—— 2. — 8.———— r ZN———— he—* SJochfeyerliche Begaͤngnuß —* ö m ® Lines zweyfachen g Oder F ahr. Hunderts© Ber Kayſerl. Sof Kirchen des Heil. WVatters AUGUSTINI deren Shrwuͤrdigen KR PP. Auguſtiner Barfuͤſſer allhier, Von Dero angefangener Erbauung An. 1330. von Friederich dem Dritten Roͤmiſchen Kayſer/ und deſſen beeden Gebruͤderen Otto, und Albert Hertzogen zu Oeſterreich/ Soͤhnen Albert des Erſten Roͤmiſchen Kayſers/ Enckeln Rudolphen des Erſten/ Stamm⸗Vatters des Durchlaͤuchtigſten Ertz⸗Hauſes/ Ras Wierdte/ Von Einführung der Barfüßig- Reformirten Religion unter Ferdinand dem Anderten Glorwuͤrdigſten AngeP denckens/ | Das Erſte Jahr⸗Hundert abgefloſſen; Von dem Vor Abend des Feſtes des Glorwuͤrdigen Heil. BlutZeugens 10 ANN von NEPOMUCK angefangen/ und die übrige 8. Taͤg hindurch feyerlichſt zu begehen unternohmen worden. Mit einem kurtzen Unterricht von dem Urſprung und Merckwuͤrdigkeiten beſagten Kayſerl. GOttesHauſes and Cloſters, nebſt Erklaͤrung desjenigen, fo zu Beziehrung dieſer Feyerlichkeit veranſtaltet worden. ————— bey Johann Bapt. Schilgen/ Ni. Oe. Landfch. Buchdr. Wienn/ gedruckt 3** ꝛ—* A* ö 5 — * 1* / 26* 24 281° 1 1* vs 1* *+ ;; ‘ 28 59 127 +?; nn—— 2 A + * — 8 As hunderte Jahr mit beſonderer Feyerlichkeit N SEN zu begehen, und das Andencken eines, durch LS die Gnade GOttes, gluͤckſeelig abgeloffenen , Sxculi durch beſondere Gepraͤng feyerlich zu halten, haben Wir von Unſern Vorfahrern gelehr— net, und ware dieſer Gebrauch, auch in dem alten Geſatz nicht unbekannt. Kutilius Benzanius will: Nos habe nach vollendten Bauwerck der Archen, in welcher der UÜberreſt des Menſchlichen Geſchlechtes or der Suͤndfluth ſolte erhalten werden, welche zu vollfuͤhren er 100. Jahr angewendet, das erſte Sæculum GDOtt dem All maͤchtigen, durch Danck-⸗QOpfer gehalten. Das hunderte Jahr ware bey den Römern das Allerfeyerlichſte, ja, wir wiſſen auß Goͤktlicher Schrift, daß auch die beſondere Gepraͤng in Begehung des Jubel-Jahrs der Allmaͤchtige En,, 1 Die Chriſtliche Kir2 che che haltet biefe Szcula mit aufferordentlichen Solem ni. täten, und dieſes, damit Selbe nach hingelegt⸗ einer gewiſſen Zahl deren Jahren GOtt vor feine gnaͤdigſte Beſchuͤtzung, Vorſorg, Erhalt⸗und Befoͤrderung ges ziemenden Danck abſtatte. In dieſer Abſicht hat auch das Cloſter deren Ehrwürdigen PP, Auguſtiner Barfuͤſer allhier, nachdeme Selbe durch die Gnade des Al. lerhoͤchſten ein Sæculum hingeleget, durch offentliche Bekandtnuß der Welt ein Anzeig geben wollen, jener Dankbarkeit, fo fie dem Allerhoͤchſten um ihre Erbauund Befoͤrderung, dem Allerdurchlaͤuchtigſten Hauß von Neſterreich aber, um Dero Schutz und gantz beſondere Gnaden ſchuldig iſt. Zu dieſem Ende hat man vor thunlich erachtet, dem Publico zur Nachricht in ein kurtzen Begrief vorzuſtellen, was die Erbauung dieſer Kayſerl. Hof⸗Kirchen, und andere derſelben Merckwuͤrdigkeiten anbetrift. Der geneigte Leſer wolle mit Uns die allerguͤtigſte Gnaden⸗Hand GOttes erkennen, und Selbe in dieſem hingelegten Jahr⸗Hundert mit Uns preyſen helffen. Die Wie KRayſerl. TFof⸗KRirchen wird erbauet/ ſamt der nahe dabey ligenden Capellen, ſo ehedeſſen, einen nunmehro erloſchenen RitterOrden zuſtaͤndig/ dermahlen die Todten⸗Capellen genennet wird. * A As AUerdurchläuchtigfte Ertz Hauß von Deſterreich hat Ott A beſonders nicht ſowohl zur Stuͤtzen des Roͤmiſchen Reiches? als zugleich Erhalt⸗und Vertheidiger des Glaubens ſich außgeſehen; was die geſamte Chriſten⸗Gemeinde demſelben ſchuldig weiß jener allein nicht/ deme Witz und Verſtand ermanglet. Wie unzaͤhlige Kennzeichen der angebohrnen Frommkeit laſſen ſich bey dieſen Stammen⸗Hauß ſehen? ja wann ſelbe nicht geſehen wurden ſolten die Stein von den Waͤnden der Kirchen/ und GDttes⸗Haͤuſern ruf: fen/ fo Oeſterreichiſche Milde in allen denen Orten ſo feinem Gebieth unterworffen, errichtet hat. Die Zeit erkleckte nicht alle dieſe in eine Zahl zuſammen zu faſſen/ wir ſeyn auch in dieſer Abſicht nicht ⸗/ die ſes zu bewerckſtelligen. Nur eintzig von Erbauung der Kayſ Hof: Kirchen/ ſo von Urſprung an Auguſtino unſerm glorwuͤrdigſten ErtzVatter/ auß Gelübd kriderici IN, Röͤmiſchen Kayſers/ zu Dient des Hofes errichtet worden/ hat man in Gegenwart zu reden. Fridericus der Dritte/ mit dem Zunahmen der Schöne/ ware ein Sohn Albert des Erſten Roͤmiſchen Kayſers/ ein Enckl RKudolphi des Ertz⸗Stamm⸗Vatters des Ertz⸗Hauſes Oeſterreich/ welchen ſeine Tugend/ und vortrefliche Eigenſchaften zum Ober⸗Haupt der Welt gemacht/ und zum Thron gefuͤhret hatten. Doch iſt die Tugend nieA3 mahlen — mahlen ohne Verfolgung. Einige Ubelgeſinnte ſetzten Ihme Ludovicum an die Seiten/ und ſolte/ gleichwie der Roöͤmiſche Adler zwe hKoͤpfig/ auch die Regierung zertheilet ſeyn; Krieg/ Verwuͤſt⸗Verodung/ muſten nothwendig erfolgen/ nachdeme ein Landſchaft dieſen oder jenen Theil anhangete/ hiemit ware der allerelendeſte Zund/ Huͤlf und Geneſung/ ſo Teutſchland von ein Fuͤrſten zu hoffen e/ wurde durch Zwietracht zu Grab getragen. Fridericus ware gewohnet dem ſowohl lachend als trohenden Gluͤcke mit gleichen Angeſicht entgegen zu gehen, und darumen, da alles Teutſchland in Verwirrung/ und Kriegs⸗Flammen branne/ ware fein Hertz in voll: kommeneſter Ruhe/ in feinen Ott. n. Das Mauerbachiſche Cloſter/ Cartheuſer⸗Ordens, hat Selber auß Antrieb dieſer feiner Andacht im Jahr 1327. von Grund auf erbauet/ alldort hat er ſich feine Ruheſtatt ausgeſehen/ in welcher er, den ankommenden Gerichts⸗Tag erwarten wolte. Nach einiger Zeit erinnerte er ſich feines Geluͤbds/ ſo er gethan hatte; Auguſtino eine Kirche zu errichten/ die{es in das Werckzu ſtellen/ wurde alſo gleich der benoͤthigte Platz außgeſehen an dem nunmehrigen Ort/ welchen man damahls die hohe Gaſſen nannte/ alle Bau⸗Fordernuſſen beygeſchaffet/ die GrundSteiner Anno 1330 geleget/ als Fridericus mitten unter dieſen Gottſeeligen Gedancken, in eben dieſem Jahr/ von dem Todt in die Ewigkeit abgefordert wurde. Die Vollfuͤhrung dann bliebe Orto dem Anderten und Albrecht auch dem Anderten Hertzogen zu Deſterreich/ Friderici Gebruͤdern/ übrig/ welche/ gleichwie Sie Gottſeelige Fuͤrſten waren/ alſo alles Vermoͤgen anwendeten/ das Angefangene zu gluͤckſeeligen Ende zu bringen/ welches auch nach 9. jaͤhrigen Bau/ im Jahr 1339 erfelget. Otto ſtarbe in eben dieſem Jahr/ verlieſſe zwar zwey Kinder ſo aber gar zeitlich dem Vatter zu Grab nachfolgten Arbiteberalfo Albertus allein übrig/ welcher im Jahr 1349 die Kuchen urch Ortelt. zu Apam xa, und Stell⸗Vertretter Gottfrids Biſchofs zu Paſſau, ſamt 5. Altaͤren/ G Ott dem Alljächtigen/ zu Ehren des Heil Vatters Auguſtini, hat einweyhen ö cn/ ſtarbe aber im Jahr 1358 nachdeme er allein unter 6. Gebrüͤdern A EBENE: aͤnn licher Erben/ das Durchl Erg: Hauß ö Die lichen atz ſich ſelbſten nach Art der ien g, Bau Kunſt/ are die Praͤchtigſte, und iſt dermahlen eine deren Groͤſten, welche ,. in dem Peznck einſchlieſſtt/ Der untere 2 a nildem 8* MM ſelben iſt 32. Wienner Schuh lang/ breit 90. hoch S1. der obere Theil 138. lang/ 54 breit/ hoch 8o/ das gantze Geban ruhet auf 10. Saͤulen/ fo beederſeits eingetheilet/ eine zweyfache Reyhe macher. Beede Waͤnde der Kirchen ſchlieſſen nunmehro in ſich verſchiedene Eapellen/ und Altaͤr/ von welchen wir an eigenen Ort handlen wollen/ welche alle erſt dieſes letzte Jahr⸗hundert meiſtens durch höͤchſte Gutthat des Durchlaͤuchtigſten ErtzHauſes, ſamt Beytrag Fürſtlicher/ Graͤflicher und anderer Adelicher Familien verfertiget worden/ welchen noch das Lauretaniſche Hauß beyzuzehlen/ welches im Jahr 1627. Eleonora gebohrne Hertzogin zu Mantua, Ferdinandi des Anderten zweyte Gemahlin erbauet; und verſchiedene Gruften deren Adelichſten Familien/ der prächtige Thurn/ und andere Kirchen⸗Fordernuſſen/ welche alle Zeit wehrend unſern Poſſfels dazu gekommen. Aber/ mit Erbauung dieſes groſſen Kirchen ⸗Gebaͤues ware der Gottſeeligkeit dreyer Deſterreichiſchen Fuͤrſten nicht genug gethan/ Otto der Anderte lieſſe nahe an das groſſe 6 Ottes⸗Hauß/ in eben dem Jahr 1330. den Grund zu einer kleineren Kirchen legen/ zu weſſen Vollendung verſchiedene Edle und Mit⸗Glieder eines damahl in Schwung gehenden Ritter⸗Orden 8. Georgi von LTemplois genennetder aber aunmehro erloſchen/ Ihre Geld⸗Mitteln beygetragen/ welche Kirchen noch vor der Groſſen vollendet auch im Jahr 1341. durch Petrum Marcopolenſiſchen Biſchof und Stell Verweeſer Alberti Biſchoffens zu Paſſau/ unter deſſen Geiſtliches Gebiet damahlen Wienn gehörete/ zu Ehren des Heil. Ritters/ und Martyrers Georgii. ſamt den darinn befindlichen Altaͤren eingeweyhet worden z dieſe kleinere Kirchen dienet dermahlen nach erloſchener Ritterſchaft/ zu den GDOttes⸗Dienſten und Andachten/ welche eine Loͤbl. Kayſerl. von Ferdinando II. und Eleonora errichtete Bruderſchaft zu halten ppfleget. Nurtze Erklaͤr ung des Heil. uguſtiner⸗ Sr. dens, deſſen Reformation, und die erſtere Anfaͤnger derſelben. So man von unſerer Introdu&ion in gegenwartig Kayſerl. Kirchen handelt/ hat billich geſcheinet/ von dem Orden des Heil Auguſtini, und deſſen Reformation etwas gleichſam in Begrif zu melden. Wer dieſes Ordens Anfaͤnger ſeye/ gibt der Nahm ſelbſt an 2 den den Tag welcher von Auguſtino dem Glorwuͤrdigſten Bifchof/ Lehrer/ und Ordens⸗Stiſter hergeführet wird. Dieſes groſſe Welt⸗Wunder hat der Welt das 1354. Jahr nach Chriſti Geburt zu Carthago in Africa gegeben/ die Elteren waren Patritius und Monica, welche letz, te das Hertz ihres in verſchiedene Irꝛthuͤmer verfallenen Sohns durch Müutterliche Thraͤnen erweichet hat. Carthago, Rom und Mayland waren die Schau⸗Buͤhnen/ auf welcher die Gelehrſamkeit und Wohlredenheit Auguſtini ſich hören laſſen/ biß er end ich an den letzten Ort/ ſelber durch ambroli eyfrige Predig bewogen/ zur Taufſich hequemet/ und eben an ſelben Tag das Geiſtliche Ordens⸗Kleyd ſamt Adeodato, und ſeinen Freunden angenommen hat. Hippon ein Stadt in Africa, rufte Auguſtinum zu Ihren Obriſten Hirten/ welches Amt er mit Zaͤher/ und gleichſam Noih⸗ gedrungen annahme/ in welchem Amt er auch ſein Verdienſt⸗volle Seele in die Hände des Schoͤpfers uͤberantwortet hat. Der Lebens Art Auguſtini folgeten ſowohl bey Lebzeiten deſſen/ als nach dem Todt viel von Tugend und Lehre beruͤhmte Maͤnner nach/ denen er auch eine beſondere Regul/ oder Lebens⸗Art vorgeſchrieben/ welche/ da ſie in verſchiedene Landſchaften zu denen Biſtthümern beruffen worden, die Eloͤſterliche Lebens-AUrt in ſelbe über: tragen/ außgebreitet/ und veſtgeſetzet haben. Dieſer Orden/ welcher da/ nach Zeugnuß vieler RoͤmiſchenPaͤbſten/ zu beſonderen Nutzen der Catholiſchen Kirchen von der Vorſichtigteit 8Ottes durch àuguſtinum angeordnet worden/ hat mit der Zeit faſt unzahlbare Heilige/ Beichtiger/ Bekenner/ Biſchofe/ Martyrer/ Röͤmiſche Paͤbſt, und vortreflliche Gelehrte hervor gebracht/ und hat durch die Gnade GOites des Allerhoͤchſten in alle Welt⸗Theil ſich außgebreitet.