Wie Gefertigten geben hiemit Nachricht von dem sie auf das Tiesste erschütternden Ableben ihres innigstgeliebten Vaters, rücksichtlich Schwieger- und Großvaters, des hochwohlgeborenen Herrn Johann Caspar Freiherrn von Seiller, Comthurs des k. k. Franz Josefs- und Ritters des ö. k. Leopold-Ordens, Comthurs des königl. baierischen MichaelsOrdens, Doctors der Rechte und emerit. Hof- und Gerichtsadvocaten, gewesenen Bürgermeisters der k. k. ReichsBaupt- und Residenzstadt Wien, Besitzers der großen goldenen Salvatormedaille, Ehrenbürgers der Städte Marburg, Aaram, Graz und Öfen, Verwaltungsrathes der priv. österr.-ung. Staatseisenbahn-Gesellschaft, Vertrauensmannes der Hypothekarcredit-Abtheilung der österr.-ung. Bank, gewesenen Administrators der ersten k. k. priv. Donaudampfschiffahrts-Gesellschaft, Mitgliedes vieler humanitärer und gemeinnütziger Gesellschaften und Vereine etc., etc., etc., welcher nach kurzem Teiden und Empfang der heil. Sterbesacramente am 10. Februar d. I., um 4 Uhr Nachmittags, im 86. Lebensjahre sanft entschlummert ist. Die irdische Hülle des theuren Verblichenen wird Montag den 13. Februar d. J.; um 2 Uhr Nachmittags in der k. k. Hof-Pfarrkirche zu St. Michael in Wien, 1. Bez., feierlich eingesegnet, sohin nach Penzing überführt, in der dortigen Pfarrkirche abermals eingesegnet und hierauf auf dem dortigen OrtsFriedhofe in der Familiengruft beigesetzt werden. Die heil. Seelenmessen werden Dienstag den 14. Februar d. J., um 11 Uhr Vormittags, in obgenannter Hof-Pfarrkirche in Wien gelesen werden. Wien, den 11. Februar 1888. Dr. Josef Freiherr von Seiller, Freifrau von Seiller, geb. von Wessely, Emma Hof- und Gerichtsadvorat, Amalie Freifrau von Seiller, geb. Vianna de Tima, Alois Freiherr von Seiller, Malwine Freifrau von Seiller, geb. Reisinger, K. und k. Gesandter, Theresia Freifrau von Seiller, Anton Freiherr von Seiller, geb. Freiin von Welden, Max Freiherr von Seiller, als Schwiegertöchter. k. k. Landesgerichts-Rathssecretär, Franz Schwaiger, als Söhne. k. k. Landesgerichts-Präsident, Marie Schwaiger, geb. Freiin von Seiller, als Schwiegersohn. als Tochter. Victor, Paul, Ernst und Max Freiherren von Seiller, Rudolf, Otto, Hugo, Alfred, Arthur, Touise, Hedwig Freiinnen von Seiller, Magdalena, Maria Marie Schwaiger, als Enkel. Druck von Gottlieb Gistel& Comp., Wien, I., Augustinerstraße 12. Wiener Leichenbestattungs=Uuternehmung„Pietät". 2988 Dr. I. C. Seiller, der erste freigewählte Bürgermeister von Wien f. 44 (alten) Rathhause ward der Gemeinde=Verwaltung selbst stat er nach Gestern um ½5 Uhr Nachmittags wurde und die Vertreter der Gemeinde aus freier Wahl Da Raum für ihre Geschäftsbureaux und Archive gegeben, der 1* hoben Alter von kurzem Leiden im hervorgingen, vereinigten sie ihre Stimmen bei der Wahl Jahren 86 Sitzungssaal— einem Festsaale ähnlich— ausgeschmückt. des Stadtoberhauptes auf Dr. Seiller, der am Dr. Johann Caspar Seiller, der erste freigewählte Diese Verdienste Seiller's wurden mehrfach geBürgermeister Wiens. 