kunst- und kulturbericht/ frauenkulturbericht der stadt wien 2015 Kunst- und Kulturbericht � Frauenkulturbericht � der Stadt Wien � 2015 � Kunst- und Kulturbericht � Frauenkulturbericht � der Stadt Wien � 2015 � Herausgegeben von der � Geschäftsgruppe Kultur, Wissenschaft und Sport � des Magistrats der Stadt Wien � Amtsführender Stadtrat � Dr. Andreas Mailath-Pokorny � Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher – MA 7 Dr.in Brigitte Rigele – MA 8 Dr.in Sylvia Mattl-Wurm – MA 9 Dr. Nicolaus Schafhausen – Kunsthalle Wien Mag.a Martina Taig – KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Wolfgang Wais – Wiener Festwochen MMag.a Gerlinde Seitner – Filmfonds Wien Dr.in Marijana Stoisits – Vienna Film Commission Dr. Matti Bunzl – Wien Museum Mag.a Karin Rick – Frauenkulturbericht Lektorat: Andrea Traxler Covergestaltung und Layout: Mag. Niko Manikas Coverbild: Robert Adrian X, Work station, 2003, Installation, mixed media, 120 x 140 x 9 cm, Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA Foto: Michael Wolschlager Druck: AV+ Astoria Druckzentrum GmbH, Wien Redaktion: Mag.a Karin Rick Bezugsadresse: MA 7 – Kultur Friedrich-Schmidt-Platz 5 1082 Wien e-mail: post@ma07.wien.gv.at www.kultur.wien.at Inhalt KUNST- UND KULTURBERICHT.................................................................................... 9 � Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7........................................................................ 11 � Theater.....................................................................................................................11 � Wiener Festwochen...................................................................................................12 � Musik.......................................................................................................................20 � Literatur...................................................................................................................21 � Bildende Kunst..........................................................................................................22 � Kunsthalle Wien.........................................................................................................23 � KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.........................................................................31 � Kulturelles Erbe.........................................................................................................38 � Film..........................................................................................................................39 � Filmfonds Wien.........................................................................................................40 � Vienna Film Commission.............................................................................................60 � Neue Medien............................................................................................................68 � Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten.............................69 � Wissenschaft.............................................................................................................71 � Wiener Stadt- und Landesarchiv – MA 8....................................................................... 88 � Wienbibliothek im Rathaus – MA 9.............................................................................. 93 � Wien Museum......................................................................................................... 104 � FRAUENKULTURBERICHT......................................................................................... 117 � Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7...................................................................... 119 � Theater...................................................................................................................119 � Wiener Festwochen.................................................................................................128 � Musik.....................................................................................................................132 � Literatur..................................................................................................................136 � Bildende Kunst........................................................................................................143 � Kunsthalle Wien.......................................................................................................150 � KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.......................................................................152 � Film........................................................................................................................155 � Filmfonds Wien.......................................................................................................158 � Neue Medien..........................................................................................................168 � Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten..........................171 � Wissenschaft..........................................................................................................184 � Stadt- und Landesarchiv – MA 8................................................................................ 214 � Wienbibliothek im Rathaus – MA 9............................................................................ 218 � Wien Museum......................................................................................................... 220 � FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN..................................................................................... 223 � Bühnen, Museen und Kunsthallen: Wien beeindruckt national wie international mit seinem herausragenden Kulturprogramm. 100 000 Sitzplätze stehen jeden Abend für Kultur zur Verfügung und 20 Millionen Menschen besuchen pro Saison eine Kulturinstitution. Durch eine Fülle von kostenfreien Veranstaltungen, aufgelistet in der Broschüre„Gratis, aber nicht umsonst“, kommen auch einkommensschwache Menschen in den Genuss des vielseitigen Kunst- und Kulturangebots. Etwa der Gratiseintritt für Kinder und Jugendliche in den Wiener Museen oder auch der Kulturpass für den freien Eintritt in über 200 Kultureinrichtungen. Soziale und ökonomische Faktoren dürfen nicht von der Teilhabe am kulturellen Leben ausschließen! Schließlich ist Kultur für alle da! Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Das Jahr 2015 brachte viele Erneuerungen für die Wiener Theaterlandschaft mit sich. Gleich in drei Häusern stellten sich neue IntendantInnen vor und bieten nun ihrem Publikum ein teilweise stark verändertes Programm an. Noch ist es zu früh, um über die Aufnahme dieses Angebots bei den vielen Theaterinteressierten eingehend berichten zu können, jedoch beweisen die zahlreichen Reaktionen, wie bedeutsam das Geschehen auf den Wiener Bühnen noch immer für die Bevölkerung ist. Das Volkstheater haben 2015 im Haupthaus, in den Bezirken sowie in der Spielstätte Hundsturm in der Margaretenstraße rund 170 000 ZuschauerInnen besucht. Dabei wurden zwanzig eigenproduzierte Neuinszenierungen angeboten, die ein breites Spektrum an klassischen und zeitgenössischen Stücken darstellen, davon zwölf im Haupthaus. Darüber hinaus haben zahlreiche Aktionen, Performances, Lesungen und Diskussionen an den unterschiedlichen Spielstätten des Volkstheaters stattgefunden. Mit Beginn der Saison 2015/16 kam es am Volkstheater zum Direktionswechsel von Michael Schottenberg zu Anna Badora, die zuletzt das Grazer Schauspielhaus erfolgreich geleitet hatte. Den Start der ersten Saison von Badora machte„Fasching“, eine Dramatisierung des gleichnamigen Romans von Gerhard Fritsch in der Regie der Hausherrin. Ebenso standen zwei Übernahmen aus dem Grazer Schauspielhaus,„Hakoah Wien“ in der Regie von Yael Ronen und„Das Missverständnis“ in der Regie von Nikolaus Habjan, auf dem Spielplan. Gleich drei Produktionen des als Hausregisseur gewonnenen Du an David Pa ízek wurden im abgelaufenen Herbst herausgebracht:„Nora3“ als Übernahme des Düsseldorfer Schauspielhauses,„Alte Meister“ von Thomas Bernhard in der Dramatisierung des Regisseurs und„Selbstbezichtigung“ von Peter Handke. Das Volkstheater in den Bezirken hat im abgelaufenen Jahr vier Produktionen gezeigt. Die Spielstätte in Margareten wurde für zahlreiche Kooperationen und Gastspiele genutzt. So wurden 2015 Produktionen aus Israel, Serbien und der Ukraine gezeigt, darunter„Nachtschicht“ – eine theatrale Feldforschung zum Thema Nachtarbeit und„Ausblick nach oben“ – Jugendliche analysierten die Herausforderungen das Erwachsenwerdens. Diese Produktion ist ein Teil des theaterpädagogischen Programms des Volkstheaters. Ebenfalls seit Saisonbeginn 2015/16 haben das brut Wien, das von Thomas Frank und Haiko Pfost 2007 gegründet wurde und sich in erster Linie genreübergreifenden und diskursiven Kunstformen widmete, mit Kira Kirsch sowie das Schauspielhaus Wien mit Tomas Schweigen jeweils eine neue künstlerische Leitung erhalten. Kira Kirsch, zuletzt beim Steirischen Herbst tätig, führt das neue brut weiterhin als ein Haus, in dem sich Performance, Diskurs und Vermittlung, KünstlerInnen, Szene und Publikum, die Stadt und die Welt treffen können. Die Weiterentwicklung durch lokale und internationale Kooperationen und Impulse ist Programm. Das neue brut ist auch ein Ort der Grenzüberschreitung, der andere Kunstformen zulässt und neue Publikumsgruppen anspricht. Mit„So weit so brut“ verabschiedete sich Thomas Frank nach acht Jahren künstlerischer Leitung mit einem konzentrierten Mix von Performances, Konzerten, Diskussionen etc. in einem Acht-Tage-Programm. Kira Kirsch startete im Herbst 2015 mit einem Abend mit 25 künstlerischen, wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Positionen zum Thema Neubeginn aus Wien. Der Gegenwartsdramatik bleibt das Schauspielhaus auch nach dem Wechsel der künstlerischen Leitung im Juli treu. Im finalen ersten Halbjahr noch unter der Leitung von Andreas Beck, lag der programmatische Schwerpunkt des Schauspielhauses auch 2015 auf Uraufführungen Theater 11 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 junger zeitgenössischer AutorInnen in einem Repertoirebetrieb mit kleinem Stammensemble und speziell auf der Verschränkung von Sprech- und Musiktheater. Der neue künstlerische Leiter des Hauses, Tomas Schweigen, ist nach Jahren der internationalen Theaterarbeit, vor allem in Deutschland und der Schweiz, wieder zurück in seine Heimatstadt gekommen und belässt das Schauspielhaus weiterhin als Autorentheater – mit einem neuen, jungen Ensemble. Gleichzeitig ist das Haus für die zunehmende Diskussion der Definition von Autorschaft und für moderne Produktionsweisen wie neue Formen der künstlerischen Zusammenarbeit offen. Es soll sich künftig noch stärker regional und überregional vernetzen. Die hohe Qualität, die das Schauspielhaus unter Andreas Beck erreichen konnte, beweisen auch die drei Nominierungen für den Nestroypreis in der Kategorie„Bester Schauspieler“ und„Beste Schauspielerin“ und den Nestroypreis für die„Beste Ausstattung“ in„Johnny Breitwieser“ von Ivan Bazak. Neben diesen drei prägenden IntendantInnenwechseln zeigten die zahlreichen Wiener Bühnen jedoch auch 2015 wieder, wie vielfältig Theater zu Beginn des 21. Jahrhunderts sein kann. Neben avanciert avantgardistisch ausgerichteten Häusern wie dem Tanzquartier Wien, Brut oder dem WUK finden sich auch zahlreiche Bühnen, die sich in erster Linie der anspruchsvollen Unterhaltung ihres Publikums verschrieben haben. Wie unterschiedlich dies aktuell aussehen kann, beweisen beispielgebend die Spielpläne etwa des Gloria Theaters, des Metropol oder des Rabenhoftheaters. Nicht nur Sprech- und Musiktheaterfreunde kommen auf ihre Rechnung, auch Figurentheater wie das Lilarum, das Kabinetttheater oder das Schuberttheater zeigen sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene ausgezeichnete Produktionen. Wiener Festwochen 14. Mai bis 21. Juni Die Wiener Festwochen 2015 waren ein großer Erfolg mit vielen Höhenpunkten. Das umfangreiche und vielfältige Programm von Intendant Markus Hinterhäuser und Schauspielchef Stefan Schmidtke begeisterte das Publikum. Zum Ende konnten die Wiener Festwochen 2015 eine hervorragende Bilanz ziehen. Insgesamt waren 49 Produktionen mit fünf Uraufführungen, vier Neuinszenierungen, zwei Europa-Premieren und sechs Premieren im deutschsprachigen Raum zu sehen. Die Eröffnung der Wiener Festwochen 2015 fand gemeinsam mit dem Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker als Gratis-Open-Air-Konzert am 14. Mai im Schlosspark Schönbrunn statt. Es dirigierte Zubin Mehta. Solist war Rudolf Buchbinder am Klavier. Neben Richard Strauss’ Wiener Philharmoniker Fanfare standen Werke von Carl Nielsen, Edvard Grieg, Christian Sinding und Jean Sibelius auf dem Programm. Die Zusammenlegung dieser beiden großen Kulturevents brachte mit 105 000 BesucherInnen einen neuen Publikumsrekord. Das Konzert wurde in 80 Länder übertragen. Der ORF erreichte mit seiner Live-Übertragung in ORF 2 im Schnitt 415 000 Menschen(Spitzenwert 482 000). Via 3sat genossen den Konzertabend aus Wien live-zeitversetzt durchschnittlich weitere 330 000 in Deutschland. Die Wiener Festwochen haben Vielfalt und beachtliche Höhepunkte geboten. Das Programm zog einen Bogen von antiken Stoffen bis ins Zeitgenössische, die dramaturgische Verknüpfung des Musikprogramms mit Schauspielpositionen wurde vom Publikum mit großer Sympathie und Neugierde, mit Aufmerksamkeit, Konzentration und Enthusiasmus angenommen. Besonders erfreulich waren das Interesse und die Offenheit der BesucherInnen für die vielen fremdsprachigen Produkti12 Theater• Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � onen unserer diesjährigen Festwochen. Der neue Festwochen-Spielort F23 sowie das FestwochenZentrum im Künstlerhaus waren Publikumsmagnete. (O-Ton Intendant Markus Hinterhäuser, Schauspielchef Stefan Schmidtke und Geschäftsführer � Wolfgang Wais) � BesucherInnenauslastung: 91,75 Prozent � (2014: 95,30 Prozent/ 2013: 90,78 Prozent) � Es wurden 47 813 von 52 115 Karten ausgegeben. � (2014: 40 617 plus 9 944 von 43 064 plus 9 992 Karten Kraftwerk/ 2013: 44 451 von 48 965) � Insgesamt gab es 31 Produktionen mit über 90 Prozent Auslastung, davon waren 20 Produktionen zu 100 Prozent ausverkauft. � (2014: 25 Produktionen mit über 90 Prozent Auslastung, davon 19 zu 100 Prozent ausverkauft � / 2013: 17 Produktionen mit über 90 Prozent Auslastung, davon 10 zu 100 Prozent ausverkauft) � Die GesamtbesucherInnenzahl betrug 212 211. � (2014: 162 696/ 2013: 157 821) � Übersicht über die Produktionen der Wiener Festwochen 2015 14 Koproduktionen: 21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden, Under de si, Edward II. Die Liebe bin ich, John Gabriel Borkman, Die Brüder Karamasow, Je ne suis plus une femme noire[Ich bin keine Schwarze mehr], Kings of War, Der Fall vejk, NOISE, The Common People. A Composition of First Encounters 25 Gastspiele: Eröffnung, Perhaps all the dragons. Horror Vacui[#3], The Apple Family Plays: That Hopey Changey Thing, Sweet and Sad, Sorry, Regular Singing, The Apple Family Plays Tetralogie, Мёртвые души [Tote Seelen], Die Stunde da wir nichts voneinander wußten, Jephtha, Antigonón, un contingente épico[Helden wie Antigone], Go down, Moses, O Jardim[Der Garten], Прощание с бумагой [Abschied vom Papier], Galeb[Die Möwe], La Imaginación del Futuro[Phantasie für morgen], The Memory of Justice, Fishers of Hope. Taweret, Analogue Eye. Drive-in Theatre, Terra Firma / Terra Nova. Origins, Place& Space, Eye on I. Seeing Self, View Askew. History, Power& Identity, Ajax& Little Iliad, We don’t speak to be understood, small metal objects, Ont-/undone, La Réunification des deux Corées[Die Wiedervereinigung der beiden Koreas], The Civil Wars, Ohne Titel Nr. 1 – Eine Oper von Herbert Fritsch, Samedi détente 10 Eigenproduktionen: Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus, Luci mie traditrici[Die tödliche Blume], U/ Tropia. Schauraum, U/ Tropia. Liegekino, Into the City, Hotel Metropole, Der Erinnerung eine Zukunft geben, Hommage an Mieczys aw Weinberg, Herzog Blaubarts Burg und Geistervariationen KünstlerInnen und Ensembles kamen aus 20 Ländern Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Kroatien, Kuba, Mali, Niederlande, Österreich, Russland, Schweiz, Südafrika, Tschechien, Ungarn, USA. Viele waren erstmals zu Gast bei den Wiener Festwochen. Am besten besuchte Produktionen Auslastung 100 Prozent: Luci mie traditrici[Die tödliche Blume], Jephtha, La Réunification des deux Corées[Die Wiedervereinigung der beiden Koreas], The Apple Family Plays: That Hopey Changey Thing, Sweet and Sad, Sorry, Regular Singing, The Apple Family Plays Tetralogie, Fishers of Hope. Taweret, The Common People. A Composition of First Encounters, Antigonón, un contingente épico [Helden wie Antigone], un contingente épico, Edward II. Die Liebe bin ich, Ajax& Little Iliad, Under de si, La Imaginación del Futuro[Phantasie für morgen], We don’t speak to be understood, The Civil Wars, Je ne suis plus une femme noire[Ich bin keine Schwarze mehr], Samedi détente, Die Brüder Karamasow Auslastung über 90 Prozent: John Gabriel Borkman, Hommage an Mieczys aw Weinberg, small metal objects, Мёртвые души [Tote Seelen], Analogue Eye. Drive-in Theatre, Eye on I. Seeing Self, Wiener Festwochen 13 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der Fall vejk, O Jardim, Perhaps all the dragons. Horror Vacui[#3], Прощание с бумагой [Abschied vom Papier], NOISE, Herzog Blaubarts Burg und Geistervariationen BesucherInnenzahlen Eröffnung Schlosspark Schönbrunn(105 000), BesucherInnen der Vorstellungen(47 813), weitere Veranstaltungen im Festwochen Zentrum im Künstlerhaus(13 913), Into the City(9 376), Publikumsgespräche(2 550), Werkeinführungen(1 550), Workshop-TeilnehmerInnen(311), Festwochen Campus(225), Musikfest 24 Konzerte der Wiener Festwochen(31 473) Die Programme im Einzelnen Das Musikprogramm Die eindrucksvolle Eröffnungspremiere der Wiener Festwochen war Luci mie traditrici[Die tödliche Blume] in der Regie und Ausstattung von Achim Freyer, der Salvatore Sciarrinos Oper seine wortlose Groteske Tag aus Nacht ein voranstellte. Die Geschichte des italienischen Komponisten und Fürsten Don Carlo Gesualdo, Principe di Venosa, der im Jahr 1590 seine Frau und ihren Liebhaber ermorden ließ, inspirierte Sciarrino zu einer Musik, die in feinsten psychologischen Nuancierungen Liebe, Eifersucht und Ehrverletzung ausdrückt. Dazu schuf Achim Freyer mit magischen Bildwelten eine kongeniale Visualisierung. Georg Friedrich Händels letztes Oratorium Jephtha, eine Reflexion über die Macht des Opfers, begeisterte in einer ergreifenden szenischen Umsetzung der jungen Regisseurin Lydia Steier, die damit ihr Wien-Debüt gab. Eine zweitägige Hommage an Mieczys aw Weinberg erinnerte an den großen polnisch-russischen Komponisten. Auf Einladung der Wiener Festwochen präsentierte Gidon Kremer mit seiner Kremerata Baltica und den mitwirkenden Solisten – unter anderen Martha Argerich – ein Porträt Mieczys aw Weinbergs und seiner Seelenverwandtschaft zu Dmitri Schostakowitsch. Ergänzt wurden die vier bejubelten Konzerte im Musikverein mit einer Gesprächsrunde zu Der unbekannte Weinberg und dem Film Wenn die Kraniche ziehen. Den finalen Höhepunkt im Programm setzte Andrea Breth mit ihrer ersten Opernregie in Wien. Für die Wiener Festwochen brachte sie in einem Bühnenbild von Martin Zehetgruber Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg zusammen mit Robert Schumanns letztem Klavierwerk Geistervariationen auf die Bühne. Sie inszenierte beklemmende Bilder um die Seelenzustände der beiden Protagonisten in Bartóks Oper und kreierte poetische Impressionen in einer theatralen Installation, bevor die Geistervariationen erklangen. Das Schauspielprogramm Den fulminanten Auftakt im Schauspielprogramm bildete eine Trias von Gastspielen: The Apple Family Plays des preisgekrönten, amerikanischen Autors und Regisseurs Richard Nelson, der zum ersten Mal in Europa seinen Zyklus von vier eigenständigen Stücken präsentierte, wo die Mitglieder einer US-Mittelstandsfamilie, versammelt beim gemeinsamen Essen am Küchentisch, als Zeitzeugen der jüngeren Geschichte agieren – ein subtiles Spiel mit einem famosen Ensemble. Der Moskauer Regisseur Kirill Serebrennikow zeigte mit einem zehnköpfigen Männerensemble und Liedern des Komponisten Alexander Manotskow seine körperbetonte Inszenierung von Nikolai Gogols Roman Мёртвые души [Tote Seelen] über Betrug und Geschäftemacherei – eine bös-satirische Betrachtung der russischen Seele. Peter Handkes Die Stunde da wir nichts voneinander wußten in der Neuinszenierung des estnischen Regieduos Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo gab den Blick frei auf einen Platz in der Mitte 14 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 des neuen Europa. Figuren aus Geschichte und Gegenwart, Phantasiegestalten, stilisierte Alltagssituationen sowie überzeichnete Aktionen und Gesangseinlagen fügten sich zu einem imposanten Bilderreigen mit subtilem Humor. Im Fokus des Schauspielprogramms standen die Uraufführungen, denen besonders große Aufmerksamkeit zuteil wurde: Edward II. Die Liebe bin ich nach Christopher Marlowes Edward II. war die erste Arbeit von Ewald Palmetshofer und Nora Schlocker für die Wiener Festwochen. Die Überschreibung und Neudichtung des österreichischen Dramatikers schuf ein eigenständiges Werk mit einer kunstvoll stilisierten, rhythmischen, poetischen Sprache. Die Uraufführung vom Aufstieg und Fall des seine homoerotische Liebe offen leben wollenden Königs inszenierte die junge Österreicherin Nora Schlocker. Ebenfalls bei den Wiener Festwochen zur Uraufführung kam Kings of War nach Shakespeares Königsdramen Henry V., Henry VI. und Richard III. In der Regie von Ivo van Hove mit dem großartigen Ensemble der Toneelgroep Amsterdam war ein hochkonzentriertes Schauspiel um Machterhalt und Machtverlust zu erleben. Die Aufführung zählte zu den Höhepunkten im Programm ebenso wie Frank Castorfs mehr als sechsstündige szenische Adaption von Die Brüder Karamasow am neuen Festwochen-Spielort F23, mit der der Regisseur seine Dostojewski-Auseinandersetzung bei den Wiener Festwochen abgeschlossen hat. Castorf inszenierte Dostojewskis Kriminalroman um Vatermord und die Fragen nach Gut und Böse, Christentum und Orthodoxie, Ost und West im kongenialen, verschachtelten Bühnenbild von Bert Neumann unter massivem Einsatz der Videokamera. Die grandios-intensiven SchauspielerInnen waren zumeist in Großaufnahmen auf der Videoleinwand zu sehen. Nach der Premiere mussten infolge der Erkrankung von zwei Hauptdarstellern alle Folgevorstellungen abgesagt werden. Ab November 2015 war die Inszenierung an der Berliner Volksbühne zu sehen. Der tschechische Regisseur Du an David Pa ízek inszenierte erstmalig für die Wiener Festwochen: In der Uraufführung von Der Fall vejk, nach dem Roman Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk von Jaroslav Ha ek, verhandelt ein österreichisch-tschechisch-ungarisches Militärgericht die Frage nach der Schuld des abwesenden Soldaten vejk. Im Zentrum von Pa ízeks Inszenierung standen die gegenseitigen Erniedrigungen der Protagonisten durch Sprache, die eingeforderten Hierarchien und Machtmissbrauch, großartig gespielt von den österreichischen und tschechischen DarstellerInnen. Den grandiosen Schlusspunkt im Schauspielprogramm setzte die Uraufführung von NOISE. Der Schweizer Regisseur Sebastian Nübling erarbeitete mit dem jungen theater basel die Uraufführung im neuen Festwochen-Spielort F23 unter optimaler Ausnützung der riesigen Fabrikshalle. Die acht jugendlichen DarstellerInnen vermittelten mit ihren Texten und dem mitreißenden, exzessiv-energetischen Spiel eindrucksvoll und mitunter lautstark das gegenwärtige Lebensgefühl Jugendlicher und ihr Suchen nach zeitgemäßem Protest. Mit viel Spannung erwartet wurde die Premiere von John Gabriel Borkman. Der australische Regisseur und Autor Simon Stone hat mit der Koproduktion von Wiener Festwochen, Burgtheater und Theater Basel sein erfolgreiches Burgtheater-Debüt gegeben. Seine Überschreibung transferierte Henrik Ibsens Schauspiel um den Bankrotteur ins Heute und inszenierte das Drama als Groteske, in der Birgit Minichmayr, Caroline Peters und Martin Wuttke als tragischkomische ProtagonistInnen brillierten. Mit Antigonón, un contingente épico[Helden wie Antigone], dem ersten Europa-Gastspiel des Teatro El Público aus Havanna, war auch erstmals eine Produktion aus Kuba bei den Wiener Wiener Festwochen � 15 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Festwochen zu sehen. Ausgehend von der mythologischen Gestalt der Antigone und inspiriert von Gedichten des Nationalhelden José Martí erzählte Rogelio Orizondo vom immerwährenden Freiheitskampf des kubanischen Volkes. Carlos Díaz hat den Text in einer opulenten Revue mit grandiosen DarstellerInnen auf die Bühne gebracht. Romeo Castellucci zeigte bei den Festwochen seine jüngste Theaterarbeit Go down, Moses. Inspiriert von der Lebensgeschichte des Propheten Moses und dem traumatischen Erlebnis eines verlassenen, von der eigenen Mutter ausgesetzten Kindes, entwarf der international gefeierte Regisseur, Autor und bildende Künstler faszinierende Bilder von großer Suggestivkraft und Komplexität. Der kroatische Regisseur Bobo Jel i verzichtete in seiner Inszenierung von Galeb[Die Möwe] auf jedes vertraute Tschechow-Ambiente, ohne den Autor je zu verraten. Seine Theater-aufdem-Theater-Interpretation, ein bitter-böses Spiel mit Comedy-Einlagen, interpretiert von einem wunderbaren Schauspielerensemble, wurde vom Wiener Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen. Leonardo Moreira, Regisseur und Autor aus São Paulo, und seine exzellente Schauspielertruppe Cia. Hiato gastierten erstmalig in Wien. In O Jardim[Der Garten] erzählten sie genial inszeniert auf einer dreigeteilten Bühne in chronologischer Reihenfolge eine berührende Familiengeschichte über drei Generationen. Zum ersten Mal bei den Festwochen zu Gast war auch das extrovertierte Theaterkollektiv La Re-sentida aus Santiago de Chile mit La Imaginación del Futuro[Phantasie für morgen], ihre Reflexion über die gewalttätige Vergangenheit Chiles an der Wende von Salvador Allende zur grausamen Diktatur von Augusto Pinochet, inszeniert von Marco Layera. Mit vollem Körpereinsatz, humorvoll und provokant erprobt La Re-sentida historisch mögliche Alternativen auf der Bühne. Mit ihrer gefeierten Arbeit Ajax& Little Iliad nach Sophokles’ Tragödien Ajax und Philoktetes stellten sich Evan Webber und Frank Cox-O’Connell aus Toronto erstmals dem Wiener Publikum vor. Geschickt verbanden die jungen Künstler griechische Tragödien rund um den trojanischen Krieg mit aktuellen Kriegsherden und posttraumatischen Störungen bei Kriegsveteranen. Von Milo Rau war die Performance The Civil Wars zu sehen, in der der Schweizer Regisseur und Autor den Biographien seiner vier SchauspielerInnen, die alle von der Abwesenheit der Väter geprägt sind, die Visionen junger Menschen aus Europa gegenüberstellt hat, die in den Nahen Osten aufbrechen und dort für die Errichtung eines Gottesstaates kämpfen. In Perhaps all the dragons. Horror Vacui[#3], einer kunstvoll-scharfsinnigen Videoinstallation der belgischen Gruppe BERLIN, erfuhren die ZuschauerInnen von der Six-Degrees-of-Separation-Theorie, die behauptet, dass jeder Mensch mit einem anderen über gerade einmal fünf andere verbunden sei. Mehrere Produktionen im Schauspielprogramm setzten sich mit Afrika auseinander: Der südafrikanische Videokünstler Brent Meistre arbeitete für die Wiener Festwochen zum ersten Mal in Europa: Am neuen Festwochen-Spielort F23 hat er sein beeindruckendes Analogue Eye. Drive-in Theatre installiert und bot ein unvergessliches Kinoerlebnis: Die ZuschauerInnen saßen im Auto oder auf einem Pritschenwagen und sahen auf einer Riesenleinwand ein Panorama afrikanischer Filmpositionen. Der Ton kam aus dem Radio. Gezeigt wurden drei verschiedene Kurzfilmprogramme mit Arbeiten junger KünstlerInnen afrikanischer Herkunft. Im Fest16 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 wochen-Zentrum im Künstlerhaus richtete Brent Meistre gemeinsam mit Daniel Ebner vom Kurzfilmfestival VIS Vienna Independent Shorts unter dem Titel U/Tropia ein Programm mit Kurzfilmen als Schauraum und als Liegekino ein. Die gezeigten Kurzfilme, deren Titel bewusst Anleihe bei Begriffen aus Medizin, Technik und Gesellschaft nahm, öffneten neue Perspektiven der Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die in Mali lebende Choreografin und Tänzerin Noël Kettly war erstmals zu Gast bei den Festwochen. Sie brachte gemeinsam mit dem bildenden Künstler Joël Andrianomearisoa ihr Stück Je ne suis plus une femme noire[Ich bin keine Schwarze mehr] über die inspirierende Kraft von Utopien in einer installativen Performance im Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus zur Uraufführung. Als Europa-Premiere war das Drama Fishers of Hope. Taweret um die schwindenden Hoffnungen einer Familie und eines ganzen Kontinents mit dem exzellenten Ensemble des Baxter Theatre aus Kapstadt zu erleben. Lara Foot spielte in ihrer Inszenierung, die auch Musik, Tanz, Videoprojektionen miteinbezog, mit Klischees, thematisierte rigide Traditionen, Profitgier, Ausbeutung der Natur und der Menschen und zeigte zugleich den Überlebenswillen der starken Figuren. Erstmals zu Gast bei den Wiener Festwochen war der südafrikanische Schauspieler Wessel Pretorius mit seinem berührenden Solo Ont-/undone, wo er mit einem poetischen Text aus Afrikaans-Versen und in Englisch von einem jungen Heranwachsenden namens Boet erzählt. Dorothée Munyaneza flüchtete 1994 von Ruanda nach Europa. In ihrer aufwühlenden Performance Samedi détente erzählte sie, einmal singend, dann tanzend, ihre persönliche Geschichte des Genozids, begleitet von der ivorischen Tänzerin Nadia Beugré und dem französischen Musiker und Klangkünstler Alain Mahé. In seinem Soloabend Прощание с бумагой [Abschied vom Papier] räsonierte der russische Autor, Regisseur und Erzähler Jewgeni Grischkowez amüsant-charmant und humorvoll-melancholisch, kongenial ins Deutsche übersetzt von Stefan Schmidtke, über die heutige Informationsund Kommunikationsflut ohne Papier und Handschrift. Das Back to Back Theatre aus Australien zeigte seinen Welterfolg small metal objects am außergewöhnlichen Spielort Fußgängerzone Mariahilfer Straße. Die ProtagonistInnen waren die PassantInnen, die vier PerformerInnen und das Publikum. Für die hinreißenden Szenen dieses Straßentheaters gab es einhelligen Jubel. Die Festwochen zeigten zum ersten Mal eine Inszenierung von Joël Pommerat in Wien. Für viele zählte La Réunification des deux Corées[Die Wiedervereinigung der beiden Koreas] mit zu den besten Arbeiten im Programm. Der französische Künstler brachte mit seiner Compagnie Louis Brouillard 20 kurze Dramenskizzen über die Unmöglichkeit der Liebe schonungslos-lapidar und unprätentiös-virtuos auf die Bühne. Slapstick vom Feinsten bot die Performance We don’t speak to be understood, das FestwochenDebüt von Pieter Ampe und Benjamin Verdonck aus Belgien, die mit Originalität und virtuosem Körpereinsatz überzeugten. Erstmals war auch eine Arbeit des Regisseurs und Schauspielers Herbert Fritsch bei den Wiener Festwochen zu sehen: Der Opern-Comic Ohne Titel Nr. 1 – Eine Oper von Herbert Fritsch spielte mit den Klischees der Oper und bot ein fantastisches Theaterspektakel, schräg-skurril, rätselhaft, mit unverständlicher Sprache, mitreißender Musik und einem virtuosen Ensemble. Wiener Festwochen � 17 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Drei Festwochen-Produktionen präsentierten sich mit Beteiligung von Wiener Mitwirkenden: Under de si, eine textlose, theatrale Installation um Körperlichkeit, wurde von den Argentiniern Diego Bianchi und Luis Garay mit 53 Wienerinnen und Wienern erarbeitet. Der Schweizer Autor und Dramaturg Mats Staub erweiterte für die Wiener Edition sein Langzeitprojekt 21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden mit 98 Porträts um sieben aus Wien. Seine Installation im Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus war während der gesamten Festwochenzeit geöffnet und war ein Publikumshit. Für das Projekt The Common People. A Composition of First Encounters des Choreografen Jan Martens haben sich zwanzig Mitwirkende in einem mehrtägigen Workshop auf ihren Bühnenauftritt vorbereitet, wo sie sich erstmals in szenischen Duetten auf der Bühne begegnet sind. Mit The Memory of Justice wurde die restaurierte Fassung von Marcel Ophüls’ monumentaler filmischer Erzählung über die Nürnberger Prozesse und die Folgen gezeigt. Die ÖsterreichPremiere des Filmes am 1. Juni im Stadtkino im Künstlerhaus fand in Anwesenheit des Regisseurs und seines Produzenten Hamilton Fish statt. Die Festwochen-Reihe Into the City beschäftigte sich 2015 unter dem Titel Hotel Metropole. Der Erinnerung eine Zukunft geben in vier Themenschwerpunkten mit Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. 1873 am Morzinplatz im 1. Bezirk errichtet, war das Hotel Metropole eines der besten Häuser Wiens. Unmittelbar nach dem„Anschluss“ im März 1938 machten es die Nationalsozialisten zur Gestapo-Leitstelle Wien. Auf dem Platz des 1945 zerstörten Gebäudes steht seit 1968 der Leopold-Figl-Hof. Am Projekt haben KünstlerInnen, ExpertInnen, ZeitzeugInnen, AnwohnerInnen sowie AktivistInnen teilgenommen. Während vier Wochen vom 28. Mai bis 21. Juni, jeweils Donnerstag bis Sonntag, wurde ein umfangreiches Programm geboten: Ausstellungen, Installationen im öffentlichen Raum, Performances, Workshops, Symposien, Vorträge und Lesungen, eine Gesprächsreihe, Rundgänge und ein Filmprogramm. Die Into the City Centrale, ein temporärer Ausstellungsraum im Haus Morzinplatz 1, diente innerhalb des Projekts als zentraler Diskursraum und Ausgangspunkt für künstlerische Aktionen. Publikumsgespräche Zu den meisten Produktionen im Programm wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den KünstlerInnen angeboten: Zu den 30 Publikumsgesprächen kamen rund 2 550 Menschen. Das Interesse für einige Gespräche war besonders groß: Прощание с бумагой [Abschied vom Papier](250), Herzog Blaubarts Burg und Geistervariationen(150), The Apple Family Plays(150), Go down, Moses(150), Jephtha(150), Мёртвые души [Tote Seelen](150), Fishers of Hope. Taweret (120), Der Fall vejk(120), John Gabriel Borkman(100), Die Stunde, da wir nichts voneinander wußten(100), Antigonón, un contingente épico[Helden wie Antigone](100), small metal objects (100), Galeb[Die Möwe](100), O Jardim[Der Garten](100), La Réunification des deux Corées[Die Wiedervereinigung der beiden Koreas](100). Werkeinführungen Bei den Musikproduktionen gab es vor allen Vorstellungen von Luci mie traditrici[Die tödliche Blume], Jephtha, Herzog Blaubarts Burg und Geistervariationen Werkeinführungen. Insgesamt fanden neun Werkeinführungen statt. Vom Publikum sehr geschätzt, waren diese mit insgesamt ca. 1 550 Menschen erfreulich gut besucht. Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus 2015 gab es zum zweiten Mal ein Festwochen-Zentrum: Das Festwochen-Zentrum im Künstler18 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 haus wurde von allen Festwochen-KünstlerInnen, BesucherInnen, MitarbeiterInnen und Interessierten noch besser angenommen als im ersten Jahr. Das Festwochen-Zentrum wurde am 16. Mai mit Programm und einem großen KünstlerInnenfest eröffnet und hatte während der Wiener Festwochen täglich ab 10 Uhr geöffnet. Innen und außen speziell gestaltet und durch die markante Festwochen-Holzskulptur um das Künstlerhaus von Gabu Heindl wurde wiederum ein urbaner Ort geschaffen, der als FestwochenTreffpunkt für das gesamte und sehr heterogene Publikum untertags und am Abend bei den Premierenfeiern genutzt wurde. Vom Szenographischen Büro neu gestaltet wurden der Informations- und Kassabereich, mit Informationen zu allen Festwochen-Veranstaltungen, und die Festwochen-Leselounge, als Ort für fast alle Premierenfeiern. 2015 war das Festwochen-Zentrum auch eine eigene Spielstätte mit sechs sehr unterschiedlichen Produktionen(Installationen, Kurzfilme und Performances) sowie einer Videoinstallation, die während der gesamten Festwochen-Zeit geöffnet war. Aus der Passagegalerie wurde 2015 die Werkstatt-Passage, ein offener Raum für alle jungen Festwochen-Interessierten ab 16 Jahren mit wöchentlichen Workshops. Stark genutzt wurde auch der Arenabereich, der als Erweiterung der Holzskulptur mit„hängenden Gärten“ von Workshop-TeilnehmerInnen bepflanzt wurde. Das Programm des Festwochen-Zentrums war vielfältig und sehr gut besucht: 7 Produktionen, 4 Salongespräche, 4 Fêtes brut, die Hommage an Mieczys aw Weinberg mit einer Filmpräsentation und einer Gesprächsrunde, Workshops und Seminare, Veranstaltungen mit Kooperationspartnern(Filmprogramm mit dem Stadtkino Wien und VIS Vienna Independent Shorts) sowie eine Into the City-Buchpräsentation waren eine Vertiefung und ein Zusatzangebot zum laufenden Festwochen-Programm. Die Gastronomie von Ludwig& Adele sorgte für Essen und Trinken. Die vier Salongespräche, moderiert von Michael Kerbler, fanden statt am: 23. Mai: Terror der Erinnerung. Recht auf Vergessen mit Richard Nelson( The Apple Family Plays), Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper(Die Stunde da wir nichts voneinander wußten), Marko Feingold (Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, Zeitzeuge) 30. Mai: Die Abwesenheit Gottes mit Christoph Menke(Philosoph, Goethe Universität Frankfurt), Ursula Baatz(Philosophin, Publizistin), Christoph Schönborn(Erzbischof von Wien) 6. Juni: Die Erschöpfung der Welt. Ariadnes verlorener Faden mit Lara Foot( Fishers of Hope. Taweret), Evan Webber(Ajax& Little Iliad), Wolfgang Pekny(Unterlassensberater, Gründer Plattform Footprint), Hubert Sauper(Autor, Filmregisseur) 13. Juni: Die Macht des Opfers mit Andrea Breth( Herzog Blaubarts Burg und Geistervariationen), Lydia Steier( Jephtha), Christian Kohner-Kahler(Psychoanalytiker, Bewährungshelfer) An vier Samstagen wurden bei den Fêtes brut in der brut Bar internationale FestwochenKünstlerInnen mit lokalen KünstlerInnen verlinkt. Zusammenschlüsse gab es auf musikalischer und performativer Ebene: Flavia( Under de si) und Sturzhelm Binder&gesterngirl feat. Hotel Butterfly brachten die Menschen zum Tanzen und Singen. Bildmaterial von François Knoetze / Brent Meistre( Analogue Eye, U/Tropia) bildete den visuellen Part der VIS-Fête brut. Pieter Ampe( We don’t speak to be understood) performte gemeinsam mit Simon Mayer. Maarten Dekort alias Boomslang(The Common People) vervollständigte mit Hip Hop die Beats von Colt aus Gold, Susiklub. Die Veranstaltungen im Festwochen-Zentrum besuchten insgesamt 13 913 Personen. In dieser Zahl sind die BesucherInnen der vier Festwochen-Abendveranstaltungen im FestwochenZentrum( Perhaps all the dragons. Horror Vacui[#3], Je ne suis plus une femme noire[Ich bin keine Wiener Festwochen � 19 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Schwarze mehr], Ont-/undone, Samedi détente) nicht inkludiert. Zu den Premierenfeiern kamen rund 2 050 KünstlerInnen und Gäste. Die Leselounge wurde von ca. 550 Personen besucht. 37. Internationales Musikfest Das Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft und der Wiener Festwochen fand vom 9. Mai bis 23. Juni im Wiener Konzerthaus statt. Es gab 24 Konzerte der Wiener Festwochen mit 31 473 ausgegebenen Karten und einer Auslastung von 94,04 Prozent. Medienecho Das mediale Interesse für die Wiener Festwochen 2015 war besonders erfreulich. Es gab große Aufmerksamkeit seitens der Medien im In- und Ausland. Viele Vorabberichte zu den Wiener Festwochen sind erschienen und das Programm wurde in der ausführlichen Berichterstattung sehr gewürdigt. Die Rezensionen waren zumeist sehr positiv und zustimmend. Es konnten rund 3 100 Medienberichte verzeichnet werden. Insgesamt waren 367 Journalistinnen und Journalisten(Inland 226, Ausland 141) aus 25 Ländern akkreditiert. � Berichte über die Wiener Festwochen 2015 erschienen bzw. wurden gesendet u. a. in: � Argentinien, Brasilien, Bulgarien, China, Deutschland, Estland, Frankreich, Italien, Japan, � Kanada, Kolumbien, Kroatien, Litauen, Niederlande, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, � Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, USA � Musik Um Wien als„Musikstadt“ zu präsentieren und zu positionieren, gibt es jährlich eine Basis für verschiedenste FörderwerberInnen. Eine Säule bilden die drei großen Veranstaltungsinstitutionen im Musikleben Wiens: Die Gesellschaft der Musikfreunde, die Wiener Konzerthausgesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs. In zahlreichen Konzertzyklen bieten alle drei einen musikalischen Programmbogen, der sich von der Alten Musik über Klassik und Romantik bis hin zur Moderne spannt. Allen dreien ist es auch ein Anliegen, dass jüngere KonzertbesucherInnen langsam und altersgerecht zur Musik hingeführt werden. Verschiedenste Zyklen über das Jahr verteilt, erfreuen sich steigender Beliebtheit. Ohne die traditionelle Orchesterkultur könnte Wien seinem internationalen Ruf kaum gerecht werden. So sind es unter anderen die Wiener Symphoniker, das Gustav Mahler Jugendorchester oder das Wiener Jeunesse Orchester, die über die Nachwuchspflege bis hin zur Ausbildung von BerufsmusikerInnen das Entwicklungsspektrum von InstrumentalistInnen abdecken. Wien ist auch bekannt für seine Informationsstellen. Zwei der wichtigsten sind das Arnold Schönberg Center, das den Nachlass des Komponisten verwaltet aber auch zahlreiche Veranstaltungen durchführt, und das mica(Music Information Center Austria). Eine weitere Säule bilden die zahlreichen Festivals, wie das Festival„Wien Modern“, die Wienerliedfestivals„wean hean“ und„Wien im Rosenstolz“ oder das im Frühjahr stattfindende „Akkordeonfestival“, die von steigendem Publikumsinteresse begleitet werden. 2015 feierte das Wiener Vokalensemble besondere Jubiläen. Vor 60 Jahren als Jugendchor Canisius entstanden, wurde es vor 40 Jahren mit dem heute noch geltenden Namen als Verein begründet. Prof. Dr. Manfred Linsbauer, der leider 2013 verstorbene Chorleiter, stand dem 20 Wiener Festwochen• Musik � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ensemble 50 Jahre vor. In diversen„Festkonzerten“ präsentierten die Sängerinnen und Sänger ihr Können. 2015 fand auch der„Joseph Haydn Kammermusik Wettbewerb“ statt. Die TeilnehmerInnen zeichneten sich durch ein besonders hohes Niveau aus. Die Siegerensembles sind AbsolventInnen der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Der erste Preis ging an das Klaviertrio„Stefan Zweig“. Bei den Streichquartetten wurde der erste Preis gleich zweimal vergeben. Als Sieger wurde das„Abel Quartett“ und das„Pacific Quartett Vienna“ ausgezeichnet. Viele Vereine nahmen runde Geburtstage bzw. Todestage von KomponistInnen zum Anlass, ihnen Programmschwerpunkte zu widmen. Darunter fielen der 165. Geburtstag von Franz Lehár, der 130. Geburtstag von Alban Berg, der 115. Geburtstag von Ernst Krenek, der 90. Todestag von Leo Fall, der 70. Todestag von Anton von Webern und der 25. Todestag von Luigi Nono. 2015 wurden 32 Kompositionsaufträge vergeben. Literatur BesucherInnen von Literaturveranstaltungen erwartete auch im Jahr 2015 ein intensives, vielseitiges, abwechslungsreiches und attraktives Programm in Wien. Sowohl traditionsreiche als auch neugegründete Vereine und Organisationen luden zu Lesungen, Vorträgen, Symposien, Festivals, Buchpräsentationen, Ausstellungen, AutorInnen- und Werkstattgesprächen ein. Zu den renommiertesten und auch international bekanntesten Literaturveranstaltern zählt das Literarische Quartier der Alten Schmiede, das 2015 unter anderem die Reihe Literatur im Herbst fortsetzte, diesmal unter dem Motto„Stimmen aus dem Iran“. Es eröffnete Amir Hassan Cheheltan. Ein Blick in die Statistik der Alten Schmiede zeigt, dass seit Bestehen des Literarischen Quartiers tausende AutorInnen aus Österreich und weiteren 70 Ländern in der Alten Schmiede zu Gast waren – darunter auch solche, die mittlerweile mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden, etwa Herta Müller, Elfriede Jelinek, Elias Canetti oder Imre Kertész. Der Kunstverein Wien ist auch der Veranstalter der„Literatur für junge LeserInnen“, in Kooperation mit dem Institut für Jugendliteratur entstand wieder ein anregendes Programm, das Kinder und Jugendliche begeisterte. Die Direktorin des Instituts Mag.a Karin Haller sorgte für ein vielfältiges Programm, und so nahmen auch heuer wieder zahlreiche Schulklassen und mehr als 12 000 BesucherInnen teil. Michael Roher und andere namhafte AutorInnen traten in diesem Rahmen auf. Die Veranstaltung zeigte auch 2015 wieder ihre große Bedeutung im Bereich der Lese- und Literaturförderung in Wien. Das Sommer-Festival„o-töne“ im Areal des Museumsquartiers stellte literarische Neuerscheinungen prominenter AutorInnen wie Vea Kaiser, Gustav Ernst sowie Martin Amanshauser, Valerie Fritsch und Sandra Gugic vor. Der Verein Exil arbeitete auch 2015 an der Durchführung zahlreicher Projekte. Dazu zählt der Literaturpreis„schreiben zwischen den kulturen“, der zur Förderung der Literatur von ZuwanderInnen und von Angehörigen ethnischer Minderheiten in Österreich gedacht ist. Dabei werden in acht Text-Kategorien Preisgelder in der Höhe von 13 000 Euro vergeben. Der 1. Preis (dotiert mit 3 000 Euro) ging an Alexandra Turek für ihren Text„Über den Dächern der Stadt“. Der 2. Preis(dotiert mit 2 000 Euro) wurde an Miroslava Svolikova für ihren Text„Auf fremden Bildern. Grüße vom Michaelerplatz“ verliehen, der 3. Preis(dotiert mit 1 500 Euro) ging an Ovid Pop für den Text„Der Exerzierplatz“. Musik• Literatur � 21 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Außerdem brachte der Verein im Rahmen der edition exil im Jahr 2015 wieder sechs Buchneuerscheinungen heraus, unter anderem mit Texten der diesjährigen PreisträgerInnen. Im achten Jahr ihres Bestehens hat sich die BUCH WIEN zu einem Fixpunkt im Kulturleben Österreichs entwickelt. Mehrere Tausend BesucherInnen konnten die Buchmesse und Lesefestwoche der BUCH WIEN verzeichnen. Zahlreiche Veranstaltungen luden zu Begegnungen mit über 300 AutorInnen ein. Dazu zählten auch besondere Buchpräsentationen, wie etwa der Band„Schwestern der Revolution: Aktivistinnen im Kampf gegen Diktatur und Unterdrückung“ von Arabelle Bernecker und Susanne Glass, die über die spezifische Situation von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten berichten. Großen Anklang fand auch das Schulklassenprogramm der BUCH WIEN mit Lesungen, AutorInnengesprächen und Workshops. Literatur im MUSA 2015 wurde die Veranstaltungsreihe Literatur im MUSA erfolgreich fortgesetzt. Auch in diesem Jahr verzeichnete die Reihe über 800 BesucherInnen. Im Oktober wurde zum zweiten Mal der Veza-Canetti-Preis verliehen: die Auszeichnung ging an Sabine Gruber und versteht sich als Würdigung ihres literarischen Schaffens. Der Preis ist mit 8 000 Euro dotiert. Außerdem ging die Reihe„Autorinnen feiern Autorinnen“ ins zweite Jahr ihres Bestehens und war 2015 der bedeutendsten Lyrikerin des 19. Jahrhunderts, Betty Paoli, gewidmet. Bildende Kunst Das MUSA Museum Startgalerie Artothek stand zu Jahresbeginn 2015 noch im Zeichen der Fotografie und präsentierte bis März mit Memory Lab. Photography Challenges History die gemeinsame Ausstellung der Partnerstädte des Europäischen Monats der Fotografie. Mittlerweile bei der vierten Ausgabe der Jahrzehnteausstellungen angelangt, untersuchte das MUSA in seiner Sommerausstellung die eigene Sammlungsgeschichte in den 80er-Jahren. Unter dem Titel Die achtziger Jahre in der Sammlung des MUSA. Pluralismus an der Schwelle zum Informationszeitalter richteten die KuratorInnen Brigitte Borchhardt-Birbaumer und Berthold Ecker einen Fokus einerseits auf das allgemeine Spektrum der Kunst dieser Zeit, andererseits aber auch darauf, wieweit die genannten künstlerischen Phänomene wie z. B. Fotografie und neue Medien Eingang in die Sammlung fanden. Mit der Ausstellung Margot Pilz – Meilensteine. Von der performativen Fotografie zur digitalen Feldforschung(Kuratorin: Silvie Aigner) wurde erstmals das Werk einer Künstlerin vorgestellt, die zu den PionierInnen der österreichischen Konzept- und Medienkunst zählt. Mit ihren aktionistischen, feministischen, experimentell-performativen Ansätzen in Fotografie, Video und Computerkunst zeigte sie bereits in den frühen 80er-Jahren gesellschaftliche Tabus und Stereotypen auf. Die Grundlage der Ausstellung ist die Schenkung des nahezu kompletten Werkes, das die Künstlerin 2007 der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA übergeben hat, und die nun im Zuge der Präsentation aufgearbeitet wurde. Zu beiden Ausstellungen erschienen umfassende zweisprachige Kataloge(De Gruyter Verlag). Führungen für verschiedene Zielgruppen, Konzerte, Performances, Symposien, Lesungen sowie die Veranstaltungsreihe„Literatur im MUSA“(eine Kooperation mit dem Literaturreferat der Abteilung) ergänzten das Kunstangebot. Darüber hinaus organisierte das MUSA zum sechsten Mal gemeinsam mit der Wienbibliothek den beliebten Bücherflohmarkt, dessen Reinerlös an die Kunstakademie im armenischen Gyumri ging. 22 Literatur• Bildende Kunst � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die österreichische Grafikerin, Fotografin und Malerin Eva Choung-Fux übergab in den letzten Jahren ihr Hauptwerk der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA. Die Ausstellung Eva Choung-Fux. Nach dem Ende der Welt. Eine Retrospektive im Museu Modernista Can Prunera in Sóller, Mallorca, bildete im vergangenen Jahr den Auftakt einer Ausstellungstournee durch mehrere europäische Städte. Im Frühjahr 2016 war die Retrospektive im MUSA zu sehen. Im Winter und Frühjahr 2015 konnte das neugebaute und den technischen und klimatischen Standards unserer Zeit entsprechende Kunstdepot im 11. Bezirk in Besitz genommen werden. Ungefähr 2 900 m 2 beheben nun den chronischen Platzmangel der stetig wachsenden Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA. Die Startgalerie im MUSA bot zehn jungen AbsolventInnen der Wiener Kunstuniversitäten die Möglichkeit, ihre Werke(zum Teil erstmals) der Öffentlichkeit vorstellen zu können. Zum zweiten Mal wurde im November mit dem MUSA-Preis für junge Kunst die überzeugendste Startgalerie-Ausstellung des Vorjahres prämiert: Die mit 5 000 Euro dotierte Auszeichnung erging an das KünstlerInnenduo oellinger/rainer – Hannah Rosa Oellinger und Manfred Rainer. Die Artothek im MUSA konnte sich 2015 über einen neuen Rekord freuen – 12 463 Entlehnungen(die Mindestentlehndauer pro Bild beträgt einen Monat, gerechnet wird in Bild pro Monat) sowie 140 neue KundInnen zusätzlich zum Stammklientel zeugen vom regen Interesse der Wiener Bevölkerung an diesem Konzept, zeitgenössische Kunst für daheim auszuborgen. Die Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA wurde 2015 durch 80 Werke von 49 KünstlerInnen sowie 16 Schenkungen von 18 KünstlerInnen erweitert. Durch die sogenannte„Kleinprojektförderung“ erhielten 58 gemeinnützige Wiener Kunstvereine mit insgesamt 125 Projekten der bildenden Kunst finanzielle Unterstützung, an einige � Institutionen und Vereine wurden Jahressubventionen vergeben. � Mit einmaligen Beihilfen wurden 14 KünstlerInnen in akuter sozialer Not unterstützt. � Das anspruchsvolle Ausstellungsprogramm von zehn Wiener Galerien wurde im Rahmen der � Galerienjury„Das engagierte Auge“ mit Geldbeträgen ausgezeichnet. � Den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst erhielten Lieselott Beschorner, Linda Christanell, Michael Kienzer und Susanna Krawagna, an Bernadette Anzengruber und Alfredo Barsuglia wurde der Förderungspreis für Bildende Kunst verliehen. Kunsthalle Wien Die Kunsthalle Wien ist das Ausstellungshaus der Stadt Wien für internationale Gegenwartskunst und internationalen Diskurs. An ihren Standorten im Museumsquartier und am Karlsplatz präsentiert sie zeitgenössische Kunst und betrachtet ihren jeweiligen Kontext. Thematische Gruppenausstellungen und Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen sowie ein ausgeprägtes Diskursprogramm verleihen der Kunsthalle Wien ein prägnantes Profil, das ihrer Positionierung in der internationalen wie lokalen Kunstszene gleichermaßen Rechnung trägt. Durch ihr umfangreiches Programm unterstreicht die Kunsthalle Wien, die über keine eigene Sammlung verfügt, dass die von der Gegenwartskunst aufgegriffenen Themen vielschichtig sind. Die Verschränkung von künstlerischer Praxis und theoretischer Reflexion steht bei den Ausstellungsaktivitäten deshalb im Zentrum. Dieser Fokus auf eine intensive Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragen unserer Gegenwart spiegelt sich auch in einem umfangreichen, die BesucherInnen an die Kunst heranführenden Begleitprogramm wider. Bildende Kunst• Kunsthalle Wien � 23 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Seit 2012 stehen der Kunsthalle Wien GmbH zwei GeschäftsführerInnen vor: Ursula HühnelBenischek im kaufmännischen, Nicolaus Schafhausen im künstlerischen Bereich. Dem Aufsichtsrat der Kunsthalle Wien gehören Dr.in Sonja Hammerschmidt(Aufsichtsratsvorsitzende), Norbert Kettner(stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), Dr. Bernhard Denscher(Eigentümervertreter), Mag. Siegfried Menz und Mag. Martin Fritz sowie drei Betriebsratsmitglieder an. Ausstellungen 2015 Der Kurator, der Anwalt und der Psychoanalytiker 4. Februar bis 22. März 2015, Kunsthalle Wien Museumsquartier, obere Halle Kurator: Luca Lo Pinto Das Jahr 2015 begann in der Kunsthalle Wien mit einer Personale des französischen Künstlers Pierre Bismuth. Die Schau versammelte zahlreiche zwischen 1988 und 2015 entstandene Werke im Sinne eines repräsentativen Einblicks in sein komplexes, alle Medien umspannendes Œuvre. Pierre Bismuth agiert als subtiler Saboteur des Kunstsystems, der festgeschriebene Bedeutungen und Wahrnehmungen unterläuft. Autorschaft und Originalität werden dabei ebenso befragt wie der in der Kunst noch immer betriebene Starkult. Indem er Zeichensysteme verändert und Unsicherheit in scheinbar definierte Situationen einbringt, stellt Bismuth ernst und zugleich spielerisch festgelegte Regeln in Frage und bringt verborgene oder unbemerkte Momente der Realität ins Bewusstsein. Diese Auseinandersetzung mit Methoden und Konventionen des Kunstbetriebssystems spiegelte sich auch im Konzept der Ausstellung wider, bei der der Akt der kuratorischen Auswahl selbst zu einer konzeptuellen Geste wurde. Bismuth bat drei Personen mit unterschiedlichen Professionen – einen Kurator(Luca Lo Pinto), einen Rechtsanwalt(Laurent Caretto) und einen Psychoanalytiker(Angel Enciso) – Werke aus seinem Œuvre auszuwählen und dazu jeweils einen kurzen Text zu verfassen, der die in der Ausstellung sonst üblichen Werkerläuterungen ersetzte. Bismuths Spiel mit den Konventionen des Ausstellens und den Klischees des Kunstbetriebs fand großen Anklang beim Publikum, das einen intuitiven Zugang zu den gezeigten Werken fand. Das Thema ergänzten Talks mit dem Künstler und dem Kurator, bei denen Fragen des Ausstellungsmachens im Zentrum standen. The Future of Memory 4. Februar bis 22. März 2015, Kunsthalle Wien Museumsquartier, untere Halle KuratorInnen: Nicolaus Schafhausen, Marie Egger Parallel fand in der unteren Halle der Kunsthalle Wien im Museumsquartier die Gruppenausstellung The Future of Memory statt, die sich mit der Digitalisierung der Gegenwart und ihren Auswirkungen auf Erinnerung und Gedächtnis auseinandersetzte. Im digitalen Raum sind die Erinnerung an die Vergangenheit, das Erleben der Gegenwart und die Vorstellung von der Zukunft gleichermaßen als Bild präsent. KünstlerInnen reflektieren diese veränderte Zeitstruktur vor allem in Werken, die ihrerseits auf mediale Bilder zurückgreifen oder deren Ästhetik weiterverarbeiten. The Future of Memory versammelte zahlreiche Werke gleichberechtigt im Raum, sodass der Eindruck eines All-Over aus Bild und Sound entstand. Die Betrachtung der zahlreichen Videoarbeiten, die in gleicher Größe auf die Wände des Ausstellungsraums projiziert wurden, ähnelte dem Surfen im Internet. Kontrastriert wurde der Bilderfluss durch zahlreiche Skulpturen, die ihrerseits Fundstücke aus dem Internet in dreidimensionale Objekte übersetzten. Vor allem ein jüngeres Publikum setzte sich mit dieser künstlerischen Aufarbeitung jener digitalen Welt, die uns täglich umgibt, intensiv auseinander. Die Unmittelbarkeit der Betrachtung 24 Kunsthalle Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 und die gezielte Reizüberflutung innerhalb der Ausstellung stellten auch die Frage nach den Konventionen der Kunstbetrachtung und wie diese auf bestimmte Tendenzen in der Gegenwartskunst reagiert. Im Rahmen der Ausstellung fanden zwei Performances der Künstlerinnen Hanne Lippard und Amalia Ulman statt, die auf ein überaus großes Publikumsinteresse stießen – was auch ein Indiz dafür sein könnte, dass in Zeiten einer zunehmenden Dematerialisierung der Live-Aspekt der Performance besondere Aufmerksamkeit erfährt. Ein speziell zur Ausstellung zusammengestelltes Filmprogramm versammelte unter dem Titel Reappearing Things Filme von KünstlerInnen, bei denen die Frage nach dem kollektiven Gedächtnis und dem individuellen Erinnern in Zeiten omnipräsenter Bildproduktion verhandelt wurden. Zur Ausstellung erschien erstmals ein E-Book, das zum kostenlosen Download auf der Kunsthalle Wien Website zur Verfügung steht und Essays von Clint Burnham, Michael Connor und Nicolaus Schafhausen, Ausstellungsansichten sowie Texte zu den Werken in der Ausstellung umfasst. KünstlerInnen: Julius von Bismarck, Igor Bo njak, Antoine Catala, Julian Charrière, Keren Cytter, Edith Dekyndt, Simon Denny, Aleksandra Domanovi, Dani Gal, Florian Hecker, Daniel Keller, Leon Kahane, Hanne Lippard, Deimantas Narkevi ius, Katja Novitskova, Yuri Pattison, Jon Rafman, Meggy Rustamova, Augustas Serapinas, Michael Staniak, Ignacio Uriarte, Dragana arevac Destination Wien 2015 17. April bis 31. Mai 2015, Kunsthalle Wien Museumsquartier, Kunsthalle Wien Karlsplatz KuratorInnen: Marie Egger, Anne Faucheret, Lucas Gehrmann, Luca Lo Pinto, Matthias Nothnagel, Andrea Popelka, Nicolaus Schafhausen In Anlehnung an die Ausstellungsreihe Lebt und arbeitet in Wien fand im Frühjahr in beiden Hallen im Museumsquartier sowie in der Kunsthalle Wien am Karlsplatz und diversen Außenstandorten die groß angelegte Schau Destination Wien 2015 statt. Über siebzig Positionen zeitgenössischer Kunst aus allen Genres versammelten sich zu einem polyphonen Klangbild des aktuellen Kunstschaffens in der Stadt. Hinzu kamen unter dem Label Destination Wien EXTENDED zahlreiche lokale Galerien, Offspaces, Kunstvereine und-institutionen, die das Thema aufgriffen und ebenfalls die lokale Kunstszene in den Fokus rückten. Die Auswahl der Beiträge wurde von einer Jury aus etwa 900 Vorschlägen getroffen: Einreichungen im Rahmen eines Open Call, eigene Recherchen und externe Empfehlungen bildeten die Grundlage der Ausstellung. Die jüngsten teilnehmenden KünstlerInnen hatten gerade die ersten Studienabschnitte hinter sich gebracht, die ältesten blickten auf ein umfangreiches Lebenswerk zurück. Zugleich spiegelte Destination Wien 2015 die Diversität jener aktuellen künstlerischen Sprachen und Medien wider, die für den internationalen Kunststandort Wien charakteristisch sind. Diesem Gedanken entsprachen auch die unterschiedlichen Ausstellungsarchitekturen in den drei Hallen. In der oberen Halle verdoppelte Johannes Porsch die Ausstellungsfläche, indem er in die Halle einen unfertigen Würfel einbaute, der an den modernistischen White Cube erinnerte und zugleich betonte, dass der Ausstellungsort einem kontinuierlichen Prozess und ständigen Dialog zwischen künstlerischem Konzept und räumlichen Gegebenheiten unterworfen ist. In der unteren Halle setzte Eric Kläring vorhandene Bau- und Konstruktionselemente aus den Lagern der Kunsthalle Wien ein und schuf aus dem Gedanken des Recyclings heraus eine offene, den Raum gliedernde Struktur. Parallel zur Ausstellung fanden am Karlsplatz fast täglich performative und diskursive Veranstaltungen statt, bei denen das Publikum eingeladen war, aktiv an den gebotenen Aktionen teilzunehmen. Auch im Museumsquartier wurde die Ausstellung fast täglich durch Talks und Events aktiviert. Kunsthalle Wien � 25 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Zur Ausstellung erschien ein digitales Buch, das auf der Website der Kunsthalle Wien zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Es umfasst Essays der KuratorInnen, Ausstellungsansichten und ergänzende Texte von Christian Egger, Christian Höller und Stefanie Sargnagel. Der Hauptteil des Buches wurde von den teilnehmenden KünstlerInnen gestaltet. KünstlerInnen: Adrian Alecu, Ovidiu Anton, Anna Artaker, Kurdwin Ayub, Josef Bauer, Cäcilia Brown, Adrian Buschmann, Hugo Canoilas, Julian Charrière, Mitya Churikov, Eva Egermann, Christian Eisenberger, Christian Falsnaes, Marina Faust, Lukas Feigelfeld, Daniel Ferstl, Andreas Fogarasi, Heinz Frank, Heribert Friedl, Peter Fritzenwallner, G.R.A.M., Kerstin von Gabain, Till Gathmann, Aldo Giannotti, Sofia Goscinski, Julian Göthe, Eva Grubinger, Harald Gsaller, Rebekka Hagg, Michael Heindl, Nicholas Hoffman, Ana Hoffner, David Jourdan, Barbara Kapusta, Eric Kläring, Tonio Kröner, Tina Lechner, Sonia Leimer, Paul Leitner, Los Destinados(Julius Deutschbauer/ Klaus Pobitzer/ Panos Mylonas), Constantin Luser, Nana Mandl, Ralo Mayer, Christian Mayer, Sarah Mendelsohn, Melitta Moschik, Hans Nevidal, Josip Novosel, Denise Palmieri, Michael Part, Nicola Pecoraro, permanent breakfast(Friedemann Derschmidt/ Abbé Libansky/ Karin Schneider/ Barbara Zeidler), Lilly Pfalzer/ Sergio Valenzuela, Karin Pliem, Johannes Porsch, Hanna Putz, Andreas Reiter Raabe, Ritornell, Valentin Ruhry, Maru a Sagadin, Ari Sariannidis, Johann Schoiswohl, Leander Schönweger, Misha Stroj, Philipp Timischl, Jenni Tischer, Octavian Trauttmansdorff, Nadim Vardag, Salvatore Viviano, Astrid Wagner, Tanja Widmann, Birgit Zinner Kuratorische Ethik 9. bis 11. April 2015, Konferenz, Kunsthalle Wien Karlsplatz Konzeption: Vanessa Joan Müller, Nicolaus Schafhausen Diese dreitägige Konferenz war als Auftakt konzipiert, Fragen des Ausstellungsmachens im Verhältnis zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen zu diskutieren. Kuratieren leitet sich vom lateinischen Verb curare ab und bedeutet, sich um etwas kümmern und damit auch Verantwortung übernehmen – für eine Ausstellung, die beteiligten KünstlerInnen, die Werke usw. Wird in der Wirtschaft der Code of Ethics immer wichtiger, der festlegt, was legitim ist und was nicht, verschieben sich im kuratorischen Bereich seit einigen Jahren entscheidende Parameter. Das Verhältnis zwischen öffentlichen und privaten Sammlungen sowie der Umgang mit letzteren, das Verhältnis zwischen institutionellem Kunstbetrieb und dem Kunstmarkt sowie das Verhältnis zwischen KuratorInnen und KünstlerInnen haben sich ebenso subtil wie nachhaltig verändert. Im Zentrum der Konferenz stand insofern die Idee eines kuratorischen Code of Ethics: Wo gibt es Grenzen, was sind die Grauzonen? Weniger das Sprechen über Missstände als die grundlegende Anerkennung, dass es solche gibt, diente als Ausgangspunkt der Konferenz, bei der internationale VertreterInnen aus unterschiedlichen Bereichen des Kunstbetriebs zu Wort kamen. Die Konferenz wurde vollständig als Livestream im Internet übertragen und fand großes lokales wie internationales Interesse. Sie wurde zudem von der amerikanischen Online-Plattform www.e-flux.com im Rahmen von deren Conversations live kommentiert und mit einem internationalen Kunstpublikum vernetzt. TeilnehmerInnen: Pernille Albrethsen, Defne Ayas, John Beeson, Lorenzo Benedetti, Tobia Bezzola, Beatrice von Bismarck, Eva Blimlinger, Matti Bunzl, Bart de Baere, Clémentine Deliss, Fulya Erdemci, Harald Falckenberg, Anselm Franke, Zoë Gray, Jörg Heiser, Nikolaus Hirsch, Lolita Jablonskiene, Catrin Lorch, Tom McDonough, Deimantas Narkevi ius, Olaf Nicolai, Peter Pakesch, Susanne Pfeffer, Fabian Schöneich, Eva Maria Stadler, Barbara Steiner, Monika Szewczyk, Julia Voss, Markus Weisbeck Function Follows Vision, Vision Follows Reality 27. Mai bis 23. August 2015, Kunsthalle Wien Karlsplatz KuratorInnen: Luca Lo Pinto, Vanessa Joan Müller 26 Kunsthalle Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Eine Kooperation mit der Österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung und intensive Recherchen im Kiesler-Archiv bildeten den Ausgangspunkt dieser Ausstellung.„Function Follows Vision, Vision Follows Reality“ war ein Leitmotiv Kieslers, der durch seine wegweisenden Entwürfe im Bereich Architektur und Design berühmt geworden ist. Er hat aber auch zahlreiche innovative Ausstellungsdisplays geschaffen, die wesentliche Aspekte des Ausstellens zeitgenössischer Kunst konstruktiv hinterfragen. Die Schau stellte Konzepte des Displays ins Zentrum und Werke von Kiesler mit solchen zeitgenössischer KünstlerInnen in einen Dialog. Insbesondere dort, wo das künstlerische Werk selbst zum Display wird, bildeten sich interessante Schnittstellen zu Fragen von Rezeption und Vermittlung, dem institutionellen Raum als sozialem Raum und dem Anspruch zeitgenössischer Kunst insgesamt, in gesellschaftliche Bereiche einzuwirken. Ein Vortrag des Architekturtheoretikers Fabrizio Gellanti vertiefte diese Ideen und verortete sie in einem breiten designgeschichtlichen Kontext. Die begleitende Publikation zur Ausstellung präsentiert ausgewählte, bislang unveröffentlichte bzw. seit langem nicht mehr verfügbare Schriften von Friedrich Kielser zum Thema Ausstellung und Ausstellungsdesign und wurde in enger Kooperation mit der Kiesler-Stiftung erarbeitet. KünstlerInnen: Friedrich Kiesler sowie Leonor Antunes, Olga Balema, Céline Condorelli, Morton Feldman, Annette Kelm, Charlotte Moth, Francesco Pedraglio, Luca Trevisani, Nicole Wermers Pauline Baudry/ Renate Lorenz. Loving, Repeating 11. Juni bis 4. Oktober 2015, Kunsthalle Wien Museumsquartier, untere Halle Kuratorin: Maria Lind Im selben Zeitraum fand erstmals die Vienna Biennale statt, an der sich auch die Kunsthalle beteiligte. Für die untere Halle im Museumsquartier konzipierte die Gastkuratorin Maria Lind eine Einzelausstellung der Künstlerinnen Pauline Boudry und Renate Lorenz, die ein Teil des größeren von Lind kuratierten Projekts Future Light war. Dieses beschäftigte sich mit dem Erbe der Aufklärung und wie deren Metapher des Lichts in Zeiten vollständiger Transparenz und Überwachung von der Idee der Verdunkelung abgelöst worden ist. In der Kunsthalle Wien war eine raumgreifende Videoinstallation zu sehen, bei der auf drei großformatigen Screens die in den vergangenen Jahren entstandenen Filme Opaque(2014), To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation(2013) und Toxic (2012) gezeigt wurden. Gerahmt von Vorhängen und skulpturalen Requisiten entstand ein filmischer Parcours, der neuen Formen von Subjektivität und Begehren eine Bühne bot. Auch zu dieser Ausstellung erschien eine digitale Publikation, die auf der Website der Kunsthalle kostenlos abgerufen werden kann. Theoretische Texte von AutoreInnen wie Boris Buden, Clare Birchall, Reza Negarestani und anderen vertiefen die in der Ausstellung angesprochenen Thematiken von Gender, Überwachung oder Fragen des Allgemeinguts. Individual Stories. Sammeln als Porträt und Methodologie 26. Juli bis 11. Oktober 2015, Kunsthalle Wien Museumsquartier, obere Halle KuratorInnen: Luca Lo Pinto, Nicolaus Schafhausen, Anne-Claire Schmitz KünstlerInnen sammeln aus formalen, ästhetischen oder konzeptionellen Interessen heraus eine Vielzahl von Dingen. Sie legen nicht nur unabhängig von ihrem eigenen Kunstschaffen persönliche Sammlungen an, sondern erstellen auch Sammlungen, denen eine künstlerische Methode zugrunde liegt oder die sogar selbst den Status eines Kunstwerks erlangen. Die Ausstellung verstand das Sammeln als Porträt der jeweiligen SammlerInnen, aber auch als künstlerische Methode, als Ausdruck von Neugier, flanierendem Entdeckertum oder der methodischen Annäherung an besondere Objektwelten. Die eingeladenen KünstlerInnen präsentierten sowohl Kunstwerke, die auf Basis einer Sammlertätigkeit entstanden waren, als auch Sammlungen, die keinen Kunststatus hatten. Bücher, Schallplatten, Collagen, Flohmarktfunde Kunsthalle Wien � 27 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 und Archivmaterialien wurden gleichberechtigt präsentiert und fächerten ein breites Spektrum nicht nur sammlungswürdiger Objekte, sondern auch künstlerischer Arbeitsweisen auf. Kinderworkshops zum Thema Sammeln, Künstlergespräche und Themenführungen vertieften die in der Ausstellung gezeigten Ideen und inspirierten das Publikum zum Anlegen eigener Sammlungen. Das begleitende Buch zur Ausstellung nahm den Gedanken des subjektiven Blicks auf unsere Dingwelt auf: während eine Bildstrecke der Künstlerin Marie Angeletti deren Sicht auf die Ausstellung und die Kunsthalle Wien zeigt, geben alle an der Ausstellung beteiligten KünstlerInnen über ihre Motivation zu sammeln Auskunft. KünstlerInnen: Saâdane Afif, Jacques André, Marie Angeletti, Thomas Bayrle, Barbara Bloom, Herbert Brandl, Andrea Büttner, Hans-Peter Feldmann, Camille Henrot, Michaela Maria Langenstein, Pierre Leguillon, Hanne Lippard, Maurizio Nannucci, G. T. Pellizzi, Max Renkel, Michael Riedel, Hubert Scheibl, Yann Sérandour, John Stezaker, Johannes Wohnseifer Charlemange Palestine. GesammttkkunnsttMeshuggahhLaandtttt 18. September bis 8. November 2015, Kunsthalle Wien Karlsplatz Kurator: Luca Lo Pinto Der Amerikaner Charlemagne Palestine ist Komponist, Musiker, Performer und bildender Künstler. Bereits in den 70er-Jahren komponierte er repetitive Musik, die sich an den Erwartungen des westlichen Publikums rieb. Obwohl er zu Musikern wie La Monte Young, Terry Riley, Philip Glass und Steve Reich gezählt wurde, verweigerte sich Palestine dem Label Minimalismus und schuf stattdessen für seine Kompositionen den Begriff„Maximalismus“. Die Personale präsentierte das Werk von Palestine im Sinne eines„Gesamtkunstwerks“: Videoarbeiten, Skulpturen und ein Bösendorfer Imperial Piano fügten sich mit vielen dekorativen Elementen zu einem atmosphärischen Raum, der die verschiedenen Werke unhierarchisch versammelte. Hunderte von Plüschtieren, die für Palestine magisch aufgeladen sind und die er als „divine toys“ bezeichnet, bevölkerten den Raum, in dem Palestine zum Auftakt und zum Ende seiner Ausstellung jeweils eines seiner legendären Klavierkonzerte aufführte. Die Ausstellung wurde in einer erweiterten und leicht veränderten Fassung anschließend im Witte de With – Center for Contemporary Art in Rotterdam gezeigt. In Kooperation mit dem Witte de With entstand auch eine Publikation, die das Œuvre von Palestine umfassend vorstellt. Politischer Populismus 7. November 2015 bis 7. Februar 2016, Kunsthalle Wien Museumsquartier Kurator: Nicolaus Schafhausen Politischer Populismus ist nicht nur auf dem Vormarsch, er bedient sich auch wesentlich stärker popkultureller wie künstlerischer Verfahren und Ästhetiken als noch in früheren Jahren. Social Media, Werbeästhetik und mediale Inszenierung haben schlichten Parolen ein progressives Aussehen verliehen. Künstlerische Werke wiederum reflektieren diese Tendenz, kommentieren sie oder geben ihr eine subversive zweite Ebene, die die Mechanismen des politischen Populismus gegen diesen wendet. Die Ausstellung versammelte Werke internationaler KünstlerInnen, die sich mit den verschiedenen Facetten des Populismus beschäftigen, ihn analysieren, ironisch brechen, vor allem aber darauf verweisen, wie omnipräsent er geworden ist. Großformatige Werke, aufwändige, das Publikum direkt ansprechende Videoinstallationen und raumgreifende Skulpturen prägte die Schau, die bewusst kontroversiell angelegt war: das Versprechen, das Wesen des Populismus im Medium der Kunst anschaulich darzustellen, löste sie bewusst nicht ein und verwies stattdessen auf die verschiedenen Themenfelder, derer sich die populistische Rhetorik annimmt: Migration, Überwachung, Modernisierungsängste oder Digitalisierung. Die Werke zeigten in ihrer Argumentation, dass diese Themen wesentlich komplexer sind als die populistische Rhetorik suggeriert. 28 Kunsthalle Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Aufgrund der Tatsache, dass die Ausstellung und alle Veranstaltungen des umfangreichen Begleitprogramms kostenlos waren, wurde die Ausstellung überaus gut besucht und fand ein sehr heterogenes Publikum. Zahlreiche Vorträge, KünstlerInnengespräche, Filmvorführungen und Diskussionsrunden führten das Thema einer intensiven Debatte zu, die weit über die Ausstellung selbst ausstrahlte. KünstlerInnen: Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme, Lawrence Abu Hamdan, Saâdane Afif, Darren Bader, Keren Cytter, Simon Denny, Christian Falsnaes, Evgeny Granilshchikov, Flaka Haliti, Rosemary Heather, Calla Henkel und Max Pitegoff, Anna Jermolaewa, Johanna Kandl, Erik van Lieshout, Minouk Lim, Goshka Macuga, Jumana Manna, Mián Mián, Marcel Odenbach, Ahmet Ö üt, Trevor Paglen, Hito Steyerl, Jun Yang Preis der Kunsthalle Wien 27. November 2015 bis 17. Januar 2016, Kunsthalle Wien Karlsplatz Kurator: Lucas Gehrmann Der Preis der Kunsthalle Wien wurde 2002 in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien ins Leben gerufen und seither zwölf Mal verliehen. 2015 wurde er erstmals an je eine Absolventin beider Wiener Kunstuniversitäten vergeben. Preisträgerinnen waren Karina Mendreczky und Anastasiya Yarovenko. Mendreczkys Installation Thin Dream sprach auf lyrische Weise Fragen nach Realität und Illusion in unserer Wahrnehmung von Natur an sowie Möglichkeiten der Darstellbarkeit unterschiedlicher Realitätsebenen im Zeitalter digitaler Medien.„Landschaft“ manifestierte sich in einem real-räumliches und zugleich ephemer wirkenden Bild aus Licht und Schatten, aus transparenten Naturversatzstücken und zeichnerischen Projektionen. Anastasiya Yarovenko beschäftigt sich mit der Beziehung des Körpers zu gesellschaftlichen Strukturen und Verhaltensweisen, zu Raum und Umgebung. Ihre Installation Mimicry setzte sich aus teilweise funktionalen, teilweise autonomen Objekten zusammen, die sich zusammen in eine tragbare Transportkiste verpacken ließen. Mit Bezug zu politisch-sozialen Realitäten versuchte sie, das Feld der Bedürfnisse und Notwendigkeiten zu überdenken und deren unmittelbare Grenzen zu erkunden. Counter/Acting: Self-Organized Universities 4. und 5. Dezember 2015, Konferenz, Kunsthalle Wien Museumsquartier, Lounge Wo formieren sich gegenwärtig in Kunst und Bildung Initiativen, die in bestehende Verhältnisse intervenieren und Veränderungen verwirklichen? In Vorträgen, Projektvorstellungen und Workshops ermöglichte die Konferenz(eine Koproduktion der Kunsthalle Wien und der Akademie für bildende Kunst/ Fachbereich Kunst und Bildung am Institut für das künstlerische Lehramt) einen intensiven Austausch mit AktivistInnen, ForscherInnen, Studierenden und Lehrenden, die neue Perspektiven eines kollektiven Lernens entwickeln. Das Symposium wurde konzipiert von Andrea Hubin(Kunsthalle Wien), Elke Krasny(Akademie der bildenden Künste) u. a. Mit: Athena Athanasiou, Paula Cobo-Guevara, Emily Ngubia Kessé, Rubia Salgado, Pelin Tan, University of Colour – Dania Awin, Soraya Basaran, Tara Flach und Inez van der Scheer Workshops: Silent University – Pelin Tan; Murmurae – Paula Cobo-Guevara; University of Colour – Dania Awin, Soraya Basaran, Tara Flach and Inez van der Scheer; Emily Ngubia Kessé; PROSA. Projekt Schule für Alle! – Azra Bajrica und Sina Farahmandnia; Universität der Ignorant_innen/maiz/das kollektiv – Rubia Salgado und Gergana Mineva Kunsthalle Wien � 29 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Weitere Projekte der Kunsthalle Wien Der Skulpturenplatz im Außenraum der Kunsthalle Wien Karlsplatz wurde 2015 mit einer Plakatwand von Ken Lum gestaltet, der das Foto eines Paares mit Kind unterschiedlicher Ethnien im Stil klassischer Werbeästhetik zeigte. Der begleitende Slogan„Kunsthalle Wien – coming soon“ verlieh dem Motiv irritierende Ambivalenz. Nach Aufstellung des Werks gab es eine Podiumsdiskussion mit Ken Lum und VertreterInnen einer politisch geprägten Fotografie. Prinzip Hoffnung. Künstlerische Perspektiven auf russische Industriestädte 3. September bis 25. Oktober 2015, Trekhgornaya Manufaktura, Moskau Kuratoren: Simon Mraz, Nicolaus Schafhausen In Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum in Moskau Neu geschaffene Industriestädte sollten seit Gründung der Sowjetunion Motor und Herzstück einer neuen industriellen Welt sein. Als Monostädte in dünn besiedelten Gebieten aus dem Boden gestampft, symbolisierten sie die Vorstellung von einem zukünftigen besseren Leben. Im Fokus des Ausstellungsprojekts lag die künstlerische Erschließung dieser Orte. Neben der fotografischen Erfassung der Industriestädte positionierten sich die Werke der bildenden KünstlerInnen zwischen Utopie und sozialer, politischer, wirtschaftlicher oder technischer Realität. Ihr Blick auf die Vergangenheit wurde dabei oftmals erweitert um die Frage nach Möglichkeiten des heutigen und zukünftigen Zusammenlebens. Der Beitrag zur 6. Moskau Biennale Zeitgenössischer Kunst setzte auf das kreative Potenzial unentdeckter Orte. Die eingeladenen KünstlerInnen bereisten sieben Industriestädte und entwickelten anschließend neue Arbeiten. Destinationen der Studienreisen waren Ekaterinburg, Ishevsk, Ivanovo, Magnitogorsk, Nishni Nowgorod, Norilsk und Wyksa. KünstlerInnen: Iwan Baan, Fabian Bechtle, Cäcilia Brown, Elena Chernychova, Leon Eisermann, Lukas Feigelfeld, Andreas Fogarasi, LaToya Ruby Frazier, Tue Greenfort, Leon Kahane, Dimitry Kawarga, Anfim Khanikov, Ira Korina, Susanne Kriemann, Sonia Leimer, Mish Mash, Igor Mukhin, Yuri Palmin, Hanna Putz, Sergey Saposhnikov, Nikita Shokov, David Ter-Organian, Where Dogs Run Moskau Biennale 22. September bis 1. Oktober 2015 Kuratoren: Defne Ayas, Bart de Baere, Nicolaus Schafhausen Die 6. Moskau Biennale gestaltete sich als zehntägiges Festival, bei dem Performances, Filmvorführungen, Talks und Vorträge im Zentrum standen. Im Sinne eines Live-Events, das sich über die Dauer der Biennale verändert und das Publikum aktiv mit einbezieht, reagierten künstlerische Beiträge und theoretische Debatten aufeinander. Das Motto„How to gather? Acting in a center in a city in the heart of the island of Eurasia“ fächerte ein breites Spektrum gesellschaftsrelevanter Positionen auf, die von der skulpturalen Intervention über partizipative Performances bis zu Vorträgen internationaler UrbanistInnen und ÖkonomInnen reichte. TeilnehmerInnen: Ackbar Abbas, Saâdane Afif, Maria Thereza Alves, Burak Arikan, Badi Badalov, Birdhead, Ricardo Brey, Ilya Budraitskis, Weng Choy Lee, Vaast Colson, Keren Cytter, Simon Denny, Els Dietvorst, Jimmie Durham, Ieva Epnere, Isa Genzken, Pascal Gielen, Liam Gillick, Evgeny Gontmakher, Evgeny Granishchikov, Ulrike Guérot, Flaka Haliti, Rana Hamadeh, Honoré d’O, Fabrice Hyber, Anna Jermonlaeva, Leon Kahane, Alevtina Kakhidze, Suchan Kinoshita, Aleksander Komarov, Andrey Kuzkin, Gabriel Lester, Hanne Lippard, Goran Petrovic Lotina, Ives Maes, Taus Makhacheva, Mariana Mazzucato, Tom McDpnough, Almagul Menlybaeva, Mian Mian, Nástio Mosquito, Li Mu, Katja Novitskova, Ho Tzu Nyen, Chan-Kyong Park, Michelangelo Pistoletto, David Polzin, Jon Rafman, Meggy Rustamova, Saskia Sassen, 30 Kunsthalle Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Augustas Serapinas, Otto Snoek, Luc Tuymans, Anne-Mie Van Kerckhoven, Maya Van Leemput, Johanne van Overmeir, Maarten Vanden Abeele, Yanis Varoufakis, Anton Vidokle, Eyal und Ines Weizman, Peter Wächtler, Lu Yang, Anastasiya Yarovenko, Qui Zhijie, Konstantin Zvezdochotov KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Die Aufgabe von KÖR ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten bzw. temporären künstlerischen Projekten. Dadurch soll die Identität der Stadt und einzelner Stadtteile im Bereich des Zeitgenössischen gestärkt sowie die Funktion des öffentlichen Raums als Agora – als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Debatte – wiederbelebt werden. KÖR versteht Kunst im öffentlichen Raum nicht als Dekor, sondern als Angebot zur Auseinandersetzung mit Inhalten und radikalen ästhetischen Setzungen sowie als symbolische Markierung bislang kulturabstinenter Territorien. Team Martina Taig(Geschäftsführerin), Barbara Horvath(Produktionsleitung), Nora Höglinger (Projektassistenz und Office) Jury Eva Maria Stadler(Juryvorsitzende), Berthold Ecker, Thorsten Goldberg, Marie-Therese Harnoncourt, Barbara Wolffer Kuratorium Josef Cser, Wolfgang Förster, Franz Kobermaier, Elisabeth Mayerhofer, Beatrix Rauscher, Ursula Schwarz Projektförderungen Es fanden drei Jurysitzungen statt, zu denen 75 Projekte eingereicht und der Jury vorgelegt wurden. Sechs Projekte wurden mit einer Förderung unterstützt(Umsetzung 2015 und 2016). Im Jahr 2015 hat KÖR insgesamt 14 Projekte(13 temporäre, 1 permanentes) und eine Publikation umgesetzt. Dabei waren insgesamt 63 Kunstschaffende, davon 28 Künstlerinnen und 35 Künstler(inkl. eingeladene WettbewerbskünstlerInnen) involviert. Projektförderungen Planung 2016 Darüber hinaus wurden für die Fertigstellung bzw. Umsetzung im Jahr 2016 vorerst weitere neun Projekte initiiert(6 temporäre, 3 permanente). Ein permanentes Werk wird durch einen Wettbewerb ausgelobt. Bei den neun initiierten Projekten sind vorerst 25 Kunstschaffende, davon sechs Künstlerinnen und 19 Künstler(exkl. eingeladene WettbewerbskünstlerInnen) involviert. Temporäre Projekte/ Umsetzung 2015 Ruth Beckermann: The Missing Image 12. März bis 30. November 2015, Installation am Albertinaplatz, 1010 Wien Das 1988 von Alfred Hrdlicka geschaffene„Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“ wurde durch eine temporäre Installation von Ruth Beckermann neu kontextualisiert. Kunsthalle Wien• KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 31 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Installation„The Missing Image“ bezieht sich auf die als Erinnerung an den AnschlussPogrom im März 1938 geschaffene Bronzefigur eines liegenden bärtigen Mannes mit einer Bürste in der Hand, die einen straßenwaschenden Juden darstellen soll. Dieser Figur fügt Ruth Beckermann die fehlenden Bilder der lachenden Zuseher hinzu. Mit scharfer Lauge und Bürsten, manchmal auch mit Zahnbürsten, mussten Juden die Symbole und Parolen des Ständestaates vom Gehsteig waschen. Diese Aktionen wurden„Reibpartien“ genannt und waren eine Erfindung der Wiener Antisemiten. Stefan Oláh: 41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der Gewalt 16. April bis 3. Juli 2015, Ausstellung am Äußeren Burgtor/ Heldenplatz, 1010 Wien An zwei Schauplätzen zeigte die Ausstellung die Verdichtung der Gewalt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in Österreich. Am 29. März 1945 betrat die Rote Armee erstmals im Raum Klostermarienberg österreichischen Boden. Damit begann eine Phase, in der das nationalsozialistische Regime sein Gewaltpotenzial noch einmal intensivierte. In den 41 Tagen vom 29. März bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 fielen noch tausende Menschen in Österreich dem NS-Terror zum Opfer. Auf dem Heldenplatz veranschaulichten zwölf ausgewählte Orte – fotografiert von Stefan Oláh – Gewaltverbrechen des NS-Regimes, das bis zur letzten Minute versuchte, sein Terrorsystem in Österreich aufrecht zu erhalten. Simone Zaugg: raising the bar 28. April 2015 bis Frühjahr 2016, Installation am Naschmarkt(Kettenbrückengasse/ Landparteienplatz gegenüber Marktamtsgebäude) Die Schweizer Künstlerin Simone Zaugg hat für den Naschmarkt ein temporäres Mahnmal für die homosexuellen und transgender NS-Opfer konzipiert. Formal anschließend an das bestehende Metallgeländer der Flohmarktmeldestelle an der Kettenbrückengasse entwarf Simone Zaugg ein labyrinthisches Geländersystem, das stetig höher wird. Wahrgenommen werden konnte es sowohl als metaphorische Zwangsjacke als auch als spielerischer Parcours. Als abstrakte Skulptur thematisierte das Geländerlabyrinth Einschlüsse und Ausschlüsse, das Gefangensein und das Durchschlüpfen sowie ein Ordnungssystem, das ausgeweitet werden kann. Seine Struktur, die den Körper in eindeutige Bahnen lenkt, erinnert an den Zwangsapparat der„Heteronormativität“, die unsere Gesellschaft als Weltanschauung bis heute prägt, Heterosexualität als soziale Norm postuliert und damit einen Standard vorgibt, an dem alles gemessen wird. Die zunehmende Höhe der Konstruktion ermöglichte ein Durchschlüpfen, ein Unterwandern der Barrieren und somit das Verlassen und Überwinden des vorgegebenen Systems.„Raising the bar“ ist eine englische Redewendung und bezeichnet das Höherlegen einer Messlatte. Der Titel der Arbeit vermittelte damit die Ambivalenz zwischen unerreichbaren Maßstäben und der Idee von Barrieren, die überwunden werden können. Julius Deutschbauer/ Klaus Pobitzer: Habs-Burgerstand 7. Mai bis 6. Juni 2015, Intervention an verschiedenen Orten Wiens: Schloss Schönbrunn, Franz-Josefs-Bahnhof, Carte Blanche, MuseumsQuartier, Rooseveltplatz/ Votivkirche Fünf Wochen lang wurde zwischen dem Ausrollen und dem Einziehen der Habs-Burgerfahne Programm gemacht, das sich aus Konzert, Performance, Lesung, Film, Interview, Diskussion und Lamentieren selbst zusammenflickt, überstrahlt von Beiträgen aus dem Archiv, das zu Beginn noch nicht existierte, aber mit jedem Tag wuchs. Es gab am Habs-Burgerstand auch, was die kaiserliche Familie nicht erwartet hätte, einen Flatscreen, und, was der moderne Wiener von seinem Würstelstand nicht erwartet, eine Handbibliothek. Julien Berthier: Monumental Break 17. Juni bis 1. November 2015, Installation am Kunstplatz Graben, Höhe Nr. 21, 1010 Wien Der französische Künstler Julien Berthier hat die Idee und Funktion des heroischen Reiterstandbilds für den Kunstplatz Graben weiterentwickelt. Der Starre und einschüchternden 32 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wirkung, die derartige Monumente normalerweise vermitteln, verschaffte er eine Pause: MONUMENTAL BREAK. Ausgehend von einer Skulptur aus Gießharz, die einer klassischen Bronze nachempfunden ist, intervenierte Berthier dabei sowohl in Richtung des Reiters, der in seiner sitzenden Position vom Körper des Pferdes losgelöst und auf den Boden verfrachtet wurde, als auch in Richtung des Pferdes, dessen sonst hoch erhobener Kopf gesenkt, eine grasende Haltung einnahm. Der Künstler befragte damit Demonstration und Repräsentation von Macht und Historie im öffentlichen Raum. In the Still of the Night 20. Juni bis 12. Oktober 2015, Interventionen im Barnabitenviertel und Esterházypark, 1060 Wien Wer darf den öffentlichen Raum nutzen? Wann, wie lange und zu welchem Zweck? Die Antworten auf diese Fragen sind einem Prozess der ständigen Verhandlung zwischen unterschiedlichen Gruppen und Interessen unterworfen und führen zu Reglementierungen und Aufteilungen. Der öffentliche Raum wird zu einem hart umkämpften Territorium. Für das konkrete Viertel um den Esterházypark ergeben sich Spannungsmomente aus der Aufteilung des Raums zwischen Konsum, Erholung, Freizeitgestaltung und Wohnen. Die KünstlerInnen nahmen in unterschiedlicher Weise auf die ereignisreiche Geschichte des Ortes – von der Türkenbelagerung(Kirche Mariahilf) über die Zeit des Nationalsozialismus (Flakturm) und die Nutzung des Esterházyparks als Treffpunkt für Homosexuelle bis zur aktuellen Betreuung von Obdachlosen durch die Caritaseinrichtung Die Gruft – Bezug. Die künstlerischen Projekte wurden in unterschiedlichen Medien und Materialien umgesetzt und reichten von skulpturalen, installativen, partizipatorischen und performativen Interventionen bis hin zu Projekten, die mit Text oder Sound arbeiteten. KünstlerInnen: Iris Andraschek/ Hubert Lobnig, Anna Artaker, Franz Kapfer, Johannes Porsch, Markus Proschek, Toni Schmale Eine Kooperation mit der Kulturplattform Mariahilf, kuratiert von Hemma Schmutz. Zum Projekt erschien ein Vermittlungsfolder, der während der Laufzeit des Projekts in Lokalen und Institutionen rund um den Aufstellungsort zur freien Entnahme aufgelegt war. 20 SECONDS FOR ART 6. Juli bis 30. August 2015, Präsentation auf den INFOSCREENs im Netz der WIENER LINIEN Kurzfilm-Wettbewerb(fünf prämierte Kurzfilme) in Kooperation mit INFOSCREEN Von INFOSCREEN und KÖR 2013 initiiert, fand dieser Wettbewerb 2015 zum zweiten Mal statt. Kunstschaffende wurden zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema„Stadt-Bild“ eingeladen, das es in Form von tonlosen 20-Sekunden-Kurzfilmen zu visualisieren galt. Die Kurzfilme sollten eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Stadt und Urbanität darstellen. Die Fragen nach der Öffentlichkeit und der Rolle der Kunst im öffentlichen Raum konnten als Ausgangspunkt herangezogen werden. Aus rund 200 Einreichungen konnten schließlich fünf PreisträgerInnen ausgewählt werden. Die ausgewählten Kurzfilme wurden jeweils zwei Wochen alle sieben Minuten auf den INFOSCREENs in Wien gezeigt. GewinnerInnen: Claudia Larcher, Laura Skocek, Peter Roehsler, Anna Watzinger, Peter Zolly Leopold Kessler: Kollektive Rüttelplatte 31. Juli 2015 bis 31. Jänner 2016, Installation auf der Mariahilfer Straße/ Ecke Schadekgasse, 1060 Wien Die„Kollektive Rüttelplatte” ist der Prototyp einer Vibrationsmaschine für bis zu 20 Personen. Das selbstzentrierte Formen und Entspannen des eigenen Körpers wird zu einer gemeinsamen Erfahrung des Schwingens in der gleichen Frequenz. Trotz der vielen Varianten und der langen Geschichte dieses Prinzips wurden rüttelnde Geräte immer nur für eine Person gebaut. In sozialistischen Ländern war die Technik zudem nur einigen ausgewählten Menschen vorbehalten, KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 33 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 in unserer spätkapitalistischen Gesellschaft verschafft sie Individuen einen kleinen Vorteil im täglichen Wettbewerb. Jörg Jozwiak: Notausgang 25. September bis 9. Oktober 2015, Installation am Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien Am 25. September – dem Langen Tag der Flucht 2015 – wurden am Maria-Theresien-Platz um 10 Uhr zwei Flaggen mit dem Motiv des Notausgangschildes gehisst. Sowohl die Bedeutung von Fluchtwegschildern als auch die von Flaggen ist durch Konventionen festgelegt. Flaggen repräsentieren Länder, Verwaltungseinheiten und Organisationen. Rettungs- und Fluchtwegschilder bieten Orientierung in Notsituationen. Werden beide vereint, kommt ihre Bedeutung ins Flattern. Weder ist definiert, wem hier ein Ausweg gewiesen wird, noch wer dies tut oder wo sich dieser befindet. Notausgänge müssen unmissverständlich gekennzeichnet sein. Unklarheiten können fatale Folgen haben. Der Hinweis auf einen Notausgang, der vom Wind abhängig und somit überall und nirgends ist führt dieses Prinzip ad absurdum. Durch die Präsentation am Langen Tag der Flucht und die aktuellen Debatten um Flüchtlinge, Asyl und Migration stand die Arbeit automatisch in einem bestimmten politischen Kontext. Es bieten sich aber auch andere Anschlussmöglichkeiten. Die Flaggen mögen etwa als eine Metapher dafür verstanden werden, wie schnell sich Wind, Schicksal und Wege ändern können. Nicht zuletzt sind sie auch ein semiotisches Spiel, eine Irritation im öffentlichen Raum und eine Befragung von Hoheitszeichen und Ortskennzeichnungen. The Significant Other 26. September 2015 bis 26. März 2016, skulpturale Interventionen im Korea Kulturhaus, Arbeiterstrandbadgasse 122/ Pavillon am Irissee, Donaupark, 1220 Wien Zehn skulpturale Interventionen aus den Bereichen der textuellen Bildhauerei und der transmedialen Kunst nahmen Bezug auf den architektonischen Kontext des Korea Kulturhauses im Donaupark. Das Gebäude aus dem Jahr 1964 – anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau als Seerestaurant errichtet – bietet mit seinem historischen Bestand aus der Wiener Moderne in Kombination mit Betonelementen der koreanischen Architektur Raum für künstlerische Auseinandersetzung. Nach unterschiedlicher Zwischennutzung, etwa als Disco oder Fitnessclub, wurde es schließlich von der koreanischen Gemeinschaft in Wien als kulturelles Zentrum etabliert. Der Park mit seinem Wegesystem, seinen Plattformen und dem Donauturm sowie die Skyline der Unocity bieten vielfältige Bezugspunkte für Kunst im öffentlichen Raum. Die als Ausstellungsgelände angelegte Landschaftsarchitektur wurde zum Ort für zeitgenössische Skulptur. KünstlerInnen: Steffi Alte, Belén, Sunah Choi, Benjamin Hirte, Isabella Kohlhuber, Roland Kollnitz, Axel Koschier, Christoph Meier, Imre Nagy und Andreas Perkmann Berger, Bernhard Rasinger, Nicolas Jasmin Kunstgastgeber Gemeindebau/ Am Schöpfwerk Eröffnung: 29. September 2015, Installationen im Gemeindebau am Schöpfwerk, 1120 Wien Weitere Präsentationstermine: 3., 9., 10., 15. Oktober 2015 In Kooperation mit wohnpartner und Wiener Wohnen Sechs KunstgastgeberInnen luden ein kunstinteressiertes Publikum in ihre Wohnungen oder unmittelbare Umgebung ein. Unterschiedlichste Biographien(unter anderen von Chucho el Roto, Rummu Jüri, el Lute, Enric Duran, Carmine Crocco, Sánchez Gordillo) dienten als Assoziationsvorlagen für die Arbeitsgemeinschaft aus KunstgastgeberInnen und KünstlerInnen. Daraus entstanden unabsehbare performative Interventionen in Form einer von allen Beteiligten gemeinsam erdachten Geschichte – ein Filmset in sechs Szenen. KünstlerInnen: hoelb/hoeb, Andrea Maurer, Matthias Meinharter, Notfoundyet, Frans Poelstra, Martin Putz, Schule für Dichtung Kurator: Gerald Straub 34 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 MISSION W— Skulptur im Wienerwald 4. Oktober bis 31. Oktober 2015, Biospärenpark Wienerwald, 1160 Wien Das temporäre Ausstellungsprojekt von Eva Engelbert und Katrin Hornek war als Versuchsanordnung konzipiert, um auf die gegenseitige Durchdringung von Gewachsenem und Konstruiertem, Kontrollierbarem und Ungewissem, von Geoengineering und Klimawandel zu reagieren. Eine Mission in den Wald, auf der komplexe politische, soziale und historische Überschneidungen untersucht werden. Die Herangehensweisen der teilnehmenden KünstlerInnen waren teils formal, teils konzeptuell. Einige Arbeiten änderten ihren Standort, schmolzen, wurden von Tieren gefressen oder mitgenommen, um dann wieder nachbestückt zu werden. Andere verwiesen auf vor Ort anzutreffende Objekte bzw. Bauwerke wie Infotafeln, Futterkrippen, Sitzbänke oder den unter dem Berg gelegenen und von den Nationalsozialisten errichteten Gaugefechtsstand Wien, umgangssprachlich„Schirachbunker“ genannt. Neben historischen Anknüpfungspunkten spielten auch Experimente in hermetisch abgeschlossenen, sich selbst erhaltenden Ökosystemen eine Rolle – wie die amerikanische„Biosphere 2“(seit 1991) und die sowjetische„BIOS-3“ (seit 1972). KünstlerInnen: Eva Engelbert, Katrin Hornek, Barbara Kapusta/ Noële Ody, Ludwig Kittinger, Ralo Mayer, Klaus Schafler, Susanne Schuda, Eva Seiler, Ekaterina Shapiro-Obermair und Johanna Tinzl Guerilla Walk mit Oliver Hangl feat. Barbis Ruder 22. und 23. Oktober 2015, geführte Audio-Touren durch die Josefstadt, 1080 Wien Der Wiener Performance- und Medienkünstler Oliver Hangl inszenierte eine geführte AudioTour, die die BesucherInnen durch öffentliche und private Räume in Wien Josefstadt und Umgebung navigierte. Per Funksystem und eigener Stromversorgung unterwanderte der Künstler gemeinsam mit der Performancekünstlerin und Musikerin Barbis Ruder urbane Systeme und lieferte via Kopfhörer Informationen zu den Routen durch den Stadtdschungel. Die beiden Guides kommentierten und fiktionalisierten Ort und Ereignis und(ver-)leiteten auch die TeilnehmerInnen, den Zufall als Möglichkeit zu begreifen und aktiv auf das Unerwartete zu reagieren. Permanentes Projekt Maria Anwander/ Ruben Aubrecht: Denkmal Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf Eröffnung: 15. September 2015, Vorplatz der S45-Station Hernals, 1170 Wien KÖR und die Bezirksvorstehung Hernals haben 2013 einen Wettbewerb zur Erlangung von Denkmalentwürfen in der Auseinandersetzung mit der Aufarbeitung des Widerstandskampfes während des Austrofaschismus und Nationalsozialismus im Rahmen der Gestaltung des Vorplatzes der Station der S45 in Hernals durchgeführt. Die Gedenkstätte ist Menschen aus Hernals gewidmet, die vom Faschismus verfolgt wurden, im Widerstand gegen ihn kämpften oder sich zur Wehr setzten. Sie entstammten allen politischen Lagern, Volksgruppen, weltanschaulichen Bereichen und religiösen Bekenntnissen. Als Wettbewerbssieger wurde das Projekt von Maria Anwander und Ruben Aubrecht gekürt, das im September 2015 eröffnet wurde. Die von Anwander und Aubrecht konzipierte Gedenkstätte zeigt auf einer Flip-Dot-Anzeige die Namen von mehr als 2 000 Personen in einer Endlosschleife. Für einige Minuten wird jede und jeder einzelne persönlich gewürdigt und steht so für die gesamte Bandbreite der politischen Verfolgung und des wachsenden Widerstandes in der Bevölkerung von Hernals in den Jahren 1934 bis 1945. Widerstand gegen Faschismus und Krieg entspricht dem Freiheitsstreben der Menschen. Das Denkmal auf dem„Platz der Freiheit“ greift das Motiv der individuellen Entscheidung, sich aktiv dem Terror des Nationalsozialismus entgegenzustellen, auf und besitzt das Potenzial, einen Nachdenkprozess über die eigene Zivilcourage zu initiieren. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 35 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Geladene Wettbewerbsverfahren Künstlerische Gestaltung der U1 Altes Landgut, 1100 Wien AusloberInnen: KÖR in Kooperation mit den WIENER LINIEN Geladene KünstlerInnen: Mara Mattuschka, Yves Netzhammer, Eva Schlegel Wettbewerbssieger: Yves Netzhammer Künstlerische Gestaltung der U1 Troststraße, 1100 Wien AusloberInnen: KÖR in Kooperation mit den WIENER LINIEN Geladene KünstlerInnen: Marcus Geiger, Michael Kienzer, Stefan Sous Wettbewerbssieger: Michael Kienzer Publikationen 2015 Kunstgastgeber Gemeindebau: Robert Uhlir-Hof, 1020 Wien Die Publikation dokumentiert das Projekt Kunstgastgeber Gemeindebau: Robert-Uhlir-Hof, das zwischen 14. und 30. Oktober 2014 stattgefunden hat. Vermittlungsprogramm Exkursion: Kunstprojekte entlang der U2 Karlsplatz bis Seestadt 25. März 2015, geführt von Martina Taig und Ernst Woller Exkursion: Kunstprojekte im urbanen Raum Wien 20. April 2015, geführt von Martina Taig und Ernst Woller KuratorInnenführungen: In the Still of the Night 30. Juni und 6. Oktober 2015, geführt von Hemma Schmutz VIENNA ART WEEK – KuratorInnenführung: Kunstgastgeber Gemeindebau/ Am Schöpfwerk 22. November 2015, geführt von Gerald Straub KÖR Projekte in der Ersten Wiener Fußwegekarte erschienen im Frühjahr 2015 in Kooperation mit der Mobilitätsagentur Wien KÖR Wien auf Instagram Seit Mai 2015 besitzt KÖR einen Instagram-Account: www.instagram.com/koerwien Vorschau 2016 Temporäre Projekte/ Umsetzung 2016 Georg Weckwerth: frequ_out 12 VIENNA – the last edition Projektlaufzeit: 23. April bis 1. Mai 2016 � TONSPUR_intervention am Wien Kanal am Karlsplatz,„Dritte Mann Location“ � Christian Hasucha: DIE INSEL Projektlaufzeit: Anfang Juni bis Anfang Juli 2016 Projektort noch nicht festgelegt 36 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Nevin Aladag: Künstlerische Installation am Kunstplatz Graben 2016 Projektlaufzeit: April bis Oktober 2016 Stefan Dillemuth: Der Elefant der Bohème Projektlaufzeit: Sommer/Herbst 2016 Projektort noch nicht festgelegt Oliver Augst: Kippenberger hören Projektlaufzeit und Projektort noch nicht festgelegt Ernst Strouhal: Die Welt im Spiel – Phase 1 Projektlaufzeit und Projektort noch nicht festgelegt Permanente Projekte/ Wettbewerbe Henning Bohl: Künstlerische Gestaltung von vier Mauer-Segmenten(Nähe U3 Ottakring), 1160 Wien Umsetzung: Frühjahr 2016 Von der Station U3-Ottakring entlang der Kendlerstraße Richtung U3-Station Kendlerstraße werden vier Bildflächen auf der U-Bahn-Stützmauer neu gestaltet. Michaela Melián: Künstlerische Gestaltung des Verbindungstunnels von der U2-Station Schottenring zum Ausgang Herminengasse, 1020 Wien Umsetzung noch nicht festgelegt Der Verbindungstunnel soll eine Gestaltung erfahren, welche die Schicksale der deportierten Juden aus der Herminengasse aufarbeitet. Geladener Wettbewerb für Gedenkstätte am ehemaligen Aspang-Bahnhof, 1030 Wien Umsetzung ab 2017 � Am Gelände des ehemaligen Aspang-Bahnhofs, von dem aus 45 000 Juden deportiert wurden, � soll eine Gedenkstätte gestaltet werden. � Publikationen 2016 Kunstgastgeber Gemeindebau: Am Schöpfwerk, 1100 Wien Erscheinungstermin: Frühling 2016 Die Publikation dokumentiert das Projekt Kunstgastgeber Gemeindebau: Am Schöpfwerk, das zwischen 29. September und 15. Oktober 2015 stattgefunden hat. Vermittlungsprogramm 2016 Relaunch der KÖR-Homepage: www.koer.or.at KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien � 37 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kulturelles Erbe Wiener Altstadterhaltungsfonds Der Wiener Altstadterhaltungsfonds wurde 1972 in der Folge der sogenannten„Altstadterhaltungsnovelle“ ins Leben gerufen. Das Ziel dieses Subventionsinstruments war und ist, im Stadtbild wirksame Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten, das heißt jenen Kostenmehraufwand, der über ordnungsgemäße Erhaltungsarbeiten hinausgeht, zu fördern. Dahinter steht vor allem der Anspruch, das Stadtbild zu erhalten und so über das„Gesicht der Stadt“ den Zugang zur„Geschichte der Stadt“ zu ermöglichen. Das Ergebnis der geförderten Arbeiten kommt also nicht nur den EigentümerInnen von historischen Bauten sondern vielmehr allen BewohnerInnen und auch BesucherInnen Wiens zu Gute. Im Bereich des Sakralbaus wurden die großangelegten Bauvorhaben zur Instandsetzung der Votivkirche am Rooseveltplatz sowie der Pfarrkirche St. Brigitta am Brigittaplatz fortgeführt. Obwohl unterschiedlich in Erscheinung und Anspruch sind beide Kirchen in der Formensprache des 19. Jahrhunderts ausgeführt. Am anderen Ende des zeitlichen Spektrums des Wiener Sakralbaus steht die Virgilkapelle. Der erste Kapellenbau wurde bereits 1304 von der Schreiberzeche (Bruderschaft der Notare und Beamten) gestiftet. 1338 durch das Magdalenenkirchlein ersetzt und 1781 endgültig abgerissen blieb nur die Unterkirche erhalten. Diese wurde im Zuge des U-Bahnbaus am Stephansplatz wiederentdeckt. In einer längeren Umbauphase gelang es, die sensiblen mittelalterlichen Architekturoberflächen durch ausgeklügelte Klimatechnik zu stabilisieren und so die Kapelle der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Zu den Profanbau-Förderprojekten gehörte unter anderen das Künstlerhaus am Karlsplatz. 1865 bis 1868 von August Weber als Ausstellungs- und Versammlungsgebäude der„Gesellschaft bildender Künstler Österreichs“ geplant, erhielt das Gebäude 1881/82 noch zwei zurück versetzte eingeschossige Flügelbauten. Gegenstand des ersten Bauabschnitts war nun die Fassade des linken Flügels, der, 1947 bis 1949 von Alfons Hetmanek zum Kino umgebaut, einen zeitgemäßen Eingangspavillon mit ausladendem Vordach erhalten hat. In einem zweiten Bauabschnitt folgte die Instandsetzung des Mittelrisalits der Hauptfassade. Erwähnenswert ist auch das am Schnittpunkt von Neubau- und Richtergasse nahe der Mariahilferstraße gelegene dreigeschossige Haus Neubaugasse 16. Das heute inmitten einer dichten, gründerzeitlichen bzw. secessionistischen Bebauung liegende Haus der biedermeierlichen Vorstadt, stellt mit seiner schlichten Fassadengliederung ein wesentliches und bemerkenswertes historisches Bauelement der Schutzzone Neubau dar. Dem Sepulkralbereich zuzuordnen sind die weiterführenden Restaurierungen an den Grabsteinen des ältesten jüdischen Friedhofs Wiens in der Seegasse im 9. Bezirk und auch das schon seit Jahren laufende Restauriervorhaben am Friedhof St. Marx, dem letzten erhaltenen Biedermeierfriedhof der Stadt Wien. Er gehörte zu jenen fünf Kommunalfriedhöfen, die 1784 aus hygienischen Überlegungen von Kaiser Joseph II. auf außerhalb der Stadt gelegenen Flächen errichtet wurden. 2015 wurden hier rund 30 Grabsteine restauriert und eine statische Überprüfung aller Grabsteine durchgeführt. Denkmalpflege Wiens Kunstwerke im öffentlichen Raum stellen in repräsentativer Weise das über mehrere Jahrhunderte entstandene Schaffen bildender KünstlerInnen ähnlich einem riesigen, jederzeit zugänglichen Freilichtmuseum dar. Das Referat Kulturelles Erbe hat für mittlerweile etwa 9 500 dieser Freiplastiken(Denkmäler, Sakrale Kleindenkmäler, Profanplastiken, Grabmäler, Ehrengräber) und Gedenktafeln die denkmalpflegerische Obhut übernommen. Das beinhaltet unter anderem Restaurierungen, Reinigungen, Stand- und Verkehrssicherheitskontrollen, die Bereitstellung und Verwaltung des Budgets sowie die Beantwortung von Anfragen. 38 Kulturelles Erbe � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 2015 wurden bei rund 170 Kunstobjekten Reinigungs- bzw. Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Als Beispiele hierfür können die Restaurierungen der sakralen Kleindenkmäler„Lichtsäule“(Einwanggasse, 14. Bezirk), und„Weisses Kreuz“(Familienplatz, 16 Bezirk) sowie des Denkmals„Johann Bernhard Fischer von Erlach“(1867/1902) im Rathauspark genannt werden. Bei den Profanplastiken sind vor allem die Arbeiten am„Mädchen mit Reh“ in einer öffentlichen Schule in der Grünentorgasse(9. Bezirk) und an der„Ehemaligen Brunnenanlage“ von Heinz Leinfellner und Fritz Tiefenthaler(1976) in der Schwendergasse(15. Bezirk) zu erwähnen. In Vorbereitung des ab 2016 laufenden Restaurierungsprojekts am„Admiral Tegetthoff Denkmal“ wurde eine Musterfläche erstellt und die erste Etappe der Restaurierungsmaßnahmen an den Grabdenkmäler im Schubertpark konnte 2015 abgeschlossen werden. Von den 2015 neu errichteten Kunstwerken im öffentlichen Raum hat die MA 7 unter anderen zwei Denkmäler in Obhut übernommen, die sich beide mit den Opfern bzw. WiderstandskämpferInnen der NS-Zeit auseinandersetzen: zum einen das Mahnmal„369 Wochen“ zur Erinnerung an die Opfer der NS-Justiz von Eva Schlegel beim Wiener Landesgericht, zum anderen die„Bezirksgedenkstätte Hernals – Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf“ von Maria Anwander und Ruben Aubrecht. Das Beschriftungssystem der Kunstwerke im öffentlichen Raum wurde weiter ausgebaut, zum Beispiel bei den Kunstwerken vor der Wiener Stadthalle. Und entsprechend den vorgegebenen Intervallen überprüften ZiviltechnikerInnen wie immer die Freiplastiken und Gedenktafeln auf ihre Stand- und Verkehrssicherheit. Zusätzlich zu den von der Kulturabteilung verwalteten bestehenden Ehrengräbern und Historischen Gräbern wurden im letzten Jahr 26 neu gewidmet, somit gibt es derzeit insgesamt 1 944„besonders gewidmete Grabstellen“ auf allen Wiener Friedhöfen. Am Penzinger Friedhof konnte die imposante neugotische Grabanlage des Bildhauers Andreas Halbig gesichert und weitere historische Grabstellen dort und am Evangelischen Friedhof Simmering generalsaniert werden. Auf dem Neuen Israelitischen Friedhof am Wiener Zentralfriedhof erfolgte die Instandsetzung der schon 2014 als sogenannten Ehrenreihen gewidmeten Gruppe 14A. Die dortigen 72 Pultsteine wurden versetzt und zur Historie des Ortes und den Belegungen wurde eine eigene wissenschaftliche Arbeit verfasst, womit auch die biographischen Daten der Grabinschriften überarbeitet werden konnten. Film 2015 feierte eine jener Institutionen ihr 30jähriges Bestehen, die kontinuierlich künstlerisches Filmschaffen im Animationsbereich ermöglichen: die ASIFA Austria, selbständiger österreichischer Teil der internationalen ASIFA, der Association Internationale du Film d’Animation. Die ASIFA ist nicht nur ein wichtiges Forum animationsspezifisch arbeitender KünstlerInnen, sondern bietet auch Vermittlung in Form von Ausstellungen, Publikationen, Filmreihen und vielem mehr. Ein eigenes Film- und Tonstudio ermöglicht professionelles Arbeiten mit den alten und neuen Tricktechniken. Die ASIFA ist ein Beispiel für die vielen Filminstitutionen und-initiativen in Wien, die mit ihrer unermüdlichen Vernetzungsarbeit den Künstlerinnen und Künstlern die so notwendige Experimentierfreiheit ermöglichen. Diese Rahmenbedingungen ergänzen somit optimal die Filmherstellungsförderung der MA 7, die sich vor allem dem jungen Filmschaffen widmet. Kulturelles Erbe• Film � 39 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der Erfolg der monetär kleinen Filmförderung zeigt sich jährlich an den vielen Festivaleinladungen und Preisen – weltweit. So wurde dem alleinig von der MA 7 geförderten Film„Alles wird gut“ von Patrick Vollrath neben vielen anderen Auszeichnungen erstmalig in der Geschichte der Filmförderung der MA 7 der„Student Academy Award of Motion Picture Arts and Science“ (vulgo Studierenden-Oscar) in Los Angeles verliehen und die renommierte Fachzeitschrift Hollywood Reporter prämierte die Filmakademie Wien zu einer der besten 15 Filmschulen der Welt. Herzlichen Glückwunsch! Leider war 2015 nicht nur das Jahr der studentischen Erfolge sondern auch eines des großen Verlustes. Im August verstarb Peter Kern, der große Widerspenstige des heimischen Films. Er thematisierte konsequent jegliche gesellschaftliche Verlogenheit und stand immer auf Seiten der Menschen am Rande. Peter Kern im Kino und in natura erleben zu dürfen bescherte jedes Mal aufs Neue eine tiefe Katharsis. Er fehlt sehr. Sein Ehrengrab der Stadt Wien befindet sich auf dem Zentralfriedhof. Filmfonds Wien Der Filmfonds Wien unterstützte im Jahr 2015 mit der Rekordfördersumme von 12,5 Millionen Euro 157 Projekte aus den Bereichen Kinofilm, Fernsehfilm, Verwertung, Infrastruktur und Programmkino – das ist eine knappe Million Euro mehr als im Vorjahr. Allein für die Produktion von etwa 60 Kino- und Fernsehfilmen wurden Mittel von über zehn Millionen Euro zugesagt. Der Wien-Effekt der geförderten Kinofilm-Produktionen war mit 439 Prozent außergewöhnlich hoch. Die Bilanz des Kinojahres 2015 kann sich ebenfalls sehen lassen: Mit einem österreichischen Marktanteil von über fünf Prozent konnte eine Fünfjahresbestmarke erreicht werden. Eindeutiges Zugpferd war die vierte Verfilmung eines Wolf Haas-Romans, die Krimikomödie„Das ewige Leben“, die mit 280 000 verkauften Kinokarten als drittstärkster deutschsprachiger Kinofilm abschnitt. Einen erfolgreichen Start schaffte der deutsch-österreichische Kinderfilm „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, der an seinen beiden Startwochenenden fast 70 000 Tickets verkaufte. Besonders erfreulich ist dies auch aufgrund des hohen Anteils an visuellen Effekten, der von StudentInnen der Wiener Filmakademie eingebracht wurde. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 600 000 BesucherInnen in einen vom Filmfonds Wien geförderten Film, bei 25 Kinostarts macht das einen Schnitt von beachtlichen 24 000 pro Film aus. Künstlerisch sorgte in diesem Jahr der Filmnachwuchs für Schlagzeilen. So gelang dem RegieDuo Severin Fiala und Veronika Franz mit ihrem 2014 in Venedig gestarteten Spielfilm-Erstling„Ich seh Ich seh“ auch international der Durchbruch. Der von der Wiener Ulrich Seidl Film produzierte Arthouse-Horror über eine labile Mutter, deren Identität nach einer Schönheitsoperation bezweifelt wird, schlug in den USA besondere Wellen und spielte eine beachtliche Summe ein. Weitere Erst- und Zweitfilme wurden international ausgezeichnet, so etwa„Ma Folie“ von Andrina Mra nikar,„Thank You For Bombing“ von Barbara Eder,„Beautiful Girl“ von Dominik Hartl oder„Gruber geht“ von Marie Kreutzer. Als Produktionsstandort erwies sich Wien bei den geförderten Projekten besonders stark, die Förderungen lösen Investitionen von über 50 Millionen Euro aus. Diese Wertschöpfung dient dem Aufbau von Filmschaffenden, der kontinuierlichen Beschäftigung und der Auslastung der Infrastruktur in der Stadt. Eine Reihe von Kinofilmen wie„Wilde Maus“ oder„Mein Fleisch und Blut“ wurden überwiegend in Wien gedreht, wie auch die Fernsehspielfilme„Kästner und der kleine Dienstag“,„Kleine große Stimme“, oder„Seit du da bist“. Um die hohen Wien-Effekte 40 Film• Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 im TV-Bereich weiterhin zu gewährleisten und hier Akzente in puncto Gleichstellung zu setzen, � wurden die Förderrichtlinien in einigen zentralen Punkten überarbeitet. � Der Filmfonds Wien blickt zuversichtlich auf das Jahr 2016 und eine erfolgreiche Weiterentwicklung Wiens als dynamischer Film- und Medienregion in Europa. � Profil des Filmfonds Wien Der Filmfonds Wien ist ein Fonds der Stadt Wien und nimmt seine Geschäfte auf Basis seiner Satzung wahr. Die derzeit gültige Satzung beruht auf dem Kuratoriumsbeschluss vom 16. Oktober 2013 und trat mit Rechtskraft der fondsbehördlichen Genehmigung am 18. April 2014 in Kraft. Als„Wiener Filmförderungsfonds“ wurde die Institution im Jahr 1976 gegründet. Seit 1999 wird der Filmfonds Wien von drei Organen verwaltet: dem Kuratorium, der Geschäftsführung und der Jury. Zur Vergabe von Förderungen verfügt er über Mittel der Stadt Wien sowie Rückflüsse aus erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschüssen. Im Jahr 2015 finanzierte die Stadt Wien den Filmfonds Wien mit einem Gesamthaushalt in Höhe von 11,5 Millionen Euro, was einer geringfügigen Verminderung des Vorjahresetats entspricht. Entwicklung der Zuwendungen der Stadt Wien(in Tausend Euro) 2008 8 000 2009 10 000 2010 11 500 2011 11 500 2012 11 850 2013 11 800 2014 11 800 2015 11 500 Die allgemeinen Förderrichtlinien stellen die rechtliche Grundlage zur Inanspruchnahme sämtlicher Förderungen dar. Weitere spezifische Richtlinien bilden Leitfäden für die einzelnen Förderbereiche. Aufgaben und Ziele Das vorrangige Ziel des Filmfonds Wien ist, Wien als Film- und Medienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszubauen. Damit soll auch ein regionaler Beitrag zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt Europas geleistet werden. Filmförderung ist Kulturförderung, aber auch Wirtschaftsförderung im allgemeinen Sinn und trägt im speziellen zur Erhaltung der Beschäftigung in der Filmbranche bei. Eine weitere Aufgabe fällt dem Filmfonds Wien darin zu, den von ihm geförderten Filmen – allen voran den am Standort Wien entwickelten österreichischen Filmen – zu einer größtmöglichen Öffentlichkeit zu verhelfen. In Verfolgung dieser Ziele vergibt der Filmfonds Wien Förderungen für die Projektentwicklung, Herstellung(Kino/ TV) und Verwertung von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am„Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugutekommen. Die tatsächlich erzielten Effekte liegen seit Jahren bei weit über 300 Prozent. Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Ausund Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Filmfonds Wien � 41 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Organe und Gremien Kuratorium Dem Kuratorium, das die Funktion eines Aufsichtsrats erfüllt, gehören acht vom amtsführenden Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport bestellte Mitglieder an, die für die Dauer von drei Jahren bestellt werden. Vorsitzender: Dr. Josef Kirchberger(Geschäftsführer, Art for Art Theaterservice GmbH) Stellvertretende Vorsitzende: Mag.a Bettina Leidl(Geschäftsführerin, KunstHausWien), Heinrich Ambrosch(Produzent, Satel Film), Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Andreas Hruza(FH des bfi Wien), Mag.a Elisabeth Mayerhofer(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Gerhard Schedl(Filmkonsulent), Dagmar Streicher(Filmemacherin), Dr. Max Gruber(Verband Filmregie, außerordentliches Mitglied) Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Geschäftsführung. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport für die Dauer von drei Jahren bestellt. Hauptjury Roshanak Behesht Nedjad(Produzentin, In Good Comp.), Peter Jäger(Geschäftsführer, autlook Filmsales), Eric Pleskow(ehem. Filmproduzent, Viennale-Präsident), Andrea Willson(Drehbuchautorin, freie Produzentin) Ersatzjury Jakob Claussen(Filmproduzent, Claussen+Putz), Katharina Dufner(Redakteurin, SWR), Daniela Elstner(Geschäftsführerin, Doc& Film International), Gabor Greiner(Projektakquise, Films Boutique) Jurysitzungen In vier Sitzungen berieten und entschieden die Mitglieder der Jury über Förderungen in den Bereichen Projektentwicklung und Herstellung von Kinofilmen: 12. und 13. Jänner, 27. April, 15. und 16. Juni, 27. und 28. Oktober 2015 Kinobeirat Der Kinobeirat besteht aus zwei Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammenkommen, um die Einreichungen für die Förderung kinokultureller Projekte zu beurteilen und Empfehlungen an die Geschäftsführung auszusprechen. Mag.a Christine Dollhofer(Festivalleitung, Crossing Europe), Martina Theininger(Festivalleitung, frame[o]ut) Team Geschäftsführung: MMag.a Gerlinde Seitner Projektabteilung Kino/TV: Wernfried Natter, Gilbert Petutschnig, Han-fen Chao Büroleitung und Strukturförderungen: Silvia Gneisz PR/ Kommunikation, Kinoförderungen: Mag. Stefan Hahn Förderbilanz Der Filmfonds Wien konnte 2015 insgesamt 157 von 218 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 12 513 023 Euro(beantragte Summe gesamt 22 844 077 Euro) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen sowie 42 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen, � aussprechen. Förderungen für Kinobetriebe wie Jahres- und Projektförderungen machten � 249 700 Euro an Fördergeldern aus. � Dies entspricht einer Gesamtförderung von 72 Prozent der Anträge. Im Vergleich zu 2014 wurden um 1 045 234 Euro mehr Förderungen zugesagt, was 9,1 Prozent entspricht. � Programm Projektentwicklung Herstellung Kino Herstellung TV Verwertung Kino Sonstige Verwertung Strukturmaßnahmen Kino-Referenzförderung Kinokulturelle Projekte SUMME Gesamt Anträge Antragssumme 33* 972 353 66 17 264 025 37 3 012 344 19 611 690 9 72 175 16 610 990 13 156 000 25 144 500 218 22 844 077 Zusagen 19 31 26 19 9 16 13 24 157 Fördersumme ** 601 530 � 7 943 738 � 2 423 200 � 611 690 � 72 175 � 610 990 � 156 000 � 93 700 � 12 513 023 * Alle Beträge in diesem Bericht sind in Euro und ohne Dezimalstellen angegeben. ** inkl. Referenzmittel Filmfonds Wien � 43 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Festivalerfolge und Auszeichnungen(Auswahl) Chucks von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl • Montréal World Film Festival: Publikumspreis Fang den Haider von Nathalie Borgers • DOK.fest München: Lobende Erwähnung Gruber geht von Marie Kreutzer • Filmfestival Zürich: Lobende Erwähnung • Beijing International Film Festival: Preis für die beste Musik Ich seh Ich seh von Veronika Franz und Severin Fiala • Europäischer Filmpreis: Beste Kamera(Prix Carlo di Palma an Martin Gschlacht) • Méliès d’Or 2015: Bester europäischer fantastischer Spielfilm • BAFICI Buenos Aires: Preis für die beste Kamera(Martin Gschlacht) • Brussels International Fantastic Film Festival: Silver Raven Award Ma Folie von Andrina Mracnikar • First Steps Award: Bester abendfüllender Spielfilm Thank You For Bombing von Barbara Eder • Filmfestival Zürich: Goldenes Auge für den besten Film Förderbereiche Projektentwicklungsförderung Von 33 eingereichten Projekten mit einer Gesamtantragssumme von 972 353 Euro erhielten 19 eine Zusage zur Projektentwicklungsförderung durch die Jury bzw. aus dem Topf der Referenzmittelförderung mit einer Gesamtsumme von 601 530 Euro. Projekt Produktion Drehbuch Auf der richtigen Seite Marko Doringer Marko Doringer Film Blood Jam – die letzte Party deines Lebens Gebhardt Productions Karin Lomot, Robert Buchschwenter Cops Golden Girls Film Stefan A. Lukacs 44 Filmfonds Wien � Gattung Fördersumme D* 24 130 F 36 000 F 34 000 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das PolykratesSyndrom Prisma Film Peter Payer F Der Grasel Ulrich Seidl Film � Ulrich Seidl, Veronika Franz, Michael Glawogger, Severin Fiala F Der Papierene Allegro Film Johannes Schiehsl, Sascha Dreier F Durch die Hand des Henkers Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala F Eva schläft Prisma Film � Alessandro Valenti, Edoardo Winspeare, Robert Buchschwenter F Freud � Satel Film Stefan Brunner F Gewöhnliche Helden FreibeuterFilm Harry Bürkle F � Guter Abend Orbrock Film Georg Weisgram F � Maria Theresias Kaiser Novotny& Novotny Gerhard Rekel F Mati Nikolaus Geyrhalter Film Katharina Mückstein F Meet the Commons. Alles was wir teilen tausend Rosen Thomas Grusch, Elisabeth Krimbacher D The Royal Train Navigator Film � Johannes Holzhausen, Constantin Wulff D Trust � Allegro Film Martin Ambrosch F Walter Arlen Plaesion Film Stephanus Domanig D Wer war Watzlawick? FreibeuterFilm � Christoph Mayr, Andrea KöhlerLudescher D XOXO FreibeuterFilm Johanna Lietha, Iliana Estanol F SUMME Gesamt * Referenzmittelförderung 30 000 75 000 24 500 45 000 27 000 60 000 � 29 300 � 24 500 � 36 000 26 600 20 000 24 000 * 22 500 � 25 000 18 000 20 000 601 530 Filmfonds Wien 45 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anzahl der Projekte � Fördersummen � Herstellung von Kinofilmen Mit einer Fördersumme von 7 943 738 Euro wurden insgesamt 31 Herstellungsanträge gefördert(29 Projekte). Eingereicht wurden 66 Anträge mit einer Gesamtantragssumme von 17 264 025 Euro. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 48,5 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte pro Film durchschnittlich 439 Prozent bezogen auf die Fördersumme(69 Prozentpunkte höher als im Vorjahr). Das bedeutet, dass rund 32 Millionen Euro, in etwa zwei Drittel der Gesamtherstellungskosten, in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche flossen. Projekt Angelo Auf Reisen Produktion Novotny& Novotny Wega Film Bauer unser Beziehungsstatus: Single Allegro Film Allegro Film Regie Gattung Markus Schleinzer F Land Fördersumme A/D/F 570 000 Michael Kreihsl F A Robert Schabus Andrea Eder D D A A 422 500 *** 73 000 * 27 000 30 000 � ** 12 000 46 Filmfonds Wien � Bruder J., schläfst du noch? Mischief Films Stefan Bohun D Das ewige Leben Dor Film Wolfgang Murnberger F Der Zirkus Transmitter Film Harald Aue D Die Hölle Allegro Film Stefan Ruzowitzky F Die Migrantigen Golden Girls Arman T. Riahi F Die Mitte der Welt Prisma Film Jakob M. Erwa F Eisenstraße Mischief Films Sebastian Brameshuber D Erde Nikolaus Geyr- Nikolaus halter Film Geyrhalter D Green e&a Film Werner Boote D Hexe Lilli und das Weihnachtswunder Dor Film Florian Baxmeyer F Hotel Rock ’ n Roll Dor Film Michael Ostrowski, Helmut Köpping F Kaviar Witcraft Szenario Elena Tikhonova F Life Guidance � KGP KranzelRuth Mader binder Gabriele Production F Lillian Ulrich Seidl Film Andreas Horvath F Mein Fleisch und Blut Allegro Film Michael Ramsauer F Obdachlos Navigator Film � Birgit Bergmann, D Steffi Franz, Oliver Werani Rotzbub Aichholzer Film Marcus Rosenmüller F Teheran Tabu coop99 Ali Soozandeh F A 150 000 A/D*** 32 738 A 76 000 A/D 690 000 � A 590 000 � D/A* 15 000 A 120 000 A 190 000 A 160 000 � D/A 370 000 A 570 000 A 471 000 A 500 000 A 150 000 A*** 25 000 A 130 000 A/D 580 000 D/A* 20 000 � Filmfonds Wien � 47 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Tiere coop99 Greg Zglinski Untitled. Fragmente Lotus Film Monika Willi Was hat uns Novotny& bloß so ruiniert Novotny Marie Kreutzer Wien vor der Nacht KGP Kranzel- Robert Bober binder Gabriele Production Wilde Maus Wega Film Josef Hader Wir töten Stella epo-Film Julian Pölsler Zurück ins Vaterland? Greenkat Productions Katharina Rohrer SUMME Gesamt * Mittelerhöhung ** Referenzmittel *** Mittelerhöhung aus Referenzmitteln F D F D F F D CH/A A A F/D/A 220 000 � 60 000 590 000 50 000 A 529 500 � A 500 000 � A 20 000 7 943 738 Anzahl der geförderten Projekte Fördersummen � 48 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Internationale Gesamtherstellungskosten 16 Prozent der vom Filmfonds Wien geförderten Projekte wiesen Gesamtherstellungskosten von weniger als 500 000 Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr(22 Prozent) fiel dieser Anteil etwas ab, im Jahr 2013 lag er bei 20 Prozent. Der gestiegene Anteil an Produktionen mit Budgets über zwei Millionen Euro auf 45 Prozent spiegelt den erhöhten Anteil an internationalen Koproduktionen(29 Prozent) wider. Die Entwicklung der letzten drei Jahre stellt sich wie folgt dar: Entwicklung der Gesamtherstellungskosten Gemeinschaftsproduktionen 2015 wurden neun Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu zwei ausländischen Partnern – das sind 29 Prozent der gesamten Kino-Herstellungen – vom Filmfonds Wien gefördert. Die Fördersumme belief sich auf 2 547 738 Euro. Wie bereits in den Vorjahren wurde der überwiegende Anteil der 2015 geförderten gemeinschaftlich hergestellten Projekte mit deutschen PartnerInnen produziert, insgesamt 73 Prozent. An zweiter Stelle landete Frankreich vor der Schweiz. Koproduktionsländer Filmfonds Wien � 49 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile minoritärer, majoritärer und österreichischer Projekte an der Gesamtanzahl � Herstellung von Fernsehproduktionen Im Fernsehfilmbereich erhielten insgesamt 26 Projekte Herstellungsförderungen in einer Gesamthöhe von 2 423 200 Euro. Damit wurden fast 500 000 Euro mehr an Fördergeldern aufgewendet als im Jahr 2014. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 35,4 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte im sechsten Jahr der Fernsehfilmförderung einen Durchschnitt von 665 Prozent. Rund 20,8 Millionen Euro, über die Hälfte der Gesamtherstellungskosten, flossen in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche. Projekt Produktion Regie Gattung Land Fördersumme Aufgetischt (8. Staffel) Satel Film Claudia Pöchlauer, Thomas Knoglinger, Katharina Heigl, Bettina Kuhn S A 70 000 Das Wiener Riesenrad Kurt Mayer Film Kurt Mayer DA 33 000 Die Hörbigers Pammer Film Christian Reichholf D A 15 000 � Fokus Mord (Folgen 5–8) Interspot Film Chris Raiber SA 97 000 Freud intim WILDart Film David Teboul D F/A 45 000 � Geld und Leben – 200 Jahre österreichische Währungspolitik Metafilm Fritz Kalteis DA 27 500 Höhenstraße Superfilm David Schalko F A 200 000 � 50 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Hotel Sacher � Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Beate Thalberg D Kästner und der kleine Dienstag Dor Film Wolfgang Murnberger F Käthe Leichter. Dor Film Eine Frau wie diese Helene Maimann D Lotte Tobisch � – eine selbstbestimmte Frau Terra Film Nadia Weiss D Margarethe Ottillinger Epo-Film Klaus T. Steindl D Maximilian. Das Spiel von Macht und Liebe MR-Film Andreas Prochaska F Menschenkinder � Dor Film (3. Staffel) André Heller S Out of Vienna FilmwerkBarbara statt Barbara Weissenbeck, Weissenbeck Gerald Benesch D Reiseckers Reisen (5. Staffel) Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Michael Reisecker S Re-Sound Beethoven AMOUR FOU Michael Sturminger D Vienna Seit du da bist Epo-Film Michael Hofmann F SOKO Donau/ Wien. Der Film Satel Film Sascha Bigler F SOKO Donau/Wien Satel Film (11. Staffel) Holger Barthel, S Holger Gimpel, Erhard Riedlsperger, Olaf Kreinsen Spuren des Bösen. Aichholzer Begierde Film Andreas Prochaska F Staatsarchiv – Geschichte lebt Dor Film Andrea Morgenthaler D A A/D A A A A A A A A D/A A/D A/D A A 42 000 150 000 24 700 20 000 40 000 400 000 25 000 15 000 50 000 30 000 100 000 � 200 000 430 000 190 000 100 000 Filmfonds Wien � 51 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 The Nazi Games – Shaping the Olympic Brand pre tv Christoph Weber … und es fängt von Golden Girls Karin Neumüller, Neuem an! Bernd Bechtloff Valie Export Wega Film Claudia Müller Wiener Prater Rilk Film Thomas Rilk SUMME Gesamt D D D D TV-Herstellung in Anteilen Anzahl der Projekte D/A 30 000 A 30 000 A 19 000 � A 40 000 � 2 423 200 Fördersummen � 52 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Verwertungsförderung: Kinostarts Für 19 Produktionen wurde der Kinostart mit einer Gesamtsumme von 611 690 Euro gefördert. Über das Jahr verteilt waren 30 vom Filmfonds Wien geförderte Projekte in den österreichischen Kinos zu sehen. Projekt Verleih Regie Kinostart Besuche Fördersumme 2015 Das große Heft Stadtkino János Szász 07.03.14 393 Förderung � 2014 Im Keller Stadtkino Ulrich Seidl 26.09.14 1 151 Förderung 2014 Amour Fou Stadtkino Jessica Hausner 07.11.14 969 Förderung 2014 Wo ich wohne Stadtkino Christine Nagel 12.12.14 106 Förderung 2014 Der Vampir auf der Couch Thimfilm David Ruehm 19.12.14 9 276 Förderung � 2014 � Ich seh Ich seh Stadtkino Severin Fiala, 09.01.15 Veronika Franz 10 221 Förderung 2014 Casanova Variations Filmladen Michael Sturminger 23.01.15 6 387 Förderung � 2014 � Gruber geht Thimfilm Marie Kreutzer 30.01.15 34 038 Förderung 2014 China Reverse Filmdelights Judith Benedikt 27.02.15 1 189 19 190 � Das ewige Leben Luna Film Wolfgang Murnberger 06.03.15 283 517 Förderung 2014 Rosi, Kurt und Koni Stadtkino Hanne Lassl 13.03.15 2 270 28 000 � Superwelt Thimfilm Karl Markovics 20.03.15 14 379 35 000 � Ma Folie Filmladen Andrina Mracnikar 27.03.15 3 258 Förderung 2014 Gespensterjäger Warner Tobi Baumann 03.04.15 23 337 35 000 � Unter Blinden Thimfilm Eva Spreitzhofer 03.04.15 6 389 28 000 Drei Eier im Glas Filmladen Antonin Svoboda 10.04.15 9 260 37 000 Filmfonds Wien � 53 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Gehen am Strand Nanook Caspar Pfaundler 01.05.15 1 127 0 Bad Luck KGP Kranzelbinder Gabriele Production Thomas Woschitz 29.05.15 2 459 35 000 Fang den Haider Filmladen Nathalie Borgers 29.05.15 10 627 30 000 Planet Ottakring Luna Film Michi Riebl 14.08.15 10 557 42 000 � Der Blunzenkönig Einhorn Leo Bauer 27.08.15 36 725 39 000 � Jack Thimfilm Elisabeth 11.09.15 22 143 35 000 Scharang Chucks Stadtkino Sabine Hiebler, 25.09.15 Gerhard Ertl 4 963 35 000 The Visit Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Michael Madsen 09.10.15 1 504 24 000 Beautiful Girl Luna Film Dominik Hartl 16.10.15 3 944 27 000 � Ritter Trenk Constantin Anthony Power 06.11.15 23 292 40 000 � Einer von uns Filmladen Stephan Richter 20.11.15 4 499 19 500 � Last Shelter Stadtkino Gerald Igor 27.11.15 Hauzenberger 2 006 30 000 Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft Sony Sven Unterwaldt 18.12.15 67 339 40 000 Alles unter Kontrolle Thimfilm Werner Boote 25.12.15 4 268 33 000 SUMME Gesamt 601 593 611 690 BesucherInnenzahlen per 31. Dezember 2015 laut Angaben der VerleiherInnen und des Österreichischen Filminstituts. Die Gesamtergebnisse einzelner Filme liegen mitunter höher. 54 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile der Verleihfirmen(nach Anzahl der Förderungen) � Geförderte Kinostarts 2011 bis 2015(nach Sparten) � Förderung sonstiger Verwertungsmaßnahmen Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals und Marktveranstaltungen förderte der Filmfonds Wien 2015 neun Anträge und beteiligte sich mit 72 175 Euro. Projekt Bad Luck Einer von uns Im Keller Antragstellung Regie KGP Kranzelbinder Gabriele Production Thomas Woschitz Golden Girls Stephan Richter Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl Genre F F D Jack Epo-Film Elisabeth F Scharang Projekt Fördersumme Festival: Saarbrücken 10 000 Festival: San Sebastián Barrierefreie DVD Festival: Locarno 10 000 1 000 15 000 Filmfonds Wien � 55 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ma Folie Extrafilm Andrina Mracnikar F Mobilisierung AMOUR FOU der Träume Vienna Superwelt Epo-Film Thank You For Lotus-Film Bombing Manu Luksch, D Martin Reinhart, Thomas Tode Karl Markovics F Barbara Eder F The Visit Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Michael Madsen SUMME Gesamt D Festivals: Manila, Bayern Festival: Rotterdam Festival: Berlin Festivals: Zürich, Thessaloniki, Toronto Voice-OverFassung 8 500 5 000 10 000 8 500 4 175 72 175 Förderung von Strukturmaßnahmen Das Ziel der Strukturförderungen ist, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere durch Veranstaltungen, Workshops und Initiativen, die der Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche dienen und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform geben. 2015 wurden 16 Förderungen in Gesamthöhe von 610 990 Euro vergeben – durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium. Projekt/ Veranstaltung Babylon 2015 Der österreichische Film – DVD-Edition (Titel 236–250, 9. Staffel) und digitale Multiplattform Diagonale – Festival des österreichischen Films 2015 Diverse Aktivitäten 2015 Diverse Geschichten – Saison VI Eine Stadt. Ein Film 2015 FAKT 15 Antragstellung Scenario Films Ltd Hoanzl Vertriebs. ges.m.b.H. Diagonale – Forum österreichischer Film Verein FC GLORIA Witcraft Szenario Echo Event ges.m.b.H. Verein zur Förderung der Fakt Fördersumme 14 990 � 150 000 33 000 15 000 � 29 000 � 25 000 � 4 000 56 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Herausgabe der Zeitschrift kolik.film 2015 Internationales Film Music Symposium Vienna 2015 Jahrestätigkeit 2015 Jahrestätigkeit 2015 Jahrestätigkeit 2015 Jour Fixes 2015 MIPCOM 2015 Österreichischer Filmpreis 2015(2. Teil) Wiener Filmmusik Preis 2015 SUMME Gesamt Verein für neue Literatur Music for Media Drehbuchforum Wien Austrian Film Commission Vienna Film Commission EU XXL Kulturverein Film Austria Akademie des Österreichischen Films Österreichischer Komponistenbund 4 500 � 5 000 46 000 � 65 000 � 110 000 � 5 000 � 7 500 � 90 000 7 000 610 990 Kino-Referenzförderung Die Kino-Referenzförderung soll Kinos helfen, nachhaltig im Sinne einer niveau- und gehaltvollen Programmgestaltung zu arbeiten, und bezieht sich auf die Filmauswahl des Vorjahres. 2015 wurden 13 Wiener Kinobetriebe mit einer Jahresförderung von insgesamt 156 000 Euro gefördert. Kino Actor’s Studio Admiral Kino Bellaria Kino Breitenseer Lichtspiele Burg Kino Cine Center De France Filmcasino Haydn-Lichtspiele Schikanederkino Top Kino Fördersumme 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 12 000 � Filmfonds Wien � 57 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Urania Kino Votiv Kino SUMME Gesamt 12 000 � 12 000 � 156 000 Förderung kinokultureller Projekte Die Förderung kinokultureller Projekte soll Kinos dabei unterstützen, mit gezielten Aktionen Film als wichtiges Medium und Kinos als Orte kulturellen Erlebens in Wien zu verankern. Ein Fachbeirat tagt in jährlich zwei Sitzungen und gibt Förderempfehlungen an die Geschäftsführung. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 24 Projekte mit einer Gesamtförderung von 93 700 Euro unterstützt. Projekt /slash 1/2 2015 /slash Filmfestival 2015 Arbeitsrechte in der Bekleidungsindustrie ArchFilm Matinée – 2015-01 ArchFilm Matinée – 2015-02 Babykino 2015 Cine Latino Festival 2015 Cinema Next Premieren& Specials 2015 Cinemama 2015 Club Day 2015 Ein Abend mit Viv Albertine Endeavours Documentary Film Festival 2015 FC Gloria Kinosalons 2015 Festival du film francophone 2015 Filmprogramm Mara Mattuschka Inquietudo Filmfestival Kino& Kuchen 2015 Kurzfilmprojekte mit VIS Let’s show moving images! Antragstellung Filmcasino Filmcasino Waystone Film Filmcasino Filmcasino Votiv Kino Filmcasino Waystone Film Filmcasino Waystone Film Filmcasino Votiv Kino Admiral Kino Votiv Kino Filmcasino Waystone Film Filmcasino Votiv Kino Waystone Film Fördersumme 4 000 � 18 000 � 4 000 � 2 000 � 2 000 � 2 000 � 6 000 � 5 000 � 1 500 � 1 000 � 2 000 � 700 2 500 � 7 000 � 3 500 � 8 000 � 1 500 � 4 000 � 5 000 � 58 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Manhattan Short Film Festival 2015 Nuovo Cinema Italia 2015 Quo vadis WENZEL STORCH sex.art.cinema – Internationales Festival des erotischen Films Stummfilme mit Klavier und Wienerischen Gedichten SUMME Gesamt Votiv Kino Votiv Kino Waystone Film Filmcasino Breitenseer Lichtspiele 500 3 500 � 2 000 � 3 000 5 000 93 700 Rückzahlungen und Referenzmittel Der Filmfonds Wien belohnt die erfolgreiche Verwertung der von ihm geförderten Filme mit Referenzmitteln. Wer den erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschuss nach Abdeckung des Eigenanteils teilweise oder zur Gänze zurückzahlt, erhält für ein Folge-Projekt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in bis zu doppelter Höhe der tatsächlich erfolgten Rückzahlung. Aus den Erlösen des Jahres 2014 wurden dem Filmfonds Wien 2015 insgesamt 54 975 Euro zurückgezahlt. Projekt Produktion/ Verleih Am Anfang war das Licht Allegro Film Amour Wega Film Das finstere Tal Allegro Film Der Knochenmann Dor Film Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott Dor Film Hexe Lilli. Der Drache Dor Film und das magische Buch Let’s make MONEY Allegro Film More Than Honey Allegro Film Wüstenblume Dor Film SUMME Gesamt Regie P.A. Straubinger Michael Haneke Andreas Prochaska Wolfgang Murnberger Andreas Prochaska Fördersumme 509 � 34 151 � 2 609 � 1 475 1 228 Stefan Ruzowitzky Erwin Wagenhofer Markus Imhoof Sherry Horman 10 515 821 � 3 384 � 283 � 54 975 � Filmfonds Wien � 59 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vienna Film Commission Die Stadt Wien glänzte im vergangenen Jahr mit zwei hochkarätigen internationalen Events: dem Eurovision Song Contest und der Premiere von„Mission: Impossible – Rogue Nation“. In beide Veranstaltungen war die Vienna Film Commission involviert und hat zum Gelingen dieser Großereignisse wesentlich beigetragen. Doch das Kerngeschäft der Vienna Film Commission ist und bleibt die tägliche Basisarbeit vor Ort – vor allem für die heimische Filmwirtschaft. 2015 konnte das Team der Vienna Film Commission einmal mehr beweisen, dass sie eine tatkräftige, kreative und im besten Sinne serviceorientierte Institution der Stadt ist. Die steigende Zahl an Drehtagen ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Wien sich zu einer Stadt entwickelt, in der man filmen kann und in der man gerne filmt. Die Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Wien und ihren ausgelagerten Institutionen war auch im vergangenen Jahr effektiv und ertragreich. Das siebente Jahr seit ihrem Bestehen war für die Vienna Film Commission ein ganz besonderes, weil sie die Früchte der unermüdlichen Arbeit der Vorjahre ernten und damit weltweite Aufmerksamkeit auf Wien lenken konnte. Die Weltpremiere von„Mission: Impossible – Rogue Nation“ führte den Cast und Teile der Crew des Blockbusters erneut nach Wien. Der perfekte Ablauf der Dreharbeiten für die fünfte Fortsetzung der Agentenstory rund um Ethan Hunt, gespielt von Tom Cruise, im August 2014 war – neben der Staatsoper als Filmlocation – der Grund dafür, dass sich die Produktionsfirma zum ersten Mal in ihrer Geschichte entschloss, für eine Weltpremiere an den Ort der Dreharbeiten zurückzukehren. Das bescherte der Stadt und dem Filmstandort Wien ein ungeahntes Maß an überschwänglicher, internationaler Berichterstattung. Dame Helen Mirren, Hauptdarstellerin von„Woman in Gold“, bedankte sich bei der Weltpremiere des Films während der Berlinale 2015 auf der Bühne zuallererst bei der Stadt Wien. Das vielversprechende internationale Feedback und die überaus positive Resonanz der heimischen Filmwirtschaft sind für die Vienna Film Commission ein großer Ansporn weiterhin konsequent und mit großem Enthusiasmus für den Filmstandort Wien zu arbeiten. Aktivitäten in Wien Ansuchen und Empfehlungsschreiben 534 Filmprojekte hat die Vienna Film Commission 2015 bearbeitet. Das bedeutet eine Steigerung von 49,6 Prozent zum Vorjahr. Für die 534 Filmprojekte erreichten die Vienna Film Commission 858 Ansuchen um Drehgenehmigung, für die wiederum 900 Empfehlungsschreiben ausgestellt und an die grundverwaltenden Dienststellen weitergeleitet wurden. Die Zahl der eingereichten Ansuchen ist damit gegenüber 2014 deutlich um 34,6 Prozent und die Zahl der dafür ausgestellten Empfehlungsschreiben um 35,5 Prozent gestiegen. 47,22 Prozent der Anträge wurden von Frauen gestellt. 2015 hat die Vienna Film Commission an 174 Ortsverhandlungen, die von der MA 46 ausgeschrieben wurden, teilgenommen. Die Teilnahme an Ortsverhandlungen ist zeitintensiv, aber unerlässlich, weil der persönliche Kontakt zu den VertreterInnen der beteiligten Behörden (Bezirke, Polizei, MA 48, WIENER LINIEN, Verkehrsamt, Feuerwehr, Wirtschaftskammer, Taxiinnung, private oder öffentliche Motiveigner etc.) von großer Bedeutung ist. 176 internationale Produktionen haben 2015 bei der Vienna Film Commission um 268 Drehgenehmigungen angesucht. Die meisten Projektansuchen aus dem Ausland kamen aus 60 Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Deutschland, gefolgt von Großbritannien, Finnland, Japan, Frankreich, Schweden, Australien, Slowenien, Dänemark, Griechenland, Serbien, Spanien, den USA, Brasilien, den Niederlanden, der Schweiz, Thailand, Belgien, China, Kanada, Lettland, Rumänien, Russland, Südkorea, Türkei. Aus Armenien, Bulgarien, Canada, Estland, Georgien, Indien, dem Iran, Island, Italien, Kasachstan, dem Libanon, Mazedonien, Malta, Mexiko, Moldawien, Montenegro, Norwegen, Portugal, Saudi Arabien, Schottland, der Slowakei, Südafrika, Taiwan, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Ungarn, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Weißrussland wurde jeweils ein Projekt eingereicht. Magistrat der Stadt Wien Die positive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen der Stadt Wien ist die Basis für die erfolgreiche Arbeit der Vienna Film Commission. Allen voran die Magistratsdirektion, die Dreharbeiten in der Stadt mit großer Offenheit und Professionalität unterstützt. Wichtige Kooperationspartnerinnen sind die Dienststellen für internationale Beziehungen. Ansuchen um Drehgenehmigungen im Zuständigkeitsbereich der Wiener Stadtverwaltung müssen online oder per Fax über die Vienna Film Commission eingereicht werden. Nach umgehender Prüfung und Bearbeitung des Ansuchens mit Zuordnung zur verantwortlichen Dienststelle des Magistrats stellt die Vienna Film Commission ein Empfehlungsschreiben aus, das sowohl an die AntragstellerIn als auch an die grundverwaltende Dienststelle ergeht. Verträge werden ausschließlich zwischen den Magistratsabteilungen und der AntragstellerIn abgeschlossen. Empfehlungsschreiben werden auf Nachfrage auch für Motive ausgestellt, die dem Bund oder privaten EigentümerInnen gehören. 2015 hat die Vienna Film Commission mit 27 Magistratsabteilungen der Stadt kooperiert. Spitzenreiter im Magistrat war mit 193 Drehgenehmigungen auch 2015 wieder die MA 42(Stadtgärten) mit 147 Projekten, gefolgt von der MA 59(Marktamt) mit 72 Bewilligungen. Magistratsabteilung 46 Die„Filmabteilung“ der MA 46(Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) ist die wichtigste Kooperationspartnerin der Vienna Film Commission. Sie erteilt die Drehgenehmigungen für öffentliche Straßen und Plätze, genehmigt erforderliche Straßensperren, Verkehrsanhaltungen und Halteverbote. Halteverbotszonen sind bei Dreharbeiten im öffentlichen wie privaten Raum für Lieferzwecke und als Motivhalteverbote unumgänglich. Die Zahl der Bewilligungen durch die MA 46 ist im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich geblieben. Bewilligungen der MA 46 von 2009 bis 2015 Vienna Film Commission � 61 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ranking der Wiener Motive � Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 � 11 � 12 � 13 � 14 � 15 � 16 � 17 � 18 � Drehort MA 42, Wiener Stadtgärten MA 59, Marktamt – Wiener Märkte, v. a. Naschmarkt MA 44, Wiener Bäder – Frei- und Hallenbäder MA 49, Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb – Wälder, Wiesen Wiener Krankenanstaltenverbund(KAV) – Spitäler der Stadt Wien MA 45, Wiener Gewässer – Donauinsel MA 34, Bau- und Gebäudemanagement Wiener Wohnen – Gemeindebauten MDP – Magistratsdirektion Präsidialabteilung – Rathaus via donau Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft m.b.H. – Donaukanal, Donauinsel Stadt Wien Marketing MA 56, Wiener Schulen MA 13, Büchereien Wien und Schloss Hetzendorf Rathausplatz Christkindlmarkt – Wiener Adventzauber MA 51, Sportamt der Stadt Wien MA 29, Wiener Brückenbau und Grundbau MA 31, Wiener Wasser Wien Kanal MA 9, Wienbibliothek im Rathaus MA 69, Liegenschaftsverwaltung/ Kleingartenangelegenheiten Wiener Sportstätten AKH Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien Stadthalle Betriebs- und Veranstaltungs GmbH Die Wiener Volkshochschulen GmbH MA 18, Stadtentwicklung und Stadtplanung MA 8, Wiener Stadt- und Landesarchiv WISEG Hausverwaltung Ranking der Dreharbeiten nach Bezirk Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Anteil in% 23,43 10,69 6,53 5,71 5,55 5,39 5,31 4,16 4,16 4,08 3,84 2,37 2,29 2,04 1,96 1,88 Bezirk 1., Innere Stadt 2., Leopoldstadt 3., Landstraße 15., Rudolfsheim-Fünfhaus 6., Mariahilf 7., Neubau 19., Döbling 9., Alsergrund 16., Ottakring 4., Wieden 22., Donaustadt 13., Hietzing 21., Floridsdorf 12., Meidling 5., Margareten 20., Brigittenau 62 Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 16 1,80 18., Währing � 17 1,63 8., Josefstadt 1,63 10., Favoriten 1,63 11., Simmering 18 1,47 14., Penzing 1,47 23., Liesing 19 0,98 17., Hernals Vienna Film Commission als Mediatorin Dreharbeiten in einer pulsierenden Stadt sind nicht nur eine Herausforderung für die Filmcrew, sondern mitunter auch für die BewohnerInnen der Stadt. Die Vienna Film Commission hat daher eine wichtige Funktion als Mediatorin zwischen der Filmbranche und der Stadt. Das„Übersetzen“ der gegenseitigen Bedürfnisse ist vor allem auf Bezirksebene sehr gefragt. Die Vienna Film Commission pflegt kontinuierlichen Kontakt zu allen 23 BezirksvorsteherInnen der Stadt, darüber hinaus auch zu Stadt-, Gemeinde- und BezirksrätInnen. Desgleichen mit Austro Control und dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie(BMVIT), den Bundesgärten und Bundesforsten, der Burghauptmannschaft, der ASFINAG, den ÖBB, den WIENER LINIEN, der Obersten Schifffahrtsbehörde, den Universitäten, der Prater Wien GmbH und der Friedhöfe Wien GmbH. Mit der Vereinigung österreichischer AufnahmeleiterInnen, ProduktionsleiterInnen und ProduktionskoordinatorInnen(VÖAP) führt die Vienna Film Commission regelmäßig Gespräche, um die guten Rahmenbedingungen für Dreharbeiten in der Stadt zu erhalten und bestenfalls zu optimieren. Ausgelagerte Institutionen der Stadt Wien Wichtige Motivgeber für Österreichs Filmbranche sind ausgelagerte Institutionen und Stadt Wien-nahe Unternehmen. Allen voran war dies 2015 mit 41 Ansuchen der Krankenanstaltenverbund(KAV) mit seinen Spitälern aus drei Jahrhunderten, die als Originalschauplätze einen wertvollen Fundus für Historienfilme darstellen. Zum einen die Spitäler selbst, zum anderen auch die Ausstattung, die teilweise entgeltlich zur Verfügung gestellt wird. In den Gemeindebauten von Wiener Wohnen wurden 29 Projekte realisiert. Für studentische Filmprojekte stellt Wiener Wohnen seine Motive kostenfrei zur Verfügung. Auch die WIENER LINIEN sind mittlerweile ein unverzichtbarer Partner der österreichischen Filmwirtschaft. Das Drehaufkommen bei den WIENER LINIEN ist im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 Prozent gestiegen: 132 Filmprojekte haben an 152 Drehtagen ihre Motive in Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder einer Remise gefunden. Davon waren 23 Studentenfilme, 51 Werbefilme, 32 Dokumentationen, 26 Kino-Spielfilme, Kurzfilme, TV-Filme und TV-Serien. Studentischen Filmprojekten wurde auch 2015 eine Ermäßigung von 30 Prozent der anfallenden Gebühren gewährt. 74 Projekte wurden auf den Wiener Friedhöfen, 11 im Wiener Hafen realisiert. Die via donau(Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft m.b.H.) hat im Wiener Stadtgebiet und in Kooperation mit der MA 45(Wiener Gewässer) 18 Drehgenehmigungen erteilt. Im Wiener Wurstelprater wurden 100 Ansuchen um Drehgenehmigungen bewilligt. Vernetzung Branchenstammtisch Der Branchenstammtisch der Vienna Film Commission findet alle sechs bis acht Wochen statt und widmet sich jeweils den Drehbedingungen einer Magistratsabteilung oder eines häufig nachgefragten Drehortes. Die Infoabende wenden sich vor allem an ProduzentInnen, AufnahVienna Film Commission � 63 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 meleiterInnen und ProduktionskoordinatorInnen, AusstatterInnen, Kameraleute sowie alle AnsprechpartnerInnen der Vienna Film Commission in den Magistratsabteilungen und ausgelagerten Institutionen der Stadt Wien sowie des Bundes. Regeln, Tipps und Tricks für Dreharbeiten •mit der MA 56/ Wiener Schulen •Filmaufnahmen im Zuständigkeitsbereich des KAV/ Krankenanstaltenverbund – Dos and Don’ts, mögliche Drehorte und Alternativen zu großen Häusern •Filmaufnahmen mit unbemannten Luftfahrzeugen – Erläuterungen und Informationen zum Ablauf des Genehmigungsverfahrens von Austro Control •Dreharbeiten auf Flächen und in Immobilien der Österreichischen Bundesforste Vorträge, Präsentationen, Podiumsgespräche u. a. Einführung in das Regelwerk und Prozedere für Dreharbeiten im Zuständigkeitsbereich der Vienna Film Commission im Bereich der Wiener Stadtverwaltung und vom Bund verwalteter Objekte. •Filmakademie Wien an der Universität für Musik und Darstellende Kunst •Infoveranstaltung für Wiener Tourist Guides in der Wirtschaftskammer Wien •Round Table„Entwicklung und Zukunft der Filmmusik Stadt Wien“ •Wiener Filmmusik Preis •Wiener Töchtertag 2015 •Austrian Film Music Day 2015 •Werkschau der Filmakademie Wien •Fachhochschule der WK Wien Locationtouren Locationtouren werden individuell nach den Wünschen und Interessen der internationalen Gäste mit Bezug auf das jeweilige Projekt zusammengestellt. Die RegisseurInnen, ProduzentInnen oder DrehbuchautorInnen erhalten als Follow-Up ein Booklet mit ihrer jeweiligen Tour. •Regisseur Gore Verbinsky und Produzent David Minkowski(Stillking) •Produzentin Marijke deSouza(Dharma Productions), Produzent Ashih Seghal(Dharma Productions), Ausstatterin Amrita Mahal, Kameramann Anil Mehta, u. a. für das Projekt „Ae Dil Hai Mushkil“ •Produzentin Linda Valter(Lakeshore Entertainment) •Internationale Gäste des Filmfestivals Tricky Women •Produzentin Lucy Barreto(LCBarreto) •für die Gäste von VIS – Vienna Independent Shorts, internationale RegisseurInnen und ProduzentInnen •Internationale Jurymitglieder der iEmmys •Produzentin Kristina Dubin(Dubin Media) für„Still hear your voice“ •Internationale Gäste der 53. Viennale: Regisseur Franceso Clerici, Regisseurin Martina De Santis(I), Regisseur Richard Brouillette, Produzent Harrod Blank, Regisseur Akiz, Regisseurin Ester Amrami, Regisseurin Silvina Landsmann, Produzent Pierre-Olivier Bardet, Regisseurin Catarina Mourão, Cutter Pedro Duarte 64 Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 •Regisseur Tim Fywell für„Still Hear Your Voice“ •Jan Speckenbach, Szenenbildnerin Juliane Friedrich, Kameramann Tilo Hauke für„Vom Verschwinden“ •Filmmusikkomponist James Newton Howard und andere Gäste von Hollywood in Vienna •Produzentin Lizzie Pickering, Regisseurin Polly Steele und Production Manager David Broder für„Let Me Go“ •Internationale TeilnehmerInnen des World Congress of Science and Factual Producers Ae Dil Hai Mushkil Anfang 2015 hat die indische Produktionsfirma„Dharma Productions“ erstmals mit der Vienna Film Commission Kontakt aufgenommen, um die Möglichkeit von Dreharbeiten für das Projekt „Ae Dil Hai Mushkil“ in Wien auszuloten. Dharma Productions ist eine der größten Produktionsfirmen in Mumbai, deren Bollywoodfilme weltweit BesucherInnen in die Kinos locken. Eine von der Vienna Film Commission intensiv vorbereitete und auf die Anforderungen der Produktion abgestimmte Locationtour führte die Produzentin Marijke deSouza und ihr kreatives Team vier Tage zu den verschiedensten Motiven der Stadt. Die indischen Gäste – allesamt zum ersten Mal in Wien – waren begeistert von der enormen Vielfalt der Stadt und der möglichen Drehorte. Gefragt war neben dem imperialen Ambiente Wiens und den klassischen Sehenswürdigkeiten auch moderne, herausragende zeitgenössische Architektur. Im Juni kam ein deutlich größeres Team, unter anderen mit Kameramann Anil Mehta, erneut nach Wien zum„Directors Scouting“. Die zehntägigen Dreharbeiten fanden schließlich im Oktober statt und beschäftigten rund 50 österreichische und 70 internationale Filmschaffende. Wichtige Motive waren unter anderen das Rathaus, der Rathauspark, das Hotel Sacher, der Graben, die Schönbornstraße, der Maria-Theresien-Platz, das Hotel Imperial, das 25 Hours Hotel, das Hotel Grand Ferdinand am Schubertring, das Kunsthistorische Museum, das Haus des Meeres sowie das Eisenbahnmuseum. Insgesamt drehte das Team in Wien an 15 verschiedenen Locations. Weitere Drehorte für„Ae Dil Hai Mushkil“ waren London und Paris, an zwei Tagen wurde auch in Tirol gedreht. Für die Regie von„Ae Dil Hai Mushkil“ zeichnet Karan Johar verantwortlich, der sich mit„Mein Name ist Khan“ – der Film feierte im Rahmen der 60. Filmfestspiele von Berlin im Jahr 2010 seine Premiere – einen internationalen Namen gemacht hat. Zum Cast von„Ae Di Hai Mushkil“ gehören unter anderen die indischen Bollywoodstars Aishwarya Rai Bachchan, Ranbir Kapoor und Anushka Sharma. Der Film erzählt die Liebesgeschichte von Alizeh und Amitabh, die in London beginnt und in Wien ihre Fortsetzung findet. Mission: Impossible – Rogue Nation Im August 2014 hatten für den fünften Blockbuster der Reihe„Mission: Impossible“ aufwändige Dreharbeiten rund um die Wiener Staatsoper und bei den WIENER LINIEN stattgefunden. Ein Jahr später kehrte der Tross zurück nach Wien, um die Weltpremiere von„Mission: Impossible – Rogue Nation“ in Wien gebührend zu feiern. 80 internationale FilmkritikerInnen wurden nach Wien eingeladen, um mit dem prominenten Cast und den ProduzentInnen die Weltpremiere zu zelebrieren. Diesmal nicht bei Regen, sondern bei brütender Hitze. Der Feierstimmung der rund tausend geladenen Gäste tat dies aber keinen Abbruch. Wiederum wurde für das Ereignis der Ring zwischen dem Schwarzenbergplatz und der Oper gesperrt. Der sechzig Meter lange„Rote Teppich“ für SchauspielerInnen, Regisseur, ProduzentInnen, PolitikerInnen und Prominente reichte von der Operngasse bis zum Herbert von Karajan-Platz um den tausenden Fans die Möglichkeit zur Tuchfühlung mit den Stars zu geben. Der„Rote Teppich“ wurde auf Yahoo live gestreamt und erreichte die höchsten Zugriffszahlen, die ein Livestream auf dieser Plattform je hatte. Die Staatsoper wurde für dieses Ereignis zu einem IMAX Kinosaal mit 17 Meter breiter und 9,5 Meter hoher Leinwand umgebaut. Der Star des Vienna Film Commission � 65 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Films, Tom Cruise, wählte als Location für seine Interviews mit der Presse das Obere Belvedere und das Haas-Haus mit Blick auf den Stephansdom. Weltweit wurde in Print- und Online-Medien über diese einzigartige Weltpremiere berichtet. Schauspieler und Produzent Tom Cruise bedankte sich besonders bei der Stadt Wien und ihren BewohnerInnen für die großartige Unterstützung während der Dreharbeiten, desgleichen auch Regisseur Christopher McQuarrie, der seinen besonderen Dank auch Marijana Stoisits, Geschäftsführerin der Vienna Film Commission, aussprach. Österreichweite Aktivitäten Filmbranchenkontakte Kontinuierlicher Austausch, Gespräche und Netzwerken mit der Filmbranche sind ein wesentlicher Teil der Arbeit der Vienna Film Commission. Kontakte zu den VertreterInnen der einzelnen Verbände, insbesondere dem Verband der österreichischen FilmausstatterInnen, zur VÖAP, zu VerleiherInnen, BühnenbauerInnen, sowie den ProduzentInnen werden auf offizieller und informeller Ebene intensiv gepflegt, ebenso zu den Landes- und Bundesförderstellen. Die Vienna Film Commission hat an allen wichtigen Veranstaltungen der Wiener und österreichweiten Film- und TV-Förderinstitutionen wie dem Filmfonds Wien, der Filmabteilung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Österreichischen Filminstituts, des Fernsehfonds Austria, des Drehbuchforums, der Wirtschaftskammer Wien/ Sparte Gewerbe und Handel, der Film and Music Austria(FAMA, Fachverband der Film- und Musikindustrie), der Association of Austrian Filmproducers(AAFP), der Film Austria, des ORF und der Förderinitiative Filmstandort Austria(FISA) teilgenommen. Ebenso an allen relevanten Filmfestivals: Viennale, Tricky Women, VIS – Vienna Independent Shorts, Identities, This Human World, Crossing Europe, Slash Filmfestival und Diagonale. Für den Eurovision Song Contest kooperierte die Vienna Film Commission eng mit dem Wien Tourismus und dem Magistrat, aber auch mit vielen in Wien ansässigen Bundesinstitutionen, um die Drehgenehmigungen für die 1 800 internationalen MedienvertreterInnen einfach handhabbar zu gestalten. Kooperationen 2015 Eurovision Song Contest, iEmmy Semifinals,„Wie haben Sie das gemacht“, Buchpräsentation mit FC Gloria, Österreichischer Filmpreis im Wiener Rathaus, Länderfördertagung in Graz, Vienna Independent Shorts/ VIS Academy,„Hollywood in Vienna“, 2015 World Congress of Science& Factual Producers Jurytätigkeit Wiener Filmbeirat, Wiener Wasser Preis, VIS –„Night of the Light“ Internationale Aktivitäten 65. Internationale Filmfestspiele in Berlin Die Berlinale ist nicht nur das größte Filmfestival im deutschen Sprachraum, sondern auch eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals. Die Vienna Film Commission war beim European Filmmarket vor Ort und hat an allen relevanten Branchenveranstaltungen und Events des European Film Commission Networks(EUFCN) sowie der Association of Film Commissioners International(AFCI) teilgenommen. Wie schon in den Jahren zuvor hat die Vienna Film Commission die Organisation und Abwicklung des zentralen Events der Austrian Film Commissions& Funds(AFC&F) übernommen. Die PartnerInnen der AFC&F waren bei der Berlinale 2015 die Carinthia Film Commission, 66 Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Cinestyria Filmcommission and Fonds, Lower Austrian Film Commission, Cine Tirol sowie FISA und der Fernsehfonds Austria. Zum Empfang über den Dächern Berlins im„Club 40 Seconds“ nahe des Potsdamer Platzes kamen rund 650 internationale Gäste: ProduzentInnen, RegisseurInnen, SchauspielerInnen, Verleih- und VertriebspartnerInnen sowie VertreterInnen aus allen Filmdepartments. Im Rahmen der Berlinale fand auch die Weltpremiere von„Woman in Gold“ statt. Der von Origin Pictures und der Weinstein Company produzierte Film war 2014 in Wien gedreht worden. Locations Trade Show, Los Angeles Die internationale Locations Trade Show der AFCI fand 2015 im Hyatt Regency Century Plaza in Beverly Hills statt. Auf 3 000 m 2 präsentierten 130 Film Commissions Motive aus allen Kontinenten für die 3 170 FachbesucherInnen, darunter Locationscouts, US-ProduzentInnen, RegisseurInnen, Studios und independent Filmmakers. Die Teilnahme an der Messe bot Gelegenheit für Gespräche mit ProduzentInnen, die konkrete Projekte für Wien in Entwicklung haben, sowie die Teilnahme an den LMGA Awards(Locations Managers Guild of America). Österreichs Generalkonsulin in Los Angeles, Ulrike Ritzinger, lud aus diesem Anlass vorwiegend US-Amerikanische aber auch österreichische ProduzentenInnen, RegisseurInnen und Locationscouts zu einer Networking Reception in ihre Residenz in Los Angeles. Ein Bericht zu diesem jährlich stattfindenden Event findet sich im Jahrbuch der österreichischen Auslandskultur 2015. Seit Anfang 2015 ist die Vienna Film Commission mit Geschäftsführerin Marijana Stoisits im „Board of Directors“ der AFCI vertreten. Damit bietet sich nun die Möglichkeit für eine noch intensivere internationale Branchenkontaktpflege: so etwa beim Sundance Filmfestival, beim AFCI Cineposium in Barcelona sowie beim AFM(American Film Market) in Santa Monica. Im Wettbwerb des Dokumentarfilmprogramms von Sundance lief der überwiegend in Wien gedrehte Film„The Visit“ von Michael Madsen. 68. Filmfestspiele Cannes Der weltweit bedeutendste Filmmarkt findet jährlich beim Filmfestival in Cannes statt. Die Vienna Film Commission hat daher auch 2015 wieder die Kräfte der regionalen österreichischen Film Commissions(Tirol, Steiermark, Niederösterreich und Kärnten) und von FISA gebündelt und die organisatorische Verantwortung für den gemeinsamen Ausstellungspavillon übernommen. Das 25 m 2 große Zelt mit angeschlossener 50 m 2 Terrasse im Village Pantiero am Yachthafen von Cannes bot den teilnehmenden PartnerInnen sowie nationalen und internationalen ProduzentInnen, RegisseurInnen und Locationscouts optimale Voraussetzungen für Meetings und Netzwerkaktivitäten. Die Vienna Film Commission hat während des Festivals auch an Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen der AFCI, der EUFCN und anderer europäischer Filminstitutionen teilgenommen. Focus, London Der Location Production Event in London fand 2015 zum ersten Mal statt. Die Vienna Film Commission war für den Filmstandort Wien mit einem gemeinsamen Stand mit der Cine Tirol Film Commission vertreten. Web www.viennafilmcommission.at Die Website wurde auch im vergangenen Jahr um Detailseiten erweitert und optimiert. Sie wird von nationalen und internationalen Produktionsfirmen intensiv für erste Recherchen genutzt. Der Produktionsspiegel, der einen Überblick über alle in Wien gedrehten Film- und TV-Produktionen sowie ausgewählten Studenten- und Kurzfilmprojekten bietet, wird laufend aktualisiert. Vienna Film Commission � 67 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Datenbank Die Motiv- und Branchendatenbanken werden beständig optimiert und überarbeitet. Der Schwerpunkt der Locationdatenbank lag im vergangenen Jahr gleichermaßen auf einer Vertiefung und breiteren Auffächerung der 165 Kategorien. Die Zahl der Einträge in der Motivdatenbank ist von 2 171 auf 2 320 gestiegen. Mit Ende 2015 waren in der Branchendatenbank 720 Wiener Filmschaffende registriert. Social Media Facebook ist für die Vienna Film Commission ein herausragendes Marketing- und Informationstool. Das Social Web wird in erster Linie zur fortlaufenden Bewerbung der Aktivitäten der Vienna Film Commission genutzt sowie für die Promotion von in Wien gedrehten Filmen, für Casting-Termine, Hinweise zu Premieren, Festivalteilnahmen von in Wien gedrehten Filmen, TV-Ausstrahlungsterminen unter anderem. Setarbeitsfotos informieren die interessierte Öffentlichkeit über aktuelle Dreharbeiten in der Stadt. Die Facebook-Seite der Vienna Film Commission hat 3 500 Fans. Neue Medien Der Medienkunstpreis 2015 ging an das Künstlerinnenkollektiv„ubermorgen“. Die Preisjury begründete folgend: Die Arbeiten zeichnen sich durch kontinuierliche und kritische Auseinandersetzung mit massenmedialen Phänomenen und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Ihre Inszenierungen finden sowohl im realen als auch im virtuellen Raum statt und stellen mit großer Präzession moralische und ethische Grenzverläufe zur Diskussion. Themenfelder wie der zunehmende Verfall der demokratischen Strukturen, die Veranschaulichung digitaler Überwachungsszenarien und vor allem die Darstellung imperialer Kriegsmechanismen machen sie im Endeffekt durch ihre Arbeiten spürbar. Das Hinterfragen politischer Realitäten ist eine der autochthonen Eigenschaften der Kunst, die technischen Möglichkeiten bieten hierzu speziell der Medienkunst ein unendliches Spektrum. So beschäftigte sich das Festival paraflows anlässlich seines zehnjährigen Bestehens mit der „digital migration“ und lud Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit einer Gesellschaft auseinanderzusetzen, in der alles in Bewegung geraten ist: Migration setzt sich aus einer Vielzahl von Bewegungsmustern zusammen, kleinen wie großen, ungleichzeitigen, die sich überlagern oder durchkreuzen und die in linearen oder sprunghaften, in prognostizierbaren oder gänzlich unvorhergesehenen Bahnen verlaufen können, in Schüben, kleinen Schritten und Riesensprüngen, in schnellem Wechsel, unaufhörlichem Voranschreiten und ziellosem Umherschweifen. Sie führen durch reale und virtuelle Räume, die sie miteinander vernetzen, aufeinander beziehen und abbilden. So lautete ein exemplarischer Text zu diesem sehr aktuellen Thema. Das begleitende Symposion widmete sich der Analyse von Techniken digitaler Konstruktionen, Reproduktionen, Restaurationen und den schnellen Bewegungen auf allen politischen, ökonomischen und kulturellen Ebenen. Dementsprechend wird sich das Festival 2016 mit dem Thema „identity“ beschäftigen. 68 Vienna Film Commission• Neue Medien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten Internationale Angelegenheiten Die Stadt Wien ist seit 2015 Mitglied des„World Cities Culture Forums“, einer Plattform, wo mehr als 30 Kulturhauptstädte der Welt vereinigt sind – Amsterdam, Austin, Bogotá, Brüssel, Buenos Aires, Dubai, Edinburgh, Hamburg, Hong Kong, Istanbul, Lagos, London, Los Angeles, Madrid, Melbourne, Montréal, Moskau, New York, Paris, Rio de Janeiro, Rom, San Francisco, Seoul, Shanghai, Shenzhen, Singapur, Stockholm, Sydney, Taipei, Tokyo, Toronto, Warschau und Wien. Das Ziel dieses Forums mit Sitz in London ist, eine bessere Vernetzung der kulturellen Interessen der jeweiligen Städte und die praktische Handhabung kultureller Abläufe unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Standorten der Welt. Interkulturalität Zum 12. Mal wurde in Wien im November 2015 das KlezMORE Festival durchgeführt. Die Veranstaltungsstätten waren über Wien verteilt und wurden dem Anspruch, auch in die Außenbezirke zu gehen, gerecht. Im würdigen Ambiente des Porgy& Bess wurde das Festival 2015 feierlich eröffnet. Die weiteren Spielstätten befanden sich im Schwarzberg, im Reigen, im Metropol, in der Sargfabrik, im Theater Akzent, in der Kirche am Gaußplatz, im Vindobona, im Theater am Spittelberg und im Kulturcafe Tachles. An 20 Tagen wurden 100 KünstlerInnen bei insgesamt 22 Veranstaltungen präsentiert. Die hohe Qualität des KlezMORE Festivals ergab sich durch das ungewöhnlich dichte Programm, sowie die Vielfältigkeit des Dargebotenen. Sowohl etablierte MusikerInnen als auch junge Nachwuchstalente stellten ihr Können unter Beweis, wie immer ganz im Zeichen von Traditionspflege und Neuinterpretation der Klezmer Musik und Kultur. Dazu kamen an den drei Sonntagen im November des KlezMORE Festivals die besonders beliebten Stummfilm-Matinéen im Kulturcafe Tachles. Alles in Allem eine wertvolle kulturelle Bereicherung für die Kulturhauptstadt Wien. Der Verein„IG World Music Austria“ hat den Austrian World Music Award nach 2014 wieder erfolgreich durchgeführt. Das Ziel ist, die AkteurInnen der österreichischen Weltmusikszene zu vernetzen und so ihre Sichtbarkeit und Präsenz zu stärken. Das Angebot an junge Talente, vor einer ausgewählten Fachjury und einem interessierten Publikum ihr Können zu beweisen, wurde in der heimischen Weltmusikszene dankbar und begeistert aufgenommen. Die siebenköpfige, teilweise international besetzte Jury wählte aus den 120 eingereichten Beiträgen sechs FinalistInnen aus. Am 4. Dezember 2015 kam es zum Finale im restlos ausverkauften Porgy& Bess. Der erste Preis ging an das Kremser Blasmusikensemble Federspiel, der zweite an das Ensemble Alma. Die Präsenz dieser Veranstaltung in der inländischen Presse war großartig und trug positiv zum Image der Stadt Wien als Musikgroßstadt bei. Veranstaltungen Die Pflege der Tradition, wie sie von Blasmusikkapellen, Volkstanzgruppen und Chören repräsentiert wird, ist ein wichtiger Teil der Alltagskultur. Der Höhepunkt im Jahr 2015 war das„36. Österreichische Blasmusikfest“, an dem insgesamt 26 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und aus Italien teilgenommen haben. Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten � 69 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Beim Wiener Landesblasmusikfest„Faszination Blasmusik“ im Wiener Konzerthaus – Mozartsaal präsentierten verschiedene Musikkapellen des Wiener Blasmusikverbandes traditionelle und symphonische Blasmusik. Großen Publikumszuspruch fand wieder das„Internationale Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insgesamt 89 Chöre aus Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Rumänien, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, den USA und Weißrussland auf. Ehrungen Durch Ehrungen der Stadt Wien wurden KünstlerInnen und WissenschafterInnen für ihre herausragenden Leistungen gewürdigt. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. 70 Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaft Wissenschaftsförderung – ein wichtiger Teil der Kulturförderung und eine eigenständige Aufgabe einer wissensbasierten und selbstreflexiven Welt Wissenschaft ist ein Tätigkeitsfeld, dessen Zielsetzung – die Erforschung und Erkenntnis der Welt zwischen Natur und Kultur – tief in der menschlichen Geschichte wurzelt. Das Thema der Wissenschaften, die Erkundung der Strukturen und Phänomene der Welt, ist in den letzten 200 Jahren, ganz besonders aber in den letzten 40 Jahren zu einer höchst professionellen Unternehmung geworden, bei der in immer stärkerem Maß die Anwendung von Forschung und Wissenschaft im Vordergrund steht. In den letzten 30 Jahren hat sich das Verhältnis von Stadtverwaltung und institutionalisierter Wissenschaft in Wien kontinuierlich verbessert. Die Wiener Stadtverwaltung arbeitet mit vielen ihrer Abteilungen und bei zahlreichen Projekten mit WissenschafterInnen zusammen. Die Stadtverwaltung ist wissens- und wissenschaftsbasiert. Die Institution der Universität versteht sich als Veranstaltung für eine Forschung im Dienst der BürgerInnen und als Ausbildungsstätte für leitende und gestaltende Positionen in allen Sektoren der Gesellschaft. Die alten Hauptzielsetzungen der Wissenschaft – Aufklärung, causarum investigatio, sapere aude – sind in den letzten 250 Jahren gleich geblieben, und sie stehen auch im Zentrum dessen, was KünstlerInnen und Kulturschaffende für die Gesellschaft tun. Insofern ist Wissenschaft als Erforschung der Welt und als Gestaltung der Welt mit Technik und Technologien ein eigenständiges und sehr spezialisiertes Unternehmen. Gleichzeitig ist die wissenschaftliche Reflexion der Welt mit Projekten, Tagungen, Ausstellungen, Filmen, intermedialen Veranstaltungen auch ein wichtiger Teil der Kultur und eines komplexen Kulturprogramms, das von der Stadt Wien gefördert wird. Im Jahr 2015 feierten drei bedeutende Wiener Universitäten ihren Geburtstag vor 650 Jahren (Universität Wien), vor 250 Jahren(Veterinärmedizinische Universität Wien) und vor 200 Jahren (Technische Universität Wien). Diese Universitätsjubiläen waren eine Gelegenheit, die Wechselwirkung zwischen Stadt und Universität mit einem sehr qualitätvollen Programm zu thematisieren und zu würdigen. Für die Stadt Wien waren die Universitätsjubiläen eine Gelegenheit, die große Bedeutung der Universitäten und des Hineinwirkens der Universitäten in die Stadtkultur in gemeinsamen Aktivitäten sichtbar zu machen. Die Bedeutung der Wissens- und Universitätsstadt für die florierende Lebenskulturstadt konnte dargestellt und damit bewusst werden. Die Wissenschaftsförderung der Kulturabteilung der Stadt Wien war im Jahr 2015 besonders wichtig und wirksam. Sie hat dabei geholfen, die Aktivitäten von Wissenschaft und Universitäten sichtbar zu machen. Die Erkenntnis der Bedeutung von Wissenschaft und Forschung (Public Awareness) ist eine zentrale Grundlage dafür, dass in BürgerInnenschaften Verständnis besteht, dass Wissenschaft(budgetäre) Unterstützung braucht. Wissenschaftliche Analyse ermöglicht, dass Gesellschaft nicht nur aus einer Perspektive politischer Propaganda, sondern aus einer der Selbstreflexion und-kritik betrachtet werden kann. Die Förderungsmittel, die im Bereich der Kulturabteilung für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung stehen, werden in Gestalt unterschiedlicher Instrumente vergeben – Förderung von wissenschaftlichen Projekten, Tagungen und Ausstellungen, Vergabe von Stipendien und Preisen, Forschungsförderung durch fünf Fonds, Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen z. B. durch die Veranstaltung der Wiener Vorlesungen. Da Wissenschaft im Bereich der Wiener Stadtverwaltung ein großes und eigenständiges Aufgabenfeld ist, legt die Stadt neben dem Kunst- und Kulturbericht seit nunmehr 13 Jahren auch einen eigenständigen Wissenschaftsbericht, der gleichzeitig mit dem Kunst- und Kulturbericht erscheint. Wissenschaft � 71 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderungen großer Forschungsgesellschaften(u. a.) •Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) •Architekturzentrum Wien(Az W) •Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LBG) •Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes(DÖW) •Forschungsinstitut„Urban Management and Governance“, WU(Wirtschaftsuniversität Wien) •Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) •Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) •Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) Die Stadt Wien fördert jährlich ausgesuchte Forschungsprojekte der ÖAW. 2015 konnten 29 Projekte mit Wien-Schwerpunkt von Instituten, Kommissionen und Mitgliedern der ÖAW durchgeführt werden. Es handelt sich vorwiegend um Projekte aus dem Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Neben langzeitlich angelegten Editions-, Datenerhebungs- und Quellenerschließungsprojekten wurden auch mehrere Publikationen und vielfältige Veranstaltungen gefördert, darunter äußert öffentlichkeitswirksame Symposien und Ausstellungen. Die geförderten Projekte kommen aus den Bereichen der Digital Humanities, der Demographie, der Stadt- und Regionalforschung ebenso wie aus der Theatergeschichte, den Musikwissenschaften, der Mittelalterforschung und Alltags- und Umweltgeschichte. Die Stadt-Wien-Förderung unterstützt auf diese Weise ganz wesentlich geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung an der ÖAW. Architekturzentrum Wien(Az W) 2015 hat das Az W zahlreiche herausragende Projekte realisiert, darunter 14 Ausstellungen, 29 Veranstaltungen sowie spezielle Architekturvermittlungsprogramme für unterschiedlichste Zielgruppen. Über 430 Führungen und Workshops wickelte das Vermittlungsteam ab, dazu kamen 73 Tours im Stadtraum von Wien. Mit der Sammlungsausstellung„Wien. Die Perle des Reiches. Planen für Hitler“ konnte 2015 der größte BesucherInnenansturm seit Bestehen des Az W erzielt werden. Zum 150. Jubiläum der Wiener Ringstraße wurde eine Ausstellung über Max Fabiani, einem der Väter der Modernen Architektur in Wien gezeigt. Das Az W ist österreichweit die einzige Institution, die gezielt das architektonische Erbe Österreichs nach 1945 bewahrt. Die Sammlung des Az W wächst kontinuierlich weiter, 2015 kamen unter anderem Neuzugänge wie der Nachlass Roland Rainer oder das Fotoarchiv Margherita Spiluttini dazu. Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LBG) Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist Österreichs unabhängiger Forschungsinkubator mit Schwerpunkt Health Sciences und betreibt interdisziplinär ausgerichtete Ludwig Boltzmann Institute(LBI) und Ludwig Boltzmann Cluster(LBC). Im Rahmen von regelmäßigen Ausschreibungen gründet die LBG gemeinsam mit PartnerInnen aus unterschiedlichen Bereichen LBI, um neue Forschungsthemen zu behandeln. Im Jahr 2015 endete die im Vorjahr gestartete Ausschreibung mit dem Themenschwerpunkt„Health Sciences“. Zwei neue LBI werden sich den Schwerpunkten seltene und nichtdiagnostizierte Erkrankungen, sowie angewandte Diagnostik widmen. In dem für Europa einzigartigen Open Innovation-Projekt„Reden Sie mit!“ hat die LBG BürgerInnen erstmals in die Generierung von Forschungsfragen eingebunden. Zur Fragestellung„Welche Fragen zu psychischen Erkrankungen soll die Wissenschaft Ihrer Meinung nach aufgreifen?“ wurden 400 hochwertige Beiträge auf der Onlineplattform www.redensiemit.org eingereicht. 72 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) Um ein breites Publikum zu erreichen, wurden 2015 vermehrt öffentliche Veranstaltungen durchgeführt, viele davon mit großartigen KooperationspartnerInnen: dem Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung, der Medizinischen Universität Wien und der Erzdiözese Wien sowie im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung und der Wiener Festwochen. Im Großen Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Wien wurde der 1. Engerau Prozess des Volksgerichts Wien 1945 nachgestellt. Die neue Vortragsreihe„Nationalsozialismus in den Regionen“ widmet sich verstärkt lokalen Fragestellungen, zuallererst zum Gailtal und Pinzgau. Das Jahrbuch thematisierte unter dem Titel„Feindbilder“ rassistische wie politische Verfolgung im Nationalsozialismus sowie Verdrängung und Aufarbeitung nach 1945. Alle Beiträge sind kostenfrei verfügbar unter: www.doew.at/erforschen/publikationen/downloads. Neu auf www.doew.at sind Dokumente zu: Kriegsende 1945, österreichische Opfer des Stalinismus, NS-Terror und Volksgerichtshof. Forschungsinstitut„Urban Management and Governance“, WU(Wirtschaftsuniversität Wien) Das Forschungsinstitut für Urban Management and Governance unter der Leitung von Renate E. Meyer und Verena Madner untersucht Fragestellungen des modernen Stadtmanagements sowie der urbanen Governance aus interdisziplinärer – vor allem wirtschafts-, rechts- und organisationswissenschaftlicher – Perspektive. Dabei sollen aktuelle Phänomene erfasst, in einen internationalen Rahmen gestellt und insbesondere längerfristige Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten im urbanen Kontext aufgezeigt werden. Die Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere auf den Themenfeldern der Steuerung autonomer Einheiten und Public Corporate Governance, auf Smart Cities und nachhaltiger Stadtentwicklung sowie Fragen des internen Managements von Stadtverwaltungen und der Good Urban Governance. Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) Wildtiere leben in Mitteleuropa in einer vom Menschen dicht besiedelten Kulturlandschaft. Immer mehr wird sie auch von Wildtieren genutzt. Um ein konfliktfreies Nebeneinander zu ermöglichen, gefährdete Arten zu schützen und Wildschadenprobleme hintanzuhalten, ist es erforderlich, die Bedürfnisse von Wildtieren gut zu kennen, vor allem deren lange unterschätzte Veränderung mit den Jahreszeiten – ein Schwerpunkt der Arbeit des Instituts. Die Stadt Wien unterstützt das FIWI mit der Bereitstellung des Institutsgebäudes, eines ca. 50 ha großen Forschungsgeheges, sowie als Förderer in der Gesellschaft zur Förderung des FIWI. Ausgehend vom FIWI, entwickelte sich der Forschungsstandort Wilhelminenberg und damit die Stadt Wien in den letzten Jahren zu einem international sichtbaren Zentrum der organismischen Biologie. Mit der Eröffnung der ersten österreichischen Vogelwarte wurde dieses Zentrum 2015 um eine neue, wichtige Forschungsstätte erweitert. Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) Das IWM, 1982 als ein Ort der Begegnung zwischen Ost und West gegründet, erweiterte unter der Leitung von Shalini Randeria seine thematische wie regionale Ausrichtung. Neben langjährigen Schwerpunkten(Zukunft der Demokratie, europäische Erinnerungskulturen, wirtschaftspolitische Entwicklungen in Zentral- und Osteuropa, Bedeutung der Religion) wurden globale Zusammenhänge und Fragen normativer Pluralität und internationaler Gerechtigkeit stärker in den Blick genommen. Dies spiegelte sich auch in den Projekten der knapp 90 WissenschafterInnen, JournalistInnen und ÜbersetzerInnen, die 2015 am IWM forschten, sowie den mehr als 120 Veranstaltungen wider. Die Seminare, Vorlesungen und Debatten setzten sich unter anderem mit den Krisenherden in der Ukraine und im Nahen Osten, den Folgen des Klimawandels und der geopolitischen Bedeutung Asiens auseinander. Neu etabliert wurden das Krzysztof Michalski Fellowship-Programm sowie das mehrjährige Forschungsprojekt„Ukraine in European Dialogue“. Wissenschaft � 73 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Das VWI konnte 2015 seine Tätigkeiten im Bereich der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung aller Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und Holocaust betreffen, weiter ausbauen und das Fellowship-Programm mit Hilfe des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats etablieren. Die zukünftigen Archivbestände wurden weiter digitalisiert, der Aufbau einer regional einzigartigen Forschungs- und Fachbibliothek fortgesetzt. Mit der regelmäßigen Durchführung der Simon Wiesenthal Lectures, den Vorträgen renommierter Holocaust-ForscherInnen, der inzwischen alljährlichen Simon Wiesenthal Conference – diesmal zum Thema Antisemitismus an den europäischen Peripherien 1880–1945 – sowie Buchpräsentationen und Filmvorführungen setzte das VWI auch seine Vermittlungstätigkeit fort. In der Reihe Beiträge des VWI zur Holocaustforschung erschienen drei Bücher; das E-Journal des Instituts(S:I.M.ON. Shoah: Interventions. Methods. DocumentatiON.) wurde auf eine halbjährliche Erscheinungsweise umgestellt. Porträts geförderter Institutionen und Projekte •Club of Vienna(CoV) •Demokratiezentrum Wien •Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur(DomL) •EDUCULT – Denken und Handeln im Kulturbereich •Europäische Musikforschungsvereinigung(EMV)/ Österreichische Musikzeitschrift(ÖMZ) •Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog(FEWD) •Viktor Frankl Zentrum •Johann Mithlinger-Gedenkverein für kulturelle Erinnerungsarbeit •Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten •Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften(IFK) •Institut für jüdische Geschichte Österreichs(Injoest) •Institut für Wissenschaft und Kunst(IWK) •Institut Wiener Kreis – Institute Vienna Circle(IVC) •Mauthausen Komitee Österreich(MKÖ) •Österreichische Forschungsgemeinschaft(ÖFG) •Österreichische Gesellschaft für Architektur(ÖGFA) •Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum •QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte • ScienceCenter-Netzwerk •Science Communication Research •Sir Peter Ustinov Institut zur Bekämpfung und Erforschung von Vorurteilen •Technische Universität Wien, Teaching Support Center •Universität Wien, Postgraduate Center •Verein für Geschichte der Stadt Wien •Verein für Geschichte und Sozialkunde(VGS) •Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung von Zeitgeschichte 74 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 •Wiener Institut für Strauss-Forschung(WISF) •Wiener Psychoanalytische Akademie •Die Wiener Volkshochschulen GmbH •Wiener Ball der Wissenschaften •ZOOM Kindermuseum Club of Vienna(CoV) Die Vortragsreihe des Club of Vienna hat sich auch 2015 wieder mit verschiedenen gesellschaftspolitisch relevanten Themen beschäftigen können. Die Vorträge wurden aufgezeichnet und sind auf www.clubofvienna.org verfügbar. In der Diplomatischen Akademie fanden zwei Tagungen statt – am 5. Mai zum Thema„Sparzwang trotz Geldschwemme: Mechanismen der Geldwirtschaft und mögliche Alternativen“ und am 7. Oktober zum Thema„Leben mit Big Data – Gesellschaftliche Bedeutung einer neuen Technologie“, auch wurde ebenda am 25. März der mit 3 000 Euro dotierte und gesponsorte Wiener Rupert Riedl-Preis an Petra Gruber und Barbara Beinstein vergeben. Erstmals hat der Club of Vienna eine Rupert Riedl-Sommerakademie abgehalten. Am 4. und 5. September haben einander etwa 35 TeilnehmerInnen auf der Burg Hartenstein in der Wachau getroffen, um über„Herausforderungen der evolutionären Komplexität“ zu diskutieren. Demokratiezentrum Wien Das Demokratiezentrum Wien ist ein außeruniversitäres Institut an der Schnittstelle von Forschung und Vermittlung. Es werden Forschungsprojekte zu demokratiepolitisch relevanten Themen durchgeführt, deren Ergebnisse auf der virtuellen Wissensplattform an ein breites Publikum vermittelt werden: www.demokratiezentrum.org. Inhaltliche Schwerpunkte des Demokratiezentrums Wien waren 2015 unter anderem Migration und Integration, Wandel von citizenship-Konzepten, Demokratie und Nachhaltigkeit. Ein neuer Forschungsschwerpunkt liegt auf Friedensvorstellungen und Konzepten von Frieden im historischen Längsschnitt. In einer laufenden Studie werden verschiedene Modelle von Frieden, die anhand der Vergabe des Friedensnobelpreises seit 1901 erkennbar sind, herausgearbeitet. Dadurch sollen auch mögliche Lehren für friedensfördernde Ansätze in aktuellen Krisen abgeleitet werden. Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur(DomL) Eine der Grundfragen des DomL-Projekts Wiener Philosophisches Forum ist die nach der Aktualität von Marx’ Philosophie. In welchen Ländern ist ein Rest des marxistischen Erbes lebendig geblieben, dessen Potenzial in die aktuellen Debatten um die Herausforderung traditioneller Gesellschaften im Sog der„Globalisierung“ eingebracht werden könnte? Im 1. Forum(1. 12.) stellte Endre Kiss sein jüngstes Buch vor:„Marx lábnyomai“[Marxens Fußstapfen] – ein in der gegenwärtigen Situation mehr als unzeitgemäßer Text. Dem Thema„europäische Werte“ war das 2. Forum(22. 12.) gewidmet, in dem Walter Gartler unter dem Titel„Fichtes absolutes Ich und dessen romantische Xenophobie“ über Fichtes Aktualität und die Umdeutung seiner Philosophie durch Philosophen Ungarns sprach. Das Philosophische Forum stieß auf großes Interesse wie auch die neue Vortragsreihe„Archäologie in Centrope“. Innerhalb der Reihe „Literaturwissenschaft in Mitteleuropa“ wurden tschechische Comics des 20. Jahrhunderts vorgestellt. EDUCULT – Denken und Handeln im Kulturbereich Zu den Aufgabenstellungen des Instituts gehören Kulturpolitikforschung, Beratung und Management; dessen Qualität liegt in der langjährig entwickelten Expertise im Bereich Vermittlung von Kunst und Kultur. Zuletzt wurden demographische Veränderungen und deren Wirkungen auf den Kulturbetrieb in Wien fokussiert. So konnten die Ergebnisse der KooperaWissenschaft � 75 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 tionsprojekte„Brokering Migrants’ Cultural Participation“ und„Access to Culture“ von einer Reihe Wiener Kunst- und Kultureinrichtungen genutzt werden. Aktuell beschäftigt das Institut das Verhältniss von wachsender sozialer Ungleichheit und Kulturpolitik. Mit der Evaluierung ihrer Projekte haben international agierende Kultureinrichtungen EDUCULT betraut; so das Goethe-Institut mit der Erstellung des Konzepts„Kultur wirkt“. Im„Salon der Kulturen“ werden Arbeiten von nach Österreich gekommenen KünstlerInnen vorgestellt; der Redewettbewerb „Sag’s Multi!“ eröffnet mehrsprachigen Jugendlichen die Chance, ihre Sprachenkompetenz vorzustellen. Europäische Musikforschungsvereinigung(EMV)/ Österreichische Musikzeitschrift(ÖMZ) Die ÖMZ ist in jenem weiten Feld unterwegs, für das weltweit der Alpenrepublik Kompetenz zugesprochen wird. Zuvorderst wegen der herausragenden Stellung des Landes in der Geschichte der Musik. Der Jahrgang 2015 eröffnete mit einem Rückblick auf das kulturelle Umfeld des Wiener Kongresses, schlug den Bogen zum Weltkriegsjahr 1915 und zur Gegenwart – mit Berichten zu herausragenden Ereignissen in Österreich wie am europäischen Horizont. Gründlich untersucht wurden die Fragen„Wie(a-)sozial ist die Musik?“, die Stellung der Dirigentin, die Schlüsse der musikalischen Kunstwerke und Karrieren, dann – anhand von Bernhard, Jandl, Jelinek – das auch im 20. Jahrhundert so vitale Verhältnis von Literatur und Musik. Schließlich die so ergiebige wie kontrovers betrachtete Sphäre von(neuer) Spiritualität und Musik. Bei all dem ist die ÖMZ ständige Begleiterin der österreichischen MusikerInnen – von den international renommierten bis zu den jungen, die entdeckt und bekannt gemacht werden. Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog(FEWD) Im Zentrum der Aktivitäten der FEWD unter Leitung von Peter Kampits standen 2015 neben allgemeinen internationalen Grundlagendiskursen der Ethik insbesondere angewandte Projekte. Durch die Funktion von Prof. Kampits als stellvertretender Vorsitzender der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt wurden hierzu Themen der Bioethik wie die aktuelle Debatte zur Sterbehilfe und zur Fortpflanzungsmedizin besonders berücksichtigt. Durch die Arbeiten von Eberhart Theuer und Erwin Lengauer konnte zum Themenbereich Rechtsethik die international relevante Problematik zivilgesellschaftlichen Engagements und Organisationsstraftatbestands weiter untersucht werden. Zum hochaktuellen multidisziplinären Thema Ernährungsethik wurden die zentralen Aspekte von Verteilungsgerechtigkeit und Welthunger im Kontext einer ökologischen Nahrungsproduktion kontinuierlich verfolgt und konnten gemeinsam mit der Volkshochschule Wien einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Viktor Frankl Zentrum Die Sinnfrage wird das Thema des neuen Jahrtausends sein, so prophezeite es Viktor E. Frankl kurz vor seinem Tod 1997. Das Viktor Frankl Zentrum Wien, das sich zum Ziel gesetzt hat, die von Frankl begründete Sinn-Lehre, die sogenannte Logotherapie und Existenzanalyse, sowie dessen Leben und Wirken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, erfuhr 2015 eine überaus hohe Publikumsresonanz. So nahmen an die 20 000 Personen an den Vermittlungsprogrammen teil – eine knappe Verdoppelung zum Vorjahr. Neben der Vortragsreihe zu aktuellen Themen aus dem Berufs- bzw. Arbeitsleben oder zu individuellen Bedürfnissen, wurden Lehrgänge, Impuls-Abende, Seminare, Infoabende sowie Film-Nachmittage angeboten – wie auch ein interaktives Museumserlebnis: das weltweit erste Viktor Frankl Museum, das am 26. März 2015 mit großem medialen Interesse und zahlreichen Publikumsanfragen seine Eröffnung feierte, direkt neben jener Wohnung, in der Viktor E. Frankl über 50 Jahre lebte(Mariannengasse 1, 9. Bezirk). Johann Mithlinger-Gedenkverein für kulturelle Erinnerungsarbeit Das Ziel des Vereins ist, durch künstlerische, kulturpädagogische und wissenschaftliche Tätigkeit, Menschen für die nationalsozialistische Vergangenheit, ihre Vorgeschichte und Konti76 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 nuitäten im aktuellen europäischen gesellschaftspolitischen Geschehen zu sensibilisieren. Im Zuge des Projekts„Initiativen und Bestrebungen zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus – Gedenken und Erinnern in Wien von 1945 bis heute“ soll dargestellt werden, welche Aufarbeitungsvorhaben diesbezüglich in Wien ab 1945 angeregt und umgesetzt wurden. Die Erhebungen konzentrieren sich auf zivilgesellschaftliche wie staatlich geförderte Initiativen und sollen einen Überblick über Prozesse, Brüche und Kontinuitäten geben. Ein wesentlicher Teil der Forschungen bestand darin, mit der Thematik befasste Persönlichkeiten zu interviewen. Dadurch wurde Spezialwissen erhoben, sowie die Vielschichtigkeit und Multiperspektivität der Thematik sichtbar gemacht. Das Endziel dieses Projekts ist die Erstellung einer Publikation. Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Ausgehend von der eigenen Ausstellungsarbeit im Kontext von Minderheiten und Migration, wurde im Rahmen einer Forschungsreise zum Thema„Minderheiten in US-Museen“ durch die USA(27. 2. bis 27. 6.) der Frage nachgegangen, wie Minderheitengeschichte in US-Museen repräsentiert ist. Wie wird Sklaverei, Rassismus und die Bürgerrechtsbewegung, aber auch die Vertreibung der Native Americans und deren Ansiedlung in Reservaten in den amerikanischen Museen dargestellt? Wie wird diese Geschichte tradiert, welche Displays werden verwendet und wie wird mit Stereotypen umgegangen? So wurden 65 Museen in Florida, Texas, Louisiana, Tennessee, Alabama, Georgia, Illinois, Washington D.C und in New York in die Forschung miteinbezogen. Ebenso wichtig für diese Herangehensweise war die Einbettung dieser Fragen in einen gegenwärtigen politischen Kontext, und die Frage, ob sogenannte Good PracticeModelle von Museen und Ausstellungen existieren, die auf die Wiener Situation übertragbar wären. Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften(IFK) Seit 1. Jänner 2015 ist das IFK organisatorisch ein Zentrum der Kunstuniversität Linz, der bisherige Trägerverein wurde in einen Verein der Freunde und Freundinnen des IFK umgewandelt. Der Wiener Standort bleibt dadurch unberührt. 2015 waren 11 Senior, 10 Research und 18 Junior Fellows eingeladen sowie 8 Gäste des Direktors. Veranstaltet wurden neun Tagungen und Workshops, eine Filmretrospektive, 29 Vorträge, eine Dichterlesung, eine Buchpräsentation und die IFK_Akademie. Von der Stadt Wien unterstützt wurden der Workshop„Empire, Socialism, and Jews: 1848, 1867, 1889 – Revolution, Emancipation, and Mass Politics“, die Filmretrospektive und Tagung„Liberation Footage – Atrocity Pictures“, die Tagungen„Agon und Ares: Der Krieg und die Spiele“ und„Das brillante Quartett des preußischen Staatsrats 1933 bis 1945. Carl Schmitt, Ferdinand Sauerbruch, Gustaf Gründgens, Wilhelm Furtwängler“. Als Urban Fellowship der Stadt Wien war Karl Schlögel mit seinem Projekt einer„Archäologie des Kommunismus“ zu Gast. Institut für jüdische Geschichte Österreichs(Injoest) 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs diskutierte in Kooperation mit den Wiener Vorlesungen die 25. Internationale Sommerakademie das Schicksal der zerstörten, beschädigten und größtenteils verwaisten Bethäuser(„Wer kann den Judentempel brauchen?“ Synagogen in Mitteleuropa nach 1945). So diese Gebäude nicht abgerissen oder zweckentfremdet wurden, suchten die jeweiligen Kommunitäten nach einer sinnvollen Nutzung, meist als Gedenkstätte und Lernort. Eine Exkursion machte den Umgang mit Synagogen im Kontext einer sich wandelnden Gedenkkultur sichtbar: kaum sichtbare Gedenktafeln, etwa am Ort der 1960 abgerissenen„Polnischen Schul“(2, Lepoldsgasse 29); ein aufgelassener Supermarkt mit entstellenden Umbauten in der räumlich erhaltenen Synagoge(20, Kaschlgasse 4), oder der Neubau an der Stelle des großteils zerstörten Leopoldstädter Tempels(2, Tempelgasse 5), der seit 1997 als soziales Zentrum der Kultusgemeinde genützt wird. Vier weiße Säulen markieren seine ursprüngliche Größe. Wissenschaft � 77 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Institut für Wissenschaft und Kunst(IWK) Das IWK widmet sich seit seiner Gründung 1946 der Forschung, Wissenschaftsvermittlung und Erwachsenenbildung. Zu seinen Aktivitäten gehört die Organisation von Vorträgen, Diskussionen und Tagungen mit den Schwerpunkten Bildung, Philosophie, Interkulturalität, Gender Studies und Frauenbiografieforschung. Neben vielen anderen Veranstaltungen wurden 2015 größere Tagungen zur interkulturellen, zur politischen Philosophie sowie zur Ästhetik organisiert. Exemplarisch für die Arbeit des IWK steht auch der„Jour fixe Bildungstheorie| Bildungspraxis“, der sich neueren Entwicklungen im Bereich der Erwachsenenbildung widmet. Neben dem FWF-Forschungsprojekt zur politischen Geschichte der Oper in Wien(1869–1955) wurde auch die Arbeit an einem 2016 erscheinenden biografischen Lexikon österreichischer Frauen weitergeführt, das mit seinen ca. 6 500 Biografien das Wirken von Frauen in Politik, Gesellschaft, Kultur und Geschichte eindrucksvoll dokumentiert. Institut Wiener Kreis – Institute Vienna Circle(IVC) Den Höhepunkt der Aktivitäten des seit 1991 bestehenden Instituts stellte die weltweit erste Ausstellung über den Wiener Kreis im Hauptgebäude der Universität Wien dar:„Exaktes Denken am Rand des Untergangs“(www.univie.ac.at/AusstellungWienerKreis). Drei Bücher zum Thema (Karl Sigmund, Christoph Limbeck-Lilienau, Friedrich Stadler) ergänzten die Ausstellung, wie auch eine Tagung über Otto Neurath:„Politics. Democratic Education and Empowerment“. Im Rahmen des Internationalen Kant-Kongresses„Natur und Freiheit“ war einer von drei Schwerpunkten dem Verhältnis von Kant und dem Wiener Kreis gewidmet – woraus folgte die Ringvorlesung„Der Wiener Kreis – Politische und Philosophische Positionen“. Die regelmäßigen Vorträge in- und ausländischer PhilosophInnen wurden wieder organisiert sowie das„Wissenschaftsphilosophische Kolloquium“. Die Internationalen Kooperationen wurden mit einer Tagung über den Wiener Kreis in Pilsen und einem Workshop in Helsinki über den Naturalismus fortgesetzt. Mauthausen Komitee Österreich(MKÖ) Im Auftrag der Stadt Wien und des Bundeskanzleramts startete 2015 das Vermittlungsprojekt„denk mal wien“ zu Orten und Gedenkstätten in und um die Innere Stadt. Zurzeit werden 31 VermittlerInnen ausgebildet und führen bereits Proberundgänge durch, zu denen Jugendgruppen eingeladen werden. Mit einem ständigen Gegenwartsbezug wird die Republiksgeschichte sowie die Zeit des Nationalsozialismus fokussiert. Mit diesen Rundgängen sollen 8 000 junge Menschen erreicht werden; mehr als 75 000 haben sich bis jetzt an den bestehenden Jugendprojekten beteiligt. An der Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (10. Mai) haben, begleitet von nationalen und internationalen Chören, über 22 000 Menschen, Überlebende des Konzentrationslagers sowie zahlreiche PolitikerInnen teilgenommen. Beim Fest der Freude(8. Mai) am Wiener Heldenplatz hörten mehr als 15 000 BesucherInnen die Worte der Zeitzeugin Helga Emperger und führender PolitikerInnen sowie das Konzert der Wiener Symphonikern. Österreichische Forschungsgemeinschaft(ÖFG) Die ÖFG ist die einzige Forschungsförderungsinitiative in Österreich, die sowohl vom Bund als auch von den Ländern getragen wird. Mit ihren Förderprogrammen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung, Qualitätssicherung und Kommunikation von Forschung und Lehre in Österreich. Bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geht es der ÖFG besonders darum, das Begabungsreservoir in der schwierigen Übergangsphase zwischen dem Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung und einer gesicherten Beschäftigung zu unterstützen. Gemeinsam mit der Stadt Wien konnten 2015 etwa 135 Wiener NachwuchsforscherInnen bei ihren Forschungsaufenthalten, Kongressreisen und Publikationen gefördert werden. Überdies vernetzt die ÖFG im Rahmen ihrer Arbeitsgemeinschaften interdisziplinär und universitätsübergreifend rund um aktuelle wissenschaftliche Themenstellungen und lädt regelmäßig zu bildungs- und wissenschaftspolitischen Dialogen ein. 78 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Österreichische Gesellschaft für Architektur(ÖGFA) Die ÖGFA griff für ihr 50jähriges Jubiläum Fragestellungen aus ihrer Diskurs-Geschichte zur Planungskultur auf und stellte sie in 12 Veranstaltungen mit gegenwärtigen Themen der Stadtplanung in Verbindung – darunter tagesaktuelle Aspekte wie der Schutz der architektonischen Moderne, die Rolle des Denkmalschutzes und die kritische Beleuchtung von Planungsprozessen, wie etwa die Konzeption von Partizipationsverfahren in den 70er-Jahren. Die als Wanderausstellung konzipierte Schau„Lifting the Curtain“(eine Initiative von Architektur-Institutionen aus Polen, Ungarn, Tschechien, Kroatien und Österreich) war nach Venedig(Architekturbiennale 2014) nun auch in Wien zu sehen. Für die seit 1949 erscheinende Zeitschrift UMBAU wurde ein neues Konzept entwickelt; Nr. 28 war dem Thema„Das Geschäft mit der Stadt“ gewidmet. Im Rahmen eines internationalen Symposiums wurde das Handlungsfeld von Kritik und öffentlicher Verantwortung im Zusammenhang mit Baukultur und Stadtplanung diskutiert. Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Die Zielsetzung des Museums ist die verständliche Darstellung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Zusammenhänge und Tatsachen. Im Rahmen des 1990 initiierten Projekts„Galerie der Sammler/-innen“ – Sammeln gehört zu den verbreitetsten kulturellen Praktiken – werden Privatsammlungen mit interessanten und Wien-bezogenen Themen für Einzelausstellungen aufbereitet und durch Führungen und Vorträge mit kompetenten ReferentInnen einer größeren Öffentlichkeit vermittelt. 2015 wurden drei Ausstellungen gezeigt:„Flasche leer – Bierflaschen aus aller Welt“ von Alfred Suchy;„170 Jahre Struwwelpeter – Facetten eines Bestsellers“ von Frau Adelheid Hlawacek;„Von Wollaffen und Erdhunden – Chinesisches Spielzeug“, eine Sammlung der Österreichisch-Chinesischen Gesellschaft. Weiters wurden in den bestehenden Vortragsreihen„Mensch und Gesellschaft“ und„Wirtschaftsmuseum-Akademie“ aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft behandelt. QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte 2015 war die NS-Verfolgung Homosexueller und Transgender weiter ein wichtiger Teil der Arbeit von QWIEN. Ende Juni wurde der gemeinsam mit der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen herausgegebene Tagungsband„ZU SPÄT? Dimensionen des Gedenkens an homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus“ beim temporären Mahnmal für diese Opfergruppe am Naschmarkt vorgestellt. Das Projekt der„Namentlichen Erfassung“ schreitet aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen nur langsam voran; das über die Bestände des Militärgerichts der Wiener Division 177 wird 2016 abgeschlossen. Vom Wien Museum wurde QWIEN zur Mitarbeit an der Ausstellung„Sex in Wien. Lust. Kontrolle. Ungehorsam“(Eröffnung 9/2016) eingeladen. Dafür kann sowohl auf die Bestände der Sammlung als auch auf Ergebnisse der langjährigen Beschäftigung mit der Sexualitätsgeschichte Wiens zurückgegriffen werden. Zur schwul/lesbischen Geschichte Wiens gab es etliche Führungen. ScienceCenter-Netzwerk Der Verein ScienceCenter-Netzwerk möchte Wissenschaft und Technik auf leicht zugängliche Weise unmittelbar erlebbar und begreifbar machen. Neben der Koordination des österreichweiten Netzwerks – einem Zusammenschluss von derzeit 165 PartnerInnen aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung, Ausstellungsdesign, Kunst, Medien und Wirtschaft – führt der Verein auch Vermittlungsprojekte und Forschungsvorhaben durch. In Wien setzt der Verein seit 2013 ein innovatives Projekt zur Vermittlung von Wissenschaft und Technik im lokalen Kontext um: den Pop-up-„Wissens°raum“. 2015 machte er für jeweils 10 bis 12 Wochen Station in zwei leerstehenden Geschäftslokalen in Floridsdorf und in Hernals. Neben Hands-on-Aktivitäten zur eigenständigen Beschäftigung mit Wissenschaft und Technik boten die Wissens°räume 2015 den ca. 2 300 BesucherInnen mit vielfältigen Dialogformaten auch Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung im Grätzel. Wissenschaft � 79 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Science Communication Research Denker*innen, Planer*innen, Kulturschaffende trafen einander an vier Abenden im September 2015 und begannen an einer neuen Idee zu arbeiten. In vier Gesprächen öffneten sie vor Publikum die Toolboxen ihres Arbeitens. Im Rahmen der künstlerisch-wissenschaftlichen Reihe„Die Projektemacher*innen“ im MuseumsQuartier stellten ein Kurator und zwei Dramaturg*innen, eine Filmemacherin und ein Historiker, eine Modewissenschafterin und ein Kunstjournalist, ein Medientheoretiker und ein Programmierer erstmals den Vorgang des Ausdenkens ihres nächsten Projekts aus – begleitet von zwei Zeichen-Performances, die in den Skizzen und Denkfiguren eine Poetik des Entwerfens sichtbar machten. Eine performative Installation in Kooperation mit den Wiener Vorlesungen(5./6. und 19./20. 9.), Konzept: Hannah Hurtzig, Alexander Martos. Finanzielle Unterstützung: MA 7 – Kulturabteilung der Stadt Wien, WWTF Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds, Bundeskanzleramt Kunstsektion, Wienholding GmbH Sir Peter Ustinov Institut zur Bekämpfung und Erforschung von Vorurteilen Das Sir Peter Ustinov Institut erforscht als internationales Kompetenzzentrum das Entstehen von Vorurteilen und Feindbildern mit dem Ziel, diesen als Ursache von Armut, Diskriminierung und Konflikten entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck werden Studienaufträge vergeben, Konferenzen und Gastprofessuren organisiert, die Publikation relevanter Literatur unterstützt und alle Bestrebungen gefördert, die einem vorurteilsfreien Zusammenleben dienlich sind. 2015 stand die Arbeit des Instituts im Zeichen des Umgangs mit Flüchtlingen in Europa und der Strategien zur Deeskalation von Konflikten: die jährliche Wissenschaftliche Konferenz und die Ustinov Gastprofessur an der Universität Wien widmeten sich dem Thema„Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt“; außerdem wurden in verschiedenen Veranstaltungen die wechselseitigen Vorurteile zwischen„dem Westen“ und„der Islamischen Welt“, Vorurteile am Balkan sowie Vorurteile zwischen Europa und Amerika und das Thema Antiziganismus analysiert. Technische Universität Wien, Teaching Support Center(Projekt„Wissenschaftskompass“) Der Wissenschaftskompass ist eine periodische Publikation, die seit 15 Jahren von der TU Wien veröffentlicht wird. Er besteht aus einer Online- und einer Druckversion, die dreimal pro Jahr erscheint. Sein Inhalt ist ein Kalender für wissenschaftliche, kulturelle und soziale Veranstaltungen im Raum Wien und ein redaktioneller Teil, der aktuelle Forschungstrends und bildungsbezogene Ereignisse abseits des Tagesgeschehens beleuchtet. Die in einer Auflage von 6 000 Stück gedruckte Ausgabe(ca. 100 Seiten im Format eines Taschenkalenders) wird zum Teil an AbonnentInnen versandt, zum Teil über Multiplikatoren(Volkshochschulen, städtische Büchereien, Universitätsbibliotheken) verteilt und an stark frequentierten Kulturorten aufgelegt. Die Online-Version ermöglicht einen nach Datum, Wissensgebiet oder Suchtext gefilterten Zugriff auf die Veranstaltungsdatenbank, die von den VeranstalterInnen selbst befüllt wird. 2015 neu programmiert, erhielt sie ein übersichtlichere Benutzerführung. Universität Wien, Postgraduate Center(Universitätslehrgang„Philosophische Praxis“) Das Interesse an populärphilosophischen Büchern sowie der Andrang etwa bei der Nacht der Philosophie bezeugen den Höhenflug der Philosophie außerhalb des Elfenbeinturms. Die„Philosophische Praxis“ fokussiert die Frage, wie man Philosophie zugänglich(aber nicht trivial) macht sowie ihre Bedeutung für das individuelle und kollektive Leben. Die Disziplin wurde 1981 von Gerd Achenbach gegründet, 2014/15 startete die im deutschsprachigen Raum einzigartige universitäre Weiterbildung. Der von der Stadt Wien unterstützte Lehrgang ist ein Pionierprojekt der Universität Wien in Kooperation mit der österreichischen Gesellschaft für angewandte Philosophie. 2015 konnten in Workshops von renommierten PraktikerInnen Formen der Praxis(vom beratenden Zwiegespräch zum Dialog mit Gruppen) geübt und reflektiert werden. In der Philosophischen Praxis steckt großes Potenzial: für die Entwicklung der Philosophie als Disziplin, aber auch für die Berufschancen junger(und älterer) PhilosophInnen. 80 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � Verein für Geschichte der Stadt Wien Das Ziel des 1853 gegründeten Vereins ist die Erforschung aller Gebiete der Geschichte der Stadt Wien sowie von Themen der vergleichenden Stadtgeschichte und die Verbreitung der dabei gewonnenen Erkenntnisse. 2015 konnten insgesamt 13 Veranstaltungen angeboten werden. Die drei etablierten Publikationsreihen, die Quartalsschrift Wiener Geschichtsblätter(samt Beiheften zu Kleinausstellungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs), die Studien zur Wiener Geschichte. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien sowie die Monographienreihe Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte wurden fortgeführt. In der Reihe Geschichte der Stadt Wien beschäftigt sich der von Andreas Weigl, Peter Eigner und Ernst Gerhard Eder herausgegebene erste Band der„Sozialgeschichte Wiens 1740–2010“ mit sozialer und ökonomischer Ungleichheit, Wanderungsbewegungen, Hof, Bürokratie, Schule und Theater. Fortgeführt wurde das Projekt: Sicherung und Aufarbeitung des Bestandes Filmarchiv media wien. Verein für Geschichte und Sozialkunde(VGS) Der VGS ist ein wissenschaftlicher, im universitären Umfeld des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte beheimateter Verein, der seine Aufgabe in der Forschungs- und Publikationstätigkeit im Bereich Geschichte und Sozialkunde sieht. Er gibt im mittlerweile 45. Jahrgang die Zeitschrift„Historische Sozialkunde. Geschichte – Fachdidaktik – Politische Bildung“ heraus, die sowohl Themenstellungen aus dem sozialgeschichtlichen Forschungsbereich als auch Fragen der Vermittlung sozialkundlicher und politisch bildender Inhalte im Geschichtsunterricht beinhaltet. Seit 1992 betreut der Verein neben der Herausgabe der Zeitschrift auch mehrere wissenschaftliche Buchreihen, bei denen besonderer Wert auf gute Lesbarkeit und Verständlichkeit sowie auf transdisziplinäre Zugangsweise gelegt wird. Alle Buchreihen werden vom Verein selbst herausgegeben und in Zusammenarbeit mit in Wien beheimateten Kommissionspartnern verlegt und vertrieben(StudienVerlag, Mandelbaum, New Academic Press). Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung von Zeitgeschichte Auf Initiative der kanadischen Stiftung für Ethik(Chumir Foundation) wurde zwischen dem 22. und 25. Oktober im historischen Kongresssaal am Ballhausplatz in Wien der„Wiener Kongress 2015“ organisiert. Führende internationale ExpertInnen, RegierungsvertreterInnen, DiplomatInnen und UnternehmerInnen kamen mit StudentInnen aus der ganzen Welt in Wien zusammen, um zentrale Herausforderungen der internationalen Politik zu diskutieren. In Kooperation mit der Diplomatischen Akademie, dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen und der Universität Wien wurde ein Vorbereitungsworkshop für rund 50 StudentInnen im September organisiert. Durchaus bewusst anknüpfend an das historische Ereignis 1814/15 standen bei der Konferenz die aktuellen und künftigen Beziehungen zwischen den führenden Ländern der Welt und den Problemen der heutigen Zeit, wie sozialer Ungleichheit und der Frage der Integration von Flüchtlingen, im Zentrum der Impulsreferate und Diskussionen. Wiener Institut für Strauss-Forschung(WISF) Veranstaltet vom WISF fand am 13. und 14. März im Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien ein Symposium zum Thema„Johann Strauss(Sohn) und seine Librettisten/ Die Wiener Operette – Ausdruck eines neuen Lebensgefühls an der Wende zum 20. Jahrhundert/ 75. Todestag von Victor Léon(1858–1940)“ statt. Im Mittelpunkt standen die von Johann Strauss (Sohn) vertonten Libretti und deren Schöpfer.„Es ist Strauss ’ sche Tanzmusik mit unterlegten Worten und vertheilten Rollen“, kritisierte Eduard Hanslick die erste Strauss-Operette. Wurde tatsächlich immer das Wort der Musik angepasst, oder doch auch umgekehrt vorgegangen? Strauss fehlte die Erfahrung in der Vertonung von Texten. Es war nicht leicht passende Libretti für ihn zu finden, nicht zuletzt auch wegen der Gratwanderung zwischen gesteuerter Massenproduktion und hohem Kunstanspruch. Für die Librettisten gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem„Walzerkönig“ mitunter problematisch. 14 Vorträge, Diskussionen, voller Hörsaal. Wissenschaft 81 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � Wiener Psychoanalytische Akademie www.psyalpha.net ist ein Projekt der Wiener Psychoanalytischen Akademie, das die Möglichkeiten elektronischer Medien zu Dokumentation, Vermittlung und Diskussion der Psychoanalyse, ihrer Geschichte und ihrer Anwendungen nutzt. Als eine überinstitutionelle Wissensplattform richtet sie sich damit sowohl an die Fachwelt als auch an die interessierte Öffentlichkeit. Sie stellt Biographien, eine Chronik der Psychoanalyse, eine Literaturdatenbank, ein Archiv und historische Texte vor. Als ein Ergebnis von psyalpha entwickelte sich www.freud-edition.net zu einem großen Forschungsvorhaben: 2014 wurden über ein Pilotprojekt erste Schriften veröffentlicht, 2015 konnte in Kooperation mit der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und der International Psychoanalytic University Berlin ein Großteil der Bestände der überlieferten Texte erfasst und für die Publikation ab 2016 vorbereitet werden. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zu einer historisch-textkritischen Gesamtausgabe geleistet. Die Wiener Volkshochschulen GmbH Naturwissenschaften, Technik und Ökologie sind Bereiche, die aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Neben der regionalen Bildungsarbeit möchte die VHS mit ihren Angeboten aktuelle Themen aufgreifen, Interesse wecken, aufklären und begeistern und führt so seit 1999 gezielt den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Im Rahmen des VHS Science Programms stellen renommierte und aufstrebende WissenschafterInnen aktuelle Erkenntnisse anschaulich dar. 2015 gab es im Halbjahr ca. 200 Veranstaltungen mit über 100 Vortragenden. Dabei konnten pro Semester knapp 5 000 HörerInnen aller Altersgruppen erreicht werden. Neue Formate wie„science in film“, Experimentiershows oder Diskussionsformen à la„play decide“ machten dabei auch komplexere Themen greifbar. Zum Gedenken an die Ermordung der Armenier 1915 wurde am 13. und 14. November von 85 Personen unterschiedlicher Herkunft in der VHS Hietzing 32 Stunden lang Franz Werfels Romans„Die 40 Tage des Musa Dagh“ gelesen. Wiener Ball der Wissenschaften „Spaß mit Anstand – Tanz mit Haltung“: Unter diesem Motto feierten 2 700 Gäste am 31. Jänner den ersten Wiener Ball der Wissenschaften im Wiener Rathaus. Die zentrale Intention des Balls war, die Vielfalt und Exzellenz der Wiener Universitäten, Privatuniversitäten und Fachhochschulen sowie Forschungseinrichtungen ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Eine wesentliche Maßnahme zur Umsetzung dieser Absicht war die Verbindung aus klassischen Beiträgen mit zeitgenössischen Elementen mehrerer Wiener Universitäten, die damit die typische Inszenierung eines Wiener Balls modern interpretierten und mit wissenschaftlichen Inhalten aufluden. Unterstützt wurde dies von prominenten BallbotschafterInnen aus allen Feldern der Wissenschaft und vom Ballkomitee, dem VertreterInnen aus der Politik, die Universitäts- und Fachhochschul-RektorInnen sowie die Präsidenten verschiedener Forschungseinrichtungen angehörten. Das Medienecho im In- und Ausland bestätigte den Erfolg dieser Premiere. ZOOM Kindermuseum 2015 waren zwei große Ausstellungen zu sehen:„Druckwerkstatt“ thematisierte Drucktechniken wie Lithographie, Kupferstich, Siebdruck oder Monotypie, aber auch den Buchdruck mit Lettern oder Lichtdruck. Einige Drucktechniken konnten die Kinder ausprobieren und erlernen.„Kunst Stoff Plastik“(verlängert bis 9/2016) vermittelt Kindern, dass Kunststoff, richtig eingesetzt, ein wichtiger Werkstoff ist, aber unmäßige Verwendung, unsachgemäße Entsorgung und vor allem Littering zu großen Problemen führen. Im Atelier fanden verschiedene Workshops statt: Die„Sockenmonsterparty!“, in der Kinder aus alten Socken und Strümpfen Monster gestalteten oder das Programm„TON TON TON“, in dem vier Tonnen Ton bearbeitet werden konnten. Im Trickfilmstudio kreierten Kinder die Webserien„Floh und so“ und„Kamee Leon, der Wunderwuzzi“. Darüber hinaus wurden die Reihen„Wiener Kindervorlesungen“ und „ZOOM Lectures“ fortgesetzt und die Kinderoper„Lollo“ uraufgeführt. 119 000 Personen besuchten das ZOOM 2015. 82 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � Institutionen zur Dokumentation, � Reflexion und Vermittlung des kulturellen Erbes � •Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH •Mozarthaus Vienna •Sigmund Freud Museum •Verein Sammlung Rotes Wien Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH 2015 konnte mit 118 000 BesucherInnen im Vergleich zu 2014 ein Zuwachs um drei Prozent erzielt werden. Besondere Magnete waren die Ausstellung„Ringstraße. Ein jüdischer Boulevard“ und die von Hannah Lessing und Danielle Spera kuratierte Schau„Lessing zeigt Lessing“. Mehr als 15 000 Personen sahen die Auswahl an Werken des österreichischen Fotografen Erich Lessing. Für weitere Höhepunkte sorgten im Museum Judenplatz„Wiesenthal in Wien“, sowie „Die Universität. Eine Kampfzone“ in der Dorotheergasse. Die von Danielle Spera und Astrid Peterle kuratierte Ausstellung„Jüdische Genies“ im Jewish Museum Australia in Melbourne besuchten mehr als 13 000 Interessierte. Mit dem US-Circle of Friends wurde ein Freundeskreis in den USA gegründet. Zum Auftakt war„Lessing zeigt Lessing“ und„A Good Day“ im Österreichischen Kulturforum in New York und danach in Washington zu sehen.„Alle meschugge? Jüdischer Witz und Humor“ setzte die Tournee fort und wurde in Zürich, Trier und Bernburg gezeigt. Mozarthaus Vienna Im Vorjahresvergleich konnte 2015 mit rund 157 000 gelösten Eintrittskarten ein Zuwachs von rund 13,5 Prozent verzeichnet werden. Unter dem Titel„Die Zauberflöte. Eine Oper mit zwei Gesichtern“ wurde eine von Jan Assmann kuratierte Sonderausstellung zu den scheinbar widersprüchlichen Welten dieses Werks präsentiert: der Welt des Wiener Volkstheaters mit ihren Märchen-, Zauber- und Maschinenopern und der Welt der Wiener Freimaurerei mit ihrer Faszination für die ägyptischen Mysterien. Die Ausstellung war Gegenstand einer in Kooperation mit den Wiener Vorlesungen realisierten Begleitpublikation und einer Veranstaltung im Wiener Rathaus sowie des Konzertzyklus Mozart Akademie. In einer Zusammenarbeit mit der Musik und Kunst Privatuniversität wurde eine Fassung der Zauberflöte für Kinder entwickelt. In Kooperation mit der Mozartgemeinde Wien wurde der durch das Kulturamt der Stadt Wien geförderte Musikpreis„Wiener Flötenuhr” an den italienischen Bassbariton Luca Pisaroni verliehen. Sigmund Freud Museum 2015 konnte das Sigmund Freud Museum mit mehr als 91 000 Gästen einen weiteren Besuchsrekord verzeichnen. Neben der Dauerausstellung zu Leben und Werk von Sigmund Freud wurden folgende Sonderausstellungen präsentiert: Brandt Junceau_VANDAL(17. Oktober 2014 bis 4. Oktober 2015) sowie Das ist das starke Geschlecht. Frauen in der Psychoanalyse(16. Oktober 2015 bis 12. Juni 2016). Zu den Sonderausstellungen ist jeweils ein Katalog erschienen. Im„Schauraum Berggasse 19“, an der Schnittstelle zwischen Museum und öffentlichem Raum, wurden die Kunstinstallationen Sigalit Landau: Compressed Household sowie Peter Kogler: Schauraum Berggasse 19 gezeigt. Neben zahlreichen Konferenzen, Symposien, Lectures und Buchvorstellungen zu aktuellen Themen und Fragestellungen der Psychoanalyse, ihrer Vermittlung und Rezeptionsgeschichte bildete die Sigmund Freud Vorlesung des renommierten Philosophen Slavoj i ek am 6. Mai im Wiener Burgtheater vor ausverkauftem Haus den Höhepunkt des Veranstaltungsprogramms 2015. Wissenschaft 83 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � Verein Sammlung Rotes Wien – Das Rote Wien im Waschsalon Karl Marx-Hof Zur 125. Wiederkehr des 1. Mai wurde im Waschsalon die Sonderschau„Der 1. Mai im Roten Wien“ organisiert, mit zahlreichen Leihgaben aus den Beständen des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung. Auch wurde zum traditionellen Tag der offenen Tür geladen. Anlässlich „150 Jahre Wiener Ringstraße“ zeigte der Waschsalon die Ausstellung„Die Ringstraße des Proletariats. Ein Gegenentwurf“ und richtete dabei auch einen Blick in das Innere der Wohnbauten, die entlang des heutigen Margaretengürtels errichtet wurden und als architektonische Zeichen nicht nur die neuen Machtverhältnisse widerspiegeln sollten, sondern auch alle Einrichtungen besaßen, die es zu einem besseren Leben brauchte. Am 12. und 13. September beteiligte sich der Waschsalon an der wienweiten Aktion„Open house“, am 27. September am„Tag des Denkmals“ und am 3. Oktober an der ORF-Langen Nacht der Museen. Mit 7 200 BesucherInnen konnte das erfolgreiche Vorjahresergebnis um mehr als sieben Prozent gesteigert werden. Publikationsförderung Die Unterstützung wissenschaftlicher Publikationen über Druckkostenbeiträge und Ankäufe ist ein wichtiges und geeignetes Instrument, Wissenschaft und Forschung in Wien zu fördern. Im Jahr 2015 wurden 156 Druckkostenzuschüsse vergeben und 117 Ankäufe wissenschaftlicher Publikationen getätigt. Eine komplette Übersicht dazu findet sich im Wissenschaftsbericht der Stadt Wien 2015. Stiftungsprofessuren, Stipendienprogramme, Studienförderung Stiftungsprofessuren Stiftungsgastprofessur für Stadtkultur und öffentlicher Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien Der Stiftungsgastprofessor 2015, Prof. Dr. phil. habil. Nikolai Roskamm(Hochschule Erfurt, Deutschland), widmete sich gemeinsam mit dem lokalen Team des Interdisciplinary Centre for Urban Culture and Public Space(SKuOR) dem Jahresthema„Urban Culture, Public Space and the Past – Urban Peace and National Welfare“. In zwei Semestern wurden zunächst die Zusammenhänge zwischen Wohlfahrtsstaat und(nach)moderner Stadtplanung, später dann die historische Rolle von Städten als Orten der Zuflucht bearbeitet. Im Wintersemester 2015/16 fand eine Kooperation mit dem Institut für Kunst und Gestaltung 1 der TU Wien, mit PROSA – Projekt Schule für alle, und dem Urbanize Festival von Derive in der Notschlafstelle in der Vorderen Zollamtsgasse statt. Aus sechs studentischen Gruppenarbeiten gingen unter anderem zwei neue Vereine in der architektonisch-planerischen Flüchtlingshilfe hervor:„Displaced Space for Change”(Kunstuniversität Graz, KuG) und„Wege Wien – Open Source Map”(SKuOR). 2015 erschien„Public Space and Relational Perspectives – New Challenges for Architecture and Planning” von Chiara Tornaghi und Sabine Knierbein(New York/ London. Routledge). Stiftungsprofessur für die Erforschung visionärer Formen der Stadt(Stiftungsprofessur „Stadtkultur und öffentlicher Raum“) an der Akademie der bildenden Künste Wien Mit Herbst 2015 wurde für die inhaltlich neu ausgerichtete Stiftungsprofessur Nic Clear(University of Greenwich) berufen. Im ersten Semester stellte er in der Vortragsreihe„Utopian Urbanism and Science Fiction“ seine wissenschaftlichen Ansätze zur Beziehung von Architektur und Science Fiction dar. Entgegen der gängigen Praxis Architektur„in“ Science Fiction zu untersuchen, wurde innerhalb von fünf Vorträgen der Blick auf Science Fiction in Architektur diskutiert. Nic Clear präsentierte dabei eine alternative Lesart von architektonischen Strömungen„als“ eine Form von Science Fiction und stellte die spekulative Natur der Archi84 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � tekturproduktion in den Mittelpunkt, um die Beziehungen von Architekturproduktion und der Wissenschaft Science Fiction neu zu bewerten. Im Sommersemester wird nun die Taktik der spekulativen Tradition verwendet, um städtische Projekte zu entwickeln, die sich kritisch mit der Gegenwart auseinandersetzen. An spezifischen Orten in Wien wird getestet wie sich soziale und politische Agenden der BewohnerInnen räumlich darstellen und wie sie sich im Laufe der Zeit transformieren. Fortschrittliche Technologien der Architekturproduktion sind bei der Entwicklung und Bearbeitung der Projekte von wesentlicher Bedeutung. Stipendienprogramme Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) DOC – Doktorand(inn)enstipendien zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geben den StipendiatInnen die Möglichkeit, sich der Ausarbeitung ihrer Dissertation in konzentrierter Form zu widmen. APART-Stipendien zur Förderung der postdoktoralen Forschung ermöglichen höchst qualifizierten jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, sich ausschließlich den wissenschaftlichen Forschungen für eine Habilitation zu widmen. Studienprogramm JOSZEF an der WU(Wirtschaftsuniversität Wien) JOSZEF(Junge ost- und mitteleuropäische Studierende als zukünftige erfolgreiche Führungskräfte), das Förderprogramm der WU für den Führungskräftenachwuchs in Mittel- und Osteuropa, bereitet Studierende der WU gemeinsam mit Studierenden aus Mittel- und Osteuropa � auf eine Managementkarriere im Wirtschaftsraum Central and Eastern Europe(CEE) vor und � fördert so den Führungsnachwuchs in Zentral- und Osteuropa. � Internationale Graduiertenschule(IGS) � Die International Graduate School in Bio-Nano-Technologie(IGS-Bio-Nano-Tech) bietet in � einem internationalen Umfeld ein Doktorratsstudium in der Grundlagen- und angewandten � Forschung an. Die Studierenden beteiligen sich an Forschungsprojekten, die gemeinsam von � WissenschafterInnen aus Österreich und Singapur betreut werden. Sie arbeiten im Normalfall � drei Jahre lang an einem(oder mehreren) der teilnehmenden Departments bzw. Instituten in � Wien und Singapur an ihrer Dissertation. Im Rahmen der IGS werden die Studierenden nicht � nur in multidisziplinären Forschungsprojekten ausgebildet, sondern auch darauf vorbereitet, � sich in der zunehmend globalisierten Welt zu bewegen und mit der Komplexität der modernen � Forschung und den Innovationsherausforderungen auf internationaler Ebene umzugehen. � European Law Institute(ELI) � Das Ziel des seit Herbst 2011 an der Universität Wien etablierten European Law Institutes ist, � die Gemeinschaft europäischer JuristInnen zu stärken und das Unionsrecht weiter zu entwickeln. Durch Projekte, an denen JuristInnen aus ganz Europa beteiligt sind, organisiert ELI den � Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Rechtsgebieten und den Austausch juristischer � Praxis zwischen den verschiedenen europäischen Rechtssystemen. � Wissenschafts- und Forschungsstipendien Im Jahr 2015 wurden 62 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wienbezogener Forschungsprojekte an wissenschaftlich ausgezeichnete qualifizierte junge WissenschafterInnen vergeben. Studienförderung Vergeben wurden 17 Stipendien für den Abschluss von Diplomarbeiten und Dissertationen, 7 Studienbeihilfen in Gestalt von einmaligen Überbrückungsbeihilfen und 11 Stipendien für Wissenschaft 85 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � besonders begabte und bedürftige Studierende aus dem südosteuropäischen Bereich. Ferner wurden 12 Arbeitsstipendien an Wiener Gedenkdienstleistende vergeben sowie Anerkennungs- und Leistungsstipendien, Teilnahmestipendien für die IG Alpbach Wien und die Webster University. Wissenschaftsförderungsfonds Die Wissenschaftsförderungsfonds unterstützen mit themenspezifischen Ausschreibungen innovative Forschung im Bereich der medizinischen, der wirtschaftswissenschaftlichen, der kultur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen, der naturwissenschaftlichen und der psychotherapeutischen Forschung. Die forschungsfördernde Arbeit des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung, des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien, des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften, des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien sowie des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie wurde im Jahr 2015 erfolgreich fortgesetzt. Aus Mitteln dieser Fonds wurden im Jahr 2015 mit einem Volumen von 399 000 Euro insgesamt 25 Projekte/ Persönlichkeiten gefördert. Eine ausführliche Darstellung findet sich im Wissenschaftsbericht der Stadt Wien 2015. Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit – Wiener Vorlesungen Die Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen, von den ForscherInnen selber und von Wissenschaft gestaltenden Institutionen, Universitäten, Akademien, wissenschaftlichen Vereinen in die Öffentlichkeit ist immer wichtiger geworden. Die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit hat zwei Zielsetzungen: eine stärker bildungs- und eine stärker gesellschaftspolitische. Im ersten Aufgabenfeld geht es darum, dass die BürgerInnen Informationen über die Entwicklungen der Forschung und die daraus resultierenden Konsequenzen für Problembewältigungen der(großen) Herausforderungen erhalten. Im Bereich der zweiten Aufgabe geht es darum, die Entwicklungen der politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Welt kritisch und(selbst-)reflexiv zu beurteilen. Diesen beiden Zielsetzungen sind wesentlich die Wiener Vorlesungen verpflichtet. Der Kulturwissenschafter und Ägyptologe Jan Assmann hat für das Mozarthaus Vienna die Ausstellung„Die Zauberflöte – eine Oper mit zwei Gesichtern“ zusammengestellt – sie wurde am 30. Jänner 2015 eröffnet. Mit gleichlautendem Titel erschien dazu in der Publikationsreihe der Wiener Vorlesungen ein Buch, das mit einer Wiener Vorlesung am 2. Februar 2015 präsentiert wurde. Der Direktor des Wittgensteinarchivs in Cambridge, Michael Nedo, der seit vielen Jahren mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien an der Herausgabe der Werke Ludwig Wittgensteins arbeitet, hat Ergebnisse seiner Forschung im Rahmen von zwei Wiener Vorlesungen –„Wittgenstein – Sprache und Musik“ und„Wittgenstein und Freud“ – vorgestellt. Die beiden Vorlesungen, die im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und im Festsaal des Wiener Rathauses stattgefunden haben, waren ganz ausgezeichnet besucht. Michael Nedo hat eine von Elisabeth Orth vorgetragene Textcollage zusammengestellt und ein Gesprächskonzert arrangiert: Musikstücken, die für Wittgenstein von besonderer Bedeutung waren, wurden Zitate aus seinem Werk gegenübergestellt, aufgeführt von Studierenden 86 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � und Lehrenden der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die Texte wurden von einer Studentin des Max Reinhardt-Seminars gelesen. Bildung ist ein zentrales Thema, weil es um die Zukunftschancen der jungen Menschen, letztlich aber aller Menschen geht. Die Kunst und die Künste sind ein wichtiges Thema, weil sie zu jenem Bereich des scheinbar Überflüssigen gehören, der die Menschen zu Menschen, und das Leben der Menschen lebenswert macht. Im Jahr 2014 hat die Akademie der bildenden Künste eine Professur für„Kunst und Bildung“ mit Univ.-Prof.in Mag.a Elke Krasny neu besetzt. Die Wiener Vorlesungen haben Prof.in Krasny gebeten, mit ihrer„Antrittsvorlesung“ vor einer größeren Öffentlichkeit im Rahmen der Wiener Vorlesungen Themen und Zielsetzungen der Professur darzustellen. Mit der Veranstaltung„Musik ∙ Raum ∙ Aura ∙ Mechanik. RE-SOUND BEETHOVEN mit Mälzels mechanischem Trompeter“ wurde das Verhältnis zwischen Musik, Technik und Architektur thematisiert. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Orchester Wiener Akademie und ihrem Leiter, Prof. Martin Haselböck, statt. Bereits zum 12. Mal fanden die„Tanz Signale“ – eine jährliche Präsentation der Wiener Strauss Forschung – statt. In diesem Jahr ging es um Johann Strauss(Sohn) und seine Librettisten. Wie stets bei der Wiener Vorlesung zur Eröffnung der„Tanz Signale“ gab es Vorträge, die diesmal von Prof. Hans-Dieter Roser und Prof.in Dr.in Marion Linhardt gehalten wurden, ein Podiumsgespräch mit Norbert Rubey und Dr. Eduard Strauss und ein künstlerisches Programm, das von Agnes Palmisano, Wolfgang Böck und dem Wiener Gemüths-Ensemble gestaltet wurde. Durch den Abend führte Mirjam Jessa. Unter dem Motto„Die Gegenwartskunst verstehen und genießen“ boten die Wiener Vorlesungen im Rahmen ihrer„peripatetischen Akademie“ bei der Biennale in Venedig 2015 eine Einführung in die Gegenwartskunst anhand der Werke in den Länder-Pavillons, die auf der Biennale vorgestellt wurden. In der Buchreihe der Wiener Vorlesungen„Bibliothek urbaner Kultur“ ist im Dezember 2015 Bodo Hells stark erweiterte, 1983 erstmals erschienene„Stadtschrift“ erschienen und im Festsaal des Wiener Rathauses präsentiert worden.„Stadtschrift“ ist eine Dokumentation der Schriftzüge, Zeichen- und Leitsysteme, mit denen Bürgerinnen und Bürger durch die öffentlichen und halböffentlichen Räume geschleust werden.„Stadtschrift“ zeigt, wie Produkte, Konsumartikel und Dienstleistungen beworben werden, welche Gedankenverbindungen und Assoziationen in jeder kulturellen Situation bestehen und das Komische im ernst Gemeinten, das Ernste in dem, was als Spaß intendiert war. Insgesamt fanden 53 Veranstaltungen statt, 12 Aufzeichnungen wurden auf ORF III gesendet, weitere 15 für OKTO TV aufgezeichnet. Die Medienkooperationen mit der Tageszeitung KURIER(vierseitige Themenbeilagen) und mit der Wochenzeitung DIE FURCHE wurden erfolgreich fortgesetzt. Wissenschaft 87 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 � WIENER STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Das Wiener Stadt- und Landesarchiv leistet durch die Archivierung kommunaler Quellen nicht nur einen Beitrag zur Erhaltung des„Gedächtnisses der Stadt“, sondern bietet auch Unterstützung bei der Klärung individueller oder kollektiver Rechtsfälle, insbesondere etwa in Fragen der Restitution von in der NS-Zeit geraubten Kunst- und Kulturgütern oder aber bei der Klärung genealogischer Fragen von rechtlicher Bedeutung. Vermittlung Führungen Das Archiv bot im abgelaufenen Jahr 31 Führungen für circa 710 Personen aller Altersgruppen an, darunter Spezialführungen für Familia Austria, die Beethoven Society und Wikisource. Vorträge Themen aus Verwaltung, Archivwissenschaften und Stadtgeschichte wurden von MitarbeiterInnen des Archivs auch durch zahlreiche Vorträge vermittelt: •Brigitte Rigele, Personenforschung im Wiener Stadt- und Landesarchiv, 15. Jänner: Genealogentagung, St. Pölten •Stefan Spevak, Antisemitismus am Beispiel der Lehrer, 23. bis 26. März: Antisemitismus in Österreich 1933–1938, Universität Wien •Andreas Weigl, Zahlen – Daten – Fakten. Die jüdische Bevölkerung der Republik Österreich 1933–1938 in der zeitgenössischen Statistik, 23. bis 26. März: Antisemitismus in Österreich 1933–1938, Universität Wien •Brigitte Rigele, Digitalisierung mit Strategie und Standards – Work in progress im Wiener Stadt- und Landesarchiv, 18. bis 20. Mai: Slowakischer Archivtag in Liptovsk ‘ Mikulá •Heinrich Berg, Archiv und Recht, 26. Juni: Niederösterreichisches Landesarchiv •Christoph Sonnlechner, Fortification, Defense and the Role of the Environment in Upcoming Military Cartography. The Case of Vienna in the Aftermath of the Ottoman Siege of 1529, 30. Juni bis 3. Juli: Greening History. 8 th European Society for Environmental History Biennial Conference, Session 6-D The Environmental Legacy of the Ottoman Empire, Versailles •Andreas Weigl, Gründungsgeschichte und frühe Jahre des Österreichischen Städtebundes vor dem Hintergrund der Genesis kommunaler Daseinsvorsorge und föderaler Aufgabenteilung, 22. und 23. September: Städtebünde, Tagung des Österreichischer Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung, Wien, Media Tower •Heinrich Berg, Die Anwendung der Archivgesetze in der Praxis, 28. September: Zeitgeschichtsforschung im Spannungsfeld von Datenschutz- und Archivrecht, Universität Wien •Jakob Wührer,(Archiv)recht und archivischer Arbeitsalltag. Gegenwärtige rechtliche Stolpersteine, Entwicklungstendenzen und Auswirkungen auf die Zeitgeschichtsforschung, 28. September: Zeitgeschichtsforschung im Spannungsfeld von Datenschutz- und Archivrecht, Universität Wien � •Christoph Sonnlechner(gemeinsam mit Anita Eichinger, MA 9), Wien Geschichte Wiki. Das größte Stadtgeschichtewiki der Welt am Beispiel der Wiener Ringstraße, 22. Oktober: Abendvortrag im Verbindungsbüro der Stadt Wien(„Wien Haus“) in Brüssel •Christoph Sonnlechner, Keynote-Lecture: Supplying the Medieval and Early Modern City. Methods – Sources – Resources, 18. und 19. November: Városok és természeti eröforrások V. Magyar Várostörténeti Konferencia 2015(Städte und natürliche Ressourcen. Fünfte ungarische Konferenz für Stadtgeschichte, veranstaltet von: Stadtarchiv Budapest, 88 Vermittlung � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 � Unterausschuss der Historischen Kommission für Stadtgeschichtsforschung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Redaktion des Jahrbuchs für Stadtgeschichte, URBS), Stadtarchiv Budapest •Susanne Pils, Das Wiener Stadt- und Landesarchiv: Aufgaben und Angebote, 1. Dezember: Masaryk-Universität, Brno(Brünn) Archivierung/ Digitalisierung Ein wesentliches Projekt für die nächsten Jahre ist die systematische Erfassung von Altregistraturen im Magistrat, deren Aussonderung und Archivierung nicht durch Akten- und Skartierungspläne geregelt ist. So konnten die historischen Registraturen(1920–1970) der Magistratsabteilung 44 – Bäder gesichert werden. Im Vorfeld waren dazu allerdings auch umfangreichere konservatorische Arbeiten notwendig, da die Unterlagen auf Grund langjähriger ungünstiger Lagerungsbedingungen Schimmelbefall aufwiesen. Unter Beiziehung einer Expertin der Universität für Bodenkultur wurden diese durch ein einschlägiges Privatunternehmen gesäubert, konservatorisch behandelt und konnten in Folge ohne weitere Gefährdung in den Archivbestand übernommen werden. Für den Bereich der Krankenanstalten wurde die 2014 begonnene Erfassung und Bewertung von Altregistraturen jener Häuser, die geschlossen werden, fortgesetzt. Neben dem großen Umfang der Unterlagen, ist es vor allem die unterschiedliche Art der Aktenführung die oft eine individuelle Bewertung der vermeintlich gleichen Schriftgutarten erforderlich macht. Neben den Krankenunterlagen bilden die Personalakten einen wesentlichen Bestandteil des Schriftgutes. Für die ergänzende historische Dokumentation durch die Sammeltätigkeit des Archivs konnte der Nachlass des Wiener Architekten Johann Georg Gsteu(1927–2013) erworben werden. In Wien hat der Holzmeister-Schüler unter anderem Stationsbauten der U6 und den Nordsteg geplant. Handskizzen, Vorstudien und Entwürfe zeigen die gedankliche Entwicklung bis zur Verwirklichung von insgesamt 59 Projekten in Wien und anderen Orten. Sein fachlich bedeutender Buchbestand konnte in der Archivbibliothek aufgenommen werden. Auch die Schenkung eines umfangreichen Bestandes an privater Digitalfotografie, der Alltagsleben und die topographische Entwicklung der Stadt dokumentiert, ergänzt die bereits vorhandenen, umfangreichen bildlichen Querschnitte durch das Stadtbild aus den 50er- und 80er-Jahren nun aus dem Blick der beginnenden 2000er-Jahre. Als wesentlicher Schritt zur Vorbereitung der Archivierung elektronischer Akten, wie sie im Magistrat ungefähr seit der Jahrtausendwende geführt werden, wurde in Zusammenarbeit mit der MA 14 das Aussonderungsverfahren für ELAK(Elektronischer Akt) implementiert. Leichteren Zugang zum Archivgut ermöglichen sollen folgende Digitalisierungsprojekte: •Historische Meldeunterlagen – Prominentensammlung •Pläne zu Projekten und Bauten der Ringstraße •Großbilddias der Modeschule Hetzendorf •Pläne zum Prater und Riesenrad •Fotosammlung Frühwirt(Gasometerbau) •Digitalisierung der Sitzungsprotokolle und der Wörtlichen Protokolle des Landtages und Gemeinderates Vermittlung• Archivierung/ Digitalisierung 89 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Ausstellungen Im Berichtsjahr wurden drei Kleinausstellungen gezeigt: •Erinnerungen an das Seehospiz der Stadt Wien in San Pelagio-Rovinj. 1888–1947(internationale Kooperation) •Wien und seine Gewässer. Eine turbulente Umweltgeschichte(nationale Forschungskooperation) •Die Ausstellung„Der Wiener Gemeinderat und der Wiener Landtag – eine Zeitreise 1848 – derzeit“ begleitete im Sitzungssaal des Wiener Landtages und Gemeinderates den„Tag der offenen Tür im Rathaus“ am 12. September 2015. In der Reihe„Zeitzeugnisse“ wurden ausgewählte Schätze des Archivs im Wien Geschichte Wiki vorgestellt, darunter Material zum Unterkammeramt, zu den Wiener Bädern, zur Virgilkapelle. Wien Geschichte Wiki Ein Schwerpunkt im Wien Geschichte Wiki war der Ringstraße gewidmet, die vor 150 Jahren feierlich eröffnet wurde. Das Thema konnte durch eine Vielzahl überarbeiteter und neuer Artikel umfassend dargestellt werden, wobei die damals eingereichten Wettbewerbspläne besondere Beachtung fanden. Synergieeffekte konnten durch deren Ausstellung im Wien Museum gewonnen werden. Lesung Im Gedenken an das Kriegsende 1945 hat das Wiener Stadt- und Landesarchiv eine Lesung im Rahmen der Wiener Vorlesungen organisiert. Das Quellenmaterial für diese Lesung von Archivdirektorin Dr.in Brigitte Rigele und Burgschauspielerin Elisabeth Orth stammt aus Archivbeständen. Bibliothek/ Lesesaal Im Rahmen der Archivnutzung wurde am 1. Jänner 2015 eine neue Tarifordnung eingeführt, die sich auf die Zahl der nun kostenpflichtigen Auskünfte aus Archivbeständen auswirkte. Im Jahr 2015 wurden •2 459 schriftliche Anfragen vom Archivteam beantwortet •Meldeanfragen nach 2 064 Personen recherchiert •19 230 Aktenaushebungen im Lesesaal getätigt •8,2 Millionen Zugriffe auf Web-Seiten auf wien.at verzeichnet •13 601 mal digitalisierte Urkunden in monasterium.net aufgerufen •1 226 Entlehnungen für interne Dienststellen des Magistrats und externe Behörden bearbeitet. Die Archivbibliothek verzeichnete: •1 486 Neuzugänge •715 Periodika wurden von der Politischen Dokumentation betreut •Übernahme der Bücher aus dem Nachlass des Architekten Johann Georg Gsteu 90 Ausstellungen• Lesung• Bibliothek/ Lesesaal � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Unterstützung wissenschaftlicher Institutionen und der Forschung Für folgende Ausstellungen wurden Archivalien zur Verfügung gestellt: •Das Volk sitzt zu Gericht. Österreichische Nachkriegsjustiz 1945 bis 1948 im Spiegel der Zeitungsberichterstattung(Forschungsstelle Nachkriegsjustiz) •Jubiläumsausstellung zu Kaiser Franz Joseph„Franz Joseph 1830–1916“(Schloss Schönbrunn) •Fritz Wotruba. Denkmäler, Skulptur und Politik(Fritz Wotruba Privatstiftung) •Die Ringstraße. Ein jüdischer Boulevard(Jüdisches Museum der Stadt Wien) Für wissenschaftliche Zwecke wurden 49 Bescheide für die Nutzung von Archivalien mit verkürzter Schutzfrist(§10 Abs. 3 Wiener Archivgesetz) für personenbezogene Daten ausgestellt, unter anderem zu den Themen: •Das„Haus der Barmherzigkeit“ in der NS-Zeit •Die Entstehung der bucharisch-jüdischen Gemeinde in Wien. Migration und Geschlecht zwischen Ost und West •Als„asozial“ verfolgte Frauen – Kontinuitäten der Ausgrenzung in Österreich •Biographie von Vilma Steindling, Widerstandskämpferin •Verfolgte Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit •Die Wiener Zigeunerpolitik 1880 bis 1938 – heimat- und schubrechtliche Diskriminierungen einer Minderheit am Beispiel der Stadt Wien •Zwischen Zwang und Widerstand. Jüdische HäftlingsärztInnen in NS-Lagern im „großdeutschen Reich“ •Die Wiener Polizei von 1914 bis 1945 •Dr. Hans Asperger und die Kindereuthanasie in Wien – mögliche Verbindungen •Renewing Red Vienna: Reconstruction of a Social Democratic Milieu, 1945–1949 •Scheinehen in der NS-Zeit •Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Wien •Prostituierte im Nationalsozialismus •Bodies that Schimmer: Women, Embodiment an the Sexual Wende in Vienna, 1893–1931 Wissenschaftliche Projekte und Kooperationen Das Wien Geschichte Wiki wurde um ein Kartenportal erweitert. Knapp 130 ausgewählte Karten vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, die über das Wiener Archivinformationssystem(WAIS) zur Verfügung gestellt werden, sind im Wiki beschrieben und digital zugänglich. Jubiläen wurden genutzt, um ganze Artikelgruppen zu aktualisieren bzw. neu anzulegen. Dazu zählen die Komplexe Universität Wien und Ringstraße, aber auch Einzelartikel zur Virgilkapelle und ihrem Umfeld. Die Einarbeitung der sehr umfangreichen Häuserchronik der Inneren Stadt(„Harrer“) ist weit fortgeschritten und wird in der ersten Jahreshälfte 2016 zu einem Abschluss gebracht. Für den Themenkomplex„Rotes Wien“ wurde ein Konzept erstellt, das konsequent in Wikiartikel umgesetzt wird. Von Archivseite konnten die neuesten archäologischen Erkenntnisse zu mehreren Grabungen Am Hof eingebracht werden, ebenso wie die Geschichte der letzten beiden Kriegsjahre des Zweiten Weltkriegs(„Bomben auf Wien“) und diverser Wiener Firmen. Unterstützung wissenschaftlicher Institutionen• Projekte und Kooperationen 91 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 � Ende 2015 wies das Wiki mehr als 15 Millionen Zugriffe auf(September 2014 bis Dezember 2015). Derzeit nutzen das Wiki ca. 200 000 Personen im Monat. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv ist Nationaler Kooperationspartner des vom Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung(FWF) geförderten, interdisziplinären Projekts URBWATER – Vienna’s Urban Waterscape 1683–1918. In diesem Projekt wurde der Einfluss der dynamischen aquatischen Umwelt des Wiener Raums auf die städtische Entwicklung untersucht. Das Projekt„Dokumentation Jüdischer Opfer des Nationalsozialismus(Yad Vashem)“ wurde fortgesetzt. Das Ziel einer Zusammenarbeit mit dem Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung der Universität Wien war die gemeinsam Erstellung von Stundenbildern für Schulen zum Thema„Brüche und Kontinuität in der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts“ anhand von archivalischen Quellen. In Kooperation mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien und dem Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft wurde die Filmplattform media wien laufend mit neu erschlossenen Filmen der letzten 100 Jahre erweitert. Mit der Publikation der 17. und letzten Lieferung des Historischen Atlas von Wien(Kultur- und Freizeitstätten 1937, Flächennutzung 1920, Grundrissplan der Wiener Innenstadt 1773) endete das seit 1977 laufende Atlasprojekt. Landtags- und Gemeinderatsdokumentation(INFODAT WIEN) In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT WIEN) wurden 2015 ca. 3 500 Vorgänge bearbeitet, als neues Angebot stehen 600 Flächenwidmungspläne mit den jeweiligen Gemeinderatsbeschlüssen in Verbindung und sind abrufbar. Aufgrund der Änderungen in der Zusammensetzung des Wiener Landtages und Gemeinderates mussten alle Statistiken(Frauenanteile usw.) entsprechend aktualisiert werden. Mit Stand 31. Dezember 2015 waren 57 000 Vorgänge samt verschiedensten Verlinkungen zu den Protokollen, Anfragen, Gesetzesentwürfen usw. in der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates online verfügbar. � Parallel dazu läuft die Rückerfassung der Sitzungen des Gemeinderates und Landtages. � Bei dem Projekt„Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker“ wurde die Recherche und Eingabe von biographischen Daten der Mitglieder des Stadtsenates und der Abgeordneten zum Wiener Landtag und der Mitglieder des Gemeinderates im Zeitraum 1861–2015 fortgesetzt. Ebenso wurden alle Änderungen der Funktionsdaten der BezirksvorsteherInnen und StellvertreterInnen dokumentiert, diese sind ebenfalls online. 92 Projekte und Kooperationen• INFODAT WIEN � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Mit der Freischaltung des ersten Teils von„Karl Kraus online“, der Erweiterung der digitalen Services(„Wienbibliothek digital“), dem Portal„Wien Geschichte Wiki“ sowie mit einer breitenwirksamen Ausstellungs- und Veranstaltungspolitik(Schwerpunkt: die Wiener Ringstraße und ihre Zeit) hat die Wienbibliothek 2015 wieder markante Akzente in Richtung Öffentlichkeit gesetzt. 2015 benutzten 7 440 Personen die Bestände der Institution. Darüber hinaus waren über 5 800 BesucherInnen(von Symposien, Buchpräsentationen, Lesungen, Konzerten, Führungen etc.) zu verzeichnen. Rund 396 000 virtuelle BesucherInnen nutzten die Angebote der Website der Bibliothek, vor allem die Online-Kataloge zum Recherchieren und Reservieren von Materialien, zunehmend aber auch die digitalen Bestände. Sonderprojekte Portal Wien. Geschichte. Wiki In Kooperation mit dem Stadt- und Landesarchiv Das Wien Geschichte Wiki verfolgt das Ziel, historisches Wissen über Wien aus der Stadtverwaltung mit jenem von externen ExpertInnen zusammenzuführen. Die Grundlage für das Wiki bildeten die 27 500 Einträge des sechsbändigen Werkes„Historisches Lexikon Wien“, herausgegeben von Felix Czeike. Das Wiki ermöglicht ein gezieltes und vielfältiges Suchen in sieben Kategorien wie Personen, topographische Objekte, Bauwerke, Organisationen, Ereignisse, Karten und Sonstiges. Das im September 2014 freigeschaltene Wiki verfügte zum Jahresende 2015 über rund 35 000 Beiträge und 3 000 Bilder. Das Portal erfreut sich ständig steigender Beliebtheit und wurde 2015 von 1 888 350 BesucherInnen aufgesucht. Seitens der Wienbibliothek wurden und werden insbesondere Einträge zu historischen wie lebenden Persönlichkeiten laufend ergänzt und erweitert. Das Projekt wurde im Rahmen mehrerer wissenschaftlicher Konferenzen sowie im Wien-Haus in Brüssel präsentiert. Wienbibliothek Digital Auf der Website www.digital.wienbibliothek.at bietet die Wienbibliothek im Rathaus kostenlosen Zugang zu einer kontinuierlich wachsenden Sammlung an digitalisierten Büchern und Materialien. Ende 2015 waren 1 126 968 Dateien(Images) online, das ist ein Zuwachs um mehr als 317 000 Images gegenüber 2014. 2015 lag der Fokus der hinzugekommenen Materialien auf folgenden Themen: •Titel zur Ringstraße, die seit der Eröffnung der korrespondierenden Ausstellung im April 2015 in der digitalen Bibliothek zur Verfügung stehen •Titel zum Prater, darunter das unikale„Prater-Konvolut“ • Buchhandelskataloge •Verwaltungsliteratur wie der Kommunalkalender(1863–1922), das Handbuch der Stadt Wien(1935–2005), die Polizeiverwaltung Wiens(1876–1892), die Verwaltung der Stadt Wien(1871–1951) sowie das Amtsblatt der Stadt Wien(1892–1966). Teile aus diesem Bereich werden erst 2016 freigegeben. •Handschriften von Johann Nestroy •ausgewählte Zimelien der Musiksammlung Sonderprojekte 93 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Neuorganisation des Karl Kraus-Archivs Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Theorie und Geschichte der Biographie Seit 2012 läuft an der Wienbibliothek ein Projekt, das sich sowohl die Neuorganisation des Karl Kraus-Archivs als auch die Erstellung einer virtuellen Biographie des streitbaren Publizisten zum Ziel gesetzt hat. Das vielfältige in der Bibliothek vorhandene Material wird anhand öffentlicher und privater Aspekte des Autors strukturiert. Das Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer modular aufgebauten virtuellen Biographie zu Karl Kraus, die einen multiperspektivischen, nichtlinearen Zugang zu Kraus ’ Leben ermöglichen soll. Im Oktober 2015 wurden als erster Teil von„Karl Kraus Online“(www.kraus.wienbibliothek.at) dessen Vorlesungen erschlossen. Über 700 Programmzettel wurden mit Rezensionen, Publikumsstimmen, Briefen, Abrechnungen, Reisedokumenten sowie mit den existierenden Ton- und Filmaufnahmen verknüpft. UserInnen haben die Möglichkeit, ihren Interessen entsprechende Wege durch die reichhaltigen Materialien zu gehen und Kraus in seiner Vernetzung zu erforschen. Übersiedlung Plakatsammlung Im Rahmen des„Depotkonzepts 2016“, das eine Absiedlung jener Sammlungen vorsieht, deren Bestände am wenigsten im Original am Standort Rathaus gebraucht werden, wurden von Februar bis Juli 2015 rund 170 000 Plakate auf 240 000 Blättern in das gemeinsam mit dem MUSA Museum Startgalerie Artothek angemietete Depot Simmering transferiert. Die Übersiedlung wurde auch für eine Generalinventur der Bestände genutzt. Die Plakate sind nunmehr nach Formaten sortiert in säurefreien Mappen gelagert und mittels Barcode inventarisiert. Umbau Lesesaal und Foyer Da von der Fassadensanierung des Rathauses auch die öffentlichen Räumlichkeiten der Wienbibliothek betroffen waren, musste die Benützung zwischen 30. Jänner und 7. April 2015 in einer Lokalität im Erdgeschoß des Rathauses(Top 24) umgesiedelt werden. Diese Phase wurde für Umbauarbeiten in den Lesesälen(neuer Teppich, energiesparende Beleuchtung) und eine Neugestaltung des Foyers(Schleifen des Bodens, neue Garderobeschränke, Infobildschirm) verwendet. Überblick über die wichtigsten Erwerbungen und Erschließungen der Wienbibliothek 2015 Der Online-Katalog der Druckschriftensammlung enthielt mit Ende des Jahres über 608 000 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nachlässe betrug rund 7 800 Bände. An prominenten Neuerwerbungen der Sammlung sind ein Sammelband mit sechs Flugschriften zur zweiten Wiener Türkenbelagerung(1683) sowie zwei besonders rare Viennensia(ein Mercantil-Schema aus dem Jahr 1768 und eine„Kurtze und Ausführliche Beschreibung“ Wiens aus dem Jahr 1711) erwähnenswert. Neben diesen verdienen aber auch eine Sammlung aus 32 Flugzetteln und Einladungen des „Etablissement Loewy“ des Wiener Theaterunternehmers und Entertainers Ignaz Löwy sowie einige seltene, reich illustrierte Produktkataloge des 19. Jahrhunderts besonders hervorgehoben zu werden: die Kataloge der Messingmöbelfabrik von Leopold Walter(um 1880), des Leichenbestattungsunternehmens„Pietät“(um 1875), die„Glasartikel für Petroleum-Beleuchtung“ aus der Firma S. Reich& Co(um 1910) sowie„Versilberte und vergoldete Metallwaaren“ von C. A. Münchmeyer& Co. Die rege Erwerbungstätigkeit der Handschriftensammlung betraf 2015 besonders die darstellenden Künste, die Wissenschaftsgeschichte sowie die Literatur. So konnte der Nachlass der Schauspielerin, Kabarettistin und Diseuse Cissy Kraner(1918–2012) genauso erworben werden wie der ihres kongenialen Partners, Gatten und Texters Hugo Wiener(1904–1993). Beide hatten sich auf der Überfahrt nach Südamerika kennengelernt. Die umfänglichen Bestände(ZPH 1653 und 1654) dokumentieren nicht nur das gemeinsame Exil in Caracas, sondern 94 Sonderprojekte � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � vor allem auch die Remigration nach Wien. Mit den Papieren des Historikers Günther Hamann (1924–1994) gelangte ein veritabler Gelehrtennachlass(ZPH 1658) an die Wienbibliothek, bei dem die mehr als 10 000 Briefe von rund 850 teils sehr prominenten SchreiberInnen herausragen. Im literarischen Segment konnte ein Teilnachlass von Robert Scheu(1873–1964) erworben werden, der zwar ein promovierter Jurist war, aber heute vor allem noch dadurch bekannt ist, dass er den Begriff„Kulturpolitik“ geprägt haben soll. Im Bestand gibt es zahlreiche Bezüge zu Karl Kraus, mit dem Scheu als zeitweiliger Mitarbeiter der„Fackel“ bekannt war. Mit dem Nachlass von Felix Salten(1869–1945) konnte eines der bedeutendsten Archive des literarischen Exils zurück nach Wien geholt werden(ZPH 1681). Ein Coup von ähnlicher Bedeutung gelang der Wienbibliothek im März 2015 mit der Erwerbung des bislang nicht publizierten, ja unbekannten Theaterstücks„Niemand“ von Ödön von Horvath(1901–1938), das beim Berliner Auktionshaus Stargardt ersteigert werden konnte(ZPH 1666). An erster Stelle der Neuzugänge der Musiksammlung im Jahr 2015 ist die Schenkung des Nachlasses der von den Nationalsozialisten aus Österreich vertriebenen Musiker-Geschwister David, Toni und Rosi Grünschlag zu nennen. Teile des durch seine Geschlossenheit beeindruckenden Materials wurden in der Ausstellung„Immer ready sein zu gehen“ gezeigt. Weiters bezog die Wienbibliothek Handschriften, Korrekturfahnen und(teilweise überarbeitete) Druckexemplare von Werken des Operettenkomponisten Leo Ascher, darunter„Vindobona, du herrliche Stadt“ und„Was tut man nicht alles aus Liebe“. Aus der Sammlung des Musikproduzenten und Komponisten René Reutterer wurden vor allem Autographe und Druckausgaben überlieferter Werke von Kleinmeistern auf dem Gebiet der Wiener Salon- und Unterhaltungsmusik um 1900 erworben. Die Strauss-Sammlung erfuhr durch den Erwerb von für den Erstverleger angefertigten Partituren, die in Ermangelung der Autographe einen extrem hohen Quellenwert besitzen, eine wertvolle Bereicherung. Fünf Manuskripte mit Walzern und Quadrillen von Johann Strauss(Vater) stammen aus der ehemaligen Sammlung des österreichischen Kapellmeisters Eduard Pfleger, zwei Handschriften mit je einem Marsch und einem Walzer aus der Kollektion des deutschen Strauss-Forschers Norbert Linke. Aus dem historischen Notenarchiv des Musikverlags Doblinger kaufte die Musiksammlung unter anderem eine Reihe handschriftlicher Partituren von Salonorchester-Arrangements Johann und Josef Strauss’scher Walzer von Bruno Uher. Den quantitativ größten Zuwachs bildet der 65 Archivboxen umfassende Nachlass des semiprofessionellen Musikers August Asenbaum. Der Bestand umfasst zahlreiche Einzelausgaben und Alben mit E- und U-Musik, Instrumentalschulen, Einblattdrucke von Wienerliedern sowie Stimmensätze für Salonorchester, Blasmusik und Schrammelquartett. Die Plakatsammlung konnte exklusive der von der Gewista abgelieferten Pflichtexemplare 1 664 Neuzugänge verzeichnen, darunter ein unikales Plakat zur Kahlenberg-Eisenbahn aus dem Jahr 1876. Statistische Kennzahlen Benutzung und BesucherInnen Druckschriftensammlung 6 200 BenützerInnen 8 471 ausgegebene Medien 2 085 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung 925 BenützerInnen � 2 930 ausgegebene Medien � 610 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Sonderprojekte• Statistische Kennzahlen 95 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Musiksammlung 305 BenützerInnen � 1 097 ausgegebene Medien � 743 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Plakatsammlung 10 BenützerInnen(Spezialbenützung) � 137 ausgegebene Medien � 281 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Dokumentation 840 ausgegebene Medien(Mappen Tagblatt-Archiv) � 278 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Sonstige BesucherInnen 3 625 BesucherInnen von Veranstaltungen(Lesesaal, Loos-Räume, Medientermine) 2 177 TeilnehmerInnen an Führungen Die BesucherInnen im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek sowie externer Ausstellungen werden nicht erfasst. BenützerInnen und BesucherInnen gesamt 7 440 Personen Benützung 5 802 Personen Veranstaltungen und Führungen 13 242 Personen gesamt Dazu kamen 396 161 BenützerInnen der virtuellen Angebote der Wienbibliothek. Ausstellungen Traumfabrik auf dem Eis. Von der Wiener Eisrevue zu Holiday on Ice 1. Oktober 2014 bis 25. Jänner 2015, Wiener Stadthalle, Tickethalle und Halle D Im Besitz der Wienbibliothek befindet sich eine umfangreiche Sammlung zur Wiener Eisrevue mit tausenden Fotografien, Zeitungsausschnitten, Korrespondenzen, fast 300 Plakaten, Programmheften und Flugblättern. Dieses Konvolut bildete die Basis dieser Ausstellung zum Glanz der Eisrevue, die in Themen wie„Stars auf dem Eis“,„Der Apparat des Erfolgs“, oder „Von Wien in die Welt“ gegliedert war. Sie blickte auf die Stars, aber auch auf die harte Arbeit hinter den Kulissen sowie die historischen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Sie zeigte die Entstehung der Wiener Eisrevue unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf Basis der„Eisrevue Karl Schäfer“ und fragte nach der Funktion der harmlos-schönen Wien-Bilder, die vor allem in den 50er-Jahren Konjunktur hatten. Die großen Erfolge der Wiener Eisrevue über mehrere Jahrzehnte wurden ebenso thematisiert wie ihre finanziellen Probleme und der Verkauf im Jahr 1970. Vienna Windows – Auslage in Arbeit. Martin Frey und Hanna Schimek, 2012–2014 28. Oktober 2014 bis 30. Jänner 2015, Foyer der Wienbibliothek im Rahmen von„eyes on“ – Monat der Fotografie Oft sind es trübe Glasscheiben, manchmal jedoch auch blank geputzte Fenster von Geschäftsportalen, hinter denen sich rätselhafte Objekte dem flüchtigen Blick des Passanten anbieten. Diese Gegenstände wurden leidenschaftlich arrangiert und erzählten Geschichten über eine Gegenwart, die besondere Arrangements erfordert, oder über längst vergangene Zeiten, in denen die Geschäfte gut gingen. Die österreichische Wortschöpfung„Auslage in Arbeit“ als 96 Statistische Kennzahlen• Ausstellungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � programmatischer Titel dieses Projekts wurde zur Metapher für die fortlaufenden Veränderungen des Stadtbildes. Die KünstlerInnen Hanna Schimek und Martin Frey verstanden die Ausstellung als Beitrag zur Alltagsgeschichte der Stadt und als fotografische Hommage an die kleinen Geschäftslokale Wiens, deren Fortbestand einen unschätzbaren Beitrag zur Vielfalt und Lebendigkeit des urbanen Lebensraums darstellen. Der Makart der Musik. Carl Goldmark, Paradekomponist der Ringstraßenzeit 13. Februar bis 27. November 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Die Musiksammlung der Wienbibliothek verwahrt einen reichhaltigen Nachlass des 1830 in Keszthely am Plattensee geborenen Carl Goldmark, dessen Todestag sich im Jänner 2015 zum hundertsten Mal jährte und der Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien zu den angesehensten und meistgespielten zeitgenössischen Komponisten zählte. Die Ausstellung untersuchte anhand zahlreicher Exponate aus diesem Bestand die Stellung Goldmarks inmitten dreier Spannungsfelder: Komponist der jüdischen Nationaloper versus Repräsentant des assimilierten Judentums im Wien der Ringstraßenzeit,„Wagnerianer“ oder„Brahmine“ sowie (Deutsch-)Österreicher oder Ungar. Vom Werden der Wiener Ringstraße 30. April 2015 bis 15. Jänner 2016, Ausstellungskabinett und Foyer der Wienbibliothek Am 1. Mai 1865 wurde das erste Teilstück der neu projektierten Ringstraße feierlich der Öffentlichkeit übergeben. 150 Jahre später blickte diese Ausstellung, die auf den einzigartigen und umfangreichen Sammlungsbeständen der Wienbibliothek fußte, auf die wechselvolle Geschichte der Wiener Prachtstraße zurück. Architektur und Städtebau, das gesellschaftliche und politische Leben wurden ebenso beleuchtet wie das kulturelle und wirtschaftliche Treiben jener Zeit. In fünf thematischen Bereichen wurde der Bogen von den ersten Ideen und Vorschlägen, vom Fall der Stadtmauern und von der Ausschreibung des Wettbewerbs über die bauliche Umsetzung bis hin zur kritischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Ringstraße gespannt. „Immer ready sein zu gehen“. Der Exil-Nachlass der Musiker-Geschwister Grünschlag 10. Dezember 2015 bis 29. April 2016, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Im April 2015 erhielt die Wienbibliothek im Rathaus mit dem Nachlass der Geschwister Grünschlag einen Bestand, der die Flucht jüdischer MusikerInnen vor den Nationalsozialisten durch eine Fülle an einschlägigem Material, darunter auch Filmen, geradezu beispielhaft dokumentiert. Die daraus gespeiste Ausstellung zeigte das Leben von David, Toni und Rosi Grünschlag vor, während und nach diesem traumatischen Einschnitt. Damit sollten nicht nur die Schicksale der drei Geschwister in ihrer Gesamtheit greifbar, sondern auch Ereignisse von musikhistorischer Bedeutung wie die Gründung des Israel Philharmonic Orchestra thematisiert werden. Die Ausstellung verstand sich nicht zuletzt auch als Dank an die Schenkerin des Nachlasses, Dorit Straus, die Tochter David Grünschlags. Veranstaltungen Buchpräsentationen Die letzten Tage der Menschheit. Eine Graphic Novel nach Karl Kraus Konzept und Redaktion: Reinhard Pietsch, Zeichnungen: David Boller Utz Verlag 15. Jänner 2015, MUSA Museum Startgalerie Artothek Ausstellungen• Veranstaltungen 97 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Robert Streibel Bürokratie& Beletage. Ein Ringstraßenpalais zwischen„Arisierung“ und spätem Recht Mandelbaum Verlag 17. März 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Fritz Keller Die Küche im Krieg. Lebensmittelstandards 1933–1945 New Academic Press 19. März 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Christopher Long Der Fall Loos Amalthea Signum Verlag 25. März 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Simon Ganahl Karl Kraus und Peter Altenberg. Eine Typologie moderner Haltungen Konstanz University Press 22. April 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Harald R. Stühlinger(Hg.) Vom Werden der Wiener Ringstraße Metroverlag 29. April 2015, Stadtinformationszentrum Wien/ 26. Mai 2015, Buchhandlung Kuppitsch Das Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung der Wienbibliothek widmet sich dem Zeitraum von den 1850er-Jahren bis heute. Der thematische Rahmen umschließt die Entstehung des Projekts zur Verbauung des Glacis über die Realisierung der grandiosen Bauten und Freiräume bis hin zur Aneignung und kritischen Auseinandersetzung mit dem„Ring“. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt dabei auf der Rezeption, der medialen Präsentation und der bildmächtigen Wirkungsgeschichte dieses für die Stadtbaugeschichte wichtigen Prachtboulevards. Die umfangreichen Aufsätze wurden durch die schlaglichtartige Darstellung und eingehende Beschreibung von ausgewählten Schätzen der Wienbibliothek ergänzt. Johann Hofer Carl Goldmark – Komponist der Ringstraßenzeit Edition Steinbauer 10. September 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Thomas Karny/ Matthias Marschik Autos, Helden und Mythen. Eine Kulturgeschichte des Automobils in Österreich Verlagshaus Hernals 22. Oktober 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Claudia Erdheim In der Judenstadt Czernin Verlag 24. November 2015, Lesesaal der Wienbibliothek Gernot Friedel Herr Specht oder die Legende von der Entstehung der Karnischen Alpen Mandelbaum Verlag 2. Dezember 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume 98 Veranstaltungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Lesungen/ Vorträge Waltraud Heindl Karl Kraus, Oskar Kokoschka und der Beamte Dr. Ludwig Ritter Von Janikovsky 28. Mai 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Die Historikerin Waltraud Heindl, die sich intensiv mit dem österreichischen Beamtentum und seinen Verflechtungen mit der Kulturszene befasste, rekonstruierte den Fall eines außergewöhnlichen Beamten aus dem engsten Kreis von Karl Kraus. Kammerschauspieler Walter Langer las dazu aus zeitgenössischen Dokumenten. „Niemand“ für Jedermann. Ein bislang verschollenes Stück von Ödön von Horváth 21. September 2015, Lesesaal der Wienbibliothek � Im März 2015 konnte die Wienbibliothek das aus dem Jahr 1924 stammende Stück„Niemand“ � von Ödön von Horváth im Berliner Auktionshaus Stargardt ersteigern. An diesem Abend erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, wurden Passagen aus diesem gelesen. � Kriminacht 6. Oktober 2015, Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus Martin Mucha las aus seinem Buch„Liebessiegel. Ein Wien-Krimi“. Tagebuchtage 2015 16. November 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Christine Casapicola las aus ihrem Buch„Nächstes Jahr im Küstenland“, in dem sie Erinnerungen, Geschichten und Geschichte aus Grado, Triest und Umgebung zusammengetragen hat. Tagungen, Konferenzen und wissenschaftliche Vorträge Bilderbuch-Heimkehr? Remigration im Kontext Internationales Symposium 18. bis 20. Februar 2015, Institut für Germanistik der Universität Wien und Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume In Kooperation mit dem Institut für Germanistik und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien Tanz-Signale 2015: Johann Strauss(Sohn) und seine Librettisten. Die Wiener Operette – Ausdruck eines neuen Lebensgefühls an der Wende zum 20. Jahrhundert. Tagung anlässlich des 75. Todestages von Victor Léon(1858–1940) 12. bis 15. März 2015, Wiener Rathaus – Festsaal, Großer Hörsaal des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien und Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume In Kooperation mit dem Wiener Institut für Strauss-Forschung, den Wiener Vorlesungen und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien Forschungsprojekt Ringstraße Podiumsgespräch 2. Juni 2015, Lesesaal der Wienbibliothek Diskussion über das 1969 bis 1981 erschienene Monumentalwerk„Die Ringstraße“ mit Renata Kassal-Mikula, Elisabeth Springer, Walter Krause und Manfred Wehdorn unter Moderation von Harald Stühlinger. Eduard Kulke und die Gleichberechtigung der Empfindungen 30. September 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Veranstaltungen 99 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Die Literatur- und Kulturwissenschafterin Marita Keilson-Laurits sprach anlässlich ihres 80. Geburtstags über Eduard Kulke und dessen Engagement für die homosexuelle Emanzipationsbewegung. Öffentliche Architektur- und städtebauliche Wettbewerbe. Lernen von der Geschichte der Ringstraße Podiumsdiskussion 7. Oktober 2015, Lesesaal der Wienbibliothek Working on Jonathan Franzen’s„The Kraus-Project“ 19. November 2015, Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus In seinem„Kraus-Project“ übersetzte der US-Amerikanische Autor Jonathan Franzen, der sich selbst in der medien- und gesellschaftskritischen Tradition des Wiener Satirikers Karl Kraus verortet, nicht nur zwei bedeutende Texte von Kraus ins Englische, sondern zugleich ins 21. Jahrhundert. Musikveranstaltungen Walter Arlen: Wien, du allein Doppel-CD-Präsentation 27. April 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Musikalische Begleitung durch Anna Kandinskaya(Violine) und Daniel Wnukowsky(Klavier) In Kooperation mit exil.arte und Gramola Der Opernkomponist Carl Goldmark Finissage der Ausstellung„Der Makart der Musik. Carl Goldmark, Paradekomponist der Ringstraßenzeit“ 26. November 2015, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Musikalische Begleitung durch Christina-Maria Fercher(Sopran), Eyrun Gunnarsdottir(Mezzosopran), Jin Hun Lee(Tenor) und Hanzhong Tang(Tenor) von der Opernklasse der Musik und Kunst Privatuniversität Wien. Stadtexpeditionen im Rahmen der Ausstellung „Vom Werden der Wiener Ringstraße“ Die Ringstraße – Stadtraum der Gründerzeit 22. Mai 2015, Harald Stühlinger 27. Mai 2015, Gerhard Murauer 3. Juni 2015, Harald Stühlinger 6. Oktober 2015, Harald Stühlinger Wieso das Rathaus dort steht, wo es steht 24. Juni 2015, Alfred Pfoser und Andreas Nierhaus Inszenierung von Geschichte 9. Juli, 14. Oktober und 5. November 2015, Gerhard Murauer Vom Werden der Wiener Ringstraße 26. August 2015, Gerhard Murauer 100 Veranstaltungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Das Bürgerforum am Paradeplatz. Rathaus, Parlament, Universität 18. September 2015, Alfred Pfoser und Andrea Nierhaus Ein geschichtspolitischer Stadtspaziergang am Ring 21. Oktober 2015, Elke Krasny Weitere Veranstaltungen Das Abenteuer des Prinzen Villamongo Ein Puppenspiel in drei Szenen von Marius Szudolski aufgeführt vom Kabinetttheater 22., 23., 26., 27. Jänner 2015, in der Wienbibliothek 9., 10., 13., 14., 15., 17. Mai 2015, im Kabinetttheater Tag der offenen Tür im Wiener Rathaus 12. September 2015, Rathaus Im Lesesaal der Wienbibliothek präsentierten sich die zur Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft zählenden Institutionen. Tag des Denkmals 27. September 2015 Die Wienbibliothek beteiligte sich mit Führungen durch die Loos-Räume in der Bartensteingasse 9 sowie durch die Ausstellung„Vom Werden der Wiener Ringstraße“. Home Movie Day 2015 10. Oktober 2015, Österreichisches Museum für Volkskunde In Kooperation mit dem Filmmuseum, der Österreichischen Mediathek, dem Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft, dem Klub der Kinoamateure Österreichs, den Wiener Bezirksmuseen, der Filmkoop Wien und dem Österreichischen Museum für Volkskunde Präsentation Karl Kraus Online –„Der Vorleser“ 27. Oktober 2015, Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus In Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie Für Details siehe den Abschnitt„Sonderprojekte“ Filmscreening„Orchestra of Exiles“ 10. Dezember 2015, Jüdisches Museum Wien Der gezeigte und besprochene Film(USA/ Israel 2012) beschäftigte sich mit dem Schicksal der Geschwister Grünschlag, denen in der Wienbibliothek von Dezember 2015 bis April 2016 eine Ausstellung gewidmet war. In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien Ausstellungsbeteiligungen Die Wienbibliothek beschickte 14 Ausstellungen in Österreich sowie vier Ausstellungen im Ausland mit Leihgaben. Beteiligung an Ausstellungen in Österreich •Trägt die Sprache schon Gesang in sich... Richard Strauss und die Oper 12. Juni 2014 bis 9. Februar 2015, Österreichisches Theatermuseum Veranstaltungen• Ausstellungsbeteiligungen 101 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � •Kosher for … Essen und Trinken im Judentum 8. Oktober 2014 bis 8.März 2015, Jüdisches Museum Wien •Wien im Ersten Weltkrieg. Stadtalltag in Fotografie und Grafik 16. Oktober 2014 bis 18. Jänner 2015, Wien Museum •Gesammelt, gelesen, gewidmet. Aus Bibliotheken von Schreibenden 29. Oktober 2014 bis 29. Oktober 2015, StifterHaus/ Adalbert Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, Linz •Die Zauberflöte. Eine Oper mit zwei Gesichtern 29. Jänner 2015 bis 3. Jänner 2016, Mozarthaus Vienna •Romane Thana. Orte der Roma und Sinti 12. Februar bis 17. Mai 2015, Wien Museum •Wally. Modell – Muse – Krankenschwester. Ein Frauenleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts 27. Februar bis 1. Juni 2015, Leopold Museum •Mythos Galizien 26. März bis 30. August 2015, Wien Museum •Dauerausstellung des Literaturmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek 16. April bis 7. August 2015(Originale, danach Faksimiles), Literaturmuseum •Der Wiener Kreis – Exaktes Denken am Rande des Untergangs 20. Mai bis 31 Oktober 2015, Universität Wien, Hauptgebäude •Dauerausstellung des Literaturmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek 28. September 2015 bis 11. Jänner 2016(Originale, danach Faksimiles), Literaturmuseum •Das starke Geschlecht. Frauen in der Psychoanalyse 16. Oktober 2015 bis 21. Oktober 2016, Sigmund Freud Museum, Wien •Die Universität – eine Kampfzone 2. November 2015 bis 28. März 2016, Jüdisches Museum Wien •Ich bin Ich. Mira Lobe und Susi Weigel 28. November 2015 bis 1. Mai 2016, Vorarlberger Landesmuseum Bregenz Beteiligung an Ausstellungen im Ausland •Focus on Reality. Pioneers of Sound 19. Februar 2014 bis 1. Februar 2015, WINZAVOD Centre for Contemporary Art, Moskau •Künstler und Propheten – Eine geheime Geschichte der Moderne 6. März bis 21. Juni 2015, Kunsthalle Schirn, Frankfurt/ Main •1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang 24. April 2015 bis 10. Jänner 2016, Deutsches Historisches Museum, Berlin •Artists and Prophets. A Secret History of Modern Art 1872–1972 21. Juli bis 18. Oktober 2015, Národní Galeri v Pradze – Nationalgalerie, Prag Kooperationen Mit folgenden Organisationen und Initiativen fanden 2015 im Rahmen von Veranstaltungen oder Projekten Kooperationen statt: Amalthea Signum Verlag, Buchhandlung Kuppitsch, Czernin Verlag, Edition Steinbauer, Editioni Braitan, Exilarchiv der Deutschen Nationalbibliothek, exil.arte – Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik, eyes.on. Monat der Fotografie Wien, Filmkoop Wien, Frauenabteilung der Stadt Wien(MA 57), Gramola – Das KlassikSpezialhaus, Jüdisches Museum Wien, Kabinetttheater, Klub der Kinoamateure Österreichs, 102 Ausstellungsbeteiligungen• Kooperationen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Konstanz University Press, Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, Mandelbaum Verlag, Metroverlag, MUSA Museum Startgalerie Artothek, Musik und Kunst Privatuniversität Wien, New Academic Press, Österreichische Mediathek, Österreichisches Filmmuseum, Österreichisches Museum für Volkskunde, Stadtinformationszentrum(MA 55), Universität Wien(Institut für Germanistik, Institut für Musikwissenschaften, Institut für Zeitgeschichte), Utz Verlag, Verlagshaus Hernals, Wien Museum, Wiener Bezirksmuseen, Wiener Institut für Strauss-Forschung, Wiener Stadt- und Landesarchiv(MA 8), Wiener Vorlesungen Kooperationen 103 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM WIEN MUSEUM 2003 wurde das ehemalige„Historische Museum der Stadt Wien“ als„Wien Museum“ neu positioniert. Seitdem hat das Haus am Karlsplatz unter der Direktion von Wolfgang Kos einen rasanten Wandel durchgemacht: Rund hundert Ausstellungen und ein hochkarätiges Veranstaltungsprogramm sorgten für Besucherrekorde, ein neues Depot und die Entscheidung für eine bauliche Erweiterung des Museums waren entscheidende Weichenstellungen. Wien Museum Neu Wechsel in der Direktion Mit 1. Oktober 2015 übergab Wolfgang Kos die künstlerisch-wissenschaftliche Direktion des Wien Museums an Matti Bunzl, der für die Umsetzung seiner Vision eines Museum als„Labor der Zivilgesellschaft“ bereits in den Vormonaten als designierter Direktor aktiv an der Programmplanung des Hauses beteiligt war. Die Internationalisierung, die Matti Bunzl ein besonderes Anliegen ist und zu der er in seinem Antrittsgespräch sagte„es geht darum, Wien im globalen Kontext zu zeigen, Wien aus globaler Sicht, und zwar sowohl historisch als auch aktuell“, bestimmte bereits in den ersten Monaten seiner Direktionszeit das Programm des Museums. Architekturwettbewerb 2015 wurde seitens der Stadt Wien über die eigens gegründete„Wien Museum Projekt GmbH“ ein offener Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des Hauses am Karlsplatz ausgeschrieben. Dieser Wettbewerb umfasste die Sanierung des baufälligen Haerdtl-Baus und eine Erweiterung um zusätzliche Ausstellungs- und Verwaltungsflächen. In diesem zweistufigen Verfahren wurden von 274 Architektenbüros aus dem In- und Ausland unterschiedlichste Vorschläge eingereicht, von denen 14 von der internationalen Jury in die zweite Stufe geladen wurden. Die Aufgabenstellung für die bauliche Erweiterung war überaus komplex: Der denkmalgeschützte Museumsbau von Oswald Haerdtl ist zu erhalten, wichtige Sichtbezüge zur Karlskirche sollen nicht beeinträchtigt werden. Als Baufeld wurde das Areal vor dem Museum ausgewiesen. Die Höhenerstreckung ist beschränkt, aber auch unterirdisch sind Erweiterungen durch eine Tiefgarage und die Trasse der U4 Grenzen gesetzt. Gewonnen hat den Wettbewerb die Architektengemeinschaft Winkler+Ruck(Klagenfurt) und Certov(Graz) mit einem Entwurf, der den denkmalgeschützten Haerdtl-Bau weitgehend als Bau belässt, diesen vom derzeit unmittelbar angrenzenden Nachbargebäude trennt und um einen Aufbau von zwei Stockwerken vertikal erweitert. Wiedereröffnung der Virgilkapelle – Ein Museum des Mittelalters Die Virgilkapelle – einer der besterhaltenen gotischen Innenräume Wiens – entstand um 1220/30 als Unterbau für eine geplante Kapelle am Stephansplatz. Wer ihr Bauherr war, wissen wir bis heute nicht. Um 1245 stattete man sie mit Fugenmalereien und Radkreuzen in den Nischen aus, erst später errichtete man darüber die Maria-Magdalena-Kapelle. Ab dem frühen 14. Jahrhundert diente die Virgilkapelle einer reichen Wiener Kaufmannsfamilie als Familienkapelle, unter anderem wurde sie mit einem Altar für den hl. Virgil ausgestattet. Die Maria-Magdalena-Kapelle selbst wurde vor allem von der„Schreiberzeche“, einer Vereinigung von Notaren und Schreibern, als Andachtsort und für ihre Versammlungen genutzt. Ein zusätzliches Geschoss zwischen den beiden Kapellen diente als Karner(Beinhaus). Nachdem im 18. Jahrhundert die Maria-Magdalena-Kapelle abgebrannt war, geriet auch die unterirdische Virgilkapelle in Vergessenheit. Sie wurde erst 1973 im Zuge des U-Bahn-Baus wieder entdeckt. Nach umfassenden Restaurierungsmaßnahmen ist dieser faszinierende Sakralbau seit Dezember 2015 wieder für das Publikum geöffnet, ergänzt um eine kompakte Dauerausstellung über das mittelalterliche Wien. 104 Wien Museum Neu � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Um die Wiedereröffnung der Virgilkapelle mit dem neuen Zugang über die Passage der UBahnstation Stephansplatz zu ermöglichen, waren umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Die Erschließung der Kapelle erfolgt nun von oben über eine Stahlkonstruktion bestehend aus einer Plattform und zwei Wendeltreppen. Dem Abgang zur Kapelle vorgelagert wurde ein neuer Bereich für Shop und Kassa errichtet. Der Ausstellungbereich auf Ebene der Kapelle wurde umgebaut, um als barrierefreier Zugang und Fluchtweg inkl. Notausgang in den Fluchtwegbereich der WIENER LINIEN zu dienen. Für den Umbau wurde mit dem Architekturbüro BWM Architekten zusammengearbeitet. Sonderausstellungen im Wien Museum Karlsplatz Romane Thana. Orte der Roma und Sinti 12. Februar bis 17. Mai 2015 � KuratorInnen: Andrea Härle(Romano Centro), Cornelia Kogoj(Initiative Minderheiten), � Werner Michael Schwarz(Wien Museum), Susanne Winkler(Wien Museum) und Michael � Weese(Landesmuseum Burgenland) � Dokumentarische und künstlerische Beiträge: Gerhard Baumgartner, Usnija Buligovi ‘ , Barka � Emini, Robert Gabris, Lilly Habelsberger, Gilda Horvath, Manuela Horvath, Stefan Horvath, � Willi Horvath, Rabie Peri ‘ , aklina Radosavljevi ‘ , Marius Weigl, Manuel Weinrich, Tamara � Weinrich � Ausstellungsarchitektur: Alexander Kubik � Grafik: Olaf Osten � Die Ausstellung gab Einblicke in die Lebenssituation von Roma und Sinti in Österreich und erzählte deren Geschichte und Geschichten. Phasen der Zwangsassimilierung wechselten mit � solchen der Ausgrenzung. Im Fokus standen Orte: die seit dem 18. Jahrhundert bestehenden � Siedlungen der Burgendland-Roma ebenso wie traditionelle Plätze in Wien oder Zwangsorte � der Verfolgung. Geschätzte 90 Prozent der österreichischen Roma wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet. Die wenigen Überlebenden standen nach 1945 � vor dem Nichts und wurden systematisch benachteiligt. Etliche zogen nach Wien, auch in der � Hoffnung, nicht erkennbar zu sein. Der überwiegende Teil der heute in Österreich lebenden � Roma und Sinti kam im Zuge von Arbeitsmigration aus Ost- und Südosteuropa(vor allem aus � Serbien, Bosnien und dem Kosovo, später auch aus Rumänien, Bulgarien und der Slowakei). � Nach wie vor leben viele Angehörige der Minderheiten„im Verborgenen“, um Diskriminierungen zu entgehen. � Darstellungen von Roma und Sinti stammten über Jahrhunderte hauptsächlich von NichtRoma. Dazu gehören romantisierende Vorstellungen ebenso wie Bilder der Verachtung. Es existieren kaum historische Selbstzeugnisse. Auf diese Weise wurden Stereotypen und Feindbilder festgeschrieben, die letztlich der Legitimation von rassistischer Verfolgung dienten und weiterhin dienen. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen daher als Gegenperspektiven Beiträge von Menschen aus den Roma- und Sinti-Communities, die ihren Familiengeschichten nachgingen, sich mit ihren Identitäten auseinandersetzten oder für die Ausstellung recherchierten, Videointerviews machten und künstlerische Beiträge lieferten. Die Ausstellung verschränkte persönliche Erfahrungen mit historischem Wissen, aus der Vielstimmigkeit der Geschichten ergaben sich neue Sichtweisen auf die Gegenwart, klischeehafte Wahrnehmungen wurden durchbrochen. Das Projekt setzte bewusst Signale gegen antiziganistische Hetze und Repression, wie sie auch in jüngster Vergangenheit immer wieder vorkommen. Wien Museum Neu• Sonderausstellungen 105 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Mythos Galizien 26. März bis 30. August 2015 Konzept und kuratorisches Team: Jacek Purchla, Wolfgang Kos, anna Komar, Monika Rydiger, Werner Michael Schwarz Ausstellungsarchitektur: Thomas Hamann Grafik: Fuhrer, Wien In Kooperation mit dem International Cultural Centre in Krakau Galizien war fast so groß wie das heutige Österreich, die Hauptstadt Lemberg um 1900 die viertgrößte Stadt Österreich-Ungarns. Heute weiß man kaum noch, wo Galizien einst lag. Doch immer noch ist es ein Raum, der Imaginationen auslöst: als Inbegriff weltverlorener Abgeschiedenheit, als Kerngebiet des Ostjudentums, als multikulturelles Armenhaus der Monarchie. Joseph Roth, der selbst aus Brody stammte, sprach von einem„Zwischenreich“. Heute gehört der Westteil zu Polen, Ostgalizien liegt in der Ukraine. Politik und Krieg haben der Frage nach der europäischen Identität der Region Aktualität gegeben. Entstanden ist Galizien als künstliches Gebilde in Folge europäischer Machtpolitik: 1772 fiel nach der Teilung Polens ein Gebiet an Österreich, dem man den Namen„Galizien“ gab – für Joseph II. ein zu„zivilisierendes“ Territorium, das Bodenschätze und Rekruten lieferte. Galizien war von ethnoreligiöser Vielfalt geprägt: Man sprach Polnisch, Ukrainisch und Jiddisch, man war römisch-katholisch, jüdisch und griechisch-katholisch. Erstmals galt der Blick den divergierenden polnischen, ukrainischen, österreichischen und jüdischen Perspektiven. Diese wurden mit historischen Fakten konfrontiert. Dem Mythos Armut und Rückständigkeit stand der Mythos Fortschritt gegenüber. Um 1900 wurde Galizien durch seine großen Ölvorkommen zum„österreichischen Texas“. Nach der Teilautonomie von 1867 entstand der Mythos vom„guten Kaiser“ in Wien. Galizien als multiethnisches Arkadien? Zugleich nahmen aber die sozialen und nationalen Spannungen zu. Ein Abschnitt widmete sich„Galizien in Wien“: Ab 1880 strömten jüdische Migranten – darunter Künstler und Intellektuelle – in die Reichshauptstadt.„Galizien nach Galizien“ hieß das Schlusskapitel: Mit dem Zerfall der Monarchie verschwand Galizien 1918 von der Landkarte, doch als Mythos feierte es nach 1989 ein Comeback. Liebes Wien, Deine Ingeborg Strobl 20. Mai bis 6. September 2015 Kuratorin: Ingeborg Strobl Grafik: Motmot Design Erstmals widmet die aus der Steiermark gebürtige Künstlerin eine Ausstellung ausschließlich ihrer Beziehung zu Wien, wo sie seit 1967 lebt. Die meisten Arbeiten entstanden im Auftrag des Wien Museums oder speziell für diese Schau. Sie erzählen von Orten und Dingen, die für Ingeborg Strobl von persönlicher Bedeutung waren und sind. Das Ensemble„Brunnen Beisl“ war eine Hommage auf ein Wirtshaus, dessen letzte Wochen Strobl begleitet hat. Weitere Dokumentationen galten dem einstigen Szenelokal Freihaus, einem Garten in Meidling, der Druckerei Remaprint oder einer Setzerei: Mit beiden produzierte Strobl über Jahrzehnte hinweg akribisch gestaltete Bücher und Editionen. Im abgenutzten Stadthallenbad entstand knapp vor dessen Renovierung eine subjektive Fotoserie über den Weg von der Schlüsselausgabe und den Umkleidekabinen bis zur Schwimmhalle. Weitere Rohstoffe für multimediale Arrangements boten Strobls Sammlung von Postkarten oder ein Fund aus den abgelegten Schachteln einer Wohnungsräumung. 106 Sonderausstellungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Der Themenfokus Wien, ergänzt mit Objekten aus Warschau, war nur scheinbar eine Einschränkung: In Strobls sparsamer Arbeit mit genauem Blick auf ephemere Details öffnet sich immer ein eigenes Universum, basierend auf persönlicher Anteilnahme. Ballgasse 6. Galerie Pakesch und die Kunstszene der 80er 24. September 2015 bis 14. Februar 2016 Kurator: Wolfgang Kos Ausstellungsarchitektur: Checo Sterneck Grafik: Haller& Haller Die 80er-Jahre waren eine entscheidende Aufbruchszeit für Wien. Man traf sich in neuen InLokalen, sprach von„Wiener Szene“ und„Zeitgeist“. Vor allem als vitaler Kunstort wurde das bislang periphere Wien international entdeckt:„Das Kunst-Wunder von Wien“ titelte 1986 das Magazin„art“. Mit der Galerie, die der junge Grazer Peter Pakesch 1981 in der Ballgasse startete, verwandelte sich eine Nebengasse nahe des Stephansplatzes zu einem„heißen Ort“. Hier wurde eine neue Generation junger KünstlerInnen wie Herbert Brandl, Otto Zitko oder Heimo Zobernig erstmals sichtbar. Ab 1984 war auch Franz West bei Pakesch, damit fand ein Unterschätzter, der von Kleinverkäufen in Cafés und Bars lebte, in kurzer Zeit weltweite Beachtung. Es war wichtig, dass Galerien wie„Nächst St. Stephan“, Grita Insam oder eben jene von Pakesch international agierten. In der Ballgasse waren die Kölner Kunstrabauken Martin Kippenberger und Albert Oehlen regelmäßig zu Gast, später hatten hier West-Coast-Stars wie Mike Kelley ihre Europapremiere. Im Zentrum der Ausstellung stand die Galerie Peter Pakesch, deren Archiv als Schenkung an das Wien Museum ging. Damit können wichtige Ausstellungen dokumentiert werden – ergänzt mit damals gezeigten Schlüsselwerken von lokalen und internationalen KünstlerInnen wie Brandl, Kippenberger, West, LeWitt, Zobernig, Geiger, Pistoletto oder Wool. Plakatentwürfe, Faxmitteilungen von KünstlerInnen, Preislisten oder Arbeitsfotos erlauben Einblicke in den Kunstbetrieb, dessen Globalisierung damals einsetzte. Ein zentrales Objekt ist der Bürotisch, den Franz West für die Galerie gestaltete. Im Alt Wien und im U4: Die spontan-impulsive Malerei der 80er-Jahre war eng mit der Postpunk-Musikszene verknüpft. Künstler wie Gerwald Rockenschaub, Herbert Brandl oder Gunter Damisch waren in Krachbands wie„Molto Brutto“ oder„Wirr“ auch als Musiker aktiv. Es entstanden neue Klubs wie„U4“,„Ring“ oder„Blitzbar“, die Sperrstunde verschob sich bis tief in die Nacht. Das Kaffee„Alt Wien“, dem ein Kapitel galt, war das„Wohnzimmer“ der exzessiven Szene um Martin Kippenberger und Albert Oehlen. Der Ring. Pionierjahre einer Prachtstraße 11. Juni bis 4. Oktober 2015 Kurator: Andreas Nierhaus Ausstellungsarchitektur: MVD Austria – Irina Koerdt, Michael Rieper, Sanja Utech Grafik: Bueronardin Zum Jubiläum der Ringstraße 2015 rückte das Wien Museum deren Pionierjahre in den Mittelpunkt: Wien auf dem Weg zur modernen Großstadt, vom Beginn der Stadterweiterung bis zur feierlichen Eröffnung des Prachtboulevards am 1. Mai 1865. Noch nie gezeigte Pläne, Entwürfe, Modelle und Fotografien schilderten das Nebeneinander von Alt- und Neu-Wien, Baustellen und Brachland, Abbruch und Neubau. Dahinter eine Gesellschaft im Umbruch: Die Ringstraße, als staatliches Großprojekt begonnen, wurde zur Bühne des Bürgertums, das gegenüber der Aristokratie an politischer, wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung gewann und die letzten Jahrzehnte der Donaumonarchie entscheidend mitprägte. Sonderausstellungen 107 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte Wien zu den größten und am schnellsten wachsenden Städten Europas, war aber alles andere als eine moderne Metropole: Die Stadtbefestigung und das Glacis hemmten nach wie vor jede Entwicklung. Zu Weihnachten 1857 befahl Kaiser Franz Joseph den Abbruch der Stadtmauern und den Bau der Ringstraße. Im Jahr darauf wurde der erste internationale städtebauliche Wettbewerb der Moderne veranstaltet, dessen Ergebnisse in den„Grundplan“ der Ringstraßenzone mündeten. Aus dem Erlös der Bauparzellen wurden zahlreiche öffentliche Bauten finanziert. Wien verwandelte sich für mehrere Jahrzehnte in eine riesige Baustelle – und in ein Versuchslabor für neue Architektur. Die„Via Triumphalis“ der Donaumonarchie wurde durch die Fülle exemplarischer Bauten in den damals bevorzugten historischen Stilen zur„Hauptstraße des 19. Jahrhunderts“. In den Pionierjahren des Prachtboulevards wurden die Weichen für die Entwicklung Wiens zur modernen Großstadt gestellt. Die Ausstellung spürte den Ursprüngen dieser monumentalen Stadt-Idee nach, präsentierte die zentralen Akteure der Stadterweiterung, zeigte Fotografen bei der Dokumentation der Stadtbefestigung und die Demolierung der Basteien, blickte auf und hinter die Fassaden der ersten Ringstraßenpaläste und begab sich auf wichtige Großbaustellen. Sie skizzierte aber auch die positive Neubewertung der Ringstraße seit den 60er-Jahren und stellte die Frage nach dem Stellenwert dieses einzigartigen Straßenzugs für das Wien der Gegenwart. Auf den ersten Blick. Junge Illustration aus Wien 30. September 2015 bis 31. Januar 2016 Kurator: Peter Stuiber Gestaltung: Studio VIE Im Rahmen der Vienna Design Week Illustration ist allgegenwärtig. Ob in Zeitschrift, Werbung oder im Verpackungsdesign, ob politische Reportage, Mode oder Kochrezept: Illustration sticht heraus aus der Bilderflut, macht aufmerksam. Warum erlebt sie gerade jetzt einen Boom? Vielleicht weil sie analoge Qualitäten hat. Die meisten Illustratoren zeichnen mit Stift, Pinsel, Kreide, sie übermalen, collagieren, basteln Objekte, die sie dann fotografieren, filmen und animieren. All das schafft eine faszinierende sinnliche Qualität. Als angewandte Kunst muss Illustration auf den ersten Blick funktionieren, doch ein genaueres Hinschauen lohnt sich. Die kompakte Ausstellung präsentierte einige VertreterInnen der jungen Generation von IllustratorInnen, die in Wien arbeiten. Typisch ist das breite Spektrum: Die Arbeiten reichen von markanten Kinderbuchillustrationen bis zur ironischen Collage, vom schrillen GigPoster bis zum Edel-Werbefilm. Die Grenzen zu freier Kunst, Comic oder Graffiti sind fließend. Asyl-Raum 1. Oktober bis 20. Dezember 2015, Vorplatz vor dem Wien Museum Karlsplatz Konzeption, Texte: Matti Bunzl, Werner Michael Schwarz, Susanne Winkler Grafik: Olaf Osten Asyl-Raum war eine installative Intervention direkt vor dem Wien Museum am Karlsplatz. Schlaglichtartig wurde die Geschichte Wiens als Asylstadt seit 1945 thematisiert. Momente großer Solidarität, gelassener Organisation sowie scharfe Konflikte um die immer wiederkehrende Forderung nach restriktiver Asylpolitik wurden deutlich. Als Installation war der Asyl-Raum ein Angebot an die Zivilgesellschaft, 24 Stunden frei betretbar und ein möglicher Ort kollektiver Reflexion. Für Unterrichtszwecke ist die Präsentation als Download weiterhin verfügbar. 108 Sonderausstellungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Andreas Groll. Wiens erster moderner Fotograf 21. Oktober 2015 bis 10. Januar 2016 Kuratorin: Monika Faber(Photoinstitut Bonartes) Co-Kuratorin: Frauke Kreutler(Wien Museum) Ausstellungsarchitektur und-grafik: Walter Kirpiscenko Werbemittel: Larissa Cerny Der Fotograf als Dienstleister, der in die Welt hinausgeht, um sie einzufangen. Der Berufsstand entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhundert, einige Jahrzehnte nach der Erfindung der fotografischen Methode. In Wien war Andreas Groll sein erster nachhaltiger Vertreter. Aus der rasch wachsenden Gruppe von Männern, die ihren Lebensunterhalt mit Hilfe der Kamera bestritten, war er der erste, dem ein großes gesichertes Œuvre zugeschrieben werden kann. Vor allem seine Architektur- und Stadtaufnahmen zählen in der Sammlung des Wien Museums zu den Highlights der frühen Fotografie. Erstmals konnte sein Werk nun in einer großen Ausstellung vorgestellt werden, die in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes entwickelt wurde. Andreas Groll war ab 1853 Berufsfotograf. Im Gegensatz zu den damals schon etablierten Porträtisten oder Atelierfotografen, die ihre AuftraggeberInnen mit den üblichen Versatzstücken in den üblichen Kulissen ablichteten, hatte er, soviel wir wissen, kein eigentliches Atelier. Als er sich nach neun Jahren als Labordiener im Polytechnischen Institut„mit aller Kraft auf die Photographie verlegt“, entstanden nur mehr Bilder„vor Ort“, nicht nur an verschiedenen Plätzen Wiens, sondern auch auf weiten Reisen zwischen Prag und Krakau, zwischen Regensburg und dem Banat, entlang der Strecke der neugebauten Westbahn oder auf Schloss Rosenberg in Südböhmen. Über 1 000 Bilder von Andreas Groll sind identifizierbar, in der Ausstellung war eine Auswahl von rund 180 Aufnahmen zu sehen. Wien Museum Neu. Die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs 26. November 2015 bis 7. Februar 2016 Ausstellungsarchitektur und-grafik: mostlikely Die Präsentation zeigte alle 274 Einreichungen des Architekturwettbewerbs zur Sanierung und baulichen Erweiterung des Wien Museums mit Plänen, Visualisierungen und Modellen. Die Jury kürte am 19. November 2015 das Siegerprojekt, das von Winkler+ Ruck Architekten (Klagenfurt) mit Ferdinand Certov(Graz) stammt. Zweitplatzierte des Wettbewerbs wurden Kim Nalleweg Architekten(Berlin), Dritteplatzierte Ilg Santer Architekten(Zürich). Anerkennungspreise wurden Juri Troy Architects(Wien), Fiechter& Salzmann Architekten(Zürich) und Querkraft Architekten(Wien) zuerkannt. Insgesamt gab es 274 Einreichungen aus 26 Ländern (117 aus Österreich), 14 schafften es in die zweite Runde. Veranstaltungen und Vermittlung Die VermittlerInnen des Hauses haben in diesem Jahr Führungen mit insgesamt 2 042 Gruppen durch Ausstellungen aller Standorte des Wien Museum durchgeführt. Davon waren mehr als die Hälfte der Gruppen SchülerInnen, unter denen die Ausstellungen„Ich bin Ich. Mira Lobe und Susi Weigel“,„Der Ring. Pionierjahre einer Prachtstraße“ und das Römermuseum besonders beliebte Ziele waren. Unter dem Titel„urbanouts“ wurden gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher ein Programm entwickelt, das besonders junge BesucherInnen zwischen 18 und 24 Jahren angesprochen hat. Sechs Prozent der MuseumsbesucherInnen(nicht eingerechnet Veranstaltungen im Mozarthaus Vienna) kommen zu Veranstaltungen des Wien Museums: darunter fallen Besuche von Eröffnungen, Begleitprogrammen(Lesungen, Konzerte, Workshops, Tagungen, Vorträge etc.), Sonderausstellungen• Veranstaltungen und Vermittlung 109 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Stadtexpeditionen, oder Buch- und CD-Präsentationen. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 232 Events angeboten. Ein besonderes Highlight war der Lesemarathon„25 x Mira Lobe“ mit 25 Persönlichkeiten aus Kultur, Publizistik und Politik. Zahlreiche Buchpräsentationen und Vorträge, einige davon in neuer Zusammenarbeit mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen, haben das Atrium des Wien Museums an seine Kapazitätsgrenzen gebracht, z. B. Reinhard Seiß über Harry Glück, Cecily Corti, Timothy Snyder, Zygmunt Baumann und Ilja Trojanow. Die Kooperationen mit der Erste Stiftung, dem Romano Centro und der Arbeiterkammer ermöglichten ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung„Romane Thana“, in dem einerseits nationale und internationale Roma-Projekte vorgestellt wurden, andererseits Fragen wie Fremdmachung, Entrechtung, Migration und Betteln besprochen wurden. Bereits im dritten Jahr wurde die erfolgreiche Konzertreihe„Junge Talente“ in Kooperation mit dem Joseph Haydn Institut für Kammermusik und der basis.kultur.wien in den Außenstellen Schubert Geburtshaus und Haydnhaus fortgesetzt. Schubert und Beethoven wurden jeweils mit einem Tag der offenen Tür mit Führungen, Vorträgen und Konzerten gefeiert. Im Oktober wurde das gesamte Museum am Karlsplatz zum Ort für den Österreichischen Museumstag. Im Rahmen der zweitägigen Konferenz mit über 30 Vortragenden in vier Räumen fand ein intensiver Erfahrungsaustausch zum Thema„Jugend und Museum“ statt, der gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Wien konzipiert war. Verein der Freunde des Wien Museums Mit Jahresende 2015 zählte der Verein der Freunde des Wien Museums knapp 1 500 Freunde, davon 280 FördererInnen und vier GönnerInnen. Die Vereinsreise ging in diesem Jahr nach Amsterdam. 2015 konnte der Verein Zeichnungen aus dem Nachlass Rudolf Weiss – einem Schüler Otto Wagners – für die Sammlung des Museums ankaufen, die im Jahr 2016 im Rahmen einer kleinen Sonderausstellung im Haupthaus am Karlsplatz gezeigt werden. Restaurierungsprojekt – Konservierung der Bronzeskulpturen vor dem Wien Museum Von Mai bis Oktober wurden die vor dem Museum am Karlsplatz aufgestellten Bronzeskulpturen einer Restaurierung/ Konservierung unterzogen. Korrosiver Abbau, die Bildung von Verkrustungen durch die Stadtatmosphäre, sowie Vandalenakte setzten den Kunstwerken bereits stark zu. Die gesetzten Maßnahmen schützen die Kunstwerke nun in ihrer ausgesetzten Aufstellung und lassen die Objekte wieder zur Geltung kommen. Sammeltätigkeit und Restitutionen Im Berichtsjahr wurden Objekte im Wert von ca. 160 000 Euro angekauft. Der finanziell wertvollste Ankauf des Jahres war ein Paar Terrakotta Hermen des ehemaligen Heinrichshofs (1861–1863), das in der Ausstellung„Der Ring“ dem Publikum auch unmittelbar präsentiert werden konnte. Weitere bedeutende Ankäufe des Jahres sind Werke im Bereich der zeitgenössischen Kunst von Jun Yang und Sonia Leimer, die im Rahmen der Galerienförderung des Bundeskanzleramts/ Sektion Kunst erworben wurden. Aus dem Nachlass des Fotografen Robert Haas(1898 Wien – 1997 New York) konnte mit Unterstützung des Vereins der Freunde des Wien Museums ein bedeutendes Konvolut Fotografien erworben werden, das jetzt inventarisiert wird und in einer Ausstellung Ende 2016 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Robert Haas gehört zu den wichtigsten VertreterInnen des Fotojournalismus im Österreich der Zwischenkriegszeit. 110 Veranstaltungen und Vermittlung � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Im Rahmen der aktiven Restitutionsbemühungen hat die Wiener Restitutionskommission in drei der 2015 vorgelegten Fälle den Beschluss gefasst, die bereits als restitutionsfähig eingestuften Objekte an die nun feststehenden RechtsnachfolgerInnen auszufolgen(Laura Broch, Adele Graf, Wilhelm Kux). In einem Fall hat die Kommission die Restitutionsfähigkeit des Objektes festgestellt(Otto und Julie Klein). Ein Fall wurde vertagt(Moriz Grünebaum). Bisher konnten 50 Restitutionsfälle nach Ausfolgung der Objekte an die RechtsnachfolgerInnen abgeschlossen werden. Im Berichtszeitraum war dies der Fall Laura Broch. In neun Fällen wurde die Restitution durch Verständigung der ErbInnen in die Wege geleitet, die Objekte wurden aber noch nicht abgeholt. In drei Fällen wurde die Restitution von der Wiener Restitutionskommission empfohlen, die ErbInnenfrage ist aber derzeit noch offen. Eine bedeutende Schenkung erhielt das Museum von der Familie von Paul Kirnig. Sie übergab dem Museum das Bild„Koksausstoß“, Öl auf Leinwand, 112 x 81 cm, das der österreichische Maler zwischen 1935 und 1944 angefertigt hat. Digitalisierung Neben vielen einzelnen Digitalisierungsprojekten beispielsweise im Rahmen von Ausstellungen, konnte ein großes Vorhaben fortgeführt werden, mit dem bereits 2014 begonnen wurde: die digitale Aufarbeitung der topographischen Fotosammlung für den 1. Bezirk. Aus diesem wichtigen Bestandteil der Sammlung wurden 2015 weitere 6 000 Bilder digitalisiert. Museumsshop Aus den Umsätzen des Museumsshops sind besonders die sehr guten Verkaufszahlen der Kataloge„Mira Lobe“,„Romane Thana“,„Mythos Galizien“ und„Der Ring“ hervorzuheben. Die internationale Resonanz auf die Ausstellung„Mythos Galizien“ machte sich beim Onlineverkauf deutlich bemerkbar. Insgesamt hat sich der Katalog„Mythos Galizien“ 1 730 Mal verkauft. Im Rahmen der Ausstellung„Auf den ersten Blick. Junge Illustration aus Wien“ konnten attraktive Eigenproduktionen hergestellt werden. So wurde in Kooperation mit dem Metroverlag das Buch„Datillum“ der Gestalterinnen Kathrin Heimel und Judith Kroisleitner veröffentlicht, Katharina Ralser illustrierte ein Wien-Geschenkpapier und die für den Film der CrowdfundingAktion verantwortliche Illustratorin Stefanie Hilgarth entwarf eine Baumwolltasche und ein Poster für die Virgilkapelle. Die Neueröffnung der Virgilkapelle und die Gestaltung des neuen Shops durch BWM Architekten ist für das Haus eine Bereicherung und ermöglicht eine Fokussierung im Sortiment auf das spannende Thema Wien im Mittelalter. Ausstellungen mit Leihgaben des Wien Museums •Wien 1365. Eine Universität entsteht, Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien •Die Wiener Ringstraße: ein jüdischer Boulevard?, Jüdisches Museum Wien •The Ottoman Orient in Renaissance Art, Palais des Beaux-Arts, Bruxelles •Der Wiener Kongress 1814/15, Belvedere, Wien •Haydn und die Freimaurer. Musik, Symbole, Ritual, Haydn-Haus Eisenstadt •Der Aquarellist Rudolf von Alt. Zur Bedeutung und Provenienz der Werke in der Staatlichen Graphischen Sammlung München, Pinakothek der Moderne, München •Klimt und die Ringstraße, Belvedere, Wien •Wiesenthal in Wien, Jüdisches Museum Wien •Aura. Art and Telepathy from Rodin to the Present, Centre Pompidou Metz •Jugendstil. Die große Utopie, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg •Diana Kurz. Wien – New York – Wien, Palais Porcia, Wien Veranstaltungen und Vermittlung 111 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM •Wally. Modell – Muse – Krankenschwester. Ein Frauenleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Leopold Museum, Wien •Kaiserin Elisabeth, Paleis Het Loo Apeldoorn •Zauberflöte, Mozarthaus Vienna •Schlaflos. Betten in der Geschichte und zeitgenössischen Kunst, Belvedere/ 21er Haus, Wien •Die barfüßigen Propheten und ihr ästhetisches Vermächtnis: 1872–1972, Schirn Kunsthalle, Frankfurt •Fotografie und Rahmung, Stiftung Bonartes, Wien •Josef Frank: Against Design, Museum für angewandte Kunst, Wien •Ich bin ich. Mira Lobe und Susi Weigel, Vorarlberg Museum, Bregenz •Friedrich Loos(1797–1890), Belvedere, Wien •Bildstrategien der Jahre zwischen den Kriegen. Kunst in Österreich 1918–1938, Vorarlberg Museum, Bregenz •Echt tierisch! Die Menagerie des Fürsten, Schloss Ambras •Das Letzte im Leben. Eine Ausstellung zu Sterben und Trauer(1765–2015), Hofburg Innsbruck •Der feine Schimmer: Zu Pfau und Perlmutt im Jugendstil, Kunsthalle Mannheim •Rabenmütter. Zwischen Kraft und Krise. Mütter von 1900 bis heute, LENTOS Kunstmuseum, Linz •Klimt/ Schiele/ Kokoschka und die Frauen, Belvedere, Wien •Mehr als ZERO. Hans Bischoffshausen, Belvedere, Wien •Die Universität. Eine Kampfzone, Jüdisches Museum Wien •In Mode. Kleider und Bilder aus Renaissance und Frühbarock, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg •100. Todestag Ludwig Salvator, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien •Vom Werden der Wiener Ringstraße, Wienbibliothek im Rathaus, Wien •Endstation Sehnsucht. Eine Reise durch Yerushalayim-Jerusalem-Al Quds, Jüdisches Museum Hohenems •Max Fabiani. Architekt der Monarchie, Architekturzentrum Wien 112 Veranstaltungen und Vermittlung � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Statistik BesucherInnen vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2015 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz Dauerausstellung und Sonderausstellungen 166 075(+0,01%) 1 Römermuseum 1010 Wien, Hoher Markt 3 25 800(–7,1%) Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 18 502(–2,4%) Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten Dauerausstellung und Sonderausstellung 2 12 285(–7,5%) Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus 3 , 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydnhaus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Straße 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 207 330(+11,3%) Weitere Standorte Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto Wagner Hofpavillon Hietzing, 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße Otto Wagner Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof Virgilkapelle 4 , 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station) Zwischensumme sonstige Standorte 22 826 Gesamtsumme 452 818 (+11,9%) (+4,6%) Die BesucherInnenzahlen verstehen sich inklusive BesucherInnen von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern. 1 Prozentangaben im Vergleich zu 2015 2 Im Jahr 2015 wurde in der Hermesvilla keine Sonderausstellung gezeigt 3 Öffnung nur gegen vorherige Anmeldung 4 Bis Dezember 2015 wegen Renovierung geschlossen Statistik 113 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Stadtarchäologie Wien Ausgrabungen Im Jahr 2015 führte die Stadtarchäologie Wien neun Ausgrabungen durch, die durch geplante Baumaßnahmen notwendig geworden waren. Im 1. Bezirk wurden auf der Dominikanerbastei 2–6 im Bereich von Künetten die Reste der mittelalterlichen und renaissancezeitlichen Stadtbefestigung untersucht. Am Rabensteig 3 wurden weitere Teile des römischen Legionslagers und mittelalterlich-frühneuzeitliche Siedlungsreste gefunden. Im 3. Bezirk wurde die Ausgrabung in der Rasumofskygasse 29–31 fortgeführt und weitere Reste der urgeschichtlichen und keltischen Siedlung, der spätmittelalterlichen Vorstadt mit ihrem Umfassungsgraben, der Gartenanlage des Palais Mesmer(18. Jahrhundert) und der Fundamente von Häusern aus dem 19. Jahrhundert ausgegraben. Im 3. Bezirk wurden auf dem Rennweg(Nr. 73 und 88–90) Spuren der römischen Zivilsiedlung untersucht. Im 4. Bezirk wurden in der Gußhausstraße 25–27 die Reste des namengebenden Gusshauses für Waffen und Bronzestatuen von 1751 bis ins 20. Jahrhundert ausgegraben. Die Begleitung der Arbeiten für die„U1-Süd“ erbrachte bei der Therme Oberlaa(10. Bezirk) neuzeitliche Befunde. Ebenfalls im 10. Bezirk wurden in der Grundäckerstraße 14–20 urgeschichtliche Befunde freigelegt. Die Grabungen auf den großen Freiflächen in der Seestadt Aspern(22. Bezirk) wurden fortgeführt und erbrachten wieder jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Siedlungsreste sowie Bestattungen von der Schlacht bei Aspern im Jahr 1809. Des Weiteren fanden viele Baustellenbeobachtungen statt. Keltische Siedlung und mittelalterliche Vorstadt im 3. Bezirk Die von Mai 2014 bis März 2015 durchgeführte Grabung in der Rasumofskygasse 29–31 lieferte für zumindest drei Epochen der Wiener Stadtgeschichte bahnbrechende Erkenntnisse. So konnte erstens mit einem frühneolithischen Langhaus und einigen Gruben die bislang älteste Siedlung(ca. 5000 v. Chr.) auf Wiener Boden dokumentiert werden. Mit römischem Fundmaterial in dem großen spätlatènezeitlichen Siedlungsareal gelang zweitens der früheste Nachweis römischer Präsenz mehr als ein Jahrhundert vor der Errichtung des Legionslagers Vindobona am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Es konnten die Reste von Grubenhäusern, verschiedene Gruben(einige wohl für die Vorratshaltung), Brunnen und eine Latrine freigelegt werden, die mehreren Gewerbebetrieben zugeordnet werden können: Herstellung von keltischen Kleinsilbermünzen und Schmuckperlen aus Bernstein, Keramikproduktion, Verarbeitung von Metall(Bronzeguss) sowie Geweih und Horn. In dieser im zweiten und dritten Viertel des 1. Jahrhunderts v. Chr. bestehenden Siedlung lebten keltische Boier und römische Händler, wie die große Vielfalt an römischer Keramik und einige beinerne Stili (Schreibgriffel) belegen. Drittens konnte durch die Entdeckung eines mächtigen und eindrucksvollen Grabens erstmals der archäologische Nachweis einer mittelalterlichen Wiener Vorstadtbefestigung erbracht werden. Dieser 20 Meter breite und ca. drei Meter tiefe Graben war 1446/47 um die Vorstadt St. Niklas und das bereits vor 1228 gegründete Kloster St. Maria angelegt worden. Der aufgefundene sogenannte„Erdstall“ mit fünf miteinander verbundenen kammerartigen Gruben diente vor Anlage des Grabens vermutlich als Versteck für Vorräte und vielleicht auch Menschen. Im 17. Jahrhundert wurde der Graben zugeschüttet und nach 1683 ein barockes Palais mit vielfach ausgestalteter Parkanlage errichtet(das spätere Palais Mesmer), das bis 1919/20 bestand. Die freigelegten Mauerreste zeigen, dass es im 19. Jahrhundert für diverse Handwerksund Industriebetriebe, etwa eine galvanische Metallpapierfabrik, adaptiert und dafür mehrere Nebengebäude errichtet wurden. 114 Stadtarchäologie Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Die Grabung erweckte sehr großes Interesse bei Medien und Bevölkerung. Daher veranstaltete die Volkshochschule Landstraße zwei Vorträge, die die Leitung der Stadtarchäologie Wien hielt, und brachte danach in ihrer Publikationsreihe„Landstraßer Protokolle“ Informationen und Fotos zu dieser Grabung. Publikationen Im Anschluss an die Ausgrabungen werden die erfassten Bodendenkmale und Funde wissenschaftlich aufgearbeitet. Daneben werden von der Stadtarchäologie Wien weitere 30 wissenschaftliche Projekte zu einzelnen historischen Epochen oder Fundgattungen meist über mehrere Jahre durchgeführt. Den Abschluss der Arbeiten bilden Publikationen der Ergebnisse und oft auch Ausstellungen. Der Jahresbericht Fundort Wien erscheint immer im Herbst und präsentiert archäologische und historische Beiträge, die sich aus den Projekten der Stadtarchäologie Wien ergeben. Darin ist bereits ein erster ausführlicher Bericht über die Grabung in der Rasumofskygasse 29–31 enthalten. Zwei Artikel behandeln umfassend die römischen Legionsziegeleien im 17. Bezirk. Den Schwerpunkt des Heftes bildet der ehemalige katholische Matzleinsdorfer Friedhof in der Landgutgasse 38(10. Bezirk). In vier Artikeln werden die Ergebnisse der Grabung und der Untersuchung der Skelette sowie die Funde vorgestellt. Weitere Beiträge widmen sich den Funden aus dem neuzeitlichen Soldatenfriedhof in der Marchettigasse 3(6. Bezirk) und der Grabung in Schloss Liesing(23. Bezirk). Vorberichte aller Grabungen des Vorjahres runden den Band ab. Weitere elf Artikel sind in anderen Fachpublikationen erschienen. Die Vorträge der Konferenz des Jahres 2014 sind unter dem Titel„CHNT 19, 2014 – Proceedings of the 19 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies“ als EBook erschienen. Darin stammt ein Artikel von einer Mitarbeiterin der Stadtarchäologie Wien. Ausstellungen •Der Tod ist erst der Anfang. Wiens vergessene Friedhöfe – Teil 1 Bäckenhäusel Gottesacker, Spanischer Friedhof und Neuer Schottenfriedhof Seit 13. Juni 2014, Fachbereichsbibliothek Bildungswissenschaft, Sprachwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaft(Universität Wien) •Brennen für Vindobona. Die römischen Legionsziegeleien in Hernals 8. Mai 2014 bis 12. April 2015, Römermuseum •Der Wiener Linienwall. Vom Schutzbau zur Steuergrenze 1. Oktober 2014 bis 19. April 2015, Bezirksmuseum Simmering •Zur Erden bestattet in Hernals. Wiens vergessene Friedhöfe – Teil 2 5. Dezember 2014 bis 18. September 2015, Volkshochschule Meidling •Licht für Vindobona 30. April 2015 bis 3. April 2016, Römermuseum •Gemischte Partie. Wiens vergessene Friedhöfe – Teil 3 2. Oktober 2015 bis 1. Februar 2016, Volkshochschule Meidling Die Ausstellung behandelte einerseits den Friedhof des Militärspitals in der Gumpendorfer Straße(6. Bezirk, Marchettigasse 3), auf dem von 1769 bis 1784 überwiegend Soldaten begraben wurden. Andererseits wurden die auf dem kommunalen, katholischen Matzleinsdorfer Friedhof(10. Bezirk, Landgutgasse 38) geborgenen Schachtgräber aus dem 19. Jahrhundert vorgestellt. Die Funde der beiden Friedhöfe spiegeln sowohl Veränderungen in der „Volksfrömmigkeit” als auch technische Fortschritte in der materiellen Kultur wider. Stadtarchäologie Wien 115 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM •Das Gusshaus auf der Wieden 27. November 2015 bis 29. Februar 2016, Bezirksmuseum Wieden Diese Ausstellung präsentierte anhand von Plänen und Funden die Geschichte des Areals, die Baugeschichte des Hauses und die für die Gießverfahren verwendeten Öfen. Das ab 1763 in der heutigen Gußhausstraße 25–27(4. Bezirk) erbaute kaiserliche Gusshaus diente ursprünglich der Produktion von Kanonen. Ab 1853 entstanden dort die wichtigsten Denkmäler der Ringstraßenzeit. Tagungen Von 2. bis 4. November 2015 wurde die„20 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies(CHNT)“ mit dem Schwerpunktthema„Urban Archaeology and Public Relations“ veranstaltet. Im Rathaus wurden für 248 TeilnehmerInnen aus 31 Nationen 80 Vorträge in zwei Sektionen gehalten sowie 29 Beiträge auf Postern präsentiert. Weiters umfasste die Veranstaltung vier Advanced Training Workshops, einen Round Table, den 4. Video-Award und zwei Führungen. Neun Aussteller bildeten einen informativen Rahmen. Diese internationale Konferenz fand in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen statt. Beim Bürgermeisterempfang im Festsaal wurde das 20. Jubiläum der Konferenz von 320 Gästen gefeiert. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie Wien wurden außerdem 19 Fachtagungen im In- und Ausland besucht sowie insgesamt 52 Vorträge und Führungen gehalten. Vermittlung Im Rahmen der„Initiative Seniorarchäologie“ können interessierte Erwachsene ehrenamtlich bei der Aufarbeitung und in der Restaurier-Werkstatt mitarbeiten, an den regelmäßig angebotenen Vorträgen teilnehmen und zwei Mal im Jahr eine Zeitschrift zugesendet bekommen. Die„Initiative Juniorarchäologie“ bietet Schulklassen die Möglichkeit, zwei„tragbare Museen“ mit Originalfunden aus der Römerzeit und dem Mittelalter für den Unterricht auszuleihen. Weiters kann Archäologie bei Führungen und speziellen Projekten direkt erlebt werden. Um einem breiten Publikum Geschichte zu vermitteln, nahm die Stadtarchäologie Wien im September am„Tag der offenen Tür“ im Rathaus und wieder an dem vom Bundesdenkmalamt jährlich veranstalteten„Tag des Denkmals“ teil. Bei dem Stand auf dem Michaelerplatz wurde mit Unterstützung von zwei Reenactment-Gruppen entsprechend dem Motto„Feuer und Flamme“ besonders auf die Nutzung des Feuers im römischen Legionslager Vindobona und die hinterlassenen Spuren im Boden eingegangen. Zudem wurden zwei Führungen in der Ausstellung„Licht für Vindobona“ im Römermuseum durchgeführt. 116 Stadtarchäologie Wien � KUNST- UND KULTURBERICHT � Frauenkulturbericht / Ma 7 � KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Im Bereich darstellende Kunst betrug der Anteil an geförderten Theaterinstitutionen, in denen Frauen Leitungspositionen im künstlerischen und/ oder im kaufmännischen Bereich inne hatten 26,80 Prozent. Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen Alle Institutionen 23 569 203 87 955 374 Theater Gesamt, Leitungspositionen Institution Leitung Art der Leitung* Großbühnen Volkstheater GmbH – Volkstheater in den Bezirken Doris Weiner künst Anna Badora kauf/ künst Volkstheater GmbH Anna Badora kauf/ künst SUMME Leitungspositionen Frauen SUMME Gesamt * künst= künstlerische Leitung, kauf= kaufmännische Leitung Großbühnen, Leitungspositionen Betrag 799 000 6 437 630 7 236 630 56 704 374 theater 119 � Frauenkulturbericht / MA 7 Institution Leitung Art der Leitung Betrag Fixe Häuser Drachengasse 2 Theater GmbH Katrin Schurich kauf/ künst Johanna Franz künst Freie Bühne Wieden Michaela Ehrenstein � künst Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. Julia Schafranek kauf/ künst Kabinetttheater – Verein zur Förde- Julia Reichertrung zeitgenössischer Theaterformen Widauer kauf/ künst Komödie am Kai Sissy KollerBoran künst Koproduktionshaus Wien GmbH(brut) Kira Kirsch kauf/ künst Lalish Theaterlabor/ Forschungs- Nigar Hasib zentrum für Theater und PerformanceKultur künst link*Verein für weiblichen Spielraum Barbara Klein (Kosmos Theater) kauf/ künst Schauspielhaus Wien GmbH Rita Kelemen kauf Spielraum Theater und Theaterstudio Nicole Metzger künst Stadttheater Walfischgasse GmbH Anita Javor (Ammersfeld) kauf/ künst Tanzquartier Wien GmbH Ulrike HeiderLintschinger kauf Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Cornelia Auernigg kauf Theater Brett – Compagnie Brettschneider Zdenka KavinBrettschneider kauf/ künst Theater der Jugend Sonja Fretzer kauf Theater Lilarum – Kossatz& Mitges. OEG Traude Kossatz kauf/ künst Tschauner Bühne GmbH Anita Zemlyak kauf/ künst 630 000 70 000 � 590 000 70 000 20 000 1 630 000 � 40 000 600 000 1 545 000 � 120 000 � 300 000 2 950 000 35 000 50 000 3 830 000 � 220 000 80 000 � 120 theater � Frauenkulturbericht / MA 7 Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Christin Steiner kauf Off-Theater und Tanz Aggregat Valudskis – Verein für Theater Julia Schranz Organisation/ künst Angry Agnes Productions Deborah Hazler Organisation/ künst ångstrøm – Verein zur Förderung und Vernetzung freischaffender KünstlerInnen Dora Schneider künst ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens Andrea Böhm Regina Picker Organisation künst Aline Kirstin Mohl künst ART LOVERS(Verein für Performance Lisa und Bühnenkunst) Hinterreithner Organisation/ künst Arbeitsplatz – Verein zur Verfügungstellung von Arbeitsräumen für Tanz und Performance Anna Maria Nowak Organisation/ künst Nanina Kotlowski Doris Uhlich Deborah Hazler boîte de production – Verein für zeitgenössischen Tanz und zeitgenössische Installationen Alix Eynaudi künst Bühnenspiel – Verein für Aktionen in der Darstellenden und Bildenden Kunst Lise Lendais Organisation/ künst Dans.Kias – Verein für physische Kom- Saskia Hölbling Organisation/ munikation in der darstellenden Kunst künst Das Wiener Kindertheater Sylvia Rotter Organisation/ künst dascollectiv – Verein zur Förderung interkulturellen Austauschs Marie-Theres Gallnbrunner Organisation Maria Spanring künst 130 000 24 000 20 000 20 000 10 000 9 000 25 000 15 000 12 773 70 000 30 000 50 000 theater � 121 Frauenkulturbericht / MA 7 Datamatrix Datensysteme GmbH Stefanie Panzenböck Organisation DIG UP – Productions, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Elisabeth Bakambamba Tambwe Organisation/ künst DoCha Vienne – Kulturverein für künstlerisches und intergenerationelles Arbeiten mit jungen und sehr jungen Menschen im interkultruellen Austausch mit Ensembles aus dem Donauraum und dem Department Charente/ Frankreich Regina Welk Organisation/ künst dreizehnterjanuar freie Theaterproduktionen Franziska(Fanny) Organisation/ Brunner künst Europäische Theaternacht Carolin Vikoler Organisation Clara Toth Organisation/ künst Rebecca Eder Organisation/ künst Fauxpas Club – Performance, Theater, Tanz Ewa Bankowska Organisation/ künst Freundliche Mitte – kollektive Theaterarbeit Gerhilde Steinbuch Organisation/ künst Goldfuß unlimited – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstprojekten im sozialen Environment Johanna Tatzgern Organisation/ künst Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen Monika Wagner Organisation hy.per.form – Verein zur Schaffung Indira Nunez von Performance aus dem Bereich Tanz und anderer Kunstformen Organisation/ künst Iffland& Söhne, Theaterund Filmverein Anna Maria Krassnigg Organisation/ künst IG Freie Theaterarbeit Sabine Kock Organisation Sabine Mitterecker Organisation 122 theater � 7 500 20 000 10 000 22 000 3 300 9 000 20 000 10 000 80 000 6 000 120 000 51 000 Frauenkulturbericht / MA 7 IMEKA Verein zur Förderung der Künste im musischen und darstellenden Bereich Akemi Takeya Organisation/ künst Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst Anita KayaHaselwanter Organisation/ künst insert(Theaterverein) Doris Uhlich Organisation/ künst Jüdisches Insitut für Erwachsenenbildung Hanna Morgenstern künst Junger Salon – Verein für partizipative Isabella Wolf Theaterprojekte Organisation/ künst Klubi – Verein zur Förderung von Kunst Dorothea und Kultur Zeyringer Organisation/ künst Tiina Sööt Organisation Kunst- und Kulturverein Creme de la Kremser Barbara Kremser Organisation/ künst Kunst- und Kulturverein RAW MATTERS Deborah Hazler Organisation/ künst Nanina Kotlowski künst Kunstverein Ti22 Judith Keri Organisation/ künst leuchtkraft theater produktionen Julia Kneussel Organisation/ künst LOTTALEBEN – Performance, Film, Kunst Laura Nöbauer Organisation/ künst MAD – Verein zur Förderung von Mixed-Abled Dance& Performance Cornelia Scheuer Organisation/ künst Vera Rebl künst Elisabeth Löffler künst Maggie Palms – Verein für zeitgenössischen Tanz und darstellende Kunst Anna Prokopova Organisation makemake produktionen – Performative Zusammenarbeiten Sara Ostertag Organisation/ künst 20 000 70 000 80 000 40 000 20 000 9 000 18 000 25 000 20 000 15 000 9 000 50 000 12 000 65 000 theater � 123 Frauenkulturbericht / MA 7 MEA Verein für Kunst und Kultur � Eva Puchner Organisation Maria-Elisabeth Organisation Winkelmeier Anna Winkelmeier Organisation Swantje Basedow künst Meow – ephemere Vorhaben. Verein zur Förderung von performativen Kunstformen Barbara(Barbis) Ruder Organisation/ künst mh+ a2 KULTURVEREIN Claudia Kottal Organisation Anna Kramer künst Miss Amen Kultur und Kunstverein Anna Mendelssohn Organisation/ künst nadaproductions – Verein zur Förderung zeitgenössischer Tanz-, Performance und Filmformen Amanda Pina Huepe Organisation/ künst Nestbeschmutzer& Innen – Verein zur Förderung innovativer Theaterarbeit – Schwerpunkt Politsatire – mit Einbeziehung der Genderthematik Susanne Draxler Organisation/ künst Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Nora Scheidl künst No money No arts – Tanzgruppe Nikoletta Viola Organisation/ Korkos künst OH DEAR Productions Teresa Vittucci Organisation/ künst Phonetic Art – Verein für Musik und Performance Karin Pauer künst Plaisiranstalt – Theaterverein Paola Aguilera Organisation/ künst reschen.see – Verein für Theaterprojekte Julia Elisabeth Burger Organisation/ künst SECOND NATURE – Verein zur Förde- Christine Gaigg Organisation/ rung interkultureller Tanzentwicklung künst 10 000 15 000 20 000 16 000 50 000 20 000 350 000 12 000 8 000 6 000 18 000 25 000 80 000 124 theater � Frauenkulturbericht / MA 7 SILK – Verein zur Förderung von Urba- Silke Grabinger Organisation/ nem Zeitgenössischem Tanz und Kunst künst Sirene – Podium für neues Musiktheater Kristine Tornquist künst studio 5 – Verein zur Förderung des Verständnisses zeitgenössischer Kunstformen Andrea Maurer Organisation/ künst TANZART – Verein zur Förderung und Gabriele Wappel Organisation/ Entwicklung des Tanztheaters künst Janina Sollmann Organisation/ künst tanz.coop – verein for arts Gisela Heredia Organisation/ künst The Practical Mystery – Theater und Performanceverein Mara Mattuschka künst Theater des blauen Dachs Michaela Hurdes Organisation Theater des Kindes Renate Kastelik künst theatercombinat theaterverein Claudia Bosse Organisation/ künst theaterfink Susita Fink Organisation/ künst theater super.nova Pamela Schartner Organisation/ künst Gaby Pflügl künst Theater- und Kulturverein daskunst Asli Kislal Organisation/ künst Theaterverein Foxfire Corinne Eckenstein Organisation/ künst Theaterverein Toxic Dreams Kornelia Kilga Organisation Theaterverein Wiener Klassenzimmer- Dana Csapo theater Organisation/ künst TIM. theories in mind. Verein zur För- Ursula Endlicher künst derung von Kunst und Wissenschaft URBAN CUBE – Verein für interdiszip- Franziska Koger Organisation linäres Theater im städtischen Raum 20 000 180 000 16 000 60 000 20 000 24 000 24 000 � 8 000 � 120 000 10 000 20 000 22 000 75 000 190 000 � 120 000 13 000 20 000 theater � 125 Frauenkulturbericht / MA 7 Verein Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not(Brunnenpassage) Verein Kinoki Verein„Österreichischer Kabarettpreis“ Verein Projekttheater Verein Superamas zur Förderung von Kunstprojekten vienna theatre project – englischsprachige Theaterproduktionen Wiener Sängerknaben Konzertsaal BetriebsGmbH Wiener Tanz- und Kunstbewegung Wild Theatre – Figuren-& Objekttheater WUK – performing arts Zeppelin Weltraum Clique Kulturverein SUMME Leitungspositionen Frauen Fixe Häuser, Off-Theater und Tanz SUMME Gesamt Fixe Häuser, Off-Theater und Tanz Anne Wiederhold Organisation Ivana Pilic Organisation Elisabeth Streit Organisation Tina Leisch künst Julia Sobieszek Organisation Eva Brenner Caroline Madl Organisation/ künst künst Joanna Godwin-Seidl Elke Hesse Anne Juren Rebekah Wild Bettina Kogler Ute Fragner Yvonne Zahn Organisation/ künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst künst Organisation � Organisation/ künst 333 000 5 000 10 000 40 000 120 000 10 000 1 000 80 000 � 9 000 130 000 � 15 000 16 332 573 31 251 000 Fixe Häuser, Off-Theater und Tanz, Leitungspositonen � 126 theater � Frauenkulturbericht / MA 7 Kuratorium für Theater, Tanz und Performance 3 Mitglieder, davon 2 Frauen Genia enzelberger, bettina hagen Kuratorium für Theater, Tanz und Performance Exemplarische Frauen- und Gender-Projekte im Bereich Theater Kunst- und Kulturverein Creme de la Kremser MEINES In dieser Performance setzte sich Barbara Kremser, alias Barbara Ungepflegt, mit dem Thema Fruchtbarkeit und Optimierungswahn der Gegenwart auseinander. Durch die Errungenschaften der Reproduktionsmedizin scheint vieles möglich:„MEINES wird bestellt und hergestellt. Von mir. In meinem Zeitfenster. MEINES ist Wunschkind. MEINES ist Leistung. MEINES wird sein. Da sein. MEINES weint nicht. MEINES liebt mich. MEINES ist mir alles wert. MEINES ist nicht deines, ist nicht ihres, ist nicht seines. Mein Erfolg ist MEINES. Aber MEINES geht mit dir in den Prater.“ Theaterverein Ansicht Zwischen Rosarot und Himmelblau In dieser fantasievollen Tanztheaterinszenierung wurden durch die Verschmelzung von auditiven Texteinspielungen junger Menschen und tänzerischer Darstellung überirdische Perspektiven zum Thema Geschlechter-Identität eröffnet. Es ging um Zuschreibungen und um die Entstehung von Rollenklischees. Um diese zu entlarven, ließ die Regisseurin Christina Rauchbauer in einer Forschungsreise Wesen aus einer anderen Dimension auf unser Leben schauen. Und diese geschlechtslosen IFOS fragten sich, was nun Bub und Mädchen ausmacht? Und wieso Menschen eigentlich für alles eine Schublade haben? Ein schrankenloses Denkexperiment. Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Dr. Kawis Erforschung der Liebesstile Die musikalische Formation Dr. Kawi war die erste Zusammenarbeit des Dramaturgen, Theaterwissenschafters, Performers und Queer-Theoretikers Gin Müller, der Performerin und Medienkünstlerin Barbara Kaiser und der experimentellen Elektronikmusikerin und Performerin Tamara Wilhelm. In einer spielerischen Versuchsanordnung nahm Dr. Kawi Fragen zur Liebe unter die Lupe und transzendierte dabei mühelos Genre- und Gendergrenzen. Es wurden Tortendiagramme und Lustspiel-Apps erstellt, Paar- und polyamouröse Beziehungen aufs Korn genommen, Popsongs, Zitate, Geschichten und Videos verwoben und daraus die Essenz verschiedenster Liebesstile zwischen Eros, Ludus, Agape und Co. destilliert. Als Inspiration dienten außergewöhnliche Biographien, etwa die der Gendergrenzen überschreitenden Diva Lady Gaga oder jene der Revolutionärin Rosa Luxemburg, queere Liebesnarrative wie das Comic theater � 127 Frauenkulturbericht / MA 7 Dykes to watch out for, Shakespeares Liebesfiguren, Eros Ramazzotti oder empirische Liebesstil-ForscherInnen sowie AufdeckerInnen der Pärchenlüge. No money No arts-Tanzgruppe Mars Bambis_ms.cosmos and the whale In dieser Performance setzten sich vier Tänzerinnen mit dem Thema der weiblichen Wahrnehmung und Selbstakzeptanz auseinander. Es war ein Versuch, den aufreibenden Kampf um Perfektion aufzugeben, ein Wegweiser zur Selbstakzeptanz und Liebe. Eine Aufforderung, die eigene Unvollkommenheit zu erlauben, um frei zu sein. leuchtkraft theater produktionen Mann Ohr Mann! Ein Geschlecht wird belauscht Dies war ein Stück an der Schnittstelle von Sprache und Musik: die Zwischenbilanz einer Forschungsreise ins exotische Land der männlichen Emotionen. Ein dreistimmiges Männerstück mit Instrumenten, das hinter Panzer von sogenannten Männerbildern zu blicken versuchte. Im Vordergrund des Stückes standen Überlegungen und Beobachtungen über den Zustand des Mannes im 21. Jahrhundert. Männer sollten anders Vater sein und anders lieben als früher, anders soft sein und anders Härte beweisen. Wie es ihnen heutzutage als Mann geht, dazu wurden sie befragt, in Interviews, im Blog, mit Facebook-Wurmfortsatz … Theaterverein Foxfire Blutsschwestern Nach drei Stücken über Jungs und ihre Suche nach sich, nach ihrer Rolle in der Gesellschaft, kehrte das jüngste Stück von Regisseurin Corinne Eckenstein sozusagen zu den Wurzeln der von ihr – gemeinsam mit Lilly Axster – gegründeten Gruppe Theater Foxfire zurück. Mädchen / Frauen und ihre – oftmals versteckte, übersehene, ignorierte usw. – Sicht auf das Geschehen ins Zentrum von Stücken zu stellen, durchzieht die mehr als zwei Jahrzehnte lange Bühnenarbeit der Gruppe. In diesem Stück ging es um fünf starke Mädchen, die sich nicht Mode- und Rollendiktaten unterordnen wollen. Oder doch, um dazu zu gehören? Oder doch nicht? Bei diesen fünf war klar, dass sie sich für Letzteres entschieden. Aber wie viel Kraft, Überwindung das gekostet haben mag und immer wieder kostet, wie sie’s machten, wirkte durchaus ansteckend – auch die Freude mit der sie„I’m not part of the shit!“, das Motto in den Theaterraum sangen, ja schrien, begleitet von der deutschen Punkband„Räuberhöhle& friends“. Wiener Festwochen Leitung, MitarbeiterInnen und KünstlerInnen Leitungsteam Frauen 0 Männer 3 128 theater• Wiener Festwochen � Frauenkulturbericht / MA 7 MitarbeiterInnen Frauen 33 Männer 10 Inszenierung/ Konzept � Frauen 7 � Männer 29 � Musikalische Leitung � Frauen 2 � Männer 4 � Bühnenbild/ Ausstattung � Frauen 7 � Männer 8 � Wiener Festwochen � 129 Frauenkulturbericht / MA 7 Kostüme Frauen 12 � Männer 2 � Choreographie Frauen 0 Männer 1 Dramaturgie Frauen 4 Männer 4 Gesamt Frauen 65 � Männer 70 � 130 Wiener Festwochen � Frauenkulturbericht / MA 7 Exemplarische Frauen- und Gender-Projekte der Wiener Festwochen Kettly Noël Je ne suis plus une femme noire[Ich bin keine Schwarze mehr] Performance in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln 5., 6., 7. und 8. Juni 2015, Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus, Plastikersaal Produktion: Donko Seko, Bamako, Koproduktion: Wiener Festwochen Stellen Sie sich vor, die Erde explodiert: Urknall, Neuanfang, keine Vorurteile, keine Erwartungen, keine kulturellen, sozialen und politischen Schranken. Kettly Noëls Stück ist eine Vision einer Welt, in der die Hautfarbe keine Rolle mehr spielt und der Begriff Identität eine ganz neue Bedeutung hat. Material für das neue Stück der in Mali lebenden Haitianerin ist die konsequente Befragung ihrer eigenen Biographie. Seit 1995 choreographiert Noël eigene Stücke. In Mali, das nach Stationen in Paris und Benin seit 1999 zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden ist, etablierte sie ein Festival, eine Kompanie, eine Produktionsfirma und einen Ausbildungsort für zeitgenössischen Tanz. Ihre Arbeit ist eine ständige Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten von Tanz in Afrika, dessen Traditionen sie untersucht und den sie neu erfindet. Diesen Ansatz teilt sie mit vielen ChoreographInnen des Kontinents, in ihrer Radikalität aber ist sie einzigartig. Nach ihrem erfolgreichen Stück Fanta Kaba, das den Alltag einer malischen Prostituierten zum Thema hat, widmete sich Kettly Noël mit der Uraufführung von Je ne suis plus une femme noire der inspirierenden Kraft von Utopien. Mit diesem Solostück war sie zum ersten Mal zu Gast bei den Wiener Festwochen. Dorothée Munyaneza Samedi détente Performance in englischer Sprache 18., 19., 20. und 21. Juni 2015, Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus, Plastikersaal Tanz und Stimme: Dorothée Munyaneza, Tanz: Nadia Beugré, Musik und Improvisation: Alain Mahé Produktion, Administration und Tour: Emmanuel Magis(Anahi), Assistenz: Géraldine Creamer Externe Beratung: Mathurin Bolze, Licht: Christian Dubet, Bühne: Vincent Gadras, Kostüme: Tifenn Morvan, Stage-Management: Marion Piry Welche Worte findet man für das Unaussprechliche? Dorothée Munyaneza war zwölf Jahre alt, als 1994 Ruanda in Blut versank und sie nach Europa flüchten musste. Jetzt, zwanzig Jahre nach diesem traumatischen Erlebnis, blickt sie den Dämonen der Vergangenheit ins Auge: Samedi détente war eine samstägliche Radiosendung, die uns in glücklicher Zeit fremde, internationale Musik vorspielte. In Ruanda war es DAS Ereignis der Woche. Dazu tanzten und sangen wir, versuchten, uns Liedtexte zu merken – obwohl wir sie nur zur Hälfte verstanden. Am darauffolgenden Montag machten wir daraus eine Performance am Spielplatz und stimmten über die beste ab. Ein echtes Ritual. 2014 erfindet Dorothée Munyaneza ihr ganz eigenes Samedi détente. Sie wagt den Blick zurück in ihre Kindheit, fordert Erinnerungen heraus. Mit elektrisierend körperlicher Präsenz singt und tanzt sie, erzählt vom nackten Überlebenstrieb, aber auch von stillen Momenten des Glücks. Eindringlich, poetisch und kraftvoll ist ihre Stimme, ihre Geschichte spannt einen Bogen von Europa nach Afrika, aus dem Gestern ins Heute. Kongenial wird Dorothée Munyaneza von der ivorischen Tänzerin Nadia Beugré und dem französischen Musiker Alain Mahé begleitet. Die Uraufführung von Samedi détent e fand am 27. November 2014 am Théâtre de Nîmes statt. Wiener Festwochen � 131 Frauenkulturbericht / MA 7 Musik � Folgende Musikinstitutionen, die von Frauen geleitet werden oder in denen ein Frauenschwerpunkt im Programm ist wurden gefördert. Eine Basissubvention wird nur an die drei großen Veranstaltungsinstitutionen Konzerthaus, Musikverein, Musikalische Jugend Österreichs vergeben. Andere werden auch mit ganzjährigen Projektsubventionen gefördert. Rahmenbetrag Musik Aus einem Gesamtbudget von 485 000 Euro wurden 85 Vereine gefördert, darunter 19 Vereine unter weiblicher Leitung mit einer Gesamtsumme von 119 600 Euro. Das sind 25,9 Prozent Institution Leitung Chorforum Wien Margret Popper-Appel Chorverein Chorus sine nomine Daniela Wacha CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung Elena Denisova ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM Mag.a Mia Zabelka Franz Schmidt-Gesellschaft Dr.in Carmen Ottner KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Adriane Muttenthaler Klang.Kunst.Etage – Verein für experimentelle Musik und Kunstprojekte Mag.a Katja Dörfler Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie Agnes Katona Kunst und Kultur – Verein zur Förderung des internationalen Kultur- und Behindertenaustausches Theresa Konrad-Karsten MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein Marianne Mendt Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses Mag.a Angelika Möser musicales) Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik(ÖGZM) Dr.in Ursula Petrik Pandolfis Consort Wien Verein für Alte Musik Mag.a Elzbieta Sajka Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Institut Franz Schubert/ Frauenprojekt Silvia Erdik Betrag 7 000 � 4 000 � 3 000 � 5 000 4 200 � 4 000 5 000 1 000 2 000 10 000 � 8 000 7 000 3 000 900 132 Musik � Frauenkulturbericht / MA 7 Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein zur Förderung der Neuen Musik im Kirchenraum Verein zur Pfege und Verbreitung des musikalischen Schaffens von Joe Zawinul VOICE MANIA – Kulturverein Wiener Vokalensemble WORT-TON-ART Kulturverein SUMME Gesamt Mag.a Dr.in Beate Maria Pomberger Mag.a Angelica Castello Risa Zincke Nuschin Vossoughi Linsbauer-Willer Veronika Dr.in Liselotte Theiner Leitungspositionen 3 500 1 500 2 000 40 000 � 5 000 � 3 500 � 119 600 Komposition Aus einem Gesamtbudget von 25 000 Euro wurden 32 KomponistInnen gefördert, davon mit 9 750 Euro 12 Frauen. Das sind 39 Prozent. Belma Be li ‘ -Gál Martina Cizek Tamara Friebel Mag.a Maria Gstättner-Heckel Alexandra Karastoyanova-Hermentin Susanne Kirchmayer Syivie Lacroix Veronika Mayer Ariane Muttenthaler 500 1 000 � 800 � 350 1 200 � 800 350 � 900 1 000 � Musik � 133 Frauenkulturbericht / MA 7 Mag.a Pia Palme Dana Probst Caitalin Smith SUMME Gesamt Förderung Komposition 1 300 � 350 � 1 200 � 9 750 Vereinsförderung Musik 1 Aus einem Gesamtbudget von 19 921 000 Euro wurden 19 Vereine gefördert, darunter die Wiener Symphoniker mit 14 920 000 Euro. Von Frauen geleitete Vereine, vier an der Zahl, erhielten 457 000 Euro. Das sind 2,3 Prozent. Institution MUSICA JUVENTUTIS Musikalische Jugend Österreichs (jeunesses musicales) Wiener Jeunesse Orchester Verein zur Förderung aktueller Musik SUMME Gesamt Leitung Mag.a Viola Wasmuth Mag.a Angelika Möser Dr.in Renate Böck Prof.in Ingrid Karl Betrag 18 000 � 370 000 47 000 � 22 000 � 457 000 Vereinsförderung Musik 1 134 Musik � Frauenkulturbericht / MA 7 Vereinsförderung Musik 2 Aus einem Gesamtbudget von 3 743 186 Euro wurden fünf von Frauen geleitete Vereine mit einem Budget von 255 000 Euro gefördert. Das sind 6,8 Prozent Institution Erstes Frauenkammerorchester von Österreich mica(Music Information Center Austria) Wien im Rosenstolz Kulturverein Theater am Spittelberg – Kulturverein Wiener Volksliedwerk/„wean hean“ SUMME Gesamt Leitung Katharina Marothy Dr.in Sabine Reiter Nuschin Vossoughi Nuschin Vossoughi Dr.in Susanne Schedtler Betrag 36 000 84 000 � 15 000 � 55 000 � 65 000 � 255 000 Vereinsförderung Musik 2 Jury Musikpreise Preis der Stadt Wien für Musik, Förderungspreise der Stadt Wien für Musik, Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in carmen Ottner, Dr.in renate böck, Mirjam Jessa Jury Musikpreise Musik � 135 Frauenkulturbericht / MA 7 Literatur Jury Im Rahmen der Literaturförderung waren 2015 mehrere Jurys tätig. Darunter wirkte die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den fünf Mitgliedern waren drei Frauen: Mag.a Silke rabus, Dr.in heide lexe, Dr.in Gunda Mairbäurl Jury Kinder- und Jugendbuchpreise Die Jury für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und Publizistik sowie der Elias � Canetti-Stipendien, setzte sich aus fünf Personen zusammen, von denen zwei Frauen waren: � Dr.in ulrike tanzer, Dr.in evelyne Polt-heinzl Jury Literatur, Publizistik, Elias Canetti-Stipendien Der Jury für die Vergabe der Wiener Literatur Stipendien gehörten von vier Mitgliedern drei Frauen an: Petra Ganglbauer, Dr.in alexandra Millner, Dr.in helga Mitterbauer Jury Wiener Literatur Stipendien 136 literatur � Frauenkulturbericht / MA 7 Die zu den Wiener Dramatik Stipendien gehörige Jury besteht aus fünf Personen, vier davon � waren Frauen: kathrin bieligk, Dr.in Doris happl, Mag.a kaindl-hönig, Mag.a ulrike Schweiger � Jury Wiener Dramatik Stipendien � Der Jury zur Aktion„Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen“, die sich aus vier Mitgliedern zusammensetzt, gehörten zwei Frauen an: Dr.in evelyne Polt-heinzl und Mag.a Sandra racko Jury Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Dr.in angela heide agierte im Jahr 2015 als Jurorin. Jury Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende literatur � 137 Frauenkulturbericht / MA 7 Preise und Stipendien Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen, sowie dem Illustrations- und Würdigungspreis wurden helga bansch, Sarah Michaela Orlovsky, christa Schmolger, renate habinger, Verena hochleitner und lillx axster ausgezeichnet. Von der Gesamtsumme dieser Preise, 8 000 Euro, gingen 6 900 Euro an Frauen. Kinder- und Jugendbuchpreise, Illustrations- und Würdigungspreis Von den vier Elias Canetti-StipendiatInnen erhielten im Jahr 2015 mit Gabriele Petricek, karin Peschka und lydia Mischkulnig drei Frauen dieses mit monatlich je 1 500 Euro dotierte Stipendium. Elias Canetti-Stipendien christine huber und ann cotten erhielten das mit jeweils 1 100 Euro monatlich dotierte Wiener Literatur Stipendium. Insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 50 Prozent. Wiener Literatur Stipendien 138 literatur � Frauenkulturbericht / MA 7 Pro Jahr werden drei Dramatik Stipendien vergeben. Mit Valerie Melichar erhielt 2015 eine Frau ein Dramatik Stipendium. Wiener Dramatik Stipendien ruth altenhofer erhielt den diesjährigen ÜbersetzerInnenpreis. ÜbersetzerInnenpreis 2015 wurde der Veza-Canetti-Preis an die Schriftstellerin Sabine Gruber verliehen. Diese Auszeichnung richtet sich an Wiener Autorinnen und versteht sich als Würdigung und Motivation. Der Preis ist mit 8 000 Euro dotiert. Außerdem wurde die Reihe„Autorinnen feiern Autorinnen“ fortgesetzt. Die Festrede hielt Marlen Schachinger, das Honorar betrug 3 500 Euro. Druckkostenzuschüsse Aus einem Budget für Druckostenzuschüsse in der Höhe von 258 000 Euro wurden für Bücher von Frauen 117 650 Euro gewährt. Druckkostenzuschüsse literatur � 139 Frauenkulturbericht / MA 7 Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen Folgende Vereine und Institutionen, in denen Frauen in der Geschäftsführung oder in der stellvertretenden Geschäftsführung vertreten waren, bekamen aus einem Gesamtbudget von 1 867 380 Euro Subventionen in der Höhe von 1 795 650 Euro, das sind 96,1 Prozent. Institution Projekt Art der Leitung Albert Drach Gesellschaft Jahrestätigkeit Präsidentin Dr.in Alexandra Millner Alumniverband der Universität Wien Alumni Bibliothekslesungen Obfrau Ursula 2015 Harmensky Berufsverband Österreichischer SchreibpädagoInnen LeseschieneAutorinnenlesungen Obfrau Petra Ganglbauer Denkraum Donaustadt Die Literarische Hausapotheke X Obfrau Sylvia Schlagintweit Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Facts and Fiction. Literarische Reportagen, Erich Fried Tage 2015 Vize-Präsidentin Dr.in Anne Zauner echo event ges.m.b.h. Eine STADT. Ein BUCH Geschäftsführung Ilse Helmreich echo medienhaus ges.m.b.h. Rund um die Burg Geschäftsführung Ilse Helmreich Erstes Wiener Lesetheater Jahrestätigkeit und Zweites Stegreiftheater Vorstandsmitglied Eva Fillipp Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Jury der Jungen Leser Obmann-Stv.in Prof. in Dr.in Ulrike Tanzer Grazer Autorinnen Autorenversammlung Veranstaltungssubvention Präsidentin Petra Ganglbauer, Geschäftsführerin Ilse Kilic Jahrestätigkeit(Bürokosten) FZA – Verein zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft Wiener Werkstattpreis 2014 Obmann-Stv.in Monika Kaltenecker Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Verleihung des Leo Perutz Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur Geschäftführerin Dr.in Inge Kralupper Betrag 2 200 2 150 1 000 2 000 74 000 12 000 31 000 12 000 2 200 19 000 6 000 1 100 2 500 140 literatur � Frauenkulturbericht / MA 7 hochroth – gemeinnützige Gestellte Wahrnehmung? Literaurvermittlung Lesung, Präsentation und Podiumsgespräch Obfrau Mag.a Johanna Öttl 600 IG Autorinnen Autoren LiteRadio – Leipziger Buch- Präsidentin messe 2014 Renate Welsh 3 000 Writers In Exile – Zufluchtsstadt Wien 20 350 IG Übersetzerinnen Übersetzer Jahresförderung Vorsitzende-Stv.in Dr.in Christa Rothmeier 6 000 ÜbersetzerInnenpreis/stipendien 18 000 Feedbackseminar für Einreicherinnen im Rahmen der Übersetzerförderung der Stadt Wien 1 500 Institut für Jugendliteratur Website Literatur für junge Direktorin Mag.a LeserInnen Karin Haller 2 000 Datenbank: Kinder- und Jugenbuchpreis der Stadt Wien 4 850 Institut für Interaktive Raumprojekte In Gesellschaft zur Gesellschaft V_art contains Präsidentin Gerlinde Moser-Wagner 2 000 Kunstverein Wien Jahrestätigkeit � Generalsekretär-Stv. in Mag.a Joanna Lukaszuk-Ritter 1 238 000 Krimi Literatur.at Verein Krimitage Wien zur Förderung österreichischer Kriminalliteratur Präsidentin Beate Maxian 4 000 Kulturverein Alsergrund – Summerstage Unser 9. Vizepräsidentin Ingrid Smejkal 6 000 Kulturverein WortFarbe-Klang Wien Lesung des Buches: Lieben Obfrau Jadranka Gros ist ein Dauerzeitwort 250 Lesung des Buches: Porajmos 250 Labor Alltagskultur Kritische Literaturtage Obfrau Mag.a Sabine Sölkner 2 000 Literatur- und Contentmarketing GmbH Buch Wien 2015 Geschäftsführerin Dr.in Inge Kralupper 107 000 literatur � 141 Frauenkulturbericht / MA 7 Literaturkreis Schloß Neulengbach – Podium Jahrestätigkeit Vorsitzende-Stv.in Barbara Neuwirth 5 300 Milena Verlag Jahrestätigkeit Obfrau Mag.a Vanessa Wieser 6 000 Österreichische Gesellschaft für Literatur Jahrestätigkeit Vizepräsidentin Mag.a Ursula Ebel 9 000 Österreichischer P.E.N.Club Jahrestätigkeit Generalsekretärin Dr.in Susanne Dobesch 6 500 Österreichischer Schrift- Jahrestätigkeit stellerinnenverband Vorsitzende Mag.a Dr.in Sidonia Gall 6 540 Schule für Dichtung in Wien Jahrestätigkeit Vorsitzende Mag.a Harriet Nachtmann 87 000 Theaterverein Vergiftungszentrale Buchpräsentation: Jura Soy- Obfrau Dr.in Christifer. Ein Lesebuch ne Wipplinger 900 Verein Exil Jahresförderung Obfrau Christa Stippinger 45 000 Exil-Literaturpreis 2015 10 000 Verein Gold – Queer House for Art, Culture& Learning Lesung und Workshop Obfrau Dr.in Helga Schwarzwald 1 500 Verein Neugermanistik Nahaufname – Österreichi- Vize-Obfrau Dr.in sche Autorinnen und Autoren Alexandra Millner im Gespräch: Thomas Stangl 600 Nahaufname – Österreichische Autorinnen und Autoren im Gespräch: Anna Kim 360 Verein Wespennest für Literatur Ästhetik und Kulturpolitk Jahresförderung Vorsitzende-Stv.in Andrea FrederikssonZederbauer 28 000 Welt&Co Kulturverein Politik&Poesie, literarische Werkstattgespräche und Lesungen 2015 Obfrau Ditha Brickwell 2 500 Wortspiele – Verein für Wortspiele 10 interkulturelle Aktivitäten Obfrau-Stv.in Dr.in Martina Schmidt 2 500 Gesamt Frauen 1 794 650 � SUMME Gesamt 1 867 380 142 literatur Frauenkulturbericht / MA 7 Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen � Bildende Kunst Jury Kunstankauf, Galerienjury„Das engagierte Auge“, Jury neu gegründeter MUSA-Preis für junge Kunst 8 Mitglieder, davon 6 Frauen, 1 Mann, 1 Transgender Mag.a Veronika Dirnhofer, Dr.in beate ermacora, Mag.a Joana Pichler, Dr.in nina Schedlmayer, Mag.a lisa Wögenstein, Mag.a karin Zimmer Jury Kunstankauf, Galerienjury, MUSA-Preis für junge Kunst Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst 5 Mitglieder, davon 4 Frauen Dr.in Sylvie aigner, Dr.in almuth Spiegler, Dr.in antonia hörschelmann, Mag.a Mara Mattuschka Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst literatur• bildende kunst � 143 Frauenkulturbericht / MA 7 Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst 4 Preise, davon 3 an Frauen Mag.a lieselott beschorner, linda christanell, Mag.a Susanna krawagna Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst 2 Preise, davon einer an eine Frau Mag.a bernadette anzengruber Förderungspreise für Bildende Kunst Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Architektur 5 Mitglieder, davon 3 Frauen univ.-Prof.in archin elke Delugan-Meissl, arch.in Dipl.-ing.in Franziska leeb, arch.in univ.-Prof.in Maga elsa Prochazka Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Architektur 144 bildende kunst � Frauenkulturbericht / MA 7 Preis der Stadt Wien für Architektur 1 Preis an 1 Frau verliehen Mag.a laura P. Spinadel Preis der Stadt Wien für Architektur Förderungspreis der Stadt Wien für Architektur 1 Preis an 1 Mann vergeben Förderungspreis der Stadt Wien für Architektur Kunstankäufe des Referats für Bildende Kunst Mit einem Ankaufsbudget von 281 788 Euro wurden Kunstwerke von 49 KünstlerInnen angekauft, davon wurden 198 388 Euro für Arbeiten von 31 Künstlerinnen aufgewendet. Kunstankäufe, Ankaufsummen bildende kunst � 145 Frauenkulturbericht / MA 7 Kunstankäufe, KünstlerInnen � Schenkungen von KünstlerInnen Die Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien bekam 16 Schenkungen von 18 KünstlerInnen, darunter 8 Frauen. Schenkungen von KünstlerInnen Kleinprojektförderung 31 von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus dem Gesamtbudget von 114 000 Euro für Kleinprojektförderung subventioniert. Institution Leitung Art der Leitung* Freunde des Loquaiparkes Luise Buismann kauf/ künst pica pica – Verein zur Förderung Johanna Maria Menne kauf/ künst interdisziplinärer Kunst und Kultur .pogmahon.company – Verein zur Denise Parizek Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum kauf/ künst …PENZIN – TREIBSTOFF FÜR KUNST UND KULTUR… Maria Hanl kauf/ künst Bäckerstrasse 4 Gabriele Schober kauf/ künst Betrag 1 000 � 2 000 5 000 1 000 2 000 � * künst= künstlerische Leitung, kauf= kaufmännische Leitung 146 bildende kunst Frauenkulturbericht / MA 7 Black Pages. Verein für Publikation und Kunst(BPV) Ute Müller kauf/ künst BLOCKFREI, Verein für Kultur und Kommunikation Nevena Jankovic kauf/ künst flat1 – Organisation und Durchführung von Kunstprojekten Sula Zimmerberger kauf/ künst Foto K – Verein für Fotografie und Kunst Susanne Jakszus kauf/ künst Goldfuß unlimited – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstprojekten im sozialen Environment Johanna Tatzgern kauf/ künst Hinterland – Verein zur Vernetzung internationaler und nationaler Aktiver und Interessierter in der Kunstwelt Gudrun Wallenböck kauf/ künst Institut für Interaktive Raumprojekte, kurz: IRR Gertrude MoserWagner kauf/ künst Institut Textur – Verein für Kulturarbeit Romana Hagyo kauf/ künst KulturAXE Caroline Fekete-Kaiser kauf/ künst Kunst- und Kulturverein Arbeit in Barbara Daum Auslage kauf/ künst Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN Indra Jäger kauf/ künst Kunstverein see you next Thursday Bettina Klingler kauf/ künst Kunstverein Wiener Artfoundation Susanne Geiger kauf/ künst Loft 8 Kunstraum, artists in residence, Ausstellungen KG Katharina Moser kauf/ künst Neuer Kunstverein Wien Katarzyna UszynskaBencze kauf/ künst NEUN ARABESKEN – Förderverein Claudia-Maria Luenig für frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte kauf/ künst Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Gülsen Bal kauf/ künst 2 000 3 000 4 500 3 000 2 000 1 000 2 000 1 000 1 000 � 1 500 1 000 1 000 � 3 000 � 1 000 2 000 4 000 2 000 bildende kunst � 147 Frauenkulturbericht / MA 7 pinacoteca. Künstlerische Diskurse Susanne Richter in Theorie und Praxis PROJECTORETTES: FREESTYLE VISUALIZERS, Verein für visuelle Projekte Andrea Lumplecker SPEAKERAT – Verein für Kunstprojekte Barbara Garmusch VBKÖ – Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Ruby Jana Sircar Verband österreichischer Galerien Gabriele Senn moderner Kunst Verein zur Ausübung und Förderung des unabhängigen Films, Schule Friedl Kubelka Sophie Lux Verein zur Ausübung und Förderung künstlerischer Fotografie Anja Manfredi VISIBLE AUDIBLE TANGIBLE NETWORK CLOUD – Verein zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kulturkommunikation (VATNC) Iva Stamenova WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Maria Bergstötter SUMME Leitungspositionen Frauen SUMME Gesamt kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst Kleinprojektförderung 2 000 3 000 1 000 2 000 1 500 1 000 2 000 1 000 2 000 61 500 114 000 148 bildende kunst � Frauenkulturbericht / MA 7 Druckkostenbeiträge Mit insgesamt 6 000 Euro wurden sechs Bücher finanziell unterstützt, hiervon drei von Frauen erarbeitete mit je 1 000 Euro. Druckkostenförderung Ausstellungen im MUSA Die achtziger Jahre in der Sammlung des MUSA. Pluralismus an der Schwelle zum Informationszeitalter 28. April bis 24. Oktober 2015 Kuratiert von Dr.in brigitte borchhardt-birbaumer und Dr. berthold ecker Ausstellungsbeteiligung: 75 KünstlerInnen, davon 30 Frauen Ausstellungsbeteiligung Die achtziger Jahre Margot Pilz – Meilensteine. Von der performativen Fotografie zur digitalen Feldforschung 18. November 2015 bis 5. März 2016 Kuratiert von Dr.in Silvie aigner Ausstellungsbeteiligung: 1 Künstlerin Ausstellungsbeteiligung Margot Pilz bildende kunst � 149 Frauenkulturbericht / MA 7 MUSA Gesamt Ausstellungsbeteiligung: 76 KünstlerInnen, davon 31 Frauen Ausstellungsbeteiligung MUSA Gesamt Startgalerie im MUSA Bei insgesamt neun Ausstellungen stellten 10 KünstlerInnen aus, davon 5 Frauen. Ausstellungsbeteiligung Startgalerie MUSA Kunsthalle Wien Geschäftsführung 1 künstlerischer Geschäftsführer, 1 kaufmännische Geschäftsführerin ursula kühnel Geschäftsführung 150 bildende kunst• kunsthalle Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 Aufsichtsrat 8 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in Sonja hammerschmid(Vorsitzende), Maria haigermoser, isabella Drozda Aufsichtsrat Leitende Angestellte 7 Personen, davon 5 Frauen � Vanessa Joan Müller(Leitung Dramaturgie), katharina baumgartner(Leitung Marketing), � isabella Drozda(Leitung Kunstvermittlung), katharina Murschetz(Leitung Presse), christina � Zowack(Leitung BesucherInnenservice) � Leitende Angestellte KünstlerInnenbeteiligung Kunsthalle Wien Gesamt An den Ausstellungen der Kunsthalle Wien nahmen im Berichtsjahr 196 KünstlerInnen teil, davon 99 Frauen. KünstlerInnenbeteiligung Kunsthalle Wien Gesamt kunsthalle Wien � 151 Frauenkulturbericht / MA 7 Preis der Kunsthalle Wien Der Preis der Kunsthalle Wien wurde 2002 in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien installiert und seither zwölf Mal verliehen. 2015 wurde er erstmals an je eine Absolventin der Universität für angewandte Kunst Wien und der Akademie der bildenden Künste Wien vergeben. Preisträgerinnen waren karina Mendreczky und anastasiya Yarovenko. Preis der Kunsthalle Wien KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 2015 wurden durch KÖR-Finanzierung insgesamt 14 Kunstprojekte(13 temporäre, 1 permanentes) sowie die Publikation„Kunstgastgeber Gemeindebau: Robert-Uhlir-Hof, 1020 Wien“ umgesetzt beziehungsweise abgeschlossen und weitere neun Projekte(6 temporäre, 3 permanente) und die Publikation„Kunstgastgeber Gemeindebau: Am Schöpfwerk, 1120 Wien“ für eine Umsetzung initiiert. KÖR abgeschlossene permanente Projekte 1 Projekt: 2 KünstlerInnen, davon eine Frau KÖR abgeschlossene permanente Werke KÖR abgeschlossene temporäre Projekte 13 Projekte: 61 KünstlerInnen, davon 27 Frauen 152 kunsthalle Wien• kÖr kunst im öffentlichen raum Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 KÖR abgeschlossene temporäre Werke � KÖR Projekte Gesamt Es wurden 14 Kunstprojekte und zwei Publikationen von insgesamt 63 KünstlerInnen umgesetzt beziehungsweise initiiert, darunter 28 von Frauen. KÖR Projekte Gesamt KÖR MitarbeiterInnen Gesamt 3 Mitarbeiterinnen Martina taig(Geschäftsführung), barbara horvath(Produktionsleitung), nora höglinger (Projektassistenz und Office) KÖR Geschäftsführung kÖr kunst im öffentlichen raum Wien � 153 Frauenkulturbericht / MA 7 KÖR MitarbeiterInnen Gesamt � Jury 5 Mitglieder, davon 3 Frauen univ.-Prof.in Mag.a eva Maria Stadler(Juryvorsitzende), Mag.a barbara Wolffer, arch.in Dipl.-ing.in Marie-therese harnoncourt Jury Kuratorium 6 Mitglieder, davon 4 Frauen elisabeth Mayerhofer, beatrix rauscher, Susanne reppé, ursula Schwarz Kuratorium 154 kÖr kunst im öffentlichen raum Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 Film Institutionen, Leitungspositionen Im Jahr 2015 standen insgesamt 585 000 Euro für den Bereich Film zur Verfügung. Davon wurden 428 000 Euro an Filminstitutionen vergeben. Elf ausschließlich weiblich geführte Institutionen erhielten 203 000 Euro. Dies entspricht einer Förderung von 47,4 Prozent. An 14 vorrangig männlich geführte Institutionen gingen insgesamt 225 000 Euro. Dies entspricht 52,6 Prozent. Institution Projekt Leitung Culture2Culture Tricky Women Jahresförderung 2015 – Tricky Women Preis der Stadt Wien Mag.a Waltraud Grausgruber dotdotdot – Verein zur Kultivierung der kurzen Form dotdotdot 2015 Lisa Neumann frame[o]ut – Verein zur Förderung neuer Filmformate bzw. den Kurznamen frame[o]ut bzw. frameout frame[o]ut – digital summer screenings Martina Theininger LET‘S CEE Filmfestival LET‘S CEE Filmfestival Dr.in Magdalena Zelasko Liquid films Medienproduktions GmbH Lacrimosa Mag.a Tanja Mairitsch Praher Daniela Filmproduktion e.U. What do you mean Mag.a Daniela and how do you know Praher pro Frau – Plattform für Frauenrechte FrauenFilm Tage 2015 Mag.a Doris Einwallner sixpackfilm Jahresbetrieb als Vermittlungsorganisation für künstlerische Filme Brigitta BurgerUtzer Verein der Freunde der Filmakademie Wien Stipendienprogramm Dr.in Elisabeth für Studierende Freismuth Verein zur Ausübung und Förderung des unabhängigen Films Schuljahr 2015 Mag.a Sophie Lux Vienna Filmcommission Zusatzförderung Vienna Filmcommission Dr.in Marijana Stoisits SUMME Gesamt Betrag 54 000 5 000 10 000 15 000 3 000 5 000 10 000 70 000 6 000 5 000 20 000 203 000 Film 155 Frauenkulturbericht / MA 7 Institutionen, Leitungspositionen � EinzelfilmerInnen 2015 standen 157 000 Euro für EinzelfilmerInnen zur Verfügung, davon wurden 92 900 Euro für 26 Filmemacherinnen vergeben, das entspricht 59,2 Prozent, und 64 100 Euro für 16 Filmemacher, das sind 40,8 Prozent der Fördersumme. Filmerin Josephine Ahnelt Jasmin Al-Kattib Sybille Bauer Jasmin Baumgartner Iris Blauensteiner Zuzana Brejcha Camilla Feiks Catrin Freundlinger Nora Friedel Andrea Grassl Michaela Grill Amina Handke Alexandra Makarova Sabine Marte Nina Mayrhofer Manuela Molin Verena Mühling Projekt Hallo Venus American Vienna Movie Mein Befinden ist gut, nur zeitlich sehr begrenzt Robins United Players Rast Zamurinen – Eingemauert Mennonitas Schau, dein Papa Mimikri Die Engelmacherin Antarctic Traces Mutter von Mutter Zerschlag mein Herz Dreihaus/ Tag /Nacht Geduldiges Eis Who’s that bird Resurgence Betrag 3 000 � 5 000 � 5 000 4 000 � 5 000 � 4 000 � 4 500 � 5 000 � 4 000 � 4 000 � 4 000 � 3 000 � 4 000 � 4 000 � 5 000 � 2 500 � 2 500 � 156 Film � Frauenkulturbericht / MA 7 Laura Nasmyth Mariela Schöffmann Gertraud Schwarz Jasmin Schwendinger Michaela Schwentner Clara Stern Lisa Truttmann Antoinette Zwirchmayr SUMME Gesamt 08:30 Die Seefrau Kränkung Mammon vormals Ein Tag martha, helmut. A full rotation Nachtlicht Mathias Under the Tarpaulins Im Schatten der Utopie EinzelfilmerInnen 5 000 � 2 000 � 4 000 � 2 000 � 2 000 � 3 000 � 2 500 � 2 500 � 1 400 � 92 900 � Filmbeirat Der Filmbeirat tagt dreimal im Jahr und berät die MA 7 bei den Förderungen zur Filmherstellung. Er bestand im Jahr 2015 aus drei Mitgliedern, davon zwei Frauen: Mag.a astrid heubrandtner-Verschuur, Dr.in Marijana Stoisits Filmbeirat Film � 157 Frauenkulturbericht / MA 7 Exemplarisches Frauen- und Genderprojekt im Bereich Film Filmfestival frame(o)ut http://frameout.at Die Festivalleiterin Martina Theininger kuratierte im Berichtsjahr gemeinsam mit der Plattform „FC Gloria Frauen Vernetzung Film“ im Sommer 2015 für„frame(o)ut“ im Museumsquartier einen Schwerpunkt zu„Frauen&Film“, der sich besonders dem filmischen Schaffen heimischer Regisseurinnen und Künstlerinnen widmete. So eröffnete das Festival zum Beispiel mit„Tough Cookies“ von Ruth Kaaserer, einem eindringlichem Porträt von drei Boxerinnen und ihrem speziellen Kampf, in dieser Männerdomäne zu reüssieren. Filmfonds Wien Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Jedoch verliert die aktuelle Förderpraxis auch die soziale Zusammensetzung der relevanten Berufsfelder nicht aus den Augen, um vor allem auch den Frauennachwuchs nachhaltig zu fördern. Der Filmfonds Wien bemüht sich konsequent um Gleichstellung, indem positive Maßnahmen wie eine leicht überproportionale Bevorzugung der Projekte von Frauen umgesetzt werden. Auch die Förderrichtlinien wurden überarbeitet, um Anreize für einen höheren Anteil weiblicher Filmschaffender in verantwortlichen Positionen zu schaffen. Künstlerisch sorgte in diesem Jahr der Filmnachwuchs für Schlagzeilen. So gelang dem RegieDuo Severin Fiala und Veronika Franz mit ihrem 2014 in Venedig gestarteten Spielfilm-Erstling Ich seh Ich seh auch international der Durchbruch. Der von der Wiener Ulrich Seidl Film produzierte Arthouse-Horror über eine labile Mutter, deren Identität nach einer Schönheitsoperation bezweifelt wird, schlug in den USA besondere Wellen und spielte eine beachtliche Summe ein. Er brachte es auf über 65 Festivaleinsätze. Weitere Erst- und Zweitfilme wurden international ausgezeichnet, so etwa Ma Folie von Andrina Mra nikar(First Steps Award), Thank You For Bombing von Barbara Eder(Goldenes Auge, Filmfestival Zürich) und Gruber geht von Marie Kreutzer(lobende Erwähnung, Filmfestival Zürich). Gesamt gesehen erreichte der Frauenanteil 2015 nur im Bereich der Projektentwicklung eine Steigerung und zwar auf 28 Prozent, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von zehn Prozent bedeutet. Gleichzeitig fiel der Anteil bei den herstellungsgeförderten Kinofilmen deutlich. Allerdings bestätigen die anhaltenden Erfolge von Regisseurinnen – besonders im künstlerischen Bereich – die Aufwärtskurve und geben wichtige Impulse. Hingewiesen sei einmal mehr auf die paritätische Besetzung der Gremien des Filmfonds Wien, ein Umstand, der mitverantwortlich ist für die ausgewogene Förderpolitik. Organe und Gremien An der Spitze des Filmfonds Wien steht mit Gerlinde Seitner als Geschäftsführerin eine Frau. Auch die Organe und Gremien sind geschlechterparitätisch besetzt: Beim Kuratorium liegt der Frauenanteil bei 50 Prozent, im Team bei 50 Prozent, bei der Hauptjury bei 50 Prozent, bei der Ersatzjury und dem Kinobeirat bei 50 Prozent beziehungsweise 100 Prozent. Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Geschäftsführung. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport für die Dauer von drei Jahren bestellt. 158 Film• Filmfonds Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 Hauptjury 4 Mitglieder, davon 2 Frauen � roshanak behesht nedjad(Produzentin, In Good Comp.), andrea Willson(freie Autorin, � Filmproduzentin) � Hauptjury � Ersatzjury 4 Mitglieder, davon 2 Frauen katharina Dufner(Redakteurin, SWR), Daniela elstner(Geschäftsführerin, Doc& Film International) Ersatzjury Kinobeirat Der Kinobeirat besteht aus drei Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammenkommen, um die Einreichungen für die Förderung kinokultureller Projekte zu beurteilen, davon zwei Frauen: Mag.a christine Dollhofer(Festivalleitung, Crossing Europe), Martina theininger(Festivalleitung, frame[o]ut) Kinobeirat Filmfonds Wien � 159 Frauenkulturbericht / MA 7 Geschäftsführung 1 Geschäftsführerin MMag.a Gerlinde Seitner Geschäftsführung Filmfonds Wien Team Gesamt 6 Mitglieder, davon 3 Frauen � MMag.a Gerlinde Seitner(Geschäftsführung), han-fen chao(Projektabteilung Kino/ TV), � Silvia Gneisz(Büroleitung und Strukturförderungen) � Team Filmfonds Wien Frauenanteile Die genderstatistischen Ergebnisse im Förderbereich für das Jahr 2015 wurden einerseits auf Basis der Anzahl von Filmprojekten erhoben, andererseits erstmals auch auf Basis der vergebenen Mittel(Gender-Budgeting), wobei die zugesagten Förderungen in den Bereichen der Herstellung von Kino- und Fernsehfilmen untersucht wurden. Sollte es in einem Förderbereich für ein Filmprojekt mehrere Zusagen geben, wie etwa im Fall von Mittelerhöhungen, wurden diese auch mehrfach gezählt. Methodisch orientiert sich der Filmfonds Wien an der vom Schwedischen Filminstitut praktizierten Zählart, um eine Vergleichbarkeit mit anderen europäischen Ländern zu gewährleisten. Die Zahlen weisen die Beteiligung von Frauen in den Bereichen Regie, Drehbuch und Produktion aus. Die vergebene Fördersumme wird zu gleichen Teilen auf die drei Bereiche aufgeteilt. Sobald eine Frau in einer der drei Funktionen(mit-)beteiligt war, wird dieses Summendrittel gewertet. 160 Filmfonds Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 Projektentwicklungsförderung Von 19 Projekten, denen die Jury Projektentwicklungsförderungen in Gesamthöhe von 601 530 Euro zusprach, waren für sieben Drehbücher oder Treatments Frauen hauptverantwortlich. Dies entspricht einem Anteil von 29 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs um zehn Prozentpunkte. Projekt Produktion Drehbuch Gattung � Fördersumme Blood Jam – die letzte Gebhardt Party deines Lebens Productions Karin Lomot, Robert Buchschwenter F 36 000 Der Grasel Ulrich Seidl Film � Ulrich Seidl, Veronika Franz, Michael Glawogger, Severin Fiala F 75 000 Durch die Hand des Henkers Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala F 45 000 Mati Nikolaus Geyrhalter Katharina Mückstein Film F 26 600 Meet the Commons. Alles was wir teilen tausend Rosen Thomas Grusch, D Elisabeth Krimbacher 20 000 Wer war Watzlawick? FreibeuterFilm � Christoph Mayr, Andrea KöhlerLudescher D 18 000 XOXO FreibeuterFilm Johanna Lietha, Iliana Estanol F 20 000 SUMME Gesamt � 240 600 Projektentwicklungsförderung Drehbücher von Autorinnen(2007 bis 2015) Filmfonds Wien � 161 Frauenkulturbericht / MA 7 Projektentwicklungsförderung Film � Herstellungsförderung Kinofilm Mit einer Fördersumme von 7 943 738 Euro wurden insgesamt 31 Herstellungsanträge gefördert, das waren 29 Projekte. Bei sieben der geförderten Projekte führte eine Frau Regie, was einen Gesamtanteil von 22 Prozent bedeutet. Der Frauenanteil bei der Regie fiel im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozentpunkte. Projekt Produktion Regie Gattung Land � Fördersumme Beziehungsstatus Single Allegro Film Andrea Eder D A* 12 000 Kaviar � Witcraft Szenario Elena Tikhonova F A 471 000 � Life Guidance � KGP Kranzelbinder Gabriele Production Ruth Mader F A 500 000 Obdachlos Navigator Film � Birgit Bergmann, Steffi Franz, Oliver Werani D A 130 000 Untitled. Fragmente Lotus-Film Monika Willi D A 60 000 � Was hat uns bloß so ruiniert Novotny& Novotny Marie Kreutzer F A 590 000 Zurück ins Vaterland? Greenkat Katharina D A 20 000 Productions Rohrer SUMME Gesamt � 1 771 000 * Referenzmittel 162 Filmfonds Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 Herstellungsförderung Kinofilm � Kinofilme mit Frauenregie(2007 bis 2015) � Nach Fördersummen � Herstellungsförderung Fernsehfilm Die Fernsehfilmförderung unterstützte insgesamt 26 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 2 423 200 Euro. Bei acht der geförderten Filme führte eine Frau(Co-) Regie, der Frauenanteil lag bei 28 Prozent, in etwa gleicher Höhe wie 2014. Filmfonds Wien � 163 Frauenkulturbericht / MA 7 Projekt Produktion Regie Gattung Land Fördersumme Aufgetischt(8. Staffel) Satel Film Claudia Pöchlauer, Thomas Knoglinger, Katharina Heigl, Bettina Kuhn S A 70 000 Hotel Sacher Geyrhalter Film Beate Thalberg D A 42 000 � Käthe Leichter. Eine Frau Dor Film wie diese Helene Maimann D A 24 700 Lotte Tobisch – eine selbstbestimmte Frau Terra Film Nadia Weiss D A 20 000 Out of Vienna Filmwerkstatt Barbara Weissenbeck Barbara Weissenbeck, Gerald Benesch D A 15 000 Staatsarchiv – Geschichte Dor Film lebt Andrea Morgenthaler D A 100 000 … und es fängt von Neuem an! Golden Girls Karin D Neumüller, Bernd Bechtloff A 30 000 Valie Export Wega Film Claudia Müller D A 19 000 � SUMME Gesamt 320 700 Herstellungsförderung Fernsehfilm, RegisseurInnen 164 Filmfonds Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 Herstellungsförderung Fernsehfilm, Fördersummen � Fernsehfilme mit Frauenregie(2009 bis 2015) � Verwertungsförderung Kinostarts Für 19 Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2015 mit einer Gesamtsumme von 611 690 Euro gefördert. Bei sechs der Filme führte eine Frau(Co-)Regie, was 30 Prozent entspricht. Damit fiel der Anteil der Filmemacherinnen im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte. Projekt Verleih Regie Kinostart China Reverse Filmdelights Judith Benedikt Rosi, Kurt und Koni Stadtkino Hanne Lassl Unter Blinden Thimfilm Eva Spreitzhofer Fang den Haider Filmladen Nathalie Borgers Jack Thimfilm Elisabeth Scharang 27.02.15 13.03.15 03.04.15 29.05.15 11.09.15 Besuche 2015 � Fördersumme 1 189 19 190 � 2 270 28 000 6 389 28 000 � 10 627 30 000 � 22 143 35 000 Filmfonds Wien � 165 Frauenkulturbericht / MA 7 Chucks Stadtkino Sabine Hiebler, Gerhard Ertl 25.09.15 4 963 35 000 SUMME Gesamt 47 581 175 190 Besucherzahlen per 31. Dezember 2015 laut Angaben der VerleiherInnen und des Österreichischen Filminstituts Verwertungsförderung Kinostarts Kinoförderung Im Jahr 2015 standen insgesamt 249 700 Euro für die Kinoförderung zur Verfügung. Diese Mittel wurden in den beiden Bereichen Kino-Referenzförderung und kinokulturelle Projekte vergeben. Auf das gesamte Kinobudget berechnet wurden mit insgesamt 87 000 Euro Kinos gefördert, die von Frauen betrieben werden. Dies entspricht einem Anteil von 35 Prozent der Gesamtfördersumme. Der Frauenanteil bei der Kinoförderung sank gegenüber 2014 um vier Prozentpunkte. Kinoförderung Kino-Referenzförderung 156 000 Euro wurden als Kino-Referenzförderung an 13 Kinos ausgeschüttet. Drei der Kinos werden von Frauen geführt. Dies entspricht 23 Prozent nach Anzahl der Kinos und einem Betrag von 36 000 Euro. Der Anteil der Kinobetreiberinnen blieb 2015 im Vergleich zum Vorjahr gleich. 166 Filmfonds Wien � Frauenkulturbericht / MA 7 Kino Admiral Kino Breitenseer Lichtspiele Filmcasino SUMME Gesamt Betreiberin Michaela Englert Anna Nitsch-Fitz Sabine Hofmann Kino-Referenzförderung Fördersumme � 12 000 � 12 000 � 12 000 � 36 000 Kinokulturelle Projekte Für insgesamt 24 kinokulturelle Projekte wurden im Jahr 2015 insgesamt 93 700 Euro aufgewendet. Davon wurden 51 000 Euro für 12 Projekte an Kinos vergeben, die von Frauen betrieben werden. Der Anteil der Kinobetreiberinnen bei der Förderung kinokultureller Projekte entspricht einem Anteil von 54 Prozent und verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte. Projekt /slash 1/2 /slash Filmfestival 2015 ArchFilm Matinée – 2015-01 ArchFilm Matinée – 2015-02 Cine Latino Festival 2015 Cinemama 2015 Ein Abend mit Viv Albertine FC Gloria Kinosalons 2015 Filmprogramm Mara Mattuschka Kino& Kuchen 2015 Antragstellung Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Admiral Kino Filmcasino Filmcasino Fördersumme 4 000 � 18 000 � 2 000 � 2 000 � 6 000 � 1 500 � 2 000 � 2 500 � 3 500 � 1 500 � Filmfonds Wien � 167 Frauenkulturbericht / MA 7 sex.art.cinema – Internationales Festival des erotischen Films Stummfilme mit Klavier und Wienerischen Gedichten SUMME Gesamt Filmcasino Breitenseer Lichtspiele Kinokulturelle Projekte 3 000 5 000 51 000 Neue Medien Institutionen Im Bereich Neue Medien standen im Jahr 2015 insgesamt 343 000 Euro für Jahresförderungen und Projektförderungen zur Verfügung. 25 von Frauen geführte Institutionen erhielten 159 000 Euro, dies entspricht einer Förderung von 46,4 Prozent. An 22 vorrangig von Männern geführte Institutionen gingen 184 000 Euro. Dies entspricht einem Wert von 53,6 Prozent. Institution Projekt Leitung Betrag a_maze – Verein zur Förderung audio-visueller Kunst smartphone_migration/audio-visuelle Installation Mag.a Veronika Mayer 1 500 EINTAGSMUSEUM – Verein für ephemere, orts- und themenspezifische Museumsprojekte Import Expert Johanna Reiner 1 500 Eurozine – Gesellschaft zur Jahrestätigkeit 2015 Vernetzung von Kulturmedien mbH Mag.a Veronika Leiner 25 000 Filmfrauen Österreich – Unterstützung von Frauen im Filmgeschäft Filmfrauen Österreich Sabine Derflinger 1 500 kanonmedia verein für neue medien Umkreisungen Mag.a Alexandra Reill 1 500 Kinoki – Verein zur Förderung audiovisueller Selbstbestimmung Sex/ Arbeit/ Lust/ Geld/ Illusion Elisabeth Streit 2 000 168 Filmfonds Wien• neue Medien � Frauenkulturbericht / MA 7 Kunstverein see you next Thursday Wunderschön und ruhig gelegen A.T. Bettina Klingler Kunstverein das weisse Haus Jahresförderung 2015 Mag.a Alexandra Grausam Kunstverein Wiener Artfoundation Ausstellung Julia Willms und Tilt � Susanne Geiger Lafin C ’ estmerde – Vereinigung für interdisziplinäre Kunstproduktion und-rezeption Apropos of Logic Susanne Geiger Medienwerkstatt Wien Jahrestätigkeit Medienwerkstatt Dr.in Gerda Lampalzer pinacoteca. Künstlerische Diskurse in Theorie und Praxis Dancing the Ubagu Susanne Richter Das hatte ich auch, das geht vorbei frozen frame/turning frame rosapinks – Verein zur Förderung von künstlerischen, sozialen und feministischen Projekten Vaginamuseum.at – Leib und Leben_Die positive Kraft der Weiblichkeit Mag.a Kerstin Rajnar Sontags Production – Vereinigung zur Förderung von Austausch und Vernetzung interdisziplinär agierender Kulturschaffender even if the lights go out, there is still light Veronika Burger sound:frame. Verein zur Förderung sound:frame Festival der Interkreativität 2015 Mag.a Eva Fischer Target Reply Verein für Kunst und Medienprojekte ART VISUALS& POETRY – Jahresförderung 2015 Mag.a Sigrun Höllrigl Teslaedison – Verein zur Förderung Watching Audio von Medienkunst und Soundart Dr.in Kathrin Stumreich Sonnenlauf ubermorgen Verein zur Förderung von digitaler und bildender Kunst Die Krisensitzung der internationalen Partei der Sensiblen Mag.a Elisabeth Haas Killliste unsere Beziehung – Verein für inter- How your look comes Lisa Schwarz disziplinäre Kunst und Vernetzung together Ausstellung 1 500 16 000 1 500 � 1 500 30 000 1 500 1 500 2 000 1 500 2 000 50 000 4 000 1 000 1 500 2 500 2 000 2 000 neue Medien � 169 Frauenkulturbericht / MA 7 URBANAUTINNEN – Architektur; Film, Kunst, Kultur und Sprache Verein zur Förderung von Kunstsituationen im Alltag/ Alltagssituation in der Kunst SUMME Gesamt Cooperation Plays itself Mag.a Andrea Seidling Das Spiel vom Fragen Mag.a Valerie Tiefenbacher 2 000 2 000 159 000 Institutionen Beirat Der Beirat für Neue Medien, der zweimal im Jahr tagt, bestand im Jahr 2015 aus insgesamt drei Mitgliedern, davon zwei Frauen: Mag.a Dr.in Stefanie Wuschitz, nicoletta blacher Beirat Exemplarisches Frauen- und Genderprojekt im Bereich Neue Medien Eintagsmuseum http://eintagsmuseum.net Das Eintagsmuseum, unter anderem kuratiert von der Künstlerin Johanna Reiner, existiert als ephemeres Projekt nur für eine bestimmte Zeit. Bei diesem partizipatorischen Projekt werden BesucherInnen eingeladen, Objekte, Geschichten oder Themen, die ihnen wichtig sind, einzubringen. Aus diesen Souvenirs, Fotografien, Dokumenten, Geschichten, aber auch Geräuschen und Gerüchen entsteht somit ein temporäres Museum, das als mediale Skulptur einen momentanen Zustand beschreibt und gleichsam wie eine Zeitkapsel die Gegenwart für die Zukunft bewahrt. 170 neue Medien � Frauenkulturbericht / MA 7 Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten Rahmenbetrag Aus einem Gesamtbudget von 1 321 000 Euro wurden von Frauen geleitete Einrichtungen mit 461 300 Euro gefördert, das sind 35 Prozent. Von Frauen geleitete Vereine und Institutionen Institution Projekt Leitung Betrag ABrasA – AustroBrasilianischer und AfroBrasilianischer Verein Brasilien-Tag/ Nachdenken Queila Rosa über Veränderung durch Musik Panstingl 1 500 Adam – Verein für Kultur und Kunst Vertonte Puschkin-Gedichte/ Assia Davidov Dein ist mein ganzes Herz 5 000 Afrikanische Frauenorganisation The International Children’s Day on June 1 st : Presentation of the EU Daphne funded FGM Teaching Kit for the Prevention and Elimination of FGM on Children Etenesh Hadis 1 000 akut. Verein für Ästhetik und Theodor Wiesengrund Adorno: Han-Güeol Lie angewandte Kulturtheorie Das kompositorische Werk 1 000 all inclusive – Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen zeitim:plus Europe Kurzfilm- Elisabeth Golzar festival Abschlussveranstaltung 2 000 Arbeitsgemeinschaft Experimentierwerkstatt Symposium: Ein Weg aus der „Last des Schweigens“ Eleonore Fischer 4 000 Art Cult Composition Wir in Wien – Fest mit Musikpräsentationen Verena Prandstätter 2 000 Präsentationen im Atelier 500 ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens Hullaza REAL Regina Picker 2 500 Assyrische Demokratische Organisation(ADO) – Sektion Österreich 2 Konzerte 2 Konzerte Beth-Nahrin Simsek 1 900 1 600 AVESTA – Kurdischer Frauen- Projekt zum Weltfrauentag am Nurcan Güleryüz verein 8. März 1 000 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � 171 Frauenkulturbericht / MA 7 AWA – Verein zur Förderung und Pflege der aserbaidschanisch-persischen und österreichischen Musik 3 Konzerte Nasrin Hobbi Bahara – Verein zur Pflege Oriental Dinner Dance – ethnischer Kunst- und Kultur- Vintage formen Barbara Katerouni Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich Mozart trifft Bartók Jahresprogramm (Internationaler Klavierwettbewerb, Konzerte, Kurse) Eva Maria Ott Caritas Kunstbrücke vom Hameau Aktionstag Kunst Renate Plahs Centro Cultural Choupana, Verein zur Pflege der Capoeira Angola und afrobrasilianischer Kulturformen Dia da consciencia negra Carina Magel Ciarivari, Verein zur Pflege von Kultur, Kunst und Wissenschaft Der Talisman Helene SchmidtLevar Club Pannonia, Gesellschaft Jahresprogramm zur Pflege der österreichischungarischen Beziehungen Marika Radda Club XIX – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten im Bezirk 3 Konzerte und 3 historische Spaziergänge in Döbling Silvia Friedrich conspect.curators – Verein zur Förderung und Vermittlung von interdisziplinärer Kunst und Kultur Vergessen Silvia Müllegger Das Iranische Wien(Ira Wien) Negahestan Filme und Vorträge Jareh LacknerGohari DED(Declamare e Debutare) Gesellschaft zur Förderung klassischer Musik und Literatur Konzertabend mit dem Ensemble Intrada Kasachische Perlen(Dezember 2015) Indira Uteuova Der Schmetterling – Verein zur Lebenshilfe für Flüchtlinge Afro Tropical Ursula Dumnoi 4 000 3 000 1 500 5 000 1 000 1 000 1 000 2 500 3 000 1 000 3 000 2 000 1 500 2 000 172 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � Frauenkulturbericht / MA 7 Dialog – Institut für Interkulturelles Miteinander interkulturelle Beziehungen beim WUK Kindertag Margit Wolfsberger E-@rt – Verein für Kultur und Liebe Katze, der Krieg geht neue Medien weiter Sonja Scherzer Istanbul Istanbul EDUCULT – Denken und Handeln im Kulturbereich Veranstaltungsreihe: Salon der Vera Schreiber Kulturen EINTAGSMUSEUM – Verein für ephemere, ortsund themenspezifische Museumsprojekte Dokumentation ETM reopens Klub Akademija Johanna Reiner Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Jahresprogramm feierliches Gala-Konzert für Frieden in Europa Irina Kojionen ex post – Verein für internationalen und interkulturellen Austausch Salud – eine weitere Geschichte. Spanischer Abend Maria Skweres Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing Jahresprogramm Waltraud Kremser-Karner Frantiseks Praktikanten – Verein für kollektive und kritische Praktiken in Design, Kunst und Architektur Woher kommen die Ziegel? Pia Plankensteiner Frauenkultur-MenstruationKörperweisheit – Verein zur Förderung eines wertschätzenden Umgangs mit dem Thema Menstruation, als positiv praktizierte Frauenkultur Lesung: Die„glückliche“ Gebärmutter Brigitte Brüggler Freunde der Slowakischen Kultur Slowakischer Abend auf der Donau Petronela Bocan Traditionelle slowakische Weihnachten Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Konzerte(1. Halbjahr) Nicole Marte Freundeskreis Kunstgalerie Meduna Jahresprogramm(Ausstellungen und Vernissagen) Krystyna Meduna 500 2 500 2 000 3 000 1 500 5 000 2 500 1 000 17 000 1 000 2 000 1 500 2 000 5 000 4 000 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � 173 Frauenkulturbericht / MA 7 Gemeinschaft Polnischer Abschlusskonzert im Rahmen Organisationen in Österreich der Polnischen Kulturtage in – Forum der Polen Österreich Teresa Kopec Grundstein – Verein für Kunst Jahresprogramm und Kommunikation Martina Gasser Hallac Medien- und Kulturzentrum Buchpräsentation: 50 Jahre Kerime Simsec Migration aus der Türkei nach Österreich/ Lesung: Als GastarbeiterIn gekommen – zur Neo-ÖsterreicherIn geworden Hernalser Kulturkreis Dornbacher Annen-Kirtag Brigitta Schmidt HERZPOL – medizinische und Ein Abend mit Poesie von soziale Hilfe für Polen Julian Tuwim Elzbieta Akwa-Asare Hora – Kultur – Turism Verein Literatur und Musik ohne der in Österreich ansässigen Grenzen Rumänen Sava Sifora id/l – Verein zur Förderung von Performance-, Kunstund Theaterprojekten La Boum Martina Maggale IG World Music Austria Austrian World Music Awards Katrin Pröll IKUSZ Internationales Zentrum für Kunst-KulturScience& Soziales Szenen des respektlosen Humors mit brasilianischer Live-Musik Suzy BezerraOliveira Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanten Info) Tänze aus dem ägyptischen Folklore mit den Tanzgruppen Kleopatra& Duo Amarein Manal Kamal Mehany Abo-El Aala Integrations- und Asylberatung Meidling Armenier vor 100 Jahren in der Türkei Iranian New Age – Verein zur Integrationsförderung iranischer Musikstudenten 9. Konzert Vida MashayekhiTabrizy 10. Konzert Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma (auf Deutsch: Grenzgänger) Die Liebe kennt alle Sprachen der Welt/ Bis dass der Tod uns meidet/ Regenbogen Razieh Goldschmied Iranisch-Österreichischer Kinder- und Jugend-Verein (ParsA) Das iranische Neujahrsfest – Noruz Bita Sharifi 2 000 10 000 1 500 7 000 � 1 000 500 1 500 40 000 � 1 500 1 500 3 500 1 500 2 000 1 000 1 500 174 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � Frauenkulturbericht / MA 7 Istanbul Kulturverein in Wien Jahresprogramm Ülker Gürman Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur Jom Jeruschalaim Sommerkonzert Rosa Gilkarov Gedenkveranstaltung: Erinnerbar Junges Ensemble Hörbiger Theaterproduktion: Merlin oder das wüste Land Katharina Stockinger Kerala Samajam Vienna (Kerala Gesellschaft Wien) Kulturverein der Kerala-Inder in Österreich Kulturfestival zum Anlass des Kerala-Festes Onam Roshan Puthenkalam Klub polnischer Intellektueller Konzertgala – Goldene Eule/ Polnischer Herbst in Wien Jadwiga Maria Hafner Koordinationsrat Albanischer Albanische Kulturwoche in Vereine in Österreich Österreich Mirela Shira Krankenhaus der Stadt Wien, Kunst im Krankenhaus Wilhelminenspital, Institut für physikalische Medizin Gabriele Jankowitsch Kultur im 3. Jahresprogramm Monika Erb Kultur und Natur Grinzing Grinzinger Leopoldifest 2015 Silvia Kotterer Kulturfleckerl Eßling Musik unter Bäumen, Konzert mit Wiener Tschuschenkappelle Angela Hannappi Kulturforum Mariahilf Jahreskulturprogramm Ingeborg Habereder Kulturkreis Mariahilf Forum für Musik, Literatur und bildende Kunst klassische Konzerte in der Bezirksvorstehung 6 Sigrid Trummer Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie Kammerkonzert mit Buchpräsentation Kammerkonzert mit Moderation Agnes Katona Kulturverein – Bulgaren in Österreich In Memoriam Ghena Dimitrova Sirma Stenzel Tschaikowsky Liederabend Kulturverein„gutgebrüllt“ Der Alpenkönig& der Menschenfeind Therese Christine Brandl 8 000 � 1 000 1 000 1 000 2 000 1 000 4 000 3 000 4 500 14 000 � 2 000 � 2 000 4 000 2 200 3 000 2 000 1 000 1 000 1 000 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � 175 Frauenkulturbericht / MA 7 Kulturverein Calaromania Happy Birthday Bucharest! Bukarest Stadtfest gefeiert in Wien Clara Mihaela Popescu 1 000 Kulturverein Echt Wien(Vorweihnachtliches) Tschuschenkabarett/ Buchpräsentation Gertraud Wehofer 3 000 Kulturverein five seasons Dunkelkammer Annelie Sachs 3 000 � Kulturverein Floridus Kulturveranstaltungen, Theater u. Ä. Sonja Feldmann 3 500 Kulturverein grossundklein Klassik cool! Szilvia Hegy 1 500 � Kulturverein Initiative Währing Jahresprogramm Charlotte Zeisel 15 000 Kulturverein Resonanz Besondere Aspekte zum Wiener Kongress Holde Schubert Naumann 1 000 Kulturverein WortFarbe-Klang Von einem Vulkanisier bis zum Jadranka Gros Manager 1 000 Junge Musiker mit den Pädagogen aus dem Vaterland 2 000 Kulturzentrum I Love Polen Jahresförderung Renata Olczykowski 1 500 Kulturzentrum Russisches Wien Album-Präsentationskonzert Tatiana Ostrovkaya 2 500 Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN Kulturprogramm Un-Yong Kim 1 500 LetzebuergeschEisteräichesch Amicale zu Wien(LuxemburgischÖsterreichische Gesellschaft in Wien) Lesung/ Vortrag Robert Menasse Ginette Griesbach 500 Liesinger Künstlerwerkstatt – Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Liesing Liesinger Weihnachtskunstmarkt 2015 Sladana Ivic 1 500 Mondo Musika Passione – Musik, Tanz Uljana Sierek 1 500 � Multikulturelle Kindergruppe Zukunft ist Miteinander Bärli – Brumm-Brumm Helga Plachenka 2 000 176 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � Frauenkulturbericht / MA 7 Kulturverein sieben Zwetschken Weltsprache MusikWeltmusiksprache Edith BubichGschwindl Nachförderung Weltsprache Musik-Weltmusiksprache NarrARE, Verein für MärchenErzählen, GauklerKunst und künstlerische Gestaltung Erzählnacht Onkte tanzen Nachförderung Erzählnacht Margarete Wenzel Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst Nattuvanar Radha Arjali Nestbeschmutzer& Innen – Verein zur Förderung innovativer Theaterarbeit – Schwerpunkt Politsatire – mit Einbeziehung der Genderthematik Theaterproduktion: Demokratieküche Susanne Draxler Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur OS 2-01-4/14 What is left? Gülsen Bal Ostad SABA Kulturverein Konzert: In Memoriam Delkash, Susan Matloobi Marzieh, Parwis Yahagi Ostoja Klub Polnischen kreativen Pensionisten in Wien und Niederösterreich Träume und Begabungen der Senioren Elzbieta Zamojska Passion Artists – Kulturverein Jahresförderung zur Förderung der Musikern und Künstlern Sabine Zapior pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur mo.ë Vienna Programm Herbst/Winter 2015 mo.ë Vienna Programm 2015 Johanna Maria Menne Piramidops, Verein für Frauen- Grätzelfest der Generationen und Gemeinwesenarbeit Johanna Donat Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien Semester-Abschlussveranstaltung für KollegInnen im interkulturellen Bildungsbereich Susanne Binder 3 000 2 000 1 000 500 500 2 500 1 500 3 000 2 000 2 000 1 500 6 000 3 000 3 000 2 000 1 800 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � 177 Frauenkulturbericht / MA 7 Polnisch-Österreichische Initiative der wirtschaftlichen Zusammenarbeit PAIWG Konzert: Trzecia Zmiana (Dritte Schicht) Barbara Kaminska-Szuba 2 500 POL-STER PolnischÖsterreichisches Kulturgut Jahresförderung Agnieszka Malek 2 000 Projekt Integrationshaus Aufwandsentschädigung der Band Alamedadosoulna Beatrix Neundlinger 3 000 20 Jahre Integrationshaus 2 000 read!!ing room – Verein zur Weihnachten im Advent Förderung von Alltagskultur Gabriele Johanna Rökl 1 000 Rhizomart/ Verein für Kunst Leben 2.0 – Phase und Kultur Evren Yazici da Conceicao Filho 1 500 Roj Basch – Verein anatolische Kunst-& Kulturbrücke Jahresförderung Sema Aykut 7 000 DEMOexport 2 500 Romano Centro – Verein für Jahreskulturprogramm Roma Zaklina Radosavljevic 10 000 Romaverein Vida Pavlovic Vida Pavlovic-Festival 2015 Jasmina Pavlovic 1 000 � Schwarze Frauen Community Videofilmpräsentation und Esther Maria (SFC) Spielefest zu diskriminierungsKürmayr freien Spielen 2 000 Solidarität mit afghanischen Samanofest Flüchtlingen Sherzai Tamana 1 000 Soulconversation – Verein für Konzert Vero la Reine internationalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität Verena Prandstätter 2 500 SOVA Slowakischer Schulverein Slovensky Skolsky spolok Slowakische Bräuche und Traditionen in der Faschingszeit Elena Mandik 1 000 Srebrenica – Wien – Plattform Bosnien-Österreich Jahresförderung Fahra Hajdarevic 3 000 Steine der Erinnerung an jüdische Opfer des Holocausts Erstellung einer Datenbank Vally Steiner Erstellung des audiovisuellen Guides„ dort! Steine der Erinnerung“ in der Leopoldstadt 4 000 3 000 178 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � Frauenkulturbericht / MA 7 Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit – Wien Südwind Straßenfest Natalie Plhak Takt – PolnischÖsterreichischer Kultur Verein Konzert Krystyna Pronko Maria Buczak Teatr AA Vademecum Kulturverein Jahresförderung Beata Paluch The King Salomon’s Education Palace Äthiopischer Kulturabend mit interkulturellem Tanz und Live Musik Philomina Asase Theater bewegt – vor, auf und hinter der Bühne Kindermusical: Zirkus-Traumland Anita TodorovNeuzil Theatergruppe ISKRA – Verein zur Förderung innovativer theaterpädagogischer Projekte Höllentrip a show biz ans end Veronika Sommeregger Thernipe Wien – Romaverein für Sprache, Bildung und Kultur Roma Faden Zekljina Paunovic Ungarischer Arbeiterverein in Wien, gegründet 1899 in Floridsdorf Ungarisches Konzert Erika KancsarVirag Verband der Amateurmusiker Jahresförderung und-vereine Österreichs – (Verwaltungs- und SachVAMÖ aufwand für VAMÖ-Büro) Marianne Klicka Verband der Polen in Österreich – Strzecha, Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Jahresförderung Hanna Martin Verein der Freunde und Förderer des stella artis ensemble Herbstkonzert des stella artis ensemble: Wiener Salonraritäten Katharina Schweitl Verein der russischen Kultur Jahresförderung Natalia Lagureva Verein für chinesische Sprache und Kultur 20. Jubiläumsfeier Xiao Ying Zheng 1 000 1 000 6 000 2 000 2 000 4 000 1 000 1 000 10 000 4 000 1 000 5 000 3 000 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � 179 Frauenkulturbericht / MA 7 Verein für die akademische Forschung und Entwicklung der Zaza-Sprache Symposium: Das ZazakiGestern, heute und morgen. Zur Weiterpflege, Aufrechterhaltung und Standardisierung einer bedrohten Sprache Zeynep Arslan Verein Projekt Theater Jahresförderung Eva Brenner Verein Vielfalt der Kulturen – Verein zur Förderung des interkulturellen Dialoges Derwisch erzählt: Von Damaskus bis nach Wien Emel Hackenmüller Verein Wiener Jugendzentren Kids in Fashion 2015 Tanja Wehsely Verein zur Förderung der kroatischen Musik Konzert von Christina Uikiza Quintett im Rahmen des 11. Festivals der kroatischen Musik in Wien Sabine Federspieler Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit 3 Projektsitzungen: Tage der Alten Musik Wien/ Ealy Music Days Vienna Monika Fahrnberger Verein zur Förderung von Nischenkultur Jahresförderung Sabine Federspieler Zusatzförderung Konzerte: Bach Magnificant und Kammermusik Verein zur Unterstützung der Theatervorstellung und Kreativität der iranischen Konzert Künstler Cdd/didaredustan Mina Nabavi Vereinigung der Studenten und Jugendlichen aus der Türkei in Wien Theaterstück: Azizname100 Hülya Celik Gedenkveranstaltung anlässlich des 100. Jahrestages des Völkermordes an den Armeniern in Anatolien Vereinigung für Frauenintegration Amerling Cafe Cinema Christa Stippinger VIOA – Vienna International Opera Academy. Kreatives und innovatives Musiktheater La fedélta premiata, Josef Haydn Armaghan Shajarian 2 000 3 500 � 3 000 3 000 2 000 2 000 1 500 1 000 1 300 4 000 2 700 1 000 4 000 180 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � Frauenkulturbericht / MA 7 Voice of Diversity- Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich- Schwerpunkt Roma und Sinti Baranka Park Gedenkfeier Valerie Stojka Weltkulturschule WeltKulturTreff – Kunst zum Mitmachen Sonja Siegert Weltkultur verbindet – Auf zu neuen Ufern in Ottakring! Wiener-Krakauer KulturGesellschaft Jahressubvention Zofia Beklen WUZ – Wir Unternehmen Zukunft – Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur Theater: Wie liebten wir unser Tatjana Freund TITO Kukic-Jank ZEIT.FRAU – Verein zur Ver- Ausstellung: Kommunale netzung von Frauenanliegen Skulpturen Susanne Kompast Zentrum für österreichische und philippinische Kultur und Sprache/ Sentro ng Kultura at Wika ng Austria at Pilipinas Das Philippinische Wien Arlene Castaneda SUMME Gesamt 4 000 3 000 3 000 10 000 1 000 800 1 500 461 300 Rahmenbetrag Vereinsförderung Gemeinderat Aus einem Gesamtbudget von 7 777 000 Euro wurden 3 332 000 Euro an Vereine vergeben, die von Frauen geleitet wurden, das sind 43 Prozent. Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � 181 Frauenkulturbericht / MA 7 Institution Projekt Leitung Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk Jahresprogramm Anita Zemlyak Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk Shift Diverse Projekte Anita Zemlyak Verein zur Förderung der Stadtbenutzung Wienwoche Asli Kislal Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung kültür gemma! Catrin Seefranz Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Ausstellung: Romane Thana – Orte der Roma Cornelia Kogoj Aktionsradius Wien Jahresprogramm Ursula Schreiber SUMME Gesamt Betrag � 1 930 000 630 000 453 000 109 000 10 000 200 000 � 3 332 000 Vereinsförderung Gemeinderat Exemplarische Frauen- und Genderprojekte im Bereich Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten Im Jahr 2015 wurden im Bereich„Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten“ Förderungen für einige Projekte vergeben, die speziell für Frauen durchgeführt wurden oder sich auf die Situation von Frauen in der Gesellschaft bezogen. Srebrenica – Wien Plattform Bosnien-Österreich Der Verein Srebrenica zeigte im Vorjahr eines der bittersten Kapitel der Europäischen Geschichte, den Völkermord in Srebrenica auf. 2015 hingegen wurde ein lobenswertes Thema mit dem Fußballverein Guber Srebrenica behandelt. Dieses Team ist nach all den Ereignissen im Krieg multiethnisch geblieben und fördert heute noch eine wunderbare sportliche Tradition, in der Menschen verschiedener Ethnien und Religionen arbeiten und zusammen leben. Fußball ist Männersache, aber hinter den Spielern stehen Frauen, die das gegenseitige Verständnis und die Verbreitung positiver Energie mittragen. In der Veranstaltungsreihe zwischen 182 Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � Frauenkulturbericht / MA 7 28. März und 1. April 2015 wurden auch die Bereiche präsentiert, wo vor allem Frauen aktiv sind. Einerseits der Kult um das Kaffeetrinken in Bosnien-Herzegowina, der bosnische Teppich, die traditionelle Küche sowie Tänze und Trachten dieses Landes. Vereinigung über Frauenintegration „Café Cinema“ war ein interessantes Projekt, das sich nur an Frauen richtete, vorzugsweise mit Migrationshintergrund. Anlässlich zweier Veranstaltungen wurden Filme in deutscher Sprache gezeigt, die von frauen-, familien-, migrationsspezifischer und pädagogischer Relevanz waren. Im Anschluss an die Vorführungen wurden mittels Vorträgen und Diskussionen ausgewählte, relevante Themen aus den Filmen aufgegriffen. Das Ziel war, den Kulturaustausch der Frauen über das Medium Film anzuregen und die Möglichkeit, nicht nur Medien- und Sprachkompetenzen, sondern auch kulturelles Sachverständnis zu vertiefen. Frauenkultur-Menstruation-Körperweisheit Zehn Jahre Verein für Frauenkultur-Menstruation-Körperweisheit waren der Anlass für eine Buchpräsentation mit anschließendem Konzert. Inhalt des vorgestellten Buches„Die ‚glückliche‘ Gebärmutter“ ist eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Körper der Frau anhand der Kulturgeschichte der Gebärmutter. Der Umgang mit diesem„begehrten Organ“ in Mythologie, Philosophie, Religion und Medizin, deren Auswirkungen auf das Befinden von Frauen in unserer heutigen Gesellschaft beziehungsweise die Möglichkeit, wieder zu einem selbstbestimmten Umgang zu finden, ist der Schwerpunkt dieses Werks. Im Anschluss an die Lesung fand ein Konzert mit der in Frauenkreisen sehr bekannten Liedermacherin Claudia Mitscha Eibl statt. Stadtteilkultur, interkulturalität und internationale angelegenheiten � 183 Frauenkulturbericht / MA 7 Wissenschaft Geschlechtergerechtigkeit – ein wichtiges Gestaltungskriterium wissenschaftlicher Strukturen Nach der Gemeinderatswahl im März 2001 hat die Geschäftsgruppe Kultur der erfolgreichen Wissenschaftsarbeit der 80er- und 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts Rechnung getragen und den Begriff„Wissenschaft“ in die Benennung der Geschäftsgruppe – seither Geschäftsgruppe für Kultur und Wissenschaft – genommen. Wissenschaft war trotz vieler innovativer Entwicklungen in den Inhalten, in der Struktur und im Management ein durch patriarchale und patrimoniale Mentalitäten geprägtes Gesellschaftsfeld. Vor allem die Universitäten standen im 20. Jahrhundert in Traditionen, die zum Teil noch feudalen Charakter hatten. Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit waren an den Universitäten, Akademien, im akademischen Bereich noch nicht beheimatet. Seit den 80er-Jahren vollzog sich eine Neuorientierung, in deren Verlauf die Universitäten und die Stadtverwaltung häufig gemeinsam und zunehmend in einem gut aufeinander abgestimmten„Pas de deux“ vorangingen. Ein wichtiges Ergebnis dieser Entwicklung war eine inhaltlich und organisatorisch deutlich merkbare Gestaltung der wissenschaftlich-universitären Welt durch Frauen, die qualitativ und quantitativ sichtbar an Einfluss gewannen. In den 70er-Jahren wurden durch das unter der Administration von Hertha Firnberg als Wissenschaftsministerin 1975 beschlossene Universitäts-Organisationsgesetz Strukturen demokratisiert. In den 80er-Jahren wurden Inhalte der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften durch engagierte WissenschafterInnen einer Revision hinsichtlich der Frage, wie Gesellschaft durch bedeutende Frauen mitgestaltet wurde, unterzogen; seit den 90er-Jahren gewannen Frauen auch in den universitären Lehrkörpern und in der ProfessorInnenschaft an Bedeutung. Im Wintersemester 2007/08 amtierte an der Universität für Bodenkultur in Wien zum ersten Mal eine Rektorin, seither kamen weitere hochqualifizierte Frauen als Universitätsleiterinnen dazu. Die eindrucksvolle Eroberung und Gestaltung der Wissenschaft als Forschung und Lehre und als innovative Gestaltung von Wissen und wissenschaftlichen Institutionen wurde und wird durch den Frauenbericht der Stadt Wien dokumentiert. Dieser Bericht zeigt, dass in Wien Geschlechtergerechtigkeit auch im akademischen Bereich ein wichtiges Gestaltungskriterium bedeutender Institutionen geworden ist. Subventionen Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften, Vereine und Museen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Subventionen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Fördervolumen davon für Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen 13 643 764 10 800 384 � 184 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Subventionen, Leitungspositionen � Akademie der bildenden Künste Wien • Mag.a eva blimlinger(Rektorin) Architekturzentrum Wien • Mag.a(Fh) karin lux(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien • Mag.a Gertraud Diendorfer(Geschäftsführerin) European Law Institute • Diana Wallis, Ma(Präsidentin) Institut für die Wissenschaften vom Menschen • Prof.in Dr.in Shalini randeria(Rektorin) Jewish Welcome Service Vienna • Mag.a Susanne trauneck(Generalsekretärin) Jüdisches Museum Wien • Dr.in Danielle Spera(Direktorin) Ludwig Boltzmann Gesellschaft • Mag.a claudia lingner(Geschäftsführerin) Österreichische Akademie der Wissenschaften(angegeben ist jeweils die Projektleitung) • univ.-Doz.in Dr.in barbara boisits, Neue Schubert-Ausgabe • Dr.in isabella buber-ennser, Realisierung von Kinderwünschen in Wien • Prof.in Dr.in Gertrude enderle-burcel/ Doz. Dr. Wolfgang Mueller, Edition der Ministerratsprotokolle(MRP) der Regierung Figl, Bd. 7–18(Teil 3, Bd. 13–18) • Dr.in Valeria heuberger, Wiener Hadschis: Die Pilgerfahrt nach Mekka als Beispiel für Diversität und Mobilität • Dr.in barbara horejs, 10 th International Conference for the Archaeology of the Ancient Near East(ICAANE) • � Dr.in renate kohn, Edition der Inschriften der Stadt Wien, Modul: Die Inschriften des Stephansdoms I • � univ.-Doz.in Dr.in Sylvia Moosmüller, Die österreichische Standardaussprache Wiens in Kontakt mit der deutschen Standardaussprache • � Mag.a Dr.in claudia resch, Totenkult und Jenseitsvorsorge in Wien – Barocke Bruderschaftsschriften als Forschungsgegenstand der digitalen Geisteswissenschaften Wissenschaft � 185 Frauenkulturbericht / MA 7 • Dr.in andrea Sommer-Mathis, Das Wiener Kärntnertortheater im zentraleuropäischen Kontext(1728–48) • univ.-Doz.in Dr.in heidemarie uhl, Wissenschaftliche Erforschung und Aufarbeitung des Kriegsendes 1945 in Wien und Österreich als wissenschaftliche Grundlage für die Gestaltung der Ausstellung 41 Tage. Kriegsende 1945 in Wien und Österreich(Äußeres Burgtor der Wiener Hofburg, Heldendenkmal, 29. März bis 5. Juli 2015) • univ.-Doz.in Dr.in heidemarie uhl/ univ.-Doz. Dr. Johannes Feichtinger, Bruchlinien und Kontinuitäten. Die österreichische Akademie der Wissenschaften im 20. Jahrhundert, Projektmodul: Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Akademie der Wissenschaften in Wien • univ.-Prof.in Dr.in Verena Winiwarter/ Mag.a Dr.in Gertrud haidvogl, Die Auswirkungen von Industrialisierung und Urbanisierung auf Donaufischfauna, Fischerei und Fischkonsum im Wien des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a Monika Pessler(Direktorin) Technische Universität Wien, PhD-Programm • Dipl.-rom.in clarissa Schmid(Programmbetreuerin) Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF), Programm Vienna Research Groups • Dr.in Donia lasinger(Programmbetreuerin) WU(Wirtschaftsuniversität Wien), Forschungsinstitut„Urban Management and Governance“ • univ.-Prof.in Dr.in Verena Madner/ univ.-Prof.in Dr.in renate Meyer(Leiterinnen) Projektförderungen Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Projektförderungen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Fördervolumen davon für Frauen 1 100 000 400 000 Projektförderungen, Leitungspositionen 186 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Alumniverband der Universität Wien • Dr.in ingeborg Sickinger aka/ Arbeitskreis Kulturanalyse • Dr.in Daniela Finzi akut. Verein für Ästhetik und angewandte Kulturtheorie • Mag.a Gabriele Geml ARGE grenzen erzählen • Dr.in angelika brechelmacher Bildungsverein für die Freunde der Webster University • cornelia bruning, b.a. Center for Israel Studies • Dr.in Sandra Goldstein Chemisch-Physikalische Gesellschaft • christl langstadlinger Culture2Culture • Mag.a Waltraud Grausgruber dérive – Verein für Stadtforschung • elke rauth Diachron – Verein zur Verbreitung und Vertiefung des Wissens über Architektur • Mag.a Dipl.-ing.in eva Guttmann Die Wiener Volkshochschulen GmbH • Mag.a angelika Pointner eiPCP – europäisches Institut für progressive Kulturpolitik • Dr.in Monika Mokre ENTARTEOPERA, Verein für Musiktheaterprojekte • Mag.a Susanne thomasberger Erinnern für die Zukunft • Mag.a Dr.in eleonore lappin-eppel ETHNOCINECA – Verein zur Förderung audio-visueller Kultur • Sophie Wagner Evangelische Akademie • Dr.in kirsten beuth Förderverein Volkskunde FVV • univ.-Prof.in Dr.in klara löffler Wissenschaft � 187 Frauenkulturbericht / MA 7 Forschungszentrum für historische Minderheiten • Mag.a regina Wonisch Foto K – Verein für Fotografie und Kunst • Susanne Jakszus Franz Schmidt Gesellschaft • Dr.in carmen Ottner Frauen*Stadt. Institut zur wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung von Frauenstadtgeschichte und Geschlechterverhältnissen in Wien • Petra unger, Ma Frauenhetz – Feministische Bildung, Politik, Kultur • Mag.a Dr.in birge krondorfer Frauensolidarität – Feministisch-entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit • Mag.a ulrike lunacek Freunde und Freundinnen des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften • Diplomkauffrau Wilhelmine Goldmann FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • ursula kussyk Fundraising Verband Austria • Monica culen Geschichte.Recht.Öffentlichkeit – Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts • univ.-Prof.in Dr.in ilse reiter-Zatloukal Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste(Kunstfreunde) • Mag.a eva blimlinger Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten • Dr.in cornelia kogoj Institut fran ais d’Autriche • kulturattaché Dr.in hélène Doub Institut für Arbeiterbildung – Alfred Dallinger-Institut • naama Gertrude Magnus Institut für Axiologische Forschungen • Prof.in Dr.in ivanka raynova Institut für jüdische Geschichte Österreichs(INJÖST) • Dr.in Martha keil 188 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Institut für Österreichkunde • birgit Dörfl Institut für Science Outreach, Verein zur Weiterverbreitung der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit • Dr.in ingeborg Schuster Institut für Sozio-Semiotische Studien ISSS • Mag.a Gloria Withalm Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien • Prof.in Dr.in Monika ritzer JuKu – Junge Wege zur Kunst • Prof.in Dipl. ing.in(Fh) Silke Vollenhofer-Zimmel Keine Delikatessen. Bühne für SchriftBilder • Mag.a Maria Seisenbacher Kulturforum Margareten • Dr.in Gabriele anderl Kulturni klub Cechu a Slovàkù v Rakousku – Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Österreich • ing.in helene basler Kulturverein SABA • Dipl.-Päd.in barbara korherr La Pomarancia – Eins und doch vielfältig. Gemeinnütziger Kulturverein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschiede zwischen Österreich und Italien • Dr.in Maria casaburi Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte – Forschungsverein • Mag.a Fiona Steinert mica – Music Information Center Austria • Mag.a Sabine reiter Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien(MUK), vormals: Konservatorium Wien GmbH • univ.-Prof.in Dr. Susana Zapke Oikodrom – Forum Nachhaltige Stadt, Verein für neue Städtebaukultur • Dr.in heidi Dumreicher ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur • Mag.a Gabu heindl, M.arch.ii Österreichisch-Französische Vereinigung/ Association Austro Fran aise • regine kreuch Wissenschaft � 189 Frauenkulturbericht / MA 7 Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie • univ.-Prof.in Dr.in regina roller-Wirnsberger Österreichische Gesellschaft für Knochen- und Mineralstoffwechsel • univ.-Prof.in Dr.in katharina kerschan-Schindl Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik • elisabeth hakel Österreichische Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie/ Europäisches Zentrum für kurdische Studien • Mag.a Dr.in Maria Six-hohenbalken „Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen“ ehemaliger Häftlinge und Hinterbliebener nach Ravensbrücker Häftlingen und FreundInnen(Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück) • antonia Valerie Würnitzer Philosophie und Kunst im Dialog • univ.-Prof.in Dr.in Violetta l. Waibel, Ma portraittheater • Mag.a anita Zieher SEAS – Gesellschaft für Südostasienwissenschaften/ Society for South-East Asian Studies • Dr.in Melanie Pichler Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a Monika Pessler, MSc Sigmund Freud Privatuniversität • Dr.in karla Villavicencio/ Dr.in nora ruck SPURa – Kulturverein zur Förderung des interdisziplinären und interkulturellen Austausches • Selma nisic SR-Archiv österreichischer Popularmusik • Sigrid Dibon TU Wien alumni club – Verein der AbsolventInnen, Studierenden, MitarbeiterInnen, Förderer und Freunde der Technischen Universität Wien • R ektorin univ.-Prof.in Dr.in Sabine Seidler/ Silke cubert/ Dipl.ing.in Dr.in Margit ulama Universitätszentrum für Friedensforschung • hofrätin Dipl.-Dolm.in Dr.in Sigrid Pöllinger Verband feministischer Wissenschafteri*nnen. Verein zur Förderung freier feministischer Wissenschafteri*nnen und feministischer Wissenschaften in Österreich • Mag.a Dagmar Fink/ Diana Sadounig, ba/ Dr.in Sabine Prokop Verband österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker • Dr.in Julia rüdiger 190 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Verein der Freunde der Wienbibliothek • Dr.in Sylvia Mattl-Wurm Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals • Mag.a. Dr.in eva luschinsky Verein für die akademische Forschung und Entwicklung der Zaza-Sprache • Dr.in Zeynep arslan Verein für historische Quellenforschung zur Geschichte Österreichs • Dr.in Gertrude enderel-burcel Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung, kurz: KoPhil • univ.-Doz.in MMag.a Dr.in hisaki hashi Verein für Philosophie-Förderung • univ.-Prof.in Dr.in angela kallhoff Verein GEMEINSAM LERNEN • birgit beyer-Serloth Verein„Information& Kultur Ägyptens“ • Mag.a Dr.in Manal kamal Mehany abo el aala Verein Neugermanistik • Dr.in alexandra Millner Verein Projekt Theater • Dr.in eva brenner Verein Soja Österreich • elisabeth Fischer Verein ZOOM Kindermuseum • Dr.in elisabeth Menasse-Wiesbauer Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs • univ.-Prof.in Dr.in renate Pillinger Verein zur Förderung der fachdidaktischen Forschung und Lehre am Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung • Mag.a hannah-Maria Suschnig Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen • univ.-Doz.in Dr.in heidemarie uhl Verein zur Förderung von L’Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft • univ.-Prof.in Dr.in christa ehrmann-hämmerle Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen • traute Molik-riemer Wissenschaft � 191 Frauenkulturbericht / MA 7 Veterinärmedizinische Universität • rektorin Dr.in Sonja hammerschmid Viktor Frankl Zentrum Wien • Mag.a Johanna Schechner, MSc Wiener Psychoanalytische Akademie • Dr.in christine Diercks Women Against Violence Europe. Europäisches Netzwerk gegen Gewalt an Frauen und Kindern, kurz: WAVE • rosa logar, Mag.a Maria rösslhumer zimd – Zentrum für Interaktion, Medien und soziale Diversität • Dipl.-ing.in Dorothea erharter Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Fördervolumen(beinhaltet Druckkostenzuschüsse und Ankäufe) davon für Frauen 158 199,45 79 344,09 Publikationsförderungen Amalthea Signum Verlag GmbH • Michaela lindinger, Sonderlinge, Außenseiter, Femmes fatales Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co. KG • Peter broucek/ isabella ackerl(Hg.), Ludwig Jedlicka – Pionier der Zeitgeschichtsforschung in Österreich • lucile Dreidemy/ richard hufschmied/ agnes Meisinger/ berthold Molden/ eugen Pfister / katharina Prager/ elisabeth röhrlich/ Florian Wenninger/ Maria Wirth(Hg.), Bananen, Cola, Zeitgeschichte: Oliver Rathkolb und das lange 20. Jahrhundert, Band 1 und 2 192 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 • andrea ellmeier/ Doris ingrisch/ claudia Walkensteiner-Preschl(Hg.), KörperDenken. Wissen und Geschlecht in Musik Theater Film • Verena Pawlowsky/ harald Wendelin, Die Wunden des Staates. Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938 • Oliver rathkolb/ elisabeth röhrlich(Hg.), Wien um 1900. Innovation und Migration • Julia rüdiger, Die monumentale Universität. Funktioneller Bau und repräsentative Ausstattung des Hauptgebäudes der Universität Wien • Julia rüdiger/ Dieter Schweizer(Hg.), Stätten des Wissens. Die Universität Wien entlang ihrer Bauten 1365–2015 • heidemarie uhl/ Johannes Feichtinger(Hg.), Habsburg neu denken. ZentraleuropaErfahrungen und ihre Gegenwartsrelevanz • ilse reiter-Zatloukal/ Gertrude enderle-burcel(Hg.), Antisemitismus in Österreich 1933– 1938 Czernin Verlag GmbH • nina horaczek/ Sebastian Wiese, Gegen Vorurteile – Wie du dich mit guten Argumenten gegen dumme Behauptungen wehrst dérive – Verein für Stadtforschung • christoph laimer/ elke rauth(Hg.), dérive – Zeitschrift für Stadtforschung, Jahrgang 2015 DÖW Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • DÖW Jahrbuch 2015 – Feindbilder Edition Lammerhuber • elisabeth Gürtler/ arnim basche/ rené van bakel, 450 Jahre Spanische Hofreitschule Edition Steinbauer GmbH • Susanne Paweronschitz, Zwischen Anspruch und Anpassung – Journalisten und der Presseclub Concordia im Dritten Reich Eigenverlag Prof. Margret Dieberger • Margret Wenzel-Jelinek, Wien wertvoll – bedroht und behütet Ephelant Verlag • Monika horsky(Hg.), Man muß darüber reden. Schüler fragen KZ-Häftlinge Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. • eveline christof/ erich ribolits(Hg.), Bildung und Macht. Eine kritische Bestandsaufnahme • karl a. Duffek/ barbara rosenberg, Bildung – Chancen – Gerechtigkeit • christine Fritsch/ helmuth a. niederle(Hg.), Wenn die Sprache zur Sache kommt. Eine Korrespondenz mit sämtlichen Schriften Eisenreichs zu Torberg • christina lammer(Hg.), Gesichter schneiden/ Making Faces • elisabeth Sattler/ Susanne tschida(Hg.), Pädagogisches Lehren? Einsätze und Einsprüche universitärer Lehre • Mona Singer, Technik& Politik • Gudrun Wolfgruber(Hg.), Bertha Pappenheim Europäische Musikforschungsvereinigung Wien • Österreichische Musikzeitschrift ÖMZ, Hefte 1–6/2015 Wissenschaft � 193 Frauenkulturbericht / MA 7 Facultas Verlags- und Buchhandels AG • Peter Filzmaier/ Peter Plaikner/ christina hainzl/ Daniela ingruber/ karl a. Duffek(Hg.), Kultur und Politik. Reflexion oder Aktion? Gesellschaft für Buchforschung in Österreich • Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich Haymon Verlag GmbH • ilse Somavilla(Hg.), Hermine Wittgenstein: Familienerinnerungen IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Kulturführer Mitteleuropa 2015 Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit • Zeitschrift„Frühneuzeit-Info 26/2015“: streitpaar. Verfahren in Ehesachen Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Österreich • Die Wiener Tschechen 1945–2010, Band 2 Lifting the Curtain. Verein zur Erforschung und Förderung europäischer Architektur- und Kunstnetzwerke • iris Meder/ azra charbonnier/ Suzanne krizenecky/ Gabriele ruff(Hg.), Lifting the Curtain. Architekturnetzwerke in Mitteleuropa Lit Verlag GmbH& Co. KG • Veronika bernard(Hg.), IMAGES Band VI: Images of the Other: Istanbul, Vienna, Venice • Julia erkinger/ Veronika richter/ tom Schmid(Verein DAS BAND), Aufbruch/ Ausbruch. Baustellen der Gleichstellung • Julia köstenberger, Kaderschmiede des Stalinismus. Die Internationale Leninschule in Moskau(1926–1938) und die österreichischen Leninschüler und Leninschülerinnen • herbert Posch/ Markus Stumpf/ linda erker/ Oliver rathkolb(Hg.), Vom AKH zum Uni-Campus • elisabeth Schrattenholzer, MACHT macht SPRACHE. SPRACHE schafft WIRKLICHKEIT. Für ein Fundament ohne Fundamentalismus • renate Seebauer, Lehrerinnen – Gleichbehandlung, Aktivitäten, Ideen. Zur Sozialgeschichte einer Berufsgruppe mit besonderer Berücksichtigung der Wiener Verhältnisse Mandelbaum Verlag • BEIGEWUM(Hg.), Politische Ökonomie Österreichs. Kontinuitäten und Veränderungen seit dem EU-Beitritt • lothar bönisch/ leonhard Plakolm/ nathalia Waechter(Hg.), Jugend ermöglichen. Zur Geschichte der Jugendarbeit in Wien • angelika brechelmacher/ bertrand Perz/ regina Wonisch(Hg.), Post 41. Berichte aus dem Getto Litzmannstadt. Ein Gedenkbuch • evangelische akademie Wien(Hg.), Hoffnungsort Seegasse 16. Hilfsaktionen der Schwedischen Israelmission im Nationalsozialismus • Dieter hecht/ eleonore lappin-eppel/ Michaela raggam-blesch, Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien • uli Jürgens, Der Ziegensteig ins Paradies. Exilland Portugal • adelheid Mayer/ elmar Samsinger, Fast wie Geschichten aus 1001 Nacht. Die jüdischen Textilkaufleute Mayer zwischen Europa und dem Orient 194 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Metroverlag. Verlagsbüro W. GmbH. • kathrin heimel/ Judith kroisleitner, Datillum Wien, Zahlen erzählen Geschichte • Freya Martin, Was Wien ausmacht. Die großen Wiener Traditionsunternehmen und ihre prominenten Kunden • Michael Martinek/ Daniela horvath, Vintage Vienna. Zurück in die Zukunft • iris Meder/ herbert Fechter, Jeder Wiener war schon dort. Die Wiener Stadthalle zwischen Eisrevue und Song Contest Milena Verlag • lisa rettl/ Magnus koch,„… und da habe ich gesprochen als Deserteur.