* Mit der Zeit in dem Jahr 1574. hat dem Allmaͤchtigen beliebet in eben dieſen Orden die ſtrengere Lebens⸗Art einfuͤhren und erneuren zu laſſen/ zu welchen Selbe Taomama]Eſu, einen Portugeſen/ ſich außgeſehen/ durch welchen der Grund Stein zu nunmehriger Keforma—tion geleget worden; wer dieſer groſſe Mann geweſen/ weißt Aleius von Menezes, des Heil Auguſtiner⸗Ordens/ Ertz⸗Biſchof zu Goa, und Vice-Koͤnig daſelbſten, in feiner Beſchreibung/ fo er von deſſen Leben der Welt hinterlaſſen hat. Aus welchen wir alles/ gan kurt/ vor die Augen zu legen geſinnet ſeyn. Thomas à Eſu wurde vo Adelich⸗ und Ritter⸗maͤßigen Eltern in Portugall zur Welt gebohren/ fein Vatter ware Ferdinandus Alvarez von Andrada; ſo bald er fähig 9 ware waͤre die Wiſſenſchaften zu ergreiffen/ wurde er dahin angehalten/ da dann fein ſchneller Vernunft bald alles ergriffe. In dem 15ten Jahr ſeines Alters hatte er das Unglück in ein Fluß zu fallen/ auß welchen er in nechſter Gefahr erſaͤuffet worden/ durch die Vorbitt des Heil. Joſephs/ den er angeruffen/ faſt wunderbarlich ſerrettet wurde. Dieſer Gnade wolte Thomas nicht undanckbar ſeyn/ demnach begehret er von Ludovico von Montoya, den Geiſtlichen Ordens⸗Habit S. Auguſtini, welchen er auch erlanget. Nach hingelegten Prob⸗Jahr und nach deme er zum Prieſter geweyhet worden/ wurde er zu offentlichergehr der Gottes⸗Gelehrtheit gewidmet/ mit derZeit muſte er den angehenden Ordens⸗Geiſtlichen als ein Meiſter der Tugend und Gottſeeligkeit Dies nen/ und damit wir alles fein kurtz zuſammen faſſen; Er war ein Mann/ in welchem Heiligkeit und der Beſitz der Wiſſenſchaften immer einen Zwey⸗Kampf um den Vorzug hatten. Endlichen regete ihm GOTT das Hertz/ daß er nach viel in den Orden hingelegten Jahren ſich entſchloſſen die alte Strenge zu erneuren/ und wiederum in vorigen Stand zu ſetzen/ deme mit ſeiner Meynung alſogleich Iudovicus de Montoya damahlen des Ordens Vicarius Generalis beypflichtete/ da ſich alſogleich auch einige funden/ welche ſich zu Thoma in gleichen Vorhaben bes gaben/ unter welchen billich zu zehlenLudovicus von] egion ein Mann/ welcher von beſonderer Gelehrſamkeit/ der Hebraͤiſch⸗ und Griegiſchen Sprach auf das beſte kundig/ d dermahlen in der Weltberuͤhmten Univerfität zu Salamanca der H Schrift Profeſſor ware. Es ſahe auch alles albereit zu einen gluͤckſeeligen Ende hinauß/ als weiß nicht was vor Hindernuß ſich hervor thaten welche Thomam ſamt den Seinigen verbanden/ bas angefangene Werck auf eine Zeit zu verſchieben, da in deſſen Sehaſtianus Konig von Portugall als ſelher in Africam wider die Barbaren uͤberſetzete/ Thomam als ein Geiſtlichen Rathgeber mit ſich nahme. Hie fande die Tugend einen rechten Platz ſich ſehen zu laſſen/ die Armen/ Krancken/ Verwundten bedienen zu koͤnnen hatte er ſich vor eine Gnad auß/ denen er mit eyfrigſter Liebe dienete. Als jener ungluͤckſeelige Tag ankamme/ an welchem die Chriſtliche Portugeſiſche Heeres⸗macht eine allgemeine Niederlaag von denen Barbaren erlitte/ und Sebaſtianus ſelbſten der König todt bliebe/ ſahe man Thomam an der erſten Schlacht⸗Ordnung den Gecreutzigten Vortragen, die ſtreittende vor Chriſtum zu ſtreiten ermahnen/ den Verwunden huͤlffreiche Haͤnde bieten/ die Sterbende durch mildes Zureden/ und Ertheilung Prieſterlicher Abſolution zu ia Abdruck zu befoͤrderen/ biß ihn ein ein Mohr mit einer Lantzen auf das Haupt einen tödlichen Streich vers ſetzet/ nach welchen er betaubet/ gefangen genommen/ und nacher Mequinez eine Stadt Africæ als ein Gefangener gefuͤhret/ und mit anderen Chriſten in den abſcheulichſten Kercker geworffen worden. Hie ware nun Thomas ſeinen Mitgefangenen ein wahres Muſter Chriſtlicher Gedult und Beſtaͤndigkeit die wanckende/ und welche durch alle Arten der Grauſamkeit/ oder Liebkoſen zum Abfall von den Barbaren verſuchet wurden richtete er zur ſtandhaftigen Bekanntnuß und Beybehaltung ihres Glaubens auf. Er ſelbſten/ welcher oftmahlen durch feine Freunde/ ſo er in portugall die zugleich adelich⸗ und reicheſte hatte/ ja fo gar von khilippo dem Anderten König in Spanien zur Freyheit auch mit dargeſchoſſenen Loͤß⸗Geld gelangen köͤnte/ verdammte ſich auß Liebe zu feinen Neben⸗Chriſten/ zu freywilligen Elend und Gefangenſchaft/ welchen zu Troſt er auch jenes Geiſt⸗volle Buch von den Trangſaalen des Heylands mit Beyhuͤlff gantz wenigen Lichtes/ ſo durch ein Ritzen in die Keuchen fuhle/ verfertiget hat. Dieſe außerordentliche Tugend ware nunmehro zum Beſitz der Glory reiff. Thomas von Arbeitſeeligkeit/ Elend/ Geſtanck des Kerckers/ und daß ſelber des Tags zweywahl durch die gantze Faſten zu den Gefangenen mit auſſerordentlichen Eyffer zu predigen pflegte/ gantz erſchoͤpffet/ wurde auf das Sterb⸗Beth geworffen, nachdeme er vorhero lange Zeit feine SterbStund vorgemeldet/ allwo er nach empfangenen allen heiligen Kirchen⸗Sacramenten fein Geiſt in die Haͤnde des Schoͤpfers uͤberantwortet 1582 in dem 53 ten Jahr feines Alters/ vor feinen Hinſcheiden ſagte er mit Prophetiſchen Geiſt den Gefangenen ihre baldige Erlöfung vor/ beſtimmete auch einen gewiſſen Tag/ an welchen das Loͤß⸗Geld ankommen wurde/ ſo auch erfolget. Dieſes iſt der zweyte Eck⸗Stein nach Auguſtino, auf welchen der reformirte Auguſtiner⸗ Orden ſich gruͤndet. Thomæ dem alſo gluͤckſeelig abgeleibten folgte in Beförderung des Reformations⸗Werck Thomas von Legion, welcher da er der Caſtillianiſchen Provinz wuͤrdigſtes Ober⸗Haubt erkieſen worden um das Jahr 1588. durch Befoͤrderung Philippi des anderten Koͤnigs von Spanien die ſtrengere Lebens⸗Art faſt durch gantz Spanien eingefuͤhret/ welche nach der Zeit biß nacher Indien/ und das neue entdeckte America übers tragen worden/ da nemblichen unter Philippo dem z ten Nachfolger des zweyten 12. derer Auguſtiner Barfuͤſſer unter dem Heer⸗Fuͤhrer Joan= ne von dem Heil. Hieronymo einen Mann von beſonderer Tugend und Ha. Hei Heiligkeit biß in die ſo genannte Philippiniſche Inslen/ und Eylanden durchgetrungen/ auch gleich Anfangs 6. Clöͤſter erbauet haben/ von wannen ſie/ gleich als von den Wach⸗Haͤuſern auf die Bekehrung des fo wohl ungeſchlacht⸗als grauſamen Volckes acht hatten/ zu welchen Werck ſie nicht allein ihre Wort/ ſondern auch viele derſelben ihr Blut gezinnſet haben. Alphonſus von dem Heil. Creutz ſo das gantze Königs reich Carthaja mittels daß er annoch lebend an zwey verſchiedenen Orten zu gleicher Zeit ſich ſehen lafjen/ Bartholomæus von denen Heil. Englen/ Nyacinthus von IE fir und Mariaͤ/ Joannes von dem Heil. Thoma, Alphonfus von dem Heil Joſeph wurden mit Langen zu todt geſtochen/ Franciſcus, Melchior, Martinus wurden in einem gelinden Feuer gleichſam lebendig gebraten. Von dannen, da jene grauſame Verfolgung in Japon ihren Anfang nahme/ in welcher unzehlig bekehrte/ und viele Ordens⸗Geiſtlichen umkammen/ verdoppelte ſich der Eyffer bey denen Unſrigen/ fie trungen mitten durch die gezuckte, und mit ſo vieler Chriſten Blut gefaͤrbte Schwerdter/ unter welchen kodericius, VinCeatius; Franciſcus waren/ mit fo gluͤckſeeligen Erfolg/ daß dieſer 7000, jener eben ſo viel derer Hayden mit dem heiligen Tauf⸗Waſſer abgewaſchen. Damit wir aber gantz kurtz abbrechen/ ſeye genug/ wann man meldet/ es finde ſich kein Volck/ weſſen Graͤntzen fo weit die Natur entfernet/ oder welches fo grauſam und unmenſchlich/ oder welches Land unbewohnt/ und der Geſundheit nachtheilig/ wo deren unſeren Großmuth nicht durchgetrungen. Annoch in China, Japon, Indien/ und denen mit Mahometaniſchen Gift angeſteckten Landſchaften finden ſich Maͤnner/ welche das angefangene Bekehrungs⸗Werck mit groͤſten Eyffer fortſetzen/ denen Leben und Blut Fail iſt/ wann hiemit Seelen Chriſto zu erkauffen ſeyn. Die Jahr⸗Buͤcher des Ordens weiſen viel ders ſelben/ welche auch juͤngſt bey unſern Zeiten als Bekenner Chriſti durch gewaltſammen Todt ihren Liebes⸗Beruff vollendet haben. Wir eylen zu fernerer Fortſetzung der Reformation. Spanien demnach/ Portugall/ Indien Japonien kenneten die erneuerte ſtrenge Lebens⸗Art derer Barfuͤſſer/ ubrigte nur daß ſelbe in Welſchland/ und in dem Haubt der Welt Rom ſich veſt ſetzeten/ um von dieſem Ort/ gleichwie ehedeſſen die alte Romer fich in alle Welt außzubreiten. Es erfolgete auch gantz gluͤckſeelig da Auguſtinus Maria, und Joannes Baptiſta zweye deren unſeren im Jahr 1593. in eben jener Tracht/ deren wir uns gebrauchen/ nacher Nom ſich begaben/ allwo ſelbe von dem vortreflichſten Cardinal Carnerino gantz Lieb⸗ voll angenommen/ auch von ihme/ denenſelben B a ſeine feine Titular⸗Kirchen derer heiligen Petri und Marcellini eingeraumt worden/ welche man folgende Jahr wegen ungeſunden Lufft verlaſſen/ und ſich nach der Kirchen des Heil. Pauli de Arenula genannt/ begeben/ big daß durch beſondere Freygebigkeit derer Fuͤrſten bamphili ein vortrefliches Kirchen und Cloͤſter Gebaͤu zu ehren des Heil Nicolai von Tolentin unſers Ordens/ verfertiget worden. Von Rom demnach erbraitete ſich unſer Orden nebſt den Dertern/ ſo wir in Spanien/ Indien und japon allbereit in Beſitz hatten/ in Franckreich/ Sccilien/ Sardinien/Savoyen/ das Florentiniſche/ Venetianiſche/ Genueſiſche/ Maͤylaͤndiſche Gebiet/ und endlichen gar in Teutſchland/ beſonders in jene Landſchaften und Koͤnigreich/ ſo dem Oeſterreichiſchen Scepter unter: worffen zu ſeyn die Ehre haben. Es wuchſe auch alſogleich durch bes ſondere Schickung GOttes die Anzahl deren Clöͤſter/ beren Geiſtlichen/ derer ein groſſer Antheil ſo wohl von Adel und Gelehrtheit/ als Tugend 2 waren, wegen welchen guten Ruff die Durchleuchtigſte Fuͤrſten bewogen wurden/ uns mit verſchiedenen Gnaden/ Freyheiten/ und Gutthaten anzuſehen/ und zu beziehren. Laſſet uns/ damit das getreue Andencken unſerer erſten Vaͤtter bey Erneurung der alten Strenge immer in friſchen Andencken verbleibe/ einige derſelben vorſtellen. Auguſtinus Maria von der Heil. Dreyfaltigkeit ware der erſte ſo als General Vicarius dem geſamten Orden vorſtunde/ durch deſſen Zuthun iſt das vortrefliche Gebaͤu der Kirchen und Cloſters St. Nicolai zu Rom durch Freygebigkeit derer Fuͤrſten Pamphili zu jener Herꝛlichkeit gelanget/ in welcher ſie von denen Anſehenden bewundert wird. Sein gantzes Leben ware andern ein Richt⸗Schnur der Heiligkeit/ mit dieſen Ruff hat er das Zeitliche geſeegnet. jacobus à S. Felice nicht minder Vicarius Generalis ernſthafter Eyfferer der ſtrengen Lebens» Art/ weſſen todter Leichnamb/ nach deme ſelber 3. Jahr zwiſchen zweyen Waſſerleitungen gelegen/ nach Eröffnung des Grabes ohnverletzt und ohnverweſen befunden worden. Alipius à S. Franciſeo aus dem Fuͤrſtl. und faſt mit allen hohen Haͤuſern Europæ verſippten Stammen⸗Hauß Urſini gebuͤrtig/ vergnügte ſich all⸗taͤglich mit 6. Loth trockenen Brodes/ die unvernunftige Geſchöͤpf waren ſeinem Willen gehorſam/ in Abgang des Liechts hat er ſeinen Finger aus Gehorſam angezuͤndet/ der ihme auch anſtatt der Kertzen gedienet/ vielen und ſich ſelbſten hat er von MARIA die Geſundheit erhalten/ wurde von allen Heilig gehalten. Joannes à 8. Nicolao, ein Mann von Heiligkeit und Wiſſenſchaften berühmt. wel OP. er NW 5 Ce welchem einſtens ein Engel zu Altar gedienet/ deſſen Leichnam biß auf dieſe Stund gleich eines Lebenden unverweeſen. Joannes A S. Maria, Vicarius Generals, den Carolus Emmanuel Hertzog von Savoyen/ auf eine beſondere Art geliebet/ welcher die Erſtere unſers Ordens in Savoyen überführet/ welche nunmehro mit vielen Cloͤſtern verſehen ſeyn. Salvator à8. Fulgentio, der allerſtrengeſte Buͤſſer in der reiniſten Unſchuld/ der ſeinen Hintritt auf einen Augenblick zuvorgeſagt. Elias à S. Lacia, von deſſen unverweeſenen Todten⸗Coͤrper/ nachdeme der rechte Armb abgelöfet worden/ viel Monath nach dem Todt/ das helleſte Blut darvon gefloſſen. Paulus a S. Petro, ein Layen, Bruder/ ſo in dem hunderten Fahr iu den Orden getretten, 16. Jahr hin“ durch in aͤuuſſerſter Strenge/ auch die Jüngere übertroffen hat. Joannes Maria 28. Salvatore, gleichfalls ein Layen⸗Bruder/ deme GOtt die Zeit feines letzten Sterbſtuͤndleins offenbaret. Leo à. Jacobo ein Layen⸗Bruder/ auß einen/ fo gar des Leſens unkündigen Schaͤffer/ ein Ordens⸗Mann/ welcher durch vielen Umgang mit G6Dtt durch das beſchauliche Gebett immer verzucket ware/ auch von den allerverborgneſten Geheimnuſſen unſers Glaubens/ mit Erſtaunen deren Gelehrten geredet hat. Bartholomæus von dem Heil. Petro, ein beſonderer Martaniſcher Liebhaber/ welcher bey Lebszeiten mit feinen Stab/ welchen er Alters halber zu tragen pflegete/ viele Wunder gewuͤrcket; und endlichen deſſen Heiligſprechung s⸗Erforſchung nunmehro hey dem Roͤmiſchen Stuhl obhanden ſchwebet; Joannes von dem Heil. Guilelmo, welcher auf Geheiß der Mutter GOttes unſeren Orden angenommen/ fo wegen ſtrengeſter Buß allen zur Verwunderung worden/ ſo da unjaͤhlige Wunder⸗Wercke außgeubet/ auch bey Lebszeiten 3. von dem Todt erwecket/ deſſen Leichnam nun über 100. Jahr gantz unverweefen/ mit beweglich lebhaften Gliedern, ob er ſchon in ein ſuͤmpfigen Orth zur Erden beſtattet worden/ und alle 3. Hoͤltzerne Truhen biß in Grund verfaullet waren/ verehret wird deſſen Blut und Eingeweyd/ welches beſonder in einen Gefaͤß aufbehalten wird, bey neulich Apoſltoliſcher Vilitation aufgewallet iſt, welchen wir mit nechſten 6 A mit Genehmhaltung des Paͤbſtlichen Stuhls zu verehren hoffen.. Ja nicht allein das Männliche Geſchlecht hat ſich zu dieſer ſtrengeren Lebens⸗Art bequemet/ auch das ſchwache Weibes⸗Volck hat mit beſonderen Eyfer/ ſich derſelben ergeben. Mariana von Heil. Joſeph ware die erſte/ ſo da nach r Jahren ihres Cloſter Lebens/ 3 in in welchen fie allen ein Spiegel der Gottſeeligkeit ware/ zu Ebora in Spanien die Reformation derer Nonnen in ihr Cloſter eingefuͤhret/ welche hernach zu Madrit in dem Koͤnigl. Cloſter⸗ ſo Margarita von Oeſterreich/ eine Gemahlin Philippi des Dritten/ recht Koͤniglich/ und mit dem groͤſten Pracht erbauet/ ein gefuͤhret/ und veſt geſtellet worden/ welche Cloͤſter ſich alſo vermehret/ daß ſunſere Zeiten allein in Spanien 45. Cloͤſter zehlen/ in welchen ſchwache Jungfrauen den ſtrengen Tugends⸗Weeg mit ſolchen Eyfer wandlen/ den wir auch an denen Männern bewundereten. Maria a JE, von adelichſten Stammen entſproſſen/ ware ein Mitgehuͤlfin Marianæ, von eben jener Heiligkeit beruͤhmet/ mit welcher Marijana begabet ware. In den bes e li Umſtaͤnden/ ſo das Reformatio ns Werck antrieffen/ hat ſie ſich immer bey der Bildnuß des Gecreutzigten Heylandes Raths/ und Troſtes erholet/ von deſſen Mund ſie auch oftmahlen wuͤrcklichen getroͤſtet/ oder belehret worden. Ihr Leib nach den Todt konte in 60. Taͤgen nicht zur Erden beſtatt et werden/ ſo groß ware der Zulauf des Volcks denſelben zu verehren. Mehrers wollen wir nicht beyrucken/ damit wir die Graͤntzen der beliebten Kürke nicht üuͤberſchreitten. Won Introduction der Ruguſtiner Barfuͤſſer in die Kayſerl. Hof⸗Kirchen 8. Auguſtini, durch Ferdinand den Anderten Glorw. Andenckens Röm, Kayſer/ und ferner deſſen Erbreittung in Teutſchland. Er diefe Art ware die ſtrengere Obſervanz, und die von Thoma FElu erneuerte Reformation auſſer Teutſchland beſtellet/ uͤbrigte nichts mehr/ als daß ſelbe/ welche in Spanien unter Oeſterreichiſchen Fürſten zu ihrer Vollkommenheit gelanget/ unter eben dieſen Fuͤrſten in Teutſchland veſten Fuß fegete. Bevor wir aber von denen teutſchen Gonventen reden/ laſſet uns einen Begrif vor die Augen legen/ aller Lon gentz ſo wir auſſer ſelben/ in verſchiedenen Landſchaften beſitzen. In Spanien: zu Madrit/ Talabrica JTolet, Complut, Machæda ö Xatandilia, Salamantica, Portillo, Valliſolet, Valle virioſ⸗ in der Stadt Santa Cruz genannt/ Valle de Fontibus, zu Stumol Valentia, Cæſat Auguſta, und in eben ſelben Orth zwey in der Vorſtadt/ Cala. tuja, Borgia, Oſca, Alagon, Candelia Banellora, Guiſone, Bernabaeo, Bilbili, Zueran, Boleon, Hiſpalis, Granata, Almagta, de s. Fide, S Lucha, * Toboſia, Alcabrica, ohne die 45. Nonnen⸗Clöſter in die Zahl zu ziehen.* 3 In Portugall/ zu Conimbrica, Santara, zu Liſabon, Monmorell. Setubalien, Mora; in den Philippiniſchen Eylaͤndern drey zu Malina, Zebu, Cabiten, Bictuan, Linaſa, Cajagen, Bajuglen, Lajaven, Camiguen, Bacuaghen, Cidargon, Paraſſoen, Tandalen, Bifflin, Taglen, Baganga ven, Binalgabe, Tuggavane, Rone, Blonen, Bantonen, Fugen, Duivall, Dumara, zu Calamina, Balinaſſe, Maslinga, Sigaja, Marivil. In Terra ferma Oceani, zu Candelarien/ Carthago, Panama, Natane, Mexico, Tunxe. In Franckreich in dem Dilphinat, das Cloſter Villaris Benedicti, zu Camberi, Burgund, Gratianopl, und eines aldorten in der Vorſtadt/ zu Lyon, zu Voyron, zu Viniac, zu Wienn/ zu Bumac, ad Montem creſecutem, zu Claromont, zu Maſſilien, zu Avignon, zu Aix, zu Arelat, zu Toulon, zu Perpignan, zu Tauli, zu Malauſe, zu Berjamon, zu Orgon, zu Taraſcon, zu Tholouſe: Selbſten in Franckreich das Koͤnigl. Pariſiſche/ zu St. Germin, Clarofont, Argentol, welche noch beyzurechnen iſt/ die von denen unſerigen in Africa immer haltende Miſſion bey Hippon in Africa, welcher Orth einſtens unſers glorwuͤrdigſten OrdensVatter Biſthumb ware/ welche man nun insgemen Baſtion de France nennet. Wollen wir Waͤllſchland Sicilien, Savoyen, das groß Hertzogthum Florenz, das Genuediſch⸗und Maͤylandiſche durchwanderen/ was eine Menge derer Cloͤſter werden uns unter die Augen kommen. Wir geben ſelbe der Ordnung der Buchſtaben nach. Zu Aqua viva, zu Albizoſa, zu Ameria, zu Aſculi, zu Atri, zu Averſa, zu Battiniano, zu Biella, zu Borunt, zu Calataniſſeta, zu Camerata, zu Carbonara, zu Caſal zu Gatana, zu Cerro, zu Comachio, zu Cremona, zu Dolceaqua, zu Fermo, zu Ferrara, zu Florenz, zu Fruſinon, zu Gaẽta, zu Genua, zwey/ zu Gibelina, zu tala in Sicilien, zu Lezzi in Calabrien, zu Lerzi in den Neapolitaniſchen/ zu Macerata, zu Marella, zwey zu Meſſina in Sicilien, zwey zu Maͤyland/ zu Mondavi in Savoyen, zu Montleon in Calabrien, zu Monterran, zu Monza, zu Maſſamella, zu Nardi, zwey zu Neapel/ zu Nizza, zu Novarra, zwey zu Palermo, zu Patana, zu Pavia, zu Placenz, zu Piæ'na, zu Pia nezzoë, zu Recanat, zu S Rem, zu Reſina, zwey zu Rom/ zu Saluzzo in Savoyen, zu Seſtri, zu Spolet, zu Turin/ zu Trapano, zu Triera, zu Troppæa. Die Gelegenheit in Teutſchland zu kommen ware folgende. Es erel eignete ſich/ oder viel mehr ſchickte es die Vorſichtigkeit des Allerhöͤchſten/ daß zweye unſers Ordens Geiſtliche Severinus à S. Jacobo und Sixtus à 8. Laurentio, dieſer in Mähren/ jener von Maintz gebuͤrtig/ ſo das Ordens⸗Kleyd in Waͤllſchland angenommen hatten/ ihre Befreundte zu beſuchen nacher Prag in Boͤheimb ankommen/ allwo Sixtus den hochgebohrnen Herꝛn/ Herꝛn Guilelm Poppel von Lobkowitz(weſſen hohe Familia nun in der Fuͤrſten des Heil. Roͤm. Reichs Zahl erhoben iſt /) als einen/ den er ehemahls zu kennen die Ehre hatte/ im Jahr 1623. bes ſuchte/ Guilelm gleichwie er ein Herꝛ von beſonderer Freundlichkeit ware/ empfinge die Batres auf das Gnaͤdigſte und Verpflichteſte/ truge des nenſelben ſich an/ ſo fern ſie irgend ſeiner Huͤlff/ oder Vorſpruches ſolten benoͤthiget ſeyn/ beſonders wann zu Erbauung eines Cloſters vor dieſelbe ſich irgend/ ein Orth finden wurde. Das Königreich ware das mahls in einen verwirten Zuſtand/ das Ketzerthum hatte mit gantzen Schwall eingetrungen/ die Gemuͤther ſo denen Neuerungen in Glauben anhaͤngig waren dem Fuͤrſten abſpaͤnnig/ kurtz: der Catholiſche Glauben ſtunde an der Spitz/ und in Gefahr unterdrucket zu werden. Die Kirchen waren Laͤr/ Mönch und Ordens⸗Geiſtliche auß den Clds ſtern vertrieben/ biß endlichen Ferdinand der Anderte Roͤmiſche Kayfer und König in Boͤheimb durch jene Schlacht an dem Weiſſen⸗Berg die feindliche Kriegs⸗Macht gaͤntzlich erleget/ und daß den Glauben/ ud ihm/ unrechtmaͤſſig⸗ entzogene Land ſich wiederum eigen machte. Seine erſte Sorg ware demnach/ das Heiligthumb zu reinigen/ Lehrer und Prediger dem Volck geben/ die ſelben den ſchaͤndlichen Irꝛthumb uͤberwiſen, die Prieſterſchaft ſtatt der Vertrieb⸗oder Entwichenen vermehren/ Cloͤſter und GOttes Haͤuſer denen vorigen Beſitzern zuruck ſtel. len/ oder ſo ſie abgiengen/ neue einzuſetzen/ hiemit fienge der Glaub an wieder zuathmen/ welcher da ehedeſſen ziemlich unterdrucket ware. Bey dieſer Gelegenheit/ gebrauchten ſich un ſere zwey Patres des ehemahl angetragenen Vorſpruchs Guilielms vonLobkowitz/ ſie fanden eine uralte Kirche/ ſo dem Heil. Wenceslao eingeweyhet ware/ bey welcher ehedeſſen die Pfar⸗Sorg ware. Dieſe ſcheinete zu Erbauung eines Cloſters und Einführung der Reformirten die Allertauglichſte/ weſſentwegen ſie kerdinando dem Kayſer ein Bittſchrift einreichten/ ſo auch/ als bey dem Sürffen der alle Gelegenheiten den Glauben zu beſörderen, auf das Genauiſte in Acht nahme fo viel gefruchtet, daß ſelbe denen unſerigen durch den damahligen Ertz⸗Riſchoffen zu Prag mit Ubertragung der Pfarꝛ⸗Sorg an ein anderes Orth übergeben/ und eingeraumet 8. wo r m WERT WW’ NR N OO RD RR WEN worden. Kaum hatte man feſten Fuß geſetzet/ lieſſe man alſogleich auß denen Waͤlliſchen Conventen Maͤnner abforderen/ welche ſo wohl võ Tugend⸗als Gelehrtheit berühmt waren/ durch welcher Mühe/ Sorg/ und Arbeit/ ſo ſie auf der Cantzl in Vortragung des Wort GOttes anwendeten/ viele derer Iriglaubigen zu wahren Schaaf ⸗Stall Chriſti zuruck gefuͤhret wurden. Man ware nicht minder beſorget/ zu kuͤnftiger Erziehung der Geiſtlichen ein Novitiat zu erbauen/ wie dann zu derer Belehrung die Schulen der Welt⸗Weißheit/ und Theologi errichtet