2. Februar 1851 in seinem Amte als erster freigewählter würdigt; außer dem Ritterkreuze des Leopold=Ordens Bürgermeister der Stadt vom Kaiser bestätigt wurde. In der Geschichte der Entwickelung des modernen erhielt Seiller bei Gelegenheit der Vermälung Sr. Majestät Unter Seiller wurde die durch das provisorische GemeindeWiens wird der Name des Verblichenen allezeit ebrend des Kaisers Franz Joseph das Comthurkreuz des Franz Statut vom 6 März 1850 angeordnete Verschmelzung der genannt werden und zahlreiche Bauten, die unter seiner Joseph=Ordens und im Jahre 1860 in Anerkennung seiner Inneren Stadt und der Vorstädte in Einen Gemeindekörver Verwaltung durchgeführt worden sind bilben unveranläßlich der Kriegsereignisse 1859 in hervorragender des gesammten Gemeindezängliche Monumente der Thätiakeit Seiller's. dann die Centralisirung Weise bethätigten Hingebung und des aufopfernden Vermögens in Folge dessen die längst gewunschte GleichJohann Kasvar Seilber war im October 1802 Effers im öffentlichen Dienste den Freiherrnstand. Im stellung aller städtischen Abgaben in den verschiedenen in Marburg als Sohn eines Advocaten geboren, der März 1876 beging Freiber von Seiller sein fünffiaBezirken der Großcommune durchgeführt. vollkommen mittellos starb. Der 13jäbrige Sohn mußte jähriges Doctor=Jubiläum. Von Besonderheiten aus der Amtsverwaltung Lectionen geben, um seine Studien vollenden zu können. Im Jahre 1882 feierte Dr. Freiherr von Seiller Seiller's sind noch anzuführen: der prachtvolle Au bau Die philosophischen und juridischen Studien absolvirte er unter lebhafter Theilnahme den 80. Geburtstag. Vor des seit Jahrhunderten vergebens der Vollendung harrenin Graz und kam dann als Erzieher in das Haus des etwa fünf Tagen hatte der greise Herr das Unglück, im den Giedels an der Südsette des St. Stephansdomes; Grafen Harrach. Im Jahre 1831 war er bereits Volksgarten auszugleiten und sich einen complicirten die stattliche Quadernbrücke über die Wien vor dem KärntnerHof= und Gerichts=Advocat und Notar in Wien und Beinbruch zuzuziehen. Bei dem hohen Alter des Verthore, welche, da die Kaiserbraut Herzogin Elisabeth in durch sein hervorragendes, der Woblthätigkeit gewidmetes unglückten wurden sofort die ernstesten Befürchtungen bei ihrem feierlichen Baiern Einzuge in Wien Wirken den besten Bürgern der Stadt zugezählt. gebegt. Schon nach kurzer Zeit trat ein rascher Verfall die erste über die vollendete Brücke fuhr, den Namen Als das Jahr 1848 mit seinen Wirren hereinder Kräfte ein, das Bewußtsein schwand und sanft entdie zweite bei der AusElisabeth=Brücke erhielt; brach, war es Dr. Seiller, der die Anregung zur schlief er. mündung des Wienflusses in den Donaukanal in der Gründung eines Bürzerausschusses gab und wurde er Unser heutiges Bild ist nach einer Photographie Vorstadt Weißgärber; die dritte gleichfalls über die wie der nachmalige Minister Dr. Alexander Bach zum Wien, welche die Vorstädte Hundsthurm und Gumpenaus dem Atelier des Prof Luckhardt gemacht und Repräsentanten dieses Ausschusses gewählt. Ais dann der dorf verbindet; das neue Versorgungshaus auf dem zeigt den Freiherrn von Seiller als achtzigjährigen Gemeinderath in's Leben trat, übernahm Seiller Michelbeurischen Grunde öffn te seine wohnlichen Räume Mann. im December 1848 das Präsidium desselben. den armen Pfründnern; durch Zu= und Neubauten im Als im Jahre 1850 das Gemeindestatut genehmigt 9966 us Katser Erteränder III. dent Nrieg Richtwi cheint zweifellos und das ist ja auch eine große Bürgschaft für die Zukunft. Die praktische Bedeutung der Rede Bismarck's liegt nun darin, daß sie gegenüber den zablreichen kriegslustigen Elementen die Stellung des Czaren sachlich verstärkt. Der Doppelgänger Bismarcks. Die Thronrede, mit welcher vorgestern das englische Parlament durch die Königin eröffnet wurde, enthält keinen Satz über die allgemeine politische Lage. Diese Lücke, welche in der Enun ciation der Regierung eines Weltreiches und zumal unter den in Europa herrschenden Verhältnissen doppelt fühlbar erscheint, hat der Chef des