“ Richard Wadani. Eine politische Biografie • evelyn Steinthaler, Wien 1945 Musikwissenschaftlicher Verlag Wien • Paul hawkshaw/ thomas leibnitz/ andreas lindner/ angela Pachovsky/ thomas röder (Hg.), Neue Anton Bruckner Gesamtausgabe, 1. Symphonie, Dirigierpartitur new academic press – nap • ernst bruckmüller/ christa hämmerle/ hannes Stekl(Hg.), Kindheit und Schule im Ersten Weltkrieg • hannes Stekl/ christine Gruber/ hans-Peter hye/ Peter urbanitsch(Hg.), Österreich – was sonst? Ernst Bruckmüller zum 70. Geburtstag Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie • ökids – Österreichische Zeitschrift für Säuglings-, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie und Säuglings-, Kinder- Jugendlichen- und Eltern-Beratung, Jahrgang 2015 Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM • Ausgrabungen im Matzleinsdorfer Friedhof von Wien • Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, Band 31/2015 Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft • brigitte bargetz, Ambivalenzen des Alltags. Neuorientierungen für eine Theorie des Politischen Österreichische Haiku Gesellschaft • Petra Sela(Hg.), Wien als Schmelztiegel der Haiku-Dichtung Österreichischer Schriftsteller/innenverband • 70 Jahre ÖSV: Erbe und Auftrag, Literarisches Österreich, Themenheft 2015 Passagen Verlag Ges.m.b.H. • Sophia Panteliadou, Von der Kunst des Gebens. Die Schwierigkeit, von der Gabe zu sprechen • nina Scholz(Hg.), Gewalt im Namen der Ehre • nina Scholz/ heiko heinisch, Charlie versus Mohammed. Plädoyer für die Meinungsfreiheit Peter Lang GmbH • norbert bachleitner/ christine ivanovic(Hg.), Nach Wien! Sehnsucht, Distanzierung, Suche. Literarische Darstellungen Wiens aus komparatistischer Perspektive • Vera Faber/ Dmytro horbachov/ Johann Sonnleitner(Hg.), Österreichische und ukrainische Literatur und Kunst. Kontakte und Kontexte in Moderne und Avantgarde Wissenschaft � 195 Frauenkulturbericht / MA 7 • nicole holzenthal(Hg.), Constructing Reality. Festschrift für Friedrich Wallner • Verena krausneker/ Marie-luise Volgger(Hg.), Meine Sprachen, meine Forschung und ich. SprachwissenschaftlerInnen reflektieren über ihre Arbeit. Festschrift für Rudolf de Cillia • Stefan teichgräber/ Sandra Vlasta/ robert Gáfrik(Hg.), Literatur im Kulturtransfer • ulrike tischler-hofer/ karl kaser(Hg.), Provincial Turn: Verhältnis von Staat und Provinz im südöstlichen Europa 18.–21. Jahrhundert Praesens VerlagsgesmbH • Susanne blumesberger/ bettina kümmerling-Meibauer/ Jana Mikota/ ernst Seibert(Hg.), Hieroglyphe der Epoche? Zum Werk der österreichisch-jüdischen Autorin Anna Maria Jokl (1911–2001) • trude bollauf/ ilse korotin/ ursula Stern(Hg.), Erlebtes und Gedachtes. Stella Klein-Löw (1904–1986) • alice bolterauer, Zu den Dingen. Das epiphanische Ding-Erlebnis bei Musil, Rilke und Hofmannsthal • beatrix Darmstädter(Hg.), Die Krummhörner und die Windkapselschalmei der Sammlung alter Musikinstrumente • beatrix Darmstädter/ ina hoheisel(Hg.), UNISONUS. Musikinstrumente erforschen, bewahren, sammeln • rüdiger Frank/ ina hein/ lukas Pokorny/ agnes Schick-chen(Hg.), Vienna Journal of East Asian Studies, Band 5 und 6 • Institut für Ostasienwissenschaften/ Koreanologie, Universität Wien(Hg.), Wiener Beiträge zur Koreaforschung, Band 6 • Pia Janke(Hg.), JELINEK[JAHR]BUCH 2014–2015 • Pia Janke/ teresa kovacs(Hg.), Postdramatik. Reflexion und Revision • Johann Georg lughofer/ irena Samide(Hg.), Ilse Aichinger. Interpretationen – Kommentare – Didaktisierungen • thomas Maisel/ Meta niederkorn-bruck/ christian Gastgeber/ elisabeth klecker(Hg.), Artes-Artisten-Wissenschaft. Die Universität Wien im Spätmittelalter und Humanismus • csilla Mihály, Figuren und Figurenkonstellationen in Kafkas Erzähltheater. Zur Erklärungsfunktion der Wiederholungsstrukturen im mittleren Werk • Fariba Mosleh(Hg.), Vienna Chinatown INvisible. Eine Reise durch das chinesische Wien • agnes Pistorius, Heroine unterm Hakenkreuz. Hedwig Pistorius 1906–2004. Ein Lebensbild • lisa Wonka, Merkmale des gesprochenen österreichischen Deutsch anhand der Analyse von ORF-Sendungen REMAprint-Littera Druck- und VerlagsgesmbH • Johann thomas ambrozy/ carla carmona escalera/ Sandra tretter/ eva Werth(Hg.), Egon Schiele Jahrbuch, Doppelband II/III, 2012/13 Studien Verlag Ges.m.b.H. • eveline brugger/ birgit Wiedl, Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich im Mittelalter. Band 3: 1366–1386 • Günter Dinhobl/ birgit haehnel(Hg.), Panorama Welterbe Semmeringeisenbahn. Visionen 2029 • Petra ernst/ eleonore lappin-eppel(Hg.), Jüdische Publizistik und Literatur im Zeichen des Ersten Weltkriegs • rita Garstenauer/ anne unterwurzacher(Hg.), Aufbrechen, Arbeiten, Ankommen. Mobiliät und Migration im ländlichen Raum seit 1945 • Sabine hofmann-reiter, Zeitverständnis am Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe • erna lackner(Hg.), Die Generationen Y und Z zwischen Kultur und Wirtschaft 196 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 • Stefan august lütgenau/ Sarah-Marie thiel(Hg.),„Ich lass mich von den Geschicken tragen“. Briefe und Fragmente einer jüdischen Familie aus Wien 1939–1941 • Philipp Mettauer/ barbara Staudinger(Hg.),„Ostjuden“ – Geschichte und Mythos • nicola Mitterer/ hajnalka nagy(Hg.), Zwischen den Worten, hinter der Welt. Wissenschaftliche und didaktische Annäherungen an das Unheimliche • Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, ÖZG 26/2015/1–3 • Wolfgang Pensold/ Silvia nadjivan/ eva tamara asboth, Gemeinsame Geschichte? Ein Jahrhundert serbischer und österreichischer Mythen • Daniela Strigl/ roland innerhofer(Hg.), Sonderweg in Schwarzgelb? Auf der Suche nach einem österreichischen Naturalismus • Maria Wirth/ Europäisches Forum Alpbach(Hg.), Ein Fenster zur Welt. Das Europäische Forum Alpbach 1945–2015 SWS – Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft • SWS-Rundschau, Heft 1–4/2015 Universitätszentrum für Friedensforschung • Wiener Blätter zur Friedensforschung 2015 V&R unipress GmbH • lieselotte ahnert(Hg.), Charlotte Bühler und die Entwicklungspsychologie • Violetta l. Waibel(Hg.), Umwege. Annäherungen an Immanuel Kant in Wien, in Österreich und in Osteuropa Verein für Volkskunde • karl c. berger/ Margot Schindler/ ingo Schneider(Hg.), Stofflichkeit in der Kultur • birgit Johler, Freud’s Dining Room. Möbel bewegen Erinnerung. Furniture moves memory Verein Gemeinsam Lernen • claudia Gerhartl/ christine Oertel/ Gerhard Stöger(Hg.), Chronik – 35 Jahre SchülerInnenschule„Zuhause in der Schule“ Verein Kulturfokus.eu-Wien im Eigenverlag • helmut Friedrichsmeier/ Sladjana Pa kalj/ radenko kosi ‘ , Auf steinernen Spuren Verein Kulturtour • Judit erharter, Traboullieren in Wien. Durch Durchhäuser durchgehen Verein zur Erforschung der Monodie • Maria Pischlöger, Zu Theorie und Geschichte der Monodie, Band 8 in 2 Bänden Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen • Gertraud Marinelli-könig/ Philipp hofeneder(Hg.),„Andere Bienen…“. Der literarische Transfer zwischen den slawischen Kulturen und dem deutschsprachigen Raum im Zeitalter der Weltliteratur(1770–1850) Verlag Alt-Mödling • Wolfgang Punz/ Wolfgang Pruzsinszky/ regine Pruzsinszky(Hg.), Verbannt nach Anatolien. Aufzeichnungen 1944–1945. P. Siegfried Pruczsinsky CM Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH • reinildis van Ditzhuyzen, Liebesbriefe aus Lemberg – Eine Spurensuche um die halbe Welt 1915–2015 Wissenschaft � 197 Frauenkulturbericht / MA 7 Verlag für moderne Kunst GmbH • ula Schneider/ Wolfgang Schneider/ beatrix Zobl(Hg.), Unsicheres Terrain/ Destabilized Ground • Sofie thorsen/ heike eipeldauer(Hg.), Sofie Thorsen – Spielplastiken Verlagsanstalt Tyrolia GesmbH • carla amina baghajati, Muslimin sein. 25 Fragen zur Rolle der Frau im Islam Verlagshaus Hernals e.U. • christiane Schütte, Heimkehr ohne Heimat II Walter de Gruyter GmbH • angela kallhoff(Hg.), Klimagerechtigkeit und Klimaethik Zaglossus e.U. • christine ehardt/ Georg Vogt/ Florian Wagner(Hg.), Eurovision Song Contest: Eine kleine Geschichte zwischen Körper, Geschlecht und Nation • Hg_innen, fiber-Kollektiv, fiber_feminismus • hanna hacker, Frauen* und Freund_innen. Lesarten„weiblicher Homosexualität“, Österreich 1870–1938 • QWIEN, WASt(Hg_innen), ZU SPÄT? Dimensionen des Gedenkens an homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus • Jo Schmeiser(Hg.in), Conzepte. Neue Fassungen politischen Denkens • terre thaemlitz, Nuisance. Writings on identity jamming& digital audio production Druckkostenbeiträge/ Ankäufe Insgesamt wurden 86 Verlage bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/ oder Ankäufen gefördert, davon werden 31 von Frauen geleitet. Das sind 36 Prozent. Druckkostenbeiträge/ Ankäufe Album Verlag • eva lerbscher Amalthea Signum Verlag GmbH • Prof.in Dr.in brigitte Sinhuber-harenberg Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co. KG • Dr.in eva reinhold-Weisz 198 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Edition Lammerhuber • Silvia lammerhuber Edition Splitter • batya horn Eigenverlag Prof. Margret Dieberger • Prof.in Margret Dieberger IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Mag.a Dr.in Susan Milford Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Österreich • ing.in helena basler Lifting the Curtain. Verein zur Erforschung und Förderung europäischer Architektur- und Kunstnetzwerke • Mag.a Suzanne krizenecky Metro Verlagsbüro W. GmbH • Sandra Steindl Milena Verlag • Mag.a Vanessa Wieser Musikwissenschaftlicher Verlag Wien • Dr.in angela Pachovsky Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie • Dr.in Vera Zimprich Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie • univ.-Prof.in Dr.in claudia theune-Vogt Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft • Dr.in birgit bahtic-kunrath, e.Ma Österreichische Haiku Gesellschaft • Petra Sela Österreichischer Schriftsteller/innenverband • Mag.a Dr.in Sidonia Gall Peter Lang GmbH • Mag.a alexandra Marciniak Seifert Verlag GmbH • Dr.in Maria Seifert Universitätszentrum für Friedensforschung • hofrätin Dipl.Dolm.in Dr.in Sigrid Pöllinger Wissenschaft � 199 Frauenkulturbericht / MA 7 V&R unipress GmbH • Susanne Franzkeit, M.a. Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung • Mag.a Michaela Maier Verein Gemeinsam Lernen – SchülerInnenschule • ursula Sehr Verein Kulturtour • Judit erharter Verein zur Erforschung der Monodie • Mag.a Maria Pischloeger Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH • Michaela Jungwirth Verlag für moderne Kunst GmbH • Silvia Jaklitsch Verlagsgruppe Styria GmbH& Co. KG • Mag.a Gerda Schaffelhofer Verlagshaus Hernals e.U. • Mag.a elisabeth Schmidt Walter de Gruyter GmbH • anke beck Zaglossus e.U • Dr.in nicole alecu de Flers Stipendien Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen Fördervolumen davon für Frauen Stipendien und Förderpreise für Hochbegabte 121 760 69 160 200 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Doc Awards der Universität Wien • Dr.in lisa isola • Dr.in nina-Sophie Fritsch Apart – Stipendium im Rahmen des Stipendienprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • MMag.a Dr.in ljiljana radonic Förderstipendien der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien(MUK), vormals: Konservatorium Wien GmbH • katharina Glas • katharina Senk Förderungspreis der Stadt Wien für ausgezeichnete AbsolventInnen an der Universität für angewandte Kunst Wien • Mag.a kathrin heimel • Mag.a kathrin Stumreich Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien – Förderungspreis • Mag.a renée Winter Stipendien der Stadt Wien für erfolgreiche SchülerInnen und StudentInnen der Modeschule der Stadt Wien • kübra Öztürk • eveline Grubbauer • Jessica nigl • batja Ferch • Viktoria Stettler • Magdalena haim Talenta – Preise des Kuratoriums zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien • Stefanie bohacek • Franziska Disslbacher • anna Dibiasi Theodor Körner Preis der Stadt Wien für Wissenschaft • Mag. linda erker Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(25 Frauen, 19 Männer) für wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß bis 1 500 Euro Fördervolumen davon für Frauen 39 500 20 750 � Wissenschaft � 201 Frauenkulturbericht / MA 7 Wissenschaftsstipendien, junge AkademikerInnen � • Mag.a Mirjana anastasijevic Rhythmus des Universums • Dr.in Judith benz-Schwarzburg Cognitive Kin, Moral Strangers? Socio-cognitive abilities in animals and their ethical relevance • Dipl.-ing.in esther Sophie blaimschein Anatomie der Wiener Seele oder das Nacktgehen eines städtischen Habitus. Forschungsbericht einer Anamnese • Johanna chovanec, b.a. Alterität. Konstruktionsformen der Differenz • Dr.in anja christanell Energiekonsum und Armut in Österreich • Mag.a Julia edthofer Vom antiimperialistischen Antizionismus zur aktuellen Boykottbewegung – Veränderungen und Kontinuitäten des israelbezogenen Antisemitismus in der Wiener autonomen Linken • Mag.a christine ehardt The Un/Forgettable Years. Eine kleine Kulturgeschichte österreichischer SongcontestBeiträge der 1980er Jahre • Mag.a Julia ehrenreich Mieke Bal: Lexikon der Kulturanalyse Wien • Mag.a Dr.in ingrid holzschuh Otto Strohmayrs Lernjahre bei Peter Behrens und Clemens Holzmeister in Wien • Sarah Maria knoll, Ma Biographischer Aufsatz: Franz Marek. Kindheit und Jugend in Wien und seine Tätigkeit als Widerstandskämpfer • Mag.a ursula knoll Theorising Pornography • Mag.a elisabeth kossarz 18 Musterexegesen zum Römischen Recht 202 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 • Mag.a christina krakovsky Serbiens Weg in die Europäische Union. Die EU-Integration Serbiens in der Post-Milosevic Ära • MMag.a karin lackner J. J. von Littrows Geschichte der Astronomie. Untersuchung eines astronomiehistorischen Manuskripts aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts • Mag.a Sabine Mandl Erhebung des aktuellen europäischen wissenschaftlichen Forschungsstands zum Thema „häusliche Gewalt“ aus unterschiedlichen Perspektiven und Präsentation des vom Ludwig Boltzmann Institut durchgeführten Daphne-Projekts zu„Gewalt an Frauen mit Behinderungen und ihre Unterstützungserfahrungen“, um auf eine besonders vulnerable Gruppe von Frauen hinzuweisen, die sehr komplexe Formen von Gewalt erleben • Sylvia Mandl, MSc Lokale Maßnahmen gegen Energiearmut in Wien/ Österreich • Dipl.-ing.in Sladjana Mazohl Theophil von Hansen und seine serbischen Schüler – Praktikanten an dem Projekt für das Parlamentsgebäude(Bauzeit 1874–1883) in Wien. Svetozar Ivackovic(1844–1924) und Jovan Ilkic(1857–1917) • Mag.a agnes Meisinger Zwei Jahrzehnte der Gegensätze. Die Geschichte des Wiener Eislauf-Vereins zwischen 1910 und 1930 • Marlies Möderndorfer, Ma Der Einfluss landwirtschaftlicher Arbeitserfahrung junger Menschen auf deren Leben in Wien. Identifikationsprozesse mit landwirtschaftlicher Arbeit von WienerInnen • MMag.a laura Moroder Urbane Lichtverschmutzung in Österreich 2015 • Mag.a Suleika Mundschitz Der österreichische Beitrag im Kontext der Biennale di Venezia 2015 • Mag.a Judith Pfeifer Ritual Media: Die„Türkenbelagerung“ in österreichischen Printmedien 1955–2010. Eine Diskursanalyse medialer Repräsentation des„Türkengedächtnisses“ • MMag.a Doris Posch Transnationales Kino der Gegenwart: VIENNALE Transkulturell und Translokal? • MMag.a lucie Strecker Aesthetic Strategies and the psychotherapeutic Simulation of Authenticity • Mag.a Silvia Wojczewski Krankheitsvorstellungen von und(Selbst-)Behandlungsstrategien bei grippalen Infekten in Wien Wissenschaft � 203 Frauenkulturbericht / MA 7 Stipendien, Studienbeihilfen sowie Förderungen für Diplomarbeiten und Dissertationen Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Beihilfen im Gesamtbetrag von 26 030 Euro vergeben. Davon entfielen 17 090 Euro auf Studentinnen bzw. Schülerinnen. Stipendien für Diplomarbeiten und Dissertationen Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß bis 4 000 Euro Das Budget im Jahr 2015 in der Höhe von 56 750 Euro wurde an dreizehn Frauen und fünf Männer vergeben. Davon für Frauen 38 250 Euro. Forschungsstipendien, Wiener Wissensbasis Die Projekte im Einzelnen • Mag.a Judith aistleitner Detaillierte Nachlass-Arbeit, Archivarbeit, Aufsatzsammlung – Siglinde Bolbecher • Dr.in tamara ehs 70 Jahre IWK. Geschichte einer Wiener Gegenöffentlichkeit • Dr.in cornelia kogoj Minderheiten in Museen – Minderheitengeschichten ausstellen • Mag.a caroline konrad(krupp), MaS Gründungen und Innovationen. Kulturpolitik in Wien 1980 bis 2015 • Mag.a barbara lipp Es hat viel Platz in 90 Jahren! Erinnerungen aus einem Theaterleben – Biographie Prof. Dr. Heinrich Kraus 204 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 • Mag.a barbara litsauer 70 Jahre IWK. Zahlen, Daten und Fakten zur Geschichte des Instituts • Dr.in Stefanie Mayer „Gender-Ideologie“ – Kampfbegriff gegen Gleichstellungspolitiken • Mag.a Petra Mayrhofer/ Mag.a agnes Meisinger/ Mag.a Magdalena neumüller (Arbeitsgemeinschaft) Der„Schneepalast“ in der Wiener Nordwestbahnhalle. Zur Geschichte der weltweit ersten Skihalle • Mag.a Dr.in andrea Seelich Asyl – Fokus: Wiens brachliegende Ressourcen/ Kontingente • Mag.a katja Sindemann Geschichte des Café Palmhof, ein jüdisches Konzertcafé der Zwischenkriegszeit • Mag.a Sonja Stummerer, Ma(aa) [putzen] forschen • Mag.a Margit Wolfsberger Jüdische Migration von Österreich nach Neuseeland • Dr.in Dina Yanni, Ma Checkliste zur Vermeidung rassistischer und diskriminierender Repräsentationen im Film Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Wissenschaft und Volksbildung 12 Mitglieder, davon 8 Frauen Im Vergleich zu 2014(11 Mitglieder, davon 7 Frauen) ist das eine Steigerung der Frauenquote um drei Prozent. Dr.in ursula baatz, Vizerektorin Dr.in christiane Druml, univ.-Prof.in Dr.in Sabine Zöchbauer-Müller, univ.-Prof.in Dr.in astrid kafka, univ.-Prof.in Dr. alexandra kautzky-Willer, univ.-Prof.in Dr.in ulrike Schneider, Dr.in elisabeth brugger, Dipl.-ing.in Dr.in christine Mannhalter Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Wissenschaft � 205 Frauenkulturbericht / MA 7 Preise der Stadt Wien � •univ.-Prof.in Mag.a Dr.in andrea barta , Medizinische Universität Wien, Max Perutz Laboratories, Abteilung für Molekulare Biologie(Kategorie: Natur- und technische Wissenschaften, Dotation: 8 000 Euro) •Dr.in lisa Fischer, Erwachsenenbildnerin und freiberufliche Historikerin(Kategorie: Volksbildung, Dotation: 8 000 Euro) 50 Prozent(zwei von vier Preisen) gingen an Frauen. Preise der Stadt Wien Förderungspreise der Stadt Wien •Mag.a Dr.in bettina haidinger, FORBA Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (Kategorie: Geistes-, Sozial-, Kultur-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Dotation: 4 000 Euro) •Dr.in Pia baldinger, Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie; Klinische Abteilung für Biologische Psychiatrie(Kategorie: Medizinische Wissenschaften, Dotation: 4 000 Euro) •Mag.a Dr.in angela Stöger, Universität Wien, Department für Kognitionsbiologie (Kategorie: Volksbildung, Dotation: 4 000 Euro) 50 Prozent(drei von sechs Preisen) gingen an Frauen. Förderungspreise der Stadt Wien 206 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / MA 7 Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsförderungsfonds Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 209 439 Euro Kuratorium 16 Mitglieder, davon 10 Frauen univ.-Prof.in Dr.in luciana aigner-Foresti, univ.-Prof.in Dr.in andrea barta, univ.-Prof.in Dr.in Gabriella hauch, univ.-Prof.in Dr.in Sigrid Jalkotzy-Deger, univ.-Prof.in Dr.in herta nagl, univ.Prof.in Dr.in Marianne Popp, univ.-Prof.in Dr.in Sabine Schindler, univ.-Prof.in Dr.in Maria Sibilia, univ.-Prof.in Dr.in birgit Wagner, univ.-Prof.in Dr.in christiane Wendehorst, ll.M. Kuratorium ÖAW Forschungsprojekte Im Rahmen der beiden vom Jubiläumsfonds im Jahr 2015 unterstützten Forschungsprojekte zum Thema„Analyse großer Datenmengen in der historischen und aktuellen Demographie im Zusammenhang mit Populationsdynamik“ wurden Mag.a Dr.in anne Goujon(Institut für Demographie, ÖAW) für ihr Projekt„Reconstructing educational attainment of populations in the 20 th century“ Förderungsmittel in der Höhe von 98 722,00 Euro zuerkannt. ÖAW Forschungsprojekte Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 240 500 Euro(Ausschüttung 2016) Kuratorium 10 Mitglieder, davon 6 Frauen univ.-Prof.in Dr.in andrea barta, univ.-Prof. Dr. Gertrud haidvogl, OSr ing.in Dr.in karin büchl-krammerstätter, univ.-Prof.in Dr.in helga kromp-kolb, univ.-Prof.in Dipl.-ing.in lilli licka, univ.-Prof.in Dr.in Marianne Popp Wissenschaft � 207 Frauenkulturbericht / MA 7 Kuratorium � Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Kuratorium 8 Mitglieder, davon 1 Frau Dr.in ursula baatz Kuratorium Förderung Wien-bezogener Forschungsprojekte Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 192 539,67 Euro • univ.-Prof.in Mag.a tina Wakolbinger, Ph.D./ Dr.in Vera hemmelmayr/ Mag.a alexandra anderluh Einsatz von Lastenfahrrädern zur innerstädtischen Güterlieferung – ein Städtevergleich und Best Practice Empfehlungen für die Stadt Wien(Dotation: 19 000 Euro) • Dr.in Verena Gruber The Evolution of Altruism and Volunteer Work(Dotation: 19 000 Euro) • PD Dr.in Monika koller Lebensqualität in der Smart City Wien: Empowered Citizens(Dotation: 18 000 Euro) • MMag.a anna katharina raggl, Ph.D. gemeinsam mit Dr. Mathias Moser Social Deprivation and Within-Country Migration in Austria(Dotation: 17 000 Euro) 208 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / Ma 7 � 50 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. Förderung Wien-bezogener Forschungsprojekte Förderprogramm AssistentInnen-Kleinprojekte Gesamtfördersumme: 23 203 Euro • Dr.in MMag.a kathrin Figl Investigating Flow Direction of Business Process Models with Eye Tracking(Dotation: 3 300 Euro) • katie hyslop, MSc Network competence, top management support and their influence on SME open innovation behaviour: An empirical investigation.(Dotation: 3 150 Euro) • Mag.a Julia nicolussi Satzungsgestaltungen und Hauptversammlungspräsenzen(Dotation: 3 600 Euro) • laura noval, Mba, PhD The cold and the hot of intergenerational allocation decisions: Contrasting reasoning and emotions in intergenerational behavior(Dotation: 1 500 Euro) • Stefanie Peer, Ph.D. A new method to assess and explain public transport variability: data collection(Dotation: 1 200 Euro) • nora Szücs, M.Sc. Self-initiated expatriates' boundaryless career? – Career scripts and sensemaking processes by self-initiated expatriates(Dotation: 3 600 Euro) • Dr.in Maria rita testa Studie über die Integrationspotentiale syrischer und irakischer Asylwerber/innen(Dotation: 3 120 Euro) 76,23 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. Wissenschaft 209 � Frauenkulturbericht / Ma 7 � Förderprogramm AssistentInnen-Kleinprojekte � WU Best Paper Awards Gesamtfördersumme: 21 000 Euro • univ.Prof.in Dr.in Sylvia Frühwirth-Schnatter Bayesian exploratory factor analysis, Journal of Econometrics 183, 2014, pp 31–57 • PD Dr.in Maria rita testa The effect of couple disagreement about child-timing intentions: a parity-specific approach, Population and Development Review 40(1), 2014, pp 31–53 66,67 Prozent der Preise gingen an Frauen. WU Best Paper Awards Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Kuratorium 6 Mitglieder, davon 3 Frauen univ.-Prof.in Dr.in Maria Sibilia, univ.-Prof.in Dr.in beate Wimmer-Puchinger, univ.-Prof.in Dr.in Sabine Zöchbauer-Müller Kuratorium 210 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / Ma 7 � Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Kuratorium 10 Mitglieder, davon 5 Frauen Dr.in ursula baatz, Prof.in Marianne Gruber, univ.-Prof.in Dr.in Susanne heine, Mag.a elisabeth lindner, univ.-Prof.in Dr.in brigitte rollett Kuratorium Wiener Vorlesungen Mitwirkende Gesamt Frauen Männer 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 46% 54% (41%) (59%) (42%) (58%) (45%) (55%) (43%) (57%) (43%) (57%) (37%) (63%) Wiener Vorlesungen, Mitwirkende Gesamt Wissenschaft 211 � Frauenkulturbericht / Ma 7 � Im Jahr 2015 waren es vor allem renommierte intellektuelle Frauen, die die Schlüsselvorträge im Rahmen der Wiener Vorlesungen hielten. „Entrechtung und Verrechtlichung: Entpolitisierung der Demokratie?“ – unter diesem Titel sprach Shalini Randeria, die neue Rektorin des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen, über die Frage, wie marginalisierte Bevölkerungsgruppen gegen das mächtige Zusammenspiel von internationalen Organisationen, multinationalen Konzernen und„listigen Staaten“ ankämpfen können. In der 50. Wiener Kindervorlesung„Wer bestimmt, was man tun muss oder nicht tun darf?“ ging Christiane Wendehorst, Universitätsprofessorin am Institut für Zivilrecht der Universität Wien, der Frage nach, welche Regeln unseren Alltag bestimmen, wer sie macht und was ihre Herkunft für uns bedeutet. In der Zeit einer gleichermaßen radikalen wie dynamischen Ökonomisierung von Politik und Gesellschaft sind die Lehre und die These von Viktor Frankl, dass es darauf ankommt, dem Leben und den Aktivitäten Sinn zu geben, besonders bedeutend. Sinn resultiert aus Menschlichkeit im individuellen und im kollektiven Bereich: Hilfestellung und Solidarität und nicht Profitsteigerung. Boglarka Hadinger, Leiterin des Instituts für Logotherapie und Existenzanalyse in Tübingen und Wien, hielt in Anlehnung an einen Leitspruch Viktor Frankls:„Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar“ einen Festvortrag vor 1 000 ZuhörerInnen im Festsaal des Wiener Rathauses. Anlass für diese Veranstaltung waren der 110. Geburtstag von Viktor E. Frankl, die Eröffnung des weltweit ersten Museums zu Ehren des Existenzanalytikers und Logotherapeuten Frankl in Wien, vor allem aber die Aktualität von Frankls Lehre. Eine der großen Herausforderungen der gegenwärtigen Welt sind der Klimawandel, die Erderwärmung, das Abschmelzen der Gletscher und der Anstieg des Meeresspiegels. „Urbanisierung und Nachhaltigkeit“ lautete daher der Titel der Wiener Vorlesung von Helga Weisz, Professorin für Industrielle Ökologie und Klimawandel an der Humboldt-Universität zu Berlin und Leiterin der Abteilung Transdisziplinäre Konzepte und Methoden am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Wiener Initiative„Klimaschutz und Bildung“ und in Kooperation mit dem 16. Österreichischen Klimatag des„Climate Change Centre Austria statt. Die Tagung ging der Frage nach, wie eine auf Nachhaltigkeit fokussierte Stadtentwicklung mit dem Problem einer dynamisierten Urbanisierung umgeht. Die Fragen der Auseinandersetzung mit Ereignissen, Entwicklungen und Mentalitäten der Nazi-Vergangenheit Österreichs und jenen, die aus versäumten Auseinandersetzungen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit resultieren, beherrschten das Gespräch mit der aus Wien stammenden Germanistin Ruth Klüger, die im Juni 2015 mit dem Ehrendoktorat der Universität Wien und mit dem von der Ärztekammer für Wien gestifteten Paul Watzlawick-Ehrenring ausgezeichnet wurde. Der Paul Watzlawick-Ehrenring wurde im Rahmen einer Wiener Vorlesung zum Thema„Wien Geschichten. Erlebt, erzählt, erdichtet“ im Wiener Rathaus feierlich überreicht, die Laudatio für Ruth Klüger hielt die Literaturwissenschafterin, Literaturkritikerin und Essayistin Daniela Strigl, die Laudatio anlässlich der Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Wien an Ruth Klüger die Literaturwissenschafterin Konstanze Fliedl. Die Laudationes von Fliedl, Strigl und Ehalt und die Dankesrede von Ruth Klüger sind in dem Band„Ruth Klüger und Wien“(„Wiener Vorlesungen“, Band 182) im Picus Verlag erschienen. In den 10er-Jahren des 21. Jahrhunderts sind die Widersprüchlichkeiten im sozialen Geschehen und die Ambivalenzen ihrer Beurteilung besonders gravierend. Die deutsche Autorin und Philosophin Ariadne von Schirach thematisiert das neue Zusammenspiel von Überwachung, Diszi212 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / Ma 7 � plinierung und Normierung, dem Bürgerinnen und Bürger ausgesetzt sind. Dieser schwierigen Situation kann man, so Schirach, nur mit einem gut akkordierten System von„Funktionieren, opponieren, distanzieren“ begegnen: Man muss funktionieren, weil Politik, Gesellschaft und Wirtschaft„funktionstüchtige“ BürgerInnen braucht; man muss opponieren, weil Bürgerinnen und Bürger Anstöße dazu geben sollten und müssen, die Gesellschaft zu verändern. Gebraucht wird aber auch die Fähigkeit, sich Raum zu schaffen und sich zu distanzieren. Über die Gratwanderung zwischen diesen drei unterschiedlichen Anforderungen hielt Ariadne von Schirach ihre Wiener Vorlesung. Über„Ross und Reiter. Symbiose, Schnelligkeit, Eleganz“ im Konkreten und den Umgang zwischen Mensch und Tier am Beispiel des Pferdes im Besonderen sprachen Daniela Strigl und die Philosophin und bildende Künstlerin Elisabeth von Samsonow. Diese Veranstaltung fand als Teil der„peripatetischen Akademie“ der Wiener Vorlesungen auf einem traditionsreichen Gebiet des Pferderennsports, der Galopprennbahn Freudenau, statt. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv zum Thema„Wien April/ Mai 1945. Kampftage zwischen Befreiung und Kriegsende im Spiegel von Gerichtsurteilen“ las Elisabeth Orth, Doyenne des Wiener Burgtheaters, aus den im Wiener Stadt- und Landesarchiv erhaltenen Strafakten des Landesgerichts Wien. Der Vortrag„Fundamentalismus und Medien“ der Kulturtheoretikerin, Autorin und Filmemacherin Christina von Braun ging der Frage nach, mit welchen medialen Techniken – Internet, soziale Medien, filmische Aufnahmen – junge Dschihadisten aus der westlichen Welt rekrutiert werden. Thematisiert wurden vor allem auch die Geschlechterrollen in einem fundamentalistisch orientierten Islam. Am 14. Dezember 2015 schließlich wurde das Buch„Herbert Steiner. Auf vielen Wegen, über Grenzen hinweg. Eine politische Biografie“ von Brigitte Halbmayr in der Hauptbücherei am Gürtel präsentiert. Erschienen ist es als Band III der Reihe„Enzyklopädie des Wiener Wissens, Porträts“ in der Bibliothek der Provinz, edition seidengasse. Weiters erschienen in dieser Reihe Band IV über„Die(Selbst-)Inszenierung Karl Luegers und die Rezeption nach 1910“ von Elisabeth Heimann und in der Reihe„Wiener Vorlesungen“ im Picus Verlag die Bände„Höflichkeit heute. Zwischen Manieren, Korrektheit und Respekt“ von Hubert Christian Ehalt, Asfa-Wossen Asserate, Stéphane Gomperz, Julya Rabinowich, Kathrin Röggla(Band 175) und„Sex zwischen Befreiung und neuer Disziplinierung“ von Franz X. Eder, Hubert Christian Ehalt und Suleika Mundschitz(Band 181). Wissenschaft 213 � Frauenkulturbericht / Ma 8 � WIENER STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Frauenspezifische Themen aus Archiv und Forschung und die Vermittlung von abteilungsspezifischem Know-how an Entscheidungsträgerinnen und Forscherinnen innerhalb und außerhalb des Magistrats der Stadt Wien gehörten auch 2015 zu den wichtigen Aufgabenbereichen des Wiener Stadt- und Landesarchivs. Öffentlichkeitsarbeit Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat im Berichtsjahr mehrere„Zeitzeugnisse“ mit Schätzen aus den Beständen des Archivs im Wien Geschichte Wiki präsentiert. Gezielt zum Frauentag 2015 die Biographie von Helene von Hornbostel, einer Mitbegründerin und die Präsidentin des Wiener Frauen-Erwerb-Vereins, des ersten österreichischen Frauenvereins mit wirtschaftlichen Zielsetzungen. Er wurde am 2. Juni 1866 gegründet und setzte sich für bessere Bildungsund Erwerbsmöglichkeiten für Frauen ein. Im Sommer 2015 wurde ein Kamerateam bei Filmaufnahmen zu einem Dokumentarfilm über Edith Tudor-Hart, einer berühmten KGB-Agentin und Fotografin, unterstützt. Die Ausstellung„Der Wiener Gemeinderat und der Wiener Landtag – eine Zeitreise 1848 – derzeit“ wurde im Sitzungssaal des Wiener Landtages und Gemeinderates im Rahmen der Veranstaltung„Tag der offenen Tür im Rathaus“ am 12. September 2015 gezeigt. Ein eigenes Kapitel der Ausstellung widmete sich der Entwicklung des Frauenanteils im Gemeinderat und im Landtag seit 1918. Werkverträge Die MA 8 hat im Zuge von beauftragten Werkverträgen im Berichtsjahr 22 Prozent der Budgetmittel an Werkvertragsnehmerinnen und 78 Prozent an Werkvertragsnehmer vergeben. Werkverträge Beratung Die Auslastung des Lesesaals und der Beratung vor Ort erfolgte zu 50 Prozent durch Archivbenutzerinnen. 214 Öffentlichkeitsarbeit• Werkverträge � Frauenkulturbericht / Ma 8 � ArchivbenutzerInnen � Wissenschaftsförderung Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien 2015 waren die Fachbereiche Geisteswissenschaften und Theologie, Medizin und Veterinärmedizin, Rechts- Staats-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte zur Förderung ausgeschrieben. Es wurden 133 Projekte in einer Gesamthöhe von 1 846 849 Euro eingereicht. Gefördert wurden 35 Projekte mit einer Summe von 299 971 Euro, was einer durchschnittlichen Förderung von 8 570 Euro pro Antrag entspricht. Die Förderquote lag somit bei rund 26 Prozent aller eingereichten Projekte und rund 16 Prozent der eingereichten Summe. 21 Förderungen gingen an Wissenschafterinnen, also rund 60 Prozent. Förderungen Gesamt Im Einzelnen stellten sich die Förderungen wie folgt dar: Bereich Geisteswissenschaften und Theologie, Einreichungen Gesamt Frauen 41 Anträge 21 Anträge Geisteswissenschaften und Theologie, Einreichungen 520 790 277 246 Werkverträge• Wissenschaftsförderung 215 � Frauenkulturbericht / Ma 8 � Bereich Geisteswissenschaften und Theologie, Förderungen Gesamt 14 Projekte Frauen 5 Projekte Geisteswissenschaften und Theologie, Förderungen � 75 000 27 000 � Bereich Medizin und Veterinärmedizin, Einreichungen Gesamt 69 Anträge Frauen 38 Anträge Medizin und Veterinärmedizin, Einreichungen 1 009 192 � 556 819 � Bereich Medizin und Veterinärmedizin, Förderungen Gesamt 10 Projekte Frauen 8 Projekte 216 Wissenschaftsförderung � 145 484 � 129 773 � Frauenkulturbericht / Ma 8 � Medizin und Veterinärmedizin, Förderungen � Bereich Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Einreichungen Gesamt 23 Anträge Frauen 14 Anträge 316 866 � 192 781 � Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Einreichungen Bereich Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Förderungen Gesamt 11 Projekte Frauen 8 Projekte 79 487 � 58 647 � Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Förderungen Wissenschaftsförderung 217 � Frauenkulturbericht / Ma 9 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Auch 2015 legte die Wienbibliothek einen besonderen Schwerpunkt auf das Spannungsverhältnis Stadt und Frauen, was sich in spezifischen Aktivitäten niederschlug. Ausstellung „Immer ready sein zu gehen“. Der Exil-Nachlass der Musiker-Geschwister Grünschlag 10. Dezember 2015 bis 29. April 2016, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Im April 2015 erhielt die Wienbibliothek mit dem Nachlass der Geschwister Grünschlag einen Bestand, der die Flucht jüdischer MusikerInnen vor den Nationalsozialisten durch eine Fülle an einschlägigem Material, darunter auch Filmen, geradezu beispielhaft dokumentiert. Die daraus gespeiste Ausstellung zeigte das Leben von Toni und Rosi Grünschlag sowie deren Bruder David vor, während und nach diesem traumatischen Einschnitt. Toni und Rosi lernten Klavier bei Hilda Stern-Pollak am Neuen Wiener Konservatorium und danach an der Musikakademie, Toni in der Meisterklasse von Emil Sauer und Rosi bei Walter Kerschbaumer. Toni gewann 1936 bei einem Musikwettbewerb einen Ehrenpreis und konnte ihr Studium trotz Machtübernahme der Nationalsozialisten im Juni 1938 mit dem Konzertfach-Diplom beenden. Den Schwestern gelang 1939 die Ausreise nach England und die Weiterreise zu ihrem Onkel nach Brooklyn, New York. Dabei kam ihnen zustatten, dass ihr Vater seine amerikanische Staatsbürgerschaft erneuern konnte. Die Familie sollte sich später in den USA wieder vereinen. Toni und Rosi bildeten fortan ein Klavierduo: 1944 debütierten sie in Philadelphia; 1950 traten sie in der New Yorker Carnegie Hall auf. Neben einer Lehrtätigkeit an der Ethel Walker School in Connecticut folgten Tourneen durch die USA, nach Mexiko und Europa. 1968, 1995 und 2006 besuchten sie ihre Geburtsstadt Wien. Die Ausstellung verstand sich auch als Dank an die Schenkerin des Nachlasses, Dorit Straus, der Tochter David Grünschlags. Veranstaltungen Waltraud Heindl Karl Kraus, Oskar Kokoschka und der Beamte Dr. Ludwig Ritter Von Janikovsky 28. Mai 2015, Vortrag und Lesung, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Die Historikerin Waltraud Heindl, die sich intensiv mit dem österreichischen Beamtentum und seinen Verflechtungen mit der Kulturszene befasste, rekonstruierte den Fall eines außergewöhnlichen Beamten aus dem engsten Kreis von Karl Kraus. Ihr Werk eröffnet neue Perspektiven auf das kulturelle Milieu Wiens von 1914, auf den Alltag österreichischer Beamter sowie auf das Leben der PatientInnen in der neu eröffneten psychiatrischen Klinik Steinhof. Tagebuchtage 2015 Nächstes Jahr im Küstenland 16. November 2015, Buchpräsentation, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Christine Casapicola las aus ihrem Buch„Nächstes Jahr im Küstenland“, in dem sie Erinnerungen, Geschichten und Geschichte aus Grado, Triest und Umgebung zusammengetragen hat. Auch wenn sich das ehemalige Österreichische Küstenland nun auf Italien und Slowenien verteilt, ist die Region immer ein gemeinsames Ganzes geblieben. In den Familiengeschichten lebt der Alltag von gestern weiter und man erinnert sich stolz an herausragende Persönlichkeiten, die es „damals in Wien“ weit gebracht haben. Casapicolas Werk vereint die Beschreibung von Menschen, Landstrichen und Geschichte des altösterreichischen Küstenlandes in 15 Lebensbildern. 218 ausstellung• Veranstaltungen � Frauenkulturbericht / Ma 9 � Claudia Erdheim In der Judenstadt 24. November 2015, Buchpräsentation, Lesesaal der Wienbibliothek Erdheims Werk führt zurück ins Wien des 17. Jahrhunderts: Die jüdische Bevölkerung wurde endgültig aus der Stadt vertrieben und in der„Judenstadt“ außerhalb der Stadtmauern(in der heutigen Leopoldstadt) angesiedelt. Unter ihnen ist Lena Gerstl, deren bewegtes Schicksal Claudia Erdheim fast 400 Jahre später zum Leben erweckte: Mit all ihrem Hab und Gut auf Eseln und auf Wagen ziehen die Juden aus der Stadt in den Unteren Werd. Voll Mut und Hoffnung, in der neuen Judenstadt unter dem Schutz des Kaisers friedlich leben zu können, macht sich auch Lena Gerstl, Frau des Tuchhändlers Jocham, auf den Weg. Man richtet sich ein und geht seinen Geschäften nach. Kinder werden geboren und sterben, die Donau tritt über die Ufer, die Blattern wüten, die Schweden fordern ihren Tribut. Man hat die Wassersucht, die Schwarzsucht und die Frais. Vor allem aber hat man unter den ständigen Anschuldigungen und Angriffen durch die christliche Stadtbevölkerung zu leiden. Es gibt Verleumdungen und Bezichtigungen und schließlich sogar einen Mord. Beteiligung an Ausstellungen mit frauenspezifischem Schwerpunkt Wally. Modell – Muse – Krankenschwester. Ein Frauenleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts 27. Februar bis 1. Juni 2015, Leopold Museum, Wien Das starke Geschlecht. Frauen in der Psychoanalyse, Wien 16. Oktober 2015 bis 21. Oktober 2016, Sigmund Freud Museum, Wien Ich bin Ich. Mira Lobe und Susi Weigel 28. November 2015 bis 1. Mai 2016, Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz Wienbibliothek BenützerInnen Von den 1 110 im Jahr 2015 neu ausgestellten Lesekarten entfielen 587(53%) auf Frauen. Unter diesen stellt die Gruppe der Studentinnen mit über 51 Prozent die weitaus größte Gruppe, was auf die Bedeutung der Wienbibliothek insbesondere für jüngere Frauen hinweist. Wienbibliothek BenützerInnen Veranstaltungen• Wienbibliothek benützerinnen 219 � Frauenkulturbericht / Wien MuSeuM � WIEN MUSEUM Frauenanteil im Team Direktion 1 Frau, 2 Männer � Dr.in ursula Storch(Vizedirektorin) � Direktion Mittleres Management 5 Frauen, kein Mann Mag.a bärbl Schrems(Ausstellungsproduktion), ing.in Mag.a Martina klauser(Interne Services), Mag.a teresa Mitterlehner-Marchesani(Marketing und Öffentlichkeitsarbeit), Mag.a elisabeth Graff(Restaurierung und Objektbetreuung), Mag.a isabel termini-Fridrich (Vermittlung und BesucherInnenservice) Mittleres Management Wissenschaftliche MitarbeiterInnen 12 Frauen, 8 Männer � Mag.a Susanne breuss, Mag.a elke Doppler, Mag.a andrea hönigmann-Polly, Mag.a alexandra hönigmann-tempelmayr, Dr.in regina karner, Mag.a Frauke kreutler, Dr.in Michaela kronberger, Mag.a Michaela lindinger, Dr.in Martina nußbaumer, Mag.a eva-Maria Orosz, Dr.in ursula Storch, Mag.a Susanne Winkler � 220 Frauenanteil im team � Frauenkulturbericht / Wien MuSeuM � Wissenschaftliche MitarbeiterInnen � Neuer wissenschaftlicher Beirat Die neue Besetzung des wissenschaftlichen Beirats, die mit 1. Oktober in Kraft trat, ist international. Als Mitglieder für das beratende Gremium konnte Matti Bunzl 12 ExpertInnen gewinnen, davon 6 Frauen: Daniela hammer-tugendhat(Kunsthistorikerin, Universität für Angewandte Kunst, Wien), Maria-regina kecht(Literaturwissenschafterin, Rice University Houston), birgit lodes(Musikwissenschafterin, Universität Wien), Shalini randeria(Rektorin, Institut für die Wissenschaft vom Menschen, Wien& Sozialanthropologin, Graduate Institute of International and Development Studies, Genf), brigitta Johanna Schmidt-lauber(Ethnologin, Universität Wien), heidemarie uhl(Historikerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien) Neuer wissenschaftlicher Beirat Exemplarische Gender-Themen im Wien Museum Sammlungsankäufe 2015 wurden für Ankäufe, die durch die Galerienförderung des Bundeskanzleramt/ Abteilung Kunst unterstützt sind, Arbeiten von drei Frauen ausgewählt und dafür insgesamt 31 482 Euro ausgegeben. Mit dem Ankauf eines Konvoluts an Arbeiten von Sonia Leimer, Ohne Titel(Vorgartenstrasse), Ohne Titel(Währinger Strasse), Ohne Titel(Aumannplatz), Ohne Titel(Engerthstrasse), Ohne Titel(Mooslackengasse), Ohne Titel(Paradisgasse), alle 2015, konnte erneut eine Künstlerin gefördert werden, die zu der Gruppe der„emerging artists“ zählt. Weiters wurde das Gesamtkonvolut der Drucksachen(1974 bis 2015) der Künstlerin Ingeborg Strobl angekauft und somit der Kernteil ihres künstlerischen Œuvres(Broschüren, Kataloge, Kalender, Bücher, CD Cover, Druckbögen, Karten und Billets) gesichert. Mit dem Ankauf von künstlerischen Fotografien von Hertha Hurnaus, Ohne Titel(ORF Funkhaus Wien I–IV, 2015) wurde eine Künstlerin in die Sammlung aufgenommen, die sich bisher besonders in der Architekturfotografie einen Namen machen konnte. Frauenanteil im team• exemplarische Gender-themen im Wien Museum 221 � Frauenkulturbericht / Wien MuSeuM � Liebes Wien, Deine Ingeborg Strobl 20. Mai bis 6. September 2015, Ausstellung Wien Museum Karlsplatz Katalog erschienen im Verlag für Moderne Kunst, 84 Seiten Erstmals widmete die Künstlerin Ingeborg Strobl eine Ausstellung ausschließlich ihrer Beziehung zu Wien, wo sie seit 1967 lebt. Die meisten Arbeiten entstanden im Auftrag des Wien Museums oder speziell für diese Schau. Sie erzählen von Orten und Dingen, die für die Künstlerin von persönlicher Bedeutung sind. Ihre Fotografien, Schnappschüsse und Sammelstücke arrangierte sie zu einer Rauminstallation. Das Ensemble„Brunnen Beisl“ ist eine Hommage auf ein Wirtshaus, dessen letzte Wochen Strobl begleitet hat. Weitere Dokumentationen gelten dem einstigen Szenelokal Freihaus, einem Garten in Meidling, der Druckerei Remaprint oder einer Setzerei. Mit letzteren beiden produzierte Strobl über Jahrzehnte hinweg akribisch gestaltete Bücher und Editionen. Im abgenutzten Stadthallenbad entstand knapp vor dessen Renovierung eine subjektive Fotoserie über den Weg von der Schlüsselausgabe und den Umkleidekabinen bis zur Schwimmhalle. Weitere Rohstoffe für multimediale Arrangements sind Strobls Sammlung von Postkarten oder ein Fund aus den abgelegten Schachteln einer Wohnungsräumung. Der Themenfokus Wien, ergänzt mit Objekten aus Warschau, ist nur scheinbar eine Einschränkung: In Strobls sparsamer Arbeit mit genauem Blick auf ephemere Details öffnet sich immer ein eigenes Universum, basierend auf persönlicher Anteilnahme. Michaela Lindinger Sonderlinge, Außenseiter, femmes fatales. Das„andere“ Wien um 1900 Publikation, Amalthea Verlag, Wien 2015 Michaela Lindinger, Kuratorin am Wien Museum und Autorin, wagte einen Blick hinter die Kulissen eines„anderen“ Wien um 1900: auf die Vorstadtbühnen, wo Frauen verbotenerweise Hosen trugen und als Männer auftraten, in die hochherrschaftlichen Räume der ersten Wiener Hippies, auf die brennenden Ränge des Ringtheaters oder in die Männerbäder von Wien, wo man zusehen konnte, wie ein Erzherzog abgewatscht wurde. In diesem Buch begegnen wir Proletarierinnen und Hochadeligen, Reaktionären und Kommunarden, Aufsteigerinnen und Hochstaplern. Sie prägten ihre Zeit und auch die Nachwelt, auf ganz verschiedene Art und Weise. Ihr Leben verlief spannend und außergewöhnlich, eine Aura des Geheimnisvollen und Undurchsichtigen umgibt sie bis heute. Auswahl von Veranstaltungen zu Frauen und Frauenleben Open House in der Hermesvilla Nach dem letztjährigen Schwerpunkttag zu Kaiserin Elisabeths Hermesvilla lautete diesmal das Motto„Ein Sommernachtstraum“. Die Kuratorin des Wien Museums und Elisabeth-Biographin Michaela Lindinger führte zum Thema„For Titania with love“ und für Kinder zur Geschichte der Hermesvilla. Die Hermesvilla war Kaiserin Elisabeths„Traumschloss“ inmitten des einstigen kaiserlichen Jagdgebietes. Bei der Führung wurden das originale Turnzimmer und das Schlafzimmer der exzentrischen Kaiserin besucht und viele spannende Geschichten erzählt. Internationaler Diversity Day 2015 –„RAD der Vielfalt“ Ursula Storch, Vizedirektorin des Wien Museum und Prater-Expertin, wurde von der Wirtschaftskammer Wien eingeladen, einen Beitrag zum Internationalen Diversity Day am 9. Juni 2015 im Prater zu leisten. In einem Riesenradwaggon gab Ursula Storch einen ganzen Nachmittag lang den Gästen ihr Wissen über„Frauen im Prater“ weiter. 222 exemplarische Gender-themen im Wien Museum � FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN � Frauenkulturbericht � Förderungen in Zahlen FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN � Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländern gegeben Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Film, Kino, Video Bildende Kunst, Foto Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 32 531 275,04 4 886 321,98 � 8 998 000,00 � 801 910,13 � 23 961 910,24 � 90 581 221,00 � 343 000,00 � 16 162 000,00 � 8 767 221,78 � 2 412 115,63 � 1 450 000,00 � 216 520,00 � 317 290,22 � 11 055 142,48 � 25 506 473,68 � 225 Förderungen in Zahlen MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT Archive Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalieneinkäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche MitarbeiterInnen Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restaurierungsmaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen Museen der Stadt Wien Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH Mozarthaus Vienna Errichtungs- und BetriebsgesellschaftmbH MuseumsQuartier Wien Errichtungs- und BetriebsgesmbH ARGE Bezirksmuseen Baukosten MuseumsQuartier Wien Errichtungs- und BetriebsgesmbH Wissenschaftliche Förderungen AIT Austrian Institute of Technology GmbH Akademie der bildenden Künste Wien 226 Museen, Archive, Wissenschaft � 5 759,97 33 279,53 � 1 223,82 � 2 115,48 � 22 150,00 � 10 080,00 � 34 839,63 � 14 530,87 � 11 001,49 � 3 112,03 � 3 675,60 � 17 671,80 � 15 364 657,72 3 804 764,00 � 400 000,00 � 312 000,00 � 409 000,00 317 569,56 215 000,00 100 000,00 � Förderungen in Zahlen American Austrian Foundation ArchitekturClub Wien – Schule für Baukulturvermittlung e.V. Architekturzentrum Wien Club of Vienna – Verein zur Förderung interdisziplinärer Forschung für Wien Demokratiezentrum Wien GmbH Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie Institut für die Wissenschaften vom Menschen Jewish Welcome Service Vienna Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft – Österreichische Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Medizinische Universität Wien Österreichischer Austauschdienst-GmbH Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem Österreichische UNESCO-Kommission QWIEN. Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte Science Center Netzwerk Science Communications Research e.V. Sigmund Freud Privatstiftung Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Technische Universität Wien Technische Universität Wien(Gastprofessur) Universität Wien Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Verein für Geschichte der Stadt Wien 80 000,00 � 30 000,00 � 1 485 000,00 � 60 000,00 50 000,00 � 150 000,00 650 000,00 � 148 600,00 � 12 000,00 � 900 000,00 30 000,00 � 10 000,00 � 460 000,00 � 38 000,00 � 22 000,00 35 000,00 � 120 000,00 � 20 000,00 � 50 000,00 � 270 000,00 � 276 400,00 � 15 000,00 � 100 000,00 � 59 000,00 � 33 600,00 � 50 000,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 227 Förderungen in Zahlen Verein Sammlung Rotes Wien Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Veterinärmedizinische Universität Wien Wien Wissen Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Forschung – Dokumentaton – Vermittlung Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds WWTF WU(Wirtschaftsuniversität Wien) 65 000,00 � 12 000,00 � 14 000,00 � 35 000,00 � 730 000,00 3 610 000,00 � 130 000,00 Rahmenbetrag AFRI-EUROTEXT Afrikanische und Europäische Textualitäten aka/ Arbeitskreis Kulturanalyse akut. Verein für Ästhetik und angewandte Kulturtheorie Alliance for Nature Alumniverband der Universität Wien ARGE grenzen erzählen Armin Berg Gesellschaft Verein zur Förderung und Erforschung jüdischer Unterhaltungskultur in Wien art: phalanx Kommunikationsagentur GmbH Austria Mundi Gesellschaft für internationale Kulturforschung Bildungsverein für die Freunde der Webster Universität Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte Cajetan-Felder-Institut – Verein zur Förderung liberaler Kommunalpolitik Center for Israel Studies Chemisch-Physikalische Gesellschaft cpg Climate Change Centre Austria – Klimaforschungsnetzwerk Österreich Conceptus – Verein zur Förderung analytischer Philosophie Culture2Culture – Verein zur Förderung, Koordination und Entwicklung von Kunst, Kultur, Kommunikation, Bildung und Wissenschaft 1 000,00 1 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 1 000,00 � 5 000,00 � 1 800,00 � 3 000,00 � 1 000,00 � 800,00 � 3 000,00 � 1 800,00 � 1 000,00 � 3 000,00 228 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen daedalus Transmediale Gesellschaft Demokratiezentrum Wien GmbH Department für Nachhaltige Agrarsysteme – Universität für Bodenkultur Wien Der Apparat. Verein zur Förderung künstlerisch/sozialer Interventionen im öffentlichen Raum dérive – Verein für Stadtforschung Diachron – Verein zur Verbreitung und Vertiefung des Wissens über Architektur Die Wiener Volkshochschulen GmbH Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur – DomL EDUCULT – Denken und Handeln im Kulturbereich eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies Elfriede Jelinek Forschungszentrum ENTARTEOPERA, Verein für Musiktheaterprojekte Eranos Vindobonensis Erika Mitterer Gesellschaft Erinnern für die Zukunft Ernst A. Plischke Gesellschaft Ernst Jandl-Gesellschaft ETHNOCINECA – Verein zur Förderung audio-visueller Kultur Europäische Musikforschungsvereinigung Europäisches Forum Alpbach Evangelische Akademie Wien exil.arte – Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik Förderungsverein des Wissenschaftspreises für Wirtschaftsgeschichte Förderverein für Volkskunde, Wien FVV Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Forschungs- und Dokumentationszentrum für Theaterwissenschaften und -betriebslehre – Theater in der Josefstadt und Kammerspiele 4 000,00 � 5 000,00 � 1 500,00 500,00 2 800,00 � 3 000,00 8 500,00 � 6 000,00 � 15 000,00 � 8 000,00 � 1 550,00 � 1 000,00 � 3 200,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 500,00 � 3 500,00 � 1 600,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 24 000,00 � 5 000,00 � 4 200,00 � 5 800,00 � 1 000,00 � 1 500,00 Museen, Archive, Wissenschaft � 229 Förderungen in Zahlen Forschungszentrum für historische Minderheiten Forum Zeit& Glaube – Katholischer AkademikerInnenverband Wien Forum Zeitgeschichte der Universität Wien Foto K – Verein für Fotografie und Kunst Franz Schmidt-Gesellschaft Frauen*Stadt. Institut zur wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung von Frauenstadtgeschichte und Geschlechterverhältnissen in Wien Frauenhetz – Feministische Bildung, Politik, Kultur Frauensolidarität – feministisch-entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit Freidenkerbund Österreichs Freunde und Freundinnen des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften Freundinnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Fundraising Verband Austria Geschichte.Recht.Öffentlichkeit, Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste Gesellschaft der Freunde der Österreichischen Exilbibliothek Gesellschaft für angewandte Philosophie Gesellschaft für Bildung& Kultur Gesellschaft für Historische Tonträger e.V. Grillparzer Gesellschaft honey& bunny productions – Verein zur Designforschung und Designpublikation IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Ignaz-Lieben-Gesellschaft. Verein zur Förderung der Wissenschaftsgeschichte Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanten Info) 2 500,00 � 700,00 � 3 000,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 2 000,00 2 500,00 � 1 000,00 800,00 � 40 000,00 1 000,00 1 000,00 � 2 500,00 4 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 1 200,00 � 2 000,00 � 2 500,00 20 000,00 � 2 000,00 1 500,00 230 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Institut fran ais d’Autriche Institut für Arbeiterbildung Institut für Axiologische Forschung – IAF Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Institut für jüdische Geschichte Österreichs Institut für Konstruktiven Realismus Institut für Österreichkunde Institut für Science Outreach(isco) – Verein zur Weiterverbreitung der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit Institut für Sozio-Semiotische Studien – ISSS Institut für Wissenschaft und Kunst – IWK Institut für Wissenskulturen Institut Wiener Kreis – Verein zur Förderung Wissenschaftlicher Weltauffassung International Music Academy Orpheus Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien Internationale Nestroy-Gesellschaft IPS-Wien(Institut für Psycho – Soziale Fragen zur Erforschung, Aufarbeitung und Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs) IPZ(Individualpsychologisches Zentrum) Science Wien JU-KU Junge Wege zur Kunst Jura Soyfer Gesellschaft Keine Delikatessen – Bühne für Schriftbilder Konservatorium Wien GmbH Kontaktstelle für Weltreligionen – KWR Kulturforum Margareten Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Österreich 18 000,00 2 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 1 800,00 16 000,00 � 2 000,00 � 3 000,00 � 2 000,00 3 500,00 � 26 800,00 � 4 000,00 � 48 000,00 2 700,00 � 1 200,00 � 7 100,00 � 1 000,00 4 000,00 � 2 000,00 � 16 500,00 � 800,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 231 Förderungen in Zahlen Kulturverein Saba Kunsthistorische Gesellschaft Wien KunstPlatzl Kunsttankstelle Ottakring – Kunstverein Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien La Pomarancia – Eins und doch vielfältig. Gemeinnütziger Kulturverein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschiede zwischen Österreich und Italien Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte – Forschungsverein Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik/ Paulo Freire Zentrum Mauthausen Komitee Österreich Mediacult – Internationales Forschungsinstitut für Medien, Kommunikation und kulturelle Entwicklung mica(Music Information Center Austria) Mikroskopische Gesellschaft Wien Misrachi Österreich Network for Analytic Philosophy and Social Critique ÖHV Österreichischer Hundesportverband Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft Österreichische Gesellschaft für Architektur Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie Österreichische Gesellschaft für Germanistik Österreichische Gesellschaft für Geschichtswissenschaft Österreichische Gesellschaft für Knochen- und Mineralstoffwechsel Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik 700,00 � 7 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 4 800,00 � 1 000,00 1 000,00 5 400,00 � 3 000,00 700,00 � 2 000,00 � 11 000,00 7 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 800,00 � 3 500,00 � 13 500,00 � 12 000,00 � 5 500,00 � 2 500,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 500,00 � 232 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften Österreichische Gesellschaft für psychische Hygiene, Landesgesellschaft für Wien, Institut für Erziehungshilfe Child Guidance Clinic Österreichische Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte(ÖGW) Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte Österreichische Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück Österreichische Pharmazeutische Gesellschaft Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen(ÖPIA) Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung Österreichisches Daseinsanalytisches Institut für Psychotherapie, Psychosomatik und Grundlagenforschung ÖDAI Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Österreichisches Institut für China- und Südostasienforschung Österreichisches Institut für Internationale Politik – oiip Österreichisches Institut für Kultur und Wissenschaft Österreichisches Lateinamerika-Institut Österreichisches VolksLiedWerk Österreichisch-Französische Vereinigung Österreichisch-italienischer Kulturverein mezzogiorno Oikodrom – Forum Nachhaltige Stadt, Verein für neue Städtebaukultur Philosophie und Kunst im Dialog Polylogzentrum Kulturwissenschaft portraittheater Pro Scientia – Österreichisches Studienförderungswerk Produktionen von Wirklichkeiten – Ritesinstitute.org 1 000,00 � 1 600,00 500,00 1 500,00 2 000,00 � 2 000,00 � 1 500,00 � 1 400,00 � 1 500,00 � 5 000,00 � 6 000,00 � 900,00 30 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 6 000,00 � 1 000,00 � 500,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 8 000,00 � 2 000,00 � 1 800,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 233 Förderungen in Zahlen Psychologische Gesellschaft für Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung(PSI) PUNKT. Verein für wissenschaftliche und künstlerische Arbeit. GeschichteArchitektur-Raumforschung Quant: Verein zur Realisierung und Unterstützung von Wissenschafts- und Kulturprojekten Que[e]rbau Wien – Verein für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen QWIEN Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte Raimundgesellschaft Schwarze Maske – Verein für Theater und Kultur SEAS – South East Asian Studies – Gesellschaft für Südostasienwissenschaften Wien sf2 – Verein zur Veranstaltung eines Europäischen Bildungs- und Wissenschaftsfilmfestivals SFB 42-G18„Visions of Community“ Sigmund Freud Privatstiftung Sigmund Freud Privatuniversität Wien Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen SPURa – Kulturverein zur Förderung des interdisziplinären und interkulturellen Austausches SR-Archiv österreichischer Popularmusik Stiftung Österreichisches Freilichtmuseum SWS – Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft Technische Universität Wien Theodor Körner Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst Theodor Kramer Gesellschaft TU Wien alumni club TYCHE – Verein zur Förderung der Alten Geschichte in Österreich Universität Wien Universität Wien – Postgraduate Center 2 800,00 1 500,00 5 000,00 2 000,00 � 5 500,00 � 5 000,00 � 1 800,00 � 1 000,00 1 800,00 1 500,00 � 25 000,00 � 2 800,00 � 42 000,00 � 2 000,00 3 000,00 � 7 300,00 � 11 000,00 � 57 000,00 � 3 500,00 � 13 000,00 � 6 500,00 � 1 200,00 � 35 000,00 � 7 500,00 � 234 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Universitätszentrum für Friedensforschung Verband feministischer Wissenschafterinnen Verband österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker Verein der Filipowaer Ortsgemeinschaft in Österreich Verein der Freunde der Wienbibliothek Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals Verein der Freunde und Förderer der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien Verein Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog Verein Freunde des Hauses Wittgenstein Verein für die akademische Forschung und Entwicklung der Zaza-Sprache Verein für Geschichte und Sozialkunde – VGS Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein für historische Quellenforschung zur Geschichte Österreichs Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung, c/o Institut für Philosophie der Universität Wien Verein für kulturelle Transfers Verein für Philosophie-Förderung Verein GEMEINSAM LERNEN Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein Neugermanistik Wien Verein Projekt Theater Verein Soja aus Österreich Verein ZOOM Kindermuseum Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Verein zur Förderung der evangelischen Theologie Verein zur Förderung der fachdidaktischen Forschung und Lehre am Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung 1 500,00 � 1 500,00 � 4 000,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 3 000,00 1 000,00 � 500,00 44 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 9 800,00 � 2 000,00 � 1 800,00 � 1 000,00 2 500,00 � 1 500,00 � 2 500,00 � 500,00 � 3 900,00 � 3 000,00 � 1 500,00 � 10 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 1 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft � 235 Förderungen in Zahlen Verein zur Förderung der Fotografie„WestLicht“ Verein zur Förderung der theoretischen Physik in Österreich Verein zur Förderung des Club of Rome – Austrian Chapter Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittel- und Osteuropa Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Verein zur Förderung solidarischer Lebensformen Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Verein zur Förderung und Erforschung medialer Geschichtsvermittlung Verein zur Förderung von L’HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Verein zur Förderung von Studien zur Migration und Global-Kultur Verein zur Förderung von Subkultur Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen Verein zur Pflege der Rechtsökonomik Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Vereinigung für katholische Sozialethik in Mitteleuropa Veterinärmedizinische Universität Wien VIDC – Kulturen in Bewegung VIENNAVIGATOR Viktor Frankl Institut Wien Viktor Frankl Zentrum Wien VSIG – Verein zur Förderung von Studien zur interkulturellen Geschichte WAVE – Women Against Violence Europe. Europäisches Netzwerk gegen Gewalt an Frauen Wiener Forum für Analytische Philosophie Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie – WiGiP Wiener Institut für Strauss-Forschung Wiener Opernarchiv 1 500,00 � 4 000,00 � 1 000,00 � 9 180,00 � 3 600,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � 8 000,00 2 300,00 � 2 800,00 � 1 450,00 1 300,00 � 1 800,00 � 1 800,00 � 12 000,00 � 1 800,00 � 700,00 � 5 000,00 � 7 000,00 � 3 100,00 � 1 200,00 2 000,00 � 3 000,00 � 10 000,00 � 11 000,00 � 236 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Wiener Psychoanalytische Akademie GmbH Wiener Schulmuseum – Dokumentationszentrum des Wiener Schulwesens Wiener Volksliedwerk Zentrale Österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz Zentralverband ungarischer Vereine und Organisationen in Österreich – Ausztriai Magyar Egyesületek és Szervezetek Központi Szövetsége Zentrum für soziale Innovation – ZSI zimd – Zentrum für Interaktion, Medien& soziale Diversität Zwei Kongruent Null-Verein zur Förderung von Projekten aus Kunst und Wissenschaft Summe Rahmenbetrag 11 000,00 � 3 500,00 � 14 500,00 � 2 000,00 � 1 500,00 2 500,00 � 1 500,00 � 1 500,00 1 098 480,00 Buchankäufe Album Verlag Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG Edition Lammerhuber Edition Splitter Edition Steinbauer GmbH Edition Winkler-Hermaden Eigenverlag Prof. Margret Dieberger Eigenverlag Reza Algül Ephelant Verlag Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Erich Schmidt Verlag GesmbH& Co. KG Europäische Musikforschungsvereinigung IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Initiative Denkmalschutz Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik in Wirtschaft und Gesellschaft 1 080,00 2 211,90 � 590,00 � 1 080,00 � 2 837,50 � 2 279,00 � 594,00 � 540,00 � 550,00 � 3 256,00 � 1 078,00 � 2 400,00 � 600,00 � 850,00 � 825,00 � 400,00 Museen, Archive, Wissenschaft � 237 Förderungen in Zahlen ISAR Media Agentur KLAK Verlag Lit Verlag GmbH& Co. KG Wien Mandelbaum Verlag Metroverlag – Verlagsbüro W. GmbH new academic press OG Österreichischer Schriftsteller/innenverband Passagen Verlag Ges.m.b.H. Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. Praesens Verlag GesmbH Rombach Verlag KG Studien Verlag Ges.m.b.H SWS-Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft Verein GEMEINSAM LERNEN Verein Kulturtour Verein Wiener Architektur Verlag Anton Pustet Verlag DTW Zukunfts PR Verlagsanstalt Tyrolia GesmbH Walter de Gruyter GmbH Wieser Verlag GmbH Zaglossus e.U. Summe Buchankäufe Druckkostenbeiträge Amalthea Signum Verlag GmbH Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG Czernin Verlag GesmbH 238 Museen, Archive, Wissenschaft � 1 100,00 � 513,98 � 1 029,58 � 1 920,00 � 696,50 � 1 240,00 � 560,00 � 1 866,61 � 1 057,00 � 2 017,20 � 503,73 � 3 079,99 � 626,00 � 300,00 � 360,00 � 350,00 � 540,00 � 450,00 � 718,00 � 427,46 � 325,00 � 1 347,00 � 42 199,45 600,00 14 500,00 � 3 300,00 � Förderungen in Zahlen dérive – Verein für Stadtforschung Edition Konturen Edition Splitter Edition Steinbauer GmbH Edition Winkler-Hermaden Eigenverlag Mag. Philipp Schmickl Ephelant Verlag Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Europäische Musikforschungsvereinigung Facultas Verlags-& Buchhandels AG Gesellschaft für Buchforschung in Österreich Haymon Verlag GesmbH Hollitzer Wissenschaftsverlag Initiative Denkmalschutz Jan Sramek Verlag KG Karolinger Verlag Kirchenbauverein Kaisermühlen. Verein für den Ausbau- und die Instandhaltung der Herz-Jesu-Basilika in Kaisermühlen und der Russenkirche Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Österreich Lifting the Curtain. Verein zur Erfoschung und Förderung europäischer Architektur- und Kunstnetzwerke Lit Verlag GmbH& Co. KG Wien Mandelbaum Verlag Metroverlag – Verlagsbüro W. GmbH Milena Verlag Musikwissenschaftlicher Verlag Wien Ökids – Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Österreichische Exlibris-Gesellschaft 1 000,00 � 800,00 � 500,00 � 1 700,00 � 1 300,00 � 1 000,00 � 1 600,00 � 4 000,00 � 1 000,00 � 600,00 � 800,00 � 1 600,00 � 1 000,00 � 600,00 � 500,00 � 800,00 � 500,00 1 000,00 � 1 000,00 3 000,00 � 3 300,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 1 400,00 � Museen, Archive, Wissenschaft 239 � Förderungen in Zahlen Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik Österreichische Gesellschaft für Herpetologie Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft Österreichische Haiku Gesellschaft Orchester Wiener Akademie Gesellschaft mbH Passagen Verlag Ges.m.b.H. Peter Lang GmbH Praesens Verlag GesmbH PROverbis e.U. Verlagsservice und Verlag REMAprint Druck- und Verlagsgesm.b.H. Seifert Verlag GmbH Selbstverlag Heinz Gerstinger Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Studien Verlag Ges.m.b.H. Universitätszentrum für Friedensforschung V& R Unipress GmbH Verein Alltag Verlag Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung Verein für Volkskunde Verein GEMEINSAM LERNEN Verein Kulturfokus.eu-Wien Verein zur Erforschung der Monodie Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Verlag Alt Mödling Verlag Anton Pustet Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH Verlag für moderne Kunst GmbH 240 Museen, Archive, Wissenschaft � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 600,00 � 1 000,00 � 500,00 � 700,00 � 2 900,00 � 5 800,00 � 3 400,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 500,00 � 800,00 � 500,00 � 9 100,00 � 600,00 � 2 700,00 � 700,00 � 1 500,00 � 1 100,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 300,00 � 1 000,00 � 1 300,00 � 2 300,00 � Förderungen in Zahlen Verlag Kral Verlag noir Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Verlagsgruppe Styria GmbH& Co KG Verlagshaus Hernals e.U. Weishaupt Verlag Wieser Verlag GmbH Zaglossus e.U. Summe Druckkostenbeiträge Veranstaltungen Wiener Vorlesungen Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT BAUKULTURELLES ERBE Altstadterhaltung Denkmäler, Freiplastiken Erzdiözese Wien Friedhof St. Marx Mauthausen Komitee Österreich Zentralfriedhof Jüdischer Friedhof Tor 4 Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME BAUKULTURELLES ERBE 700,00 � 800,00 � 3 800,00 � 800,00 � 700,00 � 1 000,00 � 4 300,00 � 4 200,00 � 116 000,00 425 382,38 16 181,71 32 531 275,04 3 208 666,84 637 290,10 � 500 000,00 � 270 208,84 � 20 000,00 � 247 936,20 2 220,00 4 886 321,98 Museen, Archive, Wissenschaft• Baukulturelles Erbe 241 Förderungen in Zahlen ALLTAGSKULTUR AKTIONSRADIUS WIEN – Verein zur Förderung von Stadtkultur und kultureller Stadtentwicklung Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk Basis.Kultur.Wien – Shift dream-music-company Hafenfestival – Verein für Popmusik IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie und autonome Kulturarbeit Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung Israelitische Kultusgemeinde Wien karlsplatz.org – Verein zur kulturellen Vernetzung und Belebung des Kunstplatzes Karlsplatz Kulturverein Werk POPFEST WIEN – Verein zur Förderung& Verbreitung von innovativer, zeitgenössischer Popmusik Stadtforum(Kommunalpolitische Vereinigung für den städtischen Raum) Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung Verein für integrative Lebensgestaltung Verein Stadtimpuls Verein Wiener Stadtfeste Verein zur Förderung der Stadtbenutzung Wiener Kulturservice Wiener Praterverband 200 000,00 1 930 000,00 � 1 500 000,00 � 10 000,00 � 20 000,00 � 79 000,00 10 000,00 109 000,00 � 50 000,00 � 90 000,00 5 000,00 � 180 000,00 109 000,00 � 100 000,00 � 125 000,00 � 436 000,00 � 406 000,00 � 453 000,00 � 1 810 000,00 � 40 000,00 Rahmenbetrag Stadtteilkultur und Interkulturalität 1. Ober St. Veiter Huatklub – Verein zur Erhaltung der Hut- und Wirtshauskultur 1 000,00 242 Alltagskultur � Förderungen in Zahlen ABrasA – Austro-Brasilianischer und Afro-Brasilianischer Verein zur Entwicklung und Förderung von Bildung, Kultur und sozialer Integration / Associacao Austro-Brasileira e Afro-Brasileira para o desenvolvimento e fomento da educacao, da cultura e da Adam – Verein für Kultur und Kunst Afghanische Kultur in Österreich Unterstützung afghanischer Kultur, Integration und Solidarität(AKIS) afri Cult – AFRIKANISCHES KULTURFESTIVAL Afrikanische Frauenorganisation Afro-Asiatisches Institut in Wien(AAI-Wien) akut. Verein für Ästhetik und angewandte Kulturtheorie Alevitische Gemeinde Wien all inclusive – Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen Alsergrund Lular – Wir AlsergrunderInnen zur Förderung interkultureller Aktivitäten Arbeitsgemeinschaft Experimentierwerkstatt Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde in Österreich ART CULT COMPOSITION ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens arteMIX Association des Camerounais à Vienne – Association of Cameroonians in Vienna – Assoziation von Kameruner in Wien – A C V Assyrische Demokratische Organisation(ADO) – Sektion Österreich Asyl in Not – Unterstützungskomitee für politisch verfolgte Ausländerinnen und Ausländer AVESTA – Kurdischer Frauenverein AWA – Verein zur Förderung und Pflege der aserbaidschanischpersischen und österreichischen Musik Bahara – Verein zur Pflege ethnischer Kunst- und Kulturformen Bahtalo Rom, Gesellschaft zur Erhaltung& Förderung der Roma-Kultur Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich 1 500,00 � 5 000,00 � 5 000,00 7 000,00 � 1 000,00 � 3 000,00 � 1 000,00 � 14 000,00 � 2 000,00 3 500,00 4 000,00 � 2 000,00 � 2 500,00 � 2 500,00 � 2 700,00 � 2 000,00 3 500,00 � 1 500,00 1 000,00 � 4 000,00 3 000,00 � 3 500,00 � 6 500,00 Alltagskultur � 243 Förderungen in Zahlen Bezirksmuseum Alsergrund BildungPlus Bildungs- und Kulturinstitut„bil:kult“ Bildungsagentur – Verein zur Förderung alternativer Bildungsprogramme Bluatschwitz Black Box Böhmerwaldmuseum Wien Buskers Wien Festival – Verein zur Förderung der Straßenkunst Camerata Polonia Candoo Music, Kulturverein Caritas Kunstbrücke vom Hameau Centro Cultural Choupana, Verein zur Pflege der Capoeira Angola und afrobrasilianischer Kulturformen CHOR MUSICA VIVA WIEN Ciarivari, Verein zur Pflege von Kultur, Kunst und Wissenschaft CLUB 13(Club Hietzing), Hietzinger Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft Club Brigittenau Creativ Club du Mardi – Verein zur Förderung frankophoner Kultur in Wien Club Meidling Meidlinger Kulturverein Club Pannonia, Gesellschaft zur Pflege der österreichisch-ungarischen Beziehungen Club XIX – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten im Bezirk CLUB7 Neubauer Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft conspect.curators – Verein zur Förderung und Vermittlung von interdisziplinärer Kunst und Kultur COPART – Verein kreativer Exekutivbeamter Culture Bash Kulturverein Culture Meeting Point(CultMP) – Verein zur Förderung des Kulturaustausches Dachverband für interkulturelle Initiativen in Wien – Interkulti-Dach 244 Alltagskultur � 3 000,00 � 2 000,00 � 4 950,00 � 8 500,00 � 2 000,00 � 4 400,00 � 4 000,00 � 5 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 2 000,00 � 1 000,00 � 5 500,00 2 200,00 � 1 000,00 � 9 000,00 � 2 500,00 3 000,00 � 8 000,00 � 1 000,00 3 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 1 500,00 � Förderungen in Zahlen Dachverband für serbische Vereine in Wien/ Zajednica srpskih klubova u Becu DAS DORF – Kunst- und Kulturverein Das Iranische Wien(Ira Wien) Davis Live Music – Verein zur Unterstützung von Nachwuchskünstlern DED(Declamare e Debutare) Gesellschaft zur Förderung klassischer Musik und Literatur Der Schmetterling – Verein zur Lebenshilfe für Flüchtlinge Dialog – Institut für interkulturelle Beziehungen Dialog„Um das Zusammenleben zu erleichtern und zu verstärken“ Die Asperner und Esslinger Kaufleute Die Wiener Volkshochschulen GmbH, VHS Donaustadt/ Eibengasse ditiramb – Der interkulturelle Verein drama – dama – Theaterclub E-@rt – Verein für Kultur und neue Medien EDUCULT – Denken und Handeln im Kulturbereich Eins – Verein zur Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen Menschen diverser Herkunft EINTAGSMUSEUM – Verein für ephemere, orts- und themenspezifische Museumsprojekte Ethiopia Hagere Äthiopischer Verein für Integration und Kulturaustausch in Österreich(Ä.V.I.K.Ö.) Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Favoriten Christuskirche Evangelische Pfarrgemeinde Simmering ex post – Verein für internationalen und interkulturellen Austausch FEYKOM„Rat der Kurdischen Gesellschaft in Österreich“ Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich Föderation der demokratischen ArbeiterInnenvereine in Österreich für Solidarität und Völkerverständigung – Verein DIDF 16 000,00 40 000,00 � 3 000,00 � 10 000,00 � 3 500,00 2 000,00 � 500,00 � 2 500,00 � 2 000,00 � 350,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 4 500,00 � 3 000,00 � 5 500,00 1 500,00 2 000,00 7 500,00 � 3 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 12 000,00 � 4 000,00 � 5 000,00 Alltagskultur � 245 Förderungen in Zahlen Folkloreverein Grupo Sacuanjoche Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing forum arabicum – souk ukadh, Verein zur Förderung des österreichischarabischen Kulturaustausches Frantiseks Praktikanten – Verein für kollektive und kritische Praktiken in Design, Kunst und Architektur Frauenkultur-Menstruation-Körperweisheit – Verein zur Förderung eines wertschätzenden Umgangs mit dem Thema Menstruation, als positiv praktizierte Frauenkultur Freiluft Kultur – Gemeinschaft für freie Raumbelebung durch künstlerische Intervention Freunde der Slowakischen Kultur Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Freundeskreis Kunstgalerie Meduna FreundInnen der Friedhofstribüne – Verein zur Förderung des Sports und der Kultur in Hernals Galizien – Österreichisch-polnischer Verein für Kulturfreunde Gemeinschaft Polnischer Organisationen in Österreich„Forum der Polen“ Gesellschaft für Integration und Kultur der AfghanInnen in Österreich (GIKA) Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen Gesellschaft zur Förderung zeitgenössisch-künstlerischer Ausdrucksformen Großes Schiff. Verein zur interkulturellen und pädagogischen Beschäftigung mit Kunst, Tanz, Theater und Musik GRUNDSTEIN Verein für Kunst und Kommunikation Hafenfestival – Verein für Popmusik Hallac Medien- und Kulturzentrum Hernalser Kulturkreis HERZPOL – medizinische und soziale Hilfe für Polen HipHopConnection – Kulturverein 246 Alltagskultur � 1 000,00 � 2 000,00 � 17 000,00 � 1 000,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 3 500,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 1 500,00 2 500,00 � 2 000,00 1 500,00 1 500,00 � 1 000,00 500,00 10 000,00 � 15 000,00 � 1 500,00 � 7 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � Förderungen in Zahlen Hora – Kultur – Turism. Verein der in Österreich ansässigen Rumänen Hrvatski centar za kulturu, naobrazbu i politiku/ Kroatisches Zentrum für Kultur, Bildung und Politik Hrvatsko Kulturno Drustvo NAPREDAK Austrija – Bec(Deutsch: Kroatischer Kulturverein NAPREDAK Austria – Wien) id/l – Verein zur Förderung von Performance-, Kunst- und Theaterprojekten IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie und autonome Kulturarbeit IG World Music Austria IKI Wien – Interkulturelle Initiative Wien iKUSZ Internationales Zentrum für Kunst-Kultur-Science& Soziales In Favoriten. Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und neuen Nachbarschaften Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanten Info) Integrations- und Asylberatung Meidling Inter-Kultureller Verein MAKEDONIEN Interkultureller Kunstförderungsverein IKV Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien Internationales Rettungskomitee für IranerInnen(Iran SOS) Iranian New Age – Verein zur Integrationsförderung iranischer Musikstudenten Iranisch-Österreichischer Kinder- und Jugend-Verein(ParsA) Iranische Kulturgemeinde in Österreich I.K.G.Ö. Iranischer Kulturverein Andischeh Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma Isiko – Verein zur Förderung von Kunst und Kulturaustausch zwischen afrikanischen und österreichischen KünstlerInnen Israelitische Kultusgemeinde Wien 500,00 � 10 000,00 3 500,00 1 500,00 1 500,00 40 000,00 � 2 000,00 � 1 500,00 � 15 000,00 1 500,00 3 500,00 � 3 000,00 � 1 000,00 � 15 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 � 3 500,00 1 500,00 � 3 000,00 � 2 500,00 � 1 000,00 � 1 500,00 33 000,00 � Alltagskultur � 247 Förderungen in Zahlen Istanbul Kulturverein in Wien Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur Junges Ensemble Hörbiger Jura Soyfer Gesellschaft Katib Kultur Zentrum KaW – Kreativ am Werk – Verein zur Empowermentarbeit mit Randgruppenangehörigen Kerala Samajam Vienna(Kerala Gesellschaft Wien) Kulturverein der Kerala-Inder in Österreich Klub polnischer Intellektueller Kolonija – Verein zur Förderung der Volksgruppe der Roma Koordinationsrat Albanischer Vereine in Österreich Krankenhaus der Stadt Wien, Wilhelminenspital, Institut für physikalische Medizin Kultur im 3. Kultur und Natur Grinzing Kultur- und Sportverein Zagreb/ Kulturno i sportsko drustvo Zagreb Kultur Verein Danica Kulturdrogerie Kulturfleckerl Eßling Kulturforum Mariahilf Kulturinitiative„Jazz im Martinschlössl“ Kulturkreis Mariahilf. Forum für Musik, Literatur und bildende Kunst Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie KulturRaum Neruda Kulturverein – Bulgaren in Österreich Kulturverein„Campus“ Kulturverein„Die Fabrikanten“ Kulturverein„Freundinnen und Freunde der Josefstadt“ 248 Alltagskultur � 8 000,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 1 000,00 4 000,00 � 1 000,00 � 3 000,00 � 4 500,00 14 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 � 4 000,00 � 6 000,00 � 2 200,00 � 5 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 � 7 500,00 � 2 500,00 � 9 200,00 � Förderungen in Zahlen Kulturverein„gutgebrüllt“ Kulturverein Alsergrund – Unser 9. Kulturverein B i B, Buch im Beis‘l Kulturverein Berggasse Kulturverein CALAROMANIA Kulturverein Donaustadt Kulturverein Echt Wien Kulturverein five seasons Kulturverein Floridus Kulturverein grossundklein Kulturverein Initiative Währing Kulturverein Jedlersdorf Kulturverein KlezMORE Festival Vienna Kulturverein Parnass Kulturverein Resonanz Kulturverein Rudolfsheim Kulturverein Wort-Farbe-Klang Kulturverein Wostok KULTURZENTRUM„I LOVE POLEN“ Kulturzentrum Russisches Wien Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Letzebuergesch-Eisteräichesch Amicale zu Wien(LuxemburgischÖsterreichische Gesellschaft in Wien) Liesinger Künstlerwerkstatt, Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Liesing LIVE CONCERTS INTERNATIONAL(Musik- und Kulturverein) Mandolinenverein Floridsdorfer Spatzen 1 000,00 � 34 000,00 � 3 000,00 � 1 500,00 � 1 000,00 � 30 000,00 � 3 000,00 � 3 000,00 � 3 500,00 � 1 500,00 � 15 000,00 � 1 000,00 � 10 000,00 � 7 800,00 � 1 000,00 � 2 500,00 � 3 000,00 � 3 000,00 � 1 500,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 2 000,00 500,00 1 500,00 2 000,00 � 1 000,00 � Alltagskultur � 249 Förderungen in Zahlen MAR Musikverein Mesopotamien Kultur- und Sportverein Mondo Musika Muhabbet Freundschaftliche Unterhaltung Kulturverein Integration Dialog Multikulturelle Kindergruppe Bärli Brumm-Brumm Museumsverein Wieden MUSIKVEREIN SCHUBERT MUSIKVEREIN SIEBEN ZWETSCHKEN NarrARE, Verein für MärchenErzählen, GauklerKunst und künstlerische Gestaltung Natur- und Kulturverein-Dersim Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst Nepali Adivasi Janajati Ekata Samaj, Austria Verein zur Förderung der Einheit nepalesischer ethnischer Gruppen in Österreich Nestbeschmutzer& Innen – Verein zur Förderung innovativer Theaterarbeit – Schwerpunkt Politsatire – mit Einbeziehung der Genderthematik NEUE ARENA 2000 – AUSTRIAN ASSOCIATION FOR THE ADVANCEMENT OF ART& COMMUNICATION(österreichische gesellschaft zur förderung von kommunikation& kunst) Neue Österreichische Tribüne, Theater Experiment am Liechtenwerd Neuer Wiener Diwan. Verein zur Förderung von Literatur und Kunst nicht.THEATER Ensemble, kurz: Das nicht.THEATER OESA – Verband Hellenischer Vereine in Österreich Open House Theatre Company – Verein für Theaterproduktion Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Orchesterverein Dornbach-Neuwaldegg Ostad SABA Kulturverein Österreich-Eurasien. Gesellschaft„Kulturbrücke“ 3 000,00 � 10 000,00 � 1 500,00 � 9 000,00 2 000,00 � 7 000,00 � 1 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 7 000,00 � 2 500,00 500,00 1 500,00 1 000,00 5 000,00 � 10 700,00 � 1 000,00 � 7 500,00 � 3 000,00 � 5 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 � 4 000,00 � 250 Alltagskultur � Förderungen in Zahlen Österreichisch-Bosnischer Kulturverein Medo Österreichisch-Jordanische Freundschaftsgesellschaft – JÖFG Österreichisch-Kroatische Gesellschaft Österreichisch-Polnischer Verein für Kultur und Information„ipolen.at“ Österreichisch-Serbische Gesellschaft ÖSG Österreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft(ÖUFG) Österreichische-Ghanesische Gesellschaft Austrian-Ghanaian Union (AGU) Österreichisches Lateinamerika-Institut Ostoja – Klub Polnischen kreativen Pensionisten in Wien und Niederösterreich Ottakringer Kulturfreunde Pan African Forum – Panafrikanisches Forum in Österreich für Kultur und Entwicklungspolitik Afrika PARAGUAYISCHE-ÖSTERREICHISCHE KULTURELLE GEMEINSCHAFT (ASOCIACION CULTURAL PARAGUAYO-AUSTRIACA) Passion Artists – Kulturverein zur Förderung von Musikern und Künstlern Perfekt World GesnbR, Fillitz Benjamin& Mitges Pfarre Donaustadt pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur PIRAMIDOPS, Verein für Frauen- und Gemeinwesenarbeit Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien Plattform zur Völkerverständigung Friends of Austria Polnisch-Österreichische Initiative der wirtschaftlichen Zusammenarbeit PAIWG POL-STER – Polnisch-Österreichisches Kulturgut Projekt Integrationshaus Radio Afrika – Verein zur Verbesserung der europäisch-afrikanischen Beziehungen 5 000,00 � 1 500,00 � 3 000,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � 2 500,00 � 2 000,00 1 500,00 � 1 500,00 7 000,00 � 1 500,00 1 500,00 6 000,00 � 1 200,00 � 1 000,00 � 6 000,00 � 2 000,00 � 1 800,00 2 000,00 � 2 500,00 2 000,00 � 5 000,00 � 1 500,00 Alltagskultur � 251 Förderungen in Zahlen Raga – Verein zur Förderung der Indischen Musik read!!ing room – Verein zur Förderung von Alltagskultur RHIZOMART/ Verein für Kunst und Kultur Ridialou-Lahi Baye Fall – Verein zur Förderung des Verständnisses der Lehre Cheikh Ahmadou Bamba und Mamecheikh Ibrahima Fall und des Zusammenhaltes der Baye Fall in Österreich ROJ BASCH – Verein anatolische Kunst-& Kulturbrücke Römisch-katholische Pfarre Pötzleinsdorf Romano Centro – Verein für Roma Romaverein Vida Pavlovic Sankt Georgs-Absolventenverein SAZ-Verein(Anatolischer Langhalslautenverein) in Wien SCHUBERT-GESELLSCHAFT WIEN-LICHTENTAL Schwarze Frauen Community(SFC) Serbisches Kulturforum sirene Operntheater – Verein für Musik und Theater Slowenisches Kulturzentrum – Slovenski kulturni center(SKZ) Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen Soulconversation – Verein für internationalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität SOVA Slowakischer Schulverein Slovensky Skolsky spolok Sozialwerk für österreichische Artisten(SÖA) SREBRENICA – WIEN – PLATTFORM BOSNIEN-ÖSTERREICH Stadtteilzentrum Simmering – Klein-Paris, Verein zur Förderung des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Simmering STEINE DER ERINNERUNG an jüdische Opfer des Holocausts stuwart, Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Stuwerviertel Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit – Wien 3 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 9 500,00 � 1 500,00 � 10 000,00 � 1 000,00 � 4 000,00 � 2 000,00 � 19 500,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 8 000,00 � 4 500,00 � 1 000,00 � 2 500,00 1 000,00 � 3 600,00 � 3 000,00 � 25 000,00 7 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 252 Alltagskultur � Förderungen in Zahlen t.a.s.c. Verein zur Förderung Bildung, Beratung und der Qualität im sozialen Nahraum Takt – Polnisch-Österreichischer Kulturverein Teatr AA Vademecum Kulturverein THE KING Salomon’s EDUCATION PALACE Theater bewegt – vor, auf und hinter der Bühne Theatergruppe ISKRA – Verein zur Förderung innovativer theaterpädagogischer Projekte THEATERWERKSTATT – Zentrum der Kreativität, des Spiels und spontanen Gestaltens Theatro Piccolo THERNIPE Wien – Romaverein für Sprache, Bildung und Kultur TONVOLL Kerschbaums etwas anderer Chor. Seit 1980 TRANSDANUBIEN, Interessensgemeinschaft zur Förderung und Verwirklichung sozialer und kultureller Animation Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich Ungarischer Arbeiterverein in Wien, gegründet 1899 in Floridsdorf Union Iranischer Akademiker in Österreich Union of Ghanaian Nationals in Austria – Union der Ghanaer in Österreich (Ghana Union) Unternehmen 1230 – der Kulturverein Unterstützungskomitee zur Integration von MigrantInnen veik – verein für experimentelle und interdisziplinäre kunst Verband der Amateurmusiker und-vereine Österreichs – VAMÖ Verband der Polen in Österreich„Strzecha“, Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Verband Österreich-Nordische Länder Verein der Freunde und Förderer des stella artis ensemble Verein der LehrerInnen aus der Türkei Verein der russischen Kultur 4 500,00 1 000,00 � 6 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 4 000,00 2 000,00 12 000,00 � 1 000,00 � 3 000,00 � 15 000,00 1 000,00 1 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 2 000,00 � 5 000,00 � 1 400,00 � 10 000,00 � 4 000,00 400,00 � 1 000,00 � 3 000,00 � 5 000,00 � Alltagskultur � 253 Förderungen in Zahlen Verein für chinesische Sprache und Kultur Verein für die akademische Forschung und Entwicklung der Zaza-Sprache Verein für ImmigrantInnen aus Kurdistan Verein Iranischer Ingenieure/innen in Österreich Verein Kultur 10 Verein Polnischer Ingenieurinnen und Ingenieure in Österreich Verein Projekt Theater Verein Vielfalt der Kulturen – Verein zur Förderung des interkulturellen Dialoges Verein Wiener Jugendzentren Verein zur Förderung der kroatischen Musik Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich Verein zur Förderung eines koreanischen Kulturhauses in Wien – Korea Kulturhaus Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit Verein zur Förderung von Nischenkultur Verein zur Förderung von Subkultur Verein zur Unterstützung der Kreativität der iranischen Künstler Cdd/ didaredustan Verein zur Unterstützung von Kindern in Bolivien – Pro Ninos Bolivianos Vereinigung der Studenten und Jugendlichen aus der Türkei in Wien Vereinigung für Frauenintegration Amerling VIDC Vienna Institute for international Dialogue and Cooperation Vienna.ACTS, Verein zur Förderung von Kunst VIENNA COUNTRY& WESTERN CLUB Vienna Quartiere Artistico(Das Wiener Künstlerquartier) ViennArt – Gesellschaft für Kunst und Kultur VIOA – Vienna International Opera Academy. Kreatives und innovatives Musiktheater 3 000,00 � 2 000,00 � 7 000,00 � 1 000,00 � 12 000,00 � 2 500,00 � 3 500,00 � 3 000,00 3 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 2 000,00 2 500,00 � 3 000,00 � 1 300,00 1 000,00 � 6 700,00 � 1 000,00 � 7 000,00 � 18 000,00 � 1 500,00 � 1 000,00 � 2 500,00 � 4 000,00 254 Alltagskultur � Förderungen in Zahlen VKW Verein für Kunst und Kultur mit Ursprüngen aus aller Welt Voice of Diversity – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich – Schwerpunkt Roma und Sinti Volkshilfe Österreich Weltkulturschule Wiener Akkordeonclub Favoriten WIENER ART SCHRAMMELN Wiener Beethoven-Gesellschaft Wiener Gehörlosen-Sportclub 1901& Kulturverein WIENER INSTRUMENTALSOLISTEN(VIENNA SYMPHONY VIRTUOSI) Wiener Malayalische Gesellschaft(Vienna Malayalee Association) Wiener Schulmuseum – Dokumentationszentrum des Wiener Schulwesens Wiener Ungarischer Kulturverein Delibab – Becsi Magyar Kulturegyesület Delibab Wiener Volksliedwerk Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft wienstation. Verein für soziale Plastik World Public Forum – Dialogue of Civilizations WUZ„Wir Unternehmen Zukunft“ Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur ZEIT.FRAU – Verein zur Vernetzung von Frauenanliegen Zentrum für österreichische und philippinische Kultur und Sprache/ Sentro ng Kultura at Wika ng Austria at Pilipinas Zypriotisches Kulturzentrum Summe Rahmenbetrag Stadtteilkultur und Interkulturalität 1 000,00 � 4 000,00 20 000,00 � 6 000,00 � 1 500,00 � 6 000,00 � 4 500,00 � 1 000,00 � 5 800,00 � 1 500,00 � 2 500,00 4 000,00 1 500,00 � 10 000,00 � 15 000,00 � 3 000,00 � 1 000,00 800,00 � 1 500,00 1 500,00 � 1 321 000,00 Sonstiges Laufende Transferzahlungen an das Ausland SUMME ALLTAGSKULTUR 15 000,00 8 998 000,00 Alltagskultur 255 Förderungen in Zahlen BIBLIOTHEKSWESEN Druckschriftensammlung Antiquarische Bücher Neue Bücher und Zeitschriften Plakate CD-Roms Handschriftensammlung Ankauf Nachlass Christian Ide Hintze Ankauf Nachlass Franz von Sartori Ankauf Nachlass Günther Hamann Ankauf Ödon von Horvath„Niemand“ Rate Ankauf Nachlass Felix Salten Rate Ankauf Nachlass Max Reinhardt Rate Ankauf Vorlass Peter Rosei Sonstige Erwerbungen Musiksammlung Ankauf Autographen Johann Strauss Vater Ankauf Notenbestand Helga Daxberger Ankauf Notenbestand Leo Ascher(Komponist) Ankauf Notenbestand Peter Pany Sonstige Erwerbungen Auswärtige Buchbinder Ausstellungen, Publikationen, Veranstaltungen Ordnungsprojekte Projekt Karl Kraus 256 Bibliothekswesen � 15 300,26 65 721,37 � 658,90 � 504,85 12 000,00 12 500,00 � 10 000,00 � 14 305,50 � 134 000,00 � 6 000,00 � 45 499,82 � 1 346,25 4 365,07 9 900,00 � 13 000,00 � 3 000,00 � 7 659,19 � 11 622,84 � 191 929,54 � 69 780,00 � 18 700,00 � Förderungen in Zahlen Plakatordnungsprojekt Sonstige Ausgaben SUMME BIBLIOTHEKSWESEN 81 567,36 � 72 549,18 � 801 910,13 MUSIK Arnold Schönberg Center Privatstiftung d’akkordeon, Kulturverein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik Ensemble 20. Jahrhundert, Instrumentalensemble für Musik Erstes Frauenkammerorchester von Österreich Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Gustav Mahler Jugendorchester Haus der Musik Betriebsgesellschaft m.b.H. Hot Club de Vienne(Verein zur Förderung der Jazzmusik) Interessengemeinschaft JAZZ WIEN Jazz& Musicclub Porgy& Bess KLANGFORUM WIEN Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Künstlersekretariat Buchmann Gesellschaft m.b.H. Kulturverein Gasometer mica(Music Information Center Austria) MUSICA JUVENTUTIS Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) ((superar)), Verein zur Förderung des aktiven Musizierens, Singens und Tanzens von Kindern und Jugendlichen Stadtinitiative Wien – Konzerte Szene Wien KulturbetriebsgesmbH Theater am Spittelberg – Kulturverein 1 036 186,00 50 000,00 28 000,00 � 36 000,00 � 545 000,00 � 182 000,00 � 1 350 000,00 � 26 000,00 � 94 000,00 � 110 000,00 � 720 000,00 � 20 000,00 � 200 000,00 � 8 000,00 � 84 000,00 � 18 000,00 � 370 000,00 � 20 000,00 30 000,00 � 500 000,00 � 55 000,00 � Bibliothekswesen• Musik � 257 Förderungen in Zahlen Veranstalterverband Österreich, kurz: VVAT Verein Jazz Fest Wien Verein zur Förderung aktueller Musik VIA MUSICA Vienna International Association for Music and Culture Exchange VIA MUSICA Verein für Internationalen Musik- und Kulturaustausch Wien VÖM – Vereinigte Österreichische Musikförderer Wien macht Kultur Musikverein„Wien modern“ Orchester Wiener Akademie Gesellschaft mbH Wiener Jeunesse Orchester Wiener KammerOrchester Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Wien im Rosenstolz Kulturverein KomponistInnenförderung Rahmenbetrag AKKORDEONATA – Verein zur Förderung zeitgenössischer Akkordeonmusik AMBITUS – Gruppe für neue Musik arge zeitgenössische musik fünfhaus Aufführungen Neuer Musik CAMERATA MEDICA WIEN Wiener Ärzte/ PharmazeutenKammerorchester Chorforum Wien Chorverein Chorus sine nomine CHROMA Verein aktueller Kunst und Musik CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung 258 Musik � 105 000,00 � 250 000,00 � 22 000,00 � 10 000,00 212 000,00 � 50 000,00 � 700 000,00 � 51 000,00 � 47 000,00 � 50 000,00 � 1 200 000,00 � 14 920 000,00 � 65 000,00 � 15 000,00 � 25 000,00 2 000,00 2 000,00 � 4 000,00 � 2 500,00 � 1 500,00 7 000,00 � 4 000,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � Förderungen in Zahlen Concert-Verein Musica Sacra Wien Ensemble„die reihe“ Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Ensemble Kontrapunkte Wien Ensemble Wiener Collage ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM ESTA – Vereinigung der Lehrenden für Saiteninstrumente in Österreich Förderung der Österreichischen Livemusikszene, kurz: FÖLM Forum Gitarre Franz Schmidt-Gesellschaft Freunde und Förderer des Vereines Ensemble Neue Streicher Gesellschaft zur Erhaltung eines Institutes zur Erforschung, Dokumentation und Förderung der dritten Wiener Zwölftonkompositionsschule (Institut für Klangreihenmusik) Haydn-Gesellschaft Wien IMZ Internationales Musik&MedienZentrum Wien – IMZ International Music&Media Centre Institut für Österreichische Musikdokumentation Internationale Gesellschaft für neue Musik, Sektion Österreich Israelitische Kultusgemeinde Wien JazzWerkstatt Wien KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Kammertrio Linz-Wien Klang.Kunst.Etage – Verein für experimentelle Musik und Kunstprojekte Klassisches Operettenensemble Wien Kultur& Geselligkeitsverein WIENER KLANG Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie Kulturverein Reigen-live Kunst und Kultur – Verein zur Förderung des internationalen Kultur- und Behindertenaustausches 1 500,00 � 15 000,00 � 7 000,00 � 12 000,00 � 5 000,00 1 000,00 � 3 000,00 � 7 000,00 � 4 200,00 � 7 700,00 � 2 500,00 2 000,00 � 5 000,00 7 000,00 � 11 000,00 � 14 000,00 � 16 000,00 � 4 000,00 � 400,00 � 5 000,00 � 2 500,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 27 000,00 � 2 000,00 Musik � 259 Förderungen in Zahlen Merlin Ensemble Wien – Kammermusik MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein moment collective – Verein für experimentelle Musik, audio-visuelle und performative Kunst Mozartgemeinde Wien music on line – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik Musik am 12ten – Freundeskreis der evangelischen Kirchenmusik Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Musikforum Lutherische Stadtkirche Wien Musikverein„Clemencic Consort“ Musikverein LA PRIMA VOLTA Neue Wiener Stimmen Orchesterverein JJF Wien ORCHESTERWELT Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik(ÖGZM) Österreichischer Komponistenbund(ÖKB) Österreichisches Orgelforum PAN TAU-X-MUSIC& ART’S(Verein für Kulturmanagement) PANDOLFIS CONSORT WIEN VEREIN FÜR ALTE MUSIK Platypus – Verein für Neue Musik Projekt Integrationshaus Projekt URAUFFÜHRUNGEN/ Gesellschaft zur Förderung von Künstlern und deren Werken, Creatives Centrum Reconsil – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Schloß Laudon Kammermusikfestival sp ce. Verein zur Förderung von Kunst und Transdisziplinarität SR-Archiv österreichischer Popularmusik Studio Dan – Verein für Neue Musik 260 Musik � 4 500,00 � 10 000,00 � 1 100,00 3 600,00 � 20 000,00 � 3 500,00 � 8 000,00 � 4 300,00 � 7 000,00 � 3 000,00 � 2 200,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 7 000,00 � 6 500,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � 3 500,00 � 2 000,00 � 10 000,00 5 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � 3 000,00 � 5 000,00 � Förderungen in Zahlen The Acousmatic Project – Verein zur Förderung Akusmatischer Musik tonWerk – Forum für Neue Musik Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Außeninstitut Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Institut Franz Schubert Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Spezialensembles Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: isa – Internationale Sommerakademie Verein Das Wiener Hornquartett Verein für elektroakustische Musik, kurz: VELAK Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein Wiener Orgelkonzerte Verein zur Förderung der Neuen Musik im Kirchenraum Verein zur Pflege und Verbreitung des musikalischen Schaffens von Joe Zawinul Verein zur Verbreitung zeitgenössischer österreichischer Bigbandmusik Vienna Songwriting Association VOICE MANIA – Kulturverein Wiener Concert-Verein Wiener Johann Strauß Orchester(Wiener Walzerorchester) Wiener Klangwerkstatt Wiener Lehrer-a cappella-Chor Wiener Schubertbund Wiener Vokalensemble WORT-TON-ART Kulturverein Summe Rahmenbetrag 3 000,00 � 4 000,00 � 10 000,00 � 900,00 1 300,00 11 000,00 5 000,00 1 800,00 � 4 000,00 � 3 500,00 � 5 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 4 000,00 � 3 000,00 � 40 000,00 � 18 000,00 � 18 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � 2 500,00 � 5 000,00 � 3 500,00 � 485 000,00 Musik 261 Förderungen in Zahlen Baukosten Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien Innere Stadt Röm.-kath. Metropolitan- und Pfarrkirche zu St. Stephan in Wien SUMME MUSIK 100 000,00 172 724,24 � 23 961 910,24 THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ Arbeitsplatz – Verein zur Zurverfügungstellung von Arbeitsräumen für Tanz und Performance Art*Act Kunstverein Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not danceWEB – Verein zur Förderung des internationalen Kulturaustausches im Bereich der Darstellenden Künste DANS.KIAS – Verein für physische Kommunikation in der darstellenden Kunst dascollectiv – Verein zur Förderung interkulturellen Austauschs Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH echoraum. Vereinigung zur Förderung der Kulturkommunikation Gloria Theater Betriebs G.m.b.H. God’s Entertainment – Verein zur Erhaltung und Förderung des Off-Theater Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen Ian Kaler/ Verein an den Schnittstellen zum Performativen Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst IM PULS – TANZ insert(Theaterverein) Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit 25 000,00 50 000,00 � 333 000,00 � 75 000,00 70 000,00 50 000,00 � 630 000,00 � 1 280 000,00 � 70 000,00 � 550 000,00 � 80 000,00 80 000,00 60 000,00 � 120 000,00 � 70 000,00 � 1 150 000,00 � 80 000,00 � 590 000,00 � 51 000,00 � 262 Theater, Musiktheater, Tanz � Förderungen in Zahlen Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Kitsch& Kontor – Theaterverein Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturzentrum Kabelwerk GmbH Kunst- und Kulturverein Raw Matters KUNSTVEREIN ARCHIPELAGO LINK.* Verein für weiblichen Spielraum Liquid Loft. Verein zur Projektierung künstlerischer Ideen M.A.P. – Movement Art Programmes Vienna Verein zur Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Bewegungskunst MAD – Verein zur Förderung von Mixed-Abled Dance& Performance makemake produktionen – Performative Zusammenarbeiten Musiktheatertage Wien nadaproductions – Verein zur Förderung zeigenössischer Tanz-, Performance und Filmformen Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Neue Oper Wien – Verein zur Dokumentation und Durchführung von Musiktheatern und Konzerten SALTO, Verein zur Förderung von neuem Tanz und Theater Schauspielhaus Wien GmbH SECOND NATURE – Verein zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung sirene Operntheater – Verein für Musik und Theater szene bunte wähne; Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH TANZART – Verein zur Förderung und Entwicklung des Tanztheaters Tanzquartier Wien GmbH Theater am Petersplatz GmbH Theater Brett – Compagnie BRETTSCHNEIDER 70 000,00 � 950 000,00 � 1 630 000,00 � 400 000,00 � 25 000,00 � 60 000,00 � 600 000,00 � 120 000,00 � 70 000,00 50 000,00 � 65 000,00 � 190 000,00 � 50 000,00 350 000,00 450 000,00 90 000,00 � 1 545 000,00 � 80 000,00 180 000,00 � 100 000,00 � 770 000,00 � 60 000,00 � 2 950 000,00 � 1 050 000,00 � 50 000,00 � Theater, Musiktheater, Tanz � 263 Förderungen in Zahlen THEATER DER JUGEND Theater in der Josefstadt Betriebsges.m.b.H. Theater in der Josefstadt Privatstiftung Theater Lilarum Kossatz& Mitges. OEG theatercombinat – theaterverein Theaterverein Odeon Theaterverein Theater FOXFIRE Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein Wien Theaterverein Wiener Klassenzimmertheater THEATERVEREIN WIENER METROPOL Tschauner Bühne GmbH Verein CHIMERA für Cybertanz und Performance Verein der Freunde und Förderer des Schubert Theaters Verein für Modernes Tanztheater Verein Superamas zur Förderung von Kunstprojekten Verein„Transit“ – Verein für darstellende und bildende Kunst Vereinigte Bühnen Wien GmbH Volkstheater Gesellschaft m.b.H. Volkstheater Gesellschaft m.b.H.(Volkstheater in den Bezirken) werk89 – Kunst- und Theaterverein Wiener Bühnenverein Wiener Kammeroper Wiener Tanz- und Kunstbewegung WIENER TANZWOCHEN Wiener Taschenoper Wiener Wortstätten – Verein zur Förderung der Gegenwartsdramatik 3 830 000,00 � 7 415 689,00 � 3 500,00 � 220 000,00 � 120 000,00 � 950 000,00 � 75 000,00 � 190 000,00 � 150 000,00 � 120 000,00 � 600 000,00 � 80 000,00 � 50 000,00 � 80 000,00 � 80 000,00 � 120 000,00 � 440 000,00 � 42 048 555,00 � 6 437 630,00 � 799 000,00 � 60 000,00 � 180 000,00 � 700 000,00 � 80 000,00 � 925 000,00 � 100 000,00 � 200 000,00 264 Theater, Musiktheater, Tanz Förderungen in Zahlen Rahmenbetrag achtungsetzdich! – Verein zur Förderung der politischen Kunst Aggregat Valudskis – Verein für Theater am apparat – Verein für künstlerische und technische Innovation Angry Agnes Productions, Verein zur Förderung von Tanz und Performancekunst ångstrøm – Verein zur Förderung und Vernetzung freischaffender KünstlerInnen ARBOS, Gesellschaft für Musik und Theater ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens ART LOVERS(Verein für Performance und Bühnenkunst) ART PROJEKT Musik/Theater/Tournee-Projekte ASSITEJ Austria – Junges Theater Österreich Bahamut Productions-Verein für internationale und interdisziplinäre Theaterproduktionen BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation boîte de production – Verein für zeitgenössischen Tanz und zeitgenössische Installationen Bühnenspiel – Verein für Aktionen in der Darstellenden und Bildenden Kunst CHROMA Verein aktueller Kunst und Musik DAS WIENER KINDERTHEATER – KINDER SPIELEN THEATER Datamatix Datensysteme GmbH DIG UP – Productions, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten DoCha Vienne – Kulturverein für künstlerisches und intergenerationelles Arbeiten mit jungen und sehr jungen Menschen im interkultruellen Austausch mit Ensembles aus dem Donauraum und dem Department Charente/ Frankreich dreizehnterjanuar freie Theaterproduktionen, kurz: dreizehnterjanuar Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH ENGLISH FOR ENGLISH LOVERS – Verein zur Förderung der englischen Sprache im Theater 12 000,00 24 000,00 � 16 000,00 � 20 000,00 20 000,00 44 000,00 � 10 000,00 � 9 000,00 � 7 000,00 � 40 000,00 � 15 000,00 20 000,00 15 000,00 12 773,00 30 000,00 � 30 000,00 � 7 500,00 20 000,00 10 000,00 22 000,00 40 000,00 � 18 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz � 265 Förderungen in Zahlen Europäische Theaternacht Fauxpas Club – Performance, Theater, Tanz Förderverein des Jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung Freie Bühne Wieden Freundliche Mitte – kollektive Theaterarbeit Gesellschaft für Musische Unterhaltung Goldfuß unlimited – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstprojekten im sozialen Environment Himalaya Project – Verein für Tanz und performativer Kunst hy.per.form –Verein zur Schaffung von Performances aus dem Bereich Tanz und anderer Kunstformen IMEKA Verein zur Förderung der Künste im musischen und darstellenden Bereich Junger Salon – Verein für partizipative Theaterprojekte KILLA – die Kultur/Nah/Versorger Kinoki – Verein zur Förderung audiovisueller Selbstbestimmung Klubi – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Komödie am Kai Kulisse – Andreas Elsner GesmbH Kulturverein Die Juggernauten Kulturverein für zeitgenössischen Tanz Kulturverein Hungry Sharks Kunst- und Kulturverein Creme de la Kremser Kunstverein Ti22 Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Last Enjoyable Opera Theatre LEO – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur leuchtkraft theater produktionen LOTTALEBEN – Performance, Film, Kunst 266 Theater, Musiktheater, Tanz � 3 300,00 � 9 000,00 � 40 000,00 � 70 000,00 � 20 000,00 � 25 000,00 � 10 000,00 10 000,00 � 6 000,00 20 000,00 20 000,00 � 24 000,00 � 5 000,00 � 9 000,00 � 20 000,00 � 30 000,00 � 21 000,00 � 28 000,00 � 8 000,00 � 18 000,00 � 20 000,00 � 40 000,00 20 000,00 15 000,00 � 9 000,00 � Förderungen in Zahlen Luna Arts – Verein für Kunst und Kultur Maggie Palms – Verein für zeitgenössischen Tanz und darstellende Kunst Mea – Verein für Kunst und Kultur Meow – ephemere Vorhaben. Verein zur Förderung von performativen Kunstformen mh+ a KULTURVEREIN MIMAMUSCH – Freunde des Strategietheaters Miss Amen Kultur und Kunstverein music on line – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik na daLokal. Verein für Kunst in Bewegung Nestbeschmutzer& Innen – Verein zur Förderung innovativer Theaterarbeit – Schwerpunkt Politsatire – mit Einbeziehung der Genderthematik Neues Theater Wien new space theatre.dance company – Verein zur Förderung zeitgenössischer, darstellender Kunst mit überzeitlichen Inhalten nicht.THEATER Ensemble, kurz: Das nicht.THEATER No money No arts – Tanzgruppe notfoundyet – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Österreichische Theatergemeinde Österreichischer Kabarettpreis OH DEAR Productions Phonetic Art – Verein für Musik und Performance Plaisiranstalt – Theaterverein POLYMORPH PERFORMANCE. Verein zur Unterstützung intermedialer Kunst Pufferfish Kunstverein reschen.see – Verein für Theaterprojekte SILK – Verein zur Förderung von Urbanem Zeitgenössischem Tanz und Kunst 25 000,00 � 12 000,00 � 10 000,00 � 15 000,00 20 000,00 � 20 000,00 � 16 000,00 � 25 000,00 � 10 000,00 � 20 000,00 20 000,00 � 20 000,00 13 000,00 � 12 000,00 � 25 000,00 � 5 000,00 � 10 000,00 � 8 000,00 � 6 000,00 � 18 000,00 � 20 000,00 20 000,00 � 25 000,00 � 20 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz � 267 Förderungen in Zahlen SPIELRAUM Theater& Theaterstudio Stadttheater Walfischgasse GmbH Studio 5 – Verein zur Förderung des Verständnisses zeitgenössischer Kunstformen TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH Tanz Atelier Wien tanz.coop – verein for arts Tanztheater Verein DIVERS – Kabinett ad Co. Technocandy, Verein zur Förderung der Diversität im Bereich der Darstellenden Künste Territorium – Kunstverein The Practical Mystery – Theater und Performanceverein theater& kunst: das Schaufenster Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Theater Center Forum THEATER DES BLAUEN DACHS Theater des Kindes theater super.nova THEATER ZUM FÜRCHTEN theaterfink Theater- und Kulturverein daskunst Theaterverein EINMALIGES GASTSPIEL Theaterverein Ansicht Theaterverein Lumpazi Theaterverein Wien TIM.theoris in mind. Verein zur Förderung von Kunst und Wissenschaft URBAN CUBE – Verein für interdisziplinäres Theater im städtischen Raum Verband Stadtinitiative – DAS OFF THEATER 120 000,00 � 300 000,00 � 16 000,00 30 000,00 � 10 000,00 � 20 000,00 � 30 000,00 � 5 000,00 13 000,00 � 24 000,00 � 20 000,00 � 35 000,00 55 000,00 � 24 000,00 � 8 000,00 � 20 000,00 � 320 000,00 � 10 000,00 � 22 000,00 � 25 000,00 � 20 000,00 � 7 000,00 � 187 427,00 � 13 000,00 � 20 000,00 � 130 000,00 � 268 Theater, Musiktheater, Tanz � Förderungen in Zahlen Verein der Freunde der Freude am Theater(Kabarett Niedermair) Verein für philosophische Praxis Verein Projekt Theater Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Verein zur Förderung der kulturellen Interessen der Arbeitnehmer und ihrer Familien – Veranstaltungszentrum AKZENT Vienna Magic – Verein zur Förderung von Performance, zeitgenössischem Tanz, darstellender Kunst- und bildender Kunst vienna theatre project – englischsprachige Theaterproduktionen Visitores – Verein zur Projektion künstlerischer Ideen wenn es soweit ist. Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Wiener Lustspielhaus – Verein zur Förderung musikalischer und darstellender Künste Wiener Sängerknaben Konzertsaal Betriebs-GmbH Wild Theatre – Figuren-& Objekttheater Zeitgleich – Verein zur Förderung von Kulturkontakten ZENITH PRODUCTIONS FÜR THEATER UND MUSIK Zeppelin Weltraum Clique Kulturverein ZETTELWERK – Verein zur Förderung von Literatur als offene Form Summe Rahmenbetrag 80 000,00 � 30 000,00 � 40 000,00 � 20 000,00 � 60 000,00 20 000,00 10 000,00 � 20 000,00 � 20 000,00 � 120 000,00 1 000,00 � 9 000,00 � 21 000,00 � 15 000,00 � 15 000,00 � 9 000,00 � 3 312 000,00 Baukosten Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH echoraum – Vereinigung zur Förderung der Kulturkommunikation Ha Makom Theater und VeranstaltungsgmbH Halle E+G Betriebs GmbH& Kunsthallenbetriebs Ges.m.b.H. OEG Kitsch& Kontor – Theaterverein Komödie am Kai 10 000,00 60 000,00 � 15 000,00 � 30 000,00 � 107 295,49 � 50 000,00 � 10 000,00 � Theater, Musiktheater, Tanz � 269 Förderungen in Zahlen Koproduktionshaus Wien GmbH Schauspielhaus Wien GmbH TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH Theater Center Forum Theater Werk Janus alias HEUSCHRECK Theater für Klein und Groß Theater zum Fürchten Tschauner Bühne GmbH Verband Stadtinitiative – DAS OFF THEATER Verein der Freunde der Freude am Theater(Kabarett Niedermair) Vereinigte Bühnen Wien GmbH(Ronacher) Wiener Kammeroper Wiener Lustspielhaus – Verein zur Förderung musikalischer und darstellender Künste Summe Baukosten Sonstiges Theatererhalterverband Österreichischer Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag SUMME THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ NEUE MEDIEN a_maze – Verein zur Förderung audio – visueller Kunst BAOBAB – Verein für interkulturelle Medienarbeit Cracked Labs – Verein zur Förderung kritischer digitaler Kultur E.S.E.L. in der Kunst(Erfahren, Sehen, Erkennen, Lernen) EINTAGSMUSEUM – Verein für ephemere, orts- und themenspezifische Museumsprojekte Eurozine – Gesellschaft zur Vernetzung von Kulturmedien mbH Filmfrauen Österreich – Unterstützung von Frauen im Filmgeschäft 118 395,59 � 80 000,00 � 35 000,00 � 20 000,00 � 3 800,00 � 50 000,00 � 60 000,00 � 10 000,00 � 20 000,00 � 3 101 716,92 � 52 500,00 � 10 000,00 3 843 708,00 2 139,00 90 581 221,00 1 500,00 1 500,00 � 4 000,00 � 1 500,00 � 1 500,00 25 000,00 � 1 500,00 � 270 Theater, Musiktheater, Tanz• Neue Medien � Förderungen in Zahlen INÄSTHETIK – Verein zur Erforschung und Realisierung künstlerischer Projekte im Feld der relationalen Kunst kanonmedia verein für neue medien Kinoki – Verein zur Förderung audiovisueller Selbstbestimmung Kunstverein„see you next Thursday“ Kunstverein das weisse haus Kunstverein Wiener Artfoundation Lafin C’estmerde – Vereinigung für interdisziplinäre Kunstproduktion und-rezeption Medienwerkstatt Wien MIASMA – Verein zur Entwicklung zeitgemäßer Theaterformen mO – Verein zur Förderung von Medienkunst moment collective – Verein für experimentelle Musik, audio-visuelle und performative Kunst Palais des Beaux Arts – Verein für Kunstprojekte im Spannungsfeld von Internet und Stadt paraflows – Verein zur Förderung der Digitalen Kunst und Kulturen pinacoteca. Künstlerische Diskurse in Theorie und Praxis Quartier für Digitale Kultur quintessenz – Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter rosapinks – Verein zur Förderung von künstlerischen, sozialen und feministischen Projekten Sontags Production – Vereinigung zur Förderung von Austausch und Vernetzung interdisziplinär agierender Kulturschaffender sound:frame. Verein zur Förderung der Interkreativität sp ce. Verein zur Förderung von Kunst und Transdisziplinarität Sportclub Blitz Racing Team Linz SUBOTRON – Verein zur Förderung elektronischer Spielkultur Target Reply – Verein für Kunst- und Medienprojekte Teslaedison Verein zur Förderung von Medienkunst und Soundart 1 500,00 1 500,00 � 2 000,00 � 1 500,00 � 16 000,00 � 1 500,00 � 1 500,00 30 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 1 500,00 100 000,00 � 5 000,00 � 18 000,00 � 5 500,00 1 500,00 2 000,00 50 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 12 000,00 � 4 000,00 � 2 500,00 � Neue Medien � 271 Förderungen in Zahlen The Artist Project Group – Verein zur Förderung künstlerischer Kritik und Produktion TIM.theoris in mind. Verein zur Förderung von Kunst und Wissenschaft TONSPUR Kunstverein Wien TRAUMA WIEN – Verein zur Erforschung, Förderung und Publikation digitaler Literatur ubermorgen – Verein zur Förderung von digitaler und bildender Kunst Unsere Beziehung – Verein für interdisziplinäre Kunst und Vernetzung URBANAUTINNEN – Architektur, Film, Kunst, Kultur und Sprache Verein für Kunstvermischung Verein Künstlergruppe DYNAMO Verein zur Förderung von Kunstsituationen im Alltag/ Alltagssituationen in der Kunst Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien SUMME NEUE MEDIEN FILM, KINO, VIDEO AFTER IMAGE PRODUCTIONS. Verein zur Förderung von Freiluftkino und Kulturveranstaltungen AIDS LIFE – Verein zur direkten Unterstützung von HIV-Positiven und an AIDS erkrankten Menschen Austrian Fashion Association – Verein zur Förderung österreichischen Modedesigns Entuziasm Kinobetriebs GmbH DV8-Film – Verein zur Realisierung von unabhängigen und unkonventionellen Filmprojekten Filmarchiv Austria Filmfonds Wien Österreichische Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der Jüdischen Kultur und Tradition 272 Neue Medien• Film, Kino, Video � 2 500,00 2 000,00 7 000,00 � 2 000,00 4 500,00 2 000,00 2 000,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 2 000,00 16 000,00 343 000,00 100 000,00 45 000,00 146 000,00 400 000,00 � 185 000,00 192 000,00 � 11 500 000,00 � 70 000,00 Förderungen in Zahlen LET’S CEE Filmfestival Österreichisches Filmmuseum St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebs GmbH This Human World/ Diese Menschen-welt, Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Vienna Film Commission GmbH VIENNALE internationales Filmfestival Wien VIENNALE Internationales Filmfestival Wien – Viennale Filmpreis Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Rahmenbetrag Ahnelt Josephine Al-Kattib Jasmin Allahyari filmproduktion ASIFA AUSTRIA Verein zur Förderung des Animationsfilms in Österreich Bauer Sybille Baumgartner Jasmin Blauensteiner Iris Brejcha Zuzana Buchinger Paul Burger Jörg Culture2Culture – Verein zur Förderung, Koordination und Entwicklung von Kunst, Kultur, Kommunikation, Bildung und Wissenschaft Daniela Praher Filmproduktion e.U. dotdotdot – Verein zur Kultivierung der kurzen Form Feiks Camilla film:riss-Verein zur Förderung der jungen Filmkultur und Filmkunst 30 000,00 � 730 000,00 � 53 000,00 311 000,00 � 20 000,00 180 000,00 � 1 500 000,00 � 10 000,00 � 105 000,00 3 000,00 5 000,00 � 5 000,00 � 35 000,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 54 000,00 5 000,00 � 5 000,00 � 4 500,00 � 2 000,00 � Film, Kino, Video � 273 Förderungen in Zahlen frame[o]ut – Verein zur Förderung neuer Filmformate Freunde der Filmakademie Wien Freundlinger Catrin Friedel Nora Grassl Andrea Grill Michaela Handke Amina INÄSTHETIK – Verein zur Erforschung und Realisierung künstlerischer Projekte im Feld der relationalen Kunst Independent Cinema – Verein zur Förderung unabhängigen Filmschaffens Industrial Motion Art Filmproduktions GMBH Institut Pitanga – Verein zur Förderung und Vermittlung von Wissenschaft und Kultur Jüdischer Filmclub Wien Kellner David kino5 – Plattform für unabhängige Filmschaffende Kunstwerk-Werkstätte für Musik, Theater, Film Le Groupe Soleil Film& Multimediaproduktion GmbH LET’S CEE Filmfestival Liquid films Medienproduktions GmbH Lurf Johann Makarova Alexandra Marte Sabine Mayrhofer Nina Meisl Albert Molin Manuela Mühling Verena Nasmyth Laura 274 Film, Kino, Video � 10 000,00 � 6 000,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 4 000,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � 5 000,00 45 000,00 5 000,00 � 60 000,00 5 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 15 000,00 � 3 000,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 4 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � 2 500,00 � 2 500,00 � 5 000,00 � Förderungen in Zahlen Popovic Adnan Prazak Jan proFrau-Plattform für Frauenrechte gegen Diskriminierung Reinhart Martin Ressler Oliver Sackl Albert Schöffel Lukas Schöffmann Mariela Schwarz Gertraud Schwendinger Jasmin Schwentner Michaela sixpackfilm Standen-Raz-Andrew Colin Stastny Peter Stern Clara Südufer Film OG Takacs Rudolf This Human World/ Diese Menschen-welt, Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Truttmann Lisa Verein zur Ausübung und Förderung des unabhängigen Films Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien Vernik Sascha Alexander Vienna Film Commission GmbH Winter Martin Zwirchmayr Antoinette Summe Rahmenbetrag 3 000,00 � 1 400,00 � 10 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 � 4 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 70 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � 5 500,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 38 000,00 2 500,00 � 5 000,00 � 5 000,00 3 500,00 � 20 000,00 � 3 200,00 � 1 400,00 � 585 000,00 SUMME FILM, KINO, VIDEO 16 162 000,00 Film, Kino, Video 275 Förderungen in Zahlen BILDENDE KUNST Bildankäufe ArtClusterVienna – Verein zur Förderung kultureller Einrichtungen(ACV) Depot – Verein zur Förderung der Diskurskultur in der Gegenwartskunst FOTOGALERIE WIEN – Verein zur Förderung künstlerischer Fotografie und neuer Medien Galerie im Taxispalais IG Bildende Kunst(Interessengemeinschaft Bildende Kunst) Kunst im öffentlichen Raum GmbH Kunst- und Kulturverein SOHO IN OTTAKRING Kunst- und Sozialverein WochenKlausur Kunsthalle Wien GmbH KunstHausWien GmbH Künstlerhaus Gesellschaft m.b.H. KünstlerInnenförderung Kunstverein das weisse haus Kunstverein Vladimir& Estragon Kunstverein Wien Neigungsgruppe Design Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung Springerin – Verein für Kritik und Kultur der Gegenwartskunst VC Artevents GmbH Verein ZOOM Kindermuseum Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession 297 428,00 15 000,00 � 50 000,00 � 25 000,00 3 000,00 � 26 000,00 � 990 000,00 � 60 000,00 � 20 000,00 � 4 050 000,00 � 400 000,00 � 381 000,00 � 13 400,00 � 10 000,00 � 50 000,00 � 375 000,00 � 10 000,00 � 50 000,00 � 22 000,00 � 10 000,00 � 874 000,00 � 310 000,00 Druckkostenbeiträge Birkhäuser Verlag GmbH Fotohof – Verein zur Förderung der Autorenfotografie KUNSTVEREIN PARALLEL AKTION 1 000,00 1 000,00 � 1 000,00 � 276 Bildende Kunst � Förderungen in Zahlen SALON HYBRID – Verein für Experimentelle Angelegenheiten in Kunst, Film und Performance Verein zur Förderung und Verbreitung zeitgenössischer Kunst(V&V&V) WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Summe Druckkostenbeiträge 1 000,00 1 000,00 � 1 000,00 � 6 000,00 Rahmenbetrag AGORA Gesellschaft zur Förderung der Humanität Anni und Heinrich Sussmann – Stiftung für bildende Künstler ARCH& ARTISTS, VEREIN ZUR FÖRDERUNG KUNSTSPARTENÜBERGREIFENDER EVENTS Art& Science – Verein für Wissenschaft und Kunst bäckerstraße4-plattform für junge kunst GmbH BILDETAGE – VEREIN ZUR FÖRDERUNG ZEITGENÖSSISCHER KUNST Black Pages. Verein für Publikation und Kunst BLOCKFREI, Verein für Kultur und Kommunikation BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Bulgarische Kulturvereinigung Kiril und Methodi Caritas der Erzdiözese Wien(Caritasverband) gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung CONT3XT.NET kunst.kultur.medien Der Apparat. Verein zur Förderung künstlerisch/sozialer Interventionen im öffentlichen Raum Die Kunstwerft – Verein zur Vernetzung von KünstlerInnen flat1 – Organisation und Durchführung von Kunstprojekten Foto K – Verein für Fotografie und Kunst Freunde des Loquaiparkes Goldfuß unlimited – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstprojekten im sozialen Environment Hinterland – Verein zur Vernetzung international und national Aktiver und Interessierter in der Kunstwelt 2 000,00 2 900,00 � 1 000,00 1 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 3 000,00 � 1 000,00 1 000,00 � 2 000,00 2 000,00 � 4 000,00 4 000,00 � 4 500,00 � 3 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 1 000,00 Bildende Kunst � 277 Förderungen in Zahlen INÄSTHETIK – Verein zur Erforschung und Realisierung künstlerischer Projekte im Feld der relationalen Kunst Institut für Interaktive Raumprojekte Institut Textur – Verein für Kulturarbeit KulturAXE Kunst- und Kulturverein Arbeit in Auslage Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN Kunst- und Kulturverein UBIK KUNSTLIGA – Verein zur Förderung von künstlerischen Projekten Kunstverein„see you next Thursday“ Kunstverein Grundsteingasse Kunstverein Wiener Artfoundation Loft 8 Kunstraum, artists in residence, Ausstellungen KG mauve – Verein für ästhetisch theoretischen Dialog in der bildenden Kunst melt-art kulturelle Verschmelzung Neuer Kunstverein Wien NEUN ARABESKEN Förderverein für Frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte OLLIWOOD – VEREIN ZUR DURCHFÜHRUNG VON FREIEN KUNSTPROJEKTEN Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur ... PENZIN – TREIBSTOFF FÜR KUNST UND KULTUR... Photon, Verein für Fotokunst pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur pinacoteca. Künstlerische Diskurse in Theorie und Praxis .pogmahon.company – Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum PROJECTORETTES: FREESTYLE VISUALIZERS, Verein für visuelle Projekte SIGMUND-VEREIN ZUR FÖRDERUNG UND VERBREITUNG ZEITGENÖSSISCHER KUNST SPEAKERAT – Verein für Kunstprojekte 2 000,00 2 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 � 4 000,00 2 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 2 500,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 3 000,00 � 1 000,00 1 000,00 � 278 Bildende Kunst � Förderungen in Zahlen TONSPUR Kunstverein Wien 2 000,00 � TRANSFER* – Verein für medial übergreifende Kulturarbeit 3 000,00 � Ve.Sch, Verein für Raum und Form in der Kunst 3 000,00 � Verband österreichischer Galerien moderner Kunst 1 500,00 � Verein Künstlergruppe DYNAMO 2 000,00 � Verein zur Ausübung und Förderung des unabhängigen Films 1 000,00 � Verein zur Ausübung und Förderung künstlerischer Photographie 2 000,00 � Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums(VEKKS) 2 000,00 � Verein zur Förderung experimenteller Raumkunst. Sehsaal. 600,00 � Verein zur Realisierung künstlerischer Interaktionen und Diskurse 1 000,00 � Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs 2 000,00 � VISIBLE AUDIBLE TANGIBLE NETWORK CLOUD – Verein zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kulturkommunikation(VATNC) 1 000,00 WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser 2 000,00 � Summe Rahmenbetrag 114 000,00 Rahmenbetrag„Das engagierte Auge“ Christine König Galerie friendsandart, Kunstverein Galerie Elisabeth und Klaus Thoman Galerie Krinzinger Galerie Krobath Galerie nächst St. Stephan Galerie Raum mit Licht Galerie Reinthaler unttld contemporary Ve.Sch, Verein für Raum und Form in der Kunst Summe Rahmenbetrag„Das engagierte Auge“ 2 500,00 2 500,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 19 000,00 Bildende Kunst 279 Förderungen in Zahlen Veranstaltungen MUSA – Museum Startgalerie Artothek Baukosten Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession Sonstiges Mitgliedsbeiträge SUMME BILDENDE KUNST 532 393,78 50 000,00 4 000,00 8 767 221,78 LITERATUR echo event gesmbH Erstes Wiener Lesetheater und zweites Stegreiftheater Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Grazer Autorinnen Autorenversammlung Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren, kurz: IG Autorinnen Autoren Interessengemeinschaft von Übersetzerinnen und Übersetzern literarischer und wissenschaftlicher Werke, kurz: IG Übersetzerinnen Übersetzer Kunstverein Wien Literatur- und Contentmarketing GmbH Verein Exil Verein Wespennest Literatenförderung Rahmenbetrag Alumniverband der Universität Wien Artelier – Verein zur Förderung kreativen Denkens und Gestaltens Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen(BOeS) 43 000,00 12 000,00 � 74 000,00 � 19 000,00 � 20 380,00 6 000,00 1 238 000,00 � 107 000,00 � 45 000,00 � 28 000,00 � 55 000,00 2 150,00 1 000,00 � 1 000,00 � 280 Bildende Kunst• Literatur � Förderungen in Zahlen BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Buchmarketing Das Ilse-Aichinger-Haus DENKRAUM DONAUSTADT, Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft, Kunst und Kultur Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur – DomL FOMP – Kulturverein zur Realisation, Präsentation und Ausbildung dynamischer Bühnenliteratur und Bühnenkunst Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Fremdkörper Ges.n.b.R. FZA Verein zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft Grazer Autorinnen Autorenversammlung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Ide(e)ntitäten. Verein für Kunst und Kultur Innovationswerkstatt Mettler Institut für Interaktive Raumprojekte Institut für Jugendliteratur Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren, kurz: IG Autorinnen Autoren Interessengemeinschaft von Übersetzerinnen und Übersetzern literarischer und wissenschaftlicher Werke, kurz: IG Übersetzerinnen Übersetzer Internationale Albert-Drach-Gesellschaft zur Pflege des literarischen und philosophischen Werks KRIMI LITERATUR. at Kulturverein Alsergrund – Unser 9. Kulturverein Wort-Farbe-Klang Labor Alltagskultur – Verein zur Dokumentation von Alltagskultur LAFORUM – lateinamerikanisch-österreichisches Literaturforum Literarische Vereinigung SALON 2 000,00 6 300,00 � 1 000,00 � 2 000,00 1 500,00 � 900,00 2 200,00 � 1 000,00 � 1 100,00 � 6 000,00 � 2 500,00 � 600,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 6 850,00 � 3 000,00 1 500,00 2 000,00 4 000,00 � 6 000,00 � 500,00 � 2 000,00 � 3 000,00 � 3 600,00 � Literatur � 281 Literaturkreis Schloß Neulengbach – Podium Literaturverein SISYPHUS WIEN Milena Verlag Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N.-Club. Das österreichische Zentrum des Internationalen P.E.N.(P.E.N. – The Austrian Centre) Österreichischer Schriftsteller/innenverband O-TÖNE – Verein zur Förderung und Verbreitung von Österreichischer Gegenwartsliteratur PhiloMedia – Verein für Philosophie und Medien Schule für Dichtung in Wien Theaterverein Vergiftungszentrale Theodor Kramer Gesellschaft Verein Gold – Queer House for Art, Culture& Learning Verein Neugermanistik Wien Verein zur Förderung von Englischsprachigen Schriftstellern in Österreich Versatorium – Verein für Gedichte und Übersetzen Welt& Co/Kulturverein Wortspiele – Verein für interkulturelle Aktivitäten ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Summe Rahmenbetrag Druckkostenbeiträge Amalthea Signum Verlag GmbH Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H. Czernin Verlag GesmbH Das Fröhliche Wohnzimmer – Edition Das Jüdische Echo DVB Verlag GmbH 5 300,00 2 900,00 6 000,00 9 000,00 7 000,00 6 540,00 25 000,00 900,00 87 000,00 900,00 18 800,00 1 500,00 960,00 1 000,00 3 000,00 2 500,00 2 500,00 500,00 249 000,00 2 000,00 7 800,00 6 000,00 1 300,00 3 600,00 1 000,00 282 Literatur � Förderungen in Zahlen Ebbe& Flut Textwerkstatt edition ch Edition Konturen Edition Korrespondenzen Edition Laurin Edition Lex Liszt 12 Edition Splitter Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Erika Mitterer Gesellschaft Hollitzer Verlag Internationale Kulturprojekte Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Klever Verlag Kolik, Zeitschrift für Literatur Literatur- und Kunstverein„fabrik.transit“ Literaturverlag Droschl Literaturverlag Poll GmbH, Edition Atelier Luftschacht Verlag Mandelbaum Verlag Media Research Vienna Metroverlag – Verlagsbüro W. GmbH Milena Verlag Ö.D.A. Österreichische DialektautorInnen und Archive – IDI Austria – Institut für regionale Sprachen und Kulturen Österreichische Haiku Gesellschaft Österreichischer P.E.N.-Club. Das österreichische Zentrum des Internationalen P.E.N.(P.E.N. – The Austrian Centre) Österreichischer Schriftsteller/innenverband 1 000,00 � 1 700,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 3 200,00 � 10 200,00 � 1 300,00 � 3 500,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 6 500,00 � 5 000,00 � 1 200,00 � 3 500,00 � 14 200,00 � 5 800,00 � 6 000,00 � 1 500,00 � 3 500,00 � 14 370,00 � 2 000,00 350,00 � 2 500,00 1 000,00 � Literatur � 283 Förderungen in Zahlen Otto Müller Verlag GmbH& Co KG Passagen Verlag Ges.m.b.H. Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. Picus Verlag GesmbH Podium Praesens Verlag PROverbis e.U. Verlagsservice und Verlag Resistenz Verlag Seifert Verlag Septime Verlag e.U. SISYPHUS – Wien Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. Sonne und Mond – Förderungsverein für ganzheitliche Kunst und Ästhetik Sperl Dieter TARANTEL – Zeitschrift für Kultur von Unten Theodor Kramer Gesellschaft Verein für Gesellschaftskritik Verlag Bibliothek der Provinz Verlag Carl Ueberreuter GmbH Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH Verlag Jungbrunnen GmbH Verlag Kremayr& Scheriau KG Verlag Wortreich Verlag Zaglossus e.U. Verlagshaus Hernals e.U. VOLLTEXT Verlag GmbH WeiberDiwan – Verein zur Förderung feministischer Literatur und Wissenschaft 1 500,00 � 400,00 � 11 880,00 � 15 900,00 � 2 000,00 � 1 500,00 � 3 500,00 � 3 000,00 � 3 500,00 � 2 350,00 � 6 100,00 � 6 000,00 � 4 300,00 � 2 000,00 � 3 200,00 � 10 500,00 � 800,00 � 15 500,00 � 1 000,00 � 1 750,00 � 1 000,00 � 5 000,00 � 4 200,00 � 5 600,00 � 2 800,00 � 5 000,00 � 1 000,00 284 Literatur � Förderungen in Zahlen Wieser Verlag ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Summe Druckkostenbeiträge 15 700,00 � 1 000,00 � 258 000,00 Buchankäufe Facultas Verlags-& Buchhandels AG KIDLIT medien GesmbH Otto Müller Verlag GmbH& Co KG Theodor Kramer Gesellschaft Triedere – Zeitschrift für Theorie und Kunst Verein für neue Literatur Verein Gruppe Wespennest für Literatur Ästhetik und Kulturpolitik VEWZ-Literaturverein TARANTEL – Zeitschrift für Kultur von Unten ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Summe Buchankauf 89,10 2 400,00 � 1 187,45 � 6 000,00 � 1 100,00 � 3 510,00 � 4 800,00 � 1 500,00 � 1 650,00 � 619,38 � 22 855,93 Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis G&G Verlagsgesellschaft mbH Tyrolia Verlag Verlag Jungbrunnen GmbH Verlag Zaglossus e.U. Summe Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis 577,10 747,50 � 448,50 � 224,25 � 1 997,35 Stipendien und Preise Elias-Canetti-Stipendien Interessengemeinschaft von Übersetzerinnen und Übersetzern literarischer und wissenschaftlicher Werke, kurz: IG Übersetzerinnen Übersetzer Kinder- und Jugendbuchpreis 72 000,00 18 000,00 8 000,00 � Literatur � 285 Förderungen in Zahlen Verein Exil Veza-Canetti-Preis Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen Wiener Dramatik Stipendien Wiener Literatur Stipendien Veranstaltungen Literatur im MUSA Festrede„Autorinnen feiern Autorinnen“ SUMME LITERATUR KULTURINITIATIVEN, ZENTREN WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Baukosten WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser SUMME KULTURINITIATIVEN, ZENTREN AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG Europäisches Forum Alpbach Initiativgruppe Alpbach Wien Innovationszentrum Universität Wien GmbH – Sommerhochschule Österreichisches Zentrum für russische Sprache und Kultur Stipendien Budapest, Frankfurt Stipendien John Hopkins University Stipendien Webster University Studienförderungen, Stipendienwerk, Wissenschaftsstipendien SUMME AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG 10 000,00 � 8 000,00 � 15 000,00 � 36 000,00 � 52 800,00 8 359,35 4 723,00 � 2 412 115,63 1 370 000,00 80 000,00 1 450 000,00 3 000,00 6 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � 600,00 � 30 000,00 � 15 000,00 � 153 920,00 � 216 520,00 286 Literatur• Kulturinitiativen, Zentren• Ausbildung, Weiterbildung Förderungen in Zahlen INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION Gruppenbetreuung Kulturverein Österreichischer Roma – Dokumentations- und Informationszentrum Lebendige Weihnacht UNESCO – Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten der MA 7 SUMME INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION GROSSVERANSTALTUNGEN Blasmusikfest Wiener Festwochen GmbH SUMME GROSSVERANSTALTUNGEN SONSTIGE FÖRDERUNGEN Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise und Ehrungen Würdigungs- und Förderungspreise Medienkunst-Preis MUSA-Preis Ehrengräber Friedhöfe GmbH Gräberpflege SUMME SONSTIGE FÖRDERUNGEN 26 949,03 115 000,00 59 222,39 � 22 000,00 � 94 118,80 � 317 290,22 194 142,48 10 861 000,00 � 11 055 142,48 24 471 049,35 148 000,00 5 000,00 � 5 000,00 � 78 134,80 � 673 410,72 � 125 878,81 � 25 506 473,68 � Internationaler Kulturaustausch• Großveranstaltungen• Sonstige Förderungen � 287 kunst- und kulturbericht/ frauenkulturbericht der stadt wien 2014 Kunst- und Kulturbericht Frauenkulturbericht der Stadt Wien 2014 Kunst- und Kulturbericht Frauenkulturbericht der Stadt Wien 2014 Herausgegeben von der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft des Magistrats der Stadt Wien Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher – MA 7 Dr.in Brigitte Rigele – MA 8 Dr.in Sylvia Mattl-Wurm – MA 9 Dr. Nicolaus Schafhausen – KUNSTHALLE wien Mag.a Martina Taig – KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Wolfgang Wais – Wiener Festwochen MMag.a Gerlinde Seitner – Filmfonds Wien Dr.in Marijana Stoisits – Vienna Film Commission Dr. Wolfgang Kos – Wien Museum Mag.a Karin Rick – Frauenkulturbericht Lektorat: Andrea Traxler Layout und Umschlaggestaltung: Mag. Niko Manikas Coverbild: Ausschnitt aus Elfriede Mejchar, Ohne Titel, aus der Serie „Die geliehene Identität“, 1990, SW-Silbergelatineprint auf Baryt, 46,5 x 38,6 cm, Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA Foto: Michael Wolschlager Druck: AV+ Astoria Druckzentrum GmbH, Wien Redaktion: Mag.a Karin Rick Bezugsadresse: MA 7 – Kultur Friedrich-Schmidt-Platz 5 1082 Wien e-mail: post@ma07.wien.gv.at www.kultur.wien.at Inhalt KUNST- UND KULTURBERICHT..................................................................................... 9 Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7......................................................................... 11 Theater......................................................................................................................11 Wiener Festwochen....................................................................................................12 Musik........................................................................................................................17 Literatur....................................................................................................................18 Bildende Kunst...........................................................................................................19 KUNSTHALLE wien.....................................................................................................20 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien..........................................................................28 Kulturelles Erbe..........................................................................................................35 Film...........................................................................................................................37 Filmfonds Wien..........................................................................................................37 Vienna Film Commission..............................................................................................58 Neue Medien.............................................................................................................66 Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten..............................67 Veranstaltungen.........................................................................................................68 Ehrungen...................................................................................................................68 Wissenschaft..............................................................................................................69 Wiener Stadt- und Landesarchiv – MA 8........................................................................ 82 Wienbibliothek im Rathaus – MA 9............................................................................... 86 Wien Museum............................................................................................................ 99 FRAUENKULTURBERICHT.......................................................................................... 111 Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7....................................................................... 113 Theater....................................................................................................................113 Wiener Festwochen..................................................................................................122 Musik......................................................................................................................125 Literatur...................................................................................................................129 Bildende Kunst.........................................................................................................136 KUNSTHALLE wien...................................................................................................145 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien........................................................................147 Kino........................................................................................................................150 Film.........................................................................................................................152 Filmfonds Wien........................................................................................................154 Neue Medien...........................................................................................................159 Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten...........................161 Wissenschaft...........................................................................................................173 Stadt- und Landesarchiv – MA 8................................................................................. 210 Wienbibliothek im Rathaus – MA 9............................................................................. 213 Wien Museum.......................................................................................................... 216 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN...................................................................................... 219 Kultur und Wissenschaft im digitalen Raum stärker zu verankern, war 2014 eines der zentralen Anliegen. Mit dem Wien Geschichte Wiki, dem größten Online Lexikon einer Millionenstadt, zahlreichen Digitalisierungen und einem Blog zum Gedenkjahr konnte durch das Internet ein breites Publikum erreicht werden. Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien KUNST- UND KULTURBERICHT KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater 2014 ging die vierjährige Konzeptförderung in die dritte Runde. Insgesamt 27 Bühnen und Freie Gruppen verfügen bis einschließlich 2017 über eine längerfristige Unterstützung durch die Kulturabteilung der Stadt Wien. Die mit der Theaterreform einhergehende Einführung von vierjährigen Förderungen, die aufgrund von Empfehlungen einer unabhängigen Jury vergeben werden, hat sich hervorragend bewährt. Sie bietet einerseits eine langfristige Planungssicherheit, um entsprechende Konzepte realisieren zu können, gewährleistet darüber hinaus aber eine Durchlässigkeit, durch die auch neuere Gruppierungen Gelegenheit erhalten, ihre Ideen über einen längeren Zeitraum hinweg umsetzen zu können. Zehn Jahre nach dem Beschluss der„Theaterreform“ zeigt sich die Theaterlandschaft Wiens doch relativ verändert: traditionsreiche Häuser werden von neuen LeiterInnen mit teilweise neuen Konzepten ebenso erfolgreich bespielt, neue Spielorte wurden gefunden und auch die Fördertöpfe gemäß den neuen Entwicklungen adaptiert. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass dies nur möglich war, indem im verstärkten Ausmaß in die freie Szene investiert wurde. So wurde 2014 das bisherige Palais Kabelwerk in Wien-Meidling neu adaptiert und mit der Garage X am Petersplatz unter eine Dachmarke zusammengeführt. Damit verfügt das neue WERK X als dezentral gelegenes Sprechtheater mit internationaler Anbindung über zwei Spielstätten mit jeweils zwei Sälen. Während in Meidling das Kabelwerk als neu positioniertes Mehrspartenhaus vor allem großformatige Eigenproduktionen sowie internationale Koproduktionen zeigt, steht das WERK X-Eldorado als offen kuratierter Ort der freien Szene zur Verfügung. Ein Teil des neuen Programms ist auch das diverCITYLAB, das sich sowohl die postmigrantische Identitätsbildung als auch die Heranführung migrantischer Publikumsgruppen an das Theater zur Aufgabe gemacht hat. Das WERK X wird von den beiden Geschäftsführern Harald Posch und Ali Abdullah auch künstlerisch geleitet. Im Kabelwerk wurden im Laufe des Jahres einige Umbauarbeiten vorgenommen: Um das Haus international konkurrenzfähig zu machen, war es erforderlich, eine Seitenbühne anzubauen, die Bühnenobermaschinerie zu verbessern und weitere bauliche Anpassungen etwa auch in den Büros vorzunehmen. Nach den Umbauten kann die Spielstätte auch großformatige Produktionen anbieten. Das neue Foyer präsentiert sich als begehbare Kunstinstallation und bietet viele Sitzgelegenheiten, die antike Zuschauersituation der Agora zitierend. Im Oktober 2014 startete schließlich die Spielzeit unter dem neuen Namen WERK X an den beiden Spielorten. Ein anderes neues Vorhaben, das ebenso wie das Projekt WERK X von kulturpolitischer Seite intensiv unterstützt wird, ist die Förderung von strategischen Partnerschaften von Häusern bzw. Vereinen. Denn auch wenn die Stadt Wien kontinuierlich das Budget für Freies Theater erhöhen konnte, so scheint es in der heutigen Zeit doch sinnvoll vorhandene Ressourcen zu bündeln und daraus mögliche Synergien zu gewinnen. Eine dieser Partnerschaften hat sich 2014 bereits bewährt: Das Theater Nestroyhof Hamakom und der Salon 5(Verein Iffland& Söhne) gestalteten einen gemeinsamen Spielplan bzw. eine künstlerische und infrastrukturelle Kooperation der beiden Häuser, in denen unterschiedliche Formate erfolgreich erprobt werden konnten. 2014 wurden vor allem auch personell die Weichen für die Zukunft gelegt. So konnten mittels einer öffentlichen Ausschreibung sowohl für das Wiener Schauspielhaus als auch für brut Wien, das Spartenhaus für Performance und zeitgenössische, vorwiegend interdisziplinäre Theater 11 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Projekte, neue künstlerische LeiterInnen gefunden werden. Ab der Saison 2015/16 wird demnach das Schauspielhaus Wien vom international tätigen Regisseur Tomas Schweigen sowie das brut Wien von der Dramaturgin Kira Kirsch, die zuletzt beim Steirischen Herbst beschäftigt war, geleitet werden. Ebenfalls neu besetzt wurde die künstlerische Leitung der Wiener Festwochen. Während das Programm dieses Festivals 2014 erstmals von Markus Hinterhäuser verantwortet und vom Publikum wie auch von der Presse äußerst positiv aufgenommen wurde, musste aufgrund der nur bis 2016 laufenden Vertragsdauer bereits Markus Hinterhäusers Nachfolge geplant und ganz generell die künftige Ausrichtung der Wiener Festwochen diskutiert und festgelegt werden. Mit Tomas Zierhofer-Kin, der derzeit noch das Donaufestival leitet, wird dieses wichtige Wiener Festival neue Wege beschreiten, verbunden mit der Zielsetzung, auch neue, bisher kulturfernere Bevölkerungsgruppen anzusprechen und für das zeitgenössische Kunstschaffen zu gewinnen. Aber auch bei den traditionsreichen großen Wiener Theatern tat sich 2014 einiges: Nachdem das Theater in der Josefstadt 2013 sein 225jähriges Jubiläum gefeiert hatte, beging das Volkstheater mit Beginn der Saison 2014/15 sein 125jähriges und machte mit einer aufsehenerregenden Kampagne auf notwendige Renovierungen im Haupthaus aufmerksam. 2014 zeigte man dennoch dort, aber auch auf den Bühnen des Volkstheaters in den Bezirken sowie in der Spielstätte Hundsturm fünfzehn eigenproduzierte Neuinszenierungen, die ein breites Spek­ trum an klassischen und zeitgenössischen Stücken darstellten. Darüber hinaus haben zahlreiche Aktionen, Performances, Lesungen und Diskussionen stattgefunden, auch liefen schon Vor­ arbeiten für erste Sanierungsmaßnahmen sowie für den mit Beginn der Saison 2015/16 geplanten Direktionswechsel auf Hochtouren. Im Theater in der Josefstadt wurden – wie auch schon in den letzten Jahren – etliche Uraufführungen sowie Österreichische Erstaufführungen gezeigt und damit der Kurs, den der künstlerische Leiter dieses Theaters, Herbert Föttinger, mit viel Leidenschaft eingeschlagen hat, erfolgreich und auch konsequent fortgeführt. Die Vereinigten Bühnen Wien hatten 2014 in der Sparte Musical drei Neuproduktionen auf dem Spielplan: Im Raimund Theater feierte die Musical-Komödie„Mamma Mia“(mit 22 der größten Hits von ABBA) erfolgreich Premiere und im Ronacher kamen„Der Besuch der alten Dame“ sowie die bezaubernde Produktion„Mary Poppins“ zur Aufführung. Alle Produktionen erfreuten sich großen Zuspruchs beim Publikum, weshalb die Aufführungsserien von„Mamma Mia“ bis Ende Juni 2015 und„Mary Poppins“ bis Jänner 2016 verlängert werden konnten. Das Theater an der Wien konnte wieder mit zahlreichen eher selten gespielten Werken der Operngeschichte große Publikumserfolge feiern und wesentlich dazu beitragen, dass Wien weiterhin die führende Opernstadt der Welt ist. Wiener Festwochen 9. Mai bis 15. Juni Die Wiener Festwochen 2014 waren die ersten der Intendanz von Markus Hinterhäuser. Das von ihm und Schauspieldirektorin Frie Leysen konzipierte Programm begeisterte das Publikum. Zum Ende konnten die Wiener Festwochen 2014 ein positives Resümee ziehen und eine hervorragende Bilanz vorlegen. Insgesamt waren 38 Produktionen aus 22 Ländern mit 171 Vorstellungen zu sehen, darunter zwei Uraufführungen, drei Neuinszenierungen, zwei EuropaPremieren und acht Premieren im deutschsprachigen Raum. 12 Theater• Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 BesucherInnenauslastung: 95,30 Prozent (2013: 92,53 Prozent/ 2012: 96,90 Prozent/ 2011: 94,31 Prozent/ 2010: 94,21 Prozent) Es wurden 50 561 von 53 056 Karten ausgegeben. (2013: 55 951 von 60 465/ 2012: 51 838 von 53 499/ 2011: 43 816 von 46 462/ 2010: 49 406 von 52 445) 25 Produktionen hatten eine Auslastung von 90 Prozent, davon waren 19 Produktionen zu 100 Prozent ausverkauft. Die GesamtbesucherInnenzahl betrug 162 696. Übersicht über die Produktionen der Wiener Festwochen 2014 15 Koproduktionen: Eröffnung, Orfeo ed Euridice, Van den vos[Von dem Fuchs], Der Mönch aus der Tang-Dynastie, Bluthaus, Macbeth, Hommage an Galina Ustwolskaja, Ten Thousand Tigers, Die Neger, Juliettttt, Winterreise, Coup Fatal, Meeting Points 7: Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks, Al Araba Al Madfuna, Filmretrospektive Tsai Ming-liang 21 Gastspiele: Geschichten aus dem Wiener Wald, Intérieur, Riding on a cloud, River of Fundament, Domo de Europa Historio en Ekzilo[Das Haus der europäischen Geschichte im Exil], Kraftwerk: Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8, The Marrabenta Solos, Titkaink[Unsere Geheimnisse], Guintche, Stavangera[Stavanger](Pulp People), Tararabumbia, Die Kiste im Baumstamm, 4+2, Così fan tutte, Please, Continue(Hamlet), In Praise of Shadows, A Brief History of Colonial Revolts, La Barque le soir[Boot am Abend], Germinal, It’s a dream, Walker 2 Eigenproduktionen: Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus, Into the City/ Chto Delat: Face to Face with the Monument Festwochenkonzerte 2014 der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 11. Mai bis 19. Juni, Musikverein Wien, 19 Konzerte KünstlerInnen und Ensembles kamen aus 22 Ländern Ägypten, Belgien, China, Demokratische Republik Kongo, Deutschland, Frankreich, Japan, Kroatien, Lettland, Libanon, Mosambik, Portugal, Österreich, Russland, Schweiz, Singapur, Slowenien, Spanien, Südafrika, Südkorea, Ungarn, USA Am besten besuchte Produktionen Auslastung 100 Prozent: Così fan tutte, Orfeo ed Euridice, Tararabumbia, Winterreise, Intérieur, La Barque le soir, Die Neger, Der Mönch aus der Tang-Dynastie, Kraftwerk: Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8, Riding on a cloud, The Marrabenta Solos, Guintche, Die Kiste im Baumstamm, Juliettttt, Van den vos, Macbeth, 4+2, Please, Continue(Hamlet), Domo de Europa Historio en Ekzilo Auslastung unter 100 Prozent: In Praise of Shadows(98,35%), A Brief History of Colonial Revolts(97,97%), Hommage an Galina Ustwolskaja(96,16%), Stavangera(Pulp People)(95,10%), Titkaink(93,28%), Ten Thousand Tigers(92,65%) BesucherInnenzahlen Eröffnung Rathausplatz(40 000), BesucherInnen der Vorstellungen(50 561), Filmretrospektive Tsai Ming-liang im Festwochen-Zentrum(490), Ausstellung Al Araba al Madfuna und Video­ installation It’s a dream im Festwochen-Zentrum(348), weitere Veranstaltungen im FestwochenZentrum im Künstlerhaus(15 184), Ausstellung Meeting Points 7: Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks(12 578), Into the City(8 100), Publikums- und KünstlerInnengespräche (2 280), Werkeinführungen(2 960), Workshop-TeilnehmerInnen(195), Festwochenkonzerte im Musikverein(30 000) Wiener Festwochen 13 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Programme im Einzelnen Das Musikprogramm Größte Aufmerksamkeit wurde den Produktionen des Musikprogramms zuteil. Den fulminanten Auftakt gab es mit Romeo Castelluccis bejubelter Neuinszenierung von Glucks Orfeo ed Euridice. Castellucci hat den Mythos unter Einbindung einer Wachkomapatientin sehr sensibel neu erzählt. Bei den Wiener Festwochen fand die Uraufführung der Neufassung von Georg Friedrich Haas’ Oper Bluthaus mit dem Text von Händl Klaus statt. Die Geschichte um das Geheimnis des Bluthauses, das inzestuöse Verhältnis des Vaters zu seiner Tochter, wurde von Peter Mussbach in Szene gesetzt. Das Werk und die Aufführung wurden sehr gewürdigt. Das Publikumsinteresse war erfreulich groß. Den erwarteten Triumpf feierte Michael Hanekes subtile Inszenierung von Mozarts Così fan tutte als Gastspiel des Madrider Teatro Real. Großen Eindruck hinterließen auch die vier gefeierten Konzerte im Rahmen der Hommage an Galina Ustwolskaja mit dem Werk der einzigartigen russischen Komponistin, unter anderen mit Markus Hinterhäuser als Solisten und dem Klangforum Wien. Den finalen Höhepunkt im Musikprogramm setzte William Kentridge mit seiner szenischen Umsetzung von Schuberts Winterreise als„Trio für Sänger, Pianist und Filmprojektor“. Die musikalische Interpretation durch Matthias Goerne und Markus Hinterhäuser sowie die kongeniale Visualisierung von Schuberts Liederzyklus durch 24 Animationsfilme von William Kentridge begeisterten das Publikum. Unter dem Titel Europa singt fand am 9. Mai, dem offiziellen Europatag, die Eröffnung der Wiener Festwochen 2014 statt. Das Programm mit klassischen und modernen Werken der Chorliteratur, interpretiert vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien, dem Arnold Schoenberg Chor und weiteren Chören aus acht europäischen Ländern verfolgten mit großer Begeisterung 40 000 Menschen auf dem Rathausplatz. Die TV-Live-Übertragung sahen europaweit rund 800 000 ZuseherInnen. Die Festwochenkonzerte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien boten vom 11. Mai bis 19. Juni an 17 Veranstaltungstagen 19 Konzerte im Großen Musikvereinssaal, im Brahms-Saal und im Gläsernen Saal/ Magna Auditorium mit knapp 30 000 BesucherInnen. Schauspielprogramm Die Eröffnungspremiere im Schauspiel war Ödön von Horváths Theaterstück Geschichten aus dem Wiener Wald in der kühl-distanzierten Inszenierung von Michael Thalheimer ohne WienSeligkeit trotz Donauwalzers. Die Aufführungen von Maurice Maeterlincks Intérieur und La Barque le soir nach dem Roman von Tarjei Vesaas in der Regie von Claude Régy zählten zu den Höhepunkten im Schauspielprogramm. Erstmals waren Arbeiten des französischen Meisterregisseurs in Österreich zu sehen. Das Publikum zeigte sich sehr beeindruckt von seinen durch Reduktion und Verlangsamung geprägten Inszenierungen. Ebenso faszinierte mit seiner konzentrierten Langsamkeit Tsai Ming-liangs Der Mönch aus der Tang-Dynastie. Die Theaterarbeit des international bekannten, in Taipeh lebenden chinesischmalaysischen Filmregisseurs war neben einer Filmretrospektive und Videoinstallationen Teil einer Personale, die die Wiener Festwochen ihm widmeten. Zum ersten Mal in Österreich wurde auch eine Bühnenarbeit des Filmregisseurs Ho Tzu Nyen aus Singapur gezeigt, der wiederholt bei den Filmfestspielen von Cannes und Venedig zu Gast war. In Ten Thousand Tigers erzählte er mit großartigen Bildkreationen von der symbolischen Bedeutung des Tigers in Südostasien. Gleichfalls große Aufmerksamkeit erhielten die zwei weiteren Theaterarbeiten aus dem asiatischen Raum: die Shakespeare-Bearbeitung des bildenden Künstlers und Regisseurs Sungmin 14 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Hong aus Seoul, der in Juliettttt SchauspielerInnen aus fünf südkoreanischen Romeo und Julia Inszenierungen simultan ihren Part spielen ließ. Mit der tiefgründigen Groteske Die Kiste im Baumstamm, über das Verhältnis eines Sohnes zum übermächtigen Vater, zeigte der Tokioter Psychoanalytiker, Autor und Regisseur Kuro Tanino erstmalig eine Arbeit in der Stadt von Sigmund Freud. Die zweite Shakespeare-Bearbeitung im Programm war Please, Continue(Hamlet) von Yan Duyvendak und Roger Bernat, die Shakespeares Tragödie mit einem realen Mordfall kombinierten. Neben drei SchauspielerInnen wirkten VertreterInnen der österreichischen Justiz und Rechtsanwaltschaft mit. Aus den Reihen des Publikums wurden die Geschworenen gewählt. Vorgeführt wurde, wie zufällig Rechtsprechung sein kann. In der Öffentlichkeit und in den Medien gab es besonders großes Interesse für Jean Genets Stück Die Neger, das rassistische Klischees thematisiert. Johan Simons’ Neuinszenierung war im Vorfeld Gegenstand heftiger Polemiken, die sich vor allem gegen die Verwendung des Titels richteten. Eine medial geführte Diskussion über politische Korrektheit in der Kunst folgte. Bei den Vorstellungen gab es keinerlei Störungen. Die texttreue Aufführung als Maskenspiel, in der mit Ausnahme des Spielleiters Gesicht und Hautfarbe der SchauspielerInnen unsichtbar waren, wurde von Publikum und Presse sehr kontrovers aufgenommen. Mit Afrika und dem Thema Kolonialismus setzten sich mehrere Produktionen auseinander: Der südafrikanische Theatermacher Brett Bailey und der belgische Komponist Fabrizio Cassol nützten in ihrer Neubearbeitung von Macbeth Verdis Oper um Leidenschaft, Macht und Hexerei als Vorlage, um damit die Geschichte der anhaltenden Massaker im Kongo vor dem Hintergrund der skrupellosen Ausbeutung des schwarzen Kontinents zu erzählen. In Coup Fatal arbeiteten der kongolesische Countertenor Sergej Kakudji und der belgische Choreograf Alain Platel zusammen. Sie kreierten ein fulminantes szenisches Konzert mit Barockmusik und kongolesischer Musik, interpretiert von Serge Kakudji und 13 kongolesischen Sängern und Musikern. Panaibra Gabriel Canda erzählte in The Marrabenta Solos mit Hilfe seines Körpers die wechselvolle Geschichte, von Kolonialismus zur Demokratie, seines Heimatlandes Mosambik. Der Bürgerkrieg in seiner Heimat war auch das Thema der jüngsten, ebenso brillanten wie berührenden Arbeit des libanesischen Künstlers Rabih Mroué: In Riding on a cloud ließ er auf der Bühne seinen Bruder Yasser das gemeinsam erlebte Schicksal rekonstruieren. Zu den besten Arbeiten im Programm zählten für viele die sozialkritische Ungarn-Reflexion Titkaink vom ungarischen Autor, Regisseur und Schauspieler Béla Pintér sowie die bitter­ böse Gesellschaftssatire Stavangera(Pulp People) des russischen Theatermachers Konstantin Bogomolov. Phantastisches Bildertheater als Hommage an Tschechow präsentierte der russische Bühnenbildner und Regisseur Dmitry Krymov in Tararabumbia mit Schauspiel, Musik, Puppenspiel, Tanz, 80 Mitwirkenden und mehr als 500 Kostümen auf einem Laufband von 35 Metern Länge. Opulentes Bild- und Musiktheater über Recht und Gerechtigkeit mit Performance, Film und Musik zeigte das junge belgische Kollektiv FC Bergman in Van den vos. Gewaltige Bildschöpfungen und filmische Impressionen bot River of Fundament, die sechsstündige monumentale Filmoper über Tod und Wiedergeburt des US-Amerikanischen Künstlers Matthew Barney. Große Begeisterung gab es für zwei sehr unterschiedliche Tanzproduktionen: aus Lissabon das Solo Guintche von Marlene Monteiro Freitas und aus Peking das TAO Dance Theater mit 4+ 2, einem Quartett und einem Duo von Tao Ye. Die Festwochen endeten mit Germinal, einer klugen, surrealen Meditation über das Verhältnis von Technik, Wissen und Macht des französisch-belgischen Theaterduos Antoine Defoort Wiener Festwochen 15 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 und Halory Goerger, die mit subtilem Humor gesellschaftliche Zusammenhänge und zwischenmenschliche Beziehungen erforschen. Ausstellungen und Konzerte Neben den Theateraufführungen interessierte sich das Publikum vor allem für die spektakuläre 3-D-Konzertreihe Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8 der deutschen Elektro-Pioniere Kraftwerk. Aktuell befördert durch die EU-Wahl im Mai 2014 stand die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Ausstellung Domo de Europa Historio en Ekzilo des belgischen Theatermachers Thomas Bellinck am kongenialen Spielort in der ehemaligen Unternehmenszentrale der Post im Mittelpunkt des Interesses. Die Festwochen-Ausstellung Meeting Points 7: Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks des Kuratorinnenkollektivs What, How and for Whom/ WHW aus Zagreb im 21er Haus thematisierte die gegenseitige Bedingtheit sozialer Kämpfe in verschiedenen Teilen der Welt und stellte zudem lokale künstlerische Bezüge her, indem Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst des Belvedere integriert wurden. Im Rahmen von Into the City verwandelte das russische Künstlerkollektiv Chto Delat mit der Installation Face to Face with the Monument gegenüber dem Russendenkmal den Wiener Schwarzenbergplatz fünf Wochen lang in ein Forum zum Thema Erinnerungskultur. Der„Unbekannte Soldat“ war als verfremdete Skulptur Teil der Installation. Die Thematik von Denkmälern wurde in einem umfangreichen Programm mit Ausstellungen, Performances, Musik, Lesungen und WorkshopsunterMitwirkungvonin-undausländischenKünstlerInnenundWissenschafterInnen behandelt. Publikumsgespräche Zu den meisten Produktionen im Programm wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den KünstlerInnen angeboten: Zu den 24 Publikumsgesprächen kamen rund 2 280 Menschen. Das Interesse für einige Gespräche war besonders groß: Orfeo ed Euridice(350), Così fan tutte (200), Stavangera(Pulp Fiction)(200), Geschichten aus dem Wiener Wald(150), Titkaink(150), Tararabumbia(150), Der Mönch aus der Tang-Dynastie(100), Winterreise(100). Bei den Musikproduktionen gab es vor allen Vorstellungen von Orfeo ed Euridice, Bluthaus, Così fan tutte und Winterreise Werkeinführungen. Insgesamt fanden 14 Werkeinführungen statt. Vom Publikum sehr geschätzt, waren sie mit insgesamt ca. 2 960 Menschen erfreulich gut besucht. Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus 2014 gab es zum ersten Mal ein Festwochen-Zentrum. Es war im Künstlerhaus eingerichtet und wurde von allen KünstlerInnen, BesucherInnen, MitarbeiterInnen und Interessierten sehr gut angenommen. Es ist erfolgreich gelungen, das Festwochen-Zentrum als einen Ort der Begegnung und des Austauschs zu etablieren und die Wiener Festwochen damit noch stärker in der Stadt präsent und sichtbar zu machen. Das Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus hatte täglich ab 10 Uhr geöffnet. Innen wie außen neu gestaltet und mit der markanten Skulptur rund um das Künstlerhaus von Gabu Heindl wurde ein neuer temporärer, urbaner Ort geschaffen, der als Festwochen-Treffpunkt für das gesamte und sehr heterogene Publikum untertags und am Abend bei den Premierenfeiern genutzt wurde. Das Programm im Festwochen-Zentrum – Salongespräche, Filmmatinéen, Fêtes brut, Into the City-Veranstaltungen, die Hommage an Galina Ustwolskaja, Workshops und Seminare – war vielfältig und gut besucht. Eine Vertiefung und ein Zusatzangebot zum laufenden Festwochen-Programm waren die Veranstaltungen gemeinsam mit den Kooperationspartnern(Filmprogramm mit dem Stadtkino Wien und VIS Vienna Independent Shorts). Zum entspannten Verweilen und Informieren luden die Tageskasse der Wiener Festwochen, die Leselounge und der Zeitungstisch ein. Ludwig& Adele sorgten für Essen und Trinken. 16 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Insgesamt besuchten die Veranstaltungen im Festwochen-Zentrum 16 022 Personen. Zu den Premierenfeiern kamen rund 2 000 KünstlerInnen und Gäste. Medienecho Das mediale Interesse für die Wiener Festwochen 2014 war besonders erfreulich. Es gab große Aufmerksamkeit seitens der Medien im In- und Ausland. Viele Vorabberichte sind erschienen und das Programm wurde in der ausführlichen Berichterstattung sehr gewürdigt. Die meisten Rezensionen waren sehr positiv und zustimmend. Oft gab es hymnische Besprechungen. Es konnten rund 2 800 Medienberichte gezählt werden. Insgesamt waren 403 Journalistinnen und Journalisten(Inland 268, Ausland 135) aus 26 Ländern akkreditiert. Berichte über die Wiener Festwochen 2014 erschienen bzw. wurden gesendet u. a. in: Argentinien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Korea, Kroatien, Litauen, Niederlande, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Vereinigte arabische Emirate, Ungarn, USA Musik Um Wien als Musikstadt zu präsentieren und zu positionieren gibt es eine jährliche Basis für verschiedenste FörderwerberInnen. Eine Säule bilden die drei großen Veranstaltungsinstitutionen im Musikleben Wiens: Die Gesellschaft der Musikfreunde, die Wiener Konzerthausgesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs. In zahlreichen Konzertzyklen bieten alle drei einen musikalischen Programmbogen, der sich von der Alten Musik über Klassik und Romantik bis hin zur Moderne spannt. Allen dreien ist es auch ein Anliegen, dass jüngere KonzertbesucherInnen langsam und altersgerecht zur Musik hingeführt werden. Verschiedenste Zyklen über das Jahr verteilt, erfreuen sich steigender Beliebtheit. Wien ist auch bekannt für seine Informationsstellen. Zwei der wichtigsten sind das Arnold Schönberg Center, das den Nachlass des Komponisten verwaltet aber auch zahlreiche Veranstaltungen durchführt, und das MICA(Music Information Center Austria). Eine weitere Säule bilden die zahlreichen Festivals, wie das Festival„Wien Modern“, die Wienerliedfestivals„wean hean“ und„Wien im Rosenstolz“ oder das im Frühjahr stattfindende„Akkordeonfestival“, die von steigendem Publikumsinteresse begleitet werden. Ohne die traditionelle Orchesterkultur könnte Wien seinem internationalen Ruf kaum gerecht werden. Unter anderem sind es die Wiener Symphoniker, das Gustav Mahler Jugendorchester oder das Wiener Jeunesse Orchester, die über die Nachwuchspflege bis hin zur Ausbildung von BerufsmusikerInnen das Entwicklungsspektrum von InstrumentalistInnen abdecken. 2014 feierten zahlreiche Ensembles und Institutionen besondere Jubiläen. Das„Hugo Wolf Quartett“ ebenso wie das MICA feierten ihr 20jähriges Bestehen. Die„Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie“ hatte ihr zehnjähriges Jubiläum. In diversen„Festkonzerten“ präsentierten die MusikerInnen ihr Können. 2014 intensivierten sich auch die Vorbereitungsarbeiten für den nächsten„Joseph Haydn Kammermusik Wettbewerb 2015“. Wiener Festwochen• Musik 17 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Viele Vereine nahmen runde Geburtstage bzw. Todestage von KomponistInnen zum Anlass für Programmschwerpunkte. Darunter fielen der 150. Geburtstag von Richard Strauss, der 100. Geburtstag von Richard Heuberger, der 75. Todestag von Franz Schmidt, der 50. Todestag von Joseph Marx, der 50. Todestag von Alma Mahler-Werfel und der 40. Todestag von Egon Wellesz. 2014 wurden 27 Kompositionsaufträge vergeben. Literatur BesucherInnen von Literaturveranstaltungen erwartete auch im Jahr 2014 ein intensives, vielseitiges, abwechslungsreiches und attraktives Programm in Wien. Sowohl traditionsreiche als auch neugegründete Vereine und Organisationen luden zu Lesungen, Vorträgen, Symposien, Festivals, Buchpräsentationen, Ausstellungen, AutorInnen- und Werkstattgesprächen ein. Zu den renommiertesten und auch international bekanntesten LiteraturveranstalterInnen zählt das Literarische Quartier der Alten Schmiede, das 2014 unter anderem die Reihe„Literatur im Herbst“ fortsetzte, diesmal unter dem Thema„Nørden“. Es eröffnete Rosa Liksom. Ein Blick in die Statistik der Alten Schmiede zeigt, dass seit Bestehen des Literarischen Quartiers viele tausende AutorInnen aus Österreich und weiteren 70 Ländern in der Alten Schmiede zu Gast waren – darunter auch solche, die mittlerweile mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden, etwa Herta Müller, Elfriede Jelinek, Günter Grass, Elias Canetti oder Imre Kertész. Der Kunstverein Wien ist auch der Veranstaltungsorganisator des Kinderliteraturfestivals „Literatur für junge LeserInnen“. In Kooperation mit dem Institut für Jugendliteratur entstand wieder ein anregendes Programm, das Kinder und Jugendliche begeisterte. Mag.a Karin Haller, die Direktorin des Instituts, sorgte für ein vielfältiges Programm, und so nahmen auch heuer wieder zahlreiche Schulklassen und mehr als 12 000 BesucherInnen teil. Namhafte AutorInnen wie Michael Roher und andere traten in diesem Rahmen auf. Die Veranstaltung zeigte auch 2014 wieder ihre große Bedeutung im Bereich der Lese- und Literaturförderung in Wien. Das Sommer-Festival„o-töne“ im Areal des Museumsquartiers stellte literarische Neuerscheinungen prominenter AutorInnen wie Marlene Streeruwitz, Angelika Reitzer, Daniel Glattauer, Wolf Haas, Michael Köhlmeier, Lydia Mischkulnig vor. Der Verein Exil arbeitete auch 2014 an der Durchführung zahlreicher Projekte. Dazu zählt der Literaturpreis„schreiben zwischen den kulturen“, der zur Förderung der Literatur von ZuwanderInnen und von Angehörigen ethnischer Minderheiten in Österreich gedacht ist. Dabei werden in acht Text-Kategorien Preisgelder in der Höhe von 13 000 Euro vergeben. Der 1. Preis ging an Ljuba Arnautovic für ihren Text„Es dürfen Ersatzstoffe verwendet werden“(Dotation: 3 000 Euro). Der 2. Preis wurde an Nava Ebrahimi für ihren Text„Stiffel braucht“ verliehen (Dotation: 2 000 Euro), der 3. Preis ging an Agnes Czingulski für ihren Text„Venedig bei Sturz“ (Dotation: 1 500 Euro). Außerdem brachte der Verein im Rahmen der edition exil im Jahr 2014 sechs Buchneuerscheinungen heraus, unter anderem mit Texten der diesjährigen PreisträgerInnen. Im siebten Jahr ihres Bestehens hat sich die BUCH WIEN zu einem Fixpunkt im Kulturleben Österreichs entwickelt. Rund 38 000 BesucherInnen konnte die Buchmesse und Lesefestwoche der BUCH WIEN verzeichnen. Weit über 300 Veranstaltungen luden zu Begegnungen mit über 300 AutorInnen ein. Großen Anklang fand auch das Schulklassenprogramm der BUCH WIEN 18 Musik• Literatur KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 mit Lesungen, AutorInnengesprächen und Workshops. Am 12. November eröffnete der ukrainische Schriftsteller Jurij Andruchowytsch das Festival. 2014 wurde ein BesucherInnen-Rekord erreicht. Literatur im MUSA Im Jahr 2014 wurde die neue Veranstaltungsreihe Literatur im MUSA erfolgreich fortgesetzt. Im ersten Jahr ihres Bestehens verzeichnete die Reihe über 850 BesucherInnen. Im Oktober 2014 wurde erstmals der neu gegründete Veza-Canetti-Preis verliehen. Diese Auszeichnung richtet sich an Wiener Autorinnen und versteht sich als Würdigung und Motivation. Der Preis ist mit 8 000 Euro dotiert. Zur ersten Verleihung – die Schriftstellerin Olga Flor erhielt den Preis – kamen über 80 Gäste. Außerdem startete die Reihe„Autorinnen feiern Autorinnen“. Die erste Festrede fand am 17. Juni 2014 im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses statt. Marlene Streeruwitz hielt ihren Vortag über die Schriftstellerin und erste weibliche Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner, deren Todestag sich am 21. Juni 2014 zum 100. Mal jährte. Bildende Kunst Das MUSA Museum Startgalerie Artothek stand 2014 im Zeichen dreier Personalen und zweier thematischen Ausstellungen. Roswitha Ennemoser. Konkretisierung stellte das komplexe Werk einer bislang viel zu wenig beachteten, österreichischen Vertreterin der konstruktiv-konkreten Kunst vor. Am 12. März 2014 hätte Adolf Frohner seinen 80. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass zeigte das MUSA auf Initiative des Wiener Bürgermeisters, Dr. Michael Häupl, einen Querschnitt des reichhaltigen Œuvres dieses Künstlers aus der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien. Leihgaben der„kleinen galerie“ ergänzten die unter dem Titel Adolf Frohner. cross section gezeigte Ausstellung. Auch das MUSA gedachte 2014 des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs und des Todes der ersten Friedensnobelpreisträgerin, Bertha von Suttner vor 100 Jahren und realisierte ein höchst engagiertes Ausstellungsprojekt mit der Nationalgalerie von Bosnien und Herzegovina in Sarajevo sowie dem Haus der Kunst der Stadt Brünn. Der Menschheit Würde …, so der Beginn eines Gedichtes von Friedrich von Schiller, war titelgebend für diese länderübergreifende Kooperation, die dem Begriff„Würde“, ihrem Verlust und auch ihrer Verteidigung nachging. Nach einer äußerst erfolgreichen Präsentation in Wien war die Ausstellung in Sarajevo und anschließend in Brno zu sehen. Die Sommerausstellung WIEN.blicke lud ein, den Fotografen Reinhard Mandl bei seinen Streifzügen mit der Kamera quer durch Wien zu begleiten bzw. ein„Best of“ eines siebenjährigen Fotoprojekts zu besichtigen, das Wien, seine Straßen, Baustellen und Menschen festhielt. Wie alle zwei Jahre fand auch im Herbst 2014, bereits zum sechsten Mal, Österreichs größtes Fotofestival, Eyes On. Monat der Fotografie Wien, statt. Das MUSA war nicht nur Festivalzentrale, sondern beherbergte auch die zentrale Ausstellung des Europäischen Monats der Fotografie: Die KuratorInnen der acht Partnerstädte nahmen ebenfalls das Gedenkjahr 2014 als Ausgangspunkt, um in ihrer gemeinsamen Ausstellung Memory Lab. Photography Challenges History den Wert der Erinnerung im fotografischen Bild kritisch zu hinterfragen. Literatur• Bildende Kunst 19 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Führungen, Workshops, die Aktion„Ferienspiel“, Konzerte, Performances und Lesungen rundeten, wie immer kostenlos, das Kunstangebot ab. Die Startgalerie im MUSA bot 2014 zehn jungen AbsolventInnen der Wiener Kunstuniversitäten die Möglichkeit, ihre Werke(z. T. erstmals) der breiten Öffentlichkeit vorstellen zu können. Ein Novum hierbei ist der am 4. Dezember 2014 zum ersten Mal verliehene MUSA-Preis für junge Kunst, mit dem die überzeugendste Startgalerie-Ausstellung des Vorjahres prämiert wird. Die mit 5 000 Euro dotierte Auszeichnung erging an Anna Mitterer für ihre Ausstellung „be-tas-tni. Liminal reflections“. In der Artothek zeugten auch 2014 wieder 11 930 Entlehnungen(die Mindestentlehndauer pro Bild beträgt einen Monat, gerechnet wird in Bild pro Monat) vom regen Interesse der Wiener Bevölkerung an einem Konzept, zeitgenössische Kunst für daheim auszuborgen. Zur Stamm­ klientel kamen 121 neue KundInnen hinzu. Für die Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA wurden 2014 neben 58 Ankäufen einzelner KünstlerInnen oder-duos zwei Ankäufe von Mappenwerken getätigt, an denen 38 KünstlerInnen beteiligt waren(insgesamt 113 Kunstwerke), sowie acht(z. T. mehrteilige und umfassende) Schenkungen angenommen. Für bereits erfolgte Ankäufe wurden an 25 KünstlerInnen die vereinbarten Teilbeträge ausbezahlt. Durch die sogenannte„Kleinprojektförderung“ erhielten 63 gemeinnützige Wiener Kunstvereine mit insgesamt 77 Projekten der bildenden Kunst finanzielle Unterstützung, an einige Institutionen und Vereine wurden Jahressubventionen vergeben. 13 KünstlerInnen in akuter sozialer Not konnte mit einer einmaligen Beihilfe geholfen werden. Die Galerienjury„Das engagierte Auge“ prämierte auch 2014 wieder das innovative Ausstellungsprogramm von zehn Wiener Galerien mit Geldbeträgen. Den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst erhielten Michaela Moscouw, Fritz Panzer, Gabriele Rothemann sowie Gerhard Rühm, den Förderungspreis Susi Krautgartner und Stephanie Winter. KUNSTHALLE wien Die KUNSTHALLE wien versteht sich als das Ausstellungshaus der Stadt Wien für internationale Gegenwartskunst und Diskurs. An ihren beiden Standorten im Museumsquartier und am Karlsplatz wird zeitgenössische Kunst nicht nur präsentiert, sondern auch in ihren jeweiligen Kontexten betrachtet. Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen verleihen der KUNSTHALLE wien ein prägnantes Profil, das ihrer Positionierung in der internationalen wie lokalen Kunstszene gleichermaßen Rechnung trägt. Durch ihr breit angelegtes Programm unterstreicht die Institution, die über keine eigene Sammlung verfügt, dass die von der Gegenwartskunst aufgegriffenen Themen vielschichtig sind. Die Verschränkung künstlerischer Praxis und ihrer theoretischen Reflexion steht bei den vielfältigen Ausstellungsaktivitäten der KUNSTHALLE wien deshalb im Zentrum. Der Fokus auf eine intensive Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragen unserer Gegenwart spiegelt sich aber auch in einem umfangreichen, die BesucherInnen an die Kunst heranführenden Begleitprogramm. 20 Bildende Kunst• KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Seit 2012 stehen der KUNSTHALLE wien GmbH zwei GeschäftsführerInnen vor: Ursula HühnelBenischek im kaufmännischen, Nicolaus Schafhausen im künstlerischen Bereich. Dem Aufsichtsrat der KUNSTHALLE wien gehören Dr.in Sonja Hammerschmidt(Aufsichtsratsvorsitzende), Norbert Kettner(stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), Dr. Bernhard Denscher (Eigentümervertreter), Mag. Siegfried Menz und Mag. Martin Fritz sowie drei Betriebsratsmitglieder an. Ausstellungen 2014 Jos de Gruyter und Harals Thys: Das Wunder des Lebens 7. Februar bis10. Mai 2014, KUNSTHALLE wien, obere Ausstellungshalle Kurator: Lucas Gehrmann Die Kunsthalle startete das Ausstellungsjahr 2014 mit einer Einzelausstellung. Unter dem Titel Das Wunder des Lebens gestalteten die beiden belgischen Künstler eine auf die Ausstellungshalle abgestimmte Installation, die raumgreifend neuere Werke präsentierte. Bewusst konzeptuell angelegt, verwies die Ausstellung auf den Stellenwert der Präsentation auch solcher künstlerischer Positionen, die einem breiten Publikum noch nicht unbedingt bekannt sind, gleichwohl im internationalen Kunstbetrieb große Beachtung finden. Über 400 Zeichnungen, die – so die Künstler – alles zeigen, was wir uns vorstellen können, wurden auf weißen Wand­ elementen präsentiert, die sich im Raum wie Barrikaden formierten. Während die Bilderfolge der Zeichnungen keiner Systematik gehorchte und die Dinge dieser Welt als gleichwertig deklarierte, war das System, das sie trägt, streng organisiert. Aus seiner Mitte ragte eine Brunnenskulptur, deren drei von Styroporköpfen aus einer Geschäftsauslage abgegossene Gesichter das gänzlich farblose Szenario weiträumig überblickten. Mit ihrem von schwarzem Humor, kritischer Reflexion und bewusst lakonisch umgesetzten multimedialen Werk lenkten die Künstler die Aufmerksamkeit auf das subversive Potenzial von Kunst. Als höchst ambivalent erwies sich das von ihnen inszenierte Wunder des Lebens zudem in seinem Blick zurück in eine allzu oft verdrängte Zeit: der Titel ist einer vom ehemaligen Bauhaus-Professor Konrad Bayer gestalteten NS-Propagandaausstellung zum Thema„Rassenhygiene“ entlehnt. Parallel zur Ausstellung wurden eine Auswahl an Videos von Jos de Gruyter und Harald Thys gezeigt: Ten Weyngaert(2007), Die Fregatte(2008), Der Schlamm von Branst(2008), Das Loch(2010), Les Énigmes de Saarlouis/ Die Rätsel von Saarlouis(2012) und Das Braun von Mechelen(2013). Im Begleitprogramm wurde der Dokumentarfilm Die Ästhetik des Untergangs gezeigt, der sich mit dem Schönheitskult des Nationalsozialismus beschäftigt. Zudem gab es einen Vortrag des belgischen Kurators Dieter Roelstraete zum Werk der Künstler sowie ein Orgelkonzert in der Votivkirche mit dem Organisten Benjamin Saurer, der eine Komposition von Eric Thys aufführte. In Kooperation mit der Kunsthalle Basel erschien ein umfangreiches Künstlerbuch, das sämtliche in der Ausstellung gezeigten Zeichnungen ohne weitere Textzugabe präsentiert und die Ausstellung quasi in ein Buchformat überführt hat. Silke Otto-Knapp: Questions of Travel, Wien 12. März bis 25. Mai 2014, KUNSTHALLE wien Karlsplatz Kurator: Martin Walkner Die renovierte KUNSTHALLE wien Karlsplatz eröffnete mit einer Ausstellung, die in einer auf den Raum bezogenen Präsentation Gemälde der letzten Jahre zeigte. Ausgehend von einem Gedicht der amerikanischen Schriftstellerin Elizabeth Bishop versammelte die Ausstellung Gemälde, die sich intensiv mit der Darstellung von Landschaften sowie der Verflechtung von Körper und Raum auseinandersetzen. Im Spiel mit den Codes des bühnenhaften Charakters des gläsernen Ausstellungsraums entstand zwischen diesen Arbeiten und dem urbanen Außenraum ein Bezugssystem, das die prägnante Architektur in vielschichtiger Weise reflektierte. KUNSTHALLE wien 21 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Otto-Knapps auf Bühnenbilder rekurrierende, fast monochrome Landschaftsbilder sind verdichtete Zonen aus Natur und Kultur, in denen sich Gärten bildfüllend ausbreiten oder Gebäudekonglomerate atmosphärisch in Szene setzen. Darüber hinaus zeigte die Ausstellung ausgewählte Zeichnungen des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Hill(1849–1911), der sich ebenfalls intensiv mit dem Bühnenraum befasst hat und diesen als Szenographie expressiver Selbstbefragung inszenierte. Zur Ausstellung erschien ein gemeinsam mit der Fogo Island Arts Foundation herausgegebener Katalog, der jene Werke vorstellt, die in Silke Otto-Knapps Ausstellung in der Fogo Island Art Gallery und in der KUNSTHALLE wien Karlsplatz zu sehen waren. Abbildungen dieser Werke sind mit einem Interview zwischen der Künstlerin und Nicolaus Schafhausen, einem Essay von Vanessa Joan Müller zum Werk von Otto-Knapp sowie einem Text von Susan Morgan, der sich mit dem Einfluss der Dichterin Elizabeth Bishop auf das Werk von Otto-Knapp befasst, verschränkt. Ein Gespräch zwischen Sabeth Buchmann und Vanessa Joan Müller zum Werk von Silke OttoKnapp in der Ausstellung vertiefte diese Themen. Ökonomie der Aufmerksamkeit 16. Mai bis 9. Juni 2014, KUNSTHALLE wien Museumsquartier, untere Halle KuratorInnen: Nicolaus Schafhausen, Vivien Trommer Drei Wochen lang widmete sich Ökonomie der Aufmerksamkeit wichtigen Fragen der Gegenwartskunst aus einer dezidiert abstrakten, diskursiven Perspektive. Weniger Ausstellung als Projekt, waren hier Statements von KünstlerInnen zu ihren aktuellen Produktionsweisen, ihrem Umgang mit Öffentlichkeit, ihrem Verhältnis zum Kunstmarkt und zu ihrer Ausstellungspraxis versammelt. Schriftlich geführte Interviews mit internationalen und lokalen KünstlerInnen wurden auf kommerziellen Bannern und Bauzäunen präsentiert. Das Ziel war eine Sichtbarmachung des diskursiven Anspruchs der KUNSTHALLE wien durch ein Ausstellungsformat, das mehrere Perspektiven auf den Status Quo des Kunstbetriebs verschränkt und den Austausch zwischen der KUNSTHALLE wien, den KünstlerInnen und dem Publikum ins Zentrum rückt. Ein wichtiges Element von Ökonomie der Aufmerksamkeit war zudem eine große Anzahl von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, welche die als räumliches Setting präsentierten Statements der KünstlerInnen ergänzten. Unter anderem wurden die neuen KuratorInnen der KUNSTHALLE wien, Anne Faucheret und Luca Lo Pinto, in öffentlichen Gesprächsrunden vorgestellt. Vorträge von Joshua Decter, Kolja Reichert, Hugo Canoilas, Isabel Termini, Johanna Reiner sowie eine Filmvorführung bereicherten das interdisziplinäre Programm. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung lag im Bereich der Vermittlung. Im Rahmen des Projekts„Denkfabrik“ entwickelten und organisierten 16 Studierende sieben Programmpunkte, die sich explizit an ein jüngeres Publikum richteten und BesucherInnen aktiv in die Ausstellung involvierten. Im Gesamtjahreskonzept bildete die Ausstellung einen Einstieg in die ab 2014 wieder vollständig programmierte KUNSTHALLE wien, die neben Einzelausstellungen von renommierten internationalen KünstlerInnen, thematischen Gruppenausstellungen und Festivals auch experimentelle Formate präsentiert. KünstlerInnen: Allora& Calzadilla, Leonor Antunes, Julieta Aranda, Fikret Atay, Miros aw Ba ka, Alexandra Bircken, Candice Breitz, Cäcilia Brown, Ernst Caramelle, Kwan Sheung Chi, Chto Delat, Marieta Chirulescu, Claire Fontaine, Plamen Dejanoff, Verena Dengler, Carola Dertnig, Marius Engh, Cevdet Erek, Ay e Erkmen, Elmgreen& Dragset, Gelatin, Eva Grubinger, Ibro Hasanovi ‘ , Mathilde ter Heijne, Vlatka Horvat, ejla Kameri ‘ , Gülsün Karamustafa, Hassan Khan, Alicja Kwade, Sonia Leimer, Mark Lewis, Ken Lum, Renzo Martens, Haroon Mirza, Aki Nagasaka, Sophie Nys, Nick Oberthaler, Damir O ko, Ahmet Ö üt, Ragnar Helgi Olafsson, Jorge Pardo, Laure Prouvost, Pamela Rosenkranz, Georgia Sagri, Margaret Salmon, 22 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Tomás Saraceno, Hans Schabus, Eva Schlegel, Timur Si-Qin, Juliane Solmsdorf, Tobias Spichtig, Kamen Stoyanov, Martha Stutteregger, Philipp Timischl, David Zink Yi, Wong Wai Yin, Anna Witt Personale Isa Genzken: I’m Isa Genzken, The Only Female Fool 28. Mai bis 7. September 2014, KUNSTHALLE wien Museumsquartier, große Halle Kurator: Nicolaus Schafhausen Diese groß angelegte Personale verstand sich als selektiver Blick auf das umfangreiche Œuvre der deutschen Künstlerin, der das amerikanische MoMA wenige Monate zuvor eine große Retrospektive eingerichtet hatte. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen Werke mit einem Bezug zur Architektur sowie Motive wie der Spiegel, die in verschiedenen Arbeiten variiert wurden. Auch die den Mittelpunkt der Schau bildende Installation Science Fiction/ Hier und jetzt zufrieden sein, eine Gemeinschaftsarbeit mit Wolfgang Tillmans, setzte großflächige Spiegel in Szene. Erstmals waren in dieser Ausstellung Werke von Künstlern zu sehen, die Genzken als einflussreich für ihr eigenes künstlerisches Schaffen bezeichnet. Zudem konnte I’m Isa Genzken … auf frühere Präsentationen ihres Werks in Wien in der General Foundation und der Secession aufbauen und die Entwicklung dieses Werks veranschaulichen. Ein Dokumentationsraum ermöglichte einen weit gefächerten Einblick in Einflüsse und Referenzen einer der wichtigsten internationalen Bildhauerinnen der Gegenwart. Mit dieser Ausstellung unterstrich die KUNSTHALLE wien ihren Anspruch, auch im Fall einer Personale nicht den konventionellen Weg der Retrospektive einzuschlagen, sondern eine kuratierte Ausstellung zu entwerfen, die einen anderen Blick auf das Bekannte ermöglicht. Isa Genzkens facettenreiches Werk überrascht durch multimedialen Ideenreichtum, ist jedoch skulptural geprägt. Zentrale Werkgruppen wie die Stelen, die Strandhäuser, die Sozialen Fassaden traten in einen Dialog mit Werken von Dan Graham, Gordon Matta-Clark, Wolfgang Tillmans und anderen und entwickelten darüber neue Perspektiven und verschränkten verschiedene Werke in einem dialogischen Miteinander. Aus und in der Konfrontation der einerseits inhomogenen, über Material und Thematik aber auch harmonierenden Werke entstand eine neue Lektüre von Genzkens Œuvre. Begleitend zur Ausstellung wurde das gesamte filmische Werk von Genzken vorgestellt, darunter noch nie außerhalb von Ausstellungen gezeigte Filme. Am Tag der Eröffnung hielt die amerikanische Kunsthistorikerin und Autorin Jennifer Kabat einen Vortrag zu Isa Genzken, der die zentralen Motive der Ausstellung vorstellte. Ein Talk zwischen Nicolaus Schafhausen und Daniel Buchholz, dem Galeristen und langjährigen Wegbegleiter Genzkens, vertiefte Themen der Ausstellung. Die Dramaturgin der Kunsthalle, Vanessa Joan Müller, analysierte in einem Vortrag die künstlerischen Strategien Genzkens unter feministischen Aspekten. Zur Ausstellung erschien eine Publikation mit Essays von Joshua Decter und Tom McDonough, die aus amerikanischer Perspektive insbesondere jene Werkgruppen Genzkens analysierten, die in der Ausstellung vertreten waren. Die als Paperback konzipierte Publikation versteht sich als Ergänzung zu den zahlreichen bereits existierenden Katalogen zu Isa Genzken. Der Brancusi-Effekt 12. Juni bis 21. September 2014, KUNSTHALLE wien Karlsplatz KuratorInnen: Vanessa Joan Müller, Nicolaus Schafhausen Der Brancusi-Effekt verband historische Positionen mit solchen der aktuellen Gegenwartskunst und thematisierte wie schon die Ausstellung von Silke Otto-Knapp die Transparenz des Gebäudes als Vitrine für Kunst. Im Zentrum standen Fotografien, die der Künstler Brancusi von seinem Atelier und den darin stehenden Skulpturen angefertigt hat. Dieses Neben- und Miteinander verschiedener Werke im Sinne einer auf den gesamten Atelierraum ausgreifenden Installation nahm die Ausstellung motivisch auf und präsentierte eine Anzahl von Werken zeitgenössischer KUNSTHALLE wien 23 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KünstlerInnen, die Bezüge zu Brancusis Schaffen aufweisen. In der Kombination entstand so ein spannender Dialog aus Inspiration und Traditionslinien, der über die verschiedenen Medien Fotografie und Skulptur noch erweitert wurde. Der rumänische Bildhauer Constantin Brancusi(1876–1957) zählt zu den einflussreichsten KünstlerInnen des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Überlegungen zum Verhältnis von Sockel und präsentiertem Werk initiierte er eine Neuorientierung der Relation zwischen Objekt, Betrachtendem und Raum, die von entscheidendem Einfluss auf die Minimal Art und die Ästhetik der Installation insgesamt war. Modular angelegt, gilt das Werk Brancusis darüber hinaus als Initialpunkt einer Verabschiedung von der Autonomie des Kunstwerks zugunsten der Reflexion seiner historischen und institutionellen Verortung. Der Brancusi-Effekt trug diesem Potenzial ebenso Rechnung wie dem stark dokumentarischen Aspekt, der Brancusis künstlerischer Praxis implizit ist. Mit originalem fotografischen Material sowie ausgewählten Positionen der Gegenwartskunst schuf die Ausstellung eine imposante räumliche Installation aus unterschiedlichen Skulpturen, welche die neuerliche Aktualität des Bildhauerischen innerhalb der zeitgenössischen Kunst widerspiegelte. Auch Werke von Industriedesignern und Architekten waren vertreten, die den breiten Einfluss des Werks von Brancusi auf unsere Gegenwart verdeutlichten. Am Tag nach der Eröffnung fand ein Künstlergespräch mit Haraldur Jónsson statt. Historische Filme von Brancusi und Man Ray, die sich auf das Werk des Bildhauers beziehen und es im Medium Film erkunden, wurden an zwei Abenden in der Lounge gezeigt. Die Dramaturgin Vanessa Joan Müller hielt einen Vortrag zum Thema Sockel, der Motive der Ausstellung aufgriff und in einen breiteren kunsthistorischen Kontext stellte. KuratorInnenführungen ergänzten das Begleitprogramm. Anlässlich der Ausstellung erschien eine Publikation, die sich auf eine Werkgruppe aus der Ausstellung konzentriert, und zwar die von Marcel Duchamp in Auftrag gegebenen Fotografien einer vom ihm inszenierten Ausstellung von Brancusi in New York im Jahr 1933. Texte der italienischen Kunsthistorikerin Paola Mola und von Alessio delli Castelli gehen der Geschichte dieser Fotografien detailliert nach und untersuchen ihren Einfluss auf die Rezeption Brancusis vor allem in der amerikanischen Nachkriegskunst. Diese bislang de facto kaum bekannte Fußnote der Kunstgeschichte wirft ein neues Licht auf die Rezeption Brancusis und ergänzte die Ausstellung ideal. KünstlerInnen: Saâdane Afif, Wilfrid Almendra, Nina Beier, Anca Benera& Arnold Estefan, Constantin Brancusi, André Cadere, Koenraad Dedobbeleer, Alessio delli Castelli, Thea Djordjadze, Paulien Föllings, Isa Genzken, Konstantin Grcic, Jürgen Mayer H., Sofia Hultén, Haraldur Jónsson, An Te Liu, Josephine Meckseper, Ute Müller, Anca Munteanu Rimnic, Shahryar Nashat, Olaf Nicolai, Odilon Pain, Luiz Roque, Rudi Stanzel Neue Wege nichts zu tun 27. Juni bis 12. Oktober 2014, KUNSTHALLE wien Museumsquartier, untere Halle Kuratorinnen: Vanessa Joan Müller, Cristina Ricupero Die Gruppenausstellung griff Themen auf, die in den Feuilletons intensiv diskutiert werden: die Zukunft der Arbeit, das Phänomen Burn-Out und der Wunsch vieler, endlich mehr Zeit zu haben. Neue Wege nichts zu tun zeigte verschiedene Werke in einem eigens für die Ausstellung von der Künstlerin Julia Hohenwarter entwickelten Display, das die Halle neu strukturierte und einen offenen Parcours entwickelte. Neue Wege nichts zu tun widmete sich insbesondere einer künstlerischen Produktion, die sich der Aktivität, dem Machen und Herstellen eines Werks entgegenstellt und stattdessen Formen des Nichtstuns, des Unterlassens oder der Askese positiv besetzt. Das Unterlassen bringt dabei nicht nur ein kritisches, sondern auch ein schöpferisches Moment hervor. 24 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der Titel stammt vom schwedischen Künstler Karl Holmqvist und stellte vor allem Positionen zeitgenössischer Kunst in den Fokus, bei denen das„Nichtstun“ ein eigenes Potenzial im Hinblick auf die Anforderungen(und Zumutungen) einer auf Aktivität und Produktivität konzentrierten Gesellschaft entfaltet: von Superflex‘ Film über die Zukunft der Arbeit bis zu Natalie Czechs Variation über eine Tagebuchnotiz des russischen Avantgarde-Dichters Daniil Charms, der 1937 notierte:„Today I Wrote Nothing. Doesn’t Matter.“ Die Ausstellung wurde von dem Festival elektronischer Musik„Neue Wege“ begleitet, das im Rahmen des Summer of Sound im Museumsquartier stattfand. Am Eröffnungsabend spielten Thomas Fehlmann und Tobias Thomas, am ersten Sonntag nach der Eröffnung gab es ein Matinéekonzert von Radian im Ziegelfoyer der KUNSTHALLE wien. Während der Ausstellung gab es zudem eine Reihe von„Meditation Sit-Ins“. Ein Talk zwischen den Kuratorinnen der Ausstellung vertiefte Themen, die in der Ausstellung angesprochen wurden. Zur Finissage fand ein performativ gestalteter Talk zwischen Andrea Hubin, Mitarbeiterin der Abteilung Dramaturgie, und der Philosophin Ruth Sonderegger statt. Der Künstler Harald Gseller stellte in einer Lecture Performance die chinesische Variante der Verweigerung, das sogenannte„Wu Wie“ vor, danach wurden die Travelling Chairs von Marina Faust, die Teil der Ausstellung waren, von der Künstlerin aktiviert. KünstlerInnen: Robert Breer, Alejandro Cesarco, Etienne Chambaud, Natalie Czech, Oskar Dawicki, Edith Dekyndt, Mathias Delplanque, Heinrich Dunst, Gardar Eide Einarsson, Marina Faust, Claire Fontaine, Ryan Gander, Lasse Schmidt Hansen, Julia Hohenwarter, Karl Holmqvist, Sofia Hultén, Jiri Kovanda, Rivane Neuenschwander, George Perec/ Bernard Queysanne, Superflex, Mario Garcia Torres Blue Times 1. Oktober 2014 bis 11. Jänner 2015, KUNSTHALLE wien Museumsquartier, große Halle KuratorInnen: Nicolaus Schafhausen, Amira Gad Mit der groß angelegten Gruppenausstellung endete das Ausstellungsprogramm in der großen Halle. Blue Times versammelte über dreißig internationale künstlerische Positionen und stellte sie in einem offenen Raum gegenüber, um eine assoziative Sozialgeschichte der Farbe zu entwerfen, die ihre psychologische, metaphorische, und assoziative Kraft thematisiert, aber auch ihre Instrumentalisierung zu ideologischen, politischen oder ökonomischen Zwecken. Von Lawrence Weiners konzeptuellem Wortspiel OUT OF THE BLUE über Derek Jarmans Ode an die Farbe Blau bis zu Walid Raads monochromen Bildern, Raed Yassins Aufladung chinesischer Vasen mit anderen kulturellen Einschreibungen und Jonathan Monks Weltkarte aus blauer Arbeitskleidung reichte das Spektrum. Die Ausstellung griff bewusst das populäre Thema Farbe auf, um es aus einer neuen Perspektive zu präsentieren: weniger das Blau in seiner Phänomenalität als seine verschiedenen Instrumentalisierungen und sozialen wie ideologischen Aufladungen standen im Zentrum. Der in die Ausstellung integrierte Blaue Salon lieferte ein kulturgeschichtliches Fundament zum Thema, indem er die Geschichte der Farbe Blau über verschiedene historische Artefakte erzählte. Nach dem Prinzip der Wunderkammer und des Studierzimmers präsentierte er eine Auswahl an Objekten aus der Naturwissenschaft, des Handwerks und der Popkultur. Zu Blue Times gab es ein umfangreiches Begleitprogramm. Vorträge von Suzana Milevska zur ideologischen Aufladung der Farbe Blau in unterschiedlichen Kulturkreisen, von Claudia Reifberger zur Kulturgeschichte der Jeans sowie eine Lesung von Thomas Meinecke aus seinem Roman Hellblau mit anschließender moderierter Diskussion fächerten das Thema vielschichtig auf. Filmabende stellten Klassiker wie Jean-Luc Godards Die Verachtung, eine Studie der Farben Blau und Rot, Woody Allens Blue Jasmine sowie den Filmklassiker Shock Corridor vor. Im Rahmen der Vienna Art Week fand unter dem Titel„Searching for the Blue in the European Union Flag“ ein Talk mit Remco Torenbosch statt, einem der Künstler der Ausstellung, der sich mit dem Blau KUNSTHALLE wien 25 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 der Fahne der EU beschäftigt hat und seine Recherchen in einer umfangreichen Präsentation im Rahmen von Blue Times präsentierte. Zur Finissage der Ausstellung im Jänner wurde ein Konzert veranstaltet, bei dem die Band„Schneller Angereichert“ Lieder interpretierte, die der Künstler Saadane Afif zur Farbe Blau entwickelt hatte und die seinen Beitrag zur Ausstellung darstellten. Die Denkfabrik der Abteilung Vermittlung hatte ebenfalls unter dem Motto„Blau machen“ ein umfangreiches Programm erarbeitet: einen zweimal stattfindenden Creative Writing Workshop, einen Abend zu Musik und Blues(„Blau machen: Music Night“), einen Filmabend mit dem Filmtheoretiker Thomas Ballhaus sowie eine Gesprächsrunde mit der Linguistin Malgorzata Fabiszak zur Bedeutung der Farbe Blau in verschiedenen Sprachen. KünstlerInnen: Saâdane Afif, Billy Apple, Nadia Belerique, Irma Blank, Edith Dekyndt, Simon Denny, Sylvie Fleury, Peter Friedl, Ryan Gander, Liam Gillick, Derek Jarman, Toril Johannessen, Chris Kabel, Tobias Kaspar, Yves Klein, Walt Kuhn, Edgar Leciejewski, Goshka Macuga, Jonathan Monk, Alex Morrison, Otto Neurath, Wendelien van Oldenborgh, Prinz Gholam, Walid Raad, Mark Raidpere, De Rijke/ De Rooij, Willem de Rooij, Pamela Rosenkranz, Julia Scher, Société Réaliste, Michael Staniak, Hito Steyerl, Derek Sullivan, Walter Swennen, Remco Torenbosch, Lidwien van de Ven, Lawrence Weiner, Raed Yassin Kidnappers Foil 14. November 2014 bis 18. Jänner 2015, KUNSTHALLE wien Museumsquartier, untere Halle Kurator: Gareth Long In der unteren Halle beendete die Installation Kidnappers Foil das Ausstellungsjahr. Sie zeigte erstmalig eine Zusammenstellung der historischen Filme von Melton Barker und ermöglichte darüber einen faszinierenden Einblick in die ästhetische, soziale und technologische Textur des Amerikas der Mitte des letzten Jahrhunderts. Der amerikanische Filmemacher Barker machte sich bereits in den 30er-Jahren das Bedürfnis der Menschen nach Ruhm und Aufmerksamkeit zunutze. Fast vierzig Jahre lang entwickelte er mit den BewohnerInnen zahlreicher Kleinstädte den gleichen melodramatischen Film The Kidnappers Foil. Der Plot dreht sich um ein kleines Mädchen, das bei seiner Geburtstagsfeier entführt wird, jedoch von einer großen Kinder-Suchmannschaft gerettet werden kann. Nach der Befreiung findet eine Party statt, bei der alle Kinder ihre musikalischen Talente vorführen. Die Produktion der Filme ließ sich Barker durch Kooperationen mit örtlichen Kinos und Zeitungen finanzieren und bewerben. Gleichzeitig bot er den LaiendarstellerInnen gegen ein paar Dollar„Schauspielstunden“ an. Ein paar Wochen nach dem Dreh wurde The Kidnappers Foil zur Freude des örtlichen Publikums aufgeführt. Barkers einzigartiges Projekt resultierte in unzähligen Wiederholungen desselben Films. Eben dieser Aspekt reizte Gareth Long, dessen künstlerische Praxis an Formen und Konzepten von Serialität sowie Formen von Mediengeschichte interessiert ist. Für die KUNSTHALLE wien projizierte der Künstler 15 Versionen von The Kidnappers Foil auf separate Leinwände, wodurch mehrere Versionen zeitgleich betrachtet werden konnten. Bild und Ton flossen ineinander und ließen eine mehrteilige Installation entstehen, welche die Spannung zwischen Differenz und Wiederholung, Originalität und Serialität betonte. Die unterschiedlichen Quellen der Filme – 16-mm-Film, Videotape, aus dem Fernsehen abgefilmtes Material – eröffneten zudem eine Mediengeschichte im Miniaturformat. In einem Talk sprachen Gareth Long und die Kunsthistorikerin und Filmwissenschafterin Erika Balsom über Melton Barkers Arbeit und darüber, wie sie in Bezug zu Longs Überlegungen zum Amateurhaften, zur Serialität und zur Wieder-Erzählung von Geschichten steht. Im Rahmen des Vermittlungsprogramms der KUNSTHALLE wien hielt Gareth Long ein Seminar ab, das sich dem kreativen Schreiben widmete: die TeilnehmerInnen entwickelten eigene Texte auf der Basis einer vollständigen Aneignung bereits publizierter Texte anderer AutorInnen. 26 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Personale Tony Conrad 3. Dezember 2014 bis 8. März 2015, KUNSTHALLE wien Karlsplatz Kurator: Gareth Long Zum Jahresende präsentierte die KUNSTHALLE wien eine Einzelausstellung des Filmemachers, Musikers und Komponisten Tony Conrad, einer Schlüsselfigur der amerikanischen Avantgarde. Er entwickelte unter dem Titel Über zwei Ecken speziell für den gläsernen Ausstellungspavillon eine Installation, die um sein analytisches Interesse an den Strukturen von Macht kreist und sich mit Begrifflichkeiten wie Isolation und Transparenz auseinandersetzt. Im Zentrum stand eine Gefängniszelle, die im doppelten Sinn als Objekt und Projektionsfläche funktionierte: die Gefängniszelle diente bereits in den frühen 80er-Jahren als Kulisse für einen auf 16 mm gedrehten sechsstündigen Film mit Protagonisten wie Tony Oursler und Mike Kelley. Der Film wurde vor kurzem digitalisiert und in komprimierter Form als Teil der Installation zum ersten Mal in Europa gezeigt. Die im Ausstellungsraum symbolisch weit offen stehende Gefängnistür verstand der Künstler als direkte und doch doppelbödige Einladung an die AusstellungbesucherInnen:„Visit my studio; the cells beckon one to enter; the open doors promise transparency, not confinement.“ Ein Talk zwischen Tony Conrad und Diedrich Diederichsen sowie zwischen Conrad und Gareth Long begleiteten die Ausstellung. Preis der KUNSTHALLE wien Der Preis der KUNSTHALLE wien, der traditionell an AbsolventInnen der Akademie für angewandte Kunst verliehen wird, ging im Jahr 2014 an Leander Schönweger. Die mit diesem Preis verbundene Ausstellung präsentierte eine ortsspezifische Installation: Die Nebel lichten sich 15. Oktober bis 16. November 2014, KUNSTHALLE wien Karlsplatz Kurator: Lucas Gehrmann Weitere Projekte der KUNSTHALLE wien Billboard: The Grass Is Always Greener On The Other Side – Neues Vindobona 19. Februar bis 29. September 2014, KUNSTHALLE wien Karlsplatz Der Künstler Pierre Bismuth präsentierte ein in Zusammenarbeit mit dem Architekten Nicolas Firket für die KUNSTHALLE wien entwickeltes Billboard. Bismuths zentrales Verfahren der Collage oder Überblendung von Bedeutungslogiken kam auch bei diesem fiktiven Stadtentwicklungsprojekt zum Tragen. Als temporäre Skulptur im öffentlichen Raum stellte Neues Vindobona die Frage nach der Urbanität der Stadt Wien, ihren Zukunftsplänen und städtebaulichen Potenzialen. Begleitet wurde das Projekt von Veranstaltungen zu den Themen Stadtentwicklung und Urban Branding:„Branding New Vindobona“ mit Norbert Kettner, Siegfried Mattl und Laura Spinadel;„Große Pläne“ mit Michael Emmenegger, Andreas Spiegl und Gesa Witthöft sowie einem Talk zwischen Jürgen Mayer H. und Nicolaus Schafhausen. The devil is in the details 8. September bis 8. November 2014, Swarovski Wien Im Rahmen der Ausstellung Blue Times präsentierte Swarovski Wien gemeinsam mit der KUNSTHALLE wien eine Installation der belgische Künstlerin Edith Dekyndt. Das Objekt The devil is in the details, das im Schaufenster von Swarovski Wien zu sehen war, beschäftigte sich mit der Wirkung der Farbe Schwarz, deren Codes und Bedeutung, die in Form einer kristallverzierten Flagge thematisiert wurden: Schwarz als Farbe der Finsternis, des Todes, der Angst, als KUNSTHALLE wien 27 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Negativ, Anti-Farbe und Symbol für Anarchie, Rebellion und Insubordination. Im Rahmen der Vienna Design Week fand unter dem Titel„Blurring the Boundaries“ eine Podiumsdiskussion mit der Künstlerin statt. Disappearing Things 20. September bis 2. November 2014, 55. October Salon, Belgrad Kurator: Nicolaus Schafhausen Der Direktor der KUNSTHALLE wien war eingeladen, den traditionellen October Salon in Belgrad zu kuratieren. In den 60er-Jahren gegründet, ist der October Salon die wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Serbien. Die Ausstellung Disappearing Things war der Rolle des kollektiven wie individuellen Erinnerns im digitalen Zeitalter gewidmet. Einerseits vergisst das Internet nichts, andererseits entsteht eine solche große Zahl an Bildern und Momentaufnahmen, dass jedes Ereignis von dem nachfolgenden verdrängt zu werden scheint. Disappearing Things fragte vor diesem Hintergrund nach der gewandelten Funktion des kulturellen Gedächtnisses und dem Status des Bildes als Repräsentant von Wirklichkeit. KünstlerInnen: Federico Acal, Ana Adamovi ‘ , Darko Aleksovski, Jelena Boki ‘ , Igor Bo njak, Edith Dekyndt, Simon Denny, Du an or evi ‘ , Doplgenger(Isidora Ili ‘ and Bo ko Prostan), Du ica Dra ic, Sandra uki ‘ , Liam Gillick, Jelena Marta Gli i ‘ , Ibro Hasanovi ‘ , Informal Curatorial & Art Group(Sonja Vrkati ‘ , Nikola or evi ‘ , Marko or evi ‘ ), Leon Kahane, Dejan Kaludjerovi ‘ , Luka Kne evi ‘ -Strika, Susanne Kriemann, Boris Luki ‘ , Marko Luli ‘ , Nikola Markovi ‘ , Milorad Mladenovi ‘ , Andrea Pala ti, Danilo Prnjat, Mileta Prodanovi ‘ , David Pujadó, Meggy Rustamova, Pedrag Terzi ‘ , Dragana Zarevac In der 2015 in der KUNSTHALLE wien gezeigten Ausstellung The Future of Memory wurde das Thema der Ausstellung weiterentwickelt. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Die Aufgabe von KÖR ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten bzw. temporären künstlerischen Projekten. Dadurch soll die Identität der Stadt und einzelner Stadtteile im Bereich des Zeitgenössischen gestärkt sowie die Funktion des öffentlichen Raums als Agora – als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Debatte – wiederbelebt werden. KÖR versteht Kunst im öffentlichen Raum nicht als Dekor, sondern als Angebot zur Auseinandersetzung mit Inhalten und radikalen ästhetischen Setzungen sowie als symbolische Markierung bislang kulturabstinenter Territorien. Team Martina Taig(Geschäftsführerin), Barbara Horvath(Produktionsleitung), Eva Maria Amann (Projektassistenz und Office) bis August 2014, Nora Höglinger ab Oktober 2014 Jury Eva Maria Stadler(Juryvorsitzende), Berthold Ecker, Thorsten Goldberg, Marie-Therese Harnoncourt, Barbara Wolffer Kuratorium Josef Cser, Wolfgang Förster, Franz Kobermaier, Barbara Kopetzky, Elisabeth Mayerhofer, Karl Albrecht-Weinberger 28 KUNSTHALLE wien• KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Projektförderungen Es fanden drei Jurysitzungen statt, zu denen 76 Projekte eingereicht und der Jury vorgelegt wurden. Sechs Projekte wurden mit einer Förderung unterstützt(Umsetzung 2014 und 2015). Im Jahr 2014 hat KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien insgesamt elf Projekte(8 temporäre, 4 permanente) und zwei Publikationen umgesetzt bzw. abgeschlossen. Dabei waren insgesamt 73 Kunstschaffende, davon 31 Künstlerinnen und 42 Künstler(inkl. eingeladene WettbewerbskünstlerInnen), involviert. Projektförderungen Planung 2015 Darüber hinaus wurden für die Fertigstellung bzw. Umsetzung im Jahr 2015 vorerst weitere 14 Projekte(9 temporäre, 5 permanente) initiiert. Zwei permanente Projekte wurden/ werden durch Wettbewerbe ausgelobt. Bei den 14 initiierten Projekten sind vorerst 14 Kunstschaffende, davon vier Künstlerinnen und zehn Künstler(inkl. eingeladene Wettbewerbskünstler­ Innen), involviert. Temporäre Projekte/ Umsetzung 2014 Iv Toshain und Anna Ceeh: FEMINism TC: ПРЕЙЪР 3. März bis 3. April 2014, Plakataktion in allen 23 Wiener Gemeindebezirken Iv Toshain und Anna Ceeh haben arrivierte wie auch junge internationale Künstlerinnen eingeladen, Slogans und Messages zu entwickeln, die auf der Idee von FEMINism TC aufbauen. Das Duo transformierte diese in 4 000 manuell beschichtete, nachtleuchtende A1-Plakate. Einen Monat lang fungierten die Plakate im öffentlichen Raum als lumineszierende Schaltstellen kontroverser Ansichten und Gedanken. Alle 23 Wiener Bezirke wurden zu einem Ausstellungsraum, in dem„malerische“ Unikate ihre eigene Reise als ortsgebundene Artefakte antraten. Von natürlichem Tageslicht zum nächtlichen Leuchten gebracht, wurden sie allmählich überklebt und zerrissen, aber der Nachklang ihrer Botschaft wird weiterleben. KünstlerInnen: Marina Abramovic, Linda Bilda, Anna Ceeh, Anetta Mona Chi a& Lucia Tká ‘ ová, VALIE EXPORT, Siggi Hofer, KIWA, Slava Mogutin, Olaf Nicolai, Boris Ondrei ka, Iv Toshain Lia Sàile: Größter gemeinsamer Teiler 5. Mai 2014 bis Ende Mai 2015, Museumsquartier, Mariahilfer Straße, 1060 Wien; Margaretengürtel/ Schönbrunner Straße, 1050 Wien Das Kunstprojekt griff repräsentative Grenzmauern in ihrer wiedererkennbaren Form auf und errichtete sie an einem anderen Ort symbolhaft neu. Die Kunstobjekte bildeten die„USA/ Mexico-Barriere“ und die„Belfast Peace Line“ nach. Herausgelöst aus ihrem geographischen, politischen und sozialen Kontext führten die Objekte interkulturelle und gesellschaftliche Konflikte vor Augen, wo diese weniger sichtbar sind und forderten Reflexion und Dialog heraus. Im_flieger: CROSSBREEDS 2014/ Hub Urban Area 19. Mai bis 8. Juni 2014, Schnittstelle Wienzeile/ Gürtel, 1050 und 1120 Wien Das seit 2007 stattfindende Festival CROSSBREEDS widmete sich 2014 dem Thema Zeit. 26 Projekte rund 60 lokaler und internationaler KünstlerInnen und TheoretikerInnen boten Einblicke in eine Vielzahl von Blickwinkeln in unterschiedlichen Formaten: Tanz/ Performance, Installation, Video, Vortrag, Konzert, Stadtintervention und Stadtrundgang. Da sich im öffentlichen Raum(Hub Urban Area) unterschiedliche Zeitkonzepte zwischen Transit-, Geschichts-, Arbeits-, Wohn- und Freizeitorten überlagern und in der künstlerischen Bearbeitung manifestieren, rückte CROSSBREEDS diesen mit sechs Projekten ins Zentrum: KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 29 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 So wurde drei Wochen eine Safaritour im Neighborhood National Park mit tatsächlichen und fiktiven Attraktionen angeboten, in der Videoinstallation Day in Day out begegneten sich Tag und Nacht am selben Ort, die urbane Choreographie The Unnoticed widmete sich dem Unbemerkten und der SUPERSUIT changierte zwischen Anzug und Architektur und intervenierte im öffentlichen Raum. Zwei performative Rundgänge durchwanderten und verbanden die oben genannten, bespielten Orte Raum Zeit Schleifen und Politiken des Gehens. KünstlerInnen: Elke Krasny, Jutta Schwarz, Daniel Aschwanden, Mateja Bucar, Hermelinde Hergenhahn, Lars Moritz Axel Stockburger: Quantitative Easing(for the street) 27. Mai bis 28. Oktober 2014, Kunstplatz Graben, Höhe Graben 21, 1010 Wien Die Installation Quantitative Easing beruht auf einem Automaten, der nach einem präzise geplanten Zufallsmechanismus einzelne Euromünzen über den gesamten Zeitraum der Arbeit im öffentlichen Raum verteilt. Der Automat wirft Münzen rund um den Verteiler auf die Straße und diese können von Passanten aufgehoben werden. Bei den verwendeten Münzen handelte es sich ausschließlich um Euromünzen der derzeitigen europäischen Krisenländer. Die Installation spielte trotz ihrer formal reduzierten Form auf eine Vielzahl ineinander verschachtelter Bedeutungsebenen an. Es stellte sich die Frage, wie Wert in der Kunst zunehmend als bezifferbarer ökonomischer Wert in Bedeutung verwandelt wird. Quantitative Easing schlug in diesem Kontext vor, konsequent die Verteilung von Geld selbst als ästhetische Form erfahrbar zu machen. Der Titel der Installation verweist auf die Praxis gleichen Namens der FED(Amerikanische Zentralbank Federal Reserve) und der EZB(Europäische Zentralbank), die Märkte mit„billigem“ Buchgeld zu fluten, um das Wirtschaftswachstum anzuregen. Ein Großteil dieses Geldes findet allerdings scheinbar keinen Weg in die Niederungen der sogenannten Realwirtschaft und fließt direkt in neu entstehende Spekulationsblasen an den Finanzmärkten. Nicht zuletzt ging es auch darum zu thematisieren, was denn Geld im eigentlichen Sinne ist? Public Talk 18. Juni 2014, Kunstplatz Graben Mit Elisabeth Springer(Ökonomin, WU Wien/ FH Wien), Andreas Kailich(Asset Manager), Beat Weber(Ökonom, Oesterreichische Nationalbank) Kuratoren: Adi Rosenblum& Markus Muntean Crossing 5.01 Abteilung für Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien Leitung: Brigitte Kowanz 26. Juni 2014 bis Ende Juni 2015, U-Bahn-Station U1 Schwedenplatz, 1010 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN Die Abteilung Transmediale Kunst wurde eingeladen, ein Projekt für einen ungenutzten Zwischenraum, der die beiden Bahnsteige der U1-Station Schwedenplatz verbindet, zu entwickeln. Im Studienjahr 2012/13 wurde das Projekt zum Jahresthema gewählt. Die Aufgabenstellung war die Auseinandersetzung mit dem gegebenen Kontext. Die intensive Recherche zu diesem wichtigen Verkehrsknotenpunkt Wiens diente als Grundlage der Arbeiten. Die Projektideen von 13 Studierenden waren mittels Folien als Rauminstallation zu sehen. Die zum Projekt erschienene Publikation, mit Texten von Gerald Bast, Brigitte Kowanz, Hemma Schmutz und anderen, lag vor Ort zur freien Entnahme auf. Konzepte von: Victor Bamieh, Stephan Blumenschein, Nina Frgic, Xaver Gschnitzer, Julian Inic, Alfred Lenz, Lukas Matuschek, Sarah Rechberger, Julia Rohn, Florian Sorgo, Anna Vasof, Nicole Weniger, Laura Wolfsteiner 30 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jakob Kattner: Calle Libre – Graffiti und Street Art Festival 19. bis 26. September 2014, Teilstücke am Donaukanal, 1020 Wien Calle Libre beschäftigte sich mit urbaner Kunst und den zeitgenössischen Formen von Graffiti und Street Art. Durch die Einbindung von KünstlerInnen aus lateinamerikanischen Ländern in Verbindung mit der lokalen Szene sollte ein Querschnitt der globalen Bewegung und der zeitgenössischen Tendenzen dieser Kunstform präsentiert und in eine öffentliche Diskussion gestellt werden. Im Zuge des Projekts wurden Teilstücke des Donaukanals neu gestaltet und in ein künstlerischmotiviertes Erscheinungsbild gebracht. Das Ziel war, den„Graffiti-relevanten“ Raum des Donaukanals kuratorisch zu bespielen und künstlerisch-konzeptuell neu zu beleben. Das Festival wurde begleitet von einer Ausstellung an der Akademie der bildenden Künste Wien, einer Publikation, Podiumsdiskussion, Workshopreihe und Abendveranstaltung. Dabei wurde ein theoretischer Rahmen zur weiterführenden Betrachtung des Themenkomplexes entfaltet. KünstlerInnen: Fefe Talavera, Akuma Santos, Marina Zumi, Knarf, Busk, Nychos, Baby Olmec, Wake Kunstgastgeber Gemeindebau – Robert-Uhlir-Hof Eröffnung: 14. Oktober 2014, Engerthstraße 148–150, 1020 Wien Weitere Präsentationstermine: 18., 24., 25. und 30. Oktober 2014 In Kooperation mit wohnpartner und Wiener Wohnen Im Rahmen des Projekts Kunstgastgeber Gemeindebau wurden MieterInnen eingeladen, gemeinsam mit KünstlerInnen Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Die Zusammenarbeit als Kollektiv stand 2014 im Mittelpunkt: Ein Team, eine Arbeitsgemeinschaft, ein Ensemble, ein Trupp setzte mit vereinten Kräften ein von allen Beteiligten gesetztes Ziel um – oder auch nicht. Die Kunstinterventionen entstanden unter Einbezug des unmittelbaren Umfelds und wurden inspiriert vom Ideenaustausch zwischen KünstlerInnen und KunstgastgeberInnen. KünstlerInnen: Irene Coticchio, Sylvia Eckermann, Michael Höpfner, Johanna Tinzl, Stefan Flunger, Elvedin Klacar, Kamen Stoyanov, tat ort: Alexandra Berlinger, Wolfgang Fiel, Gerald Zahn Kurator: Gerald Straub Permanente Projekte/ Wettbewerbe/ Fertigstellung 2014 SPETO: 3 Brothers Eröffnung: 24. April 2014, U-Bahnsäulen der Linie U2 zwischen Trabrennstraße und Stella Klein-Löw-Weg, 1020 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN und VIERTEL ZWEI Das Werk 3 Brothers des brasilianischen Künstlers Speto ist eine Hommage an die Gebrüder Villas Bôas sowie die Erzählkulturen der indigenen Bevölkerung Brasiliens und komplementiert damit das internationale Streetart-Projekt entlang der U-Bahn-Trasse im VIERTEL ZWEI. Als Pioniere waren Leonardo, Orlando und Cláudio Villas Bôas Mitte der 40er-Jahre Mitglieder einer staatlichen Großexpedition zur Kolonisierung unerschlossener Dschungelgebiete im Hinterland Brasiliens. Da sie ihre Begegnungen mit den UreinwohnerInnen des Amazonasbeckens zutiefst bewegten, entwickelten sich die drei Brüder zu engagierten Verfechtern indigener Rechte und Lebensräume. Für ihren Einsatz wurden die Gebrüder Villas Bôas zweimal für den Friedensnobelpreis nominiert. Speto ließ sich in seiner Installation von den Mythen und Erzählungen der UreinwohnerInnen seines Heimatlandes inspirieren. Diese vom Künstler mit Spraydose und Farbroller zu symbolisch und zeitlich verdichteten, polychromatischen Bildkompositionen arrangierten Narrative schlagen spielerisch eine Brücke zwischen indigener Kosmogonie, brasilianischer Folklore KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 31 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 und der zeitgenössischen Urban Art. Spetos bildsprachliche Erzähltechnik bezieht sich dabei auf die illustrierten Titelblätter der Literatura de Cordel, einer spezifischen Spielart der afroportugiesischen Volkslyrik aus dem Nordosten Brasiliens. Diese, so meint der Lyriker Carlos Drummond de Andrade, zähle zu den„unverfälschtesten Manifestationen des Erfindungsgeistes, des Sinns für Humor und des kritischen Vermögens“ der brasilianischen Popularkultur. Lack auf 14 Betonsäulen, Höhe je Säule: 420 bis 450 cm, Durchmesser: 140 cm Catrin Bolt: Alltagsskulpturen Mahnmal Eröffnung: 23. September 2014, Hermann Gmeiner-Park, Staatsoper, 1010 Wien; Kleine Sperlgasse, Große Pfarrgasse, Im Werd, Praterallee, Schiffamtsgasse, 1020 Wien; Franzensbrücke, 1030 Wien; Westbahnhof, 1150 Wien; Anton Schmid-Promenade, 1200 Wien Das Projekt basiert auf persönlichen Berichten, die Vorfälle und Situationen im öffentlichen Raum der Stadt Wien in der Zeit des Nationalsozialismus beschreiben: Auf den Gehsteigen wurden Auszüge aus den Berichten aufgetragen. Sie führen entlang jener Orte, an denen die Vorfälle stattgefunden haben. So schreibt sich Catrin Bolts künstlerische Arbeit als zeitgenössisches Mahnmal in den Stadtraum mit seinen täglich benutzten Wegen ein und macht die Geschichte des heute unsichtbaren Geschehens in der gewohnten Umgebung neu erfahrbar. Eine Kooperation mit dem Nationalfonds. Olaf Nicolai: Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz Eröffnung: 24. Oktober 2014, Ballhausplatz, 1010 Wien Die nationalsozialistische Militärjustiz verhängte während des Zweiten Weltkriegs mehr als 30 000 Todesurteile, wovon die meisten gegen Deserteure und sogenannte„Wehrkraftzersetzer“ ergingen. 2009 rehabilitierte der Nationalrat die Opfer der Verfolgung durch die Wehrmachtsgerichte, und 2010 beschloss die Stadt Wien die Errichtung eines Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz. Die Skulptur Olaf Nicolais greift die klassischen Elemente eines Mahnmals„Sockel“ und„Inschrift“ auf, arrangiert diese aber völlig anders als traditionelle Kriegerdenkmäler. Ein überdimensionales, liegendes„X“ bildet den dreistufigen Sockel, in dessen dritte Ebene die nur von oben lesbare Inschrift eingelassen ist, die ein Gedicht des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay zitiert. Das Zusammenspiel von Sockel und Inschrift inszeniert die Situation des Einzelnen in und gegenüber gesellschaftlichen Ordnungs- und Machtverhältnissen. Die Skulptur erweist denjenigen Respekt, die eine eigene Entscheidung treffen, sich der Fremdbestimmung widersetzen und sich durch ihr eigenständiges Handeln gegen das geltende System stellen. Beton und Stahlbuchstaben, 8,90 x 9,90 x 1,67 m Christian Jankowski: Die große Geste Eröffnung: 29. Oktober 2014, U-Bahn Station U2 Donauspital, 1220 Wien Der deutsche Künstler Christian Jankowski hat für die U-Bahn-Station„Donauspital“ ein Projekt konzipiert, das sich mit grundsätzlichen Fragen der Auftragskunst befasst. Entstanden ist ein vielschichtiges Werk, das neben seiner konzeptuellen Schärfe einen hohen phantasmatischen Gehalt besitzt: Die große Geste, die aus 18 im gesamten Bahnhof platzierten Schriftund Zeichenbildern besteht, funktioniert als Sehnsuchtsmaschine – mit einfachen verbalen Reizungen werden bei den PassantInnen Erinnerungen und Projektionen ausgelöst, die weit über den geographischen Ort des Bahnhofs hinausreichen. Christian Jankowskis große Geste ist ein Kunstwerk, das die Mechanismen von Kunst, Kommunikation, Selbstdarstellung und Subjektkonstruktion in der heutigen Gesellschaft brillant analysiert und zu einer überzeugenden Gesamtform stilisiert. 18teilige Installation aus Schrift- und Zeichenbildern aus Aluminiumblech, Edelstahl, beschichtet in den Farben Verkehrsrot, Weißaluminium und Graualuminium, verschiedene Maße 32 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Publikationen 2014 KÖR Publikation, Teil 2(2007–2010) Erscheinungstermin: Frühjahr 2014 Der zweite Teil der KÖR Publikation dokumentiert die Arbeit der„Kunst im öffentlichen Raum GmbH“ während der Juryperiode 2007 bis 2010. KÖR Publikation, Teil 3(2010–2013) Erscheinungstermin: Dezember 2014 Der dritteTeil der KÖR Publikation dokumentiert die Arbeit der„Kunst im öffentlichen Raum GmbH“ während der Juryperiode 2010 bis 2013. Vermittlungsprogramm Graffiti Workshops Mai bis Juni 2014, sechs Graffiti-Workshops im Karl Wbra-Hof, 10 Bezirk Jeder Workshop setzte sich aus 8 bis 13 TeilnehmerInnen verschiedenster Altersgruppen (10–60 Jahre) zusammen. Führung von Ricky Renier zu Werken von Franz Graf, Heimo Zobernig, Rudolf Hausner 17. Mai 2014, im Rahmen der Architekturtage 2014 SUED(Franz Graf), Ustrab-Station Laurenzgasse(Heimo Zobernig), Wien-Panorama mit Verkehrslinien am Hauptbahnhof(Rudolf Hausner) Führung von Erich Bernard und Franziska Leeb: Auf nach Aspern 23. November 2014, im Rahmen der VIENNA ART WEEK 2014 Expedition zu Kunst und Stadtentwicklung entlang der U2(Dauer: 2,5 bis 3 Stunden) Gedenken neu gedacht – Wien gedenkt vergessener Opfer 28. und 29. November 2014, Fachkonferenz im Palais Epstein und im Wiener Rathaus, Wappensaal Zeithistorische, gesellschaftliche, queere und künstlerische Dimensionen des Gedenkens an homosexuelle und transgender NS-Opfer Eine Initiative von Stadträtin Sandra Frauenberger und Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny, durchgeführt von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen in Zusammenarbeit mit QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte in Kooperation mit KÖR. Wissenschaftliche Leitung und Organisation: Wolfgang Wilhelm, Andreas Brunner, Hannes Sulzenbacher Moderation: Wolfgang Wilhelm Vorschau 2015 Temporäre Projekte/ Umsetzung 2015 Ruth Beckermann: THE MISSING IMAGE 12. März bis 10. November 2015, Helmut Zilk Platz(Albertinaplatz), 1010 Wien Simone Zaugg: Mahnmal für LSBTI-Opfer 28. April bis Mai 2015, Naschmarkt(Kettenbrückengasse/ Landparteienplatz gegenüber Marktamtsgebäude), 1040 Wien KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 33 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Julien Berthier: Projekt am Kunstplatz Graben 16. Juni bis Oktober/ November 2015, Kunstplatz Graben, Höhe Graben 21, 1010 Wien In the Still of the Night Juni bis Oktober 2015, 1060 Wien Kuratorin: Hemma Schmutz Klaus Pobitzer/ Julius Deutschbauer: Habs-Burgerstand Mai bis Juni 2015(4 bis 5 Wochen), ca. 5 Orte Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 17 bis 22 Uhr Leopold Kessler: Kollektive Rüttelplatte Juli bis Oktober 2015, Mariahilfer Straße(Bundesländerplatz), 1070 Wien 20 seconds for art Offener, anonymer Kurzfilmwettbewerb zum Thema„Stadt-Bild“ auf allen Screens im INFOSCREEN Netz Wien in Kooperation mit INFOSCREEN Präsentation der SiegerInnen: 23. Juni 2015 Orte: Medium I(44 Bildflächen in den U-Bahn-Stationen) und/ oder Medium II(570 Bildflächen in Niederflurstraßenbahnen und Bussen) Oliver Hangl: Guerilla Walks 22. und 23. Oktober 2015 Treffpunkt: Rathausplatz Projekt auf der Mariahilfer Straße, 1060 Wien Zeitraum noch nicht festgelegt Permanente Projekte/ Wettbewerbe Künstlerische Gestaltung der U1 Troststraße, 1100 Wien Geladenes Wettbewerbsverfahren, 3 KünstlerInnen In Kooperation mit den WIENER LINIEN Künstlerische Gestaltung der U1 Altes Landgut, 1100 Wien Geladenes Wettbewerbsverfahren, 3 KünstlerInnen In Kooperation mit den WIENER LINIEN Ludwig Kößler-Platz, 1030 Wien Geladenes Wettbewerbsverfahren, 1 KünstlerIn Künstlerische Gestaltung von vier Mauer-Segmenten(Nähe U3 Ottakring), 1160 Wien Von der Station U3-Ottakring entlang der Kendlerstraße Richtung U3-Station Kendlerstraße werden vier Bildflächen auf der U-Bahn-Stützmauer neu gestaltet. Geladenes Wettbewerbsverfahren, 1 KünstlerIn Plattform Geschichtspolitik: Weinheber ausgehoben Ein Projekt von Eduard Freudmann Schillerplatz, 1010 Wien Umsetzung und Eröffnung: tbc 34 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vermittlungsprogramm 2015 KÖR Folder Kunst im öffentlichen Raum Wien(deutsch/ englisch), 3. Auflage Erscheinungstermin Mai 2015 VIENNA ART WEEK 16. bis 22. November 2014 Präsentation der KÖR Publikationen, Teil 2 und 3(2007–2010 und 2010–2013) September 2015 Kunst im öffentlichen Raum greift als„Aufheller“, Anmerkung und Kommentar in den urbanen Lebensraum ein und macht ihn dadurch(er)lebenswert. Diese Publikationen illustrieren das breite Spektrum der Kunstprojekte aus den Jahren 2007 bis 2013 in Wien, die durch die KÖR GmbH initiiert und unterstützt wurden. Kulturelles Erbe Denkmalpflege Die Kulturabteilung betreut im Referat Denkmalpflege etwa 9 500 Kunstobjekte(Denkmäler, Sakrale Kleindenkmäler, Profanplastiken, Grabdenkmäler, Ehrengräber, Gedenktafeln) auf Flächen der Stadt Wien. Dieser Bereich der Kunstwerke steht stets im Fokus der Öffentlichkeit, sowohl der WienerInnen als auch der in- und ausländischen Gäste und stellt einen wichtigen Teil der kulturellen Identität der Stadt Wien dar. 2014 wurden an 168 Kunstobjekten bzw. Objektgruppen Reinigungs- bzw. Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Im Bereich der Profanplastiken wurden unter vielen anderen die„Schauenden“ von Hilde Uray aus 1962(Roda Roda Gasse, 21. Bezirk) und„Ikarus“ von Wander Bertoni aus 1964(Schweizergarten, 3. Bezirk) restauriert. Auf Basis eines restauratorischen Gutachtens wurde mit der Restaurierung der Grabdenkmäler im Gräberhain Schubertpark begonnen, die Arbeiten werden 2015 fortgesetzt. Als Beispiel für die Restaurierung von Denkmälern sei das Denkmal für„Johann Josef Wenzel Radetzky von Radetz“ von Casper von Zumbusch, erbaut 1886–1892 genannt(Stubenring, 1. Bezirk). Der „Heilige Nepomuk“(Ecke Mariahilferstraße/ Linzerstraße, 15. Bezirk) und die Mariensäule vor der Servitenkirche(9. Bezirk) seien als Beispiele restaurierter sakraler Kleindenkmäler erwähnt. Die Überprüfungen der Stand- und Verkehrssicherheit der Freiplastiken und Gedenktafeln wurden entsprechend den vorgegebenen Intervallen durchgeführt. Das Beschriftungssystem für die Freiplastiken konnte erweitert und verbessert werden. Das„Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz“ von Olaf Nicolai wurde von der KÖR Kunst im öffentlichen Raum GmbH am Ballhausplatz errichtet und nach der Eröffnung im Oktober in die denkmalpflegerische Obhut der Kulturabteilung übernommen. 2014 kam es zur Widmung von 30 Ehrengräbern und sechs historischen Gräbern. Darunter waren die Widmungen für den Neurologen und Psychiater Viktor E. Frankl im alten israelitischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs sowie der Filmschauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr im interkonfessionellen Teil des Wiener Zentralfriedhofes. Den 2014 verstorbenen Persönlichkeiten Karl Heinz Hackl, Hans Hollein, Maria Lassnig wurden ebenfalls Ehrengräber gewidmet. Auf den 46 Friedhöfen der Friedhöfe Wien GmbH, auf evangelischen, jüdischen und katholischen Friedhöfen wurden wieder zahlreiche Ehrengräber instandgesetzt und gepflegt. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien• Kulturelles Erbe 35 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wiener Altstadterhaltungsfonds Der Wiener Altstadterhaltungsfonds wurde 1972 in der Folge der sogenannten„Altstadterhaltungsnovelle“ ins Leben gerufen. Das Ziel dieses Subventionsinstruments ist, im Stadtbild wirksame Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten zu fördern und zwar jenen Kostenmehraufwand, der über ordnungsgemäße Erhaltungsarbeiten hinausgeht. Dahinter steht der Anspruch, das Stadtbild zu erhalten und so über das„Gesicht der Stadt“ den Zugang zur „Geschichte der Stadt“ zu ermöglichen. Das Ergebnis der geförderten Arbeiten kommt also sowohl den EigentümerInnen von historischen Bauten als auch der Allgemeinheit – ob StadtbewohnerInnen oder-besucherInnen – zu Gute. Im Bereich des Sakralbaus findet sich unter anderem die Votivkirche am Rooseveltplatz. Sie wurde nach einem Wettbewerbsentwurf von Heinrich von Ferstel in den Jahren 1856 bis 1879 im Stil französischer Kathedralgotik errichtet – zum Gedächtnis an die Rettung von Kaiser Franz Joseph I. bei einem Attentat im Jahr 1853. Als früher, in historisierenden Stilformen errichteter Monumentalbau der Ringstraßenzeit hat die Votivkirche auf die Stilentwicklung des Wiener Historismus wesentlichen Einfluss genommen. Im Gegensatz zur Votivkirche wurde in den Jahren 1902 bis 1904 die St. Borromäus-Kirche in Lainz als Sichtziegelbau erbaut. Die dominante Doppelturmfassade bildet das geometrische und geistige Zentrum des ehemaligen Versorgungsheims Lainz. Die Pfarrkirche zum Hl. Franz von Sales wurde 1962/63 als Sichtbetonkonstruktion nach Plänen von Georg Lippert errichtet. Der streng geometrisch gestaltete, hermetisch abgeschlossen wirkende Baukörper wird durch den Glockenturm und die Apsisfassade mit ihrem roten Klinkermauerwerk akzentuiert. Zu den Förderprojekten an Profanbauten gehörten unter anderem die Fassaden des Vereinshauses für den Ingenieurs- und Architektenverein(Eschenbachgasse 9, 1. Bezirk). Der Bau ist mit dem spiegelgleich konzipierten Bau für den Österreichischen Gewerbeverein in einem dreiseitig freistehenden Baukomplex vereint. Dieser wurde 1870 bis 1872 nach dem Entwurf Otto Thienemanns in einem historistischen, repräsentativen Charakter in Putz und Sichtziegelmauerwerk mit prägnanten Ecktürmen errichtet. Das ehemalige„Neuwallsche Haus“(Schulhof 4, 1. Bezirk) wurde 1728 als hochbarockes Bürgerhaus in der Nachfolge von Johann Lucas von Hildebrandt erbaut. Der Schulhof, einer der idyllischsten Plätze Alt-Wiens mit seiner geschlossenen barocken und klassizistischen Verbauung, wird durch diesen repräsentativen Bau zusätzlich bereichert. Ein über Jahre laufendes Projekt stellt das Restauriervorhaben am Friedhof St. Marx dar, des letzten erhaltenen Biedermeierfriedhofs der Stadt Wien. Er gehörte zu jenen fünf Kommunalfriedhöfen, die 1784 auf Veranlassung Kaiser Franz Josephs II. aus hygienischen Überlegungen auf damals noch außerhalb der Stadt gelegenen Flächen angelegt wurden. Im Jahr 2014 erfolgte die Restaurierung von ca. 45 Grabsteinen. Am sogenannten Stiertor(Viehmarktgasse, 3. Bezirk), der repräsentativen Toranlage, die zum Areal des ehemaligen Schlachthofs St. Marx gehörte, wurden die monumentalen Figurengruppen„Ungarisches Steppenrind mit Hirte“ und„Pinzgauer Rind mit Fleischergeselle“ des Bildhauers Anton Schmidgruber restauriert. Der Viehmarkt wurde in den Jahren 1879 bis 1884 nach Plänen des Architekten Rudolf Frey auf einer Fläche von rund 260 000 Quadratmetern entlang einer Hauptachse angeordnet – mit Schaf- und Schweinemarkt auf der linken und Rindermarkt auf rechten Seite. 36 Kulturelles Erbe KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Film Obwohl arrivierte österreichische Filmschaffende wieder prominent in den weltweiten Wettbewerben großer Filmfestivals vertreten waren, reüssierten 2014 vor allem junge Regietalente mit ihren Debutfilmen. So konnte zum Beispiel Lisa Weber, Regiestudentin an der Filmakademie Wien, mit ihrem Langfilmdebut„Sitzfleisch“ nicht nur von Montréal bis Karlovy Vary Festivalerfolge erzielen, sondern auch einen österreichweiten Kinostart verzeichnen. In Wien begingen das Filmcasino und das Wiener Sommerwanderkino„Volxkino“ gebührend ihren 25. Geburtstag. Das„One Day Animation Festival“ der Trickfilmvereinigung ASIFA feierte mit einem Symposium und einem Jubiläumsfilmprogramm im ausverkauften Filmcasino sein zehnjähriges Bestehen. Die ebenso zehn Jahre alte und sehr lebendige Kurzfilminitiative Kin05 überraschte im brut mit einem wildem Kurzfilmprogramm. Im September eröffnete als Auslage des Filmarchivs Austria in der Wiener Innenstadt das renovierte und erweiterte Metro-Kinokulturhaus. Diese neu ausgerichtete Filmweihstätte zeigt nicht nur ein außergewöhnliches Filmprogramm mit Retrospektiven und thematischen Schwerpunkten, sondern bietet mit den neuen Ausstellungsräumen und der einzigartigen audiovisuellen Bibliothek auch die Möglichkeit zum intensiven Diskurs über die Kultur der bewegten Bilder. Das österreichische Filmmuseum, eine weitere einzigartige Institution, feierte seinen 50. Geburtstag. Mit einem hochkarätigen Programm das ganze Jahr über beschenkte das Filmmuseum sich und sein Publikum mit 21 Sonderprogrammen, die gemäß den Leitlinien des Hauses intensiv die österreichische und internationale Filmkultur vernetzen und verbinden. Mit Festschriften, feierlichen Veranstaltungen und ausgewählten Filmprogrammen wurde nicht nur Rückschau gehalten, sondern auch dem aktuellen Filmschaffen die gebührende Leinwand gegeben. Filmfonds Wien Der konstant hohe Förderetat des Filmfonds Wien sorgte auch im Jahr 2014 für die notwendige finanzielle Voraussetzung für hochwertige Kino- und TV-Produktionen am Medienstandort Wien. Mit über 11,4 Millionen Euro konnten 174 Förderprojekte unterstützt werden. 8,5 Millionen Euro flossen in die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung österreichischer Kinofilme, über zwei Millionen in den TV-Bereich. Gewohnt breit war die Präsenz österreichischer Filme im Bereich internationaler Festivals. Besonders bemerkenswert in diesem Jahr ist das Echo auf Arbeiten junger Filmschaffender: Für das Spielfilm-Debüt„Macondo“ der Wiener Filmemacherin Sudabeh Mortezai begann das Jahr mit einer Einladung in den Wettbewerb der Berlinale und endete mit dem Wiener Filmpreis und einer umjubelten Österreich-Premiere. Dazwischen lagen über 40 internationale Festivalein­ sätze. Regisseurin Johanna Moder wurde für ihren in Wien gedrehten Erstling„High Performance“ in Saarbrücken mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, Veronika Franz und Severin Fiala präsentierten ihr Horror-Debüt„Ich seh ich seh“ in Venedig und erhielten mehrere Preise. Ein Aspekt ist für 2014 besonders auffällig: die weiblichen Filmschaffenden dominieren die jährliche Bestenliste. Benachteiligung, Chancenungleichheit – das waren die Schlagworte der im vergangenen Jahr europaweit verstärkt geführten Debatte um die Einführung einer„Frauenquote“ im Filmbereich: Für den Filmfonds Wien war dies Anlass, die eigene Fördertätigkeit hinsichtlich Geschlechterdiversität weiter zu analysieren und stärker zu kommunizieren, Film• Filmfonds Wien 37 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 obgleich die Förderentscheidungen auch nur eines der Rädchen sind, die Einfluss nehmen. Wie sieht die Verteilung quantitativ aus, wie in verantwortungsvollen künstlerischen Positionen? Gab es in den letzten Jahren Tendenzen, wesentliche negative oder positive Entwicklungen? Wie sieht der Frauenanteil bei Einreichungen aus, wie bei Förderungen? Um das Bewusstsein für bestehende Ungleichheiten zu stärken, geben wir dem Thema Raum und stellen in diesem Bericht weitere Zahlen zur Verfügung. Ein in den letzten Jahren kontinuierlich steigender relativer Trend lässt sich bereits konstatieren. Die aktuellen Erfolge von Regisseurinnen, auch im TV-Bereich, unterstreichen diesen und geben wichtige Impulse. Hingewiesen sei einmal mehr auf die paritätische Besetzung der Gremien des Filmfonds Wien: die Haupt- und Ersatzjury sind zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen besetzt, ebenso das Kuratorium und das Team. Die Ergebnisse an den Kinokassen lieferten einige Höhepunkte: Der große Gewinner war die Romanverfilmung„Das finstere Tal“, inszeniert von Andreas Prochaska. Der Film lockte über 150 000 Menschen in die österreichischen Kinos – ebenso beachtlich waren die Ehrungen bei den deutschen, bayerischen und europäischen Filmpreisen. Im dokumentarischen Bereich schnitten Ulrich Seidls„Im Keller“ und Johannes Holzhausens Porträt des Kunsthistorischen Museums„Das große Museum“ besonders gut ab. Ungleich schwerer wiegen die Verluste personeller Art, die der österreichische Film erfahren musste: Mit Michael Glawogger und Florian Flicker wurden zwei seiner renommiertesten Vertreter aus intensiven Schaffensphasen gerissen. Der große Gert Voss konnte seine letzte Fernsehrolle nicht vollenden. Profil des Filmfonds Wien Der Filmfonds Wien ist ein Fonds der Stadt Wien und nimmt auf Basis seiner Satzung seine Geschäfte wahr. Die derzeit gültige Satzung beruht auf dem Kuratoriumsbeschluss vom 16. Oktober 2013 und trat mit Rechtskraft der fondsbehördlichen Genehmigung am 18. April 2014 in Kraft. Als„Wiener Filmförderungsfonds“ wurde die Institution im Jahr 1976 gegründet. Seit 1999 wird der Filmfonds Wien von drei Organen verwaltet: dem Kuratorium, der Geschäftsführung und der Jury. Zur Vergabe von Förderungen verfügt er über Mittel der Stadt Wien sowie Rückflüsse aus erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschüssen. Im Jahr 2014 finanzierte die Stadt Wien den Filmfonds Wien mit einem Gesamthaushalt in Höhe von 11,8 Millionen Euro, was der Etathöhe des Vorjahres entspricht. Entwicklung der Zuwendungen der Stadt Wien(in Tausend Euro) 2008 2009 8 000 10 000 2010 11 500 2011 11 500 2012 11 850 2013 11 800 2014 11 800 Die allgemeinen Förderrichtlinien stellen die rechtliche Grundlage zur Inanspruchnahme sämtlicher Förderungen dar. Weitere spezifische Richtlinien bilden Leitfäden für die einzelnen Förderbereiche. Das gesamte Regelwerk wurde im Jahr 2014 inhaltlich, strukturell und formalsprachlich überarbeitet. Aufgaben und Ziele Das vorrangige Ziel des Filmfonds Wien ist, Wien als Film- und Medienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszubauen. Damit soll auch ein regionaler Beitrag zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt Europas geleistet werden. Filmförderung ist Kulturförderung, aber auch Wirtschaftsförderung im Allgemeinen und trägt im Speziellen zur Erhaltung der Beschäftigung in der Filmbranche bei. Eine weitere Aufgabe fällt dem Filmfonds Wien darin zu, den von ihm geförderten Filmen – allen voran den am Standort Wien entwickelten österreichischen Filmen – zu einer größtmöglichen Öffentlichkeit zu verhelfen. 38 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 In Verfolgung dieser Ziele vergibt der Filmfonds Wien Förderungen für die Projektentwicklung, Herstellung(Kino/ TV) und Verwertung von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am„Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugute kommen. Die tatsächlich erzielten Effekte liegen seit Jahren weit über 300 Prozent. Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Organe und Gremien Kuratorium Dem Kuratorium, das die Funktion eines Aufsichtsrats erfüllt, gehören acht vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft bestellte Mitglieder an, die für die Dauer von drei Jahren bestellt werden. Vorsitzender: Dr. Josef Kirchberger(Geschäftsführer, Art for Art Theaterservice GmbH) Stellvertretende Vorsitzende: Mag.a Bettina Leidl(Geschäftsführerin, KunstHausWien), Heinrich Ambrosch(Produzent, Satel Film), Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Stadt Wien, Kultur­ abteilung), Mag. Andreas Hruza(FH des bfi Wien), Mag.a Elisabeth Mayerhofer(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Gerhard Schedl(Filmkonsulent), Dagmar Streicher(Filmemacherin), Dr. Max Gruber(Verband Filmregie, außerordentliches Mitglied) Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Geschäftsführung. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft für die Dauer von drei Jahren bestellt. Hauptjury Peter Jäger(Geschäftsführer, autlook Filmsales), Eric Pleskow(ehem. Filmproduzent, Viennale-Präsident), Alessandra Thiele(Österreichisches Filmmuseum), Andrea Willson (Autorin, freie Produzentin) Ersatzjury Jakob Claussen(Filmproduzent, Claussen+Wöbke+Putz), Ulli Dohr(Geschäftsführerin, Dohr Werbe Gmbh), Katharina Dufner(Redakteurin, ZDF), Gabor Greiner(Projektakquise, Films Boutique) Kinobeirat Der Kinobeirat besteht aus zwei Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammenkommen, um die Einreichungen für die Förderung kinokultureller Projekte zu beurteilen und Empfehlungen an die Geschäftsführung auszusprechen. Mag.a Christine Dollhofer(Festivalleitung, Crossing Europe), Martina Theininger(Festival­ leitung, frame[o]ut) Team Geschäftsführung: MMag.a Gerlinde Seitner Projektabteilung Kino/ TV: Wernfried Natter, Gilbert Petutschnig, Han-fen Chao Büroleitung und Strukturförderungen: Silvia Gneisz PR/ Kommunikation, Kinoförderungen: Mag. Stefan Hahn Filmfonds Wien 39 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderbilanz Der Filmfonds Wien konnte 2014 insgesamt 174 von 221 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 11 467 789 Euro(beantragte Summe gesamt: 16 541 105 Euro) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen sowie für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen, aussprechen. Förderungen für Kinobetriebe wie Jahres- und Projektförderungen machten 21 200 Euro an Fördergeldern aus. Dies entspricht einer Gesamtförderung von 78,7 Prozent der Anträge. Im Vergleich zu 2013 wurden um 243 337 Euro mehr Förderungen zugesagt, was 2,2 Prozent entspricht. Fördersparte Projektentwicklung Herstellung Kino Herstellung TV Verwertung Kino Sonstige Verwertung Strukturmaßnahmen Kino-Referenzförderung Kinokulturelle Projekte SUMME Gesamt Anträge 33 58 32 28 12 17 13 28 221 Einreichungen * 705 868 11 699 920 2 370 500 760 055 139 062 613 500 130 000 122 200 16 541 105 17 32 28 28 12 17 13 27 174 Zusagen ** 380 552 7 216 420 2 139 000 760 055 139 062 613 500 130 000 89 200 11 467 789 * Alle Beträge in diesem Bericht sind in Euro und ohne Dezimalstellen angegeben. ** inkl. Referenzmittel 40 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Festivalerfolge und Auszeichnungen(Auswahl) Amour fou von Jessica Hausner • Festival de Cannes/ Un Certain Regard: Offizielle Auswahl Das finstere Tal von Andreas Prochaska • Bayerischer Filmpreis: Regiepreis, Darstellerpreis(Tobias Moretti) • LOLA – Deutscher Filmpreis: Bester Spielfilm in Silber, Beste darstellerische Leistung, männliche Nebenrolle(Tobias Moretti), Beste Kamera/ Bildgestaltung(Thomas W. Kiennast) , Bestes Szenenbild(Claus Rudolf Amler), Bestes Kostümbild(Natascha Curtius Noss) , Bestes Maskenbild(Helene Lang, Roman Braunhofer), Beste Filmmusik(Matthias Weber) , Beste Tongestaltung(Dietmar Zuson, Christof Ebhardt, Tschangis Chahrokh) • Europäischer Filmpreis: European Production Designer(Claus-Rudolf Amler), European Costume Designer(Natascha Curtius-Noss) Das große Museum von Johannes Holzhausen • Internationale Filmfestspiele Berlin: Caligari-Filmpreis High Performance von Johanna Moder • Filmfestival Max-Ophüls-Preis: Publikumspreis Abendfüllender Spielfilm Ich seh ich seh von Veronika Franz und Severin Fiala • Sitges, Festival Internacional de Cinema Fantàstic: Mèlies d’Argent Award, José Luis Guarner Award • Thessaloniki International Film Festival: FIPRESCI Award Macondo von Sudabeh Mortezai • Internationale Filmfestspiele Berlin: Offizieller Wettbewerbsbeitrag • Hong Kong International Film Festival: Firebird Award • Festival del Cinema Europeo Lecce: Preis für das beste Drehbuch, Cineuropa Award • Sarajevo Film Festival: CICAE Award We come as friends von Hubert Super • Sundance Film Festival: World Cinema Documentary Special Jury Award for Cinematic Bravery • Internationale Filmfestspiele Berlin: Friedensfilmpreis Filmfonds Wien 41 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderbereiche Projektentwicklungsförderung Von 33 eingereichten Projekten mit einer Gesamtantragssumme von 705 868 Euro erhielten 17 eine Zusage zur Projektentwicklungsförderung durch die Jury bzw. aus dem Topf der Referenzmittelförderung mit einer Gesamtsumme von 380 552 Euro. Projekt Produktion Drehbuch Genre Fördersumme Ama Prisma Film Anke Sommer F 25 500 Angelo Novotny & Novotny Markus Schleinzer, F Alexander Brom ** 20 000 Auf Reisen Wega Film Michael Kreihsl F 19 500 Beziehungsstatus Single Allegro Film Andrea Eder, Constanze Schumann D 20 000 Brot um jeden Preis Navigator Film Harald Friedl D 25 000 Bruder Jakob, schläfst du noch Mischief Films Stefan Bohun, Johannes Bohun, David Bohun D* 13 598 17 500 Constantin Nikolaus Bickermann Ulrich Seidl Film Kevin Lutz, F Christoph Brunner 30 000 Die Migrantigen Golden Girls Arman T. Riahi, Aleksandar Petrovic, Faris Endris Rahoma F 35 000 Die wilde Maus Wega Film Josef Hader F 20 500 Eisenstraße Mischief Films Sebastian Brameshuber D 34 500 Flashmob Wega Film Michael Haneke F 35 000 Kino, Kino, Kino Rosdy Film Paul Rosdy D 7 838 Mädchen können immer Allegro Film Elisabeth Schmied F* 20 543 Mein Kampf. Tabu und Totem Kurt Mayer Film George Dar, Werner Boote D 20 000 Schwarzes Herz Allegro Film Andreas Schmied F* 17 573 42 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Stardust SUMME Gesamt Novotny & Novotny * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung Michael Ginthör F Anzahl der Projekte 18 500 380 552 Fördersummen Herstellung von Kinofilmen Mit einer Fördersumme von 7 216 420 Euro wurden insgesamt 32 Herstellungsanträge gefördert (30 Projekte). Eingereicht waren 58 Projekte mit einer Gesamtantragssumme von 11 699 920 Euro. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 45 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte pro Film durchschnittlich 370 Prozent bezogen auf die Fördersumme(4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr). Das bedeutet, dass rund 28 Millionen Euro, was in etwa zwei Drittel der Gesamtherstellungskosten entspricht, in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche flossen. Projekt Baumschlager Beautiful Girl Produktion Dor Film Allegro Film Regie Gattung Land Fördersumme Harald Sicheritz F A, ISR 490 000 Dominik Hartl F A 320 000 * 40 000 Filmfonds Wien 43 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Billionaire Chucks Edoko Institute Edgar F Honetschläger Dor Film Sabine Hiebler, F Gerhard Ertl Ciao Chérie Nina Kusturica Nina Kusturica F Projects Deckname: Holec Novotny & Novotny Franz Novotny F Der Blunzenkönig Bonus Film Leo Bauer F Desert Kids Plan C Film Michael Pfeifenberger D Die Blumen von Gestern Dor Film Chris Kraus F Die Mitte der Welt Prisma Film Jakob M. Erwa F Egon Schiele. Novotny Tod und Mädchen& Novotny Dieter Berner F Ein Augenblick Leben Novotny & Novotny Anita Natmeßnig D Ein sicherer Ort Allegro Film Michael Ramsauer F Future Baby Nikolaus Maria Geyrhalter Film Arlamovsky D Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft MINI Film Sven Unterwaldt F Jack Epo-Film Elisabeth F Scharang Kinder unter Deck Freibeuter Film Bettina Henkel D Licht Nikolaus Barbara Albert F Geyrhalter Film Lou Salomé – wie ich dich liebe, Rätselleben Satel Film Cordula Kabitz-Post F A A A A A A D, A D, A A, LUX A A A D, A * 210 000 400 000 * 60 000 64 000 * 80 000 280 420 96 000 300 000 120 000 543 000 60 000 430 000 110 000 285 000 A* 100 000 A 50 000 A, D 650 000 D, A 115 000 44 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Maikäfer flieg Nebel im August Rotzbub Seeing Voices Stille Reserven KGP Kranzel- Mirjam Unger binder Gabriele Production Dor Film Uli Edel Aichholzer Film Rupert Henning, Nils Engler Freibeuter Film Dariusz Kowalski Freibeuter Film Valentin Hitz F F F D F Storytelling coop99 Antonin Svoboda D Superwelt Epo-Film Karl Markovics F Teheran Tabu coop99 Ali Soozandeh F Unter Blinden Epo-Film Eva Spreitzhofer D Weapon of Choice Nikolaus Fritz Ofner Geyrhalter Film D Wir waren da Golden Girls Stephan Richter F SUMME Gesamt * Mittelerhöhung A D, A A, D, LUX A A, D, CH A A D, A A A A Herstellung(Kino) in Anteilen Anzahl der geförderten Projekte 540 000 174 000 580 000 82 000 * 70 000 60 000 400 000 140 000 60 000 107 000 200 000 7 216 420 Filmfonds Wien 45 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Fördersummen Internationale Gesamtherstellungskosten 22 Prozent der vom Filmfonds Wien geförderten Projekte wiesen Gesamtherstellungskosten von weniger als 500 000 Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr(20 Prozent) blieb dieser Anteil ähnlich hoch, im Jahr 2012 lag er mit 26 Prozent etwas höher. Der weiter gestiegene Anteil an Produktionen mit Budgets zwischen zwei und drei Millionen Euro auf 31 Prozent und der Rückgang der Produktionen im hohen Budget-Bereich spiegelt den hohen Anteil rein österreichischer Produktionen(66 Prozent) wider. Die Entwicklung der letzten drei Jahre stellt sich wie folgt dar: Entwicklung der Gesamtherstellungskosten Gemeinschaftsproduktionen 2014 wurden elf Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu drei ausländischen PartnerInnen – das sind 34 Prozent der gesamten Kino-Herstellungen – vom Filmfonds Wien gefördert. Die Fördersumme beläuft sich auf 3 467 000 Euro. Wie bereits in den Vorjahren wird der überwiegende Anteil der 2014 geförderten gemeinschaftlich hergestellten Projekte mit deutschen PartnerInnen produziert, insgesamt 82 Prozent. An zweiter Stelle landete Luxemburg vor zumeist europäischen Staaten. 46 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Koproduktionsländer Anteile minoritärer, majoritärer und österreichischer Projekte an der Gesamtanzahl Herstellung von Fernsehproduktionen Die Fernsehfilmförderung unterstützte insgesamt 28 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 2 139 000 Euro. Damit wurde der dafür vorgesehene Budgetrahmen von jährlich zwei Millionen Euro vollständig ausgeschöpft. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 29,9 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte im fünften Jahr der Fernsehfilmförderung einen Durchschnitt von 686 Prozent. Rund 14,8 Millionen Euro, die Hälfte der Gesamtherstellungskosten, flossen in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche. Filmfonds Wien 47 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Projekt Produktion Regie Gattung Land Fördersumme 1945 – Kultur in Trümmern Terra Film Barbara D Krumböck-Heraut A 18 000 60 Jahre Staatsvertrag MR-Film Robert Dornhelm D A 30 000 Aufgetischt (6. Staffel) Satel Film Claudia Pöchlauer, D Thomas Knoglinger A 60 000 Aufgetischt (7. Staffel) Satel Film Claudia Pöchlauer, Thomas Knoglinger, Katharina Heigl, Danielle Proskar D A 70 000 Benatzky! For TV Thomas Macho D A 30 000 Der letzte Himmel Dor Film über Burma Sabine Derflinger F A 190 000 Der Gaudí Code Epo-Film Danielle Proskar D A, D, ESP 20 000 Der Stephansdom – Mysterien, Rätsel und Wunder Makido Film Robert Neumüller D A 15 000 Der Wiener Kongress Wega Film Michael Pfeifenberger D A, RU 40 000 Eine Liebe für den Mona Film Urs Egger F D, A 200 000 Frieden Fokus Mord Interspot Christian Raiber D A 72 000 Gewalt gegen Frauen Langbein& Partner Florian Gebauer D A 17 500 Islamisches Abendland e&a Film Werner Boote D A 40 000 Kreuz des Südens Lotus-Film Barbara Eder F A 70 000 Little Big Voice Mona Film Wolfgang Murnberger F A 200 000 Maximilian von Interspot Mexiko – der Traum Film vom Herrschen Franz Leopold Schmelzer D A, D 40 000 48 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Meine Frau, eine Fremde Mona Film Lars Becker F A 120 000 Meine Narbe Nikolaus Geyrhalter Film Mirjam Unger D A 18 000 Menschenkinder (2. Staffel) Dor Film André Heller D A 18 000 Mercy – ein modernes Märchen Langbein & Partner Florian Gebauer D A 20 000 Reiseckers Reisen (4. Staffel) Nikolaus Geyrhalter Film Michael Reisecker D A 48 000 SOKO Donau/ Wien Satel Film (10. Staffel) Gerhard Riedlsperger, Holger Barthel, Holger Gimpel S A 450 000 Spuren des Bösen: Aichholzer Liebe Film Andreas Prohaska F A 190 000 The Carsony Brothers Barbara Weissenbeck / Filmwerkstatt Barbara Weissenbeck, Gerald Benesch D A 22 500 Was macht unsere Kinder chronisch krank? Langbein & Partner Bert Ehgartner D A 25 000 wastecooking on tour Mischief Films Georg Misch D A 50 000 Wiener Wildnis – Die Rückkehr der Biber Rilk Film Thomas Rilk D A 40 000 Zwischen Rampenlicht und Rotlicht – das Varieté Le Groupe Soleil Film Karoline Heflin D A 25 000 SUMME Gesamt 2 139 000 Filmfonds Wien 49 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 TV-Herstellung in Anteilen Anzahl der Projekte Fördersummen Verwertungsförderung: Kinostarts Für 28 Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2014 mit einer Gesamtsumme von 760 055 Euro gefördert. Über das Jahr verteilt waren 28 vom Filmfonds Wien geförderte Projekte in den österreichischen Kinos zu sehen. Projekt Verleih Regie Kinostart Alphabet Filmladen Erwin 11.10.13 Wagenhofer Shirley – Visions Stadtkino Gustav of Reality Deutsch 07.11.13 Oktober November Filmladen Götz Spielmann 08.11.13 Besuche 2014 12 498 491 – Fördersumme Förderung 2013 Förderung 2013 9 000 50 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Bad Fucking Thimfilm Harald Sicheritz 20.12.13 Tom Turbo. Von Luna Film Dirk Regel 0 auf 111 20.12.13 Das finstere Tal Filmladen Andreas Prochaska 14.02.14 Tomorrow You Will Leave Stadtkino Martin Nguyen 28.02.14 Das große Heft Stadtkino János Szász 07.03.14 Macht Energie Thimfilm Hubert Canaval 07.03.14 Der stille Berg Constantin Ernst Gossner 14.03.14 Everyday Rebellion Stadtkino Arash T. Riahi, Arman T. Riahi 21.03.14 Rise Up! and Dance Einhorn Film Barbara Gräftner 21.03.14 High Performance Thimfilm Johanna Moder 28.03.14 Im Zweifel schuldig Thimfilm Axel Breuer 04.04.14 Die Mamba Constantin Ali Samadi Ahadi 11.04.14 Das Kind in der NGF Schachtel Gloria Dürnberger 09.05.14 Über-Ich und Du Thimfilm Benjamin Heisenberg 16.05.14 Schubert und Ich Stadtkino Bruno Moll 30.05.14 Der letzte Tanz Stadtkino Houchang Allahyari 13.06.14 Das große Museum Stadtkino Johannes 05.09.14 Holzhausen 51 265 Förderung 2013 13 272 Förderung 2013 155 163 Förderung 2013 913 15 240 686 9 703 20 055 40 000 39 025 Förderung 2013 7 147 30 000 3 094 6 925 701 91 780 2 334 9 023 235 9 886 13 667 41 000 44 207 8 450 42 000 20 000 22 500 17 310 20 785 34 380 Filmfonds Wien 51 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Risse im Beton Filmladen Umut Dag 19.09.14 9 802 34 000 Im Keller Stadtkino Ulrich Seidl 26.09.14 18 244 20 000 Auf den Barockaden Stadtkino Doris Kittler 03.10.14 501 20 000 Global Shopping Polyfilm Village Ulli Gladik 24.10.14 4 886 10 000 Ein Augenblick Thimfilm Leben Anita Natmeßnig 31.10.14 2 047 15 000 Amour Fou Stadtkino Jessica Hausner 07.11.14 5 913 20 000 Macondo Filmladen Sudabeh Mortezai 14.11.14 6 294 32 000 We Come As Friends Filmladen Hubert Sauper 28.11.14 3 486 14 000 Wo ich wohne Stadtkino Christine Nagel 12.12.14 386 – Der Vampir auf Thimfilm der Couch David Ruehm 19.12.14 10 221 41 275 Casanova Variations Filmladen Michael Sturminger Start 2015 – 34 000 Das ewige Leben Luna Film- Wolfgang Start 2015 verleih Murnberger – 42 000 Gruber geht Thimfilm Marie Kreutzer Start 2015 – 49 000 Ich seh Ich seh Stadtkino Veronika Franz, Severin Fiala Start 2015 – 32 353 Ma folie Filmladen Andrina Mracnikar Start 2015 – 31 500 SUMME Gesamt 489 588 760 055 BesucherInnenzahlen per 31. Dezember 2014 laut Angaben der Verleiher und des Österreichischen Filminstituts 52 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile der Verleihfirmen(nach Anzahl der Förderungen) Geförderte Kinostarts 2011 bis 2014(nach Sparten) Förderung sonstiger Verwertungsmaßnahmen Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals und Marktveranstaltungen förderte der Filmfonds Wien 12 Anträge und beteiligte sich mit 139 062 Euro. Projekt Amour Fou Casanova Variations Produktion coop99 Amour Fou Regie Jessica Hausner Michael Sturminger Genre F F Projekt/ Veranstaltung Festival: Cannes Festival: San Sebastián Fördersumme 9 362 12 000 Filmfonds Wien 53 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das finstere Tal Das große Museum Der Vampir auf der Couch Allegro Film Andreas Prochaska F Navigator Film Johannes D Holzhausen Novotny & Novotny David Ruehm F High Performance Freibeuter Film Johanna Moder F Ich seh Ich seh Im Keller Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala F Ulrich Seidl D Macondo Risse im Beton FreibeuterFilm Wega Film Sudabeh Mortezai Umut Dag F F We Come As Friends KGP SUMME Gesamt Hubert Sauper D Festival: Berlinale Festival: Berlinale Festivals: Zürich, Busan, Hof u. a. Festivals: Saarbrücken u. a. Festival: Venedig Festival: Venedig Fotobuch Festival: Berlinale Festival: Berlinale Festival: Berlinale 12 000 6 000 4 000 12 200 20 000 15 000 8 000 28 000 9 500 3 000 139 062 Förderung von Strukturmaßnahmen Das Ziel der Strukturförderungen ist, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere durch Veranstaltungen, Workshops und Initiativen, die der Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche dienen und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform geben. 2014 wurden durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium 17 Förderungen in einer Gesamthöhe von 613 500 Euro vergeben. Antragstellung Akademie des Österreichischen Films Austrian Film Commission Projekt/ Veranstaltung Österreichischer Filmpreis 2015/ Vorbereitungsarbeiten (1. Teil) Jahrestätigkeit 2014 Fördersumme 35 000 65 000 54 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Diagonale – Forum österreichischer Film Drehbuchforum Wien Echo Event ges.m.b.H. Entre Chien et Loup EU XXL Kulturverein Film Austria Hoanzl Vertriebs.ges.m.b.H. Österreichischer Komponistenbund Ruth Beckermann Filmproduktion Stadtkino Verein FC Gloria Verein zur Förderung der Fakt Verein für neue Literatur Vienna Film Commission Witcraft Szenario SUMME Gesamt Diagonale – Festival des österreichischen Films 2014 Jahrestätigkeit 2014 Eine Stadt. Ein Film 2014 EP2C Post Production Workshop Jour Fixes 2014 MIPCOM 2014 Der österreichische Film – DVD-Edition(Titel 221–235, 8. Staffel) und digitale Multiplattform/ VOD Wiener Filmmusik Preis 2014 Missing Image, The Stadtkino im Künstlerhaus Diverse Aktivitäten 2014 FAKT 14 Herausgabe der Zeitschrift kolik.film Jahrestätigkeit 2014 Diverse Geschichten – Saison V 33 000 43 500 26 000 40 000 5 000 7 500 150 000 7 000 30 000 20 000 15 000 3 000 4 500 100 000 29 000 613 500 Kino-Referenzförderung Die Kino-Referenzförderung soll Kinos helfen, nachhaltig im Sinne einer niveau- und gehaltvollen Programmgestaltung zu arbeiten, und bezieht sich auf die Filmauswahl des Vorjahres. 2014 wurden 13 Wiener Kinobetriebe mit einer Jahresförderung von insgesamt 130 000 Euro gefördert. Kino Actor's Studio Admiral Kino Bellaria Kino Fördersumme 10 000 10 000 10 000 Filmfonds Wien 55 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Breitenseer Lichtspiele Burg Kino Cine Center De France Filmcasino Haydn-Lichtspiele Schikanederkino Topkino Urania Kino Votiv Kino SUMME Gesamt 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 130 000 Förderung kinokultureller Projekte Die Förderung kinokultureller Projekte soll Kinos dabei unterstützen, mit gezielten Aktionen den Film als wichtiges Medium und das Kino als Ort kulturellen Erlebens in Wien zu verankern. Ein Fachbeirat tagt in jährlich zwei Sitzungen und gibt Förderempfehlungen an die Geschäftsführung. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 27 Projekte mit einer Gesamtförderung von 89 200 Euro unterstützt. Projekt /slash 1/2 /slash Filmfestival 2014 10 Jahre Babykino 25 Jahre FILMCASINO ArchFilm Matinée – 2014-01 ArchFilm Matinée – 2014-02 Ausgewählte Beispiele französischer Literatur im Film Cat Video Fest Reloaded Cinema Next Filmpremieren 2014 Cinemama 2014 Antragstellung Filmcasino Filmcasino Votiv Kino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Burg Kino Votiv Kino Waystone Film Filmcasino Fördersumme 2 000 14 000 3 000 10 000 1 000 1 000 3 000 1 000 2 000 1 200 56 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 CLUB DAY 2014 Ein Kino voller Narren 2014 FC Gloria Kinosalons 2014 Festival du film francophone 2014 Food for Thought From Sundance to Vienna. Filmserie Joga Bonito Kino& Kuchen 2014 Latin Film Lounge 2014-01 Manhattan Short Film Festival 2014 Nuovo Cinema Italia 2014 Pop/ Porn 2014 Retrospektive Dieter Berner Shorts Before Christmas Stummfilme mit Klavier und Wienerischen Gedichten Tres Chic Extraordinär Young Animation Avantgarde SUMME Gesamt Waystone Film Filmcasino Admiral Kino Votiv Kino Filmcasino Filmcasino Waystone Film Filmcasino Filmcasino Votiv Kino Votiv Kino Votiv Kino Waystone Film Votiv Kino Breitenseer Lichtspiele Votiv Kino Votiv Kino 1 000 4 000 4 000 5 000 2 000 10 000 8 000 1 000 2 000 500 3 000 1 000 2 500 1 000 4 000 1 000 1 000 89 200 Rückzahlungen und Referenzmittel Der Filmfonds Wien belohnt die erfolgreiche Verwertung der von ihm geförderten Filme mit Referenzmitteln. Wer den erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschuss nach Abdeckung des Eigenanteils teilweise oder zur Gänze zurückzahlt, erhält für ein Folge-Projekt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in bis zu doppelter Höhe der tatsächlich erfolgten Rückzahlung. Aus den Erlösen des Jahres 2013 wurden dem Filmfonds Wien 2014 insgesamt 75 405 Euro zurückgezahlt. Projekt Am Anfang war das Licht Der Knochenmann Der Weg nach Mekka Produktion/ Verleih Regie Fördersumme Allegro Film P. A. Straubinger 943 Dor Film Wolfgang Murnberger 2 552 Mischief Films Georg Misch 1 329 Filmfonds Wien 57 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die unabsichtliche Entfüh- Dor Film rung der Frau Elfriede Ott Andreas Prochaska Let's make MONEY Allegro Film Erwin Wagenhofer Liebe(Amour) Wega Film Michael Haneke Mein bester Feind Aichholzer Film Wolfgang Murnberger More than Honey Allegro Film Markus Imhoof Nägel mit Köpfen Marko Doringer Film Marko Doringer Revanche Prisma Film/ Spielmann Film Götz Spielmann Wüstenblume Dor Film Sherry Hormann SUMME Gesamt 2 790 2 147 18 343 3 673 8 533 6 032 28 819 242 75 405 Vienna Film Commission Der große Optimismus mit dem die Vienna Film Commission in das vergangene Jahr gegangen ist, war gerechtfertigt. 2014 war nicht nur ein sehr arbeitsreiches, sondern auch ein überaus erfolgreiches Jahr: für den Drehstandort Wien und für die Vienna Film Commission. Das Drehaufkommen in der Stadt ist enorm gestiegen, nicht zuletzt wegen der internationalen Produktionen. Mit zwei großen internationalen Blockbustern kam Wien 2014 nach Jahrzehnten endlich wieder auf die internationale Filmlandkarte:„Woman in Gold“ und„Mission: Impossible 5“. Beide Filme werden noch 2015 international in die Kinos kommen. Für österreichische Filmschaffende boten beide Produktionen die Möglichkeit, ihr großes Know-How international unter Beweis zu stellen. Auch die Stadt Wien hat ihre Option bestens genutzt: ProduzentInnen, RegisseurInnen und DarstellerInnen zeigten sich von den Dreharbeiten in Wien begeistert und von der Vienna Film Commission hervorragend betreut. Die Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Wien und seinen ausgegliederten Institutionen verlief überaus erfreulich. Auch die in Wien angesiedelten Institutionen des Bundes waren für Film- und TV-Dreharbeiten aufgeschlossen. Da, wo es nicht auf Anhieb geklappt hat, hat die Vienna Film Commission ihre Kernkompetenz als„Mediatorin“ eingebracht. Gefragt war auch die Hilfe bei der Suche nach geeigneten Motiven sowie die Unterstützung für branchenrelevante Unternehmen. „Woman in Gold“ und„Mission: Impossible 5“ konnten in Wien nur verwirklicht werden, weil beide Projekte von der Förderinitiative Filmstandort Austria(FISA), der Filmförderung des Wirtschaftsministeriums unterstützt wurden. Österreich hat mit der Förderung von internationalen Projekten mit österreichischer Serviceproduktion einen ersten, wichtigen Schritt getan, um Blockbuster ins Land zu holen. Weitere Erfolge werden sich nur einstellen, wenn die Förderung für Serviceproduktionen bestehen bleibt und im besten Falle erhöht wird. Diese Fördergelder verbleiben zu 100 Prozent im Inland und die Wertschöpfung vor Ort ist mindestens viermal so hoch wie die Fördersumme. 58 Filmfonds Wien• Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ansuchen und Empfehlungsschreiben 2014 wurden 357 Filmprojekte bei der Vienna Film Commission zur Bearbeitung eingereicht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um 4,1 Prozent. Für diese Filmprojekte erreichten die Vienna Film Commission 636 Ansuchen um Drehgenehmigung, für die wiederum 664 Empfehlungsschreiben ausgestellt und an die grundverwaltenden Dienststellen weitergeleitet wurden. Die Zahl der eingereichten Ansuchen ist gegenüber dem Vorjahr deutlich um 25,9 Prozent gestiegen und die Zahl der dafür ausgestellten Empfehlungsschreiben um 22,9 Prozent. 2014 hat die Vienna Film Commission an 102 Ortsverhandlungen, die von der MA 46 ausgeschrieben wurden, teilgenommen. Die Teilnahme an Ortsverhandlungen ist unerlässlich und sinnvoll, weil so auch ein persönlicher Kontakt zu den VertreterInnen der Behörden(Polizei, Verkehrsamt, Bezirksämter, Wiener Linien, Feuerwehr, Wirtschaftskammer, Taxiinnung, MA 48 – Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark, private oder öffentliche Motiv­ eigner etc.) möglich ist. 108 internationale Produktionen haben 2014 bei der Vienna Film Commission um 167 Dreh­ genehmigungen angesucht. Die meisten Projektansuchen aus dem Ausland kamen aus Deutschland, gefolgt von Japan, den USA, UK, Slowenien, Frankreich, Tschechien, Südkorea, Russland, Polen, Spanien und Bulgarien. Aus Belgien, Canada, Israel, Italien, Korea, Kroatien, Mazedonien, Neuseeland, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, Thailand, Kuweit, Malta, Brasilien, Rumänien, Ungarn und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde jeweils ein Projekt eingereicht. Magistrat der Stadt Wien Die positive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen der Stadt Wien ist die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit der Vienna Film Commission. Ansuchen um Drehgenehmigungen im Zuständigkeitsbereich der Wiener Stadtverwaltung müssen online oder per Fax über die Vienna Film Commission eingereicht werden. Nach umgehender Prüfung und Bearbeitung des Ansuchens mit Zuordnung zur verantwortlichen Dienststelle des Magistrats stellt die Vienna Commission ein Empfehlungsschreiben aus, das sowohl an die AntragstellerIn als auch an die grundverwaltende Dienststelle ergeht. Verträge werden ausschließlich zwischen den Magistratsabteilungen und der AntragstellerIn abgeschlossen. Empfehlungsschreiben werden auf Nachfrage auch für Motive ausgestellt, die dem Bund oder privaten Eigentümern gehören. 2014 hat die Vienna Film Commission mit 27 Magistratsabteilungen der Stadt kooperiert. Die meisten Drehgenehmigungen wurden zum vierten Mal in Folge von der MA 42(Stadtgärten) ausgestellt, was vor allem auf die TV-Produktion„Wien, Tag und Nacht“ zurückzuführen ist. Magistratsdirektion 2014 war die Zusammenarbeit mit der Magistratsdirektion auf Grund der großen internationalen Produktionen ebenfalls sehr intensiv. Die Magistratsdirektion hat die Dreharbeiten, die immer wieder große Teile der Innenstadt betrafen, stets lösungsorientiert und mit großer Offenheit und Professionalität unterstützt. Das gilt auch für die zuständige Verwaltung des Rathauses, das 2014 ein sehr gefragter Drehort war. Magistratsabteilung 46 Die„Filmabteilung“ der MA 46(Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) ist die wichtigste Kooperationspartnerin der Vienna Film Commission. Sie erteilt die Drehgenehmigungen für öffentliche Straßen und Plätze, genehmigt erforderliche Straßensperren, Verkehrsanhaltungen und Halteverbote. Halteverbotszonen sind bei Dreharbeiten im öffentlichen wie privatem Raum unumgänglich. Die Produktion„Wien, Tag und Nacht“ war sowohl Vienna Film Commission 59 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 für die MA 46 als auch für die Vienna Film Commission 2014 eine besondere Herausforderung. Die Zahl der Bewilligungen durch die MA 46 zeigte wie in den vorangegangenen eine weiterhin steigende Tendenz. Vergleich Bewilligungen der MA 46 von 2009 bis 2014 Ranking der Wiener Motive Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Drehort Wiener Stadtgärten(MA 42) Wiener Märkte, vor allem Naschmarkt(MA 59 – Marktamt) Donauinsel, via Donau, Donaukanal(MA 45 – Wiener Gewässer) Spitäler der Stadt Wien(Wiener Krankenanstaltenverbund – KAV) Gemeindebauten(Wiener Wohnen) Frei- und Hallenbäder(MA 44 – Wiener Bäder) Öffentliche Gebäude(MA 34 – Bau- und Gebäudemanagement) Wälder, Wiesen(MA 49 – Forstamt und Landwirtschaftsbetriebe) Rathaus(MDP – Magistratsdirektion Präsidialabteilung) Schulen(MA 56 – Wiener Schulen) Büchereien Wien und Schloss Hetzendorf (MA 13 – Bildung und außerschulische Jugendbetreuung) Bibliothek(MA 9 – Wienbibliothek Rathaus) AKH Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien Stadt Wien Marketing MA 29 – Brückenbau, Grundbau Rathausplatz Christkindlmarkt – Wiener Adventzauber Kindergärten(MA 10 – Wiener Kindergärten) MA 31 – Wiener Wasser Ernst Happel Stadion, Sporthallen, Skateparks(MA 51 – Sportamt) Straßen(MA 28 – Straßenverwaltung und Straßenbau) Kanalisation(Wien Kanal) Kleingärten(MA 69 – Liegenschaftsverwaltung/ Kleingartenangelegenheiten) Stadthalle, Stadionbad(Wiener Stadthalle) Amtshäuser, Standesämter(MA 35 – Einwanderung, Staatsbürgerschaft, Standesamt) MA 68 – Feuerwehr und Katastrophenschutz 60 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ranking der Dreharbeiten nach Bezirk Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 13 15 16 17 18 19 19 21 22 22 Anteil in% 26,12 9,35 6,71 6,64 5,21 5,07 5,00 4,43 4,35 3,85 2,93 2,78 2,64 2,64 2,36 2,07 2,00 1,28 1,21 1,21 0,86 0,64 0,64 Bezirk 1., Innere Stadt 2., Leopoldstadt 16., Ottakring 3., Landstraße 7., Neubau 19., Döbling 6., Mariahilf 4., Wieden 9., Alsergrund 15., Rudolfsheim-Fünfhaus 8., Josefstadt 18., Währing 13., Hietzing 17., Hernals 14., Penzing 5., Margareten 10., Favoriten 21., Floridsdorf 12., Meidling 23., Liesing 22., Donaustadt 11., Simmering 20., Brigittenau Vienna Film Commission als Mediatorin Ein wichtiger Teil der Arbeit der Vienna Film Commission ist ihre Funktion als Mediatorin, vor allem auf Bezirksebene. Die Vienna Film Commission pflegt kontinuierlichen Kontakt zu allen 23 BezirksvorsteherInnen der Stadt, darüber hinaus auch zu Stadt-, Gemeinde- und Bezirks­ rätInnen. Ein permanenter Austausch findet auch mit den Verantwortlichen der Hofburg, von Schloss Schönbrunn, der ASFINAG(Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft), der ÖBB, der Obersten Schifffahrtsbehörde und dem WU Campus statt. Mit der VÖAP(Vereinigung der Österreichischen Aufnahmeleiter und-leiterinnen) führt die Vienna Film Commission kontinuierliche Gespräche, um die Rahmenbedingungen für Dreh­ arbeiten in der Stadt zu erhalten und besten Falls zu optimieren. Ausgelagerte Institutionen der Stadt Wien Die Spitäler des Krankenanstaltenverbunds, die Gemeindebauten von Wiener Wohnen und die Transportmittel der Wiener Linien waren auch 2014 wichtige Drehorte in der Stadt. Die Spitäler und Gemeindebauten der Stadt Wien mit Bauwerken aus allen Epochen des 19. und 20. Jahrhunderts sind wertvolle Originalschauplätze, die für die Attraktivität des Drehstandortes Wien große Bedeutung haben. Auch die Wiener Linien waren 2014 ein gefragter Schauplatz, allen voran für die Dreharbeiten für„Mission: Impossible 5“, bei denen die Wiener Linien eine überaus wichtige und zuverlässige Partnerin waren. Das Drehaufkommen bei den Wiener Linien ist um 27 Prozent gestiegen: 116 Filmprojekte haben an 120 Drehtagen ihre Motive in Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder einer Remise gefunden. Davon waren 20 studentische Filme, 17 Werbefilme, 79 Kino-Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen, TV-Filme, TV-Serien. Vienna Film Commission 61 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 80 Produktionen davon wurden im U-Bahnbereich umgesetzt, der Rest in Straßenbahnzügen, Bussen, Haltestellen und Remisen. Studentischen Filmprojekten wurde auch 2014 eine Ermäßigung von 30 Prozent der anfallenden Gebühren gewährt. Auf den Wiener Friedhöfen wurden 67 Projekte realisiert, im Wiener Hafen wurden von sieben angefragten Dreharbeiten fünf durchgeführt, im Wiener Prater 56. Unter den österreichischen Filmen, die 2014 bei internationalen Filmfestivals Preise errungen haben, wurden viele auf vielfältige Weise während ihrer Dreharbeiten in Wien von der Vienna Film Commission unterstützt. Unter anderen der international vielfach preisgekrönte Spielfilm „Macondo“ von Sudabeh Mortezai, der in Wien Simmering realisiert wurde. Darüber hinaus „High Performance“ von Johanna Moder und„Risse im Beton“ von Umut Dag. Locationtouren Locationtouren werden individuell nach den Wünschen und Interessen der internationalen Gäste mit Bezug auf das jeweilige Projekt zusammengestellt. Die RegisseurInnen, Produzent­ Innen oder DrehbuchautorInnen erhalten als Follow-Up ein Booklet mit ihrer jeweiligen Tour. • Produzent Peter Heslop und Produzentin Joanie Blaikie(Origin Pictures, UK), Regisseur Simon Curtis(US), Regieassistent Phil Booth und Setdesigner James Clay(UK) für„Woman in Gold“ • Joe Jenckes(Bow Street Films, US) und Catherine Jarvis(Regisseurin, AUS) • Internationale Gäste des Tricky Women-Filmfestivals • Directors Scout für„Mission: Impossible 5“: Produzent Brad Carlson(Paramount) • Produzenten Mark Bakshi und Thomas Hayslip(Taurus Production), Regisseur Christopher McQuarrie, Regieassistent Toby Hefferman, Setdesigner James Bissell, Kameramann Robert Elswitt, Artdirector Paul Inglis, Artdirector Malcolm Roters, Stuntman Wade Eastwood, Stuntman Gregg Smrz, Dominc Tuohi(Special Effects), Grady Cofer(Visual Effects), Maricel Pagulayan(Visual Effects) • Locationtour für die Gäste von VIS Vienna Independent Shorts, internationale RegisseurInnen und ProduzentInnen • Internationale Jurymitglieder der Emmys • B. Shashi Kumar(The South Indian Film Chamber), Produzent Ravi Kotarakkara(Präsident der Film Federation of India), Produzent Cheelor Ramdas(Cheloor Movie Magic), T. A. Arulpathy(Präsident der Kerala Film Chamber of Commerce) • Internationale Gäste von Hollywood in Vienna • Produzent Amit Kothari(Baba Films, Indien), Ajhai Acharya, Nikhil Tanwani und Jalesh Obero für Action Jackson • Internationale Gäste der 52. Viennale • Regisseur Michael Wild(US) für„The Falconer’s Apprentice“ • Teilnehmer von EP2C(European Postproduction Cooperation) Woman in Gold Ende Dezember 2013 begannen die ersten Vorbereitungen für das Projekt„Woman in Gold“, produziert von David M. Thompson und Chris Thykier(Origin Pictures, UK) und Harvey Weinstein(Weinstein Company, US) und der BBC mit Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl, Katie Holmes, Elizabeth McGovern, Tatjana Maslany, Max Irons und anderen. Regie führte Simon Curtis. Der Film erzählt die wahre Geschichte um die Restituierung eines Gemäldes von Gustav Klimt an die Erbin Maria Altmann. Geplant waren drei bis vier Drehtage in Wien. Der 62 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Regisseur, die ProduzentInnen und Set Designer waren begeistert von den Wiener Motiven, die sie bei einer mehrtägigen Locationtour kennenlernten. Besichtigt wurden nicht nur mögliche Motive, sondern auch Kostümfundi und der Verein Film Theater props.co. Die ProduzentInnen haben sofort Kontakt mit lokalen Produktionsfirmen aufgenommen. Gedreht wurde schließlich in Wien drei Wochen ab Mitte Juni. 13 Originalschauplätze boten den Rahmen für Szenen, die im Zeitraum von den 30er-Jahren bis zur Rückgabe des Klimt-Gemäldes an Maria Altmann im Jahr 2006 spielen. Zentrale Drehorte waren unter anderen das Rathaus, das Palais Auersperg und das Belvedere. Die Crew Base wurde im Florianpark hinter dem Rathaus aufgebaut. Rund 100 österreichische und 100 internationale Filmschaffende arbeiteten in Wien an diesem Projekt. Weitere Drehorte waren London und Los Angeles. Die Dreharbeiten in Wien fanden in diesem großen Umfang nur deshalb statt, weil das Projekt eine Förderung von FISA erhalten hat, der Filmförderung des Wirtschaftsministeriums für ausländische Filmproduktionen, die ohne einen nationalen Koproduktionspartner über eine nationale Serviceproduktion abgewickelt werden. Mission: Impossible 5 Der erste Kontakt mit Paramount/ Taurus für das Projekt„Mission: Impossible 5“ fand im November 2013 statt. Setdesigner und Locationscout machten auf ihrer internationalen Suche nach Motiven für vier Tage in Wien Station. Die Locationtour war sehr umfangreich und führte quer durch die Stadt. Nachdem die Wiener Locations in Los Angeles Gefallen gefunden hatten, hat die Vienna Film Commission gemeinsam mit dem Wiener Production Manager Gerhard Rupp kontinuierlich Motivvorschläge nachgereicht. Erst nach einem persönlichen Treffen mit einem der Produzenten in Los Angeles, und der Aussicht auf Fördergelder durch FISA kam es Ende April 2014 schließlich zum Directors Scout. Bereits vor dem mehrtägigen Scouting war klar, dass das Hauptmotiv der Wiener Dreharbeiten die Staatsoper sein würde. Der Regisseur Christopher McQuarrie und die Crew waren von den Motiven begeistert und fühlten sich in Wien sichtlich wohl. Auch in diesem Fall waren es aber die Fördergelder von FISA, die letztlich den Ausschlag zu Gunsten der umfangreichen Dreharbeiten in Wien gaben. Neben dem Hauptdarsteller Tom Cruise spielen Jeremy Renner, Simon Pegg, Alec Baldwin, Rebecca Ferguson, Paula Patton und andere. Produziert wird der Film von Bad Robot und Tom Cruise Production. Die Vorbereitungen von Paramount/ Taurus vor Ort begannen Ende Mai, der Dreh fand zehn Tage lang Ende August statt. Die Vienna Film Commission war von Beginn an intensiv involviert. Sämtliche beteiligten Magistratsabteilungen, allen voran die MA 46, und auch die WIENER LINIEN waren überaus kooperativ. Die Wiener Staatsoper hat von Beginn an große Begeisterung für den Dreh gezeigt. Der Ring vor der Oper wurde an vier Abenden und Nächten für die Dreharbeiten gesperrt, die Straßen rund um die Oper waren für den gewaltigen Fuhrpark reserviert. Die Dreharbeiten fanden ausschließlich nachts statt – inklusive Helikopterflug über der Oper und einer Verfolgungsjagd aus der Luft im 7. Bezirk. 180 Crewmitglieder aus dem Ausland und 140 aus dem Inland waren am Wiener Set beschäftigt. Die öffentliche Aufmerksamkeit und das mediale Echo für die Dreharbeiten und Hauptdarsteller Tom Cruise waren – auch international – enorm. Neben Wien wird der Film in London und Marokko gedreht. Vernetzung Branchenstammtisch Der Branchenstammtisch findet alle zwei Monate statt. Eingeladen sind alle ProduzentInnen, AufnahmeleiterInnen und ProduktionskoordinatorInnen, AusstatterInnen, Kameraleute sowie die AnsprechpartnerInnen der Vienna Film Commission in den Magistratsabteilungen und ausgelagerten Institutionen der Stadt Wien. Vienna Film Commission 63 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Regeln, Tipps und Tricks für Dreharbeiten • im Zuständigkeitsbereich der MA 45 – Wiener Gewässer und via donau mit Elisabeth Apeltauer-Böhm und Mag.a Martina Herz • im ÖVI – Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft mit Mag. Udo Weinberger • im Kunsthistorischen Museum mit Mag. Alexander Kimmerl und Thomas Gaisberger Vorträge, Präsentationen, Podiumsgespräche u. a. Einführung in das Regelwerk und Procedere für Dreharbeiten im Bereich der Stadtverwaltung und dem Wiener Stadtgebiet. • Universität für Musik und Darstellende Kunst, Filmakademie Wien • Fachhochschule des bfi Wien, Film-, TV- und Medienproduktion in neu marx • „Hollywood in Vienna“ im Wiener Konzerthaus • Wiener Filmmusik Preis • Plattform Film und Tourismus, Voralberg • Wiener Töchtertag • Austrian Film Music Day 2014 Österreichische Aktivitäten Filmbranchenkontakte Kontinuierlicher Austausch, Gespräche und Netzwerken mit der Filmbranche sind ein wesentlicher Teil der Arbeit der Vienna Film Commission. Kontakte zu den VertreterInnen der einzelnen Verbände, insbesondere dem Verband der österreichischen FilmausstatterInnen, zur Vereinigung österreichischer AufnahmeleiterInnen und ProduktionskoordinatorInnen(VÖAP), zu VerleiherInnen, BühnenbauerInnen, sowie den ProduzentInnen werden offiziell und informell intensiv gepflegt, ebenso zu den Landes- und Bundesförderstellen. Die Vienna Film Commission hat an allen relevanten Veranstaltungen der Wiener und österreichweiten Film- und TVFörderinstitutionen wie dem Filmfonds Wien, der Filmabteilung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Österreichischen Filminstituts, des Fernsehfonds Austria, des Drehbuchforums, der Wirtschaftskammer Wien/ Sparte Industrie, dem Fachverband der Film- und Musikindustrie (FAMA), der Association of Austrian Filmproducers(AAFP), der Film Austria, des ORF und von FISA teilgenommen. Ebenso an allen relevanten Filmfestivals: Viennale, Tricky Women, VIS Vienna Independent Shorts, Identities, Kinderfilmfestival, This Human World, Crossing Europe und Diagonale. Kooperationen 2014 • Emmy Semifinals, Wien • Länderfördertagung, Graz • Vienna Independent Shorts/ VIS Academy • „Hollywood in Vienna“ im Wiener Konzerthaus 64 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jurytätigkeit • Wiener Filmbeirat • Content Award • Wiener Wasser Preis Internationale Aktivitäten 64. Internationale Filmfestspiele in Berlin Die Vienna Film Commission hatte auch 2014 die organisatorische Federführung für den großen Empfang der AUSTRIAN Film Commissions& Funds(AFC&F) während der Berlinale inne. Die Partner der AFC&F für die Berlinale-Reception waren die Film Commissions der Bundesländer Steiermark, Niederösterreich und Tirol, sowie FISA und der Fernsehfonds Austria. 670 Gäste kamen in den Club 40 Seconds in der Potsdamer Straße über den Dächern Berlins mit bestem Blick auf das Festivalzentrum rund um den Potsdamer Platz. Der überwiegende Teil der BesucherInnen waren internationale ProduzentInnen, RegisseurInnen, SchauspielerInnen, sowie VertreterInnen aus allen Produktionsdepartments, von Verleih und Vertrieb. 67. Internationale Filmfestspiele in Cannes Die Vienna Film Commission präsentierte sich am Österreich–Stand des Filmmarktes der Filmfestspiele von Cannes mit ihren Partnern der AFC&F(die Film Commissions der Bundesländer Steiermark, Niederösterreich und Tirol, sowie FISA) im Village Pantiero. Die Vienna Film Commission akquirierte Sponsoren und übernahm die organisatorische Durchführung des gemeinsamen Auftritts des Filmlandes Österreich in der Vorbereitung und vor Ort in Cannes. Die BesucherInnen des Standes wurden nicht nur umfassend mit Informationen zu allen Filmbelangen des Landes versorgt, sondern auch mit österreichischen Spezialitäten von Sachsponsoren bewirtet. Der Stand war Anlaufstelle und Treffpunkt für österreichische und internationale ProduzentInnen, RegisseurInnen, VertreterInnen von Förderinstitutionen, VerleiherInnen, KäuferInnen und VerkäuferInnen und deren internationale GesprächspartnerInnen. Die Vienna Film Commission hat auch an internationalen Branchenveranstaltungen und der Generalversammlung der European Film Commissions(EuFCN) teilgenommen sowie an den Events der EuFCN und der Association of Film Commissioners International(AFCI). Seoul, Südkorea Im Rahmen einer Wirtschafts- und Kulturdelegation der Stadt Wien präsentierte die Vienna Film Commission den Drehstandort Wien und die Film- und TV-Fördermöglichkeiten in der Platoon Kunsthalle in Seoul. Die Veranstaltung wurde von der Wirtschaftsdelegation der Wirtschaftskammer Österreich(WKÖ) in Seoul organisiert. Locations Trade Show, Los Angeles Die weltweite Locations Trade Show der Association of Film Commissioners International(AFCI) fand 2014 im Hyatt Regency Century Plaza in Los Angeles statt. Die Vienna Film Commission war mit einem eigenen Stand vertreten und nahm an allen Netzwerkveranstaltung der Messe sowie an der Generalversammlung der AFCI teil. Österreichs Generalkonsulin in Los Angeles, Ulrike Ritzinger lud aus diesem Anlass vorwiegend US-Amerikanische aber auch österreichische ProduzentInnen, RegisseurInnen, und Location­ scouts zu einer Networking Reception in ihre Residenz in Los Angeles. Vienna Film Commission 65 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Rio De Janeiro, Brasilien Präsentation des Drehstandorts Wien sowie der Film- und TV-Fördermöglichkeiten für die brasilianische Filmbranche im Rahmen einer Präsentation der Stadt Wien im Museu de Arte Moderna. Showreel ON LOCATION VIENNA – Campus Vienna University of Economics and Business Nach dem großen Zuspruch und vielen internationalen Auszeichnungen für die beiden Showreels der Vienna Film Commission ON LOCATION VIENNA – INTERIORS I(2011) und ON LOCATION VIENNA – EXTERIORS I(2013) wurde 2014 ein eigenes Showreels zum neuen WU Campus in Wien gedreht. Das Interesse der heimischen wie auch der internationalen Filmbranche an den spektakulären Bauten des neuen WU Campus ist überaus groß. Der Film mit einer Länge von 4:13 Minuten zeigt alle sechs Gebäudekomplexe, insbesondere das„Library& Learning Center“ der Architektin Zaha Hadid. Web/ Datenbank/ Social Media www.viennafilmcommission.at Die Website wurde im vergangenen Jahr wiederum um einige Detailseiten erweitert. Sie wird insbesondere von internationalen Produktionsfirmen für erste Recherchen intensiv genutzt. Der Produktionsspiegel, der einen Überblick über alle in Wien gedrehten Film- und TV-Produktionen bietet, wird laufend aktualisiert. Datenbank Die beiden Datenbanken(Motive und Branche) werden fortlaufend optimiert und vor allem aktualisiert. Der Schwerpunkt der Location Datenbank lag im vergangenen Jahr gleichermaßen auf einer Vertiefung und breiteren Auffächerung der 160 Kategorien. Die Zahl der Einträge in der Motivdatenbank ist von 2 046 auf 2 171 gestiegen. In der Branchendatenbank sind jetzt 1 355 Wiener Filmschaffende registriert, das sind 213 mehr als im Vorjahr. Social Media Facebook war auch 2014 ein herausragendes Marketing- und Informationstool der Vienna Film Commission. Das Social Web wird in erster Linie zur fortlaufenden Bewerbung der eigenen Aktivitäten sowie von in Wien gedrehten Filmen, Casting-Terminen, Hinweisen zu Premieren, Festivalteilnahmen von in Wien gedrehten Filmen, TV-Ausstrahlungsterminen unter anderem genutzt. Setarbeitsfotos informieren über aktuelle Dreharbeiten in der Stadt. Die facebookSeite der Vienna Film Commission hat 2 900 Fans. Neue Medien Unter dem Motto„Keine Macht Spionen“ wurde auch 2104 wieder die Big-Brother-Awards genannten Negativpreise an diverse Behörden, Institutionen und Personen vergeben, um öffentlich auf die Daten-Integrität bzw. den Schutz der Privatsphäre hinzuweisen. Einem anderen Aspekt des Privaten, nämlich der Intimität, widmete sich das Medienkunstfestival„paraflows“: Die weitreichende lebenspraktische Verschmelzung mit Computer und Internet machen den digitalen Menschen zu einem Hybridwesen an der Schnittstelle von Mensch und Technologie – zum Cyborg, der seine technologische Grundausstattung ununterbrochen bei sich trägt, erklärten die KuratorInnen Günther Friesinger und Judith Fegerl anlässlich der Ausstellungs­ eröffnung im Wiener Künstlerhaus. Zur verstärkten Sichtbarmachung und Förderung der Medienkunst wurde 2014 zum ersten Mal der neu gegründete Medienkunstpreis der Stadt Wien vergeben. Dieser Preis würdigt heraus66 Vienna Film Commission• Neue Medien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 ragende audiovisuelle KünstlerInnen, die sich explizit der neuen Medien bedienen oder sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen, für ihr Gesamtwerk. Als erste Preisträgerin wurde Sylvia Eckermann geehrt, die sich seit langem künstlerisch mit dem digitalen Raum, seiner Beschaffenheit und seinen Möglichkeiten auseinandersetzt. Sylvia Eckermann gehört zu den KünstlerInnen, die sich schon sehr früh mit Game Engines beschäftigten, ihre Game Art-Installationen wurden bereits in vielen Ausstellungen gezeigt. „Digital Monsters Don't Bleed“ war der Titel ihrer letzten Ausstellung im Kunstraum Bernsteiner, der die Deutungshoheit von Algorithmen in unserer digitalen Gegenwart und die damit einhergehenden Kontrollmechanismen thematisierte. Digitale Überwachung und der damit verbundene Verlust der Privatheit waren einmal mehr die großen künstlerischen Themen des letzten Jahres – und werden es sicher auch weiterhin sein. Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten Das Projekt„Der Menschheit Würde …“ wurde in Kooperation mit den Städten Sarajevo und Brno durchgeführt. Im April und Mai 2014 wurde im Wiener MUSA und später in den anderen beiden Städten eine gemeinsame Ausstellung zum 100jährigen Gedenken an das Attentat auf Franz Ferdinand, das zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte, und an den Tod der öster­ reichischen Schriftstellerin, Friedensaktivistin und Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner gezeigt. Im interkulturellen Kontext wurden von der Stadt Wien mehrere Konzerte veranstaltet: ein Konzert mit Mitgliedern der kasachischen Philharmonie im Festsaal der Bezirksvorstehung Wieden, ein Konzert mit dem Krakauer Philharmonischen Orchester in Krakau, ein Wienabend mit dem Thema Popfest in Triest, ein Konzert zur Vermittlung der Wienerischen Note mit Werken von Strauß und Mozart in der Kreismusikschule Erding bei München und die österreichischen Kulturtage in Tel Aviv. 355 Förderungen wurden an Kultureinrichtungen im Bereich Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten vergeben. Erstmals gefördert wurde„In Favoriten. Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und neuen Nachbarschaften“ mit dem Projekt„Mitten in Favoriten“. Hierbei geht es um die Gestaltung eines künstlerischen Lebens- und Erfahrungsraums im nachbarschaftlichen Kontext. Kunstprojekte dienen als Motor der Stadtteilentwicklung. In der kontinuierlichen ganzjährigen Arbeit mit NetzwerkpartnerInnen und KünstlerInnen vor Ort werden einzelne Formate von sozio-kulturellen Praxen weiter ausgearbeitet und während des Jahres der Öffentlichkeit präsentiert. Jährliche Aktionstage sollen als Katalysator für die ganzjährige Arbeit vor Ort wirken. Es werden Ausdrucksformen von Kultur gezeigt, die im Stadtteil wirken und mit künstlerischen Ansätzen kombiniert werden. Der Verein„IG World Music Austria“ hat die Austrian World Music Awards erfolgreich durchgeführt. Diese Veranstaltung mit Preisverleihung wurde im Jahr 2003 ins Leben gerufen und ist ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit, dass Weltmusik in der österreichischen Musik­ landschaft eine Selbstverständlichkeit und ein ernstgenommenes Musikgenre ist. Der Pool an herausragenden Weltmusik-KünstlerInnen in Österreich wächst ständig und wird auch im Ausland wahrgenommen. Das Angebot an junge Talente, vor einer ausgewählten Fachjury und einem interessierten Publikum ihr Können zu beweisen, wurde in der heimischen Weltmusikszene dankbar und begeistert aufgenommen. Neue Medien• Stadtteilkultur und Interkulturalität 67 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Veranstaltungen Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. Beim Wiener Landesblasmusikfest„Faszination Blasmusik“ im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses präsentierten verschiedene Musikkapellen des Wiener Blasmusikverbandes traditionelle und symphonische Blasmusik. Großen Publikumszuspruch fand wieder das„Internationale Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insgesamt 90 Chöre aus Österreich, Deutschland, Finnland, Italien, Japan, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, den USA und Weißrussland auf. Ehrungen Durch Ehrungen der Stadt Wien wurden KünstlerInnen und WissenschafterInnen für ihre herausragenden Leistungen gewürdigt. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. 68 Veranstaltungen• Ehrungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaft Kunst und Kultur sind jene Lebensfelder, die außerhalb der Bereiche des unmittelbar Notwendigen liegen. Es geht um das„Gute, Wahre und Schöne“ und zugleich immer um die Frage, ob es das Gute, Wahre und Schöne als von den Menschen entwickelte Parameter und Kriterien der Weltsicht und-bewertung gibt, wie diese bestimmt werden können, wer und wo die Instanzen sind, eben das zu beurteilen. Kunst und Kultur sind das Unabhängigkeitsmanifest und -programm der Menschen, mit denen sie auf die zentrale Frage des Mensch-Seins jenseits ihrer evolutionär geformten Tier-Natur – als gestaltende Subjekte – reflektieren. Dass ein soziales Gemeinwesen für Wohnung, Gesundheit, Ausbildung und Sicherheit, für soziale Wohlfahrt sorgt, ist sehr beruhigend. Es dokumentiert die Akzeptanz des Rechts der Menschen auf ein gutes Leben und ihre Gleichheit im Hinblick auf dieses Recht. Kunst und Kultur sind aber Wahrnehmungsinstrumente der besonderen Art, die nicht das Bestehende tradieren wollen, aber auch keinen unreflektierten Kult des Neuen und der Erneuerung betreiben. Sie sind im besten Sinn unabhängig, und müssen diese Unabhängigkeit gegen alle Anfechtungen und Vereinnahmungen unerbittlich verteidigen. Da diese kompromisslose Unabhängigkeit – den Künsten als einzige conditio sine qua non auferlegt – im Regelfall nicht gut vermarktbar ist, und da der Kunst auch nicht zumutbar ist, gefällig, unterhaltsam und verkäuflich zu sein, ist es eine Aufgabe der öffentlichen Hand, sie ohne Erwartungen und ohne inhaltliche Auflagen zu unterstützen. Dabei sollte bei der fördernden Instanz jene Einsicht und jenes Verständnis handlungsanleitend sein, dass die geförderten Personen und Institutionen nicht willfährig und dankbar zu sein haben. Der Förderer muss drei Haltungen miteinander verbinden: • Würdigung der künstlerischen Qualität der geförderten Projekte; • Respekt vor den KünstlerInnen als Ausdruck der Achtung gegenüber der Kunst und ihrer Institutionen; • Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und den SteuerzahlerInnen, die Kultur­ förderung erst ermöglichen, indem punktgenaue Nachweise der Verwendung der Fördermittel eingefordert werden. Vor diesen Voraussetzungen steht Kunst- und Kulturförderung. Sie muss die aktuellen Fragestellungen, Kunstentwicklungen, ästhetischen Codes und Ausdrucksformen der geförderten (Kunst- und Kultur-)Materie kennen und eine Position der verständigen und hilfsbereiten Partnerschaft einnehmen. Im Bereich der Förderung von Wissenschaft und Forschung sind die Bedingungen und Aufgabenstellungen der Förderung ähnlich, wenn auch nicht gleich. Die mittel- und längerfristigen Forschungsziele der unterschiedlichen Wissenschaften werden in einem immer stärker international abgestimmten Prozess vorprogrammiert. Die Spielräume für die ForscherInnen, Themen auszuwählen, originelle Fragestellungen zu bearbeiten, Freiräume zu gestalten, sind vermutlich kleiner als vor etwa 30 Jahren. Forschung ist jedoch vor allem im Hinblick auf die ständig anwachsenden Anwendungsfelder so aufregend wie sie immer war, jedenfalls aber wirksamer. Wissenschafts- und Forschungsförderung hat auch die Aufgabe, mit Hilfe gezielter Förderungsmaßnahmen die städtische Kultur und die universitäre Kultur miteinander zu verbinden, für die Stadt wichtige Forschungsthemen zu unterstützen und die Bürgerinnen und Bürger an wissenschaftlich-analytisch-kritisches Denken heranzuführen. Wissenschaft 69 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaft und Forschung befinden sich heute stärker als jemals zuvor in einem Spannungsfeld, das sich zwischen FTI(Forschung, Technologie und Innovation) und einer Haltung, die gegenüber unbedingtem Fortschrittsglauben auf Kritik, Alternative und Utopie(nicht Sciencefiction) beharrt, aufspannt. Die Förderungsmittel, die im Bereich der Kulturabteilung für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung stehen – Projektförderungen, Forschungsförderungen durch die Fonds, Stipendien, Förderung für Tagungen und Ausstellungen und die eigene Veranstaltungstätigkeit – werden ständig aufeinander und auf die Anforderungen des Gesamtsystems der Wissenschaftsstadt Wien abgestimmt. Die Wissenschaftsförderung der Stadt soll ein sichtbares und wirksames Impulssystem für die Bildungs-, Forschungs- und Wissenschaftsstadt Wien sein. Förderungen großer Forschungsgesellschaften(u. a.) • Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) • Architekturzentrum Wien(Az W) • Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes(DÖW) • Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) • Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) • Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LBG) • Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie • Totenkult und Jenseitsvorsorge in Wien: Barocke Bruderschaftsschriften als Forschungs­ gegenstand der digitalen Geisteswissenschaften Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte • Open-Access zu Wiener„Türkendenkmälern“ • Wien um 1900 und die jüdischen Intellektuellen Bosnien-Herzegowinas Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen • Der Klang des Triumphs. Musikalische Siegesfeiern in Wien zwischen 1683 und 1945 • Der Wiener Kongress 1814/15. Politische Kultur und internationale Politik Institut für Mittelalterforschung • Edition der Inschriften der Stadt Wien • Symposium„Herbert Hunger“: Akademiepräsident und Begründer der Wiener Byzantinistik Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung • Edition der Ministerratsprotokolle der Regierung Figl I • Österreichisches Biographisches Lexikon 70 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Institut für Orientalische und Europäische Archäologie • Gog und Magog – Die Mammutjägerzeit in Wien Institut für Schallforschung • Soziolekte in Wien – die mittelbairischen Varietäten Architekturzentrum Wien(Az W) 2014 hat das Az W zahlreiche herausragende Projekte realisiert, darunter 13 Ausstellungen, 29 Veranstaltungen sowie spezielle Architekturvermittlungsprogramme für unterschiedlichste Zielgruppen. Über 450 Führungen und Workshops wickelte das Az W-Vermittlungsteam 2014 ab, dazu kamen 86 Tours im Stadtraum von Wien. Im Frühjahr 2014 zeigte die gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum(DAM) konzipierte Ausstellung„Think Global, Build Social! Bauen für eine bessere Welt“ aktuelle Beispiele einer alternativen, sozial engagierten Architektur. Bereichert wurde sie durch die Präsentation von Projekten mit österreichischer Beteiligung. Die Publikumshit„Europas beste Bauten. Mies van der Rohe Award“ präsentierte im Sommer zum dritten Mal die innovativsten zeitgenössischen Architekturprojekte der vorangegangenen beiden Jahre. Die Sammlung des Az W ist im letzten Jahrzehnt kontinuierlich angewachsen und wächst weiter. Das Az W ist nach wie vor österreichweit die einzige Institution, die gezielt das architektonische Erbe Österreichs nach 1945 bewahrt. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) Mit dem neuen wissenschaftlichen Leiter Gerhard Baumgartner rückte die Verfolgungsgeschichte der österreichischen Roma und Sinti wieder in den Fokus: 2014 wurde eine Studie über die Zusammenhänge zwischen Verfolgung und Genozid an den Roma und Sinti und ihrem reduzierten Zugang zum Bildungs- und Arbeitsmarkt durchgeführt wie auch das Projekt „Medizinische und soziale Verhältnisse in Wien im Jahr 1945: Die Rolle der sowjetischen Besatzungsmacht“ von Herwig Czech abgeschlossen. Die Beiträge zum Thema des Jahrbuchs 2014„Täter. Österreichische Akteure im Nationalsozialismus“ thematisierten die Involvierung von Österreichern in die NS-Verbrechen und stehen kostenlos online zur Verfügung. Neu auf www.doew.at sind bebilderte Dokumentationen zu den Deportationen österreichischer Juden und Jüdinnen von Wien nach Opole im Februar 1934, zu den Opfern der NS-Militärjustiz und zum NS-Terror 1933 bis 1938. In der Chronik„Neues von ganz rechts“ wurde 2014 Andreas Pehams Beitrag zum deutschnationalen Korporationswesen sowie ein Thesenblatt zum Islamismus in der politischen Arbeit veröffentlicht. Das Thema Rechtsextremismus ist nun auch auf Twitter präsent: https://twitter.com/doew.at Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie erforscht Bedürfnisse und Verhalten von Wildtieren mit dem Ziel, sie in der Kulturlandschaft zu erhalten und Probleme zu vermeiden. Das Institut wird gemeinsam betrieben von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Gesellschaft zur Förderung des FIWI. Zusammen mit dem benachbarten KonradLorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung(KLIVV) bildet es das Department für Integrative Biologie und Evolution der Veterinärmedizinischen Universität. Im vergangenen Jahr wurde das FIWI um eine Nachwuchsforschungsgruppe erweitert, das KLIVV, mit Beteiligung der Universität Wien, um eine neue Professur. Die Stadt Wien unterstützt die international anerkannte wissenschaftliche Arbeit am Wilhelminenberg mit der Bereitstellung der Liegenschaften und über die Gesellschaft zur Förderung des FIWI. Die Geschichte dieses Wissenschaftsstandortes begann mit der Gründung der„Biologischen Station“, später KLIVV, durch Otto und Lilli Koenig nach dem Zweiten Weltkrieg. Anlässlich des 100. Geburtstags von Otto Koenig im letzten Jahr wurde das Lebenswerk beider mit einer Gedenktafel am Eingang zum Gelände des Departments geehrt. Wissenschaft 71 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) Als ein Institute for Advanced Study auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften, das den Austausch zwischen Ost und West sowie unterschiedlichen Disziplinen und Denkrichtungen fördert, beherbergte das IWM auch in diesem Jahr rund 60 WissenschafterInnen, JournalistInnen sowie ÜbersetzerInnen aus dem In- und Ausland. Inhaltlich orientierte sich die Forschung am IWM an den sechs großen Schwerpunktthemen: Ursachen von Ungleichheit/ Religion und Säkularismus/ Die Frage der Demokratie/ Vereintes Europa – Geteilte Geschichte/ Wirtschaftliche Ideen und Institutionen in Osteuropa/ Das philosophische Werk Jan Pato kas. Diese spiegeln sich in den einzelnen Forschungsprojekten, Publikationen und Veranstaltungen wider. Im Jahr 2014 setzten sich die mehr als 80 Vorträge, Debatten und Konferenzen neben den Folgen des Ersten Weltkriegs, den Umbrüchen von 1989 und der Osterweiterung der Europäischen Union unter anderem mit den globalen Auswirkungen des Klimawandels, den weltweiten Protestbewegungen und der Ukraine-Krise auseinander. Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LBG) Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist der Forschungsinkubator im Bereich Health Sciences in Österreich und betreibt interdisziplinär ausgerichtete Forschungseinrichtungen: Ludwig Boltzmann Institute(LBI) und Cluster(LBC). Im Jahr 2014 betrieb die LBG 15 LBI und fünf LBC mit rund 550 MitarbeiterInnen. Im Rahmen von regelmäßigen Ausschreibungen gründet die LBG gemeinsam mit akademischen und unternehmerischen PartnerInnen sowie PartnerInnen aus dem öffentlichen Bereich Ludwig Boltzmann Institute, um neue Forschungsthemen zu behandeln. Im Herbst 2014 initiierte die LBG eine neue Ausschreibung mit dem Themenschwerpunkt„Health Sciences“ und bewirkte dadurch eine Verbindung sozial-, wirtschafts- und humanwissenschaftlicher Disziplinen. Mit der aktuellen Ausschreibung rückt die LBG zentrale Fragestellungen rund um Gesundheit und demographischen Wandel in den Mittelpunkt und unterstreicht damit auch ihre Rolle als Forschungsinkubator für gesellschaftlich relevante Themen. Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Die Tätigkeit des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien(VWI) erstreckte sich 2014 auf die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung aller Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und Holocaust betreffen. Im Forschungsbereich setzte das Institut mit neun internationalen, vom Internationalen Wissenschaftlichen Beirat des Instituts nach einer internationalen Ausschreibung ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten sein Fellowship-Programm fort. Im Bereich der Dokumentation wurde die Erschließung der künftigen Archivbestände des Instituts vorangetrieben, der Aufbau einer regional einzigartigen Forschungs- und Fachbibliothek fortgesetzt. Mit der regelmäßigen Durchführung von Vorträgen renommierter Holocaust-Forscher und-Forscherinnen, den Simon Wiesenthal Lectures im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, setzte das VWI seine wissenschaftliche Vermittlungstätigkeit fort. Die inzwischen alljährlich stattfindende Simon Wiesenthal Conference widmete sich 2014 – in Zusammena­ rbeit mit dem ORF– diesmal den Fragen der Aufarbeitung und Repräsentation des Holocaust im Fernsehen West- und Osteuropas sowie den USA seit den 50er-Jahren. 72 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Porträts geförderter Institutionen und Projekte(u. a.) • American Austrian Foundation(AAF) • Club of Vienna • Demokratiezentrum Wien • Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog(FEWD) • Jewish Welcome Service • Österreichische Forschungsgemeinschaft(ÖFG) • QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte • Sigmund Freud Museum • Verein für Geschichte der Stadt Wien • Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte American Austrian Foundation(AAF) Das Vienna Open Medical Institute(OMI) ist ein Gemeinschaftsprojekt der American Austrian Foundation, des Wiener Krankenanstaltenverbundes der Medizinischen Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Gesellschaft der Ärzte in Wien und der Wiener Ärztekammer mit der Zielsetzung, die Wiener Schule der Medizin wiederzubeleben und Wien nachhaltig als wissenschaftliche und humanitäre Hauptstadt Europas zu positionieren. Im Jahr 2014 wurden im Rahmen des Vienna OMI 91 GastärztInnen aus Osteuropa, Zentralasien und Afrika zu ein- bis dreimonatigen klinischen und wissenschaftlichen Studienaufenthalten(„Observerships“) an den Wiener Universitätskliniken und Gemeindespitälern eingeladen. Diese Aufenthalte legen die Basis für internationale Forschungskooperationen mit Wiener Beteiligung. Insgesamt wurden bereits 32 derartige Forschungsvereinbarungen, sogenannte Memoranda of Understanding, mit internationalen Einrichtungen abgeschlossen. Diese globale Initiative trägt daher maßgeblich dazu bei, den Ruf Wiens als Wissenschaftsstandort in die Welt zu tragen. Club of Vienna Die Vortragsreihe(abrufbar auf www.clubofvienna.org) hatte wieder verschiedene gesellschaftspolitisch relevante Themen zum Inhalt: Verbrennen wir unser Haus? Wie Klimaschutz unsere Lebensbedingungen zerstören kann; Der große Graben – Ursachen, Auswirkungen und Zukunftsszenarien gesellschaftlicher Segregation; Über die Liebe, den Mut, die Wirtschaft und das Leben; Wie Großkonzerne unsere Demokratie gefährden und was wir dagegen tun können – Ursachen und Wege aus der Hungerkrise. Daneben gab es zwei Tagungen: Arbeit – Werte – Glück. Wie Arbeit zu unserem Wohlbefinden beitragen kann und Cope with the Stress of Future Changes – Preparing States, Regions, Cities, Organizations, Families and People for the Ongoing Transition. Die laufenden Projekte beschäftigen sich mit den Ursachen des Wachstums der Städte, den verschiedenen Dimensionen von Segregation, der Implementierung der UNESCO-Bildungs-Dekade 2005–2014 für Nachhaltige Entwicklung an Universitäten und Fachhochschulen, der Verteilung der aktuellen gesellschaftlichen Parizipation von Männern und Frauen sowie der Bedeutung der Kleingärten für BesitzerInnen und Stadtkultur. Demokratiezentrum Wien Das Demokratiezentrum Wien ist ein außeruniversitäres Institut an der Schnittstelle von Forschung und Vermittlung. Es werden Forschungsprojekte zu demokratiepolitisch relevanten Themen durchgeführt, deren Ergebnisse unter anderem auch auf der virtuellen Wissensplattform an ein breites Publikum vermittelt werden. Wissenschaft 73 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 2014 führte das Demokratiezentrum Wien seine bestehenden inhaltlichen Schwerpunkte weiter: Weiterentwicklung von citizenship-Konzepten, Stärkung der direkten und partizipativen Demokratie und Demokratie und Nachhaltigkeit. Aufbauend auf dem letzten Themenschwerpunkt wird im Rahmen der Schriftenreihe des Instituts auch ein neuer Band vorbereitet. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt des Instituts ist der Themenbereich Migration und Integration, der besonders für eine wachsende und zunehmend vielfältigere Stadt wie Wien wichtige Impulse setzen kann. Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog(FEWD) Im Zentrum der Aktivitäten der Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog unter der Leitung von Univ.-Prof. DDr. Peter Kampits standen im Jahr 2014 neben allgemeinen internationalen Grundlagendiskursen der Ethik insbesondere angewandte Projekte. Durch die Funktion von Peter Kampits als stellvertretender Vorsitzender der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt wurden hierzu Themen der Bioethik und die aktuelle Debatte zur Sterbehilfe wie auch zur Fortpflanzungsmedizin besonders berücksichtigt. Es konnte jedoch auch durch die Arbeiten von Eberhart Theuer und Erwin Lengauer zum Themenbereich Rechtsethik die international relevante Problematik von zivilgesellschaftlichem Engagement und Organisationsstraftatbeständen fortgeführt werden. Ergänzend wurden zum hochaktuellen multidisziplinären Thema Ernährungsethik die zentralen Aspekte von Verteilungsgerechtigkeit und Welthunger im Kontext einer ökologischen Nahrungsproduktion kontinuierlich fortgesetzt und gemeinsam mit der Volkshochschule Wien einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Jewish Welcome Service Die Schwerpunkte 2014 lagen in den Besuchsprogrammen sowie in der Verleihung des Leon Zelman Preises für Dialog und Verständigung: er wurde am 12. Juni 2014 im Wiener Rathaus an das Bundesgymnasium Wien 19 vergeben, insbesondere an den Lehrer Martin Krist in Würdigung seines konsequenten Engagements im Rahmen der Gedenk- und Erinnerungsarbeit. Vom 15. bis 23. März(Hopkins Hillel) wurde in Kooperation mit Hillel Baltimore unter dem Titel „Celebrate Jewish Life and Culture in Vienna” eine Gruppe von Studentinnen und Studenten eingeladen. In Kooperation mit dem Holocaust Education Centre Toronto wurde vom 19. bis 28. Mai eine„Vienna Study Tour” veranstaltet. Ein 2014 für Young Professionals etabliertes Programm hat zum Ziel, Wien als moderne, weltoffene europäische Metropole mit einer vielfach engagierten Jüdischen Gemeinde kennenlernen zu können. Mit„Welcome to Vienna“ wurden aus England, Israel, Frankreich, Australien, Lateinamerika und den USA 60 vertriebene Wiener Jüdinnen und Juden eingeladen, um jüdische Einrichtungen zu besichtigen, Stadtrundfahrten zu machen sowie Empfangstermine im Rathaus und in der Hofburg wahrzunehmen. Österreichische Forschungsgemeinschaft(ÖFG) Die Österreichische Forschungsgemeinschaft ist eine von Bund und Ländern getragene Forschungsinitiative und versucht, der Wissenschaft mit ihren Fördermitteln gezielte Impulse zu geben: Sie fördert einerseits gezielt Forschungsvorhaben in zukunftsträchtigen und interdisziplinären Gebieten und widmet sich andererseits mit ihren Förderprogrammen dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern. Mit der Konzentration auf eine begrenzte Zahl von Initiativen sorgt die ÖFG dafür, dass ihre Mittel effektiv eingesetzt werden: Aktuell unterstützt die ÖFG sieben Arbeitsgemeinschaften, die interuniversitär und transdisziplinär forschen und publizieren. Bei Abschluss einer Initiative sollen ihre Themen in der Wissenschaftsgemeinschaft verankert sein, und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 2014 konnten etwa 380 Wiener ForscherInnen gefördert werden: bei Konferenzteilnahmen, Forschungsaufenthalten und Publikationen. Diese Förderungen tragen auch zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Wien bei. 74 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte Nach Jahren kontinuierlicher Aufbauarbeit gehören das Archiv und die Bibliothek von QWIEN zu den fixen Anlaufstellen der akademischen Forschung über die jüngere Sexualitätsgeschichte. Der Ausbau ging zügig voran: 2014 übernahm QWIEN das Archiv der Aidshilfe Wien und umfangreiche Bestände an Zeitungsausschnitten zum Thema Homosexualität von den 70erJahren bis heute aus den Sammlungen Wiener AktivistInnen. Dazu kamen zahlreiche private kleinere Schenkungen. Die Forschungen beschäftigten sich 2014 weiterhin vor allem mit der Erfassung der homosexuellen und transgender Opfer der NS-Zeit in Wien, wozu in den letzten Jahren fast alle erhaltenen Strafakten der Jahre 1938 bis 1945 der Wiener Landesgerichte digitalisiert und teilweise ausgewertet wurden. Ebenso wurde die Erfassung und Auswertung von Beständen des Militärgerichts der Wiener Division 177 vorbereitet, das Projekt selber startete zu Beginn des Jahres 2015. Darüber hinaus veranstaltete QWIEN gemeinsam mit der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen(WASt) im November eine internationale Tagung zum Thema des Gedenkens an die homosexuellen und transgender Opfer der NS-Zeit. Sigmund Freud Museum Das Sigmund Freud Museum in der Berggasse 19 wurde 2014 von 84 293 Gästen besucht. Folgende Ausstellungen und Kunstprojekte fanden im vergangenen Jahr statt: Lucian Freud: Privat. Fotografien von David Dawson(9. Oktober 2013 bis 27. Februar 2014), Freuds Reisen. Kulturelles Erfahren – psychoanalytisches Denken(7. März bis 4. Oktober 2014), ab 17. Oktober VANDAL, eine Intervention mit Figurinen und Skulpturen des New Yorker Künstlers Brandt Junceau(zu sehen bis 4. Oktober 2015). Im Schauraum Berggasse 19 wurden folgende Arbeiten präsentiert: Markus Schinwald: untitled(legs)(14. März bis 8. Juni 2014), Anders Krisar: One as Two(2)(12. Juni bis 4. November 2014), Sigalit Landau: Compressed Household(6. November 2014 bis 22. April 2015). Im Rahmen einer Kooperation mit dem Belvedere wurde die Kunstsammlung des Sigmund Freud Museum im 21er Haus gezeigt: Sigmund Freud und das Spiel mit der Bürde der Rezeption. Eine Installation von Joseph Kosuth. Mit Werken aus der Sammlung des Belvedere und der Sigmund Freud Museum Contemporary Art Collection(19. September 2014 bis 11. Jänner 2015). Verein für Geschichte der Stadt Wien Das Ziel des 1853 gegründeten Vereins ist die Erforschung aller Gebiete der Geschichte der Stadt Wien sowie von Themen der vergleichenden Stadtgeschichte und die Verbreitung der dabei gewonnenen Erkenntnisse durch Publikationen, Führungen und Vorträge. 2014 konnten insgesamt 13 Veranstaltungen angeboten werden. Die drei etablierten Publikationsreihen des Vereins – Wiener Geschichtsblätter(Quartalsschrift samt Beiheften), Studien zur Wiener Geschichte(Jahrbuch), Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte(Monographienreihe) – zeichneten sich durch eine besonders große Themenvielfalt aus. Die beiden Beihefte entstanden wiederum als Begleitheft der Kleinausstellungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs zu den Themen„Mangel – Hunger – Tod. Die Wiener Bevölkerung und die Folgen des Ersten Weltkriegs“ und„Wien 1814/15. Die Stadt und der Kongress“. In einem Band der Monographienreihe beschäftigten sich Friedrich Hauer und sein AutorInnenteam mit der Versorgung Wiens in den Jahren 1829 bis 1913 und brachte neue Forschungsergebnisse zur Wiener Verzehrungssteuer. Das bereits 2011 begonnene Projekt„Sicherung und Aufarbeitung des Bestandes Filmarchiv media wien“ wurde auch 2014 weitergeführt. Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Anlässlich eines Wien-Schwerpunkts der Carnegie Hall in New York wurde ab 25. Februar 2014 im Rahmen von Aufführungen der Wiener Staatsoper und der Wiener Philharmoniker eine umfangreiche und total überbuchte Konferenzserie durchgeführt, zusammengestellt von Oliver Wissenschaft 75 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Rathkolb:„Vienna City of Dreams”. Im Pauley Center for the Media in Manhattan wurden drei Panels veranstaltet: das erste beschäftigte sich mit den Hintergründen der künstlerischen Kreativität 1914 und ihres Scheiterns im Ersten Weltkrieg, das zweite mit der NS-Zeit und der Kollaboration von Künstlern am Beispiel der Wiener Philharmoniker, das dritte mit der Frage nach Globaler Ethik. Am 2. März folgte im Austrian Cultural Forum in New York ein Konzert mit Kriegsliedern von Lehár, Benatzky, Schönberg u. a. und der Workshop„How fin-de-siècle Vienna shaped modern culture in the long 20 th century: The case of music during the First World War“. Am 8./ 9. März fand an der University of California, Berkeley die Konferenz„Die Wiener Philharmoniker. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges“ statt, die nicht nur die große Hertz Hall füllte, sondern auch über live stream zu sehen war(http://calperformances.org/ learn/watch_listen/archive). Als musikalischen Höhepunkt gab es einen historisch dazu passenden Beitrag eines Sextetts der Wiener Philharmoniker und einer Sängerin der Staatsoper Wien, begleitet von einem Pianisten. Details siehe: www.carnegiehall.org/vienna und http://calperformances.org/learn/program_notes/2013/pn_vpo.pdf Institutionen zur Dokumentation, Reflexion und Vermittlung des kulturellen Erbes • Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH • Mozarthaus Vienna • Verein Sammlung Rotes Wien Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH Das Jüdische Museum Wien blickt auf das erfolgreichste Jahr in seiner Geschichte zurück. 2014 konnten die Besuchszahlen um 15 Prozent gesteigert werden, womit mehr als 115 000 Menschen die zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungs-/ Vermittlungsangebote genutzt haben. Besondere Publikumsmagneten waren die Ausstellungen„Weltuntergang. Jüdisches Leben und Sterben im Ersten Weltkrieg“ und„Kosher for … Essen und Tradition im Judentum“ im Palais Eskeles, die Präsentation von„Amy Winehouse. Ein Familienporträt“ im Museum Judenplatz und die anschließende Fotoausstellung„Das Südbahnhotel. Am Zauberberg der Abwesenheit. Fotografien von Yvonne Oswald“. Mehrere kleinere Ausstellungen im Extrazimmer im Palais Eskeles erweiterten das Angebot. So präsentierte beispielsweise der Wiener Künstler Arik Brauer erstmals seine neue Pessach-Haggada. Mit„Stoffe und Geschichten“ erlangten die BesucherInnen Einblick in besondere Textilien aus den Sammlungen des Museums, ergänzt durch „200 und 20. Die Bibliothek des Jüdischen Museums“ zum 20jährigen Bestehen der Bibliothek. Mozarthaus Vienna Das Mozarthaus Vienna konnte 2014 zum sechsten Mal in Folge eine Steigerung seiner BesucherInnenzahlen verzeichnen: rund 140 000 Personen lösten ein Ticket für das Museum mit seinen Ausstellungen und Konzerten. Sowohl die Nachfrage nach Veranstaltungen als auch die Auslastung der Angebote im Rahmen der Kulturvermittlung konnten ausgebaut werden. In Kooperation mit dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde wurden zwei Ausstellungen präsentiert:„Antonio Salieri. Die Fakten“ und„Christoph Willibald Gluck. Zum 300. Geburtstag“. Auch der Konzertzyklus„Mozart Akademie“ setzte sich mit den beiden Komponisten auseinander. Erstmalig wurde in Kooperation mit der Stiftung Mozarteum Salzburg das Original Clavichord Mozarts in Wien gezeigt, auf dem er Werke wie Die Zauberflöte oder das Requiem komponiert hat. Im November präsentierte sich das Mozarthaus in Japan, wo bei den Konzerten, einer Ausstellung sowie einem Rahmenprogramm für Kinder rund 2 500 BesucherInnen begrüßt wurden. Diese Kooperation mit dem Yomiuri Konzern sowie der Izumi Hall und die begleitende Medienkampagne erreichten ein Millionenpublikum. 76 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Verein Sammlung Rotes Wien. Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof Die im Herbst 2013 eröffnete Sonderausstellung„ ,Man lebt von Tag zu Tag dahin und weiß nicht, warum.‘ Die Arbeitslosen von Marienthal“ wurde bis zum 1. Mai 2014 gezeigt und bescherte dem Waschsalon einen wahren BesucherInnenansturm. Zusätzlich dazu wurde anlässlich des 80-Jahre-Gedenkens an die Februarkämpfe 1934 eine kleine Sonderschau zum Thema „Sozialdemokratische Streuzettel“ präsentiert. Am 1. Mai lud der Waschsalon so wie jedes Jahr zu einem Tag der offenen Tür, am 28. September nahm er am Tag des Denkmals und am 4. Oktober an der ORF-Langen Nacht der Museen teil. Am 10. September wurde die Sonder­ ausstellung„Die Sozialdemokratie zieht in den Krieg“ eröffnet, die sich mit der Frage beschäftigte, wie sich die sozialdemokratischen Parteien Europas zum Krieg positionierten. Eine eigens gestaltete Zeitung mit historischen Fotos und Texten wurde kostenlos an die BesucherInnen verteilt. 2014 konnten insgesamt 6 658 BesucherInnen begrüßt werden, was einer Steigerung von mehr als acht Prozent gegenüber dem sehr erfolgreichen Vorjahr entspricht. Publikationsförderung Die Unterstützung wissenschaftlicher Publikationen über Druckkostenbeiträge und Ankäufe ist ein wichtiges und geeignetes Instrument, Wissenschaft und Forschung in Wien zu fördern. Im Jahr 2014 wurden 160 Druckkostenzuschüsse vergeben und 54 Ankäufe wissenschaftlicher Publikationen getätigt, u. a.: • Wladimir Aichelburg, Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este 1863–1914. Notizen zu einem ungewöhnlichen Tagebuch eines außergewöhnlichen Lebens, 3 Bände, Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH • Anette Baldauf, Victor Gruen. Shopping Town. Memoiren eines Stadtplaners(1903–1980), Böhlau Verlag GmbH& Co. KG • Colin Crouch, Markt und Moral. Im Gespräch mit Peter Engelmann, Passagen Verlag GmbH • Egon Christian Leitner(Hg.), Zur Frohen Zukunft. Werkstattgespräch mit Adolf Holl, Band 1 der Reihe„Auswege“, Wieser Verlag GmbH • Anna Lindner, Ein Walzer für die Liebe. Wien in der Weltliteratur, Metro Verlag • Gordana Ilic Markovic(Hg.), Der große Krieg. Der Erste Weltkrieg im Spiegel der serbischen Literatur und Presse, Promedia Druck-& Verlagsges.m.b.H. • Bernadette Mayrhofer/ Fritz Trümpi, Orchestrierte Vertreibung. Unerwünschte Wiener Philharmoniker. Verfolgung, Ermordung und Exil, Mandelbaum Verlag • Fariba Mosleh(Hg.), Vienna Chinatown INvisible. Eine Reise durch das chinesische Wien, Praesens VerlagsgesmbH • Ferdinand Opll/ Martin Scheutz, Der Schlierbach-Plan des Job Hartmann von Enenkel. Ein Plan der Stadt Wien aus dem frühen 17. Jahrhundert, Böhlau Verlag GmbH& Co. KG • Johann Vergendo, Die Wiener Sängerknaben von 1924–1955. Sozial- und kulturhistorische Aspekte einer emblematischen Institution, Studien Verlag GmbH • Martin Wagner/ Ursula Maria Probst/ Peter Nachtnebel(Hg.), FLUC – Tanz die Utopie! Über das Experiment eines gelebten Aktivismus in der Wiener Kunst-, Musik- und Klubszene, Falter Verlagsgesellschaft m.b.H. Wissenschaft 77 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Stiftungsprofessuren, Stipendienprogramme, Studienförderung Stiftungsprofessuren Stiftungsgastprofessur für Stadtkultur und öffentlicher Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien Die Stiftungsgastprofessoren 2014, Prof. Dr. Rob Shields(University of Alberta, Kanada, Sommersemester) und Prof.in Mag.a Elke Krasny(Akademie der bildenden Künste Wien, Wintersemester), widmeten sich gemeinsam mit dem lokalen Team des Interdisciplinary Centre for Urban Culture and Public Space dem Jahresthema„Stadtkultur, öffentlicher Raum und Lebensweisen – Alltag und Erkenntnis“. In zwei Semestern wurde das benannte Spannungsfeld einerseits an der Schnittstelle zwischen Nanotechnologie und„Bodies“ aus der Perspektive der kulturwissenschaftlich informierten Stadtsoziologie wie auch aus dem feministischen Blickwinkel auf Kunst und Aktivismus in der Stadt bearbeitet. Roland Rainer Stiftungsprofessur an der Akademie der bildenden Künste Wien Für das Studienjahr 2014/15 wurde Hannes Mayer als Roland Rainer Chair bestellt. Das Thema seiner Vortragsreihe im Wintersemester lautete„Das beschleunigt expandierende Universum der Architektur – Vom Denkraum zum Weltraum und zurück zur Stadt“. Hannes Mayer erörterte in seiner Vortragsreihe seine inhaltliche Positionierung zu zeitgenössischen Fragestellungen und Herausforderungen in der Architektur zwischen akademischem Ernst und fordernder Intuition. Statt der Architektur wurde eine Aussage Roland Rainers zur Grundlage der Vortragsreihe:„Der Ausgangspunkt jedes künstlerischen Schaffens muss aber das Bedürfnis, das Können, müssen die Mittel und Eigenschaften unserer Zeit sein.“ So verhandelten die Vorträge Tendenzen in der Architektur mit jenen in Wissenschaft, Gesellschaft, Technologie, Kunst, Natur, Medien, Philosophie, Geschichte und setzten sich zum Ziel, mögliche katalytische Effekte aus dem Zusammenspiel zu entdecken und zu beschreiben. Stiftungsinstitut„Public and Urban Management“ an der Wirtschaftsuniversität Wien Die Tätigkeitsschwerpunkte des Forschungsinstitut liegen auf den Forschungsfeldern: Public Corporate Governance, Steueru­ ng autonomer Einheiten, Internes Management von Stadtverwaltungen, Smart Cities und Nachhaltige Stadtentwicklung, Good Urban Governance. Seit seiner Einrichtung im Dezember 2010 hat das Institut unter der Leitung je einer Professorin aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre bzw. Öffentliches Recht mit einem kleinen Team von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und administrativer Unterstützung bisher eine Fülle von Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Lehre und Weiterbildung entfaltet. Forschungsaufenthalte von internationalen Visiting Scholars haben Kooperationen mit der internationalen Scientific Community verstärkt. Stipendienprogramme Vienna International Post-Graduate Programme in Molecular Life Sciences Mit dem 2010 initiierten Programm sollen junge hervorragende WissenschafterInnen auf PostDoc-Ebene auf eine Karriere als ForschungsgruppenleiterIn vorbereitet werden. Zu diesem Zweck werden neben den eigentlichen PostDoc-Stellen auch Karriereentwicklungsaktivitäten, wie Projektmanagement, Präsentationsworkshops, Coaching und Mentoring angeboten. Vienna PhD School of Informatics an der Technischen Universität Wien Das Ziel der PhD School ist, auf internationalem Niveau erstklassigen wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Informatik auszubilden. Die Schwerpunkte der Ausbildung sind: Computer 78 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Engineering, Computational Intelligence, Distributed and Parallel Systems, Media Informatics and Visual Computing sowie Business Informatics. Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) DOC – Doktorand(inn)enstipendien zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geben den StipendiatInnen die Möglichkeit, sich der Ausarbeitung ihrer Dissertation in konzentrierter Form zu widmen. APART-Stipendien zur Förderung der postdoktoralen Forschung ermöglichen höchst qualifizierten jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, sich ausschließlich den wissenschaftlichen Forschungen für eine Habilitation zu widmen. Studienprogramm JOSZEF an der WU(Wirtschaftsuniversität Wien) JOSZEF(Junge ost- und mitteleuropäische Studierende als zukünftige erfolgreiche Führungskräfte), das Förderprogramm der WU für den Führungskräftenachwuchs in Mittel- und Osteuropa, bereitet Studierende der WU gemeinsam mit Studierenden aus Mittel- und Osteuropa auf eine Managementkarriere im Wirtschaftsraum Central and Eastern Europe(CEE) vor und fördert so den Führungsnachwuchs in Zentral- und Osteuropa. Internationale Graduiertenschule(IGS) Die International Graduate School in Bio-Nano-Technologie(IGS-Bio-Nano-Tech) bietet in einem internationalen Umfeld ein Doktorratsstudium in der Grundlagen- und angewandten Forschung an. Die Studierenden beteiligen sich an Forschungsprojekten, die gemeinsam von WissenschafterInnen aus Österreich und Singapur betreut werden. Sie arbeiten im Normalfall drei Jahre lang an einem(oder mehreren) der teilnehmenden Departments bzw. Instituten in Wien und Singapur an ihrer Dissertation. Im Rahmen der IGS werden die Studierenden nicht nur in multidisziplinären Forschungsprojekten ausgebildet, sondern auch darauf vorbereitet, sich in der zunehmend globalisierten Welt zu bewegen und mit der Komplexität der modernen Forschung und den Innovationsherausforderungen auf internationaler Ebene umzugehen. European Law Institute(ELI) Das Ziel des seit Herbst 2011 an der Universität Wien etablierten European Law Institute ist, die Gemeinschaft europäischer JuristInnen zu stärken und das Unionsrecht weiter zu entwickeln. Durch Projekte, an denen JuristInnen aus ganz Europa beteiligt sind, organisiert ELI den Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Rechtsgebieten und den Austausch juristischer Praxis zwischen den verschiedenen europäischen Rechtssystemen. Wissenschafts- und Forschungsstipendien Im Jahr 2014 wurden 65 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wienbezogener Forschungsprojekte an wissenschaftlich ausgezeichnete qualifizierte junge WissenschafterInnen vergeben, darunter: • Dipl.-Kulturwirtin Univ. Katharina Ebner, Der Fascio di Vienna – eine ideologische Vermittlungsinstitution des italienischen Faschismus im Wien der Zwischenkriegszeit • Univ.-Ass. Dr. Wolfgang Fellner, Zeitnutzung und Lebensqualität in Wien • Univ.-Ass. Dipl.-Ing. Mag. Dr. Oliver Frey, Ortsgestaltung als Konstruktionsprozesse von räumlichen Identitäten • Mag.a Nina-Sophie Fritsch, Arbeiten unter der Armutsgrenze: Working Poor in Österreich • Dr. Michael Kimmel, Renaissance von introspektiven und phänomenologischen Ansätzen in der CogSci – Wiener Perspektiven und internationale Kooperationen • Mag.a Elisabeth Westphal, Die Geburtsstunde der Bologna-Reform im Spiegel der österreichischen Printmedien 1998/99. Im Focus: Europäische Impulse und die öster­ reichische Bildungspolitik Wissenschaft 79 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Studienförderung Vergeben wurden 13 Stipendien für den Abschluss von Diplomarbeiten und Dissertationen, 13 Studienbeihilfen in Gestalt von einmaligen Überbrückungsbeihilfen und 11 Stipendien für besonders begabte und bedürftige Studierende aus dem südosteuropäischen Raum. Ferner wurden 12 Arbeitsstipendien an Wiener Gedenkdienstleistende vergeben sowie 44 Anerkennungs- und Leistungsstipendien, 21 Teilnahmestipendien für die IG Alpbach Wien und zwei Stipendien für die Webster University. Wissenschaftsförderungsfonds Die Wissenschaftsförderungsfonds unterstützen mit themenspezifischen Ausschreibungen innovative Forschung im Bereich der medizinischen, der wirtschaftswissenschaftlichen, der kultur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen, der naturwissenschaftlichen und der psychotherapeutischen Forschung. Der in Würdigung des 140jährigen Bestehens der Universität für Bodenkultur Wien errichtete Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien schrieb im Jahr 2014 seine Förderungsmittel zum Schwerpunktthema„Sicherung von Ernährung und Gesundheit“ aus. Mit dem Thema„Analyse großer Datenmengen in der historischen und aktuellen Demographie im Zusammenhang mit Populationsdynamik“ wandte sich der Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften in seiner Ausschreibung 2014 an Projekte, deren Forschungsschwerpunkt zu diesem Thema sowohl im Bereich„Big Data“ als auch im wissenschaftlichen Feld der Demographie liegen. Die forschungsfördernde Arbeit des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien, des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie und des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung wurde im Jahr 2014 ebenso erfolgreich fortgesetzt. Aus Mitteln dieser Fonds wurden im Jahr 2014 mit einem Volumen von 518 241 Euro insgesamt 46 Projekte/ Persönlichkeiten gefördert. Eine ausführliche Darstellung findet sich im Wissenschaftsbericht 2014. Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit – Wiener Vorlesungen Anlässlich der Ausstellung„Wiener Wunderkammer 2014“ veranstalteten die Wiener Vorlesungen eine Diskussion zum Thema„Geheimnis und Entzauberung. Wege und Begegnungen von Kunst und Wissenschaft“ im Kuppelsaal der Technischen Universität Wien mit der General­ direktorin des Kunsthistorischen Museums, Dr.in Sabine Haag, und Christoph Überhuber, Professor am Institut für Analysis and scientific computing der TU Wien, die der Frage nachging, was Kunst mit Wissenschaft zu tun hat, was Wissenschaft mit Kunst zu tun hat und welche Erkenntnispotenziale in dieser Begegnung es auszuschöpfen gibt. „Gedächtnis gestalten. Stadtmuseen und ihre Agenden in einer veränderten Gesellschaft“ lautete der Titel einer in Kooperation mit dem Wien Museum organisierten Wiener Vorlesung von Bernhard Tschofen, Professor für populäre Kulturen an der Universität Zürich, der über Museumsarbeit und die Aufgaben eines Stadtmuseums und von Museen als„Orte der Verhandlung gesellschaftlicher Selbstbilder“ sprach, die„sich nicht mehr nur als Verwalter des Gedächtnisses, sondern auch als Gestalter städtischer Kultur und Öffentlichkeit“ verstehen. Informationen über Bedeutung, Ästhetik, Wert und Preis monochromer Bilder gab es in einer Diskussion im Anschluss an die Vorstellung„KUNST“ von Yasmina Reza in den Kammerspielen 80 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 mit dem Direktor des Theaters in der Josefstadt und Hauptdarsteller im Stück KUNST, Herbert Föttinger, der Philosophin und Künstlerin Elisabeth von Samsonow und dem Direktor der Albertina, Klaus-Albrecht Schröder. Mit einem Podiumsgespräch über„Kunst und Sexualität: Spiel mit Normen und Tabus“, an dem der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Franz X. Eder, die Kulturwissenschafterin und Anthropologin Barbara Grodecka und die Kulturwissenschafterin Suleika Mundschitz teilnahmen, beteiligten sich die Wiener Vorlesungen an dem„18. Poetenfest auf Schloss Raabs/Thaya“. Anlässlich seines 90. Geburtstages baten die Wiener Vorlesungen den aus Wien stammenden Bestsellerautor Frederic Morton zu einem Gespräch unter dem Titel„Ecke Broadway/ Hernalser Gürtel. Ein Leben zwischen zwei Kulturen. Berichte eines Pendlers“. Frederic Morton, seit 1990„permanent fellow“ der Wiener Vorlesungen, hat eine ständige vergleichende ethno­ graphische Perspektive auf„seine“ beiden Städte, als„Ethnograph der Kulturen“ schöpft er einen großen Teil seiner Kreativität und Inspiration aus dem Kulturvergleich zwischen New York und Wien. Seit 1998 finden im Rahmen von„Städte im Dialog“ Wiener Vorlesungen im Wien Haus in Brüssel statt. Die Veranstaltung im Jahr 2014 war dem Gedenken an den Ausbruch des ersten globalen Kriegs gewidmet. Im Mittelpunkt standen der Autor Karl Kraus und sein epochales Werk„Die letzten Tage der Menschheit“. Der Vortrag„Authentische Klage gegen den Krieg: ‚Die letzten Tage der Menschheit‘ von Karl Kraus als zeithistorische Quelle besonderer Art“ von Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb beleuchtete den Gegensatz zwischen dem Wien von Stefan Zweig, Arthur Schnitzler und der Wiener Moderne und dem Pandemoneon der Bösartigkeit, das Karl Kraus zeigt. Aus„Die letzten Tage der Menschheit“ las der Schauspieler, Regisseur und Produzent Hubert Kramar. Im Rahmen der Medienkooperationen der Wiener Vorlesungen wurden im Jahr 2014 insgesamt 14 Veranstaltungen von ORF III und weitere 22 für die Reihe„analytischdiskursiv“ auf OKTO TV aufgezeichnet. Themenbeilagen gab es im KURIER und in der Wochenzeitung„DIE FURCHE“. Wissenschaft 81 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat 2014 in bewährter Weise aus dem Verwaltungsvollzug der Landes- und Kommunalbehörden entstandenes Schriftgut, Unterlagen von Institutionen des Bundes auf dem Boden der Stadt Wien und private Sammlungsbestände, die für die Geschichte der Stadt Wien von Relevanz sind, archiviert und für KundInnen aus Forschung, Verwaltung und aus dem Kreis privater Interessenten zur Verfügung gestellt. Als wichtigste Werkzeuge dienten dazu das Wiener Archivinformationssystems(WAIS) und die Datenbank INFODAT WIEN des Wiener Landtages und Gemeinderates. Beide Datenbanken wurden mit einer Fülle weiterer Informationen ausgestattet, um bei der Suche nach Archivgut bzw. zu den Aktivitäten des Landtages und Gemeinderates gezieltere Zugriffe zu ermöglichen. Professionelle Beratung erhielten Interessierte durch das Archivteam im Lesesaal und durch Beantwortung telefonischer oder schriftlicher Anfragen. Um das Verständnis der komplexen Archivstrukturen für Recherchen zu erleichtern, führte das Archiv im Jahr 2014 für WissenschafterInnen sowie interessierte Laien insgesamt 24 Archivpräsentationen und Archivführungen durch an denen rund 600 Personen aus dem In- und Ausland teilgenommen haben. Der Schwerpunkt der Führungen lag bei universitären Gruppen. Daneben wurden auch ArchivarInnen, KollegInnen aus Magistratsabteilungen, SchülerInnen und SeniorInnen mit dem Archiv vertraut gemacht. Des Weiteren fand, wie in den Vorjahren, der besonders für Familien- und ortskundige„PrivatforscherInnen“ konzipierte Vortragszyklus „Kein Buch mit sieben Siegeln“ reges Interesse. Zu Themen aus Verwaltung, Archivwissenschaften und Stadtgeschichte haben im Jahr 2014 MitarbeiterInnen des Archivs zahlreiche Vorträge gehalten. Direktorin Dr.in Brigitte Rigele befasste sich im Rahmen einer im Österreichischen Staatsarchiv abgehaltenen Veranstaltung des EU-Projekts„Gedächtnis ohne Grenzen“ am 14. Mai mit dem Thema„Ins Gedächtnis der Stadt – Neue Wege für Forschung und Vermittlung“. Strategien zur Digitalisierung und Digitalisierungsprojekte des Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden von Dr.in Michaela Laichmann im Rahmen des Workshops„Lesesaal Internet“ im Bayerischen Staatsarchiv am 11. März präsentiert. Dr. Christoph Sonnlechner nahm am 3. und 4. April an der Tagung„Offene Archive 2.1“ im Hauptstaatsarchiv Stuttgart teil, wo er das„Wien Geschichte Wiki“ als ein Instrument der Interaktion von Archiv und interessierter Öffentlichkeit präsentierte. Das am 11. September 2014 offiziell vorgestellte Wiki konnte auch einem internationalen Publikum am zweiten jährlichen Treffen des International Council on Archives(ICA) in Girona/ Spanien(13. bis 15. Oktober) präsentiert werden. Im Rahmen der Tagung„The Congress of Vienna and its Global Dimension“ an der Universität Wien hielt Dr.in Klaralinda Ma-Kircher am 22. September einen Vortrag zum Thema„Vienna 1814/15 – The City and the Congress“. Dr. Andreas Weigl befasste sich bei dieser Tagung mit dem Thema„Urban Growth and Demographic Change: Vienna 1800–1830/50“. Auf der 33. Internationalen Tagung des Stadtarchivs Prag am 7. und 8. Oktober, die dem Thema„Unermessliche Verluste und ihre Bewältigung: Die Bevölkerung der europäischen Großstädte und der Erste Weltkrieg“ gewidmet war, hat sich Dr. Weigl zudem mit„Kriegsfolgen als Herausforderung für die kommunale und staatliche Verwaltung in der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien in der ersten Kriegshälfte(August 1914 – Sommer 1916)“ befasst. Archiv/ Bibliothek Archivbestände Ein wesentliches Projekt für die nächsten Jahre ist die systematische Erfassung von Altregistraturen im Magistrat, abseits der auf Veranlassung einzelner Dienststellen im Anlassfall ausgelösten Anbieterverfahren für ältere Unterlagen, deren Aussonderung und Archivierung nicht 82 Archiv/ Bibliothek KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 durch Akten- und Skartierungspläne geregelt ist. Für den Bereich der Krankenanstalten haben sich die auslösenden Faktoren im Jahr 2014 überschnitten: In den kommenden Jahren werden neun Krankenanstalten und Geriatriezentren des Krankenanstaltenverbundes geschlossen. Bei allen betroffenen Häusern muss eine Bestandsaufnahme der Altregistraturen gemacht und die vorhandenen Unterlagen archivisch bewertet werden. Außerdem werden alle Unterlagen, die bei der Schließung der Häuser noch nicht archivreif sind, die also noch einer rechtlichen Aufbewahrungsfrist unterliegen, zusammengeführt. Für diese werden, wie schon zuvor für den Magistrat, Akten- und Skartierungspläne erstellt. Neben dem großen Umfang der Unterlagen, ist es vor allem die Diversität der einzelnen Häuser – zum Beispiel bei der Führung von Krankengeschichten – die oft eine individuelle Bewertung der vermeintlich gleichen Schriftgutarten erforderlich macht. Neben den Krankenunterlagen bilden die Personalakten einen wesentlichen Bestandteil des Schriftgutes. Akten des Wiener Filmfonds aus dem Zeitraum 1976 bis 2006 wurden archivisch bewertet und erschlossen – dazu gehören neben dem Schriftgut als Belege abgegebene Filme, Trailer und ephemere Materialien. Auch für den Filmfonds wurde für die Zukunft ein Akten- und Skartierungsplan erstellt, der die wesentlichen Unterlagen über das von Wien geförderte Filmschaffen für die später einmal daran Interessierten sicherstellen wird. Unterlagen der Zentrale der Städtischen Büchereien aus dem Zeitraum 1935 bis 1992 sowie denselben Sachzusammenhang betreffende Akten des Kulturamtes wurden geordnet und erschlossen. Mit beiden Beständen werden damit – soweit die Schutzfristen abgelaufen sind – für die Kultur Wiens wesentliche historische Dokumente der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Das 2013 aus dem Parlamentsarchiv übernommene„Gauarchiv“ der NSDAP wurde geordnet und erschlossen. In diesem methodisch besonderen Fall wird nach dem Paradigma:„Ein Archiv archivieren“ vorgegangen. Die Ordnungsarbeiten zielen auf eine„Rekonstruktion“ ab, um die ideologisch geprägte Tätigkeit des Gauarchivs in der Überlieferungsbildung durch die Erhaltung und Wiederherstellung der ursprünglichen oder ursprünglich beabsichtigten Ordnung sichtbar zu machen. Bibliothek Die Archivbibliothek verzeichnete insgesamt 1 779 Neuzugänge. Es erfolgten weitere Ergänzungen und Kontrollen der Datensätze in der Bibliotheksdatenbank DABIS. Zu zusätzlichen Ordnungs- und Skartierungsarbeiten kam die Überarbeitung einzelner Signaturgruppen. Die Politische Dokumentation betreute 715 Periodika. Die korrigierte Eingabe des Karteikartenaltbestands in den Nominalkatalog des BIS-Datenpools befindet sich im fortgeschrittenen Stadium. Davon ableitbar besteht somit die Möglichkeit, den überwiegenden Teil der Politischen Dokumentation nicht nur über den Autor, sondern zusätzlich gezielt über Schlagwörter zu erschließen. Lesesaal/ Gutachten/ Stellungsnahmen 2014 wurden im Rahmen der Archivnutzung 7 844 schriftliche Anfragen vom Archivteam beantwortet und Meldeanfragen nach 6 400 Personen recherchiert. Im Lesesaal wurden 20 233 Aktenaushebungen getätigt. Auf die Web-Seiten auf wien.at erfolgten im Jahr 2014 insgesamt 5,9 Millionen Zugriffe. Auf die digitalisierten Urkunden auf monasterium.net wurde 12 146 Mal zugegriffen. Für folgende Ausstellungen wurden mittels 15 Leihverträgen Archivalien zur Verfügung gestellt: • 1945. Niederlage – Befreiung – Neubeginn, Stiftung Bruno Kreisky Archiv • Ringstraßenausstellung, Wien Museum Archiv/ Bibliothek 83 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 • Wally. Modell – Muse – Krankenschwester. Ein Frauenleben zum Beginn des 20. Jahr­ hunderts, Leopold Museum • Dokumentation zu Eugenie Schwarzwald, sogenanntes„Schwarzwald-Archiv“, Österreichische Nationalbibliothek • Ringstraßenausstellung, Wienbibliothek im Rathaus • Experiment Metropole – 1873: Wien und die Weltausstellung, Wien Museum • „Wir brauchen einen ganz anderen Mut!“ Stefan Zweig – Abschied von Europa, Österreichisches Theatermuseum • WIG 64. Die grüne Nachkriegsmoderne, Wien Museum • Kosher for … Essen und Tradition im Judentum, Jüdisches Museum Wien • Architekturausstellung, Vorarlberg Museum • Silver age, Österreichische Galerie im Belvedere • Wien im Ersten Weltkrieg – Stadtalltag in Fotografie und Grafik, Wien Museum • Bestattungsmuseum Wien(Luegerkirche) • Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen, Österreichisches Museum für angewandte Kunst • Wien 1365, Österreichische Nationalbibliothek 1 265 Entlehnungen erfolgten von internen Dienststellen des Magistrats und externen Behörden. Für wissenschaftliche Zwecke wurden 36 Bescheide für die Nutzung von Archivalien mit verkürzter Schutzfrist(§10 Abs. 3 Wiener Archivgesetz) für personenbezogene Daten ausgestellt, unter anderem zu den Themen„Menschen mit Behinderung in der Wiener Psychiatrie von der Nachkriegszeit bis in die 80er-Jahre“,„Jüdische Sportfunktionäre im Wien der Zwischenkriegszeit“,„ ,Verlängerter Arm der SS‘ oder vergessene Opfergruppe? Ein Beitrag zu einer Soziologie der Konzentrationslager am Beispiel der ,Berufsverbrecher‘ des KZ Mauthausen“, „Kriegsfolgen und Psychiatrie“,„Sexualität im austrofaschistischen Ständestaat 1933–1938“, „Romane Thana. Orte der Roma“,„ ,Das Private vor Gericht‘ – Nationalsozialistische Zivil- und Strafrechtspraxis“,„Geschichte der Arbeitsmigration nach Österreich“,„Vergleich der österreichischen-ungarischen Konsumgeschichte in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren“ und„Dr. Marianne Türk – Ärztin am Spiegelgrund, NS-Täterinnenforschung, Biographie, Geschlechterkonstruktionen in Gerichtsakten und Medien“. Publikationen und Vorträge Im Berichtsjahr wurden die Kleinausstellungen„Mangel – Hunger – Tod. Die Wiener Bevölkerung und die Folgen des Ersten Weltkriegs“ sowie„Wien 1814/15. Die Stadt und der Kongress“ im Wiener Stadt- und Landesarchiv gezeigt. Die Ausstellung„Der Wiener Gemeinderat und der Wiener Landtag – eine Zeitreise 1848–2013“ konnte im Sitzungssaal des Wiener Landtages und Gemeinderates während der Veranstaltung„Dein Rathaus – ein Tag der offenen Tür“ am 14. September 2014 vorgestellt werden. Ein Kapitel der Ausstellung beschäftigte sich mit der Entwicklung des Frauenanteils im Gemeinderat und im Landtag seit 1918. Die Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates wurde im Rahmen der Landtags­ direktorenkonferenz im Wiener Rathaus präsentiert. 84 Archiv/ Bibliothek• Publikationen und Vorträge KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 In der Reihe„Zeitzeugnisse“ wurden ausgewählte Schätze des Archivs im Internet vorgestellt, darunter der Strafakt von Otto Bauer, die Kurzbiographien zu Maria Theresia Paradis, Nanette Streicher, Bertha von Suttner und Christoph Willibald Gluck sowie einzigartige Telegramme rund um das Attentat von Sarajevo 1914. Im Rahmen der archiveigenen Publikationsreihe erschien die von Dr.in Brigitte Rigele und Mag.a Shoshana Duizend-Jensen verfasste kommentierte Quellenauswahl„75 Jahre Novemberpogrom 1938 in Wien“. Wissenschaftliche Projekte und Kooperationen Am 11. September 2014 ging„Wien Geschichte Wiki“ online – eine historische Wissensplattform der Stadt Wien. Die Grundlage bildet das Historische Lexikon Wien in sechs Bänden von Felix Czeike. Das Wiki führt Wissen von ExpertInnen aus Stadtverwaltung und Öffentlichkeit zusammen. Es wird gemeinsam vom Wiener Stadt- und Landesarchiv und der Wienbibliothek im Rathaus getragen und umfasste zu Jahresende 2014 bereits über 30 000 Artikel. Das Wiener Stadt- und Landearchiv ist Nationaler Kooperationspartner des vom Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung(FWF) geförderten, interdisziplinären Projekts„URBWATER – Vienna's Urban Waterscape 1683–1918“. In diesem Projekt wird der Einfluss der dynamischen aquatischen Umwelt des Wiener Raums auf die städtische Entwicklung untersucht: www.umweltgeschichte.uni-klu.ac.at/index,6536,URBWATER.html Das gemeinsam mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien finanzierte Projekt„Sicherung und Aufarbeitung des Filmarchivbestandes media wien“ wurde fortgesetzt. Die Vorarbeiten zur 17. und letzten Lieferung des Historischen Atlas von Wien konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Die Lieferung wird im 1. Quartal 2015 erscheinen und damit ein seit 1977 laufendes stadthistorisch-kartographisches Projekt sein Ende finden. Landtags- und Gemeinderatsdokumentation Für die Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT WIEN) wurden von Seiten der Landtags- und Gemeinderatsdokumentation die geplanten Erweiterungen und Verbesserungen in kontinuierlichem Kontakt mit der MA 14 intensiviert. Mit Stand Jänner 2015 sind 56 300 Beschlüsse, Gesetzesentwürfe, Anfragen, Anträge und ähnliches in der INFODAT WIEN online abrufbar. Das Projekt Digitalisierung der Sitzungsprotokolle und der Wörtlichen Protokolle des Landtages und Gemeinderates in Bezug auf die Rückerschließung bis 1945 und die Digitalisierung der Anfragen und Anträge im Landtag und Gemeinderat bis 1945 wurde weitergeführt, die Rückerfassung der Sitzungen des Gemeinderates und Landtages in der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates fortgesetzt. Bei dem Projekt„Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker“ wurde die Recherche und Eingabe von biographischen Daten der Mitglieder des Stadtsenates und der Abgeordneten zum Wiener Landtag und der Mitglieder des Gemeinderates im Zeitraum ab 1945 fortgesetzt und zurück auf den Zeitraum bis 1861 erweitert. Ebenso wurden alle Änderungen der Funktionsdaten der BezirksvorsteherInnen und StellvertreterInnen dokumentiert, diese sind online abrufbar. Publikationen und Vorträge• Wissenschaftliche Projekte und Kooperationen 85 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Mit der Freischaltung des Portals Wien.Geschichte.Wiki, der Erweiterung der digitalen Services„Wienbibliothek digital“ sowie mit einer breitenwirksamen Ausstellungs- und Veranstaltungspolitik – Schwerpunkt: Erster Weltkrieg – hat die Wienbibliothek 2014 wieder markante Akzente in Richtung Öffentlichkeit gesetzt. 2014 waren 9 610 BenützerInnen der Bestände zu verzeichnen. Zu diesen kommt die immer stärker werdende Gruppe der BesucherInnen von Ausstellungen, Symposien, Buchpräsentationen, Lesungen, Konzerten und Führungen mit 12 183 TeilnehmerInnen. Zusätzlich nutzten rund 315 000 virtuelle BesucherInnen die Angebote der Website der Bibliothek, vor allem die Online-Kataloge zum Recherchieren und Reservieren von Materialien, zunehmend aber auch die digitalen Bestände. Sonderprojekte Portal Wien.Geschichte.Wiki In Kooperation mit dem Stadt- und Landesarchiv Am 11. September 2014 präsentierte Stadtrat Mailath-Pokorny im Rahmen einer Pressekonferenz das Wien.Geschichte.Wiki, das auf dem sechsbändigen„Historischen Lexikon der Stadt Wien“ von Felix Czeike basiert. Mit mehr als 27 000 Einträgen ging das Wiki online. Die Zugriffe waren vom ersten Tag an erstaunlich – von 60 000 BesucherInnen im September stiegen die Zugriffe bis Dezember auf mehr als 100 000 pro Monat. Mit Ende 2014 waren knapp 34 000 Artikel online. Einen großen Teil des Zuwachses bildet dabei die im letzten Quartal des Jahres 2014 ins Wiki übertragene Personendatenbank der Wienbibliothek. Die Metadaten von mehr als 6 000 Personen wurden übernommen, bereits vorhandene Personen durch Daten aus der Personen­ datenbank ergänzt. Wienbibliothek Digital Auf der Website www.digital.wienbibliothek.at bietet die Wienbibliothek im Rathaus kostenlosen Zugang zu einer kontinuierlich wachsenden Sammlung an digitalisierten Büchern und Materialien. Ende 2014 waren 809 387 Dateien(Images) online, das ist ein Zuwachs um mehr als 600 000 Images gegenüber 2013. 2014 lag der Fokus der hinzugekommenen Materialien auf: • Erster Weltkrieg Im Fokus der Digitalisierung stand der Erste Weltkrieg. Im März 2014 wurde die umfangreiche Zeitungsausschnittsammlung zum Ersten Weltkrieg digital zur Verfügung gestellt. Den BenützerInnen kommt ein komfortabler Zugang über verschiedene Sucheinstiege – Kalender, Schlagwort oder Titel – zu gute. • Karten und Pläne Seit 2014 stehen nun auch digitale Pläne und Karten von Wien zur Verfügung. Dieser Bereich soll schon vorhandene Bestände wie die Wiener Adressbücher, Häuserschematismen oder Straßenverzeichnisse ergänzen. • Portheim-Katalog Seit 2014 steht auch der Portheim-Katalog in der digitalen Bibliothek zur Verfügung. In Max von Portheims Personenkatalog finden sich Informationen zu ca. 300 000 Personen der Habsburger Monarchie, die zwischen 1740 und 1792 gelebt haben. Unter Angabe der Quellen beinhalten sie Geburts- und Sterbedaten, Berufsbezeichnungen und sonstige bio-bibliographische 86 Sonderprojekte KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Informationen. Besonders wertvoll wird der Personenkatalog dadurch, dass sich in ihm nicht nur die Prominenz der Zeit widerspiegelt, sondern auch Personen aus der einfachen Bevölkerung aufgenommen wurden. Neuorganisation des Karl Kraus-Archivs In Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Theorie und Geschichte der Biographie Seit 2012 läuft ein zunächst auf vier Jahre befristetes Projekt, das sich sowohl die Neuorganisation des Karl Kraus-Archivs als auch die Erstellung einer virtuellen Biographie des streitbaren Publizisten zur Aufgabe gemacht hat. Das vielfältige in der Bibliothek vorhandene Material wird strukturiert anhand der Frage nach dem öffentlichen und dem privaten Karl Kraus, die in Buchbiographien bisher kaum konsequent behandelt werden konnte. Das Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer modular aufgebauten virtuellen Biographie zu Karl Kraus, die einen multiperspektivischen, nichtlinearen Zugang zu Kraus' Leben ermöglichen soll. 2014 wurde die Katalogisierung der losen Konvolute des Karl Kraus-Archivs abgeschlossen. Die verbleibenden ca. 330 gebundenen Konvolute wurden komplett gesichtet und der Digitalisierung zugeführt. Restitution und Provenienzforschung Von der Rückstellungs-Kommission wurden 2014 drei Vorlagen behandelt: ein Buch mit dem Provenienzvermerk„Oscar Wollheim“, Objekte aus dem Besitz von Ernst Moriz Kronfeld, in Deutschland aufgetauchte„Aschenbrödel“-Skizzen aus der Sammlung Strauss-Meyszner. Mittlerweile wurden alle Objekte einer abschließenden Entscheidung zur Restitution zugeführt, aus unterschiedlichen Gründen aber noch nicht ausgefolgt. In mehreren Fällen konnten bei der Suche nach RechtsnachfolgerInnen in Kooperation mit der Abteilung für Restitutionsangelegenheiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sowie anderen Bibliotheken und Institutionen zwar neue Erkenntnisse gewonnen, die Recherchen aber noch nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Sammeln Überblick über die wichtigsten Erwerbungen und Erschließungen der Wienbibliothek 2014 Druckschriftensammlung Der Online-Katalog der Druckschriftensammlung enthielt mit Ende des Jahres 2014 über 600 000 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nachlässe betrug rund 8 500 Bände. Neben dem Ankauf aktueller Wien-spezifischer Literatur konnten auch wertvolle alte Drucke angekauft werden, wie etwa ein Flugblatt zu einem Konzert von Joseph Lanner, mehrere seltene Barockdrucke – darunter auch ein kleinformatiges, mit Holzschnitten illustriertes Gebetbüchlein aus der Druckerei Heyinger aus dem Jahre 1699 –, zwei seltene Kinderbücher des Kunstdruckers Matthäus Trentsensky, sowie Nachlassbücher von Herbert Steiner und H. C. Artmann. Handschriftensammlung Die Vielfalt des kulturgeschichtlichen Sammelauftrags der Wienbibliothek spiegelt sich auch in den Neuerwerbungen der Handschriftensammlung des Jahres 2014 eindrucksvoll wider. Die wohl schönste Einzelerwerbung ist das unveröffentlichte, über 160 Blatt starke eigenhändige „Tagebuch einer im Jahre 1783 von Wien nach Galizien unternommenen Reise“(ZPH 1630) aus der Feder des österreichischen Aufklärers Joseph Franz Ratschky(1757–1810). An größeren Beständen erworben hat die Wienbibliothek den Nachlass von Ellen Müller-Preis(1912–2007), die 1932 in Los Angeles die Goldmedaille im Florett errang. Der Bestand dokumentiert in tausenden von erstklassigen Fotografien vor allem die sportliche Laufbahn der Grande Dame des österreichischen Fechtens(ZPH 1626). Der Nachlass der Wiener Schauspielerin Hedwig Sonderprojekte• Sammeln 87 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Pistorius(1906–2004) besticht durch die umfänglich überlieferten Korrespondenzen, insbesondere die Briefe der Eltern an die Tochter berichten vom problematischen Beginn ihrer beruflichen Karriere(ZPH 1640). Die Sammlung Emilie Gilewska dokumentiert in Briefen und Lebensdokumenten einer großbürgerlichen Familie des ausgehenden 19. Jahrhunderts die letzte Phase einer reichen Salonkultur(ZPH 1643). Spektakulär zu nennen ist die Erwerbung eines Teilnachlasses von Franz Sartori(1782–1832), der von 1814 bis zu seinem Tod oberster Bücherzensor in Wien war(ZPH 1645). Auch bei verschiedenen Auktionen im In- und Ausland nahm die Wienbibliothek erfolgreich teil. Zuletzt konnte im Dorotheum ein Splitternachlass von Carl Leopold Hollitzer(1874–1942) erworben werden, der reiche Korrespondenzen enthält, unter anderen mit Egon Friedell. Musiksammlung Aus dem historischen Notenarchiv des Musikverlags Doblinger kaufte die Musiksammlung 2014 unter anderem die eigenhändigen Reinschriften der„Trois morceaux pour piano“ von Ferruccio Busoni, eines um 1880 entstandenen und 1884 im Wiener Verlag Em. Wetzler veröffentlichten Frühwerks des damals in Graz, Triest und Wien lebenden Komponisten. Von den weiteren Erwerbungen aus der gleichen Quelle ist vor allem das Material zu der 1937 komponierten und bislang unbekannten Operette„Liebe kommt und Liebe geht“ von Ralph Benatzky nach einem Text von Leopold Jacobson und Bruno Hardt-Warden zu nennen; das Werk gelangte wohl wegen des„Anschlusses“ Österreichs 1938 nicht mehr auf die Bühne. Partituren und Klavierauszüge wenig bekannter Operetten erstand die Musiksammlung auch aus dem Archiv des Theaterverlags Eirich. Hervorzuheben ist hier insbesondere das Autograph des Einakters „Damenduell“ von Josef Bayer, dem Komponisten der„Puppenfee“. Den bisherigen Bestand vermehrend bezog die Wienbibliothek aus Familienbesitz einen Teilnachlass des Operettenkomponisten Bruno Granichstaedten, enthaltend gedruckte und unveröffentlichte Kompositionen, maschinschriftliche Librettotexte und Bühnenbildentwürfe. Einen wertvollen Zuwachs erfuhr auch die Hermann Leopoldi-Sammlung der Wienbibliothek durch das Geschenk von neun Schellack-Platten mit Einspielungen seiner Kompositionen durch ihn selbst, Betja Milskaja und Helly Möslein. Aus dem Musikantiquariat Hans Schneider ergänzte die Wienbibliothek schließlich ihre Sammlung von Notendrucken Wiener Musikverlage der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Plakatsammlung Die Plakatsammlung konnte exklusive der von der Gewista abgelieferten Pflichtexemplare 956 Neuzugänge verzeichnen. Statistische Kennzahlen Benützung und BesucherInnen Druckschriftensammlung 7 951 BenützerInnen 9 861 ausgegebene Medien 2 891 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung 1 248 BenützerInnen 3 735 ausgegebene Medien 559 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Musiksammlung 343 BenützerInnen 1 456 ausgegebene Medien 793 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen 88 Sammeln• Statistische Kennzahlen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Plakatsammlung 68 BenützerInnen(Spezialbenützung) 687 ausgegebene Medien 291 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Dokumentation 771 ausgegebene Medien(Mappen Tagblatt-Archiv) 271 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Sonstige BesucherInnen 9 419 BesucherInnen von Veranstaltungen(Lesesaal, Loos-Räume, Medientermine) 2 767 TeilnehmerInnen an Führungen Die BesucherInnen im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek sowie externer Ausstellungen werden nicht erfasst. BenützerInnen und BesucherInnen gesamt 9 610 Personen Benützung 12 183 Personen Veranstaltungen und Führungen 21 793 Personen gesamt Dazu kamen 315 460 BenützerInnen der virtuellen Angebote der Wienbibliothek. Eigene Ausstellungen Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg 1914–1918 15. November 2013 bis 23. Mai 2014, Ausstellungsraum und Foyer der Wienbibliothek Die Jahre 1914 bis 1918 hinterließen im Gedächtnis der Groß- und Urgroßeltern Erinnerungen an Hunger, Kälte und Entbehrungen, mit Tuberkulose und Spanischer Grippe sowie einer stark erhöhten Sterblichkeitsrate. Überdies hinterließ der Erste Weltkrieg Wien mit einer gebrochenen politischen Identität: Die Rolle der Reichshaupt- und Residenzstadt war ausgespielt. Auf Betreiben des Wiener Bürgermeisters Richard Weiskirchner wurde während des Ersten Weltkriegs in den damaligen Städtischen Sammlungen(heute: Wienbibliothek und Wien Museum) eine„Kriegssammlung“ angelegt, um die„große Zeit“ zu dokumentieren. Dazu gehören Briefe an den Bürgermeister ebenso wie Wandplakate, Kriegserinnerungen, Kokarden, Medaillen, Verschlussmarken oder Lebensmittelkarten, die exemplarisch in der Ausstellung präsentiert wurden. Die kuriosesten Stücke waren das konservierte„Kriegsbrot“ oder die Fläschchen mit Ersatzlebensmitteln. Begleitet wurde die Ausstellung von einem Blog, der die Geschichte der Stadt von 1914 bis 1918 aufbereitet: https://erster-weltkrieg.wien.gv.at „Es ist Frühling, und ich lebe noch“. Eine Geschichte des Ersten Weltkriegs in Infinitiven. Von Aufzeichnen bis Zensieren 6. Juni 2014 bis 30. Jänner 2015, Ausstellungsraum der Wienbibliothek Die Ausstellung präsentierte rund dreihundert Exponate aus der Handschriftensammlung der Wienbibliothek, deren Anordnung thematisch in fünfzehn Infinitiven erfolgte. Ausgangspunkt hierfür war eine Sprachschöpfung von Roda Roda, der in einem Brief vom 26. Juli 1914 davon sprach,„kriegsberichterstatten“ zu wollen. Im Kapitel„Aufzeichnen“ wurden Kriegstagebücher von Kombattanten an allen Fronten neben solchen von Nichtkämpfern gezeigt. Im Abschnitt„Dichten“ standen die Produzenten vaterländischer Lyrik im Mittelpunkt, aber auch Heimito von Doderer, der in sibirischer Gefangenschaft zum Dichter wurde. Statistische Kennzahlen• Eigene Ausstellungen 89 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Beim Infinitiv„Fotografieren“ zeigte die Ausstellung Aufnahmen vom uniformierten Arnold Schönberg genauso wie von Cesare Battisti auf dem Weg zur Exekution. Das Lemma„Gefangen“ dokumentierte den Alltag von Künstlern im Lager, beispielsweise die Theateraktivitäten des für seine Wienerlieder bekannten Komponisten Ludwig Gruber. Unter„Kommunizieren“ begegnete man etwa dem zehnjährigen Hans Weigel, der für die Rückkehr seines Vaters aus Russland betete oder Moritz Erwin von Lempruch, der Karl Kraus den Sinn des Hochgebirgskriegs erklärte. Im Kapitel„Lesen“ wurden Elise und Helene Richter beschrieben. Mit Briefen an die Daheimgebliebenen befasste sich„Lieben“. Josef Engelhart, Egon Schiele und Anton Kolig waren neben Oskar Kokoschka beim Stichwort„Malen“ vertreten. Weitere Kapitel beschäftigten sich mit„Mustern“ und„Pflegen“. Im Kapitel„Sterben“ fand sich das titelgebende Zitat, das von dem am 13. Juli 1915 gefallenen Expressionisten Erich Baron stammt. Mit der Not vieler Künstler befasste sich der Abschnitt„Versorgen“.„Verweigern“ erinnerte an kriegskritische Stimmen wie jene von Wilhelm Börner und Karl Otten, die beide ins Gefängnis mussten. Den Abschluss bildeten Beispiele zum Thema„Zensieren“. Rainer Wölzl: Bildgeschwader 13. Juni bis 17. Oktober 2014, Installation im Foyer und in den Benützungsräumen der Wienbibliothek Auf Einladung der Wienbibliothek gestaltete der Wiener Künstler Rainer Wölzl eine künstlerische Intervention mit dem Titel„Bildgeschwader“, anknüpfend an Karl Kraus' Begriffsbildung„Wortgeschwader“. In den Jahren 2013 und 2014 hat der Künstler mehrere hundert Monotypien geschaffen, die auf künstlerische und literarische wie auch mediengeschichtliche Vor- und Gegenbilder in der Kriegsdarstellung reagieren. Traumfabrik auf dem Eis. Von der Wiener Eisrevue zu Holiday on Ice 1. Oktober 2014 bis 25. Jänner 2015, Wiener Stadthalle, Tickethalle und Halle D Stars wie Eva Pawlik, Ingrid Wendl oder Emmerich Danzer, Musik von Robert Stolz sowie opulente Kostüme, Wiener Charme und sportliche Klasse – mit dieser Mischung begeisterte die Wiener Eisrevue fast dreißig Jahre lang Millionen von Menschen. Sie präsentierte Wien als die Stadt der Musik, vor allem des Walzers und der Operette. Auf dem Eis entstand ein imaginäres Alt-Wien. Das unterschied die Wiener Eisrevue von ihren Konkurrentinnen und stieß beim Publikum auf Begeisterung. Gegliedert nach Themen wie„Stars auf dem Eis“,„Der Apparat des Erfolgs“ oder„Von Wien in die Welt“ zeigte die Ausstellung den Glanz der Eisrevue. Sie blickte aber auch auf die harte Arbeit hinter den Kulissen sowie die historischen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Sie zeigte die Entstehung der Wiener Eisrevue unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf Basis der„Eisrevue Karl Schäfer“ und fragte nach der Funktion der harmlos-schönen Wien-Bilder, die vor allem in den 50er-Jahren Konjunktur hatten. Die großen Erfolge der Wiener Eisrevue über mehrere Jahrzehnte wurden ebenso wie auch ihre finanziellen Probleme und der Verkauf im Jahr 1970 thematisiert. Vienna Windows – Auslage in Arbeit. Martin Frey und Hanna Schimek, 2012–2014 28. Oktober 2014 bis 30. Jänner 2015, Foyer der Wienbibliothek Im Rahmen von Eyes On. Monat der Fotografie Oft sind es trübe Glasscheiben, manchmal jedoch auch blank geputzte Fenster von Geschäftsportalen, hinter denen sich rätselhafte Objekte dem flüchtigen Blick der Passanten anbieten. Diese Gegenstände wurden leidenschaftlich arrangiert und erzählten Geschichten über eine Gegenwart, die besondere Arrangements erfordert, oder über längst vergangene Zeiten, in denen die Geschäfte gut gingen. Es sind die unscheinbaren Dinge des Alltäglichen, die sich in dieser Ausstellung neuen Interpretationen erschlossen und Einblicke in das Leben der Stadt gewährten. Die österreichische Wortschöpfung„Auslage in Arbeit“ als programmatischer Titel dieses Projekts wurde zur Metapher für die fortlaufenden Veränderungen des Stadtbildes. Die KünstlerInnen Hanna Schimek und Martin Frey verstanden die Ausstellung als Beitrag zur 90 Eigene Ausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Alltagsgeschichte der Stadt und als fotografische Hommage an die kleinen Geschäftslokale Wiens, deren Fortbestand einen unschätzbaren Beitrag zur Vielfalt und Lebendigkeit des urbanen Lebensraums darstellen. Dauerausstellung Wohnung Bartensteingasse 9/5 Seit 2013 ist ein musealer Rundgang durch die Wohnung möglich: In der für Ringstraßenbauten typischen großzügigen Raumaufteilung bildet das Speisezimmer von Adolf Loos von 1907 den eindrucksvollen Höhepunkt. Herrenzimmer und Musiksalon werden heute als Veranstaltungsräume genutzt. Eine ausführliche Dokumentation der Bauherren- und Wohnungsgeschichte sowie von Leben, Werk und Schriften von Adolf Loos ergänzen das Genuine des prächtigen Raumensembles. Zudem bereitet die heutige„Bewohnerin“ der Räumlichkeiten, die Musiksammlung der Wienbibliothek, ihre Zimelien und Pretiosen von Schubert, Lanner und Strauss, Wolf und Krenek und anderen auf. Wechselnde Kleinausstellungen wie„Best of Musiksammlung“(Oktober 2013 bis Juni 2014) sowie ein Annex zur Ausstellung„Es ist Frühling, und ich lebe noch“ zu Ludwig Grubers Fronttheater und zu Bruno Granichstaedten(6. Juni 2014 bis 30. Jänner 2015) machen auch auf die vielfältigen Bestände der Musiksammlung aufmerksam. Veranstaltungen Buchpräsentationen Uwe Schütte Unterwelten. Zu Leben und Werk von Gerhard Roth St. Pölten: Residenz Verlag 2013 15. Jänner 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Gerhard Roth im Gespräch mit Uwe Schütte, Moderation: Jessica Beer Wolfgang Maderthaner/ Michael Hochedlinger(Hg.) Untergang einer Welt. Der Große Krieg 1914–1918 in Fotografien und Texten Wien-München: Brandstätter Verlag 2013 22. Jänner 2014, Wiener Rathaus, Wappensaal Wolfgang Maderthaner im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer Evelyn Adunka/ Gabriele Anderl Jüdisches Leben in der Wiener Vorstadt – Ottakring und Hernals Wien: Mandelbaum Verlag 2013 30. Jänner 2014, Musiksammlung Wienbibliothek – Loos-Räume Mit den Autorinnen und Rosina Kohn(Erinnerungen), Moderation: Georg Traska und Christoph Lind Christa Hämmerle Heimat/ Front. Geschlechtergeschichte(n) des Ersten Weltkriegs in Österreich-Ungarn Wien: Böhlau Verlag 2014 12. Februar 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Brigitta Bader-Zaar, Ingrid Bauer und Chris Pichler(Lesung) Juergen Hein/ Walter Obermaier(Hg.) Ferdinand Raimund: Historisch-Kritische Ausgabe. Band 1 Wien: Deuticke Verlag 2014 19. März 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Mit den Herausgebern, Robert Reinagl(Lesung und Gesang) und Georg Wagner(Klavier) Eigene Ausstellungen• Veranstaltungen 91 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Jörn Leonhard Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs München: C. H. Beck 2014 20. März 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Jörn Leonhard im Gespräch mit Peter Lachnit Ernst Piper Nacht über Europa. Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs Berlin: Propyläen Verlag 2013 26. März 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Ernst Piper, Erich Klein und anderen Ernst Kaufmann Wiener Herz am Sternenbanner. Bruno Granichstaedten – Stationen eines Lebens Lich: Verlag Edition AV 2014 3. April 2014, Musiksammlung Wienbibliothek – Loos-Räume Mit Ernst Kaufmann, Thomas Aigner und Herbert Prikopa Geert Buelens Europas Dichter und der Erste Weltkrieg Berlin: Suhrkamp Verlag 2014 24. April 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Im Gespräch Geert Buelens mit Alfred Pfoser, Moderation und Übersetzung: Philipp Blom wortstaetten n°5. Anthologie. Das Buch zum interkulturellen Autorentheaterprojekt Wiener Wortstaetten Wien: Edition Exil 2014 29. April 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Hans Escher und Bernhard Studlar, Lesungen: brahim Amir, Azar Mortazavi, Semir Plivac und SchülerInnen des bfi Margaretenstraße und Musik: Özlem Bulut Trio Karl Fallend/ Klaus Posch(Hg.) Rosa Dworschak: Zur Geschichte der Sozialarbeit und Sozialarbeitsforschung[Band 6]/ Dorfgeschichten aus der Großstadt[Band 7] Wien: Löcker Verlag 2014 Band 6 und 7 der von Thomas Aichhorn herausgegebenen Schriftenreihe zur Geschichte der Sozialarbeit und Sozialarbeitsforschung„Zur Praxis und Theorie der psychoanalytischen Sozialarbeit“ 14. Mai 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Mit den Herausgebern, Annegret Huber, Eva Mayerhofer, Fritz Trümpi, Martin Schenk, Judit Varga(Klavier), Anna Hauer(Lesung) Hans Otto Ressler Die Irreführung. Über das Trügerische der Kunst Klosterneuburg: Edition Va Bene 2014 21. Mai 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Tobias G. Natter im Gespräch mit Otto Hans Ressler Gerhard Oberkofler/ Manfred Mugrauer Georg Knepler. Musikwissenschaftler und marxistischer Denker aus Wien Innsbruck: Studienverlag 2014 27. Mai 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Mit Gerhard Oberkofler, Manfred Mugrauer und John Knepler 92 Veranstaltungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Marcel Atze/ Kyra Waldner(Hg.) „Es ist Frühling, und ich lebe noch“. Eine Geschichte des Ersten Weltkriegs in Infinitiven. Von Aufzeichnen bis Zensieren St. Pölten: Residenz Verlag 2014 5. Juni 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Das auf den Beständen der Handschriftensammlung der Wienbibliothek und deren Nachlässen basierende Buch spiegelt den Ersten Weltkrieg in persönlichen Briefen, Dokumenten, Fotografien und Aufzeichnungen wider: Stefan Zweig berichtet aus Przemysl, Arnold Schönberg lässt sich in Uniform fotografieren, Roda Roda schickt seiner Mutter ein Porträt mit dem Titel„Hier hast Du Deinen Sohn im Kriegszustand“, Friedrich Qualtinger schreibt Briefe von der Front an seine Braut und der junge Hans Weigel an seinen Vater nach Sibirien. Erstmals publizierte Briefe, persönliche Tagebuchaufzeichnungen, Fotografien und Dokumente aus den kulturhistorisch bedeutsamen Nachlässen in der Wienbibliothek machen den Ersten Weltkrieg unmittelbar erfahrbar: Die mit Infinitiven wie„Dichten“,„Essen“,„Kämpfen“,„Lieben“ oder „Sterben“ überschriebenen Kapitel geben dem reich illustrierten Bildband eine besondere Struktur und zeigen den Einbruch des Kriegs in heile Lebenswelten. Mit Marcel Atze, Kyra Waldner und anderen Gerhard Loibelsberger(Hg.) Wiener Seele. Spannendes und Skurriles aus der Donaumetropole Meßkirch: Verlag Gmeiner 2014 10. September 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Gerhard Loibelsberger Agnes Pistorius Heroine unterm Hakenkreuz. Hedwig Pistorius 1906–2004. Ein Lebensbild Wien: Praesens Verlag 2014 18. September 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Agnes Pistorius im Gespräch mit Oliver Rathkolb, Lesung: Renate Egger Jens Ebert(Hg.) Vom Augusterlebnis zur Novemberrevolution. Briefe aus dem Weltkrieg 1914–1918 Göttingen: Wallstein Verlag 2014 25. September 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Jens Ebert, Nicola Kirsch und Roland Koch(Lesung) Hazel Rosenstrauch Congress mit Damen. 1814/15: Europa zu Gast in Wien Wien: Czernin Verlag 2014 1. Oktober 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Hazel Rosenstrauch im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer Sonya Winterberg/ Yury Winterberg Kleine Hände im Großen Krieg: Kinderschicksale im Ersten Weltkrieg Berlin: Aufbau Verlag 2014 20. Oktober 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Kyra Waldner, Sonya Winterberg und Yury Winterberg, Moderation: Sibylle Hamann Evelyne Polt-Heinzl/ Daniela Strigl/ Ulrike Tanzer(Hg.) Marie von Ebner-Eschenbach: Aus Franzensbad. Das Gemeindekind[Band 1]/ Lotti, die Uhrmacherin. Unsühnbar[Band 2] Leseausgabe in vier Bänden Veranstaltungen 93 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 St. Pölten: Residenz Verlag 2014 22. Oktober 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Mit den Herausgeberinnen und Gerti Drassl(Lesung) Kazumi Negishi Joseph Laska(1886–1964). Ein österreichischer Komponist und Dirigent in Japan Wien: Böhlau Verlag 2014 17. November 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Mit Kazumi Negishi und Joseph Reitinger-Laska und Musik: Junko Kuribayashi, Wolfgang Golds, Daniel Hoyem-Cavazza Helmut Brenner/ Reinhold Kubik Mahlers Menschen. Freunde und Weggefährten St. Pölten: Residenz Verlag 2014 20. November 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Mit Reinhold Kubik Hannes Leidinger/ Verena Moritz/ Karin Moser/ Wolfram Dornik Habsburgs schmutziger Krieg. Ermittlungen zur österreichisch-ungarischen Kriegsführung 1914–1918 St. Pölten: Residenz Verlag 2014 25. November 2014, Wiener Rathaus, Stadtsenatssitzungssaal Die AutorInnen im Gespräch, Moderation: Herbert Lackner Bernhard Hachleitner/ Isabella Lechner(Hg.) Traumfabrik auf dem Eis. Von der Wiener Eisrevue zu Holiday on Ice Wien: Metroverlag 2014 3. Dezember 2014, Wiener Stadthalle Das Buch basiert auf einem von Will und Edith Petter übergebenen großen Bestand, der unter dem Konvolut„Wiener Eisrevue“ in der Wienbibliothek aufbewahrt wird. Die Wiener Eisrevue war die große„Traumfabrik“ der Nachkriegszeit. Die sogenannten„Eis-Operetten“, eine besondere Mischung aus Sport, Erotik und Humor, avancierten zum Exportschlager und erreichten europaweit ein Millionenpublikum. Reich illustriert präsentiert dieser Bildband die opulenten Inszenierungen und porträtiert Stars wie Eva Pawlik, Emmy Puzinger oder Emmerich Danzer. Er lenkt den Blick aber auch hinter die Kulissen: auf das ökonomische Funktionieren und auf die populärkulturellen und politischen Funktionen der Wiener Eisrevue. Der chronologische Bogen reicht dabei über fast drei Jahrzehnte bis zu Holiday on Ice, in der die Wiener Eisrevue schließlich aufgegangen ist. Mit den HerausgeberInnen und Ingrid Wendl(Lesung) Lesungen/ Vorträge Migration im Wartezimmer 17. September 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Im Rahmen des Projekts WIENerWARTEN wurden die faktischen und gefühlten Seiten der „Geduldsprobe Migration“ erforscht und der Charakter der Stadt im Warten und Erwarten beschrieben. Lesung von Olja Alvir und Aret Aleksanyan, moderiert von Todor Ovtcharov Kriminacht 23. September 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Edith Kneifl und Hannes Gastinger lasen aus Edith Kneifls Wien-Krimi„Endstation Donau“. 94 Veranstaltungen• Lesungen/ Vorträg KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Lebende Kriegsdenkmäler 13. November 2014, Neue Zahnklinik, Großer Hörsaal Marcel Atze im Gespräch mit Johannes Kirchner(Leiter des Zahnmuseums Wien) und Gabriele Dorffner(Historikerin), Lesung von Hannes Gastinger Tagungen, Konferenzen und Symposien Tanz-Signale 2014: Strauss-Musik –„Weltmusik“? 13. bis 16. März 2014, Residenz Zögernitz und Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien, Großer Hörsaal In Kooperation mit dem Wiener Institut für Strauss-Forschung und dem Institut für Musik­ wissenschaft der Universität Wien Atempause. Intellektuelle Nachkriegskonzeptionen 1943–1947 Internationales Kolloquium des Ludwig Boltzmann Clusters Geschichte 23. und 24. April 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Storylines and Blackboxes. Konstellationen auto/biographischer Erzählungen über Gewalt­ erfahrungen im Kontext des Zweiten Weltkriegs 22. bis 24. Mai 2014, Haus-, Hof- und Staatsarchiv und Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume In Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien, dem Institut für Zeitgeschichte sowie dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien Zurück in die Zukunft – Digitale Medien und historisch Buchforschung Interdisziplinäres Symposium der Gesellschaft für Buchforschung 16. und 17. Oktober 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Carl Goldmark(1830–1915). Werk, Leben, kulturelles Umfeld und Rezeptionsgeschichte Eine Tagung aus Anlass seines 100. Todestages 27. bis 29. November 2014, Universität für Musik und darstellende Kunst, Festsaal In Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte und der Universität für Musik und darstellende Kunst Symposium Tradition in der Wiener Moderne 15. und 16. Dezember 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume In Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie und dem Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Wien Musikveranstaltungen „Rosa, wir fahr’n nach ód ‘ !“ Wiener Musik im Großen Krieg – Melodram einer brennenden Welt Finissage der Ausstellung„Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg 1914–1918“ 15. Mai 2014, Wiener Rathaus, Festsaal In Kooperation mit dem Wienerlied-Festival„wean hean“ und dem Institut für Historische Intervention Konzert und Historische Erzählung Musik von Hannes Löschel, Wolfgang Vincenz Wizlsperger, Thomas Berghammer und Theresa Eipeldauer. Durch den Abend führten Christoph Lind und Georg Traska. Lesungen/ Vorträge• Tagungen, Konferenzen und Symposien• Musikveranstaltungen 95 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Musikwissenschaftliche Soiree: Neues zu Strauss und Lanner 30. Oktober 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume In Kooperation mit dem Freundeskreis des Wiener Johann Strauss-Orchesters Konzert mit den Neuen Wiener ConcertSchrammeln Charles Kálmán – es gibt nur ein Wien auf dieser Welt Gesprächskonzert 16. Dezember 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Musikalisches Programm mit Werken von Charles Kálmán, aufgeführt vom Lehrgang Klassische Operette der Konservatorium Wien Privatuniversität unter der Leitung von Wolfgang Dosch; mit Topsy Küppers(Gesang), Harumichi Fujiwara(Klavier) und Klara Torbov(Klavier) Weitere Veranstaltungen Offenes Rathaus – Internationaler Frauentag 8. März 2014, Wiener Rathaus Die Wienbibliothek beteiligte sich mit den Führungen„Auf den Spuren bedeutender Frauen. Ein Streifzug durch die Wienbibliothek“ und„Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg 1914–1918“, inklusive Führung durch die laufende Ausstellung. Der Wehrmann in Eisen und das Wiener Rathaus im Ersten Weltkrieg 9. April 2014, MUSA und Wiener Rathaus Präsentation und Expedition In Kooperation mit dem MUSA Museum Startgalerie Artothek Tag der offenen Tür im Rathaus 14. September 2014, Wiener Rathaus Neben der klassischen Rathausführung waren an diesem Tag zahlreiche Raritäten des Hauses zugänglich, etwa der Dachboden über dem Festsaal oder der Tiefspeicher der Wienbibliothek. Tag des Denkmals 28. September 2014 Die Wienbibliothek beteiligte sich mit Führungen durch die Loos-Räume in der Bartensteingasse 9, den historischen Lesesaal sowie durch die Ausstellung„Es ist Frühling, und ich lebe noch“. ORF-Lange Nacht der Museen 4. Oktober 2014, Stadthalle Die Wienbibliothek war mit ihrer Ausstellung„Traumfabrik auf dem Eis. Von der Wiener Eisrevue zu Holiday on Ice“ zu Gast in der Wiener Stadthalle, die mit dieser Ausstellung und anderen Höhepunkten an der Langen Nacht der Museen teilnahm. 25 Jahre L'Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft 28. November 2014, Wiener Rathaus, Wappensaal Festveranstaltung und Präsentation der Jubiläumsausgabe mit Ute Frevert, Gabriella Hauch und Christa Hämmerle 96 Musikveranstaltungen• Weitere Veranstaltungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Verein der Freunde der Wienbibliothek Die Aufgabe dieses Vereins ist, FreundInnen und FörderInnen zu gewinnen, die die Interessen der Bibliothek nach Außen vertreten und diese bei der Gewinnung von SponsorInnen unterstützen. Exklusiv für dessen Mitglieder fanden 2014 folgende Termine statt: Hintergrundgespräch und Führung zum Karl Kraus-Archiv 11. Februar 2014, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume mit Dr. Katharina Prager Führung in die neu erbaute Bibliothek der Wirtschaftsuniversität(Zaha Hadid) 25. Februar 2014, Lobby der WU-Bibliothek, Gebäude LC mit Direktor Nikolaus Berger, MA Ausstellungsbeteiligungen Die Wienbibliothek beschickte 17 Ausstellungen in Österreich sowie vier Ausstellungen im Ausland mit Leihgaben. Beteiligung an Ausstellungen in Österreich • Euphorie und Unbehagen. Das jüdische Wien und Richard Wagner 24. September 2013 bis 16. März 2014, Jüdisches Museum Wien • Tote reisen schnell. Vampire in der Steiermark 29. Jänner bis 29. September 2014, Stadtmuseum Graz • Totentanz – Egger-Lienz und der Krieg 5. März bis 9. Juni 2014, Belvedere Wien, Orangerie • Die Ersten Europäer 23. März bis 7.Oktober 2014, Jüdisches Museum Hohenems • Weltuntergang. Jüdisches Leben und Sterben im Ersten Weltkrieg 1. April bis 14. September 2014, Jüdisches Museum Wien • WIG 64. Die grüne Nachkriegsmoderne 9. April bis 31. August 2014, Wien Museum • Unter dem Doppeladler. Das britische Regiment von Kaiser Franz Josef. 1 st Queens Dragoon Gards 2. Mai bis 26. Oktober 2014, Museum der Stadt Bad Ischl • Trotzdem Kunst! Österreich 1914 bis 1918 9. Mai bis 15.September 2014, Leopold Museum Wien • Experiment Metropole 1873. Wien und die Weltausstellung 15. Mai bis 28. September 2014, Wien Museum • Rossinimania 5. bis 27. Juni 2014, Schüttspeicher, Salzburg • Trägt die Sprache schon Gesang in sich... – Richard Strauss und die Oper 12. Juni 2014 bis 9. Februar 2015, Österreichisches Theatermuseum • Silver Age – Russische Kunst in Wien um 1900 27. Juni bis 28. August 2014, Unteres Belvedere, Wien • Weihnachten bin ich zu Hause. Plakate und Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg 25. September bis 5. Dezember 2014, Stadtmuseum Innsbruck Verein der Freunde der Wienbibliothek• Ausstellungsbeteiligungen 97 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 • Gekommen um zu bleiben – 50 Jahre Arbeitsmigration 2. bis 24. Oktober 2014, Landesdienstleistungszentrum, Linz • Kosher for … – Essen und Trinken im Judentum 8. Oktober 2014 bis 8. März 2015, Jüdisches Museum Wien • Wien im Ersten Weltkrieg. Stadtalltag in Fotografie und Grafik 16. Oktober 2014 bis 18. Jänner 2015, Wien Museum • Gesammelt, gelesen, gewidmet. Aus Bibliotheken von Schreibenden 29. Oktober 2014 bis 17.März 2015, StifterHaus/ Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, Linz Beteiligung an Ausstellungen im Ausland • Frederick Kiesler – El escenario explota 3. Oktober 2013 bis 12. Jänner 2014, La Casa Encendida, Madrid • Georg Büchner – Revolutionär mit Feder und Skalpell 13. Oktober 2013 bis 26. Februar 2014, Institut Mathildenhöhe, Darmstadt • Österreichs Antwort. Hugo von Hofmannsthal im Ersten Weltkrieg 8. April bis 3. Juni 2014, Freies Deutsches Hochstift/ Frankfurter Goethe-Haus, Frankfurt am Main • Focus on Reality. Pioneers of Sound 19. Dezember 2014 bis 1.Februar 2015, WINZAVOD Centre for Contemporary Art, Moskau Kooperationen Mit folgenden Organisationen und Initiativen fanden 2014 im Rahmen von Veranstaltungen oder Projekten Kooperationen statt: Aufbau Verlag, Beck Verlag, Böhlau Verlag, Brandstätter Verlag, Czernin Verlag, Deuticke Verlag, Edition Exil, Edition Va Bene, Exilarchiv der Deutschen Nationalbibliothek, eyes.on. Monat der Fotografie Wien, Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57), Freundeskreis des Johann Strauss-Orchesters, Gesellschaft für Buchforschung, Gmeiner Verlag, Institut für Historische Intervention, Jüdisches Museum Wien, Konservatorium Wien Privatuniversität, Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Löcker Verlag, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, Mandelbaum Verlag, Metroverlag, MUSA Museum Startgalerie Artothek, ORF – Lange Nacht der Museen, Residenz-Verlag, Österreichische Akademie der Wissenschaften – Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Praesens Verlag, Propyläen Verlag, Studienverlag, Suhrkamp Verlag, Tag des Denkmals, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Universität Wien – Institut für Europäische Ethnologie, Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft, Institut für Musikwissenschaften, Institut für Zeitgeschichte, Verlag Edition AV, Wallstein Verlag, wean hean – Das Wienerliedfestival, Wien Museum, Wiener Institut für StraussForschung, Wiener Stadthalle, Wiener Stadt- und Landesarchiv(MA 8), Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI), Wienwoche 2014, Zahnmuseum Wien 98 Ausstellungsbeteiligungen• Kooperationen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM WIEN MUSEUM Ein Ausblick zu Beginn des Rückblicks Das Wien Museum geht in eine bewegte Zukunft. Nach der politischen Entscheidung für die bauliche Erneuerung und Erweiterung des Standorts am Karlsplatz wurden im September 2014 auch die Weichen für den Wechsel des künstlerisch-wissenschaftlichen Direktors des städtischen Museums gestellt. Ab 1. Oktober 2015 wird der Historiker und Kulturmanager Matti Bunzl die Leitung des Wien Museums übernehmen und auch die Umsetzung des Neubaus am Karlsplatz begleiten. Das neue Depot geht in Betrieb Im Dezember 2014 war es soweit. In den Geschoßen des neuen Depots des Wien Museums in Himberg waren alle Objekte an ihrem Zielort angelangt – die Übersiedelung war abgeschlossen. Die Hauptaufgabe des Teams im letzten Jahr war die digitale Verstandortung der fertig eingeräumten Objekte in der Objektdatenbank. Auf einer Gesamtnutzfläche von 11 225 m 2 lagern jetzt die Sammlungsbestände unter zeitgemäßen konservatorischen Bedingungen, die davor auf neun Depots in der Stadt verteilt waren. 2015 wird zu diesem Großprojekt eine umfassende Publikation erscheinen, denn es ist viel geschehen – von der mengenmäßigen Erfassung der Sammlungsbestände, über die Überprüfung der Datensätze, die Zusammenfassung in Konvolute, die Planung, welche Objekte welche optimale Lagertechnik verlangen, die Aufteilung auf die Geschoße des Depots, die Transporte an sich, die Einlagerung der Objekte und schließlich ihre digitale Verstandortung. Diese Prozesse betrafen sowohl restauratorische wie auch kuratorische Zugänge und behandelten neben objektspezifischen Fragen auch Themen wie Sicherheit, leichte Zugänglichkeit für die Beforschung und einfache Entnahmemöglichkeit im Falle von Ausstellungsprojekten. In Summe wurde der Sammlung des Wien Museums ein neues Vorzeige-Zuhause geschaffen, an dessen Erfolg zahlreiche Personen mit ihren Ideen und Fähigkeiten beteiligt waren. Bewahren und Sammeln Digitalisierung Im Bereich der Digitalisierung von Sammlungsbeständen wurde 2014 ein großes Projekt begonnen: Die digitale Aufarbeitung der topographischen Fotosammlung für den 1. Bezirk. Die Fotos gehören zu den sowohl intern wie extern mit Abstand am stärksten angefragten Beständen. In diesem Jahr konnten bereits mehrere Tausend Fotos und die dazugehörigen Datensätze inhaltlich überprüft und abfotografiert werden. Sie stehen somit leicht zugänglich zur Verfügung und werden mittelfristig als Teil der Online-Sammlung des Wien Museums auch online zugänglich gemacht. Die topographische Fotosammlung des Wien Museums umfasst circa 75 000 Objekte und ist in Größe und Qualität einzigartig. Sie dokumentieren nicht nur in eindrücklicher Weise die topographischen und architektonischen Veränderungen im Zentrum der ehemaligen Habsburger­ monarchie, sondern auch den historischen Alltag auf den Straßen Wiens seit der Erfindung der Fotografie. Das Wien Museum versteht sich als offener Gedächtnisspeicher und möchte deshalb diese Sammlung den BürgerInnen leichter und transparenter zugänglich machen. Gleichzeitig steht das Museum den Objekten und der Nachwelt gegenüber in konservatorischer Verantwortung. Eine umfassende Digitalisierung und Datenbereinigung der Sammlung wird deshalb laufend fortgeführt. Bewahren und Sammeln 99 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Ausstellungen mit Leihgaben des Wien Museums Objekte aus der Sammlung waren, trotz schwieriger Bedingungen durch die Depotübersiedelung auch 2014 wieder in zahlreichen Ausstellungen in Österreich und dem Ausland zu sehen. • Egon Schiele – Jenny Saville, Kunsthaus Zürich • Malerische Wallfahrt nach Mariazell in Aquarellen von Eduard Gurk, Landesmuseum Niederösterreich • 100 Jahre Jörgerbad, Bezirksmuseum Hernals • Weltuntergang. Jüdisches Leben und Sterben im Ersten Weltkrieg, Jüdisches Museum Wien • Totentanz. Egger-Lienz und der Krieg, Belvedere, Wien • HAGENBUND – Ein europäisches Netzwerk der Moderne(1900 bis 1938), Belvedere, Wien • Kosher for … – Essen und Trinken im Judentum, Jüdisches Museum Wien • Von oben gesehen: die Vogelperspektive, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg • Egon Schiele: Portraits, Neue Galerie New York • Wege der Moderne, MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst in Wien • Jubel und Elend. Leben mit dem Großen Krieg(1914–1918), Schallaburg • Oskar Kokoschka. Menschen und Tiere, Kunstmuseum Wolfsburg • Werkbundsiedlung Wien 1932. Ein Manifest des neuen Wohnens, Architekturhaus Kärnten in Klagenfurt • Egon Schiele. Ein Lebenslauf, Leopold Museum, Wien • Hermann J. Painitz. Selbstverständlich, Landesmuseum Niederösterreich • Egon Schiele. The Radical Nude, The Courtauld Gallery in London • face to face – Die Kunst des Porträts, Schloss Ambras • Die Albertina –Geburt einer Weltsammlung, Albertina, Wien • Thomas Mann und die bildende Kunst, Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck • Meisterwerke im Fokus: Franz Barwig der Ältere, Belvedere, Wien • Retrospektive Rudolf Hausner, Museum Würth in Künzelsau • Trotzdem Kunst. Österreich 1914 bis 1918, Leopold Museum, Wien • Silver Age – Russische Kunst in Wien um 1900, Belvedere, Wien • 200 und 20 – die Bibliothek des Jüdischen Museums, Jüdisches Museum Wien • Die Grenze, die verbindet – Annäherung, Begegnung, Öffnung. Österreichisch-ungarischer Alltag in den 80ern, Collegium Hungaricum Wien • Meisterwerke im Fokus: Josef Dobrowsky, Belvedere, Wien Sammlungszuwachs Der gesetzliche Auftrag zum Sammeln wird vom Wien Museum auch in Zeiten knapper werdender Mittel erfüllt. Zu den wertvollsten Erwerbungen zählt ein Aquarell von Rudolf von Alt, den alten Wiener Südbahnhof darstellend. Ein für die Sammlung sehr bedeutendes Porträt aus der Hand Heinrich Fügers von Kaiser Joseph II. konnte mit Unterstützung des Freundesvereins angekauft werden, nachdem das Objekt zuvor im Zuge der Restitutionsbemühungen an die rechtmäßigen Eigentümer ausgehändigt worden war. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt konnten im Zuge der Galerienförderung wieder zahlreiche Kunstwerke zeitgenössischer KünstlerInnen erworben werden, darunter Ar100 Bewahren und Sammeln KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM beiten von Jun Yang, Martin Walde, Michail Michailov oder Aglaia Konrad. Immer wieder werden dem Wien Museum Objekte auch in Form einer Schenkung angeboten. Eine berührende Familiengeschichte verbirgt sich hinter einer Schenkung aus London, die im Jahr 2014 an das Wien Museum kam.„Möglichst rasch, möglichst unkompliziert“ – so sollte die bemerkenswerte Schenkung zweier Gemälde von Hans Canon an das Wien Museum auf Wunsch der Familie Askonas abgewickelt werden. Laut Sylvia Askonas-Desfours Walderode, der Witwe des letzten Eigentümers, Peter Askonas, gehören die Bilder zurück nach Wien, von wo sie Rudolf Askonas in letzter Minute ins Ausland retten konnte, bevor die Nazis ihren Raubzug durch jüdische Sammlungen antraten. Durch die Schenkung kam es jetzt auch zum persönlichen Austausch zwischen den MitarbeiterInnen des Wien Museums und der Familie Askonas in Großbritannien. Die Bilder sind nun im Wien Museum und geben mit ihrer Provenienz mehr Auskunft über die Geschichte ihrer früheren EigentümerInnen als über die auf den Porträts Dargestellten. Sanieren Otto Wagner Pavillon Hietzing Wiedereröffnung nach aufwändiger Sanierung Der Otto Wagner Pavillon Hietzing erstrahlt nach aufwändiger Instandsetzung wieder in neuem Glanz. Aufgrund von schweren Bauschäden musste der Standort des Wien Museums 2011 geschlossen werden. Die ehemalige Stadtbahnstation für den Kaiser und seinen Hof wurde im Auftrag der Stadt Wien seit 2012 einer Sanierung durch Wehdorn Architekten, in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt unterzogen. Die Kosten für die Sanierung, rund 1,8 Millionen Euro, wurden zur Gänze von der Stadt Wien und zwar durch die Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung und die Geschäftsgruppe Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke getragen. Andreas Nierhaus, Kurator für Architektur, übernahm die kunsthistorische Begleitung des Projekts von Seiten des Museums. Mit der Wiedereröffnung ist eines der architektonischen Schlüsselwerke der Wiener Moderne wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Otto Wagner wurde 1894 mit der künstlerischen Gestaltung der Wiener Stadtbahn beauftragt: nicht nur ein Höhepunkt im Schaffen des Architekten, sondern zugleich ein Meilenstein in der Architekturgeschichte. Denn zum ersten Mal erfolgte die architektonische Durchgestaltung eines Massenverkehrsmittels – gleichsam die ästhetische Überhöhung eines konstruktiven Meisterwerks, ein Aufeinandertreffen von Ingenieurskunst und Architektur„im modernsten Styl der Gegenwart“(Neue Freie Presse). Bis heute prägen Wagners Stationsgebäude, Trassen, Viadukte und Brücken das Stadtbild Wiens. Nun präsentiert sich der Otto Wagner Pavillon Hietzing heute wie bei seiner Eröffnung 1899. Intensive wissenschaftlich-denkmalpflegerische Analysen und Recherchen bildeten die Basis zahlreicher Maßnahmen: So wurde etwa das Dunkelgrün von Eisenteilen, Türen und Fenster ebenso rekonstruiert wie das blendende Weiß des Fassadenputzes. Im Inneren erfolgte die Freilegung originaler Stuckoberflächen; Vertäfelungen und Wandbespannungen wurden gereinigt, Eingriffe späterer Überarbeitungen je nach Maßgabe beibehalten. Anlässlich der Sanierung ist eine 80seitige Begleitpublikation, herausgegeben von Andreas Nierhaus und Manfred Wehdorn im Metroverlag erschienen. Bewahren und Sammeln• Sanieren 101 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Vermittlung und Bildung Das Team der VermittlerInnen des Wien Museums entwickelte 2014 nicht nur innovative Vermittlungsformate für die Sonderausstellungen des Museums, sondern verstärkte auch die bereits sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sozialeinrichtungen und Vereinen. Zwei Beispiele seien genannt: Vermittlungsprogramm für Kinder mit migrantischem Hintergrund In Kooperation mit dem Verein NACHBARINNEN Konzept: Andrea Glatz, Christine Strahner, Irmi MacGuire Durchführung: Christine Strahner, Irmi MacGuire Verein Nachbarinnen in Wien: Ayten Pacariz, Renate Schnee, Christine Scholten Zeitraum: ab April 2014, laufend Die Arbeit des Vereins NACHBARINNEN basiert darauf, dass Frauen türkischer, arabischer, somalischer und tschetschenischer Herkunft zu sozialen Assistentinnen ausgebildet werden, um Familien aus ihrer eigenen Wohnumgebung und ihren kulturspezifischen Communities Hilfestellung in Erziehungs-, Bildungs-, sozialen und Gesundheitsbelangen bieten zu können. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Bildung der Kinder sowie auf Hilfe zur Selbsthilfe. Begonnen hat die Zusammenarbeit im April 2014 mit zwei Stadtexpeditionen mit jeweils etwa 60 Kindern, im Zuge derer die Wohnumgebung der Kinder(Schöpfwerk, Volkertviertel und Brigittenau) erkundet wurde. Anknüpfend an diese Stadtrundgänge haben die Kinder das Wien Museum besucht. Seit Herbst 2014 wird das Programm mit Besuchen verschiedener Ausstellungen und Stand­ orte, meist verknüpft mit thematisch dazu passenden Stadtexpeditionen, weitergeführt: 17. Oktober 2014, Beethovenwohnung Heiligenstadt mit Stadtexpedition 21. November 2014, Wien Museum, Ausstellung„Ich bin ich. Mira Lobe und Susi Weigel“ Psychogeographic Mapping in Neubau und Floridsdorf In Kooperation mit„Hunger auf Kunst und Kultur“ im Rahmen von„Kultur-Transfair III“, einem Projekt, das durch das Sponsoringprogramm der Erste Bank ermöglicht wurde. Idee und Konzept: Irmi MacGuire, Christine Strahner, Isabel Termini Durchführung: Irmi MacGuire, Christine Strahner Teilnehmende Sozialeinrichtungen: ITS Laube, Siebensterngasse 31, 1070 Wien(Hania Kartusch), Psychosozialer Dienst, Schöpfleuthnergasse 20, 1210 Wien(Leonie Köppl und Andrea Müller) Zeitraum: Februar bis Juni 2014 Ausgehend vom jeweiligen geographischen Umfeld der Sozialeinrichtungen im 7. und 21. Bezirk fanden„Grätzlerkundungen“ statt. Grundlage war die Methode des psychogeographischen Mappings. Es wurde untersucht, welchen Einfluss die architektonische, geographische und historische Umgebung auf die Wahrnehmung, das psychische Erleben und das Verhalten der teilnehmenden Personen hat. Es ging um freies assoziatives Herangehen an die geographischen, architektonischen und historischen Gegebenheiten der städtischen Umgebung und das individuelle Erleben von Stadträumen. Das Ziel war, neue Perspektiven auf die jeweilige Umgebung zu entwickeln. Der Fokus lag auf dem nicht direkt Offensichtlichen, sondern auf sehr subjektiven Beobachtungen, Eindrücken und Erfahrungen der TeilnehmerInnen, welche in die Endpräsentation eingeflossen sind. Die Eindrücke und Resultate der Beforschungen wurden unterschiedlich, je nach Gruppe anders aufgezeichnet. In Floridsdorf entstand ein riesiger handgezeichneter Bezirksplan, beide Gruppen führten ein sogenanntes Logbuch. 102 Vermittlung und Bildung KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Sonderausstellungen Franz Sedlacek. Chemiker der Phantasie 30. Jänner bis 21. April 2014, Wien Museum Kuratorin: Gabriele Spindler, Landesgalerie Linz Ausstellungsarchitektur: Henny Liebhart-Ulm, Gerold Tagwerker Grafik: Dominik Hruza studio Der Maler und Grafiker Franz Sedlacek(1891–1945) zählt zu den wichtigsten österreichischen KünstlerInnen der Zwischenkriegszeit. Befremdend, bizarr und abgründig sind seine surrealen Bilderwelten, von denen eine unheimliche Sogwirkung ausgeht. Sedlaceks einzelgängerisches Werk ist von der Kunst der Romantik inspiriert, der technisch virtuose Autodidakt stand aber auch der Neuen Sachlichkeit nahe. Zu Lebzeiten international erfolgreich, wurde sein Schaffen erst in den 90er-Jahren wieder neu entdeckt. Ein erster umfassender Überblick über sein malerisches Werk wurde 2012 in der Landesgalerie Linz gezeigt. In adaptierter Form zu sehen war diese Ausstellung im Wien Museum, das mit den Bildern„Der Chemiker“ und„Winterlandschaft“ zwei zentrale Werke des Künstlers besitzt. 1891 in Breslau(Wroc aw) geboren, wuchs Franz Sedlacek in Linz in einem deutschnational und antisemitisch geprägten Umfeld auf. Ab 1911 studierte er Technische Chemie in Wien, 1913 war er Mitbegründer der Linzer Künstlergruppe MAERZ. In jungen Jahren war Sedlacek als Grafiker und Karikaturist tätig, ehe er sich ab den 20er-Jahren auf die Ölmalerei konzentrierte. In altmeisterlicher Manier malte er traumhafte, von skurrilen Wesen bevölkerte, groteske Szenen oder Versatzstücke aus Technik und modernem Alltag inmitten düster-pathetischer Landschaften, fernab der modernen Zivilisation. Seinen Lebensunterhalt verdiente Sedlacek ab 1921 als Kustos für Chemie am Technischen Museum in Wien, dessen stellvertretender Direktor er 1937 wurde. Die Spannung zwischen bürgerlicher Existenz und künstlerischer Passion, der Sedlacek nur in seiner Freizeit nachgehen konnte, zählt bis heute zu den faszinierenden Aspekten des Malers und seines Werkes. Ab 1939 diente Sedlacek als Offizier in der Deutschen Wehrmacht, im Jänner 1945 verlieren sich seine Spuren an der Ostfront bei Thorn(Torun). Neu im Museum: Frauensachen 30. Jänner bis 23. März 2014, Wien Museum Details zu diesem Projekt siehe Frauenkulturbericht. WIG 64. Die grüne Nachkriegsmoderne 10. April bis 31. August 2014, Wien Museum Kuratorinnen: Martina Nußbaumer(Wien Museum), Ulrike Krippner, Lilli Li ka, Nicole Theresa Raab(Institut für Landschaftsarchitektur, Universität für Bodenkultur Wien) Ausstellungsarchitektur: Thomas Hamann Grafik: Bueronardin Der neue Donauturm mit seinem futuristischen Drehrestaurant, ein Sessellift, mit dem man über Blumenbeete schweben konnte, eine Liliputbahn, die sich zwischen Rosengärten, Pavillons und dem frisch angelegten„Irissee“ dahinschlängelte – das waren nur einige der Attraktionen, mit denen die Wiener Internationale Gartenschau 1964 aufwartete. Zur damals größten Gartenausstellung Europas kamen über zwei Millionen BesucherInnen. Als wichtiges Großereignis der Nachkriegszeit hinterließ die WIG nicht nur Spuren im kollektiven Gedächtnis, sondern auch eine der größten Wiener Parkanlagen des 20. Jahrhunderts: den Donaupark. Realisiert wurde das Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie Bruckhaufen, der informellen Siedlung Bretteldorf und der Militärschießstätte Kagran, wo in der NSZeit Hinrichtungen stattfanden. Die WIG stellte nicht nur eine willkommene Lösung für ein Sonderausstellungen 103 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Problemgebiet dar, sondern stand auch für einen Paradigmenwandel in der Stadtplanung nach 1945. Politiker betonten die Funktion des„sozialen Grüns“ als Gegenpol zur sich verdichtenden Stadt. Mithilfe neuer Grünflächen sollte eine moderne Großstadt entstehen, in der„viele gesunde, starke und schöne Menschen eine bessere Welt aufbauen können“(Bürgermeister Franz Jonas). Vom Willen zum Aufbruch und vom ungetrübten Glauben an den technologischen Fortschritt zeugten auch die Pavillons auf der WIG und Attraktionen wie ein 41 Meter hohes Turmgewächshaus. Die Ausstellung beleuchtete die WIG im Kontext der planerischen Utopien und der Imagepolitik der Nachkriegszeit, fragte aber auch danach, wie der„moderne“ Park der 60er-Jahre heute funktioniert. Experiment Metropole. 1873: Wien und die Weltausstellung 15. Mai bis 28. September 2014, Wien Museum Kuratoren: Ralph Gleis, Wolfgang Kos Ausstellungsarchitektur: BWM Architekten Grafik: Perndl+Co Nach der Großausstellung„Kampf um die Stadt“ zu Politik, Kunst und Alltag um 1930 zeigte das Wien Museum im Jahr 2014 wieder ein Epochenpanorama: Diesmal ging es um die Zeit um 1870, eine entscheidende Transformationsphase Wiens auf dem Weg zur modernen Großstadt mit Metropolenanspruch. Um 1850 hatte Wien 550 000 EinwohnerInnen, zwanzig Jahre später bereits rund eine Million.1873 war mit der Abhaltung der gigantisch dimensionierten Weltausstellung ein Schwellenjahr. Diese war wie der Bau der Ringstraße ein Ausdruck des Ehrgeizes Wiens, internationale Bedeutung zu gewinnen. 1873 kam es auch zum großen Börsenkrach, mit dem eine Phase des Wirtschaftsbooms und der Fortschrittsoptimismus jäh zu Ende gingen. Die Ausstellung erzählte von großen Bauprojekten und sozialen Aufsteigern, von der Beschleunigung der Mobilität und von der Zuwanderung, von Medizin und Technik, von den Moden der Zeit und von einer Hochblüte der dekorativen Künste. Die Weltausstellung 1873 war die erste globale Leistungsschau, die nicht in London oder Paris stattfand, und hatte gigantische Dimensionen: Die Fläche war fünfmal größer als zuvor in Paris, es gab 53 000 AusstellerInnen aus 35 Ländern und 194 Pavillons in extravaganten Baustilen. Dazu kamen der Industriepalast mit der Rotunde, damals der größte Kuppelbau der Welt und das neue Wiener Wahrzeichen, und eine 800 Meter lange Maschinenhalle. Die Weltausstellung fungierte als wirtschaftliche Impulsgeberin und bot dem Publikum neue Erlebnisdimensionen: Man„besichtigte“ das Industriezeitalter, bestaunte lärmende Dampfmaschinen, informierte sich über Innovationen im Transportwesen und in der Wissenschaft. Eine konsumfreudige Gesellschaft schwelgte in der Überfülle von Kunstgewerbe und lernte die Lebenswelten fremder Länder kennen. Es kamen über sieben Millionen, doch die Ziele wurden nur zum Teil erreicht. Die Gründerzeit war eine der dynamischsten Phasen, die Wien je erlebt hat. Nach dem Abbruch der Stadtmauern wurde die Stadt ab 1860 um- und neu gebaut. Die Ringstraße demonstrierte mit opulenten öffentlichen Bauten und Wohnpalästen der aufsteigenden„Geldbarone“ Weltstadt-Ehrgeiz. Um 1870 begann auch die Anlage der proletarischen Außenbezirke mit „amerikanischer“ Rasterbebauung. Gigantische Dimensionen hatte das Projekt der Donauregulierung, pünktlich zur Weltausstellung wurde 1873 die Hochquellenleitung in Betrieb genommen. 1873 eröffnete der Zentralfriedhof, bei Wiens letzter Cholera-Epidemie starben im selben Jahr 2 000 Menschen. Der Motor der schnellen Vorwärtsentwicklung war das liberale Besitzbürgertum. Die Jahre 1865 bis 1873 gelten als„fette Jahre“, doch die überhitzte Konjunktur und eine Spekulationsblase führten zum Börsenkrach. In Wien nutzte die Stadtverwaltung ihre neue Bewegungsfreiheit, das Symbol des urbanen Stolzes war das Neue Rathaus. Hunderttausende ZuwandererInnen lebten in prekären Verhältnissen. In den späten 1860er-Jahren begann die Selbstorganisation 104 Sonderausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM der ArbeiterInnen, nach der Börsenkrise die Entwicklung der künftigen Massenparteien. Neben den Deutschnationalen waren dies vor allem die Christlichsozialen. 1874 stieg Karl Lueger in die Politik ein. Eine Epochenschwelle im Zeitschnitt, Scheinwerfer auf Kunst und Massenvergnügungen, auf Neuerungen bei Wohn- und Ingenieurskultur. In die frühen 1870er-Jahre fällt Österreichs erste ökologische Kampagne gegen die Abholzung des Wienerwalds ebenso wie die Nordpolexpedition, die nach zweijähriger Gefangenschaft im Eis 1874 zurückkehrte. Großhotels wie Metropol und Imperial sperrten auf, Lobmeyr brachte die erste Glasserie im„arabischen Stil“ heraus. Die neuesten Moden kamen aus den großen Metropolen, so auch pompöse Kleider mit exzentrischem„Cul de Paris“. Wien im Ersten Weltkrieg. Stadtalltag in Fotografie und Grafik 16. Oktober 2014 bis 18. Jänner 2015, Wien Museum KuratorInnen: Gerhard Milchram, Susanne Breuss Ausstellungsarchitektur: Checo Sterneck Grafik: Cati Krüger Frauen und Kinder, die sich in der Nacht anstellen, um in der Früh an Nahrungsmittel zu gelangen. Grünflächen, die für den Gemüseanbau genutzt werden. Exerzierende Kinder und Schulen, die zu Reservespitälern umfunktioniert werden. Kleider und Bettdecken aus Papier. Verstümmelte und bettelnde Soldaten auf den Straßen. Überall patriotische Beflaggung, auch um von der drohenden Niederlage abzulenken. Im Ersten Weltkrieg war erstmals die Zivilbevölkerung massiv eingebunden. Der Krieg tobte zwar weit entfernt, hatte aber unmittelbare Auswirkungen auf den Alltag. Auch zu Hause an der„Heimatfront“ machte sich rasch Ernüchterung breit, Stimmungsmache und Realität klafften immer weiter auseinander. Ab 1915 kam es zu ersten Versorgungsengpässen bei Nahrung und Kleidung, 1917 zu massiven Protesten. Der Stadtalltag wurde über unterschiedlichste Bildmedien erfahrbar, hauptsächlich Propagandamaterial. Gezeigt wurden Fotografien, Plakate und Bildpostkarten aus der„Kriegssammlung“, die ab 1914 im Auftrag des Bürgermeisters angelegt wurde. Ergänzt wurden sie durch nüchterne Polizeifotos, einige seltene private„Knipserbilder“ und illustrierte Zeitschriften. Ich bin ich. Mira Lobe und Susi Weigel 6. November 2014 bis 1. März 2015, Wien Museum Kuratorin: Lisa Noggler-Gürtler/ Co-Kuratoren: Georg Huemer, Ernst Seibert Ausstellungsarchitektur: polar÷ Grafik: Larissa Cerny „Ich möchte wissen, wer ich bin.“ So fragt das ratlose, namenlose Etwas, um sich am Ende der Geschichte als selbstbewusstes Wesen zu entdecken:„Sicherlich gibt es mich: ICH BIN ICH!“ 1972 entstand mit dem„Kleinen Ich bin ich“ in enger Zusammenarbeit zwischen Mira Lobe (1913–1995) und der Illustratorin Susi Weigel(1914–1990) ein„Jahrhundertwerk“(Renate Welsh), das Generationen von Kindern bis heute fasziniert – so wie andere Lobe/ WeigelKlassiker, etwa„Die Geggis“ oder„Die Omama im Apfelbaum“. Mira Lobe zählt zu den bedeutendsten Kinder- und JugendbuchautorInnen des 20. Jahrhunderts, insgesamt veröffentlichte sie rund 100 Titel, ihre Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Der zentrale Aspekt der Ausstellung war Mira Lobes kongeniale Wort-Bild-Partnerschaft mit Susi Weigel, aus der fast 45 Bücher entstanden. Von den„Mira-Susi“-Geschichten der 50erJahre an waren sie das erfolgreichste Duo der österreichischen Kinderliteratur. Faszinierend ist das Material aus den Nachlässen, darunter Entwurfszeichnungen und experimentelle Collagen von Susi Weigel oder ihre originale„Ich bin ich“-Figur aus Stoff und Zwirn. Die Schau erlaubte intime Einblicke in die Arbeitsweise von Lobe und Weigel. Vor dem Hintergrund ihrer BioSonderausstellungen 105 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM graphien erschließen sich auch Zusammenhänge der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Auch andere bedeutende Lobe-IllustratorInnen wie Christina Oppermann-Dimow, Angelika Kaufmann und Winfried Opgenoorth waren in der Ausstellung präsent. Mira Lobe wuchs in einer jüdischen Familie in Deutschland auf und kam nach Exiljahren in Israel 1950 nach Wien, wo sie – wie Susi Weigel – anfangs in kommunistischen Medien publizierte. Mit ihrem Lebenswerk hat sie wesentlich zur Erneuerung der Kinderliteratur beigetragen. Ohne pädagogischen Zeigefinger und immer auf der Seite der Kinder stehend, vermitteln ihre Geschichten Werte wie Toleranz, Solidarität mit Ausgegrenzten,„Wir“-Gefühl und Veränderungswillen. Immer wieder geht es darum, Kindern Ängste zu nehmen und sie zur Eigenständigkeit zu ermutigen. Mit poetischer Fantasie und Sprachwitz setzte Mira Lobe in Kombination mit Susi Weigels einprägsamen Bildern neue Akzente in der Kinderliteratur. Die Ausstellung richtete sich an Kinder ebenso wie an Erwachsene. Sie„übersetzte“ das kreative Potenzial der Kinderbücher mit spielerischen Elementen und überraschenden Inszenierungen. Kinder durften in der Ausstellung schaukeln und waren eingeladen, frei nach Susi Weigel Bilder zu zerreißen und an der Wand aus den Schnipseln Collagen zu gestalten. Auch eine„Buchstabenkiste“ stand bereit. Einige Bereiche waren nur für Kinder zugänglich: Hier konnten sie Geschichten von Mira Lobe hören, gelesen von Cornelius Obonya. Viele Gründe für einen Museumsbesuch Über fünf Prozent der MuseumsbesucherInnen kommen zu den Eröffnungen, Begleitprogrammen(Lesungen, Konzerte, Workshops, Tagungen, Vorträge etc.), sonstigen Veranstaltungen (Buch- und CD-Präsentationen), zur Langen Nacht der Museen, den Stadtexpeditionen, den Formaten wie„Ausstellung für einen Abend“, zum Popfest, in die Spielestation sowie als Gäste in den Studiensaal oder nehmen das Angebot der Vermietungen wahr. Besonders der Ausstellung„Ich bin Ich. Mira Lobe und Susi Weigel“ ist es zu verdanken, dass der Anteil an jugendlichen AusstellungsbesucherInnen im Herbst 2014 stark angestiegen ist (teilweise betrug er über 30%). Es kamen doppelt so viele Kinder mit Familie als sonst und die Schulen zeigten anhaltend großes Interesse. So steht das Museum im Jahresschnitt und über alle Standorte(außer Mozarthaus) gezählt, bei einem Anteil von 22 Prozent jugendlichen BesucherInnen, dazu trägt auch das Römermuseum mit 48 Prozent Kindern und Jugendlichen bei. Auch der Verein der Freunde des Museums ist aktiv und für seine Mitglieder werden eigene Veranstaltungen und jährlich eine Exkursion organisiert. Der Verein unterstützt das Wien Museum dabei, Wiens Geschichte lebendig zu halten und durch bedeutende Ankäufe für die Sammlung. Mit Jahresende zählte er insgesamt 1 366 Mitglieder. 106 Sonderausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Statistik BesucherInnen vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2014 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz, Dauerausstellung und Sonderausstellungen 166 059(+21,8% ) 1 Römermuseum 1010 Wien, Hoher Markt 3 27 759(+6,1% ) Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 18 966(+3,5% ) Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten, Dauerausstellung und Sonderausstellung 2 13 286(-37,8% ) Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus 3 , 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydnhaus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 186 357(+0,3% ) Weitere Standorte Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto Wagner Hofpavillon Hietzing 4 , 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße Otto Wagner Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald Thomas-Platz Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof 5 Virgilkapelle 5 , 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station) Zwischensumme sonstige Standorte 20 404 Gesamtsumme 432 831 (+33,2%) (+7,3%) Die BesucherInnenzahlen verstehen sich inklusive BesucherInnen von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern. 1 Prozentangaben im Vergleich zu 2013 2 Im Jahr 2014 wurde in der Hermesvilla keine Sonderausstellung gezeigt. 3 Öffnung nur gegen vorherige Anmeldung 4 Neueröffnung im Juni 2014 5 Wegen Renovierung geschlossen Statistik 107 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Stadtarchäologie Wien Ausgrabungen Im Jahr 2014 führte die Stadtarchäologie Wien zwölf Ausgrabungen durch, die durch geplante Baumaßnahmen notwendig geworden waren. Im 1. Bezirk wurden in der Fußgängerzone Bognergasse/ Tuchlauben/ Steindlgasse sowie am Rabensteig 3 Teile des römischen Legionslagers und mittelalterlich-frühneuzeitliche Siedlungsreste ausgegraben. Unter dem Börseplatz 1 wurde die renaissancezeitliche Stadtbefestigung untersucht. Im 3. Bezirk wurden in der Rasumofskygasse 27–31 urgeschichtliche und keltische Siedlungsreste, die spätmittelalterliche Vorstadt mit ihrem Umfassungsgraben, die Gartenanlage des Palais Mesmer aus dem 18. Jahrhundert und Fundamente von Häusern aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Ebenfalls im 3. Bezirk wurden Spuren der römischen Zivilsiedlung(Rennweg 31) und der neuzeitlichen Besiedlung(Beatrixgasse 11) untersucht. Neuzeitliche Reste wurden auch im 4. Bezirk ausgegraben: Bestattungen auf dem Karlsplatz 13 sowie barocke Gartenanlagen und das Gußhaus in der Gußhausstraße 25–27. Die Begleitung der Arbeiten für die U1-Süd erbrachte bei der Therme Oberlaa(10. Bezirk) hallstattzeitliche und römische Siedlungsreste und ein neuzeitliches Linienamtsgebäude. Vom Schloss Liesing (23. Bezirk) wurden die neuzeitliche Umfassungsmauer und infrastrukturelle Einbauten des Versorgungsheims von 1877 freigelegt. Die Grabungen auf den großen Freiflächen in der Seestadt Aspern(22. Bezirk) wurden fortgeführt und erbrachten wieder jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Siedlungsreste sowie Bestattungen von der Schlacht bei Aspern im Jahr 1809. Weiters fanden viele Baustellenbeobachtungen statt. Wiener Neustädter Kanal – vom Transportweg zum Industriedenkmal Die von der Stadtarchäologie Wien auf den Aspanggründen(3. Bezirk) freigelegten Überreste vom Wiener Neustädter Kanal waren ein willkommener Anlass, sich näher mit diesem spannenden Kapitel der Industriegeschichte Österreichs auseinanderzusetzen. Der Wiener Neustädter Kanal verdankt seine Erbauung dem Bestreben, Braunkohle aus dem Raum Sopron kostengünstig nach Wien zu transportieren. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht. Der ab 1797 gebaute Kanal, dessen Verlauf bis Gy r/ Raab bzw. Triest geplant war, wurde lediglich bis an die damalige österreichisch-ungarische Grenze auf der Pöttschinger Höhe verwirklicht. Dank der Ziegelindustrie im südlichen Wiener Becken, die vom Wachstum Wiens profitierte, konnte dieser Transportweg dennoch ertragreich betrieben werden. Nach Einstellung der Kanalschifffahrt 1879 und der darauf folgenden streckenweisen Trockenlegung des Kanals verlagerte sich der Warentransport auf die Schiene. An den Kanal erinnern in Wien heute nur mehr die S-Bahntrasse zwischen den Stationen Wien Mitte und Rennweg sowie die Straße„Am Kanal“ in Simmering. In Niederösterreich sind aller­ dings zwischen Wiener Neustadt und dem Mödlingbach bei Laxenburg/ Biedermannsdorf noch 36 Kilometer als Werkskanal in Betrieb, dessen Begleitwege sehenswerte Erholungs­ räume erschließen. Die archäologischen Entdeckungen und historischen Auswertungen wurden seit 2012 in drei Ausstellungen präsentiert: in der Volkshochschule Meidling, im Bezirksmuseum Simmering und im Sommer 2014 in der ehemaligen Oetker-Fabrik in Baden, die direkt am Wiener Neustädter Kanal liegt. In Baden war das Interesse der lokalen Medien und Bevölkerung besonders hoch. Im Jahr 2014 ist auch das Buch„Wiener Neustädter Kanal. Vom Transportweg zum Industriedenkmal“(Band 11 von„Wien Archäologisch“) erschienen. Das Buch spannt einen Bogen von Planern und Investoren über bautechnische Meisterleistungen und finanzielle Desaster 108 Stadtarchäologie Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM bis zu Infrastruktur, Fuhrpark und transportierten Gütern. Ein ausführlicher, reich illustrierter „Kanalführer für Radfahrer und Wanderer“ rundet das Buch ab. Wegen der großen Nachfrage wurde bereits eine zweite Auflage gedruckt. Publikationen Im Anschluss an die Ausgrabungen werden die erfassten Bodendenkmale und Funde wissenschaftlich aufgearbeitet. Daneben werden von der Stadtarchäologie Wien weitere 25 wissenschaftliche Projekte zu einzelnen historischen Epochen oder Fundgattungen meist über mehrere Jahre durchgeführt. Den Abschluss der Arbeiten bilden Publikationen der Ergebnisse und oft auch Ausstellungen. Der Jahresbericht„Fundort Wien“ erscheint immer im Herbst und präsentiert archäologische und historische Beiträge, die sich aus den Projekten der Stadtarchäologie Wien ergeben. Von Grabungen im 17. Bezirk werden eine römische Inschrift und die Funde aus zwei awarischen Gräbern(Geblergasse 47/ Steinergasse 16) sowie Siedlungsreste aus der Zeit der ersten Türkenbelagerung(Hernalser Hauptstraße 62) vorgestellt. Weitere Beiträge widmen sich spezieller römischer Keramik sowie mittelalterlicher Funde aus dem 1. Bezirk(Wipplingerstraße 6–8, Neutorgasse 4–8). Zwei Artikel behandeln neolithische Siedlungen am südlichen Stadtrand von Wien(Csokorgasse im 11. Bezirk, Eichkogel im 23. Bezirk). Vorberichte aller Grabungen des Vorjahres runden jeden Band ab. Weitere 29 Artikel sind in anderen Fachpublikationen erschienen. Die Schriftenreihe„Monografien der Stadtarchäologie Wien(MSW)“ wendet sich vorwiegend an ein Fachpublikum und ist umfangreicheren Materialvorlagen gewidmet. Neu erschienen ist der achte Band:„Römische Militaria aus Wien. Die Funde aus dem Legionslager, den canabae legionis und der Zivilsiedlung von Vindobona“. Darin wurden die gefundenen Ausrüstungsgegenstände römischer Soldaten in einer erstmaligen Gesamtschau detailliert und vielseitig bearbeitet. In der reich illustrierten, populärwissenschaftlichen Reihe„Wien Archäologisch“ wurden zwei schon länger vergriffene Bände in zweiter Auflage herausgebracht:„Judenplatz. Die Kasernen des römischen Legionslagers“(Band 5) wurde unverändert und„Mauern um Wien. Die Stadtbefestigung von 1529 bis 1857“(Band 6) wurde überarbeitet und erweitert publiziert. Die Vorträge der Konferenz des Jahres 2013 sind unter dem Titel„CHNT 18, 2013 – Proceedings of the 18 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies“ als E-Book erschienen. Ausstellungen • Der Tod ist erst der Anfang. Wiens vergessene Friedhöfe – Teil 2: Zur Erden bestattet in Hernals 5. Dezember 2014 bis 30. Juni 2015, Volkshochschule Meidling Die Ausstellung behandelte 300 frühneuzeitliche Gräber um die Kalvarienbergkirche und die darin gefundenen Trachtbestandteile, die Rückschlüsse auf die Begräbnispraxis sowie auf Glaube und Aberglaube erlaubten. • Der Wiener Linienwall. Vom Schutzbau zur Steuergrenze 1. Oktober 2014 bis 19. April 2015, Bezirksmuseum Simmering • Brennen für Vindobona. Die römischen Legionsziegeleien in Hernals 8. Mai 2014 bis 12. April 2015, Römermuseum Diese Ausstellung präsentierte zwei ausgegrabene römische Brennöfen und das umgebende Werkstattareal sowie die Nachnutzung als awarische Grabstellen. Stadtarchäologie Wien 109 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM • Vom wilden Stromland zur Seestadt 23. März bis 26. Oktober 2014, Bezirksmuseum Donaustadt • Schnörkel & Co. Ornamente auf Keramik aus Grabungen der Stadtarchäologie 21. März bis 14. November 2014, Volkshochschule Meidling • Der Tod ist erst der Anfang. Wiens vergessene Friedhöfe – Teil 1: Bäckenhäusel Gottesacker, Spanischer Friedhof und Neuer Schottenfriedhof Ab 13. Juni 2014, Fachbereichsbibliothek Bildungswissenschaft, Sprachwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaft(Universität Wien) • Wiener Neustädter Kanal& Aspangbahn 22. Juli bis 24. August 2014, ehemalige Oetker-Fabrik(Baden) – ohne Aspangbahn 1. März 2013 bis 27. Juni 2014, Bezirksmuseum Simmering Tagungen Von 3. bis 5. November 2014 wurde die„19 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies(CHNT)“ mit dem Schwerpunktthema„Urban Archaeology and Documentation“ veranstaltet. Im Rathaus wurden für 230 TeilnehmerInnen aus 22 Nationen 73 Vorträge in zwei Sektionen gehalten sowie 24 Beiträge auf Postern präsentiert. Weiters umfasste die Veranstaltung sieben Advanced Training Workshops, einen Round Table, den 3. Video-Award und zwei Führungen. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie Wien wurden außerdem 27 Fachtagungen im In- und Ausland besucht sowie insgesamt 76 Vorträge und Führungen gehalten. Vermittlung Im Rahmen der„Initiative Seniorarchäologie“ können interessierte Erwachsene ehrenamtlich bei der Aufarbeitung und in der Restaurier-Werkstatt mitarbeiten, an den regelmäßig angebotenen Vorträgen teilnehmen und zwei Mal im Jahr eine Zeitschrift zugesendet bekommen. Die„Initiative Juniorarchäologie“ bietet Schulklassen die Möglichkeit, zwei„tragbare Museen“ mit Originalfunden aus der Römerzeit und dem Mittelalter für den Unterricht auszuleihen. Archäologie kann zudem bei Führungen und speziellen Projekten direkt erlebt werden. Um einem breiten Publikum Geschichte zu vermitteln, nahm die Stadtarchäologie Wien wieder an dem vom Bundesdenkmalamt jährlich Ende September veranstalteten„Tag des Denkmals“ mit einem Stand auf dem Michaelerplatz(1. Bezirk) teil. Mit Unterstützung von zwei Reenactment-Gruppen wurde passend zum generellen Thema„Illusion“ besonders auf den Wert der archäologischen Grabung und Auswertung als Basis von computerunterstützten Visualisierungen und Rekonstruktionen eingegangen. Vier Führungen zur ersten Burg und ältesten Kirche Wiens wurden ebenfalls angeboten, wobei Forschungsergebnisse den Legenden gegenübergestellt wurden. 110 Stadtarchäologie Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Im Bereich darstellende Kunst betrug der Anteil an geförderten Theaterinstitutionen, in denen Frauen Leitungspositionen im künstlerischen und/ oder im kaufmännischen Bereich inne hatten 20,39 Prozent. Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen Alle Institutionen 17 889 100 87 732 316 Theater Gesamt, Leitungspositionen Institution Großbühnen Volkstheater in den Bezirken Leitung Doris Weiner Art der Leitung* künst Großbühnen, Leitungspositionen Betrag 799 000 * künst= künstlerische Leitung kauf= kaufmännische Leitung Theater 113 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Institution Leitung Art der Leitung Betrag Fixe Häuser Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. Eva Langheiter kauf/ künst Johanna Franz künst Katrin Schurich kauf/ künst Freie Bühne Wieden Michaela Ehrenstein künst Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. Julia Schafranek kauf/ künst Interkulttheater – Verein zur kulturellen Förderung Ulrike Putz-Alb kauf Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Julia ReichertWidauer kauf/ künst Komödie am Kai Sissy Koller-Boran künst Koproduktionshaus Wien GmbH(brut) Olivia Khalil kauf Kulisse – Andreas Elsner GmbH Doris Ringseis kauf/ künst Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Nigar Hasib künst link* – Verein für weiblichen Spielraum Barbara Klein kauf/ künst Bettina Frenzel kauf Schauspielhaus Wien GesmbH Rita Kelemen kauf Spielraum Theater und Theaterstudio Nicole Metzger künst Stadttheater Walfischgasse GmbH Anita Javor (Ammersfeld) kauf/ künst Tanzquartier Wien GmbH Ulrike HeiderLintschinger kauf Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Cornelia Hutter kauf Theater Brett – Compagnie Brettschneider Zdenka KavinBrettschneider kauf/ künst 114 Theater 630 000 70 000 590 000 150 000 70 000 20 000 1 650 000 30 000 40 000 600 000 1 570 000 120 000 300 000 2 950 000 35 000 50 000 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Theater der Jugend Theater Lilarum – Kossatz& Mitges.OEG Theaterverein Odeon Tschauner Bühne GmbH Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Sonja Fretzer Traude Kossatz kauf kauf/ künst Ulrike Kaufmann Anita Zemlyak Christin Steiner künst kauf kauf 3 830 000 220 000 950 000 80 000 130 000 Off-Theater und Tanz An Kaler/ Verein an den Schnittstellen An Kaler zum Performativen ARTFUSION, Kunst- und Theaterverein Bärbel Strehlau Appendix – Verein für Performance-Kunst Mirela Baciak Magda Tothova Auf Grund – Förderung multimedialer Tanja Witzmann Veranstaltungen Bach 3 – Verein für Kultur und mehr Barbara Kramer Bühnenspiel – Verein für Aktionen in der Darstellenden und Bildenden Kunst Lise Lendais cattravelsnotalone – Verein zur Förderung und Verwirklichung von Tanz und interdisziplinären Kunstprojekten Sabina Holzer c h o n g* – verein für theater& performance Hilde Dalik Cocon, Verein zur Entwicklung& Umsetzung von Kunstprojekten Emel HeinrichLassy Dachtheater Cordula Nossek Dans.Kias – Verein für physische Kommunikation in der darstellenden Kunst Saskia Hölbling Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst 50 000 30 000 8 000 20 000 5 000 16 000 10 000 7 000 27 000 20 000 70 000 Theater 115 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Das Gut/ Gut Ensemble Performance- Rachelle Nkou projekte Organisation/ künst Das Wiener Kindertheater Sylvia Rotter künst dascollectiv – Verein zur Förderung interkulturellen Austauschs Marie-Theres Gallnbrunner Organisation Maria Spanring künst Datamatrix Datensysteme GmbH Stefanie Panzenböck Organisation DIG UP – Productions, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Elisabeth Bakambamba Tambwe Organisation/ künst Europäische Theaternacht Carolin Vikoler Organisation Clara Toth Organisation/ künst Rebecca Eder Organisation/ künst Freundliche Mitte – kollektive Theaterarbeit Gerhilde Steinbuch Organisation/ künst FRONTZEMENT – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstformen Andrea Hügli Organisation/ künst house of motion Verein für die bewegte Kunst Anna Knapp Organisation Julia Danzinger künst Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen Monika Wagner Organisation I Dance Company – Kunst mit DownSyndrom Beata Vavken Organisation/ künst I trembles – Verein für freies Theater Jaschka Lämmert Organisation/ künst id/I – Verein zur Förderung von Perfor- Martina Maggale mance-, Kunst- und Theaterprojekten Organisation/ künst Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein Anna Maria Krassnigg Organisation/ künst 25 000 30 000 40 000 7 500 20 000 3 300 20 000 20 000 5 000 80 000 5 000 30 000 10 000 120 000 116 Theater FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 IG Freie Theaterarbeit Sabine Kock Organisation Sabine Mitterecker Organisation IMEKA Verein zur Förderung der Künste im musischen und darstellenden Bereich Akemi Takeya Organisation/ künst Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst Anita KayaHaselwanter Organisation/ künst insert(Theaterverein) Doris Uhlich Organisation/ künst Jüdisches Insitut für Erwachsenenbildung Gitta Junger künst Junger Salon – Verein zur Förderung von außerschulischen Theaterprojekten in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen Isabella Wolf Organisation/ künst KASAL – Verein für Performance und bildende Kunst Linda Samaraweerova Organisation/ künst Kopf hoch Verein zur Förderung von interdisziplinärer und experimenteller Kunst Sophie Schmeiser Organisation Kunst- und Kulturverein Creme de la Kremser Barbara Kremser Organisation/ künst Kunst- und Kulturverein RAW MATTERS Deborah Hazler Organisation/ künst Nanina Kotlowski künst La cagada Verein für zeitgenössische Kunst Adriana Cubides künst Luster – Kunstprojekte Stefanie(Fanny) Futterknecht Organisation/ künst MAD – Verein zur Förderung von Mixed-Abled Dance& Performance Cornelia Scheuer Organisation/ künst Vera Rebl künst Elisabeth Löffler künst makemake produktionen – Performative Zusammenarbeiten Sara Ostertag Organisation/ künst 71 000 20 000 70 000 80 000 24 000 15 000 50 000 10 000 16 000 28 000 18 000 20 000 50 000 65 000 Theater 117 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 motschnik – Verein für feine Kunst Melika Ramic nadaproductions – Verein zur Förderung zeitgenössischer Tanz-, Performance und Filmformen Plaisiranstalt – Theaterverein Amanda Pina Huepe Paola Aguilera Rolling Floyd Kunstverein Lilian Matzke Romano Svato Verein für transkulturelle Kommunikation Sandra Selimovic SECOND NATURE – Verein zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung Christine Gaigg Sirene – Podium für neues Musiktheater Kristine Tornquist Spirit, Verein zur Förderung der Performancekunst Florentina Holzinger STAATSAFFAIRE – Theaterverein Lena WickeAengenheyster Stadttheater Wien Anne Mertin Szene Bunte Wähne Yvonne Birghanvan-Kruyssen TANZART – Verein zur Förderung und Gabriele Wappel Entwicklung des Tanztheaters Janina Sollmann TEMPORA – Verein für temporäre urbane künstlerische Interventionen Theater des Kindes theatercombinat theaterverein Veronika Glatzner Renate Kastelik Claudia Bosse Theatergruppe ISKRA – Verein zur Förderung innovativer theaterpädagogischer Projekte Veronika Sommeregger Theater- und Kulturverein ANTAGONIE Anna Schober Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst künst künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ künst 32 000 50 000 20 000 5 000 20 000 80 000 180 000 10 000 10 000 28 000 100 000 60 000 20 000 8 000 120 000 26 000 15 000 118 Theater FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Theater- und Kulturverein daskunst Theaterverein Foxfire Theaterverein Theater.Punkt Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein Wiener Klassenzimmertheater Timbuktu. Verein für Tanztheater Verein Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not(Brunnenpassage) Verein Meow-ephemere Vorhaben Verein„Österreichischer Kabarettpreis“ Verein Projekttheater Verein Superamas zur Förderung von Kunstprojekten Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit VierHochDrei Wiener Tanz- und Kunstbewegung Wiener Tanz- und Musik Bewegung WUK – performing arts SUMME Leitungspositionen Frauen Asli Kislal Organisation/ künst Corinne Eckenstein Organisation/ künst Sabine Mitterecker Organisation/ künst Kornelia Kilga Organisation Dana Csapo Organisation/ künst Edith Braun Organisation/ künst Anne Wiederhold Organisation 30 000 75 000 32 300 190 000 120 000 15 000 100 000 Barbara Ruder Julia Sobieszek Organisation/ künst Organisation 10 000 10 000 Eva Brenner Monika Anzelini Caroline Madl Organisation/ künst Organisation künst 40 000 120 000 Regine/ Gin Müller Organisation/ künst Lisa Schmidt Organisation/ künst Magdalena Chowaniec künst Anne Juren künst Kroot Juurak Organisation/ künst Bettina Kogler künst 25 000 16 000 80 000 12 000 130 000 17 090 100 Theater 119 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Fixe Häuser, Off-Theater und Tanz, Leitungspositonen Kuratorium für Theater, Tanz und Performance 3 Mitglieder, davon 2 Frauen Genia Enzelberger, Bettina Hagen Kuratorium Exemplarische Frauen- und Gender-Projekte im Bereich Theater Theaterverein Foxfire The Boys are back in town Corinne Eckenstein arbeitete hier mit denselben acht Jungs und jungen Männern aus dem im Jahr 2013 entwickelten Stück boys don’t cry, in dem das Bild von„wahren“ Männern hinterfragt wurde, weiter. Es wurden wieder Klischees abgeräumt und neu sortiert, diesmal das von Vätern und Vorbildern. In einem Ritt durch eigene und fremdbestimmte Bilder und Welten, abseits der gängigen Klischees, bewegten sich die Protagonisten auf der Suche nach der eigenen Identität. Ungebremst, wütend und völlig enthemmt stürmten sie auf die Bühne, erzählten und tanzten mit viel Selbstironie von ihren eigenen Vorstellungen, wie ein Mann zu sein hat. Das Gut/ Gut Ensemble Performanceprojekte TORVALD Anhand der Bearbeitung von Henrik Ibsens„Nora – Ein Puppenheim“ wurden von Rachelle Nkou aktuelle Tendenzen in unserer Gesellschaft aufgegriffen, die Perspektive gewechselt, und der Mann ins Zentrum der Fragen und Beobachtungen gestellt. Das Projekt folgte den Fragen:„Wann ist man ein Mann, und wann ist man ein Mensch? Wie fühlt sich das heute an, was kann das bedeuten? Wer ist ein Mann, wie, warum noch, oder nicht mehr und wohin jetzt?“ Damit rückte die Identität im Spannungsfeld bestehender patriarchaler Muster und Genderbewegung in den Focus des Stücks. 120 Theater FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Cocon – Verein zur Entwicklung und Umsetzung von Kunstprojekten InBetween In diesem Stück setzte sich die türkischstämmige österreichische Regisseurin Emel Heinreich mit der Suche nach einer Heimat im eigenen Körper und der Überschreitung von Länder- und Geschlechtergrenzen auseinander. Eingeklemmt zwischen unterschiedlichen politischen und kulturellen Systemen geht es um Heimatlosigkeit und um die Suche nach Identität. Auf Grund – Förderung multimedialer Veranstaltungen die hölle ist auch nur eine sauna Unter der Regie von Tanja Witzmann entfaltete sich im Universaldorf der Universaldörfler­ Innen, von einer Amazone kommentiert, ein sprachgewaltiges Panoptikum der Übergriffsgeschichte, das bei Adam und Eva beginnt, sich um Captain Smith und Pocahontas erweitert, das die„Geschlechtskrankheit Frau“ im vorchristlichen Rom seziert, und mit Neonscheinwerfern die Gegenwart ausleuchtet. Das Universaldorf ist derartig universal, dass es eine Freude ist. „Die da unten“ wohnt mit ihren fünf von zwölf Kindern im Keller, und schickt ihren Sohn Hermi, einen liebenswerten Hermaphrodit, ans Licht, der allen Normierungsversuchen zum Trotz, die Utopie jenseits der Geschlechter anstimmt. new space theatre.dance company Verein zur Förderung zeitgenössischer, darstellender Kunst mit überzeitlichen Inhalten Zero People Grundlage dieses Stücks ist der Text„Grundbausteine einer Theorie des Jungen-Mädchens“, ein fragmentarisches Schriftstück von Tiquun, einer anonymen Autorengruppe aus Frankreich. Darin beschreibt Tiquun schlagwortartig, expressiv und voll wütender Ironie das perfekte körperliche Produkt einer seelenlosen, kapitalistischen Sehnsuchtsmaschine, geschlechtlich neutralisiert, sich selbst kontrollierend und dem Markt zur Verfügung stellend. Es wird polemisch von unseren eigenen Mechanismen, von der in uns wohnenden Bereitschaft zur Gleichschaltung erzählt. Dieser Text ist nun Ausgangspunkt von Volker Schmidts Projekt„Zero People“. Es wurde der Versuch unternommen, das Ideal des Jungen-Mädchen zu erfüllen, gleichzeitig darüber zu reflektieren und diese beiden gegenläufigen Bewegungen in eine Auflösung hinüberzuführen und die Schalen abzulösen. Letztlich ging es um eine grundlegende Hinterfragung unserer Lebensweise, die die Aufforderung zu einem selbst bestimmten Leben ohne Anpassung und Neutralisation impliziert. notfoundyet – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen This is so F*** Dance In dieser Performance bearbeiteten Laia Fabre und Thomas Kasebacher verschiedene internationale traditionelle„folkdances“, die verschiedene kulturelle Hintergründe haben und verschiedene Techniken beinhalten. Dabei wurden gleichzeitig Genderrollen mitreflektiert. Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Trans Gender Moves Ein Recherche- und Performance/ Theater/ Medien-Projekt von Gin Müller, das sich entlang einzelner„Trans-“Biographien und bestimmter Themenschwerpunkte bewegte. Ihr„Storytelling“ traf in einem intimen und medial poetisch gezeichneten Theatersetting in bestimmten Kontexten aufeinander. Ihre Biographien wurden im ästhetischen Umsetzungsprozess aber auch semi-fiktional und mit medialen/ theatralen Mitteln erweitert und bewegten sich in bestimmten Themensetzungen(Trans-Körper, Trans-Migration, Trans-Rechte). Sie schilderten Berührungspunkte, gaben Einblick in geographische, kulturelle und politische Unterschiede, verkörperten und imaginierten ihre Transgender-Transitions und Transformationen, beleuchteten aber auch die Reaktionen der Umwelt. Theater 121 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wiener Festwochen Leitung, MitarbeiterInnen und KünstlerInnen Leitungsteam Frauen 1 Männer 2 MitarbeiterInnen Frauen 31 Männer 12 Inszenierung/ Konzept Frauen 0 Männer 31 122 Wiener Festwochen FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Musikalische Leitung Frauen 1 Männer 7 Bühnenbild/ Ausstattung Frauen 6 Männer 10 Kostüme Frauen 15 Männer 2 Choreographie Frauen 2 Männer 3 Wiener Festwochen 123 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Dramaturgie Frauen 4 Männer 3 KuratorInnen Frauen 5 Männer 0 Gesamt Frauen 65 Männer 70 124 Wiener Festwochen FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Musik Die erhobenen Zahlen betreffen Vereine, die von Frauen geleitet werden und in denen ein Frauenschwerpunkt im Programm ist. Eine Basissubvention bekommen nur die drei großen Veranstaltungsinstitutionen Konzerthaus, Musikverein, Musikalische Jugend Österreichs. Andere bekommen auch ganzjährige Projektsubventionen. Rahmenbetrag Musik Aus einem Gesamtbudget von 485 000 Euro wurden 90 Vereine gefördert, darunter 19 Vereine unter weiblicher Leitung mit einer Gesamtsumme von 125 500 Euro. Das sind 25,9 Prozent. Institution Leitung CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung Elena Denisova Chorforum Wien Margret Popper-Appel ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM Mag.a Mia Zabelka maezenatentum.at – Forschungstransfer in Wissenschaft und Kunst Mag.a Dr.in Irene Suchy Franz Schmidt-Gesellschaft Dr.in Carmen Ottner Klang.Kunst.Etage – Verein für experimentelle Musik Mag.a Katja Dörfler und Kunstprojekte KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Adriane Muttenthaler Chorverein Chorus sine nomine Daniela Wacha Kunst und Kultur – Verein zur Förderung des internationalen Kultur- und Behindertenaustausches Theresa Konrad-Karsten MICA(MUSIC Information Center AUSTRIA) Dr.in Sabine Reiter MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein Marianne Mendt Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Mag.a Angelika Möser Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik(ÖGZM) Dr.in Ursula Petrik LAUT – Labor zur Erforschung und Förderung neuer und elektronischer Musik Mag.a Pia Palme Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Institut Franz Schubert/„Frauenprojekt“ Silvia Erdik VOICE MANIA – Kulturverein Nuschin Vossoughi Betrag 3 000 5 200 5 000 600 4 200 3 000 4 000 2 000 2 000 5 000 10 000 8 000 7 000 5 000 1 000 40 000 Musik 125 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wiener Vokalensemble(Veronika Linsbauer-Willer) Julia Schranz 2 500 WORT-TON-ART Kulturverein Dr.in Liselotte Theiner 3 500 Verein zur Förderung der Neuen Musik im Kirchenraum Mag.a Angelica Castello 1 500 Klangmanifeste – Verein für Klang-/Kunst-/Formen Mag.a Christine Schörkhuber 2 000 Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie Agnes Katona 3 000 Pandolfis Consort Wien Verein für Alte Musik Mag.a Elzbieta Sajka 1 500 Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Mag.a Dr.in Beate Maria Pomberger 3 500 VierHochDrei Lisa Schmidt 2 000 Voice of Diversity – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in ÖsterreichSchwerpunkt Roma und Sinti Valerie Stojka 1 000 SUMME Gesamt 125 500 Rahmenbetrag, Leitungspositionen Komposition Aus einem Gesamtbudget von 25 000 Euro wurden 27 KomponistInnen gefördert, davon 11 Frauen mit 11 300 Euro. Das sind 51,2 Prozent. Belma Beslic-Gál Martina Cizek Judith Ferstl Mag.a Maria Gstättner-Heckel Mag.a Katharina Klement 1 000 700 2 100 900 1 000 126 Musik FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Gina Mattiello, MA Michaela Pawlik-Rabitsch Mag.a Gabriele Proy Mag.a Dana Ribeiri-Brito Elisabeth Schimana Tamara Wilhelm SUMME Gesamt Komposition 600 1 300 1 100 800 900 900 11 300 Vereinsförderung Musik 1 Aus einem Gesamtbudget von 19 423 000 Euro wurden 20 Vereine gefördert, darunter die Wiener Symphoniker mit 14 645 000 Euro. Von Frauen geleitete Vereine erhielten 443 000 Euro. Das sind 2,4 Prozent. Institution MUSICA JUVENTUTIS Musikalische Jugend Österreichs (jeunesses musicales) Wiener Jeunesse Orchester Verein zur Förderung aktueller Musik SUMME Gesamt Leitung Mag.a Viola Wasmuth Mag.a Angelika Möser Dr.in Renate Böck Prof.in Ingrid Karl Betrag 18 000 370 000 47 000 8 000 443 000 Musik 127 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Vereinsförderung Musik 1, Leitungspositionen Vereinsförderung Musik 2 Mit einem Gesamtbudget 3 651 000 Euro wurden 15 Vereine gefördert, davon mit einem Budget von 265 000 Euro folgende sechs von Frauen geleitete Vereine. Das sind 6,5 Prozent. Institution Leitung 1. Frauenkammerorchester von Österreich Katharina Marothy MICA(MUSIC Information Center AUSTRIA) Dr.in Sabine Reiter MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein Marianne Mendt Wien im Rosenstolz Kulturverein Nuschin Vossoughi Theater am Spittelberg – Kulturverein Nuschin Vossoughi Wiener Volksliedwerk/„wean hean“ Dr.in Susanne Schedtler SUMME Gesamt Betrag 36 000 84 000 10 000 15 000 55 000 65 000 265 000 Vereinsförderung Musik 2, Leitungspositionen Jury Musikpreise •Preis der Stadt Wien für Musik •Förderungspreise der Stadt Wien für Musik •Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in Carmen Ottner, Dr.in Renate Böck, Mirjam Jessa 128 Musik FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Jury Musikpreise Literatur Jury Im Rahmen der Literaturförderung waren 2014 mehrere Jurys tätig. Darunter wirkte die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den fünf Mitgliedern waren vier Frauen: Mag.a Karin Haller, Mag.a Jutta Kleedorfer, Dr.in Heide Lexe, Dr.in Gunda Mairbäurl Jury Kinder- und Jugendbuchpreise Die Jury, welche die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Elias Canetti-Stipendien erarbeitet, setzte sich aus fünf Personen zusammen, von denen drei Frauen waren: Dr.in Katja Gasser, Dr.in Ulrike Tanze r, Dr.in Evelyne Polt-Heinzl Jury Literatur, Publizistik, Elias Canetti-Stipendien Musik• Literatur 129 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Der Jury für die Vergabe der Wiener Literatur Stipendien gehören vier Mitglieder an, zwei davon waren Frauen: Sylvia Treudl, Liesl Ujvary Jury Wiener Literatur Stipendien Die zum Wiener Dramatik Stipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, alle von ihnen waren Frauen: Dr.in Susanne Ayoub, Dr.in Doris Happl, Mag.a Kaindl-Hönig, Dr.in Marianne Vejtisek, Mag.a Ulrike Schweiger Jury Wiener Dramatik Stipendien Der Jury zur Aktion„Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen“, die sich aus vier Jurymitgliedern zusammensetzt, gehörten zwei Frauen an: Dr.in Evelyne Polt-Heinzl, Mag.a Sandra Racko Jury Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen 130 Literatur FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Mag.a Marlis Lami und Dr.in Angela Heide agierten im Jahr 2014 als Jurorinnen. Jury Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende Preise Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen, sowie dem Illustrations- und Würdigungspreis wurden Claudia Dzengel, Verena Ballhaus, Renate Habinger, Lizzy Hollatko und Linda Wolfsgruber ausgezeichnet. Von der Gesamtsumme dieser Preise, 8 000 Euro, gingen 5 800 Euro an Frauen. Kinder- und Jugendbuchpreise, Illustrations- und Würdigungspreis Von den vier Elias Canetti-StipendiatInnen erhielten im Jahr 2014 mit Gabriele Petricek und Lydia Mischkulnig zwei Frauen dieses mit monatlich je 1 500 Euro dotierte Stipendium. Elias Canetti-Stipendien Literatur 131 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Gertraut Klemm und Margret Kreidl erhielten das mit jeweils 1 100 Euro monatlich dotierte Wiener Literatur Stipendium. Insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 50 Prozent, außerdem wurde der Name des Stipendiums gendergerecht geändert in: Wiener Literatur Stipendien. Wiener Literatur Stipendien Pro Jahr werden drei Dramatik Stipendien vergeben. Mit Anna Gschnitzer und Magdalena Schrefel erhielten 2014 zwei Frauen ein Dramatik Stipendium. Auch hier wurde der Name des Stipendiums gendergerecht geändert in: Wiener Dramatik Stipendien. Wiener Dramatik Stipendien Eva Srna erhielt den diesjährigen ÜbersetzerInnenpreis. ÜbersetzerInnenpreis 132 Literatur FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Aus einem Budget für Druckkostenzuschüsse in der Höhe von 244 000 Euro wurden 104 825 Euro für Bücher von Frauen gewährt. Druckkostenzuschüsse 2014 wurde erstmals der neu gegründete Veza Canetti-Preis an die Schriftstellerin Olga Flor verliehen. Diese Auszeichnung richtet sich an Wiener Autorinnen und versteht sich als Würdigung und Motivation. Der Preis ist mit 8 000 Euro dotiert. Außerdem startete die Reihe„Autorinnen feiern Autorinnen“. Die erste Festrede hielt Marlene Streeruwitz, das Honorar betrug 3 500 Euro. Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen Folgende Vereine und Institutionen, in denen Frauen in der Geschäftsführung oder in der stellvertretenden Geschäftsführung vertreten waren, bekamen aus einem Gesamtbudget von 2 179 350 Euro Subventionen in der Höhe von 2 106 650 Euro, das sind 96,7 Prozent. Institution Projekt Art der Leitung Albert Drach Gesellschaft Jahrestätigkeit Präsidentin Dr.in Alexandra Millner Berufsverband Österreichischer Leseschiene SchreibpädagoInnen Autorinnenlesungen Obfrau Petra Ganglbauer Denkraum Donaustadt Die Literarische Hausapotheke X Obfrau Sylvia Schlagintweit echo event Eine STADT. Ein BUCH Geschäftsführung Ilse Helmreich echo Medienhaus ges.m.b.h. Rund um die Burg Geschätsfühererin Ilse Helmreich Erstes Wiener Lesetheater und Jahrestätigkeit Zweites Stegreiftheater Vorstandsmitglied Eva Fillipp Betrag 2 200 1 000 1 160 12 000 31 000 12 000 Literatur 133 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 farce vivendi – Plattform für Literatur, Kunst und menschenwürdiges Literatur farce vivendi OPEN MIC Obfrau Melanie Marschnig, Geschäftsführung Waltraud Göschl Forschungs- und Jury der Jungen Leser Dokumentationsstelle für neuer österreichische Literatur Obmann-Stv. Prof. Dr.in Ulrike Tanzer FZA – Verein zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft Wiener Werkstattpreis 2014 Obmann-Stv. Monika Kaltenecker Gert-Jonke-Gesellschaft Die Auflösung des Kreuzes Obrau Ingrid Ahrer Grazer Autorinnen Autorenversammlung Jahrestätigkeit (Bürokosten) Präsidentin Petra Ganglbauer, Geschäftsführung Ilse Kilic Veranstaltungssubvention Hasenherz oder die Lust am bewegtem Bild Rohbau der Zukunft Obfrau Ruth Anderwald Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Verleihung des Leo Perutz Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur Geschäftführerin Dr.in Inge Kralupper hochroth – geinnützige Literaurvermittlung Gestellte Wahrnehmung? Lesung, Präsentation und Podiumsgespräch Obfrau Mag.a Johanna Öttl IG Autorinnen Autoren LiteRadio – Leipziger Buchmesse 2014 Präsidentin Renate Welsh Wasserinterieur Writers In Exile – Zufluchtsstadt Wien Institut für Interaktive Raumprojekte In Gesellschaft zur Präsidentin Gesellschaft IV – Nichts Gerlinde ist in Stein gemeisselt Moser-Wagner Krimi Literatur.at Verein zur Förderung österreichischer Kriminalliteratur Krimitage Wien Präsidentin Beate Maxian 2 000 2 200 1 100 3 000 5 800 19 000 3 000 2 500 600 3 000 3 000 20 350 2 000 4 000 134 Literatur FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kulturverein Alsergrund – Unser 9. Summerstage Vizepräsidentin Ingrid Smejkal Kunstverein Wien Jahrestätigkeit Generalsekretärin Stv. Mag.a Joanna Lukaszuk-Ritter Labor Alltagskultur Kritische Literaturtage Obrau Mag.a Sabine Sölkner Literatur- und Contentmarketing GmbH Buch Wien 2014 Geschäftsführung Dr.in Inge Kralupper Literaturkreis Schloß Neulengbach – Podium Jahrestätigkeit Vorsitzende Stv. Barbara Neuwirth Milena Verlag Jahrestätigkeit Obrau Mag.a Vanessa Wieser Österreichische Gesellschaft für Jahrestätigkeit Literatur Vizepräsidentin Mag.a Ursula Ebel Österreichischer P.E.N.-Club Jahrestätigkeit Generalsekretärin Dr.in Susanne Dobesch Österreichischer Schriftstellerinnenverband Jahrestätigkeit Vorsitzende Mag.a Dr.in Sidonia Gall Schule für Dichtung in Wien Jahrestätigkeit Vorsitzende Mag.a Harriet Nachtmann, Schriftfüherin Prof.in Tina Bara Thomas-BernhardPrivatstiftung Miet- und Betriebskosten Vorstandsmitglied Dr.in Evelyn Breiteneder Übersetzergemeinschaft Jahresförderung Vorsitzende Stv. Dr.in Christa Rothmeier Übersetzerpreis/ -stipendien Verein Exil Jahresförderung Obfrau Christa Stippinger Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Literarurreihe zeitgenössiche Schriftstellerinnen Obrau Dr.in Brigitte Geiger 6 000 1 600 000 2 000 107 000 5 300 6 000 9 000 6 500 6 540 87 000 30 000 6 000 18 000 45 000 900 Literatur 135 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein Wespennest für Literatur Jahresförderung Ästhetik und Kulturpolitk Vorsitzende Stv. Andrea FrederikssonZederbauer Wortspiele – Verein für interkulturelle Aktivitäten Wortspiele 10 Obrau-Stv. Dr.in Martina Schmidt Exil-Literaturpreis 2014 Gesamt Frauen SUMME Gesamt 28 000 2 500 10 000 2 106 650 2 179 350 Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen Bildende Kunst Jury Kunstankauf, Galerienjury„Das engagierte Auge“, Jury neu gegründeter MUSA-Preis für junge Kunst 8 Mitglieder, davon 6 Frauen, 1 Mann, 1 Transgender Mag.a Veronika Dirnhofer, Dr.in Beate Ermacora, Mag.a Joana Pichler, Dr.in Nina Schedlmayer, Mag.a Lisa Wögenstein, Mag.a Karin Zimmer Jury Kunstankauf,„Das engagierte Auge“, MUSA-Preis für junge Kunst 136 Literatur• Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in Almuth Spiegler, Dr.in Antonia Hörschelmann, Mag.a Mara Mattuschka Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst 4 Preise, davon 2 an Frauen Michaela Moscouw, Univ.-Prof.in Mag.a Gabriele Rothemann Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst 2 Preise, davon beide an Frauen Dr.in Susi Krautgartner, Mag.a Stephanie Winter Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst Bildende Kunst 137 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Jury für den Preis und Förderungspreis der Stadt Wien für Architektur 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Univ. Prof.in Arch.in Elke Delugan-Meissl, Arch.in Dipl.-Ing.in Franziska Leeb, Arch.in Univ. Prof.in Mag.a Elsa Prochazka Jury Preis und Förderungspreis der Stadt Wien Architektur Preis der Stadt Wien für Architektur 1 Preis(verliehen an Bürogemeinschaft): 1 Frau, 1 Mann Dipl.-Ing.in Anna Popelka Preis der Stadt Wien für Architektur Förderungspreis für Architektur 2014 nicht vergeben Kunstankäufe des Referats für Bildende Kunst Mit einem Ankaufbudget von 293 395 Euro wurden 112 Kunstwerke(58 einzelne Werke, 9 umfassende Mappenwerke) von 96 KünstlerInnen angekauft. 52 Künstlerinnen, 178 282 Euro 44 Künstler, 115 113 Euro 138 Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kunstankäufe, Ankaufsummen Kunstankäufe, KünstlerInnen Schenkungen von KünstlerInnen 686 Kunstwerke wurden 2014 von acht KünstlerInnen, davon fünf Frauen, der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien als Schenkungen überantwortet. Schenkungen von KünstlerInnen Kleinprojektförderung Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden 2014 aus der Gesamtsumme von 140 000 Euro aus dem Budget für Kleinprojektförderung subventioniert. Bildende Kunst 139 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Institution Leitung Art der Leitung Artelier – Verein zur Förderung Karin Seidner künstlerischen Denkens und Gestaltens kauf/ künst Club Chic – Kunstverein Johanna Braun kauf/ künst Bäckerstrasse4 Gabriele Schober kauf/ künst BLACK PAGES Ute Müller kauf/ künst Desperate Artwives(flat 1) Karin Maria Pfeifer kauf/ künst fAN, Fine Art Network – Kunstverein Wien Ute BurkhardtBodenwinkler kauf/ künst Fotogalerie Wien Susanne Gamauf kauf/ künst Freunde des Loquaiparkes Luise Buisman kauf/ künst Friday Exit Marlies Surtmann kauf/ künst FotoK – Verein für Fotografie und Kunst Susanne Jakszus kauf/ künst Hinterland – Verein zur Vernetzung internationaler und nationaler Aktiver in der Kunstwelt Gudrun Wallenböck kauf/ künst Institut für interaktive Raumprojekte Gertrude MoserWagner kauf/ künst i.Ku. Verein des internationalen und interdisziplinären Austausches Uta Heinecke kauf/ künst KulturAXE Caroline Fekete-Kaiser kauf/ künst Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN Indra Jäger kauf/ künst Kunsthalle Exnergasse WUK Andrea Löbel kauf/ künst Kunstverein Goldfuss unlimited Johanna Tatzgern kauf/ künst Margarete Schütte-Lihotzky-Club Christine Zwingl kauf/ künst Neuer Kunstverein Wien Katarzyna Uszynska kauf/ künst NEUN ARABESKEN – Förderverein für Frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte Claudia-Maria Luenig kauf/ künst Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Gülsen Bal kauf/ künst Betrag 2 000 1 000 2 000 2 000 3 500 1 500 25 000 1 000 1 000 2 000 1 000 1 000 1 000 1 000 1 100 2 000 2 000 1 500 2 000 4 000 2 000 140 Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 PartnerInnen – Verein für öffentliche Kunst Beatrix Zobl pinacoteca. Künstlerische Diskurse in Theorie und Praxis Susanne Richter Playing Mums Nehle Dick pica pica Johanna Menne Pogmahon.company Denise Parizek projektorettes Verein für Visuelle Projekte(Projektraum SCHOOL) Andrea Lumplecker sehsaal – Verein zur Förderung experimenteller Raumkunst Barbara Höller SPEAKERAT – Verein für Kunstprojekte Barbara Garmusch VATNC Iva Stamenova Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Michaela Stock VBKÖ Veronika Dirnhofer Verband österreichischer Galerien moderner Kunst Elisabeth Kleedorfer Verein Penzin – Treibstoff für Kunst und Kultur Maria Hanl Verein zur Ausübung und Förderung künstlerischer Fotografie Anja Manfredi Wiener Artfoundation Susanne Geiger SUMME Leitungspositionen Frauen SUMME Gesamt kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst kauf kauf/ künst kauf/ künst kauf/ künst 2 000 400 1 000 3 000 5 400 3 000 1 600 1 000 2 000 3 000 1 500 1 500 1 300 2 000 2 000 90 200 140 000 Kleinprojektförderung Bildende Kunst 141 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Druckkostenbeiträge Mit insgesamt 6 000 Euro Druckkostenbeitrag wurden sechs Bücher finanziell unterstützt, hiervon drei von Frauen erarbeitete mit je 1 000 Euro. Druckkostenförderung Ausstellungen im MUSA Roswitha Ennemoser. Konkretisierung Kuratorinnen: Mag.a Sonja Gruber, Mag.a Maris Liska Ausstellungsbeteiligung: 1 Künstlerin Ausstellungsbeteiligung Roswitha Ennemoser Adolf Frohner. cross section Ausstellungsbeteiligung: 1 Künstler Ausstellungsbeteiligung Adolf Frohner 142 Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Der Menschheit Würde … Ein gemeinsames Ausstellungsprojekt der Städte Wien, Sarajevo und Brno Kuratiert von Mag.a Maja Abdomerovi ‘ (Nationalgalerie von Bosnien und Herzegovina), Dr. Berthold Ecker, Roland Fink, MAS(MUSA), Dr.in Terezie Peti ková und Dr.in Jana Vránová (Haus der Kunst der Stadt Brünn) Ausstellungsbeteiligung in Wien: 54 KünstlerInnen, davon 20 Frauen Ausstellungsbeteiligung Der Menschheit Würde …, Wien Wien.blicke Kuratiert von Dr. Berthold Ecker und Reinhard Mandl Ausstellungsbeteiligung: 1 Künstler Ausstellungsbeteiligung Wien.blicke Memory Lab. Photography Challenges History Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie Wien Kuratiert von Mag.a Gunda Achleitner Ausstellungsbeteiligung:14 KünstlerInnen, davon 7 Frauen Ausstellungsbeteiligung Memory Lab. Bildende Kunst 143 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 MUSA Gesamt Ausstellungsbeteiligung: 71 KünstlerInnen, davon 28 Frauen Ausstellungsbeteiligung MUSA Gesamt Startgalerie im MUSA Ausstellungsbeteiligung bei insgesamt neun Ausstellungen: 5 KünstlerInnen, davon 5 Frauen Ausstellungsbeteiligung Startgalerie MUSA Ausstellungen außerhalb des MUSA Der Menschheit Würde … Ein gemeinsames Ausstellungsprojekt der Städte Wien, Sarajevo und Brno Kuratiert von Mag.a Maja Abdomerovi ‘ (Nationalgalerie von Bosnien und Herzegovina), Dr. Berthold Ecker, Roland Fink, MAS(MUSA), Dr.in Terezie Peti ková und Dr.in Jana Vránová (Haus der Kunst der Stadt Brünn) Ausstellungsbeteiligung in Sarajevo, Kunstgalerie von Bosnien und Herzegovina 52 KünstlerInnen, davon 20 Frauen Ausstellungsbeteiligung n Brno, Haus der Kunst der Stadt Brünn 58 KünstlerInnen, davon 23 Frauen 144 Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Ausstellungsbeteiligung Der Menschheit Würde …, Sarajevo Ausstellungsbeteiligung Der Menschheit Würde …, Brno KUNSTHALLE wien Geschäftsführung 1 künstlerischer Geschäftsführer, 1 kaufmännische Geschäftsführerin Ursula Kühnel Geschäftsführung Aufsichtsrat 7 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in Sonja Hammerschmid(Vorsitzende), Maria Haigermoser, Isabella Drozda Bildende Kunst• KUNSTHALLE wien 145 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Aufsichtsrat Leitende Angestellte 8 Personen, davon 6 Frauen Vanessa Joan Müller(Leitung Dramaturgie), Katharina Baumgartner(Leitung Marketing), Isabella Drozda(Co-Leitung Kunstvermittlung), Belinda Hak(Co-Leitung Kunstvermittlung), Katharina Murschetz(Leitung Presse), Christina Zowack(Leitung BesucherInnenservice) Leitende Angestellte KünstlerInnenbeteiligung Gesamt An den Ausstellungen der KUNSTHALLE wien nahmen im Jahr 2014 gesamt 154 KünstlerInnen teil, davon 47 Frauen. KünstlerInnenbeteiligung Gesamt 146 KUNSTHALLE wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Exemplarische Frauen- und Gender-Projekte der KUNSTHALLE wien Die KUNSTHALLE wien stellte 2014 prominent das Schaffen zweier Künstlerinnen vor. Isa Genzken war die Personale I’m Isa Genzken, The Only Female Fool gewidmet, die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entstand und einen verdichteten Blick auf ihr Werk der letzten dreißig Jahre ermöglichte. Die Malerin Silke Otto-Knapp wurde in einer Einzelausstellung gewürdigt und stellte dort ihre auf Landschaften bezogenen neueren Werke vor. Auf Wunsch der Künstlerin waren zusätzlich ausgewählte Zeichnungen des schwedischen Malers Carl Fredrik Hill aus dem frühen 20. Jahrhundert in diese Ausstellung integriert. Bei den verschiedenen Gruppenausstellungen der KUNSTHALLE wien waren viele Künstlerinnen vertreten, einige auch mit speziell für die Ausstellungen entstandenen Neuproduktionen. Vor allem aber in den begleitenden Programmen zu den Ausstellungen waren 2014 sehr viele Theoretikerinnen, Kunsthistorikerinnen und andere Gesprächspartnerinnen eingebunden. Hier überwiegt der Frauenanteil deutlich. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 2014 wurden durch die Finanzierung von KÖR elf Kunstprojekte(8 temporäre, 3 permanente) sowie zwei Publikationen(Dokumentation der KÖR-Projekte 2007–2010, und Dokumentation der KÖR-Projekte 2010–2013) umgesetzt bzw. abgeschlossen und bis zum derzeitigen Stand weitere 16 Projekte(8 temporäre, 8 permanente) für eine Umsetzung initiiert. KÖR abgeschlossene permanente Projekte 3 Projekte, 3 Künstler KünstlerInnen abgeschlossene permanente Projekte KUNSTHALLE wien• KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 147 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 KÖR abgeschlossene temporäre Projekte 8 Projekte: 20 Künstlerinnen, 20 Künstler KünstlerInnen abgeschlossene temporäre Projekte KÖR Projekte Gesamt Es wurden 27 Kunstprojekte und zwei Publikationen von 89 KünstlerInnen umgesetzt beziehungsweise initiiert, davon 36 von Frauen. KünstlerInnen Projekte Gesamt MitarbeiterInnen Gesamt 3 MitarbeiterInnen, davon 3 Frauen Martina Taig(Geschäftsführung), Barbara Horvath(Produktionsleitung), Eva Amann (Projektassistenz und Office) bis August 2014, Nora Höglinger ab Oktober 2014 Geschäftsführung 148 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 MitarbeiterInnen Gesamt Jury 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Eva Maria Stadler(Juryvorsitzende), Maria-Therese Harnoncourt, Barbara Wolffer Jury Kuratorium 6 Mitglieder, davon 2 Frauen Elisabeth Mayerhofer, Barbara Kopetzky Kuratorium KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 149 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Beirat 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Eva Maria Stadler(Juryvorsitzende), Maria-Therese Harnoncourt, Barbara Wolffer Beirat Kino Kino-Referenzförderung 130 000 Euro wurden als Kino-Referenzförderung an 14 Kinos ausgeschüttet. Drei der Kinos werden von Frauen geführt. Dies entspricht 21 Prozent nach Anzahl der Kinos und einem Betrag von 30 000 Euro. Kino Admiral Kino Breitenseer Lichtspiele Filmcasino SUMME Gesamt Betreiberin Michaela Englert Anna Nitsch-Fitz Sabine Hofmann Fördersumme 10 000 10 000 10 000 30 000 Kino-Referenzförderung 150 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien• Kino FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Förderung kinokultureller Projekte Für 27 kinokulturelle Projekte wurden insgesamt 89 200 Euro aufgewendet. Davon wurden 56 200 Euro für 13 Projekte an Kinos vergeben, die von Frauen betrieben werden. Dies entspricht einem Anteil von 63 Prozent der geförderten Projekte. Projekt /slash 1/2 /slash Filmfestival 2014 25 Jahre FILMCASINO ArchFilm Matinée – 2014-01 ArchFilm Matinée – 2014-02 Cinemama 2014 Ein Kino voller Narren 2014 FC Gloria Kinosalons 2014 Food for Thought From Sundance to Vienna. Filmserie Kino& Kuchen 2014 Latin Film Lounge 2014-01 Stummfilme mit Klavier und Wienerischen Gedichten SUMME Gesamt Antragstellerin Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Admiral Kino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Breitenseer Lichtspiele Fördersumme 2 000 14 000 10 000 1 000 1 000 1 200 4 000 4 000 2 000 10 000 1 000 2 000 4 000 56 200 Förderung kinokultureller Projekte Kino 151 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Film Institutionen Im Jahr 2014 standen insgesamt 585 000 Euro für den Bereich„Film“ zur Verfügung. Davon wurden 425 000 Euro an Filminstitutionen vergeben. 12 ausschließlich weiblich geführte Institutionen erhielten 207 000 Euro. Dies entspricht einer Förderung von 48,7 Prozent. An 13 vorrangig männlich geführte Institutionen gingen insgesamt 218 000 Euro. Dies entspricht 51,3 Prozent. Institution Projekt Leitung AÖF Produktion GmbH – Akademie des Österreichischen Films Basisbetrieb 2014 Marlene Ropac Culture2Culture Tricky Women 2014+ Tricky Women Preis der Stadt Wien und Jahrestätigkeit 2014 Mag.a Waltraud Grausgruber espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm espressofilm – Open Air Lisa Neumann Kurzfilmfestival 2014 frame[out] – Verein zur frameout – digital Förderung neuer Filmformate summer screenings Martina Theininger KGP Kranzelbinder Gabriele Production GmbH Of Stains, Scrab& Tires Dr.in Gabriele Kranzelbinder Philosophische GE.BIL.DE – Gesellschaft für die Bilddekonditionierung The children of the noon Mag.a Olga Pohankova pro Frau – Plattform für Frauenrechte Frauen Film Tage 2014 Mag.a Doris Einwallner sixpackfilm Jahresbetrieb 2014 Brigitta Burger-Utzer Verein der Freunde der Filmakademie Stipendienprogramm für Studierende Dr.in Elisabeth Freismuth Verein Let's Cee Filmfestival Let's Cee Filmfestival 2014 Dr.in Magdalena Zelasko Verein zur Ausübung und Förderung des unabhängigen Films Schuljahr 2014 Mag.a Sophie Lux WILDart Film e.U. Lost in Vienna Ebba Sinzinger M.A. SUMME Gesamt Betrag 27 500 54 000 5 000 10 000 3 000 4 500 10 000 70 000 6 000 7 000 5 000 5 000 207 000 152 Film FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Institutionen, Leitungspositionen EinzelfilmerInnen Im Jahr 2014 standen 160 000 Euro für EinzelfilmerInnen zur Verfügung, davon wurden 65 400 Euro für 18 Filmemacherinnen vergeben, das entspricht 40,9 Prozent, und 94 600 Euro für 25 Filmemacher, das sind 59,1 Prozent der Fördersumme. Filmerin Josephine Ahnelt Rebecca Akoun Cana Bilir-Meier Claudia Dermutz Jasmina Eleta Tatiana Hatzl Susanne Jirkuff Ruth Kaaserer Lisbeth Kovacic Martina Kudlacek Maria Luz Olivares Capelle Loretta Pflaum Svenja Plaas Bettina(Billy) Roisz Lotte Schreiber Michalea Schwentner Dina Yanni Projekt Verlauf Die nassen Haare/ Les cheveux mouillos Yagmur heißt Regen Am Gang Das Wiedersehen Eingang Ausgang F,G the lady is a knockout Kleine Grenze Kurt Kren Primos Future Music Souvenir The Die Welt ist alles, was der Fall ist The Contest Sins of Cleopatra Betrag 3 000 3 500 3 000 4 800 3 500 2 000 3 500 4 500 2 500 4 500 5 000 5 000 5 000 4 000 3 000 2 000 1 600 Film 153 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Antoinette Zwirchmayr SUMME Gesamt Josef – Täterprofil meines Vaters EinzelfilmerInnen 5 000 65 400 Exemplarische Frauen- und Gender-Projekte im Bereich Film this human world www.thishumanworld.at Fördernehmerin: This Human World/ Diese Menschen-welt – Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Das Filmfestival„this human world“ widmet sich gesellschaftspolitischen Themen aus aller Welt, mindestens 50 Prozent der gezeigten Filme sind Werke von Regisseurinnen. 2014 wurde unter dem Motto„Every Time We Fuck We Win!“ erstmalig ein Schwerpunkt von lesbischen Pornoproduktionen gezeigt,„die mal mehr und mal weniger einem queer-feministischen Punk-Kontext entsprungen sind und in denen selbstbewusste und lustorientierte Sexualität gezeigt, normative Körperbilder hinterfragt und ein subversives Potenzial von Pornographie gesucht wird“, so das Programm des Festivals. Filmfonds Wien Frauen als Filmschaffende Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Nicht zuletzt verliert die aktuelle Förderpraxis auch die soziale Zusammensetzung der relevanten Berufsfelder nicht aus den Augen, um vor allem auch den Frauennachwuchs nachhaltig zu fördern. Der Vergleich zwischen eingereichten Projekten und konkreten Fördervergaben zeigt, dass der Filmfonds Wien Gleichstellung lebt, indem positive Maßnahmen wie eine leicht überproportionale Bevorzugung der Projekte von Frauen umgesetzt werden. Besonders bemerkenswert im Jahr 2014 war das Echo auf Arbeiten junger Filmschaffender: Für das Spielfilm-Debüt„Macondo“ der Wiener Filmemacherin Sudabeh Mortezai begann das Jahr mit einer Einladung in den Wettbewerb der Berlinale und endete mit dem Wiener Filmpreis und einer umjubelten Österreich-Premiere. Dazwischen lagen über 40 internationale Festivaleinsätze. Regisseurin Johanna Moder wurde für ihren in Wien gedrehten Erstling„High Performance“ in Saarbrücken mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, Veronika Franz und Severin Fiala präsentierten ihr Horror-Debüt„Ich seh ich seh“ in Venedig und erhielten mehrere Preise. Damit dominieren die weiblichen Filmschaffenden die jährliche„Bestenliste“ 2014. 154 Film• Filmfonds Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Benachteiligung, Chancenungleichheit – das waren die Schlagworte der im vergangenen Jahr europaweit geführten Debatte um die Einführung einer„Frauenquote“ im Filmbereich: Für den Filmfonds Wien war dies Anlass, die eigene Fördertätigkeit hinsichtlich Geschlechter­diversität weiter zu analysieren und stärker zu kommunizieren, obgleich die Förderentscheidungen auch nur eines der Rädchen sind, die Einfluss nehmen. Wie sieht die Verteilung quantitativ aus, wie in verantwortungsvollen künstlerischen Positionen? Gab es in den letzten Jahren Tendenzen, wesentliche negative oder positive Entwicklungen? Wie sieht der Frauenanteil bei Einreichungen aus, wie bei Förderungen? Um das Bewusstsein für bestehende Ungleichheiten zu stärken, stellt die Wiener Förderstelle in diesem Bericht weitere Zahlen zur Verfügung. Ein in den letzten Jahren kontinuierlich steigender relativer Trend ist daraus ersichtlich. Gesamt gesehen erreichte der Frauenanteil 2014 im Bereich der Kino-Herstellungsförderung 32 Prozent, was einen leichten Anstieg bedeutet. Ebenso positiv zu bewerten ist der Anteil der Regisseurinnen bei den Fernsehfilmen, der um sechs Prozentpunkte auf 29 Prozent stieg. Die aktuellen Erfolge von Regisseurinnen – auch im TV-Bereich – bestätigen die Aufwärtskurve und geben wichtige Impulse. Hingewiesen sei einmal mehr auf die paritätische Besetzung der Gremien des Filmfonds Wien, ein Umstand, der mitverantwortlich ist für die ausgewogene Förderpolitik. Frauenanteile An der Spitze des Filmfonds Wien steht mit Gerlinde Seitner als Geschäftsführerin eine Frau. Auch die Organe und Gremien sind geschlechterparitätisch besetzt: Beim Kuratorium liegt der Frauenanteil bei 50 Prozent, im Team bei 50 Prozent, bei der Hauptjury bei 50 Prozent, bei der Ersatzjury und dem Kinobeirat bei 50 bzw. 100 Prozent. Projektentwicklungsförderung Film Für die Treatments oder Drehbücher der geförderten Projektentwicklungen waren in 12 Prozent der Fälle Frauen haupt- oder mitverantwortlich. Die Förderhöhe für Drehbücher von Frauen aus einer Gesamtsumme von 380 552 Euro betrug 45 500 Euro. Projekt Produktion Drehbuch Gattung Fördersumme Ama Prisma Film Anke Sommer F 25 500 Beziehungsstatus Single Allegro Film Andrea Eder, D Constanze Schumann 20 000 Mädchen können immer Allegro Film Elisabeth Schmied F* 20 543 SUMME Gesamt * Referenzmittelförderung 45 500 Projektentwicklungsförderung Film Filmfonds Wien 155 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Herstellungsförderung Kinofilm Zehn Kinofilme, in denen Frauen die Regie führten wurden aus einer Gesamtsumme in der Höhe von 7 216 420 Euro mit 2 209 000 Euro gefördert, das sind 30 Prozent der Herstellungsförderung Kinofilm. Projekt Chucks Produktion Dor Film Regie Gattung Land Sabine Hiebler, Gerhard Ertl F A Ciao Chérie Nina Kusturica Nina Kusturica Projects F Ein Augenblick Leben Novotny & Novotny Anita Natmeßnig D Future Baby Nikolaus Maria Arlamovsky D Geyrhalter Film Jack Epo-Film Elisabeth F Scharang Kinder unter Deck FreibeuterFilm Bettina Henkel D Licht Nikolaus Barbara Albert Geyrhalter Film F Lou Salomé – wie ich dich liebe, Rätselleben Satel Film Cordula Kabitz-Post F Maikäfer flieg KGP KranzelMirjam Unger binder, Gabriele Production F Unter Blinden Epo-Film Eva Spreitzhofer D SUMME Gesamt A A A A A A/D D/A A A Fördersumme 400 000 * 60 000 64.000 60 000 110 000 * 100 000 50 000 650 000 115 000 540 000 60 000 2 209 000 Herstellungsförderung Kinofilm 156 Filmfonds Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Herstellungsförderung TV-Film Neun TV-Filme, in denen Frauen die Regie führten wurden aus einer Gesamtsumme in der Höhe von 2 139 000 Euro mit 493 500 Euro gefördert, das sind 23 Prozent der Herstellungsförderung TV-Film. Projekt Produktion Regie Gattung Land Fördersumme 1945 – Kultur in Trümmern Terra Film Barbara KrumböckHeraut D A 18 000 Aufgetischt (6. Staffel) Satel Film Claudia Pöchlauer, Thomas Knoglinger D A 60 000 Aufgetischt (7. Staffel) Satel Film Claudia Pöchlauer, Thomas Knoglinger, Katharina Heigl, Danielle Proskar D A 70 000 Der Gaudí Code Epo-Film Danielle Proskar D A, D, ESP 20 000 Der letzte Himmel Dor Film über Burma Sabine Derflinger F A 190 000 Kreuz des Südens Lotus-Film Barbara Eder F A 70 000 Meine Narbe Nikolaus Mirjam Unger Geyrhalter Film D A 18 000 The Carsony Brothers Barbara Weissenbeck/ Filmwerkstatt Barbara Weissenbeck, D Gerald Benesch A 22 500 Zwischen Rampenlicht und Rotlicht – das Varieté Le Groupe Soleil Film Karoline Heflin D A 25 000 SUMME Gesamt 493 500 Herstellungsförderung TV-Film Filmfonds Wien 157 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verwertungsförderung Kinostarts Der Anteil der Filmemacherinnen bei den Kinostarts 2014 lag bei 41 Prozent. Aus einer Gesamtfördersumme von 760 055 Euro wurden Frauenprojekte mit 315 060 Euro gefördert. Projekt Verleih Regie Kinostart Rise Up! and Dance Einhorn Film Barbara Gräftner 21.03.14 High Performance Thimfilm Johanna Moder 28.03.14 Das Kind in der Schachtel NGF Gloria 09.05.14 Dürnberger Auf den Barockaden Stadtkino Doris Kittler 03.10.14 Global Shopping Village Polyfilm Ulli Gladik 24.10.14 Ein Augenblick Leben Thimfilm Anita 31.10.14 Natmeßnig Amour Fou Stadtkino Jessica Hausner 07.11.14 Macondo Filmladen Sudabeh Mortezai 14.11.14 Wo ich wohne Stadtkino Christine Nagel 12.12.14 Gruber geht Thimfilm Marie Kreutzer Start 2015 Ich seh Ich seh Stadtkino Veronika Start 2015 Franz, Severin Fiala Ma folie Filmladen Andrina Mracnikar Start 2015 SUMME Gesamt Besuche 2014 3 094 6 925 2 334 501 4 886 2 047 5 913 6 294 386 – – – 32 380 Fördersumme 41 000 44 207 20 000 20 000 10 000 15 000 20 000 32 000 – 49 000 32 353 31 500 315 060 Verwertungsförderung Kinostarts 158 Filmfonds Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Neue Medien Institutionen Im Bereich„Neue Medien“ standen im Jahr 2014 insgesamt 343 000 Euro für Jahresförderungen und Projektförderungen zur Verfügung. 14 von Frauen geführte Institutionen erhielten 157 700 Euro, dies entspricht einer Förderung von 46 Prozent. An 19 vorrangig von Männern geführte Institutionen gingen 185 300 Euro. Dies entspricht einem Wert von 54 Prozent. Institution Projekt Leitung czirp czirp – experimental and Channeling – sonic arts. Verein zur The Medium Leaves a Förderung Experimenteller und Message Klang-Kunst Lona Gaikis das kunst – Verein für emanzipative Kulturarbeit Horn Section Elisabeth Kortschak ei(s)kon:fekt – Verein zur Förderung der audio-visuellen Kultur sound:frame Festival 2014 Mag.a Eva Fischer Eurozine – Gesellschaft zur Vernetzung von Kulturmedien mbH Eurozine – The Netmagazine Mag.a Veronika Leiner kanonmedia verein für neue medien Clouds im Haifischpool Mag.a Alexandra Reill Kunstverein das weisse haus Projekte aus dem Mag.a Alexandra Bereich der Neuen Grausam Medien im Rahmen einer Jahresförderung Medienwerkstatt Wien Jahrestätigkeit Verein Dr.in Gerda Medienwerkstatt Wien Lampalzer moment collective – Verein für experimentelle Musik, audio – visuelle und performative Kunst 3-tägiges Festival für neue Musik und interdisziplinäre Kunst Hui Ye SALON HYBRID – Verein für Experimentelle Angelegenheiten in Kunst, Film& Performance Ich und meine Summe Mag.a Stephanie Winter Target Reply – Verein für Kunst- und Medienprojekte Art Visuals& Poetry – Jahresförderung 2014 Sigrun Höllrigl Betrag 200 3 500 50 000 20 000 1 500 22 000 30 000 500 2 000 10 000 Neue Medien 159 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 ubermorgen – Verein zur Förderung von digitaler und bildender Kunst 173 Ventil – Verein zur Freisetzung klanglicher Innovation und Dynamik Leave your Illusion ver.traust UM WEGEN IN DER Wiener Frühstück KUNST Verein zur Förderung der Kunst TONSPUR für einen Schleife 18 öffentlichen Raum SUMME Gesamt Mag.a Elisabeth Haas 3 500 Ursula Winterauer 3 500 Teresa Schweiger 1 000 Michaela Stock 10 000 157 700 Institutionen Beirat Der Beirat, der zweimal im Jahr tagt, bestand im Jahr 2014 aus insgesamt drei Mitgliedern, davon zwei Frauen: Mag.a Nicoletta Blacher, Mag.a Heike Kaltenbrunner Beirat Exemplarisches Frauen- und Gender-Projekt im Bereich Neue Medien Medienkunstpreis an Sylvia Eckermann 2014 wurde zum ersten Mal der Medienkunstpreis der Stadt Wien verliehen. Die Preisträgerin Sylvia Eckermann zählt, so die Begründung der Jury, zu den PionierInnen digitaler Kunst der 90er-Jahre. Die Bandbreite ihrer künstlerischen Projekte umfasst beispielhaft interaktive 160 Neue Medien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Video- und Soundinstallationen, modifizierte Computerspiele, Netzkunstprojekte und begehbare Rauminstallationen. Sylvia Eckermanns Arbeiten entsprechen der Vielgestaltigkeit von „Medienkunst“ und der zunehmenden Auflösung von medialen Kategorien und bekannten Genres. In vielschichtigen und perfekten Inszenierungen lotet sie die künstlerischen Möglichkeiten aus, höchst komplexe Themen wahrnehmbar zu machen, von Finanzmärkten bis zur Frage nach Identitäten. Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten Rahmenbetrag Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten Aus einem Gesamtbudget von 1 375 500 Euro wurden von Frauen geleitete Einrichtungen mit 431 700 Euro gefördert, das sind 31 Prozent. Von Frauen geleitete Vereine und Institutionen Institution Projekt Leitung ABrasA – AustroBrasilianischer und AfroBrasilianischer Verein Carnaviena Queila Rosa Panstingl Adam – Verein für Kultur und Kunst Davaj davaj syuda/ Die schönsten Szenen der Oper (zwei Konzertprojekte) Assia Davidov Afrikanische Frauenorganisation The Unbidden Pain (Buchpräsentation) Etenesh Hadis all inclusive – Verein zeitim:puls4 Kurzfilmfestival (Abschlussveranstaltung) Elisabeth Golzar Art Cult Composition Musikwortperformance und Fotoausstellung Verena Prandstätter ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens Hullaza Real Regina Picker ATTAC – Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte Wien trifft Rio de Janeiro Alexandra Strickner AWA – Verein zur Förderung drei Konzerte und Pflege der aserbaidschanischpersischen und österreichischen Musik Nasrin Hobbi Betrag 1 000 5 000 1 000 2 000 1 000 2 500 1 000 5 000 Neue Medien• Stadtteilkultur und Interkulturalität 161 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Bahara – Verein zur Pflege ethnischer Kunst- und Kulturformen Hafla I Dreamscapes Barbara Kazerouni Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich Jahresprogramm Eva Maria Ott Mozart trifft Bartók(zweites Orchesterkonzert) Club Pannonia, Gesellschaft zur Pflege der österreichisch-ungarischen Beziehungen Jahresprogramm Marika Radda Club XIX – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten im Bezirk drei Konzerte und drei historische Spaziergänge in Döbling Silvia Friedrich Coro Novo Mundo – Verein zur Förderung des interkulturellen Austauschs zwischen Brasilien und Österreich mit Schwerpunkt Vokalmusik Brasilianische Klassik begegnet Europäischer: Ein Klavierabend Annette Mossel Dachverband für interkulturelle Initiativen in Wien – Interkulti-Dach Interkultureller Solidaritätsabend zum internationalen Frauentag Karin König Das Iranische Wien (Ira Wien) Jahresprogramm(monatliche interkulturelle Veranstaltungen mit Film und Podium) Jaleh LacknerGohari DED(Declamare e Debutare) Kunst der Gegenwart und zwei Gesellschaft zur Förderung weitere Konzerte klassischer Musik und Literatur Indira Uteuova drama – dama – Theaterclub Bitte schneu Polster Stufen Allerleu Elinor Wurzinger E-@rt – Verein für Kultur und neue Medien Eine Stadt fotografieren Sonja Scherzer Die Wahrheit ist umgekehrt Educult – Denken und Handeln im Kulturbereich Veranstaltungsreihe Salon der Kulturen Vera Schreiber 3 500 3 000 3 000 2 500 3 000 1 500 1 500 4 000 4 400 1 000 3 000 2 000 4 000 162 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Jahresprogramm(Junge Musikpreisträger/ KinderFriedensmission) Irina Koljonen ex post – Verein für internationalen und interkulturellen Austausch Mit Musik und Wort gezeichnet Maria (Bach und Bach) Skweres Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing Jahresprogramm(Förderung Sladana Ivic Liesinger KleinkünstlerInnen bei ihren Projekten) Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Konzerte Nicole Marte Konzerte(2. Halbjahr) Freundeskreis Kunstgalerie Jahresprogramm(Ausstellungen Krystyna Meduna und Vernissagen) Meduna Ghana Minstrel Choir – Verein für afrikanische und interkulturelle Gesangsbildung Afro Gospelfestival – Meet& Cheer Patricia Nuwordu Globalista – grenzüberschreitende Kulturarbeit und Forschung Nosso Jogo: Nosso Brasil! Wiens Brasilien im Fokus – eine sozio-kulturelle Begegnung Celia Mara Pereira da Silva Grundstein Verein für Kunst Jahresprogramm(grundstein und Kommunikation 1/2014 und 2/2014) Martina Gasser Grupo de Capoeira Angola Dia da Consciencia Negra Imaos Guerreiros Viena, Verein zur Pflege der Capoeira Angola und afrobrasilianischer Kulturformen Karina Magel Hernalser Kulturkreis Dornbacher Annen-Kirtag Brigitta Schmidt Hollywouk Kulturverein zur Förderung und Intensivierung künstlerischer, kultureller, bildender, integrativer, medialer und kulturwirtschaftlicher Aktivitäten – national und international Mistero Buffo – Haare auf dem Herzen Eva Maria Susanna WoukDjokovic Hora – Kultur – Turism Verein der in Österreich ansässigen Rumänen Mit Musik im Labyrinth der Wor- Sava Sifora te und Übersetzung des Buches Denke, werde und lebe BOLD 5 000 1 000 17 000 2 000 4 000 4 000 1 500 1 500 10 000 1 000 7 000 3 500 1 000 Stadtteilkultur und Interkulturalität 163 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Igorot Austria – Cordillera Igorot Kultur und Kulturaustausch Leonida OstermayerLunag IG World Music Austria Austrian World Music Awards Katrin Pröll i.Ku.(Verein des internatio- Wir sind Europa – Eine Tür steht nalen und interdisziplinären offen(Ausstellung) Kulturaustausches.) Uta Heinecke ImmigrantInnen Kultur- und Jahresprogramm(Album Release Hasret Iscen Solidaritätsverein Party/ Integration durch Musik – Musik verbindet die Kulturen) Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanten Info) Tanzgruppen Kleopatra& Duo Amerein – Tänze aus dem ägyptischen Folklore(April) Manal Kamal Mehanyn Abo-El Aala Tanzgruppen Kleopatra& Duo Amerein – Tänze aus dem ägyptischen Folklore(Oktober) Internationaler Verein des Licht des Buddha Neujahrsfeier Ying Cheung Kulturfest Mondfest Iranian New Age – Verein zur Integrationsförderung iranischer Musikstudenten Konzert Vida MashayekhiTabrizy Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma(auf Deutsch: Grenzgänger) Die Schuld der Welt/ Auf den Straßen der Welt Razieh Goldschmied Istanbul Kulturverein in Wien Jahresprogramm Ülker Gürman Jehuda Halevi Progromnacht: In Memoiren Rosa Gilkarov Junges Ensemble Hörbiger Sisi – Forever Young Katharina Stockinger Kerala Samajam Vienna, Kulturverein der KeralaInder in Österreich Kulturfestival Roshan Puthenkalam Klub polnischer Intellektueller Jahresprogramm Jadwiga Maria Hafner 1 000 40 000 1 000 5 000 2 000 2 000 1 500 2 500 1 500 2 000 1 000 8 000 2 000 2 000 800 4 000 164 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kultur Horizonte RUHI SU Kultur im 3. Kultur und Ausbildungsinstitut Bosporus Kultur und Natur Grinzing KulturAXE Kulturforum Mariahilf Jahresprogramm Gezi Concert Grinzinger Leopoldifest 20 Jahre Freiheit(Ausstellung und Katalog) Jahreskulturprogramm Kulturverein – Bulgaren in Österreich Kulturverein Echt Wien Lass mein Gebet erheben Kraut und Ruabn Tschuschenkabarett Kulturverein Five seasons herbstklang 2014 – resonanzraum der künste Kulturverein grossundklein Konzertreihe Klassik cool! Kulturverein gutgebrüllt Der Alpenkönig& der Menschenfeind Kulturverein Initiative Währing Jahrestätigkeit Kulturverein Pena Flamenca 7. Flamenco-Festival Wien Sin Fronteras Wien Kulturverein Resonanz Gonza mit der Lanze(Lesung) Kulturzentrum I Love Polen Ausstellung mit polnischen Künstlern Amadeus – Kammerorchester des polnischen Rundfunks Licht für Kunst – Light for Art Jahrestätigkeit(Konzert: Alfredo Garcia-Navas Band, Kabarett: Zwa voi Trottln) Liesinger Künstlerwerkstatt Weihnachtskunstmarkt Nathalie Borgers Monika Erb Neslihan Turan-Berger Silvia Kotterer Caroline Fekete-Kaiser Ingeborg Habereder Sirma Stenzel Gertraud Wehofer Annelie Sachs Szilvia Hegyi Therese Christine Brandl Charlotte Zeisel Sandra Krajco-Riemer Holde Schubert Naumann Renata Olczykowski Jaroslava Klecker Sladana Ivic 5 000 15 000 7 000 1 000 1 000 4 000 1 000 1 500 1 000 3 000 1 500 1 000 15 000 1 000 1 000 1 000 1 000 2 000 2 000 Stadtteilkultur und Interkulturalität 165 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Mondo Musika Frühling in Wien(Konzertabend) Uljana Sierek Multikulturelle Kindergruppe Bärli – Brumm-Brumm Zukunft ist Miteinander (Straßenfest) Helga Plachenka Musikverein Sieben Zwetschken Weltsprache Musik – Weltmusiksprache Edith BubichGschwindl NarrARE, Verein für MärchenErzählen, GauklerKunst und künstlerische Gestaltung Erzählnacht Margarete Wenzel neues wiener mandolinenund gitarrenensemble CD-Produktion, Präsentation und Konzert Austrian Cecilien Ensemble Martha Schuberth Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Open Systems 1-01-01/13 (Ausstellung) Gülsen Bal Jahrestätigkeit Das unterbrochene Subjekt spricht: Sichtbarkeit und Rede im öffentlichen Raum Österreichischer Venezola4. Lateinamerikanische GastroMariela Garcia nischer Verein für Kunst und nomie- und Handwerks-Festival: Guinand Wissenschaft Inklusion der Kulturen PEREGRINA – Bildungs- und Künstlerhonorare für 30-JahresTherapiezentrum für Fest Immigrantinnen Gamze Ongan pica pica – Verein zur mo.ë Vienna Programm Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur Johanna Maria Menne Piramidops, Verein für Frauen- und Gemeinwesenarbeit Grätzelfest der Nationen Johanna Donat Die türkische Frau und die Auseinandersetzung um die Erlangung von politischer Teilhabe(Lesung) Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kultur- und Sozialantropologie Semester-Abschlußfest mit Geschichten in 2 Sprachen Susanne Binder 166 Stadtteilkultur und Interkulturalität 2 000 2 000 3 000 1 000 4 000 2 000 2 000 2 000 1 000 1 000 3 000 1 500 1 500 1 500 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Polnisch-Österreichische Initiative der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, PAIWG Jahrestätigkeit(Konzert: Mädchens Wunsch, Konzert: Fröhlich in den Frühling) Barbara KaminskaSzuba Konzert: Trzecia Zmiana (Dritte Schicht) Pol-Ster Polnisch- Jahrestätigkeit(Multikulturelle Agnieszka Österreichisches Kulturgut Zwischengeneration, Kilar) Malek Raga – Verein zur Förderung der Indischen Musik Klassisches Indisches Musik- und Renate Tanzfestival Raga – Leela Killmeyer Sangam-Kathak Tank und indische klassische Musik Rhizomart – Verein für Kunst und Kultur Leben 2.0 Evren Yazici da Conceicao Filho Roj Basch – Verein anatolische Kunst & Kulturbrücke kulturelle Jahrestätigkeit(CDPräsentation Hozan Qamber, Yunus Emre, Kaygusuz Abdal, Sounds of Anatolien, Imadaddin Nesimi, Pir Sultan Abdal) Sema Aykut Romaverein Vida Pavlovic Vida Pavlovic Festival Jasmina Pavlovic SAPROPHYT – Raum zur Saprophyt Realisierung künstlerischer Projekte und Interventionen Barbara Kapusta SAVE TIBET – Österreichische Gesellschaft zur Hilfe an das tibetische Volk Tibet mit allen Sinnen – 20jähri- Elisabeth ges Jubiläum Zimmermann Schwarze Frauen Community Afrikanisches Theater: Die drei Esther Maria Portale Kürmayr Solidarität mit afghanischen Multikulturabend Flüchlingen Sherzai Tamana Soulconversation – Verein für internationalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität Konzert zum 90. Geburtstag von Verena Prof. Aranyi-Aschner Prandstätter 2 500 3 000 3 500 2 500 2 000 2 500 7 000 1 000 1 500 2 000 2 000 1 000 2 000 Stadtteilkultur und Interkulturalität 167 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 SOVA Slowakischer Schulverein Slovensky skolsky spolok Slowakische Weihnachten für Kinder in Wien Elena Mandik Srebrenica-Wien – Plattform BosnienÖsterreich Srebrenica-Prijedor, Völkermord Fahra Hajdarevic Bosnien und Herzegowina im Rahmen der K&K-Monarchie Steine der Erinnerung an jüdische Opfer des Holocausts Steine der Erinnerung 2014 Vally Steiner Studentinnenheim Währing, Jahrestätigkeit Verein für Bildungsinitiativen und Sozialhilfe Assunta MensdorffPouilly Takt – PolnischÖsterreichischer Kultur Verein Ein Konzert mit Poesie und Klavierkonzert Maria Buczak Teatre AA Vademecum Kulturverein Jahrestätigkeit Beata Paluch The Danube Memorial The Vienna Project – Closing Event Karen Frostig Theater Delphin – Verein zur Die Wärme im November Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation Gabriele Weber Theaterverein Die Satyriker 25. Sommerspiele Floridsdorf Renate Dudaschek Töchter der Kunst Fest der Bewegung/ Drum& Dance Festival Nicolina Tomandl United Europe Orchester Konzert: United Europe präsentiert Elena Rozanova Verband der Amateurmusiker und-vereine Österreichs – VAMÖ Erhaltungskosten für das VAMÖ-Büro Marianne Klicka Verband der Polen in Österreich Strzecha Jahrestätigkeit Hanna Martin Verband philippinischer Vereinigungen in Österreich, CFAA Konzert der Philippine Madrigal Concepcion Segura 1 000 2 000 3 000 9 000 1 000 2 000 7 000 4 000 1 500 8 000 2 000 700 10 000 5 000 5 000 168 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein der Freunde und Förderer des stella artis ensembles Herbstkonzert: Drei Wiener Trios Katharina Schweitl Verein der Internationalen Wiener Skyline Part III: Future Kreativen Ideen Visions Valeriia Tebiakina Verein der russischen Kultur Jahrestätigkeit Natalia Lagureva Verein für arabische Frauen 1. Syrisches Kulturfestival Marie Therese Kiriaky Verein für chinesische Sprache und Kultur Chinesisches Neujahresfest Xiao Ying Zheng Verein Projekt Theater Fest der Vielfalt. Auf Achse_Dorfplatz 2014, Eine fremde Stadt Eva Brenner Verein Wiener Jugendzentren Kids in Fashion Tanja Wehsely Verein zur Förderung der kroatischen Musik 10. Festival der kroatischen Musik in Wien Sabine Federspieler Verein zur Förderung von kultureller nationenübergreifender Projektarbeit Tage der Musik Monika Fahrnberger Verein zur Förderung von Nischenkultur Konzertreihen: Die Blockflöte im Sabine 21. Jahrhundert, Zeit genießen Federspieler mit ZeitgenossInnen Vereinigung für Frauenintegration Amerlinghaus Cafe Cinema Christa Stippinger VIOA – Vienna International Opera Academy. Kreatives und innovatives Musiktheater Così fan tutte Armaghan Shajarian Voice of Diversity: Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich, Schwerpunkt Roma und Sinti 6. Baranka Park Gedenkfeier Valerie Stojka Wiener Evangelische Kantorei Zwei Konzerte: Die Schöpfung von Joseph Haydn Gerda Supitar 1 000 2 000 5 000 3 000 1 000 4 000 3 000 2 500 2 000 1 000 1 000 2 000 5 000 1 500 Stadtteilkultur und Interkulturalität 169 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wiener-Krakauer KulturGesellschaft Jahrestätigkeit Zofia Beklen Wirtschaft 21 27. Floridsdorfer Frühlingskonzert Christa Ornest wmi – World Media On the Road: Arbeiten und leben Hirut Kiesel Insights – the free media for zweier Frauen auf Straßen Wiens people' s rights Wuz Wienerinnen unternehmen Zukunft Theater: Hochzeit ohne Darinka Tatjana Kukic-Jank Yeni Demokratik Kadin – Theateraufführung: Neue Demokratische Frauen The Fabulous Adventures of Non-Existing Ayse Gülay Beceren SUMME Gesamt 10 000 5 800 3 000 1 000 2 000 431 700 Rahmenbetrag, Leitungspositionen Vereinsförderung Gemeinderat Aus einem Gesamtbudget von 8 011 500 Euro wurden 321 500 Euro an Vereine vergeben, die von Frauen geleitet wurden, das sind vier Prozent. Institution Projekt Leitung Aktionsradius Wien – Verein zur Jahrestätigkeit und Förderung von Stadtkultur und Projekte kultureller Stadtentwicklung Dipl.-Ing.in Uschi Schreiber Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung kültür gemma! – Stadtkulturförderung(Junge Zuwanderungsstadt Wien) Catrin Seefranz pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur mo.ë – Vienna Programm November/ Dezember Mag.a Johanna Maria Menne Betrag 200 000 109 000 2 500 170 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Romano Centro – Verein für Roma SUMME Gesamt Jahreskulturprogramm Mag.a Zaklina Radosavljevic 10 000 321 500 Vereinsförderung Gemeinderat, Leitungspositionen Exemplarische Frauen- und Gender-Projekte im Bereich Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten Im Jahr 2014 wurden im Bereich„Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten“ Förderungen für mehrere Projekte vergeben, die sich besonders auf die Situation von Frauen in der Gesellschaft bezogen. Srebrenica – Wien Plattform Bosnien-Österreich Der Verein Srebrenica nahm sich eines der bittersten Kapitel der Europäischen Geschichte an: des Themas Völkermord in Srebrenica mit Schwerpunkt Toma ica Prijedor. Im wahrscheinlich größten Massengrab Bosniens bei Toma ica werden mehr als tausend Opfer vermutet – mehrheitlich Frauen und Kinder, die systematisch gefoltert, vergewaltigt und hingerichtet wurden. Aber es gibt auch Überlebende, die bestialische Massenvergewaltigungen über sich ergehen lassen mussten. Zur Veranstaltung wurden Zeugen eingeladen, die das Grauen erlebt und überlebt haben. Sie leben in Bosnien und Herzegowina oder in anderen Teilen der Welt, so wie ihre Täter. Mit dieser Veranstaltung wollte Srebrenica – Wien Plattform Bosnien-Österreich darauf aufmerksam machen, was inmitten von Europa keine 400 km von Wien am Ende des 20. Jahrhunderts passieren konnte. Das Motto dieser Veranstaltung hieß:„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ wmi – World Media Insights Der Verein wmi hat mit dem spannenden Projekt„On the Road“ das Alltagsfrauenleben untersucht und sichtbar gemacht. Zwei Frauen mit zwar unterschiedlichen Berufen – eine Zeitungsverkäuferin und eine Straßenkehrerin – verbindet der Arbeitsplatz: die Straße. Dargestellt wurde die Lebens- und Arbeitskultur in dieser besonderen Arbeitsumgebung. Wer weiß schon, wie es sich anfühlt, wenn alle Passanten Wiens Zugang zum eigenen Büro haben? Die Lebenswelten dieser Frauen wurden mit Bild und Ton beschrieben. In einer moderierten Abendveranstaltung wurde den Frauen die Möglichkeit geboten, geladenen Gästen über ihren ganz persönlichen Alltag zu berichten. Straßenmusik und kulinarische Genüsse zum Thema Straßenkultur ergänzten den Abend. Stadtteilkultur und Interkulturalität 171 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 WUZ – Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur Der Schriftsteller ivorad Stepanovi ‘ beschäftigte sich in seinem Roman„Svadba bez Darinke“ (Hochzeit ohne Darinka) mit einem klassischen Konflikt. Was passiert, wenn junge Menschen andere Lebensziele als ihre Familie haben. Du an Simi ‘ dramatisierte dieses Thema zu einem Theaterstück, das dann im Theater Akzent aufgeführt wurde. Die Urgeschichte basiert auf einer wahren Begebenheit: Das hübsche Mädchen Darinka verliebte sich in den attraktiven Marko, die jungen Verliebten hatten eigene Pläne und kamen damit den Interessen ihrer Familien in die Quere. Verein„Dachverband für interkulturelle Initiativen in Wien“ Dieser Verein veranstaltete am 8. März 2014 einen klassischen Vortrags- und Diskussionsabend mit Musik. Der Verein nahm den internationalen Frauentag zum Anlass, um die unterschiedliche Realisierung von Frauenrechten weltweit unter die Lupe zu nehmen, und die Kluft zwischen Befürwortern der Frauenbewegung und ihren reaktionären Gegnern zur Sprache zu bringen. Es wurde die Möglichkeit geboten, als Neuösterreicherinnen, Österreicherinnen, Immigrantinnen und Flüchtlinge einen Appell an jene Staaten zu richten, die die Rechte von Frauen missachten. Musikalisch wurde der Abend mit Musikgruppen aus verschiedenen Ländern und Kulturen abgerundet. 172 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaft Es gibt in der letzten Zeit Beiträge in der Öffentlichkeit, die das Eintreten für Frauenrechte und den Feminismus für tot erklären. Wir leben in einer Welt – und unsere Welt ist die globalisierte, die eine Welt, die von uns gerecht, fair und Glück ermöglichend zu gestalten ist –, in der es vor allem Frauen sind, die arm sind, die in prekären Verhältnissen arbeiten, die Opfer von Gewalttaten sind, und die die Hauptlast der sozialen Beziehungsarbeit tragen. Die Frauen sorgen vor allem mit ihrer Arbeit, mit ihrer Geduld, mit Empathie und Solidarität dafür, dass diese Welt noch halbwegs erträglich ist. Da tut es absolut und definitiv nichts zur Sache, dass bei der Besetzung von Jobs in den westlichen und nördlichen Ländern gegenwärtig manchmal Frauen bevorzugt werden. Im Hinblick auf die ungerechte Gesamtverteilung von Rechten und Chancen von Männern und Frauen in dieser Welt ist es skandalös, das zu kritisieren. Der Hinweis auf Frauenrechte, deren Etablierung und Achtung ist aus drei Gründen notwendig und unverzichtbar: 1. Die Männer schulden den Frauen dafür Dank, dass sie durch Erziehungsleistungen, durch Pflegeleistungen, durch Geduld und Verständnis(um einige wichtige Prozentpunkte mehr als die entsprechende Leistung der Männer) zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Ein Frauenbericht ist daher eine Bringschuld für eine öffentliche Institution und könnte auch „Frauendankbericht“ heißen. 2. Der alte europäische Machismo ist niedergekämpft und zurückgedrängt. Die Frauen(aber auch Männer) haben ihn mit kulturellen Beiträgen ironisiert, ihn dem Spott ausgesetzt, den auch die Männer den Frauen nie erspart ließen, wo es angebracht und wo es nicht angebracht war. Gegenwärtig schleicht sich ein neuer Machismo ein, der quasi rassistisch die Menschenrechte der Frauen in Frage stellt. Der neue Machismo hat unterschiedliche ökonomische, religiöse, demographische Gründe. Zum Teil wird er importiert und findet sich nach seiner bedenklichen Einführung in Europa bald in den merkwürdigsten und obskursten Allianzen mit rückwärtsgewandten Ideologien wieder. 3. In der gegenwärtigen Welt gibt es neue„Ideale“ des Kriegerischen, die fast durchwegs männerrechtliche Gesellschafts- und Kulturformen fordern, fördern, bewerben und ritualisieren. Junge Frauen treten dem bisweilen energisch und gewitzt entgegen. Manchmal schlüpfen sie jedoch widerstandslos in traditionelle Rollenbilder und überlassen den herrischen, oft gewaltbereiten Männern, die sich als Kavaliere und Beschützer tarnen, das Feld. Kulturinitiativen und kulturwissenschaftliche und feministische Forschungen analysieren, kritisieren und setzen Impulse – das bewährte Dreigestirn seit der Aufklärung. Die Wissenschafts- und Forschungsförderung der Kulturabteilung unterstützt das. Subventionen Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften, Vereine und Museen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Subventionen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungs­ positionen tätig sind: Fördervolumen davon für Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen 15 259 764 11 701 064 Wissenschaft 173 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Subventionen, Leitungspositionen Akademie der bildenden Künste • Mag.a Eva Blimlinger(Rektorin) Architekturzentrum Wien • Mag.a(FH) Karin Lux(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien • Mag.a Gertraud Diendorfer(Geschäftsführerin) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • Hon.-Prof.in Univ.-Doz.in Dr.in Brigitte Bailer(wissenschaftliche Leiterin, bis April 2014) E.L.I European Law Institute • Diana Wallis, MA(Präsidentin) Institut für die Wissenschaften vom Menschen • Mag.a Susanne Fröschl(Geschäftsführerin) Jewish Welcome Service Vienna • Mag.a Susanne Trauneck(Generalsekretärin) Jüdisches Museum Wien • Dr.in Danielle Spera(Direktorin) Ludwig Boltzmann Gesellschaft • Mag.a Claudia Lingner(Geschäftsführerin) Medizinische Universität Wien • Dr.in Liqun Zhang(Projektleiterin) Österreichische Akademie der Wissenschaften • Dr.in Angela Bergermayer, Leiterin des Forschungsprojekts„Vornamengebung im inter­ kulturellen Kontext: Aktuelle Tendenzen der Vornamenwahl bei Kindern mit Migrations­ hintergrund in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland“ • Univ.-Doz.in Dr.in Barbara Boisits, Leiterin des Forschungsprojekts„Neue Schubert-Ausgabe“ • HRin Dr.in Gertrude Enderle-Burcel, leitet gemeinsam mit Doz. Dr. Wolfgang Müller das Forschungsprojekt„Edition der Ministerratsprotokolle der Regierung Figl I, Teil II, Fort­ setzungsprojekt, Bände 10–18“ • Dr.in Elisabeth Großegger, Leiterin des Fortsetzungsprojekts„Hans Jaray(1906–1990) Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor. Eine theaterhistorische Untersuchung unter 174 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Berücksichtigung der Sprach- und Aufführungsästhetik am Wiener Theater in der Josefstadt als Bausteine einer Österreich-Identität“ • Dr.in Kaja Harter-Uibopuu, leitet gemeinsam mit Dr. Thomas Kruse das Forschungsprojekt „3. Wiener Kolloquium zur Antiken Rechtsgeschichte“ • Dr.in Barbara Horejs, Leiterin des Forschungsprojekts„Archäologie zwischen Doppeladler und Zweiter Republik. Die Prähistorische Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zwischen 1918 und 1945“ • Dr.in Renate Kohn, Leiterin des Forschungsprojekts„Edition der Inschriften der Stadt Wien“ • Univ.-Doz.in Dr.in Sylvia Moosmüller, Leiterin des Forschungsprojekts„Soziolekte in Wien – die mittelbairischen Varietäten“ • Priv.-Doz.in Dr.in Christine Neugebauer-Maresch, Leiterin des Forschungsprojekts„Gog und Magog – Die Mammutjägerzeit in Wien“ • Mag.a Dr.in Claudia Resch, Leiterin des Forschungsprojekts„Totenkult und Jenseitsvorsorge in Wien: Barocke Bruderschaftsschriften als Forschungsgegenstand der digitalen Geistes­ wissenschaften“ • Univ.-Doz.in Dr.in Heidemarie Uhl, Leiterin des Forschungsprojekts„Wien um 1900 und die jüdischen Intellektuellen Bosnien-Herzegowinas. Transnationale Verflechtungen – Lebensgeschichten – Gedächtnis an die Opfer des Holocaust“ Österreichische Forschungsgemeinschaft • Mag.a Katharina Cortolezis-Schlager(Präsidentin) Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem • Dr.in Ellen Landesmann(Präsidentin, bis September 2014) Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a Monika Pessler(Direktorin) Technische Universität Wien, PhD-Programm • Dipl.-Rom.in Clarissa Schmid(Programmbetreuerin) Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF), Programm Vienna Research Groups • Dr.in Donia Lasinger(Programmbetreuerin) Wirtschaftsuniversität Wien, Forschungsinstitut für Urban Management and Governance • Univ.-Prof.in Dr.in Verena Madner/ Univ.-Prof.in Dr.in Renate Meyer(Leiterinnen) Projektförderungen Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Projektförderungen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Fördervolumen davon für Frauen 1 188 961 662 650 Wissenschaft 175 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Projektförderungen, Leitungspositionen Aktionsradius Wien • Dipl.-Ing.in Uschi Schreiber • Mag.a Linde Waber Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien • Dr.in Mirijam Müller Alumniverband der Universität Wien • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Christa Schnabl ARG Awareness Research Group. Kompetenzzentrum für kultur- und sozialanthropologische Bewusstseinsforschung • Mag.a Birgit Fordinal, MSc Armin Berg Gesellschaft – Verein zur Förderung und Erforschung jüdischer Unterhaltungs­ kultur in Wien • Mag.a Elke Tschaikner art:phalanx Kommunikationsagentur GmbH • Heide Linzer AUFKULTUR – Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit • Eva Geber Brainkitchen – Verein zur Förderung der Esskultur • Mag.a Hanni Rützler Conceptus – Verein zur Förderung analytischer Philosophie in Wien • Univ.-Prof.in Dr.in Gabriele Mras content.associates OG • Dipl.-Ing.in Ute Burkhardt-Bodenwinkler Culture2Culture • Mag.a Waltraud Grausgruber Das Drehbuch – Kulturverein zur Erfassung und bibliothekarischen Aufbereitung von TV-Filmund Kinofilm-Drehbüchern • Dr.in Andrea Huemer 176 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Demokratiezentrum Wien • Ass.-Prof.in Dr.in Ursula Maier-Rabler dérive – Verein für Stadtforschung • Elke Rauth Diachron – Verein zur Verbreitung und Vertiefung des Wissens über Architektur • Mag.a Dipl.-Ing.in Eva Guttmann display:012 • Karin Mähner Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur • Univ.-Prof.in Dr.in Ulrike Tanzer Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur • Mag.a Katalin Blasko ECSA Austria – European Community Studies Association • Univ.-Prof.in Dr.in Gerda Falkner EDUCULT – Denken und Handeln im Kulturbereich • Dr.in Vera Scheiber eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies • Doz.in Dr.in Monika Mokre Elfriede Jelinek Forschungszentrum • Dr.in Pia Janke Eranos Vindobonensis • Univ.-Prof.in Dr.in Danuta Shanzer Erinnern für die Zukunft • Mag.a Dr.in Eleonore Lappin-Eppel ETEOKPHTH – ETEOKRITI. Verein zur wissenschaftlichen Erforschung Kretas und der Ägäis • Mag.a Elisabeth Mlinar Europäische Gesellschaft für integrative Gesundheitsforschung • Dr.in Hedda Sützl-Klein Europäisches Forum Alpbach • Dr.in Sonja Puntscher Riekmann Fachhochschule des bfi Wien GmbH • Mag.a Johanna Pirkfellner fAN, fine Art Network • Dipl.-Ing.in Ute Burkhardt-Bodenwinkler Wissenschaft 177 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Förderkreis Astronomie und Raumfahrt„Der Orion“ • Maria Pflug-Hofmayr Förderverein für Volkskunde FVV • Univ.-Prof.in Dr.in Klara Löffler Forum Politische Bildung • Mag.a Gertraud Diendorfer Forum Zeit und Glaube – Katholischer AkademikerInnenverband Wien • Mag.a Annemarie Weinzettl Franz Schmidt Gesellschaft • Dr.in Carmen Ottner Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik • Mag.a Dr.in Birge Krondorfer • Mag.a Sabine Sölkner • Dagmar B. Gordon • Mag.a Nadine Kodym • Edith Ertl-Hofinger, MA Frauensolidarität – Feministisch-entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit • Mag.a Ulrike Lunacek • Luisa Dietrich, MSc FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • Ursula Kussyk, DSA • Christine Bodendorfer, DSA Geschichte.Recht.Öffentlichkeit – Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung öster­ reichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts • Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Reiter-Zatloukal Gesellschaft für Bildung& Kultur • Mag.a Maria Hutterer Gesellschaft für Sozialgeschichte GSG • Mag.a Dr.in Annemarie Steidl GHT Internationale Gesellschaft für Historische Tonträger und Sammlung Alfred Seiser • Mag.a Christiane Hofer Heinz von Foerster Gesellschaft • Marianne Ertl IFK – Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften an der Kunstuniversität Linz • Dipl.-Kffr. Wilhelmine Goldmann Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst • Anita Kaya-Haselwanter 178 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Imagine. Verein für Kulturanalyse • Mag.a Dr.in Elisabeth Mixa Initiative Minderheiten • Mag.a Nadja Schefzig Initiative Zukunft. Verein für Wirtschaftsforschung und Regionalentwicklung • Maria-Christina Brunauer Institut für Arbeiterbildung • Naama G. Magnus Institut für Axiologische Forschungen • Prof.in Dr.in Ivanka Raynova Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Dr.in Gabriele Matzner-Holzer Institut für die Erforschung, Dokumentation und Darstellung der Allgemeinen Geschichte • Dr.in Verena Moritz Institut für interaktive Raumprojekte • Gertrude Moser-Wagner Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung • Mag.a Eva More-Hollerweger Institut für jüdische Geschichte Österreichs(INJÖST) • Dr.in Martha Keil Institut für Konfliktforschung • Univ.-Prof.in Dr.in Sieglinde Rosenberger • Dr.in Birgit Haller Institut für Österreichkunde • Birgit Dörfl Institut für Räumliche Interaktion und Simulation • Dipl.-Ing.in Dr.in Helena Linzer Institut für Science Outreach(isco) – Verein zur Weiterverbreitung der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit • Karin Klein Institut für Sozio-Semiotische Studien ISSS • Mag.a Gloria Withalm Institut für vergleichende Architekturforschung – IVA • Dipl.-Ing.in Dr.in Ulrike Herbig Institut für Wissenschaft und Kunst IWK • Dr.in Tamara Ehs Wissenschaft 179 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Internationale Charles-Sealsfield-Gesellschaft • Dr.in Helga Löber Internationale Coronelli Gesellschaft • Heide Wohlschläger Internationale Gesellschaft„System der Philosophie“ • Sabine Krist Internationales Theater Institut der Unesco • Dr.in Helga Dostal ITH Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen • Dr.in Susan Zimmermann Johann Mithlinger Gedenkverein für kulturelle Erinnerungsarbeit • Mag.a Barbara Mithlinger Josephinum – Sammlungen der Medizinischen Universität Wien • Dr.in Christiane Druml Ju-Ku Junge Wege zur Kunst • Prof.in Dipl.-Ing.in(FH) Silke Vollenhofer-Zimmel Kamion. Verein für Wissenstransfer und Medienproduktion • Catrin Seefranz • Patricia Köstring Kanonmedia, ngo for new media • Mag.a Alexandra Reill Keine Delikatessen – Bühne für SchriftBilder • Mag.a Sarah Legler Kulturverein SABA • Dipl.-Päd.in Barbara Korherr Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien • Vizerektorin DDr.in Regina Prehofer Ludwig Boltzmann Gesellschaft – Institut für Menschenrechte • Mag.a Dr.in Patricia Hladschik • Mag.a Fiona Steinert Mattersburgerkreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten • Dr.in Karin Fischer Mauthausen Komitee Österreich • Mag.a Beate Gotthartsleitner • Sophie Matkovits 180 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Mediacult – Internationales Forschungsinstitut für Medien, Kommunikation und kulturelle Entwicklung • Doz.in Dr.in Monika Mokre MEMO – Verein für Geschichtsforschung • Dr.in Ruth Koblizek Mica – music information center austria • Mag.a Angelika Möser Mikroskopische Gesellschaft Wien • Dr.in Susanne Steinböck ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur • Mag.a Gabu Heindl, M.Arch.II OIKODROM • Dr.in Heidi Dumreicher ÖPIA – Österreichische Plattform für interdisziplinäre Alternsfragen • Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Kryspin-Exner Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft • Dr.in Brigitte Hoy Österreichische Forschungsgemeinschaft • Mag.a Katharina Cortolezis-Schlager Österreichische Gesellschaft für Germanistik – ÖGG • Univ.-Lektorin Dr.in Christa Gürtler Österreichische Gesellschaft für historische Gärten • Dr.in Eva Berger Österreichische Gesellschaft für Literatur • Mag.a Ursula Ebel, MA Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie • Univ.-Prof.in Dr.in Claudia Theune-Vogt Österreichische Gesellschaft für Neugriechische Studien • Univ.-Prof.in Dr.in Maria A. Stassinopoulou Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte • Mag.a Dr.in Alexandra Krenn-Leeb Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte • Univ.-Prof.in Dr.in Johanna Gehmacher Österreichische Liga für Menschenrechte • Dr.in Barbara Helige Wissenschaft 181 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Österreichisches Institut für China- und Südostasienforschung • Mag.a Barbara Kreissl Österreichisches Lateinamerika Institut • Univ.-Doz.in Dr.in Ursula Prutsch • Mag.a Stefanie Reinberg Österreichisches Volksliedwerk • Mag.a Sofia Weissenegger Partner/innen. Verein für öffentliche Kunst • Beatrix Zobl Passagen Forum – Verein zur Förderung interdisziplinärer Projekte aus Literatur, Kunst, Medien, Wissenschaft und Philosophie • Dr.in Alexandra Reininghaus [phi]gital – Verein für die transdisziplinäre Förderung von Medien- und Kulturwissenschaft in Wien und in Österreich • Mag.a Martina Süess Philosophie und Kunst im Dialog • Univ.-Prof.in Dr.in Violetta L. Waibel, MA Plattform Bibliotheksinitiativen Wien • Karin Dadatschek Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft • Dr.in Susanne Binder portraittheater • Mag.a Anita Zieher Pro Oriente – Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung der ökumenischen Beziehungen • Univ.-Prof.in Dr.in Ingeborg Gabriel Pro Scientia – Österreichisches Studienförderungswerk • MMag.a Lisa Simmel s/w-Tsiganka. Verein zur Förderung und Erhaltung von Kunst und Kultur der Roma und Jenischen • Marika Schmiedt SEAS Gesellschaft für Südostasienwissenschaften • Univ.-Ass. Dr.in Melanie Pichler Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a Monika Pessler, MSc Stadt- und Regionalwissenschaftliches Zentrum • Heidrun Feigelfeld 182 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Stiftung Bruno Kreisky Archiv • Univ.-Prof.in Dr.in Gabriella Hauch Team private plots • Dr.in Karin Standler Technische Universität Wien • Rektorin Univ.-Prof.in Dipl.-Ing.in Dr.in Sabine Seidler TU Wien alumni club • Dipl.-Ing.in Dr.in Margit Ulama Universitätszentrum für Friedensforschung • Dipl.-Dolm.in Dr.in Sigrid Pöllinger Verein„Aus der Zeit – Film- und Medienprojekte“ • Mag.a Elisabeth Fraller Verein„Information& Kultur Ägyptens“ • Mag.a Dr.in Manal Kamal Mehany Abo El Aala Verein Altceva • Anke Harnisch Verein der Freunde der Komödianten • Dr.in Gertrude Huemer-Meyer Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle • Krista Hauser Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals • Mag.a Dr.in Eva Luschinsky Verein der FreundInnen des Instituts Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien • Univ.-Prof.in Dr.in Margarete Rubik Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang STICHWORT – Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung • Mag.a Margit Hauser Verein für Geschichte und Sozialkunde • Univ.-Prof.in Dr.in Margarete Grandner Verein für Geschichtspublizistik • Dr.in Anna Maria Sigmund Verein für interdisziplinäre Biographieforschung • Dr.in Helene Maimann • Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Wodak Verein für komparative Philosophie und Interdisziplinäre Bildung • Univ.-Doz.in MMag.a Dr.in Hisaki Hashi Wissenschaft 183 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein für kulturwissenschaftliche und historische Gewaltforschung in der Moderne • Mag.a Gerlinde Schmid Verein für Umwelt und Wirtschaft • Sigrid Stagl Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 • Mag.a Beate Maria Pomberger Verein Neugermanistik • Mag.a Dr.in Susanne Hochreiter Verein Projekt Theater • Dr.in Eva Brenner Verein ScienceCenter Netzwerk • Margit Fischer Verein Soja Österreich • Elisabeth Fischer Verein ZOOM Kindermuseum • Dr.in Elisabeth Menasse-Wiesbauer Verein zur Erforschung der Monodie • Mag.a Maria Pischloeger Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie Österreichs • Univ.-Prof.in Dr.in Renate Pillinger Verein zur Förderung der Kunstschleife 18 • Michaela Stock Verein zur Förderung der Landschaftsarchitektur • Univ.-Prof.in Dipl.-Ing.in Lilli Li ka Verein zur Förderung grenzüberschreitender wissenschaftlicher Zusammenarbeit • Dr.in Amelie Lanier Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen • Mag.a Dr.in Heidemarie Uhl Verein zur Förderung von L'Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichts­ wissenschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Christa Ehrmann-Hämmerle Verein zur Förderung von Übersetzungen und Publikation wissenschaftlicher/ kulturwissenschaftlicher Beiträge • Mag.a Dr.in Alice Reininger Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen • Traute Molik-Riemer 184 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Veterinärmedizinische Universität • Rektorin Dr.in Sonja Hammerschmid Vienna‘s New Deal 4 EUrope • Andrea Neumeyer ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden • Dr.in Elisabeth Großegger Viktor Frankl Institut • Mag.a Katharina Ratheiser, MAS Viktor Frankl Zentrum Wien • Mag.a Johanna Schechner, MSc Voice of Diversity – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich – Schwerpunkt Roma und Sinti • Valerie Stojka WAVE – Woman Against Violence Europe • Rosa Logar, DSA Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie – WiGiP • Univ.-Doz.in DDr.in Madalina Diaconu Wiener Gesellschaft für Theaterforschung • Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Marschall Wiener Psychoanalytische Akademie • Dr.in Christine Diercks Wiener Senioren Zentrum im WUK • Erika Parovsky Wiener Sprachgesellschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Alexandra N. Lenz Windhorse-Gesellschaft • Mag.a Linde Hörl „WIRBEL“ – Institut für feministische Forschung und Praxis • Dipl.-Ing.in Rita Mayrhofer Wohnprojekt Grundsteingasse 32 • Dr.in Christine Stromberger zimd Zentrum für Interaktion, Medien und soziale Diversität • Dipl.-Ing.in Dorothea Erharter Wissenschaft 185 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben AUFKULTUR – Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit • Buchprojekt: Die berühmten Frauen der französischen Revolution 1789–1795 Context XXI – Verein für Kommunikation und Information • Publikationsprojekt: Kunst Theorie Aktivismus. Perspektiven auf Ungleichheit und Diskriminierung Culture2Culture • Festival„Tricky Women 2014“ und wissenschaftliche Aktivitäten Ernst Jandl Gesellschaft • Publikationsprojekt: Werkausgabe Elfriede Gerstl in 4 Bänden Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik • Projekt: Transfersituationen in der Elternarbeit: Einflüsse von Vaterkarenz auf die berufliche Karriereentwicklung von Frauen Frauensolidarität – Feministisch-entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit • Heftpräsentationsreihe 2014 Geschichte.Recht.Öffentlichkeit. Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts • Projekt: Ärzte und Ärztinnen in Österreich 1938–1945 Imagine. Verein für Kulturanalyse • Publikationsprojekt: Un-Wohl-Gefühle Institut für Wissenschaft und Kunst IWK • Brieftranskription: Korrespondenz von Marianne Hainisch(Schwerpunkt: Frauenbewegung und Gesellschaftskritik) Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien • Publikationsprojekt: Berta Zuckerkandl – Glanz und Elend einer Wiener Salonière portraittheater • Projekt: Curie_Meitner_Lamarr_unteilbar Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle • Publikationsprojekt: Maria Biljan-Bilger und die Kunst im öffentlichen Raum Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals • Ausstellung: KS Hilde Güden Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang STICHWORT Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung • Projekt: Aufarbeitung des ArchFem-Archivs WAVE – Women Against Violence Europe • Veranstaltung: Zukunftsperspektiven zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und ihren Kindern 186 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wohnprojekt Grundsteingasse 32 • Ausstellung: EXLIBRIS – Spuren der Erinnerung und des Wissens in den Büchern der Historikerin Prof.in Gertrude Schneider Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Fördervolumen(beinhaltet Druckkostenzuschüsse und Ankäufe) davon für Frauen 140 848 61 741 Publikationsförderungen Amalthea Signum Verlag GmbH • Marie-Theres Arnbom, Damals war Heimat. Die Welt des Wiener jüdischen Großbürgertums • Birgit Mosser-Schuöcker/ Gerhard Jelinek, Die letzten Zeugen. Vom Kaiserreich zum „Anschluss“ • Gabriele Praschl-Bichler, Kinderjahre Kaiser Karls. Aus unveröffentlichten Tagebüchern seines Großvaters Böhlau Verlag GesmbH& Co.KG • Anette Baldauf, Victor Gruen. Shopping Town. Memoiren eines Stadtplaners(1903–1980) • Antonia Barboric, Der Holocaust in der literarischen Erinnerung • Martina Bauer, Leopold Forstner 1878–1936 • Lucile Dreidemy, Der Dollfuss-Mythos. Eine Biographie des Posthumen • Andrea Ellmeier/ Claudia Walkensteiner-Preschl(Hg.), Spielräume. Wissen und Geschlecht in Musik, Theater, Film • Sandra Hertel, Maria Elisabeth – Österreichische Erzherzogin und Statthalterin in Brüssel 1725–1741 • Sophie Ledebur, Zur Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt am Steinhof Wien • Wolfgang Schmale/ Marie Theres Tinnefeld, Privatheit im digitalen Zeitalter • Barbara Schedl, Der Plan von St. Gallen. Ein Modell europäischer Klosterkultur • Barbara Stelzl-Marx/ Silke Satjukow(Hg.), Besatzungskinder. Die Nachkommen alliierter Soldaten in Österreich und Deutschland Wissenschaft 187 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 • Maria Welzig/ Anna Stuhlpfarrer(Hg.), Kulturquartiere in ehemaligen Residenzen. Zwischen imperialer Kulisse und urbaner Neubesetzung CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit • Margit Franz/ Karl Wimmler(Hg.), Fritz Kolb. Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern Czernin Verlag GmbH • Ingrid Brodnig, Der unsichtbare Mensch. Wie die Anonymität im Internet unsere Gesellschaft verändert • Nina Horaczek/ Sebastian Wiese, Handbuch gegen Vorurteile. Von Auschwitzlüge bis Zuwanderungstsunami • Margaretha Kopeinig, Der dreizehnte Stern. Wie Österreich in die EU kam • Hazel Rosenstrauch, Congress mit Damen. 1814/15: Europa zu Gast in Wien • Petra Stuiber, Kopftuchfrauen. Ein Stück Stoff, das aufregt Edition Steinbauer GmbH • Elisabeth Buxbaum, Des Kaisers Literaten – Kriegspropaganda zwischen 1914 und 1918 Edition Va bene • Martina Reinhart, Ausdruck/ Expression Edition Winkler-Hermaden • Walter Öhlinger/ Eva Maria Orosz(Hg.), Die Wiener Ringstraße in ihrer Vollendung und der Franz-Josefs-Kai. In Ansichten von Ladislaus Eugen Petrovits Eigenverlag Dr. Judit Erharter • J udit Erharter, Traboullieren in Wien – Durch Durchhäuser durchgehen. Ein kulturhistorischer Streifzug durchs Mittelalter Erhard Löcker Gesellschaft mbH • Gundi Dick, Eine Hand alleine kann nicht klatschen. Westsahara – mit Frauen im Gespräch • Mona Singer(Hg.), Technik& Politik. Technikphilosophie von Benjamin und Deleuze bis Latour und Haraway Europäische Musikforschungsvereinigung Wien • Österreichische Musikzeitschrift ÖMZ Facultas Verlags- und Buchhandels AG • Andy Kaltenbrunner/ Matthias Karmasin/ Daniela Kraus(Hg.), Der Journalisten-Report IV. Medienmanager in Österreich Falter Verlagsgesellschaft m.b.H. • Martin Wagner/ Ursula Maria Probst/ Peter Nachtnebel(Hg.), FLUC – Tanz die Utopie! Über das Experiment eines gelebten Aktivismus in der Wiener Kunst-, Musik- und Klubszene Förderverein Volkskunde FVV • Brigitta Schmidt-Lauber(Hg.), Sommer_frische. Orte. Praktiken. Bilder Franz Schmidt Gesellschaft • Carmen Ottner(Hg.), Das Ende der Symphonie in Österreich und Deutschland von 1900–1945, Band 17 188 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Gesellschaft für Buchforschung • Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung Holzhausen Druck GmbH • Margret Kohler-Heilingsetzer/ Semirah Heilingsetzer(Hg.), Maria Biljan-Bilger und Kunst im öffentlichen Raum Karin Standler Eigenverlag • Karin Standler, Der Garten als Wissensraum – Eine Reise zu Gärten der botanischen Sammlungen in Europa LIT Verlag Wien GmbH& Co. KG • Susanne Binder/ Eva Kössner(Hg.), Erfahrungen teilen – Vielfalt erleben. Interkulturelles Mentoring und Mehrsprachigkeit an österreichischen Schulen • Federico Celestini/ Elfriede Reissig-Moschitz(Hg.), Klang und Quelle. Ästhetische Dimension und kompositorischer Prozess bei Giacinto Scelsi • Lilly Damm/ Ulrike Leiss/ Wolfgang Habeler/ Ulrike Habeler(Hg.), Ärztliche Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen • Abo-elaala Manal, Integration und soziale Isolation der arabischen Migrantenfamilien in Österreich • Elisabeth Vykoukal/ Michael Noah Weiss(Hg.), Weltethos und das Unbewusste, Schriftenreihe der Initiative Weltethos Österreich • Almuth Waldenberger, Die Hurenbewegung. Geschichte und Debatten in Deutschland und Österreich seit den 1970er Jahren • Arslan Zeynep, Eine religiöse Ethnie mit Multi-Identitäten. Die Alevit_Innen auf dem Weg zur Institutionalisierung ihres Glaubenssystems Mandelbaum Verlag • B arbara Agnese/ Sabine Bergler/ Tanja Friedwagner(Hg.), Alexander Salkind. Mandlbogen – Typen und Bilder aus Wien 1912–1918 • C hrista Hammerl/ Ilja Steffelbauer(Hg.), Naturkatastrophen – Dramatische Naturereignisse aus kulturwissenschaftlicher Perspektive • Bernadette Mayrhofer/ Fritz Trümpi, Orchestrierte Vertreibung. Unerwünschte Wiener Philharmoniker. Verfolgung, Ermordung und Exil Metroverlag – Verlagsbüro W. GmbH • Veronika Hofeneder(Hg.), Gina Kaus. Die Front des Lebens • Anna Lindner, Ein Walzer für die Liebe. Wien in der Weltliteratur • Vivien Shotwell/ Michael Stavari, 1865, 2015. 150 Jahre Wiener Ringstraße. Dreizehn Betrachtungen • Katja Sindemann, Wiener Orte der Stille. Die schönsten Großstadt-Oasen zum Entspannen Milena Verlag • Monika Mertl(Hg.), Liesl Müller-Johnson. Rosl und ihre Tochter. Leben und Kabarett zwischen 1914 und 1936 Müry Salzmann Verlag GesmbH • Ernst A. Plischke Gesellschaft(Hg.), Ernst A. Plischke Preis 2014 NWV Verlag GmbH • Fabiane Baxewanos, Defending Refugee Rights. International Law and Europe's Offshored, Immigration Control, Studienreihe des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, Band 33 Wissenschaft 189 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Österreichisch Dänische Gesellschaft • Susanne H. Knudsen, Wiener Kinder. Kindheit im Schatten des Krieges Österreichische Exlibris-Gesellschaft ÖEG • Mitteilungen der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft Österreichische Gesellschaft für Herpetologie ÖGH • Herpetozoa, Band 27 Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie • Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 30/2014 Passagen Verlag GmbH • Bernd Bösel/ Elisabeth Schäfer(Hg.), Unanständigkeit • Nina Scholz(Hg.), Gewalt im Namen der Ehre Peter Lang Verlag GmbH • Yvanka B. Raynova, Lebenswelt und Werte. Phänomenologische und post-phänomeno­ logische Perspektiven und Debatten Praesens VerlagsgesmbH • Ulrike Eder(Hg.), Sprache lernen mit Kinder- und Jugendliteratur. Theorien, Modelle und Perspektiven für Deutsch als Fremd- und Zweitsprachenunterricht • Pia Janke, Elfriede Jelinek: Werk und Rezeption, Teil 1 und Teil 2 • Fariba Mosleh(Hg.), Vienna Chinatown Invisible. Eine Reise durch das chinesische Wien • Tina Welke/ Renate Faistauer(Hg.), FILM. Filmbildung in deutsch- und im DaF-didaktischen Handlungsfeld Promedia Druck-& Verlagsges.m.b.H. • Gordana Ili ‘ Markovic, Der große Krieg. Der Erste Weltkrieg im Spiegel der serbischen Literatur und Presse Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes • DÖW-Jahrbuch Studien Verlag GesmbH • Nikolaus Dimmel/ Martin Schenk/ Christine Stelzer-Orthofer(Hg.), Handbuch Armut in Österreich • Elisabeth Malleier,„Kinderschutz“ und„Kinderrettung“. Die Gründung freiwilliger Vereine zum Schutz misshandelter Kinder im 19. und frühen 20. Jahrhundert • Philipp Mettauer/ Barbara Staudinger(Hg.),„Ostjuden“ – Geschichte und Mythos • Hajnalka Nagy/ Werner Wintersteiner(Hg.), Erinnern – Erzählen – Europa. Das Gedächtnis der Literatur • Corinna Oesch, Yella Hertzka(1873–1948). Eine österreichische Aktivistin der internationalen Frauenbewegung • Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften ÖZG Triton Verlag Barcelona – Vienna • Renate Quehenberger(Hg.), Quantum Cinema – a digital Vision Universitätszentrum für Friedensforschung • Wiener Blätter zur Friedensforschung 190 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein Kabinetttheater • 25 Jahre Kabinetttheater Verein The Electroacustic Project • Topologia. Logothetis et al., Kontextualisierung im Lichte aktueller künstlerischer Gestaltungsprozesse Verein ZOOM Kindermuseum • Verein ZOOM Kindermuseum(Hg.), 20 Jahre ZOOM Verein zur Förderung kritischer Kunst und junger Wissenschaft in Wien • Stefanie Haller(Hg.), Yoga-Dimensionen. Einblicke in ein zeitgenössisches Phänomen, Reihe Junge Wissenschaft, Band 4 Verlag Christoph Laimer • dérive – Zeitschrift für Stadtforschung Verlag Österreich • Susanne Reindl-Krauskopf/ Alexander Tipold/ Ingeborg Zerbes/ Peter Lewisch/ Wolfgang Brandstetter(Hg.), Festschrift für Helmut Fuchs Verlag Österreichisches KabarettArchiv • Hans Veigl/ Iris Fink, Galgenhumor. Kleine Kunst im Großen Krieg. Ein Beitrag zur k.k. Unterhaltungskultur 1914 bis 1918 Verlag Peter Lang GmbH • Erika Regner, Ungarndeutsche Literatur. Neue Perspektiven? Verlagsbüro Mag. Johann Lehner • Julia Danielczyk/ Ulrike Tanzer(Hg.), Unerwartete Entdeckungen. Beiträge zur öster­ reichischen Literatur des 19. Jahrhunderts • Jahrbuch der Grillparzer Gesellschaft Verlagshaus Hernals e.U. • Christiane Schütte, Heimkehr ohne Heimat – Die Rückkehr der 1942 vertriebenen Kärntner Slowenen Zaglossus Verlag e.U. • Angelika Baier/ Susanne Hochreiter(Hg.), Inter*geschlechtliche Körperlichkeiten: Diskurs/ Begegnungen im literarischen Text • Angelika Baier/ Christa Binswanger/ Jana Häberlein/ Yv Eveline Nay/ Andrea Zimmermann(Hg.), Affekt und Geschlecht. Eine einführende Anthologie • Fanny Blissett, Jesuitenwiese: Ein leicht revolutionärer Poproman • Silke Graf, Verhandlungen von Geschlecht nach der Dekonstruktion: Ladyfest Wien 2004 • Sushila Mesquita/ Maria Katharina Wiedlack/ Katrin Lasthofer(Hg.), Import-ExportTransport: Queer Theory, Queer Critique and Activism in Motion • Sigrid Schmitz/ Grit Höppner(Hg.), Gendered neurocultures: Feminist and Queer Perspectives on Current Brain Discourses • Nora Sternfeld, Kontaktzonen der Geschichtsvermittlung: Transnationales Lernen über den Holocaust in der postnazistischen Migrationsgesellschaft • Maria Katharina Wiedlack, Queer-Feminist Punk: An Anti-Social History Wissenschaft 191 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Druckkostenbeiträge/ Ankäufe Insgesamt wurden 77 Verlage bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/ oder Ankäufen gefördert, davon werden 25 von Frauen geleitet. Das sind 19,25 Prozent. Druckkostenbeiträge/ Ankäufe Amalthea Signum Verlag GmbH • Prof.in Dr.in Brigitte Sinhuber-Harenberg Böhlau Verlag GesmbH& Co.KG • Dr.in Eva Reinhold-Weisz Edition Raetia • Mag.a Eva Simeaner Edition Splitter • Batya Horn Eigenverlag Judit Erharter • Dr.in Judit Erharter Eigenverlag Karin Standler • Dipl.-Ing.in Dr.in Karin Standler Förderverein Volkskunde FVV • Univ.-Prof.in Dr.in Klara Löffler Franz Schmidt-Gesellschaft • Dr.in Carmen Ottner Mandelbaum Verlag • Dipl.-Ing.in Elisabeth Baumhöfer Metro Verlag – Verlagsbüro W. GmbH • Mag.a Carina Kerschbaumsteiner Milena Verlag • Helga Schuster 192 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Müry Salzmann Verlag GesmbH • Mag.a Mona Müry Musikwissenschaftlicher Verlag Wien • Tilly Eder Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie • Univ.-Prof.in Dr.in Claudia Theune-Vogt Seifert Verlag GmbH • Dr.in Maria Seifert SWS – Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft • Gerlinde Pacholik Universitätszentrum für Friedensforschung • Prof.in HRin Dipl.-Dolm.in Dr.in Sigrid Pöllinger Verein Kabinetttheater • Julia Reichert Verein ZOOM Kindermuseum • Dr.in Elisabeth Menasse-Wiesbauer Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH • Mag.a Pamela Obermaier Verlag Österreich • Mag.a Katharina Oppitz Verlagsgruppe Styria GmbH& Co KG • Mag.a Gerda Schaffelhofer Verlagshaus Hernals e.U. • Mag.a Elisabeth Schmidt Wiener Stern Verlag • Dr.in Lisl Rizy Zaglossus Verlag e.U. • Dr.in Nicole Alecu de Flers Wissenschaft 193 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Stipendien Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen Fördervolumen davon für Frauen Stipendien und Förderpreise für Hochbegabte 132 760 65 210 Ag Pro Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Reiter-Zatloukal Doc Awards der Universität Wien • Mag.a Sophie Kovarik • Dr.in Ana Mijic • Dr.in Elaheh Momeni Roochi • Dr.in Donata Romizi, MA • Dr.in Julia Schmoll • Dr.in Michaela Stieglmeier • Dr.in Gianna Zocco Doktorand(inn)en-Stipendium im Rahmen des Stipendienprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • MMag.a Dr.in Ljiljana Radonic Förderstipendien des Konservatorium Wien • Anna Güssinger Förderungspreis der Stadt Wien für ausgezeichnete AbsolventInnen an der Universität für angewandte Kunst • Mag.a Linda Berger • Mag.a Melina Girardi Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien – Förderungspreis • Mag.a Dr.in Eva Anne Frantz 194 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Rudolf Wurzer Preis für Raumplanung der Camillo Sitte Gesellschaft • Dipl.-Ing.in Daniela Allmeier • DDipl.-Ing.in Sabine Lutz • Dipl.-Ing.in Vera Seriakov • Dipl.-Ing.in Nela Kadic Stipendien der Stadt Wien für erfolgreiche SchülerInnen und StudentInnen der Modeschule der Stadt Wien • Evelin Grubbauer • Jessica Nigl • Paulina Richter • Annemarie Saric • Rosa Haltmeyer Talenta – Preise des Kuratoriums zur Förderung der Wirtschaftsuniversität • Mag.a Dr.in Naoko Hamamoto • Marielisa Hoff, BSc • Susanne Vockenhuber, MSc • Julia Martins, MSc Theodor Körner Preis der Stadt Wien für Wissenschaft • DDr.in Lucile Dreidemy Die beiden 2009 initiierten Programme„Vienna PhD-School of Informatics“ der Fakultät für Informatik an der TU Wien und„Vienna International Post-Graduate Program for Molecular Life Sciences(VIPS)“ an den Max F. Perutz Laboratories, die sich wesentlich um die Förderung der Karriereentwicklung von Frauen in der Forschung bemühen, wurden auch 2014 fortgesetzt. Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(31 Frauen, 20 Männer) für wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß bis 1 500 Euro Fördervolumen davon für Frauen 47 280 29 280 Wissenschaftsstipendien, junge AkademikerInnen Wissenschaft 195 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 • MMag.a Eva Tamara Asboth Serbische Freund- und Feindbilder in Österreich. Eine explorative Untersuchung Wiener Tageszeitungen von 1903 bis 2014 • Univ.-Ass.in Dr.in Judith Benz-Schwarzburg Cognitive Kin, Moral Strangers? Socio-cognitive abilities in animals and their ethical relevance • Dipl.-Ing.in Esther Sophie Blaimschein Anatomie der Wiener Seele oder das Nacktgehen eines städtischen Habitus. Forschungs­ bericht einer Anamnese • Dr.in Anja Christanell Energiekonsum und Armut in Österreich • Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Eichenberg Einstellungen und Nutzungsbereitschaft zu Serious Games bei psychischen Störungen: Eine Befragung von österreichischen Therapeuten und Patienten im internationalen Vergleich • Dr.in Daniela Finzi Narrative im(post-)imperialen Kontext. Literarische Identitätsbildung als Potential im regionalen Spannungsfeld zwischen Habsburg und Hoher Pforte in Mittel- und Südosteuropa • Mag.a Waltraud Gsell Urban Gardening in Wien. Zum aktuellen Stand des gemeinsamen Gärtnerns in der Stadt Wien. Geschichte, Trends und Perspektiven • Christina Hoffmann, MA Antikanon • Mag.a Kristina Kirova Der Stellenwert amerikanischer und heimischer TV-Serien für österreichische Medien­ nutzerInnen – eine Vergleichsanalyse von RezipientInnenansichten • Mag.a Ursula Knoll Theorising Pornography – Grundlagen& Vorarbeiten • Mag.a Elisabeth Kossarz 18 Musterexegesen zum Römischen Recht • MMag.a Karin Lackner J. J. von Littrows Geschichte der Astronomie. Untersuchung eines astronomiehistorischen Manuskripts aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts • Sylvia Mandl, MSc Lokale Maßnahmen gegen Energiearmut in Wien/ Österreich • Mag.a Elisabeth Sophie Mayrhuber Bewusstsein von Jugendlichen für den Klimawandel 196 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 • Dipl.-Ing.in Sladjana Mazohl Theophil von Hansen und seine serbischen Schüler – Praktikanten an dem Projekt für das Parlamentsgebäude(Bauzeit 1874–1917) in Wien. Svetozar Iva kovi ‘ (1844–1924) und Jovan Ilki ‘ (1857–1917) • Mag.a Fariba Mosleh Vienna Chinatown INvisible. Eine Reise durch das chinesische Wien • Mag.a Dr.in Silvia Nadjivan Österreichische Freund- und Feindbilder in Serbien. Eine explorative Untersuchung Belgrader Tageszeitungen von 1903 bis 2014 • Mag.a Gabriela Petrovic Musik und die Frauenrolle in den Massenmedien • Melanie Pfeffer, BA Online-Ressource über zivilgesellschaftliche Organisationen mit Menschenrechtsfokus in Wien • Mag.a Judith Pfeifer Ritual Media – Die„Türkenbelagerung“ in österreichischen Printmedien 1955–2010. Eine Diskursanalyse medialer Repräsentationen des„Türkengedächtnis“ • MMag.a Dr.in Karin Rainer Die phantastische Literatur. Eine aktuelle Analyse. Definition und Geschichte – Typische und atypische Fallbeispiele – Frauen und phantastische Literatur • Mag.a Marlis Reissert(Lilo Nein) Performancekunst zwischen Text und Aktion • MMag.a Magdalena Reitbauer Der Begegnungsort Wien als zentrale Rahmenbedingung für Österreichs Besuchsdiplomatie • Mag.a Daniela Schadauer Schaustelle Baustelle. Großbaustellenkommunikation am Beispiel Bahnorama • Mag.a Simone Seyringer, MAS Zukunft? … Betrachtungen aus der Vergangenheit der Goethegasse 1 • MMag.a Lucie Strecker Aesthetic Strategies and the psychotherapeutic Simulation of Authenticity • Dr.in Barbara Tiefenbacher Bildungskarrieren von Roma und Romnija in Wien • Mag.a Sabine Töfferl Friedrich Cerhas Keintaten –„Neue“ Wienerlieder? • Mag.a Sandra Weiss Wiener Gelehrte und Buchbesitz. Handschriften und Inkunabeln der Palatina im Eigentum von Professoren der Universität Wien(15.–16. Jahrhundert) Wissenschaft 197 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 • Mag.a Elisabeth Westphal Die Geburtsstunde der Bologna-Reform im Spiegel der österreichischen Printmedien 1998/ 99. Im Focus: Europäische Impulse und die österreichische Bildungspolitik Stipendien, Studienbeihilfen sowie Förderungen für Diplomarbeiten und Dissertationen Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 85 260 Euro vergeben. Davon entfielen 48 251,89 Euro auf Studentinnen bzw. Schülerinnen. Stipendien für Diplomarbeiten und Dissertationen Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß bis 4 000 Euro Das Budget im Jahr 2014 in der Höhe von 45 000 Euro wurde an zehn Frauen und vier Männer vergeben. Davon für Frauen 32 000 Euro. Forschungsstipendien, Wiener Wissensbasis Die Projekte im Einzelnen • Dipl.-Kulturwirtin Univ. Katharina Ebner Der Fascio di Vienna – eine ideologische Vermittlungsinstitution des italienischen Faschismus im Wien der Zwischenkriegszeit 198 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 • Mag.a Elisabeth Erler Aufarbeitung und Archivierung des Nachlasses der Wiener Exilforscherin Siglinde Bolbecher • Mag.a Stefanie Flatschart NS-Gedenkstätten und Denkmalprojekte im postnazistischen Wien • MMag.a Ina Friedmann Initiativen und Aktivitäten zur Aufarbeitung der Geschichte der Wiener Hochschulen im Nationalsozialismus • Mag.a Nina-Sophie Fritsch Arbeiten unter der Armutsgrenze: Working Poor in Österreich • Mag.a Elisabeth Heimann, MA Luegers Darstellung im Film • Mag.a Camilla Henrich Die Bedeutung des Dramatischen Zentrums(1971–1989) für das(Freie) Theater in Wien: Impulse, Veränderungen und Resonanz • MMag.a Dr.in Corinna Metz Der politische Zerfall Jugoslawiens und die Auswirkungen auf Österreich 1990–2015 • Mag.a Ana Rogojanu Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen in der Stadt – Wiener Baugruppenprojekte und ihre Bezüge zum städtischen Umfeld • Mag.a Klaudija Sabo „Aufstand der Zeichen“. Eine Untersuchung von Graffitis in Wien – innerhalb der ex-jugoslawischen Gemeinschaft Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien 11 Mitglieder, davon 7 Frauen Dr.in Elisabeth Brugger, Univ.-Prof.in Dr.in Astrid Kafka, Univ.-Prof.in Dr.in Alexandra KautzkyWiller, Univ.-Prof.in Dr.in Herta Nagl, Univ.-Prof.in Dr.in Ulrike Schneider, Univ.-Prof.in Dipl.Ing.in Dr.in Christine Mannhalter, Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Wendehorst, LL.M. Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Wissenschaft 199 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Preise der Stadt Wien Alle vier Preise ergingen an Männer. Preise der Stadt Wien Förderungspreise der Stadt Wien Mag.a Dr.in Barbara Horejs, Institut für Orientalische und Europäische Archäologie OREA, Österreichische Akademie der Wissenschaften(Kategorie: Geistes-, Sozial-, Kultur-, Rechtsund Wirtschaftswissenschaften, Dotation: 4 000 Euro) Priv.-Doz.in Dr.in Jolanta Siller-Matula, PhD, Universitätsklinik für Kardiologie, Medizinische Universität Wien(Kategorie: Medizinische Wissenschaften, Dotation: 4 000 Euro) 33,3 Prozent(zwei von sechs Preisen) gingen an eine Frau. Förderungspreise der Stadt Wien Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsf­ örderungsfonds Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) Kuratorium 16 Mitglieder, davon 10 Frauen Univ.-Prof.in Dr.in Luciana Aigner-Foresti, Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Barta, Univ.-Prof.in Dr.in Gabriella Hauch, Univ.-Prof.in Dr.in Sigrid Jalkotzy-Deger, Univ.-Prof.in Dr.in Herta Nagl, Univ.-Prof.in Dr.in Marianne Popp, Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Schindler, Univ.-Prof.in Dr.in Maria Sibilia, Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Wagner, Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Wendehorst, LL.M. 200 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kuratorium ÖAW Best Paper Awards Gesamtfördersumme für die Auszeichnungen„Best Paper Award“ aus dem Bereich der math.nat. Klasse und der Auszeichnung der besten Publikation aus dem Bereich der phil.-hist. Klasse der ÖAW im Jahr 2014: 11 100 Euro Der Best Paper Award für die beste Originalarbeit –„Cerebral organoids model human brain development and microcephaly“ – aus dem Bereich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse(Dotation: 3 700 Euro) wurde Dr.in Madeline Lancaster zuerkannt. Ein weiterer Best Paper Award erging an Dr. Leonid Sidorenkov. ÖAW Best Paper Awards Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 240 500 Euro Kuratorium 10 Mitglieder, davon 6 Frauen Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Barta, Univ.-Prof. Dr. Gertrud Haidvogl, OSR Ing.in Dr.in Karin Büchl-Krammerstätter, Univ.-Prof.in Dr.in Helga Kromp-Kolb, Univ.-Prof.in Dipl.-Ing.in Lilli Licka, Univ.-Prof.in Dr.in Marianne Popp Kuratorium Wissenschaft 201 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 BOKU Best Paper Awards • Dr.in Barbara Korbei Arabidopsis TOL proteins act as gatekeepers for vacuolar sorting of PIN2 plasma mebrane protein, Current Biology(Dotation: 3 000 Euro) Einer von drei Preisen ging an eine Frau. BOKU Best Paper Awards BOKU Talent Awards – Dissertationen • Dr.in Stefanie Kloß Biochar characterization and impacts on temperate agricultural soils – Effects on soil fertility, crop yield and trace element behavior(Dotation: 3 000 Euro) • Dipl.-Ing.in Dr.in Elisabeth Varga Development, validation and application of modern LC-MS based methods for determinati on of native and conjugated mycotoxins in foods(Dotation: 3 000 Euro) 66,67 Prozent(zwei von drei Preisen) gingen an eine Frau. BOKU Talent Awards – Dissertationen 202 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 BOKU Talent Awards – Masterarbeiten • Theresa Rosenkranz, MSc Phytoremediation of landfill leachate by irrigation to willow short-rotation coppice (Dotation: 1 500 Euro) • Dipl.-Ing.in Stephanie Steinböck Ash dieback caused by Hymenoscyphus pseudoalbidus in Norway: Phenology and etiology of leaf symptoms and ascospore dispersal distances(Dotation: 1 500 Euro) 40 Prozent(zwei von fünf Preisen) gingen an Frauen. BOKU Talent Awards – Masterarbeiten BOKU Research Funding • Mag.a Dr.in Christiane Schwarz Wirkung von ansteigenden Konzentrationen an Weintraubennebenprodukten auf die zootechnische Leistung und intestinale oxidative Stabilität von Broilern sowie deren Berechenbarkeit mittels in vitro Methoden(Dotation: 85 000 Euro) 39,53 Prozent der Fördermittel gingen an eine Frau. BOKU Research Funding Wissenschaft 203 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die WU(Wirtschaftsuniversität Wien) Kuratorium 8 Mitglieder, davon 1 Frau Dr.in Ursula Baatz Kuratorium Förderung Wien-bezogener Forschungsprojekte Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 171 000 Euro • Univ.-Prof.in DDr.in Bernadette Kamleitner Der Faktor„Mensch“‘ im multimodalen Verkehrssystem – Potentiale und Limitationen (Dotation: 19 000 Euro) • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Renate Meyer/ Prof. Dr. Martin Kornberger Zur Governance von Open Government: Eine internationale Vergleichsstudie innovativer Managementpraktiken und Organisationsstrukturen in Stadtverwaltungen (Dotation: 19 000 Euro) 18 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. Förderung Wien-bezogener Forschungsprojekte Förderprogramm AssistentInnen-Kleinprojekte Gesamtfördersumme: 26 396,09 Euro • MMag.a Evelyn Braumann On the Level of Enterprise Risk Management Implementation in Non Financial Companies (Dotation: 1 850 Euro) 204 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 • Carmen Gruber, MA Female Workers in the Japanese Labor Model(Dotation: 891,09 Euro) • Laura Noval, MBA The positive role of negative emotions in ethical decision making(Dotation: 3 600 Euro) • Mag.a Dipl.-Ing.in Dr.in Christine Bauer Quality Assurance in Crowdsourcing(Dotation: 2 430 Euro) • Dr.in Janet Kleber The influence of picture content on charitable giving: Does alertness increase helping? (Dotation: 1 600 Euro) • Aleksandra Klein, MSc Creativity Meets Performance: How Does Performance Management Foster Team Creativity? (Dotation: 1 100 Euro) • Dipl.-Ing.in Ursula Kopp, MSc, MBA Management komplexer sozialer Systeme(Dotation: 2 900 Euro) 54,44 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. Förderprogramm AssistentInnen-Kleinprojekte WU Best Paper Awards Gesamtfördersumme: 21 000 Euro • Dr.in Birgit Trukeschitz/ Univ.-Prof.in Dr.in Ulrike Schneider Informal Eldercare and Work-Related Strain, Journals of Gerontology, Series B: Psychological Sciences and Social Sciences 68(2), 2013, pp. 257–276 16,7 Prozent der Preise gingen an Frauen. WU Best Paper Awards Wissenschaft 205 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Gesamtfördersumme für Forschungsentwicklungspreise und Förderungspreise: 95 641,75 Euro Kuratorium 6 Mitglieder, davon 3 Frauen Univ.-Prof.in Dr.in Maria Sibilia, Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Zöchbauer-Müller Kuratorium Forschungsentwicklungspreise • Priv.-Doz.in Dr.in Karin Nowikovsky Therapeutic potential of KP46-induced immunogenic tumour cell death (Dotation: 41 441,75 Euro) 50,88 Prozent der Förderung gingen an eine Frau. Forschungsentwicklungspreise Förderungspreise für eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der interdisziplinären innovativen Krebsforschung, die im Jahr 2013 in einem Peer-Review Journal publiziert wurden. • Dr.in Beate Lichtenberger Epidermal EGFR Controls Cutaneous Host Defense and Prevents Inflammation, Sci Tranls Med 5, 199ra111, 2013(Dotation: 3 500 Euro) • Mag.a Karoline Kollmann, PhD A Kinase-Independent Function of CDK6 Links the Cell Cycle to Tumor Angiogenesis, Cancer Cell 24, 167–181, August 12, 2013(Dotation: 3 500 Euro) 100 Prozent(zwei von zwei Preisen) gingen an Frauen. 206 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Förderungspreise Der Große zentraleuropäische Preis(Dotation: 7 200 Euro) wurde geteilt und erging zur Hälfte an Univ.-Prof.in Dr.in Christine Marosi. 54,41 Prozent aller Förderungen dieses Fonds gingen an Frauen. Großer zentraleuropäischer Preis Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Kuratorium 10 Mitglieder, davon 5 Frauen Cecily Corti, Prof.in Marianne Gruber, Univ.-Prof.in Dr.in Susanne Heine, Mag.a Elisabeth Lindner, Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Rollett Kuratorium Der„Ehrenpreis des Viktor Frankl-Fonds“ ging an Pater Georg Sporschill. Wissenschaft 207 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wiener Vorlesungen Mitwirkende Gesamt Frauen Männer 2014 41% 59% 2013 42% 58% 2012 (45%) (55%) 2011 (43%) (57%) 2010 (43%) (57%) 2009 (37%) (63%) 2008 (34%) (66%) Wiener Vorlesungen, Mitwirkende Gesamt Die Wiener Vorlesungen luden die„Wissenschafterin des Jahres 2013“, Verena Winiwarter, zu einem Vortrag zum Thema„Aus Umweltgeschichte lernen – mit Weitsicht zu(r) Rücksicht“. Verena Winiwarter ist – Österreichs einzige – Professorin für Umweltgeschichte am Institut für Soziale Ökologie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt – Graz – Wien und seit 2010 Dekanin der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung.„Lernen für Nachhaltigkeit“, so Verena Winiwarter,„braucht ein Bildungssystem mit einem zentralen Lernfeld, in dem die Ursachen und Folgen langfristiger Entwicklungen in der Vergangenheit analysiert werden. Aus diesem Wissen sind die Unsicherheiten, möglichen Nebenwirkungen und unerwarteten Synergien in der Zukunft abzuleiten – als Grundlage für das notwendige nachhaltige Handeln.“ Zum Thema ihres Vortrags erschien zeitgleich ein Band in der Reihe der Wiener Vorlesungen im Picus Verlag, den Verena Winiwarter gemeinsam mit Hans-Rudolf Bork, Professor für Ökosystemforschung an der Universität Kiel, verfasst hat. „Verstehen Sie Wien?“ – Einen raumplanerischen Erklärungsversuch anlässlich der internationalen Tagung„Evolution of Planning Thought“ an der Technischen Universität Wien unternahmen Stadtbaudirektorin Dipl.-Ing.in Brigitte Jilka, Dipl.-Ing.in Dr.in Beatrix Haselsberger (Projektassistentin am Department für Raumplanung der TU Wien), und Univ.-Prof.in Dr.in Sibylla Zech(Professorin am Department für Raumplanung der TU Wien), sowie Dr. Andreas Faludi(Professor für räumliche Politiksysteme in Europa an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden) und em. Univ.-Prof. Dr. Klaus Kunzmann(em. Jean Monnet Professor für Europäische Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund). Der Frage„Pixel oder Papier? – Ersetzt das E-Book das gedruckte Buch?“ gingen die Literaturreferentin Dr.in Julia Danielczyk, Petra Hartlieb, Autorin und Inhaberin einer Buchhandlung, sowie Verlagsprogrammleiterin Dr.in Martina Schmidt in einem Podiumsgespräch im Alten Rathaus nach. Diese Wiener Vorlesung war zugleich die Eröffnungsveranstaltung der Tagung „Zurück in die Zukunft – Digitale Medien und historische Buchforschung“ der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich, der Wienbibliothek im Rathaus und der Universität Wien, die mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien stattfand. Ein wesentlicher Veränderungsschub, der alle Sphären des Gesellschaftlichen – Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur gleichermaßen betrifft, kam von den digitalen Medien, von den Möglichkeiten, die das Internet eröffnet und erschließt. Über Social Media und die Frage, wie 208 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 sie Beziehungen zwischen öffentlich, privat und intim gestalten, fand ein Gespräch im ORF RadioKulturhaus mit Dr.in Andrea Maria Dusl, Essayistin, Kolumnistin, Illustratorin und Jana Herwig, Universitätsassistentin am Lehrstuhl für Intermedialität des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien statt. Unter dem Titel„Die Stadt sind wir. Positionen eines kollaborativen Urbanismus“ diskutierten die Kulturtheoretikerinnen und Stadtforscherinnen Mag.a Angelika Fitz und Prof.in Mag.a Elke Krasny die Frage, welchen Stellenwert Initiativen wie Baugruppen, Food Coops, Zwischennutzungen, selbstorganisierte NahversorgerInnen, Crowd-Sourcing-Modelle haben, die zunehmend die Stadt mitgestalten, wer die Akteure sind und was für ein„Wir“ sie konstruieren. „Gestaltung der Stadtagenda: Vom Government zur Governance. Erfolge und Aporien“ lautete der Titel der Vorträge von Univ.-Prof.in Dr.in Verena Madner und Univ.-Prof.in Dr.in Renate Meyer, Leiterinnen des von der Stadt Wien gestifteten Forschungsinstituts für Urban Management and Governance der WU. Im Rahmen dieser gemeinsamen Veranstaltung mit der Wirtschaftsuniversität Wien wurden am neuen Campus WU die„Talenta 2014“ für die besten Bachelor- und Masterarbeiten an der WU und die WU Best Paper Awards des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die WU Wien vergeben. In Kooperation mit der Buch Wien 14 fand bei sehr großem Publikumsinteresse eine Wiener Vorlesung mit der Literaturnobelpreisträgerin 2009 Herta Müller statt, in deren Rahmen das neue Buch von Herta Müller und Angelika Klammer„Mein Vaterland war ein Apfelkern“, präsentiert wurde. Herta Müller erzählte in dem Gespräch mit Hubert Christian Ehalt über ihre Kindheit als Banater Schwäbin, ihre Jugend in der Diktatur Ceau escu und ihren Widerstand als Autorin gegen den Terror der Securitate. Das Publikum würdigte die eindrucksvollen Erzählungen mit standing ovations. Um Entwicklungen nach 1989, dem Fall des Eisernen Vorhangs, ging es in der Podiumsdiskussion„Der Fall des Eisernen Vorhanges aus der Sicht von AutorInnen“ mit der ungarischen Philosophin Univ.-Prof.in Dr.in Ágnes Heller, der Schriftstellerin Marica Bodro i ‘ und dem Literaturkritiker, Autor und Übersetzer Mag. Cornelius Hell, die im Vorfeld eines Symposiums zum Thema„Der Gläserne Vorhang. 25 Jahre Literatur aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa – Blicke von beiden Seiten der(ehemaligen) Grenze“ der Österreichischen Gesellschaft für Literatur stattfand. Am 6. Dezember 2014 waren die Wiener Vorlesungen Kooperationspartner eines„FriedensKonzerts 1914–2014 ‚Die Waffen nieder!‘„ des 1. Frauen-Kammerorchesters von Österreich. Im Rahmen der Veranstaltung las die Schauspielerin Ruth Brauer-Kvam Texte von Bertha von Suttner, Gedichte, Briefe von Stefan Zweig, Karl Kraus, Friedrich Heer und anderen. In der Buchreihe„Enzyklopädie des Wiener Wissens“ erschien als Band XXI„Die ‚Neuen Kliniken‘ des Wiener Allgemeinen Krankenhauses(1904–1923). Fragment einer Krankenstadt“ der Kunsthistorikerin Monika Keplinger. Im Jahr 2014 haben 50 Wiener Vorlesungen mit insgesamt 122 TeilnehmerInnen(Vortragende, KommentatorInnen, ModeratorInnen, MusikerInnen), davon 50 Frauen und 72 Männer, stattgefunden. Wissenschaft 209 FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Frauenspezifische Themen aus Archiv und Forschung und die Vermittlung von abteilungsspezifischem Know-How an Entscheidungsträgerinnen und Forscherinnen innerhalb und außerhalb des Magistrats der Stadt Wien gehörten auch 2014 zu den wichtigen Aufgabenbereichen des Wiener Stadt- und Landesarchivs. Öffentlichkeitsarbeit Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat im Berichtsjahr mehrere„Zeitzeugnisse“ mit Schätzen aus den Beständen des Archivs im Internet präsentiert. Einen Schwerpunkt bildete die Biographie von Maria Theresia Paradis, einer Zeitgenossin Wolfgang Amadeus Mozarts und Joseph Haydns. Die blinde Musikerin gilt als Pionierin der Blindenbildung. Ein Zeitzeugnis zu Nanette Streicher behandelte ihre bedeutende Rolle als Förderin junger Künstlerinnen und Künstler, aber auch ihre Freundschaft mit Ludwig van Beethoven. Auch Bertha von Suttner wurde in einem Zeitzeugnis gewürdigt. Ihr wenig bekanntes Testament gestattet einen Einblick in das private Umfeld der Friedensnobelpreisträgerin, Schriftstellerin und Pazifistin. Die Ausstellung„Der Wiener Gemeinderat und der Wiener Landtag – eine Zeitreise 1848– 2013“ wurde im Sitzungssaal des Wiener Landtages und Gemeinderates während der Veranstaltung„Dein Rathaus – ein Tag der offenen Tür“ am 14. September 2014 gezeigt. Ein Kapitel der Ausstellung beschäftigte sich mit der Entwicklung des Frauenanteils im Gemeinderat und im Landtag seit 1918. Werkverträge Die MA 8 hat im Zuge von beauftragten Werkverträgen im Berichtsjahr 41 Prozent der Budgetmittel an Werkvertragsnehmerinnen und 59 Prozent an Werkvertragsnehmer vergeben. Werkverträge Wissenschaftsförderung Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien 2014 waren die Fachbereiche Ingenieurswissenschaften und Naturwissenschaften zur Förderung zugelassen. Es wurden 104 Projektanträge mit einer Wunschsumme von 1 493 903 Euro insgesamt eingereicht, davon wurden von 46 Frauen Anträge mit einer Summe von 673 703 Euro gestellt. 210 Öffentlichkeitsarbeit• Werkverträge• Wissenschaftsförderung FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 Einreichungen Gesamt Vom Kuratorium wurden 41 Anträge mit 300 000 Euro gefördert, was einer durchschnittlichen Förderung von 7 317 Euro pro Antrag entspricht. Die Förderquote lag somit bei rund 39 Prozent aller eingereichten Projekte und rund 20 Prozent der eingereichten Summe. 18 Förderungen gingen an Wissenschafterinnen mit einer Summe von 122 767 Euro, das entspricht 40,9 Prozent. Förderungen Gesamt Im Einzelnen stellten sich die Förderungen wie folgt dar: Bereich Ingenieurswissenschaften, Einreichungen Gesamt Frauen 27 Anträge 7 Anträge Ingenieurswissenschaften, Einreichungen 412 662 115 562 Wissenschaftsförderung 211 FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 Bereich Ingenieurswissenschaften, Förderungen Gesamt 12 Projekte Frauen 3 Projekte Ingenieurswissenschaften, Förderungen 102 000 23 000 Bereich Naturwissenschaften, Einreichungen Gesamt Frauen 77 Projekte 27 Projekte Naturwissenschaften, Einreichungen 1 493 903 359 311 Bereich Naturwissenschaften, Förderungen Gesamt Frauen 29 Projekte 15 Projekte Naturwissenschaften, Förderungen 198 000 99 767 212 Wissenschaftsförderung FRAUENKULTURBERICHT / MA 9 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Auch 2014 legte die Wienbibliothek einen besonderen Schwerpunkt auf das Spannungs­ verhältnis Stadt und Frauen, was sich in spezifischen Aktivitäten niederschlug. Veranstaltungen Evelyn Adunka/ Gabriele Anderl Jüdisches Leben in der Wiener Vorstadt – Ottakring und Hernals 30. Jänner 2014, Buchpräsentation, Musiksammlung Wienbibliothek – Loos-Räume In den Bezirken Ottakring und Hernals, 1892 durch die Eingemeindung selbständiger Vororte entstanden, lebten 1910 2,6 bzw. 2 Prozent der Mitglieder der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde. Der große Tempel in der Hubergasse, drei Bethäuser und soziale Vereine zeugten von einem aktiven jüdischen Leben. Unter den hier lebenden JüdInnen waren wohlhabende UnternehmerInnen und GrundbesitzerInnen, vor allem aber viele ArbeiterInnen, kleine Gewerbetreibende, TaglöhnerInnen und HausiererInnen. Auf Basis von Archivquellen, zeitgenössischen Publikationen, Erinnerungen und Interviews beleuchten die beiden Autorinnen das jüdische Leben in den beiden Bezirken vor dem März 1938, vor allem aber auch die Verfolgung, Beraubung, Flucht und Deportation während der NS-Zeit. Es werden die Lebensläufe prominenter BewohnerInnen wie der Mitglieder der Industriellenfamilie Kuffner ebenso nachgezeichnet wie jene von wenig bekannten jüdischen OttakringerInnen und HernalserInnen. Christa Hämmerle Heimat/ Front. Geschlechtergeschichte(n) des Ersten Weltkriegs in Österreich-Ungarn 12. Februar 2014, Buchpräsentation, Lesesaal der Wienbibliothek Die Katastrophe des Ersten Weltkriegs zeigt sich erst dann umfassend, wenn die engen Verschränkungen zwischen„Front“ und„Heimatfront“ als Voraussetzung moderner Kriegsführung berücksichtigt werden. Auf der Basis einer großen Bandbreite von Selbstzeugnissen macht das Buch die Militarisierung der gesamten Gesellschaft – von Männern wie von Frauen und Kindern – sowie verschiedene Kriegsalltage und Gewalterfahrungen sichtbar. Es handelt von Mannschaftssoldaten und Offizieren ebenso wie von Armeeschwestern und Rotkreuzhelferinnen, den für die Soldaten„Liebesgaben“ herstellenden Schulmädchen und in der„Kriegsfürsorge“ engagierten Frauen. Insgesamt bietet der Band neben einer kritischen Forschungsbilanz eine facettenreiche Frauen- und Geschlechtergeschichte des Ersten Weltkriegs in Österreich-Ungarn. Durch das Buch führten Brigitta Bader-Zaar(Universität Wien) und Ingrid Bauer(Universität Salzburg). Aus den Quellen las die Schauspielerin Chris Pichler. Offenes Rathaus – Internationaler Frauentag 8. März 2014, Rathaus Der Internationale Frauentag richtet sich gegen die mehrfache Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen und Mädchen in aller Welt. Jährlich findet aus diesem Anlass das„Offene Rathaus“ statt. Die Wienbibliothek beteiligte sich auch 2014 mit Führungen„Auf den Spuren bedeutender Frauen. Ein Streifzug durch die Wienbibliothek“ und durch die laufende Ausstellung„Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg 1914–1918“. Karl Fallend/ Klaus Posch(Hg.) Rosa Dworschak: Zur Geschichte der Sozialarbeit und Sozialarbeitsforschung[Band 6]/ Dorfgeschichten aus der Großstadt[Band 7] Veranstaltungen 213 FRAUENKULTURBERICHT / MA 9 Band 6 und 7 der von Thomas Aichhorn herausgegebenen Schriftenreihe zur Geschichte der Sozialarbeit und Sozialarbeitsforschung„Zur Praxis und Theorie der psychoanalytischen Sozialarbeit“ 14. Mai 2014, Buchpräsentation, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume In Band 6 werden, zum Teil erstmals, Schriften von Rosa Dworschak(1896–1990) veröffentlicht, in denen sie über ihre reichen Erfahrungen als Sozialarbeiterin berichtet. Rosa Dworschak – zuerst Schülerin Ilse Arlts, dann Weggefährtin August Aichhorns – war es, die nach 1945 die Tradition der psychoanalytischen Sozialarbeit weiterführte und auch durch die Einführung professioneller Supervision maßgeblich prägte. Sie war am Aufbau der Erziehungsberatung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung beteiligt und begründete 1949 die Wiener Child Guidance Clinic. Ein einleitender biographischer Essay(Thomas Aichhorn) und die Zusammenstellung einer Gesamtbibliographie, sollen den LeserInnen das Leben und Wirken Rosa Dworschaks näherbringen. Band 7 ist eine außergewöhnliche Sozialreportage über eine 1911 für arme, unterstandslose und kinderreiche Familien in Wien-Ottakring errichtete Barackensiedlung. Rosa Dworschak berichtet aus dem Leben der BewohnerInnen und BetreuerInnen dieser Siedlung, in der sie von 1928 bis 1938 als Sozialarbeiterin tätig war. Die Schauspielerin Anna Hauer las aus den Dorfgeschichten aus der Großstadt. Agnes Pistorius Heroine unterm Hakenkreuz. Hedwig Pistorius 1906–2004. Ein Lebensbild 18. September 2014, Buchpräsentation, Lesesaal der Wienbibliothek Agnes Pistorius hat gerade wegen der ganz offen artikulierten subjektiven Herangehensweise die Komplexität der NSDAP-Nähe ihrer Mutter mit spannendem Material dokumentiert wie interpretiert und wichtige Hinweise zu Ausgrenzungsmechanismen nach 1945 gegeben. Bedeutend an diesem in der Buchreihe„biografiA. Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung“ erschienenen Werk ist auch die Fülle an Detailinformationen über Inszenierungen und Rezensionen, die wichtige Hinweise für eine ästhetische Wirkungsforschung geben. Die Schauspielerin Renate Egger las aus dem Werk. Im Rahmen der Veranstaltung übergab Agnes Pistorius den Nachlass ihrer Mutter der Wienbibliothek. Kriminacht – Lesung 23. September 2014, Lesesaal der Wienbibliothek Edith Kneifl und Hannes Gastinger lasen aus Edith Kneifls Wien-Krimi„Endstation Donau“. Die 1954 in Wels geborene Autorin lebt und arbeitet als Psychoanalytikerin und freie Schriftstellerin in Wien. Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise und-stipendien, unter anderen 1992 als erste Frau den Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman des Jahres. Ihre Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Hazel Rosenstrauch Congress mit Damen. 1814/15: Europa zu Gast in Wien 1. Oktober 2014, Buchpräsentation, Lesesaal der Wienbibliothek Der Wiener Kongress 1814/15: Kaiser und Könige, Fürsten und Diplomaten aus ganz Europa kamen – mit Gattinnen, Schwestern, Geliebten und Dienerinnen – nach Wien. Und es wurde keineswegs nur getanzt. Den Damen der Wiener Hocharistokratie und der„Zweiten Gesellschaft“ fiel eine wichtige Aufgabe zu: In ihren Salons oder auch Boudoirs wurden Kontakte geknüpft und Formulierungen erprobt, Intrigen gesponnen und Geheimnisse verbreitet. Die Soiréen, Bälle und Empfänge fungierten als Vorzimmer der Verhandlungsräume, der Spaziergang auf dem Glacis oder der Besuch in einem Theater wurde für diplomatische Erkundungen genutzt. Hazel Rosenstrauch beleuchtet in ihrem Buch Schauplätze des Wiener Kongresses, stellt Nebenfiguren in den Vordergrund und erkundet, wie – bei allen Bemühungen um die Restauration des alten Regimes – Neues entstand: in der Politik, in den Vorstellungen von Ordnung und Freiheit und im Umgang mit der Komplexität und den Unsicherheiten der Moderne. 214 Veranstaltungen FRAUENKULTURBERICHT / MA 9 Evelyn Polt-Heinzl/ Daniela Strigl/ Ulrike Tanzer(Hg.) Marie von Ebner-Eschenbach: Aus Franzensbad. Das Gemeindekind[Band 1]/ Lotti, die Uhrmacherin. Unsühnbar[Band 2] Leseausgabe in vier Bänden 22. Oktober 2014, Buchpräsentation, Lesesaal der Wienbibliothek Die Herausgeberinnen stellten zwei Bände der neuen, auf vier Bände angelegten Leseausgabe der Grande Dame der österreichischen Literatur vor. Sie verbindet die berühmtesten Werke mit kaum bekannten, überraschend modernen Texten und ermöglicht so einen zeitgenössischen Blick auf eine Klassikerin des 19. Jahrhunderts. So ist in„Lotti, die Uhrmacherin“ ein erstaunlich modernes Frauenbild zu entdecken: Die Autorin greift auf ihre eigene Ausbildung als Uhrmacherin zurück. Lotti, sozial und beruflich gefestigt, wird trotz Liebesverwicklungen als unabhängige, selbstbewusste Frau geschildert. Gräfin Maria Dornach in„Unsühnbar“ hingegen scheitert als„österreichische Effi Briest“ an den ungleichen Lebensoptionen, die die Gesellschaft den beiden Geschlechtern zugesteht. Mit kritischem Witz vermaß Ebner-Eschenbach die gesellschaftlichen Handlungsspielräume junger Frauen. Gerade die Geschichte von Pavel, dem„Gemeindekind“, der von der Gemeinschaft ausgestoßen wird, dem aber gegen alle Widerstände ein sozialer Aufstieg gelingt, ist von bestürzender Modernität. Auch das unkonventionelle Debüt der Autorin – die 1858 anonym erschienene Briefnovelle„Aus Franzensbad“ – demontiert scharf und voller Sprachwitz den damaligen Zeitgeist. 25 Jahre L'Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft 28. November 2014, Festveranstaltung und Präsentation der Jubiläumsausgabe, Wiener Rathaus, Wappensaal Den Festvortrag„Ein Vierteljahrhundert L’Homme – Aufbruch aus und Ankommen in der Allgemeinen Geschichte“ hielt Ute Frevert(Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin). Den Band 2/2014„Zeitenschwellen“ präsentierten Gabriella Hauch(Universität Wien) und Claudia Opitz-Belakhal(Universität Basel). Wienbibliothek BenützerInnen Von den 1 283 im Jahr 2014 neu ausgestellten Lesekarten entfielen 667(52%) auf Frauen. Unter diesen stellt die Gruppe der Studentinnen mit über 53 Prozent die weitaus größte Gruppe, was auf die Bedeutung der Wienbibliothek insbesondere für jüngere Frauen hinweist. Wienbibliothek BenützerInnen Veranstaltungen• Wienbibliothek BenützerInnen 215 FRAUENKULTURBERICHT / WIEN MUSEUM WIEN MUSEUM Frauenanteil im Team Direktion 1 Frau, 2 Männer Dr.in Ursula Storch(Vizedirektorin) Direktion Mittleres Management 5 Frauen, kein Mann Mag.a Bärbl Schrems(Ausstellungsproduktion), Ing.in Mag.a Martina Klauser(Interne Services), Mag.a Teresa Mitterlehner-Marchesani(Marketing und Öffentlichkeitsarbeit), Mag.a Elisabeth Graff(Restaurierung und Objektbetreuung), Mag.a Isabel Termini-Fridrich (Vermittlung und BesucherInnenservice) Mittleres Management Wissenschaftliche MitarbeiterInnen 12 Frauen, 8 Männer Mag.a Susanne Breuss, Mag.a Elke Doppler, Mag.a Andrea Hönigmann-Polly, Mag. Alexandra Hönigmann-Tempelmayr, Dr.in Regina Karner, Mag.a Frauke Kreutler, Dr.in Michaela Kronberger, Mag.a Michaela Lindinger, Dr.in Martina Nußbaumer, Mag.a Eva-Maria Orosz, Dr.in Ursula Storch, Mag.a Susanne Winkler 216 Frauenanteil im Team FRAUENKULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Wissenschaftliche MitarbeiterInnen Exemplarische Frauen- und Gender-Themen im Wien Museum Das Wien Museum sammelt Bilder und Objekte, die das Leben von Frauen in seiner Vielfalt und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Herrschende Weiblichkeitsnormen und Rollenklischees werden dabei ebenso berücksichtigt wie Emanzipationsbewegungen und alternative Konzepte, Selbstbilder ebenso wie Fremdbilder. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März zeigte das Wien Museum unter dem Titel„Neu im Museum: Frauensachen“ eine Auswahl von Neuankäufen und Schenkungen zu verschiedenen Aspekten historischen und gegenwärtigen Frauenlebens: Porträts und Werke bekannter und„vergessener“ Frauen aus dem Kultur- und Gesellschaftsleben, Geschlechterinszenierungen in der zeitgenössischen Kunst, frauenpolitische Dokumente und „weibliche“ Alltagsdinge. Zu sehen waren knapp 100 Exponate. Neu im Museum: Frauensachen 30. Jänner bis 23. März 2014, Wien Museum Karlsplatz KuratorInnen: Susanne Breuss mit Sándor Békési, Regina Karner, Michaela Lindinger, Gerhard Milchram, Andreas Nierhaus, Martina Nußbaumer, Walter Öhlinger, Eva-Maria Orosz, Elke Sodin, Ursula Storch Ausstellungsgrafik: Larissa Cerny Themen/ Künstlerinnen(Auswahl): Annegang, Carola Dertnig, Frauen im NS-Regime, frauenpolitische Demonstrationen, Katharina und Josephine Fröhlich, Nilbar Güres, Winnie Jakob, Lina Loos, Florentina Pakosta, Anna-Lülja Praun, Radfahrerinnen um 1900, Magdalena Steiner, „weibliche“ Alltagsdinge, die„10er Marie“. Veranstaltung in der Hermesvilla Michaela Lindinger, Kuratorin am Wien Museum, konzipierte einen eintrittsfreien Sonntag in der Hermesvilla zum Thema„Schloss der Träume“. Sie führte zwei BesucherInnengruppen und hielt einen Vortrag zum Thema„Wie der Mythos Sisi entstand“. Sammlungsneuzugang Neben vielen anderen Ankäufen und Schenkungen von KünstlerInnen und frauenbezogenen Objekten sei eine Schenkung hier hervorgehoben. Das„Porträt Viktor Matejka“(1989, Mischtechnik auf Holz, 42 x 32 cm) wurde dem Museum 2014 von der Künstlerin Konstanze Sailer selbst überlassen. Frauenanteil im Team• Exemplarische Frauen- und Gender-Themen 217 FRAUENKULTURBERICHT FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländern gegeben Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Film, Kino, Video Bildende Kunst, Foto Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 33 608 495,14 5 490 512,00 10 010 218,45 758 438,70 23 319 966,00 90 868 471,92 343 000,00 16 241 500,00 8 718 059,85 2 352 182,33 1 450 000,00 216 000,00 395 304,39 11 141 786,39 22 537 546,42 221 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT Archive Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche MitarbeiterInnen Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen Museen der Stadt Wien Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH Mozarthaus Vienna Errichtungs- und BetriebsgesellschaftmbH Museumsquartier Wien ARGE Bezirksmuseen Baukosten MuseumsQuartier Wien Errichtungs- und BetriebsgesmbH Wissenschaftliche Förderungen AIT Austrian Institute of Technology GmbH Akademie der bildenden Künste Wien 222 Museen, Archive, Wissenschaft 5 954,72 37 861,35 7 635,93 5 923,46 61 664,80 7 644,94 9 070,75 924,86 7 716,74 5 527,46 2 043,60 17 711,80 16 278 734,37 3 804 764,00 400 000,00 438 204,00 409 000,00 518 690,93 215 000,00 100 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Architekturzentrum Wien 1 525 000,00 Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten 10 000,00 Camillo Sitte Gesellschaft, TU Wien 10 000,00 Club of Vienna – Verein zur Förderung interdisziplinärer Forschung für Wien 100 000,00 Demokratiezentrum Wien 50 000,00 Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie 150 000,00 ImPlanTat – Verein für kulturelle Zwischennutzung 12 000,00 Institut für die Wissenschaften vom Menschen 650 000,00 Jewish Welcome Service Vienna 148 600,00 JOSZEF – Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittelund Osteuropa 6 600,00 Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft – Österreichische Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung 900 000,00 Medizinische Universität Wien 35 000,00 OeaD –(Österreichischer Austauschdienst)-Gesellschaft mit beschränkter Haftung 10 000,00 Österreichische Akademie der Wissenschaften 401 500,00 Österreichische Forschungsgemeinschaft 60 000,00 Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem 22 000,00 Paradocks – Verein für horizontale Stadtplanung und integrierte Projektentwicklung in der Zwischennutzung 12 000,00 QWIEN. Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte 120 000,00 Sigmund-Freud-Privatstiftung 270 000,00 Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes 276 400,00 Technische Universität Wien(Gastprofessur) 100 000,00 Technische Universität Wien(Stipendienprogramm) 146 000,00 Universität Wien 20 000,00 Verein der Freunde der American Austrian Foundation 80 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 223 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Verein für Geschichte der Stadt Wien Verein Sammlung Rotes Wien Wien Wissen Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Forschung – Dokumentaton – Vermittlung WWTF – Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds Wirtschaftsuniversität Wien 33 600,00 50 000,00 65 000,00 75 000,00 400 000,00 3 410 000,00 400 000,00 Rahmenbetrag AGORA Gesellschaft zur Förderung der Humanität Aktionsradius Augarten Alfred Hermann Fried Gesellschaft Alliance for Nature altceva – Verein zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Probleme von benachteiligten Bevölkerungsgruppen Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien Alumniverband der Universität Wien Architektur ohne Grenzen Austria ARG – Awareness Research Group Armin Berg Gesellschaft Verein zur Förderung und Erforschung jüdischer Unterhaltungskultur in Wien art: phalanx Kommunikationsagentur GmbH AUF-Kultur-Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungsund Archivarbeit Austria Mundi Gesellschaft für internationale Kulturforschung Austrian Gay Professionals(AGPRO) – Verein zur Förderung homound bisexueller Führungskräfte BildungPlus BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation 1 200,00 800,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 1 500,00 3 300,00 2 000,00 1 200,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 5 000,00 4 000,00 1 000,00 1 000,00 224 Museen, Archive, Wissenschaft FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG brainkitchen nahrung für geist und gaumen, herz und hirn Cajetan-Felder-Institut – Verein zur Förderung liberaler Kommunalpolitik Conceptus – Verein zur Förderung analytischer Philosophie content associates OG Context XXI – Verein für Kommunikation und Information Culture2Culture daedalus Transmediale Gesellschaft Das Drehbuch – Kulturverein zur Erfassung und bibliothekarischen Aufbereitung von TV-Film- und Kinofilm-Drehbüchern Demokratiezentrum Wien GmbH dérive – Verein für Stadtforschung Diachron – Verein zur Verbreitung und Vertiefung des Wissens über Architektur Die Wiener Volkshochschulen GmbH display:012 Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur – DOML ECSA Austria Educult – Denken und Handeln im Kulturbereich eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies Elfriede Jelinek Forschungszentrum Eranos Vindobonensis Erika Mitterer Gesellschaft Erinnern für die Zukunft Ernst A. Plischke Gesellschaft Ernst Jandl-Gesellschaft ETEOKPHTH Eteokriti – Verein zur wissenschaftlichen Erforschung Kretas und der Ägäis 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 2 200,00 1 500,00 3 000,00 2 500,00 2 000,00 6 000,00 2 700,00 2 500,00 8 500,00 1 600,00 1 000,00 6 000,00 1 500,00 16 000,00 10 000,00 1 500,00 1 500,00 2 500,00 2 000,00 800,00 3 500,00 2 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 225 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Europäische Gesellschaft für integrative, ganzheitliche und umweltbezogene Gesundheitsforschung Europäische Musikforschungsvereinigung(EMV) Europäisches Forum Alpbach Evangelische Akademie Wien Fachhochschule des BFI Wien fAN, fine Art Network Kunstverein Wien Förderkreis Astronomie und Raumfahrt„Der Orion“ Förderungsverein des Wissenschaftspreises für Wirtschaftsgeschichte Förderverein für Volkskunde, Wien FVV Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik Forum Politische Bildung Forum Zeit& Glaube – Kath. AkademikerInnenverband Wien Franz Schmidt-Gesellschaft Frauenhetz – Feministische Bildung, Politik, Kultur Frauensolidarität – feministisch-entwicklungspolitische Informationsund Bildungsarbeit Freunde der Druckgraphik Freunde und Förderer der Robert Jungk-Stiftung Freundinnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Geschichte.Recht.Öffentlichkeit, Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Gesellschaft für angewandte Philosophie Gesellschaft für Bildung& Kultur Gesellschaft für Buchforschung in Österreich Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreich Gesellschaft für Historische Tonträger e.V. Gesellschaft für Phänomenologie und kritische Anthropologie Gesellschaft für Philosophie der Medizin 226 Museen, Archive, Wissenschaft 1 500,00 5 000,00 5 000,00 26 000,00 1 200,00 1 800,00 1 000,00 6 200,00 3 900,00 2 000,00 2 000,00 1 500,00 1 500,00 2 500,00 700,00 1 000,00 2 500,00 1 000,00 5 000,00 2 000,00 1 000,00 1 500,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 1 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Gesellschaft für Sozialgeschichte Grillparzer Gesellschaft hb2 plus – Verein zur Förderung des Lehrstuhls Hochbau, Konstruktion und Entwerfen an der TU-Wien Heinz von Foerster-Gesellschaft IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst Imagine. Verein für Kulturanalyse Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanten Info) Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Initiative Zukunft. Verein für Wirtschaftsforschung und Regionalentwicklung Initiative zur psychosozialen, sozialtherapeutischen und soziokulturellen Integration – ESRA Institut français de Vienne Institut für Arbeiterbildung Institut für Axiologische Forschung – IAF Institut für die Erforschung, Dokumenation und Darstellung der Allgemeinen Geschichte Institut für Interaktive Raumprojekte, abgekürzt„IRR“ Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung an der Wirtschaftsuniverstität Wien – NPO-Institut Institut für jüdische Geschichte Österreichs Institut für Konfliktforschung Institut für Konstruktiven Realismus Institut für Österreichkunde Institut für Science Outreach Verein zur Weiterverbreitung der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit Institut für Sozio-Semiotische Studien – ISSS 600,00 2 000,00 5 000,00 5 500,00 20 000,00 1 600,00 2 000,00 2 000,00 18 000,00 1 000,00 1 200,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 1 500,00 900,00 1 800,00 16 000,00 6 000,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 2 500,00 Museen, Archive, Wissenschaft 227 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Institut für Vergleichende Architekturforschung IVA – ICRA Institut für Wissenschaft und Kunst – IWK Institut Wiener Kreis – Verein zur Förderung Wissenschaftlicher Weltauffassung International Music Academy Orpheus International Social Ontology Society(ISOS) Internationale Anton Kuh Gesellschaft Internationale Charles-Sealsfield-Gesellschaft Internationale Coronelli – Gesellschaft Internationale Gesellschaft„System der Philosophie“ Internationale Gustav Mahler Gesellschaft Internationale Nestroy-Gesellschaft Internationale Tagung der Historikerinnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften – IFK Internationales österreichisches Archäologie Forum Internationales Theaterinstitut der UNESCO – Centrum Österreich IRIS ISIS – Institut für Räumliche Interaktion und Simulation Johann Mithlinger-Gedenkverein für kulturelle Erinnerungsarbeit Josephinum – Sammlungen der Medizinischen Universität Wien JU-KU Junge Wege zur Kunst Jura Soyfer Gesellschaft Kamion. Verein für Wissenstrasfer und Medienproduktion kanonmedia verein für neue medien Keine Delikatessen – Bühne für Schriftbilder KommEnt – Paulo Freire Zentrum Kontaktstelle für Weltreligionen – KWR Kunsthistorische Gesellschaft Wien Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien 228 Museen, Archive, Wissenschaft 2 000,00 27 200,00 43 000,00 2 700,00 1 500,00 1 500,00 1 000,00 1 800,00 700,00 4 000,00 7 000,00 2 000,00 40 000,00 2 093,32 1 500,00 1 500,00 5 000,00 5 000,00 3 000,00 15 000,00 1 500,00 500,00 1 000,00 1 400,00 1 000,00 3 200,00 4 800,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kurt Gödel Gesellschaft Kulturverein Saba Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte – Forschungsverein Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichsichen Universitäten Mauthausen Komitee Österreich Mediacult – Internationales Forschungsinstitut für Medien, Kommunikation und kulturelle Entwicklung MEMO – Verein für Geschichtsforschung zur Wiederentdeckung vergessener Kulturaspekte Mesusa – Verein zur Förderung von Demokratie, Menschenrechte, Erinnerung an die Schoa und Bekämpfung des Antijudaismus MICA(MUSIC Information Center AUSTRIA) Mikroskopische Gesellschaft Wien neuwal – Verein zur Förderung der politischen Bildung Oikodrom – Forum Nachhaltige Stadt, Verein für neue Städtebaukultur Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung – ÖFSE Österreichische Gesellschaft für Architektur Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Österreichische Gesellschaft für Germanistik – ÖGG Österreichische Gesellschaft für historische Gärten – öghg Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien(ÖGQ) Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Österreichische Gesellschaft für Neugriechische Studien 2 000,00 700,00 1 100,00 3 000,00 1 500,00 2 000,00 11 000,00 7 000,00 4 000,00 7 000,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 3 500,00 8 000,00 9 000,00 1 000,00 11 000,00 12 000,00 2 500,00 2 000,00 1 000,00 4 500,00 2 400,00 1 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 229 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Österreichische Gesellschaft für Soziologie Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte – ÖGUF Österreichische Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte(ÖGW) Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte Österreichische Liga für Menschenrechte Österreichische Musikförderung(ÖMF) Österreichische Numismatische Gesellschaft Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen(ÖPIA) Österreichischer Austauschdienst-GmbH Österreichischer Herzfonds Österreichischer Ingenieur- und Architekten-Verein Österreichischer Naturschutzbund Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Österreichisches Institut für China- und Südostasienforschung Österreichisches Lateinamerika-Institut Österreichisches VolksLiedWerk paraflows – Verein zur Förderung der Digitalen Kunst und Kulturen partner/innen. Verein für öffentliche Kunst Passagen Forum – Verein zur Förderung interdisziplinärer Projekte aus Literatur, Kunst, Medien, Wissenschaft und Philosophie [phi]gital – Verein für die transdisziplinäre Förderung von Medienund Kulturwissenschaft in Wien und Österreich Philosophie und Kunst im Dialog Plattform Bibliotheksinitiativen Wien Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kulturund Sozialanthropologie der Universität Wien portraittheater Pro Oriente – Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung der ökumenischen Beziehungen 230 Museen, Archive, Wissenschaft 2 500,00 1 500,00 3 750,00 4 000,00 3 500,00 1 200,00 3 000,00 5 000,00 3 000,00 6 000,00 1 000,00 1 500,00 30 000,00 3 000,00 6 000,00 1 000,00 1 500,00 1 200,00 2 000,00 1 000,00 3 500,00 2 500,00 800,00 1 800,00 1 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Pro Scientia – Österreichisches Studienförderungswerk PROJEKT SCHWAB. Verein zur Aufarbeitung und Archivierung des Gesamtwerks von Werner Schwab. Wien Psychologische Gesellschaft für Persönlichkeitsund Organisationsentwicklung(PSI) Quant: Verein für Wissenschaft und Kunst QWIEN Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte (vorm. Ecce Homo) Raimundgesellschaft s/w – TSIGANKA. Verein zur Förderung und Erhaltung von Kunst und Kultur der Roma und Jenischen SADOCC – Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika Schwarze Maske – Verein für Theater und Kultur Science Center Netzwerk SEAS – South East Asian Studies – Gesellschaft für Südostasienwissenschaften Wien Sigmund Freud Privatstiftung Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Societá Dante Alighieri Verein Dante Wien Societá, Forum für Ethik, Kunst und Recht SR-Archiv österreichischer Popularmusik Stadt- und Regionalwissenschaftliches Zentrum Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Stiftung Österreichisches Freilichtmuseum SWS – Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft Team private plots, Karin Standler Eigenverlag Technische Universität Wien The Electroacoustic Projekt – Verein zur Förderung Elektroakustischer Musik Theodor Körner Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst 4 000,00 7 500,00 2 800,00 5 000,00 11 500,00 4 500,00 1 000,00 1 800,00 1 600,00 3 000,00 1 000,00 25 000,00 40 000,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 7 000,00 7 300,00 13 500,00 1 000,00 19 000,00 1 800,00 3 500,00 Museen, Archive, Wissenschaft 231 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Theodor Kramer Gesellschaft Transform.at TU Wien alumni club Universität Wien Universitätszentrum für Friedensforschung Verein„Aus der Zeit – Film- und Medienprojekte“ Verein Architekturtage Verein der Freunde der Edition Atelier Verein der Freunde der Komödianten Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger – Ausstellungshalle Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky – Archiv Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals Verein der FreundInnen des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien Verein Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog Verein für Geschichte und Sozialkunde – VGS Verein für Geschichtspublizistik Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein für interdisziplinäre Biographieforschung Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung, c/o Institut für Philosophie der Universität Wien Verein für kulturelle Information Verein für kulturwissenschaftliche und historische Gewaltforschung in der Moderne Verein für Umwelt und Wirtschaft Verein Literatur/ Wissenschaft Verein Literaturzeitschriften Autorenverlage VLA e.V. Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein Neugermanistik Wien 15 000,00 2 500,00 6 500,00 28 500,00 1 500,00 1 500,00 5 500,00 700,00 6 000,00 1 000,00 2 500,00 1 000,00 4 500,00 44 000,00 9 800,00 3 500,00 6 200,00 5 000,00 1 000,00 1 200,00 4 000,00 1 500,00 2 000,00 1 300,00 500,00 6 500,00 232 Museen, Archive, Wissenschaft FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Ödön von Horváth Verein Projekt Theater Verein Soja aus Österreich Verein Stichwort – Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung Verein Wiener Schulmuseum Verein ZOOM Kindermuseum Verein zur Erforschung der Monodie Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Verein zur Förderung der evangelischen Theologie Verein zur Förderung der Fotografie„WestLicht“ Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Verein zur Förderung der Landschaftsarchitektur Verein zur Förderung der theoretischen Physik in Österreich Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittel- und Osteuropa Verein zur Förderung des Instituts für Geschichte Verein zur Förderung grenzüberschreitender wissenschaftlicher Zusammenarbeit Verein zur Förderung historischer Sozialwissenschaft Verein zur Förderung kritischer Kunst und junger Wissenschaft in Wien Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Verein zur Förderung von Dichtungs- und Geistesgeschichte Verein zur Förderung von L'HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Verein zur Förderung von Studien zur Migration und Global-Kultur Verein zur Förderung von Subkultur Verein zur Förderung von Übersetzungen und Publikation wissenschaftlicher/ kulturwissenschaftlicher Beiträge Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen 7 000,00 3 200,00 1 500,00 1 700,00 1 400,00 13 000,00 1 500,00 2 500,00 5 000,00 1 500,00 1 000,00 4 000,00 4 000,00 9 180,00 2 821,40 500,00 1 200,00 160,00 7 200,00 7 000,00 1 700,00 8 000,00 2 300,00 800,00 1 400,00 1 450,00 Museen, Archive, Wissenschaft 233 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein zur Geschichte der Volkshochschulen. Förderverein des Österreichischen Volkshochschularchiv Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Veterinärmedizinische Universität Wien Vienna's New Deal 4 EUrope ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden Viktor Frankl Institut Wien Viktor Frankl Zentrum Wien Voice of Diversity – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich- Schwerpunkt Roma und Sinti VSIG – Verein zur Förderung von Studien zur interkulturellen Geschichte WAS. Verein für Wohnbau, Architektur und Sonstiges WAVE – Women Against Violence Europe. Europäisches Netzwerk gegen Gewalt an Frauen Wien macht Kultur Wiener Arbeitsgemeinschaft für Volksgruppenfragen Wiener Forum für Analytische Philosophie Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie – WiGiP Wiener Gesellschaft für Theaterforschung Wiener Institut für Strauss-Forschung Wiener Opernarchiv Wiener Psychoanalytische Akademie GmbH Wiener Senioren Zentrum im WUK Wiener Sprachgesellschaft Wiener Volksliedwerk Windhorse – Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit WIRBEL – Institut für feministische Forschung und Praxis Wissen und Verantwortung Carl Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaft Österreich Wohnprojekt Grundsteingasse 32 234 Museen, Archive, Wissenschaft 2 500,00 1 200,00 5 500,00 2 500,00 4 500,00 10 000,00 7 000,00 1 400,00 3 100,00 1 100,00 1 200,00 2 000,00 1 700,00 2 500,00 1 600,00 2 200,00 8 500,00 11 000,00 2 000,00 1 200,00 2 000,00 14 500,00 2 000,00 500,00 1 000,00 2 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN zimd – Zentrum für Interaktion, Medien& soziale Diversität Summe Rahmenbetrag 2 700,00 1 188 954,72 Buchankäufe Amalthea Signum Verlag GmbH Bibliothek der Provinz Edition Echoraum Edition Raetia Edition Splitter Edition Steinbauer Edition VA bENE Edition Winkler-Hermaden Eigenverlag Anton Berlakovich Ephelant Verlag Evangelischer Presseverband in Österreich Facultas Verlags- und Buchhandels AG Holos Verlag für Ganzheitlichkeit IDM Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik in Wirtschaft und Gesellschaft ISAR Media Agentur Kunstverlag Josef Fink Metroverlag – Verlagsbüro W. GmbH NWV Verlag GmbH Passagen Verlag Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. SWS – Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft Verein Wiener Architektur Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft 943,00 2 200,00 1 200,00 547,80 1 750,00 1 125,00 936,00 1 495,00 462,50 660,00 216,00 610,00 510,00 600,00 400,00 1 100,00 330,00 2 030,00 219,24 1 033,00 904,00 626,00 480,00 5 600,00 Museen, Archive, Wissenschaft 235 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verlag Edition AV Verlag Österreichisches KabarettArchiv Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Verlagsgruppe Styria GmbH& Co KG Wieser Verlag GmbH Zaglossus Verlag Summe Buchankäufe Druckkostenbeiträge Amalthea Signum Verlag GmbH Böhlau Verlag GesmbH& Co.KG CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit Czernin Verlag GmbH Edition Steinbauer GmbH Edition VA bENE Edition Winkler-Hermaden Eigenverlag Dr. Judit Erharter Erhard Löcker Gesellschaft mbH Europäische Musikforschungsvereinigung Wien Evangelischer Presseverband in Österreich Falter Verlagsgesellschaft m.b.H. Förderverein Volkskunde FVV Franz Schmidt Gesellschaft Gesellschaft für Buchforschung Gesellschaft für Sozialgeschichte Hollitzer Wissenschaftsverlag Holzhausen Druck GmbH Jan Sramek Verlag KG 236 Museen, Archive, Wissenschaft 707,85 558,00 597,60 916,91 294,00 1 776,00 30 827,90 500,00 20 600,00 700,00 4 000,00 1 500,00 1 300,00 1 300,00 900,00 1 500,00 1 000,00 800,00 1 000,00 700,00 800,00 800,00 400,00 800,00 1 200,00 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Karin Standler Eigenverlag Karolinger Verlag Wien und Leipzig LIT Verlag Wien GmbH& Co. KG Mandelbaum Verlag Metro Verlag Milena Verlag Müry Salzmann Verlag GesmbH Musikwissenschaftlicher Verlag Wien NWV Verlag GmbH Österreichisch Dänische Gesellschaft Österreichische Exlibris-Gesellschaft ÖEG Österreichische Gesellschaft für Herpetologie ÖGH Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Passagen Verlag GmbH Peter Lang Verlag GmbH Praesens VerlagsgesmbH Promedia Druck-& Verlagsges.m.b.H. Sabotage Kunst- und Kulturverein Seifert Verlag GmbH Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Studien Verlag GesmbH Triton Verlag Barcelona – Vienna Universitätszentrum für Friedensforschung Verein Kabinetttheater Verein Mandelbaum's kultur unter der Brücke Verein The Electroacustic Project Verein ZOOM Kindermuseum 1 000,00 700,00 6 800,00 1 600,00 2 000,00 1 000,00 500,00 500,00 1 500,00 600,00 600,00 1 000,00 600,00 4 900,00 700,00 7 300,00 800,00 800,00 1 000,00 700,00 500,00 10 300,00 1 000,00 500,00 500,00 1 500,00 700,00 1 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 237 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein zu Erforschung von Theorie und Praxis des Entwerfens Verein zur Förderung kritischer Kunst und junger Wissenschaft in Wien Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse Verlag Christoph Laimer Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH Verlag Guthmann-Peterson Verlag Österreich Verlag Peter Lang GmbH Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Verlagshaus Hernals e.U. Wiener Stern Verlag Wieser Verlag GmbH Zaglossus e.U. Summe Druckkostenbeiträge Baukosten Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung Veranstaltungen Wiener Vorlesungen Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT 800,00 700,00 1 000,00 1 000,00 3 300,00 1 000,00 1 000,00 2 600,00 800,00 600,00 500,00 2 800,00 3 000,00 110 000,00 10 000,00 369 787,69 16 151,12 33 608 495,14 BAUKULTURELLES ERBE Altstadterhaltung Denkmäler, Freiplastiken Friedhof St. Marx 238 Museen, Archive, Wissenschaft• Baukulturelles Erbe 4 367 101,10 654 619,55 285 720,06 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Stiertor St. Marx Mauthausen Komitee Österreich Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME BAUKULTURELLES ERBE 175 851,29 5 000,00 2 220,00 5 490 512,00 ALLTAGSKULTUR AKTIONSRADIUS WIEN – Verein zur Förderung von Stadtteilkultur und kultureller Stadtentwicklung Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk DAS DORF – Kunst und Kulturverein IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie und autonome Kulturarbeit IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie und autonome Kulturarbeit – Innovationspreis Israelitische Kultusgemeinde Wien karlsplatz.org – Verein zur kulturellen Vernetzung und Belebung des Kunstplatzes Karlsplatz Kulturverein Werk pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur POPFEST WIEN – Verein zur Förderung& Verbreitung von innovativer, zeitgenössischer Popmusik Stadtforum(Kommunalpolitische Vereinigung für den städtischen Raum) Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung Verein für integrative Lebensgestaltung Verein Stadtimpuls Verein Wiener Stadtfeste Verein zur Förderung der Stadtbenutzung Wiener Kulturservice Wiener Praterverband 200 000,00 1 930 000,00 20 000,00 79 000,00 20 000,00 50 000,00 90 000,00 5 000,00 2 500,00 180 000,00 109 000,00 100 000,00 45 000,00 436 000,00 406 000,00 453 000,00 1 810 000,00 40 000,00 Baukulturelles Erbe• Alltagskultur 239 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Rahmenbetrag Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten ABrasA – Austro-Brasilianischer und Afro-Brasilianischer Verein zur Entwicklung und Förderung von Bildung, Kultur und sozialer Integration/ Associacao Austro-Brasileira e Afro-Brasileira para o desenvolvimento e fomento da educacao, da cultura e da 1 000,00 Adam – Verein für Kultur und Kunst 5 000,00 Afghanische Kultur in Österreich Unterstützung afghanischer Kultur, Integration und Solidarität(AKIS) 5 000,00 afri Cult – AFRIKANISCHES KULTURFESTIVAL 7 000,00 Afrika Vernetzungsplattform – AVP 5 000,00 Afrikanische Frauenorganisation 1 000,00 Afro-Asiatisches Institut in Wien(AAI-Wien) 1 000,00 AGORA Gesellschaft zur Förderung der Humanität 2 000,00 Alevitische Gemeinde Wien 14 000,00 all inclusive – Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen 2 000,00 Alsergrund'Lular – Wir AlsergrunderInnen zur Förderung interkultureller Aktivitäten 3 500,00 Arbeitskreis Indianer Nordamerikas 1 300,00 Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde in Österreich 1 000,00 ART CULT COMPOSITION 1 000,00 ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens 2 500,00 arteMIX 2 500,00 Association des Camerounais á Vienne – Association of Cameroonians in Vienna – Assoziation von Kameruner in Wien – A C V 2 000,00 Association des Ressortissants du Burkina Faso en Autriche(Burkinische Vereinigung in Österreich), ARBA 3 500,00 Asyl in Not – Unterstützungskomitee für politisch verfolgte Ausländerinnen und Ausländer 1 000,00 ATTAC – Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte 1 000,00 Austria – Latinoamerica Art...! – Verein zur Förderung des kulturellen Austauschs zwischen Österreich und Lateinamerika 1 500,00 AWA – Verein zur Förderung und Pflege der aserbaidschanisch-persischen und österreichischen Musik 5 000,00 240 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Bahara – Verein zur Pflege ethnischer Kunst- und Kulturformen Bahtalo Rom, Gesellschaft zur Erhaltung& Förderung der Roma-Kultur Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich BildungPlus Bildungs- und Kulturinstitut„bil:kult“ Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas gemeinnützige Ges.m.b.H. (Kardinal-König-Haus) BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Böhmerwaldmuseum Wien Buskers Wien Festival – Verein zur Förderung der Straßenkunst Camerata Polonia Candoo Music, Kulturverein CLUB 13(Club Hietzing), Hietzinger Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft Club Brigittenau Creativ Club Meidling Meidlinger Kulturverein Club Pannonia, Gesellschaft zur Pflege der österreichisch-ungarischen Beziehungen Club XIX – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten im Bezirk CLUB7 Neubauer Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft COPART – Verein kreativer Exekutivbeamter Coro Novo Mundo – Verein zur Förderung des interkulturellen Austauschs zwischen Brasilien und Österreich mit Schwerpunkt Vokalmusik Dachverband für interkulturelle Initiativen in Wien – Interkulti-Dach Dachverband für serbische Vereine in Wien Zajednica srpskih klubova u Becu Dachverband lateinamerikanischer Vereine in Österreich Das Dorf – Kunst- und Kulturverein Das Iranische Wien(Ira Wien) Davis Live Music – Verein zur Unterstützung von Nachwuchskünstlern 3 500,00 3 500,00 6 000,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 4 400,00 4 000,00 5 000,00 1 500,00 5 000,00 2 200,00 9 000,00 2 500,00 3 000,00 8 000,00 3 000,00 1 500,00 1 500,00 15 500,00 1 500,00 20 000,00 4 000,00 10 000,00 Alltagskultur 241 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN DED(Declamare e Debutare) Gesellschaft zur Förderung klassischer Musik und Literatur Dialog„Um das Zusammenleben zu erleichtern und zu verstärken“ Die Asperner und Esslinger Kaufleute Die Wiener Volkshochschulen GmbH drama – dama – Theaterclub Drehbuchforum Wien E-@rt – Verein für Kultur und neue Medien Educult – Denken und Handeln im Kulturbereich Eins – Verein zur Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen Menschen diverser Herkunft Ethiopia Hagere Äthiopischer Verein für Integration und Kulturaustausch in Österreich(Ä.V.I.K.Ö.) Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Favoriten Christuskirche Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Favoriten-Gnadenkirche Evciler Kultur Verein – Verein zur Integration von Migrantinnen(VEKDER) ex post – Verein für internationalen und interkulturellen Austausch FC AFRIKA LONINGISA(FCAL) Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich Föderation der demokratischen ArbeiterInnenvereine in Österreich für Solidarität und Völkerverständigung Föderation für Weltfrieden – Universal Peace Federation Austria Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing forum arabicum – souk ukadh, Verein zur Förderung des österreichischarabischen Kulturaustausches Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Freundeskreis Kunstgalerie Meduna FreundInnen der Friedhofstribüne – Verein zur Förderung des Sports und der Kultur in Hernals 242 Alltagskultur 4 400,00 2 500,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 3 000,00 5 000,00 4 000,00 3 500,00 2 000,00 5 000,00 3 000,00 750,00 1 500,00 1 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 3 000,00 2 000,00 17 000,00 1 000,00 6 000,00 4 000,00 1 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Fußballclub Roma FUTUREBAG – Eine Tasche für die Zukunft, Verein zur Förderung bedürftiger Kinder in Bosnien-Herzegowina Gesellschaft für Integration und Kultur der AfghanInnen in Österreich (GIKA) Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen Ghana Minstrel Choir – Verein für afrikanische und interkulturelle Gesangsbildung Globalista – grenzüberschreitende Kulturarbeit und Forschung GRUNDSTEIN Verein für Kunst und Kommunikation Grupo de Capoeira Angola Irmaos Guerreiros Viena, Verein zur Pflege der Capoeira Angola und afrobrasilianischer Kulturformen Gustav Mahler Chor Hafenfestival – Verein für Popmusik Harmonie der Herzen – Verein zur Förderung von Verständnis und Toleranz zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen Hernalser Kulturkreis HipHopConnection – Kulturverein Hollywouk Kulturverein zur Förderung und Intensivierung künstlerischer, kultureller, bildender, integrativer, medialer und kulturwirtschaftlicher Aktivitäten – national und international HORA – KULTUR – TURISM Verein der in Österreich ansässigen Rumänen Hrvatski centar za kulturu, naobrazbu i politiku/ Kroatisches Zentrum für Kultur, Bildung und Politik Hrvatsko Kulturno Drustvo NAPREDAK Austrija – Bec(Deutsch: Kroatischer Kulturverein NAPREDAK Austria – Wien) IG World Music Austria IGBO Kultur-Verein in Österreich Igorot Austria – Cordillera IKI Wien – Interkulturelle Initiative Wien i.Ku.(Verein des internationalen und interdisziplinären Kulturaustausches) ImmigrantInnen Kultur und Solidaritäts Verein 1 000,00 2 000,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 10 000,00 1 000,00 3 000,00 20 000,00 2 000,00 7 000,00 1 000,00 3 500,00 1 000,00 10 000,00 2 000,00 40 000,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 5 000,00 Alltagskultur 243 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN In Favoriten. Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und neuen Nachbarschaften Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanten Info) Initiative Lateinamerika Integrationsverein Gemeinsam für Wien Interkultureller Kunstförderungsverein IKV Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien Internationaler Verein des Licht des Buddha Internationales Rettungskomitee für IranerInnen(Iran SOS) Iranian New Age – Verein zur Integrationsförderung iranischer Musikstudenten Iranische Kulturgemeinde in Österreich I.K.G.Ö. Iranischer Kulturverein Andischeh Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma(auf Deutsch: Grenzgänger) Israelitische Kultusgemeinde Wien Istanbul Kulturverein in Wien Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur Junges Ensemble Hörbiger Jura Soyfer Gesellschaft Katib Kultur Zentrum KaW – Kreativ am Werk – Verein zur Empowermentarbeit mit Randgruppenangehörigen Kerala Samajam Vienna(Kerala Gesellschaft Wien) Kulturverein der KeralaInder in Österreich Klangvereinigung Klub polnischer Intellektueller Kolonija – Verein zur Förderung der Volksgruppe der Roma 15 000,00 4 000,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 10 000,00 1 500,00 5 500,00 2 000,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 1 000,00 33 000,00 8 000,00 2 000,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 1 000,00 800,00 1 000,00 4 000,00 1 000,00 244 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN KONZERTVEREINIGUNG DIE JUNGE PHILHARMONIE WIEN Krankenhaus der Stadt Wien, Wilhelminenspital, Institut für physikalische Medizin KULTUR HORIZONTE – Association for the widening of horizons through arts and culture Kultur im 3. Kultur und Ausbildungsinstitut Bosporus Kultur und Natur Grinzing Kultur- und Sportverein Zagreb/ Kulturno i sportsko drustvo Zagreb KulturAXE Kulturforum Mariahilf Kulturhafen Wien Kulturinitiative„Jazz im Martinschlössl“ Kulturkreis Mariahilf Forum für Musik, Literatur und bildende Kunst KulturRaum Neruda Kulturtreff International Kulturverein – Bulgaren in Österreich Kulturverein„Campus“ Kulturverein„Freundinnen und Freunde der Josefstadt“ Kulturverein„gutgebrüllt“ Kulturverein„Pena Flamenca Sin Fronteras Wien“ Kulturverein Alsergrund – Unser 9. Kulturverein B i B, Buch im Beis'l Kulturverein Berggasse Kulturverein Donaustadt Kulturverein Echt Wien Kulturverein five seasons Kulturverein Floridus Kulturverein grossundklein 7 000,00 5 000,00 5 000,00 15 000,00 7 000,00 1 000,00 5 000,00 1 000,00 4 000,00 6 000,00 3 000,00 2 200,00 1 500,00 1 500,00 1 000,00 7 500,00 9 200,00 1 000,00 1 000,00 34 000,00 3 000,00 1 000,00 33 000,00 2 500,00 3 000,00 3 500,00 1 500,00 Alltagskultur 245 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kulturverein Initiative Währing Kulturverein KlezMORE Festival Vienna Kulturverein Makam Kulturverein Parnass Kulturverein Resonanz Kulturverein Rudolfsheim Kulturverein Wort-Farbe-Klang Kulturverein Wostok KULTURZENTRUM„I LOVE POLEN“ Kurdische Gesellschaft für Bildung, Integration und Kultur Kurdisches Zentrum KuuL – Forum für Kunst und Literatur Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Licht für Kunst – Light for Art Liesinger Künstlerwerkstatt – Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Liesing Lila Schwan – Verein zur Förderung der kulturellen Landschaft LITERATUR UND THEORIE LIVE CONCERTS INTERNATIONAL(Musik- und Kulturverein) Mandolinenverein Floridsdorfer Spatzen Mesopotamien Kultur- und Sportverein Mondo Musika Mongolischer Kulturverein in europäischen Ländern Muhabbet Freundschaftliche Unterhaltung Kulturverein Integration Dialog Multikulturelle Kindergruppe Bärli – Brumm-Brumm Museumsverein Wieden MUSIKVEREIN SCHUBERT MUSIKVEREIN SIEBEN ZWETSCHKEN 15 000,00 13 000,00 1 000,00 7 500,00 1 000,00 1 500,00 1 000,00 4 000,00 2 000,00 1 500,00 1 500,00 5 000,00 2 000,00 2 000,00 2 000,00 3 500,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 15 700,00 2 000,00 2 000,00 10 400,00 2 000,00 6 000,00 1 000,00 3 000,00 246 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN NarrARE, Verein für MärchenErzählen, GauklerKunst und künstlerische Gestaltung Natur- und Kulturverein-Dersim Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst Nepalesischer Kultur- und Sozialverein(Nepali Samskritik Ra Samajik Samstha Austriya) NEUE ARENA 2000 – AUSTRIAN ASSOCIATION FOR THE ADVANCEMENT OF ART& COMMUNICATION(österreichische gesellschaft zur förderung von kommunikation& kunst) Neue Österreichische Tribüne, Theater Experiment am Liechtenwerd Neue Talente in Musik, Kunst, Kultur neues wiener mandolinen- und gitarrenensemble odaada. – Verein für Erweiterung von Theorie und Praxis von Kunst, Kultur, Design und Kreativität OESA – Verband Hellenischer Vereine in Österreich Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Orchesterverein Dornbach-Neuwaldegg Österreichisch-bosnischer Kulturverein Medo Österreichische-Ghanesische Gesellschaft Austrian-Ghanaian Union(AGU) Österreichischer Venezolanischer Verein für Kunst und Wissenschaft Österreichisch-Kroatische Gesellschaft Österreichisch-Nepalesische Gesellschaft SAGARMATHA Österreichisch-polnischer Verein für Kultur und Information„ipolen.at“ Österreichisch-Serbische Gesellschaft Österreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft(ÖUFG) Ottakringer Kulturfreunde Pan Afrikanisches Forum in Österreich für Kultur und politische Entwicklung Afrikas – Pan African Forum in Austria Passion Artists – Kulturverein zur Förderung der Musikern und Künstlern 1 000,00 4 000,00 3 000,00 1 500,00 1 000,00 5 000,00 4 000,00 4 000,00 1 500,00 10 000,00 6 000,00 1 500,00 1 000,00 2 500,00 1 000,00 3 000,00 2 000,00 5 000,00 3 000,00 2 500,00 7 000,00 1 500,00 7 000,00 Alltagskultur 247 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN PEREGRINA – Bildungs-, Beratungs- und Therapiezentrum für Immigrantinnen Pfarre Donaustadt – Kunst in der Kapelle Pfarre Leopoldau pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur PIRAMIDOPS – Verein für Frauen- und Gemeinwesenarbeit Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kulturund Sozialanthropologie der Universität Wien Plattform zur Völkerverständigung Friends of Austria POL-STER – Polnisch-Österreichisches Kulturgut Polnisch-Österreichische Initiative der wirtschaftlichen Zusammenarbeit PAIWG Pons Artis – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Projekt Integrationshaus Raga – Verein zur Förderung der Indischen Musik RHIZOMART/ Verein für Kunst und Kultur Ridialou-Lahi Baye Fall – Verein zur Förderung des Verständnisses der Lehre Cheikh Ahmadou Bamba und Mamecheikh Ibrahima Fall und des Zusammenhaltes der Baye Fall in Österreich Robert Burns Society Austria ROJ BASCH – Verein anatolische Kunst-& Kulturbrücke Röm.-kath. Pfarre Dornbach Röm.-kath. Pfarre Pötzleinsdorf Romaverein Vida Pavlovic Sankt Georgs-Absolventenverein SAPROPHYT – RAUM ZUR REALISIERUNG KÜNSTLERISCHER PROJEKTE UND INTERVENTIONEN SAVE TIBET – Österreichische Gesellschaft zur Hilfe an das Tibetische Volk SAZ-Verein(Anatolischer Langhalslautenverein) in Wien Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental 1 000,00 1 500,00 1 000,00 3 000,00 3 000,00 1 500,00 3 500,00 3 500,00 5 500,00 2 000,00 6 000,00 4 500,00 2 500,00 3 000,00 2 800,00 7 000,00 400,00 1 500,00 1 000,00 4 000,00 1 500,00 2 000,00 1 500,00 21 500,00 248 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Schwarze Frauen Community(SFC) Serbisches Kulturforum sirene – Podium für neues Musiktheater SKV Suryoyo Sport- und Kulturverein der Syrisch/ Orthodoxen Gemeinde Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen Soulconversation – Verein für internationalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität SOVA Slowakischer Schulverein Slovensky Skolsky spolok Sozialwerk für österreichische Artisten Srebrenica – Wien – Plattform Bosnien – Österreich Stadtteilzentrum Simmering – Klein-Paris, Verein zur Förderung des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Simmering STEINE DER ERINNERUNG an jüdische Opfer des Holocausts Studentinnenheim Währing, Verein für Bildungsinitiativen und Sozialhilfe stuwart, Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Stuwerviertel Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit – Wien Takt – Polnisch-Österreichischer Kultur Verein Teatr AA Vademecum Kulturverein The Danube Memorial – Ein Verein zur Errichtung eines Denkmals am Donaukanal THE KING Salomon's EDUCATION PALACE Theater Delphin – Verein zur Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation Theaterverein Die Satyriker THEATERWERKSTATT – Zentrum der Kreativität, des Spiels und spontanen Gestaltens Theatro Piccolo Theodor Kramer Gesellschaft THERNIPE Wien – Romaverein für Sprache, Bildung und Kultur 2 000,00 5 000,00 5 300,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 3 600,00 5 000,00 25 000,00 9 000,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 7 000,00 4 000,00 4 450,00 1 500,00 8 000,00 2 000,00 12 000,00 7 500,00 1 000,00 Alltagskultur 249 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Töchter der Kunst – Verein zur Förderung neuer Formen der freien Künste TONVOLL Kerschbaums etwas anderer Chor. Seit 1980 TRANSDANUBIEN, Interessensgemeinschaft zur Förderung und Verwirklichung sozialer und kultureller Animation Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich Union of Ghanaian Nationals in Austria – Union der Ghanaer in Österreich (Ghana Union) United Europe Orchester – Rondo DANube Unternehmen 1230 – der Kulturverein Verband der Amateurmusiker und-vereine Österreichs – VAMÖ Verband der Polen in Österreich„Strzecha“ – Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Verband philippinischer Vereinigungen in Österreich – Council of Filipino Associatons in Austria, CFAA Verband von Kurdischen Vereinen in Österreich(Feykom) Verein der Freunde und Förderer des stella artis ensemble Verein der Internationalen Kreativen Ideen Verein der LehrerInnen aus der Türkei Verein der russischen Kultur Verein für Arabische Frauen„VAF“ Verein für chinesische Sprache und Kultur Verein für ImmigrantInnen aus Kurdistan Verein für integrative Lebensgestaltung Verein für österreichisch türkische Freundschaft Verein Iranischer Ingenieure/innen in Österreich Verein Iranischer SeniorInnen – Aschiane Verein Kultur 10 Verein Kulturzentrum Spittelberg Verein Kunstfabrik Stadlau 2 000,00 3 000,00 15 000,00 1 500,00 1 500,00 700,00 3 000,00 10 000,00 5 000,00 5 000,00 12 000,00 1 000,00 2 000,00 3 500,00 5 000,00 3 000,00 1 000,00 7 000,00 80 000,00 1 300,00 1 000,00 2 000,00 12 000,00 3 000,00 4 000,00 250 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Polnischer Ingenieurinnen und Ingenieure in Österreich Verein Projekt Theater Verein Wiener Jugendzentren Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums (VEKKS) Verein zur Förderung der kroatischen Musik Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich Verein zur Förderung eines koreanischen Kulturhauses in Wien – Korea Kulturhaus Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit Verein zur Förderung von Nischenkultur Verein zur Förderung von Subkultur Vereinigung der Studenten und Jugendlichen aus der Türkei in Wien Vereinigung für Frauenintegration Amerling VIDC – Kulturen in Bewegung VIDC Vienna Institute for international Dialogue and Cooperation Vienna Quartiere Artistico(Das Wiener Künstlerquartier) Vienna.ACTS, Verein zur Förderung von Kunst VIENNA COUNTRY& WESTERN CLUB VIOA – Vienna International Opera Academy. Kreatives und innovatives Musiktheater Voice of Diversity- Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich- Schwerpunkt Roma und Sinti Wiener Akkordeonclub Favoriten WIENER ART SCHRAMMELN Wiener Beethoven-Gesellschaft Wiener Evangelische Kantorei Wiener Gehörlosen-Sportclub 1901& Kulturverein WIENER INSTRUMENTALSOLISTEN(VIENNA SYMPHONY VIRTUOSI) Wiener Malayalische Gesellschaft(Vienna Malayalee Association) 3 000,00 4 000,00 3 000,00 500,00 2 500,00 6 000,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 1 000,00 1 800,00 1 000,00 3 000,00 5 000,00 1 000,00 16 000,00 2 000,00 2 000,00 5 000,00 1 500,00 6 000,00 5 000,00 1 500,00 1 000,00 5 800,00 1 500,00 Alltagskultur 251 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Wiener Ungarischer Kulturverein Delibab – Becsi Magyar Kulturegyesület Delibab 5 000,00 Wiener Volksliedwerk 1 200,00 Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft 10 000,00 wienstation. Verein für soziale Plastik 15 000,00 Wirtschaft 21 5 800,00 wmi – World Media Insights – the free media for people's rights – Freie Medien für Menschenrechte 3 000,00 World Public Forum – Dialogue of Civilizations 3 000,00 WUZ„Wir Unternehmen Zukunft“ – Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur 1 000,00 YENI DEMOKRATIK KADIN – NEUE DEMOKRATISCHE FRAUEN(ABK: YDK) 2 000,00 ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit 1 500,00 Zentrum für österreichische und philippinische Kultur und Sprache/ Sentro ng Kultura at Wika ng Austria at Pilipinas 1 500,00 Zypriotisches Kulturzentrum 1 500,00 Summe Rahmenbetrag Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten 1 383 000,00 Dezentrale Bezirksförderung 08(Null-Acht), Verein zur Förderung multimodaler Kommunikationsmethoden Abraham Darith Adam – Verein für Kultur und Kunst Affinitá Ensemble für Alte Musik AfG – Archiv für Gegenwartkunst afri Cult – AFRIKANISCHES KULTURFESTIVAL Afro-Asiatisches Institut in Wien(AAI-Wien) AGORA Gesellschaft zur Förderung der Humanität AHS Rahlgasse Aichberger Maria 16 500,00 1 500,00 4 560,00 1 300,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 700,00 980,00 1 500,00 252 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN AKTIONSRADIUS WIEN – Verein zur Förderung von Stadtkultur und kultureller Stadtentwicklung Alevitische Gemeinde Wien all inclusive – Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen All That Jazz Alles Bühne ALSO – Anno Literatur SOnntag Alumni-Netzwerk Musikpädagogik Wien ANGELITERA – Verein zur Förderung der Präsentation von Literatur und Lyrik Anzenberger Regina Maria Arbeitsgemeinschaft(ARGE) Fasanmarkt ArchitekturRaum 5 ARGE Schöpfwerk – Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der kulturellen und sozialen Arbeit Am Schöpfwerk Armenisch-Apostolische Kirchengemeinde in Österreich Armes Theater Wien ARS LYRICA – Kulturverein ART CULT COMPOSITION art dialogue – Verein zur Förderung kultureller Vielfalt Art e fact – Vienna österreichisch-pannonisch-europäischer Kunstmarkt Art*Act Kunstverein ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens art18 – Vernetzte Kunst Währing ARTEFIX – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur ASKÖ Brigittenau Asphalt Piraten – Verein zur Verbesserung der Lebensqualität im öffentlichen Raum Atelier El-Kordy – Verein der Künstlergruppe El-Kordy zur Förderung neuer, freier KünstlerInnen 5 850,00 450,00 10 550,00 2 150,00 500,00 3 700,00 700,00 3 000,00 4 000,00 1 100,00 15 500,00 3 000,00 500,00 2 000,00 1 500,00 1 000,00 800,00 2 100,00 1 500,00 1 000,00 900,00 5 400,00 1 700,00 3 000,00 600,00 Alltagskultur 253 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Auf Grund – Förderung multimedialer Veranstaltungen Aus Heliopolis – Förderung und Umsetzung grenzüberschreitender Kulturund Kunstprojekte baer – Wiener Künstlerinnenvereinigung Bahamut Productions-Verein für internationale und interdisziplinäre Theaterproduktionen Bahtalo Rom, Gesellschaft zur Erhaltung& Förderung der Roma-Kultur Ballettschule dancearts Baro Ilo – Verein zur Förderung von Kultur und Sprache der Roma Bassena Stuwerviertel, Verein zur Förderung von Kommunikation und Nachbarschaftshilfe im Stuwerviertel Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich beratungsgruppe.at – Verein für Informationsvermittlung, Bildung und Beratung Bezirksmuseum Alsergrund BG/ BRG Pichelmayergasse biber Verlagsgesellschaft mbH BILDETAGE – VEREIN ZUR FÖRDERUNG ZEITGENÖSSISCHER KUNST Bildungsagentur – Verein zur Förderung alternativer Bildungsprogramme Bildungsinitiative Österreich – viel mehr für alle! Binder Ruth Blasmusikverein St. Georg Kagran Blauer Kulturkreis Rudolfsheim-Fünfhaus BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Böhmischer Prater Club der Unternehmer Brauchtum und Perchtenverein Auhirschpass-Donaustadt BRG 6 Marchettigasse Brigittenauer Gymnasium Brudermann Birte 1 500,00 2 000,00 500,00 8 000,00 2 500,00 2 500,00 5 000,00 1 300,00 3 400,00 25 000,00 2 000,00 2 000,00 3 500,00 3 000,00 17 500,00 1 000,00 2 000,00 2 968,00 6 000,00 1 500,00 6 500,00 9 000,00 1 000,00 2 500,00 700,00 254 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Brunnenviertel in Neulerchenfeld Interessensgemeinschaft der Kaufleute Bund albanischer Schriftsteller und Kulturschaffender in Österreich „Aleksandër Moisiu“ Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Wien 3 Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und Wirtschaftsund Sportkundliches Realgymnasium Wien 11(G11) Buntes Weißgerbergrätzel Burgenländisch-Kroatischer Kulturverein in Wien Buskers Wien Festival – Verein zur Förderung der Straßenkunst CALLE LIBRE – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur& Musik Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not Caritas WG Nuri – Wohngemeinschaft für unbetreute minderjährige Flüchtlinge(Caritas der Erzdiözese Wien(Caritasverband) gemeinnützige GesmbH) Carl Michael Ziehrer-Stiftung Cervenca Gerhard Wilhelm Cervenca Magdalena Claudia Chor Curiositas Chor Laa Capella CHOR MUSICA VIVA WIEN Chor Wien Neubau Chorforum Wien Chorgemeinschaft Friedenskirche Chorvereinigung Gegenstimmen Chorvereinigung Groß-Jedlersdorf Circus-& Clownmuseum Wien City-Festivals – Verein zur Förderung urbaner Kultur Ciarivari – Verein zur Pflege von Kultur, Kunst und Wissenschaft CLUB 10 Forum für Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport 6 000,00 300,00 1 200,00 700,00 2 200,00 2 000,00 500,00 800,00 15 500,00 1 000,00 1 500,00 2 100,00 1 240,00 4 000,00 500,00 600,00 3 000,00 2 390,00 1 500,00 1 700,00 500,00 720,00 22 000,00 6 500,00 20 000,00 Alltagskultur 255 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN CLUB 13(Club Hietzing), Hietzinger Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft Club Brigittenau Creativ Club Chic – Kunstverein Club der Wiener Musikerinnen Club Meidling Meidlinger Kulturverein CLUB7 Neubauer Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft Con Anima, Verein zur musikalischen Förderung Jugendlicher CONVENTUS MUSICUS – Gemischter Chor COPART – Verein kreativer Exekutivbeamter culture fly – Verein zur Schaffung, Entwicklung und Förderung von Kunst und Kultur czirp czirp – experimental and sonic arts. Verein zur Förderung Experimenteller und Klang-Kunst D.M.C-Daniecell Movement Company – Verein zur Förderung von TänzerInnen und Bewegungskünstlern aus dem Umfeld der Urbanen Sportund Tanzformen D'echten Weaner(Interessengemeinschaft der Wiener Interpreten, Komponisten, Autoren und Musiker) Dachverband für serbische Vereine in Wien Zajednica srpskih klubova u Becu Dachverband lateinamerikanischer Vereine in Österreich d'akkordeon – Kulturverein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung das bernhard ensemble Das Dorf – Kunst- und Kulturverein das spannwerk DENK*MAL Denkfabrikat – Kreatives Netzwerk zur Förderung junger Ideen Der Apparat. Verein zur Förderung künstlerisch/ sozialer Interventionen im öffentlichen Raum 11 000,00 3 600,00 700,00 850,00 8 000,00 8 000,00 800,00 700,00 3 900,00 3 800,00 600,00 2 000,00 3 000,00 5 000,00 2 500,00 4 400,00 2 000,00 6 000,00 13 000,00 1 000,00 54 000,00 300,00 1 500,00 256 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN dérive – Verein für Stadtforschung Dezsy Thomas Cornelius Franz Diakonie – Flüchtlingsdienst gem. GmbH Die Kurbel. Verein für bewegende Theaterarbeit Dolcissimo WIEN – Internationale Musikvereinigung dreizurdritten stadtkultur Einkaufserlebnis Freihausviertel Einkaufskreis Hütteldorf Elternverein am Bundesrealgymnasium Wien IV ELTERNVEREIN der Marie-Jahoda-Schule Elternverein des Sonderpädagogischen Zentrums Holzhausergasse Energie Wien – Kultur- und Sportvereinigung Ensemble 19 – Wiener Amateur Theater Ensemble Wiener Klänge ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM Entschleunigung und Orientierung. Institut für Alterskompetenzen – Verein zur Weitergabe von Erfahrungen und Erkenntnissen in der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit Ermutigung und Unterstützung für Kinder Erstes Wiener Lesetheater und Zweites Stehgreiftheater espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm Ethnocineca – Verein zur Förderung audio-visueller Kultur EUGENE HARTZELL OFFICE EuRoots, Verein zur Förderung traditioneller Musik und Volkskultur Europas und ihrer Neuinterpretation und Weiterentwicklung Europäische Theaternacht Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Favoriten Christuskirche Evangelische Pfarrgemeinde Liesing 1 000,00 1 500,00 1 000,00 3 080,00 1 000,00 1 200,00 4 000,00 17 000,00 500,00 800,00 750,00 2 613,60 740,00 2 500,00 9 450,00 500,00 10 500,00 1 500,00 30 000,00 1 000,00 500,00 7 500,00 1 700,00 2 000,00 4 000,00 Alltagskultur 257 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Evening Music Events – Abendliche Musikerlebnisse event.theater.company – Verein für dezentrales und unsichtbares Theater und multiethnische Kulturprojekte EXIL – Verein zur Förderung ganzheitlicher Weiterbildung experimonde/ die Welt des Experiments FC AFRIKA LONINGISA(FCAL) Fiala-Schmidtberger Manuela Dagmar Filmcasino& polyfilm BetriebsGmbH Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich Förderverein der Volkshochschule Brigittenau Förderverein der Volkshochschule Hietzing Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur FORUM 18 Verein zur Kulturpflege in Währing Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing forum arabicum – souk ukadh, Verein zur Förderung des österreichischarabischen Kulturaustausches Foto K – Verein für Fotografie und Kunst FOTOGALERIE WIEN – Verein zur Förderung künstlerischer Fotografie und neuer Medien Fotogruppe Meidling Freizeit- und Kulturverein der alten Säcke Fremdkörper Ges.n.b.R. Freiluft Kultur – Gemeinschaft für freie Raumbelebung durch künstlerische Intervention Freunde der Beethoven-Gedenkstätte in Floridsdorf Freunde des Harmonic Sanfona Orchestra Freunde des Hauses Wittgenstein – Österreichisch-Bulgarisches Wissenschaftsforum Freunde des Loquaiparkes 1 000,00 10 000,00 10 000,00 3 000,00 6 000,00 500,00 1 850,00 2 800,00 8 400,00 1 000,00 1 000,00 28 958,93 114 000,00 1 350,00 15 000,00 1 000,00 2 400,00 3 000,00 1 500,00 1 000,00 750,00 200,00 1 000,00 2 000,00 258 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Freundeskreis Kunstgalerie Meduna FRIDAY EXIT Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Friends of Herwig-Verein zur Pflege des Werkes von Herwig Seeböck froff – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Kunsttherapie Frühmann Katri Fuchs Carola FZA Verein zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft FZF Faschings-Zentrum Floridsdorf Galerie Sandpeck Wien 8 – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Wirtschaft Gemeinschaft Polnischer Organisationen in Österreich„Forum der Polen“ GESANGVEREIN ASPERN Gesellschaft der Freunde der Österreichischen Exilbibliothek Gesellschaft für Kulturstudien und Stadtgeschichte Gesellschaft für Musiktheater Gesellschaft zur Förderung zeitgenössisch – künstlerischer Ausdrucksformen Gloria Theater Betriebs G.m.b.H. Grätzl aktiv – Volkert- und Alliiertenviertel Grazer Autorinnen Autorenversammlung Grenzenlos – Interkultureller Austausch GRIPS – Gemeinschaft zur Realisierung internationaler Poetry Slams Großes Schiff – Verein zur interkulturellen und pädagogischen Beschäftigung mit Tanz, Theater und Musik GRUNDSTEIN Verein für Kunst und Kommunikation Gülker Lia Hackspiel Florian Hafenfestival – Verein für Popmusik 8 500,00 1 000,00 300,00 600,00 1 500,00 1 500,00 300,00 2 000,00 1 500,00 800,00 1 000,00 800,00 5 000,00 10 000,00 1 500,00 2 000,00 6 500,00 1 850,00 1 000,00 650,00 1 000,00 1 300,00 11 000,00 1 000,00 2 300,00 5 000,00 Alltagskultur 259 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Halgand Nathalie Tashi Handballclub aon Fivers WAT Margareten Hangl Oliver Otto Harmonia Classica, Verein für harmonische Musik HBLA 9 Michelbeuern He, Otti W. – Stadterleben in Ottakring, Hernals und Währing Hernalser Gymnasium Geblergasse Hernalser Kulturkreis Hietzinger Museumsverein Hilfsverein der Baptisten Österreichs Hinterland – Verein zur Vernetzung international und national Aktiver und Interessierter in der Kunstwelt HLMW 9 Michelbeuern hoerthoert – Verein für Zuhörkultur für Jazz und improvisierte Musik house of motion Verein für die bewegte Kunst HUMANISIERTE ARBEITSSTÄTTE zur Förderung der besonderen Fähigkeiten geistig und mehrfach behinderter Menschen ICHDUWIR-Theater und Kultur id/l – Verein zur Förderung von Performance-, Kunst- und Theaterprojekten IG Kaufleute Reindorfgasse IG Kaufleute Westbahnstraße IKI Wien – Interkulturelle Initiative Wien i.Ku.(Verein des internationalen und interdisziplinären Kulturaustausches) Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst Improvise – Verein zur Förderung improvisatorischer Kunstformen mit Schwerpunkt Musik In Favoriten. Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und neuen Nachbarschaften Initiative FESCH – Verein zur Förderung von Jungdesignern und-künstlern 3 000,00 2 500,00 5 850,00 1 700,00 400,00 3 500,00 300,00 14 500,00 18 800,00 1 200,00 1 600,00 525,00 750,00 1 200,00 5 000,00 4 500,00 300,00 20 000,00 7 000,00 1 500,00 700,00 1 000,00 2 100,00 1 500,00 300,00 260 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Initiative zur psychosozialen, sozialtherapeutischen und soziokulturellen Integration – ESRA Institut für Right Brain Ethnology(Transdisziplinäre Völkerkunde) Integrationsverein Gemeinsam für Wien Interessensgemeinschaft Kaufleute Josefstadt Iranian New Age – Verein zur Integrationsförderung iranischer Musikstudenten IRISCHE TANZGRUPPE WIEN – CUMANN CEILI VIN J.A.Z.Z. Verein für Junge Aufstrebende Zukunftsorientierte Zeitgenossen Janusz Korczak-Schule Jazzdienst Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur jet propelled yellow moon rabbit wellcome-club für Kunst und Kultur Johann Mithlinger-Gedenkverein für kulturelle Erinnerungsarbeit Judo Club Sirvan Junger Salon – Verein für partizipative Theaterprojekte Jura Soyfer Gesellschaft JUVIVO – Es lebe die Jugend! Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Kaleta Hermine kanonmedia verein für neue medien Karaoke Club Austria vormals Vienna's Karaoke-Club – Verein zur Förderung moderner Unterhaltungsmusik und deren Interpreten Kärntner Singgemeinschaft in Wien Katholische österreichische Hochschul-Verbindung„Sängerschaft Waltharia“ – Förderungsverein Kaufkreis ZwiB KaW – Kreativ am Werk – Verein zur Empowermentarbeit mit Randgruppenangehörigen 3 900,00 1 000,00 1 200,00 5 000,00 200,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 1 000,00 500,00 1 900,00 700,00 5 400,00 2 500,00 2 500,00 14 320,00 3 900,00 1 800,00 250,00 1 000,00 3 000,00 600,00 700,00 2 000,00 1 000,00 Alltagskultur 261 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kayan Sebahat Kellner Renée Paula Renate KI WEST – Kulturinitiative West Kiddy& Co, Verein für kreatives Spiel und Kommunikation KIGRU Kindermusik zur Förderung musikalischer Kreativität und kultureller Betätigung für Kinder Kinderhände – Verein zur Förderung der österreichischen Gebärdensprache bei Kindern Kinder-Jugendtheater/ tanz-Forum Kirchenbauverein Kaisermühlen Verein für den Ausbau- und die Instandhaltung der Herz-Jesu-Basilika in Kaisermühlen und der Russenkirche Kirchenmusikverein Mariabrunn Kirchenmusikverein St. Andreas Kirchenmusikverein St. Ulrich(KMV St. Ulrich) Klangmanifeste – Verein für Klang-/ Kunst-/ Formen KLANGSCHRITTE Verein zur Förderung zeitgenössischer und improvisierter Musik im kreativen Austausch mit anderen Kunstspaten Kleingartenverein Rosental Klepalski Ulrike Klocker Elisabeth Maria KLUB ALSERGRUND – Kulturvereinigung Kolonija – Verein zur Förderung der Volksgruppe der Roma Kolpingsfamilie Wien-Alsergrund KONZERTVEREINIGUNG DIE JUNGE PHILHARMONIE WIEN Kozel Andre Jürgen Kreativwerkstatt:XV, Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Design im öffentlichen Raum Kultur – Heimat – Umwelt – und Sozialverein AUSTRIA NOSTRA Kultur 1 Kultur im 3. 2 000,00 1 500,00 2 500,00 1 650,00 1 000,00 500,00 1 000,00 1 350,00 3 000,00 1 100,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 500,00 200,00 1 000,00 2 000,00 500,00 3 000,00 1 000,00 13 870,00 1 500,00 700,00 31 000,00 10 700,00 262 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kultur und Sportverein Bambi Kultur- und Sportverein der Wiener Berufsschulen Kultur- und Sportverein im 3. Kultur- und Sportverein Szene Margareten Kulturclub wieden-art Kulturdrogerie Kulturfleckerl Eßling Kulturforum Brigittenau Kulturforum Hernals Kulturforum Mariahilf Kulturforum Sandleiten Kulturgemeinde Neubau Kulturinitiative„Jazz im Martinschlössl“ Kulturinitiative Klopfzeichen Kulturinitiative Simmering(KIS) Kulturinitiative TMBH Verein zur Förderung von Kulturvernetzung und-marketing Kulturkreis 15 Kulturkreis 23 Kulturkreis Mariahilf Forum für Musik, Literatur und bildende Kunst Kulturraum 10 Verein für Alltags- und Bezirkskultur Kulturraum 1090 KulturRaum Neruda Kulturring 10 KULTURRING LANDSTRASSE KULTURRING WIEDEN Kulturtreff International Kulturverband Böhmischer Prater – Tivoli 800,00 1 400,00 17 300,00 6 400,00 9 000,00 1 500,00 14 000,00 58 000,00 6 000,00 2 100,00 2 800,00 7 900,00 3 500,00 3 500,00 6 000,00 3 000,00 6 000,00 48 000,00 2 100,00 16 400,00 1 000,00 3 500,00 14 000,00 4 400,00 3 000,00 3 200,00 40 000,00 Alltagskultur 263 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kulturverband Favoriten Kulturverein – Bulgaren in Österreich Kulturverein Freundinnen und Freunde der Josefstadt Kulturverein Roncalli – Verein zur Förderung von Kunstund Grenzwissenschaften Kulturverein Saba Kulturverein Stevan Mokranjac Kulturverein B i B, Buch im Beis'l Kulturverein Donaustadt Kulturverein five seasons Kulturverein Fünfhaus – Freizeit& Kultur Wien 15 Kulturverein grossundklein Kulturverein Hietzing Kulturverein Initiative Währing Kulturverein Jedlersdorf Kulturverein Josefstadt – Klub Rofrano Kulturverein Josefstadt – Robert Hamerling Kulturverein Kaiser-Ebersdorf Kulturverein KlezMORE Festival Vienna Kulturverein Labyrinth Wien KULTURVEREIN LANDSTRASSE Kulturverein nittelhofKult Kulturverein Petrus Canisius Kulturverein Resonanz Kulturverein Rudolfsheim Kulturverein Schöneres Penzing Kulturverein School Of Popmusic Wien – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur 264 Alltagskultur 40 000,00 500,00 4 500,00 4 000,00 2 550,00 6 000,00 3 000,00 26 600,00 400,00 6 000,00 10 200,00 10 500,00 6 300,00 750,00 4 500,00 300,00 2 750,00 1 500,00 1 350,00 2 000,00 1 300,00 1 700,00 2 465,00 6 000,00 14 000,00 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN KULTURVEREIN SEIDENSTRASSE –„zur Förderung kultureller Kontakte zwischen Orient und Okzident“ Kulturverein Vivarium Kulturverein WÄHRING Kulturverein Werk Kulturverein Wieden Kulturverein Z.W.I.S.C.H.E.N.R.A.U.M Kulturvereinigung – Forum 21 Kulturwerkstatt Simmering KULTURZENTRUM„I LOVE POLEN“ Kunst- und Kulturprojekt Samstag Kunst- und Kulturverein SOHO IN OTTAKRING Kunst und Kulturverein uawg...und alles wird gut Kunst und Traum – KULTUR UND INTEGRATIONSVEREIN KUNST VOR ORT, Verein zur Kulturvermittlung und Vernetzung von Kunstschaffenden KUNSTFÖRDERUNGSVEREIN GALERIE HASLINGER KUNST-MACHT Verein für Kunst und Kulturvermittlung KunstPlatzl ::kunst.projekte:: der galeriestudio38 – verein für kunst und kultur Kunstschaffen Kunstverein – PUBLIC ART PROJECTS Kunstverein am Donnerstag Kunstverein Grundsteingasse Kunstverein KLANGWERK KUNSTVEREIN NEW JÖRG KUNSTVEREIN SALON SICHTBAR Künstlerkreis Kaleidoskop Verein zur Förderung unabhängiger, zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen sowie Kunsthandwerker und Kunsthandwerkerinnen 1 400,00 2 600,00 2 800,00 5 000,00 9 000,00 3 600,00 5 000,00 8 000,00 700,00 18 000,00 12 000,00 2 100,00 1 300,00 600,00 500,00 6 000,00 2 000,00 8 500,00 1 700,00 3 000,00 900,00 3 500,00 7 100,00 1 200,00 800,00 1 700,00 Alltagskultur 265 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN La Musa_ Verein für musische Dimensionen Labor Alltagskultur – Verein zur Dokumentation von Alltagskultur Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Landstraßer Mandolinenverein Tuma Landwirtschaftliches Casino und Weinbauverein Oberlaa Last Enjoyable Opera Theatre LEO – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Leichtfried Jörg Leitner-Müllner Maria-Luise Lenk-Wane Gudrun Leopoldstädter Bildungszentrum Lessel Jagoda Liebenswertes Hernals Lila Schwan – Verein zur Förderung der kulturellen Landschaft LINE IN – Interkultureller Verein für Theater, Film, Musik, Kunst und Kulturveranstaltungen zum Austausch und zur Integration von Kindern, Jugendlichen und Studierenden im Sinne der Vielfalt und Diversität Lions Club Wien St. Rochus LIVE CONCERTS INTERNATIONAL(Musik- und Kulturverein) LOGIN – Verein zur Integration und Gesundheitsförderung Loser Kulturverein M 15 – Verein der Unternehmer der Mariahilfer Straße im 15. Bezirk Maier Ruth Malin Christian MÄNNERCHOR WIEN Mariahilfer Kulturplattform Masoud Abd Alwhab Mayerhofer-Böhm Christine Medienmanufaktur Wien 266 Alltagskultur 1 000,00 1 800,00 5 000,00 1 000,00 2 500,00 10 000,00 1 000,00 2 600,00 300,00 1 000,00 650,00 23 500,00 3 600,00 1 000,00 2 300,00 2 200,00 750,00 4 750,00 20 000,00 1 800,00 1 950,00 1 200,00 34 500,00 5 000,00 600,00 300,00 Meidlinger Faschingsgilde Meidlinger Kulturkreis melt-art kulturelle Verschmelzung MEMO – Verein für Geschichtsforschung zur Wiederentdeckung vergessener Kulturaspekte Metropolitan Kammerorchester Wien MICA(MUSIC Information Center AUSTRIA) MIMAMUSCH – Freunde des Strategietheaters moun10 Verein zur Förderung inter-kreativer Kunst Mozart Knabenchor Wien Mune Diego Lucio Museum Aspern – Essling 1809 Museumsverein Alsergrund Museumsverein Josefstadt Museumsverein MARGARETEN Museumsverein Penzing Museumsverein Währing Museumsverein Wieden Music& Art Department – Kooperative für Kulturvermittlung und-management Musica et Theatrum(M.E.T.) Wien MUSICA INSTRUMENTALIS – ALLEGRIA Wien MusikTheater-Verein K& K MUSIKVEREIN KURORCHESTER OBERLAA Musikverein Rudolfsheim – Fünfhaus/ Bezirksblasorchester MUSIKVEREIN SCHUBERT MUSIKVEREIN SIEBEN ZWETSCHKEN Musikverein Symphonia na daLokal. Verein für Kunst in Bewegung 5 500,00 14 000,00 4 700,00 4 000,00 4 400,00 4 000,00 4 500,00 500,00 8 500,00 1 150,00 1 450,00 10 400,00 4 500,00 1 000,00 4 410,00 4 800,00 25 000,00 2 000,00 1 300,00 900,00 900,00 18 000,00 7 500,00 1 268,00 1 500,00 4 000,00 15 000,00 Alltagskultur 267 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Nahe – Nachbarschaftsgarten Hetzendorf NAPRAFORGOK – Verein zur Förderung von ungarischen Volkstanz und Volksmusik in Wien NarrARE, Verein für MärchenErzählen, GauklerKunst und künstlerische Gestaltung Neue Mittelschule Veitingergasse Neue Österreichische Tribüne, Theater Experiment am Liechtenwerd Neues Favoritner Mandolinenorchester NEUN ARABESKEN Förderverein für Frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte Niemandsland – Verein zur Förderung der Kultur und Kommunikation NL 40 Verein zur Förderung des Menschen in seinem Bedürfnis nach Gesundheit, Kommunikation, Integration und Kunst und Kultur NMS Absberggasse NMS Schäffergasse NONO – Wir machen Straße! – Verein zur Förderung der Kultur des Öffentlichen Raums odaada. – Verein für Erweiterung von Theorie und Praxis von Kunst, Kultur, Design und Kreativität Offergeld Annette Kornelia OLLIWOOD – VEREIN ZUR DURCHFÜHRUNG VON FREIEN KUNSTPROJEKTEN *open acting academy* – Verein zur gemeinnützigen Verbesserung der aktiven kulturellen, interkulturellen sowie interdisziplinären Kommunikationskompetenz von Laien, Amateuren und Kulturschaffenden Organisation der Vereinten Roma ORIGAMI – Papierfalten für alle OSTBLOK Filmproduktion Österreichische Kinderfreunde – Bezirksorganisation Wien-Favoriten Österreichische-Ghanesische Gesellschaft Austrian-Ghanaian Union(AGU) Österreichischer Buchklub der Jugend Österreichisches Pfadfindermuseum – Museumsgilde Wien(ÖPM) 2 500,00 500,00 2 500,00 1 500,00 3 000,00 2 500,00 3 500,00 300,00 3 800,00 1 500,00 1 262,19 1 000,00 500,00 8 000,00 5 700,00 600,00 500,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 1 600,00 4 000,00 760,00 268 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN ÖTB – Turnverein Simmering 1889 Otto Edelmann Society PAN TAU-X-MUSIC& ART'S(Verein für Kulturmanagement) Pandora's Box Paradocks – Verein für horizontale Stadtplanung und integrierte Projektentwicklung in der Zwischennutzung partner/innen. Verein für öffentliche Kunst Passion Artists – Kulturverein zur Förderung der Musikern und Künstlern Pavelka Barbara Pawlik-Rabitsch Michaela Pazifik Jugendorchester Wien Pensionistenverband Österreichs Bezirksgruppe Favoriten PENZIN – TREIBSTOFF FÜR KUNST UND KULTUR Penzinger Kulturverein PEREGRINA – Bildungs-, Beratungs- und Therapiezentrum für Immigrantinnen Perkmann Berger Andreas pesA(R)Ta Interdisziplinärer Verein zur Förderung von Literatur, Kunst und Kultur Peterka Christian Pfandler Roman Pfarramt Alt Ottakring Pfarre Arsenal Pfarre Breitenfeld Pfarre Donaustadt – Kunst in der Kapelle Pfarre Mariahilf Pfarre Neuerdberg Pfarre St. Johann der Evangelist Pfarre St. Johann Nepomuk 1 500,00 1 100,00 6 000,00 1 000,00 800,00 1 500,00 4 700,00 2 500,00 1 600,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 20 150,00 500,00 1 500,00 1 000,00 5 280,00 800,00 600,00 3 000,00 600,00 1 800,00 1 500,00 1 000,00 2 000,00 450,00 Alltagskultur 269 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Pfarre St. Josef ob der Laimgrube Pfarre St. Josef zu Margareten Pfarrgemeinderat der Pfarre Christkönig – Neufünfhaus Pflaum Loretta PhiloMedia – Verein für Philosophie und Medien pinacoteca. Künstlerische Diskurse in Theorie und Praxis Planet 10 – Kulturverein Plattform Bibliotheksinitiativen Wien Plattform für interreligiöse Begegnung – PFIRB PLATTFORM LEBENSWERTE MITTERHOFERGASSE .pogmahon.company – Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum Poika – Verein zur Förderung von gendersensibler Bubenarbeit in Erziehung und Unterricht Potutschnig Helmut Private Neue Mittelschule mit Öffentlichkeitsrecht St. Marien PRO DONAUSTADT Puchner Michael Max read!!ing room – Verein zur Förderung von Alltagskultur Republik Reinprechtsdorf, Bürgerinitiative zur Verbesserung der Lebensqualitäten in Margareten Reumannplatz – Verein zur Förderung künstlerischer Vielfalt und Kommunikation ROJ BASCH – Verein anatolische Kunst-& Kulturbrücke Röm.- Kath. Erlöserkirche am Schüttel Romaverein Vida Pavlovic RoteHaare – Kulturverein Roter Teppich – Verein zur Förderung junger Kunst Rothmann Robert RUSSISCHES THEATER 270 Alltagskultur 2 000,00 900,00 1 200,00 700,00 845,00 1 000,00 600,00 800,00 3 750,00 2 800,00 5 800,00 500,00 27 500,00 500,00 24 102,53 1 000,00 1 200,00 1 000,00 1 700,00 600,00 1 600,00 500,00 1 300,00 5 000,00 1 000,00 1 200,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Sale für Alle – Das offene Kinder- und Jugendzentrum samara Verein zur Prävention von(sexualisierter) Gewalt SAM-DER Austria Kultur-, Integrations-& Bildungsverein Sanders Matteo SAPROPHYT – RAUM ZUR REALISIERUNG KÜNSTLERISCHER PROJEKTE UND INTERVENTIONEN SAZ-Verein(Anatolischer Langhalslautenverein) in Wien SC TEAM WIENER LINIEN Schach im Hort Schafranek Julia Schaukasten – Interessensraum für Zeitgenossenschaft Schmelz Eveline Schmickl Philipp Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental Schulverbund SSND-Österreich/ Schulschwestern Notre Dame Schumpeter Handelsakademie und Handelsschule Schwarze Frauen Community(SFC) Serbisches Kulturforum Shamrock Dance Company Vienna – Verein zur Förderung irischen Brauchtums Shaolin Kulturverein Siebenhirtner Kulturverein – Kultur Pur Sinn& Wahn, Verein zur Förderung von Kunst und Kultur SOB 31 – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten von Menschen mit Behinderungen SOLVE et COAGULA – gemeinnütziger Verein zur Lösung und Weiterentwicklung gegenwärtiger Gesellschafts- Kulturund Sozialfragen in den Medienformen Film, Kunstfilm und Theater unter besonderer Berücksichtigung einer schlüssigen Ästhetik Sonne und Mond – Förderungsverein für ganzheitliche Kunst und Ästhetik 1 000,00 1 000,00 7 000,00 1 800,00 1 000,00 1 200,00 2 500,00 18 954,50 3 500,00 750,00 2 200,00 300,00 2 500,00 4 000,00 400,00 3 300,00 1 000,00 1 000,00 1 850,00 7 500,00 1 500,00 850,00 1 500,00 700,00 Alltagskultur 271 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN sonor beatus – Wohlklang der Barockmusik Spatt Christiane Speakerat – Verein für Kunstprojekte SPEKTAKEL C-T-M Kunstverein SPIELRAUM Theater& Theaterstudio Spirale(e) Verein zur Förderung des zeitgenössischen Tanz SPORT-KULTUR-FREIZEIT 22 SPZ – Sonderpädagogisches Zentrum mit musischkreativen Schwerpunkt Leopoldsgasse St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Stachowitsch Sylvia Stadtdiakonie Wien – s'Häferl – Selbsthilfegruppe für Haftentlassene, Obdachlose und Freigänger Stadtteilzentrum Simmering – Klein-Paris, Verein zur Förderung des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Simmering STATION WIEN Verein zur Förderung des kulturellen Austausches zwischen Einheimischen und MigrantInnen STEINE DER ERINNERUNG an jüdische Opfer des Holocausts STEINE DER ERINNERUNG IN LIESING für die Opfer des Holocaust und des Nationalsozialistischen Terror Stift Linda Miriam Strasser Nikoletta Studentinnenheim und Jugendclub Stubentor, Verein für Bildungsinitiativen und Sozialhilfe StudentInnenkinder – Verein zur Förderung von Kindern studierender Eltern stuwart, Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Stuwerviertel Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit – Wien ((superar)), Verein zur Förderung des aktiven Musizierens, Singens und Tanzens von Kindern und Jugendlichen tanz.coop – verein for arts 272 Alltagskultur 800,00 300,00 1 000,00 6 300,00 4 000,00 1 000,00 750,00 1 500,00 6 120,00 1 000,00 2 100,00 2 000,00 800,00 6 810,00 2 500,00 750,00 1 000,00 500,00 700,00 1 500,00 2 800,00 8 000,00 2 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Tanzquartier-Wien GmbH Tanztheater Inspirato Team 21. – Kultur im Bezirk teatro caprile Terne Roma Jugendverein The Danube Memorial – Ein Verein zur Errichtung eines Denkmals am Donaukanal Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theaterund Kabarettkultur Theater am Spittelberg – Kulturverein Theater Delphin – Verein zur Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation Theater für alle – Verein zur Förderung theaterpädagogischer Aktivitäten für alle Generationen Theater Lilarum Kossatz& Mitges. OG THEATER OLÉ – Verein zur Förderung von Clown- und Varietétheater theater privat Theater Werk Janus alias HEUSCHRECK Theater für Klein und Groß theaterfink theater-JA.KOMM Theaterlabor – Institut für interaktive Kunst und Kommunikation Theaterverein EINMALIGES GASTSPIEL Theaterverein SPIELER THEATERVEREIN ARIANE Theaterverein Die Satyriker Theaterverein Divina Komödie Theaterverein meyerhold unltd. theaterverein wiendrama Theodor Kramer Gesellschaft 5 000,00 2 000,00 1 500,00 2 700,00 300,00 5 600,00 5 250,00 20 000,00 3 000,00 7 800,00 3 000,00 2 500,00 700,00 600,00 6 000,00 2 850,00 5 400,00 800,00 15 000,00 750,00 3 400,00 7 300,00 1 500,00 12 750,00 700,00 Alltagskultur 273 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN This Human World/ Diese Menschen-welt – Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen times are changing„Zeiten ändern sich“ – Verein zur medialen Verbreitung humanistischen Gedankenguts Tingel Tangel, Verein zur Förderung von Kunst& Kultur Töchter der Kunst – Verein zur Förderung neuer Formen der freien Künste TONVOLL Kerschbaums etwas anderer Chor. Seit 1980 tonWerk – Forum für Neue Musik TRANSDANUBIEN, Interessensgemeinschaft zur Förderung und Verwirklichung sozialer und kultureller Animation Tschetschenischer Frauenrat Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich Unger Petra Unternehmen 1230 – der Kulturverein V ARE – Verein zur Förderung von kulturellen Netzwerken V.E.M. – Verein für Ernste Musik Verband der Amateurmusiker und-vereine Österreichs – VAMÖ Verband der Polen in Österreich„Strzecha“ – Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Verein Betrifft: Neudeggergasse Verein Bezirksmuseum Donaustadt Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica Haus Verein der Freunde des Österreichischen Gartenbaumuseums Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals Verein der Freunde und Freundinnen der wiener kunst schule – Institut für Kunstförderung Verein der Kaufleute des Kaufparks Alt Erlaa Verein der Kaufleute Obere Wieden Verein Einkaufstraße Linzer Straße 3 500,00 1 000,00 500,00 3 000,00 1 500,00 500,00 4 300,00 310,00 4 000,00 3 100,00 2 500,00 2 000,00 2 100,00 3 000,00 1 200,00 4 500,00 2 000,00 1 000,00 9 600,00 1 000,00 2 000,00 5 000,00 5 000,00 1 000,00 274 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Verein für integrative Lebensgestaltung Verein für kommunikative Kunstausübung Verein für Kunst- und Kulturprojekte Verein für Kunstvermischung Verein für Literaturverwertungskommunikation„Literaturbörsel“ Verein für rhythmisch-musikalische Erziehung/ Rhythmik zur ganzheitlichen Förderung der Persönlichkeit Verein Gedenkstätte Gustav Klimt Verein GEMEINSAM LERNEN Verein Initiative Unternehmer Hütteldorferstraße Verein KarlsGarten – Verein zur Förderung urbaner Landwirtschaft in Wien Verein Kultur 10 Verein Kunstfabrik Stadlau Verein Kunst-Kollegium Spittelberg Verein Pro Arte – Initiative zur Förderung der Kommunikation zwischen beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Kunst- und Kulturschaffenden Verein Projekt Theater Verein Wiener Jugendzentren Verein zur Erforschung der Repressionsmaßnahmen des österreichischen Regimes 1933-1938 Verein zur Erhaltung der Schubertgedächtnisorgel in St. Josef zu Margareten und zur Förderung der Kirchenmusik Verein zur Erhaltung der St. Johannes-Nepomuk-Kapelle Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums (VEKKS) Verein zur Förderung der Bildung Sehgeschädigter am BundesBlindenerziehungsinstitut Verein zur Förderung der Kinder des Sonderpädagogischen Zentrums Leopoldsgasse Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Wien Oberlaa 500,00 14 500,00 9 100,00 700,00 3 000,00 2 100,00 2 500,00 1 200,00 1 000,00 20 000,00 600,00 71 000,00 5 500,00 2 080,00 3 500,00 14 000,00 19 220,00 4 000,00 600,00 2 000,00 1 500,00 550,00 1 000,00 6 500,00 Alltagskultur 275 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein zur Förderung der Kunst-Schleife 18 VEREIN ZUR FÖRDERUNG DES FANTASTISCHEN FILMS Verein zur Förderung moderner Musik im Waldviertel VEREIN ZUR PFLEGE UND FÖRDERUNG DER WIENER MUSIK Verein zur Umsetzung interdisziplinärer künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum Vereinigung für KUNST=KULTUR HIETZING VHS Ottakring/ Die Wiener Volkshochschulen GMBH VIDC Vienna Institute for international Dialogue and Cooperation VIENNA COUNTRY& WESTERN CLUB VIENNA DESIGN OFFICE Verein Neigungsgruppe Design Viktor Frankl Zentrum Wien VIOA – Vienna International Opera Academy. Kreatives und innovatives Musiktheater Voice of Diversity- Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich- Schwerpunkt Roma und Sinti Volkshochschule Donaustadt Volksschule Pfeilgasse 42b Wälti Andreas Peter wannaplayvienna – Verein zur Förderung der Indiependent Kultur Österreichs Wehmeyer Walter Welt& Co/ Kulturverein Weltenreise – Verein zur Förderung des interkulturellen Dialogs west.7, Verein zur Förderung von community arts Wiedermann Angela WIENER BLUE(S) – Verein zur Förderung des musikalischen Wiener Kulturgutes Wiener Chor-Ensemble WIENER INSTRUMENTALSOLISTEN(VIENNA SYMPHONY VIRTUOSI) 276 Alltagskultur 800,00 1 500,00 900,00 3 600,00 1 500,00 3 000,00 700,00 3 000,00 2 000,00 5 000,00 1 000,00 1 000,00 5 500,00 627,80 600,00 1 000,00 3 000,00 1 000,00 800,00 1 000,00 1 500,00 700,00 2 000,00 1 350,00 1 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN wiener kunst schule Wiener Senioren Zentrum im WUK Wiener Tonkunstvereinigung Wiener Ungarischer Kulturverein Delibab – Becsi Magyar Kulturegyesület Delibab Wiener Volksliedwerk WIENER VORSTADTTHEATER – integratives theater österreichs Wieser Ulrike Wildmann Edith Wir sind 12! – Verein zur Förderung von Partizipation, Nachhaltigkeit& Inklusion in Meidling Wirtschafts- und Kulturverein Weinhaus Wohlgenannt Claudia Wohnprojekt Grundsteingasse 32 Wortwerft – Intermedialer Literaturverein Wouk-Djokovic Eva YENI DEMOKRATIK KADIN) NEUE DEMOKRATISCHE FRAUEN (ABK: YDK) YOUNG PIANISTS WORLDWIDE Zecevic Ana Zeilinger Bernadette Zeller Manfred ZeugInnen der Zeit Zwi Perez Chajes Schule Israelitische Kultusgemeinde Wien minus nicht benötigte Mittel 2013 Summe dezentrale Bezirksförderung 2 500,00 400,00 700,00 4 500,00 1 000,00 2 500,00 1 500,00 2 500,00 8 000,00 2 500,00 2 500,00 1 500,00 500,00 1 400,00 1 500,00 1 300,00 965,00 2 550,00 200,00 8 500,00 750,00 58 377,10 2 651 718,45 SUMME ALLTAGSKULTUR 10 010 218,45 Alltagskultur 277 BIBLIOTHEKSWESEN Druckschriftensammlung Antiquarische Bücher Neue Bücher und Zeitschriften Plakate CD-Roms Handschriftensammlung Kunstarchiv Werner J. Schweiger Ankauf Nachlass Cissy Craner und Hugo Wiener Ankauf Nachlass Franz von Sartori Rate Ankauf Nachlass Max Reinhardt Rate Ankauf Vorlass Peter Rosei Sonstige Erwerbungen Musiksammlung Teilnachlass Bruno Granichstaedten Historisches Musikarchiv Doblinger Archiv Gottfied Indra Sonstige Erwerbungen Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen, Publikationen, Veranstaltungen Ordnungsprojekte Projekt Karl Kraus Plakatordnungsprojekt Sonstige Ausgaben SUMME BIBLIOTHEKSWESEN 278 Bibliothekswesen 16 253,00 51 949,00 1 185,00 356,00 13 710,00 6 000,00 12 500,00 10 000,00 44 789,82 8 190,79 7 000,00 30 000,00 28 500,00 10 105,88 18 254,00 1 722,00 291 337,17 65 472,00 18 700,00 73 580,00 48 834,04 758 438,70 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN MUSIK Arnold Schönberg Center Privatstiftung d'akkordeon – Kulturverein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik Ensemble 20. Jahrhundert, Instrumentalensemble für Musik Erstes Frauenkammerorchester von Österreich Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Gustav Mahler Jugendorchester Haus der Musik Betriebsgesellschaft m.b.H. Hot Club de Vienne(Verein zur Förderung der Jazzmusik) Interessengemeinschaft JAZZ WIEN Jazz& Musicclub Porgy& Bess Klangforum Wien Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Künstlersekretariat Buchmann Gesellschaft m.b.H. MICA(Music Information Center AUSTRIA) MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein MUSICA JUVENTUTIS Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Musikverein Wien modern Orchester Wiener Akademie Gesellschaft mbH Planet Music& Media Veranstaltungs- und VerlagsgesmbH ((superar)), Verein zur Förderung des aktiven Musizierens, Singens und Tanzens von Kindern und Jugendlichen Stadtinitiative Wien – Konzerte Theater am Spittelberg Veranstalterverband Österreich, abgekürzt VVAT 1 020 366,00 50 000,00 28 000,00 36 000,00 545 000,00 182 000,00 1 350 000,00 26 000,00 94 000,00 110 000,00 700 000,00 20 000,00 200 000,00 84 000,00 10 000,00 18 000,00 370 000,00 700 000,00 51 000,00 500 000,00 20 000,00 30 000,00 55 000,00 105 000,00 Musik 279 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Jazz Fest Wien Verein zur Förderung aktueller Musik VIA MUSICA Vienna International Association for Music and Culture Exchange VIA MUSICA Verein für Internationalen Musik- und Kulturaustausch Wien VÖM – Vereinigte Österreichische Musikförderer Wiener Jeunesse Orchester Wiener KammerOrchester Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Wien im Rosenstolz Kulturverein KomponistInnenförderung 300 000,00 8 000,00 10 000,00 212 000,00 47 000,00 50 000,00 1 054 000,00 14 645 000,00 65 000,00 15 000,00 25 000,00 Rahmenbetrag arge zeitgenössische musik fünfhaus Aufführungen Neuer Musik Chorforum Wien Chorverein Chorus sine nomine Chorvereinigung Schola Cantorum CHROMA Verein aktueller Kunst und Musik CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung Concert-Verein Musica Sacra Wien Ensemble„die reihe“ Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Ensemble Wiener Collage ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM ESTA – Vereinigung der Lehrenden für Saiteninstrumente in Österreich Forum Gitarre 4 000,00 2 500,00 5 200,00 2 000,00 3 000,00 4 000,00 3 000,00 1 500,00 15 000,00 12 000,00 5 000,00 750,00 6 500,00 280 Musik FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Franz Schmidt-Gesellschaft Freunde und Förderer des Vereines Ensemble Neue Streicher Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen Gesellschaft zur Erhaltung eines Instituts zur Erforschung, Dokumentation und Förderung der Dritten Wiener Zwölfton-Kompositionsschule(Institut für Klangreihenmusik) Haydn-Gesellschaft Wien HUGO WOLF QUARTETT – Verein zur Pflege und Verbreitung des Streichquartettschaffens sowie der Förderung der zeitgenössischen Streichquartettliteratur im Besonderen IMZ Internationales Musik&MedienZentrum Wien – IMZ International Music&Media Centre Institut für Österreichische Musikdokumentation Internationale Gesellschaft für neue Musik, Sektion Österreich Israelitische Kultusgemeinde Wien JazzWerkstatt Wien KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Kammerorchester Kontrapunkte Klang.Kunst.Etage – Verein für experimentelle Musik und Kunstprojekte Klangmanifeste – Verein für Klang-/ Kunst-/ Formen Klassisches Operettenensemble Wien Kultur& Geselligkeitsverein WIENER KLANG Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie Kulturverein Reigen-live Kunst und Kultur – Verein zur Förderung des internationalen Kulturund Behindertenaustausches KUNSTVEREIN ART+ PRODUCTION LAUT – Labor zur Erforschung und Förderung neuer und elektronischer Musik maezenatentum.at – Forschungstransfer in Wissenschaft und Kunst Merlin Ensemble Wien – Kammermusik 4 200,00 7 500,00 2 000,00 2 500,00 2 000,00 2 500,00 5 000,00 7 000,00 11 000,00 14 000,00 16 000,00 4 000,00 8 000,00 3 000,00 2 000,00 2 500,00 1 800,00 3 000,00 27 000,00 2 000,00 1 100,00 5 000,00 600,00 4 500,00 Musik 281 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN MICA(MUSIC Information Center AUSTRIA) MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein MUSIC ON LINE – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Musikforum Lutherische Stadtkirche Wien MusikTheater-Verein K& K Musikverein Clemencic Consort Musikverein LA PRIMA VOLTA Neue Wiener Stimmen ORCHESTERWELT Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik(ÖGZM) Österreichischer Komponistenbund(ÖKB) Österreichisches Orgelforum PAN TAU-X-MUSIC& ART'S(Verein für Kulturmanagement) Pandolfis Consort Wien Verein für Alte Musik Platypus – Verein für Neue Musik Projekt URAUFFÜHRUNGEN/ Gesellschaft zur Förderung von Künstlern und deren Werken, Creatives Centrum Reconsil – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Schloß Laudon Kammermusikfestival snim – spontanes netzwerk für improvisierte musik sp ce. Verein zur Förderung von Musik, Kunst und intermedialen Projekten SR-Archiv österreichischer Popularmusik Studio Dan – Verein für Neue Musik The Electroacoustic Projekt – Verein zur Förderung Elektroakustischer Musik tonWerk – Forum für Neue Musik Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Außeninstitut 282 Musik 5 000,00 10 000,00 20 000,00 8 000,00 4 000,00 1 500,00 7 000,00 3 000,00 1 400,00 2 500,00 5 000,00 7 000,00 6 500,00 2 000,00 5 000,00 1 500,00 3 500,00 10 000,00 5 000,00 5 000,00 500,00 2 000,00 3 000,00 4 000,00 3 000,00 4 000,00 5 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Institut Franz Schubert Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Spezialensembles Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: isa – Internationale Sommerakademie Verein Das Wiener Hornquartett Verein der Freunde des Lehrgangs für Computermusik u. elektron. Medien an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Verein für elektroakustische Musik; Kurztitel VELAK Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein Wiener Orgelkonzerte Verein zur Förderung der Neuen Musik im Kirchenraum Verein zur Verbreitung zeitgenössischer österreichischer Bigbandmusik Vienna Saxophonic Orchestra Vienna Songwriting Association VierHochDrei VOICE MANIA – Kulturverein Voice of Diversity – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur der Minderheiten in Österreich- Schwerpunkt Roma und Sinti Wiener Concert-Verein Wiener Johann Strauß Orchester(Wiener Walzerorchester) Wiener Klangwerkstatt Wiener Schubertbund Wiener Vokalensemble WORT-TON-ART Kulturverein Summe Rahmenbetrag 1 000,00 20 000,00 5 000,00 2 050,00 3 000,00 4 000,00 3 500,00 5 000,00 1 500,00 4 000,00 3 000,00 3 000,00 2 000,00 40 000,00 1 000,00 18 000,00 18 000,00 5 000,00 2 500,00 2 500,00 3 500,00 484 600,00 Baukosten Evangelische Pfarrgemeinde A.B., Innere Stadt SUMME MUSIK 100 000,00 23 319 966,00 Musik 283 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ An Kaler/ Verein an den Schnittstellen zum Performativen 50 000,00 Art*Act Kunstverein 50 000,00 Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not 100 000,00 danceWEB – Verein zur Förderung des Internationalen Kulturaustausches im Bereich der Darstellenden Künste 75 000,00 Dans.Kias – Verein für physische Kommunikation in der darstellenden Kunst 70 000,00 dascollectiv – Verein zur Förderung interkulturellen Austauschs 40 000,00 Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. 630 000,00 Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH 1 250 000,00 echoraum – Vereinigung zur Förderung der Kulturkommunikation 70 000,00 Gloria Theater Betriebs G.m.b.H. 550 000,00 God's entertainment – Verein zur Erhaltung und Förderung des Off-Theaters 80 000,00 Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen 80 000,00 Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein 120 000,00 IG Freie Theaterarbeit 51 000,00 Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst 70 000,00 ImPuls Tanz 1 100 000,00 insert(Theaterverein) 80 000,00 Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. 590 000,00 Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen 70 000,00 Kasal – Verein für Performance und bildende Kunst 50 000,00 Koproduktionshaus Wien GmbH 1 650 000,00 Kulturzentrum Kabelwerk GmbH 400 000,00 Kunstverein Archipelago 60 000,00 LINK.* Verein für weiblichen Spielraum 600 000,00 liquid loft – Verein zur Projektierung künstlerischer Ideen 120 000,00 284 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN M.A.P – Movement Art Programmes Vienna MAD-Verein zur Förderung von Mixed-Abled Dance& Performance makemake produktionen Performative Zusammenarbeiten MUSIC ON LINE – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik Musiktheatertage Wien nadaproductions – Verein zur Förderung zeigenössischer Tanz-, Performance und Filmformen Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Neue Oper Wien – Verein zur Dokumentation und Durchführung von Musiktheatern und Konzerten SALTO, Verein zur Förderung von neuem Tanz und Theater Schauspielhaus Wien GmbH SECOND NATURE – Verein zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung Sirene – Podium für neues Musiktheater Szene Bunte Wähne TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße Tanz Atelier Wien TANZART – Verein zur Förderung und Entwicklung des Tanztheaters Tanzquartier Wien GmbH Tanztheater Verein DIVERS – Kabinett ad Co. Theater am Petersplatz GmbH Theater Brett – Compagnie BRETTSCHNEIDER Theater der Jugend Theater in der Josefstadt Betriebsges.m.b.H. Theater in der Josefstadt Privatstiftung Theater Lilarum Kossatz& Mitges. OEG theatercombinat – theaterverein Theaterverein Foxfire 70 000,00 50 000,00 65 000,00 80 000,00 190 000,00 50 000,00 350 000,00 450 000,00 90 000,00 1 565 000,00 80 000,00 180 000,00 100 000,00 770 000,00 50 000,00 60 000,00 2 950 000,00 60 000,00 1 050 000,00 50 000,00 3 830 000,00 7 415 689,00 8 000,00 220 000,00 120 000,00 75 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz 285 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Theaterverein Odeon Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein Wien Theaterverein Wiener Klassenzimmertheater Theaterverein Wiener Metropol Verein Chimera Verein der Freunde und Förderer des Schubert Theaters Verein für Modernes Tanztheater/ Tanz Company Gervasi Verein Kitsch& Kontor(Rabenhof Theater) Verein SUPERAMAS zur Förderung von Kunstprojekten Verein Transit – Verein für darstellende und bildende Kunst Vereinigte Bühnen Wien GmbH Volkstheater GmbH Volkstheater in den Bezirken(Volkstheater GmbH) werk89 – Kunst- und Theaterverein Wiener Bühnenverein Wiener Kammeroper Wiener Tanz- und Kunstbewegung Wiener Tanzwochen Wiener Taschenoper Wiener Wortstätten – Verein zur Förderung der Gegenwartsdramatik Rahmenbetrag a waiting dog – Verein für experimentelle Performancekultur Aktionstheater Wien Appendix – Verein für Performance-Kunst ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater ARTFUSION – Kunst- und Theaterverein 950 000,00 190 000,00 200 000,00 120 000,00 600 000,00 50 000,00 80 000,00 80 000,00 900 000,00 120 000,00 440 000,00 42 080 000,00 6 337 627,00 799 000,00 60 000,00 180 000,00 700 000,00 80 000,00 925 000,00 100 000,00 200 000,00 18 000,00 40 000,00 8 000,00 44 000,00 30 000,00 286 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Assitej Austria – Junges Theater Österreich Auf Grund – Förderung multimedialer Veranstaltungen Bach 3 – Verein für Kultur und mehr Bankett – Verein zur Förderung diskursiver Kunst BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation BU! Verein für die Förderung und Forschung des zeitgenössischen Tanztheaters und der Performance BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Bühnenspiel – Verein für Aktionen in der Darstellenden und Bildenden Kunst cattravelsnotalone – Verein zur Förderung und Verwirklichung von Tanz und interdisziplinären Kunstprojekten chong* – verein für theater& performance Cocon, Verein zur Entwicklung& Umsetzung von Kunstprojekten Dachtheater DAS GUT/ Gut Ensemble Performanceprojekte Das Wiener Kindertheater – Kinder spielen Theater Datamix Datensysteme GmbH DIG UP – Productions, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Europäische Theaternacht Freie Bühne Wieden Freudliche Mitte – kollektive Theaterarbeit FRONTZEMENT – Verein zur Förderung von interdisziplinären Kunstformen house of motion Verein für die bewegte Kunst I Dance Company – Kunst mit Down-Syndrom I trembles – Verein für freies Theater id/l – Verein zur Förderung von Performance-, Kunstund Theaterprojekten 20 000,00 20 000,00 5 000,00 15 000,00 20 000,00 25 000,00 18 000,00 16 000,00 10 000,00 7 000,00 27 000,00 20 000,00 25 000,00 30 000,00 7 500,00 20 000,00 3 300,00 70 000,00 20 000,00 20 000,00 5 000,00 5 000,00 30 000,00 10 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz 287 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN IG Freie Theaterarbeit IMEKA Verein zur Förderung der Künste im musischen und darstellenden Bereich Interkulttheater – Verein zur kulturellen Förderung Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Junger Salon – Verein zur Förderung von außerschulischen Theaterprojekten in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen Kabarett Niedermair – Verein der Freunde der Freude am Theater Komödie am Kai Kopf hoch Verein zur Förderung von interdisziplinärer und experimenteller Kunst Kulisse – Andreas Elsner GmbH Kunst- und Kulturverein Creme de la Kremser Kunst- und Kulturverein RAW MATTERS La Cagada Verein für zeitgenössische Kunst Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Last Enjoyable Opera Theatre LEO – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Luster – Kunstprojekte Meow – ephemere Vorhaben MIMAMUSCH – Freunde des Strategietheaters moki – mobiles Theater für Kinder motschnik – Verein für feine Kunst na daLokal.Verein für Kunst in Bewegung Neues Theater Wien new space theatre dance company – Verein zur Förderung zeitgenössischer, darstellender Kunst mit überzeitlichen Inhalten notfoundyet – Verein zur Förderung neuer Theaterformen Plaisiranstalt – Theaterverein 20 000,00 20 000,00 150 000,00 24 000,00 15 000,00 90 000,00 20 000,00 10 000,00 30 000,00 16 000,00 28 000,00 18 000,00 40 000,00 20 000,00 20 000,00 10 000,00 20 000,00 10 000,00 32 000,00 10 000,00 7 000,00 35 000,00 25 000,00 20 000,00 288 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN POLYMORPH PERFORMANCE. Verein zur Unterstützung intermedialer Kunst Pufferfish Kunstverein Punatonttu – Verein zur Förderung performativer Projekte Rolling Floyd Kunstverein Romano Svato. Verein für transkulturelle Kommunikation Schauspielhaus Wien GmbH Spielraum Theater und Theaterstudio Spirit, Verein zur Förderung der Performancekunst STAATSAFFAIRE – Theaterverein Stadttheater Walfischgasse GmbH Stadttheater Wien TEMPORA – Verein für temporäre urbane künstlerische Interventionen Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theaterund Kabarettkultur Theater Center Forum Theater des Kindes Theater- und Kulturverein ANTAGON!E Theater- und Kulturverein daskunst Theater zum Fürchten Theatergruppe ISKRA – Verein zur Förderung innovativer theaterpädagogischer Projekte Theaterverein Theater.Punkt Theaterverein Wien Timbuktu. Verein für Tanztheater Tschauner Bühne GmbH two in one – Verein für zeitgenössischen Tanz, Street art und Cross art Verband Stadtinitiative – Das OFF-Theater Verein für philosophische Praxis 20 000,00 20 000,00 10 000,00 5 000,00 20 000,00 5 000,00 120 000,00 10 000,00 10 000,00 300 000,00 28 000,00 20 000,00 35 000,00 55 000,00 8 000,00 15 000,00 30 000,00 320 000,00 26 000,00 32 300,00 175 200,00 15 000,00 80 000,00 24 000,00 130 000,00 16 700,00 Theater, Musiktheater, Tanz 289 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Österreichischer Kabarettpreis Verein Projekttheater Verein Veranstaltungszentrum Akzent Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit VIENNA MAGIC-VEREIN ZUR FÖRDERUNG VON PERFORMANCE, ZEITGENÖSSISCHEM TANZ, DARSTELLENDER KUNSTUND BILDENDER KUNST VierHochDrei VIOLET LAKE VEREIN ZUR FÖRDERUNG DER KÜNSTE IM DARSTELLENDEN UND BILDENDEN BEREICH Visitores – Verein zur Projektion künstlerischer Ideen Wiener Lustspielhaus – Verein zur Förderung musikalischer und darstellender Künste Wiener Tanz und Musik Bewegung Wiener Wortstätten – Verein zur Förderung der Gegenwartsdramatik Summe Rahmenbetrag 10 000,00 40 000,00 60 000,00 25 000,00 24 000,00 16 000,00 20 000,00 20 000,00 120 000,00 12 000,00 30 000,00 3 186 000,00 Baukosten Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH Halle E+G Betriebs GmbH& Kunsthallenbetriebs Ges.m.b.H. OEG Kabarett Niedermair – Verein der Freunde der Freude am Theater Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturzentrum Kabelwerk GmbH Kunsthalle Exnergasse WUK – Verein zur Schaffung offener Kulturund Werkstättenhäuser Link.* Verein für weiblichen Spielraum Orpheum Kultur- und Gastronomiebetriebs GmbH Tanzquartier-Wien GmbH Theater in der Josefstadt Betriebsges.m.b.H. 60 000,00 80 000,00 10 000,00 4 400,00 40 000,00 150 000,00 9 000,00 20 000,00 30 500,00 25 000,00 879 000,00 290 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Verein Kitsch& Kontor(Rabenhof Theater) Windbacher Ges.m.b.H. Vereinigte Bühnen Wien GmbH(Ronacher) Sonstiges Theatererhalterverband Österreichischer Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag SUMME THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ 24 400,00 50 000,00 20 000,00 3 101 716,92 2 139,00 90 868 471,92 NEUE MEDIEN Alseum – Geschichtsverein Alsergrund czirp czirp – experimental and sonic arts. Verein zur Förderung Experimenteller und Klang-Kunst das kunst – Verein für emanzipative Kulturarbeit ei(s)kon:fekt – Verein zur Förderung der audio-visuellen Kultur Eurozine – Gesellschaft zur Vernetzung von Kulturmedien mbH garnison 7 – Verein zur Förderung von zeitgenössischer Musik und digitaler Kunst Interessensgemeinschaft Aufstieg, Vereinigung zur Förderung hörbarer Kunst kanonmedia verein für neue medien Klangkunsttage – Verein zur Förderung von Klangkunst Kunstverein das weisse haus Mandelbaums Kultur unter der Brücke Medienwerkstatt Wien moment collective – Verein für experimentelle Musik, audio – visuelle und performative Kunst Palais des Beaux Arts – Verein für Kunstprojekte im Spannungsfeld von Internet und Stadt paraflows – Verein zur Förderung der Digitalen Kunst und Kulturen 3 500,00 200,00 3 500,00 50 000,00 20 000,00 3 000,00 3 500,00 1 500,00 1 500,00 22 000,00 1 300,00 30 000,00 500,00 3 000,00 100 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz• Neue Medien 291 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Quartier für Digitale Kultur quintessenz – Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter SALON HYBRID – Verein für Experimentelle Angelegenheiten in Kunst, Film& Performance snim-spontanes netzwerk für improvisierte musik sp.ce Verein zur Förderung von Musik, Kunst und intermedialen Projekten Speisekammertag – Verein zur Förderung digitaler Kunst und Kultur subotron – Verein zur Förderung elektronischer Spielkultur Target Reply – Verein für Kunst- und Medienprojekte TIM.theoris in mind Trauma Wien – Verein zur Erforschung, Förderung und Publikation digitaler Literatur ubermorgen – Verein zur Förderung von digitaler und bildender Kunst Ventil – Verein zur Freisetzung klanglicher Innovation und Dynamik ver.traust UM WEGEN IN DER KUNST Verein für Kunstvermischung Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien VIDC Wiener Institut SUMME NEUE MEDIEN 19 000,00 6 500,00 2 000,00 800,00 700,00 1 500,00 15 000,00 10 000,00 2 000,00 2 000,00 3 500,00 3 500,00 1 000,00 1 500,00 10 000,00 20 000,00 500,00 343 000,00 FILM, KINO, VIDEO After Image Produktion Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmcasino& polyfilm BetriebsGmbH Filmfonds Wien 292 Neue Medien• Film, Kino, Video 100 000,00 400 000,00 167 000,00 30 000,00 11 800 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN LET'S CEE Filmfestival Österreichische Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Tradition und Kultur Österreichisches Filmmuseum St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebs GmbH This Human World/ Diese Menschen-welt, Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Vienna Film Commission Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Filmfestwochen – Viennale Wiener Filmfestwochen – Viennale Filmpreis Rahmenbetrag Ahnelt Josephine Akoun Rebecca AÖF Produktion GmbH – Akademie des Österr. Films ASIFA AUSTRIA Verein zur Förderung des Animationsfilms in Österreich Beres Daniel Bilir-Meier Cana BuB – Verein zur Förderung der Bibliothek ungelesener Bücher von Julius Deutschbauer Culture2Culture Cuzuioc Pavel Dermutz Claudia Deutsch Gustav Draschan Thomas Eleta Jasmina 38 000,00 70 000,00 730 000,00 53 000,00 311 000,00 20 000,00 180 000,00 105 000,00 1 600 000,00 10 000,00 3 000,00 3 500,00 27 500,00 35 000,00 5 000,00 3 000,00 3 500,00 54 000,00 5 000,00 4 800,00 3 000,00 3 000,00 3 500,00 Film, Kino, Video 293 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm European Film Conspiracy – Verein zur Förderung des freien kinematographischen Raums Film& Medienproduktion Moshel film:riss – Verein zur Förderung der jungen Filmkultur und Filmkunst Fisslthaler Karin frame[out] – Verein zur Förderung neuer Filmformate Gemel Nikolai Golda Ernst Grossproduktion – Verein für Filmschaffen Haider Rafael Hatzl Tatiana Horse& Fruits – Verein zur Förderung künstlerisch wertvoller Filmerzeugnisse Independent Cinema – Verein zur Förderung unabhängigen Filmschaffens Institut Pitanga – Verein zur Förderung und Vermittlung von Wissenschaft und Kultur Jirkuff Susanne Jüdischer Filmclub Wien Kaaserer Ruth KGP Kranzelbinder Production GmbH kino 5 – Plattform für unabhängige Filmschaffende Kovacic Lisbeth Kudlacek Martina Lenz Jannis Maurer Leopold Mayr(Hund) Harald Mayr Sebastian 294 Film, Kino, Video 5 000,00 10 000,00 5 000,00 2 000,00 1 200,00 10 000,00 3 000,00 3 500,00 5 000,00 1 500,00 2 000,00 4 500,00 35 000,00 60 000,00 3 500,00 5 000,00 4 500,00 3 000,00 5 000,00 2 500,00 4 500,00 4 500,00 1 100,00 3 300,00 4 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Müller Nikolaus Musek Peter Olger Nils Olivares Capelle Maria Luz Pflaum Loretta Philosophische GE.BIL.DE – Gesellschaft für die Bilddekonditionierung Plaas Svenja pro Frau – Plattform für Frauenrechte Ramsauer Michael Rittmannsberger Michael Roisz Bettina(Billy) Schreiber Lotte Schreiner Peter Schwarz Christoph Schwentner Michaela sixpackfilm Tajmir-Riahi Arman This Human World/ Diese Menschen-welt – Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Tragseiler Wolfgang Vento Film Productions GmbH Verein der Freunde der Filmakademie Verein Let's Cee Filmfestival Verein zur Ausübung und Förderung des unabhängigen Films Wasner Georg Wehmeyer Walter Weiser Herwig WILDart Film e.U. 3 000,00 4 500,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 4 500,00 5 000,00 10 000,00 5 000,00 4 000,00 4 000,00 3 000,00 5 000,00 4 500,00 2 000,00 70 000,00 5 000,00 38 000,00 2 000,00 10 000,00 6 000,00 7 000,00 5 000,00 4 000,00 3 000,00 3 000,00 5 000,00 Film, Kino, Video 295 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Wilhelmer Richard Wratschko Karl Yanni Dina Zwirchmayr Antoinette Summe Rahmenbetrag Baukosten Filmcasino& polyfilm BetriebsGmbH Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebsgesellschaft m.b.H. SUMME FILM, KINO, VIDEO 5 000,00 3 000,00 1 600,00 5 000,00 585 000,00 20 000,00 22 500,00 16 241 500,00 BILDENDE KUNST Bildankäufe ArtClusterVienna-Verein zur Förderung kultureller Einrichtungen(ACV) Austrian Fashion Association – Verein zur Förderung österreichischen Modedesigns Depot – Verein zur Förderung der Diskurskultur in der Gegenwartskunst Künstlerhaus Gesellschaft m.b.H. IG Bildende Kunst(Interessengemeinschaft Bildende Kunst) Kunst im öffentlichen Raum GmbH Kunst- und Sozialverein WochenKlausur Kunsthalle Wien GmbH KunstHausWien GmbH KünstlerInnenförderung Kunstverein Vladimir& Estragon Kunstverein Wien Neigungsgruppe Design Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung 437 675,00 15 000,00 146 000,00 50 000,00 381 000,00 26 000,00 688 000,00 20 000,00 4 050 000,00 400 000,00 12 000,00 146 000,00 362 000,00 15 000,00 50 000,00 296 Film, Kino, Video• Bildende Kunst FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Springerin – Verein für Kritik und Kultur der Gegenwartskunst Kunst- und Kulturverein SOHO IN OTTAKRING Verein ZOOM Kindermuseum Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession Druckkostenbeiträge Kunsthalle Exnergasse WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Focus Kunst frei Raum Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe Medienplattform Planetnext Manfred Max Seibald RoLett – Verein zur Dokumentation und Vermittlung der künstlerischen und wissenschaftlichen Werkes von Robert Lettner Summe Druckkostenbeiträge Rahmenbetrag AfG – Archiv für Gegenwartkunst AGORA Gesellschaft zur Förderung der Humanität Artelier – Verein zur Förderung kreativen Denkens und Gestaltens bäckerstraße4-plattform für junge kunst GmbH bechter kastowsky galerie BILDETAGE – VEREIN ZUR FÖRDERUNG ZEITGENÖSSISCHER KUNST Black Pages. Verein für Publikation und Kunst BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Caritas der Erzdiözese Wien GesmbH Club Chic – Kunstverein CONT3XT.NET kunst.kultur.medien Denkfabrikat – Kreatives Netzwerk zur Förderung junger Ideen 22 000,00 60 000,00 874 000,00 310 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 6 000,00 2 000,00 2 000,00 2 000,00 2 000,00 1 500,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 3 500,00 1 000,00 1 500,00 600,00 Bildende Kunst 297 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Der Apparat. Verein zur Förderung künstlerisch/ sozialer Interventionen im öffentlichen Raum Desperate Artwifes – Organisation und Durchführung von Kunstprojekten fAN, fine Art Network Kunstverein Wien Foto K – Verein für Fotografie und Kunst FOTOGALERIE WIEN – Verein zur Förderung künstlerischer Fotografie und neuer Medien Freunde des Loquaiparkes FRIDAY EXIT Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Galerie Andreas Huber Galerie Lindner Hinterland – Verein zur Vernetzung international und national Aktiver und Interessierter in der Kunstwelt HOEHE UND BREITE – Verein für zeitgenössische Formen der bildenden und medialen Kunst i.Ku.(Verein des internationalen und interdisziplinären Kulturaustausches) IG Bildende Kunst INÄSTHETIK – Verein zur Erforschung und Realisierung künstlerischer Projekte im Feld der relationalen Kunst Institut für Interaktive Raumprojekte KulturAXE Kulturschmiede Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN Kunst- und Kulturverein UBIK Kunsthalle Exnergasse WUK – Verein zur Schaffung offener Kulturund Werkstättenhäuser Kunstverein das weisse haus Kunstverein Goldfuss Unlimited Kunstverein Grundsteingasse Kunstverein Wiener Artfoundation 5 000,00 3 500,00 1 500,00 2 000,00 26 500,00 1 000,00 1 000,00 2 250,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 2 250,00 2 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 100,00 1 500,00 2 000,00 2 250,00 2 000,00 3 800,00 4 250,00 298 Bildende Kunst FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Margarete Schütte-Lihotzky Club mauve – Verein für ästhetisch theoretischen Dialog in der bildenden Kunst melt-art kulturelle Verschmelzung Neuer Kunstverein Wien NEUN ARABESKEN Förderverein für Frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte OLLIWOOD – VEREIN ZUR DURCHFÜHRUNG VON FREIEN KUNSTPROJEKTEN Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur OSTBLOK Filmproduktion partner/innen. Verein für öffentliche Kunst PENZIN – TREIBSTOFF FÜR KUNST UND KULTUR Photon, Verein für Fotokunst pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur pinacoteca. Künstlerische Diskurse in Theorie und Praxis playing mums – Kunstverein .pogmahon.company – Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum Projectorettes: Freestyle Visualizers, Verein für visuelle Projekte Speakerat – Verein für Kunstprojekte Theodor Körner Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst TRANSFER – Verein für medial übergreifende Kulturarbeit Ve.Sch, Verein für Raum und Form in der Kunst Verband österreichischer Galerien moderner Kunst Verein Künstlergruppe DYNAMO Verein zur Ausübung und Förderung des unabhängigen Films Verein zur Ausübung und Förderung künstlerischer Photographie Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums (VEKKS) Verein zur Förderung der Fortbewegung 1 500,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 5 500,00 1 200,00 2 000,00 600,00 2 000,00 1 300,00 2 500,00 3 000,00 400,00 1 000,00 6 900,00 3 000,00 1 000,00 500,00 3 000,00 1 500,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 2 000,00 Bildende Kunst 299 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Verein zur Förderung experimenteller Raumkunst. Sehsaal. Verein zur Realisierung künstlerischer Interaktionen und Diskurse Verein zur Vermittlung internationaler Gegenwartskunst Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs VISIBLE AUDIBLE TANGIBLE NETWORK CLOUD – VEREIN ZUR FOERDERUNG ZEITGENOESSISCHER KUNST UND KULTURKOMMUNIKATION(VATNC) Summe Rahmenbetrag Baukosten IG Bildende Kunst Veranstaltungen Musa – Museum Startgalerie Artothek Sonstiges Mitgliedsbeiträge SUMME BILDENDE KUNST LITERATUR echo event gesmbH Erstes Wiener Lesetheater und zweites Stegreiftheater Grazer Autorinnen Autorenversammlung Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren (IG Autorinnen Autoren) Kunstverein Wien Literatur und Content Marketing GmbH Multiart PR-Agentur GmbH Thomas Bernhard Privatstiftung 300 Bildende Kunst• Literatur 3 000,00 1 600,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 2 000,00 153 000,00 10 000,00 483 384,85 1 000,00 8 718 059,85 43 000,00 12 000,00 19 000,00 20 350,00 1 238 000,00 107 000,00 8 000,00 30 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Übersetzergemeinschaft Verein Exil Verein Wespennest Literatenförderung Rahmenbetrag Alumniverband der Universität Wien Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen(BOeS) BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Buchmarketing DENKRAUM DONAUSTADT – Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft, Kunst und Kultur Edition Aramo farce vivendi – Plattform für Literatur, Kunst und menschenwürdiges Dasein Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Forum Zeit& Glaube – Kath. AkademikerInnenverband Wien Fremdkörper Ges.n.b.R. FZA Verein zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft Gert-Jonke-Gesellschaft Grazer Autorinnen Autorenversammlung HASENHERZ ODER DIE LUST AM BEWEGTEM BILD UND WORT Hauptverband des Österreichischen Buchhandels hochroth – gemeinnützige Literaturvermittlung Ide(e)ntitäten. Verein für Kunst und Kultur Innovationswerkstatt Mettler Institut für Interaktive Raumprojekte, abgekürzt„IRR“ 6 000,00 45 000,00 28 000,00 50 000,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 5 800,00 1 160,00 1 000,00 2 000,00 2 200,00 2 000,00 1 000,00 1 100,00 3 000,00 5 800,00 3 000,00 2 500,00 600,00 800,00 2 000,00 2 000,00 Literatur 301 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren (IG Autorinnen Autoren) Internationale Albert-Drach-Gesellschaft zur Pflege des literarischen und philosophischen Werks KRIMI LITERATUR. at Kulturverein Alsergrund – Unser 9. Labor Alltagskultur – Verein zur Dokumentation von Alltagskultur LABYRINTH – Vereinigung englischsprachiger Dichter/innen in Wien LAFORUM – lateinamerikanisch-österreichisches Literaturforum Literarische Vereinigung SALON Literaturverein SISYPHUS WIEN Milena Verlag Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N.-Club. Das österreichische Zentrum des Internationalen P.E.N.(P.E.N.-The Austrian Centre) Österreichischer Schriftsteller/innenverband Österreichisches Autorenfußballteam O-TÖNE – Verein zur Förderung und Verbreitung von Österreichischer Gegenwartsliteratur Podium Schule für Dichtung in Wien Theodor Kramer Gesellschaft Verein der FreundInnen des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Welt& Co/ Kulturverein Wortspiele – Verein für interkulturelle Aktivitäten Summe Rahmenbetrag 3 500,00 2 200,00 4 000,00 6 000,00 2 000,00 1 000,00 3 000,00 3 600,00 2 900,00 6 000,00 9 000,00 6 500,00 6 540,00 1 000,00 25 000,00 5 300,00 87 000,00 11 300,00 300,00 900,00 2 500,00 2 500,00 233 000,00 302 Literatur Druckkostenbeiträge Arovell-Kulturverlag Berenkamp Buch- und Kunstverlag Braumüller GmbH Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H. Czernin Verlag GesmbH Das Fröhliche Wohnzimmer – Edition Das Jüdische Echo Ebbe& Flut Textwerkstatt edition ch Edition Graphischer Zirkel Edition Korrespondenzen Edition VA bENE Edition Yara Edition ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Ephelant Verlag Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Falter Verlag Flugschrift Haymon Verlag Klever Verlag Kolik, Zeitschrift für Literatur Kultur AG Kunstvereinigung Akunst Kyrene Literaturverlag LABOR Verlag edition a GmbH Literaturverlag Droschl Luftschacht Verlag 650,00 1 000,00 1 500,00 6 850,00 10 000,00 1 050,00 3 600,00 1 000,00 500,00 700,00 2 200,00 4 500,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 13 100,00 1 500,00 2 000,00 13 000,00 10 000,00 4 100,00 1 500,00 1 000,00 800,00 2 000,00 2 500,00 7 000,00 Literatur 303 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Mandelbaum Verlag Metro Verlag Milena Verlag MONO VERLAG Ö.D.A. Österreichische DialektautorInnen und Archive – IDI Austria – Institut für regionale Sprachen und Kulturen Österreichischer P.E.N.-Club. Das österreichische Zentrum des Internationalen P.E.N.(P.E.N.-The Austrian Centre) Österreichischer Schriftsteller/innenverband Otto Müller Verlag Passagen Verlag Ges.m.b.H. Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. Picus Verlag GesmbH Plattform Bibliotheksinitiativen Wien Podium Praesens Verlag Residenz Verlag Resistenz Verlag Schlebrügge.Editor Seifert Verlag Septime Verlag e.U. SISYPHUS – Wien Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. Sonne und Mond – Förderungsverein für ganzheitliche Kunst und Ästhetik TARANTEL – Zeitschrift für Kultur von Unten Theodor Kramer Gesellschaft Verein der Freunde der Edition Atelier Verein für Gesellschaftskritik Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH 304 Literatur 5 000,00 1 000,00 9 000,00 1 500,00 2 000,00 700,00 1 500,00 6 000,00 1 800,00 11 000,00 12 600,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 13 000,00 2 500,00 1 000,00 1 500,00 1 500,00 1 000,00 2 750,00 3 600,00 7 500,00 10 000,00 21 500,00 800,00 4 000,00 Verlagshaus Hernals VEWZ-Literaturverein VOLLTEXT Verlag GmbH WeiberDiwan – Verein zur Förderung feministischer Literatur und Wissenschaft Westphalie Wiener Dom Verlag Wieser Verlag Zaglossus e.U. Summe Druckkostenbeiträge Buchankäufe Böhlau Verlag GesmbH Buchkultur Verlags GesmbH Facultas Verlags- und Buchhandels AG Falter Verlags GmbH KIDLIT medien GesmbH Kolik – Zeitschrift für Literatur Otto Müller Verlag GmbH& CoKG Verein Wespennest Verein Zeitschrift Triedere VEWZ-Literaturverein Werkkreis Literatur der Arbeitswelt ZZOO Verein für Leguminosen Summe Buchankauf Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis Bibliothek der Provinz Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH 6 000,00 2 500,00 5 000,00 1 500,00 1 200,00 1 000,00 8 000,00 2 000,00 253 000,00 4 403,00 2 800,00 84,61 105,00 2 400,00 3 510,00 1 187,45 4 800,00 1 000,00 530,00 1 650,00 743,30 23 213,36 440,00 925,80 Literatur 305 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Tyrolia Verlag Verlag Jungbrunnen GesbmH Summe Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis Stipendien und Preise Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen Wiener Literatur Stipendien Elias-Canetti-Stipendien Wiener Dramatik Stipendien H.C.-Artmann Lyrikpreis Kinder- und Jugendbuchpreis Verein Exil Übersetzergemeinschaft Veranstaltungen Literatur im MUSA Festrede„Autorinnen feiern Autorinnen“ SUMME LITERATUR 299,71 328,90 1 994,41 15 000,00 52 800,00 72 000,00 36 000,00 10 000,00 8 000,00 10 000,00 18 000,00 7 990,29 4 834,27 2 352 182,33 KULTURINITIATIVEN, ZENTREN WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Baukosten WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser SUMME KULTURINITIATIVEN, ZENTREN 1 370 000,00 80 000,00 1 450 000,00 AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG Europäisches Forum Alpbach Initiativgruppe Alpbach Wien 306 Literatur• Kulturinitiativen, Zentren• Ausbildung, Weiterbildung 3 000,00 6 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Innovationszentrum Universität Wien GmbH – Sommerhochschule Österreichisches Zentrum für russische Sprache und Kultur Stipendien John Hopkins University Stipendien Webster University Studienförderungen, Stipendienwerk, Wissenschaftsstipendien SUMME AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG 5 000,00 3 000,00 30 000,00 15 000,00 154 000,00 216 000,00 INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION Gruppenbetreuung Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung Kulturverein Österreichischer Roma – Dokumentationsund Informationszentrum Lebendige Weihnacht Romano Centro – Verein für Roma UNESCO – Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten der MA 7 SUMME INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION 23 468,53 10 000,00 109 000,00 115 000,00 59 356,82 10 000,00 22 000,00 46 479,04 395 304,39 GROSSVERANSTALTUNGEN Blasmusikfest Wiener Festwochen GmbH SUMME GROSSVERANSTALTUNGEN 130 786,39 11 011 000,00 11 141 786,39 SONSTIGE FÖRDERUNGEN Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) 21 498 693,35 Ausbildung, Weiterbildung• Internationaler Kulturaustausch, Integration 307 Großveranstaltungen• Sonstige Förderungen FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Preise und Ehrungen Würdigungs- und Förderungspreise Krenek-Preis Medienkunst-Preis Musa-Preis Veza-Canetti-Preis Ehrengräber Friedhöfe GmbH Gräberpflege SUMME SONSTIGE FÖRDERUNGEN 144 000,00 8 000,00 5 000,00 5 000,00 8 000,00 89 637,90 657 360,63 121 854,54 22 537 546,42 308 Sonstige Förderungen Kunst- und Kulturbericht Frauenkulturbericht der Stadt Wien 2013 Kunst- und Kulturbericht Frauenkulturbericht der Stadt Wien 2013 Herausgegeben von der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft des Magistrats der Stadt Wien Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher – MA 7 Dr.in Brigitte Rigele – MA 8 Dr.in Sylvia Mattl-Wurm – MA 9 Dr. Nicolaus Schafhausen – KUNSTHALLE wien Mag.a Martina Taig – KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Wolfgang Wais – Wiener Festwochen MMag.a Gerlinde Seitner – Filmfonds Wien Dr.in Marijana Stoisits – Vienna Film Commission Dr. Wolfgang Kos – Wien Museum Mag.a Karin Rick – Frauenkulturbericht Lektorat: Andrea Traxler Covergestaltung und Layout: Mag. Niko Manikas Coverbild: Lore Heuermann, Ohne Titel, aus dem„Bewegungszyklus“, 1976, Acryl auf Holzfaserplatte, gespachtelt, 180 x 120 cm, Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA Foto: Michael Wolschlager Druck: AV+ Astoria Druckzentrum GmbH, Wien Redaktion: Mag.a Karin Rick Bezugsadresse: MA 7 – Kultur Friedrich-Schmidt-Platz 5 1082 Wien e-mail: post@ma07.wien.gv.at www.kultur.wien.at Inhalt KUNST- UND KULTURBERICHT..................................................................................... 9 Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7.........................................................................11 Theater......................................................................................................................11 Wiener Festwochen.....................................................................................................12 Musik.........................................................................................................................29 Literatur.....................................................................................................................29 Bildende Kunst............................................................................................................31 KUNSTHALLE wien.....................................................................................................32 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien..........................................................................38 Kulturelles Erbe..........................................................................................................47 Film...........................................................................................................................48 Filmfonds Wien...........................................................................................................49 Vienna Film Commission..............................................................................................70 Neue Medien..............................................................................................................77 Stadtteilkultur und Interkulturalität..............................................................................78 Veranstaltungen.........................................................................................................79 Ehrungen...................................................................................................................79 Auslandskultur............................................................................................................79 Wissenschaft..............................................................................................................81 Wiener Stadt- und Landesarchiv – MA 8........................................................................96 Wienbibliothek im Rathaus – MA 9..............................................................................100 Wien Museum...........................................................................................................113 FRAUENKULTURBERICHT..........................................................................................127 Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7.......................................................................129 Theater....................................................................................................................129 Wiener Festwochen...................................................................................................138 Musik.......................................................................................................................141 Literatur...................................................................................................................145 Bildende Kunst..........................................................................................................153 KUNSTHALLE wien...................................................................................................161 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien........................................................................163 Kino.........................................................................................................................166 Film.........................................................................................................................168 Filmfonds Wien.........................................................................................................171 Neue Medien............................................................................................................177 Stadtteilkultur und Interkulturalität............................................................................180 Wissenschaft............................................................................................................192 Stadt- und Landesarchiv – MA 8..................................................................................227 Hochschuljubiläumsstiftung.......................................................................................228 Wienbibliothek im Rathaus – MA 9..............................................................................232 Wien Museum...........................................................................................................235 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN......................................................................................239 Kunst auf Schritt und Tritt: Sei es in Parks, in U-BahnStationen, auf Geschäftsstraßen oder lauschigen Plätzen – Kunst im öffentlichen Raum ist in Wien auch abseits großer Museen und Ausstellungshäuser allgegenwärtig. Seit 2004, dem Geburtsjahr von KÖR, wurden mehr als 300 temporäre und permanente Werke in Wien geschaffen. Wer dabei auf den Geschmack gekommen ist, dem steht ein – kostenloser – Besuch im MUSA, der Kunstsammlung der Stadt Wien, nichts im Wege. Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Zu Beginn des Jahres 2013 legte die Theaterjury ihre Empfehlungen für vierjährige Förderungen im Off-Theaterbereich ab dem Jahr 2014 vor. Auf Basis dieser Empfehlungen wurden im Laufe des Jahres mit den künstlerisch Verantwortlichen Förderverhandlungen geführt und letztendlich vom Wiener Gemeinderat Subventionen beschlossen, die elf Bühnen und sechzehn Freie Gruppen die Möglichkeit gibt, vier weitere Jahre gesichert weiterarbeiten zu können. Diese längerfristige Unterstützung erlaubt den FördernehmerInnen, ihre Tätigkeiten bis 2017 zu planen und Verträge mit teilweise internationalen Partnern einzugehen, eine Vorgangsweise, die vor allem im Off-Theaterbereich immer notwendiger wird, um größere Projekte finanzieren und realisieren zu können. Wesentliche Orte für die freie Szene sind vor allem die Spartenhäuser Brut(Performance), Tanzquartier Wien(Tanz) und Dschungel Wien(Kinder- und Jugendtheater). Die Förderung für diese Häuser konnte sogar leicht angehoben werden und dem Dschungel Wien wurde zusätzlich ermöglicht, frei gewordene Räumlichkeiten im Museumsquartier anzumieten und damit seine Probebedingungen erheblich zu verbessern. Bei den Großbühnen gab es einige Veränderungen. So wurden die Kammerspiele des Theaters in der Josefstadt durch wesentliche Beträge der öffentlichen Hand generalsaniert und im Herbst mit der europäischen Erstaufführung des Musicals„Catch me if you can“ feierlich wiedereröffnet. Die lange Zeit durch Wasserschäden beeinträchtigte, traditionsreiche Boulevardbühne verfügt nun über eine zeitgemäße Bühnentechnik, bietet den MitarbeiterInnen des Hauses verbesserte Arbeitsbedingungen und den ZuseherInnen komfortablere Sitzplätze und Pausenräumlichkeiten. Im Theater in der Josefstadt feierte man das 225jährige Jubiläum und setzte weiterhin auf Uraufführungen von Werken unter anderem von Franz Wittenbrink oder Felix Mitterer. Dessen Stück„Jägerstätter“ war ein großer Publikumserfolg. Gregor Bloeb erhielt für die Verkörperung des Franz Jägerstätter den Nestroy-Preis als bester Schauspieler. Im Volkstheater wurden durch die Ausschreibung und Neubesetzung der künstlerischen Leitung für die Zeit ab der Saison 2014/15 die Weichen für die Zukunft gestellt. Unter Mitwirkung der Kulturabteilung, die auch in der Auswahljury vertreten war, wurde als neue Leiterin Anna Badora als neue Direktorin des Wiener Volkstheaters gefunden. Sie leitet seit einigen Jahren mit großem Erfolg die Vereinigten Bühnen Graz und will das Wiener Volkstheater ab 2015 vor allem auch als Drehscheibe zwischen Ost und West positionieren. Ende Jänner 2013 eröffnete Michael Schottenberg die neue Spielstätte des Volkstheaters im „Hundsturm“, welche interdisziplinären Projekten, die Stadtraum und Theater miteinander verbinden, Raum bietet. Das Volkstheater sieht diesen Ort als Forschungs- und Entwicklungswerkstatt. 2013 fand dort die Festivalreihe„Die Besten aus dem Osten“ mit innovativer Theater- und Gegenwartsdramatik aus östlichen Nachbarländern statt. Die Vereinigten Bühnen konnten ihrem Publikum wieder eine beachtliche Anzahl an Neuproduktionen anbieten: Im Theater an der Wien standen viele spannende Musiktheaterproduktionen auf dem Spielplan, darunter die umjubelte Uraufführung von„A Harlot’s Progress“ von Ian Bell. Theater 11 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die vom Theater an der Wien seit kurzem betriebene Studiobühne in der Wiener Kammeroper hat sich mit seinem jungen Ensemble gut bewährt. Auch die Zusammenarbeit mit der Neuen Oper Wien unter dem künstlerischen Leiter Walter Kobéra in Koproduktion mit dem Osterklang 2013 war bei Publikum und Presse gleichermaßen erfolgreich. Im Raimund Theater war seit September 2012 wieder die Erfolgsproduktion„Elisabeth“ zu sehen. Im Ronacher stand das Musical„Natürlich Blond“ sowie eine begeistert aufgenommene konzertante Aufführung des Werks von Andrew Lloyd Webber„Love never dies“ auf dem Spielplan. Einen besonders lebendigen Teil der Wiener Theaterlandschaft stellen die„Mittelbühnen“ dar. Spielorte, wie das Theater Drachengasse, das Theater am Petersplatz oder das Theater in der Gumpendorferstraße(TAG) sind mit ihrem auf zeitgenössischer Dramatik aufbauenden Spielplan, der zahlreiche Uraufführungen und Auftragswerke umfasst, nach wie vor gut positioniert und waren 2013 entsprechend erfolgreich. Das Theater Nestroyhof Hamakom hat sich in einer starken ersten Konzeptförderperiode(2009 bis 2013) erfolgreich mit dem in der Öffentlichkeit stark aufgeladenen Begriff der jüdischen Kultur auseinander gesetzt. Die gezeigten Projekte suchten das Spannungsfeld von zwischenkulturellen und zwischenmenschlichen Dramen im Kontext von Ausgrenzung, Rassismus, Emigration und Diaspora. Das Rabenhof Theater hat sich über die Jahre im Spannungsverhältnis zwischen„E und U“ als zeitgenössisches, urbanes Volkstheater mit popkulturellem Ansatz etablieren können. Auch 2013 gab es einen gut durchmischten Spielplan, der auf die Weiterführung innovativer Programmangebote setzte, und mit dem weiter große mediale Erfolge gefeiert werden konnten. Abschließend soll noch auf das traditionsreiche Theater der Jugend hingeweisen werden, das vielen WienerInnen, aber auch zahlreichen niederösterreichischen und burgenländischen Jugendlichen den Einstieg in die Theaterwelt leicht macht. Die beiden Spielstätten Renaissancetheater und Theater im Zentrum werden von Thomas Birkmeir, dem künstlerischen Leiter dieser Institutionen, seit nunmehr zehn Jahren äußerst erfolgreich geführt. Für diese Leistung wurde Thomas Birkmeir im Jahr 2013 mit dem Spezialpreis der Nestroy-Jury ausgezeichnet. In der Jurybegründung hieß es: Es waren zehn Jahre, in denen Thomas Birkmeir die traditionsreiche Bühne in der Neubaugasse zu einem Treffpunkt und Hotspot des modernen, problembewussten, phantasievollen Kinder- und Jugendtheaters gemacht hat. In der hohen Auslastung und den großen Abonnement-Zuwächsen spiegelt sich auch der wirtschaftliche Erfolg des Hauses und seiner MitarbeiterInnen wieder. Wiener Festwochen 10. Mai bis 16. Juni Die Wiener Festwochen 2013 waren die letzten der Intendanz von Luc Bondy, mit Schauspieldirektorin Stefanie Carp, Musikdirektor Stéphane Lissner und Geschäftsführer Wolfgang Wais. Zum Ende können die Wiener Festwochen 2013 ein positives Resümee ziehen. Das vielfältige Programm mit vielen Höhepunkten begeisterte das erfreulich aufgeschlossene Publikum. In den 40 Produktionen der Wiener Festwochen 2013, darunter zehn Uraufführungen, vier Neuinszenierungen und der Ausstellungsparcours Unruhe der Form. Entwürfe des politischen Subjekts, wirkten KünstlerInnen und Ensembles aus 38 Ländern mit. 12 Theater• Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 BesucherInnenauslastung: 92,53 Prozent (2012: 96,90 Prozent/ 2011: 94,31 Prozent/ 2010: 94,21 Prozent/ 2009: 91,41 Prozent) Es wurden 55 951 von 60 465 Karten ausgegeben. (2012: 51 838 von 53 499/ 2011: 43 816 von 46 462/ 2010: 49 406 von 52 445/ 2009: 44 009 von 48 148) Bei der Anzahl der 2013 aufgelegten und ausgegebenen Karten ist anzumerken, dass der Ausstellungsparcours Unruhe der Form. Entwürfe des politischen Subjekts als wesentlicher Teil des Schauspielprogramms mit 11 500 ausgegebenen Parcours-Pässen enthalten ist. 17 Produktionen hatten eine Auslastung von über 90 Prozent, davon waren zehn zu 100 Prozent ausverkauft. Die GesamtbesucherInnenzahl betrug 157 821. Übersicht über die Produktionen der Wiener Festwochen 2013 40 Produktionen aus 38 Ländern mit 217 Vorstellungen 10 Uraufführungen, 4 Neuinszenierungen und der Ausstellungsparcours Unruhe der Form. Entwürfe des politischen Subjekts 6 Eigenproduktionen: Into the City music and politics Open Air, Into the City music and politics Festivalzentrum, Into the City music and politics on tour Workshops, Into the City music and politics on tour Performance, Ich mach die Welt, Agora I 16 Koproduktionen: Eröffnung, JOIN!, Il Trovatore, Die Ballade von El Muerto, Todo el cielo sobre la tierra: El síndrome de Wendy[Der ganze Himmel über der Erde: Das Wendy-Syndrom], Letzte Tage. Ein Vorabend, Le Retour[Die Heimkehr], In Agonie( Die Glembays/ Galizien/ In Agonie), Cineastas[Filmemacher], Tartuffe, CRACKz( Dança morta), Kommune der Wahrheit. Wirklichkeitsmaschine, Swamp Club, Die Schwarze Botin – remastered and remistressed 2013, Playing Cards 1: SPADES[Karten spielen 1: PIK], Ausstellungsparcours Unruhe der Form. Entwürfe des politischen Subjekts 15 Gastspiele: Written on Skin, Sul concetto di volto nel Figlio di Dio[Über das Konzept des Angesichts von Gottes Sohn], Julia, Mrzim istinu![Ich hasse die Wahrheit!], The Wild Duck, Gift. Eine Ehegeschichte, Big Hits, The Table, Everyday, Audience, Performance Keti Chukhrov, England, Although We Fell Short, The Pixelated Revolution, All That Is Wrong 3 Kooperationen: Die Kinder von Wien oder HOWEVERSTILLALIVE(Teil I, Teil II), Agora II, WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do KünstlerInnen und Ensembles aus 38 Ländern und 5 Kontinenten Ägypten, Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Burkina Faso, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Kroatien, Libanon, Malaysia, Marokko, Mexiko, Myanmar, Österreich, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südafrika, Südkorea, Syrien, Thailand, Türkei, Ungarn, USA Im Zentrum des Interesses Eröffnung; die Uraufführungen JOIN! von Franz Koglmann und Alfred Zellinger; Todo el cielo sobre la tierra: El síndrome de Wendy von Angélica Liddell, Letzte Tage. Ein Vorabend von Christoph Marthaler, Kommune der Wahrheit. Wirklichkeitsmaschine von Nicolas Stemann; die Neuinszenierungen: Il Trovatore(Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber, Regie: Philipp Stölzl), In Agonie( Die Glembays/ Galizien/ In Agonie) von Miroslav Krle a(Regie: Martin Ku ej), Tartuffe (Regie: Luc Bondy); Written on Skin von George Benjamin und Martin Crimp; Into the City; Sul concetto di volto nel Figlio di Dio von Romeo Castellucci, Ausstellungsparcours Unruhe der Form. Entwürfe des politischen Subjekts Am besten besuchte Produktionen Auslastung 100 Prozent: Tartuffe, Le Retour, Letzte Tage. Ein Vorabend, CRACKz(Dança morta), The Wild Duck, Julia, Mrzim istinu!, Die Schwarze Botin – remastered and remistressed 2013, The Table, Ich mach die Welt Wiener Festwochen 13 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Auslastung unter 100 Prozent: Die Ballade von El Muerto(98,43%), Although We Fell Short (98,33%), Todo el cielo sobre la tierra: El síndrome de Wendy(97,58%), Cineastas(96,69%), Il Trovatore(94,41%), Big Hits(94,29%), Playing Cards 1: SPADES(91,39%) BesucherInnenzahlen Eröffnung Rathausplatz(3 000/ 381 000 TV-ZuseherInnen), Besucher der Vorstellungen (44 451), Parcours-Pässe Unruhe der Form(11 500), Unruhe der Form bei freiem Eintritt(1 500), Festwochen Garten in der Secession(1 560), Into the City(23 910), Publikums- und Künstlergespräche(1 050), Werkeinführungen(2 300), jugendFREI Workshop-TeilnehmerInnen(350), Wiener Konzerthaus Musikfest(68 200) Wieder erfreulich großes Medienecho im In- und Ausland Rund 2 600 Medienberichte und 440 JournalistInnen(Inland 286, Ausland 154) aus 30 Ländern Ländern wurden akkreditiert. Eröffnung Wiener Festwochen 2013 Die Eröffnung der Wiener Festwochen 2013 am 10. Mai auf dem Wiener Rathausplatz war unter dem Titel Wien, Wien, nur du allein? dem Wienerlied gewidmet. Als Moderator durch den Abend führte der Schauspieler Nicholas Ofczarek. Die Mitwirkenden waren Die Strottern, Angelika Kirchschlager, Ernst Molden, Philharmonia Schrammeln Wien, Willi Resetarits& Stubnblues, Michael Schade und Fatima Spar – allesamt Stars verschiedenster Genres, die sich in ihrem musikalischen Schaffen immer wieder der Leidenschaft des Wienerliedes verschrieben haben. Das Programm der Eröffnung zeigte die vielen Facetten des Wienerliedes: Von naiv und verspielt in der Operette über kabarettistisch in den Couplets am Theater und in den Heurigen am Stadtrand bis kompromisslos in seiner lyrischen Ernsthaftigkeit im Jazzcafé, seiner Verbindung zur klassischen Musik oder dem Blues, der Welt- und der Volksmusik. Das Publikum auf dem Rathausplatz folgte mit großer Begeisterung dem Programm und bejubelte die InterpretInnen. Infolge extremen Schlechtwetters mit Kälte und Regen waren nur ca. 3 000 BesucherInnen auf den Rathausplatz gekommen, wo in den Jahren davor zehntausende Menschen sich versammelten, um die Eröffnung live mitzuerleben. Umso erfreulicher waren die ZuseherInnenzahlen von ORF 2 und 3sat, wo bis zu 381 000 Menschen die Live-Übertragung mitverfolgten. Das mediale Interesse für die Eröffnung war erfreulich groß. Es gab viele Presseberichte. Die Besprechungen des Abends waren sehr positiv. Die Programme im Einzelnen Musikprogramm Im Musikprogramm von Stéphane Lissner wurde zum zweihundertsten Geburtstag des Komponisten mit einer Neuproduktion von Il Trovatore die Trilogie der Wiener Festwochen mit späten Verdi-Werken abgeschlossen, die 2011 mit Rigoletto begann und 2012 mit La Traviata fortgesetzt wurde. Im ebenfalls in drei Teilen angelegten zeitgenössischen Zyklus des Musikprogramms, von 2011 bis 2013 parallel zum Verdi-Zyklus programmiert, zeigten die Wiener Festwochen Written on Skin, die erste große Oper des britischen Komponisten George Benjamin und dem Text von Martin Crimp. Die zeitgenössischen Werke im Musikprogramm 2011 waren Wüstenbuch von Beat Furrer und eine Open-Air-Produktion von Xenakis’ Oresteïa. 2012 wurde mit Quartett das jüngste Opernwerk des italienischen Komponisten Luca Francesconi vorgestellt. 14 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 In Zusammenarbeit mit den Wiener Ensembles netzzeit und progetto semiserio kamen zwei Musiktheaterprojekte zur Uraufführung: JOIN! von Franz Koglmann nach einem Libretto von Alfred Zellinger in der Regie von Michael Scheidl und Die Ballade von El Muerto von Diego Collatti und dem Text von Juan Tafur, inszeniert von Hannan Ishay. Mit zwei internationalen musikdramatischen Produktionen und zwei Uraufführungen von Wiener Musiktheatergruppen steht das Musikprogramm 2013 für die zweifache, die internationale wie lokale Verankerung der Wiener Festwochen. Die erste Premiere der Wiener Festwochen 2013 war die Uraufführung der Oper JOIN! von Franz Koglmann am 8. Mai in der Halle E im MuseumsQuartier, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und netzzeit. Die zweite Oper des Komponisten und Jazzmusikers Koglmann mit dem Text von Alfred Zellinger, einem ehemaligen Top-Manager bei verschiedenen internationalen Konzernen, thematisiert Wirtschaftskriminalität und den ultimativen Computerchip. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Marketingmanager des multinationalen Konzerns Gen& Brain, eine innerhalb von Hierarchien mit Intrigen und Affären um Aufstieg kämpfende Gruppe, die Geschäft als Krieg versteht. Der Text von Alfred Zellinger ist eine Mischung aus Wirtschafts-, Werbe- und Mediensprache. Franz Koglmanns Musik changiert zwischen verschiedenen musikalischen Epochen und unterschiedlichen Musikstilen – Klassik, Ars Nova, Pop, Jazz, Rock, Noise und Cool Jazz. Regisseur Michael Scheidl teilte den Abend inhaltlich wie räumlich: In der Pause wechselte das Publikum von der Zuschauertribüne auf die Hinterbühne, wo es sich mit den DarstellerInnen mischte. Das Geschehen wurde teils über Videoprojektionen erzählt. Das mediale Interesse für den Komponisten und sein neues Werk war enorm. In den Rezensionen wurde JOIN! unterschiedlich besprochen. Positiv hervorgehoben wurden das Ensemble die reihe unter der musikalischen Leitung von Carsten Paap, dem auch Franz Koglmann als Trompeter angehörte, und die sängerischen Leistungen. Im Zentrum des Musikprogramms stand die Neuproduktion von Verdis Il Trovatore in der Inszenierung von Philipp Stölzl, die erste Regiearbeit des deutschen Film- und Opernregisseurs in Wien. Der junge israelische Dirigent Omer Meir Wellber dirigierte nach Rigoletto und La Traviata auch Il Trovatore. Mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und dem Arnold Schoenberg Chor waren Orchester und Chor in allen drei Opern dieselben. Auf der Bühne stand ein junges internationales SängerInnenensemble: Die italienische Sopranistin Carmen Giannattasio stellte sich in Wien als Leonora vor. Der polnische Bariton Artur Ruci ‘ ski gab den Conte di Luna. Die aus St. Petersburg stammende Mezzosopranistin Marina Prudenskaja war Azucena und Manrico wurde von dem in Südkorea geborenen Tenor Yonghoon Lee interpretiert. Philipp Stölzl erzählte die bizarre Geschichte als stilisiertes Direkttheater mit skurrilen, überzeichneten Figuren und einer ganz eigenen Körpersprache, die die Hysterie, das grelle Aufeinanderprallen von Emotionen bei den einzelnen Charakteren noch verstärkte. Die besondere Bewegungsästhetik war beim spielfreudigen Chor besonders bühnenwirksam und gelungen. Das Geschehen auf der kahlen, schrägen Bühne wurde immer wieder illustriert und kommentiert durch Animationsfilmprojektionen auf die zwei weißen Wände, die die Bühne begrenzten, teilweise mit surrealistischen Bildzitaten aus Gemälden von René Magritte und Salvador Dalí. Die musikalische Umsetzung war sehr forciert, extrem fordernd und dynamisch. Das Publikumsinteresse und das mediale Interesse für diese Aufführung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Staatsoper Unter den Linden in Berlin, waren sehr groß. Bei der mit Spannung erwarteten Premiere am 26. Mai im Theater an der Wien gab es großen Jubel und langen Applaus. In den Medien wurde einhellig die souveräne Interpretation von Marina Prudenskaja hervorgehoben, das Dirigat von Omer Meir Wellber wie die Inszenierung von Philipp Stölzl wurden großteils positiv beurteilt. Seitens des Publikums gab es in jeder Aufführung große Begeisterung für die musikalische Umsetzung und für alle ProtagonistInnen. Wiener Festwochen 15 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Einer der Höhepunkte im Programm und zugleich ein furioses Finale war die letzte Premiere der diesjährigen Wiener Festwochen: Written on Skin – die erste große Oper des britischen Komponisten George Benjamin und nach der Kammeroper Into the Little Hill(Wiener Fest­ wochen 2008) die zweite gemeinsame Arbeit mit dem Dramatiker Martin Crimp. Bei der Uraufführung beim Festival d’Aix-en-Provence 2012 als Sensation gefeiert, konnte Written on Skin im Frühjahr 2013 den International Opera Award als beste Uraufführung gewinnen. Written on Skin ist eine vielschichtige Parabel über die Grenzen der Macht nach einer provenzalischen Ballade aus dem 13. Jahrhundert. Ein reicher Landbesitzer lädt einen jungen Künstler zu sich nach Hause ein. Dieser soll in einem Buch seine Herrschergewalt und sein friedvolles geordnetes Zuhause, verkörpert von seiner Frau Agnès, festhalten. Die Entstehung des Buches bestärkt die Frau in ihrer Auflehnung gegen den despotischen Ehemann. Crimp versetzt die mittelalterliche Geschichte mit Szenen aus der heutigen Zeit, in denen Engel das Geschehen verfolgen und als Ankleider und Requisiteure agieren. Das Spiel mit den verschiedenen Zeit­ ebenen wurde von der Regisseurin Katie Mitchell im Bühnenbild von Vicki Mortimer kongenial in Szene gesetzt. Die Musik von Benjamin verdichtet die Handlung mit einer breiten Palette instrumentaler Farben und vokaler Pracht. Bei der Premiere gab es großen Jubel für den anwesenden Komponisten und alle Beteiligten. Die Besprechungen waren einhellig hymnisch. Das Klangforum Wien unter der Leitung von Kent Nagano wurde ebenso gewürdigt wie die fabelhaften Sängerschauspieler, allen voran die Sopranistin Barbara Hannigan als Agnès, Bariton Audun Iverson als Protector und Countertenor Iestyn Davies als Maler/ Boy. Im Rahmen der Reihe Into the City fand am 6. Juni im Hundsturm die Uraufführung von Die Ballade von El Muerto statt, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und der freien Musiktheatergruppe progetto semiserio. Das Auftragswerk von progetto semiserio war eine Gemeinschaftsarbeit des argentinischen Komponisten Diego Collatti und des kolumbianischen Autors Juan Tafur, auf die Bühne gebracht vom jungen israelischen Regisseur Hannan Ishay. Das Ausgangsmaterial für die Musik waren mexikanische Narcocorridos, volksliedhafte Drogenballaden, die die Drogenkriege besingen und die Kartellbosse verherrlichen. D ie Ballade von El Muerto handelt vom Schicksal des Auftragskillers El Muerto. Unter Druck gesetzt von den Verhören des Staatsanwalts El Fiskal und verfolgt von den Geistern seiner Opfer, erzählt er seine Lebensgeschichte. Das Geschehen auf der Bühne wurde begleitet und akzentuiert von einer sechsköpfigen Band, der am Piano auch der Komponist angehörte. Von den Medien unterschiedlich beurteilt, reagierte das Publikum mit großer Begeisterung. Das Publikumsinteresse war erfreulich groß. Ergänzend zu den Vorstellungen gab es unter dem Titel ¡Viva la muerte! – Drogenkrieg in Mexiko am 9. Juni bei freiem Eintritt ein Expertengespräch mit Claudia del Castillo, Jeanette Erazo-Heufelder, Francesca Mendoza und Juan Tafur. Am 14. Juni referierte der Sozialanthropologe, Journalist und Dokumentarfilmer Leo Gabriel zu Fragen aktueller politischer und sozialer Realitäten in Mexiko. Werkeinführungen Im Musikprogramm gab es vor allen Vorstellungen von Il Trovatore, Written on Skin, JOIN! und Die Ballade von El Muerto insgesamt 19 Werkeinführungen. Vom Publikum sehr geschätzt, waren sie mit insgesamt ca. 2 300 Menschen erfreulich gut besucht. Into the City Musikdirektor Stéphane Lissner hat 2006 mit Into the City, kuratiert von Wolfgang Schlag, eine neue Reihe im Musikprogramm initiiert. 2013 realisierte Into the City vier unterschiedliche Projekte mit insgesamt 23 910 BesucherInnen und das Musiktheaterprojekt Die Ballade von El Muerto mit 860 Besuchern. Das Medieninteresse und die mediale Berichterstattung für Into the City waren erfreulich groß. Die Projekte erhielten große Aufmerksamkeit. Das Presseecho war durchwegs sehr positiv und zustimmend. 16 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Reihe Into the City widmete sich dem Thema music and politics und stellte in unterschiedlichen Formaten und Zusammenhängen die gesellschaftliche Bedeutung von Musik in unserer Zeit heraus. Workshops und Konzerte in verschiedenen Einrichtungen und Örtlichkeiten verbanden das diesjährige Into the City Festivalzentrum im Wien Museum Karlsplatz mit der Stadt. Into the City 2013 wurde am 11. Mai mit einem Open Air Konzert auf dem Karlsplatz eröffnet. Unvergesslich der Auftritt von Stefan Weber und seiner Wiener Kultband Drahdiwaberl mit einer exzessiven Bühnenshow. Auf der Bühne vor dem Wien Museum weiters die deutsch-türkische Rapperin Ebow, die Rapperin Soultana aus Marokko, das Linzer HipHop-Kollektiv Texta und die Heidelberger Reggae- und Dancehall-Band Irie Révoltés. Trotz Regenwetters kamen rund 4 500 Besucher auf den Platz. Parallel dazu wurde im Museum die Ausstellung Blutrausch – Stefan Weber und Drahdiwaberl eröffnet. Rund 2 000 Menschen kamen zur Vernissage. Die Ausstellung ist dem Musiker und Grafiker Stefan Weber, der 1969 die Wiener„Anarcho“-Band Drahdiwaberl gründete, gewidmet. Ausgestellt sind von ihm entworfene Plattencover, Konzertplakate und Flyer, ergänzt um eine Auswahl politischer Grafiken aus der Arena-Zeit bis zu seinem Engagement gegen die ÖVP/FPÖ-Koalition. Die Ausstellung, die zum Ende der Festwochen rund 9 600 BesucherInnen verzeichnete, war bis zum 15. September 2013 zu sehen. Talkreihe/ Nightline/ Workshops Von 11. Mai bis 8. Juni war das Into the City Festivalzentrum im Wien Museum geöffnet. Unter dem Titel If I can’t dance(it’s not my revolution) hatte das Berliner Performing Arts Label matthaei& konsorten in den Räumen des Wien Museums wandelbare Settings zwischen LectureRaum und Club, Ausstellung und Lounge installiert, die rund 2 500 Menschen besucht haben. Im Festivalzentrum fand zum Thema music and politics an zehn Abenden eine Talkreihe mit anschließender Nightline statt. Die Themen waren aktuelle Musik und zeitgenössische Protestkultur in Syrien und im Libanon, USA und Islam, Queer-Malaysia, Rechts-Rock, neue Formen des Protestlieds in Russland u. a. Der Abend zum Thema Kunst und Zensur in Ungarn fand im Festwochen-Garten der Secession statt. Die Gesprächsrunden waren mit(internationalen) Experten hochkarätig besetzt. Bei Talk und Nightline gab es insgesamt mehr als 2 500 interessierte BesucherInnen. Ein weiterer Schwerpunkt von Into the City 2013 waren die zahlreichen Workshops, die an unterschiedlichen Orten in der Stadt stattgefunden haben. Die Workshops zu Flexing, Breakdance, Rap, Girls-Rock, Poetry- und Tanz-Performance wurden von MusikerInnen, die bei music and politics zu Gast waren, geleitet und fanden teilweise in Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendeinrichtungen der Stadt Wien statt. In einer in Kooperation mit dem LENTOS Kunstmuseum Linz entwickelten Installation fanden auf dem Urban-Loritz-Platz Workshops zu den Hip-Hop-Disziplinen Graffiti, DJing, Breakdance und Rap statt. Die deutsch-türkische Rapperin Ebow gab im Rahmen einer Performancereihe spontane Konzerte an verschiedenen Orten in der Stadt. Die LEAGUE OF UNREAL DANCING(L.O.U.D.) aus Brooklyn führte öffentliche „battles“ in der Tradition des Streetdance durch. Die Ergebnisse der Workshops wurden am 8. Juni im Rahmen der Abschlussparty von Into the City im Wien Museum präsentiert. An den Workshops haben rund 2 700 Interessierte teilgenommen. Ein Teil des Programms von Into the City 2013 war auch das Musiktheater Die Ballade von El Muerto vom argentinischen Komponisten Diego Collatti und dem kolumbianischen Autor Juan Tafur, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und progetto semiserio mit der Uraufführung am 6. Juni im Hundsturm und insgesamt 860 BesucherInnen. Wiener Festwochen 17 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Schauspielprogramm Das Schauspielprogramm von Schauspieldirektorin Stefanie Carp beschäftigte sich mit der Frage„How to get from here to there“ des indischen Künstlerkollektivs Raqs Media. Die Frage ist inhaltlich politisch und künstlerisch formal zu verstehen. Wie kommen wir aus unseren Zusammenhängen, historischen und ideologischen Vorbestimmtheiten heraus, und wohin wollen wir denn kommen? Ist das„there“ überhaupt anders als das„here“? Inwieweit ist Kunst in der Lage, immer wieder ein„Alles anders“ zu behaupten? Mehr denn je will man – oder will ein gedachtes„Wir“ einer gedachten, manchmal auch erlebten kritischen Community – sich gegen das behaupten, was schon akzeptiert scheint, wie es offenbar in der„kommenden Gesellschaft“ mit den Menschen gemeint ist. Künstlerische Praxis darf ihr irritierendes, unauflösliches Anderssein nicht aufgeben, sonst ist sie keine. Wie kann sie sich trotzdem politisch artikulieren, und in welchen neuen Formen? Diese Fragen stellen sich sowohl viele KünstlerInnen eines Installations- und Performanceparcours in Ausstellungsräumen als auch die KünstlerInnen der Inszenierungen in Theaterräumen. Es fanden acht Uraufführungen und zwei Neuinszenierungen statt. Das Publikum und die Medien begleiteten das Schauspielprogramm mit größter Aufmerksamkeit und Begeisterung. Sie zeigten sich gegenüber neuen Formaten und Spielorten sehr aufgeschlossen und interessiert an inhaltlichen Fragestellungen und den Produktionen, die sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinandersetzten. Besonders erfreulich war das große internationale Medieninteresse. Die erste Premiere im Schauspielprogramm war die Uraufführung von Todo el cielo sobre la tierra: El síndrome de Wendy[Der ganze Himmel über der Erde: Das Wendy-Syndrom]. Im Auftrag der Wiener Festwochen hat Angélica Liddell ihre neue Musik-Theater-Performance erarbeitet, die am 9. Mai in der Halle G im MuseumsQuartier Premiere hatte. Todo el cielo sobre la tierra: El síndrome de Wendy spielt auf den zwei Inseln Neverland und Utøya. Auf Neverland, wo die Kinder niemals erwachsen werden, wohnt Peter Pan. Auf der norwegischen Insel Utøya ermordete Anders Behring Breivik 77 Menschen. Liddell sieht in Breivik den radikalst möglichen Peter Pan, der in seinem Neid und Hass auf alles Jüngere diese Tat beging. Peter Pan begegnet dem Mädchen Wendy Darling und nimmt sie mit auf Neverland, wo sie für ihn und seine Lost Boys eine Mutterrolle übernimmt. Anhand der Geschichte von Peter Pan und dem Mädchen Wendy thematisierte Liddell das Peter-Pan-Syndrom und das Wendy-Dilemma, Syndrome unter Erwachsenen, die ihre emotionale Unreife entweder durch Dauerpubertieren oder Übermuttern kompensieren. Den Rahmen für Todo el cielo sobre la tierra: El síndrome de Wendy bildet die Geschichte einer Frau, die nach Schanghai flüchtet, um dort in der Großstadt unterzugehen und sich ohne Druck fremd und einsam fühlen kann. Unterstützt wurde Liddell von fünf Schauspielern, einem Straßenwalzertänzerpaar aus Schanghai und dem Wiener Musikensembles PHACE. Tanzszenen wechseln mit Dialogen. Die Walzermusik hat der berühmte südkoreanische Filmkomponist Cho Young Wuk komponiert. Der Abend gipfelte in einem einstündigen furiosen Solo von Angélica Liddell, rasend und aggressiv, mit Hasstiraden gegen Gutmenschen – allen voran Müttern. Am Ende gab es viel Jubel und langen Applaus für diese intensive, fordernde Arbeit, die nach Wien in Avignon, Antwerpen, Paris und Ibos(Südfrankreich) zu sehen war. Vom Publikum gefeiert, wurde die Aufführung auch von vielen Kritikern hervorragend beurteilt. Zu den eindrücklichsten Theatererlebnissen dieser Festwochen zählte Romeo Castelluccis gefeierte und viel diskutierte Arbeit Sul concetto di volto nel Figlio di Dio[Über das Konzept des Angesichts von Gottes Sohn]. Im Mittelpunkt auf der Bühne des Burgtheaters: ein überdimensionales Jesusbildnis des Renaissancemalers Antonella da Messina. Davor der sisyphusartige Versuch eines Mannes, seinem dementen, hilflosen Vater die Windeln zu wechseln. Als der Sohn des Vaters wieder als Kind auf der Bühne steht und gemeinsam mit Freunden das Christusbild mit Handgranaten-(Attrappen) bewirft, kam es in der Premiere am 11. Mai zu einem 18 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 organisierten Tumult auf dem Mittelrang. Da der Protest zeitgleich mit dem Szenenwechsel ausbrach, wurde er von manchen im Publikum als Teil der Inszenierung gesehen.„Herab­ würdigung“ und„Das ist keine Kunst“, wurde vom Rang gerufen. Das Publikum reagierte mit andauerndem, beharrlichem Applaus. Während die Kinderstatisten auf der Bühne unbeeindruckt weiterspielten, verließ die Gruppe der Protestierer das Theater. Insgesamt zeigte sich das Wiener Publikum sehr interessiert und aufgeschlossen. Es gab in den Medien ausführliche Besprechungen, die großteils hymnisch und sehr positiv waren. In mehreren europäischen Städten erregte die aufwühlende Inszenierung religiöse Gemüter und katholische Würdenträger. So konnte sie etwa in Paris nur unter Polizeischutz aufgeführt werden. In Wien nahm Dompfarrer Toni Faber an einem Künstlergespräch mit Romeo Castellucci teil, das am Tag nach der Premiere stattfand(moderiert von Ronald Pohl) und äußerte sich zustimmend und lobend zu Castelluccis Aufführung. Als Gastspiel zu sehen war die teils theatralische, teils filmische Arbeit Julia nach Strindbergs Fräulein Julie der jungen brasilianischen Autorin und Regisseurin Christiane Jatahy. Eine verwöhnt-verspielte Tochter der Reichen und Schönen und natürlich Weißen in Rio de Janeiro ist die blutjunge Julia. Ihr Jean heißt Jelson und ist der schwarze Gärtnerssohn und junge Chauffeur aus der Favela nebenan. Jatahys Adaption ist eine moderne Parabel auf den latenten Rassismus hinter den sozialen Verhältnissen in Brasilien, die sie als ein komplex gewobenes, virtuos gespieltes Gegenwartstheater und-kino auf die Bühne bringt. Das Bühnenbild ist zugleich ein raffiniertes Filmset. Live gespielte Szenen überlagern und wechseln sich ab mit live gefilmten und vorproduzierten. Presse und Publikum reagierten mit großer Begeisterung. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Zu den Höhepunkten im Programm der Wiener Festwochen 2013 zählte die Abschiedsinszenierung von Luc Bondy als Intendant der Wiener Festwochen: Molières Tartuffe in einer neuen Textfassung von Luc Bondy und Peter Stephan Jungk mit einem hochkarätigen Ensemble, angeführt von Gert Voss, Johanna Wokalek, Joachim Meyerhoff und Edith Clever, im Bühnenbild von Richard Peduzzi. Dieser Neuinszenierung galt die größte mediale Aufmerksamkeit bei den Wiener Festwochen 2013. Viele internationale Medien haben die Aufführung wahrgenommen. Die mit großer Spannung erwartete Premiere am 28. Mai im Akademietheater war ein umjubeltes Ereignis. Im Zentrum des Stücks und der Inszenierung: Orgon Gert Voss und Tartuffe Joachim Meyerhoff, der Heuchler, der sich ins Herz des Patriarchen einschleicht. In Bondys Inszenierung bleibt, nachdem Tartuffe als Betrüger überführt und der Spuk für Orgons Familie vorbei ist, das Familienoberhaupt als enttäuschter, gebrochener Mensch zurück. Unter der subtilen Personenführung des Regisseurs entfaltete sich das akzentuierte, intensive Spiel der beiden sehr besonderen Schauspieler Voss und Meyerhoff. Das(Zusammen-)Spiel der beiden und von Johanna Wokalek als Elmire zählte zu den Glanzlichtern der Aufführung. Die Reaktionen der BesucherInnen und von vielen überregionalen Journalisten waren zumeist euphorisch. In Luc Bondys Inszenierung wird aus Molières Komödie eine große Tragödie(FAZ) mit Gert Voss als große, tragische Figur im Schlussbild. Luc Bondy, der Regisseur menschenfreundlicher Verdrehtheiten, die auf Liebes- und Sehnsuchtsmesserschärfen leichter Hand in aquarellhellem Licht balancieren, hat diesmal mit genial geschärfter Albtraumkreide schwarz gemalt: die Hauptfigur. Einer Tragödie, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und so ist Luc Bondys leichte Abschiedsinszenierung in ihrem Kern doch schwärzer, weniger genießbar, als es der erste Blick zu verraten schien: Ein Schauspielerfest war es schon; aber man verlässt es, an Gert Voss und seinen Schlussblick auf die Familie denkend, nicht ohne Schrecken.(Die Zeit) Der Publikumsansturm auf die zwei Voraufführungen und elf Vorstellungen war überwältigend. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Aufführung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Burgtheater, wurde ab der Spielzeit 2013/14 in das Repertoire des Burg­ theaters übernommen. Wiener Festwochen 19 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Mit Le Retour[Die Heimkehr] zeigte Festwochen-Intendant Luc Bondy seine gefeierte Inszenierung von Harold Pinters The Homecoming in einer neuen französischen Übersetzung von Philippe Djian. Das große Thema von Pinters 1965 in London uraufgeführtem Stück ist die Familie. Diese besteht aus Max, dem Familienoberhaupt, dessen Bruder Sam und drei Söhnen – Teddy, Lenny und Joey. Das Stück handelt von der Heimkehr des in den USA als Philosophieprofessor erfolgreichen Sohnes Teddy und seiner Frau Ruth, eine ehemalige Prostituierte. Ruth fühlt sich im kruden Männerhaushalt wohl. Sie bleibt und wird wieder zur Hure, während ihr Mann allein zurückfährt. In der Rolle des pensionierten Fleischhauers Max kehrte nach sechs Jahren Theaterabstinenz auch Bruno Ganz wieder auf die Bühne zurück und feierte ein triumphales Comeback. Neben Bruno Ganz spielten im französischen Starensemble Louis Garrel, Pascal Greggory, Jérôme Kircher, Micha Lescot und Emmanuelle Seigner. Bondys ebenso dynamische wie leichte Inszenierung im Bühnenbild von Johannes Schütz zeigt die einzelnen Figuren als facettenreiche Charaktere, spielfreudig, vital, humorvoll. Die Aufführung wurde von der internationalen Presse hervorragend besprochen. Nach der Premiere und einer langen Aufführungsserie am Pariser Théâtre de l’Odéon ging diese Festwochen-Koproduktion auf Tournee mit Stationen in Frankreich, Zürich, Luxemburg und Mailand, bevor sie nach Wien kam. Das österreichische Presseecho war sehr gut. Das Wiener Publikum war restlos begeistert. Es gab großen Jubel nach jeder Vorstellung. Alle neun Vorstellungen waren ausverkauft. Zwei junge südamerikanische Künstler kreierten im Auftrag der Wiener Festwochen neue Arbeiten: Cineastas[Filmemacher] von Mariano Pensotti handelt von vier Filmemachern, die alle einen Film in Buenos Aires drehen. Erzählt wurde ihre persönliche Geschichte in ihren aktuellen Lebensumständen. Simultan dazu wurden Szenen aus den im Entstehen befindlichen Filmen gespielt. Die zahlreichen Rollen wurden von fünf SchauspielerInnen virtuos interpretiert. Das Spiel auf zwei Ebenen einer Guckkastenbühne mit blitzschnellen, verblüffenden Rollenwechseln faszinierte das Publikum wie die JournalistInnen gleichermaßen. Die Vorstellungen waren fast ausverkauft. Der brasilianische Choreograf Bruno Beltrão zeigte mit der Grupo da Rua aus Niterói seine neue Tanz-Performance CRACKz(Dança morta), ein work-in-progress, die eine Woche vor Wien beim Kunstenfestivaldesarts in Brüssel uraufgeführt wurde. Als Vorlage diente Beltrão das choreographische Material, das seine Gruppe aus 12 Tänzern und einer Tänzerin in seinem Auftrag weltweit aus dem Internet gesammelt hat: Gesten, Haltungen, Gebärden, die von ihm kunstvoll in eine dynamische Tanzsprache übersetzt wurden. Seine virtuosen TänzerInnen vermochten mit Präzision und Kraft, Energie und Selbstbewusstsein diese choreographische Komposition auf die Bühne zu bringen und beeindruckten mit schwerelos anmutenden Be­ wegungen. CRACKz(Dança morta) wurde bejubelt und von der Presse sehr positiv besprochen. Das Publikumsinteresse war enorm. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Ein weiterer Höhepunkt und eine Regie-Entdeckung im Programm war ein Gastspiel aus Sydney: Mit The Wild Duck wurde eine heutige Ibsen- Wildente-Adaption des jungen australischen Regisseurs Simon Stone gezeigt. Radikal gekürzt, erzählt Simon Stone die tragische Familiengeschichte über die Folgen einer Lebenslüge ins Heute versetzt mit scharfen, sarkastischen Dialogen. Gespielt wurde in unerhörtem Tempo in einem Glaskubus. Das exzellente Ensemble (dem auch eine Ente angehörte) überzeugte durch schauspielerische Glanzleistungen. Das Publikum reagierte euphorisch und emotional, ebenso wie die meisten RezensentInnen. Für viele war es die beste Aufführung und überraschendste Neuentdeckung der diesjährigen Wiener Festwochen. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Zu den Höhepunkten im Programm zählte auch das Gastspiel Gift. Eine Ehegeschichte der Münchner Kammerspiele und von NTGent mit der niederländischen Autorin Lot Vekemans. 20 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das bewegende Stück handelt von einem Ehepaar, dessen Beziehung am Tod des gemeinsamen Kindes zerbrochen ist und die ungleiche Bewältigung des Schmerzes. In der Leichtigkeit von Johan Simons noch aus Gent stammender Inszenierung mit der großartigen Elsie de Brauw, mit Steven van Watermeulen und dem Countertenor Steve Dugardin bot die Aufführung große Schauspielkunst und wurde vom Publikum bejubelt. Ebenso sehr positiv war das Presseecho. Der bosnische Regisseur Oliver Frlji ‘ wurde von seinen Eltern, die nach Amerika emigrierten, im Alter von 16 Jahren im postjugoslawischen Bürgerkrieg zurückgelassen. Als Gastspiel vom Zagreber Teatar& TD performen vier DarstellerInnen in Mrzim istinu![Ich hasse die Wahrheit!] seine Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Zerfalls Jugoslawiens. Dabei haben die vier Familienmitglieder sehr unterschiedliche Perspektiven und Erinnerungskonstruktionen. In der explosiven Atmosphäre der Performance beeindruckten die fantastischen SchauspielerInnen mit ihrem rasanten und temporeichen Spiel auf drei verschiedenen Erzählebenen. Das Presseecho war überwiegend positiv. Das Publikum zeigte große Begeisterung. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Zu den eindrücklichsten Theatererlebnissen dieser Festwochen zählte die Uraufführung von Christoph Marthalers Musik-Theaterprojekt Letzte Tage. Ein Vorabend im historischen Sitzungssaal des Österreichischen Parlaments. Viele internationale Medien haben die Aufführung wahrgenommen. Die mit großer Spannung erwartete Premiere fand am 17. Mai statt. Der Abend setzte sich thematisch und politisch mit der Zeit vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und ihren Folgen auseinander, mit dem damaligen und dem gegenwärtigen Rassismus und Nationalismus in Europa. Im Zentrum der Aufführung stand die Musik. Sie ist jüdischen Komponisten der Zwischenkriegszeit aus Tschechien, Polen und Wien gewidmet, die entweder emigrieren mussten oder Opfer des Naziterrors wurden: Ernest Bloch, Pavel Haas, Jozef Koffler, Fritz Kreisler, Szymon Laks, Pjotr Leschenko, Erwin Schulhoff, Alexandre Tansman und Viktor Ullmann. Einige Kompositionen sind im Konzentrationslager entstanden. Der Musiker Uli Fussenegger vom Klangforum Wien hat diese Werke gesammelt und für diese Aufführung bearbeitet, erweitert um einen Chor aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium Elias und eine Uraufführung von Bernhard Lang, Epilog II. Die Werke wurden von sechs MusikerInnen der„Wienergruppe“ interpretiert und gesungen von Marthalers besonderen Sänger-SchauspielerInnen. Die in der Aufführung verwendeten und collagierten Texte sind alle dokumentarisch(oder fingiert-dokumentarisch) und kombinieren historische Reden mit gegenwärtigen Polit-Diskursen: stenografische Protokolle der Abgeordnetensitzungen des Reichstages, eine antisemitische Hetzrede von Karl Lueger, eine Ansprache von Viktor Orbán, Zitate aus der österreichischen, deutschen und ungarischen Presse sowie aus veröffentlichten Politikerreden. In der szenischen Umsetzung nützte Marthaler den besonderen Spielort vortrefflich als Bühnenraum für das verlangsamte Spiel der großartigen DarstellerInnen, die vor allem das große Halbrund der Abgeordnetenreihen bespielten – vis-à-vis der Zuschauertribüne, die statt des Rednerpults stand. Die Reaktionen der Presse und der BesucherInnen für diese sehr musikalische, atmosphärisch dichte, anrührende Aufführung im einzigartigen Bühnenraum waren sehr gut. Das internationale Medienecho war beeindruckend. Die Besprechungen waren größtenteils positiv. Das Publikumsinteresse war überwältigend. Alle Vorstellungen dieser Festwochen-Produktion waren ausverkauft. Letzte Tage. Ein Vorabend wurde nach Wien an den Orten der Koproduzenten und Kooperationspartner gezeigt: Théâtre de la Ville(Paris), Kunstenfestivaldesarts(Brüssel) und Staatsoper Unter den Linden(Berlin). Mit besonders großer Aufmerksamkeit wurde auch die Premiere von Miroslav Krle as Schauspieltrilogie In Agonie, inszeniert von Martin Ku ej, erwartet. Viele internationale Medien zeigten großes Interesse. Die Premiere dieser Neuinszenierung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Münchner Residenztheater, fand am 23. Mai im Volkstheater Wien statt Wiener Festwochen 21 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 und zählte zu den Höhepunkten im Programm. Mit der Produktion wurden der Autor wie der Stoff für Wien sozusagen entdeckt. Der hierzulande weitgehend unbekannte Kroate Miroslav Krle a(1893–1981) ist einer der wichtigsten Autoren der jugoslawischen Literatur des vergangenen Jahrhunderts. Mit Die Glembays, Galizien, In Agonie werden drei seiner Dramen in der Übersetzung von Milo Dor zu einem großen Bilderbogen zusammengespannt: drei große Tableaus, von Martin Ku ej mit seinem großartigen Ensemble des Münchner Residenztheaters auf die Bühne gebracht, erzählen vom Untergang einer großbürgerlichen Zagreber Familie am Vorabend des Ersten Weltkriegs – in Die Glembays über das Kriegselend in Galizien im Jahre 1916 bis zu In Agonie, wo einige Individuen, allesamt Mitglieder untergegangener aristokratischer und militärischer Klassen, vergeblich versuchen Halt und Sinn in einer neuen, modernen Welt zu finden. Die sechsstündige, temporeiche Aufführung bot exzessives Schauspielertheater. Einige Besucher verließen vorzeitig das Theater. Der Großteil des Publikums blieb jedoch bis zum Schluss und bejubelte vor allem die schauspielerischen Leistungen einiger DarstellerInnen wie Markus Hering, Sophie von Kessel, Johannes Zirner und Manfred Zapatka. Es gab viele ausführliche Besprechungen. Viele von ihnen waren positiv. Das Publikumsinteresse war sehr groß. Mehr als 3 000 BesucherInnen sahen die Vorstellungen. Am 2. Juni gab es im freiraum quartier21/ MuseumsQuartier ein Künstlergespräch mit Martin Ku ej und Stefan Ruzowitzky, moderiert von Wolfgang Kralicek. Die Premiere von In Agonie (Die Glembays/ Galizien/ In Agonie) am Residenztheater in München fand am 1. Juni statt. Swamp Club ist ein urbanes Märchen von Philippe Quesne, das am 4. Juni bei den Wiener Festwochen in der Halle G im MuseumsQuartier uraufgeführt wurde. Der französische Künstler erzählt mit seinen polyglotten Performern des Vivarium Studio von einem abgelegenen Zentrum für Kunst und Künstlerresidenzen mitten in einem Sumpf mit einem Kurator. Internationale KünstlerInnen aus verschiedenen Ländern wie Polen oder Island und ein Streichquartett aus Wien sind die Artists in Residence des Swamp Club. Als das Kulturzentrum von einem städtischen Bauprojekt bedroht wird, leistet der Swamp Club Widerstand. Philippe Quesne liebt das Understatement und spielt mit der theatralen Verweigerung. Die DarstellerInnen agieren sehr zurückgenommen, sie sprechen wenig, ihre Bewegungen sind verlangsamt. Philipp Quesnes jüngste Arbeit polarisierte das Publikum und wurde von einem Großteil der Presse sehr positiv aufgenommen. Nach der Uraufführung in Wien wurde Swamp Club an den Orten der anderen Koproduzenten gezeigt: Théâtre de Gennevilliers, Festival d’Automne à Paris, Foreign Affairs| Berliner Festspiele, Festival d’Avignon, Le Forum/ Scène conventionnée de Blanc-Mesnil, Internationales Sommerfestival(Hamburg), La Ménagerie de Verre, Kaaitheater(Brüssel), La Filature Scène nationale de Mulhouse, Festival Theaterformen(Hannover/ Braunschweig) und Festival La Bâtie(Genf). Mit Spannung erwartet wurde Nicolas Stemanns Nachrichtentheater Kommune der Wahrheit. Wirklichkeitsmaschine, das am 1. Juni in der Halle E im MuseumsQuartier zur Uraufführung kam. Die Kommune der Wahrheit mit Regisseur Nicolas Stemann, den großartigen SchauspielerInnen Franziska Hartmann, Daniel Lommatzsch, Barbara Nüsse, Jörg Pohl, Birte Schnöink, Sebastian Rudolph, den Musikern Thomas Kürstner, Burkhard Niggemeier, Sebastian Vogel und zahlreichen Helfern hat sich für 120 Stunden eingeschlossen, um sich während dieser Zeit unaufhörlich mit Nachrichten auseinanderzusetzen und das Ergebnis an vier Abenden dem Publikum zu präsentieren. Die Bühne zwischen zwei Zuschauertribünen wurde zur Wirklichkeitsmaschine, wo Nachrichten verarbeitet,(vielstimmig) rezitiert oder vorgelesen wurden mit dem Ziel, die Wirklichkeit oder besser eine Alternative zu ihr zu finden. Dazu wurden auch Experten eingeladen wie Eugen Freund, Peter Weibel oder Matthias Bröckers. Gemeinsam wollte man herausfinden, ob durch die Möglichkeiten des Theaters unser medial vermitteltes Verhältnis zur sozialen und politischen Wirklichkeit auf eine mehr selbstbestimmte und verantwortungsvolle Basis gestellt werden kann. 22 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das mediale Interesse war sehr groß. Das Publikums- und Presseecho war geteilt, für viele erfüllten sich ihre Erwartungen nicht. Die theatrale Versuchsanordnung reiste als work-in-progress nach Hamburg weiter, wo weiter an ihr gearbeitet, experimentiert, entwickelt und geprobt wurde. Dort fand die Premiere dieser Festwochen-Koproduktion mit dem Thalia Theater am 14. September 2013 statt. Zur Kommune der Wahrheit. Wirklichkeitsmaschine war ein Buch mit Protokollen, Manifesten und Bildern zum Entstehungsprozess dieses Theaterprojekts geplant. Ein Künstlergespräch mit Nicolas Stemann und Carl Hegemann gab es im freiraum quartier21/ MuseumsQuartier am 30. Mai. Für die Wiener Festwochen entwickelte Barbara Ehnes die Performance Die Schwarze Botin – remastered and remistressed 2013, die am 5. Juni im Schauspielhaus uraufgeführt wurde. Die feministische literarische Zeitschrift Die Schwarze Botin erschien von 1976 bis 1987 in insgesamt 33 Nummern. 2013 war eine Sondernummer geplant. Auf der Bühne und Leinwand wurde eine Redaktionssitzung nachgespielt, in der die Sondernummer zur Diskussion stand. Die Teilnehmerinnen der Redaktionskonferenz waren die schwarzen Botinnen von früher, Ginka Steinwachs, Heidi von Plato, Mona Winter und Marina Auder und mit Doris Arztmann, Katharina Serles und Silke Graf eine neue feministische Generation aus Wien. Liesl Ujvary steuerte akustische Interventionen bei. Das Publikumsinteresse für diese Koproduktion von Wiener Festwochen und Schauspielhaus Wien war sehr groß. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. In den meisten Kritiken wurde der Abend sehr positiv besprochen. Die Wiener Regisseurin Anna Maria Krassnigg hat den 1946 erschienenen Roman Die Kinder von Wien von Robert Neumann wiederentdeckt, dramatisiert und in der Expedithalle der ehemaligen Ankerbrotfabrik in Szene gesetzt. In Die Kinder von Wien oder HOWEVERSTILLALIVE hausen fünf Kinder in einem Keller im Nachkriegsjahr 1946, in einer Wohngemeinschaft des Schreckens, des Mangels, aber auch der anarchischen Freiheit. Das mediale Interesse für diese Produktion von Drama Shop, die im Rahmen der Wiener Festwochen gezeigt wurde, war sehr groß. Die Aufführung wurde in den verschiedenen Medien sehr unterschiedlich besprochen. Die Fragen, die der Roman aufwirft, wurden mit Zeitzeugen, Kindern von Wien, WissenschafterInnen und KünstlerInnen in einem zweiten, diskursiven Teil an drei Abenden unter dem Titel History/ Szenen und Analysen im Salon5 weitergesponnen und auf die Zukunft gerichtet. Zu den Höhepunkten im Programm zählte auch die letzte Premiere im Schauspielprogramm: Mit Playing Cards 1: SPADES wurde die neue Inszenierung des kanadischen Theater-, Film- und Opernregisseurs Robert Lepage gezeigt. SPADES(PIK), der erste Teil seiner Tetralogie zum Kartenspiel, spielt in Las Vegas im Jahr 2003, kurz nach Beginn des Irakkriegs, und ist das Symbol für die Waffe und die Welt des Krieges. Es geht um Glück, Verlust, Betrug, Gewalt, mentale Leere. Vier große Handlungsstränge entrollt Lepage, die kunstvoll miteinander verknüpft sind. Immer neue Personen, Beziehungen, Konflikte wachsen aus dem runden Kartentisch, der die Bühne ist, heraus und verschwinden wieder oder verwandeln sich in neue, andere Konstellationen. 52 Rollen – so viele Blätter hat ein Kartenspiel – werden von sechs DarstellerInnen interpretiert. Die Verwandlungen grenzen an Zauberei. Die Präzision und Perfektion, wie sie von den SchauspielerInnen und den BühnentechnikerInnen umgesetzt werden, verblüffte das Publikum. Nach jeder Vorstellung gab es großen Jubel von den insgesamt rund 3 500 BesucherInnen. Die meisten KritikerInnen waren von der Aufführung sehr angetan und beurteilten sie sehr gut. Es war bereits die vierte Produktion von Robert Lepage, die die Schauspieldirektorin Stefanie Carp in ihrer Zeit in Wien programmierte. New Performance Late Hour In der neu installierten Late Night-Reihe fanden drei erfolgreiche und exquisite Gastspiele statt: Wiener Festwochen 23 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Big Hits, die„Broken Genre Performance“ der britischen Gruppe GETINTHEBACKOFTHEVAN ist junge Performancekunst aus London mit den Performerinnen Lucy McCormick und Jennifer Pick. Während Lucy immer hysterischer versucht den richtigen Ton im ewig gleichen Song – Hallelujah von Leonard Cohen – zu treffen, hält Jen als riesiger Plüschhase und Moderatorin des Abends zunehmend verwirrte Vorträge über Selbstverbesserung und Selbstliebe. Das Publikum zeigte sich sehr interessiert. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Reaktionen von Publikum und Presse waren überwiegend positiv. The Table, die Puppentheater-Performance vom Londoner Blind Summit Theatre ist zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen 2013 zu zählen. Für viele BesucherInnen bedeutete diese minimalistische Produktion mit einem Tisch, einer Puppe und drei PuppenspielerInnen eine Theatersternstunde. Die Puppe wird im Stil des japanischen Bunraku-Theaters am Kopf, den Armen, Beinen und Hüften bewegt. Ein Spieler leiht der Puppe, ein riesiger Greisenkopf aus Pappkarton auf dünnen Beinchen mit dünnen Ärmchen, auch seine Stimme, die ankündigt, die letzten zwölf Stunden im Leben von Moses nachspielen zu wollen. Das Publikum folgte der Aufführung mit großer Anteilnahme und Begeisterung. Am Ende gab es euphorischen Jubel und hymnische Kritiken. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Audience der belgischen Performancegruppe Ontroerend Goed um den Regisseur Alexander Devriendt ist ein spontaner Abend über das Publikum, über Masse, Macht und Zivilcourage. Das Publikum ist Teil der Aufführung. Die BesucherInnen werden zu MitspielerInnen, gewollt oder ungewollt – was die Wiener ZuschauerInnen allerdings nur zu verhaltenen Reaktionen animierte. Kunst- und Konzert-Performance Im Schauspiel programmiert war auch die musikalisch-visuelle Konzert-Performance Everyday des bildenden Künstlers und Komponisten Christian Marclay, ein programmatischer Verweis auf spartenübergreifende Projekt und den Ausstellungsparcours Unruhe der Form im Programm. Für Everyday hat Marclay hunderte Videosequenzen aus alten und neuen Filmen, bekannten und unbekannten zusammengefügt. Manche Szene ist länger, die meisten sind nur sehr kurze Schnipseln, oft in überraschend absurder Kombination oder Wiederholung. Die Filmclips sind die Partitur der Konzertperformance. Auf die Bilderflut haben Christian Marclay an den Turntables und vier exzellente Musiker Steve Beresford(Klavier/Electronics), John Butcher(Saxofon), Mark Sanders(Schlagzeug) und Alan Tomlinson(Posaune) furios reagiert und improvisiert. Das Publikum war begeistert von der mit 45 Minuten kurzen, intensiven und sublimen Kunstund Konzert-Performance. Das Presseecho war einhellig positiv. Das Künstlergespräch im freiraum quartier21/ MuseumsQuartier am 9. Juni zwischen Christian Marclay und der Stuttgarter Museumsdirektorin Ulrike Groos war das Interessanteste der Saison. Festwochen-Schülerprojekt Besonders erfolgreich war das Festwochen-Schülerprojekt Ich mach die Welt. Im Rahmen der bundesweiten Initiative Macht|schule|theater haben die Wiener Festwochen den in Wien lebenden persischen Filmemacher Arash T. Riahi eingeladen, gemeinsam mit der deutschen Jugendtheaterregisseurin Yvonne Zahn und 65 Jugendlichen aus zwei Schulen im 23. Wiener Gemeindebezirk ein Projekt zu künstlerischen Ausdrucksformen ihres Protests zu erarbeiten und auszuprobieren. Die mitwirkenden Klassen waren die 5d, 5e, 6d, 6e, 7d, 7e vom BRG/ORG 23 in der Anton Krieger-Gasse sowie die FMS1 von der Fachmittelschule 13/23 in der Anton Baumgartner-Straße. Iris Bauer, Angela Fuderer, Johanna Kellermann, Jutta Kronberger bzw. Dagmar Buschta, Ulrike Erven-Erben, Hans Bintinger waren die Lehrenden, die seitens der beiden Schulen das Projekt mitgetragen haben. Ich mach die Welt wurde als temporeiches Stationentheater mit klugen, witzigen, originellen Szenen im BRG/ORG 23 vor einem begeisterten Publikum gezeigt. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. 24 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Publikums-/ KünstlerInnengespräche Zu vielen Produktionen im Schauspielprogramm wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den KünstlerInnen angeboten. Insgesamt folgten rund 750 Menschen der Einladung zu den zehn Publikumsgesprächen, wobei das Interesse für einige Gespräche besonders groß war: Sul concetto di volto nel Figlio di Dio(150), The Wild Duck(120), CRACKz(Dança morta)(130). Zu den fünf KünstlerInnengesprächen im freiraum quartier21/ MuseumsQuartier kamen insgesamt 300 Personen, wobei das Gespräch mit Romeo Castellucci und Toni Faber mit 110 Menschen die meisten Besucher hatte. Ausstellungsparcours Unruhe der Form. Entwürfe des politischen Subjekts Vom 11. Mai bis zum 16. Juni(täglich außer Montag) fand in der Secession, in der Akademie der bildenden Künste Wien und im freiraum quartier21/ MuseumsQuartier der Ausstellungsparcours statt. Das Gemeinschaftsprojekt von Wiener Festwochen, Secession, Akademie der bildenden Künste Wien und MuseumsQuartier Wien wurde von Karl Baratta, Stefanie Carp, Matthias Pees, Hedwig Saxenhuber, Georg Schöllhammer kuratiert. Das Display entwarf Johannes Porsch. Unruhe der Form. Entwürfe des politischen Subjekts widmete sich der Frage:„Wie greift Kunst den politischen Raum auf und in ihn ein, welche Wirklichkeitsbilder und alternativen Räume entwirft sie und für wen?“ Die Wiener Festwochen fragten nach der Politik der Form und haben deshalb zeitgenössische bildende und darstellende KünstlerInnen und AutorInnen eingeladen, gemeinsam auf drei benachbarten Ausstellungsflächen die Kunst als politische Imagination wiederzuentdecken. Dies geschah nicht nur in permanenten Installationen, Skulpturen, Bildern und Videoarbeiten, sondern ebenso in temporären Interventionen, Performances, Touren, Filmen, Reden, Lectures und Gesprächen. Insgesamt waren mehr als 70 KünstlerInnen beteiligt: Thomas Arzt, Volkan Aslan, Neïl Beloufa, Luo Bing, Brad Butler, Banu Cenneto lu, Keti Chukhrov, Antonio Cosentino, Tim Crouch, Cordula Daus, Burak Delier, Elmas Deniz, Carola Dertnig, J. C. Duenkel, Jimmie Durham, Barbara Ehnes, Gustav Ernst, Tim Etchells, Süreyyya Evren, Heinz Frank, Antonio Fian, Franzobel, Inci Furni, Dora García, Thomas Glavinic, Dmitri Gutov, Wang Haian, Wen Hui, Hannah Hurtzig, Elfriede Jelinek, Anna Jermolaewa, Schorsch Kamerun, Hassan Khan, Július Koller, Chris Kondek, KwieKulik, Kate McIntosh, Mapa Teatro, Zhang Mengqi, Karen Mirza, Rabih Mroué, Jia Nannan, Marina Naprushkina, Henrik Olesen, Boris Ondrei ka, Ontroerend Goed, Yasemin Özcan, Mustafa Erdem Özler, Iz Öztat, Ewald Palmetshofer, Judith Nika Pfeifer, Shu Qiao, Nuno Ramos, Milo Rau, Navin Rawanchaikul, Ad Reinhardt, David Riff, Kathrin Röggla, Pedro Romero, Ferdinand Schmatz, Franz Schuh, Tino Sehgal, János Sugár, Akira Takayama, Vladimir Tatlin, Miguel Ventura, Tris Vonna-Michell, Jeronimo Voss, Wu Wenguang, Tanja Widmann, Dilek Winchester, Li Xinmin, Zou Xueping, Shiri Zinn. Das Medieninteresse war sehr groß. Die Rezensenten beurteilten die Ausstellung unterschiedlich. Besonders positiv hervorgehoben wurde das Performance- und Lectureprogramm mit hervorragenden Besprechungen in den Medien. Das Publikumsinteresse war gewaltig. Insgesamt wurden 11 500 Festival-Pässe ausgegeben. Beim Eröffnungsevent kamen 1 200 Menschen in die Secession. Die acht Abendperformances im Programm verzeichneten rund 1 000 BesucherInnen. Die sieben Lectures/ Diskussionen bei freiem Eintritt im freiraum quartier21 / MuseumsQuartier besuchten rund 300 Personen. In den Festwochen Garten in der Secession kamen rund 1 560 Menschen. Abendperformances mumok kino • Rabih Mroué, The Pixelated Revolution Wiener Festwochen 25 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 freiraum quartier21/ MuseumsQuartier • Tim Etchells mit Kate McIntosh, Although We Fell Short • Ontroerend Goed mit Koba Ryckewaert, All That Is Wrong Akademie der bildenden Künste Wien, Aktsaal • Keti Chukhrov, Afgan-Kuzminki Akademie der bildenden Künste Wien, xhibit • Tim Crouch mit Hannah Ringham, England Secession • Schorsch Kamerun, Agora I Konzert-Performance • Akira Takayama, Prolog – Zwentendorf Tour GARAGE X • Schorsch Kamerun, Agora II Musiktheater-Utopie Performances/ Lectures/ Interventionen Secession • Carola Dertnig, Tacheles Speech • Hannah Hurtzig/ Mobile Academy Berlin, Das Milieu der Toten • Dora García, The Artist Without Works: A Guided Tour Around Nothing[Der Künstler ohne Werke: Eine Führung durch nichts] • Boris Ondrei ka, ENTOPTIC& TACIT: Noemas/ Grey/ The Decade of Decay& The State of Hibernation/ Theoretical Performances& Etcs • Akira Takayama, Fukushima – Epilog?(Audiowalk in Wien) Akademie der bildenden Künste Wien • Palacios Rubios/ Fray Matías de la Paz, Requerimiento • Dmitri Gutov, Lifschitz-Akademie freiraum quartier21/ MuseumsQuartier • Akira Takayama, The Referendum Project(Lecture) • Milo Rau mit Dmitri Gutov, Die Moskauer Prozesse(Lecture) • Mapa Teatro, Discurso de un hombre decente[Ansprache eines anständigen Bürgers] (Lecture) • Cordula Daus, Geophysik der Stimme(Lecture) • János Sugár, Ship of Theseus(Lecture) • Asyl in Wien(Diskussion) • Group P, Go Get Them Tiger!(kuratiert von Burak Delier und Süreyyya Evren) • Volkan Aslan, Upgrading • Inci Furni, Deprecating the Idle Man 26 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 • Antonio Cosentino, 29,90 • Burak Delier, The Candidate • Dilek Winchester, Go Get Them Tiger!(Dokumentation) • Group P, Art in the Age of Precarity • Politik der Form(Tischgespräche) I: Das Kontinuierliche/ II: Das Unsichtbare/ III: Gemengelagen und Affirmation AutorInnenreden • Thomas Arzt, Meine Jugend eine Armut mit Raphael von Bargen • Gustav Ernst, Lob der Eigenverantwortung mit Julia Jelinek • Antonio Fian, Versöhnungsrede mit Wolf Bachofner • Franzobel, 93 Rolls Royce mit Gerhard Spring • Thomas Glavinic, Bollidigg mit Ernst Mathon • Ewald Palmetshofer, wir nicht(RIOT OF FORM) mit Marthe Lola Deutschmann, Anna Krestel, Balint Toth • Judith Nika Pfeifer, LOOP mit Benedikta Manzano • Kathrin Röggla, Lobbyisten mit Dorothee Hartinger • Ferdinand Schmatz, Meine her geleerten Samen und Beeren mit Christian Nickel • Franz Schuh, Dunkelblau mit weißen Streifen mit Ernst Mathon Filmprogramm im freiraum kino • Karen Mirza/ Brad Butler, Deep State(2012, HD-Video 45 min.) • Anna Jermolaewa, Methods of Social Resistance on Russian Examples(2012, HD-Video, 89 min.) • Nuno Ramos/ Eduardo Climachauska, Iluminai os terreiros[Erleuchtet die Gelände] (2007, Video, 43 min.) • Navin Rawanchaikul, Navins of Bollywood(2006, HD-Video, 10 min.) • Pedro Romero, La Casa/Das Haus(2005, Video, 21 min.) • Pedro Romero, Los Trabajadores[Die Arbeiter](2011, Video, 58 min.) • Gogol’s Wives Production, Pussy vs. Putin(2013, Video, 63 min.) • Miguel Ventura, Mexican War Fair(2009, Video, 40 min.) • Caochangdi Workstation, The Memory Project(3-tägige Dokumentarfilmschau) OKTO TV(www.okto.tv) • Unruhe der Form-TV • Elmas Deniz, International Minimum Wage Commission • Expertendiskussion zum Konzept eines universellen Mindestlohns • Neïl Beloufa, Ausgewählte Filme • Jia Nannan, My Grandpa’s Winter(Dokumentarfilm) • Boris Ondrei ka, GREY(Video) • Anna Jermolaewa, Methods of Social Resistance on Russian Examples Video(Auszüge) • Rabih Mroué, The Pixelated Revolution(Video) Wiener Festwochen 27 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KUNSTHALLE wien MuseumsQuartier #WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do Gemeinsames Abendprogramm KUNSTHALLE wien in Kooperation mit Wiener Festwochen 36. Internationales Musikfest Eine Kooperation der Wiener Konzerthausgesellschaft und der Wiener Festwochen Vom 11. Mai bis 29. Juni fanden 65 Veranstaltungen statt. Es wurden insgesamt 68 200 Karten ausgegeben. Die Auslastung betrug 90 Prozent. Es gab sehr großes Interesse am Musikfest mit mehr Karten als je zuvor und einem Plus von 22 Prozent bei den ausgegebenen Karten im Vergleich zu 2011. Neben den großen Orchestern mit den Berliner Philharmonikern(erste Residenz am Haus), den New York Philharmonic und dem Philharmonia Orchestra(London), gab es ein besonders umfassendes zeitgenössisches Angebot mit Per Norgard, Wolfgang Rihm und den Uraufführungen des Kompositionswett­ bewerbs„Towards the Next 100 Year“. Festwochen jugendFREI 2013 Im fünften Jahr des Vermittlungsprogramms der Wiener Festwochen waren im Rahmen der Vermittlungsangebote zu acht ausgewählten Inszenierungen folgende Teilnehmer dabei: 17 Schulklassen aus Wien und Tirol(insgesamt sind dies rund 300 Personen), davon 271 SchülerInnen im Alter von 14 bis 21 Jahren und 27 LehrerInnen. Weiters haben 22 Studierende der Klasse Bühnenbild und Filmgestaltung unter Leitung von Professor Kleber der Universität für Angewandte Kunst in Wien und vier Studierende der Studienrichtung Transmediale Kunst an Workshops teilgenommen, sowie vier JungkritikerInnen und eine jugendFREI-Praktikantin. Einen besonderen Stellenwert in der diesjährigen jugendFREI-Saison nimmt die Inszenierung von Ich mach die Welt ein. Erstmals gab es ein Stück mit jugendlichen DarstellerInnen, an dem rund 80 Personen beteiligt waren. Im Rahmen der österreichweiten Initiative Macht[schule] Theater erarbeiteten Arash T. Riahi und Yvonne Zahn mit 65 SchülerInnen aus drei Klassen eines Gymnasiums und einer Fachmittelschule in Liesing ein Stationentheater zum Thema Protest. Sie wurden dabei von sieben LehrerInnen unterstützt. 14 inszenierungsbegleitende Workshops, die als schulSTOFF angeboten wurden, fanden an Aufführungsorten, in der Universität für Angewandte Kunst in Wien, in der Secession oder im Probenraum des Klangforums Wien statt. Ein anschließender Vorstellungsbesuch oder der Besuch einer Generalprobe folgte auf den jeweiligen Workshop. Nachgespräche – wenn gewünscht – rundeten die Vermittlung ab. Die Workshops fanden unter Mitwirkung von TheaterpädagogInnen, Musik- und KunstvermittlerInnen sowie unter Einbindung von Ensemble­ gästen statt. JugendFREI wurde in diesem Jahr flexibel gestaltet. So konnten die LehrerInnen Zeitpunkt und Länge der Workshops mitbestimmen, was großen Anklang fand. Kooperationen mit dem Klangforum Wien und erstmalig mit der Secession führten zu dem neuen Format kraftSTOFF, das die Schnittstelle von Theater und Musik bzw. von bildender und darstellender Kunst thematisierte. Die Kritikerrunde setzte sich in diesem Jahr aus vier StudentInnen zusammen. Ein Besuch in der Kurier-Redaktion und ein Workshop zum Aufbau einer Kritik stellten den Höhepunkt des Seminars dar. Insgesamt wurden 22 Kritiken und ein Festivalbericht geschrieben, nachzulesen auf dem Festivalblog der jungen Bühne. 28 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Musik Drei große Veranstaltungsinstitutionen bilden die wesentlichen Säulen des Musiklebens in Wien: Die Gesellschaft der Musikfreunde, die Wiener Konzerthausgesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs. In zahlreichen Konzertzyklen bieten alle drei Institutionen einen musikalischen Programmbogen, der sich von der Alten Musik über Klassik und Romantik bis hin zur Moderne spannt. Allen dreien ist es auch ein Anliegen, dass jüngere KonzertbesucherInnen langsam und altersgerecht zur Musik hingeführt werden. Verschiedenste Zyklen über das Jahr verteilt erfreuen sich steigender Beliebtheit. Zwei zentrale Informationsstellen sind das MICA und das Arnold Schönberg Center, das den Nachlass des Komponisten verwaltet aber auch zahlreiche Veranstaltungen durchführt. Zahlreiche Festivals werden von Publikum immer besonders gerne besucht, können hier doch in kurzer Zeit die„Topkünstler“ eines Genres präsentiert werden. So sind u. a. das Festival„Wien Modern“, das„Frühlingsfestival“, das Wienerliedfestival„Wean hean“ oder„Wien im Rosenstolz“, oder das„Akkordeonfestival“ im Frühjahr von steigendem Publikumsinteresse begleitet. Vom 10. bis 20. Juni 2013 fand der 14. Internationale Beethoven Klavierwettbewerb Wien statt. Dieser Wettbewerb wird alle vier Jahre von der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien veranstaltet und ist mit seiner Konzentration auf das Werk Ludwig van Beethovens weltweit einmalig. Im Rahmen des Finalkonzertes im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins wurden sechs Preise und drei Sonderpreise vergeben. Den 1. Preis erhielt Maria Mazo. Viele Vereine setzen in ihren Konzertprogrammen KomponistInnen einen Schwerpunkt, die einen runden Geburtstag oder ein Jubiläum feiern. 2013 waren folgende Komponisten vertreten: 200. Geburtstag Richard Wagner 200. Geburtstag Guiseppe Verdi 100. Geburtstag Cesar Bresgen 60. Todestag Franz Léhar 50. Todestag Paul Hindemith 60. Geburtstag Georg Friedrich Haas 2013 wurden von der Stadt Wien 23 Kompositionsaufträge vergeben. Literatur BesucherInnen von Literaturveranstaltungen erwartete auch im Jahr 2013 ein intensives, vielseitiges, abwechslungsreiches und attraktives Programm in Wien. Sowohl traditionsreiche als auch neugegründete Vereine, Organisationen und VeranstalterInnen luden zu Lesungen, Vorträgen, Symposien, Festivals, Buchpräsentationen, Ausstellungen, AutorInnen- und Werkstattgesprächen ein. Zu den renommiertesten und auch international bekanntesten LiteraturveranstalterInnen zählt das Literarische Quartier der Alten Schmiede, das 2013 u. a. die Reihe Literatur im Herbst fortsetzte, diesmal unter dem aktuellen Thema„Gender tun und lassen“, das Ulrike Draesner eröffnete und Fragen zur künstlichen Reproduktion mit anderen AutorInnen diskutierte. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass seit Bestehen des Hauses 1975 viele tausende AutorInnen aus Österreich und weiteren 70 Ländern in der Alten Schmiede zu Gast waren – darunter auch solche, die mittlerweile mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden, etwa Herta Müller, Elfriede Jelinek, Günter Grass, Elias Canetti oder Imre Kertész. Musik• Literatur 29 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der Kunstverein Wien ist auch der Veranstalter der„Literatur für junge LeserInnen“. Mit dem Institut für Jugendliteratur in Kooperation entstand wieder ein anregendes Programm, das Kinder und Jugendliche begeisterte. Mag.a Karin Haller, die Direktorin des Instituts, sorgt für ein vielfältiges Programm, und so nahmen auch heuer wieder 200 Schulklassen und mehr als 12 000 BesucherInnen teil. Namhafte AutorInnen wie Christoph Mauz, Heinz Janisch, Elisabeth Etz, Rachel van Kooij, Lilly Axster u. a. traten in diesem Rahmen auf. Besonderen Andrang hatte die Slam Poetry Performance von Markus Köhle, der das jugendliche Publikum durch Mitmachtexte in die Bühnenpoesie miteinbezog. Die Welt gehörloser junger LeserInnen wurde durch den Workshop mit„Händen singen!“ sowie einem Film in österreichischer Gebärdensprache erfahrbar gemacht. Workshops mit IllustratorInnen, wie Helga Bansch oder Maria Hubinger, motivierten zum eigenen kreativen Arbeiten und zeigten die Bedeutung von Text und Bild. Die Veranstaltung hat sich als feste und wichtige Größe etabliert. Das Sommer-Festival„o-töne“ im Areal des MuseumsQuartier stellte wieder literarische Neuerscheinungen prominenter AutorInnen wie Thomas Glavinic, Doris Knecht, Michael Köhlmeier, David Schalko u. a. vor. Der Verein Exil arbeitete an der Durchführung mehrerer Projekte für das Jahr 2013. Dazu zählt der Literaturpreis„schreiben zwischen den kulturen“, der zur Förderung der Literatur von ZuwanderInnen und von Angehörigen ethnischer Minderheiten in Österreich gedacht ist. Dabei werden in acht Text-Kategorien Preisgelder in der Höhe von 13 000 Euro vergeben. Der 1. Preis (dotiert mit 3 000 Euro) ging an Kate ina erná für ihren Text„verschifft“. Der 2. Preis ging an Thomas Perle für seinen Text„wir gingen weil alle gingen“. Die prämierten Texte werden bei verschiedenen Veranstaltungen präsentiert. Außerdem brachte der Verein im Rahmen der edition exil im Jahr 2013 sechs Buchneuerscheinungen heraus, darunter zwei Anthologien, von denen eine die Preistexte des Exil-Literaturpreises enthält. Im sechsten Jahr ihres Bestehens hat sich die BUCH WIEN zu einem Fixpunkt im Kulturleben Österreichs entwickelt. Rund 34 000 BesucherInnen konnte die Buchmesse und Lesefestwoche der BUCH WIEN verzeichnen. Mehr als 400 Veranstaltungen luden zu Begegnungen mit über 300 AutorInnen ein. Großen Anklang fand auch das Schulklassenprogramm der BUCH WIEN mit Lesungen, AutorInnengesprächen und Workshops. Am 20. November eröffnete die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff das Festival. Das Elias Canetti-Symposium wurde 2013 das 25. Mal von der Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung ausgerichtet und fand das letzte Mal statt, denn Prof. Dr. John Pattillo-Hess, bekannt als profunder Kenner des Werkes von Elias Canetti, feierte heuer seinen 70. Geburtstag und beendete seine Tätigkeit als Kurator des Symposiums. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit dem Thema„Wider den Erziehungszwang“. Dabei wurden wichtige Positionen Canettis reflektiert und diskutiert. Während des Symposiums kamen prominente und kompetente Canetti-Experten zu Wort, darunter auch der Schweizer Theater- und Literaturwissenschafter Univ.-Prof. Dr. Stefan Hulfeld, sowie Autoren wie etwa Antonio Fian. Im Jahr 2013 startete eine neue Veranstaltungsreihe: Literatur im MUSA. Sie präsentiert aktuelle Arbeiten der heurigen PreisträgerInnen und StipendiatInnen des Literaturreferates der Kulturabteilung der Stadt Wien. Im MUSA verbinden sich Literatur und Bildende Kunst auf besondere Weise; ergänzen, bereichern oder widersprechen einander sowohl inhaltlich als auch formalästhetisch. Jeden ersten Mittwoch im Monat treten jeweils zwei PreisträgerInnen bzw. StipendiatInnen auf und stellen ihre Arbeiten vor. Sie sprechen miteinander über Stadt und Literatur, über literarische Topographien und Erzählstrategien, lesen aus aktuellen Texten und bieten Einblick in Schreibprozesse. Dementsprechend bringt diese Veranstaltungsreihe auch KünstlerInnen und Publikum miteinander ins Gespräch. 30 Literatur KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Eröffnet wurde Literatur im MUSA von den Autorinnen Andrea Grill und Anna Weidenholzer. Beide erhielten 2013 den Förderungspreis für Literatur. Andrea Grill und Anna Weidenholzer sind zwei bedeutende literarische Stimmen ihrer Generation. Allein in den ersten Monaten seit Beginn der Reihe kamen mehr als 400 BesucherInnen, die Tendenz kann als steigend betrachtet werden. Viele Studierende und Literaturinteressierte nutzen die Möglichkeiten, mit jungen AutorInnen ins persönliche Gespräch zu kommen. Bildende Kunst Das MUSA Museum Startgalerie Artothek überzeugte auch 2013 wieder durch sein vielfältiges Ausstellungsprogramm und konnte einen neuen BesucherInnenrekord(22 790) verzeichnen. Den Auftakt machte das umtriebige und international erfolgreiche österreichische Kunst-, Theorie- und Bastelkollektiv monochrom, das mit einer von den Mitgliedern kuratierten Schau unter dem selbstironischen Titel monochrom. Die waren früher auch mal besser seinen 20. Geburtstag im MUSA feierte. Die zweite Ausstellung widmete sich, wie es bereits der Untertitel verrät, einem Grenzgänger der Kunst: Claus Mayrhofer Barabbas. Gegenwelten eines Grenzgängers präsentierte die erste umfassende Retrospektive des Malers, Grafikers und Musikers Claus Mayrhofer Barabbas, der in den 60er- und 70er-Jahren mit seiner unkonventionellen Malerei, aber auch mit kompromissloser Musik als Mitbegründer der legendären Avantgarde-Jazz-Formation„Masters of Unorthodox Jazz“ die Wiener Gemüter erregte(Kuratorin: Elisabeth Voggeneder). Sein 1975 für das Wiener Künstlerhaus geschaffenes Monumentalgemälde The Big Bang, das sich nun in der Sammlung des MUSA befindet, wurde nach 38 Jahren erstmals wieder an seinem Originalplatz im Künstlerhaus präsentiert. Mit Die 70er Jahre. Expansion der Wiener Kunst erreichte das MUSA das dritte Jahrzehnt seines Rundganges durch die eigene Sammlungsgeschichte(Kuratoren: Berthold Ecker, Johannes Karel). Neue Phänomene, innovative Strömungen, Fotografie, die Geburt der„Neuen Medien“, aber auch das Beibehalten alter Konventionen kennzeichnen die Kunst eines Jahrzehnts, das maßgeblich von der Politik Bruno Kreiskys und seiner Reformen geprägt war. Im Sommer war das MUSA in Salzburg zu Gast und stellte unter dem Motto SalzburgerInnen in Wien Arbeiten von in Salzburg geborenen, in Wien lebenden und in der Sammlung vertretenen KünstlerInnen im Traklhaus vor(Kuratorin: Dietgard Grimmer). Die programmatische Ausrichtung der kommenden Ausstellungssaison steht unter anderem im Zeichen des Gedenkjahres 2014. Die Kooperation„Der Menschheit Würde“ des MUSA mit Brno und Sarajevo, aber auch die große„Europäische Monat der Fotografie“-Ausstellung während des Fotofestivals„Eyes On – Monat der Fotografie Wien“ bauen auf dem 100. Jahrestag des Kriegsausbruches sowie des Todes der ersten Friedensnobelpreisträgerin, Bertha von Suttner, auf. Kataloge zu allen Ausstellungen, Führungen, Workshops für Gruppen und Schulklassen, die Aktion„Ferienspiel“, Konzerte, Performances, Filmpräsentationen und Podiumsdiskussionen vervollständigten, wie immer kostenlos, das Kunstangebot. Neu kamen 2013 eigene„BabyFührungen“ für Elternteile mit Babys und Kleinkindern sowie die äußerst erfolgreiche Veranstaltungsreihe„Literatur im MUSA“, einer Kooperation mit dem Literaturreferat der Kulturabteilung unter der Leitung von Julia Danielczyk, hinzu. Literatur• Bildende Kunst 31 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 In der Startgalerie im MUSA präsentierten zehn junge AbsolventInnen der Wiener Kunstuniversitäten ihre Werke der breiten Öffentlichkeit, zu den einzelnen Ausstellungen erschienen die Informationsblätter 224 bis 232/2013. Die Startgalerie hat sich mittlerweile zu einem der gesuchtesten Orte für KünstlerInnen am Beginn ihrer Karriere entwickelt. Auch die Artothek konnte 2013 mit einem Rekord aufwarten: Insgesamt 12 227 Entlehnungen (die Mindestentlehndauer pro Bild beträgt einen Monat, gerechnet wird in Bild pro Monat) zeugen von der hohen Akzeptanz des„simplen“ Konzepts, Kunst für daheim auszuborgen. Zur treuen Stammklientel hinzukommend, nahmen 118 neue Kundinnen und Kunden diesen Service in Anspruch. Für die Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA wurden 2013 neben 57 Ankäufen einzelner KünstlerInnen oder-duos neun Ankäufe von Mappenwerken, an denen 130 KünstlerInnen beteiligt waren, getätigt(insgesamt 354 Kunstwerke, davon 212 Arbeiten in Mappen) sowie 20(z. T. mehrteilige und umfassende) Schenkungen angenommen. Durch„Buchförderungsankäufe“ wurden Kunstbücher aus Wiener Verlagen und Nachschlagewerke angekauft, im Rahmen der„Kleinprojektförderung“ erhielten 68 gemeinnützige Wiener Kunstvereine mit insgesamt 83 Projekten der bildenden Kunst finanzielle Unterstützung. An einige Institutionen und Vereine(wie z. B. KUNSTHALLE wien GmbH, Secession, IG bildende Kunst) wurden Jahressubventionen vergeben. 13 KünstlerInnen in akuter sozialer Not kamen einmalige Beihilfen zugute. Unter dem Titel „Das engagierte Auge“ prämierte die Jury auch 2013 wieder das innovative Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm von zehn Wiener Galerien. Den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst erhielten Dorothee Golz, Franti ek Lesák, Matta Wagnest und Herwig Zens, den Förderungspreis Zenita Komad und Judith Saupper. KUNSTHALLE wien Neues Denken. Neue Positionen. Neue Impulse. Die KUNSTHALLE wien ist das Ausstellungshaus der Stadt Wien für internationale Gegenwartskunst und Diskurs. Das Haus verfügt über Standorte im Museumsquartier und am Karlsplatz. Seit 2012 stehen der KUNSTHALLE wien GmbH zwei GeschäftsführeInnen vor: Ursula HühnelBenischek im kaufmännischen, Nicolaus Schafhausen im künstlerischen Bereich. Dem Aufsichtsrat der KUNSTHALLE wien gehören Dr.in Sonja Hammerschmid(Aufsichtsratvorsitzende), Norbert Kettner(stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender), Dr. Bernhard Denscher (Eigentümervertreter), Mag. Siegfried Menz und Mag. Martin Fritz sowie drei Betriebsratsmitglieder an. 2013 war für die KUNSTHALLE wien ein Jahr des Transits. Das vor der Umstrukturierung des gemeinnützigen Vereins in die Kunsthallen-GmbH geplante Ausstellungsprogramm lief im Frühjahr 2013 aus. Ein direktes Folgeprogramm lag nicht vor, da ein solches während der interimistischen Leitung(Jänner bis Oktober 2012) nicht geplant wurde. Erst mit Antritt des neuen künstlerischen Geschäftsführers konnte ab Spätherbst 2012 an einem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm für die Folgejahre gearbeitet werden, das im Mai 2013 mit dem Festival WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do startete. Gleichzeitig wurde ersichtlich, dass der intensive Ausstellungsbetrieb der letzten zwölf Jahre eine Renovierung der KUNSTHALLE wien an beiden Standorten dringend notwendig machte. Renovierung/ Sanierung Ein wesentlicher Schwerpunkt des vergangenen Jahres betraf daher die Renovierung der Aus32 Bildende Kunst• KUNSTHALLE Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 stellungshallen im Museumsquartier sowie die Planung von Sanierungs- und Renovierungsarbeiten sowohl des Eingangs- und Shop-Bereichs im Museumsquartier als auch des Ausstellungsgebäudes am Karlsplatz. 2013 wurde die Renovierung im Museumsquartier durchgeführt. Durch die Grundreinigung und Renovierung von Böden und Wänden in den beiden Hallen und das Entfernen von Einbauten sowie künstlerischen Kleininstallationen in Nischen wurde die ursprüngliche, von den Architekten Ortner& Ortner angelegte Raumkonzeption freigelegt. Im Zuge dieser Renovierungsmaßnahmen wurde auch eine Umgestaltung des Eingangsbereichs durch Implementierung des Shops und anderer Nebenflächen in das Gesamtkonzept eines Multifunktionsbereichs vorgenommen. Das neue Entree befindet sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Lomo-Shops und ermöglicht der Kunsthalle eine nie da gewesene Sicht- und Erkennbarkeit bereits vom Haupthof des Museumsquartiers aus. Der gesamte Eingangsbereich ist als multifunktionaler Raum konzipiert: außer dem Kassa- und Informationsbereich befindet sich hier auch der neue KunsthallenShop. Ausgestattet mit zwei variabel kombinierbaren Tisch- und Sitzelementen des Londoner Designbüros Glass Hill sowie mit kostenlosem WLAN, kann dieser Raum von den BesucherInnen auch als Kommunikations- oder Arbeitsplatz genützt werden. Die Umgestaltung des gesamten Multifunktionsbereichs, des Aufgangs zur großen Halle und des Untergeschoßes mit seinem Video- und/ oder Tagungsraum wurde von dem amerikanischen Architekten Joseph Kellner mit maßgeblicher Unterstützung der Wiener Architektin Monika Trimmel(Werkraum Wien) vorgenommen. Die Renovierung sowie die Umbauten der Räumlichkeiten wurden aus dem laufenden Budget der KUNSTHALLE wien finanziert. Neues Corporate Design Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt lag 2013 auf der Entwicklung eines neuen Corporate Designs. Der belgische Grafiker und Künstler Boy Vereecken verschränkte hierfür zwei unterschiedliche, mit Wien assoziierte Signets: das sachlich-geometrische Grafikdesign der Wiener Werkstätte und die Figur des Adlers als Wappentier Wiens. Das neue Logo wird durch ein Adlermotiv gebildet, das in unterschiedlicher Gestalt und somit variantenreich einsetzbar ist. Stabil sind dagegen die neue Typografie sowie das grafische Schema der Ankündigungen unter Berücksichtigung von Suchfunktionen im Internet. Brutal but sexy, so bezeichnet Nicolaus Schafhausen das neue grafische Konzept des Hauses, an dessen Umsetzung Boy Vereecken mit Michael Wuerges(Leiter Strategie und Marketing) zusammengearbeitet hat. Die neue CI entspricht genau dem, was die Kunsthalle in den nächsten Jahren sein wird: stilprägend, diskursiv, provokant, aber auch jede Menge Selbstironie und Spaß vermittelnd. Mit diesem Grafikkonzept gewann die KUNSTHALLE wien Anfang 2014 den German Design Award: Als Logo des Hauses dient ein Adler, der ständig neu inszeniert wird, wobei eine derartige Verfremdung des Logos nicht nur ungewöhnlich, sondern auch mutig ist.[…] Ob staatstragend, macho oder comic – jeder Adler dient als Kunsthallen-Adler. Und ist doch immer wieder als Absender zu identifizieren. Das neue Erscheinungsbild trägt somit der Institution Rechnung, die sich immer wieder selbst in Frage stellt, experimentiert und verändert. Identität entsteht durch Diversität. Neu strukturiertes Programm In diesem Sinne wird auch das seit Mai 2013 inhaltlich neu strukturierte Programm der KUNSTHALLE wien ausgerichtet.„Diversität“ heißt hier vor allem: Thematisierung aktueller Fragen und Phänomene unserer Gegenwart über künstlerische Produktionen und Ideen wie auch über ihre theoretische Reflexion. Das heißt auch: Verschränkung von Präsentationen zeitgenössischer Kunst mit Diskurs, Vielfalt an Positionen von sowohl international renommierten als auch weniger bekannten KünstlerInnen – ohne Limit in Bezug auf Alter, Herkunft oder Medium –, KUNSTHALLE wien 33 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vielfalt der Ausstellungsformate von thematischen Gruppenausstellungen bis zu Einzelpräsentationen und-installationen, Angebot eines seinerseits auf die„Diversität“ des Publikums bzw. seiner Ambitionen zugeschnittenen Begleit- und Vermittlungsprogramms. Während im Museumsquartier groß angelegte Ausstellungen teilweise auch in beiden Hallen gezeigt werden, widmet sich die KUNSTHALLE wien am Karlsplatz kleineren Ausstellungsformaten, die jedoch gleichwertig zu den Aktivitäten im Museumsquartier kommuniziert werden. Das Ziel ist eine stärkere Verschränkung der beiden Orte als bisher und eine Aufwertung des Standortes Karlsplatz als Raum für Ausstellung und Diskussion. Desgleichen werden die mit dem Umbau des Eingangsbereichs im Museumsquartier geschaffenen, multifunktional nutzbaren Räume in das Programm der KUNSTHALLE wien, insbesondere in die Aktivitäten im Bereich Vermittlung und Dramaturgie, eingebunden. Vermittlung und Moderation nehmen seit 2013 einen erweiterten Stellenwert innerhalb der Aufgabenbereiche der KUNSTHALLE wien ein. Kunstvermittlung bedeutet nicht allein, dem Publikum einen Zugang zu künstlerischen Aussagen zu ermöglichen, sondern sie vermag über die Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst auch neue Sichtweisen auf das heutige Leben zu öffnen. Im Frühjahr 2013 wurde die Abteilung Vermittlung der KUNSTHALLE wien sowohl personell als auch programmatisch erweitert. Neben spezifischen Programmen zu den einzelnen Ausstellungen und Projekten im Haus werden seither auch ausstellungsunabhängige Programme für klar definierte Zielgruppen erarbeitet. Kooperationen und Partnerschaften mit Schulen und Universitäten werden verstärkt, Kollaborationen mit KünstlerInnen ausgebaut. Ein aktiver Diskurs, Möglichkeiten der Partizipation, Workshops, Masterclasses, Diskussionen und Exkursionen sollen das Interesse an bildender Kunst fördern und erweitern. Insbesondere für Jugendliche bietet zeitgenössische Kunst viele Möglichkeiten zur Selbstfindung und Welterkenntnis. Einen neuen Zugang liefern hier das vor allem im angelsächsischen Raum praktizierte Peer-Led-Team-Learning(z. B. die Zusammenarbeit gleichaltriger Jugendlicher) und die Cocreation(z. B. die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen an eigenen Projekten). Die KUNSTHALLE wien wird im Austausch mit anderen Kulturinstitutionen, Museen, Schulen und Universitäten auf nationaler und internationaler Basis künftig auch aktiv in Debatten um Vermittlung, Lernen und Kreativität eintreten. So arbeitet die Abteilung Vermittlung derzeit an einem Projekt, das zur Förderung der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund beiträgt und das partizipative, kreative Denken in den Vordergrund stellt. Mit der erweiterten Schwerpunktsetzung auf Vermittlung/ Education will die KUNSTHALLE wien einem breitgefächerten Publikum die Bedeutung zeitgenössischer Kunst für die Gesellschaft nahebringen und das Interesse an künstlerischem Denken und Handeln wecken. Trotz der genannten Umstrukturierungen und der Arbeit an der inhaltlichen Neu-Positionierung konnte die KUNSTHALLE wien im Jahr 2013 folgende Veranstaltungen und Ausstellungen realisieren: Ausstellungen 2013 WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do 17. bis 26. Mai 2013, KUNSTHALLE wien Museumsquartier Die Kunsthalle startete ihre Neupositionierung bewusst nicht mit einer Ausstellung, sondern mit der Einführung eines neuen Formats: auf die Tradition des kritischen wie unbequemen Denkens von Thomas Bernhard zurückgreifend widmete sich das zehntägige Festival zentralen Fragen unserer Gesellschaft. Aufgefächert in verschiedene Disziplinen entfaltete sich täglich von zwei Uhr nachmittags bis zwei Uhr morgens ein diskursiver, vielsprachiger Marathon: Vorträge, Panel-Diskussionen, Filme, Performances und Konzerte von insgesamt 117 AkteurInnen 34 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 aus bildender Kunst, Kunsttheorie, Soziologie, Philosophie, Musik, Literatur und den Wirtschaftswissenschaften lieferten reflexive, konstruktive, kritische bis visionäre Beiträge zur Verfasstheit unserer Zivilisation und Kultur. Ein großformatiges Schrift-Bild der US-Künstlerin Barbara Kruger und zwei Wand-Installationen von Heinrich Dunst in der großen Halle sowie eine auf John Cage und auf Thomas Bernhards Roman„Beton“ basierende Soundarbeit von Robert Schwarz im Ziegelfoyer(TONSPUR 53) bildeten die künstlerischen Konstanten dieses Festivals. Zusätzlich gab es zahlreiche Kooperationen wie z. B. mit Joseph Brot Bäckerei+Bistro, die während der Dauer des Festivals einen Würstelstand hinter dem Ziegelfoyer sowie zwei Bars im Areal des Festivals installierten. Die Versandbuchhandlung Morawa betrieb einen Büchertisch mit Literatur von und zu Thomas Bernhard, mit Publikationen der AkteurInnen sowie zu den jeweiligen Festival-Themen. Zur aktuellen Information über das Programm wurden während der Festivaldauer täglich Newsletters an ca. 8 000 Adressen verschickt. Auf Facebook wurden laufend aktuelle Fotos der Vorträge, Performances und Diskussionen gepostet und das Publikum aktiv über das Festival informiert. Das Festival wurde von den insgesamt fast 5 000 BesucherInnen generell positiv aufgenommen. Die Reaktion der Presse war eher indifferent, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die JournalistInnen selten mehrere Veranstaltungen besucht haben – die Projektidee konnte bei nur punktueller Wahrnehmung des Angebots nicht immer nachvollzogen werden. Als wenig effizient hat sich im Nachhinein der Plan erwiesen, das Festival während der Laufzeit der Wiener Festwochen zu positionieren, um auch das Festwochenpublikum und die Medien anzuziehen. Realiter haben die Festwochen mediale Aufmerksamkeit abzogen und kaum Publikum eingebracht. WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do – diese interpunktionsfrei gestellte„Frage“ ließ keine singuläre Antwort erwarten. Vielmehr sollte sie Raum für ein weites Spektrum an Statements, Erörterungen und Interpretationen schaffen. Aus Sicht der VeranstalterInnen, der Beteiligten und einem Großteil der BesucherInnen ist dieses Konzept voll aufgegangen. WWTBD war nicht zuletzt auch ein Statement der neuen Direktion, das die neue inhaltliche Ausrichtung der KUNSTHALLE wien sowohl im öffentlichen Auftritt als auch im Umgang mit dem Publikum sichtbar machen sollte. Beiträge unter anderem von: Saâdane Afif, Künstler(Berlin); Joonas Ahonen, Pianist(Wien); Danai Anesiadou, Künstlerin(Brüssel); Barnabás Bencsik, Kurator(Budapest); Clemens Berger, Schriftsteller(Wien); Daniel Buchholz, Galerist(Köln/ Berlin); Roger Bundschuh, Architekt (Berlin); Stefanie Carp, Dramaturgin Wiener Festwochen(Wien); Alessio delli Castelli, Künstler (Berlin); Zita Cobb, Shorefast Foundation(Ottawa); Beatriz Colomina, Architekturhistorikerin (Princeton); Curt Cuisine, Musikjournalist(Wien); Michael Dallinger, Cellist(Wien); George van Dam, Komponist und Musiker(Brüssel); Clémentine Deliss, Direktorin Weltkulturen Museum(Frankfurt a. M.); Ann Demeester, Direktorin De Appel(Amsterdam); Julius Deutschbauer, Künstler(Wien); Sepp Dreissinger, Fotograf und Autor(Wien); Heinrich Dunst, Künstler(Wien); Yilmaz Dziewior, Direktor Kunsthaus Bregenz(Bregenz); Tav Falco, Musiker(Wien); Harun Farocki, Filmemacher(Berlin); Bernhard Fetz, Direktor Literaturarchiv der Nationalbibliothek (Wien); Thomas Feuerstein, Künstler(Wien); Krista Fleischmann, Journalistin(Straß); Gunnar Fras, Paukist(Wien); Maria Fusco, Künstlerin(London); Isa Genzken, Künstlerin(Berlin); Liam Gillick, Künstler(New York); Stefan Gmünder, Journalist(Wien); Piero Golia, Künstler(Los Angeles); David Gross, Komponist(New York); Krist Gruijthuijsen, Direktor Grazer Kunstverein(Graz); Francesca Habsburg, Chairman TBA21(Wien); Byung-Chul Han, Philosoph(Berlin); Gert Hecher, Pianist(Wien); Helene Hegemann, Regisseurin und Schriftstellerin(Berlin); Jan Hoet, Kurator(Gent); Lisa Hofer, Schauspielerin(Wien); Karl Holmqvist, Künstler(Berlin); Alfred Höller, Tierpräparator(Pinsdorf); Carsten Höller, Künstler(Stockholm); Katja Huber, Journalistin(München); Martin Huber, Leiter Thomas Bernhard Archiv(Gmunden); Tim Jackson, KUNSTHALLE wien 35 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wirtschaftswissenschafter(Guildford, Surrey); Eva Jantschitsch, Musikerin(Wien); Marien Jongewaard, Schauspieler(Amsterdam); Schorsch Kamerun, Sänger(Hamburg); Dorottya Karsay, Aktivistin(Budapest); Sung Hwan Kim, Künstler(New York); Alexander Kluge, Filmemacher (München); Kasper König, Kurator(Köln); Martin Kratochwil, Musiker(Wien); Barbara Kruger, Künstlerin(Los Angeles); Herbert Lachmayer, Philosoph(Wien); Erik Leidal, Sänger(Wien); Erik van Lieshout, Künstler(Rotterdam); Geert Lovink, Medientheoretiker(Amsterdam); Marko Lulic, Künstler(Wien); Martin Markeli, Künstler(Wien); Barbara Markovi ‘ , Schriftstellerin(Wien); Tom McCarthy, Schriftsteller(London); Thomas Meinecke, Schriftsteller(München); Robert Menasse, Schriftsteller(Wien); Michele di Menna, Künstlerin(Berlin); Mián Mián, Schriftstellerin(Shanghai); Thomas Mießgang, Kulturjournalist(Wien); Manfred Mittermayer, Literaturwissenschafter(Salzburg); Matthias Mühling, Städtische Galerie im Lenbachhaus (München); Rainer Münz, Erste Group(Wien); Didi Neidhart, Musikjournalist(Wien); Gerald Nestler, Künstler(Wien); Merab Ninidze, Schauspieler(Berlin/Wien); Markus Oberndorfer, Künstler(Wien); Marcel Odenbach, Künstler(Köln); Boris Ondrei ka, Künstler und Kurator (Bratislava); Wolfgang Pauser, Philosoph(Wien); Robert Pfaller, Philosoph(Wien); Patrick Pulsinger, Produzent und DJ(Wien); Doron Rabinovici, Schriftsteller und Historiker(Wien); Juliane Rebentisch, Philosophin(Offenbach a. M.); Simon Rees, Kurator(Wien); Gerwald Rockenschaub, Künstler(Berlin/ Wien); Willem de Rooij, Künstler(Berlin); Station Rose, Medienkünstler(Wien); Elisabeth von Samsonow, Philosophin und Künstlerin(Wien); Sepp Schellhorn, Haubenkoch(Goldegg); Markus Schinwald, Künstler(Wien); Urs Schnell, Filmemacher(Bern); Katharina Schrade, Sängerin(Berlin); Robert Schwarz, Klangkünstler(Wien); Yohanna Schwertfeger, Schauspielerin Burgtheater(Wien); Tomá Sedlá ek, Wirtschaftswissenschafter(Prag); Ulrich Seidl, Filmemacher(Wien); Peter Sloterdijk, Philosoph(Karlsruhe); Biljana Srbljanovi ‘ , Schriftstellerin(Paris); Gerald Straub, Künstler und Kurator(Wien); Thomas Trenkler, Journalist(Wien); Thomas D. Trummer, Direktor Kunsthalle Mainz(Mainz); Vitus H. Weh, Leiter quartier21(Wien); Peter Weibel, Künstler, Kurator und Direktor des ZKM (Karlsruhe); Robert Wilhite, Künstler(USA); Frederick Wiseman, Filmemacher(New York); Erwin Wurm, Künstler(Wien); Jean Philipp Oliver Viol, Komponist(Wien); Erich Zawinul, Produzent(Wien). Salon der Angst 6. September 2013 bis 12. Jänner 2014, KUNSTHALLE wien Museumsquartier und KUNSTHALLE wien Karlsplatz KuratorInnen: Nicolaus Schafhausen, Cathérine Hug Als allgegenwärtiges Narrativ, das zur Abwehr vermeintlicher Bedrohungen eingesetzt wird, übernimmt die Angst eine wichtige Funktion in gesellschaftlichen wie auch politischen Prozessen der Gegenwart. Angst und ihr verwandte Affekte zählen zwar zu den anthropologischen Konstanten, die immer und überall auf der Welt zu finden sind, es gibt aber auch eine kulturelle Codierung von Angst, die diese aus dem Bereich eines rein subjektiven Gefühls heraushebt. Diese Form von Angst – befördert von Ereignissen wie 9/11, der Finanzkrise ab 2008 und den sozialen und politischen Verschiebungen im Zuge der Globalisierung – stand im Zentrum des Konzeptes Salon der Angst. Die Ausstellung widmete sich daher einerseits dem diffusen Gefühl der Unsicherheit und Bedrohung, zeigte aber auch die kulturelle Prägung individueller wie kollektiver Angsterlebnisse und-ereignisse auf. Aus der Perspektive der Gegenwartskunst, verknüpft mit ausgewählten historischen Positionen, suchte Salon der Angst die künstlerische Auseinandersetzung mit den Ängsten unserer Zeit und bewegte sich zwischen den Polen der kollektiven, politisch instrumentalisierten und der individuellen, ästhetisch transformierten Ängste. Salon der Angst widmete sich somit einem vielschichtigen wie existenziellen Affekt aus der Perspektive der Gegenwartskunst. Neue, speziell für die Ausstellung produzierte Werke von Kader Attia, Marina Faust, Rainer Ganahl und Marko Luli ‘ trafen auf Leihgaben von Jeff Wall, Willem de Rooij, Thomas Hirschhorn, Peter Fischli/ David Weiss und vielen anderen. Der 36 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 kanadische Künstler Zin Taylor entwarf eine Wandtapete, welche die untere Ausstellungshalle großflächig verfremdete. Dem gegenübergestellt wurden auch ausgewählte ältere Werke von James Ensor, Alfred Kubin, Ferdinand van Kessel und Francis Picabia. Als offener Parcours angelegt, bei dem verschiedene Werke in einen Dialog traten, wurde der Salon-Aspekt der Ausstellung deutlich. So wurde auf subtile Weise versucht, das nur schwer in Worte zu fassende Gefühl von Angst und Verunsicherung ebenso sichtbar zu machen wie auch die Mechanismen, die es produzieren, und die mediale Aufbereitung, die es erfährt. Die Ausstellung richtete sich mit ihrem Thema an eine breite Öffentlichkeit und wurde daher durch ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt: Neben Führungen, Kunstgesprächen und Workshops mit KünstlerInnen wurden unter dem Titel„Angst – Szenarien der Gegenwart“ fünf Abende in der KUNSTHALLE wien Karlsplatz programmiert, die sich den Themen„Ästhetische Angstfelder“,„Rhetorik der Angst“,„Angst ausstellen“,„Angst und Moderne“ und „Alles unter Kontrolle“ widmeten. Außerdem gab es in der Ausstellung im Museumsquartier fünf Abende unter dem Titel„Salon Imaginaire“, ein Gesellschaftsspiel, das sich mit Ängsten unterschiedlichster Art beschäftigte. Die Ausstellung startete mit einer fulminanten Eröffnung, bei der auch die fertiggestellte Renovierung der KUNSTHALLE wien gefeiert wurde. Der Falter schrieb über die Eröffnung: Sämtliche Museumsdirektorinnen und-direktoren, Künstlerinnen und Künstler gaben sich die Ehre und man hatte endlich mal wieder das Gefühl, in einer Weltstadt zu leben. Die Ausstellung und das begleitende Programm richteten sich sowohl an ein kunstinteressiertes als auch an ein theorieaffines Publikum. Viele Menschen fühlten sich allein vom Thema „Angst“ angesprochen. Ein Teil von ihnen war, wie Einträge auf der für Publikumsreaktionen errichteten Pin-Wand zeigten, trotz aller schriftlicher Informationen über das Konzept des Salons der Angst(Booklet, Wandtext) enttäuscht, dass die Ausstellung nicht über Schock und Grusel argumentierte. Umso erfreulicher war es für die KUNSTHALLE wien, dass über die Ausstellung nicht allein in Sendungen wie„Von Tag zu Tag“ auf Ö1 oder in BR alpha(Bayerischen Rundfunk) berichtet wurde, sondern dass insgesamt 504 JournalistInnen die Ausstellung besucht haben. KünstlerInnen: Nel Aerts, Özlem Altin, Kader Attia, Gerard Byrne, Los Carpinteros, James Ensor, Ieva Epnere, Harun Farocki, Marina Faust, Didier Faustino, Peter Fischli/ David Weiss, Rainer Ganahl, Agnès Geoffray, Thomas Hirschhorn, Iraqi Children’s Art Exchange, Cameron Jamie, Jesse Jones, Dorota Jurczak, Ferdinand van Kessel, Bouchra Khalili, Eva Kotátková, Nicolas Kozakis/ Raoul Vaneigem, Alfred Kubin, Erik van Lieshout, Jen Liu, Marko Luli ‘ , Fabian Marti, Florin Mitroi, Marcel Odenbach, Jane Ostermann-Petersen, Francis Picabia, Willem de Rooij, Allan Sekula, Zin Taylor, Noam Toran, Kerry Tribe, Peter Wächtler, Jeff Wall, Mark Wallinger, Gillian Wearing, Tobias Zielony. Salon der Hoffnung 26. Oktober 2013, Marmorsaal in der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei, Hofburg Wien KuratorInnen: Nicolaus Schafhausen, Vanessa Joan Müller, Lucas Gehrmann in Zusammen­ arbeit mit Meinhard Rauchensteiner(Österreichische Präsidentschaftskanzlei) Als eintägige Ausstellung fand in der Wiener Hofburg auf Einladung der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei am Nationalfeiertag 2013 die Ausstellung Salon der Hoffnung statt. Salon der Hoffnung versammelte eine Auswahl an zeitgenössischen künstlerischen Beiträgen, die den ambivalenten Charakter des Hoffens anklingen ließen. Ähnlich wie im Salon der Angs t in der KUNSTHALLE wien Museumsquartier, wo der Begriff Angst weniger inszeniert als auf seine Ursachen abgeklopft wurde, gingen die im Salon der Hoffnung vertretenen KünstlerInnen vor allem den Wünschen, Sehnsüchten und Illusionen nach, die heute erhofft oder auch produziert werden. KUNSTHALLE wien 37 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das Thema Hoffnung ist letztendlich auch der Geschichte und Symbolik des Nationalfeiertags inhärent: Bereits in der Präambel zum Nationalfeiertagsgesetz wird die Hoffnung formuliert, Österreich werde mit der Neutralität einen wertvollen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten. Im Marmorsaal der Präsidentschaftskanzlei wurden Objekte, Installationen, Foto- und Videoarbeiten von Luca Faccio, Anna Jermolaewa, Marcel Odenbach, Anna Okrasko, Margaret Salmon und Steinbrener/ Dempf innerhalb eines mit Sitzmöbeln von Wittmann ausgestatteten Ambientes gezeigt. Dieser„Salon“ lud zur kontemplativen Beschäftigung mit zeitgenössischer Kunst in den Räumlichkeiten der Wiener Hofburg ein und wurde entsprechend stark frequentiert, insgesamt kamen 10 000 BesucherInnen. Sonstige Veranstaltungen Early Birds. Junge Kunst und bunte Vögel 15. März 2013, KUNSTHALLE wien Museumsquartier, und 18. Oktober 2013, KUNSTHALLE wien Karlsplatz Maria Krasa und Florian Scheck präsentierten gemeinsam mit der KUNSTHALLE wien zwei Abende der Kunst- und Musikeventreihe„Early Birds“ – eine bunte Genre-Mischung aus bildender Kunst, Musik-/ DJ-Sets, Performance und Party. Wiener Salon auf der Art Basel 13. bis 16. Juni 2013, Art Basel, Basel In Kooperation mit WienTourismus war die KUNSTHALLE wien mit einem zeitgenössisch interpretierten„Wiener Salon“ in der Collectors Lounge auf der Kunstmesse Art Basel vertreten. Vorgestellt wurden die Ausstellung Salon der Angst und das neue Corprorate Design der KUNSTHALLE wien. Hiervon geprägt war auch der Wiener Salon: auf seinen Wänden dominierte der Adler in vielfältigsten, provokanten und witzigen Variationen. Das gestalterische Gesamtkonzept des Wiener Salons samt Mobiliar stammte von dem in Wien ansässigen Designer Marco Dessí. Während der Art Basel boten MitarbeiterInnen der KUNSTHALLE wien und des WienTourismus den BesucherInnen sachkundige Information zu Wiens aktueller Kunstszene, dazu serviert wurden Wiener Wein und eine Spezialausgabe der Broschüre„Be Inside Vienna“. Komplettiert wurde der Auftritt mit einem Medien-Lunch und einem VIP-Event für die Reisebranche sowie durch Beiträge in einschlägigen Publikationen. BesucherInnen Im Jahr 2013 konnten in den Räumlichkeiten der KUNSTHALLE wien im Museumsquartier und am Karlsplatz insgesamt 40 520 Ausstellungseintritte verzeichnet werden(bei 184 Schließ­ tagen im Museumsquartier und 304 Schließtagen am Karlsplatz). KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Die Aufgabe von KÖR ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten bzw. temporären künstlerischen Projekten. Dadurch soll die Identität der Stadt und einzelner Stadtteile im Bereich des Zeitgenössischen gestärkt sowie die Funktion des öffentlichen Raums als Agora – als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Debatte – wiederbelebt werden. KÖR versteht Kunst im öffentlichen Raum nicht als Dekor, sondern als Angebot zur Auseinandersetzung mit Inhalten und radikalen ästhetischen Setzungen sowie als symbolische Markierung bislang kulturabstinenter Territorien. 38 KUNSTHALLE wien• KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Team Martina Taig(Geschäftsführerin), Barbara Horvath(Produktionsleitung), Eva Maria Amann (Projektassistenz und Office) Jury Lilli Hollein(Jurypräsidentin), Berthold Ecker, Gregor Eichinger, Dirk Luckow, Letizia Ragaglia Kuratorium Birgit Brodner(bis 4/2013), Kerstin Hosa, Karl Albrecht-Weinberger, Wolfgang Förster, Josef Cser, Franz Kobermaier, Alexandra Rupp-Ebenspanger(bis 6/2013), Barbara Hetzmannseder Projektförderungen Es fanden drei Jurysitzungen statt, zu denen 91 Projekte eingereicht und der Jury vorgelegt wurden. Neun Projekte wurden mit einer Förderung unterstützt(Umsetzung 2013 und 2014). Im Jahr 2013 hat KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien insgesamt 18 Projekte(10 temporäre Projekte und acht permanente Werke) und zwei Publikationen umgesetzt bzw. abgeschlossen, sowie einen offenen temporären Kurzfilm-Wettbewerb realisiert. Dabei waren insgesamt 45 Kunstschaffende involviert, davon 18 Künstlerinnen und 27 Künstler. Projektförderungen Planung 2014 Darüber hinaus wurden für die Fertigstellung bzw. Umsetzung im Jahr 2014 vorerst weitere 12 Projekte und zwei Publikationen initiiert(6 temporäre Werke und 6 permanente Werke). Fünf permanente Werke wurden/ werden durch Wettbewerbe ausgelobt. Hierbei sind vorerst 14 Kunstschaffende involviert, davon sieben Künstlerinnen und sieben Künstler. Temporäre Projekte/ Umsetzung 2013 Lars Schmid: MUST SEE 3. Mai bis Ende Oktober 2013, verschiedene Orte im 15. Bezirk Rustensteg statt Stephansdom, Schwendermarkt statt Schönbrunn, Telefonzelle statt Technischem Museum: Gemeinsam mit den BewohnerInnen des 15. Bezirks hat das Institut für Alltagsforschung neue Sehenswürdigkeiten geschaffen: Orte des Alltags, mit denen sich besondere Geschichten verbinden. Plätze, die im Vorübergehen das Herz aufgehen lassen. Das Institut für Alltagsforschung sammelte Orte und Geschichten und ließ Reiserouten durch den 15. Bezirk entstehen, auf denen es neue Sehenswürdigkeiten des Alltags zu entdecken gab. Vor Ort informierten zehn Audiostationen in acht verschiedenen Sprachen über diese außergewöhnlich gewöhnlichen Orte. MUST SEE – Neue Sehenswürdigkeiten für Rudolfsheim-Fünfhaus lud dazu ein, den 15. Bezirk neu zu entdecken und all den Orten Aufmerksamkeit zu schenken, die im Alltag allzu oft übersehen werden. Eric Kläring: Nüchtern Grün 15. April bis 30. November 2013, Venediger Au(Praterstern)/ Grünhaufen(Freudenau), 1020 Wien Nüchtern Grün begreift den öffentlichen Raum im Sinne der Metropole, in welcher Stadt und Land nicht mehr unterschieden, sondern als zusammenhängender Raum erfahren werden. Für dieses Projekt wurden unterschiedliche stadträumliche Situationen auf die Anwesenheit von Ablagerungen beobachtet, untersucht und kartografiert. Diese Ablagerungen dienten dem Künstler als Basis und Ausgangspunkt für eine Reihe von spezifischen, temporären Installationen und Platzierungen von Skulpturen. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 39 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Gertrude Moser-Wagner/ Natalie Deewan: VEZA LEBT 6. bis 12. Mai 2013, Feuermauer bei der Kreuzung Ferdinandstraße/ Tempelgasse 12, 1020 Wien Im Rahmen von VEZA LEBT – Veza Canetti, ein spätes Jubiläum wurde an die Feuermauer des Hauses Tempelgasse 12, über dem Veza Canetti-Park, nahe des einstigen Leopoldstädter Tempels, Zentrum jüdischen Lebens vor seiner Zerstörung 1938 und in Sichtweite von Ferdinandstraße 29, wo die Dichterin Veza Canetti(1897–1963) über zwei Jahrzehnte lang, bis 1934, gewohnt hat, das Zeichen„VEZA fehlt“ projiziert. Dieses basiert auf dem Auslassungszeichen und bezieht sich auf Veza Canettis bekannten Roman„Die Gelbe Straße“, der das Leben in der Ferdinandstraße, der Straße der Lederhändler in den 30er-Jahren portraitiert. Es ist eine merkwürdige Straße, die Gelbe Straße. Es wohnen da Krüppel, Mondsüchtige, Verrückte, Verzweifelte und Satte.(Veza Canetti) Der Buchstabe V mit einem Querstrich markiert ein Fehlen, bei einem doppelten Querstrich fehlt etwas Essentielles. Das projizierte Zeichen„VEZA fehlt“ unterstreicht das Fehlen einer ganzen Person: VEZA. Der doppelte Querstrich zieht sich, gleich der Gelben Straße, über alle vier Buchstaben und komplettiert diese gleichzeitig. Zudem bedeutet der Begriff„Veza“ in der bosnischen, serbischen, kroatischen Sprache, die in der heutigen Umgebung der Ferdinandstraße gesprochen wird, genau dieses: Verbindung. Ruth Anderwald+ Leonhard Grond& Anna Kim: Rohbau der Zukunft TM Mai 2013 bis April 2014, verschiedene U-Bahn Stationen in Wien Ruth Anderwald+ Leonhard Grond& Anna Kim griffen die Baustelle als utopischen Ort des Entstehens auf. Anderwald+ Grond begleiteten die erste Bauphase fotografisch, Anna Kim kommentierte literarisch und in Versen. Das Ergebnis wurde grafisch aufgearbeitet und in monatlich wechselnden Plakaten in Wiener U-Bahnstationen affichiert. Ruth Anderwald+ Leonhard Grond& Anna Kim: Rohbau der Zukunft- Schottentor Juli 2013 bis Juni 2014, U2-Station Schottentor Die Fläche am Schottentor/ U2 wurde von Ruth Anderwald+ Leonhard Grond& Anna Kim mit Plakaten in der Größe von 10 x 4 Metern jeweils im dreimonatlichen Rhythmus neu gestaltet. Die Plakate erweiterten die Arbeit Rohbau der Zukunft TM, die in den U-Bahnstationen realisiert wurden. Jakob Lena Knebl: Schwule Sau 15. Mai 2013 bis 7. April 2014, Morzinplatz, 1010 Wien Der/die Künstler/in Jakob Lena Knebl inszeniert mit der Installation Schwule Sau am Morzinplatz ein temporäres Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen, Lesben und Transgender-Personen. Sie verwendete mit Absicht Bezeichnungen wie„schwule Sau“ oder„Mannweib“, die im täglichen Sprachgebrauch als abfällig und abwertend eingesetzt werden. Der/die Künstler/in griff diese Begriffe im Sinn von Judith Butlers Theorie der Performativität des politischen Diskurses auf, die den Terminus hate speech verhandelt, machte sich und ihren/seinen Körper zur Ausstellungs- und Projektionsfläche und stellte sich in der Installation der Öffentlichkeit. In der Aneignung entzog Jakob Lena Knebl den Bezeichnungen die verletzende Schlagkraft, der sich Homosexuelle, Lesben und Transgender-Personen ausgesetzt sehen, und kommt dem Gegenüber zuvor, die Begriffe beleidigend zu verwenden. Matt Mullican: 5 WORLDS 12 BENCHES 19. Juni bis 3. November 2013, Kunstplatz Graben, Höhe Graben Nr. 21, 1010 Wien Seit den 80er-Jahren entwickelt Matt Mullican ein umfangreiches visuelles Katalogsystem. Die Zeichen seiner„Charts“ sind Piktogrammen und Signets ähnlich, wie sie im öffentlichen Raum zur Orientierung genutzt werden. In Mullicans System beruhen sie jedoch nicht auf allgemein verständlichen Floskeln. Vielmehr sind es private Zeichen, die es ihm erlauben, jede 40 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Art von menschlicher Tätigkeit, Vorstellung oder Deutung zu verbildlichen.12 Bänke wurden am Graben mit diesen Codes bedruckt. Sie standen in zwei Reihen. Jede trug eine bestimmte weltdeutende Absicht, die eine absteigende Hierarchie vom Gedanklichen zum Dinglichen erkennen ließ. Die erste Bank stand für Subjektivität, die zweite für Sprache, die dritte für die gerahmte Welt, zu der auch die Kunst gehört, die vierte für die ungerahmte Welt und die Welt als solche und die fünfte für Materialität. Die sechste und letzte Bank beinhaltete die Bedeutungen der anderen fünf. Auch die Farben trugen Bedeutungen. Die Piktogramme reagierten auf den städtischen Umraum. Sie setzten die Zeichen und Signets fort, die sich an Geschäften und vor Fassaden finden. Und dennoch waren es nicht bloß Werbungen oder visuelle Merkzeichen der Stadt, sondern präzise Welterklärungssysteme, die aus einem privatsprachlichen Systemdenken entwickelt wurden und die Absicht hegten, alle Fragen des menschlichen Lebens zu verdeutlichen, von den gewöhnlichen bis zu den existenziellen. Kurzfilmwettbewerb 20 Seconds for Art 1.Juli bis 25. August 2013, auf den Bildflächen im INFOSCREEN-Netz, Wien Dieser Kurzfilm-Wettbewerb wurde von INFOSCREEN und KÖR initiiert und fand 2013 zum ersten Mal statt. Kunstschaffende wurden zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema„Kunst im öffentlichen Raum in Wien“ eingeladen, die es in Form von 20 Sekunden-Kurzfilmen zu visualisieren galt. Der Wettbewerb sollte das Publikum für das Thema sensibilisieren und Kunst im öffentlichen Raum durch flächendeckende Präsentation der Gewinnerfilme einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Aus rund 150 Einreichungen konnten schließlich sechs Gewinnerfilme ausgewählt werden. Die ausgewählten Kurzfilme wurden jeweils zwei Wochen gezeigt. • Melanie Hollaus, mirror.grid_passage • Iris Julian, die un/sichtbare performance • Emilie Kleinszig/ Michael Luger/ Christina Schraml, Kennen wir uns? • Christoph und Jakob Listabarth, Kunst kann‘s • Sebastian Mayrhuber/ Marcell Andor Bándi, Glowing Streetart • Michail Michailov, 736 cm Kunstgastgeber Gemeindebau 16. bis 30. Oktober 2013, Rennbahnweg 27, 1220 Wien KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien, wohnpartner und Wiener Wohnen sind an kunstinteressierte MieterInnen herangetreten, im Rahmen des Projekts Kunst bei sich zu Hause Platz nehmen zu lassen. Im Zuge von Führungen wurden einzelne Wohnungen öffentlich zugänglich gemacht, um die künstlerischen Werke zu betrachten und zu diskutieren sowie die KünstlerInnen und die GastgeberInnen kennenzulernen. KünstlerInnen: Alfredo Barsuglia, Carla Bodadilla, Pablo Chiereghin, Fanni Futterknecht, Noah Holtwiesche, Isabella Kohlhuber, Michikazu Matsune, Stefan Röhrle, Maru a Sagadin und Nicole Six/ Paul Petritsch Sini Coreth/ Johannes Raimann/ Dominic Spitaler: Last! Supper. November 2013 bis April 2014 Last! Supper. wurde als Reaktion auf eine unmenschliche Integrations- und Asylpolitik initiiert, um statt des politischen Protests über die Sprache der Kunst eine Möglichkeit zu finden, diesem Thema die Vorurteile zu nehmen und so den ÖsterreicherInnen und den Medien zu vermitteln. Neben der Performance Last! Supper. und Auslöser/ Erlöser wurden an zahlreichen öffentlichen Plätzen in Wien lebensgroße Interviews mit Asylsuchenden projiziert, die die Menschen mit ihren Geschichten und ihrem wahren Gesicht zeigen, als auch zu einem symbolischen Last! Supper. geladen. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 41 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Permanente Projekte/ Wettbewerbe/ Fertigstellung 2013 Lois Weinberger: I Weed, YOU Weed … Eröffnung: 24. August 2013, Liftturm in der Street Art Passage des Museumsquartiers, 1070 Wien Die Installation, die Lois Weinberger für den Liftturm der Street Art Passage Vienna entworfen hat, schlägt als Schriftarbeit die künstlerische Brücke zu den Tags, den Graffitis und vergänglichen Kommentaren, die in Wien besonders die angrenzenden Straßen des 7. Bezirks prägen und denen die Street Art Passage Vienna thematisch gewidmet ist. Die Werkidee selbst geht zurück auf ein altes Pflanzenbuch, in dem über die enorme Samenproduktion des Bilsenkrauts berichtet wird: binnen fünf Jahren könne diese leicht das gesamte Festland der Erde zudecken. Lois Weinberger begann daraufhin, das Wort Bilsenkraut zu konjugieren, also Ichkraut, Dukraut, Eskraut, Wirkraut usw. über das Blatt zu schreiben. Die jetzt gewählte Form in englischer Sprache reichert das Schillern der Wörter noch mit der Doppelbedeutung von jäten/ Unkraut/ Marihuana(engl.: to weed/ weed) an. In der Form der akkuraten Konjunktion spürt man zudem einen Appell: Wer will, möge sich als Unkraut selbst ausmerzen. Barbara Krobath: Drei Chinesen in der Qinghai-Tibet-Bahn Eröffnung: 10. Oktober 2013, im Eingangsbereich von Equalizent – Qualifikationszentrum für Gehörlose, Gebärdensprache und Diversity Management, Obere Augartenstraße 20, 1020 Wien Das Fliesenbild von Barbara Krobath zeigt drei Touristen, die aus einem Zugfenster winken und fotografieren. Es handelt sich hier um einen besonderen Zug: Die Qinghai-Tibet-Bahn ist die höchstgelegene Eisenbahnstrecke der Erde. Sie wurde am 1. Juli 2006 eröffnet und verbindet die Provinz Qinghai mit der Hauptstadt Lhasa des Autonomen Gebietes Tibet. In Peking sieht man offiziell die spektakuläre Qinghai-Tibet-Bahn als weiteren Beweis dafür, dass man für Tibet nur das Beste im Sinn habe. Viele Tibeter haben Bedenken. Sie fürchten, Peking werde mithilfe der Qinghai-Tibet-Bahn die Region noch fester in den Griff nehmen. Wird die QuingzangTibet-Bahn zu einem Symbol zur Auslöschung der tibetischen Kultur? Honet: Totem Modern Eröffnung: 10. Oktober 2014, an den U-Bahnsäulen der Linie U2, zwischen Trabrennbahn und Stella Klein-Löw-Weg, 1020 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN und VIERTEL ZWEI Die minimalistischen Figuren Honets beziehen sich visuell auf die Superhelden der 70er-Jahre und verknüpfen diese mit einem modernen Totemismus. Ausgehend von den Helden seiner Jugend in Kombination mit Manga- oder Science-Fiction-Figuren gestaltet Honet figurale Samplings, die sich durch ihre Reduktion auf simple, geometrische Formen der Methode der schnellen Kommunizierbarkeit urbaner Logos bedienen. Das Logo als wichtiges kulturelles Element der urbanen Kommunikation wird von Honet neu besetzt. Stilelemente der Popkultur treffen in Totem Modern auf im visuellen städtischen Overflow aufblitzende signifikante Farbakzente in Rot, Orange, Gelb, Hellblau oder Grün. Lack auf 14 Betonsäulen, Höhe je Säule: 420–450 cm, Durchmesser: 140 cm INOPERAbLE Gallery präsentiert ROA Eröffnung: 10. Juli 2013, Schadekgasse(Mauer des Amerling Gymnasiums), gegenüber Nr. 18, 1060 Wien Der Street Art Künstler ROA gestaltete auf Einladung von INOPERAbLE Gallery die Fassade des Amerling Gymnasiums mit über- und nebeneinander liegenden heimischen Tieren(Biber, Fuchs, Hase, Gams). Der aus Belgien stammende ROA ist es gewohnt, seine charakteristischen schwarz-weißen Tierbilder in beeindruckend großen Maßstäben auf verlassene Fabriken und urbane Wände zu malen. ROAs Straßenbilder werden mit einfachen Mitteln erstellt – in der Regel nur mit 42 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 schwarzer und weißer Fassadenfarbe und schwarzem und weißem Sprühlack – und spiegeln die Ästhetik naturalistischer Zeichnungen wieder. Für seine Wanddarstellungen wählt er üblicherweise Tiere aus, die es ursprünglich in der Gegend gibt; seine Vögel, Mäuse, Ratten oder Stinktiere findet man oft übereinanderliegend oder über gefundene Flächen drapiert. INOPERAbLE Gallery präsentiert Collin van der Sluijs+ Rutger Termohlen Eröffnung: 7. November 2013, Quellenstraße 156, 1100 Wien Die zwei holländischen Künstler, die auf regelmäßiger Basis miteinander kollaborieren, lassen sich zwischen Urban Art und klassischer Malerei einordnen. Sie arbeiten multidisziplinär. Ihre künstlerischen Wurzeln liegen im klassischen Graffiti, zudem besuchten sie Kunstakademien. Beide teilen eine ähnliche Vision: in ihren Werken vereinen sie surrealistische, realistische und illustrative Elemente. Menschen, Tiere, Objekte und Symbole, die in einem chaotischen Durcheinander auf humorvolle und verspielte Weise interagieren, bevölkern ihre Bildwelt. Pedro Cabrita Reis: two drawings in the sky, two paintings underneath, 2013 Eröffnung: 9. Dezember 2013, U2-Station Donaustadtbrücke(1220 Wien) und Donaumarina (1020 Wien) In Kooperation mit den WIENER LINIEN Pedro Cabrita Reis besetzt die beiden verschwisterten Stationen mit korrespondierenden, aufeinander bezogenen Arbeiten und bewerkstelligt so parallel zur tatsächlichen auch eine ideelle Querung der Donau, gleichsam einen zweiten, künstlerischen Brückenschlag. Sein Projekt basiert auf ebenso präzisen wie minimalen Interventionen mit den Elementen Farbe, Licht und Form. Klar definierte vertikale und horizontale Flächen der Außenfassaden werden mit oranger und weißer Betonfarbe gestrichen, und auf jeweils einen der charakteristischen Treppentürme der Stationen wird leicht abgewinkelt ein rund 10,5 Meter hoher Lichtmast gesetzt. Die Lichtmasten werden aus I-Trägern konstruiert, die mit handelsüblichen Leuchtstofflampen für den Außenbereich bestückt sind. Die aneinandergereihten Lampen ergeben lineare Lichtskulpturen, deren weißes Leuchten nachts ebenso wie bei Tag zu sehen ist und die vor allem bei Dunkelheit weit in den Stadt- und Landschaftsraum hinein wirken. Der Entwurf für beiden U2-Stationen vereint erstmals wesentliche Elemente der Arbeit von Pedro Cabrita Reis: die monochrome weiße und orange Wandmalerei und die linear-skulpturale Zeichnung aus Leuchtstoffröhren. Stephan Huber: Aspern Affairs Eröffnung: 22. September 2013, U2-Station Aspern-Nord, Ostbahnbegleitstraße, 1220 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN Zweimal wurde in Aspern Weltgeschichte geschrieben: im Jahr 1809 erfuhren Napoleons europäische Großmachtträume auf dem Schlachtfeld ihre erste Niederlage und im Jahr 1912 eröffnete mit dem„Flugfeld Aspern“ der damals größte und modernste Flughafen Europas. Zwei 60 Quadratmeter große Landkarten an den Bahnsteigenden visualisieren diese beiden Ereignisse und verknüpfen sie mit der Geschichte Wiens des frühen 19. und 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zur klassischen Kartografie beinhalten Stephan Hubers Landkarten ästhetische und sinnhafte Störungen, eine Vermischung von historischer Genauigkeit und subjektiver Deutung, Zeitgleichheit und Ungleichzeitigem sowie eine Vielzahl überraschender surrealer Veränderungen: Ernst und Ironie wechseln, Unsinn und Erkenntnis befruchten einander, Lokalereignisse und Sternstunden der Menschheit werden ebenbürtig behandelt. Ausgewählte, auf den Landkarten behandelte Personen erscheinen auch in Form von„Lebenslinien“ mit ihrem Geburts- und Sterbedatum auf den Glasflächen, die der oberirdischen UBahnstation auch als Vogelschutz dienen. Mit diesem Kunstwerk legt der Künstler seine persönliche Sicht der Objektivität von Kartografie dar: Die„Wiener Karten“ beinhalten eine Vielfalt an Informationen, die dem interessierten Betrachter immer wieder neue Entdeckungen bieten. Dadurch entsteht ein komplexes, lebenKÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 43 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 diges Gebilde im öffentlichen Raum, das neben allen ästhetischen Qualitäten den Betrachtenden auch in einen Diskurs über„seine“ Stadt verwickelt. Ernst Caramelle: Ohne Titel Eröffnung: 17. September 2013, U-Bahn-Station Karlsplatz, Kunstpassage, 1040 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN Ernst Caramelles Malerei auf der lang gestreckten Seitenwand der Fußgängerpassage ist auf acht Felder verteilt, die jeweils mit einfachen räumlichen Konstellationen besetzt sind. Felder mit frontalen und solche mit perspektivisch verzerrten Ansichten wechseln einander ab. Je nach Gehrichtung wirken sich diese Verhältnisse so aus, dass es scheint, als seien einzelne Wandteile aus der Flucht der Tunnelwand herausgedreht, um sich dem Gehenden entgegenzustellen. Andere Teile sind der gewohnten Perspektive angeglichen, und wieder andere übersteigern diese. Die gesamte Konstellation ist auf die realen Verhältnisse der Benutzung ausgerichtet und erzeugt die Wirkung einer zickzackförmig aufgebrochenen Wand, damit auch die Empfindung einer räumlichen Erweiterung und einer Rhythmisierung der Bewegung. Das Gefühl von Erweiterung und Rhythmisierung wird noch dadurch gesteigert, dass sich die Wandmalerei schwach in der gegenüberliegenden Milchglaswand spiegelt, während zusätzlich eingesetzte Spiegel beim Vorübergehen einzelne Details momentan aufblitzen lassen. Keimfarben auf Wand, gegenüberliegende Wand mit Spiegelflächen auf Glas; je 3 x 70 m Publikationen Kunst Passage Karlsplatz/ Vienna Art Passage Im Zuge der architektonischen Neugestaltung der Karlsplatz-Passage wurde von der KÖR ein internationaler Wettbewerb ausgelobt. Neun KünstlerInnen(Lee Bul, Ernst Caramelle, Barbara Kruger, Sarah Morris, Jorge Pardo, Gerwald Rockenschaub, Markus Schinwald, Sam Taylor-Wood und Cerith Wyn Evans) wurden eingeladen, die Kunstpassage neu zu gestalten und ein Kunstwerk vorzuschlagen, das dem transitorischen Charakter Rechnung trägt. Neben der Wandmalerei von Ernst Caramelle in der 70 Meter langen Durchgangszone der Kunstpassage, die den Zuschlag der Jury erhielt, sind alle Wettbewerbseinreichungen mit Künstlerstatements, Plänen, Skizzen und Bildmaterial vorgestellt. Neben den speziell auf Wien und den Karlsplatz bezogenen Texten werden aktuelle Fragestellungen zur Kunst im Stadtraum diskutiert. Herausgeber: KÖR GmbH und WIENER LINIEN, dt./engl. inkl. DVD(Film„Making of“ von Ernst Caramelle), 252 Seiten, 24 x 29.5 cm, Auflage: 1 200 Stück, Nürnberg: Verlag für moderne Kunst Jakob Lena Knebl& Katrina Daschner/ Carola Dertnig/ Gerald Grestenberger/ Matthias Herrmann/ Thomas Hörl/ Luisa Kasalicky/ Catherine Opie: Orientierung, Identitäten& Kunst Ausgehend von dem, von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien initiierten Projekt„Schwule Sau“, ist die Idee zur vorliegenden Sammlung künstlerischer Arbeiten und Texte entstanden. Diese ist vorrangig als pädagogische Hilfestellung gedacht, und soll in Schulen für Jugendliche und Lehrende gleichermaßen ein Instrument darstellen, um Themen wie gleichgeschlechtliche Beziehungen und Transgender-Lebensweisen in ihrer Vielfältigkeit zu diskutieren. Herausgeber: KÖR GmbH und WASt – Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen; Auflage: 5 000 Stück 44 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 In Vorbereitung KÖR Publikation, Teil 2(2007–2010) Erscheinungstermin: Frühjahr 2014 Der zweite Teil der KÖR Publikation dokumentiert die Positionierung der Initiative„Kunst im öffentlichen Raum Wien“ während der Arbeitsperiode 2007 bis 2010. KÖR Publikation, Teil 3(2010–2013) Erscheinungstermin: Herbst 2014 Der dritte Teil der KÖR Publikation dokumentiert die Positionierung der Initiative„Kunst im öffentlichen Raum Wien“ während der Arbeitsperiode 2010 bis 2013. Vermittlungsprogramm Rundgang mit Ricky Renier zu den Werken von • Gerold Tagwerker und Franz Graf(20. April) Führungen mit Karl Bruckschwaiger zu Werken von • Alfred Hrdlicka, Rachel Whiteread, Jakob Lena Knebl und Julia Schulz(18. Mai) • Matt Mullican, Jakob Lena Knebl, Tony Cragg, Michael Kienzer und Franz West(29. Juni) • ROA, Lawrence Weiner, Iris Andraschek und Matt Mullican(27. Juli) • Ernst Caramelle, Peter Kogler, Ken Lum, Ruth Anderwald+ Leonhard Grond& Anna Kim (28. September) • Stephan Huber: Aspern Affairs(5. Oktober im Rahmen der Eröffnung) Vienna Art Week 18. bis 24. November 2013 „Projecting Walls“ – Führungen mit Karl Bruckschwaiger zu Kunst im öffentlichen Raum Wien (Tour 1: 23. November/ Tour 2: 24. November) Vorschau 2014 Temporäre Projekte/ Umsetzung 2014 Cati Bolt: Lauftext vorraussichtlich: Mai/ Juni 2014 bis Mai/ Juni 2015 Fortlaufendes Textband(als Bodenmarkierung) entlang der Gehwege im öffentlichen Raum, das einen ZeitzeugInnenbericht aus dem Jahr 1938 wiedergibt. Dieser beschreibt Übergriffe im öffentlichen Raum aus der Perspektive der ZeitzeugInnen. Das Textband verläuft genau entlang der Strecke, an der die Ereignisse stattgefunden haben. Lia Sáile: Größter Gemeinsamer Teiler voraussichtlich 7./ 8. Mai 2014; Projektlaufzeit: bis Mai 2015 MuseumsQuartier/ Mariahilfer Straße(1060 Wien), Morzinplatz(1010 Wien), Margaretengürtel/ Schönbrunner Straße(1050 Wien) Das Kunstprojekt greift Grenzmauern in ihrer wiedererkennbaren Form auf und errichtet sie symbolhaft an einem anderen Ort neu. Drei lebensgroße Kunstmauern bilden die USA/ MexiKÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 45 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 ko-Barriere(Arm/ Reich-Konflikt), die Belfast Peace Line(politischer Konflikt) und die Israel/ Westbank-Mauer(religiöser Konflikt) künstlerisch nach. Iv Toshain und Anna Ceeh: FEMINismTC: ПРЕЙЪР 3. März bis 3. April 2014 Plakataktion in allen 23 Bezirken Iv Toshain und Anna Ceeh haben KünstlerInnen eingeladen, Slogans und Messages zu ent­ wickeln, die auf der Idee von FEMINismTC: ПРЕЙЪР aufbauen. Das Duo transformiert diese in 4 000 manuell beschichtete, nachtleuchtende A1-Plakate. Einen Monat lang werden diese im öffentlichen Raum als lumineszierende Schaltstellen kontroverser Ansichten und Gedanken fungieren. Alle 23 Wiener Bezirke werden zu einem Ausstellungsraum, in dem„malerische“ Unikate ihre eigene Reise als ortsgebundene Artefakte antreten werden. Teilnehmende KünstlerInnen: Marina Abramovic(US), Linda Bilda(AT), Anna Ceeh(RU/ AT), Anetta Mona Chi a& Lucia Tká ová(RO/ SK), VALIE EXPORT(AT), Siggi Hofer(AT), KIWA(EE), Slava Mogutin(RU/ USA), Olaf Nicolai(DE), Boris Ondrei ka(SK), und Iv Toshain(BG) Willi Dorner: BLANK vorraussichtlich: Herbst 2014 bis Frühjahr 2015 Blank ist ein installativ-performatives Projekt, das in der Auseinandersetzung um Stadtraum und Körper steht, mit den Outputs Live-Performances, Fotos, Filme und Kurzvideo. Live-Interventionen werden filmisch und fotografisch dokumentiert bzw. Situationen für die Fotound Videokamera kreiert. Die Frage, die sich der Künstler dabei stellt ist:„Wie kanalisiert und lenkt die Stadtarchitektur große Gruppen von Menschen?“ Axel Stockburger: Quantitative Easing(for the street) Mai/ Juni bis Ende Oktober 2014 Kunstplatz Graben, Höhe Graben 21, 1010 Wien Kubus EXPORT Voraussichtlich Sommer/ Herbst 2014 – Sommer/ Herbst 2015 bespielt Kubus EXPORT – Der transparente Raum, Lerchenfelder Gürtel/ Gürtelbrücke 48, 1080 Wien Permanente Projekte/ Wettbewerbe/ Siegerprojekte Speto: Three Brothers vorraussichtlich: Frühjahr 2014 An den U-Bahnsäulen der Linie U2, zwischen Trabrennbahn und Stella Klein-Löw Weg, 1020 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN und VIERTEL ZWEI Christian Jankowski: Die große Geste Eröffnung: Herbst 2014 Künstlerische Gestaltung der U2-Station Donauspital, 1220 Wien Olaf Nicolai: X Eröffnung: Herbst 2014 Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz, Ballhausplatz, 1010 Wien Maria Anwander/ Ruben Aubrecht Eröffnung: Sommer 2015 Bezirksgedenkstätte: Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf in Hernals 1933 bis 1945, Vorplatz S45 Hernals, 1170 Wien 46 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Neuinterpretation des Südtiroler Platzes, 1040 Wien Der Wettbewerb wird von der Stadt Wien, MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung in Kooperation mit KÖR ausgelobt. Die Umsetzung ist durch die Stadt Wien als Bauherrin geplant. Wettbewerbsauslobung und Umsetzung sind für 2014 geplant(Geladener Wettbewerb). Künstlerischen Gestaltung der U2-Station Aspern-Seestadt, 1220 Wien Der Wettbewerb wird von KÖR in Kooperation mit den WIENER LINIEN ausgelobt. Wettbewerbsauslobung und Umsetzung sind für 2014 geplant(Geladener Wettbewerb). Kulturelles Erbe Denkmalpflege Im Bereich der Denkmalpflege werden etwa 9 500 Kunstobjekte(Denkmäler, Sakrale Kleindenkmäler, Profanplastiken, Grabdenkmäler, Ehrengräber, Gedenktafeln) auf Flächen der Stadt Wien im Referat Kulturelles Erbe betreut. Die Kunstwerke im öffentlichen Raum stehen stets im Focus der Öffentlichkeit und stellen einen wichtigen Teil der kulturellen Identität dar. 2013 wurden an 171 Kunstobjekten Reinigungs- bzw. Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Wobei darauf geachtet wird, dass Verbesserungen gleichmäßig in allen Bezirken erreicht werden. So wurde im Bereich der Profanplastiken u. a. die„Bärengruppe“(5. Bezirk) von Franz Barwig(1952) und der„Uhrturm und Sockel – Feuerwehr im Wandel der Zeit“(10. Bezirk) von Wander Bertoni(1951) restauriert. Als Beispiele für die Restaurierung von Denkmälern seien zehn Grabdenkmäler im Währingerpark(ehemals Ortsfriedhof, 18. Bezirk) genannt, bei den Sakralen Kleindenkmälern z. B. der„Hl. Nepomuk“ in der Apostelgasse(3. Bezirk). Entsprechend den vorgegebenen Intervallen wurden die Freiplastiken und Gedenktafeln auf Stand- und Verkehrssicherheit überprüft. Das Beschriftungssystem für die Freiplastiken konnte erweitert und verbessert werden. Zur Errichtung eines im Wiener Regierungsabkommen vereinbarten„Denkmals für die Opfer der NS-Militärjustiz“ am Ballhausplatz wurden weitere Vorarbeiten geleistet. Der Berliner Olaf Nicolai obsiegte in einem von KÖR ausgelobten internationalen Wettbewerb. 2013 kam es zur Widmung von 42 Gräbern, darunter sechs aus der neuen Kategorie der„Historischen Gräber“ und zwei neue Ehrengräber am Jüdischen Friedhof(Zentralfriedhof Tor IV) für die Schriftstellerin Mira Lobe und den früheren Musikdirektor der Wiener Festwochen Hans Landesmann. Die renovierten Mausoleen der alten Israelitischen Abteilung(Tor 1) am Wiener Zentralfriedhof – Kleinode funeraler Architektur von höchster Qualität – konnten zahlreichen Besuchern am„Tag des Denkmals“ zugänglich gemacht werden. Auf den 46 Friedhöfen der Friedhöfe Wien GmbH, auf evangelischen, jüdischen und katholischen Friedhöfen wurden wieder zahlreiche Ehrengräber instandgesetzt und gepflegt. Wiener Altstadterhaltungsfonds Der Wiener Altstadterhaltungsfonds wurde 1972 in der Folge der sogenannten„Altstadterhaltungsnovelle“ errichtet. Das Ziel dieses Subventionsinstruments ist, im Stadtbild wirksame Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten zu fördern, d. h. jenen Kostenmehraufwand, der über ordnungsgemäße Erhaltungsarbeiten hinausgeht. Dahinter steht der Anspruch, das Stadtbild zu erhalten und so über das„Gesicht der Stadt“ den Zugang zur„Geschichte der Stadt“ zu ermöglichen. Das Ergebnis der geförderten Arbeiten kommt also sowohl den EigentümerInnen von historischen Bauten als auch der Allgemeinheit – ob StadtbewohnerInnen oder StadtbesucherInnen – zu Gute. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien• Kulturelles Erbe 47 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Im Bereich des Sakralbaus sind u. a. die Marienstatue und die Wappenkartusche an der Fassade der Salesianerinnenkirche am Rennweg sowie der Chor der Votivkirche zu nennen. Handelt es sich bei ersterer Kirche um einen Barockbau, so ist zweitere dem 19. Jahrhundert zuzuordnen, beiden gemeinsam ist die hervorragende Stellung im Stadtbild. Die Restaurierungsprojekte am Portikus der Peterskirche erwiesen sich für die Ausführenden als besonders herausfordernd. Des Weiteren wurden die Restaurierungsarbeiten an der Maria-Theresien-Gruft in der Kapuzinergruft am Neuen Markt gefördert. Die um 1750 errichtete Gruft stellt den Höhe- und Schlusspunkt der barocken Inszenierung herrschaftlicher Totenruhe dar. Zu den Förderprojekten an Profanbauten gehörten die Fassaden des sogenannten Neuen Schottenhofs auf der Freyung, ein 1871 bis 1873 errichtetes monumentales Zinshaus, sowie die großflächige Fassade des biedermeierlichen, ab 1825 von Joseph Kornhäusel errichteten, Seitenstettner Hofs in der Seitenstettengasse, weiters die Fassaden von Teinfaltstraße 7 (1. Bezirk) und Neubaugasse 6(7. Bezirk) sowie die Erdgeschoßzone von Bräunerstraße 4–6 (1. Bezirk). Die beiden Löwenbrunnen am Stubenring, die das Radetzky-Denkmal flankieren, dominieren gemeinsam mit der monumentalen Fassade des Regierungsgebäudes diesen Bereich der Ringstraße. Zu den bedeutendsten Projekten gehörten die Instandsetzung des Friedhofwärterhauses am Jüdischen Friedhof Währing sowie die Restaurierung von weiteren 24 Grabsteinen am Jüdischen Friedhof Seegasse. Am Biedermeierfriedhof St. Marx wurde die statische Sicherung der Grabsteine abgeschlossen, weitere dreißig Grabdenkmäler konnten restauriert werden. Die Wiener Bezirks- und Sondermuseen öffneten am 10. März 2013 zum siebten Mal ihre Pforten anlässlich des„Tages der Wiener Bezirksmuseen“ unter dem Motto„Wiener Feuerwehren“, begleitet von einer gleichnamigen Publikation. Das Bezirksmuseum Hernals am Elterleinplatz im Gebäude der ehemaligen Wiener Kommunalsparkasse, errichtet 1911 bis 1913 von Josef Grünbeck, bleibt wegen der Gesamtrenovierung des Hauses bis auf Weiteres geschlossen. Film Die Förderung des von Produktionsfirmen unabhängigen und naturgemäß meist jungen Filmschaffens ist eine wichtige Säule der Wiener Filmförderung. Die von einem Beirat empfohlenen Projekte entstehen oft unter sehr schwierigen Produktionsbedingungen und finden ihr Publikum vorrangig auf Festivals oder im Falle des Kurzfilms als Vorfilm. Umso mehr freut es die FilmemacherInnen und auch Förderstellen, wenn die geförderten Filme nicht nur in die Wettbewerbe nationaler und internationaler Filmfestivals eingeladen werden, sondern auch zahlreiche namhafte Preise gewinnen. So konnte z. B.„Der Glanz des Tages“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel neben dem großen Diagonale Preis auch den Max Ophüls Preis und viele weitere Anerkennungen erringen. „Omsch“ von Edgar Honetschläger, eine liebevolle Hommage an das Alter, gewann beim renommierten Dokumentarfilmfestival in Nyon den Prix Buyens-Chagoli.„Talea“, das Langfilm-Debüt von Katharina Mückstein, eine behutsame Coming-of-Age Novelle, wurde nicht nur in Saarbrücken prämiert, sondern auch ausgewählt 2014 der Film für„Eine STADT. Ein FILM.“ zu sein. Das große Interesse der WienerInnen am Film zeigen auch die vom Publikum gestürmten Filmfestivals: Die Viennale konnte mit über 350 Vorführungen knapp 100 000 Menschen begeistern, das Kinderfilmfestival feierte mit Krapfen und Fruchtsäften sein 25jähriges Jubiläum und die Tricky Women eroberten mit unterschiedlichsten weiblichen Animationen das Haydn-Kino. Die Sommerkinos füllten in lauen Nächten die Parks und Plätze der Stadt und auch hier war die Auswahl groß: Vom Kurzfilm des espressofilm-Festivals im Garten des Volkskundemuseums 48 Kulturelles Erbe• Film KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 über das digitale„frame:out“ im Museumsquartier bis hin zum„Kino unter Sternen“ am Karlsplatz und dem Volxkino in den Bezirken reichte das Angebot. Hier schließt sich der Kreis von den ProduzentInnen zum Publikum; die Wiener Filmlandschaft ist vielfältig. Filmfonds Wien Das österreichische Filmjahr 2013 begann mit einem Paukenschlag – Oscar- und Hattrick-Hoffnungen wurden gleichermaßen erfüllt. Zum einen gipfelte Michael Hanekes Erfolgsweg durch internationale Festivals und Preisjurys in einer fünffachen Academy-Nominierung, einem Golden Globe und dem Auslands-Oscar für„Liebe“. Zum anderen ging der Plan Ulrich Seidls, seine Trilogie auf drei A-Festivals zu präsentieren, mit der Einladung des letzten Teils„Paradies: Hoffnung“ nach Berlin auf. Ein schwungvoller Start in ein Jahr, das in vielen Bereichen ein weiteres dynamisches für den österreichischen Film und den Filmfonds Wien darstellte. Nicht nur die„Paradies“-Filme brachten es auf eine rekordverdächtige Anzahl an Festivaleinladungen – es folgten mit Claude Lanzmanns„Der Letzte der Ungerechten“, Götz Spielmanns „Oktober November“ und János Szász’„Das große Heft“ weitere international beachtete Neuerscheinungen. Ein bemerkenswertes Jahresergebnis auch im kommerziellen Bereich: Das große Publikumsinteresse am Dokumentarfilm„Alphabet“ und der Provinz-Groteske„Bad Fucking“ mit jeweils über 100 000 KinobesucherInnen, hoben die Gesamtstatistik auf ein Dreijahreshoch von knapp 560 000 Kinobesuchen bei den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen. Im Vergleich zu 2011/12 bringt dies einen deutlichen Umsatzzuwachs. Im Fernsehbereich feierten Nikolaus Leytners„Die Auslöschung“ und Andreas Prochaskas „Spuren des Bösen: Zauberberg“ Spitzenplatzierungen: Letzterer, der dritte Teil der ORF/ ZDF-Krimi-Reihe der Aichholzer Film, erreichte in Österreich knapp 700 000 ZuschauerInnen, in Deutschland über sechs Millionen. Damit toppte er seinen Vorgänger„Racheengel“, der sich 2013 über eine Emmy-Nominierung freuen durfte. Der Filmfonds Wien förderte insgesamt 167 Projekte mit 11,2 Millionen Euro. Über acht Millionen Euro flossen in die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung österreichischer Kinofilme. Insgesamt 30 neue Produktionen erhielten Finanzierungszusagen, darunter einige vielversprechende Filme, deren zentrale künstlerische Positionen von Nachwuchskräften verantwortet werden. Hervorgehoben sei das Spielfilmdebüt„Macondo“ der Wiener Filmemacherin Sudabeh Mortezai, das 2014 für den Wettbewerb der Berlinale 2014 ausgewählt wurde. Die Liste der geförderten Projekte unterstreicht den aktuellen Formen- und Themenreichtum im österreichischen Filmschaffen: Arthouse- und Genrefilm im dokumentarischen wie fiktionalen Feld, Kinder- und Animationsfilm finden sich ebenso wie komplexe internationale Koproduktionen. Der wirtschaftliche Effekt im Kino-Bereich schlägt mit durchschnittlich knapp vier Euro je Förder-Euro zu Buche, insgesamt fließen über 26 Millionen Euro an Investitionen zurück in die Wiener Filmwirtschaft. Ein positives Resümee lässt sich zum erfolgreich abgeschlossenen Förderbereich„Kino-Digitalisierung” ziehen: Mit Hilfe von über 400 000 Euro an Sondermitteln der Stadt Wien konnten seit 2011 insgesamt 25 Kinosäle in 16 Wiener Kinos auf digitale Projektion umgestellt werden. Das digitale Kino ist damit in Wien flächendeckend eingeführt. Die Stadt Wien finanzierte den Filmfonds Wien 2013 mit einem Gesamtbudget von 11,8 Millionen Euro; ein Umstand, der in Zeiten von Spar-Reformen umso mehr Anerkennung verdient und dem Filmfonds Wien und dem Wiener Filmschaffen nachhaltige Planung ermöglicht. Film• Filmfonds Wien 49 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Profil des Filmfonds Wien Der Filmfonds Wien ist ein Fonds der Stadt Wien und nimmt seine Geschäfte auf Basis seiner Satzung wahr. Die derzeit gültige Satzung beruht auf dem Kuratoriumsbeschluss vom 3. Juli 2012 und trat mit Rechtskraft der fondsbehördlichen Genehmigung am 15. November 2012 in Kraft. Als„Wiener Filmförderungsfonds“ wurde die Institution im Jahr 1976 gegründet. Seit 1999 wird der Filmfonds Wien von drei Organen verwaltet: dem Kuratorium, der Geschäftsführung und der Jury. Zur Vergabe von Förderungen verfügt er über Mittel der Stadt Wien sowie Rückflüsse aus erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschüssen. Im Jahr 2013 finanzierte die Stadt Wien den Filmfonds Wien mit einem Gesamthaushalt in Höhe von 11,8 Millionen Euro. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer geringen Reduktion von 50 000 Euro bzw. 0,4 Prozent, bedingt durch die abgeschlossene Digitalisierungsförderung. Entwicklung der Zuwendungen der Stadt Wien(in Tausend Euro) 2008 8 000 2009 10 000 2010 11 500 2011 11 500 2012 11 850 2013 11 800 Die allgemeinen Förderrichtlinien aus dem Jahr 2008 stellen die rechtliche Grundlage zur Inanspruchnahme sämtlicher Förderungen dar. Weitere spezifische Richtlinien bilden Leitfäden für die einzelnen Förderbereiche. Aufgaben und Ziele Das vorrangige Ziel des Filmfonds Wien ist, Wien als Film- und Medienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszubauen. Damit soll auch ein regionaler Beitrag zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt Europas geleistet werden. Filmförderung ist Kulturförderung, aber auch Wirtschaftsförderung im allgemeinen Sinn und trägt im speziellen zur Erhaltung der Beschäftigung in der Filmbranche bei. Eine weitere Aufgabe fällt dem Filmfonds Wien darin zu, den von ihm geförderten Filmen – allen voran den am Standort Wien entwickelten österreichischen Filmen – zu einer größtmöglichen Öffentlichkeit zu verhelfen. In Verfolgung dieser Ziele vergibt der Filmfonds Wien Förderungen für die Projektentwicklung, Herstellung(Kino/ TV) und Verwertung von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am„Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugute kommen. Die tatsächlich erzielten Effekte liegen seit Jahren weit über 300 Prozent. Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Ausund Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Organe und Gremien Kuratorium Dem Kuratorium, das die Funktion eines Aufsichtsrats erfüllt, gehören acht vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft bestellte Mitglieder an, die für die Dauer von drei Jahren bestellt werden. 50 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vorsitzender: Dr. Josef Kirchberger(Geschäftsführer, Art for Art Theaterservice GmbH) Stellvertretende Vorsitzende: Mag.a Bettina Leidl(Geschäftsführerin, departure), Heinrich Ambrosch(Produzent, Satel Film), Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Andreas Hruza(Produzent, A. Hruza Medienbüro), Mag. Daniel Löcker(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Gerhard Schedl(Filmkonsulent), Dagmar Streicher(Filmemacherin und Dramaturgin), Dr. Max Gruber(Verband Filmregie, außerordentliches Mitglied) Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Geschäftsführung. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft für die Dauer von drei Jahren bestellt. Hauptjury Peter Jäger(Geschäftsführer, autlook Filmsales), Eric Pleskow(ehem. Filmproduzent, Viennale-Präsident), Alessandra Thiele(Österreichisches Filmmuseum), Andrea Willson (Autorin, freie Produzentin) Ersatzjury Jakob Claussen(Filmproduzent, Claussen+Wöbke+Putz), Ulli Dohr(Geschäftsführerin, Dohr Werbe Gmbh), Katharina Dufner(Redakteurin, ZDF„Das kleine Fernsehspiel“), Susanne Guggenberger(Produzentin, Mira Film) Kinobeirat Der Kinobeirat besteht aus drei Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammenkommen, um die Einreichungen für die Förderung kinokultureller Projekte zu beurteilen und Empfehlungen an die Geschäftsführung auszusprechen. Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Wolfgang Steininger(Moviemento, Linz), Mag.a Renate Wurm(Das Kino, Salzburg) Team Geschäftsführung: MMag.a Gerlinde Seitner Projektabteilung Kino/TV: Wernfried Natter, Gilbert Petutschnig, Han-Fen Chao Büroleitung und Strukturförderungen: Silvia Gneisz PR/Kommunikation, Kinoförderungen: Mag. Stefan Hahn Förderbilanz Der Filmfonds Wien konnte 2013 insgesamt 167 von 219 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 11 224 452 Euro(beantragte Summe gesamt: 17 287 495 Euro) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen sowie für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen, aussprechen. Förderungen für Kinobetriebe wie Digitalisierung und Projektförderungen machten 293 911 Euro an Fördergeldern aus. Dies entspricht einer Gesamtförderung von 76,3 Prozent der Anträge. Im Vergleich zu 2012 wurden um 501 001 Euro mehr Förderungen zugesagt, was 4,7 Prozent entspricht. Filmfonds Wien 51 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Fördersparte Einreichungen Zusagen Projektentwicklung 25* 560 831 13** 286 269 Herstellung Kino 59 12 307 959 30** 7 061 478 Herstellung TV 32 249 4130 22 2 008 030 Verwertung Kinostart 22 805 478 22 805 478 Sonstige Verwertung 17 167 296 17 167 296 Strukturmaßnahmen 19 601 990 19 601 990 Kino-Referenzförderung 14 140 000 14 140 000 Kinokulturelle Projekte 27 146 150 26 90 250 Digitalisierung 4 63 661 4 63 661 SUMME Gesamt 219 17 287 495 167 11 224 452 * alle Beträge in diesem Bericht sind in Euro und ohne Dezimalstellen angegeben ** inkl. Referenzmittel Einreichungen und Zusagen 52 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderbereiche nach Volumen Festivalerfolge und Auszeichnungen(Auswahl) Liebe(Amour) von Michael Haneke • Golden Globe Awards: Bester fremdsprachiger Film • BAFTA Film Awards: Bester fremdsprachiger Film, Beste Darstellerin(Emmanuelle Riva) • Palmarès César: Bester Film, Beste Regie, Beste Darstellerin(Emmanuelle Riva), Bester Darsteller(Jean Louis Trintignant), Bestes Drehbuch • Academy Awards/ Oscars: Bester fremdsprachiger Film Das Pferd auf dem Balkon von Hüseyin Tabak • Deutsches Kinder-Medien-Festival„Goldener Spatz“: Bester Darsteller(Enzo Gaier), Bestes Drehbuch(Milan Dor) • International Children’s Film Festival Chicago: Bester Spielfilm, 2. Preis der Kinder-Jury Deine Schönheit ist nichts wert von Hüseyin Tabak • International Film Festival Ankara: Bester Nachwuchsfilm, Bester Schnitt, Bester Nachwuchsdarsteller(Abdulkadir Tuncer) • International Film Festival for Children and Youth Zlin: Spezialpreis der Jury Die 727 Tage ohne Karamo von Anja Salomonowitz • Jihlava International Documentary Film Festival: Bester Dokumentarfilm(Silver Eye Award) Die Wand von Julian Roman Pölsler • LOLA – Deutscher Filmpreis: Beste Tongestaltung Everyday Rebellion von Arash& Arman T. Riahi • CPH:DOX International Documentary Film Festival Copenhagen: Politiken Audience Award Meine Keine Familie von Paul-Julien Robert • London BFI Film Festival: Bester Dokumentarfilm(Grierson Award) More than Honey von Markus Imhoof • Bayerischer Filmpreis: Bester Dokumentarfilm • LOLA – Deutscher Filmpreis: Bester Dokumentarfilm Oktober November von Götz Spielmann • San Sebastian International Film Festival: Signis Special Mention Paradies: Glaube von Ulrich Seidl • Europäischer Filmpreis 2013: Bestes Sounddesign Filmfonds Wien 53 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderbereiche Projektentwicklungsförderung Von 25 eingereichten Projekten mit einer Gesamtantragssumme von 560 831 Euro erhielten 13 eine Zusage zur Projektentwicklungsförderung durch die Jury bzw. aus dem Topf der Referenzmittelförderung mit einer Gesamtsumme von 286 269 Euro. Projekt Produktion Drehbuch Genre Fördersumme Angelo Novotny & Novotny Markus Schleinzer F 30 000 Deckname: Holec Novotny & Novotny Franz Novotny F** 20 000 Ein sicherer Ort Allegro Film Michael Ramsauer F* 17 278 Face to Face FreibeuterFilm Paul-Julien Robert D 8 100 Fischstäbchen mit Pommes Allegro Film Agnes Pluch, Catalina Molina F* 19 000 Jack epo-film Elisabeth Scharang F* 5 916 Kinder Mischief Films Catalina Molina, Senad Halibasic F 30 000 Maikäfer flieg KGP Kranzelbinder Gabriele Production Sandra Bohle, Mirjam Unger F 25 750 ** 19 250 Sautanz oder Der Blunzenkönig Bonusfilm Wolfgang Liemberger, Christoph Frühwirth F 18 975 Traumfabrik Marko Doringer Marko Doringer Film D 29 000 Weapon of Choice Nikolaus Geyrhalter Film Fritz Ofner D 35 000 Wir bleiben ja wir Witcraft Szenario Marie Kreutzer F 28 000 SUMME Gesamt 286 269 * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung 54 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anzahl der Projekte Fördersummen Herstellung von Kinofilmen Mit einer Fördersumme von 7 061 478 Euro wurden insgesamt 30 Herstellungsanträge gefördert(29 Projekte). Eingereicht waren 59 Projekte mit einer Gesamtantragssumme von 12 307 959 Euro. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 64 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte pro Film durchschnittlich 374 Prozent bezogen auf die Fördersumme(51 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr). Das bedeutet, dass rund 26,5 Millionen Euro(entspricht 42 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Effekts) in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche flossen. Projekt Auf den Tod des Kindes kann nicht verzichtet werden Billionaire Bürger B. Cinema Futures Produktion Regie Navigator Film Thomas Fürhapter Genre D Land Fördersumme A 50 000 Edoko Institute Edgar Honetschläger Nikolaus Werner Boote Geyrhalter Film Mischief Films Michael Palm F D D A A A 120 000 175 000 75 000 Filmfonds Wien 55 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das ewige Leben Deckname: Holec Der kleine Ritter Trenk Die Nacht der tausend Stunden Die Mamba Echte Männer? Gespensterjäger – Auf eisiger Spur Gletscherblut Gruber geht Haider. Einer, der alles verspricht! Horvath lebt! Im Schatten des Spiegels Jack Kater Last Shelter Last Shelter Macondo Oida Taunz Planet Ottakring Song Dor Film Novotny& Novotny Dor Film Wolfgang Murnberger Franz Novotny F F Anthony Power F AMOUR FOU Vienna e&a Film Nanook Film Lotus Film Virgil Widrich Ali Samadi Ahadi Tina Leisch Tobi Baumann F F D F Allegro Film Marvin Kren F Allegro Film Marie Kreutzer F Kurt Mayer Film Nathalie Borgers D Prisma Film Max Gruber F Novotny& Novotny David Ruehm F epo-film Elisabeth Scharang F coop99 Klaus Händl F Framelab Film Gerald Igor Hauzenberger D Framelab Film Gerald Igor Hauzenberger D Freibeuter Film Subadeh Mortezai F Bonus Film Barbara Gräftner F Prisma Film Michi Riebl F coop99 Antonin Svoboda F A, D 300 000 A, CZ 430 000 A, D 100 000 A, 520 000 LUX A, D** 100 000 A D, IRL, A A A A 70 000 300 000 *** 29 178 440 000 18 700 A 527 600 A, D 400 000 A, D 300 000 A 270 000 A 42 000 A** 30 000 A 280 000 A * 104 000 A 580 000 A 440 000 56 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Stille Reserven Sühnhaus Thank you for Bombing The Visit FreibeuterFilm Valentin Hitz F FreibeuterFilm Maya McKechneay Lotus Film Barbara Eder D F Nikolaus Geyr- Michael Madsen D halter Film Tom Turbo. Der Film Family Pictures Dirk Regel Film What's wrong with a Golden Girls Free Lunch Christian Tod SUMME Gesamt F D * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung *** Mittelerhöhung durch Referenzmittel Herstellung Kino in Anteilen Anzahl der geförderten Projekte A, CH, D A A A, DK, IRL, FIN A A, D 450 000 106 000 364 000 ** 17 000 388 000 35 000 7 061 478 Fördersummen Filmfonds Wien 57 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Internationale Gesamtherstellungskosten 20 Prozent der geförderten Projekte wiesen Kosten von weniger als 500 000 Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr(26 Prozent) fiel dieser Anteil etwas ab, im Jahr 2011 lag er mit 30 Prozent noch etwas höher. Der weiter gestiegene Anteil an Produktionen mit Budgets zwischen zwei und drei Millionen Euro spiegelt den erhöhten Anteil rein österreichischer Produktionen wider. Die Entwicklung der letzten drei Jahre stellt sich wie folgt dar: Entwicklung der Gesamtherstellungskosten Gemeinschaftsproduktionen 2013 wurden zehn Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu drei ausländischen Partnern – das sind 34 Prozent der gesamten Kino-Herstellungen – vom Filmfonds Wien gefördert. Die Fördersumme beläuft sich auf 2 952 000 Euro. Wie bereits in den Vorjahren wird der überwiegende Anteil der 2013 geförderten gemeinschaftlich hergestellten Projekte mit deutschen Partnern produziert, insgesamt 70 Prozent. An zweiter Stelle landeten die Schweiz und Irland vor mehreren EU-Mitgliedsstaaten. Koproduktionsländer 58 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile minoritärer, majoritärer und österreichischer Projekte an der Gesamtanzahl Herstellung von Fernsehproduktionen Die Fernsehfilmförderung unterstützte insgesamt 22 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 2 008 030 Euro. Damit wurde der dafür vorgesehene Budgetrahmen von jährlich zwei Millionen Euro vollständig ausgeschöpft. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 38,5 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte im fünften Jahr der Fernsehfilmförderung einen Durchschnitt von 910 Prozent. Rund 19 Millionen Euro(das entspricht 49,4 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Effekts) flossen in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche. Projekt Altes Geld Aufgetischt (5. Staffel) Clara Immerwahr Der taumelnde Kontinent Der Weg in den Untergang Die Detektive Die Mätressen des Wiener Kongresses Die verbotene Frau Die Weltreise der Familie Zid Produktion Regie Genre Land Fördersumme Superfilm David Schalko S A 190 000 Satel Film Claudia Pöchlauer, Thomas Knoglinger D A 60 000 MR-Film Harald Sicheritz F A 100 000 Dor Film Robert Neumüller D A, D 89 500 Metafilm Robert Gokl, Leo D Bauer A 50 000 MR-Film Michi Riebl S A 150 000 Makido Film Melissa Müller, D Monika Czernin A 35 000 Aichholzer Film Hansjörg Thurn F A, D 60 000 Nikolaus Gunnar Walter Geyrhalter Film D A 50 000 Filmfonds Wien 59 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Erika Pluhar – Die Stimme For my Sisters Hoch Hinaus Joschi und die Stars Oberst Redl. Spion aus Leidenschaft Phänomania – Geheimnisvolle Welten Prinz Eugen von Savoyen und das osmanische Reich Reiseckers Reisen (3. Staffel) Sarajevo SOKO Donau/ Wien (9. Staffel) Spuren des Bösen: Schande Streifzüge durch Wien Wie Heiler heilen SUMME Gesamt epo-film Sigrid Faltin D Plaesion Film epo-film Fischer Film Metafilm Stephanus Domanig D Hannes Gellner D Wolfgang Beyer D Fritz Kalteis D epo-film Pre TV Friedrich Moser, Danielle Proskar u. a. D Heinz Leger D Nikolaus Michael Geyrhalter Film Reisecker Dor Film Andreas Prochaska Satel Film Holger Barthel, Holger Gimpel u. a. Aichholzer Film Andreas Prochaska Rilk Film Elisabeth Scharang Langbein& Partner Kurt Langbein D F S F D D A, D A A A A A A A A A, D A A A 20 000 35 000 15 000 21 000 42 000 40 000 100 000 48 530 200 000 450 000 190 000 50 000 12 000 2 008 030 60 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 TV-Herstellung in Anteilen Anzahl der Projekte Fördersummen Verwertungsförderung: Kinostarts Für 22 Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2013 mit insgesamt 805 478 Euro gefördert. Über das Jahr verteilt waren 34 vom Filmfonds Wien geförderte Projekte in den österreichischen Kinos zu sehen. Film Verleih Regie Genre Filmstart Besuche Alphabet Bad Fucking Blutgletscher Das Finstere Tal Filmladen Erwin D Wagenhofer Thimfilm Harald Sicheritz F Luna Film Marvin Kren F Filmladen Andreas Prochaska F 11.10.13 107 508 20.12.13 61 969 27.09.13 Start 2014 12 115 – Fördersumme 46 000 48 000 50 000 54 000 Filmfonds Wien 61 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das Pferd auf dem Filmladen Hüseyin Balkon Tabak F Deine Schönheit Filmladen Hüseyin ist nichts wert Tabak F Der Fall Wilhelm Filmladen Antonin Reich Svoboda F Der Letzte der Ungerechten Filmladen Claude Lanzmann D Der Stille Berg Sigma Film Ernst Gossner F Der Teufelsgeiger Filmladen Bernard Rose F Die 727 Tage ohne Filmladen Anja SaloKaramo monowitz D Die Große Reise Metafilm Helmut Manninger F Die Vermessung der Welt Filmladen Detlev Buck F Die Wand Thimfilm Julian Pölsler F Die Werkstürmer Thimfilm Andreas Schmied Grenzgänger Thimfilm Florian Flicker Invasion Thimfilm Dito Tsintsadze Kern Polyfilm Severin Fiala, Veronika Franz Liebe Filmladen Michael Haneke Local Heroes Thimfilm Henning Backhaus Ludwig II Warner Brothers Marie Noëlle, Peter Sehr F F F F F F F 23.11.12 12.04.13 1 739 Förderung 2012 5 552 30 000 18.01.13 22.11.13 21 834 Förderung 2012 2 060 14 000 Start 2014 – 34 000 31.10.13 38 537 56 000 06.09.13 1 802 25 000 18.10.13 2 756 15 000 26.10.12 05.10.12 26.07.13 2 142 Förderung 2012 2 477 Förderung 2012 43 218 40 000 16.11.12 01.03.13 668 Förderung 2012 98 40 000 01.03.13 405 – 21.09.12 11.01.13 28.12.12 34 879 Förderung 2012 1 224 Förderung 2012 7 777 Förderung 2012 62 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Meine Keine Familie Stadtkino Paul-Julien Robert D More Than Honey Filmladen Markus Imhoof D Nägel mit Köpfen Polyfilm Marko Doringer D Nerven Bruch Zusammen Stadtkino Arash T. Riahi D Oktober November Filmladen Götz Spielmann F Paradies: Glaube Stadtkino Ulrich Seidl F Paradies: Hoffnung Paradies: Liebe Stadtkino Ulrich Seidl F Stadtkino Ulrich Seidl F Population Boom Thimfilm Werner Boote D Schlagerstar Mobilefilm Marco Antoniazzi, Gregor Stadlober F Shirley – Visions of Reality KGP Kranzelbinder Gabriele Gustav Deutsch F Tom Turbo. Der Film Luna Film Thomas C. Brezina F What Happiness Thimfilm Is Harald Friedl D Where I Belong Filmladen Fritz Urschitz F Zweisitzrakete Luna Film Hans Hofer F SUMME Gesamt 19.04.13 12 164 25 000 12.10.12 08.03.13 01.03.13 7 953 Förderung 2012 8 366 Förderung 2012 2 531 22 250 08.11.13 20 302 36 000 11.01.13 15.03.13 32 997 Förderung 2012 18 500 37 476 30.11.12 20.09.13 25 585 Förderung 2012 33 454 45 252 30.05.13 1 645 30 000 08.11.13 2 463 28 000 20.12.13 17 649 50 000 21.12.12 16.08.13 9 263 Förderung 2012 875 19 000 01.03.13 13 544 556 051 60 500 805 478 BesucherInnenzahlen per 31. Dezember 2013 laut Angaben der Verleihfirmen und des Österreichischen Filminstituts Filmfonds Wien 63 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile der Verleihfirmen(nach Anzahl der Förderungen) Anteile der Verleihfirmen bei den Kinostarts Kinostarts 2013 und 2012(nach Sparten) Förderung sonstiger Verwertungsmaßnahmen Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals und Marktveranstaltungen förderte der Filmfonds Wien 2013 17 Anträge und beteiligte sich mit 167 296 Euro. Projekt Produktion Regie Genre Veranstaltungen Fördersumme / Projekt Blutgletscher Allegro Film Marvin Kren F Festival: Toronto 12 000 Das Pferd auf dem MINI Film Hüseyin F Festivals u. a.: Balkon Tabak Chicago, Leipzig 6 000 Deine Schönheit ist nichts wert Dor Film Hüseyin Tabak F Festivals u. a.: Giffoni, Chicago, Seoul 6 500 64 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der Letzte der Ungerechten Dor Film Claude Lanzmann D Die 727 Tage ohne AMOUR FOU Anja SaloKaramo Vienna monowitz D Everyday Rebellion Golden Girls Arash T. D Riahi, Arman T. Riahi Liebe Wega Film Michael Haneke F Meine Keine Familie FreibeuterFilm Paul-Julien Robert D Michael Haneke. Filmladen Porträt eines FilmHandwerkers Yves D Montmayeur Nägel mit Köpfen Marko Marko Doringer Film Doringer D Nerven Bruch Zusammen Oktober November Golden Girls Arash T. Riahi coop99 Götz Spielmann D F Paradies: Hoffnung Paradies-Trilogie Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl F Ulrich Seidl F Population Boom Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Werner Boote Shirley – Visions of KGP KranReality zelbinder Gabriele Gustav Deutsch SUMME Gesamt D F Festival: Cannes Festival: Berlinale Festivals: Kopenhagen, Amsterdam Oscars Festivals: Nyon, München Diverse KinoEinsätze Festivals: Saarbrücken, Berlin Festivals: Prag Festivals: Toronto, San Sebastián Festival: Berlinale Barrierefreie DVD Foto-Buch Festival: Kopenhagen Festivals: Berlin, Cannes u. a. 5 200 10 000 12 000 15 000 10 000 2 500 10 000 3 000 11 500 32 000 3 096 12 000 6 500 10 000 209 686 Filmfonds Wien 65 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderung von Strukturmaßnahmen Das Ziel der Strukturförderungen ist, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere durch Veranstaltungen, Workshops und Initiativen, die der Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche dienen und den geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform geben. 2013 wurden 19 Förderungen in einer Gesamthöhe von 601 990 Euro vergeben – durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium. Antragstellung Projekt/ Veranstaltung Fördersumme Austrian Film Commission Jahrestätigkeit 2013 60 000 Diagonale. Forum österreichischer Film Diagonale 2013. Festival des österreichischen Films 33 000 Drehbuchforum Wien Jahrestätigkeit 2013 41 000 echo medienhaus Eine STADT. Ein FILM 2013 25 000 EU XXL FILM Jour fixes 2013 5 000 European Audiovisual Entrepreneurs EAVE – European Producers Workshop 89 000 Film Austria MIPCOM 2013 7 500 HOANZL Der Österreichische Film – DVD Edition(Titel 201–220, 7. Staffel) 90 000 50 000 Medardus Filmgesellschaft Die toten Fische – Restaurierung und Wiederherstellung 12 000 Music for Media International Film Music Symposium Vienna 6 000 Scenario Films Babylon 2013 14 990 Sonderzahl Verlag Publikation: Der Dokumentar­ filmer Nikolaus Geyrhalter 5 000 Stadtkino Filmverleih Stadtkino im Künstlerhaus 15 000 Verein der Freunde der Filmakademie Vortragsserie 3 000 Verein filmABC Jahrestätigkeit 2013 12 000 Verein für neue Literatur kolik.film 2013 4 500 Vienna Film Commission Jahrestätigkeit 2013 100 000 Witcraft Szenario Diverse Geschichten IV 29 000 SUMME Gesamt 601 990 66 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kino-Referenzförderung Diese Förderung soll Kinos helfen, nachhaltig im Sinne einer niveau- und gehaltvollen Programmgestaltung zu arbeiten, und bezieht sich auf die Filmauswahl des Vorjahres. 2013 wurden 14 Wiener Kinobetriebe mit einer Jahresförderung von insgesamt 140 000 Euro gefördert. Antragstellung Actors Studio Admiral Kino Bellaria Kino Breitenseer Lichtspiele Burg Kino Cine Center De France Filmcasino Haydn-Lichtspiele Künstlerhaus Kino Schikaneder Kino Topkino Urania Kino Votiv Kino GESAMT Fördersumme 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 10 000 140 000 Förderung kinokultureller Projekte Die Förderung kinokultureller Projekte soll Kinos dabei unterstützen, mit gezielten Aktionen Film als wichtiges Medium und Kinos als Orte kulturellen Erlebens in Wien zu verankern. Ein Fachbeirat tagt in jährlich zwei Sitzungen und gibt Förderempfehlungen an die Geschäftsführung. 2013 wurden insgesamt 26 Projekte mit einer Gesamtfsumme von 90 250 Euro unterstützt. Antragstellung Admiral Kino Breitenseer Lichtspiele Projekt/ Veranstaltung Iranisches Kino im Exil Stummfilme mit Klavier und Wienerischen Gedichten Fördersumme 7 000 2 000 Filmfonds Wien 67 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Filmcasino Votiv Kino Waystone Film SUMME Gesamt /slash Filmfestival 2013 ArchFilm Matinée – Frühjahr 2013 ArchFilm Matinée – Herbst 2013 Chinas Vielfalt im Film 2013 Cine Latino Festival 2013 Cinemama 2013 Kino& Kuchen 2013 Klub Kaputt – Frühjahr 2013 Latin Film Lounge 2013 100 Jahre Votivkino – Filmprogramm Babykino 2013 Cat Videos Festival du film francophone 2013 Internationaler Kurzfilmtag in Österreich Italienische Filmwoche im Votivkino 2013 Manhattan Shortfilm Festival 2013 Pop/Porn Cinema Next 2013. Filmpremieren. Raum für Premieren junger FilmemacherInnen CLUB DAY. Donnerstag – Jahresfest – Saisoneröffnung DORF in Wien. Dokumentar-Rock-Festival DORF 2013 Geschüttelt, nicht gerührt Krisenzeit TOP 10. Filmreihe anlässlich 10 Jahre Top Kino neu WISSEN.SCHAFFT.ENTWICKLUNG:EAT.DRINK.LIVE Cinema Next Filmpremieren. Raum für Premieren junger FilmemacherInnen 12 000 1 000 1 000 4 500 4 000 1 000 1 000 3 000 2 000 10 000 1 000 1 000 7 000 1 500 3 000 500 1 500 2 000 1 000 3 000 6 500 3 000 2 000 8 750 2 000 90 250 68 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Digitalisierungsförderung Diese Förderung soll dazu dienen, Kinosäle den aktuellen technischen Notwendigkeiten anzupassen. Sie ist je Kinosaal auf maximal 25 Prozent der Gesamtkosten beschränkt. 2013 wurde die Digitalisierung von fünf Sälen in vier Wiener Kinos mit Mitteln in Höhe von 63 661 Euro unterstützt. Antragstellung Bellaria Kino Breitenseer Lichtspiele Österreichisches Filmmuseum Metro-Kino GESAMT Fördersumme 6 850 1 321 15 490 40 000 63 661 Rückzahlungen und Referenzmittel Der Filmfonds Wien belohnt die erfolgreiche Verwertung der von ihm geförderten Filme mit Referenzmitteln. Wer den erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschuss nach Abdeckung des Eigenanteils teilweise oder zur Gänze zurückzahlt, erhält für ein Folge-Projekt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in bis zu doppelter Höhe der tatsächlich erfolgten Rückzahlung. Aus den Erlösen des Jahres 2012 wurden dem Filmfonds Wien 2013 insgesamt 26 280 Euro zurückgezahlt. Projekt Am Anfang war das Licht Der Knochenmann Der Weg nach Mekka Die Fälscher Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott In 3 Tagen bist du tot Let´s Make Money More Than Honey Wüstenblume SUMME Gesamt Produktion Regie Allegro Film P.A. Straubinger Dor Film Wolfgang Murnberger Mischief Films Georg Misch Aichholzer Film Stefan Ruzowitzky Dor Film Andreas Prochaska Allegro Film Allegro Film Allegro Film Dor Film Andreas Prochaska Erwin Wagenhofer Markus Imhoof Sherry Hormann Summe 1 844 4 740 2 070 3 931 6 819 5 828 397 70 581 26 280 Filmfonds Wien 69 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vienna Film Commission 2013 war ein sehr erfolgreiches Jahr für die Vienna Film Commission. Der große Einsatz beim Aufbau der Strukturen und Netzwerke während der ersten vier Jahre hat zum Jahresende 2013 zu einem wahren Ansturm an Nachfragen aus dem Ausland geführt. Internationale Filmproduktionen zeigen ein überaus erfreulich großes Interesse an Dreharbeiten in Wien. Die Arbeit der Vienna Film Commission vor Ort in Wien erfreut sich großer Wertschätzung durch die heimischen ProduzentInnen: Das Drehaufkommen in Wien ist 2013 weiter gestiegen, Dreharbeiten konnten in allen Bezirken der Stadt ohne große Probleme durchgeführt werden. Wien liegt im weltweiten Vergleich im absoluten Spitzenfeld bei den Bearbeitungszeiten für Genehmigungen im Bereich der Stadtverwaltung. Während die Aktivitäten für die internationale Bewerbung des Standortes Wien in der ersten Jahreshälfte 2013 ihren Schwerpunkt bei den Auftritten der Filmfestspiele von Berlin und Cannes sowie bei der Locations Trade Show in Los Angeles hatte, waren diese in der zweiten Jahreshälfte in Wien selbst möglich. Hochkarätige, international renommierte und prämierte RegisseurInnen, Kameraleute und ProduzentInnen waren bei verschiedenen Events in Wien selbst zu Gast und hatten die Möglichkeit, die Stadt durch die Locationtouren der Vienna Film Commission kennen und schätzen zu lernen. Wenn die internationalen Projekte, die in der zweiten Hälfte 2013 für Wien initiiert wurden, 2014 realisiert werden können, dann können wir mit sehr großem Optimismus in die Zukunft blicken. Aktivitäten in Wien Magistrat der Stadt Wien Der wichtigste Kooperationspartner der Vienna Film Commission ist der Wiener Magistrat. Jedes Ansuchen um Drehgenehmigung im Zuständigkeitsbereich der Wiener Stadtverwaltung muss über die Vienna Film Commission gestellt werden. Die online eingereichten Ansuchen werden umgehend bearbeitet: Nach Prüfung des Ansuchens und Zuordnung zur verantwortlichen Dienstelle des Magistrats, stellt die Vienna Commission ein Empfehlungsschreiben aus, das sowohl an die AntragstellerInnen als auch an die grundverwaltende Dienststelle ergeht. Danach wird ein Vertrag zwischen der Dienststelle und der AntragstellerInnen abgeschlossen. Empfehlungsschreiben werden bei Bedarf und auf expliziten Wunsch auch für Motive ausgestellt, die in privatem oder im Besitz des Bundes sind. Mit einer sehr großen Zahl von Magistratsabteilungen der Stadt Wien fand 2013 ein kontinuierlicher, intensiver Austausch statt. Die wichtigste Gesprächs- und Kooperationspartnerin der Vienna Film Commission war und ist die MA 46. Die sogenannte„Filmabteilung“ der MA 46 stellt im Rahmen ihrer Zuständigkeit(Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) Drehgenehmigungen für Straßen und öffentliche Plätze aus, genehmigt Halteverbote, Straßensperren u. a. Professionelle Dreharbeiten erfordern grundsätzlich immer Halteverbotszonen für den Fuhrpark der Produktion. Daher ist die MA 46 in fast alle Dreharbeiten im öffentlichen und privaten Raum involviert. Die Zusammenarbeit mit der„Filmabteilung“ der MA 46 sowie der ebenfalls zuständigen Stadtbaudirektion verlief auch 2013 überaus zufriedenstellend, kooperativ und im Sinne einer sinnvollen Wertschöpfung für die Stadt und die Filmbranche. Die Zahl der Bewilligungen, die 2013 von der MA 46 ausgestellt wurden, zeigt gegenüber den Vorjahren eine deutlich steigende Tendenz von 12 Prozent. 70 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vergleich Bewilligungen der MA 46 von 2009 bis 2013 Zwischen der VÖAP(Vereinigung der Österreichischen Aufnahmeleiter und-leiterinnen), der „Filmabteilung“ der MA 46 und der Vienna Film Commission finden regelmäßige Konsultationen statt, um das Drehen in der Stadt für Filmproduktionen zu optimieren. Regelmäßige Gespräche fanden auch mit all jenen Magistratsabteilungen statt, die Motive für Dreharbeiten zur Verfügung stellen, aber auch mit der MA 6(Servicecenter – Rechnungs- und Abgabenwesen), der MA 34(Bau- und Gebäudemanagement) sowie der Rathausverwaltung. Ranking der Wiener Motive Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Drehort Wiener Stadtgärten(MA 42) Wiener Märkte, v. a. Naschmarkt(MA 59 – Marktamt) Spitäler der Stadt Wien(Wiener Krankenanstaltenverbund – KAV) Gemeindebauten(Wiener Wohnen) Donauinsel(MA 45 – Wiener Gewässer) Wälder, Wiesen(MA 49 – Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb) Frei- und Hallenbäder(MA 44 – Wiener Bäder) Schulen(MA 56 – Wiener Schulen) Büchereien Wien und Schloss Hetzendorf(MA 13 – Bildung und außerschulische Jugendbetreuung) Rathaus(MDP – Magistratsdirektion Präsidialabteilung) Gewässer(MA 31 – Wiener Wasser) öffentliche Gebäude(MA 34 – Bau- und Gebäudemanagement) Donaukanal(via donau) Bibliothek(MA 9 – Wienbibliothek im Rathaus) Kanalisation(Wien Kanal) Ernst Happel Stadion, Sporthallen, Skateparks(MA 51 – Sportamt) Kleingärten(MA 69 – Liegenschaftsverwaltung, Kleingartenangelegenheiten) Rathausplatz Christkindlmarkt Kindergärten(MA 10 – Wiener Kindergärten) Straßen(MA 28 – Straßenverwaltung und Straßenbau) Bibliothek(MA 8 – Wiener Stadt- und Landesarchiv) Wiener Stadthalle – Stadthalle, Stadionbad Amtshäuser Standesämter(MA 35 – Einwanderung, Staatsbürgerschaft, Standesamt) Vienna Film Commission 71 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 16 Mistplätze, öffentliche WCs(MA 48 – Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) Theresianische Akademie Wiener Staatsoper Wirtschaftsuniversität Wien Campus Ortsverhandlungen, Ansuchen und Empfehlungsschreiben 2013 wurden insgesamt 343 Filmprojekte bei der Vienna Film Commission zur Bearbeitung eingereicht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um 5,5 Prozent. Für diese Projekte wurden 505 Ansuchen um Drehgenehmigung gestellt, und 540 Empfehlungsschreiben an die zuständigen grundverwaltenden Dienststellen weitergeleitet. Die Zahl der Ansuchen bei der Vienna Film Commission ist gegenüber dem Vorjahr deutlich um elf Prozent gestiegen, die Zahl der ausgestellten Empfehlungsschreiben gar um 22 Prozent. Die Vienna Film Commission hat 2013 an 89 Ortsverhandlungen teilgenommen, die von der MA 46 ausgeschrieben wurden. Die Teilnahme an Ortsverhandlungen ist zeitintensiv, aber unerlässlich, weil der persönliche Kontakt zu den VertreterInnen der Behörden(Polizei, Verkehrsamt, Bezirke, WIENER LINIEN, Feuerwehr, Wirtschaftskammer, Taxiinnung, MA 48, private oder öffentliche Motiveigner etc.) für den positiven Ausgang von Verhandlungen mitunter entscheidend ist. 69 internationale Produktionen haben 2013 bei der Vienna Film Commission um 102 Drehgenehmigungen angesucht. Die meisten Projektansuchen aus dem Ausland kamen aus Deutschland, gefolgt von UK, USA, Japan, Frankreich, Brasilien, Indonesien, Slowenien, Spanien und Tschechien. Aus Taiwan, Argentinien, Australien, China, Irland, Polen, Schweden, Ungarn und Weißrussland wurde jeweils ein Projekt eingereicht. Vienna Film Commission als Mediatorin Im Tagesgeschäft ist die Vienna Film Commission sehr oft mit Anfragen konfrontiert, die ihren Einsatz als Mediatorin erfordern. Das betrifft sowohl Drehanfragen zu Immobilien der Stadt als auch des Bundes, zu Motiven ausgelagerter Institutionen oder auch zu privaten Motivgebern. Die Zahl der Interventionen, die auf Bezirksebene erforderlich wurden, war 2013 weiter rückläufig. Der Grund dafür sind die kontinuierlich stattfindenden Kontakte, die die Vienna Film Commission von Beginn an mit den 23 Bezirksvorstehungen und Bezirksräten gesucht hat und die bei einem Wechsel in einer Bezirksvorstehung unverzüglich erneut aufgenommen werden. Auch mit einzelnen amtsführenden StadträtInnen und deren Büros fanden zum gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustausch kontinuierlich Gespräche statt. Die Vienna Film Commission war auch im abgelaufenen Jahr beim monatlich stattfindenden Jour fixe der Magistratsabteilung für Auslandsbeziehungen vertreten. Ranking der Dreharbeiten nach Bezirken Rang Anteil Prozent 1 21,53 2 9,33 Bezirk 1., Innere Stadt 2., Leopoldstadt 3 6,56 3., Landstraße 4 5,73 7., Neubau 5 5,55 15., Rudolfsheim-Fünfhaus 72 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 6 5,36 16., Ottakring 7 4,90 6., Mariahilf 8 4,81 9., Alsergrund 9 4,07 4., Wieden 10 3,97 22., Donaustadt 11 3,42 19., Döbling 12 3,33 14., Penzing 13 2,87 13., Hietzing 14 2,59 18., Währing 15 2,13 5., Margareten 2,13 10., Favoriten 16 1,94 8., Josefstadt 1,94 17., Hernals 17 1,76 11., Simmering 1,76 23., Liesing 18 1,66 20., Brigittenau 19 1,57 21., Floridsdorf 20 1,11 12., Meidling Zusammenarbeit mit unabhängigen Einrichtungen und ausgegliederten Institutionen der Stadt Wien Die Spitäler des Krankenanstaltenverbunds, die Gemeindebauten von Wiener Wohnen und die Transportmittel der WIENER LINIEN waren auch 2013 populäre Drehorte. Der 2012 fast ausschließlich im Wildgans-Hof im 3. Bezirk gedrehte Film„Deine Schönheit ist nichts wert“, sowie der Kinderfilm„Das Pferd auf dem Balkon“, beide unter der Regie von Hüseyin Tabak, wurden 2013 mehrfach auf internationalen Festivals ausgezeichnet. Auch die WIENER LINIEN waren 2013 ein gefragter Schauplatz. 97 Filmprojekte haben an 115 Drehtagen ihre Motive in Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder einer Remise gefunden. 2013 wurde in Absprache mit der Vienna Film Commission studentischen Filmprojekten eine Ermäßigung von 30 Prozent der anfallenden Gebühren gewährt. Auf den Wiener Friedhöfen wurden 83 Filmprojekte an 89 Drehtagen realisiert. Unter den österreichischen Filmen, die 2013 bei internationalen Filmfestivals Preise errungen haben, wurden viele von der Vienna Film Commission bei der Motivsuche und bei den Dreharbeiten in Wien unterstützt. Unter anderen waren dies„Soldate Jeanette“ von Daniel Hoesl, das in Sundance lief und beim Filmfestival Rotterdam den Tiger Award erhielt, sowie„Talea“ von Katharina Mückstein, der beim Max Ophüls-Filmfestival ausgezeichnet wurde. Vienna Film Commission 73 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Locationtouren Die Locationtouren werden individuell nach den Wünschen und Interessen der internationalen Gäste mit Bezug auf die jeweiligen Projekte zusammengestellt. Die RegisseurInnen, ProduzentInnen oder DrehbuchautorInnen erhalten als Follow-up ein Booklet mit ihrer jeweiligen Tour. • Produzent James Pout(H2O Motion Pictures, UK) und Drehbuchautor David Shamoon aus Canda für ein geplantes Spielfilmprojekt über Theodor Herzl • Eros Film(Indien),„Rambo Rajkumar“ • Internationale Gäste des Filmfestivals Tricky Women • Regisseur Stefan Krohmer(D) und Ausstatterin Silke Fischer(D) für„Die Glücklichen und die Sieger“ • Locationtour für die Gäste von VIS – Vienna Independent Shorts, internationale RegisseurInnen und ProduzentInnen • Guestspeaker von IMAGO INSPIRATION Masterclasses, mehrfach oscarnominierte und -prämierte RegisseurInnen und Kameraleute: Peter Weir, Russell Boyd, Alan Parker, Michael Seresin, Richard Marks, Christine Jeffs, John Toon, Tony Costa und Jan Weincke • TeilnehmerInnen aus 23 Ländern der IMAGO INSPIRATION Masterclasses 2013 der IMAGO European Federation of Cinematographers • Stefan Sonnenfeld(USA), CO3 und Valerie Petrusson(USA) • EAVE(European Audiovisual Entrepreneurs) European Producers Workshop, Fortbildungsveranstaltung für 60 junge ProduzentInnen, und 30 bereits etablierte, erfolgreiche ProduzentInnen, decision maker und VertreterInnen von Fördererinstitutionen aus ganz Europa • Gäste der 50. Viennale: Matt Johnson(USA), Samanatha Fuller(USA), Gillian Wallace Horvat (USA), Stephane Tchalgadjieff(USA) und Achmad Natche(ESP) • Drehbuchautor und Produzent Paul Watson, Big Tree Productions(UK) für„Heidi“ • Produktionsteam von„Em Familia“, Globo TV(Brasilien) • Eurimage, Treffen der 60 Mitglieder Europäischer Filmförderfonds • Setdesigner James Bissell und Location Manager Becky Brake(USA), Paramount • Bill Doyle, Production Supervisor(USA), Warner Brothers Branchenstammtisch Der Branchenstammtisch findet alle sechs bis acht Wochen statt. Eingeladen sind zu diesen Informationsabenden alle ProduzentInnen, AufnahmeleiterInnen und ProduktionskoordinatorInnen, AusstatterInnen, Kameraleute sowie die AnsprechpartnerInnen der Vienna Film Commission in den Magistratsabteilungen und ausgelagerten Institutionen der Stadt Wien. Die Themen in 2013 waren: • Regeln, Tipps und Tricks für Dreharbeiten bei der Asfinag(mit Mag. Franz Moser und Ing.in Monika Wutscher) • Drehen im Zuständigkeitsbereich der MA 31 – Wiener Wasser(mit Astrid Rompolt) • Regeln, Tipps und Tricks für Dreharbeiten mit der MA 42 – Wiener Stadtgärten(mit Eva Hofer-Unger) • Der korrekte Weg zur Erlangung von Drehgenehmigungen im Zuständigkeitsbereich der MA 49 – Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien(mit SR Dipl.-Ing. Andreas Januskovecz, Florian Hutz, Ing.in Yvonne Bauer) 74 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vorträge/ Präsentationen/ Podiumsgespräche Präsentationen der Arbeit der Vienna Film Commission und Einführung in das Regelwerk und Procedere für Dreharbeiten im Bereich der Stadtverwaltung und dem Wiener Stadtgebiet. • Universität für Musik und Darstellende Kunst, Filmakademie Wien • Fachhochschule des bfi Wien, Film-, TV und Medienproduktion in neu marx • EAVE Vienna 2013 – Producing in Austria • Pitching-Workshop für Studierende der Filmakademie Wien • Wiener Filmball • Hollywood in Vienna im Wiener Konzerthaus • Eine STADT. Ein FILM. – ATMEN von Karl Markovics Jurytätigkeiten/ Wiener Filmbeirat Die„kleine“ Wiener Filmförderung der Kulturabteilung der Stadt Wien tagt dreimal jährlich und vergibt eine Fördersumme von rund 200 000 Euro. Von Seiten der Vienna Film Commission wird bei der Vergabe der Fördergelder insbesondere darauf geachtet, dass die Dreharbeiten der geförderten Projekte nach Möglichkeit in Wien realisiert werden. Viele der Nachwuchsprojekte werden von der Vienna Film Commission intensiv betreut. Content Award der Stadt Wien Der„Content Award“ ist der Wiener Medienpreis für ProduzentInnen von innovativem, digitalem Content, veranstaltet von der ZIT, der Technologieagentur der Stadt Wien. Er wendet sich an Medienschaffende in den Bereichen Games, Apps und Animation und wird in sieben Kategorien vergeben. Die Geschäftsführerin der Vienna Film Commission war 2013 zum vierten Mal Jurymitglied in der Kategorie Fem Power. Österreichweite Aktivitäten Filmbranchenkontakte Kontinuierlicher Austausch, Gespräche und Netzwerken mit der Filmbranche sind ein wesentlicher Teil der Arbeit der Vienna Film Commission. Kontakte zu den VertreterInnen der einzelnen Verbände, insbesondere dem Verband der österreichischen FilmausstatterInnen, zur Vereinigung österreichischer AufnahmeleiterInnen und ProduktionskoordinatorInnen(VÖAP), zu VerleiherInnen, BühnenbauerInnen, sowie den ProduzentInnen werden offiziell und informell intensiv gepflegt, ebenso zu den Landes- und Bundesförderstellen. Die Vienna Film Commission hat an allen relevanten Veranstaltungen der Wiener und österreichweiten Film- und TVFörderinstitutionen wie dem Filmfonds Wien, der Filmabteilung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Österreichischen Filminstituts, des Fernsehfonds Austria, des Drehbuchforums, der Wirtschaftskammer Wien/ Sparte Industrie, der FAMA – Fachverband Messen und Ausstellungen, des AAFP – association of austrian filmproducers, der Film Austria sowie des ORF teilgenommen. Ebenso an allen relevanten Filmfestivals wie Viennale, Tricky Women, VIS Vienna Independent Shorts, Identities, Kinderfilmfestival, This Human World, Crossing Europe und Diagonale. Die Vienna Film Commission war mit Geschäftsführerin Marijana Stoisits 2013 am Podium der Tourismuskonferenz des Wirtschaftsministeriums in Bregenz„Kultur im Rampenlicht“ zum Thema„Hinter den Kulissen – Filme als Imageträger für den Tourismus“ vertreten. Vienna Film Commission 75 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kooperationen • Akademie des Österreichischen Films – Verleihung der Österreichischen Filmpreise im Wiener Rathaus • Vienna Independent Shorts/ VIS Academy • Verein der Freunde der Filmakademie • Hollywood in Vienna im Wiener Konzerthaus • Eine STADT. Ein FILM. – 2013 mit ATMEN von Karl Markovics, gedreht in Wien • IMAGO Inspiration Masterclasses des AAC(Austrian Association Of Cinematographers) und der European Federation of Cinematographers • EAVE Vienna 2013 • EURIMAGE 2013, veranstaltet in Wien anlässlich der Präsidentschaft Österreichs beim Europarat Internationale Aktivitäten 63. Internationale Filmfestspiele in Berlin Unter der organisatorischen Federführung der Vienna Film Commission luden die AUSTRIAN Film Commissions& Funds(AFC& F) erneut zu einem großen Empfang während der Berlinale. Die Partner der AFC& F für die Berlinale-Reception 2013 waren die Film Commissions der Bundesländer Steiermark, Niederösterreich und Tirol, sowie die Förderinitiative Filmstandort Austria(FISA) und der Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde(RTR). Rund 650 Gäste kamen in den Club 40 seconds in der Potsdamer Straße über den Dächern Berlins mit bestem Blick auf das Festivalzentrum rund um den Potsdamer Platz. Fast zwei Drittel der BesucherInnen waren internationale ProduzentInnen, RegisseurInnen, SchauspielerInnen, sowie VertreterInnen aus allen Produktionsdepartments, von Verleih und Vertrieb. Die Vienna Film Commission hat auch an Branchenveranstaltungen und den Events der European Film Commissions Network(EuFCN) sowie der Association of Film Commissioners International(AFCI) teilgenommen. 66. Internationale Filmfestspiele in Cannes Zum vierten Mal präsentierte sich die Vienna Film Commission am Österreich-Stand des Filmmarktes der Filmfestspiele von Cannes mit ihren Partnern der AFC& F im Village Pantiero. Der 25 m 2 große Stand mit 50 m 2 Terrasse lag direkt am Yachthafen. Für das Standdesgin zeichnete auch 2013 die österreichische Ausstatterin Verena Wagner verantwortlich. Die Vienna Film Commission akquirierte die SponsorInnen und übernahm die organisatorische Durchführung des gemeinsamen Auftritts des Filmlandes Österreich in der Vorbereitung und vor Ort in Cannes. Die BesucherInnen des Standes wurden nicht nur umfassend mit Informationen zu allen Filmbelangen des Landes versorgt, sie wurden auch mit österreichischen Spezialitäten der SachsponsorInnen bewirtet. Der Stand reüssierte als Anlaufstelle und Treffpunkt für österreichische und internationale ProduzentInnen, RegisseurInnen, VertreterInnen von Förderinstitutionen, VerleiherInnen, KäuferInnen und VerkäuferInnen und deren internationalen GesprächspartnerInnen. Die Vienna Film Commission hat auch an internationalen Branchenveranstaltungen sowie der Generalversammlung der EuFCN teilgenommen. Locations Trade Show, Los Angeles Die weltweite Locations Trade Show der AFCI fand 2013 im Convention Center statt. Die Vienna Film Commission präsentierte die Stadt Wien wiederum auf einem gemeinsamen Stand mit 76 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 dem Bundesland Tirol. Österreichs Generalkonsulin Karin Proidl lud aus diesem Anlass abermals vorwiegend us-amerikanische RegisseurInnen, ProduzentInnen und Locationscouts zu einer Networking Reception in Ihre Residenz in Los Angeles. Wien Haus, Brüssel Präsentation der Aufgaben und Arbeit der Vienna Film Commission im Wien Haus in Brüssel vor nationalem und internationalem Publikum und belgischen MedienvertreterInnen. Showreel ON LOCATION VIENNA – EXTERIORS I Nach den großen internationalen Erfolgen und Auszeichnungen des Showreels ON LOCATION VIENNA – INTERIORS I wurde seit Herbst 2012 das neue Showreel ON LOCATION VIENNA – EXTERIORS I produziert und unter reger Teilnahme der Filmbranche Anfang Dezember im Filmcasino präsentiert. Das neue Showreel zeigt sowohl klassische als auch unbekannte Außenmotive Wiens in mitunter ungewöhnlichen und neuen Perspektiven. Das Showreel wird allen internationalen Kontakten der Vienna Film Commission zugesandt. Web/ Datenbank/ Social Media www.viennafilmcommission.at Die Website wurde im vergangenen Jahr wiederum um einige Detailseiten erweitert. Sie wird insbesondere von internationalen Produktionsfirmen für erste Recherchen intensiv genutzt. Der Produktionsspiegel, der einen Überblick über alle in Wien gedrehten Film- und TV-Produktionen bietet, wird laufend aktualisiert. Datenbank Die beiden Datenbanken(Motive und Branche) werden fortlaufend optimiert und vor allem aktualisiert. Der Schwerpunkt der Location-Datenbank lag im vergangenen Jahr gleichermaßen auf einer Vertiefung und breiteren Auffächerung der 153 Kategorien. Die Zahl der Einträge ist bei der Motivdatenbank von 228 auf 2 046 gestiegen. In der Branchendatenbank sind jetzt 1 142 Wiener Filmschaffende registriert, das sind 173 mehr als im Vorjahr. Social Media Facebook war auch 2013 ein herausragendes Marketing- und Informationstool der Vienna Film Commission. Das Social Web wird in erster Linie zur fortlaufenden Bewerbung der eigenen Aktivitäten sowie von in Wien gedrehten Filmen, Casting-Terminen, Hinweisen zu Premieren, Festivalteilnahmen von in Wien gedrehten Filmen, TV-Ausstrahlungsterminen u. a. genutzt. Setarbeitsfotos informieren über aktuelle Dreharbeiten in der Stadt. Die facebook-Seite der Vienna Film Commission hat 2 370 Fans. Neue Medien Das Medienkunstfestival„paraflows“ beschäftigte sich 2013 mit„Open Culture“. Dieses Schlagwort umgreift eine Vielzahl heterogener Konzepte, die sich nicht ausschließlich auf das Netz bzw. die digitale Kultur reduzieren lassen, wie z. B. die Open-Source-Bewegung oder bestimmte künstlerische Interventionen und ästhetische Praxen(etwa die der Do it yourself [DIY]-Kultur). In einer Ausstellung, in Konzerten und im Rahmen eines Symposiums wurde daher die(auch) widersprüchliche Rolle von„Open Culture“ erörtert, vor allem in Hinblick auf gesellschaftspolitische Potentiale, die gleichsam subversiv und systemstabilisierend sein können. Vienna Film Commission• Neue Medien 77 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das zweite große Medienkunstfestival„Sound:frame“ widmete sich wieder der Visualisierung elektronischer Musik, diesmal unter dem Titel„collective“: Da audiovisuelle KünstlerInnen per se in interdisziplinären und internationalen Kollektiven zusammenarbeiten, ging„collective“ mittels einer Ausstellung, einem Diskursprogramm und Events den Möglichkeiten aber auch Herausforderungen künstlerischer Teamarbeit nach. Klangkunst und Videoinstallationen fanden in vielen Ausstellungen ihren Platz, ebenso wie Vorträge und Diskussionen zur Game Theorie, zu Datenschutz und anderen wichtigen Bereichen der Medienkunst und-kultur. Stadtteilkultur und Interkulturalität Im Bereich Stadtteilkultur und Interkulturalität wurden 338 Förderungen an Kultureinrichtungen vergeben, zum Beispiel an„Das Dorf – Kunst- und Kulturverein“, dessen spartenübergreifendes Kulturprogramm mit nationalen und internationalen KünstlerInnen jedes Jahr einen Bogen von MusikerInnenauftritten und Ausstellungen über Performances und Lesungen bis hin zu Filmvorführungen und Kabarettdarbietungen spannt. An 24 Tagen wurde auch der öffentliche Raum bespielt. Der Verein stellt außerdem Bildungs- und Kulturvermittlungsangebote wie Kurse, Seminare und Workshops bereit. Eine weitere Säule stellt das soziokulturelle Programm dar, das durch monatliche Aktivitäten den sozialen Austausch und die generationsübergreifende Kommunikation fördern soll. Eine Vielzahl dieser Veranstaltungen findet im Vereinslokal im dritten Bezirk statt. Der„Kulturverein Donaustadt“ realisierte im Jahr 2013 erneut die gelungene Veranstaltungsreihe„Kultursommer Bühne Donaupark“, die hauptsächlich von BewohnerInnen der umliegenden Bezirke(2., 20., 21. und 22.) besucht wird. Es handelt sich hierbei um eine gute Mischung aus Kabarett, Jazz, Swing- und Big Band-Sound, Tanz- und Folkloregruppen, Kindertheater, Operetten, Wiener Musik, Country Music und multikulturelle Musik-Aufführungen. Das Ziel ist die Erweiterung des Angebots der Kulturstadt Wien für die Wiener Bevölkerung. Der Verein arbeitet auch darauf hin, die„Bühne Donaupark“ als zusätzliche Touristenattraktion zu etablieren. In den letzten Jahren konnten bereits über 30 000 BesucherInnen verzeichnet werden. „Vienna.ACTS, Verein zur Förderung von Kunst“ organisierte das erfolgreiche Festival„Salam. Orient“, dessen musikalischer Höhepunkt unter anderem das„Taksim Trio“ aus Istanbul mit einem fulminanten Mix aus Klassik und Jazz mit Flamenco-Passagen darstellte. Vom 9. bis 31. Oktober 2013 wurden im Rahmen dieses Festivals Veranstaltungen aus dem Wissenschaftsbereich, Konzerte, Tanzvorführungen, Theatervorstellungen sowie nicht zuletzt ein breiter Bogen an Workshops und Aufführungen für Kinder und Jugendliche abgehalten. Vom„Hafenfestival – Verein für Popmusik“ wurde das erfolgreiche„Hafen Open Air“ ausgetragen, ein österreichisches Festival zur Förderung heimischer NachwuchskünstlerInnen und zur Fortschreibung der Tradition des Austropop. Die Veranstaltung fand letztes Jahr zum siebenten Mal auf dem Gelände des Alberner Hafens im 11. Wiener Gemeindebezirk statt. Bei freiem Eintritt soll im Rahmen dieses Festivals die Selbstbestimmtheit österreichischer MusikerInnen gefördert und auch ein junges Publikum für Popmusik in österreichischer Sprache begeistert werden. Ein Generationenwechsel zu junger österreichischer Popmusik, die auch genau das sein will, wird angestrebt. Für jedes Sub-Genre der„U-Musik“ ist Nachwuchs vorhanden, dem hier ein Forum geboten wird. 78 Neue Medien• Stadtteilkultur und Interkulturalität KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jährlich werden rund 100 Eigenveranstaltungen und 40 Einmietungen vom„Verein für integrative Lebensgestaltung“ abgehalten. Den Schwerpunkt der Vereinstätigkeiten stellen die „Abo-Konzerte“ dar. Die bereits bewährten Zyklen„Global-Lokal“,„Songs and beyond“, „Simply more than jazz“ und„Fundstücke“ wurden im Jahr 2013 durch den vollständigen Konzertzyklus„Club Global live“ erweitert. Hier ist tanzbare Weltmusik sowohl akustischer als auch elektronischer Natur angesagt. Neben den über die Jahre treuen Stammgästen soll auch ein neues, junges Publikum angesprochen werden. Es wird ein Bogen von rein klassischen zu modernen und populären Stilen, von authentischen Darbietungen bis hin zu Fusionen aus westlichen und nichtwestlichen Traditionen gespannt. Veranstaltungen Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. Einen Höhepunkt im Jahr 2013 stellte das„34. Österreichische Blasmusikfest“ dar, an dem insgesamt 27 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Italien teilgenommen haben. Beim Wiener Landesblasmusikfest„20 Jahre Faszination Blasmusik“ in der Bank Austria Halle – Gasometer präsentierten sich verschiedene Musikkapellen des Wiener Blasmusikverbandes sowie eine Gastkapelle aus der Steiermark und zeigten die Vielfalt der Blasmusik mit Konzerten und Showprogrammen. Großen Publikumszuspruch fand wieder das„Internationale Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insgesamt 83 Chöre aus 19 Ländern auf: Österreich, Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn, USA und Weißrussland Ehrungen Durch Ehrungen der Stadt Wien wurden KünstlerInnen und WissenschafterInnen für ihre herausragenden Leistungen gewürdigt. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. Auslandskultur Kultureller Austausch zwischen Städten entfaltet besondere Wirkung, wenn er von gemeinsamen Interessen und Kooperation getragen ist. Die Kulturabteilung der Stadt Wien arbeitet bei zahlreichen Projekten erfolgreich mit der Kulturadministration anderer Haupt- und Großstädte zusammen. Die zum„Europäischen Monats der Fotografie Wien“ im MUSA gezeigte Ausstellung„distURBANces. Can Fiction beat Reality?“, kuratiert von Gunda Achleitner und Berthold Ecker, wurde von April bis August in der Partnerstadt Luxemburg im MNHA Musée national d'Histoire et d'Art, in der Fondation des Architectes et de l‘Ingénieurie und im Cercle-Cité/ Ratskeller präsentiert. Stadtteilkultur und Interkulturalität• Veranstaltungen• Ehrungen• Auslandskultur 79 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Im Rahmen der Österreichisch-Russischen Kultursaison 2013/14 konnte die Kulturabteilung in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum Moskau mit Formationen und Theatern aus Wien wesentliche Beiträge leisten. In Moskau wurde das„sound.frame.festival for audio-visual expression“ Mitte Mai zu einem vollen Erfolg und ebenso das Gastspiel des Wiener Schauspielhauses eine Woche später mit„Illusion“ von Iwan Wyrypajew und„Gier“ von Sarah Kane. Im September gastierte das Theater Drachengasse mit„Odessa“ von Uli Bree und Regine Steinmetz auf Einladung des Vampilov-Festivals in Irkutsk/ Sibirien vor begeistertem Publikum. Von 31. August bis 1. September fanden in Wien die Diyarbakir Kulturtage statt. Die Eröffnung im Arkadenhof des Wiener Rathauses in Anwesenheit von Osman Baydemir, Bürgermeister der Stadt Diyarbakir, war ein voller Erfolg. Das Konzert der Künstlerin Rojda mit Band fand ein begeistertes Publikum. Am nächsten Tag wurde die zweimonatige Ausstellung von Fotografien des Künstlers Gültekin Tetik über kulturelle, soziale und historische Elemente der Stadt Diyarbakir/ Amed im Weltmuseum in einer gut besuchten Vernissage eröffnet. Diyarbakir liegt im Südosten der türkischen Region Anatolien. Sie ist die höchst entwickelte Kultur-, Kunst- und Handelsstadt Obermesopotamiens und gilt als heimliche Hauptstadt der Kurden. Zu La Mercé, dem großen Stadtfest der Stadt Barcelona von 21. bis 25. September war Wien als Gaststadt eingeladen. La Mercé ist ein riesiges Fest für die EinwohnerInnen der Stadt Barcelona mit traditionellen und zeitgenössischen Aufführungen. Bei der Eröffnung im Rathaus würdigte Xavier Trias, Bürgermeister der Stadt Barcelona, die hohe Stellung Wiens im Kulturleben in Europa. Die Produktionen von Cie. Willi Dorner, Theater Irrwisch, OMAi, Taschenoper, The Match Box Big Band, sohnmusic, Tanzschule Schwebach und Ballettschule der Wiener Staatsoper wurden vom Publikum mit Begeisterung angenommen. 80 Auslandskultur KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaft Im 19. Jahrhundert hat sich ein wissenschaftliches Weltbild herausgebildet, die Zahl der Universitäten, wissenschaftlichen Akademien und Forschungseinrichtungen stieg kontinuierlich an, und aus einer Welt, in der für die Menschen das meiste, was ihnen begegnete, den Charakter des Gottgegebenen, des Zufälligen und des Wundersamen hatte, wurde eine erklärbare und zu erklärende Welt. Die Forschung spürte den Gesetzen der Natur mit immer leistungsfähigeren Geräten und zielsicheren Theorien und Methoden nach. Fortschritts- und Wissenschaftsgläubigkeit wurden zu einem untrennbaren Geschwisterpaar. Max Weber(1864–1920), der große Gesellschaftswissenschafter des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts, sah in der Entwicklung und Ausdifferenzierung der Wissenschaften einen Prozess der Entzauberung der Welt. Mit dem in seinem Hauptwerk„Wirtschaft und Gesellschaft“ entwickelten System der„Idealtypen“ schuf er ein noch immer brauchbares intellektuelles Instrumentarium zur Analyse der sozialen Verhältnisse im Spannungsfeld von Natur (die Menschen als evolutionär vorprogrammierte Wesen) und Kultur – Gesellschaft als strukturell-funktional-individueller(Selbst-)Gestaltungsprozess. Im 20. Jahrhundert ist Wissenschaft immer leistungsfähiger geworden. Mikrokosmos und Makrokosmos wurden ausgemessen. Die Suche nach„Wahrheit“ und definitiven Ergebnissen rückte in der Forschung vom Zentrum an die Peripherie der Erkenntnisprozesse. Ein systemisch-konstruktivistisches verdrängte ein positivistisch-naiv-realistisches Denken. Im 21. Jahrhundert wird aus einer Gesellschaft, in der Wissenschaft und Forschung bereits eine große, ja entscheidende Rolle spielen, eine Wissens- und Wissenschaftsgesellschaft. Das entscheidende Stichwort von Wirklichkeitsbewältigung lautet gegenwärtig Innovation. Innovation ist das intellektuelle Edelmetall der Gegenwart. Alle Kommunitäten finden sich gegenwärtig in einem den historischen Goldräuschen vergleichbaren Innovationsrausch. Die Forscher haben in ihren kompetitiven internationalen Forschungsnetzwerken ein Selbstbewusstsein, alles erreichen, alles wissen, alles gestalten zu können. Der Faust von heute würde in seinem inhalts- und motivationsbegründenden Monolog sagen: „und sehe, dass wir alles wissen können“. Und diese Möglichkeit befeuert die ForscherInnen, weil sie fürchten, in dem Run auf Innovation zu spät dran sein zu können. Die Hauptstichworte der Innovationsgesellschaft sind„Exzellenz“,„beste Köpfe“,„Leuchtturmprojekte“,„Innovationscluster“,„FTI(Forschung, Technologie, Innovation)-Strategien“. Die aktuellen Siegerkronen in der Forschung heißen Nobelpreis, Impact Faktor, Publikation in den Best Journals (wie„Science“ und„Nature“). Diese Entwicklung ist wie alle Mainstream-Entwicklungen nicht unproblematisch, aber doch ein Weg, zu dem es keine Alternative gibt. Alle großen Probleme, die sich den Menschen gegenwärtig stellen, können nicht allein mit Spiritualität, mit Ethik, mit Solidarität und mit Empathie bewältigt werden – obwohl diese Qualitäten für ein gutes Leben auf dem Planeten Erde unabdingbar sind; die Problemlösungen kommen von den Wissenschaften. Und die Forschung weiß, dass sie sich auch mit Dialektik der Aufklärung, Interdependenz, Zufall, Folgenabschätzung, Chaoseffekten, etc. auseinanderzusetzen hat. Aus den genannten Gründen sind Wissenschaft und Forschung und deren Förderung in der Stadtpolitik zu einem sehr wichtigen und zukunftsorientierten Handlungsfeld geworden. Wissenschaft und Forschung sind die Querschnittsmaterie, die die Arbeit in allen Geschäftsgruppen der Stadt prägt und vorantreibt. Die Forschungsförderung der Kulturabteilung und der durch die Stadt dotierten Fonds spielt dabei eine hervorragende Rolle. Wissenschaft 81 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Da sich Wissenschaft und Forschung in einem so dynamischen Entwicklungsprozess befinden, steht auch ihre Förderung ständig vor neuen Situationen und Anforderungen. Die Ausrichtung der Ausschreibungen der Fonds orientiert sich an den aktuellsten Forschungsfragen, die Förderung von Institutionen und Projekten agiert nach dem„ersten Hauptsatz der Forschungsförderung“, dass aktuelle Stärken gestärkt werden müssen. Ein wichtiges Aufgabenfeld ist die Stärkung der Akzeptanz von Wissenschaft und Forschung in der Öffentlichkeit(public awareness). Exemplarisch sei hier nur auf das Leitprojekt der Wissenschaftsvermittlung der Stadt Wien, auf die Wiener Vorlesungen(gegründet 1987), verwiesen. Sie bringen topaktuelle Fragestellungen in eine größere Öffentlichkeit. Seit über zwei Jahren werden Wiener Vorlesungen durch den ORF und durch den Fernsehkanal OKTO übertragen und zudem auf der Homepage der Stadt Wien präsentiert. Die Wissenschaftsarbeit der Stadt Wien ist in doppelter Hinsicht für die erfolgreiche Lebenskulturstadt Wien verantwortlich: Probleme werden in Wien mit Hilfe exzellenter Wissenschaft und deren Anwendung – z. B. mit den Stadttechnologien – effizient gelöst, Wissen, Wissenschaft und Forschung sind aber auch weiterhin unabhängig von Effizienz und Anwendbarkeit ein Bildungsfaktor. Sie helfen den Menschen die Frage zu beantworten, in welcher Welt sie leben und in welcher sie leben wollen und wie die Wege von dem einen zum anderen führen und der Abstand überbrückt werden kann. Förderungen großer Forschungsgesellschaften(u. a.) • Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) • Architekturzentrum Wien(Az W) • Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes(DÖW) • Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) • IWM – Institut für die Wissenschaften vom Menschen • Ludwig Boltzmann Gesellschaft • Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) • Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) Die Kommissionen und Institute der ÖAW führten mit Hilfe der Stadt Wien 22 Forschungs­ projekte durch. Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie • KILL MOZART I+ II • Von den Druckfahnen in Jerusalem zum Textbuch nach Wien: Editionsprojekt zur„Dritten Walpurgisnacht“ von Karl Kraus • Wien& Moskau – Klassiker der Weltliteratur – Elfriede Jelinek& Vladimir G. Sorokin Institut für Europäisches Schadenersatzrecht • 12 th Annual Conference on European Tort Law, 4. bis 6. April 2013 Institut für Iranistik • Persien im Prater: Die Repräsentationen Persiens auf der Weltausstellung 1873 82 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte • Ernst Mach Forum – Wissenschaften im Dialog(Podiumsdiskussion April& Oktober 2013) • Jüdische Jugend im nationalsozialistischen Wien • Menschen-Versuche nach’45. Das Humanexperiment als Schnittstelle zwischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte(Projektphase II) • Wiener Wittgenstein Ausgabe • Hans Jaray(1906–1990): Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor. Eine theaterhistorische Untersuchung unter Berücksichtigung der Sprach- und Aufführungsästhetik am Wiener Theater in der Josefstadt als Bausteine einer Österreich-Identität • Musik und Antisemitismus. Carl Goldmark(1830–1915): Leben, Werk und Rezeption Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen • Neue Schubert-Ausgabe • Demos – Daten zur Erforschung der Musik in Österreich • Habsburgische Repräsentationen in der frühen Neuzeit • Kritische Ausgabe des Briefwechsels Anton Weberns mit der Universal Edition • Publikationsvorbereitung für den Band Hofburg III:„Die Wiener Hofburg von 1705–1835. Die kaiserliche Residenz vom Barock bis zum Klassizismus“ Institut für Mittelalterforschung • Modul: Die Inschriften des Stephansdoms I(bis 1520) Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung • Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 • Edition der Ministerratsprotokolle der Regierung Figl I, Bände 7–18 Prof. Dr. Leopold Rosenmayr • Individuelle Handlungsspielräume im Kulturwandel Afrikas(Rekonstruktionen aus Tiefen­ interviews und individuellen Beobachtungen in ethnisch und sozial verschiedenen Umwelten) Institut für Sozialanthropologie • Sichtbar sein, sichtbar werden im urbanen Raum: Zur residentialen Konzentration der chinesischen und türkischen communities sowie ihrer medialen Darstellung in ausgewählten Bezirken Wiens Institut für Stadt- und Regionalforschung • Die Rückkehr historischer Investitionsmuster? Die Bedeutung der Pfadabhängigkeit für die Internationalisierung der Wiener Banken Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung • Sommergespräche: Strategien, Images und Themen im politischen Fernsehinterview Architekturzentrum Wien(Az W) Trotz der finanziellen Einschränkungen des letzten Jahres konnten im Jubiläumsjahr 2013 zahlreiche herausragende Projekte und Ausstellungen u. a. mithilfe starker KooperationspartnerInnen realisiert werden. Sein 20jähriges Bestehen feierte das Architekturzentrum Wien mit der Jubiläumsausstellung „Das Gold des Az W. Die Sammlung“(21. März – 22. Juli.2013).„Sowjetmoderne 1955–1991. Unbekannte Geschichten“(8. November 2012 – 25. Februar 2013) brachte den größten BesucherInnenansturm seit Anbeginn. Insgesamt wurden im Vorjahr 15 Ausstellungen, davon drei Wissenschaft 83 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 „Zu Gast im Az W“ und drei Wanderausstellungen präsentiert. Neben den Ausstellungen gab es 29 vom Az W organisierte Veranstaltungen sowie spezielle Architekturvermittlungsprogramme für unterschiedlichste Zielgruppen. Über 450 Führungen wurden vom Az W Architekturvermittlungsteam 2013 abgewickelt. Dazu kamen 84 Tours im Stadtraum von Wien. In den letzten zehn Jahren ist das Az W auch zum Hauptansprechpartner für Vor- und Nachlässe der wichtigsten österreichischen ArchitektInnen des 20. Jahrhunderts geworden, was zu einer Verstärkung der museologischen Aktivitäten geführt hat. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) 2013 blickte das DÖW auf 50 Jahre seines Bestehens zurück. Das Jahrbuch enthält die Ergebnisse des in Zusammenarbeit mit dem Karl von Vogelsang-Institut durchgeführten Projekts zur namentlichen Erfassung der österreichischen Opfer politischer Verfolgung im Nationalsozialismus. Die einem Relaunch unterzogene Website www.doew.at bietet nun Informationen zu über 77 000 Personen: den österreichischen Shoah-Opfern, den Todesopfern politischer Verfolgung 1938–1945, den Kindern, die in der„Kinderfachabteilung“ Am Spiegelgrund umkamen, sowie zu den von der Gestapo Wien erkennungsdienstlich erfassten Männern und Frauen. Im September erschien das Buch„ ,Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten‘. Hinrichtungen in Wien 1938 bis 1945“(Hg. Brigitte Bailer/ Wolfgang Maderthaner/ Kurt Scholz). Ein wesentlicher Beitrag zur Stalinismusforschung wurde vorgelegt mit:„ ‚Ein Paragraf wird sich finden‘. Gedenkbuch der österreichischen Stalin-Opfer(bis 1945)“(Barry McLoughlin/ Josef Vogl). Die Chronik„Neues von ganz rechts“ wurde erweitert mit:„Funktionäre, Aktivisten und Ideologen der rechtsextremen Szene in Österreich“(Wilhelm Lasek),„Österreichs Rechtsextremismus im internationalen Vergleich“(Anton Pelinka),„Rock von rechts … auch in Österreich ein Thema“(Jan Raabe/ Martin Langebach). Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) Das FIWI erforscht Bedürfnisse und Verhalten von Wildtieren und schafft damit die wissenschaftliche Basis, um Wildtieren auch in der intensiv genutzten Kulturlandschaft Lebensraum zu erhalten, bzw. Probleme mit Wildtieren hintanzuhalten. Die Stadt Wien unterstützt das FIWI mit der Bereitstellung der Liegenschaften am Wilhelminenberg und als Förderin in der Gesellschaft zur Förderung des FIWI. Die Forschungstätigkeit des FIWI ist für die Stadt relevant, da es im Stadtgebiet und in den Wiener Quellschutzforsten wertvolle und große naturnahe Flächen gibt, die zahlreiche Wildtierarten beherbergen. Wildtiere bevölkern aber auch in zunehmendem Maße urbane Bereiche, selbst das Stadtzentrum, wie im Rahmen des Projekts„Wildtiere in der Stadt“ dokumentiert werden konnte. Neben der Beratung zu allen wildökologischen Aspekten arbeitet das FIWI für die Stadt im veterinärmedizinischen Bereich. Untersucht werden im Stadtgebiet anfallende Wildtierkadaver und alle von städtischen Behörden in das Institut verbrachten Wildtierkörper pathologisch, womit ein wichtiger Beitrag zum Monitoring von Wildtierkrankheiten und Zoonosen geleistet wird. Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) Als Institute for Advanced Study auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften, das sich zum Ziel gesetzt hat, den geistigen Austausch zwischen Ost und West sowie den unterschiedlichen Disziplinen und Denkrichtungen zu fördern, hat das IWM 2013 seine Forschungstätigkeit innerhalb seiner sechs Schwerpunkte fortgesetzt: Ursachen von Ungleichheit – Religion und Säkularismus – Die Frage der Demokratie – Vereintes Europa/ Geteilte Geschichte – Kulturen und Institutionen in Mittel- und Osteuropa – Das philosophische Werk Jan Pato kas. Im Rahmen seiner Fellowship-Programme beherbergte das Institut rund 50 WissenschafterInnen, JournalistInnen sowie ÜbersetzerInnen aus dem In- und Ausland. Neben der Jan Pato ka Gedächtnisvorlesung zur Krisenanfälligkeit des 21. Jahrhunderts(Nancy Fraser), den IWM Lectures in Human Sciences zum Phänomen des Populismus(Jan-Werner Müller) sowie 84 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 den zahlreichen Monatsvorträgen und Seminaren zählten internationale Konferenzen zu Solidarität und Ungleichheit, dem Spannungsverhältnis zwischen Religion und Säkularismus und der Arbeitsmarktpolitik in Europa zu den Veranstaltungshighlights. Ludwig Boltzmann Gesellschaft Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist eine außeruniversitäre Trägerorganisation, die derzeit 17 auf Exzellenz basierende Forschungsinstitute und fünf Cluster im Bereich der Humanmedizin sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften betreibt, in denen rund 530 Mitarbeiter beschäftigt sind: • Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie • Ludwig Boltzmann Institut für COPD und Pneumologische Epidemiologie • Ludwig Boltzmann Institut für Elektrostimulation und Physikalische Rehabilitation • Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie • Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie • Ludwig Boltzmann Institut für Health Promotion Research • Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment • Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung • Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung • Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung • Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte • Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien • Ludwig Boltzmann Institut für Operative Laparoskopie • Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie • Ludwig Boltzmann Institut für Retinologie und Biomikroskopische Laserchirurgie • Ludwig Boltzmann Institut für Sozialpsychiatrie • Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung • Cluster Geschichte • Cluster Kardiovaskuläre Forschung • Cluster Oncology • Cluster Rheumatologie, Balneologie und Rehabilitation • Cluster Translational Oncology Die unabhängige Stellung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft in der Forschung schafft optimale Voraussetzungen, gesellschaftsrelevante und wissenschaftliche Fragestellungen, die im herkömmlichen Forschungsbetrieb zu kurz kommen, aufgreifen zu können. Im Fokus der Forschungsarbeiten aller Ludwig Boltzmann Institute steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen und Fragestellungen. Daher kommt der translationalen Forschung, die durch starke Wechselwirkung zwischen Grundlagenforschung und Anwendung gekennzeichnet ist, innerhalb der Ludwig Boltzmann Gesellschaft eine wesentliche Bedeutung zu. Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Die Tätigkeit des VWI erstreckte sich auch 2013 entsprechend dem noch zu Lebzeiten Simon Wiesenthals erstellten Konzept des Instituts, auf die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung aller Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und Holocaust betreffen. Im Forschungsbereich setzte das Institut mit acht Stipendiatinnen und Stipendiaten sein internationales FellowshipProgramm fort, im Bereich Dokumentation wurde die Erschließung der künftigen Archivbestände des Instituts vorangetrieben und der Aufbau einer regional einzigartigen Forschungs- und Fachbibliothek fortgesetzt. Mit der regelmäßigen Durchführung der Simon Wiesenthal Lectures, Vorträgen renommierter Holocaust-Forscher und-Forscherinnen, im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, setzte das VWI seine wissenschaftliche Vermittlungstätigkeit fort. Die inzwischen alljährlich Wissenschaft 85 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 stattfindende Simon Wiesenthal Conference widmete sich 2013 – in Zusammenarbeit mit dem Washingtoner United States Holocaust Memorial Museum – diesmal den Fragen der Kollaboration und Mittäterschaft im Zweiten Weltkrieg in Osteuropa. Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) Im Rahmen des Wiener Impulsprogramms für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften(GSK) gab es 2013 eine Ausschreibung zum Thema„Öffentliche Räume im Wandel“. Organisatorisch begleitet vom WWTF wählte eine zehnköpfige internationale Jury sechs größere Forschungsprojekte und fünf Sommerschulen zur Förderung aus. Die prämierten Vorhaben setzen sich dabei mit unterschiedlichen Aspekten mit Stadt als öffentlicher Raum auseinander – von Erinnerungskulturen bis zum urbanen Gartenbau. Das Programm„Vienna Research Groups for Young Investigators“, durchgeführt vom WWTF, hat sich zum Ziel gesetzt, junge wissenschaftliche Talente aus dem Ausland zu holen und an Wiener Forschungsinstitutionen längerfristig anzusiedeln. Eine siebenköpfige internationale Jury hat aus einer Reihe von vielversprechenden KandidatInnen 2013 Dr. Christoph Eisenegger(Universität Cambridge) ausgewählt. Mit 1,5 Millionen Euro ausgestattet, wird nun eine eigene Forschungsgruppe an der Universität Wien in den Kognitionswissenschaften aufgebaut. Porträts geförderter Institutionen und Projekte(u. a.) • American Austrian Foundation(AAF) • Club of Vienna • Demokratiezentrum • Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog(FEWD) • Forschungszentrum für historische Minderheiten(FZHM) • Jewish Welcome Service • Österreichische Forschungsgemeinschaft(ÖFG) • QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte • Sigmund Freud Privatstiftung • Verein für Geschichte der Stadt Wien • Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Verein der Freunde der American Austrian Foundation(AAF) Das Vienna Open Medical Institute(OMI) ist ein Gemeinschaftsprojekt der American Austrian Foundation, des Wiener Krankenanstaltenverbundes der Medizinischen Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Gesellschaft der Ärzte in Wien und der Wiener Ärztekammer mit der Zielsetzung, die Wiener Schule der Medizin wiederzubeleben und Wien nachhaltig als humanitäre Hauptstadt Europas zu positionieren. 2013 konnten im Rahmen des Vienna OMI 79 GastärztInnen aus Osteuropa, Zentralasien und Afrika zu ein- bis dreimonatigen Studienaufenthalten(Observerships) an den Wiener Universitätskliniken und Gemeindespitälern eingeladen werden. Einen wichtigen Beitrag leisten dazu die MentorInnen, die die fachliche und persönliche Betreuung der Observer übernehmen. Zudem wurde mit den„Research Observerships“ ein neues Projekt zur Förderung Wiens als Forschungs- und Wissenschaftsstandort konkretisiert, das den ÄrztInnen aus den östlichen Nachbarländern den Zugang zu klinischen bzw. biomedizinischen Forschungsprojekten in Wien ermöglicht. 86 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Club of Vienna Die monatlichen Vorträge(abrufbar auf www.clubofvienna.org) verfolgen das Ziel, relevante gesellschaftliche Fragestellungen aufzugreifen. Themen und Vortragende waren 2013: Das menschliche Maß – zur Aktualität der Ideen von Leopold Kohr(Michael Breisky, 18. April), Was uns Menschen verbindet. Humanethologische Angebote zur Verständigung von Naturund Geisteswissenschaften(Gerhard Medicus, 15. Mai), Sinnlose Wettbewerbe – warum wir immer mehr Unsinn produzieren(Mathias Binswanger, 11. Juni), Zurück zur Mobilität – Anstöße zum Umdenken(Hermann Knoflacher, 18. September), Der falsche Feind – Schuld sind nicht die Männer(Christine Bauer-Jelinek, 16. Oktober), Nachhaltiger Konsum – Praktiken und Widersprüche(Renate Hübner, 21. November). Die laufenden Projekte befassen sich mit den Ursachen des Wachstums der Städte(Hermann Knoflacher), verschiedenen Dimensionen von Segregation und gesellschaftlicher Scherenentwicklung(Oskar Villani), mit der UNESCO-Bildungsdekade(BDNE) 2005–2014 für Nachhaltige Entwicklung an Universitäten und Fachhochschulen(Heinz Hübner) sowie mit der Verteilung aktueller gesellschaftlicher Partizipation von Männern und Frauen(Christine Bauer-Jelinek). Demokratiezentrum Wien Das Demokratiezentrum Wien ist ein außeruniversitäres Institut an der Schnittstelle zwischen Forschung und Vermittlung. Forschungsprojekte, Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen an ein breites Publikum und Hintergrundwissen zu demokratiepolitisch relevanten Themen werden auf der virtuellen Wissensplattform zusammengeführt. Aktuelle Debatten über Partizipationsmöglichkeiten, Erweiterung direktdemokratischer Instrumente und Integration prägen die Stadt Wien. Initiativen, die die Stadt auf partizipative Weise weiterentwickeln wurden vom Demokratiezentrum Wien aufgegriffen, analysiert und die gesellschaftlichen und politischen Debatten dazu in einen demokratietheoretischen Kontext gestellt. Dazu wurde auch ein ExpertInnenworkshop veranstaltet und die Ergebnisse in dem Working Paper„Direkte Demokratie“ publiziert. Ein weiteres Projektvorhaben beschäftigte sich mit„Citizenship“ – ein innovatives und zukunftsfähiges Konzept für globalisierte Migrationsgesellschaften. Forschungszentrum für historische Minderheiten(FZHM) Das FZHM ist ein 2005 gegründeter gemeinnütziger Verein, der sich mit Migrationsbewegungen aus historischer Perspektive beschäftigt, wobei der Schwerpunkt bei der Geschichte der tschechischen und slowakischen Minderheit in Wien liegt. Die Fragestellungen zu den autochthonen Minderheiten sind den Forschungsdesiderata aktueller Migrationsbewegungen ähnlich. Daher ist es ein Anliegen des Forschungszentrums, bei Forschungsprojekten und bildungspolitischen Aktivitäten Bezugspunkte zwischen den weiter zurückliegenden und aktuelleren Migrationsbewegungen herzustellen. So auch bei der Ausstellung„Zwischenräume. Vielfalt leben in Margareten“, die in Kooperation mit dem Haydngymnasium, dem Jugend­zentrum und dem Bezirksmuseum in Margareten entstanden ist und im Rahmen von Workshops mit SchülerInnen erweitert wurde. Zudem beschäftigte sich das Forschungszentrum mit dem Thema der Mehrsprachigkeit in Wien aus historischer Perspektive. Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog(FEWD) Im Zentrum der Aktivitäten der FEWD unter der Leitung von Peter Kampits, standen im Jahr 2013 neben allgemeinen internationalen Grundlagendiskursen der Ethik insbesondere angewandte Projekte. Durch die Funktion von Peter Kampits als stellvertretender Vorsitzender der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt wurden hierzu Themen der Bioethik wie die aktuelle Debatte zur Sterbehilfe besonders berücksichtigt. Es konnte jedoch auch durch die Arbeiten von Eberhart Theuer und Erwin Lengauer in der Fachzeitschrift Juridicum zum Themenbereich Rechtsethik die Problematik von zivilgesellschaftlichem Engagement und Organisationsstraftatbeständen am Beispiel des Tierschützer-Prozesses in Wiener Neustadt dargestellt werden. Weiters konnten zum hochaktuellen multidisziplinären Thema Ernährungsethik Wissenschaft 87 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 die Forschungstätigkeiten von Kurt Schmidinger zum Zusammenhang von Nahrungsproduktion und Ökologie in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Jewish Welcome Service Die Schwerpunkte 2013 waren die Besuchsprogramme sowie die erstmalige Verleihung des Leon Zelman Preises für Dialog und Verständigung. Er wurde am 12. Juni im Wiener Rathaus an den Verein Gedenkdienst verliehen. Im Mai wurden in Kooperation mit Hillel Canada unter dem Titel„Celebrate Jewish Life and Culture in Vienna” zehn Studentinnen und Studenten nach Wien geladen.„Global Diplomacy & Bridge Building for a New Generation“ war das Thema einer Reise im Juli – eine Delegation von Young Professionals vom American Jewish Committee ACCESS New York reiste nach Wien, um die Stadt als moderne, weltoffene, demokratisch anderen Kulturen aufgeschlossene Metropole wie auch eine vielfach engagierte jüdische Gemeinde kennen zu lernen. Im Rahmen des Besuchsprogramms„Welcome to Vienna“ wurden im Herbst 70 vertriebene jüdische Wienerinnen und Wiener inklusive Begleitung eingeladen. Mit den Gästen, die aus England, Israel, Italien, Australien, Lateinamerika, den USA, der Schweiz kamen, wurden jüdische Einrichtungen besichtigt, Stadtrundfahrten unternommen sowie Empfangstermine im Rathaus und in der Hofburg wahrgenommen. Österreichische Forschungsgemeinschaft(ÖFG) Die ÖFG steuert mit ihren Förderprogrammen einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsorientierung, Qualitätssicherung und Kommunikation von Forschung und Lehre und zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung in Österreich bei. Die materielle Unterstützung, insbesondere jüngerer WissenschafterInnen, durch die Österreichische Forschungsgemeinschaft umfasst das Forschungsförderungsprogramm„Internationale Kommunikation“ sowie das Druckkostenförderungsprogramm. Von den rund 550 im Jahr 2013 gestellten Ansuchen für das Forschungsförderungsprogramm„Internationale Kommunikation“ entfiel etwa die Hälfte auf AntragstellerInnen aus Wien. Auch das Druckkostenförderungsprogramm weist einen weit überdurchschnittlich hohen Anteil an Ansuchen aus Wien auf(2013: 62%). Nach Einholung eines unabhängigen Fachgutachtens werden für wissenschaftliche Werke hoher Qualität und von vordringlichem Interesse für die Forschung Druckkostenzuschüsse vergeben. QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte Seit 2007(Gründung) arbeitet QWIEN am Aufbau eines Archivs und einer Bibliothek für die Geschichte von Schwulen und Lesben in Wien und stellt seine Infrastruktur für Studierende und ForscherInnen zur Verfügung. So konnten zu Themen queerer Kultur und zur Geschichte der schwul/lesbischen Bewegung in Österreich oder zu HIV/Aids eine Reihe universitärer Forschungsvorhaben mit wissenschaftlicher Literatur unterstützt werden. Archiv und Bibliothek gehören inzwischen zu den fixen Anlaufstellen, wenn über die jüngere Sexualitätsgeschichte und anverwandte Themen geforscht wird. Darüber hinaus ist QWIEN selbst eine Forschungsinstitution, wobei das auf mehrere Jahre angelegte Forschungsprojekt„ ,Namentliche‘ Erfassung der homosexuellen und Transgender-Opfer des Nationalsozialismus in Wien“ nach wie vor das wichtigste ist, das auch aus Mitteln des Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, des Zukunftsfonds, des Hochschuljubiläumsfonds sowie der MA 7 unterstützt wird. Ein Projekt, das sich mit der Geschichte von HIV/Aids in Österreich beschäftigt, wurde 2013 begonnen: Die partizipative Website www.UnserAids.at wird ein öffentliches Archiv darstellen. Sigmund Freud Museum Das Sigmund Freud Museum wurde 2013 von 75 059 Gästen besucht. Folgende Ausstellungen und Kunstprojekte fanden im vergangenen Jahr statt:„Erinnerungsreste, Lesestörungen – Aus der Sammlung des Sigmund Freud Museums“: Die Bestandspräsentation lieferte einen Über88 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 blick über die Sammeltätigkeit im Sigmund Freud Museum und war bis 3. Oktober zu sehen. „Lucian Freud: Privat. Fotografien von David Dawson“: Ab 9. Oktober zeigte das Museum in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Fotografien von David Dawson aus dem Atelier Lucian Freuds. Die Bilder dokumentieren die Umstände, in denen Lucian Freuds Arbeiten entstanden und liefern einen intimen Blick auf einen der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts und Enkel Sigmund Freuds.„Kucsko: Where does this message come from?“: Vom 12. Juni bis 30. September war Guido Kucskos„Single foto video loop“ mit einem Soundtrack von Karlheinz Essl im Gassenlokal Berggasse 19 zu sehen. Verein für Geschichte der Stadt Wien Das Ziel des Vereins ist die Erforschung aller Gebiete der Geschichte der Stadt Wien sowie von Themen der vergleichenden Stadtgeschichte und die Verbreitung der dabei gewonnenen Erkenntnisse. 2013 konnten insgesamt 14 Veranstaltungen angeboten werden. In den drei Publikationsreihen Wiener Geschichtsblätter(Quartalsschrift samt Beiheften), Studien zur Wiener Geschichte(Jahrbuch) und Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte(Monographienreihe) wurden vielfältige Themen behandelt: so etwa„Aspekte der Wiener Sparkultur“ anlässlich des 60. Weltspartages, die Nutzungsgeschichte des Wiener Stadtparks anlässlich seines 150jährigen Bestehens und die Geschichte der Dampffähren über den Wiener Donaukanal.„Aderlass, Purgation und Maulbeersaft“ und„Karrieren des Wiener Hofpersonals 1711–1765“ waren die Themen der zwei Bände der Monographienreihe. Mit„Im Epizentrum des Zusammenbruchs“ wurde in Kooperation mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv ein Band zu„Wien im Ersten Weltkrieg“ vorgelegt. Das Projekt„Sicherung und Aufarbeitung des Bestandes Filmarchiv media wien“ wurde in seiner ersten Phase im Juli abgeschlossen und im August fortgesetzt. Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Im Rahmen des im Juli 2013 abgeschlossenen mehrjährigen Forschungsprojekts„Straßennamen Wiens seit 1860 als ,Politische Erinnerungsorte‘“ wurde eine systematische Untersuchung der Wiener Straßennamen vorgenommen. Die ForscherInnengruppe, zusammengesetzt aus Univ. Prof. DDr. Oliver Rathkolb, Universität Wien(Projektleitung), Dr. Peter Autengruber, Mag.a Birgit Nemec und Mag. Florian Wenninger, untersuchte insbesondere die Personen bezogenen Straßennamen hinsichtlich der Benennungsumstände und des biographischen Hintergrunds der„NamensgeberInnen“, aber auch Benennungen nach historischen Ereignissen u. ä.. Es ist bemerkenswert, dass gerade in der 2. Globalisierung seit 1980 in Wien und an anderer Stelle Straßenbenennungen nach ihrer politischen Symbolik in der Vergangenheit hinterfragt und auch hinsichtlich ihrer Gegenwartswirkung auf die demokratische politische Kultur diskutiert werden. Gerade die Personen bezogenen Straßenbenennungen sind wiederum ein Ergebnis der 1. Globalisierung und in Wien seit den 1860er-Jahren deutlich sichtbar. In öffentlichen Diskursen werden diese politischen Symbole aber letztlich nur anhand weniger Fälle diskutiert, wie die Debatte um das Lueger-Denkmal bzw. den Dr. Karl Lueger-Ring oder den Helmut Zilk-Platz gezeigt haben. Der komplette Forschungsbericht ist auf der Website der Stadt Wien abrufbar: www.wien.gv.at/kultur/strassennamen/strassennamenpruefung.html Institutionen zur Dokumentation, Reflexion und Vermittlung des kulturellen Erbes • Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH • Mozarthaus Vienna • Verein Sammlung Rotes Wien Wissenschaft 89 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH 2013 beging das Jüdische Museum Wien unter der Leitung von Danielle Spera das 25jährige Jubiläum seiner(Wieder-)Eröffnung mit der Präsentation der neuen permanenten Ausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“. Am 18. November, dem 20. Jahrestag des Einzugs des Jüdischen Museums in das Palais Eskeles, wurde die neue Dauerausstellung in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten aus Diplomatie, Kultur, Politik und Gesellschaft eröffnet. Die Ausstellung wurde sehr gut angenommen, was sich auch in den BesucherInnenzahlen widerspiegelt: 2013 konnte das Museum einen Besucheranstieg von vier Prozent verzeichnen – knapp 100 000 Menschen nutzten die Ausstellungsangebote und Veranstaltungsprogramme. Zusätzlich ausschlaggebend für den Erfolg waren auch die zwei großen Wechselausstellungen „Alle meschugge? Jüdischer Witz und Humor“ und„Euphorie und Unbehagen. Das jüdische Wien und Richard Wagner“. Im Museum Judenplatz fand die Reihe„Jewish Museum Contemporary“ ihre Fortsetzung mit einer Kunstinstallation von Tatiana Lecomte und dem Kunst­ projekt„A Good Day“ von Andrew M. Mezvinsky. Mit der Humor-Ausstellung war das Jüdische Museum in Deutschland erfolgreich und mit dem Foto-Projekt„Jude sein“ von Peter Rigaud u. a. in Wilna, Warschau, Rom und Berlin. Mozarthaus Vienna Das Mozarthaus konnte 2013 neben rund 140 000 BesucherInnen seiner Ausstellungen und Konzerte bereits den millionsten Gast(eine Schulklasse) seit der Eröffnung im Jahr 2006 begrüßen. Insbesondere haben um knapp 20 Prozent mehr Kinder und Jugendliche das Haus besucht, was auf eine starke Erweiterung der Angebote für Schulen und Familien zurückzuführen ist. So wurde erstmals ein Kreativwettbewerb für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren zum Thema„Mozarts Weihnachten“ durchgeführt. Die Sonderausstellung„Im Labyrinth der Farben und Töne“, in deren Mittelpunkt die vielfältigen Verbindungen von Musik/ Farbe und Mozart/ Goethe standen, hatte sehr positive Resonanz. In einer Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper, dem internationalen Gesangswettbewerb BEAUMARCHAIS-CONCOURS für junge SängerInnen und einer mit der Europäischen Musiktheater-Akademie durchgeführten Fachtagung, wurde neben der Förderung junger Talente der Bedeutung von Mozarts „Le nozze di Figaro“ für das Musiktheater Rechnung getragen. Auch der neue Konzertzyklus „Mozart Akademie“ erfreute sich großer Beliebtheit. Auftritte von Barbara Moser und Franz Bartolomey oder die Verleihung des„Goldenen Mozartringes“ an Franz Welser-Möst rundeten die Aktivitäten ab. Verein Sammlung Rotes Wien. Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof Die im Oktober 2012 in Zusammenarbeit mit Andrea Maria Dusl konzipierte Ausstellung über den österreichischen Dichter Jura Soyfer(„Gehn ma halt ein bisserl unter“. 100 Jahre Jura Soyfer) war bis zum 1. Mai im Waschsalon Karl-Marx-Hof zu sehen. Am 1. Mai lud der Wasch­ salon zum bereits vierten Mal zu einem„Tag der offenen Tür“. Am 29. September wurde der „Tag des Denkmals“ in Wien wiederum im Karl-Marx-Hof eröffnet. Und am 5. Oktober nahm der Waschsalon zum dritten Mal an der„ORF-Langen Nacht der Museen“ teil. Am 11. September 2013 wurde aus Anlass des 80jährigen Erscheinens der bahnbrechenden sozialwissenschaftlichen Studie„Die Arbeitslosen von Marienthal“ in Zusammenarbeit mit Reinhard Müller (Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich, Graz) die Sonderausstellung„ ,Man lebt von Tag zu Tag dahin und weiß nicht, warum.‘ Die Arbeitslosen von Marienthal“ präsentiert. In Zusammenhang mit der Ausstellung wurden auch eine Exkursion nach Marienthal sowie eine Lesung aus der Studie organisiert. Im Jahr 2013 konnten 6 125 BesucherInnen begrüßt werden, das entspricht einer Steigerung von über 50 Prozent gegenüber den beiden Vorjahren. 90 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Publikationsförderung Die Unterstützung wissenschaftlicher Publikationen über Druckkostenbeiträge und Ankäufe ist ein wichtiges und geeignetes Instrument, Wissenschaft und Forschung in Wien zu fördern. Im Jahr 2013 wurden 151 Druckkostenzuschüsse vergeben und 66 Ankäufe wissenschaftlicher Publikationen getätigt, u. a.: • Johanna Borek/ Juliane Zeiser(Hg.), Theater und Theatralität in Wien und Neapel vom 18. Jahrhundert bis heute, Hollitzer Wissenschaftsverlag • Colin Crouch, Jenseits des Neoliberalismus. Ein Plädoyer für soziale Gerechtigkeit, Passagen Verlag Ges.m.b.H. • Wolfram Dornik/ Bernhard Bachinger(Hg.), Im Schatten der Erinnerung. Österreichischungarische Kriegserfahrungen an der Ostfront des Ersten Weltkrieges im Vergleich, Studienverlag Ges.m.b.H. • Eva Geber(Hg.), Der Typus der kämpfenden Frau. Frauen schreiben über Frauen in der Arbeiter-Zeitung von 1900–1933, Mandelbaum Verlag • Andreas Gebesmair/ Anja Brunner/ Regina Sperlich, Balkanboom. Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich, Peter Lang Verlag GmbH • Martina Griesser-Stermschegg, Tabu Depot. Das Museumsdepot in Geschichte und Gegenwart, Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co KG • Norbert Leser, Gott lässt grüßen – Wider die Anmaßung des Reduktionismus und Evolutionismus, Ibera Verlag European University Press Verlagsgesellschaft m.b.H. • Thomas Mang, Die Unperson. Karl Ebner, Judenreferent der Gestapo Wien. Eine Täter­ biografie, Edition Raetia • Oliver Rathkolb(Hg.), Der lange Schatten des Antisemitismus. Kritische Auseinander­ setzungen mit der Geschichte der Universität Wien im 19. und 20. Jahrhundert, V&R unipress GmbH • Brigitta Schmidt-Lauber/ Ana Ionescu/ Klara Löffler/ Jens Wietschorke(Hg.), Wiener Urbanitäten. Kulturwissenschaftliche Ansichten einer Stadt, Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co KG • Brigitte Stocker, Rhetorik eines Protagonisten gegen die Zeit. Karl Kraus als Redner in den Vorlesungen 1919 bis 1932, Lit Verlag Wien GmbH& Co. KG Stiftungsprofessuren, Stipendienprogramme, Studienförderung Stiftungsprofessuren Stiftungsgastprofessur für Stadtkultur und öffentlicher Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien Der Stiftungsgastprofessor 2013 – Prof. Dr. Jeffrey Hou(University of Washington in Seattle, USA) – widmete sich gemeinsam mit dem lokalen Team des Interdisciplinary Centre for Urban Culture and Public Space dem Jahresthema„Stadtkultur, öffentlicher Raum und Wissen – Bildung und Differenz“. In zwei Semestern wurde Stadtkultur als Ansammlung von urbaner Differenz im weitesten Sinne verstanden, und der Umgang von PlanerInnen und GestalterInnen mit unterschiedlichen(ethnischen, religiösen, sozialen, ökonomischen, politischen, genderbezogenen, …) Aspekten durch Prozesse der Selbsterfahrung im öffentlichen Raum trainiert. Wissenschaft 91 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Roland Rainer Stiftungsprofessur an der Akademie der bildenden Künste Wien Die Roland Rainer Stiftungsprofessur für das Jahr 2013/14 wurde an Aglaée Degros und Stefan Bendiks des Rotterdammer Büros Artgineering vergeben. Das semesterübergreifende Thema der diesjährigen Forschungs- und Entwurfsarbeiten ist(soziale) Mobilität, Stadtentwicklung und das Verhältnis der beiden zueinander. Gegenstand der Studienarbeiten sind die räumlichen und sozialen Realitäten der Stadt Wien, im Besonderen im 10. Bezirk Favoriten. In Anlehnung an das Werk Roland Rainers nimmt die Stiftungsprofessur Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen und gestaltet diese zu starken räumlichen Formen. Stiftungsinstitut„Public and Urban Management“ an der Wirtschaftsuniversität Wien Die Tätigkeitsschwerpunkte des Forschungsinstituts liegen auf den Forschungsfeldern: Steuerung autonomer Einheiten, Public Corporate Governance, Internes Management von Stadtverwaltungen, Nachhaltige Stadtentwicklung und Good Urban Governance. Laufende Projekte befassen sich u. a. mit der Steuerung autonomer Einheiten der Stadt Wien, mit Fragen der Public Service Motivation sowie mit Urban strategies of lifestyle cities. Stipendienprogramme Vienna International Post-Graduate Programme in Molecular Life Sciences Mit dem 2010 initiierten Programm sollen junge hervorragende WissenschafterInnen auf PostDoc-Ebene auf eine Karriere als ForschungsgruppenleiterIn vorbereitet werden. Zu diesem Zweck werden neben den eigentlichen PostDoc-Stellen auch Karriereentwicklungsaktivitäten, wie Projektmanagement, Präsentationsworkshops, Coaching und Mentoring angeboten. Vienna PhD School of Informatics an der Technischen Universität Wien Das Ziel der PhD School ist, auf internationalem Niveau erstklassigen wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Informatik auszubilden. Schwerpunkte der Ausbildung sind: Computational Intelligence, Computer Engineering, Distributed and Parallel Systems, Media Informatics and Visual Computing sowie Business Informatics. Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) DOC – Doktorand(inn)enstipendien zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geben den StipendiatInnen die Möglichkeit, sich der Ausarbeitung ihrer Dissertation in konzentrierter Form zu widmen. APART-Stipendien zur Förderung der postdoktoralen Forschung ermöglichen höchst qualifizierten jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, sich ausschließlich den wissenschaftlichen Forschungen für eine Habilitation zu widmen. Studienprogramm JOSZEF an der WU(Wirtschaftsuniversität Wien) JOSZEF(Junge ost- und mitteleuropäische Studierende als zukünftige erfolgreiche Führungskräfte), das Förderprogramm der WU für den Führungskräftenachwuchs in Mittel- und Osteuropa, bereitet Studierende der WU gemeinsam mit Studierenden aus Mittel- und Osteuropa auf eine Managementkarriere im Wirtschaftsraum Central and Eastern Europe(CEE) vor und fördert so den Führungsnachwuchs in Zentral- und Osteuropa. Internationale Graduiertenschule(IGS) Die International Graduate School in Bio-Nano-Technologie(IGS-Bio-Nano-Tech) bietet in einem internationalen Umfeld ein Doktorratsstudium in der Grundlagen- und angewandten Forschung an. Die Studierenden beteiligen sich an Forschungsprojekten, die gemeinsam von WissenschafterInnen aus Österreich und Singapur betreut werden. Sie arbeiten im Normalfall drei Jahre lang an einem(oder mehreren) der teilnehmenden Departments bzw. Instituten in 92 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wien und Singapur an ihrer Dissertation. Im Rahmen der IGS werden die Studierenden nicht nur in multidisziplinären Forschungsprojekten ausgebildet, sondern auch darauf vorbereitet, sich in der zunehmend globalisierten Welt zu bewegen und mit der Komplexität der modernen Forschung und den Innovationsherausforderungen auf internationaler Ebene umzugehen. European Law Institute(ELI) Das Ziel des seit Herbst 2011 an der Universität Wien etablierten European Law Institutes ist, die Gemeinschaft europäischer JuristInnen zu stärken und das Unionsrecht weiter zu entwickeln. Durch Projekte, an denen JuristInnen aus ganz Europa beteiligt sind, organisiert ELI den Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Rechtsgebieten und den Austausch juristischer Praxis zwischen den verschiedenen europäischen Rechtssystemen. Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) Im Rahmen des Wiener Impulsprogramms für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften(GSK) gab es 2013 eine Ausschreibung zum Thema„Öffentliche Räume im Wandel“. Organisatorisch begleitet vom WWTF wählte eine zehnköpfige internationale Jury sechs größere Forschungsprojekte und fünf Sommerschulen zur Förderung aus. Die prämierten Vorhaben setzen sich dabei mit unterschiedlichen Aspekten mit Stadt als öffentlicher Raum auseinander – von Erinnerungskulturen bis zum urbanen Gartenbau. Das Programm„Vienna Research Groups for Young Investigators“, durchgeführt vom WWTF, hat sich zum Ziel gesetzt, junge wissenschaftliche Talente aus dem Ausland zu holen und an Wiener Forschungsinstitutionen längerfristig anzusiedeln. Eine siebenköpfige internationale Jury hat aus einer Reihe von vielversprechenden KandidatInnen 2013 Dr. Christoph Eisenegger (Universität Cambridge) ausgewählt. Mit 1,5 Millionen Euro ausgestattet, wird nun eine eigene Forschungsgruppe an der Universität Wien in den Kognitionswissenschaften aufgebaut. Wissenschafts- und Forschungsstipendien Im Jahr 2013 wurden 83 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wienbezogener Forschungsprojekte an wissenschaftlich ausgezeichnete qualifizierte junge WissenschafterInnen vergeben, darunter: • Robert Rothmann, MA, Panoptische Asymmetrien und Auskunftsrecht: Eine ethnomethodologische Studie über Datenschutz im videoüberwachten Alltag • Mag.a Hanja Dämon, Wiener Operettenerfolge der Zwischenkriegszeit und deren Verfilmung unter dem Aspekt biographischer Exilforschung • Priv.-Doz. Dr. Anton Tantner, Wiener Hausnummern vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart • Jana Herwig, MA, We are Anonymous. Mediale Ermächtigungsgesten, kollektive Identitäten und global-lokaler Protest von Times Square bis zum Stephansplatz • Mag.a Dr.in Ingrid Holzschuh, Otto Strohmayrs Lernjahre bei Peter Behrens und Clemens Holzmeister in Wien • Dipl.-Ing. Claudiu Silvestru, Digitale Dokumentationsplattform für die Entwicklung der Stadt Wien im Mittelalter Studienförderung Vergeben wurden neun Stipendien für den Abschluss von Diplomarbeiten und Dissertationen, 15 Studienbeihilfen in Gestalt von einmaligen Überbrückungsbeihilfen und sieben Stipendien für besonders begabte und bedürftige Studierende aus dem südosteuropäischen Bereich. Ferner wurden 13 Arbeitsstipendien an Wiener Gedenkdienstleistende vergeben sowie 18 Anerkennungs- und Leistungsstipendien, neun Teilnahmestipendien für die IG Alpbach Wien und zwei Stipendien für die Webster University. Wissenschaft 93 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaftsförderungsfonds Die Wissenschaftsförderungsfonds unterstützen mit themenspezifischen Ausschreibungen innovative Forschung im Bereich der medizinischen, der wirtschaftswissenschaftlichen, der kultur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen, der naturwissenschaftlichen und der psychotherapeutischen Forschung. Der in Würdigung des 140jährigen Bestehens der Universität für Bodenkultur Wien errichtete Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien schrieb im Jahr 2013 seine Förderungsmittel zum Schwerpunktthema„Effizientes Management natürlicher Ressourcen und der Umwelt“ aus. Die forschungsfördernde Arbeit des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften, des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien, des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie und des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung wurde im Jahr 2013 ebenso erfolgreich fortgesetzt. Aus Mitteln dieser Fonds wurden im Jahr 2013 mit einem Volumen von 801 545 Euro insgesamt 43 Projekte/ Persönlichkeiten gefördert. Eine ausführliche Darstellung findet sich im Wissenschaftsbericht 2013. Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit – Wiener Vorlesungen Die Wiener Vorlesungen sind ein Wissens- und Wissenschaftsvermittlungsprojekt, dessen Zielsetzung es ist, Wissenschaft und Forschung mit ihren Ergebnissen und deren Wirkungsmöglichkeiten und Anwendungen zur Diskussion zu stellen. Die Wiener Vorlesungen präsentieren Expertise aus erster Hand. Die Besten ihres Faches kommen zu Wort. Es sind Vorträge vor einem sehr großen Auditorium, das durch die Kooperation mit zwei Fernsehkanälen und zahlreichen Medienkooperationen noch verstärkt wird. Die Wiener Vorlesungen geben Antworten auf aktuelle brennende Fragen, sie zeigen Wege auf und sind dem Planungsziel verpflichtet, Eindimensionalität, Monokausalität und Ideologie zu vermeiden. Exzellente Wissenschaft bewirkt, dass die Zahl der Fragen ständig wächst. Die Wiener Vorlesungen laufen daher nicht Gefahr, dass ihnen die Themen ausgehen. Die Wiener Vorlesungen tagen als Stadtgespräche üblicherweise im Rathaus. Sie nehmen aber auch gerne Quartier an anderen inspirierenden Orten der Stadt, wie z. B. im Wien Museum, das zu Beginn des Jahres 2013 eine sehr anregende und aussagekräftige Ausstellung über„Spiele der Stadt“ zeigte. Der Wiener Kulturhistoriker Ernst Strouhal hat in seiner Wiener Vorlesung „Alles nur Spiel?“ das Verhältnis von Gesellschaft und Spiel entlang von drei unterschiedlichen Beispielen – den Regelveränderungen im Schachspiel am Ende des 15. Jahrhunderts, dem„Anschluss“ Österreichs im Spiegel der Propagandaspiele 1938 und der ambivalenten Figur des (Falsch-)Spielers in der Gegenwart – beleuchtet. „Vom Notenschrank zur Datenbank“ lautete der Titel der Wiener Vorlesung von Cornelia Szábo-Knotik über die sozialgeschichtliche Bedeutung von Musikverlagen am Beispiel Wiens und das Sammeln von Musik im Zeichen der Medienwechsel. Mit diesem Vortrag wurden die „Tanz-Signale 2013“ zum Thema„Die ,Firma‘ Strauss und ihre Verleger von den Anfängen bis morgen“ des Wiener Instituts für Strauss-Forschung eröffnet. Das Volkstheater gedachte seines ehemaligen Direktors Gustav Manker anlässlich seines 100. Geburtstages mit einer Matinee, die in Kooperation mit den Wiener Vorlesungen stattfand. Gustav Manker(1913–1988), Regisseur, Bühnenbildner und Theaterdirektor, war eine der prä94 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 gendsten Figuren des Wiener Theaterlebens. Das Volkstheater war seine künstlerische Heimat, an der er 40 Jahre lang tätig war. Zu Ehren des Oscar-Preisträgers Michael Haneke luden die Wiener Vorlesungen gemeinsam mit der Französischen Botschaft in Österreich, der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie, dem Institut Français d’Autriche und dem Votiv Kino zu einer Sondervorführung seines Filmes„Amour“ und zu einem Gespräch mit Michael Haneke über Film und Kino. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde ihm der von der Kulturabteilung der Stadt Wien dotierte „Wiener Preis für humanistische Altersforschung“ der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie überreicht. Drei Gründe gab es für den Wien-Besuch des Professors für Geschichte an der Universität Sussex und Gründer des dortigen Centre for German Jewish Studies, Edward Timms, Anfang Mai 2013: Für seine differenzierte Erklärung der Wiener Gesellschafts- und Kulturgeschichte erhielt er eine hohe Wiener Auszeichnung, das Ehrenzeichen der Bundeshauptstadt Wien in Gold. Edward Timms hat die Wiener Moderne in das Zentrum seiner Forschung gestellt, die eine neue Perspektive auf die Geschichte Wiens ermöglicht hat. Ein weiterer Anlass war die Präsentation seines Bandes in der Reihe„Enzyklopädie des Wiener Wissens“ mit dem Titel „Dynamik der Kreise, Resonanz der Räume, die schöpferischen Impulse der Wiener Moderne“. In seiner Wiener Vorlesung im großen Sendesaal das RadioKulturhauses behandelte Edward Timms„Die Antikriegssatire von Karl Kraus: Zitat, Bild, Dialog, Melodie und Verfilmung“. Weitere drei Bände der„Enzyklopädie des Wiener Wissens“ – über„Das Theater als Öffnungsinstanz – die Wiener Off-Theater-Szene seit den 70er-Jahren“, über Volkssänger-Couplets aus Wien und über die„Kleine Galerie – ein Ort zwischen Kunst, Kunsttheorie und Animation“ – wurden im Rahmen der„Peripatetischen Akademie“ der Wiener Vorlesungen auf Schloss Raabs bzw. in der Kleinen Galerie präsentiert. Das Wintersemester 2013 starteten die Wiener Vorlesungen mit einer von Hubert Christian Ehalt geleiteten Diskussion mit dem Zeithistoriker Oliver Rathkolb und der Ethnologin Klara Löffler zum Thema„Straßennamen und Stadtidentität“. Die Diskussion stellte Erkundungen zum Zusammenhang der Identität der Stadt mit Denkmälern und Straßennamen an. „Ein(selbst)kritischer Blick in die ,Denkmäler‘ der Vergangenheit hilft, die Demokratie in Bewegung zu halten. Historisches Orientierungswissen ist auch die Basis für eine innovative Auseinandersetzung mit den Problemen der Zukunft“, so der Leiter der Historikerkommission zur Bewertung der Wiener Straßennamen, Oliver Rathkolb. In den neun Buchreihen der Wiener Vorlesungen sind im Jahr 2013 insgesamt 12 Bände erschienen, darunter neben den bereits erwähnten Bänden der Enzyklopädie des Wiener Wissens ein Band von Jacques Le Rider über„Wien als ,Das neue Ghetto‘? Arthur Schnitzler und Theodor Herzl im Dialog“ und ein Band über„Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft im Diskurs“ mit Essays von Hubert Christian Ehalt, Konrad Paul Liessmann und Robert Pfaller. Im Rahmen der Medienkooperationen der Wiener Vorlesungen wurden insgesamt 29 Veranstaltungen von ORF III und OKTO aufgezeichnet. Ausgewählte Wiener Vorlesungen wurden von Sonderbeilagen des KURIER begleitet, in der Wochenzeitung DIE FURCHE wurden neue Enzyklopädie-Bände vorgestellt. Wissenschaft 95 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Das Wiener Stadt- und Landesarchiv archiviert zum Zweck der weiteren Nutzung für Forschung, Verwaltung und Informationssuchende das Behördenschriftgut der Landes- und Kommunalbehörden, Unterlagen von Institutionen des Bundes auf dem Boden der Stadt Wien(zum Beispiel der Bezirksgerichte sowie der Landesgerichte) und private Sammlungsbestände, die für die Geschichte der Stadt Wien von Relevanz sind. Das Ziel ist die Schaffung einer qualitativ hochwertigen und quantitativ möglichst verdichteten Überlieferung. Durch standardisierte Erschließung des Archivguts wird ein effizienter Zugang zu den Quellen geschaffen. Als wichtigste Werkzeuge dienen dazu das Wiener Archivinformationssystem WAIS und die Datenbank INFODAT des Wiener Landtages und Gemeinderates. Die Datenbanken werden ständig erweitert und aktualisiert. Darüber hinaus steht das Archivteam beratend im Lesesaal des Archivs für Detailfragen zur Verfügung und beantwortet telefonische oder schriftliche Anfragen. Für einen zielführenden Einstieg in die komplexen Archivstrukturen und für einen leichteren Recherchebeginn führte das Archiv 2013 insgesamt 37 Archivpräsentationen und Archivführungen für WissenschafterInnen und interessierte Laien durch. Weiters fand, wie auch in den Vorjahren, der besonders für Familien- und ortskundige„PrivatforscherInnen“ konzipierte Vortragszyklus„Kein Buch mit sieben Siegeln“ reges Interesse. Zu spezifischen Themen aus Verwaltung, Archivwissenschaften und Stadtgeschichte haben im Berichtsjahr MitarbeiterInnen des Archivs zahlreiche Vorträge gehalten. So zum Beispiel über die PSI(Public Sector Information) Richtlinie und deren Auswirkungen auf Kommunalarchive, ferner„Das Archiv und Unterlagen für die Migrationsforschung“ und„Digitaler Zugang zur Kultur – Digitalisierungsprojekte im Wiener Stadt- und Landesarchiv“. Im Rahmen der„Wiener Vorlesungen“ fand anlässlich des Gedenkens an die Opfer des Novemberpogroms 1938 am 5. November eine vielbeachtete Lesung von Burgschauspielerin Elisabeth Orth und Archiv­ direktorin Dr.in Brigitte Rigele aus den Volksgerichtsakten statt. Archiv/ Bibliothek Archivbestände Die in einem mehrjährigen, laufenden Projekt erarbeiteten Akten- und Skartierungspläne erleichtern die Überlieferungssicherung durch das Archiv und unterstützen die Dienststellen des Magistrats dabei, nach Ablauf einer angemessenen Zeit die Ressourcen mit Unwesentlichem nicht weiter zu belasten und Wesentliches einer auf die Langzeitsicherung und Nutzung durch die Allgemeinheit spezialisierten Institution zu überlassen. Unter den neu archivierten Beständen sind einige besonders hervorzuheben: Im Dezember 2013 hat die Parlamentsdirektion Wien Restbestände des ehemaligen„Gau­ archivs“ der NSDAP übergeben. Fotos, Flugblätter und Aktenmaterial, auch zur Frühzeit der NSDAP in Wien, bilden den Kern des Bestandes. Das„Gauarchiv“ war eine Dokumentationsstelle der Partei, die der Identitätsbildung diente. Mit der Sammlung von Unterlagen zur Tätigkeit der NSDAP unterstützte es die nationalsozialistische Propaganda. Wie andere Archive nationalsozialistischer Partei- und Verwaltungsstellen war auch dieses Archiv im Parlamentsgebäude, dem damaligen„Gauhaus“, untergebracht. Nach Kriegsende – die Archivbestände hatten den Krieg unbeschadet überstanden – blieben die Unterlagen des ehemaligen„Gauarchivs“ in den Räumlichkeiten des Parlaments. Verschiedene Institutionen haben im Lauf der Zeit einzelne Teile des Bestandes in ihre Sammlungen eingegliedert. Durch die nun erfolgte Übernahme konnte das Archiv seine schon vorhandenen Unterlagen der NSDAP Wien ergän96 Archiv/ Bibliothek KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 zen. Für das erste Halbjahr 2014 wird der Tiefenerschließung des Bestandes und damit der Zugänglichmachung für die Forschung hohe Priorität zukommen. Weiters hat die Magistratsdirektion – Baudirektion die Geschäftsprotokolle 1955–1985 übergeben. Während die entsprechenden Akten schon seit längerer Zeit archiviert waren, ist damit nun die wesentliche Quelle für Metadaten, die überhaupt erst den Zugriff auf die Akten ermöglichen, im Archiv unmittelbar nutzbar. Zudem wurden die Akten des langjährig als Amtsgebäude genutzten Hauses Schottenring 24 der Archivierung zugeführt. Nachlässe politisch tätiger Personen werden ebenso erworben wie die von Persönlichkeiten, die sich wissenschaftlich oder publizistisch mit der Wiener Geschichte beschäftigten. So wurde 2013 der wissenschaftliche Nachlass von Richard Perger(30. August 1928 – 13. März 2010) erworben, der als frei schaffender Historiker einige Standardwerke zur Wiener Stadtgeschichte verfasst hat. Pergers Unterlagen waren im Lauf der Zeit gemeinsam mit seiner Bibliothek an das Bezirksmuseum Josefstadt gelangt. Im Einvernehmen mit der Familie übergab das Museum den Nachlass nun dem Archiv. Als Beispiel für die Sicherung privater Erinnerungen durch das Archiv ist der Kulturpublizist Gunther Martin zu nennen, der seine Aufzeichnungen über das Kriegsende in Wien 1945 übergeben hat. Aus dem Antiquariatshandel wurden Firmenunterlagen des k.k. Hoftuchhändlers August Hardt erworben. Darunter befindet sich ein Stoffmusterbuch aus dem Jahr 1787, für Wien, soweit bekannt, das älteste, das erhalten geblieben ist. Bibliothek Die Archivbibliothek verzeichnete insgesamt 2 028 Neuzugänge. Ergänzungen und Kontrollen der Datensätze in der Bibliotheksdatenbank DABIS, sowie zusätzliche Ordnungs- und Skartierungsarbeiten wurden fortgesetzt. Die Politische Dokumentation betreute 715 Periodika. Die korrigierte Eingabe des Karteikartenaltbestands in den Nominalkatalog des BIS-Datenpools befindet sich im fortgeschrittenen Stadium. Lesesaal/ Gutachten/ Stellungnahmen 2013 wurden im Rahmen der Archivnutzung 7 428 schriftliche Anfragen vom Archivteam beantwortet und Meldeanfragen nach 6 542 Personen recherchiert. Im Lesesaal wurden 19 928 Aktenaushebungen getätigt. Auf die Web-Seiten des Archivs in wien.at erfolgten im Jahr 2013 insgesamt 6,6 Millionen Zugriffe. Auf die digitalisierten Urkunden auf monasterium.net wurde 14 765 Mal zugegriffen. Für wissenschaftliche Zwecke wurden 41 Bescheide für die Nutzung von Archivalien mit verkürzter Schutzfrist(§10 Abs. 3 Wiener Archivgesetz) für personenbezogene Daten unter anderem zu den Themen„Beraubung, Vertreibung und Ermordung von Wiener Jüdinnen und Juden, vor allem von KunstsammlerInnen der Bezirke Ottakring und Hernals“,„Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen“,„Kinder- und Jugendfürsorge/ Spiegelgrund“,„Enteignungen in Österreich“ und „Heilpädagogik in Wien. Konzepte, ihre Umsetzung und Auswirkungen im 20. Jahrhundert“ ausgestellt und die Forschungsgenehmigung erteilt. Öffentlichkeitsarbeit Im Berichtsjahr wurden die Kleinausstellungen:„Ein Verein im Dienste Mozarts – 100 Jahre Mozartgemeinde Wien“ sowie„Der Wiener Gemeinderat und der Wiener Landtag. Eine Zeitreise 1848–2013“ im Archiv gezeigt. In der online Reihe„Zeitzeugnisse“ wurden ausgewählte Schätze des Archivs vorgestellt, unter anderem anlässlich des Gedenkjahres 1938 Bildquellen Archiv/ Bibliothek• Öffentlichkeitsarbeit 97 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 zur Volksabstimmung über den„Anschluss“ am 10. April 1938. Weitere Beiträge widmeten sich den„Opferfürsorgeakten“, der Kinderarbeit in den 1820er-Jahren, der Geschichte des Fahrradfahrens und dem Architekten Victor Gruen, einem Visionär der Konsumgesellschaft und Erfinder der„Shoppingmeile“. Besonders hervorzuheben ist auch das veröffentlichte Zeitzeugnis zur Bildhauerin und Kunsthistorikerin Edeltrud Posiles, die in der NS-Zeit ihren späteren Ehemann und dessen Bruder in Wien verstecken konnte und damit vor dem Tod im Konzentrationslager bewahrte. Sie erhielt 1979 seitens des Staates Israel den Ehrentitel„Gerechte unter den Völkern“ und lebt heute hochbetagt in Wien. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat ihren Vorlass übernommen. Wissenschaftliche Kooperationen und Publikationstätigkeit Das Archiv kooperierte aktiv mit dem FWF-Projekt ENVIEDAN – Environmental History of the Viennese Danube 1500–1900, das die Geschichte der Wiener Donau in den letzten 500 Jahren nachzeichnete. Dieses Projekt erregte internationale Aufmerksamkeit und wurde von„Science Europe“ als eine von zwölf herausragenden Forschungsarbeiten in den„Humanities“ auser­ koren. Das Projekt konnte durch einen Mitarbeiter des Archivs auf der internationalen Konferenz der„European Society for Environmental History“ in München vorgestellt werden. www.scienceeurope.org/uploads/PublicDocumentsAndSpeeches/SCsPublicDocs/SE_ broch_HUM_fin_web_LR.pdf Das gemeinsam mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien finanzierte Projekt„Sicherung und Aufarbeitung des Filmarchivbestandes media wien“ wurde fortgesetzt. Im März 2013 fand die erste Präsentation der Filmdatenbank und die Eröffnung des online Zugangs statt. Im Rahmen der Präsentation konnten zahlreiche historische Filmausschnitte der Stadt Wien bewundert werden. Gemeinsam mit der Wienbibliothek im Rathaus wurde das Buchprojekt„Wien im Ersten Weltkrieg“ abgeschlossen. Der Band„Im Epizentrum des Zusammenbruchs. Wien im Ersten Weltkrieg“ versammelt insgesamt 60 Beiträge, die ein kaleidoskopartiges Bild von Wien und den BewohnerInnen der Stadt während der Kriegsperiode 1914–1918 liefern. Das Spektrum der Beiträge umfasst demographische und soziale Veränderungen, Versorgung, Kriegswirtschaft, Verwaltung und Gesundheitswesen, politische Parteien, Kunst- und Kulturbetrieb, Schule, Medien, Propaganda. Für den Sammelband konnten namhafte ExpertInnen aus dem In- und Ausland als AutorInnen gewonnen werden. Zu Teilaspekten des Themas„Erster Weltkrieg“ ist auch eine Kleinausstellung des Wiener Stadt- und Landesarchivs mit dem Titel„Mangel – Hunger – Tod“ in Vorbereitung. Die erste Phase des Projekts„Wien Geschichte Wiki“ wurde gemeinsam mit der Wienbibliothek im Rathaus erfolgreich abgeschlossen. Das Wiki wird ab Mitte 2014 den Zugriff auf lexikalische Daten zur Wiener Geschichte auf Basis des Historischens Lexikons Wien von Felix Czeike, Archivdirektor und Stadthistoriker, im Internet ermöglichen und in weiterer Folge thematisch vielfache Erweiterungen erfahren. Landtags- und Gemeinderatsdokumentation Für die Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT Wien) wurden von Seiten der Landtags- und Gemeinderatsdokumentation einige Erweiterungen und Verbesserungen konzipiert und die MA 14 mit der technischen Umsetzung beauftragt. Mit Stand Jänner 2014 sind 54 500 Beschlüsse, Gesetzesentwürfe, Anfragen, Anträge u. ä. online abrufbar. Seit 1. Jänner 2014 steht die INFODAT Wien auch im RIS(Rechtsinformationssystem 98 Öffentlichkeitsarbeit• Wissenschaftliche Kooperationen und Publikationstätigkeit KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 des Bundes) online zur Verfügung. 2013 wurde die INFODAT Wien auf dem Deutschen Archivtag in Saarbrücken sowie bei zwei Veranstaltungen im Rahmen von Open Government Data in Wien vorgestellt. Das Projekt Digitalisierung der Sitzungsprotokolle und der Wörtlichen Protokolle des Landtages und Gemeinderates in Bezug auf die Rückerschließung bis 1945 und die Digitalisierung der Anfragen und Anträge im Landtag und Gemeinderat bis 1945 wurde weitergeführt. Bei dem Projekt„Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker“ wurde die Recherche und Eingabe von biographischen Daten der Mitglieder des Stadtsenates und der Abgeordneten zum Wiener Landtag und der Mitglieder des Gemeinderates im Zeitraum ab 1945 fortgesetzt. Wissenschaftliche Kooperationen und Publikationstätigkeit 99 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Mit der Implementierung weiterer Tools(z. B. neue Webkataloge) im Rahmen der 2011 gestarteten Teilnahme am Österreichischen Bibliothekenverbund, der Erweiterung der digitalen Services wie der„Wienbibliothek digital“ sowie mit einer breitenwirksamen Ausstellungs- und Veranstaltungspolitik hat die Wienbibliothek 2013 einige markante Akzente in Richtung Öffentlichkeit gesetzt. Auch im abgelaufenen Jahr war es das Bestreben der Wienbibliothek, die eingeschlagene Strategie der Öffnung der Wienbibliothek hin zu den Bibliotheks- und Archivumfeldern, zu Universitätseinrichtungen und zu anderen Forschungsinstitutionen, zu Museen sowie zu anderen potenziellen PartnerInnen im Kunst- und Kulturbereich Wiens zu forcieren. 2013 waren 8 555 BenützerInnen der Bestände zu verzeichnen. Zu diesen kommt die immer stärker werdende Gruppe der BesucherInnen von Ausstellungen, Symposien, Buchpräsentationen, Lesungen, Konzerten, Führungen etc. mit 7 075 TeilnehmerInnen. Zusätzlich nutzten rund 235 000 virtuelle BesucherInnen die Angebote der Website der Bibliothek, vor allem die Online-Kataloge zum Recherchieren und Reservieren von Materialien, zunehmend aber auch die digitalen Bestände. BenützerInnen, Forschende und Studierende wie alle an Wiener Geschichte Interessierten erhalten durch ExpertInnen der Wienbibliothek qualifizierte Informationen zu den Beständen und zur Kulturgeschichte Wiens, aufbereitetes Wissen sowie Unterstützung bei der Recherche in allen Datenbanken, Katalogen und Verzeichnissen: 2013 fanden an der Bibliothek rund 5 000 Beratungen durch MitarbeiterInnen statt. Sonderprojekte Teilnahme am Österreichischen Bibliothekenverbund 2013 konnten über 44 000 Plakatimages(zum Betrachten geeignete Bilddateien) in den Verbundkatalog eingespielt werden. Ebenso wurden umfangreiche Daten der Sammlung Dokumentation – darunter Personen- und Sachmappen des Tagblattarchivs im Ausmaß von rund 69 000 Titelsätzen, die Fotosammlung des Tagblattarchivs mit rund 10 000 Titelsätzen und 14 000 Bilddateien sowie Einträge im sogenannten„Zeitungsindex“, einem Fundstellenverzeichnis Wien-relevanter Zeitungsartikel, mit rund 15 000 Titelsätzen – für die Recherche und Bestellung im Verbundkatalog aufbereitet. Weitere 38 000 lokale Titelsätze konnten durch Abgleich mit Verbunddaten einem„Upgrading“ unterzogen werden. Wienbibliothek Digital Die Digitalisierung des kulturellen Erbes und ihre Online-Verfügbarkeit zählen zu den vorrangigen Zielen der europäischen Politik. Die Wienbibliothek hat 2010 die Infrastruktur geschaffen, um an dieser Entwicklung teilnehmen zu können. Auf www.digital.wienbibliothek. at bietet sie kostenlosen Zugang zu einer kontinuierlich wachsenden Sammlung an digitalisierten Objekten. 2013 lag der Fokus auf Materialien zum Ersten Weltkrieg. So wurde eine umfassende thematisch gegliederte Zeitungsausschnittsammlung mit insgesamt 116 000 Zeitungsausschnitten in 604 Bänden digitalisiert und steht nun – abfragbar nach Artikeltitel, Zeitungsnamen, Datum und Schlagwort – zur Recherche zur Verfügung. Darüber hinaus fanden 1 640 Plakate aus der Zeit von 1914 bis 1918 Eingang in die digitale Wienbibliothek. Weiters stehen Bücher, Kochbücher und Stimmungsberichte aus dieser Zeit im Volltext zur Verfügung. Auch der Bereich der Wienbücher wurde weiter ausgebaut. Neben dem umfangreichen Lehmannschen Adressbuch stehen weitere 232 Adressbücher, Bezirks- und Reiseführer teilweise OCR-lesbar bereit. 100 Sonderprojekte KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Portal wien.geschichte.wiki In Kooperation mit dem Stadt- und Landesarchiv(MA 8) wurde 2013 mit der Arbeit am Aufbau eines Wien-Geschichte-Wiki begonnen. Die Grundlage bildet das„Historische Lexikon Wien“ von Felix Czeike. 2013 wurden die Einträge dieses Lexikons in das Wiki übernommen und mit Foto- und Bildmaterialien aus den Beständen der MA 8 und MA 9 angereichert. Das Ziel dieses Lexikons ist, das Wissen zur Geschichte und Kultur der Stadt Wien transparent zu machen und allen BürgerInnen zur Verfügung zu stellen. Das Wien-Geschichte-Wiki sollte ein zentrales Recherche- und Informationsportal zur Geschichte und Kultur Wiens werden. Museale Erschließung der Loos-Räume in der Bartensteingasse 9 Nachdem die Wohnung Bartensteingasse 9/5 von der Stadt Wien erworben und restauriert worden war, bezog 1991 die Musiksammlung der Wienbibliothek die ehemalige Privatwohnung. Seit Herbst 2013 ist ein musealer Rundgang durch die Wohnung möglich: in der für Ringstraßenbauten typischen großzügigen Raumaufteilung bildet das Speisezimmer von Adolf Loos aus dem Jahr 1907 den eindrucksvollen Höhepunkt. Herrenzimmer und Musiksalon werden heute als Veranstaltungsräume genutzt. Eine ausführliche Dokumentation der Bauherrenund Wohnungsgeschichte, sowie von Leben, Werk und Schriften von Adolf Loos ergänzen das Genuine des prächtigen Raumensembles. Die Musiksammlung der Wienbibliothek bereitet in wechselnden Präsentationen ihre Bestände auf. Restitution und Provenienzforschung Von der Wiener Restitutions-Kommission wurden 2013 der Bericht über ein Buch aus dem Besitz von Oscar Wollheim sowie der Bericht über aufgetauchte„Aschenbrödel“-Skizzen aus der Sammlung Strauss-Meyszner behandelt. Gab es im ersten Fall einen Beschluss, an die recherchierten Rechtsnachfolger in der Schweiz zu restituieren, wurde im zweiten Fall eine Kontaktnahme mit der Erbengemeinschaft empfohlen, um auf den Fund hinzuweisen und die Reaktion abzuwarten. In einigen anderen Fällen konnten bei der Suche nach Rechtsnachfolgern in Kooperation mit der Abteilung für Restitutionsangelegenheiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sowie anderen Bibliotheken und Institutionen(z. B. UB Köln: Schwestern Richter) zwar neue Erkenntnisse gewonnen, die Recherchen aber noch nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Dazu kommen Anfragen zu sonstigen(unbedenklichen) Provenienzvermerken in Objekten aus unserem Bestand. Die Kontrolle der Bestände 1933 bis 1938 auf möglicherweise bedenkliche Provenienzvermerke aus dem Deutschen Reich nach der NS-Machtergreifung konnte im Frühjahr abgeschlossen werden. 2013 betraf das insbesondere die Inventare von Handschriften- und Musiksammlung sowie Druckschriftensammlung(Suche nach Provenienzvermerken). Eine eindeutig„bedenkliche“ Erwerbung wurde dabei nicht gefunden. Sammeln Überblick über die wichtigsten Erwerbungen und Erschließungen der Wienbibliothek 2013 Druckschriftensammlung Der Online-Katalog der Druckschriftensammlung enthielt mit Ende 2013 über 592 500 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nachlässe betrug rund 8 500 Bände. Neben dem Ankauf aktueller Wien-spezifischer Literatur konnten auch wertvolle alte Drucke angekauft werden, wie etwa eine Sammlung von mehr als 250 seltenen Buchhandelskatalogen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, mehrere Drucke der Barockzeit, darunter Lobreden, Wiener Oratorien-Texte und ein seltener Druck einer Sebastians-Bruderschaft am Wiener Schottenstift aus dem Jahr 1630(Sign. A-327671). Weiters wären einige Erotica-Drucke der ausgehenden Monarchie und Zwischenkriegszeit sowie einige seltene Kalender zu nennen, unter denen das Exemplar eines„Kaiserlicher Hof- und Ehrenkalenders Sonderprojekte• Sammeln 101 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 auf das Jahr 1705“ aus dem Besitz des kaiserlichen Diplomaten und späteren Reichshofratspräsidenten, Ernst Friedrichs von Windisch-Grätz(1670–1727), in dem sich autobiographische Notizen von eigener Hand des Grafen befinden(Sign. A-39351/1705), besondere Beachtung verdient. Handschriftensammlung Die Handschriftensammlung erwarb auch 2013 eine Reihe interessanter Bestände, so vor allem die Nachlässe des Schriftstellers, Juristen und Diplomaten Peter Marginter(ZPH 1577), des Theaterwissenschafters und Kunsthistorikers Benno Fleischmann(ZPH 1581), des Komponisten Filip M. Ger kovi(ZPH 1584), des Schriftstellers Arthur Oelwein(ZPH 1603), des Jugendbuchautors Wilhelm Meissel(ZPH 1604) sowie den Teilnachlass der Frauenrechtlerin Marie Hoheisel(ZPH 1595). Durch einige Briefe und Manuskripte ergänzt werden konnte der Teilnachlass des von den Nationalsozialisten 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordeten Autors Leo Grünstein(ZPH 1610). Voller Preziosen vor allem des Exils ist die Autographensammlung von Karl Vlach(ZPH 1579). Die seit 2011 laufenden Verhandlungen zum Ankauf des Kunstarchivs Werner J. Schweiger(ZPH 1605) konnten zum Abschluss gebracht werden. Darin befinden sich zahlreiche wichtige Dokumente und Briefe zur Wiener Moderne, vor allem aus der Feder von Peter Altenberg. Musiksammlung Aus dem historischen Notenarchiv des Musikverlags Doblinger erstand die Musiksammlung 2013 die großteils eigenhändigen Manuskripte der von selbiger Firma veröffentlichten Kompositionen Robert Schollums, dessen Geburtstag sich im genannten Jahr zum 100. Mal jährte. Zudem erwarb sie die Nachlässe der beiden Wienerlied- und Schlagerinterpreten Franz Schier und Fritz Wolferl und erhielt den Nachlass der Wienerlied-, Schlager- und Hörspielkomponistin Lucie Perné zum Geschenk. Weiters übernahm die Musiksammlung die Nachlässe der komponierenden Dirigenten Herbert Mogg und Ladislaus Varady. Einen wertvollen Zuwachs erfuhr auch die Schrammel-Sammlung der Wienbibliothek durch den Ankauf des Nachlasses von Konrad Daroka, der kurzzeitig im originalen Schrammelquartett als Sekundgeiger auftrat. Plakatsammlung Die Plakatsammlung konnte exklusive der von der Gewista abgelieferten Pflichtexemplare 816 Neuzugänge verzeichnen. Über 2 500 Plakate wurden im Zuge des Projekts„Plakate des Ersten Weltkriegs“ bearbeitet und unter Bereinigung der Mehrfachexemplare im Katalog verzeichnet. Sammlung Dokumentation Im Jahr 2013 erschloss die Sammlung Dokumentation 880 Sachmappen und über 600 Fotos aus dem Tagblattarchiv sowie rund 600 Mappen der Zeitungsausschnittsammlung Pepi Treitl. Statistische Kennzahlen Benützung und BesucherInnen 2013 Druckschriftensammlung 6 884 BenützerInnen 9 511 ausgegebene Medien 3 438 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung 1 293 BenützerInnen 4 085 ausgegebene Medien 521 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen 102 Sammeln• Statistische Kennzahlen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Musiksammlung 361 BenützerInnen 1 388 ausgegebene Medien 731 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Plakatsammlung 17 BenützerInnen(Spezialbenützung) 434 ausgegebene Medien 62 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Dokumentation 804 ausgegebene Medien(Mappen Tagblatt-Archiv) 232 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Sonstige BesucherInnen 5 069 BesucherInnen von Veranstaltungen(Lesesaal, Loos-Räume, Medientermine) 2 006 TeilnehmerInnen an Führungen Die BesucherInnen im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek sowie externer Ausstellungen werden nicht erfasst. BenützerInnen und BesucherInnen gesamt 8 555 Personen Benützung 7 075 Personen Veranstaltungen und Führungen 15 630 Personen gesamt Dazu kamen 234 833 BenützerInnen der virtuellen Angebote der Wienbibliothek. Eigene Ausstellungen „Zum Konterfei das Autogramm!“ Widmungsphotographien der Wiener Sammlerin Hermine Kunz-Hutterstrasser(1873–1948) 18. Oktober 2012 bis 19. März 2013, Ausstellungsraum der Wienbibliothek In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach Eine der größten erhaltenen Sammlungen von Autogramm- und Widmungsphotographien ist jene von Hermine Kunz-Hutterstrasser. Ihre zwischen 1880 und 1940 zusammengetragene Kollektion enthält Aufnahmen von Persönlichkeiten aus der Welt der Literatur, des Theaters, des Films, der Kunst und der Wissenschaft. Die Sammlerin war die Schwester von Carl Hutterstrasser, dem Inhaber der Klavierfabrik Bösendorfer, und die Mutter von Alfred Kunz, dem ersten Direktor der Modeschule Hetzendorf. 1981 gelangte ein Großteil der Photographien, etwa 1 600 Objekte, an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Rund 250 Schreiben, mit denen die Porträtierten die Zusendung ihrer Aufnahmen kommentiert hatten, waren hingegen schon 1943 von der Wiener Stadtbibliothek angekauft worden. Im Rahmen der Ausstellung fand eine länderübergreifende intermediale„Wiedervereinigung“ der Widmungsphotographien mit den kongruenten Briefen statt. Wolfgang Freitag: Die Schattenorte von Wien 30. Oktober 2012 bis 28. Februar 2013, Foyer der Wienbibliothek Der Journalist Wolfgang Freitag präsentierte in seinen fotografischen Arbeiten Orte und Institutionen der Ausgrenzung, die zum Teil mit Mysteriösem und Geheimnisvollem verbunden sind. Die Fotoausstellung führte an Orte, wohin wir delegieren, was uns in unserem Wohlbehagen stört, was uns peinlich, lästig, unangenehm ist: Armut, Verzweiflung, Gewalt, aber auch Statistische Kennzahlen• Eigene Ausstellungen 103 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Teile unserer Geschichte oder – durchaus handgreiflich – der Mist, den wir Tag für Tag produzieren. Das Ziel der Fotoarbeiten Freitags ist, weit verbreitete Mythen zu entmystifizieren und an ihre Stelle jene Eindringlichkeit zu setzen, die nur der Alltag für uns bereithält, sofern wir bereit sind, genau genug hinzusehen. Ein Buch ist ein Garten, den man in der Tasche trägt. Künstlerbücher von Waltraud Palme 7. März bis 24. Mai 2013, Foyer der Wienbibliothek Die Arbeiten der Künstlerin Waltraud Palme behandeln – oft ironisch – ein Thema oder erzählen Geschichten in immer wieder variierten Versionen. Manchmal dienen ihr Bücher auch als Archiv, in dem sie Forschungsergebnisse, die das Sammeln von Formen betrifft, festhält. Sie entstehen vor allem auf Reisen und tragen reale und geistige Fundstücke aus diesen Ländern mit sich. Am besten drückt es für die Künstlerin ein arabisches Sprichwort aus: Ein Buch ist ein Garten, den man in der Tasche trägt. Josef Meinrad. Der ideale Österreicher 17. April bis 31. Oktober 2013, Ausstellung im Ausstellungsraum der Wienbibliothek im Rathaus Am 21. April 2013 wäre Josef Meinrad 100 Jahre alt geworden. Virtuos interpretierte er Figuren der österreichischen Literatur, legendär ist seine Darstellung des Weinberl in Nestroys „Einen Jux will er sich machen“, sein Valentin in Raimunds„Der Verschwender“ oder sein„Liliom“. Auch Meinrads Filmschaffen zeugt von seiner darstellerischen Bandbreite: geistlicher Würdenträger, charmant-argloser Filou oder unbestechlich-aufrichtiger Ehren- und Staatsmann. Bis in die 90er-Jahre zählte der Publikumsliebling zu den Fixsternen der österreichischen TV-Produktionen und repräsentierte als Identifikationsfigur der Zweiten Republik das Image des idealen Österreichers. Anlässlich des runden Geburtstages zeigte die Wienbibliothek Rollenbilder, private Fotos, persönliche Dokumente, Korrespondenzen sowie annotierte Regiebücher aus dem 2010 erworbenen Teilnachlass. Das Highlight der Ausstellung war der Iffland-Ring, die höchste Auszeichnung für deutschsprachige Schauspieler. Meinrad trug ihn von 1959 bis zu seinem Tod 1996 und vermachte ihn an Bruno Ganz, der ihn für die Schau zur Verfügung gestellt hat. in.print.out. Grafik in/auswendig 19. April bis 9. Juni 2013, Künstlerhaus Wien in Kooperation u. a. mit der Wienbibliothek Diese Großausstellung aktueller, internationaler, künstlerischer Grafik – anlässlich der GrafikTriennale 2013 – wurde durch eine Werkschau historischer und aktueller Plakatkunst, als auch durch das Plakatprojekt für den öffentlichen Raum„GELD MACHT SICHT BAR“ ergänzt, an denen die Plakatsammlung der Wienbibliothek mit insgesamt 45 Objekten vertreten war. Zu den Begleitveranstaltungen zählte u. a. das internationale Symposium„Das Plakat – ein Medium zwischen Kunst und Kommerz“(24. und 25. Mai 2013). Motor bin ich selbst. 200 Jahre Radfahren in Wien 7. Juni bis 31. Oktober 2013, Foyer der Wienbibliothek Die VeloCity-Konferenz 2013 gab Anlass, sich mit der Geschichte des Radfahrens in Wien zu beschäftigen und die Sammlungen der Wienbibliothek im Rathaus zu diesem Thema zu erschließen. Eine Metropole wie Wien ist nicht unbedingt als Stadt des Radverkehrs bekannt. Dennoch haben sich das Fahrrad und seine NutzerInnen in den vergangenen fast 200 Jahren in vielfältiger Weise ins Stadtbild eingeschrieben, von den adeligen Hochradfahrern im Prater bis zu den radelnden Ordnern sozialdemokratischer Massenveranstaltungen und von den Zielankünften großer Radrennen bis zum aktuellen urbanen Zwist zwischen Auto- und RadfahrerInnen. Exponate aus der Plakatsammlung der Wienbibliothek zeigten das Fahrrad nicht nur als Fortbewegungsmittel, Freizeitaccessoire und Sportgerät, sondern ebenso als High-TechVehikel, Autoersatz oder Mittel der politischen Agitation. 104 Eigene Ausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg 1914–1918 15. November 2013 bis 23. Mai 2014, Ausstellungsraum und Foyer der Wienbibliothek Das eigentliche Kriegsgeschehen erreichte Wien durch die in den Zeitungen publizierten Toten- und Vermisstenlisten, durch die Ankunft der hunderttausend Verletzten und Flüchtlinge, betraf die Stadt aber nicht direkt. Und doch standen die Jahre 1914 bis 1918 genauso im Zeichen eines„totalen Krieges“, der Zerstörungen anderer Art hinterließ. Im Gedächtnis der Groß- und Urgroßeltern wurde der Erste Weltkrieg assoziiert mit Hunger, Kälte und Entbehrungen, mit Brot- und Kartoffelkarte, Tuberkulose und Spanischer Grippe sowie einer stark erhöhten Sterblichkeitsrate. Die Qual der alltäglichen Überlebenskämpfe, die demütigenden Erlebnisse des Anstellens und Hamsterns, die Erfahrungen von Ablehnung und Ausgrenzung im Wiener Umland schufen ein Klima des Aufruhrs – und ein Trauma, das nicht so schnell vergessen werden sollte. All das war allerdings das Fundament für einen radikalen Politikwechsel. Überdies hinterließ der Erste Weltkrieg Wien mit einer gebrochenen politischen Identität: Die Rolle der Reichshaupt- und Residenzstadt war ausgespielt. Auf Betreiben des Wiener Bürgermeisters Richard Weiskirchner wurde während des Ersten Weltkriegs in den damaligen Städtischen Sammlungen(heute: Wienbibliothek und Wien Museum) eine„Kriegssammlung“ angelegt, um die„große Zeit“ zu dokumentieren. Dazu gehören Briefe an den Bürgermeister ebenso wie Wandplakate, Kriegserinnerungen, Kokarden, Medaillen, Verschlussmarken oder Lebensmittelkarten, die exemplarisch in der Ausstellung dokumentiert waren. Die kuriosesten Stücke sind das konservierte„Kriegsbrot“ oder die Fläschchen mit Ersatzlebensmitteln. Begleitet wurde die Ausstellung von einem Blog, der die Geschichte der Stadt von 1914 bis 1918 aufbereitet: https://erster-weltkrieg.wien.gv.at Veranstaltungen Buchpräsentationen Erica Fischer: Königskinder Berlin: Rowohlt 2012 20. Februar 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Vor Google. Eine Mediengeschichte der Suchmaschine im analogen Zeitalter Thomas Brandstätter/ Thomas Hübel/ Anton Tantner(Hg.), Bielefeld: transcript 2012 9. April 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Josef Meinrad – Der ideale Österreicher Julia Danielczyk(Hg., unter Mitarbeit von Christian Mertens): Wien: Mandelbaum Verlag 2013 16. April 2013, Festsaal des Rathauses Anlässlich der Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung wurde ein Begleitband präsentiert. Er umfasst sowohl Essays, die sich mit dem Werdegang, der Bedeutung und Rolle Meinrads kritisch auseinandersetzen(u. a. von Karin Sedlak, Peter Roessler, Jürgen Hein oder Karin Moser), als auch Tributes berühmter Kolleginnen und Kollegen wie Lotte Tobisch-Labot ‘ n, Dagmar Koller, Michael Heltau oder Achim Benning. Alfred Grünewald: Sonette an einen Knaben und andere Gedichte Alfred Grünewald: Reseda und andere Prosa beide: Volker Bühn(Hg.), Hamburg: Männerschwarm Verlag 2013 7. Mai 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Mit Andreas Brunner(QWIEN) und Herausgeber Volker Bühn. Prosa und Lyrik von Alfred Grünewald las Dennis Cubic. Eigene Ausstellungen• Veranstaltungen 105 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Geschichte der Juden in Österreich Eveline Brugger/ Martha Keil/ Albert Lichtblau/ Christoph Lind/ Barbara Staudinger, Wien: Verlag Carl Ueberreuter 2013 4. Mai 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Musikalische Begleitung: Hemma Geitzenauer, Franziska Zöberl(Renaissance- und Barockblockflöten) mit Flötenstücken jüdischer Komponisten aus vier Jahrhunderten Johann Nestroy. Historisch-kritische Ausgabe. Ergänzungen Fred Walla/ Walter Obermaier(Hg.), Wien: Deuticke 2012 23. Mai 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Lesung und Gesang: Robert Reinagl/ am Klavier: Georg Wagner Christine Busta: Erfreuliche Bilanz. Dialektgedichte Christine Tavernier-Gutleben(Hg.), Salzburg/ Wien: Müller 2013 28. Mai 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Lesung: Erika Pluhar Herbert Pirker: Axel, kein Hitlerjunge Wien: Verlag Bibliothek der Provinz 2013 4. Juni 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Motor bin ich selbst. 200 Jahre Radfahren in Wien Bernhard Hachleitner/ Matthias Marschik/ Rudolf Müllner/ Michael Zappe(Hg.), Wien: Metroverlag 2013 6. Juni 2013, FahrRADhaus(Wiener Planungswerkstatt) Zum Radjahr 2013 und zur internationalen Velo-city-Konferenz präsentierten die Wienbibliothek und der Metroverlag ein Buch, das erstmals fast 200 Jahre Rad- und Radfahrgeschichte in Wien Revue passieren lässt. Das Buch begibt sich auf die vielfältigen Spuren der Geschichte und Geschichten des Radfahrens und seiner AkteurInnen. Das Buch versammelt Beiträge von 21 AutorInnen; Exponate aus der Plakatsammlung der Wienbibliothek zeigen das Fahrrad nicht nur als Fortbewegungsmittel, Freizeitaccessoire und Sportgerät, sondern ebenso als High-Tech-Vehikel, Autoersatz oder Mittel der politischen Agitation. „Jeder sei sein eigener Dekorateur“ Zur Geschichte der Loos-Räume in der Bartensteingasse 9 Sylvia Mattl-Wurm(Hg.), Wien: Metroverlag 2013 18. September 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Die Räumlichkeiten im Mezzanin des Hauses in Wien I, Bartensteingasse 9 vermitteln eine einmalige Atmosphäre. Hier hat sich über Jahrzehnte eine heute denkmalgeschützte Wohnungseinrichtung des weltberühmten Wiener Architekten Adolf Loos(1870–1933) erhalten. Dieses versteckte Architekturjuwel der Wiener Moderne beherbergt die international renommierte Musiksammlung der Wienbibliothek. Eine 2013 abgeschlossene Funktionssanierung ermöglichte die Gestaltung eines stimmungsvollen Rundganges durch die historischen Repräsentationsräume sowie eine ausführliche Dokumentation zu Adolf Loos und zur Einrichtungs-, Wohnungs- und Bauherrengeschichte. Das zu diesem Anlass erschienene Katalogbuch beantwortet zudem bisher unbeantwortet gebliebene Fragen wie„Wer hat hier gewohnt“ und beschäftigt sich ausführlich mit der Inneneinrichtung und Kunstausstattung. In der spannenden Geschichte dieses Loos-Interieurs werden zudem repräsentative großbürgerliche Familien-und Freundschaftsbeziehungen, überraschende Nachbarschaften und intellektuell-künstlerische Netzwerke in ihrer engen Verflochtenheit lesbar. Thomas Bernhard/ Gerhard Fritsch: Der Briefwechsel Raimund Fellinger/ Martin Huber(Hg.), Mattighofen: Korrektur Verlag 2013 106 Veranstaltungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 16. Oktober 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Lesung: Martin Schwab und Martin Huber Tatort Rathaus. 13 Kriminalgeschichten aus Wien Edith Kneifl(Hg.), Wien: Falter Verlag 2013 22. Oktober 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Strauss-Elementar-Verzeichnis(SEV) Thematisch-Bibliographischer Katalog der Werke von Johann Strauss(Sohn) 8. Lieferung, OP 351–400 Tanzmusik Wiener Institut für Strauss-Forschung(Hg.), Tutzing: Schneider 2013 24. Oktober 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Das seit 1990 in Teillieferungen erscheinende Strauss-Elementar-Verzeichnis ist erfreulicher Weise bereits zu einem Standardwerk der Musikliteratur geworden. Mit der Veröffentlichung der 8. Lieferung liegen nun die entstehungs- und rezeptionsgeschichtliche Dokumentation sowie die quellenmäßige Erfassung von 84 Prozent aller Kompositionen mit Opus-Zahl von Johann Strauss(Sohn) vor. Den Bedürfnissen verschiedener BenutzerInnen auf engstem Raum ein Maximum an abgesicherter Information zu bieten, ist nach wie vor der Hauptgrundsatz bei der Erarbeitung des SEV. Im Rahmen der Präsentation wurden Kompositionen von Johann Strauss(Sohn) in der Bearbeitung von Josef Schrammel von den Neuen Wiener Concert Schrammeln aufgeführt: Johannes Dickbauer(Violine), Nikolai Tunkowitsch(Violine), Peter Havlicek(Kontragitarre) Claudia Erdheim: Betty, Ida und Gräfin. Die Geschichte einer Freundschaft Wien: Czernin Verlag 2013 12. November 2013, Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus Im Epizentrum des Zusamenbruchs. Wien im Ersten Weltkrieg Alfred Pfoser/ Andreas Weigl(Hg.), Wien: Metroverlag 2013 14. November 2013, Rathaus, Wappensaal Keine europäische Großstadt hat im und nach dem Ersten Weltkrieg eine Metamorphose ähnlicher Art erlebt: Wien, zur Hauptstadt eines kleinen Restes eines mächtigen Imperiums degradiert, wurde in Europa zum Synonym für einen umfassenden urbanen Niedergang, zur „Versuchsstation des Weltuntergangs“(Karl Kraus). Der triste Hungeralltag ihrer EinwohnerInnen machte aus der einst glanzvollen Metropole eines Großreiches, in der der Kaiser eines Imperiums von 53 Millionen EinwohnerInnen residierte, eine„sterbende Stadt“. Dieses 700 Seiten umfassende Monumentalwerk enthält reiches Illustrationsmaterial, schreitet in einem Kaleidoskop von mehr als fünfzig Beiträgen den Stadtraum dieser Jahre ab und dokumentiert die verheerenden Erfahrungen und die großen Transformationen dieser Zeit. Künstlerisches Rahmenprogramm: Kriegslieder von Benatzky, Lehár, Stolz und Ziehrer, dargeboten von Karin Wagner(Klavier) und Csongor Szantó(Gesang) sowie Karl Kraus-Texte aus der „Fackel“, gelesen von Franz Schuh Carola Timmel: Innere Stadt. Ein Streifzug durch den 1. Wiener Bezirk Aktionsradius Wien(Hg.), erschienen im Rahmen der Hörbuchreihe„StadtFLANERIE“ 18. November 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Lesung: Franz Schuh/ Musik: Louie Austen Im Epizentrum des Zusamenbruchs. Wien im Ersten Weltkrieg Alfred Pfoser/ Andreas Weigl(Hg.), Wien: Metroverlag 2013 23. November 2013, BUCH WIEN-Lesefestwoche Die beiden Herausgeber im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer. Veranstaltungen 107 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Die letzten Tage der Menschheit. Der Erste Weltkrieg in Bildern mit Texten von Karl Kraus Anton Holzer(Hg.), Darmstadt: WBG 2013 26. November 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Edgard Haider: Wien 1914. Alltag am Rande des Abgrunds Wien/ Köln/ Weimar: Böhlau 2013 11. Dezember 2013, Rathaus, Wappensaal Lesungen/ Vorträge Hommage an die österreichischen Schriftsteller Felix Braun(1885–1973) und Käthe Braun-Prager(1888–1967) 5. März 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Die in Berlin lebende Tatjana Madeleine Popovic, Enkelin bzw. Großnichte von Käthe BraunPrager und Felix Braun, entwarf ein Lebensbild der Geschwister und las aus ihren Werken. Gesprächsrunde und Kurzlesungen aus dem Artmann’schen Œuvre 12. April 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Rosa Pock-Artmann(Wien), Friedrich Achleitner(Wien), Peter K. Wehrli(Zürich) Moderation: Thomas Eder Madame Stern 20. Juni 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Peter Rosei las aus seinem Werk„Madame Stern. Ein lustvolles Spiel um Eros, Macht und Geld“ Wien: Residenz Verlag 2013 Kriminacht Wien 17. September 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Christian David las aus seinem Krimi„Mädchenauge“ Wien: Deuticke 2013 Die Lokalmatadore von Wien 17. Oktober 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Seit rund zehn Jahren erscheint die gleichnamige Reportage-Serie in der Wiener Straßenzeitung„Augustin“. 300 Wiener Originale haben Uwe Mauch und Mario Lang in dieser Zeit in Wort und Bild beschrieben. Lesung und Musik mit Franz Machatschek(Wiener Singer-Song-Writer), dem Stimmgewitter Augustin(Chor) und Uwe Mauch(Journalist) Motor bin ich selbst. 200 Jahre Radfahren in Wien 29. Oktober 2013, Foyer und Lesesaal der Wienbibliothek Führung, Vortrag und Lesung mit Bernhard Hachleitner, Matthias Marschik, Rudolf Müllner und Michael Zappe WienPop 5. November 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Lesung zu 50 Jahren Popgeschichte mit Tina 303, Samir Köck, Walter Gröbchen, Thomas Miessgang und Gerhard Stöger; Musikbegleitung durch DJ Gröbchen und DJ Stöger 108 Veranstaltungen• Lesungen/ Vorträge KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Die wilde Gärtnerin 21. November 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Lesung von Nadja Bucher aus ihrem gleichnamigen Werk(Wien: Milena Verlag 2013) im Rahmen der BUCH WIEN-Lesefestwoche Tagungen/ Konferenzen/ Symposien 60 Jahre acht-punkte-proklamation des poetischen actes Internationale H. C. Artmann-Konferenz 11. und 12. April 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume In Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Universität Wien Im Rahmen einer internationalen Artmann-Konferenz fanden mehrere Generationen von Artmann-Interessierten, Expertinnen und Experten sowie Weggefährten zusammen, um sich in vielfältiger Weise dem Werk und Wirken Artmanns anzunähern. In Vorträgen und ausführlichen Diskussionen, in künstlerischen Beiträgen und einer abschließenden Gesprächsrunde sowie einer Präsentation von bisher unbekanntem Material wurden neue Perspektiven auf H. C. Artmann und seine Zeit eröffnet. Erinnerungskulturen. Niemals vergessen – Alles verzeihen In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik 22. Mai 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Mit Christa Bauer(Mauthausen Komitee Österreich), Marianne Enigl(Profil), Konstantin Kaiser(Theodor Kramer Gesellschaft), Wolfgang Maderthaner(Österreichisches Staats­ archiv), Manfred Matzka(Bundeskanzleramt) Herbsttagung der AG Regionalbibliotheken des Deutscher Bibliotheksverbands e.V. 1. und 2. Oktober 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Die Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Interessen der Bibliotheken mit regionalen Funktionen innerhalb und außerhalb des deutschsprachigen Bibliothekswesens zu vertreten, die Zusammenarbeit untereinander zu fördern und die Identität der Regionalbibliothek als eines spezifischen Bibliothekstyps zu stärken. Sie entfaltet ihre Aktivitäten unter anderem durch regelmäßige Zusammenkünfte bei Frühjahrs- oder Herbsttagungen. Im Oktober 2013 fand diese Zusammenkunft in der Wienbibliothek statt. Das zentrale Thema des Gedankenaustausches deutscher und österreichischer Bibliotheken waren die deutschen und österreichischen Kriegssammlungen 1914/18. Diskussion über die Publikation„Im Epizentrum des Zusammenbruchs“ Im Rahmen der Tagung„A Time for Destruction – The Geo-Politics, Techno-Politics and Sensory Politics of World War I“ In Kooperation mit dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften IFK und dem Wiener Stadt- und Landesarchiv 20. November 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Gedenkveranstaltungen Ein Abend für Rosa Mayreder anlässlich des 75. Todestages 17. Jänner 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Rosa Mayreder(1858–1938) zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die in Wien im ausgehenden 19. sowie im frühen 20. Jahrhundert gewirkt haben. Sie ist aus der Geschichte der österreichischen Frauenbewegung nicht wegzudenken und stellt für die historische Forschung Lesungen/ Vorträge• Tagungen/ Konferenzen/ Symposien 109 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 nach wie vor eine Herausforderung dar. Die Wienbibliothek, die im Besitz des umfangreichen Nachlasses ist, würdigte die Schriftstellerin und Künstlerin anlässlich des 75. Todestages mit Gesprächen und Lesungen. Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag 10. Mai 1933 – Bücherverbrennungen in Deutschland 10. Mai 2013, Lueger-Denkmal/ Café Prückel Am 10. Mai 1933 wurden in Berlin und anderen deutschen Städten hunderttausende Bücher ins Feuer geworfen. Es waren Werke von Autorinnen und Autoren, die aus politischen Gründen beziehungsweise da sie Jüdinnen und Juden waren, verfemt, verfolgt und ins Exil getrieben wurden. Achtzig Jahre danach wurden an zwei in unmittelbarer Nähe gelegenen Orten im Rahmen von Vorträgen und Lesungen an dieses Ereignis erinnert. „Wie wunderschön die Freiheit ist!“ – 75 Jahre Buchenwald-Lied 4. Dezember 2013, Rathaus, Wappensaal Gedenkveranstaltung mit Georg Traska, Christoph Lind sowie Hannes Löschel und Vinzenz Witzelsberger Zum 100. Geburtstag von Heinz Conrads 19. Dezember 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Die Wienbibliothek hat den Nachlass von Heinz Conrads, der ein Stück österreichischer Rundfunk- und Fernsehgeschichte dokumentiert, in den Jahren 1987 bis 2002 erworben. Die Gedenkveranstaltung für den Jubilar wurde durch Günter Kaindlstorfer, Georg Markus, Franz Schuh und Günter Tolar gestaltet. Musikveranstaltungen Finissage der Ausstellung„Zum Konterfei das Autogramm!“ 7. März 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Der Bruder der Sammlerin, Carl Hutterstrasser, war Inhaber der Klavierfabrik Bösendorfer. Weniger bekannt ist, dass er sich außerdem unter dem Pseudonym Charles Vernay kompositorisch betätigte. Seine Spezialität waren scherzhafte Lieder für Männerquartette, die sich zu seiner Zeit großer Beliebtheit erfreuten. Dass diese noch heute humorige Qualität haben, stellte ein Männerquartett der Konservatorium Wien Privatuniversität anhand von Beispielen aus dem Repertoire von Charles Vernay alias Carl Hutterstrasser unter Beweis. Koid=Woam. Wienkultur für Zeitgenossen In Kooperation mit dem Kulturverein Narrendattel und dem Aktionsradius Wien 13. März 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Konzert mit Walter Soyka und Karl Stirner „Wien, Du Stadt meiner Träume“ – Klaviermusik von Walter Arlen 8. Oktober 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Konzert mit dem Pianisten Daniel Wnukowski Im Wirtshaus. Herz.Bruch.Stück – Hannes Löschel Stadtkapelle 23. Oktober 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Im Zentrum dieses Konzerts stand Franz Schuberts Liederzyklus„Die Winterreise“. Mit Klemens Lendl(Gesang), Hannes Löschel(Klavier), Walter Soyka(Harmonika), Karl Stirner (Zither), Matthias Koch(Schlagzeug), Thomas Berghammer(Trompete), Michael BrucknerWeinhuber(Gitarre) und Bernd Satzinger(Bass) 110 Tagungen/ Konferenzen/ Symposien• Musikveranstaltungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Filmreihe zur Ausstellung„Josef Meinrad. Der ideale Österreicher“ In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria • April 2000, 25. April 2013, Lesesaal der Wienbibliothek • Pepi Columbus, 16. Mai 2013, Lesesaal der Wienbibliothek • Rendezvous in Wien, 13. Juni 2013, Lesesaal der Wienbibliothek • Der Kardinal, 12. September 2013, Lesesaal der Wienbibliothek • Weg in die Vergangenheit, 10. Oktober 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Weitere Veranstaltungen Offenes Rathaus – Internationaler Frauentag 8. März 2013, Rathaus Die Wienbibliothek beteiligte sich mit Führungen durch ihre laufenden Ausstellungen und bedeutenden historischen Sammlungen. Krankheit der Jugend 23. April 2013, Lesesaal der Wienbibliothek Aufführung eines Theaterstücks von Ferdinand Bruckner mit Benedikt Uy, Isabella Neubauer, Severin von Wien, Katja Hoffmann, Franziska Treml und Alina Bachmayr ORF-Lange Nacht der Museen 5. Oktober 2013, Musiksammlung der Wienbibliothek – Loos-Räume Im Rahmen der„Langen Nacht der Museen“ präsentierte sich die Wienbibliothek mit einer breiten Palette an Aktivitäten, die von einer Führung durch die historischen Repräsentationsräume der Musiksammlung sowie durch die neu gestaltete Ausstellung zu Adolf Loos und zur Einrichtungs- und Bauherrengeschichte der Bartensteingasse 9 über einen Vortrag mit Musik „Das Glück is a Vogerl – Der Wienerlied-Komponist Carl Kratzl(1852–1904)“ bis zu einem Konzert von Tini Trampler& Das Dreckige Orchestra reichte. Internationaler Home Movie Day 2013 19. Oktober 2013, Wienbibliothek Das Österreichische Filmmuseum, das Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft und die Wienbibliothek luden im Rahmen des Internationalen Home Movie Day bereits zum vierten Mal dazu ein, eigene Filme sowie gefundenes oder geerbtes Amateurfilmmaterial mitzubringen und von Fachleuten inspizieren und projizieren zu lassen. Vorträge und Screenings gaben Einblicke in Filmtechnik, Amateurfilmgeschichte und archivarische Methoden. IAML Über die eigenen Veranstaltungen hinausgehend soll auf die Internationale Jahreskonferenz der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres(IAML) hingewiesen werden, die von 28. Juli bis 2. August 2013 am Campus der Universität Wien stattfand. Veranstalterin war die österreichische Landesgruppe, zu deren Mitgliedern auch die Wienbibliothek zählt, in Zusammenarbeit mit der Universität Wien. Mehr als 300 Delegierte aus aller Welt nahmen teil. Die Wienbibliothek war durch Thomas Aigner, den derzeitigen Präsidenten der österreichischen Landesgruppe der IAML, maßgeblich in die Organisation und Durchführung der Konferenz eingebunden. Zum Rahmenprogramm zählten u. a. ein Empfang im Rathaus sowie Führungen durch die Musiksammlung der Wienbibliothek. Musikveranstaltungen• Weitere Veranstaltungen 111 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Verein der Freunde der Wienbibliothek Die Aufgabe dieses Vereins ist, FreundInnen und FördererInnen zu gewinnen, die die Interessen der Bibliothek nach Außen vertreten und diese bei der Gewinnung von SponsorInnen unterstützen. Exklusiv für dessen Mitglieder fanden 2013 folgende Termine statt: • Geschichte/n der Sammlung Strauss-Meyszner • 26. Februar 2013, Wienbibliothek, Seminarraum(Mag. Christian Mertens) • Kuratorenführung„Zum Konterfei das Portrait!“ • 7. März 2013, Wienbibliothek, Ausstellungskabinett(Mag.a Kyra Waldner, Dr. Marcel Atze) • Führung im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde • 8. April 2013, Musikverein(Prof. Otto Biba) • Stadtspaziergang zu Leben und Werk von Franz Grillparzer • 21. April 2013, Ausgangspunkt: Grillparzer-Denkmal, Volksgarten(Dr.in Sylvia Mattl-Wurm) • Besuch der Ausstellung„in.print.out. Grafik in/auswendig“ – Highlights aus der Plakatsammlung der Wienbibliothek • 23. Mai 2013, Künstlerhaus(Mag.a Julia König) • Welche Schrift hätten Sie gerne? Zur Entwicklung der Typografie vom Barock bis in die Moderne • 5. Juni 2013, Wienbibliothek, Seminarraum(Mag. Reinhard Buchberger) • Hier ist was Loos! • 7. November 2013, Führungen durch die Wohnungen Horovitz und Boskovits I am Ägyptologischen Institut der Universität Wien sowie durch die Wohnung Boskovits II in der Bartensteingasse 9(Dr.in Sylvia Mattl-Wurm) • Cocktail zur Ausstellungseröffnung„Im Epizentrum des Zusammenbruchs. Wien und der Erste Weltkrieg“ • 14. November 2013, Wienbibliothek, Direktionsräume(Dr.in Sylvia Mattl-Wurm) Ausstellungsbeteiligungen Für folgende Ausstellungen im In- und Ausland wurden Objekte zur Verfügung gestellt. Beteiligung an Ausstellungen in Österreich • Zwischen Angst und Hoffnung – Mozarts Aufstieg und Fall in der Wiener Gesellschaft 26. Jänner 2012 bis 6.Jänner 2013, Mozarthaus Vienna • Besetzt! Kampf um Freiräume seit den 70ern 12. April bis 12. August 2013, Wien Museum • Meisterwerke im Fokus: 150 Jahre Gustav Klimt 12. Juli 2012 bis 6. Jänner 2013, Österreichische Galerie Belvedere • Werkbundsiedlung Wien 1932 – Ein Manifest des neuen Wohnens 6. September 2012 bis 13. Jänner 2013, Wien Museum • Die Kulisse explodiert – Friedrich Kiesler, Architekt und Theatervisionär 25. Oktober 2012 bis 24. Februar 2013, Österreichisches Theatermuseum • Spiele der Stadt – Glück, Gewinn und Zeitvertreib 25. Oktober 2012 bis 2. April 2013, Wien Museum 112 Verein der Freunde der Wienbibliothek• Ausstellungsbeteiligungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 • Theodor Vernaleken(1812–1907) und das Erbe der Brüder Grimm in Österreich 26. November 2012 bis 8. Jänner 2013, Universitätsbibliothek Wien • Roboter – Maschine und Mensch? 14. Dezember 2012 bis 14. Juli 2013, Technisches Museum Wien • BÖN. Geister aus Butter. Kunst und Ritual des alten Tibet 1. Februar bis 1. März 2013, Weltmuseum Wien • Von der Kakaobohne zur Schokolade 10. April bis 30. August 2013, Wien Energie-Haus • Friedrich Hebbel 1813–1863. Wien als Wendepunkt 18. April bis 18. Dezember 2013, Bezirksmuseum Josefstadt • in.print.out. Grafik in/auswendig 19. April bis 9. Juni 2013, Künstlerhaus Wien • Euphorie und Unbehagen. Das jüdische Wien und Richard Wagner 24. September 2013 bis 16. März 2014, Jüdisches Museum Wien Beteiligung an Ausstellungen im Ausland • Die Kulisse explodiert – Frederick Kiesler, Architekt und Theatervisionär 21. März bis 23. Juni 2013, Villa Stuck, München • Gruppenbild mit Damen – Autorinnen zum Wiederentdecken 26. September bis 24. November 2013, Museum Strauhof, Zürich • Frederick Kiesler – El escenario explota 3. Oktober 2013 bis 12. Jänner 2014, La Casa Encendida, Madrid • Georg Büchner – Revolutionär mit Feder und Skalpell 13. Oktober 2013 bis 26. Februar 2014, Institut Mathildenhöhe, Darmstadt Kooperationen Mit folgenden Organisationen und Initiativen fanden 2013 im Rahmen von Veranstaltungen oder Projekten Kooperationen statt: Adolf Loos-Gesellschaft Wien, AG Regionalbibliotheken des Deutscher Bibliotheksverbands e.V., Aktionsradius Wien, Basis.Kultur.Wien, Böhlau Verlag, BUCH WIEN 2013 – Lesefestwoche, Czernin Verlag, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Echo Media Verlag, exil.arte. Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik, eyes.on. Monat der Fotografie Wien, Falter Verlag, Filmarchiv Austria, Frauenabteilung der Stadt Wien(MA 57), Gesellschaft der Musikfreunde, Institut für Wissenschaft und Kunst(IWK), Internationale Nestroy-Gesellschaft, Internationale Thomas Bernhard Gesellschaft, IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften an der Kunstuniversität Linz, Konservatorium Wien Privatuniversität, Korrektur Verlag, Kulturverein Narrendattel, Künstlerhaus Wien, Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft, Leuphana-Universität Lüneburg, Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, Mandelbaum Verlag, Metroverlag, Milena Verlag, Museum auf Abruf(MUSA), ORF-Lange Nacht der Museen, Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik, Österreichische Mediathek, Österreichisches Filmmuseum, Otto Müller Verlag, QWIEN, Primus Verlag, Residenz Verlag, Rowohlt Verlag(Berlin), Stadtentwicklung und Stadtplanung(MA 18), Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Universität Wien – Institut für Germanistik, Verein für Geschichte der Stadt Wien, Verlag Bibliothek der Provinz, Verlag Johann Lehner, Verlag Ueberreuter, Wien Museum, Wiener Institut für Strauss-Forschung, Wiener Planungswerkstatt, Wiener Stadt- und Landesarchiv(MA 8), Wiener Wiesenthal Institut für Holocuast-Studien(VWI) Ausstellungsbeteiligungen• Kooperationen 113 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM WIEN MUSEUM Wien Museum Neu Standortentscheidung Mit der Entscheidung für die Beibehaltung des bisherigen Standorts Karlsplatz setzte die Stadt Wien einen Meilenstein für die Zukunft des Wien Museums und gab ein deutliches Signal in Richtung„Urban Renewal“. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gab im November 2013 bekannt, dass die Stadt Wien am Karlsplatz einen modernen zukunftweisenden Neubau unter Einbeziehung des Haerdtl-Gebäudes realisieren wird. Der besondere Reiz der am Standort Karlsplatz realisierbaren architektonischen Lösungen wird aus der Spannung zwischen Alt und Neu, zwischen Tradition und Moderne zu entwickeln sein. Mit der Generalsanierung und Erweiterung des Museums soll darüber hinaus die einmalige städtebauliche Chance ergriffen werden, ein innerstädtisches Gesamtareal mit Qualität neu zu prägen und den öffentlichen Raum rund um den Kunstplatz Karlsplatz weiter aufzuwerten, so der Kulturstadtrat. Als nächste Schritte folgen die Schaffung einer Errichtungsgesellschaft sowie die Durchführung eines internationalen zweistufigen Architekturwettbewerbs durch die Stadt Wien. 2002 war das„Historische Museum der Stadt Wien“ aus der Stadtverwaltung ausgegliedert worden. In den vergangenen zehn Jahren hat Direktor und Geschäftsführer Wolfgang Kos, seit 2006 in enger Zusammenarbeit mit Finanzdirektor Christian Kircher, der 2013 vom Kuratorium der Museen der Stadt Wien für eine weitere Funktionsperiode wiederbestellt wurde, das Haus neu positioniert und ins Zentrum der Wiener Kulturlandschaft gerückt. Gleichzeitig ist das aus den 50er-Jahren stammende Gebäude am Karlsplatz sanierungsbedürftig und leidet an akutem Platzmangel. Der denkmalgeschützte Oswald-Haerdtl-Bau bietet zu wenig Ausstellungsfläche für die Dauerausstellung, sodass große Teile der Sammlung und insbesondere das 20. und 21. Jahrhundert nicht ausgestellt werden können. Daraus ergab sich die vom Museum öffentlich vermittelte Notwendigkeit einer Erweiterung. Direktor Kos zeigte sich von der Standortentscheidung begeistert: Am Karlsplatz kann nun ein ausreichend großes, besser sichtbares und architektonisch attraktives Großstadtmuseum mit hohem Publikumspotenzial und internationaler Beachtung entstehen. Die Sammlung übersiedelt Ein ähnlich epochaler Schritt für das Wien Museum ist die Übersiedelung der knapp eine Million Objekte zählenden Sammlung in das neue Zentraldepot in Himberg. Zuvor waren die Bestände auf acht Standorten in der ganzen Stadt verteilt. Trotz teils erheblicher Komplikationen bei der Übersiedelung aufgrund der maroden Bausubstanz konnte mit Jahreswechsel 2013/14 das alte Zentraldepot im 15. Bezirk an die Eigentümerin MA 34 zurückgegeben werden. Mit Ende 2013 waren auch weite Teile der übrigen Depots geleert, sodass das Projekt aller Voraussicht nach wie geplant bis Mitte 2014 abgeschlossen sein wird. Die Übersiedelung einer Museumssammlung ist weit mehr als ein übliches Übersiedlungsprojekt. Sämtliche Objekte müssen für den Transport fachgerecht vorbereitet werden: Sie müssen gereinigt, gesichert und teilweise äußerst aufwändig verpackt werden. Hinzu kommt, dass eine große Zahl von Objekten von Schimmel und Schädlingen befallen war und vor dem Transport bzw. der Einlagerung entsprechend behandelt werden mussten. Um das Projekt in dem eng bemessenen Zeitrahmen realisieren zu können, wurde ein Team von zeitweise bis zu 50 externen ExpertInnen zusammengestellt, das gemeinsam mit den MitarbeiterInnen des Wien Museums die reibungslose und sachgerechte Übersiedelung gewährleistete. 114 Wien Museum Neu KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Sammeln und bewahren Während weite Teile der bestehenden Sammlung in das neue Zentraldepot übersiedelt wurden, konnte der Bestand des Wien Museums 2013 durch wichtige Schenkungen und Ankäufe erweitert werden. Ein prominentes Beispiel darunter ist ein Schreibsekretär nach einem Entwurf von Josef Frank, der dem Museum als Schenkung überlassen wurde. Auch fanden mit der bekannten Leuchtschrift des Stadtkinos vom aufgelassenen Standort am Schwarzenbergplatz und den Vor- bzw. Nachlässen des Künstlers Stefan Weber und des Radiomachers Werner Geier wichtige kultur- und zeitgeschichtliche Zeugnisse Eingang in die Sammlung. Zu den bedeutendsten Ankäufen zählte 2013 eine bespielbare Tischskulptur Peter Koglers, die die Kunstsammlung des Wien Museums um eine wichtige zeitgenössische Position erweitert. Mit Leopold Fertbauers„Junger Mann im Morgenmantel“ gelang die Erwerbung eines Biedermeiergemäldes von außerordentlicher Qualität. Weiters konnte mit dem Selbstporträt der unter dem Künstlernamen Madame d’Ora bekannten Fotografin Dora Kallmus die Sammlung im Bereich Fotografie gestärkt werden. Mit einer Lostrommel der privaten Österreichischen-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft wurde ein prägnantes Objekt im Bereich der Wirtschafts- und Sozialgeschichte erworben, das beispielhaft für die gezielte und sorgsame Sammlungsstrategie des Wien Museums ist. Wien Museum international Hochkarätige Leihgaben an bedeutende Museen schärfen das Profil eines Museums und positionieren es in der internationalen Museumsszene. 2013 konnte das Wien Museum trotz der Depotübersiedelung zahlreiche nationale und internationale Ausstellungsprojekte mit Leihgaben unterstützen. Ein Highlight waren dabei die Leihgaben an die 55. Biennale di Venezia. Für die vielgelobte Hauptausstellung„Il Palazzo Enciclopedico“ im Hauptpavillon in den Giardini stellte das Wien Museum eine Auswahl der„387 Häuser des Peter Fritz, Versicherungsbeamter aus Wien“ von Oliver Croy und Oliver Elser zur Verfügung. Mit seinen Modellhäusern, die die Künstler Croy und Elser 1993 bei einem Wiener Altwarenhändler fanden, versuchte Fritz weit verbreitete Bauformen der österreichischen 50er- bis 70er-Jahre idealtypisch nachzuempfinden. Die„Fritz-Häuser“ bildeten wichtige Leitobjekte im Ausstellungskonzept des diesjährigen Biennale-Kurators Massimiliano Gioni. Die Bedeutung der Leihgaben spiegelte sich auch in einer beachtlichen Medienresonanz von Deutschland bis Indien wieder. Ausstellungen mit Leihgaben des Wien Museums • Österreichische Galerie Belvedere: Michael Neder – Ohne Kompromisse, Wien 1450: Der Meister von Schloss Lichtenstein und seine Zeit, Barock – Since 1630, Dekadenz – Positionen des österreichischen Symbolismus • Berlinische Galerie: Wien Berlin – Kunst zweier Metropolen. Von Klimt bis Grosz • Bezirksmuseum Leopoldstadt: Die Rotunde. Von der Weltausstellung 1873 bis zum Brand 1937 • La Biennale di Venezia: Il Palazzo Enciclopedico • Germanisches Nationalmuseum(Nürnberg): Charakterköpfe. Die Bildnisbüste in der Epoche der Aufklärung • Internationale Stiftung Mozarteum(Salzburg): MOZART-BILDER. Mozart-Bildnisse im Spannungsfeld zwischen Realität und Wunschdenken • Jüdisches Museum Frankfurt am Main& Jüdisches Museum München: Treten Sie ein! Treten Sie aus! Über Ursachen und Profit religiöser Konversionen • Jüdisches Museum Wien: Euphorie und Unbehagen. Das jüdische Wien und Richard Wagner, Dauerleihgaben für die neue Dauerausstellung: Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute Sammeln und bewahren 115 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM • Kunsthistorisches Museum Wien/ Schloss Ambras(Innsbruck): Ritter! Traum und Wirklichkeit • Künstlerhaus(Wien): Dimitris Manikas. Retrospektive. BAUkunst und StädteBAU 1967–2013 • Leopold Museum(Wien): Wolken. Landschaftsbilder von der Romantik bis heute, Oskar Kokoschka. Das Ich im Brennpunkt • Museum Villa Stuck(München): Die Kulisse explodiert. Friedrich Kiesler und das Theater • Neue Galerie New York(USA): Koloman Moser • Neue Wiener Porzellanmanufaktur: Spaziergang – Landpartie • Niederösterreichische Landesausstellung(Asparn an der Zaya): Brot und Wein • Nordico – Stadtmuseum Linz& Schlossmuseum Linz: Johann Baptist Reiter(1813 Linz – 1890 Wien) • Oberösterreichische Landesausstellung(Freistadt): Alte Spuren – Neue Wege • The Museum of Fine Arts(Houston, USA): Koloman Moser. Designing Modern Vienna 1897–1907 • The National Gallery(London): Facing the Modern: The Portrait in Vienna 1900 • Wienbibliothek im Rathaus: Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg 1914–1918 • ZOOM Kindermuseum(Wien): Es war einmal... das Mittelalter Neues von den Außenstellen Die umfassende Renovierung des Otto Wagner Hofpavillons in Hietzing durch die MA 34 und das Architekturbüro Wehdorn ging 2013 wie geplant voran und wird im ersten Quartal 2014 abgeschlossen. Am 21. Juni 2014 wird der Pavillon mit einem Open House wiedereröffnet und ist anschließend jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich. Im Zuge dessen wurde auch eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. vereinbart, um die BesucherInnen der jeweiligen Institution auf den Partner aufmerksam zu machen. In der Beethoven Wohnung Heiligenstadt laufen die Arbeiten an einer Neupositionierung: 2015 soll unter dem Titel„Beethovenmuseum Heiligenstadt“ eine neue, umfassende Dauer­ ausstellung eingerichtet werden. Für dieses Projekt wurde 2013 bereits mit der baulichen Adaptierung begonnen und die Infrastruktur des Gebäudes optimiert. Eine teilweise Renovierung steht in der Hermesvilla an – eine dringende und wichtige Maßnahme angesichts der seit Jahren schwierigen Situation im Bereich der Bausubstanz. Nach den planerischen Vorarbeiten, die 2013 in enger Zusammenarbeit mit der Gebäudeeigentümerin MA 49 und der Bauträgerin MA 34 vorangetrieben wurden, werden die Baumaßnahmen im Laufe des Jahres 2014 beginnen. Der Schwerpunkt wird zunächst auf den stark einsturzgefährdeten Lodgen liegen. Vermittlung und Bildung Das Team der VermittlerInnen des Wien Museums entwickelte 2013 nicht nur innovative Vermittlungsformate für die Sonderausstellungen des Museums, sondern verstärkte auch die bereits sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Wiener Schulen. Beispielsweise wurden im Rahmen der Sonderausstellung„Unter 10 – Wertvolles en Miniature“ drei Wiener Gymnasien eingeladen, mit SchülerInnen der Unterstufe Gastbeiträge zu erarbeiten und auszuwählen. 116 Sammeln und bewahren• Vermittlung und Bildung KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Einzige Vorgabe: nicht größer als zehn Zentimeter! Die gezeigten Objekte wurden im Rahmen der Fächer Werken und Bildnerische Erziehung gestaltet. Die Schülerinnen und Schüler der 7b/d des Bundes(real)gymnasiums Boerhaavegasse setzten sich ein Schulsemester lang mit ihren urbanen Umwelten und dem Medium Karte auseinander. Dabei wurden die unterschiedlichen Gestaltungsmittel von Karten untersucht und in Bezug zum eigenen Zimmer, zur Stadt und zur Welt gesetzt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Performance im Atrium des Wien Museums präsentiert. Ähnlich kreativ waren die Ergebnisse einer Kooperation des Wien Museums mit der Höheren Graphischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt und der Jugendbildungsstätte Interface: Die mitwirkenden Jugendlichen erweiterten die Ausstellung„Wiener Typen – Klischees und Wirklichkeit“ um ihre persönlichen fotografischen Interpretationen. Ausgehend von der in der Ausstellung erzählten Gegenüberstellung von Klischeevorstellungen und der tatsächlichen Arbeitsrealität, thematisierten die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen mit Vorurteilen in Wien und erarbeiteten Fotokonzepte, die die stereotypen Darstellungen in Frage stellen und das Repertoire der„Wiener Typen“ erweitern sollten. Als jährlich wiederkehrendes Format für Eltern und Kinder hat sich die Spielestation des Wien Museums fest in der Stadt etabliert und erfreut sich unverändert großer Beliebtheit. 2013 stand sie passend zu Sonderausstellung„Österreichisches Riviera – Wien entdeckt das Meer“ unter dem Motto:„Wir fahren ans Meer!“. Strandkörbe, Angelspiele und eine Küstenlandschaft sorgten auch an kalten Tagen für gute Laune. Positiv angenommen wird auch nach wie vor der biografische Gesprächskreis des Wien Museums in Kooperation mit der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Auch er orientierte sich 2013 unter dem Titel„Urlaub am Meer“ thematisch an der aktuellen Sonderausstellung. Unter Mitwirkung der KuratorInnen des Museums wurden Urlaubserinnerungen verarbeitet. Wo wurde der erste Meeresurlaub verbracht? Wie ist man zum Urlaubsort gereist? Was war das Urlaubsziel: kinderfreundlicher Sandstrand in Italien oder wildromantische Felsformation in Jugoslawien? Veranstaltungen Neben dem breiten Ausstellungs- und Vermittlungsangebot bot das Wien Museum 2013 mit 269 Veranstaltungen auch in diesem Bereich erneut ein umfangreiches und vielfältiges Programm. Außerordentlich positiv entwickelten sich dabei die Kooperationen mit zahlreichen Partnerinstitutionen, wie beispielsweise dem Festival Wean Hean, den Wiener Vorlesungen, der BUCH WIEN, dem Popfest oder den Wiener Festwochen. Letztere gastierten 2013 mit dem Festivalzentrum von Into the City und 14 Veranstaltungen im Haus am Karlsplatz. Darüber hinaus konnten Autoren wie Thomas Glavinic und renommierte Wissenschafter wie Karl Schlögel oder Barry McLoughlin für Veranstaltungen gewonnen werden. Weitere Highlights waren neben dem umfangreichen Begleitprogrammen zu den Ausstellungen„Wiener Typen – Klischees und Wirklichkeit“ und„Österreichische Riviera – Wien entdeckt das Meer“, die Präsentation von Barbara Coudenhove-Kalergis Buch„Zuhause ist überall“,„Ein Abend für Bodo Hell“, die Präsentation der Zettelsammlung von Sigrid Eyb-Green in der„Ausstellung für einen Abend“ und das„Wunschkonzert“ von Karl Ritter. In der Reihe„Junge Talente“ wurden in Kooperation mit der Basis.Kultur.Wien und dem Joseph Haydn Institut für Kammermusik der Musikuniversität Wien zehn Konzerte organisiert und Vermittlung und Bildung• Veranstaltungen 117 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM damit jungen Musiktalenten eine Plattform geboten. Gezielt wurden auch die Außenstellen des Wien Museums mit einem hochkarätigen musikalischen Programm bespielt, wie beispielsweise die Schubertiade im Schubert Geburtshaus,„Sommerfrische mit Beethoven“ in Heiligenstadt oder„Ein Nachmittag mit Haydn“ im Haydn Haus. Die Musikerwohnungen boten aber auch den Musikschulen der Stadt Wien ein Forum: so wurden dort mehrere Klassenkonzerte veranstaltet, die eindrucksvolle Ergebnisse musikalischen Bildung zeigten. Sonderausstellungen Unter 10 – Wertvolles en Miniature 31. Jänner 2013 bis 26. Mai 2013, Wien Museum Karlsplatz KuratorInnen: Alexandra Hönigmann-Tempelmayr, Regina Karner, Wolfgang Kos Katalog: Metroverlag, 193 Seiten In dieser Ausstellung wurden Schätze aus den Sammlungen des Wien Museums mit einer strikten Spielregel präsentiert: Kein Exponat war größer als zehn Zentimeter. Das betraf Breite, Höhe, Tiefe und Durchmesser. Die scheinbar absurde Einschränkung auf Bilder und Gegenstände unter zehn Zentimeter ist ein Kommentar zum Sammeln und Ordnen in einem Museum. Jedes System ist mutwillig, egal ob chronologisch, alphabetisch, nach Inventarnummer oder nach Größe. Im Biedermeier trieb man die Kunst der Miniaturisierung ans Limit –„Finger-Calenderl“, Miniaturb­ ilder oder eine Pendeluhr in Fingerhut-Größe zeugen von Virtuosität auf kleinstem Raum. Aber es gibt auch handfeste funktionelle Gründe, warum Dinge klein sind: Das gilt für Baby­utensilien ebenso wie für Reiseteleskop oder Riechfläschchen. In Zeiten der Illegalität mussten auch politische Flugzettel klein sein. Der Begriff„Wertvolles“ bezieht sich im Wien Museum nicht nur auf exquisite Kleinkunstwerke, sondern auch auf Zeitdokumente aus dem Alltag wie einen 50-Heller-Kassenschein aus dem Jahr 1920,„zur Linderung der Kleingeldnot“. An Kuriosem mangelt es nicht: Kaiserin Elisabeths Schuhknöpfler wurde ebenso aus dem Depot geholt wie kleine, oft befremdliche Erinnerungsstücke an den Tod großer Meister: Holzsplitter von Schuberts Sarg, ein Stück von Beethovens Sterbekleid oder Zähne von Hugo Wolf. Sattlers Kosmoramen – Eine Weltreise von Bild zu Bild 11. April 2013 bis 3. November 2013, Wien Museum Hermesvilla KuratorInnen: Nikolaus Schaffer(Salzburg Museum), Ursula Storch(Wien Museum) In Kooperation mit dem Salzburg Museum Mit dem Zeitalter der Entdeckungen kam auch bei der breiten Bevölkerung die Sehnsucht nach fremden Ländern auf. Dieses neuartige„Fernweh” wurde im 19. Jahrhundert nicht nur durch Reiseliteratur gestillt, sondern auch durch„Optische Zimmerreisen”, bei denen spezialisierte Reisemaler Landschafts- und Stadtansichten aus aller Welt präsentierten. Einer der besten und erfolgreichsten Vertreter seiner Zunft war Hubert Sattler, der mit seinen „Kosmoramen” durch ganz Europa tourte. Diese zeigten neben Naturwundern wie dem Grand Canyon auch die wachsenden Städte der Welt wie New York, Mexico City oder Kairo. Auf seinen Reisen, die ihn bis zum Nordkap und in den Vorderen Orient führten, skizzierte er viel und kaufte Fotografien. Wieder zu Hause angekommen, verwendete er die Bilder und Fotos als Vorlagen für eine Serie von großformatigen Gemälden. Erstmals seit langer Zeit war eine größere Auswahl davon in Wien zu sehen. Hubert Sattler sah die Welt mit den Augen des Forschers und Berichterstatters, seine„Kosmoramen” unterscheiden sich deutlich von herkömmlichen Galeriebildern. Als Maler entwickelte Sattler eine besondere Methode, das Ferne detailgenau zu vergegenwärtigen, ohne ihm den Zauber des Erträumten, Wunschbildhaften zu nehmen. 118 Veranstaltungen• Sonderausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Wiener Typen – Klischees und Wirklichkeit 25. April 2013 bis 6. Oktober 2013, Wien Museum Karlsplatz KuratorInnen: Wolfgang Kos mit Sándor Békési, Susanne Breuss, Elisabeth Golzar, Gerhard Milchram, Martina Nußbaumer, Felix Taschner Katalog: Brandstätter Verlag, 352 Seiten Als„Wiener Typen“ bezeichnete man populäre Bildserien mit stereotypen Darstellungen von Straßenhändlern und anderen als stadttypisch geltenden Figuren: Lavendelfrauen und Wäschermädel,„freche“ Schusterbuben und jüdische Hausierer, arme Musikanten und stolze Fiaker. Als kulturelle Konstruktionen zirkulierten sie in vielerlei Medien wie Druckgrafik oder Fotografie, waren aber auch beliebte Sujets in Feuilleton und Wienerlied. Vorläufer des„Typen“-Genres waren die„Kaufrufe“: Um 1770 kamen sie mit der berühmten Kupferstichserie von Johann Christian Brand erstmals auch in Wien auf den Markt. Dargestellt waren ambulante Dienstleister wie Rastelbinder und Wanderhändler wie„Salamucci“ oder „Leinwand-Krawoten“, die ihre Waren mit standardisierten Rufen im Straßenlärm anpriesen. Je stärker die realen Straßenfiguren im späten 19. Jahrhundert als Folge ökonomischer Veränderungen aus dem Stadtbild verschwanden, desto beliebter wurden sie als Objekte der Sehnsucht nach der„guten, alten Zeit“. Als Kuriositäten der städtischen Unterschicht dienten sie als Gegenbild zur Moderne. Auch fiktive Typen wie der geckhafte Gigerl oder die resche„Frau Sopherl vom Naschmarkt“ wurden nun zu Stars der urbanen Folklore. Nur mehr wenige wie der Fiaker oder der grantige Kellner haben sich als touristische Requisiten bis heute gehalten. Der Blick auf die„Wiener Typen“ war verklärend, die schweren Arbeits- und Lebensbedingungen blieben ausgeblendet. In der Ausstellung waren die wichtigsten Bildserien aus der reichen Viennensia-Sammlung des Wien Museums zu sehen – konfrontiert wurde die Ebene der Klischees mit der Realität von Migration, Kinderarbeit oder ethnischer Typisierung. Blutrausch – Stefan Weber und Drahdiwaberl 12. Mai 2013 bis 6. Oktober 2013, Wien Museum Karlsplatz Kuratorin: Michaela Lindinger Exzessive Shows, Tabubrüche und Attacken auf die Spießermoral: Damit wurden die Band Drahdiwaberl und ihr Mastermind Stefan Weber – trotz eines Boykotts durch Ö3 – in den 80erJahren populär. Die aus dem Geist des Wiener Aktionismus geborene Chaos-Truppe war das Sprungbrett für Falco und Jazz Gitti, hatte mit dem Kottan-Duett„Lonely“ einen Tophit und spielte in Wien vor 30 000 Leuten. Bei großen Festivals trat Drahdiwaberl neben internationalen Acts wie King Diamond, W.A.S.P. oder Manowar auf. Es war schon immer mein Ziel, Drahdiwaberl zur extremsten und obszönsten Band zu machen, so Bandleader und„Supersheriff“ Stefan Weber. Der Grafiker und langjährige Zeichenlehrer legte Wert darauf, dass bei seiner Mischung aus Sex, Kostümshow und provokanten Politparolen der Spaß nicht zu kurz kommt. Selbst in einem kommunistischen Elternhaus aufgewachsen, bediente sich Weber bei seinen künstlerischen Aktionen häufig anarchistischer Elemente. Die Ausstellung zeigte von Stefan Weber entworfene Plattencover, Konzertplakate und Flyer, ergänzt um eine Auswahl politischer Grafiken aus der Arena-Zeit bis zu seinem Engagement gegen die ÖVP/FPÖ-Koalition. Die Schau wurde im Rahmen der Wiener Festwochen-Reihe „Into the City“ gezeigt, die 2013 unter dem Motto„music and politics“ stand. Wien Außen – Ein Fotoprojekt von Didi Sattmann 13. Juni 2013 bis 8. September 2013, Wien Museum Karlsplatz KuratorInnen: Rainer Iglar, Michael Mauracher(Fotohof Salzburg), Susanne Winkler(Wien Museum) Katalog: Edition Fotohof, 174 Seiten Das Wesentliche an der fotografischen Arbeit ist für mich die Begegnung mit Menschen. Mit seinen uninszenierten und einfühlsamen Bildern wurde Didi Sattmann zu einem bedeutenden „Menschenfotografen“, der stets versucht, die Porträtierten nicht aus ihrem LebenszusamSonderausstellungen 119 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM menhang zu reißen. Auch bei den Stadtfotos, die ab 2009 bei Streifzügen durch Wiens äußere und innere Peripherien entstanden, sind die BewohnerInnen und BenutzerInnen des Soziotops Stadt die Hauptpersonen, ob im Nahblick oder indirekt. Diesmal suchte Sattmann nach den subtilen Veränderungen der urbanen und suburbanen Physiognomie, seine assoziative Methode der Stadtrecherche könnte man als intuitives Regis­ trieren bezeichnen, das Dokumentarische ist durch Subjektivität gebrochen. Vor allem den nur scheinbar gesichtslosen Rändern oder den Zuwanderungsgebieten in den Außenbezirken galt das Interesse des Fotografen. Die„Peripherie“ wird weniger über die Topografie als durch Atmosphäre und soziale Konstellationen erfahrbar – und durch Gesten und Posen der Menschen. Das mehrjährige Projekt„Wien Außen“ hatte ein klares Ziel und war zugleich sehr offen. Einerseits wollte Sattmann, der am Wien Museum seit 1994 als fotografischer Zeitbeobachter tätig ist, aktuelle Zustände Wiens festhalten – vor allem„draußen“, wo sich permanent Neues ergibt. Andererseits gab es kein striktes Arbeitsprogramm: Man muss hinfahren und schauen, was da ist. Edith Tudor-Hart – Im Schatten Der Diktaturen 26. September 2013 bis 12. Jänner 2014, Wien Museum Karlsplatz KuratorInnen: Duncan Forbes(Fotomuseum Winterthur), Frauke Kreutler(Wien Museum) Katalog: Hatje Cantz Verlag, 152 Seiten Die Ausstellung war die erste monografische Präsentation von Edith Tudor-Harts Werk in Österreich und damit zugleich die Wiederentdeckung einer großen österreichisch-britischen Fotografin: Tudor-Hart(1908–1973), die in Österreichs Fotogeschichte unter ihrem Mädchennamen Edith Suschitzky bekannt ist, zählte zur Riege jener politisch engagierten Fotografinnen und Fotografen, die in der Zwischenkriegszeit mit sozialkritischem Impetus den politischen Entwicklungen begegneten. Edith Suschitzky studierte am Bauhaus in Dessau und arbeitete um 1930 als Fotografin in Wien – zugleich war sie sowjetische Agentin. 1933 heiratete sie einen ebenfalls der kommunistischen Partei nahestehenden Engländer und flüchtete mit ihm nach Großbritannien. Dort entstanden unprätentiöse, brillante Sozialreportagen in den Londoner Slums oder im walisischen Kohlenrevier, die heute zu den Hauptwerken der britischen Arbeiterfotografie zählen. Neben Highlights der Zeit in England war auch eine Auswahl ihrer frühen Wiener Bilder zu sehen. Schnelle Jahre – Wien Museum: Ausstellungsdesign 2003–2013 5. Oktober 2013 bis 6. Jänner 2014, Wien Museum Karlsplatz Kurator: Peter Stuiber Vor zehn Jahren wurde das„Historische Museum der Stadt Wien“ in„Wien Museum“ umbenannt, begleitet von einem neuen, klaren Branding. Damit wurde eine Neupositionierung des Hauses in der Wiener und der internationalen Museumslandschaft eingeleitet. Das Ziel lautete: stärkere Präsenz in der Stadt und ein markantes, zeitgemäßes Profil – inhaltlich und gestalterisch. Dazu gehören unverkennbare Plakate im Straßenbild ebenso wie immer wieder überraschende Ausstellungen. Das gilt für die Themen, die inhaltliche Konzeption und in besonderem Maße für das Design. Dieses trug wesentlich dazu bei, dass„10 Jahre Wien Museum“ zur Erfolgsgeschichte wurden. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Wien Museum rund hundert Ausstellungen gezeigt. Doch nicht nur auf diese rasche Abfolge bezog sich der Titel dieser Ausstellung, sondern auch auf die rasante Entwicklung im Ausstellungsdesign. Denn das Museum, das bereits auf eine lange Tradition in der Zusammenarbeit mit renommierten GrafikerInnen und ArchitektInnen zurückblickt, wurde zu einer Plattform für eine neue GestalterInnenszene in Wien und zu einem wichtigen Auftraggeber der Kreativwirtschaft. Die Ausstellung zeigte Fotos aller Ausstellungen seit 2003. Darüber hinaus wurden thematisch einige Aspekte herausgegriffen, die bei der Ausstellungsgestaltung immer wieder eine Rolle spielen. Das Wien Museum arbeitet mit etablierten Büros ebenso wie mit Newcomern. Eine 120 Sonderausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM einheitliche gestalterische Linie wird man daher nicht finden. Aber vielleicht doch etwas, das man als„typisch Wien Museum“ bezeichnen könnte. Nicht um das Spektakuläre um jeden Preis geht es, sondern um optimale Kommunikation zwischen Inhalt, Exponaten und Publikum. Amman – Re:Organize 24. Oktober 2013 bis 24. November 2013, Wien Museum Karlsplatz Projekte von Studierenden der Technischen Universität Wien, Fakultät für Architektur und Raumplanung Projektleitung: Basma Abu-Naim, Feria Gharakhanzadeh, Petra Hirschler und Anton Kottbauer Die jordanische Hauptstadt Amman ist in den letzten Jahrzehnten massiv gewachsen. Während im Jahr 1946 ca. 60 000 Menschen in der Stadt lebten, sind es heute über zwei Millionen. Das Wachstum ergab sich vor allem durch den Zustrom von Flüchtlingen. Jede Flüchtlingswelle führte zum Entstehen von Flüchtlingslagern, aus denen informelle Siedlungen entstanden. 2013 wurden von der Abteilung für Raumgestaltung und Nachhaltiges Entwerfen und vom Department für Raumentwicklung, Infrastruktur und Umweltplanung zwei Studentenprojekte durchgeführt: Eines galt der Gestaltung eines Marktes, das andere generierte Ideen für das Wohnen in einem dicht verbauten Stadtviertel. Österreichische Riviera – Wien entdeckt das Meer 14. November 2013 bis 30. März 2014, Wien Museum Karlsplatz KuratorInnen: Christian Rapp, Nadia Rapp-Wimberger, Astrid Göttche, Alexandra Hönigmann-Tempelmayr Katalog: Czernin Verlag, 304 Seiten Bereits in den vergangenen Jahren widmete sich das Wien Museum auch Wiener Orten, die außerhalb des Stadtgebietes liegen: Der Neusiedlersee als das„Meer der Wiener“ war ebenso Thema einer Ausstellung wie das einst mondäne Strombad Kritzendorf. Nun ging die Reise weiter – via Südbahn an die Adria, wo im 19. Jahrhundert die„Österreichische Riviera“ touristisch„kolonisiert“ wurde. Sie erlebte ihre erste Blütezeit zwischen 1890 und 1914, also gerade einmal ein knappes Vierteljahrhundert lang. Zu ihren Zentren zählten Orte wie Abbazia, Triest und Grado, aber auch südliche Küstenstädte wie Split und Dubrovnik. Den unterschiedlichen Destinationen entsprachen auch verschiedene Konzepte von Tourismus: Während am Anfang ausschließlich Kuraufenthalte standen, entwickelte sich in der Folge familientauglicher Massenbetrieb oder Entdeckertourismus. Präsentiert wurden in der breitgefächerten Ausstellung knapp 450 Objekte, darunter unveröffentlichte Fotografien aus Istrien und Dalmatien zur Jahrhundertwende, bisher nicht gezeigte Objekte aus den Sammlungen des Wien Museums, Einrichtungsgegenstände aus Hotels, zeitgenössische Fremdenverkehrswerbung sowie Kunstwerke, u. a. von Egon Schiele, Rudolf von Alt oder Albin Egger-Lienz. Zahlreiche Museen aus der Region(Triest, Rijeka, Split, Opatija etc.) stellten Leihgaben zur Verfügung. Die Bedeutung der militärpolitischen Aneignung und verkehrstechnischen Erschließung der oberen Adria wurden ebenso thematisiert wie die entscheidende Rolle der Medizin bei der Propagierung von Kurorten wie Abbazia, die ästhetischen Blickverschiebungen ebenso wie die von Wien ausgegangene ethnografische Erkundung einer der ärmsten Regionen der Habsburgermonarchie. Uptight – Die Sammlung Werner Geier 5. Dezember 2013 bis 23. März 2014, Wien Museum Karlsplatz Kuratoren: David Schuller, Werner Michael Schwarz Der Radiomacher, DJ und Labelbetreiber Werner Geier(1962–2007) war der einflussreichste Musikvermittler seiner Generation. Als charismatischer Radiogestalter(Ö3 Musicbox, Ö1, FM4) suchte er neue Wege in Soundmontage und Stimminszenierung, als Autor war er ein widerständiger Zeitbeobachter. Ab 1989 leitete er mit Fritz Ostermayer die Musicbox. Vor allem prägte Werner Geier als Begeisterter und Begeisterer die Rezeption von„alternativem“ Sonderausstellungen 121 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Pop und Hip-Hop in Österreich. In den 90er-Jahren wurde er zum Impulsgeber und zu einer zentralen Figur der bald international erfolgreichen Wiener Elektronik- und Dancefloor-Szene und war als DJ„Demon Flowers“ aktiv. Mit Rodney Hunter betrieb Geier das Label„Uptight“, bei dem wichtige Tonträger u. a. von„Leena Conquest“ und„Hip Hop Finger“ erschienen – und er war Remixer für internationale Stars wie die„Stereo MCs“. 2012 ging die Sammlung Werner Geier an das Wien Museum. Sie enthält Plattencover, Flyer aller wichtigen Wiener Labels und Veranstaltungsorte sowie Sounds und persönliches Arbeitsmaterial ab den 80er-Jahren. Vor allem bietet das Material ein Panorama der Wiener Elektronik-Bewegung und des innovativen Grafikdesigns der 90er-Jahre. Die Ausstellung zeigte nicht nur einen Querschnitt, sondern präsentierte auch Videos und Ausschnitte aus legendären Radiosendungen von Werner Geier. Analyse: BesucherInnenzahlen und-struktur Mit exakt 403 224 BesucherInnen verbuchte das Wien Museum mit all seinen Außenstellen 2013 zwar einen leichten Rückgang von 1,9 Prozent, blieb aber nach dem Klimt-Rekordjahr 2012 stabil über der 400 000er Marke. Insgesamt gesehen war damit auch 2013 für das Haus ein sehr erfolgreiches Jahr. Den leichten BesucherInnenrückgang im Haupthaus am Karlsplatz von –12,6 Prozent fingen einige Außenstellen zum Teil wieder auf: So verzeichnet die Hermesvilla mit 32 361 BesucherInnen ein Plus von 24 Prozent. Durch neue Marketing- und Vermittlungsinitiativen konnte auch das Römermuseum mit 26 152 seine Besuchszahlen um annähernd 20,5 Prozent steigern. Auch die Beethoven Wohnung in Heiligenstadt zog über 1 500 BesucherInnen mehr als im Vorjahr an. Ebenfalls ein beachtliches Plus verzeichnete das Pratermuseum mit 4 605 BesucherInnen (+14%) und die Schubert Sterbewohnung mit 1 297(+7,2%). Die Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna haben 136 021 und damit um drei Prozent mehr Gäste als im Vorjahr besucht. Stabil zeigten sich auch die übrigen Musikerwohnungen des Wien Museums. Rückläufige BesucherInnenentwicklungen verzeichnete das Uhrenmuseum mit –8,1 Prozent, was vorrangig auf die Großbaustelle am Hof zurückzuführen ist, die den Zugang zum Haus merklich erschwerte. Auch das Schubert Geburtshaus und die Neidhart Fresken verzeichneten im Jahr 2013 eine Rückgang von –10 Prozent bwz. –4,6 Prozent. Ebenfalls bedingt durch das Klimt-Jahr 2012, das zahlreiche TouristInnen ins Wien Museum zog, verschob sich die Herkunft der BesucherInnen 2013 stark zugunsten der österreichischen Bevölkerung. Besonders erfreulich ist dabei, dass 59 Prozent der BesucherInnen 2013 aus Wien kamen(42%/ 2012). Das belegt deutlich die hohe Akzeptanz des Museums in der lokalen Bevölkerung. 29 Prozent der BesucherInnen gaben 2013 einen Wohnsitz im Ausland an(vgl. 47%/ 2012 und 39%/ Jahresschnitt 2011), der Anteil der BesucherInnen aus den Bundesländern blieb mit 12 Prozent annähernd gleich den Vorjahren(11%/ 2012 und 13%/ 2011). Insgesamt hatte das Wien Museum 2013 knapp über 70 Prozent BesucherInnen aus Österreich. Bei den ausländischen TouristInnen führt Deutschland die Länderliste mit 28,4 Prozent der BesucherInnen an, gefolgt von England bzw. USA(beide 8,3%), Japan(7,1%), Frankreich(6,7 %) und Italien(6%). Bei der Länderaufteilung gab es leichte Verschiebungen, der Anteil der englischen BesucherInnen ging leicht zurück, zugunsten Deutschlands, den USA, Russlands und der Schweiz. 122 Sonderausstellungen• BesucherInnenzahlen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Als großer Erfolg erweist sich nach wie vor der freie Eintritt am ersten Sonntag des Monats. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 40 189 BesucherInnen an diesen Tagen ins Museum, was bedeutet, dass mittlerweile 18 Prozent der GesamtbesucherInnen die freien Sonntage des Wien Museums nutzen. Mit diesem Gratisangebot ermöglicht das Wien Museum einen breiten Zugang zum kulturellen Angebot der Stadt. Statistik BesucherInnen vom 1. Jänner Bis 31. Dezember 2013 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz; Dauerausstellung und Sonderausstellungen 136 359 (–12,6%)* Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten; Dauerausstellung und Sonderausstellung 21 361 (+23,9%) Römermuseum 1010 Wien, Hoher Markt 3 26 152 (+20,5%) Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 18 318 (–8,1%) Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus**, 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydnhaus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 185 710 (+3,2%) Weitere Standorte Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto Wagner Hofpavillon Hietzing***, 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße Otto Wagner Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof*** Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)*** Zwischensumme weitere Standorte 15 324 (–5,9%) Gesamtsumme 403 224 (–1,9%) BesucherInnenzahlen sind inkl. BesucherInnen von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern * Prozentangaben im Vergleich zu 2012 ** Öffnung nur gegen vorherige Anmeldung *** Wegen Renovierung geschlossen BesucherInnenzahlen• Statistik 123 KUNSTUND KULTURBERICHT / STADTARCHÄOLOGIE WIEN Stadtarchäologie Wien Ausgrabungen Im Jahr 2013 führte die Stadtarchäologie Wien acht Ausgrabungen durch, die durch geplante Baumaßnahmen notwendig geworden waren. Im 1. Bezirk wurden in der Fußgängerzone Am Hof 2/ Bognergasse 4/ Seitzergasse 1–3 die Reste des römischen Legionslagers, mittelalterliche Straßen- und Platzschotterungen sowie neuzeitliche Gebäudereste gefunden. Am Rabensteig 3 und in der Wipplingerstraße 6 wurden ebenfalls Reste des römischen Legionslagers sowie der mittelalterlichen und neuzeitlichen Besiedlung ausgegraben. Die renaissancezeitliche Stadtbefestigung und vielleicht die mittelalterliche Ringmauer wurden unter dem Börseplatz 1 untersucht. Im 10. Bezirk wurden in der Landgutgasse 38 viele Gräber eines neuzeitlichen Friedhofs geborgen. Im 17. Bezirk wurde in der Geblergasse 47/ Steinergasse 16 ein zweiter römischer Ziegelofen der Legionsziegelei freigelegt und in der Hernalser Hauptstraße 60–62 / Jörgerstraße 47 spätmittelalterliche Siedlungsreste untersucht. Die Grabungen auf den großen Freiflächen in Aspern(„Seestadt“ bzw. ehemaliges Flugfeld im 22. Bezirk) wurden fortgeführt und erbrachten wieder jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Siedlungsreste sowie Bestattungen von der Schlacht bei Aspern im Jahr 1809. Weiters fanden Vorarbeiten für die U1-Süd und viele Baustellenbeobachtungen statt. Der Tod ist erst der Anfang – Wiens vergessene Friedhöfe Zwischen 2005 und 2009 hat die Stadtarchäologie Wien Grabungen in vier aufgelassenen, neuzeitlichen Friedhofsarealen von Wien durchgeführt. Die neuen Erkenntnisse werden ab 2013 in einer Ausstellungsreihe und in einem Buch vorgestellt. Die drei Friedhöfe, die in der Sensengasse 1–3(9. Bezirk) ausgegraben wurden, machten ab 14. Juni 2013 den Auftakt der Ausstellungsreihe„Der Tod ist erst der Anfang – Wiens vergessene Friedhöfe“ in der Volkshochschule Meidling. In der Alser Vorstadt befand sich nämlich ein Zentrum der medizinischen Versorgung und wer in einer der Anstalten verstarb, wurde in der Nähe begraben. Auf dem Bäckenhäusel Friedhof wurden sechs Massengräber für jeweils rund 300 Bestattete untersucht. Vermutlich wurden sie während einer„Pest”-Epidemie im Jahr 1679 oder 1713 angelegt. Der Spanische Friedhof, der auch eine Kapelle besaß, war der Bestattungsplatz des nahegelegenen Spanischen Spitals. 61 in Reihen angeordnete Schachtgräber wurden aufgefunden. Der Neue Schottenfriedhof diente als Ersatz für den 1751 aufgelassenen„Vogelsangfreithof” auf der Freyung. Beiderseits des Wegs zur Friedhofskirche waren – oft mehrfach belegte – Schachtgräber angelegt. Die Kinder wurden in einem eigenen Bereich bestattet. Insgesamt wurden rund 190 Gräber freigelegt. Es ist geplant, diesen ersten Teil der Ausstellung im Jahr 2014 am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien zu präsentieren, das sich in der Sensengasse befindet. Die bis etwa 2015 geplanten weiteren Ausstellungen werden die Ergebnisse von den ehemaligen Friedhöfen der Kalvarienbergkirche(St.-Bartholomäus-Platz, 17. Bezirk), von St. Ulrich (Zollergasse 32, 7. Bezirk) und des ehemaligen Militärspitals in der Gumpendorfer Straße (Marchettigasse 3, 6. Bezirk) vorstellen. Bereits Ende des Jahres 2013 ist als Band 10„Zur Erden bestattet. Sechs vergessene Wiener Friedhöfe“ in der reich illustrierten, populärwissenschaftlichen Reihe„Wien Archäologisch“ erschienen. In diesem Buch sind bereits alle genannten Friedhöfe publiziert. Es werden erhaltene Trachtbestandteile und Beigaben vorgestellt, die die bescheidenen Verhältnisse der Bestatteten aufzeigen. Und die anthropologische Auswertung der Skelette gibt Auskünfte zum Gesundheitszustand, dem Sterbealter und den Lebensbedingungen der einfachen Bevölkerung und des Militärs. 124 Ausgrabungen KUNSTUND KULTURBERICHT / STADTARCHÄOLOGIE WIEN Publikationen Im Anschluss an die Ausgrabungen werden die erfassten Bodendenkmale und Funde wissenschaftlich aufgearbeitet. Daneben führt Stadtarchäologie Wien weitere 25 wissenschaftliche Projekte zu einzelnen historischen Epochen oder Fundgattungen meist über mehrere Jahre durch. Den Abschluss der Arbeiten bilden Publikationen der Ergebnisse und oft auch Ausstellungen. Der Jahresbericht„Fundort Wien“ erscheint immer im Herbst und präsentiert archäologische und historische Beiträge, die sich aus den Projekten der Stadtarchäologie Wien ergeben. Die Hauptthemen im Jahr 2013 waren einerseits ein mittelalterlicher Abwasserkanal(Am Hof 7–10, 1. Bezirk) und sein aussagekräftiger Inhalt zum vielfältigen Nahrungsspektrum der anwohnenden Bevölkerung. Andererseits wurden die neu gefundenen römischen Ziegelöfen von Hernals(Geblergasse 47/ Steinergasse 16, 17. Bezirk) vorgestellt, die ein Teil eines spezialisierten Handwerksbetriebs waren. Später waren an dieser Stelle zwei awarenzeitliche Gräber angelegt worden. Ein weiterer Artikel stellt den bisherigen Forschungsstand über die früheste Besiedlungsgeschichte von Aspern(22. Bezirk) dar. Vorberichte aller Grabungen des Vorjahres runden jeden Band ab. Die Schriftenreihe„Monografien der Stadtarchäologie Wien(MSW)“ wendet sich vorwiegend an ein Fachpublikum und ist umfangreicheren Materialvorlagen gewidmet. Als siebenter Band wurde„Straßen und Plätze. Ein archäologisch-historischer Streifzug“ publiziert. Er bietet zehn, aus einer Tagung hervorgegangene Beiträge zur Entwicklung von Straßen, Wegen und Plätzen in zentraleuropäischen Siedlungszentren – wie Köln, Trier, Vindonissa, Bregenz, Carnuntum, St. Pölten und Wien – von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit. Dabei wurden auch neueste technische Methoden für die Auswertung verwendet. Das Buch wurde am 12. November 2013 bei der Veranstaltung„CHNT goes public“ im Rathaus präsentiert. Die Vorträge der Konferenz des Jahres 2012 wurden unter dem Titel„Proceedings of the 17 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies(CHNT)“ als E-Book herausgebracht. Ausstellungen • Der Tod ist erst der Anfang. Wiens vergessene Friedhöfe(Teil 1) – Bäckenhäusel Gottesacker, Spanischer Friedhof und Neuer Schottenfriedhof 14. Juni 2013 bis 28. Februar 2014, Volkshochschule Meidling • Der Wiener Linienwall. Vom Schutzbau zur Steuergrenze 12. Oktober 2012 bis 7. Juni 2013, Volkshochschule Meidling • Aufforderung zum Tischgespräch. Die Bildsprache römischer Keramik 18. April 2013 bis 13. April 2014, Römermuseum Die Ausstellung befasste sich mit„Terra Sigillata“, einer reliefverzierten Luxuskeramik. Die darauf abgebildeten Mythen und Freizeitvergnügungen konnten Themen für Tischgespräche liefern. • Wiener Neustädter Kanal& Aspangbahn 1. März 2013 bis 27. Juni 2014, Bezirksmuseum Simmering • Alte Wege im neuen Stadtviertel 30. Jänner bis 27. März 2013, bahnorama Diese Ausstellung zeigte die unter dem neuen Hauptbahnhof ausgegrabenen neuzeitlichen Verkehrsverbindungen – etwa die Wege zwischen den ehemaligen Dörfern Simmering und Meidling sowie zum Belvedere – und einen alten Wasserweg, die Urselbrunnenleitung, die über die Gudrunstraße zum Schwarzenbergschen Garten führte. Publikationen• Ausstellungen 125 KUNSTUND KULTURBERICHT / STADTARCHÄOLOGIE WIEN Tagungen Von 11. bis 13. November 2013 wurde die„18 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies(CHNT)“ mit dem Schwerpunktthema„Urban Archaeology and Documentation“ veranstaltet. Im Rathaus wurden für 250 TeilnehmerInnen aus 29 Nationen 72 Vorträge in zwei Sektionen gehalten sowie 28 Beiträge auf Postern präsentiert. Weiters umfasste die Veranstaltung drei Advanced Training Workshops, drei Round Tables, den 2. Video-Award und zwei Führungen. Acht AusstellerInnen bildeten einen informativen Rahmen. Diese internationale Konferenz fand in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen statt. Ein Empfang in der Wiener Planungswerkstatt und ein Bürgermeistercocktail rundeten die Veranstaltung ab. An einem Nachmittag wurden dem breiteren Publikum bei„CHNT goes public“ neueste Technologien und Fachbücher vorgestellt. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie Wien wurden weiters 12 Fachtagungen im Inund Ausland besucht sowie insgesamt 66 Vorträge und Führungen gehalten. Vermittlung Im Rahmen der„Initiative Seniorarchäologie“ können interessierte Erwachsene ehrenamtlich bei der Aufarbeitung und in der Restaurier-Werkstatt mitarbeiten, an den regelmäßig angebotenen Vorträgen teilnehmen und zwei Mal im Jahr eine Zeitschrift zugesendet bekommen. Die„Initiative Juniorarchäologie“ bietet Schulklassen die Möglichkeit, zwei„tragbare Museen“ mit Originalfunden aus der Römerzeit und dem Mittelalter für den Unterricht auszuleihen. Weiters kann Archäologie bei Führungen und speziellen Projekten direkt und lebendig erlebt werden. Bei der„Kinder Uni“ wurde von 5. bis 9. August 2013 eine Forschungswoche zum Thema„Zeitreise“ durchgeführt. Um einem breiten Publikum Geschichte zu vermitteln, nahm die Stadtarchäologie Wien wieder an dem vom Bundesdenkmalamt jährlich Ende September veranstalteten„Tag des Denkmals“ mit einem Stand auf dem Hohen Markt(1. Bezirk) teil. Mit Unterstützung von zwei Reenactment-Gruppen wurde passend zum generellen Thema„Aus Stein?“ besonders auf die Bauweise der Gebäude des Legionslagers Vindobona aus Holz, Lehm und Stein eingegangen. Außerdem wurden vier Führungen in der Innenstadt angeboten, die zu drei mittelalterlichen Kirchen sowie einigen Resten der frühneuzeitlichen Stadtbefestigung führten. 126 Tagungen• Vermittlung KUNST- UND KULTURBERICHT FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Im Bereich darstellende Kunst betrug der Anteil an geförderten Theaterinstitutionen, in denen Frauen Leitungspositionen im künstlerischen und/ oder im kaufmännischen Bereich inne hatten 22,69 Prozent. Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen Alle Institutionen Theater Gesamt, Leitungspositionen 18 651 000 82 193 319 Institution Vereinigte Bühnen Wien Volkstheater in den Bezirken Leitung Art der Leitung* Betrag Doris Weiner künst 799 000 Vereinigte Bühnen Wien, Leitungspositionen * künst= künstlerische Leitung kauf= kaufmännische Leitung Theater 129 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Institution Leitung Art der Leitung Betrag Fixe Häuser Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. Eva Langheiter kauf/ künst Johanna Franz künst Freie Bühne Wieden Michaela Ehrenstein künst Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. Julia Schafranek kauf/ künst Interkulttheater – Verein zur kulturellen Förderung Ulrike Putz-Alb kauf Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Julia ReichertWidauer kauf/ künst Komödie am Kai Sissy Koller-Boran künst Koproduktionshaus Wien GmbH (brut) Olivia Khalil kauf Kulisse – Andreas Elsner GmbH Doris Ringseis kauf/ künst Lalish Theaterlabor/ Forschungs­ zentrum für Theater und Performance-Kultur Nigar Hasib künst link*Verein für weiblichen Spielraum Barbara Klein kauf/ künst Bettina Frenzel kauf Schauspielhaus Wien GesmbH Rita Kelemen kauf Spielraum Theater und Theaterstudio Nicole Metzger künst Stadttheater Walfischgasse GmbH Anita Javor (Ammersfeld) kauf/ künst TAG – Theater an der Gumpendorfer Margit Mezgolich künst Straße Tanzquartier Wien GmbH Ulrike HeiderLintschinger kauf 630 000 70 000 590 000 250 000 70 000 20 000 1 600 000 30 000 40 000 636 000 1 520 000 120 000 300 000 735 000 2 950 000 130 Theater FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Cornelia Hutter kauf Theater am Spittelberg – Kulturverein Nuschin Vossoughi kauf/ künst Theater Brett – Compagnie Brettschneider Zdenka KavinBrettschneider kauf/ künst Theater der Jugend Sonja Fretzer kauf Theater Lilarum – Kossatz& Mitges. Traude Kossatz OEG kauf/ künst Theaterverein Odeon Ulrike Kaufmann künst Tschauner Bühne GmbH Anita Zemlyak kauf Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Christin Steiner kauf 40 000 65 000 10 000 3 830 000 220 000 950 000 80 000 130 000 Off-Theater und Tanz Aggregat Valudskis – Verein für Theater Julia Schranz Organisation Am Apparat – Verein für künstlerische und technische Innovation Gerhild Steinbuch künst An Kaler/ Verein an den Schnitt­ stellen zum Performativen An Kaler Organisation/ künst „ARTFUSION“, Kunst- und Theaterverein Bärbel Strehlau Organisation/ künst a.raum – Verein für interdisziplinäre Martina Rösler kunstprojekte Organisation/ künst Anna Knapp künst Stefanie Wieser künst Armes Theater Wien Krista Pauer Organisation/ künst Copypaste – Verein für choreographische, performative und transmediale Projekte Martina Ruhsam Organisation Brigitte Wilfing künst 15 000 20 000 40 000 18 500 7 300 20 000 15 000 Theater 131 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung Vera Rebl Organisation Regina ErbenHartig künst Dans.Kias – Verein für physische Saskia Hölbling Kommunikation in der darstellenden Kunst Organisation/ künst Das Wiener Kindertheater Sylvia Rotter künst Datamatrix Datensysteme GmbH Stefanie Panzenböck Organisation DIAGONAL MATTERS/ Verein für Raumkunst Stephanie Rauch Organisation/ künst DREIZEHNTERJANUAR – FREIE THEATERPRODUKTIONEN Franziska Brunner Organisation/ künst „FAIMME“ – zur Förderung darstellender Kunst& Musik Gina Mattiello Organisation/ künst Fat Sun Kunstverein Agnieszka Dmochowska Organisation/ künst God´s entertainment – Verein zur Erhaltung und Förderung des Off-Theaters Maja Degirmendzic künst Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion Monika Wagner für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen Organisation I Dance Company – Kunst mit Down-Syndrom Beata Vavken Organisation/ künst Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein Anna Maria Krassnigg Organisation/ künst IG Freie Theaterarbeit Sabine Kock Organisation Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst Anita KayaHaselwanter Organisation/ künst insert(Theaterverein) Doris Uhlich Organisation/ künst Jüdisches Insitut für Erwachsenenbildung Gitta Junger künst 20 000 55 000 30 000 7 500 17 000 20 000 20 000 10 000 50 000 80 000 5 000 50 000 91 000 65 000 65 000 24 000 132 Theater FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Junger Salon – Verein zur Förderung Isabella Wolf von außerschulischen Theaterprojekten in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen Organisation/ künst KASAL – Verein für Performance und Linda bildende Kunst Samaraweerova Organisation/ künst Kinoki – Verein zur Förderung audiovisueller Selbstbestimmung Elisabeth Streit Organisation Tina Leisch künst Kulturverein FeinSinn Elke PichlerNantschev künst Kunstverein Ti22 Judith Keri Organisation/ künst Kunst- und Kulturverein RAW MATTERS Deborah Hazler Organisation/ künst Nanina Kotlowski künst La cagada Verein für zeitgenössische Adriana Cubides Kunst künst LaGente Kunst und Kulturverein Lina Maria Venegas Organisation/ Baracaldo künst „makemake produktionen“ Performative Zusammenarbeiten Sara Ostertag Organisation/ künst nadaLokal.Verein für Kunst und Bewegung Lisa Hinterreithner künst nadaproductions – Verein zur Förderung zeitgenössischer Tanz-, Performance und Filmformen Amanda Pina Huepe Organisation/ künst NARRENTERASSE – Verein für besonders nützliche Kunst Anne Frütel künst Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Nora Scheidl künst PAN Vienna – Performance Art Network. Verein zur Förderung der Performancekunst Anat Stainberg Clélia Colonna künst künst Agnieszka Dmochowska künst 5 000 15 000 24 000 20 000 20 000 30 000 22 000 10 000 45 000 10 000 20 000 14 000 400 000 10 000 Theater 133 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Plaisiranstalt – Theaterverein Paola Aguilera reschen.see – Verein für Theaterprojekte Julia Elisabeth Burger Meike Sasse SECOND NATURE – Verein zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung Christine Gaigg Silk – Verein zur Förderung von Urbanem Zeitgenössischem Tanz und Kunst Silke Grabinger Sirene – Podium für neues Musiktheater Kristine Tornquist Spirit, Verein zur Förderung der Performancekunst Florentina Holzinger Studio 5 – Verein zur Förderung des Verständnisses zeitgenössischer Kunstformen Andrea Maurer Szene Bunte Wähne Yvonne Birghanvan-Kruyssen Taksidiotiko group – Verein zur Ermöglichung von Kulturprojekten Antje Schupp Tanz Atelier Wien Shiu-Ling Prantl tanz.coop – verein for arts Gisela Heredia TANZART – Verein zur Förderung und Entwicklung des Tanztheaters TANZTHEATER ,perForm‘ Gabriele Wappel Janina Sollmann Barbara Kraus Theater des Kindes Theater Montagnes Russes(TMR) Renate Kastelik Cornelia Rainer theatercombinat theaterverein Claudia Bosse Organisation/ künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst künst künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst 23 000 25 000 80 000 20 000 100 000 10 000 18 000 125 000 30 000 40 000 10 000 24 000 20 000 8 000 25 000 190 000 134 Theater FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 theaterfink Susita Fink Organisation/ künst Theatergruppe daskunst Asli Kislal Organisation/ künst Theatergruppe ISKRA – Verein zur Förderung innovativer theater­ pädagogischer Projekte Veronika Sommeregger Organisation/ künst Theaterverein Foxfire Corinne Eckenstein Organisation/ künst Theaterverein Theater.Punkt Sabine Mitterecker Organisation/ künst Theaterverein Toxic Dreams Kornelia Kilga Organisation Theaterverein zum aufgebundenen Elke Hesse Bären Organisation Trip the light fantastic – Verein für Johanna Figl choreographische Nachwuchsarbeit Organisation/ künst Verein Caritas der Erzdiözese Wien – Anne Wiederhold Organisation Hilfe in Not(Brunnenpassage) Verein„Österreichischer Kabarettpreis“ Julia Sobieszek Organisation Verein Physical Behavior Charlotta Grünbühel Ruth Organisation/ künst Clélia Colonna künst Verein Projekttheater Eva Brenner Organisation/ künst Monika Anzelini Organisation Verein Suono – Podium für interkulturellen Austausch Pia Palme Organisation/ künst Susanne Kirchmayr künst (Electric Indigo) Paola Bianchi künst Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Regine/ Gin Müller Organisation/ künst WAIFEI – Verein zur Förderung von Theater, Film und Literatur Isabella Feimer Organisation/ künst 10 000 95 000 32 000 70 000 7 700 190 000 75 000 70 000 100 000 10 000 10 000 40 000 20 000 18 000 15 000 Theater 135 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wiener Tanz- und Kunstbewegung Anne Juren SUMME Leitungspositionen Frauen SUMME Gesamt künst Fixe Häuser, Off-Theater und Tanz, Leitungspositonen 65 000 17 852 000 30 701 000 Gremien Kuratorium 3 Mitglieder, davon 2 Frauen Genia Enzelberger, Bettina Hagen n Jury 5 Mitglieder, davon 4 Frauen Amelie Deuflhard, Angela Heide, Elke Hesse, Silvia Kargl 136 Theater FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Exemplarische Frauen- und Gender-Projekte im Bereich Theater Am Apparat – Verein für künstlerische und technische Innovation Normarena In einem eigens für diese Performance geschriebenen Text von Gerhild Steinbuch beschäftigt sich der Medien- und Performancekünstler Jan Machacek mit gesellschaftlichen Normen und ihrer Macht über das Individuum. Mit schauspielerischen, aber auch filmischen Mitteln wird ein Projektionsraum für das komplexe und unsichtbare System aus Normen und Zuschreibungen, dem sich jeder Mensch ausgesetzt sieht, erzeugt und somit bewusst erfahrbar gemacht. Silk – Verein zur Förderung von Urbanem Zeitgenössischem Tanz und Kunst Versuchsperson Silke Grabinger 2.0 Der Ausgangspunkt dieses von Silke Grabinger entwickelten Projekts ist eine Neuinszenierung von vorgefertigten Mustern in der Performance- und Tanzszene im internationalen Kontext, das Ziel ist das Brechen von unausgesprochenen Tabus. Dafür stellte sie sich als„Objekt“ mehreren internationalen ChoreographInnen zur Verfügung, wobei jede/r dieser KünstlerInnen ohne Kenntnis der KollegInnen eigenständige Arbeiten mit diesem„Objekt“ entwickelte. Erst am Abend der Uraufführung bei ImPulsTanz wurden die einzelnen Ergebnisse miteinander verbunden. Theaterverein Foxfire BOYS DON'T CRY! Corinne Eckenstein hinterfragte in diesem Stück die Klischees von wahren Männern, die keine Schwäche zeigen, nicht weinen und schon gar nicht tanzen dürfen. Acht Jungs und Männer zwischen zwölf und dreißig Jahren stehen auf der Bühne. Sie sind von unterschiedlicher Herkunft, kommen aus verschiedenen Nationen und sind mit unterschiedlichsten Bildern und Ansprüchen groß geworden. Doch es gibt etwas, dass sie verbindet – der Tanz. Denn wer sagt, dass Tanzen Mädchenkram ist? Tragen nicht gerade die Superhelden vorzugsweise Strumpfhosen und Ganzkörperanzüge? Hier werden erst einmal alle Bilder und Klischees abgeräumt und neu sortiert. Verein Physical Behavior Public Eremite Charlotta Grünbühel Ruth beschäftigte sich in diesem Solo mit den Themen Kommunikation und Multi-Tasking: das alltägliche Paradox, mit anderen in Kontakt treten und sich mitteilen zu wollen und das gleichzeitige Gefühl der Überforderung, das mit der permanenten Verfügbarkeit einhergeht. Auch der Aspekt, dass man durch die moderne Technologie scheinbar an verschiedenen virtuellen und realen Orten zeitgleich agieren muss, wird performativ verdeutlicht. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Johannes Burström, der Künstlerin Clélia Colonna und im Dialog mit Online-Kollaborateuren. Verein Suono – Podium für interkulturellen Austausch ABSTRIAL Das Motiv dieses zeitgenössischen Musiktheaterwerks ist der Zerfall alltäglicher Werte, Bedeutungen, Strukturen und die daraus entstehenden und von den KünstlerInnen neu zusammengesetzten Gefüge. An dem Projekt waren maßgeblich Frauen beteiligt. In Zusammenarbeit einer Autorin, einer Komponistin, einer DJ und einer Choreographin wurde „Abstrial“ entwickelt, das auf Textfragmenten von Ivan Fantini und Pia Palme basiert. Der Titel ist eine Zusammensetzung aus den Worten Abstraktion und Material. Theater 137 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Rebelodrom Vienna Das Projekt wurde von Gin/i Müller und dem Verein initiiert und stellt eine Plattform für verschiedene aktivistische Projekte und ein Diskussionsforum für verschiedene Initiativen und Gruppen dar, die an emanzipatorischen, politischen Handlungsstrategien arbeiten. In einem mehrmonatigen Prozess wurden spezifische„melodramatische“ Interventionen in öffentlichen bzw. medialen Räumen in Wien entwickelt und realisiert. Die Aktivitäten der einzelnen Gruppen sind dokumentiert auf: http://rebelodrom.blogspot.co.at WAIFEI – Verein zur Förderung von Theater, Film und Literatur PORNOLADEN Unter der Regie von Isabella Feimer ging es in diesem Stück um eine junge Frau, die, weil sie dringend Geld braucht, einen Gelegenheitsjob in einem Sexshop mit Kabinenbereich und Pornokino annimmt. Isabella Feimer machte nicht nur prekäre Arbeitsverhältnisse, strenge Firmenhierarchien und sexuelle Frustration, die aus einer manischen Übersexualisierung resultiert, zum Thema, sondern lenkte den Focus auch auf die Fixiertheit der Sexindustrie auf männliche Phantasien und den männlichen Blick, dem sich auch die Vorstellungen von weiblicher Lust zu unterwerfen haben. Wiener Festwochen Leitung, MitarbeiterInnen und KünstlerInnen Leitungsteam Frauen 1 Männer 3 MitarbeiterInnen Frauen 33 Männer 13 138 Theater• Wiener Festwochen FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Inszenierung/ Konzept Frauen 8 Männer 25 Musikalische Leitung Frauen 0 Männer 8 Bühnenbild/ Ausstattung Frauen 12 Männer 10 Wiener Festwochen 139 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kostüme Frauen 12 Männer 2 Choreographie Frauen 0 Männer 2 Dramaturgie Frauen 4 Männer 3 140 Wiener Festwochen FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Gesamt Frauen 70 Männer 66 Exemplarische Gender-Projekte der Wiener Festwochen Written on Skin ist die erste große Oper des britischen Komponisten George Benjamin und nach der Kammeroper Into the Little Hill(Wiener Festwochen 2008) die zweite gemeinsame Arbeit mit dem Dramatiker Martin Crimp. Written on Skin ist eine vielschichtige Parabel über die Grenzen der Macht nach einer provenzalischen Ballade aus dem 13. Jahrhundert. Ein reicher Landbesitzer lädt einen jungen Künstler zu sich nach Hause ein. Dieser soll in einem Buch seine Herrschergewalt und sein friedvolles geordnetes Zuhause, verkörpert von seiner Frau Agnès, festhalten. Die Entstehung des Buches bestärkt die Frau in ihrer Auflehnung gegen den despotischen Ehemann. Crimp versetzt die mittelalterliche Geschichte mit Szenen aus der heutigen Zeit, in denen Engel das Geschehen verfolgen und als Ankleider und Requisiteure agieren. Die Schwarze Botin – remastered and remistressed 2013, eine von Barbara Ehnes für die Wiener Festwochen entwickelte Performance, wurde am 5. Juni im Schauspielhaus uraufgeführt. Die feministische literarische Zeitschrift Die Schwarze Botin erschien von 1976 bis 1987 in insgesamt 33 Nummern. 2013 war eine Sondernummer geplant. Auf der Bühne und Leinwand wurde eine Redaktionssitzung nachgespielt, in der die Sondernummer diskutiert worden war. Die Teilnehmerinnen der Redaktionskonferenz waren die schwarzen Botinnen von früher, Ginka Steinwachs, Heidi von Plato, Mona Winter und Marina Auder und mit Doris Arztmann, Katharina Serles und Silke Graf eine neue feministische Generation aus Wien. Liesl Ujvary steuerte akustische Interventionen bei. Musik Die erhobenen Zahlen betreffen Vereine, die von Frauen geleitet oder in denen ein Frauenschwerpunkt im Programm ist. Eine Basissubvention bekommen nur die drei großen Veranstaltungsinstitutionen Konzerthaus, Musikverein, Musikalische Jugend Österreichs. Andere bekommen auch ganzjährige Projektsubventionen. Rahmenbetrag Musik Aus einem Gesamtbudget von 490 000 Euro wurden 82 Vereine gefördert, darunter 19 Vereine unter weiblicher Leitung mit einer Gesamtsumme von 112 400 Euro. Das sind 28,8 Prozent. Wiener Festwochen• Musik 141 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Institution CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung Ensemble„Wr. Klänge“ ENTERPRISE Z Mäzenatentum.at Franz Schmidt Gesellschaft Klang.Kunst.Etage Kaleidoskop Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik ZARENGOLD Plattform für Klang und Bild Kunst& Kultur MM Musikwerkstatt Musikförderverein Musik Ensemble Theater 2000 Musikalische Jugend Österreichs„Triolino“ Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik LAUT – Labor zur Erforschung und Förderung neuer, elektronischer Musik Universität für Musik und darstellende Kunst, Institut Franz Schubert/ Frauenprojekt VoiceMania Wiener Vokalensemble Wort-Ton-Art Kulturverein Verein zur Förderung neuer Musik im Kirchenraum SUMME Leitung Elena Denosova Katharina Bekic-Hohenberg Mag.a Mia Zabelka Dr.in Irene Suchy Dr.in Carmen Ottner Mag.a Katja Dörfler Adriane Muttenthaler Betrag 3 000 2 000 5000 700 4 200 2 500 4 000 MMag.a Martina Stock Theresa Konrad-Karsten Marianne Mendt Mag.a Beate Maria Pomberger Mag.a Angelika Möser Dr.in Ursula Petrik 1 000 2 500 10 000 3 500 8 000 7 000 Mag.a Pia Palme 10 000 Silvia Erdik 1 000 Nuschin Vossoughi Veronika Linsbauer-Willer Dr.in Liselotte Theiner Mag.a Angelica Castello 40 000 3 000 3 500 1 500 112 400 142 Musik FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Leitungspositionen Komposition Aus einem Gesamtbudget von 25 000 Euro wurden 25 KomponistInnen gefördert, davon 11 Frauen mit 12 800 Euro. Das sind 51,2 Prozent. Betrag Martina Cizek 1 100 Tamara Friebl 1 300 Mirela Ivicevic-Kranebitter 1 300 Alexandra Karastoyanova-Hermentin 1 300 Susanne Kirchmayr 500 Silvie Lacroix 500 Veronika Mayer 800 Adriane Muttenthaler 1 000 Caroline Profanter 2 000 Julia Purgina 1 000 Judith Unterpertinger 2 000 SUMME Gesamt 12 800 Förderung Komposition Musik 143 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Vereinsförderung Musik 1 Aus einem Gesamtbudget von 19 262 000 Euro wurden 20 Vereine gefördert, darunter die Wiener Symphoniker mit 14 146 000 Euro. Von Frauen geleitete Vereine erhielten 465 000 Euro. Das sind 2,4 Prozent. Institution Musica Juventutis Musikalische Jugend Österreichs Wiener Jeunesse Orchester Wiener Musik Galerie SUMME Gesamt Leitung Mag.a Viola Wasmuth Mag.a Angelika Möser Dr.in Renate Böck Prof.in Ingrid Karl Betrag 18 000 370 000 47 000 30 000 465 000 Vereinsförderung Musik 1, Leitungspositionen Vereinsförderung Musik 2 Mit einem Gesamtbudget 3 092 242 Euro wurden 16 Vereine gefördert, davon mit einem Budget von 200 000 Euro folgende vier, von Frauen geleitete Vereine. Das sind 6,5 Prozent Institution 1.Frauen Kammerorchester von Österreich MICA VoiceMania Kulturverein/ Wienerlied Projekt Wiener Volksliedwerk„Wean Hean“ SUMME Gesamt Leitung Katharina Marothy Dr.in Sabine Reiter Nuschin Vossoughi Dr.in Susanne Schedtler Betrag 36 000 84 000 15 000 65 000 200 000 144 Musik FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Vereinsförderung Musik 2, Leitungspositionen Jury Musikpreise Preis der Stadt Wien, Förderpreise für Musik 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in Carmen Ottner, Dr.in Renate Böck, Mirjam Jessa Jury Musikpreise Literatur Im Rahmen der Literaturförderung waren 2013 mehrere Jurys tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien. Von den fünf Mitgliedern waren vier Frauen: Mag.a Karin Haller, Mag.a Jutta Kleedorfer, Mag.a Mirjam Morad, Dr.in Gunda Mairbäurl Jury Kinder- und Jugendbuchpreise Musik• Literatur 145 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und Publizistik sowie die Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus fünf Personen zusammen, von denen vier Frauen waren: Dr.in Katja Gasser, Dr.in Alexandra Millner, Dr.in Daniela Strigl, Dr.in Evelyne Polt-Heinzl Jury Literatur, Publizistik, Canettistipendium Der Jury zur Aktion„Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen“, die sich aus vier Jurymitgliedern zusammensetzt, gehörten mit Dr.in Alexandra Millner, Dr.in Evelyne Polt-Heinzl und Mag.a Sandra Racko drei Frauen an. Jury Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen Der Jury für die Vergabe der Wiener AutorInnenstipendien gehörte keine Frau an. Jury Wiener AutorInnenstipendien 146 Literatur FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Das ehemalige Dramatikerstipendium wurde genderrecht in Dramatikstipendium umbenannt. Die dazugehörige Jury besteht aus fünf Personen, alle von ihnen waren Frauen: Dr.in Susanne Ayoub, Dr.in Doris Happl, Dr.in Sabine Perthold, Dr.in Marianne Vejtisek, Brigitte Auer Jury Wiener Dramatikstipendien Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Ilse Dick, Mag.a Marlis Lami und Dr.in Angela Heide waren im Jahr 2013 in dieser Jury tätig. Jury Preise und Stipendien für literarisch Übersetzen de Der Preis, der mit 3 700 Euro dotiert ist, wurde dreigeteilt. Als Preisträgerinnen nominiert wurden Kerstin Monschein, Magdalena Schätz und Susanne Müller. Preise für literarisch Übersetzende Literatur 147 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Sandra Gugic, Irmgard Fuchs, Milena Michiko Flasar und Rosemarie Pilz erhielten das mit 1 100 Euro monatlich dotierte Wiener Autorenstipendium. Insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 100 Prozent. Außerdem wurde der Name des Stipendiums gendergerecht geändert in: Wiener Literaturstipendium. Wiener Literaturstipendium Von den vier CanettistipendiatInnen erhielten im Jahr 2013 mit Lisa Spalt und Angela Reitzer zwei Frauen dieses mit monatlich je 1 500 Euro dotierte Stipendium. Wiener Canettistipendien Pro Jahr werden drei Dramatikstipendien vergeben. Mit Michaela Falkner erhielt 2013 eine Frau dieses Stipendium. Dramatikstipendien 148 Literatur FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen wurden Sarah Michaela Orlovsky, Helga Bansch und Monika Maslowska ausgezeichnet. Von der Gesamtsumme dieser Preise(8 000 Euro) gingen 5 600 Euro an Frauen. Kinder- und Jugendbuchpreise Aus einem Budget für Buchankauf in der Höhe von 36 000 Euro wurden um 5 300 Euro Bücher von Frauen angekauft. Buchankauf Aus einem Budget für Druckostenzuschüsse in der Höhe von 244 000 Euro wurden 93 150 Euro für Bücher von Frauen gewährt. Druckkostenzuschüsse Literatur 149 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Folgende Vereine und Institutionen, in denen Frauen in der Geschäftsführung oder in der stellvertretenden Geschäftsführung vertreten waren, bekamen aus einem Gesamtbudget von 2 242 500 Euro Subventionen in der Höhe von 2 153 300 Euro. Antragstellung Projekt Leitung AGORA Die Freiheit kam im Mai Obmann-Stv. Elena Strubakis Albert Drach Gesellschaft Jahrestätigkeit Präsidentin Dr.in Alexandra Millner echo event Ein STADT. Ein BUCH Geschäftsführung Ilse Helmreich echo medienhaus ges.m.b.h. Rund um die Burg Geschäftsführung Ilse Helmreich Erstes Wiener Lesetheater Jahrestätigkeit und Zweites Stegreiftheater Vorstandsmitglied Eva Fillipp Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Jury der Jungen Leser Erich Fried-Tage Obmann-Stv. Prof. Dr.in Ulrike Tanzer Grazer Autorinnen Autorenversammlung Jahrestätigkeit (Bürokosten) Präsidentin Petra Ganglbauer, Geschäftsführung Ilse Kilic Veranstaltungssubvention Hasenherz oder die Lust am Rohbau der Zukunft TM Obfrau bewegetem Bild Ruth Anderwald Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Verleihung Leo Perutz- Geschäftsführung Preis der Stadt Wien für Dr.in Inge Kralupper Kiminalliteratur IG Autorinnen Autoren liteRadio Leipziger Buchmesse 2013 Präsidentin Renate Welsh liteRadio Frankfurter Buchmesse 2013 Writers In Exile Zufluchtsstadt Wien Institut für Interaktive Raumprojekte Literaturevent ad Veza Präsidentin Gerlinde Canetti Moser-Wagner 150 Literatur Betrag 3 000 1 800 12 000 31 000 12 000 2 200 74 000 5 800 19 000 3 000 2 500 3 000 4 000 20 500 2 000 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Interessengemeinschaft von Übersetzerinnen und Übersetzern literarischer und wissenschaftlicher Werke Im Bergwerk der Sprache Vorsitzende Stv. Dr.in Christa Rothmeier 2 500 Krimi Literatur at., Verein zur Förderung österreichischer Kriminalliteratur Krimitage Wien Präsidentin Beate Maxian 4 000 Kulturverein Alsergrund Unser 9. Summerstage Vizepräsidentin Ingrid Smejkal 6 000 Kunstverein Wien Jahresförderung Generalsekr. Stv. Mag.a Joanna Lukaszuk-Ritter 1 578 000 Literatur- und Contentmarketing GmbH Buch Wien 2013 Geschäftsführung Dr.in Inge Kralupper 100 000 Literaturkreis Schloß Neulengbach – PODIUM Jahresaktivität Vorsitzende Stv. Barbara Neuwirth 4 400 Sommerlesereihe im Cafe Prückel 900 Milena Verlag Vereinsförderung 2013 Obfrau Mag.a Vanessa Wieser 6 000 Österreichische Gesellschaft für Literatur Jahrestätigkeit Präsidentin Marianne Gruber 7 300 Österreichischer P.E.N. Club P.E.N. Österreich P.E.N. reloaded Generalsekr. Dr.in Susanne Dobesch 6 500 Österreichischer Jahrestätigkeit Schriftstellerinnenverband Vorsitzende Mag.a Dr.in Sidonia Gall 6 540 Schule für Dichtung in Wien Jahrestätigkeit Vorsitzende Mag.a Harriet Nachtmann, Schriftführerin Prof.in Tina Bara 87 000 Theaterverein Meyerhold unltd. SERENDIPITY – Vom glücklichen Zufall der Dinge Obfrau Dr.in Renate Pitroff 500 Thomas Bernhard Privatstiftung Miet- und Betriebs­ kosten 2013 Generasekr. MarieChristine Baratta 30 000 Übersetzergemeinschaft Jahresförderung Vorsitzende Stv. Dr.in Christa Rothmeier 6 000 Übersetzerpreis/ -stipendien 18 000 Literatur 151 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein Exil Verein Frauenforschung und weiblicher Lebens­ zusammenhang Verein Neugermanistik Wien Verein Wespennest für Literatur Ästhetik und Kulturpolitik Viennavigator webbrain Wortspiele- Verein für interkulturelle Aktivitäten SUMME Gesamt Gesamt Frauen Jahresförderung Obfrau Christa Stippinger Literaturpreis 2013 Literaturreihe zeitgenössiche Schriftstellerinnen Obfrau Dr.in Brigitte Geiger H.C. Artmann Tagung Präsidentin Dr.in Susanne Hochreiter Jahresförderung Vorsitzende Stv. Andrea FrederikssonZederbauer Kind Regards Obfrau Dr.in Christine Ivanovic denkkunst/schreibkunst Präsidentin Dr. 2013 Gabriele Stöger Wortspiele 9 Obfrau Stv. Dr.in Martina Schmidt 45 000 10 000 840 2 000 28 000 1 620 1 000 2 500 2 242 500 2 153 300 Vereinsförderung nach Führungspositionen 152 Literatur FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Bildende Kunst Jury Kunstankauf 7 Mitglieder, davon 4 Frauen, 2 Männer, 1 Transgender Dr.in Dietgard Grimmer, Mag.a Joana Pichler, Mag.a Elke Sodin, Mag.a Karin Zimmer Jury Kunstankauf Galerienjury„Das engagierte Auge“ 7 Mitglieder, davon 4 Frauen, 2 Männer, 1 Transgender Dr.in Dietgard Grimmer, Mag.a Joana Pichler, Mag.a Elke Sodin, Mag.a Karin Zimmer Galerienjury„Das engagierte Auge“ Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst 5 Mitglieder, davon 4 Frauen Dr.in Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr.in Antonia Hörschelmann, Mag.a Mara Mattuschka, Dr.in Almuth Spiegler Bildende Kunst 153 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Förderungspreise für Bildende Kunst 2 Preise, davon beide an Frauen Mag.a Zenita Komad, Mag.a Judith Saupper Förderungspreise für Bildende Kunst Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst 4 Preise, davon zwei an 2 Frauen Mag.a Dorothee Golz, Mag.a Matta Wagnest Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Architektur 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Univ.-Prof.in Arch.in Elke Delugan-Meissl, Arch.in Dipl.-Ing.in Franziska Leeb, Arch.in Univ.Prof.in Mag.a Elsa Prochazka 154 Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Architektur Förderungspreis für Architektur 1 Preis ging an das studio uek architektur: 2 Frauen/ 1 Mann Mag.a arch. Theresa Krenn, Mag.a arch. Katharina Urbanek Förderungspreis für Architektur Preis der Stadt Wien für Architektur 1 Preis, 1 Mann Preis der Stadt Wien für Architektur Kunstankäufe des Referates für Bildende Kunst Mit einem Ankaufsbudget von 252 550 Euro wurden 354 Kunstwerke(57 einzelne Ankäufe, 9 Ankäufe umfassender Mappenwerke) von 207 KünstlerInnen angekauft. 95 Künstlerinnen, 130 372 Euro 110 Künstler, 114 900 Euro 2 Transgender, 7 278 Euro Bildende Kunst 155 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kunstankäufe, Ankaufsummen Kunstankäufe, KünstlerInnen Schenkungen 895 Kunstwerke wurden 2013 von 20 KünstlerInnen, davon neun Frauen, der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien als Schenkungen überantwortet. Schenkungen von KünstlerInnen 156 Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Ausstellungen im MUSA monochrom. Die waren früher auch mal besser Kuratiert von monochrom: 2 Frauen/ 7 Männer Ausstellungsbeteiligung: 9 KünstlerInnen, davon 2 Frauen Evelyn Fürlinger, Anita Kronberger Ausstellungsbeteiligung monochrom Claus Mayrhofer Barabbas. Gegenwelten eines Grenzgängers Kuratiert von Dr.in Elisabeth Voggeneder Ausstellungsbeteiligung: 7 KünstlerInnen, davon 6 Männer, 1 Transgender, keine Frau Ausstellungsbeteiligung Claus Mayrhofer Barabbas. Gegenwelten eines Grenzgängers s Grenzgängers Die 70er-Jahre. Expansion der Wiener Kunst Kuratiert von Dr. Berthold Ecker und Johannes Karel, BA Ausstellungsbeteiligung: 110 KünstlerInnen, davon 33 Frauen, 77 Männer Ausstellungsbeteiligung Die 70er-Jahre. Expansion der Wien er Kunst Bildende Kunst 157 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Gesamt waren 126 Künstlerinnen und Künstler in drei Ausstellungen des MUSA vertreten. Davon waren 33 weiblich, 83 männlich sowie 1 transgender. Ausstellungsbeteiligung MUSA Gesamt Startgalerie im MUSA Bei insgesamt neun Ausstellungen stellten neun Künstlerinnen und ein Künstler aus. 10 KünstlerInnen, davon 9 Frauen Ausstellungsbeteiligung Startgalerie im MUSA Ausstellungen außerhalb des MUSA Claus Mayrhofer Barabbas. The Big Bang, Künstlerhaus, Wien Ausstellungsbeteiligung: 1 Künstler Ausstellungsbeteiligung Claus Mayrhofer Barabbas. The Big Bang 158 Bildende Kunst ig Bang FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 SalzburgerInnen in Wien, Galerie im Traklhaus, Salzburg Ausstellungsbeteiligung: 39 KünstlerInnen, 12 Frauen, 26 Männer, 1 Transgender Ausstellungsbeteiligung SalzburgerInnen in Wien Kleinprojektförderung Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden 2013 aus der Gesamtsumme von 140 000 Euro aus dem Budget für Kleinprojektförderung subventioniert: Institution Atrium ed Arte AUSARTEN Batolit Caritas – Atelier 10 Der blaue Kompressor Desperate Artwives Die 4 Grazien Fishpool – aquarium für kunst und soziales Fotogalerie Frak Frauenkunst Freunde des Loquaiparkes Hinterland Institut für interaktive Raumprojekte KulturAXE Leitung Silvia Maria Grossmann Katrin Knilli Elisabeth Schmirl Sonja Weiklstorfer Hanna Schimek Maria Hanl Mela Kaltenegger Isabel CzerwenkaWenkstetten Susanne Gamauf Ingrid Frauenberger Maria Luise Buismann Gudrun Wallenböck Gertrude Moser Wagner Caroline Fekete-Kaiser Betrag 2 000 2 000 700 2 000 2 000 1 500 1 000 2 000 25 000 1 500 950 1 400 2 000 1 000 Bildende Kunst 159 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kunstforum Salzkammergut Friederike Reiter Kunsthalle Exnergasse Andrea Löbl Labprojects Tina Zickler LIMDA – Integration für Flüchtlingskinder Stefanie Ecker Nebenkammer Rosemarie Pilz Neuer Kunstverein Wien Kataryna Uszynska Neun Arabesken Claudia-Maria Luenig Open Systems – Zentrum für Kunstprojekte Gülsen Bal Öst. Institut für Fotografie und Medienkunst Nela Eggenberger Plattform für junge Kunst – Bäckerstraße 4 Gabriele Schober Schulen für Photographie und Film Anja Manfredi Transformer Claudia Märzendorfer VATNC – Visible Audible Tangible Network Iva Stamenova VBKÖ Veronika Dirnhofer Verein zur Förderung der Kunst-Schleife 18 Michaela Stock Zarengold Plattform für Klang und Bild Martina Stock Zimmer.Küche.Kabinett Zoe Guglielmi SUMME Gesamt Kleinprojektförderung Bildende Kunst 1 000 2 000 1 000 2 000 1 200 1 000 4 000 1 000 1 000 3 000 3 000 1 500 1 500 3 000 2 000 1 000 1 500 75 750 160 Bildende Kunst FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 KUNSTHALLE wien Geschäftsführung 1 künstlerischer Geschäftsführer, 1 kaufmännische Geschäftsführerin Ursula Kühnel Geschäftsführung Aufsichtsrat 8 Mitglieder, davon 4 Frauen Dr.in Sonja Hammerschmid(Vorsitzende), Maria Haigermoser, Dr.in Sigrid Mittersteiner und Catherine Hug Aufsichtsrat Leitende Angestellte 8 Personen, davon 5 Frauen Vanessa Joan Müller(Leitung Dramaturgie), Isabella Drozda(Co-Leitung Kunstvermittlung), Belinda Hak(Co-Leitung Kunstvermittlung), Katharina Murschetz(Leitung Presse), Christina Zowack(Leitung Besucherservice) Leitende Angestellte KUNSTHALLE wien 161 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Ausstellungen Salon der Angst KünstlerInnenbeteiligung: 12 Frauen, 27 Männer KünstlerInnenbeteiligung Salon der Angst Was würde Thomas Bernhard tun Mitwirkende(KünstlerInnen, WissenschafterInnen, Vortragende): 23 Frauen, 80 Männer Mitwirkende Was würde Thomas Bernhard tun 162 KUNSTHALLE wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 2013 wurden durch die Finanzierung von KÖR 18 Kunstprojekte umgesetzt(8 permanente und 10 temporäre), und mit Stand Jahresende 2013 weitere 12 Projekte für eine Umsetzung initiiert(6 permanente und 6 temporäre Projekte) sowie zwei Publikationen herausgegeben: Dokumentation der KÖR-Projekte 2007–2010 und 2010–2013. Unter den acht abgeschlossenen, permanenten Projekten befand sich eines von einer Frau: Barbara Krobath KünstlerInnen KÖR permanente Werke An den zehn temporären Projekten nahmen 16 Frauen, 19 Männer und 1 Transgender teil. KünstlerInnen KÖR temporäre Projekte Zusammenfassend für 2013: 30 Kunstprojekte und 2 Publikationen umgesetzt bzw. initiiert 45 KünstlerInnen insgesamt, davon 17 weiblich, 27 männlich, 1 transgender KünstlerInnen KÖR Projekte Gesamt KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 163 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 MitarbeiterInnen 3 MitarbeiterInnen, davon 3 Frauen Martina Taig(Geschäftsführung), Barbara Horvath(Produktionsleitung), Eva Amann (Projekt­ assistenz und Office) Geschäftsführung MitarbeiterInnen Gesamt Jury 5 Mitglieder, davon 2 Frauen Lilli Hollein(Jurypräsidentin), Letizia Ragaglia Jury Kuratorium 6 Mitglieder, davon 2 Frauen Birgit Brodner(bis März 2013), Kerstin Hosa(seit April 2013), Alexandra Rupp-Ebenspanger (bis November 2013), Barbara Hetzmannseder(seit Dezember 2013) 164 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kuratorium Beirat 5 Mitglieder, davon 2 Frauen Lilli Hollein(Jurypräsidentin), Letizia Ragaglia Beirat Exemplarische Gender-Projekte des KÖR Jakob Lena Knebl: Schwule Sau 15. Mai 2013 bis 7. April 2014, Morzinplatz, 1010 Wien Der/die Künstler/in Jakob Lena Knebl inszenierte mit der Installation Schwule Sau am Morzinplatz ein temporäres Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen, Lesben und Transgender-Personen. Sie verwendete mit Absicht Bezeichnungen wie„schwule Sau“ oder„Mannweib“, die im täglichen Sprachgebrauch als abfällig und abwertend eingesetzt werden. Der/die Künstler/in griff diese Begriffe im Sinne von Judith Butlers Theorie der Performativität des politischen Diskurses auf, die den Terminus hate speech verhandelt, machte sich und ihren/seinen Körper zur Ausstellungs- und Projektionsfläche und stellte sich in der Installation der Öffentlichkeit. In der Aneignung entzog Jakob Lena Knebl den Bezeichnungen die verletzende Schlagkraft, der sich Homosexuelle, Lesben und Transgender-Personen ausgesetzt sehen, und kam dem Gegenüber zuvor, die Begriffe beleidigend zu verwenden. Die KÖR-Jury freut sich, dass die Künstlerin/der Künstler Jakob Lena Knebl die Einladung angenommen hat am Morzinplatz – von KÖR der Ausstellung von Werken zur Queer- und Genderthematik gewidmet – eine temporäre Arbeit zu realisieren. Jakob Lena Knebl, die/der in ihrem/seinem Werk Körper und Raum inszeniert und sich dabei Ästhetiken aus der klassischen Moderne und dem Mid Century Modernism bedient, hat für diesen Ort eine großartige Arbeit geschaffen, die ein Signal für Freiheit und Toleranz sendet. Der öffentliche Raum ist die stimmige Vermittlungsebene, die zweifellos entstehende Diskussion ist Bestandteil des Werkes.(Lilli Hollein, KÖR Jurypräsidentin) KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 165 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kino Kinoförderung 2013 standen insgesamt 293 911 Euro für die Kinoförderung zur Verfügung. Diese Mittel werden in den drei Bereichen Kino-Referenzförderung, kinokulturelle Projekte und Digitalisierung vergeben. Auf das gesamte Kinobudget berechnet wurden mit insgesamt 69 821 Euro Kinos gefördert, die von Frauen betrieben werden. Dies entspricht einem Anteil von 24 Prozent der Gesamtfördersumme. Frauenanteil Kinoförderung für KinobetreiberInnen Kino-Referenzförderung 140 000 Euro wurden als Kino-Referenzförderung an 14 Kinos ausgeschüttet. Drei der Kinos werden von Frauen geführt. Dies entspricht 21 Prozent nach Anzahl der Kinos und einem Betrag von 30 000 Euro. Kinobetrieb Admiral Kino Breitenseer Lichtspiele Filmcasino SUMME Gesamt Betreiberin Michaela Englert Anna Nitsch-Fitz Sabine Hoffmann Fördersumme 10 000 10 000 10 000 30 000 Frauenanteil Kinoreferenzförderung für KinobetreiberInnen 166 Kino FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kinokulturelle Projekte Für insgesamt 26 kinokulturelle Projekte wurden insgesamt 90 250 Euro aufgewendet. Davon wurden 38 500 Euro für 11 Projekte an Kinos vergeben, die von Frauen betrieben werden. Dies entspricht einem Anteil von 43 Prozent der geförderten Projekte. Projekt/ Veranstaltung /slash Filmfestival 2013 ArchFilm Matinée – Frühjahr 2013 ArchFilm Matinée – Herbst 2013 Chinas Vielfalt im Film 2013 Cine Latino Festival 2013 Cinemama 2013 Iranisches Kino im Exil Kino& Kuchen 2013 Klub Kaputt – Frühjahr 2013 Latin Film Lounge 2013 Stummfilme mit Klavier und Wienerischen Gedichten SUMME Gesamt Kinobetrieb Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Admiral Kino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Breitenseer Lichtspiele Fördersumme 12 000 1 000 1 000 4 500 4 000 1 000 7 000 1 000 3 000 2 000 2 000 38 500 Frauenanteil Förderung kinokultureller Projekte für KinobetreiberInnen Kino 167 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Digitalisierung 2013 wurde die Digitalisierung von fünf Sälen in vier Wiener Kinos mit 63 661 Euro unterstützt. Eines der geförderten Kinos wird von einer Frau geführt. Dies entspricht einem Anteil von 25 Prozent der Kinos und zwei Prozent an der Gesamtfördersumme. Kinobetrieb Breitenseer Lichtspiele SUMME Gesamt Betreiberin Anna Nitsch-Fitz Fördersumme 1 321 1 321 Frauenanteil Digitalisierungsförderung für KinobetreiberInnen Film Institutionen Im Jahr 2013 standen insgesamt 585 000 Euro für den Bereich„Film“ zur Verfügung. Es wurden 416 300 Euro an Filminstitutionen vergeben. An ausschließlich weiblich geführte Institutionen, das sind 13, wurden 218 900 Euro ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 52,6 Prozent. An Institutionen die nur männlich geführt wurden, das sind 16, erging eine Förderung von insgesamt 197 400 Euro. Dies entspricht 47,4 Prozent. Institution Projekt Leitung Akademie des Basisbetrieb 2013+ Österreichischen Films/ AÖF Preisverleihung Produktion GmbH GF Marlene Ropac China Film Consult WolteKG Chinas Vielfalt im Dr.in Isabella Wollte Film – Untertitelung Culture2Culture Tricky Women+ Obfrau Mag.a Jahrestätigkeit 2013 Waltraud Grausgruber espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm espressofilm 2013 Vorsitzende Lisa Neumann Betrag 20 000 2 000 54 000 5 000 168 Kino• Film FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 frame[o]ut – Verein zur Förderung neuer Filmformate bzw. den Kurznamen frame[o]ut bzw. frameout frameout – digital Obfrau Martina Theininger summer screenings 10 000 HACKBUS – Verein zur Vermittlung von kreativem Umgang mit Medien und Technologie A Place for Everyone Obfrau Dr.in Anita Dorfmayr 5 000 KGP Kranzelbinder Gabriele Running in Circles Production GmbH GF Gabriele Kranzelbinder 2 000 UNCANNY VALLEY 5 000 pro Frau – Plattform für Frauenrechte FrauenFilmTage 2013 Obfrau Mag.a Doris Einwallner 10.000 sixpackfilm Jahresbetrieb 2013 GF Brigitta Burger-Utzer 70.000 Installierung FTPServer(Digitalisierung Verleih) 24 900 Verein der Freunde der Filmakademie Wien Stipendien­ programm für Studierende Präs.in Dr.in Elisabeth Freismuth 6 000 Vereinigung zur Ausübung und Förderung künstlerischer Photographie Schuljahr 2013 Obfrau Mag.a Sophie Lux 5 000 SUMME Gesamt 218 900 Institutionen, Leitung Einzelfilmerinnen Es wurden insgesamt 168 700 Euro für die Förderung von EinzelfilmerInnen ausgeschüttet. Davon wurden 83 200 Euro, das sind 49,3 Prozent, für 17 Filmer und 85 500 Euro, das sind 50,7 Prozent, für 19 Filmerinnen vergeben. Film 169 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Filmerin Ahnelt Josephine Ajayi Christine Christlieb Angela Grill Michaela Hausberger Eva Hengge Maria Heuss Anna Lauritsch Magdalena Leitner Daniela Mattuschka Mara Millonig Barbara Praher Daniela Schwentner Michaela Schwitzer Mona Stern Clara Veegh Klara Weber Lisa Zwirchmayr Antoinette SUMME Gesamt Projekt Februar Der Schaman Whatever happened to Gelitin Into the Great White open Monumenti Sin& Illy Die Liebe Seele Ruh Alles was bleibt Nachsaison STIMMEN heart_eating schwitzen S-Z-O-V Spuck auf die Natur Der Walfisch BABA Nordkap Der Zuhälter und seine Trophäen Josef – Täterprofil meines Vaters Betrag 3 000 5 000 4 000 5 000 3 500 10 000 5 000 3 500 4 500 10 000 2 000 5 000 1 500 3 000 5 000 5 000 4 500 5 000 1 000 85 500 Einzelförderungen 170 Film FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Exemplarische Gender-Projekte im Bereich Film Tricky Women – www.trickywomen.at/festival Fördernehmerin: Culture2Culture – Verein zur Förderung, Koordination und Entwicklung von Kunst, Kultur, Kommunikation, Bildung und Wissenschaft Obfrau: Mag.a Waltraud Grausgruber Seit 2001 widmet sich Tricky Women – das weltweit einzige Animationsfilmfestival, das nur Werke von Künstlerinnen zeigt – dem animierten weiblichen Filmschaffen abseits des Mainstreams. Die Regisseurinnen sind meist vor Ort und bieten zusätzlich zum Filmprogramm Workshops und Meisterinnenklassen an. Festivalfixpunkte wie Animated Documentaries, Österreich Panorama, Specials oder das Up&Coming Filmschulprogramm beleuchten darüber hinaus eindrucksvoll den Status Quo des heimischen und internationalen Animationsfilmschaffens und die Vergabe des Tricky Women Preises in der Höhe von 4 000 Euro. FrauenFilmTage – www.frauenfilmtage.at Fördernehmerin: proFRAU – Plattform für Frauenrechte gegen Diskriminierung Obfrau: Mag.a Doris Einwallner Seit zehn Jahren zeigen die FrauenFilmTage unterschiedlichste filmische Positionen zu Fragestellungen über Geschlechterrollen und-identitäten anhand von aktuellen internationalen Produktionen. Die Personale für eine herausragende österreichische Filmfrau war 2013 der Sounddesignerin Veronika Hlawatsch gewidmet. Seit 2012 gibt es auch einen Ehrenpreis für eine Frau, die sich seit Jahren für das Filmschaffen von Frauen einsetzt und nicht im Licht der Öffentlichkeit steht. Ebenso wichtig sind jedes Jahr Wiederentdeckungen feministischer Filmgeschichte, begleitet mit Diskussionen und Regiegesprächen. Filmfonds Wien Frauen als Filmemacherinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Frauen wie auch Männer beschäftigt. Von der Drehbuchautorin über die Filmgeschäftsführerin, Cutterin, Kamerafrau und all die weiteren Berufssparten bis hin zur Filmemacherin arbeiten alle mit großem Erfolg im künstlerischen wie auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Im Nachwuchsbereich wurden im Jahr 2013 eine Reihe von Spielfilmdebüts junger Filmemacherinnen umgesetzt: Macondo, ein Film der Wienerin Sudabeh Mortezai, wurde als Wettbewerbsbeitrag zur Berlinale eingeladen. Bemerkenswerte Arbeiten wie High Performance von Johanna Moder oder Ma Folie von Andrina Mracnikar, beide Absolventinnen der Wiener Filmakademie, wurden in Wien gedreht und starten 2014 in den österreichischen Kinos. Ersterer konnte bereits einen Erfolg verbuchen: Die erfolgreiche Welt-Premiere beim Festival MaxOphüls-Preis in Saarbrücken brachte Moder den Publikumspreis ein. Auch inhaltlich spielten Frauen die„Hauptrolle“, so bei Götz Spielmanns Drama um zwei Schwestern, gespielt von Ursula Strauss und Nora von Waldstätten. Oktober November wurde im Wettbewerb von San Sebastián uraufgeführt. Barbara Albert, die Regisseurin und Mitgründerin der Produktionsfirma coop99, erhielt im Oktober 2013 auf den Hofer Filmtagen den Filmpreis der Stadt Hof für ihre besonderen Leistungen als Filmemacherin. Film• Filmfond Wien 171 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Gesamt gesehen erreichte der Frauenanteil im Bereich der Projektentwicklung 46 Prozent: Damit waren annähernd so viele Frauen wie Männer als Drehbuch-Autorinnen verantwortlich, ein Anstieg um vier Prozentpunkte. Dagegen nahm der Anteil der Regisseurinnen bei den Herstellungsförderungen ab. Er lag bei gut einem Viertel der Projekte. Projektentwicklungsförderung Kinofilm Von 13 Projekten, denen die Jury Projektentwicklungsförderungen in einer Gesamthöhe von 286 269 Euro zusprach, waren für sechs Drehbücher oder Treatments Frauen haupt- und mitverantwortlich. Dies entspricht einem Anteil von 46 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um vier Prozentpunkte. Projekt Fischstäbchen mit Pommes Jack Kinder Maikäfer flieg Wir bleiben ja wir SUMME Gesamt Produktion Drehbuch Allegro Film Agnes Pluch, Catalina Molina epo-film Elisabeth Scharang Mischief Films Catalina Molina, Senad Halibasic KGP Kranzelbinder Sandra Bohle, Gabriele Produc- Mirjam Unger tion Witcraft Szenario Marie Kreutzer Genre F F F F F Fördersumme * 19 000 * 5 916 30 000 25 750 ** 19 250 28 000 127 916 * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung Frauenanteil Drehbuch Kinofilm Herstellungsförderung Kinofilm Mit einer Fördersumme von 7 061 478 Euro wurden insgesamt 30 Herstellungsanträge gefördert, das waren 32 Projekte. Bei acht der geförderten Projekte führt eine Frau Regie, was einen Gesamtanteil von 27 Prozent bedeutet. Der Frauenanteil bei der Regie fiel im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte. 172 Filmfond Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Projekt Produktion Drehbuch Genre Land Fördersumme Echte Männer? Nanook Film Tina Leisch D A 70 000 Gruber geht Allegro Film Marie Kreutzer F A 440 000 Haider. Einer, der alles verspricht! Kurt Mayer Film Nathalie Borgers DA 18 700 Jack epo-film Elisabeth F A, D 300 000 Scharang Macondo Freibeuter Film Subadeh Mortezai FA 280 000 Oida Taunz Bonus Film Barbara Gräftner FA* 104 000 Sühnhaus FreibeuterFilm Maya McKechneay D A 106 000 Thank you for Bombing Lotus Film Barbara Eder F A 364 000 SUMME Gesamt 1 682 700 * Referenzmittelförderung Frauenanteil Regie Kinofilm Herstellungförderung TV-Film Die Fernsehfilmförderung unterstützte insgesamt 22 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 2 008 030 Euro. Bei fünf der geförderten Filme führte eine Frau(Co-) Regie, der Frauenanteil lag bei 23 Prozent, eine Steigerung zum Vorjahr um vier Prozentpunkte. Projekt Aufgetischt(5. Staffel) Produktion Regie Satel Film Claudia Pöchlauer, Thomas Knoglinger Genre Land Fördersumme DA 60 000 Filmfond Wien 173 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Die Mätressen des Wiener Makido Film Melissa Müller, D Kongresses Monika Czernin Erika Pluhar – Die Stimme epo-film Sigrid Faltin D Phänomania – Geheimnisvolle Welten epo-film Friedrich Moser, D Danielle Proskar u. a. Streifzüge durch Wien Rilk Film Elisabeth Scharang D SUMME Gesamt A A, D A A Frauenanteil Regie TV-Film 35 000 20 000 40 000 50 000 205 000 Verwertungsförderung: Kinostarts 23 Produktionen starteten 2013 in den österreichischen Kinos und wurden mit einer Gesamtsumme von 805 478 Euro gefördert. Bei zwei der Filme führte eine Frau(Co)-Regie, was neun Prozent entspricht. Damit fiel der Anteil der Filmemacherinnen im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozentpunkte. Film Verleih Regie Filmstart Die 727 Tage ohne Karamo Filmladen Anja 06.09.13 Salomonowitz Kern Polyfilm Severin Fiala, 01.03.13 Veronika Franz SUMME Gesamt Besuche 2013 1.802 Fördersumme 25 000 405 – 25 000 BesucherInnenzahlen per 31. Dezember 2013 laut Angaben der Verleihfirmen und des Österreichischen Filminstituts 174 Filmfond Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Frauenanteil Regie Kinostarts Organe und Gremien An der Spitze des Filmfonds Wien steht mit Gerlinde Seitner als Geschäftsführerin eine Frau. Auch die Organe und Gremien sind annähernd geschlechterparitätisch besetzt: Beim Kuratorium liegt der Frauenanteil bei 43 Prozent, im Team bei 50 Prozent, bei der Hauptjury bei 50 Prozent, bei der Ersatzjury und dem Kinobeirat bei 75 Prozent bzw. 66 Prozent. Kuratorium Dem Kuratorium, das die Funktion eines Aufsichtsrats erfüllt, gehören acht vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft bestellte Mitglieder an, die für die Dauer von drei Jahren bestellt werden, davon drei Frauen: Mag.a Bettina Leidl(Stellvertretende Vorsitzende/ Geschäftsführerin, departure), Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Kulturabteilung der Stadt Wien), Dagmar Streicher(Filmemacherin und Dramaturgin) Kuratorium Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Geschäftsführung. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft für die Dauer von drei Jahren bestellt. Hauptjury 4 Mitglieder, davon 2 Frauen Alessandra Thiele(Österreichisches Filmmuseum), Andrea Willson(freie Autorin, Film­ produzentin) Filmfond Wien 175 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Hauptjury Ersatzjury 4 Mitglieder, davon 3 Frauen Ulli Dohr(Geschäftsführerin, Dohr Werbe Gmbh), Katharina Dufner(Redakteurin, ZDF„Das kleine Fernsehspiel“), Susanne Guggenberger(Produzentin, Mira Film) Ersatzjury Kinobeirat Der Kinobeirat besteht aus drei Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammenkommen, um die Einreichungen für die Förderung kinokultureller Projekte zu beurteilen, ihm gehören zwei Frauen an: Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag.a Renate Wurm(Das Kino, Salzburg) Kinobeirat 176 Filmfond Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 MitarbeiterInnen Geschäftsführung: MMag.a Gerlinde Seitner Projektabteilung Kino/TV: 3 MitarbeiterInnen, davon 1 Frau: Han-fen Chao Büroleitung und Strukturförderungen: Silvia Gneisz MitarbeiterInnen Neue Medien Institutionen Im Bereich„Neue Medien“ standen im Jahr 2013 insgesamt 397 000 Euro für Jahresförderungen und Projektförderungen zur Verfügung. Ausschließlich an weiblich geführte Institutionen, 22 an der Zahl, wurden 187 700 Euro ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 47,3 Prozent. An männlich geführte Institutionen, 26 an der Zahl, ergingen 209 300 Euro. Dieses Ergebnis entspricht einem Wert von 52,7 Prozent. Institution Projekt Leitung BON TON – Verein zur Erhaltung und Verbreitung von Ethik und Ästhetik Wien Portrait Cora Pongratz Obfrau Franziska Helmreich Cracked Labs – Verein zur Förderung kritischer digitaler Kultur Data Dealer: PRISM als Obfrau Pascale Spiel Osterwalder „das kunst“ – Verein für emanzipative Kulturarbeit INSIGHT THE OUTSIDE Obfrau Elisabeth Kortschak eis(s)kon:fekt sound:frame Festival 2013 Obfrau Eva Fischer Eurozine – Gesellschaft zur Vernet- Eurozine – zung von Kulturmedien mbH The Netmagazine GF Veronika Leiner FFFR – Kunst+ Kommunikation collecting life: die Kaskaden des Dr. P Fiona Rukschcio Der Zug/im Abfahren Betrag 2 800 5 000 1 400 50 000 20 000 500 4 000 Filmfond Wien• Neue Medien 177 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 HACKBUS – Verein zur Vermittlung von kreativem Umgang mit Medien und Technologie Point and Shoot Obfrau Dr.in Anita Dorfmayr 2 500 kanonmedia verein für neue medien Nur die Katze hat neun Obfrau Mag.a Leben Alexandra Reill 3 000 Klangmanifeste – Verein für Klang-/ Kunst-/ Formen Walking Istanbul – Slick Mag.a Christine clean society Schörkhuber 4 500 ko/lab – Interdisziplinärer Verein zur Förderung von kollaborativer Film-/Kunstproduktion MEHR IST MEHR Liesa Kovacs 1 500 Kunstverein das weisse Haus Förderung der Ausstel- Vorsitzende lungen/ Projekte aus Alexandra dem Bereich der Neuen Grausam Medien im Rahmen einer Jahresförderung 20 000 Medienwerkstatt Wien Jahrestätigkeit Medien- Obfrau Dr.in 30 000 werkstatt Wien Gerda Lampalzer MISS BALTAZAR'S LABORATORY: Verein zur Demystifizierung des Technikbegriffs durch kostenlose, Open Source Workshops von und für kreative Frauen THE BRAIN IS THE SCREEN MMag.a Stefanie Wuschitz 1 000 Open Systems – Verein zur Förde- Open Systems rung und Vermittlung von Kultur Obfrau Dr.in Gülsen Bal 4 000 rosapinks – Verein zur Förderung von künstlerischen, sozialen und feministischen Projekten VAGINAMUSEUM.at Vorsitzende Mag.a Kerstin Rajnar 4 500 Station Rose Verein zur Förderung von audiovisueller und digitaler Kunst Stationsbetrieb 2013 STR im MQ Obfrau Mag.a Elisabeth DannerEidlhuber 10 000 Target Reply. Verein für Kunst und Medienprojekte Projektförderung ART VISUALS& POETRY 2013 Obfrau Sigrun Höllrigl 1 500 ubermorgen Verein zur Förderung Psy von digitaler und bildender Kunst Obfrau Mag.a Elisabeth Haas 3 500 Verein für elektroakustische Musik; E# – from a glacial tune Obfrau Tamara VELAK Wilhelm 3 000 Verein zur Filmvermittlung Kick out Your Boss Mag.a Christa Auderlitzky 5 000 178 Neue Medien FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein zur Förderung der KunstSchleife 18 SUMME Gesamt TONSPUR für einen öffentlichen Raum Obfrau Michaela Stock TONSPUR für einen öffentlichen Raum 2013 2 000 8 000 187 700 Institutionen Beirat Der Beirat, der zweimal im Jahr tagt, bestand im Jahr 2013 aus insgesamt drei Mitgliedern, davon zwei Frauen: Mag.a Nicoletta Blacher und Mag.a Heike Kaltenbrunner Beirat Exemplarische Gender-Projekte im Bereich Neue Medien Vaginamuseum – http://vaginamuseum.at Fördernehmerin: rosapinks – Verein zur Förderung von künstlerischen, sozialen und feministischen Projekten Initiiert von der Künstlerin Kerstin Rajnar startete mit der Eröffnungsausstellung im Mai 2013 das erste virtuelle Museum für das weibliche Geschlecht. Vaginamuseum.at ist eine kulturelle sowie wissenschaftliche Bildungsplattform für Menschen jeglichen Alters, Geschlechts und unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft. Es besteht u. a. aus einer Galerie, die als virtuelle Präsentationsplattform für[net]adäquate Beiträge fungiert und dem Archiv, in dem kunsthistorische und zeitgenössische Daten rund um das Thema Vagina gesammelt werden. Neue Medien 179 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Stadtteilkultur und Interkulturalität Rahmenbetrag Stadtteilkultur und Interkulturalität Aus einem Gesamtbudget von 1 371 000 Euro wurden mit 457 950 Euro von Frauen geleitete Einrichtungen gefördert, das sind 33 Prozent. Frauenvereine Institution Projekt Leitung Betrag Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel Kulluk – Kultur& Kulinarik Mag.a Hannah-Isabella Gasser 1500 Gothic Lolita Austria – Verein für japanische Lolita-Mode Gothic Lolita Austria X Jasmin Haas Innocent World Teaparty 800 Piramidops Verein für Grätzelfest der Frauen- und GemeinwesenGenerationen arbeit Johanna Donat 1 500 Schwarze Frauen Community Theaterstück Eine kunterbunte Reise Mag.a DAS Dipl.-Kdg.in Esther Maria Kürmayr 2 000 Verein für arabische Frauen Jahrestätigkeit Schrei nach Freiheit Marie Therese Kiriaky 3 000 Verein für chinesische Frauen Frühlingsfest Feiru Liu 2 000 Vereinigung für Frauenintegration Amerlinghaus Cafe Cinema und Fest 15 Jahre Vereinigung für Frauenintegration Christa Stippinger 2 000 WuZ„Wienerinnen unternehmen Zukunft“ – Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur ReiseArt Dipl.Ing.in Tatjana Kukic-Jank 1 000 SUMME Gesamt 13 800 Vereine, bei denen Frauen Hauptakteurinnen sind Institution Projekt Adam – Verein für Kultur und Kunst Jahresprogramm Leitung Assia Davidov Betrag 6 800 180 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 all inclusive – Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen Abschlussveranstaltung des Kurzfilmfestivals „zeitim:puls“ Mag.a Elisabeth Golzar Armenischer Sportverein ARARAT Jubiläumsgala Liana Sargsyan Art Cult Composition Musiklesung Verena Prandstätter ArtForm – Verein zur Förderung und Unterstützung von MusikerInnen, darstellenden KünstlerInnen, Kulturschaffenden und Kulturinitiativen Global Groove LAB Katharina Buschenreiter ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens Anthropologisches Regina Picker Zirkeltraining Asiatische Gemeinschaft in Österreich Asien in Wien Veronika Kim-Hauser Assyrische Demokratische Organisation(ADO) – Sektion Österreich Benefizfest für bedürftige Christen in Syrien Beth-Nahrin Simsek und Theodora Koch AWA – Verein zur Förderung und Pflege der aserbaidschanischpersischen und österreichischen Musik zwei Konzerte Mag.a Nasrin Hobbi Bahara – Verein zur Pflege ethnischer Kunst- und Kulturforme Talat'aschr: Orientalische Tanzshow Mag.a Barbara Kazerouni Barangay Center – Philippinisches Gemeinde Zentrum Youth Moves... Integrate and Diversify(Jugendtanzwettbewerb) Cristina Unlayao Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich Jahresprogramm Eva Maria Ott Bulgarische Rhythmen Jubiläumskonzert zum 5-jährigen Bestehen Dipl.-Ing.in Boyka Anastassova Club Pannonia, Gesellschaft zur Pflege der österreichischungarischen Beziehungen Jahresprogramm Marika Radda 2 000 2 500 1 000 2 500 5 000 1 000 5 500 5 000 2 000 1 500 3 000 1 000 2 000 Stadtteilkultur und Interkulturalität 181 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Club XIX – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten im Bezirk 3 Konzerte und 3 historische Spaziergänge in Döbling Silvia Friedrich Das Iranische Wien(IRA Wien) Buchpräsentation „Kiarostami, Kino der Poesie und Modernität“ und interkulturelle Veranstaltungen Österreich – Iran Dr.in Jaleh LacknerGohari DED(Declamare e Debutare) Gesellschaft zur Förderung klassischer Musik und Literatur Zeitgenössischer Anna Dolacek Frühling und Kunst und Wirtschaft im Schritt mit der Zeit Der Schmetterling – Verein zur Lebenshilfe für Flüchtlinge Jam Jam – leben und leben lassen Ursula Dumnoi Omoregie Dialog – Institut für interkulturelle Beziehungen WUK-Kindertag – Leitthema Inklusion& Barrierefreiheit Mag.a Margit Wolfsberger E-@rt-Verein für Kultur und neue Ausstellung Meine Sonja Scherzer Medien schöne Heimat Educult – Denken und Handeln im Jahresprogramm Kulturbereich(Ausstellung und Konzert) Dr.in Vera Scheiber EMLAAK(Ethnomedizinischer Lateinamerika-Arbeitskreis) Wiener Fest der interkulturellen Begegnung Mag.a Dr.in Evelyne Puchegger-Ebner Europäisch-russischer Verein für Jahresprogramm internationale Kooperation Mag.a Irina Koljonen Fei Yue: Kulturverein Schwungvoll Jahresprogramm Ruoh-Yunn Liou fishpool, aquarium für kunst und foreign affairs soziales AUSTRIA – Fiji Mag.a Dipl.-Ing.in Isabel CzerwenkaWenkstetten Fo Guang Shan Internationale Buddhist Progressive Society (Internationale Progressive buddhistische Gesellschaft) Europa-Tour Ausstellung der Ein-StrichKalligraphie mit Tee und Chan Chin-Wen Yang 3 000 5 000 3 000 1 500 500 5 000 5 000 500 5 000 3 000 2 000 1 000 182 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Forum 23, Verein zur Förderung Jahresprogramm kultureller Aktivitäten in Liesung Sladana Ivic Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Konzerte im ZMV14/Plattform für Neuschöpfungen MMag.a Nicole Marte Freundeskreis Kunstgalerie Meduna Jahresprogramm (Ausstellungen und Vernissagen) Krystyna Meduna Gemeinschaft polnischer Organisationen in Österreich Forum der Polen – Eröffnungs- und Abschlusskonzert im Rahmen der XXII. Polnischen Kulturtage in Österreich Mag.a Ing.in Teresa Kopec Gesellschaft für Schreibkunst und Präsentation des Buchkultur Theaterstücks Moliére bei Ninon Dr.in Viktoria Frysak Gipsy Music Association Baranka-Park Ge- Valerie Stojka denkveranstaltung Grundstein Verein für Kunst und Kommunikation grundstein 1/2013 Martina Gasser und grundstein 2/2013 Grupo de Capoeira Angola Irmaos Guerreiros Viena, Verein zur Pflege der Capoeira Angola und afrobrasilianischer Kulturformen Capoeira Angola – ein Ausdruck afrobrasilianischen Bewusstseins Karina Magel Hallac Medien- und Kulturzentrum Lesung mit Musik Kerime Simsek Herzpol – medizinische und soziale Hilfe für Polen Konzert zum 111. Geburtstag von Jan Kiepura sowie historischer und musikalischer Abend Liebesbriefe von Jan Sobieski und Marysienka Elzbieta Akwa-Asare Hora – Kultur – Turism Verein der in Österreich ansässigen Rumänen Musikwelten Rumäniens Sava Sifora 25 000 5 000 4 000 4 000 1 500 5 000 10 000 2 000 4 000 2 000 1 500 Stadtteilkultur und Interkulturalität 183 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 iKUSZ – Internationales Zentrum für Kunst-Kultur-Science& Soziales Jahresprogramm Suzy Bezerra de Oliveira ImmigrantInnen Kultur- und Solidaritätsverein Frühlingskonzert Hasret Iscen Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrations­ relevanter Info) Ahlam al Nil Event Mag.a Dr.in Manal Kamal Mehany Abo-El Aala Internationaler Verein des Licht des Buddha Mondfest Ying Cheung Istanbul Kulturverein Jahresprogramm Ülker Gürman Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur Weihnukkakonzert Rosa Gilkarov jet propelled yellow moon rabbit wellcome-club für Kunst und Kultur Indische Tage im NUU Denise Narick Kulturforum Mariahilf Jahreskultur­ programm Ingeborg Habereder Kultur Horizonte Association for Jahresprogramm the widening of horizons through arts and culture Nathalie Borgers Kultur im 3. Jahresprogramm Mag.a Monika Erb Kulturkreis Mariahilf – Forum für Musik, Literatur und bildende Kunst klassische Konzerte in der BV 6 Mag.a Sigrid Trummer Kultur und Natur Grinzing Grinzinger Leopoldifest Mag.a Silvia Kotterer Kulturverein Echt Wien Veranstaltung zum Gertraud Wehofer Buch Von Hacklern und Bürohengsten Kulturverein„Freundinnen und Freunde der Josefstadt“ Jahreskulturarbeit Mag.a Iris Steinhauer im 8. Bezirk Kulturverein grossundklein Konzertreihe Klassik cool! Szilvia Hegyi Kulturverein im Werd Erzählung und Musik – Weitere Geschichten von Rabbi Nachman Dr.in Ruth Schwarz 3 000 3 000 1 000 2 000 10 000 2 000 2 000 4 000 16 500 15 000 2 200 1 000 1 500 9 200 2 000 3 000 184 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kulturverein Initiative Währing Jahresprogramm Charlotte Zeisel Kulturverein„Pena Flamenca Sin VI. Flamenco Fronteras Wien“ Festival Wien Sandra Krajco-Riemer Kulturzentrum„I Love Polen“ Konzert Renata Olczykowski Kunstverein Art Pro& Contra Jahresprogramm Dr.in Natalja SchurinaFrieden in Europa Stremitina Labor Alltagskultur Frauenspuren auf Mag.a Sabine Sölkner der Wieden Liesinger Künstlerwerkstatt, Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Liesing Liesinger Weihnachtskunstmarkt Sladana Ivic Mala Ezidiya – Verein der Yeziden Yezidischer in Österreich Carneval Sandros Solamen Mandolinenorchester Alszauber Gemeinschaftskonzerte Als­zauber – ArteLatino Viena Gertraud Schuster Mondo Musika Konzertabend gemischter Chor Rodna Pessen Mag.a Uljana Sierek Multikulturelle Kindergruppe Bärli-Brumm-Brumm Straßenfest Zukunft ist Miteinander Helga Plachenka Musikverein Sieben Zwetschken Konzertreihe Welt- Edith Bubich-Gschwindl sprache Musik – Weltmusiksprache Natur- und Kulturverein Dersim Jahrestätigkeit Feride Türkmen Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst 30-jähriges Vereinsjubiläum Dr.in Radha Anjali Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur zwei Ausstellungen im Rahmen von Open Systems Dr.in Gülsen Bal Österreichischer Venezolanischer Verein für Kunst und Wissenschaft 3. lateinamerikanisches Gastronomie-Festival „Begegnung der Kulturen“ Mariela Garcia Guinand 15 000 1 000 1 500 4 000 3 000 2 000 2 500 1 500 3 000 2 000 5 300 5 000 4 000 4 000 1 000 Stadtteilkultur und Interkulturalität 185 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Österreichisch-Indische Gesellschaft 50 Jahre Österr.Indische Gesellschaft Dr.in Radha Anjali Österreichisch-Nepalesische Gesellschaft SAGARMATHA Jahrestätigkeit inklusive Nepalesisches Frauenfest Teej Mag.a Sheela Steiner Passion Artists – Kulturverein zur Förderung der Musiker und Künstler Jahrestätigkeit Mag.a Sabina ZapiorLusawa Polnisch-Österreichische Initiative der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Opernfrühling und Mag.a Barbara Konzert Awake, Kaminska-Szuba sweet love „Pol-Ster“ Polnisch Österreichisches Kulturgut Konzerte Pacem und Around the World Agnieszka Malek Projekt Integrationshaus Auftritt von Bongo Beatrix Neuntlinger Botrako beim Wiener Flüchlingsball Roj Basch – Verein anatolische Kunst-& Kulturbrücke Jahrestätigkeit Sema Aykut Romaverein Vida Pavlovic Internationaler Tag der Roma Jasmina Pavlovic Schauspielhaus Wien GmbH Luft aus Stein Rita Kelemen Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen Kulturdialog im Mai Sherzai Tamana Soulconversation – Verein für internationalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität CD-Präsentation – Verena Prandstätter Bikutsi Musik Sphinx Lingua Wien, Sprache und Kultur Kinder bauen Brücken und verbinden Kulturen für die Zukunft Karin Slovencik Steine der Erinnerung an jüdische Steine der Opfer des Holocausts Erinnerung 2013 Zahava Hindler Südwind Wien Südwind Straßenfest Renate Sova Takt Polnisch-Österreichischer Kultur Verein Jahrestätigkeit Maria Buczak 3 000 1 500 9 000 4 500 3 500 3 000 12 000 1 000 30 000 1 500 2 500 1 500 9 000 1 000 4 000 186 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Teatr AA Vademecum Kultur­ verein Jahrestätigkeit Beata Paluch Theaterverein Die Satyriker 24. Sommerspiele Mag.a Renate Floridsdorf Dudaschek Theaterverein Vlastenecka omladina Theateraufführung Ing.in Anna Vadura Der Revisor Theater zum Himmel im Hörbiger- Vorstellungen haus Romeo und Julia Maresa Hörbiger United Europe Orchester Konzert Elena Rozanova Verband der Amateurmusiker und-vereine Österreichs Jahrestätigkeit Marianne Klicka Verband der Polen in Österreich kulturelle „Strzecha“ Jahrestätigkeit Dr.in Hanna Martin Verein der russischen Kultur Jahrestätigkeit Natalia Lagureva Verein der Internationalen kreativen Ideen Wiener Skyline Part II – I live in Zoo-M Valerjia Tebiakina Verein für chinesische Sprache und Kultur Kinderfesttag Xiaoying Zheng Vereinigung der Studenten und Jugendlichen aus der Türkei in Wien interkultueller Tag Ayten Arslan-Balaban im WUK Verein iranischer Senioren Aschiane Jahrestätigkeit Nahid Mohsenzadeh Rabbani Verein Projekt Theater Feste der Vielfalt“/“Mona Lisa Kamikaze Dr.in Eva Brenner und Monika Anzelini Verein Wiener Jugendzentren Kids in Fashion GRin Mag.a Tanja Wehsely Verein zur Förderung der kroatischen Musik 9. Festival der Mag.a Sabine kroatischen Musik Federspieler Verein zur Förderung der russischen Sprache, Kultur, Tradition und kulturelle Kooperation„Olgahaus“ Konzert Musikalische Reise von Petersburg nach Vladivostok Olga Brigadnova Verein zur Förderung von kultureller nationenübergreifender Projektarbeit Tage der Alten Musik Wien Monika Fahrnberger 8 000 8 000 1 200 2 000 700 10 000 4 000 6 000 2 000 1 500 1 000 2 000 4 000 4 000 2 000 900 2 000 Stadtteilkultur und Interkulturalität 187 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein zur Förderung von Nischenkultur Konzert Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Jahrestätigkeit Wirtschaft 21 26. Frühlings­ konzert Zentrum für österreichische und philippinische Kultur und Sprache PhilippinienAbend und Abschlusspräsentation Projekt Summercamp SUMME Gesamt Mag.a Sabine Federspieler Zofia Beklen KRin Christa Ornest Arlene Castaneda 1 000 10 000 5 800 5 300 440 900 Institutionen, bei denen Frauen zu 50 Prozent die Leitung obliegt Institution Projekt Leitung Hernalser Kulturkreis Dornbacher Annenkirtag Brigitta Schmidt und BV-Stv.in i. R. Hans Erasmus World Public Forum Kulturen bitten zu Tisch Mag.a Diana Orlova und Walter Schwimmer Daher Frauenanteil an der Summe Gesamtbudget Frauenanteil Betrag 7 000 1 500 4 250 1 371 000 457 950 Rahmenbetrag, Leitungspositionen 188 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Vereinsförderung Gemeinderat Aus einem Gesamtbudget von 6 481 000 Euro wurden 777 000 Euro an Vereine vergeben, die von Frauen geleitet wurden, das sind 12 Prozent. Institution Projekt Leitung Aktionsradius Wien – Verein zur Förderung von Stadt­ kultur und kultureller Stadtentwicklung Jahrestätigkeit und Projekte DI.in Uschi Schreiber „pica pica“ – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur moë Vienna Herbstprogramm Mag.a Johanna Maria Menne The Danube Memorial – Ein Verein zur Errichtung eines Denkmals am Donaukanal The Vienna Project Karen Frostig Verein zur Förderung der Stadtbenutzung Wien-Woche Luisa Ziaja Wiener Praterverband Praterrummel Elisabeth Kolarik Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung kültür gemma! – Stadtkulturförderung (Junge Zuwanderungsstadt Wien) Catrin Seefranz SUMME Gesamt Betrag 200 000 10 000 5 000 453 000 40 000 69 000 777 000 Vereinsförderung Gemeinderat, Leitungspositionen Aus einem Gesamtbudget für Stadtteilkultur und Interkulturalität in der Höhe von 7 852 000 Euro wurden von Frauen geleitete Institutionen mit 1 234 950 Euro gefördert, das sind 16 Prozent. Stadtteilkultur und Interkulturalität 189 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Gesamtbudget Vereine, Leitungspositionen Exemplarische Gender-Projekte im Bereich Stadtteilkultur und Interkulturalität Im Jahr 2013 wurden im Bereich Stadtteilkultur und Interkulturalität Förderungen für einige Projekte vergeben, die speziell für Frauen durchgeführt wurden oder die sich auf die Situation von Frauen in der Gesellschaft bezogen. Afro-Asiatisches Institut in Wien FrauenLit. 13 Unter diesem Titel veranstaltete das Afro-Asiatische Institut eine Frauenliteraturwoche. Hierbei wurde eine Plattform für Autorinnen aus aller Welt geboten, die in Österreich leben oder gelebt haben. Der Themenbereich ihres Schaffens ist breit und enthält unterschiedliche Lebensaspekte. Der Öffentlichkeit wurde die Gelegenheit geboten, Literatur von Frauen kennen zu lernen, die gewandert sind und darüber schreiben. Die Autorinnen stellten ihre Werke in Form von Lesungen und Präsentationen mit Diskussion vor. Verein Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel Kulluk – Kultur& Kulinarik Das Ziel des Projekts war, durch kulturelle Dinner(mit besonderem Bezug auf jeweils eine Nation) auf die prekäre Situation von Teilen der Bevölkerung bezogen auf die Menschenrechte innerhalb des Landes aufmerksam zu machen und zu informieren. Umrahmt wurde das Projekt durch das Einbeziehen von interkulturellen Special Acts wie Tanzgruppen, Trommelgruppen etc. Es wurde auf diese Weise beispielsweise darüber informiert, dass familiäre Gewalt in Albanien weit verbreitet, sexuelle Ausbeutung und Nötigung ein alltägliches Phänomen in Brasilien ist und 11jährige Mädchen für 850 Euro in Malaysia an Geschäftsmänner versteigert werden. Verein Gothic Lolita Austria – Verein für japanische Lolita-Mode Innocent World Teaparty Diese Veranstaltung sollte den kulturellen Austausch und Kontakt zwischen Österreich und Japan, aber auch anderen Ländern fördern und sprach vorwiegend Frauen zwischen 15 und 45 Jahren an. Der Verein, der starke Bezüge zur europäischen Hochkultur des 19. Jahrhunderts aufweist und zelebriert, versteht sich als Fördererinstitution japanischer Subkultur sowie Streetfashion Gothic und Lolita. Ebenso konzentriert sich der Verein auf die Förderung dieser Minderheitengruppe und Stärkung junger, emanzipierter Frauen in puncto Gleichberechtigung und Akzeptanz in allen Lebensbereichen. Höhepunkte der„Innocent World Teaparty“ waren ein Live-Konzert der Wiener Band„Lolita KompleX“ und einer Fotoausstellung. 190 Stadtteilkultur und Interkulturalität FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Labor Alltagskultur – Verein zur Dokumentation von Alltagskultur Frauenspuren auf der Wieden Mit seinem Projekt vermittelte das Labor, wie Frauen mindestens die Hälfte der sichtbaren Geschichte durch ihre Arbeit, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Kreativität geprägt haben. Da kaum etwas an sie erinnert, die Gebäude jedoch noch stehen, in denen sie gelebt und gewirkt haben, muss der Blick geschärft und die Sichtweise verändert werden, um die historischen Leistungen von Frauen sichtbar zu machen. Um Frauenspaziergänge im Bezirk durchführen zu können, bedurfte es ausführlicher, wissenschaftlicher Grundrecherchen, Interviews mit Personen und Institutionen im Bezirk sowie Recherchen vor Ort. Die Ergebnisse wurden in nachhaltiger und nachvollziehbarer Weise in Form einer Dokumentation schriftlich festgehalten. Verein Schwarze Frauen Community(SFC) Eine kunterbunte Reise Mit diesem afrikanischen Theaterstück setzte sich der Verein zum Ziel, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Gemeinschaft zu schaffen, bei gleichzeitiger Wahrung der vielen unterschiedlichen Identitäten. Mitwirkende waren Kinder und Jugendliche. Verein für arabische Frauen VAF Schrei nach Freiheit Den Auftakt dieses vierteiligen Jahresprogramms machte ein Literaturabend mit Samar Yazbek, die 1970 an der syrischen Küste geboren wurde und gleich bei ihrer ersten Veröffentlichung 1999 als eine Schriftstellerin bekannt wurde, die sich von religiösen, sozialen und politischen Tabus nicht abschrecken lässt. Ihr dritter Roman„Zimtgeruch“ sorgte für Aufregung, weil die Autorin sich darin an gesellschaftliche Tabuthemen wie Vergewaltigung und weibliche Homosexualität heranwagte. Vereinigung für Frauenintegration Amerling Cafe Cinema Bei dieser seit Jahren durchgeführten Veranstaltung wurden auch heuer wieder Filme mit Frauen-, Familien-, Pädagogik- und Migrationsschwerpunkt mit anschließendem Vortrag und Diskussion vorgeführt. Die Zielsetzung ist stets die Anregung der Reflexion und des Austausches über unter anderem frauenspezifische Themen. Trainerinnen und Expertinnen leiten die Diskussionen. 2013 standen zum Beispiel„Women without men“(D/ Ö/ F 2009) und„Die verrückte Welt der Ute Bock/ Bock for President“(Ö 2010) am Programm. Außerdem wurde ein Fest zum 15jährigen Bestehen des Vereins veranstaltet. WUZ(Wir Unternehmen Zukunft) Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur ReiseArt In diesem Projekt wurden die Kunstwerke von Branislava Nikolic beleuchtet, die über 50 Ausstellungen weltweit hatte. Außerdem hat sie an mehreren internationalen Symposien und Workshops teilgenommen. Zu ihrem Schaffen zählen auch mehrere Buchillustrationen und Videopräsentationen. Sie erhielt auch bereits Auszeichnungen. Der Verein Muhabbet Freundschaftliche Unterhaltung Kulturverein Integration Dialog führte eine spezielle Veranstaltung zum internationalen Frauentag am 8. März 2013 durch. Die Frauen des Vereins feiern den internationalen Frauentag alljährlich gemeinsam und stellen ein aktuelles Thema der Frauenpolitik in den Mittelpunkt. Förderungen wurden ebenfalls vergeben an den Verein Österreichisch-Nepalesische Gesellschaft Sagarmatha für das nepalesische Frauenfest Teej, an Piramidops Verein für Frauen- und Gemeinwesenarbeit für das Grätzelfest der Generationen und an den Verein für chinesische Frauen für das Frühlingsfest. Stadtteilkultur und Interkulturalität 191 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaft Wissenschaft und Wissenschaftsförderung gehören zu jenen Handlungsfeldern, die nicht allein mit den Parametern ökonomischer Nützlichkeit zu bewerten sind. Wissenschaft forscht in Bereichen, in denen Anwendung und Nützlichkeit jedenfalls nicht absehbar sind. Die Freiheit von Wissenschaft und Lehre sind durch die Verfassung garantiert. Die Maßstäbe für ihre Qualität und Relevanz sind nicht so präzise anzulegen wie die Zeitmessung bei sportlichen Leistungen. Qualitäten wie„Exzellenz“,„Aktualität“,„Relevanz“ und ethische Bedeutsamkeit entfalten sich in Diskursen und vor allem in alltäglichen Handlungszusammenhängen. Aus diesen Gründen sind kritische Selbstreflexion in einem qualitativ und quantitativ anspruchsvollen Berichtswesen ein zentraler Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit, aber auch der Förderung von wissenschaftlicher Arbeit. Ein wichtiges Kriterium für Aktualität, Relevanz und Ethik im Zusammenhang von wissenschaftlicher Arbeit und deren Förderung ist Geschlechtergerechtigkeit. Seit Olympe de Gouges in der Französischen Revolution Frauenrechte als zentrale Menschenrechte proklamiert hat, sind 225 Jahre vergangen. In diesem Zeitraum ist die Stellung von Frauen in der Gesellschaft in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Angelegenheiten entscheidend verbessert worden. Im Hinblick auf so hohe Wertsetzungen wie Fairness, Gerechtigkeit und Gleichheit sind„Verbesserungen“ nur bedingt gute Botschaften. Gerechtigkeit ist ein Wert, der auf 100 Prozent und nicht auf 80 Prozent angelegt ist. So gibt es noch einen weiten Weg, auf dem sich Männer und Frauen mit dem Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft befinden. Sie müssen dabei stets gleichermaßen unzufrieden mit dem Erreichten wie nachsichtig mit allen Defiziten einer engagierten Genderarbeit sein: unbeugsam und kämpferisch, aber auch vertrauensvoll und emphatisch. Aufklärungs-, Emanzipations- und Befreiungsarbeit ist keine kontinuierliche Anstrengung. Ständig droht die Gefahr, dass Erreichtes wieder in Frage gestellt wird. Wissenschaft und Forschung sind jedenfalls Aufklärungs- und Befundungsinstanzen, die das Engagement für Gleichheit und Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen – als objektive Instanzen, die die Verhältnisse ausmessen – begleiten müssen. Der jährliche Frauenkulturbericht bietet beides: eine Darstellung, welche Themen in der Wissenschaft auf der Suche nach mehr Gleichheit zwischen Männern und Frauen behandelt werden; integraler Bestandteil dieser Analyse ist die Erörterung jener Faktoren, die einer Emanzipation im Wege stehen. Der Frauenkulturbericht stellt aber auch dar, wie Forschungsförderungsmittel – symbolische und reale Kapitalien – in der Wissenschaft und in der Förderung der Wissenschaft geschlechtergerecht verteilt werden. Dieser Bericht ist eine Instanz kritischer Selbstreflexion der Förderung. Er zeigt, was erreicht wurde und was noch aussteht. Subventionen Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften, Vereine und Museen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Subventionen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Fördervolumen davon für Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen 13 721 353 9 345 900 192 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Subventionen, Leitungspositionen Akademie der bildenden Künste • Rektorin Mag.a Eva Blimlinger Architekturzentrum Wien • Mag.a(FH) Karin Lux(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien • Mag.a Gertraud Diendorfer Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • Univ.-Doz.in Dr.in Brigitte Bailer E.L.I. European Law Institute • Master of Arts Diana Wallis Forschungszentrum historische Minderheiten • Mag.a Regina Wonisch Institut für die Wissenschaften vom Menschen • Mag.a Susanne Fröschl(Geschäftsführerin) Jewish Welcome Service Vienna • Mag.a Susanne Trauneck Jüdisches Museum Wien • Direktorin Dr.in Danielle Spera Ludwig Boltzmann Gesellschaft • Mag.a Claudia Lingner(Geschäftsführerin) Österreichische Akademie der Wissenschaften • Mag.a Dr.in Evelyn Breiteneder, Leiterin des Forschungsprojekts„KILL MOZART I+II“, bearbeitet überdies gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Werner Welzig das Forschungsprojekt „Von den Druckfahnen in Jerusalem zum Textbuch nach Wien: Editionsprojekt zur ,Dritten Walpurgisnacht‘ von Karl Kraus“ • Dr.in Alexia Fürnkranz-Prskawetz, Leiterin des Workshops„Heterogenous Dynamic Models of Economic and Population System, 25. und 26. November 2013 • Dr.in Elisabeth Großegger, Leiterin des Forschungsprojekts„Hans Jaray(1906–1990): Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor. Eine theaterhistorische Untersuchung unter Berücksichtigung der Sprach- und Aufführungsästhetik am Wiener Theater in der Josefstadt Wissenschaft 193 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 als Bausteine einer Österreich-Identität“ bearbeitet überdies gemeinsam mit Mag.a Dr.in Evelyn Breiteneder das Forschungsprojekt„Menschen-Versuche nach’45. Das Humanexperiment als Schnittstelle zwischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte(Projektphase II)“ • Dr.in Barbara Haberl, Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien • Dr. in Valerie Heuberger, Leiterin des Forschungsprojekts„Sichtbar sein, sichtbar werden im urbanen Raum: Zur residentialen Konzentration der chinesischen und türkischen communities sowie ihrer medialen Darstellung in ausgewählten Bezirken Wiens“ • Dr.in Renate Kohn, Leiterin des Moduls„Die Inschriften des Stephansdoms I(bis 1520)“ • Mag.a Monika Kröpfl, Leiterin des Forschungsprojekts„Kritische Ausgabe des Briefwechsels Anton Weberns mit der Universal Edition“ • Univ.-Doz.in Dr.in Heidemarie Uhl, Leiterin des Forschungsprojekts„Jüdische Jugend im nationalsozialistischen Wien“ • Dr.in Sibylle Wentker bearbeitet gemeinsam mit Prof. Dr. Florian Schwarz das Forschungs­ projekt„Persien im Prater: Die Repräsentation Persiens auf der Weltausstellung 1873“ • Mag.a Lisbeth Triska, Leiterin Support Wissenschaft und Gesellschaft und Direktorin Aktuariat: Administration Gelehrtengesellschaft Österreichische Forschungsgemeinschaft • Mag.a Caroline Hecht Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem • Dr.in Ellen Landesmann Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a Inge Scholz-Strasser Technische Universität Wien, PhD-Programm • Clarissa Schmid Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) • Dr.in Donia Lasinger betreut das GSK Programm Wirtschaftsuniversität Wien, Forschungsinstitut für Urban Management and Governance • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Verena Madner/ Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Renate Meyer Projektförderungen Fördervolumen davon für Frauen Projektförderungen, Leitungspositionen 1 189 853,00 421 150,00 194 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Projektförderungen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: A.A.S. – AG Arktis und Subarktis • Dr.in Gertrude Eilmsteiner-Saxinger AESOP Young Academics Network • Dipl.-Ing.in Verena Peer Akademischer Arbeitskreis Japan AAJ. Österreichische Japan-Gesellschaft für Wissenschaft und Kunst • Mag.a Eva Bachmayer Alumniverband der Universität Wien • Dr.in Ingeborg Sickinger Arthur Schnitzler-Gesellschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Konstanze Fliedl AUFKULTUR. Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit • Dr.in Britta Cacioppo-Koch/ Dipl.-Ing.in Elisabeth Baumhöfer content.associates OG • Dipl.-Ing.in(FH) Ute Burkhardt-Bodenwinkler culture2culture • Mag.a Waltraud Grausgruber Das Drehbuch • Dr.in Andrea Huemer Ernst Jandl Gesellschaft • Dr.in Christa Gürtler Evangelische Akademie Wien • Mag.a Birgit Fleischhacker Förder- und Forschungsverein Biennale Venedig • Katharina Boesch, MAS Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt(FORBA) • PD Dr.in Ursula Holtgreve Forschungsgesellschaft Kunst und Recht • Univ.-Prof.in Dr.in Gerte Reichelt Franz Schmidt Gesellschaft • Dr.in Carmen Ottner Wissenschaft 195 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhalt. STICHWORT Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung • Mag.a Margit Hauser Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik • Dr.in Gerlinde Mauerer Frauensolidarität • Mag.a Lydia Jammernegg FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • Christine Bodendorfer, DSA Fritzpunkt Stadt Theater Wien • Anne Mertin Gesellschaft für Architektur- und Kulturforschung(archikult) • Dr.in Inge Scheidl Gesellschaft für Bildung und Kultur • Mag.a Maria Hutterer Gesellschaft für Historische Tonträger e.V. • Mag.a Christiane Hofer Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Geschichte Recht Öffentlichkeit • Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Reiter-Zatloukal IG Bildende Kunst • Mag.a Dagmar Höss IG Freie Theaterarbeit • Corinne Eckenstein IG Kultur Österreich • Mag.a Elisabeth Mayerhofer, MBA IG Kultur Wien • Mag.a Irmgard Almer Imagine. Verein für Kulturanalyse • Dr.in Elisabeth Mixa InExActArt – Verein zur Förderung performativer Kunst • Dr.in Birgit Fritz Initiative Minderheiten • Dr.in Cornelia Kogoj 196 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Dr.in Susan Milford Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung • Mag.a Eva More-Hollerweger Institut für jüdische Geschichte Österreichs • Dr.in Martha Keil Institut für Konfliktforschung • Univ.-Prof.in Dr.in Sieglinde Rosenberger Interdisziplinäres Forschungszentrum Architektur und Geschichte- iFAG • Dipl.-Ing.in Ute Bauer-Wassmann IVA Institut für vergleichende Architekturforschung • Univ.-Ass.in Dipl.-Ing.in Elisabeth Wernig Jewish Welcome Service Vienna • Mag.a Susanne Trauneck KommEnt. Paulo Freire Zentrum. Gesellschaft für Kommunikation, Entwicklung, dialogische Bildung • Dr.in Heidi Grobbauer Kulturverein Saba • Barbara Korherr La pomarancia – Eins und doch vielfältig • Dr.in Maria Casaburi labprojects kulturverein • Tina Zickler/ Dr.in Tabea Scheel LIMDA – Integration für Flüchtlingskinder • Petra Sterry Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte- Forschungsverein • Dr.in Patricia Hladschik Mazzesinsel Donau-Hof e.V. Christlich-Muslimisch-Jüdischer Kulturverein • Dr.in Beatrix Bastl Medien Werkstatt Wien • Dr.in Gerda Lampalzer-Oppermann MICA(Music Information Center Austria) • Mag.a Sabine Reiter Musik Ensemble Theater 2000 • Mag.a Beate Maria Pomberger Wissenschaft 197 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur • Dipl.-Ing.in Susanne Veit-Aschenbrenner OIKODROM • Dr.in Heidi Dumreicher Österreichische Gesellschaft für historische Gärten- öghg • Univ.-Prof.in Dr.in Eva Berger Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur • Dipl.-Ing.in Brigitte Mang Österreichische Gesellschaft für Literatur • Prof.in Marianne Gruber Österreichische Gesellschaft für Musikwissenschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Lindmayr-Brandl Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft • Mag.a Nadja Schmidt Österreichische Liga für Menschenrechte • Kira Preckel Österreichisches Institut für Internationale Politik- oiip • Dr.in Ilse König Österreichisches Lateinamerika Institut • Mag.a Stefanie Reinberg Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft • Mag.a Margit Wolfsberger Pionierinnen – Verein zur Förderung weiblicher Kunst, Kultur, Wissenschaft • Käthe Kratz Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der Absolventinnen und Absolventen des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien • Mag.a Dr.in Susanne Binder/ Mag.a Dr.in Maria Six-Hohenbalken Ridialou-Lahi Baye Fall – Verein zur Förderung des Verständnisses der Lehre Cheikh Ahmadou Bamba und Mamecheikh Ibrahima Fall in Österreich • Monika Reyes s/w-Tsiganka. Verein zur Förderung und Erhaltung von Kunst und Kultur der Roma und Jenischen • Marika Schmiedt Salon Vienna • Mag.a Judith Scheer 198 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Science Center Netzwerk • Dr.in Barbara Streicher Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a Inge Scholz-Strasser SRA Archiv Österreichischer Popularmusik • Sigrid Dibon SYM/PATHOS • Mag.a Claudia Weinzierl TU Wien alumni club • Dipl.-Ing.in Dr.in Margit Ulama UNIVERSITAS Austria • Mag.a Alexandra Jantscher Universität Wien • Vizerektorin Univ.-Prof.in Dr.in Susanne Weigelin-Schwiedrzik Verein„Wohnprojekt Grundsteingasse 32“ • Dr.in Christine Stromberger Verein artminutes • Mag.a Dr.in Angela Heide Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser • Mag.a Maria Rösslhumer Verein der Freunde der Komödianten • Dr.in Gertrude Huemer-Meyer Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica-Haus • Susanne Rittenauer Verein der Freunde des Kunsthistorischen Museums • Mag.a Alessandra Arseni Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals • Dr.in Evita Luschinsky Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang (STICHWORT Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung) • Mag.a Margit Hauser Verein für Geschichtspublizistik • Dr.in Anna Sigmund Verein für Komparative Philosophie und Interdisziplinäre Bildung • Univ.-Doz.in Dr.in Hisaki Hashi Wissenschaft 199 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein für Medienkultur und Gesellschaft • Mag.a Dr.in Katharina Kleinen-von Königslöw Verein für Philosophie Förderung • Univ.-Prof.in Dr.in Angela Kallhoff Verein für Philosophie-Förderung • Dr.in Esther Ramharter Verein Information und Kultur Ägyptens • Mag.a Dr.in Manal Abo-elaala Verein JuKu – Junge Wege zur Kunst • Prof.in Dipl.-Ing.in(FH) Silke Vollenhofer-Zimmel Verein KunstPlatzl • Sonja Frank Verein Labor Alltagskultur • Mag.a Ulli Fuchs Verein Neugermanistik Wien • Mag.a Dr.in Alexandra Millner Verein Neugermanistik Wien • Univ.-Ass. Mag.a Dr.in Susanne Hochreiter Verein Projekt Theater • Dr.in Eva Brenner Verein Zeit Frau • Mag.a Susanne Kompast Verein ZOOM Kindermuseum • Dr.in Elisabeth Menasse-Wiesbauer Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie • Prof.in Dr.in Renate Pillinger Verein zur Förderung der Evangelischen Theologie in Österreich • Prof.in Dr.in Marianne Grohmann Verein zur Förderung der Landschaftsarchitektur • Univ.-Prof.in Dr.in Lilli Licka Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen • Univ.-Doz.in Dr.in Heidemarie Uhl Verein zur Förderung relevanter Inhalte • Mag.a Dr.in Elisabeth Schäfer 200 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein zur Förderung von Fotografie WestLicht • Mag.a Verena Kaspar-Eisert Verein zur Förderung von L‘Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Christa Ehrmann-Hämmerle Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen • Traute Molik-Riemer Veterinärmedizinische Universität Wien • Rektorin Dr.in Sonja Hammerschmid Viktor Frankl Zentrum • Mag.a Johanna Schechner, MSc webbrain – Gesellschaft zur Verbreitung von Ton-, Bild- und Denkkunst im virtuellen und im realen Raum • Dr.in Gabriele Stöger Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie- WiGiP • Dr.in Bianca Boteva-Richter Wiener Psychoanalytische Akademie • Dr.in Brigitte Grossmann-Garger Wiener Senioren Zentrum im WUK • Erika Parovsky Wiener Volksliedwerk • Dr.in Susanne Schedtler Windhorse – Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit • Michaela Nowak/ Mag.a Gertrude Ulbel Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben: AUFKULTUR. Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit • Dr.in Britta Cacioppo-Koch/ Dipl.-Ing.in Elisabeth Baumhöfer Buchprojekt: Der Typus der kämpfenden Frau – Frauen schreiben über Frauen in der Arbeiter-Zeitung von 1900–1933 culture2culture • Mag.a Waltraud Grausgruber wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2013(Festival„Tricky Women“ und Datenbank/ DVD-thek des Animationsschaffens von Frauen) Ernst Jandl Gesellschaft • Dr.in Christa Gürtler Publikationsprojekt: Werkausgabe Elfriede Gerstl in 4 Bänden Wissenschaft 201 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Forschungsstelle und Dokumentationszentrum für österreichische Philosophie • Univ.-Prof. Dr. Marian David Archivrecherche zur Schriftstellerin Imma Bodmershof Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhalt. STICHWORT Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung • Mag.a Margit Hauser Vermittlungsprojekt: Dokumente sprechen feministisch zurück Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik • Dr.in Gerlinde Mauerer Forschungsprojekt: Männer in Elternkarenz Frauensolidarität • Mag.a Lydia Jammernegg Heftpräsentationsreihe 2013 Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Geschichte Recht Öffentlichkeit • Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Reiter-Zatloukal Projekt: Ärzte und Ärztinnen in Österreich 1938–1945 Marianne Ringler Forschungsförderungsverein • Dr. Ralf Ringler Marianne Ringler Forschungsförderungspreis 2013 Medien Werkstatt Wien • Dr.in Gerda Lampalzer-Oppermann Aufarbeitung des Nachlasses von Dr.in Eva Brunner-Szabo Pionierinnen – Verein zur Förderung weiblicher Kunst, Kultur, Wissenschaft • Käthe Kratz Veranstaltungsreihe und Ausstellung Rebellinnen – 40 Jahre Frauenpower SYM/PATHOS • Mag.a Claudia Weinzierl Projekt: Gerburg Treusch-Dieter. Ausgewählte Schriften Verein„Wohnprojekt Grundsteingasse 32“ • Dr.in Christine Stromberger Einladung Frau Dr.in Gertrude Schneider nach Wien Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser • Mag.a Maria Rösslhumer 2. Symposium Migration von Frauen und strukturelle Gewalt Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals • Dr.in Evita Luschinsky Ausstellung: KS Lucia Popp – Zum 20. Todesjahr 202 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein Labor Alltagskultur • Mag.a Ulli Fuchs Projekt: Frauenspuren auf der Wieden Verein Neugermanistik • Univ.-Prof. Mag. Dr. Wynfrid Kriegleder Gina Kaus – Die Front des Lebens Verein zur Förderung des Instituts für Geschichte • Univ.-Prof. Dr. Gernot Heiss Projekt: Die ersten Polizistinnen in Wien Verein zur Förderung relevanter Inhalte • Mag.a Dr.in Elisabeth Schäfer Symposium: Das Lachen der Medusa. Zur Aktualität der Écriture féminine Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter • Mag. Werner Zinkl Tagung: RichterInnen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft WIFAR – Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung • Prof. Mag. Kurt Brazda Projekt: Recherche Käthe Sasso Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Fördervolumen(beinhaltet Druckkostenzuschüsse und Ankäufe) davon für Frauen 127 973,06 64 388,60 Publikationsförderungen Wissenschaft 203 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Amalthea Signum Verlag GmbH • Alma Hannig, Franz Ferdinand. Die Biografie • Michaela Lindinger, Mein Herz ist aus Stein • Susanna Neukam, Schweigen ist Silber, Herrschen ist Gold Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co KG • Andrea Ellmeier/ Doris Ingrisch/ Claudia Walkensteiner-Preschl(Hg.), Ratio und Intuition • Martina Griesser-Stermschegg, Tabu Depot. Das Museumsdepot in Geschichte und Gegenwart • Brigitta Schmidt-Lauber/ Ana Ionescu/ Klara Löffler/ Jens Wietschorke(Hg.), Wiener Urbanitäten. Kulturwissenschaftliche Ansichten einer Stadt • Angela Kallhoff, Politische Philosophie des Bürgers • Werner Kohl/ Susanna Steiger-Moser(Hg.), Die österreichische Zuckerindustrie. Beiträge zu ihrer Geschichte Czernin Verlag GmbH • Theresia Klugsberger/ Ruth Pleyer(Hg.), Berta Zuckerkandl: Flucht! • Gabriela Moser, Die Akte U. Das Protokoll des Untersuchungsausschusses DÖW Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • DÖW/ Christine Schindler(Hg.), DÖW-Jahrbuch 2013 Edition Steinbauer GmbH • Christine Hubka, Die Haftfalle – Seelsorge im Gefängnis • Petra Navara, Was macht Herr Lin in Afrika – Eine Reportage Eigenverlag Jüdisches Museum Wien • Suzanne Krizenecky/ Julya Rabinovich/ Danielle Spera, Ausstellungskatalog„meeting jedermann: rabinovich revisited“ Erasmus Wien • Michael Kiehn/ Maria Petz-Grabenbauer(Hg.), Eduard Fenzl. Ein vergessener Pionier der Wissenschaft Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. • Lisbeth Freiß, Die Strickjacke • Peter Gaitsch/ Katharina Lacina(Hg.), Interkulturelle Interventionen • Christina Lammer/ Artur Zmijewski(Hg.), Anatomy Lessons • Maria Maiss(Hg.), Ilse Arlt Facultas Verlag • Anna Hofmann/ Martina Lassacher(Hg.), Kino erleben und begreifen • Alexandra Jachim, Erfolgreiches Chormanagement • Martina Lassacher/ Anna Hofmann(Hg.), Große Kunst für kleine Augen. Leitfaden für die Filmvermittlung im schulischen Bereich • Österreichische HochschülerInnenschaft(Hg.), Österreichische Hochschulen im 20. Jahrhundert Folio Verlagsgesellschaft m.b.H. • Sabine Benzer, Warum macht Kultur uns so glücklich? 204 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 GRENZ-film, wiener kulturwerkstätte • Arno Böhler/ Christian Herzog/ Alice Pechriggl(Hg.), Korporale Performanz. Zur bedeutungsgenerierenden Dimension des Leibes Förder- und Forschungsverein Biennale Venedig • Katharina Boesch, Österreich und die Biennale in Venedig 1895–2013 Hietzinger Museumsverein • Christine Moravec, 90 Jahre Fritz Moravec. Sein Leben. Seine Berufungen Hollitzer Wissenschaftsverlag • Johanna Borek/ Juliane Zeiser(Hg.), Theater und Theatralität in Wien und Neapel vom 18. Jahrhundert bis heute IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Bernd Janning/ Agata Méhes-Paluszek/ Márton Méhes, Kulturführer Mitteleuropa 2013 Jan Sramek Verlag KG • Anna Gamper/ Bea Verschraegen(Hg.), Rechtsvergleichung als juristische Auslegungs­ methode • Suzan Topal-Gökceli, Kulturgüterschutz – Ein Grundriss Keine Delikatessen – Bühne für SchriftBilder • Sarah Legler/ Maria Seisenbacher, Literaturzeitschrift„Keine Delikatessen“, 18. Ausgabe (Thema: Andernorts) Lit Verlag Wien GmbH& Co. KG • Elisabeth Attlmayer, Alfred Polgars Theaterkritiken. Auffassung vom Theater – Stil – Überarbeitungstechniken • Veronika Bernard(Hg.), IMAGES(II) – Images of the Poor • Hisaki Hashi, Lebendiger ZEN – Lebendige Philosophie. Bogen: Shobo Genzo • Birgit Peter, Artistenleben auf vergessenen Wegen. Über unbekannte Wiener Geschichte • Brigitte Stocker, Rhetorik eines Protagonisten gegen die Zeit. Karl Kraus als Redner in den Vorlesungen 1919 bis 1932 Löcker Verlag GesmbH • Agnieszka Czejkowska/ Rosemarie Ortner/ Marion Thuswald(Hg.), facing differences • Josef Bakic/ Marc Diebäcker/ Elisabeth Hammer(Hg.), Aktuelle Leitbegriffe der Sozialen Arbeit • Karin Feller, Frauenpreise in Österreich • Lisbeth Freiß, Die Strickjacke im Film der 50er-Jahre • Peter Gaitsch/ Katharina Lacina(Hg.), Intellektuelle Interventionen • Maria Maiss, Ilse Arlt • Gudrun Wolfgruber, Von der Fürsorge zur Sozialarbeit Mandelbaum Verlag • Eva Geber(Hg.), Der Typus der kämpfenden Frau. Frauen schreiben über Frauen in der Arbeiter-Zeitung von 1900–1933 • Winfried Garscha/ Johanna Mertinz,„Mut, Mut – noch lebe ich“ – Die Kassiber der Elfriede Hartmann aus der Gestapohaft • Anna Wexberg-Kubesch, Der jüdische Kindertransport 1938/39 nach England • DÖW, Brigitte Bailer(Hg.), Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten – Hinrichtungen in Wien 1938 bis 1945 Wissenschaft 205 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 MANZ‘sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH • Eva Ondreasova, Die Gehilfenhaftung Metro Verlag – Verlagsbüro W. GmbH • Daniela Horvath/ Michael Martinek, Vintage Vienna • Anna Lindner, Die werden lachen in Teplitz-Schönau • Barbara Staudinger, Salon Austria Milena Verlag • Lilian Bader, Ein Leben ist nicht genug. Memoiren einer Wiener Jüdin Musikwissenschaftlicher Verlag Wien • Elisabeth Maier,„Années de Pèlerinage“. Unbekannte Dokumente zu August Göllerichs Studienzeit bei Anton Bruckner und Franz Liszt, Band 1 Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH • Karin Lukas, Labour Rights and Global Production; Band 26 der Studienreihe des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte new academic press og • Gudrun Exner, Die soziologische Gesellschaft in Wien(1907–1934) NWV – Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH Nfg KG • Margit Ammer/ Ruth Kronsteiner/ Yvonne Schaffler/ Barbara Kurz/ Marion Kremla, Krieg und Folter im Asylverfahren. Eine psychotherapeutische und juristische Studie. Studien­ reihe des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, Band 28 NWV – Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH Nfg KG • Ursula Werther-Pietsch, Staatsaufbau als Konfliktprävention? nylon – Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse • fiber. werkstoff für feminismus und popkultur, Heft Nr. 22/2013 Österreichische Gesellschaft für historische Gärten • Eva Berger, Menschen und Gärten im Barock. Das Leben und Treiben in Lustgärten vornehmlich in der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt Wien Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM • Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, Band 29/2013 Österreichische Gesellschaft für Musik • Carmen Ottner, Wiener Musiktheater um 1900. Gustav Mahler und seine Zeitgenossen Österreichische Haiku Gesellschaft. Verein zur Erforschung und Verbreitung der japanischen Dichtkunst • Hisaki Hashi/ Petra Sela, Wie Sonne und Mond. Eine Hommage an Matsuo Bashõ Österreichisch-Litauische Gesellschaft • Judith Lewonig, Litauisch-österreichische und österreichisch-litauische Berührungen im Laufe der Geschichte 206 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Passagen Verlag Ges.m.b.H. • Esther Hutfless/ Gertrude Postl/ Elisabeth Schäfer(Hg.), Hélène Cixous, Das Lachen der Medusa Passagen Verlag Ges.m.b.H. • Johanna Krafft-Krivanec, Junikirschen – Kindheit im Internat. Erinnerungen an Gemeinschaftsgefühle und Grenzverletzungen Peter Lang Verlag GmbH • Andreas Gebesmair/ Anja Brunner/ Regina Sperlich, Balkanboom. Eine Geschichte der Balkanmusik in Österreich • Marlen Schachinger, Werdegang. AutorInnen zwischen Salonkultur, Werkstätten und institutioneller Ausbildung • Ernst Seibert/ Rahel Neubauer/ Katerina Kavackova, Hotzenplotz aus Osoblaha und die heilige Familie auf der Flucht durchs Königreich Praesens VerlagsgesmbH • Beate Hennenberg, Das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Beiträge zur musikalischen Bildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts • Gunda Mairbäurl/ Ingrid Tomkowiak/ Klaus Müller-Wille/ Ernst Seibert(Hg.), Kinder­ literarische Mythen-Translation. Zur Konstruktion phantastischer Welten bei Tove Jansson, C. S. Lewis und J. R. R. Tolkien Promedia Druck-& Verlagsges.m.b.H. • Käthe Kratz/ Lisbeth N. Trallori(Hg.), Liebe, Macht und Abenteuer. Zur Geschichte der Neuen Frauenbewegung in Wien Seifert Verlag GmbH • Cornelia Köndgen, Mit'nem kleinen Schuss ins Rot. Die Jahre mit Ludwig Hirsch Studienverlag Ges.m.b.H. • Gabriele Anderl, Wiener Kunsthandel 1938–1945. Geschädigte und Profiteure • Petra Ernst, Schtetl – Stadt – Staat: Raum und Identität in deutschsprachig-jüdischer Erzählliteratur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts • Claudia Kuretsidis-Haider/ Manfred Mugrauer(Hg.), Geschichtsschreibung als herrschaftskritische Aufgabe. Beiträge zur ArbeiterInnenbewegung, Justizgeschichte und öster­ reichischen Geschichte im 20. Jahrhundert • Johanna Gehmacher(Hg.) u. a., ÖZG Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissen­ schaften, Heft 1–3/2013, Jg. 2013 Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft SWS-Rundschau • Gerlinde Pacholik, SWS-Rundschau, Heft 1–4/2013; Jahrgang 2013 Universitätszentrum für Friedensforschung • Sigrid Pöllinger, Wiener Blätter zur Friedensforschung 2013 V&R unipress GmbH • Birgit Huemer, Semiotik der digitalen Medienkunst: Eine funktionale Kunstbetrachtung Verein für Volkskunde, Österreichisches Museum für Volkskunde • Helmut Eberhart/ Karl Berger/ Regina Wilding(Hg.), Volkskunde aus der Mitte. Festschrift für Olaf Bockhorn zum 70. Geburtstag Wissenschaft 207 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Verein Mandelbaum’s Kultur unter der Brücke • Silvia Federici, Caliban und die Hexe • Birgit Fritz(Hg.), Hamlet und der Sohn des Bäckers • Bettina Haidinger/ Käthe Knittler, Feministische Ökonomie • Irene Messinger, Schein oder nicht Schein • Katharina Röggla, Critical Whiteness Studies Verein zur Erforschung der Monodie • Maria Pischlöger, Zu Theorie und Geschichte der Monodie, Band 7 Verlag Carl Ueberreuter GmbH • Eveline Brugger/ Martha Keil/ Christoph Lind/ Albert Lichtblau/ Barbara Staudinger, Geschichte der Juden in Österreich Verlag Turia+ Kant • Edith Futscher/ Heiko Kremer/ Birge Krondorfer/ Gerlinde Mauerer(Hg.), Gerburg Treusch-Dieter: Ausgewählte Schriften Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Ges.m.b.H. • Julia Danielczyk/ Ulrike Tanzer(Hg.), Unerwartete Entdeckungen. Beiträge zur öster­ reichischen Literatur des 19. Jahrhunderts Verlagshaus Hernals • Elisabeth Hirn, Macht und Illusion Zaglossus e.U. • Angelika Baier/ Christa Binswanger/ Jana Häberlein/ Eveline Y. Nay/ Andrea Zimmermann (Hg.), Theorien der Affect Studies: Eine einführende Anthologie Druckkostenbeiträge/ Ankäufe Insgesamt wurden 79 Verlage bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/ oder Ankäufen gefördert, davon werden 30 von Frauen geleitet. Das sind 23,7 Prozent. Druckkostenbeiträge/ Ankäufe 208 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Amalthea Signum Verlag GmbH • Brigitte Sinhuber-Harenberg Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co KG • Eva Reinhold-Weisz DÖW Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • Brigitte Bailer Eigenverlag des Jüdischen Museums • Danielle Spera Erasmus Verlag Wien • Maria Petz-Grabenbauer Förder- und Forschungsverein Biennale Venedig • Katharina Boesch GESA Musikverlag • Gertrude Sandhofer Grenz film – wiener kulturwerkstätte • Susanne Granzer Ibera Verlag – European University Press Verlagsgesellschaft m.b.H. • Brigitte Strobele Keine Delikatessen – Bühne für Schriftbilder • Maria Seisenbacher Mandelbaum Verlag • Elisabeth Baumhöfer MANZ'sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH • Susanne Stein-Pressl Metro Verlag – Verlagsbüro W. GmbH • Carina Kerschbaumsteiner Milena Verlag • Helga Schuster Musikwissenschaftlicher Verlag Wien • Tilly Eder nylon – Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse • Cornelia Gantze Österreichische Gesellschaft für historische Gärten • Eva Berger Wissenschaft 209 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM • Claudia Theune-Vogt Österreichische Gesellschaft für Musik • Carmen Ottner Österreichische Haiku Gesellschaft. Verein zur Erforschung und Verbreitung der japanischen Dichtkunst • Petra Sela S. Fischer Verlag GmbH • Monika Schoeller Seifert Verlag GmbH • Maria Seifert Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft SWS-Rundschau • Gerlinde Pacholik Universitätszentrum für Friedensforschung • Sigrid Pöllinger V& R unipress GmbH • Susanne Franzkeit Verein für Volkskunde, Österreichisches Museum für Volkskunde • Birgit Johler Verein zur Erforschung der Monodie • Maria Pischloeger Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH • Pamela Obermaier Verlagshaus Hernals – Verlag für Wissenschaft und Literatur • Elisabeth Schmidt Zaglossus Verlag • Nicole Alecu de Flers Stipendien Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Fördervolumen davon für Frauen 115 260 69 668 210 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Stipendien und Förderpreise für Hochbegabte Doktorand(inn)en-Stipendium im Rahmen des Stipendienprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • MMag.a Dr. In Ljiljana Radonic Marianne Ringler Forschungsförderungspreis • Univ.-Prof.in Dr.in phil. habil. Christiane Eichenberg Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien – Förderungspreis • Mag.a Dr.in Birgit Magdalena Tremml Stipendien der Stadt Wien für erfolgreiche SchülerInnen und StudentInnen der Modeschule der Stadt Wien • Batja Ferch • Natalie Zipfl • Rosa Haltmeyer • Vera Scheickl Theodor Körner Preis der Stadt Wien für Wissenschaft • Mag.a Renée Winter Universität Wien – Doc Awards • Stefanie Barz • Anna Geyer • Christine Czinglar • Antonia Kuzmanic • Johanna Alexopoulos • Michaela Wiesinger • Nina Senitschnig Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien(Talenta) • Sonja Kranewitter • Christina Uhl • Mira Anna Oberkofler • Sylvia Mandl Die beiden 2009 initiierten Programme„Vienna PhD-School of Informatics“ der Fakultät für Informatik an der TU Wien und„Vienna International Post-Graduate Program for Molecular Life Sciences(VIPS)“ an den Max F. Perutz Laboratories, die sich wesentlich um die Förderung der Karriereentwicklung von Frauen in der Forschung bemühen, wurden auch 2013 fortgesetzt. Wissenschaft 211 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(28 Frauen, 42 Männer) für wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß bis 1 500 Euro Fördervolumen davon für Frauen 51 700 26 500 Wissenschaftsstipendien, junge AkademikerInnen Dr.in Olga Alekseeva • Die Neuformierung der russischen Politik nach den Präsidentschaftswahlen 2012. Eine Inhaltsanalyse russischer Internetquellen Mag.a Mirjana Anastasijevic • Rhythmus des Universums Mag.a Amina Barakat • Intersektionalität und Transkulturalität in der Gewaltprävention mit Kindern unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Forschung Dr.in Anna Sophie Berghoff • Präoperative Diffusions-gewichtete Bildgebung von singulären zerebralen Metastasen korreliert mit Überlebenszeiten Mag.a Valerie Bosse • Vom Kommen& vom Gehen – Frederic Mortons Ewigkeitsgasse Mag.a Rosemarie Burgstaller • Zur visuellen Repräsentation von Wien und Österreich im Nationalsozialismus. Geschichtsbilder – Propaganda – Tourismus Mag.a Hanja Dämon • Wiener Operettenerfolge der Zwischenkriegszeit und deren Verfilmung unter dem Aspekt biographischer Exilforschung Mag.a Ardjana Gashi • Gesundheitsförderung bei Kindern im Pflichtschulalter mit dem Schwerpunkt Trans­ kulturalität und einem Überblick über das Gesundheitsverhalten von Kindern in Österreich 212 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Mag.a Barbara Grodecka • Männerphantasien und Frauenbild am Beispiel von Männermagazinen Playboy, Penthouse und Wiener(2000–2009) Mag.a Iris Hasler • Viktor-Matejka-Kunstarchiv/ Projekt: Erfassung und Inventarisierung Mag.a Dr.in Ingrid Holzschuh • Otto Strohmayrs Lernjahre bei Peter Behrens und Clemens Holzmeister in Wien Mag.a Kristina Kirova • Der Stellenwert amerikanischer und heimischer TV Serien für österreichische Medien­ nutzerInnen – eine Vergleichsanalyse von Rezipientenansichten Mag.a Michaela S. Kölpl • Paula Wessely's wesentlichster Beitrag zum österreichischen Kinofilm Dipl.-Kulturwirtin Simone Kunz • Kompetenzen und Tätigkeitsbereiche bildender KünstlerInnen im Spiegel der Wissens­ gesellschaft und flexibilisierten Arbeitswelt Mag.a Andrea Linsbauer • Datenbank Fritz Kreisler und CD Projekt„Verfemt, vertrieben, ermordet!“ Mag.a Katherina Lochmann • Viktor-Matejka-Kunstarchiv/ Projekt: Erfassung und Aufstellung Mag.a Ulrike Matzer • 125 Jahre Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien Mag.a Agnes Meisinger • Zwei Jahrzehnte der Gegensätze. Die Geschichte des Wiener Eislauf-Vereins zwischen 1910 und 1930 MMag.a Clara Nagele • Der Fleischkonsum in Wien 1830–1913 MMag.a Doris Posch • Transnationales Kino der Gegenwart – Viennale transkulturell und translokal? MMag.a Dr.in Karin Rainer • Die phantastische Literatur. Eine aktuelle Analyse. Definition und Geschichte – Typische und atypische Fallbeispiele – Frauen und phantastische Literatur MMag.a Magdalena Reitbauer • Der Begegnungsort Wien als zentrale Rahmenbedingung für Österreichs Besuchsdiplomatie – Präsentation neuer Forschungsergebnisse auf der Basis relevanter Aktenmaterialien aus den 1960er- und 1970er-Jahren Mag.a Bettina Savarese-Brenner • Analysis of HCRP1 as a biomarker for the clinical outcome of cancer patients and its molecular function in tumor progression Wissenschaft 213 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Dr.in Margarethe Szeless • Ein Motiv im Wandel. Kriegsheimkehrer in der österreichischen Pressefotografie 1945–1955 MMag.a Sabine Töfferl • Friedrich Cerhas Keintaten –„Neue“ Wienerlieder? Mag.a Sandra B. Weiss, M.A. • Wiener Gelehrte und Buchbesitz. Handschriften und Inkunabeln der Palatina im Eigentum von Professoren der Universität Wien(15.–16. Jahrhundert) Mag.a Elisabeth Westphal • Mediale Berichterstattung in österreichischen Printmedien und Gegenüberstellung der Unterzeichnung der Bologna-Deklaration 1999 und der Budapest-Wien-Deklaration 2012 Mag.a Theres Wild • Von der Ehescheidung und den Ehescheidungsfolgen – eine rechtshistorische Analyse. Die Entwicklung der staatlichen Ehegesetzgebung unter Joseph II. bis zum heute geltenden Scheidungsrecht Stipendien, Studienbeihilfen sowie Förderungen für Diplomarbeiten und Dissertationen Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 93 300 Euro vergeben. Davon entfielen 57 735 Euro auf Studentinnen, bzw. Schülerinnen. Stipendien für Diplomarbeiten und Dissertationen Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß bis 4 000 Euro Das Budget im Jahr 2013 in der Höhe von 41 000 Euro wurde an zehn Frauen und drei Männer vergeben. Davon für Frauen 29 000 Euro. 214 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Forschungsstipendien, Wiener Wissensbasis Die Projekte im Einzelnen Mag.a Sara M.Ablinger • Intersexualität im Kontext der Strafverfolgung nach§129lb anhand des Falles Alexander P. von 1935 bis 1952 M.A. Jana Herwig • We are Anonymous. Mediale Ermächtigungsgesten, kollektive Identitäten und globallokaler Protest von Times Square bis zum Stephansplatz Mag.a Dr.in Sigrid Kroismayr • Das Wiener„Gemeinschaftshandeln“. Sammlung und Aufbereitung von Indikatoren für einen kulturellen und historischen Vergleich Mag.a Barbara Mithlinger • Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus am Theater in Österreich 1945 MMag.a Dr.in Claudia Mongini • Transversale Ästhetik II: zur Emergenz des transdisziplinären Feldes Mag.a Silvia Moosbrugger • Umwelt& Zivilcourage. Erfassung der Wiener Umweltaktivisten Mag.a Sabine Priglinger • Aufarbeitung des Nachlasses Cathrin Pichler Dr.in Marlen Schachinger • Schreibstudien- und-lehrgänge in und aus Wien Dr.in Celine Wawruschka • Vier Wochen in den Schützengräben: Zum Hintergrund der Aufzeichnungen Fritz Kreislers aus dem Ersten Weltkrieg Mag.a Nicole Ziegler • Sichtung und Archivierung des Nachlasses von Cathrin Pichler Wissenschaft 215 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien 11 Mitglieder, davon 8 Frauen Dr.in Elisabeth Brugger, Univ.-Prof.in Dr.in Astrid Kafka, Univ.-Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, Univ.-Prof.in Dr.in Herta Nagl, Univ.-Prof.in Dr.in Ulrike Schneider, Univ.-Prof. in Dipl.-Ing.in Dr.in Christine Mannhalter, Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Wendehorst, LL.M. Jury Preise und Förderungspreise der Stadt Wien Preise der Stadt Wien Preis der Stadt Wien für Volksbildung(Dotation: 8 000 Euro): HR ao. Univ.-Prof.in Dr.in Maria Teschler-Nicola, Direktorin der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien 25 Prozent(einer von vier Preisen) gingen an eine Frau. Preise der Stadt Wien Förderungspreise der Stadt Wien Kategorie Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften(Dotation: 4 000 Euro): Dr.in Daphne Aichberger-Beig, Institut für Zivilrecht der Rechtswissenschaftliche Fakultät an der Universität Wien Kategorie Natur- und Technische Wissenschaften(Dotation: 4 000 Euro): Dipl.-Biochem.in Dr.in Elke H. Heiss, Department für Pharmakognosie der Universität Wien 33,3 Prozent(zwei von sechs Preisen) gingen an eine Frau. 216 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Förderungspreise der Stadt Wien Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschafts­ förderungsfonds Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte im Jahr 2013: 249 135 Euro Kuratorium 10 Mitglieder, davon 6 Frauen Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Barta, OSRin Ing.in Dr.in Karin Büchl-Krammerstätter, Univ.-Prof. in Dr.in Helga Kromp-Kolb, Univ.-Prof.in Dipl.-Ing.in Lilli Licka, Univ.-Prof.in Dr.in Marianne Popp, Dekanin Univ.-Prof.in Ing.in Dr.in phil. Verena Winiwarter Kuratorium Die Fördermittel für vier ausgewählte Forschungsprojekte wie auch vier Best Paper Awards (Dotation jeweils: 3 700 Euro) gingen zu 100 Prozent an Männer. Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte: 252 258,40 Euro Kuratorium 17 Mitglieder, davon 10 Frauen Univ.-Prof.in Dr.in Luciana Aigner-Foresti, Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Barta, Univ.-Prof.in Dr.in Gabriella Hauch, Univ.-Prof.in Dr.in Sigrid Jalkotzy-Deger, Univ.-Prof. in Dr.in Herta Nagl, Univ.-Prof.in Dr.in Marianne Popp, Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Schindler, Univ.-Prof.in Dr.in Maria Sibilia, Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Wagner, Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Wendehorst, LL.M. Wissenschaft 217 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Kuratorium BOKU Best Paper Dipl.-Ing.in Dr.in Katharina Keiblinger • Soil metaproteomics – Comparative evaluation of protein extraction protocols, Soil Biology and Biochemistry(Dotation: 3 000 Euro) Dipl.-Ing.in Dr.in Verena Peer • Universities as change agents for sustainability – framing the role of knowledge transfer and generation in regional development processes(Dotation: 3 000 Euro) Mag.a Veronika Nagl • Metabolism of the masked mycotoxin deoxynivalenol-3-glucoside in rats[geteilt mit Dipl.Ing. Dr. Benedikt Warth – gleiche Arbeitsgruppe](Dotation: 1 500 Euro) 83,34 Prozent(zweieinhalb von drei Preisen) gingen an Frauen. BOKU Best Paper BOKU Talent Award – Dissertationen Dr.in Anita De Ruiter • Calculation of binding free energies from biomolecular simulations(Dotation: 3 000 Euro) Dr.in Viktoria Gaß • Analyzing Cost-Effective Wind Energy Deployment and Electric Vehicle Adoption in Austria (Dotation: 3 000 Euro) 66,7 Prozent(zwei von drei Preisen) gingen an eine Frau. 218 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 BOKU Talent Award – Dissertationen BOKU Talent Award – Masterarbeiten Dipl.-Ing.in Corinna Eggenreich • Diversität von Wanzen in ökologischen Ausgleichflächen und Weizenfeldern(Dotation: 1 500 Euro) Dipl.-Ing.in Elisabeth Feusthuber • Ökonomische Analyse von potentiellem GVO-Anbau unter Berücksichtigung der Koexistenz anhand einer Landschafsmodellierung(Dotation: 1 500 Euro) Dipl.-Ing.in Ivana Guduric(Central-East and South-East European, Regional Office of the European Forest Institute) • The perception of decision-makers to climate change adaptation in urban and peri-urban forests of Belgradet(Dotation: 1 500 Euro) Dipl.-Ing.in Jasmin Schiefer • Analysing different soil organic matter pools in clay sized microaggregates along a soil age gradient in the Marchfeld, Austria(Dotation: 1 500 Euro) 80 Prozent(vier von fünf Preisen) gingen an Frauen. BOKU Talent Award – Masterarbeiten BOKU Research Funding Dipl.-Ing.in Dr.in Doris Damyanovic • MehrWertGrün! – Nachhaltiges Management urbaner grüner Infrastruktur(Dotation: 72 400 Euro) 31,93 Prozent der Fördermittel gingen an eine Frau. Wissenschaft 219 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 BOKU Research Funding Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Kuratorium 8 Mitglieder, davon 1 Frau Dr.in Ursula Baatz Kuratorium Förderung Wien-bezogener Forschungsprojekte Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte: 155 000 Euro Mag.a Dr.in Christina Holweg/ Univ.-Prof. Dr. Christoph Teller • Verwertbarer Lebensmittelabfall in Geschäften des Wiener Groß- und Einzelhandels und dessen potenzielle Weiterverteilung(Dotation: 20 000 Euro) Mag.a Dr.in Eva Lienbacher • Bedeutung des Convenience-Trends für die innerstädtische Einkaufsstättenwahl älterer Konsument/innen beim Lebensmittelkauf. Ein Betriebstypenvergleich mit dem Schwerpunkt„Wiener Märkte“(Dotation: 19 500 Euro) Univ.-Prof.in Dr.in Verena Madner • Raumordnungs- und Baurecht als Instrumente städtischer Klimapolitik. Status quo und Perspektiven für die Stadt Wien im Lichte europäischer Good Practices(Dotation: 19 000 Euro) 37,74 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. 220 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Jubiläumsfonds der Stadt Wien, Wirtschaftsuniversität Förderprogramm AssistentInnen-Kleinprojekte Gesamtfördersumme: 14 890 Euro Dr.in Karolina Safarzynska • Conflict over resources: introducing between-group interactions to common pool resource dilemmas(Dotation: 3 600 Euro) Dipl.-Kffr. Tamara Wehrstein • Gestaltung von Anreizsystemen für ProjektmanagerInnen(Dotation: 3 450 Euro) Dr.in Diana Zdravkovic/ Mag.a Nina Königslehner/ Mag.a Eva Szigetvari • Staffing in Corporate Responsibility Jobs: Ideals and Realities(Dotation: 3 400 Euro) Ass.-Prof.in Dr.in Astrid Reichel(Department für Management) • Organisationale Einflussfaktoren auf Karrieren und soziale Ungleichheiten(Dotation: 2 640 Euro) 87,91 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. AssistentInnen-Kleinprojekte WU Best Paper Awards Gesamtfördersumme: 21 000 Euro Katrin Rabitsch(Institut für Außenwirtschaft und Entwicklung) • The Role of Financial Market Structure and the Trade Elasticity for Monetary Policy in Open Economies, Journal of Money, in: Credit and Banking, Volume 44, Issue 4, June 2012, pp. 603–629 16,7 Prozent der Preise gingen an Frauen. Wissenschaft 221 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 WU Best Paper Awards Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 80 000 Euro Kuratorium 6 Mitglieder, davon 3 Frauen Univ.-Prof.in Dr.in Maria Sibilia, Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Zöchbauer-Müller Kuratorium Forschungsentwicklungspreise Mag.a Corinna Altenberger • DNA methylation markers in serum samples of non-small cell lung cancer patients (Dotation: 25 000 Euro) 31,25 Prozent der Förderung gingen an eine Frau. AssistentInnen-Kleinprojekte 222 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Förderungspreis für eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der interdisziplinären innovativen Krebsforschung, die im Jahr 2012 in einem Peer-Review Journal publiziert wurden. Mag.a Barbara Drobits • Imiquimod clears tumors in mice independent of adaptive immunity by converting pDCs into tumor-killing effector cells. In: Journal of Clinical Investigation 2012, 122(2):575–585 (Dotation: 3 500 Euro) Dr.in Christine Heinzle • Differential Effects of Polymorphic Alleles of FGF Receptor 4 on Colon Cancer Growth and Metastasis. In: Cancer Research 2012, Nov 15;72(22):5767-77(Dotation: 3 500 Euro) 100 Prozent(zwei von zwei Preisen) gingen an Frauen. AssistentInnen-Kleinprojekte Der„Große zentraleuropäische Preis“(Dotation: 7 200 Euro) ging an einen Mann. 40 Prozent aller Förderungen dieses Fonds gingen an Projekte von Frauen. Fonds der Stadt Wien für Krebsforschung Wissenschaft 223 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Ehrenpreis des Viktor Frankl-Fonds: 5 000 Euro Kuratorium 10 Mitglieder, davon 5 Frauen Cecily Corti, Prof.in Marianne Gruber, Univ.-Prof.in Dr.in Susanne Heine, Mag.a Elisabeth Lindner, Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Rollett Kuratorium Der„Ehrenpreis des Viktor Frankl-Fonds“ ging an em. Univ.-Prof. Dr. Giselher Guttmann. Wiener Vorlesungen Mitwirkende gesamt 2013 Frauen 42% Männer 58% 2012 (45%) (55%) 2011 (43%) (57%) 2010 (43%) (57%) 2009 (37%) (63%) 2008 (34%) (66%) Wiener Vorlesungen, Mitwirkende Gesamt Die Wiener Vorlesungen sind ein Wissenschaftsvermittlungsprojekt, das in seinen Hauptzielsetzungen der Klärung der Frage verpflichtet ist, in welcher Welt wir leben: Wie entwickeln sich Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur? Wo stehen wir heute? Welche Probleme stellen sich? Welche Lösungen bieten sich an? Alle Fragen, ihre Thematisierung, die Methoden, mit denen eine Lösung angestrebt wird, haben eine Geschlechterkomponente. In den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ist der Genderaspekt ohnedies stets ein zentraler und integraler Bestandteil der Gesamtfragestellung. Aber auch in den Naturwissenschaften – man denke nur an die Life Sciences – ist die Thematisierung von Sex und Gender in den unterschiedlichen Wechselverhältnissen immer wichtiger geworden und als Perspektive jedenfalls auf die 224 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Forschungsstrukturen ganz zentral. Die Genderperspektive begleitet die Wiener Vorlesungen von der Ideenfindung, von den Themen und nicht zuletzt von der Suche nach geeigneten Vortragenden bzw. Podiumsdiskutantinnen. Im Sommersemester 2013 war Ágnes Heller„Sir Peter Ustinov-Gastprofessorin“ am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Mit substanzieller Unterstützung durch die Kulturabteilung der Stadt Wien hat das Sir Peter Ustinov Institut im Jahr 2004 gemeinsam mit der Universität Wien die„Sir Peter Ustinov Professur der Stadt Wien“ eingerichtet, die alljährlich besetzt wird. Das Ziel dieser Initiative ist, hervorragende Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der ganzen Welt für Vorlesungen zu gewinnen, durch die das Wissen über die Wirkungsweisen von Vorurteilen inhaltlich erweitert und räumlich verbreitet wird. Die Vorlesungen sind öffentlich zugänglich und mit einem Seminar für Studierende verbunden. Prof.in Heller ist eine renommierte ungarische Philosophin und emeritierte Hannah-Arendt-Professorin der Philosophie an der New School for Social Research in New York. Ihr philosophisches Denken dreht sich um die Werte Leben und Freiheit und um die Frage, wie das menschliche Naturverhältnis als gesellschaftliches und historisches zu begreifen ist. Besonderes Augenmerk schenkt sie den Problemen, Konflikten und Bedürfnissen des Alltagslebens. In den öffentlich zugänglichen Vorlesungen im Rahmen ihrer Ustinov-Gastprofessur in Wien ist Prof.in Heller der philosophischen Reflexion über den Themenkomplex der„Vorurteile“ von der europäischen Aufklärung bis zur Gegenwartsphilosophie nachgegangen. Schwerpunkte ihrer Vorlesungen lagen u. a. auf der Analyse des Totalitarismus von Hannah Arendt, der Geschlechtertheorie von Simone de Beauvoir, der Sexualgeschichte Michel Foucaults und auf Friedrich Nietzsches Konzeption des Vorurteils in seinem Spätwerk„Götzendämmerung“. Gemeinsam mit dem Institut für Philosophie der Universität Wien und dem Institut für Wissenschaft und Kunst haben die Wiener Vorlesungen im Jahr 2013 eine Reihe mit dem Titel„Figuren des Intellektuellen. Philosophieren im Licht der Öffentlichkeit“ initiiert, die sich dem Thema Öffentlichkeit, Öffentlichkeitsverlust, Strukturwandel der Öffentlichkeit widmet. Barbara Bleisch, Co-Leiterin des Netzwerks„Ethik im digitalen Zeitalter“ am Universitären Forschungsschwerpunkt Ethik und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie an der Universität Bern, beschäftigte sich in ihrem Vortrag„Glaubwürdigkeit und Authentizität. Oder: Müssen wir privat tun, was wir öffentlich sagen?“ mit der Frage, dass öffentliche Personen wie PolitikerInnen, EthikerInnen, SchriftstellerInnen in jüngerer Zeit vermehrt in die Kritik geraten, ihren Worten nicht Taten folgen zu lassen, der Doppelmoral bezichtigt und als unglaubwürdig kritisiert werden.„Möglicherweise“, so die These von Barbara Bleisch,„liegt dies weniger an den Thesen, die sie vertreten respektive an den Leben, die sie führen, als daran, dass sie als moralische Leitfiguren verstanden werden und ihr Tun und Lassen moralisch rigider vermessen wird. Damit muss sich die Gesellschaft aber auch die Frage stellen, ob sie zuweilen Personen zu Moralaposteln erhebt, die gar keine zu sein beansprucht haben. Glaubwürdigkeit hingegen lohnt sich so oder so; ihr Wert zahlt sich nicht allein in der Öffentlichkeit aus.“ Zum 100. Geburtstag von Albert Camus fand eine Podiumsdiskussion zum Thema„Der Existentialismus des Albert Camus- Kritik aus einer fernen und fremden Welt?“ mit Univ.-Prof.in Dr.in Johanna Borek, Univ.-Prof.in Dr.in Zohra Bouchentouf-Siagh und Dr.in Isolde Charim statt. Für viele, die nach dem Krieg geboren wurden, gehörten die Werke Albert Camus’ zu den wichtigsten intellektuellen Sozialisationsinstanzen. Sein Denken hat die Intellektuellen der 50er-, 60er- und 70er-Jahre und vor allem die großen geistigen und sozialen Reformbewegungen dieser Zeit entscheidend geprägt. Marlene Streeruwitz war Referentin der 6. Wiener Karl Kraus Vorlesung zur Kulturkritik. Der Titel Ihres Vortrages lautete„Ware Mensch.“ Marlene Streeruwitz zitierte in der Einladung zu diesem Vortrag Judith Butler(aus ihrer Rede zum Adorno Preis 2012 in Frankfurt): Wissenschaft 225 FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Es geht um die Frage folgender Art: Wessen Leben gilt bereits nicht mehr als Leben oder gilt nur teilweise als Leben oder gilt schon als tot und verschwunden, noch bevor es ausdrücklich zerstört oder aufgegeben wurde? In der Weiterführung dieser Erkenntnis geht es für Marlene Streeruwitz um die Möglichkeit, wie dieses„Leben“ oder„lebendig Sein“ gesprochen werden kann. Und wie über diejenigen gesprochen werden kann, deren„Leben“ und„lebendig Sein“ bestritten oder geleugnet wird: Die endgültige Dienstleistungsgesellschaft der next economy sieht die Person nur noch als Agentur ihrer eigenen Verwarung vor. Das Überleben kann die Person jedoch nur schaffen, wenn sie sich selbst als Ware betrachtend, den richtigen Preis für sich erzielen kann. Dieser Preis setzt den Wert der Person außer Kraft. Mehr als jedes Industrieprodukt ist die Selbstauslieferung der Person als Dienstleister oder Dienstleisterin – und das sind in der„postneoliberalen“ next economy fast alle Personen – das Mittel der Auslöschung des Werts der Person wie er in den Menschenrechten formuliert wird. Es gilt also vollkommen neue Sprachlichkeiten und Strategien daraus zu entwickeln, die einen kritischen Abstand der Person zu Selbstvorsorge, Selbstfürsorge und Selbstverwaltung herstellen können. Im Jahr 2013 haben 49 Wiener Vorlesungen mit insgesamt 109 TeilnehmerInnen(Vortragende, KommentatorInnen, ModeratorInnen, MusikerInnen), davon 46 Frauen und 63 Männer, stattgefunden. 226 Wissenschaft FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Frauenspezifische Themen aus Archiv und Forschung und die Vermittlung von abteilungsspezifischem Know How an Entscheidungsträgerinnen und Forscherinnen innerhalb und außerhalb des Magistrats der Stadt Wien gehörten auch 2013 zu den wichtigen Aufgabenbereichen des Wiener Stadt- und Landesarchivs. Öffentlichkeitsarbeit Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat im Berichtsjahr zehn„Zeitzeugnisse“ mit Schätzen aus den Beständen des Archivs auf seiner Homepage präsentiert. Einem frauengeschichtlichen Thema widmete sich das Zeitzeugnis über Edeltrud Posiles – Gerechte unter den Völkern. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv konnte im Jahr 2010 den Vorlass der 1916 in Wien geborenen Bildhauerin und Kunsthistorikerin Edeltrud Posiles, geborene Becher, erwerben. Posiles war es gelungen, in einer Atelierwohnung in der Neustiftgasse während der NS-Zeit die rassisch verfolgten Brüder Posiles zu verstecken. Edeltrud und Walter Posiles heirateten bald nach dem Krieg, wurden aber 1962 wieder geschieden. Edeltrud Posiles studierte nach dem Krieg Bildhauerei und später als Seniorenstudentin Kunstgeschichte. Im Jahr 1979 wurde sie von Yad Vashem mit dem Ehrentitel„Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Sie lebt heute 97jährig in einem Seniorenheim in Wien. www.wien.gv.at/kultur/archiv/geschichte/zeugnisse/posiles.html In der Ausstellung„Der Wiener Gemeinderat und der Wiener Landtag – eine Zeitreise 1848 – 2013“ wurde zum einen Frauen ein eigenes Kapitel gewidmet und zum anderen das Thema„Frauen“ in allen Kapiteln als Querschnittsmaterie behandelt. Beginnend mit den ersten weiblichen Mitgliedern des Provisorischen Gemeinderates 1918, der ersten Rede einer Frau im Wiener Gemeinderat, der Dokumentation der weiblichen Mitglieder im Scheinparlament Bürgerschaft 1934-1938 bis zur Dokumentation der Frauen in der Funktion als Vorsitzende des Gemeinderates und als Erste Präsidentinnen des Wiener Landtages werden die weiblichen Pionierinnen in der Wiener Politik zwischen 1918 und 2013 in der Ausstellung eingehend dargestellt. Werkverträge Die MA 8 hat im Zuge von beauftragten Werkverträgen im Berichtsjahr 67% der Budgetmittel an Werkvertragsnehmerinnen und 33% an Werkvertragsnehmer vergeben. Werkverträge Öffentlichkeitsarbeit• Werkverträge 227 FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien 2013 waren die Fachbereiche Geisteswissenschaften, Medizin, Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Theologie zur Förderung zugelassen. Es wurden 130 Projektanträge aus diesen Bereichen mit einer Wunschsumme von 1 859 877 Euro insgesamt eingereicht, davon wurden von Frauen 58 Anträge mit einer Summe von 891 095 Euro gestellt. Einreichungen Gesamt Es wurden vom Kuratorium 33 Anträge mit 300 348 Euro gefördert, davon gingen 15 Förderungen an Wissenschaftlerinnen mit einer Summe von 120.084 Euro. Förderungen Gesamt Eingereichte Projekte Bereich Geisteswissenschaften und Theologie Gesamt Frauen 24 Anträge 10 Anträge 237 341 97 978 228 Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 Geisteswissenschaften und Theologie, eingereichte Projekte Bereich Medizin Gesamt Frauen 81 Anträge 34 Anträge Medizin, eingereichte Projekte 1 325 612 628 874 Bereich Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Gesamt 11 Anträge Frauen 4 Anträge 118 449 44 339 Rechts-,Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, eingereichte Projekte Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien 229 FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 Bereich Veterinärmedizin Gesamt Frauen 14 Anträge 10 Anträge Veterinärmedizin, eingereichte Projekte 178 472 119 902 Geförderte Projekte Bereich Geisteswissenschaften und Theologie Gesamt 15 Anträge Frauen 6 Anträge Geisteswissenschaften und Theologie, geförderte Projekte 75 000 21 000 Bereich Medizin Gesamt Frauen 8 Anträge 3 Anträge 120 622 38 289 230 Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien FRAUENKULTURBERICHT / MA 8 Medizin, geförderte Projekte Bereich Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Gesamt 8 Anträge Frauen 4 Anträge 79 431 35 500 Rechts-Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, geförderte Projekte Bereich Veterinärmedizin Gesamt Frauen 2 Anträge 2 Anträge Veterinärmedizin, geförderte Projekte 25 295 25 295 Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien 231 FRAUENKULTURBERICHT / MA 9 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Auch 2013 legte die Wienbibliothek einen besonderen Schwerpunkt auf das Spannungsverhältnis Stadt und Frauen, was sich in spezifischen Aktivitäten niederschlug. Ausstellungen „Zum Konterfei das Autogramm!“ Widmungsphotographien der Wiener Sammlerin Hermine Kunz-Hutterstrasser(1873–1948) 18. Oktober 2012 bis 19. März 2013, Ausstellungsraum der Wienbibliothek In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach Eine der größten erhaltenen Sammlungen von Autogramm- und Widmungsphotographien ist jene der Wienerin Hermine Kunz-Hutterstrasser. Ihre zwischen 1880 und 1940 zusammengetragene Kollektion enthält Aufnahmen von Persönlichkeiten aus der Welt der Literatur, des Theaters, des Films, der Kunst und der Wissenschaft. 1981 gelangte ein Großteil der Photographien, etwa 1 600 Objekte, an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Rund 250 Schreiben, mit denen die Porträtierten die Zusendung ihrer Aufnahmen kommentiert hatten, waren hingegen schon 1943 von der Wiener Stadtbibliothek angekauft worden. Im Rahmen der Ausstellung fand eine Länder übergreifende intermediale„Wiedervereinigung“ der Widmungsphotographien mit den kongruenten Briefen statt. Die Ausstellung wurde durch Führungen und Veranstaltungen begleitet. Außerdem erschien ein gleichnamiger opulenter Band, herausgegeben von Marcel Atze(Handschriftensammlung, Wienbibliothek) und Michael Davidis(Deutsches Literaturarchiv Marbach), der familiengeschichtliche Hintergründe genauso beleuchtet wie photo-, sammlungs- und kulturhistorische Aspekte. Ein Buch ist ein Garten, den man in der Tasche trägt. Künstlerbücher von Waltraud Palme 7. März bis 24. Mai 2013, Foyer der Wienbibliothek Die Wienbibliothek hat in den letzten Jahren immer wieder Künstlerbücher, darunter auch Werke von Waltraud Palme, angekauft. Deren Arbeiten behandeln – oft ironisch – ein Thema oder erzählen Geschichten in immer wieder variierten Versionen. Manchmal dienen ihr Bücher auch als Archiv, in dem sie Forschungsergebnisse, die das Sammeln von Formen betrifft, festhält. Sie entstehen vor allem auf Reisen und beinhalten reale und geistige Fundstücke aus diesen Ländern. Veranstaltungen Ein Abend für Rosa Mayreder anlässlich des 75. Todestages 17. Jänner 2013, Gespräch und Lesung, Lesesaal der Wienbibliothek Rosa Mayreder(1858–1938) gilt als eine der wichtigsten Intellektuellen der ersten Wiener Frauenbewegung und stellt für die historische Forschung nach wie vor eine Herausforderung dar. Die Wienbibliothek, die im Besitz des umfangreichen Nachlasses ist, würdigte die Schriftstellerin und Künstlerin anlässlich des 75. Todestages mit Gesprächen zur aktuellen MayrederForschung(Brigitte Semanek, Sammlung Frauennachlässe, Universität Wien, und Kyra Waldner, Handschriftensammlung der Wienbibliothek) sowie einer Lesung aus den Tagebüchern und Erinnerungen von Rosa Mayreder. Erica Fischer: Königskinder 20. Februar 2013, Buchvorstellung und Lesung, Lesesaal der Wienbibliothek Die heute in Berlin lebende Schriftstellerin und Übersetzerin Erica Fischer stellte erstmals in 232 Ausstellungen• Veranstaltungen FRAUENKULTURBERICHT / MA 7 Wien ihr neues Buch„Königskinder“ vor. Der Roman erzählt die Geschichte ihrer Eltern Erich und Irka, die 1938 aus Wien nach London flüchten mussten. Die Autorin wurde in der englischen Emigration geboren. Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Wien zurück, wo Erica Fischer an der Universität Wien studierte. Anfang der 70er-Jahre wurde sie zu einer führenden Figur der neuen Frauenbewegung und nahm als Aktivistin, Theoretikerin und Rednerin an unzähligen Veranstaltungen und Demonstrationen teil. Sie ist Mitbegründerin der feministischen Zeitschrift„AUF – Eine Frauenzeitschrift“ und der Buchhandlung„Frauenzimmer“, die 2007 schließen musste. Hommage an die österreichischen Schriftsteller Felix Braun(1885–1973) und Käthe Braun-Prager(1888–1967) 5. März 2013, Lesung, Lesesaal der Wienbibliothek Käthe Braun-Prager zählt zu den großen und zu Unrecht halbvergessenen Autorinnen Österreichs. Aufgewachsen in einem liberal-jüdischen Elternhaus begann sie schon früh zu schreiben. Ihre literarische Produktion umfasst lyrische, prosaische und dramatische Werke, die schon in der Ersten Republik bewundert und gewürdigt wurden. 1939 emigrierte sie nach England. Die Wienbibliothek konnte nach und nach den größten Teil des literarischen Vor- und Nachlasses erwerben. Tatjana Madeleine Popovic, die in Berlin lebende Enkelin bzw. Großnichte von Käthe Braun-Prager und ihrem Bruder Felix Braun, entwarf an diesem Abend ein Lebensbild der Geschwister und las aus ihren Werken. Offenes Rathaus – Internationaler Frauentag 8. März 2013, Rathaus Der Internationale Frauentag richtet sich gegen die mehrfache Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen und Mädchen in aller Welt. Jährlich findet aus diesem Anlass das„Offene Rathaus“ statt. Die Wienbibliothek beteiligte sich auch 2013 mit Führungen durch ihre laufenden Ausstellungen und bedeutenden historischen Sammlungen: • Führung durch die Ausstellung„Zum Konterfei das Autogramm! Widmungsphotographien der Wiener Sammlerin Hermine Kunz-Hutterstrasser(1873–1948)“ mit Kyra Waldner(Wienbibliothek) • Führung der Künstlerin Waltraud Palme durch die Ausstellung„Ein Buch ist ein Garten, den man in der Tasche trägt. Künstlerbücher“ • Themenführung„Auf den Spuren bedeutender Frauen. Ein Streifzug durch die Wien­ bibliothek“ mit Isabella Wasner-Peter(Wienbibliothek) Christine Busta: Erfreuliche Bilanz. Dialektgedichte Christine Tavernier-Gutleben(Hg.), Salzburg/ Wien: Müller 2013 28. Mai 2013, Buchvorstellung und Lesung mit Erika Pluhar, Lesesaal der Wienbibliothek Sowohl in gedruckter als auch in gesprochener Form werden in diesem Band mit beiliegender CD erstmals Wiener Dialektgedichte der Schriftstellerin Christine Busta(1915–1987) vorgestellt. Die frühesten im Nachlass überlieferten Experimente stammen vom Beginn der 70erJahre, einer Zeit, in der der Wiener Dialekt sich durch Fernsehserien, Filme und Lieder großer öffentlicher Beliebtheit erfreute. Bustas Dialektgedichte wurden zu Lebzeiten nie publiziert, waren aber wohl dafür vorgesehen, wie nicht nur entsprechende Notizen bezeugen, sondern auch Aufnahmen auf Audiokassetten. Claudia Erdheim: Betty, Ida und Gräfin. Die Geschichte einer Freundschaft 12. November 2013, Buchvorstellung und Lesung, Lesesaal der Wienbibliothek Die zu ihrer Zeit berühmte Lyrikerin Betty Paoli, die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach und Ida Fleischl, die einen literarischen Salon unterhielt, verband eine enge Freundschaft. Die Dichterinnen lasen einander ihre entstehenden Werke vor, besprachen Inhalt und Stil – und Veranstaltungen 233 FRAUENKULTURBERICHT / MA 9 rauchten dabei leidenschaftlich Zigarren. Emanzipierte, hochintelligente Frauen, prominente Gäste wie Sigmund Freud und das Ehepaar Laube, Sommerfrischen und die wichtige Rolle der Dienstboten: Diese Lebenswelt bildet den Hintergrund für Claudia Erdheims Roman, in dem sie den gemeinsamen Alltag der Protagonistinnen sowie die damalige kulturelle und politische Welt höchst eindrücklich nachzeichnet. Die Autorin erarbeitete den Roman(auch) entlang der in der Wienbibliothek vorhandenen Bestände. Nadja Bucher: Die wilde Gärtnerin 21. November 2013, Buchvorstellung und Lesung, Lesesaal der Wienbibliothek Nach ihrem erfolgreichen Debütroman„Rosa gegen den Dreck der Welt“ erschien 2013 Nadja Buchers neuer Roman über Liebe, Familie, Verlust und die Frage nach einer gerechten Gesellschaft. Die Autorin lebt in Wien. Sie studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Wien und Sussex(UK). Wienbibliothek BenützerInnen Von den 1 457 im Jahr 2013 neu ausgestellten Lesekarten entfielen 736(51%) auf Frauen. Unter diesen stellt die Gruppe der Studentinnen mit über 55 Prozent die weitaus größte Gruppe, was auf die Bedeutung der Wienbibliothek insbesondere für jüngere Frauen hinweist. Wienbibliothek BenützerInnen 234 Veranstaltungen• BenützerInnen FRAUENKULTURBERICHT / WIEN MUSEUM WIEN MUSEUM Frauenanteil im Team Direktion 1 Frau, 2 Männer Dr.in Ursula Storch(Vizedirektorin) Direktion Mittleres Management 5 Frauen, kein Mann Mag.a Bärbl Schrems(Ausstellungsproduktion), Ing.in Mag.a Martina Klauser(Interne Services), Mag.a Teresa Mitterlehner-Marchesani(Marketing und Öffentlichkeitsarbeit), Mag.a Elisabeth Graff(Restaurierung und Objektbetreuung), Mag.a Isabel Termini-Fridrich (Vermittlung und BesucherInnenservice) Mittleres Management Wissenschaftliche MitarbeiterInnen 15 Frauen, 8 Männer Mag.a Susanne Breuss, Mag.a Elke Doppler, Mag.a Andrea Hönigmann-Polly, Mag. Alexandra Hönigmann-Tempelmayr, Dr.in Regina Karner, Mag.a Frauke Kreutler, Dr.in Michaela Kronberger, Mag.a Michaela Lindinger, Dr.in Martina Nußbaumer, Mag.a Eva-Maria Orosz, Mag.a Elke Sodin, Dr.in Monika Sommer-Sieghart, Dr.in Ursula Storch, Mag.a Susanne Winkler, Mag.a Lisa Wögenstein Team 235 FRAUENKULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Wissenschaftliche MitarbeiterInnen Exemplarische Gender-Themen im Wien Museum Ankäufe und Schenkungen Kunstwerke und Fotografien aus dem 20. und 21. Jahrhundert, die von Frauen stammen, wurden 2013 im Wert von rund 46 000 Euro angekauft. Auch unter den Schenkungen finden sich zahlreiche Objekte, die im direkten Zusammenhang mit dem Alltag und der Lebensrealität konkreter Frauen stehen. Ein Teil dieser historischen Werke stammt aus einer Zeit, in denen Frauen nur sehr schwer Zutritt zur Kunstausübung erhielten. Die gezielte Sammlungserweiterung in diesem Segment, aber auch im Bereich der Alltagskultur, ist ein integraler Bestandteil der Sammlungsstrategie des Wien Museums. So wurden 2013 beispielsweise über 300 Vintage Prints von Margherita Spiluttini erworben. Spiluttini zählt zu den bedeutendsten Architekturfotografinnen der Gegenwart. Für den Führer„Architektur in Wien. 300 sehenswerte Bauten“, der 1984 von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur herausgegeben wurde und über lange Zeit als das Standardwerk schlechthin galt, fotografierte sie die bedeutendsten Bauwerke Wiens. Die Fotografien hat Spiluttini zum„Wien Plan“ versammelt, der die Dokumentation einer architekturhistorischen Stadtvermessung und zugleich eine Bestandsaufnahme der Architektur dieser Stadt durch die Linse einer prägenden Fotografin ist. Aus einer Auktion erwarb das Wien Museum Leontine von Littrows Ölgemälde„Mein Maler­ atelier in Abbazia“. Leontine von Littrow(1860–1925) war die Tochter des Marineexperten und Schriftstellers Heinrich von Littrow(1820–1895) und wuchs in Triest und Abbazia/ Opatija auf. Sie setzte sich als Malerin besonders intensiv mit den Stimmungen und Wirkungen des südlichen Lichts und der warmen Farben auseinander. Die Künstlerin war eng mit Olga Wisinger-Florian befreundet. Beide befassten sich in der Umgebung von Abbazia, aber auch in Dalmatien mit ähnlichen Sujets und Darstellungsweisen. Eine besondere Bedeutung für die gemeinsame Arbeit hatte das Atelier von Littrow. Aus Tagebüchern von Olga Wisinger-Florian geht hervor, dass diese das Atelier für großformatige Werke benutzen konnte. Leontine von Littrows Innenansicht ihres Ateliers ist eines der wenigen südlichen Interieurbilder. Auf den Möbeln tanzende Lichtreflexe und der Blick aus dem Fenster aufs Meer schaffen eine einladende Atmosphäre. Ausstellungen Nach Barbara Pflaum, Elfriede Mejchar und Trude Fleischmann, widmete das Wien Museum abermals einer großen Fotografin eine Personale: Edith Tudor-Hart(1908–1973), die in der österreichischen Fotogeschichte unter ihrem Mädchennamen Edith Suschitzky bekannt ist, zählte zur Riege jener politisch engagierten FotografInnen, die in der Zwischenkriegszeit mit sozialkritischem Impetus den politischen Entwicklungen begegneten. Geprägt von einem linken jüdischen Elternhaus arbeitete sie als Fotoreporterin und politische Fotografin in Wien – zu236 Exemplarische Gender-Themen im Wien Museum FRAUENKULTURBERICHT / WIEN MUSEUM gleich war sie kommunistische Agentin. 1933 heiratete sie einen ebenfalls den Kommunisten nahestehenden Engländer und flüchtete mit ihm nach Großbritannien, um einem drohenden Prozess in Österreich zu entgehen. In der Folge entstanden brillante Sozialreportagen in den Londoner Slums oder im walisischen Kohlerevier, die heute zu den Hauptwerken der britischen Arbeiterfotografie zählen. Entsprechend der Programmatik des Hauses war Frauengeschichte auch in anderen Sonderausstellungen des Wien Museums umfangreich repräsentiert. Die Ausstellung„Wiener Typen – Klischees und Wirklichkeit“ thematisierte beispielsweise die prekären historischen Lebensund Arbeitswelten der sogenannten Wäschermädel und Standlweiber, die„Österreichische Riviera – Wien entdeckt das Meer“ Geschlechterrollen und gesellschaftliche Zwänge der Badekultur des 19. Jahrhunderts. Exemplarische Gender-Themen im Wien Museum 237 FRAUENKULTURBERICHT FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländern gegeben. Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Film, Kino, Video Bildende Kunst, Foto Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 30 541 932,06 4 036 018,30 9 836 658,59 732 147,00 22 843 492,00 85 236 674,92 397 000,00 16 183 500,00 8 657 998,26 2 422 033,92 1 450 000,00 216 000,00 409 488,18 10 795 931,33 21 247 200,59 241 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT Archive Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche MitarbeiterInnen Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Übersetzung Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen Museen der Stadt Wien Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH Mozarthaus Vienna Errichtungs- und BetriebsgesellschaftmbH Museumsquartier Wien ARGE Bezirksmuseen Baukosten MuseumsQuartier Wien Errichtungs- und BetriebsgesmbH Wissenschaftliche Förderungen AIT Austrian Institute of Technology GmbH 242 Museen, Archive, Wissenschaft 8 798,02 42 534,18 3 557,00 5 086,68 21 584,00 42 651,35 11 806,32 48,60 4 457,43 5 279,12 6 759,91 2 130,00 17 847,05 15 014 553,26 3 954 764,00 400 000,00 438 413,00 384 000,00 100 000,00 107 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Akademie der bildenden Künste Wien 100 000,00 Architekturzentrum Wien 1 475 000,00 Club of Vienna – Verein zur Förderung interdisziplinärer Forschung für Wien 100 000,00 Demokratiezentrum Wien 50 000,00 Forschungszentrum für historische Minderheiten 20 000,00 Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie 150 000,00 Institut für die Wissenschaften vom Menschen 650 000,00 Jewish Welcome Service Vienna 143 600,00 JOSZEF – Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittelund Osteuropa 16 500,00 Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft – Österreichische Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung 900 000,00 Max F. Perutz Laboratories GmbH 225 900,00 Medizinische Universität Wien 25 000,00 OeaD –(Österreichischer Austauschdienst)-Gesellschaft mit beschränkter Haftung 10 000,00 Österreichische Akademie der Wissenschaften 387 000,00 Österreichische Forschungsgemeinschaft 60 000,00 Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem 22 000,00 QWIEN. Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte 120 000,00 Sigmund-Freud-Privatstiftung 270 000,00 Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes 270 000,00 Technische Universität Wien(Gastprofessur) 100 000,00 Technische Universität Wien(Stipendienprogramm) 136 000,00 Universität Wien 20 000,00 Verein der Freunde der American Austrian Foundation 80 000,00 Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 33 600,00 Verein für Geschichte der Stadt Wien 50 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 243 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Sammlung Rotes Wien Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien(VWI) Forschung – Dokumentaton – Vermittlung WWTF – Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds Wirtschaftsuniversität Wien Rahmenbetrag A.A.S. Arbeitsgemeinschaft Arktis und Subarktis AESOP – Young Academics Network Aisthesis – Plattform für kritische Medien- und Kulturtheorie Akademischer Arbeitskreis Japan – Österreichische Japangesellschaft für Wissenschaft und Kunst – AAJ Alliance for Nature Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien Alumniverband der Universität Wien Arbeitsgemeinschaft für sozialwissenschaftliche und sporthistorische Forschung Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik. APP-Wien Arbeitskreis Wiener Altgermanistik Armin Berg Gesellschaft Verein zur Förderung und Erforschung jüdischer Unterhaltungskultur in Wien art: phalanx Kommunikationsagentur GmbH ART[ist] – Alumniverein der Universität für angewandte Kunst Wien Arthur Schnitzler-Gesellschaft artminutes – Büro für Wiener Theaterforschung AUF-Kultur-Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungsund Archivarbeit Austria Mundi Gesellschaft für internationale Kulturforschung brainkitchen nahrung für geist und gaumen, herz und hirn 65 000,00 50 000,00 400 000,00 1 660 000,00 530 000,00 1 500,00 2 000,00 1 000,00 1 000,00 3 000,00 1 500,00 3 300,00 2 300,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 4 500,00 4 000,00 1 500,00 2 000,00 5 000,00 1 500,00 244 Museen, Archive, Wissenschaft FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Club der Graphischen Club Kommunikation – Verein der Freunde des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien Computer Vision Club content associates OG Culture2Culture Da Ponte Research Center daedalus Transmediale Gesellschaft Das Drehbuch – Kulturverein zur Erfassung und bibliothekarischen Aufbereitung von TV-Film- und Kinofilm-Drehbüchern dérive – Verein für Stadtforschung Die Wiener Volkshochschulen GmbH Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur – DOML echo medienhaus ges.m.b.h. ECSA Austria Educult Denken und Handeln im Kulturbereich eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies Eranos Vindobonensis Erika Mitterer Gesellschaft Ernst A. Plischke Gesellschaft Ernst Jandl-Gesellschaft Europäische Musikforschungsvereinigung(EMV) Evangelische Akademie Wien EVAN-Society exil.arte – Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik Förder- und Forschungsverein Biennale Venedig Förderungsverein des Wissenschaftspreis für Wirtschaftsgeschichte Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt(FORBA) 1 300,00 3 500,00 5 000,00 1 500,00 3 000,00 3 000,00 3 000,00 1 200,00 2 800,00 8 500,00 6 000,00 2 000,00 2 000,00 15 000,00 10 000,00 2 000,00 2 000,00 500,00 5 500,00 6 000,00 26 000,00 2 500,00 5 000,00 3 000,00 6 200,00 2 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 245 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Forschungsgesellschaft Kunst und Recht Forschungsstelle und Dokumenationszentrum für österreichische Philosophie Forum Katholischer Akademiker/innen Forum Zeit& Glaube – Kath. AkademikerInnenverband Wien Foto K – Verein für Fotografie und Kunst Franz Schmidt-Gesellschaft Frauenhetz – Feministische Bildung, Politik, Kultur Frauensolidarität – feministisch-entwicklungspolitische Informationsund Bildungsarbeit Freidenkerbund Österreichs(FDBÖ) – Verein für wissenschaftliche Weltanschauung Freunde der Druckgraphik Freunde der Völkerkunde Freundinnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Fritzpunkt Stadt Theater Wien Geschichte.Recht.Öffentlichkeit, Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts gesellschaft für architektur- und kulturforschung(archikult) Gesellschaft für Bildung& Kultur Gesellschaft für Historische Tonträger e.V. Gesellschaft für Kulturpsychologie Gesellschaft zur Förderung von Nordamerikastudien an der Universität Wien Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich Grillparzer Gesellschaft Heinz von Foerster-Gesellschaft honey& bunny productions – Verein zur Designforschung und Designpublikation 246 Museen, Archive, Wissenschaft 1 600,00 1 500,00 5 700,00 700,00 2 500,00 1 500,00 2 000,00 700,00 1 300,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 800,00 1 500,00 3 000,00 1 700,00 2 000,00 5 000,00 2 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN IAMCC/Research(International, Architekture, Multimedia, Computer, Communication Research) IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa IFAG – Interdisziplinäres Forschungszentrum Architektur und Geschichte IG Bildende Kunst IG Freie Theaterarbeit IG Kultur Österreich IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie und autonome Kulturarbeit Ignaz-Lieben-Gesellschaft. Verein zur Förderung der Wissenschaftsgeschichte Imagine. Verein für Kulturanalyse InExActArt – Verein zur Förderung performativer Kunst Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanter Info) Initiative Denkmalschutz Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Institut für Graffiti-Forschung – ifg Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung an der Wirtschaftsuniverstität Wien – NPO-Institut Institut für jüdische Geschichte Österreichs Institut für Konfliktforschung Institut für Konstruktiven Realismus Institut für Österreichkunde Institut für Transkulturelle Psychiatrie und Migrationsforschung Institut für vergleichende Architekturforschung iva-icra Institut für Wissenschaft und Kunst – IWK Institut Wiener Kreis – Verein zur Förderung Wissenschaftlicher Weltauffassung 4 500,00 20 000,00 7 000,00 1 000,00 1 400,00 5 500,00 8 000,00 1 500,00 2 500,00 1 500,00 2 000,00 800,00 18 000,00 800,00 2 000,00 16 000,00 6 000,00 2 000,00 3 000,00 1 500,00 1 000,00 25 000,00 40 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 247 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN International Music Academy Orpheus International Social Ontology Society(ISOS) Internationale Coronelli – Gesellschaft Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien Internationale Gesellschaft für Mittel- und Osteuropaforschung e.V. (IG.MOF) Internationale Gesellschaft für Musikwirtschaftsforschung Internationale Gesellschaft für neue Musik, Sektion Österreich Internationale Nestroy-Gesellschaft Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften – IFK IPS-Wien(Institut für Psycho – Soziale Fragen zur Erforschung, Aufarbeitung und Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs) Jewish Welcome Service Vienna JU-KU Junge Wege zur Kunst Jura Soyfer Gesellschaft KommEnt – Paulo Freire Zentrum Kontaktstelle für Weltreligionen – KWR Kulturverein Saba KunstPlatzl Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien Kurt Gödel Gesellschaft La Pomarancia – Eins und doch vielfältig Gemeinnütziger Kulturverein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschieden zwischen Österreich und Italien Labor Alltagskultur – Verein zur Dokumentation von Alltagskultur labprojects kulturverein Lalish Theaterlabor/Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur LIMDA-Integration für Flüchtlingskinder 248 Museen, Archive, Wissenschaft 2 700,00 1 500,00 1 800,00 2 500,00 1 400,00 1 000,00 2 200,00 4 000,00 40 000,00 1 000,00 5 000,00 3 000,00 15 000,00 2 000,00 1 000,00 700,00 700,00 4 800,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 1 000,00 1 100,00 1 300,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte – Forschungsverein Marianne Ringler Forschungsförderungsverein Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichsichen Universitäten Mauthausen Komitee Österreich Mazzesinsel Donau-Hof e.V. Mediacult – Internationales Forschungsinstitut für Medien, Kommunikation und kulturelle Entwicklung Medienwerkstatt Wien MICA(MUSIC Information Center AUSTRIA) Mikroskopische Gesellschaft Wien Mozarthaus Vienna Errichtungs- und BetriebsgesellschaftmbH Netzzeit – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene ÖGLA – Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur Oikodrom – Forum Nachhaltige Stadt, Verein für neue Städtebaukultur Orientalische Gesellschaft Wien Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft Österreichische Freunde von Yad Vashem Österreichische Geographische Gesellschaft Österreichische Gesellschaft für Architektur Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Österreichische Gesellschaft für Germanistik – ÖGG Österreichische Gesellschaft für historische Gärten-öghg Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik Österreichische Gesellschaft für Literatur 4 000,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 22 000,00 2 500,00 7 000,00 1 000,00 5 000,00 3 800,00 1 500,00 2 000,00 2 200,00 4 000,00 7 000,00 1 000,00 12 000,00 13 000,00 1 673,00 2 000,00 2 500,00 2 000,00 4 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 249 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Österreichische Gesellschaft für Musik und Medizin Österreichische Gesellschaft für Musikwissenschaft Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft – ÖGPW Österreichische Gesellschaft für Religionswissenschaft Österreichische Liga für Menschenrechte Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen(ÖPIA) Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung Österreichischer Herzfonds Österreichischer Ingenieur- und Architekten-Verein Österreichischer Komponistenbund(ÖKB) Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Österreichisches Institut für Internationale Politik – oiip Österreichisches Institut für nachhaltige Entwicklung Österreichisches Lateinamerika-Institut Österreichisches VolksLiedWerk Österreichisch-italienischer Kulturverein mezzogiorno Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft(OSPG) Pan Afrikanisches Forum in Österreich für Kultur und politische Entwicklung Afrikas – Pan African Forum in Austria paraflows – Verein zur Förderung der Digitalen Kunst und Kulturen Passagen Forum – Verein zur Förderung interdisziplinärer Projekte aus Literatur, Kunst, Medien, Wissenschaft und Philosophie PICA – Verein zur Unterstützung von ICOMOS Austria zur Erhaltung und Entwicklung des Kulturerbes Pionierinnen – Verein zur Förderung weiblicher Kunst, Kultur, Wissenschaft Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien 250 Museen, Archive, Wissenschaft 1 500,00 2 000,00 650,00 6 000,00 1 500,00 1 000,00 5 000,00 6 000,00 6 000,00 3 000,00 5 000,00 30 000,00 3 000,00 1 500,00 6 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 6 000,00 2 000,00 1 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Pro Scientia – Österreichisches Studienförderungswerk PROJEKT SCHWAB. Verein zur Aufarbeitung und Archivierung des Gesamtwerks von Werner Schwab. Wien Projektzentrum – Institut für Sozialforschung, Bildung, Integration und Kunst Psychologische Gesellschaft für Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung(PSI) PUNKT. Verein für wissenschaftliche und künstlerische Arbeit. Geschichte-Architektur-Raumforschung Raimundgesellschaft Ridialou-Lahi Baye Fall – Verein zur Förderung des Verständnisses der Lehre Cheikh Ahmadou Bamba und Mamecheikh Ibrahima Fall und des Zusammenhaltes der Baye Fall in Österreich s/w – TSIGANKA. Verein zur Förderung und Erhaltung von Kunst und Kultur der Roma und Jenischen Salon Vienna – Ein jüdischer Kulturverein Schulverein Komensky Schwarze Maske – Verein für Theater und Kultur Science Center Netzwerk SEAS – South East Asian Studies – Gesellschaft für Südostasienwissenschaften Wien „Servitengasse 1938“ – Verein zur Erforschung jüdischer Schicksale am Alsergrund Severin Gemeinschaft Heiligenstadt Sigmund Freud Privatstiftung Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen SR-Archiv österreichischer Popularmusik Stadtinitiative Wien – Konzerte Stiftung Österreichisches Freilichtmuseum Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich SWS – Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft 5 000,00 7 500,00 1 500,00 2 800,00 1 200,00 4 500,00 1 000,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 5 000,00 1 000,00 1 500,00 1 000,00 25 000,00 40 000,00 2 000,00 1 000,00 7 300,00 1 800,00 6 500,00 Museen, Archive, Wissenschaft 251 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN SYM/PATHOS – Verein zur Förderung von Kunst und Philosophie im 21. Jahrhundert Team Perspektiven. Mit Freude Leben Technische Universität Wien TFM-Diskurs. Verein zur Förderung der Wissenschaftskultur in Theater, Film und Medien Theodor Körner Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst Theodor Kramer Gesellschaft TU Wien alumni club TYCHE – Verein zur Förderung der Alten Geschichte in Österreich Universitas Austria Universität Wien Universitätszentrum für Friedensforschung Verein„Wohnprojekt Grundsteingasse 32“ Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Verein Betrifft: Neudeggergasse Verein der Freunde der Komödianten Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica Haus Verein der Freunde des Kunsthistorischen Museums Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Verein für Geschichte und Sozialkunde – VGS Verein für Geschichtspublizistik Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein für interdisziplinäre Biographieforschung Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung (kurz: KoPhil) Verein für Kultur- und Migrationsforschung Verein für Literaturverwertungskommunikation„Literaturbörsel“ 252 Museen, Archive, Wissenschaft 2 000,00 5 000,00 41 000,00 1 500,00 4 500,00 14 500,00 6 500,00 1 600,00 2 000,00 21 500,00 1 500,00 1 700,00 1 000,00 1 300,00 6 000,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 1 200,00 9 800,00 3 500,00 4 500,00 5 000,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein für Medienkultur und Gesellschaft Verein für Philosophie-Förderung Verein für Rechts- und Kriminalsoziologie Verein für Solidarökonomie(VSKÖ) Verein Kulturprojekte Verein Literatur/ Wissenschaft Verein Literaturzeitschriften Autorenverlage VLA e.V. Verein Musik Ensemble Theater Verein Neugermanistik Wien Verein Ödön von Horváth Verein Projekt Theater Verein Stichwort – Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung Verein Wiener Nobelpreisträgerseminar Verein ZOOM Kindermuseum Verein zur Analyse von Politik und Kultur Verein zur Erforschung und Darstellung der Wiener Theatertradition Verein zur Erforschung von Theorie und Praxis des Entwerfens Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Verein zur Förderung der evangelischen Theologie Verein zur Förderung der Fotografie„WestLicht“ Verein zur Förderung der Landschaftsarchitektur Verein zur Förderung der theoretischen Physik in Österreich Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittel- und Osteuropa Verein zur Förderung des Instituts für Geschichte Verein zur Förderung historischer Sozialwissenschaft Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Verein zur Förderung relevanter Inhalte 1 500,00 3 200,00 2 500,00 4 000,00 1 400,00 5 500,00 1 300,00 500,00 10 500,00 7 000,00 3 200,00 1 000,00 7 500,00 9 500,00 3 000,00 1 500,00 2 000,00 1 000,00 5 600,00 2 000,00 4 000,00 3 500,00 9 180,00 1 500,00 2 000,00 500,00 1 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft 253 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Verein zur Förderung und Erforschung medialer Geschichtsvermittlung Verein zur Förderung von L‘HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Verein zur Förderung von Studien zur Migration und Global-Kultur Verein zur Förderung von Subkultur Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen Verein zur Geschichte der Volkshochschulen. Förderverein des Österreichischen Volkshochschularchiv Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter Veterinärmedizinische Universität Wien Viktor Frankl Zentrum Wien Volkshochschule Hietzing VSIG – Verein zur Förderung von Studien zur interkulturellen Geschichte webbrain – Gesellschaft zur Verbreitung von Ton-, Bild- und Denkkunst im virtuellen und im realen Raum WGLS – Wissenschaftliche Gesellschaft für Leibeserziehung und Sport in Wien Wien macht Kultur Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie – WiGiP Wiener Institut für Strauss-Forschung wiener kulturwerkstätte GRENZ_film Wiener Opernarchiv Wiener Psychoanalytische Akademie GmbH 254 Museen, Archive, Wissenschaft 7 000,00 3 000,00 8 000,00 2 300,00 2 500,00 1 000,00 1 450,00 1 800,00 12 700,00 1 500,00 6 500,00 7 000,00 4 500,00 3 100,00 1 000,00 5 000,00 2 000,00 1 500,00 3 600,00 8 500,00 800,00 11 000,00 17 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Wiener Rechtsgeschichtliche Gesellschaft Wiener Senioren Zentrum im WUK Wiener Sprachgesellschaft Wiener Volksliedwerk Windhorse – Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit Wissen und Verantwortung Carl Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaft Österreich Wissenschaft – Religion – Gesellschaft ZEIT.FRAU – Verein zur Vernetzung von Frauenanliegen Zentralvereinigung der Architekten Österreichs Summe Rahmenbetrag Buchankäufe Amartis Verlag Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co. KG. dérive – Verein für Stadtforschung Edition Steinbauer GmbH Edition Winkler Hermaden Europäische Musikforschungsvereinigung Wien Facultas Verlag GESA Musikverlag Ibera Verlag European University Press Verlagsgesellschaft M.B.H. IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik ISAR Media Verlag Löcker Verlag GesmbH Maurer Heimatrunde – Verein für Heimatgeschichte, Heimatkunde und Heimatpflege 1 000,00 1 200,00 8 700,00 14 500,00 600,00 1 000,00 500,00 500,00 1 500,00 1 185 853,00 1 210,50 3 841,00 560,00 2 274,00 998,00 1 200,00 854,70 480,00 399,90 600,00 400,00 642,40 2 132,00 1 120,00 Museen, Archive, Wissenschaft 255 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Metroverlag Milena Verlag Passagen Verlag Ges.m.b.H. Promedia Verlag S. Fischer Verlag GmbH Seifert Verlag GmbH Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft SWS-Rundschau Studien Verlag Verein Initiative Denkmalschutz Verein zur Förderung des Österreichischen Kabarettarchivs Verlag Carl Ueberreuter GmbH Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes GmbH (ÖGB Verlag) Verlag DTW Zukunfts PR Denk und Text-Werkstatt Verlag Turia+ Kant Summe Buchankäufe Druckkostenbeiträge A.A.S. Arbeitsgemeinschaft Arktis und Subarktis Alfred Klahr Gesellschaft Amalthea Signum Verlag GmbH Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG Czernin Verlag GesmbH Edition Raetia Edition Steinbauer GmbH Eigenverlag Dr. Gunter Vogl Eigenverlag Jüdisches Museum Wien Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Europäische Musikforschungsvereinigung(EMV) 256 Museen, Archive, Wissenschaft 1 045,00 717,00 1 449,55 306,60 1 027,84 597,00 626,00 1 807,61 960,00 624,00 299,40 498,00 625,00 400,00 27 695,50 600,00 800,00 2 100,00 9 100,00 1 400,00 800,00 3 000,00 800,00 800,00 3 900,00 1 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Facultas Verlags-& Buchhandels AG Folio Verlagsgesellschaft m.b.H. Förder- und Forschungsverein Biennale Venedig Hietzinger Museumsverein Hollitzer Wissenschaftsverlag Holzhausen Verlag GmbH Ibera Verlag – European University Press Jan Sramek Verlag KG Keine Delikatessen – Bühne für Schriftbilder Lit Verlag GmbH& Co. KG Wien Mandelbaum Verlag MANDELBAUMS KULTUR UNTER DER BRÜCKE MANZ‘sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH Metro Verlag Musikwissenschaftlicher Verlag Wien Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH Nfg KG new academic press og Novum publishing gmbH Nylon – Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse Österreichisch – Litauische Gesellschaft Österreichische Exlibris-Gesellschaft Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik Österreichische Gesellschaft für historische Gärten-öghg Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für Unternehmensgeschichte, WU Wien Österreichische Haiku Gesellschaft Österreichischer Verein für Studentengeschichte 800,00 1 000,00 1 200,00 400,00 1 000,00 1 500,00 1 600,00 1 000,00 500,00 6 800,00 3 100,00 3 100,00 500,00 3 300,00 1 300,00 2 600,00 800,00 600,00 1 000,00 800,00 600,00 1 000,00 1 000,00 600,00 700,00 600,00 600,00 600,00 Museen, Archive, Wissenschaft 257 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Österreichisch-Serbische Gesellschaft Passagen Verlag Ges.m.b.H. Peter Lang GmbH Praesens Verlag Promedia Druck-& Verlagsges.m.b.H. PROverbis e.U. Verlagsservice und Verlag Seifert Verlag Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Studien Verlag Ges.m.b.H Universitätszentrum für Friedensforschung V& R Unipress GmbH Verein für Volkskunde Verein Initiative Denkmalschutz Verein zur Erforschung der Monodie Verlag Christoph Laimer Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes GmbH Verlag Erasmus Wien Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH Verlag Kremayr& Scheriau KG Verlag Turia und Kant, Dr. Ingo Vavra Verlag Zaglossus e.U. Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Ges.m.b.H. Verlagshaus Hernals wiener kulturwerkstätte GRENZ_film Summe Druckkostenbeiträge 1 000,00 2 100,00 3 100,00 2 500,00 1 200,00 1 000,00 2 700,00 800,00 500,00 5 500,00 500,00 2 800,00 1 000,00 600,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 300,00 500,00 1 000,00 1 100,00 800,00 2 600,00 500,00 1 000,00 100 000,00 258 Museen, Archive, Wissenschaft FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Baukosten CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin GmbH. Verein für die Geschichte der Arbeiterbewegung Veranstaltungen Wiener Vorlesungen Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT BAUKULTURELLES ERBE Altstadterhaltung Denkmäler, Freiplastiken Friedhof St. Marx Stiertor St. Marx Nepomuk Kapelle Grinzing Verein zur Erforschung der Repressionsmaßnahmen des österreichischen Regimes 1933–1938 Baukosten Israelitische Kultusgemeinde Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME BAUKULTURELLES ERBE 10 000,00 108 000,00 402 986,70 16 026,94 30 541 932,06 2 876 000,00 554 775,37 345 845,72 54 424,23 48 290,98 25 000,00 129 462,00 2 220,00 4 036 018,30 Baukulturelles Erbe 259 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN ALLTAGSKULTUR AKTIONSRADIUS WIEN – Verein zur Förderung von Stadtteilkultur und kultureller Stadtentwicklung Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk DAS DORF – Kunst und Kulturverein Hafenfestival – Verein für Popmusik IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie und autonome Kulturarbeit karlsplatz.org – Verein zur kulturellen Vernetzung und Belebung des Kunstplatzes Karlsplatz MultiMediaZentrum kulturmarketing und kulturmanagement Kurzform: MMZ kulturmarketing pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur POPFEST WIEN – Verein zur Förderung& Verbreitung von innovativer, zeitgenössischer Popmusik Stadtforum(Kommunalpolitische Vereinigung für den städtischen Raum) Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung Verein Stadtimpuls Verein Wiener Stadtfeste Verein zur Förderung der Stadtbenutzung Wiener Kulturservice Wiener Praterverband Rahmenbetrag Stadtteilkultur und Interkulturalität Abugida Wien – Äthiopisches Kulturzentrum Adam – Verein für Kultur und Kunst Afghanische Kultur in Österreich Unterstützung afghanischer Kultur, Integration und Solidarität(AKIS) afri Cult – Afrikanisches Kulturfestival Afrika Vernetzungsplattform – AVP 200 000,00 1 930 000,00 15 000,00 20 000,00 79 000,00 90 000,00 10 000,00 10 000,00 180 000,00 109 000,00 100 000,00 436 000,00 406 000,00 453 000,00 1 810 000,00 40 000,00 6 500,00 6 800,00 5 000,00 7 000,00 5 500,00 260 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Afro-Asiatisches Institut in Wien(AAI-Wien) Akademisches Symphonieorchester Wien AKIN Verein zur Förderung der Bestattungs- und Trauerkultur Alevitische Gemeinde Wien all inclusive – Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen Armenischer Sportverein ARARAT Art Cult Composition art dialogue – Verein zur Förderung kultureller Vielfalt ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens arteMIX ArtForm – Verein zur Förderung und Unterstützung von MusikerInnen, darstellenden KünstlerInnen, Kulturschaffenden und Kulturinitiativen Asiatische Gemeinschaft in Österreich Association des Maliens Résidents en Autriche – Conseil des Maliens de l‘Extérieur en Autriche(AMRA-CMEAT), Verein der in Österreich sesshaften MalierInnen – Rat der im Ausland lebenden MalierInnen in Österreich Assyrische Demokratische Organisation(ADO) – Sektion Österreich AWA – Verein zur Förderung und Pflege der aserbaidschanischpersischen und österreichischen Musik Babylon Kultur-Sportverein Bahara – Verein zur Pflege ethnischer Kunst- und Kulturformen Bahtalo Rom, Gesellschaft zur Erhaltung& Förderung der Roma-Kultur Barangay Center – Philippinisches Gemeinde Zentrum Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas gemeinnützige Ges.m.b.H. (Kardinal König Haus) Böhmerwaldmuseum Wien Bosnische Kulturgemeinschaft Behar Wien(KUD Behar) 1 000,00 600,00 3 000,00 10 000,00 2 000,00 25 000,00 2 500,00 1 000,00 1 000,00 5 000,00 3 000,00 2 500,00 1 000,00 1 000,00 5 500,00 5 000,00 4 500,00 2 000,00 2 000,00 1 500,00 3 000,00 2 000,00 4 400,00 2 500,00 Alltagskultur 261 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Bulgarische Rhythmen Buskers Wien Festival – Verein zur Förderung der Straßenkunst Camerata Polonia Candoo Music, Kulturverein Care for Vietnam – Verein zur Förderung von Hilfsprojekten in Vietnam CLUB 13(Club Hietzing), Hietzinger Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft Club Brigittenau Creativ Club du Mardi – Verein zur Förderung frankophoner Kultur in Wien Club Meidling Meidlinger Kulturverein Club Pannonia, Gesellschaft zur Pflege der österreichisch-ungarischen Beziehungen Club XIX – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten im Bezirk CLUB7 Neubauer Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft COPART – Verein kreativer Exekutivbeamter Culture Meeting Point(CultMP) – Verein zur Förderung des Kulturaustausches Dachverband für serbische Vereine in Wien Zajednica srpskih klubova u Becu DAS DORF – Kunst und Kulturverein Das Iranische Wien(Ira Wien) DAVIS LIVE MUSIC – Verein zur Unterstützung von Nachwuchskünstlern DED(Declamare e Debutare) Gesellschaft zur Förderung klassischer Musik und Literatur Der Schmetterling – Verein zur Lebenshilfe für Flüchtlinge Dialog – Institut für interkulturelle Beziehungen Dialog„Um das Zusammenleben zu erleichtern und zu verstärken“ Die Asperner und Esslinger Kaufleute Drehbuchforum Wien E-@rt – Verein für Kultur und neue Medien 262 Alltagskultur 1 000,00 4 000,00 6 000,00 1 500,00 500,00 7 000,00 2 200,00 1 000,00 9 000,00 2 000,00 3 000,00 8 000,00 4 000,00 7 500,00 15 500,00 25 000,00 5 000,00 10 000,00 3 000,00 1 500,00 500,00 3 000,00 2 000,00 1 500,00 5 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Educult – Denken und Handeln im Kulturbereich EMLAAK(Ethnomedizinischer Lateinamerika – Arbeitskreis) Ethiopia Hagere – Äthiopischer Verein für Integration und Kulturaustausch in Österreich(Ä.V.I.K.Ö.) Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Favoriten Christuskirche Evangelisch-reformierte Pfarrgemeinde H.B. Wien-West Exist – Verein zur Integration und Förderung von Kultur und Gesundheit Fei Yue: Kulturverein Schwungvoll fishpool, aquarium für kunst und soziales Fo Guang Shan Internationale Buddhist Progressive Society (Internationale Progressive Buddhistische Gesellschaft) Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich Föderation der demokratischen ArbeiterInnenvereine in Österreich für Solidarität und Völkerverständigung Föderation für Weltfrieden – Universal Peace Federation Austria FOOTPRINT – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing forum arabicum – souk ukadh, Verein zur Förderung des österreichischarabischen Kulturaustausches Freunde der Völkerkunde Freunde des Kalvarienbergmarktes Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Freundeskreis Kunstgalerie Meduna FreundInnen der Friedhofstribüne – Verein zur Förderung des Sports und der Kultur in Hernals FUTUREBAG – Eine Tasche für die Zukunft, Verein zur Förderung bedürftiger Kinder in Bosnien-Herzegowina Gemeinschaft Polnischer Organisationen in Österreich „Forum der Polen“ 5 000,00 500,00 2 000,00 5 000,00 3 000,00 1 000,00 1 000,00 3 000,00 2 000,00 1 000,00 2 500,00 11 000,00 3 000,00 1 500,00 2 000,00 25 000,00 3 000,00 7 500,00 5 000,00 5 000,00 4 000,00 1 500,00 1 500,00 4 000,00 Alltagskultur 263 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Gesellschaft für Integration und Kultur der AfghanInnen in Österreich (GIKA) Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen Gesellschaft für Schreibkunst und Buchkultur Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen zur koreanisch Demokratischen Volksrepublik(Gesellschaft Österreich-KDVR) Gipsy Music Association „Großes Schiff“. Verein zur interkulturellen und pädagogischen Beschäftigung mit Tanz, Theater und Musik GRUNDSTEIN Verein für Kunst und Kommunikation Grupo de Capoeira Angola Irmaos Guerreiros Viena, Verein zur Pflege der Capoeira Angola und afrobrasilianischer Kulturformen Gustav Mahler Chor Hallac Medien- und Kulturzentrum Hernalser Kulturkreis HERZPOL – medizinische und soziale Hilfe für Polen HipHopConnection – Kulturverein HORA – KULTUR – TURISM Verein der in Österreich ansässigen Rumänen Hrvatski centar za kulturu, naobrazbu i politiku/Kroatisches Zentrum für Kultur, Bildung und Politik Hrvatsko Kulturno Drustvo NAPREDAK Austrija – Bec(Deutsch: Kroatischer Kulturverein NAPREDAK Austria – Wien) IKA – Verein für interkulturellen Austausch und Bereicherung der Wiener Kunst- und Musikszene IKI Wien – Interkulturelle Initiative Wien iKUSZ Internationales Zentrum für Kunst-Kultur-Science& Soziales ImmigrantInnen Kultur und Solidaritäts Verein Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanter Info) INTENSIV STATION Kulturvermittlungsverein Interkultureller Nazim Hikmet Verein 1 000,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 5 000,00 500,00 10 000,00 2 000,00 3 300,00 4 000,00 7 000,00 2 000,00 1 000,00 1 500,00 12 000,00 1 500,00 3 000,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 264 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien Internationaler Verein des Licht des Buddha Internationales Rettungskomitee für IranerInnen(Iran SOS) Iranische Kulturgemeinde in Österreich I.K.G.Ö. Iranischer Kulturverein Andischeh Israelitische Kultusgemeinde Wien Istanbul Kulturverein in Wien Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur jet propelled yellow moon rabbit wellcome-club für Kunst und Kultur Jura Soyfer Gesellschaft Katib Kultur Zentrum KaW – Kreativ am Werk – Verein zur Empowermentarbeit mit Randgruppenangehörigen Krankenhaus der Stadt Wien, Wilhelminenspital, Institut für physikalische Medizin Kultur Horizonte – Association for the widening of horizons through arts and culture Kultur im 3. Kultur und Natur Grinzing Kultur- und Sozialverein der Vietnamesischen Buddhisten in Österreich Kultur- und Sportverein Zagreb/Kulturno i sportsko drustvo Zagreb Kulturag, Verein für konstruktive Kultur-Impulse Kulturforum Mariahilf Kulturhafen Wien Kulturinitiative„Jazz im Martinschlössl“ Kulturkreis Mariahilf – Forum für Musik, Literatur und bildende Kunst KulturRaum Neruda Kulturtreff International 7 000,00 1 500,00 2 000,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 33 000,00 10 000,00 2 000,00 2 000,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 5 000,00 16 500,00 15 000,00 1 000,00 1 000,00 5 000,00 1 000,00 4 000,00 6 000,00 500,00 2 200,00 1 500,00 1 000,00 Alltagskultur 265 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kulturverein – Idea Society Kulturverein„Campus“ Kulturverein„Freundinnen und Freunde der Josefstadt“ Kulturverein„Pena Flamenca Sin Fronteras Wien“ Kulturverein Alsergrund – Unser 9. Kulturverein B i B, Buch im Beis'l Kulturverein Berggasse Kulturverein Donaustadt Kulturverein Echt Wien Kulturverein Floridus Kulturverein grossundklein Kulturverein im Werd Kulturverein Initiative Währing Kulturverein KlezMORE Festival Vienna Kulturverein Parnass Kulturverein Rudolfsheim Kulturverein Wort-Farbe-Klang Kulturverein Wostok Kulturzentrum„I love Polen“ KUNSTVEREIN ART PRO& CONTRA Kurdische Gesellschaft für Bildung, Integration und Kultur Kurdisches Zentrum KuuL – Forum für Kunst und Literatur Labor Alltagskultur – Verein zur Dokumentation von Alltagskultur Lalish Theaterlabor/Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur „Liesinger Künstlerwerkstatt“, Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Liesing LITERATUR UND THEORIE 266 Alltagskultur 1 000,00 7 500,00 9 200,00 1 000,00 34 000,00 2 000,00 1 000,00 30 000,00 1 500,00 4 000,00 2 000,00 3 000,00 15 000,00 13 000,00 7 800,00 10 000,00 1 000,00 4 000,00 1 500,00 4 000,00 1 500,00 2 000,00 5 000,00 3 000,00 2 000,00 2 000,00 800,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN LIVE CONCERTS INTERNATIONAL(Musik- und Kulturverein) MALA EZIDIYA – Verein der Yeziden in Österreich Mandolinenorchester ALSZAUBER Mandolinenverein Floridsdorfer Spatzen Mesopotamien Kultur- und Sportverein Mondo Musika Muhabbet Freundschaftliche Unterhaltung Kulturverein Integration Dialog Multikulturelle Kindergruppe Bärli – Brumm-Brumm Museumsverein Wieden Music& Poetry Basket, Verein für junge Kunst MUSIKVEREIN SCHUBERT MUSIKVEREIN SIEBEN ZWETSCHKEN Natur- und Kulturverein-Dersim Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst Neue Arena 2000 Neue Österreichische Tribüne, Theater Experiment am Liechtenwerd NEUES LEBEN – Verein zur Förderung von Medien, Kultur, Kunst und Literatur OESA – Verband Hellenischer Vereine in Österreich Open House Theatre Company – Verein für Theaterproduktion Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Orchesterverein Dornbach-Neuwaldegg Österreichisch – Finnische Gesellschaft Österreichisch Kaukasische Gesellschaft Österreichisch-bosnischer Kulturverein Medo Österreichische Kulturvereinigung Österreichische-Ghanesische Gesellschaft Austrian-Ghanaian Union (AGU) 2 000,00 2 500,00 1 500,00 1 000,00 15 000,00 3 000,00 12 000,00 2 000,00 7 400,00 2 000,00 1 000,00 5 300,00 5 000,00 4 000,00 1 000,00 5 000,00 2 000,00 10 000,00 3 000,00 4 000,00 1 500,00 2 500,00 1 000,00 2 000,00 2 500,00 2 500,00 Alltagskultur 267 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Österreichischer Venezolanischer Verein für Kunst und Wissenschaft Österreichisch-Indische Gesellschaft Österreichisch-Kroatische Gesellschaft Österreichisch-Kroatischer Dachverein für Bildung, Kultur und Soziales „Anno 93“ Österreichisch-Nepalesische Gesellschaft SAGARMATHA Österreichisch-polnischer Verein für Kultur und Information„ipolen.at“ Österreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft(ÖUFG) Österreich-Zypern Gesellschaft Ottakringer Kulturfreunde Pan Afrikanisches Forum in Österreich für Kultur und politische Entwicklung Afrikas – Pan African Forum in Austria Passion Artists – Kulturverein zur Förderung der Musikern und Künstler Pfarre Donaustadt – Kunst in der Kapelle Pfarre Leopoldau PIRAMIDOPS, Verein für Frauen- und Gemeinwesenarbeit Polnisch-Österreichische Initiative der wirtschaftlichen Zusammenarbeit PAIWG „POL-STER“ Polnisch-Österreichisches Kulturgut Pons Artis – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur poolbar – Verein zur Förderung von Musik und Kultur von Nischen bis Pop Projekt Integrationshaus Ridialou-Lahi Baye Fall – Verein zur Förderung des Verständnisses der Lehre Cheikh Ahmadou Bamba und Mamecheikh Ibrahima Fall und des Zusammenhaltes der Baye Fall in Österreich Robert Burns Society Austria ROJ BASCH – Verein anatolische Kunst-& Kulturbrücke Röm.-kath. Pfarramt„Zum hl. Franz von Sales“ Röm.-kath. Pfarre Dornbach 1 000,00 3 000,00 3 000,00 3 000,00 1 500,00 8 000,00 2 500,00 2 000,00 7 000,00 1 200,00 9 000,00 1 500,00 2 000,00 1 500,00 4 500,00 3 500,00 2 000,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 2 500,00 12 000,00 1 000,00 400,00 268 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Röm.-kath. Pfarre Pötzleinsdorf Romaverein Vida Pavlovic Schauspielhaus Wien Ges.m.b.H. Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental Schwarze Frauen Community(SFC) Serbisches Kulturforum sirene – Podium für neues Musiktheater SKV Suryoyo Sport- und Kulturverein der Syrisch/Orthodoxen Gemeinde Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen Soulconversation – Verein für internationalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität SOVA Slowakischer Schulverein Slovensky Skolsky spolok Sozialwerk für österreichische Artisten Sphinx Lingua Wien – Sprache& Kultur Stadtteilzentrum Simmering – Klein-Paris, Verein zur Förderung des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Simmering STEINE DER ERINNERUNG an jüdische Opfer des Holocausts stuwart, Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Stuwerviertel Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit – Wien Takt – Polnisch-Österreichischer Kultur Verein Teatr AA Vademecum Kulturverein Terne Roma Jugendverein Theater zum Himmel im Hörbigerhaus Theaterverein„Vlastenecká Omladina“ Theaterverein Die Satyriker THEATERWERKSTATT – Zentrum der Kreativität, des Spiels und spontanen Gestaltens Theatro Piccolo 1 500,00 1 000,00 30 000,00 19 000,00 2 000,00 5 000,00 2 300,00 4 000,00 1 500,00 2 500,00 1 000,00 3 600,00 1 500,00 25 000,00 9 000,00 2 000,00 1 000,00 4 000,00 8 000,00 500,00 2 000,00 1 200,00 8 000,00 2 000,00 12 000,00 Alltagskultur 269 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Theodor Kramer Gesellschaft TONVOLL Kerschbaums etwas anderer Chor. Seit 1980 TRANSDANUBIEN, Interessensgemeinschaft zur Förderung und Verwirklichung sozialer und kultureller Animation Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich Union Iranischer Akademiker in Österreich Union of Ghanaian Nationals in Austria – Union der Ghanaer in Österreich(Ghana Union) United Europe Orchester – Rondo DANube Unternehmen1230 – der Kulturverein Verband der Amateurmusiker und-vereine Österreichs – VAMÖ Verband der Polen in Österreich„Strzecha“, Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Verband Österreich-Nordische Länder Verband von Kurdischen Vereinen in Österreich(Feykom) Verein Austrolatin Orchester Verein der Internationalen Kreativen Ideen Verein der LehrerInnen aus der Türkei Verein der russischen Kultur Verein für Arabische Frauen„VAF“ Verein für chinesische Frauen Verein für chinesische Sprache und Kultur Verein für ImmigrantInnen aus Kurdistan Verein für integrative Lebensgestaltung Verein Iranischer Ingenieure/innen in Österreich Verein Iranischer SeniorInnen – Aschiane Verein Kultur 10 Verein Kunstfabrik Stadlau Verein Polnischer Ingenieurinnen und Ingenieure in Österreich 270 Alltagskultur 7 500,00 4 000,00 13 500,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 700,00 4 000,00 10 000,00 4 000,00 200,00 12 000,00 1 000,00 2 000,00 3 500,00 6 000,00 3 000,00 2 000,00 1 500,00 8 000,00 80 000,00 3 000,00 2 000,00 12 000,00 4 000,00 3 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Projekt Theater Verein Wiener Jugendzentren Verein zur Förderung der kroatischen Musik Verein zur Förderung der russischen Sprache, Kultur, Traditionen und kulturellen Kooperation„Olgahaus“ Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich Verein zur Förderung eines koreanischen Kulturhauses in Wien – Korea Kulturhaus Verein zur Förderung ostmediterraner Musik Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit Verein zur Förderung von Nischenkultur Verein zur Förderung von Subkultur Vereinigung der Studenten und Jugendlichen aus der Türkei in Wien Vereinigung für Frauenintegration Amerling VIDC – Kulturen in Bewegung VIDC – Kulturen in Bewegung VIENNA COUNTRY& WESTERN CLUB Vienna.ACTS, Verein zur Förderung von Kunst Vision Babylon – Kulturverein Wiener Akkordeonclub Favoriten WIENER ART SCHRAMMELN Wiener Beethoven-Gesellschaft Wiener Gehörlosen-Sportclub 1901& Kulturverein WIENER INSTRUMENTALSOLISTEN(VIENNA SYMPHONY VIRTUOSI) Wiener Malayalische Gesellschaft(Vienna Malayalee Association) Wiener Ungarischer Kulturverein Delibáb – Becsi Magyar Kulturegyesület Delibáb Wiener Volksliedwerk Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft 4 000,00 4 000,00 2 000,00 900,00 6 000,00 2 000,00 2 500,00 2 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 1 500,00 1 500,00 2 000,00 16 000,00 1 500,00 1 500,00 6 000,00 5 000,00 800,00 5 800,00 1 500,00 5 000,00 1 500,00 10 000,00 Alltagskultur 271 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN wienstation. Verein für soziale Plastik Wirtschaft 21 WOJAR – Verein für Kunst und Kultur World Public Forum – Dialogue of Civilizations WUZ„Wir Unternehmen Zukunft“ Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur Zentrum für österreichische und philippinische Kultur und Sprache/ Sentro ng Kultura at Wika ng Austria at Pilipinas Zypriotisches Kulturzentrum Summe Rahmenbetrag Stadtteilkultur und Interkulturalität 24 000,00 5 800,00 2 000,00 1 500,00 1 000,00 5 300,00 2 000,00 1 370 200,00 Dezentrale Bezirksförderung 08(Null-Acht), Verein zur Förderung multimodaler Kommunikationsmethoden Adam – Verein für Kultur und Kunst Affinitá Ensemble für Alte Musik afri Cult – Afrikanisches Kulturfestival Agora Gesellschaft zur Förderung der Humanität Ahoi! – Verein zur Erhaltung und Förderung des Admiral Kinos AHS Rahlgasse Aichberger Maria AKTIONSRADIUS WIEN – Verein zur Förderung von Stadtkultur und kultureller Stadtentwicklung Aktiver, Türkischer Frauenverein Alevitisches Kulturzentrum in Österreich – AKÖ all inclusive – Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen All That Jazz Alles Bühne ALSO – Anno Literatur SOnntag 13 400,00 1 000,00 3 600,00 500,00 1 500,00 4 000,00 980,00 3 500,00 6 200,00 7 000,00 4 000,00 4 450,00 2 400,00 1 000,00 3 700,00 272 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Alt-Wiener Vorstadtkonzerte Alumni-Netzwerk Musikpädagogik Wien Amateur Sportklub Ober St. Veit amateur theater gruppe DIAGonAL ANGELITERA – Verein zur Förderung der Präsentation von Literatur und Lyrik Angstrom – Verein zur Förderung junger Künstler/Innen ArchitekturRaum 5 ARGE Schöpfwerk – Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der kulturellen und sozialen Arbeit Am Schöpfwerk Armes Theater Wien ARS LYRICA – Kulturverein Art Cult Composition art dialogue – Verein zur Förderung kultureller Vielfalt Art e fact – Vienna österreichisch-pannonisch-europäischer Kunstmarkt Art*Act Kunstverein ARTEFIX – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur arteMIX ASKÖ Brigittenau „Asphalt Piraten“ Verein zur Verbesserung der Lebensqualität im öffentlichen Raum „Aus Heliopolis“ – Förderung und Umsetzung grenzüberschreitender Kultur – und Kunstprojekte AUSARTEN – Verein zur Förderung künstlerischer Interventionen und transdisziplinärer Vernetzung Austrian international cultural association Kulturverein BAAP PARTIZAN BALKAN, ALPE, ADRIA, PROJEKT Kultur- und Sportverein BABSIelAbsolom – Verein zur Förderung freier Theaterproduktionen 2 485,85 700,00 1 250,00 1 000,00 1 750,00 2 000,00 15 500,00 1 500,00 2 000,00 1 500,00 700,00 1 493,62 1 800,00 900,00 3 000,00 900,00 1 700,00 2 000,00 2 000,00 500,00 1 300,00 900,00 2 100,00 Alltagskultur 273 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Bahamut Productions-Verein für internationale und interdisziplinäre Theaterproduktionen Bahtalo Rom, Gesellschaft zur Erhaltung& Förderung der Roma-Kultur BARKATI DANCE COMPANY – Verein für zeitgenössischen Tanz Bassena Stuwerviertel, Verein zur Förderung von Kommunikation und Nachbarschaftshilfe im Stuwerviertel batolit – Verein für künstlerische Projekte und Residencies Baumann Christine Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich beratungsgruppe.at – Verein für Informationsvermittlung, Bildung und Beratung BILDETAGE – VEREIN ZUR FÖRDERUNG ZEITGENÖSSISCHER KUNST Bildungsagentur – Verein zur Förderung alternativer Bildungsprogramme black coffee productions – Verein zur Förderung junger MedienkünstlerInnen, FilmemacherInnen und Veranstaltungen mit künstlerischem Anspruch Blasmusikverein St. Georg Kagran Blauer Kulturkreis Rudolfsheim-Fünfhaus Bobadilla Jeria Carla Daniela BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Böhmischer Prater Club der Unternehmer BOKU Blaskapelle BORG Henriettenplatz Brauchtum und Perchtenverein Auhirschpass-Donaustadt Brigittenauer Gymnasium Bruch Martin Brunnenviertel in Neulerchenfeld Interessensgemeinschaft der Kaufleute Bühnenwelten 10 000,00 2 500,00 1 000,00 1 300,00 600,00 2 000,00 3 000,00 23 500,00 500,00 17 500,00 2 000,00 3 068,00 6 000,00 1 000,00 1 400,00 3 000,00 1 000,00 500,00 9 000,00 5 960,00 1 000,00 4 000,00 1 000,00 274 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Bulgarische Rhythmen Bundes Oberstufenrealgymnasium Hegelgasse Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und Wirtschafts- und Sportkundliches Realgymnasium Wien 11(„G11“) Bundesrealgymnasium Wien 9 BunTd – Gemeinschaft zur kulturellen Förderung Buskers Wien Festival – Verein zur Förderung der Straßenkunst Cabinet X – Medienübergreifende Impulse in Kunst und Kultur Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not Carl Michael Ziehrer-Stiftung Cervenca Magdalena Claudia CHOR ARS VIVENDI Chor Curiositas Chor im Hemd Chor Laa Capella CHOR MUSICA VIVA WIEN Chorforum Wien Chorgemeinschaft Friedenskirche Chorvereinigung Wien-Neubau „Ciarivari“, Verein zur Pflege von Kultur, Kunst und Wissenschaft Circus-& Clownmuseum Wien CLUB 10 Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft CLUB 13(Club Hietzing), Hietzinger Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft Club Brigittenau Creativ Club du Mardi – Verein zur Förderung frankophoner Kultur in Wien Club Meidling Meidlinger Kulturverein CLUB7 Neubauer Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft Con Anima, Verein zur musikalischen Förderung Jugendlicher 800,00 300,00 500,00 3 000,00 500,00 500,00 1 000,00 9 500,00 2 000,00 1 200,00 1 000,00 4 000,00 500,00 1 200,00 600,00 600,00 1 500,00 1 500,00 5 200,00 1 000,00 20 000,00 11 000,00 3 600,00 500,00 8 000,00 8 000,00 800,00 Alltagskultur 275 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Conventus Musicus Gemischter Chor COPART – Verein kreativer Exekutivbeamter Coro Novo Mundo – Verein zur Förderung des interkulturellen Austausches zwischen Brasilien und Österreich mit Schwerpunkt Vokalmusik culture fly – Verein zur Schaffung, Entwicklung und Förderung von Kunst und Kultur Culture Meeting Point(CultMP) – Verein zur Förderung des Kulturaustausches czirp czirp – experimental and sonic arts. Verein zur Förderung Experimenteller und Klang-Kunst D'echten Weaner(Interessengemeinschaft der Wiener Interpreten, Komponisten, Autoren und Musiker) Dachverband für serbische Vereine in Wien – Zajednica srpskih klubova u Becu Dachverband lateinamerikanischer Vereine in Österreich d'akkordeon, Kulturverein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung das bernhard ensemble DAS DORF – Kunst und Kulturverein Das Kunstverschmelzungskollektiv DED(Declamare e Debutare) Gesellschaft zur Förderung klassischer Musik und Literatur DENK*MAL Diakonie – Flüchtlingsdienst gem. GmbH Dialog – Institut für interkulturelle Beziehungen Die 4 Grazien – Künstlerinnengruppe Die Kurbel. Verein für bewegende Theaterarbeit DIE MUSIKWERKSTATT – Verein zur musikalischen Bildung in Ober Sankt Veit dreizurdritten figurentheater „echoraum“ Vereinigung zur Förderung der Kulturkommunikation 276 Alltagskultur 750,00 4 000,00 200,00 2 000,00 1 200,00 300,00 3 000,00 3 500,00 2 500,00 2 300,00 1 800,00 2 000,00 13 000,00 2 200,00 800,00 54 000,00 1 500,00 2 000,00 2 900,00 2 950,00 750,00 2 850,00 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Einkaufserlebnis Freihausviertel Einkaufskreis Hütteldorf EINTAGSMUSEUM – Verein für ephemere, orts- und themenspezifische Museumsprojekte Elternverein am Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und Bundesrealgymnasium für LeistungssportlerInnen in 1160 Wien, Maroltingergasse 69–71 Elternverein an der KM-Volksschule Johnstraße 40 Elternverein der Höheren Technischen Bundeslehranstalt, Wien 3 Rennweg Elternverein der Kooperativen Mittelschule/Musikmittelschule Dietrichgasse(KMMS 3) Elternverein der OVS Kleistgasse Elternverein der VS Odoakergasse 48 Ensemble 19 – Wiener Amateur Theater ENTELECHIA – Verein für thematisierte Kunst ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM Ermutigung und Unterstützung für Kinder Erstes Wiener Lesetheater und Zweites Stegreiftheater espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm Ettinger-Cecic Marija EuRoots, Verein zur Förderung traditioneller Musik und Volkskultur Europas und ihrer Neuinterpretation und Weiterentwicklung Europäische Theaternacht Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Favoriten Christuskirche Evening Music Events – Abendliche Musikerlebnisse event.theater.company – Verein für dezentrales und unsichtbares Theater und multiethnische Kulturprojekte EXIL – Verein zur Förderung ganzheitlicher Weiterbildung FANART Verein zur Förderung von Kunst und Fankultur 4 000,00 20 000,00 1 000,00 700,00 800,00 1 000,00 650,00 1 200,00 700,00 500,00 500,00 14 300,00 10 000,00 900,00 30 000,00 700,00 7 500,00 900,00 2 000,00 1 000,00 10 500,00 10 000,00 300,00 Alltagskultur 277 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Felder Paul Fellner Irene Alice Filmkoop Wien, Verein zur Förderung unabhängigen Films Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich Föderation der demokratischen ArbeiterInnenvereine in Österreich für Solidarität und Völkerverständigung Förderinnen der Plattform 20000frauen Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik FORUM 18 Verein zur Kulturpflege in Währing Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing forum arabicum – souk ukadh, Verein zur Förderung des österreichischarabischen Kulturaustausches Foto K – Verein für Fotografie und Kunst FOTOGALERIE WIEN – Verein zur Förderung künstlerischer Fotografie und neuer Medien Fotogruppe Meidling FraK – Frauenkunst Franz Johannes „Freiluft Kultur“ – Gemeinschaft für freie Raumbelebung durch künstlerische Intervention Freizeit- und Kulturverein der alten Säcke Fremdkörper Ges.n.b.R. Freund Margret Freunde des Hauses Wittgenstein – Österreichisch-Bulgarisches Wissenschaftsforum „Freunde des Loquaiparkes“ Freunde des Zentrums für Musikvermittlung Freundeskreis Kunstgalerie Meduna 400,00 500,00 1 050,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 1 050,00 1 500,00 26 100,00 114 000,00 1 500,00 5 000,00 1 500,00 2 400,00 500,00 300,00 300,00 3 000,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 3 000,00 7 000,00 1 000,00 278 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN friendsandart, Kunstverein Frühmann Katri FZF Faschings-Zentrum Floridsdorf Galerie Sandpeck Wien 8 – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Wirtschaft Ganser Friedrich Ganztagsvolksschule Carl-Prohaska-Platz 1 Garten Wolfganggasse GESANGVEREIN ASPERN Geschichte.Recht.Öffentlichkeit, Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Gesellschaft Freunde der Wiener Musik Gesellschaft für Musiktheater Gipsy Music Association Glockengasse No9, Verein zur Förderung aktueller Tendenzen in der Kunst Gloria Theater Betriebs G.m.b.H. Gonzalez Mercado Aiala Grätzl aktiv – Volkert- und Alliiertenviertel GRÄTZL-BLATTL. Verein zur Förderung von Kommunikation, Kunst und Kultur im Volkert- und Alliiertenviertel Grazer Autorinnen Autorenversammlung Grenzenlos – Interkultureller Austausch Grillparzer Gesellschaft GRIPS – Gemeinschaft zur Realisierung internationaler Poetry Slams „Großes Schiff“. Verein zur interkulturellen und pädagogischen Beschäftigung mit Tanz, Theater und Musik GRUNDSTEIN Verein für Kunst und Kommunikation Gulda Yuko Hafenfestival – Verein für Popmusik 750,00 1 500,00 1 500,00 600,00 3 700,00 900,00 1 500,00 800,00 3 000,00 800,00 3 000,00 4 000,00 1 700,00 4 000,00 2 700,00 1 553,00 1 300,00 1 000,00 1 000,00 900,00 1 500,00 1 500,00 11 000,00 700,00 5 000,00 Alltagskultur 279 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Hahn Daniela Hangl Oliver Otto Hardouin-Finez Anais Harmonia Classica, Verein für harmonische Musik „HARMONIKAVERBAND ÖSTERREICHS“(HVÖ), Gesellschaft zur Förderung der Harmonikamusik Hatwagner Sophia Anna Barbara Haydn-Gesellschaft Wien Herberstein Maria Anna Hernalser Kulturkreis Hietzinger Museumsverein Hilfsverein der Baptisten Österreichs Hinterland – Verein zur Vernetzung international und national Aktiver und Interessierter in der Kunstwelt hoerthoert – Verein für Zuhörkultur für Jazz und improvisierte Musik Homosexuelle Initiative(HOSI) Wien – 1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs HORA – KULTUR – TURISM Verein der in Österreich ansässigen Rumänen Hrvatsko gradiscansko kulturno drustvo – Bec/ BurgenländischKroatischer Kulturverein in Wien HUMANISIERTE ARBEITSSTÄTTE zur Förderung der besonderen Fähigkeiten geistig und mehrfach behinderter Menschen I.G. Galerien für Zeitgenössische Kunst „i.Ku“.