Hochwolgeboren Herrn und Frau Dr. Hans Tietze in Wien. XIX. Armbrustergasse 20 Absender: Professor Anton Hanak Wien XVIII. Cottage Sanatorium. An Seine Hochwolgeboren Herrn Dr. Hans Tietze in Wien Hochgeehrter Herr Doktor! Ihre beiden Briefe haben mich hier im Sanatorium erreicht. Der erste zu einer Zeit da ich wie gelähmt im Bette liegen musste dazu nicht schreiben konnte und durfte weil meine Arme und Hände unbe= weglich waren. Gegenwärtig geht es mir etwas besser doch bin ich manch mal hoffnungslos da die Gelenke oft von heut' auf morgen wieder ge schwollen sind. Es ist mir als wen ich manche Arbeiten nicht zu Ende führen dürfte. Meine Krankheit Gelenkrheu= matismus hallt mich seit sieben Wochen von jeder Arbeit fern und so konnte ich auch die Ihnen versprochenen Licht- bilder nicht machen. Umso mehr als ich auch die kleinen Arbeiten an den aufzunehmenden Figuren nicht zu Ende gebracht habe. Wie lange dieser Zustand noch dauern kann darüber sind sich die Ärzte nicht im Klaren ich will aber bald ein Ende machen, und zur Arbeit zurückkehren. Wie ich eine Besserung verspüren wer= de werde ich gleich Nachricht geben damit Sie hochgeehrter Herr Doktor die Zeit übersehen können in der Sie Ihre Arbeit vollenden. In aller Ergeben heit verbleibe ich Ihr A Hanak Wien, 31. Mai 1918 XVIII Cottage Sanatorium.