14/2 Bester Herr Börner! Für Ihren lieben Brief bestens dankend muss ich Ihnen zuerst meine Freude darüber ausdrücken, dass Sie wieder zu Hause sind, wenn auch noch immer etwas zu militä- risch beschäftigt, aber auch das wird hoffentlich bald ein Ende nehmen, denn endlich ist doch ein ausgiebiger Schritt gemacht worden der uns wenigstens einen Ausblick auf das ersehnte Ziel gewährt. _ Leider sind gar keine Briefe der Bertha Suttner in meinen Händen. Im Herbst 14, ich habe eine dunkle Erinnerung, wurde ich um ihre Briefe, wie ich mich zu erinnern glaube durch Gfin. Hedwig Pötting, gebeten und zwar wegen einer Biographie der Suttner. Es muss zur Zeit des ersten Kriegsrummels gewesen sein wo wir das Haus voll Ein- quartierung gehabt haben und wir in einer ganz trostlosen Stimmung gewesen sind, denn sonst wäre es mir ganz unbegreiflich etwas derartiges, was meinen armen Vater betroffen hat, vergessen zu haben, wo ich doch alle meine Schriften, Briefe etc. bestens aufgehoben habe. So viel ich mich erinnere waren von der Suttner nicht viele Briefe gekommen, meistens Karten mit einem Scherz von denen ich zwei fand und Ihnen eine davon sende mit der Bitte sie zu behalten. Ich kann es wirk- lich nicht begreifen, die Briefe doch weggegeben zu haben ohne mich bestimmt daran zu erinnern. Sie dürften, im Falle, für Herrn Fried gewesen sein. _ Ich danke vielmals für den freundlichen Antheil den Sie an der Erkrankung mei- nes Mannes nehmen und bin ich glücklich Ihnen mittheilen zu können, dass es nun mit der Erholung doch ziemlich vorwärts geht. Wir beiden senden Ihnen und Ihrer Frau die besten Grüsse und Empfehlungen. Ihre aufrichtige Fritzi Basso