(Verein des internationalen und interdisziplinären Kulturaustausches) ICHDUWIR-Theater und Kultur Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein IG Bildende Kunst(Interessengemeinschaft Bildende Kunst) IG Kaufleute Reindorfgasse IG Kaufleute Westbahnstraße 300,00 5 100,00 1 500,00 1 700,00 300,00 3 300,00 800,00 500,00 14 500,00 18 800,00 1 500,00 1 000,00 750,00 400,00 1 000,00 2 000,00 6 000,00 500,00 2 300,00 5 000,00 10 000,00 2 100,00 20 000,00 5 000,00 280 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN IKA – Verein für interkulturellen Austausch und Bereicherung der Wiener Kunst- und Musikszene IKI Wien – Interkulturelle Initiative Wien ImPlanTat – Verein für kulturelle Zwischennutzungen „Improvise“. Verein zur Förderung improvisatorischer Kunstformen mit Schwerpunkt Musik „Initiative FESCH“ – Verein zur Förderung von Jungdesignern und -künstlern Institut für Posttayloristische Studien Integrationshilfe – direkt INTENSIV STATION Kulturvermittlungsverein Interessensgemeinschaft Kaufleute Josefstadt Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien IRISCHE TANZGRUPPE WIEN – CUMANN CEILI VIN J.A.Z.Z. Verein für Junge Aufstrebende Zukunftsorientierte Zeitgenossen Janusz Korczak-Schule Jazzdienst Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur jet propelled yellow moon rabbit wellcome-club für Kunst und Kultur Johann Strauss – Verein zur Pflege und Verbreitung österreichischer Operettenkultur Judo Club Sirvan Junger Salon – Verein zur Förderung von außerschulischen Theaterprojekten in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen Jura Soyfer Gesellschaft JUVIVO – Es lebe die Jugend! KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Kammermusikprojekt XXI kanonmedia verein für neue medien 3 000,00 700,00 1 000,00 2 100,00 300,00 3 000,00 2 000,00 700,00 5 000,00 1 662,00 1 000,00 1 700,00 1 000,00 2 100,00 400,00 1 500,00 1 500,00 5 400,00 2 000,00 7 300,00 1 320,00 1 500,00 2 500,00 2 500,00 Alltagskultur 281 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Karaduman Ismail Karaoke Club Austria vormals Vienna‘s Karaoke – Club – Verein zur Förderung moderner Unterhaltungsmusik und deren Interpreten Kartchev Ivan Kasalicky Terese Johanna Katholische österreichische Hochschul-Verbindung„Sängerschaft Waltharia“ – Förderungsverein Kaufkreis ZwiB KaW – Kreativ am Werk – Verein zur Empowermentarbeit mit Randgruppenangehörigen Kellner Renée Paula Renate KI WEST – Kulturinitiative West Kiddy& Co, Verein für kreatives Spiel und Kommunikation KIGRU Kindermusik zur Förderung musikalischer Kreativität und kultureller Betätigung für Kinder Kinderhaus Hofmühlgasse KinderrechteBüro Österreich Kinsella Emer Kirchenmusikverein Maria Treu Kirchenmusikverein Mariabrunn Kirchenmusikverein St. Andreas Kirchenmusikverein St. Ulrich KlangArt.at – Gesellschaft zur Schaffung und Förderung von Klang und Kunst Klangmanifeste – Verein für Klang-/Kunst-/Formen Kleingartenverein Gartenfreunde Ottakring Kleingartenverein Rosental KLUB ALSERGRUND – Kulturvereinigung Klub Musike – Verein für internationale Kunstprojekte 1 000,00 3 000,00 1 500,00 840,00 600,00 2 000,00 3 000,00 2 500,00 2 000,00 1 650,00 1 500,00 2 100,00 3 500,00 1 000,00 2 500,00 2 400,00 1 000,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 400,00 500,00 1 350,00 700,00 282 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Klub slovenskih studentk in studentov na Dunaju – Klub slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien, KSSSD Kolpingsfamilie Wien-Alsergrund Kommunikationsplattform kokemoos Konvent der Barmherzigen Brüder Kooperative Mittelschule – Private Hauptschule St. Marien Kooperative Mittelschule Pfeilgasse 42b Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit KP-Productions e.U. – Modernes Theater Wien Kreativwerkstatt:XV, Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Design im öffentlichen Raum Kropp Alexander Michael Kultur – Heimat – Umwelt – und Sozialverein AUSTRIA NOSTRA Kultur 1 Kultur im 3. Kultur und Bildungsinstitut Bosporus Kultur- und Sportverein Szene Margareten Kulturag, Verein für konstruktive Kultur-Impulse Kulturclub wieden-art Kulturdrogerie Kulturfleckerl Eßling Kulturforum Brigittenau Kulturforum Hernals Kulturforum Mariahilf Kulturforum Sandleiten Kulturgemeinde Neubau Kulturinitiative„Jazz im Martinschlössl“ Kulturinitiative Klopfzeichen Kulturinitiative Simmering(KIS) 1 000,00 3 500,00 1 000,00 500,00 1 000,00 2 000,00 200,00 1 000,00 1 000,00 500,00 700,00 31 000,00 1 500,00 500,00 3 700,00 1 700,00 9 000,00 1 500,00 14 000,00 60 000,00 6 000,00 2 100,00 2 000,00 5 000,00 1 500,00 3 000,00 7 000,00 Alltagskultur 283 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kulturinitiative TMBH Verein zur Förderung von Kulturvernetzung und -marketing Kulturkreis 15 Kulturkreis 23 Kulturkreis Mariahilf – Forum für Musik, Literatur und bildende Kunst Kulturraum 10 Verein für Alltags- und Bezirkskultur KulturRaum Neruda Kulturring 22 KULTURRING LANDSTRASSE KULTURRING WIEDEN Kulturschmiede Kulturtreff International „Kulturverband Böhmischer Prater – Tivoli“ Kulturverband Favoriten Kulturverein„Freundinnen und Freunde der Josefstadt“ Kulturverein„Roncalli – Verein zur Förderung von Kunst- und Grenzwissenschaften“ Kulturverein„Stevan Mokranjac“ KULTURVEREIN„ZUM ROTEN APFEL“ Kulturverein B i B, Buch im Beis'l Kulturverein Donaustadt Kulturverein five seasons Kulturverein Freudenau Kulturverein Fünfhaus – Freizeit& Kultur Wien 15 Kulturverein grossundklein Kulturverein Hietzing Kulturverein Initiative Währing Kulturverein Josefstadt – Klub Rofrano Kulturverein Josefstadt – Robert Hamerling 284 Alltagskultur 2 000,00 6 000,00 52 500,00 2 100,00 17 000,00 3 500,00 1 900,00 5 000,00 3 000,00 300,00 2 600,00 40 000,00 40 000,00 3 000,00 2 000,00 6 500,00 1 200,00 3 000,00 26 600,00 2 100,00 900,00 6 000,00 4 800,00 10 500,00 4 500,00 7 900,00 350,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kulturverein Kaiser-Ebersdorf Kulturverein KAOS, Verein zur Förderung von Theater, Tanz, Zirkus, Musik, Pantomime und Performance Kulturverein KlezMORE Festival Vienna Kulturverein Labyrinth Wien KULTURVEREIN LANDSTRASSE Kulturverein Neulerchenfeld Kulturverein Petrus Canisius Kulturverein Resonanz Kulturverein Rudolfsheim Kulturverein Saba Kulturverein Schöneres Penzing KULTURVEREIN SEIDENSTRASSE –„zur Förderung kultureller Kontakte zwischen Orient und Okzident“ Kulturverein Simmering Kulturverein Vivarium Kulturverein WÄHRING Kulturverein WERK Kulturverein Wieden Kulturverein Z.W.I.S.C.H.E.N.R.A.U.M Kulturvereinigung – Forum 21 Kulturwerkstatt Simmering Kunst in der Wurmbrandgasse Kunst- und Kulturprojekt Samstag Kunst- und Kulturverein„SOHO IN OTTAKRING“ Kunst und Kulturverein uawg...und alles wird gut „Kunst und Traum“ – KULTUR UND INTEGRATIONSVEREIN ::kunst.projekte:: der galeriestudio38 – verein für kunst und kultur KUNST-MACHT Verein für Kunst und Kulturvermittlung 3 000,00 3 500,00 1 500,00 1 000,00 2 000,00 3 200,00 1 000,00 1 900,00 6 000,00 1 050,00 14 000,00 1 800,00 120 000,00 3 000,00 2 800,00 5 000,00 9 000,00 3 600,00 4 000,00 10 000,00 688,46 8 000,00 12 000,00 2 200,00 1 200,00 8 600,00 5 000,00 Alltagskultur 285 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kunstschaffen Kunstverein – PUBLIC ART PROJECTS Kunstverein am Donnerstag KUNSTVEREIN ART+ PRODUCTION KUNSTVEREIN ART PRO& CONTRA Kunstverein Grundsteingasse Kunstverein KLANGWERK Labor Alltagskultur – Verein zur Dokumentation von Alltagskultur Lalish Theaterlabor/Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Landstrasser Kaufleute Landstraßer Mandolinenverein Tuma Landwirtschaftliches Casino und Weinbauverein Oberlaa Last Enjoyable Opera Theatre LEO – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Leitner-Müllner Maria-Luise Lenk-Wane Gudrun Leopoldstädter Bildungszentrum Lichtfabrik – Station für die Unterstützung und Entwicklung von Kunstprojekten mit sozialem Fokus Liebenswertes Hernals Lindo(„Verein zur Förderung interkultureller Beziehungen und Kulturschaffender“) Lions Club Wien St. Rochus Literarische Vereinigung SALON LITERATUR UND THEORIE LIVE CONCERTS INTERNATIONAL(Musik- und Kulturverein) „Live im Waschsalon...“, Verein zur Förderung der kulturellen Rezeption während der Textilreinigung Lobmaier-Rey Gabriele 286 Alltagskultur 700,00 4 500,00 900,00 700,00 700,00 3 500,00 7 000,00 13 600,00 3 500,00 2 000,00 1 000,00 2 500,00 5 000,00 2 100,00 300,00 1 000,00 1 500,00 23 500,00 940,00 2 500,00 400,00 800,00 350,00 1 500,00 1 750,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Loser Kulturverein M 15 – Verein der Unternehmer der Mariahilfer Straße im 15. Bezirk makemake produktionen – Performative Zusammenarbeiten MÄNNERCHOR WIEN Mariahilfer Kulturplattform Masoud Abd Alwhab Matzinger Josef Maurer Hessler Jolanda Silvia mauve – Verein für ästhetisch theoretischen Dialog in der bildenden Kunst Mayer Veronika Medicus Musicus, Verein zur Förderung von Kultur in Medizin und Musik Meidlinger Kulturkreis melt-art kulturelle Verschmelzung Metropolitan Kammerorchester Wien Miesgang Ernst MIMAMUSCH – Freunde des Strategietheaters Mobile Initiative Kultur Moritz Regina Mozart Knabenchor Wien mufim.arts – Verein zur Förderung der Spiel-, Dokumentarfilm- und Theaterkultur in Österreich mit Schwerpunkt Burgenland und Wien Müller Johanna Aurelia MultiMediaZentrum kulturmarketing und kulturmanagement Kurzform: MMZ kulturmarketing Museumsverein Alsergrund Museumsverein Leopoldstadt Museumsverein MARGARETEN Museumsverein Penzing 6 500,00 20 000,00 1 000,00 900,00 29 855,00 4 000,00 600,00 314,20 2 000,00 500,00 500,00 6 000,00 3 500,00 4 500,00 1 000,00 3 700,00 2 500,00 100,00 8 500,00 1 000,00 2 500,00 9 000,00 6 650,00 1 750,00 1 000,00 4 150,00 Alltagskultur 287 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Museumsverein Rudolfsheim-Fünfhaus Museumsverein Wieden Museumsverein-Aspern-Essling 1809 Music& Art Department – Kooperative für Kulturvermittlung und-management Musica et Theatrum(M.E.T.) Wien MUSICA INSTRUMENTALIS – ALLEGRIA Wien MUSIKTHEATER VON KINDERN FÜR KINDER MusikTheater-Verein K& K MUSIKVEREIN KURORCHESTER OBERLAA Musikverein Pianoforte Musikverein Rudolfsheim – Fünfhaus/ Bezirksblasorchester MUSIKVEREIN SCHUBERT MUSIKVEREIN SIEBEN ZWETSCHKEN Musikverein Symphonia na daLokal. Verein für Kunst in Bewegung NAPRAFORGOK – Verein zur Förderung von ungarischen Volkstanz und Volksmusik NarrARE, Verein für MärchenErzählen, GauklerKunst und künstlerische Gestaltung Naßner-Nitsch Sabina Rita Maria Neuer Madrigalchor Neues Favoritner Mandolinenorchester NEUN ARABESKEN Förderverein für Frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte NL 40 Verein zur Förderung des Menschen in seinem Bedürfnis nach Gesundheit, Kommunikation, Integration und Kunst und Kultur NMS Glasergasse Nylon – Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse 2 000,00 25 000,00 1 504,80 3 800,00 600,00 2 500,00 1 000,00 600,00 22 000,00 500,00 7 500,00 1 268,00 250,00 5 000,00 15 000,00 500,00 2 200,00 6 000,00 1 000,00 2 500,00 2 800,00 8 278,76 800,00 520,00 288 Alltagskultur FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Ö.D.A. Österreichische DialektautorInnen und Archive – IDI Austria – Institut für regionale Sprachen und Kulturen OeAD-GmbH Offene Mittelschule Josef EnsleinPlatz Offene Volksschule Wolfgang-Schmälzl-Gasse OLLIWOOD – VEREIN ZUR DURCHFÜHRUNG VON FREIEN KUNSTPROJEKTEN Orchesterverein Concentus21 Orgelbau Förderverein zu Gunsten der Sanierung der großen Kauffmannorgel an der St. Johann Nepomuk Pfarre in Wien-Meidling Österreichische Kinderfreunde – Bezirksorganisation Wien-Favoriten Österreichische-Ghanesische Gesellschaft Austrian-Ghanaian Union (AGU) Österreichischer Buchklub der Jugend Österreichisches Dokumentationszentrum für bildnerisches Gestalten von Kindern und Jugendlichen Österreichisch-serbischer Kulturverein Branko Radicevic Österreichisch-Sri Lankische Gesellschaft PAN TAU-X-MUSIC& ART'S(Verein für Kulturmanagement) Passion Artists – Kulturverein zur Förderung der Musikern und Künstlern Pavelka Barbara Pawlik-Rabitsch Michaela Pensionistenverband Österreichs Penzinger Kulturverein pesA(R)Ta Interdisziplinärer Verein zur Förderung von Literatur, Kunst und Kultur Pfarramt Alt Ottakring Pfarre Breitenfeld Pfarre Donaustadt Pfarre Donaustadt – Kunst in der Kapelle 1 500,00 3 000,00 1 800,00 400,00 5 500,00 1 250,00 3 000,00 1 800,00 1 600,00 4 000,00 400,00 10 000,00 500,00 4 650,00 4 500,00 2 500,00 1 000,00 618,00 12 250,00 2 500,00 600,00 1 200,00 500,00 2 600,00 Alltagskultur 289 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Pfarre Erdberg St. Peter und Paul Pfarre Lichtental Pfarre Mariahilf Pfarre Neuerdberg Pfarre St. Johann Nepomuk Pfarre St. Josef ob der Laimgrube Pfarre St. Josef zu Margareten Pfarrgemeinderat der Pfarre Christkönig – Neufünfhaus Pionierinnen – Verein zur Förderung weiblicher Kunst, Kultur, Wissenschaft „Planet 10“ – Kulturverein Plank Marlies Plattform BIBLIOTHEKSINITIATIVEN WIEN Plattform für interreligiöse Begegnung – PFIRB PLATTFORM LEBENSWERTE MITTERHOFERGASSE Platzer Nicholas Emil Mehlman .pogmahon.company – Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum Poika – Verein zur Förderung von gendersensibler Bubenarbeit in Erziehung und Unterricht „POL-STER“ Polnisch-Österreichisches Kulturgut poolbar – Verein zur Förderung von Musik und Kultur von Nischen bis Pop Pregenzer Jutta PRO DONAUSTADT progetto semiserio. Verein zur Verbreitung, Erhaltung und Erforschung des Musiktheaters Projektraum SCHOOL Verein für visuelle Projekte Propsteipfarramt Votivkirche RaDeschnig GesmbR 290 Alltagskultur 1 200,00 500,00 1 800,00 1 000,00 437,82 2 000,00 900,00 1 100,00 2 000,00 800,00 200,00 1 700,00 1 250,00 2 800,00 2 300,00 2 500,00 1 000,00 500,00 700,00 1 500,00 45 740,36 4 000,00 1 000,00 500,00 2 170,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN read!!ing room – Verein zur Förderung von Alltagskultur Reumannplatz – Verein zur Förderung künstlerischer Vielfalt und Kommunikation Rhythmus und Kultur Verein zur Förderung historischer Bildung Röm.- Kath. Erlöserkirche am Schüttel Romaverein Vida Pavlovic RoteHaare – Kulturverein Rothmann Robert RUSSISCHES THEATER Sale für Alle – Das offene Kinder- und Jugendzentrum SALTO, Verein zur Förderung von neuem Tanz und Theater Samara Verein zur Prävention von(sexualisierter) Gewalt SAM-DER Austria Kultur-, Integrations-& Bildungsverein Samuel Josef SC TEAM WIENER LINIEN Schach im Hort Schafranek Julia Schaub Anita-Christa Scheicher Haldis Schernhammer Florian Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental Schulkollektiv Wien Schwarze Frauen Community(SFC) Serbisches Kulturforum Shaolin Kulturverein Siebenhirtner Kulturverein – Kultur Pur SIGNAL – Verein zu karitativen Zwecken Silent-Club Verein zur Förderung junger Dj´s in Österreich 500,00 10 400,00 3 000,00 800,00 352,85 1 100,00 800,00 1 000,00 900,00 1 000,00 1 000,00 7 000,00 1 800,00 2 500,00 20 120,00 5 100,00 2 400,00 1 000,00 800,00 3 500,00 360,00 4 000,00 500,00 1 650,00 7 500,00 2 700,00 700,00 Alltagskultur 291 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Sinn& Wahn, Verein zur Förderung von Kunst und Kultur snim – spontanes netzwerk für improvisierte musik SOB 31 – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten von Menschen mit Behinderungen „SOLVE et COAGULA“ – gemeinnütziger Verein zur Lösung und Weiterentwicklung gegenwärtiger Gesellschafts- Kultur- und Sozial­ fragen in den Medienformen Film, Kunstfilm und Theater unter besonderer Berücksichtigung einer schlüssigen Ästhetik Sonderpädagogisches Zentrum Sonne und Mond – Förderungsverein für ganzheitliche Kunst und Ästhetik sonor beatus – Wohlklang der Barockmusik SPIELRAUM Theater& Theaterstudio Spirale(e) Verein zur Förderung des zeitgenössischen Tanz SPORT-KULTUR-FREIZEIT 22 SPURa – Kulturverein zur Förderung des interdisziplinären und interkulturellen Austausches St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Stachowitsch Sylvia Stadtdiakonie Wien – s‘Häferl – Selbsthilfegruppe für Haftentlassene, Obdachlose und Freigänger Stadtteilzentrum Simmering – Klein-Paris, Verein zur Förderung des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Simmering STATION WIEN Verein zur Förderung des kulturellen Austausches zwischen Einheimischen und MigrantInnen STEINE DER ERINNERUNG an jüdische Opfer des Holocausts Steine des Gedenkens für die Opfer der Shoa Studentinnenheim und Jugendclub Stubentor, Verein für Bildungsinitiativen und Sozialhilfe Studentinnenheim Währing, Verein für Bildungsinitiativen und Sozialhilfe StudentInnenkinder – Verein zur Förderung von Kindern studierender Eltern 292 Alltagskultur 3 000,00 300,00 1 000,00 2 000,00 1 300,00 700,00 600,00 4 000,00 1 500,00 1 000,00 750,00 9 220,00 3 700,00 2 000,00 2 000,00 2 000,00 6 640,00 800,00 1 000,00 500,00 1 200,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN stuwart, Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Stuwerviertel Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit – Wien ((superar)), Verein zur Förderung des aktiven Musizierens, Singens und Tanzens von Kindern und Jugendlichen SuperSoulMe – Talente erkennen, Fähigkeiten teilen – Kultur inklusive! SWINGDANCE BIG BAND Tanzquartier-Wien GmbH Tanztheater Inspirato teatro caprile Terne Roma Jugendverein textfeld südost. Verein zur Förderung des kulturellen, literarischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Austausches zwischen Mittelund Südosteuropa The Danube Memorial – Ein Verein zur Errichtung eines Denkmals am Donaukanal Theater& Performance – Verein Kunst im Alltag Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Theater am Spittelberg – Kulturverein Theater Delphin – Verein zur Förderung von integrativer Kunst, Kreativität und Kommunikation Theater für alle – Verein zur Förderung theaterpädagogischer Aktivitäten für alle Generationen Theater Lilarum Kossatz& Mitges. OG THEATER OLÉ – Verein zur Förderung von Clown- und Varietétheater theaterfink Theaterhimmel Theaterlabor – Institut für interaktive Kunst und Kommunikation Theaterverein„SPIELER“ Theaterverein„Vorhang Auf!“ 1 980,00 1 800,00 8 000,00 4 000,00 3 000,00 5 850,00 2 500,00 5 000,00 400,00 1 500,00 6 950,00 800,00 2 900,00 20 000,00 5 100,00 6 300,00 1 000,00 2 000,00 7 000,00 1 000,00 6 500,00 10 000,00 800,00 Alltagskultur 293 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Theaterverein Ariane Theaterverein Die Satyriker Theaterverein Divina Komödie Theaterverein meyerhold unltd. Theaterverein Pygmalion This Human World/ Diese Menschen-welt, Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Töchter der Kunst – Verein zur Förderung neuer Formen der freien Künste TONVOLL Kerschbaums etwas anderer Chor. Seit 1980 TRANSDANUBIEN, Interessensgemeinschaft zur Förderung und Verwirklichung sozialer und kultureller Animation Trittbrettl – Kabarett und Puppentheater TU Wien Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich Unger Petra UNION VIENNA TÜRKGÜCÜ SKV(Sport- und Kulturverein) V.E.M. – Verein für Ernste Musik Verband der Amateurmusiker und-vereine Österreichs – VAMÖ Verband der Polen in Österreich„Strzecha“, Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Verein„Transit“-Verein für darstellende und bildende Kunst Verein Austrolatin Orchester Verein BALANCE – Leben ohne Barrieren Verein Betrifft: Neudeggergasse Verein Bezirksmuseum Donaustadt Verein der Freunde& Förderer des Stella artis ensemble Verein der Freunde des Österreichischen Gartenbaumuseums Verein der Freunde Hugo von Hofmannsthals 294 Alltagskultur 1 000,00 3 700,00 9 200,00 1 200,00 2 000,00 3 500,00 2 700,00 1 500,00 3 000,00 3 100,00 5 000,00 5 000,00 2 100,00 3 500,00 2 000,00 3 000,00 800,00 1 500,00 1 000,00 3 000,00 5 000,00 800,00 500,00 9 600,00 2 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein der Kaufleute um die Wienzeile und Kettenbrückengasse Verein Einkaufsstraße Linzer Straße Verein für integrative Lebensgestaltung Verein für kommunikative Kunstausübung Verein für Kunstvermischung Verein für rhythmisch-musikalische Erziehung/ Rhythmik zur ganzheitlichen Förderung der Persönlichkeit Verein Gedenkstätte Gustav Klimt Verein GEMEINSAM LERNEN Verein Initiative Unternehmer Hütteldorferstraße Verein Kultur 10 Verein Kunstanspruch Verein Kunstfabrik Stadlau Verein Kunst-Kollegium Spittelberg Verein Künstlergruppe DYNAMO Verein mit gutem Grund – Für das Recht auf kulturelle Teilhabe Verein Projekt Theater Verein Wiener Jugendzentren Verein zur Erhaltung der Schubertgedächtnisorgel in St. Josef zu Margareten und zur Förderung der Kirchenmusik Verein zur Erhaltung der St. Johannes-Nepomuk-Kapelle Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums (VEKKS) Verein zur Förderung alternativer Kultur Verein zur Förderung der Fotografie„WestLicht“ Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Wien Oberlaa Verein zur Förderung der Kunst-Schleife 18 VEREIN ZUR FÖRDERUNG DES FANTASTISCHEN FILMS Verein zur Pflege und Förderung der Wiener Musik 1 500,00 10 000,00 14 000,00 8 300,00 3 500,00 2 000,00 1 200,00 1 000,00 20 000,00 60 000,00 300,00 5 967,00 2 500,00 850,00 2 100,00 7 000,00 10 474,46 600,00 2 000,00 1 000,00 2 500,00 4 000,00 7 000,00 800,00 1 000,00 3 600,00 Alltagskultur 295 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein zur Umsetzung interdisziplinärer künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum Verein zur Unterstützung märchenhaften Theaters Vereinigung ehemaliger Wasa-GymnasiastInnen Vereinigung für Frauenintegration Amerling Vereinigung für KUNST=KULTUR HIETZING Veronika – Verein zur Förderung moderner Musik und intermedialen Austauschs VIDC – Kulturen in Bewegung VIENNA COUNTRY& WESTERN CLUB VIENNA-ARTFORUM Verein zur Förderung von Kunst und Kultur VIENNA-TRAVELGALLERY zur Förderung der Kunst und Kunstvermittlung VIOA – Vienna International Opera Academy. Kreatives und innovatives Musiktheater Volkshochschule Donaustadt Volksschule 6 Corneliusgasse Volksschule Pfeilgasse 42b Wagnest Martha wannaplayvienna – Verein zur Förderung der Indiependent Kultur Österreichs Welt& Co/Kulturverein Weltenreise – Verein zur Förderung des interkulturellen Dialogs Werkl im Goethehof – selbstverwaltete kulturelle Freiräume Wiedermann Angela Wiener Achse, nationen- und generationenübergreifender Austausch der Künste und Kulturen WIENER BLUE(S) – Verein zur Förderung des musikalischen Wiener Kulturgutes Wiener Chor-Ensemble Wiener Evangelische Kantorei 296 Alltagskultur 800,00 300,00 500,00 500,00 3 000,00 300,00 500,00 2 000,00 2 000,00 900,00 1 000,00 441,43 1 000,00 800,00 1 500,00 2 500,00 1 750,00 3 500,00 2 000,00 800,00 1 500,00 2 000,00 1 350,00 600,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN WIENER INSTRUMENTALSOLISTEN(VIENNA SYMPHONY VIRTUOSI) wiener kunst schule Wiener Senioren Zentrum im WUK WIENER TANZWOCHEN Wiener Tonkunstvereinigung Wiener Ungarischer Kulturverein Delibab – Becsi Magyar Kulturegyesület Delibab Wiener Volkskunst Wiener Volksliedwerk WIENER VORSTADTTHEATER – integratives theater österreichs Wiener Zauberklub Wirtschafts- und Kulturverein Weinhaus Wohlgenannt Claudia Wortensemble – Theaterverein Wortwerft – Intermedialer Literaturverein Zeilinger Bernadette ZEIT.FRAU – Verein zur Vernetzung von Frauenanliegen Zeller Manfred ZeugInnen der Zeit Zwi Perez Chajes Schule Israelitische Kultusgemeinde Wien minus nicht benötigte Mittel 2012 Summe dezentrale Bezirksförderung SUMME ALLTAGSKULTUR 1 500,00 2 800,00 700,00 1 000,00 550,00 3 500,00 600,00 800,00 2 500,00 500,00 3 000,00 5 000,00 3 000,00 800,00 4 500,00 500,00 150,00 8 500,00 200,00 -41 045,02 2 578 458,59 9 836 658,59 Alltagskultur 297 BIBLIOTHEKSWESEN Druckschriftensammlung Antiquarische Bücher Neue Bücher und Zeitschriften Plakate CD-Roms Handschriftensammlung Kunstarchiv Werner J. Schweiger Nachlass Benno Fleischmann Nachlass Peter Marginter Rate Ankauf Nachlass Max Reinhardt Sonstige Erwerbungen Musiksammlung Notenhandschriften und Drucke Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen, Veranstaltungen Ordnungsprojekte Projekt Karl Kraus Sonstige Ausgaben SUMME BIBLIOTHEKSWESEN 298 Bibliothekswesen 28 480,00 73 752,00 300,00 504,00 50 000,00 17 000,00 12 000,00 30 000,00 17 836,00 54 775,00 19 234,00 1 523,00 349 550,00 47 400,00 18 800,00 10 993,00 732 147,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN MUSIK Arnold Schönberg Center Privatstiftung d'akkordeon,Kulturverein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik Ensemble 20. Jahrhundert, Instrumentalensemble für Musik Erstes Frauenkammerorchester von Österreich Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Gustav Mahler Jugendorchester Haus der Musik Betriebsgesellschaft m.b.H. Hot Club de Vienne(Verein zur Förderung der Jazzmusik) Interessengemeinschaft JAZZ WIEN Jazz& Musicclub Porgy& Bess Klangforum Wien Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Kulturverein Gasometer Künstlersekretariat Buchmann Gesellschaft m.b.H. MICA(Music Information Center AUSTRIA) MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein MUSICA JUVENTUTIS Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Musikverein„Wien modern“ Orchester Wiener Akademie Gesellschaft mbH Planet Music& Media Veranstaltungs- und VerlagsgesmbH ((superar)), Verein zur Förderung des aktiven Musizierens, Singens und Tanzens von Kindern und Jugendlichen Stadtinitiative Wien – Konzerte Veranstalterverband Österreich, abgekürzt VVAT Verein für Kunstvermischung 1 006 242,00 50 000,00 28 000,00 36 000,00 685 000,00 182 000,00 1 350 000,00 26 000,00 94 000,00 110 000,00 700 000,00 20 000,00 10 000,00 200 000,00 84 000,00 10 000,00 18 000,00 370 000,00 700 000,00 51 000,00 500 000,00 20 000,00 40 000,00 105 000,00 5 000,00 Musik 299 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Verein Jazz Fest Wien Verein zur Förderung aktueller Musik VIA MUSICA Vienna International Association for Music and Culture Exchange VIA MUSICA Verein für Internationalen Musik- und Kulturaustausch Wien VOICE MANIA – Kulturverein VÖM – Vereinigte Österreichische Musikförderer Wiener Jeunesse Orchester Wiener KammerOrchester Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk KomponistInnenförderung Rahmenbetrag AMBITUS – Gruppe für neue Musik arge zeitgenössische musik fünfhaus Aufführungen Neuer Musik Chorforum Wien CHORUS VIENNENSIS/CHORALSCHOLA DER WIENER HOFBURGKAPELLE(Männerchor ehemaliger Wiener Sängerknaben) CHROMA Verein aktueller Kunst und Musik CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung Concert-Verein Musica Sacra Wien ECMA – European Chamber Music Academy(Verein zur Förderung der europäischen Kammermusik) Ensemble„die reihe“ Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Ensemble Wiener Collage Ensemble Wiener Klänge 300 000,00 30 000,00 10 000,00 15 000,00 212 000,00 47 000,00 50 000,00 1 054 000,00 14 146 000,00 65 000,00 25 000,00 1 500,00 4 000,00 2 500,00 3 500,00 2 500,00 4 000,00 3 000,00 1 500,00 1 000,00 15 000,00 12 000,00 2 000,00 300 Musik FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM ESTA – Vereinigung der Lehrenden für Saiteninstrumente Forum Gitarre Franz Schmidt-Gesellschaft Freunde und Förderer des Vereines Ensemble Neue Streicher Gesellschaft zur Erhaltung eines Instituts zur Erforschung, Dokumentation und Förderung der Dritten Wiener ZwölftonKompositionsschule(„Institut für Klangreihenmusik“) Haydn-Gesellschaft Wien IMZ Internationales Musik&MedienZentrum Wien – IMZ International Music&Media Centre Institut für Österreichische Musikdokumentation Internationale Gesellschaft für neue Musik, Sektion Österreich Israelitische Kultusgemeinde Wien JazzWerkstatt Wien KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Kammerorchester Kontrapunkte Kammertrio Linz-Wien Klang.Kunst.Etage – Verein für experimentelle Musik und Kunstprojekte Klassisches Operettenensemble Wien Kultur& Geselligkeitsverein WIENER KLANG Kulturverein Reigen-Live Kunst und Kultur – Verein zur Förderung des internationalen Kultur- und Behindertenaustausches LAUT – Labor zur Erforschung und Förderung neuer und elektronischer Musik maezenatentum.at – Forschungstransfer in Wissenschaft und Kunst Media Art Club – Verein zur Förderung und Präsentation österreichischer und internationaler Kunst und Kultur 5 000,00 750,00 6 500,00 4 200,00 7 500,00 2 500,00 2 000,00 7 000,00 7 000,00 20 000,00 14 000,00 13 000,00 4 000,00 10 000,00 400,00 2 500,00 3 000,00 1 800,00 27 000,00 2 500,00 10 000,00 700,00 15 000,00 Musik 301 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Merlin Ensemble Wien – Kammermusik Mozartgemeinde Wien MUSIC ON LINE – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Musikforum Lutherische Stadtkirche Wien MusikTheater-Verein K& K Musikverein„Clemencic Consort“ Musikverein LA PRIMA VOLTA ORCHESTERWELT Österreichisch – Ungarisches Dokumentationszentrum für Jüdische Musik und Kultur Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik(ÖGZM) Österreichischer Komponistenbund(ÖKB) Österreichisches Orgelforum PAN TAU-X-MUSIC& ART'S(Verein für Kulturmanagement) Platypus – Verein für Neue Musik Projekt„URAUFFÜHRUNGEN“/ Gesellschaft zur Förderung von Künstlern und deren Werken, Creatives Centrum Reconsil – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Schloß Laudon Kammermusikfestival sp ce. Verein zur Förderung von Musik, Kunst und intermedialen Projekten SR-Archiv österreichischer Popularmusik Studio Dan – Verein für Neue Musik The Electroacoustic Projekt – Verein zur Förderung Elektroakustischer Musik tonWerk – Forum für Neue Musik Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Außeninstitut 4 500,00 3 600,00 15 000,00 8 000,00 4 000,00 1 500,00 7 000,00 3 000,00 3 000,00 2 000,00 5 000,00 7 000,00 5 000,00 2 000,00 4 000,00 3 500,00 10 000,00 5 000,00 5 000,00 2 000,00 3 000,00 4 000,00 3 000,00 3 500,00 17 000,00 302 Musik FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Spezialensembles Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: isa – Internationale Sommerakademie Universität für Musik und darstellende Kunst/ Institut Franz Schubert Verein Austro-Armenian Music Festival Verein Das Wiener Hornquartett Verein für elektroakustische Musik; Kurztitel VELAK Verein für integrative Lebensgestaltung Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein Wiener Orgelkonzerte Verein zur Förderung der Neuen Musik im Kirchenraum Verein zur Verbreitung zeitgenössischer österreichischer Bigbandmusik Vienna Songwriting Association VOICE MANIA – Kulturverein Wiener Concert-Verein Wiener Institut für Strauss-Forschung Wiener Johann Strauß Orchester(Wiener Walzerorchester) Wiener Jüdischer Chor Wiener Klangwerkstatt Wiener Schubertbund Wiener Vokalensemble WORT-TON-ART Kulturverein ZARENGOLD – Plattform für Klang und Bild Summe Rahmenbetrag SUMME MUSIK 10 000,00 5 000,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 4 000,00 5 000,00 3 500,00 5 000,00 1 500,00 4 000,00 2 000,00 40 000,00 18 000,00 3 000,00 18 000,00 1 800,00 5 000,00 2 500,00 3 000,00 3 500,00 1 000,00 489 250,00 22 843 492,00 Musik 303 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ ARBOS, Gesellschaft für Musik und Theater Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not danceWEB – Verein zur Förderung des Int. Kulturaustausches im Bereich der Darstellenden Künste Dans.Kias – Verein für physische Kommunikation in der darstellenden Kunst Die SHOW-inisten – Theater für satirische Revue-Neues Volkstheater Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH Gloria Theater Betriebs G.m.b.H. God‘s entertainment – Verein zur Erhaltung und Förderung des OffTheaters Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen IG Freie Theaterarbeit Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst ImPuls Tanz insert(Theaterverein) Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. Junger Salon – Verein zur Förderung von außerschulischen Theaterprojekten in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Kabarett Niedermair – Verein der Freunde der Freude am Theater Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturzentrum Kabelwerk GmbH LINK.* Verein für weiblichen Spielraum liquid loft – Verein zur Projektierung künstlerischer Ideen M.A.P – Movement Art Programmes Vienna 44 000,00 100 000,00 75 000,00 55 000,00 150 000,00 630 000,00 1 185 000,00 550 000,00 50 000,00 80 000,00 51 000,00 65 000,00 1 050 000,00 65 000,00 590 000,00 5 000,00 24 000,00 10 000,00 70 000,00 1 600 000,00 400 000,00 636 000,00 120 000,00 55 000,00 304 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN makemake produktionen Performative Zusammenarbeiten Mumbling Fish – Verein für experimentellen Tanz MUSIC ON LINE – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Neue Oper Wien – Verein zur Dokumentation und Durchführung von Musiktheatern und Konzerten progetto semiserio. Verein zur Verbreitung, Erhaltung und Erforschung des Musiktheaters Pufferfish Kunstverein SALTO, Verein zur Förderung von neuem Tanz und Theater Schauspielhaus Wien GmbH SECOND NATURE – Verein zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung Sirene – Podium für neues Musiktheater Szene Bunte Wähne TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße Tanzquartier Wien GmbH Tanztheater Verein DIVERS – Kabinett ad Co. Theater am Petersplatz GmbH Theater am Spittelberg – Kulturverein Theater der Jugend Theater in der Josefstadt Betriebsges.m.b.H. Theater Lilarum Kossatz& Mitges. OEG theatercombinat – theaterverein Theatergruppe daskunst Theaterverein Foxfire Theaterverein Odeon Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein Wiener Klassenzimmertheater 45 000,00 90 000,00 80 000,00 400 000,00 500 000,00 90 000,00 45 000,00 90 000,00 1 515 000,00 80 000,00 100 000,00 125 000,00 735 000,00 2 950 000,00 60 000,00 720 000,00 10 000,00 3 830 000,00 7 415 689,00 220 000,00 190 000,00 55 000,00 70 000,00 950 000,00 190 000,00 120 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz 305 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Theaterverein Wiener Metropol Trip The Light Fantastic – Verein für choreografische Nachwuchsförderung für junges Publikum Tschauner Bühne GmbH Verein Chimera Verein für künstlerische Kommunikation und Produktion – ZOON Musikensemble Verein für Modernes Tanztheater/Tanz Company Gervasi Verein Kitsch& Kontor(Rabenhof Theater) Verein SUPERAMAS zur Förderung von Kunstprojekten Verein Transit – Verein für darstellende und bildende Kunst Vereinigte Bühnen Wien GmbH Volkstheater GmbH Volkstheater in den Bezirken(Volkstheater GmbH) Wiener Bühnenverein Wiener Kammeroper Wiener Tanz- und Kunstbewegung Wiener Tanzwochen Wiener Taschenoper Wiener Wortstätten – Verein zur Förderung der Gegenwartsdramatik Rahmenbetrag a waiting dog – Verein für experimentelle Performancekultur a.raum – verein für interdisziplinäre kunstprojekte Aggregat Valduskis – Verein für Theater Aktionstheater Ensemble am apparat – Verein für künstlerische und technische Innovation An Kaler/Verein an den Schnittstellen zum Performativen Armes Theater Wien 660 000,00 70 000,00 80 000,00 50 000,00 100 000,00 66 000,00 900 000,00 110 000,00 270 000,00 37 240 000,00 6 037 630,00 799 000,00 195 000,00 700 000,00 65 000,00 925 000,00 275 000,00 250 000,00 16 000,00 7 300,00 15 000,00 25 000,00 20 000,00 40 000,00 20 000,00 306 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Art*Act Kunstverein „ARTFUSION“, Kunst- und Theaterverein ASSITEJ Austria BU! Verein für die Förderung und Forschung des zeitgenössischen Tanztheaters und der Performance Copypaste – Verein für choreographische, performative und transmediale Projekte DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung Dark City – Verein zur Förderung künstlerischer und kultureller Aktivitäten Das Wiener Kindertheater Datamatix Datensysteme GmbH DIAGONAL MATTERS/ Verein für Raumkunst DREIZEHNTERJANUAR – FREIE THEATERPRODUKTIONEN „echoraum“ Vereinigung zur Förderung der Kulturkommunikation ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM „FAIMME“ – zur Förderung darstellender Kunst& Musik Fat Sun Kunstverein Freie Bühne Wieden GARAGE – Verein zur Produktion und Förderung des künstlerischen und diskursiven Austauschs im zeitgenössischen Theater- und Performanceschaffen gruppe krokodil – figurentheater I Dance company – Kunst mit Down-Syndrom Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein IG Freie Theaterarbeit Interkulttheater – Verein zur kulturellen Förderung Kabarett Niedermair – Verein der Freunde der Freude am Theater Kasal – Verein für Performance und bildende Kunst 45 000,00 18 500,00 20 000,00 20 000,00 15 000,00 20 000,00 30 000,00 30 000,00 7 500,00 17 000,00 20 000,00 50 000,00 10 000,00 20 000,00 10 000,00 70 000,00 20 000,00 15 000,00 5 000,00 50 000,00 40 000,00 250 000,00 100 000,00 15 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz 307 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kinoki – Verein zur Förderung audiovisueller Selbstbestimmung Komödie am Kai Kompanie Freispiel – Verein für zeitgenössische Theaterarbeit Kopf hoch – Verein zur Förderung von interdisziplinärer und experimenteller Kunst Koproduktionshaus Wien GmbH Kulisse – Andreas Elsner GesmbH Kulturverein FeinSinn Kunst- und Kulturverein RAW MATTERS Kunstverein Ti22 La cagada Verein für zeitgenössische Kunst LaGente Kunst und Kulturverein Lalish Theaterlabor/Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur Last Enjoyable Opera Theatre LEO – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Luna Arts – Verein für Kunst und Kultur MIMAMUSCH – Freunde des Strategietheaters na daLokal. Verein für Kunst in Bewegung „nadaproductions“ Verein zur Förderung zeitgenössischer Tanz-, Performance und Filmformen Narrenterrasse – Verein für besonders nützliche Kunst Neues Theater Wien NOMAD-theatre, Verein zur Förderung multimedialen, grenzüberschreitenden Theaters und multimedialer Kunst Oper unterwegs PAN Vienna – Performance Art Network. Verein zur Förderung der Performancekunst Plaisiranstalt – Theaterverein POLYMORPH PERFORMANCE 24 000,00 20 000,00 3 000,00 10 000,00 40 000,00 30 000,00 20 000,00 40 000,00 20 000,00 22 000,00 10 000,00 40 000,00 20 000,00 25 000,00 15 000,00 10 000,00 20 000,00 14 000,00 5 000,00 25 000,00 24 000,00 10 000,00 23 000,00 22 200,00 308 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN reschen.see – Verein für Theaterprojekte Schauspielhaus Wien Ges.m.b.H. SILK – Verein zur Förderung von Urbanem Zeitgenössischem Tanz und Kunst SPIELRAUM Theater& Theaterstudio Spirit, Verein zur Förderung der Performancekunst Stadttheater Walfischgasse GmbH Studio 5 – Verein zur Förderung des Verständnisses zeitgenössischer Kunstformen suono – Podium für interkulturellen Austausch Taksidiotiko group – Verein zur Ermöglichung von Kulturprojekten TANZART – Verein zur Förderung und Entwicklung des Tanztheaters (schallundrauch agency) Tanz Atelier Wien tanz.coop – verein for arts Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Theater am Spittelberg – Kulturverein Theater Brett – Compagnie BRETTSCHNEIDER Theater Center Forum Theater des Kindes Theater Montagnes Russes(TMR) Theater zum Fürchten theaterfink Theatergruppe daskunst Theatergruppe ISKRA – Verein zur Förderung innovativer theaterpädagogischer Projekte Theaterverein Theater.Punkt Theaterverein Wien Theaterverein zum aufgebundenen Bären 25 000,00 5 000,00 20 000,00 120 000,00 10 000,00 300 000,00 18 000,00 20 000,00 30 000,00 24 000,00 40 000,00 10 000,00 40 000,00 55 000,00 10 000,00 55 000,00 8 000,00 25 000,00 300 000,00 10 000,00 40 000,00 32 000,00 7 700,00 141 500,00 75 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz 309 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Totales Theater two in one – Verein für zeitgenössischen Tanz, Street art und Cross art Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Verein„Österreichischer Kabarettpreis“ Verein der Freunde und Förderer des Schubert Theaters Verein für integrative Lebensgestaltung Verein für philosophische Praxis Verein Physical Behavior Verein Projekt Theater Verein Tanztheater perForm Verein theater.wozek Verein Veranstaltungszentrum Akzent Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit VIENNA MAGIC-VEREIN ZUR FÖRDERUNG VON PERFORMANCE, ZEITGENÖSSISCHEM TANZ, DARSTELLENDER KUNST- UND BILDENDER KUNST VIOLET LAKE VEREIN ZUR FÖRDERUNG DER KÜNSTE IM DARSTELLENDEN UND BILDENDEN BEREICH WAIFEI – Verein zur Förderung von Theater, Film und Literatur werk89 – Kunst- und Theaterverein Wiener Lustspielhaus – Verein zur Förderung musikalischer und darstellender Künste Summe Rahmenbetrag Baukosten Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH Halle E+G Betriebs GmbH& Kunsthallenbetriebs Ges.m.b.H. OEG Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. Israelitische Kultusgemeinde Wien 80 000,00 20 000,00 130 000,00 10 000,00 50 000,00 40 000,00 2 300,00 10 000,00 40 000,00 20 000,00 35 000,00 65 000,00 18 000,00 30 000,00 15 000,00 15 000,00 20 000,00 140 000,00 3 695 000,00 60 000,00 80 000,00 5 100,00 18 281,07 310 Theater, Musiktheater, Tanz FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN J.A.Z.Z. Verein für Junge Aufstrebende Zukunftsorientierte Zeitgenossen Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturverein C7 Kulturzentrum Kabelwek GmbH Last Enjoyable Opera Theatre LEO – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur QWIEN Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte(vorm. Ecce Homo) Theater am Petersplatz GmbH Theater am Spittelberg – Kulturverein Theater in der Josefstadt Betriebsges.m.b.H. Theater zum Fürchten Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein Wiener Metropol Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Verein Kitsch& Kontor(Rabenhof Theater) Vereinigte Bühnen Wien GmbH(Ronacher) Volkstheater GmbH Wiener Kammeroper Sonstiges "Theatererhalterverband Österreichischer Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag" SUMME THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ 10 000,00 2 430,00 70 000,00 700,00 75 000,00 5 703,93 10 000,00 60 000,00 15 000,00 621 000,00 40 000,00 21 000,00 40 000,00 10 000,00 50 000,00 3 101 716,92 100 000,00 15 285,00 2 139,00 85 236 674,92 Theater, Musiktheater, Tanz 311 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN NEUE MEDIEN Artistic Bokeh – Initiative zur qualitativen Erkundung, Kartografie und Erweiterung der Elektrosphäre nach Parametern und Methoden künstlerischer Forschung und Entwicklung BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation BON TON – Verein zur Erhaltung und Verbreitung von Ethik und Ästhetik Cracked Labs – Verein zur Förderung kritischer digitaler Kultur cunstwerc – Verein zur Förderung kreativen Schaffens das kunst – Verein für emanzipative Kulturarbeit ei(s)kon:fekt. Verein zur Förderung der audio-visuellen Kultur Eurozine – Gesellschaft zur Vernetzung von Kulturmedien mbH FFFR – Kunst+ Kommunikation fgs Forschungsgruppe Stadt friendsandart, Kunstverein garnison7 – Verein zur Förderung von zeitgenössischer Musik und digitaler Kunst HACKBUS – Verein zur Vermittlung von kreativem Umgang mit Medien und Technologie IDK Institut für Digitale Kunst INÄSTHETIK – Verein zur Erforschung und Realisierung künstlerischer Projekte im Feld der relationalen Kunst kanonmedia verein für neue medien Klangmanifeste – Verein für Klang-/Kunst-/Formen ko/lab – Interdisziplinärer Verein zur Förderung von kollaborativer Film-/Kunstproduktion Kunstverein das weisse haus MACHFELD, internationaler Kunst& Kulturverein Medienwerkstatt Wien MISS BALTAZAR‘S LABORATORY 312 Neue Medien 1 600,00 5 000,00 2 800,00 5 000,00 1 000,00 1 400,00 50 000,00 20 000,00 4 500,00 5 000,00 3 500,00 1 700,00 2 500,00 3 000,00 4 000,00 3 000,00 4 500,00 1 500,00 20 000,00 4 000,00 30 000,00 1 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Moozak – Verein für experimentelle Musik Neocom-Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Österreichische Gesellschaft für Klangkunst paraflows – Verein zur Förderung der Digitalen Kunst und Kulturen .pogmahon.company – Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum quintessenz – Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter rosapinks – Verein zur Förderung von künstlerischen, sozialen und feministischen Projekten Station Rose Verein zur Förderung von audiovisueller und digitaler Kunst SUBOTRON – Verein zur Förderung elektronischer Spielkultur Syntharturalistische Kunstvereinigung – SHIFZ Target Reply – Verein für Kunst- und Medienprojekte TIM.theoris in mind. Verein zur Förderung von Kunst und Wissenschaft Ubermorgen – Verein zur Förderung von digitaler und bildender Kunst Verein für elektroakustische Musik Verein für politische künstlerische Kommunikation – political communication – p.c. Verein für übliche Wege. Zur Förderung von Schönheit, transnationaler Kommunikation und Kunstkritik Verein Künstlergruppe DYNAMO Verein Quartier für Digitale Kultur Verein zur Filmvermittlung Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien – Monochrom SUMME NEUE MEDIEN 5 000,00 3 500,00 4 000,00 3 500,00 100 000,00 3 000,00 2 000,00 4 500,00 10 000,00 15 000,00 1 000,00 1 500,00 8 000,00 3 500,00 3 000,00 2 500,00 1 000,00 1 000,00 15 000,00 5 000,00 10 000,00 20 000,00 397 000,00 Neue Medien 313 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FILM, KINO, VIDEO After Image Produktion DV8-Film – Verein zur Realisierung von unabhängigen und unkonventionellen Filmprojekten Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmfonds Wien Österreichische Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Tradition und Kultur Österreichisches Filmmuseum St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebs GmbH Vienna Film Commission Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Filmfestwochen – Viennale Wiener Filmfestwochen – Viennale Filmpreis Rahmenbetrag Ahnelt Josephine Ajayi Christine Akademie des Österreichischen Films Arslan Deniz ASIFA AUSTRIA – Verein zur Förderung des Animationsfilms in Österreich Blackbox Film& Medienproduktion GmbH Bohun Stefan China Film Consult Wolte KG Christlieb Angela Culture2Culture 314 Film, Kino, Video 100 000,00 185 000,00 400 000,00 192 000,00 11 800 000,00 70 000,00 680 000,00 53 000,00 311 000,00 180 000,00 105 000,00 1 500 000,00 10 000,00 3 000,00 5 000,00 20 000,00 5 000,00 35 000,00 5 000,00 5 000,00 2 000,00 4 000,00 54 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm film:riss-Verein zur Förderung der jungen Filmkultur u. Filmkunst frame[o]ut – Verein zur Förderung neuer Filmformate bzw. den Kurznamen frame[o]ut bzw. frameout Freunde der Filmakademie Wien fullframe – Verein zur Förderung filmischer und audiovisueller Projekte und artverwandter Künste Gemel Nikolai Gierlinger Johannes Grill Michaela HACKBUS – Verein zur Vermittlung von kreativem Umgang mit Medien und Technologie Hammelfilm, Johannes Hammel Film- und Videoproduktion Hausberger Eva Hengge Maria Hengl Peter Heuss Anna Huber Dominik Independent Cinema – Verein zur Förderung unabhängigen Filmschaffens Institut Pitanga – Verein zur Förderung und Vermittlung von Wissenschaft und Kultur Jüdischer Filmclub Wien Kern Peter KGP Kranzelbinder Gabriele Production GmbH Kino5 – Plattform für unabhängige Filmschaffende Lauritsch Magdalena Le Groupe Soleil Film& Multimediaproduktion GmbH Leitner Daniela 5 000,00 2 000,00 10 000,00 6 000,00 5 000,00 3 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 3 500,00 10 000,00 5 000,00 5 000,00 2 200,00 35 000,00 60 000,00 5 000,00 10 000,00 7 000,00 5 000,00 3 500,00 5 000,00 4 500,00 Film, Kino, Video 315 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Lenz Jannis loop media gmbH Lucassen Vincent Mattuschka Mara Millonig Barbara Navigator Film Production-Verein zur Förderung und Durchführung von Filmprojekten Ofner Friedrich Paede David Pfaffenbichler Norbert PLAESION Film+ Vision e.U. Podogil Michael Praher Daniela proFRAU-Plattform für Frauenrechte gegen Diskriminierung Schwentner Michaela Schwitzer Mona Sixpackfilm Sixpackfilm Steiner Sigmund Swirko Steven This Human World/ Diese Menschen-welt, Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Veegh Klara Verein zur Förderung des Studentenfilmfestivals Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien – Monochrom Vereinigung zur Ausübung und Förderung künstlerischer Photographie und unabhängigen Films Vollrath Patrick Weber Lisa 316 Film, Kino, Video 4 000,00 1 400,00 5 000,00 10 000,00 2 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 4 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 10 000,00 1 500,00 3 000,00 50 000,00 44 900,00 5 000,00 5 000,00 12 000,00 5 000,00 7 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 4 500,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Zwirchmayr Antoinette Summe Rahmenbetrag Baukosten Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebsgesellschaft m.b.H. SUMME FILM, KINO, VIDEO BILDENDE KUNST Bildankäufe Caritas der Erzdiözese Wien GesmbH Depot – Verein zur Förderung der Diskurskultur in der Gegenwartskunst Galerie im Taxispalais Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus IG Bildende Kunst Kunst im öffentlichen Raum GmbH Kunsthalle Wien GesmbH KunstHausWien GmbH. KünstlerInnenförderung Kunstverein Wien MAK ART SOCIETY zur Förderung des MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/ Gegenwartskunst Neigungsgruppe Design Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung springerin – Verein für Kritik und Theorie zu ihrer Zeit Unit F büro für mode Unit F büro für mode – Modepreis Verein Vladimir& Estragon 6 000,00 575 000,00 22 500,00 16 183 500,00 324 985,50 5 000,00 50 000,00 3 000,00 381 000,00 26 000,00 820 000,00 4 050 000,00 400 000,00 14 000,00 340 000,00 40 000,00 10 000,00 50 000,00 22 000,00 136 000,00 10 000,00 50 000,00 Film, Kino, Video• Bildende Kunst 317 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kunst- und Kulturverein„SOHO IN OTTAKRING“ Verein ZOOM Kindermuseum Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession Druckkostenbeiträge Chytilek Eva Eder Christian FraK – Frauenkunst Verein Frontzement Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Verein zur Förderung von Kunst& Kultur der flotten Lotten Summe Druckkostenbeiträge Rahmenbetrag AGORA GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER HUMANITÄT Artenvielfalt – Verein zur Förderung hybrider Kunstformen ARTV.at – Verein zur Dokumentation der Künste „Atrium ed Arte“ – Verein zur Förderung europäischer und asiatischer Künstler AUSARTEN[] – Verein zur Förderung künstlerischer Interventionen und transdisziplinärer Vernetzung batolit – Verein für künstlerische Projekte und Residencies BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Caritas der Erzdiözese Wien GesmbH CONT3XT.NET kunst.kultur.medien Der Apparat. Verein zur Förderung künstlerisch/sozialer Interventionen im öffentlichen Raum DER BLAUE KOMPRESSOR – Floating& Stomping Company Verein zur Pflege expansiver Kunst 318 Bildende Kunst 60 000,00 874 000,00 310 000,00 20 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 6 000,00 1 000,00 800,00 1 500,00 2 000,00 2 000,00 700,00 1 500,00 2 000,00 1 450,00 4 000,00 2 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Desperate Artwives – Organisation und Durchführung von Kunstprojekten Die 4 Grazien – Künstlerinnengruppe fishpool, aquarium für kunst und soziales Foto K – Verein für Fotografie und Kunst FOTOGALERIE WIEN – Verein zur Förderung künstlerischer Fotografie und neuer Medien FraK – Frauenkunst Freunde der Druckgraphik Freunde der Plattform junge Kunst „Freunde des Loquaiparkes“ friendsandart, Kunstverein Galerie basement Galerie Chobot Galerie Curtze GALERIE RAUM MIT LICHT Glockengasse No9, Verein zur Förderung aktueller Tendenzen in der Kunst HilgerBROTKunsthalle Hinterland – Verein zur Vernetzung international und national Aktiver und Interessierter in der Kunstwelt Institut für Interaktive Raumprojekte Klub Irrko-Verein f. irrationale künstlerische Kollisionen, Konstellationen und Konstruktionen KulturAXE Kulturverein – QQ Kulturverein Nebenkammer Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN Kunstforum Salzkammergut 1 500,00 1 000,00 2 000,00 2 000,00 25 000,00 1 500,00 1 500,00 3 000,00 3 200,00 1 000,00 2 250,00 1 500,00 1 500,00 2 250,00 2 000,00 1 500,00 2 000,00 2 000,00 700,00 1 000,00 1 000,00 1 200,00 1 500,00 1 000,00 Bildende Kunst 319 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Kunsthalle Exnergasse WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Kunstverein das weisse haus Kunstverein Grundsteingasse – Masc Foundation 39 Dada labprojects kulturverein LIMDA-Integration für Flüchtlingskinder Lisa Ruyter GmbH mauve – Verein für ästhetisch theoretischen Dialog in der bildenden Kunst melt-art kulturelle Verschmelzung Neuer Kunstverein Wien NEUN ARABESKEN Förderverein für Frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte Nullraum – Verein zur Förderung Performativer Kunst OLLIWOOD – VEREIN ZUR DURCHFÜHRUNG VON FREIEN KUNSTPROJEKTEN Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur Open Systems – Verein zur Förderung und Vermittlung von Kultur ostblok Filmproduktion e.V. Österreichischer Museumsbund Österreichisches Institut für Photographie und Medienkunst Photon, Verein für Fotokunst .pogmahon.company – Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum PRODUKTION VON WIRKLICHKEITEN – Institut zu Erforschung und Erschaffung von Ritualen und Zeremonien Projektor – Diskussionsforum Film, Video und Neue Medien Sabotage Kunst- und Kulturverein Schule für Photographie und Film Theodor Körner Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst 2 000,00 2 250,00 3 800,00 1 000,00 2 000,00 1 500,00 3 000,00 1 000,00 1 000,00 4 000,00 1 000,00 3 000,00 1 000,00 1 500,00 600,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 5 000,00 1 000,00 2 000,00 600,00 3 000,00 4 000,00 320 Bildende Kunst FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN TIM.theoris in mind. Verein zur Förderung von Kunst und Wissenschaft TRANSFER – Verein für medial übergreifende Kulturarbeit TRANSFORMER. Verein für intellektuelle Transformationen Ve.Sch, Verein für Raum und Form in der Kunst Verband österreichischer Galerien moderner Kunst Verein der Förderer Neuer Kunst Base-Level Verein Künstlergruppe DYNAMO Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums (VEKKS) Verein zur Förderung der Kunst-Schleife 18 Verein zur Förderung experimenteller Raumkunst. Sehsaal. Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunstprojekte – Zimmer. Küche. Kabinett. – Z.K.K. Verein zur Förderung von interkulturellem Datentransfer Verein zur Realisierung künstlerischer Interaktionen und Diskurse Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Vergiss mein Nicht – Hilfsorganisation VISIBLE AUDIBLE TANGIBLE NETWORK CLOUD – VEREIN ZUR FOERDERUNG ZEITGENOESSISCHER KUNST UND KULTURKOMMUNIKATION(VATNC) ZARENGOLD – Plattform für Klang und Bild Summe Rahmenbetrag 1 500,00 2 000,00 1 500,00 4 000,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 500,00 1 500,00 1 200,00 1 500,00 3 000,00 2 000,00 1 500,00 1 000,00 158 000,00 Veranstaltungen Musa – Museum Startgalerie Artothek 496 512,76 Sonstiges Mitgliedsbeiträge SUMME BILDENDE KUNST 1 500,00 8 657 998,26 Bildende Kunst 321 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN LITERATUR echo event gesmbH echo medienhaus GmbH Erstes Wiener Lesetheater und zweites Stegreiftheater Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Gesellschaft für Masse- und Machtforschung Grazer Autorinnen Autorenversammlung IG Autorinnen Autoren Kunstverein Wien Literatur und Content Marketing GmbH Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein Exil Verein Wespennest Literatenförderung Rahmenbetrag AGORA GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER HUMANITÄT BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H. Buchmarketing Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere öster. Literatur Fremdkörper Ges.n.b.R. Grazer Autorinnen Autorenversammlung HASENHERZ ODER DIE LUST AM BEWEGTEM BILD UND WORT Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Innovationswerkstatt Mettler 322 Literatur 12 000,00 31 000,00 12 000,00 74 000,00 26 000,00 19 000,00 20 500,00 1 238 000,00 100 000,00 30 000,00 6 000,00 45 000,00 28 000,00 55 000,00 3 000,00 2 000,00 3 000,00 5 800,00 2 200,00 1 000,00 5 800,00 3 000,00 2 500,00 2 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Institut für Interaktive Raumprojekte Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren (IG Autorinnen Autoren) Interessengemeinschaft von Übersetzerinnen und Übersetzern literarischer und wissenschaftlicher Werke Internationale Albert-Drach-Gesellschaft zur Pflege des literarischen und philosophischen Werks KRIMI LITERATUR.at Kulturverein Alsergrund – Unser 9. Literarische Vereinigung SALON Literaturkreis Schloß Neulengbach – Podium Literaturverein SISYPHUS WIEN Milena Verlag Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N.-Club. Das österreichische Zentrum des Internationalen P.E.N.(P.E.N.-The Austrian Centre) Österreichischer Schriftsteller/innenverband O-TÖNE – Verein zur Förderung und Verbreitung von Österreichischer Gegenwartsliteratur Schule für Dichtung in Wien Theaterverein meyerhold unltd. Theodor Kramer Gesellschaft Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Verein Neugermanistik Wien Versatorium – Verein für Gedichte und Übersetzen VIENNAVIGATOR webbrain – Gesellschaft zur Verbreitung von Ton-, Bild- und Denkkunst im virtuellen und im realen Raum Welt& Co/Kulturverein Wortspiele – Verein für interkulturelle Aktivitäten Summe Rahmenbetrag 2 000,00 7 000,00 2 500,00 1 800,00 4 000,00 6 000,00 3 600,00 5 300,00 2 900,00 6 000,00 7 300,00 6 500,00 6 540,00 25 000,00 87 000,00 500,00 14 300,00 840,00 2 000,00 4 000,00 1 620,00 1 000,00 2 500,00 2 500,00 233 000,00 Literatur 323 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Druckkostenbeiträge Berenkamp Buch- und Kunstverlag Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H. Czernin Verlag GesmbH Das Fröhliche Wohnzimmer – Edition Das Jüdische Echo Ebbe& Flut Textwerkstatt edition ch Edition Krill Edition Splitter Edition Vabene Edition ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Erika Mitterer Gesellschaft EVOLVER BOOKS VERLAG flugschrift, literatur als kunstform und theorie Haymon Verlag Klever Verlag Kolik kulturag, Verein für konstruktive Kulturimpulse LABOR Verlag edition a GmbH Literaturverlag Droschl Luftschacht Verlag Mandelbaum Verlag Metro Verlag Milena Verlag Ö.D.A. Österreichische DialektautorInnen und Archive – IDI Austria – Institut für regionale Sprachen und Kulturen Österreichischer Schriftsteller/innenverband 324 Literatur 1 000,00 5 500,00 11 000,00 1 000,00 3 600,00 1 000,00 500,00 1 500,00 1 500,00 4 000,00 1 000,00 10 000,00 1 000,00 1 500,00 2 000,00 9 500,00 11 000,00 5 000,00 2 800,00 1 000,00 4 500,00 4 000,00 2 500,00 14 000,00 15 500,00 2 000,00 2 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Otto Müller Verlag Passagen Verlag Ges.m.b.H. Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. Picus Verlag GesmbH Plattform Bibliotheksinitiativen Wien Podium Praesens Verlag Promedia Druck-& Verlagsges.m.b.H. PROverbis e.U. Verlagsservice und Verlag Residenz Verlag Resistenz Verlag Seifert Verlag Septime Verlag e.U. Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. Theodor Kramer Gesellschaft Verein der Freunde der Edition Atelier Verein für Gesellschaftskritik Verlag Bibliothek der Provinz Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH Verlagsbüro Karl Schwarzer Verlagshaus Hernals VEWZ-Literaturverein WeiberDiwan – Verein zur Förderung feministischer Literatur und Wissenschaft Wieser Verlag Summe Druckkostenbeiträge 2 000,00 1 500,00 21 500,00 10 500,00 4 000,00 3 000,00 4 000,00 2 000,00 2 000,00 2 000,00 2 200,00 4 000,00 2 800,00 2 000,00 13 500,00 14 500,00 300,00 12 000,00 4 500,00 700,00 1 000,00 3 600,00 1 500,00 9 000,00 244 000,00 Literatur 325 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Buchankäufe Buchkultur Verlags GmbH Edition Graphischer Zirkel Edition Hausner Facultas Verlags-& Buchhandels AG Falter Verlagsgesellschaft mbh Graphik Werkstatt Neunteufel Kreilinger H.Seemann u.Ch.Lunzer OG KIDLIT medien GmbH Klever Verlag Otto Müller Verlag GmbH& CoKG Theodor Kramer Gesellschaft Verein Die2 Verein für neue Literatur Verein Wespennest Verein Zeitschrift Triedere Werkkreis Literatur der Arbeitswelt Summe Buchankauf Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis Jens Rassmus Dea Almhofer& Co KG Obelisk Verlag Verlag Jungbrunnen GmbH Wiener Dom-Verlag Summe Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis Stipendien und Preise Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen 326 Literatur 2 800,00 840,00 2 599,96 73,48 105,00 1 155,00 1 100,00 2 400,00 1 990,00 1 187,45 5 600,00 3 960,00 3 510,00 4 800,00 1 000,00 1 650,00 34 770,89 198,50 308,70 201,83 538,50 715,50 1 963,03 15 000,00 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Literatur Stipendien Elias Canetti-Stipendien Dramatik Stipendien Kinder- und Jugendbuchpreis Verein Exil Übersetzergemeinschaft SUMME LITERATUR 52 800,00 72 000,00 36 000,00 8 000,00 10 000,00 18 000,00 2 422 033,92 KULTURINITIATIVEN, ZENTREN WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Baukosten WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser SUMME KULTURINITIATIVEN, ZENTREN 1 370 000,00 80 000,00 1 450 000,00 AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG Europäisches Forum Alpbach Initiativgruppe Alpbach Wien Innovationszentrum Universität Wien GmbH – Sommerhochschule Österreichisches Zentrum für russische Sprache und Kultur Stipendien John Hopkins University Stipendien Webster University Studienförderungen, Stipendienwerk, Wissenschaftsstipendien SUMME AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG 3 000,00 6 000,00 5 000,00 3 000,00 30 000,00 15 000,00 154 000,00 216 000,00 Literatur• Kulturinitiativen, Zentren• Ausbildung, Weiterbildung 327 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION Gruppenbetreuung Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung Kulturverein Österreichischer Roma – Dokumentationsund Informationszentrum Lebendige Weihnacht Romano Centro – Verein für Roma The Danube Memorial – Ein Verein zur Errichtung eines Denkmals am Donaukanal UNESCO – Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten der MA 7 SUMME INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION 27 548,73 10 000,00 69 000,00 115 000,00 54 720,27 10 000,00 5 000,00 22 000,00 96 219,18 409 488,18 GROSSVERANSTALTUNGEN Blasmusikfest Wiener Festwochen SUMME GROSSVERANSTALTUNGEN 184 931,33 10 611 000,00 10 795 931,33 328 Internationaler Kulturaustausch, Integration• Großveranstaltungen FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN SONSTIGE FÖRDERUNGEN Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise und Ehrungen Renner-Preis Würdigungs- und Förderungspreise Ehrengräber Friedhöfe GmbH Friedhöfe bauliche Maßnahmen Gräberpflege SUMME SONSTIGE FÖRDERUNGEN 20 136 694,50 45 000,00 152 000,00 102 108,00 640 128,64 59 373,36 111 896,09 21 247 200,59 Sonstige Förderungen 329 Kunst- und Kulturbericht � Frauenkulturbericht � der Stadt Wien � 2012 � Kunst- und Kulturbericht � Frauenkulturbericht � der Stadt Wien � 2012 � Herausgegeben von der � Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft � des Magistrats der Stadt Wien � Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft � Dr. Andreas Mailath-Pokorny � Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher – MA 7 Dr.in Brigitte Rigele – MA 8 Dr.in Sylvia Mattl-Wurm – MA 9 Dr. Nicolaus Schafhausen – KUNSTHALLE wien Mag.a Martina Taig – KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Wolfgang Wais – Wiener Festwochen MMag.a Gerlinde Seitner – Filmfonds Wien Dr.in Marijana Stoisits – Vienna Film Commission Dr. Wolfgang Kos – Wien Museum Mag.a Karin Rick – Frauenkulturbericht Lektorat: Andrea Traxler Layout: Mag. Niko Manikas Cover: Eva Choung-Fux aus der Serie„Szymborska Night Picture“, 1998, Hochdruckgrafik Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA Covergestaltung: Mag. Niko Manikas Druck: AV+ Astoria Druckzentrum GmbH, Wien Redaktion: Mag.a Karin Rick Bezugsadresse: MA 7 – Kultur Friedrich-Schmidt-Platz 5 1082 Wien e-mail: post@ma07.wien.gv.at www.kultur.wien.at Inhalt KUNST- UND KULTURBERICHT.................................................................................... 9 � Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7........................................................................11 � Theater.....................................................................................................................11 � Wiener Festwochen....................................................................................................12 � Musik........................................................................................................................25 � Literatur....................................................................................................................26 � Bildende Kunst...........................................................................................................27 � KUNSTHALLE wien....................................................................................................28 � KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.........................................................................40 � Kulturelles Erbe.........................................................................................................46 � Film..........................................................................................................................47 � Filmfonds Wien..........................................................................................................47 � Vienna Film Commission.............................................................................................68 � Neue Medien.............................................................................................................76 � Stadtteilkultur und Interkulturalität.............................................................................76 � Veranstaltungen........................................................................................................77 � Ehrungen...................................................................................................................78 � Auslandskultur...........................................................................................................78 � Wissenschaft.............................................................................................................79 � Wiener Stadt- und Landesarchiv – MA 8.......................................................................95 � Wienbibliothek im Rathaus – MA 9...............................................................................99 � Wien Museum..........................................................................................................111 � FRAUENKULTURBERICHT .........................................................................................123 � Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7......................................................................125 � Theater...................................................................................................................125 � Wiener Festwochen..................................................................................................133 � Musik......................................................................................................................136 � Literatur..................................................................................................................139 � Bildende Kunst.........................................................................................................146 � KUNSTHALLE wien..................................................................................................153 � KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.......................................................................154 � Kino........................................................................................................................156 � Film........................................................................................................................159 � Filmfonds Wien........................................................................................................161 � Neue Medien...........................................................................................................167 � Stadtteilkultur und Interkulturalität...........................................................................169 � Wissenschaft...........................................................................................................175 � Stadt- und Landesarchiv – MA 8.................................................................................217 � Hochschuljubiläumsstiftung.....................................................................................217 � Wienbibliothek im Rathaus – MA 9.............................................................................221 � FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN.....................................................................................225 � Erinnerung gehört zu den wertvollsten Gütern, die eine Gesellschaft besitzt. Wer seine Vergangenheit kennt, hat auch die Chance aus ihr zu lernen. Ein Schwerpunkt meiner kulturpolitischen Arbeit war und ist daher der Erinnerungskultur gewidmet: Eine Reihe von Projekten soll zur Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Stadt anregen und zum Verstehen beitragen: So wurde zum Beispiel die Restitution von Kunstgegenständen in den vergangenen Jahren zügig und vorbildhaft durchgeführt und um die aktive Erbensuche erweitert; zudem wurde das Restitutionsgesetz zeitlich ausgedehnt und gilt jetzt ab 1934. Am Jüdischen Friedhof Währing wurde die Generalsanierung des Friedhofwärterhäuschens unterstützt; heute befinden sich darin ein Gebetsraum und ein modernes BesucherInnenzentrum. Ein internationaler Wettbewerb für das Deserteursdenkmal, das den Opfern der NS-Militärjustiz gewidmet wird, wird derzeit durchgeführt; so alles planmäßig verläuft, kann der Spatenstich dafür noch heuer erfolgen. Diskussionen hat die Umbenennung des Dr. Karl Lueger-Rings in Universitätsring hervorgerufen: Was den einen ein längst überfälliger Akt hoher Symbolkraft ist, ist den anderen Bilderstürmerei. Fakt ist, dass es nicht weniger als dreizehn öffentlich zugängliche Orte in der Stadt gibt, die weiter an Lueger erinnern. Denn darum geht es schließlich: Nicht auslöschen, sondern vielmehr Zusammenhänge bewusst machen, öffentlich diskutieren und sich damit auseinandersetzen. Auch in den kommenden Jahren wird dem komplexen Thema Erinnerungskultur großes Augenmerk zukommen. Denn sich seiner Vergangenheit bewusst zu sein, ist unverzichtbare Basis für den gedeihlichen Fortschritt unserer Gesellschaft. Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien KUNST- UND KULTURBERICHT � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Die reichhaltige Wiener Theaterlandschaft konnte auch 2012 eine vielfältige Palette an traditionellen Stücken und zeitgenössischen Theaterformen anbieten und damit ein großes Spektrum an kulturinteressierten Menschen begeistern. So durchmischte das Theater in der Josefstadt zunehmend seinen Spielplan mit Uraufführungen(darunter Daniel Kehlmanns eigens für die Josefstadt geschriebenes Stück„Der Mentor“) und Österreichische Erstaufführungen(wie die sehr erfolgreiche Produktion in den Kammerspielen„The King’s Speech“) und erreichte damit verstärkt neue Publikumsschichten. Auch das Volkstheater beschäftigte sich 2012 ausgiebig mit aktuellen, gesellschaftspolitisch relevanten Themen in Stücken wie„Jagdszenen aus Niederbayern“,„Der Riese vom Steinfeld“ oder„Magic Afternoon“, welches mit dem Nestroypreis für die beste Nachwuchsproduktion ausgezeichnet wurde. In der Spielstätte Hundsturm wurde im Zuge der Festivalreihe„Die Besten aus dem Osten!“ Gegenwartsdramatik aus Osteuropa vorgestellt und der Umbau von einer Probebühne zu einem neuen Spielort, der sich in erster Linie mit den Themen von BewohnerInnen mit Migrationshintergrund auseinandersetzen wird, vorangetrieben. Die Vereinigten Bühnen haben 2012 ein äußerst erfolgreiches Jahr mit vielen Neuproduktionen aufzuweisen. Im Theater an der Wien standen zehn Musiktheaterproduktionen auf dem Spielplan. Seit Herbst 2012 wird von diesem Haus auch die renommierte Kammeroper als Studiobühne mit einem fest engagierten jungen Ensemble betrieben, welches in allen Produktionen mitwirken und im großen Haus für kleinere Rollen eingesetzt werden kann. Für dieses junge Ensemble wurden sieben hochbegabte SolistInnen aus über 300 BewerberInnen ausgewählt, die bereits eine intensive Ausbildung genossen und in der Wiener Kammeroper die Möglichkeit haben, Opernproduktionen in der Praxis zu erarbeiten und sich dabei zu vielseitigen und individuellen Bühnenpersönlichkeiten zu entwickeln. In den nächsten Jahren werden hier jährlich vier Opernproduktionen des Theaters an der Wien sowie eine Opernproduktion in Kooperation mit einer freien Wiener Gruppe auf dem Programm stehen, mit insgesamt circa 50 Vorstellungen pro Jahr. Für die erste Saison 2012/13 wurden bereits vier verschiedene Abonnements aufgelegt. Im Raimund Theater stand bis Juni 2012 noch das Udo Jürgens-Musical„Ich war noch niemals in New York“ auf dem Spielplan, seit September 2012 ist ebenda – 20 Jahre nach der Uraufführung – die Erfolgsproduktion„Elisabeth“ wieder zu sehen. Im Ronacher begeisterte das Musical„Sister Act“ das österreichische Publikum. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des VBW-Orchesters und 24 Jahre nach seiner deutschsprachigen Erstaufführung durch die Vereinigten Bühnen Wien, holte Musical-Intendant Christian Struppeck das berühmte Musical,„Das Phantom der Oper“, in einer konzertanten Aufführung für zehn Termine nach Wien ins Ronacher zurück. Christian Struppeck hat – als Nachfolger von Kathrin Zechner – seit Mai 2012 die künstlerische Leitung von Raimund Theater und Ronacher über und will auch weitere Musicalklassiker in halbszenischer Form dem Publikum in Erinnerung rufen. Unter den zahlreichen kleineren Bühnen stachen 2012 vor allem die Garage X mit einem avancierten Jahresprogramm und das Schubert-Theater, die Heimspielstätte des mittlerweile mit dem Burgtheaterensemble arbeitenden Puppenspielers Nikolaus Habjan, mit einem Stück über Friedrich Zawrel hervor und erhielten dafür Nestroypreise. Ein wesentliches und viel diskutiertes Thema in der Wiener Theaterlandschaft war die 2011 begonnene und 2012 abgeschlossene Evaluierung der Maßnahmen der„Wiener TheaterreTheater 11 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 form“. Der diesbezügliche Endbericht, bzw. die Studie der Tanz- und Theaterszene in Wien, � durchgeführt von der Abteilung für Nonprofit Management der Wirtschaftsuniversität Wien, � ist auf der Homepage der Kulturabteilung Stadt Wien nachzulesen. � Parallel zu dieser Untersuchung nahm die neue Theaterjury, die sich mit den Einreichungen für � mehrjährige Konzeptförderungen auseinander zu setzen hat, 2012 ihre Tätigkeit unter der Vorgabe auf, die Ergebnisse der genannten Studie in ihren Überlegungen zu berücksichtigen. Die � Empfehlungen der Jury für eine Konzeptförderung ab 2014 wurden Anfang 2013 verlautbart. � Ein wichtiger inhaltlicher Schwerpunkt der Off-Theater-, Tanz- und Performanceszene war � die Fortführung der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem migrantischen, bzw. postmigrantischen Theater. Die von der Kulturabteilung der Stadt Wien zusätzlich finanzierte Projektreihe„pimp my integration“, die die Theater Petersplatz GmbH in Zusammenarbeit mit � der Theatergruppe das Kunst 2011/12 durchführte und die in der Garage X stattfand, erzielte � nicht nur eine positive Resonanz bei Publikum und Presse, sondern zeigte vor allem die gesellschaftliche Relevanz der Repräsentation von Migration und MigrantInnen im kulturellen Feld � eindrucksvoll auf. Nach dem erfolgreichen Auftakt dieser postmigrantischen Reihe sollte die � entstandene künstlerische Dynamik aufgegriffen und in der Spielzeit 2012/13 mit geeigneten � Maßnahmen fortgeführt werden. Eine dieser Maßnahmen ist die Gründung und Unterstützung � eines temporären postmigrantischen Ensembles(Diversity Cast), bestehend aus sechs professionellen SchauspielerInnen, die für vier Produktionen ins Engagement der Garage X genommen wurden. Damit sollte und soll die direkte Teilhabe und Teilnahme von MigrantInnen am � kulturellen Leben der Stadt einerseits verstärkt, langfristig jedoch als vollkommen natürlich � wahrgenommen werden. � Ein weiterer kultureller Höhepunkt des Jahres 2012 war die Durchführung des Festivals CPA – � Choreographic Platform Austria, welches mit dem internationalen Programm von ImPulsTanz � verschränkt war und von den Leiterinnen und Leitern wichtiger österreichischer Tanzhäuser � kuratiert wurde. Mit dem Programm wurde erfolgreich versucht, internationale VeranstalterInnen und ExpertInnen gezielt auf die Vielfalt der österreichischen Tanz- und Performanceszene hinzuweisen. Zahlreiche Gäste, KünstlerInnen sowie Workshop-TeilnehmerInnen aus dem � In- und Ausland wurden mit dem österreichischen Tanzgeschehen dadurch umfassend vertraut � gemacht. � Wiener Festwochen 11. Mai bis 17. Juni Die Wiener Festwochen 2012 unter Intendant Luc Bondy, Schauspieldirektorin Stefanie Carp, � Musikdirektor Stéphane Lissner und Geschäftsführer Wolfgang Wais können eine Rekordbilanz � vorlegen. Die Aufführungen fanden ein aufgeschlossenes und begeisterungsfähiges Publikum. � Die schon sehr guten Auslastungszahlen der letzten Jahre konnten noch wesentlich gesteigert � werden. Auch die Anzahl der ausgegebenen Karten übertraf die Zahlen der vorangegangenen � Jahre beträchtlich. � BesucherInnenauslastung: 96,90 Prozent � (2011: 94,31%/ 2010: 94,21%/ 2009: 91,41%) � Von 53 499 Karten wurden 51 838 ausgegeben. � (2011: von 46 462 Karten 43 816/ 2010: von 52 445 Karten 49 406/ 2009: von 48 148 Karten � 44 009) � 25 Produktionen hatten eine Auslastung von über 90 Prozent, davon waren acht Produktionen � zu 100 Prozent ausverkauft. Die GesamtbesucherInnenzahl betrug 185 883. � 12 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 � Dazu gab es viele Produktionen bei freiem Eintritt: die Eröffnung, alle Produktionen der Reihe Into the City, die forum festwochen ff-Produktionen: Österreicher integriert euch! und New BOEMIAN GASTARBEITER OPERA Öffentlicher Probenparcours, das Unplugged-Festival Up to Nature und die Ausstellung Memory Circumstances. Übersicht der Produktionen der Wiener Festwochen 2012 36 Produktionen aus 24 Ländern mit 207 Vorstellungen 10 Uraufführungen, 2 Neuinszenierungen, 10 Auftragswerke und 2 Europa-Premieren Ausstellung Memory Circumstances Filmschau A Tribute to Cate Blanchett im Gartenbaukino Film Griffen – Auf den Spuren von Peter Handke im Künstlerhaus Kino 6 Eigenproduktionen: La Traviata, Urban Sounds of Turkey, Poste es!, PARADIS ARTIFICIELS, Gran Lux Filmlabors, Gran Lux Filmnacht 16 Koproduktionen: Eröffnung, Quartett, Open For Everything, Groß und klein(Big and Small), Melancolía y manifestaciones[Melancholie und Protest], Sobre algunos asuntos de família [Familienangelegenheiten], Die schönen Tage von Aranjuez, Szégyen[Schande], Made in Austria, Österreicher integriert euch!, The Master and Margarita, New BOEMIAN GASTARBEITER OPERA, Echte und andere Piraten, Seen at Secundrabagh, Böse Buben/ Fiese Männer, Glaube Liebe Hoffnung 14 Gastspiele: Villa+ Discurso[Villa+ Ansprache], El rumor del incendio[Die Sprache des Feuers], Memory und Memory 2: Hunger, Les Naufragés du Fol Espoir(Aurores)[Schiffbruch mit verrückter Hoffnung(Morgenröte)], Le Socle des Vertiges[Fundament des Taumels], Ganesh Versus the Third Reich, Krízis – trilógia, III: A papn “ [Trilogie der Krise, III: Die Priesterin], M akulatur, Conte d’Amour, Prometheus in Athen, Three Kingdoms, La casa de la fuerza[Haus der Gewalt], Up to Nature KünstlerInnen und Ensembles aus 24 Ländern Argentinien, Australien, Chile, China, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Italien, Kenia, Kolumbien, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Republik Kongo, Schweden, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn Im Zentrum des Interesses Eröffnung; die Neuinszenierungen La Traviata(Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber, Regie: Deborah Warner) und Glaube Liebe Hoffnung von Christoph Marthaler; die Uraufführungen Open For Everything von Constanza Macras, Die schönen Tage von Aranjuez von Peter Handke(Regie: Luc Bondy), Szégyen von Kornél Mundruczó, Makulatur von Paulus Hochgatterer und Böse Buben/ Fiese Männer von Ulrich Seidl; Quartett von Luca Francesconi(Musikalische Leitung: Peter Rundel, Regie: Àlex Ollé); Into the City; Groß und klein(Big and Small) mit Cate Blanchett; die Regiearbeiten von Simon McBurney The Master and Margarita und Ariane Mnouchkine Les Naufragés du Fol Espoir(Aurores); der Lateinamerika-Schwerpunkt La vida después; die Europa-Premiere Back to Back Theatre, Melbourne Ganesh Versus the Third Reich; das Gastspiel Living Dance Studio, Peking Memory und die Europa-Premiere Memory 2: Hunger; von forum festwochen ff im Besonderen die in und für Wien kreierten Interventionen Made in Austria, Österreicher integriert euch! und New BOEMIAN GASTARBEITER OPERA Am besten besuchte Produktionen Auslastung 100 Prozent: Groß und klein(Big and Small), Les Naufragés du Fol Espoir(Aurores), Szégyen, Melancolía y manifestaciones, Sobre algunos asuntos de família, Made in Austria, Somalische Nacht, Makulatur Auslastung unter 100 Prozent: Glaube Liebe Hoffnung(99,53%), El rumor del incendio(98,62%), Ganesh Versus the Third Reich(98,58%), The Master and Margarita(98,47%), Böse Buben/ Fiese Männer(98,41%), Memory(Kurzversion)(97,50%), Open For Everything(97,46%), Conte Wiener Festwochen 13 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 d’Amour(96,73%), Le Socle des Vertiges(96,71%), Quartett(96,43%), Prometheus in Athen (94,99%), La Traviata(94,93%), Die schönen Tage von Aranjuez(93,95%), Seen at Secundrabagh (92,59%), Memory(Langversion)(91,89%), Echte und andere Piraten(90,60%), New BOEMIAN GASTARBEITER OPERA(90,50%) BesucherInnenzahlen Eröffnung Rathausplatz(40 000), Vorstellungen[Verkauf Wiener Festwochen](51 838), Into the City(13 430), forum festwochen ff: Österreicher integriert Euch(615) und New BOEMIAN GASTARBEITER OPERA Öffentlicher Probenparcours(530), Unplugged-Festival Up to Nature (840), Ausstellung Memory Circumstances(760), Filmschau A Tribute to Cate Blanchett(1640), Film Griffen – Auf den Spuren von Peter Handke(100), Publikumsgespräche(1680), Werkeinführungen(900), jugendFREI Workshop-TeilnehmerInnen(700), Festwochen Lounge im Looshaus (2 200), Ausstellung Taschen-Design-Wettbewerb Kulturträgerin(2 400), Wiener Musikverein: Festwochenkonzerte 2012(68 250) Erfreulich großes Medienecho im In- und Ausland Rund 3 500 Medienberichte von 487 JournalistInnen(Inland 289, Ausland 198) aus 32 Ländern. Die Einführung des Facebook-Reporters in Kooperation mit dem Medienpartner der Wiener Festwochen KURIER wurde sehr positiv wahrgenommen. Der per Ausschreibung gesuchte Reporter berichtete ab der Pressekonferenz am 27. April regelmäßig in insgesamt 50 Beiträgen über interessante Details am Rande des Festivalgeschehens, zeigte Blicke hinter die Kulissen der laufenden Produktionen und postete live von vielen Veranstaltungen und Schauplätzen. Die größte Reichweite brachten Beiträge über die Eröffnung am Rathausplatz. Die meiste Aktivität seitens der Nutzer riefen weiters Beiträge zur Cate Blanchett-Filmschau im Gartenbaukino, zum Erscheinen der Festwochen-KURIER-Beilage und über den Festwochen jugendFREIWorkshop zu Glaube Liebe Hoffnung hervor. Die Anzahl der Fans erhöhte sich im Zeitraum vom 27. April bis zum 18. Juni, dem letzten Vorstellungstag des Festivals, um 530, neue„Gefällt mir“-Angaben beliefen sich auf 1 500. Eröffnung Wiener Festwochen 2012 Die Eröffnung der Wiener Festwochen zählt alljährlich zu den Höhepunkten im Programm. Die diesjährige Eröffnung am 11. Mai stand nach 2006, 2008 und 2010 zum vierten Mal im Zeichen von sieben jungen KünstlerInnen, den FinalistInnen des internationalen Musikwettbewerbs Eurovision Young Musicians: Dominic Chamot(Klavier, 16, Deutschland), Alexandra Dzenisenia (Cimbalom, 18, Belarus), Narek Kazazyan(Kanun, 15, Armenien), Jagoda Krzemi ‘ ska(Flöte, 15, Polen), Eivind Holtsmark Ringstad(Bratsche, 17, Norwegen), Michaela pa ková(Fagott, 18, Tschechische Republik) und Emmanuel Tjeknavorian(Violine, 17, Österreich). Die jungen SolistInnen wurden vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter seinem Chefdirigenten Cornelius Meister begleitet. Eröffnet wurde der Abend mit der Ouvertüre aus Rossinis Wilhelm Tell, gespielt vom RSO Wien und der Blechbläserformation Mnozil Brass, die auch wiederholt zwischen den Wettbewerbsbeiträgen unkonventionelle musikalische Akzente setzte. Der Percussionist Martin Grubinger bot mit seinem Percussive Planet Ensemble einen mitreißenden Percussion-Act und führte als Moderator durch den Abend. Die international besetzte Jury, unter dem Vorsitz des designierten Festwochen-Intendanten Markus Hinterhäuser, kürte den norwegischen Bratschisten Eivind Holtsmark Ringstad zum Gewinner des Wettbewerbs. Seine expressive Interpretation von Béla Bartóks Konzert für Viola und Orchester überzeugte die Jury. Zudem gewann er mit dem Siemens-Preis den Besuch einer Meisterklasse. Den zweiten Platz belegte ein österreichischer Teilnehmer, der Violinist Emmanuel Tjeknavorian mit Jean Sibelius’ Konzert für Violine und Orchester. 14 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Dritter wurde der Armenier Narek Kazazyan mit Khachatur Avetisyans Konzert für Kanun und Orchester. 40 000 BesucherInnen verfolgten die Eröffnung auf dem Rathausplatz, bis zu 300 000 Menschen die Live-Übertragung auf ORF 2. Besonders erfreulich war das internationale Medieninteresse. Zahlreiche europäische Eurovision-TV-Stationen übernahmen die Live-Übertragung von ORF 2 und 3sat: AMPTV(Armenien), BTRC(Belarus), BHRT(Bosnien und Herzegovina), WDR(Deutschland), GPB(Georgien), ERT(Griechenland), HRT(Kroatien), NTR(Niederlande), NRK(Norwegen), TVP(Polen), RTVSLO(Slowenien), T(Tschechische Republik) und NTU(Ukraine) Die Programme im Einzelnen Musikprogramm Im Musikprogramm von Stéphane Lissner wurde mit einer Neuproduktion von La Traviata die Verdi-Trilogie der Wiener Festwochen zum zweihundertsten Geburtstag des Komponisten fortgeführt, die 2011 mit Rigoletto begann und 2013 mit Il Trovatore abgeschlossen wird. Parallel zum Verdi-Zyklus gibt es im Musikprogramm einen ebenfalls in drei Teilen angelegten zeitgenössischen Zyklus, der in dieser Saison mit Quartett das jüngste Opernwerk des italienischen Komponisten Luca Francesconi präsentierte. Die zeitgenössischen Werke im Musikprogramm 2011 waren Wüstenbuch von Beat Furrer und eine Open-Air-Produktion von Xenakis’ Oresteïa. 2013 steht u. a. Written on Skin von George Benjamin mit dem Text von Martin Crimp auf dem Programm. Verdis La Traviata in der Inszenierung von Deborah Warner und unter der musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und dem Arnold Schoenberg Chor stand im Zentrum des Musikprogramms. Irina Lungu stellte sich in Wien als Violetta vor. Ihre Partner waren Saimir Pirgu als Alfredo und Gabriele Viviani als dessen Vater Giorgio Germont. Das Publikumsinteresse und das mediale Interesse für diese Aufführung waren sehr groß. Bei der mit Spannung erwarteten Premiere dieser Festwochen-Eigenproduktion am 27. Mai im Theater an der Wien gab es viel Jubel und langen Applaus. Deborah Warner, die den Stoff über die Edelprostituierte Violetta vom ausgehenden 19. ins 21. Jahrhundert verlegt hat, überzeugte mit ihrer Personenzeichnung und den stimmungsvollen Tableaus im Bühnenbild von Jeremy Herbert wie mit den Lichtstimmungen von Jean Kalman. In den Medien wurde bei den Sängern vor allem die souveräne Interpretation von Saimir Pirgu hervorgehoben, das Dirigat von Omer Meir Wellber wurde unterschiedlich beurteilt. Seitens des Publikums gab es in jeder Aufführung große Begeisterung für die musikalische Umsetzung und alle ProtagonistInnen. Zu den Höhepunkten im Festwochen-Programm zählte die Aufführung von Luca Francesconis Oper Quartett nach Heiner Müllers Bearbeitung von Choderlos de Laclos’ Briefroman Gefährliche Liebschaften. Francesconis Musik, ein faszinierendes Strukturgewebe aus elektronischen, vom Band kommenden Elementen und Live-Orchester, wurde vom Ensemble da camera dell’Accademia Teatro alla Scala unter Peter Rundel sowie den KlangtechnikerInnen des Pariser Ircam beeindruckend umgesetzt. Darstellerisch und sängerisch mit einer brillanten Leistung überzeugten Allison Cook als Marquise de Merteuil und Robin Adams als Vicomte de Valmont. In der Regie von Àlex Ollé von La Fura dels Baus fand das intensive Spiel um Sex, Verführung, Macht und Rache der beiden ProtagonistInnen in einem schwebenden, an Seilen hängenden Kubus statt. Neben dem imposanten Bühnenbild kam in der szenischen Umsetzung dem Einsatz von Videoprojektionen große Bedeutung bei, die gewaltige Bilderwelten entstehen ließen. Bei der Premiere dieser Festwochen-Koproduktion gab es großen Jubel für den anwesenden Komponisten und alle Beteiligten. Die Besprechungen waren einhellig euphorisch. Wiener Festwochen � 15 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die vor allen Vorstellungen von La Traviata und Quartett angebotenen Werkeinführungen(insgesamt sieben), waren mit circa 900 Menschen erfreulich gut besucht. Musikdirektor Stéphane Lissner hat 2006 mit Into the City, kuratiert von Wolfgang Schlag, eine neue Reihe im Musikprogramm initiiert. 2012 realisierte Into the City fünf unterschiedliche Projekte mit insgesamt 13 430 BesucherInnen. Alle Veranstaltungen waren bei freiem Eintritt. Das Medieninteresse und die mediale Berichterstattung für Into the City war durchwegs sehr positiv und zustimmend. Die Projekte erhielten große Aufmerksamkeit. Into the City 2012 setzte einen Schwerpunkt im größten Bezirk Wiens, in Favoriten. Erstmals gab es ein Into the City-Festivalzentrum, lokalisiert in der Quellenstraße 149, in der Gebietsbetreuung Stadterneuerung 10. Zur Eröffnung fand unter dem Titel Urban Sounds of Turkey ein Konzert mit DJn Ipek und Hakan Vreskala& Band statt. Zu Beginn des Konzerts, das von 700 Menschen besucht wurde, traten Superar-Chöre auf, die gemeinsam mit dem Serbischen Kulturverein Stevan Mokranjac und dem Chor des Vereins Atatürk aus Favoriten sangen. Im Into the City-Festivalzentrum gab es an 14 Abenden Workshops, Diskussionen und Konzerte mit 1 170 Teilnehmern, bzw. BesucherInnen. Zu diesen Veranstaltungen kamen vor allem die BewohnerInnen der Quellenstraße. Das Community-Projekt Poste es! realisierte schon Monate vor dem Festwochen-Start einen Community-Weblog, gemeinsam mit EinwohnerInnen. Dieses Projekt wurde von KünstlerInnen und Studentinnen der Fachhochschule Joanneum Graz in ein Ausstellungsprojekt in neun Lokalen und Geschäften in der Quellenstraße übersetzt. Diese Ausstellung besuchten mehr als 6 800 Menschen. Ein Höhepunkt war der Quellenquiz, bei dem in acht Lokalen 28 Teams mit fast 200 aktiven TeilnehmerInnen und rund 2 200 BesucherInnen mitmachten. Das transmediale Projekt Paradis Artificiels des deutschen Regisseurs Lukas Matthaei setzte sich mit der aktuellen Situation des Konsums von illegalen Drogen in Wien auseinander. In Zusammenarbeit mit den Drogeneinrichtungen der Stadt und unter Mitwirkung von 40 drogenkranken Menschen entstand eine achttägige Tour durch Wien mit acht verschiedenen Stationen, an der Interessierte auch aktiv teilnehmen konnten. Das Projekt zählte insgesamt 630 BesucherInnen. Dem Thema„Analoger Film“ widmete sich Into the City 2012 mit zwei Projekten: Gran Lux – Do-it-yourself-Filmlabors und experimentelle Kinematografie aus Europa und Gran Lux – Eine lange Nacht mit Film und Performance. 350 Menschen kamen ins Tonkino Saalbau im 15. Bezirk, wo eine Woche lang zehn Filmkollektive aus ganz Europa emblematische Beispiele der analogen und manuellen Filmkunst zeigten. Parallel dazu fanden an fünf verschiedenen Orten in Wien Workshops mit den Filmlabors LaborWien und filmkoop wien statt, die von rund 350 BesucherInnen und 330 TeilnehmerInnen besucht wurden. Zum abschließenden Abend im Wien Museum mit Film, Musik und Performance sowie der Präsentation der Filme, die in den Workshops entstanden sind, kamen rund 700 Menschen. Schauspielprogramm Im Programm der Schauspieldirektorin Stefanie Carp beschäftigten sich viele eingeladene oder selbst entwickelte Produktionen auf unterschiedliche Weise mit der„Anatomie der Krise“: mit den subjektiven Befunden nicht mehr möglicher Lebensformen in zunehmend segregierten Gesellschaften, mit den fatalen Ausgrenzungsphantasien aus Angst vor sozialem Abstieg, mit den kommenden und vergangenen Revolten. Einige Arbeiten beobachteten Symptome, andere thematisierten die Sehnsucht nach Revolte, andere erinnerten an Revolten der Vergangenheit. Es fanden zehn Uraufführungen statt, eine Neuinszenierung und zwei Europa-Premieren, womit die Anzahl von Eigenproduktionen und Auftragsarbeiten der Wiener Festwochen deut16 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 lich angehoben wurde. Das Publikum und die Medien begleiteten das Schauspielprogramm mit größter Aufmerksamkeit und Begeisterung. Sie zeigten sich gegenüber neuen Formaten sehr aufgeschlossen und interessiert an inhaltlichen Fragestellungen und den Produktionen, die sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinandersetzten. Besonders erfreulich war das internationale Medieninteresse. Eröffnet wurde das Schauspielprogramm mit Open For Everything von Constanza Macras. Für ihr neues Tanztheaterstück recherchierte die in Berlin ansässige argentinische Künstlerin seit 2010 in Ungarn, Tschechien und der Slowakei Lebensweisen, Tanzstile und Musik der Roma. Die Uraufführung, mit 17 Roma – MusikerInnen, PerformerInnen und AmateurInnen unterschiedlichen Alters – sowie sechs Mitgliedern ihrer Kompanie DorkyPark, fand am 10. Mai statt. Das Stück, mit erzählten Geschichten von Verfolgung, wechselseitigen Missverständnissen und sozialer Ausgrenzung zwischen eindrucksvollen Tanzszenen zu mitreißend gespielter Roma-Musik, zu Popklängen und Bollywood-Rhythmen, wurde vom Publikum bejubelt und von den KritikerInnen unterschiedlich beurteilt. Zu den Glanzlichtern im Programm der Wiener Festwochen 2012 zählte Botho Strauß’ Meisterwerk Groß und klein(Big and Small) mit der gefeierten australischen Film- und Theaterschauspielerin Cate Blanchett. Martin Crimps englische Neuübersetzung wirft einen frischen, internationalen Blick auf diesen europäischen Klassiker der Moderne, inszeniert vom australischen Regisseur Benedict Andrews. Cate Blanchetts intensives Spiel und ihre unglaubliche Bühnenpräsenz, inmitten des ausgezeichneten Ensembles der Sydney Theatre Company, machten die Aufführung für viele zu einem Erlebnis. Ihre Darstellung der Lotte auf der Suche nach menschlichem Kontakt in der Welt von heute, wurde vom Publikum und auch von den meisten Kritikern euphorisch bejubelt. Wegen der großen Nachfrage wurde kurzfristig eine Voraufführung angesetzt. Die Voraufführung und die elf Vorstellungen wurden vom Publikum gestürmt. Es wurden mehr als 9 000 Karten ausgegeben. Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Auch das Interesse der in- und ausländischen Medien für diese Aufführung und die große Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin war überwältigend. Anlässlich Cate Blanchetts Auftritt bei den Wiener Festwochen widmete ihr die Viennale in Kooperation mit den Festwochen unter dem Titel A Tribute to Cate Blanchett eine Filmschau im Gartenbaukino. Die Programmierung mit acht verschiedenen Filmen versuchte der Vielfältigkeit der Schauspielerin Rechnung zu tragen, für die Filme wie Elizabeth oder The Aviator ebenso stehen, wie Pushing Tin oder The Life Aquatic With Steve Zissou. Insgesamt konnte die Filmschau 1 640 BesucherInnen verzeichnen. Ein Teil des Schauspielprogramms war ein viel beachteter Lateinamerika-Schwerpunkt mit dem Titel La vida después[Das Leben danach], der drei Produktionen im brut im Künstlerhaus und eine Trilogie im Palais Kabelwerk umfasste – ein Höhepunkt im Programm, für den Publikum und Presse großes Interesse zeigten und für den es viel Lob gab. Eine Generation junger AutorInneen, RegisseurInnen und Gruppen prägt seit einigen Jahren nachhaltig die Theaterszene Lateinamerikas – KünstlerInnen, die erst nach der„bleiernen Zeit“ der Diktaturen und Gewaltherrschaften in ihren Heimatländern aufgewachsen sind. Sie erforschen ihre Herkunft, die Biographien, Motivationen und Lebensbrüche ihrer Eltern ebenso wie eigene, zeitgenössische Möglichkeiten von Artikulation und Widerspruch. Im Zentrum stand das neue Stück Melancolía y manifestaciones[Melancholie und Protest] von Lola Arias aus Buenos Aires, ein Auftragswerk, das bei den Wiener Festwochen zur Uraufführung kam. In der sehr persönlichen und berührenden Performance stellte die argentinische Autorin, Regisseurin, Schauspielerin und Sängerin sich selbst, ihre manisch-depressive Mutter und die postdiktatorische argentinische Gesellschaft auf die Bühne. Dabei kontrastierte sie Wiener Festwochen � 17 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 das poetische Krankentagebuch über ihre Mutter mit den Demonstrationen und Selbstbehauptungen alter, oft armer Menschen in Buenos Aires. Das Publikum reagierte mit großer Begeisterung. Das Presseecho war überwiegend sehr positiv. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. In Villa+ Discurso[Villa+ Ansprache] berichtete der chilenische Dramatiker und Regisseur Guillermo Calderón aus Santiago de Chile mit drei Schauspielerinnen von den Diskussionen um die angemessene Form des Gedenkens an die zerstörte Villa Grimaldi, eines Folterzentrums der Pinochet-Diktatur, als Museum oder Mahnmal und von der nie gehaltenen, da fiktiven Abschiedsrede der ersten Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet. Die Aufführung, ganz fokussiert auf den Text, mit minimalem szenischem Aufwand, überzeugte durch das sehr reduzierte wie gleichermaßen prägnante Spiel der Darstellerinnen. Publikum und Presse reagierten größtenteils euphorisch. Das junge mexikanische Kollektiv Lagartijas tiradas al sol(Luisa Pardo und Gabino Rodríguez) aus Mexico City beschäftigt sich in einem politisch-biographischen Rechercheprojekt mit La rebeldía[dem Rebellischsein]. Als Teil dieser Recherche stellte es in Wien sein dokumentarisches Theaterstück El rumor del incendio[Die Sprache des Feuers] vor, wo sie die Geschichte der Guerillabewegungen der 60er- und 70er-Jahre am Beispiel des exemplarischen Lebens der Guerillera und Historikerin Margarita Urías Hermosillo erzählen. Die Publikumsreaktionen und das Presseecho waren sehr positiv. Die kolumbianische Gruppe La maldita vanidad um den Autor und Regisseur Jorge Hugo Marín aus Bogotá zeigte als Parcours im und um das Palais Kabelwerk unter dem Titel Sobre algunos asuntos de família[Familienangelegenheiten] ein Triptychon aus drei kurzen, hyperrealistischen Gegenwartsstücken, mit gewalttätigen Ausschnitten aus verschiedenen kolumbianischen Gesellschaftsschichten, Familiengeschichten und Sittenbildern. Das Publikum wanderte aus der Küche einer mörderischen Studenten-WG vor das Wohnzimmerfenster einer Familie, wo die Mutter bettlägerig und so zum Problemfall für ihre Nachkommen wird, und schließlich auf die Geburtstagsfeier für die Tochter eines Drogenhändlers. Die BesucherInnen und die meisten Journalisten waren begeistert über die kongeniale Adaption der Trilogie und das virtuose Spiel des famosen Ensembles. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Im Rahmen des Lateinamerika-Programms wurde vor allen Vorstellungen im brut im Künstlerhaus, im Foyer der Film A Falta que nos Move von Christiane Jatahy aus Rio de Janeiro gezeigt. Mit den KünstlerInnen des Lateinamerika-Schwerpunkts fand in der Wiener Festwochen Lounge im Looshaus ein Gespräch zum Thema Rebeldía und Dissidenz heute statt: Zu Gast bei Matthias Pees waren Guillermo Calderón, Jorge Hugo Marín, Luisa Pardo, Gabino Rodríguez und Francisco Barreiro. Zu den Höhenpunkten im Festwochen-Programm zählte auch die Uraufführung von Peter Handkes neuem Stück Die schönen Tage von Aranjuez in der Inszenierung von FestwochenIntendant Luc Bondy. Die mit größter Spannung erwartete Uraufführung fand am 15. Mai im Akademietheater statt. Peter Handkes Stück ist ein poetischer Text über die Liebe. Der Titel ist Schillers Don Carlos entnommen. Eine Frau und ein Mann treffen sich in einem imaginären Garten und beginnen ein Gespräch über den ersten Moment der Liebe. Auf der Bühne standen Jens Harzer als „Der Mann“ und Dörte Lyssewski als„Die Frau“. Luc Bondy inszenierte den Dialog einfühlsam, ironisch, mit einer Fülle an szenischen Ideen im Bühnenbild von Amina Handke. Behutsam leitete er das intensive Spiel der beiden sehr besonderen SchauspielerInnen. Das Presseecho in den österreichischen Medien war geteilt. Seitens der internationalen Presse fand die Uraufführung größtes Interesse: Bondy zeigt, was darin ungesagt bleibt: Bilder von widerspenstiger Harmonie. Zwei phantastische Schauspieler geben ihnen dynamisches Leben. Die Inszenierung selbst indessen, 18 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 ein Wunderding an Verdichtung, zeigt, was da ist, noch bevor Theater Theater wird: menschliche Substanz zwischen den Zeilen.(NZZ) Das Publikum reagierte großteils euphorisch, das Interesse für die zehn Vorstellungen war sehr groß. Es wurden fast 5 000 Karten ausgegeben. Die Aufführung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Burgtheater, wurde ab der Saison 2012/13 ins Repertoire des Akademietheaters übernommen. Anlässlich der Uraufführung von Peter Handkes Die schönen Tage von Aranjuez zeigten KGP Kranzelbinder Gabriele Production und Stadtkino Filmverleih am 14. Mai im Künstlerhaus Kino Griffen, einen Dokumentarfilm von Bernd Liepold-Mosser. Der Theaterregisseur, Filmemacher und Autor besuchte seine Heimatgemeinde am Rande des zweisprachigen Gebiets in Unterkärnten, um über die Menschen und ihr Verhältnis zu dem„großen Sohn“ Griffens, den Dichter Peter Handke zu erzählen. Szégyen[Schande] vom ungarischen Regisseur Kornél Mundruczó nach dem Roman von Nobelpreisträger J. M. Coetzee entstand als Auftragswerk der Wiener Festwochen, wo auch am 17. Mai die Uraufführung stattfand. Mundruczó brachte den Roman als Theater-RealityShow auf die Bühne, in der, kraftvoll und intensiv gespielt von außergewöhnlichen DarstellerInnen, menschliche und gesellschaftliche Abgründe vorgeführt werden. Mit einer brutalen Vergewaltigungsszene zu Beginn des zum Teil als Rückblende angelegten, von kollektiven Gesangseinlagen immer wieder gebrochenen Bühnengeschehens, stellte die Inszenierung die Machtverhältnisse zwischen Menschen und die Reduktion auf animalische Instinkte heraus. Das Publikumsinteresse war sehr groß. Alle Vorstellungen dieser Festwochen-Koproduktion waren ausverkauft. Die Aufführung wurde vom Publikum sehr positiv aufgenommen. Nur wenige BesucherInnen reagierten mit Ablehnung und verließen die Vorstellungen. Die meisten KritikerInnen waren von der Aufführung sehr angetan und beurteilten sie sehr gut. Die KünstlerInnen Wen Hui und Wu Wenguang des Living Dance Studio aus Peking zeigten eine einstündige und eine achtstündige Version von Memory, der meditativen Rekonstruktion der Kindheit der Tänzerin und Choreographin Wen Hui während Mao Zedongs Kulturrevolution. Strukturiert und systematisiert wurde das Stück durch die vielen persönlichen Interviews des monumentalen, in China bis heute nicht veröffentlichten Dokumentarfilms von Wu Wenguang, der in der Langversion mit Wen Hui auch auf der Bühne stand. Als Europa-Premiere war bei den Wiener Festwochen ihre fünfstündige Gemeinschaftsarbeit Memory 2: Hunger über die Große Hungersnot in China zu sehen, wo Wen Hui und Wu Wenguang 20 junge Theater-KünstlerInnen aus Peking in über zehn chinesische Provinzen sandten, um mit mehr als 200 Zeitzeugen der Hungersnot von 1959 bis 1961 zu sprechen. In der Performance wurden die Interviewer auf der Bühne mit ihren InterviewpartnerInnen und deren erschütternden Geschichten konfrontiert. Begleitend zu den Aufführungen gab es mit Memory Circumstances eine Ausstellung mit Foto- und Videoarbeiten. Das Publikumsinteresse für die Arbeiten des Living Dance Studio war erfreulich groß. Es gab nach jeder Aufführung viel Jubel. Für viele Kritiker zählte das Gastspiel zu den wichtigsten Beiträgen im Festwochen-Programm und wurde als besonders intensives und eindrucksvolles Erlebnis besprochen. Die größte Produktion im Schauspielprogramm der Wiener Festwochen war das Gastspiel von Ariane Mnouchkine und dem Théâtre du Soleil mit Les Naufragés du Fol Espoir(Aurores) [Schiffbruch mit verrückter Hoffnung(Morgenröte)]. Die Inszenierung der legendären Regisseurin erzählt vom Scheitern der Utopien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und vom Scheitern als Chance. Zwischen Wien und Kap Hoorn spannt das Stück einen Bogen vom Mordkomplott an Kronprinz Rudolf quer durch das Fin de Siècle bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Und ist vor allem das Making-of eines phantastischen Stummfilmprojekts, wo eine Gruppe von Idealisten versucht, einen nachgelassenen Abenteuerroman von Jules Verne zu verfilmen. Wiener Festwochen � 19 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt vom Zauber der Illusionen, von der Überfülle an Ideen, vom Detailreichtum der Aufführung. Kongenial dazu das Spiel der wunderbaren rund 30-köpfigen SchauspielerInnentruppe: voll Poesie, hingebungsvoll und detailverliebt. Seitens der Presse gab es teilweise hymnische Besprechungen. Viele der Kritiker beschrieben die Aufführung als besonderes Ereignis. Von den BesucherInnen gab es nach jeder Vorstellung großen Jubel. Das Publikumsinteresse war enorm. Alle Vorstellungen im temporären Spielort in der Halle A der Messe Wien waren ausverkauft. Mehr als 4 300 Karten wurden ausgegeben. Die Ensemblemitglieder und zugleich AutorInnen der australischen Theatergruppe Back to Back Theatre sind Menschen mit Behinderungen wie Autismus, Down- oder Tourette-Syndrom. Sie selber nennen es„von außen wahrgenommene“ Behinderungen. Die Gruppe zeigte bei den Wiener Festwochen als Europa-Premiere ihre jüngste Produktion Ganesh Versus the Third Reich. Das Stück im Stück behandelt die archetypische Reise eines Helden: Ganesh, der elefantenköpfige Hindugott und Überwinder von Hindernissen, begibt sich auf eine gefährliche Mission nach Nazideutschland, um die Swastika, das hinduistische Symbol für Glück und Wohlergehen, zurückzuholen, das die Nazis als Hakenkreuz missbraucht haben. In der Regie von Bruce Gladwin entstanden mit einfachsten Mitteln magische und wunderschöne Bilder. Die Darsteller spielten mit großer Intensität und Bühnenpräsenz. Der faszinierende Abend zählte zu den eindrücklichsten Theatererlebnissen und hat viele BesucherInnen in seinen Bann gezogen. Es gab großen Jubel nach jeder Vorstellung. Viele BesucherInnen und KritikerInnen meinten, Ganesh Versus the Third Reich zähle zu den besten Produktionen der diesjährigen Wiener Festwochen. Mit Krízis – trilógia, III: A papn[Krise – Trilogie, III: Die Priesterin] wurde bei den Wiener Festwochen eine zweite Produktion aus Ungarn vorgestellt. Ausgehend von Interviews und Recherchen, mit denen der ungarische Regisseur Árpád Schilling untersuchte, wie junge Menschen von heute mit verkrusteten Ideologien und Institutionen zu kämpfen haben, entwickelte er seine Community-Trilogie Krízis. Im dritten Teil A papn “ , der in Wien zu sehen war, standen 15 Jugendliche aus Transsilvanien und drei SchauspielerInnen auf der Bühne und erzählten in fiktiven und dokumentarischen Szenen die Geschichte einer Budapester Schauspielerin, die aufs Land zog, um in einer Dorfschule Theater zu unterrichten. Schillings spannendes Projekt um Fragen nach Selbstbestimmung und gemeinschaftlichem Tun fand hier ein sehr aufgeschlossenes, interessiertes Publikum. Das Presseecho war größtenteils positiv und zustimmend. Herausragend auch The Master and Margarita, Simon McBurneys kluge Bühnenadaption von Michail Bulgakows Meisterroman, eine satirische Parabel über Gut und Böse, die im stalinistischen Moskau der 30er-Jahre spielt. The Master and Margarita präsentierte sich auf der Bühne des Burgtheaters als eine phantastische Inszenierung des englischen Theatermagiers, die er gemeinsam mit seinem Theater Complicite erarbeitet hat. Die SchauspielerInnen, PuppenspielerInnen, VideoKünstlerInnen und TechnikerInnen von Complicite erzählten gemeinsam die Geschichte mit verblüffender Einfachheit durch virtuose Verwandlungen von Szenen, Bildern und Figuren. Die Festwochen-Koproduktion wurde zum beeindruckenden Theaterereignis und vom Publikum euphorisch bejubelt. Während die inländischen Medien einhellig positiv berichteten, waren die Besprechungen in den internationalen Medien unterschiedlich. Das Publikumsinteresse war erfreulich groß. Es wurden fast 5 000 Karten ausgegeben. Im Rahmen des Festwochen-Programms kam auch die mit Spannung erwartete Uraufführung von Makulatur von Paulus Hochgatterer heraus, Kinderpsychiater und einer der erfolgreichsten österreichischen Prosaautoren. Sein neues, vom Schauspielhaus Wien in Auftrag gegebenes Stück ist eine rund um die U-Bahn-Station am Wiener Schwedenplatz angesiedelte Szenenfolge. Makulatur handelt von Wahrnehmung und Sein, Täuschung und Kontrolle in Zeiten allgegenwärtiger Videoüberwachung und wurde von der jungen Schweizer Regisseu20 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 rin Barbara-David Brüesch auf die Bühne gebracht. Die Premiere fand in Kooperation mit den Wiener Festwochen am 3. Juni im Schauspielhaus statt. Publikum und Presse zeigten sich sehr interessiert. Bei der Premiere gab es für den Autor, das künstlerische Team und die hervorragenden Darsteller langen begeisterten Applaus. Die Kritiker, darunter viele von internationalen Medien, beurteilten die Aufführung überwiegend sehr positiv. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Aufführung wurde in der Saison 2012/13 des Schauspielhauses wiederaufgenommen. Besonders viel Aufmerksamkeit und Interesse gab es für die Uraufführung von Ulrichs Seidls Auftragswerk Böse Buben/ Fiese Männer, die am 5. Juni im Theater Akzent stattfand. Diese Koproduktion von Wiener Festwochen und Münchner Kammerspiele zählte zu den meistbeachteten Projekten im Programm. Es war die zweite Arbeit des Wiener Filmemachers für das Theater. Seine Inszenierung, unter Verwendung von Texten von David Foster Wallaces Kurze Interviews mit fiesen Männern, spielt in einem Kellerraum(Bühne: Duri Bischoff), wo sieben Männer von ihren Erfahrungen im Umgang mit Frauen erzählen, wobei die Grenzen zwischen Spiel und Existenz, Zwanghaftigkeit und Männerritual verschwimmen. In ihren Geständnissen geht es um Sexualität, Gewalt, Obsessionen, Angst, Aggression und Einsamkeit. Der Abend wurde vom Publikum wie von der Presse kontrovers aufgenommen, wobei die positiven Stimmen bei weitem überwogen. Die Premiere an den Münchner Kammerspielen fand am 28. Juni statt. Mit Conte d’Amour, einer Gemeinschaftsarbeit der skandinavischen Theatergruppen Institutet(Malmö) und Nya Rampen(Helsinki) mit dem schwedischen Video- und PerformanceKünstler Markus Öhrn, wurde die beim Off-Theaterfestival Impulse 2011 als beste Produktion ausgezeichnete Inszenierung bei den Wiener Festwochen in der Garage X gezeigt. Ausgehend vom Inzestfall Josef Fritzl, wurde eine beklemmende Performance über den Alltag im Keller unserer Gefühle und emotionalen Abhängigkeitsverhältnisse vorgeführt, die verstörte und polarisierte. Einige BesucherInnen verließen zwar vorzeitig das Theater, der Rest des Publikums bejubelte jedoch diese ebenso intelligente und intensive wie ästhetisch brillante Auseinandersetzung mit dem Thema Inzest und dem Abgrund der Liebe. In den meisten Kritiken wurde der Abend sehr positiv besprochen. Mit Prometheus in Athen am 9. und 10. Juni gab es einen tagespolitisch aktuellen Kommentar zur Lage in Griechenland, denn am 17. Juni wählte Griechenland ein neues Parlament. Rimini Protokoll(Helgard Haug und Daniel Wetzel) zeigten ihr Stück im Juli 2010 im großen Athener Amphitheater Herodion. Die Aufführung wurde ein Kommentar zur Krise. Für Wien entwickelten sie zwei Jahre später einen Abend über diesen Theaterabend, der in Ausschnitten als Film gezeigt wurde. Fünf der damals beteiligten AthenerInnen und eine in Wien lebende Griechin traten im Volkstheater vor die Filmleinwand, um mit aktuellen Bezügen eine Brücke ins Heute zu schlagen. Auch das sehr aufmerksame interessierte Publikum wurde eingebunden. Die beiden Vorstellungen waren sehr gut besucht. In den Rezensionen wurde vor allem besonders positiv die Aktualität des Abends hervorgehoben. Simon Stephens zählt zu den wichtigsten Gegenwartsdramatikern. Mit Three Kingdoms schrieb er ein Kriminalstück für DarstellerInnen aus drei Ländern, eine bitterböse Farce vom organisierten Verbrechen, um Menschenhandel und Zwangsprostitution. Sebastian Nübling inszenierte die Uraufführung dreisprachig: Es kooperierten das Teater NO99 Tallinn, die Münchner Kammerspiele und das Lyric Hammersmith Theatre London. Als Festwochen-Gastspiel wurde die Aufführung im Theater an der Wien gezeigt. Die meisten BesucherInnen und RezensentInnen zeigten sich sehr beeindruckt von der mitreißenden Inszenierung und von den Eigenheiten der drei verschiedenen Ensembles, wobei vor allem die Esten mit ihrer die Schwerkraft scheinbar außer Kraft setzenden Körpersprache und Musikalität faszinierten. Wiener Festwochen � 21 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Zum Ende gab es mit Christoph Marthalers im Auftrag der Wiener Festwochen entstandener Neuinszenierung von Ödön von Horváths Glaube Liebe Hoffnung einen weiteren Höhepunkt im Programm. Die Premiere fand am 13. Juni in der Halle E im MuseumsQuartier statt. Christoph Marthaler widmete sich mit seiner vierten Horváth-Inszenierung einem seiner Lieblingsstücke des Dichters. In Horváths Zeitstück aus den 30er-Jahren geht eine junge Frau ins Wasser, nachdem sie vergeblich gegen ihren sozialen Abstieg in einer männlich dominierten Gesellschaft angekämpft hatte. In seiner Inszenierung im Bühnenraum von Anna Viebrock verdoppelt Marthaler die gegen Schicksalsschläge anrennende Heldin Elisabeth, gespielt von Olivia Grigolli und Sasha Rau, als Teil eines großartig agierenden SchauspielerSänger-Ensembles. Auch einzelne Textpassagen werden wiederholt. Die Musik im Stück ist verantwortlich für Rhythmus, das Spiel mit Verzögerung und Verlangsamung. Die Reaktionen des Publikums und der Presse für diese atmosphärisch dichte, sehr anrührende, sehr verlangsamte, auch fordernde Aufführung fielen unterschiedlich aus. Von den meisten BesucherInnen gab es frenetischen Applaus und Bravos. Das internationale Medienecho war beeindruckend. Die Besprechungen waren größtenteils positiv. Es war zu lesen von einer„Meisterinszenierung“ und von einer„Sternstunde im Programm“. Glaube Liebe Hoffnung wurde nach Wien an den Orten der anderen Koproduzenten gezeigt: Schauspielhaus Zürich, Théâtre National de l‘Odéon, Paris, Volksbühne am Rosa-LuxemburgPlatz, Berlin und Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg. Als letzte Premiere der Wiener Festwochen 2012 stand La casa de la fuerza[Haus der Gewalt] von Angélica Liddell auf dem Programm. Die spanische Künstlerin, bekannt als„Virtuosin des Schmerzes“, arbeitet in ihren Performances mit der Poesie der Grausamkeit. In ihrer dreiteiligen, insgesamt fünfstündigen intensiven Performance über die Gewalt der männlich beherrschten Welt, verarbeitete sie persönliche Erfahrungen um Liebe und Schmerz, und darüber hinausgehend das Unglück und Leid der Frauen vom Gazastreifen bis zu den Massakern an Frauen in der mexikanischen Grenzstadt Juárez. Der Abend mit Live-Musik nicht nur einer sechsköpfigen mexikanischen Mariachi-Truppe, sondern insbesondere des Cellisten und Countertenors Pau de Nut, mit Entblößungen, Selbstverletzungen, Eigenblutabnahme verstörte und faszinierte das Publikum gleichermaßen. Einige ZuschauerInnen verließen vorzeitig die Aufführung. Am Ende gab es viel Jubel und langen Applaus für diese Arbeit, die zu den eindrücklichsten und besten der Festwochen-Saison zählte. Am letzten Festwochen-Wochenende vom 15. bis 17. Juni fand Up to Nature, ein Projekt mit mehreren Auftragsarbeiten von brut Wien in Kooperation mit den Wiener Festwochen, statt. Bei diesem„Unplugged“-Festival im Wienerwald wurde die Vogeltennwiese zur Bühne für Performances, Installationen und Konzerte. Alle Veranstaltungen waren bei freiem Eintritt zugänglich. An den drei Festivaltagen zeigten die KünstlerInnen aus Österreich, Norwegen, Finnland, Deutschland und England Produktionen, die sich mit dem Naherholungsgebiet am Stadtrand als Grenzbereich zwischen urbaner Kultur und kultivierter Natur auseinandersetzen. Rund 840 Menschen kamen auf die Vogeltennwiese. forum festwochen ff Koordiniert vom Chefdramaturgen Matthias Pees, beschäftigte sich das forum festwochen ff 2012 unter dem Titel Wienerwelt mit dem Thema Integration – dem aktuellen Zauberwort der politischen Mitte. Es bemäntelt die Tatsache, dass zwei Drittel der Welt von der Teilhabe an ebendieser Mitte ferngehalten werden, und gaukelt uns vor, dass diese Ausgrenzung dauerhaft folgenlos bleiben kann. Neben drei internationalen Positionen wurden auch drei Wiener KünstlerInnen und Gruppen eingeladen, eigene Erfahrungen künstlerisch zur Diskussion und in den Stadtraum zu stellen. Alle drei Arbeiten kamen bei den Wiener Festwochen zur Uraufführung. 22 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der in Wien lebende russische Performance-Künstler Oleg Soulimenko porträtierte in Made in Austria erfolgreiche„Integranten“: Er stellte in kurzen Lectures im rotierenden DonauturmCafé neun Menschen aus allen Himmelsrichtungen und mit verschiedenem kulturellem Hintergrund vor, die Österreich zu ihrer Wahlheimat gemacht haben und hier leben. Sie erzählten von ihrem Blick auf Österreich und von ihrer persönlichen Suche nach dem Glück in einem der reichsten Länder der Welt. Die Aufführung am spektakulären Spielort wurde vom Publikum gestürmt. Alle Vorstellungen der Festwochen-Koproduktion mit brut Wien waren ausverkauft, es gab einhellig Jubel und Zustimmung vom Publikum und der Presse. In den 70er-Jahren schufen jugoslawische KünstlerInnen in München eine erste„Gastarbeiteroper“. 35 Jahre später kreierte der Wiener Künstler und Aktivist Alexander Nikolic als Auftragswerk der Wiener Festwochen mit der New BOEMIAN GASTARBEITER OPERA ein neues, zeitgenössisches Werk zur Situation der MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Vor den Aufführungen im WUK gab es fünf öffentliche Probenparcours im BOEM* mit insgesamt 530 BesucherInnen. In der Vorbereitung erregte vor allem die Suche nach Look-alikes und Stimmimitatoren von Jörg Haider besondere Aufmerksamkeit. Das Haider-Casting wurde von zwei Haider-Doubles gewonnen, die dann in der Aufführung ebenso mitwirkten wie Sänger Patrick Bongola aka Topoke, das Partisanenchorkollektiv HOR 29 und andere. Alle Vorstellungen der Festwochen-Koproduktion fanden ein begeistertes Publikum. Das Medienecho fiel unterschiedlich aus. Als Auftragswerk der Wiener Festwochen und Festwochen-Koproduktion entwickelte die Performance-Gruppe God’s Entertainment das Projekt Österreicher integriert euch! mit Integrationsworkshops für ÖsterreicherInnen. An drei markanten Plätzen in der Stadt eröffneten sie jeweils für drei Tage das Integrationslager für einheimische Integrationswillige: am Urban Loritz-Platz, auf der Mariahilfer Straße/ Ecke Museumsplatz und auf dem Meidlinger Platzl. IntegrationshelferInnen in den Lagern waren Serben, Kroaten, Bosnier, Schwarzafrikaner, Türken, Kurden, Roma und deutsche Studenten. Für interessierte ÖsterreicherInnen und NichtösterreicherInnen wurden ab 18 Uhr stündliche Führungen durch das Lager angeboten, um es von innen und die hier angewandten Integrationsmethoden und-messgeräte kennenzulernen. Während die Teilnahme an den Workshops vornehmlich spontan funktionierte – sich also neugierige oder auch protestierende PassantInnen von den KünstlerInnen überzeugen ließen teilzunehmen, was insbesondere am Urban Loritz-Platz und am Museumsplatz gelang –, war das Interesse an den Führungen an allen drei Standorten überwältigend groß. Die meisten Termine waren ausgebucht. Vor Ort sorgte das Integrationscamp jeweils für große Aufregung. Es gab heftige Diskussionen von PassantInnen, AnrainerInnen und BesucherInnen. Die öffentliche Wahrnehmung des Projekts war ungemein groß, und die Meinungen darüber sehr kontrovers. Auch in den Medien wurde das Projekt kontrovers diskutiert und beurteilt. Insgesamt besuchten 120 TeilnehmerInnen die Workshops. Bei den Führungen konnten 495 Personen gezählt werden. Die Teilnahme an den Workshops und an den Führungen war gratis. Der kongolesische Theater-Künstler Dieudonné Niangouna erzählt in seinem Stück Le Socle des Vertiges[Fundament des Taumels] anhand der Geschichte zweier Brüder die Geschichte seines durch französische Kolonialherrschaft und Bürgerkrieg zerrütteten Landes, der Republik Kongo. Chaos und Gewalt finden in seiner kraftvollen Inszenierung den adäquaten Ausdruck. Die DarstellerInnen seines Ensembles Les Bruits de La Rue richten Teile des Textes frontal an und gegen das Publikum. Das Publikumsinteresse und das mediale Interesse für dieses Gastspiel waren sehr groß. Die Publikumsreaktionen und das Medienecho waren zum Großteil euphorisch. Wiener Festwochen � 23 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der Ausgangspunkt von Seen at Secundrabagh des indischen Raqs Media Collectives ist eine im Jahr 1858 nach dem Sepoy-Aufstand aufgenommene Kriegsfotografie von Felice Beato. Die Visual Arts Performance dieses Media-Art-Kollektivs, deren Mitglieder zu den weltweit wichtigsten zeitgenössischen Bildenden KünstlerInnen zählen, entstand in Zusammenarbeit mit der Theaterregisseurin Zuleikha Chaudhari. Das Bild wirkt wie ein Schnappschuss, ist tatsächlich aber eine Inszenierung. Die Performance entlarvt seine Künstlichkeit und thematisiert die Verunsicherung, die aus dem Konflikt des Dokumentarischen mit der Unterstellung der Manipulation entsteht. In den Vorstellungen dieser Festwochen-Koproduktion mischte sich Ausstellungs- und Kunstpublikum mit TheaterbesucherInnen. Die bildschöne hochkonzentrierte Arbeit mit zwei Performern zog die BesucherInnen in ihren Bann. Die Presse beurteilte die Aufführung unterschiedlich. Die im Foyer der Halle E+G im MuseumsQuartier geplante Installation Ionisation des Raqs Media Collective wurde aus organisatorischen Gründen auf 2013 verschoben. In Echte und andere Piraten für Zuschauer von 9 bis 14 Jahren untersucht die Hamburger Gruppe geheimagentur mit ihrem FUNDUS THEATER, was moderne echte Piraten mit jenen der Bücher und Filme gemeinsam haben. Mit einem Fragenkatalog von 200 Hamburger Kindern holte sich die Gruppe in Little Mogadischu, einem Stadtteil von Nairobi in Kenia, Antworten von somalischen Piraten, die im Video zu sehen sind. Die Aufführung unter Mitwirkung des in Wien lebenden Somali Jamal Mataan im Dschungel Wien faszinierte junge wie alte BesucherInnen gleichermaßen durch die Informationsfülle, den Phantasiereichtum und die Spielfreude der ProtagonistInnen. Der Einladung zum Mitmachen folgten die Kinder mit großer Begeisterung. Im Rahmen dieser Festwochen-Koproduktion gab es auch die Somalische Nacht mit somalischer Musik, somalischen Erzählungen und Spezialitäten, ausgerichtet vom Wiener Verein SO-MAL 21. Erfreulich viele Medien berichteten und die Besprechungen waren sehr positiv. Zu fast allen Aufführungen im Schauspielprogramm und im Programm von forum festwochen ff wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den KünstlerInnen angeboten. Insgesamt folgten rund 1 680 Menschen der Einladung zu den 19 Gesprächen, wobei das Interesse für viele Gespräche erfreulich groß war. Mit jeweils circa 150 BesucherInnen waren die Publikumsgespräche zu Groß und klein(Big and Small), Les Naufragés du Fol Espoir(Aurores), Ganesh Versus the Third Reich, The Master and Margarita, Böse Buben/ Fiese Männer die am besten besuchten. Festwochenkonzerte im Wiener Musikverein Vom 6. Mai bis 17. Juni fanden 67 Veranstaltungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien im Rahmen der Wiener Festwochen statt. Von 75 000 aufgelegten Karten wurden 68 250 Karten ausgegeben. Das bedeutet eine durchschnittliche Auslastung von 91 Prozent. Festwochen Lounge im Looshaus Die Wiener Festwochen Lounge im Looshaus wurde 2012 von über 2 200 BesucherInnen genutzt und konnte somit den Erfolg der letzten beiden Jahre wiederholen. Durch die Unterstützung des Festwochen-Hauptsponsors Raiffeisenbank in Wien und der Hauptbücherei Wien konnte die ehemalige Schneiderei des Herrenmodesalons Goldman& Salatsch wieder in eine ansprechende Lounge verwandelt werden. Die besondere Architektur der Lounge, das reichhaltige Angebot an Literatur, DVDs, CDs und Tageszeitungen sowie die verschiedenen Veranstaltungen zum Programm der Wiener Festwochen sprachen auch heuer wieder ein zahlreiches Publikum an. Bei den wöchentlichen Vorschau-Gesprächen von Stefanie Carp waren zu Gast: Constanza Macras, Carmen Mehnert, Lola Arias, Tom Wright, Guillermo Calderón, Alexander Nikolic, 24 Wiener Festwochen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 God’s Entertainment, Jorge Hugo Marín, Luisa Pardo, Oleg Soulimenko, Rosemarie Poiarkov, � Márton Gulyas, Anna Lengyel, Ulrike Gießner-Bogner, Márton Méhes, Simon McBurney, � Gabino Rodríguez und Francisco Barreiro, Paulus Hochgatterer, Andreas Beck, Zuleikha Allana, � Markus Öhrn, Raqs Media Collective, Gumersindo Puche, Eero Epner, Thomas Frank, Johanna � Kirsch und Amanda Piña. � Weitere programmbezogene Veranstaltungen in der Festwochen Lounge waren die Gesprächsreihe Zwischenzeit, die KünstlerInnengespräche La vida después und Wienerwelt, das � Publikumsgespräch Les Naufragés du Fol Espoir(Aurores), der Festwochen Campus 2012 und � der Jour Fixe Kulturelle Bildung. � Festwochen jugendFREI Im vierten Jahr des Vermittlungsprogramms der Wiener Festwochen kamen im Rahmen der Vermittlungsangebote zu zehn ausgewählten Inszenierungen 27 Schulklassen aus 18 Schulen (Wien und Niederösterreich). Insgesamt sind dies rund 700 Personen(693 Personen, davon 647 SchülerInnen im Alter von 9 bis 18 Jahren und 46 LehrerInnen). Im Zentrum standen nach wie vor die obligatorischen Besuche an der Schule sowie insgesamt 17 inszenierungsbegleitende Workshops am Aufführungsort zu ausgewählten Vorstellungen, mit anschließendem Besuch der Generalprobe oder der Vorstellung inklusive möglicher Vertiefung durch zusätzliche ExpertInnentreffen. Die Workshops fanden wie in den Vorjahren jeweils unter Mitwirkung von TheaterpädagogInnen und MusikvermittlerInnen sowie unter Einbindung von Ensemblegästen statt. Neu bei jugendFREI waren 2012 eine interaktive Performance für die Zielgruppe 9 bis 14 Jahre( Echte und andere Piraten) sowie das Format jugendFREI diskutiert, das den SchülerInnen die Möglichkeit bot als DiskussionsteilnehmerInnen in Kontakt mit KünstlerInnen des Performance-Kollektivs God‘s Entertainment zu treten. Die in der Inszenierung Krízis – trilógia, III: A papn “ aufgeworfenen Fragen bildeten die Basis des mehrmonatigen jugendFREI-Projekts „connected future – Zukunft. jövö. future. avenir.“ mit SchülerInnen einer 6. Klasse des Lycée Français de Vienne. Die Recherche- und Projektergebnisse der SchülerInnen wurden auf dem von ihnen gestalteten Online-Blog unter connectedfuture.wordpress.com gesammelt und in einer Ausstellung am Aufführungsort präsentiert. Ein Projekt im Rahmen der österreichweiten Initiative„culture connected“ und eine Kooperation zwischen Schulen und KulturpartnerInnen des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gemeinsam mit KulturKontakt Austria. Die KritikerInnenrunde für theaterbegeisterte Jugendliche konnte in diesem Jahr auf sieben TeilnehmerInnen erweitert werden und wurde in der Vorbereitungsphase mit Expertentreffen zu den Themenschwerpunkten„Interviews“ und„Kritiken verfassen“ erweitert. Insgesamt wurden auf dem Festivalblog der jungen bühne mehr als 24 Artikel und Beiträge veröffentlicht. Das Anliegen und die Grundlage von Festwochen jugendFREI sind der nachhaltige Austausch und die intensive Zusammenarbeit mit PädagogInnen und SchülerInnen an den Schnittstellen zur Unterrichtspraxis(je nach möglichen Zeitressourcen) sowie der Austausch mit Jugendlichen. Musik Immer wieder wird Wien als„Musikstadt“ ausgewiesen und wenn man die Vielfalt der musikalischen Aktivitäten anschaut, scheint dieser Ruf zweifellos gerechtfertigt. Internationale KünstlerInnen sind zum einem begeistert vom Wiener Publikum, zum andern gastieren sie besonders gerne in dieser Stadt, um mit heimischen Orchestern und Ensembles, deren Qualität weltweit längst zu einem Marken- und Gütezeichen geworden ist, zu musizieren. Wiener Festwochen• Musik � 25 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Den vielfältigsten zeitgenössischen Strömungen gerecht zu werden, ist dem Musikreferat ein besonderes Anliegen. Neben den bereits etablierten Formationen für zeitgenössische Musik (Ensemble„die reihe“, Ensemble XX. Jahrhundert, Creatives Centrum Wien, Projekt Uraufführungen, Ensemble Neue Streicher, Ensemble Kontrapunkte oder Wiener Collage, letzteres konnte sich mit einem eigenen Zyklus im Arnold Schönberg Center etablieren), sind es viele kleine Vereine und Gruppierungen, die aktuelle, zeitgenössische Strömungen aufnehmen und präsentieren. Zu ihnen zählen u. a.: arge zeitgenössische musik fünfhaus, Chroma – Verein aktueller Kunst und Musik, tonWerk – Forum für neue Musik, Phonetic Art – Verein für Musik und Performance, Verein zur Förderung neuer Musik im Kirchenraum, Eugene Hartzell Office, Klang-Kunst-Etage – Verein für experimentelle Musik und Kunstprojekte. Mit dem Klangforum Wien wird dieses Genre von einem Klangkörper vertreten, das von der Kritik zu einem der Führenden gezählt wird. Zwei zentrale Informationsstellen sind das mica – music information center austria und das Arnold Schönberg Center, das den Nachlass des Komponisten verwaltet aber auch zahlreiche Veranstaltungen durchführt. Die drei großen VeranstalterInnen – die Gesellschaft der Musikfreunde, die Wiener Konzerthausgesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs – decken mit ihren Jahresaktivitäten eine enorme Fülle der Konzerte in Wien ab, wobei sich der programmatische Bogen von Alter Musik bis zur Moderne spannt. Zahlreiche Festivals werden von Publikum immer besonders gerne besucht, können hier doch in kurzer Zeit die TopkünstlerInnen eines Genres präsentiert werden, u. a.: Wien Modern, das Frühlingsfestival, die Wienerliedfestivals Wean hean oder Wien im Rosenstolz. Viele Vereine setzen in ihren Konzertprogrammen KomponistInnen einen Schwerpunkt, die einen runden Geburtstag oder ein Jubiläum feiern. 2012 waren u. a. folgende Komponisten vertreten: 170. Geburtstag Karl Zeller 170. Geburtstag Carl Millöcker 100. Geburtstag John Cage 60. Geburtstag Wolfgang Riehm 50. Todestag Fritz Kreisler 70. Todestag Alexander Zemlinsky 2012 wurden 25 Kompositionsaufträge vergeben. Literatur BesucherInnen von Literaturveranstaltungen erwartete auch im Jahr 2012 ein dichtes, vielseitiges, abwechslungsreiches und attraktives Programmangebot. Traditionsreiche und neugegründete Vereine, Vereinigungen und VeranstalterInnen luden zu Lesungen, Vorträgen, Symposien, Festivals, Ausstellungen, AutorInnengesprächen, Buchpräsentationen und, und, und. Zu den renommiertesten und auch international bekanntesten LiteraturveranstalterInnen zählt das Literarische Quartier der Alten Schmiede, das 2012 zu einem besonderen Jubiläum einladen konnte: Im Mai wurde die 5 000. Literaturveranstaltung organisiert, die dem Werk Ernst Jandls gewidmet war. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass seit Bestehen des Hauses 3 000 Persönlichkeiten aus Österreich und weiteren 70 Ländern in der Alten Schmiede zu Gast waren – darunter auch solche, die mittlerweile mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden, wie etwa Herta Müller, Elfriede Jelinek, Günter Grass, Elias Canetti oder Imre Kertész. 26 Musik• Literatur � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Der Kunstverein Wien veranstaltet auch„Literatur für junge LeserInnen“. In Kooperation mit dem Institut für Jugendliteratur entstand wieder ein dichtes und attraktives Programm, das die jugendlichen BesucherInnen begeisterte. Namhafte AutorInnen wie Ursula Poznanski, Christine Nöstlinger, Renate Welsh, Elfriede Hammerl, Monika Helfer, Michael Köhlmeier, Martin Auer und Willy Puchner, aber auch KünstlerInnen aus Tschechien, Polen, Palästina, Nigeria, Singapur und dem Kongo präsentierten ihr aktuelles Schaffen. Thematisch räumte das Festival einerseits der Macht der Phantasie breiten Raum ein, andererseits wurden durchaus auch reale Konflikte angesprochen: Armut, Gewalt, Flucht und neue Heimat, jedoch auch Friedensbemühungen und Versuche der Versöhnung. Über einen wahren BesucherInnenansturm konnte sich das sommerliche Festival„o-töne“ freuen, das 2012 zum zehnten Mal über die Bühne ging. Im Areal des MuseumsQuartier stellten Friederike Mayröcker, Julya Rabinowich, Wolf Haas und Clemens Setz ihre Neuerscheinungen vor. „literatur im herbst“ stand unter dem Motto„Mare nostrum?“ und versammelte AutorInnen von beiderseits des Mediterrans. Das Mittelmeer verbindet drei Kontinente, aber an seinen Gestaden prallen Zivilisationen aufeinander. Bei allen Konflikten zwischen Städten, Staaten und Religionen war die Pax Romana der lateinischen Welt die vielleicht längste Friedenszeit in der Geschichte des„Mare nostrum“. Als Projektionsfläche zwischen Orient und Okzident ist der Mittelmeerraum von wirtschaftlichen Differenzen und gewaltsamen Spannungen geprägt. Von ihnen berichteten AutorInnen wie Boualem Sansal, Mario Fortunato, Joumana Haddad, Ibrahim Abd al-Magid und Zeruya Shalev. Im fünften Jahr ihres Bestehens hat sich die BUCH WIEN zu einem Fixpunkt im Kulturleben Österreichs entwickelt. Rund 34 000 BesucherInnen konnte die Buchmesse und die Lesefestwoche der BUCH WIEN verzeichnen. Mehr als 400 Veranstaltungen luden zu Begegnungen mit mehr als 300 AutorInnen ein. Großen Anklang fand auch das Schulklassenprogramm der BUCH WIEN: über 6 800 SchülerInnen besuchten die Messe sowie Lesungen, AutorInnengespräche und Workshops. Bildende Kunst Die Ausstellungssaison 2012 begann für das MUSA Museum Startgalerie Artothek mit dem Thema Schönheit: Beauty Contest, eine Kooperation mit dem Austrian Cultural Forum New York(Kuratoren: Berthold Ecker, Roland Fink, Claude Grunitzky, Andreas Stadler), vereinte Werke aus der Sammlung des MUSA sowie Leihgaben internationaler KünstlerInnen. Das Phänomen des Raums und die zahllosen Sichtweisen sowie Interaktionsmöglichkeiten desselben und in jenem untersuchte Space Affairs| Raumaffären| Affaires d’Espaces(Kurator: Marc Mer). Mit einem internationalen Kooperationsprojekt im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie, Österreichs größtem, alle zwei Jahre im November stattfindenden Fotofestival mit dem MUSA als Zentrale, schloss die Ausstellungssaison: distURBANces. Can Fiction beat Reality? – die dazu arrangierte Gemeinschaftsausstellung der sieben Partnerstädte des Europäischen Monats der Fotografie, bot neue, internationale künstlerische Perspektiven auf die urbanen, technologischen und politischen Entwicklungen in unser globalisierten Welt an(kuratiert von Gunda Achleitner und Berthold Ecker). Neben der Publikation von Katalogen zu jeder Ausstellung vervollständigten bei freiem Eintritt Führungen, thematische Workshops für Gruppen und Schulklassen, Konzerte, Performances, Filmpräsentationen sowie hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen das Kunstangebot. Literatur• Bildende Kunst � 27 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wiener Videos im Foyer ist seit 2012 neu im MUSA. Aus dem großen Bestand an Film- und Videoarbeiten von 1959 bis zur Gegenwart, werden in regelmäßigen Abständen einzelne Werke auf einem Monitor im Museumsfoyer gezeigt. Auch der Internetauftritt des MUSA Museum Startgalerie Artothek unter www.musa.at wurde im vergangenen Jahr neu und noch übersichtlicher gestaltet. Neben Ausstellungen in Wien war das MUSA 2012 auch im Ausland präsent: Die 2009 in Wien gezeigte Ausstellung Common History and Its Private Stories wurde aktualisiert im Frühjahr in der Sofia City Art Gallery in Sofia mit großem Anklang und medialem Echo eröffnet. In der Startgalerie im MUSA stellten sich sieben Künstler und zwei KünstlerInnen mit ihren Werken in neun Ausstellungen vor, dazu erschienen ausführliche Informationsblätter(Nr. 215– 223/2012) und fanden gut besuchte Vernissagen statt. Mit 12 084 Entlehnungen(die Mindestentlehndauer pro Bild beträgt einen Monat) verzeichnete die Artothek im MUSA 2012 bereits zum vierten Mal in Folge einen Rekord an Verleihungen – eine Steigerung von über 1 500 Entlehnungen im Vergleich zum Vorjahr. Zur treuen Stammklientel hinzukommend, nahmen 163 neue KundInnen den großartigen Service, leihweise wertvolle Graphiken aus der Sammlung der Kulturabteilung für zu Hause zu erhalten, in Anspruch. Insgesamt besuchten 20 204 Kunstinteressierte die Ausstellungen und Veranstaltungen des MUSA. Die Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien erfuhr im vergangenen Jahr durch 107 Ankäufe(118 Kunstwerke) von 61 KünstlerInnen sowie 48(teilweise mehrteilige) Schenkungen ihre Erweiterung. Aus dem Titel„Buchförderungsankäufe“ wurden Kunstbücher aus Wiener Verlagen und Nachschlagewerke angekauft, im Rahmen der„Kleinprojektförderung“ erhielten 50 gemeinnützige Wiener Kunstvereine mit insgesamt 73 Projekten der bildenden Kunst finanzielle Unterstützung. An einige Institutionen und Vereine(z. B. KUNSTHALLE wien GmbH) wurden Jahressubventionen vergeben. 14 KünstlerInnen in akuter sozialer Not konnte mit einer einmaligen Beihilfe geholfen werden. Die Jury„Das engagierte Auge“ prämierte auch 2012 wieder die überzeugende Ausstellungsund Vermittlungsarbeit von zehn Wiener Galerien. Den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst erhielten Ingeborg G. Pluhar, Barbara Eichhorn, Martin Walde und Hans Scheirl, Peter Fritzenwallner und Ana Hoffner wurde mit dem Förderungspreis ausgezeichnet. Für die erfolgreiche Arbeit der vergangenen fünf Jahre wurde dem MUSA der Förderungspreis zum Österreichischen Museumspreis des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) verliehen. KUNSTHALLE wien Der Verein KUNSTHALLE wien wurde im Jahr 2012 von der KUNSTHALLE wien GmbH, welche im Eigentum der Stadt Wien steht, übernommen. Der GmbH stehen zwei GeschäftsführerInnen vor: Ursula Hühnel-Benischek wurde mit 1. Juni 2012 zur kaufmännischen Geschäftsführerin bestellt, Nicolaus Schafhausen ist seit 1. Oktober 2012 der künstlerische Geschäftsführer. Dem Aufsichtsrat gehören Dr.in Sonja Hammerschmid(Aufsichtsratvorsitzende), Norbert Kettner(stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender), Dr. Bernhard Denscher(Eigentümervertreter), Mag. Siegfried Menz und Mag. Martin Fritz sowie drei Betriebsratsmitglieder an. Im Jahr 2012 konnten 103 361 BesucherInnen verzeichnet werden. 28 Bildende Kunst• KUNSTHALLE wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Schwerpunkte 2012 Urs Fischer. Skinny Sunrise Nach Ende der erfolgreichen Ausstellungen Vanity. Mode/ Fotografie aus der Sammlung F. C. Gundlach und No fashion, please!, die den Modeschwerpunkt in das Jahr 2012 hinein verlängert haben, wurde mit einer Retrospektive zu Urs Fischer gestartet. Unter dem Titel Skinny Sunrise präsentierte die KUNSTHALLE wien die erste große Einzelpräsentation des ShootingStars der internationalen Kunstszene in Österreich und präsentierte sich damit als Haus, das spannende junge und international erfolgreiche KünstlerInnen anzieht und ausstellt. Auch an der großen Zahl der BesucherInnen zur Eröffnung, zeigte sich das Interesse der Wiener kunstaffinen Szene. Allgemein wurde dem Künstler großes Interesse entgegengebracht, was auch ein großer Bericht im Zeit-Magazin über ihn und sein Atelier in New York zeitgleich mit der Schau in der KUNSTHALLE wien zeigt. Parallelwelt Zirkus Geplant für die„ganze Familie“, blieben die BesucherInnenzahlen letztendlich unter den Erwartungen, auch wenn die Zirkus-Schau gut besucht war. Das Vermittlungsprogramm war auf ein sehr breites Publikum zugeschnitten und es gab etwa speziell für Kinder Clownführungen und eine Zirkus-Rätselralley während der gesamten Dauer der Ausstellung. Ein Highlight des Begleitprogamms waren die fünf Snitzel Races, die eine Vermittlung des Themas Zirkus und seiner Symbole außerhalb der Kunsthalle boten und die ganze Stadt miteinbezogen. Weiters gab es ein Filmscreening und einen Talk zu Ulrike Ottingers Filmen„Prater“ und„Suburbia – Der Stolz“(in Kooperation mit dem Filmcasino) und zur Finissage wurde„ZIRKUS. Ein dokumentarisches Kunst-Stück“ aufgeführt, ein Theatergastspiel der werkgruppe2. Cut-ups, Cut-ins, Cut-outs. Die Kunst des William S. Burroughs Der Ausstellung präsentierte die Ikone der amerikanischen Beat Generation, die KünstlerInnen wie die Beatles, Frank Zappa, Patti Smith, Laurie Anderson und Sonic Youth beeinflusste im „musealen“ Kontext, was sehr gut funktionierte und von einem Großteil der BesucherInnen, wie auch der Presse sehr positiv bewertet wurde. Die Schau konzentrierte sich auf die von Burroughs gemeinsam mit Brion Gysin entwickelte Cut-up-Methode. An den BesucherInnenzahlen lässt sich ablesen, dass Burroughs eine große Fangemeinde hat, die es auch goutierte, den Schriftsteller, der entsprechend genreübergreifend arbeitet, im musealen Kontext präsentiert zu sehen. Zur Ausstellung entstand ein Katalog mit Beiträgen von Colin Fallows, Synne Genzmer, Barry Miles, Jon Savage sowie dem ersten und letzten Interview mit William S. Burroughs von Allen Ginsberg, bzw. Lee Ranaldo, der bereits circa ein Monat vor Ende der Ausstellung vergriffen war. Auch eine limitierte„Künstleredition“(der Katalog durchschossen) zum Preis von je 80 Euro ist bereits nicht mehr erhältlich. XTRAVAGANZA. Staging Leigh Bowery Die große Herbstausstellung zum schillernden Selbstdarsteller und revolutionären SubkulturStar der 80er-Jahre Leigh Bowery, wurde mit einer angemessenen Party in Kooperation mit RHINOPLASTY, der hippsten queeren Partyschiene der Stadt, eröffnet. Zur Eröffnung kamen auch WeggefährtInnen des 1994 verstorbenen Performance-Künstlers, wie seine Witwe Nicola Bateman-Bowery und der Künstler Donald Urquhart. Auch später fanden im Rahmen des umfangreichen Begleitprogramms zur Ausstellung Talks mit Freunden und Kollegen von Bowery statt, wie etwa Robert Violette und Sue Tilley, die in der Ausstellung wertvolle Einblicke in das Leben und den Schaffensprozess Bowerys geben konnten. Weiters gab es wöchentliche Screenings in der Videolounge von Filmen von Charles Atlas in denen Bowery mitwirkte. XTRAVAGANZA wurde, sowohl die Presse als auch die Veranstaltungen betreffend, stark von der Gay-Community mitkommuniziert. KUNSTHALLE wien � 29 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Mike Parr. Edelweiß. Die Ausstellung des australischen Künstlers Mike Parr ist nicht für Warmduscher, schrieb Matthias Dusini im Falter. Und in der Tat schlugen sich die Altersbeschränkung ab 18 Jahren und die teilweise schockierende und radikal körperliche Kunst des 1945 geborenen Künstlers auf die BesucherInnenzahlen nieder. Mike Parr, der seit seiner Geburt mit einem Arm lebt, arbeitet mit Schock, Schmerz, Ekel und Tabu, um das Publikum zu aktivieren und zur Diskussion über Kunst und Ethik anzuregen. Die Ausstellung in der KUNSTHALLE wien – die erste große Werkschau in Europa – wurde vom Künstler selbst aktiv mitentwickelt und konzipiert. Neben einer interaktiven Lese-Performance hielt Parr auch einen Vortrag in der Klasse für Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Pressestimmen Er ist ein multimedialer Star, der 2011 auch auf der Biennale von Venedig Furore machte: Der in New York lebende Schweizer Künstler Urs Fischer(Jahrgang 1973) wird ab 17. Februar in der Kunsthalle Wien seine spektakuläre Schau„Skinny Sunrise“ präsentieren.(Kronen Zeitung) With circus attendance in decline,„The Circus as a Parallel Universe“ offers a reminder of the rich poetry and romance the art world has extracted(and continues to extract) from life in the ring. Work by Charlie Chaplin, Frederico Fellini, Matthew Barney, Peter Blake, Roni Horn, Cindy Sherman and others is on display.(Wall Street Journal) Dem Zirkus als Inbegriff exotischer Sehnsüchte und dem Mythos vom freien, nomadischen Zirkusleben als Gegenentwurf zu gängigen, sozialen Konventionen begegnet die Kunsthallen-Ausstellung „Parallelwelt Zirkus“ durch künstlerische Positionen, die mit der Zirkuswelt assoziierte Metaphern und deren Figuren- und Formenrepertoire aufgreifen.(Kunstforum International) Wie weit sein(William S. Burroughs) Kunstanspruch reichte, ja, wie sehr er sein Leben zu einem poetischen Akt machte, zeigt die von Colin Fallows und Synne Genzmer kuratierte Ausstellung„Cutups, Cut-ins, Cut-outs“, die das Schaffen des 1997 im Alter von 83 Jahren verstorbenen Burroughs in seinen Facetten sicht- und hörbar macht.(Falter) Das Werk von Leigh Bowery oszilliert zwischen Inszenierungsdrang und Extravaganz. Eine Retrospektive in der Kunsthalle Wien mit dem Titel„Xtravaganza. Staging Leigh Bowery.“ über die einstige Kultfigur der Londoner Clubszene der 1980er Jahre macht nun seine Nachwirkungen deutlich. (Kulturzeit Online) Mike Parr. Edeweiß. in der Kunsthalle: Aktionismus aus Australien, irritierend bis verstörend. (Kurier) Ausstellungen 2012 KUNSTHALLE wien im Museumsquartier Vanity. Mode/ Fotografie aus der Sammlung F. C. Gundlach 21. Oktober 2011 bis 1. April 2012, halle 1 Modefotografie transportiert Images und Trends, entwirft imaginäre Idealbilder von Femininität, Eleganz und Glamour, löst diese wieder auf, beschreibt kollektive Vorstellungen von Schönheit und dokumentiert den Wandel kultureller Interessen. Von der frühen Studiofotografie bis zum dynamischen Setting im urbanen Raum, von surrealen Bildkonzepten zur Ironisierung der Fashionindustrie, von der Inszenierung des Kleides zum Supermodel. 30 KUNSTHALLE wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Mit circa 200 ausgewählten Werken aus der Sammlung wurden wegweisende und unbekannte Aufnahmen seit den späten 20er-Jahren bis heute gezeigt. Sie bezeugen die Suggestivkraft der Modefotografie zwischen Innovation und Tradition, Konsum und Kunst. F. C. Gundlach, selbst Modefotograf, hat eine der größten privaten Fotografiesammlungen im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Er begriff Modefotografie nie nur als schönen Schein, sondern als zivilisatorische Ausdrucksform, die Zeitgeist und Menschenbild in ihrer äußeren Erscheinung spiegelt. KuratorInnen: Synne Genzmer, F. C. Gundlach BesucherInnen: 15 398(nur 2012) No fashion, please! Fotografie zwischen Gender und Lifestyle 10. November 2011 bis 22. Jänner 2012, halle 2 Die Verweigerung herkömmlicher Vorstellungen von Mode und Schönheit charakterisierte die zweite Schau im Rahmen des Schwerpunkts zu Fotografie und Mode. In 19 Einzelpräsentationen wurde die internationale zeitgenössische Fotografieszene vorgestellt, die die fundamentale Beziehung zwischen Körper und(Be)Kleidung, die Dialektik zwischen Form und Erscheinung des Körpers untersucht und hinterfragt. Die ausgewählten Fotografen stehen in der Tradition der Körperkunst und arbeiten stark mit Querverweisen zu Installationen, Zeremonien und Ritualen. Grenzüberschreitungen der Disziplinen wurden mutig und mutwillig erprobt. Kleidung und andere Produkte der„Fashion Industry“ erschienen innerhalb der Ausstellung nur mehr als Fragmente einer narrativen Inszenierung, die die Wunschvorstellungen und Ideale einer sich verändernden Körperästhetik thematisieren. Die dafür eingesetzten medialen Strategien waren vielfältig und reichten von inszenierter Fotografie zu Projektionen, Performances, Körperskulpturen, Video und Film. Kurator: Peter Weiermair BesucherInnen: 4 518(nur 2012) Urs Fischer. Skinny Sunrise 17. Februar bis 28. Mai 2012, halle 2 Urs Fischer setzt mit seiner multimedialen Kunst, die trotz seiner Fotografenausbildung zutiefst in der Skulptur verankert ist, große Gesten in Popattitüde. In einem bildhauerischen Balanceakt spielt der 1973 in der Schweiz geborene Künstler-Jongleur, der in New York lebt und arbeitet, mit den Dimensionen. Egal ob groß oder klein, leicht oder schwer, Licht oder Schatten, Urs Fischer erzielt subtile sowie effektvolle Kunstwerte, setzt räumliche Radikalmaßnahmen und reiht sich in eine ästhetische Tradition von Künstlerstars wie Francis Picabia, Dieter Roth und Gordon Matta-Clark. Fischers gleichermaßen abstrakte, gegenständliche sowie figurative Kunst berührt die Wurzeln der Formfindung und überwindet in mechanischen sowie prozesshaften Installationen einen statischen Werkbegriff. Auf der Suche nach der Eigendynamik eines jeden Kunstwerks kultiviert er das scheinbar Verunglückte und macht den Zufall zu einem integralen Bestandteil seiner Arbeit. Durchaus unkonventionellen Materialien wie Styropor, Spiegelglas und Leim schreibt er wie den abbrennenden Skulpturen aus Wachs die Zeitlichkeit ein. Vanitasmotive wie Stillleben und Skelette sind Mahnmale an die Vergänglichkeit der Welt. KuratorInnen: Gerald Matt, Angela Stief BesucherInnen: 8 935 Parallelwelt Zirkus 4. Mai bis 2. September 2012, halle 1 Der Zirkus hat als Parallelwelt vor allem in den unterschiedlichen Genres der Künste – etwa in Film, Literatur und bildender Kunst – seine Rolle als Projektionsfläche gefunden. Fasziniert vom Zirkus, seinen Formen und seiner Praxis, erschafft etwa Peter Blake seine persönliche Menagerie an Akrobaten und Zirkusfabelwesen. Federico Fellini thematisierte den Zirkus in zahlreichen Filmen und Charlie Chaplin überschreitete mit seiner Figur des Tramp Normen KUNSTHALLE wien � 31 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Grenzen des gesellschaftlichen Lebens. In Ulrike Ottingers Arbeiten ist der Zirkus eine Metapher für eine utopische Perspektive, in der der Zirkus als sanfter Zwilling der Revolution auftritt. Neben Tieren und Akrobaten ist es aber vor allem die Figur des Clowns, die in ihrer Vielschichtigkeit zwischen gut und böse, lustig und traurig die Kunst seit je her inspiriert. KuratorInnen: Gerald Matt, Verena Konrad BesucherInnen: 15 547 Cut-ups, Cut-ins, Cut-outs. Die Kunst des William S. Burroughs 15. Juni bis 21. Oktober 2012, halle 2 William S. Burroughs(1914–1997), Ikone der amerikanischen Beat Generation, hat die Öffentlichkeit vor allem durch sein Image des exzessiven, drogensüchtigen Literaten fasziniert, der in einer bizarren Wilhelm-Tell-Nummer versehentlich seine Frau erschoss. Als Revolutionär und homosexueller Intellektueller bewundert und für seine Schusswaffenbegeisterung kritisiert, begründete er eine neue Form des Schreibens: die Cut-up-Methode. Bei dieser Technik werden Textfragmente intuitiv zu offenen, assoziativen Erzählstrukturen zusammenfügt, um die Grenzen der Sprache zu erweitern und das menschliche Bewusstsein zu beschreiben. Der visionäre Autor sprach bereits 1970 von der„elektronischen Revolution“. Er beeinflusste Gegenkulturen von der Acid-Szene bis zu Punk und erlangte in der jungen New Yorker Kunstszene der 80er späte Popularität. Mit den legendären Shotgun-Paintings und Cut-ups in unterschiedlichen Medien, wie Textbildcollagen, Fotomontagen und Tonbandexperimenten, warf die Ausstellung einen Blick auf den Cross-over-Charakter des Werks von William S. Burroughs, das weite Bereiche der Massenkultur, Musik und Techniken des digitalen Samplings beeinflusst hat. Darüber hinaus war die Schau das Porträt eines großen Schriftstellers, der für die Beatniks mit ihrer freidenkerischen Neudefinition der amerikanischen Lebensweise die inspirierende Persönlichkeit war. KuratorInnen: Colin Fallows(Professor of Sound and Visual Arts at Liverpool John Moores University), Synne Genzmer(KUNSTHALLE wien) BesucherInnen: 15 061 XTRAVAGANZA. Staging Leigh Bowery 19. Oktober 2012 bis 3. Februar 2013, halle 1 I think of myself as a canvas, sagte Leigh Bowery über sich selbst. Es ist wohl die zentrale Formel zum Verständnis des Enfant terrible. Mit seiner schrillen Selbstdarstellung und der Stilisierung zum wandelnden Kunstwerk mischte Leigh Bowery die Londoner Subkultur der 80er-Jahre auf. Sein üppiger Körper diente ihm als plastischer Werkstoff, den er mit schrägen Modeentwürfen und Materialien wie Farbe, Tüll, Pailletten und Satin gekonnt in Szene setzte. Der Applaus auf den internationalen Laufstegen der Clubkultur, der alltäglichen Bühne auf der Straße, aber auch in Talk Shows und bei Performanceveranstaltungen in Kunstgalerien war ihm sicher. Leigh Bowerys exzentrische Darbietungen zwischen Performance, Mode und Musik stellen bis heute eine Inspirationsquelle für zahlreiche KünstlerInnen, Fotografen und Filmemacher dar. Leigh Bowery wurde 1961 in Sunshine(Australien) geboren und starb 1994 an AIDS. Kuratorin: Angela Stief BesucherInnen: 7 631(nur 2012) Mike Parr. Edelweiß. 7. November 2012 bis 24. Februar 2013, halle 2 Mike Parr, geboren 1945, gehört zu den radikalsten Performance-KünstlerInnen der zeitgenössischen Kunst. Zeitgleich mit internationalen Strömungen der 70er-Jahre begann er seine künstlerische Karriere in Australien mit provokanten Auftritten, in denen er die Grenzen des eigenen Körpers und seine physische Leistungsfähigkeit bis hin zur Selbstverletzung austestete. Kurz nach seiner Geburt war ihm der linke Arm amputiert worden, ohne dass seine Familie dies je erwähnte – er war daher im allgemeinen Selbstverständnis einarmig auf die Welt 32 KUNSTHALLE wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 gekommen. Mike Parr geht von der eigenen Identität aus und entfaltet eine gleichzeitig konfrontative und mystische künstlerische Sprache der Radikalität, die um die psychosozialen Dimensionen des Selbst und der Gemeinschaft kreist, um Subjektivität und Erinnerung, um die Frage des Menschseins und die Kontrolle darüber. Kuratorin: Synne Genzmer BesucherInnen: 2 901(nur 2012) KUNSTHALLE wien ursula blickle videolounge video des monats# 72: Karl Kels – Käfig 1. bis 31. Jänner 2012 video des monats# 73: Dani Gal – Nacht und Nebel 1. bis 29. Februar 2012 video des monats# 74: Jordan Wolfson – Con Leche 1. bis 31. März 2012 video des monats# 75: Jordan Wolfson – Animation, masks 1. bis 30. April 2012 video des monats# 76: Julian Rosefeldt – Meine Kunst kriegt hier zu fressen – Hommage an Max Beckmann 1. bis 31. Mai 2012 video des monats# 77: Kader Attia – History of Reappropriation: History as a stake 1. bis 30. Juni 2012 video des monats# 78: Julian Rosefeldt. Clown 1. Juli bis 31. August 2012 BesucherInnen: 9 165 KUNSTHALLE wien photo wall& video wall Roman Pfeffer. Wärmetauscher(Kuratorin: Angela Stief) 7. Oktober 2011 bis 11. März 2012 Susanne Bisovsky MITGIFT(Kuratorin: Angela Stief) 4. Mai 2012 bis 6. Jänner 2013 KUNSTHALLE wien project wall Franz Huemer: Seher und Genie(Kuratorin: Cathérine Hug) 17. September 2011 bis 1. März 2012 Susanne Bisovsky MITGIFT(Kuratorin: Angela Stief) 4. Mai 2012 bis 6. Jänner 2013 KUNSTHALLE wien � 33 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KUNSTHALLE wien project space karlsplatz Preis der KUNSTHALLE wien 2011 Corina Vetsch& Sophie Hirsch: wünschen erwünscht – handeln verlangt 16. Dezember 2011 bis 8. Jänner 2012 In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte Den Preis erhielt die Künstlerin Corina Vetsch für ihre mehrteilige Arbeit zur Eutopie im Blasendiagramm. Sie bedient sich unterschiedlicher Möglichkeiten der Visualisierung von Daten und kombiniert Bild- und Textausschnitte von Printmedien mit Zeichnungen oder malerischen Überarbeitungen. Auf diese Weise generiert sie eigenwillige Bild- und Text-Welten, die zwischen Wissenschaft, Philosophie, persönlichem Tagebuch, Fantasy, Comic und Popkultur changieren. Die ebenfalls prämierte Installation von Sophie Hirsch(Anerkennung der Jury) wurde gemeinsam mit den Arbeiten von Corina Vetsch ausgestellt. Corina Vetsch, geboren 1973 in St.Gallen(Schweiz), lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Universität für Angewandte Kunst Wien Malerei bei Prof. Johanna Kandl. Sophie Hirsch, geboren 1986, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Universität für Angewandte Kunst Wien Bildhauerei und Multimedia bei Prof. Erwin Wurm. BesucherInnen: 296(nur 2012) Mit sofortiger Wirkung – Künstlerische Eingriffe in den Alltag 14. Jänner bis 29. Jänner 2012 Ein Projekt der Universität für angewandte Kunst im Rahmen des ecm-Lehrgangs 2010–2012. Wie greifen KünstlerInnen in den Alltag ein? Welche Strategien setzen sie ein? In Kooperation mit KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien versammelte dieses Projekt Interventionen, Performances und Installationen, die im öffentlichen Raum stattgefunden haben – von Günter Brus’ Wiener Spaziergang 1965 bis zu Banksys aktuellen Graffitis. Parallel dazu und in der Nähe des project space setzten zudem fünf beauftragte Künstlerinnen eigens entwickelte neue Arbeiten um, die dokumentiert und ebenfalls in der Ausstellung gezeigt wurden. KuratorInnen: Franziska Bettac, Barbara Biesuz, Isabelle Blanc, Severin Dünser, Stephanie Endter, Lisa Füting, Thomas Häusle, Marc Horisberger, Kerstin Hosa, Elisabeth Lacher, Astrid Mader, Tinatin Natsvlishvili, Nadja Plagens, Elisabeth Pohl, Chiara Riccardi, Alexander Samyi BesucherInnen: 1 880 Sergey Shestakov. Fahrt in die Zukunft – Stop#1: Tschernobyl 3. Februar bis 23. März 2012 In Kooperation mit The Moscow City Government, Multimedia Art Museum, Moscow(Moscow House of Photography) Tschernobyl – ein Ort, der zu einem Begriff wurde für das absolut Schreckliche, für die Präsenz des unsichtbaren, die Dimensionen von Zeit und Raum zersetzenden Todes. Tschernobyl ist auch ein Symbol für technisches, politisches und damit menschliches Versagen, die Dystopie schlechthin. In der 30 Kilometer weiten Sperrzone um Tschernobyl, in der seit 25 Jahren das Leben erloschen ist, hat sich der Moskauer Fotograf Sergey Shestakov auf eine Spurensuche begeben. Ausgestorbene Straßen, verlassene Häuser und zurückgelassene Gegenstände zeigen eine verfallende Stadt, in der sich nichts regt, in der nichts lebt. Der Titel„Fahrt in die Zukunft“ deutet an, dass der Schrecken der Vergangenheit zugleich als Warnung vor einer möglichen Zukunft steht: von Tschernobyl ist der gedankliche Weg zu Fukushima nicht weit. Die Arbeiten von Sergey Shestakov sind keine Erinnerungen an die Vergangenheit, sie bringen vielmehr den Betrachter zum Fühlen und zum Nachdenken – vor allem über die Zukunft.(Olga Sviblova) KuratorInnen: Olga Sviblova(Direktorin des Multimedia Art Museums, Moskau), Lucas Gehrmann(KUNSTHALLE wien) BesucherInnen: 3 236 34 KUNSTHALLE wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Lighting out for the Territories 16. Mai bis 25. Juni 2012 In Kooperation mit dem Museum of Contemporary Art, Zagreb You've been on this road before/ You can read the signs/ You can feel your way/ You can do this in your sleep(Laurie Anderson, Lighting Out For The Territories) Für die Ausstellung hat Leila Topi ‘ , Kuratorin am Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb, zehn Positionen der jüngeren kroatischen KünstlerInnengeneration ausgewählt, die Fragen nach der aktuellen Gültigkeit von Werten und Realitätsvorstellungen ebenso stellen wie sie den Wandel des inneren und äußeren Bildes von Kroatien thematisieren. Der Blick der KünstlerInnen überschreitet dabei ältere„territoriale“ Grenzen und ist zugleich darauf ausgerichtet, die Wahrnehmungen zu schärfen und der Oberflächlichkeit eine Tiefe, dem Schnelllebigen die Langsamkeit entgegenzusetzen. KuratorInnen: Leila Topi ‘ (Museum of Contemporary Art, Zagreb), Lucas Gehrmann(KUNSTHALLE wien) BesucherInnen: 4 741 16 keep_on 5. bis 17. Juni 2012 Ausstellung von Lehrbeauftragten am Schulzentrum Die Herbststraße/ Abteilung Kunst 16 KünstlerInnen vereint die gemeinsame Lehrtätigkeit und unterscheidet die Herangehensweise sowohl in den Mitteln des Ausdrucks, als auch des Themas selbst. Das Konzept dieser Ausstellung zielt nicht darauf ab, einen thematischen Bogen über alle Exponate zu spannen, sondern vielmehr auf eine Retrospektive, die anhand ausgewählter Arbeiten aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen in Form einer konzentrierten Schau präsentiert werden. Die Ausstellung ist Ausdruck des bestehenden Gefüges zwischen Bildung und Kunst am Schulzentrum Die Herbststraße. Sie verweist den Betrachter auf den Vermittlungs- und Lernprozess, auf die Vernetzung zwischen dem„Meister“ und seinem„Schüler“. Denn freischaffende KünstlerInnen stellen ihr handwerkliches Können und ihr fachspezifisches Wissen jungen Menschen zur Verfügung, welche im Rahmen ihrer künstlerischen Ausbildung am Schulzentrum Die Herbststraße in den Schwerpunkten des plastischen und textilen Gestaltens sowie im Schmuck-Design unterrichtet werden. Es ist vor allem die fachliche Kompetenz und nicht zuletzt auch die langjährige Erfahrung in der nationalen sowie internationalen Kunstszene, welche diese Personen als Kunst-PädagogInnen besonders auszeichnet. In der Ausstellung manifestiert sich ihr gemeinsames kreatives Wirken.(Gabriele Sulzgruber-Schartl) Lucy Skaer – Force Justify(part 3) 5. Juli bis 26. August 2012 Lucy Skaer, geboren 1975 in UK, lebt in NYC, arbeitet alternierend in den Medien Zeichnung, 16mm-Film und Skulptur, wobei sie diese vielfach kombiniert und als raumgreifende Installation inszeniert. Dabei steht ihre filigrane Handschrift im scharfen Kontrast zu den von ihr abgehandelten Themen wie körperliche Gewalt bei struktureller Machtausübung, oder der kritischen Auseinandersetzung mit dem Erbe der Geschichte und ihrer Niederschrift. Lucy Skaer pflegt in ihrem künstlerischen Ansatz mit Vorliebe die Material- und Ikonographieforschung. Ihren subtilen Umgang mit dem Faktor Zeit umschreibt die Künstlerin wie folgt: Some works of art seem to inhabit the present time. They play out the same temporal dynamic as catching someone’s eye on the subway and holding it for a little too long. Bereits 2007 bespielte Lucy Skaer, damals erst 32 Jahre alt, den schottischen Pavillon der 52. � Biennale von Venedig, und war 2009 für den prestigeträchtigen Turner Prize(Tate Britain) � nominiert. � Kuratorin: Cathérine Hug � BesucherInnen: 6 293 � KUNSTHALLE wien � 35 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Time in Turkey 31. August bis 21. September 2012 Eine Ausstellung von ZAMAN Österreich Anlässlich ihres 25-Jahre-Jubiläums lud die türkische Tageszeitung Zaman 25 internationale Fotografen ein, Fotos des Landes am Bosporus zu machen. Die Ausstellung ist das Resultat dieser Idee und präsentierte aus 25 unterschiedlichen Blickwinkeln ein vielfältiges Bild der Türkei von heute. BesucherInnen: 1 987 VIENNA DESIGN WEEK Labor 28. September bis 7. Oktober 2012 Dieses Format, bei dem man geladenen Graphik- und Produktdesignschaffenden beim Arbeiten über die Schulter blicken kann, hat sich in den letzten drei Jahren gut etabliert. Dieses Jahr befand sich diese Stätte der Betriebsamkeit im project space karlsplatz, das zugleich als FestivalInfopoint dient. Für die Raumgestaltung zeichnete wie im Vorjahr Robert Rüf verantwortlich. Das Ziel dieses Labors ist, einen Freiraum für interdisziplinäres und prozessorientiertes Arbeiten zwischen Graphik- und Produktdesign anzubieten. Die DesignerInnen sind von den KuratorInnen(Erwin K. Bauer sowie den Direktorinnen der VIENNA DESIGN WEEK Tulga Beyerle und Lilli Hollein) eingeladen, an diesem für Festival-BesucherInnen zugänglichen Ort zu arbeiten, aufeinander und auf das Publikum zu reagieren, und ihre Ergebnisse ebendort zu präsentieren. Dabei richtet sich die Anwesenheit im Labor je nach Umfang und Zeitaufwand des Projekts. Es sind also kürzere und längere Gastaufenthalte möglich. Mit Ende des Festivals nach zehn Tagen verdichtet sich der Ausstellungsraum. BesucherInnen: 1 153 Julian Rosefeldt: The Ship of Fools 17. Oktober bis 25. November 2012 Julian Rosefeldts Kunst ist zeitgenössische Malerei mit der Kamera. In den beiden Vier-KanalArbeiten The Ship of Fools(2007) und Meine Heimat ist ein düsteres, wolkenverhangenes Land (2011) entwarf der deutsche Künstler eine emotional berührende, filmische Auseinandersetzung mit einem klassischen Genre der Malerei – der Landschaft. Rosefeldts filmische Choreographien aus Zeit-, Bild- und Raumkombinationen, in denen der Ton stets eine zentrale Rolle einnimmt, greifen kulturgeschichtliche Themen auf und übersetzen sie in die Gegenwart. Der Zwiespalt einer deutschen Befindlichkeit, die ideologische Naturüberhöhung, die Nostalgie, die mit einer kulturell reichen Vergangenheit verbunden ist, und eine mystische Naturerfahrung sind die filmischen Ingredienzien, die sich in einem dialektischen Spiel von Pathos und Tragik, Einsamkeit und Verbundenheit, Sehnsucht und Verlorenheit entfalten. Julian Rosefeldt, geboren 1965 in München, lebt und arbeitet in Berlin. Kuratorin: Angela Stief BesucherInnen: 3 097 Preis der KUNSTHALLE wien 2012 5. Dezember 2012 bis 6. Jänner 2013 Milan Mladenovi ‘ agiert in seiner mehrteiligen Videoarbeit„8-Acht“ als ein Performer, der über seine Auftritte in unterschiedlich gestalteten und atmosphärisch aufgeladenen Räumen einen Mikrokosmos verschiedenartiger Wirklichkeiten, Emotionen, Zustände und Wahrnehmungen inszeniert. Jede Videosequenz besticht dabei durch eine je eigene, zwischen Klarheit und Irrealität changierende Eindringlichkeit. Milan Mladenovi ‘ thematisiert in seiner 11minütigen Videoarbeit nicht zuletzt aktuelle gesellschafts- und zeitkritische Aspekte, die durch Steigerungen des„ganz normalen Wahnsinns“ bis ins Absurde artikuliert werden. Ergänzend dazu wurden auf Empfehlung der Jury die skulpturale 1-Kanal-Videoinstallation „Auge“ von Thomas Glänzel und das Video„FTP“ von Lukas Troberg ausgestellt. 36 KUNSTHALLE wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Milan Mladenovi ‘ , geboren 1980, studierte deutsche und niederländische Philologie in Belgrad und von 2004 bis 2012 transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Thomas Glänzel, geboren 1981, absolvierte die Schule für künstlerische Photographie in Wien, unter der Leitung von Friedl Kubelka und studierte von 2007 bis 2012 transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Lukas Troberg, geboren 1984, studierte Architektur an der Universität Stuttgart, Kunstgeschichte an der Universität Wien und Bildhauerei und Multimedia an der Universität für angewandte Kunst Wien. Kurator: Lucas Gehrmann BesucherInnen: 1 612 Pressestimmen Sergey Shestakovs Arbeiten sind keine Erinnerungen: Sie fordern die BetrachterInnen auf, über die Zukunft nachzudenken.(Kronen Zeitung) Eine zartbittere Schau, in der die bedrückenden Kriegsjahre und zerplatzten Europa-Träume mitschwingen.(über Lighting out for the Territories, Kleine Zeitung) Den Turner-Prize hat sie 2009 knapp verpasst. Dennoch gilt die in New York lebende Engänderin Lucy Skaer, 37, als Shootingstar.(Die Presse) Julian Rosefeldts Kunst ist zeitgenössische Malerei mit der Filmkamera. Pittoreske Bilder und poetische Einstellungen übersetzen die farblichen Übergänge der Malerei in filmische Verläufe und zeitbildliche Impressionen.(Wiener Zeitung) Mit seinen Auftritten in unterschiedlich gestalteten und atmosphärisch aufgeladenen Räumen will Milan Mladenovi ‘ einen Mikrokosmos verschiedenartiger Wirklichkeiten, Emotionen, Zustandsund Wahrnehmungssituationen inszenieren.(Kronen Zeitung) KUNSTHALLE wien public space karlsplatz Skulptur Daniel Knorr. Explosion 30. März 2012 bis 31. Mai 2013 In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut Daniel Knorrs eigens für diesen Ort konzipierte Plastik ist die Materialisierung einer Explosion. Die Skulptur zeigt einen nur Bruchteile von Sekunden dauernden Vorgang, bei dem die durch eine Druckwelle verursachte Volumenerweiterung zeitlich angehalten und haptisch fassbar wird. Explosionen kennen wir in erster Linie aus den Medien, wie jüngst durch den„Embedded Journalism“ und die Popularität von Ego-Shooters. Die Vorstellung von Sprengstoff als Sinnbild eines starken, intensiven Moments ist eine täglich verwendete Metapher in unserem Alltag geworden. Daniel Knorr wurde 1968 in Bukarest geboren und lebt in Berlin. Kuratorin: Cathérine Hug Schaufenster Fabian Seiz: Fear of 15. April bis 29. Februar 2012 Fotografien von Modellen, die der Künstler speziell dafür angefertigt hat, bildeten die Bretterverschläge am Schaufenster KÖR Karlsplatz. Auf„reale“ Größe gebracht, als 1:1 Illusion, KUNSTHALLE wien � 37 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 transportierten sie die Vorstellung eines Ausnahmezustandes. Sie sollten eine bevorstehende Gewalt – sei es ein gesellschaftspolitisches Ereignis oder eine Naturkatastrophe – suggerieren, die verlassenen, mit Brettern zugenagelten Häuser – einer Geisterstadt gleich – waren dabei im wahrsten Sinne ein Symbol für das Erwarten einer kommenden Entladung. Fabian Seiz, geboren 1975 in Wien, lebt und arbeitet in Wien. Ulrike Lienbacher. Kartenhaus 30. März 2012 bis 28. Februar 2013 Diese Installation und Fotoarbeit zugleich wurde von Ulrike Lienbacher extra für den Ort entwickelt. Aus einer Sammlung von hunderten Postkarten, die alle nackte Körper zeigen, hat die Künstlerin reale Kartenhäuser gebaut, aus variationsreichen Winkeln fotografiert, und wabenartig zu einem theoretisch endlosen Raum zusammengefügt. Berühmte Motive aus der Kulturgeschichte wurden herangezogen, deren Erscheinen im öffentlichen Raum jedoch verstört. Die Irritation entstand einerseits durch die Kontextverschiebung vom geschlossenen Raum in den öffentlichen, durch die Mischung der unterschiedlichen Entstehungszeiträume, und schließlich durch die mehrfache Massstabveränderung vom Original zur Postkarte und wieder zurück zur Größe der menschlichen Vorlage. Ulrike Lienbacher, geboren 1963 in Oberdorf, lebt in Wien und Salzburg. Kuratorin: Cathérine Hug Leuchtband Elfriede Jelinek. In Fetzen 1. Oktober 2011 bis 31. März 2012 Elfriede Jelinek, geboren 1946, zählt zu den bedeutendsten und gleichzeitig umstrittensten AutorInnen des deutschsprachigen Raums. In ihrem vielfältigen literarischen Schaffen, das Lyrik, Prosa, Essays, Hörspiele, Romane und Theaterstücke umfasst, thematisiert sie allgegenwärtige(männliche) Herrschafts- und Gewaltverhältnisse und verbindet Kunst untrennbar mit gesellschaftspolitischer Stellungnahme. Selbstreflexiv und kritisch ist auch ihr Zugang zur Mode, denn: Von wenigen Dingen verstehe ich so viel wie von Kleidern. Ich weiß wenig von mir, interessiere mich auch nicht sehr für mich, aber mir kommt vor, dass meine Leidenschaft für Mode mir mich selbst ersetzen kann[…]. Ich beschäftige mich mit Kleidung, damit ich mich nicht mit mir beschäftigen muss, denn mich würde ich sofort fallen lassen, kaum dass ich mich einmal in der Hand hätte. Charakteristisch für ihre pointierten Werke sind absatzlose Textflächen, in denen sie unterschiedliche Textgattungen und sprachliche Ebenen verwebt. � Elfriede Jelinek wurde 2004 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet � in München und Wien. � Doris Knecht 2. April bis 14. September 2012 Die 1966 in Rankweil, Vorarlberg, geborene Autorin, Journalistin und Kolumnistin Doris Knecht beschäftigt sich in ihren literarischen Notizen augenzwinkernd und pointiert mit alltäglichen Situationen des gewöhnlichen Lebens. Mit scharfem Blick und feinsinnigen Worten kommentiert Knecht in ihren Kolumnen für die Tageszeitung„Kurier“ und die Wochenzeitung„Falter“ urbane Hauptsächlichkeiten und Beiläufigkeiten genauso wie popkulturelle Phänomene und die Ups-and-Downs des familiären Zusammenlebens. Unter dem Titel„einfach weg“ überführte Knecht den Stil der Kolumne auf die LED-Lichtzeile und veröffentlichte monatlich wechselnde und von der zeitgeistigen Strömung abhängende Kurzkommentare. Neben ihrer journalistischen Karriere fungiert Knecht alljährlich als Jurorin beim Protestsongcontest des Radiosenders FM4, mit ihrem Debutroman„Gruber geht!“ schaffte sie es 2011 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. 38 KUNSTHALLE wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jan Machacek: LINES 14. September 2012 bis 31. Jänner 2013 Jan Machaceks Arbeiten verbinden Medienkunst und Performance. In seiner zweiteiligen Arbeit LINES verhandelt Machacek die Sogwirkung und das Vokabular der Klatschpresse sowie die körperliche Beeinflussung der eigenen Person durch die Massenmedien. In seiner Performance erstellte der Künstler mittels Textbausteinen aus Hochglanz-Magazinen und unter Beteiligung des Publikums neue Lesarten und Bedeutungszusammenhänge. Als imaginärer Gesprächspartner stellte Jan Machacek Verbindungen zwischen den neu geschaffenen Headlines her und fügte diese innerhalb des performativen Settings in einen Dialog zueinander. Mit den Worten des Boulevards wurde Intimes und Alltägliches ineinander montiert und beiläufiger Small Talk mit persönlichen Enthüllungen konterkariert. Im Anschluss an die Performance waren die neu geordneten Sätze und Satzfragmente auf dem Leuchtband zu sehen. Vis-à-vis der Redaktion der Tageszeitung„Österreich“ flimmerte in einer Endlosschleife Sinn und Unsinn über den Bildschirm, die Obsession am Klatsch wurde in den öffentlichen Raum(rück-)überführt. Jan Machacek, geboren 1975, studierte Bildhauerei und Bühnenbild in Wien und Karlsruhe. Die Arbeit LINES entstand in Koproduktion mit brut Wien und Rules& Regs Residency(UK). Slideshow Ludwig Wüst. pasolinicode02112011 30. März bis 6. Mai 2012 Video/ DVD(Experimentalfilm, AT 2011), 16 min. Buch und Regie: Ludwig Wüst, Darsteller: Nenad migoc, Kamera/ Ton: Klemens Koscher, Postproduktion: Samuel Käppeli, Produktion: film-pla.net(Uraufführung: Diagonale 2012, Graz), Erde aus Ostia(2011 entnommen vom Tatort des Mordes an Pier Paolo Pasolini) Pier Paolo Pasolini, italienischer Filmemacher und Poet, wurde am frühen Morgen des 2. November 1975 auf einem Fußballfeld bei Ostia tot aufgefunden. Schnell stand sein Mörder fest: Pino Pelosi, ein 17jähriger Stricherjunge aus der Vorstadt Roms, wurde schuldig gesprochen und zu zehn Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. 2005 widerrief er sein Geständnis. 2. November 2011: Ein Fremder behauptet, die ganze Wahrheit über die Mordnacht zu kennen. Die Erde des Fußballfeldes von Ostia schweigt. BesucherInnenzahlen KUNSTHALLE wien � 39 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Vorstand des Vereins KUNSTHALLE wien(bis 31. Oktober 2012) � Mag. Thomas Häusle(Präsident), Mag. Siegfried Menz(Präsident-Stellvertreter), RRin Hildegarde Waissenberger(Kassierin), Dr. Patrick Lundwall(Kassier-Stellvertreter), Dr. Josef Kirchberger(Schriftverkehr), Melanie Wenckheim(Schriftverkehr-Stellvertreterin) � Aufsichtsrat der KUNSTHALLE wien GmbH(seit 27. Februar 2012) � Dr.in Sonja Hammerschmid(Vorsitzende), Norbert Kettner(stellvertretender Vorsitzender), Dr. � Bernhard Denscher(Eigentümervertreter), Mag. Martin Fritz(Mitglied), Mag. Siegfried Menz � (Mitglied), Maria Haigermoser, Dr.in Sigrid Mittersteinern und Cathérine Hug(Betriebsrätinnen) � KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Die Aufgabe von KÖR ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten, bzw. temporären künstlerischen Projekten. Dadurch soll die Identität der Stadt und einzelner Stadtteile im Bereich des Zeitgenössischen gestärkt sowie die Funktion des öffentlichen Raums als Agora – als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Debatte – wiederbelebt werden. KÖR versteht Kunst im öffentlichen Raum nicht als Dekor, sondern als Angebot zur Auseinandersetzung mit Inhalten und radikalen ästhetischen Setzungen sowie als symbolische Markierung bislang kulturabstinenter Territorien. Team: Martina Taig(Geschäftsführung seit Februar 2012), Ursula Hühnel-Benischek(interimistische Geschäftsführung bis 31. März 2012), Sonja Huber(Produktionsleitung), Eva Amann (Projektassistenz und Office) Jury: Lilli Hollein(Jurypräsidentin), Berthold Ecker, Gregor Eichinger, Dirk Luckow, Letizia Ragaglia Kuratorium: Birgit Brodner, Karl Albrecht-Weinberger, Wolfgang Förster, Josef Cser, Franz Kobermaier, Alexandra Rupp-Ebenspanger Projektförderungen Es fanden drei Jurysitzungen statt, zu denen 88 Projekte eingereicht und der Jury vorgelegt wurden. Zehn Projekte wurden mit einer Förderung unterstützt(Umsetzung 2012 und 2013). Im Jahr 2012 hat KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien insgesamt 15 Projekte(10 temporäre Projekte und 5 permanente Werke) und drei Publikationen umgesetzt, bzw. abgeschlossen. Darüber hinaus wurden für die Fertigstellung, bzw. Umsetzung im Jahr 2013 vorerst weitere 13 Projekte und drei Publikationen initiiert(7 temporäre und 6 permanente Werke). Alle sechs permanenten Werke wurden/ werden durch Wettbewerbe ausgelobt, wie auch ein offener temporärer Kurzfilm-Wettbewerb. Temporäre Projekte/ Umsetzung 2012 Planning Unplanned Exploring the New Role of the Urban Practicioner Barbara Holub Symposium 19. und 20. November 2012, TU Wien, Kontaktraum, Gusshausstraße 25–29, 1040 Wien In Kooperation mit dem Institut für Wohnbau und Entwerfen, IFOER – Fachbereich Örtliche Raumplanung, TU Wien sowie der Akademie der bildenden Künste Wien Durchgeführt gemeinsam mit dem Institut für Kunst und Gestaltung 1 der Technischen Universität Wien im Rahmen der VIENNA ART WEEK 2012. 40 KUNSTHALLE wien• KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das internationale Symposium war als produktive Veranstaltung in einer Kombination aus Workshops, öffentlichen Vorträgen und Diskussionen angelegt. Es richtete sich an PraktikerInnen wie auch TheoretikerInnen, die eine Diskussion zu den Möglichkeiten einer eigenständigen Etablierung ihrer künstlerischen und urbanistischen Praxis in stadtplanerischen Prozessen suchen. Wolfgang Schneider/ Beatrix Zobl: Community in Arbeit – Ein Forschungs- und Kunstprojekt in Sandleiten(Ottakring) September bis November 2012, Gemeindebauten in Sandleiten und Nietzscheplatz, 1160 Wien ProjektträgerInnen: partner/innen. Verein für öffentliche Kunst(Beatrix Zobl, Wolfgang Schneider) in Kooperation mit Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt FORBA(Hubert Eichmann, Helene Schneider) Dieses Projekt ist eine Intervention im öffentlichen/ sozialen Raum zum Thema„Arbeiten an der Gemeinschaft“. In einem gemeinsamen Vorgehen mit künstlerischen und wissenschaftlichen Zugängen und Darstellungsformaten(Fotografie, Graphik, Text, Interview, Diskussion) wurde das Themenfeld„Community Work“ bearbeitet. Dérive – Verein für Stadtforschung: Rasender Stillstand. 24 hours kampolerta city k24h 6. und 7. Oktober 2012, aufgelassene Autobahnrampe zwischen Süd-Ost-Tangente A 23 und Kleingartenverein Grünland, Höhe Parzelle 25, Grünlandgasse, 1020 Wien Ein Projekt im Rahmen von urbanize! Internationales Festival für urbane Erkundungen 2012. kampolerta – ein Kollektiv für Landschaftsarchitektur, Kunst und Urbanismus – ergänzt durch partizipative Intervention(Gründung der Stadt kampolerta City) seine normativen Planungspraktiken und bietet eine kritische Auseinandersetzung mit urbanen Freiräumen. Das Repertoire von kampolerta reicht über Installationen, Performances im öffentlichen Raum bis hin zu Bespielungen von ungewöhnlichen Freiräumen wie Baulücken, Verkehrsinseln oder vergessenen Märkten. Kunstgastgeber Gemeindebau 2012 10. bis 19. Oktober 2012 In Kooperation mit wohnpartner – Das Nachbarschafts-Service im Wiener Gemeindebau Im Rahmen dieses Projekts traten 11 KünsterInnen an 11 kunstinteressierte MieterInnen in vier Gemeindebauten im 5. Bezirk(Herweghhof, Matteottihof, Metzleinstalerhof, Reumannhof) heran, Kunstwerke bei sich zu Hause aufzunehmen. Die Wohnungen wurden zu Übergangszonen zwischen privatem und öffentlichem Raum, gaben Ein- und Ausblicke in die unterschiedlichsten Leidenschaften und waren im Zuge von Führungen über einen Zeitraum von zehn Tagen öffentlich zugänglich, sodass BesucherInnen die Interventionen sowie die KünstlerInnen und GastgeberInnen kennenlernen konnten. KünstlerInnen: Nikolaus Gansterer, Michael Hieslmair& Thomas Wolkinger, Nicolas Jasmin, Annja Krautgasser, Sonia Leimer, Lazar Lyutakov, Gerald Nestler, Julia Rosenberger, Ruby Sircar, Evamaria Trischak und ubermorgen.com, Kurator: Gerald Straub Betina Aumair/ Antonia Wenzl: unHEIMELIG – Wenn das Private öffentlich wird 18. bis 31. August 2012, Walleinsteinplatz, 1200 Wien, und verschiedene andere Orte in Wien � Ein Projekt von genderraum. � Die Installation unHEIMelig setzte sich mit weiblich konnotierter Handarbeit und deren Verortung im privaten Raum auseinander. Gerade textile Handarbeit ist assoziiert mit„Liebesdienst � am Heim“ und ist aus dem öffentlichen Raum meist ausgeschlossen. Der„Klorollenhut“ schafft � sich in dieser temporären Installation als sichtbar-unsichtbare Seite der Gesellschaft Raum, � drängt in die Öffentlichkeit und weist etablierte, patriarchale Herrschaft zurück. Das Auto, � auf dem er ausgestellt wird, steht im Verbund der Skulptur für das Verständnis von Fortschritt, � Technik und Männlichkeit, die vorrangig im öffentlichen Raum präsent ist und kaum in Frage � gestellt wird. � KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 41 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Michael Johannes Muik: SOUND PATH LD-PATH 29. Juni bis 14. Juli 2012, Brunnenpassage am Yppenplatz und Thelemangasse 4, 1160 Wien Ein Projekt im Rahmen des Festivals SOUND BARRIER – Festival für Hörkunst im Raum. SOUND PATH verband den zentralen Festivalort, die Brunnenpassage, akustisch mit dem Ausstellungsraum Mortonfabrik/mo.ë in der Thelemangasse. In Augenhöhe wurden dafür Piezo-Schallwandler angebracht, die die Umgebungsgeräusche aufnehmen, verwandeln und wiedergeben. Durch diese Technik können Klänge zeitlich und räumlich verortet werden. Anlässlich der Eröffnung wurden die Schallquellen abends durch Leuchtdioden markiert und traten somit kurzfristig auch optisch in Erscheinung. Karl Kilian: CUBE 7 – Festival für extensive Kunst 2012 11. Mai bis 17. Juni 2012, KUBUS EXPORT Karl Kilian veranstaltete ein integratives, interdisziplinäres Kunstfestival mit mehr als 150 beteiligten KünstlerInnen im Zeichen der extensiven Kunst. Der Rahmen der gezeigten Arbeiten spannte sich dabei von bildender Kunst bis zu Musik und Performance und zeigte verschiedene Ansätze, Zugänge und Positionen junger, zeitgenössischer Kunst. Clegg& Guttmann: HUMILIATION 28. Juni bis bis 4. November 2012, Kunstplatz Graben, Höhe Graben Nr. 21, 1010 Wien Die Installation des Künstlerteams Clegg& Guttmann thematisierte einen der wichtigsten Prozesse, durch den sich die Moderne von früheren Zeiten absetzte – das allmähliche Verschwinden verschiedener Formen öffentlicher Bestrafung. daedalus: Ragazzo con Rose/ Antonio Vivaldis letzter Sommer 4. Juni 2012 bis Juni 2015, TU Wien/ Ecke Karlskirche, Karlsplatz 13, 1040 Wien Das Multidisziplinäre Kunstforum daedalus präsentiert im Rahmen des Projekts„Antonio Vivaldis letzter Sommer“ das Wandbild„Ragazzo con Rose/ Jüngling mit Rose“, gemalt von Marie Janssen. Am schmalen Mauersegment des TU-Gebäudes erscheint das Bildnis eines jungen Gärtners mit Rosen. Exakt an diesem geographischen Punkt in Wien – am so genannten Spitaller Gottesacker, der bis 1783 bestand – wurde Antonio Lucio Vivaldi am 28. Juli 1741 begraben. Mit sofortiger Wirkung – Künstlerische Eingriffe in den Alltag 14. bis 29. Jänner 2012, KUNSTHALLE wien project space Ein Projekt der Universität für angewandte Kunst im Rahmen des ecm-Lehrgangs 2010–2012. In Kooperation mit der KUNSTHALLE wien versammelte dieses Projekt Interventionen, Performances und Installationen, die im öffentlichen Raum stattgefunden haben – von Günter Brus’ Wiener Spaziergang 1965 bis zu Banksys aktuellen Graffitis. Die Ausstellung lud ein, sich aktiv mit verschiedenen künstlerischen Strategien des Eingriffs und deren Absichten, Zielen und Wirkungen auseinanderzusetzen. KuratorInnen: Franziska Bettac, Barbara Biesuz, Isabelle Blanc, Severin Dünser, Stephanie Endter, Lisa Füting, Thomas Häusle, Marc Horisberger, Kerstin Hosa, Elisabeth Lacher, Astrid Mader, Tinatin Natsvlishvili, Nadja Plagens, Elisabeth Pohl, Chiara Riccardi, Alexander Samyi Permanente Projekte/ Wettbewerbe/ Fertigstellung 2012 Iris Andraschek: Tell these people who I am Teil 1: Stiftgasse 2, Teil 2: Lerchenfelder Straße 131, Teil 3: Augustinplatz, 1070 Wien In ihrer dreiteiligen Arbeit fräst die Künstlerin„Teppiche“ in Gehsteige des 7. Bezirks. Die Teppichmuster dienen als Träger von Information dreier Frauenpersönlichkeiten. Ihre Namen und ihre Tätigkeiten werden mit persönlichen Notizen, Aussagen, Geschichten und Wörtern er42 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 gänzt. Der Teppich und seine Herstellungsgeschichte verweist meist auf die Arbeit anonymer Frauen – seine Geschichte wird aber geschrieben über die Namen von Händlern und Sammlern. Maria Hahnenkamp: Ornament-Vorhang 2008/ 2012 Kurpark Oberlaa, 1100 Wien, ab 20 September 2012 Die 4-teilige Arbeit von Maria Hahnenkamp bietet dem Betrachter ein künstlerisches Instrument zur Wahrnehmung von Natur. Die kultivierte Natur des Parks wird mittels„Rahmen“ in Bildausschnitte gefasst und folgt der Bewegung eines sich öffnenden„Ornament-Vorhanges“. Architekt: Willi Frötscher Gerold Tagwerker: Mirror.GRID_Passage Landstraßer Gürtel/ Adolf Blamauer-Gasse und Ghegastraße, 1030 Wien In Kooperation mit der MA 29 – Brückenbau und Grundbau Seit den 90er-Jahren reflektiert der Künstler Gerold Tagwerker in Fotos, Skulpturen und Installationen formale sowie inhaltliche Aspekte modernistischer Architekturen, die in den letzten 50 Jahren die Entwicklung und die Veränderungen des Stadtraums, dessen Wahrnehmungsbedingung und den daran geknüpften Transformationsprozess urbanen Lebens entscheidend geprägt haben. Franz Graf: SUED Passage Hauptbahnhof/ U1 Südtiroler Platz, 1040 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN und den ÖBB Franz Graf hat für die vier Flächen in der Passage unterschiedlichste Bildmotive aus seinem künstlerischen Archiv zu komplexen Kompositionen zusammengefügt. Die Sujets sind an Himmelskarten und Verbindungslinien angelehnt, die im weitesten Sinn Beziehungen zwischen Worten und Gedanken Reisender reflektieren. Peter Kogler: U-Bahn Station Karlsplatz U-Bahn-Station Karlsplatz, U1/ U2-Zwischengeschoss, 1040 Wien In Kooperation mit den WIENER LINIEN Peter Koglers Gestaltung des Zwischengeschosses zielt auf eine virtuelle Erweiterung des realen Raumgefüges. Ein tapetenartiges Netzwerk aus computergenerierten Röhrenformen scheint die Grenzen der Architektur aufzulösen und mit ihren dynamisch verspannten Strukturen zugleich auf die Transferfunktion des Zwischengeschosses für die Passanten anzuspielen. Vermittlungsprogramm Führungen zu Werken von • Iris Andraschek, Jadwiga Sawicka, Franz West und Ronald Kodritsch(12. Jänner) • Henry Moore, Peter Kogler, Ken Lum und Heimo Zobernig(13. März) • Clegg& Guttmann, Carola Dertnig, Tony Cragg, Michael Kienzer und Franz West(21. Juni) • Clegg& Guttmann, Franz Graf und Heimo Zobernig(4. Juli) • Gerold Tagwerker und Franz Graf(20. Oktober) Wir sind Wien. Festival der Bezirke 2012 – Bezirksrundgänge im Juni mit Alexandra Matzner(1., 4., 5., 16.), Karl Bruckschwaiger(2., 3., 7.), Georg Traska(15.) Turnertempel Erinnerungsort. Suche nach einer reflexiven Archäologie 11. Juni 2012, Turnergasse 22/ Ecke Dingelstedtgasse, 1150 Wien KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 43 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wien Morzinplatz. Wie erinnern? 22. Juni 2012, Salztorgasse 6, 1010 Wien Diskussionsveranstaltung und Führung mit Beiträgen von Carola Dertnig(Künstlerin) und Julia Rode(Landschaftsplanerin) Publikationen PUBLIC ART VIENNA. Kunst im öffentlichen Raum Wien 2004–2007 Aufbrüche – Werke – Interventionen Roland Schöny(Hg.), Verlag für Moderne Kunst Nürnberg 2012 Eine Dokumentation der Positionierung der Initiative„Kunst im öffentlichen Raum Wien“ während der Arbeitsperiode 2004 bis 2007. Permanente Werke wie die Medieninstallation Pi von Ken Lum oder Werke von Lois und Franziska Weinberger, Maria Hahnenkamp, Heinz Gappmayr und Inés Lombardi wurden realisiert. Zahlreiche sozialpolitisch orientierte Projekte, Filmprojektionen für eine Nacht oder alternative Perspektiven wie der Gerüstskulptur add on fanden ebenfalls ihre Umsetzung im öffentlichen Raum. Turnertempel Erinnerungsort. Suche nach einer reflexiven Archäologie KÖR Kunst im öffentlichen Raum GmbH(Hg.), Verlag für Moderne Kunst Nürnberg 2012 Die Publikation dokumentiert das gleichnamige Projekt von Iris Andraschek& Hubert Lobnig, Maria Auböck+ János Kárász. Vorwort: Andreas Mailath-Pokorny, Gerhard Zatlokal, Hannah M. Lessing und Bettina Leidl, Text: János Kárász, Hubert Lobnig, Stefan Musil und Heidemarie Uhl(deutsch/englisch). Kunst zahlt Miete/ Miete zahlt Kunst. Karl Wrba-Hof als Kunstgastgeber Eine Dokumentation des im Oktober 2011 ausgeführten Projekts Kunstgastgeber Gemeindebau in Kooperation mit wohnpartner – Das Nachbarschafts-Service im Wiener Gemeindebau. In Vorbereitung Herweghhof, Matteottihof, Metzleinstalerhof, Reumannhof als Kunstgastgeber Eine Dokumentation des im Oktober 2012 ausgeführten Projekts Kunstgastgeber Gemeindebau in Kooperation mit wohnpartner – Das Nachbarschafts-Service im Wiener Gemeindebau. Vienna Art Passage Beschreibung aller Wettbewerbseinreihungen und ausführliche Dokumentation zum Wettbewerb„Kunstpassage Karlsplatz“ und des Siegerprojekts von Ernst Caramelle. Erscheinungstermin bei Fertigstellung des Siegerprojekts: voraussichtlich Herbst 2013(deutsch/englisch). Kunst im öffentlichen Raum Wien 2007–2010 Teil 2 von PUBLIC ART VIENNA Vorschau 2013 Temporäre Projekte/ Umsetzung 2013 Lars Schmid: MUST SEE Verschiedene Orte im 15. Bezirk MUST SEE ist ein partizipatives Projekt mit dem Institut für Alltagsforschung in Kooperation mit der Gebietsbetreuung für den 6., 14. und 15. Bezirk, das die touristische Aufmerksamkeits44 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 ökonomie unterwandert und den Blick auf die übersehenen Sehenswürdigkeiten des Alltags lenkt. Die AnwohnerInnen des 15. Bezirks werden zu ihren persönlichen Sehenswürdigkeiten befragt. An 10 bis 12 dieser Orte werden so genannte„Phonomaten“(multilinguale, touristische Infoautomaten) installiert, wodurch die Orte zu„offiziellen“ Sehenswürdigkeiten gemacht werden. Verein 08/ Dominik Nostitz: TEXTilien – kommunizierende Wäscheleinen Mai 2013, Reindorfgasse, 1150 Wien Mit Wäscheleinen Situationen zu erschaffen, die das Straßenbild prägen ist die Idee und das Ziel dieses Projekts. Analog zu den aus vorwiegend südländischen Städten bekannten Stadtbildern wird mit dem Projekt versucht, private Handlungen in den öffentlichen Raum zu transportieren. Eric Kläring: Nüchtern grün April bis November 2013, Augarten, Venediger Au, Brücke Grünhaufen/ Freudenau Veränderung und Regulierung durch die Gesellschaft in einen sehr sensiblen Landschaftsraum ist hier ablesbar. Ein nüchterner, den Ort beschreibender und ihn mit Funktion aufladender Entwurf soll entstehen und die Gärten somit interpretieren. Gertrude Moser-Wagner/ Natalie Deewan: VEZA LEBT Mai 2013, Tempelgasse 12, 1020 Wien Wandgestaltung, Lichtinstallation Jakob Lena Knebl: Schwule Sau 15. Mai bis 10. November 2013, Kunstplatz Morzinplatz Matt Mullican Mai/ Juni bis Anfang November 2013, Kunstplatz Graben 20 Seconds for Art Open Call in Kooperation mit Infoscreen Permanente Projekte/ Wettbewerbe/ Siegerprojekte Pedro Cabrita Reis: Two Drawings in the Sky, Two Paintings underneath, 2012 Eröffnung: Sommer 2013 In Kooperation mit den WIENER LINIEN Gestaltung der U2-Stationen Donaustadtbrücke(1220 Wien) und Donaumarina(1020 Wien). Christian Jankowski: Die große Geste Eröffnung: Herbst 2013 In Kooperation mit den WIENER LINIEN Gestaltung der U2-Station Donauspital, 1220 Wien Stephan Huber: Aspern Affairs, 2012/13 Eröffnung: 5. Oktober 2013 In Kooperation mit den WIENER LINIEN Gestaltung der Glasflächen(Bahnsteig-Einhausung) und Steinflächen(Bahnsteig-Stationsenden) in der U2-Station Aspern, 1220 Wien. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 45 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ernst Caramelle: Ohne Titel, 2013 Eröffnung: Herbst 2013 In Kooperation mit den WIENER LINIEN Kunstpassage Karlsplatz fischer naumann partnerschaft: Gedenkstätte für den deportierten Nachbarn Aspang-Gründe Wettbewerb 2005 ausgelobt durch MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung. Umsetzung in Kooperation mit der MA 29 – Brückenbau und Grundbau Bezirksgedenkstätte Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf in Hernals 1933 bis 1945 Gegenstand des Wettbewerbs ist die Erlangung künstlerischer Entwürfe einer Auseinandersetzung mit der Geschichte der WiderstandskämpferInnen im 17. Bezirk, für den Vorplatz der Schnellbahnstation Hernals. Jurysitzung: Sommer 2013 Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz Geladener einstufiger Realisierungswettbewerb zur Gestaltung eines Denkmals am Ballhausplatz, 1010 Wien, das nicht nur den Wehrmachtsdeserteuren, sondern allen Verfolgten der NS-Militärjustiz, gewidmet sein soll. Jurysitzung: Sommer 2013 Kulturelles Erbe Wiener Altstadterhaltungsfonds Der Wiener Altstadterhaltungsfonds unterstützte Arbeiten an zahlreichen historischen Gebäuden. Sakral- und Profanbauten Im Bereich des Sakralbaus sind u. a. die Restaurierung des Langhauses der Pfarrkirche Donaustadt am Mexikoplatz(22. Bezirk), die Außenfassaden(3. und 4. Bauabschnitt) der Pfarrkirche St. Brigitta(20. Bezirk), die Generalsanierung der Rinnböckkapelle am Simmeringer Friedhof und die Sanierung der Außenfassaden sowie die Wiederherstellung der Holzschindeldeckung der Kirche St. Johann in Unterlaa zu erwähnen. Weiters wurden auch die Restaurierungsarbeiten an der Franz Josephs-Gruft, ein Teil der Kapuzinergruft, am Neuen Markt gefördert. Zu den Förderprojekten an Profanbauten gehörte u. a. die Nordfassade und die Terrassenmauern von Schloss Neugebäude(11. Bezirk), die Geschäftszone Bräunerstraße 4(1. Bezirk) sowie die Fassade von Neubaugasse 16(7. Bezirk). Weitere Projekte waren die Restaurierung des Kunstwerks„Stage Set“ von Donald Judd im Stadtpark und die statische Sicherung von zahlreichen Grabdenkmälern am Friedhof St. Marx (3. Bezirk). � Außerdem gelang die Fertigstellung der Restaurierungen an den Ehrengräbern„Gutmann“ � und„Benedikt“ auf dem Wiener Zentralfriedhof(Alte Israelitische Abteilung, Tor 1). � Denkmalpflege Im Zuge der denkmalpflegerischen Obhut der Kulturabteilung wurden 2012 an 135 Kunstobjekten(Denkmäler, Sakrale Kleindenkmäler, Profanplastiken, Grabdenkmäler, Gedenktafeln) Reinigungs-, bzw. Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Besonders hervorzuheben sind die Restaurierungen des„Heiligen Nepomuk“ am Sobieskiplatz(9. Bezirk), des„Leuchtobelisk“ am Mariahilfergürtel(7. Bezirk), der„Türkensteine“ in Mauerbach(14. Bezirk) und der beiden„Mosaikbrunnen“ von Liselotte Weigel im Schulareal Otto Probst-Straße(10. Bezirk). 46 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien• Kulturelles Erbe KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Entsprechend den vorgegebenen Intervallen wurden die Freiplastiken und Gedenktafeln auf � Stand- und Verkehrssicherheit überprüft. � Das Beschriftungssystem für die Freiplastiken konnte erweitert und verbessert werden. � Auf den 46 Friedhöfen der Friedhöfe Wien GmbH, auf evangelischen, jüdischen und katholischen Friedhöfen wurden wieder zahlreiche Ehrengräber instand gesetzt und gepflegt. � Das Referat betreute außerdem die von Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny einberufene Kommission zu den„Grabwidmungen der Wiener Stadtverwaltung im Ständestaat � 1934–1938“. Der Abschlussbericht wurde im Februar 2012 vorgelegt. � Zur Errichtung eines im Wiener Regierungsabkommen vereinbarten Denkmals für Deserteure � in der NS-Zeit wurden weitere Vorarbeiten geleistet. � Film 2012 feierte die Viennale mit einem intensiven Jahresprogramm ihren 50. Geburtstag und auch die weltweiten Pressestatements sprachen von einem der„schönsten Filmfestivals überhaupt“(deutscher Filmdienst) und einem„genialen Konzept“(Schnitt). Das Publikum wusste dies ebenso zu würdigen und stürmte die Kinos, wie auch bei den vielen weiteren Filmfestivals in der Stadt. Ob bei„Tricky Women“,„Vienna Independent Shorts“, bei dem Kinderfilmfestival oder„this human world“ – überall stieß das anspruchsvolle Programm auf reges Interesse und bescherte volle Säle. Doch die gefeierten Filme müssen zuvor produziert werden: Hier leistet die Filmförderung der MA 7 kontinuierlich Pionierarbeit, da sie sich vor allem dem jungen Filmschaffen widmet. Inhaltlich überraschte 2012 vor allem, dass nach Jahren starker Dokumentarfilmpräsenz wieder mehrheitlich narrative Stoffe zur Förderung eingereicht wurden – die Lust am fiktiven Erzählen ist also wieder vorhanden. Eine weitere interessante Entwicklung ist auch das so genannte kollaborative Filmemachen (wie z. B.„Batesian“ oder„The Owner“), bei dem sich junge RegisseurInnen weltweit zusammenschließen und in unterschiedlichen Konstellationen an einem Projekt zusammenarbeiten. Der Erfolg dieser monetär kleinen Filmförderungen bemisst sich natürlich auch an den vielen Festivaleinladungen und Preisen – weltweit. So schließt sich der Kreis: MA 7-geförderte Filme gewinnen laufend renommierte Preise, werden zu unzähligen Festivals eingeladen und verblüffen die internationale Filmwelt mit ihrer Kreativität und Qualität. Das österreichische Filmwunder geht weiter. Filmfonds Wien Die positive Bilanz des österreichischen Kinojahres 2012 mit einem Umsatzplus von vier Prozent ging auch am österreichischen Kinofilm nicht spurlos vorbei: Die vom Filmfonds Wien geförderten Filme, die 2012 in den Kinos zu sehen waren, erzielten durchschnittlich 17 657 verkaufte Tickets, was im Vergleich zum Vorjahr einen soliden Zuwachs von 26 Prozent bedeutet. Das Jahr steht damit im Zeichen einer zyklischen Erholung. Einen weiteren Grund zur Freude bot die konstante und besonders eindrucksvolle Festivalpräsenz, die Österreichs Ruf als„Filmwunderland“ alle Ehre machte: So waren auf allen europäischen A-Festivals Filme vertreten, die von der Stadt Wien mitfinanziert wurden. Beim Festival von Cannes liefen mit Michael Hanekes„Liebe“ und Ulrich Seidls„Paradies: Liebe“ erstmals zwei österreichische Filme im Wettbewerb. Hanekes weltweit vielbeachtetes Drama durfte Cannes mit Goldener Palme verlassen, ein Meisterstück: Kaum je zuvor ist es einem FilmemaKulturelles Erbe• Film• Filmfonds Wien � 47 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 cher gelungen, den prestigeträchtigen Preis zweimal in Folge zu gewinnen. Österreichs OscarBeitrag krönte das Jahr nach weiteren Preisen mit einer Sensation: Liebe wurde für die anstehenden 85. Academy Awards in fünf Oscar-Kategorien nominiert. Was sich an diesem Beispiel zeigt: Festivalerfolge sprechen auch Kinopublikum an. Über 85 000 BesucherInnen haben den Film in österreichischen Kinos bis dato gesehen, mehrere europäische Kinostarts lassen auch das internationale Publikum stetig wachsen. Eine Reihe weiterer Filme sorgten für bemerkenswerte Erfolge: Ulrich Seidl gewann für„Paradies: Glaube“ in Venedig den Spezialpreis der Jury, Florian Flickers„Grenzgänger“ in Sarajevo. Der Nachwuchs bildete im Bereich Herstellungsförderung einen zentralen Schwerpunkt, um eine nachhaltig positive Entwicklung zu gewährleisten. Mit etwa einem Drittel des Gesamtbudgets wurde die Entwicklung und Herstellung vielversprechender erster und zweiter Filme unterstützt. Mit Hans Hofers„Zweisitzrakete“, Andreas Schmieds„Werkstürmer“ und Marvin Krens„Blutgletscher“, werden bereits gespannt die Kinostarts 2013 erwartet.. Die Stadt Wien finanzierte den Filmfonds Wien 2012 mit einem Gesamtbudget von 11,85 Millionen Euro, eine Steigerung, die mit der Erweiterung des Förderspektrums um die Förderung für Kinobetriebe zusammenhängt, die bis 2011 von der Kulturabteilung der Stadt Wien abgewickelt wurde – konkret: Kino-Referenzförderung, Förderung kinokultureller Projekte und Kinodigitalisierung. Im Jahr 2012 wurden Förderzusagen von über 10,7 Millionen Euro an insgesamt 183 Projekte ausgesprochen. Der überwiegende Anteil – 8,6 Millionen – floss in die Herstellung von Kino- und Fernsehfilmen. Eine dynamische Entwicklung durchliefen die Strukturen des Filmfonds: Optimierte Arbeitsprozesse, eine verschlankte Verwaltung und die verstärkte Zusammenarbeit mit Partnern, wie dem Österreichischen Filminstitut im Kino- und dem Fernsehfonds Austria im Fernsehbereich, sorgen für eine effiziente Verwendung von Mitteln und Ressourcen. Angepasste Förderrichtlinien, Formulare und Schriftdokumente dienen einem erhöhten Service-Anspruch. Die Präsentation nach außen wurde in einem umfassenden Logo- und CI-Relaunch vereinheitlicht. Der neu konzipierte Internetauftritt bemüht sich der Informations- und Transparenzpflicht einer modernen Förderinstitution Rechnung zu tragen. Zu guter Letzt wurden im Oktober neue Räumlichkeiten an der Mariahilfer Straße bezogen, die Abhilfe für den Mangel an Archiv- und Sitzungsraum brachten. Profil des Filmfonds Wien Der Filmfonds Wien besteht in seiner jetzigen Form seit dem Frühjahr 2002, als„Wiener Filmförderungsfonds“ wurde die Institution im Jahr 1976 gegründet. Der Filmfonds Wien ist ein Fonds der Stadt Wien und nimmt seine Geschäfte auf Basis seiner Satzung wahr. Die derzeit gültige Satzung beruht auf dem Kuratoriumsbeschluss vom 3. Juli 2012 und trat mit der fondsbehördlichen Genehmigung am 15. November 2012 in Kraft. Gemäß Satzung wird der Filmfonds Wien von drei Organen verwaltet: dem Kuratorium, der Geschäftsführung und der Jury. Zur Vergabe von Förderungen verfügt der Filmfonds Wien über Mittel der Stadt Wien sowie Rückflüsse aus erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschüssen. Im Jahr 2012 finanzierte die Stadt Wien den Filmfonds Wien mit einem Gesamthaushalt in Höhe von 11,85 Millionen Euro. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 350 000 Euro, bzw. drei Prozent. Entwicklung der Zuwendungen der Stadt Wien(in Tausend Euro) 2008 8 000 2009 10 000 2010 11 500 2011 11 500 2012 11 850 48 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die allgemeinen Förderrichtlinien aus dem Jahr 2008 stellen die rechtliche Grundlage zur Inanspruchnahme sämtlicher Förderungen durch den Filmfonds Wien dar. Weitere spezifische Richtlinien bilden Leitfäden für die einzelnen Förderbereiche. Aufgaben und Ziele Wien als Film- und Medienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszubauen, ist das vorrangige Ziel des Filmfonds Wien. Damit soll auch ein regionaler Beitrag zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt Europas geleistet werden. Filmförderung ist Kulturförderung, aber auch Wirtschaftsförderung im allgemeinen Sinn und trägt im speziellen zur Erhaltung der Beschäftigung in der Filmbranche bei. Eine weitere Aufgabe fällt dem Filmfonds Wien darin zu, den von ihm geförderten Filmen – allen voran den am Standort Wien entwickelten österreichischen Filmen – zu einer größtmöglichen Öffentlichkeit zu verhelfen. In Verfolgung dieser Ziele vergibt der Filmfonds Wien erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und – unter bestimmten Voraussetzungen – nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am„Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugute kommen. Die tatsächlich erzielten Effekte liegen seit Jahren weit über 200 Prozent. Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Organe und Gremien Kuratorium Dem Kuratorium, das die Funktion eines Aufsichtsrats erfüllt, gehören acht vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft bestellte Mitglieder an, die für die Dauer von drei Jahren bestellt werden. Vorsitzender: Dr. Josef Kirchberger(Geschäftsführer, Art for Art Theaterservice GmbH) Stellvertretende Vorsitzende: Mag.a Bettina Leidl(Geschäftsführerin, departure), Heinrich Ambrosch(Produzent, Satel Film), Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Andreas Hruza(Produzent, A. Hruza Medienbüro), Mag. Daniel Löcker(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Gerhard Schedl(Filmkonsulent), Dagmar Streicher(Filmemacherin und Dramaturgin) Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Geschäftsführung. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft für die Dauer von drei Jahren bestellt. Hauptjury: Peter Jäger(Geschäftsführer, autlook Filmsales), Eric Pleskow(ehem. Filmproduzent, Viennale-Präsident), Alessandra Thiele(Akquisition, Sacher Distribuzione), Andrea Willson(Filmproduzentin) Ersatzjury: Jakob Claussen(Filmproduzent, Claussen+Wöbke Film), Ulli Dohr(Geschäftsführerin, Dohr Werbe Gmbh), Katharina Dufner(Redakteurin, ZDF„Das kleine Fernsehspiel“), Susanne Guggenberger(Produzentin, Mira Film) Filmfonds Wien � 49 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kinobeirat Der Kinobeirat besteht aus drei Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammenkommen, um die � Einreichungen für die Förderung kinokultureller Projekte zu beurteilen. � Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Stadt Wien, Kulturabteilung), Mag. Wolfgang Steininger(Moviemento, Linz), Mag.a Renate Wurm(Das Kino, Salzburg) � Team Geschäftsführung: MMag.a Gerlinde Seitner Projektabteilung Kino/ TV: Wernfried Natter, Gilbert Petutschnig, Han-fen Chao Büroleitung und Strukturförderungen: Silvia Gneisz PR/ Kommunikation, Kinoförderungen: Mag. Stefan Hahn Förderbilanz Der Filmfonds Wien konnte 2012 insgesamt 182 von 264 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 10 723 451 Euro(beantragte Summe gesamt: 19 838 174 Euro) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen sowie für Projekte aussprechen, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen. Neu hinzu kamen Förderungen für Kinobetriebe wie Digitalisierung und Projektförderungen, die einen Zusatz von 489 437 Euro an Fördergeldern bedeutete. Dies entspricht einer Gesamtförderung von 69 Prozent der Anträge. Im Vergleich zu 2011 wurden 20 Anträge weniger gestellt, um 16 Prozent weniger Fördergelder beantragt und um 6,6 Prozent mehr Förderungen zugesagt. Fördersparte Projektentwicklung Herstellung Kino Herstellung TV Verwertung Kinostart Sonstige Verwertung Strukturmaßnahmen Kino-Referenzförderung Kinokulturelle Projekte Digitalisierung SUMME Gesamt Einreichungen 46 75 26 27 12 23 14 34 7 264 * 877 698 14 682 056 2 138 941 928 884 209 686 511 472 140 000 156 800 192 637 19 838 174 Zusagen 20** 420 480 � 34** 6 438 792 � 21 1 807 000 � 27 928 884 � 12 209 686 � 23 511 472 � 14 140 000 � 24 74 500 � 7 192 637 � 182 10 723 451 * alle Beträge in diesem Bericht sind in Euro und ohne Dezimalstellen angegeben ** inkl. Referenzmittel 50 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Einreichungen und Zusagen � Förderbereiche nach Volumen � Festivalerfolge und Auszeichnungen(Auswahl) Liebe(Amour) von Michael Haneke • Festival de Cannes: Goldene Palme • San Sebastian International Film Festival: FIPRESCI Grand Prix für den Besten Film des Jahres • Festival de Cine Europeo Sevilla: Großer Publikumspreis • Europäischer Filmpreis: Bester Film, Beste Regie, Beste Darstellerin(Emmanuelle Riva), Bester Darsteller(Jean-Louis Trintignant) Deine Schönheit ist nichts wert von Hüseyin Tabak • Antalya Golden Orange Film Festival(Türkischer Filmpreis): Bester Film, Bestes Drehbuch (Hüseyin Tabak), Bester Darsteller(Abdukadir Tuncer), Beste Nebendarstellerin(Lale Yavas), Bester Schnitt(Christoph Loidl), Bester Nachwuchsschauspieler(Yüsa Durak) • CINEDAYS Festival of European Film Skopje: Silver Star für die beste Regie Filmfonds Wien � 51 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Grenzgänger von Florian Flicker • Sarajevo Film Festival: CICAE Award Michael von Markus Schleinzer • Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken: Max Ophüls Preis und Preis für den Besten Nachwuchsdarsteller(Michael Fuith) Paradies: Glaube von Ulrich Seidl • Internationale Filmfestspiele von Venedig: Spezialpreis der Jury und CinemaAvvenire Award für den Besten Film des Wettbewerbs • Festival de Cine Europeo Sevilla: Eurimages Preis für die Beste Europäische Koproduktion (ex-aequo) und Preis für das Beste Drehbuch Der Prozess von Gerald Igor Hauzenberger • Zürich Film Festival: Goldenes Auge für den Besten deutschsprachigen Dokumentarfilm Die Wand von Julian Roman Pölsler • Internationale Filmfestspiele Berlin: Preis der Ökumenischen Jury Förderbereiche Projektentwicklungsförderung Von 46 eingereichten Projekten mit einer Gesamtantragssumme von 877 698 Euro erhielten 20 eine Zusage zur Projektentwicklungsförderung durch die Jury, bzw. aus dem Topf der Referenzmittelförderung mit einer Gesamtsumme von 420 480 Euro. Projekt � Echte Männer Egon Schiele – Tod und Mädchen Felix Salten. Jäger und Schriftsteller Das finstere Tal Der freie Soldat Die Mamba Die Stille danach High Performance Antrag/ Produktion Nanook Film Novotny & Novotny Mischief Films Allegro Film Wega Film E&A Film Allegro Film FreibeuterFilm Drehbuch Genre Tina Leisch Hilde Berger, Dieter Berner Georg Misch D � F D Martin Ambrosch, F Andreas Prochaska Susanne Freund F � Arne Noltin, F Ali Samadi Ahadi Nikolaus Leytner F Johanna Moder F � Fördersumme 7 250 � 17 000 32 500 * 42 000 22 605 � 21 400 * 12 500 � 19 200 � 52 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kaviar Kinder der Stadt Kino, Kino, Kino Kipfler Krems Luft holen Macondo � Nur die Wahrheit Oskar und Lilli Platinherzen Ringelspiel Viyana SUMME Gesamt Witcraft Szenario Wega Film Rosdy Film Allegro Film Golden Girls Film Dor Film � FreibeuterFilm Prisma Film Wega Film Orbrock Film Witcraft Szenario Prisma Film Elena Tikhonova, Robert Buchschwenter F Jakob Erwa, Zoran Drvenkar F Paul Rosdy D � Marvin Kren, F Benjamin Hessler Stephan Richter F Michael Kreihsl, Marlene Streeruwitz F Sudabeh Mortezai F Florian Flicker F � Arash T. Riahi F � Reinhard Astleithner F Nina Proll, Ursula F Wolschlager Max Gruber, Asil Kislal F * Referenzmittelförderung Projektentwicklung in Anteilen Anzahl der Projekte 29 000 25 500 11 000 � * 18 000 19 500 * 20 425 17 500 � 21 500 � 21 000 � 19 200 21 000 22 400 420 480 Filmfonds Wien � 53 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Fördersummen � Herstellung von Kinofilmen Mit einer Fördersumme von 6 438 792 Euro wurden insgesamt 34 Herstellungsanträge gefördert(32 Projekte). Eingereicht waren 75 Projekte mit einer Gesamtantragssumme von 14 682 056 Euro. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 44 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte einen Durchschnitt von 544 Prozent(176 Prozentpunkte höher als im Vorjahr). Das bedeutet, dass rund 27 Millionen Euro(entspricht 61 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Effekts) in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche flossen. Projekt Antrag/ Produktion Regie Genre Land 2 Akte Allahyari Film Houchang Allahyari F A Amour Fou coop99 Jessica Hausner F A, D Bad Fucking MR Film Harald Sicheritz F A Blind � KGP kranzel- Thomas Woschitz binder gabriele production F A, L Chinatown Vienna Plaesion Film Judith Benedikt D A Das Kind in der Schachtel Nikolaus Gloria Dürnberger D Geyrhalter Film A Deine Schönheit ist nichts wert Dor Film Hüseyin Tabak F A Das finstere Tal Allegro Film Andreas Prochaska F A, D Der lange Abschied Meta Film Helmut Manninger D A Fördersumme 135 000 � 200 000 � 300 000 � 90 000 40 000 � 75 000 * 56 400 460 000 ** 70 000 25 000 54 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Mamba e&a Film Ali Samadi Ahadi F Die Werkstürmer Novotny& Novotny Andreas Schmied F Global Shopping Village Golden Girls Ulli Gladik D Haider – einer der Kurt Mayer alles verspricht Film Nathalie Borgers D High Performance FreibeuterFilm Johanna Moder F Ich seh/ Ich seh Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala F In Transition Mobile Filmproduktion Nina Kusturica F Ma Folie Extra Film Andrina Mracnikar F Oida Taunz Bonus Film Barbara Gräftner F Oktober November coop99 Götz Spielmann F Oper – Kraftwerk Langbein& der Gefühle Partner Florian Gebauer D Paganini. DOR Film Der Teufelsgeiger Bernard Rose F Projekt: Superwoman Lotus Film Barbara Caspar D Revolte! Allegro Film Paul Poet D Risse im Beton Wega Film Umut Dag F Schubert‘s Ghost Prisma Film Bruno Moll D The Giacomo Variations Amour Fou Michael Sturminger F The Visit Nikolaus Geyr- Michael Madsen halter Film D Untitled – der Film Lotus-Film ohne Namen GmbH Michael Glawogger D Visions of Reality � KGP kranzelbinder gabriele production Gustav Deutsch F D 450 000 � A 250 000 A, HR* 12 592 A, D 22 500 A 380 800 � A 460 000 A 316 000 A 324 500 � A 125 000 � A 460 000 A*** 95 000 A, 400 000 D, I A 80 000 A A A, CH A, F *** 140 000 � 407 000 � 60 000 � 200 000 A, DK FIN A, D 50 000 100 000 A 180 000 Filmfonds Wien � 55 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wandelsterne Wo ich wohne Zweisitzrakete Novotny& Novotny Kurt Mayer Film Dor Film Benjamin Heisenberg Christine Nagel Hans Hofer F D F A, D, CH � A A SUMME Gesamt * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung *** Projekt abgebrochen 50 000 � 74 000 300 000 * 50 000 6 438 792 Herstellung Kino in Anteilen Im Vergleich zu 2011 lässt sich ein Anstieg an geförderten Spielfilmprojekten verzeichnen, sowohl bei der Anzahl der Projektzusagen als auch bei den Gesamtfördersummen der beiden Sparten. Anzahl der Projekte Fördersummen � Internationale Gesamtherstellungskosten 26 Prozent der vom Filmfonds Wien geförderten Projekte wiesen Gesamtherstellungskosten von weniger als 500 000 Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr(30%) fiel dieser Anteil etwas ab, im Jahr 2010 lag er mit 12 Prozent weit darunter. Dies ist auf einen gestiegenen Anteil an Dokumentarfilmprojekten mit niedrigeren Budgets zurückzuführen. Die Entwicklung der letzten drei Jahre stellt sich wie folgt dar: 56 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Gemeinschaftsproduktionen 2012 wurden 13 Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu drei ausländischen Partnern – das sind 38 Prozent der gesamten Kino-Herstellungen – vom Filmfonds Wien gefördert. Die Fördersumme belief sich auf 2 165 092 Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren wurde 2012 wieder über die Hälfte der Projekte gemeinsam mit Deutschland produziert, nämlich 62 Prozent. An zweiter Stelle landete die Schweiz vor mehreren EU-Mitgliedsstaaten. Koproduktionsländer Filmfonds Wien � 57 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile minoritärer, majoritärer und österreichischer Projekte an der Gesamtanzahl � Herstellung von Fernsehproduktionen Die Fernsehfilmförderung unterstützte 21 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 1 807 000 Euro. Die Österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf rund 26,6 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte im vierten Jahr der Fernsehfilmförderung einen Durchschnitt von 679 Prozent, was bedeutet, dass rund 14,26 Millionen Euro(das entspricht 53,5 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Effekts) in die Nutzung der in Wien ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche flossen. Auch im Dokumentarbereich, der eine Wien-Sichtbarkeit nicht zwingend vorsieht, konnten ein weiteres Mal überwiegend Projekte gefördert werden, in welchen eine Wien-Sichtbarkeit sozusagen als„Wiener Mehrwert“ geschaffen wurde. Projekt � Antrag/ Produktion Arik Brauer. Eine Jugend in Wien Amour Fou Aufgetischt � (4. Staffel) � Satel Film Bekenntnisse einer WildART Film Wiener Maske Die Auslöschung Mona Film Die Frau in mir Film 27 Es kommt noch dicker epo-film Euphoric Nights in Vienna Mischief Films Märkte. Im Bauch Golden Girls der Städte Regie Genre Land Fördersumme Helene Maimann D A 30 000 Claudia Pöchlauer, S Manfred Hoschek Yves Montmayeur D A A, F 40 000 18 000 Nikolaus Leytner Siegfried Rowitz Sven Bohse, Annette Ernst Azza El-Hassan F F S D A A, D A/D A 160 000 � 100 000 � 210 000 50 000 Stefano Tealdi, S Arman T. Riahi et al I, A, E, HU 35 000 58 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Georg Kreisler gibt es gar nicht Makido Film Dominik Wessely D Gespräche mit André Heller DOR Film André Heller D Grundstein Village Meta Film Martin Betz D Leben im Zoo. Logbuch einer Arche Meta Film Lukas Beck D Medcrimes Mona Film Peter Ladkani S Nicht ohne meinen Enkel MR Film Florian Froschmayer F Planet der Spatzen Kurt Mayer Film Kurt Mayer D Pralle Schönheit. Die Reise der Paradeiser MR Film Maria Magdalena D Koller Putin‘s Olympia Satel Film Alexander Gentelev D Schlawiner (2. Staffel) Breitwand Film Paul Harather S SOKO Donau/ Wien(8. Staffel) Satel Film E. Riedlsperger, H. S Barthel, H. Gimpel Spuren des Bösen. Aichholzer Film Andreas Prochaska F Zauberberg Ulrich Seidl und die bösen Buben Navigator Film Constantin Wulff D SUMME Gesamt A, D A A A A, D A, D A A, D A, D A, D A, D A A, D, CH 30 000 15 500 27 500 � 50 000 100 000 � 100 000 29 000 � 27 000 20 000 200 000 450 000 80 000 35 000 1 807 000 � Filmfonds Wien � 59 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 TV-Herstellung in Anteilen � Anzahl der Projekte � Fördersummen � Verwertungsförderung: Kinostarts Für 27 Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2012 insgesamt mit einer Summe von 928 884 Euro gefördert. Über das Jahr verteilt waren 26 vom Filmfonds Wien geförderte Projekte in den österreichischen Kinos zu sehen. Film � American Passages Atmen Antrag/ Verleih Filmladen Thimfilm Der Prozess Thimfilm Yoko Dor Film Regie Genre Filmstart BesucherInnen Fördersumme Ruth Beckermann D Kinostart 2012 1 014 Förderung � 2012 � Karl Markovics F Kinostart 2012 8 655 Förderung 2012 Gerald Igor D Hauzenberger Kinostart 2012 � 456 Förderung � 2012 Franziska Buch F 17.02.12 79 530 40 000 � 60 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 The Brussels Business Thimfilm Spanien Filmladen WHAT IS LOVE Thimfilm The Future‘s Past. Creating Cambodia Poool Film Evolution Poool Film der Gewalt Stillleben Stadtkino Slatin Pascha. Im Auftrag Ihrer Majestät Thimfilm TABU. Es ist die Seele ein fremdes auf Erden Filmladen 360 Filmladen Liebe (Amour) Filmladen Mama Illegal Golden Girls Die Wand Thimfilm More than Filmladen Honey Die Vermessung der Welt Filmladen Matthieu Lieteart, Friedrich Moser D Anja F Salomonowitz Ruth Mader D Susanne Brandstätter D Fritz Ofner D Sebastian Meise F Thomas Macho F Christoph Stark F Fernando Meirelles Michael Haneke Ed Moschitz F F F Julian Pölsler F Markus Imhoof D Detlev Buck F 16.03.12 1 994 30 000 23.03.12 30.03.12 20.04.12 3 867 46 500 1 515 35 000 1 413 37 400 04.05.12 28.05.12 01.06.12 1 331 31 800 3 794 26 684 853 25 000 15.06.12 1 407 29 000 24.08.12 24 227 48 000 21.09.12 70 910 40 000 28.09.12 8 069 25 000 05.10.12 12.10.12 80 771 39 906 50 000 � 45 000 26.10.12 74 879 40 000 Filmfonds Wien � 61 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Oh Yeah, She Performs! Polyfilm Grenzgänger Thimfilm Das Pferd auf dem Balkon Filmladen Die Polyfilm Lebenden Paradies: Liebe Stadtkino Trains Of Thoughts Thimfilm What Hap- Thimfilm piness Is Ludwig II Dor Film Der Fall Wilhelm Reich Filmladen Local Heroes Thimfilm Nägel mit Polyfilm Köpfen Paradies: Glaube Stadtkino SUMME Gesamt Mirjam Unger D Florian Flicker F Hüseyin Tabak F Barbara Albert F Ulrich Seidl F Timo Novotny D Harald Friedl D Marie Noëlle, Peter Sehr Antonin Svoboda F F Henning Backhaus Marko Doringer Ulrich Seidl F D F 09.11.12 2 286 30 000 16.11.12 23.11.12 5 119 36 000 9 533 47 500 23.11.12 2 899 20 000 30.11.12 24 678 42 500 07.12.12 310 25 500 21.12.12 2 768 28 000 28.12.12 6 900 20 000 Kinostart 2013 40 000 Kinostart 2013 Kinostart 2013 Kinostart 2013 459 084 25 000 35 000 30 000 928 884 BesucherInnenzahlen per 31. Dezember 2012 laut Angaben der Verleihfirmen und des Österreichischen Filminstituts 62 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile der Verleihfirmen(nach Anzahl der Förderungen) Anteile der Verleihfirmen bei den Kinostarts Kinostarts 2012 und 2011(nach Sparten) � Förderung sonstiger Verwertungsmaßnahmen Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals und Marktveranstaltungen förderte der Filmfonds Wien 12 Anträge und beteiligte sich mit 209 686 Euro an den Teilnahmekosten. Projekt � Antragsteller- Regie Innen Genre Veranstaltungen/ Projekt Fördersumme Ausländer Raus! Paul Poet Schlingensiefs Container Paul Poet D Remastering für Weltvertrieb 18 000 Der Prozess Framelab Film Gerald Igor Hauzenberger D Festivals: Zürich, Leipzig 5 841 Die Lebenden coop99 Barbara Albert F Festival: San Sebastian 12 000 Filmfonds Wien � 63 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Wand coop99 Julian Pölsler F Kern Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala D Liebe(Amour) Wega Film Michael Haneke F Paradies: Glau- Ulrich Seidl be Film Ulrich Seidl F Paradies: Liebe Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl F Shadows from my Past epo-film Curt Kaufman, Gita Kaufman D Spanien Dor Film Anja Salomo- F nowitz Trains of Thoughts Orbrock Film Timo Novotny D WHAT IS LOVE � KGP kranzelbinder gabriele production Ruth Mader SUMME Gesamt � D Festival: Berlin Festival: Locarno 13 000 � 10 000 Festival: Cannes Festival: Venedig Festival: Cannes Festivals, Markt: Wien, Cannes Festival: Berlin Festivals: Karlovy Vary, Venedig, Sarajevo Festival: Berlin 29 000 32 000 45 000 6 500 13 345 15 000 10 000 209 686 Förderung von Strukturmaßnahmen Das Ziel der Strukturförderungen ist, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere durch Veranstaltungen, Workshops und Initiativen, die der Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche dienen und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform geben. 2012 wurden 23 Förderungen in Gesamthöhe von 603 840 Euro vergeben – durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium. AntragstellerInnen � Projekt/ Veranstaltung AAC Verband österreichischer Kameraleute IMAGO Cinematographers Forum„Inspiration!“ Amour Fou Premiere: Arik Brauer. Eine Jugend in Wien Austrian Film Commission � Jahrestätigkeit 2012 Fördersumme 35 000 2 500 60 000 � 64 Filmfonds Wien � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Diagonale. Forum österreichischer Film Diagonale 2012. Festival des österreichischen Films Drehbuchforum Wien � Jahrestätigkeit 2012 echo medienhaus � Eine STADT. Ein FILM 2012 Erich Pommer Institut � Seminar„Digital Strategies. Financing, Marketing and Ditribution 2.0“ EU XXL Kulturverein � EU XXL Forum 2011/12 exil.arte Internationales Filmmusiksymposium 2012 FC Gloria Branchen-Pool, Website, Mentoring-Programm Film Austria � MIPCOM 2012 HOANZL � Der Österreichische Film – DVD-Edition VI(Titel 176-200) neulandfilm Untertitelung: Die Porzellangassenbuben neulandfilm Präsentation: Die Porzellangassenbuben Österreichischer Komponistenbund Wiener Filmmusikpreis 2012, Film Composers Lounge#4 Scenario Films � Babylon 2012 Verein der Freunde der Filmakademie Wien Special Project „Filmakademie Wien“ Verein filmABC � Jahrestätigkeit 2012 Verein für neue Literatur Kolik.Film 2012 � Verein zur Förderung der FAKT FAKT12. Filmakademietalentschau Vienna Film Commission � Jahrestätigkeit 2012 VOESD – Verband Österreichischer SounddesignerInnen Jubiläumsveranstaltungen Witcraft Szenario � Diverse Geschichten III SUMME Gesamt � 30 000 40 500 � 20 000 � 8 000 5 000 � 6 000 10 000 7 500 � 90 000 1 600 1 882 12 000 14 990 � 3 000 30 000 � 4 500 � 3 000 100 000 � 5 000 21 000 � 603 840 Filmfonds Wien 65 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kino-Referenzförderung Die Kino-Referenzförderung soll Kinos helfen, nachhaltig im Sinne einer niveau- und gehaltvollen Programmgestaltung zu arbeiten, und bezieht sich auf die Filmauswahl des Vorjahres. 2012 wurden 14 Wiener Kinobetriebe mit einer Jahresförderung von insgesamt 140 000 Euro gefördert. AntragstellerInnen � Actors Studio � Admiral Kino � Bellaria Kino � Breitenseer Lichtspiele � Burg Kino � Cine Center � De France � Filmcasino � Haydn-Lichtspiele � Künstlerhaus Kino � Schikanederkino � Topkino � Urania Kino � Votiv Kino � GESAMT � Fördersumme 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 10 000 � 140 000 Förderung kinokultureller Projekte Die Förderung kinokultureller Projekte soll Kinos dabei unterstützen, mit gezielten Aktionen das Medium Film als wichtiges und Kinos als Orte kulturellen Erlebens in Wien zu verankern. Ein Fachbeirat tagt in jährlich zwei Sitzungen und gibt Förderempfehlungen an die Geschäftsführung. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 24 Projekte mit einer Gesamtförderung von 74 500 Euro unterstützt. AntragstellerInnen � Admiral Kino � Projekt/ Veranstaltung 100 Jahre Admiral Kino. Veranstaltungsreihe und Publikationen im Jubiläumsjahr Fördersumme 10 000 66 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Burg Kino DER NEUE HEIMATFILM 2012 – Das Heimatfilmfestival gastiert im Admiral Kino FC Gloria Kinosalons. 5 Veranstaltungsabende Modern Stone Age 100 Jahre BURG KINO. 100 Stunden Film Filmcasino Votivkino Waystone Film SUMME Gesamt /slash Filmfestival 2012 Amore e Anarchia ArchFilm Matinée – Frühjahr 2012 ArchFilm Matinée – Herbst 2012 cinemama Filmcasino goes Youth: KLUB KAPUTT – CAMP FILMCASINO – FILMCASINO IN SERIE Hongkong in Motion 2012 Kino& Kuchen KlezMORE Stummfilmmatinee Klub Kaputt+ Camp Filmcasino – Herbst 2012 Latin Film Lounge Babykino Festival du film francophone 2012 Manhattan Short Film Festival Nuovo Cinema Italia 2012 20 Jahre Riot Grrrl. Weil es höchste Zeit ist Balkan Fever CINEMA. Filme aus und über Südosteuropa im Rahmen von Balkan Fever 2012 Cinema Next Filmpremieren. Raum für Premieren junger FilmemacherInnen * Mittelerhöhung ** Projekt abgebrochen 6 000 3 000 5 000 4 000 * 2 500 12 000 500 1 000 1 000 1 000 4 000 500 1 000 1 500 1 000 2 000 1 000 4 000 500 1 000 7 000 ** 3 000 2 000 74 500 Filmfonds Wien 67 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Digitalisierungsförderung Diese Förderung soll dazu dienen, Kinosäle den aktuellen technischen Notwendigkeiten anzupassen. Die Digitalisierungsförderung ist je Kinosaal auf maximal 25 Prozent der Gesamtkosten beschränkt. 2012 wurde die Digitalisierung von 12 Sälen in sieben Wiener Kinos mit Mitteln in Höhe von 192 637 Euro unterstützt. AntragstellerInnen Admiral Kino Burg Kino Cine Center De France* Filmhaus Kino Schikaneder Kino Top Kino GESAMT Fördersumme 20 000 � 40 000 � 65 137 � 15 000 � 20 000 � 12 500 � 20 000 � 192 637 * Das Projekt wurde im Jahr 2011 bereits von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit einer ersten Rate in Höhe von 25 000 Euro gefördert. Vienna Film Commission Das vierte Geschäftsjahr der Vienna Film Commission verlief überaus zufriedenstellend. Neben großen internationalen Produktionen, wie„The Best Offer“ von Guiseppe Tornatore oder „Paganini“ mit Star-Geiger David Garrett, waren es weit über 300 Kino- und TV-Spielfilme, Kurz- und Dokumentarfilme, Dokumentationen, Werbungen und Musikvideos, die 2012 mit Unterstützung der Vienna Film Commission in Wien realisiert wurden. Der Schwerpunkt der Arbeit war die Betreuung von Dreharbeiten vor Ort, ergänzt um die Bewerbung des Filmstandortes Wien durch die Teilnahme an den Filmmärkten der großen internationalen Filmfestivals und an weltweiten Branchenveranstaltungen. Ein herausragendes Ereignis des vergangenen Jahres war die Premiere der österreichisch-englisch-brasilianischen Koproduktion„360“ des brasilianischen Regisseurs Fernando Meirelles mit Anthony Hopkins, Jude Law und Rachel Weisz, bei der die Arbeit der Vienna Film Commission große Bestätigung fand. Regisseur Meirelles betonte nicht nur bei der Premiere in Wien, sondern auch in zahlreichen Interviews wie unkompliziert und flexibel im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten die Dreharbeiten in Wien abliefen: We got all the help we needed. We closed streets. We got all the permits we needed. It was just very, very easy to shoot here. I really recommend it. Instead of going to Paris. Paris is a nightmare. Die Wertschätzung und das explizite Lob des mehrfach für den Oscar und Golden Globe nominierten Meirelles ist der Vienna Film Commission Ansporn und Auftrag für ihre Arbeit im Jahr 2013. 68 Filmfonds Wien• Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Aktivitäten in Wien Wie in den drei Jahren zuvor lag auch 2012 der Schwerpunkt der Tätigkeit der Vienna Film Commission in der Rundumbetreuung von Dreharbeiten in der Stadt. Sämtliche Drehansuchen im Zuständigkeitsbereich des Wiener Magistrats liefen auch im vergangenen Jahr über die Vienna Film Commission: Nach Prüfung des Ansuchens und Feststellung der zuständigen Magistratsabteilung, erhielten sowohl die AntragstellerInnen als auch die verantwortliche Dienststelle des Magistrats ein Empfehlungsschreiben der Vienna Film Commission, die Dreharbeiten im Sinne der Vienna Film Commission zu unterstützen. Empfehlungsschreiben wurden auf Wunsch auch für Motive ausgestellt, die dem Bund oder privaten Eignern gehören. FinanzierungspartnerInnen Kulturabteilung der Stadt Wien, Filmfonds Wien, Wien Tourismus, Wirtschaftskammer Wien, Wirtschaftsagentur Wien KooperationspartnerInnen Die Magistratsabteilungen der Stadt Wien sind die wichtigsten Kooperationspartnerinnen der Vienna Film Commission. Fortlaufende, intensive Gespräche zwischen der Vienna Film Commission und den zuständigen BeamtInnen und Vertragbediensteten auf allen Ebenen bilden die Grundlage einer positiven Zusammenarbeit. Detailgespräche und Ortsverhandlungen finden permanent mit der MA 46 statt, der wichtigsten und engsten Kooperationspartnerin der Vienna Film Commission. Die MA 46 stellt im Rahmen ihrer Zuständigkeit(Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) Drehgenehmigungen für Straßen und öffentliche Plätze aus, genehmigt u. a. Halteverbote und Straßensperren. Die Zusammenarbeit mit der„Filmabteilung“ der MA 46 verlief auch im Jahr 2012 überaus positiv. Ebenso mit der in strittigen Fällen zuständigen Stadtbaudirektion. Des Weiteren fand ein regelmäßiger Austausch mit den Magistratsabteilungen 34, 6 und 51 sowie mit der Rathausverwaltung statt. Vergleich Bewilligungen und Ortsverhandlungen – MA 46 Bewilligungen Vienna Film Commission � 69 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ortsverhandlungen � Im Frühjahr 2012 hat die Vienna Film Commission die 2011 aufgenommenen Gespräche mit der MA 46 und der VÖAP(Vereinigung der Österreichischen Aufnahmeleiter und-leiterinnen) weiter koordiniert. Insbesondere die Regelung für Halteverbote bei Dreharbeiten wurde dahingehend verändert, dass in Halteverbotszonen von einer Standard-Länge von 120 Metern maximal acht Produktions-PKWs parken dürfen. Angesuchte Motive nach Häufigkeit 1. Parkanlagen, Friedhof St. Marx(MA 42 – Wiener Stadtgärten) 2. Wiener Märkte, v. a. Naschmarkt(MA 59 – Marktamt) 3. Spitäler der Stadt Wien(Wiener Krankenanstaltenverbund – KAV) 4. Gemeindebauten(Wiener Wohnen) 5. Wälder, Wiesen(MA 49 – Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb) 6. Donauinsel(MA 45 – Wiener Gewässer) 7. Frei- und Hallenbäder(MA 44 – Wiener Bäder) 8. Schulen(MA 56 – Wiener Schulen) 9. Kanalisation(Wien Kanal) 10. Bibliothek(MA 9 – Wienbibliothek im Rathaus) Ortsverhandlungen, Ansuchen, Empfehlungsschreiben 2012 wurden insgesamt 325 Filmprojekte bei der Vienna Film Commission eingereicht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen leichten Rückgang von drei Prozent. Für die 325 Projekte wurden 455 Ansuchen um Drehgenehmigung an die zuständigen grundverwaltenden Dienststellen weitergeleitet und 441 Empfehlungsschreiben ausgestellt. Trotz der rückläufigen Gesamtzahl an Projekten gegenüber dem Vorjahr, ist die Zahl der Ansuchen im Jahr 2012 um 4,8 Prozent gestiegen. Die Zahl der von der Vienna Film Commission ausgestellten Empfehlungsschreiben ist um 8,3 Prozent gefallen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass für gesondert gestellte Ansuchen für ein Projekt ein zusammengefasstes Empfehlungsschreiben ausgestellt wird. MediatorInnentätigkeit/ Interventionen Im Tagesgeschäft ist die Vienna Film Commission sehr oft mit Anfragen konfrontiert, die ihren Einsatz als Mediatorin erfordern. Das betrifft sowohl Drehanfragen zu Immobilien der Stadt als auch des Bundes, von der Stadt Wien ausgelagerte Institutionen oder auch private Eigentümer. Die Zahl der Interventionen, die auf Bezirksebene erforderlich wurden, war 2012 weiter 70 Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 rückläufig. Der Grund dafür sind die kontinuierlich stattfindenden Kontakte der Vienna Film � Commission mit den 23 Bezirksvorstehungen. � Intensive Gespräche fanden 2012 insbesondere mit Wiener Wohnen, mit dem Flughafen � Schwechat und dem Krankenanstaltenverbund statt. � Gespräche wurden auch mit einzelnen amtsführenden StadträtInnen, bzw. deren Büros zum � gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustausch geführt. Das waren insbesondere das � Ressort für Verkehr, Stadtplanung, Klimaschutz und Energie sowie das Ressort für Wohnen, � Wohnbau und Stadterneuerung. Kontakte zu den Bezirksvorstehungen fanden sowohl über � die Ortsverhandlungen als auch über direkte Begegnungen mit den BezirksvorsteherInnen und � BezirksrätInnen statt. Gespräche mit der Bezirksvorstehung des sechsten Bezirks wurden auch � gemeinsam mit der MA 46 geführt. � Verteilung der Dreharbeiten nach Bezirken – MA 46 Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Anteil Prozent 21,56 10,15 8,09 6,56 5,93 4,22 4,13 4,13 3,95 3,50 3,41 3,32 3,23 3,05 2,96 2,34 2,07 1,62 Bezirk 1., Innere Stadt 2., Leopoldstadt 16., Ottakring � 3., Landstraße � 6., Mariahilf � 4., Wieden � 7., Neubau � 14., Penzing � 9., Alsergrund � 15., Rudolfsheim-Fünfhaus � 22., Donaustadt � 19., Döbling � 17., Hernals � 8., Josefstadt � 23., Liesing � 18., Währing � 10., Favoriten � 13., Hietzing � Vienna Film Commission � 71 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 19 1,35 5., Margareten � 20 1,26 11., Simmering � 21 1,17 12., Meidling � 21 1,17 21., Floridsdorf � 23 0,81 20., Brigittenau Zusammenarbeit mit unabhängigen Einrichtungen und ausgegliederten Institutionen der Stadt Wien Wiener Wohnen Aktuelle Dreharbeiten veranlassten die Vienna Film Commission mit Wiener Wohnen die Tarife für Dreharbeiten in Gemeindebauten neu zu verhandeln. Zu den bestehenden Tarifen sind nun kostengünstigere Wochen- und Monatstarife inklusive einer Staffelung für ein, zwei und drei Wochen, bzw. Monate hinzugekommen. Die neuen Tarife bedeuten erhebliche finanzielle Erleichterungen für die Produktionsfirmen. Krankenanstaltenverbund Durch die Schließung, bzw. Umbauarbeiten von Krankenhäusern wurde ein intensiver Austausch über die Verteilung von Dreharbeiten in den Krankenhäusern der Stadt Wien erforderlich. Wiener Linien Die Wiener Linien waren auch 2012 ein gefragter Schauplatz. 57 Filmprojekte haben an 62 Drehtagen ihre Motive in Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder einer Remise gefunden. 2012 bereits hat die Vienna Film Commission mit den WIENER LINIEN für studentische Filmprojekte eine grundsätzliche Ermäßigung von 30 Prozent der anfallenden Gebühren vereinbart, dies gilt auch für 2013. Andere Aktivitäten in Wien Stockholm versus Wien Konferenz Ein konstruktiver zweitägiger Erfahrungsaustausch über die Rahmenbedingungen von Dreharbeiten in den beiden Städten. Teilnehmer waren VertreterInnen der Stockholmer und der Wiener Stadtverwaltung, der Burghauptmannschaft Wien, des Wien Marketing, von Wien Tourismus, der Polizei Wien sowie die Film Commissionerin von Stockholm. Das Ergebnis der Konferenz: Die Kosten für Dreharbeiten in Wien bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen wie in Stockholm, allerdings sind die Bearbeitungszeiträume in der Wiener Stadtverwaltung deutlich kürzer. Branchen-Stammtische der Vienna Film Commission Themenschwerpunkte 2012 waren • Drehen im Zuständigkeitsbereich der Wiener Polizei(mit Mario Hejl Pressesprecher Innenministerium und Adina Mircioane, Pressesprecherin Polizei Wien) • Regeln, Tipps und Tricks für Dreharbeiten im Kanal(mit Vertretern von Wien Kanal) • Der korrekte(und damit schnellste) Weg zur Erlangung von Drehgenehmigungen und Halteverboten für Werbefilmproduktionen(in Zusammenarbeit mit der MA 46) • Regeln, Tipps und Tricks für Dreharbeiten mit der MA 48 – Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark 72 Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jurytätigkeiten Wiener Filmbeirat Die„kleine“ Wiener Filmförderung der Kulturabteilung der Stadt Wien tagt dreimal jährlich und vergibt eine Fördersumme von rund 210 000 Euro. Von Seiten der Vienna Film Commission wird bei der Vergabe der Fördergelder insbesondere darauf geachtet, dass die Dreharbeiten der geförderten Projekte nach Möglichkeit in Wien stattfinden. Content Award der Stadt Wien Der„Content Award“ ist der Wiener Medienpreis für ProduzentInnen von innovativem, digitalem Content, veranstaltet von der ZIT, der Technologieagentur der Stadt Wien. Er wendet sich an Medienschaffende in den Bereichen Games, Apps und Animation und wird in sieben Kategorien vergeben. Die Geschäftsführerin der Vienna Film Commission ist Jurymitglied in der Kategorie Fem Power. Vorträge und Präsentationen Einführung in das Regelwerk und Procedere für Dreharbeiten im Bereich der Stadtverwaltung und dem Wiener Stadtgebiet für Filmstudierende. Präsentation der Aufgaben und Aktivitäten der Vienna Film Commission. •Universität für Musik und Darstellende Kunst: Filmakademie Wien •Universität Wien: Institut für Theater, Film- und Medienwissenschaften •Fachhochschule des bfi Wien: Film-, TV- und Medien-Produktion •Informationsveranstaltung der Vienna Film Commission für die österreichischen Wirtschaftsdelegierten in Ungarn, Slowenien, Slowakei, Polen, Tschechien und Lettland •Empfang des chinesischen Vize-Kulturministers und seiner Delegation in„neu marx“ Unterstützung von filmpolitischen Aktivitäten in der Stadt Wien •Kooperation mit dem Wiener Filmmusikpreis, dem Internationalen Filmmusik Symposium der Musikuniversität und dem österreichischen KomponistInnenbund, Teilnahme am Podium des Austrian Film Music Day des Verbands der österreichischen Filmmusikkomponisten •„Hollywood in Vienna“ und Musikgala im Konzerthaus •Kooperation mit dem Verein der Freunde der Filmakademie Wien •Unterstützung der Initiative„Eine Stadt, ein Film“, bei der in 14 Wiener Kinos „Die seltsame Entführung der Elfriede Ott“ gratis gezeigt wurde. Locationtouren Die Locationtouren wurden individuell zusammengestellt, RegisseurInnen und ProduzentInnen erhielten als Followup ein Booklet mit der Tour. •US-Regisseur und Oscar-Preisträger Ron Howard(Apollo 11, The Da Vinci Code, A beautiful Mind, Frost-Nixon u. a.) und Second Unit-Director Todd Hallowell für das Spielfilmprojekt „Rush“ über die Formel-I-Legenden Niki Lauda und James Hunt nach einem Drehbuch von Peter Morgan. Gefragt waren Blicke auf die Stadt, Straßenmotive, Bankgebäude und ein Standesamt, alles im Look der 70er-Jahre. •„Die Mamba“ mit Michael Niavarani in der Hauptrolle, mit den Produzenten Erich Schindlecker, Markus Pauser sowie Drehbuchautor und Regisseur Ali Samadi Ahadi: Gesuchte Motive waren die Spanische Hofreitschule, der Tiergarten Schönbrunn und Straßen und Plätze der Innenstadt. •Locationtour für A Beautiful Affair, eine philippinische TV-Soap, ausgestrahlt auf dem philippinischen TV-Sender ABS-CBN Channel 2. Vienna Film Commission � 73 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 •Regisseur Michael Madsen für sein Dokumentarfilmprojekt über das in Wien stationierte UN-Büro für außerirdische BesucherInnen. •Terra Film und Mazel Production für das Spielfilmprojekt„The Young Perez“. •Locationtour für die Gäste von VIS Vienna Independent Shorts, internationale RegisseurInnen und ProduzentInnen. •Motion Pictures Association, Locationtour durch Wien anlässlich des weltweiten Jahrestreffens der Vereinigung. •Regisseur Peter Medak und Drehbuchautor Jacob Sager Weinstein, Milk& Honey Productions für ein geplantes Spielfilmprojekt über Theodor Herzl. •Stargäste von„Hollywood in Vienna“, Dokumentarfilmer Nick Redman und Filmkomponist und Dirigent David Newman. •Gäste der 50. Viennale: Die RegisseurInnen Bob Byington, Dominga Sotomayor, Andres Duque, Mike Ott, David Fenster, Verena Paravel, Rudolf Thome und Ying Liang. •US-Locationscout Bill Bowling. •Ali Adlihan, Director General for Cinema, Ministry of Culture and Tourism Turkey. Internationale Auszeichnungen für das Showreel ON LOCATION VIENNA – Interiors •ITB Berlin: Erster Preis in der Kategorie Economy •Erster Preis beim Festival Tourfilm Riga in der Kategorie Commercial Tourism •US International Film& Video Festival, Los Angeles(USA): Certificate for Creative Excellence in der Kategorie Tourism Films •Drei Auszeichnungen beim Tourfilm Festival Zagreb: 1. Preis für best documentary up to 60 minutes, Spezialpreis für beste Regie(The Licitar Heart Medal for the best director), Spezialpreis für beste Musik(The Licitar Heart Medal for the best musical score) •Special Festival Award in Travel Video Section bei Document.Art, International Film Festival on Art, Ecology and Tourism(Bukarest, Rumänien) im September 2012 •Grand Prix CIFFT(International Commitee of Tourism Filmfestivals) Aktivitäten im Inland Filmbranchenkontaktpflege Austausch, Gespräche und Netzwerken mit der Filmbranche sind integrale Bestandteile der Arbeit der Vienna Film Commission. Die Kontakte zu den VertreterInnen der einzelnen Verbände, vor allem dem Verband der österreichischen FilmausstatterInnen, zur Vereinigung österreichischer AufnahmeleiterInnen und ProduktionskoordinatorInnen(VÖAP), zu VerleiherInnen, BühnenbauerInnen, sowie den ProduzentInnen werden laufend und intensiv gepflegt, ebenso die Kontakte zu den Förderstellen. Die Vienna Film Commission hat an allen relevanten Veranstaltungen der Wiener und österreichweiten Film- und TV-Förderinstitutionen teilgenommen: Filmfonds Wien, Filmabteilung der Kulturabteilung der Stadt Wien, Österreichisches Filminstitut(ÖFI), Fernsehfonds Austria, Wirtschaftkammer Wien/ Sparte Industrie sowie ORF. Ebenso an allen relevanten Filmfestivals: Viennale, Tricky Women, VIS Vienna Independent Shorts, Kinderfilmfestival und This Human World. Aktivitäten im Ausland AUSTRIAN Film Commissions& Funds(AFC&F) Auf Initiative und Betreiben der Vienna Film Commission haben sich bereits 2010 die regionalen österreichischen Film Commissions zusammengeschlossen, um das Filmland Österreich in einem gemeinsamen, starken Auftritt im Ausland zu präsentieren. Partner waren 2012 neben der Vienna Film Commission die Cine Tirol Filmcommission, Cinestyria Filmcommission, 74 Vienna Film Commission � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Location Austria, FISA, die Kulturabteilung des Landes Niederösterreich und Filmlocation Salzburg. Die Vienna Film Commission war auch 2012 – neben der Cine Tirol – die treibende Kraft hinter der Initiative, und hat sowohl die Organisation der Veranstaltung bei der Berlinale wie auch die Organisation des Standes in Cannes übernommen. 62. Internationale Filmfestspiele Berlin – Berlinale 2012 Mehr als 600 Personen, darunter viele Prominente aus allen Bereichen der Filmbranche, waren Gäste auf dem Österreich-Empfang der AFC&F im Club 40seconds an der Potsdamer Strasse. Das Get-Together für internationale und österreichische ProduzentenInnen, RegisseurInnen, SchauspielerInnen, KäuferInnen, VerkäuferInnen u. a. rückte in beeindruckender Weise das Filmland Österreich in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. 65. Internationale Filmfestspiele von Cannes Teilnahme am Filmmarkt unter der Dachmarke AFC&F im Village Pantiero. Das Standdesign wurde nach einer Ausschreibung in einem Wettbewerb unter österreichischen AusstatterInnen vollkommen neu überarbeitet. Aktive Bewerbung des Standortes Wien und Kontaktaufnahme zu internationalen Produzenten sowie Locationscouts und MarktbeobachterInnen. Erfolgreiche Akquirierung von SponsorInnen durch die Vienna Film Commission für den gemeinsamen Auftritt des Filmlandes Österreich. Die Vienna Film Commission hat zudem die Verantwortung für die organisatorische Planung und Durchführung vor Ort übernommen. Der Stand erwies sich als stark frequentierter und intensiv genutzter Anlaufplatz und Treffpunkt für österreichische und internationale ProduzentInnen, VerleiherInnen, Filmförderinstitutionen, KinobetreiberInnen, RegisseurInnen sowie deren internationale GesprächspartnerInnen. Unterstützt wurde von der Vienna Film Commission die Premiere von Ulrich Seidls„Paradies: Liebe“. An den Branchenveranstaltungen von European Film Commission Network(EUFCN) und Association of Film Commissioners International(AFCI) wurde teilgenommen. AFCI Locations Show, Los Angeles Die Vienna Film Commission präsentierte sich im Congress Center von Los Angeles an einem gemeinsamen Stand mit Cine Tirol. Intensiver Austausch mit der Palm Springs Film Commission insbesondere zu Werbefilmproduktionen, Begegnungen mit österreichischen und internationalen BranchenvertreterInnen, Locationscouts und FilmkritikerInnen in Los Angeles. Networking-Dinner bei Österreichs Generalkonsulin Dr.in Karin Proidl. Teilnahme an den Veranstaltungen der Association of Film Commissioners International. MIPCOM, Cannes Teilnahme an der TV-Messe MIPCOM in Cannes unter der Dachmarke AFC&F am Stand der Film Austria und des ORF und am Empfang von ORF und Film Austria. Busan International Film Festival/ Asian Film Market Teilnahme am Asian Film Market(BIFCOM) des Filmfestivals von Busan/ Südkorea mit einem gemeinsamen Stand mit Cine Tirol. Web und Social Media www.viennafilmcommission.at Die Website wurde im vergangenen Jahr wiederum um einige Detailseiten erweitert und fortlaufend optimiert. Die Reihe„Motiv des Monats“ wurde ebenfalls weiter fortgeführt. Vienna Film Commission � 75 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Datenbank Die Location- und Branchendatenbank der Vienna Film Commission wurde 2012 beständig erweitert und aktualisiert. Der Schwerpunkt der Motivdatenbank lag im vergangenen Jahr auf einer breiteren Auffächerung der Kategorien. 20 von den derzeit 141 Kategorien sind 2012 hinzugekommen: Autoterminal, Biodieselgasanlage, Boxclub, Erholungsgebiet, Getreidespeicher, Gewächshaus, Glasbau, Halle, Innenhof, Kraftwerk, Müllverbrennungsanlage, Palmenhaus, Schilift, Schipiste, Skatepark, Steg, Tanklager, Therme, Turm, Viadukt. Registrierungen in den Datenbanken(Stand 31. Dezember 2012): Motivdatenbank: 1 818(1 152 im Jahr 2011) Branchendatenbank: 969(764 im Jahr 2011) Social Media Facebook war auch 2012 ein herausragendes Marketing- und Informationstool der Vienna Film Commission. Das Social Web wird in erster Linie zur fortlaufenden Bewerbung der eigenen Aktivitäten sowie von in Wien gedrehten Filmen, Casting-Terminen, Hinweisen zu Premieren, TV-Ausstrahlungsterminen u. a. genutzt. 1 700 Fans hat die Vienna Film Commission. Neue Medien Künstlerische Arbeit ist immer das Hinterfragen des Vorhandenen, Adaptierung des Neuen und dessen Zusammenführung in neuen Bedeutungsebenen. In der Medienkunst geht es vor allem darum, neue Technologien umzudeuten, zweckzuentfremden und neu zu positionieren. Das Motto des Festivals„paraflows“ war im Jahr 2012„Reverse Engineering“: das Freilegen und Sichtbarmachen von unsichtbaren Bauteilen unserer technischen Hilfsmittel und deren künstlerischer Dekonstruktion. In allen bei„paraflows“ gezeigten Positionen hinterfragten die KünstlerInnen deshalb die Quellcodes unserer scheinbar technisch sicheren Realität und legten diese in ihren Arbeiten offen. Diese Visualisierung von Nicht-Sichtbarem war auch das Credo vieler weiterer Projekte: Das Festival„Sound:Frame“ z. B. widmete sich der Vernetzung von Musik und Video, die wunderbare Veranstaltungsreihe„Art Visuals&Poetry“ visualisierte in performativen Installationen oft sehr humorvoll klassische und zeitgenössische Literatur. Auch die Klangkunst war ein wichtiger Teil der Förderung 2012: So wurde die„Klangtopographie der Heimat“ vermessen, mittels„Desert Sound“ der verlassene Klang gesucht und in einem anderen Projekt der„goldene“ Klang gefunden. Aktivitäten der Gaming Culture, Datenschutzbewegung, Medientheorie und der technischen und ästhetischen Do-it-yourself(DIY)-Bewegung rundeten diesen vielfältigen und im künstlerischen Anspruch doch homogenen Reigen 2012 ab. Stadtteilkultur und Interkulturalität Im Bereich Stadtteilkultur und Interkulturalität wurden Jahresprogramme oder Einzelprojekte von insgesamt 280 Institutionen gefördert. Für große Förderbeträge können exemplarisch folgende Vereine angeführt werden: Aktionsradius Wien – Verein zur Förderung von Stadtkultur und kultureller Stadtentwicklung, Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen, Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk, Kulturverein österreichischer Roma – Dokumentations- und Informationszentrum, Popfest Wien – Verein zur Förderung& Verbreitung von innovativer, zeitgenössischer Popmusik und Verband österreichischer gewerkschaftlicher Bildung. 76 Vienna Film Commission• Neue Medien• Stadtteilkultur und Interkulturalität � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Besonders hervorzuheben sind das Stadtforum(Kommunalpolitische Vereinigung für den städtischen Raum), der Verein Stadtimpuls, der Verein Wiener Stadtfeste, der Verein zur Förderung der Stadtbenutzung und das Wiener Kulturservice. Der letztgenannte Verein ist unter anderem Veranstalter des Donauinselfestes. Der Verein zur Förderung der Stadtbenutzung hat im Jahr 2012 erstmals die Veranstaltungsreihe Wien-Woche durchgeführt. Mit einem bescheideneren budgetären Rahmen hat beispielsweise der Verein„Passion Artists – Kulturverein zur Förderung von KünstlerInnen und MusikerInnen“ ein umfangreiches Jahresprogramm auf die Beine gestellt. Der Verein bietet eine Plattform für internationale Talente und interessante Programme mit sowohl klassischer als auch Ethnomusik. Ein vielfältiges Jahresprogramm mit mehreren Konzerten, einer Buchpräsentation, einer Filmvorführung samt Diskussionsrunde, einer Ausstellung, einem Gastspiel des Theaters aus ód und einem Adventfest wurde auch von der„Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft“ realisiert. Mit einer Veranstaltung zum internationalen Frauentag, einer Theateraufführung, einem Kultur- und Solidaritätsabend sowie den Projekten„Volkslieder und wir“,„Stimme der Anatolie“ und„Fest des Friedens und der Freundschaft“ hat der Verein„Muhabbet – Freundschaftliche Unterhaltung, Kulturverein Integration Dialog“ seinen Beitrag zu einem veranstaltungsreichen Jahr 2012 geleistet. Der Verein„Mala/Bone Dersim. Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Erforschung der Kultur, Natur und Sprache von Dersim“ organisierte neben einem Konzert mit CD-Präsentation von Sakina Teyna auch ein Benefizkonzert zugunsten der Erdbebenopfer in Wan. Die bedeutsamen Projekte„Harri Stojka und Symphonie der Hoffnung“ sowie„Baranka-ParkGedenkveranstaltung“ wurden erfolgreich vom Verein„Gipsy-Music association“ durchgeführt. Mit zwei großartigen Konzertzyklen hat der Verein„Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien“ sein Publikum begeistert und der„Verein für Immigranten aus Kurdistan“ rief eine kurdische Buchmesse ins Leben.„Teatr AA Vademecum Kulturverein“ hat einen latino-dominikanischen Abend, einen afrikanischen Abend, einen griechischen Abend und ein Konzert der „Freaky Urban Troopers“ veranstaltet. Die„Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen“ hat den traditionellen„Tag der Wiener Bezirksmuseen“ unter dem Motto„Wiener Märkte“ durchgeführt.„DAVIS LIVE MUSIC – Verein zur Unterstützung von Nachwuchs-KünstlerInnen“ organisierte die so genannte„Big Band Woche“. Mit Kirtagen lockten die Vereine„Hernalser Kulturkreis“ und„Ottakringer Kulturfreunde“ viele BesucherInnen an. Sommerspiele in Floridsdorf wurden vom„Theaterverein Die Satyriker“ dargeboten. Den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern Wiens sowie allen, die an der jüdischen Kultur interessiert sind, wurde mit den„jüdischen Kulturwochen“ von der„Israelitischen Kultusgemeinde Wien“ ein reichhaltiges Programm geboten. Die„Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental“ konnte mit dem„28. internationalen Franz-Schubert-Chorwettbewerb“ und den„SchubertFestwochen“ ein großes Publikum gewinnen. Das Interkult-Theater„Wiener Art Schrammeln“ hat seinen Gästen mit der Veranstaltung„Schrammelexoten“ ungewohnte Musikstile nähergebracht. Veranstaltungen Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. Stadtteilkultur und Interkulturalität• Veranstaltungen � 77 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Einen Höhepunkt stellte das„33. Österreichische Blasmusikfest“ dar, an dem insgesamt 25 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern, aus Italien und Liechtenstein teilgenommen haben. Beim Wiener Landesblasmusikfest„Faszination Blasmusik“ in der Bank Austria Halle – Gasometer präsentierten sich verschiedene Musikkapellen des Wiener Blasmusikverbandes und zeigten die Vielfalt der Blasmusik mit Konzerten, Tanz- und Showprogrammen. Im November 2012 war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die„46. Wiener-Walzer-Konkurrenz“ und die „Austrian Open Vienna 2012“. Großen Publikumszuspruch fand wieder das„Internationale Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insgesamt 83 Chöre aus Österreich, Botswana, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kroatien, den Niederlanden, Rumänien, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn und Weißrussland auf. Ehrungen Durch Ehrungen der Stadt Wien wurden KünstlerInnen und WissenschafterInnen für herausragende Leistungen gewürdigt. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. Auslandskultur Das österreichisch-bulgarische Ausstellungsprojekt„COMMON HISTORY AND ITS PRIVATE STORIES. Geschichte und Geschichten” wurde, nach der Vorstellung im Wiener MUSA, vom 13. März bis 15. April vor zahlreichem, interessierten Publikum in der Sofia Art Gallery in Sofia präsentiert. Die Stadt Lemberg stellte sich im April im Rahmen einer„Tournee durch Europa“ mit Pressegesprächen, Vorträgen und Diskussionen sowie Musik und einem Open-Air-Theater im Wiener MuseumsQuartier als Kulturhauptstadt, Wirtschaftsstandort und Euro-Austragungsort vor. Nach den gelungenen Wiener Kulturtagen in Ashgabat/ Turkmenistan im Jahr 2010 präsentierte sich Turkmenistan im Mai 2012 durch Auftritte von 50 KünstlerInnen und Filmvorführungen in Wien. Die Anerkennung der Republik Vietnam durch die Republik Österreich, noch vor der Anerkennung durch die Vereinten Nationen, jährte sich 2012 zum vierzigsten mal. Zum Auftakt brachte die Vietnamesische Botschaft das traditionelle Wasserpuppentheater mit großem Erfolg ins Wiener Palais Kabelwerk. Der Höhepunkt der Feiern zum 40-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen wurde von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer im Wiener Konzerthaus vor dem diplomatischen Corps und großem Publikum mit dem„Royal Court Music Orchestra“ und zwei Modeschauen der Designer La Hong und Si Huang eröffnet. Helfen konnte die Kulturabteilung bei der Herausgabe des Buches„Dimitris Manikas, Beiträge zur Baukunst 1968–2006“ auf Griechisch, das Anfang 2012 im Benaki Museum in Athen präsentiert wurde. Mit Unterstützung der Kulturabteilung konnte Walter Arlen, einer der letzten noch lebenden Komponisten, denen die Flucht aus Wien vor den Nationalsozialisten glückte, im Rahmen der Gendenkmatinée Novemberpogrome im Wiener Volkstheater im November seine kurz davor erschienene CD vorstellen und seinen Vorlass an Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny übergeben. 78 Veranstaltungen• Ehrungen• Auslandskultur KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wissenschaft Wissenschaft und Forschung sind in den letzten 25 Jahren aus der Peripherie in das Zentrum gesellschaftlichen Interesses gerückt. Sie sind über ihre interessanten Fragestellungen, über ihre Leistungsstärke, Professionalität und Effizienz so spannend wie noch nie. Molekularbiologie, Quantenphysik und Kognitionsforschung stellen neue Fragen zum Universum, zum Leben, zu den Erkenntnispotenzialen und ihren Möglichkeiten. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, dass Wissenschaft und Forschung rasch Sachverhalte ergründen und Lösungen für Probleme erarbeiten kann. Der Weg zwischen Grundlagenforschung und Anwendung ist viel kürzer geworden. Es ist daher sehr gut nachvollziehbar, wieso Wissenschaft und Forschung wichtige Handlungsfelder von Verwaltung und Politik geworden sind. Die Hoffnungen auf gedeihliche soziale, ökologische, wirtschaftliche Entwicklungen gründen sich auf den Schlüsselbegriff Innovation. Forschung hat eine Wende in Richtung Innovation vollzogen. Die Naturwissenschaften, die per se einen stärkeren Gestaltungsbezug haben(„Natur“ ist ein ununterbrochener Gestaltungsprozess), bereiten zunehmend häufiger neue Anwendungen vor. Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften reflektieren„die Welt“, wie sie sich unter dem Einfluss von Verwissenschaftlichung und Technologisierung verändert. Sie schaffen Übersicht, Orientierung, eine Art Bilanzierung der„Gewinne“ und„Verluste“, jedenfalls eine kritische Perspektive auf die Gegenwart. Kritische Selbstreflexion des eigenen Tuns ist in beiden„Wissenschaftsreichen“, in den Natur- und in den Kulturwissenschaften, der Angelpunkt. Das Engagement der Stadt Wien für die wissenschaftlichen Institutionen, für den Wissenschaftsstandort, für die Universitäten und die Studentinnen und Studenten ist eine Erfolgsgeschichte. Der erste Platz in den Rankings für die„Stadt mit der höchsten Lebensqualität“ und jener für die Auszeichnung der führenden Innovationsstadt(Platz 1 in Europa) sind wesentlich auch als Ergebnis des erfolgreichen Wissenschaftsengagements der Stadt zu deuten. Die Stadtverwaltung und ihre Technologien haben„best practices“ entwickelt, die auf der gleichermaßen dichten und effizienten Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen des Magistrats und wissenschaftlichen Einrichtungen basieren. Die Universitäten sind kongeniale Partner in allen Fragen der Stadtentwicklung und der Urbanität. Die Hauptleistung der Stadt für den Wissenschaftsstandort bezieht sich auf die Förderung des außeruniversitären Forschungssektors, aber auch auf innovationsträchtige Forschungsfelder, die die Förderungslandschaft an wichtigen Stellen ergänzen und komplettieren. Priorität für die Stadt hat die Unterstützung von Exzellenzfeldern gemäß dem Grundsatz, dass die höchste Erfolgsquote in der Forschungsförderung erzielt wird, wenn„Stärken gestärkt“ werden. Ein weiterer Schwerpunkt der städtischen Forschungsförderung liegt im Bereich der Förderung ausgezeichnet qualifizierter junger WissenschafterInnen: Es ist eine wichtige Zielsetzung, exzellente junge ForscherInnen in der Wissenschaft zu halten. Ein breites Spektrum von Stipendien, Talenta-Preisen, Junior Research Groups tragen dazu bei, dass die Basis junger Spitzenforschung in Wien so breit wie möglich ist. Eine wichtige Aufgabe der städtischen Wissenschaftsförderung ist schließlich die Etablierung einer wissenschafts- und innovationsfreundlichen Haltung in der BürgerInnenschaft. Es geht um die Gestaltung und Akzentuierung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wissenschaft � 79 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Öffentlichkeit, um die Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen, die das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Wissenschaft vergrößern. Informierte Bürgerinnen und Bürger haben die Fähigkeit, qualifiziert und sachlich Entscheidungen zu treffen und das gesellschaftliche Geschehen in Richtung einer qualitätvollen partizipativen Demokratie zu entwickeln. Das„Flaggschiff“ der Wissenschaftsvermittlungsarbeit sind die Wiener Vorlesungen, die im Berichtszeitraum ihr 25-jähriges Bestehen feierten, und deren Wirksamkeit durch Medienkooperationen ständig verstärkt wird. Förderungen großer Forschungsgesellschaften(u. a.) • Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) • Architekturzentrum Wien(Az W) • Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LGB) • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) • Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) • Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) • Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Studien(VWI) Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) � Die Kommissionen und Institute der ÖAW führten mit Hilfe der Stadt Wien insgesamt 28 Forschungsprojekte durch. � Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation • Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 • Journalistische Autobiographien und Erinnerungen – Versuch einer Dokumentation einer vernachlässigten Quellenkategorie • Das Schicksal der in Wien verbliebenen jüdischen Ärzte von 1938 bis 1945 und die Versorgung ihrer jüdischen Patienten Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie • Wien& Moskau – Klassiker der Weltliteratur – Elfriede Jelinek& Vladimir G. Sorokin • Von den Druckfahnen in Jerusalem zum Textbuch nach Wien: Editionsprojekt zur „Dritten Walpurgisnacht“ von Karl Kraus Kommission für Musikforschung • Neue Schubert-Ausgabe • Demos – Daten zur Erforschung der Musik in Österreich • Kommentierter Wiener Theaterspielplan von circa 1720 bis circa 1748/52 – die Produktionen des Wiener Hofes • Anton Webern und seine Beziehungen zur Radio-Verkehrs-Aktien-Gesellschaft(RAVAG) Institut für Mittelalterforschung • Edition der Inschriften der Stadt Wien Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte • Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien • Bruchlinien und Kontinuitäten. Die ÖAW im 20. Jahrhundert(1918–1934–1938) – Fortsetzungsprojekt • Ernst Mach Forum – Wissenschaften im Dialog • Wiener Wittgenstein Ausgabe 80 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 • Das Wiener Kärntnertortheater in der Zeit von 1728–1748: Vom städtisch-bürgerlichen Schauspielhaus zum höfischen Opernbetrieb • Musik und Antisemitismus. Carl Goldmark(1830–1915): Leben und Rezeption Institut für Europäisches Schadenersatzrecht • 11 th Annual Conference on European Tort Law, 12. bis 14. April 2012, Vienna Institut für Sozialanthropologie • Donaustrand& Korallenriff: Impulse, Innovationen und Wechselbeziehungen Wien/ Malé Institut für Demographie • Determinants of Unusual and Differential Longevity, Konferenz, 21. bis 23. November 2012, Wien Kommission für Kunstgeschichte • Wiener Hofburg(3D-Rekonstruktion) Geowissenschaftliches Zentrum • Geowissenschaften in den Wiener Schulen: Eine vergleichende Untersuchung Historische Kommission • Österreich im Kalten Krieg 1955–1989/91 Prof. Dr. Leopold Rosenmayr •„Langzeitpotenzierung“ aus soziologischer Sicht.(verschiedene Formen von Gedächtnisverarbeitung zu schriftlichen„Erinnerungen“ und Deutungen) • Annäherung an Afrika Prof. Dr. Martin Seger • Österreich – Vermessung der Landschaft. Raum und Gesellschaft. Porträts der Regionen Prof. Dr. Hans-Dieter Klein • Ludwig Wittgensteins Beziehung zu Sigmund Freud und zur Psychoanalyse: eine neue Betrachtung Architekturzentrum Wien(Az W) 2013 feiert das Az W sein 20-jähriges Bestehen. Rund 400 interessante Sammlungsobjekte werden mit der Sonderausstellung„Das Gold des Az W. Die Sammlung“ von 21. März bis 22. Juli ins Rampenlicht gerückt. Mit dem 2012 erfolgreich abgeschlossenen„Architektenlexikon Wien 1880–1945“ liegt erstmals online ein Architektenlexikon für einen der bedeutendsten Zeiträume der Wiener Baugeschichte vor, das biographische, architekturästhetische,-theoretische und-geschichtliche, städtebauliche sowie stilkritische Kriterien berücksichtigt. Das Folgeprojekt„Wiener Architekten-Lexikon: 1770–1880“ wird bis 2013 fertiggestellt sein. Die Bearbeitung des NS-Archivs von Klaus Steiner wurde mit der Forschungsarbeit„Bauen im Nationalsozialismus am Beispiel Wien“ erfolgreich beendet und in die Sammlungsdatenbank integriert. Das gesamte Archivmaterial zur Wiener Architekturgeschichte im Nationalsozialismus ist somit öffentlich zugänglich. An Vor- und Nachlässen gab es 2012 Neuzugänge von Hans Jaksch, Franz Kiener, Karl Mang, Rainer Pirker, Anton Potyka, Siegfried Theiss und Gunther Wawrik. Der Bibliotheksbestand konnte 2012 mit 1 945 Schenkungen und 107 Schriftentauschexemplaren bereichert werden. Wissenschaft � 81 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LGB) Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist eine außeruniversitäre Trägerorganisation, die auf Exzellenz basierende Forschungsinstitute(LBI) und Cluster im Bereich der Humanmedizin/ Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften betreibt. Besonderheiten der LBG sind die starke Inter- und Transdisziplinarität, die Bottom-up-Generierung und Besetzung wichtiger und aktueller Forschungsthemen, sowie ein modernes Partnerschaftsmodell, welches akademische und anwendende PartnerInnen in das Forschungsprogramm einbindet und so translationale Forschung initiiert. 2012 zählte die LBG 20 LBI und 5 Cluster mit rund 380 MitarbeiterInnen. • LBI für Altersforschung • LBI für angewandte Gerontologie • LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie • LBI für COPD und Pneumologische Epidemiologie • LBI für Elektrostimulation und Physikalische Rehabilitation • LBI für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit • LBI für Experimentelle und Klinische Traumatologie • LBI für Geschichte und Theorie der Biographie • LBI Health Promotion Research • LBI Health Technology Assessment • LBI für Klinisch-Forensische Bildgebung • LBI für Krebsforschung • LBI für Lungengefäßforschung • LBI für Menschenrechte • LBI für Neulateinische Studien • LBI für Operative Laparoskopie • LBI für Osteologie • LBI für Retinologie und Biomikroskopische Laserchirurgie • LBI für Sozialpsychiatrie • LBI für Translationale Herzinsuffizienzforschung • LB Cluster Geschichte • LB Cluster Kardiovaskuläre Forschung • LB Cluster Oncology • LB Cluster Rheumatologie, Balneologie und Rehabilitation • LB Cluster Translational Oncology Ergebnisse des mehrjährigen internationalen Forschungsprojekts„Der Wiener Gipfel 1961: Kennedy – Chruschtschow“, durchgeführt vom LBI für Kriegsfolgenforschung, wurden durch mehrere umfangreiche Publikationen auf Deutsch und Russisch sowie auf internationalen Konferenzen der Öffentlichkeit präsentiert. 2012 wurde zudem ein Beitragsband auf Englisch vorbereitet, der an der Harvard University publiziert werden soll. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) 2012 wurden die Endergebnisse des Projekts„Namentliche Erfassung der österreichischen Opfer politischer Verfolgung 1938–1945“ zusammengeführt und für die Veröffentlichung auf der Website des DÖW vorbereitet, an deren Neugestaltung intensiv gearbeitet wurde. Im Rahmen des Projekts„Betroffene der NS-Medizin in der früheren Anstalt ,Am Steinhof‘ – Opfer und Überlebende“ wurde in einer ersten Phase die Frage nach sterblichen Überresten von Opfern der„dezentralen Euthanasie“ in der Wiener Anstalt geklärt – sie wurden im Mai 2012 am Wiener Zentralfriedhof bestattet. Die Lebensgeschichten von Überlebenden der „Kindereuthanasie“-Anstalt„Am Spiegelgrund“ wurden auf Video aufgezeichnet und sind seit Mai 2012 auszugsweise in der Ausstellung der Gedenkstätte Steinhof und auf www.gedenkstaettesteinhof.at zugänglich. Die neu gestaltete Gedenkstätte thematisierte das DÖW82 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jahrbuch. Beiträge zu den Themen Holocaust, Widerstand, Entnazifizierung, Entschädigung und„Wiedergutmachung“ nach 1945, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Erinnerungspolitik versammelt der Band„Forschungen zum Nationalsozialismus und dessen Nachwirkungen in Österreich. Festschrift für Brigitte Bailer“. Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) Das FIWI ist eine international bekannte Einrichtung, die sich sowohl der Grundlagenforschung widmet, als auch der Umsetzung von Forschungsergebnissen in praktische Maßnahmen, mit dem Ziel, gesunde Wildtierbestände auch in unserer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft zu erhalten. Die Stadt Wien unterstützt die wissenschaftliche Arbeit des FIWI mit der Bereitstellung der Liegenschaften des FIWI und als Förderin in der Gesellschaft zur Förderung des FIWI. Von besonderem Interesse für die Stadt Wien ist der veterinärmedizinische Bereich des FIWI. Etwa drei Viertel aller in den letzten beiden Dekaden neu entdeckten, bzw. neu auftretenden Krankheiten haben ein Wildtierreservoir. Selbst scheinbar erfolgreich bekämpfte Krankheiten, wie die Tuberkulose, flammen derzeit wieder auf. Das FIWI erarbeitet mit verschiedenen Partnern, wie z. B. dem Bundesministerium für Gesundheit, wildartspezifische und effektive Bekämpfungsstrategien. Einen speziellen Wienbezug hat dieses Tätigkeitsfeld u. a. durch das Monitoring zur Prävalenz von Krankheitserregern im Einzugsgebiet der Wiener Hochquellen und den Nachweis von Antibiotikaresistenzen in verschiedenen Wildtierpopulationen im Wiener Raum. Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) Das IWM setzte seine multidisziplinären Forschungsaktivitäten im Rahmen ihrer sechs Schwerpunkte fort: Ursachen von Ungleichheit, Religion und Säkularismus, Die Zukunft der Demokratie, Vereintes Europa – Geteilte Geschichte, Kulturen und Institutionen in Mittel- und Osteuropa, sowie Das philosophische Werk Jan Pato kas. Die IWM Lectures in Human Sciences hielt der Historiker Peter Brown zu„ ,For the Ransom of the Soul‘: Wealth, Death and the Afterlife from Late Antiquity to the Early Middle Ages” und bei der Jan Pato ka Gedächtnisvorlesung begab sich Martin Walser„Auf die Suche nach Rechtfertigung“. In den Monatsvorträgen wurden u. a. der Holocaust und die Frage der TäterInnenschaft, die gegenwärtige globale Finanzkrise am Beispiel Ungarns oder Cyber-Optimismus vs. Cyber-Pessimismus thematisiert. An internationalen Konferenzen gab es:„On Solidarity VII: The Character of the Public“,„Modes of Secularism and Religious Responses IV“,„The Political Logics of Disintegration I& II: The Soviet Experience/ The Habsburg and the Yugoslav Experiences” sowie„Beyond Myth and Enlightenment. Phenomenological Reconsiderations of Religion”. Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Studien(VWI) Die Schwerpunkte des VWI widmeten sich auch 2012 der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung aller Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und Holocaust, einschließlich dessen Vorgeschichte und Folgen(dem noch zu Lebzeiten Simon Wiesenthals erstellten Konzept). Neben der Ordnung, Erschließung und Digitalisierung der künftigen Archivbestände, die sich zur Zeit noch im Simon Wiesenthal Archiv, bzw. zum Teil im Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien befinden, wurde der Aufbau einer regional einzigartigen Forschungs- und Fachbibliothek gezielt vorangetrieben. Mit der regelmäßigen Durchführung der Simon Wiesenthal Lectures und Vorträgen von renommierten Holocaust-ForscherInnen im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, setzte das VWI seine wissenschaftliche Vermittlungstätigkeit fort. Dabei wurde im Rahmen einer breiten Palette unterschiedlicher Forschungszugänge, Methoden und Fragestellungen der aktuelle Stand der internationalen Holocaust-Forschung präsentiert. Die inzwischen alljährlich stattfindende Simon Wiesenthal Conference widmete sich 2012 der Aufarbeitung des Holocaust unmittelbar nach 1945. Wissenschaft � 83 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Porträts geförderter Institutionen und Projekte Heinz von Foerster-Gesellschaft Mit einem wissenschaftlichen Vortrag, der sich mit einem Aspekt aus Heinz von Foersters Werk beschäftigt und ihn weiterführt, wird jedes Jahr anlässlich seines Geburtstags am 13. November die Heinz von Foerster-Lecture veranstaltet. Unter dem Titel„Konstruktivistische Universität. Abschied von der Paukmaschine“ hat im Jahr 2012 der international ausgewiesene Experte des Radikalen Konstruktivismus, Prof. Bernhard Poerkson(Universität Tübingen) vorgetragen. Sein 1998 mit Heinz von Foerster verfasstes Buch über die Wahrheit der Wahrnehmung und die Philosophie des Konstruktivismus(„Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“) wurde zum Bestseller und gilt heute als Klassiker des systemischen Denkens. Von den Beständen des Heinz von Foerster-Archivs konnte mittlerweile der größte Teil genau dokumentiert und systematisch bearbeitet werden. In der Publikationsreihe„Complexity, Design, Society“, die sich Grundfragen der Kybernetik zweiter Ordnung widmet, der Systemforschung wie den Konturen einer neuen, komplexen Sozialwissenschaft, erschienen 2012 vier Bände. Forschungszentrum für historische Minderheiten(FZHM) Das FZHM beschäftigt sich aus historischer Perspektive mit Migrationsbewegungen, wobei die Geschichte der tschechischen und slowakischen Minderheit in Wien einen Schwerpunkt darstellt. 2012 wurden mit dem ehemaligen Tschechischen Haus die Archivmaterialien des 1865 gegründeten Wiener Vereins Slovanská Beseda(Slawisches Gespräch) bearbeitet. Die digitalisierten Fotos sind bereits im FZHM zugänglich. Vorbereitet wurde„Vielfalt leben in Margareten“ – eine Ausstellung, die MigrantInnen in den Ausstellungsprozess einbezieht. In diesem Sinne gab es Kooperationen mit mehreren Institutionen: dem Haydn-Gymnasium, dem Jugendzentrum Margareten, dem Büro Station Wien und der Abteilung Integration und Diversität(MA 17). Auf dem aktuellen Arbeitsschwerpunkt Museum und Migration basieren mehrere Publikationen und Vorträge. Das FZHM verfügt zudem über Archiv- und Bibliotheksbestände zur tschechischen Minderheit in Wien, die laufend bearbeitet werden. Sigmund Freud Privatstiftung In der 2012 gezeigten Ausstellung„Archivaria“(im Rahmen der Vienna Art Week 2012, 23. November bis 14. Dezember) wurden Arbeiten und Installationen in unterschiedlichen Medien in der Wohnung ein Stockwerk oberhalb von Freuds ehemaligen Privaträumen präsentiert. Michael Hueys Zyklus stellte unerwartete Verbindungen her – sowohl in formaler als auch in inhaltlicher Hinsicht. Die Arbeiten sind Nachkommen historischer Archivmaterialien, wie eines Inventaralbums aus den 30er-Jahren oder eines Papierschredders aus unserer Zeit mit mysteriösem Inhalt. Die Präsentation„Erinnerungsreste, Lesestörungen – Aus der Sammlung des Sigmund Freud Museums“ wurde von Lydia Marinelli erarbeitet und ergänzt die ständige Ausstellung im Sigmund Freud Museum seit 17. Juli 2010. Erstausgaben und Korrekturmanuskripte Sigmund Freuds werden ebenso gezeigt wie Arbeiten des Psychoanalytikers Richard Sterba. Darüber hinaus sind Fotos und Schriftstücke Anna Freuds, die in jenen Räumen gelebt hat, zu sehen. Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften(IFK) Das IFK beherbergt pro Jahr circa 30 Jung- und GastwissenschafterInnen, die sich mit interdisziplinären Fragestellungen der Geistes- und Sozialwissenschaften beschäftigen. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte des IFK sind„Verlorene Gewissheiten – Lebenswelten und Wissen im Übergang“ und„Imaginationen der Unordnung“. Im Ersten geht es um die historischen und aktuellen Prozesse der Globalisierung des Alltags, um digitale Informationsflüsse, Veränderungen der Wissensgesellschaft sowie neue Medientechniken. Der Zweite widmet sich dem Begriff der Unordnung als Metapher für Auflösung, Wandel und Transformation. Damit soll 84 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 eine Vielfalt von aktuellen und historischen Phänomenen angesprochen werden – systemische � Krisen der Wirtschaft und der Gesellschaft, Erosionen kultureller und materieller Reserven, � Störfälle als Katalysatoren gesellschaftlichen Wandels sowie daraus entstehende, neue soziokulturelle Konstellationen. � 2012 wurden internationale Tagungen zu Kulturgeschichte/ Kulturtheorie und zur Geschichte � des Ersten Weltkriegs veranstaltet. Als Stadt Wien/ IFK_Fellows wurden der renommierte � Mediävist Jan-Dirk Müller(München) und der Fin-de-Siècle-Experte Jacques Le Rider(Paris) � ans IFK eingeladen. � Institut für Wissenschaft und Kunst(IWK) � Neben zahlreichen anderen Veranstaltungen wurden 2012 drei größere Tagungen organisiert: � „Perspektiven interkulturellen Philosophierens“,„Postdemokratie und die Verleugnung des � Politischen“,„Das Verborgene im Werk – Einfälle, Skizzen, Modelle“. Exemplarisch für die � kontinuierliche Arbeit des IWK steht auch der„Jour fixe Bildungstheorie – Bildungspraxis“, � der sich seit längerem neueren Entwicklungen im Bereich der Erwachsenenbildung widmet. � Unter der Leitung von Prof. Christian Glanz startete ein FWF-Forschungsprojekt zur politischen Geschichte der Oper in Wien im Zeitraum von 1869 bis 1955. Weitergeführt wurde die � Arbeit an einem biographischen Lexikon österreichischer Frauen, das auf drei Bände angelegt � ist. Auf der Basis von IWK-Veranstaltungen früherer Jahre wurden 2012 auch einige Bücher � publiziert, u. a.:„Vor Google. Eine Mediengeschichte der Suchmaschine im analogen Zeitalter“(Sammelband, Hg. Thomas Brandstetter, Thomas Hübel und Anton Tantner),„Frauenbiografieforschung. Theoretische Diskurse und methodologische Konzepte“(Buchreihe„biografiA“, Bd. 9, Hg. Susanne Blumesberger und Ilse Korotin). � Institut Wiener Kreis(IVC) � Das Institut Wiener Kreis hat sich 2012 an verschiedenen Veranstaltungen im Ausland beteiligt, so an der Tagung„Philosophie, Wissenschaft, Religion“ an der Universität Tübingen und � somit das Netzwerk zwischen dem Tübinger„Forum Scientiarum“ und dem„Helsinki Collegium for Advanced Studies“ erfolgreich fortgesetzt. Als Höhepunkt von zahlreichen Einzel-Vorträgen fand die 20. Wiener Kreis Vorlesung mit Don Howard(University of Notre Dame) statt: � Einstein und der Wiener Kreis. Einen Abschluss fand das fünfjährige Projekt zur europäischen � Wissenschaftsphilosophie mit zwei Konferenzen: Mitte Oktober in Bertinoro bei Bologna und � Ende November in Cambridge(UK). � Zur Publikation wurden die Vorträge des Jubiläumssymposions 2011(20 Jahre Institut Wiener � Kreis) in zwei Bänden vorbereitet. In Hinblick auf den Kant-Kongress 2015 hatte die alljährliche � internationale Sommerhochschule über angewandte Wissenschaft einen Kant-Schwerpunkt, � so auch in zwei Tagungen über(Neu)Kantianismus in Tübingen und Wien im November 2012. � Mediacult Im Zentrum stand 2012 das Forschungsprojekt„Popular Music Heritage, Cultural Memory, and Cultural Identity“(POPID), Laufzeit: 2010 bis 2013, Leitung: Alfred Smudits. Dieses im Rahmen des HERA-Programms„Cultural Dynamics: Inheritance and Identity”(Humanities in the European Research Area) gemeinsam mit drei europäischen Partnern durchgeführte Projekt, widmet sich der Bedeutung von Popularmusik bei der Ausbildung kultureller Identitäten und eines lokalen, bzw. nationalen Kulturerbes wie der Frage: Inwieweit ist die europäische Musikindustrie in der Lage, die Verbindung der HörerInnen zum jeweiligen lokalen popularmusikalischen Erbe in einer Weise zu bedienen, die für das Publikum bedeutungsvoll ist? Unter anderem zeigte sich, dass etablierte AkteurInnen der österreichischen Musik- und Medienindustrie maßgeblich an einer seit der Jahrtausendwende zunehmenden Vermarktung von Austropop beteiligt sind und von offiziellen, bzw. staatlichen Einrichtungen Anerkennung erfahren. Dies trägt wesentlich zur Etablierung von Austropop als nationales popularmusikalisches Erbe bei. Die Ergebnisse werden fortlaufend auf Konferenzen wie auch in entsprechenden Medien präsentiert. Wissenschaft � 85 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 mica – music information center austria mica setzt sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Musikschaffens in Österreich ein und fördert den Diskurs zu aktuellen Fragen des Musiklebens in zahlreichen international und prominent besetzten Veranstaltungen. Programmiert und organisiert wurden 2012: Popfest Wien Sessions 2012(28. und 29. Juli), Waves Vienna Music Conference 2012(4. bis 7. Oktober), mica focus 2012: internationales Symposium zum Thema„Neue Musik – heute?“, in Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst und mit WIEN MODERN (23. bis 26. Oktober). Im Interesse auch umfassendes berufspraktisches Wissen anbieten zu können, sind seit 2012 von den 53 kostenlosen Musterverträgen(www.musicaustria.at/mica/ praxiswissen/mustervertraege) auch 12 in englischer Sprache verfügbar. Das Vorhaben, einen Online-Notenshop einzurichten, in dem Werke von österreichischen KomponistInnen vor allem des Genres„Neue Musik“ zum Verkauf angeboten werden, konnte 2012 realisiert werden (https://shop.musicaustria.at/). Österreichische Forschungsgemeinschaft(ÖFG) Der Ludwig Wittgenstein Preis 2012 der ÖFG wurde am 5. Oktober an Univ.-Prof. Dr. Walter Mischel verliehen. 1930 in Wien geboren, musste er mit seiner Familie 1938 fliehen und wuchs in Brooklyn(New York) auf. Sein Studium an der Ohio State University schloss er 1956 mit dem PhD in Klinischer Psychologie ab. Von 1956–1958 lehrte er an der University of Colorado, 1958–1962 an der Harvard University, 1962–1983 in Stanford und seit 1983 am Department of Psychology, Columbia University. Mischel kritisierte die geringe Vorhersagekraft des TraitAnsatzes der Persönlichkeitspsychologie und forderte eine stärkere Berücksichtigung situativer Parameter. Berühmt sind seine in den 60er-Jahren durchgeführten Studien(MarshmallowExperimente) an vierjährigen Kindern über Belohnungsaufschub(Delay of Gratification), der Fähigkeit, kurzfristigen Verlockungen zugunsten langfristiger Ziele zu widerstehen. Basierend auf seinen empirischen Arbeiten entwickelte Walter Mischel ein kognitives Persönlichkeitsmodell, das große Bedeutung in der internationalen psychologischen Forschung erlangte. QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte Der mehrere tausend Nummern umfassende Zeitschriftenbestand der Homosexuelleninitiative Wien(HOSI), der in- und ausländische Exemplare von den frühen 80er-Jahren an umfasst, konnte 2012 übernommen werden, wie auch eine Reihe weiterer Schenkungen, darunter eine Serie von Tagebüchern aus dem Zeitraum 1955–2007, die eine einzigartige Quelle darstellen. Die Tagung des Fachverbands Homosexualität und Geschichte fand auf Einladung von QWIEN und in Zusammenarbeit mit der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen erstmals im Rathaus statt, wobei QWIEN sein auf mehrere Jahre angelegtes Forschungsprojekt„ ,Namentliche‘ Erfassung der homosexuellen und Transgender-Opfer des Nationalsozialismus in Wien“ vorstellte. Neue schwul/lesbische Führungen wurden durch die Ausstellung„Nackte Männer“ im Leopoldmuseum(Der homoerotische Blick) und das Sisi-Museum (Elisabeth – Kaiserin& Ikone der Schwulen und Lesben) angeboten. Daneben fanden wieder Stadtspaziergänge rund um die Regenbogen-Parade im Juni statt, wie auch die traditionellen Führungen zu Homosexualität in der Welt der Wissenschaft an der Universität Wien(erstmals auch in englischer Sprache). Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft(SWS) Neben dem noch bis 2013 laufenden Projekt„Demokratie- und Wertemonitoring“(Face-toFace-Befragungen unter jeweils mindestens 1 000 Befragten zu den Themen: Vertrauen in Institutionen, Einstellungen zum demokratischen/ parlamentarischen System, Einstellungen zur Integration von ZuwanderInnen, in sechs Befragungswellen vergleichend analysiert), wurde 2012 das Projekt„Lebensentwürfe von Jugendlichen ohne Arbeitsmarktintegration in Wien und Graz unter besonderer Berücksichtigung politisch-ideologischer Aspekte“ abgewickelt. Es basierte auf der Analyse von insgesamt 60 qualitativen Leitfadeninterviews mit Jugendlichen 86 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 ohne Arbeitsmarktintegration(40 in Wien, 20 in Graz) und befasste sich mit den Themenbereichen: persönlicher Hintergrund(Soziodemographie und Migrationshintergrund, religiöser Hintergrund, Lebensform und Eltern), nicht gegebene Arbeitsmarktintegration(Ausbildungssituation, Arbeitserfahrung, Übergangsphase der Arbeits-/ Ausbildungslosigkeit), derzeitiger Alltag, Vorstellungen über die Zukunft, Ideologien(politisches Interesse und Partei-/ Politikersympathie, Einstellung zu Demokratie und politischen Systemen, Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus). Sir Peter Ustinov Institut zur Bekämpfung und Erforschung von Vorurteilen Das von Sir Peter Ustinov 2003 gegründete Institut verfolgt drei Tätigkeitsschwerpunkte: die Organisation einer jährlichen internationalen Fachkonferenz zum Thema Vorurteile, die jährliche Stiftungsgastprofessur an der Universität Wien und die Publikation wissenschaftlicher und praxisrelevanter Literatur. Der Historiker Götz Aly, Ustinov-Gastprofessor im Jahr 2012, behandelte das Thema„Die ,Euthanasie‘-Morde 1939–1945. Öffentlich Bedienstete, Verwandte, Nachbarn und Opfer. Gesellschaftsgeschichte tödlicher Vorurteile“. Die Fachkonferenz des Instituts wurde von Prof. Anton Pelinka wissenschaftlich geleitet und widmete sich dem Thema„Populismus – Herausforderung oder Gefahr für die Demokratie?“. Unter diesem Titel wurden die Beiträge der Tagung im Verlag„New Academic Press“ in Buchform veröffentlicht. Ein wichtiges Augenmerk der Forschung des Instituts gilt der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, womit sich die Fachkonferenz im Jahr 2013 in mehreren Vorträgen auseinander setzen wird. Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Die Arbeit des Archivs wird von zwei Komponenten geprägt: der fachgerechten Sicherung von Materialien für zukünftige Generationen und die Zugänglichmachung historischer Quellen im Rahmen von Internetplattformen. 2012 wurden alle vorhandenen Dokumente zur Südtirol-Politik Österreichs in der Zweiten Republik erfasst und wissenschaftlich aufgearbeitet. Ein weiteres Projekt untersuchte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte die Restitution und Entnazifizierung im Bereich des ÖGB nach 1945. Die Internetplattform www.erinnerungsort.at wurde um das Kapitel„Mädchenbildung in Wien“ erweitert. Anhand der Schulgeschichte des 1892 gegründeten ersten Wiener Mädchengymnasiums in der Rahlgasse wurden Zugangs- und Ausschlussprozesse österreichischer Bildungspolitik aufgezeigt. Das Portal OFRA – Online Archiv Frauenpolitik(www.ofra.at) wurde um das Kapitel„Frauentag“ erweitert. Darin wurden Quellen zu Ritualen und Themen aus der 100jährigen Geschichte des Internationalen Frauentags online abrufbar gemacht. Verein für Geschichte der Stadt Wien Das Ziel des Vereins ist die Erforschung aller Gebiete der Geschichte der Stadt Wien sowie von Themen der vergleichenden Stadtgeschichte und die Verbreitung der dabei gewonnenen Erkenntnisse. 2012 wurden 13 Veranstaltungen angeboten, die drei etablierten Publikationsreihen wurden fortgeführt: Wiener Geschichtsblätter(Quartalsschrift samt Beiheften), Studien zur Wiener Geschichte(Jahrbuch), Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte (Monographienreihe). Ein musikhistorischer Schwerpunkt ergab sich durch Arbeiten über die Kirchenmusik in Maria am Gestade, die historischen Standorte der Gesellschaft der Musikfreunde, die Spurensuche„Mozart. In und vor der Stadt“(Geschichtsblätter) und die sozialen und bürokratischen Hindernisse für Musik-Instrumentenmacher im 18. Jahrhundert (Jahrbuch). Zwei Tagungsthemen(Rathäuser als multifunktionale Räume der Repräsentation, der Parteiungen und des Geheimnisses sowie Mittler zwischen Herrschaft und Gemeinde) sind Inhalt der zwei Bände in der Monographienreihe. Das 2011 begonnene Projekt„Sicherung und Aufarbeitung des Bestandes Filmarchiv media wien“ ist in seiner ersten Phase abgeschlossen. Wissenschaft � 87 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Verein für Geschichte und Sozialkunde(VGS) Seit 1992 betreut der Verein neben der Herausgabe der Zeitschrift„Historische Sozialkunde“ auch mehrere wissenschaftliche Buchreihen. Bei allen Publikationsprojekten wird besonderer Wert auf gute Lesbarkeit und Verständlichkeit sowie auf transdisziplinäre Zugangsweise gelegt. Alle Buchreihen werden vom Verein selbst herausgegeben und in Zusammenarbeit mit in Wien beheimateten Kommissionspartnern verlegt(Promedia, StudienVerlag, Mandelbaum, New Academic Press). 2012 erschienen Publikationen zu den Themen: Globalgeschichte in exemplarischen Beispielen, Geschichtsdidaktik aus subjektorientierter Perspektive, Geschichte des Hörens, Terrorismus und Staat(in der Reihe Historische Sozialkunde. Geschichte – Fachdidaktik – Politische Bildung), Tradition& Traditionalismus, Alte Geschichte(in der Reihe Historische Sozialkunde – Internationale Entwicklung). Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte In der Projektstudie und dem kurz vor der Publikation stehenden Sammelband zum Thema „Wien um 1900“ soll stärker als in vergleichbaren Forschungen üblich, die Interaktion zwischen den unterschiedlichen Gruppen von MigrantInnen im Bereich des kreativen Potenzials der Monarchie reflektiert werden. Im Projekt„Straßennamen Wiens“ werden die rund 4 000 personenbezogenen Straßennamen Wiens hinsichtlich der tatsächlichen politischen und kulturellen Verhaltensweisen der Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens kritisch analysiert. Ein kontextualisiertes„kritisches Lexikon“ der Wiener Straßennamen zu präsentieren, um demokratiefeindliche und rassistische Hintergründe im Wirken der NamensgeberInnen zu dokumentieren, ist das Ziel. Gelungen ist eine umfassende Dokumentation der Wissenschaftsförderungsaktivitäten der Stadt Wien seit 1945. Anhand von Interviews mit ehemaligen und aktiven EntscheidungsträgerInnen im Bereich der Universitäten und Wissenschaftsförderung werden die entsprechenden Entwicklungen in dem Beziehungsgeflecht zwischen Stadt und Universitäten nach dem Zweiten Weltkrieg(Schwerpunkt 60er-Jahre bis in die Gegenwart), analysiert und kommentiert. Wiener Opernarchiv 2012 konnte das auf zwei Jahre anberaumte Projekt„Verdi und Wagner in Wien. Zwei Repräsentanten europäischen Musiktheaters im 19. Jahrhundert“ in Angriff genommen werden, das zum Ziel hat, die in der bisher vorhandenen Literatur aufscheinenden Desiderata, Fehler und Fehlinterpretationen zu den Werken Verdis und Wagners in Wien zu bereinigen oder durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu ersetzen. Dazu werden die Theaterzettel der Wiener Musiktheater aus dem Theatermuseum und der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek aufgearbeitet, Verdis und Wagners Werke auch in den Kontext mit den Opern anderer in Wien aufgeführter Komponisten gestellt, Verknüpfungen, bzw. Gegensätze der einzelnen Kulturen und deren Erscheinungsformen in Wien dargestellt und die in Wien erschienenen Rezensionen über die Werke Verdis und Wagners aufgearbeitet. Publiziert werden die Ergebnisse in den„Veröffentlichungen des Rism-Österreich“. Wiener Psychoanalytische Akademie(WPA) Die WPA stellt einen institutionellen Rahmen für Vermittlungs- und Forschungsaufgaben, interdisziplinären Austausch und projektbezogene Zusammenarbeit zur Verfügung. Im Zusammenhang mit dem Projekt„psyalpha – Wissensplattform für Psychoanalyse“(Nutzung elektronischer Medien zur Dokumentation, Vermittlung, Beforschung und Diskussion der Psychoanalyse, ihrer Geschichte und ihrer Anwendungen) wurden 2012, basierend auf den bisherigen Erfahrungen und Planungen für die nächsten Jahre, die Softwarestruktur und das graphische Erscheinungsbild der Datenbank überarbeitet, ihre Inhalte neu strukturiert, die Biographien weiter geführt und die bestehenden teilweise neu lektoriert. Für das Vorhaben, alle noch nicht publizierten Briefe von Sigmund Freud zu edieren und über psyalpha zugänglich zu machen, wurden mit umfangreichen Vorarbeiten(Konzept, Archivrecherchen, Anlegen von 88 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Datenbanken) begonnen und erste Brief-Datensätze angelegt, auch eine Literaturdatenbank über das Gesamtwerk Freuds(alle hinterlassenen Schriften, einschließlich Briefe, Manuskripte, etc.) ist in Arbeit. Institutionen zur Dokumentation, � Reflexion und Vermittlung des kulturellen Erbes � Jüdisches Museum Wien 2012 kamen rund 96 000 BesucherInnen an die beiden Standorte des Museums. Mit der Ausstellung„FREMDE ÜBERALL. Zeitgenössische Kunst aus der POMERANZ COLLECTION“ wurde erstmals eine Kunstsammlung eines jüdischen Privatsammlers in diesem Umfang im Jüdischen Museum Wien gezeigt. Seit Oktober 2012 stieß die Ausstellung„Vienna’s Shooting Girls. Jüdische Fotografinnen aus Wien“ auf großes Besucherinteresse. Nach„110 Jahre Keren Kayemeth Leisrael“ war„Wartesaal der Hoffnung. Das Rothschild-Spital im November 1947 – Fotos von Henry Ries“ zu sehen. Das Museum Judenplatz verzeichnete 2012 mit rund 28 000 Personen einen Besucherrekord. Vor allem die Ausstellung„Jüdische Genies – Warhols Juden“ entwickelte sich zum Publikumsmagnet. Die Veranstaltungen des Museums wurden von fast 9 000 und die Synagoge von rund 7 500 Interessierten besucht. Im Rahmen der Veranstaltungen waren zahlreiche Persönlichkeiten zu Gast u. a.: Ari Rath, Eric Pleskow, Georg Markus, Jenö Eisenberger. Im Dezember 2012 fand die Verleihung des Donauland-Sachbuchpreises an den Schriftsteller Robert Menasse statt. Mozarthaus Vienna Die in der ersten Jahreshälfte 2012 gezeigte Sonderausstellung„Zwischen Angst und Hoffnung – Mozarts Aufstieg und Fall in der Wiener Gesellschaft“, beschäftigte sich mit Mozarts Wiener Jahren, in denen er – mit wechselndem Erfolg – sein Leben als freier Künstler finanzierte. Anhand von Briefen und Dokumenten wurde u. a. der Verkauf von Subskriptionen und der daraus lesbare Erfolg erläutert, und die Persönlichkeiten die Mozarts Schaffen unterstützten porträtiert. Eine Fachtagung im Mai widmete sich anlässlich ihres 250. Todestages Constanze Mozart, deren Darstellung in der Literatur höchst umstritten ist und lange Zeit von einem negativen Bild geprägt war. MozartforscherInnen und BiographInnen setzten sich in dieser Tagung umfassend mit diesen und weiteren Aspekten auseinander, um ein aktuelles Bild Constanze Mozarts zu zeichnen. Neben zahlreichen Konzerten(mit entsprechenden Bezügen zum Haus und den Ausstellungen) gab es im Jänner einen„Tag der offenen Tür“ und im Rahmen des Wiener Ferienspiels einige Sommerangebote für Kinder, u. a.„Mozarts Konditorwerkstätte“ im Mozarthaus. Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof Die im Oktober 2011 eröffnete Ausstellung„Hubert Gessner. Architekt der Arbeiterbewegung“ war noch bis zum 1. Mai 2012 zu sehen, am 1. Mai lud der Waschsalon zum dritten Mal zu einem„Tag der offenen Tür“, am 30. September wurde der„Tag des Denkmals“ eröffnet, am 6. Oktober nahm der Waschsalon zum zweiten Mal an der„ORF-Langen Nacht der Museen“ teil, am 10. Oktober wurde die Sonderausstellung„Gehn ma halt a bisserl unter... 100 Jahre Jura Soyfer“ eröffnet – erarbeitet gemeinsam mit Andrea Maria Dusl, die in großformatigen Arbeiten(symbolhaften Bildern und Neuinterpretationen zeitgenössischer Illustrationen) ausgewählten Texten des Dichters begegnet. Seit Dezember 2012 widmet der Waschsalon dem am 11. Februar 1913 ermordeten Gegenspieler des damaligen Bürgermeisters Karl Lueger, dem„Volkstribun aus Ottakring“ Franz Schuhmeier, eine kleine Sonderausstellung im Dachgeschoß. Die Dauerausstellung„Das Rote Wien im Waschsalon Karl-Marx-Hof“ wurde auch wieder von zahlreichen in- und ausländischen Gruppen besucht. Im Jahr 2012 konnten wiederum knapp 4 000 BesucherInnen begrüßt werden. Wissenschaft � 89 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Publikationsförderung Die Unterstützung wissenschaftlicher Publikationen über Druckkostenbeiträge und Ankäufe ist ein wichtiges und geeignetes Instrument, Wissenschaft und Forschung in Wien zu fördern. Im Jahr 2012 wurden 163 Druckkostenzuschüsse vergeben und 108 Ankäufe wissenschaftlicher Publikationen getätigt, u. a.: • Florian Bettel/ Julia Mourao Permoser/ Sieglinde Rosenberger(Hg.), living rooms – Politik der Zugehörigkeiten im Wiener Gemeindebau, Springer Verlag • Judith Duller-Mayrhofer, Die Alte Donau. Auf Sommerfrische in der Stadt, Metro Verlag • Heiko Heinisch/ Nina Scholz, Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulturkampf?, Passagen Verlag • Raphaela Kitzmantel, Die jiddische Welt von Gestern. Josef Burg und Czernowitz, Mandelbaum Verlag • Birge Krondorfer/ Hilde Grammel(Hg.), Frauen-Fragen. 100 Jahre Bewegung, Reflexion, Vision, Promedia Verlag • Friedrich Kurrent/ Wieland Schmied/ Alice Reininger, Maria Biljan-Bilger – Leben und Werk, Müry Salzmann Verlag • Michael Mitterauer, Historisch-anthropologische Verwandtschaftsforschung, Böhlau Verlag • Wolfgang Schmale, Das 18. Jahrhundert, Böhlau Verlag • Manfred Mugrauer(Hg.), Karl Steinhardt: Lebenserinnerungen eines Wiener Arbeiters, Alfred Klahr Gesellschaft – Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung • Manfred Schenekl, Naschmarkt an der Wien. Ein Stadtraum zwischen Tradition, Abbruch und Modernisierung, Lit Verlag Wien • Florian Wenninger/ Lucile Dreidemy(Hg.), Die österreichische Diktatur 1933–1938. Vermessung eines Forschungsfeldes, Böhlau Verlag Stiftungsprofessuren, Stipendienprogramme, Studienförderung Stiftungsprofessuren Stiftungsgastprofessur„Stadtkultur und öffentlicher Raum“ � an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien � Die Stiftungsgastprofessur 2012 – Prof.in Dr.in Maria Kaika(Universität Manchester, UK) – widmete sich dem spannungsreichen Jahresthema„Stadtkultur, öffentlicher Raum und Ressourcen: Materialität und Ästhetik“. Mit dem Team des Interdisciplinary Centre for Urban Culture and Public Space(http://skuor.tuwien.ac.at) wurde der Fokus auf unsichtbare und sichtbare Materialitäten öffentlichen Raums sowie auf das städteübergreifende Phänomen ikonischer Stadtentwicklung gelegt. Eine Ausstellung der Studierendenarbeiten und ein Symposium bildeten den feierlichen Abschluss des Jahresthemas. Roland Rainer Stiftungsprofessur an der Akademie der bildenden Künste Wien Die Roland Rainer Stiftungsprofessur wurde im Herbst 2012 an den Architekten und Urbanisten Bernd Vlay vergeben. Das Thema der einjährigen Forschungs- und Entwurfsarbeiten ist die Donaustadt, welche mit ihrer in den letzten Dekaden stark wachsenden und dadurch sehr heterogenen städtebaulichen Struktur, einer Reflektion und Neuinterpretation unterzogen wird. Die Untersuchung der Donaustadt bildet zum einen die Grundlage für die Aufbereitung empirischer Daten, die wiederum Basis für die Entwicklung visionärer Stadt- und Wohnmodelle sind. Stiftungsinstitut„Public and Urban Management“ an der Wirtschaftsuniversität Wien Die Tätigkeitsschwerpunkte des Forschungsinstituts liegen auf den Forschungsfeldern: Steuerung autonomer Einheiten, Public Corporate Governance, Internes Management von Stadt90 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 verwaltungen, Nachhaltige Stadtentwicklung und Good Urban Governance. Laufende Projekte befassen sich u. a. mit der Steuerung autonomer Einheiten der Stadt Wien, mit Fragen der Public Service Motivation sowie mit Urban strategies of lifestyle cities. Stipendienprogramme Vienna International Post-Graduate Programme in Molecular Life Sciences Mit dem 2010 initiierten Programm sollen junge hervorragende WissenschafterInnen auf PostDoc-Ebene auf eine Karriere als ForschungsgruppenleiterIn vorbereitet werden. Zu diesem Zweck werden neben den eigentlichen PostDoc-Stellen auch Karriereentwicklungsaktivitäten, wie Projektmanagement, Präsentationsworkshops, Coaching und Mentoring angeboten. Vienna PhD School of Informatics an der Technischen Universität Wien Das Ziel der PhD School ist, auf internationalem Niveau erstklassigen wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Informatik auszubilden. Schwerpunkte der Ausbildung sind: Computational Intelligence, Computer Engineering, Distributed and Parallel Systems, Media Informatics and Visual Computing sowie Business Informatics. Österreichische Akademie der Wissenschaften DOC – Doktorand(inn)enstipendien zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geben den StipendiatInnen die Möglichkeit, sich der Ausarbeitung ihrer Dissertation in konzentrierter Form zu widmen. � APART-Stipendien zur Förderung der postdoktoralen Forschung ermöglichen höchst qualifizierten jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, sich ausschließlich den wissenschaftlichen Forschungen für eine Habilitation zu widmen. � Studienprogramm JOSZEF(Junge ost- und mitteleuropäische Studierende als zukünftige erfolgreiche Führungskräfte) an der Wirtschaftsuniversität Wien � JOSZEF, das Förderprogramm der WU für den Führungskräftenachwuchs in Mittel- und Osteuropa, bereitet Studierende der WU gemeinsam mit Studierenden aus Mittel- und Osteuropa � auf eine Managementkarriere im Wirtschaftsraum Central and Eastern Europe(CEE) vor und � fördert so den Führungsnachwuchs in Zentral- und Osteuropa. � European Peace University – Private Universität(EPU) � Das im Jahr 2012 eingerichtete„Wiener Friedensstipendium“ ermöglicht derzeit einer Studierenden aus Aserbaidschan die Teilnahme am MA Programm„Peace and Conflict Studies“ an � der EPU. � Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) � Der Call 2012 ist die dritte Ausschreibung im Rahmen des VRG Förderprogramms und ist im � WWTF Schwerpunkt„Mathematik und …“ angesiedelt. Mit einem Gesamtbudget in Höhe von � drei Millionen Euro können zwei Gruppen mit je 1,5 Millionen Euro ausgestattet werden. � Mit der Jurysitzung am 10. und 11. Dezember 2012 wurde der Call erfolgreich abgeschlossen. Die Empfehlungen der internationalen Jury wurden vom WWTF Vorstand formal bestätigt. In einem zweistufigen Verfahren waren 30 Kurzanträge beim WWTF eingegangen, aus � diesen wurden von der Jury elf Vorhaben ausgewählt und zur Vollantragsstellung eingeladen. � Zu jedem Vollantrag wurden mehrere Gutachten von internationalen WissenschafterInnen aus � dem jeweiligen Fachgebiet eingeholt. Alle KandidatInnen wurden schließlich von der Jury zu � Hearings eingeladen. Derzeit finden die Vertragsverhandlungen mit den beiden erfolgreichen � KandidatInnen statt. Namen werden nach den Vertragsabschlüssen bekannt gegeben. � Wissenschaft � 91 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Wissenschafts- und Forschungsstipendien Im Jahr 2012 wurden 66 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wienbezogener Forschungsprojekte an wissenschaftlich ausgezeichnete qualifizierte junge WissenschafterInnen vergeben, darunter: • Dr. Alexander Batthyany, Zu Leben und Werk Viktor Frankls • Mag.a Ivona Dermanovic, Ökonomie der Balkanmusik in Wien – die Balkan-Lokalszene Wiens • Mag. Gerald Lamprecht,„Mayday, mayday, wir sind das Prekariat!“ Atypische Beschäftigungsformen und die freie Theaterszene in Wien. Rückblicke – Einblicke – Ausblicke • Dr. Helmut Neundlinger, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Eine Untersuchung zu Werk und Wirkung des Germanisten Wendelin Schmidt-Dengler • Mag.a Dr.in Katharina Prager, Berthold Viertels Wien 1948 und die Wiener Moderne • Mag.a Elisabeth Stanka, Adel heute – identitätsstiftende Momente des österreichischen Adels Studienförderung Vergeben wurden 24 Stipendien für den Abschluss von Diplomarbeiten und Dissertationen sowie 15 Studienbeihilfen in Gestalt von einmaligen Überbrückungsbeihilfen. Ferner wurden zehn Arbeitsstipendien an Wiener Gedenkdienstleistende vergeben sowie 42 Anerkennungsund Leistungsstipendien, neun Teilnahmestipendien für die IG Alpbach Wien und zwei Stipendien für die Webster University. Wissenschaftsförderungsfonds Die Wissenschaftsförderungsfonds unterstützen mit themenspezifischen Ausschreibungen innovative Forschung im Bereich der medizinischen, der wirtschaftswissenschaftlichen, der kultur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen, der naturwissenschaftlichen und der psychotherapeutischen Forschung. Die forschungsfördernde Arbeit des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften, des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien, des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie, des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung und des 2011 errichteten Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien wurde im Jahr 2012 erfolgreich fortgesetzt und wird im Wissenschaftsbericht 2012 ausführlich dargestellt. Aus Mitteln dieser fünf Fonds wurden im Jahr 2012 insgesamt 31 Projekte/ Persönlichkeiten gefördert. Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit – Wiener Vorlesungen Seit 25 Jahren sind die Wiener Vorlesungen das Dialogforum der Stadt Wien – 1 250 Veranstaltungen mit mehr als 5 000 ReferentInnen, weit über 500 000 ZuhörerInnen, die auch engagiert mitdiskutieren. Die Welt ist in den letzten Dekaden in jeder Hinsicht komplexer geworden. Die Dynamisierung der europäischen Integration hat dazu ebenso beigetragen wie die Globalisierung der Wirtschaft. Politik und Wirtschaft sind unter dem Einfluss neoliberaler Entwicklungen besonders krisenanfällig. Die Wiener Vorlesungen sind eine Institution der Aufklärung, der Kritik und der Analyse, um den komplexen Situationen mit Erklärung und Verständnis zu begegnen. Seit 25 Jahren findet wöchentlich eine Veranstaltung, manchmal auch mehrere, statt. Mit dieser Dich92 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 te und Kontinuität entstand eine„kritische Stadtuniversität“ – frei zugänglich und gratis. Die Bürgerinnen und Bürger wissen das zu schätzen und beteiligen sich mit qualifizierten Beiträgen an den Diskussionen, die die Stadtkultur und das politische Klima prägen. Die Wiener Vorlesungen waren Ideen- und Impulsgeber für einen neuen, immer wichtiger werdenden Identitätsaspekt der Stadt. Wien definiert sich in ständig wachsendem Maß als Wissens- und Wissenschaftsstadt. Die kommunale und urbane Aufgabe im Hinblick auf Wissenschaft lässt sich mit einigen Stichwörtern beschreiben: fördern, kooperieren, anwenden und vermitteln. In allen vier Bereichen, die diese Begriffe ansprechen, ist in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten sehr viel geschehen. Das gesamte Arbeits- und Gestaltungsfeld„Wissenschaft und Forschung“ hat sich in diesem Zeitraum neu konstituiert. Wien war in dieser Entwicklung „Innovationslokomotive“, die Wiener Vorlesungen in vielfältiger Hinsicht Türöffner, die die öffentliche Akzeptanz von Wissenschaft(Stichwort: public awareness) gestärkt haben. Die Wiener Vorlesungen demonstrieren ein eindrucksvolles Interesse der Bürgerinnen und Bürger an wissenschaftlichen Themen. Und es sind keinesfalls nur die traditionell geisteswissenschaftlichen„Erklärungen der Welt“, die für die ZuhörerInnen von Interesse sind. In immer stärkerem Maß sind es naturwissenschaftliche Ergebnisse, die das Publikum interessieren. Aus dem Programm 2012 Im Jahr 2012 startete das Programm der Wiener Vorlesungen mit einer Veranstaltung über den jüdischen Witz und Humor aus Wien im Jüdischen Museum Wien aus Anlass des Erscheinens einer gleichnamigen Buchpublikation in der von den Wiener Vorlesungen herausgegebenen Reihe„Enzyklopädie des Wiener Wissens“. Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg zeigte die humanistische Dimension des jüdischen Humors, der die eigenen und nicht die fremden Schwächen dem Lachen preisgibt. Buchautor Marcus Patka zeigte, dass die jüdischen Witze fast immer eine gegen Macht und Autorität gerichtete Wirkung haben, und Psychotherapeutin Ruth Werdigier widerlegte das Vorurteil, dass vorwiegend Männer als Witze-Erzähler agieren. Nur zwei Tage später, am 25. Jänner 2012, konnten fast 1 000 ZuhörerInnen den Ausführungen des berühmten Dirigenten Nikolaus Harnoncourt und des Leiters des Arnold Schoenberg Chors Erwin Ortner folgen, wie man Musik richtig aufführen soll – im alten oder im neuen Zeitgeist. Harnoncourt erarbeitete im voll besetzten Festsaal des Wiener Rathauses mit dem Arnold Schoenberg Chor die Motette für fünfstimmigen Chor von Johann Sebastian Bach,„Jesu meine Freude“. Der charismatische Künstler setzt sich dafür ein, den Willen des Komponisten sehr ernst zu nehmen, aber auch der Künstler, so Harnoncourt, hat ein„durch den Musenkuss“ legitimiertes Recht auf Eigenständigkeit. Erwin Ortner präsentierte und dirigierte abschließend den Arnold Schoenberg Chor mit op. 13 von Arnold Schoenberg,„Friede auf Erden“. Die Wiener Vorlesungen thematisieren immer wieder Wiener Wissen, Wiener Intellektualität, Wiener künstlerische Potentiale und erinnerten an Anestis Logothetis, der eine besondere Position zwischen Musik und bildender Kunst einnimmt, an Jura Soyfer, dessen 100. Geburtstag sich im Dezember 2012 jährte, und – zum 150. Geburtstag – an Arthur Schnitzler. Dem Wiener Arbeitersängerbund war anlässlich dessen 120. Geburtstag unter dem Motto „Emotionen für Solidarität: aktuell und notwendig“ ebenso ein Abend gewidmet wie Diskussionen über„Sex zwischen Lust und Leistung. Sinnlichkeit versus Kontrolle“ und über das Verhältnis von Kunst, Kunstmarkt und Geld. Wissenschaft � 93 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Im April 2012 wurde dem 1915 geborenen international renommierten Historiker Univ.-Prof. Dr. Carl E. Schorske die Ehrenbürger-Urkunde durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl im Wiener Rathaus überreicht. Schorske hat mit seinen Forschungen, vor allem aber mit seinem Buch „Fin de Siècle Vienna – Politics and Culture“, das 1982 auch in deutscher Sprache mit dem Titel „Wien. Geist und Gesellschaft im Fin de Siècle“ erschienen ist, eine neue Perspektive auf Wien ermöglicht. Univ.-Prof. Dr. Jürgen Habermas, der als Gelehrter und Intellektueller mit großem Weitblick und Engagement gleichermaßen präzis und kritisch die Diskussionen über die geistige Situation der Zeit und ihren Wandel mitbestimmt hat, erhielt zwei Wiener Preise – den Ehrenpreis des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien für sinnorientierte humanistische Psychotherapie und den Erwin Chargaff Preis für Ethik und Wissenschaft im Dialog – die ihm im Festsaal des Wiener Rathauses überreicht wurden. Zum 25-Jahr-Jubiläum der Wiener Vorlesungen fand von Mai bis November 2012 eine Jubiläumsvorlesungsreihe„Wozu Wissenschaft? Fragen, Erkenntnisse, Herausforderungen“ statt, die sich mit den Themen„Kosmos“,„Kunst“,„Umwelt“,„Internet“,„Intellektuelle“ und„Leben“ beschäftigte. Abschluss und Höhepunkt der Reihe war die philosophisch-kabarettistische Zuspitzung„Österreich 1987–2012“ mit Konrad Paul Liessmann und Lukas Resetarits. Über 250 erschienene Buchpublikationen ausgewählter Vorträge und Podiumsdiskussionen in neun Buchreihen begleiten die Wiener Vorlesungen. Im Jahr 2012 sind u. a. die Bände„Der Salon Zuckerkandl im Kontext von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Populärwissenschaftliche Aspekte der Wiener Salonkultur um 1900“ von Markus Oppenauer und„Mir geht alles contraire. 100 Volkssänger-Couplets aus Wien“ von Ernst Weber,„Franz Liszt – ein Universalist zeigt den Weg in die Zukunft“ von Manfred Wagner erschienen. Die im Jahr 2011 begonnene ORF III-Sendereihe der Wiener Vorlesungen wurde im Jahr 2012 mit der Aufzeichnung und Ausstrahlung von 14 Veranstaltungen fortgesetzt. In der Serie„Kontroversen über das Leben“ – eine Medienkooperation mit dem KURIER – wurden drei begleitende Beilagen zu den Wiener Vorlesungen„Burnout – krankmachende Belastung oder Wehleidigkeit?“,„Soziale Netzwerke – Gewinn oder Verlust der Demokratie?“ und„Sexualität zwischen Lust und Leistung“ produziert. 94 Wissenschaft � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 � WIENER STADT UND LANDESARCHIV – MA 8 Zu den zentralen Aufgaben des Wiener Stadt- und Landesarchivs zählt, Archivalien mit Bezug zur Wiener Geschichte mit dem Schwerpunkt auf dem Behördenschriftgut der Landes- und Kommunalbehörden, aber auch von Institutionen des Bundes auf dem Boden der Stadt Wien (z. B. Gerichte, Bundespolizeidirektion Wien) und aus im Archiv verwahrten Sammlungen einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe erfordert die laufende Übernahme neuer Bestände nach dem Prinzip der qualitativen Verdichtung, die Erschließung des Archivguts und die Ermöglichung des effizienten Zugangs für NutzerInnen und Informationssuchende. Dazu dient die ständige Erweiterung des Wiener Archivinformationssystems (WAIS) und der INFODAT des Wiener Landtages und Gemeinderates, die kompetente Beratung im Lesesaal des Archivs sowie telefonische oder schriftliche Anfragebeantwortungen durch das Archivteam. Archivbestände Der gesetzliche Auftrag zum Archivieren bedeutet, die Erforschung unserer Gegenwart für zukünftige Generationen zu ermöglichen und ihnen dauerhaft Rechtssicherheit zu erhalten. Das Archiv blickt als Gedächtnisinstitution nicht nur zurück, sondern sorgt dafür, dass die Gegenwart als Vergangenheit auch Zukunft hat. Die in einem mehrjährigen Projekt erarbeiteten Akten- und Skartierungspläne erleichtern die Überlieferungssicherung durch das Archiv und unterstützen die Dienststellen des Magistrats dabei, nach Ablauf einer angemessenen Zeit die Ressourcen mit Unwesentlichem nicht weiter zu belasten und Wesentliches einer auf Langzeitsicherung und Nutzung durch die Allgemeinheit spezialisierten Institution zu überlassen. Unter den neu archivierten Beständen sind einige besonders hervorzuheben. Die Friedhöfe Wien haben eine Dokumentation über die 1922 bis 1946 errichteten„Ehrengräber“ übergeben. Veranlasst durch eine Untersuchung der Geschichte der Wiener Würfeluhr, wurden von der MA 33 – Wien leuchtet Unterlagen über die öffentlichen Uhren archiviert, die bis zu den Anfängen 1907 zurück reichen. Vom Filmfonds erhielt das Archiv Akten zur Filmförderung 1993–2004. Damit ist auch die Erforschung der Vorgeschichte des gegenwärtigen Erfolgs österreichischer Filme sichergestellt. Einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur Wiens leistet die im Berichtsjahr erfolgte Archivierung der Opferfürsorgeakten. Diese dokumentieren einerseits die Geschichte der Opfer, häufig auch durch unmittelbare persönliche Dokumente, wie etwa Briefe aus dem Konzentrationslager oder handschriftliche Zeugenaussagen. Andererseits zeigen sie, dass die Republik nach 1945 nicht, wie manchmal geäußert, völlig untätig war und die Opfer ignorierte. Die Sammlungen des Archivs erhielten wertvollen Zugang. Das Archiv kaufte von der Fotografin Alisa Douer Teile ihres bedeutenden Werkes an. Douer hat Lebensschicksale von österreichischen EmigrantInnen in aller Welt dokumentiert, in diesem Zusammenhang eine umfangreiche Korrespondenz geführt und Interviews mit den Betroffenen gemacht. Diese Kontakte führten auch zu einer Reihe von Wien-Besuchen der ehemaligen ÖsterreicherInnen. Diese Leistung von Alisa Douer wird durch die übernommene Sammlung an Fotos, Briefen und Interviews eindrucksvoll belegt. Außerdem wurde aus Douers Werk auch eine Sammlung von Fotos, die erwerbstätige Frauen am Arbeitsplatz zeigen(„women at work“), in die Fotosammlung des Archivs übernommen. Dies entsprach ganz dem Sammlungsschwerpunkt des Archivs, der im Bereich der kartographischen und fotografischen Ergänzung des amtlichen Schriftguts zur Geschichte Wiens liegt. Schon 2011 übernahm nach einer Umstrukturierung der„media wien“(der ehemaligen Landesbildstelle Wien) das Wiener Stadt- und Landesarchiv das„Filmarchiv der media wien“ von Archivbestände 95 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 der Magistratsabteilung 13 – Bildung und außerschulische Jugendbetreuung. Der Erschließung dieses Bestandes dient ein Kooperationsprojekt mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien und dem Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft, welches im Berichtsjahr weit gediehen ist. Im Einzelnen erfolgte die Bewertung und sukzessive Sicherung des Bestandes nach kulturund archivwissenschaftlichen Kriterien. Die wissenschaftlich möglichst exakte Erschließung dieser Bestände im Sinne der Stadt- und Kulturgeschichte, die Abklärung der Überlagerungen mit den relevanten Beständen in den österreichischen Filmarchiven und die Klärung der mit den Formen öffentlicher Verwendung verknüpften Rechtsfragen waren Ziele des Projekts. Der Bestand umfasst rund 700 Filme, 500 Out-Takes oder Rohschnittmaterialien von Wochenschauberichten und 77 teils fragmentarisch überlieferte deutsche Wochenschauen. Den kultur-, stadt- und filmhistorisch wertvollen Kernbestand bilden die unter„Bestand Filmsammlung der Stadt Wien“ erfassten Filme, die bis 1908 zurückreichen. Dieser Bestand stellt eine im Vergleich mit anderen europäischen Großstädten einzigartige Sammlung zur visuellen Dokumentation der Stadtentwicklung und des Stadtmarketings dar, und setzt sich aus unterschiedlichen Typen von Filmen zusammen. Er umfasst frühe wochenschauartige Berichte(„Aktualitäten“) ebenso wie Dokumentationen, Lehr- und Unterrichtsfilme, Werbefilme, Eigenproduktionen der„media wien“, vereinzelt auch Spielfilme, Amateurfilme und experimentelle Filme. Der überwiegende Teil ist als„sponsored films“ zu bezeichnen, für den die Stadt Wien als Auftraggeberin fungierte. Einige dieser Filme sind aufgrund ihres einzigartigen dokumentarischen Wertes immer wieder für Fremdproduktionen herangezogen worden, wie beispielsweise„Das Freihaus in Wien“ oder„Der Bau des Wiener Praterstadions“. Filme wie„Wien 1963“(Edwin Zbonek) sind erst kürzlich als cineastische Raritäten wiederentdeckt und mit nachhaltigem Erfolg öffentlich präsentiert worden. Neben dem hohen ästhetischen und filmgeschichtlichen Eigenwert ausgewählter Teile des Bestandes kommt der kontinuierlichen Dokumentation des Stadtlebens über fast 100 Jahre hinweg eine kulturhistorisch herausragende Bedeutung zu. Der zentraler Output des Projekts ist eine Datenbank, die den Bestand nach technischen und filmographischen Angaben (Material, Format, Genre, Hersteller u. a.), Informationen zum abgebildeten Raum und zu den Raumnutzungsarten, Film- und Orts-Synopsen, Bild- und Text-Referenzen sowie schriftlichen und bildlichen Kontextmaterial klassifiziert. Die Datenbank steht der Volltextsuche offen und bietet damit über den Forschungsprozess hinaus auch die Grundlage für interaktive Recherche und Präsentation. Öffentlichkeitsarbeit Im Berichtsjahr zeigte das Archiv zwei Kleinausstellungen. In der Ausstellung„Autos verändern die Stadt. Die Motorisierungswelle der 50er-Jahre und ihre Folgen“ ging es um die grundlegenden Veränderungen im Mobilitätsverhalten der WienerInnen, die durch den Auto-Boom der 50er-Jahre ausgelöst wurden. Die Veränderungen betrafen sowohl Straßenbauten, Unterführungen und Garagenbauten als auch das individuelle Verhalten von AutofahrerInnen und FußgängerInnen, wie auch eine Reihe spektakulärer Autounfälle dokumentiert. Mit der Ausstellung„zeit.räume.erschließen. Wiener Stadt- und Landesarchiv“ beging das Archiv das 700jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung der Institution aus dem Jahr 1312. Die Ausstellung zeigte die Geschichte und die gegenwärtigen Aufgabenfelder des Archivs mit besonderem Schwerpunkt auf der arbeitsintensiven Erschließung des Archivgutes, die für den Zugang und die Suche notwendig ist. Zu sehen waren einige herausragende Einzelstücke aus den Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs, darunter das Niederlagsprivi96 Archivbestände• Öffentlichkeitsarbeit � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 leg Albrechts I. von Habsburg vom 24. Juli 1281, ein Tagebuch der Belagerung von Wien durch die Osmanen aus dem Jahr 1683, das 1627 begonnene prunkvolle, reich illustrierte Wappenbuch der Stadt Wien und ein Foto von Soldaten der Roten Armee im Kampf um Wien aus dem April 1945. Neben den Kleinausstellungen vermitteln Führungen den Wert des im Archiv gelagerten Schriftguts und senken die Zugangsschwelle. 2012 wurden insgesamt 35 Archivpräsentationen, darunter 14„Kinderführungen“ für interessierte Schulgruppen und vier Führungen zum Thema„jüdisches Wien und NS-Zeit“ durchgeführt. In der Reihe Zeitzeugnisse wurden auf der Homepage des Archivs neun ausgewählte Schätze des Archivs präsentiert. Die behandelten Themen reichen von der Geschichte des Dianabads über das Flugfeld Aspern bis zu den Wiener Würfeluhren und dem Hauptzollamt. Auch teils überraschende Wien-Bezüge von Persönlichkeiten wie dem Schriftsteller Karl May und der Begründerin des Wiener Frauenerwerbsvereins, Auguste von Littrow, wurden anhand unbekannter Archivalien vorgestellt. Lesesaal, Gutachten und Stellungnahmen In- und ausländische KundInnen haben im Jahr 2012 insgesamt 8 168 schriftliche Anfragen, teils wissenschaftlichen Inhalts, an das Archiv gerichtet, ebenso Meldeanfragen nach 6 687 Personen. Im Lesesaal kam es zu 5 585 KundInnenkontakten und 16 148 Aktenaushebungen. Auf die abteilungsspezifischen Web-Seiten auf wien.at erfolgten im Jahr 2012 insgesamt 5 710 205 Zugriffe. Auf die digitalisierten Urkunden des Archivs auf„monasterium.net“ wurde 18 127 Mal zugegriffen. Für wissenschaftliche Zwecke erteilte das Archiv 25 Bescheide für die Nutzung von Archivalien mit verkürzter Schutzfrist(§10 Abs. 3 Wiener Archivgesetz) für personenbezogene Daten. Bibliothek Die Archivbibliothek verzeichnete insgesamt 1 924 Neuzugänge. Ergänzungen und Kontrollen der Datensätze in der Bibliotheksdatenbank DABIS, sowie zusätzliche Ordnungs- und Skartierungsarbeiten im Bibliotheks-Depot wurden durchgeführt. Die Politische Dokumentation betreute circa 690 Periodika. Die korrigierte Eingabe des Karteikartenaltbestands in den Nominalkatalog des BIS-Datenpools befindet sich im fortgeschrittenen Stadium. Wissenschaftliche Projekte und Kooperationen Eine Fortsetzung fand das Langzeitprojekt„Historischer Atlas von Wien“ mit der Erstellung und dem Erscheinen der 15. Lieferung. Die Lieferung enthält Karten zu mittelalterlichen archäologischen Befunden in der Inneren Stadt und zu Baualter, Flächennutzung und Hauserträgen des 12. Bezirks(1914, 1920). In Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus wurde das große Publikationsprojekt „Wien im Ersten Weltkrieg“ gestartet. Das Thema wurde bisher vor allem als Teil des Kriegsgeschehens an der Front und des politischen Auseinanderbrechens der Donaumonarchie in Ausstellungen und Büchern behandelt. Einzig eine amerikanische Publikation hat sich mit der „Heimatfront“ auseinandergesetzt. Mit neuer Fülle soll dieses Thema stärker in der Aufmerksamkeit, auch der medialen Öffentlichkeit, in den Mittelpunkt gerückt werden. In rund 40 bis 45 Beiträgen wird kaleidoskopartig das Geschehen in der Stadt beleuchtet. Ergänzend wird ein reich illustrierter Chronikteil erarbeitet. Das Projekt„Wien im Ersten Weltkrieg“ bringt sich in die große Erinnerung und die neue Debatte um den Ersten Weltkrieg ein, die sich rund um das 100-Jahre-Jubiläum des Ausbruchs 2014 begeben werden. Öffentlichkeitsarbeit• Lesesaal, Gutachten und Stellungnahmen• Bibliothek Wissenschaftliche Projekte und Kooperationen 97 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 Landtags- und Gemeinderatsdokumentation In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates fand die Rückerfassung im Hinblick auf die Verlinkungen der Originaldokumente ihre Fortsetzung. Derzeit sind fast 53 000 Beschlüsse, Gesetzesentwürfe, Anfragen, Anträge u. ä. online abrufbar. Das Projekt Digitalisierung der Sitzungsprotokolle und wörtlichen Protokolle des Landtages und Gemeinderates in Bezug auf die Rückerschließung bis 1945 und die Digitalisierung der Anfragen und Anträge im Landtag und Gemeinderat bis 1945 wurde weitergeführt. Beim Projekt Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker begann die Eingabe von biographischen Daten der Mitglieder des Stadtsenates und der Abgeordneten zum Wiener Landtag und Mitglieder des Gemeinderates im Zeitraum ab 1945. 98 Landtags- und Gemeinderatsdokumentation � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Mit der Implementierung weiterer Tools(z. B. neue Webkataloge) im Rahmen der 2011 gestarteten Teilnahme am Österreichischen Bibliothekenverbund, der Erweiterung der digitalen Services wie E-Books on demand, bzw. der„Wienbibliothek digital“ sowie mit einer breitenwirksamen Ausstellungs- und Veranstaltungspolitik hat die Wienbibliothek 2012 einige markante Akzente in Richtung Öffentlichkeit gesetzt. Auch im abgelaufenen Jahr war es das Bestreben der Wienbibliothek, die eingeschlagene Strategie der Öffnung der Wienbibliothek hin zu den Bibliotheksumfeldern, zu Universitätseinrichtungen und zu anderen Forschungsinstitutionen, zu Museen sowie zu anderen potenziellen PartnerInnen im Kunst- und Kulturbereich Wiens zu forcieren. 2012 waren 8 476 BenützerInnen der Bestände zu verzeichnen. Zu diesen kommt die immer stärker werdende Gruppe der BesucherInnen von Ausstellungen, Symposien, Buchpräsentationen, Lesungen, Konzerten, Führungen etc. mit 5 914 TeilnehmerInnen. Zusätzlich nutzen über 110 000 virtuelle BesucherInnen die Angebote der Website der Bibliothek, vor allem die Online-Kataloge, zum Recherchieren und Reservieren von Materialien. BenützerInnen, Forschende und Studierende wie alle an Wiengeschichte Interessierten erhalten durch ExpertInnen qualifizierte Informationen zu den Beständen und zur Kulturgeschichte Wiens, aufbereitetes Wissen sowie Unterstützung bei der Recherche in allen Datenbanken, Katalogen und Verzeichnissen: 2012 fanden an der Bibliothek über 5 100 Beratungen durch MitarbeiterInnen statt. Sonderprojekte Teilnahme am Österreichischen Bibliothekenverbund Der österreichische Bibliothekenverbund ist der größte nationale Verbund universitärer, wissenschaftlicher und administrativer Bibliotheken Österreichs. Zu seinen Mitgliedern zählen etwa die Österreichische Nationalbibliothek, die Universitätsbibliotheken in Wien, Graz oder Innsbruck sowie zahlreiche Landesbibliotheken. Ein großer Vorteil dieses Verbundes liegt in der gemeinsamen Datennutzung und der Entwicklungsarbeit in vielen Bereichen, die im Verbund ständig vorangetrieben wird. Als neues Mitglied kann auch die Wienbibliothek im Rathaus diese Vorteile nutzen. Bereits im November 2011 konnte die Datenmigration aller Sammlungen der Wienbibliothek abgeschlossen werden. Zu Jahreswechsel folgte ein Konzept für die Erstellung neuer Webkataloge, auf dessen Basis die OPACs implementiert und im Juni 2012 freigeschaltet werden konnten. Durch die Migration von 140 000 Datensätzen der Plakatsammlung können diese mit Ende 2012 nun nicht nur im lokalen, sondern auch im Verbundkatalog recherchiert werden. Wienbibliothek Digital Die Digitalisierung des kulturellen Erbes und ihre Online-Verfügbarkeit zählen zu den vorrangigen Zielen der europäischen Politik. Die Wienbibliothek hat 2010 die Infrastruktur geschaffen, um an dieser Entwicklung teilnehmen zu können. Auf www.digital.wienbibliothek.at bietet sie kostenlosen Zugang zu einer kontinuierlich wachsenden Sammlung an digitalisierten Objekten. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf Wien-spezifischer Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, die im Volltext kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Mit Ende 2012 standen 900 Bücher und Handschriften auf dieser Website bereit. 2012 haben nach den Wiener Adressbüchern von 1859 bis 1942(dem so genannten„Lehmann“) 200 weitere Adressbücher, Bezirks- und Reiseführer Eingang in die digitale Bibliothek Sonderprojekte 99 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 gefunden. Im Bereich der Handschriften war der 150. Todestag von Johann Nestroy das entscheidende Kriterium, um den umfangreichen und viel benutzten Bestand an originalen Bühnen-/ Schauspielmusiken zu seinen Theaterstücken in der digitalen Bibliothek zur Verfügung zu stellen. 2012 wurden außerdem sämtliche Musikautographe von Franz Schubert in die digitale Bibliothek eingespielt. Um eine möglichst benutzerInnenfreundliche Suche in den Wienbüchern zu gewährleisten, wurden OCR-Lizenzen angeschafft. 2012 wurde die automatische Texterkennung zum ersten Mal auf die Wienbücher angewendet. Portal wiki.wien.at 2012 begannen die Vorarbeiten zur Erstellung einer digitalen Enzyklopädie, die das gesamte Überblickswissen über die Geschichte und Kultur Wiens speichern soll. Es gilt dabei, das historische Vorbild von Felix Czeikes„Historischem Lexikon Wien“(6 Bände, ca. 38 000 Einträge), das Anfang der 90er-Jahre erstellt wurde, mit den Möglichkeiten des Internetzeitalters zu konfrontieren und als digitale Enzyklopädie weiterzuentwickeln. wiki.wien.at hat den Anspruch, die erste Adresse in Sachen Wien-Wissen zu werden und umfasst die Module: Wien.Ereignisse, Wien.Biographie, Wien.Topographie, Wien.Bibliographie und Wien.Ansichten. Langfristig soll damit das zentrale Recherche- und Informationsportal zur Geschichte und Kultur Wiens entstehen. Neustrukturierung der Theatersammlung Die derzeit etwa 250 000 Theaterzettel und Programmhefte umfassende Sammlung wächst stetig an, nicht zuletzt auch aufgrund der Belegexemplare, welche von den jeweiligen Wiener Theaterhäusern zugeschickt werden. Um eine uneingeschränkte Benutzbarkeit dieser Bestände zu gewährleisten und angesichts steigender Nachfragen seitens der BenützerInnen, entschloss sich die Wienbibliothek ihre Theaterzettelsammlung neu zu überarbeiten. Dieses Sonderprojekt gliederte sich in die Arbeitsschritte und konnte 2012 finalisiert werden. • Erfassung aller Theaterzettelkonvolute • Sortierung aller unbearbeiteten Bestände • BenützerInnengerechte Aufbereitung • Revision und Bestandserhaltung in säurefreien Mappen und Archivboxen Weitere Konvolute, die 2012 auf gleiche Art und Weise der Benützung erschlossen werden konnten, waren jene zur Wiener Eisrevue(47 Archivboxen, Zeitraum: 1920 bis 1972), zum Bestand Dieter Schrage(46 Archivboxen, Zeitraum: 1975 bis 2010) sowie zum Filmzentrum Wien (75 Archivboxen, Zeitraum: 1947 bis 1987). Restitution und Provenienzforschung Von der Wiener Rückstellungs-Kommission wurde 2012 der Bericht über Objekte aus dem Besitz des Botanikers und Journalisten Ernst Moriz Kronfeld sowie der Bericht über Objekte aus dem Besitz von Oscar Wollheim behandelt. Gab es im ersten Fall einen Beschluss(in Abstimmung mit dem Wien Museum), an die nunmehr feststehende Erbengemeinschaft zu restituieren, wurde im zweiten Fall um weitere Recherchen zur Rechtsnachfolge ersucht. In einigen anderen Fällen konnten bei der Suche nach RechtsnachfolgerInnen in Kooperation mit der Anlaufstelle der Israelitischen Kultusgemeinde und der Commission for Looted Art in Europe (London) zwar neue Erkenntnisse gewonnen, die Recherchen aber noch nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Dazu kommen Anfragen zu sonstigen(unbedenklichen) Provenienzvermerken in Objekten aus dem Bestand der Wienbibliothek. Die Kontrolle der Bestände 1933 bis 1938 auf möglicherweise bedenkliche Provenienzvermerke aus dem Deutschen Reich nach der NS-Machtergreifung konnte fortgeführt werden und umfasste zu Jahresende 7 300 überprüfte Bände. 100 Sonderprojekte � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Sammeln Überblick über die wichtigsten Erwerbungen und Erschließungen der Wienbibliothek 2012 Der Online-Katalog der Druckschriftensammlung enthielt mit Ende 2012 über 584 000 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nachlässe betrug rund 10 300 Bände. Neben dem Ankauf aktueller Wien-spezifischer Literatur konnten auch wertvolle alte Drucke angekauft werden, zum Beispiel ein Gebetbuch für Kaiserin Eleonore Magdalene(1655– 1720), ein wunderschönes Beispiel barocker Buchkunst(Hauck, Ferdinand: Geistliche HertzStärckung[…] – Wien 1679, Sign.: A-322816). Auch von Abraham à Sancta Clara, einem der bedeutendsten katholischen Prediger der Barockzeit, konnten neue Drucke erworben werden (Sign.: A-321632, A-321667/1-2, A-321708/1-4). Zu den beliebtesten Illustrationen frühneuzeitlicher Kalender gehören Stadtansichten. Zwei seltene Stücke des 17. Jahrhunderts konnten für die Wienbibliothek angekauft werden, der bislang nicht nachgewiesene Wiener Einblattkalender von Wilhelm Rechperger mit dem Titel„Almanach auff das Jahr[…] M.DC. III.“(Sign. E-323522) und der Nürnberger„Newe und Alte Schreib-Calender auff das Jahr[…] 1655“ von David Herlitz, der ebenfalls in dieser Form bislang nirgends nachgewiesen ist(Sign.: A-323452). Die Handschriftensammlung erwarb auch 2012 eine Reihe interessanter Sammlungen, unter anderem die Fotosammlung Wolfgang Glück(ZPH 1547), die Sammlung Leopoldine Kovarik (ZPH 1552), Vorlässe von Graziella Hlawaty(ZPH 1557) und Walter Arlen(ZPH 1559), Nachlässe von Hans Weigel(ZPH 1561), Hermann Leopoldi(ZPH 1564) sowie eine Sammlung zu H. C. Artmann(ZPH 1567). Durch mehrere Objekte ergänzt konnte auch die Sammlung Johann Schrammel(ZPH 1570) werden. Die seit 2006 laufenden Verhandlungen zum Ankauf des bedeutenden Teilnachlasses von Max Reinhardt(Sammlung Fiedler) mit über 5 000 Dokumenten aus dem Besitz von Reinhardts Sekretärin Gusti Adler konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Die Wienbibliothek ist damit neben dem Archiv der University of Binghamton(USA) eine zentrale Stelle für Max Reinhardt-Forschung geworden. Den vom Umfang her größten Zuwachs der Musiksammlung stellt die Übernahme des Notenarchivs des Bezirksmuseums Hernals(125 Archivboxen) dar. Zu den prominentesten Einzelstücken zählt das Autograph des Wiener Heurigenmarsches„Ich bin per du mit alle schönen Maderln“ von Robert Stolz. Außerdem erwarb die Sammlung den Nachlass des vor allem als Filmkomponist bekannten Oskar Wagner, der auch wertvolle Quellen zur Geschichte der Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger(AKM) und des Österreichischen Komponistenbundes(ÖKB) enthält. Weitere wertvolle Zuwächse betrafen einen Teilnachlass des Militärkapellmeisters Carl Wetaschek, der Ankauf von 18 Partiturabschriften von Quadrillen und Polkas der Strauss-Familie, die Musiksammlung des Komponisten Ignaz Brüll sowie die Nachlässe der Musiker Franz Chorherr und Karl Geyer. Die Plakatsammlung konnte exklusive der von der Gewista abgelieferten Pflichtexemplare 741 Neuzugänge verzeichnen. Im Dezember 2012 konnte die Sammlung aus dem Archiv von Dimitris Manikas rund 150 Plakate erwerben. Architekt Manikas sammelt seit seiner Studienzeit in Wien(ab 1959) Plakate und hat so einen Teil der Wiener Geschichte zu Stadterneuerung und Stadtplanung vor allem im 6. und 7. Bezirk(Gumpendorf, Mariahilf, Spittelberg, Gassergasse), zu Galerienausstellungen, zu Architekturvorträgen und-ausstellungen sowie zu politischen Kundgebungen(Stop dem sauren Regen, Chile-Solidarität) dokumentiert. Die Sammlung Dokumentation erschloss im Jahr 2012 über 4 200 Sachmappen und über 2 500 Fotos aus dem Tagblattarchiv sowie 1 000 Mappen der Zeitungsausschnittsammlung Pepi Sammeln 101 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Treitl. 247 Zeitungsartikel wurden neu in der Datenbank der Zeitungsdokumentation nachgewiesen, dafür wurden 15 laufende Publikationsreihen, Tages-, Wochen- und Monatszeitungen ausgewertet. Statistische Kennzahlen Benützung und BesucherInnen Druckschriftensammlung 6 878 BenützerInnen 11 291 ausgegebene Medien 3 314 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung 1 198 BenützerInnen � 3 400 ausgegebene Medien � 588 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Musiksammlung 383 BenützerInnen � 1 719 ausgegebene Medien � 784 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Plakatsammlung 17 BenützerInnen(Spezialbenützung) � 819 ausgegebene Medien � 82 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Dokumentation 645 ausgegebene Medien(Mappen Tagblatt-Archiv) � 341 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen � Sonstige BesucherInnen 4 817 BesucherInnen von Veranstaltungen(Lesesaal, Loos-Räume, Medientermine) 1 097 TeilnehmerInnen an Führungen Die BesucherInnen im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek sowie externer Ausstellungen werden nicht erfasst. BenützerInnen und BesucherInnen gesamt 2012 8 476 Personen Benützung 5 914 Personen Veranstaltungen und Führungen 14 390 Personen gesamt Dazu kamen 110 208 BenützerInnen der virtuellen Angebote der Wienbibliothek. Eigene Ausstellungen Lesespuren – Spurenlesen oder Wie kommt die Handschrift ins Buch? 29. September 2011 bis 29. Februar 2012, Wienbibliothek im Rathaus In Kooperation mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Handschriftliche Eintragungen in Büchern versehen ihr„Objekt der Begierde“ mit einem Makel oder werten es ungemein auf, je nachdem, wer darin„Hand angelegt“ hat und was sich 102 Statistik• Eigene Ausstellungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � daraus lesen lässt. Von den vielen Wegen, auf denen die Handschrift ins Buch kommt, handelte diese Ausstellung. Was korrigierte Franz Werfel in seinem expressionistischen Drama„Der Spiegelmensch“? Wie sind die Annotationen von Joseph Franz von Jacquin in seinem„Lehrbuch der allgemeinen und medicinischen Chymie“ zu deuten? Was bezweckte Marcel Prawy, als er in mehreren Wagner-Monographien – auch in der eigenen – fast jedes gedruckte Wort unterstrich? Wo fand Gustav Mahler noch Platz, um in einem Beethoven-Druck dessen 9. Symphonie neu zu instrumentieren? Solche und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Ausstellung, auch in Bezug auf Themen wie Theater oder Zensur. Gezeigt wurden darüber hinaus unbekannte Handexemplare von Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Karl Kraus oder Peter Weiss aus den Sammlungen der Wienbibliothek und der Österreichischen Nationalbibliothek. Klimtig! Jugendstil-Rezeption im Plakat 16. Mai bis 7. Oktober 2012, Wien Museum, Atrium Zeitgleich mit der Ausstellung„Klimt. Die Sammlung des Wien Museums“ warf die Wienbibliothek einen Blick auf die Rezeption Klimts und des Jugendstils im Medium Plakat im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert. Nach einer Phase der Geringschätzung des Jugendstils begann in den späten 60er-Jahren eine intensive Auseinandersetzung mit Klimts Arbeiten, die ihren ersten Höhepunkt in der Wiener Ausstellung„Traum und Wirklichkeit“ 1985 erlebte. Ein Klimt-Boom setzte ein, der bis heute ungebrochen anhält. Motive aus dem Werk Klimts und des Jugendstils dienen bis heute als Vorlage und„Werkstoff“, um Luxusprodukte wie Seife, Sekt oder Schokolade zu bewerben. Die Produktwerbung benutzt diese Bildsprache seit den 60er-Jahren, um eine Aura von Exklusivität und kultureller Distinktion zu erzeugen. „Zum Konterfei das Autogramm!“ Widmungsphotographien der Wiener Sammlerin Hermine Kunz-Hutterstrasser(1873–1948) 18. Oktober 2012 bis 19. März 2013, Wienbibliothek im Rathaus In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach Eine der größten Sammlungen von Autogramm- und Widmungsphotographien ist jene von Hermine Kunz-Hutterstrasser. Ihre zwischen 1880 und 1940 zusammengetragene Kollektion enthält Aufnahmen von Persönlichkeiten aus der Welt der Literatur, des Theaters, des Films, der Kunst und der Wissenschaft. Die Sammlerin war die Schwester von Carl Hutterstrasser, dem Inhaber der Klavierfabrik Bösendorfer, und die Mutter von Alfred Kunz, dem ersten Direktor der Modeschule Hetzendorf. 1981 gelangte ein Großteil der Photographien, etwa 1 600 Objekte, an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Rund 250 Schreiben, mit denen die Porträtierten die Zusendung ihrer Aufnahmen kommentiert hatten, waren hingegen schon 1943 von der Wiener Stadtbibliothek angekauft worden. Im Rahmen der Ausstellung fand eine Länder übergreifende intermediale„Wiedervereinigung“ der Widmungsphotographien mit den kongruenten Briefen statt. Wolfgang Freitag: Die Schattenorte von Wien 30. Oktober 2012 bis 28. Februar 2013, Wienbibliothek im Rathaus, Foyer Der Journalist Wolfgang Freitag präsentiert in seinen fotografischen Arbeiten Orte und Institutionen, die in vieler Munde sind, ohne dass man genau wüsste, was denn wirklich dort vorgeht. Es sind Orte und Institutionen der Ausgrenzung. Scheu oder auch Abscheu, die wir mit diesen Orten verbinden, lassen uns wegschauen – und erzeugen eine Aura des Mysteriösen, Geheimnisvollen, die unsere Phantasie befeuert. Die Fotoausstellung führte an genau diese Orte: an Orte, wohin wir delegieren, was uns in unserem Wohlbehagen stört, was uns peinlich, lästig, unangenehm ist: Armut, Verzweiflung, Gewalt, aber auch Teile unserer Geschichte oder – durchaus handgreiflich – der Mist, den wir Tag für Tag produzieren. Eigene Ausstellungen 103 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Veranstaltungen Buchpräsentationen Wolfgang Bauer:„Der Geist von San Francisco“ Verstreut publizierte und nachgelassene Texte Thomas Antonic(Hg.), Klagenfurt/ Graz/ Wien: Ritter 2011 11. Jänner 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Edith Kneifl: Der Tod fährt Riesenrad. Ein Wien-Krimi um 1900 Innsbruck/ Wien: Haymon 2012 29. Februar 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Ernst Krenek: Im Atem der Zeit. Erinnerungen an die Moderne Buch und Hörbuch. Gelesen von Cornelius Obonya, Wien: Braumüller 2012 7. März 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume „A. ist manchmal wie ein kleines Kind“. � Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino � Stephan Kurz/ Michael Rohrwasser(Hg.), Wien/ Köln/ Weimar: Böhlau 2012 (Manu Scripta, Bd. 2) 21. März 2012, Jüdisches Museum Wien Clara Katharina Pollaczek(geborene Loeb, 1875–1951) war der Literaturgeschichtsschreibung bislang nur als letzte Lebensgefährtin Arthur Schnitzlers bekannt. Erstmals steht Pollaczek, die selbst literarisch tätig war, im Zentrum eines Bandes. Ihr Tagebuch(das Manuskript liegt in der Wienbibliothek) wird hier in Auszügen veröffentlicht: Neben ihrer Lebensgeschichte zeigt dieses Dokument vor allem die Kinoleidenschaft des Paares. Der Band stellt die kinobezogenen Notate Pollaczeks und Schnitzlers nebeneinander und ergänzt diese jeweils mit Informationen zu Film und Kino. Im Schnitzler-Jahr konnten hier erstmals alle Kinobesuche des Autors verfolgt werden. Das alltägliche Filmerlebnis in den Jahren 1923–1931 wird so zum Angelpunkt von Literaturgeschichte, Kinogeschichte und Wiener Lokalgeschichte. Mehmet Emir: Ich bin immer noch in Wien. Briefe an Mama und Papa in der Türkei Wien: Sonderzahl Verlag 2012 22. März 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Lesung: Robert Reinagl „Bin Dichter nur der Posse“: Johann Nepomuk Nestroy. Versuch einer Biographie W. Edgar Yates, Wien: Lehner 2012(Reihe Quodlibet, Bd. 11) 29. März 2012, Wienbibliothek, Lesesaal Einführung: Hubert Christian Ehalt, Musik: Agnes Palmisano, Robert Reinagl Wiener Stadtplanung im Nationalsozialismus Ingrid Holzschuh, Wien/ Köln/ Weimar: Böhlau 2011 17. April 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Hermann Leopoldi Hersch Kohn. Eine Biografie Georg Traska/ Christoph Lind, Wien: Mandelbaum 2012 24. April 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Der Künstler Hermann Leopoldi war einer der begabtesten und meist gefeierten Komponisten, Pianisten, Sänger und – wie er sich selbst nannte –„Klavierhumoristen“ des Wiener Liedes sowie des deutschsprachigen Schlagers der 20er- bis 50er-Jahre. Kurz vor dem endgültigen Durchbruch Anfang der 20er-Jahre änderte er seinen Nachnamen von Kohn auf den Künstler104 Veranstaltungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � namen seines Vaters: Leopoldi. Das Besondere an dieser Publikation ist die Aufarbeitung des in der Wienbibliothek verwahrten Nachlasses des Künstlers. Zahlreiche, bislang unbekannte Dokumente eröffnen neue und interessante Blickwinkel auf den Wiener Volkssänger. Leopoldis Lebensgeschichte wird entlang seiner Lieder erzählt, nachzuhören auf der beiliegenden Musik-CD. Nestroy Dokumenten-, Register- und Nachtragsbände 26. April 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Digitalisierungsprojekt Nestroy-Bühnenmusiken präsentiert; Musik: Agnes Palmisano, Robert Reinagl Der Phantastische Phallus. Die unglaubliche Geschichte von Wendelin Rentzsch-Tetzlaff und seiner Sammlung herausragender Avantgarde-Kunst Christoph Steinbrener/ Thomas Mießgang, Berlin: Verlag Rogner& Bernhard 2012 26. September 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Filmplakate. Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek Julia König(Hg.), Wien: Metroverlag 2012 10. Oktober 2012, Wienbibliothek, Lesesaal Eine Auswahl von rund 200 Plakaten gibt einen Einblick in die Film- und Kinogeschichte der Stadt. In sechs Textbeiträge nähern sich die AutorInnen aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Geschichte der Wiener Filmplakate von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Kino und Film verändern das Stadtbild ab den 10er-Jahren, als die ersten Kinos feste Gebäude bezogen. Die ersten Filmplakate wurden beauftragt und ein neues Plakatgenre war entstanden, das sich parallel zur Filmwirtschaft entwickelte und einer eigene Bildsprache bediente. In den 40er- bis 60er-Jahren hatten die Wiener Filmplakatmaler Hochkonjunktur. Ende der 60er-Jahre wurden deren Entwürfe von jenen deutscher PlakatkünstlerInnen abgelöst. In den frühen 70er-Jahren setzte eine grundlegende Transformation in den Filmproduktionsfirmen ein, die sich anhand des Erfolgs von Steven Spielbergs Jaws(1975) gut darlegen lässt. Marketingphänomene wie Blockbuster brachten es mit sich, dass weltweit einheitliche Plakatwerbung zum Einsatz kam. Abschließend war ein Exkurs den Plakaten der Viennale gewidmet, die 2012 zum 50. Mal stattfand. Langeweile ist Gift. Das Leben der Eugenie Schwarzwald Deborah Holmes, St. Pölten/ Salzburg/ Wien: Residenz-Verlag 2012 10. Oktober 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek. Loos-Räume Österreichische Literatur zwischen den Kriegen Evelyne Polt-Heinzl, Wien: Sonderzahl Verlag 2012 6. November 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Strauss-Dynastie – Alles Walzer Hanne Egghardt, Wien: Kremayr& Scheriau 2012 8. November 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Hugo Bettauer: Der Kampf um Wien. Ein Roman vom Tage Wien: Milena-Verlag 2012(Revisited, Bd. 11) 15. November 2012, Wienbibliothek, Lesesaal Steve Sem-Sandberg: Theres. Roman. Aus dem Schwedischen von Gisela Kosubek, Stuttgart: Clett-Kotta 2012 20. November 2012, Wienbibliothek, Lesesaal Diskussion des Autors mit Ilija Trojanow unter Moderation von Alexandra Föderl-Schmid Veranstaltungen 105 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Fräulein Gustl oder Ich muss auf die Uhr schau‘n. Natalie Eva Ofenböck und Nino Ernst Mandl lesen einander Schnitzler vor. Ein(Hör-)Buch Klagenfurt: Edition Meerauge 2012 11. Dezember 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Lesungen Auf den Henker lauschen 16. Februar 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Die szenische Lesung von„theater beyond“ basierte auf der„Geschichte vom Herrn Rat“ von Paul J. Schrag und war eine Kombination aus Erzählung und Bühnenstück zum Thema des deutschen Judentums. Fräulein Gustl 10., 15., 17. Mai 2012, Arena Bar Natalie Eva Ofenböck und Nino Ernst Mandl lesen einander Schnitzler vor. Musik von Lukas Lauermann, Raphael Sas und Stefan Sterzinger Die Kriminacht – Exklusive Preview 26. September 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Edith Kneifl las aus ihrem Roman„Blutiger Sand“ Tagungen, Konferenzen und Symposien Digitale Geschäftsgänge und Retrodigitalisierung in Bibliotheken, Archiven und Museen Fachtagung, 13. und 14. September 2012, Stadtsenatssitzungssaal An der Tagung nahmen 70 ExpertInnen im Bereich Digitalisierung sowie Interessierte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Die Vorträge waren breit gestreut – von Retrodigitalisierung über die Digitalisierung von Spezialbeständen bis bin zu Hochschulschriftenserver und die Verwaltung von E-Publikationen. „Viennavigator“ – Literatur als Informationssystem? Tagung, 20. und 21. September 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Literarische Texte über Städte enthalten vielfältige Informationen über Raumerfahrung und ihre kognitive Verarbeitung, insbesondere ermöglichen sie Einsichten in Kontinuität und Wandel der Erfahrung konkreter städtischer Räume im Verlauf der Geschichte. Derzeit werden weltweit Datenbanken erarbeitet, die literarische Textfragmente über städtische Räume digital verfügbar machen und zumeist mit Hilfe von„Google Maps“ verorten. Solche digital verwalteten Informationssysteme bedeuten eine Erweiterung der bisher in der Literaturwissenschaft üblichen Methoden und Verfahrensweisen. Im Rahmen dieses Workshops wurde – vorrangig am Beispiel von Wien – der mögliche Erkenntnisgewinn der digitalen Erfassung von Stadtliteratur interdisziplinär diskutiert. „Unerwartete Entdeckungen“ zur österreichischen Literatur des 19. Jahrhunderts Tagung, 27. und 28. September 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume In Kooperation mit der Internationalen Nestroy-Gesellschaft „Unerwartete Entdeckungen“ lautet der Titel eines Aufsatzes von Walter Obermaier, in dem er auf verschollen geglaubte Manuskripte und Briefe von Johann Nestroy und dessen Umfeld aufmerksam macht. Dieser Beitrag spiegelt die Arbeit an der historisch-kritischen NestroyAusgabe wider und ist ein Beispiel dafür, wie neue Funde die literaturwissenschaftliche For106 Veranstaltungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � schung stimulieren und weiterentwickeln können. Die Tagung zum 70. Geburtstag von Walter Obermaier griff diesen Gedanken auf und präsentierte anhand ausgewählter Beispiele überraschende Zusammenhänge, unerwartete Konstellationen und neue Entdeckungen aus den Beständen in- und ausländischer Archive. Theater-Sammlungen. Portale/ Profile/ Erschließung/ Provenienz Tagung, 1. Oktober 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume In Kooperation mit dem Don Juan Archiv Wien und dem Österreichisches Theatermuseum Profile sowie aktuelle Maßnahmen zur Erschließung, Beforschung und Präsentation von Theater-Sammlungen standen im Zentrum dieser Tagung. Internationale Referentinnen und Referenten, unter ihnen Margret Schild(Theatermuseum Düsseldorf), Nora Probst(Köln, Theaterwissenschaftliche Sammlung), Ondrej Svoboda und Alena Jakubcová(Kunst- und Theaterinstitut Prag) oder Isidora Popovic(Matica Srpska, Novi Sad), präsentierten Bestände und Projekte von öffentlichen wie privaten Institutionen. Weitere Schwerpunkte waren die systematische Erfassung von Initiativen zur Zusammenführung der Sammlungen in Form von Bibliographien und Online-Portalen sowie die Provenienzforschung. Inter-esse am Tisch. Tischszenen in Literatur und Kunst Konferenz, 12. und 13 Dezember 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume In Kooperation mit dem Institut für Germanistik, Universität Wien, und dem Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und Künste, Leuphana-Universität Lüneburg Der Tisch ist ein Ort der Gemeinschaft und der Gastfreundschaft. Zugleich sind Tische das Lieblingsexempel der KünstlerInnen und PhilosophInnen, wenn es darum geht, etwas Neues und anders nicht Sagbares zum Ausdruck zu bringen. Ist die Aufmerksamkeit erst einmal auf das Möbel gerichtet, erweist es sich als derjenige Gegenstand, an dem die Wissenschaften und Künste ihre Erkenntnis- und Darstellungsverfahren vorstellen und begreifen. Das Augenmerk der Konferenz richtete sich auf das„Inter-esse“ – das Zwischen-Sein und die Medialität des Möbels. Sonstige Veranstaltungen Schubert. Eine Winterwanderung in 5 Folgen con da capo Filmpräsentation mit anschließendem Round Table-Gespräch 6. Februar 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Im Anschluss an die Präsentation eines Films über Franz Schubert diskutierten Thomas Arzt (Autor), Thomas Aigner(Musiksammlung Wienbibliothek), Carina Riedl(Regie) und Brigitte Auer(Dramaturgie) über das Leben und Werk Schuberts, über die Praxen der Kunstproduktion jener Zeit, über Schubert-Rezeption und das heutige Schubert-Bild. Offenes Rathaus – Internationaler Frauentag 8. März 2012, Rathaus Die Wienbibliothek beteiligte sich am Internationalen Frauentag mit einem Stand im Festsaal und bot in den Bibliotheksräumlichkeiten Führungen zu biographischen Quellen bedeutender historischer Frauenpersönlichkeiten der Wiener Frauenbewegung und der Wiener Kulturszene vom späten 19. bis zum 20. Jahrhundert an. Kurzvorträge und Gespräche standen unter dem Motto:„Jeder ihre Ansicht. Wo bleibt die Solidarität?“ „Ravagiana“. Hermann Leopoldi und die neuen Medien Begleitveranstaltung zur Ausstellung, 22. Mai 2012, Lesesaal der Wienbibliothek Hermann Leopoldis Biographie und Karriere wurde nicht nur von den politischen Katastrophen seiner Zeit, sondern auch von den massenmedialen Umwälzungen geprägt. Viele seiner Lieder Veranstaltungen 107 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 spiegeln das thematisch und in ihrer musikalischen Struktur wieder. Sie reflektieren das Medium Radio, in dem Leopoldi zu einem populären Star neuen Zuschnitts wurde. Die sprachlich wie musikalisch beschleunigte Schnitttechnik der Potpourris von Leopoldi und seinen genialen Textdichtern nimmt Anleihen bei den neuen Medien und ihrer Echtzeitbindung. In die historische Erzählung der Kuratoren Christoph Lind und Georg Traska wurden zahlreiche, teilweise wenig bekannte historische Aufnahmen Hermann Leopoldis eingewoben. „Da wär's halt gut, wenn man Englisch könnt!“ Hermann Leopoldi im amerikanischen Exil Begleitveranstaltung zur Ausstellung, 14. Juni 2012, Wiener Volksliedwerk Hermann Leopoldis englischsprachige Lieder, das Umfeld der mit ihm verbundenen Textdichter vor dem Hintergrund ihres Lebens, Exils und Untergangs waren der Ausgangspunkt zu diesem Abend. Das Duo Vincenz Wizlsperger/ Hannes Löschl warf Lichter auf Texte und Musik und, stellte Bekanntes Unbekanntem gegenüber. „Wenn die letzte Blaue fährt“ – Klavierkompositionen von Walter Arlen 24. September 2012, Wienbibliothek, Lesesaal Konzert in Kooperation mit exil.arte mit Klavierkompositionen von Walter Arlen, am Flügel spielte Daniel Wnukowski. Finissage der Ausstellung„Die drei Wien des Hermann Leopoldi“ 1. Oktober 2012, Wiener Rathaus, Volkshalle Der Rundfunkjournalist, Schauspieler, Regisseur und Autor Teddy Podgorski las Auszüge aus den bis dahin nur teilweise veröffentlichten Memoiren Hermann Leopoldis, während die beiden Kuratoren der Ausstellung, Georg Traska und Christoph Lind, den Abend erzählerisch-historisch einrahmten. Den musikalischen Teil des Abends übernahmen zwei jüngere Interpreten des Wienerliedes, Klemens Lendl und David Müller, auch unter dem Namen„Die Strottern“ bekannt. „Für ein Archiv der Migration, jetzt!“ 5. Oktober 2012, Wienbibliothek, Lesesaal Podiumsdiskussion im Rahmen der„Wienwoche“ zur Forderung nach Errichtung eines„Archivs der Migration“, unter anderem mit Vida Bakondy(Arbeitskreis Archiv der Migration), Ljubomir Bratic(Initiator der Kampagne), Li Gerhalter(Sammlung Frauennachlässe an der Universität Wien) und Dirk Rupnow(Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck). ORF-Lange Nacht der Museen 6. Oktober 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Im Rahmen der„Langen Nacht der Museen“ präsentierte sich die Wienbibliothek mit einer breiten Palette an Aktivitäten, die von einer Schnitzler-Lesung mit Nicola Kirsch(Schauspielhaus Wien) und Roland Koch(Burgtheater Wien) über Nestroy-Couplets mit Robert Reinagl (Burgtheater Wien) und Georg Wagner(Pianist) bis hin zu Loos-Führungen und Musik-Autographenpräsentationen reichte. „Politik und Bildung – eine gestörte Beziehung?“ Kamingespräch, 17. Oktober 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume In Kooperation mit BildungGRENZENLOS und der Wiener Gesellschaft für Bildungspolitik und Schulmanagement(WBS) Anlässlich des„Bildungsfriedens“ in Nordrhein-Westfalen und des Erscheinens der Publikation „Bildung nervt“ von Bernd Schilcher(ehemaliger Landesschulratspräsident, Mitinitiator des Bildungsvolksbegehrens) wurde über Reformansätze für Österreichs Bildungssystem diskutiert. 108 Veranstaltungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � Internationaler Home Movie Day 2012 20. Oktober 2011, Wienbibliothek im Rathaus Das Österreichische Filmmuseum, das Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft und die Wienbibliothek luden im Rahmen des Internationalen Home Movie Day erneut dazu ein, eigene Filme, sowie gefundenes oder geerbtes Amateurfilmmaterial mitzubringen und von Fachleuten inspizieren und projizieren zu lassen. Vorträge und Screenings gaben Einblicke in Filmtechnik, Amateurfilmgeschichte und archivarische Methoden. Der amerikanische Leopoldi 28. November 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Hermann Leopoldis englischsprachige Lieder, das Umfeld der mit ihm verbundenen Textdichter vor dem Hintergrund ihres Lebens, Exils und Untergangs waren der Ausgangspunkt für diesen Abend. Christoph Lind und Georg Traska präsentierten spannendes, unveröffentlichtes Liedgut, musikalisch unterstützt von Hannes Löschel(Klavier) und Vincenz Wizlsperger (Gesang). Ausstellungsbeteiligungen Für folgende Ausstellungen im In– und Ausland wurden Objekte zur Verfügung gestellt. Beteiligung an Ausstellungen in Österreich • Grazgeflüster 15. März 2011 bis 15. Februar 2012, Stadtmuseum Graz • Tradition ist Schlamperei – Mozarts Opern in der Ära Gustav Mahler 12. Mai 2011 bis 6. Jänner 2012, Mozarthaus Vienna • Angelo Soliman – Ein Afrikaner in Wien 29. September 2011 bis 30. Jänner 2012, Wien Museum • BIGGER THAN LIFE. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung 19. Oktober 2011 bis 1. Mai 2012, Jüdisches Museum Wien • Heinrich von Kleist. 1777–1811 20. Oktober 2011 bis 18. März 2012, Österreichisches Theatermuseum • System Operette – 153 Jahre sittengefährdende Operette in Wien. 1858–2011 1. Dezember 2011 bis 24. September 2012, Österreichisches Theatermuseum • Zwischen Angst und Hoffnung – Mozarts Aufstieg und Fall in der Wiener Gesellschaft 26. Jänner 2012 bis 6. Jänner 2013, Mozarthaus Vienna • Welt der Operette. Glamour, Stars und Showbusiness 2. Februar bis 24. September 2012, Österreichisches Theatermuseum • Klimt persönlich. Bilder – Briefe – Einblicke 24. Februar bis 27. August 2012, Leopold Museum • Head 2 Head. Politik und Image 8. März bis 3. Juni 2012, Kunst Haus Wien • Besetzt! Kampf um Freiräume seit den 70ern 12. April bis 12. August 2012, Wien Museum • Meisterwerke im Fokus: 150 Jahre Gustav Klimt 12. Juli 2012 bis 6. Jänner 2013, Österreichische Galerie Belvedere • Einmal Unterwelt und retour. Die Erfindung des Jenseits 21. Juli bis 4. November 2012, Residenzgalerie Salzburg • Werkbundsiedlung Wien 1932 – Ein Manifest des neuen Wohnens 6. September 2012 bis 13. Jänner 2013, Wien Museum • Die Kulisse explodiert – Friedrich Kiesler, Architekt und Theatervisionär 25. Oktober 2012 bis 24. Februar 2013, Österreichisches Theatermuseum Veranstaltungen 109 � KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 � • Spiele der Stadt – Glück, Gewinn und Zeitvertreib 25. Oktober 2012 bis 2. April 2013, Wien Museum • Theodor Vernaleken(1812–1907) und das Erbe der Brüder Grimm in Österreich 26. November 2012 bis 8. Jänner 2013, Universitätsbibliothek Wien • Roboter – Maschine und Mensch? 14. Dezember 2012 bis 14. Juli 2013, Technisches Museum Wien Beteiligung an Ausstellungen im Ausland • Egon Schiele: Das unrettbare Ich – Werke aus der Albertina 3. Dezember 2011 bis 4. März 2012, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München • L’architecture engagée – Manifeste zur Veränderung der Gesellschaft 13. Juni bis 2. September 2012, Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne, � München � Kooperationen Mit folgenden Organisationen und Initiativen fanden 2012 im Rahmen von Veranstaltungen oder Projekten Kooperationen statt: Bildung Grenzenlos, Böhlau Verlag, Braumüller Verlag, Buch Wien 12 – Lesefestwoche, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Don Juan Archiv Wien, Edition Meerauge(Klagenfurt), Ernst Krenek-Institut, exil.arte. Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik, eyes.on. Monat der Fotografie Wien, Filmarchiv Austria, Frauenabteilung der Stadt Wien(MA 57), Gesellschaft für Buchforschung in Österreich, Haymon Verlag, Internationale Nestroy-Gesellschaft, Jüdisches Museum Wien, Leuphana-Universität Lüneburg, Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und Künste, Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft, Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, Mandelbaum Verlag, Metroverlag, Milena Verlag, Museum auf Abruf(MUSA), ORF – Lange Nacht der Museen, Österreichisches Filmmuseum, Österreichisches Theatermuseum, Residenz Verlag, Ritter Verlag, Schauspielhaus Wien, semantics Kommunikationsmanagement GmbH, Sonderzahl Verlag, Stadtentwicklung und Stadtplanung(MA 18), Universität Wien, Institut für Germanistik, Verlag Johann Lehner, Verlag Kremayr und Scheriau, Verlag Rogner und Bernhard(Berlin), Walter Nagel GmbH, Wien Museum, Wiener Volksliedwerk 110 Veranstaltungen• Kooperationen � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � WIEN MUSEUM Ein neues Depot für die Sammlung Die Sammlung der Museen der Stadt Wien umfasst über eine Million Objekte und wird in derzeit acht Depots aufbewahrt. Im größten der Depots – dem so genannten Zentraldepot – sind die Lagerbedingungen der Objekte teilweise problematisch und außerdem herrscht massiver Platzmangel, weshalb das Wien Museum in intensiven Bemühungen nach einer optimalen Lösung gesucht und diese 2012 gefunden hat. Ein Depotgebäude in Himberg bei Wien, errichtet nach modernsten Standards von einer führenden österreichischen Kunstspedition, das unmittelbar an das Depot des Kunsthistorischen Museums grenzt und alle geforderten Kriterien erfüllt, wurde angemietet und mit den Vorbereitungen für die Übersiedelung der gesamten Sammlung bis Mitte 2014 wurde begonnen. Nach einer Erweiterung des Gebäudes stehen dem Museum nun rund 12 000 m 2 Fläche zur Verfügung. Das Gebäude umfasst sämtliche Funktionen eines zeitgemäßen Depots, wie einen Bereich für Objektsicherheit und Depotverwaltung, Anlieferungsschleuse, einen Bereich für potentiell kontaminierte Objekte, Restaurierungswerkstätten für größerer Restaurierungsprojekte, Arbeitsmöglichkeit für KuratorInnen und natürlich viel Platz für die Objekte. Das neue Depot entspricht den Prinzipien der Passivhaustechnologie und nutzt Erdwärme zur Energieversorgung. Sammeln und Bewahren Während die bestehende Sammlung für die Übersiedelung in das neue Depot vorbereitet wurde, wuchs der Bestand 2012 weiter durch Schenkungen und Ankäufe, die wissenschaftlich aufgenommen und inventarisiert werden. Zu erwähnen seien hier exemplarisch besondere Schenkungen aus der zeitgenössischen Kunst, wie 90 Plakate von Oswald Oberhuber oder zeitpolitisch aktuelle Objekte wie das Straßenschild„1. Dr. Karl Lueger Ring“ oder das Plakat „Kein Platz für Antisemitismus“ von einem Flashmob am Schwedenplatz. Angekauft wurden – unter vielen anderen Objekten – je im Rahmen der Sonderausstellung Fotografien von Hans Scheugl sowie ein Modell der Werkbundsiedlung, über 300 Architekturfotografien von Margharita Spiluttini aus dem Jahr 1984 und zwei perfekte Erweiterungen der Dauerausstellung: Ein Haute Couture Kleid und eine Bluse aus dem„Salon Flöge“. Diese wichtige Ergänzung der Modesammlung macht es möglich Emilie Flöge als bedeutende Innovatorin in Wien um 1900 zu zeigen, die mit der Firma„Salon Flöge“ zugleich eine erfolgreiche Unternehmerin war. Der Verein der Freunde des Wien Museums konnte ein Konvolut mit Möbeln von Josef Frank(u. a. ein komplettes Schlafzimmer) im Gegenwert von 40 000 Euro für die Sammlung des Museums ankaufen. Ein wichtiges Projekt im Bereich Konservierung wurde mit einer Förderung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur realisiert: Die konservatorisch verbesserte Neulagerung von 501 Fahnen und Fahnenbändern in 93 Stülpkartons sowie 44 Fahnenstangen im Zentraldepot des Wien Museum, wurde speziell in Hinblick auf Transport und Lagerung im neuen Depot Himberg durchgeführt. Sie umfasste die Verlagerung der Fahnen aus der vertikalen Lagerung in eine horizontale, die Anfertigung der Archivboxen und Regale sowie eine Dokumentation und digitale Datenerfassung. Im Bereich Datenbereinigung und Inventarisierung wurde zusätzlich zu laufenden Projekten auch im Hinblick auf die Depotübersiedelung gearbeitet. Es konnten in diesem Jahr rund 19 000 Sammlungsgegenstände digitalisiert werden und stehen nun als Ansichts- und druckSammeln und Bewahren 111 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � fähige Fotos zur Verfügung. Die Digitalisierung umfasste u. a. Porträtfotos aus der biographischen Sammlung, Bestände aus der Gemäldesammlung, der Hermesvilla und der Dauerausstellung, sowie Objekte für die realisierten Sonderausstellungen. Europeana Fashion – Ein europaweiter Auftritt für die Modesammlung Das Wien Museum ist die einzige österreichische Partnerinstitution von Europeana Fashion, einem mit EU-Mitteln geförderten Netzwerk, welches die europaweit wichtigsten Institutionen und Sammlungen im Bereich Mode zusammenbringt und aus 22 Partnern in 12 Ländern besteht. Das Konsortium wird bis 2015 die öffentlich zugängliche Online-Plattform Europeana Fasion mit umfangreichem Material über die Geschichte der europäischen Mode füllen. Es entsteht ein Nachschlagewerk von circa 700 000 Datenbanksätzen zu Accessoires, historischen Kleidern, Fotografien, Plakaten, Zeichnungen, Skizzen, Videos und Mode-Katalogen. Neben der Teilnahme an den internationalen Treffen des Netzwerks beteiligt sich das Wien Museum mit der Aufarbeitung(Text und Bemaßung, Fotografieren, digitale Bereitstellung) von 10 000 Objekten aus der Modesammlung. Auch wird im Rahmen von Europeana gemeinsam mit dem Kunstgewerbemuseum Berlin ein Modethesaurus erarbeitet. Neues von den Aussenstellen Otto Wagner Hofpavillon: Nach Klärung der Zuständigkeit für die Erhaltung des Pavillons, wurde 2012 das Architekturbüro Wehdorn durch die MA 34 mit der Sanierung beauftragt. Die Sanierung wird voraussichtlich bis Frühjahr 2014 dauern. Beethovenwohnung Heiligenstadt: Es wurden zusätzliche Flächen von der MA 34 angemietet. Die Generalsanierung der leerstehenden Wohnung mit 50 m 2 läuft und wird im Februar 2013 fertiggestellt. Virgilkapelle: Die Lüftungs- und Klimaanlage der Virgilkapelle wurde 2011 und 2012 erweitert und umgebaut, sodass eine konstante Luftfeuchtigkeit von circa 69 Prozent bei einem minimalen dauernden Überdruck in der Virgilkapelle gehalten werden kann. Die angestrebte deutliche Reduzierung der Absandungsrate des Mauerwerks und damit des Erhalts der Substanz konnte damit erreicht werden. Beträchtliche Mittel dafür wurden von der MA 7 – Altstadterhaltungsfonds zur Verfügung gestellt. An BesucherInnen haben neben dem Haupthaus am Standort Karlsplatz auch einige Außenstellen gewonnen: Die Hermesvilla verzeichnet ein BesucherInnenplus von 20 Prozent, das Uhrenmuseum stieg um vier Prozent. Der Otto Wagner Pavillon am Karlsplatz konnte ein Plus von 82 Prozent verzeichnen, was auf die Einführung eines Kombitickets mit dem Wien Museum Karlsplatz zurück zu führen ist. Vermittlung und Bildung Ein wachsendes Team an VermittlerInnen entwickelt laufend neue Formate im Bereich Bildung und spielt eine wichtige Rolle in der Diskussion der in den Ausstellungen verhandelten Themen. Wichtige Kooperationen mit Schulen waren 2012 beispielsweise die Workshops„Schöner Wohnen in der Mustersiedlung“ mit der Berufsschule für Baugewerbe Wagramerstraße oder„Fashion, Staging, Images“ mit Schülerinnen der islamischen Fachschule für soziale Bildung. An vier Terminen präsentierten KlavierschülerInnen der Musik- und Singschule Wien in speziell für SchülerInnen aus Volks- und Mittelschulen zusammengestellten Konzerten ein vielfältiges Programm. Die Konzerte fanden an den Originalschauplätzen statt: im SchubertGeburtshaus in der Nußdorferstraße und im Haydnhaus. Veranstaltungen und Führungen speziell für Kinder sind ein wichtiges Angebot der Vermittlungsabteilung – sie thematisieren Aspekte der Ausstellungen und der Sammlung des Museums und erreichen junge BesucherInnen auch außerhalb des Schulkontextes. So konnten die 112 Sammeln und Bewahren• Vermittlung und Bildung � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � Kinder 2012 beispielsweise die„Sagenhafte Reise durch die Geschichte Wiens“, das Lesetheater mit Olaf Heuser besuchen, Neues lernen bei„Wie arbeiten Steinmetze?“ oder mit Babátóla Alóba über Geschichten und Spiele in der Soliman Ausstellung sprechen. Die jüngsten BesucherInnen und Familien kamen auch 2012 wieder in der beliebten Spielstation im Atrium des Museums auf ihre Kosten – die Installation korrespondierte mit der parallel laufenden Ausstellung„Spiele der Stadt – Glück, Gewinn und Zeitvertreib“. Für die 5- bis 7-Jährigen gab es Brettspiele, für die ganz Kleinen Riesen-Domino und Tukluk und Würfel zum Bauen. In der Schiene„Biographiearbeit“ ging es beim Gesprächskreis unter dem Titel„Vom Warten, Umsteigen und Weiterkommen. Bewegung in der Stadt“ um das Unterwegssein in der Stadt: Welche Verkehrsmittel und welche Wege werden bevorzugt? Was hat sich seit der Kindheit verändert. Kommt man heute schneller voran? Der direkte Draht zu den BesucherInnen Seit Jänner 2012 betreibt das Wien Museum eine Facebook-Seite, die aufgrund erfolgreicher Wettbewerbe und Aktionen(Worst of Klimt, Die Essenz von Wien etc.) nach einem Jahr bereits 3 500 FreundInnen gewinnen konnte, mehrmals medial beachtet wurde und in Facebook-Aktivitätsrankings viele größere Museen hinter sich lassen konnte. Ein facettenreiches Programm Stetig hat die Zahl der öffentlichen Veranstaltungen im Haus zugenommen. Im Jahr 2012 war das Publikum zu über 300 Terminen eingeladen, die unter dem Titel WIEN MUSEUM PLUS zusammen mit den Ausstellungen in einem neu entwickelten halbjährlich erscheinenden Programmheft angekündigt werden. Dabei waren die Formate so unterschiedlich wie Flohmarkt, Lesungen, Konzerte oder die besonders erfolgreichen Stadtexpeditionen. Ein großer Publikumserfolg war der Vortrag von Vittorio Magnago Lampugnani(Italien) zum Thema„Die Peripherie gibt es nicht – Ein Plädoyer für neue Erweiterungsstrategien für die Großstadt“ und die„Wiener Vorlesung“ von Aleida Assmann(Deutschland) zum Thema„Das Zeitregime der Moderne und die Wiederkehr der Vergangenheit“. Eine Besonderheit im Museum bot das Schachsimultan im Rahmen der Ausstellung„Spiele der Stadt – Glück, Gewinn und Zeitvertreib“ bei dem die ungarische Schachgroßmeisterin Judith Polgar gleichzeitig gegen 25 GegnerInnen antrat. Aus Anlass des 70. Jahrestags der Deportation von Wien nach Weißrussland veranstaltete der Verein IM-MER in Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien und dem Wien Museum bereits 2011 die internationale Konferenz„Maly Trostinec erinnern“ mit ExpertInnen aus Österreich, Deutschland, Israel und Weißrussland sowie Überlebenden des Minsker Ghettos. 2012 wurde der resultierende Tagungsband„Ermordet in Maly Trostinec“ (Hg. Waltraud Barton) im Museum präsentiert. Dass William Boyd(UK) im Wien Museum aus seinem Roman„Die große Zeit“ gelesen hat, war eine besondere Freude auf Grund der nur vier Lesungen Boyds im deutschsprachigen Raum und kam dank einer Kooperation mit dem Berlin Verlag/ Bloomsbury Verlag zustande. Die Wiener Festwochen waren mit ihrer Programmschiene„Into the City“ zu Gast und brachten mit LaborBerlin(D), Guy Sherwin(GB), Kaffe Matthews(GB), Kaos Camping(H), Cellule d'Intervention Metamkine(F), Viktoria Schmid(A) und Silvi Simon(F) junge internationale KünstlerInnen aus Film, Performance und Musik in das Museum. Im Rahmen der Ausstellung„Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien“ haben sich an zwei Abenden unter dem Titel„Wege nach Wien“ in biographischen Gesprächen Menschen vorgestellt, die sich seit ihrer Ankunft in Wien in das kulturelle oder politische Leben der Stadt eingeschrieben haben. Am ersten Abend waren in Afrika gebürtige WienerInnen zu Gast, am zweiten dann KünstlerInnen, die aus Russland nach Wien gekommen sind. Vermittlung und Bildung 113 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � Wissensaustausch Auf einer wissenschaftliche Tagung im Rahmen der Ausstellung zur Werkbundsiedlung Wien 1932 sei hier im Detail eingegangen: Wie Wohnen? Beziehungen zwischen Wohnmodellen, Vorbildern und BewohnerInnen 29. und 30. November 2012, Wien Museum In Kooperation mit dem Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik der Universität Bremen/ Mariann Steegmann Institut. Kunst& Gender WissenschafterInnen aus Österreich, Deutschland, Dänemark und den USA beschäftigten sich mit Beziehungen zwischen modellhaftem Wohnen, seinen medialen Bildern und Vorstellungen von Bewohnerschaft – Aspekte, die seit Beginn der Moderne an Bedeutung gewonnen haben: „Wohnen“ wurde in der Moderne zu einem vielumkämpften Schauplatz gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Handelns, in dessen Mitte die Verhandlung des Subjekts und seiner sozialen Beziehungen steht. Für das Wohnen werden Ideale, Vorbilder und Modelle entworfen und in den unterschiedlichen Medien realisiert und verbreitet. Auf diese Weise wird ein „Wohnwissen“ erzeugt, das an der Organisation unserer Wohnbauten und Wohnräume teil hat, wie auch an den Bildwelten des Wohnens und an den Vorstellungen von und über BewohnerInnen. Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart wurden vielfältige Möglichkeiten der Veranschaulichung des Wohnens(Ausstellungen, illustrierte Berichte, Interieurbilder, Filme etc.) entwickelt, tradiert und transformiert. Die Tagung stieß im In- und Ausland auf außerordentlich große und positive Resonanz, durchschnittlich waren jeweils 80 bis 90 ZuhörerInnen anwesend, WissenschafterInnen und Studierende aus Österreich und Deutschland nahmen an der Tagung teil. Die Ergebnisse der Tagung werden 2013 in Buchform publiziert. Sonderausstellungen Klimt und BesucherInnen-Höchstmarke Die Ausstellung„Klimt. Die Sammlung des Wien Museums“ im Jubiläumsjahr des Künstlers verzeichnete dem Haus mit knapp 70 000 eine neue BesucherInnen-Höchstmarke in einer Sonderausstellung. Für die wissenschaftliche Arbeit im Rahmen der Sonderausstellungen sind besonders die hauptverantwortlichen KuratorInnen zu nennen, die die einzelnen Themen bis ins Detail bearbeiten und Katalogbeiträge verfassen. Außerdem wird stets Wert darauf gelegt, neben bereits anerkannten ExpertInnen auch junge WissenschafterInnen zu Veröffentlichungen einzuladen. Mehr als mode. Die Sammlung Katarina Noever 2. Februar bis 20. Mai 2012 Eine Modesammlung als Dokument der Wiener Lifestyle-Avantgarde seit den 60er-Jahren. Katarina Noever war damals Top-Model und trug die Kreationen der Boutique„Étoile“, die im muffigen Wien für frischen Wind sorgte. 1971 gründete sie mit Peter Noever die heute legendäre Section N. Dieses von Hans Hollein gestaltete Geschäft war„eine Art urbaner Salon“ (Laurids Ortner): Auf unkonventionelle Weise wurde dem Wiener Publikum internationales Design nahegebracht. Neben Lampen von Achille Castiglioni und Möbeln von Marcel Breuer waren auch steirische Filzpatschen und Ethno-Mode aus Asien im Angebot. Mit der Sammlung Noever konnte das Wien Museums eine außergewöhnliche Modekollektion erwerben, ergänzt mit einer kulturgeschichtlich bedeutenden Schenkung von Fotos und Mediendokumenten. Der Bogen ist weit gespannt: von Modellen von Missoni, Armani und Issey Miyake über Entwürfe aus Wien(Lisa Robinson Luna, Étoile, Schella Kann) bis zu japanischen Kimonos und Eigenkreationen. Die Ausstellung würdigte damit auch die Lebensleistung einer leidenschaftlichen Vermittlerin mit„seismografischem Formsinn“(Otto Kapfinger). Kuratorin: Regina Karner 114 Vermittlung und Bildung• Sonderausstellungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � Wien am Screen. Filmische Spuren durch die Stadt 28. März bis 6. Mai 2012 Ein Projekt von SchülerInnen, entwickelt mit KulturwissenschafterInnen im Rahmen des Forschungsprojekts„Like Seen on the Screen“. Historische Filmdokumente, die auf unterschiedliche Weise von Wien erzählen, bildeten den Ausgangspunkt für Recherchen und eigene Kurzvideos. So wurde die„imaginäre Topographie“ der gefilmten Stadt in Bezug gesetzt zu den Raumerfahrungen der Jugendlichen in ihrem urbanen Alltag. Burg Stars. 200 Jahre Theaterkult 30. März bis 4. November 2012, Hermesvilla Das Burgtheater zu Gast in der Hermesvilla – mit Auftritten von Berühmtheiten wie Charlotte Wolter, Josef Kainz oder Attila Hörbiger. Die Ausstellung zeigte SchauspielerInnenporträts aus der„Ehrengalerie“ des Burgtheaters, die nach dessen Ernennung zum„Teutschen Nationaltheater“(1776) von Kaiser Joseph II. initiiert wurde. Die Gemälde spiegeln die Wiener „Theatromanie“(Stefan Zweig) und den Mythos um die Bühnenstars. Viele zu ihrer Zeit kultisch verehrte BurgschauspielerInnen sind heute vergessen, manche aber behielten ihren Nimbus über Generationen hinweg. Zu sehen waren Rollenbilder von Sophie Schröder oder Heinrich Anschütz aus der ersten Blütezeit des Burgtheaters im Biedermeier, wie Porträts von Zerline Gabillon oder Joseph Lewinsky, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Ruf des Hoftheaters als erste deutsche Sprechbühne beitrugen. Stars wie Katharina Schratt oder Hugo Thimig begleiteten den Wechsel vom alten Burgtheater am Michaelerplatz in das neue Haus am Ring. Natürlich fehlten auch Publikumslieblinge des 20. Jahrhunderts wie Josef Meinrad oder Rosa Albach-Retty nicht. Unter den Porträtisten fanden sich bedeutende Namen wie Ferdinand Georg Waldmüller, Hans Makart oder Carry Hauser, auch zeitgenössische KünstlerInnen wie Erwin Wurm und Elke Krystufek waren vertreten. Die„Hall Of Fame“ des Burgtheaters wurde ergänzt durch Gemälde, Totenmasken und Erinnerungsgegenstände aus der Sammlung des Wien Museums. Kuratorin: Alexandra Hönigmann-Tempelmayr Katalog: Christian Brandstätter Verlag, 88 Seiten Besetzt! Kampf um Freiräume seit den 70ern 12. April bis 12. August 2012 Der Sommer 1976 ist heiß. Mit der Besetzung der„Arena“, des ehemaligen Auslandsschlachthofes in St. Marx, beginnt ein„Happening der 100 Tage“, das Wien aufrüttelt. Erstmals treten neue politische und gegenkulturelle Bewegungen in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit. Sie fordern ein selbstverwaltetes Kulturzentrum und stellen radikal die politischen Verhältnisse in Frage: Wem gehört die Stadt? Was ist Kultur? In St. Marx wird über drei Monate lang das Konzept einer offenen Gesellschaft erprobt, ehe das Areal demoliert wird. Schon davor kommt es zu Protesten gegen eine Stadtpolitik, die Fortschritt mit Abrissbirne gleichsetzt. Im Spittelberg-Viertel wehren sich ArchitektInnen, Intellektuelle und Jugendliche gegen eine Nobelsanierung. Das besetzte„Amerlinghaus“ wird 1978 zum ersten selbstverwalteten Kulturzentrum der Stadt. Um 1980 verschärft sich der Protest. Unter dem Eindruck der „Jugendkrawalle“ in Zürich reagiert die Stadt. Sie gesteht Subventionen für die„neue“ Arena im ehemaligen Inlandsschlachthof zu, im 9. Bezirk entsteht das WUK, in der Gassergasse ein autonomes Kultur- und Kommunikationszentrum, das nach zwei Jahren gewaltsam geräumt wird. Ein Teil der Aktivistinnen und Aktivisten lebt danach in der Aegidigasse/ Spalowskygasse in alternativen Hausgemeinschaften. Auch hier kommt es zu einem gewaltsamen Ende. 1990 wird das Ernst Kirchweger-Haus in Favoriten besetzt, wo die Forderung nach Selbstverwaltung bis heute Platz gefunden hat. Plakate, Flugblätter, Dokumente, Fotografien sowie Film- und Fernsehquellen erzählten von den politischen Visionen der BesetzerInnen verschiedener Generationen und von ihrem Anspruch auf eine andere Stadt. Weiters beleuchtete die Ausstellung die Mühen der praktischen Umsetzung, die Taktiken der Konfliktparteien sowie die Rolle Sonderausstellungen 115 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � der Medien. In der Ausstellung wurde erstmals die umfangreiche Fotosammlung Peter Hirsch (Arena-Photogruppe) präsentiert, die 2010 als Schenkung an das Wien Museum ging. Sie enthält eine umfassende Chronik des Arena-Sommers. KuratorInnen: Martina Nußbaumer, Werner Michael Schwarz Katalog: Czernin Verlag, 256 Seiten Klimt. Die Sammlung des Wien Museums 16. Mai bis 7. Oktober 2012 Das Wien Museum besitzt nicht nur die weltweit umfangreichste Klimt-Sammlung, sondern auch die vielfältigste. Sie umfasst alle Schaffensperioden und reicht von der Studienzeit und den ersten Großaufträgen in den 1880er-Jahren bis ins Jahr vor seinem Tod 1918. Unter den Gemälden sind mit„Pallas Athene“ und dem Porträt von Emilie Flöge zwei absolute Meisterwerke. Vor allem befinden sich in der Sammlung rund 400 Zeichnungen und Raritäten wie das Skandalplakat für die erste Ausstellung der Secession, Klimts Malkittel, kostbare Druckwerke, Vintage Prints von Porträtfotos, die Totenmaske sowie Egon Schieles Zeichnung von Klimt am Totenbett. Im Klimt-Jahr bot sich die einzigartige Gelegenheit, die Sammlung der Stadt Wien in einer Gesamtpräsentation zu sehen. Damit wurden die vielen Facetten eines Künstlers am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert spürbar. Speziell die Zeichnungen – Skizzen für zentrale Werke ebenso wie erotische Blätter – ermöglichten eine faszinierende Innenschau von Gustav Klimts Entwicklung und Arbeitsweise: ein Künstler in Nahaufnahme. Die Ausstellung stellte auch provokante Fragen zum heutigen Umgang mit Klimt, ob unkritische Verehrung oder hemmungslose Verkitschung: Wie viel„Klimtisieren“(Ludwig Hevesi) hält Wien auf Dauer aus? Wo ist die Grenze zwischen erfolgreichem City Branding„Wien um 1900“ und Klimt-Überdosis? Ist jede Bleistiftskizze ein Meisterwerk? Ergänzt wurde die Ausstellung mit einer Schau von Plakaten aus der Wienbibliothek zu KlimtAusstellungen im 20. Jahrhundert und zum Pseudo-Klimtstil in der Werbegraphik. Kuratorisches Team: Ursula Storch mit Kerstin Krenn Katalog: Hantje Cantz Verlag, 301 Seiten Werkbundsiedlung Wien 1932. Ein Manifest des neuen Wohnens 6. September bis 14. Jänner 2012 Im Sommer 1932 gab es am westlichen Stadtrand Wiens die„größte Bauausstellung Europas“ zu sehen. Die Werkbundsiedlung in Lainz war eine internationale Leistungsschau des modernen Wohnbaus und ein Manifest des neuen Wohnens. Sie entstand als soziale und ästhetische Utopie von einem besseren Leben aus dem Geist der Moderne – mitten in einer wirtschaftlichen Krise, als sich die politische und kulturelle Verengung der folgenden Jahre bereits abzeichnete. Die Gesamtleitung lag bei Josef Frank. 30 Architekten und eine Architektin aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Holland und den USA – u. a. Richard Neutra, Gerrit Rietveld und Margarete Schütte-Lihotzky – entwarfen 70 Musterhäuser. Zahlreiche InnenarchitektInnen sorgten gemeinsam mit renommierten Firmen für die Möblierung und Ausstattung der Häuser – als Beleg für das hohe Niveau der Wiener Wohnkultur. Die Häuser sollten Modelle für den Bau großer Siedlungen im Grünen sein. Die Werkbundsiedlung, ein Kind der Siedlerbewegung, antwortete damit auf das Wohnbauprogramm des„Roten Wien“. Den innerstädtischen „Superblocks“ stellte Frank als Ideal das Einfamilien- und Reihenhaus mit Garten gegenüber. Durch den Verzicht auf eine einheitliche Gestaltung und die individuelle und flexible Möblierung reagierten ArchitektInnen und GestalterInnen auf die zeitgenössische Überbetonung von Maschinenästhetik und Funktionalismus. Die Werkbundsiedlung ist deshalb das wichtigste Zeugnis jener undogmatischen Moderne, die Josef Frank propagierte und die für Wien typisch war. Der Ansturm war enorm. Manche kamen aus Schaulust, andere suchten Anregungen für zeitgemäße Möblierung. Leisten konnten sich die Häuser aber nur wenige, der Verkauf lief schleppend. Jedenfalls war das Gipfeltreffen der„besten Architekten der Welt“ ein Medienereignis. Während manche lokale Zeitung über die„Musterkolonie von Zwergenhäusern“ spottete, fiel die in116 Sonderausstellungen � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � ternationale Kritik sehr positiv aus. 80 Jahre nach der Eröffnung der Werkbundsiedlung wurden erstmals die historischen, sozialkritischen und kulturpolitischen Hintergründe der Wohnschau beleuchtet, aber auch die konfliktreiche Vorgeschichte und das Danach. Neben bisher unbekannten Zeichnungen, Fotografien und Plänen sowie originalen Möbeln wird auch ein für die Ausstellung gefertigtes Gesamtmodell der Siedlung gezeigt. Ein weiteres Highlight war die Rekonstruktion eines Zimmers aus der Werkbundsiedlung. Themen waren auch die ersten BewohnerInnen und die Probleme der Erhaltung – bis hin zur aktuellen Sanierung durch die Stadt Wien. KuratorInnen: Andreas Nierhaus, Eva-Maria Orosz Katalog: Verlag Müry Salzmann, 302 Seiten Spiele der Stadt. Glück, Gewinn und Zeitvertreib 25. Oktober 2012 bis 2. April 2013 Wenn die Arbeit getan ist, dann spielt der Mensch: Er schiebt Figuren über Bretter, taucht ein in Traumwelten, freut und ärgert sich oder richtet sich sogar zugrunde. Keine urbane Gesellschaft ist denkbar ohne Spiele. Die Räume der Stadt waren stets Orte des Spiels – für Kinder wie für Erwachsene. Die Topographie der Spiel-Räume reicht von öffentlichen Plätzen wie Parks oder Straßen über halb öffentliche Orte wie Kaffeehaus, Wirtshaus oder Lottokollektur bis zum privaten Raum. Die Ausstellung begab sich auf die Suche nach den Spiel-Räumen Wiens, von den Salons des 18. Jahrhunderts bis zu den heutigen Automatenhallen. Welche Spiele werden wo und von wem gespielt? Wie verändern sich die Spiele und wie verändert sich der öffentliche Raum, der spielerisch genutzt wird? Deutlich wurden soziale Differenzen: Im Café wurden andere Spiele gespielt als im Wirtshaus, im bürgerlichen Wohnzimmer andere als in der Arbeiterwohnung. Von klassischen Gesellschaftsspielen wie Tarock oder Schach erzählte die Ausstellung ebenso wie von der Rummy-Mode der 20er-Jahre(„Die Emmy spielt Rummy“) oder von vergessenen Spielen wie„Hammer und Glocke“. Ein Kapitel galt den Spielen auf der Straße wie dem Reifentreiben und dem Tempelhupfen sowie der Gestaltung von Kinderspielplätzen. Groß ist das Spektrum von Brett und Kartenspielen in der Museumssammlung: Straßenbahn-Spiel, Gigerl-Tarock, alte„Conversations-Spiele“, Erziehungsspiele für Knaben und Mädchen sowie politische Propagandaspiele. Auch Raritäten waren zu sehen: die Tarockschatulle von Johann Strauß, ein Stadtbaukasten von Dagobert Peche oder eine frühe Variante des DKT(„Monopoly“), die Wien zum Thema hat. Polizisten und Spieler erinnerten sich an das legendäre Stoß-Spiel der Gürtelstrizzis, gezinkte Karten und Warnungen vor dem Falschspiel zeugen von einer weiteren dunklen Seite des Spiels in Wien. Kuratorisches Team: Brigitte Felderer, Ernst Strouhal, Manfred Zollinger, Michaela Lindinger (Wien Museum) Katalog: Springer Verlag, 456 Seiten Hans Scheugl. Die Fotografien des Filmemachers 15. November 2012 bis 24. Februar 2013 Als Filmemacher ist Hans Scheugl, geboren 1940 in Wien seit den 60er-Jahren international bekannt. Seine Arbeiten umfassen Avantgarde- und Dokumentarfilme sowie Aktionen des Expanded Cinema. Auch als Theoretiker und Autor trat er hervor. Gemeinsam mit Ernst Schmidt jr. leistete er mit dem Lexikon des Avantgarde-, Experimental- und Undergroundfilms„Eine Subgeschichte des Films“(1974) Pionierarbeit. Kaum bekannt ist hingegen die Bedeutung der Fotografie in seinem Werk. Die Ausstellung konzentrierte sich auf die frühen Fotografien, die vor 1966 und somit vor den ersten Filmarbeiten entstanden sind. Hier lässt sich bereits erkennen, dass sich Scheugls Ansätze in beiden Medien überschneiden. Licht und Schatten setzt er in den ersten Porträts zeichenhaft ins Bild. Das Szenische der nächtlichen Wien-Bilder geht über in das Situative der zeitlich daran anschließenden Reiseaufnahmen. In den Fotografien wie dann im konzeptuellen Film war Sonderausstellungen 117 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � Scheugl bestrebt,„den Wirklichkeitsraum zu erweitern“. Im Kontext der Fotografien waren auch Scheugls früheste Filme, der kaum bekannte Erstling Miliz in der Früh(1966) und Wien 17, Schumanngasse(1967), zu sehen. Einen Eindruck von Scheugl als genauem Beobachter Wiener Milieus gaben drei Serien aus den 70er-Jahren: Sie entstanden im Überschwemmungsgebiet an der Donau und in Wiener Kommunen. Diese Fotografien wurden vom Wien Museum erworben. Kurator: Werner Michael Schwarz Katalog: Folio Verlag, 113 Seiten Statistik BesucherInnen vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2012 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz; � Dauerausstellung und Sonderausstellungen � 156 097(+21,6%)* Römermuseum 1010 Wien, Hoher Markt 3 21 711(-9,0%) Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 19 933(+4,1%) Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten; Dauerausstellung und Sonderausstellung 17 237(+19,9%) Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus**, 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydnhaus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 179 899(-1,8%) Weitere Standorte Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto Wagner Hofpavillon Hietzing***, 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße Otto Wagner Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald Thomas-Platz 1 Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof*** Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)*** Zwischensumme weitere Standorte 16 293(+31,0%) SUMME Gesamt 411 170(+2,1%) Die Summen beinhalten die BesucherInnen der Veranstaltungen in den einzelnen Häusern. * Prozentangaben im Vergleich zu 2011 ** Öffnung nur gegen vorherige Anmeldung � *** Wegen Renovierung geschlossen � 118 Sonderausstellungen• Statistik � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � Stadtarchäologie Ausgrabungen Im Jahr 2012 führte die Stadtarchäologie Wien elf Ausgrabungen durch, die durch geplante Baumaßnahmen notwendig geworden waren. Im 1. Bezirk wurden in der Fußgängerzone Bognergasse/ Naglergasse und unter dem Hohen Markt Reste des römischen Legionslagers und der mittelalterlichen Besiedlung gefunden. Von der renaissancezeitlichen Stadtmauer wurden in der Zelinkagasse ein Minengang und unter dem Josef Meinrad-Platz weitere Reste untersucht. Unter dem Oskar Kokoschka-Platz 2 wurden mittelalterliche und neuzeitliche Siedlungsreste aufgefunden. Neuzeitliche Bestattungen wurden in der Dreherstraße 23 (11. Bezirk) und der Moeringgasse 10(15. Bezirk) geborgen. Im 17. Bezirk wurden in der Geblergasse 47 ein römischer Ziegelofen der Legionsziegelei freigelegt und in der Jörgerstraße 47 spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Siedlungsgruben und eine Werkstatt untersucht. Die Grabungen auf den großen Freiflächen in Aspern(Seestadt, bzw. ehemaliges Flugfeld im 22. Bezirk) wurden fortgeführt und erbrachten wieder jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Siedlungsreste sowie mehrere Bestattungen von der Schlacht bei Aspern im Jahr 1809. Im Bereich der Wildgrube auf dem Kahlenberg(19. Bezirk) erfolgte die Aufnahme der so genannten Camaldulensergrotte aus dem 19. Jahrhundert. Weiters fanden Vorarbeiten für die U1-Süd und viele Baustellenbeobachtungen statt. Der Wiener Linienwall – Vom Schutzbau zur Steuergrenze Die Stadtarchäologie Wien hatte mehrmals die Gelegenheit, den Verlauf und den Aufbau des Wiener Linienwalls zu dokumentieren. Zwei Denkmalschutzgrabungen im 3. Bezirk – in der Dr. Bohr-Gasse(2006) und auf dem Wildgansplatz(2010) – brachten entscheidende Ergebnisse zu Tage. Im Jahr 1704 wurde der so genannte Linienwall zum Schutz der Vorstädte und als abschreckende Maßnahme gegen die immer wieder in Niederösterreich einfallenden aufständischen Ungarn errichtet. Der Linienwall wurde in einem Radius von circa 13 km als zweiter Befestigungsring um die Stadt angelegt. Er orientierte sich an den äußersten Vorstadtbebauungen und schloss auch einen Teil der Felder mit ein. Er entspricht in etwa dem heutigen Straßenverlauf des Gürtels. Nachdem weder eine ständige, lückenlose Bewachung, noch die Erhaltungskosten des Bauwerks gesichert waren, wurde der Linienwall schließlich in eine Steuergrenze umgewandelt. Diese Funktion hatte er bis zu seinem Abbruch am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Beseitigung des Linienwalls ermöglichte schließlich die Vollendung des Gürtels und die Errichtung der Stadtbahntrasse. Der Linienwall war also nicht nur eine Mauer, sondern er veränderte das Gesicht der Stadt zukunftsweisend. Diese verschiedenen Aspekte wurden von der Stadtarchäologie Wien im Jahr 2012 nach umfangreichen wissenschaftlichen Recherchen als Band 9„Der Wiener Linienwall“ in der reich illustrierten, populärwissenschaftlichen Reihe„Wien Archäologisch“ publiziert. Dieses Buch schließt thematisch an den zwei Jahre zuvor herausgebrachten Band 6„Mauern um Wien“ an, der einen Überblick über die Befestigungsentwicklung vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit bietet. Es werden Grabungsergebnisse sowie die historische Forschung zu dieser Befestigung, deren Ende nachhaltig zur Formung des heutigen Wiener Stadtbildes beitrug, präsentiert. Außerdem stellte die Stadtarchäologie Wien die Ausgrabungen im Bereich des Linienwalls vom 12. Oktober 2012 bis 14. März 2013 in der Volkshochschule Meidling in einer Ausstellung vor, die ebenfalls über die Baugeschichte, über Nachfolgeprojekte und die erhaltenen Reste des Linienwalls informierte. Stadtarchäologie 119 � KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Publikationen Im Anschluss an die Ausgrabungen werden die erfassten Bodendenkmale und Funde wissenschaftlich aufgearbeitet. Daneben werden von der Stadtarchäologie Wien weitere 20 wissenschaftliche Projekte zu einzelnen historischen Epochen oder Fundgattungen meist über mehrere Jahre durchgeführt. Den Abschluss der Arbeiten bilden Publikationen der Ergebnisse und oft auch Ausstellungen. Der Jahresbericht Fundort Wien erscheint immer im Herbst und präsentiert archäologische und historische Beiträge, die sich aus den Projekten der Stadtarchäologie ergeben. So gab es im Jahr 2012 als Schwerpunkt ein„archäologisches Frühwarnsystem“ für die Bauwirtschaft: die Erfassung aller bekannter Daten der neuzeitlichen Befestigungsanlagen mittels GIS. Ein Beitrag beschäftigte sich ausführlich mit den Argumenten für die beliebte Frühdatierung der Kirche St. Peter(1. Bezirk) und stellte sie den vorhandenen Quellen gegenüber. Neue Ergebnisse zum Abwassersystem des römischen Legionslagers brachte die Auswertung der Grabung in der Wipplingerstraße 6(1. Bezirk). Weiters wurden die Tierreste von zwei Grabungen im 1. Bezirk vorgestellt. Von besonderem Interesse ist eine frühneuzeitliche Knochenkufe, die Anlass für einen kulturhistorischen Abriss über Beinschlitten war. Ein weiterer Artikel stellte alle publizierten Funde von römischer Keramik mit schrägen Furchen aus Pannonien vor. Vorberichte aller Grabungen des Vorjahres runden jeden Band ab. Die Vorträge der Konferenz des Jahres 2011 wurden unter dem Titel„Proceedings of the 16 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies“ als E-Book herausgebracht. Ausstellungen In der Volkshochschule Meidling wurden drei Posteraustellungen gezeigt: • Auf den Spuren des römischen Handwerks in Vindobona 7. Oktober 2011 bis 2. März 2012 • Wiener Neustädter Kanal& Aspangbahn 9. März bis 30. September 2012 Gezeigt wurden die neuesten Grabungsergebnisse von den Aspanggründen im 3. Bezirk. Dabei wurde neben den archäologischen Entdeckungen – darunter Teile des Kanals, Hafenbeckens und Bahnhofsgebäudes sowie Drehscheiben, der Wasserturm und die Gleis­ brückenwaage – dieses spannende Kapitel des österreichischen Verkehrswesens in Erinnerung gerufen. • Der Wiener Linienwall. Vom Schutzbau zur Steuergrenze 12. Oktober 2012 bis 14. März 2013 An anderen Standorten: • Schloss Kaiserebersdorf. Vom Adelssitz zur Justizanstalt 26. November 2011 bis 7. September 2012, Bezirksmuseum Simmering Präsentiert wurden die Ergebnisse der archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen sowie der Auswertung der Schrift- und Bildquellen. • Müll! Abfall als Informationsquelle 12. Mai 2011 bis 15. April 2012, Römermuseum Hier wurden die Funde aus der römischen Zivilsiedlung und dem Legionslager gezeigt. • Mauern um Wien – Die Stadtbefestigung von 1529 bis 1857 2. Mai bis 25. Oktober 2012, Bezirksmuseum Innere Stadt Diese seit 2009 bereits zwei Mal gezeigte Ausstellung wurde vom Bezirksmuseum Innere Stadt übernommen. 120 Stadtarchäologie KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM � Tagungen In Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen veranstaltete die Stadtarchäologie Wien von 5. bis 7. November 2012 bereits die 17 th International Conference on Cultural Heritage and New Technologies(CHNT) im Wiener Rathaus. Zum Thema„Urban Archaeology and Excavation“ wurden von 205 TeilnehmerInnen aus 19 Nationen bei 76 Vorträgen und Workshops Aspekte archäologischer Ausgrabungen in ihrer ganzen Bandbreite diskutiert. Eigene Sektionen waren unter anderem Bauforschung, Friedhöfen und Anthropologie gewidmet. Zum ersten Mal wurde ein Award für archäologische Video-Clips vergeben. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie Wien wurden weiters 12 Fachtagungen im Inund Ausland besucht und 30 Vorträge über laufende Forschungen sowie Führungen gehalten. Vermittlung Im Rahmen der Initiative Seniorarchäologie können interessierte Erwachsene ehrenamtlich bei der Aufarbeitung und in der Restaurier-Werkstatt mitarbeiten, an den regelmäßig angebotenen Vorträgen teilnehmen und zwei Mal im Jahr eine Zeitschrift zugesendet bekommen. Die Initiative Juniorarchäologie bietet Schulklassen die Möglichkeit, zwei„tragbare Museen“ mit Originalfunden aus der Römerzeit und dem Mittelalter für den Unterricht auszuleihen. Weiters kann Archäologie bei Führungen und speziellen Projekten direkt und lebendig erlebt werden. Um einem breiten Publikum Geschichte zu vermitteln, nahm die Stadtarchäologie Wien wieder an dem vom Bundesdenkmalamt jährlich im September veranstalteten Tag des Denkmals mit einem Stand auf dem Michaelerplatz(1. Bezirk) teil. Mit Unterstützung von zwei ReenactmentGruppen vermittelte sie passend zum generellen Thema„Geschichte(n) von ‚römischen‘ Menschen“ und stellte Aspekte des Lebens im Legionslager und der Zivilsiedlung von Vindobona in den Vordergrund. Außerdem zeigten zwei Führungen durch die Innenstadt, ausgehend von den„Neidhart-Fresken“, die Verbindung von historischen Personen zu bestehenden Bauwerken auf. Einem spezielleren Publikum wurde in den Räumen der Casinos Austria AG das neu erschienene Buch„Entlang des Rennwegs. Die römische Zivilsiedlung von Vindobona“ vorgestellt. Stadtarchäologie 121 � Frauenkulturbericht / Ma7 � KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Im Bereich darstellende Kunst betrug der Anteil an geförderten Theaterinstitutionen, in denen Frauen Leitungspositionen im künstlerischen und/ oder im kaufmännischen Bereich inne hatten 23,63 Prozent. Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen Alle Institutionen Theater Gesamt, Leitungspositionen 19 157 900 81 068 319 Institution Vereinigte Bühnen Wien � Volkstheater in den Bezirken Leitung Art/ Leitung Betrag � Doris Weiner künst 799 000 Vereinigte Bühnen Wien, Leitungspositionen theater 125 � Frauenkulturbericht / MA7 Institution Leitung Art der Leitung Betrag � Fixe Häuser � Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. Eva Langheiter kauf/ künst Johanna Franz künst Freie Bühne Wieden Michaela Ehrenstein künst INTER-THALIA Theater BetriebsGmbH Julia Schafranek kauf/ künst International Theatre BetriebsGmbH Marilyn Close-Wallace kauf/ künst Interkulttheater Ulrike Putz-Alb kauf Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Julia Reichert-Widauer Organisation/ Regisseuse Komödie am Kai Sissy Koller-Boran kauf/ künst Koproduktionshaus Wien GmbH (brut) Olivia Khalil kauf Kulisse – Andreas Elsner GmbH Doris Ringseis kauf/ künst Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Nigar Hasib künst LINK.* – Verein für weiblichen Spielraum Barbara Klein kauf/ künst Bettina Frenzel kauf Schauspielhaus Wien GesmbH Rita Kelemen kauf Spielraum Theater und Theaterstudio Nicole Metzger künst Stadttheater Walfischgasse GmbH Anita Javor kauf/ künst TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße Margit Mezgolich künst Tanzquartier Wien GmbH Ulrike HeiderLintschinger kauf 635 000 70 000 � 590 000 95 000 250 000 � 70 000 20 000 � 1 600 000 30 000 � 40 000 585 000 1 515 000 � 120 000 300 000 � 735 000 2 900 000 126 theater � Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theaterund Kabarettkultur Theater am Spittelberg – Kulturverein Theater Brett – Compagnie Brettschneider Theater der Jugend Theater Lilarum – Kossatz& Mitges. OEG Theaterverein Odeon Tschauner Bühne GmbH Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Wiener Kammeroper Cornelia Hutter Nuschin Vossoughi Zdenka KavinBrettschneider Sonja Fretzer Traude Kossatz Ulrike Kaufmann Anita Zemlyak Christin Steiner Isabella Gabor kauf kauf/ künst kauf/ künst kauf kauf/ künst künst kauf kauf kauf/ künst 40 000 55 000 10 000 3 830 000 � 220 000 950 000 � 80 000 � 130 000 700 000 � Off-Theater und Tanz � a.raum – verein für interdisziplinäre kunstprojekte Martina Rösler Organisation/ Choreographin Alias Rosalie – Verein zur Förderung darstellender Kunst Maria Spanring Organisation Angstrom – Verein zur Förderung Dora Schneider junger Künstler/Innen Regisseuse Apfelbaum – Verein zur Förderung Siegrid Maulbetsch des Figuren- und Märchentheaters Organisation Stéphanie A. Troehler Regisseuse „Arts in Medicine“ – Verein für Kunst und Medien in der medizinischen Wissenschaft Lucie Strecker künst atelier unartig. Verein zur Förderung unüblicher Theaterund Filmproduktionen Beata Vavken künst 10 000 35 000 30 000 8 000 8 000 5 000 theater � 127 Frauenkulturbericht / MA7 BEYOND – Verein zur Förderung transkultureller, grenzüberschreitender Theater- und FILM Kunst Stephanie Schmiderer Organisation/ künst Sandra Schüddekopf Regisseuse BONANZA – Verein zur Förderung Sabine Marte von zeitgenössischer Performance- Tanz- und Medienkunst Organisation/ Regisseuse BUREAU-KUNST UND KULTURVEREIN Anna Gschnitzer Organisation Marie Bues Regisseuse Cabula 6 – Verein für Kunstprojekte Claudia Heu Organisation/ künst cattravelsnotalone – Verein zur Förderung und Verwirklichung von Tanz und interdisziplinären Kunstprojekten Sabina Holzer Organisation/ Choreographin content associates OG Ute BurkhardtBodenwinkler Organisation/ künst Dans.Kias – Verein für physische Kommunikation in der darstellenden Kunst Saskia Hölbling Organisation/ Choreographin dascollectiv – Verein zur Förde- Marie-Theres rung interkulturellen Austauschs Gallnbrunner Artdirector Das Wiener Kindertheater Sylvia Rotter Regisseuse dielaemmer – Verein zur Förderung des Theaters Alexandra Riener Organisation/ Regisseuse dis.danse tanz/theater Doris Stelzer Obfrau/ Choreographin DOUBLE DOUBLE Anat Stainberg Organisation/ künst Bettina Roisz künst DREIZEHNTERJANUAR – FREIE THEATERPRODUKTIONEN Franziska Brunner Organisation/ Regisseuse Festival 100 – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Jacqueline Kornmüller künst 15 000 20 000 28 000 30 000 22 500 20 000 55 000 20 000 30 000 � 20 000 30 000 20 000 18 000 72 000 128 theater � Gescher – Verein zur Förderung und Wahrung der Kultur– und Theaterszene des zweiten Wiener Bezirks Barbara Schulte künst God‘s entertainment – Verein zur Erhaltung und Förderung des Off-Theaters Maja Degirmendzic künst GRAT – Plattform für zeitgenössische Kunst Stefanie Wilhelm künst Helping Hands Family Christine Fenböck Organisation Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen Monika Wagner Organisation Iffland& Söhne, Theaterund Filmverein Anna Maria Krassnigg Organisation/ künst IG Freie Theaterarbeit Sabine Kock Organisation Im_flieger – Verein zur Förderung Anita Kayaperformativer Kunst Haselwanter Organisation/ Choreographin insert(Theaterverein) Doris Uhlich Organisation/ Choreographin Junger Salon – Verein Isabella Wolf Organisation/ künst Kulturverein FeinSinn Elke Pichler-Nantschev Choreographin Kunst- und Kulturverein Creme de Barbara Kremser la Kremser Organisation/ künst Kunst- und Kulturverein RAW MATTERS Deborah Hazler Organisation/ künst kunststoff Verein zur Förderung zeitgenössischer Tanzproduktionen Raffaela Gras Organisation Waltraud Brauner Choreographin Christina Huber Choreographin Stefanie Sternig Choreographin LIZART-Productions – Kunsterzeugungs und Verwertungsverein Elisabeth Löffler Organisation/ künst 20 000 15 000 15 000 1 000 � 80 000 80 000 91 000 � 60 000 60 000 9 000 18 000 � 10 000 10 000 10 000 15 000 theater 129 Frauenkulturbericht / MA7 Lux Flux Cornelia Scheuer Inge Kaindlstorfer makemake produktionen Sara Ostertag Miss Amen (Kultur und Kunstverein) Anna Mendelssohn nadaLokal.Verein für Kunst und Begegnung Elisabeth Hirner Amanda Pina Katharina Bernard Lisa Hinterreithner nadaproductions – Verein zur Amanda Pina Förderung zeitgenössischer Tanz–, Performance und Filmformen Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Nora Scheidl NIM COLLECTIVE Pamela Schlewinski „No money No arts“ – Tanzgruppe Nikoletta Viola Korkos Odradek 3000 – Verein Djana Covic zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Nadine Jessen PAN Vienna – Performance Art Network Lena WickeAengenheyster Pistoletta Productions Johanna OrsiniRosenberg poolparticipants Verein zur Förderung von Theater und Risikoästhetik Anne Raveling Ana Bilic-Stevanvic Romano Svato. Verein für transkulturelle Kommunikation Sandra Selimovic künst � Organisation/ Choreographin Organisation/ künst Organisation/ Choreographin Organisation/ Choreographin Choreographin Choreographin Choreographin Organisation/ Choreographin Bühnenbild Organisation Organisation/ Choreographin Organisation/ künst künst künst Organisation/ künst Organisation Organisation Organisation/ Regisseuse 16 500 48 000 18 000 10 000 20 000 200 000 20 000 � 7 500 20 000 21 900 3 000 30 000 20 000 130 theater � SECOND NATURE – Verein zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung Sirene – Podium für neues Musiktheater Studio 5 – Verein zur Förderung des Verständnisses zeitgenössischer Kunstformen Szene Bunte Wähne Tanz Atelier Wien The kissinsky family – Verein für Tanz, Theater und Performance Theater des Kindes theatercombinat theaterverein Theatergruppe daskunst Theater Foxfire theater super.nova Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein zum aufgebundenen Bären Verein Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not (Brunnenpassage) Verein für Tanz, Theater, Musik, Organic Revolt Verein IMEKA Verein Luster – Kunstprojekte Verein„Österreichischer Kabarettpreis“ Christine Gaigg Organisation/ Choreographin Kristine Tornquist Regisseuse Andrea Maurer Organisation/ Choreographin Yvonne Birghanvan-Kruyssen Shiu-Ling Prantl Lieve de Pourcq Renate Kastelik Claudia Bosse Asli Kislal Corinne Eckenstein Gaby Pflügl Pamela Schartner Kornelia Kilga Elke Hesse künst künst Organisation/ künst künst Organisation/ Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation Organisation Organisation Organisation Anne Wiederhold Organisation Leonie Wahl Organisation/ Choreographin Akemi Takeya Organisation/ Choreographin Stefanie Futterknecht Organisation/ Choreographin Julia Sobieszek Organisation 80 000 100 000 20 000 125 000 60 000 � 10 000 8 000 � 190 000 70 000 60 000 20 000 190 000 � 15 000 100 000 8 500 18 000 15 000 10 000 theater � 131 Frauenkulturbericht / MA7 Verein Projekttheater Eva Brenner kauf/ künst Monika Anzelini kauf � Verein TanzArt – schall und rauch Gabriele Wappel agency Organisation/ künst Janina Sollmann künst Verein Tanztheater perForm Barbara Kraus Organisation/ Choreographin Verein Timbuktu Wien Edith Braun Organisation/ künst Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Regine Müller Organisation/ künst Vier Hoch Drei Lisa Schmidt Organisation Anna Dorsen Choreographin Magdalena Chowaniec Choreographin Visitores – Verein zur Projektion künstlerischer Ideen Julia Mach Organisation Wiener Tanz- und Kunstbewegung Anne Juren Choreographin Wild Theatre – Figuren& Objekttheater Rebekah Wild Organisation/ künst SUMME Leitungspositionen Frauen SUMME Gesamt 40 000 � 25 000 16 000 15 000 47 000 35 000 16 000 60 000 � 10 000 18 358 900 30 666 000 � Gremien Kuratorium 3 Mitglieder, davon 2 Frauen Dr.in andrea amort, Dr.in Mag.a. angela heide 132 theater � Jury 5 Mitglieder, davon 4 Frauen amelie Deuflhard, Dr.in Mag.a. angela heide, elke hesse, Silvia kargl Wiener Festwochen Leitung, MitarbeiterInnen und KünstlerInnen Leitungsteam Frauen 1 Männer 3 MitarbeiterInnen Frauen 34 Männer 12 Wiener Festwochen � 133 Frauenkulturbericht / MA7 Inszenierung/ Konzept � Frauen 11 � Männer 16 � Musikalische Leitung � Frauen 0 � Männer 3 � Bühnenbild/ Ausstattung � Frauen 7 � Männer 12 � 134 Wiener Festwochen � Kostüme Frauen 13 � Männer 6 � Choreographie Frauen 5 � Männer 3 � Dramaturgie Frauen 6 � Männer 2 � Wiener Festwochen � 135 Frauenkulturbericht / MA7 Gesamt Frauen 77 � Männer 67 � Musik Die erhobenen Zahlen betreffen Vereine, die von Frauen geleitet werden oder in denen ein Frauenschwerpunkt im Programm ist. Eine Basissubvention bekommen nur die drei großen Veranstaltungsinstitutionen Konzerthaus, Musikverein, Musikalische Jugend Österreichs. Andere bekommen auch ganzjährige Projektsubventionen. Rahmenbetrag Musik Aus einem Gesamtbudget von 500 000 Euro wurden 84 Vereine gefördert, darunter 21 Vereine unter weiblicher Leitung mit einer Gesamtsumme von 123 300 Euro. MM Musikwerkstatt Musikförderverein Musik Ensemble Theater 2000 Musikalische Jugend Österreichs„Triolino“ Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik Kulturverein Transdanubien Suono-Podium für interkulturellen Austausch Voice Mania/ Festival Voice Mania Wiener Vokalensemble Wort-Ton-Art Kulturverein Verein zur Förderung neuer Musik im Kirchenraum SUMME 10 000 3 500 � 8 000 � 5 000 � 7 000 � 1 000 � 10 000 � 40 000 � 6 000 � 3 500 � 1 500 � 123 200 � 136 Wiener Festwochen• Musik � Frauenkulturbericht / Ma7 Musik, Leitungspositionen � Komposition Aus einem Gesamtbudget von 25 000 Euro wurden 25 KomponistInnen, davon zehn Frauen mit � 11 300 Euro gefördert. � Belma Beslic-Gál Angelica Castello Johanna Doderer Tamara Friebel Katharina Klement Pia Palme Gabriele Proy Dana Ribeiro-Broto Elisabeth Schimana Tamara Wilhelm SUMME Gesamt Förderung Komposition 1 000 1 100 � 800 1 500 � 1 000 � 2 300 � 900 � 500 1 000 � 1 200 � 11 300 � Musik � 137 Frauenkulturbericht / MA7 Vereinsförderung Musik 1 Aus einem Gesamtbudget von 16 553 000 Euro wurden 18 Vereine gefördert, darunter die Wiener Symphoniker mit 11 768 000 Euro. Auf von Frauen geleitete Vereine entfielen 465 000 Euro. Musica Juventutis Musikalische Jugend Österreichs Wiener Jeunesse Orchester Wiener Musik Galerie SUMME Gesamt Vereinsförderung Musik 1, Leitungspositionen 18 000 370 000 � 47 000 � 30 000 � 465 000 Vereinsförderung Musik 2 Mit einem Gesamtbudget von 6 003 000 Euro wurden 17 Vereine gefördert, davon 2 232 000 Euro an die Wiener Symphoniker. Folgende fünf von Frauen geleitete Vereine wurden aus diesem Budget ebenfalls gefördert. 1. Frauen Kammerorchester von Österreich MICA Voice Mania Kulturverein/ Wienerlied Projekt Wiener Volksliedwerk„Wean Hean“ Wiener Kammeroper„Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb“ SUMME Gesamt 36 000 84 000 � 15 000 � 65 000 � 25 000 � 225 000 � 138 Musik � Vereinsförderung Musik 2, Leitungspositionen � Jury Musikpreise Preis der Stadt Wien für Musik, Förderpreise für Musik, Ernst Krenek Preis 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in carmen Ottmner, renate böck, Mirjam Jessa Jury Musikpreise Literatur Im Rahmen der Literaturförderung waren 2012 mehrere Jurys tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien. Von den fünf Mitgliedern waren vier Frauen: Mag.a karin haller, Mag.a Jutta kleedorfer, Mag.a Mirjam Morad, Dr.in kristina Pfoser Jury Kinder- und Jugendbuchpreise Musik• literatur � 139 Frauenkulturbericht / MA7 Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus fünf Personen, zusammen, von denen drei Frauen waren: Dr.in katja Gasser, Dr.in alexandra Millner, Dr.in Daniela Strigl Jury Literatur, Publizistik, Canettistipendium Der Jury zur Aktion„Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen“, die sich aus vier Mitgliedern zusammensetzt, gehörten mit Dr.in alexandra Millner und Dr.in evelyne Polt-heinzl zwei Frauen an. Jury Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen Der Jury für die Vergabe der Wiener AutorInnenstipendien gehörte keine Frau an. Jury Wiener AutorInnenstipendien Die zum Wiener DramatikerInnenstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, davon vier Frauen: Dr.in Susanne ayoub, Dr.in Doris happl, Dr.in Sabine Perthold, Dr.in Marianne Vejtisek 140 literatur � Jury Wiener DramatikerInnenstipendien � Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. ilse Dick und Dr.in anne Zauner waren im Jahr 2012 in dieser Jury tätig. Jury Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende Mit dem Preis, der mit 3 700 Euro dotiert ist, wurde alexandra Grabec ausgezeichnet. Laura Freudenthaler und Anna Weidenholzer erhielten das mit 1 100 Euro monatlich dotierte Wiener AutorInnenstipendium. Insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 50 Prozent. Wiener AutorInnenstipendium literatur � 141 Frauenkulturbericht / MA7 Von den vier CanettistipendiatInnen erhielten im Jahr 2012 mit Olga Flor und Julya rabinowich zwei Frauen dieses mit monatlich je 1 500 Euro dotierte Stipendium. Wiener Canettistipendien Pro Jahr werden drei DramatikerInnenstipendien vergeben. Mit kristine tornquist erhielt 2012 eine Frau dieses Stipendium. DramatikerInnenstipendien Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen wurden Sigrid eyb-Green und Saskia hula ausgezeichnet. Von der Gesamtsumme dieser Preise 8 000 Euro gingen 4 400 Euro an Frauen. Kinder- und Jugendbuchpreise 142 literatur � Aus einem Budget für Buchankauf in der Höhe von 52 000 Euro wurden um 33 574 Euro Bücher von Frauen angekauft. Literatur, Buchankauf � Aus einem Budget für Druckostenzuschüsse in der Höhe von 228 000 Euro wurden 106 500 Euro für Bücher von Frauen gewährt. Literatur, Druckkostenzuschüsse Folgende Vereine und Institutionen, in denen Frauen in der Geschäftsführung oder in der stellvertretenden Geschäftsführung vertreten waren, bekamen aus einem Gesamtbudget von 2 307 000 Euro Subventionen. Alumniverband der UNI Wien Arthur-SchnitzlerGesellschaft Bibliothekslesungen Verleihung des 3 Arthur Schnitzler Preises Echo Media Rund um die Burg Erstes Wiener Lesetheater Leseaufführungen und Zweites Stegreiftheater Mag.a Brigitte Ederer(Präsidentin) Univ.-Prof.in Dr.in Konstanze Fliedl (Präsidentin) Isle Helmreich (Geschäftsführung) Susanne SchwarzAschner, Eva Filipp (Vorstandsmitglieder) 2 000 5 000 31 000 12 000 literatur � 143 Frauenkulturbericht / MA7 Grazer Autorinnen Autorenversammlung Jahrestätigkeit Ilse Kilic (Geschäftsführung) 5 800 Veranstaltungen 19 000 Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur Dr.in Inge Kralupper (Geschäftsführerin) 2 500 IG Autorinnen Autoren Writers in Exile – Zufluchtstätte Wien Renate Welsh (Präsidentin) 20 100 Lite Radio in Leipzig 3 000 Lite Radio in Frankfurt 4 000 Institut für Interaktive Raumprojekte Modell Zugvogel Gerlinde MoserWagner(Präsidentin) 2 000 Milena Verlag Jahrestätigkeit Mag.a Vanessa Wieser (Obfrau) 6 000 Kabinetttheater Autoren und Autorinnen- Julia Reichert-Widauer wettbewerb(Obfrau) � 2 000 � Kulturverein Alsergrund summer stage Independent Festival – Literaturreihe 2009 Ingrid Smejkal (Vizepräsidentin) 6 000 Kunstverein Wien Jahrestätigkeit � Mag.a Johanna Lukaszuk-Ritter(Gen.Sekr.Stellvertr.) 1 238 000 Literaturkreis Podium Jahrestätigkeit Barbara Neuwirth(Vorsitzender-Stellvertr.) 3 600 Literatur- und Contentmarketing BUCH WIEN Dr.in Inge Kralupper (Geschäftsführung) 100 000 O-TÖNE O-TÖNE 2009 Gabriele Hegedüs (Kassierin) 25 000 Österreichischer Schriftstellerverband Jahrestätigkeit Mag.a Dr.in Sidonia Gall(Vorsitzende) 6 540 Jahrestätigkeit Dr.in Eva Schobel (Obmann-Stellvertr.) 1 800 Österreichische Jahrestätigkeit Gesellschaft für Literatur Marianne Gruber (Präsidentin) 7 300 Schule für Dichtung in Wien Jahrestätigkeit Mag.a Harriet Nachtmann(Vorsitzende) 87 000 144 literatur � Thomas Bernhard Privatstiftung Miet- und Betriebskosten Marie-Christine Baratta (Generalsekretärin) 30 000 Übersetzergemeinschaft Jahrestätigkeit Dr.in Christa Rothmeier (VorsitzenderStellvertr.) 6 000 Preise und Stipendien Dr.in Christa Rothmeier 18 000 Verein Exil Jahrestätigkeit Christa Stippinger (Obfrau) 55 000 webbrain tonkunst/ schreibkunst Dr. Gabriele Stöger (Obfrau) 2 500 Wespennest Aktivitäten � Andrea FredrikssonZederbauer(Vorsitzender-Stellvertr.) 