wurden. Hie lebten fie in dem angewohnten ſtrengen Lebens: Lauff/ durch die Gutthaͤtigkeit ſowohl des Adel⸗als des Burger⸗Standes wurden Mittel beygeſchaft/ ſo erklecketen Cloſter/ und Kirchen/ in rechten Bau⸗Stand zu ſetzen. Endlichen im Jahr 1630. wolte Ferdinandus der Anderte nach langer Berathſchlagung mit feinen Hof⸗Herꝛn/ nicht minder den das mahligen Paͤbſtlichen Nuntio, und der Heil. Kirchen Cardinal Pallotto, wegen beſonderer Auferbaulichkeit/ und Bekehrungs⸗Lyfer/ ſo an denUnferigen verſpuͤhret worden/ wie Er ſelber in feinen IntroductionsDecret meldet/ auch die Reformation bey ſeiner/ vormahls den Heil. Vatter Auguſtino eingeweyheten Kayſerl. Kirchen veſt⸗ſtellen/ demnach muſte um Gonſens und Einwilligung Urbanus der VIII. Roͤmiſche Pabſt erſordert werden/ den er auch gantz gnaͤdig ſamt der Vollmacht an den Cardinal Pallotum das Behoͤrige zu veranſtalten ertheilet hat. Wurden alſo Marcus von den Heil. Philipp ein Teutſcher/ der ehedeſſen fü wohl den Kayſerl Hof/ als der geſammten Wienn⸗Stadt/ wegen eyfrig und vortreflichen Predigen bekandt ware/ Damaſus a Nati vĩtate, Pſacidus à S. Stephano, Prieſter/ ſamt Guilelmo à 8. Martino, einen Clerico, von Prag nacher Wienn abgeforderet/ und ihnen in eben dies fen Jahr 1630 durch Lucam Holſtain, Paͤbſtlichen Cammerer/ Gewalt⸗Tragern des Cardinals Pallotti, Cloſter und Kirchen auf ewig unwiederruflich behaͤndiget/ welche Translation und Ubertragung ſo wohl der heiligiſte Vatter/ als Ferdinandus der Kayſer unverbrüuͤchig beſtaͤttiget/ der Letztere anbey uns ſamt allen dem Unſerigen/ in beſondere hohe Kayſerl. Protection angenohmen, von allen Beſchwaͤrden befreyet/ auch unter der Straf 100. Marck loͤthiges Gold/ allen und jeden gebotten/ uns nicht in den mindeſten in den boſſels oder anderwo zu belaͤſtigen/ zu welchen Ende auch Cardinal Pallottus, eine Excommunication wider alle Ruhe⸗Stoͤhrer publiciren laſſen. ꝛ Nach Eintritt ins Cloſter 66 Kirchen ware die erſte Sorg 6. elbe ſelbe in guten Bau⸗Stand zu feßen/ indeme ſelbe von Alterthum vielen Schaden erlitten hatte/ die meiſte Beſchaͤftigung beſtunde in Verkuͤndigung des Worts GOttes/ Bekehrung der Ketzer/ derer damahl Wienn nicht wenig zehlete/ Beſorgung des Beichtſtuhls/ Beyſpringung denen Krancken/ und in die Ewigkeit Abruckenden, damit aber zu fo vielen Bemühungen man erklecken konte/ wurden auß Boͤheimb/ und anderwo her verſchiedene Geiſtliche Maͤnner beruffen/ welche dann ihren Beruf zufolg/ GOtt und den Nechſten in allen Vorfallenheiten zu dienen bereitwillig waren. Laſſet uns/ damit eigenes Lob in eigenen Mund nicht übel rieche/ beybringen/ was Paulus Artinghus, in Congem. voce Tururis, ein berühmter Scribenten/ denen Unrigerſten Wienneriſchen Geiſtlichen vor ein Lob gegeben/ und was der Hof/ ſamt geſammter Stadt von denenſelben vor eine Meynung geheget. Selbſten der Unuͤberwindlichſte Kayſer Ferdinand, was die Gottſeelig⸗ und Ftommkeit anlanget/ ein wahrer Nachfolger Conſtantini, hat ihnen Auguſtiner Barfuͤſſer/ ein Cloſter in Wienn übergeben/ allwo viele angehende Geiſtliche zur Gottſeeligkeit/ und Geiſtlichen Leben unterrichtet werden. Ganges Wienn ſolget derer guten Tugends⸗Geruch nach/ denen Exemplen nemlichen und Beyſpielen der Frommkeit. Kayſer/ Kayſerin/ der König/ und die Königin ſamt dem geſamten Hof/ halten in Dero Kirchen offentliche Andachten/ Bettgang/ und andere Werck der Gottſeeligkeit/ und Sie gebrauchen ſich eines zu bewundrenden Eyfers/ ſelben Orden in dem gantzen Reich außzubreiten/ damit alldorten/ wo ehemahl zu Zeiten des Heil. Guilelmi, Sertzogens in Aquitanien, fo viele Cloͤſter Augnſtiner⸗Ordens anzutreffen waren/ welche nach etwas erkalteten Eyfer eingegangen/ damit/ ſage ich/ alldorten mit erneuerten Geiſt der ſtrengeren Lebens⸗Art/ die alte und vorige Weiß ſich ſehen lieſſe; Es hat auch in der That dieſer ſtrengere Orden vortrefliche Manner/ an Tugend/ und Gelehrheit hervor gebracht. So weit Arringhus. Dieſes nun ſeyn jene geheime Kunſt⸗BFriflein/ wie man ehemahlen gantz ungegruͤndet hat vorgeben doͤrfen/ durch welche wir zum Bes ſitz der Kayſerl Kirchen/ und Eloſters gelanget/ nicht mit ungeſtimmen Bitten/ nicht mit Hinterliſt/ ſondern auß freywilligen Antrag eines Gottſeeligen Kayſers. Urſachen wird der hoͤchſt-vernuͤnſtige Kayſer gehabt haben/ wir wollen aber nicht Urtheiler feiner Meynung/ und Vorhabens ſeyn. Es iſt geſchehen mit recht/ mit aller* | eit/ keit/ und Ferdinand hat feine Zuneigung gegen Unſrige nicht nur einmahl bezeiget/ da er verſchiedene Privilegien/ Freyheiten/ Vorrechte mitgetheilet/ da er die Ehre uns angethan/ und ſich oftmahlen bey den Unſrigen/ und denen Geiſtlichen Ubungen/ auch der armen Taffel finden laſſen. Alle nachfolgende Oeſterreichiſche Fuͤrſten haben hierin ihren gecroͤnten Vorfahren nachgefolget/ Ferdinandus der Dritte/ Leopoldus der Erſte/ Joſephus der Erſte Glorw. Andenckens/ und welcher nunmehro die Ober⸗Herꝛſchaft der Welt fuͤhret/ Der Allerdurchlaͤuchtigſte CARL der Sechſte/ welche die ehedeſſen verlyhene Freyheiten/ und Privilegien nicht allein gnaͤdigſt beſtaͤttiget/ ſondern noch dazu viele neue verlyuhen haben. Dieſes ſchreiben wir/ damit die Welt ſehe/ mit was feſten Danckbarkeits⸗Banden wir dem Allerdurchlaͤuchtigſten Hauß verbunden ſeyn. Was das Lob anlanget/ ſo wir zu weilen denen Unſrigen beygeleget/ kan ſelbes nicht verarget werden/ weilen ſelbes nicht den Perſohnen/ vielmehr Dero Tugend gegeben war/ weme es nachtheilig zu ſeyn ſcheinet/ der erwege die Wort ſo Petrus Bleſenſis in den 97. Sendſchreiben Bibl. M. SS, PP. verzeichnet hat: Ein Anzeigen des Neydes iſt/ anderer Cob/ vor eigene Beleydigung halten. Und ferner: Man hat durch Servorſtreichung ihrer/ der Wuͤrde deren euren nichts ent zogen/ dieſe ſchaͤtzet man zwar hoch/ aber auch euch verachtet man hierdurch nicht. Chriſtus iſt nicht getheilet/ ob er ſchon ein weiß/ oder ſchwartzes Kleyd antraget/ GOtt hat auf Gemuͤth/ nicht anf die Rleydung acht/ ꝛc. Nachdeme dieſe unſere Reformation nun feſt geſtellet ware/ und ſich immer mehrete/ muſte ſelbe auch auf dero Erbreitung gedencken: Der erſte Orth ware Maria- Brunn zwey Meil von Wienn entlegen/ allwo eine alte Kirchen mit wunderthaͤtigen Mutter⸗GOttes Bild verehret wurde/ welche von dem andaͤchtigen Volck mit groſſen Zulauff pflegte beſuchet werden/ das Bild wurde ehemahl in einen Brunn gefunden/ woher man Anlaß nahme den Orth Mas ria⸗Brunn zu benahmſen. Selbes ware ehedeſſen ein Geiſtliches Beneficium, ſo der Wienneriſchen hohen Cathedral Kirchen Dechant Herꝛ Laurentius Aruppe beſaſſe. Dieſe wurde von Ferdinando den aten mit Einwilligung des Herꝛn Ordinarij uns eingeraumet/ allwo eine neue Kirch und Cloſter erbauet/ zu welchen im Jahr 163 6. mehr beſagter Kayſer den erſten Stein gelegt. Vier Jahr wendete man zu dem Gebaͤu an/ welches aber mit der Zeit ſamt allen Kirchen⸗ und Buͤcher⸗Geraͤth bey Einfall der Tuͤrcken in Oeſterreich 1683. biß auf den Grund verbrennet worden/ welches aber CD hohe Freygebigkeit. 32 euch ? 1— —— leuchtigſten Hauſes/ und anderer Gutthater wiederum zu vorigen guten Bau⸗Stand gelanget. Dermahlen hat eine Kayſerl Jagerey alldorten ihre Bruderſchaſt unter den Titul des Heil Euſtachij, welchen ſelbe auch einen prachtigen Altar von den rareſten Marmor mit von Ertz gegoſſenen fein uͤberguldtan Figuren erbauet; zu weſſen Errichtung der Allergnaͤdigſte Kayſer den meiſten Antheil beygetragen. Von Wienn auß/ und denen benachtbahrten Orthen pfleget immer eine groſſe Maͤnge andaͤchtiger Kirchfahrter alldorten ſich einzufinden/ ſeynd auch alldorten viel Gnaden⸗ und Wunder⸗Wercke denen Verehrern widerfahrẽ. Im Jahr 1642 begaben ſich die unſerige nacher Laybach der HaubtStadt in Crain um alldorten ein neues Cloſter zu errichten/ ehemahl bes ſaſſen ſie ein Orth ſo eine viertel Meil von dannen entfernet ware/ hernach im Jahr 1653. wurden fie näher zu der Stadt uͤberſetzet/ wo die Kirchen durch Freygebigkeit Ulrich Fuͤrſtens zu Eggenberg/ und deſſen Sohns Johann Antoni/ zu Ehren des Heil. Naͤhr⸗Vatter Chriſti des Heil. Joſeph meiſtens/ ſamt den dabey liegenden Convent erbauet worden. Hat auch daneben eine Todten⸗Capellen/ und Bruderſchaft/ welche mit der allhieſigWienneriſchen wegen gemeinſchaftlichen Ablaſſen/ und Privilegien vereinbahret iſt. Den erſten Stein hat Nahmens 2 Kayſers Fuͤrſt von Auerſperg damahliger Lands⸗Haubtman geleget. ar abe 1654. wurde eine alte Kirchen ſo zu Ehren des heiligen Johann des Tauffers von den Teutſchen Ritter⸗Orden im Jahr 1384. erbauet worden denen Unſerigen zu Herberſtein in Steyermarck uͤbergeben. Hat in der Naͤhe einen Calvari-Berg/ und heiliges Grab/ nicht minder ein Lauretaniſches Hauß/ allwohin die benachtbahrte Oerther in groſſe Menge an denen hohen Feſt⸗Taͤgen ſich zu verfammlen pflegen. Die Stifter ſeyn die Hoch⸗ und Wohlgebohrne des Heil. Nom. Reichs Graffen von Herberſtein/ ꝛc. Eben in die ſem Jahr wurde die Kirchen zu Taxa in Baͤyern ſamt den n Gnaden⸗Bild uns zugeignet/ welches Bild nach jenen Original verfertiget worden/* auf einen Hennen⸗Ey ſich gantz wunderbahrlich befunden hat. Iſt hier ein ungemeiner Zulauff des andaͤchtigen Volcks. Nach biß dieſe Stund pflegen die Hennen/ denen fo ihr Ges lübd nach dieſen Ort nicht erfuͤllet/ mit Stern⸗gezeichnete Eyer zu legen. Im Jahr 1655.