Fräulein Marie Müller Wien IV Paniglgasse 19a I. SPIEGELGASSE 1. 8. Jänner 1914 Meine lieben Lieben, wenn mich etwas freut so ist es der Brief meines teuren Fräuleins Marie. Ich wußt' es ja: Nur wieder an die Staffelei treten, nur wieder den Pinsel in die Hand nehmen u. das heilige Feuer flackert wieder auf. Ich gra- tuliere Ihnen aus voller Seele, meine Künstlerinnen, meine echten! Und ich gratuliere uns die wir die neue Frucht Ihres großen Talentes einheim- sen werden. Aber auch zu schätzen verstehen werden. Heil Ihnen. Mein Neffe sitzt in Nizza auf einer Terrasse u. sonnt sich, der Beneidenswerte. Ich schicke ihm heute noch Ihren lieben, schönen Brief. Wann könnte Marianne dran kommen? Befehlen Sie. In aller Freundschaft u. Treue drückt Ihnen beiden liebreich die Hand, Ihre Marie Ebner.