DR. ALFRED VON FISCHEL BRÜNN ,5.I.1916. Lieber Freund! Von einer Reise von Deutschland zurückgekehrt finde ich Dein w. Schreiben vom 25.v.M. vor. Jch danke für Deine freundlichen Glückwünsche zum Neuen Jahr und erwiedere sie auf das Herzlichste. Jch werde nicht ermangeln, bei meiner nächsten Anwesenheit in Wien Dich zu bitten, mich bei Freiherrn von Tucher einzu- führen. Jch erfahre soeben, dass Du am 12 d. einer Einladung des hiesigen Geschichtsvereins Folge leistend, einen Vortrag in Brünn hältst. Die Vereinsleitung teilte mir mit, dass alle ./. Schwierigkeiten behoben und diese dadurch ent- standen seien, dass ein Brief des Reg.R. Střzemcha an Dich verloren gieng. Der Vortrag ist bei der Behörde angemeldet und von der Polizei genehmigt. Wir rechnen also alle mit Be- stimmtheit auf den von Dir zugesagten Vortrag. Jch und meine Frau werden besonders erfreut sein Dich als Gast in unserem Hause begrüssen zu können und wir bitten Dich insbesondere, bei uns Dein Heim aufzuschlagen. Dein Gastzim- mer ist bereit. Jch bitte Dich die Zeit für Brünn nicht blos nach dem Vortrag zu bemessen, sondern Dir es so einzurichten, dass Du doch wenigstens einige Tage bei uns zubringen kön- nest. Jn Erwartung Deines Besuches bin ich mit herz- lichen Grüssen Dein aufrichtig ergebener DrFischel Sr. Hochwohlgeboren Herrn Dr. Heinrich Friedjung Wien IX.