* man ein bequemeres Hauß zur Gelegenheit derer zu Herberſtein Erkranckten/ und Geneſung halber nacher Graͤtz zu überbringenden Geiſtlichen angeſchaffet/ nach der Zeit ſuchte man ſelbes ; in in ein Cloſter zu verwandlen/ endlich/ nachdeme wir ehe an einem anderen Orth uns niedergelaſſen, erbaueten wir in dem fo genannten Muͤntz⸗Hraben zu Ehren der Heil. Mutter Annaͤ Cloſter und Kirchen/ zu welchen Leopoldus der Erſte Roͤm. Kayſer im Jahr 1673. den erſten Stein perſoͤhnlich geleget hat. Im Jahr 1696. wurde durch Freygebigkeit zweyen Hochgraͤfl. Familieñ Berchtold und Heußler der Anfang zu einen neuen Cloſter in den Orth Fraͤtting in Möhren gemacht/ zu Ehren des Heil. Nicolai von Tolentin unſers Ordens/ alldieweilen bey ſich ereigneten FeuersBrunſt/ ein/ an deſſen Feſt⸗ Tag geweyhtes Brod/ fo in die Flammen geworffen worden/ die Brunſt geſtillet. An ſtat Leopold des Kayſers/ und Joſephs des— Königs legen die erſten Steiner die Hochgebohrne Reichs Graffen Max Ernſt von Flaſching und Frantz Carl von Berchtold/ 1c. im Jahr 1699. Im Jahr 1698. zu Strehlen in Schleſien bekammen wir die Kirchen St. Gothard/ ſo ehedeſſen ein Pfarꝛ⸗Kirch/ nach dem Abfall aber zum Lutheriſchen Sec denen Eutheranern dienete. An ſtatt dieſes GOtHauſes weilen es zu eng/ wurde uns die Kirch ſo ehemahl einigen Eloſter⸗Frauen zuſtaͤndig/ Zeit des Lutherthums aber verlaſſen worden eingeraumet/ welche wir erneuert/ mit Altaͤren/ und anderen Kirchen⸗Zieraten verſehen/ und dem Heil. Creutz eingeweyhet aben. Dieſen kommen beyzuzehlen die Convent ſo in dem oͤnigreich Boͤheim anzutreffen/ welche zwar als die vordere älter/ demnach weilen wir haubtſachlich die von Wienn auß uͤberfuͤhrte Colonien zu bes ſchreiben uns vorgenommen/ biß hieher verſpahret haben. Im Jahr 1640. wurden wir nach Tabor, ein Stadt in Boͤheim/ von dem Rath und Burgerſchaft beruffen/ und durch derer Gutthat der Anfangs des Cloſters und Kirchen⸗Gebaͤues gemacht. Sie wur» de u Ehren der Geburt der ſeeligſten Mutter Ottes/ im Jahr 1632. vollendet. Im Jahr 1675. wurde durch Joachim a Præſentatione B. V. M. durch Teutſchland und Boͤheim Provincialen/ von Kayſer Leopold die gnaͤdigſte Erlaubnuß erhalten/ zu Teutſch⸗Brod ein Kirch und Convent zu erbauen 1676. wurden die erſte Grundſtein geleget/ das Werckh ſelbſten durch verſchiedene Gutthaͤter zu Ende gebracht/ befor deriſt hat darzu ihre milde Hand eroͤfnet die Durchleuchtigſte Fuͤrſtin von biccolomini. Haben zur Zierde und Schutz die heiligſte drey Perſohnen/ IEſus/ Maria/ und Joſeph. In Im Jahr 1688 wurde uns die Kirchen der Allerheiligſten Dreyſaltigkeit zu Schluͤſſelburg auf folgende Art zu theil. Hubert des Heil. Rom. Reichs Graf von Szernin, hate dieſe Kirch erbauet/ mit Vorhaben ſelbige einigen Ordens Geiſtlichen anzuvertrauen. Er wurde aber in dieſen Vorhaben durch zeitliches Abſterben verhinderet/ bliebe alſo die Vollfuͤhrung deſſen Sohn Thomæ uͤbrig. Thomas wehlete 3. Ordens⸗Staͤnde/ unter welchen auch der un ſere ware/ ſchriebe fie auf 3. verſchiedene Zettul/ mit Vorhaben/ denjenigen Orden die Kirchen zu überlaſſen/ welchen er heben wurde. Bitter anbey die Allerheiligſte Drey⸗Einigkeie/ ſie wolle die Sach alſo anordnen/ daß jene das Looß treffe/ fo feinen Unterthanen zum Seelen⸗Heyl wurden erſprießlicher ſeyn. Hoͤbet alſo das erſte/ andert/ und dritte mahl allezeit unſeres Orden Nahmen/ auß welchen er den Willen G Ottes erkennend/ uns den boſſeſs mit Erbauung eines Cloſters hat eingeraumet. Dieſe Hechgraͤfl. Familie verehret annoch dieſes Cioſter als gnaͤdigſte und mildreicheſte Stifter. Dieſes ſeynd die Convent, auß welchen die Teutſche und Boͤhmiſche Provintz beſtehet/ wir wurden derer noch viel mehr außuweiſen haben/ ſo fern wir die in andern Landen und Städten ans getragene hätten annehmen koͤnnen/ in Erwegung zu Anfang unſerer Introduftion wegen wenigen Geiſtlichen/ wir fo vielen Cloͤſtern nicht mit der Zahl gewachſen waren. Von den Lauretaniſchen Bnaden⸗Fauß/ fo von kleonora Mantuana, Chegemahlin Kayſers Ferdinand des Anderten erbauet worden von denen Hertzen Dee rer Durchleuchtigſten Fuͤrſten von Deſterreich/ fo alda begraben/ ; von der Capellen/ und Todten⸗Bruderſchaft allda. * Lauretanifche Capellen/ ſo in Mitte der groſſen Kirchen/ Fleonora die Kayſerin errichtet/ if eine genaue Außdruckung des wahrhaften Hauſes/ in welchen der Ewige Sohn GOttes if Menſch geworden. Damit dieſes deſto genauer beſchehete/ ſendete die Kayſerin 3. der Bau⸗Kunſt beſtens Erfahrene nacher Laureta, welche ſelbe Car pellen abgemeſſen/ in Grund gezeichn et/ und ſelbe allhier errichtet haben/ im Jahr 1627. Sie verſahe ſie mit einer ewigen Stiftung/ Gold/ Silber Geſchmuck/ und einen von puren Diamanten zuſamm⸗geſetzten Adler. Die Statuen oder Bildnuß hat kranciſcus Cardinal. ER Biſchef zu Ollmuͤtz/ auß dem Fuͤrſtlichen Stammen von Dietrichſtein/ geweyhet/ und an das jetzige Orth den 12. Sept, geſetzet. Das Gaͤtter/ und beede Thuͤren/ wo man in den inneren Theil kommet/ hat Veronica Suſanna Graͤfin von Trautſohn/ in ihren letzten Willen? mit geſchlagenen Silber uͤberzuziehen verordnet. Den Thron hat von Silber machen laſſen/ Auguſtinus Argumenti, auch 4. Engel⸗Bilder von dieſen Metall dazu geordnet/ derer zwey die Cron ober den Haupt Mariæ/ die andere brennende Kerken tragen. Urbanus der VIII. Römiſche Pabſt hat auf ewige Zeiten vollkommenen Ablaß auf die Marianiſche Feſt⸗Taͤge verliehen/ um hierdurch das Volck zur Andacht gegen dieſen Heil Hauß anzueyfern. Es uͤbertraffe aber aller Vermuthen die beſondere Gottſeeligkeit derer hieſigen Innwohnern/ der Adel mit den Gemeinen ſtritte um den Vorzug/ wer in Verehrung der Mutter GOttes ſolte den Vorzug haben. Ferdinand ſelbſten/ wann er entweders wider die Feinde ſeine Kriegs⸗Macht abſendete/ oder ſo er widerwaͤrtige Dinge zu befoͤrchten/ hat allhier mit eyfrigſten Gebett die Lauretaniſche Jungfrau angeruffen/ ſie ſeine Kriegs⸗Fuͤrſtin genennet; Eben fo groſſe Andacht truge Ferdinand der Dritte/ Leopoldus und Joſephus, welche allhier entweder gluͤckſeelige StammenFolge/ geſeegnete Reyß/ baldige Geneſung derer Ihrigen/ oder gluͤckſeeligen Außgang derer Waffen/ von der allgemeinen Gnaden⸗Mutter zu begehren pflegeten. Denen Fußſlapfen Seiner gecroͤnten Vorfahren hat der nunmehro Regierende Allerdurchleuchtigſte Kayſer Garolus nachgefolget/ indeme Selber all⸗jaͤhrlichen an den Tag/ da der Engel Maria das Ave verkuͤndet/ dieſelbe in Begleitung derer goldenen Vlieſſes⸗Ritter zu begruͤſſen kommet. Eben alſo iſt der Adel/ alſo das gemeine Volck geſinnet/ deſſentwegen laſſen ſich allda häufige Opfer- Taffeln/ Opfer von Silber/ oder Gold/ Kleyder/ Kirchen⸗Ornat, brennende Kertzen finden/ welche zu Anzeig der hier empfangen⸗oder hoffenden Gnaden aufgehangen zu ſehen ſeynd. Man wird hier vielleicht erwarten/ daß man inſonderheit von denen Wunder⸗vollen Geneſungen/ fo durch die Vorbitt Maria wiederfahren/ etwas rede/ allein der enge Raum deren Blaͤtter laſſet es nicht zu/ und darumen wenden wir uns zu Erzehlung des groͤſten Schatzes/ ſo die Lauretaniſche Capellen in ſich ſchlieſſet/ zu denen Hertzen derer von dem Durchleuchtigſten Hauß Verſtorbenen/ ſo alldort bey den Fuͤſſen Maris beygeſetzter/ in Silber/ und vergoldten Pocalen ans zutreffen. zn. Das a Daß erſte iſt: Ferdinandi des IV, Ndmifchen Koͤnigs/ ſo geſtorben im Jahr 1654. den 9 Juli. Das anderte: Des Durchleuchtigſt/ und Hochwuͤrdigſten Furſtens Leopoldi Guilelmi Ertz-Hertzogens zu Oeſterreich/ Biſchoffens zu Ollmuͤtz/ Paſſau/ und Straßburg/ fo verſchieden An. 1662. den 20. Nov. Das dritte: Der Durchleuchtigſten Fuͤrſtin/ und Frauen Margaritæ; einer Tochter Philippi des Königs in Spanien/ erſter Gemahlin Leopoldi des Kayſers/ ſo abgelebet iſt 1673. den 13. Mertzen. Das vierdte: Der Durchleuchtigſten Kayſerin Eleonora, Hertzogin zu Mantua, und Monferrat, Ferdinand des III. anderten Frauen/ ſo dem Zeitlichen Urlaub gegeben/ An. 1686. den 7. Decembr. Das fuͤnfte: Der Durchleuchtigſten Fuͤrſtin Maria Antonia, Tochter Leopoldi des Kayſers/ mit Margarita auß Spanien erzeuget/ einer Gemahlin Maxim Eman. Churfuͤrſtin in Bayern/ ſo geſtorben An. 1692. den 24. Decembr. Das ſechſte: Der Durchleuchtigſten Ertz Hertzogin Marie Thereſie, fo geſtorben/ An. 1696. den 29. Sept.; Das ſiebende: Der Durchleuchtigſten Ertz⸗Hertzogin Maria Joſepha, ſo geſtorben 1703 den 18. April. Das achte: Des Allerdurchleuchtigſt/ Unuͤberwindlichſten Fürs ſten und Hern Leopoldi des Erſten/ ꝛc. 1c. So die Welt verlaſſen den sten May 1705. Und endlich das neundte: Des Durchleuchtigſt/. und Unuͤberwindlichſten Fuͤrſtens Joſephi J. ſo die Lebendige verlaſſen den 17. April 1711. Von Betrachtung derer beygeſetzten Hertzen/ laſſet uns nunmehro zu Beſehung der Todten⸗Lapellen kehren Daß ſelbe von Otto dem Anderten/ Hertzogen zu Oeſterreich/ mit Beytrag anderer Ritter des Heil. Georgii⸗Ordens/ erbauet worden/ hat man oben beygebracht/ welche nunmehro zu Dienſt/ und zu denen gewöhnlichen Andachten/ einer unter Allerhoͤchſt Ihro Kayſ Maj. Protection ſtehender TodtenBruderſchaft gewidmet iſt Das Abſehen diſer Verſam̃lung iſt/ denen im Fegfeuer lehdenden Seelen huͤlf⸗reiche Haͤnde zu bieten/ zu welchen Ende fie von Ferdinand dem Anderten/ und Eleonora feiner Kahf Ges mahlin/ angeſtellet/ durch Ferdinand dem Dritten aber in vollkommenen Stand geſtellet worden. In dieſer Capellen werden die Andachten alle Montag des Jahs mit Hoch⸗Aembtern/ Litaneyen/ und Prees digen/ — digen/ auch durch die gantz Detar, ſo an den Hedachtnuß⸗Tag deren lehdenden Seelen anfanget, gehalten. Es würdigen ſich auch Ihro Majeſtaͤt Perſöͤhnlich ein⸗und das an deremahl dabey einzufin den. Bie Mit-Glieder gebrauchen ſich eines ſchwartzen Talar, ſeyn an dem Se, ſicht vermummet, tragen über die Schultern einen Ledernen Mantel/ allwe rechter Hand das Wappen der Pruderſchaft/ ein doppelt Kay: ſerlicher Adler, angeheftet iſt. Sie begraben alſo verkappter jene ſo unter der Hand der Gerechtigkeit ſterben, welche ſie auß Chriflicher Liebe/ und beſonderer Kayſerl. Freyheit/ ehrlich zur Erde beſtatten. Viele tauſend Heil. Meſſen werden das Jahr hindurch vor die Abgeleibte veranſtaltet. Urbanas der VII. Romiſche Pabſt/ hat den Mittern Altar, ſo den Gecreutzigten vorſtellet/ dahin begnadet/ daß all⸗taͤglich/ ſo oft eine H. Meß daran geleſen wird/ eine Seel auß dem Fegfeuer zu erlö en ſeye. Es genie ſet auch dieſe Bruderſchaft die gemein, ſchaftliche Participation von der Roͤm Todten⸗Bruderſchaſt/ mit weis cher fie durch Hlyppolitum Aldobrandinum, der D Kirchen Cardinalen. vereiniget worden Der Kayſer Ferdinand der Dritte/ nebſt dem. Hochwurdigſten Ordinario, haben die Statuten genehm gehalten/ ja die ſer Kayſer hat den erſten Rectorem Deroſelben/ wie nicht weniger Vice: Rectorem, in denen Per ſohnen Ihro Fürſtl Hnaden des ‚Dochwürdige ſten Herꝛn/ Herꝛn Philipp Friederich Riſchoffens zu Wienn/ und Ihro Excellenz des Hoch/ und Wohlgebohrnen des Heil Röm. Reichs Grafen von Loſenſtain/ Land⸗Marſchallen in Oeſterreich/ ernennet⸗/ welche Stellen hernach durch die Wahl meiſtens/ auf Furſtliche /, Graͤfliche/ oder von Höheren Adels Per ſohnen gefallen, dermahlen bes gleitet dieſe Stelle. Der Dutchleuchtigſte Herz/ Her: Frobenius kerdigandus, des Heil Röm Reichs Fuͤrſt von Fuͤrſtenberg/ Land— Sraf zu Baar/ und Stuß lingen, Graf zu Heiligenberg Freyher: zu Gunde fingen/ der Rom. Kay ſerl Maj wuͤrckſich geheimer Rath; Ritter des goldenen Vlieſſes/ und zu einen vorſeyenden Reichs. Tag zu Regenſpurg Principal Gommiſſarius. Von denen Fltären der Wayſ Wof Rirchen/ Feſt⸗Taͤgen ſo alldorten der Hof begehet, und den feyerlich auſſerordentlichen ſo alldorten begangen werden. BY alte Kirch/ nachdeme ſelbe uns eingeantwortet worden/ zehlete mehr nicht/ als 5. Altaͤr 8 welche aber auch von dem. thum thum zimlich verderbet waren. Bey unſern Antritt ware die erſte Sorg vor die Zierde des GOttes⸗Hauſes zu ſorgen/ derentwegen auf unſer Beſtrebung die Altaͤr // wie wir ſie in der Ordnung vorſtellen werden/ von dem Durchleuchtigſten Ertz⸗Hauß von Oeſterreich/ und andern Fuͤrſtlichen/ Graͤflichen/ Adelichenſ Perſohnen/ und Familien/ errichtet worden. 