Cabinets Salisbury in der gestern im Oberhause eröffneten Adreßdebatte auf das Befriedigendste ausgefüllt. Was die Regierung nicht durch den Mund der Königin präcisiren ließ: die Stellung Großbritanniens zu der brennenden Frage des Tages, das hat der Cabinetschef persönlich und mit dankenswürdiger Offenheit präcisirt Es ist eine merkwürdige Rede, diese Rede Salisbury's. Ihr Gedankengang hält sich völlig parallel mit der jüngsten großen Rede des Fürsten Bismarck und stellenweise klingt sie wie in Echo der letzteren. Wie der deutsche Reichskanzler, so sprach auch der englische Premier sein volles Vertrauer in die Friedensliebe des Czaren und in die Verläßlichkeit der Versicherungen des Kaisers Alexander des Dritten aus, welcher die bündigster und bestimmtesten Erklärungen abgegeben habe, daß Rußland keinerlei illegales Vorgehen in's Auge gefaßt habe. Das Vorgehen Rußlands sei nicht blos versöhnlich, sondern hervorragend freimüthig gevesen, und er glaube daher, wie Bismarck der Versicherungen des Czaren den größten Werth beilegen zu dürfen, daß der Kaiser alles Mögliche thun werde, um den Frieden zu erhalten. Wie Fürst Bismarck, gründete also Lort Salisbury seine Friedenshoffnungen auf die friedlichen Zusicherungen des Czaren; aber ebenso wie der deutsche Reichskanzler durch den veröffentlichten Deutsch=Oesterreichischen Bündnißvertrag und seine darauf folgende Rede die Linie auf der Karte zog, deren Ueberschreitung durch Rußland den Kriegsfall setzen würde, so zog der eng lische Premier seinerseits die Grenze, über welche hinaus Großbritannien keinen Vorstoß Rußlands dulden würde. Man kann sagen: Lord SalisLury setzte den magischen Strich, welcher die russischen Heere von der Ostsee bis zu den transsylvanischen Alpen festzubannen bestimmt ist, von dort über das Mündungsdelta der Donau durch die Meerengen fort Deutschland, sagte Lord Salisbury, werde nach den Aeußerungen des deutschen Kanzlers 31 schließen, durch eventuelle Ereignisse im kürkischer Reiche und an der türkischen Grenze nur leicht berührt. Anders England. England habe Traditionen und hege keine Absicht, sich von denselben zu entfernen. Es hänge fest an den Interessen, die es drei oder vier Generationen hindurch im Südosten Europas behauptet hat. Welches diese Interessen sind, braucht wol nicht detaillirt zu werden. Es sind dieselben, für deren Behauptung England gemeinsam mit Frankreich den Krimkrieg gegen Rußland führte. Es sind Interessen, welche wie Lord Salisbury erklärte, auch OesterreichUngarn, die Türkei, Italien und Frankreich gleichmäßig berühren. Diese Hinweise und Erklärungen des eng marck dunkel ließ, erscheint durch die Erklärunger Lord Salisbury's aufgehellt und Europa kann nunmehr mit Ruhe abwarten, ob es dem Czaren, der alles Mögliche thut, um den Frieden zu erhalten, wie Fürst Bismarck und Lord Salisburr einmüthig überzeugt sind, gelingen werde, seine loyalen Absichten zu erreichen, oder nicht.„ 18 Ostrauer und steirische Kohle. (Sitzung des Abgeordnetenhauses.) Die Nordbahn hat der Südbahn für ein beträchtliches Quantum Kohle aus dem Ostrauer Kohlenrevier, welches gleichfalls der Nordbahn in Gemeinschaft mit dem Hause Rothschild und dem Kohlenhändler Guttmann gehört, einen bedeutend ermäßigten Frachtsatz bewilligt. Hiedurch fanden sich die steirischen und krainischen Kohlenwerke, die bisher ausschließlich die Südbahn mit Kohlen versorgten, arg geschädigt. Arbeiter mußten entlassen werden und weitere Arbeiter=Entlassungen stehen bevor. Steirische, krainische und istrianische