28 000 Wortspiele Wortspiele 8 Dr. Martina Schhmidt (Obmann-Stellvert.) 2 500 SUMME Gesamt � 1 731 640 Literatur, Vereinsförderung nach Führungspositionen literatur � 145 Frauenkulturbericht / MA7 Bildende Kunst Jury Kunstankauf 7 Mitglieder, davon 5 Frauen Dr.in brigitte borchhardt-birbaumer, Dr.in Dietgard Grimmer, Mag.a Joana Pichler, Mag.a lisa Wögenstein, Mag.a karin Zimmer Jury Kunstankauf Galerienjury„Das engagierte Auge“ 7 Mitglieder, davon 5 Frauen Dr.in brigitte borchhardt-birbaumer, Dr.in Dietgard Grimmer, Mag.a Joana Pichler, Mag.a lisa Wögenstein, Mag.a karin Zimmer Galerienjury„Das engagierte Auge“ 146 bildende kunst � Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Dr.in brigitte borchhardt-birbaumer, Dr.in hedwig Saxenhuber, Mag.a eva Schlegel Jury Preise der Stadt Wien Förderungspreise für Bildende Kunst 2 Preise, davon einer an 1 Frau ana hoffner Förderungspreise für Bildende Kunst Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst 4 Preise, davon zwei an 2 Frauen ingeborg G. Pluhar, barbara eichhorn Preise der Stadt Wien bildende kunst � 147 Frauenkulturbericht / MA7 Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Architektur 5 Mitglieder, davon 3 Frauen Dipl.-ing.in arch.in elke Delugan-Meissl, univ.-Prof.in Dipl.-ing.in bettina Götz, univ.-Prof.in Mag.a arch. elsa Prochazka Jury Preise der Stadt Wien Architektur Förderungspreis für Architektur 1 Preis an Fattinger Orso Architektur, 1 Frau/ 1 Mann Dr.in.arch. Veronika Orso Förderungspreis für Architektur Preis der Stadt Wien für Architektur 1 Mann Preis für Architektur 148 bildende kunst � Kunstankäufe des Referats für bildende Kunst Mit einem Ankaufsbudget von 309 671 Euro wurden 118 Kunstwerke von 61 KünstlerInnen angekauft. 29 Künstlerinnen, 138 195 Euro 32 Künstler, 171 476 Euro Kunstankäufe, Ankaufsummen Kunstankäufe, KünstlerInnen � Schenkungen 321 Kunstwerke wurden von 27 Künstlerinnen und 21 Künstlern der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien als Schenkungen überantwortet. Schenkungen bildende kunst � 149 Frauenkulturbericht / MA7 Ausstellungen im MUSA Beauty Contest Kuratiert von: 4 Männern 20 Künstlerinnen, 6 Künstler, 1 Transgenderperson Ausstellungsbeteiligung Beauty Contest Space Affairs| Raumaffären| Affaires d’Espace Kuratiert von: 1 Mann 16 Künstlerinnen, 35 Künstler Ausstellungsbeteiligung Space Affairs distURBANces. Can Fiction beat Reality? Kuratiert von: 1 Frau/ 1 Mann 4 Künstlerinnen, 17 Künstler Ausstellungsbeteiligung distURBANces 150 bildende kunst � Gesamt waren 2012 in drei Ausstellungen des MUSA 99 KünstlerInnen beteiligt, davon 40 Künstlerinnen, 58 Künstler sowie eine Transgenderperson. Ausstellungsbeteiligung MUSA Gesamt Startgalerie im MUSA Bei insgesamt neun Ausstellungen stellten sieben Künstlerinnen und zwei Künstler aus. Ausstellungsbeteiligung Startgalerie im MUSA Ausstellungen im Ausland Common History and Its Private Stories, Sofia City Art Gallery Kuratiert von: 1 Frau/ 1 Mann 17 Künstlerinnen, 22 Künstler Ausstellungsbeteiligung Common History, Sofia City Art G allery bildende kunst 151 Frauenkulturbericht / MA7 Kleinprojektförderung Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme von 140 000 Euro aus dem Budget für Kleinprojektförderung 2012 subventioniert: Zentrum für Kunstprojekte(Open space) Desperate artwives Verband österreichischer Galerien Verein zur Förderung experimenteller Raumkunst/ Sehsaal Neun Arabesken Fotogalerie Wien Schule für künstlerische Photographie Pogmahon Verein LOVE Freunde des Loquaiparkes V&V&V Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Kunsthalle Exnergasse Institut für Interaktive Raumprojekte fotoK Verein für öffentliche Kunst – partner/innen AUSARTEN Freunde der Plattform junge Kunst IMUN SUMME Gesamt 5 500 3 500 � 1 500 � 1 200 � 4 000 � 25 000 � 2 000 � 3 000 � 3 000 � 2 000 � 1 000 � 5 000 � 2 000 � 1 000 � 1 000 � 3 000 � 3 000 � 3 000 � 3 000 � 1 000 � 73 700 � 152 bildende kunst � Kleinprojektförderung � KUNSTHALLE wien Vorstand 6 Mitglieder, davon 2 Frauen � rrin hildegarde Waissenberger(Kassierin), Melanie Wenckheim(Schriftverkehr-Stv.in) � KUNSTHALLE wien, Vorstand Aufsichtsrat 8 Mitglieder, davon 4 Frauen Dr.in Sonja hammerschmid(Vorsitzende), Maria haigermoser, Dr.in Sigrid Mittersteiner und catherine hug(Betriebsrätinnen) KUNSTHALLE wien, Aufsichtsrat bildende kunst• kunSthalle wien � 153 Frauenkulturbericht / MA7 KUNSTHALLE wien, Ausstellungsbeteiligung � KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 2012 wurden durch KÖR Finanzierung 17 Kunstprojekte umgesetzt(4 permanente und 13 temporäre Werke). Mit Jahresende 2012 wurden weitere 14 Projekte für eine Umsetzung initiiert (6 permanente und 8 temporäre Werke). Die vier permanenten Werke wurden von einer Frau, Maria hahnenkamp und drei Männern umgesetzt. KünstlerInnen KÖR permanente Werke An den 13 temporären Projekten nahmen 16 Frauen und 18 Männer teil. KünstlerInnen KÖR temporäre Projekte Zusammenfassend für 2012: 31 Kunstprojekte umgesetzt, bzw. initiiert 38 Künstlerinnen und Künstler insgesamt davon 17 weiblich, 21 männlich 154 kunSthalle wien• kÖr kunst im öffentlichen raum Wien MitarbeiterInnen 4 MitarbeiterInnen, davon 4 Frauen Martina taig(Geschäftsführung seit Februar 2012), ursula hühnel-benischek(interimistische Geschäftsführung bis 31. März 2012), Sonja huber(Produktionsleitung), eva amann(Projektassistenz und Office) KÖR Geschäftsführung KÖR MitarbeiterInnen Gesamt � Jury 5 Mitglieder, davon 2 Frauen lilli hollein(Jurypräsidentin), letizia ragaglia KÖR Jury kÖr kunst im öffentlichen raum Wien � 155 Frauenkulturbericht / MA7 Kuratorium 6 Mitglieder, davon 2 Frauen birgit brodner, alexandra rupp-ebenspanger KÖR Kuratorium Kino Kinoförderung Im Jahr 2012 standen insgesamt 407 137 Euro für die Kinoförderung zur Verfügung. Davon wurden 173 637 Euro an Kinobetreiberinnen vergeben. Dies entspricht einem Anteil an der Gesamtfördersumme von 42,6 Prozent. Der Frauenanteil bei der Projektentwicklung lag 2012 bei 42,6 Prozent und stieg gegenüber 2011 um über 13 Prozentpunkte. KinobetreiberInnen(Kinoförderung) Kino-Referenzförderung 140 000 Euro wurden als Kino-Referenzförderung an 14 Kinos ausgeschüttet. Fünf der Kinos werden von Frauen geführt. Dies entspricht 28,5 Prozent nach Anzahl der Kinos und einem Betrag von 50 000 Euro. Der Anteil der Kinobetreiberinnen bei der Kinoreferenzförderung 2012 verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um etwa sieben Prozentpunkte. Kinobetrieb ADF Kinobetriebs GmbH Admiral Kino Betreiberin Monika Kolarzik u. a. Michaela Englert Fördersumme 10 000 � 10 000 � 156 kÖr kunst im öffentlichen raum Wien• kino � Breitenseer Lichtspiele Filmcasino SUMME Gesamt Anna Nitsch-Fitz Susanne Schaefer-Wiery KinobetreiberInnen(Kino-Referenzförderung) � 10 000 � 10 000 � 40 000 � Kinokulturelle Projekte Für insgesamt 24 kinokulturelle Projekte wurden im Jahr 2012 insgesamt 74 500 Euro aufgewendet. Davon wurden 48 500 Euro für 15 Projekte an Kinos vergeben, die von Frauen betrieben werden. Dies entspricht einem Anteil von 68,2 Prozent der geförderten Projekte. Der Anteil der Kinobetreiberinnen bei der Förderung kinokultureller Projekte erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15 Prozentpunkte. Projekt/ Veranstaltung /slash Filmfestival 2012 100 Jahre Admiral Kino. Veranstaltungsreihe und Publikationen im Jubiläumsjahr Amore e Anarchia ArchFilm Matinée – Frühjahr 2012 ArchFilm Matinée – Herbst 2012 cinemama DER NEUE HEIMATFILM 2012 – Das Heimatfilmfestival gastiert im Admiral Kino FC Gloria Kinosalons. 5 Veranstaltungsabende Filmcasino goes Youth: KLUB KAPUTT – CAMP FILMCASINO – FILMCASINO IN SERIE Hongkong in Motion 2012 Kino& Kuchen Kinobetrieb Filmcasino Admiral Kino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Admiral Kino Admiral Kino Filmcasino Filmcasino Filmcasino Fördersumme 12 000 � 10 000 500 1 000 � 1 000 � 1 000 � 6 000 3 000 � 4 000 500 1 000 � kino � 157 Frauenkulturbericht / MA7 KlezMORE Stummfilmmatinee Klub Kaputt+ Camp Filmcasino – Herbst 2012 Latin Film Lounge Modern Stone Age SUMME Gesamt Filmcasino Filmcasino Filmcasino Admiral Kino KinobetreiberInnen(Kinokulturelle Projekte) 1 500 � 1 000 � 2 000 � 5 000 � 48 500 Digitalisierung 2012 wurde die Digitalisierung von 12 Sälen in sieben Wiener Kinos mit Mitteln in Höhe von 192 637 Euro unterstützt. Zwei der geförderten Kinos werden von Frauen geführt. Dies entspricht einem Anteil von 28,5 Prozent der Kinos. Der Anteil der Kinobetreiberinnen bei der Digitalisierungsförderung erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15 Prozentpunkte. Kinobetrieb Admiral Kino Cine Center SUMME Gesamt Betreiberin Michaela Englert Monika Kolarzik u. a. KinobetreiberInnen(Digitalisierung) Fördersumme 20 000 � 65 137 � 85 137 158 kino � Film � Institutionen Im Jahr 2012 standen insgesamt 535 000 Euro für den Bereich„Film“ zur Verfügung. Es wurden insgesamt 368 100 Euro an Filminstitutionen vergeben. An ausschließlich weiblich geführte Institutionen, das waren neun, wurden 164 400 Euro ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 44,7 Prozent. An vier Institutionen, die nur männlich geführt wurden, erging eine Förderung von insgesamt 17 400 Euro. Dies entspricht einem Wert von 4,7 Prozent. 14 gemeinsam geführte Institutionen erhielten 186 300 Euro. Das sind 50,6 Prozent. After Image Productions – Verein zur Förderung von Freiluftkino und Kulturveranstaltungen Culture2Culture espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm francultures Freunde der Filmakademie Kinoki – Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung pro Frau sixpackfilm Verein Schulen für Photographie und Film SUMME Gesamt Wo Wolle ist, ist auch ein Weib 4 700 trickywomen+ Jahrestätigkeit 2012 espressofilm – Kurzfilm einen Sommer lang 2012 54 000 5 000 Kulturelle Dialoge im Cine – Club Stipendienprogramm für Filmstudierende Sercavan – Über meinen Augen 5 000 � 6 000 4 700 pro Frau – Plattform für Frauenrechte Jahresförderung 2012 Schuljahr 2012 10 000 70 000 � 5 000 � 164 400 Film, Institutionen, Leitung Film � 159 Frauenkulturbericht / MA7 Einzelfilmerinnen Es wurden insgesamt 166 900 Euro für Einzelförderungen ausgeschüttet. Davon wurden 118 300 Euro(das sind 70,9%) für 28 Filmer und 48 600 Euro(das sind 29,1%) für 13 Filmerinnen vergeben. Art Monja Ahnelt Josefine Bergmann Birgit Gräfingholt Vanessa Groschup Sabine Gülker Lia Mattuschka Mara Mitterbauer Julia Nsiah Lydia Praher Daniela Schreiber Alexandra(Lotte) Theininger Martina Zdesar Judith SUMME Gesamt Sweet Sixteen Wasser aus Korn Dreck ist Freiheit Tuppern (JC{100}) RELEASE Perfect Garden Playdates #35189 Ende in Sicht GHL frame out – digital summer screening Geister 3 900 2 000 � 5 000 � 5 000 � 1 000 � 2 000 � 5 500 � 2 500 � 1 000 � 1 500 � 4 700 � 10 000 4 500 � 48 600 Film Einzelförderungen 160 Film � Filmfonds Wien Frauen als Filmemacherinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Frauen wie auch Männer beschäftigt. Von der Drehbuchautorin über die Filmgeschäftsführerin, Cutterin, Kamerafrau und all die weiteren Berufssparten bis hin zur Filmemacherin arbeiten alle mit großem Erfolg im künstlerischen wie auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Besonders erwähnenswert ist, dass„Die Lebenden“, der neue Spielfilm von Barbara Albert, seine Weltpremiere im Wettbewerb des A-Festivals von San Sebastián feierte. Die Filmemacherin erhielt 2012 überdies den Österreichischen Kunstpreis in der Kategorie Film.„Spanien“, das Spielfilmdebüt von Regisseurin Anja Salomonowitz, wurde – wie schon bereits ihre dokumentarischen Arbeiten – auf der Berlinale vorgestellt. Mit„Oh Yeah, She Performs!“ inszenierte Mirjam Unger ein Porträt vier junger Musikerinnen, das von Eva Testor und Nina Kusturica produziert wurde. Mit Eva Testor an der Kamera und Karina Ressler im Schnitt waren weitere Schlüsselpositionen mit Frauen besetzt. Sabine Derflinger wurde für ihre besonderen Leistungen als Filmemacherin mit dem Wiener Frauenpreis 2012 ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr inszenierte sie als erste Frau einen„Tatort“. Gesamt gesehen stieg der Frauenanteil in vielen Förderbereichen auffällig: Bei 35 Prozent der in der Herstellung geförderten Kinofilmprojekte führen Frauen Regie oder sind als Co-Regisseurin beteiligt, was einen Anstieg um beachtliche 12 Prozentpunkte bedeutet. Auch im Bereich der Projektentwicklung kletterte der Anteil der Autorinnen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent. Projektentwicklungsförderung Kinofilm Von 20 Projekten, denen die Jury Projektentwicklungsförderungen in einer Gesamthöhe von 420 480 Euro zusprach, waren für acht Drehbücher oder Treatments Frauen haupt- und mitverantwortlich. Dies entspricht einem Anteil von 40 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um fünf Prozentpunkte. Projekt � Echte Männer Egon Schiele – Tod und Mädchen Der freie Soldat High Performance Kaviar Antrag/ Produktion Nanook Film Novotny & Novotny Wega Film FreibeuterFilm Witcraft Szenario Luft holen Dor Film � Drehbuch Genre Fördersumme Tina Leisch D � Hilde Berger, Dieter Berner F Susanne Freund F � Johanna Moder F � Elena Tikhonova, Robert Buchschwenter F Michael Kreihsl, Marlene Streeruwitz F 7 250 � 17 000 22 605 � 19 200 � 29 000 * 20 425 Filmfonds Wien � 161 Frauenkulturbericht / MA7 Macondo FreibeuterFilm Ringelspiel SUMME Gesamt � Witcraft Szenario * Referenzmittelförderung Sudabeh Mortezai F Nina Proll, Ursula F Wolschlager Frauenanteil Drehbuch 17 500 21 000 153 980 Herstellungsförderung Kinofilm Mit einer Fördersumme von 6 438 792 Euro wurden insgesamt 34 Herstellungsanträge gefördert, das waren 32 Projekte. Bei 12 der geförderten Projekte führte eine Frau(Co-)Regie, was einen Gesamtanteil von 35 Prozent bedeutet. Der Frauenanteil in der Regie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozentpunkte. Projekt � Amour Fou Chinatown Vienna Das Kind in der Schachtel Global Shopping Village Haider – einer der alles verspricht High Performance Ich seh/ Ich seh In Transition Antrag/ Produktion Drehbuch coop99 Jessica Hausner Plaesion Film Judith Benedikt Nikolaus Geyr- Gloria Dürnberger halter Film Golden Girls Ulli Gladik Kurt Mayer Film Nathalie Borgers FreibeuterFilm Johanna Moder Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala Mobile Nina Kusturica Filmproduktion Genre F D D D D F F F Land A, D A A A, HR A, D A A A Fördersumme 200 000 � 40 000 � 75 000 * 12 592 22 500 380 800 � 460 000 316 000 162 Filmfonds Wien � Ma Folie Oida Taunz Superwoman Wo ich wohne SUMME Gesamt � Extra Film Andrina Mracnikar F Bonus Film Barbara Gräftner F Lotus Film Barbara Caspar D Kurt Mayer Film Christine Nagel D * Referenzmittelförderung Frauenanteil Regie Kinofilm A 324 500 � A 125 000 � A 80 000 � A 74 000 � 2 110 392 Herstellungsförderung TV-Film Die Fernsehfilmförderung unterstützte insgesamt 21 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 1 807 000 Euro. Bei vier der geförderten Filme führte eine Frau(Co-) Regie, der Frauenanteil lag bei 19 Prozent, eine Verminderung zum Vorjahr um acht Prozentpunkte. Projekt � Antrag/ Produktion Arik Brauer. Eine Jugend in Wien Amour Fou Aufgetischt � (4. Staffel) � Satel Film Es kommt noch dicker epo-film Pralle Schönheit. Die MR Film Reise der Paradeiser SUMME Gesamt � Regie Genre Land Helene Maimann D A Fördersumme 30 000 Claudia Pöchlauer, S Manfred Hoschek Sven Bohse, Annette Ernst S Maria Magdalena Koller D A 40 000 A, D 210 000 A, D 27 000 307 000 � Filmfonds Wien � 163 Frauenkulturbericht / MA7 Frauenanteil Regie TV-Film � Verwertungsförderung: Kinostarts Für 27 Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2012 insgesamt mit einer Summe von 928 884 Euro gefördert. Bei sieben der Filme führte eine Frau Regie, was 26 Prozent entspricht. Damit blieb der Anteil der Filmemacherinnen im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich. Film Antrag/ Verleih Die Lebenden Polyfilm Ludwig II Dor Film Oh Yeah, She Performs! Spanien Polyfilm Filmladen The Future‘s Past. Creating Cambodia Poool Film WHAT IS LOVE Thimfilm Yoko Dor Film SUMME Gesamt Regie Filmstart Barbara Albert 23.11.12 Marie Noëlle, 28.12.12 Peter Sehr Mirjam Unger 09.11.12 BesucherInnen 2 899 Fördersumme 20 000 6 900 20 000 2 286 30 000 Anja Salomo- 23.03.12 nowitz Susanne 20.04.12 Brandstätter 3 867 1 413 46 500 37 400 Ruth Mader Franziska Buch 30.03.12 17.02.12 1 515 79 530 35 000 � 40 000 228 900 BesucherInnenzahlen per 31. Dezember 2012 laut Angaben der Verleihfirmen und des Österreichischen Filminstituts 164 Filmfonds Wien � Frauenanteil Regie Kinostart � Organe und Gremien An der Spitze des Filmfonds Wien steht mit MMag.a Gerlinde Seitner als Geschäftsführerin seit November 2011 – erstmals in der Geschichte der Wiener Filmförderung – eine Frau. Auch die Organe und Gremien sind annähernd geschlechterparitätisch besetzt: Beim Kuratorium liegt der Frauenanteil bei 43, im Team bei 50, bei der Hauptjury bei 50 Prozent, bei der Ersatzjury und dem Kinobeirat sogar bei 75, bzw. 66 Prozent. Kuratorium Dem Kuratorium, das die Funktion eines Aufsichtsrats erfüllt, gehören acht vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft bestellte Mitglieder an, die für die Dauer von drei Jahren bestellt werden, davon drei Frauen: Mag.a bettina leidl(Stellvertretende Vorsitzende/ Geschäftsführerin von departure), Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Kulturabteilung der Stadt Wien), Dagmar Streicher(Filmemacherin und Dramaturgin) Filmfonds Wien Kuratorium Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Geschäftsführung. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft für die Dauer von drei Jahren bestellt. Hauptjury 4 Mitglieder, davon 2 Frauen � alessandra thiele(Akquisition, Sacher Distribuzione), andrea Willson(Filmproduzentin) � Filmfonds Wien � 165 Frauenkulturbericht / MA7 Hauptjury Filmfonds Wien � Ersatzjury 4 Mitglieder, davon 3 Frauen ulli Dohr(Geschäftsführerin, Dohr Werbe Gmbh), katharina Dufner(Redakteurin, ZDF„Das kleine Fernsehspiel“), Susanne Guggenberger(Produzentin, Mira Film) Ersatzjury Filmfonds Wien Kinobeirat Der Kinobeirat besteht aus drei Mitgliedern, die zweimal jährlich zusammenkommen, um die � Einreichungen für die Förderung kinokultureller Projekte zu beurteilen. Ihm gehören zwei � Frauen an: � Mag.a Sylvia Faßl-Vogler(Kulturabteilung der Stadt Wien), Mag.a renate Wurm(Das Kino, � Salzburg) � Kinobeirat Filmfonds Wien 166 Filmfonds Wien � Filmfonds Wien, MitarbeiterInnen Geschäftsführung: MMag.a Gerlinde Seitner Projektabteilung Kino/ TV: 3 MitarbeiterInnen, davon 1 Frau, han-fen chao Büroleitung und Strukturförderungen: Silvia Gneisz PR/ Kommunikation, Kinoförderungen: 1 Mann Filmfonds Wien MitarbeiterInnen Neue Medien Institutionen Im Bereich„Neue Medien“ standen im Jahr 2012 insgesamt 398 000 Euro für Jahresförderungen und Projektförderungen zur Verfügung. An ausschließlich von Frauen geführte Institutionen, 16 an der Zahl, wurden 99 500 Euro ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 25 Prozent. An ausschließlich von Männern geführte Institutionen, 20 an der Zahl, ergingen 117 500 Euro. Dies entspricht einem Wert von 29,5 Prozent. 14 gemeinsam geführte Institutionen erhielten insgesamt 181 000 Euro. Das sind 45,5 Prozent. AfG – Archiv für Gegenwartkunst Net Acoustics& Soundwwalks Danner-Eidlhuber Elisabeth Stationsbetrieb 2012 – LiCvid 12 – senza tiempo Dig Up Productions GOOSEFLESH ei(s)kon:fekt sound:frame Festival 2012 FFFR – Kunst+ Kommunikation collecting life: die Kaskaden des Dr. P. – 1. Rate HACKBUS – Verein zur Vermittlung von krea- Katalog TECHNOSENUSAL tivem Umgang mit Medien und Technologie Institut zur Förderung eines affirmativen Sexualbegriffes Tribute to Beggars Werkkatalog Kanonmedia, Verein für neue Medien Hommage an Hans Richter 1 000 10 000 2 500 � 50 000 � 3 500 2 500 3 500 1 500 3 000 � Filmfonds Wien• neue Medien � 167 Frauenkulturbericht / MA7 Klangmanifeste – Verein für Klang-/ Kunst-/ Formen L. Tausch Kunst- und Kulturverein MISS BALTAZAR‘ S LABORATORY playing mums – Kunstverein Target Reply – Verein für Kunstund Medienprojekte Teslaedison – Verein zur Förderung von Medienkunst und Soundart SuMMe Gesamt Schallmauer Tableaux Vivants Bewegungskonstante Kosmopoliten am Ende des Erdölzeitalters Jahresförderung 2012 Festival Art Visuals& Poetry Stofftonband II/ Installation/ Instrument/ Performance 1 500 2 500 � 1 500 � 5 000 8 000 2 000 1 500 99 500 Neue Medien Institutionen Beirat Neue Medien Der Beirat, der zweimal im Jahr tagt, bestand im Jahr 2012 aus insgesamt zwei Frauen, ursula hentschläger und Martina theininger und einem Mann. Beirat Neue Medien 168 neue Medien � Stadtteilkultur und Interkulturalität Rahmenbetrag Stadtteilkultur und Interkulturalität Aus einem Gesamtbudget von 1 371 000 Euro wurden mit 393 900 Euro von Frauen geleitete Vereine gefördert, das sind 29 Prozent. Frauenvereine Avesta – Kurdischer Frauenverein � Hypathia – Die intellektuelle Frau Orient Express – Beratung-, Bildungsund Kulturinitiative für Frauen Kulturveranstaltung zum Weltfrauentag Frieden in Europa (Veranstaltungsreihe) Ausruf: Tag gegen Zwangsheirat(Abendveranstaltung) 1 500 4 000 2 000 Piramidops, Verein für Frauen- und Gemein- Fest der Generationen und wesenarbeit Multikulturelles Frauenfest Schwarze Frauen Community � Afrikanisches Theater Verein für arabische Frauen Frauen und der arabische Frühling(Veranstaltungsreihe) 2 000 2 000 � 4 000 Verein für chinesische Frauen Frühlingsfest � Vereinigung für Frauenintegration Amerling Cafe Cinema � WuZ – Wienerinnen unternehmen Zukunft – Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur Musikreise – aus aller Welt und Musikreise – am Balkan 2 000 � 1 000 � 1 500 Yeni Demokratik Kadin – Neue demokratische Frauen SUMME Gesamt Liederabend 1 500 21 500 Vereine, bei denen Frauen Hauptakteurinnen sind Adam – Verein für Kultur und Kunst Konzerte im Rahmen des Vienna Talent Festival ArtForm – Verein zur Förderung und Unterstützung von MusikerInnen, darstellenden KünstlerInnen, Kulturschaffenden und Kulturinitiativen Global Groove LAB ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens Interferencias Austria AYBOBO österreichisch-haitianischer Kulturkontakt Der Ruf der Corn Lanbi – Ein haitianisches Ritual 3 000 3 000 3 000 2 000 Stadtteilkultur und interkulturalität � 169 Frauenkulturbericht / MA7 Barangay Center – Philippinisches Gemeinde Zentrum Youth Moves... Integrate and Diversify(Jugendtanzwettbewerb) 1 500 Béla Bartók Internationaler Musikverein Jahrestätigkeit � 3 000 � Bharat – Sanskritik – Sangha, Indischer Kulturverein Guru-pranam, musikalische Veranstaltung 1 500 CLUB XIX � diverse Kulturveranstaltungen 3 000 � Cultur Rotation � Vielfalt leben und lebbar machen sowie Wien zu Hause machen (Charta Wien) 3 000 ditiramb – Der interkulturelle Verein Vienna meets und Adventkonzert Zitternd(in) Bewegung 3 300 Educult – Denken und Handeln im Kulturbereich Jahresprogramm 5 000 Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Jahresprogramm 8 500 Fei Yue: Kulturverein Schwungvoll Fei Yue Tanz � 1 500 � Floridsdorfer Chorvereinigung „Harmonie 1865“ Weihnachtliches Chorund Orchesterkonzert 1 000 Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing Jahresprogramm 25 000 Franz Leo& Comp., KG Universitätsbuchhandlung Wanderer zwischen den Welten – Lesung mit Galsan Tschinag 300 Freundeskreis Kunstgalerie Meduna Ausstellungen und Vernissagen 4 000 � Freunde und Unterstützer von„der wiener salon“ – Verein zur Förderung der Kunst, Kultur und Kommunikation Ende des Gehorsams (Salon Friedrichshof) 1 200 Gemeinschaft Polnischer Organisationen in Österreich„Forum der Polen“ XXI. Polnische Kulturtage 2 000 Gipsy-Music association � Harri Stojka und Symphonie der Hoffnung sowie Baranka-ParkGedenkveranstaltung 6 500 Hernalser Kulturkreis � Dornbacher Annenkirtag 7 000 � „Herzpol“ – medizinische und soziale Hilfe für Polen Jahrestätigkeit 2 000 „Hora“ – Kultur – Turism, Jahrestätigkeit Verein der in Österreich ansässigen Rumänen 1 500 170 Stadtteilkultur und interkulturalität � Igorot Austria – Cordillera „iKUSZ“ Internationales Zentrum für Kunst-Kultur-Science& Soziales ImmigrantInnen Kulturund Solidaritätsverein Information und Kultur Ägyptens Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, Wien Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma(Grenzgänger) Israelitische Kultusgemeinde Wien Istanbul Kulturverein in Wien Klub polnischer Intellektueller Kulturforum Mariahilf Kultur Horizonte Association for the widening of horizons through arts and culture Kultur im 3. Kultur und Denkart Verein Yunion, kurz„KUD Yunion“ Kulturverein – Bulgaren in Österreich Kulturverein„Freundinnen und Freunde der Josefstadt“ Kulturverein„gutgebrüllt“ Kulturverein Initiative Währing Kulturverein„Pena Flamenca Sin Fronteras Wien“ Kultur Verein„Vida Pavlovic“ Kulturzentrum„I love Polen“ Kunstraum – Ragnarhof Liesinger Künstlerwerkstatt Igorot Kultur und Kulturaustausch O Canto da Terra, Maracatu Quebrabaque Àustria Gemeinsam in die Frühlingsnacht, Fest der Nationen sowie Benefizkonzert mit und für Ali Asker Konzert(Volkstanz Meltemi) Jahresaktivitäten 1 500 � 3 000 11 000 1 000 � 1 500 Oliver Twist in Teheran � (zweisprachige Lesung) � Jüdische Kulturwochen Jahresprogramm Jahresprogramm Jahresprogramm Die Vergessenen, Konzert für die Erinnerung Ruhi Su und Diskussion über verdrängte Vergangenheit mit Dokumentarfilm Jahresaktivitäten Jahresprogramm 500 33 000 � 15 000 � 5 000 � 4 000 � 15 500 15 000 � 2 000 Kulturzeitschrift A4 Jahreskulturarbeit im 8. Bezirk 1 000 � 9 200 Jedermann Jahresprogramm Ohne Grenzen – V. Flamenco Festival Wien Jahrestätigkeit Konzert Jahrestätigkeit Weihnachtskunstmarkt 1 000 � 15 000 � 1 000 1 500 � 2 000 � 2 500 � 2 200 � Stadtteilkultur und interkulturalität � 171 Frauenkulturbericht / MA7 Mondo Musika Multikulturelle Kindergruppe Bärli-Brumm-Brumm MultiMediaZentrum Kulturmarketing und Kulturmanagement Musikverein Sieben Zwetschken Napraforgok – Verein zur Förderung von ungarischem Volkstanz und Volksmusik in Wien Natya Mandir Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst Orchesterverein Concentus21 „OSTOJA“ Klub polnischer kreativer Pensionisten in Wien und NÖ Passion Artists – Kulturverein zur Förderung von Künstlern und Musikern Phuenthai in Österreich – Kulturverein ROJ BASCH – Verein anatolische Kunst& Kulturbrücke Schauspielhaus Wien GmbH Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen Srebrenica – Wien – Plattform BosnienÖsterreich Teatr AA Vademecum Kulturverein Theater Olé – Verein zur Förderung von Clown- und Varietétheater Theaterverein Die Satyriker Verband der Amateurmusiker und-verein Österreichs VAMÖ Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica Haus Verein der russischen Kultur Commedia dell’Arte Straßenfest 2 000 � 2 000 Jahresprogramm 1 500 Weltsprache Musik – Weltmusiksprache 14. ungarisches Tanzhaustreffen in Wien 3 300 1 000 Jahrestätigkeit 4 000 Junge Solisten stellen sich vor Jahrestätigkeit 1 000 � 1 500 Jahrestätigkeit 8 500 Phuenthai Charity Night II Konzert mit CD-Präsentation von Hozan Qamber sowie 7 Vorträge: „Lebensphilosophie der Aleviten und ihrer Klänge Schubert – eine Winterwanderung Jahrestätigkeit Ein Tuch für ein Opfer 2 000 � 5 500 30 000 � 3 000 � 1 500 Jahrestätigkeit Clownfrauen auf die Bühne! 10 500 � 1 000 Sommerspiele Floridsdorf Jahrestätigkeiten 8 000 � 10 000 Konzert des Saxophon Quartetts Klassik und Jazz russische traditionelle Feste 1 000 1 500 � 172 Stadtteilkultur und interkulturalität � Verein für Sport und Kultur – Andromeda Verein iranischer SeniorInnen – Aschiane Verein Projekt Theater Verein Wiener Jugendzentren Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Wirtschaft 21 Zentrum für Kunstprojekte SUMME Gesamt Ethnoemotion(Tanzprojekt) Jahrestätigkeit Hedonistisches Gastmahl – Feste der Vielfalt Kids in Fashion Jahrestätigkeit Frühlingskonzert und 14. Straßenfest – Kunstmeile 21 Jahrestätigkeit 1 500 � 3 000 � 4 000 4 400 � 10 000 � 6 000 8 000 � 370 900 Vereine, bei denen Frauen zu 50 Prozent die Leitung obliegt Assyrische demokratische Organisation (ADO) – Sektion Österreich Menschenrechte von Minderheiten in der Türkei Daher Frauenanteil an der Summe Gesamtbudget Frauenanteil an dieser Summe: 29 Prozent Stadtteilkultur, Interkulturalität, Rahmenbetrag 3 000 1 500 � 1 371 000 � 393 900 Vereinsförderung Gemeinderat Aus einem Gesamtbudget von 6 513 000 Euro wurden 823 000 Euro an Vereine, die von Frauen geleitet wurden vergeben. Das sind 13 Prozent. Aktionsradius Wien – Verein zur Förderung von Stadtkultur und kultureller Stadtentwicklung Jahrestätigkeit 254 000 Stadtteilkultur und interkulturalität � 173 Frauenkulturbericht / MA7 Institut für künstlerische, migrantische und Junge Zuwanderungsstadt Wien wissenschaftliche Forschung Steine der Erinnerung an jüdische Opfer des Holocaust Steine der Erinnerung Verein zur Förderung der Stadtbenutzung Wienwoche Wiener Praterverband Praterrummel SUMME Gesamt 69 000 7 000 453 000 40 000 823 000 Stadtteilkultur, Interkulturalität, Vereinsförderung Gemeinderat, Leitungspositionen Aus einem Gesamtbudget für Stadtteilkultur und Interkulturalität in der Höhe von 7 884 000 Euro wurden von Frauen geleitete Vereine mit 1 216 900 Euro gefördert, das sind 15 Prozent. Stadtteilkultur und Interkulturalität, Gesamtbudget Vereine , Führung 174 Stadtteilkultur und interkulturalität Wissenschaft Der Frauenbericht ist ein wichtiger Bestandteil der Selbstreflexion der Kulturförderungstätigkeit auch im Wissenschaftsbereich. Ähnlich, wahrscheinlich noch ein wenig stärker als in Kunst und Kultur, waren Wissenschaft und Forschung Männerdomänen. Die religiös-kirchlichen Wurzeln der Universität kamen auch in der Zusammensetzung der Gremien und Lehrkörper, die in Wissenschaft und Forschung tätig sind, zum Ausdruck: fast nur Männer. Dieser Befund hat sich in den letzten 30 Jahren in der Geschwindigkeit dynamisch, im Ergebnis radikal verändert. Wie der vorliegende auf Wissenschaft bezogene Frauenbericht eindrucksvoll zeigt, haben engagierte Kolleginnen insbesondere in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sehr viel Terrain erobert. In vielen Forschungsfeldern sind die führenden WissenschafterInnen gegenwärtig Frauen. Die Behandlung kulturwissenschaftlicher Themen unter Einbeziehung einer Genderperspektive hat die Forschung bereichert; sie hat dafür sensibilisiert, dass alle kulturellen Geschehnisse, Daten, Fakten, aber auch die Narrative und Diskurse differenziert betrachtet und analysiert werden müssen: und eine wichtige, ja zentrale Differenzierung bei der Untersuchung des kulturell-gesellschaftlichen Geschehens betrifft das Geschlecht der AkteurInnen. Gerade im Hinblick auf aktuelle Erkenntnisse der Life Sciences und der Kognitionswissenschaften ist die Genderperspektive gleichermaßen nützlich und notwendig. Die alten Fragen nach Geschlecht und Geschlechterrollen erhalten unter dem Gesichtspunkt neuer Ergebnisse seitens der Molekularbiologie und Genetik neue Inhalte und Zielsetzungen. Für Politik und Verwaltung bleibt dabei die Hauptzielsetzung einer geschlechtergerechten Gesellschaft unverändert. Subventionen Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften, Vereine und Museen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Subventionen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Fördervolumen 15 825 764 davon für Institutionen mit Frauen in Leitungspositionen 11 800 970 Wissenschaft, Vereinssubventionen Leitungspositionen Wissenschaft � 175 Frauenkulturbericht / MA7 Akademie der bildenden Künste • Mag.a eva blimlinger(Rektorin) Architekturzentrum Wien • Mag.a(Fh) karin lux(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien • Mag.a Gertraud Diendorfer(Geschäftsführerin) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • hrin hon.-Prof. univ.-Doz.in Dr.in brigitte bailer(Leiterin) Forschungszentrum für historische Minderheiten • Mag.a regina Wonisch(Leiterin) Institut für die Wissenschaften vom Menschen • Mag.a Susanne Fröschl(Geschäftsführerin) Jewish Welcome Service Vienna • Mag.a Susanne trauneck(Generalsekretärin) Jüdisches Museum Wien • Dr.in Danielle Spera(Direktorin) Ludwig Boltzmann Gesellschaft • Mag.a claudia lingner(Geschäftsführerin) Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung • Priv.-Doz.in Dr.in barbara Stelzl-Marx(Stv. Leiterin) Österreichische Akademie der Wissenschaften • Mag.a Dr.in evelyn breiteneder, Leiterin des Forschungsprojekts Austrian Academic Corpus, bearbeitet überdies gemeinsam mit univ.-Prof. Dr. Werner Welzig das Forschungsprojekt„Von den Druckfahnen in Jerusalem zum Textbuch nach Wien: Editionsprojekt zur ‚Dritten Walpurgisnacht‘ von Karl Kraus(Fackellex)“ • Dr.in elisabeth Fritz-hilscher bearbeitet gemeinsam mit univ.-Prof. Dr. Gernot Gruber das Forschungsprojekt„Kommentierter Wiener Spielplan von circa 1720 bis 1748(1752) – Produktionen im Auftrag des Hofes“ • Dr.in barbara haberl, Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien • Dr.in eva-Maria knoll, Leiterin des Forschungsprojektes„Donaustrand& Korallenriff: Impulse, Innovationen, Interaktionen und Wechselbeziehungen Wien/ Malé“ • Dr.in renate kohn, Leiterin des Forschungsprojektes„Edition der Inschriften der Stadt Wien“ • Mag.a Monika kröpfl, Leiterin des Forschungsprojekts„Anton Webern und seine Beziehungen zur Radio-Verkehrs-Aktien-Gesellschaft(RAVAG)“ • Dr.in eleonore lappin-eppel bearbeitet gemeinsam mit univ.Doz.in Dr.in heidemarie uhl das Forschungsprojekt„Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien“ • Dr.in andrea Sommer-Mathis, Leiterin des Forschungsprojekts„Das Wiener Kärntnertortheater in der Zeit von 1728–1748: Vom städtisch-bürgerlichen Schauspielhaus zum höfischen Opernbetrieb“ 176 Wissenschaft � • univ.-Doz.in Dr.in heidemarie uhl, Leiterin des Forschungsprojekts„Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien“, bearbeitet überdies gemeinsam mit Dr. Johannes Feichtinger das Forschungsprojekt„Bruchlinien und Kontinuitäten. Die ÖAW im 20. Jahrhundert“ • Mag.a lisbeth triska, Leiterin der Verwaltungsstelle der philosophisch-historischen Klasse Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem • Dr.in h.c. ellen landesmann(Präsidentin) Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a inge Scholz-Strasser(Direktorin) Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) • Dr.in cornelia Schrauf betreut das Programm„Vienna Research Groups for Young Investigators“(Call 2013) Wirtschaftsuniversität Wien, Forschungsinstitut für Urban Management and Governance • univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Verena Madner(Leiterin) • univ.-Prof.in Mag.a Dr.in renate Meyer(Leiterin) Projektförderungen Fördervolumen davon für Frauen 1 200 000 598 100 Wissenschaft, Projektförderungen Leitungspositionen Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Projektförderungen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Aisthesis Plattform für kritische Medien und Kulturtheorie • Mag.a eva-Maria Marginter AKP – Arbeitskreis für analytische Körperpsychotherapie • Dr.in Sera Wolf Wissenschaft � 177 Frauenkulturbericht / MA7 Alfred Klahr Gesellschaft. Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung • Vizepräsidentin irma Schwager Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien • Vizerektorin univ.-Prof.in Dr.in karin Gutierrez-lobos Alumniverband der Universität Wien • Mag.a brigitte ederer archi kult – Gesellschaft für Architektur-& Kulturforschung • Dr.in inge Scheidl Armin Berg Gesellschaft • Vizepräsidentin Mag.a elke tschaikner Arthur Schnitzler-Gesellschaft • univ.-Prof.in Dr.in konstanze Fliedl bikum, Gesellschaft für Bildung, Kultur& Medien • Mag.a Sigrid Jones, Ma Culture2Culture • Mag.a Waltraud Grausgruber Denkraum Donaustadt • Sylvia Schlagintweit EDUCULT Denken und Handeln im Kulturbereich • Dr.in Vera Scheiber Egypt and Austria • Dr.in Johanna holaubek eipcp – European Institute for Progressice Cultural Policies • Priv.-Doz.in Dr.in Monika Mokre EOP – Verein zur Förderung von interdisziplinären Projekten in Kunst und Wissenschaft • helga köcher Eranos Vindobonensis • Dr.in Danuta Shanzer Erika Mitterer Gesellschaft • Mag.a eva-Maria Marginter Erinnern für die Zukunft • Mag.a Dr.in eleonore lappin-eppel Europäische Gesellschaft für die Geschichte der Photographie • Dr.in ulla Fischer-Westhauser 178 Wissenschaft � Europäisches Forum Alpbach • univ.-Prof.in Dr.in Sonja Puntscher-riekmann Evangelische Akademie Wien • Mag.a barbara heyse-Schaefer Fernetzt – Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte • alexia bumbaris FINE – Forschungsinitiative nachhaltige Entwicklung – Verein zur Förderung ökologischer Forschung • Mag.a barbara Smetschka FOKUS – Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien. Verein zur Förderung der kulturökonomischen und kulturpolitischen Forschung in Österreich • Priv.-Doz.in Dr.in Monika Mokre Förderungsverein des Wissenschaftspreises für Wirtschaftsgeschichte • univ.-Prof.in Dr.in birgit bolognese-leuchtenmüller Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie • elfriede hannelore huber, ba Forum Katholischer Akademiker/innen • Dr.in erika rüdegger Francultures – Plattform frankophoner Kulturen • Monica Garcia Montes Franz Schmidt-Gesellschaft • Dr.in carmen Ottner Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang • Dr.in brigitte Geiger Frauensolidarität • Mag.a ulrike lunacek Freunde der Festkörperphysik und Festkörperchemie • claudia ambrosch FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • ursula kussyk Friedrich A. v. Hayek Institut • Dr.in barbara kolm Gangart, Verein zur Förderung innovativer Kunst • Simonetta Ferfoglia Wissenschaft � 179 Frauenkulturbericht / MA7 Geschichte.Recht.Öffentlichkeit. Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts • univ.-Prof.in Dr.in ilse reiter-Zatloukal Gesellschaft für Kulturanalytik • Mag.a elke krasny Gesellschaft für politische Aufklärung • univ.-Prof.in Dr.in erika thurner Gesellschaft für Sozialgeschichte(GSG) • Mag.a Dr.in annemarie Steidl Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit – Windhorse • Mag.a linde hörl Gruppe Phänomenologie • univ.-Doz.in DDr.in Silvia Stoller Heinz von Foerster-Gesellschaft • Dr.in Gerda Janouschek Hietzinger Museumsverein • Dorothea Drlik IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Dr.in Gabriele Matzner-holzer IFK – Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften • Dkfm. Wilhelmine Goldmann Imagine. Verein für Kulturanalyse • Mag.a Dr.in elisabeth Mixa Institut für interaktive Raumprojekte • Gertrude Moser-Wagner Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung(NPO-Institut) • Mag.a eva More-hollerweger Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit • corinne eckenstein Internationale Charles-Sealsfield-Gesellschaft • Dr.in helga löber IWK Institut für Wissenschaft und Kunst • Dr.in ursula knittler-lux JU-KU Junge Wege zur Kunst • Prof.in Dipl. ing.in(Fh) Silke Vollenhofer-Zimmel 180 Wissenschaft � kanonmedia verein fuer neue medien • Mag.a alexandra reill Karl Landsteiner Gesellschaft • univ.-Prof.in Dr.in hildegunde Piza KulturAXE • caroline Fekete-kaiser Kulturverein Saba • barbara korherr Kunst- und Kulturverein Soho in Ottakring • ursula Schneider La pomarancia – Eins und doch vielfältig. Gemeinnütziger Kulturverein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschiede • Dr.in Maria casaburi Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte-Forschungsverein • Mag.a Fiona Steinert MADA – Verein für Kunstschaffende Migrantinnen erste und zweite Generation • Dr.in ishraga M. hamid Marianne Ringler Forschungsförderungsverein • Dr.in katharina leithner-Dziubas Max Perutz Laboratories • Mag.a Gabriele Permoser(Program Manager) mediacult – Internationales Forschungsinstitut für Medien, Kommunikation und kulturelle Entwicklung • Priv.-Doz.in Dr.in Monika Mokre MEMO Verein für Geschichtsforschung • Dr.in ruth koblizek MICA(Music Information Center Austria) • Dr.in Sabine reiter NEONGREEN NETWORK – Verein zur Förderung umweltrelevanter Designprojekte • Mag.a angie rattay Österreichische Gesellschaft für Architektur • Dipl.-ing.in Susanne Veit-aschenbrenner Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie • Primaria Dr.in katharina Pils Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur • Dipl.-ing.in brigitte Mang Wissenschaft � 181 Frauenkulturbericht / MA7 Österreichische Gesellschaft für Literatur • Prof.in Marianne Gruber Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft • Dr.in tamara ehs Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte • univ.-Prof.in Dr.in Johanna Gehmacher Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen • Dr.in brigitte halbmayr Österreichisches Lateinamerika Institut • univ.-Prof.in Dr.in ursula Prutsch Österreichisches VolksLiedWerk • Dr.in Susanne Schedtler Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft • Mag.a Margit Wolfsberger Oswald Wiener Gesellschaft • Dr.in tanja Gesell Pionierinnen – Verein zur Förderung weiblicher Kunst, Kultur, Wissenschaft • käthe kratz Plattform Patientensicherheit • Dr.in Maria kletecka-Pulker Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a inge Scholz-Strasser SPME Austria – Scholar for Peace in the Middle East Austria • Mag.a Dr.in ruth contreras/ Mag.a eva Mühlhofer-Gurion SYM/PATHOS • Mag.a claudia Weinzierl Technische Universität Wien • rektorin univ.Prof.in Dipl.-ing.in Dr.in Sabine Seidler Verband feministischer Wissenschafterinnen • Dr.in Sabine Prokop/ Mag.a helga eberherr Verein„Frauenkultur-Menstruation-Körperweisheit“ • Mag.a Sabine lackner/ Mag.a Gabriele Pröll Verein„Information und Kultur Ägyptens“ • Mag.a Dr.in Manal abo-elaala 182 Wissenschaft � Verein ARGE Grenzen erzählen • Dr.in angelika brechelmacher Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser • Mag.a birgit thaler-haag Verein der Freunde der musikwissenschaftlichen Forschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • univ.-Doz.in Dr.in Walburga litschauer Verein der FreundInnen des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien • univ.-Prof.in Dr.in Margarete rubik Verein Erinnern für die Zukunft • Mag.a Dr.in eleonore lappin-eppel Verein eXponat. Forum für Museologie und visuelle Kultur • Dr.in roswitha Muttenthaler/ Mag.a regina Wonisch Verein Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog • Mag.a helga anderl Verein Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien • univ.-Doz.in Dr.in Walburga litschauer Verein für Geschichte der Stadt Wien • Dr.in Susanne claudine Pils Verein für Geschichte und Sozialkunde – VGS • univ.-Prof.in Dr.in Margarete Grandner Verein für Geschichtspublizistik • Dr.in anna Maria Sigmund Verein für interdisziplinäre Biographieforschung • Dr.in helene Maimann Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung(KoPhil) • univ.-Doz.in Dr.in hisaki hashi Verein für Philosophie-Förderung • DDr.in ester ramharter Verein für raumbezogene Sozialforschung. stadt+raum • Mag.a Florentina astleithner Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 • Mag.a beate Maria Pomberger Verein Neugermanistik Wien • univ.-Prof.in Dr.in konstanze Fliedl Wissenschaft � 183 Frauenkulturbericht / MA7 Verein Projekt Theater • Dr.in eva brenner Verein Public Science Austria • Mag.a Svetlana Paunovic Verein ZOOM Kindermuseum • Dr.in elisabeth Menasse-Wiesbauer Verein zur Analyse von Politik und Kultur • Dr.in isolde charim Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie Österreichs • univ.-Prof.in Dr.in renate Pillinger Verein zur Förderung der Dokumentation von Frauennachlässen • univ.-Prof.in Dr.in christa ehrmann-hämmerle Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 • Michaela Stock Verein zur Förderung der Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit • univ.-Prof.in Dr.in Martina kaller-Dietrich Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten • Dr.in cornelia kogoj Verein zur Förderung grenzüberschreitender wissenschaftlicher Zusammenarbeit • Dr.in amelie lanier Verein zur Förderung von L‘Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft • univ.-Prof.in Dr.in christa ehrmann-hämmerle Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen • traute Molik-riemer Veterinärmedizinische Universität Wien • rektorin Dr.in Sonja hammerschmid ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden • helga köcher Wiener Senioren Zentrum im WUK • erika Parovsky Wiener Volksliedwerk • Dr.in Susanne Schedtler WiGiP – Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie • Dr.in bianca boteva-richter 184 Wissenschaft � ‘ Wirtschaftspolitischer Club • Mag.a carmencita nader ZIMD – Zentrum für Interaktion, Medien und soziale Diversität • Dipl.-ing.in Dorothea erharter Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben: ag pro – austrian gay professional • Mag. helmut barak Vergabe des agpro-Förderungspreises im Jahr 2012 AKP – Arbeitskreis für analytische Körperpsychotherapie • DDr. Peter Geißler/ Dr.in Sera Wolf 9. Wiener Symposium ,,Psychoanalyse und Körper“ Arbeitskreis Wiener Altgermanistik • Prof. Dr. Johannes keller/ univ.-Prof. Dr. Matthias Meyer Workshop: Bild und Text im Literaturcomic mit Ilse Kilic Culture2Culture • Mag.a Waltraud Grausgruber wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012(Festival„Tricky Women“ und„Datenbank/ � DVD-thek des Animationsschaffens von Frauen) � Eranos Vindobonensis • univ.-Prof. Dr. Farouk F. Grewing/ univ.-Prof.in Dr.in Danuta Shanzer Vortragsreihe: Frauenbilder in der griechischen und römischen Antike Erika Mitterer Gesellschaft • Martin G. Petrowsky/ Mag.a eva-Maria Marginter Veranstaltungsreihe: Else-Lasker-Schüler-Forum 2012 Ernst Jandl Gesellschaft • Dr.in christa Gürtler/ Priv.-Doz. Dr. bernhard Fetz Forschungsprojekt: Elfriede Gerstl – Gesamtausgabe – Nachlass Elfriede Gerstl Fernetzt – Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte • karolina Sigmund/ alexia bumbaris Tagung: Un/diszipliniert Förderungsverein des Wissenschaftspreises für Wirtschaftsgeschichte • univ.-Prof.in Dr.in birgit bolognese-leuchtenmüller Vergabe des Michael Mitterauer-Preises für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte im Jahr 2012 � Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang • Mag.a Margit hauser/ Dr.in brigitte Geiger Aufarbeitung des AUF-Archivs Wissenschaft � 185 Frauenkulturbericht / MA7 Frauensolidarität • Mag.a lydia Jammernegg/ Mag.a ulrike lunacek Heftpräsentations-, Vortrags- und Diskussionsreihe 2012 FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • christine bodendorfer/ ursula kussyk Tagung: Viele Fälle, viele Fallen – Vielfalt der Prävention in Kindergarten, Schule, Familie, Freizeit und stationären Einrichtungen Geschichte.Recht.Öffentlichkeit. Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts • univ.-Prof.in Dr.in ilse reiter-Zatloukal Forschungsprojekt: Ärzte und ÄrztInnen in Österreich 1938–1945 Gesellschaft für Kulturanalytik • Mag.a elke krasny Publikationsprojekt: Frauen:Museum. Zwischen Sammlungsstrategie und Sozialer Plattform Gesellschaft für Sozialgeschichte(GSG) • univ.-Prof. Dr. Josef ehmer/ Mag.a Dr.in annemarie Steidl Workshop: Verwandtschaftsehen IG Autorinnen Autoren • Gerhard ruiss Forschungsprojekt: Dunkle Liebe eines wilden Geschlechts Institut für interaktive Raumprojekte • Gertrude Moser-Wagner Publikationsprojekt: Veza Canetti lebt! Institut Pitanga • Götz Fritsch/ Dr.in Martina lassacher Publikationsprojekt: Reisen in die Kaiserstraße IWK Institut für Wissenschaft und Kunst • Dr.in ilse korotin/ Vizepräsidentin Dr.in ursula knittler-lux Publikationsprojekt: Liesl Müller-Johnson& Rosl Berndt MADA – Verein für Kunstschaffende Migrantinnen erste und zweite Generation • Dr.in ishraga M. hamid Studie: Diversitätspolitik aus der Perspektive von Migrant_innen, Muslim_innen und Schwarzen Menschen in Österreich mit Fokus auf Kulturschaffende und KünstlerInnen � Marianne Ringler Forschungsförderungsverein • Dr. ralf ringler/ Dr.in katharina leithner-Dziubas Vergabe des Marianne Ringler Forschungsförderungpreises 2012 Österreichische Gesellschaft für Soziologie • univ.-Prof. Dr. Jens Dangschat/ univ.-Prof. Dr. Johann bacher Jubiläumsveranstaltung der Sektion Feministische Theorie und Geschlechterforschung 186 Wissenschaft � Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte • univ.-Prof.in Dr.in Johanna Gehmacher/ univ.-Doz. Dr. bertrand Perz Wiener Preis zur Erforschung des Nationalsozialismus/ Irma Rosenberg Preis 2012 QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte • Mag. andreas brunner/ Mag. hannes Sulzenbacher Forschungsprojekt: Namentliche Erfassung der homosexuellen NS-Opfer in Wien Sozialökonomische Forschungsstelle • Prof. Dr. thomas Schmid Publikationsprojekt: Reedition des Arlt‘schen Schriftguts& Veröffentlichung des Nachlasses der Arlt-Schule Stadt Theater Wien Fritzpunkt • anne Mertin/ Fred büchel Marianne Fritz-Symposium SWS Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft • Dr. heinz kienzl Studie: Lebensentwürfe von Jugendlichen ohne Arbeitsmarktintegration in Wien unter besonderer Berücksichtigung politisch-ideologischer Aspekte Verband feministischer Wissenschafterinnen • Dr.in Sabine Prokop/ Mag.a helga eberherr Publikationsprojekt: Prekarität& Freiheit. Feministische Wissenschaft, Kulturkritik und Selbstorganisation Verein„Frauenkultur-Menstruation-Körperweisheit“ • Mag.a Gabriele Pröll/ Mag.a Sabine lackner Forschungsprojekt: Innere Bilder und Körperweisheiten in Heilungsprozessen am Beispiel der Selbstheilungsarbeit nach Methode Wildwuchs Verein„Information und Kultur Ägyptens“ • Mag.a Dr.in Manal abo-elaala Forschungsprojekt: Integration und soziale Isolation der arabischen Migrantenfamilien in Österreich Verein ARGE Grenzen erzählen • Dr.in angelika brechelmacher Forschungsprojekt: Aspangbahnhof, Oktober 1941 – Biographische Erzählung einer Frauenfreundschaft Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser • Mag.a Maria rösslhumer/ Mag.a birgit thaler-haag Veranstaltung: Interdisziplinäre Ringvorlesung„Eine von fünf“ und Auftaktveranstaltung „Filmnacht gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger – Ausstellungshalle • Gudrun krier/ Prof. Friedrich kurrent Symposium: Maria Biljan-Bilger Wissenschaft � 187 Frauenkulturbericht / MA7 Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger Ausstellungshalle • Gudrun krier/ architekt Prof. Friedrich kurrent Symposium und Publikationsprojekt: Maria Biljan-Bilger – Leben und Werk Verein Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien • Dr. heinz irrgeher/ univ.-Doz.in Dr.in Walburga litschauer Veranstaltung: GenderMusicVoice Verein für Geschichte der Stadt Wien • univ.-Doz. Dr. andreas Weigl/ Generalsekretärin Dr.in Susanne claudine Pils Forschungsprojekt: Gender Gap. Ökonomische Ungleichheit zwischen Frauen und Männern Verein für Geschichtspublizistik • Dr. karl Sigmund/ Dr.in anna Maria Sigmund Publikationsprojekt: Die Frauen der Nazis Verein für interdisziplinäre Biographieforschung • univ.-Prof. Dr. ernst berger/ Dr.in helene Maimann Forschungsprojekt: Die Kinderjause. Zur Geschichte einer marginalisierten Jugend Verein Neugermanistik Wien • ass.-Prof. Dr. robert Pichl/ univ.-Prof.in Dr.in konstanze Fliedl Konferenz: Der inter*geschlechtliche Körper Verein zur Förderung der Dokumentation von Frauennachlässen • univ.-Prof.in Dr.in christa hämmerle Dokumentieren und Digitalisieren von„Auswanderer-Briefen“(1840–1970) Verein zur Förderung der sozial- und wirtschaftshistorischen Studien • univ.-Prof. Dr. Peter eigner/ univ.-Prof. Dr. Franz X. eder/ univ.-Prof. Dr. reinhard Sieder Forschungsprojekt: Recherche und Update der wissenschaftlichen„Bibliography of the � History of Western Sexuality“ in Gestalt einer Computerdatenbank � Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten • Dr.in cornelia kogoj Zeitschrift: STIMME von und für Minderheiten Verein zur Förderung von L‘Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft • univ.-Prof.in Dr.in christa ehrmann-hämmerle wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012 Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse • univ.-Prof. Dr. august ruhs Veranstaltung: Marilyn Monroe – Wer? Von Frauen initiierte, bzw.„federführend“ betreute Projekte: Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien • Vizerektorin univ.-Prof.in Dr.in karin Gutierrez-lobos 5. Symposium des Spezialforschungsbereichs 35 188 Wissenschaft � Alumniverband der Universität Wien • Dr.in ingeborg Sickinger Veranstaltung: Alumni-Event Biologie Publikation: univie – Das Alumni-Magazin der Universität Wien 2012 archi kult – Gesellschaft für Architektur-& Kulturforschung • Dr.in inge Scheidl Publikationsprojekt: Die„Neuen Kliniken“ des Wiener AKH Arthur Schnitzler-Gesellschaft • univ.-Prof.in Dr.in konstanze Fliedl Buchpräsentation: Novelle„Sterben“ bikum, Gesellschaft für Bildung, Kultur& Medien • Mag.a Sigrid Jones, Ma Veranstaltung: Black Box Suchmaschine. Google& Co. Im gesellschaftlichen Kontext Culture2Culture • Mag.a Waltraud Grausgruber wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012(Festival„Tricky Women“ und„Datenbank/ DVD-thek des Animationsschaffens von Frauen) Denkraum Donaustadt • Sylvia Schlagintweit Veranstaltungsreihe: Dialog mit dem Alter(n) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • hrin hon.-Prof.in univ.-Doz.in Dr.in brigitte bailer Publikationsprojekt: Gedenkbuch der österreichischen Stalin-Opfer Egypt and Austria • Dr.in Johanna holaubek Ausstellung: URANIA reist nach Ägypten – Wiener Volksbildung und der Orient eipcp – European Institute for Progressice Cultural Policies • Dr.in Monika Mokre wissenschaftliche Aktivitäten des Vereines im Jahr 2012 EOP – Verein zur Förderung von interdisziplinären Projekten in Kunst und Wissenschaft • helga köcher wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012 Erinnern für die Zukunft • Mag.a Dr.in eleonore lappin-eppel Forschungsprojekt: Juden,„Geltungsjuden“,„Mischlinge“ – eine fragmentierte Schicksalsgemeinschaft:„Jüdisches“(Über-)Leben im nationalsozialistischen Wien 1938–1945 Ernst Jandl Gesellschaft • Dr.in christa Gürtler Forschungsprojekt: Elfriede Gerstl – Gesamtausgabe – Nachlass Elfriede Gerstl Wissenschaft � 189 Frauenkulturbericht / MA7 Europäische Musiktheater-Akademie • ass.-Prof.in Dr.in isolde Schmid-reiter Tagung: Poetischer Ausdruck der Seele. Die Kunst, Verdi zu singen Evangelische Akademie Wien • Gertraud rief wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012 Evangelische Akademie Wien • Mag.a birgit Fleischhacker wissenschaftliche Aktivitäten 2012 Fernetzt – Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte • alexia bumbaris Tagung: Un/diszipliniert FINE – Forschungsinitiative nachhaltige Entwicklung – Verein zur Förderung ökologischer Forschung • univ.-Prof. Mag. Dr. helmut haberl Publikationsprojekt: Jenseits traditioneller Wissenschaft? Zur Rolle von Wissenschaft in einer versorgenden Gesellschaft. Hg. Heike Egner u. a. FOKUS – Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien. Verein zur Förderung der kulturökonomischen und kulturpolitischen Forschung in Österreich • Mag.a elisabeth Mayerhofer, Mba Veranstaltung: Nichts machen ist auch keine Lösung. Strategien künstlerischen Handelns zwischen Bedarf und Vereinnahmung Förderungsverein des Wissenschaftspreises für Wirtschaftsgeschichte • univ.-Prof.in Dr.in birgit bolognese-leuchtenmüller Vergabe des Michael Mitterauer-Preises für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte im Jahr 2012 � Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie • elfriede hannelore huber, ba Forschungsprojekt:„under den hafnern“ – Ein Töpferofen in Wien 1, Griechengasse/ � Hafnersteig � Franz Schmidt-Gesellschaft • Dr.in carmen Ottner wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012(inklusive Symposium„Symphonie“) Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang • Mag.a Margit hauser Aufarbeitung des AUF-Archivs Frauensolidarität • Mag.a lydia Jammernegg Heftpräsentations-, Vortrags- und Diskussionsreihe 2012 190 Wissenschaft � FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • christine bodendorfer Tagung: Viele Fälle, viele Fallen – Vielfalt der Prävention in Kindergarten, Schule, Familie, Freizeit und stationären Einrichtungen Friedrich A. v. Hayek Institut • Dr.in barbara kolm Konferenzreihe: Free Market Road Show Wien: Europe at a Turning Point Geschichte.Recht.Öffentlichkeit. Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts • univ.-Prof.in Dr.in ilse reiter-Zatloukal Forschungsprojekt: Ärzte und ÄrztInnen in Österreich 1938–1945 Gesellschaft für Kulturanalytik • Mag.a elke krasny Publikationsprojekt: Frauen:Museum. Zwischen Sammlungsstrategie und Sozialer Plattform Gesellschaft für politische Aufklärung • univ.-Prof.in Dr.in erika thurner Tagung: KZ-Häftling, Historiker, Gesellschaftskritiker; Hermann Langbein zum 100. Geburtstag Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit – Windhorse • Michaela nowak/ Gertrude ulbel Veranstaltung: World Mental Health Day IG Kultur Österreich • elisabeth Mayerhofer Zeitschrift: Kulturrisse Imagine. Verein für Kulturanalyse • Mag.a Dr.in elisabeth Mixa Forschungsprojekt: Un-Wohl-Gefühle I Institut für interaktive Raumprojekte • Gertrude Moser-Wagner Publikationsprojekt: Veza Canetti lebt! Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung(NPO-Institut) • Mag.a eva More-hollerweger 10. NPO-Tag, Achtung Baustelle! Nonprofit Organisationen als Partner von Staat und � Wirtschaft � Institut für jüdische Geschichte Österreichs(INJÖST) • PD Dr.in Martha keil wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012 Institut Pitanga • Dr.in Martina lassacher Publikationsprojekt: Reisen in die Kaiserstraße Wissenschaft � 191 Frauenkulturbericht / MA7 Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit • corinne eckenstein Forschungsprojekt: Politisch Theater machen IWK Institut für Wissenschaft und Kunst • Dr.in ilse korotin Publikationsprojekt: Liesl Müller-Johnson& Rosl Berndt JU-KU Junge Wege zur Kunst • Prof.in Dipl.-ing.in(Fh) Silke Vollenhofer Veranstaltung: KinderuniKunst 2012 Kreativwoche kanonmedia verein fuer neue medien • Mag.a alexandra reill Hommage an Hans Richter KommEnt – Gesellschaft für Kommunikation, Entwicklung und dialogische Bildung • Mag.a christa renoldner Forschungsprojekt: BildungsReflexionen KulturAXE • caroline Fekete-kaiser Forschungsprojekt: Wiedererstandenes Mittelalter, aus dem Leben des Architekten � Carl Kaiser(1837–1895) � Kulturverein Saba • barbara korherr Veranstaltung: Wiens Juden Kunst- und Kulturverein Soho in Ottakring • kerstin kellermann Vortrag im Rahmen der Ausstellung: Fluchtlinien. Kunst und Trauma La pomarancia – Eins und doch vielfältig. Gemeinnütziger Kulturverein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschiede • Dr. Gianluigi Segalerba/ Dr.in Maria casaburi Veranstaltungsreihe: West& Wild – Eine andere Welt Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur • Dr.in nigar hasib Veranstaltungsreihe: Lalish Interkulturelle Dialoge 2012 MADA – Verein für Kunstschaffende Migrantinnen erste und zweite Generation • Dr.in ishraga M. hamid Studie: Diversitätspolitik aus der Perspektive von Migrant_innen, Muslim_innen und Schwarzen Menschen in Österreich mit Fokus auf Kulturschaffende und KünstlerInnen MEMO Verein für Geschichtsforschung • Dr.in ruth koblizek Publikationsprojekt: 100 Jahre Neurologie Rosenhügel 192 Wissenschaft � mica(music information center austria) • Dr.in Sabine reiter Veranstaltungsreihe: Neue Musik – heute? NEONGREEN NETWORK – Verein zur Förderung umweltrelevanter Designprojekte • Mag.a angie rattay Veranstaltung: ERDgespräche 2012 in der Wiener Hofburg Österreichische Gesellschaft für Architektur • Dipl.-ing.in Susanne Veit-aschenbrenner wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012 Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie • Primaria Dr.in katharina Pils Wiener Preis für humanistische Altersforschung 2012 Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur • Dipl.-ing.in brigitte Mang Forschungsprojekt: WIG 64: Veranstaltung und Begleitprogramm Österreichische Gesellschaft für Literatur • Prof.in Marianne Gruber Symposium: Schreibe ich Deutsch, tröste ich die Falschen Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte • univ.-Prof.in Dr.in Johanna Gehmacher Wiener Preis zur Erforschung des Nationalsozialismus/ Irma Rosenberg Preis 2012 Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen • Dr.in brigitte halbmayr Symposium: Zeitgeschichte ohne Zeitzeugen Österreichisches VolksLiedWerk • Dr.in Susanne Schedtler Treffpunkt Operngasse 2012 Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft • Mag.a Margit Wolfsberger Lesung/ Vortrag: An Evening with New Zealand Writers(Bill Manhire, Hinemoana Baker, Hamish Clayton) Pionierinnen – Verein zur Förderung weiblicher Kunst, Kultur, Wissenschaft • käthe kratz Publikationsprojekt: Unter dem Pflaster(... da liegt der Strand...) Plattform Patientensicherheit • Dr.in Maria kletecka-Pulker Workshop für Nachwuchswissenschafter„Macht und Medizin“ Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a inge Scholz-Strasser wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012 Wissenschaft � 193 Frauenkulturbericht / MA7 SPME Austria – Scholar for Peace in the Middle East Austria • Mag.a Dr.in ruth contreras Veranstaltung: Der arabische Frühling und Israel SYM/PATHOS • Mag.a claudia Weinzierl Forschungs- und Publikationsprojekt: Egon Schiele Hystericus Contemporary Universitätszentrum für Friedensforschung • Prof.in hofrätin Dipl.-Dolm.in Dr.in Sigrid Pöllinger Symposium: Wie geht es weiter mit Europa? Verband feministischer Wissenschafterinnen • Dr.in Sabine Prokop Publikationsprojekt: Prekarität& Freiheit. Feministische Wissenschaft, Kulturkritik und Selbstorganisation Verein„Frauenkultur-Menstruation-Körperweisheit“ • Mag.a Gabriele Pröll Forschungsprojekt: Innere Bilder und Körperweisheiten in Heilungsprozessen am Beispiel der Selbstheilungsarbeit nach Methode Wildwuchs Verein„Information und Kultur Ägyptens“ • Mag.a Dr.in Manal abo-elaala Forschungsprojekt: Integration und soziale Isolation der arabischen Migrantenfamilien in Österreich Verein Architekturtage • Dr.in evelyn Stampfer Veranstaltung: Architekturtage 2012 Verein ARGE Grenzen erzählen • Dr.in angelika brechelmacher Forschungsprojekt: Aspangbahnhof, Oktober 1941 – Biographische Erzählung einer Frauenfreundschaft Verein artminutes • Dr.in angela heide Publikationsprojekt: Fragen an das Musiktheater Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser • Mag.a Maria rösslhumer Veranstaltung: Interdisziplinäre Ringvorlesung„Eine von fünf“ und Auftaktveranstaltung „Filmnacht gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ Verein der Freunde der musikwissenschaftlichen Forschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • univ.-Doz.in Dr.in Walburga litschauer Tagung: Der junge Webern. Künstlerische Orientierung in Wien nach 1900 194 Wissenschaft � Verein Erinnern für die Zukunft • Mag.a Dr.in eleonore lappin-eppel Buchprojekt: Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien Verein eXponat. Forum für Museologie und visuelle Kultur • Dr.in roswitha Muttenthaler Regime. Wie Dominanz organisiert und Ausdruck formalisiert wird Verein Forschmit • andrea lex Schulprojekte:„Lernort: Denkmal – Geschichte zum Anfassen“ und„Geschichte zum Anfassen – Zeugnisse eines Jahrhunderte langen Kulturwachstums“ Verein fotoK • Mag.a Susanne Jakszus Ausstellung/ Workshop: Überwachen – Disziplinieren – Kontrollieren – Bestrafen Verein für interdisziplinäre Biographieforschung • Dr.in helene Maimann Forschungsprojekt: Die Kinderjause. Zur Geschichte einer marginalisierten Jugend Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung(KoPhil) • univ.-Doz.in Dr.in hisaki hashi Vortragsreihe: Komparative Philosophie und Interdisziplinäre Bildung Verein für Philosophie-Förderung • DDr.in esther ramharter Vorlesungsreihe: Naturethik Kontrovers Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 • Mag.a beate Maria Pomberger Veranstaltungsreihe: Musik und Archäologie Verein Projekt Theater • Dr.in eva brenner Veranstaltungsreihe: KUNSTimDIALOG 2012 und Buchprojekt: Alternatives Theater 2000 Verein ZOOM Kindermuseum • Dr.in elisabeth Menasse-Wiesbauer Veranstaltungsreihe: Wiener Kindervorlesungen im Jahr 2012 Verein zur Analyse von Politik und Kultur • Dr.in isolde charim Forschungsprojekt: Mehr oder Weniger ich? Politik im Zeitalter der Singularität Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie Österreichs • univ.-Prof.in Dr.in renate Pillinger Symposium: Neue Forschungen zum frühen Christentum in den Balkanländern und Publikationsprojekt: Mitteilungen zur Christlichen Archäologie, Band 18(2012) Wissenschaft � 195 Frauenkulturbericht / MA7 Verein zur Förderung der Dokumentation von Frauennachlässen • univ.-Prof.in Dr.in christa hämmerle Dokumentieren und Digitalisieren von„Auswanderer-Briefen“(1840–1970) Verein zur Förderung der Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit • univ.-Prof.in Dr.in Martina kaller-Dietrich Veranstaltung: GRACEH 2012 Graduate Conferences in European History 2012 Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten • Dr.in cornelia kogoj Zeitschrift: STIMME von und für Minderheiten Verein zur Förderung grenzüberschreitender wissenschaftlicher Zusammenarbeit • Dr.in amelie lanier Übersetzung und Veröffentlichung von Konferenz-Vorträgen Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen • Dr.in elisabeth Großegger/ univ.-Doz.in Dr.in heidemarie uhl Veranstaltung: Roundtable Kulturwissenschaften. Zwischen Kanonisierung und Dekonstruktion Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen • Dr.in elisabeth Großegger Publikationsprojekt: Translatio/n. Narration, Media and the Staging of Differences Verein zur Förderung von L’Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft • univ.-Prof.in Dr.in christa ehrmann-hämmerle wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2012 Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen • traute Molik riemer Vermittlungsprojekt: Tagebuchtag 2012 Veterinärmedizinische Universität Wien • rektorin Dr.in Sonja hammerschmid Teaching Awards ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden • Dr.in elisabeth Großegger Veranstaltung: Diskursraum Avantgarde Webbrain • Dr.in Gabriele Stöger Veranstaltung: IdeengeberInnen und theoretische Grundlagen der Kulturvermittlung in Österreich Wiener Psychoanalytische Akademie gemeinn. GmbH • Dr.in brigitte Grossmann-Garger Projekte: Tagungsband Sigmund Freud Vorlesungen 2012, psyalpha – Wissensplattform für Psychoanalyse 196 Wissenschaft � Wiener Senioren Zentrum im WUK • erika Parovsky Veranstaltungsreihe: Montag-Treff im Jahr 2012 Wiener Volksliedwerk • Dr.in Susanne Schedtler Veranstaltungsreihe: Hauptsache Wien WiGiP – Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie • Dr.in bianca boteva-richter Publikationsprojekt: polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren ZIMD – Zentrum für Interaktion, Medien und soziale Diversität • Dipl.-ing.in Dorothea erharter Studie: Einflussfaktoren in MIT-Workshops Stipendien Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Gesamtvolumen davon für Frauen Stipendien und Förderpreise für Hochbegabte 131 860 69 668 Austrian Gay Professionals(AGPRO) – Verein zur Förderung homo- und bisexueller Führungskräfte • MMag.a ilse koza Camillo Sitte Gesellschaft, Vergabe des Rudolf Wurzer-Preises für Raumplanung • univ.-ass.in Dipl.-ing.in Dr.in Gerlinde Gutheil-knopp-kirchwald • univ.-ass.in Dipl.-ing.in Dr.in emanuela Semlitsch • Dipl.-ing.in lisa enzenhofer und Dipl.-ing.in anna resch • Mag.a christine Pointl Doktorand(inn)en-Stipendium im Rahmen des Stipendienprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • MMag.a caroline herfert Wissenschaft � 197 Frauenkulturbericht / MA7 Förderungspreise für herausragende Abschlussarbeiten am Konservatorium Wien Privatuniversität • natalie Fend • Gerlinde roidinger Förderungspreis der Stadt Wien für ausgezeichnete DiplomantInnen der Universität für angewandte Kunst Wien • Mag.a katharina Swoboda Marianne Ringler Forschungsförderungspreis • Mag.a barbara Pastner Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien – Förderungspreis • MMag.a Dr.in ljiljana radonic • Dr.in irene Messinger Stipendien der Stadt Wien für erfolgreiche SchülerInnen und StudentInnen der Modeschule der Stadt Wien • isabella Vincze • theresa reidinger • rosa haltmeyer • namita herzl Theodor Körner Preis der Stadt Wien für Wissenschaft • Mag.a eva Maria Orosz • Mag.a Marina rauchenbacher Universität Wien – Doc Awards • Verena blaschitz • rosemarie brucher • Sandra Mayer • ruth Müller Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien(Talenta) • christian hochhauser • eleonora kalivoda • Julia Pichler Die beiden 2009 initiierten Programme„Vienna PhD-School of Informatics“ der Fakultät für Informatik an der Technischen Universität Wien und„Vienna International Post-Graduate Program for Molecular Life Sciences(VIPS)“ an den Max F. Perutz Laboratories, die sich wesentlich um die Förderung der Karriereentwicklung von Frauen in der Forschung bemühen, wurden auch 2012 fortgesetzt. Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(38 Frauen, 28 Männer) für wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß bis 1 500 Euro Fördervolumen 52 160 davon für Frauen 31 770 198 Wissenschaft Wissenschaftsstipendien, junge AkademikerInnen � Mag.a theresa aigner • Die Geschichte der Frauen in der Josefstadt am Beispiel zehn ausgewählter Frauenbiografien Dr.in Olga alekseeva • Die Neuformierung der russischen Politik nach den Präsidentschaftswahlen 2012. Eine Inhaltsanalyse russischer Internetquellen Dipl.-ing.in Maria aufegger • Städtische Infrastrukturen – der ungenutzte öffentliche Raum urbaner Transportsysteme Mag.a amina barakat • Intersektionalität und Transkulturalität in der Gewaltprävention mit Kindern unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Forschung Mag.a rosemarie burgstaller • Zur visuellen Repräsentation von Wien und Österreich im Nationalsozialismus. Geschichtsbilder – Propaganda – Tourismus Mag.a ivona Dermanovic • Ökonomie der Balkanmusik in Wien – die Balkan-Lokalszene Wiens Mag.a Dr.in claudia Dürr, MaS • Gemeinsames Jetzt. Die Poetikvorlesung als metaliterarische Gattung zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit Mag.a elisabeth euler • Dr. Emanuel Treu – Eine Biografie Mag.a Simone Faxa • Die Transkription der Begräbnisprotokolle des Bürgerspitalsfriedhofs im Rahmen der Publikation„Antonio Vivaldis letzter Sommer“ Dipl.-ing.in anja Fiebig • Entwicklung flexibler Gebäudestrukturen für Großsportereignisse am Beispiel von Skisprung-Wettbewerben Mag.a ardjana Gashi • Gesundheitsförderung bei Kindern im Pflichtschulalter mit dem Schwerpunkt Transkulturalität und einem Überblick über das Gesundheitsverhalten von Kindern in Österreich Wissenschaft � 199 Frauenkulturbericht / MA7 Mag.a Sylvia Gierlinger • Die landwirtschaftliche Produktion im Wiener Stadtgebiet um 1830 Mag.a barbara Grodecka • Männerphantasien und Frauenbild am Beispiel von Männermagazinen Playboy, Penthouse und Wiener(2000–2009) Mag.a anna elisabeth hittmann • Lebensmittelsicherheit für Wien – rechtliche Aspekte zum Schutz der Gesundheit Mag.a christina höfferer •„Sie hat Kraft. Sie hat Mut. Sie hat Erotik.“ Die Wiener Volkstheaterdirektorin Emmy Werner im Lichte der zeitgenössischen(Wiener) Publizistik Mag.a Judith holzhöfer • Forschung zum Autoritätsbegriff und Widerstand Dr.in nicole l. immler • Jenseits des beredten Schweigens. Neue Perspektiven auf den sprachlosen Augenblick. Mag.a claudia kahla • Die Geschichte der Frauen in der Josefstadt am Beispiel zehn ausgewählter Frauenbiografien Mag.a Susi krautgartner • Der Schmerz in der Kunst am Schauplatz Wien Mag.a Stefanie Mayer • Provincialising Feminism? Verschränkungen des Globalen und Lokalen im aktuellen feministischen Denken und Tun Mag.a Martina Michor • Aktuelle Rechtsprobleme am Wiener Kunstmarkt Mag.a Suleika Mundschitz • Literaturbericht über Pornographie und die Pornographisierung der Gesellschaft von 2000 bis 2012 Mag.a Dr.in katharina Prager • Berthold Viertels Wien 1948 und die Wiener Moderne Mag.a bettina Savarese-brenner • Analysis of HCRP1 as a biomarker for the clinical outcome of cancer patients and its molecular function in tumor progression Mag.a Marlen Schachinger • Wie ich AutorIn wurde... – Werdegänge von SchriftstellerInnen im Vergleich Dr.in Sonja Siegert • Musikalische Herkunftskulturen von Wiener ImmigrantInnen-Familien. Fallstudien aus dem Oma/Opa-Projekt, aufbereitet für die interkulturelle Praxis 200 Wissenschaft � Mag.a liesa Stadlbauer • Die Struktur und Geschichte des österreichischen Auktionswesen am Beispiel des Dorotheums lucie Strecker, Ma • In the Backstage of Cognition Dr.in Margarethe Szeless • Ein Motiv im Wandel. Kriegsheimkehrer in der österreichischen Pressefotografie 1945–1955 Mag.a Melanie tista • Ameisengemeinschaften von Brachen und Feuchtstandorten der Lobau und der Donauauen Mag.a Juliane Zeiser • Theater und Theatralität in Wien und Neapel vom 18. Jahrhundert bis heute Stipendien, Studienbeihilfen sowie Förderungen für Diplomarbeiten und Dissertationen Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 109 040 Euro vergeben. Davon entfielen 71 855,30 auf Studentinnen, bzw. Schülerinnen. Stipendien für Diplomarbeiten und Dissertationen Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß bis 4 000 Euro Das Gesamtbudget von 24 800 Euro wurde an vier Frauen und drei Männer vergeben. Davon für Frauen 12 800 Euro. Forschungsstipendien, Wiener Wissensbasis Wissenschaft � 201 Frauenkulturbericht / MA7 Die Projekte im Einzelnen Mag.a katharina kober • Eine Skizze zu den Synagogen und jüdischen Bethäusern im 9. Wiener Gemeindebezirk und den mit ihnen verbundenen Vereinen Dr.in Veronika korbei • E.H. Gombrich und Aby Warburg Mag.a Dr.in alexandra Millner • Mentorinnen und Mentoren der Wiener Literatur seit 1945 Mag.a elisabeth Stanka • Adel heute – identitätsstiftende Momente des österreichischen Adels Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Gesamtvolumen(beinhaltet Druckkostenzuschüsse und Ankäufe) 146 052,60 davon für Frauen 64 388,60 Publikationsförderungen Aaptos Verlag • rotraud a. Perner/ herbert kohlmaier(Hg.), Ungehorsam Amalthea Signum Verlag GmbH • Sabine Fellner/ katrin unterreiner, Puppenhaus und Zinnsoldat. Kindheit in der Kaiserzeit • Maria happel, Das Schnitzel ist umbesetzt • Martina Winkelhofer, Eine feine Gesellschaft. Herrscherhäuser im Spiegel ihrer Skandale Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co KG • claudia Feigl, Schaukästen der Wissenschaft • anna Maria Grünfelder, Jüdische EmigrantInnen in Jugoslawien 202 Wissenschaft � • christian hlavac/ astrid Göttche/ eva berger(Hg.), Historische Gärten und Parks in Österreich • irene ranzmaier, Die Anthropologische Gesellschaft in Wien • helmut Sattmann/ Verena Stagl, Der Herr der Würmer oder Johann Gottfried Bremser (1767–1827), der berühmteste Wurmdoktor Wiens • Florian Wenninger/ lucile Dreidemy(Hg.), Die österreichische Diktatur 1933–1938. Vermessung eines Forschungsfeldes Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung Ges.m.b.H. • brigitte halbmayr, Hermann Langbeins Gesinnung war die der Verantwortung Czernin Verlag GmbH • barbara blaha/ Sylvia kuba, Das Ende der Krawattenpflicht. Wie Politikerinnen in der Öffentlichkeit bestehen • Gerald lehner/ Monika löscher, Im Schatten der Ringstraße. Reiseführer in die braune Topografie von Wien • eva Maltschnig, Warum Demokratie Parteien braucht DÖW Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(Hg.), DÖW-Jahrbuch 2012 Edition Illustrierte Neue Welt • israelitische kultusgemeinde Wien(Hg.), Trotz allem... Aron Menczer 1917–1943 Edition Steinbauer • Stefan Frey/ christine Stemprok/ Wolfgang Dosch, Leo Fall – Spöttischer Rebell der Operette • Gabriele habashi, Das neue Ägypten • Susanne kogler/ andreas Dorschel(Hg.), Die Saite des Schweigens – Ingeborg Bachmann und die Musik • bettina reiter, Spaziergänge mit Freud • Gabriele habashi, Das neue Ägypten – Wege zur Demokratie Edition Vabene • christian hlavac/ astrid Göttche/ eva berger(Hg.), uro vor dem Aus? Die Widersprüche der Währungsunion und das Scheitern der Politik Eigenverlag Mag.a Maria Litschauer • Maria theresia litschauer, Architekturen des Nationalsozialismus Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. • Josef bakic/ Johanna coulin-kuglitsch(Hg.), Blickpunkt: Schulsozialarbeit in Österreich • beiGeWuM(Hg.), imagine economy • beate hofstadler, forschen – entdecken • � beate hofstadler/ Robert Pfaller(Hg.), Hätten Sie mal Feuer? Intellektualismus, Begehren und Tabakkultur • � elke krasny/ Frauenmuseum Meran(Hg.), Frauen: Museum. Zwischen Sammlungsstrategien und sozialen Plattformen • christina lammer(Hg.), Empathography • � christina lutter/ Markus reisenleitner(Hg.), Lawrence Grossberg: Cultural Studies – Zukunftsform Wissenschaft � 203 Frauenkulturbericht / MA7 • Maria Mesner/ Gernot heiss(Hg.), Asyl. Das lange 20. Jahrhundert • rosemarie Ortner(Hg.), Exploring Differences Facultas Verlag • ilse brandner-radinger(Hg.), Was kommt, was bleibt. 150 Jahre Presseclub Concordia • Susanne lebzelter, Die Afrikareise des Viktor Lebzelter(1926-1928) • Sabine Pollak, Das Andere der Stadt • Franz Gmainer-Pranzl/ anke Graneß, Perspektiven interkulturellen Philosophierens. Beiträge zur Geschichte und Methodik von Polylogen • katharina Gsöllpointner(Hg.), Medien der Beratung. Ästhetik, Methoden, Praxis IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Kulturführer Mitteleuropa 2012 IG Kultur Österreich • Zeitschrift Kulturrisse, Ausgabe 03/2012, Kunst und Gentrifizierung in the schmood – Verein zur Förderung und Veröffentlichung audiovisueller Kommunikationsexperimente • Florian Schmeiser/ Susanne Schuda(Hg.), ValYou Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft • ida koller-andorf(Hg.), Hebbel„volksnah“,„Jeder Satz ein Menschengesicht“, Hebbel – Mensch und Dichter im Werk, Band 11 Keine Delikatessen – Bühne für Schriftbilder • Keine Delikatessen(Literaturzeitschrift), 16. Ausgabe(Wasser/ Lyrik), 17. Ausgabe(Schall & Rauch) Lit Verlag Wien GmbH& Co. KG • isabella benischek, Empirische Forschung zu schulischen Handlungsfeldern • edith blaschitz, Populärer Film und der„Kampf gegen Schmutz und Schund“ • Madalina Diaconu, Sinnesraum Stadt. Eine multisensorische Anthropologie • carina klammer, Imaginationen des Untergangs: von der„abgeklärten Aufklärung“ zum „Wiegenimperialismus“ • renée lugschitz-kaltenbrunner, Spanienkämpferinnen. Ausländische Frauen im spanischen Bürgerkrieg Mandelbaum Verlag • evelyn adunka/ Gabriele anderl, Jüdisches Leben in der Vorstadt: Ottakring und Hernals • raphaela kitzmantel, Die jiddische Welt von Gestern. Josef Burg und Czernowitz. Eine Collage Metro Verlag – Verlagsbüro W. GmbH • erich bernard/ astrid Göttche(Hg.), Das Gschwandner. Ein legendäres Wiener Etablissement • ute bock/ Sophie Wolf, Helft euch! Sophie Wolf im Gespräch mit Ute Bock • Manfred chobot/ Petra rainer, Der Wiener Brunnenmarkt oder wie man in der eigenen Stadt verreist • Judith Duller-Mayrhofer, Die Alte Donau. Auf Sommerfrische in der Stadt • Diana Gregor/ David Plakke, Heim.at.home. Vertrieben und angekommen. Jüdisches Leben in New York 204 Wissenschaft � • Gaby Jahn, Die Fluortabelle in der Zehn-Uhr-Pause. Highlights aus der österreichischen Mitvergangenheit • livia klingl, Die Kunst vollkommener Gelassenheit • Johanna rachinger, Die 100 besten Bücher der letzten 100 Jahre • Monika Sommer/ alexandra Steiner-Strauss, Gustav Klimt und Wien. Spaziergänge zu den Orten seines Wirkens • irene Suchy, Strasshof an der Nordbahn. Die NS-Geschichte eines Ortes und ihre Aufarbeitung • Petra unger, Frauenspaziergänge – Entdeckungsreisen durch Wien Müry Salzmann Verlag • Friedrich kurrent, Wieland Schmied, Alice Reininger, Maria Biljan-Bilger – Leben und Werk Nischen Verlag • agnes Zsolt, Das rote Fahrrad Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Information • Chronik einer wunderbaren Feindschaft. 60 Jahre ÖGDI – 1951 bis 2011 Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie • ökids – Österreichische Zeitschrift für Säuglings-, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie und Säuglings-, Kinder-, Jugendlichen- und Eltern-Beratung, Jahrgang 2012 Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur ÖGLA • Von der Landschaftsplanung zur Landschaftsarchitektur – die Profession in Österreich 1912–2012 Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM • Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, Band 28/2012 Passagen Verlag Ges. m. b. H. • iulia Dondorici, Rumänien Heute • reingard Maria Gold, Auf der Suche nach dem verlorenen Gott • heiko heinisch/ nina Scholz, Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulturkampf? • anna Meyer, Another Time, Another Planet • Marta neunteufel/ Sophie Pfusterschmid, Global, Regional, Nachhaltig • elisabeth von Samsonow, Egon Schiele Sanctus Franciscus Hystericus • elisabeth von Samsonow, romana Schuler(Hg.), Egon Schiele Hystericus Contemporary • Marie luise Wandruszka, Ingeborg Bachmanns„ganze Gerechtigkeit“ Peter Lang Verlag GmbH • eva kreisky/ karin liebhart/ andreas Pribersky, Go EAST. Politik und Transformationsprozesse in Zentral- und Osteuropa Praesens VerlagsgesmbH • amani abuzahra, Kulturelle Identität in einer multikulturellen Gesellschaft • Julie bartosch, Frauen in Metropolen. Panorama eines Sujets in Romanen zwischen 1918 und 1933 • hubert bergmann /regina M. unterguggenberger(Hg.), Linguistica culinaria – Festschrift für Heinz-Dieter Pohl zum 70. Geburtstag Wissenschaft � 205 Frauenkulturbericht / MA7 • barbara hindinger/ ester Saletta(Hg.), Der musikalisch modellierte Mann. Interkulturelle und interdisziplinäre Männlichkeitsstudien zur Oper und Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts • elisabeth knipf-komlósi/ claudia Maria riehl, Kontaktvarietäten des Deutschen. Synchron und Diachron • Jutta leskovar, Kämpfen um die Kelten – Archäologische Argumente in der neuheidnischen Literatur und der Keltenbegriff in der Fachliteratur • roger reidinger/ Monica Wenusch(Hg.), Festschrift Sven Hakon Rossel. Tendenzen in der skandinavistischen Literaturgeschichtsforschung 1974–2012 • Simone iris riehle, Thematisierung des Ich. Das Selbstbild als Gegenstand der Selbstbeobachtung in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts und in der Kunsttherapie • Monika Smetana, Die Wiederkehr des Ähnlichen. Zur Bedeutung musikalischer Objekte in der Musiktherapie bei Jugendlichen mit strukturellen Störungen • ana Szilágyi, Inkommensurabilität in Aurel Stroes Musik am Beispiel seiner Opern-Trilogie „Orestie“ Promedia Druck& Verlagsges.m.b.H. • eva brenner(Hg.),„Transformance“ oder Theater des Aufbruchs! Antworten auf die Krise der alternativen Theater/Kulturszene. Eine Rückschau am Beispiel Wien • birge krondorfer/ hilde Grammel(Hg.), Frauen-Fragen. 100 Jahre Bewegung, Reflexion, Vision REMAprint Druck- und Verlagsges.m.b.H • Johann thomas ambrózy/ carla carmona escalera/ eva Werth(Hg.), Egon Schiele Jahrbuch 2011 Springer Verlag GmbH • Florian bettel/ Julia Mourao Permoser/ Sieglinde rosenberger(Hg.), living rooms – Politik der Zugehörigkeiten im Wiener Gemeindebau Studien Verlag Ges.m.b.H. • Meri Disoski/ ursula klingenböck/ Stefan krammer(Hg.),(Ver)Führungen. Räume der Literaturvermittlung • Petra ernst/ hans-Joachim hahn/ Daniel hoffmann/ Dorothea Salzer(Hg.), trans-lation – trans-nation –trans-formation. Übersetzen und jüdische Kulturen • ingrid Schramm/ Michael hansel(Hg.), Hilde Spiel und der literarische Salon Universitätszentrum für Friedensforschung • Wiener Blätter zur Friedensforschung 2012 V&R unipress GmbH • ilker atac/ Sieglinde rosenberger, Politik der Inklusion und Exklusion • Maximiliane buchner, Das Glück soll hier zu Hause sein. Bewohnte Träume – die Künstlerhäuser von Luigi Bonazza, William Morris und Carl Larsson Verein Mandelbaum's Kultur unter der Brücke • hanna hacker, Queer Entwickeln. Feministische und postkoloniale Analysen • brigitte kratzwald/ andreas exner, Solidarische Ökonomie& Commons • Fanny Müller-uri, Antimuslimischer Rassismus 206 Wissenschaft � Verlag Carl Ueberreuter GmbH • eveline brugger/ Martha keil/ albert lichtblau/ christoph lind/ barbara Staudinger, Geschichte der Juden in Österreich Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ÖAW • Petra amann(Hg.), Öffentliche und private Kulte bei den Etruskern und ihre Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft Verlag Turia+ Kant • anna babka/ Daniela Finzi/ clemens ruthner(Hg.), Die Lust an der Kultur/Theorie. Transdisziplinäre Interventionen. Festschrift für Wolfgang Müller-Funk • isabella lorey/ Jens kastner/ tom Waibel/ Gerald raunig, Occupy! Die aktuellen Kämpfe um die Besetzung des Politischen • elisabeth Mixa/ Patrick Vogl(Hg.), E-Motions. Transformationsprozesse in der Gegenwartskultur • Gudrun rath, Zwischenzonen. Theorien und Fiktionen des Übersetzens • bettina Zehetner, Krankheit und Geschlecht. Feministische Philosophie und psychosoziale Beratung Zaglossus Verlag • Sushila Mesquita/ Maria katharina Wiedlack/ katrin lasthofer, Import – Export – Transport. Queer Theory, Queer Critique and Activism in Motion Druckkostenbeiträge, Ankäufe Insgesamt wurden 72 Verlage bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/ oder Ankäufen gefördert, davon werden 24 von Frauen geleitet. Das sind 33,33 Prozent. Druckkostenbeiträge, Ankäufe Aaptos Verlag • rotraud a. Perner Amalthea Signum Verlag GmbH • brigitte Sinhuber-harenberg Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co KG • eva reinhold-Weisz DÖW Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • brigitte bailer Wissenschaft � 207 Frauenkulturbericht / MA7 echomedia buchverlag ges.m.b.h. • ilse helmreich Edition Illustrierte Neue Welt • Joanna nittenberg Eigenverlag Mag.a Maria Litschauer • Maria theresia litschauer Facultas Verlag • Sabine kruse IG Kultur Österreich • elisabeth Mayerhofer • Gabi Gerbasits in the schmood – Verein zur Förderung und Veröffentlichung audiovisueller Kommunikationsexperimente • Susanne Schuda Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft • ida koller-andorf Keine Delikatessen – Bühne für Schriftbilder • Maria Seisenbacher Mandelbaum Verlag • elisabeth baumhöfer Metro Verlag – Verlagsbüro W. GmbH • carina kerschbaumsteiner Müry Salzmann Verlag • Mona Müry Nischen Verlag • Zsóka lendvai Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Information • Gabriele Sauberer Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie • Vera Zimprich Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur ÖGLA • brigitte Mang Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM • claudia theune-Vogt Seifert Verlag GmbH • Maria Seifert 208 Wissenschaft � V& R unipress GmbH • Susanne Franzkeit Verlagshaus Hernals – Verlag für Wissenschaft und Literatur • elisabeth Schmidt Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung Ges.m.b.H. • konstanze borovansky Zaglossus Verlag • nicole alecu de Flers Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsförderungsfonds Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte(im Jahr 2012 für ein Projekt): 86 997 Euro Mag.a Dr.in Gertrud haidvogl • Genug Holz für Stadt und Fluss? – Wiens Holzressourcen in dynamischen Donau-Auen 50 Prozent der Projektförderung gingen an eine Projektmitarbeiterin. Jubiläumsfonds der Stadt Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften Die beiden Best Paper Awards(Dotation jeweils: 3 700 Euro) gingen an Männer. Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte: 180 499 Euro BOKU Best Paper Dipl. Geoökol.in Janet Wissuwa • Effects of habitat age and plant species on predatory mites(Acari, Mesostigamta) in grassy arable fallows in Eastern Austria, Soil Biology and Biochemistry 50(Dotation: 3 000 Euro) 33,3 Prozent(einer von drei Preisen) gingen an eine Frau. Wissenschaft � 209 Frauenkulturbericht / MA7 Jubiläumsfonds BOKU Best Paper � BOKU Talent Award – Dissertationen Mag.a Dr.in Franziska Strauss • Modeling climate change and impacts on crop production in Austria(Dotation: 3 000 Euro) 33,3 Prozent(einer von drei Preisen) gingen an eine Frau. Jubiläumsfonds BOKU Talent Award – Dissertationen BOKU Talent Award – Masterarbeiten Dipl.-ing.in elisabeth altendorfer • Analysis of Arabidopsis thaliana meiotic SPO11 proteins(Dotation: 1 500 Euro) Dipl.-ing.in Julia Frank • Fallstudien zur Einhaltung der Tierschutz-Schlachtverordnung in niederösterreichischen Rinder- und Schweineschlachthöfen. Mit einer Konsumentenumfrage zu Tierschutz und Fleischkonsum(Dotation: 1 500 Euro) Dipl.-ing.in Viktoria Preiser • Entwicklung eines Duplex qPCR Nachweises zur parallelen Quantifizierung von Mais DNA und Fusarium DNA Trichothecen produzierender Arten(Dotation: 1 500 Euro) 60 Prozent(drei von fünf Preisen) gingen an Frauen. 210 Wissenschaft � Jubiläumsfonds BOKU Talent Award, Masterarbeiten � BOKU Research Funding Mta andrea Scheberl und Masterstudentinnen • Behaarte Nanokanäle: Eigenschaften und molekularer Transport 50 Prozent der Förderungsmittel gingen an Frauen. Dipl.-ing.in renate eder und anna höglhammer • Transforming Spaces: Überwindung sozialer, kultureller und planerischer Nutzungsbarrieren der urbanen Freiraumnutzung aus der Sicht von Wiener Jugendlichen 50 Prozent der Förderungsmittel gingen an Frauen. Jubiläumsfonds BOKU Research Funding Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte: 160 000 Euro ao. univ.-Prof.in Dr.in Gerda bohmann • Entwicklungschancen nachhaltiger Mobilitätskultur. Eine Untersuchung der Mobilitätskonzeptionen von Jugendlichen in Wien(Dotation: 10 000 Euro) Dr.in Monika knassmüller • Public Value(s) von Wiener Kulturbetrieben. Eine Rekonstruktion der Zuschreibungen und Wahrnehmungen von Wiener Kulturbetrieben durch unterschiedliche AkteurInnen und Anspruchsgruppen sowie der zugrunde liegenden institutionellen Logiken (Dotation: 19 500 Euro) Wissenschaft � 211 Frauenkulturbericht / MA7 ao. univ.Prof.in Dr.in barbara Stöttinger • Ethnische Identität als wesentlicher Einflussfaktor auf die Kaufentscheidung (Dotation: 18 000 Euro) 29,69 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. Jubiläumsfonds der Stadt Wien, Wirtschaftsuniversität Förderprogramm AssistentInnen-Kleinprojekte Gesamtfördersumme: 27 924 Euro Dipl.ing.in Mag.a Dr.in christine bauer • The richness of usage of context meta-models(Dotation: 3 300 Euro) Mag.a Julia bauer • Wie Crowdsourcing Communities Eigentumsdilemmata lösen: die Kraft normenbasierter IP-Systeme(Dotation: 2 124 Euro) Mag.a Verena harrauer • Performance Measurement im Handel(Dotation: 1 500 Euro) Dr.in christina holweg • First European Multinational Study of Social Supermarkets as Alternative Retailer (Dotation: 1 000 Euro) Dr.in ulrike kaiser • Do customized products boost performance?(Dotation: 3 400 Euro) Dr.in Monika koller • Wahrgenommener Kundenwert in einem Produkt-Dienstleistungsbündel (Dotation: 3 600 Euro) nora Szücs, MSc • Sustainable career management: a new career management(Dotation: 2 600 Euro) Dipl.-kffr. loredana Viola • Emotionale Analogien in der Neuproduktkommunikation: Der moderierende Effekt kognitiver Ressourcen(Dotation: 800 Euro) 212 Wissenschaft � Mag.a Johanna Winter • Images of prison: Eine Rekonstruktion verschiedener„Bilder“ des Gefängnisses als komplexe Organisation(Dotation: 1 500 Euro) 70,99 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. Jubiläumsfonds Wirtschaftsuniversität, AssistentInnen-Kleinprojekte Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 82 450 Euro Forschungsentwicklungspreise Priv.-Doz.in Dr.in hedwig Sutterlüty-Fall • Impact of mitogen signalling on transcriptional control of Sprouty4(Dotation: 37 500 Euro) 56,39 Prozent der Förderung(einer von zwei Preisen) gingen an eine Frau. Fonds der Stadt Wien für Krebsforschung, Forschungsentwicklungspreise Stipendien Mag.a angelika berger • The cooperating mutation or„second hit” determines the immunologic visibility toward MYC-induced murine lymphomas. In: Blood, 27 October 2011, Volume 118, Number 17 (Dotation: 1 750 Euro, Förderungspreis geteilt mit Dr. Christian Schuster) Wissenschaft � 213 Frauenkulturbericht / MA7 karoline kollmann PhD • c-JUN promotes BCR-ABL induced lymphoid leukemia by inhibiting methylation of the 5‘ region of Cdk6. In: Blood, 14 April 2011, Volume 117, Number 15(Dotation: 3 500 Euro) 50 Prozent der Förderung durch Stipendien gingen an Frauen. Fonds der Stadt Wien für Krebsforschung, Stipendien Der„Große zentraleuropäische Preis“(Dotation: 7 200 Euro) ging an einen Mann. 50,77 Prozent aller Förderungen dieses Fonds gingen an Projekte von Frauen. Fonds der Stadt Wien für Krebsforschung, Gesamt 214 Wissenschaft � Wiener Vorlesungen Mitwirkende gesamt Frauen Männer 2012 45% 55% 2011 43% 57% 2010 (43%) (57%) 2009 (37%) (63%) Wiener Vorlesungen, Mitwirkende Gesamt 2008 (34%) � (66%) Die Wiener Vorlesungen, die im Frühjahr 2012 ihren 25. Geburtstag gefeiert haben, wollten von Beginn an ein Projekt der Emanzipation sein. Die Zielsetzung war, die starken Frauen der Wissenschaft und Forschung auch im erfolgreichen Dialogforum der Stadt Wien sichtbar zu machen. Führende Wissenschafterinnen und Frauen des öffentlichen Lebens – Marion Dönhoff, Johanna Dohnal, Jeanne Hersch, Erika Weinzierl, Christina von Braun um nur einige Namen zu nennen, kamen zu Wort. Der Frauenanteil bei allen Veranstaltungen und Projekten der Wiener Vorlesungen war stets höher als bei vergleichbaren Aktivitäten mit anderer Trägerschaft. Diese Zielsetzung bleibt eines der wichtigsten Konzeptionsprinzipien der Wiener Vorlesungen. Aus dem Programm 2012 „Frauen in prekären Verhältnissen. Trümmerfrauen der Strukturanpassung“ lautete der Titel der Wiener Vorlesung mit der international renommierten Historikerin Barbara Duden und Bettina Haidinger(Sozialwissenschafterin bei FORBA – Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt). Seit einigen Jahren beschäftigt sich Barbara Duden mit der Janusgesichtigkeit politischer Reformen in Bezug auf Familie und Arbeitsmarkt und stellt fest:„Die rhetorische Gleichstellung der ‚Geschlechter‘ und die Reformen der Wohlfahrtsstaaten sowie der Arbeitsmärkte einerseits und die Mühsal von Frauen unter der finanziellen und zeitlichen Not, sowie den Anforderungen an die Weise, in der sie tätig sind und an die Dinge, mit denen sie sich befassen, andererseits, sind lediglich zwei Seiten einer Medaille. Diese Gleichstellung läuft auf eine Feminisierung der Lasten hinaus.“ Barbara Duden hat am Ende der Veranstaltung dazu aufgerufen, einen neuen Gesellschaftsvertrag zu formulieren, der sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Anlässlich des Kongresses„Für mich und andere sorgen. Ein Plädoyer für eine neue Sorgekultur“ – veranstaltet von der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der AlpenAdria-Universität Klagenfurt(IFF), Wien, Graz und dem Österreichischen Roten Kreuz – fand eine Wiener Vorlesung mit Katharina Gröning(Professorin an der Universität Bielefeld) und Katharina Heimerl(Universitätsprofessorin und Leiterin der Abteilung„Palliative Care und OrWissenschaft � 215 Frauenkulturbericht / MA7 ganisationsethik“ der IFF) statt, bei der es um Menschen mit Demenz in der Familie und um ethische Prinzipien im täglichen Umgang ging – ein Thema, von dem immer mehr Menschen betroffen sind. Die 34. Wiener Kindervorlesung, die die stellvertretende Leiterin am Department für Strukturelle und Funktionelle Botanik der Universität Wien, Univ.-Prof.in Dr.in Martina Weber, zum Thema„Pollen – ein mikroskopisch kleiner Stolperstein für Verbrecher“ hielt, befasste sich mit forensischer Palynologie, mit der Aufklärung von Verbrechen mittels Pollen. Das Thema hat die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer ganz in ihren Bann gezogen. Zu dem Fragekomplex Umwelt, Natur, Ökologie, systemische Zusammenhänge zwischen Funktionieren und Crash haben die Wiener Vorlesungen drei Wissenschafterinnen um ihre Expertisen gebeten: Prof.in Helga Kromp-Kolb(Leiterin des Instituts für Meteorologie und des Zentrums für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien und seit 2011 Vorsitzende des Forums„Wissenschaft und Umwelt“), die Wissenschafterin des Jahres 2011, Privatdozentin Sabine Ladstätter(seit Oktober 2009 Direktorin des Österreichischen Archäologischen Institutes und seit April 2010 Leiterin der Grabung Ephesos) und Dekanin Verena Winiwarter(Professorin für Umweltgeschichte am Institut für Soziale Ökologie der IFF – Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universität Klagenfurt, Wien, Graz). Die Kulturwissenschafterin Aleida Assmann(Universität Konstanz) gehört bereits zum Kreis der„permanent fellows“ der Wiener Vorlesungen. Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit dem Wien Museum sprach sie zum Thema„Das Zeitregime der Moderne und die Wiederkehr der Vergangenheit“. Univ.-Prof.in Dr.in Johanna Gehmacher vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien moderierte die an den Vortrag anschließende Diskussion. Ein Fixpunkt im Programm der Wiener Vorlesungen ist jährlich eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien, in deren Rahmen die PreisträgerInnen der TALENTA(die besten Diplomarbeiten der WU) und die GewinnerInnen der WU Best Paper Awards des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die WU Wien vorgestellt werden. Den Festvortrag im Jahr 2012 hielt Univ.-Prof.in Dr.in Edeltraud Hanappi-Egger zum Thema„Diversität und Entsolidarisierung: eine symbiotische Beziehung?“ Der Vortrag ging der kritischen Frage nach, inwieweit mit der zunehmenden Ausdifferenzierung von Personen nach sozialkategorischen Faktoren(Alter, Behinderung, Geschlecht, Ethnizität, Religion und sexuelle Orientierung) eine wachsende Entsolidarisierung verschiedener Gruppen einhergeht und wie dieser im Sinne eines anti-kategorialen Zugangs begegnet werden kann. Anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Kriseninterventionszentrums Wien haben die Wiener Vorlesungen die Schweizer Psychologin und Psychotherapeutin Verena Kast zu einem Vortrag und einem Gespräch über Bewältigungsstrategien in Lebenskrisen und die Rolle der Psychotherapie in einer exzessiven Leistungsgesellschaft eingeladen. Im Jahr 2012 haben 50 Wiener Vorlesungen mit insgesamt 116 TeilnehmerInnen(Vortragende, KommentatorInnen, ModeratorInnen, MusikerInnen), davon 52 Frauen und 64 Männer, stattgefunden. 216 Wissenschaft � Frauenkulturbericht / Ma8 � STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Frauenspezifische Themen aus Archiv und Forschung und die Vermittlung von abteilungsspezifischem Know-How an Entscheidungsträgerinnen und Forscherinnen innerhalb und außerhalb des Magistrats der Stadt Wien gehörten auch 2012 zu den wichtigen Aufgabenbereichen des Wiener Stadt- und Landesarchivs. Im Sinn dieses Auftrags hat Archivdirektorin Dr.in Brigitte Rigele am 3. Oktober einen Vortrag zum Thema„Digitale Archivierung“ im Rahmen der Vortragsreihe für Abteilungsleiterinnen„Frauen in der Hierarchie“ gehalten. Werkverträge Die MA 8 hat im Zuge von beauftragten Werkverträgen im Berichtsjahr 49 Prozent der Budgetmittel an Werkvertragsnehmerinnen und 51 Prozent an Werkvertragsnehmer vergeben. MA 8 Werkverträge Öffentlichkeitsarbeit Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat 2012 neun„Zeitzeugnisse“ mit Schätzen aus den Beständen des Archivs auf seiner Homepage präsentiert. Einem frauengeschichtlichen Thema widmete sich das Zeitzeugnis über Auguste von Littrow: www.wien.gv.at/kultur/archiv/ geschichte/zeugnisse/littrow.html Auguste von Littrow(1819–1890) war eine der maßgeblichen Initiatorinnen der Gründung des Wiener Frauen-Erwerb-Vereins im Jahr 1866 in Wien. Dieser Verein widmete sich der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen erwerbstätiger Frauen. Vom Archiv sachkundig unterstützt wurde das Projekt„Sammlung Frauennachlässe“ des Instituts für Geschichte der Universität Wien: www.univie.ac.at/Geschichte/sfn Hochschuljubiläumsstiftung 2012 waren die Ingenieurswissenschaften und Naturwissenschaften zur Förderung zugelassen. Es wurden 69 Projektanträge aus diesen Bereichen mit einer Wunschsumme von 874 946,77 Euro insgesamt eingereicht, davon von Frauen 24 Anträge mit einer Summe von 286 754,72 Euro, das sind 32,8 Prozent. hochschuljubiläumsstiftung 217 � Frauenkulturbericht / Ma8 � Hochschuljubiläumsstiftung Einreichungen Gesamt � Eine Förderung erhielten vom Kuratorium 35 Anträge mit 299 900 Euro zugesprochen, davon wurden 14 Projekte von Wissenschafterinnen mit einer Summe von 117 700 Euro gefördert, das sind 39,2 Prozent. Hochschuljubiläumsstiftung Förderungen Gesamt Eingereichte Projekte Bereich Ingenieurswissenschaften Gesamt Frauen 13 Anträge 4 Anträge Ingenieurswissenschaften, Einreichungen 183 696,59 64 858,59 218 hochschuljubiläumsstiftung � Frauenkulturbericht / Ma8 � Bereich Naturwissenschaften Gesamt Frauen 56 Anträge 20 Anträge Naturwissenschaften, Einreichungen � 691 250,18 221 896,13 Geförderte Projekte Bereich Ingenieurswissenschaften Gesamt Frauen 11 Anträge 4 Anträge Ingenieurswissenschaften, geförderte Projekte 101 900 38 700 hochschuljubiläumsstiftung 219 � Frauenkulturbericht / Ma8 Bereich Naturwissenschaften Gesamt Frauen 24 Anträge 10 Anträge Naturwissenschaften, geförderte Projekte � 198 000 79 000 Wissenschaftliche Publikationen Von MitarbeiterInnen der MA 8 wurden zwei gendergeschichtlich relevante Publikationen veröffentlicht: • Andreas Weigl, Geschlechterbilder und geschlechtsspezifische Therapien in deutschsprachigen Patientenratgebern der Homöopathie und Naturheilkunde(ca. 1870–1930). In: Medizin, Gesellschaft und Geschichte 30(2011, erschienen 2012), S. 207–228 • Andreas Weigl/ Michael Mesch, Angestellte, Beamte und der Wandel der Beschäftigtenstruktur in Österreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft 115, Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, Wien 2012 220 hochschuljubiläumsstiftung � Frauenkulturbericht / Ma9 � WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Auch 2012 legte die Wienbibliothek einen besonderen Schwerpunkt auf das Spannungsverhältnis Stadt und Frauen, was sich in spezifischen Aktivitäten niederschlug. Ausstellung Zum Konterfei das Autogramm! Widmungsphotographien der Wiener Sammlerin Hermine Kunz-Hutterstrasser(1873–1948) In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach 18. Oktober 2012 bis 19. März 2013, Ausstellungsraum der Wienbibliothek Eine der größten erhaltenen Sammlungen von Autogramm- und Widmungsphotographien ist jene der Wienerin Hermine Kunz-Hutterstrasser. Ihre zwischen 1880 und 1940 zusammengetragene Kollektion enthält Aufnahmen von Persönlichkeiten aus der Welt der Literatur, des Theaters, des Films, der Kunst und der Wissenschaft. Die Sammlerin war die Schwester von Carl Hutterstrasser, dem Inhaber der Klavierfabrik Bösendorfer, und die Mutter von Alfred Kunz, dem ersten Direktor der Wiener Modeschule Hetzendorf. 1981 gelangte ein Großteil der Photographien, etwa 1 600 Objekte, an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Rund 250 Schreiben, mit denen die Porträtierten die Zusendung ihrer Aufnahmen kommentiert hatten, waren hingegen schon 1943 von der Wiener Stadtbibliothek angekauft worden. Im Rahmen der Ausstellung fand eine Länder übergreifende intermediale„Wiedervereinigung“ der Widmungsphotographien mit den kongruenten Briefen statt. Stand, Führungen und Kurzvorträge Offenes Rathaus für alle Mädchen und Frauen – Internationaler Frauentag 8. März 2012, Rathaus Die Wienbibliothek beteiligte sich auch im vergangenen Jahr am Internationalen Frauentag mit einem Stand im Festsaal und bot in den Bibliotheksräumlichkeiten Führungen zu biographischen Quellen bedeutender historischer Frauenpersönlichkeiten der Wiener Frauenbewegung und der Wiener Kulturszene vom späten 19. bis zum 20. Jahrhundert an. Kurzvorträge und Gespräche, die von der Wienbibliothek in den Räumlichkeiten des MUSA organisiert wurden, standen unter dem Motto:„Jeder ihre Ansicht. Wo bleibt die Solidarität?“ Nach zwei Vorträgen von Gudrun Ankele und Eva Geber fand ein Gespräch mit Jakob Lena Knebl statt, deren Arbeit in der zu diesem Zeitpunkt laufenden Ausstellung im MUSA, „BEAUTY CONTEST“, vertreten war, und eines mit der Kulturtheoretikerin Elke Krasny, die sich mit Fragen von Repräsentationslogik, Gerechtigkeit, Intervention in den Kanon und unaufgelösten Ambivalenzen um die Forderungen von Frauen:Museen auseinandersetzt. Zu den Biographien der Impulsreferentinnen: Gudrun ankele, Herausgeberin des Buches„Feminismus“: Manifeste, Utopien, künstlerische Äußerungen abseits des klassischen feministischen Kanons wurden von ihr in einem Band versammelt. Die Debatten sind unabgeschlossen. eva Geber, Autorin und Mitbegründerin der AUF, eine der ersten feministischen Zeitschriften seit den 70er-Jahren, stellt anhand der Titelbilder aus dem AUF-Archiv die gesellschaftlich, politisch, kulturell motivierten Themen der Auseinandersetzung vor. Mit einem Überblick über Status Quo und Zukunft des Feminismus gab die AUF im Jahr 2012 ihre Abschiedsvorstellung. Jakob lena knebl betreibt eine humorvoll kritische Auseinandersetzung mit Normen, Stereotypen und deren Abweichungen in der Gesellschaft. In Fotografie, Installation, Performance ausstellung• Stand, Führungen und kurzvorträge 221 � Frauenkulturbericht / Ma9 und Modedesign dekonstruiert(und parodiert) Knebl ihre eigenen Persönlichkeit auf der � Suche nach neuen Formen von Identität und deren Repräsentation. � elke krasny, Kulturtheoretikerin und Autorin, arbeitet zu urbanen Transformationsprozessen, � Repräsentationskritik, Erinnerungspolitik und Feminismus, zuletzt: Mapping the Everyday. � Neighborhood Claims for the Future, in Zusammenarbeit mit dem Downtown Eastside Women � Center, Audain Gallery Vancouver, 2011–2012. � Buchpräsentation Deborah Holmes: Langeweile ist Gift. Das Leben der Eugenie Schwarzwald 10. Oktober 2012, Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume Eugenie Schwarzwald(1872–1940) gehört zu den faszinierendsten Frauen ihrer Generation. Sie setzte sich mit großem Tatendrang für Reformpädagogik, Sozialarbeit sowie Gemeinschaftsküchen und Ferienkolonien ein. Gleichzeitig trat sie als Journalistin hervor und führte den in vielerlei Hinsicht progressivsten Wiener Salon ihrer Zeit, in dem Schriftsteller wie Thomas Mann, Sinclair Lewis und Egon Friedell verkehrten. Schwarzwald gründete in Österreich das erste ernstzunehmende Mädchen-Gymnasium. Sie wollte eine„Schule der Freude“ leiten,„Langeweile ist Gift“ war ihr Motto. Schwarzwald pflegte Kontakte zu Künstlern und Vordenkern der Moderne und engagierte für ihre Schule u. a. Adolf Loos, Arnold Schönberg sowie Oskar Kokoschka. Hilflos musste sie jedoch im Alter mit ansehen, wie Finanzkrise und politischer Extremismus ihr Lebenswerk zunichte machten. 1938 floh sie in die Schweiz, wo sie 1940 starb. Die Autorin des Buchs, Deborah Holmes, wurde 1973 in Cherry Burton(Nordengland) geboren. Die Literaturwissenschafterin und Kulturhistorikerin studierte Germanistik und Romanistik in Oxford, Pavia und Salzburg und lehrte an verschiedenen Universitäten in Großbritannien, Österreich, Deutschland und Italien. Ihre Forschungen in der Wienbibliothek fanden Eingang in die vorliegende Biographie. Benützung Von den 1 308 im Jahr 2012 neu ausgestellten Lesekarten entfielen 680(52%) auf Frauen. Unter diesen stellt die Gruppe der Studentinnen mit über 57 Prozent die weitaus größte Gruppe, was auf die Bedeutung der Wienbibliothek insbesondere für jüngere Frauen hinweist. Wienbibliothek BenützerInnen 222 Stand, Führungen und kurzvorträge• buchpräsentation• benützung � FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN � Frauenkulturbericht � Förderungen in Zahlen FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN � Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländern gegeben. Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Film, Kino, Video Bildende Kunst, Foto Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 35 994 491,27 5 454 624,42 � 9 225 434,85 � 915 343,00 � 22 746 872,00 � 83 732 079,92 � 398 000,00 � 16 036 000,00 � 9 009 985,03 � 2 461 229,17 � 1 465 000,00 � 296 000,00 � 1 025 094,68 � 10 996 268,71 � 21 413 435,68 � 227 Förderungen in Zahlen MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT Archive Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche MitarbeiterInnen Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Übersetzung Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen Museen der Stadt Wien Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH Mozarthaus Vienna Errichtungs- und BetriebsgesellschaftmbH Museumsquartier Wien ARGE Bezirksmuseen Baukosten MuseumsQuartier Wien Errichtungs- und BetriebsgesmbH 10 666,03 38 203,50 � 5 908,15 � 7 721,04 � 36 115,48 � 17 941,53 � 16 560,01 � 109,08 � 1 684,08 � 7 678,92 � 15 433,69 � 2 433,60 � 17 797,80 17 243 613,21 3 804 764,00 � 400 000,00 � 448 265,00 � 364 000,00 419 095,00 � 228 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Wissenschaftliche Förderungen Akademie der bildenden Künste Wien Architekturzentrum Wien Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten Camillo Sitte Gesellschaft, TU Wien Club of Vienna – Verein zur Förderung interdisziplinärer Forschung für Wien Demokratiezentrum Wien European University Center for Peace Studies Forschungszentrum für historische Minderheiten Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie Institut für die Wissenschaften vom Menschen Jewish Welcome Service Vienna JOSZEF-Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittelund Osteuropa Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung Max F. Perutz Laboratories GmbH Medizinische Universität Wien OeaD – Österreichischer Austauschdienst Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem QWIEN Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte Sigmund-Freud-Privatstiftung Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Technische Universität Wien(Gastprofessur) Technische Universität Wien(Stipendienprogramm) 50 000,00 1 475 000,00 � 10 000,00 � 10 000,00 � 40 000,00 50 000,00 � 12 500,00 � 50 000,00 � 150 000,00 650 000,00 � 143 600,00 � 16 500,00 1 000 000,00 � 20 000,00 � 442 830,00 � 35 000,00 � 10 000,00 � 284 400,00 � 60 000,00 � 22 000,00 120 000,00 � 270 000,00 � 270 000,00 � 80 000,00 � 216 000,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 229 Förderungen in Zahlen Universität Wien Verein der Freunde der American Austrian Foundation Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Verein für Geschichte der Stadt Wien Verein Künstlergruppe DYNAMO Verein Sammlung Rotes Wien Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien WWTF – Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds Wirtschaftsuniversität Wien Rahmenbetrag ag pro – austrian gay professional Aisthesis Plattform für kritische Medien und Kulturtheorie AKP – Arbeitskreis für analytische Körperpsychotherapie Alfred Klahr Gesellschaft. Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung Alliance for Nature Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien Alumniverband der Universität Wien Arbeitskreis der Wiener Altgermanisten archi kult – Gesellschaft für Architektur-& Kulturforschung Armin Berg Gesellschaft Arthur Schnitzler-Gesellschaft Austria Mundi – Gesellschaft für internationale Kulturforschung Bertalanffy Center for the Study of Systems Science Bibliotheksverein im Landesgericht für Strafsachen Wien bikum, Gesellschaft für Bildung, Kultur& Medien Bureau für Philosophie 230 Museen, Archive, Wissenschaft � 20 000,00 � 60 000,00 � 33 600,00 � 50 000,00 � 14 000,00 � 65 000,00 � 400 000,00 � 4 660 000,00 530 000,00 2 500,00 1 200,00 � 1 000,00 � 1 000,00 2 000,00 � 1 500,00 � 4 800,00 � 4 100,00 � 2 000,00 � 3 600,00 � 1 500,00 � 5 000,00 � 1 000,00 � 1 600,00 � 1 500,00 � 700,00 � Förderungen in Zahlen Chemisch-physikalische Gesellschaft Club Kommunikation Culture2Culture Da Ponte Research Center Denkraum Donaustadt dérive – Verein für Stadtforschung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes doml – Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur EDUCULT Denken und Handeln im Kulturbereich Egypt and Austria eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies EOP Emergence of Projects – Verein zur Förderung von interdisziplinären Projekten in Kunst und Wissenschaft Eranos Vindobonensis Erika Mitterer Gesellschaft Erinnern für die Zukunft Ernst Jandl Gesellschaft Europäische Gesellschaft für die Geschichte der Photographie Europäische Musikforschungsvereinigung Wien Europäische Musiktheater-Akademie Europäisches Forum Alpbach Evangelische Akademie Wien exil.arte – Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik Fernetzt – Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte FINE – Forschungsinitiative nachhaltige Entwicklung – Verein zur Förderung ökologischer Forschung FOKUS – Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien. Verein zur Förderung der kulturökonomischen und kulturpolitischen Forschung in Österreich 1 500,00 � 3 500,00 � 3 000,00 � 4 500,00 � 1 000,00 � 2 300,00 � 1 500,00 � 6 000,00 � 15 000,00 � 4 000,00 � 10 000,00 � 2 000,00 500,00 � 5 500,00 � 9 000,00 � 5 500,00 � 1 800,00 � 5 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 20 200,00 � 5 000,00 � 1 400,00 1 400,00 2 400,00 Museen, Archive, Wissenschaft � 231 Förderungen in Zahlen Förderungsverein des Wissenschaftspreises für Wirtschaftsgeschichte Forschungs- und Dokumentationszentrum für Theaterwissenschaften und-betriebslehre – Theater in der Josefstadt und Kammerspiele Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik (KonaK) Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie Forum für Weltreligionen – FWR Forum Katholischer Akademiker/innen Francultures – Plattform frankophoner Kulturen Franz Schmidt-Gesellschaft Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Frauensolidarität Freidenkerbund Österreich e.V. Freunde der Druckgraphik Freunde der Festkörperphysik und Festkörperchemie FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Friedrich A. v. Hayek Institut Gangart, Verein zur Förderung innovativer Kunst Geschichte.Recht.Öffentlichkeit. Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Gesellschaft für Buchforschung Gesellschaft für Kulturanalytik Gesellschaft für politische Aufklärung Gesellschaft für Sozialgeschichte(GSG) Gesellschaft zur Förderung der Textil-Kunst-Forschung(TKF) Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit – Windhorse Gesellschaft zur Förderung von Nordamerikastudien an der Universität Wien Grillparzer Gesellschaft 232 Museen, Archive, Wissenschaft � 6 250,00 � 8 500,00 1 300,00 2 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 3 000,00 � 1 200,00 � 700,00 � 1 300,00 � 1 200,00 � 3 000,00 � 1 000,00 1 000,00 � 2 500,00 � 3 000,00 2 500,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 4 600,00 � 1 000,00 � 600,00 � 700,00 2 000,00 � Förderungen in Zahlen Gruppe Phänomenologie Heinz von Foerster-Gesellschaft Herbert C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation Hietzinger Museumsverein IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa IFK – Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften IG Autorinnen Autoren IG Kultur Österreich Imagine. Verein für Kulturanalyse INNOC – Österreichische Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften Institut für die Wissenschaften vom Menschen Institut für interaktive Raumprojekte Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung(NPO-Institut) Institut für jüdische Geschichte Österreichs(INJÖST) Institut für Österreichische Geschichtsforschung Institut für Österreichkunde Institut Pitanga Institut Wiener Kreis – Verein zur Förderung Wissenschaftlicher Weltauffassung Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit International Music Academy Orpheus Internationale Charles-Sealsfield-Gesellschaft Internationale Gesellschaft für Musikwirtschaftsforschung Internationale Nestroy-Gesellschaft IWK Institut für Wissenschaft und Kunst JU-KU Junge Wege zur Kunst Jura Soyfer Gesellschaft kanonmedia verein fuer neue medien 700,00 � 5 500,00 � 2 200,00 � 1 800,00 � 19 000,00 � 40 000,00 � 1 800,00 � 5 500,00 � 1 800,00 � 2 000,00 3 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 16 000,00 � 2 000,00 � 3 000,00 � 1 200,00 � 35 000,00 700,00 � 2 700,00 � 1 000,00 � 800,00 � 4 000,00 � 27 500,00 � 3 000,00 � 15 000,00 � 800,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 233 Förderungen in Zahlen Karl Landsteiner Gesellschaft KommEnt – Gesellschaft für Kommunikation, Entwicklung und dialogische Bildung Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit Kriseninterventionszentrum KulturAXE Kulturverein Saba Kunst- und Kulturverein Soho in Ottakring Künstlerhaus. Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien La pomarancia – Eins und doch vielfältig. Gemeinnütziger Kulturverein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschiede zwischen Österreich und Italien Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Lateinamerikanische Medien Initiative Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte-Forschungsverein MADA – Netzwerk für kulturschaffende Migrantinnen erster und zweiter Generation in Österreich Marianne Ringler Forschungsförderungsverein Mediacult – Internationales Forschungsinstitut für Medien, Kommunikation und kulturelle Entwicklung MEMO Verein für Geschichtsforschung MICA(Music Information Center Austria) Mikroskopische Gesellschaft Wien Misrachi Österreich NEONGREEN NETWORK – Verein zur Förderung umweltrelevanter Designprojekte Neue Wiener Gruppe/ Lacan-Schule Österreichisch Serbische Gesellschaft 7 000,00 � 2 000,00 1 200,00 � 4 500,00 � 1 200,00 � 700,00 � 700,00 � 2 300,00 4 000,00 � 1 000,00 1 100,00 1 500,00 � 9 000,00 � 1 200,00 2 000,00 � 25 800,00 700,00 � 7 000,00 � 700,00 � 3 000,00 � 2 000,00 3 000,00 � 1 700,00 � 234 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft Österreichische Byzantinische Gesellschaft Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Freunde von Yad Vashem Österreichische Geographische Gesellschaft Österreichische Gesellschaft für Architektur Österreichische Gesellschaft für Bildung& Kommunikation Österreichische Gesellschaft für Exilforschung(öge) Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie Österreichische Gesellschaft für Germanistik Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft Österreichische Gesellschaft für Soziologie Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte Österreichische Goethe-Gesellschaft Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Österreichisches Institut für Internationale Politik – oiip Österreichisches Lateinamerika Institut Österreichisches VolksLiedWerk Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft Oswald Wiener Gesellschaft Passagen Forum Pionierinnen – Verein zur Förderung weiblicher Kunst, Kultur, Wissenschaft Plattform Patientensicherheit Pro Scientia – Österreichisches Studienförderungswerk 4 000,00 � 1 500,00 � 40 000,00 � 7 000,00 � 1 000,00 � 13 000,00 � 2 000,00 � 13 000,00 � 5 500,00 � 3 500,00 � 7 000,00 4 800,00 � 3 500,00 � 2 100,00 � 7 500,00 � 2 000,00 � 1 200,00 � 10 000,00 � 6 000,00 � 6 000,00 � 1 000,00 � 800,00 � 900,00 � 6 000,00 � 2 500,00 2 500,00 � 5 000,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 235 Förderungen in Zahlen Psychologische Gesellschaft für Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung(PSI) QUANT. Verein für Wissenschaft und Kunst QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte rism-österreich, forschungsförderungsverein für das quellenlexikon der musik SADOCC Southern Africa Documentation and Cooperation Centre Schwarze Maske – Verein für Theater und Kultur sf2 – Verein zur Veranstaltung eines Europäischen Bildungs- und Wissenschaftsfilmfestivals Sigmund Freud Privatstiftung Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Sozialökonomische Forschungsstelle SPME Austria – Scholar for Peace in the Middle East Austria SRA Archiv Österreichische Popularmusik ST/A/R Verein/Verlag für Städteplanung/Architektur/Religion Stadt Theater Wien Fritzpunkt Stiftung Österreichisches Freilichtmuseum SWS Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft SYM/PATHOS Technische Universität Wien Theodor Körner Fonds Theodor Kramer Gesellschaft TU Wien alumni club – Verband der AbsolventInnen, Freunde und Förderer der Technischen Universität Wien TYCHE – Verein zur Förderung der Alten Geschichte in Österreich Universitätszentrum für Friedensforschung Verband der Chemielehrer/innen Österreichs Verband feministischer Wissenschafterinnen 236 Museen, Archive, Wissenschaft � 2 800,00 1 500,00 � 5 000,00 � 11 000,00 1 800,00 � 6 000,00 � 2 500,00 25 000,00 � 20 000,00 1 500,00 � 600,00 � 1 700,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 7 300,00 � 6 500,00 � 2 000,00 � 60 000,00 � 4 500,00 � 24 200,00 � 6 500,00 1 000,00 � 1 500,00 � 800,00 � 2 000,00 � Förderungen in Zahlen Verein„Frauenkultur-Menstruation-Körperweisheit“ Verein„Information und Kultur Ägyptens“ Verein Architekturtage Verein ARGE Grenzen erzählen Verein artminutes Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger – Ausstellungshalle Verein der Freunde der musikwissenschaftlichen Forschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Verein der FreundInnen des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien Verein eXponat. Forum für Museologie und visuelle Kultur Verein Forschmit Verein Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog Verein fotoK Verein Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien Verein für die Erforschung von Geschichte und Gesellschaft des 20. Jahrhunderts Verein für Geschichte der Stadt Wien Verein für Geschichte und Sozialkunde – VGS Verein für Geschichtspublizistik Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein für interdisziplinäre Biographieforschung Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung (KoPhil) Verein für Kultur- und Migrationsforschung Verein für Philosophie-Förderung Verein für raumbezogene Sozialforschung. stadt+raum Verein Literatur/ Wissenschaft 1 400,00 � 1 800,00 � 5 500,00 � 1 500,00 � 650,00 � 900,00 � 4 000,00 � 1 000,00 1 000,00 1 000,00 � 2 500,00 � 44 000,00 � 2 500,00 � 3 500,00 2 000,00 3 000,00 � 9 800,00 � 1 000,00 � 4 700,00 � 5 000,00 � 850,00 1 500,00 � 2 000,00 � 1 800,00 � 1 200,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 237 Förderungen in Zahlen Verein Literaturzeitschriften Autorenverlage Verein Menschenwege – Götterberge. Erinnerung an Herbert Tichy Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein Neugermanistik Wien Verein Ödön von Horváth zur Förderung moderner österreichischer Literatur Verein Projekt Schwab Verein Projekt Theater Verein Public Science Austria Verein ZOOM Kindermuseum Verein zur Analyse von Politik und Kultur Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie Österreichs Verein zur Förderung der Dokumentation von Frauennachlässen Verein zur Förderung der Evangelischen Theologie in Österreich Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Verein zur Förderung der sozial- und wirtschaftshistorischen Studien Verein zur Förderung der Theoretischen Physik in Österreich Verein zur Förderung der Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittel- und Osteuropa Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Verein zur Förderung grenzüberschreitender wissenschaftlicher Zusammenarbeit Verein zur Förderung historischer Sozialwissenschaft Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Verein zur Förderung und Erforschung antifaschistischer Literatur Verein zur Förderung und Erforschung medialer Geschichtsvermittlung Verein zur Förderung von Dichtungs- und Geistesgeschichte 1 300,00 � 7 000,00 � 500,00 � 5 700,00 � 5 500,00 7 500,00 � 3 600,00 � 14 400,00 � 8 500,00 � 5 000,00 � 1 700,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 1 000,00 � 2 500,00 � 4 000,00 � 2 000,00 � 9 180,00 14 000,00 1 000,00 4 100,00 � 2 400,00 � 7 000,00 � 7 000,00 � 1 300,00 � 238 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Verein zur Förderung von L’Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Verein zur Förderung von Studien zur interkulturellen Geschichte Verein zur Förderung von Studien zur Migration und Global-Kultur Verein zur Förderung von Subkultur Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession Veterinärmedizinische Universität Wien Wiener Volkshochschulen GmbH ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden Viktor Frankl Institut Webbrain WGLS – Wissenschaftliche Gesellschaft für Leibeserziehung und Sport in Wien Wien macht Kultur e.V. Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse Wiener Forum für Analytische Philosophie Wiener Institut für Strauss-Forschung Wiener NobelpreisträgerInnenseminar Wiener Psychoanalytische Akademie Wiener Senioren Zentrum im WUK Wiener Volkshochschulen GmbH Wiener Volksliedwerk WiGiP – Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie Wirtschaftspolitischer Club Wissen und Verantwortung. Carl Friedrich von WeizsäckerGesellschaft e.V. ZIMD – Zentrum für Interaktion, Medien und soziale Diversität 8 000,00 3 100,00 � 2 300,00 � 2 800,00 � 1 400,00 15 800,00 � 2 000,00 � 12 000,00 � 2 000,00 � 750,00 � 8 000,00 � 900,00 � 5 000,00 2 000,00 � 1 500,00 � 1 000,00 � 8 500,00 � 7 500,00 � 13 000,00 � 1 000,00 � 8 500,00 � 14 500,00 � 1 600,00 � 1 000,00 � 1 600,00 2 500,00 � Museen, Archive, Wissenschaft � 239 Förderungen in Zahlen Zwei Kongruent Null – Verein zur Förderung von Projekten aus Kunst und Wissenschaft Summe Rahmenbetrag Buchankäufe Aaptos Verlag Amalthea Signum Verlag GmbH Bibliotheksverein im Landesgericht für Strafsachen Wien Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG Edition Steinbauer Edition Winkler-Hermaden Eigenverlag Dr. Dieter Klein Eigenverlag Mag. Maria Litschauer Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Europäische Musikforschungsvereinigung Wien Facultas Verlag IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik Nischen Verlag ÖGB Verlag Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur ÖGLA Passagen Verlag Ges.m.b.H. Seifert Verlag GmbH Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft SWS-Rundschau Studien Verlag Ges.m.b.H. Verein Kulturprojekte Verein Wiener Architektur 1 800,00 1 199 980,00 2 002,00 249,50 � 1 920,00 � 700,00 � 2 459,00 � 897,00 � 625,00 � 1 500,00 � 2 550,00 � 1 200,00 � 2 524,90 � 600,00 � 747,00 � 400,00 � 520,30 � 598,00 � 600,00 4 004,60 � 763,65 � 626,00 � 3 978,65 � 280,00 � 1 135,00 � 240 Museen, Archive, Wissenschaft � Förderungen in Zahlen Verlag Turia+ Kant Verlagsbüro W. GmbH – Metro Verlag Wieser Verlag GmbH Summe Buchankäufe 1 344,00 � 3 618,00 � 210,00 � 36 052,61 Druckkostenbeiträge Alfred Klahr Gesellschaft – Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung Amalthea Signum Verlag GmbH Amartis Verlag Ares Verlag GmbH Böhlau Verlag Ges.m.b.H& Co KG Czernin Verlag GmbH echomedia buchverlag ges.m.b.h. Edition Illustrierte Neue Welt Edition Steinbauer GmbH Edition Vabene Edition Winkler-Hermaden Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Europäische Musikforschungsvereinigung Wien EMV Evangelischer Presseverband in Österreich Facultas Verlags- und Buchhandels AG Ferdinand Berger& Söhne GmbH Gesellschaft für Buchforschung in Österreich Herbert Weishaupt Verlag IG Kultur Österreich in the schmood – Verein zur Förderung und Veröffentlichung audiovisueller Kommunikationsexperimente Initiative Denkmalschutz 800,00 3 500,00 � 1 000,00 � 900,00 � 15 600,00 � 2 800,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 2 600,00 � 1 300,00 � 3 900,00 � 1 000,00 � 500,00 � 2 100,00 � 2 000,00 � 600,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 600,00 � Museen, Archive, Wissenschaft 241 � Förderungen in Zahlen innsbruck university press Jan Sramek Verlag KG Keine Delikatessen – Bühne für Schriftbilder KW.I Kunst-Wissenschaft-Interpolar Lit Verlag Wien GmbH& Co. KG Mandelbaum Verlag Metro Verlag – Verlagsbüro W. GmbH Müry Salzmann Verlag ÖGH Österreichische Gesellschaft für Herpetologie Österreichische Byzantinische Gesellschaft Österreichische Exlibris-Gesellschaft ÖEG Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Information Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM Österreichischer Kunst- und Kulturverlag Passagen Verlag Ges. m. b. H. Peter Lang Verlag GmbH Praesens VerlagsgesmbH Promedia Druck& Verlagsges.m.b.H. REMAprint Druck- und Verlagsges.m.b.H Springer Verlag GmbH Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Studienverlag Ges.m.b.H. Universitätszentrum für Friedensforschung V& R unipress GmbH Verein Alltag Verlag Verein Mandelbaum‘s Kultur unter der Brücke Verlag Carl Ueberreuter GmbH 242 Museen, Archive, Wissenschaft � 500,00 � 1 000,00 � 1 200,00 � 1 000,00 � 5 100,00 � 1 800,00 � 5 500,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 600,00 � 700,00 � 1 000,00 � 600,00 � 1 000,00 � 3 600,00 � 1 200,00 � 6 500,00 � 2 200,00 � 1 000,00 � 1 600,00 � 500,00 � 4 600,00 � 500,00 � 1 800,00 � 1 000,00 � 3 500,00 � 1 000,00 � Förderungen in Zahlen Verlag Christoph Laimer Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ÖAW Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH Verlag Holzhausen Verlag GmbH Verlag Turia+ Kant Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Ges.m.b.H. Verlagshaus Hernals – Verlag für Wissenschaft und Literatur Wieser Verlag GmbH Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung Ges.m.b.H. Zaglossus Verlag Zwei Kongruent Null – Verein zur Förderung von Projekten aus Kunst und Wissenschaft Summe Druckkostenbeiträge 1 000,00 � 1 200,00 � 500,00 � 800,00 � 2 200,00 � 2 600,00 � 500,00 � 1 100,00 � 700,00 � 1 000,00 � 700,00 110 000,00 Veranstaltungen Wiener Vorlesungen 454 122,31 Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT 15 916,24 35 994 491,27 BAUKULTURELLES ERBE Altstadterhaltung Denkmäler, Freiplastiken Friedhof St. Marx Stage Set Baukosten Israelitische Kultusgemeinde 4 323 000,00 532 567,64 � 283 216,02 � 63 590,76 250 000,00 Museen, Archive, Wissenschaft• Baukulturelles Erbe � 243 Förderungen in Zahlen Sonstiges Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland SUMME BAUKULTURELLES ERBE 2 250,00 5 454 624,42 ALLTAGSKULTUR AKTIONSRADIUS WIEN – Verein zur Förderung von Stadtteilkultur und kultureller Stadtentwicklung Gesellschaft der Freunde des österreichischen Circus-Museums IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie Kulturarbeit Innovationspreis karlsplatz.org – Verein zur kulturellen Vernetzung und Belebung des Kunstplatzes Karlsplatz POPFEST WIEN – Verein zur Förderung& Verbreitung von innovativer, zeitgenössischer Popmusik Stadtforum – Kommunalpolitische Vereinigung für den städtischen Raum STEINE DER ERINNERUNG an jüdische Opfer des Holocausts Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung Verein für Integrative Lebensgestaltung Verein Stadtimpuls Verein Wiener Stadtfeste Verein zur Förderung der Stadtbenutzung Wiener Kulturservice Wiener Praterverband Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk Aktivitäten in den Bezirken dezentrale Bezirksförderung SUMME ALLTAGSKULTUR 254 000,00 30 000,00 � 79 000,00 � 20 000,00 � 90 000,00 180 000,00 109 000,00 7 000,00 � 100 000,00 � 10 000,00 � 436 000,00 � 406 000,00 � 453 000,00 � 1 810 000,00 � 40 000,00 � 1 930 000,00 � 715 100,00 � 2 556 334,85 � 9 225 434,85 244 Baukulturelles Erbe• Alltagskultur Förderungen in Zahlen BIBLIOTHEKSWESEN Druckschriftensammlung Antiquarische Bücher Neue Bücher und Zeitschriften Plakate CD-Roms Handschriftensammlung Rate Ankauf Nachlass Adolf Loos Rate Ankauf Vorlass Peter Rosei Rate Ankauf Nachlass Max Reinhardt Sonstige Erwerbungen Musiksammlung Notenhandschriften und Drucke Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen, Veranstaltungen Freie MitarbeiterInnen Sonstige Ausgaben SUMME BIBLIOTHEKSWESEN 23 435,00 72 429,00 � 3 040,00 � 504,00 10 000,00 43 541,00 � 270 000,00 � 68 920,00 80 254,00 19 234,00 1 006,00 � 215 427,00 � 35 428,00 � 72 125,00 � 915 343,00 MUSIK Arnold Schönberg Center Privatstiftung Ensemble 20. Jahrhundert, Instrumentalensemble für Musik Erstes Frauenkammerorchester von Österreich Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 979 122,00 28 000,00 � 36 000,00 � 545 000,00 � Bibliothekswesen• Musik � 245 Förderungen in Zahlen Gustav Mahler Jugendorchester „Haus der Musik“ BetriebsgmbH „Hot Club de Vienne“(Verein zur Förderung der Jazzmusik) Interessengemeinschaft JAZZ WIEN Verein Jazz Fest Wien Klangforum Wien Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Künstlersekretariat Buchmann GmbH MICA(Music Information Center AUSTRIA) MUSICA JUVENTUTIS Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Musikverein„Wien modern“ Orchester Wiener Akademie GmbH Planet Music& Media Veranstaltungs- und VerlagsgmbH Jazz& Musicclub Porgy& Bess Stadtinitiative Wien – Konzerte ((superar)), Verein zur Förderung des aktiven Musizierens, Singens und Tanzens von Kindern und Jugendlichen Veranstalterverband Österreich, abgekürzt VVAT Verein zur Förderung aktueller Musik d‘akkordeon, Kulturverein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik VIA MUSICA Vienna International Association for Music and Culture Exchange VIA MUSICA Verein für Internationalen Musikund Kulturaustausch Wien VOICE MANIA – Kulturverein VÖM – Vereinigte Österreichische Musikförderer Wiener Jeunesse Orchester Wiener Kammeroper – Hans Gabor Belvedere Gesangwettbewerb Wiener KammerOrchester 246 Musik � 182 000,00 � 1 350 000,00 � 26 000,00 � 94 000,00 � 300 000,00 � 700 000,00 � 20 000,00 � 200 000,00 � 84 000,00 � 18 000,00 � 370 000,00 � 700 000,00 � 51 000,00 � 500 000,00 � 110 000,00 � 40 000,00 � 20 000,00 105 000,00 � 30 000,00 � 50 000,00 10 000,00 15 000,00 � 212 000,00 � 47 000,00 � 25 000,00 � 50 000,00 � Förderungen in Zahlen Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk KomponistInnenförderung Rahmenbetrag arge zeitgenössische musik fünfhaus Aufführungen Neuer Musik Chorforum Wien CHORUS VIENNENSIS/CHORALSCHOLA DER WIENER HOFBURGKAPELLE(Männerchor ehemaliger Wiener Sängerknaben) Chorverein Chorus sine nomine Chorvereinigung Gegenstimmen CHROMA Verein aktueller Kunst und Musik CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung Ensemble„die reihe“ Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Ensemble LUX – Verein für Neue Musik Ensemble Wiener Collage ENTERPRISE Z KULTUR-+ EVENTVEREIN ZUR REALISATION VON INTERMEDIALEN PROJEKTEN IN UND FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM ESTA – Vereinigung der Lehrer für Saiteninstrumente in Österreich EUGENE HARTZELL OFFICE Forum Gitarre Franz Schmidt-Gesellschaft Freunde der Comedian Singers Freunde und Förderer des Vereines Ensemble Neue Streicher Gesellschaft zur Erhaltung eines Instituts zur Erforschung, Dokumentation und Förderung der Dritten Wiener ZwölftonKompositionsschule(„Institut für Klangreihenmusik“) Harmonia Classica, Verein für harmonische Musik 1 274 000,00 � 14 000 000,00 � 65 000,00 � 25 000,00 4 000,00 2 500,00 � 3 500,00 � 3 000,00 2 000,00 � 2 000,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � 15 000,00 � 2 000,00 � 12 000,00 � 5 000,00 750,00 � 600,00 � 6 000,00 � 4 200,00 � 2 000,00 � 7 000,00 � 2 500,00 1 000,00 � Musik � 247 Förderungen in Zahlen Haydn-Gesellschaft Wien IMZ Internationales Musik&MedienZentrum Wien – IMZ International Music&Media Centre Institut für Österreichische Musikdokumentation Internationale Gesellschaft für neue Musik, Sektion Österreich Israelitische Kultusgemeinde Wien Israelitische Kultusgemeinde Wien JazzWerkstatt Wien Josef Labor Chor KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Kammerorchester Kontrapunkte Kammertrio Linz-Wien Klang.Kunst.Etage – Verein für experimentelle Musik und Kunstprojekte Klassisches Operettenensemble Wien Kultur& Geselligkeitsverein WIENER KLANG Kulturverein Reigen-Live Kulturverein Reigen-Live Kunst und Kultur – Verein zur Förderung des internationalen Kultur- und Behindertenaustausches Merlin Ensemble Wien – Kammermusik MM – Musikwerkstatt – Musikförderverein MUSIC ON LINE – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik Musik am 12ten – Freundeskreis der evangelischen Kirchenmusik Musik Theater-Verein K&K Musikalische Jugend Österreichs(jeunesses musicales) Musikforum Lutherische Stadtkirche Wien Musikverein„Clemencic Consort“ Musikverein LA PRIMA VOLTA 248 Musik � 2 000,00 � 7 000,00 7 000,00 � 11 000,00 � 11 000,00 � 3 000,00 � 13 000,00 � 2 000,00 � 4 000,00 � 10 000,00 � 400,00 � 2 000,00 3 000,00 � 1 800,00 � 20 000,00 � 7 000,00 � 2 500,00 4 500,00 � 10 000,00 � 15 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 8 000,00 � 4 000,00 � 7 000,00 � 3 000,00 � Förderungen in Zahlen ORCHESTERWELT Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für Zeitgenössische Musik(ÖGZM) Österreichischer Komponistenbund(ÖKB) Österreichisches Orgelforum PAN TAU-X-MUSIC& ART'S(Verein für Kulturmanagement) Phonetic Art – Verein für Musik und Performance Platypus – Verein für Neue Musik Projekt„URAUFFÜHRUNGEN“/ Gesellschaft zur Förderung von Künstlern und deren Werken, Creatives Centrum Reconsil Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Schloß Laudon Kammermusikfestival sp ce. Verein zur Förderung von Musik, Kunst und intermedialen Projekten SR-Archiv österreichischer Popularmusik Studio Dan – Verein für Neue Musik suono – Podium für interkulturellen Austausch the electroacoustic projekt – Verein zur Förderung elektro-akustischer Musik tonWerk – Forum für Neue Musik TRANSDANUBIEN, Interessensgemeinschaft zur Förderung und Verwirklichung sozialer und kultureller Animation Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – ISA Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Außeninstitut Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Spezialensembles Verein Das Wiener Hornquartett Verein für elektroakustische Musik Verein für integrative Lebensgestaltung Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 3 000,00 � 5 000,00 � 7 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 � 4 000,00 � 1 000,00 � 3 500,00 � 10 000,00 5 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 3 000,00 � 4 000,00 � 10 000,00 � 3 000,00 3 500,00 � 1 000,00 5 000,00 � 23 000,00 � 11 000,00 2 000,00 � 4 000,00 � 5 000,00 � 3 500,00 � Musik � 249 Förderungen in Zahlen Verein Wiener Orgelkonzerte Verein zur Förderung der Neuen Musik im Kirchenraum Verein zur Verbreitung zeitgenössischer österreichischer Bigbandmusik Vienna Songwriting Association VOICE MANIA – Kulturverein Wiener Concert-Verein Wiener Johann Strauß Orchester(Wiener Walzerorchester) Wiener Klangwerkstatt Wiener Lehrer-a cappella-Chor Wiener Schubertbund Wiener Vokalensemble Wiener Vokalensemble WORT-TON-ART Kulturverein Zitherklub Donau-Stadt Wien Summe Rahmenbetrag 5 000,00 � 1 500,00 � 4 000,00 � 2 000,00 � 40 000,00 � 18 000,00 � 18 000,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 2 500,00 � 3 000,00 � 3 000,00 � 3 500,00 � 2 500,00 � 485 750,00 � SUMME MUSIK 22 746 872,00 THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ ARBOS, Gesellschaft für Musik und Theater BU!, Verein für die Förderung und Forschung des zeitgenössischen Tanztheaters und der Performance CABULA 6 – Verein für Kunstprojekte Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not danceWEB – Verein zur Förderung des Int. Kulturaustausches im Bereich der Darstellenden Künste Dans.Kias – Verein für physische Kommunikation in der darstellenden Kunst Die SHOW-inisten – Theater für satirische Revue-Neues Volkstheater 250 Musik• Theater, Musiktheater, Tanz � 44 000,00 50 000,00 30 000,00 � 100 000,00 � 75 000,00 55 000,00 150 000,00 � Förderungen in Zahlen Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH Gloria Theater Betriebs G.m.b.H. God’s entertainment – Verein zur Erhaltung und Förderung des OffTheaters Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein IG Freie Theaterarbeit Im_flieger – Verein zur Förderung performativer Kunst ImPuls Tanz insert(Theaterverein) Inter Thalia Theater Betriebsges.m.b.H. Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturzentrum Kabelwerk GmbH Last Enjoyable Opera Theatre LEO – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur LINK.* Verein für weiblichen Spielraum liquid loft – Verein zur Projektierung künstlerischer Ideen M.A.P – Movement Art Programmes Vienna Mumbling Fish – Verein für experimentellen Tanz Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Neue Oper Wien – Verein zur Dokumentation und Durchführung von Musiktheatern und Konzerten SALTO, Verein zur Förderung von neuem Tanz und Theater Schauspielhaus Wien GmbH 630 000,00 � 1 220 000,00 � 520 000,00 � 15 000,00 80 000,00 30 000,00 � 51 000,00 � 60 000,00 � 1 000 000,00 � 60 000,00 � 590 000,00 � 24 000,00 � 70 000,00 1 600 000,00 � 400 000,00 � 25 000,00 585 000,00 � 120 000,00 � 55 000,00 � 90 000,00 � 200 000,00 500 000,00 80 000,00 � 1 515 000,00 � Theater, Musiktheater, Tanz � 251 Förderungen in Zahlen SECOND NATURE – Verein zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung Sirene – Podium für neues Musiktheater Stadttheater Walfischgasse GmbH Szene Bunte Wähne TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße Tanzquartier Wien GmbH Tanztheater Verein DIVERS – Kabinett ad Co. Theater am Petersplatz GmbH Theater der Jugend Theater in der Josefstadt Betriebsges.m.b.H. Theater Lilarum Kossatz& Mitges. OEG theatercombinat – theaterverein Theatergruppe daskunst Theaterverein Foxfire Theaterverein Odeon Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein Wien Theaterverein Wiener Klassenzimmertheater Theaterverein Wiener Metropol Tschauner Bühne GmbH Verein Chimera Verein für künstlerische Kommunikation und Produktion – ZOON Musikensemble Verein für Modernes Tanztheater/Tanz Company Gervasi Verein Kitsch& Kontor(Rabenhof Theater) Verein SUPERAMAS zur Förderung von Kunstprojekten Verein theater.wozek Verein Transit – Verein für darstellende und bildende Kunst 252 Theater, Musiktheater, Tanz � 80 000,00 100 000,00 � 300 000,00 � 125 000,00 � 735 000,00 � 2 900 000,00 � 55 000,00 � 806 000,00 � 3 830 000,00 � 7 215 689,00 � 220 000,00 � 190 000,00 � 55 000,00 � 60 000,00 � 890 000,00 � 190 000,00 � 39 000,00 � 120 000,00 � 660 000,00 � 80 000,00 � 50 000,00 � 100 000,00 55 000,00 � 900 000,00 � 110 000,00 � 55 000,00 � 270 000,00 � Förderungen in Zahlen Verein Wiener Theaterpreis Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Vereinigte Bühnen Wien GmbH Vienna Magic Volkstheater GmbH Volkstheater in den Bezirken(Volkstheater GmbH) Wiener Kammeroper Wiener Tanz- und Kunstbewegung Wiener Tanzwochen Wiener Taschenoper Wiener Wortstätten – Verein zur Förderung der Gegenwartsdramatik 130 000,00 � 40 000,00 � 36 350 000,00 � 30 000,00 � 6 037 630,00 � 799 000,00 � 700 000,00 � 60 000,00 � 925 000,00 � 275 000,00 � 250 000,00 Rahmenbetrag a waiting dog – Verein für experimentelle Performancekultur a.raum – verein für interdisziplinäre kunstprojekte Alias Rosalie – Verein zur Förderung darstellender Kunst Anbetracht& Dessen: Schauspiel. Literatur. Photographie Angstrom – Verein zur Förderung junger Künstler/Innen Apfelbaum – Verein zur Förderung des Figuren- und Märchentheaters Art*Act Kunstverein Arts in Medicine – Verein für Kunst und Medien in der medizinischen Wissenschaft ASSITEJ Austria atelier unartig. Verein zur Förderung unüblicher Theater- und Filmproduktionen Austria‘n‘ Africa BEYOND – Verein zur Förderung transkultureller, grenzüberschreitender Theater- und FILM Kunst BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation 10 000,00 10 000,00 � 35 000,00 � 15 000,00 � 30 000,00 � 8 000,00 � 40 000,00 � 8 000,00 20 000,00 � 5 000,00 20 000,00 � 15 000,00 10 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz � 253 Förderungen in Zahlen BONANZA – Verein zur Förderung von zeitgenössischer Performance-, Tanz- und Medienkunst BUREAU-KUNST UND KULTURVEREIN cattravelsnotalone – Verein zur Förderung und Verwirklichung von Tanz und interdisziplinären Kunstprojekten content associates OG Das Wiener Kindertheater dascollectiv – Verein zur Förderung interkulturellen Austauschs DEKOLTA’s HANDWERK – Werkstatt und Studio für freies Kunsthandwerk dielaemmer – Verein zur Förderung des Theaters dis.danse tanz/theater DOUBLE DOUBLE Drachengasse 2 Theater Ges.m.b.H. DREIZEHNTERJANUAR – FREIE THEATERPRODUKTIONEN dreizurdritten figurentheater Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH Echoraum Erfolgstheater Festival 100 – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Freie Bühne Wieden Gescher – Verein zur Förderung und Wahrung der Kultur- und Theaterszene des zweiten Wiener Bezirks Gloria Theater Betriebs G.m.b.H. GRAT – Plattform für zeitgenössische Kunst Helping Hands Family Iffland& Söhne, Theater- und Filmverein IG Freie Theaterarbeit Interkulttheater International Theatre-Betriebs GmbH 254 Theater, Musiktheater, Tanz � 20 000,00 28 000,00 � 22 500,00 20 000,00 � 30 000,00 � 20 000,00 � 10 000,00 20 000,00 � 30 000,00 � 20 000,00 � 5 000,00 � 18 000,00 � 3 000,00 � 35 000,00 � 50 000,00 � 30 000,00 � 72 000,00 � 70 000,00 � 20 000,00 30 000,00 � 15 000,00 � 1 000,00 � 50 000,00 � 40 000,00 � 250 000,00 � 95 000,00 � Förderungen in Zahlen Junger Salon – Verein Kabarett Niedermair – Verein der Freunde der Freude am Theater Komödie am Kai Kulisse – Andreas Elsner GesmbH Kulturverein einundzwanzig Kulturverein FeinSinn Kunst- und Kulturverein Creme de la Kremser Kunst- und Kulturverein RAW MATTERS kunststoff Verein zur Förderung zeitgenössischer Tanzproduktionen Kunstverein Archipelago La cagada Verein für zeitgenössische Kunst Lalish Theaterlabor/Forschungszentrum für Theater und PerformanceKultur LIZART-Productions – Kunsterzeugungs und Verwertungsverein Lux Flux makemake produktionen Performative Zusammenarbeiten MIMAMUSCH – Freunde des Strategietheaters Miss Amen(Kultur und Kunstverein) moki – mobiles Theater für Kinder MUSIC ON LINE – Verein zur Präsentation neuer österreichischer Musik Musikwerkstatt Wien – Verein für künstlerische Aktivitäten nadaproductions Verein zur Förderung zeitgenössischer Tanz-, Performance und Filmformen New Space Company NIM COLLECTIVE No money No arts – Tanzgruppe Odradek 3000 – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation OiFT 9 000,00 � 100 000,00 � 20 000,00 � 30 000,00 � 10 000,00 � 18 000,00 � 10 000,00 � 10 000,00 � 10 000,00 � 25 000,00 � 10 000,00 � 40 000,00 15 000,00 � 16 500,00 � 48 000,00 � 15 000,00 � 18 000,00 � 10 000,00 � 34 500,00 � 25 000,00 � 20 000,00 5 000,00 � 20 000,00 � 7 500,00 � 20 000,00 40 000,00 � Theater, Musiktheater, Tanz � 255 Förderungen in Zahlen PAN Vienna – Performance Art Network Pistoletta Productions POLYMORPH PERFORMANCE poolparticipants Kstl. Verein zur Förderung von Theater und Risikoästhetik Pufferfish Kunstverein Punatonttu – Verein red park – Verein zur Förderung der Performance-Kunst Romano Svato. Verein für transkulturelle Kommunikation SPIELRAUM Theater& Theaterstudio Studio 5 – Verein zur Förderung des Verständnisses zeitgenössischer Kunstformen Tanz Atelier Wien teatro barocco The kissinsky family – Verein für Tanz, Theater und Performance The Practical Mystery theater& kunst: das Schaufenster Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Theater am Petersplatz GmbH Theater am Spittelberg – Kulturverein Theater Brett – Compagnie BRETTSCHNEIDER Theater Center Forum Theater des Kindes theater super.nova Theater zum Fürchten Theatergruppe daskunst Theaterverein ART-VIELFALT Theaterverein Club TH 21 900,00 � 3 000,00 � 18 000,00 � 30 000,00 18 000,00 � 9 000,00 � 20 000,00 � 20 000,00 � 120 000,00 � 20 000,00 60 000,00 � 25 000,00 � 10 000,00 � 16 000,00 � 11 105,00 � 40 000,00 40 000,00 � 55 000,00 � 10 000,00 � 55 000,00 � 8 000,00 � 20 000,00 � 300 000,00 � 15 000,00 � 2 000,00 � 3 000,00 � 256 Theater, Musiktheater, Tanz � Förderungen in Zahlen Theaterverein Homunculus Theaterverein Odeon Theaterverein Wien Theaterverein zum aufgebundenen Bären Trittbrettl – Kabarett und Puppentheater Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Verein„Österreichischer Kabarettpreis“ Verein für integrative Lebensgestaltung Verein für Modernes Tanztheater/Tanz Company Gervasi Verein für philosophische Praxis Verein für Tanz, Theater, Musik Organic Revolt Verein IMEKA Verein Luster – Kunstprojekte Verein nadaLokal. Verein für Kunst und Begegnung Verein Projekt Theater Verein TanzArt – schall und rauch agency Verein Tanztheater perForm Verein Timbuktu Wien Verein Transit Verein Veranstaltungszentrum Akzent Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit VierHochDrei Visitores – Verein zur Projektion künstlerischer Ideen Vitamins Of Society werk89 – Kunst- und Theaterverein Wiener Kammeroper Wiener Lustspielhaus – Verein zur Förderung musikalischer und darstellender Künste 5 500,00 � 60 000,00 � 209 895,00 � 15 000,00 � 10 000,00 � 130 000,00 � 10 000,00 � 40 000,00 � 11 500,00 � 9 600,00 � 8 500,00 � 18 000,00 � 15 000,00 � 10 000,00 � 40 000,00 � 25 000,00 � 16 000,00 � 15 000,00 � 35 000,00 � 65 000,00 � 7 000,00 � 35 000,00 � 16 000,00 � 5 000,00 � 18 000,00 � 125 000,00 � 140 000,00 Theater, Musiktheater, Tanz � 257 Förderungen in Zahlen Wiener Vorstadttheater – integratives theater österreichs Wild Theatre – Figuren-& Objekttheater Summe Rahmenbetrag Baukosten Art*Act Kunstverein Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum GmbH Freie Bühne Wieden Freie Musiktheater Wien Halle E+ G BetriebsGmbH HFAH Innenhof Theater GesmbH Komödie am Kai Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturverein C7 Orpheum Kultur- und Gastronomiebetriebs GmbH Schauspielhaus Wien GmbH Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theater- und Kabarettkultur Theater Center Forum Theater am Petersplatz GmbH Theater in der Josefstadt Betriebsges.m.b.H. Verband Stadtinitiative – das OFF-Theater Verein Kitsch& Kontor(Rabenhof Theater) Volkstheater GmbH Vereinigte Bühnen Wien Ges.mb.H.(Ronacher) Wiener Kammeroper Wiener Tanzwochen Windberger Art GmbH 258 Theater, Musiktheater, Tanz 15 000,00 � 10 000,00 � 3 887 000,00 5 000,00 30 000,00 � 18 000,00 � 25 000,00 � 64 501,39 � 20 000,00 � 15 000,00 � 70 000,00 � 1 700,00 � 26 000,00 � 30 000,00 � 4 703,61 25 000,00 � 60 000,00 � 300 000,00 � 10 000,00 � 50 000,00 � 100 000,00 � 3 101 716,92 � 45 000,00 � 15 000,00 � 15 000,00 Förderungen in Zahlen Sonstiges Theatererhalterverband Österreichischer Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag SUMME THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ 2 139,00 83 732 079,92 NEUE MEDIEN AfG – Archiv für Gegenwartkunst arge zeitgenössische musik fünfhaus Buckminster Fuller Institute – Austria Context XXI – Verein für Kommunikation und Information Cracked Labs – Verein zur Förderung kritischer digitaler Kultur das Kunst – Verein für emanzipative Kulturarbeit Dig Up Productions display:012 – Entwicklung, künstlerische Gestaltung und theoretische Analyse von optischen Flächen DiVil – Digitale Visuelle Interaktion EDOKO INSTITUTE FILM PRODUCTION e.U. ei(s)kon:fekt – Verein zur Förderung der audio-visuellen Kultur Eurozine – Gesellschaft zur Vernetzung von Kulturmedien mbH FFFR – Kunst+ Kommunikation friendsart Kunstverein HACKBUS – Verein zur Vermittlung von kreativem Umgang mit Medien und Technologie Hobbyraum M_U_S – Kulturverein INÄSTHETIK – Verein zur Erforsuchung und Realisierung künstlerischer Projekte im Feld der relationalen Kunst Institut für Posttayloristische Studien Institut zur Förderung eines affirmativen Sexualbegriffes 1 000,00 2 500,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � 4 000,00 � 2 000,00 � 2 500,00 � 1 500,00 1 000,00 � 5 000,00 � 50 000,00 � 20 000,00 � 3 500,00 � 2 000,00 � 2 500,00 3 000,00 � 1 500,00 5 000,00 � 5 000,00 � Theater, Musiktheater, Tanz• Neue Medien � 259 Förderungen in Zahlen Interessensgemeinschaft Aufstieg, Vereinigung zur Förderung akustischer Kunst Kanonmedia, Verein für neue Medien Klangmanifeste – Verein für Klang-/Kunst-/Formen L. Tausch Kunst- und Kulturverein MACHFELD, international Arts and Culture Society media Opera – Verein zur Förderung der Kunst von Visualisten Medienwerkstatt MISS BALTAZAR’S LABORATORY – Verein zur Demystifizierung des Technikbegriffs durch kostenlose Open Source Workshops von und für kreative Frauen MOOZAK-VEREIN FÜR EXPERIMENTELLE MUSIK Morespace – Verein zur Förderung von mehr Kunst(Knierzinger Joseph) paraflows – Verein zur Förderung der Digitalen Kunst und Kulturen playing mums – Kunstverein quintessenz – Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter Station Rose/Danner-Eidlhuber Elisabeth Subotron – Verein zur Förderung elektronischer Spielkultur Syntharturalistische Kunstvereinigung – SHIFZ Target Reply – Verein für Kunst- und Medienprojekte Teslaedison – Verein zur Förderung von Medienkunst und Soundart They Shoot Music – Don’t They – Verein zur Förderung von Popkultur TRAUMA WIEN – Verein zur Erforschung, Förderung und Publikation digitaler Literatur Verein für Kunstvermischung VEREIN FÜR VIDEOKUNST Verein Künstlergruppe Dynamo Verein Quartier für digitale Kultur 3 000,00 3 000,00 � 1 500,00 � 2 500,00 � 3 000,00 � 18 000,00 � 30 000,00 � 1 500,00 5 000,00 � 1 000,00 � 100 000,00 � 5 000,00 � 5 500,00 10 000,00 � 10 000,00 � 2 000,00 � 10 000,00 � 1 500,00 � 8 000,00 � 3 000,00 1 000,00 � 500,00 � 1 000,00 � 15 000,00 � 260 Neue Medien � Förderungen in Zahlen Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien – Monochrom Veza, Verein emanzipatorischer Arbeit Weckwerth Georg Zwei Kongruent Null – Verein zur Förderung von Projekten aus Kunstund Wissenschaft SUMME NEUE MEDIEN 18 000,00 2 000,00 � 10 000,00 � 8 000,00 398 000,00 FILM, KINO, VIDEO After Image Produktion Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmfonds Wien Österreichische Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Tradition und Kultur Österreichisches Filmmuseum St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebs GmbH Vienna Film Commission Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Filmfestwochen – Viennale Wiener Filmfestwochen – Viennale Filmpreis 100 000,00 400 000,00 � 192 000,00 � 11 850 000,00 � 70 000,00 680 000,00 � 53 000,00 311 000,00 � 180 000,00 � 105 000,00 � 1 550 000,00 � 10 000,00 Rahmenbetrag After Image Productions – Verein zur Förderung von Freiluftkino und Kulturveranstaltungen Ahnelt Josefine Akademie des österreichischen Films Art Monja 4 700,00 2 000,00 � 20 000,00 � 3 900,00 � Neue Medien• Film, Kino, Video � 261 Förderungen in Zahlen Asifa Austria – Verein zur Förderung des Animationsfilms in Österreich Baumgartner Simon Bergmann Birgit Bogner Alexander Culture2Culture – Verein zur Förderung, Koordination u. Entwicklung von Kunst, Kultur, Kommunikation, Bildung und Wissenschaft Ellrich Tim espressofilm – Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm francultures – Plattform Frankophoner Kulturen Freunde der Filmakademie fullframe kunstfilmfestival Gerstorfer Mark Golden Girls Filmproduktion& Filmservices GmbH Gräfingholt Vanessa Groschup Sabine Gruber Roberto Gülker Lia Hangweyrer Thomas Hartl Dominik Hengl Peter Honetschläger Edgar Horn Paul Independent Cinema – Verein zur Förderung unabhängigen Filmschaffens Institut Pitanga – Verein zur Förderung und Vermittlung von Wissenschaft und Kultur Jüdischer Filmclub Wien Kenan Kilic Kern Peter 262 Film, Kino, Video � 35 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 54 000,00 2 000,00 � 5 000,00 5 000,00 � 6 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 4 000,00 � 5 000,00 � 1 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 � 4 700,00 � 5 000,00 � 4 700,00 � 4 700,00 � 3 000,00 � 31 500,00 58 000,00 5 000,00 � 4 200,00 � 9 400,00 � Förderungen in Zahlen Kino 5 – Plattform für unabhängige Filmschaffende Kinoki – Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung Kos Vedran Kunstwerk – Werkstätte für Musik, Theater, Film La Banda Film Le Groupe Soleil Film& Multimediaproduktion GmbH Leitner Nino Leiva Pablo Lichtenstein Guy Lurf Johann Mattuschka Mara Mayr Harald(Harald Hund) Mitterbauer Julia Nsiah Lydia Pamminger Klaus Pfaffenbichler Norbert PM Film GmbH Praher Daniela pro Frau – Plattform für Frauenrechte gegen Diskriminierung Schmidl Sebastian Schönwiese Fridolin Schreiber Alexandra(Lotte) Seebacher Mathias sixpackfilm Spitzer Simon Staudner Gregor Swiczinsky Benjamin Swirko Steven 5 000,00 � 4 700,00 � 2 500,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 � 6 000,00 � 5 000,00 � 4 500,00 � 5 500,00 � 3 000,00 � 2 500,00 � 1 000,00 � 4 000,00 � 4 700,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 10 000,00 � 5 000,00 � 4 700,00 � 4 700,00 � 2 200,00 � 70 000,00 � 3 000,00 � 4 000,00 � 5 000,00 � 3 000,00 � Film, Kino, Video � 263 Förderungen in Zahlen Theininger Martina This Human World/Diese Menschen-welt, Verein zur Förderung und Verbreitung von Menschenrechtsthemen Treves-Tchelet Itamar Vento Film Productions GmbH Verband österreichischer Filmfestivals Verein Kino 5 – Plattform für unabhängige Filmschaffende Verein Schulen für Photographie und Film Widrich Film- u. Multimediaproduktions GmbH Zdesar Judith Summe Rahmenbetrag SUMME FILM, KINO, VIDEO BILDENDE KUNST Bildankäufe Depot Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus IG Bildende Kunst Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier Kunst im öffentlichen Raum GmbH Kunsthalle Wien Verein Kunsthalle Wien GesmbH Kunsthaus Wien KünstlerInnenförderung Kunstverein Wien – Artothek Neigungsgruppe Design Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung 264 Film, Kino, Video• Bildende Kunst � 10 000,00 � 10 000,00 5 000,00 � 2 400,00 � 300,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 5 000,00 � 4 500,00 � 535 000,00 � 16 036 000,00 335 884,82 50 000,00 � 381 000,00 26 000,00 � 874 000,00 � 1 035 000,00 � 1 487 500,00 � 2 787 444,19 � 200 000,00 � 14 000,00 � 290 000,00 � 10 000,00 � 143 000,00 � Förderungen in Zahlen springerin – Verein für Kritik und Theorie zu ihrer Zeit Unit F büro für mode Unit F büro für mode – Modepreis Verein Vladimir& Estragon Kunst- und Kulturverein„SOHO IN OTTAKRING“ Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession WE SHOWROOM PARIS NOW – VEREIN ZUR FÖRDERUNG ÖSTERREICHISCHEN DESIGNS Wochenklausur Kunst- und Sozialverein Druckkostenbeiträge Ricarda Denzer Manfred Kressnig Sichtbeton Projektor – Diskussionsforum für Film und Neue Medien Ulrike Elisabeth Maria Jakob Verlag Schlebrügge.Editor Summe Druckkostenbeiträge Rahmenbetrag „Freunde des Loquaiparkes“ „pica pica“ – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst und Kultur .pogmahon.company – Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum Andra Irma Luise Spallart AUSARTEN[ ] – Verein zur Förderung künstlerischer Interventionen und transdisziplinärer Vernetzung BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Caritas der Erzdiözese Wien GesmbH 22 000,00 � 136 000,00 � 10 000,00 � 146 000,00 � 60 000,00 � 310 000,00 � 20 000,00 20 000,00 1 000,00 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 6 000,00 2 000,00 1 000,00 � 5 000,00 1 500,00 � 3 000,00 1 500,00 2 000,00 � Bildende Kunst � 265 Förderungen in Zahlen CONTEMPORARY CONCERNS – Kunstverein(Kurzform: COCO) Der Apparat. Verein zur Förderung künstlerisch/ sozialer Interventionen im öffentlichen Raum desperate artwives E.S.E.L. in der Kunst(Erfahren, Sehen, Erkennen, Lernen) Edition Splitter Fotogalerie Wien fotoK Freunde der Plattform für junge Kunst friendsandart, Kunstverein Galerie Christine König Galerie Elisabeth& Klaus Thoman Galerie Martin Janda Glockengasse No9 HASENHERZ ODER DIE LUST AM BEWEGTEM BILD UND WORT Heike Curtze Hinter Haus des Meeres – HHDM Hubert Winter GesmbH IMUN- Verein zur Stärkung der künstlerischen Resilienz Institut für interaktive Raumprojekte Institut Textur – Verein für Kulturarbeit Kulturdrogerie Kunsthalle Exnergasse WUK Kunstverein das weisse haus Kunstverein Grundsteingasse LOVE_KUNSTVEREIN Medienplatform Planetnext melt-art kulturelle Verschmelzung 266 Bildende Kunst � 1 000,00 � 5 000,00 3 500,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 27 250,00 � 3 000,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 2 250,00 � 2 250,00 � 1 500,00 � 3 250,00 � 2 000,00 � 1 500,00 � 1 000,00 � 1 500,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 5 000,00 � 3 800,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 � Förderungen in Zahlen Müry Salzmann Verlag GmbH NEUN ARABESKEN Förderverein für Frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte OLLIWOOD – VEREIN ZUR DURCHFÜHRUNG VON FREIEN KUNSTPROJEKTEN partner/innen. Verein für öffentliche Kunst pro mente Wien, Gesellschaft für psychische und soziale Gesundheit Seifert Verlag GmbH Theaterverein Club TH Theodor Körner Fonds Ve.Sch, Verein für Raum und Form in der Kunst Verband österreichischer Galerien moderner Kunst Verein Künstlergruppe DYNAMO Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums (VEKKS) Verein zur Förderung der Kunst Schleife 18 Verein zur Förderung experimenteller Raumkunst. Sehsaal Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe Verein zur Förderung und Verbreitung zeitgenössischer Kunst(V&V&V) Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien – Monochrom Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Vereinigung zur Ausübung und Förderung künstlerischer Photographie und unabhängigen Films Vereinszimmer-Plattform für zeitgenössische Kunst VIDC Kulturen in Bewegung VISIBLE AUDIBLE TANGIBLE NETWORK CLOUD – VEREIN ZUR FOERDERUNG ZEITGENOESSISCHER KUNST UND KULTURKOMMUNIKATION(VATNC) Zentrum für Kunstprojekte(Gulsen Bal) Summe Rahmenbetrag 3 000,00 � 4 000,00 2 000,00 3 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 500,00 � 3 000,00 � 4 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 � 2 000,00 2 000,00 � 1 200,00 � 3 000,00 � 1 000,00 � 4 000,00 1 000,00 � 2 000,00 1 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 6 500,00 � 158 000,00 Bildende Kunst 267 Förderungen in Zahlen Veranstaltungen Musa – Museum auf Abruf Sonstiges Mitgliedsbeiträge SUMME BILDENDE KUNST LITERATUR echo event gesmbH echo medienhaus GmbH Erstes Wiener Lesetheater und zweites Stegreiftheater Gesellschaft für Masse- und Machtforschung Grazer Autorinnen Autorenversammlung Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren (IG Autorinnen Autoren) Kunstverein Wien Literatur und Content Marketing GmbH Multi Art PR-Agentur GmbH Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein Exil Verein Wespennest Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern NÖ und Wien – K2 Literatenförderung 487 156,02 1 000,00 9 009 985,03 12 000,00 31 000,00 � 12 000,00 � 26 000,00 � 19 000,00 � 17 900,00 1 238 000,00 � 100 000,00 � 8 000,00 � 30 000,00 � 24 000,00 � 55 000,00 � 28 000,00 � 100 000,00 55 000,00 � 268 Bildende Kunst• Literatur � Förderungen in Zahlen Rahmenbetrag Alumniverband der Universität Wien Artelier – Verein zur Förderung kreativen Denkens und Gestaltens Arthur Schnitzler-Gesellschaft BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Buchmarketing DENKRAUM DONAUSTADT, Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft, Kunst und Kultur Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Fremdkörper Ges.n.b.R Grazer Autorinnen Autorenversammlung HASENHERZ ODER DIE LUST AM BEWEGTEM BILD UND WORT Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Ide(e)ntitäten. Verein für Kunst und Kultur Innovationswerkstatt Mettler Institut für Interaktive Raumprojekte, abgekürzt„IRR“ Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren (IG Autorinnen Autoren) JMV Jüdische Medien- und Verlags GmbH Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen KRIMI LITERATUR. at Kulturinitiative Klopfzeichen Kulturverein Alsergrund – Unser 9. LAFORUM – lateinamerikanisch-österreichisches Literaturforum Literarische Vereinigung SALON Literaturverein SISYPHUS WIEN Milena Verlag 2 000,00 2 100,00 � 5 000,00 � 2 000,00 5 500,00 � 2 550,00 2 200,00 1 000,00 � 5 800,00 � 1 500,00 � 3 000,00 � 100,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 7 000,00 2 000,00 � 3 000,00 4 000,00 � 1 000,00 � 6 000,00 � 3 000,00 � 4 100,00 � 2 900,00 � 6 000,00 � Literatur � 269 Förderungen in Zahlen offene Bücherschränke Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N.-Club. Das österreichische Zentrum des Internationalen P.E.N.(P.E.N.-The Austrian Centre) Österreichischer Schriftsteller/innenverband O-TÖNE – Verein zur Förderung und Verbreitung von Österreichischer Gegenwartsliteratur Podium Schule für Dichtung in Wien Theodor Kramer Gesellschaft webbrain – Gesellschaft zur Verbreitung von Ton-, Bild- und Denkkunst im virtuellen und im realen Raum Wortspiele – Verein für interkulturelle Aktivitäten ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Summe Rahmenbetrag Druckkostenbeiträge Arovell- Kulturverlag Buchberger& Vollmann OEG Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H Christian Brandstätter Verlag Czernin Verlag GesmbH Das Fröhliche Wohnzimmer – Edition Das jüdische Echo Deuticke Verlag Ebbe& Flut Textwerkstatt Edition Art Libre by Kier& Partner managementconsulting gmbh Edition Atelier edition ch 1 000,00 � 7 300,00 � 6 500,00 6 540,00 � 25 000,00 5 300,00 � 87 000,00 � 11 300,00 � 2 500,00 2 500,00 � 2 000,00 � 232 690,00 3 000,00 2 000,00 � 10 000,00 � 2 000,00 � 16 500,00 � 600,00 � 3 600,00 � 4 000,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 4 500,00 � 800,00 � 270 Literatur � Förderungen in Zahlen edition korrespondenzen Edition Vabene Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H Erika Mitterer Gesellschaft Jung und Jung Verlag GmbH Jura Soyfer Gesellschaft Klever Verlag Kolik Kulturag, Verein für konstruktive Kultur- Impulse Kulturinitiative Klopfzeichen Kulturinitiative Klopfzeichen Kyrene Literatur Verlag LABOR Verlag edition a GmbH Literaturverlag Droschl Literaturverlag Sisyphus Luftschacht Verlag Mandelbaum Verlag Metro Verlag Milena Verlag Ö.D.A. Österreichische DialektautorInnen und Archive – IDI Austria – Institut für regionale Sprachen und Kulturen Österreichischer Kunst und Kulturverlag Österreichischer SchriftstellerInnenverband Passagen Verlag Ges.m.b.H Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H Picus Verlag GesmbH Podium Praesens Verlag 2 500,00 � 4 000,00 � 16 500,00 � 1 500,00 � 3 300,00 � 4 000,00 � 9 000,00 � 5 000,00 � 2 000,00 � 750,00 � 700,00 � 1 000,00 � 2 000,00 � 10 000,00 � 1 200,00 � 5 500,00 � 2 000,00 � 11 500,00 � 12 000,00 � 2 000,00 2 000,00 � 2 000,00 � 5 000,00 � 8 000,00 � 5 500,00 � 3 000,00 � 6 000,00 � Literatur � 271 Förderungen in Zahlen Quasi Modo Publishing Resistenz Verlag Seifert Verlag Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. Sonne und Mond – Förderungsverein für ganzheitliche Kunst und Ästhetik ST/A/R, Verein für Städteplanung/Architektur/Religion TARANTEL – Zeitschrift für Kultur von Unten Theodor Kramer Gesellschaft Verein der Freunde der Edition Atelier Verlag Ferdinand Berger& Söhne GmbH Verlag Wolf Peterson Verlagsgruppe Styria Gmbh& Co Kg Verlagshaus Hernals VEWZ-Literaturverein Volltext Verlag GmbH Wieser Verlag ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Summe Druckkostenbeiträge Buchankäufe Böhlau Verlag GmbH&COKG Buchkultur Verlags GmbH Das Fröhliche Wohnzimmer – Edition Edition Graphischer Zirkel Gerhard Jaschke H. Seemann u. Ch. Lunzer OG Ernst Hausner Klever Verlag 272 Literatur � 1 000,00 � 2 100,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 2 700,00 6 000,00 � 1 000,00 � 6 500,00 � 1 500,00 � 1 500,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 2 300,00 � 4 000,00 � 9 450,00 � 1 000,00 � 228 000,00 4 459,00 2 800,00 � 750,00 � 2 480,00 � 4 550,00 � 2 160,00 � 3 749,63 � 1 200,00 � Otto Müller Verlag GmbH& CoKG Paul Zsolnay Verlag GmbH Theodor Kramer Gesellschaft Verein der Freunde der Edition Atelier Verein für neue Literatur Verein Wespennest Verlagsbüro W. GesmbH VEWZ-Literaturverein Werkkreis Literatur der Arbeit ZZOO Verein für Leguminosen Summe Buchankauf Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis NÖ Pressehaus Druck- und Verlag Picus Verlag GesmbH Summe Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis Stipendien und Preise AutorInnen in Wiener Verlagen AutorInnenstipendien Canetti-Stipendien DramatikerInnenstipendien H.C. Artmann-Lyrikpreis Kinder- und Jugendbuchpreis SUMME LITERATUR 1 187,45 � 1 290,00 � 5 600,00 � 3 110,00 � 3 510,00 � 4 800,00 � 4 082,40 � 800,00 � 1 650,00 � 734,19 � 48 912,67 1 434,80 491,70 � 1 926,50 15 000,00 52 800,00 � 72 000,00 � 36 000,00 � 10 000,00 � 8 000,00 � 2 461 229,17 � Literatur � 273 Förderungen in Zahlen Förderungen in Zahlen KULTURINITIATIVEN, ZENTREN WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Baukosten WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser SUMME KULTURINITIATIVEN, ZENTREN 1 370 000,00 95 000,00 1 465 000,00 AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG Europäisches Forum Alpbach Initiativgruppe Alpbach Wien Innovationszentrum Universität Wien GmbH – Sommerhochschule Österreichische Akademie der Wissenschaften – Stipendien Österreichisches Zentrum für russische Sprache und Kultur Stipendien John Hopkins University Stipendien Webster University Studienförderungen, Stipendienwerk, Wissenschaftsstipendien SUMME AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION Gruppenbetreuung Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung Kulturverein Österreichischer Roma – Dokumentations- und Informationszentrum Lebendige Weihnacht Romano Centro – Verein für Roma UNESCO – Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten der MA 7 274 Kulturinitiativen, Zentren• Ausbildung, Weiterbildung• Internationaler Kulturaustausch, Integration 3 000,00 6 000,00 � 5 000,00 � 80 000,00 � 3 000,00 � 30 000,00 � 15 000,00 � 154 000,00 � 296 000,00 30 920,93 69 000,00 115 000,00 48 698,78 � 11 000,00 � 22 000,00 � 72 574,97 Förderungen in Zahlen Rahmenbetrag Interkulturelle Aktivitäten „Association des Maliens Résidents en Autriche – Conseil des Maliens de l'Extérieur en Autriche“ AMRA-CMEAT,„Verein der in Österreich sesshaften MalierInnen – Rat der im Ausland lebenden MalierInnen in Österreich „Großes Schiff“. Verein zur interkulturellen und pädagogischen Beschäftigung mit Tanz, Theater und Musik „HERZPOL“ – medizinische und soziale Hilfe für Polen „HORA“ – KULTUR – TURISM Verein der in Österreich ansässigen Rumänen „Ostoja“ Klub Polnischen kreativen Pensionisten in Wien und Niederösterreich „POL-STER“ Polnisch-Österreichisches Kulturgut „SOLVE et COAGULA“ – gemeinnütziger Verein zur Lösung und Weiterentwicklung gegenwärtiger Gesellschafts- Kultur- und Sozialfragen in den Medienformen Film, Kunstfilm und Theater unter besonderer Berücksichtigung einer schlüssigen Ästhetik Adam – Verein für Kultur und Kunst Afghanische Kultur in Österreich – Unterstützung afghanischer Kultur, Integration und Solidarität(AKIS) African Cultural Promotion in Österreich – Verein zur Förderung afrikanischer Kultur in Österreich Afro-Asiatisches Institut in Wien Anatolisches Kulturzentrum ART.ist – Verein zur Unterstützung künstlerischen Schaffens arteMIX Assyrische Demokratische Organisation(ADO) – Sektion Österreich AVESTA – Kurdischer Frauenverein Avusturya Yozgatlilar Federasyonu/Föderation der in Österreich lebenden Menschen aus Yozgat AYBOBO österreichisch-haitianischer Kulturkontakt Babylon Kultur-Sportverein Balkan Fever Festival Barangay Center – Philippinisches Gemeinde Zentrum 1 000,00 � 700,00 2 000,00 � 1 500,00 1 500,00 2 200,00 1 000,00 3 000,00 5 000,00 5 000,00 1 000,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � 4 000,00 � 3 000,00 � 1 500,00 � 2 500,00 2 000,00 � 4 500,00 � 5 000,00 � 1 500,00 � Internationaler Kulturaustausch, Integration � 275 Förderungen in Zahlen Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich BHARAT – SANSKRITIK – SANGHA Indischer Kulturverein BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Bund der Alevitischen Jugendlichen in Österreich(Avusturya Alevi Genclik Toplulugu) AAGT Camerata Polonia Club du Mardi – Verein zur Förderung frankophoner Kultur in Wien Collegium Bosniacum – bosnisch-herzegowinischer Studierendenhilfsverein Cultur Rotation Culture Meeting Point – Verein zur Förderung des Kulturaustausches Curartis – Verein für kulturelle und soziale Entwicklung Mittel- und Osteuropas Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften – PaN Dachverband für interkulturelle Initiativen in Wien – Interkulti-Dach Dachverband für serbische Vereine in Wien Zajednica srpskih klubova u Becu Dhamma Zentrum – Nyanaponika – Verein zur Förderung der Forschung, Lehre und Praxis im Theravada Buddhismus und des Dialogs mit Religion, Philosophie und Psychologie Dialog„Um das Zusammenleben zu erleichtern und zu verstärken“ ditiramb – Der interkulturelle Verein Educult – Denken und Handeln im Kulturbereich Ethiopia Hagere – Äthiopischer Verein für Integration und Kulturaustausch in Österreich(Ä.V.I.K.Ö.) Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Exist – Verein zur Integration und Förderung von Kultur und Gesundheit Fei Yue: Kulturverein Schwungvoll 276 Internationaler Kulturaustausch, Integration � 3 000,00 � 1 500,00 � 2 000,00 10 000,00 7 500,00 � 1 000,00 � 3 000,00 3 000,00 � 7 000,00 1 400,00 1 800,00 1 500,00 � 15 500,00 1 000,00 1 200,00 � 3 300,00 � 5 000,00 � 2 500,00 8 500,00 � 1 000,00 1 500,00 � Förderungen in Zahlen Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich Föderation der Demokratischen ArbeiterInnenvereine in Österreich für Solidarität und Völkerverständigung(Verein DIDF) Föderation für Weltfrieden – Universal Peace Federation Austria Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik Francultures – Plattform Frankophoner Kulturen/ Plateforme des Cultures Francophones Freundeskreis Kunstgalerie Meduna Fußballclub Roma FUTUREBAG – Eine Tasche für die Zukunft, Verein zur Förderung bedürftiger Kinder in Bosnien-Herzegowina Gemeinschaft Polnischer Organisationen in Österreich„Forum der Polen“ Gipsy Music Association HipHopConnection – Kulturverein Hrvatski centar za kulturu, naobrazbu i politiku/Kroatisches Zentrum für Kultur, Bildung und Politik Humanitäre Hilfe für Syrien Hypathia – Die intellektuelle Frau Igorot Austria – Cordillera IKA – Verein für interkulturellen Austausch und Bereicherung der Wiener Kunst- und Musikszene IKI WIEN – Interkulturelle Initiative Wien iKUSZ Internationales Zentrum für Kunst-Kultur-Science& Soziales ImmigrantInnen Kultur und Solidaritäts Verein Indische katholische Gemeinde Erzdiözese Wien Information und Kultur Ägyptens(Verein zur internationalen Forschung und integrationsrelevanter Info) Initiative Lateinamerika 5 000,00 4 500,00 3 000,00 � 2 500,00 2 000,00 4 000,00 � 1 000,00 � 2 500,00 2 000,00 6 500,00 � 1 000,00 � 12 000,00 1 500,00 � 4 000,00 � 1 500,00 � 3 000,00 3 000,00 � 3 000,00 � 11 000,00 � 2 000,00 � 1 000,00 1 500,00 � Internationaler Kulturaustausch, Integration � 277 Förderungen in Zahlen Initiative Minderheiten. Verein zur Förderung des Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheiten Interkultureller Nazim Hikmet Verein Internationale Chopin-Gesellschaft in Wien Internationaler Verein des Licht des Buddha Internationales Rettungskomitee für IranerInnen(Iran SOS) Iranische Kulturgemeinde in Österreich I.K.G.Ö. Iranischer Kulturverein Andischeh Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma(auf Deutsch: Grenzgänger) Istanbul Kulturverein in Wien Klub polnischer Intellektueller Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit Kultur Horizonte – Association for the widening of horizons through arts and culture Kultur und Denkart Verein Yunion, kurz„KUD Yunion“ Kultur- und Sportverein Zagreb Kultur Verein„Vida Pavlovic“ Kulturhafen Wien KulturRaum Neruda Kulturtreff International Kulturverein – Bulgaren in Österreich Kulturverein„Pena Flamenca Sin Fronteras Wien“ Kulturverein KlezMORE Festival Vienna Kulturverein Makam Kulturverein Wostok Kulturzentrum„I love Polen“ Kurdisches Zentrum KuuL – Forum für Kunst und Literatur 278 Internationaler Kulturaustausch, Integration � 3 000,00 2 000,00 � 9 500,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 3 500,00 � 2 000,00 � 500,00 15 000,00 � 5 000,00 � 500,00 � 12 000,00 2 000,00 � 5 000,00 � 1 500,00 � 6 000,00 � 2 500,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 1 000,00 � 12 000,00 � 1 500,00 � 4 500,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 6 000,00 � Förderungen in Zahlen Lalish Theaterlabor/Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Lateinamerikanische Medien Initiative LINE IN – Interkultureller Verein für Theater, Film, Musik, Kunst und Kulturveranstaltungen zum Austausch und zur Integration von Kindern, Jugendlichen und Studierenden im Sinne der Vielfalt und Diversität MALA EZIDIYA – Verein der Yeziden in Österreich Mala/Bone Dersim. Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Erforschung der Kultur, Natur und Sprache von Dersim Mandolinenorchester Alszauber Mesopotamien Kultur- und Sportverein Metropolitan Kammerorchester Wien Mondo Musika Muhabbet Freundschaftliche Unterhaltung Kulturverein Integration Dialog Multikulturelle Kindergruppe Bärli – Brumm-Brumm Musikverein Sieben Zwetschken NAPRAFORGOK – Verein zur Förderung von ungarischen Volkstanz und Volksmusik Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst Neue Arena 2000 Neuer Wiener Diwan. Verein zur Förderung von Literatur und Kunst OESA – Verband Hellenischer Vereine in Österreich Orient Express – Beratungs-, Bildungs- und Kulturinitiative für Frauen Österreichisch – Türkische Gesellschaft zur Förderung der kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei Österreichisch Kroatische Gesellschaft 3 000,00 3 500,00 � 3 000,00 � 2 000,00 � 3 000,00 7 000,00 2 000,00 � 15 000,00 � 2 000,00 � 2 000,00 � 14 000,00 2 000,00 � 3 300,00 � 1 000,00 4 000,00 1 000,00 � 2 600,00 � 12 000,00 � 2 000,00 3 000,00 3 000,00 � Internationaler Kulturaustausch, Integration � 279 Förderungen in Zahlen Österreichische Helsinki Vereinigung(ÖHV) für Menschenrechte und Internationalen Dialog Österreichische-Ghanesische Gesellschaft Austrian-Ghanaian Union (AGU) Österreichisches Nationalkomitee im ICTM Österreichisch-Kroatischer Dachverein für Bildung, Kultur und Soziales„Anno 93“ Österreichisch-Nepalesische Gesellschaft SAGARMATHA Österreichisch-polnischer Verein für Kultur und Information „ipolen.at“ Österreichisch-Serbische Gesellschaft Österreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft(ÖUFG) Pan Afrikanisches Forum in Österreich für Kultur und politische Entwicklung Afrikas – Pan African Forum in Austria Passion Artists – Kulturverein zur Förderung der Musiker und Künstlern Phuenthai in Österreich – Kulturverein PIRAMIDOPS, Verein für Frauen- und Gemeinwesenarbeit Polnisch-Österreichische Initiative der wirtschaftlichen Zusammenarbeit PAIWG Projekt Integrationshaus Radio Afrika – Verein zur Verbesserung der europäischafrikanischen Beziehungen ROJ BASCH – Verein anatolische Kunst-& Kulturbrücke Ruandesische Diaspora in Österreich(RDÖ) SAM-DER Austria Kultur-, Integrations-& Bildungsverein SAZ-Verein(Anatolischer Langhalslautenverein) in Wien Serbisches Kulturforum Sino Culture and Art in Austria sirene – Podium für neues Musiktheater SKV Suryoyo Sport- und Kulturverein der Syrisch/Orthodoxen Gemeinde 280 Internationaler Kulturaustausch, Integration � 3 000,00 3 000,00 2 000,00 � 5 000,00 1 000,00 � 8 000,00 2 500,00 � 1 500,00 � 1 200,00 8 500,00 2 000,00 � 2 000,00 � 4 700,00 3 000,00 � 1 500,00 5 500,00 � 2 000,00 � 2 500,00 � 2 500,00 � 5 000,00 � 2 000,00 � 2 300,00 � 4 000,00 Förderungen in Zahlen Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen SREBRENICA Wien – Plattform Bosnien – Österreich Stadtteilzentrum Simmering – Klein-Paris, Verein zur Förderung des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Simmering Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit – Wien SWINGDANCE BIG BAND Takt – Polnisch-Österreichischer Kultur Verein Teatr AA Vademecum Kulturverein THEATERWERKSTATT – Zentrum der Kreativität, des Spiels und spontanen Gestaltens Union der Ghanaer in Österreich – Union of Ghana Nationals in Austria United Europe Orchester – Rondo DANube Verband der Polen in Österreich„Strzecha“, Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Verband von Kurdischen Vereinen in Österreich(Feykom) Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica Haus Verein der LehrerInnen aus der Türkei Verein der russischen Kultur Verein für Arabische Frauen„VAF“ Verein für chinesische Frauen Verein für ImmigrantInnen aus Kurdistan Verein für Sport und Kultur – Andromeda Verein Iranischer Ingenieure/innen in Österreich Verein Iranischer SeniorInnen – Aschiane Verein Polnischer Ingenieurinnen und Ingenieure in Österreich Verein Projekt Theater Verein SimA zur Förderung von Kunst, Kultur und Bildung 3 000,00 � 1 500,00 � 25 000,00 1 000,00 1 500,00 � 3 000,00 � 10 500,00 � 2 000,00 3 500,00 700,00 � 5 000,00 12 000,00 � 1 000,00 � 2 500,00 � 1 500,00 � 4 000,00 � 2 000,00 � 8 000,00 � 1 500,00 � 2 500,00 � 3 000,00 � 4 500,00 � 4 000,00 � 1 500,00 � Internationaler Kulturaustausch, Integration � 281 Förderungen in Zahlen Verein zur Förderung der kroatischen Musik Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich Verein zur Förderung eines koreanischen Kulturhauses in Wien – Korea Kulturhaus Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit Verein zur Förderung von Nischenkultur Verein zur Unterstützung der Kreativität der iranischen Künstler Cdd/didaredustan Vereinigung für Frauenintegration Amerling VIDC – Kulturen in Bewegung Vienna.ACTS, Verein zur Förderung von Kunst Vision Babylon – Kulturverein Wiener Malayalische Gesellschaft(Vienna Malayalee Association) Wiener Ungarischer Kulturverein Delibáb – Becsi Magyar Kulturegyesület Delibáb Wiener Volksliedwerk Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft World Public Forum – Dialogue of Civilizations Yeni Demokratik Kadin Neue demokratische Frauen Zentrum für Kunstprojekte Zypriotisches Kulturzentrum Summe Rahmenbetrag Interkulturelle Aktivitäten SUMME INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION 2 500,00 � 5 000,00 � 1 500,00 1 000,00 1 000,00 � 2 000,00 1 000,00 � 4 000,00 � 15 000,00 � 2 000,00 � 1 500,00 � 2 500,00 2 000,00 � 10 000,00 � 3 000,00 � 1 500,00 � 8 000,00 � 2 000,00 � 655 900,00 � 1 025 094,68 � 282 Internationaler Kulturaustausch, Integration � Förderungen in Zahlen GROSSVERANSTALTUNGEN Blasmusikfest Wiener Festwochen GmbH SUMME GROSSVERANSTALTUNGEN SONSTIGE FÖRDERUNGEN Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise und Ehrungen Krenek-Preis Würdigungs- und Förderungspreise Ehrengräber Friedhöfe GmbH Friedhöfe bauliche Maßnahmen Gräberpflege SUMME SONSTIGE FÖRDERUNGEN 185 268,71 10 811 000,00 � 10 996 268,71 20 294 929,25 8 000,00 148 000,00 � 190 056,16 � 622 954,49 � 37 151,40 � 112 344,38 � 21 413 435,68 � Großveranstaltungen• Sonstige Förderungen � 283 kunst- und kulturbericht/ frauenkulturbericht der stadt wien 2011 Kunst- und Kulturbericht Frauenkulturbericht der Stadt Wien 2011 Kunst- und Kulturbericht Frauenkulturbericht der Stadt Wien 2011 Herausgegeben von der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft des Magistrats der Stadt Wien Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher – MA 7 Wolfgang Wais – Wiener Festwochen Dr. Gerald Matt – KUNSTHALLE wien Dr. Gerald Matt – KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien MMag.a Gerlinde Seitner – Filmfonds Wien Dr.in Marijana Stoisits – Vienna Film Commission Dr.in Brigitte Rigele – MA 8 Dr.in Sylvia Mattl-Wurm – MA 9 Dr. Wolfgang Kos – Wien Museum Mag.a Karin Fischer-Ausserer – Stadtarchäologie Mag.a Karin Rick – Frauenkulturbericht Lektorat: Andrea Traxler Layout: Mag. Niko Manikas Cover: Margot Pilz,„Identität“, aus der Serie„The White Cell Project“, 1983, Farbfoto, Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA Covergestaltung: Mag. Niko Manikas Druck: AV+ Astoria Druckzentrum GmbH, Wien Redaktion: Mag.a Karin Rick Bezugsadresse: MA 7 – Kultur Friedrich-Schmidt-Platz 5 1082 Wien e-mail: post@ma07.wien.gv.at www.kultur.wien.at Inhalt KUNST- UND KULTURBERICHT.................................................................................... 9 Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7........................................................................11 Theater.....................................................................................................................11 Wiener Festwochen....................................................................................................12 Musik........................................................................................................................27 Literatur....................................................................................................................28 Bildende Kunst...........................................................................................................29 KUNSTHALLE wien....................................................................................................31 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.........................................................................43 Kulturelles Erbe.........................................................................................................50 Film und Kino............................................................................................................52 Filmfonds Wien..........................................................................................................52 Vienna Film Commission.............................................................................................74 Neue Medien.............................................................................................................80 Stadtteilkultur und Interkulturalität.............................................................................81 Veranstaltungen........................................................................................................82 Auslandskultur...........................................................................................................82 Ehrungen...................................................................................................................83 Wissenschaft.............................................................................................................83 Wiener Stadt- und Landesarchiv – MA 8.......................................................................96 Wienbibliothek im Rathaus – MA 9...............................................................................98 Wien Museum..........................................................................................................112 FRAUENKULTURBERICHT.........................................................................................125 Kulturabteilung der Stadt Wien – MA 7......................................................................127 Theater...................................................................................................................127 Wiener Festwochen..................................................................................................137 Musik......................................................................................................................140 Literatur..................................................................................................................144 Bildende Kunst.........................................................................................................150 KUNSTHALLE wien..................................................................................................157 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.......................................................................159 Kino........................................................................................................................161 Film........................................................................................................................163 Filmfonds Wien........................................................................................................165 Neue Medien...........................................................................................................173 Stadtteilkultur und Interkulturalität...........................................................................175 Wissenschaft...........................................................................................................181 Stadt- und Landesarchiv – MA 8.................................................................................220 Hochschuljubiläumsstiftung.....................................................................................220 Wienbibliothek im Rathaus – MA 9.............................................................................225 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN.....................................................................................227 „Wer diesen Bericht aufschlägt, findet eine endlose Reihe von Namen und Zahlen – das sieht auf den ersten Blick nicht sehr aufregend aus. In Wirklichkeit aber ist das ein Buch voller Bilder und Wunder. Hinter jedem einzelnen Namen steht eine Künstlerin oder ein Künstler, eine Bühne, ein Buch, eine Tanzperformance, ein Konzert... Hinter jeder Zahl verbirgt sich eine eigene Welt. Jahr für Jahr macht dieser Bericht öffentliche Kulturförderung transparent und veranschau­ licht, was sie bewirkt.“ Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien www.mailath.at www.wien-denkt-weiter.at KUNST- UND KULTURBERICHT KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Die Erfolgsgeschichte der Wiener Bühnen konnte auch 2011 fortgesetzt werden. Die Häu­ ser boten in ihren Spielplänen mit einem großen Spektrum zwischen experimentierfreudiger Avantgarde und bewährter Tradition die gesamte Bandbreite gegenwärtiger Darstellungs­ kunst an und freuten sich über einen entsprechend guten Publikumszuspruch. Neben den traditionsreichen Wiener Großbühnen konnte aber auch die Off-Szene mit interes­ santen Ideen reüssieren und mit ihrem Programmangebot nicht nur die kleinen und mittleren Häuser füllen, sondern auch theaterfremde Orte erobern. So verursachte z. B. die freie Gruppe „wenn es soweit ist“ von Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf mit ihrem Projekt„Ganymed Boarding“ an mehreren Abenden im Kunsthistorischen Museum ZuseherInnenanstürme. Per­ formerInnen und SchauspielerInnen der unterschiedlichsten Stilrichtungen interpretierten zeitgenössische Texte, die sich auf berühmte Bilder des Museums bezogen, vor eben diesen. Diese Produktion erhielt den Off-Theater-Nestroypreis und setzte sich damit gegen starke Konkurrenz wie etwa Frederic Lions erfolgreiches Theater Nestroyhof Hamakom oder Justus Neumanns originelle Ein-Mann-Interpretation des Nibelungenlieds durch. Die Wiener Off-Theater-Szene wird auch international immer mehr wahrgenommen, wobei sich die Zusammenarbeit mit Koproduktionshäusern und anderen Bühnen als hilfreich und zu­ nehmend effizient erweist. Die Tanz- und Performanceszene pulsiert mehr denn je, ist international gut vernetzt und bie­ tet dem Nachwuchs genügend Raum und Entfaltungsmöglichkeiten. Auch versteht es die Szene schnell, sich in Zeiten angespannter Budgets neuen Situationen anzupassen und Synergien zu suchen. So hat sich die neue Plattform PZTT(Plattform zeitge­ nössischer Theater- und Tanzhäuser) gebildet, auf der sich zahlreiche Wiener Bühnen zusam­ mengefunden haben. Die freien Musiktheatergruppen wiederum präsentierten 2011 ein neu­ es Webportal(www.musiktheater-wien.at), das Informationen zu aktuellen Produktionen und zu den einzelnen Gruppen liefert. Ein wichtiges Thema in der Wiener Theaterlandschaft war die künstlerische Auseinanderset­ zung mit dem migrantischen, bzw. postmigrantischen Theater. Ausgehend von der These, dass sich gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Entwicklungen auch in den Theatern, und hier sowohl auf der Bühne als auch im ZuschauerInnenraum widerspiegeln sollten, hat die Kul­ turabteilung gemeinsam mit der Garage X(Theater am Petersplatz) und der Gruppe„daskunst“ die Projektreihe„Pimp my integration“ initiiert. Unter diesem Titel wurden und werden nicht nur österreichische und internationale Produktionen, die sich diesem Thema widmen, gezeigt, sondern durch die Gestaltung eines reichhaltigen Rahmenprogramms auch unterschiedlichste Positionen dieses Schwerpunkts miteinander konfrontiert und möglichst viele InteressentIn­ nen in einen regen Diskussionsprozess eingebunden. Für die Szene können dadurch sowohl neue ProduzentInnen und Inhalte gewonnen werden, als auch neue RezipientInnen. Aber nicht allein die Off-Szene erkannte die Bedeutung dieser Thematik, auch das Volksthe­ ater widmete sich 2011 mit dem Projekt„Die Reise“ dieser auf den Großbühnen bisher wenig beachteten gesellschaftlichen Realität. In Kooperation mit der Wiener Gruppe„wenn es so­ weit ist“ erzählten 30 MigrantInnen verschiedenster Altersklassen und Herkunft die Geschich­ te ihrer Reise in unser Land, bzw. von ihren Schicksalen. Für dieses Projekt wurde auch mit dem KunstSozialRaum brunnen.passage, von der Stadt Wien seit 2009 konzeptgefördert, zusamTheater 11 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 mengearbeitet. Diese Produktion wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und konnte viele berühren, erschüttern oder auch erstaunen. Zudem konnten auch neue Publikumsschich­ ten gewonnen werden. Die Stadt Wien unterstützt diesen Öffnungsprozess, der mit Sicherheit weiter voranschreiten und neue Leitbilder, bzw. Modelle hervorbringen wird. Neben der Förderung der vielfältigen Wiener Theaterlandschaft mit ihren zahlreichen Bühnen und freien Gruppen, wurde 2011 mit einem Evaluierungsprozess begonnen, bei dem die Aus­ wirkungen der Maßnahmen, die im Rahmen der„Wiener Theaterreform“ gesetzt wurden, wis­ senschaftlich untersucht werden sollen. Wiener Festwochen 13. Mai – 19. Juni 2011 Die Wiener Festwochen unter Intendant Luc Bondy, mit Schauspieldirektorin Stefanie Carp, Musikdirektor Stéphane Lissner und Geschäftsführer Wolfgang Wais können eine hervorra­ gende Bilanz vorlegen. Die Aufführungen fanden ein neugieriges und begeisterungsfähiges Publikum. Erfreulich viele junge Menschen besuchten die Veranstaltungen. Noch nie gab es so gute Auslastungszahlen bei den Produktionen. BesucherInnenauslastung: 94,31% (2010: 94,21%/ 2009: 91,41%) Von 46 462 Karten wurden 43 816 ausgegeben. (2010: von 52 445 Karten 49 406/ 2009: von 48 148 Karten 44 009) 26 Produktionen hatten eine Auslastung von über 90 Prozent, davon waren 15 Produktionen zu 100 Prozent ausverkauft. Die GesamtbesucherInnenzahl belief sich auf 181 778. Dazu gab es bei freiem Eintritt: die Eröffnung(53 000 BesucherInnen), das Tanztheaterstück Oreste ï a(10 500), alle Produktionen der Reihe Into the City(9 900), viele Produktionen der Rei­ he forum festwochen ff und die Ausstellung Scratching on Things I Could Disavow. Mit 45 Produktionen zeigten die Wiener Festwochen ein vielfältiges Programm – darunter 12 Uraufführungen, drei Neuinszenierungen und fünf Auftragswerke. KünstlerInnen und Ensembles aus 24 Ländern Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grönland, Großbritannien, Indien, Island, Japan, Kanada, Kasachstan, Kolumbien, Lettland, Libanon, Litauen, Mali, Mazedonien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien, Spanien, Ungarn, USA Im Zentrum des Interesses Eröffnung; Verdi-Oper Rigoletto, Omer Meir Wellber(Musikalische Leitung), Regie: Luc Bondy; Oreste ï a von Iannis Xenakis als Open-Air-Aufführung auf dem Karlsplatz; Uraufführung ±0 von Christoph Marthaler; Uraufführung Desdemona von Toni Morrison(Text) und Rokia Traoré(Musik), Regie: Peter Sellars; im Japan-Schwerpunkt besonders Compartment City – Vienna von Akira Takayama; die beiden Jon Fosse-Stücke Rêve d’automne und I Am the Wind, Regie: Patrice Chéreau; die Regiearbeiten von Andreas Kriegenburg( Diebe) und Robert Lepage( The Far Side of the Moon); Les Chaises von Eugène Ionesco, Regie: Luc Bondy; Frank Castorfs Bearbeitung von Dostojewskijs Der Spieler; die Reihen Into the City sowie signed, sealed, delivered und forum festwochen ff Wieder erfreulich großes Medienecho im In- und Ausland Rund 3 800 Medienberichte von 428 JournalistInnen aus 26 Ländern(Inland 304, Ausland 124). 12 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Jahre im Vergleich Wiener Festwochen 2009 39 Produktionen aus 27 Ländern mit 187 Vorstellungen. Ausstellung Ich bin ganz wo anders – Jam krejt dikund tjetër. Filmreihe Die Filme von Wassili Schukschi n. Von 48 148 Karten wurden 44 009 ausgegeben. BesucherInnenauslastung 91,41%. Viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt. Wiener Festwochen 2010 52 Produktionen aus 25 Ländern mit 200 Vorstellungen. Ausstellungen Setting of a Drama und Im Paradiesgarten. Filmreihe Ophüls und Ophüls. Von 52 445 Karten wurden 49 406 ausgegeben. BesucherInnenauslastung 94,21%. Viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt. Wiener Festwochen 2011 45 Produktionen aus 24 Ländern mit 220 Vorstellungen Installationen Safe European Home?, Scratching on Things I Could Disavow, The Good Life und Six Acts: An Experiment in Narrative Justice Von 46 462 Karten wurden 43 816 ausgegeben. BesucherInnenauslastung 94,31%. Viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt. 6 Eigenproduktionen: Safe European Home?, wünsch dir was, The Survival Project und Survi­ ving Survival, San Jeronimo – Heiliger Hieronymus, HELLO 2111, Künstlerdialoge I – IV 24 Koproduktionen: Eröffnung Wiener Festwochen, Oreste ï a, Rigoletto, Wüstenbuch, melting pot, ±0, Neutral Hero, Desdemona, Wastwater, Compartment City – Vienna, Rêve d’automne [ Traum im Herbst], I Am the Wind, Scratching on Things I Could Disavow, Gang zum Patentamt, art for a lonely heart, Show Ghost, How Far Can We Talk?, Uhlich, shoot me, Les Chaises[ Die Stühle], Rheingold, Der Spieler, Bodenprobe Kasachstan, tagfish 15 Gastspiele: Nehéz istennek lenni[ Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein], Diebe, Latvie š u m ī lest ī ba[ Lettische Liebe], The Far Side of the Moon, The Sonic Life of a Giant Tortoise, Castle of Dreams, Opening Night, Vysniu Sodas[ Der Kirschgarten], Pénombre, Mission, The Select (The Sun Also Rises), Los Santos Inocentes[ Das Fest der Unschuldigen Kinder], The Good Life/ Six Acts: An Experiment in Narrative Justice, The Norm Olympics, Notstand Photo-Romance: abgesagt Am besten besuchte Produktionen Auslastung 100 Prozent: Wüstenbuch, Wastwater, Diebe, Rêve d’automne, I Am the Wind, Nehéz istennek lenni, The Sonic Life of a Giant Tortoise, Castle of Dreams, Vysniu Sodas, Rhein­ gold, Pénombre, art for a lonely heart, shoot me, Los Santos Inocentes, The Norm Olympics Auslastung unter 100 Prozent: Rigoletto(98,97%), Les Chaises(98,60%), Der Spieler(98,57 %), Latvie š u m ī lest ī ba(98,36%), The Far Side of the Moon(97,84%), Desdemona(97,54%), Bodenprobe Kasachstan(97,24%), The Select(The Sun Also Rises)(95,47%), San Jeronimo (94,23%), Mission(92,59%), Show Ghost(92,53%) BesucherInnenzahlen Eröffnung Rathausplatz(53 000 BesucherInnen), Vorstellungen[Verkauf Wiener Festwochen] (43 816), Oreste ï a(10 500), Into the City(9 900), forum festwochen project space karlsplatz Wiener Festwochen 13 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 (830), Installation The Good Life/ Six Acts(1 000), Compartment City – Vienna(673), Fest­ wochen Lounge im Looshaus(2 800), Publikumsgespräche(1 500), Werkeinführungen(270), Installation Scratching on Things I Could Disavow(1 028), Wiener Konzerthaus: Musikfest (55 611), jugendFREI Workshop(850 TeilnehmerInnen) Die Programme im Einzelnen Musikprogramm Im Musikprogramm von Stéphane Lissner fand mit Rigoletto die erste Neuproduktion der Ver­ di-Trilogie der Wiener Festwochen zum zweihundertsten Geburtstag des Komponisten statt. 2012 folgt La Traviata und im Verdi-Jahr 2013 Il Trovatore. Parallel zum Verdi-Zyklus gibt es im Musikprogramm einen ebenfalls in drei Teilen angelegten zeitgenössischen Zyklus, der in die­ ser Saison mit Wüstenbuch eröffnet wurde. Mit einer Neuproduktion der Oresteïa des 2001 verstorbenen Komponisten Iannis Xenakis wurde 2011 seines zehnten Todestages gedacht. Das Publikumsinteresse und das mediale Interesse für die drei Produktionen im Musikpro­ gramm waren beeindruckend. Die Rigoletto-Neuproduktion fand international besonders große Beachtung. Bei Rigoletto betrug die Auslastung 98,97 Prozent, bei Wüstenbuch 100 Prozent. Die Oresteïa-Aufführungen bei freiem Eintritt auf dem Karlsplatz sahen rund 10 500 BesucherInnen. Mit Oresteïa als Open-Air-Produktion von den Wiener Festwochen und der Wiener Taschen­ oper vor der Karlskirche wurde das Musikprogramm eindrucksvoll eröffnet. Mit dieser Auffüh­ rung von Xenakis’ auf Aischylos’ Orestie basierendem Werk wurde anspruchsvolles modernes Musiktheater zum Nulltarif geboten – ein Höhepunkt im Festwochen-Programm. Bei der Um­ setzung als antikes Spiel nutzten Regisseur Carlus Padrissa(von der Künstlergruppe„La Fura dels Baus“) und Bühnenbildner Roland Olbeter vor allem den Brunnen des Karlsplatzes sowie den Portikus der Karlskirche als imposante Spielflächen. Wasser, Licht- und Feuereffekte wa­ ren die zentralen Elemente der Inszenierung. Unter der versierten und umsichtigen musikali­ schen Leitung von Peter Rundel spielte das Remix Ensemble Casa da Música aus Porto. Es sang der Wiener Webern Kammerchor der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Solisten waren Bariton Carl Rosman und Dirk Rothbrust Perkussion, die viel Lob für ihre exzel­ lente Interpretation bekamen. Die Handlung wurde von Michael Masula als Sprecher verdeut­ licht. Für die spektakulären Pyroeffekte war Thomas Bautenbacher verantwortlich. Die Zuse­ her verfolgten gebannt im Halbkreis um den Brunnen gedrängt das Geschehen. Am Ende jeder Aufführung gab es viel Applaus. Das mediale Interesse war sehr groß und die Besprechungen waren großteils positiv. Im Zentrum des Musikprogramms stand die Neuproduktion von Verdis Rigoletto in der In­ szenierung von Festwochen-Intendant Luc Bondy und unter der musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber. Diese Aufführung zählte zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen. Ihr galten die größte Aufmerksamkeit und das größte internationale mediale Interesse. Rigoletto, die Geschichte eines Narren, der selbst genarrt wird und von seinen eigenen Fall­ stricken zu Fall gebracht wird, inszenierte Luc Bondy mit psychologischer Feinzeichnung und subtiler Personenführung. Er arbeitete mit einem jungen Ensemble von exzellenten Sänger­ darstellern im Bühnenbild von Erich Wonder. Dabei standen George Gagnidze(Rigoletto) und Chen Reiss(Gilda) als packendes Vater-Tochter-Paar im Mittelpunkt. Die musikalische Interpretation des jungen Dirigenten Omer Meir Wellber mit dem ORF RadioSymphonieorchester Wien und dem Arnold Schoenberg Chor spielte mit Klangschattierungen und dramatischen Akzentuierungen. George Gagnidze galt vielen als Idealbesetzung für die Titelpartie. Eine Entdeckung für viele war Chen Reiss. Das Presseecho in den österreichischen 14 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Medien war geteilt. Viele große internationale Medien haben die Aufführung wahrgenommen und sehr gut besprochen. Das Publikum reagierte einhellig mit großer Begeisterung. Die Rigoletto-Produktion der Wiener Festwochen wird im November 2012 an der Mailänder Scala, im Januar 2013 an der Met in New York gezeigt werden. Wüstenbuch, die neue Oper des österreichischen Komponisten Beat Furrer wurde im Musik­ programm in der Basler Uraufführungsinszenierung von Christoph Marthaler gezeigt. Wüsten­ buch beschreibt eine Reise in die Wüste als einen Raum des Fremden, der Einsamkeit, als Me­ tapher für den Tod und das Nichts. Die Textfragmente u. a. von Ingeborg Bachmann und Händl Klaus sind ein Bestandteil der Partitur, vermischen sich einmal mit dem Klang der Musik, bilden dann wieder eigene Textinseln, die sich aus dem Klang des verschieden gesprochenen Wor­ tes ergeben. Beat Furrers faszinierende, antinarrative und vielschichtige Komposition erfährt in Christoph Marthalers Bildersprache seine kongeniale Umsetzung. Im Bühnenraum von Duri Bischoff sind die Gäste, Gestrandete in einem Hotel zu sehen und ihre Versuche, miteinander in Kontakt zu treten, Nähe zu finden, um immer wieder aufs Neue zu scheitern. Zum Ende der Festwochen gab es mit Wüstenbuch einen weiteren Programm-Höhepunkt und einen schönen, markanten Abschluss. Bei der Premiere dieser Festwochen-Koproduktion gab es großen Jubel für den Komponisten und alle Beteiligten: die wunderbaren Marthaler-Schau­ spieler, das brillante Klangforum Wien wie das grandiose Vokalensemble NOVA und die So­ listen, allen voran die herausragende Sopranistin Hélène Fauchère. Besonders erfreulich war das Publikumsinteresse für dieses Werk der zeitgenössischen Musik. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Das Medieninteresse war groß und es gab viele sehr gute Besprechungen. Im Musikprogramm gab es vor jeder der sieben Rigoletto- und Wüstenbuch-Vorstellungen eine Werkeinführung. Vom Publikum sehr geschätzt, waren die Werkeinführungen mit insgesamt circa 270 Menschen sehr gut besucht. Musikdirektor Stéphane Lissner hat 2006 mit Into the City, kuratiert von Wolfgang Schlag, eine neue Reihe im Musikprogramm initiiert. 2011 realisierte Into the City drei unterschiedliche Projekte im öffentlichen Raum von Wien mit insgesamt 9 900 Besuchern. Alle Veranstaltungen waren bei freiem Eintritt. Das Medieninteresse war zufriedenstellend, das Presseecho durch­ wegs sehr positiv und zustimmend. Das Musikprojekt melting pot vereinte in der Uraufführung einer einstündigen Orchesterar­ beit des Komponisten Bernhard Gander zeitgenössische Musik und aktuelle Jugendkultur wie Rap, Slam Poetry, Beatbox und Breakdance. Das Konzert unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und Stars der jungen Wiener Musikszene wie DJ Zuzze(Waxolutionists), EsRap, Fii, MA21, SaRa, Streetlife Supreme, Yasmin Hafedh fand in Wiens größter Shopping Mall, in der Arena im Donau Zentrum statt – gleichzei­ tig Einkaufstempel und einer der neuen Freizeitorte von Jugendlichen. Das Konzert besuchten 1 000 Menschen, der Großteil davon junge BesucherInnen mit Migrationshintergrund, die alle restlos begeistert waren. Das Kunst- und Vermittlungsprojekt Safe European Home? beschäftigte sich mit der Thematik von Minderheiten in Europa am Beispiel der Roma. Die Installation Safe European Home? von Delaine und Damian Le Bas auf dem Vorplatz des Parlaments und die von Suzana Milevska ku­ ratierte Ausstellung Roma Protokoll im Pressezentrum des Parlaments zählten zusammen mit dem Begleitprogramm rund 6 900 BesucherInnen. Zu den Begleitveranstaltungen gehörten ein Symposium, eine Filmnacht, eine Buchpräsentation und Meet your neighbours – ein Forum zum Wissensaustausch zwischen Roma-Organisationen, Initiativen und Besuchern. 17 Schul­ klassen mit insgesamt circa 500 Jugendlichen nutzten das Angebot einer 90minütigen Füh­ rung. Mit Roma-Kindern einer Volksschulklasse gab es einen eigenen Workshop. Das geplante Wiener Festwochen 15 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Abschlusskonzert Pakiv Tumenge musste wegen eines schweren Unwetters leider kurzfristig abgesagt werden. Das Kunstprojekt wünsch dir was des Architektinnen-Kollektivs ProstoRo ž am Siebenbrunnenplatz im 5. Bezirk rief die BewohnerInnen der Umgebung auf, Vorschläge und Ideen für den öffentlichen Raum abzugeben und diese auf einem 200 m 2 großen Stadtplan in Form eines be­ gehbaren Teppichs mittels eines Luftballons zu kennzeichnen. Es wurden rund 450 Wünsche deponiert, aktiv erkundigten sich mehr als 1 200 Bewohner über Möglichkeiten und Ideen für den 5. Bezirk. Das Eröffnungs- und Abschlussfest besuchten jeweils mehr als 400 BesucherIn­ nen. Die Bezirksvorstehung des 5. Bezirks wird den Wunsch nach einem Trinkwasserbrunnen am Siebenbrunnenplatz umsetzen. Wie nachhaltig die Reihe Into the City arbeitet, zeigt sich darin, dass beim Projekt wünsch dir was am Siebenbrunnenplatz eines der Wunschprojekte von der Stadtpolitik realisiert wird. Die Installation Safe European Home? war im Herbst bei der Romale! 2011 in Graz zu sehen und die Ausstellung Roma Protokoll mit Videoarbeiten von Roma-KünstlerInnen wurde im Herbst 2011 im Museum Arbeitswelt Steyr gezeigt. Schauspielprogramm Von den Enden der Welt über die Enden der Welt. Der Doppelsinn der Weltenden beschäftigte das diesjährige Schauspielprogramm von Schauspieldirektorin Stefanie Carp, das sich geogra­ phisch zwischen Grönland, Mali, Kasachstan und Kolumbien bewegte, und auch inhaltlich zwi­ schen extremen Klimazonen, in denen sinnfällig wurde, dass Wasser ein Kriegsgrund ist, und dass die Möglichkeit zu atmen und zu essen eine Ware wird, die sich nicht jeder leisten kann. „Für alle reicht es nicht“, hat Heiner Müller einmal kühl konstatiert, womit er nur unter der Prä­ misse Recht hat, dass man die gegenwärtige Verteilung der Ressourcen akzeptiert. Die Kämpfe um diese Verteilung sind härter und mitleidloser geworden, nicht nur an den Enden, auch in den Zentren der Welt. Das Publikum und die Medien begleiteten das Schauspielprogramm mit größter Aufmerk­ samkeit und Zustimmung, zeigte sich gegenüber neuen Formaten sehr aufgeschlossen und sehr interessiert an inhaltlichen Fragestellungen. Besonders erfreulich war das internationale Medieninteresse. Das Schauspielprogramm der Wiener Festwochen wurde mit einer neuen Arbeit von Christoph Marthaler eröffnet. Mit ±0 verwirklichte Christoph Marthaler seine Idee, ein Theaterprojekt in Grönland zu erarbeiten:„Kein Abend über Grönland, sondern über eine Faszination. Über Zustände und in Klang verwandelte Empfindungen“ mit viel wunderbarem Gesang und stum­ men Bildern, umgesetzt von einem exquisiten Ensemble im unnachahmlichen Bühnenraum von Anna Viebrock. Die Uraufführung in Nuuk war am 27. April. Die Uraufführung bei den Wiener Festwochen am 12. Mai zählte zu den Höhepunkten im diesjährigen Programm und fand unter großem Publikums- und Medieninteresse statt. Die Reaktionen für diese atmosphärisch dich­ te, sehr elegische, mit langen Phasen der Stille auch fordernde Aufführung fielen unterschied­ lich aus. Das Presseecho in den österreichischen Medien war geteilt, in den internationalen wurde die Aufführung sehr gut besprochen. ±0 wird nach Wien an den Orten der Koproduzenten gezeigt: Bergen Festival, Königliches Theater Kopenhagen, Théâtre de la Ville Paris, Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz Berlin und Stadsteater Stockholm. Richard Maxwell und seine Kompanie The New York City Players, die als renommierteste Grup­ pe der New Yorker Off-Szene gilt, beschäftigten sich in Neutral Hero, der neuen Arbeit des experimentellen New Yorker Theatermachers, mit der Figur des Helden und seinen Stereo­ 16 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 typen und hinterfragten amerikanische Mythen in der heutigen Realität. Die Aufführung bei den Wiener Festwochen als Premiere im deutschsprachigen Raum wurde kontrovers aufge­ nommen: Während viele ZuschauerInnen und auch ein Großteil der Presse ihre Erwartungen in diese Festwochen-Koproduktion nicht erfüllt sahen, fand der Abend auf der anderen Seite durchaus auch Fans, die sich beim gut besuchten Publikumsgespräch mit der Gruppe sehr dif­ ferenziert und zustimmend artikulierten. Simon Stephens zählt zu den wichtigsten GegenwartsdramatikerInnen. Sein jüngstes Stück Wastwater, ein raffiniert konstruiertes Triptychon mit Momentaufnahmen von Menschen in schicksalhaften Situationen, wurde gleich nach der Uraufführung am Londoner Royal Court Theatre in der realistischen, sehr genauen und sensiblen Inszenierung von Katie Mitchell bei den Wiener Festwochen gezeigt. Alle Vorstellungen dieser Festwochen-Koproduktion waren ausverkauft, auch das Medieninteresse war sehr groß. Publikum und Presse reagierten großteils euphorisch. Ein weiteres Programmhighlight war die Uraufführung von Desdemona, der in Wien von Peter Sellars kreierten und geprobten Festwochen-Produktion, die am 15. Mai, begleitet von großem Publikums- und Medieninteresse, Premiere feierte. Als Antwort auf Peter Sellars’ Othello-Inszenierung von 2009 hat Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison den Text zu Desdemona geschrieben, mit der Musik der aus Mali stammenden Sängerin und Liedermacherin Rokia Traoré. Vier Jahrhunderte nach ihrer Ermordung erzählt Desdemona ihre Geschichte, vom Tod durch Othello, der sie mit ihrer Kinderfrau Barbary, einer afrikanischen Sklavin, vereinte. Die amerikanische Schauspielerin Elizabeth Marvel verkörperte Desdemona, mit verstellter Stimme auch Othello und Emilia. Rokia Traoré trug Barbarys Lieder vor, begleitet von einem fantastischen Ensemble, einem Chor mit drei Frauen und zwei Instrumentalmusikern. Der li­ terarisch-musikalische Abend mit der sanften, sinnlichen und berührenden Musik von Rokia Traoré sowie der beeindruckenden Stimme und enormen Ausdruckskraft von Elizabeth Marvel zog das Publikum in seinen Bann. Es gab viel Jubel. Die Kritiken waren kontrovers. Nach der Uraufführung in Wien gastierte die Produktion mit großem Erfolg in Brüssel(KVS) und wird u. a. in Paris(Théâtre Nanterre-Amandiers), Berkeley/ Kalifornien(Cal Performan­ ces), New York(Lincoln Center for the Performing Arts), Berlin(spielzeit’europa I Berliner Fest­ spiele) und London(Barbican) zu sehen sein. Nehéz istennek lenni[ Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein], die neue Produktion des ungarischen Regisseurs Kornél Mundruczó um Menschenhandel, Pornogeschäft und eine gewaltberei­ te Sekte nach dem Science-Fiction-Klassiker der russischen Autorenbrüder Arkadi und Boris Strugazki wurde mit Spannung erwartet. Die Aufführung mit Live-Videoaufnahmen von ex­ zessiven Gewaltszenen, die jedoch immer wieder von kollektiven Gesangseinlagen gebrochen wurden, spielte auf den Ladeflächen zweier Trucks, die in der Remise Erdberg standen. Alle Vorstellungen des Gastspiels waren ausverkauft. Die Reaktionen von Publikum und Presse fielen weniger polarisiert aus als erwartet – der Skepsis und Ablehnung einiger stand die Be­ wunderung und Überraschung einer Mehrzahl der BesucherInnen entgegen. Einhellig positiv beurteilt wurde das intensive Spiel der großartigen DarstellerInnen. Als Gastspiel vom Deutschen Theater Berlin war Andreas Kriegenburgs gefeierte Urauffüh­ rungsinszenierung von Dea Lohers Diebe zu sehen, die auch zum Berliner Theatertreffen einge­ laden war. In 37 lose aneinander gereihten Episoden entwarf die Autorin die Lebensläufe von 12 Personen. Andreas Kriegenburg hat das düstere und dennoch der Komik nicht entbehrende Panorama von Menschen unserer Zeit in einem verblüffenden eigenen Bühnenbild, bestehend aus einem riesigen Schaufelrad, kongenial in Szene gesetzt – ein weiterer Höhepunkt im Pro­ gramm, der von Publikum und Presse gleichermaßen bejubelt wurde. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Wiener Festwochen 17 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ausgehend von Kontaktanzeigen hat Alvis Hermanis gemeinsam mit seinem wunderbaren En­ semble vom Jaunais R ī gas te ā tris das semidokumentarische Lettland-Porträt Latvie š u m ī lest ī ba [ Lettische Liebe] kreiert. In 13 Miniaturdramen rund um Liebe, Sehnsucht und Einsamkeit wur­ den 50 Biographien von fünf fantastischen SchauspielerInnen auf die Bühne gebracht. Es gab großen Jubel für den fast vierstündigen Abend, der zwar bereits 2006 entstanden war, mit dem Gastspiel in Wien jedoch erstmals außerhalb Lettlands gezeigt wurde. Ebenso euphorisch fielen die meisten Rezensionen aus. Mit dem Solostück The Far Side of the Moon war wiederum eine virtuose Arbeit des franko­ kanadischen Theatermagiers Robert Lepage zu sehen. Bildreich und phantasievoll hat er die Geschichte des amerikanisch-sowjetischen Wettlaufs in der Raumfahrt mit dem schwierigen Verhältnis zweier Brüder zueinander verbunden. Yves Jacques’ Darstellung des ungleichen Brüderpaars bot eine brillante, mitreißende Performance. Das Gastspiel wurde zum beeindru­ ckenden Theaterereignis. Es gab einhelligen Jubel von Publikum und Presse. Der flämische Regisseur Ivo van Hove präsentierte eine Bühnenfassung von John Cassavetes’ Filmklassiker Opening Night. Die Aufführung mit Live-Video als zentralem Gestaltungsele­ ment spielte ganz bewusst mit dem permanenten Perspektivwechsel zwischen der Totale der Bühne und den Nahaufnahmen auf der Videoleinwand. Inmitten eines in atemberaubender In­ tensität spielenden Ensembles großartig die schauspielerische Leistung von Elsie de Brauw als Myrtle, die aus Angst vor dem Altern in eine schwere Krise fällt. Vom Publikum, das zu einem kleinen Teil auch auf der Bühne saß, gab es viel Applaus. Die Rezensionen beurteilten die Ar­ beit unterschiedlich. Ein Teil des Schauspielprogramms war der viel beachtete Japan-Schwerpunkt TOKYO/ WIEN 2011, der schon lange vor der Katastrophe von Fukushima programmiert worden war und junge Positionen von Theater- und Performance-KünstlernInnen zu Alltag und Generationen­ krise in Tokio zeigte. Im Zentrum stand die für Wien adaptierte Installation Compartment City – Vienna des japani­ schen Künstlers Akira Takayama. Mit The Sonic Life of a Giant Tortoise von Toshiki Okada und der Gruppe chelfitsch sowie Castle of Dreams von Daisuke Miura mit der Kompanie Potudo-ru waren zwei Gastspiele aus Japan eingeladen. In der Festwochen Lounge im Looshaus gab es ein Künstlergespräch über„Zeitgenössisches Theater aus Japan“, an dem neben den Künst­ lerInnen des Japan-Schwerpunkts Akira Takayama und Daisuke Miura auch die Direktorin des Festival/ Tokyo Chiaki Soma und der deutsche Theaterwissenschafter Hans-Thies Lehmann teilnahmen. Der Japan-Schwerpunkt der Wiener Festwochen wurde ermöglicht durch die Förderung von The Japan Foundation, The Saison Foundation und der japanischen Agency for Cultural Affairs. Akira Takayama thematisierte in seinen Installationen Wohlstandsverlust und Sozialabstieg. Für Compartment City – Vienna, die Wiener Variante einer ursprünglich in Tokio entwickelten (und auch für Wien mit dem Festival/ Tokyo koproduzierten) urbanen Intervention mit Selbst­ erfahrungspotential, hatte er in einem Container im Resselpark auf dem Karlsplatz ein japani­ sches Kabinenkino, das in Japan auch als Zufluchtsort für Obdachlose und Flüchtlinge dient, detailgetreu nachgebaut. Im Container konnte man sich rund um die Uhr einmieten, mit japani­ schen Erfrischungen und Snacks versorgen und Videos mit hunderten Kurzinterviews ansehen, in denen Passanten, Touristen, Obdachlose in Wien und Tokyo Fragen nach Lebensgewohnhei­ ten, Wohnung und Perspektiven beantworteten. Anschließend konnte man eine Dating-Tour buchen und im Dating-Café ganz real einen Gesprächspartner mieten. Das Publikumsinteresse steigerte sich mit Fortdauer der Installation. Das Presseecho war sehr groß und sehr positiv. Besonders interessiert zeigten sich internationale Medien. 18 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Nach Freetime 2008 und Hot Pepper, Air Conditioner, and the Farewell Speech 2010 war mit The Sonic Life of a Giant Tortoise[ Das Klangleben einer Riesenschildkröte] die neue Arbeit des japa­ nischen Autors und Regisseurs Toshiki Okada und seiner Gruppe chelfitsch als Erstaufführung im deutschsprachigen Raum zu sehen. Fünf mittel bis gut situierte EnddreißigerInnen unter­ hielten sich über die Möglichkeiten des individuellen Glücks. Mit lakonischen Textfragmenten und einer eigenwilligen Sprech- und Körperchoreografie hat Okada eine berührende wie er­ schreckende Studie voll Musikalität und leiser Ironie über die Gefühlsdefizite der Wohlstands­ gesellschaft kreiert. Die Publikumsreaktionen und Pressestimmen waren sehr unterschiedlich. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. In Castle of Dreams zeichnete der junge japanische Regiestar Daisuke Miura ein schonungs­ loses Bild des Lebens junger Menschen in Tokio heute. Saturierte Langeweile und Perspektiv­ losigkeit lassen für Geschichten und Gefühle keinen Raum. Es wird kein Wort gesprochen. Die jungen Durchschnittsmenschen in einem vollgestopften Apartment vertreiben sich ihre Zeit mit fernsehen, Videospielen und vor allem Sex. Die radikale, komplett durchchoreografierte Aufführung wurde großteils positiv rezensiert und von einzelnen JournalistInnen sogar expli­ zit als ein Höhepunkt des diesjährigen Programms hervorgehoben. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Zu den Höhepunkten im Programm der Wiener Festwochen zählten zwei neue Inszenierungen von Patrice Chéreau, von dem nach langer Zeit wieder Schauspielarbeiten in Wien zu sehen waren: der Jon Fosse-Klassiker Rêve d’automne in französischer Sprache und I Am the Wind, ebenfalls ein Fosse-Stück, in der englischen Übersetzung von Simon Stephens. Die beiden Auf­ führungen konnten hintereinander an jeweils einem Abend gesehen werden. Das Publikums- und Medieninteresse für diese beiden Festwochen-Koproduktionen, die in Wien ihre Premiere im deutschsprachigen Raum feierten, war enorm. Chéreaus inszenierte Traumwelten zogen das Publikum in ihren Bann: Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Patrice Chéreau verlegte Jon Fosses Rêve d’automne[ Traum im Herbst] von der originalen Friedhofskulisse in den Louvre, wo auch die Premiere stattfand. Für den Theaterraum wurde der Louvre von Bühnenbildner Richard Peduzzi nachgebaut. In Chéreaus intensiver, atmosphä­ risch dichter Inszenierung dieser traumverlorenen Zeitreise durch Liebe und Begehren mit der ihm eigenen Bildsprache, brillierten die französischen StarschauspielerInnen Valeria Bruni Tedeschi und Pascal Greggory als das Paar, das sich nach Jahren wieder begegnet, und Bul­ le Ogier als Mutter. Die Publikumsreaktionen waren großteils euphorisch. Die Kritiken fielen unterschiedlich aus. In I Am the Wind erinnern sich zwei Männer an einen Segeltörn, bei dem sich einer der beiden aus Verzweiflung tötet und den anderen allein in einem schweren Sturm zurücklässt. In der Re­ gie von Patrice Chéreau beeindruckten die beiden jungen englischen Darsteller Jack Laskey und Tom Brooke(von der Londoner Theatergruppe Young Vic) mit ihrem intensiven Spiel. Richard Peduzzi hatte einen genialen Bühnenraum samt im Wasser schwankendem„Boot“ entworfen. Das Publikum reagierte mit großer Zustimmung. Das Presseecho war überwiegend positiv. Scratching On Things I Could Disavow, das jüngste Projekt des in New York ansässigen libane­ sischen Künstlers Walid Raad, wurde als Koproduktion der Wiener Festwochen in Kooperation mit Thyssen-Bornemisza Art Contemporary im T-B A 21 erstmals im deutschsprachigen Raum präsentiert. In der originellen Ausstellungs-Performance hat Walid Raad seine persönliche Kunstgeschichte der arabischen Welt mit sich selbst als Erzählerfigur und„Museumsführer“ entwickelt und kommt dabei auch auf die Arbeit seiner„Atlas Group“ zurück. Neben den Aus­ stellungsrundgängen von Walid Raad in englischer Sprache gab es Termine in deutscher Spra­ che mit Markus Reymann. Das Publikumsinteresse für dieses grenzüberschreitende Projekt im Bereich der darstellenden und bildenden Kunst war sehr erfreulich. Ebenso erfreulich waren das Medieninteresse und die durchwegs sehr positiven Besprechungen. Wiener Festwochen 19 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Aus familiären Gründen konnten die beiden libanesischen Künstler Linah Saneh und Rabih Mroué nicht nach Wien kommen. Alle Vorstellungen ihrer semi-dokumentarischen Perfor­ mance Photo-Romance bei den Wiener Festwochen mussten kurzfristig abgesagt werden. In der Festwochen Lounge im Looshaus gab es unter dem Titel„Aufbrüche: Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten“ eine Gesprächsrunde mit KünstlerInnen aus Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran. Es war das Ziel dieser Sonderveranstaltung der Wiener Festwochen, die revolutionären Ereignisse der vergangenen Monate in Tunesien, Ägypten, Je­ men, Syrien, Iran und anderen Ländern aus der Sicht von Künstlern der Region zu reflektieren und zu diskutieren. Teilgenommen haben aus Teheran der Theaterregisseur Hamid Pourazari und die Schauspielerin Bita Samimizad, aus Dubai Rania Ezzat, eine junge schweizerisch-ägyp­ tische bildende Künstlerin, Kuratorin und Galerie-Managerin, die ebenso einfluss- wie kennt­ nisreiche ägyptische Theaterwissenschafterin und Kritikerin Nehad Selaiha und der künstleri­ sche Berater Neil van der Linden aus den Niederlanden. Mit der Aufführung von Vysniu Sodas[ Der Kirschgarten] in der MigrantInnensiedlung Macondo im 11. Bezirk fand bei den Wiener Festwochen ein besonderes Theatererlebnis an einem unge­ wöhnlichen Spielort statt. Der finnische Regisseur Kristian Smeds und sein großartiges Schau­ spielerensemble aus Litauen zeigten als Haus-, Hof- und Gartentheater einen ortsspezifischen Kirschgarten. Die Schauspieler spielten im Haus vor einem Teil des Publikums, der andere Teil konnte das Geschehen auf einer großen Videoleinwand im Garten verfolgen. Die besondere und einzigartige Atmosphäre dieser Aufführung wurde am ersten der beiden Open-Air-Aben­ de durch kaltes und unfreundliches Wetter leider stark beeinträchtigt. Trotzdem folgten die meisten gebannt und fasziniert der Inszenierung, die vor dem 4. Akt endete. Dieser wurde an einem folgenden Abend auf der leeren Bühne des Schauspielhauses gespielt. Insgesamt fand das Gastspiel große Beachtung und ist zu den Festwochen-Highlights zu zäh­ len. Die Besprechungen in den Medien waren kontrovers, besonders positiv fiel das Echo in den internationalen Medien aus. Ein entscheidender Grund Vysniu Sodas in Macondo zu präsentieren, war die Aufmerksamkeit auf die aktuelle politisch-rechtliche Situation der BewohnerInnen der MigrantInnensiedlung zu lenken. Dem Bemühen, die in Macondo lebenden Menschen in die Festwochen-Produktion einzubinden, kam große Bedeutung zu. Letztendlich ist es erfolgreich gelungen, viele Bewoh­ nerInnen in die Entstehung der Produktion und die spezifischen Adaptierungen des Stückes miteinzubeziehen. Zwei im Grenzbereich von Schauspiel und Musiktheater angesiedelte Arbeiten gab es mit Gang zum Patentamt und Rheingold, beides Festwochen-Koproduktionen, die im Theater Akzent zu sehen waren. Für Gang zum Patentamt collagierte der Schweizer Komponist und Regisseur Ruedi Häuser­ mann eigene Kompositionen mit Texten des Poeten und Erfinders Paul Scheerbart. Aus Musik, Klängen, Textfragmenten, Bewegung und Objekten entwickelte er zusammen mit der Büh­ nenbildnerin Barbara Ehnes ein filigran-sensibles, musikalisch-szenisches Werk, das von den Träumen und der Vergeblichkeit menschlichen Tuns handelt. Für die kongeniale Umsetzung mit langsamen, skurrilen Bühnenaktionen sorgte ein großartiges zehnköpfiges Ensemble, das mit seinen darstellerischen, gesanglichen und instrumentalen Leistungen beeindruckte. Die Aufführung wurde sehr unterschiedlich rezensiert und vom Publikum überwiegend mit Zu­ stimmung und Faszination aufgenommen. David Martons musikalisch-komödiantischer Musiktheaterabend Rheingold hatte nur weni­ ge Tage nach der Premiere am Staatsschauspiel Dresden bei den Wiener Festwochen Premi­ ere. Rheingold ist in der unkonventionellen, phantasievollen Adaption des jungen, in Berlin lebenden ungarischen Regisseurs eine Familiengeschichte, die Bühne ein Haus. Ganz ohne Klangrausch und Orchester wird der erste Teil von Wagners Nibelungen-Tetralogie witzig, 20 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 humorvoll, plausibel und bravourös von zwei InstrumentalistInnen, zwei dezidierten Nicht­ Wagner-SängerInnen und SchauspielerInnen bewältigt. Publikum und Presse waren gleicher­ maßen begeistert. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Wiener Festwochen präsentierten in Koproduktion mit dem Tanzquartier Wien unter dem Titel signed, sealed, delivered eine Serie von Choreografien und Performances mit fünf Urauf­ führungen und einem Gastspiel. Alle Uraufführungen sind in Wien entstanden und wurden hier geprobt. Konzipiert als Festival im Festival waren die sechs Arbeiten an fünf Tagen – zeitlich gestaffelt – in der Halle G und in den Tanzquartier-Studios zu sehen. Man konnte bis zu drei Veranstaltungen an einem Tag besuchen. signed, sealed, delivered bot eine perfekte Begeg­ nungs- und Austauschplattform und gab der hiesigen Tanz-, Choreografie- und Performance­ szene einen Energieschub. Das Programm wurde vom Publikum beider Institutionen gut ange­ nommen und besucht. Viele Vorstellungen waren ausverkauft. Auch das mediale Interesse war sehr zufriedenstellend und es gab viele positive Reaktionen der Presse. In art for a lonely heart, ihrem zweiten eigenen Stück, untersucht Anna Mendelssohn den Dialog als Instrument der Konfliktlösung im öffentlichen und privaten Raum und auf der Büh­ ne. Mit ihrer sprachlich und rhythmisch präzisen Arbeit hat sich die junge Schauspielerin von der Performance wieder weg hin zum Theater bewegt. Ihre starke Bühnenpräsenz, ihr span­ nungsgeladenes Zusammenspiel mit ihrem Bühnenpartner Alex Deutinger beeindruckten das Publikum. Show Ghost war die erste Arbeit von Jan Machacek auf einer großen Bühne. Der Medien­ künstler war dabei immer präsent als Performer, Darsteller, Beobachter, Sänger, Techniker, Tänzer, der mit Hilfe der Technik sich selber nicht nur verdoppelte, sondern vervielfachte. Er wurde kongenial unterstützt vom Live-Musiker Oliver Stotz und dem Techniker Bartek Kubiak. Mit ihrer perfekten wie auch geheimnisvollen Medienperformance haben sie das begeisterte Publikum in ihre Welt mitgenommen. In Pénombre kommuniziert die sehr charismatische Tänzerin und Choreografin Rosalba Torres Guerrero von der Companie les ballets C de la B mit ihrem imaginären Alter Ego. Ihr Tanz ver­ schwimmt mit den Videobildern von Lucas Racasse zu einer inneren Suche und zu einer Suche nach Begegnungen. Das Publikum war von der furiosen Solo-Performance begeistert. How Far Can We Talk?, eine Film-Performance von Martina Ruhsam und Vlado G. Repnik, hat­ te mehrere in Wien lebende PerformerInnen mittels Video eingebunden und Fragen über die Unmöglichkeit des Verstehens gestellt. Neben kurzweiligen performativen Unterbrechungen von Repnik und Ruhsam gab es für das Publikum auch die Möglichkeit, die Performance mitzu­ gestalten. Uhlich, eine Choreografie, die Doris Uhlich im Auftrag der Wiener Festwochen für ihre Mut­ ter Gertraud erarbeitet hatte, greift der Zukunft 30 Jahre voraus. Ein Zusammentreffen der Künstlerin mit der, die sie einmal sein wird. Erstmals als Performerin war Gertraud Uhlich in ihrem sehr starken Solo zu erleben. Obwohl Doris Uhlich nie auf der Bühne war, war sie immer präsent. Und genau das hat Uhlich eingelöst: ein bewegender Blick in die eigene Zukunft von einer der interessantesten Choreografinnen der österreichischen Szene. Vom Publikum gab es großen Jubel. Sehr spielerisch und akrobatisch ist die Performance der beiden jungen Tänzer Luke Baio und Dominik Grünbühel in shoot me. Ihre Euphorie, zu zeigen, wie Kino im gegenseitigen Dialog und im Dialog mit der Technik funktioniert, übertrug sich auf das interessierte Publikum. Die TheaterbesucherInnen wurden zu KinobesucherInnen. Wiener Festwochen 21 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Mission von David Van Reybrouck erfüllte voll und ganz die großen Erwartungen in dieses Gastspiel aus Belgien – inhaltlich wie spielerisch. Basierend auf Interviews wurden die Erfah­ rungen und das Leben belgischer Kongomissionare in einer einzigen Figur auf die Bühne ge­ bracht, inszeniert von Raven Ruëll. Die packende Darstellung von Bruno Vanden Broecke, der seinen zwanglosen, berührenden Vortrag für das Wiener Publikum sogar in deutscher Sprache hielt, zog alle in ihren Bann. Die Aufführung zählte zu den Höhepunkten dieser Festwochen: einhelliger Jubel von Publikum und Presse. Zu den eindrücklichsten Theatererlebnissen dieser Festwochen zählte Les Chaises[ Die Stühle]. In Luc Bondys Interpretation von Eugène Ionescos surreal-absurdem Meisterwerk wird das greise Paar an der Schwelle zum Tod von jungen Schauspielern dargestellt und der taubstum­ me Festredner für die letzten Wahrheiten ist ein trauriger Möchtegern-Popstar. Den kongeni­ alen Bühnenraum hat Karl-Ernst Herrmann geschaffen. Nach den Vorstellungen seiner Rigoletto-Neuinszenierung für die Wiener Festwochen zeigte der Festwochen-Intendant seine international gefeierte und viel gerühmte szenische Umset­ zung von Ionescos tragischer Farce um Einsamkeit, Liebe, Alter und Tod. Auch das Wiener Pu­ blikum und die meisten KritikerInnen bejubelten die Aufführung und die beiden Darsteller des betagten Paares. Für viele RezensentInnen in den österreichischen Medien galt diese Regie­ arbeit von Luc Bondy als eine der besten Inszenierungen im Programm, die mit Attributen wie „Leichtigkeit und Eleganz“,„traumhafte Theaterkunst“,„filigrane Schönheit“,„große Men­ schendarstellung und großes Theater“,„Krönung der Wiener Festwochen“ bedacht wurde. Elevator Repair Service, eines der wichtigsten Ensembles der New Yorker Off-BroadwaySzene, kehrte mit Hemingways The Select(The Sun Also Rises) nach Wien zurück. Nach Gatz (2007), eine Bearbeitung von Francis Scott Fitzgeralds„The Great Gatsby“ und einer Adaption von William Faulkners The Sound and the Fury(2009), gastierten sie bereits zum dritten Mal mit einer Bearbeitung eines amerikanischen Romanklassikers in der Regie von John Collins. Die furiose, dynamische Performance voll temperamentvoller Theaterenergie und vitaler Kör­ persprache um eine Gruppe desillusionierter junger AmerikanerInnen in Europa begeisterte das Publikum, wiewohl einige wegen der Dauer der Aufführung und der späten Beginnzeit das Theater vorzeitig verließen. Die Pressestimmen waren sehr unterschiedlich von zurückhaltend bis euphorisch. Das Mapa Teatro, eine der bekanntesten Theatergruppen Kolumbiens um Heidi und Rolf Abderhalden, gastierte zuletzt 2005 bei den Wiener Festwochen. In ihrer jüngsten Arbeit Los Santos Inocente s[ Das Fest der Unschuldigen Kinder] verbanden sie traditionelle kolumbia­ nische Karnevalriten, Videoaufnahmen, Oral History, Marimbamusik live gespielt und die Be­ kenntnisse brutaler Paramilitärs zu bestem politischem Theater und einer kurzweiligen mitrei­ ßenden Performance. Publikum und Presse reagierten großteils begeistert. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Parallel zu den Vorstellungen von Los Santos Inocentes wurden im Foyer vom brut im Künstlerhaus die im Programm von forum festwochen ff präsentierten Videoarbeiten des in New York lebenden kolumbianischen Künstlers Carlos Motta gezeigt: The Good Life und Six Acts: An Experiment in Narrative Justice. Mit Der Spieler wurde nach Dämonen(1999), Erniedrigte und Beleidigte(2000) und Schuld und Sühne(2005) bereits die vierte Adaption eines Dostojewskij-Romans von Frank Castorf bei den Wiener Festwochen zur Premiere gebracht. Der Spieler ist ein Getriebener, ein Süchtiger. In Castorfs Interpretation verkörpert sich in ihm das Versprechen des Kapitalismus auf schnel­ lem Reichtum – aber auch die zahlreichen Möglichkeiten daran zu scheitern. Die Romanvorlage wurde mit Passagen aus Briefen und aus den politischen Tagebüchern des Dichters, aus dessen Politsatire Das Krokodil oder aus Heiner Müllers Der Auftrag erweitert. Castorfs Inszenierung 22 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 mit großen und kleinen heiter-hysterischen Slapstickszenen und eindringlichen Live-Video­ bilder auf der großen Kinoleinwand im ingeniösen Bühnenbild von Ausstatter Bert Neumann wurde fulminant umgesetzt im furios exzessiven und konzentrierten Spiel der Protagonisten – allen voran Alexander Scheer, Kathrin Angerer und Sophie Rois. Die mit großer Spannung erwartete Aufführung wurde zu einem großen Theatererlebnis. Die Reaktionen des Publikums und der Medien auf die fünfstündige Aufführung waren großteils sehr positiv und zustimmend – ein weiterer Höhepunkt im Programm. Die Koproduktion von Wiener Festwochen und Volks­ bühne Berlin wurde ab September in Berlin gezeigt. In Bodenprobe Kasachstan von Stefan Kaegi von der Formation Rimini Protokoll werden per­ sönliche Biographien von Deutschrussen auf sehr einfache, liebevolle und berührende Art nachgezeichnet. In russischer und deutscher Sprache besingen und beschreiben sie die Rou­ ten der Steppe, die Wege ihres Lebens, des Erdöls und der Macht, verknüpft mit der Suche nach Öl und der heutigen politischen Lage in Kasachstan. Auch Bezüge zu Österreich wurden klar ausgearbeitet und angesprochen. Die Videoprojektionen von Kris Kondek aus Kasachstan überbrücken die räumliche Distanz und lassen die ProtagonistInnen auf wundersame Weise in direkten Kontakt mit der alten Heimat treten. Das Publikum reagierte großteils fasziniert. Die Rezensionen waren zustimmend und zumeist sehr positiv. Zu fast allen Aufführungen im Schauspielprogramm wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den KünstlerInnen angeboten. Insgesamt folgten rund 1 500 Men­ schen der Einladung zu den 24 Gesprächen. Mit circa 150 BesucherInnen war das Publikumsge­ spräch zu Mission das am besten besuchte. Die Reihe forum festwochen ff widmete sich dem Thema Überlebensstrategien. Schon Monate vor der Katastrophe in Japan plante das forum festwochen ff(koordiniert vom Chefdramatur­ gen Matthias Pees), verschiedene Strategien des Überlebens vorzustellen – zur Ansicht und zum Ausprobieren, eingeladen von den Enden der Welt, von alten und neuen Peripherien. Aus Indien, Singapur, Japan, Island, dem Kongo, Kolumbien, Belgien, Spanien, Deutschland und Österreich stammten die Künstler, die sich sechs Tage lang in Zusammenarbeit mit der KUNST­ HALLE wien im project space karlsplatz und im brut im Künstlerhaus mit dem Thema auf vielfäl­ tige Weise und Sparten verschmelzend auseinandersetzten – in Performances, Installationen und Interventionen, Workshops, Darbietungen und Dialogen. Überleben lernen und trainieren erfordert auch andere Formen und Formate von Darstellung und Beteiligung. Deshalb beinhal­ teten die Überlebensstrategien auch publikumsaktive Modellversuche für Perspektivenwech­ sel, zur Revision unserer Alltagsroutinen, bei denen die ZuschauerInnen zu TeilnehmerInnen wurden. Die Veranstaltungen von forum festwochen ff, viele bei freiem Eintritt, fanden großes Inter­ esse und Aufmerksamkeit. Das Ausstellungs- und Kunstpublikum mischte sich mit Theater­ besuchern und den an der Tanz- und Performanceszene Interessierten. Die frei zugänglichen Produktionen von forum festwochen ff im project space karlsplatz wurden von 830 Personen besucht. Das mediale Interesse für diese Reihe war sehr zufriedenstellend, wurde von vielen JournalistInnen sehr geschätzt und mit großer Anteilnahme verfolgt. Einige JournalistInnen haben auch aktiv teilgenommen. Die erschienenen Pressestimmen waren zumeist sehr positiv. In The Survival Project verwandelte der indische Künstler Harish Khanna den KUNSTHALLE wien project space karlsplatz in eine recycelte Landschaft aus provisorischen Baracken und Be­ hausungen. Dazu gab es Workshops, wo eine Gruppe von Überlebens-SpezialistInnen den Teil­ nehmerInnen immer neue Fähigkeiten lehrte und sie einlud zum Straßenverkaufstraining und zur Einübung informeller Dienstleistungen, die in Indien wie vielerorts in der Welt zum Einsatz kommen und in der Wiener Stadtlandschaft auch selber ausprobiert werden konnten. Bei der täglichen Doku-Performance Surviving Survival berichteten die indischen SpezialistInnen und Wiener Festwochen 23 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 die österreichischen TeilnehmerInnen gemeinsam über ihre Erfahrungen. Die Installation war frei zugänglich und fand viele interessierte BesucherInnen. Das isländische Performerinnenkollektiv Kviss búmm bang veranstaltete die Norm Olympics in privaten Wohnungen, in denen die TeilnehmerInnen einem genauen Skript folgend fünf Stunden lang ein anderes Leben samt neuen Partnerschaften ausprobieren konnten. Alle Spiel­ termine waren ausgebucht. Die spanische Autorin und Performerin Angélica Liddell steht mit ihren oft selbstverletzenden, Schmerzgrenzen auslotenden Projekten für eine eigene, physisch konkrete Dimension des Überlebens. In ihrer Performance San Jeronimo, gemeinsam mit Vicente Rubio und dem Vio­ linisten Gregor Reinberg, thematisierte sie das Verhältnis von Mitleid und eigenem Leid. Die Uraufführung ihrer im Auftrag der Wiener Festwochen erarbeiteten Performance fand unter großem Publikums- und Medieninteresse im project space karlsplatz statt. Eine Auftragsarbeit war auch Hello 2111 von Michikazu Matsune. Der aus Japan stammende Wiener Künstler entwickelte eine Ausstellung von Texten, Fotos und Objekten von heute für das Publikum der Wiener Festwochen im Jahr 2111, mit der er nicht nur fragt, wie die Welt in 100 Jahren aussehen wird, sondern auch, was von uns dann übrig sein wird. Das FestwochenPublikum von heute hat seine Ausstellung und viermalige Performance bei freiem Eintritt sehr geschätzt und gut besucht. Die Wiener Künstlerin Barbara Ungepflegt veranstaltete an drei Tagen zu den Themen Glau­ be, Liebe, Hoffnung spezielle Führungen, ausgehend vom project space karlsplatz über den Karlsplatz in ihren Notstand vor dem brut im Künstlerhaus. Die TeilnehmerInnen an diesen un­ konventionellen, originellen Führungen haben bei den einzelnen Stationen mit größtem Spaß aktiv mitgemacht. Eine Reihe von vier KünstlerInnendialogen knüpfte an Alles anders an, die letztjährige Lecture­ Performance-Reihe der Wiener Festwochen im KUNSTHALLE wien project space karlsplatz: Überlebensdialoge, Kommunikation als erstes und letztes Mittel zur Rettung(Konzeption: Sigrid Gareis). Vier KünstlerInnen wurden gebeten, einen Dialog mit einem Partner oder einer Partnerin nach ihrer Wahl und in frei zu wählender Form zu führen: Der panasiatische Kunst­ aktivist und-theoretiker Ong Keng Sen aus Singapur lud dazu den schwedischen Autor Jonas Hassen Khemiri ein, um über Diaspora, Menschenrechte, politische Gewalt und depathologi­ siertes Trauma zu sprechen. Die Autorin Kathrin Röggla traf auf die Autorin und Simultandol­ metscherin Julya Rabinowich und den Psychologen Sama Maani – zwei MitarbeiterInnen des Wiener Vereins Hemayat, der Kriegstraumatisierten und Folteropfern psychiatrische Hilfe und Therapien ermöglicht. Der Filmemacher Ulrich Seidl nutzte Interviews mit kunstinteressierten ÖsterreicherInnen und anderen Wiener Originalen vor Bildern Francis Bacons dazu, mehr über die Rollen der Geschlechter und das Überleben in den Bezirken in Erfahrung zu bringen. Und der kongolesische Tänzer und Choreograf Faustin Linyekula befragte seine Ahnen und forschte in seinem Körper nach Ursprüngen und Anlagen, die ihm helfen könnten, die Ungewissheiten der Gegenwart seines Landes zu überleben und dessen Zukunft mit zu erfinden. Im Programm von forum festwochen ff waren im Foyer vom brut im Künstlerhaus zwei Video-In­ stallationen von Carlos Motta zu sehen. Der in New York lebende kolumbianische Videokünst­ ler untersuchte in seinen beiden Arbeiten die Demokratie aus verschiedenen Blickwinkeln: In Six Acts: An Experiment in Narrative Justice halten Darsteller öffentliche Reden, die ursprüng­ lich von ermordeten Präsidentschaftskandidaten stammen. The Good Life zeigt Interviews, die mit Bürgern von zwölf südamerikanischen Staaten über Demokratisierungsprozesse in ih­ ren Ländern geführt wurden. 24 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Diese Installationen fanden mit insgesamt 1 000 BesucherInnen großen Anklang. Von den inte­ ressierten Medien wurden sie sehr gut besprochen. Ebenfalls im Programm von forum festwochen ff fand die Video-Performance tagfish der Ant­ werpener Künstlergruppe Berlin im brut im Künstlerhaus statt: eine virtuelle Konferenz, bei der eine Gruppe von Wirtschaftsbossen mit einem saudiarabischen Scheich ein lukratives Ge­ schäft für eine krisengebeutelte Region erörtert – das Ruhrgebiet. Auf die fiktive Geschichte über das reale Ende einer Ära und neu entstehende Machtstrukturen, interessant und humor­ voll erzählt, beeindruckend präzise umgesetzt, reagierte das Publikum wie auch die Presse sehr positiv. Festwochen Lounge im Looshaus Auch im zweiten Jahr wurde die Festwochen Lounge im Looshaus vom Publikum sehr stark angenommen. Vom 28. April bis zum 18. Juni genossen rund 2 800 Besucher die ruhige At­ mosphäre mitten in der Stadt, schmökerten in der Festwochen-Bibliothek der Hauptbücherei Wien oder in Tageszeitungen und Magazinen. Viele Theaterbegeisterte besuchten die wö­ chentlichen Festwochen-Vorschauen mit Schauspieldirektorin Stefanie Carp und den Künst­ lern des Festivals. Im ersten Vorschau-Gespräch am 7. Mai wurde der Ö1 Klassik-Treffpunkt mit Stefanie Carp live aus dem Looshaus gesendet, präsentiert von Otto Brusatti. In den darauffolgenden VorschauGesprächen waren bei Stefanie Carp zu Gast: Simon Stephens, Peter Sellars, Richard Maxwell, Kornél Mundruczó, Anna Mendelssohn, Jan Machacek, Martina Ruhsam und Vlado G. Repnik, Doris Uhlich, Walid Raad, Toshiki Takayama, Chiaki Soma, Ruedi Häusermann, Barbara Ehnes, Arved Schultze, John Collins, David Marton, Carlos Motta, Juliane Männel, Heidi Abderhalden, Frank Castorf, Michikazu Matsune, Barbara Ungepflegt, Harish Khanna, Eva Björk Kaaber, Vilborg Ólafsdóttir und Eva Rún Snorradóttir. Weitere programmbezogene Veranstaltungen in der Festwochen Lounge im Looshaus waren die Buchpräsentation ROMALE! im Rahmen von Safe European Home?, die Gesprächsrunde „Aufbrüche: Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten“, das Künstlergespräch„Zeitgenössisches Theater aus Japan“ und der Jour Fixe Kulturelle Bildung. Festwochen jugendFREI Das Vermittlungsprogramm der Wiener Festwochen hat sich im dritten Jahr seines Bestehens wieder weiterentwickelt. Erstmals wurden zusätzlich zu den Vorbereitungsworkshops auch so genannte Expertenworkshops angeboten: SchülerInnen hatten die Möglichkeit zum Thema „Ressourcen“ die Institute für Soziologie, das Department für Limnologie, die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sowie das Institut für Politikwissenschaften zu besuchen. Mit„Expertenwissen“ ausgestattet, besuchten vier Schulklassen die Workshops zu ±0 und Bodenprobe Kasachstan. Inklusive der Führungen zu Safe European Home? wurden insgesamt 34 Schulklassen(ca. 850 Schüler) vom Festwochen jugendFREI-Team betreut. Besonders hervorzuheben sind die Pro­ jekte, die zu melting pot entstanden sind – hier haben zwei Schulklassen mit dem ORF RadioSymphonieorchester Wien, Bernhard Gander, Cornelius Meister und KünstlerInnen der Street Academy eine eigene Komposition in den ORF-Studios aufnehmen lassen. Eine weitere Neuheit bei Festwochen jugendFREI war 2011 die KritikerInnenrunde – eine Gruppe von fünf SchülerInnen, die die Festwochen genau unter die Lupe nahmen und ihre Er­ fahrungen auf www.die-junge-buehne.de bloggten. Für die Partnerschule Gymnasium Parhamerplatz organisierte das jugendFREI-Team im Rah­ men des von KulturKontakt Austria unterstützten Projekts p[ART] eine Präsentation mit dem Wiener Festwochen 25 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Titel„Wie kommt eine Produktion zu den Wiener Festwochen?“. Einen Tag lang präsentierten Festwochen-Mitarbeiter der verschiedenen Abteilungen die Organisation der Festwochen an­ hand des Stückes Gang zum Patentamt. Eine Klasse nahm in Folge an einem Workshop teil und sah das Stück am Premierentag. Wiener Festwochen Eröffnung Bei der Eröffnung am 13. Mai auf dem Wiener Rathausplatz – sie zählt zu den erfolgreichs­ ten der letzten Jahre – standen die menschliche Stimme und das gemeinschaftliche Singen im Mittelpunkt. Es spielte das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister. Moderiert wurde der Abend von Dirk Stermann. Aufgetre­ ten sind vor allem Chöre wie der Arnold Schoenberg Chor und die GewinnerInnen der ORFCastingshow Österreich singt. Der Bogen der vorgetragenen Werke spannte sich von Klassik über Folklore bis Gospel. Als bombastischen Auftakt trug der von Erwin Ortner geleitete Arnold Schoenberg Chor – begleitet vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien – O Fortuna Nr. 25 aus Carl Orffs Carmina Burana vor. Auf dem Programm standen auch Una furtiva lagrima aus Gaetano Donizettis L‘Elisir d‘amore, vorgetragen von Michael Schade, Ach ich fühl‘s aus Mozarts Zauberflöte, gesungen von Genia Kühmeier, und Ochi, ochi, dargebracht vom Frauenchor Angelite – The Bulgarian Voices. Das Gospel-Stück Lay Your Hand In Hi s wurde vom RounderGirl Lynne Kieran gemeinsam mit dem Jazz Chor Wien interpretiert. Auch die SiegerInnen des ORF-Wettbewerbs – der Kammerchor KlangsCala aus Salzburg, der Steirische Landesjugend­ chor Cantanima und das Gumpoldskirchner Frauenensemble Cantilena – hatten ihren Einsatz. Zusätzlich gab es Live-Einstiege von der Seebühne am Wörthersee, dem Berg Isel Museum und dem Stift Melk. Dabei stellten Chöre der jeweiligen Region, die sich im Casting nicht durchset­ zen konnten, ihre Gesangskünste unter Beweis. Den Höhepunkt und auch Abschluss der Ver­ anstaltung bildete die Ode an die Freude: Sämtliche Mitwirkende – inklusive der Gesangssolis­ ten Robert Holl, Genia Kühmeier, Michael Schade und Iris Vermillion –, die BesucherInnen auf dem Rathausplatz sowie jene an den drei TV-Außenstellen bildeten dabei einen Megachor und leisteten ihren Beitrag zum wahrhaft gewaltigen Stimmaufgebot. 53 000 begeisterte BesucherInnen auf dem Rathausplatz und durchschnittlich 383 000 Zu­ schauerInnen auf ORF 2 verfolgten die Eröffnung. Der Maximalwert auf ORF 2 waren 631 000 ZuseherInnen. Es war die bisher erfolgreichste Festwochen-Eröffnung für den ORF. Das medi­ ale Interesse war sehr groß und das Medienecho sehr zufriedenstellend. 35. Internationales Musikfest Von 14. Mai bis 21. Juni 2011 hat das 35. Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausge­ sellschaft und der Wiener Festwochen stattgefunden. Das Musikfest unter dem Motto Mahler und Amerika umfasste 55 Veranstaltungen. Die Auslastung lag bei 88,94 Prozent. Große heimische und internationale Orchester gaben mit Mahlers Symphonien einen der Leit­ fäden vor: die Wiener Philharmoniker eröffneten, die San Francisco Symphony war mit einer vierteiligen Konzertreihe zu Gast, Wiener und Bamberger Symphoniker spielten Mahler und setzten musikalische Querbezüge. Unter den Veranstaltungen waren Liederabende etwa mit Ian Bostridge und Florian Boesch. Die Musicbanda Franui näherte sich auf unkonventionelle Weise Mahlers Liedschaffen. Die erlesene Riege der Streichquartette umfasste neben dem amerikanischen Pacifica Quartet das Hagen Quartett, das Quatuor Mosaïques und das Belcea Quartet samt Gästen wie Isabel Charisius und Kirill Gerstein. Pierre-Laurent Aimard, András Schiff und Maurizio Pollini waren mit Klavierabenden vertreten, und Carolin Widmann spielte in ihrem Violinrecital Werke von Rihm, Berio, Feldman und Barraqué. 26 Wiener Festwochen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Stars& Stripes bedeutete auch für Jazzfans Sternstunden: Brad Mehldau war mit einer Sol­ operformance vertreten, während der Vibraphonist Stefon Harris sich mit seiner Band Black­ out präsentierte. Einen Abstecher in den Balkan stellte das Zusammentreffen der rumänischen Fanfare Cioc ă rlia und des serbischen Boban i Marko Markovi ć Orkestar in ihrem Balkan Brass Battle dar. Musik Immer wieder wird Wien als„Musikstadt“ ausgewiesen und wenn man die Vielfalt der mu­ sikalischen Aktivitäten anschaut, scheint dieser Ruf zweifellos gerechtfertigt. Internationale KünstlerInnen sind zum einem begeistert vom Wiener Publikum, zum andern gastieren sie be­ sonders gerne in unserer Stadt, um mit heimischen Orchestern und Ensembles, deren Qualität weltweit längst zu einem Marken- und Gütezeichen geworden ist, zu musizieren. Drei große Institutionen – die Gesellschaft der Musikfreunde, die Wiener Konzerthausge­ sellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs – decken mit ihren Jahresaktivitäten eine enorme Fülle der Konzerte in Wien ab, wobei sich der programmatische Bogen von Alter Musik bis zur Moderne spannt. Daneben aber sind es die zahlreichen„kleinen Aktivitäten“, die ein unglaublich innovatives Potential darstellen. Besonders erfreulich dabei ist eine verstärkte Präsenz von Künstlerinnen festzustellen, so der Verein„Enterprize Z“,„Kaleidoskop – Verein zur Förderung zeitgenös­ sischer Musik“,„Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie“ oder„Suono – Podium für interkulturellen Austausch“, dessen jährliches„e-may“-Festival das Publikum begeistert. Die„Wiener Symphoniker“ sind das Konzertorchester der Stadt Wien. Ihre Vielfältigkeit zei­ gen sie nicht nur mit zahlreichen Konzerten im Musikverein und im Konzerthaus, sondern auch im Ausland. Neben den Wiener Symphonikern ist es die Orchester Wiener Akademie GmbH und das 1. Frauen-Kammerorchester Österreichs die Tradition und Moderne pflegen. Das Gustav Mahler Jugendorchester und das Wiener Jeunesse Orchester bieten jungen Musi­ kerInnen erste Möglichkeiten Orchestererfahrung zu sammeln und mit Weltklassedirigenten zu arbeiten. Die zahlreichen Festivals sind Publikumsmagneten, können hier doch in kurzer Zeit die„Top­ künstlerInnen“ eines Genres präsentiert werden. Die bekanntesten unter ihnen sind das Festi­ val„Wien Modern“, das„Frühlingsfestival“, die Wienerliedfestivals„Wean hean“ oder„Wien im Rosenstolz“. Viele Vereine setzen in ihren Konzertprogrammen Komponistinnen und Komponisten einen Schwerpunkt, die einen runden Geburtstag oder ein Jubiläum feiern. So wurden 2011 die Jubi­ läen folgender Komponisten gefeiert: 200. Geburtstag von Franz Liszt 100. Todestag von Gustav Mahler 85. Geburtstag von Friedrich Cerha 30. Todestag von Nico Dostal 2011 wurden 22 Kompositionsaufträge vergeben. Musik 27 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Literatur Das Interesse an Literaturveranstaltungen bleibt ungebrochen und ist sogar noch im Steigen begriffen. Die Zahl der Lesungen, Buchpräsentationen, Vorträge und Diskussionsveranstal­ tungen ist 2011 noch größer geworden. Zu den Fixpunkten des jährlichen Literaturkalenders zählt seit langem die Reihe„Literatur für junge LeserInnen“ im Palais Auersperg. Christine Nöstlinger eröffnete den Reigen der Lesen­ den, zu denen auch Heinz Janisch, Mieze Medusa, Christoph Mauz, Rachel van Kooij, Marko Simsa und Traudi Reich-Portisch gehörten. Großer BesucherInnenantrag herrschte wieder beim Literaturfest„o-töne“ im Museumsquar­ tier, das 2011 zum zehnten Mal stattfand. Dieses Jubiläum bot den Veranstaltern die Gele­ genheit, neben acht österreichischen AutorInnen erstmals auch SchriftstellerInnen aus dem europäischen Ausland zu präsentieren. Ein 20-Jahr-Jubiläum feierte die Veranstaltungsreihe„Rund um die Burg“, über die Gerhard Ruiss schrieb:„Rund um die Burg hat nie sich selbst in den Vordergrund gestellt, es hat den von ihm präsentierten AutorInnen und Büchern als Plattform gedient, und genauso hat es sich nie nur auf AutorInnenauftritte und Buchvorstellungen beschränkt, sondern den Buchhandel, Li­ teraturveranstalterInnen und Bildungseinrichtungen mit einbezogen. Diese Berücksichtigung aller mit dem Buch zusammenhängenden Umstände hat Rund um die Burg zu einer bis heute unersetzbaren Einrichtung gemacht. So viele Festivals ihm bisher gefolgt sind, Rund um die Burg ist ein Unikat geblieben.“ Um bei Jubiläen zu bleiben: Die Aktion„Eine Stadt. Ein Buch“ wurde 2011 zehn Jahre alt. Für Wiener Bücherfans gelangen Jahr für Jahr 100 000 Bücher kostenlos zur Verteilung. Mit dem Roman„ Der Geschichtenerzähler“ des Nobelpreisträgers Mario Vargas Llosa war somit die Million voll. Die Grundidee, ein literarisch anspruchsvolles Werk, dessen Inhalt zur Diskussion in der Stadt anregen kann, in hoher Auflage gemeinsam mit Buchhändlern, Biblio­ thekaren und Partnern aus der Wirtschaft gratis anzubieten, ist nach wie vor schlagend und so gut, dass„Eine Stadt. Ein Buch“ zum ersten Mal auch in Berlin über die Bühne ging. „literatur im herbst“ stand 2011 unter dem Motto„Literatur im Fluss. Via Donau“. Drei Wo­ chen lang war der Raddampfer MS Stadt Wien ein schwimmendes Literaturhaus. Von Belgrad über Novi Sad, Vukovar, Budapest, Bratislava bis nach Wien führte der Weg des ehemaligen Lazarettschiffs. An den jeweiligen Stationen wurde gelesen, diskutiert und gefeiert. Der Startschuss für dieses Projekt fiel am 23. September weiter Fluss abwärts, in Ruse(Bulga­ rien) und Cetate(Rumänien). Am Staatsfeiertag machte sich die MS Stadt Wien schließlich von Bratislava aus auf die letzte Etappe. An Bord waren neben tschechischen, slowakischen und ungarischen AutorInnen auch die Wiener Tschuschenkapelle, die in den Pausen zwischen den Lesungen aufspielte. Auf dem Festland fand das Projekt, an dem sich 23 AutorInnen aus zehn Ländern beteiligten, im Theater Odeon seinen Abschluss. Mit einem BesucherInnenrekord endete im November die BUCH WIEN 11. Mehr als 33 000 Menschen haben die Lesefestwoche und deren Veranstaltungen besucht. Die VeranstalterIn­ nen sind über das Besucherplus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hocherfreut. Bei der insgesamt vierten Ausgabe der Buchmesse präsentierten sich mehr als 280 AusstellerInnen aus 13 Nationen. AutorInnen aus Spanien, Griechenland, Israel, Ägypten, Deutschland, Kana­ da, Russland, der Ukraine, Österreich, Ungarn und den USA waren zu Gast und begeisterten das Publikum. 28 Literatur KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Bildende Kunst Die fünfte Ausstellungssaison war ein gegebener Anlass für das MUSA, seinen Namen zu än­ dern: Aus MUSA Museum auf Abruf wurde, um der seit 2007 geltenden Sesshaftigkeit Aus­ druck zu verleihen, MUSA Museum Startgalerie Artothek. Die erste Ausstellung des vergangenen Jahres war der Wiener Künstlerin Liselott Beschorner und ihrer phantastisch-grotesken Welt voller Collagen, Zeichnungen, Bildern, Masken und Puppen gewidmet. Ironie, Humor, aber auch die gefahrenvolle Abgründigkeit der mensch­ lichen Existenz bilden den Grundtenor in der Mehrheit ihrer Objekte. Ermöglicht wurde die Ausstellung Lieselott Beschorner. Zwischen Abstraktion und Groteske(Kurator: Berthold Ecker, Projektleitung: Johannes Karel, 1. 2. – 12. 3. 2011) durch eine großzügige Schenkung der Künstlerin an die Stadt. Die zur Ausstellung erschienene Monographie enthält unter ande­ rem auch das bisher unveröffentlichte, von der Künstlerin illustrierte Kinderbuch„Burli Murli“. Die folgende Schau Die sechziger Jahre: Eine phantastische Moderne(Kuratoren: Berthold Ecker, Wolfgang Hilger, 29. 3. – 29. 10. 2011) setzte den chronologischen Gang durch die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Stadt Wien fort. In dieser Zeit erwarb die Kulturabtei­ lung circa 3 800 Kunstwerke von 700 KünstlerInnen und realisierte darüber hinaus 460 Mosa­ ike, Skulpturen, Spielplastiken und vereinzelt auch Gemälde im Rahmen von„Kunst am Bau“. Ergänzt durch Schenkungen in den letzten Jahren, beläuft sich der Gesamtbestand an Werken aus den 60er-Jahren in der Sammlung heute auf etwa 4 300 Kunstwerke. Die Ausstellungskura­ toren zeigten neben den allseits bekannten„Phantasten“ auch Werke der Gruppe„Wirklich­ keiten“ sowie Österreichs wichtigsten Beitrag zur internationalen Avantgarde – die Vertrete­ rInnen des Wiener Aktionismus. Ein umfangreicher Katalog bietet neben einem vollständigen Werkverzeichnis dieses Jahrzehnts einen umfassenden Bildteil sowie mehrere Textbeiträge, die unterschiedliche Aspekte der 60er-Jahre beleuchten. Zugleich mit der Finissage dieser äu­ ßerst erfolgreichen Ausstellung wurde der 60.„Geburtstag“ der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Stadt Wien gefeiert, die im Oktober 1951 gegründet wurde. Um auch der Präsentation von Kunstwerken der Sammlung, die aufgrund ihrer Größe und der Gegebenheiten des Museums nur einzeln gezeigt werden können, gerecht zu werden, stand das MUSA von November bis Mitte Dezember zunächst im Zeichen der 35teiligen Foto- und Leuchtkasteninstallation INSIDE OUT der japanischen Künstlerin Hiroko Inoue(Kuratorin: Sonja Gruber, 18. 1. – 10. 12. 2011), gefolgt von Christian Wachters Foto- und Objektinstalla­ tion ABPOPA/ AURORA(Kurator: Christian Wachter, Produktion: Heimo Watzlik, 21. 12. 2011 – 26. 1. 2012). Zahlreiche, zur jeweiligen Thematik passende Veranstaltungen – Lesungen, Vorträge, Konzer­ te, Theaterstücke, Diskussionsrunden, Performances – rundeten das gesamte Ausstellungs­ programm ab. Jeden Donnerstag um 17 Uhr fanden Fixführungen statt, darüber hinaus wurden entsprechend adaptierte Führungen und Workshops für einzelne Gruppen organisiert. Der Eintritt zu allen Ausstellungen und Programmpunkten sowie die Teilnahme am Vermittlungs­ programm waren kostenlos. In Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus organisierte das MUSA im August einen dreitägigen Bücherflohmarkt(mit Büchern aus dem Fundus der Referate Bildende Kunst, Film, Kino, Literatur, Neue Medien und Wissenschaft sowie der Wienbibliothek), dessen Erlös der Werkstatt Rueppgasse 9 der LEBENSHILFE WIEN zugute kam. Während der„Langen Nacht der Museen 2011“ trat, dem Zeitgeist der 60er-Jahre und somit der 60er-Jahre-Ausstellung entsprechend, die„Worried Men Skiffle Group“ auf, Friedrich Achleitner und Wolfram Berger lasen aus„iwahaubbd“, Achleitners neuem Mundartband. Bildende Kunst 29 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das Referat Bildende Kunst organisierte 2011 drei Ausstellungen im Ausland: MUTATIONS III. Public Images – Private Views(KuratorInnen: Gunda Achleitner, Berthold Ecker), die während „Eyes On. Monat der Fotografie Wien“ 2010/11 im MUSA gezeigt wurde, hatte eine weitere Station in Luxemburg(Carré Rotondes, 28. 4. – 29. 5. 2011), einer der sechs Partnerstädte des internationalen Fotofestivals„Europäischer Monat der Fotografie“. Im Museum für westliche und orientalische Kunst der Stadt Odessa präsentierte das MUSA mit der von Berthold Ecker und Roland Fink kuratierten Ausstellung„WIEN/ BEHA“ ungewöhn­ liche Wienbilder(25. 5. – 21. 6. 2011). Eine Kooperation mit dem Austrian Cultural Forum New York führte die dritte Auslandsaus­ stellung in die Fashion- und Glamourmetropole schlechthin:„Beauty Contest“(Kuratoren: Berthold Ecker, Roland Fink/ Wien; Claude Grunitzky, Andreas Stadler/ New York), die Wer­ ke aus der Sammlung des MUSA sowie Leihgaben internationaler KünstlerInnen vereinte, war vom 21. September 2011 bis 3. Jänner 2012 im Austrian Cultural Forum New York zu sehen und kam im Anschluss daran ins MUSA(17. 2. – 26. 5. 2012). In der Startgalerie im MUSA fanden im Jahr 2011 zehn Ausstellungen von sieben Künstlerin­ nen, zwei Künstlern und einem Duo statt, zu denen die Informationsblätter 205 bis 214/2011 publiziert wurden. In der Artothek wurde mit 10 503 Verleihungen(pro Bild/ Monat) ein neuer Rekord erzielt. Seit der Eröffnung des MUSA 2007 ist die Frequenz um etwa 50 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der KundInnen wächst kontinuierlich – 2011 konnten 159 neue gewonnen werden. Für 13 Ausstellungen(inter-)nationaler Ausstellungshäuser und Museen wurden 28 Werke als Leihgaben unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Kunstsammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien – MUSA wurde im vergangenen Jahr durch 111 Ankäufe(224 Kunstwerke von 75 KünstlerInnen) und 241 Schenkungen bereichert. Arbeiten von folgenden KünstlerInnen fanden in Form von Schenkungen Eingang in die Samm­ lung: Peter Baldinger, Lieselott Beschorner, Margarethe Cech-Munteanu, Götz Bury, Rudolf Hradil, Kurt Kramer, Editha Pernt-Strobl, Hermann Samwald, Fritz Tiefenthaler, Linde Waber, Pepi Weixlgärtner-Neutra. Für die Produktion von acht Kunstkatalogen wurden Druckkostenzuschüsse vergeben, im Rahmen der Verlagsförderung sind 136(18 Titel) Kunstpublikationen angekauft worden. 14 KünstlerInnen, die sich in Notsituationen befanden, wurden durch einmalige soziale Bei­ hilfen unterstützt. Während u. a. das„Künstlerhaus“, die„Secession“, die„KUNSTHALLE wien“ und„Soho in Ottakring“ Jahressubventionen erhielten, bekamen 54 gemeinnützige Wiener Kunst- und Kul­ turvereine aus dem Rahmenbetrag der Kleinprojektförderung Unterstützung. Dadurch ließen sich 86 Projekte der bildenden Kunst in ganz Wien realisieren. Mit dem Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst wurden 2011 Margot Pilz, PRINZGAU/ Pod­ gorschek(Brigitte Prinzgau, Wolfgang Podgorschek) und Thomas Reinhold ausgezeichnet, mit dem Förderungspreis Marlene Haring und Luisa Kasalicky. Die Galerienaktion„Das engagierte Auge“ vergab Prämien an zehn Wiener Galerien. Den Kulturplakatpreis der Stadt Wien gewann der Filmladen mit„Wo ist Elfriede Ott?“. 30 Bildende Kunst KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KUNSTHALLE wien Die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Pressestimmen Andro Wekua gilt als Hoffnungsträger der jungen Kunst. Zu Recht, wie die Wiener Ausstellung zeigt. Die Zeit Conner’s work, which spans myriad media, is posthumously being presented in his first solo show in Europe at Kunsthalle Wien. Kaleidoscope, Aily Nash DieSchauwürdigtdasfaszinierendeWerkdesPragerSurrealistenundFilmemachersJan Š vankmajer. Kurier, Michael Huber Die in der Kunsthalle gezeigten Künstlerinnen modifizieren die Pop-Art Themen und Arbeitsweisen: Die Motive sind leicht zugänglich, ihr Material sind die Bilder aus Massenmedien und Werbung, die Stars und das Billige, Niedrige, Alltägliche. Süddeutsche Zeitung, Barbara Gärtner Pop-Art wurde lange Zeit über die Namen Warhol, Wesselmann und Lichtenstein verkauft: Dass die weitaus spannendere Spielart Frauen produzierten, darauf weist nun die Kunsthalle mit„Power Up“ hin. Der Standard, Katrin Feßler Dass F. C. Gundlachs eigene Modefotografien in dieser Wiener Ausstellung zu sehen sind, ist eine Rarität. Die Presse, Johanna Hofleitner Ironie, Satire, Übertreibung, Drama und Extravaganz: Sie sind das Hintergrundrauschen seiner [David LaChapelles] Bilder und die Folie von Mode überhaupt. In Wien macht das die Schau Vanity auf glanzvolle Weise deutlich, vanity, vanitas, die Vorstellung von der Vergänglichkeit alles Irdischen. Weltwoche In der Ausstellung No fashion, please zeigen Sassen mit 18 weiteren Fotokünstlern wie Bruce We­ ber, Sandra Mann oder Alex Prager, was man mit Kleidern, Accessoires und einer Portion Mut alles anstellen kann. Stern An den zwei Standorten – im Museumsquartier und am Karlsplatz – konnte die KUNSTHALLE wien 2011 ihr erfolgreichstes Jahr seit ihrem Bestehen verzeichnen. Damit zählt sie weiterhin national wie international zu einer der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössi­ sche Kunst. Die KUNSTHALLE wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst in Europa. Die KUNSTHALLE wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. KUNSTHALLE wien 31 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Mit dem Programmauftrag, den sich die KUNSTHALLE wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer„Informationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung fin­ det auch beim Publikum großen Anklang. In dieser Dialektik aus Geschichte und Gegenwart kann die Kunsthalle ihre Aufgabe erfüllen und Verhandlungsstätte gegenwärtiger kultureller und gesellschaftspolitischer Bewusstseinslagen sein. Die Kunsthalle hat sich als Kartographin ihrer Epoche bewährt: Sie stellt Ideen und Materialien, die sich oft noch in unausgefaltetem Zustand darstellen, zur Disposition und fördert die Reibung von Kontra-Positionen. Sie arbei­ tet für die Gegenwart, nicht für die Ewigkeit. Ihre Vorschläge gelten heute, sind häufig arbiträr und somit auch revidierbar. KUNSTHALLE wien 2011: Das erfolgreichste Jahr seit Bestehen Die BesucherInnenzahlen überstiegen alle Werte der letzten Jahre: mit 195 288 Eintritten(da­ von 173 553 zahlende, und 21 735 nicht zahlend) konnte das bestbesuchte Jahr verzeichnet wer­ den. Mit einem Rekord von knapp 60 000 BesucherInnen sorgte die Surrealismus-Ausstellung für den größten Besucherandrang: allein an einem Wochenende kamen 4 400 BesucherInnen, um die beiden Ausstellungen„Le Surréalisme, c‘est moi!“(letztes Wochenende) und„Vanity“ (erstes Wochenende) zu sehen. Die KUNSTHALLE wien ist im Verhältnis zum Einzugsgebiet nach wie vor eines der bestbesuch­ ten Häuser zeitgenössischer Kunst in Europa. Rückblick, Daten Insgesamt wurden 45 Ausstellungs-Projekte realisiert, davon acht in den Hallen 1+ 2, acht in der ursula blickle videolounge, neun im project space karlsplatz, vier an der photo wall/ video wall sowie drei an der project wall. Neun weitere Projekte wurden am public space am Karls­ platz durchgeführt. Begleitet waren diese Kunstprojekte von 202 Veranstaltungen(Eröffnun­ gen, Vorträgen, Diskussionen etc.). Die Medienresonanz der nationalen wie internationalen Presse konnte mit Berichten über die Ausstellungen POWER UP. Female Pop Art(die bis März 2011 lief), Vanity. Mode/ Fotografie aus der Sammlung F. C. Gundlach, No fashion, please! Fotografie zwischen Gender und Life­ style und Weltraum. Die Kunst und ein Traum hervorragende Präsenz erzielen. Das Image, ein Ort der Debatte und Verhandlungsort aktueller Fragen des Lebens zu sein, konnte mit Begleitveranstaltungen zur Ausstellung„Weltraum“ in Kooperation mit dem Na­ turhistorischen Museum Wien zu Themen zwischen Wissenschaft und Kunst gefestigt werden. Die Zine Fair, wo selbst produzierte„Zines“, Poster, Stickers, T-Shirts, etc. verkauft und ge­ tauscht wurden, zog ein extrem junges Publikum an und wird 2012 prolongiert und im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum der KUNSTHALLE wien stattfinden. Nicht nur hier konnte die KUNSTHALLE wien ihrer sehr jungen BesucherInnenschicht(71% un­ ter 40 Jahre) Rechnung tragen. Dieses Jahr wurde ihre Präsenz auch multimedial im virtuellen Raum weiter ausgebaut: die große Bandbreite des Angebotes – von sämtlichen Publikationen, Lectures, Symposien, ausstellungsspezifischen Begleitprogrammen bis zu Ausstellungsrund­ gängen und KünstlerInnengesprächen – wurde online kostenfrei angeboten und hervorragend angenommen. Ausstellungsprogramm Schwerpunkte So wie in den vergangenen Jahren wurde das Ausstellungsprogramm wieder zu Schwerpunkt­ themen verdichtet, um Aspekte zeitgenössischer Lebensstile, wissenschaftlicher und gesell­ schaftspolitischer Umbrüche und künstlerischer Produktion aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und auszuloten. 2011 standen mit Weltraum, Mode und Fotografie, Surrealis­ mus die großen und kleinen Träume der Menschen im Mittelpunkt. 32 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Ausstellung Weltraum war eine künstlerische Narration von der Eroberung des Alls, von Meteoriten und Mondlandung, von der Angst vor Marsmenschen und von Theorien über den Urknall. Wer von einem ganzen Haus voller Mode und Fotografie träumt, kam im Herbst auf seine Kosten: Mit den zentralen Ausstellungen Vanity und No Fashion, please! wurde ein Ein­ blick in die zeitgenössische Mode und Fotografieszene gegeben und mit Schönheit und ewi­ ger Jugend spekuliert und jongliert. Der Idee des Surrealen widmete sich die Kunsthalle unter anderem mit einer zeitgenössischen Hommage an den Künstler und Traumjongleur Salvador Dalí. Aber auch in den Retrospektiven des georgischen Künstlers Andro Wekua und des tsche­ chischen Filmemachers Jan Svankmajer zeigt sich eine Tradition des Surrealismus mit traum­ artigen Gebilden jenseits von Zeit und Raum. Export von Ideen und Projekten und wissenschaftlicher Arbeit Nahezu alle Ausstellungen waren Eigenproduktionen der KUNSTHALLE wien und wurden von den Kuratoren des Hauses für Wien erarbeitet und vorbereitet. Die KUNSTHALLE wien versteht sich nicht als Durchlauferhitzer für internationale Wanderausstellungen, sondern im Gegenteil, es werden sämtliche Ausstellungen selbst erarbeitet und liefern damit einen wich­ tigen Beitrag zum künstlerisch wissenschaftlichen Image der Stadt Wien. Die Ausstellung Videorama konnte an folgende Orte exportiert werden: Henze& Ketterer, Bern, Schweiz(28. 11. 2009 – 27. 2. 2010); Austrian Cultural Forum, New York, USA(30. 11. 2009 – 16. 1. 2010); Museum der Moderne/ Rupertinum, Salzburg, Österreich(24. 6. – 10. 10. 2010); ParaSite, Hong Kong, China(17. 7. – 15. 9. 2010); Zacheta. National Gallery of Art, War­ schau, Polen(15. 10. – 16. 11. 2010); MSU – Museum of contemporary art, Zagreb, Kroatien (2011); Museum of Multimedia Art, Moscow, Russland(November 2011) POWER UP. Female Pop Art wurde 2011 in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen (23. 7. – 9. 10.), Bruce Conner neben einer Variante in der Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal, Deutschland auch in der Kunsthalle Zürich(2. 4. – 29. 5.) gezeigt. Keith Haring wurde gemein­ sam mit dem Contemporary Arts Center in Cincinnati(Ohio) produziert, wo die Ausstellung 2011 zu sehen war(26. 2. – 5. 9.). Am 16. März 2012 ging sie ins Brooklyn Museum NY und wird dort bis 8. Juli gezeigt. KUNSTHALLE wien als Scout: Ort der Debatte und Vernetzung Die Ausstellungsreihe, die erstmals in Österreich Werkschauen international aufstrebender KünstlerInnen-Persönlichkeiten präsentiert – wie in den letzten Jahren Assume Vivid Astro Focus, Matthew Barney, Anri Sala oder Nathalie Djurberg wurde mit Ausstellungen von Andro Wekua, Clifton Childree oder Loris Gréaud fortgesetzt. Der Karlsplatz wurde verstärkt zur Schnittstelle zwischen öffentlichem/ virtuellem Raum und zu einem Ort für schnelle, aktuelle Interventionen zwischen Installation und Performance und der Vernetzung von jungen nationalen und internationalen KünstlerInnen, Kunstschaffenden und Bildungsstätten wie der Universität für angewandte Kunst oder der Technischen Universität. Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die KUNSTHALLE wien dankt ihren SponsorInnen und FörderInnen, Medien- und Kooperati­ onspartnerInnen für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2011. SponsorInnen: DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte(Preis der KUNSTHALLE wien) Förderin: Wien Kultur MedienpartnerInnen: DER STANDARD, Die Presse, Profil, FM4, Radio Ö1, Infoscreen, Falter, Monopol(TBA, Vice), snipcard, Ray, FAQ KooperationspartnerInnen: Universität für angewandte Kunst Wien, Technische Universität Wien, Ursula Blickle Stiftung, ImPulstanz, Viennale, Hunger auf Kunst und Kultur, Facultas, Hotel„Le Méridien“, TopKino, Gartenabaukino, Garage X, Red Bulletin, Vienna Independent Shorts, Ton+ Bild, Stiftung F. C. Gundlach, Sofitel, Institut Français, Naturhistorisches Muse­ um, Filmmuseum, framout, Le Meridien KUNSTHALLE wien 33 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ausstellungen KUNSTHALLE wien im Museumsquartier Bruce Conner. Die 70er Jahre. Malerei/ Zeichnung/ Film KuratorInnen: Gerald Matt, Barbara Steffen 8. Oktober 2010 – 30. Jänner 2011, halle 2 Bruce Conners Experimentalfilme zählen heute zu den Vorläufern des MTV-Clips. Der Avant­ gardist hat jedoch nicht nur neue Wege des Filmemachens aufgezeigt, sondern sich durch seine Arbeiten in unterschiedlichsten Medien als bildender Künstler immer wieder selbst neu erfunden. Seine Zeichnungen und Gemälde sind Sinnbilder des Metaphysischen und Transzen­ dentalen, sie erinnern an Rorschachtests, zeigen Mandalas oder Sterne. In seinen Filmen ästhe­ tisiert er die Realität auf einzigartig lyrische Weise. Fotogramme mit dem Abdruck des eigenen Körpers nannte er ANGELS. Ob er eine politische Kandidatur inszenierte, den Namen seines Freundes Dennis Hopper als Pseudonym verwendete oder sich selbst im„Who Was Who“ 1973 für tot erklären ließ, zeitlebens entzog sich Bruce Conner, der mit Assemblagen bekannt wur­ de, künstlerischen, persönlichen und markttauglichen Kategorisierungen. Sein vielschichtiges Werk verbindet die Leidenschaft für Musik von Soul bis Punk mit abstrakter Formschönheit von Hell-Dunkel-Kontrasten und einem kritischen Blick auf Kunst und Gesellschaft. Bruce Conner stand der Beat Generation mit ihrer freigeistigen Neudefinition des American Way of Life nahe und ist trotz seiner Pionierleistungen ein Geheimtipp geblieben. Bruce Conner, geboren 1933 in McPherson, Kansas, starb 2008 in San Francisco. BesucherInnen: 2 549(nur 2011) POWER UP. Female Pop Art Kuratorin: Angela Stief 5. November 2010 – 8. März 2011, halle 1 POWER UP entdeckte herausragende Künstlerinnen der Pop Art neu, und löste so nach 50 Jahren Dorothy Iannones kämpferisches Versprechen ein. Die bis heute primär mit männlichen Protagonisten verbundene Kunstrichtung wurde in der Schau einer Neuinterpretation unter­ zogen. Plastik, grelle Farben, reduzierte Formen und graphische Konturen – die Arbeiten der neun Künstlerinnen ähneln in vielem denen ihrer männlichen Kollegen. Auch die Popfrauen treffen den Geschmack der Masse, bleiben jedoch als feministische Vorreiterinnen kämpfe­ risch und kritisch. Sie zeigen die Oberflächlichkeit der Konsumkultur auf und entlarven wie Christa Dichgans den Mythos Ware als leere Hülse, überhöhen ironisch wie Jann Haworth Ge­ genstände des Alltags zu überdimensionierten Kitschobjekten oder thematisieren wie Rosalyn Drexler die Klischees der Massenmedien sowie Superstarkonstruktionen. Zu den sozialen und politischen Ereignissen der 60er-Jahre, etwa dem Vietnamkrieg, beziehen sie – wie die Klos­ terfrau Sister Corita, eine engagierte Friedensaktivistin – offen Stellung. Die Ausstellung war auch dann politisch, wenn ein anderer Blick die üblichen Frauendarstel­ lungen der damaligen Zeit korrigiert: Kiki Kogelnik und Marisol beschreiben das Korsett, in dem die Fremd- und Selbstdarstellung der Frau gefangen ist, wohingegen Evelyne Axell oder Dorothy Iannone den nackten Körper, Liebe und Sexualität provokativ zur Schau stellen, und wie auch Niki de Saint Phalle, Aufmerksamkeit durch gekonnte Selbstinszenierung bündeln. Übernahmestationen: Phoenix Art/ Stiftung Falckenberg in Kooperation mit den Deichtorhal­ len Hamburg(29. 4. – 10. 7. 2011), Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen(23. 7. – 9. 10. 2011) BesucherInnen: 11 428(nur 2011) 34 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Andro Wekua. Never Sleep with a Strawberry in Your Mouth Kuratorin: Angela Stief 18. Februar – 5. Juni 2011, halle 2 Anziehung und Abstoßung, Perfektion und Obsession liegen den selbstvergessenen Figuren des georgischen Künstlers Andro Wekua zugrunde. Er vermittelt seine„Anatomie des Begeh­ rens“ über vieldeutige Gesten und formelhafte Posen. Gespeist aus persönlichen Erinnerungs­ bildern und lebensweltlichen Eindrücken aus Mode, Film und Kunst entwirft er atmosphärische Settings und theatralische Inszenierungen, die auf einer sinnlichen Ebene die feinen Wahrneh­ mungssensoren der BesucherInnen reizen. Der Meistercollagist Wekua bedient sich nahezu jeden Mediums: im Zusammenspiel von Raum, Skulptur, Film und zweidimensionalen Arbeiten entfaltet sich eine künstlerische Wirkkraft, deren expressiv-erhabenes Pathos mit Elementen poetischer Selbstironie ausbalanciert wird. Andro Wekua, geboren 1977, studierte in Georgien und der Schweiz. Seit 2007 lebt und arbei­ tet er in Zürich und Berlin. BesucherInnen: 8 017 Weltraum. Die Kunst und ein Traum Kuratorin: Cathérine Hug Beirat: Gerald Matt(Direktor KUNSTHALLE wien), Walter Famler(Bewegung KOCMOC/ Gruppe Gagarin) und Christian Köberl(Direktor Naturhistorisches Museum Wien) 1. April – 15. August 2011, halle 1 Die Ausstellung fand in der KUNSTHALLE wien und ergänzend in Räumen des Naturhistori­ schen Museums Wien statt. Das Weltall ist nicht nur eine physikalische Ausdehnung, sondern auch ein symbolischer Raum: Seit Jahrhunderten drehen sich Träume und Visionen der Menschen darum, die„extraterrest­ rische Zone“ zu erobern, Welten jenseits der Erde kennenzulernen, und vielleicht sogar andere Planeten zu kolonisieren.„Space is the Place“ erklärte der Musiker Sun Ra und hunderte Sci­ ence Fictionromane und-filme legen Zeugnis ab von der Sehnsucht nach dem Anderen, dem Unbekannten, der ,High Frontier‘, der hohen Grenze, die im 20. Jahrhundert zum Schauplatz geostrategischer Positionskämpfe wurde. Sowohl die USA als auch die Sowjetunion inves­ tierten ungeheure Summen, um die Vorherrschaft im Weltraum sicherzustellen. Der erste be­ mannte Raumflug durch den sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin im Jahr 1961 war in dieser Hinsicht ein Schlüsselereignis. Am 12. April 2011 jährte sich dieses zum 50. Mal. Die KUNST­ HALLE wien nahm diese Feierlichkeiten zum Anlass, um in einer umfassenden Gruppenaus­ stellung(mit rund 40 künstlerischen Positionen, darunter Angela Bulloch, William Kentridge, Mariko Mori, Robert Rauschenberg, Thomas Ruff und Keith Tyson) das thematisch reiche Feld spielerisch wie facettenreich zu beleuchten. BesucherInnen: 26 548 Le Surréalisme, c’est moi! Salvador Dalí& Louise Bourgeois, Glenn Brown, Markus Schinwald, Francesco Vezzoli Kurator: Gerald Matt 22. Juni – 23. Oktober 2011, halle 2 It’s like being with royalty or circus people.(Andy Warhol über Salvador Dalí) Exzentriker, Wahnsinniger, Genie? Wie kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts lös­ te Salvador Dalí mit seinem Œuvre und seinem provokanten Auftreten die Grenzen zwischen Kunst und Leben, Originalität und Kommerz auf. Seine Visionen vom Surrealismus, der ästhe­ tischen Verschmelzung von Traum und Wirklichkeit, setzte er in nahezu allen künstlerischen Medien um und darüber hinaus in der Inszenierung seiner selbst. Die Ausstellung akzentuierte Dalís kontroversiell wahrgenommenes Schaffen im Spiegel zeit­ genössischer Kunst neu: Rund 70 ausgewählte Werke von Salvador Dalí standen den inter­ national etablierten Positionen von Louise Bourgeois, Glenn Brown, Markus Schinwald und KUNSTHALLE wien 35 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Francesco Vezzoli gegenüber. Malerei, Skulptur, Zeichnung, Film/ Video und Installation drehten sich um Bildwelten des Unbewussten, Kunstgeschichte und Maltradition, das Phäno­ men der Berühmtheit und die Rolle von Kunst und Künstler in Gesellschaft und Populärkultur. Co-starring: Philippe Halsman, Jean-Michel Othoniel, Eric Schaal, Andy Warhol BesucherInnen: 59 343 Das Kabinett des Jan Š vankmajer Das Pendel, die Grube und andere Absonderlichkeiten Kurator: Gerald Matt 7. September – 2. Oktober 2011, halle 1 Surrealismus ist eine Reise in die Tiefen der Seele, wie Alchemie oder Psychoanalyse. Im Unter­ schied zu diesen beiden jedoch ist es keine persönliche Reise, sondern ein kollektives Abenteuer. (Jan Š vankmajer) Jan Š vankmajer, tschechischer Künstler und Trickfilmmacher, ist eine Legende unter Cineas­ ten. Gelten doch seine aberwitzigen, traumartigen Geschichten, beeinflusst von den Schrift­ stellern Edgar Allan Poe und Lewis Carroll als Wunderwerke des Surrealen. Š vankmajers Ar­ beiten changieren zwischen Horror und Humor, zwischen Ironie, Witz, Bedrohung und Angst. In dieser gemeinsam mit der Ursula Blickle Stiftung erarbeiteten Schau wurde erstmals im deutschsprachigen Raum ein Einblick in die ganze Bandbreite von Š vankmajers Œuvre gege­ ben. Es waren nicht nur seine filmischen Arbeiten, sondern auch seine skulpturalen Objekte und Radierungen zu sehen, die ihn als multimedialen Künstler ausweisen. Neben seinen ins Surreale zielenden(Kurz-)Filmen baut Š vankmajer Skulpturen aus unterschiedlichsten orga­ nischen Materialien und schafft verstörende Wesen, die den Tiefen einer Traum oder(Alp) traumwelt entsprungen zu sein scheinen. Auch die Radierungen in der Anmutung alter zoolo­ gischer, anatomischer oder botanischer Studien zeigen phantastische Fabelwesen. So entste­ hen immer neue Phantasiewesen aus dem Unterbewussten, das Š vankmajer als seine stärkste Inspirationsquelle bezeichnet. Jan Š vankmajer wurde1934 in Prag geboren, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. BesucherInnen: 15 151 Vanity. Mode/ Fotografie aus der Sammlung F. C. Gundlach KuratorInnen: Synne Genzmer, F. C. Gundlach 21. Oktober 2011 – 1. April 2012, halle 1 Modefotografie transportiert Images und Trends. Modefotografie entwirft imaginäre Ideal­ bilder von Femininität, Eleganz und Glamour und löst diese wieder auf. Modefotografie be­ schreibt kollektive Vorstellungen von Schönheit und dokumentiert den Wandel kultureller Interessen. Von der frühen Studiofotografie bis zum dynamischen Setting im urbanen Raum, von surrealen Bildkonzepten zur Ironisierung der Fashionindustrie, von der Inszenierung des Kleides zum Supermodel. Mit circa 200 ausgewählten Werken aus der Sammlung F. C. Gundlach widmete sich diese Aus­ stellung dem Thema Fotografie und Mode. Wegweisende und unbekannte Aufnahmen seit den späten 20er-Jahren bis heute bezeugen die Suggestivkraft der Modefotografie zwischen Innovation und Tradition, zwischen Konsum und Kunst. F. C. Gundlach, selbst Modefotograf, hat eine der größten privaten Fotografiesammlungen im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Er begriff Modefotografie nie nur als schönen Schein sondern als zivilisatorische Ausdrucks­ form, die Zeitgeist und Menschenbild in ihrer äußeren Erscheinung spiegelt. BesucherInneneintritte: 16 629(nur 2011) No fashion, please! Fotografie zwischen Gender und Lifestyle Kurator: Peter Weiermair 10. November 2011 – 22. Jänner 2012, halle 2 No fashion, please! – die Verweigerung herkömmlicher Vorstellungen von Mode und Schön­ 36 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 heit charakterisierte die zweite Schau im Rahmen des Herbstschwerpunkts zu Fotografie und Mode. In 19 Einzelpräsentationen wurde die internationale zeitgenössische Fotografieszene vorgestellt, die die fundamentale Beziehung zwischen Körper und(Be)Kleidung, die Dialektik zwischen Form und Erscheinung des Körpers untersuchte und hinterfragte. Die ausgewählten Fotografen stehen in der Tradition der Körperkunst und arbeiten stark mit Querverweisen zu Installationen, Zeremonien und Ritualen. Grenzüberschreitungen der Disziplinen wurden mutig und mutwillig erprobt. Kleidung und andere Produkte der„Fashion Industry“ erschie­ nen innerhalb der Ausstellung nur mehr als Fragmente einer narrativen Inszenierung, die die Wunschvorstellungen und Ideale einer sich verändernden Körperästhetik thematisieren. Die dafür eingesetzten medialen Strategien sind vielfältig und reichen von inszenierter Fotografie zu Projektionen, Performances, Körperskulpturen, Video und Film. Besuchereintritte: 8 993(nur 2011) KUNSTHALLE wien ursula blickle videolounge video des monats#63: Peter Sempel 30. Dezember 2010 – 31. Jänner 2011 video des monats#64: Clemens von Wedemeyer 1. Februar – 28. Februar 2011 video des monats#65: Andro Wekua 1. März – 31. März 2011 video des monats#66: Aleksandra Mir 1. April – 30. April 2011 video des monats#67: Spectrum. From the Zacheta Video Collection 1. Mai – 30. Juni 2011 video des monats#68: Reynold Reynolds – Secrets Trilogy 1. Juli – 21. Juli 2011 video des monats#69: Christiane Cegavske – Blood Tea and Red String 1. August – 30. September 2011 video des monats#70: Martin Arnold 1. Oktober – 30. November 2011 video des monats# 71: Karl Kels – Flusspferde 1. Dezember – 31. Dezember 2011 KUNSTHALLE wien photo wall& video wall Sofia Goscinski: Disorders 1. September 2010 – 10. Jänner 2011 Marina Faust 27. Jänner – 25. Mai 2011 KUNSTHALLE wien 37 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Timotheus Tomicek: Von hinten 26. Mai – 19. September 2011 Roman Pfeffer: Wärmetauscher 7. Oktober 2011 – 11. März 2012 KUNSTHALLE wien project wall Siggi Hofer: HANDLUNG 21. Oktober 2010 – 15. März 2011 Daniel& Geo Fuchs: TOYGIANTS@ outer space 1. April – 13. September 2011 Franz Huemer: Seher und Genie 17. September 2011 – 1. März 2012 KUNSTHALLE wien project space karlsplatz Preis der KUNSTHALLE wien 2010: Monika Piorkowska„Time Boxes“ 15. Dezember 2010 – 28. Jänner 2011 Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte. In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien. Die„Time Boxes“ von Monika Piorkowska sind transparente Altäre, Kassiber der Erinnerung, mumifizierte Spuren flüchtiger Kommunikationen und Meditationen über Zeit und Vergäng­ lichkeit. Eine Serie druckgraphischer Objekte, die sich, aufgebockt auf weiß gestrichenen Untersätzen, in die Tiefe des Raumes ausdehnen. Ausgangspunkt der Arbeit waren digitale Aufzeichnungen von Gesprächen, die die Künstlerin mit Partnern, die über den gesamten Glo­ bus verstreut waren, per Computer und per Skype führte. Aus den Spuren dieser Gespräche, sowohl den gefilmten Aufzeichnungen als auch den von der Künstlerin gemachten Notizen entstanden dann die einzelnen Objekte, wobei jede der ausgestellten Glasboxen eine Person repräsentiert, genauer gesagt ein Gespräch mit dieser. Die„Time Boxes“ konservieren Augenblicke und Alltäglichkeit, sie laden ein zur Meditation und Reflexion über Erinnerung und Vergänglichkeit, sie verknüpfen das Politische und das Pri­ vate und sie stellen im Sinne Martin Heideggers die Frage nach dem Sein in der Zeit. BesucherInnen: 1 806(nur 2011) Clifton Childree. Fuck that Chicken from Popeyes Kuratorin: Synne Genzmer 9. Februar – 20. März 2011 Clifton Childree ist ein analoger Künstler in einer digitalen Welt. Er zieht die Handkurbel und das Ruckeln und Flackern eines alten Schwarz-Weiß-Slapstickstreifens den High DefinitionAuflösungen der Gegenwart jederzeit vor. Er ist fasziniert vom Talmiglanz und vom Tingeltan­ gel billiger Illusionswelten: Zirkus und Vaudeville, Side Shows und Midnight Movie-Theater sind seine Inspirationsräume. Clifton Childrees Ästhetik reproduziert den Stummfilm und ist gleichzeitig eine Bastelkunst, die faulendes Holz, verrottete Möbel und vergammelte Textilien in magische Schauplätze verwandelt. Seine multimedialen Rauminstallationen sind abenteu­ erliche Gesamtkunstwerke, die sich zu einem humoristisches Theater des Grotesken und der unbegrenzten Exzentrik verwandeln. Clifton Childree, geboren 1971 in Birmingham/ Alabama, lebt und arbeitet in Miami. 38 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Verlag für moderne Kunst Nürnberg mit einem Text von Synne Genzmer und einem Interview mit dem Künstler von Gerald Matt. BesucherInnen: 3 126 Loris Gréaud. CELLAR DOOR Kuratorin: Cathérine Hug 15. April – 7. Juni 2011 Für seine erste Solo-Show in Österreich hat Loris Gréaud(*1979 in Eaubonne, Frankreich) neue Werke geschaffen, zu denen Lee Ranaldo, der legendäre Gitarrist von Sonic Youth, ei­ nen wesentlichen Beitrag geleistet hat. Die Station Wien stellte einen fulminanten Abschluss des mehrjährigen Werkzyklus CELLAR DOOR dar. Es handelt sich um ein komplexes Unterneh­ men, ein zeitgenössisches Märchen, das verschiedene miteinander verwobene und doch in sich eigenständige Elemente vereint: darunter ein Architekturprojekt, eine Oper, den Film„One Thousand Ways To Enter“(2008–11) und die Skulptur„The Great Book of Captions“(2011). Gréauds Ateliermetapher CELLAR DOOR ist ein faszinierender Echoraum, eine Projektionsflä­ che für Gedanken und Worte, die sich stets neu erfindet und steht für eine von Kooperatio­ nen und Experimenten getragene Produktionsweise sowie für einen dynamischen Prozess der Kunstbetrachtung. BesucherInnen: 6 604 Wiener Festwochen: forum festwochen ff – Überlebensstrategien 13. – 18. Juni 2011 Lange Zeit lebten wir gut und außer Gefahr. Wir wohnten im Zentrum der Welt, unser Land sorgte für uns, und„ich kann nicht genug klagen“ war die saturierte Standardantwort auf die Floskelfrage nach unserem Wohlbefinden. Wir gedeihten stetig. Doch westliche Siegesgewissheit und mitteleuropäisches Überlegenheitsgefühl sind dahin. Statt Fortschrittsglauben und Konsumentenglück grassiert nun die Angst vor Wohlstandsver­ lust und Sozialabstieg, Banken- und Eurokrise, Klimawandel und Naturkatastrophen, deren Ursachen auch in Menschenhand liegen. Vorbei ist es mit dem sicheren, kolonialistischen Blick, der die Welt aufteilte in wenige Erste und viele Dritte, in Industrienationen und Entwicklungs­ länder.„Schwellenland“ oder„Tigerstaat“ – das klingt nicht nur bedrohlich, sondern meint auch: Woanders spielt längst die Musik, finden Aufstieg, Produktion und Konsum, Weltwirt­ schaft und-politik schon jetzt oder demnächst maßgeblich statt. Wir schwitzen oder frieren mehr und mehr, als hätte wer den Stöpsel gezogen aus unserem wohligen Wechselbad zwi­ schen Hedonismus und schlechtem Gewissen. Wie überleben wir das? Und macht es weiter Spaß? Überlebensstrategien: ein vermessenes Wort. Schon Monate vor der Katastrophe in Japan plante das forum festwochen ff, in diesem Jahr verschiedene Strategien des Überlebens vor­ zustellen – zur Ansicht und zum Ausprobieren, eingeladen von den Enden der Welt, von alten und neuen Peripherien. Aus Indien, Japan, Island, Kenia und Kolumbien, Belgien, Spanien und Österreich stammen die KünstlerInnen, die sich sechs Tage lang im Herzen Wiens, im project space karlsplatz und im brut im Künstlerhaus, mit dem Thema auf vielfältige Weise und spartenverschmelzend auseinandersetzten – in Performances, Installationen und Interventionen, Workshops, Darbietungen und Dialogen. BesucherInnen: 774 Beirut Kuratorin: Bariaa Mourad Kurator KUNSTHALLE wien: Lucas Gehrmann 29. Juni – 24. August 2011 Beirut war nach Detroit die zweite Ausstellung im Rahmen einer Städtereihe, die sich mit dem kreativen Potenzial von Metropolen im Wandel auseinandersetzt. Beirut, vielfach als„Paris KUNSTHALLE wien 39 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 des Nahen Ostens“ bezeichnet, ist von jahrzehntelangen Bürgerkriegen und bewaffneten Aus­ einandersetzungen gezeichnet. Sowohl aus architektonischer wie auch aus sozialer, ökonomi­ scher und historischer Perspektive wurde die Stadt zum Schlachtfeld divergierender Interes­ sen. Der Schwerpunkt der Schau lag auf filmischen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern die die Themen Freiheit, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung unter den verschärften Be­ dingungen eines permanenten Konfliktes bearbeiten. BesucherInnen: 3 885 Carlo Mollino. Un Messaggio dalla Camera Oscura Kurator: Gerald Matt 31. August – 25. September 2011 In Kooperation mit dem Museo Casa Mollino, Turin. Geboren 1905 als Sohn einer Turiner Baumeisterfamilie, studierte Carlo Mollino Kunstgeschich­ te und Architektur, war Autorennfahrer, Skisportler und Kunstflieger, Autor und Fotokünstler. International bekannt wurde er vor allem als Designer von Möbeln und exklusiven Interieurs im Geiste des Gesamtkunstwerks. Seine organische Formensprache war nicht zuletzt von der Gestalt des weiblichen Körpers inspiriert – das bezeugt vor allem jener Teil seines fotografi­ schen Werks, das er stets für sich behielt: über 1 000 Polaroids mit inszenierten Akt-Porträts von Schönheiten des Turiner Nachtlebens, die er in einem dafür eigens gestalteten Fotostudio in der Turiner Villa„Casa Mollino“ fertigte. Einrichtungsgegenstände aus dieser Villa wurden hier erstmals einer Auswahl seiner Polaroids zur Seite gestellt. Wo liegen Grenzen und Brücken zwischen männlich-erotischer Fantasie und der geistig-künstlerischen Haltung dieses Univer­ salkünstlers? BesucherInnen: 2 055 ArchDiploma Kurator: András Pálffy, Professor der Abteilung Gestaltungslehre und Entwerfen 5. Oktober – 27. Oktober 2011 Präsentation ausgewählter Abschlussarbeiten aus den Jahren 2009 bis 2011 der Fakultät für Architektur und Raumplanung, Technische Universität Wien. Die im Biennale-Rhythmus stattfindende Ausstellung ArchDiploma zeigt die besten Diplom­ arbeiten der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien. Eine Fachjury prämiert unter 34 Projekten herausragenden Arbeiten, zusätzlich wird von den BesucherInnen bei der Finissage der Publikumspreis verliehen. BesucherInnen: 2 501 Petar Petrov. Maßanfertigung 3. November – 3. Dezember 2011 Petar Petrov ist ein typischer Vertreter des„Genre Blurring“, des Verwischens der Grenzen von zweckdienlicher angewandter Produktion und funktionsfreier Kunst. Maßanfertigung, sein jüngstes Projekt, entwickelte er in Kooperation mit dem Designer Tino Valentinitsch und der Musikerin Soap&Skin. Petrov erdachte für den project space der KUNSTHALLE wien einen virtuellen Raum im Raum. Sein Spiel mit dessen Grenzen lässt an Gottfried Sempers„Beklei­ dungstheorie“ denken. Architektur in ihrer Bekleidungsfunktion dient zum Schutz und um­ hüllt den Raum menschlicher Kultur. Semper sah den Ursprung der Architektur in Textilien, im Weben und Flechten mit der Hand, in der leichten Architektur der Nomaden. Die virtuellen Wände von Petrovs Raum wirken wie eine Metapher dafür. BesucherInnen: 2 318 40 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Preis der KUNSTHALLE wien 2011: Corina Vetsch& Sophie Hirsch: wünschen erwünscht – handeln verlangt 16. Dezember 2011 – 8. Jänner 2012 Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte. In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien. Den diesjährigen Preis erhielt die Künstlerin Corina Vetsch für ihre mehrteilige Arbeit zur Eu­ topie im Blasendiagramm. Die Künstlerin bedient sich unterschiedlicher Möglichkeiten der Visualisierung von Daten und kombiniert Bild- und Textausschnitte von Printmedien mit Zeich­ nungen oder malerischen Überarbeitungen. Auf diese Weise generiert sie eigenwillige Bildund Text-Welten, die zwischen Wissenschaft, Philosophie, persönlichem Tagebuch, Fantasy, Comic und Popkultur changieren. Die ebenfalls prämierte Installation von Sophie Hirsch(Anerkennung der Jury) wurde gemein­ sam mit den Arbeiten von Corina Vetsch ausgestellt. BesucherInnen: 1 931(nur 2011) KUNSTHALLE wien public space karlsplatz Der Karlsplatz wird von der KUNSTHALLE wien sowie von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien bespielt. Regelmäßig wechselnd beziehen sich„skulptur“ und„schaufenster“ auf den Ort, programmieren KünstlerInnen das„leuchtband“ am Gebäude des project space mit durch LED erzeugten Licht- und Schriftbildern. KÖR skulptur Basim Magdy: One Day We Will Shine Like The Stars 28. Oktober 2010 – 17. April 2011 Stefan Sagmeister: Everybody Thinks They Are Right 3. Mai – 5. Juni 2011 Paul McCarthy: Henry Moore Bound to Fail 22. Juni – 12. Dezember 2011 KÖR schaufenster Peter Dressler: Spannungsunterbrechung 28. Oktober 2010 – 31. März 2011 Fabian Seiz: Fear of 15. April – 29. Februar 2012 KÖR leuchtband Alexander Widner: Tag und Nacht und Tag 2. November 2010 – 31.Jänner 2011 GUSTAV: WIRD EXPLODIEREN 1. Februar – 31. Mai 2011 KUNSTHALLE wien 41 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Friederike Mayröcker: dieses Jäckchen(nämlich) des Vogel Greif 1. Juni – 30. September 2011 Elfriede Jelinek: In Fetzen 1. Oktober 2011 – 31. März 2012 BesucherInnenzahlen Künstlerinnen – Ausstellungen • Bruce Conner • Power up Evelyne Axell, Sister Corita, Christa Dichgans, Rosalyn Drexler, Jann Haworth, Dorothy Iannone, Kiki Kogelnik, Marisol, Niki de Saint Phalle • Andro Wekua • Weltraum Pawe ł Althamer, Eric Andersen, Julieta Aranda, Artsat, Angela Bulloch, Björn Dahlem, Vladimir Dubossarsky& Alexander Vinogradov, Charles and Ray Eames, Sylvie Fleury, Agnes Fuchs, Daniel& Geo Fuchs, Loris Gréaud, Judith Hopf, Dona Jalufka, Toril Johannessen, William Kentridge, Lena Lapschina, Simone Leigh, Jen Liu, Basim Magdy, Mahony, Aleksandra Mir, Jyoti Mistry, monochrom, Mariko Mori, Gianni Motti, Deimantas Narkevi č ius, Katie Paterson, Simon Patterson, Amalia Pica, Christian Pußwald, Robert Rauschenberg, Pipilotti Rist, Thomas Ruff, Tom Sachs, Wilhelm Sasnal, Charles Schmidt, Michael Snow, Andrei Sokolov, Hildegard Spielhofer, Eve Sussman& Rufus Corporation, Rirkrit Tiravanija, Keith Tyson, Christian Waldvogel, Andy Warhol, Orson Welles, Nives Widauer, Jane& Louise Wilson, Virginie Yassef, Carey Young • Salvadore Dalí Louise Bourgeois, Glenn Brown, Markus Schinwald, Francesco Vezzoli • Jan Š vankmajer • Vanity Richard Avedon, Lillian Bassman, Cecil Beaton, Sibylle Bergemann, Erwin Blumenfeld, Guy Bourdin, Louise Dahl-Wolfe, Hubs Flöter, Ralph Gibson, F.C. Gundlach, Horst P. Horst, George Hoyningen-Huene, George Hurrell, William Klein, Nick Knight, David LaChapelle, 42 KUNSTHALLE wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Edgar Leciejewski, Zoe Leonard, Leon Levinstein, Peter Lindbergh, Gjon Mili, Sarah Moon, Armin Morbach, Helmut Newton, Irving Penn, Regina Relang, Kristian Schuller, Melvin Sokolsky, Deborah Turbeville, Yva, Imre von Santho, Wols • No fashion Chan-Hyo Bae, Tracey Baran, Jeff Bark, Leigh Bowery/ Fergus Greer, Steven Cohen/ Marianne Greber, Philip-Lorca di Corcia, Matthias Herrmann, Lea Golda Holterman, Izima Kaoru, Luigi& Luca, Sandra Mann, Martin& The evil eyes of Nur, Brigitte Niedermair, Erwin Olaf, Alex Prager, Hanna Putz, Viviane Sassen, Sophia Wallace, Bruce Weber • Monika Piorkowska • Clifton Childree • Loris Greuad • Beirut Maher Abi Samra, Mounira Al-Solh, Danielle Arbid, Ali Cherri, Edwin Daou, Rami El-Sabbagh, Joana Hadjithomas& Khalil Joreige, Mona Hatoum, Mahmoud Hojeij, Lamia Joreige, Randa Mirza, Reine Mitri, Najla Said, Rania Stephan, Alfred Tarazi, Tanya Traboulsi, Akram Zaatari • Carlo Mollino • Petar Petrov KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien Die Aufgabe von KÖR ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanen­ ten, bzw. temporären künstlerischen Projekten. Dadurch soll die Identität der Stadt und ein­ zelner Stadtteile im Bereich des Zeitgenössischen gestärkt sowie die Funktion des öffentlichen Raums als Agora – als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Debatte – wiederbelebt werden. KÖR versteht Kunst im öffentlichen Raum nicht als Dekor, sondern als Angebot zur Auseinandersetzung mit Inhalten und radikalen ästhetischen Setzungen sowie als symbolische Markierung bislang kulturabstinenter Territorien. Projektförderungen Es fanden drei Jurysitzungen statt, zu denen 71 Projekte eingereicht und der Jury vorgelegt wurden. 16 Projekte wurden mit einer Förderung unterstützt(Umsetzung 2011 und 2012). Im Jahr 2011 hat KÖR insgesamt 17 Projekte umgesetzt, bzw. abgeschlossen(16 temporäre Projekte und 1 permanentes Werk). Dabei waren 30 Kunstschaffende(15 Künstlerinnen und 15 Künstler) involviert. Darüber hinaus wurden für die Fertigstellung, bzw. Umsetzung im Jahr 2012 vorerst weitere 15 Projekte initiiert(10 permanente Werke und 5 temporäre Werke). Hierbei sind vorerst 20 Kunstschaffende(9 Künstlerinnen und 11 Künstler) involviert. Neun permanente Werke wur­ den/ werden durch Wettbewerbe ausgelobt. Temporäre Projekte/ Umsetzung 2011 Julius Deutschbauer: Quatschbude Karlsplatz 5, 1010 Wien 4. – 19. März 2011 Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man quatschen – und das in einer Bude mit den akkuraten Maßen 295 x 236 cm die Länge und die Breite, 250 cm die Höhe, die exakt zwischen dem brut am Karlsplatz und dem Musikverein aufgestellt war. Uns ist schon ganz quatschelig zumute. Wir sind die aller Quatschlichsten von hier bis Paris, von Paris bis Texas und unser Publikum KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 43 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 mit uns. Und sind wir gerade nicht selbst am Quatschen, dann quatscht die Bude selbstredend für uns, und das rund um die Uhr. Ein Projekt von imagetanz, brut und KÖR. Bele Marx: Aufhänger Kubus EXPORT – Der transparente Raum, Lerchenfelder Gürtel, Bogen 43, 1080 Wien 10. März – 29. April 2011 Die Rauminstallation von Bele Marx zeigte ein Skelett von silberbeschichteten Drahtkleider­ bügeln, deren Schatten abstrakte Linienstrukturen an die Wand warfen. Die fragile Kon­ struktion verzerrte den Raum und ließ den Blick ins Leere laufen. Die Linien zu entwirren war unmöglich, doch ihr Zusammenhang Aufhänger für eigene Ideen, Bilder, Räume abseits des Gebrauchswertes. Lisl Ponger: Repair Democracy. Ein Demonstrationszug Straßenbahn Linie am Ring 3. April – 30. Juni 2011 Lisl Ponger griff mit der temporären Außengestaltung einer Straßenbahngarnitur entlang der Wiener Ringstraße den zentralen Aspekt der Frauentagsdemonstrationen auf. Auf inszenierten Fotos erschienen migrantische Frauengruppen als öffentliches Kollektiv, als fordernde Masse, als Frauen in Bewegung. Es war das Ziel, jenseits einer problematischen Sichtbarmachung von Andersheit Möglichkeiten der(Selbst-)Repräsentation auszuloten. Fabian Seiz: Fear Of KÖR schaufenster am KUNSTHALLE wien public space karlsplatz, Treitlstraße 1, 1040 Wien 14. April 2011 – 29. Februar 2012 Die am schaufenster KÖR präsentierten Bretterverschläge waren Fotografien von Modellen, die der Künstler speziell dafür angefertigt hatte. Auf„reale“ Größe gebracht, als 1:1 Illusion, transportierten sie die Vorstellung eines Ausnahmezustandes. Sie sollten eine bevorstehende Gewalt – sei es ein gesellschaftspolitisches Ereignis oder eine Naturkatastrophe – suggerie­ ren, wie es der Titel der Arbeit verspricht. Die verlassenen, mit Brettern zugenagelten Häuser – einer Geisterstadt gleich – waren dabei im wahrsten Sinne ein Symbol für das Erwarten einer kommenden Entladung. Stefan Sagmeister: Everybody thinks they are right KÖR skulpturenplatz am KUNSTHALLE wien public space karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien 3. Mai – 5. Juni 2011 Ein überdimensionaler weißer Affe mit grimmigem Gesichtsausdruck begrüßte Passanten und Autofahrer. Der Betrachter fühlte sich vielleicht an einen Affen aus dem buddhistisch-shinto­ istischen Glauben erinnert, der„nicht sieht, nicht hört und nicht spricht”, oder er spürte dem Symbolgehalt des Affen als Fabeltier nach, wo er entweder als besonders dumm oder außerge­ wöhnlich raffiniert dargestellt wird. Gerald Roßbacher: AUSLAND Jodok-Fink-Platz, Vorplatz der Piaristenkirche, 1080 Wien 6. Mai – 15. September 2011 „Ausland“ stellte die zwei Pole des in Österreich und Europa gelebten Widerspruchs im Um­ gang mit dem„Fremden“ gegenüber.„Das Andere“ funktionierte als Projektionsfläche für Sehnsüchte, bediente aber auch als Xenophobie, die Angst vor dem Fremden. Reale und im Kopf vollzogene Grenzziehungen, von Sehnsucht und Angst gleichermaßen bestimmt. Die Ar­ beit vermaß symbolisch Politiken von Projektionslogiken. Die Ambivalenzen, die als Ideologi­ en-, Macht- und Migrationsfragen wie als Sehnsuchts-, Traum- und Massentourismusfragen den Begriff Ausland ausmachen, wurden vermessen und zum temporären Denkmal aufgebaut. 44 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Stefanie Wilhelm: Lumen Mobile 1 Kubus EXPORT – Der Transparente Raum, Lerchenfelder Gürtel, Bogen 43, 1080 Wien 12. Mai – 6. Juni 2011 In der installativen Gestaltung durch Licht und Bewegung verwandelte sich der Glaskubus un­ ter dem Stadtbahnbogen am Lerchenfeldergürtel in einen gelassen pulsierenden Gegenraum in einem der meist-frequentierten Verkehrsräume der Stadt. Im Inneren des Kubus drehten sich reflektierende Platten langsam um ihre eigene Achse. Bei Dunkelheit, wie im Tages- und Sonnenlicht verwandelten sich die rotierenden Flächen in leuchtende Körper. Jeder Wechsel der Lichtverhältnisse brachte überraschende Nuancen ans Licht. Das im Glas sich spiegelnde Pulsieren des Verkehrs kontrastierte mit dem Farb- und Lichtwechsel der Installation. Es ent­ stand eine Insel der Wahrnehmung inmitten des dröhnenden Licht- und Bewegungsstroms der Stadt, die dazu einlud, den Kontrast zwischen Hektik und Ruhe in der eigenen Wahrnehmung zu erfahren. Thomas Schütte: Große Geister, Nr. 5, 8, 10, 11 Kunstplatz Graben, Höhe Graben Nr. 21, 1010 Wien 18. Mai – 2. November 2011 Am„Kunstplatz Graben“ wurden vier überdimensionale Bronzefiguren von Thomas Schütte aus der Serie Große Geister gezeigt. Das skulpturale Werk des konzeptuell arbeitenden Künst­ lers Thomas Schütte entwickelt sich schlüssig aus der inneren Logik seiner Themen und Werk­ prozesse und leistet damit einen der wenigen unverwechselbaren Beiträge zur figurativen Skulptur der Gegenwart. Carola Dertnig: ZU SPÄT In Zusammenarbeit mit der Landschaftsplanerin Julia Rode. Morzinplatz, 1010 Wien 6. Juni 2011 – 31. Oktober 2012 ZU SPÄT wächst es auf dem Morzinplatz. Auf der Grünfläche gegenüber der ehemaligen Gesta­ po-Leitstelle Wien. Als mahnender, an viele Versäumnisse erinnernder Ausruf ist der Schrift­ zug ZU SPÄT zu lesen. Aus widerständigen Pflanzen wurde er von der Künstlerin Carola Dertnig und der Landschaftsgestalterin Julia Rode geschaffen – und drängt sich als anklagendes Zei­ chen aus der Erde und damit ins kollektive Gedächtnis. Auf einem Platz, der dem Gedenken an die Verfolgung der sexuellen Minderheiten im Dritten Reich gewidmet ist. Paul McCarthy: Henry Moore Bound to Fail KÖR skulpturenplatz am KUNSTHALLE wien public space karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien 22. Juni – 12. Dezember 2011 Mit Henry Moore Bound to Fail präsentierte KÖR eine Arbeit des amerikanischen Künstlers Paul McCarthy, die nicht nur formal, sondern auch räumlich mit Henry Moore kommuniziert: Sie war in Sichtverbindung zu der Skulptur„Hill Arches“ des britischen Bildhauers, die sich vor der Karlskirche befindet, positioniert. Isabella Kresse: Für Johanna In 23 Parks: 1., Hermann Gmeiner-Park/ 2., Wettsteinpark/ 3., Schwarzenbergplatz/ 4., Ru­ benspark/ 5., Bruno Kreisky-Park/ 6., Hubert Marischka-Park/ 7. Weghuberpark/ 8., Hamer­ lingpark/ 9., Arne Carlsson-Park/ 10., Waldmüllerpark/ 11., Herderpark/ 12., Haydnpark/ 13., Andreas Rett-Park/ 14., Ferdinand Wolf-Park/ 15., Auer Welsbach-Park/ 16., Karl Kant­ ner-Park/ 17., Josef Kaderka-Park/ 18., Anton Baumann-Park/ 19., Pfarrer Mitschke-Park/ 20., Anton Kummerer-Park/ 21., Joseph Samuel Bloch-Park/ 22., Jakob Bindel-Park/ 23., Josef Schoiswohl-Park. Eröffnung(Bäume): 19. Juli 2011 Abschlussveranstaltung und Folderpräsentation: Frühjahr 2012 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 45 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 FÜR JOHANNA wurden 23 Bäume gepflanzt. Im Andenken an Johanna Dohnal(1939–2010) hat die Künstlerin Isabella Kresse Pflanzplätze in öffentlichen Parks aller Wiener Gemeindebezirke ausgewählt. Birken sollen an die erste österreichische Frauenministerin erinnern und ihr Han­ deln und Wirken ins kollektive Gedächtnis einschreiben. So wie sich die Birke als Pionierpflan­ ze in neuen, noch nicht besiedelten Habitaten zurechtfindet, ist Johanna Dohnal als eine der herausragenden Persönlichkeiten der österreichischen Frauenpolitik in politisches Brachland vorgedrungen und hat Widerstandskraft bewiesen. Oliver Hangl: Kino im Kopf spezial – Komm, süßer Tod Entlang der Staßenbahnlinien 49 und 52, Start: Haltestelle Baumgarten, 1140 Wien 4. – 8. Oktober 2011(Dauer: jeweils ca. 2 Stunden) Draußen zieht die Stadt vorbei, drinnen sitzt sich’s gemütlich. Drinnen läuft der Sound des Films wie ein Hörspiel, Musik, Dialoge treiben das Spiel voran. Draußen hat der Wiener Per­ formancekünstler Oliver Hangl mit SchauspielerInnen interveniert. Gehört nun die Ambulanz mit der Sirene zur Inszenierung? Drüben steht ein Pärchen an der Haltestelle und hält sich fest umschlungen. Da öffnet jemand ein Fenster und schreit heraus – die ganze Welt ist Film. IEFS Kiesling& Stolberg: ERFOLGREICH MARKIEREN Performance und Katalogprojekt Sankt Elisabeth-Platz, 1040 Wien 6. Oktober 2011 Der Leitfaden„Erfolgreich Markieren“ ermöglicht, Schritt für Schritt die eigene, individuelle Besetzung von öffentlichem Raum vorzunehmen und persönliche Entgrenzung im Grenzenzie­ hen zu erleben. Um die verschwommenen Grenzen zwischen Definitionsmächtigen und Defi­ nierten auszuloten, zu markieren und die subtilen Transfers von zirkulierenden Vorstellungen und realen Erfahrungen sichtbar zu machen, lenkten Absperrbänder auf Umwege, bündelten Schablonenwörter die Aufmerksamkeit und irritierten Markierungen gewohnte Ausblicke. Iris Andraschek: Tell these people who I am Stiftgasse 2/ Lerchenfelderstraße 131/ Augustinplatz, 1070 Wien(3. Teil: Umsetzung 2012) Eröffnung(Teil 1 und 2): 13. Oktober 2011 In ihrer dreiteiligen Arbeit fräst die Künstlerin„Teppiche“ in Gehsteige des 7. Bezirks. Die Teppichmuster dienen als Träger von Information dreier Frauenpersönlichkeiten: der Frauen­ rechtsaktivistin Olly Schwarz(1877–1960), der Pädagogin Gisela von Camesina de San Vittore (1865–?) und der Künstlerin Vally Wieselthier(1895–1945). Ihre Namen und ihre Tätigkeiten werden mit persönlichen Notizen, Aussagen, Geschichten und Wörtern ergänzt. Kunst zahlt Miete/ Miete zahlt Kunst Karl Wrba-Hof, Sahulkastraße 3, 1100 Wien 14. – 21. Oktober 2011 Das Nachbarschafts-Service wohnpartner und KÖR riefen kunstinteressierte MieterInnen des Karl Wrba-Hofs auf, im Rahmen des Projekts ein Kunstwerk bei sich zu Hause aufzunehmen und zu präsentieren. Zu angekündigten Zeiten waren einzelne Wohnungen öffentlich zugänglich, um die Kunstwerke betrachten zu können sowie die KünstlerInnen und die GastgeberInnen kennenzulernen. Die Wohnungen wurden zu Übergangszonen zwischen privatem und öffent­ lichem Raum und das Wohnzimmer nahm den Charakter eines Galerieraumes ein. Künstler: collabor.at, Regula Dettwiler, Mirjana Djordjevic, Thomas Draschan, Aldo Giannotti, IEFS Kiesling& Stolberg, Paul A. Leitner, Marko Lulic, Mahony, Lukas Pusch, Axel Stockburger Jadwiga Sawicka: Pestsäule Mariahilfer Straße 2, 1070 Wien 17. November – 10. Dezember 2011 46 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Das Hinterfragen der eigenen Geschichtlichkeit sowie der„Denkmal“-Funktion von Kunst im öffentlichen Raum verschränkte die polnische Künstlerin Jadwiga Sawicka mit direkten Aussagen zu gesellschaftlichen Befindlichkeiten. Der Titel ihrer multimedialen Installation „Pestsäule“ ist eine Anspielung auf die Wiener Pestsäule am Graben, die zu den bekanntesten historischen Denkmälern in Wien zählt. In ihrer über 7,5 Meter als Metallkonstruktion empor­ ragenden Säule bediente sich Jadwiga Sawicka durch Leuchtkästen einer Ästhetik der Wer­ bebranche. Diese konterkarierte sie durch existentielle Themen behandelnde, ins Polnische, Deutsche und Englische übersetzte Textpassagen. Permanentes Projekt/ Wettbewerb/ Fertigstellung 2011 Turnertempel Erinnerungsort – Suche nach einer reflexiven Archäologie Iris Andraschek& Hubert Lobnig, Atelier Auböck+ Kárász(Siegerprojekt) Turnergasse 22/ Ecke Dingelstedtgasse, 1150 Wien Eröffnung: 10. November 2011 Rahmenprogramm im Zuge der Eröffnungswoche(Festakt, Führungen, Podiumsdiskussionen), Publikation zum Wettbewerb in Vorbereitung(Veröffentlichung Frühjahr 2012). In der Turnergasse, Ecke Dingelstedtgasse befand sich bis zur Novemberpogromnacht 1938 der Turnertempel. Diese Synagoge war ein wichtiges Symbol und ein Zentrum des jüdischen Lebens im Bezirk. Der Architekt Karl König, Schüler Friedrich Schmidts und später Assistent Heinrich Ferstels, hat das Gebäude 1870 entworfen, das in den Jahren 1871/1872 errichtet wurde. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde der Turnertempel durch Natio­ nalsozialisten mit Handgranaten in Brand gesetzt und zerstört. Vermittlungsprogramm Kooperation mit Basis Kultur Wien/ Führungsprogramm 2011 Führung zu den Werken von • Heimo Zobernig, Hannah Stippl und Tony Cragg(12. 2., 14 Uhr) • Donald Judd, Franz West, Michael Kienzer, Tony Cragg und James Turrell(9. 4., 17 Uhr) • Fabian Seiz, Stefan Sagmeister, Ken Lum, Henry Moore und Franz West(7. 5., 16 Uhr) • Thomas Schütte, Heimo Zobernig, Iris Andraschek, Lois und Franziska Weinberger, Fritz Wotruba und Kurt Hofstetter(10. 6., 16 Uhr) • Paul McCarthy, Fabian Seiz, Henry Moore, Ken Lum, Alfred Hrdlicka und Thomas Schütte (17. 9., 16 Uhr) • Carola Dertnig, Philip Johnson, Ingeborg Strobl, Richard Deacon und Robert Adrian X (22. 10., 16 Uhr) • Iris Andraschek, Jadwiga Sawicka, Franz West und Roland Kodritsch(26. 11., 15 Uhr) Kooperation mit der Vienna Art Week 2011/ Führungsprogramm • Führung„Kunst und Wiener Linien“ zu künstlerischen Interventionen im Stationsbereich des öffentlichen Verkehrs(19. 11., 13 Uhr): Ken Lum„Pi“(Westpassage Karlsplatz), Heimo Zobernig„ohne Titel“(Ustrab-Station Laurenzgasse), Ingeborg Strobl„ein Garten(zum Beispiel)“(U2 Station Novaragasse) •Führung zu dem von Iris Andraschek und Hubert Lobnig(Künstlerteam)& Atelier Auböck/ Kárász(Architektenteam) gestalteten„Turnertempel Erinnerungsort“, 1150 Wien (19. 11., 15 Uhr) KÖR Projekt-Datenbank(www.koer.or.at) Diese beständig erweiterbare Datenbank wurde im Jahr 2011 mit weiteren redaktionell über- KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 47 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 prüften Projekteinträgen ergänzt. Zu diesem Zweck werden u. a. ProjektinitiatorInnen sowie KünstlerInnen weiterhin eingeladen, ihre Projekte mit allen relevanten Informationen unter http://koer.or.at/index einzutragen. Konzeptpapier Thomas Edlinger:„Soziokulturelle Projekte“ Vorbereitende Recherche für einen„Open Call“ im Jahr 2012 Kauerhof-Studie Barbara Holub und Paul Rajakovics(Transparadiso):„Studie für ein soziokulturelles Projekt im Kauerhof“, Kauerhof, 1150 Wien Vorschau 2012 Temporäre Projekte/ Umsetzung 2012 Iris Andraschek: Tell these people who I am, Teil 3: Vally Wieselthier Augustinplatz, 1070 Wien Fertigstellung: Frühjahr/ Sommer 2012 WOLKE 7: 5 MINUTEN HAUS In allen Wiener Gemeindebezirken. Umsetzung: noch nicht fixiert schnittpunkt: MIT SOFORTIGER WIRKUNG – künstlerische Eingriffe in den Alltag Oliver Hangl, Marlene Haring, Red Park, Mausa Sagadin und Anna Witt Karlsplatz, 1040 Wien Umsetzung: Jänner 2012 Dieses Projekt versammelt Interventionen, Performances und Installationen, die im öffentli­ chen Raum stattgefunden haben – von Günter Brus’ Wiener Spaziergang 1965 bis zu Banksys aktuellen Graffitis. Die Ausstellung lädt ein, sich aktiv mit verschiedenen künstlerischen Stra­ tegien des Eingriffs und deren Absichten, Zielen und Wirkungen auseinanderzusetzen. genderraum(Aumair und Wenzl): UnHEIMelig Brunnenviertel, Bereich von SOHO in Ottakring Umsetzung: Mai 2012 Daedalus – Transmediale Gesellschaft(Gerhard Fischer): Antonio Vivaldis letzter Sommer Installation am Karlsplatz, TU-Gebäude Umsetzung: Juni 2012 Permanente Projekte/ Wettbewerbe: Initiiert 2010 und 2011 Eröffnung 2012(bzw. 2013) Peter Kogler: Zwischengeschoß Karlsplatz(Wettbewerb) U-Bahnstation Karlsplatz, Zwischengeschoß U1/ U2, 1040 Wien Eröffnung: 21. Februar 2012 Peter Koglers Gestaltung des U1/ U2 Zwischengeschosses der U-Bahn-Station Karlsplatz zielt auf eine virtuelle Erweiterung des realen Raumgefüges. Ein tapetenartiges Netzwerk aus com­ putergenerierten Röhrenformen scheint die Grenzen der Architektur aufzulösen und mit ihren 48 KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 dynamisch verspannten Strukturen zugleich auf die Transferfunktion des Zwischengeschosses für die Passanten anzuspielen. Die geometrisch coolen Röhrenformen erinnern an die allge­ genwärtige Mediatisierung und Technologisierung mit ihren Computernetzwerken und Daten­ strömen, die unsere alltäglichen Raum- und Zeiterfahrungen mitbestimmen und verändern. Künstlerische Gestaltung Kunstpassage Karlsplatz(geladener Wettbewerb) Opernpassage, 1010 Wien 2. Jurysitzung/ Finale Jurysitzung: April 2012 Fertigstellung: 2013 Franz Graf: Passage Südtiroler Platz(Wettbewerb) Passage Südtiroler Platz, 1040 Wien(Wiener Linien/ ÖBB Zugang zum Hauptbahnhof) Umsetzung: Frühjahr 2012 Gerold Tagwerker: Fußgängerunterführung Adolf Blamauer-Gasse(Wettbewerb) Adolf Blamauer-Gasse, 1030 Wien Eröffnung: Herbst 2012 Christian Jankowski: Die große Geste(Wettbewerb) U2 Station Donauspital, 1220 Wien Eröffnung: Juni 2012 Pedro Cabrita Reis: Ohne Titel(Wettbewerb) U2 Station Donauspital, 1220 Wien sowie U2-Station Donaumarina, 1020 Wien Eröffnung: Frühjahr/ Sommer 2012 Stephan Huber: Aspern Affairs(Wettbewerb) U2 Station Aspern, 1220 Wien Setzung der Gläser: 2012 Eröffnung der Station U2 Aspern: 2013 fischer naumann partnerschaft: Gedenkstätte für den deportierten Nachbarn(Wettbewerb) Aspang-Gründe, 1030 Wien Umsetzung: 2012/ 2013 Künstlerische Gestaltung Bezirksgedenkstätte für die WiderstandskämpferInnen Hernals (Wettbewerb ab Februar 2012) Vorplatz Schnellbahn Station S 45 Hernals, 1170 Wien Fertigstellung: 2013 Eduard Freudmann, Christian Gangl, Gabu Heindl, Katharina Morawek: Weinheber ausgehoben Schillerplatz, 1010 Wien Eröffnung: Herbst 2012 Vermittlungsprogramm Drucksorten Unter anderem wurde ein weiteres Führungsprogramm in Kooperation mit Basis Kultur Wien ausgearbeitet. KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 49 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 KÖR Folder:„ART WALKS. Spaziergänge zu Kunstwerken im öffentlichen Raum Wien“ 2. Auflage, geplant 2012 KÖR Vermittlungstafeln Produktion: ab Frühjahr 2012 KÖR Edition ZWEI Mit der weiterführenden KÖR Edition ZWEI werden anhand einer Auswahl von Postkarten KÖR-Projekte des letzten Jahres vorgestellt, die einen weiteren Einblick in die Vielfalt der Kunst im öffentlichen Raum in Wien geben. Publikationen public art vienna – take off(Projektförderung) Autor/ Redaktion: Roland Schöny, Produktion/ Redaktion: MVD Michael Rieper Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Format: 16,5 x 23,5 cm, Umfang: ca. 208 Seiten Erscheinungstermin: Frühjahr 2012 KÖR Publikation zum Wettbewerb„Turnertempel Erinnerungsort – Suche nach einer reflexiven Archäologie“(Andraschek& Lobnig, Auböck+ Kárász) Verlag für moderne Kunst Nürnberg, dt./ engl., Umfang: 80 Seiten, Hartcover Erscheinungstermin: Frühjahr 2012 Von den 2011 abgeschlossenen 16 temporären Projekten verhält sich die Beteiligung von Künstlerinnen und Künstlern wie folgt: 14 männlich, 14 weiblich. Ein permanentes Werk stammt von einem Künstlerteam(1 Künstlerin, 1 Künstler). Kulturelles Erbe Wiener Altstadterhaltungsfonds 2011 wurden im Beirat des Fonds 46 Objekte mit Subventionen für den restauratorischen Mehraufwand im Ausmaß von 3 671 000 Euro bedacht. Seit dem Jahr 1970 wurden 4 333 Ob­ jekte mit insgesamt 226 Millionen Euro gefördert. Sakralbauten Die Kreuz- oder Nikolauskapelle bildet die südliche Chorkapelle der Kirche St. Michael. Die noch erhaltene mittelalterliche Ausstattung des zweijochigen, kreuzrippengewölbten Raums mit 5/8 Chorschluss gilt mit ihrer hochwertigen Ausstattung als seltenes Beispiel eines beina­ he unveränderten gotischen Kapellenraums. Der Innenraum der Wiener Mechitaristenkirche in der Neustiftgasse war über Jahrzehnte mo­ nochrom ausgemalt, wies aber bauzeitlich eine von Camillo Sitte entworfene und teilweise eigenhändig gemalte Wand- und Deckenmalerei auf, die anhand von Fotografien von 1901 be­ legt ist. Mit der Freilegung und Restaurierung der Malereien gelang die Wiederherstellung des intendierten Gesamtbildes. Das heutige Erscheinungsbild der Pfarrkirche in Hietzing geht auf eine Umgestaltung durch Karl Rösner in den Jahren 1860–1864 zurück. Die qualitätvolle Kirchenfassade bildet einen wichtigen Akzent im örtlichen Stadtbild. 50 Kulturelles Erbe KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Martin Luther-Kirche der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Währing wurde in den Jahren 1896–1898 nach Entwürfen von Theodor Bach und Ludwig Schöne im neugotischen Stil als Sichtziegelbau errichtet. Ihre charakteristische Außenerscheinung bildet einen wichtigen architektonischen Schwerpunkt im Südosten des 18. Bezirks. Neben Pfarr- und Klosterkirchen gelangen auch Objekte aus dem Sepulchralbereich zur Förde­ rung, so etwa die im neugotischen Stil errichtete Grabkapelle für die Familie des Deichgräber­ meisters Josef Rinnböck am Alt-Simmeringer Friedhof. Profanbauten Das ehemalige Palais Klein am Dr. Karl Lueger-Platz wurde 1867 von Carl Tietz errichtet. Durch die monumentale färbige Fassadengliederung und die prominente Lage am Übergang der Ringstraße in die Wollzeile kommt dem Objekt ein hoher Stellenwert für das lokale Stadtbild zu. Das Palais Eschenbach, 1870–1872 als repräsentatives Vereinshaus für den Österreichischen Ingenieur- und Architektenverein erbaut, beeindruckt vor allem durch die um 1872 vom k.u.k. Hof-Bildhauer und Dekorateur Franz Schönthaler geschaffene Innenausstattung des Festsaals. Das viergeschossige Zinshaus Beatrixgasse 20(3. Bezirk) zeigt eine bemerkenswert schlicht gestaltete, additiv gegliederte Fassade, die besonders durch die subtile Rhythmisierung der Fensteröffnungen besticht. Das fünfgeschossige Wohn- und Geschäftshaus Mondscheingasse 7(7. Bezirk) wurde 1907 nach Plänen des Baumeisters Hans Miska für Jakob Hutterer errichtet. Eingebunden zwischen die homogenen Fassadenfronten der Nachbargebäude erlangt es im Stadtbild prägende Wir­ kung. Das giebelständige Gebäude Ober-Laaer-Platz 2(10. Bezirk) folgt einem dörflichen Typus und wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Der Bau wird geprägt durch seinen mächti­ gen barocken Volutengiebel mit der vermutlich bauzeitlichen Madonnenfigur in der Muschel­ nische. Das Siedlungshaus Würzburggasse 33(13. Bezirk) ist Teil der Genossenschaftssiedlung „Ostmark“, die in den Jahren um 1913 von den Otto Wagner-Schülern Heinrich Schmid und Hermann Aichinger entworfen wurde. Kennzeichnend für diese Stilphase des„Heimatstils“ ist das Bestreben, durch unregelmäßige Anordnung der Baukörper und durch besondere Material­ wahl ein ländliches, bisweilen idyllisches oder pittoreskes Ambiente zu erzeugen. Denkmalpflege In der Denkmalpflege wurden sämtliche 3 800 Kunstobjekte und Ehrengräber einer statischen Sicherheitsüberprüfung unterzogen und von der kleinen Gedenktafel bis zum Großmonument in vier Kategorien erfasst. Objekte mit D-Mängeln(Gefahr in Verzug) – etwas mehr als ein Pro­ zent – wurden sofort gesichert. Mängel, die keine unmittelbare Gefahr darstellen, werden im Jahr 2012 behoben. 2011 wurden bei 230 Kunstobjekten Reinigungs-, bzw. Restaurierungs­ arbeiten durchgeführt. Besonders hervorzuheben ist die Restaurierungen des gotischen Bild­ stockes in Hietzing Am Platz, er wurde circa 1500 errichtet und ist somit einer der ältesten Bildstöcke von Wien. Weiters konnten – unter vielen anderen – im Wertheimsteinpark die Denkmäler von Franz Keim, Julius Schlegel, Ferdinand von Saar und Franziska Wertheimstein sowie die Kopie des Rathausmannes im Rathauspark restauriert werden. Die größte Gesamtre­ staurierung betraf den„goldenen“ Johann Strauss im Stadtpark. Neben der üblichen Pflege wurden zahlreiche Ehrengräber auf den Friedhöfen der Friedhöfe Wien GmbH und auf evangelischen, jüdischen und katholischen Friedhöfen restauriert. Ganz besonders soll auf die nahezu abgeschlossene Restaurierung der 41 Ehrengräber von jüdischen Persönlichkeiten unserer Stadt aus Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft am 1. Tor des Kulturelles Erbe 51 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Zentralfriedhofs hingewiesen werden. Sie zeigen anschaulich die Wucht des Kulturbruchs, den unsere Stadt und unser Land in der Nazizeit erfuhr. Es ist dies eine Initiative schon vor der bundesweiten Aktion des„Fonds zur Instandhaltung der jüdischen Friedhöfe in Öster­ reich“, die der Wiederherstellung der jüdischen Friedhöfe Österreichs dient. Grabdenkmäler, meist höchster künstlerischer Qualität, erinnern an Personen wie den 1848er-Revolutionär Adolph Fischhof, die Journalisten Eduard Bacher(Neue Freie Presse) und Moritz Szeps (Wiener Tagblatt), an die Architekten Max Fleischer(Rathaus Festsaal), Wilhelm Stiassny und Oskar Strnad, die Musiker Salomon Sulzer, Karl Goldmark, Ignaz Brüll und Gustav Pick(Fiaker­ lied), die Schriftsteller Ludwig August Frankl und Friedrich Torberg und viele, viele mehr. Auch die Restaurierungen am einzigartigen Biedermeier- Friedhof St. Marx schreiten konse­ quent voran – 2011 wurden 108 Grabmäler saniert. Zwei von Stadtrat Mailath-Pokorny einberufene Kommissionen –„Grabwidmungen der Wie­ ner Stadtverwaltung 1934–1938“ und„Errichtung eines Denkmals für Wehrmachtsdeserteu­ re“ – wurden im Referat Kulturelles Erbe betreut, wie auch inhaltlich die 29 Wiener Bezirksund Sondermuseen, die von der Kulturabteilung subventioniert werden. Film und Kino 2011 war das Jahr der Neustrukturierungen im Bereich der Filmproduktionsförderung des un­ abhängigen Films: Spezielle Filmförderrichtlinien wurden erstellt und ein Förderbeirat mit Film­ expertInnen gegründet, dem Jörg Burger, Barbara Kaufmann und Marijana Stoisits angehören. Auch die mittels Beiratsempfehlungen unterstützten Filme belegen den Trend zum anspruchs­ vollen Dokumentarfilm, was in den nächsten Jahren hoffentlich viele Festivalteilnahmen er­ warten lässt. Die Wiener Festivals wurden 2011 wieder durch die„Identities“ bereichert, dem biennalen Queer-Film-Festival, das im Juni erneut internationale Top-Produktionen nach Wien brachte und neue BesucherInnen-Rekorde erzielte. Das queere Motto zog sich bis zum Jüdischen Film­ festival, das im November seinen 20. Geburtstag feierte. Aber auch die anderen Wiener Festivals gaben kräftige Lebenszeichen von sich: Die„Vienna­ le“ setzte ebenso ihren Erfolgskurs fort wie die„Vienna Independent Shorts“, das Animations­ festival„Tricky Women“ und das großartige Kinderfilmfestival. Die Sommerfilmfestivals trotzten dem verregneten Juli und spielten vor wetterfestem Publi­ kum ein hervorragendes Programm – von experimentellen Kurzfilmen bis hin zu abendfüllen­ den Klassikern. Viele österreichische Filme waren in Wettbewerben bei den großen internationalen Festivals und wurden mit der erstmaligen Verleihung des österreichischen Filmpreises nochmals ge­ ehrt. Neben den Wiener Filmpreisen, die jährlich im Rahmen der„Viennale“ vergeben werden, konnte mit dem Österreichischen Filmpreis eine passende nationale Auszeichnung geschaffen werden. Filmfonds Wien Für den österreichischen Film war das Jahr 2011 ein mäßiges„Kinojahr”. Die Frage nach den Ur­ sachen für den erneuten BesucherInnenschwund an den Kinokassen steht im Raum, Antworten werden gesucht und liegen wohl im Wandel von Filmverwertung, Angebot und Technologie. Dieser Tatsache wird sich der Filmfonds Wien in den kommenden Jahren stellen müssen. Ein immenses Filmangebot von 370 Filmen, die 2011 in die österreichischen Kinos kamen, verschärft 52 Film und Kino• Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 die Marktsituation. So erreichte der österreichische Film einen Marktanteil von 3,5 Prozent. Für erfreuliche Überraschungen sorgten dagegen eine Reihe von Debütspielfilmen: Marie Kreutzer erhielt in Berlin eine lobende Erwähnung für Die Vaterlosen, Markus Schleinzers Michael wurde in den Wettbewerb von Cannes eingeladen, Karl Markovics erhielt in Cannes, Sarajevo, Zürich und Buenos Aires Hauptpreise für das Jugenddrama Atmen, das auch an der Kinokasse mit fast 80 000 verkauften Tickets überzeugte. Die Stadt Wien finanzierte den Filmfonds Wien wie im Vorjahr mit einem Gesamtbudget von 11,5 Millionen Euro. Der Filmfonds Wien sprach im Jahr 2011 Förderzusagen von über 11,1 Millionen Euro an insgesamt 151 Projekte aus, der überwiegende Anteil – 8,5 Millionen – floss in die Herstellung von Kino- und Fernsehfilmen. Die filmwirtschaftliche Bedeutung für den Standort Wien ist ungebrochen hoch. Der durch­ schnittliche„Wiener Filmbrancheneffekt“, der zumindest 100 Prozent der gewährten Förder­ mittel betragen muss, lag im Bereich der Kinofilmproduktion bei über 375 Prozent, bei den Fernsehproduktionen sogar über 580 Prozent. Konkret in Euro gingen über 38 Millionen an die Wiener Filminfrastruktur. Das österreichische Produktionsvolumen aller vom Filmfonds Wien geförderten Filme betrug insgesamt über 68 Millionen Euro. Zur Schärfung des Profils der Fernsehfilmförderung des Filmfonds Wien und zur weiteren Op­ timierung der eingesetzten Fördermittel wurden zum Jahreswechsel 2010/11 neue Richtlinien mit einem stringenten Leitbild und daraus abgeleiteten Zielen entwickelt. Ein Eigenschafts­ test für TV-Produktionen gewährleistet eine objektivere Selektion im Hinblick auf inhaltliche, kulturelle und wirtschaftliche Wien-Effekte. Die hohe Akzeptanz in der heimischen Branche zeigt, dass hier die richtigen Weichen gestellt wurden. Profil des Filmfonds Wien Gemäß seiner Satzung ist es das vorrangige Ziel des Filmfonds Wien, Wien als Film- und Me­ dienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszu­ bauen. Damit soll auch ein regionaler Beitrag zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt Europas geleistet werden. Filmförderung ist Kulturförderung, aber auch Wirtschaftsförderung im all­ gemeinen Sinn und trägt im speziellen zur Erhaltung der Beschäftigung in der Filmbranche bei, einem Kernstück der Creative Industries. Eine weitere wichtige Aufgabe fällt dem Filmfonds Wien darin zu, den von ihm geförderten Filmen – allen voran den am Standort Wien entwickel­ ten österreichischen Filmen – zu einer größtmöglichen Öffentlichkeit zu verhelfen. In Verfolgung dieser Ziele vergibt der Filmfonds Wien erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und – unter bestimmten Voraussetzungen – nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektent­ wicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letz­ tere wird am„Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewähr­ ten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugute kommen. Die tatsächlich erzielten Effekte lie­ gen jedoch seit Jahren weit über 200 Prozent. Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Ausund Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Struk­ turförderung. Übersicht der Förderungen Der Filmfonds Wien konnte 2011 insgesamt 177 von 217 eingereichten Anträgen eine Förder­ zusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 11 855 447 Euro(beantragte Summe gesamt: 25 146 612 Euro) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen sowie für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen, ausFilmfonds Wien 53 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 sprechen. Das entspricht einer Förderung von 62,5 Prozent der Anträge. Im Vergleich zu 2010 wurden 16 Anträge mehr gestellt, um vier Prozent mehr Fördergelder beantragt und um 12 Prozent mehr Förderungen zugesagt. Fördersparte Projektentwicklung Herstellung Kino Einreichungen 67 107 * 1 559 675 18 937 148 Zusagen 31 44 680 898 ** 6 796 900 Herstellung TV Verwertung Kinostart Sonstige Verwertung 32 33 22 2 143 980 1 526 424 375 545 24** 1 871 840 33 1 526 424 22 375 545 Strukturmaßnahmen 23 603 840 23 603 840 SUMME Gesamt 217 25 146 612 177 11 855 447 * alle Beträge in diesem Bericht sind in Euro und ohne Dezimalstellen angegeben ** inkl. Referenzmittel Grafik Einreichungen und Zusagen 54 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Anteile der Fördersparten Rückzahlungen und Referenzmittel Aus den Erlösen des Jahres 2010 wurden dem Filmfonds Wien 2011 insgesamt 151 865 Euro zurückgezahlt. Projekt Produktion bzw. Verleih Der Knochenmann Dor Film Die Fälscher Al-Film Die unabsichtliche Entführung Dor Film Hexe Lilli(I) Dor Film In 3 Tagen bist du tot Allegro Film Let‘s Make MONEY Allegro Film Nacktschnecken Dor Film Silentium Dor Film Wüstenblume Dor Film SUMME Gesamt Regie Summe Wolfgang Murnberger Stefan Ruzowitzky Andreas Prochaska Stefan Ruzowitzky Andreas Prochaska Erwin Wagenhofer Michael Glawogger Wolfgang Murnberger Sherry Hormann 33 086 38 654 21 236 6 669 25 287 2 964 2 742 4 922 16 104 151 865 Filmfonds Wien 55 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Projektentwicklungsförderung Kino Von 68 eingereichten Projekten mit einer Gesamtantragssumme von 1 567 675 Euro erhielten 31 eine Zusage zur Projektentwicklungsförderung durch die Jury, bzw. aus dem Topf der Refe­ renzmittelförderung mit einer Gesamtsumme von 680 898 Euro. Projekt Antragsteller/ Produktion Drehbuch Genre Fördersumme Alexander von Bismarck (aka Wood) WILDart Film Monica LazureanGorgan, Michaela Kirst, Ebba Sinzinger Doku 50 000 Amour Fou coop99 Jessica Hausner Spielfilm 21 000 Bionet Amour Fou Bob Baker, Stefan Stratil Spielfilm 25 000 Charlottes Traum Allegro Film Agnes Pluch Spielfilm 18 450 Das Haus am See Spielmann Film Götz Spielmann Spielfilm 16 000 Der Damm Koloss Film Martin Betz Doku 16 000 Die Kommune Novotny & Novotny Franz Novotny, Franzobel Spielfilm 25 000 Europas Grenzen Cronos Film Sebastian J.F. Doku 7 250 Familie Schauerlich Tara Film macht Urlaub Alrun Fichtenbauer Spielfilm 24 754 Ferrari Dino Girl Novotny & Novotny Martin Leidenfrost Spielfilm 20 000 Gletscherblut Allegro Film Benjamin Hessler, Marvin Kren Spielfilm 21 500 Gruber geht Allegro Film Marie Kreutzer Spielfilm 23 400 Irgendwann(aka Nach uns) Nikolaus Nikolaus Geyrhalter Doku Geyrhalter Film 15 000 Kinder der Stadt Filmhaus Jakob M. Erwa, Zoran Drvenkar Spielfilm 25 000 Lost in Dreams Extrafilm Chris Krikellis Spielfilm 19 000 Ma folie Witcraft Szenario Andrina Mracnikar Spielfilm 500 56 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Micromeo Amour Fou Virgil Widrich Spielfilm OP ANONYMOUS blue+green communication Friedrich Moser, Stefanie Langer und Daniel Wunderer Doku Ottakring Prisma Film Mike Majzen Spielfilm Revolte! Allegro Film Corinna Milborn, Paul Poet Doku Schemen Witcraft Szenario Barbara Albert Spielfilm Sierra Zulu Golden Girls Johannes Grenzfurthner Spielfilm Substitutes Mischief Films Péter Kerekes Spielfilm Substitutes Mischief Films Péter Kerekes Spielfilm Thank you for Bombing Lotus Film Barbara Eder Doku The Making of (the Future) Dor Film Wolfgang Reiter Doku The Music is a Fake WILDArt Film Werner Boote Doku Vom Umgang mit der Schuld La Banda Film Sabine Derflinger Doku Werkstürmer Novotny& Novotny Andreas Schmied Spielfilm What´s wrong with Golden Girls a free lunch Christian Tod Doku Wien war Moskau und Paris Orbrock Film Timo Novotny Doku SUMME Gesamt 40 000 50 000 17 500 34 269 25 000 21 000 15 000 ** 8 000 16 000 21 850 30 000 30 000 17 500 4 500 22 425 672 898 Filmfonds Wien 57 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderzusagen nach Sparten(Projektentwicklung) Anzahl der Projekte Fördersummen Herstellungsförderungen Kino Mit einer Fördersumme von 6 796 900 Euro wurden insgesamt 44 Herstellungsanträge geför­ dert(42 Projekte). Eingereicht waren 106 Projekte mit einer Gesamtantragssumme von 18 937 148 Euro. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 45 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte einen Durchschnitt von 368 Prozent(46 Prozentpunkte höher als im Vorjahr). Das bedeutet, dass rund 25 Millionen Euro (entspricht 56 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Effekts) in die Nutzung der in Wien ansässi­ gen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche flossen. Projekt 360 Antragsteller/ Produktion Dor Film 365 Tage Vollgas Mobilefilm Alphabet Prisma Film Amour WEGA-Film Regie Genre Fernando Meirelles Doku Marco Antoniazzi, Doku Gregor Stadlober Erwin Wagenhofer Doku Michael Haneke Komödie Land A A A A/D Fördersumme 500 000 34 000 100 000 130 000 58 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Auf den Barockaden Cronos Film Doris Kittler Drama A Bambikiller Bonus Film Barbara Gräftner Komödie A Das grosse Heft Amour Fou János Szász Roadmovie A Das grosse Museum Navigator Film Johannes Holzhausen Drama A/D Das Pferd auf dem Balkon Mini Film Hüseyin Tabak Doku A/D Deine Schönheit Dor Film ist nichts wert Hyseyin Tabak Drama A Der Lange Abschied Metafilm Helmut Manninger Heimatfilm A Der letzte der Ungerechten Dor Film Claude Lanzmann Spielfilm A/D/ F Die Ausge­ zehrten FreibeuterFilm Valentin Hitz Doku A Die Lebenden und die Toten coop99 Barbara Albert Drama A/D/ PL Die Reise zum sichersten Ort der Erde Neue Sentimen­ Edgar Hagen tal Film Drama A Die Vermessung Lotus Film der Welt Detlev Buck Doku A Ein unbeschrie­ benes Blatt kurt mayer film Hanne Lassl Doku A Ein unbeschrie­ benes Blatt kurt mayer film Hanne Lassl Doku A Everyday Rebellion Golden Girls Arash und Arman Doku T. Riahi A Francuski Amour Fou Goran Rebic Drama A/D Gehen am Strand Nanook Film Caspar Pfaundler Kriminal­ film A Gletscherblut Allegro Film Marvin Kren Science-Fic­ A tion-Horror Grenzgänger Prisma Film Florian Flicker Doku A 41 000 * 104 000 140 000 100 000 425 000 99 500 40 000 150 000 333 000 340 000 30 000 220 000 25 000 ** 20 000 60 000 250 000 60 000 350 000 300 000 Filmfonds Wien 59 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Halima´s Path Aichholzer Film Arsen Anton Ostojic Musikfilm A 50 000 Heartbreakers Amour Fou Anja Salomonowitz Doku A 40 000 Invasion Wildart Film Dito Tsintsadze Komödie A/ LUX ** 40 000 Kater coop99 Händl Klaus Doku A*** 200 000 Kern Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala Drama A 28 400 Lebens (abschnitts) partner Marko Doringer Marko Doringer Film Doku A/ CH/ D 98 000 Ludwig II Dor Film Peter Sehr, Marie Doku Noëlle A* 200 000 Monte Piano Sigma Film Ernst Gossner Horrorfilm A/ CH 100 000 Nacktbade­ strand Selikovsky Film Hans Selikovsky Romantic Comedy A/D/ UK 200 000 Ochlophobia Nikolaus Geyr­ Werner Boote Doku A/D 185 000 halter Film Paradies I-III Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl Doku A/D** 150 000 Projekt: Super­ woman Lotus Film Barbara Caspar Drama A 80 000 Rollenspiel Golden Girls Andreas Geiger Drama A 28 000 Shadows from my Past epo-film produktions ges.m.b.H. Curt Kaufman Doku A/D/ NL 30 000 Sie nannten ihn kurt mayer film Karl-Martin Pold Drama Spencer A 73 000 The Boundary Man coop99 film-pro­ Antonin Svoboda Drama duktion GmbH A/D/ HU 550 000 The Boundary Man coop99 film-pro­ Antonin Svoboda Doku duktion GmbH A/B**** 400 000 The Future´s Past Amour Fou Film-produktion GmbH Susanne Brandstätter Doku A** 7 000 60 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Tomorrow you will leave Golden Girls Film-produktion & Film-services GmbH Martin Nguyen Unter Strom Allegro Film­ produktions­ gesellschaft mbH Hubert Canaval Where I belong Satel Film Fritz Urschitz SUMME Gesamt Musik­ dokumen­ tation A Komödie A/ DK Komödie A/ DK * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung *** Projekt abgebrochen **** Projekt wurde an ein anderes Unternehmen übertragen Förderzusagen nach Sparten(Herstellung Kino) Anzahl der Projekte ** 8 000 * 100 000 378 000 6 796 900 Fördersummen Im Vergleich zu 2010 lässt sich ein leichter Anstieg an geförderten Dokumentarfilmprojekten verzeichnen, sowohl bei der Anzahl der Projektzusagen als auch bei den Gesamtfördersummen der beiden Sparten. Filmfonds Wien 61 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Internationale Gesamtherstellungskosten 30 Prozent der vom Filmfonds Wien geförderten Projekte wiesen Gesamtherstellungskosten von weniger als 500 000 Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr(29%) blieb dieser Anteil annä­ hernd gleich, im Jahr 2009 lag er mit 12 Prozent weit darunter. Dies ist auf den gestiegenen An­ teil an Dokumentarfilmprojekten mit niedrigeren Budgets zurückzuführen. Insgesamt stiegen die Gesamtherstellungskosten im Vergleich zum Vorjahr, was sich wie folgt darstellt: Entwicklung der Gesamtherstellungskosten 2011 wurden 13 Herstellungen(29% aller Herstellungen) mit Gesamtherstellungskosten von weniger als 500 000 Euro vom Filmfonds Wien gefördert. Gemeinschaftsproduktionen(Herstellung Kino) 2011 wurden 19 Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu vier ausländischen Partnern – das sind rund 43 Prozent der gesamten Kino-Herstellungen – vom Filmfonds Wien gefördert. Die För­ dersumme beläuft sich auf 2 799 000 Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren wurde 2011 nur die Hälfte der Projekte gemeinsam mit Deutschland produziert, nämlich 50 Prozent. An zweiter Stelle landete wie auch vor 2010 Frankreich vor der Schweiz und den USA. 62 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Koproduktionsländer Anteile minoritärer, majoritärer und österreichischer Projekte an der Gesamtanzahl Filmfonds Wien 63 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Herstellungsförderung TV Die 2009 neu geschaffene Fernsehfilmförderung unterstützte insgesamt 24 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 1 871 840 Euro. Die Österreichischen Ge­ samtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 23,3 Millionen Euro. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte im dritten Jahr der Fernsehfilmförderung einen Durch­ schnitt von 579 Prozent, was bedeutet, dass rund 11,94 Millionen Euro(das entspricht 51 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Effekts) in die Nutzung der hier ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche fließen. Auch im Dokumentarbe­ reich, der eine Wien-Sichtbarkeit nicht zwingend vorsieht, konnten ein weiteres Mal überwie­ gend Projekte gefördert werden, in welchen eine Wien-Sichtbarkeit sozusagen als„Wiener Mehrwert“ geschaffen wurde. Projekt Antragsteller/ Produktion Das Donauspital Nikolaus Geyrhalter Film Der Zölibat Metafilm Die Lust der Männer Nikolaus Geyrhalter Film Die Suche der Sherpas pre tv Die Wiener Tschechen artkicks Dirty Little Secret. The Aluminium Files Langbein& Partner Grenzfälle Langbein& Partner Jack Unterweger Dor Film Joschi und der Film Fischer Film Karl der Große pre TV Lipizzaner. Köni­ Satel Film ge und Krieger Meine Schwester Mona Film Regie Genre Land Fördersumme Nikolaus Geyrhalter Fritz Kalteis Gabriele Schweiger Heinz Leger Doku Doku Doku Doku A A A A 66 000 30 000 22 000 50 000 Kerstin Paulik, Helmut Potutschnig Bert Ehgartner Doku Doku A A 10 000 65 000 Kurt Langbein Doku A Helene Maimann Doku Wolfgang Beyer Doku A A Gabriele Wengler Michael Schlamberger Sascha Bigler Doku A/D Doku A Spielfilm A 30 000 * 30 000 30 000 100 000 90 000 115 000 64 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Meine Tochter, ihr Freund und ich MR FILM Walter Weber Plötzlich Fett Dor Film Holger Haase Qualtinger Dor Film Andre Heller Reiseckers Reisen Nikolaus Geyr­ halter Film Michael Reisecker Schloss Hubertus MR FILM Hartmut Griesmayr SOKO Wien/ Satel Film Donau 7. Staffel Erhard Riedlsperger, Robert Sigl, Holger Gimpel Sounds of Music Kurt Mayer Film Talya Finkel Spuren des Bösen: Racheengel Aichholzer Film Andreas Prochaska Trau niemals deiner Frau Mona Film Lars Becker Um den reinen Kern. Der Bildhauer Josef Schagerl Lhotsky Film Georg Lhotsky Verfolgt – der kleine Zeuge Film27 Andreas Senn Viktor Orbans Neues Ungarn Dor Film Andrea Morgenthaler SUMME Gesamt Spielfilm A Spielfilm A/D Doku A Doku A Spielfilm A/D Serie A/D Doku A/ISR Spielfilm A Spielfilm A Doku A Spielfilm A/D Doku A * Projekt abgebrochen 150 000 80 000 30 000 15 840 60 000 450 000 20 000 190 000 88 000 8 000 120 000 22 000 1 871 840 Filmfonds Wien 65 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Förderzusagen nach Sparten(Herstellung TV) Anzahl der Projekte Fördersummen Verwertungsförderung Kinostart und BesucherInnenzahlen Für 33 Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2010 insgesamt mit einer Summe von 1 526 423 Euro gefördert. Über das Jahr verteilt waren 35 vom Filmfonds Wien geförderte Projekte in den österreichischen Kinos zu sehen. Film Antragsteller Regie / Verleih Der Atem Constantin des Himmels Reinhold Bilgeri Genre Filmstart Besucher Spielfilm Kinostart 2010 im 2010 Kino Förder­ summe 90 000 66 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Rest in Peace Filmladen Filmverleih Andrea Mor­ Doku genthaler Kinostart 2010 Salto für Anfänger Luna Film­ verleih Hannes Holm Spielfilm Kinostart 2010 Die verrückte Welt der Ute Bock Stadtkino Filmverleih Houchang Allahyari Doku Kinostart 2010 Kottan Thimfilm ermittelt – Rien ne va plus Peter Patzak Spielfilm Kinostart 2010 Am Anfang Thimfilm war das Licht P. A. Doku Straubinger Kinostart 2010 Die unab­ sichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott Filmladen Filmverleih Andreas Prochaska Spielfilm Kinostart 2010 Na Putu – Zwischen uns das Paradies Polyfilm Jasmila Zbanic Spielfilm 14.01.11 Vielleicht in einem ande­ ren Leben Filmladen Filmverleih Elisabeth Scharang Spielfilm 21.01.11 Hexe Lilli – Walt Disney die Reise nach Mandolan Harald Sicheritz Spielfilm 17.02.11 Black Brown Filmladen White Filmverleih Erwin Spielfilm 18.02.11 Wagenhofer Cooking History Poool Film­ verleih Peter Kerekes Doku 04.03.11 Mein bester Feind Filmladen Filmverleih Wolfgang Spielfilm 11.03.11 Murnberger Powder Girl Thimfilm Phil Traill Spielfilm 18.03.11 Die Lust der Frauen Stadtkino Filmverleih Gabi Schweiger Doku 25.03.11 Barylli´s Thimfilm Baked Beans Gabriel Barylli Spielfilm 25.03.11 2010 im Kino 33 000 2010 im Kino 50 000 22 811 Förderung 2010 53 842 Förderung 2010 95 850 Förderung 2010 217 191 Förderung 2010 4 166 19 600 8 012 43 000 115 670 70 000 28 004 64 000 847 Förderung 2010 13 359 56 000 11 461 1 217 65 700 2 000 1 793 58 513 Filmfonds Wien 67 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Abendland Die Vaterlosen Brand Stadtkino Filmverleih Thimfilm Thimfilm Poll Filmladen Filmverleih AUN – Der Anfang und das Ende aller Dinge Stadtkino Filmverleih Schwarzkopf Thimfilm Periferic Filmladen Filmverleih Hana, dul, sed Stadtkino Filmverleih Wenn das Samenkorn nicht stirbt Thimfilm Am Ende des Thimfilm Tages Michael Stadtkino Filmverleih Whores´Glory Filmladen Filmverleih Adrienn Pal Poool Film­ verleih Bulb Fiction Thimfilm Tender Son – The Franken­ stein Project Poool Film­ verleih One Way Trip Thimfilm 3D Nikolaus Doku Geyrhalter 01.04.11 Marie Kreutzer Spielfilm 08.04.11 Thomas Roth Spielfilm 29.04.11 Chris Kraus Spielfilm 06.05.11 Edgar Honet­ schläger Spielfilm 06.05.11 Arman T. Riahi Bogdan George Apetri Brigitte Weich Sinisa Dragin Doku 06.05.11 Spielfilm 20.05.11 Doku 24.06.11 Spielfilm 19.08.11 Peter Payer Spielfilm 26.08.11 Markus Schleinzer Spielfilm 02.09.11 Michael Doku Glawogger 09.09.11 Agnes Kocsis Spielfilm 09.09.11 Christoph Mayr 16.09.11 Kornél Spielfilm 23.09.11 Mundruczó Markus Welter Spielfilm 23.09.11 6 508 18 113 2 582 4 665 1 721 6 234 363 2 416 78 13 462 6 041 12 787 428 6 962 415 48 034 35 175 54 250 49 950 46 000 17 460 55 750 17 500 30 785 40 000 56 013 36 695 47 000 39 000 66 625 29 600 74 562 68 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Atmen Thimfilm Wie man leben soll American Passages Der Prozess Luna Film­ verleih Filmladen Filmverleih Thimfilm du und ich Thimfilm War on Terror parallel uni­ verse SUMME Gesamt Karl Markovics Spielfilm 30.09.11 David Schalko Spielfilm 07.10.11 Ruth Beckermann 25.11.11 Gerald Igor Hauzen­ berger Doku 25.11.11 Ruth Rieser Doku 02.12.11 Sebastian J. F. Doku 09.12.11 70 010 33 111 6 237 4 134 55 725 72 000 36 500 50 000 404 1 588 44 021 20 000 1 526 423 BesucherInnen per 31. Dezember 2011 laut Angaben der Verleihfirmen Anteile der Verleihfirmen bei den Kinostarts Filmfonds Wien 69 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kinostarts 2011 vs. 2010 nach Sparten Förderung sonstiger Verwertungsmaßnahmen Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals und Marktveranstaltungen förderte der Filmfonds Wien 2011 22 Anträge und beteiligte sich somit mit 375 545 Euro an den TeilnahmeKosten. Projekt Antragsteller Regie Genre Veranstaltungen Förder­ / Projekt summe #unibrennt – Bildungsprotest 2.0 coop99 AG Doku& coop99 Doku FIPA Biarritz 8 784 Abendland Nikolaus Geyrhalter Film Nikolaus Geyrhalter Doku Festivals in Nyon, Toronto, München 20 000 Adrienn Pal Freibeuterfilm Agnes Kocsis Spielfilm Festival de Cannes 14 000 Atmen epo-film Karl Markovics Spielfilm Festival de Cannes 40 000 Atmen epo-film Karl Markovics Spielfilm u. a. OscarNominierung 10 000 Black Brown White Allegro Film Erwin Wagenhofer Spielfilm Berlinale 20 000 Der Kameramörder Lotus-Film Robert A. Pejo Spielfilm u. a. Festivals in Cannes, Berlin, Moskau 5 129 70 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Die Vaterlosen Novotny& Novotny Marie Kreutzer Spielfilm Berlinale 20 000 Evolution der Gewalt Freibeuterfilm Fritz Ofner Doku u. a. Festival in Locarno * 11 500 Gangster Girls Witcraft Szenario Tina Leisch Doku diverse Festivals 4 731 Hana, dul, sed Ri Filme Brigitte Weich Doku Festivals in Locarno, Biarritz, Berlinale 32 419 Little Alien Mobilefilm Nina Kusturica Doku DVD-Herstellung 4 000 Mama Illegal Golden Girls Eduard Moschitz Doku u. a. Festival in Amsterdam 18 810 Mein bester Feind Aichholzer Film Wolfgang Murnberger Spielfilm Berlinale 25 000 Michael Nikolaus Geyrhalter Film Markus Schleinzer Spielfilm Festival de Cannes 55 000 Pianomania Filmladen Filmverleih Robert Cibis, Doku Lilian Franck DVD-Herstellung 4 182 Schwarzkopf Golden Girls Arman T. Riahi Doku u. a. Festivals in Sarajevo, Zürich, Hof 11 390 Stillleben Freibeuterfilm Sebastian Meise Spielfilm u. a. Festivals in San Sebastian, Rotterdam 17 000 Tag und Nacht Mobilefilm Sabine Derflinger Spielfilm u. a. Festivals in Athen, Hof 17 700 Tender Son – KGP The Frankenstein Project Kornél Mundruczó Spielfilm Festival de Cannes 13 500 Universalove KGP Thomas Wo­ schitz Spielfilm Max-OphülsPreis Saarbrücken 2 400 Vielleicht in einem anderen Leben epo-film Elisabeth Scharang Spielfilm Festivals in Zürich und München 20 000 SUMME Gesamt * Mittelerhöhung 375 545 Filmfonds Wien 71 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Auszeichnungen(Auswahl) Abendland – Nikolaus Geyrhalter •Millennium Award+ Honorable Mention(Warsaw, Planete Doc Film Festival) Atmen – Karl Markovics •Prix Label Europa Cinemas(Festival de Cannes/ Quinzaine des Réalisateurs) •Heart of Sarajevo Award for Best Film+ Heart of Sarajevo Award for Best Actor – Thomas Schubert+ CICAE Award(Sarajevo Film Festival) •Best Film Award(São Paulo International Film Festival) Michael – Markus Schleinzer •Special Mention+ Trencianske Teplice‘s Mayor Award(Trencianske Teplice, Trencin Art Film Fest) Poll – Chris Kraus •Deutscher Filmpreis 2011: •Beste Kamera/ Bildgestaltung(Daniela Knapp) •Bestes Szenenbild(Silke Buhr) •Bestes Kostümbild(Gioia Raspé) •Beste darstellerische Leistung – männliche Nebenrolle(Richy Müller) Die Vaterlosen – Marie Kreutzer •Lobende Erwähnung der Jury für den Besten Erstlingsfilm(Internationale Filmfestspiele Berlin/ Panorama) Whores’ Glory – Michael Glawogger •Special Orizzonti Jury Prize(Venice Film Festival) Förderung von Strukturmaßnahmen 2011 wurden durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kurato­ rium 23 zusätzliche Verwertungsmaßnahmen in der Gesamthöhe von 603 840 Euro vergeben. Das Ziel der Strukturförderungen ist, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere durch Veranstaltungen, Workshops und Initiativen, die der Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche die­ nen und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform geben. Antragsteller Austrian Film Commission Collegium Hungaricum Berlin CRRAV Projekt/ Veranstaltung Jahrestätigkeit 2011 Cinema Total 4 – Calling Neighbours Docu Regio 2011 Fördersumme 110 000 4 500 7 000 72 Filmfonds Wien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 culture2culture/tricky women Connecting Animation, internationales Forum im Rahmen von Tricky Women 2011 Deutsche Kindermedienstiftung Deutsches Kinder-Medien-Festival Goldener Spatz Goldener Spatz 2011 Diagonale – Forum Österreichischer Film Diagonale 2011 – Festival des Österreichischen Films Drehbuchforum Wien Drehbuchforum 2011 EAVE EAVE 2011 – European Producers Workshop Erich Pommer Institut gGmbH Essential Legal Framework/ The Art of Negotiating Agreements for Film and TV EU XXL Kulturverein EU XXL Forum 2010/11 Film Austria MIPCOM 2011 HOANZL DVD-Edition„Der Österreichische Film“(Titel 151-175 und dok.atSonderbox) IG Computergrafik IG Computergrafik Österreichischer Komponistenbund Film Composers Lounge, Wiener Filmmusikpreis und Fach­ gespräch„Vernetzung Film- und Musikschaffender“ Scenario Films Ltd. Babylon Verein After Image Productions Filmvermittlungsprogramm „Kino unter Sternen“ Verein ei(s)kon:fekt sound: frame Festival 2011 – perFORMance Verein exil.arte International Film Music Symposium, Film Music Academy Verein filmABC filmABC Verein für neue Literatur kolik.film Verein zur Förderung des fantastischen Films Die Utopie der Subversion im Genrekino – Veranstaltung im Rahmen des Slash Filmfestival Vienna Film Commision Jahrestätigkeit 2011 20 450 4 000 38 500 45 500 5 500 8 000 25 000 7 500 75 000 * 20 000 7 000 14 990 9 500 13 000 8 000 40 000 4 600 6 800 100 000 Filmfonds Wien 73 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Witcraft Szenario OG SUMME Gesamt * Projekt abgebrochen Diverse Geschichten – Drehbücher, inspiriert durch kulturelle Vielfalt, Saison II 29 000 603 840 Vienna Film Commission Aktivitäten in Wien Ein Gutteil der Arbeit der Vienna Film Commission konzentrierte sich in 2011 auf die Stadt Wien selbst. Jedes Drehansuchen im Verwaltungsbereich des Wiener Magistrats läuft über die Vienna Film Commission als kostenfreie Serviceeinrichtung der Stadt Wien. Sie prüft jedes Ansuchen und ermittelt die zuständige Magistratsabteilung. Nach erfolgter Prüfung und Kon­ taktaufnahme mit der zuständigen Magistratsabteilung wird an diese sowie an die Antragstel­ lerin ein Empfehlungsschreiben für die Dreharbeiten geschickt. FinanzierungspartnerInnen Kulturabteilung der Stadt Wien, Filmfonds Wien, Wien Tourismus, Wirtschaftskammer Wien, Wirtschaftsagentur Wien und Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien. KooperationspartnerInnen Die Magistratsabteilungen der Stadt Wien sind die wichtigsten Kooperationspartnerinnen der Vienna Film Commission. Fortlaufende, intensive Gespräche zwischen der Vienna Film Com­ mission und den zuständigen BeamtInnen und Vertragbediensteten auf allen Ebenen bilden die Grundlage einer positiven Zusammenarbeit. Detailgespräche und Ortsverhandlungen finden permanent mit der MA 46, der wichtigsten und engsten Kooperationspartnerin der Vienna Film Commission, statt. Die MA 46 stellt im Rahmen ihrer Zuständigkeit(Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) Drehgenehmigungen für Straßen und öffentliche Plätze aus, genehmigt u. a. Halteverbote, Straßensperren. Sie setzt also viele Maßnahmen, die im Zuge von Dreharbeiten im öffentlichen Raum erforderlich sind und von den AnrainerInnen intensiv beobachtet und wahrgenommen werden. Die Zusammenarbeit mit der„Filmabteilung“ der MA 46 verlief im Jahr 2011 überaus positiv. Ebenso mit der in strittigen Fällen zuständigen Stadtbaudirektion. Des Weiteren fand ein regelmäßiger Austausch mit der MA 34, der MA 6, der MA 51 sowie der Rathausverwaltung statt. 74 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Bewilligungen MA 46 – Bewilligungen, Ortsverhandlungen Angesuchte Motive nach Häufigkeit 1. Parkanlagen, Friedhof St. Marx(MA 42 – Wiener Stadtgärten) 2. Spitäler der Stadt Wien(Wiener Krankenanstaltenverbund – KAV) 3. Gemeindebauten(Wiener Wohnen) 4. Wiener Märkte, v. a. Naschmarkt(MA 59 – Marktamt) 5. Donauinsel(MA 45 – Wiener Gewässer) 6. Frei- und Hallenbäder(MA 44 – Wiener Bäder) 7. Schulen(MA 56 – Wiener Schulen) 8. Wälder, Wiesen(MA 49 – Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien) 9. Donau, Donaukanal(via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH) 10. Kanalisation(Wien Kanal) Ortsverhandlungen, Ansuchen, Empfehlungsschreiben 2011 wurden insgesamt 336 Filmprojekte bei der Vienna Film Commission eingereicht. Im Ver­ gleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von neun Prozent. Für die 336 Projekte wur­ den 434 Ansuchen um Drehgenehmigung an die zuständigen Grund-verwaltenden Dienststel­ len weitergeleitet und 478 Empfehlungsschreiben ausgestellt. Die Zahl der Ansuchen ist trotz der rückläufigen Gesamtzahl an Projekten gegenüber dem Vorjahr geringfügig gestiegen, die Zahl der von der Vienna Film Commission ausgestellten Empfehlungsschreiben hat sich mit 23 Prozent deutlich erhöht. Mehr als die Hälfte der Ansuchen betraf Spielfilme und Dokumentati­ onen für Fernsehen und Kino. 57 internationale Produktionen haben bei der Vienna Film Com­ mission um Drehgenehmigungen angesucht. Die meisten Ansuchen aus dem Ausland kamen aus Deutschland, gefolgt von England, Japan, Russland, Frankreich, Schweden, der Slowakei und den USA. Aus Rumänien, Israel, Indien, Südkorea, Polen, Kanada, Luxemburg, Serbien, Tschechien, der Schweiz und Italien wurde jeweils ein Projekt eingereicht. Die Vienna Film Commission hat an 73 Ortsverhandlungen teilgenommen. Die Teilnahme an Ortsverhandlungen ist sehr zeitintensiv, für die Vienna Film Commission aber von großer Be­ deutung, weil der persönliche Kontakt zu den VerteterInnen der Behörden(Polizei, Verkehrs­ amt, Bezirke, Wiener Linien, Feuerwehr, Wirtschaftskammer, Taxiinnung, MA 48 etc.) sehr oft entscheidend ist für den positiven Verlauf von Verhandlungen. Vienna Film Commission 75 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 MediatorInnentätigkeit Im Tagesgeschäft ist die Vienna Film Commission sehr oft mit Anfragen konfrontiert, die ihren Einsatz als Mediatorin erfordern. Das betrifft meist Drehanfragen zu Immobilien, die nicht der Stadt Wien gehören sondern Bundesinstitutionen sind, bzw. zu von der Stadt Wien ausgela­ gerten Institutionen oder zu Immobilien von privaten Eignern. Die Zahl der Interventionen, die auf Bezirksebene erforderlich wurden, war 2011 stark rückläufig. Der Grund dafür sind die intensiven Kontakte, die die Vienna Film Commission von Beginn an mit den 23 Bezirksvorste­ hungen gepflegt hat. Intensive und ergebnisorientierte Gespräche wurden auch mit der Prater Service GmbH geführt. Den höchsten Betreuungsaufwand aller Produktionen hatte im Jahr 2011 die österreichisch­ englische Koproduktion„360“ unter der Regie des international renommierten Brasilianers Fernando Meirelles, produziert von der Dor Film, gefolgt von„The Boundary Man“(Regie: Antonin Svoboda, Produktion: Novotny Film und Coop99) sowie die indische Produktion „Vittahagun“. Des weiteren„Kebab mit Alles“,„Anfang 80“,„Das Pferd auf dem Balkon“ so­ wie Filme von Studenten der Filmakademie. Politische Gespräche Gespräche mit einzelnen amtsführenden StadträtInnen, bzw. deren Büros fanden kontinuier­ lich zum gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustausch statt. Das betraf vor allem die Ressorts Wohnbau, Wirtschaft, Kultur, Gesundheit und Stadtplanung. Die Gespräche mit den Bezirken wurden auch 2011 intensiv mit den BezirksvorsteherInnen und BezirksrätInnen ge­ führt. Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Anteil% 25,00 9,07 7,43 5,56 5,47 5,15 4,82 3,92 3,68 3,51 3,19 3,02 2,86 2,78 Bezirk 1., Innere Stadt 2., Leopoldstadt 3., Landstraße 16., Ottakring 7., Neubau 6., Mariahilf 9., Alsergrund 4., Wieden 14., Penzing 15., Rudolfsheim-Fünfhaus 23., Liesing 13., Hietzing 22., Donaustadt 19., Döbling 76 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 15 2,53 8., Josefstadt 16 2,21 5., Margareten 17 2,12 17., Hernals 18 1,88 10., Favoriten 19 1,80 18., Währing 20 1,14 20., Brigittenau 21 1,06 21., Floridsdorf 22 0,98 12., Meidling 23 0,82 11., Simmering Zusammenarbeit mit unabhängigen Einrichtungen und ausgegliederten Institutionen der Stadt Wien Die intensiven Gespräche 2010 mit den Verantwortlichen des Krankenanstaltenverbund(KAV) über Dreharbeiten in Wiener Spitälern haben auch 2011 nichts von ihrer Wirkung eingebüßt. Die Zusammenarbeit verläuft erfreulich, mit Ausnahme des AKH. Die Wiener Linien waren auch 2011 ein gefragter Schauplatz. 29 Filmprojekte haben ihre Moti­ ve in Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder einer Remise gefunden. 2011 ist es der Vienna Film Com­ mission gelungen, mit den Wiener Linien eine Vereinbarung zu treffen, wonach studentischen Filmprojekten eine grundsätzliche Ermäßigung von 30 Prozent der anfallenden Gebühren ge­ währt wird. Alle Drehansuchen für 220 000 Gemeindewohnungen, 6 000 Lokale und über 47 000 Garagen- und Abstellplätze, die von Wiener Wohnen verwaltet werden, müssen über die Vienna Film Commission eingereicht werden. Im vergangenen Jahr lag daher auch ein Schwerpunkt bei der Bewerbung von Motiven auf den für Wien typischen Gemeindebauten. Andere Aktivitäten in Wien 2011 hat die Vienna Film Commission diverse Locationtouren für internationale ProduzentIn­ nen und RegisseurInnen sowie nationale AusstatterInnen und AufnahmeleiterInnen durchge­ führt. Außerdem fand die Buchpräsentation der Neuerscheinung„Drehort Wien – Wo berühmte Fil­ me entstanden“ von Achim Zeilmann und Roland Weixlgartner statt, die über 26 ausgewählte Wiener Filmschauplätze behandelt. Teilgenommen hat die Vienna Film Commission an allen relevanten Veranstaltungen der Wie­ ner und österreichweiten Film- und TV-Förderinstitutionen: Filmfonds Wien, Filmabteilung der Kulturabteilung der Stadt Wien, Österreichisches Filminstitut(ÖFI), Fernsehfonds Austria, Wirtschaftkammer Wien – Sparte Industrie sowie ORF. Die Filmbranchenkontaktpflege ist ein integraler Bestandteil der Arbeit der Vienna Film Com­ mission. Die Kontakte zu den VertreterInnen der einzelnen Verbände – wie z. B. dem Verband der österreichischen FilmausstatterInnen, der Vereinigung österreichischer AufnahmeleiterIn­ nen und ProduktionskoordinatorInnen(VÖAP), zu Verleihfirmen und Bühnenbaufirmen – so­ wie zu den ProduzentInnen und den Förderstellen werden laufend und intensiv gepflegt. Vienna Film Commission 77 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Jurytätigkeiten der Geschäftsführung Wiener Filmbeirat und Content Award der Stadt Wien Branchenstammtisch der Vienna Film Commission Der circa alle sechs Wochen stattfindende Branchenstammtisch der Vienna Film Commission hat sich bei den Filmschaffenden in Wien fest etabliert. Entweder für die gesamte Filmbranche als Vortrag mit Diskussion zu einem ausgewählten Thema oder als informelles Get-Together. Themenschwerpunkte 2011 waren: •Drehen in städtischen Wohnhäusern und Gemeindewohnungen – mit den Verantwortlichen von Wiener Wohnen •Der korrekte, und damit schnellste Weg zur Erlangung von Drehgenehmigungen und Halte ­ verboten bei privaten Motiveignern, der MA 46 und der Vienna Film Commission – mit den Verantwortlichen der MA 46 •scAut – die gemeinsame Location-Plattform der öffentlichen Immobilienbewirtschafter Österreichs – mit den Verantwortlichen von ASFINAG, BIG, ÖBB, ÖBf •Präsentation des Showreels„ON LOCATION VIENNA – Interiors“ im Filmcasino Vorträge Einführung in das Regelwerk und Procedere für Dreharbeiten im Bereich der Stadtverwaltung und dem Wiener Stadtgebiet •Universität für Musik und Darstellende Kunst: Filmakademie Wien •Volkshochschule Polycollege/ Filmcollege, Hauptfach Produktion •Universität Wien: Institut für Theater, Film und Medienwissenschaften •Infoabend der Wiener FremdenführerInnen Präsentation der Vienna Film Commission vor den AußenhandelsvertreterInnen der WKÖ in Russland, der Türkei, Kasachstan und der Ukraine Unterstützung von filmpolitischen Aktivitäten in der Stadt •Kooperation mit dem„Wiener Filmmusikpreis“, dem Internationalen Filmmusik-Symposium der Musikuniversität und dem österreichischen KomponistInnenbund •Musikgala im Konzerthaus:„Hollywood in Vienna“ •Unterstützung des Vereins der Freunde der Filmakademie Wien •Projekt:„Eine Stadt, ein Film“ Aktivitäten im Inland Teilnahme an diversen Netzwerk- und Branchenveranstaltungen sowie Festivals in Österreich: Länderfördertagung des Filmfonds Wien, Diagonale, Viennale, Veranstaltungen aller österrei­ chischen Film- und TV-Förderstellen, Akademie des Österreichischen Films/ Österreichischer Filmpreis. ON LOCATION: AUSTRIA/ AUSTRIAN Film Commissions& Funds Um das Filmland Österreich in einem gemeinsamen, starken Auftritt im Ausland präsentieren zu können, haben sich die regionalen österreichischen Film Commissions auf Initiative und Be­ treiben der Vienna Film Commission hin zusammengeschlossen. Die Partner sind: Cine Tirol Filmcommission, Cine Styria Film Commission, Location Austria, Förderinitiative Filmstandort Austria(FISA), Kulturabteilung des Landes Niederösterreich und Filmlocation Salzburg. Die Vienna Film Commission war auch 2011, neben der Cine Tirol die treibende Kraft hinter der Initiative. Im Herbst hat die Arbeitsgemeinschaft beschlossen, ihren Namen zu ändern, um auch im gemeinsamen Namen die Tätigkeiten der Film Commissions klar zu benennen. Sie heißt jetzt AUSTRIAN Film Commission S& Funds. 78 Vienna Film Commission KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Aktivitäten im Ausland 61. Internationale Filmfestspiele Berlin – Berlinale 2011 Mit den Partnern von ON LOCATION: AUSTRIA hat die Vienna Film Commission ein Mittag­ essen auf dem Co-Production-Market der Berlinale gehostet und beim so genannten„Country Table“ österreichische und Wiener Fördermöglichkeiten präsentiert. Die Vienna Film Commis­ sion hat die organisatorische Abwicklung aller Aktivitäten für und in Berlin übernommen. „Mein bester Feind“ von Wolfgang Murnberger, der vor allem in Wien gedreht worden war, hatte seine Premiere außer Konkurrenz im Wettbewerb der Berlinale. 64. Internationale Filmfestspiele von Cannes Teilnahme am Filmmarkt unter der Dachmarke ON LOCATION: AUSTRIA mit einem Stand im Village Pantiero: 25 m2 Stand mit 25 m2 Terrasse, ein Treffpunkt für nationale und internatio­ nale Filmschaffende. Vortrag im Rahmen der Veranstaltungen des European Film Commission Networks in Cannes zum Thema„Opening public landmarks to film shoots“. Aktive Bewerbung des Standortes Wien und Kontaktaufnahme zu internationalen ProduzentInnen, Locationscouts, Marktbeob­ achtung. Die Vienna Film Commission hat die Verantwortung für die organisatorische Durchführung vorab und vor Ort übernommen. Große Beachtung fand im Wettbewerb von Cannes 2011 der in Wien gedrehte Film„Michael“ von Markus Schleinzer, produziert von der Wiener Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion(NFG). Ebenso gefeiert wurde in der Reihe„Quinzaine des Réalisa­ teurs“ das Regiedebut von Karl Markovics’„Atmen“, der ebenfalls fast ausschließlich in Wien realisiert wurde. AFCI Die Vienna Film Commission ist auch Vollmitglied der AFCI(Association of Film Commissioners International) und hat an der Generalversammlung in Los Angeles teilgenommen, ebenso an Fortbildungs- und Networking-Veranstaltungen der AFCI während der Berlinale, bei der Loca­ tion Tradeshow und beim AFCI-Symposium in Paris. Ein Give-Away der Vienna Film Commissi­ on wurde beim jährlich stattfindenden weltweiten Wettbewerb der AFCI ausgezeichnet. AFCI Location Tradeshow, Los Angeles Stand bei der weltweiten Locationmesse„AFCI Location Tradeshow“ auf dem Disney-StudioGelände in Burbank, die zeitgleich mit der„Produced by“-Konferenz der Producers Guild of America stattfand. Gemeinsamer Auftritt mit Cine Tirol. Aktive Bewerbung des Standorts Wien und Kontaktaufnahme zu ProduzentInnen, Locationscouts, RegisseurInnen und Markt­ beobachtung. Networking-Dinner bei Karin Proidl, der österreichischen Generalkonsulin in Los Angeles, anlässlich des Besuchs der Vienna Film Commission und der Cine Tirol ebendort. Eingeladen waren US-amerikanische und österreichische ProduzentInnen, RegisseurInnen, Rechtsanwäl­ tInnen und Locationscouts. EUFCN Die EUFCN(European Film Commission Network) ist der Zusammenschluss der europäischen Film Commissions. Die Vienna Film Commission hat an der Generalversammlung in Berlin teil­ genommen sowie an den Konferenzen und Fortbildungsveranstaltungen während der Film­ festspiele in Berlin und in Cannes. MIPCOM(Marché International des contenus audiovisuels), Cannes Präsentation der Vienna Film Commission auf der Internationalen Film- und Programmfach­ messe für Fernsehen, Video, Kabel und Satellit beim„Breakfast with the Film Commissioners“. Vienna Film Commission 79 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 WEB und Social Media Die Website www.viennafilmcommission.at wurde im vergangenen Jahr um einige Detail­ seiten erweitert, besser strukturiert und durch Suchfunktionen sowie das Online-Formular „Ansuchen um Drehgenehmigung“ optimiert. Im Oktober 2011 wurde die Reihe„Motiv des Monats“ gestartet. Für den Facebook-Auftritt der Vienna Film Commission wurden Social Media Guidelines erstellt und eine intensive Bewerbung der eigenen sowie aller relevanten in Wien stattfindenden Filmbranchenaktivitäten vorgenommen. Datenbanken Die Location- und Branchendatenbank der Vienna Film Commission wurde 2011 beständig er­ weitert und aktualisiert. Der Schwerpunkt der Motivdatenbank lag im vergangenen Jahr auf Straßen, Brücken, Gemeindebauten, besonderen Highlights sowie einer breiteren Auffäche­ rung der Kategorien. Registrierungen in den Datenbanken(Stand 31. Dezember 2011): Motivdatenbank: 1 152(720 in 2010) Branchendatenbank: 764(620 in 2010) Showreels Die Produktion der Showreels ist ein wichtiges Werbemnittel für das internationale Marketing der Vienna Film Commission. Die Filme kommen bei allen Auslandsauftritten zum Einsatz und werden weltweit an Produktionsfirmen, Locationscouts und DrehbuchautorInnen versandt. Mit ON LOCATION VIENNA – Exteriors(3:30 und 8:00 Minuten) wurden zwei Showreels produziert, die Außenmotive der Stadt vorstellen und zweifach prämiert wurden:„Certifica­ te for Creative Excellence“ des„US International Film& Video Festival“ in Los Angeles so­ wie„Silver Winner“ in der Kategorie„Tourism Films“ bei den„Cannes Corporate Media& TV Awards“. Ende 2011 wurden im Filmcasino mit ON LOCATION VIENNA – Interiors(3:00 und 8:00 Minuten) 36 herausragende Innenmotive der Stadt präsentiert. Neue Medien Mit der Bestellung eines neuen Förderbeirats in Kooperation mit der IG Kultur Wien wurde 2011 im Bereich der Projektförderung der Schwerpunkt auf Medienkunstproduktion gesetzt. Den daraus entstandenen Projekten ist vor allem die Vielfalt der verschiedenen Themen ge­ meinsam: Von Hybridbüchern über die Frage nach potentiellen TerroristInnen und somalischer Piratenmode bis hin zu digitalen Hüttenstempeln reichte die Palette, mit denen sich die Künst­ lerInnen auseinandersetzten. Eine interessante Entwicklung ist auch der Trend weg vom rein virtuellen Kunstwerk hin zum realen Raum, bzw. Körper. Der Performance-Ansatz in Form des Transports der künstlerischen Botschaft zwischen diesen Welten war vielen Projekten ein großes Anliegen. Dies führte zu einem weiteren Aspekt, nämlich jenem des Gesamtkunstwerks, der Verschmelzung von Pro­ grammierleistung, Klang, Bild und eigener Aktion. Nach Jahren reiner Virtualität und Abstraktion erlebt die Medienkunst also wieder eine Re­ naissance in Richtung des realen Raums und konkreter Handlung. 80 Neue Medien KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Stadtteilkultur und Interkulturalität Die beiden Referate„Interkulturelle und Internationale Aktivitäten“ sowie„Alltagskultur“ wurden am 1. März 2011 zu dem Referat„Stadtteilkultur und Interkulturalität“ zusammenge­ legt. Im Bereich Interkulturalität konnten 190 und im Bereich Stadtteilkultur 120 Vereine mit ih­ rem Jahresprogramm oder bis zu drei Einzelprojekten unterstützt werden. Darunter waren die durch ihre kontinuierliche Arbeit in der Wiener Kulturszene bekannten und fest verankerten Vereine„Aktionsradius Wien“,„Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen“,„IG Kultur Wien“,„karlsplatz.org“,„Kulturverein österreichischer Roma“,„Verband österreichischer ge­ werkschaftlicher Bildung“,„Popfest Wien“,„Wiener Praterverband“,„Verein für integrative Lebensgestaltung“ und„Basis.Kultur.Wien – Wiener Volksbildungswerk“. Besonders hervorzuheben sind im interkulturellen Bereich die Jahrestätigkeiten des„Stadt­ teilzentrums Simmering“, welche sehr vielseitig und außergewöhnlich waren. Es wurden unter anderem Konzerte mit lateinamerikanischem Schwerpunkt, Straßenveranstaltungen, Themen­ bereiche für Behinderte und Ferienspiele organisiert. Neben den zahlreichen auf das ganze Jahr verteilten Veranstaltungen ist der Verein auch ein offenes Haus für viele andere Kultur­ initiativen. Auch die Vereine„Kroatisches Zentrum für Kultur, Bildung und Politik“ sowie„OESA Verband hellenischer Vereine“ leisteten mit ihren Jahresaktivitäten besonders wertvolle Arbeit für die Wiener Kulturszene.„Vienna Acts“ veranstaltete erstmals ein„Mittelmeerfestival“. Der „Europäisch-russische Verein für internationale Kooperation“ organisierte drei wunderbare Konzerte unter dem Motto„Erhaltung und Förderung russischer Musiktradition“.„Romano Centro – Verein für Roma“ veranstaltete ein großes Fest zu seinem 20-jährigen Bestehen. Auch der„Verein von Ausländer- und Flüchtlingshilfe-Organisationen und-betreuer/innen“ konnte ein 20-jähriges Jubiläum im Bereich Asylkoordination feiern. Der„Tanzverein Al Ahram“ be­ geisterte sein Publikum mit dem grandiosen Tanztheater„Alexander der Große“. Im Bereich Stadtteilkultur stellte„Das Dorf“ ein umfangreiches Jahresprogramm auf die Beine. Der„Kulturverein Donaustadt“ bot mit seiner erfolgreichen„Bühne Donaupark“ im Juli und August zahlreiche Austro-Pop-Konzerte und Kabaretts. Der„Kulturverein Simmering“ veran­ staltete die Konzertreihe„Sommer im Schloss“. Mit„800 Jahre Wieden“ konnte der„Muse­ umsverein Wieden“ den BesucherInnen das besondere Jubiläum des Bezirks näherbringen. Eine weitere Jubiläumsveranstaltung konnte vom„Kulturverein Parnass“ unter dem Titel„20 Jahre Erzählkunst in Wien“ durchgeführt werden. Ein umfangreiches Filmprogramm lieferte der Verein„St. Balbach – Art Production“ mit seinem Projekt„VOLXKino 2011“. Nicht zu vergessen: die wertvolle Arbeit vom„Verein Wiener Jugendzentren“ mit dem Projekt „Diversity& Art“ sowie die Tätigkeiten von„DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung“ mit dem„DanceAbility EUROPE Gründungs-Kongress 2011“. Neben den bekannten Festivals„Sound:Frame“ und„Coded Cultures“ entwickelte sich in Neu Marx die„Media Opera“, die zum ersten Mal kontinuierlich die denkmalgeschützten Rinderhallen mit sehr spannenden interaktiven Medieninszenierungen bespielte. Stadtteilkultur und Interkulturalität 81 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Veranstaltungen Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. Einen Höhepunkt stellte das„32. Österreichische Blasmusikfest“ dar, an dem 25 Musikkapel­ len aus allen österreichischen Bundesländern und Italien teilgenommen haben. Beim Wiener Landesblasmusikfest„Faszination Blasmusik“ in der Bank Austria Halle – Gaso­ meter präsentierten sich acht Musikkapellen des Wiener Blasmusikverbandes sowie verschie­ dene Volkstanzgruppen. Diese zeigten die Vielfalt der Blasmusik mit Konzerten, Tanz- und Showprogrammen. Im November war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die„45. Wiener-Walzer-Konkurrenz“ und die„Austrian Open Vienna 2011“. Großen Publikumszuspruch fand wieder das„Internationale Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insgesamt 83 Chöre aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, den USA und Weißrussland auf. Auslandskultur Zwischen den Städten Odessa und Wien wurde im Jahr 2011 die Zusammenarbeit und der Austausch auf den Gebieten Kultur, Tourismus und Stadttechnologie verstärkt. Die Wiener Kulturtage in Odessa im Mai begannen mit der Vernissage der Ausstellung„WIEN/ BEHA“ (24. 5. – 26. 6.) im städtischen Museum für westliche und orientalische Kunst. Am selben Abend wurden die Wiener Kulturtage offiziell und glanzvoll durch den Wiener Stadtrat für Kultur in dem von den Wiener Architekten Fellner& Helmer errichteten Opern­ haus eröffnet. Das mit der Oper gemeinsam produzierte Programm mit Arien von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Strauss, wird bis 2013 im Repertoire bleiben. Die tags darauf im Russischen Drama-Theater gezeigte Produktion„ODESSA“ des Wiener Theaters Drachengas­ se erntete großen Applaus. Die Produktion wurde in der Folge nach Moskau, St. Petersburg und Irkutsk eingeladen. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Odessa und dem Österreichischen Botschafter in der Ukraine eröffnete der Wiener Stadtrat für Kultur den von TINA-Vienna ausgerichteten Workshop„Urban Mobility“, der großen Zuspruch von Verwaltungsoffiziellen aus der ganzen Region Odessa fand. In guter Kooperation mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Ange­ legenheiten(BMeiA) wurden die Termine der Aktivitäten in Odessa so abgestimmt, dass die Internationale Konferenz über„Good Governance in the Black Sea Region“(Institute for Parli­ amentarism and Democracy Questions) zeitgleich an der nationalen polytechnischen Universi­ tät stattfinden konnte. Im Rahmen des Schwerpunktes Europäischer Monat der Fotografie kuratierten die Partner­ städte Berlin, Bratislava, Luxembourg, Paris, Rom und Wien die Ausstellung„MUTATIONS III. Public Images – Private Views“, die in allen teilnehmenden Städten gezeigt wurde. Im September wurde die gemeinsam mit dem Austrian Cultural Forum New York(ACFNY) ku­ ratierte Ausstellung„BEAUTY CONTEST“ vom Leiter der Sektion Auslandskultur des BMeiA eröffnet. Darin setzt sich eine internationale KünstlerInnenschaft mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Schönheit und ihrer Instrumentalisierung auseinander. Auch Bundespräsi­ dent Heinz Fischer ließ es sich nicht nehmen, die Ausstellung ausgiebig zu besichtigen. 82 Veranstaltungen• Auslandskultur KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Nach einer Präsentation des Kulturstraßenprogramms des Europarates in der luxemburgischen Botschaftsresidenz hat der Wiener Stadtrat für Kultur das Interesse des Bundeslandes Wien an einem Beitritt zum Teilabkommen des Europarates für Kulturstraßen bestätigt. Mit Hilfe des Bundes(Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur[BMUKK] und BMeiA), des Städ­ tebundes sowie der Länder Kärnten, Wien und Vorarlberg ist Österreich Gründungsmitglied des Teilabkommens geworden. Ehrungen Durch Ehrungen der Stadt Wien werden KünstlerInnen und WissenschafterInnen für ihre her­ ausragenden Leistungen gewürdigt. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. Auch 2011 waren unter den EmpfängerInnen von Auszeichnungen und Preisen der Stadt Wien viele hochqualifizierte Persönlichkeiten. Es wurden sowohl die Arbeiten junger, förderungs­ würdiger KünstlerInnen, WissenschafterInnen und VolksbildnerInnen als auch das Gesamt­ werk bereits international anerkannter Kulturschaffender gewürdigt. Wien ehrt bedeutende Persönlichkeiten auch über ihr Ableben hinaus mit Widmungs- und Ehrengräbern, Kranzniederlegungen und Grabrestaurierungen. Wissenschaft Wissenschaft und Forschung sind wichtige Aufgaben und Handlungsfelder von Verwaltung und Politik geworden. In Wien ist die gezielte Förderung von Forschung, die Unterstützung wissenschaftlicher Einrichtungen, die gute Beziehung zu den Universitäten und Forschungs­ gesellschaften und die Gestaltung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit eine Erfolgsgeschichte. Der letzte Wissenschaftsbericht enthielt eine Zeittafel zu den zahlrei­ chen wichtigen Ereignissen, die Wien in den letzten 26 Jahren zur Wissenschaftsstadt gemacht haben. Die Stadtverwaltung profitiert von der gleichermaßen dichten und effizienten Zusam­ menarbeit zwischen den Fachabteilungen des Magistrats und wissenschaftlichen Instituten. Gemeinsam mit den Universitäten werden wichtige Fragen der Stadtentwicklung und der Ur­ banität diskutiert und über gut abgestimmte Konzepte in Taten gesetzt. Die Universitäten sind jene Einrichtungen, für die verfassungsgemäß der Bund verantwortlich ist, mit denen die Stadt in einem durchwegs konstruktiven und erfolgreichen Austausch ist. Der Universitätscampus AAKH ist eines der erfolgreichsten Projekte der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Stadt, ein Vorzeigeprojekt eines Universitätscampus, der gleichzeitig Treffpunkt zwischen unterschiedlichen Instituten der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, der urbanen und universitären Öffentlichkeit und ein Erholungsgebiet im Stadtzentrum für die Bürgerinnen und Bürger Wiens ist. Die Wissenschaftsförderungsarbeit der Kulturabteilung betrifft die Unterstützung außeruni­ versitärer wissenschaftlicher Institute und Projekte, die für den Wissenschaftsstandort Wien wichtig sind und keine universitäre Einbettung haben. Wichtig ist die Unterstützung ausge­ zeichnet qualifizierter ForscherInnen bei ihrer für Wien-bezogene Forschungsfelder wichtigen Arbeit. Ein breites Spektrum von Stipendien, Talente-Preisen, Junior Research Groups, etc. der Kulturabteilung der Stadt Wien tragen dazu bei, dass ausgezeichnet qualifizierte junge WissenschafterInnen der Forschung nicht verloren gehen. Ehrungen• Wissenschaft 83 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Über die Kulturabteilung der Stadt Wien werden derzeit sieben Fonds und Stiftungen dotiert, organisiert, kuratiert. Es sind dies •die Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien, die älteste(1965 gegründete) Forschungs ­ förderungseinrichtung der Stadt, •der Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften (gegründet 1997), •der Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien(gegründet 1998), •der Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung(gegründet 1999), •der Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie(gegründet 2000), •der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds – WWTF(gegründet 2002) •und zuletzt der Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien(ge ­ gründet 2011). Über die Hochschuljubiläumsstiftung und die sechs Fonds werden gezielt Ausschreibungen zu innovativen Forschungsthemen vorgenommen. Exemplarisch sei nur der letzte Call des Jubilä­ umsfonds für die Österreichische Akademie der Wissenschaften erwähnt, bei dem es um nach­ haltiges Wirtschaften und alternative Energiegewinnung ging. Ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen von erfolgreichen ForscherInnen und Nach­ wuchswissenschafterInnen werden durch Preise, Förderungspreise und Sonderpreise ausge­ zeichnet. Im Jahr 2011 erhielten den Preis der Stadt Wien für Naturwissenschaften Univ.-Prof. Dr. Giulio Superti-Furga, den Preis für Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Univ.-Prof. in Dr.in Ingrid Cella, den Preis für Medizinische Wissenschaften Univ.-Prof. Dr. Dontscho Kerjaschki und den Preis für Volksbildung der Initiator des populären„math.space“ Univ.­ Prof. Dr. Rudolf Taschner. Der Philosoph Univ.-Prof. Dr. Jürgen Habermas wurde mit dem Erwin Chargaff-Preis für Ethik und Wissenschaft im Dialog und mit dem Ehrenpreis des Viktor Frankl-Fonds ausgezeichnet. Die Wiener Vorlesungen gestalteten ein erfolgreiches 25.(!) Arbeitsjahr, in dem eine Ko­ operation mit dem dritten öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ORF III begonnen wurde. Schließlich sei noch auf eine für die Stadt Wien wichtige kultur- und wissenschaftspolitische Entscheidung von großer Tragweite hingewiesen. Der Erforscher der Wiener Moderne, Carl E. Schorske, wurde mit Beschluss des Wiener Gemeinderates vom 23. November 2011 Ehrenbür­ ger der Stadt Wien. Förderungen großer Forschungsgesellschaften(u. a.) •Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LGB) •Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) •Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) •Architekturzentrum Wien(Az W) •Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) •Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Studien(VWI) •Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) 84 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LBG) Die LBG ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt Forschungsinstitute(Ludwig Boltzmann Institute) in den Bereichen der Humanmedizin/ Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Derzeit betreibt die LBG 20 Institute und fünf Cluster mit rund 300 MitarbeiterInnen: •LBI für Altersforschung •LBI für angewandte Gerontologie •LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie •LBI für COPD und Pneumologische Epidemiologie •LBI für Elektrostimulation und Physikalische Rehabilitation •LBI für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit •LBI für Experimentelle und Klinische Traumatologie •LBI für Geschichte und Theorie der Biographie •LBI Health Promotion Research •LBI Health Technology Assessment •LBI für Klinisch-Forensische Bildgebung •LBI für Krebsforschung •LBI für Lungengefäßforschung •LBI für Menschenrechte •LBI für Neulateinische Studien •LBI für Operative Laparoskopie •LBI für Osteologie •LBI für Retinologie und Biomikroskopische Laserchirurgie •LBI für Sozialpsychiatrie •LBI für Stadtgeschichtsforschung •LBI für Translationale Herzinsuffizienzforschung •LB Cluster Geschichte •LB Cluster Kardiovaskuläre Forschung •LB Cluster Oncology •LB Cluster Rheumatologie, Balneologie und Rehabilitation •LB Cluster Translational Oncology Die Ergebnisse des dreijährigen internationalen Forschungsprojekts„Der Wiener Gipfel 1961: Kennedy – Chruschtschow“ – durchgeführt vom LBI für Kriegsfolgen-Forschung – wurden 2011 durch mehrere Publikationen und Konferenzen der Öffentlichkeit präsentiert. Österreichische Akademie der Wissenschaften(ÖAW) Die Kommissionen und Institute der ÖAW führten mit Hilfe der Stadt Wien insgesamt 28 For­ schungsprojekte durch. Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation •Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 •Namentliche Erfassung der nach Schweden emigrierten Österreicher und Österreicherinnen (1933/34, bzw.1938–1945) •Das Schicksal der in Wien verbliebenen jüdischen Ärzte von 1938 bis 1945 und die Versorgung ihrer jüdischen Patienten Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie •WIEN-MOSKAU: Die Moskauer Geschichte der Wiener Linguistin ELISE RIESEL Wissenschaft 85 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Kommission für Musikforschung •Neue Schubert-Ausgabe •Demos – Daten zur Erforschung der Musik in Österreich Institut für Mittelalterforschung •Edition der Inschriften der Stadt Wien Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika •Datenbank der Familiennamen Österreichs(FamOs) Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte •Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien •Bruchlinien und Kontinuitäten. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften im 20. Jahrhundert(1918–1934–1938) – Fortsetzungsprojekt •Ernst Mach Forum – Wissenschaften im Dialog •Wiener Wittgenstein Ausgabe •Das Wiener Kärntnertortheater in der Zeit von 1728–1748: Vom städtisch-bürgerlichen Schauspielhaus zum höfischen Opernbetrieb Phonogrammarchiv •Liebe und Wahnsinn in der chinesischen Kunqu-Oper und der europäischen Oper Institut für Europäisches Schadenersatzrecht •10 th Annual Conference on European Tort Law Institut für Sozialanthropologie •Hidden histories – Wiener Beiträge zur Kurdologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert Institut für Demographie •Annual Meeting of the Austrian Economic Association„The Economics of Ageing” Kommission für Antike Rechtsgeschichte •2. Internationales Wiener Kolloquium zur Antiken Rechtsgeschichte. Sport und Recht in der Antike Kommission für Musikforschung •Kommentierter Wiener Spielplan von circa 1720 bis 1748(1752) – Produktionen im Auftrag des Hofes •Das Dreimäderlhaus und der Schubert-Mythos. Identitätsstiftung, Antimoderne und touristische Attraktion •Wiener Revolutionsmusik 1848 Kommission für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung •Qualitätsmonitoring Medien. Modellentwicklung und Pretest Wien Kommission für Linguistik und Kommunikationsforschung •Normierung der Erfahrungen aus dem Leben des Alltags(ELA – Everyday Life Activities) Fotoserie – ein Sprachtest- und Sprachtherapiematerial – an sprachgesunden WienerInnen im Alter von 4 bis über 90 Jahren Kommission für Kunstgeschichte •Wiener Hofburg 86 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Geowissenschaftliches Zentrum •Geowissenschaften in den Wiener Schulen: Eine vergleichende Untersuchung Historische Kommission •Workshop„Borders of Communism” Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie •Von den Druckfahnen in Jerusalem zum Textbuch nach Wien: Editionsprojekt zur„Dritten Walpurgisnacht“ von Karl Kraus Univ.-Prof. Dr. Leopold Rosenmayr •Auf der Suche nach der Entstehung von Generationen – Pilot-Projekt 2011 zur Erneuerung sozialgeschichtlicher und soziologischer Perspektiven in Wien – ein Beitrag zur Einstellungsund Verhaltensforschung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) Die Gedenkstätte für die Opfer der Gestapo Wien(Salztorgasse 6, 1010 Wien) wurde im Mai 2011 nach umfassender Renovierung wiedereröffnet. In der Gedenkstätte ist eine historisch­ dokumentarische Ausstellung über die Opfer und Täter der Gestapo Wien zu besichtigen. Die Publikation von Jakob Rosenberg und Georg Spitaler„Grün-weiß unterm Hakenkreuz. Der Sportklub Rapid im Nationalsozialismus(1938–1945)“, gaben DÖW und SK Rapid 2011 ge­ meinsam heraus. Seit November 2011 bietet das DÖW auf seiner Website den Online-Zugang zu rund 1 400 Kurzbiographien, mehr als 1 500 Fotos und zahlreichen Dokumenten österreichischer Freiwilli­ ger an der Seite der Spanischen Republik 1936–1939. Die vom DÖW erstellte Datenbank„Österreichische Holocaustopfer“ wurde überarbeitet und Ende März 2011 in einer aktualisierten Fassung ins Netz gestellt: mehr als 1 000 zusätzliche Datensätze und damit insgesamt über 63 200 Namen können abgerufen werden. Im Zuge der Recherchen wurden auch mehrere Tausend Dateneinträge ergänzt(z. B. rund 2 000 Sterbe­ daten und in mehreren Tausend Fällen Überstellungen in Lager und KZ). Architekturzentrum Wien(Az W) Die Ausstellung„Fliegende Klassenzimmer. Wir machen Schule“ und das Rahmenprogramm beschäftigten sich im Frühjahr 2011 unter Berücksichtigung unterschiedlicher(Forschungs-) Ansätze mit der Wechselbeziehung zwischen dem architektonischen Raum und dem Lehren und Lernen. Dem russischen Künstler und Architekten Alexander Brodsky war unter dem Titel „Noch immer erstaunt es mich, dass ich Architekt geworden bin“ erstmals in Österreich eine umfassende Personale gewidmet. Neben einer repräsentativen Auswahl von Skizzen und Plä­ nen war eine Installation zu sehen, die Brodsky eigens für das Az W schuf. Im Herbst zeigte das Az W in Zusammenarbeit mit der Architecture Foundation Australia eine Ausstellung über den australischen Architekten und Pritzker-Preisträger Glenn Murcutt. Murcutts Bauten stehen für eine präzise und radikale Auseinandersetzung mit der Moderne und ihrem Potenzial für nach­ haltiges, energieautarkes Bauen. Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) Das IWM ist ein Institute for Advanced Study auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissen­ schaften. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit hat es das Ziel, den geistigen Austausch zwischen Ost und West, zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sowie zwischen einer Viel­ zahl von Fächern und Denkrichtungen zu fördern. Die Forschung am IWM konzentriert sich auf sechs Schwerpunkte: Ursachen von Ungleichheit, Religion und Säkularismus, die Zukunft Wissenschaft 87 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 der Demokratie, vereintes Europa – geteilte Geschichte, Kulturen und Institutionen in Mittel- und Osteuropa sowie das philosophische Werk Jan Pato č kas. Im Rahmen seiner Stipendi­ enprogramme bietet es jedes Jahr fünfzig bis sechzig WissenschaftlerInnen, JournalistInnen, ÜbersetzerInnen und Intellektuellen ein- bis zwölfmonatige Forschungsaufenthalte am IWM an. 2011 wurden u. a. die Forschungsprojekte„Quality in Gender+ Equality Policies(QUING)“ und„Understanding Nascent Capitalism in Eastern Europe(CAPITO)“ abgeschlossen und Kon­ ferenzen zu den Themen„Christianity Unthought. Contextualizing Patocka‘s Concept of Re­ ligion and the Crisis of Modernity”,„Balkan History as European History”,„Wiederkehr der Dinge. Zur Aktualität des Fetischbegriffs” oder„From the Iron Curtain to the Schengen Area: Bordering Communist and Postcommunist Europe” organisiert. Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Studien(VWI) Dem noch zu Lebzeiten Simon Wiesenthals erstellten Konzept des Instituts entsprechend, erstreckten sich die Tätigkeitsschwerpunkte 2011 auf die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung aller Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und Holocaust, einschließlich dessen Vorgeschichte und Folgen, betreffen. Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt war die Ordnung, Erschließung, Inventarisierung, Mikroverfilmung und Digitalisierung der künftigen Archivbe­ stände des Instituts, die sich zur Zeit noch im Simon Wiesenthal Archiv, bzw. zum Teil im Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien befinden. Im Rahmen der Simon Wiesenthal Lectures wurde der aktuelle Stand der internationalen Holocaust-Forschung präsentiert. Bei der Simon Wiesenthal Conference 2011 wurden unter dem Titel„Partituren der Erinnerung. Der Holo­ caust in der Musik“ Fragen der Repräsentation, Darstellung und musikalischen Aufarbeitung des Massenmordes nach 1945 diskutiert. Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie(FIWI) Mit der Eingliederung des Konrad Lorenz Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) in die Veterinärmedizinische Universität Wien entstand im vergangenen Jahr ein neu­ es, international sichtbares Forschungszentrum der organismischen Biologie in Wien. Wichtige Fortschritte wurden 2011 bei der Integration des KLIVV in das Forschungsinstitut für Wildtier­ kunde und Ökologie, das zusammen von der Vetmeduni und der Gesellschaft zur Förderung des FIWI betrieben wird, erzielt. Ihre Leistungen in der Grundlagenforschung dokumentierten bei­ de Institute 2011 zahlreich in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften. Aus der ange­ wandten Forschung des FIWI sind zwei herausragende Ereignisse zu nennen: ECONNECT, ein europaweites vom FIWI geleitetes Forschungsnetzwerk, das in den vergangenen drei Jahren wichtige Voraussetzungen für eine bessere Vernetzung von Tier- und Pflanzenpopulationen im Alpenraum schuf, wurde abgeschlossen. Das Projekt„Wildtiere im urbanen Lebensraum“ beschäftigt sich mit dem Management von Wildtierarten, die in den letzten Jahren immer zahl­ reicher zu Stadtbewohnern wurden. Porträts geförderter Institutionen und Projekte Heinz von Foerster-Gesellschaft Die Aktivitäten konzentrierten sich auch im Jahr 2011 auf den Bereich der Dokumentation des wissenschaftlichen Nachlasses Heinz von Foersters, insbesondere die reichhaltigen Unterla­ gen zu seinen Vorlesungen und Vorträgen. Aus Anlass seines 100. Geburtstages organisierte die Gesellschaft einen großen internationalen Kongress zum Thema„Self-Organization and Emergence/ Selbstorganisation und Emergenz“. Forschungszentrum für historische Minderheiten Das im Jahr 2005 gegründete Forschungszentrum beschäftigt sich mit Migrationsbewegungen aus historischer Perspektive, wobei der Schwerpunkt bei der Geschichte der tschechischen 88 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 und slowakischen Minderheit in Wien liegt. Auf der Grundlage der Ergebnisse des forMuseProjekts„Repräsentation von Migrationsgeschichte im Bezirksmuseum Margareten“, an dem der Verein wesentlich beteiligt war, gestaltet der Verein nun eine Ausstellung zum Thema „Migration und Diversität in Margareten“. Sigmund Freud Privatstiftung Die von der Sigmund Freud Gesellschaft errichtete Sigmund Freud Privatstiftung betreibt seit 2003 ein Museum und eine Forschungseinrichtung. Anlässlich des 40-jährigen Museumsjubilä­ ums im Juni 2011 fanden eine Reihe wissenschaftlicher Veranstaltungen statt: u. a.„Freud and the Non-European“,„Does Psychoanalysis set Limits? Authority, Norms, Law, … and Perversi­ on“, die Ringvorlesung„Psychoanalyse – Literatur – Kultur. Sigmund Freud im Close Reading“ und die 28. Sigmund Freud Vorlesung. Des Weiteren wurden die Ausstellungen„A View from Outside – Reloaded“ und„Reflecting Reality – Die Wirklichkeitsmodelle der Kunst“ gezeigt. Die Bestandspräsentation„Erinnerungsreste, Lesestörungen – Aus der Sammlung des Sig­ mund Freud Museums“ gibt einen Einblick in die Sammeltätigkeit des Museums und ergänzt die permanente Ausstellung in Freuds Praxisräumen. Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften(IFK) Die aktuellen Forschungsschwerpunkte des IFK sind: Kulturen der Evidenz sowie Verlorene Gewissheiten – Lebenswelten und Wissen im Übergang. Im ersten Schwerpunkt geht es um die Problemstellung, wie Kultur- und Wissenstechniken der Moderne, also Bild, Schrift, Zahl und Medien dazu beitragen,„Wahrheit“ und„Wirklichkeit“ zu verfertigen und zu legitimieren. Im zweiten geht es um die historischen und aktuellen Prozesse der Globalisierung des Alltags, um digitale Informationsflüsse, Veränderungen der Wissensgesellschaft sowie neue Medientech­ niken. 2011 wurden internationale Tagungen zu den Bereichen Kulturgeschichte des Stoizis­ mus, Geo-Politik im Zeitalter des Ersten Weltkrieges sowie„Digital Publics“ veranstaltet. Der renommierte Kunsthistoriker Martin Warnke war im Sommersemester 2011 als Stadt Wien/ IFK_Fellow zu Gast. Institut für Wissenschaft und Kunst(IWK) Das Institut, das sich seit seiner Gründung im Jahr 1946 der Forschung, Wissenschaftsvermitt­ lung und Erwachsenenbildung widmet, organisierte 2011 aus Anlass des 100. Geburtstages der in Wien geborenen österreichisch-jüdischen Schriftstellerin, Journalistin und Psychoana­ lytikerin Anna Maria Jokl(1911–2001) die erste internationale Tagung zu ihrem Werk. Auch startete am IWK ein auf mehrere Jahre angelegtes Forschungsprojekt zur österreichischen Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1938 und 1945. Weitergeführt wurde die Arbeit an ei­ nem biographischen Lexikon österreichischer Frauen. Auf der Basis von IWK-Veranstaltungen früherer Jahre wurden 2011 auch mehrere Bücher publiziert. Institut Wiener Kreis Das Institut Wiener Kreis hat seine Zielsetzung im Bereich der Förderung und Verbreitung der Wiener Wissenschaftskultur in der Tradition des Wiener Kreises. 2011 wurde das 20-jähriges Jubiläum mit dem internationalen Symposium„European Philosophy of Science – Philosophy of Science in Europe and the Viennese Heritage“ begangen. Die Vorträge dieser Konferenz werden publiziert. Die Internationale Sommer-Universität widmete sich dem fächerüber­ greifenden Thema der wissenschaftlichen Evidenz. Das Moritz Schlick-Editionsprojekt wurde mit dem Band 2 der„Schlick-Studien“ weitergeführt. Das Forschungsprojekt zur Geschichte der Wissenschaftstheorie im 20. Jahrhundert ist beendet worden und wird unter dem Titel „History and/or Philosophy of Science?“ veröffentlicht. Wissenschaft 89 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Elfriede Jelinek-Forschungszentrum Das Forschungszentrum ist eine international vernetzte Forschungs- und Informationsstelle zu Elfriede Jelinek und ihrem Werk. Im Rahmen der Veranstaltung„Jelinek.Dialoge. Sätze und GegenSätze aus Literatur und Wissenschaft“ wurde die Wirkung von Elfriede Jelineks Werk auf österreichische AutorInnen aus wissenschaftlicher und literarischer Perspektive beleuchtet. WissenschafterInnen, Theater- und Medienleute analysierten Christoph Schlingensiefs künst­ lerischen Anspruch und theatrale Ästhetik beim Symposium„Der Gesamtkünstler. Christoph Schlingensief“. mediacult – Internationales Forschungszentrum für Medien, Kommunikation und kulturelle Entwicklung 2011 standen zwei große Projekte im Zentrum des Forschungsinteresses des Instituts. Das Projekt zum Balkanmusik-Boom in Österreich rekonstruierte den Prozess der Institutionalisie­ rung von Balkanmusik in Wien und erklärte diesen Prozess anhand der Charakteristika des Fel­ des kultureller Produktion. Das Projekt„Popular music heritage, cultural memory, and cultural identity(POPID)“ erforscht hingegen die Bedeutung lokaler Popmusikgeschichte in Bezug auf die österreichische Identität, das nationale kulturelle Erbe und die kommerzielle Verwertung durch die Musik- und Medienindustrie. mica – music information center austria Die Veranstaltungen der Reihe„mica focus“ widmen sich der Darstellung und Diskussion von Hintergründen, Analysen und Befunden zum Strukturwandel in der Musikbranche sowie zum österreichischen Musikleben und zum Bereich der Kunstmusik aller Genres. 2011 fanden fünf Veranstaltungen statt(Themenschwerpunkt: Frauen/ Musik). QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte Seit dem Jahr seiner Gründung 2007 widmet sich der Verein dem Aufbau eines Archivs und einer Bibliothek für die Geschichte von Schwulen und Lesben in Wien und stellt seine Infra­ struktur für Studierende und ForscherInnen zur Verfügung. In Vorträgen, Lehrveranstaltungen und Forschungsarbeiten beschäftigten sich die MitarbeiterInnen 2011 insbesondere mit dem Schicksal von Homosexuellen in der NS-Zeit. rism-österreich Der Verein veröffentlichte im Laufe des Jahres 2011 im Rahmen des Projekts„Oper als inter­ nationale Kunstform in Wien“ zwei Publikationen: Das„Jahrbuch des rism-österreich“ mit den Schwerpunkten„Beiträge zur musikalischen Quellenkunde“ und„Wiener Operngeschichte“ und eine Dokumentation über die Wiener Hofoper von 1794 bis 1810. Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft(SWS) Bis 2013 führt die SWS das Projekt„Demokratie- und Wertemonitoring“ durch, in dessen Zentrum österreichweite Face-to-Face-Befragungen stehen. Erhoben werden u. a. das Ver­ trauen in Institutionen, Einstellungen zum demokratischen, bzw. parlamentarischen System, Einstellungen zur Integration von ZuwanderInnen. Das Projekt„Kultur verbindet. Wien – Prag – Bratislava – Budapest. Die Kultur als Stärkung von Einigendem und Abbau von Trennendem“ beschäftigte sich mit der Frage der Entwicklung und Intensität des kulturellen Austausches zwischen diesen Städten. Sir Peter Ustinov Institut zur Bekämpfung und Erforschung von Vorurteilen Das von Sir Peter Ustinov 2003 gegründete Institut verfolgt zwei Tätigkeitsschwerpunkte: die jährliche Stiftungsgastprofessur an der Universität Wien und die Organisation einer jährlichen Veranstaltung zum Thema Vorurteile. Die Ethnologin Shalini Randeria, Ustinov-Gastprofes­ sorin im Jahr 2011, behandelte das Thema„Reproduction, State Interventions and Women’s 90 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Bodies: Global Designs and Local Life-worlds”. Die Beiträge der Fachtagung„Fundamentalis­ mus“ werden für die Drucklegung vorbereitet. Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Die Arbeit des Archivs wird vor allem von zwei Komponenten geprägt: der fachgerechten Si­ cherung von Materialen für zukünftige Generationen und die Zugänglichmachung vor allem im Rahmen der Internetplattform Erinnerungsort Wien. Zurzeit wird ein neuer„Erinnerungsort“ für die Veröffentlichung vorbereitet: Anhand des ersten Wiener Mädchengymnasiums in der Rahlgasse wird das Thema des Zugangs von Mädchen zur Bildung mit historischen Bildern und Dokumenten erläutert. Verein der Freunde des Botanischen Gartens der Universität Wien Der Verein, der den Botanischen Garten der Universität Wien bei seinen Aufgaben in For­ schung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, veranstaltete 2011 in Gedenken an den österreichisch-amerikanischen Forscher, Geografen, Sprachwissenschafter und Botaniker das Symposium„Joseph Francis Charles Rock – Botanist, Explorer and Preserver of Culture“, bei dem sich WissenschafterInnen aus aller Welt mit den verschiedenen Forschungsfeldern und Arbeiten Rocks beschäftigten. Verein für Geschichte der Stadt Wien 2011 organisierte der Verein insgesamt 12 Veranstaltungen, u. a. die internationale Tagung „Rathäuser als multifunktionale Räume der Repräsentation, der Parteiungen und des Geheim­ nisses“. Die drei etablierten Publikationsreihen des Vereins wurden fortgeführt. Das 2011 begonnene Forschungsprojekt„Sicherung und Aufarbeitung des Filmarchivbestandes media wien“ bewertet und erschließt den stadt- und kulturgeschichtlich höchst wertvollen Filmbe­ stand der Jahre 1906 bis 1968(1952–1968 führte die Stadt Wien eine Filmoffensive mit Auf­ tragsfilmen durch) und schafft so die Grundlagen für die Prioritätensetzung bei der Sicherung und für eine sukzessive Zugänglichmachung der Filme für die Öffentlichkeit. Verein für Geschichte und Sozialkunde Seine Aufgabe sieht der Verein vor allem in der Forschungs- und Publikationstätigkeit im Bereich Geschichte und Sozialkunde. Neben der Herausgabe der Zeitschrift„Historische Sozialkunde. Geschichte – Politische Bildung – Fachdidaktik“ betreut der Verein auch mehrere wissenschaft­ liche Buchreihen. In diesen Reihen sind 2011 u. a. folgende Bücher erschienen:„Afrika im 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft“,„Weltbevölkerung. Zu viele, zu wenige, schlecht verteilt?“ und„Wirtschaft und Gesellschaft. Europa 1000–2000“ Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Im Zentrum der laufenden Forschungen steht ein Projekt zur zeithistorischen Auseinanderset­ zung mit allen Straßennamen in Wien, um die historischen Biographien der NamensgeberIn­ nen umfassend zu dokumentieren. Überdies entstehen Sammelbände zum Wechselverhältnis zwischen Universitäten und der Stadt Wien nach 1945 sowie eine neue Bestandsaufnahme zur Historiographie über Wien um 1900 auf der Basis eines Perspektivenwechsels zur Bedeutung der gesamten Migration für die Stadtentwicklung und das kreative Potential. Zentrum für Soziale Innovation(ZSI) Die Konferenz„Challenge Social Innovation” hat Wien am Höhepunkt der aufsteigenden Welle weltweiten Interesses am Thema„Soziale Innovation“ auf der internationalen Wissen­ schaftslandkarte nachhaltig sichtbar gemacht. Bleibende Ergebnisse dieser Konferenz sind die„Wiener Erklärung der wichtigsten Forschungsthemen im Feld der sozialen Innovation“, wissenschaftliche Publikationen und die Gründung der„European School of Social Innovation (ESSI)“. Wissenschaft 91 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Institutionen zur Dokumentation, Reflexion und Vermittlung des kulturellen Erbes Jüdisches Museum Wien Nach der umfassenden Funktionssanierung wurde das Museum am 18. Oktober 2011 mit der Ausstellung„Bigger than Life – 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung“ wiedereröff­ net. Gleichzeitig wurden auch das neu gestaltete Schaudepot und die neu konzipierte Dau­ erausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. In der Dependance am Judenplatz waren 2011 vier Ausstellungen(u. a.„Jude sein – Being Jewish. Vienna Jewish Identity Project. Fotografien von Peter Rigaud“ und„Achtung! und Fertig!! Los!!! Jüdischer Sport. Maccabi-Games“) und im Haus der Musik die Ausstellung„Abraham Adler. Oberkantor im Wiener Stadttempel“ zu sehen. Mozarthaus Vienna Das Mozarthaus Vienna feierte 2011 sein 5-Jahres-Jubiläum mit einer Reihe von Konzert- und Vortragsveranstaltungen und den beiden Sonderausstellungen„Du wirst sehen, wie vergnügt wir sein können – Mozart und die Frauen“ und„Tradition ist Schlamperei! Mozarts Opern in der Ära Gustav Mahler“. Die erste Ausstellung, die Mozarts Beziehungen zu verschiedenen Frauen thematisierte, erschloss auch interessante Zugänge zur Musik Mozarts. Die zweite Ausstellung widmete sich anlässlich des 100. Todestages von Gustav Mahler seiner Aufführungspraxis von Mozartopern als Direktor der Wiener Hofoper und seiner Zusammenarbeit mit dem Bühnen­ bildner Alfred Roller. Verein„Sammlung Rotes Wien“ Die im Jahr 2010 eröffnete Dauerausstellung„Das Rote Wien“ im Waschsalon des Karl MarxHofs dokumentiert die Geschichte des Roten Wien von 1919 bis 1934/1945 auch in themen­ spezifischen Sonderausstellungen: So war bis Mitte 2011 die Ausstellung„Man muß die Leute gern haben. Bruno Kreisky in der Ersten Republik“ zu sehen. Die Ausstellung„Hubert Gessner. Architekt der Arbeiterbewegung“ dokumentierte das Schaffen eines der wichtigsten Archi­ tekten des„Roten Wien“. Publikationsförderung Die Unterstützung wissenschaftlicher Publikationen über Druckkostenbeiträge und Ankäufe ist ein wichtiges und geeignetes Instrument, Wissenschaft und Forschung in Wien zu fördern. Im Jahr 2011 wurden 181 Druckkostenzuschüsse vergeben und 71 Ankäufe wissenschaftlicher Publikationen getätigt, u. a.: • Felix Butschek, Österreichische Wirtschaftsgeschichte, Böhlau Verlag • Judith Eiblmayr/ Peter Payer, Der Donaukanal. Die Entdeckung einer Wiener Stadtland­ schaft, Metro Verlag • Francesco Saverio Festa/ Erich Fröschl/ Tommaso La Rocca/ Luigi Parente/ Giusi Zanasi (Hg.), Das Österreich der dreißiger Jahre und seine Stellung in Europa, Peter Lang Verlag • Constantin Gegenhuber, Gebaute Gebete. Christliche sakrale Architektur. Neubauten in Österreich 1990 bis 2011, Verlag Anton Pustet • Walter Göhring, Frieden ohne Grenzen. Zu Alfred Hermann Fried – Friedensnobelpreisträger 1911, Erhard Löcker Verlag • Markus Kristan, Hubert Gessner. Architekt zwischen Kaiserreich und Sozialdemokratie 1871–1943, Passagen Verlag 92 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 • Johann Georg Lughofe r(Hg.), Ernst Jandl. Interpretationen – Kommentare – Didaktisierungen, Praesens Verlag • Anton Pelinka, Europa – Ein Plädoyer, Braumüller Verlag • Ilse Reiter-Zatloukal/ Christiane Rothländer/ Pia Schölnberger(Hg.), Österreich 1933– 1938, Interdisziplinäre Bestandsaufnahmen und Perspektiven, Böhlau Verlag • Rupert Riedl, Fauna und Flora des Mittelmeers, Seifert Verlag • Katharina Maria Wiedlack/ Katrin Lasthofer(Hg.), Körperregime und Geschlecht, Studien Verlag Stiftungsprofessuren, Stipendienprogramme, Studienförderung Stiftungsprofessuren Stiftungsgastprofessur„Stadtkultur und öffentlicher Raum“ an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien Das Stiftungsgastprofessurteam 2011 – Prof.in Dr.in Sophie Watson(Open University, Lon­ don) und Dipl.-Kfm. Tore Dobberstein(complizen Planungsbüro, Berlin) – widmete sich dem spannungsreichen Jahresthema„Stadtkultur, öffentlicher Raum und Märkte: Ökonomie und Innovation“. Mit dem Team des Interdisciplinary Centre for Urban Culture and Public Space (http://skuor.tuwien.ac.at) wurde der Fokus auf städteübergreifende Phänomene in Wien und Budapest gelegt. Roland Rainer Stiftungsprofessur an der Akademie der bildenden Künste Wien Für die Roland Rainer-Stiftungsprofessur an der Akademie der bildenden Künste konnte im Jahr 2011 der international renommierte Architekt Hermann Czech gewonnen werden. Ent­ sprechend der allgemeinen Zielsetzung des Roland Rainer-Chairs befassten sich Hermann Czech und seine Mitarbeiterin Daniela Herold mit einem Entwicklungsgebiet der Stadt Wien – dem Donaufeld – und mit dem Thema urbane Bebauung. Stiftungsinstitut„Public and Urban Management“ an der Wirtschaftsuniversität Wien Die Tätigkeitsschwerpunkte des Forschungsinstituts liegen auf den Forschungsfeldern: Steue­ rung autonomer Einheiten, Public Corporate Governance, Internes Management von Stadtver­ waltungen, Nachhaltige Stadtentwicklung und Good Urban Governance. Laufende Projekte befassen sich u. a. mit der Steuerung autonomer Einheiten der Stadt Wien, mit Fragen der Public Service Motivation sowie mit Urban strategies of lifestyle cities. Stipendienprogramme Vienna International Post-Graduate Programme in Molecular Life Sciences Mit dem 2010 initiierten Programm sollen junge hervorragende WissenschafterInnen auf Post­ Doc-Ebene auf eine Karriere als ForschungsgruppenleiterIn vorbereitet werden. Zu diesem Zweck werden neben den eigentlichen PostDoc-Stellen auch Karriereentwicklungsaktivitäten, wie Projektmanagement, Präsentationsworkshops, Coaching und Mentoring angeboten. Vienna PhD School of Informatics an der Technischen Universität Wien Das Ziel der PhD School ist, auf internationalem Niveau erstklassigen wissenschaftlichen Nach­ wuchs im Bereich Informatik auszubilden. Schwerpunkte der Ausbildung sind: Computational Intelligence, Computer Engineering, Distributed and Parallel Systems, Media Informatics and Visual Computing sowie Business Informatics. Wissenschaft 93 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Österreichische Akademie der Wissenschaften DOC – Doktorand(inn)enstipendien zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ge­ ben den StipendiatInnen die Möglichkeit, sich der Ausarbeitung ihrer Dissertation in konzen­ trierter Form zu widmen. APART-Stipendien zur Förderung der postdoktoralen Forschung ermöglichen höchst qualifi­ zierten jungen WissenschafterInnen sich ausschließlich den wissenschaftlichen Forschungen für eine Habilitation zu widmen. Studienprogramm JOSZEF(Junge ost- und mitteleuropäische Studierende als zukünftige er­ folgreiche Führungskräfte) an der Wirtschaftsuniversität Wien JOSZEF, das Förderprogramm der WU für den Führungskräftenachwuchs in Mittel- und Osteu­ ropa, bereitet Studierende der WU gemeinsam mit Studierenden aus Mittel- und Osteuropa auf eine Managementkarriere im Wirtschaftsraum Central and Eastern Europe(CEE) vor und fördert so den Führungsnachwuchs in Zentral- und Osteuropa. European Peace University – Private Universität(EPU) Das im Jahr 2011 eingerichtete„Wiener Friedensstipendium“ ermöglicht derzeit einer Studie­ renden aus Afrika die Teilnahme am MA-Programm„Peace and Conflict Studies“ an der EPU. Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) Der„Diversität – Identität Call 2011“ war die vierte Ausschreibung im Rahmen des Wiener Impulsprogramms für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften(GSK). Sechs zur Förderung ausgewählte Forschungsprojekte werden sich in den nächsten Jahren aus unterschiedlichsten Blickwinkeln mit der Bedeutung und den gesellschaftlichen Herausforderungen zunehmender Diversität und Vielfalt in Wien beschäftigen. Das Programm„Vienna Research Groups“ ist ein ambitioniertes Instrument zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in für Wien wichtigen Schwerpunktbereichen. Der„Vienna Research Groups for Young Investigators Call 2011“ war im Schwerpunkt Informations- und Kommunikationstechnologien angesiedelt. Im Rahmen des sechsten Universitätsinfrastrukturprogramms(UIP) zur Förderung hochwerti­ ger Sachanschaffungen in der Höhe der von den Universitäten geleisteten Grundsteuerbeträ­ ge wurden neun Vorhaben zur Förderung empfohlen. Wissenschafts- und Forschungsstipendien Im Jahr 2011 wurden 66 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wien­ bezogener Forschungsprojekte an wissenschaftlich ausgezeichnete qualifizierte junge Wis­ senschafterInnen vergeben, darunter: Mag.a Dr.in Anette Baldauf •Viktor Gruen. Leben und Werk Dipl.Ing. Mag. Friedrich Hauer •Die Wiener Verzehrungssteuer 1829–1913 als Quelle Mag.a Dr.in Sabine Müller •Wiener Schmäh. Zu Entstehung, Tradierung und Aktualität einer lokalspezifischen Kommunikationskompetenz Mag. Manuel Schmaranzer •Von der Parkbank zum Enzi – Alltagsgeschichte(n) über das Entstehen und die Etablierung der„kreativen Szene“ in Wien von 1995 bis 2010 Mag. Alexander Schürmann-Emanuely •Jura Soyfer – Biographie und Rezeption 94 Wissenschaft KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 7 Mag.a Katja Sindemann •Die Wiener Kaffeehauskultur im Wandel der Zeit. Überblick und Entwicklung von 1870 bis heute Studienförderung Vergeben wurden 23 Stipendien für den Abschluss von Diplomarbeiten und Dissertationen so­ wie zehn Studienbeihilfen in Gestalt von einmaligen Überbrückungsbeihilfen. Ferner wurden 13 Arbeitsstipendien an Wiener Gedenkdienstleistende vergeben sowie 11 Anerkennungsund Leistungsstipendien, neun Teilnahmestipendien für die IG Alpbach Wien und zwei Stipen­ dien für die Webster University. Wissenschaftsförderungsfonds Die Wissenschaftsförderungsfonds unterstützen mit themenspezifischen Ausschreibungen in­ novative Forschung im Bereich der medizinischen, der wirtschaftswissenschaftlichen, der kul­ tur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen, der naturwissenschaftlichen und der psychothe­ rapeutischen Forschung. Die forschungsfördernde Arbeit des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften, des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien, des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie und des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung wurde im Jahr 2011 erfolgreich fortgesetzt und wird im Wis­ senschaftsbericht 2011 ausführlich dargestellt. Aus Mitteln dieser vier Fonds wurden im Jahr 2011 insgesamt 27 Projekte/ Persönlichkeiten gefördert. Im Wiener Gemeinderat wurde am 16. Dezember 2011 die Errichtung eines Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien beschlossen. Mit der Errichtung die­ ses Fonds würdigt die Stadt Wien die Bedeutung der Universität für Bodenkultur, die im Jahr 2012 ihr 140-jähriges Bestehen feiert. Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit – Wiener Vorlesungen Die Wiener Vorlesungen sind das Dialogforum der Stadt Wien seit fast 25 Jahren. Das Projekt sieht sich als eine Instanz einer kritischen Ausleuchtung der Gesellschaft im Sinne der Aufklä­ rung. Die Wiener Vorlesungen bieten einen Einblick in die aktuellen Wissenschaften, in ihre Fragestellungen, Methoden und Erkenntnisperspektiven. Thematisch sind die Wiener Vorle­ sungen sehr oft in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur stationiert, sie thematisieren Wiener Wissen, Wiener Intellektualität, Wiener künstlerische Potentiale. Eine wissenschaftliche Weltauffassung muss aber auch den Bereich der Naturwissenschaften einschließen. Viele Fragen der Gesellschaft wurden und werden durch naturwissenschaftliche Ergebnisse und deren Auswirkungen auf gesellschaftliche Wirklichkeiten beantwortet oder neu gestellt. Naturwissenschaftliche Vorträge aus den Exzellenz-Werkstätten der österreichi­ schen Forschung sind daher für die Wiener Vorlesungen sehr wichtig und stoßen auf großes Interesse. Die Auseinandersetzung mit dem musikalischen„Jahresregenten“ Franz Liszt(200. Geburts­ tag), mit der historischen Öffnung Österreichs in den 70er-Jahren in der Ära Kreisky(zum 100. Geburtstag von Bruno Kreisky), mit der in Wien gegenwärtig sehr erfolgreichen Herzforschung, mit den gesellschaftlichen Ursachen des Antisemitismus und mit Gewalt und Missbrauch in der Kirche standen am Beginn des Programms der Wiener Vorlesungen im Jahr 2011. Die Wiener Vorlesungen erinnerten an den wichtigen aus Wien stammenden Psychothera­ peuten und Begründer der Individualpsychologie, Alfred Adler. Anlässe dafür waren der von Wissenschaft 95 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 Alfred Adler vor 100 Jahren gegründete„Verein für freie psychoanalytische Forschung“(1912 umbenannt in„Verein für Individualpsychologie“), die Überbringung der sterblichen Überres­ te Adlers von Aberdeen nach Wien Ende Juni 2011 und die Beisetzung in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Wiener Zentralfriedhof. Weitere Schwerpunkte waren das„Internationale Jahr des Waldes“ und das„Internationale Jahr der Chemie“. Wichtigen Persönlichkeiten, die im Jahr 2011 runde Geburtstage gefeiert haben und deren Ar­ beit für Wien und die Welt besonders bedeutend und wichtig war und ist, haben die Wiener Vorlesungen Abende gewidmet: Ari Rath erinnerte in seinem Vortrag an Teddy Kollek(geb. 27. Mai 1911) – einen Zeitzeugen und Mitgestalter des 20. Jahrhunderts; Heinz von Foerster(13. November 1911 – 2. Oktober 2002) war einer der wichtigen Denker und Gestalter des Konst­ ruktivismus, ihm und seinem Wirken war ein internationales Symposion gewidmet, das mit ei­ ner Wiener Vorlesung eröffnet wurde; mit einer Rede des Büchner-Preisträgers Josef Winkler würdigten die Wiener Vorlesungen Ilse Aichinger(geb. 1. November 1921) anlässlich ihres 90. Geburtstages; Ruth Klüger,„permanent fellow“ der Wiener Vorlesungen, die am 30. Oktober ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, sprach über„Freud’s Ödipus im androgynen Rosenkavalier“. Georg Stefan Troller(geb. 10. Dezember 1921) – Schriftsteller, Fernsehjournalist, Drehbuch­ autor, Regisseur und Dokumentarfilmer – schenkte dem Publikum der Wiener Vorlesungen zu seinem 90. Geburtstag einen Abend in seiner Geburtsstadt Wien, der„die Kunst des Inter­ views“ zum Thema hatte. „Kontroversen über das Leben“ ist der Titel des 2011 in Kooperation mit der Tageszeitung KURIER ins Leben gerufenen Programms der Wiener Vorlesungen, das die Frage thematisiert, die Walther von der Vogelweide sich bereits vor 800 Jahren gestellt hat:„wes man zer welte solte leben“. Die erste Veranstaltung dieser Reihe hatte das Thema„Muße versus Schnellig­ keit“. Eine zweite KURIER-Beilage beschäftigte sich kurz vor Weihnachten mit„Schenken und Feiern versus Verweigern“. Weitere Medienkooperationen gab es mit der Tageszeitung Die Presse(u. a. über Sozialrepor­ tagen, über Patchworkfamilien und über die Wiener Moderne) und mit der Wochenzeitung Die FURCHE, die in einer fünfteiligen Serie Bände der„Enzyklopädie des Wiener Wissens“ über Wiener Schulen, Innovationen und Projekte vorgestellt hat. Ausgewählte Wiener Vorlesungen werden seit 2011 von dem neuen TV-Kultur- und Informati­ onssender ORF III aufgezeichnet und monatlich gesendet. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 11 Bände publiziert, u. a. von Aleida Assmann zum Thema„Auf dem Weg zu einer europäischen Gedächtniskultur?“(Wiener Vorlesungen im Rathaus, Band 161), von Reinhard Sieder über„Geschiedene Eltern, verstörte Kinder – oder ein neues Fami­ lienleben“(Edition Gesellschaftskritik, Band 8) und von Heinz von Foerster, Albert Müller und Karl H. Müller,„Radikaler Konstruktivismus aus Wien“(Enzyklopädie des Wiener Wissens, Band XIV). WIENER STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Archivbestände Das 2010 begonnene Projekt der Erstellung von Akten- und Skartierungsplänen für alle Dienst­ stellen des Magistrats wurde fortgeführt. Mit Jahresende lagen für circa 50 Prozent der Dienst­ stellen Erstentwürfe vor. Die dabei gemachten Erfahrungen und der dabei gewonnene Über­ blick über den schriftlichen Niederschlag des Verwaltungshandelns im Magistrat konnten gut auch in die Mitwirkung bei einer Arbeitsgruppe zur Erstellung einer neuen Büroordnung für den Magistrat eingebracht werden. Zur Gestaltung zukünftiger Überlieferungsbildung gehört auch die Auseinandersetzung mit geografischen Daten, die gerade auch im Wirkungsbereich der Stadt Wien eine hohe Bedeutung und Qualität aufweisen. Vom Archiv konnte für dieses 96 Archivbestände KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 8 Feld vorübergehend ein Absolvent des Studiums der Kartografie gewonnen werden, der eine Studie über die Frage der digitalen Langzeitarchivierung von Geodaten erarbeitete. Begonnen wurde eine umfangreiche Übernahme und archivische Bewertung von Unterlagen der Wiener Friedhöfe. Nach der Vorbereitung im Rahmen eines universitären Forschungsseminars des Masterstudiums„Geschichtsforschung und Archivwissenschaft“ wurde die archivische Bewer­ tung und Archivierung der Ende 2010 übernommenen Personalakten der Ärztekammer Wien (ausgeschiedene Ärzte) praktisch durchgeführt. Die erhaltenen Karteien, die die wesentlichen Daten und Fakten in jedem Einzelfall überliefern, wurden zur Gänze archiviert. Von den Akten selbst wurden nur einzelne zurück behalten, die zur Ergänzung der Karteieinträge als Muster für Informationen, die in solchen Akten enthalten sein können, dienen. Grundsätzlich sollte damit Evidenz geschaffen werden, in die Entscheidung über die Aufbewahrung flossen aber auch Überlegungen zum möglichen Informationswert ein. Im Zusammenhang mit der bereits routinemäßig jährlich durchgeführten Bewertung und Archivierung von Akten des Landesge­ richts für Strafsachen Wien wurden erstmals auch Strafakten des ehemaligen Jugendgerichts­ hofs auf ihre Archivwürdigkeit hin untersucht. Hier wurde schließlich ein Konzept einer statis­ tisch bestimmten Auswahl gewählt und an zwei Jahrgängen auch praktisch durchgeführt. Der Nachlass der ehemaligen Stadträtin, Vizebürgermeisterin und später Ministerin Gertrude Fröhlich-Sandner wurde einzeln erschlossen. Er enthält unter anderem zahlreiche interessante Fotos und Autographen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die mit der Politikerin in Kontakt gestanden sind. Einen Zuwachs technisch neuer Art und damit neuer Herausforderungen bildet die Übernahme der Filmbestände der media wien im Zuge von deren Auflösung. Gleichzeitig damit konnte ein mit den Beständen bestens vertrauter Fachbediensteter mit in den Personalstand des Archivs übernommen werden. Als wesentliches Erschließungsprojekt werden die Filme nun nach und nach digitalisiert und ausgewählte Stücke durch eine tiefgehende Detailanalyse gemeinsam mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien und dem Ludwig Boltzmann Institut für Ge­ schichte und Gesellschaft erschlossen. Öffentlichkeitsarbeit •Präsentierte Kleinausstellungen:„Hinter den Kulissen des Wirtschaftswunders. Kommuna ­ le Wirtschaftspolitik im goldenen Zeitalter(1953 bis 1973)“,„Emanzen, Ikonen und andere Frauen“,„Künstlerleben – Kunstleben. 150 Jahre Künstlerhaus Archiv“ •Internationale Tagungen:„Die Stimme der Ewigen Verlierer? Aufstände, Revolten und Revo ­ lutionen in den ,österreichischen‘ Ländern(ca. 1450–1815)“(gemeinsam mit dem Institut für österreichische Geschichtsforschung),„Rathäuser als multifunktionale Räume der Repräsen­ tation, der Parteiungen und des Geheimnisses“(gemeinsam mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien und dem Institut für österreichische Geschichtsforschung) •29 Archivpräsentationen wurden durchgeführt, darunter fünf„Kinderführungen“. Benützersaal, Gutachten und Stellungnahmen •Es wurden 8 351 schriftliche Anfragen protokolliert und Meldeanfragen nach 6 934 Personen beantwortet. •Im Benützersaal wurden 5 737 Kundenkontakte gezählt und 16 060 Aktenaushebungen getä ­ tigt. Bibliothek •Verzeichnung von 1 797 Neuzugängen •Ergänzungen und Kontrollen der Datensätze in DABIS, zusätzliche Ordnungs- und Skartie ­ rungsarbeiten im Bibliotheks-Depot Öffentlichkeitsarbeit 97 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 •In der Politischen Dokumentation wurden circa 700 Periodika betreut. Die korrigierte Ein ­ gabe des Karteikartenaltbestands in das Bibliotheksinformationssystem(BIS-C 2000) wurde fortgesetzt. Mittlerweile sind 13 500 Artikel elektronisch erfasst und damit online für die BenützerInnen abrufbar. Atlaswerke Die 14. Lieferung des„Historischen Atlas von Wien“ mit Karten zur Konfessionellen Gliede­ rung der Bevölkerung(1951–2001), zu Freizeitstätten(1855, 1892) und zu Baualter, Hauser­ trägen und Flächennutzung des 16. Bezirks(1914, 1920) und der zweite Teil der 11. Lieferung des„Österreichischen Städteatlas“(Stadtmappe Bruck an der Leitha) sind 2011 erarbeitet worden und erschienen. Landtags- und Gemeinderatsdokumentation Die Neugestaltung der Suchmaske und die Erweiterung der Suchmöglichkeiten der Informati­ onsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT WIEN, www.wien.gv.at/ infodat) wurden fortgesetzt. Das Projekt Digitalisierung der Sitzungs- und wörtlichen Proto­ kolle des Landtages und Gemeinderates mit Bezug auf die Rückerschließung bis 1983 und die Digitalisierung der Anfragen und Anträge im Landtag und Gemeinderat bis 1983 wurde weiter­ geführt. Bei der Datensammlung Wiener PolitikerInnen wurde das Konzept einer Eingabe- und Suchmaske für die Mitglieder des Stadtsenates, für die Abgeordneten zum Wiener Landtag und die Mitglieder des Gemeinderates im Zeitraum 1918–2011 erarbeitet(www.wien.gv.at/ kultur/politik/index.html). WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Mit dem Umstieg auf das Bibliotheksverwaltungsprogramm ALEPH500 als Voraussetzung für die Teilnahme am Österreichischen Bibliothekenverbund, der Erweiterung der digitalen Services wie E-Books on demand, bzw. der„Wienbibliothek digital“ sowie mit einer breiten­ wirksamen Ausstellungs- und Veranstaltungspolitik hat die Wienbibliothek auch 2011 einige markante Akzente in Richtung Öffentlichkeit gesetzt. Auch im abgelaufenen Jahr war es das Bestreben der Wienbibliothek, die eingeschlagene Strategie der Öffnung der Wienbibliothek hin zu den Bibliotheksumfeldern, zu Universitätseinrichtungen und zu anderen Forschungsin­ stitutionen, zu Museen sowie zu anderen potenziellen PartnerInnen im Kunst- und Kulturbe­ reich Wiens zu forcieren. 2011 waren 7 822 BenützerInnen unserer Bestände zu verzeichnen. Zu diesen kommt die im­ mer stärker werdende Gruppe der BesucherInnen von Ausstellungen, Symposien, Buchpräsen­ tationen, Lesungen, Konzerten, Führungen etc. mit 4 876. Zusätzlich nutzten knapp 400 000 virtuelle BesucherInnen die Angebote der Website der Bibliothek, vor allem die Online-Kata­ loge, zum Recherchieren und Reservieren von Materialien. BenützerInnen, Forschende und Studierende wie alle an Wien-Geschichte Interessierten er­ halten durch unsere ExpertInnen qualifizierte Informationen zu den Beständen und zur Kul­ turgeschichte Wiens, aufbereitetes Wissen sowie Unterstützung bei der Recherche in allen Datenbanken, Katalogen und Verzeichnissen: 2011 fanden an der Bibliothek über 5 500 Bera­ tungen durch ihre MitarbeiterInnen statt. 98 Dokumentation KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Sonderprojekte Teilnahme am Österreichischen Bibliothekenverbund Der österreichische Bibliothekenverbund ist der größte nationale Verbund universitärer, wis­ senschaftlicher und administrativer Bibliotheken Österreichs. Zu seinen Mitgliedern zählen etwa die Österreichische Nationalbibliothek, die Universitätsbibliotheken in Wien, Graz oder Innsbruck sowie zahlreiche Landesbibliotheken. Ein großer Vorteil dieses Verbundes liegt in der gemeinsamen Datennutzung und der Entwicklungsarbeit in vielen Bereichen, die im Ver­ bund ständig vorangetrieben wird. Als nunmehriges Mitglied kann auch die Wienbibliothek im Rathaus diese Vorteile nutzen. Bereits im Oktober 2010 wurde intensiv mit den Vorbereitungen der Migration der Daten vom Bibliotheksverwaltungsprogramm BIS-C in ALEPH begonnen, die sich als besonders zeit- und ressourcenaufwändiger Prozess darstellte. Nach einer Testmigration mit mehreren Korrekturschleifen konnten vor dem Sommer die Daten der Druckschriften- und Plakatsammlung sowie der Dokumentation und die Druckwerke der Musiksammlung überführt werden; die Migration der Handschriftensammlungen erfolgte im Herbst. Seither findet die formale und inhaltliche Erschließung in ALEPH statt, was bedeutet, dass seit Juli 2011 Daten der Wienbibliothek im österreichischen Bibliothekenverbund sichtbar sind. Darüber hinaus wird ständig an der An­ hebung der Alt-Daten mit dem Tool„upgrade2ac“ gearbeitet. Mit November 2011 war die Migration aller Sammlungen der Wienbibliothek abgeschlossen. Im Anschluss begannen Ar­ beitsgespräche über die Erstellung der Online-Kataloge. Mit Ende Dezember lag ein Konzept vor, auf dessen Basis Anfang Jänner 2012 die Erstellung der OPACs in Auftrag gegeben werden konnte. Wienbibliothek Digital Die Digitalisierung des kulturellen Erbes und ihre Online-Verfügbarkeit zählen zu den vorran­ gigen Zielen der europäischen Politik. Die Wienbibliothek hat bereits 2010 die Infrastruktur geschaffen, um an dieser Entwicklung teilnehmen zu können. Auf www.digital.wienbibliothek.at bietet sie kostenlosen Zugang zu einer kontinuierlich wachsenden Sammlung an digitalisierten Objekten. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf Wien-relevanten Themen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der Digitalisierungsarbeiten stand das Projekt„Lehmann Online“, das im Jänner 2011 freigeschaltet wurde. Dabei werden die Wiener Adressbücher von 1859 bis 1942(der so genannte„Lehmann“) zur Verfügung gestellt. Die EinwohnerInnenverzeichnisse umfassen die HauptmieterInnen oder BesitzerInnen einer Wohnung(oder eines Hauses), aber auch deren exakte Adresse, den Beruf und nicht selten sogar die Firmenadresse. Die Branchenverzeichnisse liefern einen Spiegel der wirtschaftlichen Dynamik und die historischen Straßenverzeichnisse geben interessante Einblicke in die Stadtentwicklung. Das heterogene Behördenverzeichnis gibt einen Aufriss der sich verändernden städtischen Infrastruktur.„Lehmann Online“ brachte der Wienbibliothek außerordentlich positives Feedback – allein in den ersten Tagen besuchten mehr als 3 000 Personen pro Tag die digitalen Adressbücher. Der zweite Schwerpunkt der Digitalisierungaktivitäten 2011 galt dem Projekt„Strauss On­ line“. Mehr als 40 000 Seiten an Notenautographen der Mitglieder der Familie Strauss wurden innerhalb von drei Monaten gescannt. Dabei sind Johann Strauss Vater mit 84, sein gleichna­ miger Sohn mit 198, dessen Brüder Josef und Eduard mit neun, bzw. acht sowie des Letzte­ ren Sohn Johann mit neun eigenhändigen Musikhandschriften vertreten. Somit sind auch die Autographe von Spitzenwerken wie„Die Fledermaus“ oder„Der Zigeunerbaron“ nunmehr on­ line abrufbar. Sonderprojekte 99 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Seit Oktober 2011 sind die digitalen Objekte der Wienbibliothek auch im Rahmen der Europä­ ischen Digitalen Bibliothek EUROPEANA sichtbar(www.europeana.eu). Revision der Zeitschriftenbestände, Aufarbeitung von Altbeständen Im Rahmen des seit April 2009 laufenden Projekts, das sich in den Vorjahren vor allem mit der Revision und Neustrukturierung der aktuell zu sammelnden Zeitungen und Zeitschriften be­ fasste, wurde 2011 die Aufarbeitung der Altbestände forciert. Lückenlose Zeitschriftenbe­ stände wurden gebunden und unvollständige Bestände in Faszikelmappen am Standort auf­ gestellt. Somit können lückenhafte Jahrgänge, bzw. Bindeeinheiten problemlos bestellt und ausgehoben werden. Bei unvollständigen Zeitschriftenbeständen ab 2009 wurde versucht, fehlende Hefte bei Herausgebern und Verlegern zu urgieren. In der so genannten„Holding“ (Bibliothekssystem ALEPH) sind allfällige Fehlbestände nun sichtbar dokumentiert. Teilweise konnten auch vorhandene Lücken von Zeitschriften- und schriftenartigen Reihen mit Altbe­ ständen gefüllt werden. Für alle Zeitschriften und zeitschriftenartige Reihen aus den Altbe­ ständen erfolgt/e eine Katalog- und eine Bestandsrevision. Erfassung des Tagblatt-Archivs Das im Jahr 2002 von der Arbeiterkammer Wien übernommene Tagblatt-Archiv, das hundert­ tausende Personen- und Sachthemenmappen umfasst, wurde 2011 beständig durch weitere Zeitungsausschnitte-Sammlungen der Bibliothek angereichert. Die Erfassung der 63 000 bis dahin nicht in einem Bestandsverzeichnis dokumentierten Personenmappen im Online-Katalog konnte im abgelaufenen Jahr abgeschlossen und die Bestände somit recherchierbar gemacht werden. Die Erfassung der Sachmappen(bis Jahresende knapp 1 600) wurde begonnen. Wei­ ters wurden 2011 rund 3 000 Personen- und Sachthemenfotos aus dem historischen Bestand des Tagblatt-Archivs gescannt und durch Katalogisierung verfügbar, bzw. zur Reproduktion bestellbar gemacht. Bearbeitung besonders großer, bzw. neu erworbener Nachlässe Die Bearbeitung des besonders umfangreichen Marcel Prawy-Nachlasses, der allein für die Handschriftensammlung rund 280 Archivboxen ausmacht, wurde fortgesetzt. Gleichzeitig wurde in einem Sonderprojekt die wissenschaftliche Bearbeitung des Hermann LeopoldiNachlasses unterstützt, der der Wienbibliothek durch den Sohn des Komponisten und Klavier­ virtuosen Ronald Leopoldi als Geschenk überlassen worden ist. Restitution und Provenienzforschung Von der Wiener Rückstellungs-Kommission wurde 2011 kein neuer Bericht behandelt. In meh­ reren älteren Fällen konnten bei der Suche nach RechtsnachfolgerInnen in Kooperation mit der Anlaufstelle der Israelitischen Kultusgemeinde und der Commission for Looted Art in Europe (London) zwar neue Erkenntnisse gewonnen, die Recherchen aber noch nicht erfolgreich abge­ schlossen werden. Dazu kommen einige Anfragen zu sonstigen, unbedenklichen Provenienzvermerken in Objekten aus unserem Bestand. 2 855 einzelinventarisierte Objekte und 24 zuvor nicht erschlossene Kartons wurden bislang an die RechtsnachfolgerInnen der ursprünglichen EigentümerInnen restituiert, wobei der über­ wiegende Teil wieder angekauft oder der Bibliothek zum Geschenk gemacht wurde. Die Zahl der mangels aussagekräftiger Hinweise und Unterlagen nicht einzuschätzenden Erwerbungen aus der Wienbibliothek, darunter solche von anderen Dienststellen, unbekannten Personen oder dem Dorotheum, konnte auf 51 mit insgesamt 248 Werken abgesenkt werden. In den meisten Fällen wurden allerdings bereits alle zugänglichen Quellen konsultiert, weshalb eine Klärung nur mehr über externe Stellen oder Personen erfolgen kann. Zu diesem Zweck sind diese Objekte über die Datenbanken www.lostart.de und www.kunstrestitution.at abrufbar. 100 Sonderprojekte KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Darüber hinaus sind in der Kunst-Datenbank des Nationalfonds 21 von der VUGESTA als ano­ nymes jüdisches Vermögen angekaufte Objekte, die Bestände der Sammlung Holzmann mit über 200 Druckschriften und etwa 200 Autographe sowie die Sammlung Richter mit fast 2 000 Objekten verzeichnet. In diesen Fällen blieb die Suche nach RechtsnachfolgerInnen bisher er­ gebnislos. Ebenso wurden bis heute 101 Objekte mit Provenienzvermerken von Personen, die als Jüdinnen und Juden im Sinne der Nürnberger Rassegesetze möglicherweise durch Dritte ge­ schädigt wurden – ohne Präjudiz auf deren Restitutionswürdigkeit – der Kunst-Datenbank des Nationalfonds zur Verfügung gestellt. Sämtliche Provenienzvermerke, darunter auch die große Masse hauseigener Sammlungsvermerke, sind im Online-Katalog der Wienbibliothek abrufbar. Sammeln: Überblick über die wichtigsten Erwerbungen und Erschließungen der Wienbibliothek Der Online-Katalog der Druckschriftensammlung enthielt mit Ende 2011 rund 574 000 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, aus Belegex­ emplaren, aus Ankäufen aktueller wie antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nach­ lässe betrug rund 10 000 Bände. Neben dem Ankauf aktueller Wien-spezifischer Literatur konnten auch wertvolle alte Drucke angekauft werden, zum Beispiel ein seltener„Crackawer Schreib-Calender“ aus dem Jahr 1707 aus niederösterreichischem Adelsbesitz, eine buchhisto­ risch interessante Verlagsanzeige zum Bayerischen Erbfolgekrieg aus der Zeit um 1780 sowie ein Einblattdruck zur Hundert-Jahr-Feier der Pestsäule am Graben(1679/1779). Besonders hervorzuheben ist aber ein unikater Einblattdruck mit dem Waffenstillstandsabkommen zwi­ schen Kaiser Karl V. und dem ungarischen Thronanwärter Johann Zápolya, der im Jahr 1533 in Wien bei Johann Singriener gedruckt wurde. Die Handschriftensammlung erwarb wieder eine Reihe interessanter(Teil-)Nachlässe, unter anderem des Schriftstellers Roda-Roda, der Schriftstellerin Paula von Preradovic, des Sängers und Schauspielers Louis Treumann, des Literaten Victor J. Reingruber oder des Widerstands­ kämpfers und Kulturpolitikers Otto Molden. Weiters konnten 88 Korrespondenzstücke Ottilie von Goethes an Auguste von Litrow übernommen werden. Die Musiksammlung erhielt den künstlerischen Vorlass des in Wien geborenen und aus sei­ ner Heimatstadt vertriebenen amerikanische Komponisten und Musikkritikers Walter Arlen geschenkt, der im Rahmen einer Gedenkmatinée im Volkstheater übergeben worden ist. Der Bestand umfasst u. a. Manuskripte eigener Kompositionen, eine umfangreiche Fotosamm­ lung, die von Arlen verfassten Musikkritiken als Zeitungsausschnitte sowie Korrespondenzen. Außerdem erwarb sie einen bedeutenden Teilnachlass des rumänisch-jüdischen Komponisten Philip Herschkowitz(Schüler von Alban Berg und Anton Webern) und einen Teilnachlass des Bankiers Oskar Sonnenfeld, der in den 20er-Jahren maßgeblich an der Finanzierung von Ope­ rettenproduktionen beteiligt war. Die bedeutendsten Einzelautographe, welche die Musik­ sammlung 2011 erwarb, sind Teile aus Franz Lehárs Operette„Die lustige Witwe“: das Duett „Lippen Schweigen“, das Vilja-Lied-Intermezzo und das Duett„Zauber der Häuslichkeit“. Die Plakatsammlung konnte exklusive der von der Gewista abgelieferten Pflichtexemplare 372 Neuzugänge verzeichnen: Plakate aus dem Archiv von Epi Schlüsselberger(Wien-Serie), Plaka­ te der Künstlerin Ingeborg Strobl und Plakate der Wiener Kunstszene der 60er-Jahre(vor allem Wiener Aktionismus). Die Sammlung Dokumentation wurde um die Katalogisierung von rund 3 200 Zeitungsartikeln erweitert. 15 laufende Publikationsreihen, Tages-, Wochen- und Monatszeitungen wurden da­ für ausgewertet. Sammeln: Überblick über die wichtigsten Erwerbungen und Erschließungen der Wienbibliothek 101 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Statistische Kennzahlen Benützung und BesucherInnen Druckschriftensammlung 5 975 BenützerInnen 13 254 ausgegebene Medien 3 414 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung 1 507 BenützerInnen 4 342 ausgegebene Medien 699 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Musiksammlung 319 BenützerInnen 1 114 ausgegebene Medien 955 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Plakatsammlung 21 BenützerInnen(Spezialbenützung) 795 ausgegebene Medien 130 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Dokumentation 604 ausgegebene Medien(Mappen Tagblatt-Archiv) 349 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Sonstige BesucherInnen 3 193 BesucherInnen von Veranstaltungen(Lesesaal, Musiksammlung, Medientermine) 1 683 TeilnehmerInnen an Führungen Die BesucherInnen im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek sowie externer Ausstellungen werden nicht erfasst. BenützerInnen und BesucherInnen gesamt 7 822 Personen Benützung 4 876 Veranstaltungen und Führungen 12 698 Personen gesamt Dazu kamen 364 529 BenützerInnen der virtuellen Angebote der Wienbibliothek. Eigene Ausstellungen En passant. Erinnerungsstücke aus der Wiener Stadtlandschaft Fotos von Trude Lukacsek 29. Oktober 2010 – 7. Jänner 2011, Foyer der Wienbibliothek Im Rahmen von Eyes On. Monat der Fotografie in Kooperation mit dem Eyes On Infopoint – MUSA Die alltäglichen Milieus im öffentlichen Raum wandeln sich ständig. Orte und Plätze der urbanen Kultur kommen abhanden, Lebenswelten und Räume verändern sich oder verschwin­ den gänzlich. Trude Lukacsek erforschte und dokumentierte diese Phasen der Veränderung, holte Versunkenen noch einmal ins Gedächtnis zurück und schaffte so etwas wie eine verdich­ tete Erinnerung. In der Ausstellung machte sie sich auf eine Reise, auf eine Erkundungstour 102 Statistik• Eigene Ausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 durch Orte, die wie Zeugnisse der jüngeren Geschichte Wiens in einem Spannungsfeld zu der sich stetig erneuernden Oberfläche der Stadt stehen. Lukacseks Arbeiten transportieren Wien-Bilder, Räume der Alltagskultur, die heute in dieser Form nicht mehr existieren: ein Café, ein Bad, ein Kino, eine Schneiderei, ein Vergnügungspark. Grenzpegel. Kreativität und Kontroverse: Migrantische Musikszenen 12. November 2010 – 13. Jänner 2011, Ausstellungsraum der Wienbibliothek Im Rahmen des Gesamtprojekts„Viel Glück! Migration heute. Wien, Belgrad, Zagreb, Istan­ bul“ in Kooperation mit der Initiative Minderheiten Als Hotspot für Elektromusik und populäre Balkansounds sowie die Rolle des migrantischen Musikschaffens stand im Zentrum dieser Ausstellung Wien. Ab Anfang der 90er-Jahre wurden in Wien unter den Begriffen„Vienna Electronica“ und„Balkanfever“ zwei musikalische Stil­ richtungen geprägt, die die dominante Erzählung der„Musikstadt Wien“ mit neuen Inhalten, d. h. neuer Musik gefüllt hat.„Vienna Electronica“ wurde zu einem(In-)Begriff für elektroni­ sche Musik: eine Gruppe von MusikerInnen setzte neue Technologien(Musikcomputer, Samp­ ler, Harddisc-Recording-Systems, Software-Synthisysers, Timemaschinen usw.) in„Heim-Stu­ dios“ für ihre Musikproduktionen ein. Es bildete sich vor Ort eine eigenständige Clubkultur mit lokalen DJs, MusikerInnen, Veranstaltungslokalen, Musikfestivals usw. heraus. Wiener Balkanmusik als Exportschlager in Belgrad, Zagreb und Istanbul.„Balkanmusik“ wurde in Wien im neuen Jahrtausend zunehmend populär. Diese Musikrichtung ist nicht stilistisch geprägt, sondern gesampeltes oder gespieltes, zum Teil traditionelles Material, das mit House, TripHop, Hip-Hop, Funk, Dubstep oder Drum& Bass gekreuzt und zu tanzbarer Beat-Musik verar­ beitet wird. Obwohl die ProtagonistInnen dieser Szene zumeist migrantische Wurzeln haben, ist ihre Musik keineswegs als ein Replikat der eigenen Musiktradition und ihrer Nutzung vom eigenen Kulturkreis aus zu betrachten, sondern weist vielmehr auf eine eigene soziale Dynamik hin. Die Vermessung Wiens. Lehmanns Adressbücher 1859–1942 20. Jänner – 9. September 2011, Ausstellungsraum der Wienbibliothek Die Schau in der Wienbibliothek machte mit der Persönlichkeit Adolph Lehmanns bekannt, der 1859 das Projekt des„Allgemeinen Wohnungsanzeigers“ gemeinsam mit der Polizeidirektion entwickelte. Sie stellte die Adressbücher als spannende Forschungsquelle in den Mittelpunkt und erzählte von prominenten BewohnerInnen der Stadt, von der Spiegelung wichtiger stadt­ historischer Veränderungen wie der Häusernummerierungen und Straßen(um)benennungen, von tausenden Branchen und heute ausgestorbenen Berufen, von forcierten Inseratenkam­ pagnen und innovativen Marketingstrategien, von der Ausbreitung des Telefons und der Ent­ wicklung des öffentlichen Sektors. Die Ausstellung zeigte auch die VorläuferInnen und Kon­ kurrentInnen des„Lehmann“ wie internationale Vorbilder, frühe Stadtbeschreibungen sowie Reiseführer. Immer exaktere Kartenwerke veranschaulichten im historischen Längsschnitt die einzelnen Stufen der Stadterweiterung Wiens. Andere Seiten. Private Adreßbücher prominenter Zeitgenossen aus zwei Jahrhunderten Kunst, Literatur und Musik 20. Jänner – 9. September 2011, Foyer der Wienbibliothek Nach Durchsicht der Nachlässe in der Handschriftensammlung der Wienbibliothek entstand als weiteres Thema jenes der privaten Adressbücher, die in einer repräsentativen Auswahl im Foyer gezeigt wurden. Die Ausstellung zeigte die Vielfalt der Adressbücher prominenter Per­ sönlichkeiten. Darunter befanden sich Franz Theodor Csokor, Fritz Imhoff, Franz Lehár, Max Reinhardt, Alexander Roda Roda, Herta Staub und Hans Weigel, die ihre Adressbücher oft ein Leben lang mit Anschriften von Freunden, Bekannten und Kollegen füllten. Eigene Ausstellungen 103 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Wandzeitung – Lehmanns Adressbücher 1859–1942(Intervention) 10. Mai – 24. Juni 2011, Atelier Steinbrenner& Dempf Das begleitende Wandzeitungsprojekt in der Auslagenzeile des Ateliers Ecke Rotensterngasse / Glockengasse im 2. Bezirk fokussierte den Blick in die historischen Adressbücher nochmals auf diese beiden Straßenzüge der Leopoldstadt, wobei die Jahre 1938 bis 1942 und das Ver­ schwinden der jüdischen Bevölkerung besonders dokumentiert wurden. Theaterzettel im Querschnitt der Zeit 29. Juni – 31. Juli 2011, Loos-Räume der Musiksammlung in der Bartensteingasse Anlässlich eines international besetzten Symposiums zum Thema„Theaterzettel“ wurden aus den rund 250 000 Exemplare umfassenden„Theaterzettel-Bestand“ der Wienbibliothek ein kleiner Querschnitt durch die Jahrhunderte gezeigt, wobei die Frühzeit besondere Berücksich­ tigung fand: dazu wurden nicht nur Theaterzettel der Hof- und Vorstadttheaterhäuser Wiens – wie beispielsweise der älteste Theaterzettel aus dem Jahr 1720 – sondern auch Ankündi­ gungszettel von Feuerwerken, Bällen, Zirkusauftritten und Tierhetzen ausgestellt. Der zeitli­ che Bogen wurde von den Theaterzetteln des 18. Jahrhunderts bis zu den Programmheften des 20. Jahrhunderts gespannt. Durst? Thirst? Soif? Sete? Susama? 1. Juli – 11. September 2011, designforum WIEN Die Ausstellung von Getränkeplakaten aus der Sammlung der Wienbibliothek entstand aus der wissenschaftlichen Beschäftigung und Publikation des Plakatbuches(Hg. Julia KönigRainer) zu den 60er-Jahren, in welchem aus dem rund 20 000 Plakate umfassenden Bestand etwa 300 Produktwerbungs-, Kultur- und Wahlplakate ausgewählt wurden, um den politi­ schen und wirtschaftlichen Wandel des Jahrzehnts zu dokumentieren. Die Ausstellung im Designforum Austria fokussierte auf einen Ausschnitt der Produktwerbung der 60er-Jah­ re aus den Bereichen kühler Softdrinks, erlesener Alkoholika, feiner Tee- und belebender Kaffeesorten. Werbeplakate wie etwa von Coca Cola, Keli, Sinalco, Campari, Martini, Schwechater, Columbia, Meinl oder Ara vermittelten eindrucksvoll das Lebensgefühl jenes Jahrzehnts. Fünf in einem Buch 15. September – 14. November 2011, Foyer der Wienbibliothek Vier Künstler(Wolfgang Buchta, Roman Scheidl, Felix Waske, Turi Werkner), die als wesent­ lichen Bestandteil ihrer Arbeit und ihres Werks„KünstlerInnen-Bücher“ herstellen, sowie der Autor und Journalist Martin Adel kamen vor einigen Jahren überein, an gemeinsamen Leporellos zu arbeiten. Es handelt sich dabei um handelsübliche, durchwegs 9 x 14 cm große Leporellos zu in je 30 Seiten gefalteten Papier-Bänder, wobei jeder zu Beginn einen leeren Leporello erhält und mit seinen Eintragungen beginnt. Danach treten die Bücher in alphabe­ tischer Reihenfolge der TeilnehmerInnen eine mehrfache Rundreise an. Bis zur gemeinsam attestierten Fertigstellung füllen die unterschiedlichsten Interventionen den Raum: Anne­ xe, Kommentare, Statements; darunter auch heftige Einmischungen oder Widersprüche. Die angewendeten Mittel sind selten das Wort, mehrheitlich Stifte und Griffel, Federn und Krei­ den, Tusche und Pinsel, aber auch Kugelschreiber, Kleister und Schere. 14 Leporellos waren ausgestellt. Lesespuren – Spurenlesen oder Wie kommt die Handschrift ins Buch? 29. September 2011 – 29. Februar 2012, Ausstellungsraum der Wienbibliothek In Kooperation mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Handschriftliche Eintragungen in Büchern versehen ihr„Objekt der Begierde“ mit einem Ma­ kel oder werten es ungemein auf, je nachdem, wer darin„Hand angelegt“ hat und was sich daraus lesen lässt. Von den vielen Wegen, auf denen die Handschrift ins Buch kommt, handelte 104 Eigene Ausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 diese Ausstellung. Welche Signale setzt der Schriftsteller Franz Innerhofer mit seinen Anstrei­ chungen, wenn er den berühmten„Brief an den Vater“ von Franz Kafka liest? Was korrigiert Franz Werfel in seinem expressionistischen Drama„Der Spiegelmensch“? Wie sind die Annota­ tionen von Joseph Franz von Jacquin in seinem„Lehrbuch der allgemeinen und medicinischen Chymie“ zu deuten? Was bezweckte Marcel Prawy, als er in mehreren Wagner-Monographien – auch in der eigenen – fast jedes gedruckte Wort unterstrich? Wo fand Gustav Mahler noch Platz, um in einem Beethoven-Druck dessen 9. Symphonie neu zu instrumentieren? Und was könnte Marilyn Monroe an den von handschriftlichen Kommentaren und eigenhändigen Skiz­ zen überquellenden Regiebüchern Max Reinhardts interessiert haben? Solche und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Ausstellung, auch in Bezug auf Themen wie Theater oder Zensur. Gezeigt wurden darüber hinaus unbekannte Handexemplare von Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Karl Kraus oder Peter Weiss aus den Sammlungen der Wienbibliothek und der Österreichischen Nationalbibliothek. Marcell Horace Frydmann Prawy. Neues aus dem Nachlass 1. Dezember 2011 – 29. Februar 2012, Foyer der Wienbibliothek Nach dem Tod von Marcel Prawy im Jahr 2003 übernahm die Wienbibliothek seinen Nachlass – es handelte sich um nicht weniger als 750 Umzugskisten, die ausgepackt, gesichtet und den einzelnen Sammlungen der Wienbibliothek zugeordnet werden mussten. Seither wird an der Ordnung und Erschließung des enormen Bestands gearbeitet, der allein in der Handschriften­ sammlung 280 Archivboxen umfasst. Anlässlich Prawys 100. Geburtstags am 29. Dezember 2011 wurden eine Auswahl von bislang nicht oder nur selten gezeigten persönlichen Doku­ menten und Fotos aus seiner Exilzeit gezeigt. Die Ausstellung sollte einen Einblick in die Werk­ statt des Ordnens geben. Veranstaltungen Buchpräsentationen Oliver Rathkolb/ Friedrich Stadler(Hg.): Das Jahr 1968 – Ereignis, Symbol, Chiffre V&R unipress, Göttingen 2010 7. März 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Ernst Hanisch: Der große Illusionist. Otto Bauer(1881–1938) Böhlau, Wien/ Köln/ Weimar 2011 5. April 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Helmut Brenner/ Reinhold Kubik: Mahlers Welt. Die Orte seines Lebens Residenz Verlag, St. Pölten/ Salzburg 2011 24. Mai 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Julia König-Rainer(Hg.): 60er Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek Wienbibliothek im Rathaus, Wien 2011 25. Mai 2011, Wien Museum Karlsplatz, Atrium Marcel Atze/ Volker Kaukoreit(Hg.): Lesespuren – Spurenlesen oder Wie kommt die Hand­ schrift ins Buch? Von sprechenden und stummen Annotationen Praesens-Verlag, Wien 2011 28. September 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Veranstaltungen 105 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Michael Wimmer: Kultur und Demokratie. Eine systematische Darstellung von Kulturpolitik in Österreich StudienVerlag, Innsbruck/ Wien 2011 30. November 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Leopold Spitzer(Hg.): Hugo Wolf. Briefe 1873–1901[Ausgabe in 4 Bänden] Musikwissenschaftlicher Verlag, Wien 2010–2011 6. Dezember 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Lesungen Die Kriminacht in der Wienbibliothek mit Andreas Pittler 20. September 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Andreas Pittler las aus seinen Werken„Tinnef“,„Mischpoche“ und„Tatort Kaffeehaus“. Wien und die Wiener und andere Texte. Ein Abend für Curt Stenvert 29. September 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Jürgen Hein und Robert Reinagl lasen ausgewählte Texte von Curt Stenvert. Konferenzen und Symposien Der literarische Transfer zwischen Großbritannien, Frankreich und dem deutschsprachigen Raum im Zeitalter der Weltliteratur(1770–1850) Internationales Symposium 13. – 15. Jänner 2011, Campus der Universität Wien, Altes AKH, Aula und Musiksammlung der Wienbibliothek Mapping Vienna – die Kartierung der Stadt Konferenz des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften(IFK) in Zusammen­ arbeit mit der Wienbibliothek 20. – 21. Jänner 2011, IFK Seit dem 18. Jahrhundert war auch in Wien die Vermessung der urbanen Gesellschaft unüber­ sehbar. Häuser wurden nummeriert, Häuserschematismen und-kataster wurden ediert, erste Adressbücher entstanden, Karten fanden zunehmende Verbreitung, das Meldewesen wurde eingeführt. Seit 1859 erschien„Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger“ als voluminöses Auskunftsorgan über die Stadt, in dem nicht nur Daten über Haushaltsvorstände und Branchen aufgeboten wurden, sondern vielerlei andere Informationen enthalten waren. Es wurde zu ei­ ner Art„Basisbuch“ einer sich rasch entwickelnden Stadt, zum Spiegel der Stadterweiterung, zum Kaleidoskop der wirtschaftlichen Prosperität und der neuen organisatorischen und tech­ nischen Erfindungen(Bankkonto, Telefon, öffentlicher Verkehr) und zum Abbild der kulturel­ len und sportlichen Infrastruktur in der Stadt. In diesem Symposium beschäftigten sich vor allem KulturwissenschafterInnen mit den oben genannten Aspekten der Erfassung der Stadt. Deutschsprachige Adressbücher im Vergleich: Wien, Berlin, Hamburg Im Gespräch Michael Bienert(Autor und Journalist, Berlin), Ulrich Hagenah(SUB Hamburg) und Alfred Pfoser(Wienbibliothek im Rathaus) 24. März 2011, Lesesaal der Wienbibliothek 106 Veranstaltungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Tagungen Politisierung des Guten. Zum 100. Geburtstag von Fritz Hochwälder 27. – 28. Mai 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Fritz Hochwälder(1911–1986), der 1938 in die Schweiz flüchten musste, avancierte nach 1945 mit Stücken wie„Das heilige Experiment“ oder„Der öffentliche Ankläger“ zum„offiziellen“ Dramatiker der Zweiten Republik. Die gemeinsam mit dem Literaturhaus Wien organisierte Tagung überprüfte aus Anlass seines 100. Geburtstags die Aktualität von Hochwälders Stü­ cken und Texten. Auch die unbekannten Dramen und Hörspiele, seines spät aufgefundenen Arbeitslosen-Romans„Donnerstag“ oder seiner Filmarbeit für Bernhard Wicki wurden auf ein gegenwärtiges Verständnis untersucht. Theaterzettel-Sammlungen 29. – 30. Juni 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek In Kooperation mit dem Don Juan-Archiv Wien Theaterzettel haben im Laufe der Jahrhunderte ihr Aussehen verändert und enthalten unter­ schiedliche Informationen. In der Ende des 18. Jahrhunderts etablierten und heute noch übli­ chen Variante geben sie zumindest Aufschluss über Spielort, Stücktitel und Aufführungsdatum oder zeigen jedenfalls, was geplant war. Vielfach, vor allem ab dem 19. Jahrhundert, finden sich auf ihnen auch Angaben über Besetzung oder Eintrittspreise. Dies bedeutet, dass Thea­ terzettel nicht nur als Quelle für den Spielplan, sondern auch für die Erforschung von Ensem­ ble- und Publikumsstruktur dienen können. Theaterzettel sind demnach äußerst bedeutsame Dokumente der Theater-, Sozial- und Kulturgeschichte eines Ortes. Die Vorträge der Tagung präsentierten Projekte zur Erschließung, Digitalisierung und Erforschung von Theaterzetteln im deutschsprachigen Raum. Ödön von Horváth: Edition und Interpretation 1. – 2. Dezember 2011, Österreichischen Nationalbibliothek(Oratorium) und Musiksammlung der Wienbibliothek Aus Anlass des 110. Geburtstages des Autors konnte durch das Literaturarchiv der Österrei­ chischen Nationalbibliothek wieder ein Band der Wiener Ausgabe sämtlicher Werke Ödön von Horváths(1901–1938) präsentiert werden. Bei der Wiener Ausgabe handelt es sich um eine Edition, die den Produktionsprozess der Werke lebendig machen will. Ausgehend von dieser Öffnung der Texte zeigte das Symposium aktuelle Lesarten von Horváths Werk auf. Zudem wurden neue biographische Quellen und Anwendungsmöglichkeiten präsentiert, die den werkgenetischen Materialien auch jenseits der literaturwissenschaftlichen Forschung erwachsen. Sonstige Einzelveranstaltungen Offenes Rathaus für alle Mädchen und Frauen – 100 Jahre Internationaler Frauentag 8. März 2010, Rathaus Die Wienbibliothek beteiligte sich am Internationalen Frauentag mit einem Stand im Festsaal und bot in den Bibliotheksräumlichkeiten Vorträge und Führungen zu biographischen Quellen bedeutender historischer Frauenpersönlichkeiten der Wiener Frauenbewegung und der Wie­ ner Kulturszene vom späten 19. bis zum 20. Jahrhundert an. Wege zur digitalen Bibliothek. Von der Digitalisierung zur Online-Präsentation mit Visual Library Workshop 24. März 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Veranstaltungen 107 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Die nachhaltige Digitalisierung und die Online-Präsentation analoger Medien aller Art stellen heute zentrale Anforderungen an Bibliotheken, Archive und Museen dar. Der Workshop setzte sich mit der Vorbereitung und Durchführung von Projekten auseinander, die die Bereitstellung und Präsentation digitalisierter Medien im World Wide Web oder im Intranet zum Ziel haben. Die Digitalisierung, Erschließung und Präsentation von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, Fo­ tos, Kartensammlungen, Handschriften, Inkunabeln, Akten, Nachlässen, Gemälden und ande­ ren Objekten wurde an Beispielen aus der Praxis vorgestellt und diskutiert. Der Schwerpunkt des Workshops lag auf der schnellen Verarbeitung und der simultanen Bereitstellung der Da­ ten im Web sowie der qualitativ hochwertigen Bearbeitung. Dabei wurden die unterschied­ lichsten Anforderungen und Anwendungsgebiete berücksichtigt. „[...] daß er die Namen der Frauen auch in seinem Adressbuch aufnähme.“ – Initiativen zur Vernetzung in Frauenbewegungen Vortrag von Corinna Oesch 30. März 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Ein Großteil der Wiener Frauen blieb von Lehmanns Wohnungsanzeiger unbeachtet, weil der Status des Haushaltsvorstandes das entscheidende Aufnahmekriterium war. Protagonistinnen der Ersten Frauenbewegung initiierten deshalb 1903 ein Gegenprojekt: Mit der Institutiona­ lisierung eines alphabetischen Zettelkatalogs im Neuen Frauenklub wählten sie ein Speicher­ medium, das dem Inhalt und der Form nach eine Alternative zum edierten Adressbuch darstell­ te: Die Karteikarten enthielten Namen und Adressen von Frauen und konnten ausgetauscht und ergänzt werden, um der Unabgeschlossenheit der Information und dem Bedürfnis nach Aktualität gerecht zu werden. Die Zeithistorikerin analysierte in ihrem Vortrag Initiativen der Vernetzung in Frauenbewegungen vor und nach dem Ersten Weltkrieg. „Die schwarze Frau“ darf wieder spuken. Aus dem Archiv zurück auf die Bühne – ein Publikumshit des Vormärz feiert Auferstehung. Vortrag und konzertanter Querschnitt 7. April 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Die musikalische Volkskomödie„Die schwarze Frau“ von Carl Meisl und Adolph Müller sen. wurde nach ihrer Uraufführung 1826 im Theater in der Josefstadt zum Publikumshit und be­ gründete die Karriere des legendären Komikers Wenzel Scholz. Die Darstellung ihrer Wieder­ auferstehung aus dem Archiv der Wienbibliothek, ihrer literatur- und musikwissenschaftlichen Bedeutung, ihres Bezugs zum immateriellen Kulturerbe„Wiener Dudler“ und der Elemente der Parodie auf„La dame blanche“ wurde verbunden mit der konzertanten Vorstellung musi­ kalischer Highlights aus dem Singspiel. „Lehmann“ als Quelle der NS-Forschung Vortrag von Birgit Johler 11. April 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Adressverzeichnisse und Meldescheine sind hierzulande bislang kaum von der Holocaust-For­ schung beachtet worden. Birgit Johler beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit diesen beiden Medien zwischen 1938 und 1942: Sie verweisen nicht nur auf ein spezifisches Denk- und Hand­ lungssystem, auf angewandte Techniken und Praktiken im historisch-politischen Kontext, son­ dern erlauben als„Speichergedächtnis“ auch Fragen im Rahmen eines erinnerungsgeschicht­ lichen Diskurses. Bücherflohmarkt 18. – 20. August 2011, MUSA in Kooperation mit der Wienbibliothek Publikationen der Wienbibliothek wurden gegen eine Spende zugunsten der Lebenshilfe Wien abgegeben. 108 Veranstaltungen KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 Ein Abend für Otmar Seemann zum 65. Geburtstag 6. September 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Otmar Seemann gilt als Fachmann auf dem Gebiet der österreichischen Buchforschung, ins­ besondere der Sachlexikographie. Auf ihn geht die umfassendste Sammlung alter Lexika aus deutschsprachigen Ländern, vor allem deutsche Konversations-Lexika des 19. Jahrhunderts, zurück. ORF-Lange Nacht der Museen XII 1. Oktober 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Im Rahmen der„Langen Nacht der Museen“ präsentierte sich die Wienbibliothek mit einer breiten Palette an Aktivitäten, die von der Vorstellung der digitalen Bibliothek„Strauss On­ line“ über die Präsentation von Zimelien aus der Musiksammlung bis hin zu Konzerten mit Claire Parizot und Vito Lattarulo(Lieder- und Arienpotpourri) und dem Ersten Wiener Heim­ orgelorchester reichte. Auf dem Prüfstand: Bildung und Schule in Wien – Ist Wien anders? Kamingespräch von BildungGRENZENLOS 4. Oktober 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Es diskutierten Christian Oxonitsch(Amtsführender Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport; SPÖ) und Christoph Chorherr(Wiener Gemeinderat der Grünen) unter Moderation von Heidi Schrodt und Florian Sobanski. Home Movie Day 2011 15. Oktober 2011, Österreichisches Museum für Volkskunde Das Österreichische Filmmuseum, das Österreichische Museum für Volkskunde und die Wien­ bibliothek luden im Rahmen des Internationalen Home Movie Day erneut dazu ein, eigene Fil­ me sowie gefundenes oder geerbtes Amateurfilmmaterial mitzubringen und von Fachleuten inspizieren und projizieren zu lassen. Vorträge und Screeenings gaben Einblicke in Filmtech­ nik, Amateurfilmgeschichte und archivarische Methoden. Die Wienbibliothek brachte Film­ materialien des Autors Viktor J. Reingruber zur Begutachtung ein. Strauss Online live – Präsentation der digitalisierten Strauss-Autographe 19. Oktober 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Ab Herbst 2010 wurden alle Musikhandschriften der Mitglieder der Strauss-Familie – Johann Strauss Vater und Sohn sowie der Brüder Eduard und Josef – gescannt, sowohl alle Originalma­ nuskripte der Komponisten als auch sämtliche Abschriften, soweit sie von Quellenwert sind. Die präsentierte Online-Plattform bietet nunmehr via Internet circa 320 Strauss-Autographe, von Melodieskizzen bis hin zu fertig ausgearbeiteten Partituren, darunter auch die Original­ partitur der Operette„Die Fledermaus“, InteressentInnen auf der ganzen Welt zur bequemen Einsichtnahme an jedem Ort an. Veranstaltungsreihe Koid=woam – Das Wienerlied kennt keine Hauptsaison „Koid=woam“ ist eine vom Organisator zahlreicher Musikfestivals Friedl Preisl initiierte Ver­ anstaltungsreihe neuen Typs zur nachhaltigen Revitalisierung des Wienerliedes; sie ist das Resultat einer Vernetzung von drei AkteurInnen mit besonderer Beziehung zum Wienerlied: des Aktionsradius Wien(bisher Veranstaltungsorganisation der Neuen Wiener Welle), Friedl Preisls Kulturverein Narrendattel(Schutzhaus-Trilogie, Reihe„Wienerlied-und?“) sowie der Wienbibliothek im Rathaus, die ihr umfangreiches Wienerlied-Archiv und ihre besonderen Veranstaltungsräumlichkeiten in das Gesamtprojekt einbringt. Veranstaltungen 109 KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 2011 fanden folgende Veranstaltungen in der Reihe„Koid-woam“ statt: „Da wär’s halt gut, wenn man Englisch könnt!“ Leopoldi im amerikanischen Exil 1. Februar 2011, Aktionsradius Wien Vinzenz Wizlsperger(Gesang), Hannes Loeschl(Harmonium), Georg Traska und Christoph Lind(Moderation) Der„politische Leopoldi“. Eine historische Erzählung mit Livemusik und Originalaufnahmen 16. Februar 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Hannes Loeschel(Harmonium, Gesang), Christoph Lind und Georg Traska(Erzähler, Lesung und Gesang) Catch-Pop String-Strong 13. April 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Karl Hodina und Rudi Koschelu Peter Ahorner und Walther Soyka; Mamadou Diabate und Sigi Finke 18. Mai 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Tesak& Blazek und Di Brider 12. Oktober 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Christian Tesak(Gesang, Knopfharmonika), Martin Blazek(Gesang, Kontragitarre); Florian Pollack(Gesang), Fabian Pollack(Gitarre), Florian Wilscher(Geige), Bernd Satzinger (Kontrabass) Maja Osojnik& Michael Bruckner-Weinhuber& Des Ano 23. November 2011, Musiksammlung der Wienbibliothek Maja Osojnik(Gesang, Recorders, Electronic Devices), Michael Bruckner-Weinhuber(Dobro, Devices), Max Gruber(Gesang), Traude Holzer(Gesang), Martin Stepanik(Beats, Elektronik), Walther Soyka(Knopfharmonika, Elektronik), Peter Havlicek(Gesang, Gitarre) Kulturvermittlung Die Wienbibliothek verfolgt auf verschiedenen Ebenen der Kulturvermittlung das Ziel, den Bekanntheitsgrad der Institution zu erhöhen, Sonderbestände an neue Teilöffentlichkeiten zu kommunizieren und angehenden WissenschafterInnen der Disziplinen Germanistik, Literatur­ wissenschaft, Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Kunst- und Kulturwissenschaften, Geschichte, Zeitgeschichte, Musikwissenschaft und verwandten Studienrichtungen den Um­ fang und die Attraktivität der Sammlungen zu kommunizieren. Von den im Jahr 2011 durchgeführten 96 Führungen beliefen sich circa zwei Drittel auf Führun­ gen durch die einzelnen Sammlungen für Studierende und interessierte Personengruppen. Ein Drittel machten Sonderführungen durch laufende Ausstellungen aus. Ausstellungsbeteiligungen national/ international Für folgende Ausstellungen im In- und Ausland wurden insgesamt 107 Ausstellungsobjekte zur Verfügung gestellt: Österreich •Gustav Klimt. Banknotenentwürfe zwischen Historismus und Moderne(Geldmuseum, Wien, 1. 6. 2010 – 31. 1. 2011) 110 Kulturvermittlung KUNSTUND KULTURBERICHT / MA 9 •Hans Kelsen und die Bundesverfassung. Geschichte einer Josefstädter Karriere! (Bezirksmuseum Josefstadt, 30. 8. 2010 – 27. 2. 2011) •Dynamik! Kubismus, Futurismus, Kinetismus(Österreichische Galerie Belvedere, Unteres Belvedere, 10. 2. – 5. 6. 2011) •Die Da Ponte-Opern Mozarts(Mahler-Saal, Staatsoper Wien, 16. 2. – 13. 4. 2011) •Egon Schiele. Selbstportraits und Portraits(Österreichische Galerie Belvedere, Unteres Belvedere, Orangerie, 17. 2. – 13. 6. 2011) •Feste.Kämpfe. 100 Jahre Frauentag(Österreichisches Museum für Volkskunde, 3. 3. – 30. 6. 2011) •Richard Strauss – Arnold Schönberg. Elektra – Erwartung(Arnold Schönberg Center, 15. 3. – 6. 7. 2011) •Grazgeflüster(Stadtmuseum Graz, 15. 3. 2011 – 15. 2. 2012) •Tradition ist Schlamperei! Mozarts Opern in der Ära Gustav Mahler(Mozarthaus Vienna, 12. 5. 2011 – 6. 1. 2012) •Verschollen im Museum. Der Künstler Karl Wiener(Wien Museum, 5. 5. – 28. 8. 2011) •Neusiedlersee. Das Meer der Wiener(Wien Museum, 14. 7. – 23. 10. 2011) •Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien(Wien Museum, 29. 9. 2011 – 30. 1. 2012). •BIGGER THAN LIFE. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung(Jüdisches Museum Wien, 19. 10. 2011 – 1. 5. 2012) •Heinrich von Kleist. 1777–1811(Österreichisches Theatermuseum, 20. 10. 2011 – 18. 3. 2012) •System Operette – 153 Jahre sittengefährdende Operette in Wien. 1858–2011 (Österreichisches Theatermuseum, 1. 12. 2011 – 24. 9. 2012) Ausland •Was ist schön?(Hygiene-Museum, Dresden, 27. 3. 2010 – 2. 1. 2011) •Else Lasker-Schüler. Das bildnerische Werk(Jüdisches Museum, Frankfurt am Main, 7. 9. 2010 – 21. 1. 2011) •Else Lasker-Schüler. Die Bilder(Nationalgalerie Staatliche Museen zu Berlin, 21. 1. – 1. 5. 2011) •Birth oft he Modern: Style and Identity in Vienna 1900(Neue Galerie, New York, 24. 2. – 8. 8. 2011) •Gustav Mahler in Wien und München. Komponist, Operndirektor, Dirigent(Deutsches Theatermuseum, München, 17. 5. – 18. 9. 2011) •Egon Schiele: Das unrettbare Ich – Werke aus der Albertina(Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 3. 12. 2011 – 4. 3. 2012) Kooperationen Mit folgenden Organisationen und Initiativen fanden 2011 im Rahmen von Veranstaltungen oder Projekten Kooperationen statt: Aktionsradius Augarten, Atelier Steinbrenner& Dempf, Bildung Grenzenlos, Böhlau Verlag, designforum WIEN, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Die Kriminacht, Don Juan Archiv Wien, EDUCULT, Eyes on. Monat der Fotografie Wien, Frau­ enabteilung der Stadt Wien(MA 57), Gesellschaft für Buchforschung in Österreich, Initiative Minderheiten, Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften(IFK), Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Literaturhaus Wien, Museum auf Abruf(MUSA), Mu­ sikwissenschaftlicher Verlag, ORF-Lange Nacht der Museen XII, Österreichische Nationalbi­ bliothek, Österreichisches Filmmuseum, Österreichisches Museum für Volkskunde, Praesens Verlag, Residenz Verlag, semantics Kommunikationsmanagement GmbH, StudienVerlag, Uni­ versität Wien(Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft, Institut für Germanistik, Institut für Zeitgeschichte), Verein Narrendattel, V&R unipress(Göttingen), Walter Nagel GmbH, Wien Museum Kulturvermittlung 111 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM WIEN MUSEUM Die Sammlung im Fokus Die eigenen Sammlungen sind das Rückgrat eines Museums. Sie zu erweitern, zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln sind die musealen Hauptaufgaben, denen sich das Wien Mu­ seum auch im Jahr 2011 widmete. Die großen Ausstellungen dieses Jahres„Der Dombau von St. Stephan. Die Originalpläne aus dem Mittelalter“, und„Makart. Ein Künstler regiert die Stadt“ rückten bedeutende Sammlungsbestände in den Vordergrund.„Trude Fleischmann. Der selbstbewusste Blick“ zeigte zahlreiche Werke des Wien Museums. Mit„Verschollen im Museum. Der Künstler Karl Wiener“ wurde ein Stück(vergessener und wiederentdeckter) Mu­ seumsgeschichte beleuchtet und die Ausstellung„Absolut Wien. Ankäufe und Schenkungen seit 2000“ zeigte eine Auswahl von Neuzugängen zur Sammlung, die auch einen Neuzugang zu Wien und zur Geschichte dieser Stadt ermöglichen sollen. Die umfangreichen Ausstellungsvor­ bereitungen wurden genutzt um wichtige konservatorische Maßnahmen und objektbezoge­ ne Forschungen durchzuführen. Die wissenschaftlichen Recherchen rund um die Ausstellung „Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien“ beispielsweise führten dazu, das Thema schwarzer Wienerinnen und Wiener, das bisher in der Sammlung unterrepräsentiert war, im Museum zu verankern. Die einzigartige Bandbreite, die das Wien Museum innerhalb der Wiener Museumslandschaft abdeckt, lässt sich gut anhand einer kleinen Auswahl von Sammlungserwerbungen illustrie­ ren. Ein Konvolut an Blechdosen und Kartonverpackungen verschiedener Traditionsfirmen wie Pischinger, Meinl, Heller, Manner, Hofbauer, Schwarzer Hund etc. aus den 20er-Jahren erin­ nert an ein Kapitel Wiener Konsum- und Wirtschaftsgeschichte, eine ganz andere Facette eben­ dieser Geschichte kann anhand von neuerworbenen Sargverzierungen aus dieser Zeit erzählt werden. Die Aquarellstudie„Graf Kollonitsch, Bischof von Neustadt, nimmt sich nach Been­ digung der Türkenbelagerung 1683 der christlichen Waisenkinder an“ von Carl von Blaas(um 1860) illustriert die lang andauernde Instrumentalisierung des Angriffs des osmanischen Heers, während der in einem Wiener Geschäft erworbene islamische Gebetswecker„Al-Haremeen. Complete Azan for all prayers“ für eine komplexe Geschichte von Globalisierung, Religion und Integration steht. Die Packung„Breakfast Cocao – A Gift from American Jews“ aus der un­ mittelbaren Nachkriegszeit vermag von Not und Solidarität zu berichten, die Reisetruhe von Johann Strauß vom Leben eines Weltstars, der in ganz Europa und Nordamerika seine Musik zur Aufführung brachte. Auch bei Kunstankäufen wurde darauf geachtet, die Sammlung sinnvoll zu ergänzen, z. B. mit dem Gemälde„Madonna mit Wien Ansicht“ von Leopold Kupelwieser (1855), und gleichzeitig auch an die Gegenwart heranzuführen – z. B. mit der Erwerbung einer Betonskulptur des jungen Künstlers Christoph Weber. Sämtliche Neuzugänge in die Sammlungen werden wissenschaftlich aufgenommen und in­ ventarisiert. In der Vergangenheit nach heutigem Standard nur unzureichend inventarisierte Sammlungsbestände werden laufend„nachinventarisiert“. 2011 waren diesbezügliche In­ ventarisierungsschwerpunkte beispielsweise der„Teilnachlass Ernst Kutzer“, mehr als 1 300 Modeblätter sowie bisher uninventarisierte Objekte in der Hermesvilla. Die Übernahme von Objekten, die über die Stadtarchäologie in die Sammlung des Wien Museums gelangen, er­ fordert die Integration dieser Daten. 2011 handelte es sich beispielsweise um die Daten von 3 750 – vor allem keramischer – Objekte aus Bodenfunden am Judenplatz. Da Teilsammlungen des Wien Museums 2012 online zugänglich gemacht werden, ist eine Redaktion dieser Daten notwendig und wurde zu hunderten Sammlungsobjekten geleistet. Das Digitalisierungsprojekt wurde weitergeführt und umfasste neben diversen kleineren Be­ ständen die digitale Reproduktion und Langzeitarchivierung von circa 2 200 Plakaten, die Inte­ gration von rund 6 000 Arbeitsfotos in die Museumsdatenbank, die Digitalsierung der umfang­ 112 Die Sammlung im Fokus KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM reichen Sammlung an Klimt Grafiken sowie die sukzessive Digitalisierung dreidimensionaler Objekte aus der derzeitigen Dauerausstellung. Insgesamt konnten 5 810 druckfähige Fotos und 15 700 Ansichtsfotos der bereits bestehenden Bilddatenbank hinzugefügt werden. Ne­ ben einer besseren Erschließung der Sammlung für interne Zwecke, aber auch für die größe­ re Öffentlichkeit, hat das Digitalisierungsprojekt auch das Ziel, besonders bedeutende oder gefährdete Objekte eine häufige Manipulation, die immer auch die Substanz des Objekts angreift, zu„ersparen“. Bewahren Die Restaurierung und Konservierung von Sammlungsgut hatte 2011 mehrere Schwerpunkte. Der akute Schädlingsbefall des Dachstuhles der Hermesvilla machte eine rasche Räumung der dort gelagerten Objekte und Einrichtungsteile notwendig. Eine Stickstoffbegasung aller vom Holzwurm befallenen Möbel und Architekturteile der Hermesvilla in einem dafür vor Ort er­ richteten Folienzelt sowie die Anmietung neuer Depots entschärften diese Situation. Die Ent­ wicklung und teilweise Umsetzung eines neuen Lagerungskonzeptes zur Sicherung von rund 120 Fahnen, die zum Teil Jahrhunderte alt sind, wurde 2011 in Angriff genommen. Durch eine zukünftig horizontale Lagerung in konservatorisch adäquaten Behältnissen und Regalanlagen wird die Erhaltung des Fahnenbestandes für die Zukunft gesichert. Schließlich konnte auch das mehrjährige, vom Wiener Altstadterhaltungsfonds finanzierte Restaurierungsprojekt in der Virgilkapelle durch den Einbau einer zentralgesteuerten Zuluftanlage mit Befeuchtungs­ funktion im gesamten Bodenbereich abgeschlossen werden. Die Optimierung des Raumklimas trägt entscheidend dazu bei, den Verlust der originalen Wandmalerei zu verlangsamen und deren Zustand zu stabilisieren. Abgesehen von baulichen Maßnahmen, die aus konservatorischen Gründen durchgeführt wer­ den mussten, gab es auch Maßnahmen, die aufgrund der Veralterung von Bausubstanz not­ wendig wurden. So musste ein Teil der alten noch mit R22 betriebenen Splitklimaanlagen im Haupthaus am Karlsplatz gänzlich erneuert werden. Die noch verbliebenen Splitklimaanlagen werden in den nächsten beiden Jahren Zug um Zug ausgetauscht. Die Neuverpachtung des Restaurants der Hermesvilla machte eine Komplettsanierung notwendig. Das Restaurant wur­ de nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen Mitte September 2011 wieder eröffnet. Wien Museum Neu Das Koalitionsübereinkommen der Wiener Stadtregierung sieht unter dem Titel„Wien Muse­ um Neu“ vor, dass Wien ein neues Stadtmuseum für das 21. Jahrhundert erhält. Gemeinsam mit der notwendigen Lösung der derzeitigen Depotsituation stehen also grundlegende Ent­ scheidungen für die Zukunft des Museums an. Eine Arbeitsgruppe aus stadtnahen und exter­ nen ExpertInnen arbeitete auf Grundlage der in den vergangenen Jahren geleisteten Vorarbei­ ten weiter an den Entscheidungsparametern für ein neues Depot und für einen Neubau, bzw. für eine Sanierung und Erweiterung des bestehenden Museums am Karlsplatz. Des Weiteren wurden zahlreiche Gespräche geführt, die der Vorbereitung dieser für das Wien Museum so wichtigen Projekte dienten. Vermittlung und Bildung Fast zehn Prozent der BesucherInnen, das sind rund 37 250 kamen speziell zu einer Veranstal­ tung ins Wien Museum. Sie besuchten Begleitprogramme zu Ausstellungen, Spezialführungen oder Kinderprogramme. Über das Jahr verteilt wurden 266 Vorträge, Diskussionen, Lesungen oder Konzerte abgehalten, die vielschichtige Zugänge zu den Ausstellungen und zu den ein­ zelnen Standorten, wie die verschiedenen Musikerwohnungen, die Neidhart Fresken oder die Virgilkapelle, schufen. So feierte das Wien Museum am 15. Jänner den österreichischen Lyri­ ker Ernst Jandl mit Lesungen, Performances und einem Dokumentarfilm. Anlass war die AusBewahren• Vermittlung 113 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM stellung„Die Ernst Jandl Show“ die bis 13. Februar 2011 im Wien Museum Karlsplatz zu sehen war. Im Rahmen der Ausstellung„Der Dombau von St. Stephan. Die Originalpläne aus dem Mittelalter“ fanden an drei gut besuchten Abenden wissenschaftliche Vorträge statt. Dem Phänomen Makart wurde in zahlreichen Vorträgen und Spezialführungen nachgegangen. Die beliebten Stadtexpeditionen des Wien Museums führten diesmal in die Gusshausstraße, wo sich einst das Atelier Makarts befand sowie zu den Prachtbauten entlang des Rings. Im Rahmen der„Langen Nacht der Museen“ fanden 7 207 Personen ihren Weg in die vier teilnehmenden Standorte des Wien Museums. Zur Ausstellung„Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien“ gab es ein besonders dichtes Pro­ gramm mit 16 Rahmenveranstaltungen, da es dem Museum wichtig war, nicht nur das his­ torische Phänomen zu betrachten, sondern auch heute lebenden Wienerinnen und Wiener afrikanischer Herkunft zu Wort kommen zu lassen. In den Neidhart Fresken wurde am Nati­ onalfeiertag ein spezielles Programm mit Bodo Hell und Renald Deppe geboten. Vom 28. bis 29. November war das Museum Ort der Konferenz„Ort ohne Gedenken“ über das vergessene Konzentrationslager Maly Trostenic(Weißrussland), in das viele Juden aus Österreich depor­ tiert wurden. Darüber hinaus fanden insgesamt 1 857 Führungen statt, davon 832 zu Sonder­ ausstellungen des Museums. „Vermittlung“ kann darüber hinaus auch noch ganz anderes bedeuten. So führte das Wien Mu­ seum seine intensive Kooperation mit einer Klasse der Kooperative Musikmittelschule Diet­ richgasse weiter. In einem Projekt, das im Herbst 2010 begann und das auch die Gebietsbe­ treuung des dritten Bezirks einbezog, zeichneten SchülerInnen ihre täglichen Wege in Erdberg auf und beschäftigten sich mit der Frage, wie ihre Umgebung und ihre Erfahrungen am besten dargestellt und anderen vermittelt werden könnten. Die Ausstellung„Um die Schule herum ist Erdberg“ präsentierte diese Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit und wies damit auch auf die speziellen Bedürfnisse von jungen Wienerinnen und Wienern hin. Einige der im Rahmen dieses Projekts entstandenen Kurzfilme wurden in die Sammlungen aufgenommen, da sie prä­ gnant Einblick in die Lebensrealität dieser SchülerInnen geben. Zur Ausstellung„Der Dombau von St. Stephan. Die Originalpläne aus dem Mittelalter“ gab es ein Projekt mit Lehrlingen aus der Baubranche, die ihre persönlichen Erfahrungen auf den heutigen Baustellen einbrachten. Die Ergebnisse dieses Workshops waren in der Folge auch in der Ausstellung zu sehen. Im April veranstaltete das Wien Museum zum vierten Mal interkulturelle Projekttage für Wie­ ner SchülerInnen. Im Mittelpunkt stand wieder Wien: Was es war, ist und sein wird. Mit dem Angebot von unterschiedlichen Workshops und Führungen zu Themen wie„Identitätstausch“, „Vorurteilsfreie Wände? Graffiti-Suche in der Stadt“,„Unser täglicher Rassismus“ und„St. Stephan – Handwerker auf Wanderschaft“ wurde zu kreativem und vorurteilslosem Denken und zu engagierter Stellungnahme angeregt. Im Winter 2011 wurde schließlich eine weitere Ausstellung gezeigt, die sich der Zusammenarbeit mit SchülerInnen der 6D des Bundesober­ stufenrealgymnasiums Landstraßer Hauptstraße und Studierenden der Akademie der Bilden­ den Künste Wien verdankt. Für die Schau„Stadt lernen“ nützten SchülerInnen und Studieren­ de das Museum als Wissensspeicher, von dem aus die aktuellen Erkundigungen in die Stadt ausgingen. Gastspiel in Melbourne Das berühmte Porträt Emilie Flöges von Gustav Klimt und weitere Highlights des Wien Muse­ ums waren von 18. Juni bis 9. Oktober 2011 in der Ausstellung„Vienna, Art and Design: Klimt, Schiele, Hoffmann“, in der National Gallery of Victoria in Melbourne(Australien), zu sehen. Das Wien Museum war mit rund 50 Kunstwerken Hauptleihgeber dieser großangelegten Schau und bewies damit den internationalen Rang ihrer Sammlung. Angesichts der Kostbarkeit der „Emilie Flöge“ und ihrer Bedeutung als Leihobjekt des Wien Museums kommt es nur in ab­ soluten Ausnahmefällen zu Verleihungen. Zuletzt war dies vor acht Jahren der Fall, als dieses Bild zu Gast in Japan war. Neben dem Flöge-Porträt, das in Australien auch das Hauptwerbe­ motiv der Ausstellung war, zählten u. a. die Schiele-Bilder„Sonnenblume“ und„Das Zimmer 114 Vermittlung KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM des Künstlers in Neulengbach“, das Porträt Arnold Schönbergs von Richard Gerstl, Zeichnun­ gen von Klimt, Schiele und Otto Wagner sowie Gemälde von Carl Moll zu den Leihgaben. Die Kunstwerke wurden unter größten Sicherheitsvorkehrungen und unter strengsten konservato­ rischen Auflagen nach Melbourne gebracht, wo sie über 170 000 BesucherInnen sahen. Besuchszahlen Im Jahr 2011 kamen 402 743 Menschen ins Wien Museum und seine verschiedenen Standorte – ein Wert der nur im Mozartjahr 2006 übertroffen wurde – damals suchten 203 000 BesucherIn­ nen die Mozartwohnung auf. Das Wien Museum erreichte 128 378 Menschen – das entspricht einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Beethoven-Wohnungen in Heili­ genstadt und am Ring konnten ihre BesucherInnenzahlen um neun Prozent auf gesamt 25 022 steigern. Das Römermuseum lag mit 23 867 Gästen nur knapp dahinter, gefolgt von 19 139, die das Uhrenmuseum besuchten. Seit letztem Jahr erfragt das Wien Museum die Herkunft der BesucherInnen: im Jahresschnitt kamen 62 Prozent aus Wien, zehn Prozent aus den Bun­ desländern und 28 Prozent aus dem Ausland. In der Statistik führen TouristInnen aus Deutsch­ land vor den USA, Frankreich, Italien und England. Dagegen ist die Johann Strauß-Wohnung fast ausschließlich Ziel für ausländische Gäste: hier kommen 94 Prozent der BesucherInnen aus aller Welt. Die Makart-Ausstellung wurde in enger Kooperation mit dem Künstlerhaus und dem Belve­ dere, wo ebenfalls eine Makart-Ausstellung stattfand, geplant und durchgeführt. Der Zu­ sammenschluss in der Kommunikation erreichte mehr internationale Medienpräsenz und eine höhere Dichte an Medienberichten, als es eine Ausstellung allein vermocht hätte. Ausstellungen Trude Fleischmann. Der selbstbewusste Blick 27. Jänner – 29. Mai 2011 Sie fotografierte Theaterstars, Tänzerinnen und Intellektuelle. Berühmt geworden sind ihre Porträts von Zeitgenossen wie Karl Kraus, Adolf Loos oder Albert Einstein. Für Furore sorg­ ten in den 20er-Jahren ihre Bewegungsstudien von nackten Tänzerinnen. Trude Fleischmann (1895–1990) gehört zu den großen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Sie war eine jener selbstbewussten jungen jüdischen Fotografinnen, die nach dem Ersten Weltkrieg in Wien ei­ gene Studios eröffneten und in einem traditionellen Männerberuf Karriere machten, weil sie gewagter und moderner fotografierten und die Zeichen der neuen Zeit verstanden. Die 20er-Jahre waren geprägt von gesellschaftlichem Aufbruch und ästhetischen Experimen­ ten. In diesen Jahren machte die„Neue Frau“ von sich reden, die nach Emanzipation und Unab­ hängigkeit strebte. Trude Fleischmann selbst verkörperte dieses Image der jungen, selbstbe­ wussten Frau. Ihr Atelier wurde zum Treffpunkt des Wiener kulturellen Lebens – bis 1938 der „Anschluss“ ihrer Karriere vorerst ein jähes Ende bereitete. Nach ihrer Vertreibung gelang es ihr, in New York eine zweite berufliche Existenz aufzubauen. Das Wien Museum präsentierte nun, mehr als 20 Jahre nach ihrem Tod, die erste große Über­ blicksausstellung, in deren Mittelpunkt ihre Wiener Zeit von 1920 bis 1938 stand. Zu sehen waren aber nicht nur ihre bekanntesten Werke, sondern auch bisher unbekannte Arbeiten: Fleischmann war eine überaus vielfältige Fotografin, ihr Werk reicht weit über ihre bekann­ ten Studioaufnahmen hinaus, es ist umfangreicher und thematisch deutlich breiter als bis­ her angenommen. Ein großer Teil der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten stammte aus der Fotosammlung des Wien Museums, das eines der größten und international bedeutendsten Fleischmann-Konvolute besitzt. Ausstellungen 115 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Der Dombau von St. Stephan. Die Originalpläne aus dem Mittelalter 11. März – 21. August 2011 Die Architekturzeichnungen von St. Stephan aus dem Spätmittelalter sind einzigartig: Von kei­ nem gotischen Dombau in Europa hat eine derart große Zahl von Planrissen auf Pergament und Papier die Jahrhunderte überlebt. Der Bestand umfasst 294 Planrisse, von denen die Akademie der bildenden Künste Wien 285 und das Wien Museum weitere neun Stück besitzt. Diese de­ taillierten Pläne, nach denen die Dombaumeister und Steinmetze arbeiteten, finden sich seit 2005 auf der UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes. Sie standen im Zentrum der Ausstel­ lung, zum Beispiel ein fünf Meter hoher Aufriss des nie vollendeten Nordturms aus der Samm­ lung des Wien Museums. Mehr als 300 Jahre wurde am Stephansdom gebaut.„Hoch hinauf“ lautete die Devise der goti­ schen Sakralbauten: Der gigantische Turm des Stephansdoms drückte„Stadt-Marketing“ aus und war ein Symbol kirchlicher wie weltlicher Macht. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1433 stand in Wien der höchste Turm Europas. Lediglich dem Nordturm des Straßburger Münsters sollte es im Mittelalter gelingen, ihn zu übertreffen. Der monumentale Dom mit dem bunt ge­ deckten Dach war von weitem sichtbar und wurde zur symbolische Mitte Wiens: St. Stephan fungierte auch als Repräsentationsbau der LandesfürstInnen, als Pfarrkirche und später als Bischofssitz. Die Planzeichnungen stammen von den berühmtesten Baumeistern der Zeit. Ausgeführt wur­ de das Werk von unzähligen Handwerkern und Hilfskräften, die von weither nach Wien ström­ ten. Und das in einer Zeit, als Europa von Umweltkatastrophen, Epidemien und Kriegen heim­ gesucht wurde. Ausgehend von den Originalplänen behandelte die Ausstellung verschiedene Themen: Wie wurde der Dombau finanziert? Welche Rolle spielte dabei das Wiener Bürger­ tum? Wie funktionierte eine mittelalterliche Bauhütte? Woher kam das Baumaterial? Im Wien Museum befinden sich wertvolle Bauskulpturen von St. Stephan, etwa die Fürsten­ figuren. Im 19. Jahrhundert wurden diese am Dom durch Kopien ersetzt, die Originale kamen – wie auch die gotischen Glasfenster – ins Museum. Diese einzigartigen Kulturschätze ergänz­ ten die Ausstellung ebenso wie eine„Bildgeschichte“ des Steffls als Wiener Stadtikone von 1500 bis heute. Dazu kam die interaktive Station„Achtung Baustelle!“, in der Bautechniken des Mittelalters vermittelt wurden – speziell auch für Kinder und Jugendliche. Zudem gab es einen Erkundungspfad durch die Dauerausstellung zu zahlreichen Exponaten mit Bezug zum Stephansdom. Diese Ausstellung fand in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bilden­ den Künste Wien und der Dombauhütte von St. Stephan statt. Um die Schule herum ist Erdberg – Eine Ausstellung der 3A 1. April – 15. Mai 2011 Die SchülerInnen der 3A haben die Umgebung ihrer Schule erforscht. Entstanden sind Kurz­ filme, die ihre persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen reflektieren. Seit Herbst 2010 arbeitet die Kooperative Musikmittelschule Dietrichgasse mit dem Wien Museum und der Gebietsbetreuung des dritten Bezirks zusammen. Die SchülerInnen zeichneten ihre täglichen Wege in Erdberg auf und gingen der Frage nach, wie ihre Alltagslandschaften am besten dar­ gestellt und vermittelt werden könnten. Sie entschieden sich für das Medium Film. Die beweg­ ten Bilder spiegeln nun wieder, was die SchülerInnen Tag für Tag erleben und eröffneten ihnen ein neues visuelles Verständnis ihrer urbanen Umwelt Erdberg. Der Prophet – die Welt des Karl Wilhelm Diefenbach 7. April – 26. Oktober 2011, Hermesvilla Die erste große Ausstellung über Karl Wilhelm Diefenbach(1851–1913) in Österreich, ei­ nen exzentrischen Außenseiter-Künstler, der ab den 1880er-Jahren zunächst in Deutschland für Aufsehen sorgte: als barfüßiger Vegetarier in Kutte gekleidet, als Lebensreformer, der die Nacktheit propagierte, als selbsternannter Prophet, der den Frieden predigte, und nicht 116 Ausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM zuletzt als Maler von monumentalen spätsymbolistischen Gemälden, mit denen er für seine Ideen warb. 1892 zog Diefenbach mit seinen Kindern von München nach Wien, wo er seine Gemälde aus­ stellte – und wie schon in Deutschland als„Kohlrabi-Apostel“ verspottet wurde. Ein Konflikt mit dem Wiener Kunstverein trieb ihn an den Rand der Existenz, dennoch blieb er und gründe­ te in Ober St. Veit die umstrittene Kommune„Himmelhof“, in der er autoritär herrschte. Sein rastloses Leben führte schließlich auf die von Künstlern und Bohemiens bevölkerte Insel Capri, wo er 1913 starb und bald in Vergessenheit geriet. Zu sehen waren rund 30 großteils nie öffentlich gezeigte Gemälde des Künstlers, hauptsächlich aus internationalen Privatsammlungen, und weiters die wichtigsten Teile aus seinem künstle­ rischem Hauptwerk, dem 68 Meter langen Fries„Per aspera ad astra“, der in Wien entstand. Auch Diefenbachs Jünger waren vertreten, unter ihnen der bekannte Künstler Franti š ek Kupka, der„Revoluzzer“ Gusto Gräser sowie Hugo Höppener, genannt Fidus, der später in die ideolo­ gische Nähe des Nationalsozialismus rückte. Zahlreiche Fotos und private Dokumente gaben Einblicke in den Alltag und das Umfeld Diefenbachs, der um 1900 einer der zentralen Protago­ nisten der Lebensreform-Bewegung in Europa war. Verschollen im Museum. Der Künstler Karl Wiener 5. Mai – 28. August 2011 Eine Fallstudie zu einem weitgehend unbekannten Künstler, dessen Arbeiten über Jahrzehnte hinweg im Depot„verschollen“ waren. Karl Wiener wurde 1901 in Graz geboren und ging in den 30er-Jahren nach Wien. Am Kunstmarkt konnte er nie Fuß fassen, seinen Lebensun­ terhalt verdiente er als Lehrer und Gebrauchsgrafiker, vor allem für sozialdemokratische Medien. Während der NS-Zeit unterrichtete Wiener an der Kunstgewerbeschule, 1949 beging er Selbstmord. Nach 1960 gelangte durch eine Nachlasswidmung eine Holzkiste mit Wieners grafischem Œuvre ins Museum der Stadt Wien. Der Bestand ist stilistisch und thematisch heterogen: Sozial- und zeitkritische Agitationsgra­ fiken und Collagen finden sich ebenso wie Porträtzeichnungen oder beklemmende Zeugnisse psychischer Bedrängnis. 2001 wurde eine Auswahl aus dem Nachlass in Graz gezeigt, seither erfolgte die Aufarbeitung des Bestandes. Makart. Ein Künstler regiert die Stadt 9. Juni – 16. Oktober 2011, Wien Museum im Künstlerhaus Der Name Hans Makart steht heute nicht nur für riesige Leinwände in effektvoll koloristischer Malerei, sondern auch für exzessiven Starkult und den Glanz einer ganzen Epoche – die Makart-Zeit. Kaum ein österreichischer Künstler konnte im 19. Jahrhundert eine derart heraus­ gehobene Stellung erlangen wie dieser„Malerfürst“. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen die vielfältigen Beziehungen zwischen Künstler, Stadt und Gesellschaft wie auch die Frage nach den Gründen für Makarts außerordentliche Popularität. Moderne Phänomene wie das Massenevent und der Starkult werden bereits im Werk und in der Selbstinszenierung Makarts sichtbar. Über die Malerei hinaus nahm Makart als universeller Gestalter Einfluss auf Oper und Theater, Wohnkultur und Kleidungsstil. In den 1870er-Jahren löste er in Wien geradezu eine MakartMode aus. Man sprach vom Makart-Rot und vom Makart-Bouquet, ja sogar vom Makart-Hut, vom Makart-Dekolleté oder vom Makart-Baiser. Makart war ein Universalkünstler, ein ästhe­ tisches Vorbild und der einflussreichste„Designer“ der Ringstraßenzeit. Der Inbegriff des Makart-Stils und das Zentrum der Ausstellung war das Atelier, das als Ort der Repräsentation und Selbstinszenierung gestaltet wurde. Es war nicht nur eine Arbeits- und Ausstellungsstät­ te, sondern auch ein gesellschaftlicher Mittelpunkt: Hier fanden opulente Künstlerfeste statt, hierher pilgerte man, um die neuesten„Sensationsbilder“ zu bestaunen. Neben Hauptwerken aus dem eigenen Bestand wurden hochkarätige Leihgaben gezeigt, so etwa vier Gemälde aus Makarts Bilderzyklus zum„Ring des Nibelungen“, die erstmals seit Ausstellungen 117 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM ihrer Erstpräsentation 1883 wieder in Wien vereint zu sehen waren. Einen Höhepunkt bildeten Originalexponate des Huldigungsfestzugs für das Kaiserpaar von 1879, den Makart als Groß­ event künstlerisch gestaltet hat und bei dem ganz Wien auf den Beinen war. In der Sammlung des Wien Museums befinden sich neben Ölskizzen und Zeichnungen auch historische Kostü­ me, Fotos und Souvenirs vom Spektakel sowie das Modell eines Prunkwagens. Weiters waren Interieurs und Mode aus der Makart-Zeit zu sehen. Neusiedlersee. Das Meer der Wiener 14. Juli – 23. Oktober 2011 50 Kilometer von Wien entfernt liegt der westlichste Steppensee Europas, mit dichtem Schilf­ gürtel und einzigartiger Tierwelt. Eine Gegend, die einst als„fatale, sumpfige Niederung“ bezeichnet wurde, gilt heute als„Naturparadies“. Sie ist jedoch das Ergebnis eines radikalen Landschaftswandels. Die extremen Wasserschwankungen führten 1865 zur völligen Austrock­ nung des Sees. Sogar eine dauerhafte Trockenlegung wurde erwogen. Erst seit rund 50 Jah­ ren ist sein Wasserstand künstlich reguliert. Die Ausstellung setzte sich – aus dem Blickwinkel Wiens – mit der Geschichte des Sees seit dem 18. Jahrhundert auseinander. Alles Gute – Rudi Klein – eine kleine Reise um den Zeichentisch 8. September – 13. November 2011 Rudi Klein ist eine der prägendsten Figuren der österreichischen Cartoonszene. Als Ivan, Ruud, Olf, Rhoemheld oder eben Rudi unterhält er seit 30 Jahren die Leserschaft von Standard, Pro­ fil, Falter, Datum, AK Für Sie, Titanic und etlichen anderen Periodika. Als besondere Auszeich­ nung empfindet es Klein aber, wenn Seiten mit seinen Zeichenwitzen herausgerissen und im Klo aufgehängt werden. Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien 29. September 2011 – 29. Jänner 2012 Die Geschichte des„fürstlichen Hofmohren“ Angelo Soliman(um 1721–1796) ist ein Teil der Wiener Stadtmythologie, nicht zuletzt durch die Schändung und Präparierung seiner Leiche für das kaiserliche Naturalienkabinett: Ein Mann mit außergewöhnlicher Karriere im aufgeklärten Wien wurde im Museum als halbnackter„Wilder“ mit Federn und Muschelkette präsentiert. Um 1721 in Afrika geboren, wurde Soliman als Kindersklave nach Sizilien verkauft und kam als Diener, Soldat und enger Vertrauter zunächst in den Dienst von Feldmarschall Lobkowitz. Ab 1753 lebte er in Wien, wo er im Hofstaat der Fürsten Liechtenstein eine wichtige Rolle spielte – als Kammerdiener und Erzieher der Fürstenkinder, aber auch als exotisches„Prunkstück“ für höfische Repräsentation. Gegen den Willen des Fürsten heiratete er und lebte einige Jahre als Privatier und Hausbesitzer in der Vorstadt. Als Freimaurer war Soliman auch mit Mozart und bedeutenden Wissenschaftern in Kontakt. Nach orientalischem Geschmack gekleidet, war er eine bekannte und geschätzte Wiener Persönlichkeit. Soliman ist der erste nichteuropäische Zuwanderer in Wien, dessen Leben ausreichend genug dokumentiert ist, um seine Persönlichkeit erschließen zu können. Doch die Grenze zwischen belegbaren Fakten und anekdotischer Überlieferung sind fließend. Soliman bleibt eine Projek­ tionsfläche, je nach Perspektive der Betrachtung: als Kuriosum und erfolgreicher Migrant, als ewiger Sklave und bürgerlicher Aufsteiger, als Vorbild und Märtyrer. In seiner Biographie sind Emanzipation und Zwangsassimilierung eng miteinander verwoben. Neben der Biographie von Angelo Soliman und deren historischem Umfeld behandelte die Ausstellung auch die Rezeptionsgeschichte: Idyllische Einordnungen ins alte Wien finden sich ebenso wie phantasievolle Variationen von Robert Musil oder Fritz von Herzmanovsky-Orlando und antirassistische Kritik der Legendenbildung um den prominenten Afro-Österreicher. Ein weiteres Thema ist die Fortschreibung von Afrikaner-Stereotypen und latentem Rassismus bis heute. Den Abschluss bildeten Video-Statements von heute in Wien lebenden Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund. 118 Ausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Gestrickte Zeit. Experimentelles Design im Uhrenmuseum 1. Oktober – 16. Oktober 2011, Uhrenmuseum(im Rahmen der Vienna Design Week 2011) Wanduhren sind Relikte von früher: Denn die Zeit liest man heute an der Armbanduhr oder am Mobiltelefon ab. Doch nach wie vor üben Wanduhren eine große Faszination aus. Experimen­ telle DesignerInnen haben sie jüngst sogar neu erfunden – als irritierende wie faszinierende Objekte, die unsere Wahrnehmung und unser Zeitgefühl schärfen sollen. Das Wien Museum zeigte im Uhrenmuseum eine kleine Auswahl internationaler Beispiele: u. a. die Strickuhr der norwegischen Designerin Siren Elise Wilhelmsen, das doppelbödige„Analog/ Digital“-Video des niederländischen Jungstars Maarten Baas, die meist still stehende„Flipclock“ des Wiener Studios breadedEscalope und die ästhetische„Manifold Clock“ des israelischen Studios Ve. Absolut Wien. Ankäufe und Schenkungen seit 2000 10. November 2011 – 18. März 2012 Ein Schrank von Josef Hoffmann aus der Wohnung der Wittgensteins, aber auch Massenmöbel aus dem Sozialen Wohnbau der 50er-Jahre. Meisterwerke aus dem Biedermeier von Danhauser, Alt und Fendi, aber auch Hans Schabus’ Video von seiner Segelbootfahrt durch Wiens Kanäle. Ein Care-Paket als Zeuge der Armut nach 1945 ebenso wie der legendäre Rover von Bruno Kreisky. Kein anderes Wiener Museum sammelt mit derart breitem Spektrum wie das Wien Museum Kunst, Fotos, Architektur, Mode, Alltagsobjekte. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wurden tausende Bilder und Gegenstände erworben, dazu kamen außergewöhnliche Schen­ kungen.„Absolut Wien“ präsentierte eine Auswahl daraus: eine Collage aus 500 Facetten von Wien, mit der das einzigartige Potenzial des Wien Museums ins Rampenlicht gestellt wurde. Viele Geschichtsmuseen haben das Problem, den Anschluss an die Gegenwart zu verlieren. Doch ein gutes Museum ist nicht tot, im Gegenteil: Es entwickelt sich weiter und geht mit der Zeit. Daher sind Neuerwerbungen und Schenkungen essentiell – sinnvolle Ergänzungen der historischen Sammlungen, aber auch zeitgenössische Zeugnisse einer Stadt in Veränderung. Im Zentrum des Sammelns steht das 20. Jahrhundert, vor allem gilt es, die zeitgeschichtlichen Bestände auszubauen. Aktuelle Schwerpunkte sind Jugendkultur und Migration. Mit„Absolut Wien“ startete ein Zyklus von Ausstellungen, der dazu einlädt, die Sammlungen des Wien Museums neu zu entdecken. Ab Mai 2012 wird die mehr als 400 Werke umfassende Klimt-Sammlung zu sehen sein.„Absolut Wien“ ist auch ein großes Dankeschön an jene 630 WienerInnen, die ihrem Museum seit 2000 Kunst und historische Objekte geschenkt haben. Stadt Lernen – SchülerInnen und Studierende arbeiten mit dem Wien Museum 1. Dezember 2011 – 15. Januar 2012 Die Stadt als Spielmaterial, Lern- und Lehrort zu nutzen, war der Ausgangspunkt eines Pro­ jekts, um angehende KunsterzieherInnen der Akademie mit SchülerInnen zu vernetzen. Als Wissensspeicher und Anlaufstelle sollte das Wien Museum fungieren. Im Zuge des thematisch freien Projekts kristallisierten sich drei Schwerpunkte mit jeweiligen Arbeitsgruppen heraus. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit historischen Stadtplänen aus dem Wien Museum und verglich sie mit Google Maps von heute: Welche topografischen Veränderungen gibt es? Was wird überhaupt in historische und heutige Pläne eingetragen? Genau untersucht wurde da­ bei das Gebiet zwischen Schule und Museum. Die zweite Gruppe entwarf eine U-Bahn-Linie („U5“) zwischen Landstraßer Hauptstraße und Wien Museum Karlsplatz. Fotomontagen der möglichen U-Bahn-Stationen und ein Trickfilm, der reale Fundstücke aus der Stadt mit fiktiven Elementen verschmolz wurden in diesem Ausstellungskapitel gezeigt. Ein interaktives Spiel, das auf der fotografischen Vermessung der Schrift im öffentlichen Raum beruht, gab den Be­ sucherInnen die Möglichkeit, Stadtgeschichten neu zu schreiben. Die dritte Gruppe setzte sich mit Museumsobjekten auseinander, die viele SchülerInnen faszinierten: die Modesammlung des Museums, in der sich der Alltag der Stadt besonders gut spiegelt. Krokohandtaschen und Fächer aus Adlerfedern wurden zum Anlass genommen, um zeitgenössische Gegenentwürfe herzustellen. Ausstellungen 119 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Statistik BesucherInnen vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2011 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz Dauerausstellung und Sonderausstellungen 128 378*(+24,1%) Römermuseum 1010 Wien, Hoher Markt 3 23 867(–1,0%) Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 19 139(–9,9%) Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten 14 378(+35,5%) Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus, 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92** Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydnhaus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 183 157(+10,2%) Weitere Standorte Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto Wagner Hofpavillon Hietzing, 1130 Wien, Schönbrunner Schloßstraße*** Otto Wagner Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald Thomas-Platz 1 Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof*** Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)**** Zwischensumme sonstige Standorte 12 435(+0,9%) Künstlerhaus***** 21 389 SUMME gesamt 402 743 (BesucherInnenzahlen inkl. BesucherInnen von Eigenveranstaltungen in den einzelnen Häusern) (+5,4%) * Prozentangaben im Vergleich zu 2010 ** Öffnung nur gegen vorherige Anmeldung *** Wegen Renovierung geschlossen **** Geöffnet nur auf Anfrage ***** Ausstellung„Makart. Ein Künstler regiert die Stadt“, 9. Juni bis 16. Oktober 2011 120 Statistik KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Stadtarchäologie Ausgrabungen Im Jahr 2011 führte die Stadtarchäologie elf Ausgrabungen durch, die durch geplante Bau­ maßnahmen notwendig geworden waren. Im 1. Bezirk wurden im Straßenbereich vor der Habsburgergasse 14 römische und mittelalterliche Siedlungsreste sowie spätmittelalterlichfrühneuzeitliche Gräber gefunden und im Haus Habsburgergasse 12 A wurde der neuzeitliche Keller untersucht. In der Kramergasse 13 erfolgte eine Profilaufnahme zur Lokalisierung der römischen Legionslagermauer. In einem Hof von Wipplingerstraße 6 wurden ein römischer Kanal und eine spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Mauer aufgefunden. Die aus der Neuzeit stammenden Skelette eines Menschen und eines Pferdes wurden in der Taborstraße 66(2. Be­ zirk) geborgen. Die Forschungen auf den Aspanggründen(3. Bezirk) wurden fortgeführt und erbrachten wieder Reste der römischen Zivilsiedlung mit einer Straße sowie des Wiener Neu­ städter Kanals und des Bahnhofs. In der Wallgasse 15–17(6. Bezirk) wurden bronzezeitliche Siedlungsgruben und in der Mondscheingasse 6(7. Bezirk) neuzeitliche Bestattungen gefun­ den. Im 10. Bezirk wurde bei der Anschlussstelle Landstraße/ Landstraßer Gürtel der neuzeit­ liche Linienwall untersucht. Auf die Grabung Hauptbahnhof/ Gudrunstraße wird im nächsten Abschnitt genauer eingegangen. Bei der Errichtung der Masten für die 380 kV-Leitung von Simmering bis zum Johannesberg wurden römische Siedlungsreste freigelegt. Weiters fanden die Betreuung der U-Bahn-Baustellen(U2-Nord/ Aspern, U1-Süd) und viele Baustellenbeob­ achtungen statt. Archäologische Arbeiten im Zuge des Bauprojekts„Hauptbahnhof“ entlang der Gudrunstraße Zur Klärung der archäologischen Situation wurden vom 5. Juli bis 9. August entlang der Gud­ runstraße 32(10. Bezirk) mehrere Suchschnitte angelegt. Dabei zeigten sich Bodendenkmale wie Gruben, Straßenschotterungen und Gräben. Diese Objekte wurden vom 30. August bis 7. November in drei Projektgebieten großflächig untersucht und somit deren Ausdehnung festgestellt. In Projektbereich 1 – vor Gudrunstraße 115 bis zur Einmündung der Gellertgasse – zeichneten sich Verfüllungen von drei Grubenkomplexen und einer Pfostengrube ab. Bis auf ein Tierkno­ chenfragment enthielten die Objekte keinerlei Fundmaterial. In der südlichsten der drei Gru­ ben waren noch Reste einer Feuerstelle in Form von verbranntem Lehm und Asche feststell­ bar. Die Gruben mit dunkelbrauner Verfüllung enthielten ebenfalls nur in geringen Mengen Fundmaterial, wobei ein hochmittelalterliches Keramikbruchstück als einziges Indiz für eine chronologische Einordnung zur Verfügung steht. In den Projektbereichen 2 und 3 standen die Schotterungen und Straßengräben spätmittel­ alterlich-neuzeitlicher Verkehrswege im Mittelpunkt. In den Abschnitten vor Gudrunstraße 103–107 konnte eine vom Belvedere kommende Nord-Süd verlaufende Nebenstraße knapp vor ihrer Einmündung in den Ost-West verlaufenden„Simmeringer Weg“ freigelegt werden. Es handelt sich hierbei um die alte„Heugasse“, die südliche Verlängerung der heutigen Prinz Eugen-Straße, die westlich und östlich von Straßengräben begleitet wurde. Die Verfüllung des westlichen Straßengrabens enthielt Keramik vom 17. bis zur ersten Hälfte des 19. Jahr­ hunderts. Der östlich die Heugasse begleitende Graben entspricht wohl dem Verlauf der so genannten„Urselbrunnenleitung“, die nach historischen Plänen entlang der„Heugasse“ Rich­ tung Palais Schwarzenberg verlief. In den Abschnitten vor Gudrunstraße 63–65 bis zur Ein­ mündung der Steudelgasse konnte der nördliche Randbereich des alten„Simmeringer Weges“ dokumentiert werden. Dieser war der Vorläufer der heutigen Gudrunstraße und verband die mittelalterlichen Ortskerne von Simmering und Matzleinsdorf. Daneben konnten einige Struk­ turen aus der Zeit des Südbahnhofs im 19. Jahrhundert an verschiedenen Stellen dokumentiert werden: eine Steinpflasterung im Bereich der ehemaligen Kohlenrutschen, ein aus Ziegeln geStadtarchäologie• Ausgrabungen 121 KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM mauerter runder Schacht, Betonmauerwerk von Lagerräumen des 20. Jahrhunderts sowie Zie­ gelmauerwerk, das den ehemaligen Lagerplätzen entlang der Gudrunstraße zuzurechnen ist. Publikationen Im Anschluss an die Ausgrabungen werden die erfassten Bodendenkmale und Funde wissen­ schaftlich aufgearbeitet. Daneben werden von der Stadtarchäologie weitere 15 wissenschaft­ liche Projekte zu einzelnen historischen Epochen oder Fundgattungen meist über mehrere Jah­ re durchgeführt. Den Abschluss der Arbeiten bilden Publikationen der Ergebnisse und oft auch Ausstellungen. Der Jahresbericht Fundort Wien präsentiert archäologische und historische Beiträge, die sich aus den Projekten der Stadtarchäologie ergeben. So gab es im Jahr 2011 als Schwerpunkt den Stadtgraben und das Glacis der Festung. Die Keramik- und Glasfunde sowie die Tierreste von dieser Grabung(1010 Wien, Weihburggasse) wurden in weiteren Artikeln vorgelegt. Weiters wurde der neuzeitliche Linienwall aus historischer, topographischer und archäologischer Sicht behandelt. Ausgehend von einer urnenfelderzeitlichen Speichergrube in Unterlaa(11. Bezirk) wurde die Vorratshaltung in Erdgruben bis in die Neuzeit thematisiert. Die Grabung Aspang­ gründe(3. Bezirk) betreffend wurde bereits ein längerer Vorbericht über die neuen Erkennt­ nisse zur römischen Zivilsiedlung gebracht. Vorberichte aller Grabungen des Vorjahres runden jeden Band ab. Die Schriftenreihe Monografien der Stadtarchäologie Wien(MSW) wendet sich vorwiegend an ein Fachpublikum und ist umfangreicheren Endpublikationen von Grabungen sowie Mate­ rialvorlagen gewidmet. Neu erschienen ist das zweibändige, mit 1 544 Seiten zweifellos um­ fassende Werk„Die römischen Kasernen im Legionslager Vindobona. Die Ausgrabungen am Judenplatz in Wien in den Jahren 1995–1998“. In der reich illustrierten, populärwissenschaftlichen Reihe Wien Archäologisch werden die Erkenntnisse von den wichtigsten Ausgrabungsstätten der Stadtarchäologie publiziert. 2011 wurde der erste Band„Michaelerplatz. Die archäologischen Ausgrabungen“ in einer erweiter­ ten Auflage neu aufgelegt. Als siebenter Band erschien zur Ausstellung„Schloss Kaiserebers­ dorf. Vom Adelssitz zur Justizanstalt“ eine gleichnamige Publikation.„Entlang des Rennwegs. Die römische Zivilsiedlung von Vindobona“, der achte Band dieser Reihe, wurde auch bereits publiziert. Unter dem Titel Cultural Heritage and New Technologies wurden die Vorträge der Konferen­ zen der Jahre 2009 und 2010 als E-Books herausgebracht. Ausstellungen Die Ausstellung Schloss Kaiserebersdorf. Vom Adelssitz zur Justizanstalt wurde zuerst in der Volkshochschule Meidling(3. 12. 2010 – 30. 9. 2011) und dann im Bezirksmuseum Simmering gezeigt(26. 11. 2011 bis 8. 4. 2012). Sie präsentierte die Ergebnisse der archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen sowie der Auswertung der Schrift- und Bildquellen. Ebenfalls in der Volkshochschule Meidling war die Posterausstellung Auf den Spuren des römischen Handwerks in Vindobona zu sehen(7. 10. 2011 – 31. 1. 2012). Müll! Abfall als Infor­ mationsquelle lief im Römermuseum(12. 5. 2011 bis 15. 4. 2012). Beide Ausstellungen stellten Funde aus der römischen Zivilsiedlung und dem Legionslager vor. Die Funde von den Aspanggründen wurden im Bezirksmuseum Landstraße in der kleinen Posterausstellung Hot Spot: Archäologie. Neueste Grabungsergebnisse aus dem 3. Bezirk gezeigt(17. 9. – 30. 10. 2011). 122 Publikationen• Ausstellungen KUNSTUND KULTURBERICHT / WIEN MUSEUM Tagungen In Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen veranstaltete die Stadtarchäologie bereits zum 16. Mal die International Conference on Cultural Heritage and New Technologies im Wiener Rathaus(14. – 16. 11. 2011). Zum Thema„Urban Archaeology and Prospection“ wurden 227 TeilnehmerInnen bei Vorträgen und Workshops verschiedene Techniken präsentiert, die verborgene archäologische Hinterlassenschaften aufdecken. Auch wurde die Entwicklung von Straßen und Plätzen von der Römerzeit bis zur Neuzeit diskutiert. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie wurden weiters 22 Fachtagungen im In- und Ausland besucht und 51 Vorträge über laufende Forschungen sowie Führungen gehalten. Vermittlung Im Rahmen der Initiative Seniorarchäologie können interessierte Erwachsene ehrenamtlich in der Restaurierwerkstatt mitarbeiten, an den regelmäßig gebotenen Vorträgen teilnehmen und zwei Mal im Jahr eine Zeitschrift zugesendet bekommen. Die Initiative Juniorarchäologie bietet Schulklassen die Möglichkeit, zwei„tragbare Museen“ mit Originalfunden aus der Römerzeit und dem Mittelalter für den Unterricht auszuleihen. Weiters kann Archäologie bei Führungen und speziellen Projekten direkt erlebt werden. Die Stadtarchäologie nahm im Jahr 2011 auch wieder an Veranstaltungen teil, die einem brei­ ten Publikum Geschichte vermitteln. Am 17. Juni 2011 fand der Tag der offenen Baustelle des neuen Hauptbahnhofs(10. Bezirk) statt. Die Stadtarchäologie war dazu eingeladen, da sie mit den Rettungsgrabungen auf diesem Areal beauftragt war. Sie präsentierte an ihrem Stand die bisherigen Grabungsergebnisse zur römischen Zivilsiedlung im 3. Bezirk. An dem vom Bundesdenkmalamt jährlich im September veranstalteten Tag des Denkmals nahm die Stadtarchäologie wieder mit einem Stand auf dem Michaelerplatz(1. Bezirk) teil. Sie zeigte passend zum diesjährigen Thema die Bedeutung von Holz als wichtigen Werkstoff quer durch die Epochen und Lebensbereiche. Dabei kamen Fotos, Animationen und Repliken zum Einsatz. Dass Archäologie als spannend und bereichernd erlebt wird, bewiesen die jeweils circa 2 000 BesucherInnen der beiden Veranstaltungen. Einem spezielleren Publikum wurden die neu erschienenen Publikationen durch Vorträge prä­ sentiert. So wurde im Wien Museum das Buch„Die römischen Kasernen im Legionslager Vindo­ bona. Die Ausgrabungen am Judenplatz in Wien in den Jahren 1995–1998“ und im Bezirksamt Simmering der Band„Schloss Kaiserebersdorf. Vom Adelssitz zur Justizanstalt“ vorgestellt. Tagungen• Vermittlung 123 Frauenkulturbericht Frauenkulturbericht KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN – MA 7 Theater Im Bereich darstellende Kunst konnte im Jahr 2011 ein Frauenanteil von 46,37 Prozent der Gesamtförderung verzeichnet werden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass bei einer geteilten Leitung(Mann/ Frau) der Förderbetrag nicht geteilt, sondern zu 100 Prozent dem Frauenanteil zugeschlagen wurde. Bei den Vereinigten Bühnen wurde der Teil­ bereich Musical von Kathrin Zechner geleitet, daher wurde eine Zuteilung in der Höhe von 50 Prozent des Gesamtförderbetrages vorgenommen. Gesamtsumme Theater Frauenanteil Gesamtsumme Theater Theater Gesamt 37 798 000,00 81 518 319,00 Institution Leitung Art/ Leitung Vereinigte Bühnen Wien Raimundtheater/ Ronacher Wien/ Theater an der Wien Kathrin Zechner künst (Raimund/ Ronacher) Volkstheater in den Bezirken Doris Weiner künst SUMME Frauenanteil SUMME Gesamt Betrag 18 550 000 799 000 19 349 000 51 152 319 theater 127 Frauenkulturbericht Vereinigte Bühnen Wien Institution Leitung Art der Leitung Fixe Häuser Freie Bühne Wieden INTER-THALIA Theater BetriebsGmbH International Theatre BetriebsGmbH Komödie am Kai Koproduktionshaus Wien GmbH(brut) Kulisse – Andreas Elsner GmbH Lalish Theaterlabor/ For­ schungszentrum für Theater und Performance-Kultur LINK.* – Verein für weiblichen Spielraum Schauspielhaus Wien GesmbH Spielraum Theater und Theaterstudio Stadttheater Walfischgasse GmbH Tanzquartier Wien GmbH Michaela Ehrenstein Julia Schafranek künst kauf/ künst Marilyn Close-Wallace kauf/ künst Sissy Koller-Boran Olivia Khalil kauf/ künst kauf Doris Ringseis kauf/ künst Nigar Hasib künst Barbara Klein Rita Kelemen Nicole Metzger Anita Ammersfeld Ulrike HeiderLintschinger kauf/ künst kauf künst künst kauf Betrag 70 000 600 000 100 000 20 000 1 555 000 30 000 40 000 585 000 1 515 000 120 000 300 000 2 900 000 128 theater Frauenkulturbericht Theater am Alsergrund – Verein zur Förderung von Theaterund Kabarettkultur Cornelia Hutter Theater am Spittelberg – Kulturverein Nuschin Vossoughi Theater Brett – Compagnie Brettschneider Nika Brettschneider Theater der Jugend Marianne Aly Sonja Fretzer Theater Lilarum – Kossatz& Mitges. OEG Traude Kossatz Theaterverein Odeon Ulrike Kaufmann Tschauner Bühne GmbH Anita Zemlyak Verein Projekttheater Eva Brenner Verein Theater an der Gumpendorferstraße(TAG) Margot Mezgolich Verein„Transit“ – Verein für darstellende und bildende Kunst(Theater Nestroyhof Hamakom) Amira Bibawy Wiener Kammeroper Isabella Gabor künst Organisation künst kauf kauf künst künst kauf kauf/ künst künst künst kauf/ künst 40 000 55 000 13 800 3 830 000 220 000 760 000 80 000 40 000 735 000 270 000 700 000 Off-Theater und Tanz „4 on the floor“ – Kunst- und Kulturverein An Kaler – Verein an den Schnittstellen zum Performativen Artificial Horizon aqua.materia – Verein für performative Kunstprojekte Alev Irmak An Kaler Milli Bitterli Anna Nowak Organisation Organisation/ künst Organisation/ Choreographin Organisation 18 000 10 000 40 000 10 000 theater 129 Frauenkulturbericht Clélia Colonna Choreographin Charlotta Ruth Choreographin Cabula 6 – Verein für Kunstprojekte Claudia Heu Organisation/ künst cattravelsnotalone – Verein zur Förderung und Verwirklichung von Tanz und interdisziplinären Kunst­ projekten Sabina Holzer Organisation/ Choreographin copypaste – Verein für choreographische, performative und transmediale Projekte Martina Ruhsam Organisation/ Choreographin Brigitte Wilfing Choreographin Martina Ruhsam Organisation/ Choreographin Magdalena Reiter Choreographin Dachtheater Cordula Nossek Organisation Dans.Kias – Verein für physische Kommunikation in der darstellenden Kunst Saskia Hölbling Organisation/ Choreographin Das Wiener Kindertheater Sylvia Rotter Regisseuse DIG UP – Productions, Verein zur Förderung künstle­ rischer Aktivtitäten Elisabeth Bakambam­ ba Tambwe Organsitaion/ künst dis.danse tanz/theater Doris Stelzer Obfrau/ Choreographin dreizehnterjanuar freie Theaterproduktionen Fanny Brunner Organisation/ Regisseuse ensemble adhoc Annette Schönmüller künst Festival 100 – Verein zur För­ Jacqueline Kornmüller künst derung von Kunst und Kultur Gegenwartstanz, Verein zur Förderung von Tanz und Bewegung(konnex) Aurelia Staub Latzer Organisation/ Choreographin 20 000 4 000 30 000 8 000 9 000 55 000 30 000 12 000 30 000 12 000 17 000 35 000 20 000 130 theater Frauenkulturbericht Hunger auf Kunst und Kultur, Aktion für den freien Zugang zu Kunst und kulturellen Aktivitäten für von Armut bedrohte Menschen Monika Wagner Organisation Iffland& Söhne, Theaterund Filmverein(Salon 5) Anna Maria Krassnigg Organisation IG Freie Theaterarbeit Sabine Kock Organisation IKU – Verein zur Förderung improvisierter Kunst Anita Zieher künst Im_flieger – Verein zur För­ derung performativer Kunst Anita KayaHaselwanter Organisation/ Choreographin Imeka – Verein zur Förderung der Künste im musischen und darstellenden Bereich Akemi Takeya Organisation/ Choreographin insert(Theaterverein) Doris Uhlich Organisation/ Choreographin Kabinetttheater – Verein zur Förderung zeitgenössischer Theaterformen Julia Reichert-Widauer Organisation/ Regisseuse katinka theater_projekte Ina Theißen Organisation/ Regisseuse Konfiguration jenseits des Todes Theaterverein Melanie Hollaus Organisation Kulturverein ARCHIV-FIEBER Katherina Zakravsky künst Kunst- und Kulturverein Crème de la Kremser Barbara Kremser Organisation/ Regisseuse kunst)spiel – Theater für alle Valerie Kattenfeld Figuren Organisation/ Regisseuse Kunstverein Archipelago Anna Maria Nowak künst Miss Amen Kultur- und Kunstverein Anna Mendelssohn Organisation/ Choreographin Musiktheaterverein Foxtrott Marie Thérèse und Moritz Escribano Organisation/ künst 80 000 50 000 91 000 15 000 60 000 10 000 50 000 70 000 15 000 35 000 12 000 8 000 8 000 20 000 10 000 18 000 theater 131 Frauenkulturbericht Musikwerkstatt Wien – Verein für künstlerische Aktivitäten Anna-Maria Birnbauer künst nadaLokal.Verein für Kunst und Begegnung Elisabeth Hirner Organisation/ Choreographin Amanda Pina Choreographin Katharina Bernard Choreographin Lisa Hinterreithner Choreographin nadaproductions – Verein zur Förderung zeitgenössi­ scher Tanz-, Performance und Filmformen Amanda Pina Organisation/ Choreographin NARRENTERRASSE – Verein für besonders nützliche Kunst Dora Schneider Regisseuse Netzzeit, Verein zur Förderung interdisziplinärer Kommunikation auf kultureller Ebene Nora Scheidl Bühnenbild NIE WIEDER ALLEINE, Verein Andrea Salzmann für kollektive Kunstarbeit Organisation/ künst Julia Kläring künst Objekttheater Rettet die Dinge! Puppenbau Karin Bayerle Odradek 3000 – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Djana Covic Organisation/ künst Plaisiranstalt – Theaterverein Paola Aguilera Organisation/ Regisseuse playing mums – Kunstverein Nehle Dick Organisation/ Regisseuse Romano Svato. Verein für transkulturelle Kommunikation Sandra Selimovic Organisation/ künst Gabriela Wappel Choreographin 17 000 10 000 10 000 8 000 400 000 10 000 18 000 25 000 25 000 20 000 24 000 132 theater Frauenkulturbericht SECOND NATURE – Verein Christine Gaigg zur Förderung interkultureller Tanzentwicklung shock body – Verein zur Förderung von Performance, zeitgenössischem Tanz, darstellender und bildender Kunst Anna MacRae Sirene – Podium für neues Musiktheater Kristine Tornquist Staatsaffaire – Theaterverein Lena WickeAengenheyster studio 5 – Verein zur Förderung des Verständnis­ ses zeitgenössischer Kunstformen Andrea Maurer Szene Bunte Wähne Johanna Figl Tanztheater ‚perForm’ Barbara Kraus THEARTE – Kulturförderverein Alexandra Hutter Yvonne Zahn Theater des Kindes Renate Kastelik theatercombinat theaterverein Claudia Bosse Theatercompagnie phenoplast Cornelia Rainer Theater- und Kulturverein daskunst Asli Kislal Theatergruppe ISKRA – Verein zur Förderung innovativer theaterpädagogi­ scher Projekte Nika Sommeregger Theaterverein Foxfire Corinne Eckenstein Theaterhimmel Sandy Tomsits Organisation/ Choreographin Organisation/ Choreographin Regisseuse Choreographin Organisation/ Choreographin künst Organisation/ Choreographin Organisation/ künst Regisseuse Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation/ Regisseuse 80 000 16 000 100 000 10 000 16 000 125 000 20 000 22 000 8 000 220 000 18 000 55 000 30 000 60 000 25 000 theater 133 Frauenkulturbericht Theaterverein „METAMORPHOSIS” Theaterverein Theater.Punkt Theaterverein Toxic Dreams Theaterverein „Unpredictable past”, kurz:„Up” Theaterverein: vis plastica Selma Abdic Barbara Markovic Martina Ruhsam Sabine Mitterecker Kornelia Kilga Lisa Hinterreithner Jutta Schwarz Theaterverein Wiener Klassenzimmertheater „Urban Arts& Culture” Kunst- und Kulturverein Dana Csapo Marietta Gross Katrin Blantar VDBA – Verein zur Förderung zeitgenössischer bildender, darstellender und angewandter Kunstformen Franziska Aigner Verein Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not (Brunnenpassage) Anne Wiederhold Verein für übliche Wege. Zur Förderung von Schönheit, transnationaler Kommunikati­ on und Kunstkritik Nathalie Koger Verein Luster – Kunstprojekte Fanni Futterknecht Verein TanzArt – schall und rauch agency Verein zur Förderung der Bewegungsfreiheit Janina Sollmann Gabriele Wappel Regine Müller Organisation/ künst künst Choreographin Organisation/ Regisseuse Organisation Organisation/ Choreographin Organisation/ künst künst Organisation/ künst Organisation/ künst Organisation/ Choreographin Organisation Organisation/ künst Organisation/ Choreographin Organisation/ künst künst Organisation/ künst 134 theater 16 000 48 000 190 000 20 000 10 000 120 000 10 000 10 000 100 000 8 000 10 000 16 000 18 000 Frauenkulturbericht Verein Superamas zur Förderung von Kunst­ projekten Caroline Madl Organisation Verein zur Förderung internationaler wissenschaft­ licher und künstlerischer Arbeit Birgit Kellner Organisation/ künst ViennaBodyArchives – Verein für Publikation und Archivierung von Texten und Dokumenten über künstlerischen Tanz und Performance Margit Moisl Organisation Vier Hoch Drei Lisa Schmidt Organisation Agata Maszkiewicz Choreographin Magdalena Chowaniec Choreographin Wiener Tanzund Kunstbewegung Anne Juren Choreographin Zur Zeit – Verein zur Pflege des Werkes von John Cage und zeitgenössischer Kunst Rose Breuss Organisation/ Choreographin SUMME Frauenanteil Fixe Häuser, Off-Theater und Tanz SUMME Gesamt 110 000 25 000 30 000 20 000 60 000 130 000 17 819 000 26 357 000 Fixe Häuser, Off-Theater und Tanz theater 135 Frauenkulturbericht Institution Leitung Art der Leitung Theater Sonstige Drachengasse 2 Theater GesmbH SUMME Frauenanteil SUMME Gesamt Eva Langheiter Johanna Franz kauf/ künst kauf/ künst Betrag 630 000 630 000 4 009 000 Theater Sonstige Gremium Kuratorium 66,67% 3 Mitglieder, davon 2 Frauen(Andrea Amort, Angela Heide) Kuratorium 136 theater Frauenkulturbericht Wiener Festwochen MitarbeiterInnen und KünstlerInnen Leitung und MitarbeiterInnen Frauen 35 Männer 14 Inszenierung/ Konzept Frauen 15 Männer 34 Musikalische Leitung Frauen 1 Männer 9 Wiener Festwochen 137 Frauenkulturbericht Komposition/ Musik Frauen 0 Männer 7 Text/ Libretto Frauen 5 Männer 21 Bühnenbild/ Ausstattung Frauen 9 Männer 15 138 Wiener Festwochen Frauenkulturbericht Kostüme Frauen 16 Männer 2 Choreographie Frauen 3 Männer 1 Dramaturgie Frauen 9 Männer 7 Wiener Festwochen 139 Frauenkulturbericht Gesamt Frauen 93 Männer 110 Musik Orchesterförderung In vielen der von der Stadt Wien geförderten Orchester ist der Frauenanteil sehr hoch, so z. B. im Jeunesse Orchester(55%), im Gustav Mahlerorchester(48%). Dazu kommen Orchester unter weiblicher Leitung: das 1. Frauen-Kammerorchester Österreichs mit einer Förderung von 36 000 Euro(Leitung Katy Marolty), das Jeunesse Orchester mit 47 000 Euro(Leitung Dr.in Renate Böck), das Franz Lehar Orchester mit 5 000 Euro(Leitung Prof.in Vera Macku). Bei der Vereinsförderung seien besonders die Musikalische Jugend Österreichs mit 370 000 Euro unter der Leitung von Mag.a Angelika Möser, Musica Juventutis mit 18 000 Euro unter der Leitung von Mag.a Christa-Maria Schuster hervorgehoben. Der Belvedere Gesangswett­ bewerb der Wiener Kammeroper, organisiert von Direktorin Isabella Gabor wird mit 25 000 Euro gefördert, das Wienerliedprojekt des Voice Mania Festivals unter der Leitung von Nushin Vossoughi mit 15 000 Euro. Geschäftsführende Direktorin des Music Information Centers Aus­ tria, MICA mit einer Förderung von 94 000 Euro ist Sabine Reiter, die Assistenz der Geschäfts­ führung Andrea Wetzer. Die Angaben in der Statistik betreffen Vereine, die von Frauen geleitet sind, bzw. wo ein Frau­ enschwerpunkt im Programm ist. Eine Basissubvention bekommen nur die drei großen Veran­ stalter Konzerthaus, Musikvereinssaal, Musikalische Jugend Österreichs. Die anderen Vereine bekommen Projektsubventionen. Rahmenbetrag Musik Aus einem Gesamtbudget von 500 000 Euro wurden 86 Vereine gefördert, darunter 20 unter weiblicher Leitung. 140 Musik Frauenkulturbericht Rahmenbetrag Musik CLASSIC ETCETERA Musikvereinigung Club der Musikerinnen ENTERPRISE Z ESTA Franz Schmidt Gesellschaft Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Intern. Franz Lehar Gesellschaft Kaleidoskop Verein zur Förderung zeitgen. Musik Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie Kunst& Kultur MM Musikwerkstatt Musikförderverein Musik Ensemble Theater 2000 Musikalische Jugend Österreichs„Triolino“ Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik Pandolfis Consort Wien Suono-Podium für interkulturellen Austausch Voice Mania/ Festival Voice Mania Wiener Vokalensemble Wort-Ton-Art Kulturverein SUMME Gesamt 3 000 1 000 5 000 750 4 200 400 5 000 4 000 2 000 2 500 10 000 3 500 8 000 5 000 7 000 1 000 10 000 40 000 3 000 3 500 122 450 Musik 141 Frauenkulturbericht Komposition Aus einem Gesamtbudget für Komposition von 25 000 Euro wurden 22 KomponistInnen geför­ dert, davon neun Frauen. Martina Cizek Susanna Gartmayer Alexandra Karastoyanova-Hermentin Susanne Kirchmayer Lale Rodgarkia-Dala Maja Osojnik/ Matija Schellander Michaela Rabitsch Eva Reiterer Christine Schörkhuber SUMME Gesamt 1 300 900 800 2 500 1 600 1 000 1 000 2 500 2 100 13 700 Förderung Komposition Vereinsförderung Musik 1 Aus einem Gesamtbudget von 17 690 000 Euro wurden 18 Vereine gefördert, davon die Wie­ ner Symphoniker mit 13,1 Millionen Euro. Auf von Frauen geleitete Vereine entfielen 435 000 Euro. Musica Juventutis Musikalische Jugend Österreichs Wiener Jeunesse Orchester SUMME Gesamt 18 000 370 000 47 000 435 000 142 Musik Frauenkulturbericht Vereinsförderung Musik 1 Vereinsförderung Musik 2 Mit einem Gesamtbudget von 3 622 000 Euro wurden 16 Vereine gefördert, davon fünf von Frauen geleitete. 1. Frauenkammerorchester von Österreich MICA Voice Mania Kulturverein/ Wienerlied Projekt Wiener Volksliedwerk„Wean Hean“ Wiener Kammeroper„Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb“ SUMME Gesamt 36 000 84 000 15 000 65 000 25 000 225 000 Vereinsförderung Musik 2 Musik 143 Frauenkulturbericht Literatur Im Rahmen der Literaturförderung waren 2011 mehrere Jurys tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien. Von den zehn Mitgliedern wa­ ren acht Frauen(Mag.a Karin Haller, Mag.a Jutta Kleedorfer, Dr.in Heidi Lexe, Mag.a Mirjam Morad, Dr.in Kristina Pfoser, Mag.a Silke Rabus, Mag.a Kathrin Wexberg und Mag.a Elisabeth Wildberger). Jury Kinder- und Jugendbuchpreise Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publi­ zistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus fünf Personen zusam­ men, von denen drei Frauen waren(Dr.in Katja Gasser, Dr.in Alexandra Millner, Dr.in Daniela Strigl). Jury Literatur, Publizistik, Canettistipendium Der Jury zur Aktion„Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen“, die sich aus vier Jurymitglie­ dern zusammensetzt, gehörten mit Dr.in Alexandra Millner und Dr.in Evelyne Polt-Heinzl zwei Frauen an. Jury Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen 144 literatur Frauenkulturbericht Der Preis der Stadt Wien für Literatur ging an Brigitta Falkner. In der Jury für die Vergabe der Wiener AutorInnenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, waren mit Dr.in Elfriede Czurda und Margit Hahn zwei Frauen präsent. Jury Wiener AutorInnenstipendien Die zum Wiener DramatikerInnenstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, vier von ihnen waren Frauen(Dr.in Susanne Ayoub, Dr.in Karin Kathrein, Dr.in Sabine Perthold, Mag.a Susanne Wolf). Jury Wiener DramatikerInnenstipendien Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Dr.in Anne Zauner war im Jahr 2011 in dieser Jury tätig. Mit dem Preis, der mit 3 700 Euro dotiert ist, wurde Johanna Marx ausgezeichnet. Jury Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende literatur 145 Frauenkulturbericht Brigitta Falkner, Regina Hilber, Marlen Schachinger und Marie-Alice Schultz erhielten das mit 1 100 Euro monatlich dotierte Wiener AutorInnenstipendium. Insgesamt werden vier Stipen­ dien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 100 Prozent. Wiener AutorInnenstipendium Von den vier CanettistipendiatInnen erhielt mit Olga Flor eine Frau dieses mit monatlich 1 500 Euro dotierte Stipendium. Wiener Canettistipendium Pro Jahr werden drei DramatikerInnenstipendien vergeben. Mit Christiane Kalss und Claudia Tondl erhielten zwei Frauen dieses Stipendium. Wiener DramatikerInnenstipendium 146 literatur Frauenkulturbericht Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen wurden Elisabeth Schawerda, Kathrin Steinberger und Helga Bansch ausgezeichnet. Von den 8 000 Euro der Gesamtsumme dieser Preise gingen 4 400 Euro an Frauen. Kinder- und Jugendbuchpreise Aus einem Budget für Buchankauf in der Höhe von 52 000 Euro wurden um 39 982 Euro Bücher von Frauen angekauft. Literatur, Buchankauf Aus einem Budget für Druckostenzuschüsse in der Höhe von 228 000 Euro wurden 104 700 Euro für Bücher von Frauen gewährt. Literatur, Druckkostenzuschüsse Aus einer Gesamtsumme für Vereinsförderung in der Höhe von 2 312 400 Euro wurden Litera­ turvereine und Verlage, die von Frauen geleitet werden, mit 1 751 121 Euro gefördert. literatur 147 Frauenkulturbericht Albert-Drach-Gesellschaft Jahrestätigkeit Dr. Eva Schobel (Obmann-Stellvertretr.) Alumniverband der UNI Wien Bibliothekslesungen Mag.a Brigitte Ederer (Präsidentin) Asset Rund um die Burg Claudia Wittrich (Organisation) Denkraum Donaustadt Literarische Hausapotheke V Sylvia Schlagnittweit (Obfrau) Erstes Wiener Lesetheater Leseaufführungen und Zweites Stegreif­ theater Susanne SchwarzAschner, Eva Filipp (Vorstandsmitglieder) Frauenhetz Die Kröte wandert wieder Mag.a Dr. Gerlinde Mauerer, Mag.a Dr.in Birge Krondorfer, Mag.a Sabine Sölkner, Dagmar B. Gordon (Koordinatorinnen) Grazer Autorinnen Auto­ renversammlung Veranstaltungen Kilic Ilse (Geschäftsführung) Vereinssubvention Hauptverband des Öster­ reichischen Buchhandels Leo-Perutz-Preis für Dr. Inge Kralupper Kriminalliteratur(Geschäftsführerin) IG Autorinnen Autoren Wien als Zufluchtstadt Renate Welsh (Präsidentin) Lite Radio in Leipzig Lite Radio in Frankfurt Institut für Interaktive Raumprojekte Modell Zugvogel Gerlinde Moser-Wagner (Präsidentin) Institut für Jugendliteratur Schreibzeit für und Leseforschung junges Publikum Prof.in Christa Ellbogen (Präsidentin) Klang.Kunst.Etage Gerhard Rühm, Le­ sung und Konzert Mag.a Ketajun Dörfler (Obfrau) Kulturverein Alsergrund summer stage Inde­ pendent Festival – Literaturreihe 2011 Ingrid Smejkal (Vizepräsidentin) 1 800 2 000 31 000 2 500 12 000 800 19 000 5 800 2 500 20 981 3 000 4 000 2 000 5 000 500 6 000 148 literatur Frauenkulturbericht Kunstverein Wien Literaturund Contentmarketing Literaturkreis Podium Milena Verlag Österreichische Gesellschafr für Literatur Österreichischer Schriftstellerverband O-TÖNE Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein Exil Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang VIENNA LIT Literaturverein webbrain Wespennest Wortspiele SUMME Gesamt Jahresaktivitäten BUCH WIEN Aktivitäten Aktivitäten Aktivitäten Aktivitäten O-TÖNE 2011 Miet- und Betriebs­ kosten Jahresaktivitäten Preise und Stipendien Jahrestätigkeit Slam Poetry zum Frauenarchivetag Vienna Lit Events tonkunst/ schreib­ kunst Aktivitäten Wortspiele 7 Mag.a Joanna LukaszukRitter (Gen.Sekr.-Stellvertr.) Dr. Inge Kralupper (Geschäftsführung) Barbara Neuwirth (Vorsitzender-Stellvertr.) Mag.a Vanessa Wieser (Obfrau) Marianne Gruber (Präsidentin) Mag.a Dr. Sidonia Gall (Vorsitzende) Gabriele Hegedüs (Kassierin) Marie-Christine BarattaDragono (Generalsekretärin) Mag.a Brigitte Rapp (Geschäftsführung) Christa Stippinger (Obfrau) Dr. Brigitte Geiger (Obfrau) MMag.a Barbara Treptow(Obfrau) Dr. Gabriele Stöger (Obfrau) Andrea Zederbauer (Vorsitzende-Stellvertr.) Dr. Martina Schhmidt (Obmann-Stellvertr.) 1 383 500 50 000 3 600 6 000 7 300 6 540 25 000 30 000 6 000 18 000 60 000 900 1 400 2 500 28 000 2 500 1 750 121 literatur 149 Frauenkulturbericht Literatur, Vereins- und Verlagsförderung Bildende Kunst Jury Kunstankauf 7 Mitglieder, 5 Frauen/ 2 Männer, das ist ein Frauenanteil von 71,42 Prozent. Dr.in Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr.in Dietgard Grimmer, Prof.in Gabriele Rothemann, Mag.a Lisa Wögenstein, Mag.a Karin Zimmer Jury Kunstankauf Galerienjury„Das engagierte Auge“ 7 Mitglieder, 5 Frauen/ 2 Männer, das ist ein Frauenanteil von 71,42 Prozent. Dr.in Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr.in Dietgard Grimmer, Prof.in Gabriele Rothemann, Mag.a Lisa Wögenstein, Mag.a Karin Zimmer Galerienjury„Das engagierte Auge“ 150 bildende kunst Frauenkulturbericht Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Bildende Kunst 5 Mitglieder, 3 Frauen/ 2 Männer Dr.in Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr.in Hedwig Saxenhuber, Mag.a Eva Schlegel Jury Preise der Stadt Wien Förderungspreise für Bildende Kunst 2 Frauen Luisa Kasalicky, Marlene Haring Förderungspreise für Bildende Kunst Preise der Stadt Wien für Bildende Kunst 2 Frauen/ 1 Mann Margot Pilz und Brigitte Prinzgau zusammen mit Wolfgang Podgorschek Preise der Stadt Wien bildende kunst 151 Frauenkulturbericht Jury für die Preise und Förderungspreise der Stadt Wien für Architektur 5 Mitglieder, 3 Frauen/ 2 Männer DI Arch.in Elke Delugan-Meissl, Univ.-Prof.in DI Bettina Götz, Univ.-Prof.in Mag.a arch. Elsa Prochazka Jury Preise der Stadt Wien Architektur Förderungspreis für Architektur soma ZT GmbH: bestehend aus 1 Frau(Kristina Schinegger)/ 3 Männer Förderungspreis für Architektur Preis der Stadt Wien für Architektur 1 Mann Preis für Architektur 152 bildende kunst Frauenkulturbericht Kunstankäufe des Referats für bildende Kunst Mit einem Ankaufsbudget von 448 964,93 Euro wurden 111 Kunstwerke von 72 KünstlerInnen angekauft. 32 Künstlerinnen, 159 424,93 Euro 40 Künstler, 289 540 Euro Kunstankäufe, Ankaufssummen Kunstankäufe, KünstlerInnen Schenkungen 241 Kunstwerke wurden von 16 Künstlerinnen und 38 Künstlern der Sammlung der Kulturab­ teilung der Stadt Wien als Schenkungen überantwortet. Schenkungen bildende kunst 153 Frauenkulturbericht Ausstellungen im MUSA Lieselott Beschorner. Zwischen Abstraktion und Groteske 1 Künstlerin kuratiert von: 1 Mann Die 1927 in Wien geborene Künstlerin studierte ab 1945 an der Wiener Akademie der bilden­ den Künste bei Robin Christian Andersen und Albert Paris Gütersloh. 1951 schloss sie ihr Stu­ dium ab und wurde eines der ersten weiblichen Mitglieder der Wiener Secession, in der sie mehrfach ausstellte. Besonders mit ihren Puppen die um 1970 entstanden sind, nimmt sie in der österreichischen Kunstgeschichte eine Sonderposition ein. Ausstellungsbeteiligung Lieselott Bschorner Die sechziger Jahre: Eine phantastische Moderne 15 Künstlerinnen, 116 Künstler kuratiert von: 2 Männer Ausstellungsbeteiligung Die sechziger Jahre: Eine phantastische Moderne 154 bildende kunst Frauenkulturbericht INSIDE OUT 1 Künstlerin kuratiert von: 1 Frau Ausstellungsbeteiligung Inside Out ABPOPA/ AURORA 1 Künstler kuratiert von: 1 Mann Ausstellungsbeteiligung ABPOPA/ AURORA Gesamt waren in den Ausstellungen des MUSA 143 KünstlerInnen vertreten, davon 17 Frauen und 126 Männer, wobei von den vier durchgeführten Ausstellungen zwei Personalen von je­ weils einer Künstlerin stattfanden(Liselott Beschorner und Hiroko Inoue). Ausstellungsbeteiligung MUSA gesamt bildende kunst 155 Frauenkulturbericht Startgalerie im MUSA Bei insgesamt zehn Ausstellungen stellten sieben Künstlerinnen, zwei Künstler und ein männ­ lich-weibliches Duo aus, somit acht Künstlerinnen und drei Künstler. Ausstellungsbeteiligung Startgalerie im MUSA Kleinprojektförderung Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wur­ den aus der Gesamtbudget von 140 000 Euro für Kleinprojektförderung 2011 subventioniert: Zentrum für Kunstprojekte(Open space) Desperate artwives Verband österr. Galerien Medienwerkstatt Wien Neun Arabesken Fotogalerie Wien Playing mums pogmahon Verein LOVE Freunde des Loquaiparkes intakt Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe Basis Wien Kunsthalle Exnergasse sehsaal Institut für Interaktive Raumprojekte 7 550 5 500 1 500 1 350 4 200 25 000 1 500 3 700 3 000 2 000 2 000 5 000 4 000 2 000 1 500 2 000 156 bildende kunst Frauenkulturbericht fotoK fishpool Kunst vor Ort Freunde der Plattform junge Kunst pica-pica Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunstprojekte Schule für künstlerische Photographie SUMME Gesamt Kleinprojektförderung 4 000 500 800 1 000 500 1 000 4 000 83 600 KUNSTHALLE wien Vorstand Mag. Thomas Häusle – Präsident Mag. Siegfried Menz – Präsident-Stellvertreter RR Hildegarde Waissenberger – Kassierin Dr. Patrick Lundwall – Kassier-Stellvertreter Dr. Josef Kirchberger – Schriftverkehr Melanie Wenckheim – Schriftverkehr-Stellvertreterin Kunsthalle Wien, Vorstand kunSthalle Wien 157 Frauenkulturbericht Leitung Dr. Gerald Matt – Direktor Mag.a Bettina Leidl – Geschäftsführerin(bis 30. November 2011) Ursula Hühnel-Benischek – Leitung Verwaltung(ab 1. Dezember 2011) Leitende MitarbeiterInnen Claudia Bauer – Leitung Marketing/ Presse Isabela Drozda – Leitung Vermittlung Peter Pazdera – Leitung Technik Kunsthalle Wien, Leitung Kuratorium Mag.a Angela Stief – Kuratorin Catherine Hug, MAS – Kuratorin Mag.a Synne Genzmer – Kuratorin Mag. Martin Walkner – kuratorische Assistenz Dr.in Verena Konrad – Kuratorin Mag.a Anne Sophie Christensen – Projektleitung Ursula Blickle Videoarchiv Lucas Gehrmann – Kurator Kunsthalle Wien, Kuratorium 158 kunSthalle Wien Frauenkulturbericht Kunsthalle Wien, Ausstellungen KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien 2011 wurden durch KÖR-Finanzierung 17 Kunstprojekte umgesetzt(1 permanentes Werk und 16 temporäre Werke). Von den 2011 abgeschlossenen 16 temporären Projekten verhält sich die Beteiligung von Künstlerinnen und Künstlern und wie folgt: 14 weiblich, 14 männlich. KünstlerInnen KÖR temporäre Projekte Die permanente Arbeit stammt von einem Künstlerteam, 1 weiblich/ 1 männlich. KünstlerInnen KÖR permanente Projekte Zusammenfassend für 2011: • 17 Kunstprojekte umgesetzt, bzw. initiiert • insgesamt 30 Künstlerinnen und Künstler • davon 15 weiblich, 15 männlich kunSthalle Wien 159 Frauenkulturbericht MitarbeiterInnen Geschäftsführung: Bettina Leidl, Gerald Matt KÖR Geschäftsführung Projektkoordination und Produktionsleitung: Sonja Huber Sekretariat: Eva Amann KÖR MitarbeiterInnen gesamt Kuratorium Birgit Brodner, Josef Cser, Franz Kobermaier, Bettina Leidl, Gerald Matt, Georgine Zabrana KÖR Kuratorium Beiräte Lilli Hollein(Jurypräsidentin), Berthold Ecker, Bernhard Eichinger, Dirk Luckow, Letizia Ragaglia 160 kunSthalle Wien Frauenkulturbericht Beirat KÖR Kino Im Jahr 2011 standen insgesamt 400 000 Euro für die Kinoförderung zur Verfügung. Davon wurden 184 000 Euro als Kinoprämien ausgeschüttet, 66 000 Euro für Projekte und 150 000 Euro für die Digitalisierung vergeben. Eine Kinoprämie in der Höhe von 65 000 Euro konnte an fünf Kinobetreiberinnen ausgeschüt­ tet werden, das entspricht 35,4 Prozent. ADF Kinobetriebs GmbH Admiral Kinobetriebs KG Filmcasino& polyfilm BetriebsGmbH Gloriette Kino Seidl& Co KG Kepler Lichtspiele SUMME Gesamt Grundprämie 2011 Grundprämie 2011 Grundprämie 2011 Grundprämie 2011 Grundprämie 2011 13 000 13 000 13 000 13 000 13 000 65 000 Kinoprämien Für die Digitalisierung erhielt eine Kinobetreiberin 20 000 Euro, dies entspricht einem Wert von 13,3 Prozent. kino 161 Frauenkulturbericht Filmcasino& Polyfilm BetriebsGmbH SUMME Gesamt Digitalisierung Digitalisierungsprämie 20 000 20 000 Für Projektförderungen an zwei Kinobetreiberinnen wurden 31 000 Euro aufgewendet. Dies ergibt einen Prozentsatz von 46,9. Admiral Kinobetriebs KG Filmcasino& polyfilm BetriebsgmbH SUMME Gesamt Heimatfilmfestival im Admiral Kino Cinemama 2011 Arch Film Matinee 2011 Das dokumentarische Kino der Elfi Mikesch Kino& Kuchen 2011 Filmcasino Starters- Staffel 2 Cine Latino 2011 /slash filmfestival 2011 150 Jahre Margareten/100 Jahre Kino in Margareten /slash Specials 7 000 1 000 1 000 1 000 1 000 3 000 4 000 10 000 2 000 1 000 31 000 162 kino Frauenkulturbericht Projektförderungen an KinobetreiberInnen Auf das gesamte Kinobudget von 400 000 Euro berechnet, wurden insgesamt 116 000 Euro an Kinobetreiberinnen vergeben. Dies entspricht einer Förderung von 29 Prozent. Kinobudget gesamt Film Institutionen Im Jahr 2011 standen insgesamt 600 000 Euro für den Bereich„Film“ zur Verfügung, 385 000 Euro davon wurden an Filminstitutionen vergeben. Ausschließlich an weiblich geführte Insti­ tutionen wurden 154 000 Euro ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 40 Prozent. Culture2Culture espressofilm Francultures – Plattform Frankophoner Kulturen/ Platforme des Cultures Francophones fullframe pro Frau – Plattform für Frauenrechte Tricky Women 2011 espressofilm- Kurzfilm einen Sommer lang 2011 Kulturelle Dialoge im Cine-Club Fullframe 2011 im Gartenbaukino Frauenfilmtage 2011 54 000 5 000 5 000 5 000 10 000 Film 163 Frauenkulturbericht Schulen für Photographie und Film sixpackfilm SUMME Gesamt Schule für unabhängigen Film Jahresförderung 2011 Film, Institutionen 5 000 70 000 154 000 Einzelfilmerinnen Für Einzelförderungen wurden insgesamt 215 000 Euro ausgeschüttet. Davon wurden 135 130 Euro für Filmer, das sind 62,9 Prozent, und 79 870 Euro, für Filmerinnen vergeben, das sind 37,1 Prozent. Michaela Grill Ruth Kaaserer Ulrike Kofler Martina Kudlacek Mara Mattuschka Catalina Molina Astrid Ofner Adele Raczkövi Christine Schörkhuber Nadine Taschler Martina Theininger Cordula Thym Clara Trischler Foret D‘Experimentation Women in the ring Filmprojekt„wir fliegen“ Die Kosmologie des Peter Kubelka Heiner Fürst – Abenteuer des Sehens Dieses Lied ist für Dich Abschied von den Eltern Vom Leben und Sterben der Frösche Chimney Sweeper Gaudart frameout digital summer screening FtWTF Das erste Meer 5 000 5 000 5 000 5 000 5 000 5 000 5 000 8 000 1 000 6 000 14 580 5 000 4 290 164 Film Frauenkulturbericht Magdalena Weiss Judith Zdesar SUMME Gesamt Im Vorübergehen VAKUUM Film Einzelförderungen 2 500 3 500 79 870 Beirat Kinoförderung Insgesamt 400 000 Euro waren für die Kinoförderung verfügbar. Davon wurden 66 000 Euro für Projekte vergeben. Der Kinobeirat zur Vergabe der Projektförderung tagt zweimal im Jahr und bestand 2011 aus zwei weiblichen Mitgliedern und einem männlichen Mitglied. Beirat Kinoförderung Filmfonds Wien Frauen als Filmemacherinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind in allen Tätigkeitsfeldern Frau­ en wie auch Männer beschäftigt. Von der Drehbuchautorin über die Filmgeschäftsführerin, Cutterin, Kamerafrau und all die weiteren Berufssparten bis hin zur Filmemacherin arbeiten alle mit großem Erfolg im künstlerischen wie auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Besonders hervorzuheben ist im Jahr 2011 Marie Kreutzers Spielfilmdebüt Die Vaterlosen, das von der Berlinale-Jury eine lobende Erwähnung erhielt. Der Ensemblefilm lief außerdem erfolgreich auf einer Reihe internationaler Festivals. American Passages, das Amerika-Porträt der renommierten Dokumentaristin Ruth Beckermann, wurde 2011 ebenfalls mehrfach inter­ national präsentiert. Das Filmfestival von Buenos Aires würdigte Beckermann im April 2012 darüber hinaus mit einer umfangreichen Werkschau. Filmfonds Wien 165 Frauenkulturbericht Gesamt gesehen stieg der Frauenanteil in vielen Förderbereichen auffällig: Bei 27 Prozent der geförderten Fernsehfilmprojekte führten Frauen Regie, was einen Anstieg um ganze 13 Pro­ zentpunkte bedeutet. Auch bei den Kinostarts des vergangenen Jahres kletterte der Anteil im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent. Zu guter Letzt gilt es noch eine interne Personalie zu erwähnen, da das Jahr 2011 auch ein Jahr des Wechsels war: Im November wurde Dr. Peter Zawrel nach seiner 12-jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer des Filmfonds Wien von MMag.a Gerlinde Seitner abgelöst. Zum ersten Mal in der Geschichte der Wiener Filmförderung leitet damit eine Frau die am höchsten dotierte Regionalförderstelle Österreichs. Projektentwicklungsförderung Kino Von 31 Projekten, denen die Jury Projektentwicklungsförderungen in einer Gesamthöhe von 680 898 Euro zusprach, waren für 11 Drehbücher oder Treatments Frauen haupt- und mitver­ antwortlich. Dies entspricht einem Anteil von 35 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um fünf Prozent. Projekt Alexander von Bismarck (aka Wood) Amour Fou Charlottes Traum Familie Schauerlich macht Urlaub Gruber geht Ma folie OP ANONYMOUS Revolte! Schemen Thank you for Bombing Vom Umgang mit der Schuld SUMME Gesamt Antragsteller/ Drehbuch Produktion Genre Fördersumme WILDart Film Monica LazureanGorgan, Michaela Kirst, Ebba Sinzinger D 50 000 coop99 Jessica Hausner F 21 000 Allegro Film Agnes Pluch F 18 450 Tara Film Alrun Fichtenbauer F 24 754 Allegro Film Marie Kreutzer F Witcraft Szenario Andrina Mracnikar F blue+green communica­ tion Friedrich Moser, D Stefanie Langer und Daniel Wunderer Allegro Film Corinna Milborn, Paul Poet D Witcraft Szenario Barbara Albert F Lotus Film Barbara Eder D La Banda Film Sabine Derflinger D 23 400 500 50 000 34 269 25 000 16 000 30 000 293 373 166 Filmfonds Wien Frauenkulturbericht Frauenanteil Drehbuch Projektentwicklung Die Treatments oder Drehbücher zu den geförderten Projektentwicklungen wurden in 35 Pro­ zent der Fälle von Frauen geschrieben, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um fünf Prozentpunkte. Frauenanteil Drehbuch Herstellungsförderung Kino Mit einer Fördersumme von 6 796 900 Euro wurden insgesamt 44 Herstellungsanträge geför­ dert, das waren 42 Projekte. Bei zehn der geförderten Projekte führt eine Frau Regie, was ei­ nen Gesamtanteil von 23 Prozent bedeutet. Der Frauenanteil in der Regie fiel im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt. Projekt Antragsteller Drehbuch / Produktion Genre Land Fördersumme Auf den Barockaden Cronos Film Doris Kittler Drama A 41 000 Bambikiller Bonus Film Barbara Gräftner Komödie A* 104 000 Die Lebenden und die Toten coop99 Barbara Albert Drama A/D/PL 340 000 Ein unbeschriebe­ kurt mayer Hanne Lassl Dok A nes Blatt film 25 000 Ein unbeschriebe­ kurt mayer Hanne Lassl Dok A nes Blatt film ** 20 000 Heartbreakers Amour Fou Anja Salomonowitz Dok A 40 000 Kern Ulrich Seidl Film Veronika Franz, Severin Fiala Drama A 28 400 Ludwig II Dor Film Peter Sehr, Marie Noëlle Dok A* 200 000 Projekt: Superwoman Lotus Film Barbara Caspar Drama A 80 000 Filmfonds Wien 167 Frauenkulturbericht The Future‘s Past Amour Fou Filmproduktion GmbH Susanne Brandstätter SUMME Gesamt * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung Dok A** 7 000 554 400 Frauenanteil Regie(Herstellung Kino) Der Frauenanteil bei der Regie von Kinofilmen fiel im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozent­ punkt. Frauenanteil Regie Kino Herstellungsförderung TV Die Fernsehfilmförderung unterstützte insgesamt 24 TV-Projekte in der Herstellung mit einer Gesamtfördersumme von 1 871 840 Euro. Bei sieben der geförderten Filme führte eine Frau Regie, der Frauenanteil lag bei 27 Prozent, womit der Prozentsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozentpunkte angestiegen ist. Projekt Die Lust der Männer Die Wiener Tschechen Jack Unterweger Karl der Große Antragsteller/ Regie Produktion Genre Nikolaus Gabriele Geyrhalter Film Schweiger Doku artkicks Kerstin Paulik/ Helmut Potutschnig Doku Dor Film Helene Maimann Doku pre TV Gabriele Wengler Doku Land A A A A/D Fördersumme 22 000 10 000 * 30 000 100 000 168 Filmfonds Wien Frauenkulturbericht SOKO Wien/ Donau 7. Staffel Sounds of Music Viktor Orbans Neues Ungarn SUMME Gesamt * Projekt abgebrochen Satel Film Erhard Riedelsperger, Robert Sigl, Holger Gimpel Kurt Mayer Film Talya Finkel Dor Film Andrea Morgenthaler Serie Doku Doku A/D 450 000 A/ISR A 20 000 22 000 624 000 Frauenanteil Regie, TV Verwertungsförderung: Kinostart und BesucherInnenzahlen Für 33 Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2010 mit einer Summe von insgesamt 1 526 423 Euro gefördert. Bei neun der Filme führte eine Frau Regie, was 27 Prozent entspricht. Damit stieg der Anteil der Filmemacherinnen im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozentpunkte. Film Antragsteller/ Verleih Rest in Peace Filmladen Filmverleih Na Putu – Zwischen uns das Paradies Polyfilm Vielleicht in einem anderen Leben Filmladen Filmverleih Die Lust der Frauen Stadtkino Filmverleih Regie Filmstart Andrea Kinostart Morgenthaler 2010 Jasmila Zbanic 14.01.11 Besucher- Förder­ Innen summe 2010 im Kino 33 000 4 166 19 600 Elisabeth Scharang 21.01.11 Gabi Schweiger 25.03.11 8 012 43 000 1 217 2 000 Filmfonds Wien 169 Frauenkulturbericht Die Vaterlosen Thimfilm Marie Kreutzer 08.04.11 Hana, dul, sed Stadtkino Filmverleih Brigitte Weich 24.06.11 Adrienn Pal Poool Filmverleih Agnes Kocsis 09.09.11 du und ich Thimfilm Ruth Rieser 02.12.11 SUMME Gesamt 18 113 2 416 54 250 30 785 428 39 000 404 44 021 265 656 BesucherInnen per 31. Dezember 2010 laut Angaben der Verleihfirmen Frauenanteil Regie Kinostart MitarbeiterInnen Beim Filmfonds Wien waren im Jahr 2011 zehn Personen tätig, davon sechs Frauen: MMag.a Gerlinde Seitner – Geschäftsführung Mag.a Claudia Fischer – Projektabteilung Kino und TV, Vertragswesen Andrea Christa – Kinodigitalisierung Silvia Gneisz – Büroleitung und Strukturförderungen Mag. Severin Moritzer – Fernsehfilmförderung Wernfried Natter – Projektabteilung Kino/ TV, Verwertung, Rechnungswesen Han-fen Chao – Projektabteilung Kino/ TV, Prüfungswesen Mag. Stefan Hahn – PR und Kommunikation, Kinoförderungen Filmfonds Wien MitarbeiterInnen 170 Filmfonds Wien Frauenkulturbericht Im Jahr 2011 schieden aus Dr. Peter Zawrel – Geschäftsführung(bis 10/2011) Saskia Pramstaller – PR und Kommunikation(bis 1/2011) Kuratorium Dem Kuratorium gehören folgende, vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft bestellte Mitglieder an: Dr. Josef Kirchberger(Vorsitz) – Art for Art Theaterservice GmbH Mag.a Bettina Leidl(Stellvertretender Vorsitz) – Geschäftsführerin von departure Heinrich Ambrosch – Produzent(ab 6/2011) Mag.a Sylvia Faßl-Vogler – Kulturabteilung der Stadt Wien Mag. Andreas Hruza – Produzent(ab 6/2011) Mag. Daniel Löcker – Referent der Bürogruppe Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien Mag. Gerhard Schedl – Filmkonsulent Dagmar Streicher – Dramaturgin(ab 6/2011) Filmfonds Wien Kuratorium Im Jahr 2011 schieden aus Dr. Kurt Mayer – Produzent der kurt mayer film(bis 5/2011) Prof. Kurt J. Mrkwicka – Produzent der MR Film(bis 5/2011) Antonin Svoboda – Produzent der coop99(bis 5/2011) Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und der Ge­ schäftsführung, die über Förderungen von Projektentwicklung und Kinoherstellung entschei­ den. Die Mitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft für die Dauer von drei Jahren bestellt. Hauptjury Mag.a Heidi Hasenzagel – Location Managerin, Produktions-& Drehbuch-Beratung Eric Pleskow – ehemaliger Filmproduzent und Präsident der Viennale Jörg Schneider – Redakteur beim ZDF„Das kleine Fernsehspiel“ Sonja B. Zimmer – Production Executive bei den Studio Babelsberg Motion Pictures Filmfonds Wien 171 Frauenkulturbericht Hauptjury Filmfonds Wien Ersatzjury Jakob Claussen – Filmproduzent Susanne Guggenberger – Leiterin des DOK Markt bei DOK Leipzig Mag. Christian Kubo – Produzent und Geschäftsführer der Docland GmbH Andrea Willson – ehemalige Filmproduzentin Ersatzjury Filmfonds Wien Im Jahr 2011 schieden aus Andrea Ernst – stellvertretende Leiterin der Abteilung Religion und Bildung des WDR (bis 1/2011) Beatrix Wesle – Geschäftsführerin der ATRIX FILM GmbH(bis 5/2011) Mag.a Heidi Hasenzagel – Location Managerin, Produktions-& Drehbuch-Beratung (bis 5/2011) 172 Filmfonds Wien Frauenkulturbericht Neue Medien Institutionen Im Jahr 2011 standen 390 000 Euro für den Bereich„Neue Medien“ zur Verfügung. An Institu­ tionen wurden insgesamt 320 700 Euro vergeben. Ausschließlich an weiblich geführte Institu­ tionen wurden 81 500 Euro ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 25,4 Prozent. ei(s)kon:fekt sound:frame Festival – perFORMance Eurozine – Gesellschaft zur Eurozine – Netzwerk europäischer Vernetzung von Kulturmedien mbH Kulturzeitschriften und Netzzeitschrift kanonmedia – Verein für neue Medien #WB: quoting Walter Benjamin Kunstverein das weisse Haus Jahresförderung 2011 TAGR TV – Verein für Medienkunst tagr.tv Target Reply – Verein für Kunstund Medienprojekte Festival ART VISUALS& POETRY SUMME Gesamt 40 000 20 000 1 500 17 000 1 500 1 500 81 500 Neue Medien Institutionen Einzelförderungen Insgesamt 69 300 Euro wurden für Einzelförderungen zur Verfügung gestellt. Davon wurden 39 600 Euro für Einzelkünstler vergeben, entspricht 57,2 Prozent und 29 700 Euro für Einzel­ künstlerinnen, das sind 42,8 Prozent. Nora Dibowski Katharina Ernst Judith Fegerl Swarm Cubes Walking pre le ve ment de flux 700 700 2 000 neue Medien 173 Frauenkulturbericht Melanie Hollaus Ljubov Ilieva Sara Rose Jakowitsch Veronika Mayerböck Doris Schmid Susanne Schuda Astrid Steiner Stephanie Winter Julia Zdarsky SUMME Gesamt HERNALSER EGOPERSPEKTIVE Eine Wanderung durch das System BODYSCAPES_corpo Phonolux EVA Selbst, Markt, Bild LUMA.LAUNISCH. 60 Seconds Somewhere PSYCHODROM Portfolio Neue Medien, Einzelförderungen 4 000 2 000 3 000 700 1 500 5 000 1 500 5 600 3 000 29 700 Beirat Neue Medien Der Beirat, der zweimal im Jahr tagt, bestand im Jahr 2011 aus insgesamt zwei weiblichen Mit­ gliedern und einem männlichen Mitglied. Beirat Neue Medien 174 neue Medien Frauenkulturbericht Stadtteilkultur und Interkulturalität Aus einem Gesamtbudget von 3 818 999,90 Euro wurden von Frauen geleitete Vereine mit 461 463,90 Euro gefördert, das sind 12,08 Prozent. Aktionsradius Wien Jahrestätigkeit DI.in Uschi Schreiber diverse Projekte Atrium de Arte Jahresprogramm Mag.a Silvia Maria Grossmann AYBOBO österreichisch- Projekt haitianischer Kultur­„Intercultural SoulArt“ kontakt Karine Libecca ARETÉ ART Interkulturelles Olga Schalaewa Weihnachtsfest für Kinder Bezirksmuseum Alser­ grund „Hermann-Alfred­ Fried-Projekt“ Dipl.Päd.in Martina Malyar CLUB XIX 3 Konzerte und Silvia Bankl 2 historische Spaziergänge in Döbling DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung DanceAbility EUROPE Gründungs-Kongress Vera Rebl Evangelisches Bildungs- Konzert„Dietrich­ Mag.a Ursula Arnold werk A.B. Wien Bonhoeffer-Liederabend“ Forum 23, Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten in Liesing Förderung von Liesinger KleinkünstlerInnen bzw. Belebung einzelner Ortskerne Hannelore Reischl Genderraum – Verein für Gender- und Diversity-Projekte Projekt„KnitHerStory“ Mag.a Betina Aumair Globalista – grenzüber- Projekt„femous“ schreitende Kulturarbeit und Forschung Celia Mara Pereira Da Silva Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft, WIEN Jahresaktivitäten Ida Koller-Andorf 189 000,00 90 000,00 1 500,00 3 000,00 1 700,00 3 000,00 3 000,00 3 500,00 3 000,00 25 000,00 3 000,00 3 000,00 1 500,00 Stadtteilkultur und interkulturalität 175 Frauenkulturbericht isebuki KunstverEinmischung Projekt„Insert_Einlage“ Mag.a Andrea Kessler Kulturverein Initiative Währing diverse Veranstaltungen Charlotte Zeisel Kulturverein „gutgebrüllt“ Projekt„Der Talisman“ Mag.a Katharina Stockinger Kulturforum Mariahilf Jahresprogramm Ingeborg Habereder KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Konzert Jazzsextett CRISS­ CROSS„women in jazz“ Adriane Muttenthaler Kulturverein LITERA-AKTION 23 Projekt„Litera-Aktion 23“ Gerda Flöser Kulturverein Jahreskulturarbeit „Freundinnen und im 8. Bezirk Freunde der Josefstadt“ Dr.in Irmtraut Karlsson Kunstraum – Ragnarhof Projekt„Mimamusch“ Mag.a MAS Nora Lackner Kulturverein Hietzing Projekt„Belajrusija Wintertournee“ Hermine Moser KULTUR HORIZONTE Association for the widening of horizons through arts and culture Diskussion über die Arbeitswelt in der Türkei mit Dokumentarfilm-Bei­ trägen:„Die Vergessenen“ Nathalie Borgers Liesinger Künstlerwerkstatt Weihnachtskunstmarkt Sladana Ivic Lachen verbindet 1. Wiener Lachmeister­ schaft Mag.a Angelika Hausenbiegl LOVE_KUNSTVEREIN Projekt„FIRMA“ Mag.a Andrea Lüth Lovara-Roma Österreich„Feier zur Verleihung des immateriellen Kulturerbes in Österreich“ Gilda Horvath reich-art – Kulturclub Wieden diverse Kulturveranstaltungen Susanne Reichard Schwarze Frauen Community(SFC) Afrikanisches Theater Mag.a DAS Dipl.­ Kdg.in Esther Maria Kürmayr 1 000,00 15 000,00 1 883,90 5 000,00 1 000,00 2 200,00 9 200,00 1 000,00 3 500,00 2 600,00 2 200,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 3 600,00 2 000,00 176 Stadtteilkultur und interkulturalität Frauenkulturbericht Theaterverein Die Satyriker Sommerspiele Floridsdorf Mag.a Renate „Dame Kobold“ Dudaschek Verband der Amateur­ musiker und-vereine Österreichs VAMÖ-Konzerte Marianne Klicka Verein Kunst-Kollegium diverse Spittelberg Kulturveranstaltungen Dagmar Dodosch Vereinigung Hortus Musicus Wien 3 Konzerte Anny Bauer Verein Wiener Jugendzentren „Kids in Fashion“ GRin Mag.a Tanja Wehsely „Diversity& Art“ Verein zur Förderung von Nischenkultur 2 geistliche Konzerte „Let me fly“ Mag.a Sabine Federspieler Wiener Praterverband Praterrummel Elisabeth Kolarik Wirtschaft 21 24. Frühlingskonzert KRin Christa Ornest WuZ„Wienerinnen unternehmen Zukunft“ – Frauenverein für Integration, Bildung und Kultur Buchpräsentation „Let ka uspehu“ DI.in Tatjana Kukic-Jank Zentrum für Kunstprojekte Buchpräsentation„Open Space – Mögliche Umrisse politischer Potenzialität“ Dr.in Gülsen Bal SUMME Gesamt 8 280,00 10 000,00 2 000,00 1 100,00 4 400,00 1 000,00 1 000,00 40 000,00 5 800,00 1 000,00 3 000,00 461 463,90 Gesamtbudget davon für von Frauen geleitete Vereine 3 818 999,90 461 463,90 Stadtteilkultur und interkulturalität 177 Frauenkulturbericht Stadtteilkultur Vereine Avesta – Kurdischer Frauenverein Hypathia – Die intellektuelle Frau Projekt Frauenraum – Verein für Frauenintegration Verein für arabische Frauen Yeni Demokradik Kadin – Neue demokratische Frau SUMME Gesamt Veranstaltung zum Weltfrauentag Veranstaltungsreihe„Frieden in Europa“ Cafe Cinema Jahresförderung 100 Jahre intern. Frauentag 1 500 3 000 1 000 4 500 2 500 12 500 ArtCultComposition Bela Bartok Kulturverein Brücke der Freundschaft – Friendshipforce Bulgarisches Theater in Wien Club du Mardi Das Iranische Wien Europäisch russischer Verein für internationale Kooperation Francultures – Plattform frankophoner Kulturen Herzpol Hora Kultur Turism Verein der in Österreich ansässigen Rumänen Ausstellung Jahresförderung 30 Jahres-Feier Theatervorstellungen Musikveranstaltungen Konzert Simorgh Konzerte Tag der Frankophonie Jahresförderung Jahresförderung 178 Stadtteilkultur und interkulturalität 2 000 2 000 250 2 500 2 000 2 050 6 000 5 000 2 000 1 800 Frauenkulturbericht IKUSZ Trommelworkshop Initiative Minderheiten Rahmenprogramm Symposium„Wie hältst du‘s mit der Sprache“ Iranischer Kulturverein Andischeh Monatliche Kulturabende Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma Lesung„Begegnungen“ Istanbul Kulturverein Jahresförderung Jehuda Halevi Zentrum Konzert Klub polnischer Intellektueller Jahresförderung Kultur- und Kunstverein RUDAKI persisches Konzert Kulturverein Pena Flamenca sin Fronterals Wien Flamencofestival Kulturverein Vida Pavlovic Roma Treffen und Roma Festival Mala Ezidiya – Verein der Yeziden in Österreich Eröffnungsveranstaltung Nadya Mandir Divalifest Österreichische Nepalesische Gesellschaft Frauen- und Dasaifest Ostoja Klub polnischen kreativen Pensionisten in Wien Polnische Akzente in Wien Passion Artists – Kulturverein zur Förderung Jahresförderung von Musikern und Künstlern PIRAMIDOPS, Verein für Frauenund Gemeinwesenarbeit interkulturelles Frauenfest Silo – Sammelbecken für KünstlerInnen siloFASANmarkt Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen Kulturveranstaltung Soulconversation – Verein für internatio­ nalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität Geschichten des Helden Nasreddin Hodja, Konzert Takt – Polnisch-Österreichischer Kulturverein Konzert, Theateraufführung Theaterstudio AA Vademecum Kulturverein Jahresförderung 3 000 2 500 2 000 500 10 000 2 000 4 000 2 500 1 000 3 000 1 300 30 000 2 350 500 5 500 1 000 2 000 1 500 4 000 3 500 3 500 Stadtteilkultur und interkulturalität 179 Frauenkulturbericht Theaterverein Vlastenecka Omladina Jahresförderung Theaterwerkstatt Jahresförderung Verband der Polen in Österreich„Strzecha“ Jahresförderung Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica-Haus Konzert Verein der russischen Kultur Jahresförderung Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit Tage der alten Musik Wien Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Jahresförderung Zentrum für Kunstprojekte Jahresförderung SUMME Gesamt 2 000 2 000 5 000 1 500 3 000 1 000 10 000 5 650 141 400 Gesamtbudget davon für von Frauen geleitete Vereine Interkulturelle Aktivitäten, Vereine 727 000 141 400 180 Stadtteilkultur und interkulturalität Frauenkulturbericht Wissenschaft Geschlechtergerechtigkeit und die Umsetzung dieses berechtigten und notwendigen Postu­ lats ist in der Wissenschaftsförderung der Stadt Wien zu einem Grundprinzip geworden. Es gibt keine strukturelle und keine Förderungsentscheidung, bei der nicht die Genderfrage ge­ stellt wird. Der Begriff, die Theorie und die daraus abgeleitete Praxis basieren auf empirisch fundierten Einsichten: Geschlecht ist in einer Welt der Menschen, in der alles gesellschaftlich bedingt ist, wesentlich und vorrangig auch eine soziale Bedingung und nicht ein biologisches Schicksal. Gerechtigkeit im Allgemeinen und Gerechtigkeit im Umgang von Männern und Frau­ en miteinander kann gestaltet und soll gestaltet werden. Und zweitens, dieser Gestaltungsakt zeigt Wirkung. Überall dort, wo es die Genderperspekti­ ve und eine Bemühung um Gerechtigkeit im Umgang mit Frauen und Männern in Institutionen und im Alltag gibt, dort gelingt es relativ rasch und sichtbar, Verhältnisse transparent und ge­ rechter zu gestalten. Die Wissenschaft ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Lebens- und Arbeitswelt, die sehr stark von Männern dominiert wurde, in einigen Jahrzehnten in viel stärkerem Maß von Frauen mit­ gestaltet wird. In Wien werden gegenwärtig drei der neun Universitäten von Frauen geleitet, die Life Sciences, die im Hinblick auf interessante und wirksame Ergebnisse und Anwendungs­ möglichkeiten boomen, werden in Wien sehr stark von Frauen geleitet und weiterentwickelt. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch ein breites Spektrum an Stipendi­ en, Research Groups und anderen erreicht in Wien schon traditionsgemäß fast immer etwas mehr Frauen als Männer. Die erfolgreichen Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit de­ monstrieren eindrucksvoll eine gute Botschaft im Umgang mit Geschichte und Gesellschaft. Bemühungen um Gerechtigkeit sind – konsequent angewendet – sichtbar. Projektförderungen Gesamtvolumen davon für Frauen 1 364 000 655 040 Wissenschaft, Projektförderungen Wissenschaft 181 Frauenkulturbericht Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben: Culture2Culture – Verein zur Förderung, Koordination und Entwicklung von Kunst, Kultur, Kommunikation, Bildung und Wissenschaft • Mag.a Waltraud Grausgruber / Mag.a Birgitt Wagner Filmfestival„Tricky Women“ und„Datenbank/ Videothek des Animationsschaffens von Frauen“ Delphina – Verein zur Realisierung und Unterstützung von Kunstprojekten • Dr.in Edith Almhofer Publikationsprojekt: Charlotte Weinmann, Natura viva. Das kalligrafische Werk Denkraum Donaustadt. Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft, Kunst und Kultur, Wien • Sylvia Schlagintweit Veranstaltungsreihe: Frau-Mann: Lebensbilder – Lebenswelten – Lebensmuster Erika Mitterer Gesellschaft • Martin G. Petrowsky Forschungs- und Veranstaltungsprogramm Ernst Jandl Gesellschaft • Dr.in Christa Gürtler Forschungs- und Publikationsprojekt: Gesamtausgabe – Nachlass Elfriede Gerstl European Policy Consultants EPOC • Mag. Mario Springnagel Konferenz: Import – Export – Transport. Queer Theory, Queer Critique and Activism in Motion Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik • Mag.a Dr.in Gerlinde Mauerer Forschungsprojekt: Archivierung des(Arbeits-)Nachlasses von Gerburg Treusch-Dieter FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • Christine Bodendorfer 9. Fachtagung: Sexuelle Übergriffe und Straftaten von männlichen Jugendlichen – Behandlung und Prävention La Pomarancia – Eins und doch vielfältig: Gemeinnütziger Kulturverein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschiede zwischen Österreich und Italien • Dr.in Maria Cristina Casaburi Veranstaltungsreihe: 100 Jahre Frauentag mica – music information center austria • Mag.a Sabine Reiter Veranstaltungsreihe: micafocus 2011 – Frauen/ Musik 182 Wissenschaft Frauenkulturbericht Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft • Doz.in Dr.in Karin Liebhart / Mag. Patrick Scherhaufer Publikationsprojekt: Stating queer – Queering the State STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung • Mag.a Margit Hauser Projekt: Aufarbeitung des AUF-Archivs Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv • Univ.-Doz.in Dr.in Maria Mesner Forschungsprojekt: 120 Jahre Mädchenbildung in Wien: Am Beispiel des ersten Wiener Mädchengymnasiums Rahlgasse Verein Ödön von Horváth zur Förderung moderner österreichischer Literatur • Priv.-Doz. Dr. Klaus Kastberger Forschungsprojekt: Marianne Fritz-Archiv Verein zur Förderung von L’HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichts­ wissenschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Christa Ehrmann-Hämmerle Publikations-, Forschungs- und Veranstaltungsprogramm, u. a. die Tagung: The First World War in a Gender Context – Topics and Perspectives Von Frauen initiierte, bzw.„federführend“ betreute Projekte: Aisthesis – Plattform für kritische Medien- und Kulturtheorie • Dekanin Univ.-Prof.in Dr.in Susanne Weigelin-Schwiedrzik 8. Philologisch-Kulturwissenschaftlicher Fakultätsvortrag: Über den Schrei AKP(Arbeitskreis für analytische Körperpsychotherapie) • Dr.in Christine Geißler Veranstaltung: Psychoanalyse und Körper Alpen-Adria Universität Klagenfurt • Univ.-Prof.in Dr.in Katharina Heimerl Symposium: Für mich und andere sorgen – Plädoyer für eine neue Sorgekultur Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien • Vizerektorin Univ.-Prof.in Dr.in Karin Gutierrez-Lobos 4. Symposium des SFB-35 Alumniverband der Universität Wien • Dr.in Ingeborg Sickinger Veranstaltungs- und Publikationsprogramm Anton Wildgans Gesellschaft • Dr.in Carmen Friedl Publikationsprojekt: Anton Wildgans – Biographie(Band 2) Wissenschaft 183 Frauenkulturbericht APP Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik, Wien • Mag.a Romana Gruber Tagung: Der Papa wird’s schon richten. Über das Fehlen des Männlichen in der Erziehung Arbeitskreis Wiener Altgermanisten • Mag.a Dr.in Sonja Schreiner 9. Philologisch-Kulturwissenschaftlicher Fakultätsvortrag: Von Präsenz zu Stimmung – und zum Mann ohne Eigenschaften Arbeitskreis zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus • Jasmina Hirschl / Lilly Panholzer Forschungs- und Publikationsprojekt: Umgestaltung des Lueger-Denkmals in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus Arthur Schnitzler Gesellschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Konstanze Fliedl Publikations-, Forschungs- und Veranstaltungsprogramm asylkoordination • Mag.a Anny Knapp Publikationsprojekt: 10 Jahre connecting people Chemisch-Physikalische Gesellschaft • Christl Langstadlinger Vergabe der Loschmidt-Preise 2011 Conceptus-Verein zur Förderung Analytischer Philosophie in Wien • Univ.-Prof.in Dr.in Gabriele Mras Workshop: Wittgenstein on Concept-Formation and the Limits of the Empirical Context. Verein für freie Studien und brauchbare Information • Clara Steinhardt Veranstaltung: recht.links – Kongress zum Thema Recht und Herrschaft DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung • Vera Rebl / Regina Erben-Hartig Veranstaltung: DanceAbility Europe – Gründungskongress 2011 Das Drehbuch. Kulturverein zur Erfassung und bibliothekarischen Aufarbeitung von TV-Filmund Kinofilm-Drehbüchern • Dr.in Andrea Huemer Forschungsprojekt: Recherche von Quellenmaterial zu neuen künstlerischen Entwicklungen der Darstellenden Kunst in Wien nach 1945(Teil 3) Die Wiener Volkshochschulen GmbH – Volkshochschule Brigittenau • Prof.in Sachiko Schmid Publikationsprojekt: Kulturtransfer Japan-Österreich am Beispiel von Ikebana Die Wiener Volkshochschulen GmbH – Volkshochschule Hietzing • Mag.a Andrea Hurton Forschungsprojekt: Arisierung in der Wiener Textil- und Modewirtschaft 1938–1940 184 Wissenschaft Frauenkulturbericht Die Wiener Volkshochschulen GmbH • Dr.in Elisabeth Brugger Veranstaltungsreihe: University meets public DÖW – Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • Univ.-Doz.in Dr.in Brigitte Bailer Forschungsprojekt: Vertreibung – Exil – Emigration. Die österreichischen Vertriebenen im Spiegel der Sammlung der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Hugo Ebner eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies • Priv.-Doz.in Dr.in Monika Mokre Publikations-, Forschungs- und Veranstaltungsprogramm Elfriede Jelinek Forschungszentrum • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Pia Janke Veranstaltungen: Der Gesamtkünstler. Christoph Schlingensief Jelinek.Dialoge. Sätze und GegenSätze aus Literatur und Wissenschaft Evangelische Akademie Wien • Kirsten Beuth / Mag.a Birgit Fleischhacker / Mag.a Barbara Heyse-Schaefer Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm exil.arte – Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik • Dr.in Carmen Ottner Symposium: Nach Mahlers Tod FOKUS – Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien • Mag.a Elisabeth Mayerhofer, MBA Workshop: Künstlerische Forschung als Politikum Forschungsgesellschaft Kunst& Recht • Univ.-Prof.in Dr.in Gerte Reichelt Publikationsprojekt: Denkmalschutz in Europa. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft Forschungsverein rainman’s home • Dr.in Therese Zöttl Veranstaltung: 4. Autismusforum rainman’s home fran:cultures. Plattform frankophoner Kulturen • Dr.in Nicole Philipp Veranstaltungsreihe: Kulturelle Dialoge Franz Schmidt Gesellschaft • Dr.in Carmen Ottner Veranstaltungsprogramm Gesellschaft für Bildung und Kultur • Mag.a Maria Hutterer Veranstaltung: Kunst und Kultur in Wien Wissenschaft 185 Frauenkulturbericht Gesellschaft für Kulturanalytik • Mag.a Elke Krasny Forschungsprojekt: Reading the City. Informelle urbane Nachrichten GHT international – Gesellschaft für historische Tonträger • Mag.a Christine Hofer Symposium: 12. Diskografentag GRENZ-film, wiener kulturwerkstätte • Prof.in Dr.in Susanne Granzer Veranstaltung: Philosophy on Stage#3 Ide(e)ntitäten. Verein für Kunst und Kultur • Mag.a Dr.in Anna Babka Veranstaltung: Miles of Strangeness IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften • Mag.a Viola Eichberger Forschungs- und Veranstaltungsprogramm IG Kultur Österreich • Gabriele Gerbasits / Patricia Köstring Zeitschrift: Kulturrisse IG Kultur Wien • Mag.a Irmgard Almer Studie: Perspektive Leerstand(2. Abschnitt) Imagine. Verein für Kulturanalyse • Dr.in Elisabeth Mixa Ringvorlesung: E-Motions. Transformationsprozesse in der Gegenwartskunst Initiative Minderheiten • Dr.in Cornelia Kogoj Publikationsprojekt Zeitschrift: STIMME von und für Minderheiten Institut für Arbeiterbildung • Naama Magnus Ausstellung zur Geschichte des Kampfes um die Alterspension:„... daß unsre Alten nicht mehr betteln geh‘n“ Institut für axiologische Forschung • Dr.in Susanne Moser / Prof.in Dr.in Yvanka B. Raynova Forschungs- und Publikationsprogramm Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit • Mag.a Vlasta Vales Forschungsprojekt: Kommentierte Bibliographie von Karl Vocelka Institut für jüdische Geschichte Österreichs • Priv.-Doz.in Dr.in Martha Keil Forschungs- und Veranstaltungsprogramm 186 Wissenschaft Frauenkulturbericht Institut für Konfliktforschung • Dr.in Helga Amesberger / Dr.in Brigitte Halbmayr Forschungsprojekt: Namentliche Erfassung der ehemals inhaftierten ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück Institut für interdisziplinäre Nonprofit-Forschung an der Wirtschaftsuniversität Wien • Mag.a Eva More-Hollerweger 9. NPO-Tag: Erfolgsfall oder Erfolgsfalle? Erfolg messen, steuern und kommunizieren JU-KU Junge Wege zur Kunst • Prof.in Dipl.Ing.in (FH) Silke Vollenhofer Kinderunikunst – Kreativwoche 2011 Kommission für Neuere Geschichte Österreichs • Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Mazohl Workshop: Politische Kultur und internationale Beziehungen im Umfeld des Wiener Kongresses Kulturverein Saba • Barbara Korherr Veranstaltung zum 175. Todestag von Ferdinand Raimund: Ferdinand Raimund und das Wiener Volkstheater Kunsthistorische Gesellschaft • Univ.-Doz.in Dr.in Barbara Schedl Veranstaltung: St. Stephan in Wien Kunsthistorische Gesellschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Ingeborg Schemper-Sparholz Kolloquium: Der Bildhauer Lorenzo Mattielli im Kontext KunstPlatzl • Sonja Frank Vermittlungsprojekt: Young Austrian – Fotodokumentation Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur • Dr.in Nigar Hasib Veranstaltungsreihe: Lalish Interkulturelle Dialoge 2011 Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten • Dr.in Karin Fischer Publikationsprojekt: Ökonomie und Entwicklung – Eine multiparadigmatische Einführung Menschenwege – Götterberge • Dr.in Verena Kienast Projekt: wissenschaftliche Vorarbeiten zum Symposium und zur Ausstellung aus Anlass des 100. Geburtstages von Herbert Tichy im Jahr 2012 Metro – Verein für Stadtforschung • Mag.a Sarah Legler Publikationsprojekte: Jüdisches Wien, Floridsdorf, Der Donaukanal, Türkenbelagerung Wissenschaft 187 Frauenkulturbericht Milena Verlag • Mag.a Vanessa Wieser Publikationsprojekt:„Morgen muss ich fort von hier“. Richard Tauber: Die Emigration eines Weltstars Museumsforum Wien • Dr.in Elisabeth Welzig Publikationsprojekt: Kulturquartiere in ehemaligen Residenzen Oikodrom – Vienna Institute for Urban Sustainability • Dr.in Heidi Dumreicher Forschungsprorojekt: Stakeholderanalyse – ein innovatives Tool für die Sozialwissenschaften ÖKIDS – Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie • Dr.in Vera Zimprich Publikationsprojekt: Österreichische Zeitschrift für Kinderund Jugendlichenpsychotherapie Österreichische Gesellschaft für Architektur • Dipl.Ing.in Susanne Veit-Aschenbrenner Forschungs- und Vermittlungsprogramm • Else Feiersinger Publikationsprojekt: Wert der Moderne Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege • Dr.in Bettina Nezval Forschungsprojekt: Joseph Kornhäusel 1782–1860. Lustschlösser und Theater Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie(ÖGGG) • Primaria Dr.in Katharina Pils Wiener Preis für humanistische Altersforschung 2011 Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien • Dr.in Gertrude Enderle-Burcel Workshop: Wissenschaftliche Bibliotheken im Umbruch 1938/ 1945 Österreichische Gesellschaft für Musik • Dr.in Carmen Ottner Symposium: Musiktheater in Wien um 1900. Gustav Mahler und seine Zeitgenossen Österreichische Gesellschaft für Musikwissenschaft • Univ.-Doz.in Dr.in Walburga Litschauer Symposium: Synthese Österreich Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften • Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Christa Tuczay Publikationsprojekt: Tierverwandlungen Österreichische Gesellschaft für Philosophie • Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Nemeth Kongress: Crossing Borders – Grenzen(über)denken 188 Wissenschaft Frauenkulturbericht Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft • Univ.-Doz.in Dr.in Karin Liebhart Konferenz: Multilevel Politics. Intra- and Inter-level Comparative Perspectives Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik • Maria Anna Pleischl Kongress: Arbeit und Identität Österreichischer Schriftstellerverband • Dr.in Sidonia Binder Veranstaltungsreihe: Literatur und Wissenschaft Österreichisches Lateinamerika-Institut • Mag.a Stefanie Reinberg Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm: u. a. Friedrich Katz Fellowship 2011 Österreichisches Studienförderungswerk Pro Scientia • MMag.a Lisa Simmel Veranstaltungs-, Vermittlungs- und Stipendienprogramm Österreichisches VolksLiedWerk • Mag.a Irene Egger Veranstaltungsreihe: Treffpunkt Operngasse Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft • Mag.a Margit Wolfsberger Veranstaltungsprogramm ÖVG – Österreichische Vereinigung für Gestalttherapie • Mag.a Beatrix Wimmer Tagung: Paul Goodman zum 100. Geburtstag Photographische Gesellschaft Wien • Anna Auer Ausstellung: Fotografie und Fortschritt. Die Photographische Gesellschaft in Wien Plattform Bibliotheksinitiativen Wien • Ursula Hamersky Tagung: Übersetzungsprozesse – Zur Vielfalt und Dynamik aktueller Paradigmen und Methoden in Forschung und Praxis Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft • Dr.in Susanne Binder Vermittlungsprojekt: Interkulturelles Mentoring für Schulen Projekt Schwab. Verein zur Aufarbeitung und Archivierung des Gesamtwerkes von Werner Schwab • Mag.a Ingeborg Orthofer / Dr.in Elisabeth Kramberger Forschungsprojekt: O-Ton: Interviews, Statements, Texte. Recherche, Sammlung und Aufnahme von Interviews und Stellungnahmen Wissenschaft 189 Frauenkulturbericht Quo Vadis, Romania? – Romanistikverein • Univ.-Prof.In Dr.in Kathtrin Sartingen 9. Lusitanistentag: Entdeckungen und Utopien: Die Vielfalt der portugiesischsprachigen Länder Schule für das Leben • Sylvia Rotter Symposium: Theater wirkt science2public e.U. • Dr.in Susanne Schwinghammer Veranstaltungs- und Vermittlungesprogramm: FameLab Austria 2011 – Internationaler Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation, JuniorLab – Wissenschaftswettbewerb für SchülerInnen – Pilot Wien Sigmund Freud Privatstiftung • Mag.a Inge Scholz-Strasser Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen • Dr.in Birgitt Haller Forschungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm Theater der Unterdrückten – Wien • Mag.a Birgit Fritz Publikationsprojekt: Jana Sanskriti – Forumtheatre and Democracy in India Theodor Kramer Gesellschaft • Dr.in Evelyn Adunka Forschungsprojekt: Lebensgeschichtliche Interviews mit Robert Schwarz und Martha Eibschütz Transzende • Dr.in Susanne Lettow / Dr.in Brigitta Keintzel Publikationsprojekt: Bioökonomie. Über die Bewirtschaftung der Körper TYCHE – Verein zur Förderung der Alten Geschichte in Österreich • Univ.-Prof.in Dr.in Lucian Aigner-Foresti / Priv.-Doz.in Dr.in Petra Amann Publikationsprojekt: Kulte – Riten – religiöse Vorstellungen bei den Etruskern und ihr Verhältnis zu Politik und Gesellschaft Universität Wien • Mag.a Dr.in Lottelis Moser Doc.Awards • Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Wendehorst, LL.M. European Law Institut Universitätszentrum für Friedensforschung • Prof.in HRin Dipl.-Dolm.in Dr.in Sigrid Pöllinger Symposium: Überwindung der Krise – ohne Illusionen 190 Wissenschaft Frauenkulturbericht URBANITY – Verein für Architektur, Kunst, Kultur und Sprache • Dipl.Ing.in Dr.in Edeltraud Haselsteiner Publikationsprojekt: Die Strudlhofstiege – Architektur der Gefühle? Verband der Freunde und Absolventen der TU Wien • Dipl.Ing.in Margit Ulama 9. Architekturfestival: Turn On Verein„Die Damen in der Herrengasse“ • Arch.in Dipl.Ing.in Dr.in Judith Eiblmayr Forschungsprojekt: Entwicklung und Bedeutung des Donaukanals als urbanem Lebensraum mitten in Wien Verein„Freunde des Hauses Wittgenstein“ • Mag.a Antoaneta Tcholakova Publikationsprojekt: Der Donaulimes in der Spätantike und im Frühmittelalter Verein„Initiative Kunstgeschichte“ • Univ.-Prof.in Dr.in Lioba Theis Konferenz und Publikationsprojekt: Serdica-Sredec-Sofia: Urban Reinventions Through Three Millennia Verein der Freunde der Edition Atelier • Dr.in Angela Heide / Julia Kaldori Publikationsprojekt: Walter Buchebner: ich die eule von wien. Gedichte, Prosa, Tagebücher, Illustrationen Verein der Freunde der Komödianten • Dr.in Gertrude Huemer-Meyer / Dr.in Brigitte Lederer Forschungsprojekt: Materialien zur Wiener Theatergeschichte 1958–1985. Conny Hannes Meyer und die Komödianten Verein der Freunde der Musikwissenschaftlichen Forschungen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • Univ.-Doz.in Dr.in Walburga Litschauer Veranstaltung: Cantus Planus Konferenz 2011 Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica-Haus • Susanne Rittenauer Veranstaltung: Beethoven Festival 2011 Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaften an der Universität Wien • Univ.-Doz.in Dr.in Walburga Litschauer Tagung: Bach und Wien – Sächsisch-österreichische Musikbeziehungen im 18. und frühen 19. Jahrhundert Verein für Komparative Philosophie • Univ.-Doz.in Dr.in Hisaki Hashi Forschungs- und Veranstaltungsprojekt: Komparative Philosophie der Gegenwart Wissenschaft 191 Frauenkulturbericht Verein für Rechts- und Kriminalsoziologie • Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Reiter-Zatloukal Workshop: Verdaten. Klassifizieren. Archivieren. Identifizierungstechniken zwischen Praxis und Vision Verein für transmediale Interventionen im öffentlichen Raum • Mag.a Dr.in Anette Baldauf / Katharina Weingartner Publikationsprojekt: Victor Gruen. Auto/biographie Verein für Volkskunde • HRin Dr.in Margot Schindler / Dr.in Elisabeth Timm Ausstellungsprojekt: Familienmacher. Vom Verbinden, Festhalten und Loswerden verein IM-MER • Mag.a Waltraud Barton Konferenz: Maly Trostinec erinnern Verein Kunst- und Kulturprojekt Samstag • Dr.in Tamara Schwarzmayr Forschungsprojekt: Was war... – Forschung und wissenschaftliche Dokumentation über Verluste von Städten Verein LOK – Leben ohne Krankenhaus • Dr.in Maria Schernthaner Veranstaltung: World Mental Health Day – Welttag der psychischen Gesundheit Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 • Mag.a Beate Maria Pomberger Veranstaltungsreihe: Musik& Archäologie Verein Neugermanistik Wien • Univ.-Prof.in Dr.in Konstanze Fliedl Konferenz: Gemälderedereien. Kunsthistorische und literarische Diskurse zum Bild Verein orpheus.news • Dr.in Primavera Driessen Gruber Publikationsprojekt: Briefausgabe Susi Lansky Fischer Verein Planet 10 • Yeter Topoglu / Dr.in Heidi Armbruster Forschungsprojekt: Syrische ChristInnen aus der Türkei in Wien. Sesshaftwerdung und biographische Identität Verein Projekt Theater • Dr.in Eva Brenner Veranstaltungsreihe: Kunst im Dialog Verein Soja aus Österreich • Mag.a Ursula Bittner Soja Forschungspreis 2011 192 Wissenschaft Frauenkulturbericht Verein werks • Elisabeth Zimmermann Publikationsprojekt: Magic Spaces E-Publikation Verein Yad Layeled Austria • Milli Segal Ausstellung: BESA – eine Frage der Ehre Verein Zoom Kindermuseum • Dr.in Elisabeth Menasse-Wiesbauer Veranstaltungsreihe: Wiener Kindervorlesungen 2011 Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie Österreichs • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Renate Pillinger Publikationsprojekt: Mitteilungen zur Christlichen Archäologie(Band 17/ 2011) Verein zur Förderung internationaler künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeit • Mag.a Birgit Kellner Vermittlungsprojekt: Haucht uns nicht der leere Raum an? Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe • Mag.a Joe Schmeiser Forschungsprojekt: Conversations. Politisches Denken zwischen Vergangenheit und Gegenwart Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschung • Dr.in Nicole Immler Publikationsprojekt: Das Familiengedächtnis der Wittgensteins. Zu verführerischen Lesarten von auto/biographischen Texten • Dr.in Elisabeth Grossegger Publikationsprojekt: Zwischenräume. Migration und die Entgrenzung von Kultur und Identitäten Verein zur Förderung relevanter Inhalte • Mag.a Esther Hutfless Publikationsprojekt: Identifizierungen – Reihe Verhältnisse(Band 1) Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur • Mag.a Siglinde Bolbecher Forschungs- und Veranstaltungsprogramm Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen • Traute Molik-Riemer Vermittlungsprojekt: Tagebuchtag 2011 Vereinigung für katholische Sozialethik in Mitteleuropa • Univ.-Prof.in Dr.in Ingeborg Gabriel Veranstaltung: Solidarität in der Krise. Auf der Suche nach neuen Wegen Veterinärmedizinische Universität Wien • Rektorin Dr.in Sonja Hammerschmid Teaching Awards Wissenschaft 193 Frauenkulturbericht ViennAvant. Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden • Dr.in Elisabeth Großegger Publikationsprojekt: Teststrecke Kunst. Wiener Avantgarden nach 1945 WeXel – Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet – Zweigverein Wien • Dr.in Erika Sieder Publikationsprojekt: tout Vienne... – Gustav Orglmeister. Der letzte Wiener k.k. Hofbaumeister Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse • Marlene Roth-Greussing Forschungsprojekt: Beforschung der Gründungsgeschichte des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse Wiener Psychoanalytische Akademie • Dr.in Christine Dierks Forschungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm Wiener Senioren Zentrum im WUK • Erika Parovsky Veranstaltungsreihe: Montag-Treff Wiener Volksliedwerk • Dr.in Susanne Schedtler Veranstaltungsreihe: Hauptsache Wien Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft • Zofia Beklen / Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Elisabeth Klecker Konferenz: Humanismus in Polen. Die Beziehung zwischen Wien und Polen seit dem XV. bis zum XVIII. Jahrhundert WiGiP. Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie • Dr.in Bianca Boteva-Richter / Dr.in Viktoria Frysak Publikationsprojekt: polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren 194 Wissenschaft Frauenkulturbericht Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Subventionen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Gesamtvolumen davon Institutionen/ Frauen in Leitungspositionen 12 793 000,00 8 305 309,07 Wissenschaft, Projektförderungen 3 804 764 Euro zur Funktionssanierung wurden zu 100 Prozent an das Jüdische Museum der Stadt Wien, eine von einer Frau geleitete Institution vergeben. Leitung Dr.in Danielle Spera. Gebäude, Funktionssanierung Akademie der bildenden Künste • Rektorin Mag.a Eva Blimlinger Architekturzentrum Wien • Mag.a (FH) Karin Lux(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien • Mag.a Gertraud Diendorfer Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • Univ.-Doz.in Dr.in Brigitte Bailer Forschungszentrum historische Minderheiten • Mag.a Regina Wonisch Wissenschaft 195 Frauenkulturbericht Institut für die Wissenschaft vom Menschen • Mag.a Susanne Fröschl(Geschäftsführerin) Jewish Welcome Service Vienna • Mag.a Susanne Trauneck Jüdisches Museum Wien • Direktorin Dr.in Danielle Spera Ludwig Boltzmann Gesellschaft • Mag.a Claudia Lingner(Geschäftsführerin) Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung • Priv.-Doz.in Dr.in Barbara Stelzl-Marx Max Perutz Laboratories • Mag.a Gabriele Permoser(Program Manager) Österreichische Akademie der Wissenschaften • Mag.a Lisbeth Triska, Leiterin der Verwaltungsstelle der philosophisch-historischen Klasse • Dr.in Barbara Haberl, Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien • Mag.a Dr.in Evelyn Breiteneder, Leiterin des Forschungsprojekts Austrian Academic Corpus, bearbeitet überdies gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Werner Welzig das Forschungsprojekt„Von den Druckfahnen in Jerusalem zum Textbuch nach Wien: Editionsprojekt zur ‚Dritten Walpurgisnacht‘ von Karl Kraus(Fackellex)“ • Dr.in Elisabeth Fritz-Hilscher bearbeitet gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Gernot Gruber das Forschungsprojekt„Kommentierter Wiener Spielplan von circa 1720 bis 1748(1752) – Produktionen im Auftrag des Hofes“ • Univ.-Prof.in Dr.in Alexia Fürnkranz-Prskawetz organisierte die Tagung„The Economics of Ageing” • Dr.in Ingeborg Geyer, Leiterin des Forschungsprojekts„Datenbank der Familiennamen Österreichs“ • Dr.in Renate Kohn, Leiterin des Forschungsprojekts„Edition der Inschriften der Stadt Wien“ • Dr.in Maria Six-Hohenbalken, Leiterin des Forschungsprojekts„Hidden histories – Wiener Beiträge zur Kurdologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert“ • Dr.in Andrea Sommer-Mathis, Leiterin des Forschungsprojekts„Das Wiener Kärntnertortheater in der Zeit von 1728–1748: Vom städtisch-bürgerlichen Schauspielhaus zum höfischen Opernbetrieb“ • Dr.in Jacqueline Stark, Leiterin des Forschungsprojekts„Normierung des Sprachtestund Sprachtherapiematerials Erfahrungen aus dem Leben des Alltags(ELA – Everyday Life Activities) Fotoserie an sprachgesunden WienerInnen“ • Univ.-Doz.in Dr.in Heidemarie Uhl, Leiterin des Forschungsprojekts„Topographie der Shoah. Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien“, bearbeitet überdies gemeinsam mit Dr. Johannes Feichtinger das Forschungsprojekt„Bruchlinien und Kontinuitäten. Die ÖAW im 20. Jahrhundert“ Österreichische Forschungsgemeinschaft • Mag.a Caroline Hecht Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem • Dr.in Ellen Landesmann 196 Wissenschaft Frauenkulturbericht Verein„Architectural Heritage/ Architektonisches Erbe Wien“ • Mag.a Brigitte Groihofer Verein coobra – cooperativa braccianti • Mag.a Judith Pühringer Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) • Mag.a Michaela Glanz betreut das„Wiener Impulsprogramm für Geistes-, Sozialund Kulturwissenschaften“ Wirtschaftsuniversität Wien, Forschungsinstitut für Urban Management and Governance • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Verena Madner / Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Renate Meyer Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien mit Projektförderungen unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositio­ nen tätig sind: Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien • Vizerektorin Univ.-Prof.in Dr.in Karin Gutierrez-Lobos Alumniverband der Universität Wien • Dr.in Ingeborg Sickinger Anton Wildgans Gesellschaft • Ilse Wildgans APP – Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik, Wien • Mag.a Romana Gruber Arbeitskreis zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus • Jasmina Hirschl / Lilly Panholzer Arthur Schnitzler Gesellschaft • Univ.-Prof.in Dr.in Konstanze Fliedl Asylkoordination Österreich • Mag.a Anny Knapp Chemisch-Physikalische Gesellschaft • Christl Langstadlinger Conceptus – Verein zur Förderung Analytischer Philosophie in Wien • Univ.-Prof.in Dr.in Gabriele Mras Context XXI – Verein für Kommunikation und Information • Dr.in Heide Hammer / Dr.in Doris Guth Culture2Culture • Mag.a Waltraud Grausgruber / Mag.a Birgitt Wagner Wissenschaft 197 Frauenkulturbericht DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung • Vera Rebl / Regina Erben-Hartig Das Drehbuch. Kulturverein zur Erfassung und bibliothekarischen Aufbereitung von TV-Filmund Kinofilm-Drehbüchern • Dr.in Andrea Huemer / Dr.in Evelyn Itkin Delphina – Verein zur Realisierung und Unterstützung von Kunstprojekten • Dr.in Edith Almhofer Die Wiener Volkshochschulen GmbH • Dr.in Elisabeth Brugger eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies • Priv.-Doz.in Dr.in Monika Mokre Elfriede Jelinek Forschungszentrum • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Pia Janke Evangelische Akademie Wien • Gertraud Rief / Kirsten Beuth FOKUS – Institut für Europäische Integrationsforschung • Mag.a Elisabeth Mayerhofer, MBA Forschungsgesellschaft Kunst und Recht • Univ.-Prof.in Dr.in Gerte Reichelt Francultures – Plattform Frankophoner Kulturen/ Plateforme des Cultures Francophones • Dr.in Nicole Philipp Franz Schmidt-Gesellschaft • Dr.in Carmen Ottner Freundinnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen • Christine Bodendorfer Gesellschaft für Bildung& Kultur • Mag.a Maria Hutterer Gesellschaft für Historische Tonträger e.V. • Mag.a Christiane Hofer Gesellschaft für Kulturanalytik • Mag.a Elke Krasny GRENZ-film, wiener kulturwerkstätte • Prof.in Dr.in Susanne Granzer IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften • Mag.a Viola Eichberger 198 Wissenschaft Frauenkulturbericht IG Kultur Österreich • Gabriele Gerbasits Initiative Minderheiten • Dr.in Cornelia Kogoj Imagine. Verein für Kulturanalyse • Dr.in Elisabeth Mixa Institut für Arbeiterbildung • Naama G. Magnus Institut für Axiologische Forschung(IAF) • Dr.in Susanne Moser Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Dr.in Susan Mildford Institut für jüdische Geschichte Österreichs • Priv.-Doz.in Dr.in Martha Keil JU-KU Junge Wege zur Kunst • Prof.in Dipl.Ing.in (FH) Silke Vollenhofer Kulturverein Saba • Barbara Korherr Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur • Mag.a Dr.in Nigar Hasib La Pomarancia. Eins und doch vielfältig • Dr.in Maria Cristina Casaburi Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten • Dr.in Karin Fischer metro – Verein für Stadtforschung • Mag.a Sarah Legler mica-music information center austria • Mag.a Sabine Reiter Milena Verlag • Mag.a Vanessa Wieser Musik-Ensemble-Theater 2000 • Beate Maria Pomberger Oikodrom-Forum Nachhaltige Stadt, Verein für neue Städtebaukultur • Dr.in Heidi Dumreicher Wissenschaft 199 Frauenkulturbericht ÖKIDS – Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie • Dr.in Vera Zimprich Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft(OSPG) • Mag.a Margit Wolfsberger Österreichische Gesellschaft für Architektur – ÖGFA • Dipl.Ing.in Susanne Veit Österreichische Gesellschaft für Literatur • Marianne Gruber(Präsidentin) Österreichische Gesellschaft für Musik • Dr.in Carmen Ottner Österreichische Gesellschaft für Philosophie • Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Nemeth Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft – ÖGPW • Univ.-Doz.in Dr.in Karin Liebhart Österreichischer Schriftstellerverband • Dr.in Sidonia Binder Österreichischer Verein für Individualpsychologie • Mag.a Margot Matschiner-Zollner Österreichisches Lateinamerika-Institut • Mag.a Stefanie Reinberg Österreichisches VolksLiedWerk • Mag.a Irene Egger ÖVG – Österreichische Vereinigung für Gestalttherapie • Mag.a Beatrix Wimmer Planet 10 Kulturverein • Yeter Topoglu Plattform Bibliotheksinitiativen Wien • Ursula Hamersky Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien • Dr.in Susanne Binder Schnittpunkt Ausstellungstheorie& Praxis • Mag.a Beatrice Jaschke Schule für das Leben • Sylvia Rotter 200 Wissenschaft Frauenkulturbericht science2public e.U. • Dr.in Susanne Schwinghammer Sigmund Freund Privatstiftung • Mag.a Inge Scholz-Strasser Sir Peter Ustinov Institut • Dr.in Birgitt Haller Transzende – Forum für Philosophie, Architektur und Performativität • Dr.in Susanne Lettow URBANITY – Verein für Architektur, Kunst, Kultur und Sprache • Dipl.Ing.in Dr.in Edeltraud Haselsteiner Verband österreichischer Vereinigungen für personenzentrierte Gesprächsführung und klientenzentrierte Psychotherapie • Lore Korbei, MSc Verein der Freunde der Edition Atelier • Dr.in Angela Heide / Julia Kaldori Verein der Freunde der Komödianten • Dr.in Gertrude Huemer-Meyer Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv • Univ.-Doz.in Dr.in Maria Mesner Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica Haus • Susanne Rittenauer Verein der FreundInnen des Instituts für Anglistik und Amerikanistik • Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Dalton-Puffer Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien • Univ.-Doz.in Dr.in Walburga Litschauer Verein„Die Damen in der Herrengasse“ • Arch.in Dipl.Ing.in Dr.in Judith Eiblmayr Verein für Geschichte und Sozialkunde • Univ.-Prof.in Dr.in Margarete Grandner Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung • Univ.-Doz.in Dr.in Hisaki Hashi Verein für kritische Politikwissenschaft • Mag.a Stefanie Mayer Verein für transmediale Interventionen im öffentlichen Raum • Mag.a Dr.in Anette Baldauf Wissenschaft 201 Frauenkulturbericht verein IM-MER • Mag.a Waltraud Barton Verein interaktives Kindermuseum ZOOM • Dr.in Elisabeth Menasse-Wiesbauer Verein Initiative gemeinschaftliches Bauen und Wohnen • Dipl.Ing.in Annika Schönfeld Verein LOK – Leben ohne Krankenhaus • Dr.in Maria Schernthaner Verein Orpheus.news • Dr.in Primavera Driessen Gruber Verein Projekt Theater Studio – Fleischerei • Dr.in Eva Brenner Verein STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung • Mag.a Margit Hauser Verein Was bleibt von Rupert Riedl • Leopoldine Riedl / Dr.in Barbara Schweder Verein werks • Elisabeth Zimmermann Verein Yad Layeled Austria • Milli Segal Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie Österreichs • Univ.-Prof.in Dr.in Renate Pillinger Verein zur Förderung der Sozial- und wirtschaftshistorischen Studien • Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Bolognese-Leuchtenmüller Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe • Mag.a Jo Schmeiser Verein zur Förderung von L’HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft • Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Christa Hämmerle Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur • Mag.a Siglinde Bolbecher Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen • Traute Molik-Riemer Vereinigung für katholische Sozialethik in Mitteleuropa • Univ.-Prof.in Dr.in Ingeborg Gabriel 202 Wissenschaft Frauenkulturbericht ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden • Dr.in Elisabeth Großegger WeXel – Verein zur Erforschung der Volksmusik • Dr.in Erika Sieder Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie – WiGiP • Dr.in Bianca Boteva-Richter / Dr.in Viktoria Frysak Wiener Senioren Zentrum im WUK • Erika Parovsky Wiener Volksliedwerk • Dr.in Susanne Schedtler Stipendien und Förderpreise Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen Gesamtvolumen davon für Frauen Stipendien und Förderpreise für Hochbegabte 55 910 32 160 DoktorandInnen-Stipendium im Rahmen des Stipendienprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften • Mag.a Alexia Bumbaris Förderungspreise für herausragende Abschlussarbeiten am Konservatorium Wien Privatuniversität • Penelope Veronica Cashman, MA • Inge Gappmaier, BA Förderungspreis der Stadt Wien für ausgezeichnete DiplomantInnen der Universität für angewandte Kunst Wien • Mag.art Sophie Zlatuska Loschmidt-Preis 2011 • Dr.in Alexandra Nemeth Wissenschaft 203 Frauenkulturbericht Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien – Förderungspreis • Mag.a Dr.in Alexandra Kofler Preise der Stadt Wien für hervorragende Diplomarbeiten an der Technischen Universität Wien • Dipl.-Ing.in Iris Jöchlinger • Dipl.-Ing.in Tanja Mayerhofer Preise der Stadt Wien für hervorragende Dissertationen an der Universität Wien • Mag.a Dr.in Daniela Pillgrab • Mag.a Dr.in Marie-Luise Volgger Soja Forschungspreis 2011 • Mag.a Christine Scheffknecht Stipendien der Stadt Wien für erfolgreiche SchülerInnen und StudentInnen der Modeschule der Stadt Wien • Stephanie Kneissl • Rebecca Janknecht • Ena Sakancic • Marie Steinacher Theodor Körner Preis der Stadt Wien für Wissenschaft • Mag.a Angelique Leszczawski-Schwerk Tourismusforschungspreis„Tourissimus“ • Jennifer Menzel, MA Wiener Preis für humanistische Altersforschung 2011 • Univ.-Prof.in Dr.in Ulrike Schneider Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung • Dr.in Carla Meyer Die beiden 2009 initiierten Programme„Vienna PhD-School of Informatics“ der Fakultät für Informatik an der Technischen Universität Wien und„Vienna International Post-Graduate Pro­ gram for Molecular Life Sciences(VIPS)“ an den Max F. Perutz Laboratories, die sich wesent­ lich um die Förderung der Karriereentwicklung von Frauen in der Forschung bemühen, wurden auch 2011 fortgesetzt. Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(25 Frauen, 23 Männer) für wissenschaft­ liche Arbeiten im Ausmaß von 700 bis 1 500 Euro Gesamtvolumen davon für Frauen 44 490 22 430 204 Wissenschaft Frauenkulturbericht Wissenschaftsstipendien, junge AkademikerInnen Mag.a Selma Abdic • Reenactment als Strategie der Neupositionierung in der Performancekunst heute, dargestellt am Beispiel der KünstlerInnen Marina Abramovic und Valie Export Dr.in Monika Ankele • Wo ich bin, ist hier – alles andere ist dort. Über die Wahrnehmung und Aneigung von Räumen MMag.a Katharina Auer • Partizipative Forschungsmethoden im Projekt Vielfalt der Kulturen – ungleiche Stadt Mag.a Christine Czinglar • Spracherwerb von Kindern mit Migrationshintergrund Mag.a Barbara Czwik • Architektonische Entwicklungen und politische Vorgaben im Spiegel des Œuvres Egon Friedingers Mag.a Ivona Dermanovic • Ökonomie der Balkanmusik in Wien – die Balkan-Lokalszene Wiens Mag.a Simone Faxa • Antonio Vivaldis letzter Sommer – Transkription von Totenbeschauprotokollen des Bürgerspitalsfriedhofs Wieden Mag.a Stephanie Frank • Wien und die Wirtschaftskrise Mag.a Sylvia Gierlinger • Die landwirtschaftliche Produktion im Wiener Stadtgebiet um 1830 Mag.a Judith Gröller •„gegenüber des spiegels meines brüchigen sprechens“ – Die zweite Wiener NeoAvantgarde exemplarisch vorgeführt an Werken Ilse Kilics, Fritz Widhalms und Hansjörg Zauners Mag.a Dr.in Monika Grubbauer • Die vorgestellte Stadt. Globale Büroarchitektur, Stadtmarketing und politischer Wandel in Wien Wissenschaft 205 Frauenkulturbericht Mag.a Christina Höfferer • Erfassung und Auswertung aller Interviews mit Emmy Werner in der österreichischen, vorwiegend Wiener Presse Andrea Ivelji ć , MA • Frauenbild in sozialistischen Zeitschriften Österreichs: Eine selbstbewusste Revolutionärin oder stille„Gattin-Mutter“? Mag.a Katharina Korecky-Kröll • Die Bedeutung des Inputs für den kindlichen Spracherwerb Mag.a Susi Krautgartner • Der Schmerz in der Kunst am Schauplatz Wien MMag.a Dr.in Claudia Mongini • Information, Individuation, Nichtlokalität: Ansätze zur Untersuchung transdisziplinärer Zusammenhänge zwischen naturwissenschaftlicher und philosophischer Praxis. Über die intraaktive Produktion von Unsprache Mag.a Dr.in Brigitte Pontesegger • Adolf Frankl 1903–1983 – Werkkatalog Mag.a Dr.in Katharina Prager • Berthold Viertels Wien 1948 und die Wiener Moderne DI Dr.in Angelika Psenner • Das Entwicklungspotenzial der stadträumlichen Struktur des Wiener Gründerzeit-Parterres Mag.a Marlis Reissert • Die anwesende Autorin. Wer spricht in der Performance? Mag.a Isabella Schuster • Die Wiener Bobo-Kultur? – Ein literarischer und soziokultureller Streifzug durch Boboville Mag.a Liesa Stadlbauer • Die Struktur und Geschichte des österreichischen Auktionswesen am Beispiel des Dorotheums Lucie Strecker, MA • In the Backstage of Cognition Mag.a Melanie Tista • Ameisengemeinschaften von Brachen und Feuchtstandorten der Lobau und der Donauauen Mag.a Ines Wagner • Die filmischen Adaptionen von Christine Nöstlingers Kinder- und Jugendbüchern mit besonderem Augenmerk auf den Umgang mit dem„Wiener Charakter“ 206 Wissenschaft Frauenkulturbericht Stipendien, Studienbeihilfen sowie Förderungen für Diplomarbeiten und Dissertationen Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Sti­ pendien im Gesamtbetrag von 101 210 Euro vergeben. Davon entfielen 68 365,19 Euro auf Studentinnen, bzw. Schülerinnen. Grafik Stipendien für Diplomarbeiten und Dissertationen Förderungsmittel für Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen für Forschungsarbei­ ten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß bis 4 000 Euro: Das Gesamtbudget von 40 300 Euro wurde an acht Frauen und drei Männer vergeben. Forschungsstipendien, Wiener Wissensbasis Die Projekte im Einzelnen Mag.a Dr.in Anette Baldauf • Viktor Gruen. Leben und Werk Mag.a Gertraud Eibl, MAS • Visuelle Erscheinungsbilder im Kontext von EU-Narrativen: Images of Europe Dr.in Raphaela Kitzmantel • Josef Burg Mag.a Dr.in Sabine Müller • Wiener Schmäh. Zu Entstehung, Tradierung und Aktualität einer lokalspezifischen Kommunikationskompetenz Wissenschaft 207 Frauenkulturbericht Mag.a Barbara Sauer • Die Remigration der vertriebenen Wiener Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ab 1945 Mag.a Jo Schmeiser • Das zweite/ andere Geschlecht. Zur Frage der Übersetzung von Simone de Beauvoirs „Le deuxième sexe“ als„Das andere Geschlecht“ Mag.a Katja Sindemann • Die Wiener Kaffeehauskultur im Wandel der Zeit. Überblick und Entwicklung von 1870 bis heute Mag.a Ulrike Tauss • Zur Erforschung der Wiener Synagogen und Bethäuser im 9. Wiener Gemeindebezirk (Alsergrund) vor dem Jahr 1938 Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förder­ ansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Ver­ besserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankäufe) davon für Frauen Publikationsförderungen 156 116,21 66 785,55 Publikationen(Auswahl) Amalthea Signum Verlag GmbH • Isabella Ackerl, Als die Scheiterhaufen brannten. Hexenverfolgung in Österreich AMCHA Österreich – Komitee zur Förderung der psycho-sozialen Betreuung von Überlebenden des Holocaust • Anton Pelinka / Semlitsch Karl / Halmer Maria(Hg.), Was bleibt von der Shoah? Arbeitskreis zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus • Lilly Panholzer(Hg.), Handbuch zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals 208 Wissenschaft Frauenkulturbericht Böhlau Verlag GmbH& Co.KG • Heinrich Berger / Melanie Dejnega / Regina Fritz / Alexander Prenninger(Hg.), Gewalt, Machtausübung, politische und wissenschaftliche Kontroversen – Festschrift für Gerhard Botz • Liselotte Douschan, Die Bedeutung Anton Benyas für die österreichische Geschichte der Zweiten Republik • Silke Fengler / Carola Sachse(Hg.), Kernforschung in Österreich • Elisabeth Haas, Einübung in ästhetische Räume • Waltraud Häupl(Hg.), Spuren von ermordeten Kindern und Jugendlichen im Schloss Hartheim und in der Pflegeanstalt Niedernhart • Christina Lutter(Hg.), Funktionsräume – Wahrnehmungsräume – Gefühlsräume • Margit Reiter / Helga Embacher, Europa und der 11. September 2001 • Ilse Reiter-Zatloukal / Christiane Rothländer / Pia Schölnberger(Hg.), Österreich 1933–1938. Interdisziplinäre Bestandsaufnahmen und Perspektiven • Antonia Teibler-Vondrak, Silvestre Revueltas – Musik für Bühne und Film Braumüller Verlag • Elisabeth Prinz, Im Körper des Souveräns. Politische Krankheitsmetaphern bei Arthur Koestler • Johanna Schechner / Heidemarie Zürner, Krisen bewältigen. Viktor E. Frankls 10 Thesen in der Praxis CCC-International. Internationaler Klub für kreative Entfaltung von Kindern und Jugendlichen • Elfriede Schmidt, Hedy Dichter – eine außergewöhnliche Frau CLIO – Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit • Brigitte Bailer / Winfried R. Garscha / Claudia Kuretsidis-Haider / Ilse Reiter-Zatloukal (Hg.), Transitional Justice. Handlungsoptionen im Spannungsfeld zwischen Gerechtigkeit und Wahrheitsfindung nach Menschenrechtsverletzungen sowie Kriegs- und Humanitätsverbrechen. Österreich im internationalen Kontext • Winfried R. Garscha / Claudia Kuretsidis-Haider / Siegfried Sanwald / Andrzej Selerowicz (Hg.), Das KZ Majdanek und die Justiz. Strafverfolgung und verweigerte Gerechtigkeit in Polen, Deutschland und Österreich Czernin Verlag GmbH • Nina Horaczek / Sebastian Wiese, Lexikon der rechten Vorurteile. Die Wahrheit hinter Stammtischparolen und Alltagsrassismus • Robert Misik / Gertraud Auer Borea (Hg.), Genial dagegen – die Reihe • Rubina Möhring, Die Asylfalle DÖW – Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • DÖW-Jahrbuch 2011 Edition Art Science – Verlag der Autoren • Dine Petrik (Hg.), Die verfehlte Wirklichkeit – Hertha Kräftner Edition Atelier • Angela Heide, Fragen an das Theater Edition Neue Wege • Gabriele Stockmann(Hg.), Schöne neue Arbeitswelt? 20 Interviews aus dem Prekariat Wissenschaft 209 Frauenkulturbericht Edition Vabene • Martina Reinhart, Schönheit und der Körper der Frau Erhard Löcker Verlag Gesellschaft GmbH • Maria Mesner / Heidi Niederkofler / Johanna Zechner(Hg.), Frauentag! Erfindung und Karriere einer Tradition • Barbara Rothmüller, Chancen verteilen – Ansprüche und Praxis universitärer Zulassungsverfahren • Verena Stern, Bodies that Splatter. Interpretationen emanzipatorischer Momente in Quentin Tarantinos Death Proof Facultas Verlags- und Buchhandels AG • Gertraud Diem-Wille / Agnes Turner(Hg.), Die Methode der psychoanalytischen Beobachtung. Über die Bedeutung von Containment, Identifikation, Abwehr und anderen Phänomenen in der psychoanalytischen Beobachtung • Ulrike Diethardt / Lore Korbei / Brigitte Pelinka(Hg.), Klientenzentrierte Psychotherapie – quo vadis? Festschrift zum 75. Geburtstag von Prof. Mag. Wolfgang W. Keil • Elke Holzer / Guido Offermanns / Eugen Hauke (Hg.), Patientenperspektive. Ein neuer Ansatz für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems • Martin Wolfgang Roth / Josef Shaked / Helga Felsberger (Hg.), Das„soziale Unbewusste“. Gesellschaftskritische Perspektiven der Gruppenanalyse. Österreichisches Jahrbuch für Gruppenanalyse(Band 5) GRENZ-film, wiener kulturwerkstätte • Susanne Valerie Granzer, Schauspieler außer sich. Exponiertheit und performative Kunst HIBArt – Verein zur Förderung der Bildnerischen Erziehung an der Höheren Internatsschule des Bundes Wien unter besonderer Berücksichtigung des entsprechenden Schwerpunkt­ zweiges • BG& BRG Wien 3(HIB) Boerhaavegasse 15, Geschichten gegen das Vergessen IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa • Kulturführer Mitteleuropa 2011 IG Kultur Österreich • Zeitschrift Kulturrisse(Ausgabe 02/ 2011): Urbane Räume. Zwischen Verhandlung und Verwandlung Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft • Ida Koller-Andorf / Carsten Kretschmann (Hg.), Hebbel – Mensch und Dichter im Werk(Band 11) LICRA Österreich – Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus • Judith Götz / Alexander Emanuely(Hg.), MÄRZ. Literatur und Gedächtnis zum März 1938 LIT Verlag GmbH& Co. KG • Christiana Breinl, Free Tekno • Nina Brlica, Aufregende Arbeitszeiten. Einblicke in verschiedene Berufswelten • Melanie Dejnega, Rückkehr in die Außenwelt. Mauthausen-Überlebende und Entschädigungspolitik in Österreich 1945–2005 • Irmgard Eisenbach-Stangl, Suchtkranke im öffentlichen Raum in Wien • Elisabeth Fritz-Hilscher / Helmut Kretschmer (Hg.), Wien. Musikgeschichte(Band 2) 210 Wissenschaft Frauenkulturbericht • Traude Litzka, Kirchliche Hilfe für verfolgte Juden und Jüdinnen im nationalsozialistischen Wien • Danila Mayer, Park Youth in Vienna. A Contribution to Urban Anthropology • Katrin Pfeiffer, Stürme über Europa. Eine Kulturgeschichte Mandelbaum Verlag • Christine Diercks / Sabine Schlüter (Hg.), Psycho-Sexualität. Sigmund Freud-Vorlesungen 2010 • Peter Feldbauer / Angela Schottenhammer(Hg.), Die Welt 1000–1250 • Eva Klawatsch-Treitl, Entwicklungspolitische NGOs zwischen Markt und Staat • Evelyn Klein / Andrea Knapp-Lackinger / Marietta Zeug(Hg.), Was ist denn das Wesen von Es? Betrachtungen zur Freud‘schen Triebtheorie Metroverlag Verlagsbüro W. GmbH • Brigitte Biedermann / Mader Barbara, Floridsdorf • Judith Eiblmayr / Payer Peter, Der Donaukanal. Die Entdeckung einer Wiener Stadtlandschaft • Barbara Mader, Wiener Ansichten • Duygu Özkan, Türkenbelagerung nylon – Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse • fiber. werkstoff für feminismus und popkultur(Heft Nr. 20/ 2012) ÖGM Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie • Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich(Band 27/ 2010) Open Space – Zentrum für Kunstprojekte • Gülsen Bal(Hg.), Open Space – Mögliche Umrisse von Kunstpraxis... Passagen Verlag Wien Ges. m. b. H. • Reingard Maria Gold, Auf der Suche nach dem verlorenen Gott • Marie Luise Wandruszka, Ingeborg Bachmanns„ganze Gerechtigkeit“ Peter Lang Verlag GmbH • Agnieszka Hudzik, Broch und Witkacy – eine literarische Begegnung • Martina Pröll, I keep my cool. Künstlerportrait Rebekka Bakken. Stilanalyse ihres musikalischen Schaffens • Katharina Schlick,„An der schönen blauen Donau“ – Chancen und Nutzen der Donauraumstrategie • Diana Zisler, Kriminelle Energie – Entstehung, Prävention und Therapie • Diana Zisler, Das kontrafaktische Denken und die Erlebnisfähigkeit Praesens Verlag GesmbH • Michael Boehringer / Susanne Hochreiter(Hg.), Zeitenwende: Österreichische Literatur seit dem Millennium, 2000–2010 • Michaela Bürger-Koftis / Hannes Schweiger / Sandra Vlasta(Hg.), Polyphonie – Mehrsprachigkeit und literarische Kreativität • Ilija Dürhammer(Hg.), Mystik, Mythen& Moderne. Trakl – Rilke – Hofmannsthal. 16 Gedicht-Interpretationen • Rüdiger Frank / Ingrid Getreuer-Kargl / Lukas Pokorny / Agnes Schick-Chen (Hg.), Vienna Graduate Journal of East Asian Studies • Christian Gastgeber / Elisabeth Klecker, Cuspinian im Kontext. Humanistische Wissenschaft 211 Frauenkulturbericht Geschichtsschreibung in Wien zwischen historischer Forschung und habsburgischer Herrschaftslegitimation(Singularia Vindobonensia 2) • Judith Hoffmann / Angelika Pumberger(Hg.), Festschrift für Friederike Hassauer • Pia Janke(Hg.), JELINEK[JAHR]BUCH 2 • Pia Janke(Hg.), Der Gesamtkünstler. Christoph Schlingensief • Elisabeth Klecker, Leben im Widerstand der Kräfte. Die physiologische Dissertation des Rudolf Kner 1810–1869(Singularia Vindobonensia 3) • Elisabeth Klecker, Die Sprache des neuen Rom. Johann Carl Newen von Newenstein und die lateinischen Medien im barocken Wien(Singularia Vindobonensia 4) • Ilse Korotin(Hg.),„Die Zivilisation ist nur eine ganz dünne Decke...“ Ella Lingens(1908–2002). Ärztin – Widerstandskämpferin – Zeugin der Anklage • Ernst Seibert / Vera Nowak (Hg.), Erica Lillegg-Jené(1907–1988). Kinderliteratur auf dem Weg zur Moderne • Margit Thir, Symbolik und Narrativik der Macht • Nina-Maria Wanek(Hg.), Psaltike. Neue Studien zur Byzantinischen Musik: Festschrift für Gerda Wolfram Studien Verlag • Evelyn Adunka / Gerald Lamprecht / Georg Traska(Hg.), Jüdisches Vereinswesen in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert • Christine Grond-Rigler / Felix Keller(Hg.), Die Sichtbarkeit des Lesens. Variationen eines Dispositivs • Stefan Karner / Barbara Stelzl-Marx / Natalja Tomilina / Alexander Tschubarjan / Günter Bischof / Viktor Iscenko / Michail Prozumenscikov / Peter Ruggenthaler / Gerhard Wettig / Manfred Wilke(Hg.), Der Wiener Gipfel 1961. Kennedy – Chruschtschow (Veröffentlichungen des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung 1) • Anja Oberkofler / Hans Mikosch(Hg.), Festschrift für Gerhard Oberkofler • Anita Prettenthaler-Ziegerhofer / Peter Pichler, Europäische Integrationsgeschichte. Unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Integration • Alexander Salzmann / Linda Erker / Lucile Dreidemy / Klaudija Sabo (Hg.), Update! Perspektiven der Zeitgeschichte(Zeitgeschichtetage 2010) • Martin Sexl / Beate Burtscher-Bechter(Hg.), Dialogische Beziehungen und Kulturen des Dialogs. Analysen und Reflexionen aus komparatistischer Sicht • Maria Katharina Wiedlack / Katrin Lasthofer (Hg.), Körperregime und Geschlecht (Gendered Subjects, Band 6) • Erika Wimmer, Krista Hauser – Kulturjournalistin und Dokumentarfilmerin. Ein Porträt V&R unipress GmbH • Isabella Tardin Cardoso, Trompe-l‘oeil: Philologie und Illusion(Fakultätsvorträge der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Heft 7) • Maria Wirth, Christian Broda. Eine politische Bibliographie(Zeitgeschichte im Kontext, Band 5) Verein Mandelbaums Kultur unter der Brücke • Christof Mackinger / Birgit Pack(Hg.),§ 278a: Gemeint sind wir alle! Verein zur Förderung der armenischen Geschichte und Kultur • Erich Lehner / Artem Ohandjanian / Marie-Thérèse Mittermayr / Christopher Supa, Die Baukunst Armeniens: Christliche Kultur an der Schwelle des Abendlandes in armenischer Sprache 212 Wissenschaft Frauenkulturbericht Verlag Österreich • Tatjana Cardona, Parlamentarische Immunität in Österreich und Italien(Juristische Schriftenreihe, Band 241) Verlagshaus der Ärzte GmbH • Sonia Horn / Alexander Ablogin(Hg.), Streifzug durchs Josephinum • Kathrine E. Kogler, Die Beteiligung von Medizinern und Medizinstudenten an der Revolution 1848 in Wien WeXel – Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet • Erika Sieder / Dieter Klein,... tout Vienne! Gustav Orglmeister 1861–1953. Der letzte Wiener k.u.k Hofbaumeister Zwei Kongruent Null – Verein zur Förderung von Projekten aus Kunst und Wissenschaft • Bariaa Mourad / Gerald Al. Fromm, Mathematik, Musik und Kunst aus der Perspektive anthropologischer Universalien im CD-Buch„ZART una cantata moebius“ Druckkostenbeiträge Insgesamt wurden 78 Verlage, bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/ oder Ankäufen gefördert, davon werden 26 von Frauen geleitet. Das sind 33,33 Prozent. Druckkostenbeiträge Amalthea Signum Verlag GmbH • Mag.a Susanne Neukam Böhlau Verlag GmbH& Co.KG • Prok.in Dr.in Eva Reinhold-Weisz Braumüller Verlag • Konstanze Borovansky CCC-International. Internationaler Klub für kreative Entfaltung von Kindern und Jugendlichen • Dr.in Elfriede Schmidt DÖW – Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes • Univ.-Doz.in Dr.in Brigitte Bailer Wissenschaft 213 Frauenkulturbericht Facultas Verlags- und Buchhandels AG • Mag.a Sabine Kruse Ferdinand Berger& Söhne GmbH • Elisabeth Hübl GRENZ-film, wiener kulturwerkstätte • Prof.in Dr.in Susanne Granzer HIBArt – Verein zur Förderung der Bildnerischen Erziehung an der Höheren Internatsschule des Bundes Wien unter besonderer Berücksichtigung des entsprechenden Schwerpunkt­ zweiges • Mag.a Gertrude Rosenauer IG Kultur Österreich • Gabriele Gerbasits Internationale Friedrich Hebbel Gesellschaft • Ida Koller-Andorf LICRA Österreich – Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus • Daniela Ebner Mandelbaum Verlag • Dipl.Ing.in Elisabeth Baumhöfer Metro Verlag • Mag.a Sarah Legler Müry Salzmann Verlag Gesellschaft mbH • Mag.a Mona Müry Novum publishing gmbH • Sabine Bader nylon – Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse • Cornelia Gantze ÖGM Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie • Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Felgenhauer Open Space – Zentrum für Kunstprojekte • Dr.in Gülsen Bal Seifert Verlag GmbH • Dr.in Maria Seifert V&R unipress GmbH • Susanne Franzkeit Verein zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals • Jasmina Hirsch 214 Wissenschaft Frauenkulturbericht Verlag Erasmus Wien • Dr.in Maria Petz-Grabenbauer Verlag Österreich • MMag.a Barbara Raimann WeXel – Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet • Dr.in Erika Sieder Wiener Stern Verlag • Dr.in Lisl Rizy Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsförderungsfonds Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte: 274 835 Euro Univ.-Prof.in Dr.in Susanne Weigelin-Schwiedrzik • Soziale Mobilität von Chinesen in Wien: Bildungskarrieren versus informelle Beschäftigung (Dotation: 77 000 Euro) 28,02 Prozent der Gesamtfördersumme gingen an ein Frauen-Projekt. Jubiläumsfonds der Stadt Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte: 140 000 Euro Univ.-Prof.in Dr.in Anne d’Arcy / Univ.-Prof. Dr. Igor Filatotchev / Univ.-Prof. Dr. Reinhard Moser • Globalization of Capital Markets and the Competitiveness of Vienna Stock Exchange: Implications for Foreign Listed Firms(Dotation: 18 000 Euro) Univ.-Prof.in Dr.in Erna Nairz-Wirth • Schulen als Kulturträger. Nachfolgestudie(Teil 3) zu„Lessons to be learned“ (Dotation: 16 500 Euro) Univ.-Prof.in Dr.in Sigrid Stagl • Sustainability Entrepreneurship in der Region Wien – Bratislava(Dotation: 17 000 Euro) Wissenschaft 215 Frauenkulturbericht Dr.in Birgit Trukeschitz • Ergebnisqualität der Betreuung und Pflege – Konzeptuelle Fundierung für Wiener Tageszentren und Wiener Heimhilfedienstleistungen(Dotation: 17 000 Euro) 48,93 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. Jubiläumsfonds der Stadt Wien, Wirtschaftsuniversität Förderprogramm AssistentInnen-Kleinprojekte Gesamtfördersumme: 9 280 Euro Dr.in Katharina Chudzikowski • Examining Career Scripts: Theoretical and empirical insights(Dotation: 3 000 Euro) Dr.in Margit Kastner / MMag.a Dr.in Brigitte Stangl • eLearning Plattform Applikationen, die den Spass am Lernen fördern(Dotation: 3 000 Euro) 64,66 Prozent der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. AssistentInnen Kleinprojekte Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Gesamtfördersumme für Forschungsprojekte und Preise: 109 200 Euro Dr.in Petra Heffeter, MAS(Medizinische Universität Wien, Institut für Krebsforschung) • Novel targeted platinum compounds using albumin as a tumor-selective drug carrier (20 000 Euro, Forschungsentwicklungspreis) 216 Wissenschaft Frauenkulturbericht Univ.-Prof.in Dr.in Christine Marosi(Medizinische Universität Wien) Univ.-Prof.in Dr.in Gabriela Kornek / Univ.-Prof.in Dr.in Hanna Mayer(Universitätsklinik für Innere Medizin I, Klinische Abteilung für Onkologie) •„Neue Therapien“ – Symptomerleben und Symtombelastung im Rahmen einer antiangiogenetischen Therapie bei fortgeschrittener Krebserkrankung (25 000 Euro, Forschungsentwicklungspreis) Mag.a Andrea Hölbl, PhD • Stat5 is indispensable for the maintenance of bcr/abl-positive leukaemia. In: EMBO Molecular Medicine, 3. März 2010(3 500 Euro Förderungspreis) 44,41 Prozent der Förderungen gingen an Frauen. Fonds der Stadt Wien für Krebsforschung Wiener Vorlesungen Mitwirkende gesamt Frauen Männer 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 43%(43%)(37%)(34%)(43%)(30%)(43%)(37%) 57%(57%)(63%)(66%)(57%)(70%)(57%)(63%) Wiener Vorlesungen, Mitwirkende Gesamt Wissenschaft 217 Frauenkulturbericht Die Volkswirtin Univ.-Prof.in Dr.in Ulrike Schneider – Leiterin des Departments für Sozioöko­ nomie, des Instituts für Sozialpolitik und des Forschungsinstituts für Altersökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien – erklärte in ihrer Kindervorlesung, wie unsere Wirtschaft funkti­ oniert, und was man unternehmen kann, wenn Probleme auftauchen. Ulrike Schneider war im Herbst 2011 ein zweites Mal Referentin der Wiener Vorlesungen – als Trägerin des„Wiener Preises für humanistische Altersforschung 2011“. Dieser Preis wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie und der Wissenschafts- und Forschungsförderung der Kulturabteilung der Stadt Wien(dotiert mit Mitteln der Stadt Wien) ins Leben gerufen und im Rahmen einer Wiener Vorlesung von der geschäftsführenden Präsi­ dentin der Gesellschaft, Primaria Dr.in Katharina Pils, und dem Wissenschaftsreferenten der Stadt Wien, Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt, überreicht. Ulrike Schneider bedankte sich mit einem Vortrag zum Thema„Ökonomische Logik und lebenswertes Alter(n) – Synergie oder Gegensatz?“. Aus der Sicht der Biomedizin behandelte Prof.in Dr.in Beatrix Grubeck-Loebenstein das The­ ma„Gesundes Altern“.„Ziel der Biomedizinischen Alternsforschung ist nicht die Verlängerung des Lebens, sondern Grundlagen dafür zu schaffen, dass die Menschen gesund und in Würde alt werden“, so die Direktorin des Instituts für Biomedizinische Alternsforschung der Österrei­ chischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck und Leiterin der dortigen Abteilung Im­ munologie. Dieser Vortrag fand anlässlich des 11. Wiener Internationalen Geriatriekongresses statt und wurde von Primaria Dr.in Katharina Pils moderiert. Dr.in Eva Maria Stöckler, Leiterin des Zentrums für Zeitgenössische Musik und des Depart­ ments für Kunst- und Bildwissenschaften an der Donau-Universität Krems, beschäftigte sich in ihrem Vortrag„Musikunternehmen Johann Strauss.(R)eine Frauensache?“ mit den Frauen um Strauss, die maßgeblich am Weltruhm und Erfolg der Strauss-Musik beteiligt waren. Durch die Veranstaltung führte Mirjam Jessa. Mit Problemen und Herausforderungen im Bereich des Bildungssystems befasste sich die Vorständin des Instituts für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien, Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Spiel in ihrer Wiener Vorlesung„Schule in Österreich – Herausforderungen bewältigen“, die von der Journalistin Ingrid Brodnig mode­ riert wurde. Gemeinsam mit der Fakultät für Chemie der Universität Wien veranstalteten die Wiener Vorle­ sungen eine Reihe von Vorträgen zum Internationalen Jahr der Chemie. U. a. sprach Univ.-Prof. in Dr.in Doris Marko(Institut für Lebensmittelchemie und Toxikologie der Universität Wien) in ihrer Antrittsvorlesung„Jungbrunnen oder bittere Pillen?“ über Potenzial und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln. Univ.-Prof.in Dr.in Veronika Somoza, Professorin für Biofunktionalität von Lebensmitteln an der Fakultät für Chemie der Universität Wien, zeigte in ihrem Vortrag„Kaffee – ein gesunder Muntermacher?“ am Beispiel von Kaffee und ausgewählten Inhaltstoffen, wie Prozesstechno­ logien der Lebensmittelverarbeitung genutzt werden können, um den Gesundheitswert von Lebensmitteln zu verbessern. Die diesjährige„Sir Peter Ustinov Professorin“ der Stadt Wien zur Erforschung und Bekämp­ fung von Vorurteilen war die international renommierte Sozial- und Kulturanthropologin Shalini Randeria, Professorin am Ethnologischen Seminar der Universität Zürich. Die Stadt Wien hat diese Gastprofessur in Zusammenarbeit mit dem Sir Peter Ustinov Institut und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien initiiert. Im Rahmen der Wiener Vorlesungen 218 Wissenschaft Frauenkulturbericht hielt Shalini Randeria einen viel beachteten Vortrag zum Thema„Enteignen, entrechten, aus­ grenzen: Wirtschaftswachstum, Infrastrukturaufbau, Slums und Vision Bombay 2020“, der von der Ö1-Journalistin Anna Soucek moderiert wurde. Der Vortrag von Shalini Randeria wird im Jahr 2012 in der Buchreihe der Wiener Vorlesungen erscheinen. Wichtigen Persönlichkeiten, die im Jahr 2011 runde Geburtstage gefeiert haben und deren Arbeit für Wien und die Welt besonders bedeutend und wichtig war und ist, haben die Wiener Vorlesungen Abende gewidmet: Mit einem Vortrag des Büchner-Preisträgers Josef Winkler, der von Dr.in Alexandra Millner kommentiert wurde, würdigten die Wiener Vorlesungen Ilse Aichinger(geb. 1. 11. 1921) an­ lässlich ihres 90. Geburtstages. Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Klüger,„permanent fellow“ der Wiener Vorlesungen, die am 30. Ok­ tober ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, sprach über„Freud’s Ödipus im androgynen Rosenka­ valier“. Dr.in Daniela Strigl kommentierte den Vortrag, Dr.in Ursula Seeber führte durch den Abend. Ruth Klügers Vortrag und Daniela Strigls Beitrag sind bereits in der Buchreihe der Wie­ ner Vorlesungen als Band 163 erschienen. Die Stadt Wien hat im Jahr 2010 aus Anlass der Pensionierung des Direktors des Wiener Stadtund Landesarchivs Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Opll im Wege des Österreichischen Arbeitskrei­ ses für Stadtgeschichtsforschung einen„Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung“ einge­ richtet, der erstmals im Jahr 2011 an Dr.in Carla Meyer für ihre Arbeit„Die Stadt als Thema. Nürnbergs Entdeckung in Texten um 1500“ im Rahmen einer Wiener Vorlesung vergeben wur­ de. Carla Meyer gab im Rahmen dieser Veranstaltung mit einem Kurzvortrag zum Thema„Poe­ sie im Dienst der Politik? Ereignisdichtung im spätmittelalterlichen Nürnberg“ einen Einblick in ihre Forschungsarbeit und sprach über die von ihr ausgewertete Quellengattung. Elisabeth Gruber, Universitätsassistentin an der Universität Wien und Mitarbeiterin des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, rundete das Panorama der spätmittelalterlichen Stadt mit einem Vortrag über den Handel mit feinen Tuchen in Wien ab. Im Jahr 2011 haben 53 Veranstaltungen(davon 38 Eigenveranstaltungen und 15 Kooperations­ veranstaltungen) stattgefunden, die allesamt ausgezeichnet besucht waren. Insgesamt haben die Wiener Vorlesungen 145 Persönlichkeiten zur Teilnahme(als Vortragende, KommentatorInnen und ModeratorInnen) eingeladen, davon 61 Frauen und 84 Männer. Wissenschaft 219 Frauenkulturbericht STADT- UND LANDESARCHIV – MA 8 Werkverträge Die MA 8 hat im Zuge von beauftragten Werkverträgen im Berichtsjahr 66 Prozent der Budgetmittel an Werkvertragsnehmerinnen und 33 Prozent an Werkvertragsnehmer vergeben. MA 8 Werkverträge Öffentlichkeitsarbeit Mit der von Juni bis Oktober laufenden Kleinausstellung„Emanzen, Ikonen und andere Frau­ en“ wurde ein geschlechtergeschichtlicher Schwerpunkt gesetzt und dabei gesonderte Füh­ rungen für interessierte Mädchengruppen und für eine Delegation des Türkischen Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit durchgeführt. Die Ausstellung wurde durch die MA 57(Frau­ enförderung und Koordinierung von Frauenangelegenheiten) im Rahmen von„Frauensichtbar­ machen“ online gestellt. Von den vom Wiener Stadt- und Landesarchiv auf der Homepage monatlich präsentierten „Zeitzeugnissen“ befassten sich zwei mit frauenspezifischen Themen:„Erster demokratischer Frauenverein“ und zur Ausstellung„Emanzen, Ikonen und andere Frauen“. Wissenschaftliche Publikationen Von MitarbeiterInnen der MA 8 wurden drei gendergeschichtlich relevante Publikationen ver­ öffentlicht: Andreas Weigl, Arbeit. Lebenserwartung. Geschlecht: Wien 1900–1950. In: Martin Dinges/ Andreas Weigl(Hg.), Gesundheit und Geschlecht(= Österreichische Zeitschrift für Geschichts­ wissenschaften 22, Band 2), StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2011, S. 112–139 Andreas Weigl, The rise and fall of the Fürsorgerin(female welfare worker) in Austrian pub­ lic health policies. Theory and practise of a professional link within a changing social and epi­ demiological framework. In: Robert Jütte/ Martin Dinges(Hg.), The transmission of health practices(= Medizin, Gesellschaft und Geschichte, Beiheft 39), Franz Steiner, Stuttgart 2011, S. 117–133 Klaralinda Ma-Kircher/ Karin Winter, Emanzen, Ikonen und andere Frauen, Wien 2011(= Ver­ öffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs Reihe B: Ausstellungskataloge Heft 84, zugleich Wiener Geschichtsblätter Beiheft 2/2011) Hochschuljubiläumsstiftung 2011 waren die Fachbereiche Geisteswissenschaften, Medizin, Rechts-, Staats- und Sozialwis­ senschaften, Theologie, Veterinärmedizin sowie Wirtschaftswissenschaften zur Förderung 220 Stadt- und Landesarchiv• Hochschuljubiläumsstiftung Frauenkulturbericht zugelassen. Es wurden 162 Projektanträge aus diesen Bereichen mit einer Wunschsumme von 1 652 960,20 Euro insgesamt eingereicht, davon wurden von Frauen 76 Anträge mit einer Sum­ me von 644 954,06 Euro gestellt. Vom Kuratorium wurden 48 Anträge mit 260 000 Euro gefördert, davon gingen 30 Förderungen an Wissenschafterinnen mit einer Summe von 153 200 Euro. Hochschuljubiläumsstiftung Gesamt Eingereichte Projekte Bereich Geisteswissenschaften und Theologie Gesamt Frauen 58 Anträge 27 Anträge Geisteswissenschaften, Theologie Einreichungen 549 127,21 224 792,76 Bereich Medizin Gesamt Frauen 63 Anträge 23 Anträge 669 285,43 186 910,74 Hochschuljubiläumsstiftung 221 Frauenkulturbericht Medizin Einreichungen Bereich Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftwissenschaften Gesamt Frauen 25 Anträge 17 Anträge 292 720,56 148 184,56 Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Einre ichungen Bereich Veterinärmedizin Gesamt Frauen 16 Anträge 9 Anträge Veterinärmedizin Einreichungen 141 827,00 85 066,00 222 Hochschuljubiläumsstiftung Frauenkulturbericht Geförderte Projekte Bereich Geisteswissenschaften und Theologie Gesamt Frauen 13 Projekte 7 Projekte Geisteswissenschaften, Theologie geförderte Projekte 65 000,00 35 500,00 Bereich Medizin Gesamt Frauen 15 Projekte 6 Projekte Medizin geförderte Projekte 104 000,00 43 500,00 Hochschuljubiläumsstiftung 223 Frauenkulturbericht Bereich Rechts-, Staats-, Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften Gesamt Frauen 16 Projekte 13 Projekte 68 900,00 52 600,00 Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften geförderte Projekte Bereich Veterinärmedizin Gesamt Frauen 4 Projekte 4 Projekte Veterinärmedizin geförderte Projekte 22 100,00 22 100,00 224 Hochschuljubiläumsstiftung Frauenkulturbericht WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS – MA 9 Auch 2011 legte die Wienbibliothek einen besonderen Schwerpunkt auf das Spannungsver­ hältnis Stadt und Frauen, was sich in zahlreichen Aktivitäten niederschlug. Ausstellung En passant. Erinnerungsstücke aus der Wiener Stadtlandschaft Präsentation von Fotos der Künstlerin Trude Lukacsek 29. Oktober 2010 – 7. Jänner 2011, Foyer der Wienbibliothek Die alltäglichen Milieus im öffentlichen Raum wandeln sich ständig. Orte und Plätze der urba­ nen Kultur kommen abhanden, Lebenswelten und Räume verändern sich oder verschwinden gänzlich. Trude Lukacsek erforschte und dokumentierte diese Phasen der Veränderung aus dem Blickwinkel einer Künstlerin, holte Versunkenes noch einmal ins Gedächtnis zurück und schaffte so etwas wie eine verdichtete Erinnerung. In der Ausstellung machte sie sich auf eine Reise, auf eine Erkundungstour durch Orte, die wie Zeugnisse der jüngeren Geschichte Wiens in einem Spannungsfeld zu der sich stetig erneuernden Oberfläche der Stadt stehen. Lukac­ seks Arbeiten transportieren Wien-Bilder, Räume der Alltagskultur, die heute in dieser Form nicht mehr existieren: ein Café, ein Bad, ein Kino, eine Schneiderei, ein Vergnügungspark. Es geht ihr um das Dokumentieren der Farb- und Lichtstimmung und der Dinge, die diesen Räu­ men ihren Charakter gaben. Stand und Führungen Offenes Rathaus für alle Mädchen und Frauen – 100 Jahre Internationaler Frauentag 8. März 2011, Rathaus Die Wienbibliothek im Rathaus beteiligte sich wieder am Internationalen Frauentag, der sich 2011 zum 100. Mal jährte. Im Rahmen der Großveranstaltung„Offenes Rathaus für alle Mäd­ chen und Frauen“, die von der Frauenabteilung der Stadt Wien(MA 57) organisiert wurde, betreute die Wienbibliothek einen Stand im Festsaal und bot in den Bibliotheksräumlichkei­ ten Vorträge und Führungen zu biographischen Quellen bedeutender historischer Frauenper­ sönlichkeiten der Wiener Frauenbewegung und der Wiener Kulturszene vom späten 19. bis zum 20. Jahrhundert an. Marianne Hainisch, Rosa Mayreder, Elise Richter, Anna Boschek und Jeannie Ebner wurden durch Porträtfotos, Festschriften, Briefe, Studienbücher und Frauen­ zeitschriften vorgestellt. Darüber hinaus wurden im Stadtsenatssitzungssaal historische Frauentags-Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek präsentiert. Die 26 ausgewählten Reproduktionen gaben einen eindrucksvollen Einblick in die Themen und Forderungen, die von Frauen erhoben wurden und werden. Dies umfasst Vorstellungen von einer Welt in Frieden und Wohlstand, internationale und generationenübergreifende Frauensolidarität, Arbeiterinnenschutz und Gleichberechti­ gung im Beruf, den Kampf gegen Atomkraft und Atombombe sowie für das Frauenwahlrecht. In Kooperation mit der MA 57 und der MA 55 – Stadtinformation wurden neun Stationen für Rathausführungen unter dem Motto„Wege der Frauen durchs Rathaus“ gestaltet, bei de­ nen die Wienbibliothek Einblick in ihre umfangreichen Bestände zur Frauengeschichte gab. Die Stationen erläuterten Zusammenhänge der Themen Frauen und Politik, Sichtbarkeit von Frauen in Straßenbenennungen, Selbstbestimmungsrecht über Körper und Sexualität, Bezie­ hungs- und Lebensformen, Gewaltschutz, Frauenbildung, Frauen am Arbeitsmarkt, Frauen in Krieg und Faschismus wie die Bedeutung von Frauenpolitik und waren über das ganze Rathaus und dessen Höfe verteilt. Im Lauf des Jahres 2011 fanden laufend Spezialführungen statt. Wienbibliothek im Rathaus 225 Frauenkulturbericht Vortrag „[...] daß er die Namen der Frauen auch in seinem Adressbuch aufnähme.“ – Initiativen zur Vernetzung in Frauenbewegungen Corinna Oesch 30. März 2011, Lesesaal der Wienbibliothek Der Vortrag fand im Rahmen der Ausstellung über die von Adolph Lehmann ab 1859 herausge­ gebenen Wiener Adressbücher statt. Diese geben nicht nur Auskunft über die Einwohner der Stadt, sondern spiegeln auch wichtige stadthistorische Veränderungen, die Entwicklung des öffentlichen Sektors, der Berufe und Branchen und die politischen Umwälzungen des 20. Jahr­ hunderts wider.„Die Wohnungen sämmtlicher Einwohner von Wien und dessen Umgebung [...] nachzuweisen“ war das erklärte Ziel des Einwohnerverzeichnisses, das Dienstboten, Ge­ werbegehilfen, Tagelöhner und die nicht-selbständige Bevölkerung der Stadt aber zugleich von Anfang an ausschloss. Auch ein Großteil der Wiener Frauen blieb vom Adressbuch unbe­ achtet, weil der Status des Haushaltsvorstandes das entscheidende Aufnahmekriterium war. Protagonistinnen der Ersten Frauenbewegung initiierten deshalb 1903 ein Gegenprojekt zu Lehmanns‘ Wohnungsanzeiger. Mit der Institutionalisierung eines alphabetischen Zettelkata­ logs im Neuen Frauenklub wählten sie ein Speichermedium, das dem Inhalt und der Form nach eine Alternative zum edierten Adressbuch darstellte: Die Karteikarten enthielten Namen und Adressen von Frauen und konnten ausgetauscht und ergänzt werden, um der Unabgeschlos­ senheit der Information und dem Bedürfnis nach Aktualität gerecht zu werden. Die Zeithisto­ rikerin Corinna Oesch analysierte in ihrem Vortrag Initiativen der Vernetzung in Frauenbewe­ gungen vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Benützung Von den 1 023 im Jahr 2011 neu ausgestellten Lesekarten entfielen 556(fast 55%) auf Frau­ en. Unter diesen stellt die Gruppe der Studentinnen mit über 50 Prozent die weitaus größte Gruppe, was auf die Bedeutung der Wienbibliothek insbesondere für jüngere Frauen hinweist. Wienbibliothek BenützerInnen 226 Wienbibliothek im Rathaus FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Förderungen in Zahlen FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Film, Kino, Video Bildende Kunst, Foto Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 34 026 928,24 6 526 608,42 7 503 119,11 759 996,31 23 831 738,00 84 120 179,92 390 000,00 16 096 000,00 8 555 509,66 2 517 282,36 1 450 000,00 296 000,00 919 352,02 10 985 862,11 19 901 702,49 229 Förderungen in Zahlen MUSEEN, ARCHIVE, WISSENSCHAFT Archive Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche MitarbeiterInnen Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen Museen der Stadt Wien Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH Mozarthaus Vienna Errichtungs- und BetriebsgesellschaftmbH Museumsquartier Wien ARGE Bezirksmuseen Baukosten Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH MuseumsQuartier Wien Errichtungs- und Betriebs GmbH 14 897,10 46 574,24 6 909,38 7 898,64 18 250,00 13 179,04 16 901,58 8 867,53 11 026,30 5 858,49 3 984,00 17 586,80 14 027 558,40 3 804 764,00 400 000,00 657 000,00 364 000,00 153 000,00 62 995,00 230 Museen, archive, Wissenschaft Förderungen in Zahlen Wissenschaftliche Förderungen Akademie der bildenden Künste Wien Architekturzentrum Wien Austrian American Foundation(AAF) *coobra*.coobra – cooperativa braccianti, Verein zur Förderung ganzheitlicher Sichtweisen auf gesellschaftspolitische Themen Demokratiezentrum Wien European University Center for Peace Studies Forschungszentrum für historische Minderheiten Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie Institut für die Wissenschaften vom Menschen Jewish Welcome Service Vienna JOSZEF – Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittel- und Osteuropa Ludwig Boltzmann Gesellschaft Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung Max F. Perutz Laboratories GmbH Medizinische Universität Wien OeaD – Österreichischer Austauschdienst Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem QWIEN Zentrum für schwul/ lesbische Kultur und Geschichte SWS Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Technische Universität Wien(Gastprofessur) Technische Universität Wien(Stipendienprogramm) Technische Universität Wien(Wien-bezogene Projekte) 50 000,00 1 455 000,00 60 000,00 22 000,00 80 000,00 12 500,00 99 000,00 150 000,00 650 000,00 143 600,00 16 500,00 1 000 000,00 100 000,00 651 114,00 25 000,00 10 000,00 307 000,00 65 000,00 22 000,00 120 000,00 15 000,00 300 000,00 50 000,00 184 000,00 60 000,00 Museen, archive, Wissenschaft 231 Förderungen in Zahlen Universität für Bodenkultur Wien(Jubiläumsfonds) Verein Architectural Heritage/ Architektonisches Erbe Wien Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Verein für Geschichte der Stadt Wien Verein Sammlung Rotes Wien Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien WWTF – Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologie­ fonds Wirtschaftsuniversität Wien Zentrum für soziale Innovation – ZSI Rahmenbetrag ART& SCIENCE Verein für Wissenschaft und Kunst [phi]gital – Verein für die transdisziplinäre Förderung von Medien- und Kulturwissenschaft in Wien und Österreich AFRODIA(Afrodiaspora in Austria) Aisthesis – Plattform für kritische Medien- und Kulturtheorie Akademischer Arbeitskreis Japan – Österreichische Japangesellschaft für Wissenschaft und Kunst – AAJ AKP – Arbeitskreis für analytische körperbezogene Psychotherapie Alfred Hermann Fried Gesellschaft Alliance for Nature Alumni-Club der Medizinischen Universität Wien Alumniverband der Universität Wien Anton Wildgans Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik(APP-Wien) Arbeitskreis der Wiener Skandinavistik Arbeitskreis für historische Kommunikationsforschung 232 Museen, archive, Wissenschaft 1 000 000,00 9 000,00 33 600,00 70 000,00 65 000,00 25 000,00 404 388,00 4 660 000,00 530 000,00 20 000,00 3 000,00 1 000,00 1 000,00 2 500,00 1 500,00 1 000,00 1 200,00 1 500,00 1 500,00 4 800,00 1 000,00 700,00 6 000,00 1 400,00 Förderungen in Zahlen Arbeitskreis zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus Arthur Schnitzler Gesellschaft Asylkoordination Österreich Austria Mundi Gesellschaft für internationale Kulturforschung AUTOCHTHON – Netzwerk für Medienforschung und innovative Mediengestaltung AUXILIUM INFANTILIS(Verein zur Unterstützung geistig u./od. körperlich behinderter österreichischer Kinder und deren Familien) BEST Vienna BOEM – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Bureau für Philosophie Chemisch-Physikalische Gesellschaft Club Kommunikation – Verein der Freunde des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien Conceptus – Verein zur Förderung Analytischer Philosophie in Wien Context – Verein für freie Studien und brauchbare Information Context XXI – Verein für Kommunikation und Information „Cultural Research. Zentrum für wissenschaftliche Forschung und Dienstleistung“ Culture2Culture daedalus Transmediale Gesellschaft DanceAbility – Tanz für Menschen mit und ohne Behinderung Das Drehbuch – Kulturverein zur Erfassung und bibliothekarischen Aufbereitung von TV-Film- und Kinofilm-Drehbüchern Delphina – Verein zur Realisierung und Unterstützung von Kunstprojekten DENKRAUM DONAUSTADT, Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft, Kunst und Kultur dérive – Verein für Stadtforschung Die Wiener Volkshochschulen GmbH 3 000,00 3 500,00 1 500,00 5 000,00 2 000,00 2 500,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 5 500,00 1 000,00 1 500,00 1 400,00 2 000,00 3 000,00 3 500,00 2 500,00 7 000,00 700,00 1 000,00 2 000,00 7 500,00 Museen, archive, Wissenschaft 233 Förderungen in Zahlen Die Wiener Volkshochschulen GmbH, Brigittenau Die Wiener Volkshochschulen GmbH, Volkshochschule Meidling Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur – DOML Educult – Denken und Handeln im Kulturbereich eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies Elfriede Jelinek Forschungszentrum EPOC European Policy Consultants Eranos Vindobonensis Erika Mitterer Gesellschaft Ernst Jandl-Gesellschaft Europäische Akademie Wien Europäische Musikforschungsvereinigung(EMV) Europäisches Forum Alpbach Evangelische Akademie Wien Evangelisches Bildungswerk A.B. Wien exil.arte – Österreichische Koordinationsstelle für Exilmusik FOKUS – Institut für Europäische Integrationsforschung Förderungsverein des Wissenschaftspreises für Wirtschaftsgeschichte Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik Forschungsgesellschaft Kunst und Recht fran:cultures – Plattform frankophoner Kulturen/ Plateforme des cultures francophones Franz Schmidt-Gesellschaft Frauenhetz – feministische Bildung, Kultur und Politik Freunde der Druckgraphik Freundinnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen 234 Museen, archive, Wissenschaft 1 000,00 1 300,00 6 000,00 19 500,00 11 000,00 3 500,00 700,00 1 000,00 1 400,00 1 500,00 25 000,00 4 000,00 1 000,00 29 000,00 1 000,00 7 000,00 900,00 4 200,00 700,00 2 000,00 1 500,00 1 500,00 1 500,00 1 200,00 1 000,00 Förderungen in Zahlen Gesellschaft bildender Künstler Österreichs – Künstlerhaus Gesellschaft für Bildung& Kultur Gesellschaft für Historische Tonträger e.V. Gesellschaft für Klangreihenmusik Gesellschaft für Kulturanalytik Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen Gesellschaft für Ostkooperation Gesellschaft für Sozialgeschichte Gesellschaft Österreich-Mexiko Gesellschaft österreichischer Planetarien Grillparzer Gesellschaft Grüne Bildungswerkstatt Wien Heinz von Foerster-Gesellschaft Ide(e)ntitäten. Verein für Kunst und Kultur IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa IG Kultur Österreich IG Kultur Wien – Wiener Interessensgemeinschaft für freie Kulturarbeit Imagine. Verein für Kulturanalyse Initiative Kunstgeschichte Initiative Minderheiten Initiative zur psychosozialen, sozialtherapeutischen und soziokulturellen Integration – ESRA INNOC – Österreichische Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften Institut„Ethik und Wissenschaft im Dialog“ Institut für Arbeiterbildung Institut für Axiologische Forschung – IAF Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit 2 000,00 1 000,00 1 500,00 800,00 1 200,00 2 000,00 2 500,00 3 800,00 2 200,00 2 200,00 2 000,00 1 900,00 10 000,00 1 000,00 19 000,00 5 500,00 6 000,00 1 800,00 3 000,00 25 000,00 2 000,00 3 000,00 43 000,00 1 000,00 1 500,00 6 700,00 Museen, archive, Wissenschaft 235 Förderungen in Zahlen Institut für Homöopathie-Forschung Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung an der Wirtschaftsuniversität Wien – NPO-Institut Institut für jüdische Geschichte Österreichs Institut für Konfliktforschung Institut für Konstruktiven Realismus Institut für Kulturpsychologie und qualitative Sozialforschung (ikus) Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 Institut für Österreichkunde Institut für Soziale Ökologie, Alpen-Adria Universität Klagenfurt Institut für Wissenschaft und Kunst – IWK Institut Wiener Kreis – Verein zur Förderung Wissenschaftlicher Weltauffassung International Music Academy Orpheus Internationale Coronelli-Gesellschaft Internationale Gesellschaft„System der Philosophie“ Internationale Gesellschaft für Mittel- und Osteuropaforschung e.V.(IG.MOF) Internationale Nestroy-Gesellschaft Internationale Schönberg-Gesellschaft Internationaler TCM-Kongress Internationales Erwin Schrödinger Institut – ESI Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften – IFK IPS-Wien(Institut für Psycho – Soziale Fragen zur Erforschung, Aufarbeitung und Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs) ITNOA, Verein zur Förderung eines interuniversitären und interdis­ ziplinären Architekturdiskurses Jüdisches Museum der Stadt Wien JU-KU Junge Wege zur Kunst 236 Museen, archive, Wissenschaft 1 800,00 2 000,00 16 000,00 3 000,00 2 200,00 3 000,00 2 000,00 4 000,00 2 000,00 25 000,00 35 000,00 2 700,00 1 500,00 700,00 7 500,00 6 000,00 8 000,00 1 000,00 6 000,00 43 000,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 3 000,00 Förderungen in Zahlen Jura Soyfer Gesellschaft Kommission für Neuere Geschichte Österreichs Kontaktstelle für Weltreligionen – KWR Kulturverein Saba Kunsthistorische Gesellschaft Wien KunstPlatzl Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität Wien La pomarancia – Eins und doch vielfältig: Gemeinnütziger Kultur­ verein für Untersuchung, Vermittlung und Promotion der kulturellen Gemeinsamkeiten und/ oder Unterschiede zwischen Österreich und Italien Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Literaturhaus – Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Literaturkreis Schloß Neulengbach – Podium Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte – Forschungsverein Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten Mediacult – Internationales Forschungsinstitut für Medien, Kommunikation und Kulturelle Entwicklung Menschenwege – Götterberge, Verein zur Förderung des Andenkens an Herbert Tichy Methodenforum der Universität Wien metro – Verein für Stadtforschung MICA(Music Information Center Austria) Mikroskopische Gesellschaft Wien Milena Verlag Museumsforum Wien Oikodrom – Forum Nachhaltige Stadt, Verein für neue Städtebaukultur 15 000,00 700,00 1 000,00 700,00 3 200,00 1 000,00 4 000,00 1 000,00 1 100,00 1 700,00 1 500,00 1 800,00 1 800,00 24 000,00 3 000,00 1 000,00 2 000,00 8 000,00 1 000,00 700,00 1 500,00 3 000,00 Museen, archive, Wissenschaft 237 Förderungen in Zahlen Ökids – Österreichische Gesellschaft für Kinderund Jugendlichenpsychotherapie Operetta Society Wien – Verein zur Pflege der Wiener Operette Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Geographische Gesellschaft Österreichische Gesellschaft für Angewandte Forschung in Touris­ mus und Freizeitwissenschaft Österreichische Gesellschaft für Architektur Österreichische Gesellschaft für Bildung& Kommunikation Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) Österreichische Gesellschaft für Germanistik(ÖGG) Österreichische Gesellschaft für Geschichtswissenschaft(ÖGW) Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien(ÖGQ) Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für Musikwissenschaft Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie Österreichische Gesellschaft für Philosophie Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft(ÖGPW) Österreichische Gesellschaft für Soziologie Österreichische Gesellschaft für Sportsoziologie Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik – ÖAGG Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung Österreichischer Herzfonds Österreichischer Ingenieur- und Architekten-Verein 238 Museen, archive, Wissenschaft 1 000,00 900,00 4 000,00 40 000,00 1 200,00 1 200,00 14 000,00 2 000,00 1 500,00 13 000,00 5 500,00 2 500,00 4 000,00 1 390,00 700,00 1 200,00 600,00 2 000,00 3 500,00 783,96 3 000,00 2 000,00 1 000,00 6 000,00 6 000,00 1 200,00 Förderungen in Zahlen Österreichischer Schriftsteller/innenverband Österreichischer Verein für Individualpsychologie Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Österreichisches Institut für China- und Südostasienforschung Österreichisches Institut für Erwachsenenbildung Österreichisches Institut für Kultur und Wissenschaft Österreichisches Lateinamerika-Institut Österreichisches VolksLiedWerk Österreichisch-Serbische Gesellschaft Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft(OSPG) Österreichische Vereinigung für Gestalttherapie – ÖVG Oswald Wiener Gesellschaft Passagen Forum – Verein zur Förderung interdisziplinärer Projekte aus Literatur, Kunst, Medien, Wissenschaft und Philosophie Philosophische Gesellschaft Wien Photographische Gesellschaft Pierre Ramus Gesellschaft Planet 10 Kulturverein Plattform Bibliotheksinitiativen Wien Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft. Verein der AbsolventInnen des Instituts für Ethnologie, Kultur- und Sozial­ anthropologie der Universität Wien Pro Scientia – Österreichisches Studienförderungswerk Psychologische Gesellschaft für Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung(PSI) Raimundgesellschaft Rainman‘s Home rism-österreich – Forschungsförderungsverein für das Quellen­ lexikon der Musik Romanistikverein – Quo vadis, Romania? 600,00 5 000,00 44 000,00 4 000,00 2 000,00 2 000,00 6 000,00 1 000,00 1 400,00 600,00 1 800,00 1 000,00 2 000,00 600,00 7 000,00 1 000,00 900,00 1 100,00 1 600,00 5 000,00 2 600,00 12 000,00 1 000,00 11 000,00 5 000,00 Museen, archive, Wissenschaft 239 Förderungen in Zahlen Schnittpunkt Ausstellungstheorie& Praxis Schule für das Leben Schwarze Maske – Verein für Theater und Kultur science2public e.U. SEAS – South East Asian Studies – Gesellschaft für Südostasienwissenschaften Wien Sigmund Freud Privatstiftung Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen sirene – Verein für modernes Musiktheater Società – Forum für Ethik, Kunst und Recht SR-Archiv österreichischer Popularmusik Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Stiftung Österreichisches Freilichtmuseum SUBOTRON – Verein zur Förderung elektronischer Spielkultur Südostasiatischer Kulturverein(SOAC) SWS – Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft TFM-Diskurs. Verein zur Förderung der Wissenschaftskultur in Theater, Film und Medien Theater der Unterdrückten Theodor Körner Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst Theodor Kramer Gesellschaft Transzende – Forum für Philosophie, Architektur und Peformativität TYCHE – Verein zur Förderung der Alten Geschichte in Österreich Universität Wien Universitätszentrum für Friedensforschung URBAN plus – Kommunikation in Stadt- und Raumplanung Urbanity – Verein für Architektur, Kunst, Kultur und Sprache Verband der Freunde und Absolventen der Technischen Universität 240 Museen, archive, Wissenschaft 1 000,00 1 000,00 4 900,00 4 000,00 1 000,00 25 000,00 40 000,00 800,00 1 000,00 1 700,00 22 500,00 7 300,00 1 500,00 500,00 6 500,00 3 800,00 1 000,00 3 000,00 15 500,00 500,00 3 200,00 29 000,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 6 500,00 Förderungen in Zahlen Verband österreichischer Vereinigungen für personenzentrierte Gesprächsführung und klientenzentrierte Psychotherapie Verein„Arbeitskreis der Wiener Altgermanistik“ Verein„Die Damen in der Herrengasse“ Verein„Projekt Schwab“ Verein Arbeitsgemeinschaft zur Demokratisierung der Arbeitswelt Verein Betrifft: Neudeggergasse Verein der Freunde der Edition Atelier Verein der Freunde der Komödianten Verein der Freunde der musikwissenschaftlichen Forschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Verein der Freunde des Beethoven Center Vienna im Eroica Haus Verein der Freunde des Botanischen Gartens Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien Verein der FreundInnen des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien Verein Freunde des Hauses Wittgenstein Verein für die Geschichte der Arbeiterbewegung Verein für Geschichte und Sozialkunde – VGS Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung, c/o Institut für Philosophie der Universität Wien Verein für kritische Politikwissenschaft Verein für Kultur- und Migrationsforschung Verein für Politisch Ökonomische Forschung Verein für Rechts- und Kriminalsoziologie Verein für transmediale Interventionen im öffentlichen Raum Verein für Volkskunde 2 000,00 3 300,00 1 500,00 7 500,00 700,00 1 100,00 700,00 6 000,00 2 000,00 5 000,00 1 000,00 3 000,00 1 000,00 3 000,00 2 000,00 1 100,00 9 800,00 2 000,00 1 850,00 1 000,00 1 500,00 6 000,00 2 600,00 4 000,00 3 500,00 Museen, archive, Wissenschaft 241 Förderungen in Zahlen Verein Gedenkdienst Verein IM-MER(Initiative Malvine – Maly Trostinec erinnern) Verein Initiative gemeinschaftliches Bauen und Wohnen Verein Kunst- und Kulturprojekt Samstag Verein Literaturzeitschriften Autorenverlage VLA e.V. Verein LOK Leben ohne Krankenhaus Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Verein Neugermanistik Wien Verein Ödön von Horváth Verein Orpheus.news Verein Philolympics Austria – Philosophieolympiade Verein Projekt Theater Verein Soja aus Österreich Verein Stichwort – Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung Verein was bleibt von Rupert Riedl Verein werks Verein Wiener Nobelpreisträgerseminar Verein ZOOM Kindermuseum Verein zur Förderung der armenischen Geschichte und Kultur Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Verein zur Förderung der evangelischen Theologie Verein zur Förderung der fachdidaktischen Forschung und Lehre am Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung Verein zur Förderung der Kunst-Schleife 18 Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittel- und Osteuropa Verein zur Förderung historischer Sozialwissenschaft Verein zur Förderung internationaler künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeit 242 Museen, archive, Wissenschaft 1 500,00 3 000,00 2 500,00 2 000,00 1 250,00 600,00 500,00 4 300,00 7 500,00 1 000,00 2 500,00 3 200,00 1 500,00 3 000,00 2 500,00 1 000,00 7 500,00 7 800,00 900,00 1 000,00 1 900,00 1 700,00 1 700,00 9 180,00 1 800,00 1 000,00 Förderungen in Zahlen Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Verein zur Förderung relevanter Inhalte Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Verein zur Förderung von Dichtungs- und Geistesgeschichte Verein zur Förderung von L‘HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Verein zur Förderung von Studien zur Migration und Global-Kultur Verein zur Förderung von Subkultur Verein zur Förderung, Forschung und Entwicklung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Medien – Monochrom Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession Vereinigung für katholische Sozialethik in Mitteleuropa Veterinärmedizinische Universität Wien VIDC – Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden Viktor Frankl Institut Wien Volkshochschule Hietzing VSIG – Verein zur Förderung von Studien zur interkulturellen Geschichte WeXel – Verein zur Erforschung der Volksmusik Wien macht Kultur Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie – WiGiP Wiener Institut für Strauss-Forschung 5 000,00 2 780,00 800,00 7 000,00 1 300,00 10 000,00 2 300,00 2 800,00 900,00 1 450,00 23 800,00 1 500,00 1 500,00 12 000,00 2 000,00 1 000,00 10 000,00 2 900,00 3 100,00 700,00 4 000,00 4 000,00 1 600,00 8 500,00 Museen, archive, Wissenschaft 243 Förderungen in Zahlen wiener kulturwerkstätte GRENZ-film Wiener Psychoanalytische Akademie Wiener Psychoanalytische Vereinigung Wiener Senioren Zentrum im WUK Wiener Volksliedwerk Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft Wissen und Verantwortung – Carl Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaft Österreich Wissenschaftsladen Wien – Science Shop Vienna Verein Yad Layeled Austria Zwei Kongruent Null – Verein zur Förderung von Projekten aus Kunst und Wissenschaft Summe Rahmenbetrag Buchankäufe Amartis Verlag, Dr. Robert Keil – Kunsthandel Edition Steinbauer GmbH Edition Winkler-Hermaden Eigenverlag Dr. Dieter Klein Eigenverlag Dr. Gottfried Pfaffenberger Eigenverlag Prof. Gotthard Fellerer Erhard Löcker Verlag Gesellschaft GmbH Freytag-Berndt und Artaria KG IDM – Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik Praesens Verlag GmbH Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft SWS-Rundschau ST/A/R, Verein für Städteplanung/ Architektur/ Religion 244 Museen, archive, Wissenschaft 1 000,00 13 000,00 15 000,00 1 200,00 14 500,00 1 000,00 1 000,00 1 500,00 5 500,00 2 000,00 1 363 983,96 403,50 2 517,50 989,00 625,00 180,00 700,00 2 954,00 2 349,06 600,00 360,00 3 259,00 626,00 600,00 Förderungen in Zahlen Studien Verlag GmbH V&R unipress GmbH Verein Wiener Architektur Verein zur Förderung der armenischen Geschichte und Kultur Verlagsbüro W. GesmbH Wiener Stern Verlag Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung Ges.m.b.H. Summe Buchankäufe Druckkostenbeiträge Alfred Klahr Gesellschaft Amalthea Signum Verlag GmbH AMARTIS Verlag AMCHA Österreich Bibliothek der Provinz blDIE SCHWIMMERINNEN< Verein für Integrative Lebensgestaltung„Sargfabrik“ Verein für Modernes Tanztheater/ Tanz Company Gervasi Verein Projekt Theater Verein theater.wozek Verein Wiener Theaterpreis Verein zur Förderung der kulturellen Interessen der Arbeitnehmer und ihrer Familien – Veranstaltungszentrum AKZENT Verein zur Förderung performativen Brauchtums – Tanzverein Erdberg V F e re re ie in B ig ü t h e ne B n üh W n i e e n de W n ien VIENNA MAGIC – Verein zur Förderung von Performance, zeitgenössischem Tanz, darstellender Kunst und bildender Kunst ViennaBodyArchives – Verein für Publikation und Archivierung von Texten und Dokumenten über künstlerischen Tanz und Performance VierHochDrei VIOLET LAKE Verein zur Förderung der Künste im darstellenden und bildenden Bereich Wiener Lustspielhaus – Verein zur Förderung musikalischer und darstellender Künste Wiener Tanz- und Kunstbewegung 9 000,00 18 000,00 8 000,00 9 000,00 20 000,00 13 000,00 5 000,00 30 000,00 50 000,00 20 000,00 90 000,00 54 000,00 15 000,00 75 000,00 19 299,00 70 000,00 42 000,00 15 000,00 6 000,00 20 000,00 190 000,00 45 000,00 217 WUK – Verein zur Schaffung offener Kulturund Werkstättenhäuser Summe Rahmenbetrag Baukosten Ha Makom Theater und VeranstaltungsgmbH – Nestroyhof Halle E+ G Betriebs GmbH Kabarett Simpl Betriebsges.m.b.H. Kitsch& Kontor – Theaterverein Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturverein C7 Original Wiener Stegreifbühne, vormals Tschauner, Betriebsgesellschaft m.b.H. Ronacher Schauspielhaus Wien GmbH Tanzquartier Wien GmbH Theater am Petersplatz GmbH Theater Center Forum Theaterverein Odeon Theaterverein Wiener Metropol Vereinigte Bühnen Wien WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Sonstiges Theatererhalterverband Österreichischer Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag SUMME THEATER, MUSIKTHEATER, TANZ 218 75 000,00 4 592 750,00 400 000,00 82 226,33 157 000,00 100 000,00 85 000,00 6 998,00 33 775,67 3 120 000,00 60 000,00 50 000,00 100 000,00 25 000,00 40 000,00 60 000,00 2 100 000,00 100 000,00 2 139,00 89 397 458,00 NEUE MEDIEN 5uper.net – Verein zur Förderung, Forschung, Entwicklung und Vernetzung Dibowski Nora E.S.E.L. in der Kunst(Erfahren, Sehen, Erkennen, Lernen) Eckermann Sylvia ei(s)kon:fekt enterprise z Kultur- und Eventverein zur Realisation von intermedialen Projekten in und für den öffentlichen Raum Eurozine – Gesellschaft zur Vernetzung von Kulturmedien mbH FunkFeuer Wien-Verein zur Förderung freier Netze Hangl Oliver InnoC.at – Österreichische Gesellschaft für innovative Computerwissenschaft Jahrmann Margarete Kläring Julia Leihs Matthias Kleitner Philipp Machfeld, international Arts and Culture Society Medienwerkstatt Wien Monochrom Neocom-Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Nussbaum Martin paraflows – Verein zur Förderung der Digitalen Kunst und Kulturen Pianka Joanna Maria Podgorschek Brigitte 18 200,00 5 700,00 7 000,00 11 530,00 18 000,00 5 000,00 20 000,00 7 000,00 5 500,00 10 000,00 8 000,00 1 490,00 2 700,00 5 000,00 10 000,00 20 000,00 20 000,00 10 000,00 3 300,00 100 000,00 3 000,00 5 000,00 219 pooool Verein zur Förderung visueller Kunst und Kultur quintessenz – Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter Rahmenwerk – Verein zur West-Ost europäischen Situation Schneeweisz Esther Schubert Markus Stiermaier Thomas Subotron Verein Künstlergruppe Dynamo Verein Quartier für Digitale Kultur Verein State of The Artists Verein Ubermorgen.com Verein zur Förderung der Erforschung und Bildung sozialer und technischer Innovationen – Metalab Verein zur Förderung und Entwicklung von Do it Yourself Kultur Weckwerth Georg SUMME NEUE MEDIEN FILM, KINO, VIDEO After Image Produktion DV8-Film Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmarchiv Austria – Metrokino Filmfonds Wien Österreichische Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Tradition und Kultur Österreichisches Filmmuseum 220 10 000,00 6 300,00 4 000,00 3 300,00 5 600,00 5 000,00 17 180,00 4 000,00 30 000,00 3 200,00 18 000,00 10 000,00 22 200,00 24 800,00 460 000,00 100 000,00 185 000,00 400 000,00 112 000,00 80 000,00 10 000 000,00 50 000,00 599 000,00 St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebs GesmbH Vienna Film Commission Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Filmfestwochen – Viennale Wiener Filmfestwochen – Viennale Filmpreis Rahmenbetrag coobra – cooperativa braccianti, Verein zur Förderung ganzheitlicher Sichtweisen auf gesellschaftspolitische Themen Akademie des Österreichischen Films artkicks ASIFA AUSTRIA – Verein zur Förderung des Animationsfilms in Österreich Austria Filmcoop Austria in Hollywood-Verein zur Geschichte österreichischer Emigranten in Hollywood Berger Karin Bild(er)folge – Verein zur Förderung von Filmkunst Blauensteiner Iris Brandner Verena Brudniak Angelika Burger Jörg Csinidis Jean-Laurent Culture2Culture Dag Umut Dobler Julia Dörr Tobias 23 000,00 311 000,00 100 000,00 90 000,00 1 492 000,00 7 000,00 2 000,00 6 000,00 5 000,00 30 000,00 5 000,00 7 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 1 500,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 54 000,00 3 000,00 3 000,00 5 000,00 221 Draschan Thomas Eckhard Nikolaus Eleta Jasmina EXIT – Verein zur Bekämpfung von Menschenhandel aus Afrika Faymann Armin Filek Christian-Werner Film:riss-Verein zur Förderung des studentischen Film- und Videoschaffens Filmcasino& polyfilm BetriebsGmbH Francultures – Plattform Frankophoner Kulturen/ Plateforme des Cultures Francophones Friedl Harald Full Frame Gladik Ulrike Groen Elke Gruber Mathias Hansbauer Ursula Hassfurther Esther-Maria Hengge Maria Hofer Hans-Jörg Hornek Katrin Independent Cinema – Verein zur Förderung unabhängigen Filmschaffens Institut Pitanga – Verein zur Förderung und Vermittlung von Wissenschaft und Kultur Jaitz Peter Jakob Paulus Jüdischer Filmclub Wien Kämmerer Björn 222 4 000,00 3 000,00 3 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 500,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 3 000,00 2 100,00 4 000,00 2 500,00 3 000,00 5 000,00 3 000,00 2 000,00 22 000,00 40 000,00 3 000,00 5 000,00 10 000,00 3 000,00 Kino5 – Plattform für unabhängige Filmschaffende Krügel Florian Kumar Sanoteep Kunstwerk-Werkstätte für Musik, Theater, Film Ladengruber Andreas Löckinger Ludwig Lummerstorfer Leopold Lurf Johanna Maier Martin Marte Sabine Mattuschka Mara Medienwerkstatt Wien Minck Bady Molzer Manuel Moser Sabine Navigator Film Production-Verein zur Förderung und Durchführung von Filmprojekten Nguyen Martin Pamminger Klaus Pfaffenbichler Norbert Priborsky Vladislav proFRAU-Plattform für Frauenrechte gegen Diskriminierung Ruhm Constanze Sackl Albert Schmeiser Johanna Schreiber Lotte Schreiner Peter Schwentner Michaela 5 000,00 5 000,00 10 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 3 800,00 3 000,00 1 000,00 5 000,00 20 000,00 5 000,00 5 000,00 3 500,00 5 000,00 4 600,00 2 500,00 5 000,00 5 000,00 7 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 3 500,00 223 Seemann Therese Sixpackfilm Sogx.net – Verein für Multimediaprojekte St. Balbach – Art Produktion, Verein zur Förderung künstlerischer Aktivitäten Standen-Raz Andrew Theininger Martina Tretinjak Alina Vallant Christian Verein„this human world“ Viennale – International Film Festival Wohlgenannt Anna Katharina Wölger Katrin Zdesar Judith Zuder Matthias Summe Rahmenbetrag Kinoförderung ADF Kinobetriebsgesellschaft mbH Admiral Kinobetriebs KG Bellaria Kino Breitenseer Lichtspiele Burg Kino Babette Allfrey Filmcasino& polyfilm BetriebsGmbH Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus Gloriette Kino Seidl& Co KG Kepler-Lichtspiele Rudolf Edhofer KG Kulturverein Schikaneder 224 4 000,00 70 000,00 2 500,00 20 000,00 5 000,00 10 000,00 5 000,00 5 000,00 10 000,00 3 000,00 5 000,00 5 000,00 5 000,00 2 000,00 600 000,00 22 855,00 27 860,00 22 860,00 13 000,00 32 855,00 53 860,00 26 860,00 22 855,00 22 855,00 56 715,00 Lichtspieltheater BetriebsgmbH Otto Honig GmbH Co KG Votiv Kino GmbH Summe Kinoförderung Baukosten Österreichisches Filmmuseum Wiener Filmfestwochen – Viennale SUMME FILM, KINO, VIDEO BILDENDE KUNST Basis Wien Bildankäufe Depot Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus IG Bildende Kunst Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier Kunst im öffentlichen Raum GmbH Kunsthalle Wien Kunsthaus Wien Holding KünstlerInnenförderung Kunstverein Wien – Artothek Neigungsgruppe Design Prämien für Kleingalerien Reed Messe Wien(Viennafair) schau Verlags GmbH Springerin – Verein für Kritik und Theorie zu ihrer zeit 46 715,00 13 000,00 82 710,00 445 000,00 80 000,00 20 000,00 14 694 000,00 30 000,00 566 456,66 50 000,00 381 000,00 26 000,00 799 000,00 800 000,00 4 300 000,00 500 000,00 11 800,00 166 000,00 10 000,00 9 000,00 25 000,00 20 000,00 22 000,00 225 Unit F büro für mode Unit F büro für mode – Modepreis Verband österreichischer Galerien moderner Kunst Verein der Freunde der Galerie Krinzinger Verein Vladimir& Estragon Verein zur Veranstaltung und Organisation des Kulturund Standortprojektes„Soho in Ottakring“ Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession WE SHOWROOM PARIS NOW – Verein zur Förderung österreichischen Designs Wochenklausur Kunst- und Sozialverein Druckwerke Brod Media GmbH Buchhandlung und Zeitungsbüro Camera Austria Christian Eder De Gülsen Bal Open Space Zentrum Die Kunsttermine Verlags GesmbH Falter Verlag Fotohof Edition Getrude Moser-Wagner Hildegard Jelinek Im Kinsky Kunst Auktionen GesmbH Jonas Verlag für Kunst und Fotografie Kunsthandel Widder OEG Lessing Verlags KG Österreichisches Institut für Photographie und Medienkunst 226 136 000,00 10 000,00 13 000,00 10 000,00 50 000,00 60 000,00 310 000,00 10 000,00 20 000,00 38,50 39,00 50,00 19,00 400,00 55,00 25,00 95,00 190,00 250,00 95,00 78,13 490,00 1 100,00 60,00 Passagen Verlag GesmbH Richard Peter Schmid Sensationsverlag Tatjana Puls Verlag Schlebrügge Editor Walter de Gruyter GmbH& Co KG Summe Druckwerke Druckkostenbeiträge Blanz Hubert Edition Splitter Enengl Claudia Hammerstiel Robert Sengl Deborah Tulek Irma Summe Druckkostenbeiträge Rahmenbetrag „assocreation“ – Gemeinnütziger Verein zur Förderung bildender, angewandter und darstellender Kunst“ coobra – cooperativa braccianti, Verein zur Förderung ganzheitlicher Sichtweisen auf gesellschaftspolitische Themen „Freunde des Loquaiparkes“ Caritas der Erzdiözese Wien(Caritasverband) gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung CONT3XT.NET kunst.kultur.medien ARTE 2000 VIENNA Verein zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kulturaustausch BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer 360,03 375,00 24,00 47,00 480,00 1 789,94 6 060,60 1 000,00 1 000,00 500,00 1 500,00 1 000,00 500,00 5 500,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 800,00 1 000,00 2 000,00 227 CONTEMPORARY CONCERNS – Kunstverein COOPERATION – Verein zur Förderung von Kunst im sozialen Environment Denkraum-Verein zur Förderung einer transdisziplinären Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum Desperate Artwives – Organisation und Durchführung von Kunstprojekten Die Kunstwerft – Verein zur Vernetzung von KünstlerInnen Emergence of Projects – Verein zur Förderung von interdisziplinären Projekten in Kunst und Wissenschaft fishpool, aquarium für kunst und soziales Foto K – Verein für Fotografie und Kunst Fotogalerie Wien – Verein zur Förderung künstlerischer Fotografie und neuer Medien frieze – Verein für Kunst und Kommunikation Hildegard Burjan Institut(Club Alpha) i.Ku. – Verein des internationalen und interdisziplinären Kulturaustausches Institut für Interaktive Raumprojekte, abgekürzt„IRR“ INTAKT – Internationale Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen InterVier-Verein zur Förderung der Frage nach dem Vierten in der Malerei Kulturschmiede Kunst vor Ort, Verein zur Kulturvermittlung und Vernetzung von Kunstschaffenden Kunstart-Europäisches Kunstnetzwerk Kunstförderverein Gumpendorfer Straße 53 Kunsthalle Exnergasse WUK – Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser Kunstverein – Fenster C. Kunstverein das weisse haus 228 3 000,00 1 000,00 1 000,00 2 200,00 700,00 3 000,00 2 500,00 2 000,00 26 000,00 4 000,00 1 000,00 1 000,00 2 600,00 1 500,00 800,00 1 600,00 1 800,00 2 000,00 2 000,00 2 000,00 3 000,00 4 000,00 Kunstverein Grundsteingasse(Masc Found) Kunstverein Parallel Aktion Kunstverein Pro Choice LAOKOON – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur und Gesellschaft MA 2000 Verein für intermediale Projektforschung MAL ETAT – zur Vernetzung unterschiedlicher Kunstsparten Mattseer Konferenz Medienwerkstatt Wien melt-art kulturelle Verschmelzung Neun Arabesken-Förderverein für frauenspezifische Entwicklung und künstlerische Projekte OLLIWOOD – Verein zur Durchführung von freien Kunstprojekten pogmahon.company-Verein zur Förderung künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum RAUCHSALON. Verein für Kultur RaumSpur-Verein zur Erforschung individueller Raum- Konstruktionen und deren Darstellbarkeit SAPROPHYT – Raum zur Realisierung künstlerischer Projekte und Interventionen SICHT-BAR Verein für Malerei, Objekte, Fotografie und Texte sirene – Verein für modernes Musiktheater SYNDIKART – Verein zur Förderung der Kunst TRANSFORMER. Verein für intellektuelle Transformationen Ve.Sch, Verein für Raum und Form in der Kunst VEKKS – Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums Verband österreichischer Galerien moderner Kunst 3 600,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 1 500,00 2 000,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 4 000,00 2 000,00 1 500,00 2 400,00 6 000,00 2 000,00 1 000,00 1 500,00 800,00 1 000,00 3 000,00 1 000,00 1 500,00 229 Verein der Freunde des Erzbischöflichen Domund Diözesanmuseums Verein für Philosophie und Kunst Verein Kulturaxe Verein Künstlergruppe Dynamo Verein zur Entwicklung und Erschließung der Künste„pop-up“ Verein zur Förderung experimenteller Raumkunst SEHSAAL Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunstprojekte – Zimmer. Küche. Kabinett. – Z.K.K. Verein zur Förderung und Entwicklung von Do it Yourself Kultur Verein zur Förderung und Erhaltung von Kunst und Kultur der Roma und Jenischen Verein zur Förderung von interkulturellem Datentransfer Verein zur Förderung von Kunst- und Kochgenuss Verein zur Vermittlung internationaler Gegenwartskunst Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Vereinigung zur Ausübung und Förderung künstlerischer Photographie und unabhängigen Films VEWZ-Literaturverein Zentrum für Kunstprojekte Summe Rahmenbetrag Baukosten Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus Veranstaltungen Musa – Museum auf Abruf 230 3 000,00 1 500,00 1 500,00 2 000,00 2 000,00 1 200,00 1 000,00 1 000,00 1 000,00 2 500,00 1 000,00 1 200,00 2 000,00 2 000,00 800,00 6 000,00 149 000,00 40 000,00 501 754,71 Sonstiges Mitgliedsbeiträge SUMME BILDENDE KUNST LITERATUR Asset Marketing Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur – Literaturhaus echo medienhaus GmbH Erstes Wiener Lesetheater und zweites Stegreiftheater Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorinnen Autorenversammlung IG AutorInnen Kunstverein Wien Literatur und Content Marketing GmbH Multi Art Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit – K2 Verein Wespennest Literatenförderung Rahmenbetrag coobra – cooperativa braccianti, Verein zur Förderung ganzheitlicher Sichtweisen auf gesellschaftspolitische Themen Alumniverband der Universität Wien 1 000,00 9 038 571,97 31 000,00 73 400,00 12 000,00 12 000,00 26 000,00 19 000,00 19 360,00 1 188 000,00 90 000,00 8 000,00 30 000,00 24 000,00 182 000,00 28 000,00 55 000,00 2 000,00 2 000,00 231 Artelier – Verein zur Förderung kreativen Denkens und Gestaltens BuB – Verein zur Förderung der„Bibliothek ungelesener Bücher“ von Julius Deutschbauer Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H. Buchmarketing Czernin Verlag GesmbH DENKRAUM DONAUSTADT, Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft, Kunst und Kultur Der Österreichische P.E.N. Club Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur – Literaturhaus Frauenhetz-Feministische Bildung, Politik, Kultur Fremdkörper Ges.n.b.R Grazer Autorinnen Autorenversammlung Institut für Interaktive Raumprojekte, abgekürzt„IRR“ Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren(IG Autorinnen Autoren) Internationale Albert-Drach-Gesellschaft zur Pflege des literarischen und philosophischen Werks Internationales Institut für Jugendliteratur und Leseforschung Kulturinitiative Klopfzeichen Kulturverein Alsergrund – Unser 9. LAFORUM – lateinamerikanischösterreichisches Literaturforum Literarische Vereinigung SALON Literaturkreis Schloß Neulengbach – Podium Literaturverein SISYPHUS WIEN Mandelbaum’s Kultur unter der Brücke Milena Verlag 232 500,00 2 000,00 4 000,00 5 800,00 2 500,00 2 500,00 6 500,00 2 200,00 800,00 1 000,00 5 800,00 2 000,00 7 000,00 3 080,00 5 000,00 1 300,00 6 000,00 3 000,00 3 600,00 4 500,00 2 900,00 2 500,00 6 000,00 Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer Schriftstellerverband O-TÖNE – Verein zur Förderung und Verbreitung von Österreichischer Gegenwartsliteratur Schule für Dichtung in Wien Theodor Körner Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst Theodor Kramer Gesellschaft Verband Geistig Schaffender und Österreichischer Autoren Verein Ödön von Horváth webbrain – Gesellschaft zur Verbreitung von Ton-, Bild- und Denkkunst im virtuellen und im realen Raum Wortspiele – Verein für interkulturelle Aktivitäten Wortwerft – Intermedialer Literaturverein Summe Rahmenbetrag Druckkostenbeiträge Arovell-Kulturverlag Astor Verlag Bibliothek der Provinz Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H. Christian Brandstätter Verlag GmbH& Co KG Czernin Verlag GesmbH Das Fröhliche Wohnzimmer – Edition Ebbe& Flut Textwerkstatt Edition Art Science edition ch Edition Korrespondenzen Edition Kunstmarke 7 300,00 6 540,00 25 000,00 87 000,00 3 000,00 11 000,00 700,00 2 000,00 2 500,00 2 500,00 980,00 233 000,00 4 200,00 500,00 6 000,00 9 800,00 10 000,00 20 500,00 1 300,00 1 000,00 2 400,00 800,00 5 000,00 1 200,00 233 Edition Splitter Edition Vabene Ephelant Verlag Erhard Löcker GmbH Erika Mitterer Gesellschaft Haymon Verlag Jung und Jung Verlag GmbH Klever Verlag Kolik Literaturkreis Schloß Neulengbach – Podium Literaturverein SISYPHUS WIEN Literaturverlag Droschl Luftschacht Verlag Mandelbaum Verlag Metro Verlag Milena Verlag Molden Verlag Ö.D.A. Österreichische DialektautorInnen und Archive – IDI Austria – Institut für regionale Sprachen und Kulturen Österreichisches Literaturforum Passagen Verlag GmbH Paul Zsolnay Verlag GmbH Picus Verlag GesmbH Praesens Verlag Resistenz Verlag Seifert Verlag Skarabaeus Verlag Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. 234 5 500,00 6 000,00 1 500,00 4 000,00 800,00 5 000,00 5 000,00 3 000,00 3 500,00 4 000,00 2 400,00 7 500,00 4 000,00 6 000,00 10 000,00 13 500,00 400,00 2 000,00 1 000,00 5 600,00 11 000,00 9 000,00 5 700,00 3 000,00 4 000,00 1 000,00 3 900,00 Sonne und Mond – Förderungsverein für ganzheitliche Kunst und Ästhetik ST/A/R, Verein für Städteplanung/ Architektur/ Religion Studien Verlag GmbH Theodor Kramer Gesellschaft Verein Exil Verlag Turia und Kant Verlagshaus Hernals VEWZ-Literaturverein Vindobona Verlag Wieser Verlag ZZOO Verein für Leguminosen Literatur Summe Druckkostenbeiträge Buchankauf Buchkultur Verlags GesmbH Das Fröhliche Wohnzimmer Druckerei Wutzl GesmbH&CoKG Edition Aufbruch Edition Graphischer Zirkel Edition Splitter Folio Verlags GesmbH GVA Gemeinsame Verlagsauslieferer Album Verlag Ing Ernst Hausner Klever Verlag Mandelbaum Verlag Manuskripte 3 500,00 4 000,00 1 000,00 8 000,00 6 500,00 1 500,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 8 000,00 500,00 228 000,00 2 500,00 180,00 393,60 2 200,00 3 310,00 1 900,00 1 125,00 57,42 1 080,00 4 050,00 1 540,00 3 129,99 2 700,00 235 Öst.Musikzeitschrift Otto Müller Verlag GesmbH&CoKG Paul Zsolnay Verlag GesmbH Verein Exil Verein für neue Literatur Verein Wespennest Verlag der Theodor Krammer Gesellschaft Werkkreis Literatur der Arbeit Summe Buchankauf Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis GVA Gemeinsame Verlagsauslieferer NÖ Pressehaus Druck- und VerlagsgesmbH Bibliothek der Provinz Summe Ankäufe Kinder- und Jugendbuchpreis Stipendien und Preise AutorInnen in Wiener Verlagen AutorInnenstipendien Canetti-Stipendien DramatikerInnenstipendien Kinder- und Jugendbuchpreis SUMME LITERATUR 236 4 403,00 1 050,00 4 665,80 1 200,00 3 510,00 4 990,00 4 800,00 1 200,00 49 984,81 495,00 986,70 510,00 1 991,70 15 000,00 52 700,00 72 000,00 36 000,00 8 000,00 2 494 436,51 KULTURINITIATIVEN, ZENTREN WUK, Jahressubvention SUMME KULTURINITIATIVEN, ZENTREN 1 190 000,00 1 190 000,00 AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG Diverse Studienförderungen – Stipendienwerk Förderung junger Wissenschafter (Forschungsstipendien) Initiativgruppe Alpbach Wien Österreichische Akademie der Wissenschaften – Stipendien Stipendien John Hopkins University Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien SUMME AUSBILDUNG, WEITERBILDUNG INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION Gruppenbetreuung Kulturverein Österreichischer Roma – Dokumentations- und Informationszentrum Lebendige Weihnacht OST – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur als Mittel der Völkerverständigung in Wahrnehmung der kosmopolitischen Rolle Wiens als Tor zum Osten UNESCO – Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten der MA 7 73 470,00 36 500,00 6 000,00 80 000,00 30 000,00 12 000,00 43 000,00 280 970,00 27 571,47 105 000,00 50 950,70 20 000,00 22 000,00 118 291,90 237 Förderung von Auslandskulturaktivitäten Art*Act Kunstverein Babinsky-Grandits Margarete Buchmann Michael Chorverein Chorus sine nomine Chorvereinigung Wien-Neubau Choung-Fux Eva collabor.at – verein für zeitgemäße[und/] oder rechtzeitige kunst Denisova Elena Dorfmeister Richard Emir Mehmet enterprise z Kultur- und Eventverein zur Realisation von intermedialen Projekten in und für den öffentlichen Raum Fandl Mag. Artur Gisler Barbara Gruppe Domino-Verein für die Förderung von Schattentheater Herret-Kovarikova Judita insert(Theaterverein) KALEIDOSKOP – Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik Kopp Herwig Kovacic Dieter Kraeutler Hadwig Kurz Stephan Lalish Theaterlabor/ Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Liberda Bruno Löschel Hannes 238 1 000,00 400,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 1 400,00 1 600,00 1 500,00 3 700,00 1 200,00 2 200,00 1 500,00 500,00 5 100,00 1 500,00 1 500,00 1 000,00 1 000,00 2 000,00 1 200,00 400,00 3 000,00 690,00 500,00 Lunzer Heinz Madl Roderich Merlin Ensemble Wien – Kammermusik Mitteleuropäisches Kammerorchester Molden Ernst Moser Barbar Müller-Funk Wolfgang Musikverein LA PRIMA VOLTA Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst Nestler Gerald Neumeister Brigitte Pfleger Alfred Plaschg Anja Franziska PRODUKTION VON WIRKLICHKEITEN – Institut zur Erforschung und Erschaffung von Ritualen und Zeremonien Prohaska Rainer Radovan-Coulter Christian Rodgarkia-Dara Lale Römer Patricia Rukschcio Fiona Sajka Elzbieta sirene – Verein für modernes Musiktheater Sonnleitner Johann Stadler Monika Steiner Dr. Stephan Stojka Harald Suljic Daniel 1 000,00 1 500,00 1 500,00 2 000,00 1 500,00 1 800,00 500,00 2 000,00 1 000,00 800,00 3 000,00 1 000,00 1 700,00 2 000,00 1 000,00 880,00 1 000,00 400,00 300,00 2 500,00 3 000,00 500,00 2 000,00 600,00 1 500,00 700,00 239 Szalsza Piotr teatro caprile Theater im Ohrensessel Tjeknavorian Zare Tolstoj Wladimir Trischak Eva Verein für vegetabile Klangpraxis Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit Verein zur Verbreitung zeitgenössischer österreichischer Bigbandmusik Vesely Alexander Wallisch Gottlieb Wiener Concert-Verein Wiener Johann Strauß Orchester (Wiener Walzerorchester) Wiener Kammmerchor Wiener Lehrer-a cappella-Chor WKK„Förderungszentrum für Wissenschaft, Kunst und Kultur“ Summe Förderung von Auslandskulturaktivitäten Rahmenbetrag Interkulturelle Aktivitäten „Care of Vietnam“ – Verein zur Förderung von Hilfsprojekten in Vietnam „Culture meeting point“ – Verein zur Förderung des Kulturaustausches „Das Mali Projekt“ Verein zur Unterstützung des Projekts: Lehrer – Doktor Pinasse am Niger in Mali, Westafrika 240 5 000,00 2 000,00 400,00 500,00 3 000,00 300,00 1 500,00 300,00 3 000,00 1 000,00 14 930,00 1 500,00 3 000,00 3 000,00 3 000,00 5 000,00 121 000,00 500,00 6 000,00 500,00 „Ferajna“– Musik- und Künstlerverein zur Erhaltung so wie Erweiterung der musikalischen und künstlerischen Tradition Polens in Österreich „Galizien“ Österreichisch-polnischer Verein für Kulturfreunde „Harmonie“ Kulturverein „HERZPOL“ – medizinische und soziale Hilfe für Polen „Hora“ – Kultur-Turism. Verein der in Österreich ansässigen Rumänen „Ostoja“ Klub Polnischen Kreativen Pensionisten in Wien und Niederösterreich „SOS-PHILIPPINEN“ – Wohltätigkeitsverein ABrasA – Verein für Afro-Brasilianische Kultur, Tanz und Kunst/ Associacao Afro-Brasiliera de Dance, Cultura e Arte Afghan Wulas – Verein zur Förderung der afghanischen Kultur in Österreich Afghanische Frauen in Österreich Afghanische Kultur in Österreich African Cultural Promotion in Österreich – Verein zur Förderung afrikanischer Kultur in Österreich Ägäisches Kulturzentrum Aktionsradius Wien Alevitisches Kulturzentrum in Wien – AKÖ Anatolisches Kulturzentrum Arbeitsgemeinschaft Polnischer Organisationen in Österreich„Forum von Polen“ Artfish – association for intercultural cooperation, Verein für interkulturelle Zusammenarbeit ARTup – Verein zur Förderung von zeitgenössischer Kunst ASKED – Integrations- und Kulturverein türkischstämmiger MigrantInnen 1 000,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 2 000,00 900,00 1 500,00 4 000,00 3 000,00 1 500,00 6 000,00 3 000,00 3 000,00 1 000,00 2 000,00 2 500,00 2 000,00 1 500,00 1 500,00 1 000,00 241 Association des Maliens Residents en Autriche – Conseil des Maliens de l’Exterieur en Autriche AMRA- CMEAT „Verein der in Österreich sesshaften MalierInnen – Rat der in Ausland lebenden MalierInnen in Österreich Assyrische Demokratische Organisation(ADO) – Sektion Österreich Avusturya Alevi Birlikleri Federasyonu (Föderation der Alevitengemeinden in Österreich) AWA – Verein zur Förderung und Pflege der aserbaidschanisch-persischen und österreichischen Musik Bahtalo Rom, Gesellschaft zur Erhaltung& Förderung der Roma-Kultur Bulgarische Rhythmen Bund der Alevitischen Jugendlichen in Österreich(Avusturya Alevi Genclik Toplulugu) AAGT Burgenländisch-kroatisches Zentrum – Gradiscansko-hrvatski Centar Cagdas Kultur Dernegi Chiftetelli – Verein zur Förderung der orientalischen Kultur Club du Mardi – Verein zur Förderung frankophoner Kultur in Wien colortango.at – Tanzverein Cross Cultural Communication – Verein für internationale Kulturkontakte Culture Works-Verein zur Förderung des Dialogs zwischen Kunst, Gesellschaft und Kulturen Dachverband aller Österreichisch-Ausländischen Gesellschaften – PaN Dachverband für interkulturelle Initiativen in Wien Dachverband für serbische Vereine in Wien Zajednica srpskih klubova u becu Der Schmetterling – Verein zur Lebenshilfe für Flüchtlinge DITIRAMB – Der interkulturelle Verein 242 1 000,00 1 000,00 2 000,00 3 000,00 2 000,00 1 000,00 9 500,00 15 000,00 1 000,00 5 000,00 1 000,00 1 200,00 1 000,00 1 500,00 3 200,00 1 500,00 14 500,00 600,00 5 500,00 Don Bosco Flüchtlingswerk Austria – Recht auf Zukunft für junge Menschen Educult – Institut für die Vermittlung von Kunst und Wissenschaft ELEMA – Verein zur Förderung der interkulturellen Kunst und Bildung Ethiopia Hagere Äthiopischer Verein für Integration und Kulturaustausch in Österreich(Ä.V.I.K.Ö.) Europäisch-russischer Verein für internationale Kooperation Europe our home – Europa unser Zuhause event.theater.company – Verein für dezentrales und unsichtbares Theater und multiethnische Kulturprojekte fishpool, aquarium für kunst und soziales Forschungs- und Kulturverein für Kontinentalamerika und die Karibik Francultures – Plattform Frankophoner Kulturen/ Plateforme des Cultures Francophones Freunde des Arte-Latino Viena Freundeskreis Kunstgalerie Meduna Gesellschaft für Integration und Kultur der AfghanInnen in Österreich(GIKA) GIPSY-MUSIC association Halikarnas Kulturverein HipHopConnection Hypathia – Die intellektuelle Frau IGBO Kulturverein in Österreich ImmigrantInnen Kultur- und Solidaritätsverein INTENSIV STATION Kulturvermittelungsverein Inter-Kultureller Verein MAKEDONIEN Interreligiöse und internationale Föderation für Weltfrieden, kurz Föderation für Weltfrieden 500,00 4 700,00 1 500,00 1 500,00 2 000,00 1 000,00 1 500,00 500,00 2 500,00 5 550,00 2 000,00 3 000,00 3 000,00 5 000,00 2 000,00 500,00 6 000,00 1 000,00 2 450,00 1 200,00 2 500,00 4 800,00 243 Iranische Kulturgemeinde in Österreich I.K.G.Ö. Iranischer Kunst und Kulturverein im Exil Marzpeyma(auf Deutsch: Grenzgänger) Iranisches Kulturhaus(Haus des Buches) Istanbul Kulturverein in Wien Jehuda Halevi – Zentrum für Kunst und Kultur Kroatischer Kulturhort – Matica Hrvatska Kroatischer Kulturverein NAPREDAK Austria – Wien Kulturhafen Wien Kulturraum 1090 Kulturschmiede Kulturtreff International Kulturverein – Bulgaren in Österreich Kulturverein – IDEA Society Kulturverein„Vida Pavlovic“ Kulturverein Im Werd Kulturverein KlezMORE Festival Vienna Kulturverein Neruda Kulturverein Österreichischer Roma – Dokumentations- und Informationszentrum Kulturverein Resonanz Kulturverein Wort-Farbe-Klang Kulturverein Wostok Kulturzentrum Rauchgasse – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Kunst&(und) Kultur Brücke Kültür Sanat Köprüsü Kurdischer Verein für Literatur, Integration und Kultur(KLIK) Kurdisches Zentrum Kuul – Forum für Kunst und Literatur 244 4 500,00 1 500,00 1 000,00 6 000,00 1 500,00 1 020,00 2 500,00 12 500,00 1 000,00 600,00 750,00 1 000,00 150,00 4 500,00 1 500,00 16 000,00 3 000,00 3 000,00 600,00 3 000,00 2 000,00 2 000,00 5 000,00 1 000,00 3 000,00 4 500,00 LINE IN – Interkultureller Verein für Theater, Film, Musik, Kunst und Kulturveranstaltungen zum Austausch und zur Ingetration von Kindern, Jugendlichen und Studierenden im Sinne der Vielfalt und Diversität Lysa Urbano Ensemble makamhane – Begegnung durch Musik Mesopotamien Kultur- und Sportverein Mondo Musika Muhabbet Freundschaftliche Unterhaltung Kulturverein Integration Dialog Multikulturelle Kindergruppe Bärli – Brumm-Brumm Multikulturelles Netzwerk Natur- und Kulturschutzverein Dersim-Tunceli Natya Mandir – Verein zur Förderung und Verbreitung der indischen Tanzkunst OST – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur als Mittel der Völkerverständigung in Wahrnehmung der kosmopolitischen Rolle Wiens als Tor zum Osten Österreichisch – Türkische Gesellschaft zur Förderung der kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei Österreichisch Kroatische Gesellschaft Österreichische Friedensdienste – Plattform zur Förderung der Friedensarbeit Österreichischer Gehörlosenbund Österreichischer Venezolanischer Verein für Kunst und Wissenschaft Österreichisch-Kroatischer Dachverein für Bildung, Kultur und Soziales„Anno 93“ Österreichisch-Nepalesische Gesellschaft SAGARMATHA Österreichisch-polnischer Verein für Kultur und Information„ipolen.at“ Österreichisch-Portugiesische Gesellschaft 2 000,00 1 500,00 3 000,00 20 000,00 5 000,00 15 000,00 1 500,00 1 500,00 9 500,00 5 600,00 4 000,00 3 000,00 3 750,00 900,00 2 500,00 2 000,00 6 000,00 600,00 2 500,00 1 800,00 245 Österreichisch-Serbische Vereinigung Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft(OSPG) Österreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft Österreich-Turkmenische Gesellschaft Pan Afrikanisches Forum in Österreich für Kultur und politische Entwicklung Afrikas – Pan African Forum in Austria Pandora Kulturverein PARA-DIES Culture Club Pinoy in der Österreichischen Gesellschaft für Integrität, Reformen und soziale Veränderungen, kurz: Pinas First Plattform für Völkerverständigung Friends of Austria Pons Artis – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Projekt Integrationshaus Rektorat ARGE AAG Katholische Gemeinden aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Wien ROMANI JAG-Romafeuer. Verein für Romakultur und Sozialarbeit Romano Centro – Verein für Roma Romano Drom – Verein für Kultur- und Sozialarbeit von und für Roma Sankt Georgs-Absolventenverein SAZ-Verein(Anatolischer Langhalslautenverein) in Wien SEAS – South East Asian Studies – Gesellschaft für Südostasienwissenschaften Wien Serbisches Kulturforum SKV Suryoyo Sport- und Kulturverein der Syrisch/ Orthodoxen Gemeinde Solibash Kulturverein SOS Mitmensch Soulconversation – Verein für internationalen kulturellen Austausch von Kunst und Kreativität 246 1 000,00 1 500,00 1 500,00 3 000,00 2 500,00 4 000,00 4 000,00 1 500,00 1 100,00 1 500,00 2 000,00 2 000,00 1 000,00 6 600,00 2 500,00 4 500,00 12 000,00 1 500,00 1 500,00 3 000,00 1 500,00 2 300,00 2 000,00 SOVA Slowakischer Schulverein Slovensky Skolsky spolok Spes – Verein für die Beratung von Migranten Stadtteilzentrum Simmering – Klein-Paris, Verein zur Förderung des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Simmering Südwind – Verein für entwicklungspolitische Bildungsund Öffentlichkeitsarbeit Wien, Kurzform: Südwind – Entwicklungspolitik Wien Takt – Polnisch-Österreichischer Kultur Verein Tanzverein Al Ahram Theaterstudio AA-Vademecum Kulturverein Theaterverein„Vlastenecka Omladina“ Theaterverein GLOBUS Theaterwerkstatt – Zentrum der Kreativität, des Spiels und spontanen Gestaltens Union der Ghanaer in Österreich – Union of Ghana Nationals in Austria Union Iranischer Akademiker in Österreich United Europe Orchester – Rondo DANube Unterstützungskomitee zur Integration von AusländerInnen Ute Bock Verein – Wohn- und Integrationsprojekt Veranstaltungs-Verein Kulturwelle Verband der Polen in Österreich„Strzecha“, Volksgruppenzentrum der Wiener Polen Verband von Kurdischen Vereinen in Österreich(Feykom) Verein der russischen Kultur Verein Freunde der Völkerkunde Verein für ägyptische Frauen und Familien Verein für ImmigrantInnen aus Kurdistan Verein für österreichisch- türkische Freundschaft 500,00 5 000,00 25 000,00 2 000,00 3 000,00 1 000,00 3 000,00 1 500,00 1 000,00 2 000,00 500,00 2 500,00 2 100,00 1 500,00 2 000,00 1 000,00 6 000,00 15 000,00 5 600,00 1 000,00 3 000,00 10 865,00 500,00 247 Verein für Tanz, Theater und Medien Verein Iranischer Ingenieure/innen in Österreich, abgekürzt VII Verein Iranischer SeniorInnen – Aschiane Verein Kulturaxe Verein ÖNERI für kulturelle Tätigkeit für Migranten aus der Türkei Verein Polnischer Ingeneurinnen und Ingeneure Verein Projekt Theater Verein SimA zur Förderung von Kunst, Kultur und Bildung Verein von Lehrern aus der Türkei Verein von tunesischen Studenten und Akademikern in Österreich(VETSAÖ) Verein zur Förderung alternativer Kultur Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich Verein zur Förderung von kultureller, nationenübergreifender Projektarbeit Verein zur Unterstützung von Kindern in Bolivien – Pro Ninos Bolivianos Vereinigung der Studenten und Jugendlichen aus der Türkei in Wien Vereinigung für Frauenintegration Vereinigung Hortus Musicus Wien VIDC – Wiener Institut für Entwicklungsfragen Vienna.ACTS, Verein zur Förderung von Kunst Viyana Alevi Kültür Birligi Kulturverein von Aleviten in Wien Volkstanzkreis Schönbrunn Weiberstammtisch – Verein zur Förderung innovativer frauenspezifischer Bühnen- und Filmkunst 248 1 000,00 1 000,00 2 000,00 1 000,00 1 600,00 3 000,00 4 000,00 3 000,00 1 500,00 965,00 500,00 4 000,00 1 000,00 2 000,00 5 000,00 1 000,00 500,00 15 000,00 26 000,00 4 500,00 1 500,00 1 500,00 Wiener Ungarischer Kulturverein Delibab – Becsi Magyar Kulturegyesület Delibab Wiener Volksliedwerk Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft WO-MU, Verein zur Förderung und Unterstützung der WORLD MUSIK Wunderbares Thailand – Kulturverein Wien ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit Zentrum für Kunstprojekte Zypriotisches Kulturzentrum Summe Rahmenbetrag Interkulturelle Aktivitäten SUMME INTERNATIONALER KULTURAUSTAUSCH, INTEGRATION GROSSVERANSTALTUNGEN Blasmusikfest Wiener Festwochen SUMME GROSSVERANSTALTUNGEN SONSTIGE FÖRDERUNGEN Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise und Ehrungen Würdigungs- und Förderungspreise Ehrengräber SUMME SONSTIGE FÖRDERUNGEN 2 000,00 1 000,00 15 000,00 3 000,00 1 500,00 1 000,00 6 000,00 2 000,00 622 000,00 1 086 814,07 296 173,05 10 811 000,00 11 107 173,05 17 338 466,49 148 000,00 46 685,50 17 533 151,99 249 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2008 FRAUENKULTURBERICHT KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2008 FRAUENKULTURBERICHT HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY © 2009 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Sylvia Mattl-Wurm(MA 9) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Filmfonds Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Wolfgang Kos(Wien Museum) Mag. Karin Rick(Frauenkulturbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Herausgeber: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@ma07.wien.at http://www.kultur.wien.at Wien – Stadt der Kreativität Städte haben dann eine gute Zukunft, wenn sie in ihre Kreativität, also in ihr Wissen und in ihre Kultur, investieren. Das folgende Zahlenwerk zeigt eindrucksvoll, dass Wien in seine Kultur und Wissenschaft als starke, integrationsfördernde Kräfte investiert: Wiens Kulturbudget für 2008 beträgt laut Voranschlag 217 Millionen Euro, für 2009 230 Millionen Euro; das entspricht einer Steigerung von ca. sechs Prozent. Seit 2001 ist das Budget für Kultur und Wissenschaft um etwa 40 Prozent angehoben worden. Mit mehr als zwei Prozent des Gesamtbudgets der Stadt verfügt Wien damit über das höchste Kulturbudget in seiner Geschichte. Das Impulsprogramm für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften im Wissenschaftsbereich schlägt sich darin zu Buche, ebenso das neue internationale Koproduktionshaus „brut“ sowie das Förderinstrument „Cash for Culture“ für Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren. Eine Aufstellung aller Förderungen und Projekte bietet der vorliegende Kunst- und Kulturbericht der Stadt Wien 2008. Eine anregende Lektüre wünscht Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft 6 7 VORWORT....................................................................... 6 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik...................................................................... 8 Theater................................................................. .. 9 Literatur................................................................ 10 Bildende Kunst....................................................... 1 2 Kunsthalle Wien...................................................... 1 4 Alltagskultur........................................................... 29 Kulturelles Erbe...................................................... 3 0 Bezirksmuseen........................................................ 3 6 Ehrungen................................................................ 3 6 Interkulturelle Aktivitäten........................................ 3 7 Auslandskultur........................................................ 3 8 Neue Medien.......................................................... 4 0 Stipendien(siehe Wissenschaft) Film und Kino......................................................... 4 1 Filmfonds Wien....................................................... 4 2 Wiener Festwochen.................................................. 6 2 Wissenschaft.......................................................... 7 7 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV............................... 8 7 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS........................................ 89 WIEN MUSEUM............................................................ 1 1 5 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN............................................ 1 2 2 FRAUENKULTURBERICHT................................................ 1 3 8 MUSIK Wien wird immer wieder als„Musikstadt“ bezeichnet und wenn man die Vielfalt der musikalischen Aktivi-täten betrachtet, scheint dieser Ruf zweifellos gerechtfertigt. Internationale Künstler sind vom Wiener Publikum begeistert, zum andern gastieren sie besonders gerne in unserer Stadt, um mit heimischen Orchestern und Ensembles, deren Qualität weltweit längst zu einem Marken und- Gütezeichen geworden ist, zu musizieren. Drei große Veranstalter sind wesentliche Säulen des Musiklebens in Wien: Die Gesellschaft der Musik-freunde, die Wiener Konzerthaus-gesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs. In zahlreichen Konzertzyklen bieten alle drei einen musikalischen Programmbogen, der sich von der Alten Musik über Klassik und Romantik bis hin zur Moderne spannt. Allen dreien ist es auch ein Anliegen, jüngere Konzertbesucher altersadäquat zur Musik hinzuführen. Verschiedenste Zyklen über das Jahr verteilt erfreuen sich steigender Beliebtheit. Zwei zentrale Informationsstellen sind das MICA und das Arnold Schönberg Center, das den Nachlass des Komponisten verwaltet und auch zahlreiche Veranstaltungen durchführt. Besonders bemüht sich das Musikreferat, den vielfältigsten zeitgenössischen Strömungen gerecht zu werden. Neben den bereits etablierten Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble„die reihe“, dem„Ensemble 20. Jhdt“, dem „Creativen Centrum“,„Projekt Uraufführungen“, dem Ensemble „Neue Streicher“, dem„Ensemble Kontrapunkte“ oder dem Ensemble „Wiener Collage“, das sich mit einem eigenen Zyklus im Arnold Schönberg Center etablieren konnte, sind es viele kleine Vereine oder Ensembles, die aktuelle, zeitgenössische Strömungen aufnehmen und präsentieren. Zu ihnen zählen u.a. die arge zeitgenössische musik fünfhaus, Chroma, das Forum für neue Musik, Music on line, der Verein zur Förderung österreichischer Bigband Musik, das Wiener Musikforum und die Stadtinitiative Wien-Konzerte. Mit dem Klangforum Wien wird dieses Genre von einem Klangkörper vertreten, der von der Kritik zu einem der Führenden gezählt wird. Neben der zeitgenössischen Musik wird aber die traditionelle Klassische Musik, die den Programmbogen ebenfalls sehr weit spannt, nicht vernachlässigt. Die„Wiener Symphonikern“ sind das Konzertorchester der Stadt Wien. Nicht nur bei den zahlreichen Konzerten im Musikverein und im Konzerthaus, sondern auch im Ausland zeigen sie ihr Können und ihre Vielfältigkeit. Neben den Wiener Symphonikern sind es die„Wiener Akademie“, das „Wiener Kammerorchester“ und das „Frauen Kammerorchester“, die sich neben der Pflege der Tradition auch der Moderne widmen. Das„Gustav Mahler Jugendorchester“ und das „Wiener Jeunesse Orchester“ bieten jungen Musikern erste Möglichkeiten, Orchestererfahrung zu sammeln und mit Weltklassedirigenten zu arbeiten. Ein musikalischen Genre, das in den letzten Jahren verstärkt gefördert wurde ist der Jazz. Ob im„Jazzland“, im„Porgy& Bess“, durch den Verein „Reigen live“, durch das„Vienna Art Orchestra“ den Verein„IG Jazz“, der „Jazzwerkstatt Wien“, der„Wiener Musikgalerie“ oder den Verein„MM Musikwerkstatt-Musikförderung“, Jazz 8 in allen Facetten wird präsentiert. Eine bedeutende Auszeichnung für Jazzmusiker, der„Hans Koller Jazzpreis“, wird jährlich vergeben. Zahlreiche Festivals werden vom Publikum immer besonders gerne besucht, können hier doch in kurzer Zeit die„Topkünstler“ eines Genres präsentiert werden. So sind u.a. das Festival„Wien Modern“, das „Frühlingsfestival“, das Wienerliedfestival„Wean hean“ oder„Wien im Rosenstolz“, und das„Akkordeonfestival“ im Frühjahr von steigenden Publikumsinteresse begleitet. In vielen Konzertprogrammen wurden Schwerpunkte aus Anlass der Gedenktage bedeutender Komponisten gestaltet. So waren 2008 unter anderem folgende Komponisten vertreten: 125. Geburtstag von Anton von Webern 80 Geburtstag von Karlheinz Stockhausen 175. Geburtstag von Johannes Brahms 125. Todestag von Richard Wagner 75. Todestag von Max von Schillings 60. Todestag von Franz Lehar 55. Todestag von Emmerich Kalman und Eduard Künnecke 2008 wurden 26 Kompositionsaufträge vergeben. 57 Künstler und Ensembles aus den Genres Musik, Bildende Kunst, Wissenschaft, Literatur und Theater gastierten im Ausland, wobei die Stadt Wien sich an den Reisekosten beteiligt hat. THEATER Die Vereinigten Bühnen Wien konnten als einziger Musicalproduzent im deutschsprachigen Raum, der eigene Produktionen in alle Welt exportiert, weiterhin erfolgreich bleiben. Bis heute haben Musical-Exporte der Vereinigten Bühnen Wien insgesamt acht Millionen Besucher im Ausland erreicht. Noch in der Amtszeit des langjährigen, verdienstvollen Generaldirektors Franz Häußler wurde das Ronacher nach einer Funktionssanierung mit der deutschsprachigen Erstaufführung von„The Producers“ von Mel Brooks wiedereröffnet. Sein Nachfolger ist seit Juli 2008 der ehemalige kaufmännische Direktor des Wiener Burgtheaters Thomas Drodza. Das Raimundtheater feierte am 30. Dezember 2008 die Dernière des Musicals„Rebecca“ mit einer Gesamtauslastung von 92,5 Prozent und 507.681 Besuchern. Derzeit laufen Vorbereitungen für eine Premiere am Broadway. Das ebenso zu den Vereinigten Bühnen Wien gehörende Theater an der Wien konnte sich im vergangenen Jahr weiterhin als Opernhaus der Stadt Wien etablieren. Im Rahmen eines Barock-Schwerpunkts wurden im Oktober 2008 erstmals die„Barocken Festtage“ präsentiert. Weitere Aufführungen von Werken und Raritäten dieser Epoche sind in den nächsten Saisonen geplant. Das Theater in der Josefstadt hat seinen Kurs, neben den bewährten Klassikern Erstaufführungen und Uraufführungen von Werken österreichischer Dramatiker anzubieten, fortgesetzt. Dazu wurde im November 2008 mit der Probebühne auf dem Dach der Sträußelsäle ein zusätzlicher Spielort eröffnet. Das Volkstheater konnte 2008 mit einer interessanten Stückauswahl 9 sowie dem Engagement großer Publikumslieblinge eine positive Entwicklung der Besucherbilanz verzeichnen. Neben zahlreichen Premieren im Haupthaus und in den Außenbezirken gab es etliche Programme in der Roten Bar, im Empfangsraum, am Plafond und im Hundsturm. Das Schauspielhaus Wien hatte schon in der ersten Saison unter der neuen Leitung von Andreas Beck einen außerordentlichen künstlerischen Erfolg zu verzeichnen. Aufgrund der zahlreichen Erst- und Uraufführungen wurde das Haus von der Zeitschrift„Theater heute“ zur drittbesten Bühne im deutschsprachigen Raum gewählt. Der Hausautor Ewald Palmetshofer wurde zum besten deutschsprachigen Nachwuchsautor in der Spielzeit 2007/08 gekürt. Der NestroySpezialpreis für die künstlerische Leitung des Hauses rundete den Preisregen ab. Das Odeon konnte im Herbst 2008 ein sehr erfolgreiches Tanzfestival (unter der künstlerischen Leitung von Andrea Amort), das unter dem Titel „Berührungen. Tanz vor 1938 – Tanz von heute“ lief, als Vorgeschmack für einen künftigen Drei-Sparten-Betrieb präsentieren. Das Odeon ist als einer der schönsten Theaterräume Österreichs durch seine räumliche Besonderheit als Spielort nicht nur für die visuell orientierte Arbeit des Serapions Ensembles, sondern auch für Musiktheater und Tanzaufführungen geeignet. Ab dem Jahr 2010 werden die neuen Schienen „Tanz Odeon“ und„Musik Odeon“ kontinuierlich präsentiert werden, während die Produktionen des Serapions Ensembles weiterhin das Zentrum des Odeon-Repertoires darstellen werden. LITERATUR Ganz im Zeichen des Buches stand Wien zwischen 17. und 23. November. Bei der Premiere der BUCH WIEN – Internationale Buchmesse und Lesefestwoche fanden an insgesamt 75 Schauplätzen 340 Veranstaltungen mit 475 Autorinnen und Autoren statt. Zudem präsentierten in der Messe Wien 271 Aussteller mit rund 500 Verlagen etwa 30.000 Bücher. Insgesamt wurden damit etwa 31.000 Buch- und Leseinteressierte mobilisiert, davon kamen rund 21.600 BesucherInnen zur Buchmesse in die Halle B der Messe Wien. Doch nicht nur diese nüchternen Zahlen sprechen für den enormen Erfolg der BUCH WIEN 08. Auch das große Medienecho und die ausgesprochen positive Resonanz der Branche bestätigen: Das Konzept ist aufgegangen, ein wichtiger Schritt in die Zukunft wurde gesetzt. Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb vom „größten Literaturfestival, das Österreich je gesehen hat“, und das Hamburger Wochenblatt„Die Zeit“ zitiert einen Mitarbeiter des Hanser Verlages:„Wir waren eben fünf Tage mit unseren Verlagen auf der neuen Wiener Buchmesse. Einmal mehr hat sich dort gezeigt, dass jede Anstrengung für das Buch lohnt“. Das wurde auch bei„Rund um die Burg“ bewiesen. Diese traditionsreiche Veranstaltungsreihe fand 2008 bereits zum 17. Mal statt und konnte mit prominenten Autorinnen und Autoren wie Barbara Frischmuth, Evelyn Schlag, Margit Schreiner, Eva Rossmann, Franz Schuh, Robert Schindel, Kurt Palm oder Alfred Komarek aufwarten. Im Kinderzelt waren unter anderem Kitty Kino, Heinz Janisch und Marko Simsa zu hören. 10 Seit 1979 ist„Literatur für junge LeserInnen“ als größtes Kinderliteraturfestival in Wien wichtiger Treffpunkt für junge Leseratten und solche, die es noch werden wollen. Für die Kinder selbst wie auch für alle diejenigen, die beruflich mit Kinderund Jugendliteratur zu tun haben und natürlich für Eltern und Großeltern ist die jährliche Veranstaltung mit ihrem breiten Spektrum an Programmpunkten nicht mehr wegzudenken. Auch 2008 fanden sich wieder zehntausend BesucherInnen unter dem Motto„Lesen ist Abenteuer im Kopf“ im Palais Auersperg ein. Im Auftrag des Kunstvereins Wien organisierte und konzipierte das Institut für Jugendliteratur die Veranstaltungsreihe, die Lesungen, Mal- und Medienwerkstätten, Filme, Puppenspiel- und Theateraufführungen, Workshops und Lernspiele bot und damit zeigte, wie spannend Lesen sein kann. Unter dem Titel„Große Töne in lauen Sommernächten“ schrieb der„Kurier“ über das beliebte Open-Air-Lesefest „O-Töne“:„Hinsetzen, zurücklehnen, zuhören. Wer das gerne tut, sollte sich die Donnerstagabende rot im Kalender anstreichen. Bei freiem Eintritt lesen österreichische Autorinnen und Autoren und diskutieren über ihre aktuellen Werke“. Im O-Ton zu hören waren unter anderem Friederike Mayröcker, Olga Flor, Angelika Reitzer, Franz Schuh, Norbert Gstrein und Gustav Ernst. Juri Andruchowytsch und Andrej Kurkow haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Ukraine auf der literarischen Landkarte der deutschsprachigen Leser kein weißer Fleck geblieben ist. Im Rahmen von „Literatur im Herbst“ bot sich im November die Möglichkeit, die Kenntnisse über die ukrainische Literatur bedeutend zu vertiefen. Während der dreitägigen Veranstaltung im Odeon waren neben Andruchowytsch und Kurkow eine ganze Riege weiterer ukrainischer Autoren zu Gast in Wien. Im Rahmen der Aktion„Eine STADT. Ein BUCH“ wurde 2008 das Buch „weiter leben“ von Ruth Klüger 100.000 Mal gratis verteilt. Die Autorin schildert darin nicht nur das Entsetzliche der Nazizeit, sondern reflektiert auch darüber, wie sie selbst Jahre später als Überlebende des Holocaust wahrgenommen wurde. Das 21. kulturanthropologischphilosophische Canetti-Symposium, das zwischen 6. und 9. November in der Urania stattfand, war dem Thema „Die Globalisierung, Die ‚hysterische’ Vermehrungsmeute?“ gewidmet. Neben großen Festivals, Symposien und Buchevents fördert Wien auch eine Vielzahl kleinerer, aber nicht minder bedeutender Literaturveranstaltungen sowie die Jahresaktivitäten zahlreicher Vereine und literarischer Veranstalter. Mit der Vergabe von Druckkostenbeiträgen, Tantiemengarantien und Stipendien sowie mit Buchankäufen versucht die Kulturabteilung, Wiener Verlagen das Erscheinen anspruchsvoller literarischer Titel zu ermöglichen und zu erleichtern. 11 BILDENDE KUNST Das MUSA Museum auf Abruf präsentierte im vergangenen Jahr vier Ausstellungen mit äußerst unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten: Matrix. Geschlechter| Verhältnisse| Revisionen(13.3. – 7.6.2008), Kuratorinnen: Sabine Mostegl, Gudrun Ratzinger fair play – Fußball in Wien(im Rahmen der EURO 2008; 12. – 19.6.2008), Kurator: Lukas Gehrmann Kunst+ Politik(4.7. – 10.10.2008), Kuratorin: Hedwig Saxenhuber Mutations II. Moving Stills (Ausstellungsprojekt aller am Europäischen Monat der Fotografie beteiligten Städte; 31.10.2008 – 31.1.2009), KuratorIn: Gunda Achleitner, Berthold Ecker Während des gesamten Novembers war das MUSA Festival-, Veranstaltungs- sowie Informationszentrale des zum dritten Mal in Wien stattfindenden Monats der Fotografie. Mit Ausnahme von fair play erschienen zu allen Ausstellungen umfangreiche, mehrsprachige Kataloge. Begleitveranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Diskussionsrunden sowie regelmäßige Führungen und Workshops rundeten das jeweilige Programm ab. Unter dem Titel„Wiener Videos. Ein Querschnitt durch die jüngere Videokunst Wiens“ präsentierte das MUSA in Zusammenarbeit mit ComPRess Videoarbeiten aus der Sammlung in Sofia(25.9.2008) und Prag(16.10.2008). Die Startgalerie im MUSA gab zehn KünstlerInnen die Gelegenheit, mit Einzelausstellungen(oftmals erste) Erfahrungen im Ausstellungs- und Galerienwesen zu sammeln, parallel zu den Schauen erschienen die Informationsblätter 176 bis 185/2008. Die Artothek verzeichnete insgesamt 5.819 Entlehnungen und 96 neue KundInnen. MUSA- Kunstvermittlung Insgesamt konnten im Jahr 2008 im Rahmen der Führungen durch die Ausstellungen und themenbezogener Workshops 1.444 Personen erreicht werden. Im Jahr 2008 wurden für die Sammlung der Stadt Wien 352 Kunstwerke angekauft. Weiters wurden 117 Kunstwerke als Schenkungenan die Sammlung übergeben. Zusätzliche Schenkungen von Lieselott Beschorner, Hans und Erna Grünseis von der Galerie Lang, Heinrich Heuer, Fritz Pilz und Roswitha Ennemoser werden derzeit aufgearbeitet. Die Bedeutung der Sammlung sowie die Qualität ihrer Objekte lässt sich anhand der deutlich gesteigerten Leihgaben an renommierte Ausstellungshäuser nachvollziehen. So wurden 2008 87 Kunstwerke an österreichische und internationale Institutionen (u.a. war das MUSA an der Linz 09Kulturhauptstadt-Ausstellung„Best of Austria“ des Lentos beteiligt) verliehen. Darüber hinaus kamen 99 magistratsinterne Entlehnungen mit insgesamt 328 Bildern zustande. Kontinuierlicher Schriftentausch, tägliche Medienbeobachtung und Archivierung halten Katalogbibliothek und KünstlerInnenarchiv auf aktuellem Stand und ermöglichen sowohl dem Referat als auch interessiertem Fachpublikum professionelles Arbeiten mit einem akutellen Informationsstand. Im Jahr 2008 wurden 83 Kleinprojekte von insgesamt 71 Vereinen unterstützt. 12 Im Rahmen der Verlagsförderung Kunstpublikationen kaufte das Referat 35 Titel an. Zwölf KünstlerInnen konnte 2008 in einer finanziellen Notlage geholfen werden. Weiters erhielten folgende Kulturinstitutionen Subventionen von der Kulturabteilung: Kunsthalle Wien, Künstlerhaus, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien, IG Bildende Kunst, ZOOM- Kindermuseum, Secession, Depot, Soho in Ottakring und Wochenklausur. Der Galerienpreis„ Das engagierte Auge“ erging 2008 an Fotogalerie, SwingR, Galerie Andreas Huber, Galerie Mezzanin, Galerie Krinzinger, Galerie Hubert Winter und an die Galerien IG Bildende Kunst,, Projektraum Viktor Bucher, layr:wuestenhagen, und basement. Das von Heimo Zobernig gestaltete Sujet für die Generali Foundation erhielt den Kulturplakatpreis der Stadt Wien. Vier Persönlichkeiten aus dem Bereich Bildende Kunst wurden 2008 mit dem Preis der Stadt Wien ausgezeichnet: Maria Hahnenkamp, Ursula Hübner, Künstlergruppe gelitin, Dominik Steiger Katrina Daschner, Elisabeth Penker, Maria Krautgasser und Franz Kapfer erhielten jeweils den Förderungspreis der Stadt Wien für die Sparte bildende Kunst. Kunst im öffentlichen Raum Im zweiten Jahr des Bestehens der Organisation„Kunst im öffentlichen Raum“, als gemeinnützige GmbH, wurden aus der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Diese wurden durch die MA 7 – Kultur als Subvention an die„KÖR GmbH“ vergeben. Im Jahr 2008 hat sich die„KÖR GmbH“ an 24 Kunstprojekten im öffentlichen Raum beteiligt, drei geladene Wettbewerbe ausgeschrieben und vier permanente Kunstwerke errichtet. Denkmäler, Sakrale Kleindenkmäler, Profanplastiken, Grabmäler(in aufgelassenen Friedhöfen), Gedenktafeln in denkmalpflegerischer Obhut der Kulturabteilung- 2008 Die Kulturabteilung trägt Sorge für die denkmalpflegerische Obhut der Denkmäler, Sakralen Kleindenkmäler, Profanplastiken, Gedenktafeln und Grabmäler(in aufgelassenen Friedhöfen) auf Flächen der Stadt Wien. Gerade die Kunstwerke im öffentlichen Raum stehen stets im Fokus der Öffentlichkeit und stellen einen wichtigen Teil der kulturellen Identität der Stadt Wien dar. 2008 wurden an 187 Kunstobjekten Reinigungs-, Sanierungs- bzw. Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Ein Augenmerk wird darauf gelegt, dass Verbesserungen gleichmäßig in allen Bezirken Wiens erreicht werden, so wurde im Bereich der Profanplastiken unter vielen anderen das „Augenzentrum“ von Hermann Painitz in Wien 23 – ein Hauptwerk des Künstlers- generalsaniert. Bei den Sakralen Kleindenkmälern konnten z.B. in Wien 2 einige Kreuzwegstation bei Maria Grün, in Wien 4 die„Maria Immaculata“ und in Wien 16 im Kantnerpark drei Kunstobjekte restauriert werden. Als Beispiele für die Restaurierungen von Denkmälern seien diejenigen von „Josef Popper-Lynkeus“,„Ernst Mach“ und„Adolf Schärf“ in Wien 1, Rathauspark, genannt. 13 KUNSTHALLE WIEN Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Allgemeine Pressestimmen ... in der Kunsthalle Wien, einem der berühmtesten Ausstellungshäuser Europas für zeitgenössische Kunst.... Bild, 12.5.2008 Das Programm lässt keine Wünsche offen: Ob Fotografien im Kunstforum, zeitgenössische Kunst in der Kunsthalle... Lange Nacht der Museen, Österreich, 4.10.2008 Cruise the Danube on a tour boat, ort rot around the city in a horse-drawn carriage. Boutiques abound. Get a culture“fix” at the MuseumsQuartier, where the world-renowned Leopold Museum, Kunsthalle Wien and MUMOK Museum of Modern Art all beckon from beneath one roof. CNN.com, 31.5.2008 In 2001 the former imperial stables and riding school morphed into the amazingly untouristy MuseumsQuartier. In addition to the limestone Leopold Museum, the Kunsthalle’s rotating exhibitions, the black basalt Museum Moderner Kunst and the Zoom Kinder Museum, there are shopping, eating, drinking and dancing. The New York Times Online, 15.6.2008 An den zwei Standorten– sieben Jahre im Museumsquartier und 16 Jahre am Karlsplatz – konnte die Kunsthalle Wien 2008 ihr erfolgreichstes Jahr verzeichnen und sich damit nach wie vor national wie international als eine der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst etablieren. • Die Kunsthalle Wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien ist die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische Kunst. Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes kommt den gattungs- und grenzüberschreitenden Tendenzen im Bereich der Künste große Bedeutung zu. Programmatische Schwerpunkte bilden Fotografie, Video, Film, Installation und neue Medien. Große themenspezifische Ausstellungen vermitteln Entwicklungen und Zusammenhänge von der klassischen Moderne zum aktuellen Kunstgeschehen. Weitere Programmschienen widmen sich Retrospektiven bedeutender zeitgenössischer Künstler und wichtigen Beiträgen der österreichischen Kunst nach 1945. Mit diesem Programmauftrag, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer„Informationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung findet auch beim Publikum großen Anklang. In dieser Dialektik aus Geschichte und Gegenwart kann die Kunsthalle ihre Aufgabe erfüllen: Agora zu sein, Verhandlungsstätte gegenwärtiger kultureller und gesellschaftspolitischer Bewusstseinslagen, formgebende Instanz zwischen Seins-Erinnerung und 14 Entäußerung. Die Kunsthalle hat sich als Kartographin ihrer Epoche bewährt: Sie stellt Ideen und Materialien, die sich oft noch in unausgefaltetem Zustand darstellen, zur Disposition, fördert die Reibung von Kontra-Positionen. Sie arbeitet für die Gegenwart, nicht für die Ewigkeit. Ihre Vorschläge gelten heute, sind häufig arbiträr und somit auch revidierbar. Besucherrekord: Die Kunsthalle Wien blickt 2008 auf ihr bisher erfolgreichstes Jahr zurück. Insgesamt wurden 2008 51 Projekte realisiert, davon acht in den Hallen 1+ 2, zwölf in der ursula blickle videolounge und 14 im project space karlsplatz, vier an der photo wall/video wall sowie zwei an der project wall. Weitere zehn Projekte wurden am public space am Karlsplatz, sowie eines im Ernst-HappelStadion Wien, dem Finalstadion der UEFA EURO 2008™(Nacktinstallation des Künstlers Spencer Tunick) realisiert. 170.076 Besucher waren in der Kunsthalle Wien. Für das Jahr 2008 betrug der Gesamtticketabsatz 202.737, dieser Erfolg ist den Großausstellungen PUNK sowie WESTERN MOTEL zu verdanken. Der Anteil der ermäßigten Karten liegt bei 82,83%- da die Kunsthalle vor allem über ein sehr junges und sozial nicht bevorzugtes Publikum verfügt, ist es der Kunsthalle Wien besonders wichtig, die soziale Lage ihrer Besucher bei der Preisgestaltung zu berücksichtigen und ermäßigte Karten, wie z.B. Studententickets, für jüngere Besucher bzw. für finanziell nicht privilegierte Besucher(Aktion„Hunger auf Kunst und Kultur“), aufzulegen. Damit konnte das strategische Ziel deutlich überschritten werden und die Kunsthalle Wien ist damit im Verhältnis zum Einzugsgebiet eines der bestbesuchten Häuser zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien hat sich nachhaltig als ein Ort der künstlerischen, kulturellen aber auch sozialen und politischen Debatte und des Know-hows gefestigt. Alle großen Ausstellungen 2008 wurden vom Team der Kunsthalle Wien konzipiert und realisiert. Diese wurden oder werden an renommierte internationale Ausstellungshäuser exportiert und dort gezeigt. Punk – No one is Innocent: Eine ausgesprochen erfolgreiche Eigenproduktion der Kunsthalle Wien, die die drei Metropolen London, New York und Berlin auf ihren„Punk-Faktor“ hin untersuchte. Die Ausstellung zeigte, dass Punk eine ästhetische Behauptung von Radikalität war, die sich vor allem als Revolution der Zeichen manifestierte. Die optischen Spuren dieser mittlerweile längst historisch gewordenen Bewegung prägen bis zum heutigen Tag künstlerische Ausdrucksformen. Punk stellt die drei Städte in den Mittelpunkt einer Investigation der Subgeschichten, internen Codes und künstlerischen Kommunikationsstrategien des letzten globalen, symbolpolitischen Aufbegehrens in der Popmusik. Die leicht zeitversetzte Schau„Derek Jarman“ zeigte, ausgehend vom archetypischen Punk-Film„Jubilee“, die Vielfalt eines Werkes, das unter Gebrauch unterschiedlicher Medien eine mythopoetische Chronik eines verwahrlosenden England im Würgegriff der Thatcher-Regierung darstellt. Punk als Metapher für eine generelle Unversöhntheit mit dem Hier und Jetzt und als Versuch, in der ekstatischen Feier des Augenblicks die Misere zu transzendieren. Die Ausstellung Syberberg/Clever. Die Nacht. Ein Monolog wurde gemeinsam mit Hans Jürgen Syberberg konzipiert und fand in Kooperation mit der Ursula Blickle Stiftung statt. Neben der Installation der Clever-Monologe Die Nacht und Ein Traum, was sonst? wurden in Wien bisher kaum gezeigte filmische 15 Fragmente über Einar Schleef und Oskar Werner gezeigt. Im Kinoraum der Ausstellung konnte das gesamte filmische Werk Syberbergs gezeigt werden. Die Ursula Blickle Stiftung in Kraichtal(D) hingegen, fokussierte in einer ParallelAusstellung auf den Wagnerschwerpunkt in Hans Jürgen Syberbergs Werk. Die Ausstellung soll noch im Jahr 2009 während der Festivalzeit in Bayreuth gezeigt werden. Matthew Barney: DRAWING RESTRAINT, eine Ausstellung der Kunsthalle Wien und der Serpentine Gallery, London konnte in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler erstmals eine umfassende Auswahl an Arbeiten aus der Werkserie DRAWING RESTRAINT(1987 – 2007) in Wien präsentieren. Die Ausstellung schloss an die Kooperation der Kunsthalle Wien mit Matthew Barney in den Jahren 1997, 2000 und 2002 an, in denen Teile aus dem CREMASTER gezeigt wurden. Der Film DRAWING RESTRAINT 9 war während der Dauer der Ausstellung als Begleitprogramm im Topkino zu sehen. Die Arbeiten von Zilvinas Kempinas, der international zu den jungen aufsteigenden Künstlern gehört, faszinieren durch ihre Leichtigkeit und Poesie. Ein Ausstellungsparcours sinnlicher Abstraktion führt das Geheimnisvolle flüchtiger Phänomene und unsichtbarer Kräfte vor Augen: die Rotation von Wind, das Ornament von Schatten, das Spiel reflektierenden Lichts. Minimale Mittel erzeugen maximalen Effekt: Abgespulte Videobänder, die sich im Luftzug bewegen, dienen als skulpturales Material, um Architektur in ein optisch schwirrendes Environment zu verwandeln oder ein hypnotisierendes Linienspiel zu inszenieren Kaum einem Künstler des 20. Jahrhunderts ist es gelungen in der Malerei einen existenziellen bildnerischen Anspruch mit einer Ästhetik zu verbinden, die den Alltag, den Moment und eine Ikonographie des Ortes in einer derart poetischen Weise und Eindringlichkeit beschreibt. Ungeachtet der künstlerischen Moden seiner Zeit entwirft Edward Hopper einen Metarealismus, der die subjektive Wahrnehmung der Wirklichkeit ins Universelle wendet, die Verlorenheit des modernen Stadtmenschen reflektiert und neue Wege des visuellen Erzählens beschreitet. Die Darstellung und Manipulation von Raum, Zeit, Licht und Schatten sind die zentralen Aspekte, die für Hoppers kontinuierliche Aktualität in der Kunst sorgen. Seine reduzierten, psychologisch motivierten und akribisch konstruierten Bildräume entwickeln eine bleibende Spannung zwischen Realem und Fiktivem, Moment und Dauer, Intimität und Anonymität, Natur und Zivilisation. Ort der Produktion: Die Kunsthalle Wien versteht sich als Werkstatt, als Labor, als Verhandlungsort zeitgenössischer ästhetischer und gesellschaftlicher Positionen, als heiße Zone des kulturellen Transfers; und als Verbindungsstück der klassischen künstlerischen Moderne mit Zukunftsvisionen, die die Kunst in ihren Strategien, Schauplätzen und Materialien neu entwerfen. Ein Großteil der Ausstellungen 2008 wurden vom Team der Kunsthalle Wien konzipiert, realisiert und an renommierte internationale Ausstellungshäuser exportiert, bzw. gemeinsam produziert. Dies hat den Ausbau internationaler Kooperationen ermöglicht und bedeutende finanzielle Einsparungen bzw. zusätzliche Einnahmen mit sich gebracht. 16 Plattform der öffentlichen Debatte Schon in den vergangenen Jahren hat die Kunsthalle Wien durch Projekte im öffentlichen Raum sensible gesellschaftliche Themen symbolpolitisch thematisiert. Verstärkt wurden 2008 Projekte im öffentlichen Raum realisiert. Die Präsentation der Skulptur„Turkish Delight“ von Olaf Metzel am public space Karlsplatz – und der Vandalenakt sowie die Kritik daran – stellte für die Kunsthalle Wien nicht das Ende der Debatte, sondern erst den Anfang dar: Der Diskurs um Rechte der Frauen zwischen Verbot und Kommerzialisierung, zwischen Verschleierung und Enthüllung und damit letztlich die Diskussion um Fundamentalismus, Liberalität und das prekäre Verhältnis von Orient und Okzident wurde in zwei Paneldiskussionen gebündelt: Die eine thematisierte Fragen, die sich im Rahmen der Ausstellung MAHREM – Die Kunst der Verschleierung aufdrängten, die zweite thematisierte den Umgang Europas mit islamischer Kultur. • Vermittlungsschwerpunkte 2008 Das Jahr 2008 ist als erfolgreich für die Abteilung Kunstvermittlung zu bewerten. Der Anteil der Besucher(inklusive Schulgruppen), die Kunstvermittlung in Anspruch nahmen, konnte im Vergleich zu 2007 erhöht werden. Den Großteil der angemeldeten Besuchergruppen mit Kunstvermittlung machen Schulklassen (Oberstufen) aus, gefolgt von Studenten und Erwachsenen. In der Ausstellung„True Romance“ haben 18% der Besucher an der Vermittlung teilgenommenen,„Viva La Muerte“: 14%,„Syberberg/Clever“: 4%,„Matthew Barney“: 10%, Punk: 16%, Western Motel: 22,4%, Zilvinas Kempinas: 5,2%. Bei Ausstellungen, die Werke verschiedener Künstler beinhalten, wird das Vermittlungsprogramm für Schulen stärker in Anspruch genommen(Vergleich: Prozentanteil Schulgruppen mit und ohne Führung). Bei Einzelausstellungen ist der Anteil von Schulgruppen mit und ohne Führungen in etwa gleich groß. Ausstellungen, die vorwiegend Film/Video zeigen, werden von Schulgruppen kaum bis gar nicht besucht, sie werden eher in Zusammenhang mit einem ausstellungsübergreifenden Rahmenprogramm(z.B.„Art Night“ oder„Lange Nacht der Museen“) frequentiert. Nach wie vor werden die Kunstvermittlungsprogramme hauptsächlich von Schülern der Altersgruppe 15 – 18 Jahre frequentiert. Durch das gezielte Aufzeigen möglicher Lehrplanbezüge zu weiteren Schulfächern können die angebotenen Vermittlungsprogramme zusätzlich beworben werden. Durch das abwechslungsreiche Ausstellungs- und Vermittlungsangebot gelang es, die sogenannten StammlehrerInnen der Kunsthalle Wien zu halten. Nach wie vor werden Gruppenführungen wenig bis gar nicht gebucht. • Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2007. Sponsoren: DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte Förderer: Wien Kultur Medienpartner: Der Standard; Radio Ö1; Infoscreen; echo; Wien Live Kooperationspartner: Schauspielhaus; Viennale; Universität für angewandte Kunst Wien; Technische Universität Wien; ImPulstanz, Ursula Blickle Stiftung; Hunger auf Kunst und Kultur; Facultas; Hotel„Le Méridien“; TopKino, 17 • KÖR Die Aufgabe von KÖR ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten bzw. temporären künstlerischen Projekten. Dadurch soll die Identität der Stadt und einzelner Stadtteile im Bereich des Zeitgenössischen gestärkt sowie die Funktion des öffentlichen Raums als Agora – als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Debatte – wiederbelebt werden. KÖR versteht Kunst im öffentlichen Raum nicht als Dekor, sondern als Angebot zur Auseinandersetzung mit Inhalten und radikalen ästhetischen Setzungen sowie als symbolische Markierung bislang kulturabstinenter Territorien. Geschäftsführung: Bettina Leidl, Gerald Matt Projektkoordinatorin: Ricky Renier Jury: Tobia Bezzola, Berthold Ecker, Adolf Krischanitz, Sabine Oppolzer, Anda Rottenberg(bis 2009) Kuratorium: Birgit Brodner, Josef Cser, Franz Kobermaier, Bettina Leidl, Gerald Matt, Ricky Renier PROJEKTFÖRDERUNGEN 2008: Im Jahr 2008 hat KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien insgesamt 24 Projekte gefördert, dabei waren insgesamt 66 Künstlerinnen und Künstler involviert. Es fanden drei Jurysitzungen statt, zu denen 68 Projekte eingereicht und der Jury vorgelegt wurden. Als temporäre Kunstinterventionen konnten 21 Projekte umgesetzt(bzw. begonnen) sowie drei Projekte permanent installiert werden: Julia Schulz Gedenksymbol Servitengasse. Schlüssel gegen das Vergessen; Ingeborg Strobl ein Garten(zum Beispiel); Maria Hahnenkamp Ornament-Vorhang. Weiters wurde die Umsetzung des permanenten Projektes Garten mit Brunnen von Inés Lombardi fortgesetzt, die Eröffnung findet im Mai 2009 statt. Zusätzlich hat KÖR Veranstaltungen und Führungen als spezielles Rahmenprogramm zum Projekt Mahnmal gegen den Mythos des ersten Opfers am Mexikoplatz von Marko Luli ć sowie zu den laufenden Projekten kostenlos angeboten. In Kooperation mit der VIENNAARTWEEK08 wurde eine Podiumsdiskussion mit internationalen TeilnehmerInnen durchgeführt. KÖR hat weiters eine Studie zum Thema„Kunst im öffentlichen Raum in Wien von 1968 bis heute“ bei der Österreichischen Kulturdokumentation in Auftrag gegeben. In einer Datenbank werden erstmals Projekte zur Kunst im Öffentlichen Raum zugänglich gemacht. Im Jahr 2008 hat KÖR drei Wettbewerbe in Wien ausgelobt: Wettbewerb Löwengasse, 1030 Wien (Siegerprojekt: Julie Hayward) Geplante Eröffnung: April/ Mai 2009 Wettbewerb Thury-Hof, Marktgasse 3- 7,1090 Wien (Siegerprojekt: Marie Therese Litschauer) Geplante Eröffnung: Mai 2009 Wettbewerb Ernst-Arnold-Park, 1050 Wien (Auslobung 2. Stufe im März 2009; Künstlerinnen Hannah Stippl und Sonja Gangl) 18 TEMPORÄRE PROJEKTE 2008 Oliver Hangl: Die Reklame reklamieren K48, Kirchgasse 48, 1070 Wien Teil 1: VALIE EXPORT, 29. Jänner 2008 bis 30 Juni 2008 Teil 2: Andrea van der Straeten, 18. Dezember 2008 bis 31. März 2009 meidlinger markt ER:LEBT: zwischen temporären interventionen Kooperation von Studentinnen der Akademie der bildenden Künste und TU, Wien Meidlingermarkt, 1120 Wien 10. März- 30. Juni 2008 Marko Luli ć Mahnmal gegen den Mythos des ersten Opfers Intervention, Parkanlage des Mexikoplatzes, 1020 Wien 10. April 2008- 10. April 2009 Josef Bernhardt Warten auf Vögel III Grünflache am Kunsthalle Wien public space karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien 15. April 2008- 25. Mai 2008 Flora Neuwirth clubblumen – ein utopisches unternehmen im sozialen raum Johannagasse 42, 1050 Wien 30. April 2008- 31. Jänner 2009 Barbara Krobath Drei Chinesen in der Qinghai-Tibet-Bahn U2 Station Schottentor, Vitrine über dem U2-Bahnsteig 21. Mai 2008 – 28. Februar 2009 Konrad Becker G.S.A.- Wiener Sicherheitstage Interventionen im Wiener Stadtraum und Diskussionsveranstaltung im Kunsthalle Wien project space karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien 25.- 30. Mai 2008 TONSPUR_spezial: Julius Deutschbauer"SCHIMPFARENA". Jeder für sich und Gott gegen alle Toninstallation und Liveperformances, Resselpark/ Karlsplatz, 1040 Wien 8. Juni 2008- 4. Juli 2008, täglich 12- 24 Uhr Sissa Micheli/ Peter Baur Paulas Vorlieben Resselpark/ Karlsplatz, 1040 Wien 24. Juni 2008- 29. Juni 2008, tägl. 14- 22 Uhr Irene Andessner Citylights[Wiener Frauen] Fotoportraitserie im Wiener Stadtraum in 400 Citylight-Kästen 3. Juli- 3. September 2008 Gottfried Bechthold Unser Mann KÖR am Kunsthalle Wien public space karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien 26. August- 12. Oktober 2008 Leo Kandl Bekleidung aus der Serie"Kollektion" 1992-96 5. August 2008- 1. März 2009 WOLKE 7, Gassenhauer und Straßenfeger Kaiserstraße und Umgebung, 1070 Wien 19. September- 12. Oktober 2008 19 Aldo Giannotti Slot Machine Passage Schottentor, 1010 Wien 24. September- 21.November 2008 Verein Dynamo Local Strategies- Urban Signs Bhf Praterstern Vorplatz Ost/ Fluc Fassade 21. Oktober- 31. Dezember 2008 Michael Hall Autonomous Acts(Part 1-4) 28.Oktober 2008- 31. Jänner 2009 Joep van Lieshout Wellness Skull KÖR am Kunsthalle Wien public space karlsplatz 19. November 2008- 15. März 2009 PERMANENTE PROJEKTE 2008 Julia Schulz Gedenksymbol Servitengasse. Schlüssel gegen das Vergessen Ecke Servitengasse/Grünentorgasse/ vor Grünentorgasse 19B, 1090 Wien Eröffnet am 8. April 2008 Ingeborg Strobl ein Garten(zum Beispiel) Großflächige Email-Arbeit an der Hausfassade Novaragasse Nr. 8,1020 Wien U2 Station Taborstraße/ Aufgang Novaragasse, in Kooperation mit Wiener Linien Eröffnet am 7. Mai 2008 Maria Hahnenkamp Ornament-Vorhang Installation Kabelwerkpark, 1120 Wien Eröffnet am 12.September 2008 Ausstellungen 2008 KUNSTHALLE wien im Museumsquartier 05. Oktober 2007 – 3. Februar 2008, halle 1 True Romance. Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute Die Ausstellung zeigt, welche Konstanten und Veränderungen die Liebesdarstellung im Wandel der Zeiten und ästhetischen Auffassungen bestimmt haben. Sie spannt den Bogen von den mythologischen Repräsentationen „himmlischer“ und„irdischer“ Liebe in der Renaissance bis zur Entleerung und Massenverbreitung der tradierten Liebecodes als Ware sowie neuer Formen des Liebespreises heute. Die Liebescodes, die aktuell in der Kunst zu finden sind, handeln zwar vorrangig von unerfüllter Sehnsucht und dem Ausverkauf der Liebe, die in der Ära grenzenlosen Konsums zur austauschbaren Ware geworden ist. Und doch orientiert sich selbst die Thematisierung des Verlusts an dem Ideal, das aus den Tiefen unserer kulturellen Vergangenheit weiterwirkt."True Romance" ist ein Projekt der Kunsthalle zu Kiel in Kooperation mit der Kunthalle Wien und dem Museum Villa Stuck, München. Kuratorin: Belinda Grace Gardner, Hamburg KuratorInnen Kunsthalle Wien: Angela Stief, Gerald Matt Wissenschaftliches Komitée: Michael Buhrs(Museum Villa Stuck, München), Dirk Luckow(Kunsthalle zu Kiel), Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Besucher im Haus: 31.294 20 17. Oktober 2007 – 17. Februar 2008, halle 2 ¡Viva la Muerte! Kunst und Tod in Lateinamerika Viva la Muerte! – rauschhafte Festlichkeiten zum„Dia de los Muertos“ in Mexiko, bestialische Tötungsrituale der kolumbianischen Drogenkartelle, die Grausamkeit lateinamerikanischer Diktatoren und die komplexen Verwerfungen der spanischen Kolonialgeschichte werfen die Frage auf: Gibt es in Lateinamerika ein anderes Verhältnis zum Tod als in der nördlichen Hemisphäre? Der Autor und Nobelpreisträger Octavio Paz ist der Meinung, dass das Sterben in Europa und den USA verdrängt wird, während die Lateinamerikaner Gefallen am Umgang mit dem Schrecklichen finden und eine Neigung zur Selbstauslöschung haben:„Für die Nordamerikaner scheint die Welt etwas zu sein, das man vervollkommnen, für uns aber ist sie etwas, das man erlösen kann. ¡Viva la Muerte! geht dieser Verknüpfung von Eros und Thanatos und ihren Spiegelungen in der zeitgenössischen Kunst nach. Die Ausstellung präsentiert sich als Theater der Grausamkeit, das die verschiedenen Facetten der Violencia in ästhetischer Verdichtung und konzeptueller Strenge ausfaltet: Cildo Meireles transzendiert die grausame Geschichte der Missionierung in einer Installation von berückender Schönheit und Teresa Margolles, eine Künstlerin, die ihr Material am liebsten im Leichenschauhaus sucht, gedenkt der zahlreichen, anonymen Opfer, die der Moloch Mexico City tagtäglich produziert, in provokanten Assemblagen. Kuratoren: Gerald Matt, Thomas Mießgang Besucher im Haus: 17.309 19. Februar – 6. April 2008, halle 1 Syberberg/Clever Die Nacht. Ein Monolog Die Ausstellung in der Kunsthalle Wien konzentriert sich auf das Spätwerk des Künstlers, speziell auf die beiden Filme"Die Nacht"(1985) und"Ein Traum, was sonst?"(1994), die vom überragenden Schauspiel und der Wandlungsfähigkeit Edith Clevers leben."Die Nacht", ein gigantischer sechsstündiger Monolog- wie Wagners Ring in vier Teilen angelegt – vereint Gedichte, Prosatexte, Briefe, Reden und dramatische Partien, die Trauer und Abschied, Untergang und Todesnähe beschwören. Durch diese zentrale Projektions-Installation wird der Raum zu einem begehbaren Film, in dem der Betrachter Edith Clevers Monolog als Gespräch mit sich selbst erlebt. Mit seinem Hang zum„grenzüberschreitenden Kunstwerk“ unternimmt Syberberg das Wagnis der Synthese unterschiedlicher Kunstgattungen. Zeit und Raum werden aufgehoben und der Betrachter mit einem schillernden Kaleidoskop assoziativer Bruchstücken der„abendländischen Kulturgeschichte“ konfrontiert. In Wien ergänzt Syberberg die zentrale Installation mit bisher kaum gezeigten Filmen und filmischen Fragmenten über Einar Schleef und Oskar Werner. Neben der Retrospektive aller Filme kommentiert der Künstler die Ausstellung über seine Homepage. Die Ausstellung in der Kunsthalle Wien wurde gemeinsam mit Hans Jürgen Syberberg konzipiert und findet in Kooperation mit der Ursula Blickle Stiftung in Kraichtal(D) statt. Dort liegt der Fokus mit vier Filmen auf Syberbergs Wagnerschwerpunkt(zu sehen von 17. Februar bis 30. März 2008). Kurator: Gerald Matt Besucher im Haus: 5.625 21 7. März – 8. Juni 2008, halle 2 Matthew Barney: DRAWING RESTRAINT Matthew Barney: DRAWING RESTRAINT ist eine Ausstellung der Kunsthalle Wien und der Serpentine Gallery, London. In DRAWING RESTRAINT kämpft Matthew Barney, gleich dem legendären Entfesselungskünstler Harry Houdini oder dem US-amerikanischen Footballstar Jim Otto, gegen einen Widerstand: die konstruierten und natürlichen Grenzen des Körpers. Wie der Magier und der Leistungssportler bedient er sich der physischen Dynamik, die kontinuierlich zwischen disziplinierter Selbstbeherrschung und energetischem Antrieb pendelt. Für den Künstler, der selbst Sportler und Model war, liegt in der Überwindung selbstgeschaffener Begrenzungen die Genese des Kunstwerkes. Dafür macht er Turnen, Klettern und Gewichtheben zu performativen Sujets, schlüpft in die fantastische Gestalt eines kindlichen Satyrs oder begibt sich als„westlicher Gast“ auf ein japanisches Walfangschiff, um sich mit seiner Geliebten – Björk – zu vereinen. Auf diesem Schauplatz einer mythischen Parallelwelt, destilliert aus kulturgeschichtlichen Elementen von japanischem Shintoismus, westlicher Leistungsideologie und industrieller Ästhetik, wird die Geschichte von Moby Dick neu erfunden, die in einer„erotischen Kommunion“ kulminiert, in der sich die Liebenden in Wale verwandeln und in einen ozeanischen Seinszustand übergehen. Mit DRAWING RESTRAINT erweitert Matthew Barney, der sich als Bildhauer versteht, den Skulpturbegriff auf fast jedes bildnerische Medium und vereint Performance, Video, Fotografie, Skulptur, Installation, Film und Zeichnung zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk. Kurator: Gerald Matt Besucher im Haus: 16.925 16. Mai – 7. September 2008, halle 1 Punk. No One is innocent. Kunst – Stil – Revolte Punk war neben Hip Hop die letzte globale popkulturelle Bewegung, die mehr sein wollte, als nur die akustische Möblierung von Teenager-Schlafzimmern: Ein völliger Umbruch in der Mode, den Stilgesten, den künstlerischen Ausdrucksformen und der Musik: Von der Weltverbesserungsattitüde des „Summer of Love“ in den Sixties zum Nihilismus und den„No Future“-Parolen eines„Winter of Hate“ zehn Jahre später. Aus der Distanz von dreißig Jahren belegt die Ausstellung Punk. No One is Innocent am Beispiel der drei Metropolen New York, London und Berlin, wie unterschiedlich und doch konsistent Punk als Metapher der Revolte in verschiedenen Kulturräumen auf Musik, bildende Kunst und den Look der Jugendlichen wirkte. Während er in England vor allem ein Stil- und Modephänomen war, gab es in den USA und in Deutschland von Beginn an eine enge Beziehung zwischen Künstlern und Punk-Musikern. Neben Beispielen aus der bildenden Kunst werden auch historische Artefakte (Flyer, Plattencovers, Manifeste, Fotodokumentationen und Filme), sowie typische Embleme gezeigt, die in vielfältigsten Formaten bis heute ihre Wirkung entfalten. Kurator: Thomas Mießgang Besucher im Haus: 29.746(Ticketabsatz: 58.712) 28. Juni – 5. Oktober, 2008, halle 2 Derek Jarman. Brutal Beauty Kuratiert von Isaac Julien Die Ausstellung Derek Jarman. Brutal Beauty stellt Jarmans außergewöhnliche monochrome Filmarbeit Blue und eine Super-8-Film-Installation Gemälden und 22 Assemblagen gegenüber, die teils noch nie gezeigt wurden. Blue, entstanden ein Jahr vor Jarmans Tod, zeichnet ein bewegendes Porträt des Künstlers kurz vor dem Erblinden. Das Filmbild bleibt 74 Minuten lang unverändert und ist als Hommage an den französischen Maler Yves Klein zu lesen. Fotografische Leuchtkasten-Arbeiten von Isaac Julien, Kurator der Ausstellung und selbst bedeutender zeitgenössischer Künstler und Filmemacher, vermitteln einen Eindruck von Jarmans berühmtem Haus Prospect Cottage und seinem Garten in Dungeness, Kent. Derek Jarmans Leben, seine Kunst und sein nahendes Sterben dokumentiert aber vor allem Isaac Juliens 2008 entstandenen Film Derek. Er basiert auf einem Interview des Schriftstellers und Produzenten Colin MacCabe mit Jarman; als Erzählerin fungiert Jarmans Lieblingsschauspielerin Tilda Swinton. Kurator: Isaac Julien Kuratorin Kunsthalle Wien: Angela Stief Besucher im Haus: 12.479 3. Oktober 2008 – 15. Februar 2009, halle 1 Western Motel. Edward Hopper und die zeitgenössische Kunst“ „Hoppers Bilder handeln„nicht nur an der Oberfläche von Amerika, sie graben sich tief ein in den amerikanischen Traum, untersuchen radikal dieses zutiefst amerikanische Dilemma von Schein und Sein“, so der deutsche Filmemacher Wim Wenders, der sich in seinem Werk genauso wie viele andere Künstler von Alfred Hitchcock über David Hockney bis zu Paul Auster und Peter Handke auf den großen amerikanischen Maler Edward Hopper(1882-1967) bezieht. Kaum einem Künstler des 20. Jahrhunderts ist es gelungen in der Malerei einen existenziellen bildnerischen Anspruch mit einer Ästhetik zu verbinden, die den Alltag, den Moment und eine Ikonographie des Ortes in einer derart poetischen Weise und Eindringlichkeit beschreibt. Ungeachtet der künstlerischen Moden seiner Zeit entwirft Hopper einen Metarealismus, der die subjektive Wahrnehmung der Wirklichkeit ins Universelle wendet, die Verlorenheit des modernen Stadtmenschen reflektiert und neue Wege des visuellen Erzählens beschreitet. Die Darstellung und Manipulation von Raum, Zeit, Licht und Schatten sind die zentralen Aspekte, die für Hoppers kontinuierliche Aktualität in der Kunst sorgen. Seine reduzierten, psychologisch aufgeladenen und akribisch konstruierten Bildräume entwickeln eine bleibende Spannung zwischen Realem und Fiktivem, Moment und Dauer, Intimität und Anonymität, Natur und Zivilisation. Von den schablonenhaften Verdichtungen des amerikanischen Mythos von Ed Ruscha über die Untersuchungen der Raum-Zeit-Koordinaten bei Rachel Whiteread und David Claerbout bis hin zur Unbehaustheit der heutigen Existenz bei Philip-Lorca diCorcia und Tim Eitel findet das Werk Hoppers seinen Widerhall in den zeitgenössischen Positionen der Ausstellung. Hoppers Arbeiten geben eine fortdauernde Zustandsbestimmung unserer Welt und sein cinematographischer Blick wird zum Ausgangspunkt für erzählerische, räumliche und zeitliche Imaginationen. Kurator: Gerald Matt Wissenschaftliche Mitarbeit: Carter Foster(Kurator, Whitney Museum of American Art, New York), Angela Stief(Kuratorin, Kunsthalle Wien), Ilse Lafer (kuratorische Assistenz, Kunsthalle Wien), Lucas Gehrmann(freier Kurator) Besucher im Haus: 63.337 23 31. Oktober 2008- 25. Jänner 2009, halle 2 Zilvinas Kempinas Die Arbeiten von Zilvinas Kempinas, der international zu den jungen aufsteigenden Künstlern gehört, faszinieren durch ihre Leichtigkeit und Poesie. Ein Ausstellungsparcours sinnlicher Abstraktion führt das Geheimnisvolle flüchtiger Phänomene und unsichtbarer Kräfte vor Augen: die Rotation von Wind, das Ornament von Schatten, das Spiel reflektierenden Lichts. Minimale Mittel erzeugen maximalen Effekt: Abgespulte Videobänder, die sich im Luftzug bewegen, dienen als skulpturales Material, um Architektur in ein optisch schwirrendes Environment zu verwandeln oder ein hypnotisierendes Linienspiel zu inszenieren. Sie werden zu einer Säulenhalle oder einem abstrakten Kino, einem Tanz von Bändern oder einem Deckensegel, das Unterwassersensationen hervor ruft. Die beinahe immateriellen Installationen von Zilvinas Kempinas versetzen den musealen White Cube in Schwingung: architektonische Masse löst sich auf, der Raum lädt sich mit energetischer Frische, das sensorische Bewusstsein wird aus dem Gleichgewicht gebracht. Kunst als Flimmern, Vibrieren, Schweben, die das Auge betört und Schwindel erregt. Zilvinas Kempinas wird den Litauischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2009 gestalten. Kempinas, geboren 1969 in Plunge, Litauen, lebt und arbeitet in New York. Kurator: Gerald Matt Besucher im Haus: 7.376 KUNSTHALLE wien ursula blickle videolounge 01.01.2008 – 31.01.2008 videos des monats# 32:„Romantica: Single Channel Topos“, 01.022008- 28.02.2008 video des monats# 33: Out of Touch. 01.03.2008 – 31.03.2008 video des monats# 34: Expanded Pensée Sauvage 01.04.2008- 31.04.2008 video des monats#35: Marko Lulic. Works on Video. 1997-2005 01.05.2008 – 31.05.2008 video des monats#36:"Der gefilmte Himmel" 01.06.2008 – 21.06.2008 video des monats#37: Station Rose. 20 Digitale Jahre 22.06.2008- 30.06.2008 video des monats#38: ELEVEN MINUTES. Zwei Halbzeiten, ein Match 01.07.2008 – 31.07.2008 video des monats#39: Timothy Hutchings 01.08.2008 – 30.09.2008 video des monats#40:"My favourite pastime 01.10.2008 – 31.10.2008 video des monats#41: Le temps sensible. Marcel Proust und die Videokunst 01.11.2008 – 30.11.2008 video des monats#42: Jochen Kuhn 01.12.2008 – 31.12.2008 videos des monats#43: ursula blickle videopreis 2008 24 KUNSTHALLE wien photo wall/ video wall 16.11.2007 – 01.11.2008, photo wall Chilo Eribenne- Chicks und Rock Chick 12.03.2008 – 24.06.2008, photo wall, video wall Martin Osterider: NEW YORK TAKE-AWAY 25.06.2008 – 03.11.2008, photo wall, video wall Anja Manfredi: still – motion. re-enacting Grete Wiesenthal 12.11.2008 – 10.03.2009, photo wall, video wall Klaus Auderer: Die Türme des Schweigens KUNSTHALLE wien project wall 07.11.2007 – 30.04.2008 Wolfgang Capellari:“MAXIMINUS“ 07.03.2008 – 30.04.2009 Judith Fegerl: Simulating Intelligence KUNSTHALLE wien project space karlsplatz 19.12.2007 – 13.01.2008 Preis der Kunsthalle Wien 2007: Borderline Besucher im Haus: 2.107 10.11.2007 – 22.01.2008 slide show: Gilbert Hage."The Secret Life of Syrian Lingerie: Intimacy and Design" 24.01.2008 – 16.03.2008 Mahrem. Anmerkungen zum Schleier Besucher im Haus: 5.974 26.03.2008 – 18.05.2008 Paloma Varga Weisz. Bumped Body Besucher im Haus: 3.605 28.05.2008 – 06.07.2008 Games. Gegenwart und Politik des Spiels Besucher im Haus: 5.964 18.07.2008 – 09.08.2008 ImPulsTanz. I Hear voices: Nadia Lauro Besucher im Haus: 3.311 14.08.2008 – 11.09.2008 Clip-Zone. Chill-out: Sound& Vision Besucher im Haus: 1.020 17.09.2008 – 04.11.2008 Swiss Performance Besucher im Haus: 3.353 12.11.2008 – 07.12.2008 Wangechi Mutu. In Whose Image Besucher im Haus: 2.624 18.12.2008 – 18.01.2009 Preis der Kunsthalle Wien 2008. Claudia Larcher. HEIM Besucher im Haus: 2.060 KUNSTHALLE wien public space karlsplatz Der Karlsplatz wird von der Kunsthalle Wien eingenommen. Halbjährlich wechselnd beziehen sich SKULPTUR und das SCHAUFENSTER auf den Ort, vierteljährlich programmieren KünstlerInnen das LEUCHTBAND am Gebäude des project space mit durch LED erzeugten Licht- und Schriftbildern. 25 KÖR. SKULPTUR 10.11.2007 – 30.04.2008 skulptur: Olaf Metzel"Turkish Delight" Juni 2008 skulptur: Sylvie Fleury. Trophäe für das Siegerland der UEFA EURO 2008™ 26.08.2008 – 12.10.2008 skulptur: Gottfried Bechtold„Unser Mann“ 20.11.2008 – 15.03.2009 skulptur: Joep van Lieshout„Wellness Skull“ KÖR. SCHAUFENSTER 10.11.2007 – 22.06.2008 schaufenster: Gabi Trinkaus"FLESH" 24.06.2008 – 30.07.2008 schaufenster: Spencer Tunick„The Beautiful Game“ 06.08.2008 – 22.03.2009 schaufenster: Leo Kandl. Bekleidung aus der Serie“Kollektion” 1992-96 LEUCHTBAND 10.11.2007 – 31.03.2008 leuchtband: Rudi Klein"Die roten Staben" 01.04.2008 – 31.07.2008 leuchtband: Friedrich Achleitner„sätze zu österreich" 06.08.2008 – 31.10.2008 leuchtband: Heinz Gappmayr 12.11.2008 – 30.03.2009 leuchtband: Kathrin Röggla„Flächenbrand“ SONSTIGES: 26.02.2008 – 26.03.2008 Sony Ericsson Urban Galleries: real lives- real stories 15.04. 2008 – 25.05.2008 „Warten auf Vögel III“ von Josef Bernhardt 11.05.2008 Spencer Tunick. Ernst-Happel-Stadion, Wien 26 Besucherzahlen KUNSTHALLE WIEN- Entwicklung Besucher im Haus 2004- 2008 200.000 180.000 160.000 140.000 120.000 100.000 80.000 60.000 40.000 20.000 0 98.865 96.929 159.335 138.927 170.076 2004 2005 2006 2007 2008 Ticketabsatz (Besucher- und Sponsorkarten 2001-2008) 250.000 197.667 192.297 184.658 172.114 146.757 189.149 173.217 202.737 200.000 32.661 50.916 62.274 150.000 73.789 73.249 29.814 34.290 49.828 100.000 130.023 98.865 159.335 170.076 146.761 50.000 110.869 96.929 138.927 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 nicht eingelöste SK+ UBVA Besucher im Haus * in den nicht eingelöst en SK sind die 3.687 Nut zer desUBVA einger echnet 27 Entwicklung des Ticketabsatzes und Besucher im Haus seit 1992 250.000 200.000 150.000 100.000 50.000 115.824 197.677 202.737 192.297 184.658 172.114 189.149 173.217 160.211 146.757 170.076 123.864 125.826 146.761 130.023 159.335 138.927 73.000 47.000 46.000 88.859 100.519 110.869 98.865 96.929 22.000 0 1992 1993 1994 1995 1196 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 verkaufte Tickets Besucher 28 ALLTAGSKULTUR In Wien ist es in den letzten Jahren gelungen, die urbanen Qualitäten der Stadt, vor allem auch im Hinblick auf einen Abbau des Gegensatzes zwischen Zentrum und Peripherie, zu verstärken. Die kulturelle Infrastruktur in den Bezirken hat sich gefestigt, auch außerhalb der traditionsreichen Kulturinstitutionen entfaltet sich ein buntes und vielschichtiges Kulturleben. Die unterschiedlichen Aktivitäten der zahlreichen Kulturvereine, Arbeitsgemeinschaften und Verbände reichen vom Grätzelfest über Ausstellungen bis hin zu Lesungen und Vorträgen. Im Bereich der Bezirksaktivitäten wurden 2008 weitere Akzente und Schwerpunkte – vor allem auch durch die Förderung von kulturellen Vorhaben aus den dezentralen Bezirksbudgets- gesetzt.„Grätzel“-typische Veranstaltungen und die Förderungen von Aktivitäten junger, künstlerisch tätiger Personen standen im Vordergrund. 2008 wurden außerdem zahlreiche Projekte für Schüler und Jugendliche unterstützt. Weiters bot auch der Verein Aktionsradius Wien ein breitgefächertes und bereits seit langem bewährtes Service- und Beratungsangebot für Kulturinitiativen. Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. Einen Höhepunkt im Jahr 2008 stellte das„29. Österreichische Blasmusikfest“ dar, bei dem insgesamt 35 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie Gastkapellen aus Liechtenstein, der Schweiz, der Slowakei und aus Ungarn teilgenommen haben. Beim Wiener Landesblasmusikfest „Faszination Blasmusik“ im Austria Center Vienna traten verschiedene Blasmusikkapellen des Wiener Blasmusikverbandes sowie eine Gastkapelle aus Kärnten auf und zeigten ihr Können. Im November 2008 war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die„42. Wiener-Walzer-Konkurrenz“ und die „Austrian Open Vienna 2008“. Großen Publikumszuspruch fand wieder das„Internationale Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insgesamt 75 Chöre aus Österreich, Deutschland, Irland, Italien, Kanada, den Niederlanden, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Ungarn und den USA auf. 29 KULTURELLES ERBE Wiener Altstadterhaltungsfonds Der Wiener Altstadterhaltungsfonds wurde 1972 in der Folge der so genannten„Altstadterhaltungsnovelle“ gegründet. Durch diesen Fonds können im Stadtbild wirksame Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten, d. h. jener Kostenmehraufwand, der über ordnungsgemäße Erhaltungsarbeiten hinausgeht, gefördert werden. Dahinter steht der Anspruch, das Stadtbild zu erhalten und so über das„Gesicht der Stadt“ den Zugang zur„Geschichte der Stadt“ zu ermöglichen. Das Ergebnis der geförderten Arbeiten kommt also sowohl den EigentümerInnen von historischen Bauten als auch der Allgemeinheit – ob StadtbewohnerInnen oder StadtbesucherInnen – zu Gute. Kirchen Wien ist eine Stadt, die über eine hohe Dichte von Kirchen und sakralen Bildwerken verfügt. Demzufolge werden wesentliche Anteile der Fördermittel des Altstadterhaltungsfonds für diese Bauten verwendet. Gegenstand der Förderung kann sowohl die Aussenerscheinung als auch der Innenraum einer Kirche sein. Besonders Kirchtürme treten im Stadtbild prägnant in Erscheinung und haben oft den Charakter eines Wahrzeichens. Dies trifft auch auf den freistehenden Glockenturm der Pfarrkirche Franz von Sales im zehnten Wiener Gemeindebezirk zu. Wie die Pfarrkirche selbst wurde auch der Turm in Sichtbetonkonstruktion 1962/63 von Georg Lippert errichtet. Achtunddreißig Meter hoch, wird er durch vier an jeder Turmseite aufragende Pfeilerrippen – die am oberen Ende zu je zweien zusammengeschlossen sind – helmartig gekrönt. Ziel der Maßnahmen am Turm war die Beseitigung der Schäden an der Betonstruktur sowie die Wiederherstellung der Oberflächenwirkung. Über eine repräsentative, prägnante Doppelturmfassade verfügt auch die Pfarrkirche St. Rochus in der Landstraßer Hauptstraße im dritten Bezirk. Die Kirche entstand bereits ab 1642 als Gotteshaus der Augustinereremiten, musste aber nach tiefgreifenden Beschädigungen durch Brand und Türkensturm in den 1690er Jahren wiederhergestellt werden. Die Schauseite erhielt ihre prägnante Gestaltung erst 1721 durch den städtischen Zeugwart und Architekten Anton Ospel. Noch heute setzt die Kirche mit der barocken zweitürmigen Fassade einen wichtigen Akzent im Stadtbild. Unter einer rezenten Überputzung konnte die originale Profilierung der Gesimse freigelegt und in den Bereichen, in welchen der Putz seine Bindigkeit verloren hatte, wiederhergestellt werden. Das Ortsbild des 14. Wiener Gemeindebezirks wird durch die Penzinger Pfarrkirche HI. Jakob geprägt, welche 1267 bestiftet und um 1324 bis 1336 neu errichtet wurde. Aus dieser Zeit stammen ein Teil des hochgotischen Chors sowie der Turmsockel. Im 15. Jahrhundert wurde der Turm erhöht und das weithin sichtbare spätgotische Langhaus errichtet. 1758/59 wurde unter Matthias Gerl der Chor neogotisch erweitert, aus 1888 stammt der Sakristeianbau. Der monumentale mehrgliedrige Bau entstammt bis hin zu den gotischen Putzen noch großteils dem Spätmittelalter und stellt durch seine herausragende Form und die gut sichtbare Lage ein Wahrzeichen des Bezirkes Penzing dar. 30 Einen weiteren städtebaulich wichtigen Akzent bildet durch ihre markante Situierung die Pfarrkirche zum Hl. Kreuz im Ortskern von Grinzing. Anno 1426 wurde die Erlaubnis zur Errichtung einer dem Chorherrenstift Klosterneuburg inkorporierten Kapelle im Vorort Grinzing erteilt und so zeigt sie sich als schlichte spätgotische Saalkirche mit 5/8 Schluss und nordöstlich am Chor angestelltem Turm mit barockem Zwiebelhelm. Die 1783 zur Pfarre erhobene Kirche ist auch als seltener Vertreter einer spätgotischen Landkirche in Wien von Bedeutung. Bürgerliches Wohnen Am beginnenden 19. Jahrhundert wurde das Biedermeierhaus Hermanngasse 32 errichtet. Das lang gestreckte Gebäude wird im Mittelrisalit durch Blendarchitektur im Hauptgeschoss akzentuiert. Die hervorzuhebende künstlerische Ausgestaltung der Fassade durch Ranken, Masken und Tondi, verleiht dem Bau eine besondere Wertigkeit im Rahmen der erhaltenen Biedermeierarchitektur. Auch ist das Gebäude für das örtliche Stadtbild von spezieller Bedeutung und stellt einen wesentlichen Bestandteil des Straßenbildes in der versetzt geführten Hermanngasse dar. Auch durch die Wiederherstellung von 27 Holzkastenfenstern wird dem Gebäude sein ursprünglicher Charakter zurückgegeben. Kaum hundert Jahre später entstand das als„ Flora-Hof“ bekannte Wohnund Geschäftshaus in der Wiedner Hauptstraße, wo es durch sein ungewöhnliches äußeres Erscheinungsbild ins Auge fällt. Der kubische Bau, 1901/02 nach Plänen des OttoWagner-Schülers Wunibald Deininger an einer im Verlauf der Wiedner Hauptstraße weithin wirkenden Baublockecke errichtet, zeichnet sich durch seine abgerundete Kante mit betont flächigem Dekor aus Putznuten und eingelegten Keramikfliesen aus. Besonders auffallend wirkt das aus Kappen zwischen Stahlträgern konstruierte, weit ausladende Hauptgesims. Der Instandsetzung der zur Erbauungszeit noch unerprobten Konstruktion des Gesimses wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Im 1. Bezirk an der Vorlaufstraße, als Teil eines späthistorischen Platzensembles mit turmartig ausgeprägten Eckrisaliten, wurde der„ Vorlauf-Hof“ 1889/90 nach Plänen von Arnold Lotz in neobarocken Formen errichtet. Der Wohn- und Geschäftsbau ist vor allem zur Kreuzung hin durch reichen plastischen Dekor mit Figurennische und Schmiedeeisen-Balkonen aufwändig strukturiert. Der Bau stellt ein qualitätsvolles Beispiel für die höchste Entwicklungsstufe des gründerzeitlichen Wiener Wohn- und Geschäftshauses dar, das direkt vom barocken Stadtpalais abgeleitet ist. Als Teil des ab 1886 entstandenen Platzensembles sowie Teil des Weltkulturerbegebietes des historischen Stadtzentrums von Wien kommt dem Objekt große stadträumliche Bedeutung zu. „Kunst am Bau“ Ein ungewöhnliches Beispiel dafür stellt das Gebäude der Tischlerinnung in der Ziegelofengasse 31 dar. Der Bau wurde 1893 mit späthistoristischem Fassadendekor errichtet. In den Jahren 1948 bis 1950 erfolgte allerdings eine vollkommene Neufassadierung durch den Architekten Hans Prutscher. Die beiden ersten Obergeschosse wurden durch bogig abgeschlossene Putzrahmen zusammengefasst, zwischen den Geschossen fügte der Bildhauer und Maler Franz Gruss flache Relieffelder mit figürlichen Szenen aus dem Tischlerhandwerk ein. Die Restaurierung ergab eine unerwartete farbliche Differenziertheit dieser Felder. Während der Kriegsereignisse 1945 wurden die Häuserzeilen beiderseits 31 des Donaukanals weitgehend zerstört. Das Gebäude Franz-Josefs-Kai 17 entstand im Zuge der Wiederaufbauarbeiten in den Jahren 1953/54 nach Plänen der Architekten Karl Holey und Ladislaus Hruska. An der in Stufen zurückweichenden Fassade zum Hafnersteig befindet sich das, 1953-55 von Paul Meissner gestaltete Mosaik „Historische Darstellung des Hafnersteigs“ bzw. auch„Töpfer bei der Arbeit“. Das elf Meter hohe und maximal drei Meter breite Mosaik bildet einen wesentlichen Bestandteil der inhomogenen Fassadenfront des Franz-JosefsKais und verfügt zudem über eine beachtliche Fernwirkung. Da das Gebäude eine Wärmedämmung erhalten sollte, entschloss man sich zu einer Demontage des Mosaiks und einer Wiederaufbringung über den Dämmplatten. Ausblick 2009(Auswahl) 1., Am Hof, Kirche(Innenrenovierung), 1., Friedrich-Straße 12, Secession(Oerly-Schalen und Stiegenanlage), 4., Paulanergasse 6, Kirche(Innenrenovierung Seitenkapellen 4. BA), 6., Barnabitengasse, Pfarrkirche Mariahilf(Außenrenovierung 2. BA) und Pfarrhof, 7., Mechitaristengasse 4, Kloster(Hoffassade), 9., Strudelhofstiege, 11., Geiselbergstraße 27-31, zwei Mosaike, 11., Simmeringer Hauptstraße, Zentralfriedhof Tor II, Alte Gruftarkaden, 23., Färbermühlgasse 6, Pfarrkirche Liesing(Kirchturm) Referat Stadtarchäologie Ausgrabungen 1. Bez.: Am Hof 10(römisches Legionslager, mittelalterliche Besiedlung), Bäckerstraße 7 (neuzeitliche Besiedlung), Neutorgasse 4-8(mittelalterliche Besiedlung, neuzeitliche Stadtmauer), Wipplingerstraße 33(mittelalterliche und neuzeitliche Stadtmauer); 2, Praterstern(Substrukturen des Tegetthoff-Denkmals), 9, Zollergasse 32(neuzeitliche Bestattungen), 10, Unterlaa – Klederinger Straße (römische Streusiedlung); 22. Bez.: Flugfeld Aspern (Voruntersuchung), Groß-Enzersdorfer Straße 74 (eisenzeitliche Besiedlung); U-BahnArchäologie: Betreuung U2-Nord; zusätzlich laufend umfassende Baustellenbeobachtungen. Wissenschaftliche Aufarbeitungen und Projekte 1. Bez.: Am Hof, Herrengasse 10 und 23 sowie Judenplatz(alle römisches Legionslager, mittelalterliche Besiedlung); Michaelerplatz(neuzeitliche Besiedlung); Neutorgasse 4-8, Seilerstätte 9(Ronacher), Weihburggasse sowie Wipplingerstraße 33 und 35(alle neuzeitliche Stadtbefestigung), Römisches Legionslager und Lagervorstadt; 3. Bez.: Klimschgasse 19-21 und 40, Hafengasse 14, Rennweg 16 und 44 sowie Schützengasse 24(alle römische Zivilstadt); 9, Sensengasse 1-3(neuzeitliche Friedhöfe), 10, Unterlaa – Klederinger Straße(römische Streusiedlung), 11, Schloss Kaiserebersdorf(mittelalterliche und neuzeitliche Bauphasen), 22, Flugfeld Aspern; Römische Bausteine und Steindenkmäler aus Vindobona, Umland des römischen Vindobona, Mittelalterliche Burgen in Wien, Burgen in Niederösterreich(Inventarisierung), Übersicht Glasfunde aus Wien, Herstellung römischer Gebrauchskeramik, Spätantike Produktion römischer glasierter Keramik(Ostalpen und Donauprovinzen), Archäozoologie, Säuberung und Restaurierung von Keramikfunden, Betreuung der Funde im Depot des Wien Museums Karlsplatz für wissenschaftliche Zwecke, Vienna Archaeological GIS/ VAGIS(Aufbau des Geographischen Informationssystems, Funddatenbank), Internetportal„Wien Kulturgut“ (Neukonzeption des Kulturgüterkatasters). Von 10.3. bis 14.4.2008 wurde in Kooperation mit der Universität Wien 32 erstmals eine 20-tägige Lehrgrabung auf der Grabung 1, Am Hof 10 durchgeführt. Vermittlung der Ergebnisse Tagungen und Vorträge Von 3. bis 5.11.2008 veranstaltete die Stadtarchäologie bereits zum dreizehnten Mal die nun„Kulturelles Erbe und Neue Technologien“(früher „Workshop Archäologie und Computer“) genannte Tagung. Im Rathaus wurden für 220 TeilnehmerInnen aus 23 Nationen etwa 92 Vorträge in zwei Sektionen gehalten sowie drei Beiträge auf Postern präsentiert. Weiters umfasste die Veranstaltung sechs Workshops und eine Podiumsdiskussion. Sechs Aussteller bildeten einen informativen Rahmen. Dieser internationale Kongress fand in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen statt. Ein Bürgermeisterempfang rundete die Veranstaltung ab. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie wurden weiters 48 Mal Fachtagungen im In- und Ausland besucht und 20 Vorträge gehalten. Ausstellungen In der Volkshochschule Meidling(12, Längenfeldgasse) wurde von 27.3. bis 31.10.2008 die Posterausstellung „Ausgrabungen der Stadtarchäologie 2004-2007“ und ab 27.11.2008„Licht & Wärme. Beleuchtung und Heizung im Wandel der Zeit“ gezeigt. Von 10.5.2008 bis 5.3.2009 lief die Ausstellung„Der Legionär als Handwerker. Archäologische Ausgrabungen im Bereich der Feuerwehrzentrale Am Hof“ im neuen Römermuseum. Die Posterausstellung„Die Archäologie des Biers. Eine kulturhistorische Reise in die Vergangenheit des Biers“ wurde ein zweites Mal gezeigt: von 17. bis 20. Oktober 2008 in der Reindorfgasse. Im Amtshaus für den 16. Bezirk fand von 29. Oktober bis 14. November 2008 die Posterausstellung „Stadtarchäologie in der Stadt“ statt. Weiters war die Stadtarchäologie Partner der Ausstellung„500 Jahre Paramente und Vasa sacra“, die von 4. November 2008 bis 30. Januar 2009 im Stephansdom gezeigt wurde. An ehemaligen Ausgrabungsstellen wurden Vitrinen zur dauerhaften Präsentation der Ergebnisse eingerichtet: 1, Herrengasse 10(Hotel Herrenhof), 1, Seilerstätte(Ronacher), 3, Rennweg 16(Austria Trend Hotel Savoyen). Temporär wurden InfoTafeln bei den Grabungen 1, Neutorgasse und 9, Sensengasse(Grundsteinlegung) angebracht. Publikationen 2008 erschien Band 11 von„Fundort Wien“, dem Jahresbericht der Stadtarchäologie Wien, der mit seinen breit gefächerten Beiträgen eine Brückenfunktion zwischen WissenschaftlerInnen und interessierten Laien erfüllt. Er beinhaltet diesmal unter anderem 22 Berichte von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie. Weitere 17 Artikel sind in Fachpublikationen erschienen. In der Schriftenreihe„Monografien der Stadtarchäologie Wien(MSW)“, die sich vorwiegend an ein Fachpublikum wendet und umfangreicheren Endpublikationen von Grabungen gewidmet ist, ist der dritte Band„Die archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen im Schloss Kaiserebersdorf“ erschienen. Das umfangreiche Material wurde von mehreren MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie bearbeitet und füllt zwei Bücher und eine CD-ROM. Als vierter Band dieser Reihe wurde„Der Soldatenfriedhof in der Marchettigasse in Wien“ veröffentlicht. Beide Publikationen wurden auf eigenen Präsentation vorgestellt. Auch in der reich illustrierten, populärwissenschaftlichen Reihe„Wien Archäologisch“ sind zwei weitere Bände erschienen:„Judenplatz. Die Kasernen des römischen Legionslagers“ und„Licht& Wärme. Beleuchtung und Heizung im Wandel der Zeit“ als Buch zur laufenden 33 Ausstellung. Wie jedes Jahr wurden die Vorträge der vorjährigen Tagung als CD-ROM„Workshop 12. Archäologie und Computer“ publiziert. Die Initiative Seniorarchäologie ermöglichte wieder allen archäologiebegeisterten Erwachsenen die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Säuberung und Restaurierung von Fundmaterial in der Werkstatt in der Volkshochschule Meidling(12, Längenfeldgasse). Zur Einschulung wurden von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie 16 Vorträge vor durchschnittlich 25 ZuhörerInnen und zwei spezielle Kurse an der VHS Meidling gehalten. Der regelmäßigen Information dient das vier Mal jährlich erscheinende Nachrichtenblatt „Lorbeer“. Es gab vier Neueintritte, so dass der Mitgliederstand nun 489 beträgt. Insgesamt wurden von SeniorarchäologInnen 2.756 Arbeitsstunden geleistet, das entspricht 344,5 Arbeitstagen. Die Initiative Juniorarchäologie fördert die Zusammenarbeit mit den Wiener Schulen. Zwei kostenfrei entlehnbare, mobile Schausammlungen(„Römerkoffer“ und„Mobiles Mittelalter“) enthalten Originalfunde, Duplikate und schriftliche Begleitmaterialien. Sie sind eine nützliche Unterstützung im Unterricht und wurden 2008 von 13 Schulen, zum Teil auch in mehreren Klassen, eingesetzt. Zusätzlich wurden von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie drei Vorträge an Schulen gehalten sowie zwei Projekte auf der Grabung in Unterlaa, sieben Stadtführungen, eine Führung durch die Ausstellung im neuen Römermuseum und zwei Spezialführungen(Nox latina, Kelten) durchgeführt. Im Rahmen des Wiener Ferienspiels erforschten etwa 100 Kinder unter Betreuung der Stadtarchäologie die Geschichte der Innenstadt bei einer Rätselrallye, die insgesamt sechs Mal angeboten wurde. 12 Mädchen konnte beim„7. Wiener Töchtertag“ am 24.4.2008 und drei weiteren Mädchen im Rahmen der Berufspraktischen Tage Einblick in die Arbeitsbereiche der Stadtarchäologie geboten werden. Öffentlichkeitsarbeit 2008 sind 37 Artikel über die Arbeit der Stadtarchäologie in Zeitungen, 44 in Magistratsmedien(inkl. Internet) und 29 im Internet erschienen. Weiters wurden zehn Berichte in Radio und Fernsehen ausgestrahlt. Am 8.1.2008 stellten die Stadträte Mailath-Pokorny und Schicker auf einer Pressekonferenz die neue Kulturdatenbank im Internet„Wien Kulturgut“ vor, an der die Stadtarchäologie maßgeblich beteiligt war. Es folgte ein großes Medienecho. Am 4.9.2008 fand auf der Grabung in Unterlaa(10, Klederinger Straße) unter reger Beteiligung einer Schulklasse und etwa 40 interessierter BürgerInnen bereits der dritte„Tag der Experimentalarchäologie“ statt. Am 28.9.2008 beteiligte sich die Stadtarchäologie wieder am„Tag des Denkmals“. Bei dem Info-Stand auf dem Michaelerplatz, wo die beiden DVDs „Vindobona“ gezeigt wurden, sowie bei den Innenstadtführungen herrschte großer Andrang. Für interessierte BürgerInnen wurde am 1.4.2008 der Workshop„Von den Römern ins Mittelalter. Besiedlung oder ‚Menschenleere’?“ mit Führung am 15.5.2008 angeboten. Für Mitglieder des Österreichischen Herzverbandes wurde am 2.9.2008 auf der Grabung in Unterlaa eine Führung durchgeführt. Innenstadtführungen erhielten das Amt der Burgenländischen Landesregierung und StudentInnen der Wirtschaftsuniversität. Bei der Aktion„living books“ der Büchereien Wien beteiligten sich fünf MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie und gaben interessierten BürgerInnen Auskunft über ihren Beruf. Kooperationen mit anderen Einrichtungen Bundesdenkmalamt; MD-Stadtbaudirektion, MA 7 – Veranstaltungs34 referat, MA 8, MA 14, MA 15, MA 18, MA 19, MA 21B, MA 22, MA 28, MA 29, MA 30, MA 31, MA 34, MA 36, MA 37, MA 41, MA 42, MA 45, MA 53, MA 69, Wiener Linien, WienXtra, Bezirksvorstehung 16. Bez.; Wien Museum Karlsplatz und Römermuseum; Volkshochschule Meidling; Wiener Schulen; digital-graphics& 7reasons; Universität Wien: Institut für Ur- und Frühgeschichte, Institut für Klassische Archäologie, VIAS – Interdisziplinäre Forschungsplattform für Archäologie, Institut für Paläontologie, Zentrum für Anatomie und Zellbiologie; Österreichisches Archäologisches Institut; Universität für Angewandte Kunst: Institut für Konservierungswissenschaften und Restaurierungstechnologie – Abt. Archäometrie; Universiät für Bodenkultur: Institut für Holzforschung; Österreichische Akademie der Wissenschaften: Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Kommission für Kunstgeschichte – Zentrum Kulturforschungen, Institut für Kulturgeschichte der Antike; Kunsthistorisches Museum Wien: Münzkabinett, Antiken-sammlung; Naturhistorisches Museum Wien: Prähistorische Abteilung, Abt. Archäologische Biologie und Anthropologie; Österreichisches Staatsarchiv – Kriegsarchiv; Bezirksmuseen Wien 3, 10, 11; Archäologieplattform der Landeskulturreferentenkonferenz; Verein der MuseumsarchäologInnen Österreichs; LEG XIII GEM(Gesellschaft für römische Geschichtsdarstellung in Österreich); Oesterreichische Computergesellschaft; Arbeitsgemeinschaft Donauländer; Vereinigte Bühnen Wien; CA Immo Rennweg 16 GmbH(Austria Trend Hotel Savoyen); ACC Immobilien, STAG Hotelverwaltungs GmbH(Steigenberger Hotel Herrenhof Wien); Pfarre St. Peter(Wien 1); Technische Universität Berlin: Institut für Chemie; Museo Nazionale di Aquileia; Universität Triest: Dipartimento di Scienze dell’Antichità; Universität Siena: Dipartimento di Scienze dell’Antichità; Universität Genua: Dipartimento di Scienze della Terra; Budapest Történeti Múzeum – Aquincumi Múzeum; Rumänisches Kulturinstitut; Vereinte Regionen Europas; Österreichische Bischofskonferenz, Erzdiözese Wien. 35 BEZIRKSMUSEEN 1923 wurde das erste Bezirksmuseum in Meidling gegründet. Weitere folgten und schlossen sich 1964 zur Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen zusammen. In der weiteren Folge wurden sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Alltagskultur und dokumentieren die Entwicklung der Bezirke von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Zahlreiche Personen sind für die Arbeitsgemeinschaft ehrenamtlich tätig und widmen sich neben dem Museumsbetrieb den verschiedenen Archiven und der Organisation von Sonderausstellungen. EHRUNGEN Ehrungen der Stadt Wien verstehen sich als Würdigung herausragender Leistungen und als Motivation und Herausforderung für KünstlerInnen und WissenschafterInnen, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. Die Reihe der EmpfängerInnen von Auszeichnungen wie der diversen Preise der Stadt Wien – darunter der biennal vergebene Ernst-KrenekPreis der Stadt Wien- wurde auch 2008 durch hochqualifizierte Persönlichkeiten bereichert. Mit diesen Ehrungsformen werden sowohl die Arbeiten junger, förderungswürdiger KünstlerInnen, WissenschafterInnen und VolksbildnerInnen als auch das Gesamtwerk bereits international anerkannter Kulturschaffender gewürdigt. Bedeutende Persönlichkeiten ehrt Wien auch über ihr Ableben hinaus mit Widmungs- und Ehrengräbern sowie durch Grabrestaurierungen und Kranzniederlegungen. 36 INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Bekanntlich war das Jahr 2008 von der EU als das europäische Jahr des interkulturellen Dialogs ausgerufen worden. Gleichzeitig war dieses Jahr auch das Jubiläumsjahr des Referates für Interkulturelle Aktivitäten. Aus diesem Anlass hat Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny die VertreterInnen aller Vereine, mit denen das Referat zusammenarbeitet, zu einem feierlichen Empfang eingeladen. Dabei wurde die Ziele des Dialogjahres allen Anwesenden in Erinnerung gerufen. Im Laufe dieses Jahres wurden 186 Projekt- und 44 Jahresförderung vergeben. Die Jahresförderungen erhielten Vereine, die das ganze Jahr über ein durchgehendes Kulturangebot anbieten. Zahlreiche KünstlerInnen aus dem In- und Ausland nahmen an den Konzerten, Ausstellungen, Vorträgen, Theatergastspielen etc. teil. Die schon zur Tradition gewordenen Festivals gestalteten ihre Programme im Zeichen des Dialogjahres. So präsentierte Salam Orient zweimal die Tanztheater Koproduktion des Festival Mystic Sufis gemeinsam mit Vivace Musik Istanbul und einem österreichisch-türkischen Team an Mitwirkenden. Der Programmschwerpunkt dieses Festivals 2008 war der Kaukasus. Zu diesem Thema wurden im Rahmen dieses Festivals vier Konzerte und zwei Literaturveranstaltungen durchgeführt: Den Organisatoren des Festivals ist es gelungen, für die Eröffnungsfeier den weltberühmten Musiker Djivan Gasparyan zu gewinnen. - Ensemble des XX. Jahrhunderts spielte zeitgenössische Musik aus dem Kaukasus - Tutarchela bot A Capella Sangeskunst aus Georgien - Sevda& Ensemble aus Aserbaidschan interpretierte Musik von Mugham bis Ethno-Jazz - Salam Orient und das Interkulturelle Zentrum luden in die Hauptbücherei zu einem Abend mit Ute Eisinger und David Barbakadse ein: Lesung aus„Ali und Nino“ von KurbanSaid/Lev Nussimbaum aus Baku/Aserbaidschan sowie Gespräch mit Lesung von Texten von David Barbakadses aus Georgien - Salam Orient und Kunstverein Alte Schmiede präsentierten: Giwi Margwelaschwili/Tiflis-Berlin„Ich bin ein Schriftsteller der Emigration, des Fremdseins“ Der Dachverband für alle lateinamerikanischen Vereine präsentierte die Musik- und Tanzperformance von verschiedenen Ländern des Kontinents im Böhmischen Prater. Das zwei Tage dauernde Event war ein großer Publikumserfolg. Der Verein Kuul Forum für Kunst und Literatur veranstaltete mehrere literarische Lesungen unter dem Motto„Dem Wort die Freiheit“, die von iranisch-österreichischer sowie orientalischer Musik begleitet wurde. Für die Lesungen wurden die bekanntesten AutorInnen aus dem Iran, auch die im Exil lebenden(USA, Kanada, Deutschland etc.) eingeladen. Das europäische Jahr des interkulturellen Dialogs wurde symbolträchtig mit einer Veranstaltung mit griechisch türkischen, sowie bulgarisch makedonischen KünstlerInnen von dem neu gegründeten Verein Taka in Kooperation mit OST Klub abgeschlossen. 37 Es war bemerkenswert, dass die Veranstalter sich bemüht haben, mehr als in den vergangenen Jahren gemeinsame Veranstaltungen zu organisieren. Dieser Ansatz wird in den nächsten Jahren bewusst forciert und weiter gefördert. AUSLANDSAKTIVITÄTEN Besonderes Augenmerk legt die Kulturabteilung(MA 7) auf die Förderung, Betreuung und Finanzierung von Wiener Projekten im Ausland. Viele Wiener Künstlerinnen und Künstler wurden bei Tourneen und bei der Teilnahme an internationalen Festivals und Kunstmessen unterstützt: Unter Beifall vieler geladener Gäste eröffneten im April die Bürgermeisterin der Stadt Sarajevo und der Bürgermeister der Stadt Wien im Wiener Rathaus die„Sarajevo Tage“ in Wien. Das große Programm begann mit mehreren Ausstellungen zur Geschichte der Stadt Sarajevo sowie zu modernen künstlerischen Strömungen. Zur Eröffnung wurde ein zeitgenössisches Musikstück geboten und eine Moderevue mit erfolgreichen Designs gezeigt. In zwei Wochen präsentierte die Stadt Sarajevo weitere Musik- und Tanzstücke, einen Theaterabend des Sarajevoer Kriegstheaters Sartr und eine Ausstellung alter Handwerke. Ein besonderer Höhepunkt war die Präsentation der Haggada und der Ahdnama, der wohl ältesten erhaltenen Festlegungen von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten. Durch einen Wien-Schwerpunkt bei der Internationalen Biennale für bildende Kunst in Gyumri/Armenien im September/Oktober konnte ein wesentlicher Beitrag zu einem Kulturaustausch zwischen Gyumri und Wien geleistet werden. Mit den Wiener Kulturtagen in Kiew, Lemberg und Czernowitz im September wurde ein neuer kultureller und wirtschaftlicher Austausch zwischen wichtigen ukrainischen Städten und Wien eingeleitet. Die Zusammenarbeit mit den Abteilungen MD-AB und PID und mit der OEK/ÖsterreichKooperation hat dieses Projekt ermöglicht. Im September eröffnete die weithin bekannte Lemberger Buchmesse und das„Internationale Literaturfestival“ mit einer von der„Alten Schmiede“ kuratierten Präsentation zeitgenössischer österreichischer Autorinnen und Autoren. Die Lesungen zusammen mit ukrainischen Kolleginnen und Kollegen gipfelten in einem hervorragend besuchten Event im„Pulverturm“. Gleich danach reiste die gesamte Riege von Autorinnen und Autoren nach Kiev um die Präsentation österreichischer zeitgenössischer Literatur im Molody Theater fortzusetzen. Das TheaterProjekt„Astoria/ Jura Soyfer“ gemeinsam mit der Taras Schewtschenko-Universität rundete das Programm in Kiew ab. Zur gleichen Zeit eröffnete das Neue Wiener Musiktheater mit dem Stück „Die Reise nach Alt-Mamajestie“ die „Wiener Kulturtage“ in der Stadt Czernowitz, die gleich danach im Oktober ihr 600-jähriges Bestehen feierte. Zu diesen Feierlichkeiten hat die Stadt Wien durch die Übergabe von modernen medizinischen Geräten für das Kinderspital und durch die Neugestaltung eines Kinderspielplatzes beigetragen. 38 In Lemberg, dem Zentrum der „Wiener Kulturtage“, riefen sowohl die Fotoausstellung„Wien – meine Liebe“/ Prof Gerhard Trumler als auch die von der MD-AB präsentierte Ausstellung„Figura Austria/ Kunst des 20 Jahrhunderts aus der Sammlung Monsignore Otto Mauer“ große Aufmerksamkeit hervor. Die letztere Ausstellung wurde vor großem Publikum vom Wiener Stadtrat für Kultur Dr. Andreas Mailath-Pokorny in Vertretung des Wiener Bürgermeisters eröffnet. An der nationalen Universität „Polytechnikum Lviv“ wurden in der internationalen Tagung zum Thema „Lviv – Vienna. The UNESCO´s Heritage“ Fragen und Probleme im Spannungsfeld von Altstadterhaltung, Denkmalschutz sowie von Stadtentwicklung und zeitgenössischer Architektur erörtert. Das Neue Wiener Musiktheater war mit dem Stück„Die Reise nach AltMamajestie“ auch in Lemberg erfolgreich. Als krönender Abschluss der„Wiener Kulturtage“ fand in der Lemberger Oper ein Johann-Strauss Abend mit den Wiener Solisten Siphiwe McKenzie Edelmann (Sopran) und Sebastian Reinthaller (Tenor) statt. Im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Lemberg und Wiener Stadtrates für Kultur gab es stehenden Applaus für Orchester, Dirigent und Wiener Solisten. Erhebliches Publikumsinteresse erregte die Präsentation der DVDKompilation„Wiener Videos“, einer Sammlung zeitgenössischer Wiener Videokunst durch das MUSA-Museum auf Abruf im September in Sofia im Musiksaal des Militärclubs und am Oktober im comPRess-Büro in Prag. Ins Ausland reisten vor allem MusikerInnen aber auch viele Theaterschaffende: Chöre, Ensembles und Orchester gaben Konzerte in ganz Europa, Nord- und Südamerika, Israel und Asien. Wiener Theater- und Tanzproduktionen waren in vielen Ländern Europas, in Israel und in den USA zu sehen. 39 NEUE MEDIEN Die Förderung der digitalen Kunst wurde 2008 neu strukturiert und erstmals von einer hochkarätigen Jury betreut. Die Jury, bestehend aus Florian Cramer/Rotterdam, Annette Schindler/Basel, Gerin Trautenberger/Wien und Andrea Zapp/ Manchester, entschied nicht nur über künstlerische Projekte sondern vergab auch einstimmig die Ausrichtung des jährlichen Festivals „Paraflows“ an den Verein Monochrom. „Paraflows“ näherte sich unter dem Titel„Utopia“ mittels Ausstellung, Symposium und begleitendem Rahmenprogramm den phantastischen, sehnsüchtigen und düsteren Zukunftsvisionen an. Die gezeigten Positionen bewegten sich zwischen Big Brother und der neuen Informations-Utopie, zwischen zunehmender Überwachung und dem Versprechen einer positiven Zukunft. Aber auch die kleineren Festivals belebten die Wiener MedienkunstSzene mit ihrem Programm: Sound:Frame zeigte im Künstlerhaus, dass sich die Visualisierung elektronischer Musik in den letzten Jahren zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt hat und das Roboter-Cocktail-Festival „Roboexotica“ feierte sich zum zehntenmal mit all seiner Wissenschaftlichkeit, Seriosität und niveauvollen Unterhaltsamkeit als einzigartige Veranstaltung zu den Themen Kybernetik, Robotik und deren Kontexten. 40 FILM und KINO Die Förderung von kurzen Spielfilmen, Dokumentationen, experimentellen Filmen und Animationen bildet eine wichtige Ergänzung zur Tätigkeit des Wiener Filmfonds. Im Jahr 2008 konnten 50 Prozent aller angesuchten Projekte auch unterstützt werden und der Erfolg vieler geförderter Produktionen auf internationalen Festivals und an den Kinokassen – wie z.B.„In die Welt“ oder„Mein halbes Leben“- bestätigt die getroffenen Entscheidungen. Film heißt auch Veranstaltung, Festival, Aktivität und in Wien tut sich sehr viel dazu: Von den vielen sommerlichen Open-Air-Kinoaktivitäten und den vielen Spezialfestivals bis hin zur Viennale spannt sich der Bogen: Die Viennale alleine erreicht jeden Oktober mit mehr als 300 Vorführungen und über 90.000 BesucherInnen jene Aufmerksamkeit, die das qualitative Filmschaffen permanent verdienen würde. Um Filme zeigen zu können, braucht es jedoch auch den passenden Rahmen, nämlich jenen der Lichtspieltheater: Und die Stadt Wien hat sich bewusst dafür entschieden, nicht nur private Klein- und Mittelkinos zu unterstützen, sondern auch nicht kommerziell ausgerichtete Kinos, wie das Gartenbaukino, das Stadtkino oder das Metrokino. Weiters wird im Jahr 2009 das Filmpaket wirksam, ein zielgerichtete Filmförderung in der Höhe von mehreren Millionen Euro, verteilt auf verschiedene Spektren und Subbranchen. 41 FILMFONDS WIEN Vorrangiges Ziel des Filmfonds Wien ist es gemäß seiner Satzung, Wien als Filmund Medienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszubauen. Damit soll auch ein regionaler Beitrag zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt Europas geleistet werden. Filmförderung ist Kulturförderung, aber auch Wirtschaftsförderung im allgemeinen Sinn und trägt im speziellen zur Erhaltung der Beschäftigung in der Filmbranche bei, einem Kernstück der Creative Industries. Eine weitere wichtige Aufgabe fällt dem Filmfonds darin zu, den von ihm geförderten Filmen – allen voran den am Standort Wien entwickelten österreichischen Filmen- zu einer größtmöglichen Öffentlichkeit zu verhelfen. In Verfolgung dieser Ziele vergibt der Filmfonds Wien erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und – unter bestimmten Voraussetzungen – nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen(Kinostart im Inland und Teilnahme an internationalen Festivals, Wettbewerben und Marktveranstaltungen im Ausland). Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am„Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugute kommen. Die tatsächlich erzielten Effekte liegen jedoch seit Jahren weit über 200 Prozent und 2008 bei 325 Prozent, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 31 Prozent darstellt. Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. So können Defizite, vor allem im Ausbildungsbereich, der außerhalb des Gestaltungsbereichs durch die Stadt Wien liegt, verringert werden. Der konsequenten internationalen Ausrichtung seiner Tätigkeit ist es zu verdanken, dass der Filmfonds Wien mit einem seit dem Jahr 2000 gleichgebliebenen Budget 2008 seine Aufgaben wiederholt mehr als erfolgreich erfüllen konnte. Im Jahr 2008 wurde nicht nur der gewohnte internationale Erfolg der vom Filmfonds Wien geförderten Filme mit dem Academy Award für den besten nicht englischsprachigen Film an Stefan Ruzowitzky’s DIE FÄLSCHER(Produzent Josef Aichholzer) gekrönt, sondern erzielten gleich mehrere Filme endlich auch die gebührende Anerkennung beim einheimischen Kinopublikum, allen voran die Kinoadaption der Fernsehlegende mit„Mundl“ Karl Merkatz ECHTE WIENER (Produktion Bonus Film, Regie Kurt Ockermüller), der in knapp zwei Wochen zwischen Kinostart und Jahresende über 200.000 BesucherInnen zählen konnte. Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien Kuratorium: Das Kuratorium des Filmfonds Wien besteht aus fünf bis acht Mitgliedern, die vom amtsführenden Stadtrat für Kultur für die Dauer von drei Jahren bestellt werden. Das Kuratorium entscheidet auch über Förderungsanträge, sofern diese nicht in die Kompetenz der Geschäftsführung und der Jury fallen. 42 Die Mitglieder des Kuratoriums waren im Jahr 2008: • Vorsitz: Dr. Josef Kirchberger Art for Art Theaterservice GmbH • Stellv. Vorsitz: Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien • Mag. Sylvia Faßl-Vogler Kulturabteilung der Stadt Wien • Kurt Mayer Produzent der kurt mayer film und Präsident des Dachverbandes der Filmschaffenden • Prof. Kurt J. Mrkwicka Produzent der MR Film • Mag. Gerhard Schedl Filmkonsulent • Antonin Svoboda Produzent der coop99 • Virgil Widrich Regisseur Jury: Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und dem Geschäftsführer. Die Jurymitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur für die Dauer von drei Jahren bestellt. Die Jury entscheidet über Anträge zur Projektentwicklungs- und Herstellungsförderung. Die Mitglieder der Jury waren im Jahr 2008: • Catherine Buresi zuletzt Stellvertretende Leiterin des„European Film Market(EFM)“ der Berlinale • Christine Dollhofer Leitung des Filmfestivals„Crossing Europe“ • Andrea Ernst stellvertretende Leiterin der Abteilung"Religion und Bildung" des WDR. • Eric Pleskow eh. Filmproduzent und Präsident der Viennale Die Mitglieder der Ersatzjury waren: • Gabriele Brunnenmeyer inhaltliche Leitung von„Connecting Cottbus“ • Monika Maruschko Produktionsleiterin • Mag. Alexander Syllaba Leitung des„Cinema Paradiso“ in St. Pölten • Alessandra Thiele freiberufliche Konsulentin MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien: • Dr. Peter Zawrel Geschäftsführung • Mag. Claudia Fischer(stellv. Geschäftsführung) Verträge • Andrea Christa Consulting, Fondsorgane • Mag. Elisabeth Lichtenwagner Projekt Monitoring( bis September’08) • Mag.(FH) Julia Schmölz Assistenz Projekt Monitoring • MMag. Thomas Heskia Rechnungswesen • Sibylle Schwarzkogler Office Management( bis Februar’08) • Silvia Gneisz Office Management • Saskia Pramstaller Public Relations(bis Juli’08- Karenz) • Charlotte Ziegenfuss Public Relations(Karenzvertretung ab Juli 08) Übersicht der Förderungen 2008 Der Filmfonds Wien gewährte 2008 insgesamt 136 von 210 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 8.127.770.20 EUR(beantragte Summe gesamt: 19.987.662,55 EUR) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen sowie für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen; das 43 entspricht der Förderung von 65 Prozent der Anträge. Im Vergleich zu 2007 wurden sechs Anträge mehr gestellt und 6 Prozent weniger an Fördergeldern beantragt. Fördersparte Projektentwicklung: Herstellung: Kinostart: Festivalteilnahme: Zusätzliche Verwertungsmaßnahmen: Strukturmaßnahmen: Einreichungen 61 (1.533.847,-- EUR) 93 (16.963.485,-- EUR) 18 (536.363,-- EUR) 15 (241.827,50 EUR) 5 (15.700,-- EUR) 18 (696.440,05 EUR) Zusagen 36 (930.632,70 EUR) 44 (5.586.807,-- EUR) 18 (656.363,-- EUR) 15 (241.827,50 EUR) 5 (15.700,-- EUR) 18 (696.440,05 EUR) Rückzahlungen und Referenzmittel: Aus den Erlösen des Jahres 2007 wurden dem Filmfonds Wien 2008 insgesamt 49.689,06 EUR zurückgezahlt. 44 Rückzahlungen: Projekt Hundstage In 3 Tagen bist du tot Nacktschnecken Silentium Produktion Regie Allegro Film Ulrich Seidl Allegro Film Andreas Prochaska Dor Film Dor Film Michael Glawogger Wolfgang Murnberger GESAMT Summe 1.725,00 42.786,00 2.946,19 2.231,87 49.689,06 Aufgrund von Ansprüchen aus diesen und früheren Rückzahlungen konnten 2008 insgesamt 476.970,00 EUR aus Referenzmitteln zugesagt werden: Referenzmittel In Projektentwicklungsförderung In Herstellungsförderung In Kinostartförderung GESAMT Summe 60.800,00 348.670,00 67.500,00 476.970,00 Diese Summe ergibt sich aus folgenden Projekten(der Projektentwicklungs-, Herstellungs- und Kinostartförderung): Projektentwicklung Lemmings Himmelfahrt Furcht& Zittern Powermax Produktion Allegro Film Allegro Film Coop99 Herstellung Die Wand Wer hat Angst vor Wilhelm Reich? Der Knochenmann März Von Luft und Liebe Let's Make MONEY Produktion Coop99 Coop99 Dor Film Coop99 Allegro Film Allegro Film Regie Agnes Pluch, Stefan Slupetzky Katarina Bali Antonin Svoboda GESAMT Regie Julian Pölsler Nicolas Dabelstein, Antonin Svoboda Wolfgang Murnberger Klaus Händl P.A. Straubinger Erwin Wagenhofer GESAMT Summe * 23.000,00 */**15.000,00 * 22.800,00 60.800,00 Summe * 75.000,00 * 41.200,00 * 81.000,00 * 36.000,00 * 100.000,00 */** 15.470,00 348.670,00 45 Kinostart Import Export Free Rainer Produktion/ Verleih Filmladen/ Ulrich Seidl Film Regie Ulrich Seidl Filmladen/ Coop99 Hans Weingartner GESAMT * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung Summe *25.000,00 *42.500,00 67.500,00 1. Projektentwicklungsförderungen Mit einer Gesamtsumme von 930.632,70 EUR wurden 36 Projektentwicklungen gefördert. Projekt Antragsteller/ Produktion Aftermath/ Apples of the Golan Golden Girls Business Outlaws Neue Sentimental Film Das letzte Boot nach Sia Film Angels Gotland Studio Das Vermächtnis der Gartenhexe MINIFilm Der Fall Trakl FreibeuterFilm Der Gruen Effekt Pooldoks Drehbuch Raphael Bart, Keith Walsh, Jill Beardsworth Arman T. Riahi Tomas Makaras Danielle Proskar Michael Ginthör Anette Baldauf, Katharina Weingartner Die Revolution Virgil Widrich Film Virgil Widrich Draken Eine Familiengeschichte Emir& Merima Europe Favoriten Furcht& Zittern Geschichten zwischen Tag und Nacht Giants on the Move Klassentreffen Lemmings Himmelfahrt Marathon Metrophiles No Way Paradies FRAMES Film Terese Schulmeister Productions Rosdy Film Geyrhalter Film Bonus Film Allegro Film Dirk Meints, Toni Weiss Terese Schulmeister Paul Rosdy Nikolaus Geyrhalter Sabine Derflinger, Valentin Hitz Katarina Bali Mobile Film Eva Testor Kurt Mayer Film Kurt Mayer Novotny& Novotny Allegro Film Film27 Multimedia Produktion Ulrike Schweiger, Michael Tanczos Agnes Pluch, Stefan Slupetzky Serge Falck, Wolfgang Rest Orbrock Film Timo Novotny Golden Girls Cevdet Kilic Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl, Veronika Genre Summe Dok 24.600,00 TV Dok Drama Kinderfilm Drama TV Dok Detektivfilm, Drama, Komödie Komödie 34.835,00 14.000,00 24.782,50 40.000,00 11.797,00 30.000,00 36.400,00 Dok 20.000,00 Drama Dok Drama Komödie 20.000,00 19.000,00 ** 9.925,00 */**15.000,00 Drama 23.500,00 TV Dok Thriller Kriminalkomödie Drama Musik Dok Drama Drama 47.250,00 20.000,00 * 23.000,00 20.000,00 15.000,00 15.000,00 50.000,00 46 Powermax Rosa Riedl, Schutzgespenst Schwarzkopf Singing for Living – The Voices of South Africa Snow on Krasnaja Poljana Coop99 MINIFilm Golden Girls Barbara Weissenbeck Filmwerkstatt Mischief Films Stillleben FreibeuterFilm Tanzcafé Jenseits The Future's Past – Creating Cambodia The Investigation Tomorrow you will leave Unbekannter Iran Untitled Lovestory Stalker Film Amour Fou Sigma Film Golden Girls Nanook Film Eidolon Entertainment Us and the Bus Orbrock Film Vedunia Visions of Reality Red Monster Film KGP Franz Antonin Svoboda Milan Dor Arman T. Riahi Komödie Kinderfilm Dok Barbara Weissenbeck Dok Amrion Oü Dok Sebastian Meise, Thomas Reider Deniz Arslan, Georg Wexberg Drama Episodenfilm Susanne Brandstätter Dok Ernst Grossner Thriller Martin Nguyen Dok Dariusch Allahyari Peter Koller Timo Novotny, Wolfgang Schlögl Dietmar Zahn, Stefan Wolner Gustav Deutsch Dok Romantische Komödie/ Aktion Krimi Anti-Road-Movie Fantasy/ Mystery Drama GESAMT * 22.800,00 32.775,20 11.200,00 8.025,00 50.000,00 13.000,00 14.420,00 30.600,00 28.825,00 12.000,00 48.000,00 34.898,00 10.000,00 50.000,00 50.000,00 930.632,70 * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung 2. Herstellungsförderungen Mit einer Fördersumme von 5.586.807,-- EUR wurden insgesamt 38 Herstellungen gefördert. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt rund 29,32 Millionen EUR. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte einen Durchschnitt von 325%, das heisst, dass rund 18,07 Millionen EUR(das entspricht 61,63% des gesamtwirtschaftlichen Effekts) in die Nutzung der hier ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche fließen. 47 Projekt 21 Abseits Antragsteller/ Produktion Edoko Institute Film Aichholzer Film Regie Edgar Honetschläger Hüseyin Tabak Genre Thriller Dok Ausw. K K Adrienne Pál FreibeuterFilm Agnes Kocsis Drama K Albert Schweitzer Architektur der Erinnerung: Die Denkmäler des Bogdan Bogdanovic Blutsfreundschaft (aka die Blaue Gitarre, Nanook Film) Blutsfreunschaft (aka die Blaue Gitarre, Nanook Film) Mischief Films URBANplus Novotny& Novotny Novotny& Novotny Film Georg Misch TV Dok Reinhard Seiß TV Dok Peter Kern Drama Peter Kern Drama TV TV K K/TV Briefe aus Sulina Geyrhalter Film Robert Lakatos Dok K Das weiße Band Whores Glory (aka Day by Day) Der Fall des Lemming Der Fall des Lemming Der Gruen Effekt Der Knochenmann Der Knochenmann Der Räuber Die Evolution der Gewalt Die Wand Die Wand Wega Film Lotus Film Allegro Film Allegro Film Pooldoks Dor Film Dor Film Geyrhalter Film FreibeuterFilm Coop99 Coop99 Michael Haneke Michael Glawogger Nikolaus Leytner Nikolaus Leytner Anette Baldauf, Katherina Weingartner Wolfgang Murnberger Wolfgang Murnberger Benjamin Heisenberg Fritz Ofner Julian Pölsler Julian Pölsler Drama K Dok K Krimikomödie Krimikom ödie K K Dok TV Krimikom ödie Krimikom ödie K K Drama K Dok Drama Drama K/TV K K Dust KGP Max Jacoby Drama K Echte Wiener Bonus Film Ein tödliches Match (aka Das letzte Match) Entente Cordiale – Friendly Agreement Mungo Film KGP Erzherzog Johann und Anna Plochl Epo Film Kurt Ockermüller Komödie K Gerald Liegel TV Krimi TV Hubert Sauper Julian Pölsler Dok K Historischer TV Liebesfilm Land Summe A/ BR /J ** 30.000,00 A 55.000,00 A/F/ H A/D 62.000,00 109.000,00 A 15.500,00 A 300.000,00 A** 60.000,00 A/ HU/ RO A/D /F/I A/D 20.000,00 591.483,00 150.000,00 A 400.000,00 A** 30.000,00 A 68.764,00 A* 81.000,00 A 819.000,00 A/ D** 50.000,00 A A/D A/D A/ LUX A 20.000,00 175.000,00 * 75.000,00 65.000,00 500.000,00 A/ D 200.000,00 A/F 120.000,00 A/ D 200.000,00 48 Evening's Civil Twilight in EMPIRES OF TIN Flores Negras Im Bazar der Geschlechter Im Keller In einem anderen Licht In einem anderen Licht Let's Make MONEY Little Robbers Mama Bock – Ein Film über Ute Bock März Viennale Jem Cohen Epo Film David Carreras FreibeuterFilm Sudabeh Mortezai Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl Eclypse Film Alain Tasma Eclypse Film Allegro Film Mini Film Houchang Allahyari Filmproduktion Coop99 Alain Tasma Erwin Wagenhofer Ivo Kalpenieks Houchang& Dariusch Allahyari Klaus Händl Musikfilm K TV Thriller TV Dok K Dok K TV Drama TV TV Drama TV Dok K Kinderfilm K Dok Drama K/TV K Memory Full (aka On the Path) Coop99 Jasmila Zbanic Drama K Outskirts Aichholzer Film Prager Frühling Cosmos Factory Singing for Living – The Voices of South Africa So schaut´s aus (aka Willi) The Future's Past – Creating Cambodia Von Luft und Liebe War on Terror Barbara Weissenbeck Filmwerkstatt Kurt Mayer Film Amour Fou Allegro Film Cronos Film Wer hat Angst vor Wilhelm Reich? Coop99 Wer hat Angst vor Wilhelm Reich? Coop99 * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung Anatol E. Reghintoschi Michael Kreihsl, Manfred Christ Barbara Weissenbeck Harald Friedl Susanne Brandstätter P.A. Straubinger Sebastian J.F. Nicolas Dabelstein, Antonin Svoboda Nicolas Dabelstein, Antonin Svoboda GangsterMelodram TV Spieldoku Dok Dok Dok Dok Dok TV Dok TV Dok K TV TV TV K/TV K K TV TV Gesamt A 7.000,00 A/D /E 200.000,00 A 76.000,00 A 100.000,00 A/F/ B 150.000,00 A/F/ B ** 30.000,00 A */** 15.470,00 A/ LV / LT ** 22.010,00 A 48.000,00 A A/ BH/ CRO/ D A/F/ RO * 36.000,00 100.000,00 68.355,00 A 127.635,00 A/F 30.000,00 A 74.590,00 A 100.000,00 A* 100.000,00 A 50.000,00 A 13.800,00 A* 41.200,00 5.586.807,00 49 2.1. Gesamtherstellungskosten der Produktionen laut Zusageliste Im Gegensatz zu 2007 sank der Anteil der geförderten Herstellungsprojekte mit weniger als 500.000,-- EUR Gesamtherstellungskosten, mit 15 Herstellungen um 10%. Wie schon in den vergangenen Jahren handelt es sich hierbei hauptsächlich um Dokumentarfilmprojekte. Im Vergleich zu 2007 stellen sich die Gesamtherstellungskosten wie folgt dar: Es wurden 15 Herstellungen(39% aller Herstellungen) mit Gesamtherstellungskosten mit weniger als 500.000,-- EUR, vom Filmfonds Wien gefördert. 40% der Herstellungsfördermittel wurden für Herstellungen mit Gesamtherstellungskosten zwischen zwei und drei Millionen Euro vergeben. 50 2.2. Gemeinschaftsproduktionen in der Herstellung 2008 wurden 18 Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu drei ausländischen Partnern, das sind rund 47% der gesamten Herstellungen, vom Filmfonds Wien gefördert. Die Fördersumme beläuft sich auf 2.447.848,-- EUR. Wie bereits in den Vorjahren wurde auch 2008 der Großteil der Projekte gemeinsam mit Deutschland produziert, nämlich 53%. An zweiter Stelle liegt wieder mit sechs Produktionen Frankreich, das entspricht knapp 35%. 51 3. Verwertungsförderungen Kinostart& Besucherzahlen Für 17 heimische Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2008 insgesamt mit einer Summe von 536.363,-- EUR gefördert. Der Kinostart vier weiterer Filme wurde durch eine Verwertungspauschale finanziert. Über das Jahr verteilt erlebten 19 vom Filmfonds geförderte Projekte in den österreichischen Kinos ihren Kinostart: Titel Antragsteller/ Regie Verleih Genre Filmstart Import Export Free Rainer Hermes Phettberg, Elender Hermes Phettberg, Elender Die Fälscher Freigesprochen The End of the Neubacher Project Falco Verdammt, wir leben noch! Mozart in China Einst süße Heimat Darum Schindlers Häuser (Photographie & Jenseits) Weltrevolution Revanche Herzausreisser Kleine Geheimnisse Filmladen (Prod.:Ulrich Seidl Film) Filmladen (Prod.: Coop99) Filmladen (Prod.: Fischer Film) Filmladen (Prod.: Fischer Film) Filmladen (Prod.: Aichholzer Film) Poool Filmverleih (Prod.: Lotus Film) Filmladen (Prod.: Extra Film) Constantin Film (Prod.: MR-Film) Filmladen (Prod.: Extra Film) Golden Girls Filmladen (Prod.: Allegro Film) Poool Filmverleih (Prod.: Amour Fou) Filmladen (Prod.: Conceptional Continuity Film) Filmladen (Prod.: Spielmannfilm/ Prisma Film) Polyfilm (Prod.: Navigator) Poool Filmverleih (Prod.: Amour Fou) Ulrich Seidl Hans Weingartner Kurt Palm Kurt Palm Stefan Ruzowitzky Peter Payer Marcus J. Carney Thomas Roth Bernd Neuburger, Nadja Seelich Gerald Igor Hautzenberg er Harald Sicheritz Heinz Emigholz Klaus Hundsbichler Götz Spielmann Karin Berger Pol Cruchten Drama Drama Dok Dok Drama Drama Dok Biopic Kinderfilm Dok Thriller Dok Dok Drama Dok Kinder/ Komödie Kinostart 2007 Kinostart 2007 Kinostart 2007 Kinostart 2007 Kinostart 2007 18.01.2008 18.01.2008 07.02.2008 29.02.2008 07.03.2008 04.04.2008 04.04.2008 09.05.2008 16.05.2008 30.05.2008 06.06.2008 Besucher per 31.12.08 3.933 5.321 917 Summe *25.000,00 *42.500,00 13.000,00 917 **11.089,00 176.803 Kinostartförderung 2007 12.169 40.000,00 2.498 Kinostartförderung 2007 Verwertungs154.980 pauschale 2007 5.376 1.001 6.334 40.000,00 Kinostartförderung 2007 40.000,00 1.007 12.000,00 2.336 43.000,00 Verwertungs17.493 pauschale 2007 2.944 35.750,00 595 24.000,00 52 Balkan Traffic arts& pictures - Übermorgen(Prod.: Lotus Nirgendwo Film) Polyfilm Weiße Lilien(Prod.: Amour Fou) Herrn Kukas Empfehlungen Filmladen (Prod.: Prisma Film) La Bohème Constantin Film (Prod.: MR-Film) Let's make MONEY Loos Ornamental Echte Wiener In 3 Tagen bist Du Tot II Ein Augenblick Freiheit Filmladen (Prod.: Allegro Film) Poool Filmverleih (Prod.: Amour Fou) Thimfilm (Prod.: Bonus Film) Luna Film (Prod.: Allegro Film) Filmladen (Prod.: Wega Film) Sneaker Stories Topkino (Prod.: Pooldoks) März Stadtkino (Prod.: Coop99) Markus Stein, RoadMilan Puzic movie 01.08.2008 1.087 Keine Kinostartförderung Christian Frosch Thriller 29.08.2008 681 14.524,00 Dariusz Gajewski Robert Dornhelm Erwin Wagenhofer Komödie 05.09.2008 Musikfil m 10.10.2008 Dok 31.10.2008 6.825 34.527 155.409 29.000,00 60.000,00 40.000,00 Heinz Emigholz Dok 21.11.2008 437 12.000,00 Kurt Ockermüller Komödie 19.12.2008 205.457***100.000,00 Andreas Prochaska Thriller 25.12.2008 38.185 Kinostartförderung 2009 Arash T.Riahi Tragikkomödie Katharina Weingartner Dok Klaus Händl Drama Kinostart 2009 40.000,00 Kinostart 2009 Kinostart 2009 14.500,00 ***20.000,00 GESAMT 656.363,-* Referenzmittelförderung ** Erhöhung der Verwertungspauschale *** aus Verwertungspauschale 2008 Angaben betreffend die Besucherzahlen lt. der jw. Verleiherangabe. 53 Fernsehausstrahlungen 2008 Über das Jahr verteilt wurden 10 vom Filmfonds geförderte Fernsehprojekte ausgestrahlt. Acht(80%) von zehn Filmen sind Dokumentarfilmprojekte Titel Termin Zeit Soko Donau Staffel 3(12 Folgen) Feb.-Mai 08 Eine Stadt. Ein Buch: Fever Pitch Prager Frühling Die Jagd nach Dr. Tod Die Geschworene Here to stay Die Vatersucherin Wir Euopäer Folge 1 Wir Euopäer Folge 2 25.05.2008 21.08.2008 24.09.2008 04.10.2008 19.10.2008 09.11.2008 19.11.2008 19.11.2008 18:30 20:15 23:30 20:15 23:00 23:55 21:00 21:00 Sender ZDF 3Sat ORF2 ARD ORF2 ORF2 ORF2 ARTE Zuseher øRW*/ øMA** 42.150.000 ---/ 17,95% Produktion Regie Satel Film Erhard Riedlsperger, Matthias Steurer, Erwin Keusch 7.000 0,1%/ 1% AVImedia Peter Zurek u.a. 378.000 5,4%/ 19% Cosmos Factory Michael Kreihsl 20.000 0,3%/ 3% Epo-Film Ingo Helm 438.000 6,2%/ 20% 178.000 2,5%/ 20% 47.000 0,7%/ 8% Allegro Pooldoks Geyrhalter Film Nikolaus Leytner Markus Wailand Sandra Löhr 46.000 0,7%/ 2% Fischer Film Judith Völker ARTE 34.000 0,5%/ 2% Fischer Film Judith Völker 54 Wir Euopäer Folge 3 Wir Euopäer Folge 4 Wir Euopäer Folge 5 Wir Euopäer Folge 6 Reise zum unerforschten Grund des Horizonts Food Design 19.11.2008 26.11.2008 26.11.2008 26.11.2008 06.12.2008 14.12.2008 21:00 21:00 21:00 21:00 21:35 23:05 * durchschnittl. Reichweite ** durchschnittl. Marktanteil ARTE ARTE ARTE ARTE 16.000 0,2%/ 1% 15.000 0,2%/ 1% 12.000 0,2%/ 1% 12.000 0,2%/ 1% 3sat 14.000 0,2%/ 1% ORF 2 100.000 1,4%/ 10% GESAMT 43.467.000 Fischer Film Judith Völker Fischer Film Judith Völker Fischer Film Judith Völker Fischer Film Judith Völker Kurt Mayer Film Geyrhalter Film Ingrid Ahrer, Martin Polasek Martin Hablesreiter 5. Verwertungsförderungen Festivals& Marktveranstaltungen Die Teilnahme an internationalen Filmfestivals& Marktveranstaltungen wurde in 14 Fällen mit 241.827,50 EUR gefördert. Film Antragsteller Regie / Produktion Genre Veranstaltung Summe 7915km (aka After the Race) Der Weg nach Mekka- Die Reise des Muhammed Asad NGF Geyrhalter Film Mischief Film Die Fälscher Ein Augenblick Freiheit Aichholzer Film Wega Film Ein halbes Leben Der Fall des Lemming Flores Negras Film Austria Nikolaus Dok Geyrhalter Georg Misch Dok Toronto International Film Festival 08 Vision du Réel Nyon Hot Docs Kanada Mediawave Györ Stefan Ruzowitzky Arash T. Riahi Nikolaus Leytner Drama Tragikkomödie Iran Int. Doc. Festival Teheran, Duisburger Filmwoche, Kasseler DokFest 80th Academy Awards(Oscar) Festival des Films du Monde, Montréal, Canada Zürich Film Festival, Schweiz 13th Pusan International Filmfestival, Korea MIPCOM 2008 Cannes Nikolaus Leytner David Carreras 20.000,00 16.500,00 2.300,00 25.000,00 11.860,00 14.067,00 7.500,00 55 Let's make MONEY Allegro Film Liebe und andere Verbrechen KGP Loos Ornamental (Photographie & Jenseits) März Amour Fou Coop 99 Mozart in China Extra Film Erwin Dok Wagenhofer Stefan Drama Arsenijevic Heinz Emigholz Dok 21st International Documentary Film Festival Amsterdam 58th Internationale Filmfestspiele Berlin – Panorama Special Berlinale 2008Froum des Jungen Films 30.000,00 Verwertungspauschale 18.600,00 Klaus Händl Bernd Neuburger Nadja Seelig Drama Int. Filmfestival von Locarno 08 Sarajewo Film Festival 08 Kinderfilm International Children`s Film Festival Montreal Cairo International Children`s Film Festival Markt-Berlinale 13.000,00 6.000,00 22.060,00 Revanche Spielmannfilm Götz Spielmann Drama The End of the Neubacher Project Extra Film Marcus J. Carney Dok Weltrevolution Conceptional Klaus Dok Continuity Hundsbichler Filmproduktion Who`s Afraid Fischer Film of Kathy Acker? Barbara Caspar Dok Festival Zlin, Buenos Aires, Auburn, Montevideo, Tel Aviv, Chicago, Istanbul, Madrid, Belfast und London 58th Internationale Filmfestspiele Berlin Documentary Fortnight im MOMA, NY 2008 Verwertungspauschale 5.800,00 International Filmfestival Rotterdam 2008 Hot Docs Canadian Int. Documentary Festival International Film Festival Rotterdam Internationale Hofer Filmtage MoMA European Film Market GESAMT 16.140,50 33.000,00 241.827,50 56 5.1. Auswahl der Preise und Auszeichnungen 2008 Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky (Prod.: Aichholzer Film) LOS ANGELES, Academy Award – Oscar for Best Foreign Language Film 2007 GRAZ, Diagonale’08, Großer Schauspielpreis(Karl Markovics) Franz Fuchs – Ein Patriot von Elisabeth Scharang (Prod.: Epo Film) BIARRITZ, 21e FIPA – Festival International de Programmes Audiovisuels 2008 - FIPA d‘Argent Special Über Wasser von Udo Maurer (Prod.: Lotus Film) THESSALONIKI, 10 th Documentary Festival – Images of the 21 st Century 2008 - WWF Award Mozart in China von Bernd Neuburger (Prod.: Extra Film) Revanche von Götz Spielmann (Prod.: Spielmann Film) MONTREAL, 11e Festival International du Film pour Enfants 2008 – Prix du Puplic STARNBERG, HERRSCHING, SEEFELD, 2. Fünf Seen Filmfestival 2008 - Kleiner Star 2008 für den besten Kinderfilm BUENOS AIRES, Nueva Mirada Festival – Golden Kite für den besten Film MONTEVIDEO, Divercine Film Festival – Honorable Mention CHICAGO, CICFF-“1 st Price for the Best Live Action Film MÜNCHEN, Fünf-Seen-Festival 2008 Kleine Star von der Kinderjury GERA& ERFURT, Deutsches KinderMedien-Festival- Goldener Spatz für KinoTV-Online BERLIN, 58. Internationale Filmfestspiele/ 22. Panorama 2008 von - Europa Cinemas Label as Best European Film- C.I.C.A.E. Prize - Femina Film Prize für Maria Gruber für Setdesign SCHWERIN, 18. Filmkunstfest 2008 Fliegender Ochse STARNBERG, HERRSCHING, SEEFELD, 2. Fünf Seen Filmfestival 2008 - Großer Star 2008 für den besten deutschsprachigen Film MOTOVUN, 10 th Film Festival 2008- From A to A Award MONTERREY, 4 th Festival International de Cine 2008- Best screenplay, Audience Award 57 GRAZ, Diagonale’08, Großer Preis für besten österr. Spielfilm(Götz Spielmann) GRAZ, Diagonale’08, Preis für beste Bildgestaltung- Spielfilm(Martin Gschlacht) GRAZ, Diagonale’08, Spezialpreis(Ursula Strauss) Unser Täglich Brot von Nikolaus Geyrhalter (Prod.: Geyrhalter Filmproduktion) ADOLF GRIMME PREIS, Kategorie Information und Kultur Der Weg nach Mekka Georg Misch (Prod.: Mischief Films) GRAZ, Diagonale’08, Preis für beste von Bildgestaltung- Dokumentarfilm(Joerg Burger) AGADIR/MAROKKO, Fidadoc Film Festival Großer Preis der Jury 08 Sneaker Stories von Katharina Weingartner (Prod.: Pooldoks) GRAZ, Diagonale’08, Publikumspreis (Katharina Weingartner) Ein Augenblick Freiheit von Arash T. Riahi (Prod.: Wega Film) MONTREAL, Montreal World Filmfestival – Golden Zenith für besten Debütspielfilm SAINT JEAN DE LUZ/BIARRITZ, 13è Festival Int. Des jeunes realisateurs de Saint-Jean-de-Luz- Prix Alain Poire Hauptpreis für beste Regie ZÜRICH, 4. Zurich Film Festival – Golden Eye Award für besten Debütspielfilm WIEN, Viennale’08- Wiener Filmpreis 08 März von Klaus Händl (Prod.: Coop99) LOCARNO, 61. Int. Filmfestival Locarno Silberne Leopard für besten Debütspielfilm SARAJEVO, Sarajevo Film Festival 08 Special Jury Award Karo und der liebe Gott von Danielle Proskar (Prod.: Mini Film) HAMBURG, SCHAU-HIN! Publikumspreis für den besten deutschsprachigen Kinder- und Familienfilm Rule of Law von Susanne Brandstätter (Prod.: Aichholzer Film) LOS ANGELES, South East European Film Festival- Critics Award Unser Täglich Brot von Nikolaus Geyrhalter (Prod.: Geyrhalter Filmproduktion) MARL, Adolf Grimme Preis 58 6. Zusätzliche Verwertungsmaßnahmen 2008 wurden 5 sogenannte zusätzliche Verwertungsmaßnahmen in der Höhe von 15.700,-- EUR für DVD-Produktionen vergeben. Titel Herzausreisser Meine liebe Republik Weiße Lilien Die letzten Zöglinge Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel Antragsteller/ Vertrieb Polyfilm (Prod.: Navigator Film) Polyfilm (Prod.: Wega Film) Polyfilm (Prod.: KGP) Filmladen (Prod.: Dor Film) Filmladen (Prod.: FilmForm Köln) Regie Karin Berger Elisabeth Scharang Christian Frosch Peter Oberdorfer, Christoph Mayr Petra Seeger Genre Dok Dok Thriller Dok TV Dok GESAMT Summe 4.475,00 2.900,00 750,00 4.700,00 2.875,00 15.700,00 7. Strukturförderungen 2008 wurden 18 Strukturförderungen in Gesamthöhe von 696.440,05 EUR, acht davon durch das Kuratorium, die restlichen zehn durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium, vergeben. Ziel der Strukturförderungen ist es, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere dadurch, dass Veranstaltungen, Workshops und Initiativen zur Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche gefördert werden und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform gegeben wird. Antragsteller Verein Schule für Photographie und Film dok.at After Image Productions Filmladen EAVE Verein f. neue Literatur Sonderzahl Verlag After Image Productions Culture2Culture Scenario Films EU XXL EU XXL Projekt/ Veranstaltung Schule für unabhängigen Film- Schuljahr 2008/2009 Koproduktionstreffen D, A, CH in Leipzig Länderförderungstagung im Rahmen der Diagonale 2008 Import Export- Galapremiere im November 2007 EAVE Workshop 2008 kolik.film Nr. 6& 7/ 2007 Sündenfall. Die Grenzüberschreitungen des Ulrich Seidl- Buchprojekt von Stefan Grissemann Ex Oriente Workshop 2008 Connecting Animation- Branchentreffen im Rahmen von Tricky Women 2008 Babylon EU XXL film 2007/08 EU XXL film 2008/09 Summe 2.000,00 4.800,00 5.564,89 6.000,00 6.083,33 7.500,00 11.517,00 13.000,00 13.990,00 14.984,83 *15.000,00 *25.000,00 59 Diagonale Verein FilmABC Drehbuchforum AFC Hoanzl Hoanzl(Nachtragung aus 2007) Diagonale 2008 Tätigkeit des FilmABC Drehbuchforum Jahrestätigkeit 2008 AFC Jahrestätigkeit 2008 Der Österreichische Film(3. Staffel) Promotion der DVD-Edition Der Österreichische Film(2.Staffel) Edition Der Standard GESAMT *30.000,00 *35.000,00 *36.000,00 *110.000,00 *160.000,00 *200.000,00 696.440,05 Veranstaltungen und sonstige Aktivitäten Auch 2008 nahm der Filmfonds Wien an den wichtigsten Koproduktionsmärkten im Rahmen von Filmfestivals teil und konnte so Wiener Standortinteressenaktiv vertreten und Wiener Produktionsfirmen aktiv unterstützen. Koproduktionen sind in Europa unerlässlich geworden, sollten aber nicht auf einer Einbahn abspielen. Wien ist vor allem wegen seiner ausgezeichneten Postproduktionsfirmen zu einem für ganz Osteuropa und den Balkan attraktiven Standort geworden, unabhängig von den Fördermöglichkeiten. Der Filmfonds Wien war vertreten beim Cinemart in Rotterdam(eingeladen), dem European Film Market und Berlinale Co-Production Market sowie in Cannes, Des weiteren wurde Einladungen der Veranstalter zu den Industrial Meetings in Belgrad, dem Euroregion Audiovisual Production Meeting in Triest und dem Neighbouring Coproduction Meeting in Ljubljana, dem Cine Link in Sarajevo, dem Zürich Producer’s Forum und den Kodak Vendome Talks Folge geleistet, wo der Geschäftsführer Peter Zawrel als Experte zum ersten Französisch-UngarischTschechisch-Rumänischen Koproduktionstreffen eingeladen war. Cine Regio Das vom Filmfonds Wien mitbegründete europäische Netzwerk regionaler Filmförderungen wuchs auch 2008 kontinuierlich weiter an, und zwar auf mittlerweile 33 Mitglieder aus 15 Ländern. Cine Regio ist zu einer unüberhörbaren film- und regionalpolitischen Stimme in Europa gewachsen und kann dank einer sehr schlanken, aber sehr effizienten Organisationsstruktur mit einem Generalsekretariat in Göteborg eine schnelle Kommunikation und eine schlagkräftige Interessensvertretung in Brüssel gewährleisten. Dadurch ist Cine Regio zu einem Dialogpartner der EU-Kommission geworden und kann europäische Filmpolitik, unabhängig von einseitigen nationalen Interessen und zentralistischen Strukturen, unmittelbar mitgestalten. Neben den üblichen Cine Regio-Meetings in Berlin und Cannes wurde einer Einladung des neuen Mitglieds Filas/Lazio nach Rom zum„Innomedia Workshop“ Folge geleistet, wodurch sich auch das in Österreich wenig wahrgenommene neue Filmfestival in Rom beurteilen ließ. Beim jährlichen„Regional Meeting“ in Leipzig während des Dokumentarfilmfestivals wurde unter maßgeblicher Beteiligung des Filmfonds Wien die Projektgruppe„Kids Regio“ initiiert und die Durchführung einer europäischen Konferenz zum Thema Kinderfilm im Juni 2009 in Leipzig beschlossen. Docu Regio – Pitching and Networking in Europe Ursprünglich eine Initiative von CRRAV, einer der größten französischen Regionalförderungen in Nord-Pas de Calais – 2008 bekannt geworden als das Land der„Schtis“- wurde der internationale Start von Duco-Regio im Jahr 2007 60 mit dem Filmfonds Wien als einem von 12 Partnern 2008 erfolgreich weitergeführt. Wie bereits 2007(Golden Girls) war auch 2008 ein Projekt aus Wien besonders erfolgreich,„Login 2 Life“(Eidolon), und wiederum zeichnete sich für die besonders kommunikativ und professionell auftretenden Teilnehmer aus Wien ein Zwillingsprojekt mit einem französischen Koproduzenten ab. Diagonale’08 – Schwerpunkt Filmvermittlung Entsprechend dem Schwerpunktthema’Filmvermittlung’ bei der Diagonale’08 stand auch die vom Geschäftsführer des Filmfonds Wien, Peter Zawrel seit 1988 einmal jährlich durchgeführte Filmfördertagung der österreichischen Bundesländer im Zeichen des Themas. Babylon Die vom Filmfonds Wien während der Viennale’07 erfolgreich präsentierte europäische Initiative BABYLON, die AutorInnen mit migratorischem Hintergrund den Zugang zur Filmbranche und zum internationalen Markt erleichtern will, fand 2008 erstmals mit Beteiligung aus Wien statt. Umut Dag(mit seiner Koautorin Sarah Wassermaier) und Hüseyin Tabak, beide studieren noch an der Wiener Filmakademie, sowie der Filmemacher Kenan Kilic konnten an einem Workshop im Rahmen des Rotterdam International Film Festival teilnehmen und in Cannes unter internationaler Begleitung Kontakte zur Branche knüpfen. Im Winter wurde schließlich Babylon mit den Wiener Wortstätten vernetzt, woraus die TeilnehmerInnen am Babylon Workshop 2009 hervorgingen. Hierdurch wird ein bislang unentdecktes und nicht gefördertes Potential an Stoffideen und Talenten sichtbar, das dem Filmeschaffen neue Impulse zu geben vermag. Diesem Zweck diente auch die im Jahr 2006 mit„Surfing Vienna“ gestartete, gezielte Kooperation mit dem Drehbuchforum Wien, die sich 2007/08 in der Veranstaltungsreihe„Sollst die Stadt meiner Filme sein“ niederschlug. Mit großer Resonanz sowohl in der engeren Filmbranche als auch im kreativen Umfeld von AutorInnen und TeilnehmerInnen aus allen Bereichen des Stadtlebens wurde der Frage nachgegangen, was an Wien als Filmstadt attraktiv ist oder attraktiver sein könnte und welche Geschichten die Stadt erzählen könnte, die noch nicht erzählt wurden. 61 WIENER FESTWOCHEN Wiener Festwochen 2008 9. Mai – 15. Juni Bilanz Die Wiener Festwochen 2008 unter Intendant Luc Bondy, mit Schauspieldirektorin Stefanie Carp, Musikdirektor Stéphane Lissner und Geschäftsführer Wolfgang Wais können mit einem umfassenden internationalen und anspruchsvollen Programm eine sehr positive Bilanz vorweisen. Das Publikumsinteresse war sehr zufriedenstellend. Die Aufführungen fanden ein neugieriges und begeisterungsfähiges Publikum. Die Wiener Festwochen zeigten 44 Produktionen – darunter 4 Uraufführungen und 8 Neuinszenierungen – mit 146 Vorstellungen plus 57 Termine uw koninkrijk kome – dein reich komme plus 1 Ausstellung Schwarz/ Weiß plus 1 Filmreihe Direct Cinema Die Künstler und Ensembles kamen aus 24 Ländern und 4 Kontinenten: Argentinien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Iran, Japan, Kosovo, Lettland, Libanon, Niederlande, Polen, Österreich, Russland, Schweiz, Slowenien, Spanien, Südafrika, Ungarn, USA Die Wiener Festwochen haben 50.556 Karten angeboten, von denen 44.936 ausgegeben wurden. Das entspricht einer Besucherauslastung von 88,88%. 10 Produktionen 100% Auslastung, weitere 12 Produktionen über 90% Auslastung. Viele Veranstaltungen fanden bei freiem Eintritt statt. Bei Into the City waren 8.300 Besucher. Die Gesamtbesucherzahl beträgt 177.995. Veranstaltungen bei freiem Eintritt Eröffnung Schwarzmarkt Drei Reden über die Zukunft: Slavoj Žižek, Vladimir Sorokin, Dirk Baecker Into the City: Schwarz/ Weiß, science.art.music., Fußball-Picknick, Mitten im Achten Im Zentrum des Interesses Eröffnung 2008 mit dem Wettbewerb Eurovision Young Musicians Vier zeitgenössische Musiktheaterproduktionen mit zwei Neuinszenierungen: Michaels Reise und Jakob Lenz Ariane Mnouchkine und Le Théâtre du Soleil mit Les Éphémères Uraufführung von Arno Geigers Erfolgsroman Es geht uns gut Festwochen-Koproduktion PLATZ MANGEL von Christoph Marthaler 62 Luc Bondy inszenierte Die Zofen mit Edith Clever, Caroline Peters und Sophie Rois und zeigte seine französische Marivaux-Inszenierung La Seconde Surprise de l’amour. Shakespeare-Aufführungen: Troilus und Cressida, Romeinse tragedies, Die Lears Deutschsprachige Erstaufführung Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen von Dorota Mas ł owska Das Wunder von Cordoba von und mit Massimo Furlan Au revoir parapluie von und mit James Thiérrée Wieder großes Medienecho im In- und Ausland Das Medienecho im In- und Ausland war sehr erfreulich. Rund 4.000 Medienberichte wurden gezählt. Insgesamt waren 423 Journalisten(Inland 284, Ausland 139) aus 29 Ländern akkreditiert. 2008: 44 Produktionen aus 24 Ländern Insgesamt 146 Vorstellungen plus 57 Termine uw koninkrijk kome – dein reich komme plus 1 Ausstellung Schwarz/ Weiß plus 1 Filmreihe Direct Cinema Von 50.556 Karten wurden 44.936 ausgegeben. Besucherauslastung: 88,88%. Dazu viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt. 2007: 41 Produktionen aus 24 Ländern mit 216 Veranstaltungen(plus 145 Führungen Mis-Guide). Von 51.558 Karten 43.589 ausgegeben. Besucherauslastung 84,54%. 2006: 31 Produktionen aus 15 Ländern mit 167 Vorstellungen(plus 160 Hör-Bars Liebesbriefe). Von 51.393 Karten 47.531 ausgegeben. Besucherauslastung 92,49%. 2008: 44 Produktionen 4 Eigenproduktionen: Jakob Lenz/ Schwarz/Weiß/ science.art.music./ Drei Reden über die Zukunft: Slavoj Žižek, Vladimir Sorokin, Dirk Baecker 23 Koproduktionen: Eröffnung/ Michaels Reise/ Phaedra/ Into the Little Hill/ Fußball-Picknick/ Mitten im Achten/ Direct Cinema/ Es geht uns gut/ DANIEL HIT BY A TRAIN/ PLATZ MANGEL/ Troilus und Cressida/ Das Wunder von Cordoba/ Schwarzmarkt/ Rimuski/ La Seconde Surprise de l’amour – Die zweite Überraschung der Liebe/ Quartet: A Journey To North/ SOS/ Die Zofen/ La mélancolie des dragons – Die Melancholie der Drachen/ Freetime/ Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen/ Die Lears/ Breaking News 17 Gastspiele: The Black List/ Les Éphémères/ While We Were Holding It Together/ Broeders – Brüder/ Väter/ Interracial/ Crianças Cariocas – Kinder Rios/ Hiob/ little red(play):“herstory“/ uw koninkrijk kome – dein reich komme/ Juli/ Au revoir parapluie/ How Nancy wished that everything was an April Fool’s joke/ En algún momento de la vida deberías proponerte seriamente dejar de hacer el ridículo – Irgendwann im Leben solltest du ernsthaft damit 63 anfangen, dich nicht mehr lächerlich zu machen/ Romeinse tragedies – Römische Tragödien/ ГЭП ehk Garjatšije estonskije parni – HEM oder Heiße estnische Männer/ Ich sterbe als Land 2008: Am besten besuchte Produktionen Les Éphémères(100%) PLATZ MANGEL(100%) Crianças Cariocas(100%) Rimuski(100%) La Seconde Surprise de l’amour(100%) Au revoir parapluie(100%) Die Zofen(100%) ГЭП ehk Garjatšije estonskije parni(100%) Die Lears(100%) uw koninkrijk kome(100%) Into the Little Hill(98,6%) Phaedra(98,4%) Broeders(95%) Michaels Reise(94,5%) En algún momento de la vida deberías proponerte seriamente dejar de hacer el ridículo(94%) Quartet: A Journey to North(93,6%) Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen(93,6%) Das Wunder von Cordoba(92,6%) Freetime(92,2%) Breaking News(92,3%) La mélancolie des dragons(90,1%) DANIEL HIT BY A TRAIN(90%) 2008: Gesamtbesucheranzahl: 177.995 Eröffnung Rathausplatz Besucher der Vorstellungen Publikumsgespräche Werkeinführungen Schwarzmarkt Drei Reden über die Zukunft Into the City Schauspielhaus: Es geht uns gut Filmmuseum: Direct Cinema Musikverein: Festwochenkonzerte 2008 47.000 44.936 1.500 1.200 650 750 8.300 1.319 2.220 70.120 Wiener Festwochen 2008 Musikprogramm Das Musikprogramm von Stéphane Lissner widmete sich mit Michaels Reise von Karlheinz Stockhausen, Jakob Lenz von Wolfgang Rihm, Phaedra von Hans 64 Werner Henze und Into the Little Hill von George Benjamin konsequent und ausschließlich dem zeitgenössischen europäischen Musiktheater. Im Zentrum standen vier Werke bedeutender zeitgenössischer Komponisten ganz unterschiedlicher ästhetischer Positionen, mit verschiedenen Musiksprachen und Formen: ein Versuch, das Potenzial heutigen Komponierens darzustellen, und zugleich ein Blick in die Zukunft. Die Medien folgten dem anspruchsvollen Programm mit größter Aufmerksamkeit und Interesse. Das Publikumsinteresse für die vier zeitgenössischen Opernproduktionen war erfreulich groß: Into the Little Hill 98,6%, Phaedra 98,4%, Michaels Reise 94,5 %, Jakob Lenz 87,4% Auslastung. Die Neuproduktionen Michaels Reise und Jakob Lenz hatten bei den Wiener Festwochen Premiere. Mit dem siebenteiligen Opernzyklus Licht schuf der im Dezember 2007 verstorbene Komponist Karlheinz Stockhausen ein gewaltiges Gesamtkunstwerk. Carlus Padrissa, Mitglied der katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus, setzte Michaels Reise, den instrumentalen zweiten Teil des Kapitels Donnerstag für viele Rezensenten in kongenialer Weise um. Einhellig wurde in den Rezensionen die hervorragende musikalische Umsetzung durch die musikFabrik Köln unter der Leitung von Peter Rundel sowie die Leistungen des Trompeters Marco Blaauw in der Titelrolle hervorgehoben. Großer Jubel beim Publikum für die österreichische Erstaufführung dieses Werkes. Weitere Aufführungen dieser Produktion der Wiener Taschenoper in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen fanden in Köln, Venedig, Dresden und Paris statt. Wolfgang Rihms Kammeroper Jakob Lenz um die tragische Figur des Dramatikers der Sturm und Drang-Epoche Jakob Michael Reinhold Lenz zählt zu den meist gespielten zeitgenössischen Musiktheaterwerken. Die musikalische Interpretation durch das Klangforum Wien unter der Leitung von Stefan Asbury sowie die herausragende Leistung von Georg Nigl als Lenz an der Spitze eines exzellenten Sänger-Ensembles wurden in den Medien einhellig positiv vermerkt. Das Presseecho für die Regie von Frank Castorf, der zum ersten Mal eine Oper für die Wiener Festwochen in Szene setzte, war geteilt. Seine zwei theatralischen Interruptionen mit Büchner-Texten stießen teilweise auf Unverständnis. Der Großteil des Publikums verfolgte sehr konzentriert alle Vorstellungen dieser Eigenproduktion der Wiener Festwochen und reagierte zustimmend bis euphorisch. Hans Werner Henzes jüngstes Werk, die meisterhafte Konzertoper Phaedra mit Themen aus der griechischen und römischen Mythologie, wurde von Regisseur Peter Mussbach in Szene gesetzt. Die Berliner Uraufführungsinszenierung der Berliner Staatsoper(in Koproduktion mit den Wiener Festwochen u. a.) wurde als österreichische Erstaufführung im Theater an der Wien vom Ensemble Modern unter der Leitung von Michael Boder musikalisch interpretiert. Auf Grund einer Erkrankung wurde die Titelpartie der Phaedra kurzfristig von Magdalena Anna Hofmann einstudiert. Sie wurde bei der Gestaltung ihrer Rolle von der Schauspielerin Susanne Marik darstellerisch unterstützt. Das Presseecho war großteils zustimmend. Vor allem das Sängerensemble, die musikalische Umsetzung und die Rauminstallation des Künstlers Olafur Eliasson wurden von den Rezensenten positiv hervorgehoben. Die Aufnahme beim Publikum war sehr gut. 65 Der Komponist und Dirigent George Benjamin hat gemeinsam mit dem Dramatiker Martin Crimp sein erstes Bühnenwerk verfasst: Into the Little Hill, eine lyrische Erzählung in zwei Teilen für zwei Stimmen und Ensemble, die als aktuelle Adaption der berühmten Geschichte über den Rattenfänger von Hameln die Verführungskunst der Musik thematisiert. Die Pariser Uraufführungsinszenierung des Festival d’Automne(in Koproduktion mit den Wiener Festwochen u. a.) in der Regie von Daniel Jeanneteau wurde als österreichische Erstaufführung mit dem Ensemble Modern unter Franck Ollu, den Sängerinnen Anu Komsi und Hillary Summers im Jugendstiltheater gezeigt. Die musikalische Umsetzung und die adäquate, völlig reduzierte Inszenierung überzeugten gleichermaßen. Viele Rezensenten und das Publikum reagierten begeistert. Im Musikprogramm gab es zwei umfangreiche Schulprojekte: bei Michaels Reise in Zusammenarbeit mit der Wiener Taschenoper und bei Jakob Lenz gemeinsam mit dem Klangforum Wien. Erfreulicherweise haben sich neun Wiener Schulen mit 16 Klassen und insgesamt ca. 350 Schüler und Schülerinnen beteiligt. Im Musikprogramm gab es vor drei Vorstellungen von Michaels Reise und vor allen Vorstellungen von Jakob Lenz, Phaedra sowie Into the Little Hill insgesamt elf Werkeinführungen. Vom Publikum sehr geschätzt, waren die Einführungen mit insgesamt ca. 1.200 Menschen sehr gut besucht. Mit Into the City, kuratiert von Wolfgang Schlag, wurde im Musikprogramm 2006 eine neue Reihe gestartet. Into the City 2008 bot im dritten Jahr des Bestehens vier Schwerpunkte mit vorwiegend soziokulturellen Projekten. Die Ausstellung Schwarz/ Weiß lud zehn Kinder zwischen fünf und neun Jahren ein, ihre Welt zu fotografieren. Im Zentrum der beeindruckenden Fotografien standen die Eltern, die aus unterschiedlichsten Regionen der Welt kommend in Wien ihre Heimat fanden. Insgesamt verzeichnete die Ausstellung rund 700 Besucher. Zur Ausstellung erschien im Folio-Verlag ein Katalog. Als lange Nacht der Wissenschaft und Kunst erlebten etwa 3.000 Besucher science.art.music. an der Technischen Universität Wien mit Performances, Konzerten und wissenschaftlichen Vorführungen. Ein Höhepunkt von Into the City war das Fußball-Picknick im Augarten mit mehr als 3.000 Besuchern. Zugleich war dieser Tag die Präsentation eines Kosovo-Schwerpunkts mit Fußballturnier, Premiere des Films Peace Kicking Mission und ein Konzert. Aufgetreten sind die deutsch-libanesische Sängerin und Dichterin Lydia Daher, die junge Hip-Hop-Band urbaN Roots aus dem Kosovo und die Linzer Hip-Hop-Band Texta. Ihr öffentlicher Auftritt zusammen mit jugendlichen Strafgefangenen aus der Justizanstalt Gerasdorf war der Höhepunkt eines Rap-Workshops in der Strafanstalt. Diese Workshops in der Justizanstalt sollen im Herbst 2008 fortgeführt werden. Das letzte Wochenende von Into the City mit Mitten im Achten machte in Installationen, Performances und Führungen die Wiener Josefstadt zum Budapester Achten Bezirk – ein dreitägiger Schwerpunkt, der insgesamt rund 600 Besucher aus Wien und Budapest anzog. Das Medieninteresse und die mediale Berichterstattung im Vorfeld waren sehr zufrieden stellend. 