8 Der Hoch⸗Altar wurde auf Befelch Ferdinand des Dritten/ ehe er noch zur Roͤm. Cron gelanget/ aufgeſetzet/ iſt zwar von ſchwartzen Holtz/ aber reichlich mit guten Ducaten Gold bekleydet/ weiſet auf denen Seithen verſchiedene Statuen/ oder Bilder deren Heiligen unſers Ordens/ in der Mitte auf den Altar⸗Blat iſt der Heil Vatter Auguſtiaus zwiſchen feinen Ordens⸗Kindern zu ſehen/ herunten allerhand Perſohnen in verſchiedener Kleydung jenes Orden/ ſo unter deſſen Regul leben/ wobey der Mahler Contrafait gemacht hat. Ihnie wurden allein vor dieſes Blat zu mahlen 1 800. Thaler bezahlet/ das gantze Werck koſtete über Sooo. Gulden. War verfertiget 1635. Der anderte iſt der Altar der Heil. Jungfrauen/ und Martyrin Apollonia/ Von Ferdinando dem 3 ten erbauet wegen dem damahlig 2. jaͤhrigen Ertz Hertzog Leopold nachmahligen Roͤm. Kayſer. Dann als ſelber in die ſer feiner Jugend ſo gefährlich an denen Zaͤhnen darnieder lage/ daß auch das Zahn⸗Fleiſch faul wurde und an deſſen Genefung faſt alle Welt verzweifinete/ machte der Kayſ Vatter ein Geluͤbd zu Ehren der Heil. ApolloniJ ein Altar zu errichten/ nach welchem Selübd alſogleich in wenigen Tagen die Geneſung erfolget iſt. Zu dieſem Altar iſt mit der Zeit ein Reliquien/ nemblich ein Zahn der H. Apolloniæe von Leopoldina Dan auß Tyrol und Roͤm. Kayſerin vermacht worden/ welchem ſelbe bey Lebs⸗Zeiten immer an dem Halß zu tragen pflegte/ welchem zu verehren/ an den Tag die ſer Heil. Martyrin/ die dantze Wienn⸗Stadt zuſammen ſich ſamblet. Zter Altar iſt des H. Creutzes/ auf welchem auch ein uraltes Veß per⸗Bild verehret wird. A w x 4ter Altar iſt des Heil. Nicolai von Tolentin. Von dem Durchleuchtigſten Fuͤrſten von Schwartzenberg zugericht worden 1656. Itter, Altar wiederumben ein Veſper⸗Bild haben 2. Hochgraͤfli. ö Harrach/ und Wallenſtein in gegenwaͤrtigem Stand geetzet/ 1636. 1 2 ster Altar des Heil. Joſephs durch die Hochgebohrne Herꝛn Herꝛn Adam Antoni und Ernſt Conſtantin von Grundemann/ und den — 8—————— ö.. mit Kirchen⸗Ornat, und einer immer brennen den Ampl flter Altar des Heil. Johann von Nepomuck durch Freygebigkeit Titul Herrn Frantz Kayſer Kriegs⸗Agenten/ und bey Sr. Excell Graffen Gundacker von Althan Hoffmeiſtern errichtet. Zu dieſem Altar iſt ein ungemeiner Zulauff ſowohl des Adels-als Gemeinen, die zu dieſem Wunder⸗Mann ihre Zuflucht haben/ die Andacht zu befoͤrderen/ pfleget man auch die Novena von dem Vorabend des Feſts dieſes Heiligen mit groͤſter Solennitaͤt zubegehen/ mit jenen Unkoſten/ fo gutthaͤtige Verehrer dieſes Heiligen auſpenden. Viele beſondere Gnaden ſeyn allhier denen Andaͤchtigen widerfahren/ die Kranckheiten vertreiben/ die verlohrne/ entfrembde Sachen zuruckgekommen, ja ſo gar einem Nothleydenden durch unſichtbahre Haͤnde auf das Gelander der Capellen eine nicht geringe Summa Geldes geleget worden. Alldieweilen wir aber dieſe Gnaden vor einem Jahr erſt in offenen Druck gegeben/ wollen wir dahin den Leſen verwiſen haben Achter Altar des Heil. Caroli Borrom. Cardinals/ und Ertz⸗Biſchoffens zu Maͤyland von uns erbauet im Jahr 1634. aber an die(oa graͤfl. und Fuͤrſt. Lambergiſche Familia 1669 über aſſen.| Neunter Altar des Heil. Jacobi des Apoſtels eben auch von uns fern Vorfahten zugerichtet/ dem aber Ihro Graͤfl. Snaden Octavia von Strozzi im Jahr 1669. erneueren/ und zieren laſſen. Zehender Altar des Heil. Sebaſtiani des Martyrers durch dem Hochwürdigſt Herꝛn/ Herzn Sehaſtian Graffem von Lodron und Bis (hoffen zu Gurck aufgerichtet, welchem aber die Hochgraͤfl. Sprinjenſteiniſche Familie mit der Zeit erneuert/ und bezieret hat Eylfter Altar der Heil Jungſrauen/ und Martyrin Catharina von der Hochgraͤfl. Heiſſenſteiniſchen Familia zugericht/ und gezieret. Zwoͤlfter Altar derer Heil 3 Koͤnigen von Johann Baptiſta Weber Freyherꝛn zu Piſenberg erbauet/ welchen hernach der Wohl⸗Edl Geſtrenge Her: Melchior Zorn renoviren laſſen P Dreyzehender Altar des Heil Johannis Apoſtels und Evangeli= ſten von uns zugerichteee g, Vierzehen der Altar des Heil Creutzes auf welchem der Gecreutzigſo kuͤnſtlich in Bildhauer Arbeit ö daß/ nach Lauth derer Kunſt⸗-Verſtaͤndigen wenig derley in Teutf'hland anzutreffen/ hat Ihro Exeell. Herꝛ/ Her Paulus Sr Palffy Palatin. in U earn ö Ss 2 meh mehrere Zieraten an Bildern/ Stuckador⸗ und Werguldungen Hat hinzu geſetzet der Hochgebohrne Hern Her: Antonius von Palffy. Fuͤnßehender Altar/ der Heil Mutter Monica haben auch die Unſere 2 die Hochgraͤfl Familia aber von Stahrnberg ſich eigen gemacht Sechzehender Altar des Heil. Cajetani Beicht gers iſt durch verſchiedene Gutthaͤter zum Stand kommen. Siebenzehender Altar an den untern Theil der Loretho⸗Capellen S Annæ der Mutter der Ottes Gebaͤhrerin e. Ihro Gnaden Hꝛn Herz Nieronymo Freyherꝛn von Scalvinoni aufgerichtet worden. 8 MNebſt dieſen ſeyn noch vier Altaͤr in der Todt⸗Capellen: der erſte und Haupt Altar des Heil. Crucifix, dann einer zu Ehren des Heil. Vatters Auguſtini, der ander zu Ehren der Heil. Mutter Monica, der letzte Aller Heiligen. Damit nun auch von auſſen die Zierde des GOttesHauß befördert wurde/ hat Ihro Maj. Ferdin. der Dritte im Jahr 1652. einen praͤchtig Thurn erbauen laſſen/ ſo mit ſteinerner Bildhauer Arbeit wohl verſehen/ mit Kupfer bedecket/ mit einer vergoldten Kayſ Cron und Creutz oben her pranget/ inwendig aber 5. wohl thonende Glocken einſchlieſſet. Selbſten Ferdinandus hat die Inſchrifften verfaffet/ fo zu einen Andencken feiner allergnaͤdigſten gegen uns tragenden Neigung mit ehrinen Buchſtaben auf die vier ecke des Thurns geſetzet worden. Und lauten alſo: 2 Firmamento decori, ac Provectioni F. F. Eremit. ; Diſcalceat. S. Auguſtini. eſta Mento aperto CLangenDæ Fletatls, — orna Mento Llbero aDeptæ FaCls, oſtento apto CoMpLenDæœ annosltatls. Welches beylaͤufig in Teutſch alſo lautete: Zur Beveſtigung, Zierde, und Fortpflantzung derer w Auguſtiner Barfuͤſſer. Du einen offenbaren Zeugnuß der erthoͤnenden Gottſeeligkeit. Zu einer Zierde/ wegen erlangten Frleden. vu einen Denckmahl der hoffenden Dauer/ und Langwürigkeit, Die Die Feyerlichkeiten welche da in Gegenwart Ihro Ma: jeſtaͤt in dieſer unſerer Kirchen gehalten werden/ ſeynd folgende:; Rn Tag Marige⸗glechtmeſſen/ allwo der Kayſer ſamt gantzer HofStatt der Weyhung der Kerken/ fo gemeiniglich durch den Nun tium Apoſtolicũ beſchichet/ der Proceßion/ der Predig/ dem Hoch⸗Ambt beywohnet. Am Feſt Marie: Verkündigung/ allwo die Ritter des goldenen Vlieſſes/ mit der groſſen Ordens: Ketten/ ihr Allerdurchleuchtigſtes Oberhaupt zur Laureto⸗Capellen begleiten/ die gantze heilige Chor⸗Wochen hindurch/ wo die Weyh der Palme Zweig/ die Paffiones, die Metten/ die offentliche Communion des Kayſers und geſam̃. ter Hof⸗Statt/ die Anbettung des H. Creutzes an dem Charfreytag/ und uͤbrig alle kunctiones, neblt denen die letzte. Sambſtaͤg in der Faen haltenden 15. Geheimnuß⸗Predigen/ allwo der Altar auf das Zierichſte errichtet/ mit vielen Liechtern erleuchtet zu ſehen/ wie auch am jetzten Sonn⸗Abend vor Oſtern die Auferſtehung auf das Praͤchtigſte gehalten wird. Das Feſt der Heil Apolloniæ/ und unſers glorwurdigſten Ordens⸗Stiſter/ des Heil. Auguſtini/ fo der allerhöchſte Moe narch mit Seiner Gegenwart zu bezieren pfleget. Das Feſt des Heil. Andre/ Schutz Patron des hohen Ordens des goldenen Blieſſes/ fo mit Veſper und lolemniſten Hoch⸗Amht, in Beyſeyn des Kayſers/ und deren Ritter/ begangen wird. Offentliche Bett. Gaͤnge/ ſo der Kayſer begleitet/ entweder zur Danckſagung/ oder zu Erlangung des Jubllæi, pflegen hier außzugehen/ denen von Paͤbſtlicher Heiligkeit ernennten Cardinaͤlen/ wird hier das Purpur⸗irtet aufgeſetzet/ Des nen goldenen Vlieſſeß Ritteren die Ordens⸗-Ketten umhangen/ die Kayſerinen hervor geſeegnet/ und fo jemand von dem Durchleuchtigſten Hauß die Welt verlaſſet/ wird allhier vor ſelbe bey praͤchtigſt errichteten Caſtto Polotum der gewöhnliche Todten/ Dienſt gehalten. Ohne zu melden/ die der Kirchen ſonſten beſondere Feyerlichkeiten/ als da iſt: Die Ocktav der Heil Apollonice/ fo nebſt Darreichung deſſen H. Zahns zur Verehrung/ von einer ungemeinen Menge Volcks gefeyret wird. Die Neun⸗tägige Andacht zu Ehren des Heil. Joannis Nepomuceni, welche mit all⸗taͤglichen Hoch⸗Ambt/ und Litaneyen/ bey Außſetzung des Hochheiligen Altars Sacrament feyerlichſt begangen wird. Die Loͤbl Böhmiſche Nation haltet alljährlich das Feſt ihres Heil a. und Schutz⸗Herꝛus Wenceslai auf 2 Vortreflichſte. Die Si ö 83. e ſche, das Feſt ihrer Heil. Hertzogin Hedwigis/ die Schwaͤbiſche/ ihr res Heil Biſchofs Udaltici, die Steyermaͤrckiſche/ des Heil. Abbten EÆgydij, und andere Solennitaͤten mehr. Von einigen beſonderen Maͤnnern/ fo abge wichenes Jahr⸗hundert in der teutſchen Provintz der Auguſtiner Barfuͤſſer gelebet. Mauer uns noch zu einem Andencken unfer Vorfahren/ von derer Männer ihren Wandel was heyhringen/ welche die Zeit des Pofſeſfs der Kayſerl. Hof⸗Kirchen und Cloſters/ unter und in. gelebet/ und auch meiſtens begraben ligen. Den Anfang machen wir von jenen/ fo anfänglich unſere Reformation nacher Wienn überführet/ ſelber ware Marcus a8. Philippo, von Maintz gebuͤrtig/ ein Mann bey welchen die Gnad und Natur ein Meiſterſtuͤck gezeiget/ ſo die hohe Wiſſenſchaften der 6Ottes⸗Gelehcheit gantz vollkommen beſaſſe/ ein Prediger/ der gleichſam Donner Keil redete/ und eben darum hat ſelber nicht ein hundert deren Irꝛglaubigen zu den wahren Schaaf-Stall Chriſti geführet/ Ferdinandus der Kayſer hoͤrete feinen Predigen mit groͤſter Wolluſt zu/ er hatte auch Marcum zu feinen Kayſerl. Theolo. gum ernennet/ welcher in dem Cloſter zu Graͤtz/ fo ihme feine Erbauung ſchuldig/ ſeelig Todtes verblichen iſt/ 1658.— Frater Jolephus; von dem Heil. Vatter Auguſtins, ein Juͤngling von Engel⸗reiner Unſchuld/ welchen eben deſſentwegen die Gnade wiederfuhre/ mit ſeinen Schutz Engel gantz vertraͤulich zu ſeyn/ von de: me er zu dem Mitter⸗Naͤchtlichen Chor⸗Dienſt all⸗taͤglich erwecket wurde. Ein beſonderer Liebhaber Mari/ ſo auch nur bey Anhörung fel bes Nahmens ein heſondere Froͤhlichkeit im Angeſicht ſpuͤhren laſſen. Hat einen Tag nach dem F ſt der Geburt Maris von(einen Oberen mit gebogenen Knyen die Erlaubnuß zu ſterben begehret/ welche da ers erlanget/ iſt er an vorgeſagten Tag und Stund feines Hinſcheidens ſel gverblichen, Man hat ihn vielnmahlen/ und oft nach den Todt in glorreicher Geſtalt geſehen/ auch feine Stimm unter den Choͤren der Gott chenden Geiſtlichen gehoͤret. Starbe allhier/ Ango 1630. Sixtus von dem Heil. Laurentio, ein Maͤhrer/ ſo der Erſte ware/ durch welchen die Reformitte Ordens⸗Tracht in Teutſchland bekandt wurde, ware der ollerfirengefte Eyferer deren Geiſtlichen Sefägen/ der ſorgfaltigſte Seelſorger/ der durch feine Bemuͤhung vielen etze ren — ten die Catholiſche Warheit beygebracht. Wurde von der Prſtilentziſchen Seuͤch/ da er die Angeſteckte ihre Sünden beichten hören/ auch aus geſtecket/ und ſtarbe mit Bewunder⸗ und Betaurung ſeiner Tugend/ im Jahr 1640) 37 2 Joannes Hieronymus von Heil. Geiſt/ ein wahrhaſtes Exemplar der Heilig und GDttheit/ wurde von Ferdinando dem IM. Kayſer auf eine beſondere Arth hochgeſchaͤtzet derſelben auch zu Seinen Theologum erhennet. Muſte durch das Gebott des Gehorſams gezwungen werden/ als ein Prior dem Cloſter vorzuſtehen. In die ſem feinen Amt fande er feinen Todt, welcher feiner beſonderen Heiligkeit gantz gleichfoͤrmig/ und hiemit der Gluͤckſeeligſte ware. Joannes Chr yſoſtomus von]Eſu Maria, ware nicht bey einergandſchaft/ wegen ſeiner Tugend und Heiligkeit bekandt/ der vortreflichſte Prediger feiner Zeit/ fo nicht allein Teutſch⸗ auch Waͤlliſchland und Sicilien durch ner ,,. hat angeeyfert. Wurde Ferdinand der Im. Kayſer/ wie auch des Biſchoffens zu Wienn/ Theologus. Bey allen dieſen feinen Beſchaͤftigungen⸗ erfuͤllete er auf ein Puͤnctlein die Ordens⸗Regeln/ ware Tag und Nacht nebſt anderen in Abſingung des Lob GDites deſchaͤftiget. Endlichen als er als ein Apoſtoliſcher Viſitator Welſchland durchreyſete/ ſtarbe er auch mit Bedauren deren Frembden/ Anno 1644.