Bonn, 21./ III. 15. Hochverehrte gnädige Frau! Gestatten Sie mir auf Ihren liebenswürdigen Brief zunächst nur diese "Vorantwort" abgehen zulassen. Ich bin trotz der Ferien derart mit Arbeit (vor allem für die Uni= versitätsgeschäfte) überhäuft, daß ich erst heute dazukomme meine Papiere nach den mir sehr teuren Briefen durchzusehen, bei deren Empfang mir jedesmal schon auf der Adresse seine schöne u. gleichbleibende Hand wohltuend entgegensah. Sobald ich sie beisammen habe, folgt Sontag d. längere Brief. Ihre Absicht begrüße ich mit Freuden; Sie müssen u. können das machen! Einen Sohn haben wir bereits (mit 16 Jahren) als Fahnenjunker hinausgegeben; der andere folgt in ein paar Monaten. Es ist furchtbar schwer. Die beiden Töchter pflegen seit dem vorigen August. Mit herzlichen Grüßen zugleich von den Meinigen u. beste Empfehlungen an Bettelheim u. Sohn Ihr stets ergebenster FvBezold.