Abgeordnete haber sich in Folge dessen, von der Ansicht ausgehend. daß di Nordbahn zu jenen ausnehmend niedrigen Frachtsätzen nicht berechtigt war, veranlaßt gesehen, in dieser Sache Interpellationen an den Handelsminister zu richten. Marquis von Bacquehem hat diese Interpellationen in einer der jüngsten Sitzungen beantwortet und wir haben damals den wesentlichsten Theil der Antwort des Ministers mitgetheilt. Die Interpellanten haben sich indessen mi der Beantwortung nicht ganz zufrieden gegeben und beantragt, es möge darüber eine Debatte eröffnet werden, welchem Antrage das Haus zustimmte. Diese Debatte hat gestern stattgefunden und folgenden Verlauf genommen: Abg. Dr. v. Derschatta bestreitet die Richtigkei der vom Handelsminister angeführten Ziffern in Bezug auf die erfolgte Schädigung der steirischen Kohle. Durch die Maßredel der Nordbahn sei der Werth der steirischen Kohlenindustrie bedeutend herabgedrückt worden. Es könnte möglich sein, daß von der einen oder anderen Seit darauf hingewiesen wird, daß die Köflacher Bahn auch in den Händen eines Großactionärs, des Herrn Reizes liegt(Heiterkeit links), daß, wenn man also auf der einen Seite gegen Rothschild und Gutmani auftritt, man auf der anderen Seite für Reizes auftritt (Heiterkeit links.) Ich gestebe ganz offen, daß diese Einwendung mir die Sache nicht angenehm macht; aber es handelt sich denn doch nicht um denjenigen, der heute die Actien in Händen hat, sondern einerseits darum, daß durch die Drückung der Preise das National=Vermögen welches in unseren Werken angelegt ist, verschleuder wird, und andererseits, daß damit zugleich eine groß Zahl von Arbeiter=Familien brodlos wird. (Sehr richtig! links. Zu welchen Consequenzen die Maßregel der Nord bahn führt, will Redner an einem Beispiele für Wien zeigen. Wien verbraucht sammt den Vororten 7 Millionen Metercentner jährlich an Ostrauer Kohle. Der concessions mäßige Tarif der Nordbahn ist 4·08 fl. per Tonne; der nach den Ausführungen des Ministers mögliche Durch schnittstarif ist fl. 2.80 per Tonne Es verfrachtet also die Nordbahn heute die Tonne un fl. 1.28 zu theuer nach Wien, ein Betrag, der im Jahr396.000 fl. ausmacht Der Rückschlag auf die Bevölkerung im Kaufpreise ist jo ziemlich klar. Die Kohle kostet hier bei Bestellungen in Großen ohne alle Nebengebührer per Metercentne fl. 10 kr. Die Südbahn bezieht ihre kraft der Refactie um 59 kr.(Hört! links.) Das ist eine Differenz von 51 kr. per Metercentner und ein Profit von 3½ Millionen per Jahr.(Hört! Hört! links.) Da braucht man nicht näher informirt zu sein, um zu begreifen, auf welche Weise gewisse Reichthümer zusammengetragen werden.(Sehr richtig! links.) Interessant is hiebei die Art und Weise, wie die Nordbahn ihre eigene Regiekohle bezahlt, weil sie die Kohle selbst kaufen muß damit der Profit lediglich den Nordbahnwerken zufalle, an denen der Staat nicht participirt, und da ergibt sich das classische Moment, daß die Nordbahn ihre Regiekohle sich selbst mit 6 fl. 40 kr. per Tonne, also um 50 kr. theurer verkauft als der Südbahn.(Hört! Hört! links.) Da ist doch der Staat jedenfalls betheiligt. Und wie steht es mit den Staatsbahnen? Diese verbrauchen ja auch Ostrauer Kohle. Das Quantum beträgt circa 530.000 Metercentne per Jahr und dieses Quantum kauft der Staat nomine den Staatsbahnen um 73 kr. loco Westbahnhof Wien, die Südbahn aber Pauft e3 parlamentarischen Geschichte bilden wird(Beifall links) die erste Consequenz, bei der wir leider die traurig Ueberzeugung haben, daß wir Dank der geehrten Majorität, die jetzt auch mitbetroffen ist(Widerspruch rechts, Beifall links)— noch andere und nicht minder schwierig Consequenzen tragen werden.