| Joannes ab Aſſumptione, von Krotgau auß Schleſien gebürtig/ der allerſanftmuthigſte Mann/ auß deſſen Antlitz/ Tugend und Eingezogenheit hervor leuchtete. Hat mit ſeinen gelinden Reden die Oberherꝛſchaft über viele Gemuͤther erhalten, die er auch ſehr viele/ entweders zur Tugend/ oder zum wahren Glauben hat angefuͤhret. Die Wiederwaͤrtigkeiten erlitte er nicht allein gedultig/ gienge vielmehr denen ſelben en then in die Armben. In feiner letzten Kranckheit ſolte man ihn vor eine lcbloſe Bild Saulen gehalten haben/ ſo gar kein Anzeigen des mindeſten Schmertzens gabe er von ſich/ minderte auch bey faſt völlig entgangenen Kraͤften/ nichts von der ſtrengen Lebens Art/ ſtarbe alſo Anno 1652. 5 — Sebaflianus à S. Vingcentio, hatte faſt alle Wiſſenſchaften im Beſitz derer Kaͤnntnuß er in verſchiedenen Büchern der Welt hinterlaſſen hat. Mit der. hat er die Tugend auf das genauiſte verknuͤpfet/ viele Irꝛglaubige zu dem wahren Glauben befördert/ ſtarbe allhie Anno 1649.? Agydius von dem Heil. Joann Baptiſte, eben auch von 2 6 . P | 1 ] A ar A Gelehrtigkeit berühmet/ ware verſchiedener Sprachen kuͤndig/ hat der Welt einen Theil feiner Lehr in verſchiedenen Schriften mitgethei—ket, faſt alle Stellen des Ordens vertretten/ 23. Jahre ware er der eyfrigſte Prediger/ wuſte 33 Todt zuvor/ welchen er 3 Taͤg vorhero eſti auf ein gewiſſe Stunde beſlimmet hab/ ſtarb Anno 1661. Bafılius von dem Zeil. Sacrament der Allergenauiſte erforſcher feines eigenen Lebens⸗Wandl/ hat mit Sanſtmuth und Gedult viele der verſtockteſten Hertzen zur Buß/ und Beſſerung des Lebens angewieſen Nachdeme Boͤheimb von denen Feinden ledig worden/ ernennihn der Prageriſche Ertz⸗Biſchoff zu einem Miſſionarium, der da mei: ſtens die auf den Doͤrffern wohnend/ und denen Irrthumben anhangenden des Glaubens Liecht anzuͤnden ſolte. Welches auch erfoiget da Balilius ſehr viele Chriſt gewonnen hat. Starb 1662. Gregorius à 8, Aagnete von Glatz in Schleſien beeder Rechten Do. tor, da er nach wel lich ware/ nnd in der hohen berühmten UÜniverſität zu Prag derer Rechten brofeſſor, hat ſich durch beſondern Eyffer/ Demuth und Gedult in langwuͤrigen Kranckheiten hervor gethan. Zu dem Todt/ den er gleichſam 3 Jahr vorhero vorſahe/ hat er ſich auf das beſte bereutet/ auch iſt binnen 3. Jahren um mit deſto verſam̃leten Gemuͤth das Ende zuerwarten/ keinen Tritt auß der Cellen/ vielweniger Cloſter gekommen. Die letzte Stund feines Lebens begehrte er ſich die Geſchicht des leydanden Heylandes vorzuleſen/ in weſſen Bemitleydung er unter heiſſen Thraͤnen/ und anmüthigen Seuftzern geſtorben iſt 1668. ‚Hieronymus à S. Catharins von Graͤtz gebürtig/ ein eyffriger Prediger/ der ſtrengen Obler vanz beſter Eyfferer Das Stillſchweigen hielte er als einer der von Natur Stumm ware/ fein Zimmer ware der Wohn⸗Platz allwo eigene Obtoͤdtung/ und die gegen Himmel eylende Senftzer zu aus waren. Hat in feiner letzten Kranckheit auf den Knyen ligend den H yland zu empfangen gebettẽ/ die Geiſtliche um Verzeyhung feiner Maͤngl gebetten/ auch ſeine Sterb⸗Stund vorhinein mit folgenden Worten gemeldet: TLraget mit mir Gedult meine Bruͤder/ hent Nachmittag um 2 Uhr werde ich ſterben. Er erfolgte =. ſelbe Stund/ deſſen wie man hoffet gluͤckſeeliger Todt im Adalbertus von dem Heil Laurentio ein vortreff icher Redner/ und Orator, hat die K— durch die* Abtoͤdtung/ und immer anhaltendes beſchauliches Gebett begriffen. Hat von dem 2 mach mächtigen ein beſonder groſſes Talent empfangen/ welches er auch vöͤllig zu Erlehrnung Goͤttſicher Wiſſenſchaſten—— die 2 die ſeinige Mit⸗Bruͤder durch viel Jahr gelehret hat Wurde als Be! finitor Generalis nacher Rom beruffen/ wohin er zu Fuß abreiſete/ aber aldorten bald nach feiner Ankunff in die ẽwigkeit hinzoge. Starbe nicht ohne Ruff der Heiligkeit/ iſt auch/ wider den Gebrauch des Orden /in einer höoͤltzernen Sarg in dem Roͤmiſch Convent begraben worden 1682. Abraham à 8. Clara auß Schwaben gebuͤrtig/ ware Teutſchlands und Boͤheimb Provincial. Kayſerlicher Prediger/ durch den/ verſchiedenen unſers Ordens Cloͤſtern/ viel gutes zugewendet worden. Ware ein vortreflicher Prediger/ bey deſſen Reden dem zulauffenden Volck auch die groͤſte Kirchen zu eng wurden/ pflegte in ſelbe einigen Schertz zu mengen/ um hiemit den Angl zu bergen/ mit welchem er die Hertzen der Menſchen fangen wolte. Gleichte hiereinfalls einer Immen ſGſn— gleich Hönig, und den Stachl traget. Hat viel Bücher geſchrieben/ ſo aller Welt bekannt ſeyn Hat in hohen Alter die Welt geſeegnet/ nachdeme er kurtz vorhero den Titul von Creutz J. N. R. J. ablöͤſen laſſen/ und in Umbfaſſung deſſelben verſchieden 709. Calliſtus I S. Innocenti ware von Jugend auf ein beſonderer Spiegel der Tugend hat mit Weißheit/ aber zugleich Demuth fein Neben Geiſtliche übertroffen Iſt ſowohl der gantzen Provinz als auch verſchiedenen Cloͤſtern mit Ruhm vorgeſtanden. Ware der erſte auß den Teutſchen/ ſo zum hoͤchſten Haubt der geſammten Congregation zu Rom erwaͤhlet worden. Nach weſſen Endung er einige Jahr/ in ein ſchwere Kranckheit gefallen/ und da man vermeinte/ daß er alle Augenblick abdrucken wurde/ redete er die Umſtehende mit folgenden Worten an: Es iſt noch nicht die Zeit meines Todtes vorhanden/ die Stund deſſelben wird kommen an dem Tag der unbefleckten Empfaängnuß Mariä/ an ſelben Tag werde ich getroͤſt von dieſer Welt zu meiner Mutter abſcheiden/ welche ich allz eit hie mit warhaftem Zertzen geliebet habe. Es geſchahe auch alſo/ an eben ſelben Tag ges ſeegnete er das Zeitliche 1713. Anſelmus à8. Chriſtophor, ein Oeſterreicher/ ware der geſamten Provinz wurdigſtes Ober⸗Haubt/ welches Amt er mit beſondern Ruhm verwaſtet. In dem 23. Jahr ſeines Alters wegen vortrefflichen Studio tradirefe er hoͤhere Wiſſenſchaften. Teopoldus der groſſe Kayfer hatte ihn zu feinem Theologo ernennet. Starbe 13. Dieſer ſeynd auß vielen en,. welche ehedeſſen. Cloſter bewohnet/ und welche meiſtens auch allda verfihicden ſeyn. Welchen auch beyzurucken kom̃en jene Schlachtorffer Chriſtlicher Liebe/ welche Zeit der Peſt/ und loficirung ſich eigenwillig zu Dienſt der Krancken qußgeſetzet, und in dieſen Erbarmnuß⸗Werck ſich verzehret has ben. Fünffe ſtarben im Jahr 1630 in eben dem/ da wir nach Wienn bes ruffen worden. Nachmahls zu verſchiedenen Zeiten P. Gratianus a8. Maria, P. Joaanes ä Purificatione, P. Guilelmus à8. Bona ventura, P. Benedictus Jofephus à 8. Eↄliſabetha, P. Bruno à 8. Philippo, P. Martinus ä S. Maximiliano, P. Fulgentius à S. Guilelmo, Fr. Antonius à S Franeiſco, zugeſchweigen jene/ die ſich zwar außgeſetzet/ aber zu ferner EhrBefoͤrderung GSttes/ und* des Neben⸗Menſchens von dem anſteckenden Ubel ſeynd frey geblieben. Von denen hohen Familien- Brufften in der Kayſerlichen Hof⸗Kirchen. Seen, jenen Orth/ fo zu Beyſetzung deren Hertzen jener/ ſo auß dem Durchleuchtigſten Ertz Hauß Oeſterreich verſchieden/ haben viele Fuͤrſtl. Graͤflich⸗ und andere adeliche Familien zu Beerdigung derer auß ihren Verſtorbenen beſondere Oerther ſich allhier außerwaͤhlet. wir wollen ſie der Ordnung nach/ wie ſie auf der Reihe einander folgen vor die Augen ſtellen: Bey der rechten Seiten des Hoch⸗Altars/ die Füurſtl und Graͤfliche Grufft derer Fuͤrſten/ und Graffen von Dietrichfm Der Graͤflichen Familie von Tieffenbach. Der Durchleuchtigen arſten von Schwartzenberg. Der Graͤflichen Familiæ von Sarrach. Der Graͤfl Familiæ von Wallenſtein. Der Fuͤrſtl und Graͤfll. Familiæ von Lamberg. Der Graͤfl. Familiæ von Strozzi. Der Graͤfl. Familiæ von Sprinzenſtein. Der Graͤfl. Familiæ von Seiſſenſtein. Der eins mahl Freyherꝛl. Weberiſchen. Die Freyherꝛl. Remmerſtalliſche. Die Graͤfl. Grundemanniſche. Die Gräſl. Palffiſche. Die Graͤfl. St ahrenbergiſche. Die Freyherꝛl. Thavonatiſche. Die Graͤfl. Salburgiſche. Die Graͤfl Scalvinoniſche, Die Graͤfl. Fuͤn fftircheriſche. enen beyzuzehlen die Begraͤbnuſſen derer Edlen Familien Weidner/ Schlezer/ Saader und zorn; ohne anderer zu erzehlen die Andachts halber/ oder in Kayſerl, Burg Verſtorbene zu uns bes graben zu werden/ pflegen. Sr EBrklaͤrung des jenigen/ fo zu vorſtehender Feyerlichkeit des doppelten Sæx culum in der Kayſerl Hof: Kirchen veranſtaltet worden. Reud und Danckbarkeit laſſen ſich in keine Schrancken einfaſſen/ ſie wollen von aller Welt geſehen ſeyn. Auß dieſem Abſehen hat man bey gegenwärtigen 4trn hingelegten Jahr hundert von Anfang der Erbauung der Kirchen unter Friderich dem Schonen Röm K yſer 1330. und den Erſten von der Zeit/ daß uns ſelbe durch Ferdinand den Anderten 1630. anvertrauet worden/ durch feyerliche Zubereitungen die Danckbarkeit gegen Ott dem Allmaͤchtigen/ und dem Durchleuchtigſten Ertz-Hauß Oeſterreich zeigen wollen. Wo alles deſſen zugerichten Deutnuß hinlauffe/ wollen wir nun erklaͤren. Laſſet uns von dem Eingang zur Porten/ den Eingang machen. Man ſehet alldorten ein auf Marmor⸗Saulen ruhendes EhrenGeruͤſt/ den oberen Theil croͤnet die Vorſichtigkeit 6Ottes/ ſo in einen mit vielen Strahlen umgebenen Aug entworffen iſt In dreyen Abtheilungẽ/ laſſet ſich das Bruſt⸗Bild unſer dermahlig glorwuͤrdigſten Kayſers ſehen/ beederſeits aber die Bildnuſſen Leopoldi des Groſſen/ und Joſephi des Erſteren. Der fliegende Adler ſtrecket beede Fluͤgel uͤber dem Eingang auß/ an den Fuß⸗g,ſtoͤll ſtehen Matronen/ deren eine den Schild über das Haubt hebet/ die andere neben ſich lehnen hat. Ober den Kayſer laſſet ſich kama, oder die Ruff⸗ Göttin ſehen/ welche da ein C den Anfangs⸗Buchſtaben des glorwüurdigſten Kayſers haltet/ gegen über die Bildnus der Zeit/ ſo ebenfalls ein C traget/ welchen fie zuſammen ſchlieſſende eine Rundung oder Circl machen/ fo da nach Zeu nuß pier Val. ein Denckmahl der Ewigkeit iſt/ welches alles wir folgendes erklaͤren: was die Vorſichtigkeit anbetrift/ weiß jeder Menſch/ daß alle Anordnung/ und Rathſchlaͤge von ſelben. zund eben dieſt ſeyn wir mit Danckbarkeit zu verehren ſchuldig/ welche die Hertzen derer Durchleuchtigſten Monarchen uns gutes zu erweiſen/ und heſonders gegenwaͤrtige Kirchen/ und&Ottes Haußanzuvertrauen/ bewogen hat. Deſſentwegen lautet die Uberſchrift auß den König! Pſalmiſten: Sæ colum noſtrum in illuminatione vulcüs ‚Pf. 89 v. 8. ſo in Teutſch nach Uberſetzung Dietenbergers heiſſet. Du ſetzeſt unſer Zeit ins Liecht vor deinem Angeſicht. € a Die WEITET ———————*— f ——————— A Die zwey geſchloſſene C, jenes des Groſſen Kayſers NahmenBuchſtaben/ und das anderte/ ſo in Romaniſcher Schrift die ros. his gelegte Jahr bedeutet/ fo zuſam̃ in einen Circh geſchloſſen/ verſicheren uns der ewigen Dauer/ und Schutzes/ ſo wir von dem Durchleuchtigſten Hauß zu hoffen haben/ welche langwuͤrige/ und der Ewigkeit gleichlauffende Stammens⸗Fortpflantzung wir mit jenem Verſen Claudiani onwuͤnſchen:| 4* . tr 4SIC sIt Vb Cæſare terra,| Berg Ve Man Vs hVI Vs traDIta gentls eat, De Fi, Dom. Dem ayſer dien die Welt/ ſo lang ſte wird beſtehen/ Soll ſie nur Oeſterreich/ vor feine Fuͤrſten ſchen. Daß an beeden Seiten Leopoldus und Joſephus ſich ſehen laſſen/ iſt die Urſach; weilen jener unſere wenige Religion mit Gnaden angeſehen/ mit Eloͤſteren gemehret/ zu etlichen deren Conventen Perſohnlich oder durch andere den erffen Stein legen laſſen/ der an» derchaber zu denen vorigen Gnaden einen groſſen Beytrag gethan/ und ſelbe mercklich vermehret hat. Die Hoffnung fo wir auf dem groſfen Carl Fügen/ erklaͤret man mit denen Worten der Schrift: PTEFrotegam dexter mea, Eæ 33. v.22 Ich werde fie mit meiner Hand beſchuͤtzen. ö Daß der Adler ein Anzeig Kayſ Wurde an dem Ober⸗Theil zu ſehen/ deutet an, daß dieſes Convent nicht allein Kayſ. Protection halber ſondern auch wegen der e. Kirchen an die ſelbes anhanget/ dies s Nahmens/ und der darauf folgenden Vorrechte ſich bedienen köͤnne. Die 2 Matronen,/ deren eine dem Schild(DH mit Oeſterreichiſchen Wappen bemahlen /) 6 Haupt haltet/ will mit der Lateiniſchen In89 6. es ſeye unſer weniger Orden genug wegen Schutz des Durch. Hauſes geſſcheret/ dieſes zu erklaͤren gebrauchen wir ung der Worten Horatü:? e EEE ER 4 u Prafidium,& dulce decus: Zu Zier und Schuß/ 3 1 Dem Neyd zu Trutz.. 8 Die jweytt tufftt ben zu dieſer mächtig Durchleuchtigſien Han mit denei r e, Eolgr, ücht 8d chleuch igſten Satis Satis eſt hanc mihi nöffe manum. Des Schutzes Unterpfand/ Des groſſen Kayſers Hand. In dem mitteren Schild/ fo unter der Bildnuß Caroli ver; iſt folgendes zu leſen: AD ö e heichnet Imp. Cæſ.—; CAROLO VI. Pio, Fel., Vict. P.. Aug. Dom. Auſtt. Eternæ gratitud. ergo Conv. Aug. Excalc. L. MRM. P. Ba Dem Großmaͤchtigſten Kayſer CARS d 3. em VI. Dem Gottſeelig/. Sieghaften/ Un Dem geſammten Durchl. Ertz Hauß von Oeſterreich Hat dieſes Ehren⸗Geruͤſt Zur ſchuldigſten Danckbarkeit Das Cloſter deren Auguſtiner Barfuͤſſer errichtet. Die zweyte Porten, ſo zu dem Vorder⸗Theil der Kirchen fuhret/ iſt ebenfalls einem Ehren⸗Gruͤſt gleich/ wo die Säulen mit Blumen umbwunden/ nach Gebrauch der alten/ die ſich derſelben in offentlichen Freuden⸗Feſten bedienten/ hoͤchſt an den Gipfl laſſet ſich der glorwürdigſte Ordens⸗Vatter Auguſtinus ſehen weilen ihne von Anbeginn die Kirch von Friderico auß einem Geluͤbd zugeeignet worden. Eben dieſer Fridericus zeiget ſich in Mitte des Geruͤſtes/ auf beeden Seiten laſſen ſich Otto 11. und Albertus IJ. deſſen Bruder ſehen/ die/ nach zeitigen Hintritt kriderichs, den angefangenen Kirchen ⸗Gebaͤu vollendet/ die Inſchriſt bey Fridench.| ̃* Ædificari cœpit k. Domus 9 3. Re. C,. 6. v. 1. 3 —————— . | 1 ] J | Y } || ——— ——————— rrIDerICo rertlo Cefare S. P. AMVgVſtlno EX Voto DIGata. Das Hauß GOttes wurde angefangen zu bauen Von Friederich dem Dritten Kayſer/ Der ſelbes wegen gemachten Geluͤbdes Dem H. Vatter Auguſtino gewidmet. Die Lateiniſche Inſchrift bringet die Jahr⸗Zahl 1330. mit ſich allwo dieſer Anfang des Gebaues geſchehen/ gleichwie wir oben gemeldet. Bey Ottonẽ den Anderten Hertzog von Oeſterreich/ fo das Gebaͤu vollendet iſt zu leſen: Oma 11 tto II. rratrls aVſplolo Cœpt VM opVs proſeC Vt Vs eſt. Otto der Anderte hat das von Brudern Angefangene Gebaͤu fortgefuͤhret. Bey Alberto dem Anderten unter dem die Kirchen im Jahr 1339. eingeweyhet worden:| ALbertVs II. DVX parlter,& rVaDator soLennlbVs rltlbVs ConſeCrarl IV Rt, Albertus II. der Hertzog und Mit⸗Stifter Hat dieſes GOttes⸗Hauß mit gewoͤhnlichen Cæremonien einweyhen laſſen. Die 6. unten ſtehende Bildnuſſen wollen ſo viel Tugenden andeuten/ in welchen Aoguſtinus vortreflich ware. 1. Die wahre GOttſeeligkeit. Die 2. den lebhaften Glauben/ welchen der heilige Vatter ſowohl mit Wort als mit haͤuffigen Schriften verthaͤtiget hat. 3. Die Weißheit/ vermdg welcher er/ gleich der Sonnen ah. durchgetrungen. 4 Die Macht ſamkeir/ mit welcher er ber Kirchen G Dittes/ ſeinen Ordens⸗Geiſtlichen/ und feinem Bißthum vorgeſtanden. 5 Die Sieg über die Wetzereven welche er forderſt in Manete Donar, und Telagio, unter hie Fuß getreten. 6. Die Freygebig. oder Bereitwil. lige> A —— J lizkeit/ welche er auf der Erden lebend denen Armen/ im Hi ü ſchend/ ſeinen Verehrern widerfahren laſſet K Die anderte Porten/ wo zu dem Lauretaniſchen Gnaden ⸗Hauß| der Eingang/ if R vorigen/ was das Gebaͤu und Außzierung anlanget/ ſonſt gleich/ als daß darauf andere Figuren und an der Höhe die Läauretaniſche Mutter zuſtehen kommen: Frageſt du Zuſchauer/ was ſelbige bey dieſer Begaͤngnuß vor einen Antheil has. be/ fo wiſſe auß Celada in Ruch der vor ſich einen unbenanten Author anfuͤhret/ an dem 51 Blat/ Maria ö die Lob⸗Rede aller Jahrhundert/ und die Glüͤckſeeligkeit laller Zeiten, oder auß Dion: dem Areopagiten: Ein Wappen/ oder Unterpfand alles Gluͤckes; wie Troſt voll ſetzen wir dieſes Unterpfand nicht ober die Thür⸗Schwellen unſers Ottes/ Hauſes? | Die 3. Figuren ſo in Kayferlicher Kleydung ſtehen/ ſeyn Ferdinand der Anderte/ fo uns die Kirchen im Jahr 1630 anvertrauet/— Ferdinand der Dritte/ ſo den Hoch⸗Altar mit groſſen Unkoſten/ ſamt dem praͤchtigen Thurn erbauet/ und 233 Eleonora Mantuana, Ferdin. des Anderten/ zweyte Gemahlin/ welche die Laureto⸗Capellen errichtet hat. Unter Ferdinand dem ll. ſtehet: Introduxit ad locum iſtum. Det. 26. v. 9. rer DlnanDVs sec VnDVs AVgVſt Vs. | An dieſen Orth hat uns gefuͤhret. Deut. 26. v. 9. ö Ferdinand der Anderte Kayſer. Unter Ferdinand dem Ill. rerDlnanD Vs rertlVs aVg Vſt Vs.| prlnClpls are rVnDator.. Ferdinand der Dritte Kayſer/ Hat den Hoch⸗Altar errichtet. | Welches die Jahr- Zahl 1635. außmachet/ da dieſes beſchehen. Unter Eleonora der Kayſerin: Leonora Mant Vana LaVretl c VnDatrl X. —————— m.—— ————— —————— Eleca .| Eleonora die Mantuanerin! Eine Stifterin der Laureto⸗-Capellen. Welches die Jahr-Zahl 1627. vorweiſet/ da dieſes Heil. Hauß verfertiget worden.. Eben 6. gleich wie in dem vorigen Portall, laſſen ſich Bildnuſſen deren Tugenden ſehen Jene/ ſo eine Cron von Stern geflochten in der Hand auf den Kopf die Sonn habend/ den Mondſchein trittet/ weiſet von ſelbſten auf die Glory Maria/ welche nunmehro durch den Stand der Vereinigung in GOtt/ auſſer Stand aller Menſchlicher Veraͤnderung/ ſo unter dem Mondſchein vorgebildet wird/ ſich befindet. Jene/ fo Marie Nahmen mit Glantz umgeben/ in die Hohe hebet/ von welchen aber zugleich ein Donner⸗Keil auf den liegenden Drachen fallet/ zeiget den Narianiſchen Sieg/ ſo ſie/ und durch ſie/ wider die Hole erhalten worden. Die Dritte in den Harniſch und ges zuckten Schwerdt/ erinneret: Ferdinand der Anderte/ habe zu ſeiner Feld⸗Fuͤrſtin MARlIAM erkieſen/ die auch vor ihme geſieget hat Die Vierdte/ ſo den Oel⸗Zweig in Handen haltet/ machet uns erinneren/ durch Mariam ſeye der Fried zwiſchen GOtt und Menſchen geſchloſfen worden. Den Altar/ fo mit Mari Nahmen bezeichnet/ erklaͤret Richardus à S. Laurentio: Maria iſt ein Altar der Verſoͤhnung/ wordurch der ſtrenge GOtt mit der Welt verſoͤhnet wird. Und ende lichen die Lilien in der Hand. einer Jungfrauen, iſt ein Sinnbild der unbefleckten Reinigkeit/ ſo wir an Maria verehren/ aber ſie auch von ihren Verehrern fordertt 8 Der Hoch⸗Anltar iſt nicht minder einem Ehren⸗Geruͤſt gleich/ wo die Saulen/ Schwiboͤgen/ und derley Auge eng nach Art der Bau⸗Kunſt verfertiget worden: Die Höhe beſtrahlet das Aug der Vorſichtigkeit Ottes/ unter welchen die Ruff⸗Goͤttin/ mit der rechten Hand das Durchl. Oeſterreichiſche Wappen haltet/ mit der Lincken die Trompeten an dem Mund ſetzet. Hiemit wollen wir offentlich der geſammten Welt zeigen/ daß nach 6Ott dem Allmaͤchtigen/ wir eintzig allein unferen Aufnahm/ und Befdrdernuß dem Oeſterreichiſchen Kayſer⸗Hauß ſchuldig ſeyn. Die Mitte des Altars ſtellet vor Auguſtinam in der Glory/ auf denen Schultern der Engeln, mit gen Himmel geſtreckten Armben/ ſowohl vor feine Kinder/ und Ordens⸗Sohn/ zu bitten/ als ſelben den Vaͤtterlichen Seegen zu ertheilen/ als auch das gegenwärtig hingelegte erſte Jahr⸗hunder zu befrohlocken. 2 as C 2 Was anlanget den Altar des Heil. Joann Nepomuceni, iſt ſelber nicht minder auf das Feyerlichſte außgeſchmucket/ die Urſach if einer ſeiths/ daß eben das Andencken feines Marter⸗Todts an dieſem Tag einfallet/ beſonders aber/ daß wir an eben dieſen Tag in die Kayſerl. Hof⸗-Kirchen eingefuͤhret/ und uns ſelbe im Jahr 1630. übergeben worden. Die Innſchrift lautet: Sacratiori Jano D. Joanni Nepom. Mart. Cui,& hui Baſilicæ idem fuit natalis annus, Qui eo die, quò Sœeculo exemptus eſt, Sæculum nobis aperuit.— Dem Heil. Johann von Nepomuck Mart. Weſſen/ und dieſer Kirchen einerley Geburts⸗Jahr ware/ Die wir an eben jenen Tag/ da er ſein Leben geendet/ Den Anfang des. dieſes S Ottes⸗Hauß genommen aben. Hier iſt der Begrif dieſer Feyerlichkeit in wenigen entworffen: Was uns bewogen dieſe anzuſtellen/ ware die Danckbarkeit gegen GDOtt/ und dem Durchleuchtigſten Ertz⸗Hauß/ vor aller Welt Funde bar zu machen. | * Vieler Scribenten Meynung iſt: Joannem von Nepomuk im Jahr 1330. gebohren zu ſeyn/ ſo eben das Jahr des angefangenen Kirchen⸗Gebaͤues. * Joann von Nepomuk würde in die Moldau geſtuͤrtzet den 16. May/ an welchem Tag im Jahr 1630. wir zum Poſſeſs der Kirchen gelanget. 1 Proteſtatio Authoris. Us de Illuſtrationibus,& mirabilibus abs aliquibus patratis attulimus, ita intelligi volumus, tanquam ſola hümand nixa certitudine, eam igitur fidem exigimus, qux Hiſtoricorum relationibus convenire poteſt. Quod conformiter Decretis Urbani VIII. P. M., ſubjungimus. FINIS. ————— / WIENBIBLIOTHEK . N Quußs 2832707