(Lebhafter Beifall links. Abg. Dr. Pattai bespricht die InterpellationsBeantwortung im Einzelnen und bedauert es, daß der Minister manchen Punkten, die in den Interpellationen der Abg. Klun und Dr. Millevoi enthalten waren, aus dem Wege gegangen sei. Es war darin auch von den gesetzwidrigen Begünstigungen die Rede welche seitens zu=der Eisenbahn=Gesellschaft der Petroleum=Raffinerie gewendet wurden und es wäre Sache der InterpellationsBeantwortung gewesen, uns wenigstens zu versichern daß in dieser Beziehung eine Untersuchung eingeleitet wurde, zumal wir Anlaß haben, mit besonderem Interesse die Gebarung jener Petroleum=Raffinerien zu verfolgen, welche auch zum großen Theile in den Besitz des Hauses Rothschild gehören und bei welchen Vorgänge vorkamen die im vorigen Jahre bei der Petroleum=Debatte den Abgeordneten Dr. Steinwender veranlaßten, das Haus Rothschild und dessen Interessenten hier im Hause als Petroleum=Defraudanten zu erklären.(Ruf von der Antisemitenbank: Dafür sind sie hoffähig geworden.) Die seither eingetretene Hoffähigkeit bildet wahrscheinlich den Lohn für die Lammsgeduld, mit der sie, den Lehren des Evangeliums folgend, alle Vorwürfe über sich ergehen ließen.(Beifall und Heiterkeit auf der äußersten Linken.) Im Weiteren entwickelt der Redner die Ansicht daß der Handelsminister das Recht und die Pflicht hat gegen die Nordbahn in dieser Sache einzuschreiten, da das Vorgehen derselben gegen den klaren Wortlaut des Gesetzes verstoße. Schließlich ergeht sich Redner in antisemitischen Phrasen und ruft jenem Theile des Adels, der um den Imperator des goldenen Kalbes herumtanze, zu, sie mögen die Fetzen von ihren Wappen reißen, um unsere Schande damit zu bedecken.(Beifal auf der Antisemitenbank.) Präsident Dr. Smolka ertheilt einem antisemitischen Abgeordneten wegen seines Zwischenrufes in Betreff der Hoffähigkeit der Rothschild den Ordnungsruf Regierungs=Vertreter Sectionschef R. v. Wittel hebt hervor, daß die Zugförderungs=Kosten fast den dritter Theil aller Eisenbahn=Betriebskosten verschlingen und daß daher die Bahnen, besonders die ärmeren, bestrebt sein müssen, diese Kosten zu verringern. Die ungünstige inancielle Lage der Südbahn sei nun allgemein bekannt und man begreife, daß sie bestrebt sei, gute Kohle billig zu erhalten. Die Ostrauer Kohle stelle sich in ihrem Brennwerthe bedeutend höher, als die steirische und es liege daher im Interesse der Südbahn und des Publicums wenn sie selbe zu verhältnißmäßig reducirten Preisen erhalten können. Ob es gerade empfehlenswerth war, mit dem Frachtpreis so tief herabzugehen, als es wirklich geschehen sei, überlasse er der Beurtheilung des Hauses Jedenfalls aber sei die Nordbahn gemäß der Consolche eine cessions=Urkunde berechtigt gewesen Refactie innerhalb des Maximal=Tarifes zu bewilliRedner müsse aufmerksam machen, daß das aen. Quantum Kohle, auf welche sich die Refactie beziehe, ein keineswegs ungewöhnliche sei, ja hinter anderen KohlenRefactien zurückstehe. Die Köflacher Kohle genieße selbst eine ähnliche Refactie. Redner hebt ferner hervor, daf die Verwaltung bei der Zulassung von Begünstigunger ich nur von sachlichen Motiven leiten lassen könne, keineswegs aber von Rücksichten auf Personen, ob dieselben beliebt oder nicht beliebt seien. Eine wirkliche Gefahr für die alpinen Kohlenwerke liege nicht vor, wie die ziffer mäßige Darstellung in der Antwort auf die Interpellation beweise, welche in keiner Weise entkräftet worden sei Die Entlassung von Arveitern, so vetrübend sie sei. finde doch nur in sehr geringem Grade statt und die Behörden haben bereits Maßregeln getroffen, diesen Arbeitern Beschäftigung zuzuweisen.(Beifall.) Abg. Matscheko: Es hat zwar bereits ein Abgeordneter von Wien(Pattai) in dieser Angelegenheit gesprochen, aber ich halte mich für verpflichtet, im Namen der überwiegenden Majorität der Bevölkerung Wiens es auszusprechen, daß sie mit der Art und Weise, wie sachliche Fragen von dem bezeichneten Redner hier vertreten werden, nicht einverstanden ist und dieselbe nicht billigt. Zustimmung links.) Zur Sache selbst übergehend, zeigt sich hier die Wahrheit des Ausspruches, daß es der Fluck der bösen That sei, daß sie fortzeugend Böses müsse gebären. Die Nordbahn=Concession ist die böse That, die „fortzeugend“ diese Verhältnisse hervorgerufen hat. Ich glaube übrigens, daß auch hier die Bäume nicht in den Himmel wachsen werden und thatsächlich eine Industrie 1r ha Die Gefertigten geben hiemit Nachricht von dem sie auf das Tiefste erschütternden Ableben ihres innigstgeliebten Vaters, rücksichtlich Schwieger- und Großvaters, des hochwohlgeborenen Herrn Johann Caspar Freiherrn von Seiller, Comthurs des k. k. Franz Josefs- und Ritters des ö. k. Leopold-Ordens, Comthurs des königl. baierischen MichaelsOrdens, Doctors der Rechte und emerit. Hof- und Gerichtsadvocaten, gewesenen Bürgermeisters der k. k. ReichsHaupt- und Residenzstadt Wien, Besitzers der großen goldenen Salvatormedaille, Ehrenbürgers der Städte Marburg, Agram, Graz und Öfen, Verwaltungsrathes der priv. österr.-ung. Staatseisenbahn-Gesellschaft, Vertrauensmannes der Hypothekarcredit-Abtheilung der österr.-ung. Bank, gewesenen Administrators der ersten k. k. priv. Donaudampfschiffahrts-Gesellschaft, Mitgliedes vieler humanitärer und gemeinnütziger Gesellschaften und Vereine etc., etc., etc., kurzem Leiden und Empfang der heil. Sterbesacramente am 10. Februar d. I., um 4 Uhr welcher nach im 86. Lebensjahre sanft entschlummert ist. Nachmittags, Die irdische Hülle des theuren Verblichenen wird Montag den 13. Februar d. J., um 2 Uhr Nachmittags in der k. k. Hof-Pfarrkirche zu St. Michael in Wien, 1. Bez., feierlich eingesegnet, sohin nach Penzing überführt, in der dortigen Pfarckirche abermals eingesegnet und hierauf auf dem dortigen OrtsFriedhofe in der Familiengruft beigesetzt werden. Die heil. Seelenmessen werden Dienstag den 14. Februar d. J., um 11 Uhr Vormittags, in Hof-Pfarrkirche in Wien gelesen werden. obgenannter Wien, den 11. Februar 1888. Dr. Josef Freiherr von Seiller, Emma Freifrau von Seiller, geb. von Wessely, Hof- und Gerichtsadvocat, Amalie Freifrau von Seiller, geb. Vianna de Tima, Alois Freiherr von Seiller, Malwine Freifrau von Seiller, geb. Reisinger, K. und k. Gesandter, Theresia Freifrau von Seiller, Anton Freiherr von Seiller, geb. Freiin von Welden, Max Freiherr von Seiller, als Schwiegertöchter. k. k. Landesgerichts-Rathssecretär, Franz Schwaiger, als Söhne. k. k. Landesgerichts-Präsident, Marie Schwaiger, geb. Freiin von Seiller, als Schwiegersohn. als Tochter. Victor, Paul, Ernst und Max Freiherren von Seiller, Rudolf, Otto, Hugo, Alfred, Arthur, Louise, Hedwig Freiinnen von Seiller, Magdalena, Maria Marie Schwaiger, als Enkel. Druck von Gottlieb Gistel& Comp., Wien, I., Augustinerstraße 12. Wiener Leichenbestattungs=Uuternehmung„Pietät". 6"Mkaslgjelon Kord Fol. nen Heutte Nal-n.sasehls atvseaters ete. ee 1. Ganhanslengane 8 7 /