66 Die Veranstaltungen bei freiem Eintritt von Into the City 2008 verzeichneten rund 8.300 Besucher. Into the City wird 2009 u. a. mit einem Osteuropa-Schwerpunkt seine Fortsetzung finden. Wiener Festwochen 2008 Schauspielprogramm Das von Schauspieldirektorin Stefanie Carp kuratierte Programm für die Wiener Festwochen präsentierte ein umfangreiches wie anspruchsvolles Panorama des internationalen zeitgenössischen Theaters. Neben den literarischen Schauspielinszenierungen zeigte das Programm Projekte unterschiedlichster Formate, Projekte, die den Rohstoff der Erfahrung verwenden, ohne literarische Abfederung. Eine neue Künstler-Generation ist an den Fakten und Geschichten des Wirklichen interessiert, an Recherche, Befragung und Realitätsveränderung, an direktem Material und seiner theatralischen Bearbeitung und Realimaginierung. Das Publikum und die Medien begleiteten das Schauspielprogramm mit größter Aufmerksamkeit. Auch das internationale Medieninteresse war beachtlich. Die Wiener Festwochen 2008 starteten fulminant: Nach zwölf Jahren kehrten Ariane Mnouchkine und das legendäre Théâtre du Soleil zu den Wiener Festwochen zurück und zeigten ein Theater, das an Zauber, politischem und sozialem Engagement, Leidenschaft und Gastfreundschaft nichts eingebüßt hat. Mit Les Éphémères zeigte Ariane Mnouchkine das europäische Leben des 20. Jahrhunderts als eine Enzyklopädie des Flüchtigen, mit einer Vielzahl von Alltagsund Familiengeschichten, deren magische Zusammenhänge oder brutale Zufälligkeiten sich erst im Laufe der siebenstündigen Vorstellung ganz enthüllten. Für das Gastspiel im temporären Spielort Rinderhalle St. Marx gab es einhelligen Jubel von Publikum und Presse. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Uraufführung von Arno Geigers erfolgreichem Familienroman Es geht uns gut, 2005 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, wurde in einer Dramatisierung von Andreas Jungwirth von Lars-Ole Walburg als Koproduktion von Schauspielhaus Wien und Wiener Festwochen inszeniert. Publikum und Presse zeigten sich sehr interessiert(100% Auslastung). Die Publikumsreaktionen waren sehr positiv. Die Kritiker, darunter viele internationale Medien, beurteilten die Aufführung unterschiedlich. Christoph Marthaler und sein unvergleichliches Ensemble zeigten seine Uraufführungsinszenierung von PLATZ MANGEL, eine Koproduktion von Rote Fabrik Zürich und Wiener Festwochen. Marthalers Theaterprojekt mit viel Musik und scharfer Gesellschaftskritik war ein weiterer Höhepunkt des Festivals. Das Publikum reagierte begeistert. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Das Presseecho war sehr positiv. Die Aufführung war auch zum Berliner Theatertreffen 2008 eingeladen. In Väter vom renommierten lettischen Regisseur Alvis Hermanis erzählten der Lette Gundars Ā boli ņ š, der Russe Juris Baratinskis und der Deutsche Oliver Stokowski pointiert und witzig, zärtlich und poetisch von ihren Vätern und vom eigenen Leben im sowjetisch geprägten Lettland, in der kommunistischen 67 Sowjetunion und in der westlichen Bundesrepublik. Die Österreich-Premiere dieser Produktion des Schauspielhauses Zürich wurde bejubelt und ausgezeichnet rezensiert. Mit Hiob als Gastspiel der Münchner Kammerspiele folgte ein weiterer Höhepunkt des Festivals. In einer Fassung von Koen Tachelet hat Johan Simons Joseph Roths Roman mit einem kleinen, ausgezeichneten Ensemble, angeführt vom großartigen André Jung als frommer, jüdischer Lehrer Mendel Singer, auf die Bühne gebracht. Das Publikumsecho war sehr positiv, die Rezensenten beurteilten die Aufführung unterschiedlich. Zu den vom Publikum gefeierten Höhepunkten zählten die zwei Regiearbeiten von Festwochen-Intendant Luc Bondy. Im Zentrum des Schauspielprogramms standen seine Inszenierung von Marivaux’ La Seconde Surprise de l'amour ( Die zweite Überraschung der Liebe) aus Paris und seine Neuinszenierung von Jean Genets Die Zofen für die Wiener Festwochen. Luc Bondys international gefeierte und viel gerühmte szenische Umsetzung von Marivaux’ Rokokokomödie mit einem jungen, exquisiten Ensemble wurde auch vom Wiener Festwochen-Publikum gestürmt und bejubelt. Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. In den Rezensionen wurde„die heiter-melancholische Musikalität der Regie“ hervorgehoben und vom„Triumph der Leichtigkeit“ dieser Inszenierung geschwärmt. Größte Aufmerksamkeit und das größte mediale Interesse galt der Neuinszenierung von Jean Genets Die Zofen mit einer unvergleichlichen Besetzung. Jean Genets mörderisches Zeremoniell eines Herrschafts- und Unterwerfungsspiels wurde in Luc Bondys Regie zu einem Triumph für Edith Clever als Gnädige Frau, Caroline Peters in der Rolle der Claire und Sophie Rois als Solange. In internationalen Rezensionen wurde die Aufführung hymnisch besprochen. Das Publikum zeigte sich sehr begeistert. Alle Vorstellungen im theater akzent waren ausverkauft. Die Berlin-Premiere dieser Koproduktion von Wiener Festwochen und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz fand am 18. September 2008 statt. Ein weiterer Schwerpunkt im Schauspielprogramm, der auch große mediale Beachtung fand, waren drei avancierte Shakespeare-Produktionen. Die Inszenierung des flämischen Regisseurs Luk Perceval von Shakespeares selten gespieltem Stück Troilus und Cressida in der Übersetzung und Bearbeitung von Paul Brodowsky mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele hatte in Wien Premiere. Die szenische Interpretation, die die Trostlosigkeit des Krieges ausspielte, wurde unterschiedlich besprochen. Die darstellerischen Leistungen wurden einheitlich positiv hervorgehoben. Die Publikumsreaktionen waren großteils zustimmend. Die junge Schweizer Regisseurin Barbara Weber springt in ihrer Inszenierung von Die Lears nach Shakespeare zwischen blutigen King-Lear-Szenarien und familientherapeutischen Maßnahmen hin und her und zeigt einen heutigen Familienkrieg mit vier Personen und Live-Musik. Es gab viel Jubel vom Publikum. Die Rezensionen waren überwiegend zustimmend. Die Premiere dieser Koproduktion von Hebbel am Ufer Berlin, Theater am Neumarkt Zürich und Wiener Festwochen fand in Wien statt. 68 Als Gastspiel der Toneelgroep Amsterdam war Ivo van Hoves großer, sechsstündiger Shakespeare-Marathon Römische Tragödien( Coriolanus, Julius Caesar, Antonius und Cleopatra) zu sehen. Shakespeares Römerdramen spielen in einer Medienlounge, in der die politischen Entscheidungen, Machtkämpfe, Kriegserklärungen und auch Liebesgeschichten als öffentliche Medienereignisse abgehandelt werden. Die Zuschauer konnten sich frei bewegen, nach Belieben mit den Schauspielern auf der Bühne sitzen oder im Saal, an den Bars auf der Bühne etwas trinken. Die Aufführung wurde bejubelt. Das Medienecho war großteils euphorisch. Besonders hervorgehoben wurde die stimmige Konzeption, das rasante Tempo der Inszenierung und die virtuosen holländischen Schauspieler. In Juli endet die Suche eines alten Mannes nach Glückseligkeit im Irrenhaus. Das fulminante Wortoratorium des jungen russischen Dichters Iwan Wyrypajew wurde von der jungen russischen Schauspielerin Polina Agurejewa in der sehr zurückgenommenen Regie von Wiktor Rujschakow kongenial auf die Bühne gebracht. Die Österreich-Premiere dieser Produktion des Moskauer Ensembles Dwischenije Kislorod(Bewegung Sauerstoff) wurde vom Publikum bejubelt. Das Presseecho war unterschiedlich. Mit der deutschsprachigen Erstaufführung von Dorota Mas ł owskas Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen bei den Festwochen war zum ersten Mal eine Regiearbeit von Armin Petras in Wien zu sehen. Im ersten Theaterstück der jungen erfolgreichen Warschauer Autorin, ein mit sehr viel Rhythmus aufgeladenes Roadmovie durch die polnische Provinz, versucht ein Pärchen, vollgetankt mit einer Wunderdroge, sich nach Warschau durchzuschlagen. Die Aufführung, eine Koproduktion des Maxim Gorki Theater in Berlin mit Wiener Festwochen, Schauspielhaus Wien und Festival Theaterformen, wurde von Publikum und Presse großteils positiv aufgenommen. Der griechische Regisseur Michael Marmarinos erarbeitete in Ich sterbe als Land einen Text der klassischen Moderne von Dimitris Dimitriadis für die Bühne. Ein Stück über die heutige Identität Griechenlands und eine allegorische Diagnose unserer Zeit, in der gemeinsame Verantwortung brutalem Individualismus weichen musste, in Szene gesetzt mit 25 griechischen Schauspielern und 100 Laiendarstellern aus Wien und Athen. Das Publikum verfolgte konzentriert und fasziniert die wortgewaltigen Auftritte und die stetig vorwärtsdrängende Menschenschlange. Bei der Presse fand die Aufführung nur teilweise Zustimmung. Au revoir parapluie ein weiterer Höhepunkt im Festival-Programm: James Thiérrée beglückte und verzauberte das Wiener Publikum mit seiner neuen Kreation. Mit Akrobatik, Musik und Theaterspiel verwischt er die Grenzen zwischen allen Genres. Gemeinsam mit seinem internationalen Ensemble führte er die Zuschauer in sein verrücktes Universum und verblüffte mit seinen bizarren, surrealen Bildern und Theatermomenten. Das Publikum sowie die Presse jubelten. Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Die britischen Performer Gregg Whelan und Gary Winters(Lone Twin) arbeiten als Regisseure an einer Trilogie über das Thema Biografie. Die Uraufführung des zweiten Teils fand bei den Wiener Festwochen statt. DANIEL HIT BY A TRAIN brachte 53 wahre Geschichten auf die Bühne. In jeder dieser Geschichten fand 69 ein Mensch den Tod beim Versuch, ein anderes Menschenleben zu retten. Das Publikumsinteresse war sehr erfreulich. Das Presseecho war geteilt. Mit While We Were Holding It Together von Ivana Müller wurde die von einer internationalen Jury ausgewählte, vielbeachtete Siegerproduktion des deutschen Festivals Impulse – dem wichtigsten Festival für frei produzierende Theater im deutschsprachigen Raum – im Rahmen der Wiener Festwochen gezeigt. Crianças Cariocas – Kinder Rios beleuchtete mit den Mitteln von Theater, Video-Performance und Installation die zwischen Morro(Favela-Hügel) und Asfalto(Strandpromenade) zweigeteilte Stadt und ihre zerrissenen Bewohner. Der Abend begann mit der Aufführung von A Falta que nos Move( Die Lücke die uns bewegt) durch die Companhia Vértice de Teatro. Das Stück von Autorin und Regisseurin Christiane Jatahy lässt junge Leute aus der brasilianischen Mittelschicht beim Abendessen auf das Loch zurückblicken, in das ihre Kindheit während der Zeit der Militärdiktatur gefallen ist. Im zweiten Teil des Abends belebte die Gruppe TV Morrinho das von ihnen im brut im Künstlerhaus nachgebaute Modell der Favela, in der sie in Rio leben, mit Filmsequenzen und Short Cuts im Legosteinformat aus ihrem Alltag. Das brasilianische Doppelprojekt, die Europa-Premiere fand bei den Wiener Festwochen statt, gab Anlass zu einer intensiven Auseinandersetzung. Presse und Publikum zeigten sich sehr beeindruckt und reagierten mit großer Zustimmung. Mit seiner polemischen, kraftvollen Inszenierung von Interracial hat Autor und Regisseur Mpumelelo Paul Grootboom einen explosiven Theaterabend geschaffen, der das unlösbare Rassenproblem im heutigen Südafrika reflektiert. Die Europa-Premiere dieser Produktion des South African State Theatre (Pretoria) bei den Festwochen wurde in den Medien großteils positiv besprochen. Die Besucher und auch die meisten Kritiker waren von der Aufführung sehr beeindruckt. Mit seinem Taxifahrer-Projekt machte Roger Bernat, eine Schlüsselfigur im jungen katalanischen Theater, bereits Station in Kairo, Lissabon, Rabbat und Moskau. Für die Wiener Festwochen erarbeitete er Rimuski zusammen mit fünf schwarzafrikanischen Taxifahrern aus Wien. Während der Aufführung erzählten diese anfangs via Telefon und Video, dann persönlich auf der Bühne von ihren Wien-Bezügen und Erlebnissen. Am Ende jeder Vorstellung haben sie Zuschauer auf eine Taxi-Fahrt nach Hause eingeladen. Bernats dokumentarische Realitätserforschung mit Menschen, die keine Schauspieler sind, stieß auf großes Interesse(100% Auslastung). Die Reaktionen von Publikum und Presse waren unterschiedlich. Basierend auf tatsächlichen Fällen, die im Iran für Aufsehen gesorgt haben, rekonstruierte der iranische Autor und Regisseur Amir Reza Koohestani in seinem neuesten Stück Quartet: A Journey to North gleichermaßen subtil wie raffiniert zwei Mordfälle. Seine dokumentarische Theaterinstallation mit vier Schauspielern in einer ungewöhnlichen räumlichen Anordnung und den Bildern der jungen Filmemacherin Mahin Sadri ist vom Publikum und Presse sehr gut aufgenommen worden. 70 SOS, die neueste Produktion der New Yorker Performance-Company Big Art Group, hatte bei den Wiener Festwochen Uraufführung. Die Theatermacher Caden Manson und Jemma Nelson fragen darin nach dem Utopieangebot, das wir uns heute noch leisten können, der Wunsch nach Veränderung neben der Angst vor der Zukunft. Ihre heftige Konsum- und Medienkritik wurde in multimediale Bilder umgesetzt. Die schrille wie rasante Performance mit exzessiv agierenden Hauptdarstellern, Live-Video und Musik konnte Publikum wie Rezensenten nicht restlos überzeugen. Der Künstler Rabih Mroué aus Beirut dokumentierte und imaginierte in seiner semidokumentarischen Performance How Nancy wished that everything was an April Fool’s joke den Albtraum des modernen Bürgerkriegs, die schreckliche Normalität des Tötens und die nachträgliche Heroisierung. Vier Performer erzählen immer wieder neue Geschichten vom Töten und Sterben, während Videoanimationen offizielle Abbildungen der toten Helden des libanesischen Bürgerkriegs zeigen. Publikum und Presse zeigten sich von der intensiven Aufführung sehr beeindruckt. Die multimediale Drei-Personen-Performance En algún momento de la vida deberías proponerte seriamente dejar de hacer el ridículo des Argentiniers Rodrigo García provozierte mit brutal-grotesken, witzig-surrealen Bildern. Die aktionistische Selbstanalyse, die brachiale Abrechnung mit heutigen Werten ließ die Bühne zum(persönlichen) Schlachtfeld werden. Der polemische Abend spaltete das Publikum. Die Reaktionen waren sehr kontrovers. Freetime, die neue Arbeit des japanischen Autors und Regisseurs Toshiki Okada, porträtiert die Tagträume, Freizeiten und Fluchtzeiten junger Menschen in einer extrem kontrollierten Gesellschaft. Seine Darsteller arbeiten mit dem Sprechen vor der Formulierung und mit einer besonderen Körpersprache, einer Choreografie von Alltagsgesten in einer minimalen Ästhetik. Das interessierte Publikum verfolgte mit großer Aufmerksamkeit die gleichermaßen intensive wie reduzierte Aufführung. Die Pressestimmen waren unterschiedlich. In Breaking News von Helgard Haug und Daniel Wetzel, das Kollektiv RiminiProtokoll, werden die am Projekt beteiligten Experten selbst zu außerordentlichen Bindegliedern der globalen Nachrichtenkette: Sie übersetzen, filtern, spielen sich Videobotschaften zu, kommentieren und tragen als Korrespondenten der jeweiligen Sender deren Perspektive zu dieser theatralen Konferenzschaltung der politischen Weltbühnen bei. Geboten wird ein informativ erklärender wie ebenso sinnlicher Zugang zum weltweiten Bilder-Pool der Agenturen und Sender. Die Österreich-Premiere dieser Koproduktion von Rimini-Protokoll und Festwochen wurde bejubelt. Bei den diesjährigen Wiener Festwochen machte erstmalig der Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen in Wien Station. Schwarzmarkt Nr. 10 mit dem Thema„Wer wird schuld gewesen sein“ vereinte in einer großartigen Installation im Odeon in geschäftiger Atmosphäre nonstop von 19 bis 24 Uhr 120 ExpertInnen zum(Aus) Tauschen von nützlichem und unnützlichem Wissen mit den zahlreich erschienenen Klienten. Der Klient konnte sich einen Experten für eine halbe Stunde um 1 Euro buchen oder über Kopfhörer die Gespräche mithören. Rund 650 begeisterte Menschen besuchten den Schwarzmarkt. Das Presseecho war sehr positiv. 71 Unter dem Titel Drei Reden über die Zukunft befasste sich eine Vortragsreihe, moderiert von Claus Philipp, mit dem zentralen Thema der diesjährigen Festwochen. Das Thema Zukunft verbindet sich mit der Frage, wie wir leben wollen und wie wir wahrscheinlich leben werden. Unter unterschiedlichen Aspekten haben der Philosoph Slavoj Žižek( The Legacy Of May 68: Can We Still Imagine Communism?), der Schriftsteller Vladimir Sorokin( Zwischen Hundekopf und Besen. Literatur und Freiheit in Russland) und der Soziologe Dirk Baecker ( Unbekannte Zukunft, Unbekannte Gegenwart) über die Zukunft gesprochen. Die drei Vorträge waren mit insgesamt 750 Menschen erfreulicherweise sehr gut besucht. Zu fast allen Aufführungen im Schauspielprogramm wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den Künstlern angeboten. Insgesamt folgten rund 1.500 Menschen der Einladung zu den 24 Gesprächen, wobei das Interesse für viele Gespräche erfreulich groß war. Mit ca. 110 Besuchern war das Publikumsgespräch mit Ariane Mnouchkine das am besten besuchte. Fast ebenso viele Besucher konnten bei den Publikumsgesprächen zu Troilus und Cressida sowie Juli gezählt werden. Die sechs Produktionen der diesjährigen Reihe forum festwochen ff spitzten unter dem Titel„Ab.Jetzt.“ das Thema Zukunft der Wiener Festwochen 2008 noch einmal zu. Grundlage der Arbeiten war bei allen gezeigten Projekten biografisches oder dokumentarisches Material anstelle von Stücken oder literarischen Texten. Gleichzeitig bildete die Reihe eine große Bandbreite von theatralen Formaten ab, von schauspielerischem Ensembletheater über Performance bis hin zur szenischen Installation. Sämtliche forum festwochenProduktionen waren sehr gut besucht. Der junge niederländische Regisseur Jetse Batelaan zeigte sein Stück Broeders über die gegenseitige Abhängigkeit von Menschen mitten in der Stadt auf dem Schwarzenbergplatz. Der ungewöhnliche Spielort und die eigenwillige, fast wortlose Spielweise des Ensembles bescherte dem Publikum eine sehr spezielle Theater- und Realitätserfahrung, die – von der Presse ebenso – größtenteils sehr positiv aufgenommen wurden. Im Rahmen eines dreitägigen Workshops am Reinhardt-Seminar machte Jetse Batelaan darüber hinaus hiesige Schauspielstudenten mit seiner Arbeitsweise bekannt. Das Wunder von Cordoba war eine seltene Kombination aus konzeptioneller Performance und massentauglichem Großevent. Der Schweizer Künstler Massimo Furlan spielte ganz allein und ohne Ball im Wiener Hanappi-Stadion die kompletten 90 Minuten der Begegnung Österreich:Deutschland bei der WM 1978 in der Rolle von Hans Krankl nach. Unterstützt wurde er dabei von Edi Finger junior, der das Spiel live und von der Tribüne neu kommentierte. Das Interesse an der Veranstaltung war schon im Vorfeld riesig, der Publikumszuspruch am Abend selber über alle Erwartungen groß und die Stimmung überwältigend. 2.500 BesucherInnen spielten perfekt die Rolle des Fußball-Publikums: in Maske, mit Sprechchören, Mitsingen der Nationalhymne und sogar drei Flitzern. Das (internationale) Medieninteresse war enorm. Das deutsche Performance-Kollektiv andcompany&Co zeigte mit little red (play):“herstory“ eine Produktion, die bereits europaweit auf Festivals für Aufsehen gesorgt hatte, aber noch nie in Wien zu sehen war. Indem sie eine märchenhafte, popkulturelle und retrofuturistische Perspektive einnehmen, begibt sich die Gruppe auf die Suche nach dem verloren gegangenen Zukunftsversprechen des Kommunismus. Die einzigartige Spielweise und 72 Ästhetik des Stücks konnte einen Großteil des Publikums für sich einnehmen, die Reaktionen der Presse waren geteilt. Dries Verhoevens kleine theatrale Installation für je zwei Zuschauer uw koninkrijk kome aus den Niederlanden stand eine Woche lang im Haupthof des MuseumsQuartiers. Je zwei Fremde, ein Mann und eine Frau begegnen sich in dem kleinen Bauwagen nur durch eine Glasscheibe getrennt für 25 Minuten. Hautnah erfahrbar werden das utopische Potential und die(durchaus auch romantische) Möglichkeit, die in jeder noch so zufälligen Begegnung steckt. Von Ärger über Irritation bis Begeisterung löste die Arbeit alle nur erdenklichen Zuschauerreaktionen aus. Viele der Paare, die sich zufällig gefunden hatten, setzten das Gespräch noch lange nachher fort. Die Pressereaktionen waren ähnlich, zumeist irritiert und doch angetan. Die französische Gruppe Vivarium Studio brachte mit La mélancolie des dragons eine Uraufführung im Rahmen der Festwochen heraus. Die Produktion hat Presse und Publikum gespalten wie kaum eine andere, wobei die begeisterten Reaktionen eher überwogen. Eine Gruppe von sieben Hardrockern hat eine Autopanne im Schnee. Einer Freundin, die sie besucht, zeigen sie ihr Projekt für einen wandernden Freizeitpark mit Spezialeffekten. Jenseits der Narration erzählt das Stück in großen Bildern(unter anderem) von der Unmöglichkeit für den Menschen, Herr seiner Lage zu sein und von der Schönheit, die in dem Versuch liegt, etwas zu erschaffen, das größer ist als man selbst. Das energiegeladene junge estnische Ensemble um Regisseur Tiit Ojasoo, das mit der Produktion Heiße estnische Männer zu Gast war, fand ebenfalls regen Zuspruch. Das Stück erzählt zwar humorvoll, doch durchaus mit ernsten Absichten vom Ringen des kleinen estnischen Volkes um das Überleben ihrer Kultur, die im wahrsten Sinne des Wortes vom Aussterben bedroht ist. Die ungewohnte Perspektive auf die Frage nach nationaler Identität macht das Stück durchaus kontrovers für hiesige Zuschauer. Von den theatralen Mitteln und dem schauspielerischen Potential zeigten sich aber Presse und Publikum gleichermaßen überzeugt. Direct Cinema im Filmmuseum Die Filmschau Direct Cinema von 3. Mai bis 8. Juni im Österreichischen Filmmuseum konnte in Bezug auf Besucherzahlen und Medienecho einen sehr erfreulichen Erfolg verbuchen. Die zum Auftakt der Schau anwesenden Filmemacher Robert Drew und Richard Leacock sprachen bei ihren Auftritten(insgesamt 7) vor vollem Saal und freuten sich über das Interesse und die Begeisterung des Publikums. Besonders die Musikfilme der Schau erfreuten sich großer Beliebtheit – das Bob- Dylan-Portrait Don't Look Back spielte zweimal bei ausverkauftem Kinosaal. Große Aufmerksamkeit und Anteilnahme fanden die Regisseure auch bei ihrer Gastvorlesung an der Filmakademie Wien. Die inländische sowie ausländische Presse berichtete umfangreich und durchwegs positiv. Die Dokumentarfilmgattung„Direct Cinema“ ist nach dieser Schau sicherlich ein wenig mehr in das Bewusstsein des kulturinteressierten Wiener Publikums gerückt. Gesamt: 2.220 Besucher Schnitt pro Vorstellung: 58,32 Auslastung: 35,34% 73 Wiener Festwochen 2008 Die Eröffnung der Wiener Festwochen am 9. Mai stand im Zeichen von sieben jungen Künstlern, den Finalisten der Eurovision Young Musicians Competition: Jan Gri č ar, 16, Slowenien, Saxophon/ Anastasia Kobekina, 14, Russland, Cello/ Philip Achille, 19, Großbritannien, Mundharmonika/ Roope Gröndahl, 18, Finnland, Klavier/ Dionysios Grammenos, 18, Griechenland, Klarinette/ Steven Bourne, 19, Niederlande, Cello und Eldbjørg Hemsing, 18, Norwegen, Violine. Die international besetzte Jury unter der Leitung von Sir Roger Norrington kürte Dionysios Grammenos aus Griechenland zum Gewinner des Wettbewerbs. Zweiter wurde der Finne Roope Gröndahl. Dritte wurde Eldbjørg Hemsing aus Norwegen, die auch den Publikumspreis für sich entscheiden konnte. Die jungen Solisten wurden von den Wiener Symphonikern unter Aleksandar Markovic begleitet. Neben den Instrumentalvirtuosen von Dobrek Bistro und Roland Neuwirth sind die Wiener Sängerknaben und die gefeierte Opernsängerin und Liedinterpretin Angelika Kirchschlager aufgetreten. Als Moderatoren führten Lidia Baich, die 1998 die Eurovision Young Musicians Competition gewonnen hat, und Christoph WagnerTrenkwitz durch den Abend. 47.000 begeisterte Besucher verfolgten die Eröffnung auf dem Rathausplatz. Die Eröffnung wurde von ORF 2 und 3sat sowie sieben europäischen TV-Anstalten live ausgestrahlt. Acht weitere europäische TV-Anstalten sendeten die Eurovisionssendung zeitversetzt. Insgesamt wurde die Eröffnung der Wiener Festwochen 2008 von rund zwei Millionen TV-Sehern in Europa gesehen. In Österreich verfolgten den Eröffnungsabend vor den Bildschirmen durchschnittlich 261.000 Zuseher. Festwochenkonzerte im Musikverein Die Bilanz der Festwochenkonzerte 2008, veranstaltet von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, gestaltete sich äußerst positiv. Bei 63 Veranstaltungen innerhalb von 40 Spieltagen konnten 70.120 Besucher bei einer Gesamtauslastung von 93,4% verzeichnet werden. Wiener Festwochen 2008 3 Hauptsponsoren, 24 Sponsoren und Partner der Wiener Festwochen Erlöse Sponsoring 2008: EUR 1,35 Mio(70% davon in bar). Casinos Austria ist seit 40 Jahren Partner und Hauptsponsor der Wiener Festwochen. Die Zusammenarbeit mit den Sponsoren beinhaltet Services und Aktionen für die Festwochen-Besucher sowie werbliche Präsenz im Stadtbild von Wien – dazu einige Beispiele: A1 – mobilkom austria – A1 Freeline – Festwochen Informationen und Kartenkauf gebührenfrei – A1 Treffpunkt – ein sichtbarer Treffpunkt im Theater – Erinnerung Handy abschalten – 2008 ein Fanschal als Give-Away – A1 Parking Service, gemeinsam mit Mercedes-Benz Wiesenthal 74 Casinos Austria – zum 40-jährigen Jubiläum als Hauptsponsor wurden 40 Gewinner zu ausgewählten Festwochen-Produktionen eingeladen – die Verbindung von Spiel und Kunst – Karten gewinnen, online und im Casino – in der„Reihe 13“ gewinnen Festwochen-Besucher„Dinner&Casino“ Raiffeisen – Raiffeisen Opern-Tage: 30% Ermäßigung für alle 4 Opern – das Heft Festwochen-Guide – persönliche Beratung zum Programm – der Raiffeisen Jugend-Bonus – Unterstützung von„Into the City“ über den Raiffeisen-Club Weitere Sponsoren und Partner der Wiener Festwochen 2008: Wiener Stadtwerke, Siemens, Mercedes-Benz Wiesenthal, AK Wien, Österreichische Lotterien, AUA, Wien Energie, Coca-Cola HBC Austria, Wiener Linien Ottakringer, Römerquelle, Hilton Vienna KURIER, Ö1, FM4, Falter, Infoscreen, Büchereien Wien, Christian Brandstätter Verlag, The Economist, ray Filmmagazin Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2008 Es konnten rund 4.000 Medienberichte gezählt werden. Insgesamt waren 423 Journalisten(Inland 284, Ausland 139) aus 29 Ländern akkreditiert. Das internationale Medieninteresse galt vor allem der Eröffnung, Jakob Lenz, Michaels Reise, Die Zofen, Es geht uns gut, Troilus und Cressida, Das Wunder von Cordoba Berichte über die Wiener Festwochen 2008 erschienen bzw. wurden gesendet in: Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Korea, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Mexiko, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien und Montenegro, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Uruguay, USA Argentinien: Operayre Bosnien-Herzegowina: Javni RTV Servis Bosne i Hercegovine PBS, BHT 1 Bulgarien: Izkustvo, Homo Ludens Deutschland: Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Die Welt, Welt am Sonntag, Der Spiegel, Der Tagesspiegel Berlin, Focus, Stuttgarter Zeitung, Theater Heute, Theater der Zeit, ARD, ZDF, BR, Deutschlandradio, Deutschlandradio Berlin, Deutschlandfunk, Neues Deutschland Berlin, Die Deutsche Bühne, Berliner Morgenpost, Berliner Zeitung, arte, WDR, SWR 2, Neues Deutschland, Opernwelt, Das Opernglas, Tages-Anzeiger, Weltwoche, Südkurier, Nürnberger Nachrichten, dpa, www.nachtkritik.de Finnland: Hufvudstadsbladet Frankreich: L’Express, Le Monde, AFP Griechenland: Griechische Nachrichtenagentur Großbritannien: Evening Standard, The Wire 75 Italien: Il piccolò, Dolomiten, Il Giornale della Musica, ANSA Japan: MORNING DESK INC., Theatre Guide Korea: SBS TV Lettland: Latvian State Radio Litauen: Lietuvos rytas Niederlande: Het parool, BNN/ 3FM, Uit& Reis, Ze.nl, Inpakkenwegwezen.nl, AD Magazine, Veronica Magazine, Meridian Travel, Days Magazine Norwegen: Legekunsten, Oppland Arbeiderblad Mexiko: Televisión Nacional de México Polen: Rzeczpospolita, Ruch Muzyczny, Tygodnik Powszechny, Odra, Zycie Warszawy, Sztuka, Dialog, Didaskalia, Teatr Rumänien: Televiziunea Romana Russland: RTR TV, Kommersant, Izvestia, Novaja Gazeta, Vzglyad, Teatr, www.tvkultura.ru Schweden: Aftonbladet Schweiz: Neue Zürcher Zeitung, DRS, Schweizer Rundfunk, Basler Zeitung, Tages Anzeiger, Aargauer Zeitung, Zürcher Landzeitung Serbien und Montenegro: Delo, Vreme, www.vreme.com Slowakische Republik: STV, SME, Divadlo v medzi č ase, KÓD, Krátko o divadle, Pravda, Divadelny noviny, ROMBOID, Reflektor Slowenien: TV-Slovenija, Dnevnik, Delo Spanien: El País, Ritmo, EFE Tschechische Republik: TV Nova, DNES, Hospodá ř ské noviny, Sv ě t a divadlo, Lidove noviny Ungarn: Népszabadság, port.hu, MTV, Magyar Radio, Kárpát Express, Critikai Lapok, Magyar Nemzet, Színház, Uj Ember, Operaélet, Magyar Narancs, Ellenfény, EXIT, HOLMI, Kossuth Radio, ELTE, Balkon, Balkon, JFB, Pesti Est, szinhaz.hu, www.prae.hu, index.hu, revizor, quart.hu, radiocafé, kultúra.hu Uruguay: Mundo clásico USA: American Theatre Magazine, Opera News 76 WISSENSCHAFT Wissenschaft wurde in den letzten Jahrzehnten zu einem immer leistungsstärkeren Instrument, um die„Welt“, das„Universum“, die „Erde“, die„Gesellschaft“ zu erkunden und die Erkenntnisräume über die„Bausteine“, über die Zusammenhänge, über Erinnerung, Gedächtnis und Information und die Möglichkeiten unseres Wissens zu erweitern. Wissenschaft und Forschung sind faszinierende Entwicklungen – sowohl im Hinblick auf ihre Ergebnisse, als auch im Hinblick auf ihr eigenes Funktionieren. Dieser Blick auf die Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten von Wissen, Wissenschaft, Forschung und Erkenntnismöglichkeiten wurde und wird zuletzt immer präziser. Vor allem auch die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften haben einen Umgang mit Wissen entwickelt, den man als reflexiv bezeichnen kann. Sie denken die Bedingungen und Grenzen, die„Fallen“, denen die Generierung, Kanonisierung und Anwendung, aber auch die Folgen von Wissen unterliegen, mit. Die Förderung von Wissenschaft und die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse werden in Wien systematisch unterstützt, entwickelt und vermittelt. Innovative und exzellente Forschungen werden gefördert, die Schnittstelle zu Anwendungen und Umsetzungen wissenschaftlicher Erkenntnisse wird unterstützt. Die Stadt gründet ihre von den Bürgerinnen und Bürgern in höchstem Maß akzeptierte Verwaltungsarbeit auf Stadttechnologien, die wiederum auf Forschungsarbeit basieren. Last but not least fördert die Stadt seit 2008 auch mit einem großen und hoch dotierten Programm den Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. In dem FTIProzess(2006 und 2007) wurde als ein Ergebnis die Förderung der für das Wiener Wissen so wichtigen Kulturwissenschaften beschlossen. Im Jahr 2008 wurde dieses Ergebnis bereits in einem wirksamen Projektförderungsprogramm umgesetzt. Die Instrumente der Wiener Wissenschaftsförderung sind breit gefächert, sie reichen von Projekt-förderungen über Stipendien bis hin zu hoch dotierten Forschungsförderungsprogrammen, deren Mittel über Ausschreibungen an die besten Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden. Wichtig war und ist für die Wissenschafts- und Forschungsstadt Wien die Vermittlung, Bewertung und Diskussion aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in einer größeren Öffentlichkeit. Die„Wiener Vorlesungen“, das Dialogforum der Stadt Wien, der Wiener Wissenschaftskompass, das Projekt„university meets public“ und zahlreiche andere durch die Wissenschaftsförderung der Kulturabteilung ermöglichten Projekte bieten die Gelegenheit, dass sich Bürgerinnen und Bürger über die faszinierende und facettenreiche Landschaft wissenschaftlicher Institutionen, Ergebnisse und Projekte informieren. Im Folgenden werden in diesem Bericht nur einige Projekte, die mit Wissenschaftsförderungsmitteln der Kulturabteilung realisiert wurden, vorgestellt. Zeitgleich mit dem Kunst- und Kulturbericht wird ein ausführlicher Wissenschaftsförderungsbericht der Stadt Wien vorgelegt, der zeigt, in welchen 77 Institutionen, zu welchen Themen, mit welchen Teams in Wien geforscht wird, wie die Stadtverwaltung ihre Arbeit in wachsendem Maß auf wissenschaftliche Erkenntnisse gründet, und wie Wissenschafterinnen und Wissenschafter selbst beurteilen und bewerten, wozu Wissenschaft und Forschung heute gut sind. Wiener Impulsprogramm für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften Ein zentrales Ergebnis des Wiener FTI-Prozesses war die Initiierung eines Programms zur Förderung der für Wien stets besonders wichtigen Geistes-, Kultur-, Kunst- und Sozialwissenschaften. Hauptziel dieses Programms ist es, diese für die Identität und die intellektuelle Kultur der Stadt wichtigen Forschungsbereiche zu fördern und damit wirksamer und sichtbarer zu machen. Dieses Programm wurde durch die Stadt Wien substantiell dotiert und wird durch den WWTF (Wiener Wissenschafts-, Forschungsund Technologiefonds) administriert. Gestartet wurde im Jahr 2008 mit einem Call„Art(s)& Sciences“. Diese Ausschreibung fokussierte auf Vorhaben, die – an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst angesiedelt – aktuelle gesellschaftliche Phänomene und Herausforderungen thematisieren. Ein international besetzter Beirat wählte die fünf besten Projekte und zwei Fellowships aus. Gefördert wurden u. a. die Projekte„Film.Stadt.Wien: A Transdisciplinary exploration of Vienna as a cinematic city,“„Surgical Wrappings – Chirurgische Tücher“ und„Transferences: Psychoanalysis – Art – Society”. Im Fokus der zwei geförderten Fellowships steht zum einen die Frage der Bedeutung Wittgensteins für die Kunst und die Wissenschaft, zum anderen geht es um ein Labor, in dem Praktiken des Zusammentreffens von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Gesellschaft entwickelt werden sollen. Förderung der Wiener Wissensbasis Eine zentrale Aufgabe der Wiener Wissenschaftsförderung ist die Erforschung, Analyse, Kritik und Vermittlung von für Wien wichtigen und typischen Wissensbeständen. Es geht darum, Stärken des Wiener Wissens – z.B. die besonders fruchtbare Beziehung zwischen Kunst- und Kulturreflexion in Wien – mit aktuellen Förderungsinstrumenten weiter zu stärken und Schwächen zurückzudrängen. Im Sinne dieser Zielsetzungen werden große Forschungseinrichtungen unterstützt, aber auch zahlreiche Projektförderungen und Stipendien vergeben. Im Folgenden werden die drei größten wissenschaftlichen Institutionen, die sich mit„Wiener Wissen“ und für Wien wichtigen Wissensfeldern auseinandersetzen, vorgestellt – der Wiener Wissenschaftsbericht listet alle diesbezüglichen Projekte auf. Architekturzentrum Wien Az W Das Architekturzentrum Wien Az W, das im vergangenen Jahr sein 15jähriges Bestehen feierte, hat zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen und Exkursionen durchgeführt. Höhepunkte des Jahres 2008 waren folgende Ausstellungen:„The White City of Tel Aviv. Tel Aviv’s Modern Movement“ präsentierte anhand zahlreicher Pläne, Modelle und Photographien die Entstehung der„Weißen Stadt“, die seit 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz stand im Mittelpunkt der Ausstellung„LINZ TEXAS. Eine Stadt mit Beziehungen“ und wurde mit anderen Städten wie Manchester, Wolfsburg oder Seattle verglichen. Unterschiedliche Entwurfsmethoden, 78 Inspirationsquellen und Arbeitstechniken von Architekturbüros und –ateliers wurden in der Ausstellung „Architektur beginnt im Kopf. The Making of Architecture“ präsentiert. Die Kommissionen und Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften führten mit Hilfe der Stadt Wien insgesamt 21 Forschungsprojekte durch. U. a.:„LHC2008 – Die größte Maschine der Welt auf der Suche nach den kleinsten Teilchen des Universums“,„Kunst und Plattenbau in Wien. Kunst, Kleinarchitektur und Design in Wiener Plattenbausiedlungen von den 1960er Jahren bis heute“,„Geburtenbarometer Wien“, „Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung“ und„Geschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im 20. Jahrhundert“. Finanzielle Unterstützung erhielt Mag. Elisabeth Grabenweger für ihr Dissertationsprojekt„Frauen in der Wissenschaft. Zur Wiener Germanistik 1918 – 1938“ im Rahmen des von der Stadt Wien unterstützten Doktorandenprogramms der ÖAW. DI Dr. Monika Schmoll setzte im Rahmen des Apart-Programms zur Förderung post-doktoraler Forschung nun im zweiten Jahr ihre Arbeit am Forschungs-projekt„Aufklärung des Zusammen-hangs der Signalübertragungswege von Licht, sexueller Entwicklung und ZellulaseGenexpression in Hypocrea jecorina“ fort. Jüdisches Museum Das Jüdische Museum der Stadt Wien, das im Jahr 2008 sein 15-JahrJubiläum feierte, hat sechs Ausstellungen, 78 Begleitveranstaltungen, ein umfassendes Vermittlungsprogramm und zahlreiche Auslandsaktivitäten(fünf Ausstellungen) durchgeführt. Zwei Jubiläen im vergangenen Jahr wurden durch Ausstellungen besonders gewürdigt: Der 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israel war Anlass für eine Fotoausstellung von David Rubinger. Dem österreichischen Literaten und Kritiker Friedrich Torberg war die umfassende Schau„Die Gefahren der Vielseitigkeit – Friedrich Torberg zum 100. Geburtstag“ gewidmet. Die Ausstellung„Moderne auf der Flucht“ zeigte einen repräsentativen Querschnitt von Werken österreichischer KünstlerInnen, die von 1938 bis 1945 im französischen Exil lebten und arbeiteten. Große Forschungsgesellschaften Im Folgenden werden die beiden großen durch die Stadt Wien geförderten Forschungsträgerorganisationen(Österreichische Akademie der Wissenschaften und Ludwig Boltzmann Gesellschaft) und drei für Wien wichtige Forschungsinstitute vorgestellt – die vollständige Liste der geförderten Institutionen findet sich im Wissenschaftsbericht. Ludwig Boltzmann Gesellschaft Im Jahr 2008 betrieb die Ludwig Boltzmann Gesellschaft insgesamt 20 Institute und acht Cluster, die ihre wissenschaftlichen Aktivitäten im April 2008 bei der Veranstaltung „Meet Science! 08“ präsentierten. Zwei neue Ludwig Boltzmann Institute wurden 2008 gegründet: das Ludwig Boltzmann Institute for Health Promotion Research in Wien und das Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung in Graz. Diese beiden Institute werden gemeinsam mit insgesamt 12 Partnerorganisationen betrieben und beschäftigen bereits in der Aufbauphase 39 wissenschaftliche MitarbeiterInnen. Im November 2008 wurden im Rahmen einer weiteren Ausschreibung insbesondere NachwuchswissenschafterInnen aufgerufen, gemeinsam mit Partnerorganisationen Ideen für neue Ludwig Boltzmann Institute einzureichen. In 79 einem zweistufigen Evaluierungsverfahren werden gegenwärtig diesbezüglich 47 Kurzanträge geprüft. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften ist die führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung in Österreich. Mehr als 1 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen vielfältige Vorhaben durch. Hochqualifizierte Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland zählen zu den Mitgliedern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die damit über die Trägereinrichtung hinaus eine Gesellschaft von höchster Fachkompetenz bilden. Die Stadt Wien ist mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf den strategischen Ebenen der Forschungsplanung ebenso wie in der alltäglichen Zusammenarbeit mit den Forschungsinstituten in einer produktiven und tragfähigen Verbindung. Die Kommissionen und Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften führten mit Hilfe der Stadt Wien insgesamt 21 Forschungsprojekte durch. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes DÖW Aus Anlass des 45-jährigen Bestehens des DÖW erschien die Publikation„Bewahren – Erforschen – Vermitteln. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“. Ein Symposium und eine Podiumsdiskussion thematisierte die aktuelle Verortung des DÖW in der Forschungs- und Gedenklandschaft. Im Juli 2008 wurde die neugestaltete Ausstellung zu den NS-Medizinverbrechen im Pavillon V des Otto Wagner-Spitals eröffnet. Die von der Stadt Wien und dem Nationalfonds finanzierte neue Ausstellung bietet nun noch ausführlichere Informationen zur Vorgeschichte der nationalsozialistischen„Medizin ohne Menschlichkeit“. Gemeinsam mit katholischen Initiativen präsentierte das DÖW auf dem Wiener Stephansplatz die Ausstellung„Österreichischer Widerstand 1938-1945“. Aus Anlass des 70. Jahrestages des ersten Transportes österreichischer Häftlinge nach Dachau, wurde die Broschüre„Stacheldraht, mit Tod geladen … Der erste Österreichertransport in das KZ Dachau 1938“ erstellt. Ziel des neu eingerichteten Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien(VWI) ist die Forschung, Dokumentation und Vermittlung aller Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und Holocaust, einschließlich dessen Vorgeschichte und Folgen, betreffen. Der Vollbetrieb des Instituts beginnt im Jahr 2012. In einer vierjährigen Vorlaufphase werden die nötige Infrastruktur und die sonstigen Voraussetzungen für den Vollbetrieb geschaffen. Tätigkeitsschwerpunkt ist die Ordnung, Erschließung, Inventarisierung, Mikroverfilmung und Digitalisierung der Archivbestände des Simon Wiesenthal Archivs und des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, die 2012 im Institut räumlich zusammengeführt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Die Sammlung weiterer Archivbestände (im Original, auf Mikrofilm und in digitaler Form) sowie der Aufbau einer Fachbibliothek sind weitere Schwerpunkte. Im Rahmen des 2008 begonnenen Kooperationsprojekts „ns-quellen.at“ wird eine Onlinedokumentation aller österreichischen Quellen zur NS-Zeit erstellt. Institut für die Wissenschaften vom Menschen – IWM Die wissenschaftliche Arbeit am IWM wurde im Jahr 2008 um zwei neue Forschungsschwerpunkte erweitert: 80 Der Schwerpunkt„Religion und Säkularismus“ analysiert die Rolle von Religion in der modernen Gesellschaft.„Vereintes Europa – Geteilte Geschichte“ befasst sich mit den Divergenzen in der Geschichtsschreibung von Ost und West und ihrer Überwindung. Mit seinen Einzelvorträgen, Vortragsreihen und Workshops zu aktuellen Forschungsergebnissen besitzt das IWM auch eine öffentliche Dimension: so thematisierten die„Monatsvorträge“ u. a. die Fragmentierung der Staatsmacht und die Europäische Identität. Die Vortragsreihen behandelten u.a. die Themen„Den Staat neu denken? Moderne konservative Politik im internationalen Vergleich“,„Kunst – Gesellschaft – Politik“ sowie„Umweltpolitik und Solidarität“. Mit der Problematik sozialer Ungleichheit setzten sich 2008 zwei Publikationen des IWM auseinander. Förderung innovativer Projekte im Bereich der Natur- und medizinischen Wissenschaften American Austrian Foundation Durch die Gründung des„Vienna – Open Medical Institute“ im Jahr 2008 konnte ein entscheidender Impuls für die quantitative und qualitative Weiterentwicklung des Medizinischen Programms der AAF gesetzt werden. Die übergeordnete Zielsetzung dieses Projekts ist es, einen Beitrag zur internationalen Verbreitung der Wiener Medizinischen Schule zu leisten und die nachhaltige Positionierung Wiens als humanitäre Hauptstadt Europas zu unterstützen. Seit 2008 können so rund 200 MedizinerInnen aus mittel- und osteuropäischen Ländern in einem Wiener Spital einen Studienaufenthalt absolvieren, der durch Workshops und Seminare ergänzt wird. Das aus diesem Projekt entstehende Alumni-Netzwerk ist nicht nur ein Instrument für Know-how-Transfer und Erfahrungsaustausch, es stellt auch einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Kommunikationskultur in der medizinischen Fachwelt Osteuropas und Zentralasiens dar. Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie FIWI Die wissenschaftliche Arbeit des FIWI konzentrierte sich 2008 auf die gegenwärtigen Schwerpunkte Ökophysiologie, Angewandte Ökologie und„Conservation Medicine“, sowie Wildtiergenetik. In allen Bereichen wurden neue, für Artenschutz und Wildtiermanagement wichtige Erkenntnisse erzielt. In der Ökophysiologie war dies die Entdeckung, dass Anpassungen von Wildtieren an die jahreszeitlichen Veränderungen der Lebensbedingungen in einem bisher ungeahnten Ausmaß erfolgen und dass Schwankungen im Energiebedarf wesentlich von Nahrungsverfügbarkeit und Klima gesteuert werden. In der angewandten Ökologie wurde vom FIWI mit dem Netzwerk „ECONNECT“ eine internationale Zusammenarbeit zahlreicher Nationalparks und Schutzgebiete etabliert. Ziel dieses mehrjährigen Projektes ist es, ausreichenden genetischen Austausch zwischen heute zu sehr isolierten Tier- und Pflanzenpopulationen des Alpenbogens zu erreichen. Neue Ludwig Boltzmann Institute Zwei neue Ludwig Boltzmann Institute wurden als Ergebnis einer Ausschreibung im Bereich der Medizinischen Wissenschaften gegründet: das Ludwig Boltzmann Institute for Health Promotion Research in Wien und das Ludwig Boltzmann Institut für KlinischForensische Bildgebung in Graz. Diese beiden Institute werden gemeinsam mit insgesamt zwölf Partnerorganisationen betrieben und 81 beschäftigen bereits in der Aufbauphase 39 wissenschaftliche MitarbeiterInnen. Förderung im Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind„reflexive“ Wissenschaften zur Analyse, Diskussion, Bewertung des„kulturellen Erbes“ und jener Faktoren, die kollektive und individuelle Identität in Wien bestimmten und bestimmen. Diese Wissenschaften sind Instanzen der Bilanzierung kultureller Entwicklungen, Instrumente der geistigen Form, in denen sich eine Kultur über ihre Vergangenheit und Gegenwart Rechenschaft gibt. Im Folgenden werden wieder exemplarisch einige Institutionen vorgestellt(die vollständige Liste findet sich im Wissenschaftsbericht). Demokratiezentrum Wien Das Demokratiezentrum Wien nahm die„Schlüsseljahre“ 1918 und 1938 zum Anlass, sein Wissensangebot zur Demokratiegeschichte Österreichs auszubauen. Im Fokus standen die historische Entwicklung in den Jahren 1918 bis 1938, die Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts 1918 und die Demokratisierungsbestrebungen um das Jahr 1968. Die Konferenz„Von autoritären Gesellschaften zur Demokratie. Demokratie und Diktatur im Widerstreit seit 1918“ erinnerte an die wichtigen Jahre 1918, 1933 und 1938. Die Ereignisse dieser Jahre stellen wichtige Zäsuren in der Demokratiegeschichte Österreichs und Europas dar und symbolisieren den das 20. Jahrhundert beherrschenden Gegensatz von Demokratie und Diktatur. Renommierte ExpertInnen skizzierten die historische Entwicklung und beleuchteten aktuelle demokratiepolitische Herausforderungen. In einem Erinnerungsprojekt wurden filmisch Demokratievorstellungen im Generationenvergleich gegenübergestellt. Projektgruppe„Wörterbuch der Fackel“ an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Nach der Publikation des Redensarten-Wörterbuches(= FACKELLEX I) im Dezember 1999 wurde im Dezember 2008 das dreibändige „Schimpfwörterbuch“ zu der von Karl Kraus 1899 bis 1936 herausgegebenen Zeitschrift DIE FACKEL präsentiert. Der Schimpfwortgebrauch in der FACKEL wird in drei Büchern dargestellt- in alphabetischer(ALPHA) und in chronologischer(CHRONO) Folge sowie kommentiert und expliziert (EXPLICA). Dieses Schimpfwörterbuch weiß sich einem Autor verpflichtet, der als Genie des Schmähens wie des Lobens in der deutschen Sprache und Literatur einzigartig ist. In den sechs Millionen Textwörtern der digitalen„AAC-Fackel“ wurden in mehreren Lektüren für dieses Schimpfwörterbuch rund 200.000 abwertend gebrauchte Ausdrücke annotiert. Aus diesen Einheiten wurden nach diversen inhaltlichen und sprachlichen Gesichtspunkten 2.775 für das Schimpfwörterbuch ausgewählt und in drei Bänden lexikographisch unterschiedlich strukturiert und kommentiert. Das Forschungszentrum für historische Minderheiten legte den Schwerpunkt seiner Aktivitäten 2008 auf Veranstaltungen zum„Prager Frühling“. Der Reformprozess in der Tschechoslowakei des Jahres 1968 und seine Niederschlagung durch Warschauer Pakt-Staaten war auch für Österreich von außerordentlicher Bedeutung und Brisanz. Im Rahmen eines internationalen Symposions wurden die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und medialen Faktoren ebenso wie die vielschichtigen Beziehungen zwischen 82 Prag und Wien zum Thema gemacht. In der begleitenden Ausstellung „Worte gegen Panzer. Vom Prager Frühling zur Samtenen Revolution“ wurden die Reformbewegung, ebenso wie die dramatischen Ereignisse der Intervention und die vielfältigen Formen des Widerstands gegenüber den Machthabern visualisiert. Die Fotoausstellung„Gustav Aulehla: Fotografien von 1950-1980“ vermittelte einen sehr persönlichen Blick auf die Ereignisse und Lebensbedingungen in der Tschechoslowakei rund um den„Prager Frühling“. Stiftungsprofessuren An der Fakultät für Architektur und Raumplanung der Technischen Universität Wien wird beginnend mit dem Sommersemester 2009 für drei Jahre eine Stiftungsgastprofessur „Stadtkultur und öffentlicher Raum“ eingerichtet. Ziel dieser Stiftungsgastprofessur ist es, eine thematisch und wissenschaftlich profilierte Auseinandersetzung mit Fragen der Öffentlichkeit und des öffentlichen Raumes in Wien und anderen europäischen Metropolen zu ermöglichen. Die eingeladenen GastprofessorInnen werden in den kommenden Studienjahren folgende Schwerpunkte behandeln:„Stadtkultur, öffentlicher Raum und Zivilgesellschaft – Kultur und Konflikt“,„Stadtkultur, öffentlicher Raum und Staat – Planung und Politik“, und„Stadtkultur, öffentlicher Raum und Markt – Ökonomie und Innovation“. Die neu eingerichtete Roland Rainer Stiftungsprofessur an der Akademie der bildenden Künste Wien zielt darauf ab, Roland Rainers Architekturauffassung in die Studienrichtungen der Akademie und in die Gesellschaft einzubinden und weiterzuentwickeln und den Diskurs Roland Rainers im Bereich Urbanismus auf internationale Forschungskreise auszudehnen. Mit dieser Initiative soll auch die Aufarbeitung des Nachlasses von Roland Rainer gewährleistet werden. Die mit der Stiftungsprofessur verbundene Lehre und Forschung wird sich zwei Schwerpunkten widmen: zum einen der Untersuchung und Gestaltung architektonischer Lebensräume und zum anderen der Formulierung visionärer Städtebauprojekte, die gesellschaftliche Fragestellungen entwickeln und Architektur und Städtebau in einen allgemeineren politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Kontext setzen. Projektförderungen in allen Wissenschaftsbereichen Aus einem Rahmenbetrag, der für die Förderung von Aktivitäten auf dem Gebiet der Wissenschaft gewidmet ist, konnten im Jahr 2008 insgesamt 405 für die Stadt wichtige Forschungsprojekte, wissenschaftliche Symposien, Tagungen, Workshops und wissenschaftliche Ausstellungen unterstützt werden. Einige aus diesem Budget geförderte Projekte werden im Folgenden exemplarisch angeführt(vollständige Liste im Wissenschaftsbericht). Der Club Kommunikation hat im Rahmen der Studie„Integration im öffentlichen Diskurs: Gesellschaftliche Ausverhandlungsprozesse in der massenmedialen Öffentlichkeit“ anhand des Fallbeispiels„Arigona Zogaj“ den öffentlichen massenmedial vermittelten Diskurs über Integration in Österreich untersucht. 1.900 Beiträge österreichischer Medien über „Arigona Zogaj“ wurden in einer quantitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Daten signalisieren, dass in den Medien kein gesellschaftlicher Selbstverständigungsprozess über Integration stattfindet.„Arigona Zogaj“ ist ein Fallbeispiel, das in der massenmedialen Wahrnehmung eine große Öffentlichkeit und Aufmerk83 samkeit erzielen konnte, die Öffentlichkeit gespalten hat, aber einen geringen Beitrag zum grundsätzlichen Diskurs über Integration in der österreichischen Gesellschaft leisten konnte. Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit des Vereines Educult stellten im Jahr 2008 Aktivitäten zum „Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs“ dar. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe„Urbanität ist Vielfalt- Vielfalt ist Kultur“ bei den Wiener Vorlesungen wurden die Auswirkungen der demographischen Veränderungen der Wiener Bevölkerung auf den Kunst- und Kulturbetrieb untersucht. Eine andere Veranstaltung zum Thema„Interkulturelle Schule – Interkultureller Alltag“ beschäftigte sich mit der Schule als zentralem Ort interkulturellen Lernens. Der von Educult im Jahr 2008 herausgegebene Band„Vom Vergessen überwachsen“ zeigt den Währinger Jüdischen Friedhof aus der Sicht renommierter PhotographInnen und dokumentiert entsprechende Projekte Wiener Schulen. Die Erwin Schrödinger Gastprofessur 2008, die das Erwin Schrödinger Institut für Mathematische Physik seit vielen Jahren organisiert, hatte der in Marseille lehrende Professor Eduardo de Rafael inne. Prof. de Rafael, der durch seine richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der starken und elektroschwachen Wechselwirkung international bekannt ist, berichtete in seinen Vorlesungen u. a. über den derzeitigen Stand der Bestimmung des anomalen magnetischen Moments des Myons und über eine Methode um eine asymptotische Entwicklung von Streuamplituden in der relativistischen Quantenfeldtheorie bei Vorhandensein mehrerer Massenskalen. Der Verein Gruppe Phänomenologie veranstaltete aus Anlass des 100. Geburtstages von Simone de Beauvoir eine Konferenz, deren Ziel es war, Beauvoirs Spätwerk„Das Alter“ im Hinblick auf ihre philosophische, gesellschaftliche und feministische Bedeutung zu untersuchen. Die Konferenz würdigte Beauvoirs Studie und gab wesentliche Anregungen für künftige Beauvoir-Forschungen und für die philosophische Altersforschung. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Öffentliche Begeisterung und ihre Bruchpunkte – Euro 08“ des Instituts für europäische Kulturindustrie-Studien wurden während der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Wien und zum Vergleich dazu in Frankfurt am Main die Aktivitäten in den Fanzonen beobachtet und Gespräche mit den TeilnehmerInnen geführt. Neben dem Aufbau der öffentlichen Begeisterung interessierten besonders die Reaktionen auf Enttäuschungen und Abbrüche des Enthusiasmus. Die Ergebnisse und Erfahrungen wurden in einer„Kulturindustrie des Sports“ auch theoretisch ausgewertet und reflektiert. Publikationsförderung Das zentrale Vermittlungsmedium der Wissenschaften ist immer noch die Publikation neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Büchern und Zeitschriften. Die Förderung wissenschaftlicher Publikationen im Wege von Druckkostenbeiträgen und Ankäufen ist ein wichtiges und geeignetes Instrument, Wissenschaft und Forschung in Wien zu fördern. Im Rahmen der Publikationsförderung wurden im Jahr 2008 165 Druckkostenzuschüsse vergeben und 147 Ankäufe wissenschaftlicher Publikationen getätigt. 84 Studienförderung Im Jahr 2008 wurden 94 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wien-bezogener Forschungsprojekte an ausgezeichnet qualifizierte junge WissenschafterInnen, weiters 21 Stipendien für den Abschluss für Diplomarbeiten und Dissertationen sowie zwei Studienbeihilfen in Gestalt von einmaligen Überbrückungsbeihilfen und elf Arbeitsstipendien an Wiener Gedenkdienstleistende vergeben. Wissenschaftsförderungsfonds Die Wissenschaftsförderungsfonds unterstützen mit themenspezifischen Ausschreibungen innovative Forschung im Bereich der medizinischen, der wirtschaftswissenschaftlichen, der kultur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen, der naturwissenschaftlichen und der psychotherapeutischen Forschung. Die forschungsfördernde Arbeit des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften, des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien, des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie und des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung wurde im Jahr 2008 erfolgreich fortgesetzt und wird im Wissenschaftsbericht 2008 ausführlich dargestellt. Im Jahr 2008 wurden aus Mitteln der vier Fonds acht Forschungsprojekte gefördert und 17 Preise vergeben. – Ein Preis sei erwähnt: Den Ehrenpreis des Viktor Frankl Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie für das Jahr 2008 erhielt der Nobelpreisträger Prof. Dr. Erich Kandel. Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit Je wichtiger und wirksamer Wissenschaft wird, umso bedeutender ist die Vermittlung der Forschungsergebnisse und des gesellschaftlichen Wirkungszusammenhangs, in dem Wissenschaft und Forschung stehen, an eine größere Öffentlichkeit. Die Stadt Wien bewertet diese Aktivitäten sehr hoch und versucht, die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Forschung und Öffentlichkeit ständig breiter und differenzierter zu gestalten. Wiener Vorlesungen. Das Dialogforum der Stadt Wien Die Highlights der Wiener Vorlesungen im Jahr 2008 waren bei 61 Veranstaltungen und über 170 ReferentInnen Vorträge von Eric J. Hobsbawm, Eric Kandel, Jean Ziegler (2.400 ZuhörerInnen), Anton Zeilinger, weiters die 17. Wiener Kindervorlesung mit Horst Seidler über die Ursprünge der Menschheit, und die Reihe„Abschiede 1938. Die Vernichtung des geistigen Wien“ gemeinsam mit der Wienbibliothek im Rathaus und dem IFK, sowie die Veranstaltungsreihe„Urbanität ist Vielfalt- Vielfalt ist Kultur" über die Bedeutung von Migration, Integration und Interkulturalität für Wien in Kooperation mit dem Verein Educult. Es wurden im Jahr 2008 dreizehn Bände der Wiener Vorlesungen herausgegeben. So erschienen u.a. in der Reihe„Wiener Vorlesungen im Rathaus“ die Publikationen Gerhard Botz/ Hubert Christian Ehalt/ Eric J. Hobsbawm/ Jürgen Kocka/ Ernst Wangermann, Geschichte: Möglichkeit für Erkenntnis und Gestaltung der Welt(Band 138), Christina von Braun, Glauben, Wissen und Geschlecht in den drei Religionen des Buches(Band 139), in der Reihe„Enzyklopädie des Wiener Wissens“ von Gernot Sonneck, Helga 85 Goll, Thomas Kapitany, Claudius Stein, Volker Strunz, Krisenintervention. Von den Anfängen der Suizidprävention bis zur Gegenwart (Band VI). 86 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV Der Internetzugang für das Wiener Archivinformationssystem(WAIS) konnte 2008 seinen Betrieb aufnehmen. WAIS bietet ein umfangreiches Service für Archivbenützer und Archivbenützerinnen per Internet, das ein komfortables Recherchieren und Bestellen von Archivalien ermöglicht und damit den Zugang zum Archivgut im Sinne der Transparenz der Bestände wesentlich verbessert. Als wichtiges Projekt, das der Verbesserung des Arbeitsablaufes zwischen dem Archiv und den Dienststellen des Magistrats dient, wurde die strukturierte Erarbeitung von Skartierungsplänen weiter voran getrieben. In weiterer Folge ist dies entscheidend für die Automatisierung der Archivierung bzw. Skartierung in ELAK. Mit einzelnen Dienststellen wurden laufend Einzelbewertungen von deren Registraturen durchgeführt. Das Archiv engagiert sich stark in der Ausbildung zum neuen Lehrberuf „Archiv-, Bibliotheks-, und InformationsassistentIn“. Ein eigener Lehrling konnte im abgelaufenen Jahr seine Ausbildung abschließen. Zusätzlich zum Unterricht des Faches Archivkunde in der Berufsschule durch einen Mitarbeiter wurde allen Lehrlingen eines Ausbildungsjahrganges hier ein einwöchiges Intensivpraktikum angeboten. Der Ausbau eines qualitativ hochwertigen Angebotes im Archivinformationssystem WAIS wurde durch die Retrodigitalisierung von ausgewählten Handschriften und Akten und umfangreiche Konversionen sowie redaktionelle Überarbeitung der Erschließungsdaten von Kartografischer Sammlung und Fotosammlung vorangetrieben. Durch den Ankauf einer sichtlich schon vor Jahrhunderten aus der städtischen Registratur verschleppten Handschrift des ehemaligen Steueramtes konnte historisch wertvolle Information des 16. Jahrhunderts für die Allgemeinheit gesichert werden. Einen wesentlichen Schwerpunkt im Bereich der Serviceleistung bilden die Betreuung von BenützerInnen der Archivbestände und die Beantwortung von Anfragen an das Archiv. Im Berichtsjahr wurden im Benützersaal 4.898 KundInnenkontakte gezählt, die 15.336 Archivalienaushebungen und ebenso viele Rückstellungen(also 30.672 Bewegungen) erforderten. Darüber hinaus wurden 7.447 schriftliche Anfragen bearbeitet und Meldeanfragen nach 8.032 Personen beantwortet. Das Archiv konnte in der Öffentlichkeitsarbeit mehrere Schwerpunkte setzen: Zu nennen ist einerseits die Ausstellung„Die Eleganz des runden Leders“ gemeinsam mit der Wienbibliothek im Rathaus als Beitrag zur Fußball-Europameisterschaft und andererseits die Ausstellung„Wien im Mittelalter. Aspekte und Facetten“, die das 800-Jahr-Jubiläum des ältesten Schriftstücks im Besitz der Stadt, einer Herzogsurkunde aus dem Jahr 1208, in den Mittelpunkt stellte. Zu diesem Anlass wurde auch eine große internationale Tagung („Europäische Städte im Mittelalter“, 14.–17. Oktober 2008) veranstaltet. Ebenfalls zu sehen war die Ausstellung"Der Fall der Bastei. Die Wiener Befestigungsanlagen und ihr Ende 1857“. Zu jeder dieser Ausstellungen wurde eine Präsentation durchgeführt und ein Katalog gedruckt. 21 Archivpräsentationen für diverse Gruppen, darunter insbesondere StudentInnen der Universität Wien, fanden statt. U. a. wurde das Archiv von einer Gruppe von ArchivarInnen aus Novi Sad, einer weiteren aus Schleswig 87 Holstein und einer aus Bosnien besucht. Die Archivbibliothek konnte 2.303 Neuzugänge verzeichnen. Der Schwerpunkt lag auf der retrospektiven Aufnahme des Altbestandes und dessen Erschließung sowie des Transfers digitalisierter Daten der Politischen Dokumentation in die BIS-Datenbank. Die 11. Lieferung des gemeinsam mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung und dem Verein für Geschichte der Stadt Wien herausgegebenen„Historischen Atlas von Wien“ wurde im März 2008 ausgeliefert. Sie enthält Karten zum Thema"Standorte von Einrichtungen des Finanzsektors", sowie„Hauserträge 1914, Flächennutzung 1920 und Baualter 1920 für den 10. Bezirk“ und Kartogrammkarten zur sozialräumlichen Entwicklung nach 1945 mit der Darstellung des Anteils der ArbeiterInnen. Im Rahmen der Produktion des Österreichischen Städteatlas(herausgegeben gemeinsam mit dem Ludwig-BoltzmannInstitut für Stadtgeschichtsforschung und dem Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung) wurde die 10. Lieferung mit den Stadtmappen Bruck an der Mur, Kitzbühel, Waidhofen an der Thaya, Wolfsberg und Ybbs fertig gestellt und in den angeführten Städten präsentiert. In Kooperation mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien, dem Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung und dem LudwigBoltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung erfolgte die Publikation von Heft 13 der jährlich erscheinenden Zeitschrift„Pro civitate Austriae“ zum Thema „Städtische Quellen“. Eine im Rahmen des„Historischen Atlas von Wien“ erscheinende DVD„Pläne und Ansichten von Wien(15.-21. Jahrhundert)“ wurde vorbereitet, ebenso eine im Rahmen des Österreichischen Städteatlas erscheinende DVD„Stadtmappe Lienz“. Die Landtags-und Gemeinderatsdokumentation konnte das Projekt über den Wiener Landtag mit dem Demokratiezentrum Wien fertig stellen und arbeitete an der Broschüre„Deutsch-Österreich, du herrliches Land... – 90 Jahre Konstituierung der Provisorischen Nationalversammlung“ mit. Weiters wurden die Web-Seiten des Wiener Landtages und der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT WIEN, http://www.wien.gv.at/infodat/advgli www/) laufend aktualisiert. Derzeit sind etwa 37.000 Vorgänge seit 1991 abrufbar, weitere Erschließungen in der Wahlperiode 1991–1996(Landtag und Gemeinderat) werden vorgenommen. Im Berichtsjahr wurde mit dem Projekt“Digitalisierung Landtagsmaterialien – Erläuterungen zu den Landesgesetzen bis 1945” sowie mit Vorbereitungsarbeiten für die Erschließung der Wahlperiode 1987– 1991 begonnen. 88 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS In den letzten Jahren hat die Bibliothek mit ihrem 150-JahrJubiläum 2006, mit der Umbenennung in„Wienbibliothek im Rathaus“, dem Relaunch des Außenerscheinungsbildes, mit einer breitenwirksamen Ausstellungs- und Veranstaltungspolitik und der Erarbeitung einer neuen Homepage einige markante Akzente in Richtung relevanter Öffentlichkeit gesetzt. 2008 war es das Bestreben, die eingeschlagene Strategie der starken Öffnung hin in das Bibliotheksumfeld, zu potentiellen Partnerinnen und Partnern und zu unseren Kundinnen und Kunden weiter voran zu treiben. Einen leidvollen Einschnitt des Jahres 2008 stellt der unerwartete Tod des stellvertretenden Direktors Gerhard Renner am 1. April 2008 im Alter von nur 55 Jahren dar. Gerhard Renner war seit 1991 als Mitarbeiter der Wienbibliothek tätig gewesen, er begleitete maßgeblich die EDV-Umstellung der 1990er Jahre und nahm seit 1999 die Rolle des stellvertretenden Direktors ein. In dieser Funktion war er führend beim Umbau der Wienbibliothek und beim Neubau des Tiefspeichers(1999-2003) beschäftigt. Renner publizierte Bücher und Aufsätze zur österreichischen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts, engagierte sich stark in Restitutionsfragen und schrieb Standardwerke zu Nachlässen in Österreich. Er arbeitete in bibliothekarischen Gremien mit und war Vorsitzender der Kommission für Landesbibliotheken in der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare(VÖB). Die drei wesentlichen Ziele für die Strategie der Wienbibliothek wurden auch 2008 weiterverfolgt: Die Wienbibliothek als Wissensspeicher: Sammeln, Bewahren, Vermitteln von Druckschriften, Handschriften, Musikhandschriften und-drucken, Plakaten und Nachlässen sowie elektronischen Ressourcen, in geringerem Ausmaß auch von Bildund Tonträgern, zählen zu den Hauptaufgaben der Bibliothek. Materialien, die bis jetzt im Depot gelagert waren und teilweise nicht zugänglich gemacht werden konnten, sollen durch konsequente Aufarbeitung der Bestände benutzbar gemacht werden, archiviertes Wissen durch Digitalisierung und schnelle Bereitstellung wieder lebendig werden. Das kontinuierliche Übersiedlungsprojekt der Handschriftensammlung aus den ehemaligen Depots in den Tiefspeicher und die damit verbundene Sichtung vieler Nachlässe sowie das großangelegte Digitalisierungsprojekt der Plakatsammlung zur Aufarbeitung des Gewista-Archivs, ebenfalls im Konnex mit der Übersiedlung in den Tiefspeicher möglich, sind hier auch 2008 besonders hervorzustreichen. Weiters wurden rund 11.000 Bände der wertvollsten Druckschriften(vor 1850) von ihren bisherigen Standorten im Dachdepot in den Tiefspeicher verlegt. Die Wienbibliothek als Forschungszentrum: In enger Zusammenarbeit mit den Universitäten soll vor allem Studentinnen und Studenten, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Journalistinnen und Journalisten, Amateurhistorikerinnen und Amateurhistorikern etc. ein optimales Instrument zur Aufarbei-tung der Wiener Stadt- und Kultur-geschichte angeboten werden. 89 Benutzerinnen und Benutzer erhalten direkten Zugang zu den Beständen, qualifizierte Informationen zur Kulturgeschichte Wiens, aufbereitetes Wissen im Rahmen von Kontakten zu den Expertinnen und Experten der Bibliothek, zu Datenbanken, Katalogen und Verzeichnissen. Auch 2008 liefen an der Bibliothek zahlreiche Beratungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; zahlreiche Kooperationen mit den Lehrenden der Universitätsinstitute kulturwissenschaftlicher Studienrichtungen wurden neu aufgebaut und auch Vorschläge für brach liegendes wissenschaftliches Material offensiv angeboten. Als Beispiele für erfolgreiche Kooperationen sind die Internationale Tagung„Bibliotheken in der NS-Zeit. Provenienzforschung und Bibliotheksgeschichte“(25.27.3.2008; gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Wien), die Tagung„Theater/Wissenschaft im 20. Jahrhundert“(8.-10.5.2008; gemeinsam mit dem Institut für Film-, Medien- und Theaterwissenschaft der Universität Wien), das Symposion„Totenstille beim Heurigen. Techniken der Stille in Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald“(27.-28.5.2008; gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur) oder die Tagung„Vor Google – Suchmaschinen im analogen Zeitalter“ (9.-11.10.2008; gemeinsam mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst) zu nennen. Die Wienbibliothek als Ort des kulturellen Dialoges mit der Öffentlichkeit: Die Relevanz von Institutionen wie Bibliotheken misst sich auch daran, in welchem Umfang sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen bzw. in Anspruch genommen werden. In konkreten Zahlen kann sich die Bibliothek seit 2007 über eine neue Entwicklung freuen: neben den Benützerinnen und Benützern etablierte sich in erhöhtem Maße auch die Gruppe der Besucherinnen und Besucher. 7.949 Benützern stehen 5.501 Personen gegenüber, die zu Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen in die Bibliothek kamen. Auch 2008 verfolgte die Bibliothek die Strategie, sich neben der Benützung vor Ort auch über ein dichtes Veranstaltungsprogramm als Stätte des kulturellen Dialogs mit der Öffentlichkeit weiter zu etablieren, weiter. Durch das gesamte Jahr konnte die Institution durch eine Vielzahl und Variationsbreite an Ausstellungen, Lesungen, Symposien, Konzerten über Objektbestände und inhaltliche Schwerpunkte der Wienbibliothek informieren. Das Angebot 2008 reichte von einer Ausstellung über Wiener Kochbücher der Wienbibliothek, über den Komponisten Hans Lang anlässlich dessen 100. Geburtstages, eine Ausstellung über Plakate der 1970er Jahre sowie geraubte Bücher und ihr Schicksal bis hin zu Friedrich Torberg, Fußball in Wien und den Themenkomplex Stadt und Frauen. Mit einer Exlibris-Ausstellung der Meisterklasse der Graphischen in Wien und einer virtuellen Ausstellung zur österreichischen Anarchoband „Drahdiwaberl“ wurden auch unkonventionelle Themen hin zu neuen Zielgruppen erschlossen. Mit einem umfangreichen Führungsprogramm gelang es der Bibliothek, neue buchinteressierte Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Die öffentliche Präsenz der Wienbibliothek drückte sich auch in der vermehrten Berichterstattung in elektronischen und Printmedien aus. Die Bibliothek kann nicht nur auf eine Reihe sehr gut besuchter Veranstaltungen im Jahr 2008 zurückschauen, es konnten auch zahlreiche 90 wissenschaftliche Publikationen aus der Institution heraus entstehen: Die Begleitbücher zu Ausstellungen wie “70er Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek“(Hrsg.: Markus Feigl und Julia König-Rainer),„Die Eleganz des runden Leders“(Hrsg.: Wolfgang Maderthaner, Alfred Pfoser und Roman Horak),„Die Gefahren der Vielseitigkeit“(Hrsg.: Marcel Atze und Marcus G. Patka) sowie„Stadt und Frauen“(Elke Krasny) sowie die Edition des Briefwechsels zwischen Marlene Dietrich und Friedrich Torberg(Hrsg.: Marcel Atze) sind anschauliche Beispiele dafür. Sonderprojekte 2008: Projekt Übersiedlung der Bestände der Handschriftensammlung, der Plakatsammlung und der Druckschriftensammlung in den Tiefspeicher Der 2005 fertig gestellte Tiefspeicher der Wienbibliothek im Rathaus wurde auch 2008 weiterbefüllt. Die Wienbibliothek hat sich zu einer längerfristigen und kontinuierlichen Übersiedlung entschlossen, bei der auch konservatorisch erforderliche Maßnahmen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst stattfinden können: So wurde die Übersiedlung der nach ihrer Provenienz – vorwiegend in Kartons gelagerten – Nachlässe, Vorlässe und Sammlungen das ganze Jahr hindurch weitergeführt. Dabei werden die Materialien in neue säurefreie Mappen und Kartons umgelagert und die notwendigsten bestandserhaltenden Maßnahmen durchgeführt, wie etwa die Entfernung von schädlichen Materialien(Büroklammern, Klebestreifen) getätigt. Die Nachlassverzeichnisse und Bestandslisten werden gleichzeitig entsprechend angepasst. Weiters konnte die Übersiedlung der gebundenen Handschriften kombiniert mit einer Bestandskontrolle abgeschlossen werden. Die Ende 2007 aufgenommene Übersiedlung von Plakaten in den Tiefspeicher wurde das ganze Jahr 2008(mit Hilfe von freien Dienstnehmerinnen und –nehmern) voran getrieben. Das dort befindliche moderne Plakatlagersystem ermöglicht eine konservatorisch einwandfreie und für den täglichen Arbeitsablauf optimale Aufbewahrung der wertvollsten Plakate der Wienbibliothek im Rathaus. Das seit vielen Jahren unbefriedigend gelagerte Archiv der Plakatierungsgesellschaft Gewista wird nun gleichzeitig mit der Übersiedlung in den Tiefspeicher wissenschaftlich erfasst; von jedem Plakat wird ein Foto für den Plakatkatalog angefertigt, was eine zukünftige digitale Gesamterfassung des Archivs in Aussicht stellt. 2008 konnten 11.615 Datensätze im Online-Katalog der Plakatsammlung erstellt und überarbeitet werden. Während der dreiwöchigen Sommersperre der Bibliothek im August 2008 wurden in einer konzertierten Anstrengung fast sämtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Druckschriftensammlung und des Depots etwa 11.000 der wertvollsten Bücher(vor 1850) in den Tiefspeicher übersiedelt. Dabei wurden die Druckschriften auch gereinigt und im Katalog bearbeitet(neuer Standort, aktueller Zustand, Richtigstellung des Katalogisats). Im Zuge der Inventur konnten zahlreiche, bisher nicht im EDV-Katalog erfasste Bücher am Regal katalogisiert und bearbeitet werden. Damit stehen diese nun auch den Leserinnen und Lesern zur Verfügung. Auch mehrbändige, bisher fälschlich als ein Band katalogisierte Werke wurden im Katalog richtiggestellt(1.400 Fälle). 91 Projekt Erweiterung der Musiksammlung 2008 wurden Planungsarbeiten für die Nutzung der durch die Angliederung der so genannten „Finotti-Wohnung“ und die nachfolgende Übersiedlung von Mitarbeiter-Büros frei gewordenen Räume in der Loos-Wohnung sowie für die Adaptierung brach liegender Kellerabteile im Haus Bartensteingasse 9 durchgeführt. In der LoosWohnung wird in der ersten Ausbaustufe die Handbibliothek und der Benützungsbereich neu gestaltet werden. Im Keller sollen zusätzliche Tresorräume entstehen, sodass die Bestände der Musiksammlung aus den Depots des Rathausdachbodens übersiedeln können. Projekt Öffentlichkeitsarbeit Die Öffentlichkeitsarbeit der Wienbibliothek konnte im Jahr 2008 auf mehreren Ebenen weiter ausgebaut werden. Veranstaltungs-, Ausstellungs-, Neuerwerbungs- und Projektinhalte wurden 2008 über monatliche Presseaussendungen und mehrere Pressekonferenzen kontinuierlich an die Medien kommuniziert. Verteilerschienen wie Postversand, Emailaussendungen, Verteilung von Drucksorten und Plakatierung im Stadtraum sowie in Wiener Lokal- und Kulturszenen, Einträge in diverse Online-Veranstaltungskalender sowie der Ausbau der magistratsinternen Kommunikation wurden verstärkt zur Positionierung einzelner Veranstaltungen, Projekte und Produkte eingesetzt. Durch gezielte Kooperationen mit Veranstaltern aus dem Kultur- und Wissenschaftsbereich, Firmen und Interessensvertretungen diverser Gewerbe, konnten Synergien in vielen Bereichen der Kommunikation, beispielsweise bei der Herstellung und Streuung von Drucksorten, Positionierung von Inseraten, in der Kommunikation mit Medienvertretern, aber auch inhaltlicher Natur genutzt werden. Aufbauend auf dem bisher Erreichten wird es künftig im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit darum gehen, Kooperationen mit Kultur- und besonders Wissenschaftsinstitutionen weiter auszubauen und die Sammlungsinhalte mit zeitgenössischen Bewegungen in der Stadt, wie Vortragsreihen in den geistes-, musik- aber auch sozialwissenschaftlichen Bereichen, Schwerpunktveranstaltungen, Festivals, Jubiläumsveranstaltungen und Messen zu verknüpfen, aber auch durch innovative Ausstellungen, Publikationen und Sonderprojekte gezielte Aufmerksamkeiten in der Stadt zu setzen. Projekt Homepage 2008 wurden die Vorarbeiten für den Relaunch der Homepage der Wienbibliothek(www.wienbibliothek.at) weitgehend abgeschlossen, sodass diese im Jänner 2009 frei geschaltet werden konnte. Der virtuelle Außenauftritt der Bibliothek ist nun der CI der Bibliothek angepasst, systematischer und benützungsfreundlicher aufgebaut sowie mit zahlreichen neuen Zusatzinformationen versehen. Neben den klar strukturierten Kernbereichen„Bestände und Sammlungen“,„Benützung und Services“,„Veranstaltungen und Ausstellungen“,„Über die Wienbibliothek“ und„Aktuelles“ bietet die neue Website nun auch Direktzugriffe auf die Kataloge, zu häufig gestellten Fragen(Pull-down-Menüführung), die nächste Veranstaltung und Führung oder den Online-Shop. Ein„Objekt des Monats“ soll das Wissen um die Vielfalt unserer Bestände befördern; erstmals gibt es auch Information auf Englisch für ausländische Besucherinnen und Besucher der Wienbibliothek. 92 Projekt Neustrukturierung der Druckschriftensammlung Im abgelaufenen Jahr wurde die bereits im Herbst 2007 begonnene Reorganisation der Druckschriftensammlung fortgeführt. Dies betraf insbesondere die Sichtung und Erstellung eines Berichts über alle Räumlichkeiten und Bestände im Depot der Sammlung, die Bestandsaufnahmen aller Abläufe in Erwerbung und Einarbeitung von Medien, die Vorbereitung und Installation einer neuen Zeitschriftenverwaltung, die Vorbereitung und Installation von Kostenstellen in der Erwerbung sowie die Vorbereitung und Beginn einer großen Reorganisation der Arbeitsabläufe in der Druckschriftensammlung. Dieser von einer externen Person moderierte Prozess wird in der ersten Jahreshälfte 2009 abgeschlossen sein. Projekt Modernisierung der Restaurierwerkstätte Durch den Bau des Tiefspeichers erhielt die Restaurierwerkstätte neue Räumlichkeiten. Deren Ausstattung bedurfte einer umfassenden Erneuerung, mit der 2008 begonnen wurde. Dazu zählen die Anschaffung eines Anfasergerätes, mit dem Papierschäden schonend behoben werden können, einer modernen Schwemmwanne sowie eines Niederdrucktisches für die Restaurierung von Papier. Projekt Tagblattarchiv Das im Jahr 2002 von der Arbeiterkammer Wien übernommene Tagblattarchiv ergänzt die Bestände der Bibliothek in vielen Bereichen. Es enthält neben Zeitungsausschnitten auch Nachlässe, Plakate und Fotos, die sukzessive der Benützung zugeführt werden. Thematisch gehören dazu Materialien zu den Anfängen der Frauenbewegung in Österreich, zu Karl Kraus und seinem Umkreis (Freunde wie Gegner) sowie zur Arbeiterliteratur. Die Übersiedlung der Personenmappen auf die zweite Galerie im Benützungsbereich konnte im August 2008 abgeschlossen werden. Ebenso wurden die bis dahin nicht in einem Bestandsverzeichnis dokumentierten Personenmappen bis einschließlich dem Anfangsbuchstaben„F“ im Online-Katalog erfasst und somit einfacher recherchierbar gemacht. Weiters wurden etwa 800 Personen- und Sachfotos aus dem Bestand gescannt und zum Großteil durch Katalogisierung besser verfügbar gemacht. Projektstart Reorganisation des Reproduktionsservices Im Lauf der letzten Zeit hat sich gezeigt, dass der Service-Standard der Wienbibliothek im Bereich der Reproduktionsmöglichkeiten für unsere Benützerinnen und Benützer (sowohl technologisch wie von der Preisgestaltung her) nicht mehr auf dem letzten Stand war. Von einer Projektgruppe wurde ein umfassendes Evaluierungs-Konzept ausgearbeitet, das unter anderem bessere Möglichkeiten der Selbstkopie auf einem einfach zu bedienenden Gerät in der Benützung vorsieht. Auf dem zu Beginn des Jahres 2009 gelieferten Gerät(Betreiber: Fa. Ricoh) können nunmehr A3/A4-Kopien schwarz/weiß und färbig von Werken ab 1900, deren Bindung oder Erhaltungszustand es erlaubt, angefertigt werden. In einem weiteren Schritt wurde der Ankauf eines kombinierten Mikrorollfilm- und Mikrofiche-Scangeräts(Canon 800II USB) mit Möglichkeit der Anfertigung einer Selbstkopie auf USB-Stick vorbereitet. Die Struktur der Preise wurde mit Jahreswechsel 2008/2009 an jene vergleichbarer Institutionen im deutschsprachigen Raum, insbesondere der benachbarten Universitätsbibliothek Wien angepasst, was ebenfalls der höheren Kundenfreundlichkeit dient. 93 EIGENE AUSSTELLUNGEN "Heut’ muß der Tisch sich völlig bieg'n.“ Wiener Kochbücher aus der Wienbibliothek im Rathaus Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus Kuratorinnen: Isabella Wasner-Peter, Julia Danielczyk 19. Oktober 2007 – 3. Oktober 2008 Ziel dieser Ausstellung war es, die umfangreiche Sammlung an historischen Kochbüchern der Wienbibliothek aus der Zeit zwischen 1750 und 2007 einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Neben den Kochbüchern, Handschriften und Rezepten, die in der Ausstellung gezeigt wurden, sind auch Werbeplakate traditioneller Wiener, österreichischer aber auch internationaler Firmen und Konzerne hervorzuheben, ebenso wie Artikel aus Zeitschriften, Musikdrucke sowie visuelle und audiovisuelle Beiträge aus verschiedenen TV-Produktionen. Das Ausstellungskonzept richtete seinen Fokus auf typische Wiener Gerichte wie Schnitzel, Gulasch, Rindfleisch oder Gugelhupf und den Veränderungen in der Zubereitung dieser Speisen seit der Biedermeierzeit. Visualisiert wurde auch die bedeutende Rolle der Wiener Esskultur als wesentlicher Identitätsfaktor der Stadt quer durch die Jahrhunderte. Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch im Verlag Mandelbaum erschienen, das neben dem Thema Essen und Identität gastrohistorische Beiträge renommierter Autorinnen und Autoren wie Ingrid Haslinger, Birgit Peter oder Christoph Wagner enthält. Die abgedruckten„Speisezettel“ und Rezepte aus vier Jahrhunderten bieten Experimentierfreudigen auch ausreichend Gelegenheit zum Nachkochen. Julia Danielczyk/ Isabella WasnerPeter(Hrsg.): Heut’ muß der Tisch sich völlig bieg’n. Wiener Küche in Wiener Kochbüchern(Wien: Mandelbaum Verlag, 2007). 70er Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek Ausstellung im Wien Museum Karlsplatz, Atrium Kuratoren: Markus Feigl, Julia KönigRainer 21. Februar- 30. März 2008 Die Ausstellung anlässlich der Publikation des ersten Bandes der von der Wienbibliothek konzipierten Publikationsreihe„Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek im Rathaus“ beschäftigt sich mit den 1970er Jahren im Spiegel dieses Genres. Die Ära Kreisky, die Ereignisse rund um die Besetzung der Arena 1976, die Anti-Atomkraftbewegung, die Eröffnung der ersten Wiener U-Bahn Linie, zahlreiche kulturelle Ereignisse wie Ausstellungen, Film-, Theater- und Musikveranstaltungen, von der Premiere des Musicals„Hair“(1970) bis zur Aufführung von Peter Handkes Erzählung„Wunschloses Unglück“ am Burgtheater(1978) sowie vieles andere mehr lässt sich anhand der Plakate dokumentieren. Die Schau im Atrium des Wien Museums zeigte ausgewählte Plakate zu Kultur und Konsum der 70er Jahre. Die aufgeklebten Originalplakate ermöglichten- einer Plakatwand gleich- einen authentischen Eindruck des neuen Konsumverhaltens zur Zeit des schnellen Wirtschaftswachstums. Die von den beiden Kuratoren herausgegebene Publikation umfasst auch Textbeiträge von Dieter Schrage, Anita Kern, Lilli Hollein und Sylvia Mattl-Wurm. Markus Feigl/ Julia König-Rainer: 70er Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek(Wien: Wienbibliothek im Rathaus, 2008). 94 „Meins“- Exlibris Ausstellung'08 der Meisterklasse der Graphischen Ausstellung im Gangbereich der Wienbibliothek im Rathaus 22. Februar – 21. März 2008 Das Exlibris diente ursprünglich zur Kennzeichnung von Büchern. Als kleine, persönlich gestaltete Etiketten wurde so der Name der Eigentümerin bzw. des Eigentümers in den Buchdeckel eingedruckt oder eingeklebt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Exlibris Gegenstand von Sammlungen in bibliophilen Kreisen. Die künstlerische Exlibrisgestaltung erreichte ihren Höhepunkt. Längst war das Exlibris nicht nur mehr Ausdruck des Besitzanspruches, sondern auch des Besitzerstolzes und bezeichnete die eigene Persönlichkeit. Die Studierenden der Graphischen absolvierten einen Workshop im Druckwerk Dornbirn, um den Hochdruck als eine typische ExlibrisDrucktechnik mit all seinen technischen Herausforderungen kennen zu lernen. Dort wurden einige Exemplare gedruckt, die in der Ausstellung gezeigt wurden. Die Arbeiten spiegelten die Ansprüche modernen Designs wider. Nicht nur die Gestaltung hat sich geändert. Heute hat die Distribution und der Besitz von Wissen bzw. Unterhaltung andere Formen angenommen. Unter diesem Gesichtspunkt ergibt es Sinn, das Verhältnis von Wissen und Eigentum, Besitzstolz und Besitzgier kritisch zu beleuchten. Das Thema Exlibris ist ein idealer Schauplatz dafür. Geraubte Bücher und ihr Schicksal. Aufarbeitung der NSÄra und Provenienzforschung in der Wienbibliothek Ausstellung im Gangbereich der Wienbibliothek im Rathaus Kurator: Christian Mertens 27. März bis 29. August 2008 Nach dem„Anschluss“ im März 1938 wurden unzählige Kunst- und Kulturgegenstände, insbesondere Juden im Sinne der Nürnberger Rassegesetze, oft entschädigungslos entzogen, mussten bei Flucht oder Deportation zurückgelassen oder unter ihrem Wert verkauft werden, um den Lebensunterhalt ihrer entrechteten Besitzer zu sichern. Zu diesen Gegenständen gehörten auch Bücher, Notendrucke oder Autographen, die auf diese Weise Eingang in die Depots und Inventare der Wienbibliothek(damals: Wiener Stadtbibliothek) fanden. 1999 hat sich die Stadt Wien verpflichtet, jene Kunstund Kulturgegenstände aus ihren Beständen, die von Verfolgten des Nationalsozialismus stammen, unentgeltlich an die ursprünglichen Eigentümer oder deren Rechtsnachfolger zu übereignen. Auf Basis dieses Auftrags hat die Wienbibliothek seit 1999 eine intensive Provenienzforschung auf verschiedensten Ebenen betrieben. Ziel der Ausstellung war es, anhand von Akten, Inventarbüchern und Sammlungsobjekten den Raub von Büchern und verwandten Objekten, aber auch die Bemühungen um Restitution seitens der Wienbibliothek bekannt zu machen. „Schreib. Nein, schreib nicht.“ Vitrinenschau mit Originalbriefen von Marlene Dietrich und Friedrich Torberg Ausstellung im Vorraum zum Handschriftenlesesaal der Wienbibliothek Kurator: Marcel Atze 30. Mai 2008- 31. Jänner 2009 „In meiner Verlorenheit hier heute morgen war es schön, Ihre Schrift zu sehen“, heißt es in einem Brief Marlene Dietrichs, den sie am 10. Jänner 1947 an Friedrich Torberg richtete. Die Filmdiva hatte New York, wo Torberg seit 1944 lebte, eine Woche zuvor per Schiff mit dem Ziel Paris verlassen. Doch ihre Beziehung mit dem französischen Schauspieler Jean Gabin gehörte schon der Vergangenheit an, weshalb 95 ihr die vertrauten Zeilen Torbergs in der Pariser Hoteleinsamkeit offenbar besonders willkommen waren. Das Eingangszitat steht für eine Brieffreundschaft, die über dreißig Jahre lang anhalten sollte und die sich in über einhundert Korrespondenzstücken manifestiert. Der Briefwechsel hat sich größtenteils im Nachlass des Schriftstellers und Publizisten Friedrich Torberg erhalten, der sich in der Wienbibliothek im Rathaus befindet. Ausgewählte Exponate illustrierten diese außergewöhnliche Korrespondenz. Parallel zur Ausstellung wurde der Briefwechsel vom Kurator herausgegeben: Marlene Dietrich/ Friedrich Torberg: „Schreib. Nein, schreib nicht.“ Korrespondenz 1946-1979, hrsg. von Marcel Atze(Wien: Synema, 2008). Die Eleganz des runden Leders. Wiener Fußball 1920-1965 Ausstellung im Stadtinformationszentrum/Rathaus 6. Juni- 29. August 2008 Ausstellungsfoyer des Wiener Stadt- und Landesarchivs 6. Juni- 26. September 2008 Kuratoren: Wolfgang Maderthaner, Alfred Pfoser, Roman Horak Fußball in Österreich war ein ausschließlich urbanes Phänomen, Ausdruck einer zutiefst städtischen Kultur, einzigartig auch in der selbstverständlichen Integration der jüdischen Sportvereine oder jüdischer Sportler, auch in der Verbindung von Gesellschaftsleben, Sportcafès, Kulturbetrieb und Fußball. Es war das Ziel dieser Ausstellung anlässlich der EURO 08 in Wien, die konstitutiven Merkmale und Qualitäten des Wiener Fußballs nachzuzeichnen und verständlich zu machen, und zwar in der Periode seiner absoluten Weltklasse. Diese Ära setzt ein nach Ende des Ersten Weltkriegs, als der Fußball zum Massensport wurde. Fußballer wurden als Stars gehandelt, die Clubs bekamen Fangemeinden. Rund um den Fußball entwickelte sich ein geschäftiger Betrieb. Im Wien der 1920er Jahre etablierte sich der Profifußball. Akteure wie Matthias Sindelar, Josef Uridil, Karl Sesta, Bimbo Binder gehörten wie später Ernst Happel, Gerhard Hanappi oder Ernst Ocwirk zu den weltbesten ihres Faches. Die Ausstellung folgte einem gemeinsam von Archiv und Bibliothek entwickelten Konzept und fand zeitgleich an zwei unterschiedlichen Orten statt. Der zentral gelegene Raum der jetzigen Rathaus-Info beherbergte den Hauptteil und zeigte Fußball als Kultur- und Medienphänomen. Die Spezialausstellung im Wiener Stadt- und Landesarchiv widmete sich den Spielern und präsentierte biografische Materialien. Begleitend zur Ausstellung erschien eine von den Kuratoren herausgegebene Publikation: Roman Horak/ Alfred Pfoser/ Wolfgang Maderthaner: Die Eleganz des runden Leders. Wiener Fußball 1920 – 1965(Göttingen: WerkstattVerlag, 2008). 100 Jahre Hans Lang Dokumente aus dem Nachlass der Musiksammlung der Wienbibliothek Ausstellung in der Musiksammlung der Wienbibliothek Kuratorin: Christina Mitrenga 30. Juni 2008 bis 15. Jänner 2009 Lieder wie„A schräge Wies´n am Donaukanal“ oder„Das hat schon der alte Nowotny gesagt“ können nicht wirklich aussterben- und damit auch jener Mann nicht, der die Melodie beisteuerte. Hans Lang, Komponist von Unterhaltungs-, Tanz-, Film- und Theatermusik und Wienerliedern, wurde am 5. Juli 1908 geboren. Sein umfangreicher Nachlass ist 2004 von der Musiksammlung der Wienbibliothek im Rathaus erworben worden. Dokumente aus diesem Nachlass waren anlässlich seines 96 100. Geburtstages in einigen Schauvitrinen in der Musiksammlung zu sehen.(Bereits in Februar 2008 waren einige Exponate anlässlich des Starts der Veranstaltungsreihe Koid=woam in den Räumlichkeiten des Aktionsradius Augarten am Gaußplatz 11 ausgestellt gewesen.) Die„Gefahren der Vielseitigkeit.“ Friedrich Torberg zum 100. Geburtstag Ausstellung im Jüdischen Museum Wien Kuratoren: Marcel Atze, Marcus G. Patka 17. September 2008- 09. März 2009 “Auf dem Papier war er ein böser Mensch, in Fleisch und Blut ein lieber.“ So schrieb Günther Nenning in einem Nachruf auf Friedrich Torberg(1908–1979). Derart gespalten sind bis heute auch die Meinungen: Seinen Freunden ist Torberg seit jeher ein geistreicher Schriftsteller und pointierter Kritiker, ein stets bewusster Jude und Zionist, der in den Anekdoten seiner„Tante Jolesch“ die„gute alte Zeit“ vor dem jüdischen Exodus aus Österreich wie kein anderer literarisch wiedererstehen lässt. Seinen Feinden ist er der Initiator des„Brecht-Boykotts“ und ein kultureller Scharfrichter. Die Ausstellung im Jüdischen Museum Wien in Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus, die den Briefnachlass Torbergs verwaltet, begab sich auf dessen Spuren und widmet sich in zahlreichen Facetten den Themen Literatur, Exil, Kalter Krieg, Judentum, Israel und Sport. Neben Manuskripten, Briefen, Büchern, Fotos und Zeitdokumenten wurden auch TV- und RadioMitschnitte präsentiert. Zur Ausstellung erschien ein umfangreicher und intensiv bebilderter Textband aus der Hand der Kuratoren: Marcel Atze/ Marcus G. Patka (Hrsg.): Die„Gefahren der Vielseitigkeit.“ Friedrich Torberg 1908-1979(Wien: Holzhausen, 2008). Stadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus Kuratorin: Elke Krasny 24. Oktober 2008- 26. Juni 2009 Wenn wir uns durch den öffentlichen Raum der Stadt bewegen, dann ist unser Wahrnehmungshorizont ein gegenwärtiger. Die Schichten der Vergangenheit sind in unterschiedlicher Weise im Gegenwartsraum präsent. Straßennamen, Platznamen, Denkmäler, Statuen, Gedenktafeln- die kollektive Erinnerungsorientierung ist zu einem großen Teil männlich geprägt. Die Ausstellung„Stadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien“ versammelte knapp 300 Kurzbiografien, die topografisch verankert sind. So erweisen sich Prater, Praterstraße und Nebenstraßen beispielsweise als veritabler Boulevard der Frauen. Von der im Prater auftretenden Antonie Mansfeld über die in den Praterauen malende Tina Blau, vom Geburtshaus Lise Meitners in der Heinestraße zu Berta Szeps verh. Zuckerkandl, die in derselben Straße, also der Heinestraße geboren wurde, über die Schauspielerin Fritzi Massary in der Praterstraße bis zu Ottilie Bondy, der Präsidentin des Wiener HausfrauenVereins oder der Schauspielerin Josephine Gallmeyer, als weiblicher Nestroy gehandelt, für deren Totenzug die Praterstraße sogar für den Verkehr gesperrt wurde. An Jetty Strauss lässt sich hier ebenso denken wie an die Frauen, die im Umfeld des Büros für die Weltausstellung für den Pavillon der Frauen-Arbeiten aktiv wurden. Über das System der Verortung wird klar, wie Ort und Erinnerung zusammenspielen können, wo Medizinerinnen oder Architektinnen, Komponistinnen oder Pädagoginnen, 97 Malerinnen oder Tänzerinnen, Musikerinnen oder Physikerinnen wohnten, lebten, arbeiteten. Aber auch städtische Wege können zu aktualisierenden Erinnerungspfaden werden, entlang derer sich die Geschichte der Stadt als Geschichte von Frauen selbstverständlich entfaltet. Zur Ausstellung gab es 2008/09 ein umfangreiches Begleitprogramm sowie ein Buch zur Ausstellung: Elke Krasny: Stadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien(Wien: Metroverlag, 2008). Virtuelle Ausstellung Drahdiwaberl 1969-1981 Kurator: Walter Gröbchen 4. November 2008 – 23. Jänner 2009 „Bilder einer Ausstellung“, derlei hat in der Musikgeschichte seit Modest Mussorgski Tradition. Die virtuelle Exhibition über Drahdiwaberl würde aber vertont etwas wilder, ungestümer, radikaler ausfallen. Ganz dem Titel entsprechend präsentierte Prof. Stefan Weber online persönlich die Geschichte der legendären Wiener Anarcho-Rock-Combo in Bild und Ton. Dabei handelte es sich um eine zweifache Premiere: Einerseits war es die erste Ausstellung der Wienbibliothek, die ausschließlich (oder zumindest primär) im Internet stattfand. Und andererseits gingen „Oral History“ und das Web eine interaktive Verbindung ein, die die „Geschichtslektionen“ des Prof. Weber- anhand seiner eigenen Tagebuch-Aufzeichnungen von 1969 - 1981- zur sehr persönlichen Vorlese- und Erzählstunde machen. Sechs Themenblöcke mit Kommentaren zu je 25 Fotos, Zeitungsausschnitten und Dokumenten ergaben ein bewegendes Bild einer bewegten Zeit. VERANSTALTUNGEN Lesungen Helmut Peschina zum 65. Geburtstag 15. April 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Lesung aus den Werken von Helmut Peschina: Maria Bill und Michael Schottenberg Helmut Peschina ist seit 1973 Schriftsteller. Er begann seine Laufbahn mit Dialogstücken für Theater und Rundfunk, seit den 1990er Jahren dramatisiert er auch zahlreiche Romane. Seine jüngste Bühnenbearbeitung von Hugo Bettauers„Die Stadt ohne Juden“ am Volkstheater/Bellariakino zählte zu den erfolgreichsten Inszenierungen des Jahres 2006. Die Handschriftensammlung der Wienbibliothek verfügt seit diesem Jahr über Helmut Peschinas literarisches Archiv. Erika Molny(1932–1990) Thomas Pluch(1934–1992) 17. April 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Anlässlich der Übernahme des Nachlasses von Erika Molny und Thomas Pluch lud die Wienbibliothek zu einem Abend mit Werner Schneyder ein. Schneyder, ein langjähriger Freund der beiden, stellte seine Auswahl aus dem reichen literarischen und journalistischen Werk vor. Der Nachlass ist für die Wienbibliothek eine wertvolle Erwerbung im Bereich österreichischer Literatur und setzt sich aus Werkmanuskripten, Materialsammlungen zu diversen Projekten, Arbeitsskizzen, Notizbüchern, Korrespondenzen sowie Fotos und Dias zusammen. 98 Lesung aus Friedrich Torbergs Novelle„Mein ist die Rache“ 18. November 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Eine Veranstaltung der Wienbibliothek in Kooperation mit der Lesefestwoche 2008, in deren Rahmen in über 200 Veranstaltungen Bücher gefeiert, diskutiert, gelesen und gehört wurden. Die berühmte Novelle von Friedrich Torberg wurde 2008 von Bibliotheksmitarbeiter Marcel Atze im Deutschen Taschenbuch-Verlag München neu herausgegeben. Buchpräsentationen Fritz Keller: Wien, Mai 1968. Eine heiße Viertelstunde(Wien: mandelbaum verlag, 2008) 30. Jänner 2008, Lesesaal der Wienbibliothek 1968 war eine Zeit des Umbruchs auch in Wien. Probleme ließen sich nicht länger aufschieben. Vor allem unter der studentischen Jugend entstand eine breite Protestbewegung. Warum blieb die Neue Linke in Österreich so schwach und welchen Einfluss hatte der künstlerische Underground? Gibt es Verbindungslinien zwischen der Studentenrevolte und den neuen sozialen Bewegungen? Einige zentrale Probleme, mit denen die 68er-Bewegung konfrontiert war, stellen sich gegenwärtig neu – und die Lösungen, die die damaligen Aktivisten gefunden zu haben glaubten, verdienen es, in die aktuelle Diskussion einbezogen zu werden. Fritz Keller, Historiker und Lebensmittelpolizist in Wien, präsentierte mit seinem Buch mögliche Antworten auf diese Fragen. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Beatrix Neundlinger, Peter Marnul und Adula Ibn Quadr untermalt. Markus Feigl/ Julia König-Rainer (Hrsg.): 70er Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek (Wien: Wienbibliothek im Rathaus, 2008) 20. Februar 2008, Wien Museum Karlsplatz Die Ära Kreisky, die Ereignisse rund um die Besetzung der Arena 1976, die Anti-Atomkraftbewegung, die Eröffnung der ersten Wiener U-Bahn Linie, zahlreiche kulturelle Ereignisse wie Ausstellungen, Film-, Theaterund Musikveranstaltungen, von der Premiere des Musicals„Hair“(1970) bis zur Aufführung von Peter Handkes Erzählung„Wunschloses Unglück“ am Burgtheater(1978) sowie vieles andere mehr lässt sich anhand der Plakate dokumentieren. Die von den beiden Mitarbeitern der Plakatsammlung herausgegebene Publikation umfasst auch Textbeiträge von Dieter Schrage, Anita Kern, Lilli Hollein und Sylvia MattlWurm. Patricia K. Grimsted, F.J. Hoogewoud und Eric Ketelaar (Hrsg.): Returned from Russia: Nazi archival plunder in Western Europe and recent restitution issues(London: Institute of Art and Law, 2007) 27. März 2008, Lesesaal der Wienbibliothek In Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien fand eine Präsentation dieses Bandes über Archivalien aus der NS-Zeit in russischen Archiven statt. Grimsted, Historikerin am Ukrainian Research Institute der Harvard University, beschrieb in bewegten Worten die detektivische Suche nach Archivalien aus den von NS-Deutschland besetzten Gebieten, die in russischen Archiven aufgetaucht waren. Dabei handelt es sich etwa um Materialien von Freimaurer-Logen, jüdischen Gemeinden oder Geheimdiensten der okkupierten Territorien. 99 Peter R. Frank/ Johannes Frimmel: Buchwesen in Wien 1750-1850. Kommentiertes Verzeichnis der Buchdrucker, Buchhändler und Verleger (Wiesbaden: Harrasowitz, 2008) 24. April 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Mit diesem Band liegt zum ersten Mal ein vollständiges Verzeichnis aller Buchhandelsfirmen für den Zeitraum von 1750-1850 in Wien vor. Gerade in dieser bislang wenig erforschten Periode erfuhr der Buchhandel in Österreich durch die maria-theresianischen Reformen, vor allem aber durch die Reformen von Joseph II. mit Lockerung der Zensur einen entscheidenden Aufbruch. Einführende Texte zu einzelnen Firmen weisen auf die Breite und Vielfalt der Produktion und des Handels hin, mit deutschen, griechischen, hebräischen, italienischen, serbischen, tschechischen, ungarischen und anderen Büchern, Almanachen, Zeitschriften und Zeitungen. Dieser Band, der auch Kunst- und Musikalienhändler, Buchbinder, Lithographen und Kupferdrucker berücksichtigt, ist die erste derart umfassende Dokumentation für eine europäische Großstadt. In der Reihe sind weitere Bände über den Buchhandel in Prag und über Pressburg/Pozsony/Bratislava sowie Buda/Pest geplant und in Arbeit. Marlene Dietrich/ Friedrich Torberg:„Schreib. Nein, schreib nicht.“ Korrespondenz 19461979, hrsg. von Marcel Atze (Wien: Synema, 2008) 29. Mai 2008, Lesesaal der Wienbibliothek, 19.30 "In meiner Verlorenheit hier heute morgen war es schön, Ihre Schrift zu sehen", heißt es in einem Brief Marlene Dietrichs, den sie am 10. Januar 1947 an Friedrich Torberg richtete. Die Filmdiva hatte New York, wo Torberg seit 1944 lebte, eine Woche zuvor per Schiff mit dem Ziel Paris verlassen. Doch ihre Beziehung mit dem französischen Schauspieler Jean Gabin gehörte schon der Vergangenheit an, weshalb ihr die vertrauten Zeilen Torbergs in der Pariser Hoteleinsamkeit offenbar besonders willkommen waren. Das Eingangszitat steht für eine Brieffreundschaft, die über dreißig Jahre lang anhalten sollte und die sich in über einhundert Korrespondenzstücken manifestiert. Der Briefwechsel hat sich größtenteils im Nachlass des Schriftstellers und Publizisten Friedrich Torberg erhalten, der sich in der Wienbibliothek im Rathaus befindet. Präsentation von Sonderbeständen bzw. Neuankäufen Sound& Vision: 150 Geschichtslektionen von& mit Prof. Stefan Weber: eine Online-Ausstellung 4. November, Aktionsradius Wien Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Stefan Weber(Drahdiwaberl), Ronnie Urini, Robert Wolf(Chuzpe), Thomas Weber(the gap), Martin Blumenau(FM4), und Thomas Miessgang(Kunsthalle Wien) wurde das Online-Portal der Wienbibliothek, die den Vorlass von Drahdiwaberl verwahrt, präsentiert. Die „Geschichtslektionen“ des Prof. Weber anhand seiner eigenen Tagebuch- Aufzeichnungen von 1969-1981 geben ein bewegendes Bild einer bewegten Zeit wieder. Giftschrank oder Freihand? Über „Schmutz und Schund“ in Bibliotheken 7. November 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Im Rahmen des Arbeitskreises kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Renner-Institut (KRIBIBI) diente die„Secreta“Sammlung der Wienbibliothek als Ansatzpunkt einer Diskussion über den Umgang mit erotischer Literatur. 100 Diese im„Giftschrank“ verwahrten Publikationen wurden früher nur verheirateten, moralisch gefestigten Bibliothekaren fortgeschrittenen Alters zugemutet. Diskutiert wurden Fragen wie: Was kommt in die Freihandaufstellung, was in den „Giftschrank“? Was wird empfohlen, was verschwiegen? Wo ziehen Bibliotheken die Grenzen zwischen „Schund“ und„wertvoller Literatur“? Ist es besser, irgendetwas zu lesen als gar nichts? Was ist wichtiger: Bildungsanspruch oder Unterhaltungswert? Wie verändert sich die bibliothekarische und literarische Wertung? Welche Bestände bilden heute die„Secreta“ und„Remota“? Tagungen und Symposien Tagung„Bibliotheken in der NSZeit. Provenienzforschung und Bibliotheksgeschichte“ 25.-27. März 2008, Universität Wien und Rathaus, Nordbuffet Gemeinsam veranstalteten die Universitätsbibliothek Wien und die Wienbibliothek im Rathaus die Tagung„Bibliotheken in der NS-Zeit“ zum Thema Bücherraub und zur aktuellen Provenienzforschung sowie zu bibliothekshistorischen Aspekten jener Epoche. Vier Jahre nach der Konferenz„Raub und Restitution in Bibliotheken“ im April 2003 im Wiener Rathaus gaben die jüngsten Forschungen und Projekte an diversen Bibliotheken sowie die verstärkten Bemühungen an der Universitätsbibliothek Wien den Anstoß zu dieser Veranstaltung, die selbstverständlich auch dem intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Bibliothekarinnen und Bibliothekaren diente. In diesem Rahmen konnte Bibliotheksmitarbeiter Christian Mertens auch die Geschichte der damaligen Wiener Stadtbibliothek in den Jahren 19381945 in all ihren Facetten beleuchten. Der„Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich führte nicht nur zu einer Gleichschaltung aller städtischen Bediensteten, sondern auch zu tiefgreifenden inhaltlichen Veränderungen an der Bibliothek. Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf die Rolle nationalsozialistischer und Regime-kritischer Mitarbeiter während und nach 1945. „Wiener Tanzmusik, die 2. Wiener Schule und ihr Umfeld“ 1. April 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Als Auftakt zur Johann StraussFestwoche der Tanzsignale wurde unter anderem das Strauss-AllianzVerzeichnis(SAV)- ThematischBibliographischer Katalog der Werke von Johann Strauss(Vater) sowie Kompositionen von Johann Strauss (Vater) in zeitgenössischen Originalarrangements nach den Quellen in der Musiksammlung der Wienbibliothek präsentiert. Dabei wurden auch die neuesten Ergebnisse der Strauss-Forschung erörtert. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Wiener Institut für Strauss-Forschung(WISF) und dem Arnold Schönberg Center Wien statt. Tagung„Theater/Wissenschaft im 20. Jahrhundert. Politik, Wissenschaft und Praxis szenischer Vorgänge im deutschsprachigen Raum“ 8.-10. Mai 2008, Rathaus, Nordbuffet und Österreichisches Theatermuseum, Eroica-Saal Im Mai 1943 wurde das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien im Zuge nationalsozialistischer Wissenschaftspolitik als„Zentralinstitut für Theaterwissenschaft“ gegründet. Aus diesem Anlass richtete das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft diese fachhistorische Tagung in Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus, dem Österreichischen 101 Theatermuseum und den Wiener Vorlesungen aus. „Totenstille beim Heurigen. Techniken der Stille in Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald.“ Symposium anlässlich des 70. Todestages des Autors 27. Mai 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Am 1. Juni 2008 jährte sich der Todestag Ödön von Horváths zum siebzigsten Mal. Dies bot den Anlass für eine Auseinandersetzung mit seinem berühmtesten Stück. Schon die Uraufführung der„Geschichten aus dem Wiener Wald“ im Jahr 1931 in Berlin war eine Sensation. Unter der Regie von Heinz Hilpert agierte ein Starensemble mit stark österreichischem Einschlag. Horváth hatte es geschafft: Alfred Kerr bestätigte ihm, eine der stärksten Kräfte des gegenwärtigen Theaters zu sein. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten fand die Karriere des Autors in Deutschland jedoch schon wenig später ein abruptes Ende. Nach 1945 entfalteten sich die Kräfte des Stückes zunächst zaghaft, bevor Horváth in den 1960er Jahren zu einem Lieblingsautor der kritischen Intelligenz avancierte. Heute ist Horváth ein moderner Klassiker und „Geschichten aus dem Wiener Wald“ eines der meistgespielten Stücke des deutschsprachigen Raumes. Symposion„Vor Google Suchmaschinen im analogen Zeitalter“ 9.-11. Oktober 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Das Internet-Zeitalter beginnt seine Vorgeschichte zu schreiben: An Stelle der„politischen Haupt- und Staatsaktionen“ rücken zunehmend Medien ins Zentrum des historischen Interesses, es werden Aufschreibesysteme, Datenverarbeitung und Übertragungstechnologien untersucht. Zu diesen Forschungen bezweckte das Symposion einen Beitrag zu leisten, indem es sich mit jenen Einrichtungen, Personen und Techniken beschäftigte, die als „Vorläufer“ heutiger Suchmaschinen betrachtet werden können, seien es Staatshandbücher, Diener, Bibliothekskataloge, Fragebögen oder Zeitungskomptoire. Welche strukturellen Ähnlichkeiten gibt es zwischen diesen vergangenen und den heutigen Suchmaschinen? Welche Unterschiede lassen sich feststellen? Welche Utopien knüpften sich an die Suchmaschinen des analogen Zeitalters? Welche Formen von Kontrolle ermöglichten sie? Diese und ähnliche Fragen wurden im Rahmen des Symposions behandelt. Tagung„Die Gefahren der Vielseitigkeit. Zu Leben und Werk von Friedrich Torberg(19081979)“ 30. Oktober 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Am 16. September 1908 wurde Friedrich Kantor in Wien geboren. Unter dem Pseudonym Friedrich Torberg sollte er als Schriftsteller, Essayist, Übersetzer, Literatur- und Theaterkritiker, Journalist sowie als Herausgeber der kulturpolitischen Zeitschrift„FORVM“ eine außergewöhnliche Karriere machen. Torberg, der als Jude vor den Nationalsozialisten aus Prag über verschiedene Länder in die Vereinigten Staaten fliehen musste, kehrte 1951 nach Wien zurück und setzte sich von da an für die Heimkehr Vertriebener und Geflohener ein. Mithilfe des Congress for Cultural Freedom gründete er die kulturpolitische Zeitschrift„FORVM“ – zugleich eine publizistische Speerspitze des Kalten Kriegs und eine der wesentlichen intellektuellen Plattformen im Nachkriegsösterreich. Friedrich Torberg, ein entschiedener Antikommunist, war eine der prägendsten und einflussreichsten Figuren im kulturellen Leben 102 Österreichs. Bei dieser Tagung ging es unter anderem um Torberg als Literaturvermittler, um sein Judentum, seine Rolle im Kalten Krieg, seine Jahre im Exil und seine schriftstellerischen Arbeiten. Sonstige Einzelveranstaltungen Die Jahressuppe 28. Februar 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Das„Philosophische Reisebüro“ veranstaltete gemeinsam mit„la cuisine brute“ 2008 das kunstinterventionistische Projekt„Die Jahressuppe“. 366 Tage lang wurde in zehn verschiedenen europäischen Ländern eine einzige Suppe von 366 Personen gekocht, obwohl täglich eine andere Suppe serviert wurde. Colette Prommer, Ö1 Radioköchin, kochte eine„Hühnersuppe, die stark und glücklich macht!“. Dazu las Walter Meissl„Die Frühstücksinfusion, eine kleine Suppenphilosophie“ von Adolf Holl, Paul Heinzinger und Bernd Püribauer präsentierten den Kurzfilm„Die Suppe reist und wandert“, während Hille Ramharter Suppengeschichten erzählte. Auktion von Transparenten mit historischen Fußballfotos und Plakaten aus der Ausstellung „Die Eleganz des runden Leders. Wiener Fußball 1920-1965“ 28. August 2008, Rathaus, Stadtinformation Anlässlich der Finissage des im Rathaus präsentierten Teils der Ausstellung„Die Eleganz des runden Leders“ organisierte die Wienbibliothek auf Grund von Nachfragen eine Auktion mit Transparenten und Plakaten der Ausstellung, die unter der Leitung des Auktionators der Kunstauktionen im Kinsky Otto Hans Ressler„unter den Hammer“ kamen. Der Reinerlös des Abends kam dem Integrationshaus Wien zu. Stand der Wienbibliothek am Frauen-Power-Tag 21. Oktober 2008, Messezentrum Wien Dabei konnte die Wienbibliothek auf die kurz darauf beginnende Ausstellung„Stadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien“ und das dazugehörige Begleitprogramm zielgruppenadäquat aufmerksam machen. VERANSTALTUNGSREIHEN Abschiede 1938. Die Vernichtung des geistigen Wien Eine Veranstaltungsreihe von IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften), MA 7-Kulturabteilung der Stadt Wien – Wissenschafts- und Forschungsförderung/Wiener Vorlesungen und der Wienbibliothek im Rathaus Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht und dem willfährigen „Anschluss“ an das „Dritte Reich“ im März 1938 wurde nicht nur die Unabhängigkeit Österreichs verspielt und seine Bürgerinnen und Bürger einer Diktatur überantwortet, sondern auch das geistige Wien der Zwischenkriegszeit vernichtet. Mit der Verfolgung der Juden und Jüdinnen und der politisch Andersdenkenden wurde ein intellektueller, künstlerischer und kultureller Mikrokosmos vernichtet, der sich im Wien des Fin de Siècle herausgebildet hatte und der trotz schwierigster wirtschaftlicher und politischer Umstände nach dem großen Krieg als Labor der geistigen Avantgarden erhalten blieb. 1938 fand diese Werkstätte des europäischen Geistes ihr gewaltsames Ende: Die geistige Elite der Stadt emigrierte, wurde in den Folgejahren ermordet oder in den Untergrund 103 bzw. in das innere Exil gezwungen. Wien hat diesen gewaltsamen Aderlass bis heute nicht verwunden. Das Ziel der Veranstaltungsreihe „Abschiede 1938“ war es, 70 Jahre danach, an einzelne Facetten dieser historischen Tragödie zu erinnern. Karl und Charlotte Bühler Psychologie als Erfahrungswissenschaft 13. März 2008, Wiener Rathaus, Festsaal Das Ehepaar Karl und Charlotte Bühler hatte im Wien der Zwischenkriegszeit eine Pionierrolle für die Entwicklung der Kinderpsychologie, der experimentellen Psychologie und der Sprachtheorie inne und wirkte sozialpolitisch und sozialreformerisch im Sinne einer neuen aufgeklärten Lebensführung der Menschen durch die enge Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Akademie der Stadt Wien. Studium und Gebrauch der deutschen Sprache nach der Shoah 29. April 2008, Wiener Rathaus, Volkshalle Jüdische Bürgerinnen und Bürger, die von den Nazis aus ihrer Heimat vertrieben wurden, assoziierten die deutsche Sprache und ihre Begriffe mit der Nazi-Herrschaft, den Konzentrationslagern und der Shoah. Die Sprache Heinrich Heines, Lessings, Schillers, Goethes war für sie kompromittiert, besudelt. Viele der vertriebenen jüdischen Bürgerinnen und Bürger reagierten auf das Trauma, indem sie den Gebrauch der deutschen Sprache von da an verweigerten; andere studierten Germanistik und thematisierten ihre Ambivalenz. Was geschah mit den Kindern? Erfolg und Trauma junger Menschen, die vor den Nationalsozialisten flohen 24. Juni 2008, Universitätscampus Der„Anschluss“ Österreichs an NaziDeutschland und die Angst vor mörderischer Verfolgung veranlassten viele jüdische Familien dazu, wenigstens ihren Kindern die Flucht ins rettende Ausland zu ermöglichen. Obwohl diese jungen Flüchtlinge unter ungünstigen und bedrückenden Umständen im Exil ankamen, gelang ihnen in ihrem neuen Heimatland überdurchschnittlich oft eine erfolgreiche Karriere. Gerald Holton und Gerhard Sonnert, die Autoren des Buches„What Happened to the Children Who Fled Nazi Persecution“ (2006), beschreiben, dass diese Erfolge aber mit hohen Kosten für die Betroffenen verbunden waren: Viele der Flüchtlinge kämpften mit psychischen Traumata als Nachwirkung ihrer Verfolgung. Wie viel Arbeit brauchen Menschen? Marie Jahoda und das Denken über Arbeit undArbeitslosigkeit heute 15. Oktober 2008, Wiener Rathaus, Volkshalle Mit Arbeit eigneten und eignen sich die Menschen tätig die Welt an. Je effizienter und produktiver der Arbeitsplatz wurde, umso mehr verringerten sich Umfang und Härte der Arbeit, die für das Überleben der Menschen notwendig war und ist. Die Haltung der Menschen zur Arbeit war in allen Kulturen ambivalent und oszillierte zwischen den Vorstellungen von Strafe für schuldhaftes Verhalten und der Möglichkeit einer tätigen Gestaltung der Welt. Marie Jahoda hat als Sozialforscherin erstmals die Fragen nach den Folgen von Arbeitslosigkeit für Menschen gestellt und ist dem Thema, wie viel Arbeit der Mensch braucht, ihr Leben lang treu geblieben. Tagung: Die Gefahren der Vielseitigkeit. Zu Leben und Werk von Friedrich Torberg(1908–1979) 30. Oktober 2008, Lesesaal der Wienbibliothek(siehe unter „Tagungen und Symposien“) 104 Hans Tietze und Erica Tietze-Conrat – Kunstwissenschaft als Kulturwissenschaft 5. November 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Das Ehepaar Tietze erwarb sich große Verdienste um die kultur- und kunstgeschichtliche Aufarbeitung Wiens und publizierte zu diesem Thema eine große Zahl von Büchern und Artikeln. Hans Tietzes öffentliche Bedeutung ist eng verbunden mit der Museumsreform nach 1918. Die Sammlungsbestände der Habsburger, die in das Eigentum der Republik übergegangen waren, mussten nicht nur neu geordnet, sondern auch in der Vermittlung auf die Demokratie abgestellt werden. Erica Tietze-Conrat(1883–1957) promovierte als erste Kunsthistorikerin in Österreich. 1938 flohen beide in die USA. Ich und die Menge. Massenpsychologie und Massenpolitik im Wien der Zwischenkriegszeit 19. November 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Die Umbrüche der Ersten österreichischen Republik, das Ineinandergreifen sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Krisen und die Mobilisierung breiter Bevölkerungsschichten für politische Utopien der Emanzipation und rassistische Phantasien totalitärer Machtergreifung führen unter den Intellektuellen Wiens zu einem prominenten Diskurs über„die Masse“. Sigmund Freud, Ernst Federn und andere reflektieren die Entstehungsbedingungen und Dynamik der Massen in Form einer politischen Pathologie. Begleitprogramm zur Ausstellung „Stadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien“ StadtFlanerie 27. November 2008, Fleischmarkt Die Frauen gehen auf die Straße vom Fleischmarkt zur Rahlgasse an Proteste und Rechte erinnert. Anlässlich einer Stadtführung erzählte Elke Krasny weibliche Wiener Gegengeschichten. Literarische Frauenstimmen in Wien 11. November 2008, Lesesaal der Wienbibliothek Podiumsgespräch mit Eva Geber (AUF- Eine Frauenzeitschrift), Mieze Medusa(Hip Hop Aktivistin), Yvonne Giedenbacher(Autorin), Yasmin Hafedh(Poetry Slammerin) und Marlen Schachinger(Autorin) StadtFlanerie 13. November, Jüdischer Friedhof Währing Salonièren, Ökonominen, Malerinnen – sie alle haben diesen Weg vom Jüdischen Friedhof Währing über den Gaußplatz bis zum Flakturm im Augarten gekreuzt. Anlässlich einer Stadtführung erzählte Elke Krasny weibliche Wiener Gegengeschichten. StadtFlanerie 20. November 2008, Karmelitermarkt Nähschulen, Badehäuser und Reiseschriftstellerinnen – eine Reise in die Vergangenheit entdeckt vom Karmelitermarkt bis zum Schwedenplatz jüdische, Wohlfahrtseinrichtungen, die erste Handelsakademie für Frauen und vieles mehr. Anlässlich einer Stadtführung erzählte Elke Krasny weibliche Wiener Gegengeschichten. StadtFlanerie 30. Oktober 2008, Burggasse Anarchistinnen, Tänzerinnen und Demonstrantinnen – Frauen auf dem Weg von der Burggasse bis zur Gumpendorfer Straße. Anlässlich 105 einer Stadtführung erzählte Elke Krasny weibliche Wiener Gegengeschichten Planung für Frauen, Planung von Frauen: Normen, Widersprüche, Konflikte, Visionen 11. Dezember 2008, Planungswerkstatt Elke Krasny im Gespräch mit Shams Asadi, Eva Kail, Bente Knoll, Brigitte Lacina und Sabine Pollak Word up! Musik und Lesen Gemeinsam mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, Schauspielerinnen und Schauspielern, Videokünstlerinnen und Videokünstlerinnen sowie Disc Jockeys werden zweimal jährlich Lesungen in einem avantgardistisch musikalischen und visuellen Rahmen gestaltet, der die Inhalte der Sammlungen in einen für eine junge, studentische Zielgruppe ansprechenden Zusammenhang stellt. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, dieser Teilöffentlichkeit die Marke Wienbibliothek im Rathaus und die Funktion dieser Bibliothek als Forschungszentrum zu kommunizieren. In Verbindung mit Video und Film ergibt sich eine multimediale Gesamtpräsentation, die wiederum stellvertretend für die Vielfalt der Themen innerhalb der Sammlungen steht. Bedingt durch die„Euro 2008“ konnte im abgelaufenen Jahr nur eine Veranstaltung in dieser Reihe stattfinden: „Wartet nur, bis Captain Flint kommt!“ Eine musikalische Lesung von Richard Schuberth mit Begleitung von Paul Dangl(Geige) 23. September 2008, Foyer der Wienbibliothek Vier Wiener Bobos aus der Kunstszene und dem kulturwissenschaftlichen Diskurs, die gegen George Bush und für ThaiCurry sind und glauben, ihr Bewusstsein markiere bereits das Linksaußen des gesellschaftlich Möglichen, werden eines Besseren belehrt: von drei aus der Anstalt geflohenen Patienten. Ihr Anführer, eine einbeinige Frau, vermeint der berüchtigte Piratenkapitän Flint zu sein, ein junger stotternder Türke hält sich für den osmanischen Korsaren Jimmy Fish und ein schizophrener Homosexueller glaubt, Oscar Wilde zu sein. Die Bande, die im geenterten Loft ein Schiff vermutet, nimmt die Bobos als Geisel und Kurs in die Karibik, wo sie die Südsüdwestliche Handelsgesellschaft bekämpfen will. Am Anfang scheint die Idee, dass die Wohnung ein Schiff sei, absurd, wird im Laufe der Handlung aber immer plausibler. Schuberths Stück gilt als derbe Gesellschaftskritik an den eingeschliffenen Selbstverständlichkeiten linksliberaler Kreise. Captain Flint nimmt sie mit realitätsgeschulter Radikalität, Oscar Wilde mit eleganter Tiefgeistigkeit in die Zange. Koid=woam- Das Wienerlied kennt keine Hauptsaison Eine Kooperation von Aktionsradius Wien, Kulturverein Narrendattel und der Wienbibliothek im Rathaus. „wir kennen das wienerlied. wir kennen roland neuwirth. wir kennen adi hirschal, und wir kennen heinz holecek. wir kennen den schmalen grat zwischen milieu und niveau. wir kennen den spagat zwischen soul und groove, die tanz und die märsche. wir kennen die alten themen, den wein, die maderln, den tod; und wir wissen um die lust und die qual, die es verursacht, das eigene in besitz zu nehmen. doch wieder haben unberechenbare anarchisten das wienerlied besetzt wie ein staubiges haus, und hinter den blinden scherben der alten fenster wachsen- heimlich? ohne lärm jedenfalls- frische, kräftige triebe am alten stock. kennen wir das wienerlied?“ – diese Zeilen von 106 Walther Soyka können als vorweg genommene Abstraktion von koid=woam gelten, eine Veranstaltungsreihe neuen Typs zur nachhaltigen Wienerlied-Revitalisierung. koid=woam ist Resultat einer Vernetzung von drei Akteuren der tätigen Liebe zum Wienerlied: Aktionsradius Wien(bisher Veranstalter der Neuen Wiener Welle), Friedl Preisls Kulturverein Narrendattel(Schutzhaus-Trilogie, Reihe „Wienerlied-und?“) sowie der Wienbibliothek im Rathaus, die ihr umfangreiches Wienerlied-Archiv und einzigartige Veranstaltungssäle in das Gesamtprojekt einbringt. Dank dieser Kooperation ist eine ganzjährige Reihe möglich, ein abwechslungsreicher Zyklus, der die Begegnungen zwischen Musikliebhabern und Musikschaffenden fördert. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe gab es 2008 folgende Termine: 5. Februar 2008, Aktionsradius Wien Walther Soyka& Karl Stirner 13. Februar 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Trude Mally, Duo Bäuml-Koschelu& Kollegium Kalksburg 19. März 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Walter Soyka Trio. Natascha Mirkovic-De Ro&Matthias Loibner 23. April 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Zur Wachauerin, Steinberg& Havlicek 21. Mai 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Trio Alt Wien, Slavko Ninic& Otto Lechner 18. Juni 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Die Strottern& Peter Ahorner& Netnakisum 30. September 2008, Aktionsradius Wien Symposium„Ist das Wienerlied tot?“ 1. Oktober 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Hans Lang und Zeitgenossen Präsentation& Musik 22. Oktober 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Karl Hodina& Roland Neuwirth, Franzobel& Bertl Mütter 26. November 2008, Musiksammlung der Wienbibliothek Alp Bora Trio, Ernst Molden und Walter Soyka SAMMLUNGEN: Überblick über die wichtigsten Erwerbungen und Erschließungen Der Online-Katalog der Druckschriften-sammlung enthielt mit Ende des Jahres 2008 rund 506.300 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nachlässe betrug rund 10.300 Bände. Neben dem Ankauf aktueller Literatur konnten auch wertvolle antiquarische Bücher angekauft werden, zum Beispiel zwei frühe Wiener Drucke aus dem Jahr 1562 sowie„Bezirks-Pläne der kais. königl. Haupt- und Residenz-Stadt Wien mit alten und neuen Hausnummern“ aus dem Jahr 1863. Weiters wurden zwei fußballhistorisch interessante Werke über Matthias Sindelar(1940 bzw. 1949) sowie ein Bildband zur Fußball-Weltmeisterschaft 1954 erworben. Die Handschriftensammlung erhielt 2008 eine sehr wertvolle und in ihrer 107 Zusammensetzung und Vielfalt einmalige Autografenkollektion als Geschenk: die Sammlung von Otto Kallir, dem legendären Wiener Kunsthändler, die vor allem wichtige Quellen der österreichischen Geschichte der Neuzeit, daneben aber auch literarische und musikalische Zeugnisse des 19. und 20. Jahrhunderts enthält. Der Bogen dieser einzigartigen Schriftzeugnisse spannt sich von Briefen Kaiser Karls V. über Johann Sobieski, dem Befreier Wiens von den Türken, zu Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz Joseph. Briefe Andreas Hofers sind ebenso enthalten wie solche Napoleons I., Friedrich II., der legendären Sisi und des in Sarajewo ermordeten Kronprinzen Franz Ferdinand. An Nachlässen erwarb die Handschriftensammlung der Wienbibliothek 2008 unter anderem jene des österreichischen Schriftstellers Walter Bäck sowie der Komponisten Hans Lang und Gustav Zelibor, einen Teilnachlass des Musikers Gottfried Marcus, den Restnachlass Edith Rosenstrauch-Königsberg sowie den Vorlass Marie-Thérèse Kerschbaumer. Unter den Einzelerwerbungen sind vier Verträge von Johann Strauss(Sohn) besonders nennenswert. 2008 erwarb die Musiksammlung einen Teilnachlass Nico Dostals. Er enthält unter anderem die teilautografe Partitur seiner Bearbeitung der Operette„Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss(Sohn) als Tonfilm, die eigenhändige Partitur bzw. Stimmen zu verschiedenen Musiknummern aus seiner eigenen Operette„Rhapsodie der Liebe“, Libretti und umfangreiches Aufführungsmaterial zu weiteren seiner Operetten, Studienliteratur seines Sohnes Roman Dostal usw. Weiters kaufte die Musiksammlung weitere Teile des Nachlasses des Pianisten und Komponisten Bruno Uher, der sich etwa als Klavierbegleiter des Kabaretts Simpl einen Namen machte. Der Bestand enthält vor allem Autographe zu den Operetten„Ein Walzertraum“ und „Ihr erster Walzer“ von Oscar Straus sowie Manuskripte von Oscar Stalla und Bruno Uher selbst. Durch ein Legat erhielt die Wienbibliothek 2008 den umfangreichen Nachlass des langjährigen Klavierbegleiters von Heinz Conrads, Gustav Zelibor. Das bedeutendste Einzelautograph, das die Musiksammlung 2008 erwarb, war ein Albumblatt, auf dem der erste Teil der„Annen-Polka“ von Johann Strauss(Sohn) notiert ist. Es handelt sich um das früheste erhaltene Musikmanuskript aus seiner Feder, das einen zusammenhängenden Notentext enthält. Die „Annen-Polka“ ist zudem die wohl bekannteste Komposition aus seiner ersten Schaffensperiode. Besonderen Wert erhält das Autograph weiters durch Strauss’ Eintragungen von Vortragsanweisungen, die keine der bislang bekannten Quellen überliefern. Die Strauss-Sammlung wurde im Berichtszeitraum außerdem um zwei weitere Autographe von Johann Strauss(Sohn) ergänzt, einen ungedruckten Walzerteil in C-Dur und ein Blatt aus der Partitur der Operette„Simplicius“. Zudem wurde eine von fremder Hand verfertigte Bearbeitung von 63 Walzern von Johann Strauss(Vater) für Violine solo erworben. Auch der Hugo-Wolf-Bestand erfuhr einen wertvollen Zuwachs. Es handelt sich um die Korrekturfahnen des Klavierauszugs der Vokalkomposition„Dem Vaterland“ nach Robert Reinick mit eigenhändigen Korrekturen des Komponisten, dessen Letztfassung des Werks für Chor und Orchester repräsentierend. Zuletzt sei auf die Erwerbung der Originalpartitur der Operette„Ball im Savoy“ von Paul Abraham verwiesen. 108 Die Orchestrierung wurde nicht vom Komponisten selbst, sondern von seinen Mitarbeitern Egon Kemény und Herbert Jäger besorgt. Das Manuskript hat inzwischen großes Interesse verschiedener Musikforscher erregt, da Quellen zu Abraham selten sind. Die Plakatsammlung konnte 4.629 Neuzugänge aus der regulären Zugang über die Ablieferung von Pflichtexemplaren durch die Gewista verzeichnen. Im Rahmen des Sonderprojekts zur Gesamterfassung des historischen Gewista-Archivs, das 1975 übernommen worden ist, wurden 2008 rund 11.615 Datensätze im Online-Katalog der Plakatsammlung erstellt und überarbeitet. Im Mai 2008 konnten einige Desiderata an historischen Plakaten im Dorotheum ersteigert werden. Im Juni 2008 übernahm die Plakatsammlung eine knapp 2.500 Plakate umfassende Schenkung des Parlaments aus dem ehemaligen Gauarchiv, überwiegend aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die gerollten Plakate wurden je nach Zustand restauriert, gefestigt, kaschiert und geglättet und sodann durch Katalogisierung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Sammlung Dokumentation wurde im Jahr 2008 um die Katalogisierung von rund 4.800 Zeitungsartikeln erweitert. 20 laufende Publikationsreihen, Tages-, Wochen- und Monatszeitungen wurden dafür ausgewertet. Die bereits im Jahr zuvor begonnene Erfassung der Zeitungsartikel mit der Bibliothekssoftware ermöglicht es, auch im Bereich der Dokumentation online zu recherchieren. Das häufig nachgefragte Tagblattarchiv wurde wie schon in den Jahren zuvor um zahlreiche zusätzliche Zeitungsausschnittkonvolute ergänzt und gleichzeitig die Katalogisierung der Personenmappen vorangetrieben. In den„Gedenktageindex“ wurden 837 Personen neu aufgenommen sowie 1.672 Korrekturen durchgeführt. Weiters kam es durch Übernahme eines neuen Arbeitsmoduls zum Abgleich von etwa 25.000 Daten der Friedhofsverwaltung mit jenen des Gedenktageindex’. Die rund 150 Seiten starke „Gedenktageliste 2009“ konnte im August an Behörden und Magistratsdienststellen ausgeliefert werden. Die Wienbibliothek lieferte über das gesamte Jahr 2008 324 Biographien für Ehrungen und Verkehrsflächenbenennungen an die MA 7 bzw. das Präsidialbüro. STATISTISCHE KENNZAHLEN BENÜTZUNG UND BESUCHER Druckschriftensammlung: 5.523 BenützerInnen 13.221 ausgegebene Medien 4.904 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung: 1.440 BenützerInnen 3.265 ausgegebene Medien 307 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Musiksammlung: 928 BenützerInnen 3.361 ausgegebene Medien 813 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Plakatsammlung: 58 BenützerInnen 2.041 ausgegebene Medien 170 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Dokumentation: 660 ausgegebene Medien(TagblattArchiv) 549 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen 109 Sonstige BesucherInnen: 3.400 BesucherInnen von Veranstaltungen(Lesesaal, Musiksammlung, Medientermine) 2.101 TeilnehmerInnen an Führungen BenützerInnen und BesucherInnen gesamt 2008: 7.949 Personen Benützung 5.501 Personen Veranstaltungen und Führungen 13.450 Personen gesamt KULTURVERMITTLUNG Die Wienbibliothek verfolgt auf verschiedenen Ebenen der Kulturvermittlung das Ziel, den Bekanntheitsgrad der Institution zu erhöhen, Sonderbestände an neue Teilöffentlichkeiten zu kommunizieren und angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Disziplinen Germanistik, Literaturwissenschaft, Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Kunst- und Kulturwissenschaften, Geschichte, Zeitgeschichte, Musikwissenschaft und verwandten Studienrichtungen den Umfang und die Attraktivität der fünf Sammlungen zu kommunizieren. Von den im Jahr 2008 durchgeführten 113 Führungen belaufen sich ca. die Hälfte auf Führungen durch die Sammlungen für Studenten und interessierte Personengruppen bzw. auf Benützerschulungen und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens und die zweite Hälfte auf Sonderführungen durch laufende Ausstellungen. RESTITUTION UND PROVENIENZFORSCHUNG In der Wienbibliothek wurden seit 1999 in einem dreigliedrigen Rechercheverfahren alle Erwerbungsvorgänge(die jeweils ein Objekt bis tausende Objekte umfassen können) der Jahre 1938-1946, sämtliche Akten der Bibliothek in den Jahren 1938-1950 sowie rund 40.000 Druckwerke der Erwerbungsjahre 1938-1946 hinsichtlich ihrer Vorbesitzervermerke überprüft. Dazu kommen etwa 10.000 Bände, die im Zuge der Erschließung neu erworbener antiquarischer Werke bzw. bis dahin noch nicht aufgearbeiteter privater Sammlungen gesichtet wurden. Von der Restitutionskommission wurden 2008 zwei Berichte behandelt (Werke mit Provenienzvermerken von Institutionen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sowie Werke mit dem Provenienzvermerk„Elsa Bienenfeld“) und konnten einer abschließenden Beurteilung zugeführt werden. Die Übergabe der insgesamt zehn Objekte an die Rechtsnachfolger steht noch aus. In mehreren anderen Fällen konnten bei der Suche nach Rechtsnachfolgern in Kooperation mit der Anlaufstelle der Israelitischen Kultusgemeinde und der Commission for Looted Art in Europe(London) zwar neue Erkenntnisse gewonnen, die Recherchen aber noch nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Rund 2.400 inventarisierte Objekte und 24 zuvor nicht erschlossene Kartons wurden bislang an die Rechtsnachfolger der ursprünglichen Eigentümerinnen und Eigentümer restituiert, wobei der ganz überwiegende Teil wieder angekauft oder der Bibliothek zum Geschenk gemacht wurde. Die Zahl der mangels aussagekräftiger Hinweise und Unterlagen nicht einzuschätzenden Erwerbungen aus der Wienbibliothek, darunter solche von anderen Dienststellen, unbekannten Personen oder dem Dorotheum, konnte auf 52 mit insgesamt 251 Werken abgesenkt werden. In den meisten Fällen wurden allerdings bereits alle zugänglichen Quellen konsultiert, weshalb eine Klärung nur mehr über externe Stellen oder Personen erfolgen kann. Zu diesem Zweck sind diese Objekte über die 110 Datenbanken www.lostart.de und www.kunstrestitution.at abrufbar. Darüber hinaus sind in der KunstDatenbank des Nationalfonds 21 Objekte, die von der VUGESTA als anonymes jüdisches Vermögen angekauft wurden, die Bestände der Sammlung Holzmann mit über 200 Druckschriften und etwa 200 Autographen sowie die Sammlung Richter mit fast 2.000 Objekten verzeichnet. In diesen Fällen blieb die Suche nach Rechtsnachfolgern bisher ergebnislos. Ebenso wurden bis heute 80 Objekte mit Provenienzvermerken von Personen, die als Jüdinnen und Juden im Sinne der Nürnberger Rassegesetze möglicherweise durch Dritte geschädigt wurden – ohne Präjudiz auf deren Restitutionswürdigkeit – der KunstDatenbank des Nationalfonds zur Verfügung gestellt. Sämtliche Provenienzvermerke, darunter auch die große Masse hauseigener Sammlungsvermerke, sind im Online-Katalog der Wienbibliothek abrufbar. AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN INTERNATIONAL/NATIONAL Für eine Reihe von Ausstellungen im In- und Ausland wurden Ausstellungsobjekte zur Verfügung gestellt. Beteiligung an Ausstellungen in Österreich: „Die Korngolds. Klischee, Kritik und Komposition“(Jüdisches Museum Wien), 28.11.2007- 18.5.2008 „Kabarett Fledermaus 1907-1913“ (Österreichisches Theatermuseum, Wien), 19.2.–8.6.2008 „Blut, Schweiß und Tränen. Botschaften des Körpers“ (Volkskundemuseum Graz), 18.4.26.10.2008 „Kronprinz Rudolf als Naturforscher in den Donau-Auen. Wahrnehmungen und Detailansichten“(Museum Orth, Schloß Orth), 27.4.–1.11.2008 „Salzkammergut“(Landesausstellung Oberösterreich 2008), 29.4.2.11.2008 „Am Puls der Stadt. 2000 Jahre Karlsplatz“(Wien Museum), 29.5.2008–26.10.2008 „Zauberhafte Klangmaschinen“ (Kulturfabrik Hainburg), 20.9.200819.4.2009 Republik-Ausstellung 1918/2008 (Parlament, Wien), 12.11.2008– 11.4.2009 „Zauber der Ferne. Imaginäre Reisen im 19. Jahrhundert“(Wien Museum), 4. 12. 2008-29.3.2009 Beteiligung an ausländischen Ausstellungen: „Kabarett Fledermaus 1907 – 1913“ (Museum Villa Stuck, München), 18.10.2007–27.1.2008 „Helmut Qualtinger“ (Österreichisches Kulturforum, Warschau), 27.10.2007-25.5.2008 „Die Beste aller Frauen“(Jüdisches Museum, Frankfurt am Main), 19.12.2007–30.3.2008 „Josef Maria Auchentaller(18651949). Un secessionista ai confini dell’ impero”(Musei Provinciali, Palazzo Attems-Petzenstein, Gorizia), 24.4.-30.9.2008 Teilnahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an folgenden Kongressen: Russian Music Archives Abroad, Moskau, 25.-30.3.2008 Tanz-Signale 2008, Wien, 3.5.4.2008 Tagung„Workshop Masterplan Zentrale Landesbibliothek Berlin“, 16.4.2008 KOOP-LITERA Tagung 2008 – 14. Arbeitstagung der österreichischen Literaturarchive, Berlin, 23.25.4.2008 Ottoman Empire and European Theatre. From the Beginnings to 1800. Sultan Selim III& Mozart. 111 International Symposium in Two Acts, Wien, 25.-26.4.2008 Deutsches Literaturarchiv Marbach, 5.-9.5.2008 Internationaler Bibliothekskongress, Linz, 14.-16.5.2008 Deutscher Bibliothekstag, Mannheim, 2.-3.6.2008 33. Internationale NestroyGespräche, Schwechat, 28.6.1.7.2008 International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres(IAML), Neapel, 20.-25.7.2008 27. Erlanger Poetenfest, Erlangen: 27.8.-1.9.2008 Deutsches Exilarchiv, DNB, Frankfurt a. M.: 28.-30.8.2007 VÖB-Kongress, Krems/Donau, 24.26.9.2008 Symposium „lesen.heute.perspektiven“, Salzburg, 19.-21.11.2008 KOOPERATIONEN Kooperation mit dem Österreichischen Literaturarchiv (ÖLA) Die internationale Jahresschrift „Sichtungen“, die seit 1998 im Verlag Turia+ Kant(Wien) erscheint, ist ein gemeinsames Projekt des ÖLA und der Wienbibliothek und widmet sich interdisziplinär dem Themenkomplex Archiv, Bibliothek und Literaturwissenschaft. Sie steht damit im Aufgabenbereich kulturwissenschaftlicher Grundlagenforschung. Wurde in der Vergangenheit, in den Bänden 1 bis 7, ein besonderer Schwerpunkt auf Fragen zu Theorie und Praxis der Erschließung von Nachlässen und Autographen im Feld von Literaturarchiven, modernen Handschriftensammlungen und ähnlich gelagerten Institutionen gelegt, werden ab Band 8/9 themenorientierte Bände erstellt, die eine grundsätzliche Behandlung bislang unbearbeiteter oder vernachlässigter Forschungsfelder zum Ziel haben. Band 10/11 wird im März 2009 erscheinen. Das Internet-Portal KOOP-LITERA, das seit Mai 2001 online ist, ist ebenfalls eine Initiative des Österreichischen Literaturarchivs, der Österreichischen Nationalbibliothek und der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus. Ziel ist der Aufbau und die Koordination eines Netzwerks zwischen Institutionen, die moderne Nachlässe und Autographen erwerben, erschließen, bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Kooperation mit dem Aktionsradius Wien Der Kulturverein Aktionsradius Wien und die Wienbibliothek gingen während des gesamten Jahres 2007 eine enge Kooperation bei Veranstaltungen ein. Dazu zählen insbesondere die Veranstaltungsreihe „Koid=woam- Das Wienerlied kennt keine Hauptsaison“, die im Februar 2008 mit viel Erfolg gestartet wurde, aber auch die StadtFlanerien im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung„Stadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien“. Ebenso konnte die Online-Ausstellung der Wienbibliothek zur Wiener Anarcho-Band„Drahdiwaberl“ in Zusammenarbeit mit dieser Organisation präsentiert werden. Kooperation mit dem Verein Narrendattel Zusammen mit dem Aktionsradius Wien ist Friedl Preisls Kulturverein Narrendattel Projektpartner der Wienbibliothek bei der Veranstaltungsreihe„Koid=woam- Das Wienerlied kennt keine Hauptsaison.“ Kooperation mit der Lesefestwoche 2008 in Kooperation mit der Lesefestwoche 2008, in deren Rahmen in über 200 Veranstaltungen Bücher gefeiert, diskutiert, gelesen und gehört 112 wurden, fand in der Wienbibliothek eine Lesung aus Friedrich Torbergs Novelle„Mein ist die Rache“ statt. Kooperation mit den Wiener Kunstauktionen Der Direktor des Auktionshauses im Kinsky Kunstauktionen GmbH Otto Hans Ressler leitete ehrenamtlich die Auktion von Transparenten und Plakaten der Ausstellung„Die Eleganz des runden Leders“, deren Reinerlös dem Integrationshaus Wien zugute kam. Kooperation mit den Institut für Film-, Medien- und Theaterwissenschaften der Universität Wien Gemeinsam wurde die Fachtagung „Theater/Wissenschaft im 20. Jahrhundert. Politik, Wissenschaft und Praxis szenischer Vorgänge im deutschsprachigen Raum“ ausgerichtet, die der Erforschung historischer Aspekte des Instituts diente. Auch konnte das gemeinsam betriebene FWF-Forschungsprojekt „Hörinszenierungen – Österreichische Literatur im Radio“(Erschließung des Nachlasses Franz Hiesel) im September 2008 abgeschlossen werden. Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst(IWK) Das gemeinsam veranstaltete Symposion„Vor Google Suchmaschinen im analogen Zeitalter“ im Lesesaal der Wienbibliothek untersuchte Aufschreibesysteme, Datenverarbeitung und Übertragungstechnologien im analogen Zeitalter. Kooperation mit dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften(IFK) Die seit Jahren bewährte Zusammenarbeit mit dem IFK schlug sich 2008 in der Tagung„Die Gefahren der Vielseitigkeit. Zu Leben und Werk von Friedrich Torberg(1908-1979)“ sowie in der Veranstaltungsreihe „Abschiede 1938“(wo beide Institutionen als Partner der Wiener Vorlesungen auftraten) nieder. Kooperation mit der Universitätsbibliothek Wien Gemeinsam wurde die Tagung „Bibliotheken in der NS-Zeit. Provenienzforschung und Bibliotheksgeschichte“ zum Thema Bücherraub und zur aktuellen Provenienzforschung sowie zu bibliothekshistorischen Aspekten jener Epoche vorbereitet und umgesetzt. Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Abgesehen von den selbstverständlichen Kontakten mit der Anlaufstelle im Rahmen der Provenienzforschung fand in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien eine Präsentation eines Bandes über Archivalien aus der NS-Zeit in russischen Archiven- Patricia K. Grimsted, F.J. Hoogewoud und Eric Ketelaar(Hrsg.): Returned from Russia: Nazi archival plunder in Western Europe and recent restitution issues(London: Institute of Art and Law, 2007)- statt. Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur Die Gesellschaft trat als Partner beim Symposion„Totenstille beim Heurigen. Techniken der Stille in Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald.“ anlässlich des 70. Todestages des Autors auf. Kooperation mit dem Philosophischen Reisebüro Das„Philosophische Reisebüro“ organisierte das kunstinterventionistische Projekt„Die Jahressuppe“, in deren Rahmen Colette Prommer, Ö1 Radioköchin, eine„Hühnersuppe, die stark und glücklich macht“, kochte. Dazu las Walter Meissl Texte von 113 Adolf Holl, Paul Heinzinger und Bernd Püribauer präsentierten einen Kurzfilm, während Hille Ramharter Suppengeschichten erzählte. Kooperation mit der Meisterschule der Grafischen in Wien Im Rahmen der Exlibris Ausstellung '08 Meisterklasse der Graphischen im Gangbereich der Wienbibliothek traf modernes Grafikdesign im buchspezifischen Umfeld auf eine traditionelle Kunstform. Heute hat die Distribution und der Besitz von Wissen bzw. Unterhaltung andere Formen angenommen. Unter diesem Gesichtspunkt ergab es Sinn, das Verhältnis von Wissen und Eigentum, Besitzstolz und Besitzgier kritisch zu beleuchten. Das Thema Exlibris ist ein idealer Schauplatz dafür. Kooperation mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv Die Ausstellung„Die Eleganz des runden Leders. Wiener Fußball 19201965“ war eine gemeinsame Initiative von beiden Institutionen. Dies schlug sich auch in der Zweiteilung der Exposition Stadtinformationszentrum/Rathaus sowie Ausstellungsfoyer des Wiener Stadt- und Landesarchivs – sowie im gemeinsamen Begleitbuch nieder. Kooperation mit dem Wien Museum Die Ausstellung zu„70er Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek“ im Atrium des Wien Museums, bei der ausgewählte Plakate zu Kultur und Konsum der 1970er Jahre gezeigt wurden, ist nur das sichtbarste Kennzeichen einer ständigen engen Kooperation der beiden Institutionen, der von gegenseitigen Leihgaben für Ausstellungen bis hin zur Provenienzforschung reicht. Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien Ähnliches gilt auch für diese Institution. Die gute Zusammenarbeit manifestierte sich 2008 besonders in der gemeinsamen Ausstellung„Die Gefahren der Vielseitigkeit. Friedrich Torberg zum 100. Geburtstag“ im Jüdischen Museum Wien. Beide Institutionen stellten je einen Kurator für dieses Projekt, aus dem auch ein repräsentativer umfangreicher und intensiv bebilderter Textband ausfloss. Kooperation mit dem Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Renner-Institut (KRIBIBI) Im Rahmen des Arbeitskreises kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Renner-Institut (KRIBIBI) diente die„Secreta“Sammlung der Wienbibliothek als Ansatzpunkt einer Diskussion über den Umgang mit erotischer Literatur. Kooperation mit dem Wiener Institut für Strauss-Forschung (WISF) Der Auftakt zur Johann StraussFestwoche der Tanzsignale 2008 unter dem Titel„Wiener Tanzmusik, die 2. Wiener Schule und ihr Umfeld“ fand in der Musiksammlung der Wienbibliothek statt. Dabei wurden auch die neuesten Ergebnisse der Strauss-Forschung erörtert. Kooperation mit der MA 57 Die enge Kooperation rund um die Ausstellung„Stadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien“ wurde ergänzt um eine gemeinsame Veranstaltung im Rahmen des Gendenkjahres 1938-2008: Filmvorführung„Hakoah Lischot (Watermarks)“, Dokumentation von Yaron Zilbermann, mit anschließender Podiumsdiskussion. 114 WIEN MUSEUM ÜBERBLICK Das Wien Museum ist ein urbanes Universalmuseum mit einem breiten Spektrum von Sammlungen und Ausstellungen – von Stadtgeschichte über Kunst bis zu Mode und Alltagskultur, von den Anfängen der Besiedelung bis zur Gegenwart. Unmittelbar nach der Ausgliederung der Museen der Stadt Wien aus der städtischen Verwaltung wurde mit der Bezeichnung„WIEN MUSEUM“ eine Marke geschaffen, die in der Wiener Museumslandschaft mittlerweile ein unverwechselbares Profil erreicht hat. Am 9. Oktober 2008 fand aus diesem Grund die Pressekonferenz„5 Jahre Wien Museum“ im Atrium des Wien Museums Karlsplatz statt, bei der erstmals ein Jahresfolder mit einer Vorschau auf sämtliche Ausstellungen des Jahres 2009 präsentiert wurde. Das größte Ereignis des Jahres 2008 war am 8. Mai die Eröffnung des neuen Römermuseums am Hohen Markt. Die bislang im Kellergeschoss befindliche Ausgrabungsstätte „Römische Ruinen unter dem Hohen Markt“ im Ausmaß von 176 m 2 konnte durch Hinzumietung von Flächen im Erdgeschoß und 1. Stock um 244 m 2 auf ein Gesamtausmaß von 420 m 2 erweitert werden. Mit der Gestaltung des Umbaus wurde nach einem kleinen Wettbewerb die Wiener Architektengruppe „querkraft-Architekten“ beauftragt. Mit rund 300 archäologischen Funden, einem sehr vorsichtigen und dennoch gezielten Einsatz neuer Medien, Grafiken und klassischen Wandmalereien bietet sich den BesucherInnen nun ein faszinierender Einblick in das römische Wien. Mit der Erweiterung dieses Standortes konnten Defizite der alten Grabungsanlagen beseitigt werden. So wurde ein zeitgemäßer Eingangsbereich mit den notwendigen Nutzräumen sowie Platz für Vermittlungsangebote geschaffen. Ein MultimediaGuide in Deutsch, Englisch und erstmals auch in Gebärdensprache sowie eine Spielstation für Kinder ergänzen das Angebot. Mit dem neuen Konzept konnten innerhalb von acht Monaten bereits mehr als 24.000 Besucher angesprochen werden. BAULICHE MAßNAHMEN Neben der Erweiterung des Römermuseums, die zeitgerecht zur Eröffnung am 8. Mai abgeschlossen wurde, konnten zwei weitere Außenstellen einer Erneuerung unterzogen werden. Im Hinblick auf das Haydn-Jahr 2009 wurden im Haydnhaus die Dauerausstellung überarbeitet und der Hauseingangs-, Shop- und Kassenbereich sowie der Garten im Innenhof neu gestaltet. Die Restaurierungsarbeiten in der Virgilkapelle, verbunden mit der Trockenlegung der Wände dieses größten erhaltenen gotischen Innenraums in Wien, wurden mit Unterstützung des Wiener Altstadterhaltungsfonds fortgesetzt. ORGANISATORISCHE ÄNDERUNGEN Am 1. Jänner trat die Novelle zum Wiener Museumsgesetz in Kraft. Mit der Änderung des Museumsgesetzes verankerte der Gesetzgeber die Gemeinnützigkeit der Aufgaben der Museen der Stadt Wien, beendete die zuvor jährliche Valorisierung der Abgeltung der Stadt Wien, und legte die Funktionsbezeichnung 115 „Finanzdirektor“ oder„Finanzdirektorin“ für die kaufmännische Leitung fest. Weiters wurden Inhalt sowie Termin für die Vorlage des Jahresberichts durch das Kuratorium der Museen an den Wiener Landtag festgelegt. Mit Beschluss der Wiener Landesregierung vom 11. März wurde der seit 1. April 2003 amtierende Museumsdirektor Dr. Wolfgang Kos auf weitere 5 Jahre zum Direktor der Wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechtes Museen der Stadt Wien bestellt. Nach Ruhestandsantritt der bisherigen Vertreterin des Direktors, Frau Dr. Renata KassalMikula, wurde Frau Dr. Ursula Storch ab 1. Juni zur neuen stellvertretenden Direktorin ernannt. Die Zuständigkeit der Vertretung des Dienstgebers Stadt Wien für die dem Wien Museum zugeteilten Magistratsbediensteten ging ab 1. Juli von der MA 2 auf die MA 7 über. Die für diese Magistratsbediensteten gültige Dienststellenbezeichnung lautet seither MA 7 – Museen. Eine wesentliche Änderung erfuhr die Organisation der Museen der Stadt Wien auf Grund des Beschlusses des Wiener Gemeinderates vom 25. Juni. Mit Wirksamkeit vom 1. Juli wurde das zuvor in der MA 7 geführte Referat Stadtarchäologie Wien den Museen der Stadt Wien angegliedert. Die organisatorische Zusammenführung soll die schon bisher bestehenden Synergieeffekte in Forschung und Vermittlung der Geschichte der Bundeshauptstadt Wien, im Sammeln, Bewahren und Präsentieren künftig intensivieren. Durch Beibehalten der eigenen Marke „Stadtarchäologie Wien“ und der größtmöglichen Selbstständigkeit in der Verwaltung bleibt die Identität dieser wissenschaftlichen Facheinheit gewährleistet. In Form eines Zuweisungsvertrags gemäß§ 8 Abs. 1 des Wiener Zuweisungsgesetzes wurden die Vertrags-, Aushilfs- und Saisonbediensteten der Stadtarchäologie Wien der Wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechtes Museen der Stadt Wien zur Dienstleistung zugewiesen und vereinbart, alle befristeten Dienstverträge nach Ablauf in neue, unbefristete Dienstverträge mit der wissenschaftlichen Anstalt umzuwandeln. In diesem Sinne wurden bis zum Jahresende bereits mit 20 von 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtarchäologie Wien neue Dienstverträge abgeschlossen. Der durch die Angliederung tatsächlich entstandene Aufwand wird den Museen der Stadt Wien von der Stadt Wien nach Feststellung durch einen Wirtschaftsprüfer in Form von jährlichen Subventionen ersetzt. Der Geschäftsanteil des Wien Museums an der Mozarthaus Vienna Errichtungs- und Betriebs- GmbH wurde am 14. Juli an die Wien Holding GmbH abgetreten. Seither wird das Mozarthaus zur Gänze mit dem Personal der Mozarthaus Vienna Errichtungs- und Betriebs- GmbH betrieben, das Wien Museum bleibt jedoch aufgrund eines Kooperationsvertrages weiterhin für die wissenschaftliche und kuratorische Betreuung der originalen MozartWohnung verantwortlich und entscheidungsbefugt. Ab 1. November wurde der zuvor verpachtete Museumsshop in der Eingangshalle des Wien Museum Karlsplatz vom Museum selbst mit eigenem Personal geführt. SAMMLUNGSPFLEGE Zu den wertvollsten Ankäufen des Jahres zählen das Aquarell/Gouache von Peter Fendi„Das schlafende Kind am Weihnachtsabend“(1828) sowie ein Konvolut Zeichnungen aus den Jahren 1869/70 von Carl Hasenauer 116 und Gottfried Semper zum Bau des sogenannten„Kaiserforums“ in Wien. Diese Zeichnungen sind bedeutende Dokumente über den Bau von wichtigen Gebäuden der Wiener Ringstraße. An größeren Ankäufen seien erwähnt das Ölgemälde „Liebespaar“ von Karl Hauk, 1926, eine Anrichte von Ottokar Uhl aus dem Haus der Industrie, 1965, acht „Automatenfotos“ von Arnulf Rainer, Mai/Juni 1969, ein Konvolut an 40 SW-Fototografien von Margherita Spiluttini aus der Serie„Form der Zeit“, 1992-2008 sowie die Tintenstiftzeichnung von Dan Perjovischi „Vienna Notebook“. Im Zuge der Restitution wurden aus der Sammlung Adele Duschnitz das Gemälde von Jakob Emil Schindler„Mühle in Plankenberg“ und aus der Sammlung Ignatz Pick die Gemälde von Johann Baptist Lampi „Anton Josef Edler von Leeb“ und „Theresia von Leeb“, ein Kupferstich von Hieronymus Löschenkohl„Die Eröffnung des Praters durch Josef II.“, eine Wachsbossierung von Georg Ehle und das Gemälde von Josef Neugebauer„Schlafendes Kind“ rückgestellt. Das Gemälde von Jakob Emil Schindler„Mühle in Plankenberg“ konnte nach erfolgter Restitution von den neuen rechtmäßigen Eigentümern rückgekauft und der Sammlung wieder eingegliedert werden. Der im Jahr 2007 nach erfolgter Restitution zurückerworbene Bösendorfer-Stutzflügel von Johann Strauß Sohn, wofür der Verein der Freunde des Wien Museums aufkam, wurde ab 26. Juni wieder in der Johann Strauß Wohnung aufgestellt. Mit Leihgaben waren die Museen der Stadt Wien an insgesamt 26 Ausstellungen im Inland, 14 Ausstellungen im europäischen Ausland und an einer Ausstellung im außereuropäischen Ausland beteiligt. Besonders erwähnenswert sind die Leihgaben aus der Sammlung des Wien Museums an die Neue Galerie in New York und die Tate Gallery in Liverpool, die als Kulturhauptstadt Europas eine große Ausstellung über Gustav Klimt u.a. mit Leihgaben aus der Sammlung des Wien Museums zeigte. Im Zuge des Projekts Neuinventarisierung wurden die Sammlungsbereiche der Architekturpläne Baumann und Schmidt, eine in den letzten Jahren erworbene Spielkartensammlung und die WurzbachSammlung aufgearbeitet. Weiters wurde das Projekt der systematischen Bilddigitalisierung der Sammlungsgegenstände in die Wege geleitet. Das vor vier Jahren begonnene Projekt Inventur der Bestände des Wien Museums ging gegen Jahresende in die Endphase. Die erste Zählung seit den 50-er Jahren des vorigen Jahrhunderts der nach Ort der Aufbewahrung, Objektkategorien und –materialien sowie Erhaltungszustand erfassten Bestände ergab insgesamt mehr als eine Million. Sammlungsobjekte. Im laufenden Jahr und den nächsten Jahren werden zahlreiche weitere Nacharbeiten im Bereich der Inventur erforderlich sein. AUSSTELLUNGEN Im Wien Museum Karlsplatz wurde der Ausstellungsreigen des Jahres 2008 mit der Sonderausstellung „Nagoya. Das Werden der japanischen Großstadt“ in Fortsetzung der langjährigen Partnerschaft mit dem Nagoya City Museum eröffnet. Diese lief vom 7. Februar bis 4. Mai. Im Erdgeschoß und parallel dazu im ersten Stock am Karlsplatz lief vom 29. Mai bis 26. Oktober die umfangreiche stadthistorische Ausstellung „Am Puls der Stadt: 2000 Jahre Karlsplatz“, bei der das Areal 117 Karlsplatz in zwölf Zeitabschnitten mit dem Stadtganzen in Beziehung gesetzt war. Anhand eines konkreten Raumes wurde die Entwicklung der Stadt von der Urzeit bis zur Jetztzeit wissenschaftlich aufbereitet. Dabei spielten sowohl topografische, soziale, kulturelle als auch künstlerische Positionen eine Rolle. Ein reichhaltiges Begleitprogramm ergänzte die Ausstellung. Unter anderem bestand am Wochenende die Möglichkeit zu einer Kranfahrt am Karlsplatz mit Stadtrundblick, weiters wurden Karlsplatz-Expeditionen angeboten sowie 33 Orte am Karlsplatz mit Verweisen auf historische Begebenheiten beschriftet. Die Sonderausstellung„Zauber der Ferne – Imaginäre Reisen im 19. Jahrhundert“ war ab 4. Dezember zu sehen(Dauer bis 29. März 2009) und präsentierte neben frühen Guckkästen, Laterna Magica – Apparaten, Panoramen auch erste Filme über die Reisesehnsucht der Wienerinnen und Wiener. Im ersten Stock des Museums war die Sonderausstellung„Late Sixties – Fotografien von Christian Skrein“ vom 28. Februar bis 11. Mai als zeithistorische Rückschau auf Wiens„wilde“ Jahre zu sehen. Christian Skrein dokumentierte vor allem die Wiener Kunstszene der Sechziger-Jahre. Mit„Glanzstücke. Emilie Flöge und der Schmuck der Wiener Werkstätte“ gelang es dem Museum erstmals, eine Kooperation mit der Neuen Galerie New York einzugehen. Gleichzeitig konnte ein Hauptwerk der Sammlung, nämlich Gustav Klimts Emilie Flöge in den Mittelpunkt einer Ausstellung gestellt werden. Ab 19. November(Dauer bis 22. Februar 2009) waren im Umfeld des berühmten Klimt Gemäldes die wichtigsten Schmuckstücke der Wiener Werkstätte zu sehen, die im Salon Flöge ausgestellt oder auch verkauft wurden. Im Atrium des Museums liefen die Präsentation„70er–Plakate aus der Sammlung der Wienbibliothek“ vom 21. Februar bis 30. März mit Einblick in das kulturelle Leben und die Produktwerbung der siebziger Jahre, die Ausstellung„Wo die Wuchtel fliegt. Legendäre Orte des Wiener Fußballs“ vom 24. April bis 3. August als Beitrag des Wien Museums zur FußballEuropameisterschaft. Im Zentrum dieser Ausstellung stand das Bild des Wunderteams von Paul Meissner aus der Sammlung des Museums. Weiters im Atrium gezeigt wurde die Ausstellung„Türkei Modern. Fotografien von Othmar Pferschy“ vom 19. September bis 9. November. Im 2. Stock des Museums waren vom 30. Juni bis 5. Oktober mit „Einblick#3“ eine Auswahl an seit dem Jahr 2000 angekauften Kunstwerken mit Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst, ab 7. Oktober die Installation„loosgelöst“ des Designers Robert Stadler im Looszimmer der Dauerausstellung (Dauer bis 31. Jänner 2009) und ab 23. Oktober die Ausstellung „Elfriede Mejchar – Fotografien von den Rändern Wiens“(Dauer bis 26. April 2009) eingerichtet. In der Hermesvilla gab es mit der Ausstellung„Steinerne Zeugen – Relikte aus dem alten Wien“ vom 21. März bis 26. Oktober einen Streifzug durch 400 Jahre Stadtgeschichte mit Skulpturen, Architekturteilen und Hauszeichen zu sehen. VERANSTALTUNGEN, VERMITTLUNG, BILDUNG Am 4. September war das Wien Museum Veranstaltungsort für die Auslandskulturtagung 2008 des Bundesministeriums für auswärtige 118 Angelegenheiten. In Form eines interkulturellen Dialogs leisteten Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, Bildung, Wissenschaft und Medien Beiträge in Form von Vorträgen und Arbeitskreisen zur Förderung der internationalen Kulturzusammenarbeit. Anlässlich der Jahrestage 1918, 1933 und 1938 fand am 3. März die Konferenz„Von autoritären Gesellschaften zur Demokratie – Demokratie und Diktatur im Widerstreit seit 1918“ im Wien Museum Karlsplatz mit einem Einstiegsfilm, Vorträgen und Diskussionen statt. In der Langen Nacht der Museen vom 4. auf den 5. Oktober bot das Wien Museum im Haupthaus am Karlsplatz Spezialführungen, unter anderem eine Taschenlampenführung über den Karlsplatz und einen Blick über die Stadt von dem anlässlich der Ausstellung„Am Puls der Stadt“ vor dem Museum aufgestellten Kran mit Förderkorb an. Das Uhrenmuseum gewährte Einblicke in historische Uhrwerke und in die Technik der Uhren aus HolzZahnrädern. Im Römermuseum wurden Führungen, Würfelspiele und Verkostungen„Essen wie die Römer“, in den Neidhart-Fresken Führungen und ein musikalisches Programm mit Minneliedern angeboten. Im Rahmen der Vermittlungs- und Bildungsaktivitäten fanden neben dem reichhaltigen Führungsangebot für alle Altersklassen auch Informationsveranstaltungen für Lehrer und Lehrerinnen zu jeder Ausstellung, die Familienfeste„Kirschblütenfest“ am 9. März und„Die Römer sind da!“ am 10. Mai, Ferienspiele in der Sommer- und Winterferienzeit, Aktionstage für SchülerInnen unter anderem mit Gratiskranfahrt zur Ausstellung„Am Puls der Stadt“, eine Erfahrungswerkstatt„Stadtgeschichte“ für Schulklassen sowie ein Lesenachmittag(„Tagebuchtag 2008“) und Gesprächskreise zum Thema„An den Rändern der Stadt“ statt. In Summe wurden von der Abteilung Vermittlung, Bildung und BesucherInnenservice im Jahr 2008 mehr als 1.400 Führungen veranstaltet. Im Römermuseum wurde aufgrund der großen Nachfrage eine Verdopplung der Anzahl der Führungen erzielt, in den Musikerwohnungen gab es einen Führungszuwachs um mehr als ein Drittel, vor allem durch Vermittlungsangebote in Kooperation mit der Wiener Musikuniversität im Schubert Geburtshaus. Mit der fortgeführten Spielstation im Atrium wurde Familien ein weiteres Service geboten. Die Spielstation stand während der Sonderausstellungen„Nagoya“ und„Zauber der Ferne“ allen Kindern von ca. zwei bis sechs Jahren kostenfrei zur Verfügung und versteht sich als Spiel- und Lernbereich, der auf die alterspezifischen, motorischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten abgestimmt ist. STATISTIK Die Jahresgesamtzahl der Besucher der Museen der Stadt Wien betrug 319.047 Personen. Darunter entfielen 88.685 Personen auf das Wien Museum Karlsplatz, 109.508 auf die Mozart-Wohnung, 17.052 auf die Hermesvilla und 20.890 auf das Uhrenmuseum. 316 Foto- und Reproduktionsansuchen wurden bearbeitet. 119 Besucher vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2008 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz Dauerausstellung und Sonderausstellungen inkl. Ausstellungen im Atrium 88.685 Wien Museum Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten Dauerausstellung und Sonderausstellungen 17.052 Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 20.890 Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus, 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydn Haus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 283 9.923 11.493 3.981 109.508 8.713 1.168 9.923 155.906 Sonstige Standorte der Museen der Stadt Wien Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto Wagner-Hofpavillon Hietzing, 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße Otto Wagner-Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof** Römische Ruinen/ Römermuseum, 1010 Wien, Hoher Markt Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)** Zwischensumme sonstige Standorte 2.428 661 5.309 3.453 0 24.663 0 36.514 Gesamtsumme 319.047 (Besucherzahlen sind inkl. Besucher von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern) * Eröffnung als Römermuseum am 8. Mai 2008 ** Wegen Grabungsarbeiten/ Restaurierungsarbeiten vorübergehend geschlossen 120 121 FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. Alle Beträge in EURO. Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Film, Kino, Video Bildende Kunst, Photo Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Intern. Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 22.791.740,26 7.314.509,26 5.442.379,04 998.551,87 19.713.068,38 91.792.804,83 497.500,00 11.937.000,00 8.173.091,58 2.497.965,39 1.424.602,00 163.970,00 900.655,62 14.090.886,21 19.999.901,49 122 Museen, Archive, Wissenschaft Archive Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Bauliche Maßnahmen und Einrichtungen für Wien Museum Karlsplatz, Hermesvilla und andere Außenstellen Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter Betrieb Jüdisches Museum Museumsquartier Wien Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Projektförderungen Wissenschaftliche Förderungen Akademie der bildenden Künste Architekturzentrum Wien Austrian American Foundation Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten Cajetan-Felder-Institut Camillo-Sitte-Gesellschaft Club of Vienna Demokratiezentrum Wien Europäische Akademie Wien Europäisches Forum Alpbach Fonds der Stadt Wien- Krebsforschung Gesellschaft für Zeitgeschichte Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde ICCR Interdisziplinäres Forschungszentrum Sozialwissenschaften Institut Ethik und Wissenschaften im Dialog Institut für die Wissenschaft von Menschen Jewish Welcome Service Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft MHM Michael Horowitz Media OEG Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichischer Austauschdienst Österreichisches Zentrum für russische Sprache und Kultur(vorm. Südosteuropa-Institut) Projektgruppe"Wörterbuch der Fackel" 18.953,76 41.872,81 4.481,87 7.716,78 10.582,70 13.029,70 1.720,40 259,24 21.598,13 11.761,51 15.365,05 2.324,40 17.597,80 3.000.785,05 507.960,15 731.002,36 4.506.422,15 3.805.000,00 306.975,26 291.000,00 73.000,00 50.000,00 1.280.000,00 400.000,00 10.000,00 30.000,00 10.000,00 300.000,00 130.000,00 28.000,00 11.000,00 109.000,00 40.000,00 150.000,00 33.000,00 50.000,00 1.000.000,00 71.000,00 1.000.000,00 50.000,00 352.000,00 70.000,00 10.000,00 2.500,00 40.000,00 123 Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Sommerhochschule der Uni Wien Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes TU Wien(Gastprofessur) Tuw.was TU Wien Verein Betrifft: Neudeggergasse Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Verein Forschungszentrum für historische Minderheiten Verein für Geschichte der Stadt Wien Verein Wiesenthal-Institut Verein Yad Layeled Austria Wirtschaftsuni Wien WWTF- Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland Förderung junger Wissenschaftler(Forschungsstipendien) Projektförderungen Wiener Vorlesungen Buchankäufe Alfred Klahr Gesellschaft- Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung Amalthea Signum Verlag Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG Czernin Verlag GmbH Edition Splitter Edition Vabene Editon Steinbauer Educult- Institut für die Vermittlung von Kunst und Wissenschaft Ephelant Verlag Facultas Verlag Gezeiten Verlag Gustinus Ambrosi-Gesellschaft Löcker Verlag Mandelbaum Verlag mc publishing Verein Kulturprojekte Metamorphosen Lessing Verlags KG Metroverlag MHM Michael Horowitz Media OG Novum Verlag Österreichisch-Bhutanische Gesellschaft Österreichischer Kunst- und Kulturverlag Passagen Verlag Praesens VerlagsgesmbH Promedia Verlag Seifert Verlag GmbH Springer Verlag Studien Verlag SWS-Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft University Press/Franzkeit Verein Wiener Architektur Verlag Anton Pustet Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Vier Viertel Verlag Violetta Ritterling Verlag Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung Ges.m.b.H. 124 20.000,00 5.000,00 254.400,00 50.000,00 60.000,00 25.000,00 33.600,00 119.700,00 33.000,00 210.431,00 10.000,00 90.000,00 1.450.000,00 16.164,77 36.500,00 1.250.000,00 308.449,10 1.000,00 1.870,50 6.424,00 2.448,00 1.290,00 1.851,00 1.850,00 290,00 1.100,00 741,00 600,00 480,00 1.976,00 2.253,00 1.832,00 1.650,00 2.644,00 3.349,99 397,98 150,00 210,00 4.455,00 640,00 1.568,00 936,00 300,00 2.748,25 500,80 1.757,25 2.400,00 490,00 834,00 1.578,00 2.418,00 550,00 2.540,50 Druckkostenbeiträge Afghan Wulas Verein zur Förderung der Afghanischen Kultur in Österreich Alfred Klahr Gesellschaft Alliance for Nature- Allianz für Natur Amalthea Signum Verlag Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG Braumüller Verlag Czernin Verlag GmbH dérive- Verein für Stadtforschung DÖW Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes echomedia verlag ges.m.b.h. Edition Art Science Verlag der Autoren Edition Sonnenaufgang Edition Splitter& Splitter Art Edition Steinbauer GmbH Edition Vabene Edition Viktoria Eigenverlag Dr. Friedrich Bauer Eigenverlag Dr. Johanna Holik Facultas Verlag FEDA- Forschungsgruppe für Epistemologie und Diskursanalyse Gesellschaft für Buchforschung in Österreich Gezeiten Verlag& Kommunikation Heimatrunde St. Hubertus- Verein für Heimatgeschichte hyper[realitäten] büro IIASA International Institute for Applied Systems Analysis Infothek- Verlag und Literaturwerkstatt Karl von Vogelsang-Institut Kultur- und Museumsverein Mauerbach Kunst für Kinder- Verein zur Förderung innovativer Kinderkultur Lit Verlag GmbH& Co. KG Mandelbaum Verlag Metroverlag Novum Verlag GmbH Nylon- Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse ÖGFA Österreichische Gesellschaft für Architektur Oldenbourg Verlag(Böhlau Verlag) Österreichisch Griechische Gesellschaft Österreichisch-Bhutanische Gesellschaft Österreichische Exlibris-Gesellschaft- ÖEG Österreichische Geographische Gesellschaft Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Österreichische Gesellschaft für Unternehmensgeschichte Österreichische Piaristenordensprovinz Österreichischer Kunst- und Kulturverlag Passagen Verlag Ges.m.b.H. Peter Lang GmbH Praesens VerlagsgesmbH Promedia- Druck-& Verlagsges.m.b.H. Schlebrügge.Editor Seifert Verlag Springer Verlag GmbH Studien Verlag Ges.m.b.H. 125 500,00 1.000,00 700,00 700,00 7.500,00 2.400,00 600,00 1.000,00 800,00 700,00 600,00 500,00 600,00 3.000,00 4.000,00 500,00 700,00 500,00 2.200,00 400,00 600,00 600,00 500,00 700,00 600,00 500,00 500,00 700,00 700,00 5.100,00 2.900,00 800,00 800,00 600,00 1.000,00 1.800,00 500,00 900,00 600,00 2.300,00 1.000,00 500,00 500,00 700,00 1.000,00 6.900,00 4.100,00 2.100,00 500,00 1.000,00 700,00 3.200,00 13.100,00 Universitätszentrum für Friedensforschung Verein"Ja zum Leben sagen" Verein"Wiener Architektur" Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung Verein zur Förderung der Tropenstation La Gamba Verlag Anton Pustet Verlag Kremayr& Scheriau KG Verlag Österreich GmbH Verlag Presshaus Sonnberg Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Ges.m.b.H. Verlagsgruppe Styria GmbH& Co KG Vier-Viertel-Verlag Wilhelm Braumüller Verlag Baukosten Architekturzentrum Wien Summe Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Altstadterhaltung Denkmäler, Denkmalbrunnen Friedhof St. Marx Friedhöfe GesmbH Gräberpflege Stadtarchäologie(bis 30.6., ab 1.7. Wien Museum) Summe Baukulturelles Erbe Alltagskultur Stadtimpuls Verein Donaukanaltreiben Verein Kunst am Grund Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Cash for Culture Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Aktivitäten in den Bezirken dezentrale Bezirksförderung Baukosten Wr. Volksbildungswerk Stadtteilzentrum Simmering Summe Alltagskultur Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher und Zeitschriften 3. Plakate 4. CD-Roms Handschriftensammlung Rate Ankauf Nachlass Adolf Loos Rate Ankauf Nachlass Johann Viktor Krämer 126 500,00 500,00 800,00 800,00 1.000,00 800,00 500,00 2.200,00 1.000,00 500,00 700,00 2.900,00 1.000,00 500,00 2.400,00 47.458,00 22.791.740,26 6.062.393,82 419.133,79 236.726,82 530.000,00 44.595,40 21.659,43 7.314.509,26 436.000,00 20.000,00 17.400,00 545.000,00 80.000,00 890.000,00 327.000,00 750.000,00 2.211.979,04 150.000,00 15.000,00 5.442.379,04 3.264,19 69.624,56 1.425,00 1.768,76 117.240,00 210.000,00 55.000,00 Rate Ankauf der Autographensammlung Otto Kallir-Nirenstein Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen Digitalsierung Adressbücher Lehmann, Projektbeteiligung Nachlassverzeichnis neue Website"Wienbibilbliothek im Rathaus", Leitbild Sonstige Ausgaben-freie Mitarbeiter Sonstige Ausgaben Summe Bibliothekswesen Musik Arnold Schönberg-Center Austrian Music Office Buchmann Ges.m.b.H. Chorforum Wien Ensemble 20. Jahrhundert Erstes Frauen-Kammerorchester von Österreich Fritz Kreisler Gesellschaft Gesellschaft der Musikfreunde Gustav Mahler-Jugendorchester Hot Club de Vienne IG Jazz Wien Jazz Fest Wien Kairos Musikproduktion GmbH Klangforum Wien Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer MICA Musica Juventutis Musikalische Jugend Österreichs Planet music media Porgy& Bess RAA- rhizome audioart association-Verein zur Verbreitung und Förderung zeitgenössischer Ton-, Klang-, Musik-, Geräusch- und Audiokunst Schubert Gesellschaft Wien-Lichtental Stadtinitiative Wien Verband der Konzertlokalbesitzer Verein Jazzwerkstatt Wien Verein Schloß Laudon Verein Voice mania Verein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik D'Akkordeon VIA Musica- The Vienna International Association for Music and Culture Exchange Vienna Art Orchester Wiener Akademie Wiener Jeunesse Orchester Wiener Kammeroper Wiener Kammerorchester Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Musikgalerie Wiener Operettensommer- Scheibmaier Ges.m.b.H. Wiener Symphoniker 127 35.000,00 68.211,64 15.637,06 780,00 199.047,26 11.044,80 15.756,00 162.089,52 32.663,08 998.551,87 897.764,00 10.000,00 200.000,00 20.000,00 18.000,00 36.000,00 10.000,00 545.000,00 182.000,00 26.000,00 109.000,00 345.000,00 20.000,00 500.000,00 20.000,00 98.298,33 18.000,00 370.000,00 412.000,00 110.000,00 5.000,00 16.600,00 40.000,00 140.000,00 5.000,00 7.000,00 15.000,00 40.000,00 5.000,00 100.000,00 51.000,00 47.000,00 25.000,00 59.000,00 1.294.000,00 30.000,00 50.000,00 12.400.000,00 Wiener Volksliedwerk Wien-Modern Förderung von Auslandsaktivitäten Komponistenförderung Projektförderungen Baukosten Planet music media Porgy& Bess Summe Musik 55.000,00 654.000,00 109.105,05 25.000,00 463.301,00 100.000,00 30.000,00 19.713.068,38 Theater, Musiktheater, Tanz 2008- Österreich am Ball Marketing GmbH Aktionstheater Ensemble Alma Arbos Art*Act Kunstverein Artificial Horizon Tanztheater ASSITEJ Austria Ateliertheater Atti Impuri Bernhard Ensemble Cabula6 Cakes in Lima Figurentheater Caritas Soziale Arbeit Wien co>labs Dance Web Dans.Kias dark city e.V Das Wiener Kindertheater dascollectiv daskunst Domus Verein zur Förderung musikalischer Künste Drachengasse 2 Theater Dschungel Wien Ecce Homo Echoraum ensemble adhoc Ensemble für Städtebewohner Ensemble Theater enterpise z Freie Bühne Wieden Freunde des Loquaiparkes-Kulturverein FUP Garage Generationentheater-Erinnerungstheater Gloria Theater God´s entertainment- Verein zur Erhaltung und Förderung des OffTheaters Gruppe 80- TAG Hunger auf Kunst und Kultur iffland& söhne, theater und film IG Freie Theaterarbeit Im Flieger Imeka IMMOMENT 20.000,00 30.000,00 40.000,00 44.000,00 15.000,00 70.000,00 32.000,00 40.000,00 15.000,00 60.000,00 18.000,00 8.000,00 30.000,00 13.000,00 50.000,00 150.000,00 12.000,00 25.000,00 10.000,00 30.000,00 190.000,00 618.000,00 1.000.000,00 120.000,00 70.000,00 32.000,00 275.000,00 700.000,00 13.000,00 70.000,00 5.000,00 40.000,00 25.000,00 14.000,00 400.000,00 35.000,00 735.000,00 80.000,00 60.000,00 119.698,00 20.000,00 40.000,00 25.000,00 128 ImPuls Tanz insert Institut für Jugendliteratur Inter Thalia Theater Interkulttheater International Theatre-Betriebs GmbH Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Jugendstiltheater- Verein zur Förderung der Kultur in der Psychiatrie Kabarett Niedermair- Verein der Freunde der Freude am Theater Kabinettheater Kammeroper Kitsch& Kontor Komödie am Kai Konnex Koproduktionshaus Wien GmbH Kulisse Kulturverein FeinSinn kunstverein upside_down Lalish Theaterlabor Lilarum LINK Kosmos Frauenraum liquid loft- Verein zur Projektierung künstlerischer Ideen Luna Arts Märchenbühne Der Apfelbaum Metropol moki- mobiles Theater für Kinder Mumbling fish Musik Theater Schönbrunn Musikwerkstatt Netzzeit Neue Oper Wien Nomad theatre NORMERHÖHUNG(Grohmann) notfoundyet Odeon Opernwerkstatt Wien Original Wiener Stegreifbühne Tschauner Palast Theater Wien performancereviewcommittee- Verein zur performativen Kunst Projekttheater(Vorarlberg) Runter kommen alle Salto- Compagnie Willi Dorner Sargfabrik Schauspielhaus Second Nature shock body Showinisten sirene Operntheater Stadt Theater Wien Stadttheater Walfischgasse(THEPSIS) Superamas Szene Bunte Wähne TAG- Theater an der Gumpendorfer Straße(vormals Theaterverein Gruppe 80) Tanz Atelier Wien Tanz Theater Performance 129 900.000,00 14.000,00 5.000,00 600.000,00 250.000,00 70.000,00 24.000,00 40.000,00 120.000,00 50.000,00 700.000,00 700.000,00 20.000,00 150.000,00 1.530.000,00 40.000,00 12.000,00 14.000,00 40.000,00 200.000,00 483.000,00 70.000,00 25.000,00 25.000,00 582.000,00 15.000,00 60.000,00 50.000,00 130.000,00 400.000,00 500.000,00 84.000,00 10.000,00 7.000,00 690.000,00 50.000,00 80.000,00 155.000,00 30.000,00 50.000,00 8.000,00 150.000,00 50.000,00 1.165.000,00 20.000,00 7.000,00 100.000,00 120.000,00 15.000,00 200.000,00 100.000,00 100.000,00 190.000,00 10.000,00 40.000,00 Tanz*Hotel/ Art*Act Kunstverein Tanzatelier Wien Tanzpool Tanzquartier Wien Tanztheater Verein Divers Theater am Alsergrund Theater am Spittelberg Theater Center Forum Theater Ceroit Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater des Kindes Theater Foxfire Theater im Ohrensessel Theater in der Josefstadt Theater ISKRA Theater Showinisten Theater Spielraum Theater super.nova Theater Trittbrettl Theater zum aufgebundenen Bären Theater zum Fürchten- Scala theater.wozek Theaterbrett Theatercombinat Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Theaterverein Homunculus Theaterverein Odeon Theaterverein toxic dreams Theaterverein Wien THEATRE Toxic dreams Unpredictable past(theaterverein) Verein aus heiterem Himmel Verein Chimera Verein Coobra Verein Exil Verein für dramatische Kunst>DIE SCHWIMMERINNEN< Verein IMMOMENT Verein Kinoki Verein modernes Tanztheater Verein MultiKids Wien Verein Perform Verein Projekt Theater Verein Romano Drom Verein Theater Transformation verein video vis-a-vis Verein Wiener Theaterpreis Verein zur Erhaltung der Zwi Perez Chajes Schule der IKG Wien Vereinigte Bühnen Wien(Theater an der Wien, Raimundtheater, Ronacher mobile) Vienna Body Archives Vienna Magic Voice Mania Kulturverein voilet lake 130 10.000,00 70.000,00 20.000,00 2.960.000,00 35.000,00 20.000,00 55.000,00 55.000,00 28.000,00 3.830.000,00 330.000,00 8.000,00 55.000,00 24.000,00 6.750.000,00 17.000,00 50.000,00 120.000,00 20.000,00 15.000,00 55.000,00 300.000,00 67.000,00 10.000,00 170.000,00 2.139,00 85.000,00 130.000,00 18.000,00 193.000,00 25.000,00 150.000,00 7.000,00 15.000,00 67.000,00 3.500,00 100.000,00 16.000,00 10.000,00 37.000,00 125.000,00 30.000,00 60.000,00 40.000,00 18.000,00 5.000,00 12.000,00 100.000,00 10.000,00 42.498.000,00 28.000,00 28.000,00 30.000,00 30.000,00 Volkstheater Volkstheater in den Bezirken Wärmespender- Verein zur Förderung der kulturellen Belebung öffentlicher Räume Wiener Tanz- und Kunstbewegung/ Anne Juren Wiener Tanz- und Kunstbewegung/ Krööt Juraak Wiener Tanzwochen Wiener Taschenoper Wiener Wortstätten Wienstation WR-Verein für humanitäre Ambiente WUK XDV- Verein für experimentelle Datenverarbeitung ZOON Musikensemble Baukosten Gloria Theater Halle E+ G Betriebs GmbH Kabarett Niedermair- Verein der Freunde der Freude am Theater Komödie am Kai Koproduktionshaus Wien GmbH Kulturverein C7 Metropol Odeon Ost-Klub Rabenhoftheater Ronacher Schauspielhaus TAG- Theater an der Gumpendorfer Straße(vormals Theaterverein Gruppe 80) Theater am Alsergrund Theater Center Forum Theater Heuschreck Theater in der Josefstadt Theater Showinisten Theater Trittbrettl Volkstheater Summe Theater, Musiktheater, Tanz 6.037.665,00 799.000,00 75.000,00 30.000,00 7.000,00 750.000,00 275.000,00 250.000,00 10.000,00 12.000,00 40.000,00 12.000,00 18.000,00 100.000,00 13.312,00 10.000,00 5.000,00 85.000,00 6.870,65 60.000,00 50.000,00 20.000,00 135.000,00 2.789.260,83 12.448,93 47.910,42 6.000,00 20.000,00 10.000,00 4.465.000,00 20.000,00 1.000,00 25.000,00 91.792.804,83 Neue Medien [d]vision- Verein für Medientheorie und digitale Kultur Artaker Anna Bernhard Luzius Brameshuber Sebastian E.S.E.L in der Kunst Ei(s)kon:fekt Emergence of Projects- Verein zur Förderung von indisziplinären Projekten in Kunst und Wissenschaft Eurozine Fischer Philip Fittl Lukas InnoC.at Kaltenbrunner Heike Kargl Michael(Catastrofsky Carlos) Krampl Elke(Esque Ella) Lampalzer Gerda 8.600,00 2.500,00 8.000,00 2.000,00 4.300,00 6.600,00 8.320,00 20.000,00 18.200,00 4.200,00 13.500,00 4.000,00 6.000,00 4.500,00 2.000,00 131 Leihs Matthias Machfeld Medienwerkstatt Wien Metalab Monochrom NEOCOM- Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation Nestler Gerald u. Eckermann Sylvia nomad.theatre Nussbaum Martin Peschta Agnes Pianka Joanna Maria Piringer Jörg PLAY-Verein zur Förderung von DJ-und Clubkultur Prohaska Rainer Quartier für Digitale Kultur Quintessenz Rukschcio Fiona Schütz Georg SHIFZ sonance.artistic.network Sperlhofer Johannes Steinbicher-Furtlehner Doris Stöger Günter Subotron tagR.tv Tiefenbacher Philipp Troyer Ulrich Verein E.S.E.L Verein Funkfeuer Wien Verein Rahmenwerk Verein zur Förderung von Kultur, Theorie, Forschung u. Wissenschaft in elektronischen Medien Weckwerth Georg Zeitlhuber Karin Summe Neue Medien Film, Kino, Video After Image Produktion Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmarchiv Austria- Metrokino Filmfonds Wien Filmförderung Wien GmbH Österreichische Gesellschaft z.Erhaltung und Förderung der jüdischen Tradition und Kultur Österreichisches Filmmuseum Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebs GesmbH St. Balbach Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Filmfestwochen- Viennale Jungfilmerförderung+ Projektförderungen Kinoförderung 2.500,00 5.000,00 15.000,00 27.250,00 138.630,00 10.000,00 3.500,00 2.500,00 6.150,00 6.100,00 10.900,00 4.000,00 12.130,00 5.000,00 25.000,00 10.000,00 7.800,00 3.000,00 10.000,00 10.820,00 2.500,00 3.000,00 7.500,00 5.000,00 3.800,00 8.800,00 3.000,00 4.000,00 10.000,00 5.400,00 2.500,00 10.000,00 4.000,00 497.500,00 102.000,00 400.000,00 112.000,00 80.000,00 7.950.000,00 50.000,00 70.000,00 509.000,00 290.000,00 22.000,00 90.000,00 1.372.000,00 450.000,00 300.000,00 132 Baukosten Künstlerhaus GmbH Österreichisches Filmmuseum Summe Film, Kino, Video Bildende Kunst Basis Wien Depot Fotogalerie Wien Gesellschaft bildender Künstler Österreichs- Künstlerhaus IG Bildende Kunst Kiesler Stiftung Kindermuseum Kunst im öffentlichen Raum Kunsthaus Wien Kunsthalle Wien Neigungsgruppe Design Reed Messe Wien(Viennaffair) Soho in Ottakring Springerin Unit F Verein Vladimir& Estragon Wiener Secession Wochenklausur Kunst- und Sozialverein Ausstellungen Bildankäufe Druckkostenbeiträge KünstlerInnenförderung Musa- Museum auf Abruf Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Summe Bildende Kunst Literatur Asset Marketing Echomedia Verlag Erstes Wiener Lesetheater Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung IG AutorInnen Kunstverein Wien Künstlerbüro Robert Burda Literatur und Content Marketing GmbH Multi Art Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein Wespennest AutorInnenförderung Projektförderungen Druckkostenbeiträge Album Verlag Arovell-Kulturverlag Bibliothek der Provinz 133 60.000,00 80.000,00 11.937.000,00 30.000,00 72.000,00 18.000,00 401.000,00 26.000,00 79.500,00 749.000,00 643.000,00 350.000,00 4.000.000,00 10.000,00 30.000,00 60.000,00 22.000,00 136.000,00 146.000,00 310.000,00 20.000,00 19.319,61 446.197,58 11.095,17 13.000,00 441.979,22 18.000,00 121.000,00 8.173.091,58 31.000,00 12.000,00 12.000,00 26.000,00 19.000,00 19.684,00 1.354.000,00 5.000,00 43.500,00 8.000,00 30.000,00 24.000,00 28.000,00 55.000,00 233.000,00 1.000,00 2.500,00 4.000,00 Böhlau Verlag Buchkultur Christian Brandstätter Verlag Czernin Verlag Das fröhliche Wohnzimmer Das Jüdische Echo Deuticke Verlag Edition Aramo Edition Art& Science edition ch Edition Korrespondenzen edition ps Edition Sonne und Mond Edition Vabene Folio Verlag Gezeiten Verlag Haymon Verlag Jung und Jung Verlag Klever Verlag Kolik Kunstvereinigung Akunst Literaturkreis Podium Literaturverein Sisyphus Literaturverlag Droschl Löcker Verlag Luftschacht Verlag Mandelbaum Verlag Metro Verlag Milena Verlag Molden Verlag Ö.D.A. Österr. DialektautorInnen Otto Müller Verlag Passagen Verlag Picus Verlag Praesens Verlag Promedia Verlag Roma Kulturzentrum Wien Seifert Verlag Skarabaeus Verlag Sonderzahl Verlag Speisekammertag ST/A/R Studien Verlag Theodor Kramer Gesellschaft Verein Exil Verlag Der Apfel Verlagsbüro Mag. Johann Lehner VEWZ-Literaturverein Volltext Wieser Verlag Zsolnay Verlag ZZOO Verein für Leguminosen& Literatur Buchankauf Album Verlag Buchkultur Christian Brandstätter Verlag 134 2.500,00 14.000,00 3.000,00 15.500,00 1.200,00 3.600,00 4.000,00 4.000,00 2.800,00 2.200,00 3.500,00 1.000,00 2.700,00 8.700,00 2.000,00 600,00 5.900,00 6.000,00 3.000,00 3.500,00 1.200,00 2.400,00 3.000,00 4.500,00 5.500,00 5.800,00 6.500,00 6.500,00 11.500,00 1.400,00 2.000,00 1.000,00 8.000,00 4.000,00 6.700,00 2.000,00 200,00 2.000,00 1.500,00 6.000,00 900,00 2.000,00 1.500,00 7.000,00 6.000,00 5.000,00 1.300,00 2.000,00 3.000,00 5.600,00 10.500,00 1.300,00 3.240,00 2.500,00 971,75 Czernin Verlag Edition Aramo Edition Freibord Edition Graphischer Zirkel Edition Portfolio Haymon Verlag Kitab Verlag Manuskripte Metro Verlag Michael Horrowitz Media Milena Verlag Österreichische Musikzeitschrift Otto Müller Verlag Picus Verlag Skarabaeus/Studien Verlag Theodor Kramer Ges. Verlag Kitab Verlag Lynkeus VEWZ-Literaturverein Werkkreis Literatur der Arbeitswelt Wespennest Wieser Verlag Ankäufe Kinder- und Jugenbuchpreis Stipendien Autoren in Wiener Verlagen Autorenstipendien Canetti-Stipendien Dramatikerstipendien Baukosten Kunstverein Wien Summe Literatur Kulturinitiativen, Zentren Aktionsradius Augarten Aktionsradius Wien WUK, Jahressubvention Kulturverein Alsergrund Kulturverein Donaustadt Kulturverein Simmering Summe Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Initiativgruppe Alpbach Wien Stipendien John Hopkins University Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe Ausbildung, Weiterbildung Internationaler Kulturaustausch, Integration Interkulturelle Aktivitäten UNESCO- Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten 135 1.980,00 960,00 3.900,00 2.772,00 2.200,00 1.790,00 1.499,30 2.700,00 1.490,00 3.120,00 1.640,00 4.403,00 1.000,00 1.190,84 1.058,25 4.800,00 749,65 350,00 1.400,00 1.290,00 4.990,00 995,00 1.991,64 15.000,00 52.800,00 72.000,00 36.000,00 142.000,00 2.497.965,39 21.802,00 218.000,00 1.090.000,00 21.800,00 15.000,00 58.000,00 1.424.602,00 70.470,00 5.500,00 30.000,00 15.000,00 43.000,00 163.970,00 726.192,40 22.000,00 142.463,22 Baukosten Burgenländisch-Kroatisches Zentrum Summe Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen AICE Intern. Jugendmusikfest Blasmusikfest Gruppenbetreuung Lebendige Weihnacht Wiener Festwochen Wiener Kulturservice Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Wiener Stadtfeste Summe Großveranstaltungen Sonstige Förderungen IG- Kultur Wien Israelitische Kultusgemeinde Stadtforum Überbrückungshilfen Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit- K2 Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise der Stadt Wien Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Modepreis-Unit F Krenek Preis H.C. Artmann Lyrikpreis Viennale Filmpreis Summe Sonstige Förderungen 10.000,00 900.655,62 62.000,00 279.980,05 28.828,63 43.077,53 10.811.000,00 1.910.000,00 50.000,00 906.000,00 14.090.886,21 39.000,00 33.000,00 266.000,00 136.659,80 6.600,00 182.000,00 19.145.641,69 96.000,00 8.000,00 52.000,00 10.000,00 8.000,00 10.000,00 7.000,00 19.999.901,49 136 137 FRAUENKULTURBERICHT 2008 Zusammengestellt und kommentiert von Mag. a Karin Rick 138 139 Frauenkulturbericht 2008 Der Frauenkulturbericht erscheint heuer zum achten Mal. Er erweitert die bisher übliche Auflistung spartenbezogener Förderung um die Kategorie Geschlecht. Europaweit gibt es kaum Erhebungen über die gesellschaftliche Realität von Kunst schaffenden Frauen und Frauen in der Wissenschaft, auch nicht über ihre Präsenz auf dem Kunst-, Buch- und Plattenmarkt oder über den Stand öffentlicher Förderungen. Daher nimmt dieser Bericht eine Vorreiterrolle ein. Der Frauenkulturbericht hat auch im Rahmen des gender mainstreaming der Stadt Wien einen Pionierstatus. Mit seinen Erhebungen folgt er dem politischen Bekenntnis der Stadt zum gender budgeting, im Zuge dessen Analysen von Einnahmen und Ausgaben in Hinblick ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer durchgeführt werden. Dies betrifft querschnittbezogen alle Ausgaben, nicht nur die für frauenspezifische Projekte. Gender budgeting untersucht die Verteilung von Ausgaben und Einnahmen auf die Geschlechter, ferner die Auswirkungen dieser Verteilung auf die Arbeit und Lebensverhältnisse und das Rollenverständnis von Frauen und Männern. Deswegen wurde im Frauenkulturbericht etwa auch die kaufmännische und nicht bloß die künstlerische Leitung eines Theaters berücksichtigt, weil auch diese eine Führungsposition darstellt und das Selbstverständnis der betreffenden Frau anders prägt als eine subalterne Position. Quantitative Erhebung Erstes Ziel ist die quantitative Sichtbarmachung von Frauen und ihrer Beteiligung am gesamtkulturellen Geschehen der Stadt. Dazu gehört die zahlenmäßige Offenlegung der Förderungen, die von der öffentlichen Hand an weibliche Kunstschaffende vergeben werden. Die Fördersummen werden, soweit dies möglich ist, in ihrem Prozentanteil zum Gesamtbudget genannt. Frauen in Entscheidungsgremien Nicht nur die Fördersummen sind jedoch entscheidend, sondern auch die Beteiligung von Frauen an Fachjurys oder die KuratorInnentätigkeit, also ihre Mitwirkung in Entscheidungsgremien, die die künstlerische Karriere einer anderen Frau beeinflussen können. Eine solche gegenderte Besetzung der Fachbeiräte kann ein neues Licht auf Geschlechterungleichheiten werfen. Sie ist allerdings keine Garantie für eine gendermäßig ausgewogene Verteilung der Fördermittel. Auch Frauen in den Jurys können die implizite Bevorzugung des männlichen Geschlechtes weitertragen. Zumindest in der Besetzung der Jurys, dort wo die Stadt Einfluss ausüben kann, wird auf Parität Wert gelegt. Qualitative Sichtbarmachung Zweites Ziel des Berichtes ist die Nennung der Projekte von Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, ihrer Namen und jener der Institutionen, in denen sie tätig sind. Damit wollen wir gegen die Leugnung und Anonymisierung, denen Künstlerinnen bis vor kurzem noch ausgesetzt waren angehen. „Wir fördern die Qualität und nicht das Geschlecht“, dieses Hauptargument um die Bevorzugung von Männern zu verdecken, wenn die Frage nach der Anzahl von Künstlerinnen im Gesamtkontext eines künstlerischen Bereichs auftaucht, sollte endlich ausgedient haben. Mithilfe dieses Argumentes soll die Tatsache verschleiert werden, dass stillschweigend doch noch immer nach Geschlecht 140 selektiert wird – und zwar auf scheinbar natürliche Weise zugunsten des „männlichen“. Konkrete Zahlen über Ausstellungsbeteiligungen von Frauen, ihren Anteil an Führungspositionen, an konzeptueller Arbeit, an der Definitionsmacht im Kunst- und Kulturbereich schlechthin sind außer von den betroffenen Künstlerinnen selbst selten erwünscht. Dem versucht der Bericht entgegenzuwirken. THEATER In dem Bereich darstellende Kunst konnte im Jahr 2008 ein Frauenanteil von 41,88% der Gesamtförderung verzeichnet werden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass bei einer geteilten Leitung(Mann/Frau) der Förderbetrag nicht geteilt, sondern zu 100% dem Frauenanteil zugeschlagen wurde. Fixe Häuser Drachengasse 2 Theater Drachengasse 2 Theater Ensembletheater Gruppe 80- TAG Gruppe 80- TAG Inter Thalia Theater International Theatre Kammeroper Komödie am Kai Kulisse Lalish Theater link*Verein f. weibl. Spielraum Odeon Projekttheater Puppentheater Lilarum Schauspielhaus Stadttheater Walfischgasse Tanzquartier Wien Tanzquartier Wien Theater Brett Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater Spielraum Off-Theater und Tanz Andrea Amort- Tanzfestival Artificial Horizon Cabula 6 Cakes in Lima Figurentheater Caritas Brunnenpassage Coobra dascollectiv Dans.Kias Betrag Art/Leitung 618.000,00 700.000,00 925.000,00 600.000,00 70.000,00 700.000,00 20.000,00 40.000,00 40.000,00 483.000,00 790.000,00 90.000,00 200.000,00 1.165.000,00 200.000,00 2.960.000,00 10.000,00 3.830.000,00 80.000,00 120.000,00 Eva Langheiter kauf/künst Johanna Franz kauf/künst Christl Bauer kauf Dana Csapo künst Margot Metzgolich künst Julia Schafranek künst Marilyn Close-Wallace kauf/künst Isabella Gabor künst Sissy Koller-Boran kauf/künst Doris Ringseis kauf/künst Nigar Hasib kauf/künst Barbara Klein kauf/künst Ulrike Kaufmann künst Eva Brenner kauf/künst Traude Kossatz künst Viktoria Salcher kauf Anita Ammersfeld künst Sigrid Gareis künst Ulrike Lintschinger kauf Nika Brettschneider künst Marianne Aly kauf Gül Gürses kauf/künst Nicole Metzger künst 30.000,00 50.000,00 18.000,00 8.000,00 30.000,00 3.500,00 10.000,00 150.000,00 Andrea Amort Milli Bitterli Claudia Heu Claudia Weissenbrunner Anne Wiederhold Judith Pühringer Maria Spanring Saskia Hölbling Organisation Choreographin Organisation Organisation Organisation Organisation Organisation Choreographin 141 Das Wiener Kindertheater Die Schwimmerinnen Entrprise Z Freunde des Loquaiparkes Generationentheater Hunger auf Kunst und Kultur IG Freie Theaterarbeit insert Institut für Jugendliteratur Kabinetttheater Konnex Kulturverein Feinsinn Märchenbühne Apfelbaum Multi kids Wien Musikwerkstatt Netzzeit Normerhöhung-Verein zur Durchführung von Theater-, Medien- und Kunstprojekten Opernwerkstatt Wien Runter kommen alle Second Nature Stadttheater Wien Superamas Tanz Theater Performance Tanzpool Th.z.aufgebundenen Bären Theater am Spittelberg Th.d.AugenblicksKompetenzzentrum Theater Foxfire Theater Foxfire Theater Iskra theater super.nova Theatercombinat Wien Theaterverein Das Kunst THEARTE Toxic Dreams Verein aus heiterem Himmel Verein der Freunde unnutzer Praktiken Verein Exil Verein Imeka Verein Immoment Verein Immoment Verein Kinoki Verein perform Verein Sirene Operntheater Verein Unpredictable past 25.000,00 16.000,00 13.000,00 5.000,00 14.000,00 80.000,00 119.698,00 14.000,00 5.000,00 50.000,00 150.000,00 12.000,00 25.000,00 30.000,00 130.000,00 400.000,00 Sylvia Rotter Regisseuse Kathrin Schurich Regisseuse Mia Zabelka Komponistin Luise Buisman Organisation Erika Kaufmann Organisation Monika Wagner Organisation Sabine Kock Organisation Doris Uhlich Choreographin Karin Haller Organisation Julia Reichert Regisseuse Aurelia Staub Choreographin Elke Pichler Choreographin Christa Horvath Regisseuse Nuschin Vossoughi Organisation Anne Maria Birnbauer Organisation Nora Scheidl Bühnenbild 10.000,00 50.000,00 8.000,00 20.000,00 15.000,00 100.000,00 60.000,00 20.000,00 55.000,00 55.000,00 250.000,00 55.000,00 17.000,00 20.000,00 170.000,00 30.000,00 25.000,00 168.000,00 15.000,00 Martina Grohmann Organisation Wilhelmine Goldmann Organisation Rosemarie Poiarkov Organisation Christine Gaigg Choreographin Anne Mertin Regisseuse Caroline Madl Anita KayaHaselwanter Sylvia Both Organisation Choreographin Choreographin/ Organisation Elke Hesse Organisation Nuschin Vossoughi Organisation Gül Gürses Lilly Axster Corinne Eckenstein Nika Sommeregger Pamela Schartner Claudia Bosse Asli Kislal Alexandra Hutter Kornelia Kilga Natascha Gundacker Organisation Regisseuse Regisseuse Organisation/ Regisseuse Organisation Regisseuse Regisseuse Organisation Organisation Organisation 40.000,00 100.000,00 40.000,00 25.000,00 10.000,00 37.000,00 60.000,00 120.000,00 7.000,00 Michaela Satzke Christa Stippinger Akemi Takeya Claudia Bühlmann Claudia Bühlmann Tina Leisch Barbara Kraus Kristine Tornquist Lisa Hinterreithner Regisseuse Organisation Choreographin Regisseuse Regisseuse Regisseuse Choreographin Regisseuse Choreographin 142 ViennaBodyArchives ViennaBodyArchives Vier Hoch Drei Voice Mania Kulturverein Wiener Tanz- und Kunstbewegung Wiener Tanz- und Kunstbewegung SUMME Frauenanteil SUMME Budget Frauenanteil in% Raimund/Ronacher Volkstheater in den Bezirken 20.000,00 8.000,00 7.000,00 30.000,00 30.000,00 7.000,00 Bettina MatsuneKogler Bettina MatsuneKogler Schmidt Lisa Nuschin Vossoughi Anne Juren Kroot Jurak Organisation Organisation Choreographin Organisation Choreographin Choreographin 16.713.198,00 27.804.000,00 60,11 18.400.000,00 799.000,00 Kathrin Zechner Doris Weiner künst künst Gesamtsumme Frauenanteil Gesamtsumme Budget Frauenanteil in% gesamt GREMIUM Kuratorium 66,67% insgesamt 3 Mitglieder Wiener Theaterjury 40% insgesamt 5 Mitglieder 38.840.130,18 92.747.925,83 41,88 Angela Glechner Dr. Marianne Vejtisek Eva Hosemann Silvia Kargl 143 FILM Institutionen Im Jahr 2008 standen insgesamt 450 000 EUR für den Bereich„Film“ zur Verfügung. Es wurden insgesamt 268 300 EUR an Filminstitutionen vergeben. Ausschließlich an weiblich geführte Institutionen(6) wurden 148 000 EUR ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 55,2%. Besonders hervorzuheben sind das jährliche Animationsfilm-Festival„Tricky Women“ sowie die„FrauenFilm Tage“. 144 Institutionen Culture2Culture Filmcasino BetriebsGmbH Forum Österr. Film – Diagonale FS21//urKult – Verein für kreative Jugendliche ProFrau – Plattform für Sixpackfilm Tricky Women Festival und Tricky Women Preis der Stadt Wien 50.000,00 Mein halbes Leben 5.000,00 Shorts+ Skirts – die lange Nacht des kurzen Films 5.000,00 FS21, Verleihvideothek für zeitgenössisches Filmschaffen plus Festival„Frame Out“ 15.000,00 FrauenFilmTage 2008 – Frauenrechte Frauenwelten 3.000,00 Jahresbetrieb 2008 70.000,00 148.000,00 EinzelfilmerInnen Im Jahr 2008 standen insgesamt 450 000 EUR für den Bereich„Film“ zur Verfügung. 2008 wurden insgesamt 181 700 EUR für Einzelfilmer/innen zur Verfügung gestellt. Davon wurden 124 700 EUR, das sind 68,6%, für Filmer und 57 000 EUR, das sind 31,4%, für Filmerinnen vergeben. Berger Karin Derflinger Sabine Hengge Maria Kaufmann Karin Kittler Doris Klement Katharina Klocker Elisabeth Maria Mattuschka Mara Ofner Astrid Pramhas Christine Schrenk Lucia Swarowsky Daniela Swiczinsky Nana Tretinjak Alina Winkler Nikola Gesamt Blackstory Frederike The last bus Searching Wunder! Klasse! Granular Der Ausstieg Burning Palace Sag es mir Dienstag Beste Freundin/ Schlimmste Feindin Rimini Messages from Paradise Lezzieflick Westlich vom Balkan Formosa 5.000,00 3.000,00 3.000,00 5.000,00 3.000,00 1.500,00 5.000,00 5.000,00 5.000,00 3.000,00 4.000,00 5.000,00 4.000,00 4.000,00 1.500,00 57.000,00 145 Kinoförderung Im Jahr 2008 standen insgesamt 300 000 EUR für die Kinoförderung zur Verfügung. Davon wurden 229 400 EUR als Kinoprämie ausgeschüttet und 70 600 EUR für Projekte vergeben. Eine Kinoprämie in der Höhe von 64 000 EUR konnte an fünf Kinobetreiberinnen ausgeschüttet werden; das entspricht 21,3%. Für Projektförderungen an zwei Kinobetreiberinnen wurden 26 900 EUR aufgewendet. Dies ergibt ein Ergebnis von 9%. 146 Auf das gesamte Kinobudget von 300 000 EUR berechnet, wurden insgesamt 90 900 EUR an Kinobetreiberinnen vergeben. Dies entspricht einer Förderung von 30,3%. Kinoförderung – Prämien an Kinobetreiberinnen Breitenseer Lichtspiele Cine Center Filmcasino BetriebsgmbH Gloriette Kino Kepler Lichtspiele Gesamt 10.000,00 17.000,00 17.000,00 10.000,00 10.000,00 64.000,00 Kinoförderung – Projektförderungen an Kinobetreiberinnen Englert& Pausch Admiral Kino Filmcasino BetriebsgmbH Gesamt 14.900,00 12.000,00 26.900,00 FILMFONDS WIEN 1. Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien 1.1. Kuratorium Dem Aufsichtsgremium des Filmfonds Wien gehörten 2008 folgende Mitglieder an: 147 • Vorsitz: Dr. Josef Kirchberger Art for Art Theaterservice GmbH • Stellv. Vorsitz: Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien • Mag. Sylvia Faßl-Vogler Kulturabteilung der Stadt Wien • Kurt Mayer Produzent der kurt mayer film • Prof. Kurt J. Mrkwicka Produzent der MR Film • Mag. Gerhard Schedl Filmkonsulent • Antonin Svoboda Produzent der coop99 • Virgil Widrich Regisseur 1.2. Jury Die Jury ist das Gremium, welches über Anträge zur Projektentwicklung und zur Herstellungsförderung entscheidet. Die Mitglieder der Jury waren • Catherine Buresi Leitung des„European Film Market(EFM)“ • Christine Dollhofer Leitung des Filmfestivals„Crossing Europe“ • Andrea Ernst stellvertretende Leiterin der Abteilung"Religion und • Bildung" des WDR. • Eric Pleskow ehemaliger Filmproduzent und Präsident der Viennale Die Mitglieder der Ersatzjury waren • Gabriele Brunnenmeyer inhaltliche Leitung von„Connecting Cottbus“ • Monika Maruschko Produktionsleiterin • Alexander Syllaba Leitung„Cinema Paradiso“ in St. Pölten • Alessandra Thiele freiberufliche Konsulentin 1.3. MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien • Dr. Peter Zawrel Geschäftsführung • Mag. Claudia Fischer Stellv. Geschäftsführung/ Verträge • Andrea Christa Consulting • Sibylle Schwarzkogler Office Management(bis Februar‘08) • Silvia Gneisz Office Management(ab Februar‘08) • MMag. Thomas Heskia Rechnungswesen • Mag. Elisabeth Lichtenwagner Projekt Monitoring(bis September ‘08) • Mag.(FH) Julia Schmölz Assistenz Projekt Monitoring • Saskia Pramstaller Public Relations(bis Juli‘08- Karenz) • Charlotte Ziegenfuss Public Relations(Karenzvertretung ab Juli ‘08) 2. Frauen als Drehbuchautorinnen und Filmemacherinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Frauen wie auch Männer beschäftigt. Von der Drehbuchautorin über Filmgeschäftsführerin, Cutterin, Kamerafrau und all die weiteren Berufssparten bis hin zur Filmemacherin arbeiten alle mit großem Erfolg im künstlerischen wie auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. 148 Besonders hervorzuheben sind 2008 die zahlreichen Festivalerfolge von MOZART IN CHINA von Nadja Seelich und Bernd Neuburger. Der Kinderfilm erhielt neben einer Vielzahl an Auszeichnungen unter anderem den Public Award beim Internationalen Kinderfilm Festival in Montreal und den Award für den Besten Live Action Film beim Internationalen Kinderfilm Festival in Chicago- CICFF. Karin Berger bringt mit ihrem Dokumentarfilm über eine junge Generation Wiener MusikerInnen, die die Wiener Lieder neu beleben, ein ansprechendes Werk in die österreichischen Kinos. Durch filmisches Archivmaterial und gegenwärtige Aufnahmen der Stadt wird HERZAUSREISSER gleichzeitig ein Film über Wien. Interessante Projekte, die in naher Zukunft zusehen sein werden und unter Frauenhänden entstehen, sind unter anderen: DAS VERMÄCHTNIS DER GARTENHEXE, ein Kinderfilm aus der Feder von Danielle Proskar, nach dem gleichnamigen Buch von Rachel von Kooij. LEMMINGS HIMMELFAHRT, der zweite Teil der erfolgreichen Krimikomödie von den Drehbuchautoren Agnes Pluch und Stefan Slupetzky. Anette Baldauf und Katharina Weingartner arbeiten an der TV Dokumentation DER GRUEN EFFEKT und Jasmilla Zbanic produziert nach ihrem Erfolg von Grbavica das Drama MEMORY FULL. Coop99 entwickelt gleich drei Produktionen unter der Regie von Frauen, die schon vor 2008 gefördert wurden und seitdem in Produktion sind, jedoch frühestens 2009 fertiggestellt werden. Zum einen PEPPERMINTA unter der Regie von Pipilotti Rist, SUMMER 1953 mit Regisseurin Shirin Neshat und LOURDES inszeniert von Jessica Hausner. 2.1. Projektentwicklung 2008 förderte der Filmfonds Wien 36 verschiedene Projekte in deren Entwicklung. Der Frauenanteil bei Treatments oder Drehbüchern dazu beträgt 27%, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Verringerung von 8%. 149 Titel Aftermath/ Apples of the Golan Das Vermächtnis der Gartenhexe Der Gruen Effekt Eine Familiengeschichte Favoriten* Furcht& Zittern* Geschichten zwischen Tag und Nacht Klassentreffen (Zweiteinreichung) Lemmings Himmelfahrt Paradies Singing for Living – The Voice of South Africa The Future's Past – Creating Cambodia * Mittelerhöhung Produktion Golden Girls Film Drehbuch Genre Raphael Bart; Keith Walsh, Jill Beardsworth Dok MINI Film Pooldoks Terese Schulmeister Film Bonus Film Allegro Film Danielle Proskar Anette Baldauf, Katharina Weingartner Terese Schulmeister Sabine Derflinger, Valentin Hitz Katarina Bali Kinderfilm TV Dok Dok Drama Komödie Mobile Film Eva Testor Novotny& Novotny Film Ulrike Schweiger, Michael Tanczos Allegro Film Agnes Pluch, Stefan Slupetzky Ulrich Seidl Film Ulrich Seidl, Veronika Franz Barbara Weissenbeck Film Barbara Weissenbeck Drama Thriller Krimikomödie Drama Dok Amour Fou Film Susanne Brandstätter Dok 2.2. Herstellungsförderung Im vergangenen Jahr sprach der Filmfonds Wien 44 Anträgen eine Herstellungszusage aus, der Frauenanteil in der Regie sank mit fünf Projekten im Vergleich zum Vorjahr um 17%. Titel Adrienne Pál Der Gruen Effekt Memory Full(aka On the Path) Singing for Living – The Voice of South Africa The Future's Past Produktion FreibeuterFilm Pooldoks Film Coop99 Barbara Weissenbeck Film Amour Fou Film Regie Agnes Kocsis Anette Baldauf, Katherina Weingartner Jasmila Zbanic Barbara Weissenbeck Susanne Brandstätter Genre Drama Dok Drama Dok Dok 2.3. Kinostarts 2008 Der Anteil an Filmemacherinnnen, deren Werke 2008 eine Kinostartförderung erhielten, verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13%. Der Frauenanteil der vom Filmfonds Wien geförderten Filme, die im vergangenen Jahr in den österreichischen Kinos zu sehen waren, beträgt 10%. 150 Kinostartförderung 2008 Titel Produktion/ Verleih Mozart in China Extrafilm/ Filmladen Herzausreisser Sneaker Stories Navigator Film/ Polyfilm Pooldoks Film/ Topkino Regie Bernd Neuburger, Nadja Seelich Karin Berger Katharina Weingartner Genre Kinderfilm Dok Dok im Kino 2008 Titel Herzausreisser Mozart in China Produktion/ Verleih Navigator/ Polyfilm Extrafilm/ Filmladen Regie Karin Berger Bernd Neuburger, Nadja Seelich Zu diesem starken Rückgang des Frauenanteils – ein statistisch wiederkehrendes Wellental – hat der Filmfonds Wien die Drehbuchautorin und Regisseurin Sabine Derflinger um einen kritischen Kommentar gebeten: „Dass 2008 der Anteil an Förderungen, die an Projekte mit Regisseurinnen vergeben werden konnten, so drastisch zurückgegangen ist, erscheint mir symptomatisch in einem Österreich, das in Sachen„Chancengleichheit“ großen Nachholbedarf hat und das zu einem Zeitpunkt, wo zu Jahresbeginn 2009 die Berlinale – mit 5 Wettbewerbsfilmen von Frauen und 3 Frauen als Preisträgerinnen – beweist, dass Frauen im Begriff sind, das Berufsfeld RegisseurIn zu erobern. Damit das in Zukunft auch für Österreich gilt, braucht es das Beharren auf Frauenquoten in Entscheidungsgremien und die Unterstützung von Produktionsfirmen, in denen Produzentinnen federführend beteiligt sind. Ebenso notwendig erscheint mir Bewusstseinsbildung, um Wirtschaft und Öffentliches Fernsehen zu animieren, Regisseurinnen nicht länger von lukrativen Auftragsarbeiten auszuschließen. Fernseh- und Werbeaufträge bedeuten Schulung des Handwerks und finanzielles Überleben, wenn ambitionierte Kinoprojekte sich in die Länge ziehen. Da uns Regisseurinnen der Zugang zu diesen„Standbeinen“ oft verwehrt bleibt, sind wir angesichts der Realisierung von Kinoprojekten im Wettbewerbsnachteil, was auch heißt, dass wir Schwierigkeiten haben das Vertrauen ausgesprochen zu bekommen, Filmprojekte mit größeren Budgets zu realisieren. Darüber hinaus gilt es, gesellschaftspolitisch Lösungsstrategien zu unterstützen, die der Tatsache entgegenwirken, dass eine Familiengründung einen extremen Karrierenachteil für Regisseurinnen darstellt. Was fehlt ist das Bewusstsein, dass es so was wie eine Notwendigkeit gibt, Wettbewerbsnachteile von Regisseurinnen auszugleichen. In diesem Sinne sehe ich Chancen für Institutionen wie den Filmfonds Wien über die Fördervergabe hinaus durch Publikationen, Diskussionen und Veranstaltungen verstärkt zu einem kulturellem Klima in unserem Land beizutragen, in dem die Erkenntnis reift, dass das österreichische Filmschaffen bunter, aufregender und visionärer wird, wenn 151 Regisseurinnen und Regisseure gleichermaßen daran teilhaben und so verstärkt Filme entstehen, die Abbilder einer modernen österreichischen Gesellschaft in ihrer vielfältigen Ausprägung sind.“ NETZKULTUR Institutionen Im Jahr 2008 standen 500 000 EUR für den Bereich„Netzkultur“ zur Verfügung.Es wurden insgesamt 358 350 EUR an Institutionen vergeben. Ausschließlich an weiblich geführte Institutionen(2) wurden 14 920 EUR ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 4,2%. Ei(s)kon:fekt Emergence of Projects – Verein zur Förderung von interdisziplinären Projekten in Kunst und Wissenschaft Gesamt sound:frame PREVIEW 6.600,00 Symbolisches Kapital im Netz 8.320,00 14.920,00 Einzelförderungen Für Einzelförderungen wurden insgesamt 139 150 EUR zur Verfügung gestellt. Davon wurden 94 350 EUR für Einzelkünstler, das sind 67,8% und 44 800 EUR für Einzelkünstler/innen, das sind 32,2%, vergeben. Artaker Anna Kaltenbrunner Heike Krampl Elke Lampalzer Gerda Peschta Agnes Pianka Joanna Maria 64 Tote aus der Sammlung Mercurov Über das Leben und Sterben von Neutronen, Sternen und TV-Geräten Maschinella Transformation NetzNetz Vergabe Wahl 1/08, NetzNetz Koordination NetzNetz Vergabe Wahl 2/08, NetzNetz Koordination 2.500,00 4.000,00 4.500,00 2.000,00 6.100,00 10.900,00 152 Rukschcio Fiona Le Portrait de Gaspard Ziegler Steinbichler-Furtlehner Doris 4shrooms4u Zeitlhuber Karin Sex Drive-in Stuwerviertel? Gesamt 7.800,00 3.000,00 4.000,00 44.800,00 MUSIK Orchesterförderung Musik ist eine traditionell männlich dominierte Kunstsparte, erst nach und nach erobern sich Frauen ihren Platz. Der Frauenanteil ist in folgenden Klangkörpern, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Wien erfahren, hoch: Jeunesse Orchester: Förderung€ 47.000.- Frauenanteil: 55% Gustav Mahler Jugendorchester: Förderung€ 182.000.- Frauenanteil: 48% Folgende Institutionen sind unter weiblicher Leitung: Orchester und Ensembles: Frauenkammerorchester: 36.000 EUR Katy Maroty, Jeunesse Orchester: 47.000 EUR Dr. Renate Böck, Franz Lehar Orchester: 9.000 EUR Prof. Vera Macku Kaleidoskop: 3.300 EUR Adriane Muttenthaler Vereine: Musikalische Jugend Österreichs: 377.000 EUR Mag. Angelika Möser Wiener Musik Galerie: 30.000 EUR Prof. Ingrid Karl Musica Juventutis: 18.000 EUR Mag. Christa-Maria Schuster Wettbewerbe: Der Belvedere Gesangswettbewerb, 25.000 EUR wird von der Wiener Kammeroper und der Direktorin Isabella Gabor organisiert und findet jährlich statt. Musik, Institutionen, weibliche Leitung 1 Musica Juventutis Wr. Musik Galerie Wr. Jeunesse Orchester SUMME Frauenanteil SUMME Budget Frauenanteil in% 18.000 30.000 47.000 95.000 14.944.000 1 Mag. Christa Anna Schuster Prof. Ingrid Karl Dr. Renate Böck Generalsekretärin Künstlerische Leitung Generalsekretärin 153 Musik, Institutionen, weibliche Leitung 2 MJÖ Dreijahresvertrag 2006-2008 Musikalische Jugend Österreichs/ Triolino 370.000 Mag.a Angelika Möser 8.000 Mag.a Angelika Möser 1. Frauen Kammerorchester Wr. Kammeroper/ Belvedere Gesangswettbewerb Voice Mania Kulturverein/ Wienerlied Festival 36.000 Kathy Marothy 25.000 Isabella Gabor 15.000 Nuschin Vossoughi Franz Schmidt Gesellschaft 4.200 Dr.in Carmen Ottner Kaleidoskop 3.300 Adriane Muttenthaler Kunst& Kultur 2.500 Theresa Karall La finestra d'arte 1.500 Mirjam Schmid Musik Ensemble Theater Verein der Freunde des Kunsthistorischen Museums 3.500 Beata Maria Pomberger Dr.in Johanna Schönburg3.500 Hartenstein Wort-Ton-Art-Kulturverein 3.500 Dr.in Liselotte Theiner Beethoven Klavierwettbewerb/Vorlauf Verein zur Förderung nationenübergreifender kulltureller Projektarbeit 36.000 Dr.in Elga Ponzer 800 Monika Farnberger Wr. Kammerchor ESTA 1.300 Mag.a Alexandra Joachim Univ.Prof. Mag.a Ulrike 700 Danhofer Franz Lehar Gesellschaft 9.000 Prof. Vera Macku-Svoboda MM Musikwerkstatt-Musikförderverein 20.000 Marianne Mendt Schola Cantorum UNI f. MUSIK/ Tradition des Klavierspiels Voice Mania Kulturverein/ a capella Festival 3.000 Ilse Schmidl Univ. Prof. Klara Harrer3.500 Baranyi 6.500 Nuschin Vossoughi SUMME Frauenanteil 556.800 SUMME Budget 4.082.000 Frauenanteil in% 14 Generalsekretärin Generalsekretärin Künstlerische Leitung Direktorin Künstlerische Leitung Künstlerische Leitung Künstlerische Leitung Künstlerische Leitung Künstler. Leitungitung Künstler. Leitungitung Künstler. Leitung Künstler. Leitung Generalsekretärin Künstlerische Leitung Management Künstler. Leitung Künstler. Leitung Künstler. Leitung Organisation Künstler. Leitung Künstler. Leitung 154 Kompositionsaufträge Gesamtbudget: 25.000 EUR 15 Kompositionen von Männern 14.200 EUR 11 Kompositionen von Frauen 10.800 EUR Kompositionsaufträge Castello Angelica Flunger Elisabeth Gasser Clementine Klement Katharina Muttenthaler Adriane Osonjik Maja Palme Pia Reiter Eva Roisz Bettina Schimana Elisabeth Tscharkwiani Marianna SUMME Frauenanteil 3813/768 SUMME Budgetansatz 3813/768 Frauenanteil in% 275 1.100 1.100 275 1.500 275 1.100 1.100 275 1.200 1.100 9.300 25.000 23.25 155 LITERATUR Im Rahmen der Literaturförderung waren 2008 mehrere Jurien tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den zehn Mitgliedern waren acht Frauen(Mag. Karin Haller, Mag. Jutta Kleedorfer, Dr. Heidi Lexe, Mag. Mirjam Morad, Dr. Kristina Pfoser, Mag. Silke Rabus, Mag. Kathrin Wexberg und Mag. Elisabeth Wildberger). Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen zwei Frauen waren (Dr. Evelyne Polt-Heinzl, Dr. Susanne Schaber), zusammen. Der Jury für die Vergabe der Wiener AutorInnenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, gehört mit Dr. Sylvia Treudl eine Frau an. 156 Die zum Wiener DramatikerInnenstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, vier von ihnen waren Frauen(Dr. Karin Kathrein, Dr. Sabine Perthold, Dr. Marianne Vejtisek, Mag. Susanne Wolf). Der Jury zur Aktion„Wiener AutorInnen in Wiener Verlagen“, die sich aus vier Jurymitgliedern zusammensetzt, gehörten mit Dr. Alexandra Millner und Dr. Evelyne Polt-Heinzl zwei Frauen an. Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Zwei Mitglieder dieser Jury waren im Jahr 2008 Frauen(Maria Schmidt-Dengler und Dr. Ursula Seeber). Mit dem Preis, der mit 3.700 Euro dotiert ist, wurde Friedrike Kulcsar ausgezeichnet. Teresa Präauer und Angelika Reitzer erhielten das mit 1.100 EUR monatlich dotierte Wiener AutorInnenstipendium(insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 50%). 157 Von den vier CanettistipendiatInnen erhielt im Jahr 2008 mit Michaela Falkner eine Frau dieses mit monatlich je 1.500 EUR dotierte Stipendium. Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen wurden Lilly Axster, Christine Aebi, Gerda Anger-Schmidt, Angelika Kaufmann und Helga Bansch ausgezeichnet, den Illustrationspreis erhielt Anka Luger. Von der Gesamtsumme dieser Preise(8.000 EUR) gingen 6.900 EUR an Frauen. 158 Literatur, Institutionen, weibliche Leitung Institutionen 1 GAV Milena Verlag Literatur- und Contentmarketing Öst.Gesellsch.f.Literatur Kunstverein Wien Übersetzergemeinschaft Asset 5.800 5.820 6.500 7.300 1.354.000 6.000 31.000 Leitung Geschäftsführung: Vereinssubvention Christine Huber Obfrau: Aktivitäten Mag. Vanessa Wieser "BUCH WIEN Int. Buchmesse und Geschäftsführung: Lesefestwoche" Dr. Inge Kralupper Präsidentin: Aktivitäten Marianne Gruber Gen.Sekr.Stellvertr.: Mag. Joanna LukaszukJahresaktivitäten Ritter Geschäftsführerin: Jahresaktivitäten Mag. Brigitte Rapp "Rund um die Organisation: Burg" Claudia Wittrich Literatur- und Contentmarketing Echomedia Vereine, weibliche Leitung 43.500 12.000 "BUCH WIEN" "Eine Stadt. Ein Buch" 1,471.920 Geschäftsführung: Dr. Inge Kralupper Geschäftsführerin: Ilse Helmreich Gesamtbudget Prozentsatz weibl.Leitung 1,663.500 88,5% Institutionen 2 GAV IG Autorinnen Autoren Thomas Bernhard Privatstiftung Frauenforschung& weibl. Lebenszus. VIENNA LIT Institut für Interaktive Raumprojekte IG Autorínnen Autoren Int.Institut f. Jugendlit.u.Leseforsch. 19.000,00 19.684,00 30.000,00 500,00 4.000,00 2.000,00 3.000,00 5.000,00 Leitung: Veranstaltungen Geschäftsführung: 08 Christine Huber "Wien als Präsidentin: Zufluchtstadt" Renate Welsh Miet- und Generalsekretärin: Betriebskosten Marie-Christine Baratta "Ich fotografiere Obfrau: ohne Blitzlicht" Dr. Brigitte Geiger Vienna Lit Obfrau: Festival 2008 Barbara Treptow "In Gesellschaft Zur Gesellschaft Kunst als Fangnetz ins Präsidentin: Öffentliche" Gerlinde Moser-Wagner "Lite Radio" in Präsidentin: Leipzig Renate Welsh "Schreibzeit f. Präsidentin: junges Publikum" Christa Ellbogen 159 Übersetzergemeinschaft Alumniverband der UNI Wien 1.500,00 2.500,00 Frauenhetz Verband Geistig Schaffender 1.500,00 700,00 DENKRAUM DONAUSTADT 2.500,00 Literaturverlag Droschl Internat. Albert-DrachGesellschaft Weibliche Leitung 1.040,00 500,00 91.924,00 Gesamtsumme 176.684,00 Prozentsatz Frauen 52% "FeedbackSeminar f. EinreicherInnen" Mag. Brigitte Rapp "Bibliotheks- Präsidentin: lesungen" Mag. Brigitte Ederer "Was Frauen gut tut Frauenpol. Praxis, Frauengesundheitsforsch., Koordinatorin: feministische Mag. DR. Gerlinde Theorie" Mauerer Präsidentin: Aktivitäten Prof. Lucy Ludikar "Literarische Hausapotheke Obfrau: IV" Sylvia Schlagintweit "30 Jahre Verlagsleitung: Droschl" Anette Knoch Obfrau: Jahrestätigkeit Dr. Eva Schobel 160 Druckwerke Ankauf Für den Ankauf literarischer Druckwerke standen insgesamt 75 000 EUR zur Verfügung, davon gingen 31 680 EUR an den Ankauf der Werke von Autorinnen, das sind 42,2%. Das Gesamtbudget für Druckkosten betrug 225 000 EUR, davon wurden 79 400 EUR für Frauen ausgegeben, das sind 35,3%. BILDENDE KUNST Die Jury für Kunstankäufe bestand aus acht Mitgliedern, davon vier Frauen: Dr. Hedwig Saxenhuber, Mag a. Lisa Wögenstein, Mag a. Anita Witek, Mag a. Karin Zimmer Die Jury für die Galerien-Prämienaktion„Das engagierte Auge“ bestand aus sieben Mitgliedern, davon vier Frauen: Dr. Hedwig Saxenhuber, Mag a. Lisa Wögenstein, Mag a. Anita Witek, Mag a. Karin Zimmer 161 Die Jury für die Preise der Stadt Wien bestand aus sieben Mitgliedern, davon vier Frauen: (Dr. Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr. Maria Rennhofer, Dr. Hedwig Saxenhuber, Mag. Eva Schlegel) Die Förderungspreise für bildende Kunst wurden an drei Frauen und einen Mann vergeben:(Katharina Daschner, Elisabeth Penker, Maria Krautgasser) Vier Preise der Stadt Wien wurden an zwei Frauen und zwei Männer vergeben: ( Maria Hahnenkamp, Ursula Hübner) 162 Fonds Kunst im öffentlichen Raum sechs Beiräte, davon zwei Frauen: Dr. Silvia Eiblmayr, Dr. Brigitte Huck 2008 hat sich KÖR bei 24 Kunstprojekten im öffentlichen Raum finanziell an der Umsetzung beteiligt. Insgesamt waren 66 Künstlerinnen und Künstler bei 24 Kunstprojekten involviert, davon 32 Frauen. davon 3 Gruppenprojekte: 1. meidlinger markt ER:LEBT/ 24 KünstlerInnen(17 Frauen/7 Männer); 2. Wolke7: Straßenfeger und Gassenhauer/ 8 KünstlerInnen (2 Frauen/6 Männer) und 3. Urban Signs- Local Strategies/ 8 Künstlerinnen(3 Frauen/5 Männer). 3 Projekte wurden 2008 permanent installiert: Julia Schulz: Gedenksymbol Servitengasse; Ingeborg Strobl: ein Garten(zum Beispiel) 3. Maria Hahnenkamp& Willi Frötscher: Ornament-Vorhang im Kabelwerkpark 163 21 temporäre Projekte(29 Frauen/ 33 Männer): Kunst im öffentlichen Raum, Wettbewerbe Geladener Wettbewerb,„Neugestaltung Passage Löwengasse, 1030 Wien“. Das Siegerprojekt war von Julie Hayward(Umsetzung 2009); Geladen waren: Julie Hayward, Martin Kaar, Esther Stocker, Milena Vrtalova 2. Geladener Wettbewerb„Thury-Hof, 1090 Wien“ Siegerprojekt von Maria Theresia Litschauer(Umsetzung 2009); Geladen waren: Heinrich Dunst, Maria Theresa Litschauer, Oliver Ressler, Jutta Strohmaier, Jun Yang Artothek Bei insgesamt 11 Ausstellungen stellten 7 Künstlerinnen und 4 Künstler aus. 164 Kunstankäufe Im Jahr 2008 wurden für die Sammlung der Stadt Wien 352 Kunstwerke angekauft. waren. Die Ankaufssumme betrug 142.444,54 EUR für 44 Künstlerinnen und 280.409,55 EUR für männliche Künstler. Gesamtankaufssumme: 422 853 EUR. An Schenkungen wurden 117 Kunstwerke an die Sammlung von neun Frauen und vier Männern übergeben. Ausstellungen im MUSA MATRIX: 59 KünstlerInnen, 46 Frauen, 12 Männer, 1 Transgenderperson Kuratorinnen: 2 Frauen Luca Faccio: 1 Künstler Kurator: 1 Mann Kunst+ Politik: 36 KünstlerInnen,14 Frauen, 22 Männer Kuratorin: 1 Frau MUTATIONS II: 10 KünstlerInnen, 4 Frauen, 6 Männer Kurator/in: 1 Frau, 1 Mann 165 Gesamt: 106 KünstlerInnen waren in vier Ausstellungen 2008 im MUSA vertreten. Davon waren 64 weiblichen und 41 männlichen Geschlechts, eine Transgenderperson. Das Kunstfestival„SOHO in Ottakring“, gefördert mit 60.000 EUR, fand auch im Jahr 2008 im Wiener Brunnenmarktviertel statt und wurde wieder von der Künstlerin Ula Schneider kuratiert und organisiert. Kleinprojektförderung bildende Kunst Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme von 121.000 EUR aus dem Budgets für Kleinprojektförderung subventioniert: Verein Carda:mon Verein Neun Arabesken -V.R.I.K. Hildegard Burjan Institut- Club Alpha Medienkunstarchiv Institut für Ästhetik und Recherche Syndikart Verein Ipsum Emergence of Projects entre, raum für experimentelle bildtheorie Kunstverein am Donnerstag Schnittpunkt Verein Schalter Pogmahon.company Zentrum für Kunstprojekte ESHPh Dialog Central Schleife 18 Das weisse haus Freunde des Loquaiparkes Denkraum Donaustadt Institut für interaktive Raumprojekte Gesamt 700 2.400 2.000 1.500 3.000 1.000 500 1.700 3.000 500 500 2.800 1.400 3.000 2.000 1.200 1.000 1.200 2.000 1.000 700 2.000 31 500 166 INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Das Referat für interkulturelle und internationale Aktivitäten hat im Jahr 2008 insgesamt 223 Vereine gefördert. Erfreulicherweise hat sich die Kulturarbeit zwischenzeitlich so emanzipiert, dass ca. 80% der Tätigkeiten(Organisation und Durchführung), also Handlungen mit Entscheidungsbefugnis, von Frauen durchgeführt wird. Frauenvereine Projekt Frauenraum – Verein für Frauenintegration Frau Gül Sanli, Frau Astrid Zach - Cafe Cinema Verein für ägyptische Frauen und Familien Frau Mag. Mary Attia - Konzert+ Literaturabend Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen Frau Mahin Ranjbar - Frauenabend Avesta Kurdischer Frauenverein Frau Medina Korkut - Weltfrauentag Internationaler zeitgenössischer Frauenverein Frau Seren Pakize - Ausstellung+ Konzert Afghanische Frauen in Österreich Frau Razia Amiri - Weltfrauentag Hora Frau Sifora Sava - Literaturabende Lefö Diverse Ansprechpartnerinnen - Kampagne„Sexarbeiterinnen haben Lust... auf ihre Rechte Verein für arabische Frauen Frau Marie-Theres Kiriaky - Jahresförderung Weiberstammtisch 500 3.000 1.000 1.500 3.500 1.000 1.800 2.500 5.000 167 Frau Susanne Draxler - Ladies Night Vereinigung kurdischer Frauen in Wien Frau Hafid Jilla Konzert und Fotoausstellung Vereine, in denen Frauen Hauptakteurinnen sind: Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Frau Zofia Beklen - Jahresförderung Jehuda Halevi Zentrum Frau Rosa Gilkarov - Jahresförderung Station Wien Frau Ferhan Umancan - KulturCafe amisnuh Theaterstudio Frau Dr. Angela Waldegg - Jahresförderung Verein für chinesische Sprache und Kultur Frau Zheng Xianming - Chinesisches Neujahresfest Verein Chiftetelli Frau Mag. Barbara Hofbauer - Jahresförderung Verein Hypathia Frau Dr. Nathalia Schurina - Konzertreihe Theaterverein Vlastenecka Omladina Frau lng. Anna Vadura - Jahresförderung Theaterstudio AA Vademecum Kulturverein Frau Mag. Danuta Drazyk - Vernissagen, Konzerte, Theateraufführungen Verein Polnischer Intellektueller Frau Jadwiga Hafner - Jahresförderung Takt – Polnisch-Österreichischer Kulturverein Frau Maria Buczak - Frühlingsball, Poesie-, Kabarettabend Zentrum für Kunstprojekte Frau Gülsen Bal - Ausstellungen SPES – Verein für die Beratung von MigrantInnen Frau Ruzanna Stepanian - Konzerte Verein für Tanz, Theater und neue Medien Frau Renata Olzykowski - Jahresförderung Verein für Kultur und Sport – Andromeda Frau Mag. Diana Christova-Ternianova - Modern Dance Theatre Iranischer Kunst- und Kulturverein im Exil Marzpeyma 1.200 1.700 15.900 5.000 8.600 2.000 1.500 4.000 5.000 2.000 3.600 4.500 3.900 3.000 3.000 2.000 2.000 168 Frau Razieh Goldschmied - Literaturabende Licht für Kunst – Light for art Frau Gloria Klecker - Konzerte Der Schmetterling – Lebenshilfe für Flüchtlinge Frau Ursula Omoregie - Konzerte Bela Bartok internationaler Musikverein Frau Eva Ott - Konzerte 2.500 5.500 1.500 1.000 Summe der Förderungen für Frauenprojekte Gesamtbudget Interkulturelle Aktivitäten 2008 99.200(13,66%) 726.192,40 169 FRAUEN IM WISSENSCHAFTSBETRIEB IN WIEN Zusammengestellt vom Wissenschaftsreferat und vom Generalsekretariat der Wissenschaftsförderungsfonds F rauenförderung als Priorität und Prinzip Frauenförderung als Maxime und Priorität Die dynamischen sozialen, kulturellen und technologischen Entwicklungen nach 1945 haben das Beziehungsgefüge, die Rollen der AkteurInnen in den öffentlichen und in den privaten Räumen neu gestaltet. Die Angehörigen unterschiedlicher Generationen, die Angehörigen unterschiedlicher Milieus, die BewohnerInnen von„Stadt“ und„Land“, last but not least Frauen und Männer stehen vor neuen Aufgaben, Herausforderungen und Problemen. Sie müssen ihre Identitäten und Rollen neu bestimmen, entwerfen, gestalten. Die zentrale und wichtigste Beziehung zwischen Menschen ist jene zwischen Frauen und Männern – im konkreten und im individuellen Fall zwischen einer Frau und einem Mann. Im Hinblick auf diese Beziehung – strukturell, kollektiv, individuell – bedarf es einer intensiven Kritik-, Reflexions- und Gestaltungsarbeit bei Frauen und Männern! Beziehungen waren und sind immer auch Ausdruck von gesellschaftlichen Machtverhältnissen, von tradierten Herrschaftsbeziehungen, von ungleicher Chancenverteilung. Vorab kann auf der Grundlage eines großen empirischen Befundes gesagt werden, dass im gesamtgesellschaftlichen Beziehungsnetz und besonders aber auch im Hinblick auf die Beziehungen zwischen Männern und Frauen die Frauen benachteiligt sind. Dieser Benachteiligung wurde in den letzten Jahrzehnten gegengesteuert – durch engagierte Frauen und(auch) Männer, durch Institutionen, durch Wissenschaft und durch Politik. Die Zurückdrängung der Benachteiligung von Frauen ist sichtbar und merkbar – im Faktenbefund, aber auch im Problembewusstsein. So lange aber immer noch in manchen Bereichen eine massive soziale Benachteiligung von Frauen geschieht, erscheinen die Emanzipationsschritte und die Erfolge viel zu langsam und zu klein. Die Frauen sind jedenfalls auch in dieser Gleichstellungsarbeit in der schwierigeren Position als die Männer. Sie müssen ja Solidaritätsarbeit mit ihren Männern, Partnern, Söhnen, Chefs und Untergebenen leisten, gleichzeitig müssen sie sich für Gleichstellung einsetzen. Das bringt sie in einen täglichen Loyalitätskonflikt. Die Initiative und Anstrengung für Gleichstellung kann den Frauen niemand abnehmen: gleiche Rechte muss man immer für sich selbst und seine Gruppe erkämpfen; das macht selbstbewusst und kreativ – der lange Marsch durch die Institutionen und„die Mühen der Ebene“ sind aber auch erschöpfend. Die Frauen müssen täglich den Spagat zwischen Solidarität„mit ihren Männern“ und Emanzipationsarbeit„mit ihren Schwestern“ leisten. Sie machen das mit Kollegialität, mit Engagement, sehr oft mit Nachsicht und mit zu geringer Unterstützung durch Institutionen, Politik und die Männer. Die Männer bemühen sich, zeigen Verständnis und Bereitschaft – viel mehr als noch vor etwa 15 Jahren; sie könnten und müssten in ihrer Solidaritätsarbeit aber um einiges an Engagement, Verständnis, Tempo zulegen. Eines muss pro domo(für die Stadt Wien als Arbeitgeberin) gesagt werden: Die Wiener Stadtverwaltung bemüht sich, mit sehr vielen Projekten zur Frauenförderung eine geschlechtergerechte Arbeitswelt zu gestalten. Auf diese 170 Bemühungen um eine in Genderfragen engagierte Arbeitswelt mit Vorbildwirkung kann frau/ man stolz sein. Wissenschaft und Forschung in ihren Ergebnissen, aber auch in ihrer Organisation sind in hohem Maß gendersensibel. Geistes-, Kultur- und Sozialforschung untersucht gesellschaftliche Beziehungen auf Geschlechtergerechtigkeit. Sozialforschung zeichnet Befunde der realen Ungleichheiten im Hinblick auf wichtige Ungleichheitsparameter(z.B. Entlohnung). Kulturforschung zeigt die symbolischen, linguistischen, semantischen Ausdrucksformen von Ungleichheit. Die Wissenschaft ist aber auch in ihren Institutionen – Universitäten, Akademien, Förderungseinrichtungen – aufgefordert, Gleichstellungsarbeit zu leisten. Es ist bedrückend, dass gerade die Institutionen, die für Erkenntnis und Rationalität stehen, im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit so große Defizite haben. Die Wissenschafts- und Forschungsförderungsarbeit der Stadt Wien bemüht sich daher, Wissenschafterinnen bei der Realisierung ihrer Projekte – insbesondere im Genderbereich – zu unterstützen. Frauen erbringen, wie der jährliche Wissenschaftsbericht zeigt, insbesondere in jenen Forschungsdisziplinen, in denen es um genaue Gesellschaftsbefunde, die reale Ungleichheiten aufdecken, geht, exzellente, engagierte, eindrucksvolle Leistungen. Die geförderten Themen und Projekte zeigen, dass viele engagierte Frauen der„List der Vernunft“ im Sinn und im Dienst einer geschlechtergerechten Welt sichtbare und wirkungsmächtige Chancen geben. Hubert Christian Ehalt Projektförderungen Gesamtvolumen: Davon für Frauen Summe in% EUR 1 250 000,00 EUR 505 600,00 40,44 Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich im Jahr 2008 innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben ARGE Wiener Ethnologinnen Patricia Zuckerhut und Dr. Gabriele Habinger Forschungsprojekt: Edition der Autographen von Ida Pfeiffer anlässlich des 150. Todestages 171 CheckART. Verein für feministische Medien und Politik Mag.a Gabriele Horak Tagung: Feministische Medien Cultural Research- Verein für wissenschaftliche Forschung Doz. Dr. Clemens K. Stepina Symposium: Identität und Integration- Rose Ausländer als Dichterin zwischen den Welten Culture2Culture Mag.a Waltraud Grausgruber Festival"Tricky Women" und Weiterführung der„Datenbank/Videothek des Animationsschaffens von Frauen“ Frauenhetz- Feministische Bildung, Kultur und Politik Mag.a. Miriam Wischer Publikationsprojekt: Frauen und Politik. Nachrichten aus Demokratien Veranstaltungsreihe: Was Frauen gut tut Frauensolidarität Dr. Hildegard Hefel, Mag.a Ulrike Lunacek, Mag.a Ulrike Repnik Veranstaltungsreihe zu feministischen Schwerpunktthemen Veranstaltung: Frauen und Kriege in Afrika Grazer Autorinnen Autorenversammlung Publikationsprojekt von Dr. Hilde Schmölzer: Frauenliebe. Berühmte Paare der Geschichte Publikationsprojekt von Dr. Herbert Maurer: Eine Dänin am Balkan- Christine von Kohl Gruppe Phänomenologie- Verein zur Förderung der Rezeption und kritischen Weiterbildung der Phänomenologie und der von ihr ausgehenden Impulse Doz.in Dr. Silvia Stoller Tagung: Alter/Altern. Zu Simone de Beauvoirs Studie"Das Alter" anlässlich ihres 100. Geburtstages Initiative Kunstgeschichte Univ.-Prof. Dr. Lioba Theis und Dr. Michael Grünbart Tagung: Female founders Institut für Genderforschung in den Ingenieurwissenschaften Dipl.-Ing.in Elke Szalai Forschungsprojekt: Gender Studies in den Technik- und Ingenieurwissenschaften. Grundlagen Institut für ökologische Bewusstseinsbildung und interkulturelle Zusammenarbeit Dipl.-Päd. Dipl.-Ing. Rosemarie Pippan Tagung: Anders Wachsen. Diskurs zur Nachhaltigen Entwicklung aus Frauenblickwinkel IPS-Wien(Institut für Psycho – Soziale Fragen zur Erforschung, Aufarbeitung und Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs) 172 Mag. Dr. Rainer König-Hollerwöger Buchpräsentation: GRENZSTRICH Österreich – Tschechien – der verborgene Weg eine europäische Pionierforschung im soziokulturellen Zusammenklang metro – Verein für Stadtforschung Publikationsprojekt von Petra Unger: Mut zur Freiheit – Faszinierende Frauen. Bewegte Leben Milena Verlag Publikationsprojekt von Thomas Ballhausen: Delirium und Ekstase Publikationsprojekt von Claudia Maria Traint: Im Wendekreis der Waage. Eine Analyse von Schlankheitswahn und Schönheitsindustrie Monkey Minds Univ.-Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow Forschungsprojekt: Erstsichtung des Nachlasses von Prof. Dr. Gerburg TreuschDieter Social Change- Institut für Innovation in der Genderforschung und Gewaltprävention Dr. Verena Kaselitz Publikationsprojekt: Gleichstellung in der erweiterten Europäischen Union Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Mag.a Maria Rösslhumer Veranstaltungsreihe: Eine von fünf. Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum. Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Mag. a Margit Hauser Veranstaltung: In Bewegung bleiben Verein zur Förderung von L´HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle und Dr. Nikola Langreiter wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2008(L´Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaften Jahrgang 19: 1(2008): Themenheft „Sich Sorgen- Care“, herausgegeben von Ute Gerhard und Karin Hausen; 2 (2008): Themenheft„Krise(n) der Männlichkeit“, herausgegeben von Christa Hämmerle und Claudia Opitz-Belakhal: L’Homme Schriften, Band 15: Hecht, Dieter J.: Zwischen Feminismus und Zionismus. Die Biographie einer Wiener Jüdin. Anitta Müller-Cohen(1890-1962). Volkshochschule Hietzing Dr. Robert Streibel Veranstaltung anlässlich des 175. Todestages von Rahel Varnhagen Im Jahr 2008 geförderte Projekte, von Frauen initiiert bzw. „federführend“ betreut: Architekturstiftung Österreich Dr. Barbara Feller Publikationsprojekt: Ringstraße ist überall- Texte über Architektur und Stadt, 1992-2007 173 ARGE Schöpfwerk, Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der kulturellen und sozialen Arbeit am Schöpfwerk Renate Schnee und Dipl.-Ing. Antonia Coffey Workshop: Arbeit als Bestandteil selbst bestimmten Lebens. Zwischen Recht auf Arbeit und Pflicht zur Arbeit – gibt es da noch etwas? ARGE Projekt Life Ball Nicole Kalvoda Studie: Life Ball 2007- Blick hinter die Kulissen Armin Berg Gesellschaft- Verein zur Förderung und Erforschung jüdischer Unterhaltungskultur in Wien Dr. Elisabeth Buxbaum Publikationsprojekt: Die Shanghai Connexion 1938- 1948 – 2008 asylkoordination österreich- Verein für AusländerInnen und Flüchtlingsorganisationen und-betreuerinnen Mag.a Anny Knapp Forschungsprojekt: Leben in Flüchtlingsheimen. Standards in der Versorgung und Betreuung von Asylsuchenden und nichtabschiebbaren Fremden in Wien Béla Balász- Institut für Laufbild Forschung Dr. Christa Blümlinger Forschungsprojekt: Kino aus zweiter Hand Bertalanffy Center for the Study of Systems Science Dr. Birgit Zehetmayer Weiterführung des Forschungsprojektes: Rekonstruktion und Ergänzung der „Allgemeinen Systemtheorie“ von Ludwig von Bertalanffy Child Guidance- Institut für Erziehungshilfe Dr. Barbara Burian-Langegger Tagung: Kindheit und Migration. Das Unbewusste in der transkulturellen Begegnung citytransit Asia-Europe Hilary Tsui, M.A.S. Konferenz: Place-making Politics in Contested Cities Club Kommunikation- Verein der Freunde des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft MMag. Oliver Gruber, Dr. Petra Herczeg und Dr. Cornelia Wallner Forschungsprojekt: Integration in und durch Medien: Integration und Inszenierung: Der Fall Arigona in den österreichischen Medien. Dr. Antonia Rados Theodor Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus im Wintersemester 2008/2009 DENKRAUM – Verein zur Förderung einer transdisziplinären Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum Dr. Ilse Huber Weiterführung des Forschungsprojektes: Der Platz als Manifestation des politischen Systems 174 DENKRAUM DONAUSTADT- Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft und Kunst Sylvia Schlagintweit und Bärbl Zechner Veranstaltungsreihe: DENKRAUM DONAUSTADT im Jahr 2008 eipcp- European Institute for Progressive Cultural Policies Mag.a Theresia Kaufmann Projekt"translate" im Jahr 2007 Emergence of Projects(eop) Helga Köcher Veranstaltung: ViennArt. Entscheidungen- Wien und das symbolische Kapital Eranos Vindobonensis Mag.a Dr. Elisabeth Klecker Publikationsprojekt: Neulatein an der Universität Wien. Franz Römer zum 65. Geburtstag Veranstaltung: Cuspinian im Kontext. Humanistische Geschichtsschreibung in Wien zwischen historischer Forschung und habsburgischer Herrschaftslegitimation Europäische Gesellschaft für die Geschichte der Photographie Anna Auer Symposium: 30 Jahre Europäische Gesellschaft für die Geschichte der Photographie Evangelisches Bildungswerk A.B. Wien Birgit Traxler, MSc 63. Evangelische Woche: Unterwegs in einer pluralistischen Welt 1938-2008 Fachsektion Gruppenpsychoanalyse im ÖAGG Mag.a Dr. Helga Felsberger Symposium: Neue Wege in der Gruppenpsychoanalyse – ein Paradigmenwechsel FH Campus Wien Prof. Dr. Brigitta Zierer Studie: STREET LIFE: Social Work& Street Children Friedensverein Buddhistischer Tempel Elisabeth Lindmayer Publikationsprojekt: Sutra von der Lotosblume des wunderbaren Dharma ICCR-Foundation- Gemeinnützige Privatstiftung Rabbinerin Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau Veranstaltungsreihe: Forum jüdische Pfade- 100 Jahre Jüdische Denker: Wiener Gespräche zu Fragen der Zeit IFAG- Interdisziplinäres Forschungszentrum Architektur und Geschichte DI Ute Bauer Studie: Erinnerungsort Flakturm 175 IG Freie Theaterarbeit Mag.a Sabine Koch Veranstaltung: A Third Space. Internationales KünstlerInnentreffen IG Kultur Österreich Mag.a Elisabeth Mayerhofer Zeitschrift"Kulturrisse“ Innovationszentrum Universität Wien GmbH Mag.a Sigrun Inmann-Trojer Veranstaltungsreihe: 10 Jahre Campus, Wissenschaftssommer 2008 – WissenschaftsCocktails iva-icra Institut für vergleichende Architekturforschung Dr. Ulrike Herbig und Dr. Anita Aigner Publikationsprojekt: Vernakulare Moderne Klimaforschungsinitiative AustroClim Mag.a Ingeborg Schwarzl Veranstaltung: 10. Österreichischer Klimatag Kritische Soziale Arbeit Mag.a DSAin Elisabeth Hammer Tagung: Zwischen Exklusionsverwaltung und Teilhabesicherung Kulturbegegnungen Heidi Behn Publikationsprojekt: Sag niemals, dass Du den letzten Weg gehst. Fragmente europäisch-jüdischen Lebens in Chile Kulturrat Österreich Mag.a Brigitte Rapp Veranstaltung: State of the Art- Arbeit im Kunst-, Kultur- und Medienbereich Kulturverein SABA Barbara Korherr Veranstaltung: Unglück in der Hofburg und Elend in den Vorstädten. Lalish Theaterlabor- Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Mag.a Dr. Nigar Hasib Veranstaltungsreihe: Lalish Interkulturelle Dialoge 2008- Kultur in Körper und Stimme Mariahilfer Kulturplattform Mag.a Ulli Fuchs Projekt: Erinnern für die Zukunft – Abschlussbericht und Dokumentation Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Beate Maria Pomberger Vortragsreihe: Musik& Archäologie 176 NarrARE Verein für MärchenErzählen, GauklerKunst und künstlerische Gestaltung Dr. Margarete Wenzel Studie: Programmatische Namen Neongreen Network/ Verein zur Förderung umweltrelevanter Designprojekte Mag.a Angie Rattay Veranstaltung: NEONGREEN NETWORK ÖGOR- Österreichische Gesellschaft für Operations Research 30. Jubiläumsjahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Operations Univ.-Prof. Dr. Marion Rauner Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung Mag.a Karin Küblböck Buchpräsentation: Finanzmärkte und Entwicklung Österreichischer Berufsverband der SozialarbeiterInnen – obds Doris Stephan Forschungsprojekt: Die Rolle der Sozialarbeit im Nationalsozialismus Österreichischer Slawistenverband Dr. Bernardica Katusic Symposium: Märchen in den südslawischen Literaturen Österreichisches Nationalkomitee im ICTM Univ.-Prof. Dr. Gerlinde Haid Symposium: European Voices II. Cultural Listening and Local Discourse in Multipart Singing in Europe OSTOJA Klub der Polnischen kreativen Pensionisten Katharina Reichert und DI Barbara Vecer Tagung: Leben und wissenschaftliche Verdienste von Nikolaus Kopernikus Plattform- Verein zum interdisziplinären Austausch von Kunst, Architektur, Medien und Wissenschaft Milli Segal Ausstellung: Boarding Pass to Paradise Polnisches Institut Wien Direktorin Mag. Malgorzata Grudzinska Veranstaltungsreihe: 65. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto science2public Dr. Susanne Schwinghammer Vermittlungsinitiative: FameLab Austria 2008- Internationaler Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation. Tagung: SciCom08 – Möglichkeiten und Grenzen der Wissenschaftskommunikation. TYCHE- Verein zur Förderung der Alten Geschichte in Österreich Univ.-Prof. Dr. Luciana Aigner-Foresti Tagung: Öffentliche und private Kulte bei den Etruskern 177 Unlimited – Verein zur Förderung des Dialogs zwischen Kunst und Wissenschaft Dr. Alexandra Reininghaus Publikationsprojekt: Recollecting. Raub und Restitution Universitätszentrum für Friedensforschung Prof. Hofrat Dipl.-Dolm. Dr. Sigrid Pöllinger Symposium: Wissenschaftliche Analyse des Begriffs Demokratie Verband Wiener Volksbildung Beate Lang und Elisabeth Corazza Forschungsprojekt: Mosaike am Wiener Gemeindebau Verein"Arbeitskreis der Wiener Altgermanisten" Dr. Anna Babka Konferenz: Dritte Räume. Homi K. Bhabhas Kulturtheorie. Anwendung. Kritik. Reflexion Verein"Freunde des Hauses Wittgenstein"- Bulgarisches Forschungsinstitut Österreich Mag. Antoaneta Tcholakova Tagung: Die Unabhängigkeitserklärung Bulgariens und die Annexionskrise 1908. Verein"STUBENRING 3" DI Margit Ulama Veranstaltungsreihe: 6. Architekturfestival"Turn On" Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Univ.-Doz. Dr. Maria Mesner Forschungsprojekt: Erinnerungsort Wien II: Die Stadt als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung: am Beispiel 1968 Verein der Freunde des Instituts für Anglistik und Amerikanistik Univ.-Prof. Dr. Margarete Rubik Veranstaltung: Shakespeare-Tage 2008 Wien Veranstaltung: Social Ontology and Language Konferenz: Drama, Theatre and Cultural Transfer Verein Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen Mag. Elisabeth Wappelshammer Forschungsprojekt: Die Wiener Schule der Sozialgeschichte begegnet neuer Pflegekultur und Pflegewissenschaft Verein Freunde der Völkerkunde Dr. habil. Jani Kuhnt-Saptodewo Konferenz: Philippine Collections in European Museums Verein für ägyptische Frauen und Familien Workshop: Integration in Österreich Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung Univ.-Doz. MMag. Dr. Hisaki Hashi Veranstaltungsreihe: Forum für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung 178 Verein für kulturhistorische Recherchen in Österreich Mag.a Barbara Dmytrasz Publikationsprojekt: Die Ringstraße. Eine europäische Bauidee Verein für Sozialgeschichte der Medizin Univ.-Doz. Dr. Dr. Sonia Horn Veranstaltung: Wiener Gespräche zur Sozialgeschichte der Medizin 2008 Verein für transmediale Interventionen im öffentlichen Raum Dr. Anette Baldauf und Katharina Weingartner Forschungsprojekt: Victor Gruen, Wien und die Shopping Mall Verein Projekt Schwab Mag. Ingeborg Orthofer Editionsprojekt: Werner Schwab Werke Verein Projekt Theater Dr. Eva Brenner Diskussionsreihe: KUNST im DIALOG Verein Sammlung Frauennachlässe Dr. Nicola Langreiter Forschungsprojekt: Bruchstücke eines Fotoarchivs. Fotografien von Richard Erber Verein Ursache und Wirkung Dr. Elisabeth Mixa Studie: Ein Gespenst geht um… Bilder von Freundschaft in der gegenwärtigen Alltagskultur Verein zur Förderung der Theaterforschung und ihrer Vermittlung Mag.a Dr. Julia Danielczyk und Dr. Birgit Peter Tagung: Theater/Wissenschaft im 20. Jahrhundert Verein zur Förderung der Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit Mag.a Dr. Martina Fuchs Publikationsprojekt: Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit, Jahrgang 8 Verein zur Förderung von L´HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Dr. Elisabeth Malleier Forschungsprojekt: Kinderschutzvereine in Wien im 19. und im frühen 20. Jahrhundert Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen Traute Molik-Riemer Vermittlungsprojekt: Tagebuchtag 2008 ViennAvant- Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden Helga Köcher Vorarbeiten zum Symposium"Wiener Avantgarden nach 1945“ im Jahr 2009 179 WAS Verein für Wohnbau, Architektur und Sonstiges Arch. Dipl.-Ing. Rita Pirpamer Ausstellungsprojekt: SALE Wiener Institut für Musiktherapie Mag. Monika Smetana Symposium: Wiener Schule der differentiellen klinischen Musiktherapie – ein Update. Begriffe der Wiener Schule der Musiktherapie im Verständnis aktueller Theoriebildung Wiener interdisziplinäre Arbeitsgruppe für die Erforschung von (Techno)wissenschaft und Gesellschaft Univ.-Prof. Dr. Ulrike Felt Konferenz: Virtually Informed: The Internet as(New)Health Information Source Windhorse – Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit Dr. Elisabeth Ottel-Gattringer World Mental Health Day Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien im Wege von Subventionen im Jahr 2008 unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Gesamtvolumen: Davon für Institutionen/Frauen in Leitungspositionen: Summe in% für von Frauen geleitete Institutionen: EUR 7.844.200,00 EUR 5.858.700,00 74,68 Architekturzentrum Wien Mag.(FH) Karin Lux(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien Mag.a Gertraud Diendorfer(Geschäftsführerin) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer(wissenschaftliche Leiterin) Forschungszentrum für historische Minderheiten Mag.a Regina Wonisch 180 IWM- Institut für die Wissenschaften vom Menschen Mag.a Susanne Fröschl(Geschäftsführerin) Jewish Welcome Service Vienna Mag.a Susanne Trauneck Ludwig Boltzmann-Gesellschaft Mag.a Claudia Lingner(Geschäftsführerin) Österreichische Akademie der Wissenschaften Mag. Lisbeth Triska, Leiterin der Verwaltungsstelle der philosophischhistorischen Klasse Dr. Barbara Haberl, Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien Dr. Evelyn Breiteneder, Leiterin des Projektes Austrian Academic Corpus Univ.-Doz. Dr. Walburga Litschauer, Leiterin des Projektes„Neue Schubert Ausgabe“ Dr. Isolde Geyer, Leiterin des Projektes„Aufbau einer Familiendatenbank zur Ausarbeitung eines Österreichischen Familiennamenbuchs“ Dr. Jacqueline Stark, Leiterin des Projektes„Normierung des Sprachtest- und Sprachtherapiematerials“ Doz. Mag. Dr. Heidemarie Uhl, Leiterin des Projektes„Bruchlinien und Kontinuitäten. Die ÖAW im 20. Jahrhundert“ Dr. Elisabeth Großegger, Leiterin des Projektes„Prinz Eugen auf der Wiener Bühne. Die Figur des Prinzen Eugen als„Ort des Gedächtnisses“ seit Mitte des 19. Jahrhunderts“ Mag. Dr. Vera Mayer, Leiterin des Projektes„Kunst und Plattenbau in Wien. Kunst, Kleinarchitektur und Design in Wiener Plattenbausiedlungen von den 1960er Jahren bis heute“ Österreichische Forschungsgemeinschaft Mag. Caroline Hecht Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Dr. Birgitt Haller Technische Universität Wien DI Eva Obermüller(zuständig für den Wissenschaftskompass und weitere Wienbezogene Aktivitäten der Technischen Universität Wien) Verein Yad Layeled Austria Milli Segal Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) Mag.a Michaela Glanz(betreut das„Wiener Impulsprogramm für Geistes-, Sozialund Kulturwissenschaften“) Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Altersökonomie Univ.-Prof. Dr. Ursula Schneider(Institutsleiterin) Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien im Wege von Projektförderungen im Jahr 2008 unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: 181 Arthur Schnitzler Gesellschaft Univ.-Prof. Dr. Konstanze Fliedl asylkoordination österreich- Verein für AusländerInnen und Flüchtlingsorganisationen und-betreuerinnen Mag.a Anny Knapp Europäische Gesellschaft für die Geschichte der Photographie Anna Auer Evangelische Akademie Wien Mag.a Waltraud Kovacic Frauensolidarität Mag.a Ulrike Lunacek, Dr. Hildegard Hefel, Mag.a Ulrike Repnik Franz Schmidt Gesellschaft Wien Dr. Carmen Ottner Gesellschaft für Historische Tonträger e.V. Mag.a Christiane Hofer IAF- Institut für Axiologische Forschungen Dr. Susanne Moser IFK – Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften Mag.a Viola Eichberger IG Kultur Österreich Gabriele Gerbasits Initiative Minderheiten Dr. Cornelia Kogoj Initiative Weltethos Mag.a Edith Riether Institut für den Donauraum und Mitteleuropa Dr. Susan Milford Institut für Geschichte der Juden in Österreich Dr. Martha Keil Internationale Schönberg-Gesellschaft Dr. Marion Diederichs-Lafite Elfriede Jelinek Forschungszentrum Dr. Pia Janke Klimaforschungsinitiative AustroClim Mag.a Ingeborg Schwarzl Lalish Theaterlabor- Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur Mag.a Dr. Nigar Hasib 182 metro – Verein für Stadtforschung Mag.a Friederike Demattio Milena Verlag Mag.a Vanessa Wieser Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Dr. Sandra Wiesinger-Stock ökids- Österreichische Gesellschaft für Kinder und Jugendlichenpsychotherapie Dr. Vera Zimprich Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber Österreichisches Lateinamerika – Institut Mag.a Stefanie Reinberg Österreichisches Volksliedwerk Mag.a Irene Riegler OSTOJA Klub der Polnischen kreativen Pensionisten Katharina Reichert und DI Barbara Vecer Polnisches Institut Wien Direktorin Mag.a Malgorzata Grudzinska Projekt Theater Studio Dr. Eva Brenner Schnittpunkt Ausstellungstheorie& Praxis Beatrice Jaschke science2public e.U. Dr. Susanne Schwinghammer Sigmund-Freud-Privatstiftung Mag.a Inge Scholz-Strasser, Dr. Lydia Marinelli+ Theodor Kramer Gesellschaft Uschi Lichtenegger Universitätszentrum für Friedensforschung Prof. Hofrätin Dipl.-Dolm. Dr. Sigrid Pöllinger Verband Wiener Volksbildung Dr. Elisabeth Brugger, Mag. Michaela Schubert, Dr. Helena Verdel Verein"Freunde des Hauses Wittgenstein"- Bulgarisches Forschungsinstitut Österreich Mag.a Antoaneta Tcholakova 183 Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Mag.a Maria Rösslhumer Verein der FreundInnen des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien Univ.-Prof. Dr. Margarete Rubik Verein Exit Frau Joana Reiterer Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Mag.a Margit Hauser Verein für Architektur und Kommunikation DI Dr. Christiane Feuerstein Verein für Sozialgeschichte der Medizin Univ.-Doz. Dr. Dr. Sonia Horn Verein orpheus.news Dr. Primavera Driessen Gruber Verein zur Förderung von L´HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle Verein Unlimited Dr. Alexandra Reininghaus Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Univ.-Prof. Dr. Renate Pillinger Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Mag.a Siglinde Bolbecher Verein zur Förderung von L´HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle und Dr. Nikola Langreiter Wiener Gesellschaft für Theaterforschung Univ.-Prof. Dr. Brigitte Marschall Wiener Volksliedwerk Dr. Susanne Schedtler ZOOM Kindermuseum Dr. Elisabeth Menasse-Wiesbauer 184 Stipendien und Förderpreise – Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen Gesamtvolumen: EUR 120.159,00 Davon für Frauen: EUR 85.650,00 In Prozent: 71,28% Stipendien am Bologna Center der Johns Hopkins University Mag.a Kathrin Bachleitner Stipendien im Rahmen des Stipendienprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften(APART- und Doktorand(inn)en-Stipendium) Mag. Elisabeth Grabenweger DI Dr. Monika Schmoll Stipendium an der Webster University Simona Auer Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien Mag.a Dr. Natascha Vitorelli Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien- Förderungspreis Mag.a Ekaterini Mitsiou Technische Universität Wien, Preis der Stadt Wien für die jeweils jahresbeste Diplomarbeit der Fakultäten der Technischen Universität Dipl.-Ing. Johanna Langer Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen (49 Frauen, 35 Männer) für wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß von EUR 700,-- bis EUR 1.400,--: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: EUR 58.100,-EUR 34.200,-58,87% 185 Mag. Gudrun Ankele, Streit! Feministische Kunstprojekte im Wien der 1970er Jahre. Ein Vergleich anhand von VALIE EXPORT und IntAkt. Mag. Pamela Bartar, Eine Geschichte über Kunst im öffentlichen Raum Wien seit 2000: Partizipative Projekte, Kunst am Bau, prozessorientierte Kunst und transmediale Innovationen im Kontext Wiener Raumspezifität Mag. Karin Bindu, Wiener Studie zur emotionalen Rhythmuswahrnehmung Mag. Verena Brunner, Die Präsidentengrüfte am Wiener Zentralfriedhof als nationaler Gedächtnisort Dipl.-Ing. Claudia Czerkauer, Die Korrelation der Space Syntax Methodology mit der Realnutzung des urbanen Raums- anhand des Beispiels Wien Dr. Kanita Dervic, Evaluation eines Research Trainings in Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Susanne Dobrovolny, Medizin und öffentliche Gesundheitspflege in Wien und London im Vergleich, Zeitraum: 2. Hälfte 19. Jahrhundert bis 20er Jahre Univ.-Lekt. Mag. Dr. Claudia Dürr, Kompetenzerwerb bei GegenwartsSchriftstellerInnen Mag. Barbara Eichinger, Wien als Wiege des Jüdischen Films Mag. Ann-Kathrin Erdélyi, Leben und Wirken der Geschwister Hermann zur Zeit des fin de siècle in Wien Mag. Irmtraud Fidler, Maria Crone(geboren in Wien, 1900; verstorben in Kopenhagen, 1990)- Wissenschaftlicher biographischer Essay über die österreichisch-dänische Schauspielerin, Kulturvermittlerin und Sachbuchautorin als Einleitung der Übersetzung der Autobiographie"Kostumet var en laenestol" (dt. Ein Lehnstuhl diente als Kostüm.) Mag. Maria Fritsche, Servitengasse 1938- Schicksale der Verschwundenen. Bereich 2: Erforschung der Liegenschaften Servitengasse nach ungeraden Hausnummern Mag. Ursula Haselböck MA, Ausfführungspraxis in Österreich 1985-2005 darstellt anhand von 40 CD-Einspielungen des Ensembles Wiener Akademie 186 Mag. Ruth Haselmair, Soziale Netzwerkanalyse und Darstellung des sonance.artistic.networks Mag. Christina Höfferer, Frances Trollope's"Vienna and the Austrians" im Spiegel der zeitgenössischen publizistischen Literatur. Ein Reisebericht aus dem Jahr 1836 und die"Innensicht" des Jahres gefiltert aus Wiener Zeitungen. Dr. Ingrid Hölzl, Das Bild des Denkens/ Denken in Bildern. Wege zu einer Philosophie der Imagination aus dem Geiste Giordano Brunos Arch. Dr. Barbara Imhof, Deployable Getaway on Earth and in Space. Arbeitsverhältnisse und Großraumbürosituation in Wien Mag. Evgenia Ivanova, Medicikunst im 16., 17. und 18. Jahrhundert im Kunsthistorischen Museum in Wien und in den Uffizien und im Palazzo Pitti in Florenz Mag. Birgit Johler, Servitengasse 1938- Schicksale der Verschwundenen. Bereich 1: Erforschung der Liegenschaften Servitengasse nach geraden Hausnummern Mag. Caroline Katschnig, Österreichische Emigration nach Argentinien DI Dr. Bente Knoll, Frauen im Wiener Stadtbauamt/ in der Wiener Stadtplanung 1945-2005. ExpertInnen-Interviews Mag. Margarita Köhl, Jugend im Netz- Effekte mobiler und interaktiver Kommunikationstechnologien auf die Konstitution sozialer Netzwerke im Alltag von Jugendlichen in Bangkok und Wien Dr. Daniela Kraus, Journalisten-Report II: Österreichs Medienmacher und ihre Motive: Eine repräsentative Befragung Dr. Verena Krausneker, Gehörlose jüdische WienerInnen interviewen MMMag. Dunja Larise, Politische Ökonomie des neoliberalen Kapitalismus. Eine Gegenüberstellung von Zentren und Peripherien am Beispiel der Stadt Wien Mag. Ulrike Matzer, Fotografie in Österreich 1939- 1970 Dr. Natascha Miljkovic, Aliens erobern Österreich!- Untersuchungen an der eingeschleppten Schwarzmund-Meeresgrundel Neogobius melanostomus (Teleostei: Gobiidae) in der Donau Dr. Melanie Daniella Mlakar, Das Fremde in uns. Eine psychoanalytische Kulturanalyse des Unbewussten der Begegnung Dr. Claudia Mongini, Zeichen, Aggregat, Klang: kybernetische Analyse der von Anestis Logothetis entwickelten graphischen Notation Dr. Inna Naletova, Religion and Valuces: Focus on Serbia and Serbian Community in Vienna 187 Mag. Marianne Petersson, Die Implementierung von Aggression Replacement Training in einer Wiener Schule Mag. Ursula Petrik, Die Leiden der Neuen Musik Mag. Sanela Piralic-Spitzl, Transkulturelle Probleme bei somatoformer Schmerzstörung und Gruppentherapieangebot für PatientInnen mit somatoformer Schmerzstörung mit bosnischer/kroatischer/serbischer Muttersprache Mag. Sabine Reiter, Werkanalyse und Werkwürdigung für das Buchprojekt 'Biographie Dieter Kaufmann' Mag. Eva Schwarzmann, Next Generation: Söhne und Töchter jüdischer Emigranten aus Wien in New York und ihr Verhältnis zur ehemaligen Heimat ihrer Eltern Mag. Annette Südbeck, Die Wand als Produktionsort von Zeichnung im aktuellen Ausstellungskontext Mag. Bärbel Susanne Traunsteiner, Erstellen eines Fachartikels zum Thema "geschlechtssensible Kinder- und Jugendbücher" sowie einer Kriterienliste für mädchen- und bubenfreundliche Bücher M.A. Petra Unger, Wendepunkte' Portraits außergewöhnlicher Wiener Frauen an den entscheidenden Wendepunkten ihres Lebens Dr. Elisabeth Voggeneder, Lore Heuermann- Werkschau Mag. Dagmar Weidinger, Borderline-Kunst- eine Annäherung an den gestalterischen Ausdruck von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung Mag. Dagmar Zumbusch-Beisteiner, Die Behandlung der Musik in der historischen-kritischen Raimund-Ausgabe Stipendien Schul- und Studienbeihilfen sowie Förderungen für Diplomarbeiten und Dissertationen Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverses Stipendien im Gesamtbetrag von 55.720,-- EUR vergeben. Davon entfielen 27.188,18 EUR auf weibliche Studierende bzw. Schülerinnen. Männer 51,33% Frauen 48,67% 188 Förderungsmittel für Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen(9 Frauen, 2 Männer) für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß bis 3.650 Euro: Ansatz 2891/768 Das Gesamtbudget von 36.500 EUR wurde an 9 Frauen und 2 Männer vergeben. Männer 10% Frauen 90% Die Projekte im Einzelnen Dr. Barbara Fink, Kindheit und Jugend in der Donaumetropole vom Ende der Wiener Moderne bis 1938 Mag. Dr. Angela Heide, Freies Theater in Wien seit 1945- Entwicklungen, Zäsuren, Räume Mag. Camilla Henrich, Die Geschichte des politischen Theater in Wien nach 1945 Dr. Katharina Lischka, Ö1 im Wandel der Zeit. Die historische Entwicklung des Senders eingebettet in die Frage nach seinem öffentlich-rechtlichen Mehrwert. Mag. Susanna Niedermayr, Was wurde aus den'Vienna Electronica?' Mag. Barbara Sauer, Von der Wiedergutmachung zur Restitution. Verhandlungen, Gesetze und Praxis zur Rückgabe jüdischen Eigentums am Beispiel der Stadt Wien. Dr. Barbara Schweder, Geschichte der Methode der Morphologie in Wien 19082008 Mag. Sonja Stummerer, Urbane Nahrung 189 Dr. Elsbeth Wallnöfer, Heimaten:Urban- Urbane Heimaten- Wiens Stadtvolkskunden Publikationsförderungen Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankauf): Davon Publikationen von Frauen: In Prozent: EUR 161.000,-EUR 65.284,55 40,55% U.a. wurden im Jahr 2008 folgende Publikationen unterstützt Amalthea Signum Verlag Barbara Dmytrasz, Die Ringstraße Böhlau Verlag Martin Scheutz, Vlasta Vales(Hg.), Wien und seine WienerInnen. Ein historischer Streifzug durch Wien über die Jahrhunderte Margit Franz, Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, Karin M. Schmidlechner, Eduard G. Staudinger, Monika Stromberger, Andrea Strutz, Werner Suppanz, Heidrun Zettelbauer(Hg.), Mapping Contemporary History. Zeitgeschichten im Diskurs Karlheinz Biller, Maria de Lourdes Stiegeler, Wörterbuch der Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor E. Frankl Sachbegriffe, Metaphern, Fremdwörter Ilse Reiter, Gustav Harpner 1864-1924. Vom Anarchistenverteidiger zum Anwalt der Republik Gabriele Anderl, Christoph Bazil, Eva Blimlinger, Oliver Kühschelm, Monika Meayer, Anita Stelzl-Gallian, Leonhard Weidinger(Hg.),... wesentlich mehr Fälle als angenommen. 10 Jahre Kommission für Provenienzforschung Waltraud Häupl(Hg.), Der organisierte Massenmord an Kindern und Jugendlichen in der Ostmark 1940-1945 Ilse Reiter-Zatloukal, Gustav Harpner(1864-1924) Herta Nagl-Docekal, Viele Religionen- eine Vernunft? Ein Disput zu Hegel Mechthild Dubbi, Vom k.k. Hauptmann zum Kommerzialrat 190 Thomas Buchner, Werner Lausecker, Alexander Pinwinkler, Annemarie Steidl, Sigrid Wadauer, Hermann Zeitlhofer(Hg.), Schnittstellen historischer Forschung. Demographie- Arbeit- Migration – Wissenschaftsgeschichte Braumüller Verlag Anton Pelinka, Hubert Sickinger, Karin Stögner, Bruchlinien österreichischer Identitäten Barbara Liegl, Georg Spitaler, Migration im österreichischen Fußball nach 1945 Christa Riedl-Dorn, Hohes Tier- Die Geschichte der ersten Giraffe in Schönbrunn; Tiergarten Schönbrunn- Geschichte, Band 4 Maria Nicolini(Hg.), Wissenschaft, helldunkler Ort. Sprache im Dienst des Verstehens Christa Chorherr, Wessen Heiliges Land? Christen im Israel-Palästina-Konflikt Czernin Verlag GmbH Lisa Fischer, Irgendwo. Wien, Theresienstadt und die Welt Gerhard Baader, Veronika Hofer, Thomas Mayer(Hg.), Eugenik in Österreich Biopolitische Strukturen von 1900 bis 1945 Karin Wagner(Hg.),... es grüsst Dich Erichisrael. Briefe von und an Eric Zeisl Margaretha Kopeinig, Wolfgang Petritsch, Das Kreisky-Prinzip Im Mittelpunkt der Mensch Else Spiller, Slums. Erlebnisse in den Schlammvierteln moderner Großstädte. Bibliothek der Erinnerung Band VIII Christian Friesl, Ingrid Kromer, Regina Polak(Hg.), Lieben. Leisten. Hoffen. Die Wertewelt junger Menschen in Österreich DÖW Stiftung- Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Maren Seliger, Kommunale Scheinelite im Führerstaat? Funktion und politisches Profil Wiener Räte(1934-38) und Ratsherren(1939-45) Edition Splitter Batya Horn, Christian Baier(Hg.), Stehlen& Rauben Edition Vabene Susanne Dobesch, Die geheimen Erinnerungen des Joseph Haydn Chrisanna Burkhardt, Gekündigt und glücklich Edition Viktoria Zär'a Yaqob. Eine abessinische Weltanschauung Edition Steinbauer 191 Carmen Renate Köper, Zwischen Emigration und KZ- Hermann Langbein, Viktor Matejka, Bernhard Littwack, Karl Paryla und Trude Simonsohn Elisabeth Buxbaum, Transit Shanghai- Ein Leben im Exil Eigenverlag Dr. Johanna Holik Sisis Garderobenschrank Facultas Verlag Johannes Pollak, Fritz Sager, Ulrich Sarcinelli, Annette Zimmer(Hg.), Politik und Persönlichkeit Gezeiten Verlag Irene Suchy, Otto M. Zykan: Materialien zu Leben und Werk Irene Suchy, Der Dichter und Komponist Otto M. Zykan: Materialien zu Leben und Werk hyper[realitäten] büro Karin Harrasser(Hg.), sinnhaft. Journal für Kulturstudien, Nr. 21 Lit Verlag GmbH& Co. KG Julia Novak, Gemeinsam Lesen- die Buchgruppe als soziales Phänomen und ökonomische Triebkraft Birgit Peter, Wissenschaft nach der Mode. Die Gründung des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft an der Universtität Wien 1943 Monja Elisabeth Art,"Liebt einander!"- Die Vereinbarkeit von Homosexualität und christlichem Glauben Stephanie Krawinkler, Susanne Oberpeilsteiner, Das Fremde- Konstruktionen und Dekonstruktionen eines Spuks Hubert Eichmann, Helene Schiffbänker, Nachhaltige Arbeit in der Wiener Kreativwirtschaft? Architektur, Design, Film, Internet, Werbung Eveline Goodman-Thau, Arche der Unschuld. Versuch einer Vernunftkritik nach Auschwitz Löcker Verlag Evelyne Polt-Heinzl(Hg.), Der Untertreiber schlechthin. Studien zu Alfred Polgar Brigitte Lehmann(Hg.), Dass die Frau zur Frau erzogen wird. Frauenpolitik und Ständestaat Barbara Kainz, Der Antiheld. Eine Helden Spezies in Comicverfilmungen Birgit Sauer(Hg.), Performance Politik Gender. Materialienband zu her position in transition Karin Harrasser(Hg.), Bauformen der Imagination. 192 Eine Kulturgeschichte der Architektonischen Phantasie Mandelbaum Verlag Christine Dierks, Sabine Schlüter, Sigmund Freud- Vorlesungen 2006. Die großen Krankengeschichten Birgit Johler, Maria Fritsche, 1938 Adresse: Servitengasse- Eine Nachbarschaft auf Spurensuche Christine Dierks und Sabine Schlüter, Die großen Krankheitsgeschichten Metroverlag Carola Leitner, Fabian Burstein, Wiener Plätze und Nebenschauplätze Anna Lindner, Wiener Literaturschauplätze Anni Bürkl, Böhmisches Wien Birgit Schwaner, Die Wittgensteins Carola Leitner, Wiener Plätze Katja Sindemann, Das Wiener Café Anna Lindner(Hg.), Das goldene Wienerherz Elke Krasny, Stadt und Frauen MHM- Michael Horowitz Media OG Angelika und Michael Horowitz, Verdrängen- Vergessen – Verzeihen Nylon- Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse Zeitschrift: fiber. Werkstoff für feminismus und popkultur, Heft Nr. 13/2008 Österreichisch Griechische Gesellschaft Maria Mavromichali-Botz, Dialog Passagen Verlag Vintila Ivanceanu, Josef Schweikhardt, KKK. Kunst Klang Krieg Hélène Cixous, Benjamin nach Montaigne Christiane Feuerstein, Altern im Stadtquartier Sonja E. Keller, Sarah Fessel Eva Pentz u.a.(Hg.), Dies ist kein Gottesstaat! Jacques Rancière, Politik der Literatur Christina Schlatter Gentinetta, Dissonanzen der Evidenz 193 Andrea Christoph-Gaugusch, Philosophie eines Ungeborenen Alexandra Reininghaus, Oskar Maurus Fontana Eva Pudill, Ästhetische Autonomisierung als biomorpher Prozess Lusia Paumann, Vom Offenen in der Architektur Elisabeth Schäfer, Die offene Seite der Schrift Peter Lang GmbH Diana Zisler, Aspekte der Verhaltensökonomie Barbara Kraml, Gender Budgeting in Wien Meidling. Ein Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit öffentlicher Haushalte? Diana Zisler, Wer bin ich? Grundprobleme menschlicher Existenz Theresia Maria Leitner-Schweighofer, Frankls moralischer Imperativ. Die ethische Dimension in Viktor Frankls psychotherapeutisch-philosophischem Menschenbild Praesens VerlagsgesmbH Elisabeth Klecker, Christian Gastgeber(Hg.), Neulatein an der Universität Wien. Ein literarischer Streifzug. Festschrift für Dekan Römer Dunja Larise, Die Kulturtheorie zur Zeit der Globalisierung Sabine Prokop, Bevor Big Brother kam. Subjektive Eindrücke vom Fernsehen am Ende des 20. Jahrhunderts(Angewandte Kulturwissenschaften Wien, Band 16, hrsg. von Manfred Wagner) Barbara Giller, Tað dámar maer vael í Føroyum. Leben und Werk des österreichischen Färöer-Forschers Ernst Krenn Promedia Verlag Gabriele Habinger, Ida Pfeiffer, Wir leben nach Matrosenweise Marlen Schachinger, Wien. Stadt der Frauen Hilde Schmölzer, Rosa Mayreder Andrea Komlosy, Grenze und ungleiche regionale Entwicklung Hilde Schmölzer, Die abgeschaffte Mutter Birge Krondorfer, Frauen und Politik Seifert Verlag GmbH Cornelia Faustmann, Schwarze Löcher. Rätselhafte Phänomene im Weltall Springer Verlag Ula Schneider, Beatrix Zobl(Hg.), Soho in Ottakring 194 Sabine Seymour, Fashionable Technology. The Intersection of Design, Fashion, Technology and Science Albert Wimmer, Doris Rothauer(Hg.), Stadien/Stadiums. Marktplätze der Zukunft. Marketplaces of the Future Studien Verlag Brigitte Schwens-Harrant, Literaturkritik. Eine Suche Petra Ernst(Hg.), Karl Emil Franzos- Schriftsteller und Kulturvermittler Friedbert Aspetsberger, Anne Marie Corbin(Hg.), Tradition und Moderne in Österreich Eveline List(Hg.), Der Mann Moses und die Stimme des Intellekts Marlen Bidwell-Steiner, Ursula Wagner(Hg.), Freiheit und Geschlecht- Offene Beziehungen, prekäre Verhältnisse Rainer Bartel, Ilona Horwath, Waltraud Kannonier-Finster, Maria Mesner, Erik Pfefferkorn, Meinrad Ziegler(Hg.), Heteronormativität und Homosexualitäten Gertraud Marinelli-König, Adelheid Pichler(Hg.), Kultur- Erbe- Stadt Erich Fröschl, Ulrike Kozeluh, Christian Schaller(Hg.), Democratisation and Dedemocratisation in Europe? Evelyn Adunka(Hg.), Tagebücher von Emanuel Fiscus(1900-1984) Annemarie Schweighofer, Gabriela Schroffenegger, Buben- und Burschenarbeit in Österreich und ihr gesellschaftlich-historischer Zusammenhang Erika Thurner, Alexandra Weiss(Hg.), Johanna Dohnal- Innensichten österreichischer Frauenpolitiken- Innsbrucker Vorlesungen Reihe: Tiroler Studien zu Geschichte und Politik, Band Nr. 9 Ruth Esterhammer, Fritz Gaigg, Markus Köhle, Handbuch Österreichische Literaturzeitschriften Nikolaus Dimmel, Karin Heitzmann, Martin Schenk(Hg.), Handbuch der Armut in Österreich Anja Brunner, Lisa Leitich, Michael Parzer(Hg.), pop:modulationen. Beiträge junger Forschung Monika Sommer, Heidemarie Uhl(Hg.), Alt_Neu_Wien. Ein Spannungsfeld der Konstruktion urbaner Identitäten aus der Reihe: Gedächtnis- Erinnerunge Identität, Band 9 Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien Regine Allgayer-Kaufmann, Michael Weber(Hg.), African Perspectives: precolonial history, anthropology, and ethnomusicology 195 Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung Hisaki Hashi, Zen und Philosophie. Zur neuen Dimension der philosophischen Anthropologie Verlag Anton Pustet Iris Meder(Hg.), Josef Frank. Eine Moderne der Unordnung Barbara Humpeler, Horst Hambrusch, Joachim Moroder(Hg.), Clemens Holzmeister und die Türkei Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Ges.m.b.H. Marion Linhardt, Anthologie zum musikalischen Unterhaltungstheater Vier Viertel Verlag Michaela Krucsay, Katharina Cibbini-Kozeluch. Musikerin und Mäzenin. Frauentöne 7 Claudia Schweitzer, Elke Schröder, Genovieffa Ravissa. Ein Musikerinnenleben im 18. Jahrhundert. Frauentöne 5 Margit Sailer, Zukunft braucht Vergangenheit. Die politische Entwicklung der österreichischen Krankenpflege von 1918-1938. visite 2 Gabriele Dorffner,"... ein edler und hoher Beruf". Zur Professionalisierung der österreichischen Krankenpflege, visite 1 Corinna Oesch,"Die Komponistin Maria Hofer(1894- 1977)" aus der Schriftenreihe"Frauentöne", Band 8 Violetta Ritterling Verlag Martina Pippal, Chiasma, mixed media/fotografie Insgesamt wurden 2008 78 Verlage bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/oder Ankäufen gefördert, 26 davon werden von Frauen geleitet. Das sind 33,34% Amalthea Signum Verlag Dr. Brigitte Sinhuber-Harenberg Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG Dr. Eva Reinhold-Weisz Braumüller Verlag Konstanze Weber DÖW Stiftung- Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer echomedia verlag ges.m.b.h. Ilse Helmreich Edition Sonnenaufgang 196 Verena Kienast Edition Splitter Batya Horn Edition Viktoria Mag. Viktoria Frysak Eigenverlag Dr. Johanna Holik Dr. Johanna Holik Facultas Verlag Sabine Kruse hyper[realitäten] büro Dr. Karin Harrasser Kunst für Kinder- Verein zur Förderung innovativer Kinderkultur Vera Felbermair Mandelbaum Verlag DI Elisabeth Baumhöfer Metroverlag Mag. Frederike Demattio Nylon- Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse Daniela Lauscher Österreichisch Griechische Gesellschaft Mag. Maria Mavromichali-Botz Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Univ.-Prof. Dr. Sabine Felgenhauer Seifert Verlag Dr. Maria Seifert Springer Verlag Angela Fössl V& R unipress GmbH Mag. Susanne Franzkeit Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien Univ.-Doz. Dr. Walburga Litschauer Verein für komparative Philosophie und interdisziplinäre Bildung Univ.-Doz. MMag. Dr. Hisaki Hashi Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft Uschi Lichtenegger Verlag Österreich GmbH 197 Dr. Ursula Huber Vier Viertel Verlag Univ.-Prof. Mag. Dr. Elena Ostleitner Violetta Ritterling Verlag Univ.-Prof. Dr. Martina Pippal Wiener Vorlesungen 2008 Mitwirkende gesamt: 2008: Frauen: 34% Männer: 66% 2007: 2006: 2005: 2004: 2003: (42,86)(30%)(43%)(37%)(31%) (57,14)(70%)(57%)(63%)(69%) Im Jahr 2008 haben insgesamt 61 Veranstaltungen(davon 41 Eigenveranstaltungen und 20 Kooperationsveranstaltungen) stattgefunden; das Publikumsinteresse war bei allen Veranstaltungen ausgezeichnet. Insgesamt haben die Wiener Vorlesungen 174 Persönlichkeiten zur Teilnahme(als Vortragende und ModeratorInnen*) eingeladen, davon 59 Frauen und 115 Männer. Im Rahmen der Reihe„Abschiede 1938. Die Vernichtung des geistigen Wien“, die die Wiener Vorlesungen gemeinsam mit der Wienbibliothek im Rathaus und dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften(IFK) programmiert hat, sprachen Univ.Prof. Dr. Ruth Klüger und Univ.-Prof. Dr. Mark Gelber über „Studium und Gebrauch der deutschen Sprache nach der Shoah“ – moderiert von Mag.a Renata Schmidtkunz. Ruth Klüger war im Jahr 2008 ein weiteres Mal Referentin der Wiener Vorlesungen: Im Rahmen der„Buch Wien 08“ wurde die Publikation„Ich stamme aus Wien. Kindheit und Jugend von der Wiener Moderne bis 1938“ präsentiert. Ruth Klüger, die in diesem Band mit zwei Beiträgen –„Rückblicke“ und „Rückkehr nach Wien“ – vertreten ist, las aus dem Buch. Die Sozial- und Kulturanthropologin Shalini Randeria, Professorin am Ethnologischen Seminar der Universität Zürich, hielt einen viel beachteten Vortrag über„Bevölkerungspolitik in Indien im Spannungsfeld wirtschaftlicher, sozialer, kultureller Interessen“. 198 Titel der Wiener Vorlesung von Elisabeth Bronfen war„Nachtreisen“. Elisabeth Bronfen ist Lehrstuhlinhaberin am Englischen Seminar der Universität Zürich und bekannt durch zahlreiche Publikationen im Bereich der gender studies. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde ihr eben erschienenes Buch„Tiefer als der Tag gedacht. Geschichten der Nacht“ präsentiert. Die diesjährige„Sir Peter Ustinov Professorin“ der Stadt Wien zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen war die international renommierte Psychoanalytikerin Univ.-Prof. Dr. Verena Kast. Die Stadt Wien hat diese Gastprofessur in Zusammenarbeit mit dem Sir Peter Ustinov Institut und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien initiiert. Im Rahmen der Wiener Vorlesungen sprach Verena Kast über„Vorurteile aus psychoanalytischer Sicht“. Die Wiener Vorlesungen haben drei exzellente ExpertInnen – Univ.-Prof. Dr. Bernadette Wegenstein von der Johns Hopkins University in Baltimore, Univ.Prof. Dr. Martina Pippal vom Institut für Kunstgeschichte und Univ.-Prof. Dr. Martina Kaller-Dietrich vom Institut für Geschichte der Universität Wien – eingeladen, über„Die Arbeit am eigenen Körper: Schönheitskonstruktion und Körpermodifikation vom 18. bis 21. Jahrhundert“ zu diskutieren. „Die Reise nach Methusalem. Herausforderungen alternder Gesellschaften im Bereich der Pflege“ lautete der Titel des Vortrags von Univ.-Prof. Dr. Ulrike Schneider, Leiterin des Instituts für Sozialpolitik und des Forschungsinstituts für Altersökonomie der Wirtschaftsuniversität Wien. Ausgewählte Vorlesungen werden in neun Buchreihen herausgegeben. Mittlerweile gibt es bereits mehr als 200 Bände, im Jahr 2008 erschienen u.a. Christina von Braun, Glauben, Wissen und Geschlecht in den drei Religionen des Buches, Wiener Vorlesungen im Picus Verlag, Band 139; Alexandra Millner, Von ALPHA bis ZIRKULAR. Literarische Runden und Vereine in Wien(1900-2000), Enzyklopädie des Wiener Wissens, Band V; Martina Kaller-Dietrich, Ivan Illich(1926-2002). Sein Leben, sein Denken, Enzyklopädie des Wiener Wissens. Porträts, Band I. Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsförderungsfonds Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Gesamtfördersumme: 99 600 Euro Mag.a Dr. Barbara Haas, 10 600 Euro Mag.a Dr. Hannelore De Silva(WU Best Paper Award der Stadt Wien), 7 000 Euro Habil.-Ass. Dr. Michaela Trippl, 16 000 Euro 33,73% der Förderungen gingen an Projekte für Frauen 199 Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Gesamtfördersumme: 15 300 Euro Simone Klein, M.A., 3.000 Euro Dr. Lilia Suchocka, 2.000 Euro 32,67% der Förderungen gingen an Projekte für Frauen Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Gesamtfördersumme: 75 150 Euro Univ.-Prof. Dr. Veronika Sexl, 7 200 Euro Dr. Kira Brämswig, 1 000 Euro Mag.a Rosemarie Felder-Puig, MSc, 1 000 Euro Dr. Anita Lawitschka, 37 950 Euro Priv.-Doz. DDr. Angelika Riemer, 1 000 Euro Dr. Christiane Thallinger, 1 000 Euro 65,40% der Förderungen gingen an Projekte für Frauen 200 Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien 2008 wurden nur die Fachbereichen Ingenieurswissenschaften und Naturwissenschaften zur Förderung gelassen, es wurden 79 Anträge aus diesen Bereichen mit einer Wunschsumme von€ 674.521,69 insgesamt gestellt, davon wurden von Frauen 24 Anträge mit einer Summe von€ 216.791,58 eingereicht. Vom Kuratorium wurden 42 Anträge mit€ 249.887 gefördert, davon gingen zwölf Förderungen an Wissenschaftlerinnen mit einer Summe von€ 65.100. Ein Projekt gehört zum Fachbereich Ingenieurswissenschaften, elf zum Fachbereich Naturwissenschaften. Eingereichte Projekte: Ingenieurswissenschaften: gesamt: 14 Anträge 132.740,36 Frauen: 2 Anträge 22.647,75 201 Naturwissenschaften: gesamt: 65 Anträge 541.781,33.Frauen: 22 Anträge 194.143,83.Geförderte Projekte: Ingenieurswissenschaften: Gesamt: 11 Projekte 78.287.Frauen: 2 Projekte 2.000.Naturwissenschaften: Gesamt: 31 Projekte 171.600.Frauen: 11 Projekte 63.100.202 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2007 FRAUENKULTURBERICHT KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2007 FRAUENKULTURBERICHT HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY © 2008 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Sylvia Mattl-Wurm(MA 9) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Filmfonds Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Wolfgang Kos(Wien Museum) Mag. Karin Rick(Frauenkulturbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Herausgeber: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@ma07.wien.at http://www.kultur.wien.at Inhalt VORWORT...............................................7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik.............................................9 Theater...........................................10 Literatur...........................................11 Bildende Kunst......................................12 Kunsthalle Wien.....................................14 Alltagskultur........................................31 Kulturelles Erbe.....................................32 Bezirksmuseen......................................36 Ehrungen..........................................37 Interkulturelle Aktivitäten..............................37 Auslandskultur......................................39 Neue Medien.......................................40 Stipendien(siehe Wissenschaft)............................ Film und Kino.......................................41 Filmfonds Wien......................................42 Wiener Festwochen...................................58 Wissenschaft.......................................70 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8).....................77 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS(MA 9)..........................79 WIEN MUSEUM...........................................95 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN.................................105 FRAUENKULTURBERICHT...................................121 Kunststadt Wien auf der Überholspur ”In Wien ist Theater Teil der Lebenskultur, wie Essen, Trinken und Schlafen. Und dadurch entsteht ein besonderes Theatererlebnis. Es entsteht nicht am Abend, in einer Vorstellung. Sondern durch die Begleitung eines Theaters schlechthin”, so Matthias Hartmann, Regisseur, Intendant und künftiger Burgtheaterdirektor in einer österreichischen Tageszeitung. In Wien ist Kunst und Kultur selbstverständ­ licher Bestandteil des Alltags. Das gilt nicht nur für das Theater, sondern auch für die Literatur und erst recht für die Musik. Und seit einiger Zeit auch für die zeitgenössische bildende Kunst. In diesem wichtigen Bereich gab es in den letzten Jahren und gerade im abgelaufenen Jahr gezielte Anstrengungen, Wien als Kunststadt international stärker zu positionieren und mit anderen Metropolen gleichzuziehen. Ein Meilenstein war die Eröffnung des Museums auf Abruf(MUSA) als neuer zentraler Ort für österreichische Gegenwartskunst. Das MUSA ist Ausstellungshalle, Bilderverleih (”Artothek”) und Startgalerie in einem. Die Ausstellungen”speisen” sich aus Werken der Sammlung der Stadt Wien, die mit 17.000 Objekten eine der bedeutendsten in Österreich ist und einen repräsentativen Querschnitt heimischen Kunstschaffens seit 1945 darstellt. Neben dem Museum auf Abruf hat Wien auch mit der Kunst im öffentlichen Raum(KÖR) sein kulturelles Angebot erweitert. Die Kunst im öffentlichen Raum wurde 2004 mit der Aufgabenstellung gegründet, die Menschen mit moderner Kunst auch abseits von großen Ausstellungshäusern zu konfrontieren. Seither wurde eine Reihe von markanten, das Stadt­ bild prägende Kunstwerken umgesetzt – sei es Ken Lums Medieninstallation”PI” in der U­ Bahn-Station Karlsplatz, sei es Marco Lulic’s ”Mahnmal gegen den Mythos des ersten Opfers” am Mexikoplatz oder Ingeborg Strobls ”garten” in der Taborstraße. Eine weitere bedeutende Maßnahme war die Übernahme des Kunsthauses Wien durch die Stadt. Das Kunsthaus Wien hat sich mit seinem Fotografie-Schwerpunkt und seiner permanenten Hundertwasser-Schau inter­ national einen Namen gemacht. Mit Kunsthalle Wien, Kunsthaus Wien und MUSA verfügt die Stadt über ein Dreigestirn zeitgenössischer Kunst, das von der österreichischen Gegen­ wartskunst bis hin zu internationalen zeit­ genössischen experimentellen Positionen reicht. Die Kunsthalle Wien ist im Museumsquartier angesiedelt, das sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Szenetreffpunkt entwickelt hat und eines der zehn größten Museumsareale der Welt ist. Kunsteinrichtungen von internatio­ nalem Format, quirlige Straßencafes und trendige Stadtmöbel zum Bummeln ist Teil des Erfolgsrezepts. Mit seinem urban-vitalen Lebensgefühl ist das Museumsquartier auch mit ein Grund für die herausragende Rezeption Wiens in inter­ nationalen Medien: Von Wien”als einer der hippsten Städte” ist hier die Rede und von der ”coolen city”, die zutiefst traditionell und zugleich eine der modernsten Europas sei. Nachzulesen in Zeitungen und Magazinen, vom ”Spiegel” bis”Monocle”, von der”FAZ” bis ”Ideat”. Und das Beliebtheitsbarometer steigt weiter. Der Karlsplatz könnte in punkto Attraktivität dem Museumsquartier bald Konkurrenz machen. Seine Besonderheit liegt in der Ansammlung von weltweit einmaligen Kulturund Bildungseinrichtungen, die den Platz 7 Vorwort säumen, wobei jede Einrichtung für sich genommen schon ein Juwel ist. Aufgabe der Stadt war es, diese Einzigartigkeit zu unter­ streichen und zur Geltung zu bringen und damit den Platz als einheitlichen Stadtraum erlebbar zu machen. Erreicht wurde dieses Ziel mit Maßnahmen in den Bereichen Verkehr, Grünraum und Kultur sowie Stadtplanung und Sicherheit. Heute arbeitet ein von der Kulturabteilung beauftragter Verein, die karlsplatz.org, daran, den Platz zu beleben und die einzelnen Institutionen stärker zu ver­ netzen(”karlstag”, Kunstzone während der Euro, Aktion Wärmespender etc.). Aufgabe einer verantwortungsvollen Kultur­ politik ist es, für ein weltoffenes Klima zu sorgen, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, ausreichend Mittel bereitzustellen und einer breiten Öffentlichkeit die Teilhabe an Kultur zu ermöglichen. Aufgaben, die in Wien in besonderem Maße erfüllt werden. Das Wiener Kulturbudget wurde in den letzten fünf Jahren von 167 Millionen auf 217 Millionen Euro um ein Viertel angehoben, wobei von der Erhöhung alle Sparten profitierten. Wien gibt damit in etwa so viel Geld für Kultur aus wie der Bund. Was Zugang und Teilhabe betrifft, hat Wien bereits eintrittsfreie Tage in seinen Museen geschaffen. Ein breit angelegter Kulturpass im Rahmen des Projekts”Hunger auf Kunst und Kultur” soll einkommens­ schwachen Menschen die Teilhabe ermög­ lichen; und eine Vielzahl an bibliophilen Veranstaltungen erleichtert den Zugang in die Welt der Literatur. Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien 8 Musik KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK Wien wird immer wieder als”Musikstadt” bezeichnet und wenn man die Vielfalt der musikalischen Aktivitäten betrachtet, scheint dieser Ruf zweifellos gerechtfertigt. Inter­ nationale Künstler sind vom Wiener Publikum begeistert, zum andern gastieren sie besonders gerne in unserer Stadt, um mit heimischen Orchestern und Ensembles, deren Qualität weltweit längst zu einem Marken undGütezeichen geworden ist, zu musizieren. Drei große Veranstalter sind wesentliche Säulen des Musiklebens in Wien: Die Gesellschaft der Musikfreunde, die Wiener Konzerthausgesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs. In zahlreichen Konzert­ zyklen bieten alle drei einen musikalischen Programmbogen, der sich von der Alten Musik über Klassik und Romantik bis hin zur Moderne spannt. Allen dreien ist es auch ein Anliegen, jüngere Konzertbesucher altersadäquat zur Musik hinzuführen. Verschiedenste Zyklen über das Jahr verteilt erfreuen sich steigender Beliebtheit. Zwei zentrale Informationsstellen sind das MICA und das Arnold Schönberg Center, das den Nachlass des Komponisten verwaltet aber auch zahlreiche Veranstaltungen durchführt. Besonders bemüht sich das Musikreferat, den vielfältigsten zeitgenössischen Strömungen gerecht zu werden. Neben den bereits etablierten Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble”die reihe”, dem ”Ensemble 20. Jhdt” dem”Creativen CentrumProjekt Uraufführungen”, dem Ensemble”Neue Streicher”, dem”Ensemble Kontrapunkte” oder dem Ensemble”Wiener Collage”, das sich mit einem eigenen Zyklus im Arnold Schönberg Center etablieren konnte, sind es viele kleine Vereine oder Ensembles, die aktuelle, zeit­ genössische Strömungen aufnehmen und präsentieren. Zu ihnen zählen u.a. die arge zeitgenössische musik fünfhaus, Chroma, das Forum für neue Musik, Music on line, Nouvelle Cuisine, das Wiener Musikforum und die Stadtinitiative Wien-Konzerte. Mit dem Klangforum Wien wird dieses Genre von einem Klangkörper vertreten, der von der Kritik zu einem der Führenden gezählt wird. Neben der zeitgenössischen Musik wird aber die traditionelle Klassische Musik, die den Programmbogen ebenfalls sehr weit spannt, nicht vernachlässigt. Die”Wiener Symphoniker” sind das Konzertorchester der Stadt Wien. Nicht nur in Wien, sondern auch im Ausland zeigen sie ihr Können und ihre Vielfältigkeit. Neben den Wiener Symphonikern sind es die Wiener Akademie, das Wiener Kammerorchester und das Frauen Kammer­ orchester, die sich neben der Pflege der Tradition auch der Moderne widmen. Das Gustav Mahler Jugendorchester und das Wiener Jeunesse Orchester bieten jungen Musikern erste Möglichkeiten, Orchester­ erfahrung zu sammeln und mit Weltklasse­ dirigenten zu arbeiten. Ein musikalisches Genre, das in den letzten Jahren verstärkt gefördert wurde, ist der Jazz: ob im”Jazzland”, im”Porgy& Bess”, durch den Verein”Reigen live”, das”Vienna Art Orchestra” den Verein”IG Jazz”, die ”Jazzwerkstatt Wien”, die”Wiener Musik­ galerie” oder den Verein”MM MusikwerkstattMusikförderung”, Jazz in allen Facetten wird präsentiert. Jährlich wird auch der”Hans Koller Jazzpreis” vergeben. Zahlreiche Festivals werden vom Publikum immer besonders gerne besucht, können hier doch in kurzer Zeit die”Topkünstler” eines Genres präsentiert werden. So sind u.a. das Festival”Wien Modern”, das”Frühlingsfestival”, das Wienerliedfestival”Wean hean” oder”Wien im Rosenstolz”, sowie das”Akkordeonfestival” im Frühjahr von steigendem Publikums­ interesse begleitet. 9 Musik- Theater In vielen Konzertprogrammen wurden Schwerpunkte aus Anlass der Gedenktage bedeutender Komponisten gestaltet. So waren 2007 u.a. folgende Komponisten vertreten: 25. Todestag von Carl Orff 50. Todestag von Ralph Benatzky 50. Todestag von Erich Wolfgang Korngold 100. Todestag von Edward Grieg 125. Geburtstag von Joseph Marx 150 Geburtstag von Edward Elgar 150. Geburtstag von Wilhelm Kienzl 2007 wurden 19 Kompositionsaufträge vergeben. 39 KünstlerInnen und Ensembles aus den Genres Musik, Bildende Kunst, Wissenschaft, Literatur und Theater gastierten im Ausland, wobei sich die Stadt Wien an den Reise­ kosten beteiligt hat. 2007 fand auch der Joseph Haydn Kammer­ musikwettbewerb der Universität für Musik und Darstellende Kunst statt. THEATER Das Wiener Theaterjahr 2007 stand unter dem Zeichen des Neubeginns und der Weiter­ führung bzw. Etablierung der in den Vorjahren eingeleiteten Reformschritte sowohl in den Theaterleitungen als auch in den Förder­ strukturen. Nach dem Mozartjahr 2006, in dem auch das Theater an der Wien programmatisch ganz dem Jahresregenten verpflichtet war, präsen­ tierte sich das neue Wiener Opernhaus als ideale Ergänzung zu Staatsoper und Volks­ oper, mit einem Spielplan, der einen Bogen von der Barockoper bis zu selten gespielten Werken des zeitgenössischen Musiktheaters wie etwa”A Streetcar Named Desire” von André Previn oder Jake Heggie’s”Dead Man Walking” spannte, und damit nicht nur das Publikum überzeugen, sondern auch bei der nationalen wie internationalen Kritik punkten konnte. Dem Theaters in der Josefstadt ist es unter der neuen Leitung von Herbert Föttinger gelungen, zeitgenössische Autoren wie etwa Peter Turrini an das Haus zu binden und damit weithin sichtbare Zeichen für die Gegenwart zu setzen, ohne mit der Tradition des Hauses zu brechen. Darüber hinaus fand im Jahr 2007 die lange geplante Generalrenovierung statt, bei der in nur vier Monaten das Gebäude bühnen- und sicherheitstechnisch aufgerüstet und modernen Besucheransprüchen gemäß erneuert wurde. Im Oktober 2007 konnte das rundum renovierte Haus glanzvoll wieder eröffnet werden. Dem Volkstheater gelang mit”Cabaret” ein großer Publikumserfolg, aber auch die mit großer Freude aufgenommenen Neu­ produktionen der laufenden Saison zeigen, dass sich dieses traditionsreiche Haus wieder in die Herzen des Publikums gespielt hat Im Oktober und November des Jahres 2007 haben zwei bedeutende Häuser der Avantgarde unter neuer Leitung ihre Arbeit aufgenommen. Andreas Beck, ehemals Dramaturg im Burgtheater, hat als neuer künstlerischer Leiter des Schauspielhauses mit einem eigenen Ensemble seine Spiel­ stätte bereits in kurzer Zeit zu einem Theater der Zeitgenossen, einem erfolg­ reichen Autorentheater der nächsten Generation etabliert. Neben der Umstellung auf Repertoire-Betrieb ist als Neuerung vor allem das Autorenprojekt stück/für/stück hervorzuheben, welches in erster Linie dem österreichischen Dramatikernachwuchs gewidmet ist. Als weiteren Eckpfeiler der Theaterreform kann man die Eröffnung von 10 Theater- Literatur brut mit seinen zwei Spielstätten im Künstlerhaus und im Konzerthaus sehen. Die beiden künstlerischen Leiter und Geschäfts­ führer Haiko Pfost und Thomas Frank betreiben brut als Koproduktionshaus mit österreich­ ischen und internationalen Partnern aus verschiedenen künstlerischen Bereichen im Sinne einer interdisziplinären Vernetzung. Seit der Eröffnung von brut im November 2007 konnten bis Jahresende bereits 29 Produk­ tionen zur Aufführung gebracht werden. Eine Vielzahl internationaler KünstlerInnen leistete mit ihren Positionen wichtige Impulse in der performativen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen. Im Sinne der Theaterreform wurde im Wiener Gemeinderat noch der Bau des”Palais Kabelwerk” beschlossen, mit dem in Meidling auch im Süden Wiens eine attraktive Spiel­ stätte für zeitgenössisches Theater geschaffen wird. LITERATUR Viel war in den letzten Monaten des Jahres 2007 vom”Jahrhundertherbst der öster­ reichischen Prosa” die Rede, den die”Neue Zürcher Zeitung” geortet und ausgerufen hatte. Doch auch jenseits aller Etikettierungen, Überschriften und Slogans war das Jahr 2007 für die Literatur des Landes ein überaus fruchtbares, erfolg- und folgenreiches. Bücher heimischer Autorinnen und Autoren standen monatelang auf den Bestsellerlisten, wurden prominent besprochen und rezensiert, gekauft, gelesen, diskutiert und – last not least – ausgezeichnet. Mit der Vergabe von Druckkostenbeiträgen, Tantiemengarantien und Stipendien sowie mit Buchankäufen versucht die Kulturabteilung, Wiener Verlagen das Erscheinen anspruchsvoller literarischer Titel zu ermöglichen und zu erleichtern. Unterstützt und gefördert werden aber auch Vereine, die literarische Veranstaltungen wie Festivals, Symposien, Lesungen, Buchpräsen­ tationen oder Performances durchführen und organisieren. Seit fast drei Jahrzehnten ist die Woche ”Literatur für junge LeserInnen” – mit über 60 Programmpunkten die größte kinderliterarische Veranstaltung in Wien – ein nicht mehr weg­ zudenkender Impuls der Leseförderung, Forum der Begegnung des jungen Publikums mit ”ihren” Kunstschaffenden: Mit AutorInnen, IllustratorInnen, TheatermacherInnen und MusikerInnen. Zwischen 15. und 21. März 2007 kamen rund 13.000 junge Leserinnen und Leser ins Palais Auersperg. Begeisterteten Publikumszuspruch fand auch die Veranstaltungsreihe ”o-töne” im MQSommerquartier, die sich auch über eine äußerst positive Presseresonanz freuen konnte:”Zwar erklangen die ‚o-töne’ bereits in den vergangenen Jahren, selten war das Programm aber so spannend wie heuer. Mit dem Reigen hochkarätiger österreichischer Autoren von Josef Winkler über Robert Menasse und Arno Geiger bis Franzobel gelingt nicht nur ein qualitativ hochwertiger Quer­ schnitt durch zeitgenössische Literatur, sondern auch die Positionierung Wiens als Literaturstadt”. Publikumsmagnet war einmal mehr”Rund um die Burg. Die 24 Stunden der Literatur in Wien”. Diese Veranstaltung ging 2007 erstmals auf dem Rathausplatz über die Bühne, mehr als 40 Autorinnen und Autoren waren dabei zu hören und erleben. Die vom Kunstverein Wien organisierte ”literatur im herbst” war zwischen 9. und 11. November der Gegenwartsliteratur der Türkei gewidmet. Seit dem letzten Putsch am 12. September 1980 hat sich die Türkei und mit ihr die Literatur im schnellem Tempo verändert. Die graduelle Liberalisierung in Politik und Gesellschaft, die in den Jahren nach dem Putsch begann und Ende der 80er Jahre an Tempo gewann, gepaart mit den wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen der Globalisierung, führte im Bereich der Literatur zu einer starken Veränderung des Buchmarktes und der Literaturszene. Ein 11 Literatur- Bildende Kunst größeres Interesse für Weltliteratur prägt heute den Buchmarkt der Türkei, und auch türkische Autoren richten ihren Blick nach außen und erkunden neue Themen und Formen. ”Ohne Übersetzer käme uns vieles Spanisch vor” lautete der Titel eines Podiumsgesprächs im Rahmen der”Erich Fried Tage 2007”, die dem Generalthema”Mit den Worten des Anderen. Literatur und ihre Übersetzer” gewidmet waren. Der Begriff Weltliteratur wäre leer, gäbe es die Übersetzer nicht, doch die Künstler arbeiten mit wenigen Ausnahmen im Verborgenen. Je unsichtbarer sie selbst, heißt es gemeinhin, desto sichtbarer das Werk. Kaum ein Uneingeweihter ahnt daher, was eine gute oder gar kongeniale Übersetzung aus­ macht. Sprachliches Talent ist längst nicht genug, eine künstlerische Ader unverzichtbar. Aber auch Geduld und Hartnäckigkeit gehören dazu wie die genaue Recherche, denn die kulturellen und historischen Besonderheiten eines Werks lassen sich selten maßstabgetreu in eine andere Sprache transportieren. Rund 65.000 BesucherInnen stürmten zwischen 13. und 18. November die mehr als 80 Lesungen, die Stände der 150 aus­ stellenden Verlage und der 13 Buchhandlungen der 60. Wiener Buchwoche, die zugleich die 20. im Wiener Rathaus war. Bei den Lesungen und Events konnten sich Lesebegeisterte in der Vorweihnachtszeit über Herbstneuerscheinun­ gen informieren und sie auch gleich vor Ort kaufen. Die immer weiter ansteigende Nach­ frage der Verlage und Aussteller wird ab 2008 mit der international angelegten Messe Buch Wien aufgefangen: Vom 17. bis 13. November werden die neue Buchmesse und die Lese­ festwoche ganz Wien unter dem Zeichen des Buches stehen lassen. BILDENDE KUNST Die Eröffnung des MUSA – Museum auf Abruf am 19. Juni 2007 stand im Mittelpunkt der Aktivitäten des Referates Bildende Kunst. Folgende Ausstellungen wurden gezeigt: Eröffnungsausstellung: ” Lange nicht gesehen – Begegnungen mit dem Museum auf A bruf” Kuratorin: Iara Boubnova ” Mutations I” – Ausstellungskooperation mit den am Europäischen Monat der Fotografie beteiligten Städten: Berlin, Bratislava, Luxemburg, Moskau, Paris und Rom KuratorInnen: Gunda Achleitner, Berthold Ecker ” Harry Weber: Das Wien-Projekt” Kuratoren: Timm Starl, Berthold Ecker Zu allen Ausstellungen erschien ein umfangreicher zweisprachiger Katalog. Ergänzende Begleitveranstaltungen zu, sowie regelmäßige Führungen(Fixführungen sowie angemeldete Gruppen) durch die Aus­ stellungen, rundeten das Angebot ab. Im Rahmen der Wien-Tage in Sarajevo von April bis Juni 2007 wurden die früheren Fotografieausstellungen”Bilder von Wienern” und”Wiener Bilder” erstmals geschlossen präsentiert. Aktuelle Wiener Videokunst wurde unter dem Titel”Vienna Transit” im Oktober und Dezember in St. Petersburg und Perm einem internationalen Publikum nähergebracht. Für die Sammlung der Stadt Wien wurden 312 Kunstwerke angekauft. Darin enthalten sind auch jene 178 Fotografien von Harry Weber, die für die Ausstellung”Harry Weber – Das Wien-Projekt” im MUSA ausgewählt wurden. 55 Schenkungen ergingen ebenfalls an die Sammlung. 12 Bildende Kunst Mit der Errichtung des MUSA wurde auch der Leihverkehr den heutigen Bedürfnissen angepasst. Zu den 51 an renommierte Institutionen entlehnten Kunstwerke für Ausstellungszwecke, gab es 137 magistrats­ interne Entlehnungen mit 411 Objekten. Die Katalogbibliothek und das Künstle­ rInnenarchiv wurden wieder durch den rege stattfindenden Schriftentausch ergänzt und aktualisiert. Im Jahr 2007 wurden 83 kleinere Projekte von insgesamt 59 Vereinen unterstützt. Im Rahmen der Verlagsförderung kaufte das Referat Kunstpublikationen an. 16 KünstlerInnen konnte aus einer finanziellen Notlage geholfen werden. Weiters erhielten folgende Kulturinstitutionen Subventionen von der Kulturabteilung: Kunsthalle Wien, Künstlerhaus, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien, IG Bildende Kunst, Interaktives Kindermuseum im Museums­ quartier, Secession, Springerin, Fotogalerie Wien, Soho in Ottakring, Depot und Wochenklausur. Die Galerienpreise” Das engagierte Auge” ergingen 2007 an die Galerien Bleich-Rossi, Dana Charkasi, Denkraum und Artmark(je EUR 2.250,—) und an die Galerien Ulrike Hrobsky, Johannes Faber, Lindner, Martin Janda, Andreas Huber und Grita Insam(je EUR 1.500,—). Die Freunde des Hauses der Künstler in Gugging erhielten für ihr Plakat”Gugging/ Blug” den mit EUR 2.200,— dotierten Kulturplakatpreis der Stadt Wien. Vier Persönlichkeiten aus dem Bereich Bildende Kunst wurden 2007 mit dem Preis der Stadt Wien in der Höhe von jeweils EUR 8.000,— ausgezeichnet: Renate Bertlmann, Ines Doujak, Markus Schinwald und Peter Sengl. Ricarda Denzer und Kamen Stoyanov erhielten den mit jeweils EUR 4.000,—dotierten Förderungspreis der Stadt Wien. In der ebenfalls neuen Startgalerie im MUSA hatten vier KünstlerInnen die Möglichkeit, sich mit Einzelausstellungen, zu denen die Informationsblätter 172 bis 175/2007 erschienen, zu präsentieren. Insgesamt verzeichnete die Artothek 5280 Entlehnungen, was eine erfreuliche Steigerung bedeutet. Die denkmalpflegerische Obhut der Denkmäler, Sakralen Kleindenkmäler, Profanplastiken, Gedenktafeln und Grabmäler (in aufgelassenen Friedhöfen) auf Flächen der Stadt Wien obliegt der Kulturabteilung. Sanierungs- bzw. Restaurierungsarbeiten wurden im Jahr 2007 an 194 Objekten durch­ geführt. Ebenso wurden zahlreiche Reinigungs­ und Instandsetzungsarbeiten beauftragt. Begonnen haben auch die Vorbereitungs­ arbeiten für die Generalsanierung der ”Spinnerin am Kreuz”, eines der Wiener Wahrzeichen an der Triester Straße. Das neue Internetportal Wien Kulturgut bietet interessierten BürgerInnen die Möglichkeit, kulturhistorische Daten von Denkmälern, Gedenktafeln usw. bis zum Entstehungsjahr 1918 einzusehen. Auch das bereits in den vergangen Jahren begonnene Restaurierungs- und Pflegekonzept am Friedhof St. Marx wurde weitergeführt. 13 Kunsthalle Wien KUNSTHALLE wien 2007 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Ausgewählte Pressestimmen Die drei mutigsten, innovativsten, überzeugendsten Museums- oder Kunsthallen-Direktoren im Moment? Gerald Matt(brennt in der Kunsthalle Wien ein Feuerwerk an Ausstellungen ab) Rückblick 2007 von Jörg Restorff Kunstzeitung(D), 1.12.2007 It(The Kunsthalle Wien) established itself as one of the most vital facilities for contemporary art in Vienna… NY Arts(USA), 1.11.2007 Institutions in Vienna are”all cooking the same stew”. Director of the Kunsthalle criticises his colleagues for focusing on big name exhibitions without collaborating. The Art Newspaper(UK), 1.6.2007 From hip gallery scenes to must-see museums...Kunsthalle at the MuseumsQuartier, whose exhibitions try to connect political to personal themes. The Wall Street Journal(USA), 19.1.2007 An den zwei Standorten– 6 Jahre im Museumsquartier und 15 Jahre am Karlsplatz – konnte die Kunsthalle Wien auch 2007 einen großen Publikumszuspruch und hervorragende mediale Resonanz verzeichnen und sich damit nach wie vor national wie international als eine der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst etablieren. Immer in vorderster Front zu finden ist die Kunsthalle Wien. Am 7. November feiert die Institution, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass zeitgenössische Kunst in Wien populär geworden ist, 15-jähriges Jubiläum..... Die Zeit(D), 13.9.2007 Die Kunsthalle Wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer”Informationsgalerie”. Diese klare programmatische Ausrichtung findet auch beim Publikum großen Anklang. In dieser Dialektik aus Geschichte und Gegenwart kann die Kunsthalle ihre Aufgabe erfüllen: Agora zu sein, Verhandlungsstätte gegenwärtiger kultureller und gesellschaftspolitischer Bewusstseinslagen, formgebende Instanz zwischen Seins-Erinnerung und Entäußerung. Die Kunsthalle hat sich als Kartographin ihrer Epoche bewährt: Sie stellt Ideen 14 Kunsthalle Wien und Materialien, die sich oft noch in unausgefaltetem Zustand darstellen, zur Disposition, fördert die Reibung von Kontra-Positionen. Sie arbeitet für die Gegenwart, nicht für die Ewigkeit. Ihre Vorschläge gelten heute, sind häufig arbiträr und somit auch revidierbar. Die Kunsthalle Wien blickt 2007 wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Insgesamt wurden 2007 59 Projekte realisiert, davon acht in den Hallen 1+ 2, 13 in der ursula blickle videolounge und elf im project space karlsplatz, zehn an der photo wall/video wall sowie fünf an der project wall. Weitere zwölf Projekte wurden am public space am Karlsplatz realisiert. 138.927 Besucher waren in der Kunsthalle Wien. Für das Jahr 2007 betrug der Gesamtticketabsatz 173.217. Die Kunsthalle Wien fungierte auch 2007 als Schaufenster für zeitgenössische Kunst – mit zwei Schwerpunkten: FERNER OSTEN und LIEBE, TOD und TRAUMA. Mit dem Thema”FERNER OSTEN” griff die Kunsthalle vor allen anderen Ausstellungshäusern in Wien den Asien-Trend in der Zeitgenössischen Kunst auf und präsentierte im Haupthaus sowie am project space unterschiedlichste Positionen zeitgenössischer Künstler aus Asien: Die Ausstellung Elastic Taboos zeichnete mit 22 Künstlerpositionen bzw. Positionen von Künstler­ kollektiven das Bild einer, seit Jahrtausenden von tiefgreifenden Widersprüchen zerrissen Gesellschaft nach. Die Retrospektive des chinesischen Künstlers Chen Zhen griff diese Widersprüche zwischen der spirituellen Dimension des Seins und den utilitaristischen Zwängen der alltäglichen Existenz in seinen poetischen Arbeiten ebenfalls auf. Am project space stellte der italienische Fotokünstler Luca Faccio mit Image transfers. Pyongyang/Wien ein inszeniertes Portrait des”letzten Paradieses auf Erden” individuellen Portraits seiner Bewohner gegenüber. Foreign Objects: He Yunchang, Liu Ding, Wang Wei wiederum, ebenfalls am project space gezeigt, präsentierte Installationen von drei jungen in Peking lebenden Künstlern. Auch das leuchtband am public space und der slide show-Raum wurden mit Arbeiten von jungen asiatischen Künstlern bespielt. LIEBE, TOD UND TRAUMA Schwerpunkt der zweiten Jahreshälfte 2007 bildeten die Themen”Liebe, Tod und Trauma”. In drei Ausstellungen versuchte die Kunsthalle eine Erkundung existentieller Grenzzustände. Die Liebe als exaltierte Seinsverrückung und seelischer Ausnahmezustand wird ja häufig als„kleiner Tod“ bezeichnet. Das Trauma wiederum symbolisiert jenes„Schattenreich der vorgeprägten Revenants“ (Aby Warburg), das wie ein groteskes Echo vom Grauen der Conditio humana kündet. Die Ausstellung True Romance widmete sich den Allegorien der Liebe von der Renaissance bis zur Gegenwart mit der Erkenntnis, dass die Begegnung des Selbst mit einem Gegenüber nicht nur ein Gefühl ist, sondern auch ein gesellschaftliches Konstrukt und ein interaktiver Code. Traum und Trauma beschäftigte sich mit jenem Nicht-Ort, den der Bruch zwischen Bewusstsein und Selbstvergessen wie eine Operationsnaht markiert. Viva la Muerte schließlich setzte sich mit dem 15 Kunsthalle Wien Tod in der lateinamerikanischen Gesellschaft und seinen Spiegelungen in der Kunst auseinander: Grausamkeit als Theater, in dem brutale Schlächter, exemplarisch Leidende und der Tod im Kult als poetischer Akt gefeiert wird. Ort des Know-hows, der Produktion und des Exports/ Internationale Kooperationen Alle großen Ausstellungen 2007 wurden vom Team der Kunsthalle Wien konzipiert, realisiert und an renommierte internationale Ausstellungshäuser exportiert, was den Ausbau der internationalen Kooperationen ermöglicht, die bedeutende finanzielle Einsparungen bzw. zusätzliche Einnahmen mit sich brachten. Chen Zhen wurde von MART Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto übernommen; Viva la Muerte wird im Centro Atlántico de Arte Moderno(CAAM) in Gran Canaria zu sehen sein. Die Erfolgsausstellung”TRUE ROMANCE” ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Kunsthalle zu Kiel und der Villa Stuck, München und”Traum und Trauma. Werke aus der Sammlung Dakis Joannou, Athen” konnte in Kooperation mit dem MUMOK Wien und der Deste Foundation for Contemporary Art, Athens umgesetzt werden. Mit diesen Gemeinschaftsproduktionen resp. Weitergaben konnte die Kunsthalle Ausstellungen präsentieren, die alleine nicht finanzierbar gewesen wären, zum anderen ihre Position als Ort des Know-how und der Produktivität bestätigen. Weitere Kooperationen werden derzeit vorbereitet. Ort des Austausches von Lehre und Praxis – Private Public Partnership Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien wird weiterhin intensiviert und ausgebaut: Die Universität für angewandte Kunst präsentiert sich mit Projekten, Vorträgen oder Events aus den verschiedenen Fachbereichen im project space. Vorlesungen des IKM und der Hochschule finden regelmäßig in der Kunsthalle statt. Die Kunsthalle hat gezeigt, dass man in einer Traditionsstadt wie Wien ein Publikum für zeitgenössische Kunst gewinnen kann und mit wichtigen Themenausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum immer wieder Diskussionsstoff liefert. Die New York Times nannte die Kunsthalle Wien”ein Mekka für zeitgenössische Kunst”. Vermittlungsschwerpunkte 2007 Das Jahr 2007 ist als äußerst erfolgreich für die Abteilung Kunstvermittlung zu bewerten. Obwohl es zu einem Rückgang von zahlenden Ausstellungsbesuchern kam, konnte die Beteiligung an Kunstvermittlungsprogrammen von 15.100 Personen im Jahre 2006 auf 15.647 Personen im Jahre 2007 gesteigert werden. Lag der Anteil der Besucher, welche die Arbeit der Kunstvermittler in Anspruch genommen haben, im Vorjahr bei 15,19%, so konnte jener in diesem Jahr auf 21,56% ausgebaut werden. Es handelt sich also um eine Steigerung von 6,37 Prozentpunkten. Der Großteil der angemeldeten Besuchergruppen mit Kunstvermittlung machen mit 80% Schulklassen aus, ihnen folgen Studenten mit 12% und Erwachsene mit 8%. Senioren liegen mit einer Anmeldung weit hinten und sollten dringend ausgebaut werden. 16 Kunsthalle Wien Die angemeldeten Schulgruppen werden mit 78% von Gymnasiasten bestritten, 17% besuchen berufsbildende höhere Schulen, 3% machen eine Lehre und nur 1% kommen aus Hauptschulen. Der Prozentsatz von 3% Hauptschulen aus dem Jahre 2006 konnte nicht gesteigert werden. Volksschulklassen waren im Jahr 2007 überhaupt nicht vertreten. Das Interesse an der Ausstellung”Die Toten. Hans-Peter Feldmann” bildet mit einem Prozentsatz von 37% die Spitze der Inanspruchnahme des Vermittlungsprogramms. Die Ausstellung profitierte neben dem 30. Jahrestag des Ponto-Mordes auch zusätzlich von der politischen Diskussion um das Gnadengesuch des Ex-Terroristen Christian Klars. Vor allem Berufsbildende höhere Schule waren hier verstärkt präsent. Dicht darauf folgt”True Romance” mit 36% an der Vermittlung teilgenommenen BesucherInnen, sowie”Chen Zhen” mit 22%. Erstere profitierte vor allem durch die Neueinführung von Gratisführungen am Wochenende, bei letzterer war das Vermittlungsangebot während der Artnight stark frequentiert, die angebotenen chinesischen Führungen wurden überhaupt nicht angenommen. Beachtlich war, dass es selbst für sperrige Ausstellungen wie”Chen Zhen” oder”Traum und Trauma” möglich war viele Gruppen für einen Besuch zu interessieren. Die Ausstellung”Americans” wurde von Schulen am”wenigsten” besucht, sie liegt aber prozentual nur einen Punkt unter”Traum und Trauma” oder”Elastic Taboos”. public space karlsplatz(NEU seit 28.11.2006) SKULPTUR, SCHAUFENSTER und LEUCHTBAND, drei Ausstellungsflächen Halbjährlich wechselnd beziehen sich SKULPTUR und das SCHAUFENSTER auf den Ort, vierteljährlich programmieren KünstlerInnen das LEUCHTBAND am Gebäude des project space mit durch LED erzeugten Licht- und Schriftbildern. Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2007. Sponsoren: DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte Förderer: Wien Kultur Medienpartner: Der Standard; Kurier; Radio Ö1; Infoscreen; echo; Wien Live; Kooperationspartner: Schauspielhaus; Viennale; Universität für angewandte Kunst Wien; Technische Universität Wien; ImPulstanz, Ursula Blickle Stiftung; Hunger auf Kunst und Kultur; Facultas; Hotel ”Le Méridien”; TopKino, Kreisky Forum, Renner Institut Kunst im Öffentlichen Raum GmbH Seit dem 1. Juli 2007 tritt KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien unter einer neuen Leitung und Struktur auf. Die Neuorganisation soll dazu beitragen, Kunst als integralen Bestandteil urbaner Entwicklungsstrategien im kommunalen Selbstverständnis der Stadt zu verankern und eine 17 Kunsthalle Wien effiziente Abwicklung der Projekte zu gewährleisten. Ricky renier wurde für 3 Jahre als Projektleiterin bestellt, als Geschäftsführung fungieren Mag. Bettina Leidl und Dr. Gerald Matt. Die Aufgabe von KÖR ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt Wien mit permanenten bzw. temporären künstlerischen Projekten. Dadurch soll die Identität der Stadt und einzelner Stadtteile im Bereich des Zeitgenössischen gestärkt sowie die Funktion des öffentlichen Raums als Agora- als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Debatte- wiederbelebt werden. KÖR versteht Kunst im öffentlichen Raum nicht als Dekor, sondern als Angebot zur Auseinandersetzung mit Inhalten und radikalen ästhetischen Setzungen sowie als symbolische Markierung bislang kulturabstinenter Territorien. KÖR wird künstlerische Projekte abwickeln, Aufträge an KünstlerInnen erteilen, Wettbewerbe für künstlerische Projekte im öffentlichen Raum ausloben, Förderungen an KünstlerInnen bzw. Projektträger vergeben sowie sich daraus ergebende oder damit verbundene Tätigkeiten (Publikationen, Veranstaltungen, Symposien u.a.) durchführen. Jury: Tobia Bezzola, Berthold Ecker, Adolf Krischanitz, Sabine Oppolzer, Anda Rottenberg(bis 2009) Kuratorium: Birgit Brodner, Josef Cser, Franz Kobermaier, Bettina Leidl, Gerald Matt, Ricky Renier Ausstellungen 2007 KUNSTHALLE wien im Museumsquartier 13.10.2006 – 25.02.2007, Kunsthalle Wien, halle 1 Raymond Pettibon Whatever it is you’re looking for you won’t find it here Gesamtbesucherzahlen: 10.264 03.11.2006 – 04.02.2007, Kunsthalle Wien, halle 2 Americans Meisterwerke amerikanischer Fotografie von 1940 bis heute Gesamtbesucherzahlen: 23.153 23.02.2007 – 10.06.2007, Kunsthalle Wien, halle 2 Elastic Taboos Koreanische Kunst der Gegenwart 18 Kunsthalle Wien Korea ist – ohne die Moderne hinter sich gebracht zu haben – in das Zeitalter der Postmoderne eingetreten. Der Ferne Osten, der sich in weiten Teilen innerhalb von fünf Jahrzehnten rapide von einer ländlichen Gesellschaft in eine urban geprägte Welt verwandelt hat, weist viele, manchmal unauflösbar scheinende Konflikte auf: den Gegensatz zwischen der zen-buddhistisch motivierten Affinität zu Abstraktion und Minimalismus, und dem Chaos einer eklektizistischen Apotheose des Kitsch. Was gestern ganz und gar tabu war, ist heute erlaubt und wird sogar unterstützt – und umgekehrt. Gesamtbesucherzahlen: 10.252 16.03.2007 – 29.04.2007, Kunsthalle Wien, halle 1 Die Toten Hans-Peter Feldmann. RAF, APO, Baader-Meinhof: 1967-1993. Der Fotozyklus”Die Toten” des Düsseldorfer Künstlers Hans-Peter Feldmann zeigt auf 90 Bildern die Toten der politischen Bewegungen von 1967 – 1993(Studentenbewegung, APO, Baader-Meinhof, Bewegung 2. Juni, Revolutionäre Zellen, RAF...): Täter, Opfer und auch Menschen, die nur zufällig in die Schusslinie gerieten. Die Aufnahmen sind grobkörnige, aus Zeitungen und Zeitschriften ausgeschnittene Reproduktionen. Da hängt das Videobild des entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer neben dem vom Hungertod gezeichneten Holger Meins, das Familienfoto der zufällig von einer Kugel getroffenen Hausfrau Edith Kletzhandler neben dem in seiner Blutlache liegenden Terroristen Andreas Baader. Alle im gleichen Format und chronologisch nach dem jeweiligen Todesdatum angeordnet. Gesamtbesucherzahlen: 5.124 25.05.2007 – 02.09.2007, Kunsthalle Wien, halle 1 Chen Zhen Der Körper als Landschaft I don´t play with incomprehension: I try to create it. Chen Zhen Jue Chang, Dancing Body – Drumming Mind(Last Song)(2000), ein monumentales Percussioninstrument, ist das zentrale Werk der Hommage an Chen Zhen. Ungefähr hundert mit Tierhäuten bespannte Stühle, Hocker und Betten bilden eine gewaltige Spielfläche, welche die Aktivität des Besuchers herausfordert. Chen hat damit ein Werk der Kommunikation und der kulturellen Konfrontation geschaffen, das seine beharrliche Utopie des multikulturellen Dialogs zum Thema macht. Chen Zhen(1955–2000) zählt zu den herausragendsten Künstlern der chinesischen Avantgarde, die Mitte der achtziger Jahre, desillusioniert von der nachmaoistischen Reformpolitik, China verlassen haben. 1986 emigrierte er nach Paris, wo sein Konzept der”offenen Skulptur” internationale Anerkennung fand. 19 Kunsthalle Wien Chens Installationen sind poetische Landschaften, ungewöhnliche Materialallianzen, Hybride, die Passagen und neue Verbindungswege zwischen fernöstlichen Traditionen und westlichen Avantgardebewegungen knüpfen. Das selbst gewählte Exil, die eigene Krankheit und die klassische chinesische Medizin verwebt er zu metaphorischen Objekten, die den Körper der Gesellschaft interpretieren und neu vermessen. Gesamtbesucherzahlen: 40.374 29.06.2007 – 04.10.2007, Kunsthalle Wien, halle 2 Traum& Trauma Werke aus der Sammlung Dakis Joannou, Athen Eine Ausstellung von: Kunsthalle Wien und MUMOK. In Kooperation mit Deste Foundation For Contemporary Art, Athens ” Alles, was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe.” Elias Canetti Traum& Trauma. Werke aus der Sammlung Dakis Joannou, Athen – ein Kooperationsprojekt von Kunsthalle Wien und MUMOK – nähert sich mit über 40 zeitgenössischen künstlerischen Positionen den beiden aus dem Unbewussten schöpfenden Phänomenen, dem Traum ebenso wie der seelischen Verwundung – dem Trauma. Traum und Trauma gelten als Gegensatzpaar, das viel verbindet: der psychoanalytische Hintergrund, die Phänomene des Unbewussten und der Verdrängung und nicht zuletzt ihre transzendierende Kraft. Eine Ästhetik des Traumas veranschaulicht wie bei William Kentridge oder Cindy Sherman Formen des Schmerzes, der Angst und der Verletzung, sie zeigt die Wunde des Seins und die Verwundung des Existenziellen; sie stellt innere Befindlichkeiten, verrückte und unheimliche Wahrnehmungen der Realität(Robert Gober), fragmentierte Körper(Paul McCarthy, Anna Gaskell) und bruchstückhafte Formen(Urs Fischer) dar; sie entdeckt eine Kunst, die in den Arbeiten von Gregory Crewdson, Tim Noble/Sue Webster Verdrängtes und Verworfenes visualisiert und damit auch schmerzhaft besetzte Wünsche, Begehren und Träume freilegt. Traum und Trauma offenbaren ihre imaginäre Kraft in der Spannung zwischen Absenz und Präsenz, zwischen Verdrängung und Affektüberschuss, zwischen Abstraktion(Olafur Eliasson, Christopher Wool) und visuellem Overload(Aurel Schmidt, Ralf Ziervogel). In Kooperation mit Deste Foundation For Contemporary Art, Athens Gesamtbesucherzahlen: 19.421 05.10.2007 – 03.02.2008, Kunsthalle Wien, halle 1 True Romance Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute 20 Kunsthalle Wien ”True Romance” ist die große Herbstausstellung der Kunsthalle Wien im Rahmen des Schwerpunktes LIEBE, TOD und TRAUMA. Das Gemeinschaftsprojekt mit der Kunsthalle zu Kiel und dem Museum Villa Stuck, München, feiert mit der Eröffnung im Herbst in der Kunsthalle Wien seine ‘Premiere’. Die Ausstellung zeigt, welche Konstanten und Veränderungen die Liebesdarstellung im Wandel der Zeiten und ästhetischen Auffassungen bestimmt haben. Sie spannt den Bogen von den mythologischen Repräsentationen”himmlischer” und”irdischer” Liebe in der Renaissance bis zur Entleerung und Massenverbreitung der tradierten Liebecodes als Ware sowie neuer Formen des Liebespreises heute. Die Liebescodes, die aktuell in der Kunst zu finden sind, handeln zwar vorrangig von unerfüllter Sehnsucht und dem Ausverkauf der Liebe, die in der Ära grenzenlosen Konsums zur austauschbaren Ware geworden ist. Und doch orientiert sich selbst die Thematisierung des Verlusts an dem Ideal, das aus den Tiefen unserer kulturellen Vergangenheit weiterwirkt. ”True Romance” ist ein Projekt der Kunsthalle zu Kiel in Kooperation mit der Kunsthalle Wien und dem Museum Villa Stuck, München. Gesamtbesucherzahlen: 31.284 17.10.2007 – 17.02.2008, Kunsthalle Wien, halle 2 ¡Viva la Muerte! Kunst und Tod in Lateinamerika ¡Viva la Muerte! ist die zweite Ausstellung im Rahmen des Schwerpunktes LIEBE, TOD und TRAUMA der Kunsthalle Wien und ist eine Ausstellung der Kunsthalle Wien in Kooperation mit dem Centro Atlántico de Arte Moderno(CAAM), Gran Canaria. ” Unser Totenkult ist ein Lebenskult, wie die lebenshungrige Liebe Sehnsucht nach dem Tod ist.” Octavio Paz ¡Viva la Muerte! – rauschhafte Festlichkeiten zum”Dia de los Muertos” in Mexiko, bestialische Tötungsrituale der kolumbianischen Drogenkartelle, die Grausamkeit lateinamerikanischer Diktatoren und die komplexen Verwerfungen der spanischen Kolonialgeschichte werfen die Frage auf: Gibt es in Lateinamerika ein anderes Verhältnis zum Tod als in der nördlichen Hemisphäre? Gesamtbesucherzahlen: 17.300 KUNSTHALLE wien Foyer 29.06.2007 – 30.07.2007 Ralf Ziervogel:”Endeneu(Das eidgenössische Unterbewusstsein)” 21 Kunsthalle Wien KUNSTHALLE wien ursula blickle videolounge 01.01.2007 – 31.01.2007 video des monats# 20: BRIAN ENO:”Mistaken Memories of Medieval Manhattan” 01.02.2007 – 28.02.2007 video des monats# 21: No United States 01.03.2007- 31.03.2007 videos des monats# 22: Bong Joon-ho, Park Chan-wook 01.04.2007 – 30.04.2007 video des monats# 23: Jesper Just 01.05.2007 – 31.05.2007 video des monats# 24: Zhou Xiaohu 01.06.2007- 30.06.2007 video des monats# 25: Strange Encounters. Chinesische Videos. 01.07.2007 – 31.07.2007 video des monats# 26: Chen Chieh-jen 01.08.2007 – 31.08.2007 video des monats# 27: European Media Art Festival 05.09.2007 – 30.09.2007 videos des monats# 28: Videos aus den Vereinigten Arabischen Emiraten 01.10.2007 – 30.10.2007 video des monats# 29: Guy Ben-Ner 31.10.2007 – 30.11.2007 video des monats# 30:”Playing with Soiltude” 01.12.2007 – 31.12.2007 videos des monats# 31: ursula blickle videopreis 2007 „...about“ Das Vermittlungsprogramm der ursula blickle videolounge 22.01.2007 – 28.02.2007 play: special edition vol. 22:”Lost and Found” KUNSTHALLE wien photo wall/ video wall 01.12.2006 – 02.04.2007, photo wall –GOD BLESS– 22 Kunsthalle Wien Barbara Sophie Nägle I Christian Pußwald 06.12.2006 – 31.05.2007, Hotel”Le Méridien” photo wall@ le méridien wien Christian Pußwald 01.12.2006 – 21.02.2007, video wall Dara Birnbaum: Wonder Woman 18.04.2007 – 31.07.2007, photo wall& video wall Hermann P. Huber: Cairo’s Zabaleen 18.04.2007 – 17.10. 2007, video wall Hermann P. Huber: T I R I N G 23.02.2007 – 01.04.2007, video wall YOUNG-HAE CHANG HEAVY INDUSTRIES: MORNING OF THE MONGOLOIDS/ DAS ERWACHEN DER MONGOLIDEN 01.04.2007 – 14.04.2007 und 01.05.2007 – 29.06.2007, video wall Videoarbeiten aus der Klasse Anna Jermolaewa 23.06.2007 – 30.07.2007, video wall Ralf Ziervogel: 01.08.2007 – 15.11.2007, photo wall& video wall Mirjana Djordjevic: PHOTO FONT 16.11.2007 – 29.02.2008, photo wall& video wall Chilo Eribenne: Chicks und Rock Chick KUNSTHALLE wien project wall 13.10.2006 – 13.04.2007 Crinky und Cranky“School of Poster Art” 25.04.2007 – 22.06.2007 Günther Steiner:”Der Konzern” 29.06.2007 – 31.10.2007 Marcel Dzama 07.11.2007 – 30.04.2008 Wolfgang Capellari:“MAXIMINUS“ KUNSTHALLE wien project space karlsplatz 20.12.2006 – 21.1.2007 23 Kunsthalle Wien Preis der Kunsthalle Wien 2006 That’s a Pretty Kettle of Fish oder Das ist eine schöne Bescherung Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte und in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien. Gesamtbesucherzahlen: 2.107 31.01. – 13.03.2007 Nathalie Djurberg Denn es ist schön zu leben Nathalie Djurberg erzählt in ihren Animationen Geschichten, die die Schönheit des Lebens vor allem in dunklen Fantasien, unzüchtigen Darstellungen und im Bruch von gesellschaftlichen Tabus suchen und finden. Im project space wird ein umfangreicher Einblick in das Trickfilm-Oeuvre der jungen schwedischen Künstlerin gewährt. Von der Regie über die technische Realisierung bis zu den Plastilinfiguren macht Nathalie Djurberg alles selbst. Es entstehen Geschichten, die nicht halten, was sie auf den ersten Blick versprechen, die Kindlichkeit der Gestaltungsmittel, wird den Inhalten diametral entgegen gesetzt: Djurberg führt Machtspiele auf, sie inszeniert mit viel Blut und Tränen Sadismen wie Masochismen. Sie bewirkt durch die Kontrastierung von hartem Content mit kindlich anmutender Formensprache ein Erschrecken wie Entzücken, das seinesgleichen sucht. Gesamtbesucherzahlen: 3.855 21.03. – 08.05.2007 Luca Faccio Image transfers. Pyongyang/Wien. Monumentale Plätze und Denkmäler als reale Kulissen für tausende Tänzer, die sich zur ornamentalen Masse formieren – das ist unser Bild von Nordkorea und zugleich das Selbstbildnis der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik. Der Fotokünstler Luca Faccio stellt dieses inszenierte Portrait”des letzten Paradieses auf Erden” individuellen Portraits seiner Bewohner gegenüber: Bildern von Menschen im Alltag. Solche Aufnahmen gelten in der KDVR als ”unwesentlich” und wurden daher bisher nicht genehmigt. Im Rahmen eines Programms des kulturellen Austauschs zwischen der KDVR und Österreich gelang aber sogar deren öffentliche Ausstellung in Pjöngjang(Juni 2006). Image transfers thematisiert somit auch die Möglichkeiten und Grenzen fotografischer Bildpraxis im Sinne divergenter Betrachtung von(globalen) Realitäten und deren Konflikten, abseits der Tektonik der Massenmedien. Gesamtbesucherzahlen: 3.757 24 Kunsthalle Wien 16.05. – 15.06.2007 Foreign Objects: He Yunchang, Liu Ding, Wang Wei ”Foreign Objects” thematisiert die Anwesenheit von etwas Unbekanntem, Nichtvertrautem, Unpassendem oder Unerwünschtem – das Eindringen von etwas Fremdartigem in ein System. Diese Anwesenheit kann das Gleichgewicht einer organisierten und funktionalen Einheit bedrohen und durcheinanderbringen, den Lauf einer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Organisationsform ändern oder gar deren harmonische, geordnete Interaktion gefährden und beschädigen. Gesamtbesucherzahlen: 2.839 21.06. – 05.07.2007 Römerquelle Editorial Award. Preis für Modefotografie. Im Rahmen von:”7 festival for fashion& photography” Der Gewinner des Römerquelle Editorial Awards- Markus Rössle- und die 10 besten Fotostrecken werden präsentiert. Arbeiten von Dan Carabas, Alexander Chitsazan, Stephan Doleschal, Ditz Fejer, Yasmina Haddad, Markus Rössle, Michael Stelzhammer, Martin Stöbich, Natalie Weller, Stefan Zeisler und Marko Zink. Gesamtbesucherzahlen: 2.081 10.07. – 28.08.2007 Paul Albert Leitner Porträts von Künstlern und anderen Personen, Selbstporträts und Natur Paul Albert Leitner schreibt ein Reisetagebuch im fotografischen Medium. Er registriert damit die Verwandlungen, die er im Laufe seiner Lebensfahrten erfährt. Ganz in der Tradition der empfindsamen Reise eines Lawrence Sterne und seiner”Sentimental Journey through France and Italy”(1768) begibt sich der Künstler(als junger Mann) auf die Reise in sein Ich. Seine Wahrnehmung verläuft über die autobiografische Form seiner äußeren, physischen Existenz, der die Natur im fotografischen Diptychon als Spiegel der Seele gegenüber tritt. Gesamtbesucherzahlen: 2.450 06.09. – 26.09.2007 YO.V.A.- Young Viennese Architects 25 Kunsthalle Wien ”YO.V.A.- Young Viennese Architects” wurde im Jahr 2005 von Stadtrat Rudi Schicker zur Förderung junger Wiener Architekturschaffender gestartet. Die für die Auswahl der YO.V.A.TeilnehmerInnen weit gefassten Teilnahmekriterien[einzige Bedingungen: Alter unter 45, ein realistisches Projekt in Wien] und die Art des Verfahrens[Aufruf über das Internet, Auswahl mittels Kommission] bewirkten, dass neben bereits etablierten und viel publizierten ArchitektInnen auch andere, einer breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannte und überwiegend konzeptionell Arbeitende, ausgewählt wurden. Die Wanderausstellung zeigt somit einen Ausschnitt der vielschichtigen und dynamischen jungen Wiener Architekturszene. Gesamtbesucherzahlen: 2.936 05.10. – 30.10.2007 archdiploma 2007 ”archdiploma 2007” ist der Titel der Architekturbiennale der TU Wien, in deren Rahmen die Architekturfakultät die jeweils besten Diplomarbeiten der letzten zwei Jahre präsentiert. Projekt von: Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr. Klaus Semsroth, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien Ausstellungskuratoren: Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Manfred Wolff-Plottegg, Univ.Ass. Dipl.-Soz. Dipl.-Ing. Harald Trapp Gesamtbesucherzahlen: 6.000 09.11. – 09.12.2007 Ricky Swallow ”Younger Than Yesterday” ”Eine Ausstellung präsentieren heißt, eine Falle stellen.” Ricky Swallow In seiner ersten Ausstellung in Österreich zeigt der australische Künstler Ricky Swallow in der Kunsthalle Wien eine Auswahl von Holz- und Bronzeskulpturen sowie eine Reihe von Aquarellen, darunter auch eigens für die Schau angefertigte Werke. Der Künstler nutzt den Ausstellungsraum des project space als überlebensgroße Museumsvitrine und übersetzt mit den dort präsentierten Arbeiten die Tradition des Stilllebens in einen urbanen/umweltbezogenen Kontext. In Kooperation mit Darren Knight Gallery, Sydney(AUS), Stuart Shave/Modern Art, London(GB) und Yokohama Museum of Art(J) Gesamtbesucherzahlen: 2.866 26 Kunsthalle Wien 19.12.2007 – 13.01.2008 Preis der Kunsthalle Wien 2007: Borderline Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtanwälte und in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien PreisträgerInnen: Monika Nguyen(Hauptpreisträgerin), Emanuel Andel, Gordon Savicic, Nina Rike Springer In der diesjährigen Ausstellung zum Preis der Kunsthalle Wien werden Grenzüberschreitungen und Grenzerfahrungen aufgezeigt. Modi des Erscheinens und Verschwindens werden genauso verhandelt wie Bewegungen in geographischen und psychogeographischen Zonen. Gesamtbesucherzahlen: 1.135 KUNSTHALLE wien project space karlsplatz slide show 14.12.2006 – 11.01.2007 Marc Joseph:”Jerry and Darren” aus”American Pitbulls” 12.01.2007 – 29.01.2007 Klaus Pobitzer:”All about Bananas” 31.01.2007 – 13.03.2007 Nathalie Djurberg: Denn es ist schön zu leben 21.03.2007 – 08.07.2007 Joseph Grimma, Stefano Boeri, Armin Linke:”Fiction Pyongyang” 01.05.2007 P.A. Leitner: Porträts von Künstlern und anderen Personen, Selbstporträts und Natur 10.07.2007 – 30.09.2007 Wolfgang Thaler”Matter of Selection” 10.11.2007 – 22.01.2008 Gilbert Hage:”The Secret Life of Syrian Lingerie: Intimacy and Design” 27 Kunsthalle Wien KUNSTHALLE wien public space karlsplatz SKULPTUR 29.11.2006 – 30.04.2007 skulptur: Pascale Marthine Tayou Pascale Marthine Tayou(*1967) ist in Kamerun geboren und lebt in Belgien. Für den Skulpturenplatz der Kunsthalle Wien am neuralgischen Verkehrsknotenpunkt Karlsplatz entwirft Tayou die Installation”Plastic Bags”, die aus 10.000 Nylonsäcken zusammengesetzt ist. Die Plastiktasche als Icon der modernen Wegwerfgesellschaft wird hier zu einem Mahnmal, das der Zivilisation in einem Spiegel das Gegenteil von Glamour und schönem Schein vorhält: Schnelllebigkeit und Verfall. 08.05.2007 – 31.10.2007 skulptur: Julius Popp Der Zufall des Nachrichtenflows ist messbar nach bits – ob das auch für seinen Sinn gilt, hinterfragt Julius Popp(1973, Nürnberg) mit BIT.FALL. Wasser ist Medium und Metapher für die einfach strukturierte, sinnlich wahrnehmbare und zugleich hochkomplexe Installation, die massenmedial bedeutsame Informationen, ihre Verteilung und Flüchtigkeit thematisiert. Ein Computerprogramm selektiert die aktuellen Informationen von verschiedenen Nachrichtenwebsites des Internets und liefert damit den Input für die Installation. BIT.FALL übersetzt diese digitale Information mittels 320 Magnetventilen in Wörter aus fallenden Wassertropfen. 10.11.2007 – 30.04.2008 skulptur: Olaf Metzel”Turkish Delight” Die Skulptur von Olaf Metzel”Turkish Delight” lässt Nacktheit und Verschleierung, zwei widersprüchliche Werte an einem Körper kollidieren. Der Frauenkörper wird zur Heimat für symbolische Kämpfe und Widersprüche zwischen Ost und West. Einer Heimat, die vieles in sich birgt: die westliche Enttäuschung über den Osten, die Arroganz des Okzidents, den Widerstand und das Bestreben des Morgenlandes so zu sein wie das Abendland. Ist es denkbar, dass sich die beiden Pole gegenseitig ergänzen? Olaf Metzel, geboren 1952 in Berlin, lebt und arbeitet in München. 28 Kunsthalle Wien Vandalenakt an der Skulptur”Turkish Delight” Am 8. Dezember 2007 ist Olaf Metzels Arbeit, die als Skulptur im öffentlichen Raum temporär am Karlsplatz aufgestellt wurde, bereits zum zweiten Mal attackiert und schwer beschädigt worden. Da ein weiterer Vandalenakt weder ausgeschlossen noch verhindert werden kann, hat sich die Kunsthalle, die auch dem Schutz der Kunstwerke verpflichtet ist, gemeinsam mit dem Künstler Olaf Metzel entschlossen, die Skulptur vorerst nicht wieder aufzustellen. SCHAUFENSTER 29.11. 2006 – 30.04.2007 schaufenster: Ryan McGinley 08.05.2007 – 31.10.2007 schaufenster: Choi Jeong-hwa 10.11.2007 – 30.04.2008 schaufenster: Gabi Trinkaus”FLESH” LEUCHTBAND 29.11.2006 – 19.03.2007 leuchtband: Franzobel 20.03.2007 – 30.06.2007 leuchtband: YOUNG-HAE CHANG HEAVY INDUSTRIES 10.07.2007 – 31.10.2007 leuchtband: Sabine Gruber”In einem anderen Licht” 10.11.2007 – 31.03.2008 leuchtband: Rudi Klein”Die roten Staben” SONSTIGES 08.05.2007 – 20.09.2007 Liegestühle: Michael Lin 29 Kunsthalle Wien 30 Alltagskultur ALLTAGSKULTUR Die Förderung der Alltagskultur dient zur Verbesserung urbaner Infrastruktur. Alte Grätzel können dadurch neue Attraktivität erhalten. Darüber hinaus soll aber auch bei der Planung neuer Stadtteile für die Bevölkerung ein lokalorientiertes kulturelles Angebot geschaffen werden, das der Bildung soge­ nannter”Schlafstädte” entgegenwirkt. Neben der finanziellen Unterstützung steht vor allem eine umfassende Beratung und Hilfe­ stellung für Kulturvereine bei der Durchführung von Veranstaltungen im Vordergrund. 2007 hat sich dadurch das Spektrum der Angebote wesentlich erweitert und in der Qualität verbessert. Neben besonders innovativen Projekten wurden vor allem auf die Jugend bezogene Vorhaben gefördert. Der Verein ”Aktionsradius Wien”, zunächst eine spezielle Serviceeinrichtung für die Bezirke nördlich der Donau, war 2007 besonders erfolgreich tätig und konnte auch in anderen Stadtbereichen Beiträge zur Verbesserung der kulturellen Infrastruktur leisten. Die Bezirke verfügten in diesem Jahr wieder über eigene dezentrale Kulturbudgets, sodass sich das Budgetvolumen für basiskulturelle Aktivitäten nahezu verdoppelt hat. Die Pflege der Tradition, wie sie von Blasmusikkapellen, Volkstanzgruppen und Chören präsentiert wird, zählt ebenso zur Alltagskultur. Höhepunkt im Jahr 2007 war das”28. Österreichische Blasmusikfest”, bei dem insgesamt 36 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie Gastkapellen aus Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz, der Tschechischen Republik und Ungarn teilgenommen haben. Beim Wiener Landesblasmusikfest ”Faszination Blasmusik” im Austria Center Vienna traten verschiedene Blasmusik­ kapellen des Wiener Blasmusikverbandes sowie eine Gastkapelle aus dem Burgenland auf und zeigten ihr Können. Im November 2007 war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die”41. Wiener-WalzerKonkurrenz” und die”Austrian Open Vienna 2007”. Großen Publikumszuspruch fand wieder das ”Internationale Adventsingen” im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insge­ samt 89 Chöre aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, den Niederlanden, Rumänien, Russland, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Ungarn und den USA auf. 31 Kulturelles Erbe KULTURELLES ERBE Wiener Altstadterhaltungsfonds Geschichte im Stadtbild erkenn- und auch erlebbar zu machen, stellt die wesentlichste Aufgabe der Altstadterhaltung dar. Dahinter steht der Anspruch neben den Spitzen­ leistungen der Architektur sämtliche für die Geschichte der Stadt maßgeblichen Objekte der Baukultur und der Kunst im öffentlichen Raum sprechen zu lassen. Der 1972 im Zuge der”Altstadterhaltungsnovelle” eingerichtete Fonds fördert jene im Stadtbild wirksame Maßnahmen, die über die gemäß der Wiener Bauordnung vorgeschriebenen Erhaltungs­ arbeiten hinausgehen. Kirchen Für die Restaurierung von Kirchen und sakralen Bildwerken werden wesentliche Anteile der Fördermittel des Altstadterhal­ tungsfonds verwendet. Wien besitzt eine außerordentliche Dichte dieser kunst- und kulturhistorisch wichtigen Baudenkmale, wobei nicht nur die Aussenerscheinung, sondern auch das Innere der Kirchen mit Unterstützung des Wiener Altstadterhaltungsfonds restauriert wird. Hervorzuheben ist die Innensanierung der Kaiserin Elisabeth-Gedächtnis-Kapelle in der Jubiläumskirche Hl. Franz v. Assisi im 2. Bezirk am Mexikoplatz. Die Kapelle wurde 1898 nach Plänen von Viktor Luntz errichtet. Der kleine Raum variiert ravennatische Vorbilder und zeichnet sich durch reiche Ausstattung, bestehend aus Marmorverkleidung, Ornamentmalerei und Mosaiken auf Goldgrund, farbigem Marmor­ fußboden und marmornen Chorschranken aus. Bemerkenswert sind auch der sezessionistische Marmoraltar und der große Radleuchter, sowie die Kirchenbänke mit Schnitzdekor. Die Kapelle stellt ein besonderes Kleinod in der an kirchlichen Denkmälern armen Zeit des Sezessionismus dar. Die Redemptoristenkirche am ClemensHofbauer-Platz im 17. Bezirk wurde im dritten Bauabschnitt an der Fassade zum Platz und zur Wichtelgasse renoviert. Es handelt sich um eine neugotische Staffelkathedrale in Sichtziegelbauweise in Hausteindekor mit Konvent und Klosteranlage. Richard Jordan erbaute die Kirche in den Jahren 1886-89. Das Gotteshaus mit seinem mächtigen, mit reich dekoriertem Abschluss versehenen Turm ist Teil jener Platzanlage, die das Zentrum einer, im vierten Viertel des 19. Jahrhunderts erfolgten Rasterverbauung bildet und somit prägend für das örtliche Stadtbild ist. Ein Bürgerhaus – durch die Jahrhunderte Zu den historisch bedeutsamsten Förder­ projekten, welche im Laufe des Jahres 2007 durchgeführt wurden, zählt das Gebäude Bäckerstraße 7, das”Haus Stampa”. Die Bäckerstraße, bereits am Anfang des 14. Jahr­ hunderts als”Peckenstraße” nachweisbar, verfügt über eine heterogene bis ins Mittelalter zurückgehende Verbauung. Der Kern des Hauses in der Bäckerstraße 7 geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Vermut­ lich zwischen 1368 und 1373 erhielt es durch den damaligen Besitzer Jakob von Tirna eine Aufstockung zum Wohnturm. Der nächste tiefgreifende Umbau, veranlasst durch den Graubündner Großkaufmann Antonio von Stampa 1561 bis 1565, gab dem Haus seinen Namen. Die prachtvollen Arkaden des Innen­ hofs stammen noch aus dieser Zeit. Die Fassaden von Bäckerstraße und Sonnen­ felsgasse wurden um 1770 verändert, sozusagen”modernisiert”. Das Gebäude stellt also mit seiner heute noch ablesbaren, ins Mittelalter zurückreichenden Baugeschichte ein kultur- bzw. kunsthisto­ risches Denkmal ersten Ranges dar. Ziel des Projektes war die Restaurierung der beiden Straßenfassaden als auch der Innenhof­ fassaden. Es gelang bei den Straßenfassaden etwa drei Viertel des originalen barocken Rieselputzes zu erhalten. Durch Befundung konnte die Putzbänderung der Erdgeschoß­ zonen rekonstruiert werden. An den Innen­ hoffassaden kamen an einigen Stellen die Fassadenmalereien des 16. Jahrhunderts zum 32 Kulturelles Erbe Vorschein. Eine besondere Herausforderung stellte der Erhalt der strukturell geschwächten Säulen der Innenhofarkaden dar. Ein Zinshaus – an der Schwelle des 20. Jahrhunderts Im Gegensatz zum Haus Stama stellt das Zinshaus Köstlergasse 3 im sechsten Wiener Gemeindebezirk einen Bau”aus einem Guss” dar, errichtet 1898-99 von Otto Wagner, der hier sowohl als Architekt als auch als Bauherr auftrat. Das Gebäude zeigt einen beein­ druckenden von Eckpylonen mit Aufsätzen und weit vorkragender Traufe gerahmten Fassadenspiegel. Das repräsentative Haus bildet zusammen mit den beiden Häusern Linke Wienzeile 38 und 40 das wichtigste Ensemble Wagnerscher Miethausbauten in Wien. Bei der Restaurierung der Fassade wurde der Wiederherstellung der Scharfkantig­ keit von Details und Profilen, die durch nicht adäquate Überriebe gelitten hatte, besonderes Augenmerk geschenkt. Die wuchtigen Vasenkörper auf den Eckpylonen, welche die Charakteristik des Baus ausmachen, waren aus Sandstein gefertigt. Sie wurden von biogenen Bewuchs und von Gips-Ruß-Sinterkrusten befreit, unpassende Ergänzungen aus früheren Renovierungsphasen wurden entfernt. Die Vasenaufsätze aus Zink konnten restauriert werden, die Innenkonstruktion wurde erneuert. Bei den Dekorteilen an der Fassade handelt es sich um die zeittypischen Gussteile aus Romanzement. Im Portalbereich wurde der Dekor teilweise aber auch frei angetragen. Die Freilegung dieser Teile erwies sich als auf­ wändiger, da der Schadengrad höher war als bei den vergleichweise widerstandsfähigen Gussteilen. Neben diesen hochwertigen Bauten wurden auch Förderprojekte an bescheideneren Objekten umgesetzt. So erhielt die Fassade des Hauses 6., Liniengasse 29 ihr historisches, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammendes Erscheinungsbild zurück. Die Quaderungen im Erdgeschoß sowie die Nutung der Obergeschosse wurde wiederhergestellt, die verlorengegangenen Sohlbankgesimse ergänzt bzw. rekonstruiert. Die Fassade des Gebäudes Margaretenplatz 2, Teil eines vorstädtisch josephinischen Wohn- und Gewerbeviertels aus dem 3.Viertel des 18.Jahrhunderts, stellt nach seiner Restaurierung wieder einen baulich prägenden Bestandteil im örtlichen Stadtbild dar. Ausblick 2008(Auswahl) Unter den Kirchenrestaurierungen werden u. a. die Förderprojekte 2., Fortführung Filialkirche Maria Grün und die Arbeiten an der Apsis in der Pfarrkirche am Mexikoplatz, im 9. Bezirk an der Votivkirche und im 18. Bezirk an der Lutherkirche in der Martin­ straße durch- bzw. weitergeführt. Weitere Projekte sind: 1., Herzogenburger Hof, Vermählungs­ brunnen am Hohen Markt, 5., Strobachgasse 2, Balustrade der Attikazone, 7., Renovierung der Innen­ hoffassade des Mechitaristenklosters, Restaurierung des Wohn- und Geschäfts­ hauses in der Herrmanngasse 32, 16., Renovierung der Kornhäusel Villa, 19., Wasserbehälter am Cobenzl und drei ehemalige Winzerhäuser in der Sieveringer Straße, sowie der Innenhof der Beethovengedenkstätte in der Probusgasse 6 und das Wohnhaus in der Himmelstraße 31, Stadtarchäologie Ausgrabungen 1. Bez.: Am Hof 7-10(römisches Legionslager, mittelalterliche Besiedlung), Herrengasse(mittelalterliche und neu­ zeitliche Besiedlung), Ronacher(neuzeitliche Stadtmauer); 3, Hafengasse 14(römische Zivilstadt), 13, Ghelengasse 36-40 (Jungsteinzeit), U-Bahn-Archäologie: Betreuung U2-Nord, Vorarbeiten U1-Süd, zusätzlich laufend umfassende Baustellen­ beobachtungen. 33 Kulturelles Erbe Wissenschaftliche Aufarbeitungen und Projekte 1. Bez.: Michaelerplatz(mittelalterliche und neuzeitliche Besiedlung), Neutorgasse 4-8 und Weihburggasse(neuzeitliche Stadtbe­ festigung), Judenplatz, Wildpretmarkt, Römisches Legionslager und Lagervorstadt; 3. Bez.: Klimschgasse 19-21 und 40, Rennweg 16 und 44, Schützengasse 24, Römische Zivilstadt; 9, Sensengasse 1-3(neuzeitliche Friedhöfe), 10, Oberlaa, 11, Schloss Kaiserebersdorf, 17, Parhamerplatz; Umland des römischen Vindobona, Mittelalterliche Burgen in Wien, Burgen in Niederösterreich (Inventarisierung), Übersicht Glasfunde aus Wien, Herstellung römischer Gebrauchs­ keramik, Spätantike Produktion römischer glasierter Keramik(Ostalpen und Donau­ provinzen), Transkription handschriftlicher Fundakten(1895-1974) des Wien Museums, Archäozoologie, Säuberung und Restaurierung von Keramikfunden, Betreuung der Funde im Depot des Wien Museums Karlsplatz für wissenschaftliche Zwecke, Digitalisierung Franziszeischer Kataster und archäologischer Fundpunkte, Vienna Archaeological GIS/ VAGIS(Aufbau des Geographischen Informa­ tionssystems, Funddatenbank), Internetportal ”Wien Kulturgut”(Neukonzeption des Kultur­ güterkatasters). Vermittlung der Ergebnisse Tagungen und Vorträge Von 5. bis 7.11.2007 veranstaltete die Stadtarchäologie bereits zum zwölften Mal die nun”Kulturelles Erbe und Neue Technologien” (früher”Workshop Archäologie und Computer“) genannte Tagung. Im Rathaus wurden für 210 TeilnehmerInnen aus 21 Nationen etwa 95 Vorträge in zwei Sektionen gehalten sowie acht Beiträge auf Postern präsentiert. Weiters umfasste die Veran­ staltung sechs Workshops, ein Tutorial und eine Podiumsdiskussion. Sieben Aussteller bildeten einen informativen Rahmen. Dieser internationale Kongress fand in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen statt. Ein Bürgermeister­ empfang rundete die Veranstaltung ab. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie wurden weiters 24 Mal Fachtagungen im Inund Ausland besucht und zwölf Vorträge gehalten. Ausstellungen Für die Volkshochschule Meidling(12, Längen­ feldgasse) wurde ab 29.3.2007 die Dauer­ ausstellung”Knochen lesen” erstellt, die auf Postern die Erkenntnisse aus der wissen­ schaftlichen Erforschung von Tierknochen präsentiert. Von 15. bis 28.6.2007 wurde in der Alten Schieberkammer(15, Meiselstraße) die Posterausstellung”Die Kulturgeschichte des Wiener Weinbaues. Von der Urzeit bis heute” gezeigt. Bei der Eröffnung waren ca. 150 Personen anwesend, weitere etwa 350 BesucherInnen(inkl. Führungen für sieben Schulklassen und fünf andere Gruppen) kamen an den elf geöffneten Tagen. Diese Ausstellung wurde auch von 31.8. bis 2.9.2007 bei der 100-Jahr-Feier des Weinguts Wien Cobenzl und von 8. bis 13.10.2007 bei der Woche des Wiener Weins(15, Reindorfgasse) gezeigt. In der Senioren Residenz Am Kurpark Oberlaa fand von 10. bis 27.9.2007 die Ausstellung ”Eine Siedlung der Hallstattkultur in Oberlaa, Wien 10” statt. Von 6. bis 17.11.2007 wurde in der Alten Schieberkammer die Posterausstellung”Die Archäologie des Biers. Eine kulturhistorische Reise in die Vergangenheit des Biers” gezeigt. Bei der Eröffnung waren ca. 180 Personen anwesend, weitere etwa 475 BesucherInnen (inkl. Führungen für neun Schulklassen und eine andere Gruppe) kamen an den zehn geöffneten Tagen. Weiters hat die Stadtarchäologie Beiträge zu den Ausstellungen”Im Wirtshaus”(Wien Museum Karlsplatz) und”Das ehemalige Hernalser Brauhaus und seine heutige Umgebung”(Bezirksmuseum Hernals) geliefert. Publikationen 2007 erschien Band 10 von”Fundort Wien”, dem Jahresbericht der Stadtarchäologie Wien, der mit seinen breit gefächerten Beiträgen eine Brückenfunktion zwischen Wissenschaft­ lerInnen und interessierten Laien erfüllt. Er 34 Kulturelles Erbe beinhaltet diesmal unter anderem 20 Berichte von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie. Weitere 18 Artikel sind in Fachpublikationen erschienen. In der neuen populärwissenschaftlichen Reihe ”Wien Archäologisch” sind zwei weitere Bände erschien:”Wasser in Wien. Von den Römern bis zur Neuzeit” und”Knochen lesen. Tier­ knochen als Zeugen der Vergangenheit”. Auch in Zukunft werden in dieser Reihe Erkenntnisse aus den wichtigen Ausgrabungsstätten der Stadtarchäologie reich illustriert präsentieren werden. Das Buch”Zeitschnitte. Archäolo­ gische Ausgrabungen, Funde und Befunde” wurde neu aufgelegt. Die Kooperation mit Partnern im Rahmen des Projektes”Vindobona – Österreichischer Limes” führte zur Neuauflage des Buches”Ein Spaziergang durch die Wiener Innenstadt aus archäologischer Sicht”. Es ist nun auch auf englisch und italienisch erhältlich und außer­ dem wurde eine CD-Rom beigelegt, die Auszüge aus der DVD”Vindobona I” enthält. Wie jedes Jahr wurden die Vorträge der vorjährigen Tagung”Workshop 11. Archäologie und Computer” auf CD-Rom publiziert. Initiativen für alle interessierten BürgerInnen Die Initiative Seniorarchäologie ermöglichte wieder allen archäologiebegeisterten Erwachsenen die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Säuberung und Restaurierung von Fund­ material in der Werkstatt in der Volkshoch­ schule Meidling(12, Längenfeldgasse). Zur Einschulung wurden von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie zwölf Vorträge vor durch­ schnittlich 28 ZuhörerInnen und vier Übungen an der VHS Meidling gehalten. Der regel­ mäßigen Information dient das vier Mal jährlich erscheinende Nachrichtenblatt ”Lorbeer”. Es gab fünf Neueintritte, so dass der Mitgliederstand nun 491 beträgt. Insgesamt wurden von SeniorarchäologInnen 1.930 Arbeitsstunden geleistet, das entspricht 241 Arbeitstagen. Die Zusammenarbeit mit den Wiener Schulen wird durch die Initiative Juniorarchäologie gefördert. Zwei kostenfrei entlehnbare, mobile Schausammlungen(”Römerkoffer” und ”Mobiles Mittelalter”) enthalten Originalfunde, Duplikate und schriftliche Begleit-materialien. Sie sind eine nützliche Unterstützung im Unterricht und wurden 2007 von acht Schulen, meistens in mehreren Klassen, eingesetzt. Zusätzlich wurden von MitarbeiterInnen der Stadt­ archäologie fünf Vorträge an Schulen gehalten sowie ein Projekt auf der Ausgrabung in Unterlaa, sechs Stadt­ führungen und eine Besichtigung der Restaurierwerkstatt durchgeführt. Öffentlichkeitsarbeit 2007 sind 50 Artikel über die Arbeit der Stadtarchäologie in Zeitungen, 34 in Magistratsmedien(inkl. Internet) und 24 im Internet erschienen. Weiters wurden elf Berichte in Radio und Fernsehen aus­ gestrahlt. Die Zeitschrift”Abenteuer und Reisen” produzierte ein Hörbuch über Wien, in dem auch die Ausgrabung auf dem Michaelerplatz vorgestellt wurde. Als Beitrag zur Veranstaltung”Nox latina” (20.4.2007) wurde eine spezielle Innenstadtführung angeboten, aber schließlich aufgrund des großen Interesses sechs Führungen mit gesamt mind.150 Personen durchgeführt. Nach einer wetterbedingten Verschiebung fand am 21.9.2007 auf der Grabung in Unterlaa(10, Klederinger Straße) unter reger Beteiligung einer Schulklasse und etwa zehn Senior­ archäologInnen bereits der zweite”Tag der Experimentalarchäologie” statt. Am 23.9.2007 beteiligte sich die Stadt­ archäologie am”Tag des Denkmals” und betreute an ihrem Info-Stand auf dem Michaelerplatz, wo auch die beiden DVDs ”Vindobona” gezeigt wurden, sowie bei Innenstadtführungen mindestens 1.300 BesucherInnen. Zehn Mädchen konnte beim”6. Wiener Töchtertag” am 26.4.2007 und drei weiteren Jugendlichen im Rahmen der Berufspraktischen Tage Einblick in die Arbeits­ bereiche der Stadtarchäologie geboten werden. 35 Kulturelles Erbe- Bezirksmuseen Kooperationen mit anderen Einrichtungen Bundesdenkmalamt; MD-Stadtbaudirektion, MA 7 – Veranstaltungsreferat, MA 8, MA 14, MA 15, MA 18, MA 19, MA 21B, MA 22, MA 28, MA 29, MA 30, MA 31, MA 34, MA 36, MA 37, MA 41, MA 45, MA 49(Weingut Cobenzl), MA 53, MA 69, Wiener Wohnen, Wiener Linien, Bezirksvorstehung 15. Bez.; Volkshochschule Meidling; Wiener Schulen; digital-graphics& 7reasons; Universität Wien: Institut für Urund Frühgeschichte, Institut für Klassische Archäologie, VIAS – Interdisziplinäre Forschungsplattform für Archäologie, Institut für Paläontologie, Zentrum für Anatomie und Zellbiologie, Botanischer Garten; Universität für Bodenkultur Wien: Institut für Garten-, Obst- und Weinbau, Institut für Botanik – Archäobotanik-Team; Universität für Angewandte Kunst: Institut für Konser­ vierungswissenschaften und Restaurierungs­ technologie – Abt. Archäometrie; Österrei­ chische Akademie der Wissenschaften: Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Kommission für Kunst­ geschichte – Zentrum Kulturforschungen, Institut für Kulturgeschichte der Antike; Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein und Obstbau; Wien Museum Karlsplatz; Kunsthistorisches Museum Wien: Münz­ kabinett, Antikensammlung; Naturhistorisches Museum Wien: Prähistorische Abteilung, Abt. Archäologische Biologie und Anthropologie; Bezirksmuseen Wien 15, 17, 19 und 23; Archäologieplattform der Landeskultur­ referentenkonferenz; Verein der Museums­ archäologInnen Österreichs; Arbeitsgemein­ schaft Donauländer; Ausgrabung Magdalens­ berg; Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung; Landwirtschaftskammer Wien; Heurige Mayer am Pfarrplatz und FuhrgasslHuber; Firma Lobmayer; Ottakringer Brauerei; Verband der Brauereien Österreichs; Senioren Residenz Am Kurpark Oberlaa; Technische Universität Berlin: Institut für Chemie; Bayerische Staatsgemäldesammlung – Doerner Institut; Bayerisches Landesamt für Boden­ denkmalpflege; Universität München: Institut für Vor- und Frühgeschichte und Provinzial­ römische Archäologie; Museo Nazionale di Aquileia; Universität Triest: Dipartimento di Scienze dell’Antichità; Universität Siena: Dipartimento di Scienze dell’Antichità; Universität Genua: Dipartimento di Scienze della Terra; Akádemia Régészeti Intezete (Budapest); Budapest Történeti Múzeum – Aquincumi Múzeum; Ungarisches National­ museum Budapest; Bulgarisches Kulturinstitut; Rumänisches Kulturinstitut; University College London: Institute of Archaeology; Österreichi­ sche Gesellschaft für Kulturgüterschutz; Versammlung der Regionen Europas; Österreichische Bischofskonferenz, AG der Diözesanarchive Österreichs, AG der Ordens­ archive Österreichs. BEZIRKSMUSEEN 1923 wurde das erste Bezirksmuseum in Meidling gegründet. Weitere folgten und schlossen sich 1964 zur Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen zusammen. In der weiteren Folge wurden sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Alltagskultur und dokumentieren die Entwicklung der Bezirke von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Zahlreiche Personen sind für die Arbeitsgemeinschaft ehrenamtlich tätig und widmen sich neben dem Museumsbetrieb den verschiedenen Archiven und der Organisation von Sonderausstellungen. 36 Ehrungen- Interkulturelle Aktivitäten EHRUNGEN Auszeichnungen der Stadt Wien sind als sichtbares Zeichen der Würdigung von künstlerisch und wissenschaftlich hervorragend tätigen Personen zu verstehen. Darüber hinaus informieren Berichte der Medien, die aus diesen Anlässen entstehen, die Öffentlichkeit über das breite Spektrum kulturellen Schaffens in Wien. Die Preise der Stadt Wien tragen zur Motiva­ tion der Geehrten bei. Um größtmögliche Objektivität im Hinblick auf den Vergabemodus zu gewährleisten, erfolgen die jeweiligen Nominierungen ausschließlich durch unabhängige Jurys, deren Mitglieder ständig wechseln. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung junger KünstlerInnen und Wissen­ schafterInnen. Als Beispiel dafür sei unter anderem die Vergabe des Ernst-KrenekPreises oder der Förderungspreise der Stadt Wien hervor-gehoben. 2007 wurden auch ­ wie alle drei Jahre- Preise aus der Dr.-Karl­ Renner-Stiftung und die alljährlich zu vergebenden Preise der Stadt Wien verliehen. Die Würdigung der Leistungen verdienst­ voller Persönlichkeiten ist auch posthum in Form von Widmungs- und Ehrengräbern, Kranzniederlegungen und Grabrestaurie­ rungen möglich. INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Das Referat für Interkulturelle und Inter­ nationale Aktivitäten konnte mit den bestehenden budgetären Mitteln insgesamt 220 Vereine unterstützen. Ein Viertel dieser Vereine sind Einrichtungen, die im Jahr mehrere Veranstaltungen durchführen. Neben den bestehenden – schon zur Tradition gewordenen Festivals- wie KlezMOREfestival, ”Salam.Orient”,”Festival der Klänge”, Balkan Fever, oder das World Music Festival, um nur einige Beispiele zu nennen, haben auch Vereine mit bescheidenen budgetären Mittel erfolgreiche Veranstaltungen durchführen können. Stadtteilzentrum Simmering – Centro Once hat sich zu einer wichtigen Integrationsplattform von in Wien lebenden SüdamerikanerInnen und ÖsterreicherInnen entwickelt. Bei zwei Musikprojekten – Mallarauco und Marca Tambo - musizieren ÖsterreicherInnen und Latein­ amerikanerInnen regelmäßig gemeinsam und finden so Zugang zu Kultur und Wesensart des jeweils anderen. Weiters dient das Centro Once als Treffpunkt für den Chilenischen PensionistInnenclub ”Araukaria”. Immer wieder finden im Centro Once auch zweisprachige Dichterlesungen und Buch­ präsentationen statt, wie etwa das Lateinamerikanische Literaturfestival und das internationale Festival der Frauen­ literatur im Rahmen des Frauenmonats März. Um Berührungsängste zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen abbauen zu helfen, werden laufend Keramikworkshops im Dunkeln unter der Leitung einer blinden Keramikerin sowie Veranstaltungen unter dem Motto”Kunst im Dunkeln”, bei denen blinde und sehende MusikerInnen gemein­ sam in völliger Dunkelheit musizieren und Texte blinder AutorInnen vorgetragen 37 Interkulturelle Aktivitäten werden, angeboten. ”Traditioneller” Fixpunkt ist das alljährliches Straßenfest im September mit Musik- und Tanzpräsentationen von Folkloregruppen aus aller Welt. Konzerte mit Musik verschiedenster Richtungen und”Herkunftsländern”, Workshops, die dienstagabends stattfindenden Filmvor­ führungen, zweisprachiges Puppentheater, Ferienspiel unter der Thematik”wir gestalten unser Puppentheater selbst” sowie Diskus­ sionsveranstaltungen und Vorträge runden das reichhaltige Programm ab. Das Jahr 2007 wurde von der UNESCO an­ lässlich des 800. Geburtstags des berühmten Philosophen und Dichters Mevlana Celaleddin Rumi, genannt”Mevlana”, zu seinem Jubi­ läumsjahr ernannt. Dieses Jubiläum war Anlass mehrerer Initiativen für Lesungen und Konzerte: Im August 2007 wurde ein wissenschaftliches Seminar, bei dem Werk und Leben Mevlanas von Forschern und Kennern aus dem In- und Ausland erörtert wurden(auf Deutsch, Dari und Türkisch), abgehalten. Anschließend fand ein Fest statt, bei welchem mystische Literatur, Musik und Tanz im Vordergrund standen. Nach dem Motto:”Solidarität mit afghanischen Frauen” wurde am 8. März der internationale Tag der Frauen begangen. Afghanische Immi­ grantinnen sowie Vertreterinnen verschiedener Frauenorganisationen aus Wien sprachen über die Lage der Frauen. Ein breites Kulturpro­ gramm begleitete diese Veranstaltung. Nauroz(=der neue Tag 21. März) ist der Neujahrsbeginn in Afghanistan. Anlässlich des Neujahres 1386 feierten die in Wien lebenden Afghanen gemeinsam mit Freunden, den Nauroz. Österreichische, persische, indische und afghanische Künstler begeisterten mit interessanten Musikprogrammen ein breites Publikum. Als etablierte Kultureinrichtung hat sich das Burgenländisch-Kroatische Zentrum auf folgende Themen konzentriert: Steigerung der Sprachkompetenz Die Sprache ist nicht nur die wichtigste Kommunikationsform des Menschen, sondern auch Teil der Zugehörigkeit und des Identitätsbewusstseins einer Volksgruppe. Für den Erhalt und den Ausbau der Volksgruppe der Kroaten ist es notwendig, die Sprach­ kompetenz der interessierten Menschen zu heben. Gleichzeitig wird auch die Notwendig­ keit des spielerischen Lernens für Kinder und Jugendliche gesehen. Förderung von Kultur- und Sprachprojekten Vorbereitung des Weltkongresses cakavischer Literatur cakavisch – eine von drei nach dem Fragepartikel”was” benannte Dialektgruppe der kroatischen Sprache, der auch die heutigen Burgenländischen Kroaten ange­ hören. Geplant wird der Kongress für das Jahr 2008 zu verschiedenen Themen(Poesie, Literatur) und in verschiedenen Orten in Wien und dem Burgenland. Gespräche im CENTAR Dieses 2006 mit großem Erfolg gestartete Projekt beinhaltet regelmäßige”Gespräche im Zentrum” oder”Konfrontationen”. Monatlich wird eine Persönlichkeit aus Politik, Wirtschaft oder Kultur eingeladen und versucht, die Ansichten dieser Person zu aktuellen Problematiken und Herausforde­ rungen der burgenländischkroatischen Volksgruppe zu erfahren und/oder über Erfahrungen dieser Persönlichkeiten zu verschiedenen Thematiken zu berichten. 38 Auslandskultur AUSLANDSKULTUR Besonderes Augenmerk legt die Kultur­ abteilung(MA 7) auf die Förderung, Betreuung und Finanzierung von Wiener Projekten im Ausland. Viele Wiener Künstlerinnen und Künstler wurden bei Tourneen und bei der Teilnahme an internationalen Festivals unterstützt. Unter großem Beifall eröffneten die Bürgermeisterin der Stadt Sarajevo und der Bürgermeister der Stadt Wien im Rahmen eines Charity-Dinners die Wien-Tage in Sarajevo. Das Dinner wurde zugunsten der Kinderklinik der Stadt Sarajevo ausgerichtet. Über sechs Wochen lang waren die bereits in Baku, Berlin, Bratislava, Krakau, Moskau, Warschau, Wien und Paris gezeigten Foto­ ausstellungen”Bilder von Wienern” und ”Wiener Bilder” in der städtischen Galerie Collegium Artisticum präsent. Events, Konzerte, Straßentheater, ein Literaturtreffen, aber auch Workshops zu kommunalen Themen rundeten das Ereignis ab. Auf erhebliches Publikumsinteresse stieß die Präsentation der jüngeren Wiener Videokunst in St. Petersburg im Kulturzentrum Pushkinskaja und in Perm in der Video Totchka. Diese themenzentrierte DVDKompilation”Wiener Videos” stammt zur Gänze aus der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien(Museum auf Abruf- MUSA). Sie entstand im Rahmen einer Kooperation mit dem Bétonsalon in Paris und wurde für die Stationen in Russland bedeutend erweitert. Die internationale Tagung”Kulturelles Erbe und Neue Technologien”, die im Wiener Rathaus in Zusammenarbeit mit den Kulturinstituten von Rumänien und Bulgarien durchgeführt wurde, beschäftigte sich mit ”kulturellem Erbe” sowie dessen Erhaltung und Finanzierung. Gymnasien aus Brünn, Nitra, Pecs und Wien haben an dem mit Wiener Unterstützung ausgerichteten internationalen UNESCO – Schulprojekt zum Thema”Klischees und Stereotype – Hilfe oder Hindernis auf dem Weg in eine globale Zukunft” in Brünn teilgenommen. Für das Verständnis österreichischer Literatur ist der Zugang zu zeitgenössischen Werken ein wichtiger Faktor. Das Literatur­ referat trägt wesentlich dazu bei, indem es ausländischen Bibliotheken Bücher von Wiener Autorinnen und Autoren zur Verfügung stellt. Diese Kooperationen konnten 2007 mit Institutionen in Kuala Lumpur, Pretoria, Zagreb und Nizhnij Novgorord intensiviert werden. Ins Ausland reisten vor allem auch MusikerInnen: Chöre, Ensembles und Orchester gaben Konzerte in ganz Europa, Israel, Nord­ amerika, Australien, Japan, Korea und China. Bei dem in Zusammenarbeit mit dem mica im April in New York veran­ stalteten Festival”moving patterns” konnten sich österreichische MusikerInnen dem amerikanischen Publikum präsentieren. Für die Theater Wiens sei stellvertretend sei das Wiener Schauspielhaus mit dem Gastspiel”Die Troerinnen”(Montclair State University, USA und Seoul Arts Center, Korea) und mit Produktionen beim Edinburgh Festival und beim Festival Internacional de Buenos Aires genannt. 39 Neue Medien- Stipendien NEUE MEDIEN ”Wiens(…) Medienkunstszene strengt sich gerade ungemein professionell an, bemerkt zu werden ….” schrieb die Tageszeitung„Die Presse“ anlässlich der Eröffnung des Festivals ”Paraflows” im September 2007. Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren innerhalb Wiens Medienkunst- und Kulturszene viel getan: Im Museumsquartier etablierte sich z.B. das”Quartier Digitaler Kultur” und im 1. Bezirk entstand das”Metalab”, eine Heim­ stätte für alle der Hackerkultur Nahe­ stehenden. Wiener MedienkünstlerInnen sind weltweit auf allen renommierten Festivals vertreten, Kunstprojekte finden gemeinsam mit San Francisco, Nairobi und Tokyo statt, um nur einige der PartnerInnen von 2007 zu nennen. Der größte in Wien sichtbare Erfolg war jedoch das Festival”Paraflows”, das im September im Contemporary Art Tower des Museums für Angewandte Kunst stattfand: Unter dem Ausstellungstitel”Un Space” wurden im Flakturm im Arendtpark die Un-Orte des virtuellen Raums untersucht, das begleitende Symposium und die Rahmenprogramme konnten sehr viele Besucher/innen begeistern, das Presseecho wirkte weit über Europa hinaus. STIPENDIEN siehe Wissenschaft, Seite 76 40 Film Kino FILM, KINO Die Förderung von kurzen Spielfilmen, experimentellen Filmen, Animationen und Dokumentationen ist für die Wiener Filmszene neben der Arbeit des Filmfonds von großer Bedeutung. Wichtige Vermittlungsarbeit leisten Verleihe wie Sixpack, die großen SammlungsInstitutionen Filmarchiv Austria und Öster­ reichisches Filmmuseum- und die vielen Festivals: das Kinderfilmfestival, das Jüdische Filmfestival, die”Identitites”,”Tricky Women” und die”Vienna Independant Shorts”, die allesamt zu Wiens Ruf als lebendiger Kultur­ stadt beitragen. Das größte und renommierteste Festival von allen ist aber die Viennale: Über 300 Kino­ vorführungen, unzählige Diskussionen und Nebenveranstaltungen und über 90.000 BesucherInnen geben dem Film im Oktober eine Aufmerksamkeit, die man sich auch das restliche Jahr über wünschen würde. Angesichts der vielen Multiplexe bildet die Kinoförderung eine der wichtigsten Maß­ nahmen zur Unterstützung der kleinen und mittleren Kinos in Wien. Neben dem Babykino oder verstärkten Maßnahmen zur Begleitung fremdsprachiger Filme in Originalfassung konnten z.B. die ”Klassiker deutscher Stummfilme”, die ”1. Israelischen Filmtage” und viele andere Projekte begleitet werden. Weiters erfreuen sich die sommerlichen Open-Air-Kinos immer größerer Beliebtheit. Neben dem”Kino unter Sternen” und dem Sommerkino im Filmarchiv tourt das ”Volxkino” durch die Wiener Bezirke und zeigt bei freiem Eintritt verschiedenste österreichische und internationale Film­ spezialitäten, die im Sommer 2007 über 120 000 BesucherInnen begeisterten. 41 Filmfonds Wien FILMFONDS WIEN Der Filmfonds Wien 2007 Vorrangiges Ziel des Filmfonds Wien ist es, einerseits Wien als Film- und Medienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszubauen sowie andererseits die kulturelle Vielfalt Europas zu erhalten. In diesem Sinne werden die Kultur, die Wirtschaft und die Beschäftigung innerhalb der Filmbranche in einem europäischen Kontext gefördert. Eine weitere wichtige Aufgabe des Filmfonds ist es, für den österreichischen Film eine größtmögliche Öffentlichkeit zu schaffen. Der Filmfonds Wien vergibt erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und – unter bestimmten Voraussetzungen – nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen(Kinostart im Inland und Teilnahme an internationalen Festivals, Wettbewerben und Marktveranstaltungen im Ausland). Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am”Wiener Filmbrancheneffekt” gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugute kommen. Die tatsächlich erzielten Effekte liegen jedoch seit Jahren weit über 200% und 2007 bei 356%, was einen neuen Rekord darstellt. Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Bevorzugt werden Projekte, die in Kooperation mit ausländischen Partnern auch europäische Förderungsmittel in Wien wirksam werden lassen. Der konsequenten internationalen Ausrichtung seiner Tätigkeit ist es zu verdanken, dass der Filmfonds Wien mit einem seit dem Jahr 2000 gleichgebliebenen Budget 2007 seine Aufgaben wiederholt mehr als erfolgreich erfüllen konnte. Dass 2007 erneut ein erfolgreiches Jahr für das Renommée des Österreichischen Filmes war, zeigt sich schon allein an der Vielzahl der diversen Festivaleinladungen der vom Filmfonds Wien entscheidend geförderten Filme. Allen voran Stefan Ruzowitzky’s DIE FÄLSCHER, der bei der 57. Berlinale im Rennen um den Goldenen Bären war sowie IMPORT EXPORT von Ulrich Seidl, der bei den 60. Filmfestspielen von Cannes im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten war. Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien Kuratorium: Dem Aufsichtsgremium des Filmfonds Wien gehörten 2007 folgende, vom amtsführenden Stadtrat für Kultur für längstens drei Jahre bestellte, Mitglieder an: Das Kuratorium trifft unter anderem auch Förderentscheidungen, sofern diese nicht in die Kompetenz der Geschäftsführung und der Jury fallen. 42 Filmfonds Wien Vorsitz: Dr. Josef Kirchberger Art for Art Theaterservice GmbH Stellv. Vorsitz: Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien Mag. Sylvia Faßl-Vogler Kulturabteilung der Stadt Wien Kurt Mayer Produzent der kurt mayer film Prof. Kurt J. Mrkwicka Produzent der MR Film;(ab 5.11.’07) Mag. Gerhard Schedl Filmkonsulent Antonin Svoboda Produzent der coop99 Virgil Widrich Regisseur Jury: Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und dem Geschäftsführer. Die Jurymitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur für längstens drei Jahre bestellt. Die Jury entscheidet über Anträge zur Projektentwicklungs- und Herstellungsförderung. Die Mitglieder der Jury waren im Jahr 2007: Catherine Buresi Leitung des Programms„Euromed Audiovisuell“ Christine Dollhofer Leitung des Filmfestivals„Crossing Europe“ Andrea Ernst Verantwortliche Redakteurin der ARTE-Redaktion des WDRFernsehens Eric Pleskow Filmproduzent und Präsident der Viennale Die Mitglieder der Ersatzjury waren: Gabriele Brunnenmeyer inhaltliche Leitung von„Connecting Cottbus“ Monika Maruschko Produktionsleiterin Mag. Alexander Syllaba Leitung„Cinema Paradiso“ in St. Pölten Alessandra Thiele freiberufliche Konsulentin MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien: Dr. Peter Zawrel Geschäftsführung Mag. Claudia Fischer stellv. Geschäftsführung& Verträge Andrea Christa Consulting Saskia Pramstaller Public Relations Sibylle Schwarzkogler Office Management MMag. Thomas Heskia Rechnungswesen Margarethe Binder Projekt Monitoring(bis März’07) Mag. Elisabeth Lichtenwagner Projekt Monitoring Mag.(FH) Julia Schmölz Assistenz Projekt Monitoring Dr. Peter Zawrel wurde auf Vorschlag des Kuratoriums vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft, Dr. Andreas Mailath-Pokorny, für eine weitere Funktionsperiode von vier Jahren bis 31. Oktober 2011 zum Geschäftsführer des Filmfonds Wien bestellt. Übersicht der Förderungen 2007 Der Filmfonds Wien gewährte 2007 insgesamt 116 von 204 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 8.417.980,06 EUR(beantragte Summe gesamt: 21.318.864,06 EUR) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen sowie für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen; 43 Filmfonds Wien das entspricht 56%. Im Vergleich zu 2006 wurden somit 14% mehr an Fördergeldern beantragt; in absoluten Zahlen die Anträge betreffend wurden 14 mehr eingereicht. Fördersparte Einreichungen Projektentwicklung: 46 (1.050.316,25 EUR) Herstellung: 107 (18.976.156,— EUR) Kinostart: 19 (678.555,— EUR) Festivalteilnahme: 17 (270.566,81 EUR) Strukturmaßnahmen: 13 (327.900,— EUR) Zusätzliche Verwertungs­ 2 maßnahmen:(15.370,— EUR) Zusagen 22 (407.983,25 EUR) 43 (6.717.605,— EUR) 19 (678.555,— EUR) 17 (270.566,81 EUR) 13 (327.900,— EUR) 2 (15.370,— EUR) Rückzahlungen und Referenzmittel: Aus den Erlösen des Jahres 2006 wurden dem Filmfonds Wien 2007 insgesamt 133.914,92 EUR zurückgezahlt, woraus ein Referenzmittelanspruch von 535.659,68 EUR entstand. Tatsächlich ausbezahlt wurden 282.360,25 EUR. Rückzahlungen 2007: Projekt Hundstage Darwin’s Nightmare Nacktschnecken Silentium Produktion Allegro Film coop99 Dor Film Dor Film Regie Ulrich Seidl Hubert Sauper Michael Glawogger Wolfgang Murnberger Gesamt Summe 2.166,00 83.768,23 4.233,00 43.747,69 133.914,92 44 Filmfonds Wien 1. Projektentwicklungsförderungen Mit einer Gesamtsumme von 407.983,25 EUR wurden 22 Anträge in der Entwicklung von Projekten gefördert. Projekt Antragsteller Drehbuch Genre Förder­ / Produktion summe 60 Grad Color Allegro Film Barbara Grascher Romantic Comedy*10.500,00 Asylum Allegro Film Simon Aeby Horror* 9.743,25 Blaue Gitarre Cult Film Frank Maria Reifenberg Drama 10.135,00 Creation- Fury on Earth coop99 Antonin Historien Svoboda drama * 20.000,00 Das weiße Band Wega Film Michael Haneke Drama 50.000,00 Der Verschollene Dor Film Michael Kreihsl Drama*40.850,00 Die Wand coop99 Julian Pölser Drama*/**3.850,00 Echter Wiener Bonus Film Ernst HinterbergerKomödie 27.845,00 Eine österreichische Geyrhalter Karriere Filmproduktion Eva Eckert Dok 10.000,00 Exit III Novotny& Novotny Gustav Ernst& Franz Novotny Politsatire 14.500,00 Furcht& Zittern Allegro Film Katarina Bali Komödie*10.500,00 Homo Ludens Online Eidolon Entertainment Daniel Moshel Dok 24.917,00 Im Bazar der Geschlechter FreibeuterFilm Sudabeh Mortezai Dok 7.114,00 In 3 Tagen bist du tot- T eil 2 Allegro Film Agnes Pluch& Andreas P rochaska Horror*/** 11.787,00 Lourdes coop99 Jessica Hausner Drama*/** 5.130,00 Masse ohne Macht? Filmbäckerei Frederick Baker Dok 12.500,00 TomTom- Die Serie Cine Cartoon Dan& Nuria Wicksman TV-Animations­ serie 25.820,00 Udo Proksch Desperado(AT) Filmhaus Films Manfred Klimek Dok 34.980,00 Victor Kaufmann Aichholzer Film Paul Hengge Dok 30.000,00 Wir machen das Spiel Tristan Sindelgruber Angelika Schuster Film& Tristan Sindelgruber Dok 10.212,00 Worte sind schön, Johanna aber Hühner legen Eier Golden Girls Tschautschner Dok 22.600,00 Zukunft Non Stop Institut für Neue Kulturtechnologien Konrad Becker Dok 15.000,00 GESAMT 407.983,25 * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung 45 Filmfonds Wien 2. Herstellungsförderungen Mit einer Fördersumme von 6.717.605 EUR wurden 2007 insgesamt 43 Produktionen gefördert. Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt knapp 37,05 Millionen EUR, davon fließen während der Produktion rund 23,5 Millionen, das entspricht 63,43%, in die Nutzung der hier ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte einen Durchschnitt von 356%. Projekt 21 A Journey with Peter Sellars Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel Berts Euro’08 Butterkinder Das Vaterspiel Der Räuber Antragsteller/ Produktion Edoko Institute Film Production WILDart Film FilmForm Köln Bonus Film Knut Ogris Films Lotus Film Geyrhalter Filmprod. Der rote Priester – Don Antonio Vivaldi epo-film Desert Flower Dor Film Die Frauenkarawanne der Toubou Lotus Film Ein halbes Leben Allegro Film Eine Stadt. Ein Buch: Fever Pitch AVImedia Falco – Verdammt, wir leben noch! MR-Film Film ist. A Girl and a Gun Loop Media Food Design Franz Fuchs – Ein Patriot Geyrhalter Filmproduktion epo-film Regie Edgar Honetschläger Mark Kidel Genre Thriller TV Dok Land A/ BR/ J A/F Petra Seeger TV Dok Georg Steinböck Dok Alois Hawlik TV Dok Michael GlawoggerDrama Benjamin Heisenberg Drama D A/D A/E A/D/F A/D Kurt Ockermüller TV Dok A/D/I Sherry Hormann Biopic/Drama A/ D Nathalie Borgers Dok A/B/F Nikolaus Leytner TV-Drama A Peter Zurek u.a. TV Dok A Thomas Roth Gustav Deutsch film Martin Hablesreiter Elisabeth Scharang Biopic A Kompilations­ A TV Dok A TV-Spieldoku A Förder­ summe 90.000,— 15.000,— 50.000,— 55.000,— 66.500,— 180.000,— 450.000,— 25.000,— 200.000,— 53.000,— 126.888,— 15.000,— 550.000,— 52.258,— 78.000,— 130.000,— 46 Filmfonds Wien Gert Jonke kurtmayerfilm Gesucht wird: Dr. Aribert Heim Here to Stay Hermes Phettberg, Elender Hexe Lilli In 3 Tagen bist du tot – Teil II Inside the Walls(AT) Kleine Fische La Bohème Little Alien Little Robbers Lourdes epo-film Pooldoks Fischer Film Dor Film Allegro Film Mischief Films Novotny& Novotny MR-Film Mobilefilm Mini Film Muezzin Muhammad Assad – The Lion’s Journey Pepperminta KGP Kranzelbinder S Gabriele Production Mischief Films coop99 Revanche Prisma Film/ spielmannfilm Ruth Beckermann- Ruth Beckermann Filmcollection Film Serviam – Ich will dienen Ruth Mader Filmproduktion SOKO Donau – 3. Staffel Satel Film Tiere*** Universalove Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?*** Wir Europäer coop99 KGP Kranzelbinder Gabriele Production coop99 Fischer Film Wir machen das Spiel Tristan Sindelgruber Film Ingrid Ahrer& Martin Polasek TV Dok A 20.000,— Ingo Helm TV Dok Markus Wailand TV Dok A/D A 30.000,— 58.724,— Kurt Palm Dok A 45.000,— Stefan Ruzowitzky Kinderfilm A/ D/ E 400.000,— Andreas Prochaska Horror A 670.000,— Atanas Georgiev TV Dok A/ HR/ MK 43.550,— Marco Antoniazzi Drama A 295.767,— Robert Dornhelm Musikfilm A/ D 350.000,— Nina Kusturica Dok A 20.000,— Ivo Kalpenieks Familienfilm A/ LT/ LV 134.374,— coop99 Jessica Hausner DramaA/ D/ F 285.000,— */**70.000,— ebastian Brameshuber Dok A 33.000,— Georg Misch Pipilotti Rist Dok Zeitg. Märchen A A/ CH **3.344,— 130.000,— Götz Spielmann Ruth Beckermann Drama DVD-Box A A 573.400,— 30.000,— Ruth Mader E. Keusch, E. Riedlsperger, M. Steurer Jörg Kalt Thriller A/D/F 640.000,— TV-Serie Thriller A/D A/ CH 250.000,— 250.000,— */**70.000,— Thomas Woschitz Musikfilm A/ LUX Antonin Svoboda TV Dok A Claus Bredenbrock, Carsten Günther, Anne Roerkohl, Heike Wilke, TV Dok Serie Angelika Schuster& Tristan Sindelgruber Dok Gesamt A/D A 28.800,— 20.000,— */**30.000,— 45.000,— 55.000,— 6.717.605,— * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung *** Projekt abgebrochen 47 Filmfonds Wien 2.1. Gesamtherstellungskosten der Produktionen 2007 betrug die Realisierung von knapp der Hälfte der geförderten Herstellungsprojekte weniger als 500.000 EUR, wobei es sich hierbei wie schon in den vergangenen Jahren hauptsächlich um Dokumentarfilmprojekte handelte. Im Vergleich zu 2006 stellen sich die Gesamtherstellungskosten wie folgt dar: 48 Filmfonds Wien 2.2. Gemeinschaftsproduktionen in der Herstellung 2007 wurden 21 Gemeinschaftsproduktionen, das sind rund 52% der gesamten Herstellungen, mit bis zu zwei ausländischen Partnern vom Filmfonds Wien gefördert. Die Fördersumme beläuft sich auf 3.861.224 EUR. Wie bereits in den Vorjahren wurde auch 2007 der Großteil der Projekte gemeinsam mit Deutschland produziert, nämlich knappe 57%. An zweiter Stelle liegt mit sechs Produktionen Frankreich, das entspricht knapp 24%. 49 Filmfonds Wien 3. Verwertungsförderungen Kinostart& Besucherzahlen Für 19 heimische Produktionen wurde der Kinostart in Österreich 2007 insgesamt mit einer Summe von 678.555 EUR gefördert. Über das Jahr verteilt waren 18 vom Filmfonds geförderte Projekte in den österreichischen Kinos zu sehen. Film Rule of Law Taxidermia Über Wasser Immer nie am Meer Antragsteller / Verleih Filmladen (Prod.: Aichholzer Film) Poool Filmverleih (Prod.: Amour Fou) Poool Filmverleih (Prod.: Lotus Film) Filmladen (Prod.: coop99) Vienna’s Lost Daughters Die Fälscher Polyfilm (Prod.: mobilefilm) Filmladen (Prod.: Aichholzer Film) 42plus Filmladen (Prod.: Dor Film) Life in Loops (A Megacities RMX) Ma Mère Gucha – Distant Trumpet Prater Meine liebe Republik Keine Insel – Die Palmers Entführung Filmladen (Prod.: Orbrock Filmprod) Poool Filmverleih (Prod.: Amour Fou) Filmladen (Prod.: Aichholzer Film) Filmladen (Prod.: kurtmayerfilm) Polyfilm (Prod.: Wega Film) Filmladen (Prod.: Enkidu Film) Kurz davor ist es Poool Filmverleih passiert(Prod.: Amour Fou) Midsummer Constantin Film Madness(Prod.: Fischer Regie Genre Susanne Brandstätter Dok Filmstart Besucher per 31.12.’07 26.01.’07 822 Györgi Pálfi Drama 09.02.’07 Udo Maurer Dok Antonin TragikSvoboda komödie 23.02.’07 09.03.’07 Mirjam Unger Dok 23.03.’07 Stefan Ruzowitzky Drama 23.03.’07 Sabine Derflinger Drama 31.04.’07 3.387 25.090 22.669 5.930 33.912 20.570 Timo Novotny Christoph Honoré Dok Drama 20.04.’07 20.07.’07 MusikDusan Milic Komödie 24.08.’07 Ulrike Ottinger Elisabeth Scharang Dok Dok 21.09.’07 21.09.’07 Alexander Binder& Michael Gartner Dok Anja Salomonowitz Dok 28.09.’07 05.10.’07 Alexander 400 3.336 4.362 1.073 5.131 2.181 4.718 Förder summe 12.500,— 34.000,— 40.000,— 40.000,— *5.000,— 40.000,— 40.000,— *1.500,— 40.000,— *1.500,— 26.255,— 40.000,— 42.500,— 40.000,— 26.300,— 38.000,— 34.000,— 50 Filmfonds Wien Film) Hahn Komödie 12.10.’07 8.989 40.000,— Import Export Filmladen (Prod.: Ulrich Seidl Film) Ulrich Seidl Drama 09.11.’07 20.221 43.000,— Free Rainer Filmladen Dein Fernseher(Prod.: coop99) Hans Tragikomödie lügt Weingartner 23.11.’07 18.201 47.000,— Hermes Phettberg,Filmladen Elender(Prod.: Fischer Film) Kurt Palm Dok 07.12.’07 3.017 Kinostart­ förderung 2008 Einst süße Golden Girls Gerald Igor Heimat Hautzenberger Dok Kinostart 2008 12.000,— The End of the Filmladen Neubacher(Prod.: Extra Film) Marcus J. Carney Dok Kinostart 2008 35.000,— Project GESAMT 678.555,— * Referenzmittelförderung Angaben betreffend die Besucherzahlen lt. der jw. Verleiherangabe. 51 Filmfonds Wien 4. Verwertungsförderungen Festivals& Marktveranstaltungen Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals& Marktveranstaltungen förderte der Filmfonds 2007 17 Projekte und beteiligte sich somit mit 270.566,81 EUR an den Teilnahme-Kosten. Film Die Fälscher Antragsteller/ Produktion Aichholzer Film Regie Stefan Ruzowitzky 42plus Ein halbes Leben Franz Fuchs – Ein Patriot Freundschaft Lapislazuli SOKO Donau I-III Viertelliterklasse Einst süße Heimat Sabine Derflinger Nikolaus Leytner Elisabeth Scharang Rupert Henning Wolfgang Murnberger Produzenten- E. R., M. S., E. K verband Film Austria R. Düringer, F. Kehrer Golden Girls Gerald Igor Hautzenberger Free Rainer – Dein coop99 Fernseher lügt Hans Weingartner Freigesprochen Lotus Film Gucha – Distant Trumpet Aichholzer Film Immer nie am Meer coop99 Peter Payer Dusan Milic Antonin Svoboda Import Export Ulrich Seidl Film Keine Insel – Die Palmers Entführung Enkidu Film Ulrich Seidl Alexander Binder& Michael Gartner Kurz davor ist es passiert Amour Fou Anja Salomonowitz Meine liebe Republik Wega Film Elisabeth Scharang Genre Drama Diverse Dok Drama Drama Musik­ film Psycho­ groteske Drama Dok Dok Dok Veranstaltung 57. Berlinale – Wettbewerb Fördersumme 14.845,— MIPCOM Cannes 7.500,— - 50. Dok Leipzig, Docfest Sheffield - 36. Int. Film Festival 12.373,95 Rotterdam; 28. Max Ophüls Preis 9.077,90 - 55. San Sebastian Int. Film Festival; 32. Toronto Int. Film Festival, 12.000,— 60. Int. Film Festival Locarno 19.530,— 57. Berlinale – Panorama 5.020,— 57. Berlinale – Markt 36. Int. Film Festival Rotterdam; 28. Max Ophüls Preis, 10.292,93 61. Cannes Film Festival – Wettbewerb 60.000,— 50. Dok Leipzig 21. Mar del Plata Film Fest 5.845,— 57. Berlinale – Forum; 29. Cinéma du Réel; 21. Mar del Plata Film Fest 23.000,— 42. Karlovy Vary Int. Film Festival 11.350,— 52 Filmfonds Wien Miss Universe 1929 – Mischief Films Lisl Goldarbeiter Prater kurtmayerfilm Péter Forgács Ulrike Ottinger Schindlers Häuser (aus: Photographie & Jenseits) Weiße Lilien Amour Fou Heinz Emigholz KGP Kranzelbinder Christian Frosch Gabriele Production/ Amour Fou Dok Dok Dok Drama Focal International; Hot Docs Toronto; Tribeca Film Festival 3.600,— - Cannes Marché du Film; 24. Jerusalem Int. Film Festival; Melbourne Int. Film Festival; 11.666,19 - 57. Berlinale – Forum & Markt 13.802,84 57. Berlinale – Forum 11.800,— 32. Toronto Int. Film Festival 38.863,— Gesamt 270.566,81 4.1. Auswahl der Preise und Auszeichnungen 2007 Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky (Prod.: Aichholzer Film) ST. PETERSBURG, XV. International Film Festival”Festival of Festivals”-> Audience Prize GHENT, 34th Flanders Int. Film Festival-> Grand Prize for Best Film ABU DHABI, 1st Middle East International Film Festival-> Black Pearl for Best Actor(Karl Markovics) VALLADOLID, 52nd International Film Festival-> Best Actor Award Einst süße Heimat von Gerald Igor Hauzenberger (Prod.: Golden Girls) CLUJ-NAPOCA, 6th Transilvania International Film Festival FIPRESCI-Preis Exile Family Movie von Arash T. Riahi (Prod.: Golden Girls) SAARBRÜCKEN, 28. Filmfestival Max Ophüls Preis- Bester Dokumentarfilm+ Interfest Preis Fallen von Barbara Albert (Prod.: coop99) SAARBRÜCKEN, 28. Filmfestival Max Ophüls Preis Nachwuchspreis für Gabriela Hageduz SCHWERIN, 17. filmkunstfest- Hauptpreis„Fliegender Ochse“ Freigesprochen von Peter Payer Prod.: Lotus Film) LOCARNO, 60th International Film Festival- 2. Preis der Jugendjury Gucha- Distant Trumpet von Dusan Milic (Prod.: Aichholzer Film) SOFIA, 11th International Film Festival- Audience Award 53 Filmfonds Wien Import Export Golden Apricot von Ulrich Seidl (Prod.: Ulrich Seidl Film) Achievement YEREVAN, 4th International Film Festival“Golden Apricot” ­ Best Feature Film PALIC, 14th European Film Festival- Palic Tower for the Best in Acting(to the ensemble) In 3 Tagen bist Du tot von Andreas Prochaska (Prod.: Allegro Film) BRÜSSEL, 25th International Festival of Fantastic Film- Silver Méliès Karo und der liebe Gott von Danielle Proskar (Prod.: Mini Film) WÜRZBURG, 33. Internationales Filmwochenende- 1st Prize Children Section AUGSBURG, 25. Kinderfilmfest- 1. Preis der Kinderjury+ 1. Preis der Erwachsenenjury Kurz davor ist es passiert Forum des von Anja Salomonowitz (Prod.: Amour Fou) BERLIN, 57. Internationale Filmfestspiele – 37. Internationales Jungen Films Caligari-Filmpreis MAR DEL PLATA, 22nd International Film Festival- Artistic Innovation Award PARIS, 29e“Cinéma du réel” – Festival international de films documentaires- Mention spécial du jury des bibliothèques ALBA, 6th Infinity Festival- Best Director OSNABRÜCK, 22. Unabhängiges FilmFest- Friedensfilmpreis Life in Loops Anthropological (A Megacities RMX) von Timo Novotny (Prod.: Orbrock Filmproduktion) BUDAPEST,“dialëktus” European Documentary and Film Festival- Golden Deer for the best Documentary The End of the Neubacher Project von Marcus J. Carney (Prod.: Extra Film) BOLOGNA, 3rd Biografilm Festival – International Celebration of Lives- Home Movies Award Unser Täglich Brot MEXICO CITY, 4th International Contemporary Film Festival FICCO von Nikolaus Geyrhalter FICCO Preis für den besten Dokumentarfilmemacher (Prod.: Geyrhalter Filmproduktion) 5. Strukturförderungen 2007 wurden 13 Strukturförderungen in der Höhe von 327.900 EUR, fünf davon durch das Kuratorium, die restlichen acht durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium vergeben. 54 Filmfonds Wien Ziel der Strukturförderungen ist es, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere dadurch, dass Veranstaltungen, Workshops und Initiativen zur Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche gefördert werden und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform gegeben wird. Antragsteller Projekt/ Veranstaltung Diagonale Forum Österreichischer Schwerpunkt Filmverwertung Film auf der Diagonale 2007 Österreichisches Filmmuseum Summer School – 3tägiges Filmseminar für LehrerInnen EAVE – European Audiovisual Entrepreneurs EAVE Workshop 2007 Verein zur Förderung des Studenfilm- Internationales Studentenfilmfestival festival der Filmakademie Wien der Filmakademie Wien 2007 1st Filmacademy Vienna‘07 ACE 2007 Training Sessions ACE – Ateliers du Cinéma Européen culture2culture‘Connecting Animation’ – Branchentreffen im Rahmen von Tricky Women 2007 Verein der Freunde der Filmakademie Wien Jahrestätigkeit 2007 u.a. Retrospektive Richard Linklater im Filmmuseum; Workshop mit Luc Bondy; Präsentation des Filmprojektes ”Krankheit der Jugend” mit Michael Haneke EU XXL EU XXL film 2007 Workshop drehbuchFORUM Veranstaltungen 2007, u.a. Surfing Vienna filmABC Jahrestätigkeit 2007 Diagonale Forum Österreichischer Film Diagonale 2007 Austrian Film Commission AFC-Jahrestätigkeit 2007 GESAMT * Kuratoriumszusage Förder­ summe 3.000,— 4.000,— 8.000,— 8.000,— 10.000,— 13.000,— 13.900,— 15.000,— *25.000,— *35.000,— *35.000,— *48.000,— *110.000,— 327.900,— 6. Zusätzliche Verwertungsmaßnahmen 2007 wurden 2 sogenannte zusätzliche Verwertungsmaßnahmen in der Höhe von 15.370 EUR für DVD-Produktionen vergeben. Titel Unter dem Alsergrund – Servitengasse 1938 Vienna’s Lost Daughters Antragsteller/ Vertrieb kurt mayer film (Werkstattprojekt) Polyfilm video (Prod.: mobilefilm) Gesamt Regie Genre Tobias Dörr& Henri Steinmetz Dok Förder summe 11.370,— Mirjam Unger Dok 4.000,— 15.370,— 55 Filmfonds Wien Veranstaltungen und sonstige Aktivitäten Der Filmfonds Wien nahm auch 2007 wieder an den verschiedenen Koproduktionsmärkten im Rahmen der Filmfestivals in Rotterdam, Berlin und Cannes teil, somit konnten die Wiener Standortinteressen aktiv vertreten werden. Wie schon in der vergangenen zwei Jahren waren wir auch 2007 Partner des CineLink im Rahmen des Sarajevo Film Festival, bei dem auch ein’Austrian Day’ mit einer Filmschau von Ulrich Seidl stattgefunden hat. Der CineLink in Sarajevo fand übrigens mit erstmaliger Kooperation von Cine Regio statt. Cine Regio Das vom Filmfonds Wien mitbegründete europäische Netzwerk regionaler Filmförderungen wuchs auch 2007 kontinuierlich weiter an, und zwar auf mittlerweile 32 Mitglieder aus 14 Ländern. Aufgrund der steigenden Zahl von Mitgliedern aus Frankreich und Deutschland war es nicht mehr länger vertretbar, dass im Managing Committee(MC) Frankreich gar nicht und Deutschland mit dem Gründungsmitglied MFG vertreten waren. Gleichzeitig schien es aufgrund der rasanten Entwicklung in Central Europe und am Balkan nötig, die vom Filmfonds Wien eingebrachte Kompetenz zu erhalten. Der Geschäftsführer des Filmfonds Wien, Dr. Peter Zawrel, bisher Mitgliede des MC, verließ dieses deswegen zugunsten von Manfred Schmidt von der MDM. Als gründendes Mitglied genießt der Filmfonds Wien jedoch nach wie vor einen(informellen) Sonderstatus und wird von der Generalsekretärin und dem MC regelmäßig konsultiert. Diagonale’07 – Schwerpunkt Filmverwertung Im Rahmen der Schwerpunktreihe’Filmverwertung’ bei der Diagonale’07 stand der erste Tag im Space 04 im Zeichen der”Neuen Formate”, angeregt, mitinitiiert und auch finanziert vom Fernsehfonds Austria gemeinsam mit dem Filmfonds Wien. Der erste Teil widmete sich ganz dem Thema Mobile TV, vorgestellt wurden dabei neue Präsentationsmöglichkeiten, Filme und verschiedenste Serien sowie natürlich auch das Ausgabeprodukt an sich. Zu Gast waren Juliane Schulze von peacefulfish, Hans Hrbal vom ORF sowie Marc Lepetit von Phoenix Film, außerdem stellte die RTR eine Studie zum Thema vor. Abgeschlossen wurde der Tag durch die Podiumsdiskussion’Neue Formate – Neues Sehen’. Unter der Moderation von Peter Menasse diskutierten der Mediendesigner Orphan Kipcak, Marc Lepetit, Juliane Schulze sowie Peter Weibel(ZKM/ Karlsruhe, Neue Galerie Graz). Die Teilnehmer stellten die Frage:”Bleibt das Kino ein sozialer Raum?”; darüber hinaus wurden auch die Sehgewohnheiten des Publikums diskutiert. Docu Regio – Pitching and Networking in Europe Ursprünglich eine rein französische Initiative von CRRAV, einer der größten französischen Regionalfonds in Tourcoing/Lille, wurde Docu Regio 2007 erfolgreich internationalisiert. 56 Filmfonds Wien Zwölf Mitglieder von Cine Regio, darunter auch der Filmfonds Wien, haben TV-Doku-Projekte aus ihrer jeweiligen Region eingeladen, zuerst an einem Workshop(3. bis 7.6. in Wien) und dann an einer Pitching Session(15. bis 17.10. in Tourcoing) teilzunehmen, zu der Commissioning Editors aus den teilnehmenden Regionen bzw. Ländern eingeladen wurden. Aus Wien wurde vom EDN das Projekt THE NICOBARS – LIFE AFTER THE AID der Golden Girls ausgewählt. Fast alle teilnehmenden Produzenten haben Koproduktionspartner und TV-Partner gefunden. Besonders erfreulich war das Zustandekommen von Zwillingsprojekten(so auch für die Golden Girls), was auch die Zusammenarbeit der regionalen Förderungen wesentlich erleichtert. http://www.crrav.com/docuregio/finalselection.htm Babylon Unter dem Motto ‚Szenen europäischer Vielfalt’ veranstaltete der Filmfonds Wien während der Viennale’07 im Dachgeschoss der Urania die Präsentation der Initiative BABYLON. Dieses europäische Projekt will FilmemacherInnen Impulse geben und den Zugang zum internationalen Markt erleichtern, ihnen die Möglichkeit bieten, sich über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus zu präsentieren und so einen Raum schaffen, in dem Filmschaffende aus Europas Minderheiten miteinander und mit dem größtmöglichen internationalen Publikum kommunizieren können. Bei der Präsentation in Wien nahmen die deutsche Filmemacherin Sülbiye Günar sowie die Produzentin Fiona Howe aus England und der Initiator des Projektes Gareth Jones teil. Das zahlreich erschienene Publikum führte im Anschluss an die Präsentation unter der Moderation von Dr. Peter Zawrel angeregt Gespräche und es wurden auch vielversprechende Kontakte geknüpft. Das Ziel der Veranstaltung, nach dem erfolgreichen ersten Workshop zur Entwicklung von Filmprojekten in Rotterdam im Rahmen des Rotterdam International Film Festival 2007 BABYLON deutlich zu erweitern, sodass der zweite Workshop 2008 auch mit österreichischer Beteiligung stattfinden kann, wurde definitiv mehr als erreicht. Kooperation mit dem Österreichischen Filminstitut Ein wesentlicher Punkt in der Kooperation war die gemeinsame Planung der Einreicht- und Jurytermine 2008. Die Absicht, Änderungen in den Förderungsrichtlinien nicht mehr autark sondern in gegenseitiger Abstimmung durchzuführen, konnte erstmals mit den Änderungen zur Überschreitungsreserve eingelöst werden. Die Prüfung der Projekte, die bei beiden Institutionen eingereicht werden, erfolgt in enger Zusammenarbeit. 57 Wiener Festwochen WIENER FESTWOCHEN Wiener Festwochen 2007 11. Mai – 19. Juni Die Wiener Festwochen haben am 18. April 2007 auf tragische Weise ihre Schauspieldirektorin Marie Zimmermann verloren. Ihr plötzlicher und unerwarteter Tod ist ein großer Verlust. ”Wir sind mit großer Trauer erfüllt. Mit Marie Zimmermann haben wir eine große, leidenschaftliche Theatermacherin verloren.” Luc Bondy, Wolfgang Wais und das Team der Wiener Festwochen, April 2007 Marie Zimmermann war designierte Intendantin der RuhrTriennale ab der Saison 2008. Sie leitete ab 2001 unter der Intendanz von Luc Bondy den Schauspielbereich der Wiener Festwochen. 2005 war sie karenziert, um das Festival Theater der Welt in Stuttgart zu leiten. 2007 war ihr letztes Programm für die Wiener Festwochen. Es musste ohne sie stattfinden. Die Bilanz der Wiener Festwochen 2007 war eine sehr positive. Die Wiener Festwochen waren auch 2007 ein großer Erfolg. Die Wiener Festwochen zeigten vom 11. Mai bis 19. Juni ein umfassendes Programm mit 41 Produktionen – darunter 3 Uraufführungen und 5 Neuinszenierungen – und 216 Veranstaltungen plus 145 Führungen von Mis-Guide. Die Künstler und Ensembles kamen aus 24 Ländern: aus Australien, Belgien, Bosnien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Israel, Japan, Kanada, Kroatien, Lettland, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Serbien, Südkorea, Tschechien, Ungarn und den USA. Die Wiener Festwochen haben 51.558 Karten angeboten, von denen 43.589 ausgegeben wurden. Das entspricht einer Besucherauslastung von 84,54%. 16 Produktionen über 90 Prozent Auslastung. Bei Into the City über 9.000 Besucher. Die Gesamtbesucherzahl war 172.432. Durch die Absage von acht ausverkauften Was ihr wollt-Vorstellungen mussten ca. 4.000 Karten zurückgegeben werden. Im Zentrum des Interesses Pierre Boulez und Patrice Chéreau erarbeiteten die Festwochen-Neuproduktion von Janáceks Aus einem Totenhaus. Luc Bondy inszenierte König Lear mit Gert Voss. Frank Castorfs Bühnenadaption von Célines Roman Norden. Absage von Peter Zadeks Inszenierung von Was ihr wollt. Wieder großes Medienecho im In- und Ausland Rund 4.300 Medienberichte wurden gezählt. 455 Journalisten aus 27 Ländern waren akkreditiert. 58 Wiener Festwochen Wiener Festwochen 2007 11. Mai – 19. Juni 2007: 41 Produktionen aus 24 Ländern. Insgesamt 216 Veranstaltungen plus 145 Führungen von Mis-Guide. Die Wiener Festwochen haben 51.558 Karten im Verkauf und viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt angeboten. 2006: 31 Produktionen aus 15 Ländern mit 167 Vorstellungen(plus 160 Hör-Bars Liebesbriefe), insgesamt 57.500 Eintrittskarten. 2005: 37 Produktionen aus 22 Ländern mit 160 Vorstellungen, insgesamt 54.300 Eintrittskarten. 2004: 53 Produktionen aus 19 Ländern mit 219 Vorstellungen, insgesamt 71.800 Eintrittskarten. 2003: 34 Produktionen aus 13 Ländern mit 181 Vorstellungen, insgesamt 65.600 Eintrittskarten. Wiener Festwochen 2007 5 Eigenproduktionen: Eröffnung/ This Is Not A Love Song/ Imaginary Balkan/ Walk on the Wild Side/ 151 Meter über dem Meer/ 12 Koproduktionen: Ein Fest für Leoš Janácek Konzert I-III/ Aus einem Totenhaus – Z mrtvého domu/ Die Troerinnen/ Lisa auf Zeitausgleich/ 10 Days on Earth/ A Disappearing Number/ The Cleansing of Constance Brown/ König Lear/ Nord/ Mis-Guide/ 24 Gastspiele: Zeitgenosse Janácek/ Peking Punk/ Dubstep/ Under Construction/ Mystery Tour/ Der moderne Tod/ Sonja/ Szenen einer Ehe/ Tempest – Sturm/ Songs of the Dragons Flying to Heaven/ Circus Istorija – Zirkus der Geschichte/ Honour Bound/ A Terrible Beauty is Born/ Baal/ Der letzte Europäer I-IV/ Der Familientisch – Wiedersehen macht Freude/ Het blauwe uur – Die blaue Stunde/ Die Odyssee/ Zauberflöte – Eine Prüfung/ Gatz/ Sclavi – Emigrantova Písen Sclavi – Das Emigrantenlied Veranstaltungen im Österreichischen Filmmuseum 18. bis 30. Mai: VALIE EXPORT 8. bis 24. Juni: Lachende Körper – Exzentrische Gesten 33. Internationales Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft 5. Mai bis 19. Juni – Wiener Konzerthaus Wiener Festwochen 2007 11. Mai – 19. Juni Am besten besuchte Produktionen Aus einem Totenhaus(100%) Szenen einer Ehe(100%) Sonja(100%) 10 Days on Earth(100%) The Cleansing of Constance Brown(100%) 59 Wiener Festwochen Zauberflöte – Eine Prüfung(100%) Die Odyssee(98,2%) Songs of the Dragons Flying to Heaven(97,6%) Under Construction 2: Robin Rimbaud aka Scanner und Low(96,5%) König Lear(95,3%) A Terrible Beauty is Born(94,9%) Baal(94,5%) This Is Not A Love Song(94,5%) Het blauwe uur – Die blaue Stunde(92,2%) Circus Istorija – Zirkus der Geschichte(90,6%) Tempest – Sturm(90%) Gesamtbesucheranzahl: 172.432 Eröffnung Rathausplatz Besucher der Vorstellungen(Verkauf Wiener Festwochen) König Lear 2 Voraufführungen Die Troerinnen Der Familientisch – Wiedersehen macht Freude Mis-Guide Publikumsgespräche Werkeinführungen Into the City Konzert Zeitgenosse Janácek 33. Internationales Musikfest VALIE EXPORT Lachende Körper – Exzentrische Gesten 50.000 43.589 1.652 1.494 1.146 561 1.600 800 9.000 116 61.174 700 600 Wiener Festwochen 2007 Musikprogramm Im Zentrum des Musikprogramms von Stéphane Lissner standen zwei neue Produktionen: eine Neuinszenierung von Janáceks selten aufgeführten letzten Oper Aus einem Totenhaus und die Uraufführung This Is Not A Love Song von Ulrich Rasche. Begleitend zur Neuproduktion von Aus einem Totenhaus gab es vier Konzerte mit Werken von Leoš Janácek und anderen Komponisten. Mit verschiedenen Dirigenten und Orchestern stellten die Wiener Festwochen unterschiedliche musikalische Interpretationen der Werke Janáceks vor. Unter dem Titel Ein Fest für Leoš Janácek beschäftigte sich das Klangforum Wien in einer dreiteiligen Konzertreihe im Konzerthaus mit dem Komponisten. Im ersten Konzert unter der musikalischen Leitung von Emilio Pomárico stand Janáceks sparsam instrumentierte Suite für Blasinstrumente Mládi(„Jugend“) neben Werken seiner Wiener Zeitgenossen Schönberg und Mahler. Das zweite Konzert präsentierte Janáceks Werke für Ensemble und Klavier Concertino und Capriccio mit drei Kompositionen von György Ligeti. Am Pult stand Friedrich Cerha, der zum letzten Mal das Klangforum Wien dirigierte. Das Klangforum Wien beschloss seine Konzert-Trilogie mit Janáceks Miniatur-Oper Tagebuch eines Verschollenen in der Bearbeitung für Kammerorchester, geleitet von Emilio Pomárico. Alle drei Konzerte wurden vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen. Mit Werken einiger der bekanntesten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts gab das ShapiroEnsemble im Arnold Schönberg Center einen Einblick in die wichtigsten musikalischen Strömungen 60 Wiener Festwochen der damaligen Zeit. Der Abend unter dem Titel Zeitgenosse Janácek wurde von Philipp von Steinaecker geleitet. Den begeisterten Zuhörern eröffneten sich dabei nicht nur die offenkundigen stilistischen Eigenheiten von Spätromantik, Neoklassizismus und freier Atonalität – von Janáceks zauberhafter Pohádka für Violoncello und Klavier über Strawinskys Bläser-Oktett bis hin zu Schönbergs Orchesterstücken op. 16 präsentierten die Künstler zudem ein farbenreiches Spektrum repräsentativer Kammermusik, das das Publikum mit frenetischem Beifall honorierte. Die Neuproduktion von Janáceks Aus einem Totenhaus im Theater an der Wien unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez und in der Regie von Patrice Chéreau war die große Musiktheaterpremiere der Wiener Festwochen 2007. Die beiden Künstlerpersönlichkeiten haben für die Wiener Festwochen nach ihrem legendären Bayreuther Ring 1976-80 und Lulu 1979 an der Opéra de Paris erstmals wieder zusammengearbeitet. Die Begegnung ließ eine spannende Interpretation erwarten. Pierre Boulez leitete erstmals eine Oper von Janácek. Patrice Chéreau erarbeitete erstmalig eine Regie in Wien. Die Medien begleiteten die Produktion mit größter Aufmerksamkeit. Auch das internationale Medieninteresse war enorm. Die Aufführung wurde bejubelt und zählte zu den gefeierten Höhepunkten im Programm. Das Medienecho war großteils euphorisch. Positiv hervorgehoben wurde gleichermaßen die analytische wie expressive musikalische Interpretation und die präzise wie sensible szenische Umsetzung. Ulrich Rasche, einer der neuen jungen europäischen Regisseure, wurde beauftragt, ein neues Werk für das Musikprogramm zu gestalten. This Is Not A Love Song handelt von der romantischen Liebe im lyrischen Lied des 19. Jahrhunderts bei Schubert, Schumann und anderen Komponisten. Dieses szenische Projekt – eine Installation für Sänger und Schauspieler – war seine dritte Arbeit, in der er Vokalwerke mit einem Schauspielerchor in einem hoch ästhetisierten Rahmen zu einem Ganzen zusammenfügte. Die bildende Künstlerin Monica Bonvicini konzipierte dafür eine minimalistische und strenge Gesamtarchitektur, die von den Zuschauern begehbar war. Der Großteil des Publikums verfolgte sehr konzentriert die Aufführung. Publikumsinteresse und Publikumsreaktionen waren sehr zufriedenstellend. Im Musikprogramm gab es im Theater an der Wien vor allen Vorstellungen von Aus einem Totenhaus Werkeinführungen, die von insgesamt 800 Menschen besucht wurden. Bei vier Publikumsgesprächen im Anschluss an die Vorstellungen von This Is Not A Love Song im Jugendstiltheater mit Ulrich Rasche und dem Ensemble waren 200 Personen anwesend. Mit Into the City, kuratiert von Wolfgang Schlag, wurde mit großem Erfolg im Musikprogramm 2006 eine neue Reihe gestartet. Das Projekt wurde 2007 fortgeführt und erweitert. Ziel von Into the City 2007 war es, an vielen unterschiedlichen Orten der Stadt populäre, urbane Musikphänomene zu thematisieren. Den Auftakt machte im Gartenbaukino die Film-Premiere der Dokumentation Beijing Bubbles über Punk in Peking mit anschließendem Konzert der Punk-Band Joyside. Von elf Mädchenbands, die am Wiener MädchenRock Contest teilgenommen haben, wurden sechs eingeladen, im Rahmen der Mystery Tour an öffentlichen Plätzen der Stadt auf dem Dach des Brandwagens aufzutreten. Zusätzlich wurden bereits etabliertere Frauenbands und weibliche DJs engagiert. In Zusammenarbeit mit dem mica – music information center austria erhielten die jungen Musikerinnen eine ausführliche Beratung über das professionelle Musik-Business. Die Intention dieser dreizehn spontan per SMS angekündigten Konzerte war es, Menschen in Wien auf junge Mädchenbands und ihre Musik aufmerksam zu machen. Begleitet wurden die Auftritte von der kalifornischen Künstlerin Jodi Tucci Brisebois, die dokumentarische Bilder der Bands malte, die dann in der Projektwerkstatt-SOHO zu sehen waren. Eine Reihe von neun Konzerten und Installationen unter dem Titel Under Construction im ORF­ 61 Wiener Festwochen RadioKulturhaus und dem MAK widmete sich dem fragmentarischen Arbeiten in Kunst und Musik und versammelte KünstlerInnen aus den USA, Kanada, Japan und Europa. Ein weiterer Schwerpunkt im Rahmen von Into the City beschäftigte sich international zum ersten Mal umfassend mit dem neuen Musikphänomen Dubstep und versammelte alle weltweit relevanten Künstler an vier Tagen in den Wiener Clubs WUK, the ZOO und rhiz. In der Ausstellung Walk on the Wild Side im Projektraum Sonnensegel, einer Einrichtung von pro mente, zeigt die Fotografin Brenda Star West ihre Fotos, die im Umfeld der Warhol Factory entstanden sind. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung gab es zwei Performances von John Giorno, Schriftsteller und Warhol-Weggefährte, eine Andy-Warhol-Filmnacht und ein Straßenfest. Ein Balkan-Schwerpunkt unter dem Titel Imaginary Balkan beendete das diesjährige Programm von Into the City: zwei Theaterabende im Restaurant Beograd gemeinsam mit dem interkulturellen Theater-Autoren-Projekt wiener wortstaetten, ein Kurzfilmabend in Kooperation mit VIS-Vienna Independent Short im Schikaneder Kino und als mitreißendes Finale eine Balkan-Party beim Badeschiff am Wiener Donaukanal, einem kulturellen Zukunftsgebiet der Stadt Wien. Mehrere Veranstaltungen von Into the City wie das Straßenfest in der Heumühlgasse und Programmangebote von Imaginary Balkan boten Zusammenarbeit und Unterstützung lokaler Initiativen und Communities mit dem nachhaltigen Ziel, Kulturarbeit in den Bezirken der Stadt zu stärken. Das Medieninteresse und die mediale Berichterstattung im Vorfeld waren zufriedenstellend. Mit www.myspace.com/itc07 gab es eine viel besuchte Website, u. a. mit Fotos und Videos von den Veranstaltungen sowie interessanten Künstlerbeiträgen. Into the City 2007 erreichte mit 39 Veranstaltungen und ca. 160 Künstlern und Künstlerinnen mehr als 9000 Besucher. Wiener Festwochen 2007 Schauspielprogramm Das letzte von Schauspieldirektorin Marie Zimmermann kuratierte Programm für die Wiener Festwochen präsentierte ein umfangreiches wie anspruchsvolles Panorama des internationalen zeitgenössischen Theaters. Unterschiedliche ästhetische Konzepte und theatrale Formensprachen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Zeitgenossenschaft zeigte das Programm. 163 Vorstellungen von 27 Produktionen und Performances aus 18 Ländern sowie 145 Veran­ staltungen von Mis-Guide und zwei Film-Retrospektiven wurden vorgestellt – ein beeindruckendes Abbild der Verschiedengestaltigkeit von Wirklichkeit und Theater. 23 Produktionen im Schauspielprogramm wurden bei den Festwochen als Internationale Premieren gezeigt, darunter zehn Koproduktionen, fünf Neuinszenierungen und zwei Uraufführungen. Publikum und Presse zeigten sich sehr interessiert und brachten der Fülle und dem Formenreichtum des Theaterangebots größte Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit entgegen. Marie Zimmermann verglich ihr Programm mit einer Kugel: Ihre Achse bildete mit vier Produktionen das Werk William Shakespeares. Den großen Neuinszenierungen von König Lear und Was ihr wollt in der Regie von Luc Bondy und Peter Zadek standen zwei ungewöhnliche Shakespeare-Adaptionen von Lemi Ponifasio und Sonja Vukicevic aus Neuseeland und Serbien gegenüber. Zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen 2007 zählte die Aufführung von König Lear in einer neuen Textfassung von Luc Bondy, Marie-Louise Bischofberger und Geoffrey Layton. Peter Handke hat neue Texte für den Narren, geschrieben. Luc Bondy führte erstmals Regie am Burgtheater. Dieser Festwochen-Produktion mit einem hochkarätigen Ensemble, angeführt von Gert Voss in der 62 Wiener Festwochen Titelrolle und mit Birgit Minichmayr als Narren galt das größte Medieninteresse. Viele internationale Medien haben die Aufführung wahrgenommen. Die mit großer Spannung erwartete Premiere am 30. Mai war ein umjubeltes Ereignis. Die Besucher und viele Journalisten reagierten euphorisch. In den Rezensionen wurden vor allem die Regie von Luc Bondy, – subtil, zärtlich mit starken atemberaubenden Bildern von großer Nachhaltigkeit –, der großartige Gert Voss am Höhepunkt seiner Schauspielerkunst und Birgit Minichmayr als wunderbarer Narr hervorgehoben. Der Publikumsansturm auf die zwei Voraufführungen und zehn Vorstellungen war überwältigend. Die Aufführung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Burgtheater, wurde ab der Spielzeit 2007/08 in das Repertoire des Burgtheaters übernommen. Zum Ende des Festivals war mit der Premiere von Was ihr wollt am 17. Juni in der Regie von Peter Zadek ein weiterer Höhepunkt im Programm geplant. Das Publikumsinteresse war gewaltig. Alle acht Vorstellungen waren ausverkauft. Bedauerlicherweise mussten die Premiere sowie die weiteren Vorstellungen bei den Wiener Festwochen und den anderen Koproduzenten RuhrTriennale und spielzeit´europa| Berliner Festspiele abgesagt werden. Am 17. Mai haben die Wiener Festwochen bekannt gegeben, dass Peter Zadek schwer erkrankt ist und sich in Spitalsbehandlung befindet. Auf Grund des besonderen Regiekonzepts von Peter Zadek sah sich das Was ihr wollt-Ensemble mit unter anderen Susanne Lothar, Eva Mattes, Angela Winkler, Robert Hunger-Bühler und Hans-Michael Rehberg außerstande, die Arbeit ohne ihn fortzusetzen. Ausgehend von der Inseltopographie von Shakespeares Der Sturm reflektierten der neuseeländische Regisseur und Choreograph Lemi Ponifasio und die Gruppe MAU in der Performance Tempest – Sturm die aktuelle politische Situation ihrer heimatlichen Inselwelt und die politisch-theoretischen Überlegungen des italienischen Philosophen Giorgio Agamben. Im Zentrum der Aufführung stand neben den Tanzdarbietungen der Maori-Aktivist Tame Iti, der in seinen Sprechgesängen von der Diskriminierung der Ureinwohner im südpazifischen Raum erzählte. Die Aufführung feierte ihre Weltpremiere bei den Wiener Festwochen. Die Aufnahme beim Publikum war großteils positiv. Die Pressereaktionen waren verhalten. Als Zirkus-Nummern-Revue mit viel Musik, mit den tragischen Helden und Zitaten aus sechs Shakespeare-Tragödien sowie Interpretationen des polnischen Shakespeare-Experten Jan Kott thematisierte die serbische Regisseurin und Choreographin Sonja Vukicevic die Mechanismen der Macht in ihrer Performance Circus Istorija – Zirkus der Geschichte. Die internationale Premiere dieser Produktion des Belgrader Bitef-Festivals 2006 fand bei den Wiener Festwochen statt. Das Publikum reagierte teilweise euphorisch. Die Kritiker beurteilten die Aufführung unterschiedlich. Die australische Produktion Honour Bound von Nigel Jamieson erzählte die Geschichte des Australiers David Hicks, der in Guantanamo Bay von 2002 bis Mai 2007 ohne Angabe von Gründen gefangen gehalten wurde: Ein starkes politisches Statement zum Skandal der Folter und der Menschenrechtsverletzung als furioses Körpertheater, das zu den Höhepunkten des Festivals zählte. Das Publikumsinteresse für dieses höchst aktuelle, politische Theater war zurückhaltend. Die Besucher und auch die meisten Kritiker waren von der Aufführung sehr beeindruckt. Klassiker der Antike in ungewöhnlicher Lesart präsentierten die bosnische Regisseurin Aida Karic mit Euripides‘ Die Troerinnen. Klaus Schumacher und das Junge Schauspielhaus Hamburg zeigten Homers Odyssee in einer Theaterversion des niederländischen Dramatikers Ad de Bont. 63 Wiener Festwochen In Die Troerinnen – Eine Geschichte aus Asien verknüpfte Aida Karic Euripides’ Originaltext mit Zeugenberichten und Lebensgeschichten junger koreanischer”Trostfrauen”, die im von Japan besetzten Korea zwangsweise als Prostituierte arbeiten mussten. Als Koproduktion des Schauspielhauses Wien mit den Wiener Festwochen erarbeitete Aida Karic gemeinsam mit fünf koreanischen Schauspielerinnen, einer Pansori-Sängerin und drei MusikerInnen eine Aufführung, die sowohl beim Publikum als auch bei der Presse großen Anklang fand. Große Begeisterung seitens des Publikums und der meisten Medien gab es auch für die mehr als vierstündige, dreiteilige Aufführung von Die Odyssee als internationale Premiere bei den Wiener Festwochen. Ad de Bonts Bearbeitung des griechischen Epos für Menschen ab zwölf Jahren, erweitert um zwei aktuelle Geschichten von zerrissenen Familien in Argentinien bzw. Marokko, und die Umsetzung von Klaus Schumacher mit dem fulminanten Jungen Schauspielhaus Hamburg markierten einen weiteren Höhepunkt im Schauspielprogramm. Zeitgenössische Dramatik und Literatur im Programm waren präsent mit Lisa auf Zeitausgleich, einer Uraufführung des jungen österreichischen Dramatikers Johannes Schrettle, und Sonja nach der Erzählung der russischen Schriftstellerin Tatjana Tolstaja. Johannes Schrettle hat für die Wiener Festwochen gemeinsam mit dem Regisseur Eduard Hauswirth und dem Theater im Bahnhof Graz, das sich als zeitgenössisches Volkstheater zwischen Tradition und Pop versteht, ein aktuelles Stück zum Thema Arbeitszeit und Freizeit entwickelt. Das Besucherinteresse war sehr erfreulich, das Medieninteresse sehr groß. Leider konnte die schräge Aufführung um die Protagonistin Lisa, die ihren Zeitausgleich auf einer Pferderanch verbringt, Publikum wie Rezensenten nicht restlos überzeugen. Der lettische Regisseur Alvis Hermanis hat Tatjana Tolstajas skurrilen wie berührenden Prosatext über die einfältige und hässliche Titelfigur Sonja für zwei männliche Schauspieler eingerichtet. Seine gefühlvolle und dichte theatralische Studie über den Unterschied zwischen Sein und Schein wurde vom Publikum bejubelt, großteils euphorisch war auch das Medienecho. Das Gastspiel des Jaunais Rigas teatris aus Riga zählte zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen. Der flämische Regisseur Ivo van Hove hat für seine Theaterversion des 70er-Jahre-Kultfilms Szenen einer Ehe von Ingmar Bergman eine ungewöhnliche Form gefunden. Im ersten Teil des Abends spielten zeitgleich in drei Räumen drei Paare unterschiedlichen Alters drei verschiedene Episoden von Mariannes und Johans Beziehungsdrama. Das in drei Gruppen geteilte Publikum wanderte von Szene zu Szene. Im zweiten Teil saß das Publikum im Kreis um die sechs Schauspieler. In Wien fand die internationale Premiere der deutschsprachigen Bühnenversion dieser Erfolgsproduktion der Toneelgroep Amsterdam statt, ein weiterer Höhepunkt der Wiener Festwochen. Das sehr interessierte Publikum folgte der Aufführung fasziniert. Das Presseecho war großteils zustimmend. Besonders hervorgehoben wurden das rasante Tempo der Inszenierung, ihre Melancholie und die virtuosen holländischen Schauspieler. Der englische Regisseur und Schauspieler Simon McBurney erfindet stets verführerische, komplexe Theaterwelten um die Erinnerung und ihre Widerspiegelungen in der Gegenwart. A Disappearing Number, die neueste Arbeit mit seiner Londoner Gruppe Complicite, erzählte in beeindruckenden, suggestiven Bildern mehrere Geschichten, über Zeit und Raum hinweg, in deren Mittelpunkt der indische Mathematiker Ramanujan stand. Ein großer Erfolg für die Wiener Festwochen, die auch Koproduzenten dieser Produktion sind. Das Presseecho war einhellig positiv. Dadurch konnte das Interesse vieler Besucher geweckt werden. 64 Wiener Festwochen Zwei avancierte Theaterprojekte entdeckten Romane der klassischen Moderne für das Theater: Frank Castorf bearbeitete Norden des französischen Autors Louis-Ferdinand Céline und die New Yorker Gruppe Elevator Repair Service adaptierte F. Scott Fitzgeralds Der große Gatsby. In Célines letztem, autobiographischem Roman erzählt ein französischer Kollaborateur auf der Flucht im Nazi-Deutschland den Zusammenbruch des Dritten Reiches. Unter dem Titel Nord brachte Frank Castorf seine Textadaption mit dem Ensemble der Berliner Volksbühne als bösartige Travestie und schrille Untergangsrevue auf die Bühne. Die Premiere bei den Wiener Festwochen wurde mit großer Spannung erwartet. Das internationale Medieninteresse war groß. Die Publikumsreaktionen wie die Pressestimmen waren geteilt. Die Aufführung, eine Koproduktion der Volksbühne Berlin mit Wiener Festwochen, Festival d’Avignon und Athens Festival war im Juli in Avignon und in Athen zu sehen. Berlin-Premiere war am 20. September 2007. Der Regisseur John Collins und die New Yorker Performance-Gruppe Elevator Repair Service brachten unter dem Titel Gatz F. Scott Fitzgeralds Der große Gatsby als texttreue, theatralische Umsetzung auf die Bühne. Ein weiterer Höhepunkt im Programm: Die meisten der Zuseher und Kritiker, die sich auf den sechseinhalbstündigen literarischen Theatermarathon einließen, zeigten sich begeistert. Mit 10 Days on Earth zeigte der Global Player des internationalen Marionettentheaters, der Kanadier Ronnie Burkett seine neueste Arbeit in Wien. Erzählt wird die berührende Geschichte des zurückgebliebenen Mannes Darrel, der den Tod seiner Mutter nicht wahrnimmt und zehn Tage weiterlebt, als wäre nichts geschehen. Wie bei allen seinen Arbeiten zeichnete Ronnie Burkett auch in dieser Koproduktion mit den Wiener Festwochen für das Stück, die Bühne, die Puppen verantwortlich und spielte großartig alle Rollen selbst. Es gab großen Jubel vom Publikum und den meisten Rezensenten. Zum Ende der Wiener Festwochen gab es mit der internationalen Premiere von Zauberflöte – Eine Prüfung des Nürnberger Figurentheaters Tristans Kompagnons einen weiteren großen Erfolg. In einer hinreißenden 90-minütigen Bearbeitung wurde die Mozart-Oper als Figurentheater mit Musik, Miniatur-Guckkastenbühne und Videoprojektionen virtuos von den beiden Puppenspielern Joachim Torbahn und Tristan Vogt, dem Counter-Tenor Daniel Gloger und dem ensembleKONTRASTE präsentiert. Das Publikum reagierte euphorisch. Die Pressestimmen waren einhellig positiv. Mehrere ungewöhnliche Projekte fanden an nicht theatralischen Orten statt: In einer Straße im 8. Bezirk zeigte die niederländische Theatermacherin Lotte van den Berg vor Sonnenaufgang ab 3.30 Uhr ihre theatralische Meditation über den frühen Morgen. Het blauwe uur – Die blaue Stunde für Menschen ab 4 Jahren mit dem Ensemble vom Toneelhuis Antwerp bot ein besonderes Theatererlebnis mit surrealen Momenten und ungewöhnlichen Stimmungen, das die meisten Besucher faszinierte. Die Aufführungen waren trotz der frühen Morgenstunden sehr gut besucht. Bei The Cleansing of Constance Brown bot sich den Besuchern auf der kleinen Zuschauertribüne ein Blick in einen zwanzig Meter langen Korridor, hinter dessen Türen die verschiedenen Episoden um Macht und Mächtige nur zu erahnen waren. Mit dieser theatralischen Installation, die virtuos mit scheinbar vertrauten Wahrnehmungsformen und Perspektiven spielte, stellte sich die englische Künstlergruppe Stan’s Cafe aus Birmingham erstmals dem Wiener Publikum vor. Die Publikumsreaktionen und die Pressestimmen waren sehr differenziert. 65 Wiener Festwochen Die Projektreihe Mis-Guide – Stadtverführungen in Wien des englischen Kunstkollektivs Wrights& Sites aus Exeter lud die Festwochen-Besucher ein, Wien neu zu entdecken. Bei dieser Koproduktion von Tanzquartier Wien und Wiener Festwochen wurden interessierte Wiener KünstlerInnen und Wien-SpezialistInnen eingeladen, originelle Konzepte für ungewöhnliche Stadttouren und Stadterfahrungen zu entwickeln. Aus 140 eingereichten Ideen wählten Wrights& Sites gemeinsam mit einer Jury sechzehn Projekte aus, die im gesamten Stadtraum stattfanden. Geboten wurden 145 Veranstaltungen: fünf individuelle(Audio-) Touren täglich(gesamt 100 Veranstaltungen) und 45 geführte Touren. Besonders erfreulich war das große und positive mediale Interesse. Der Familientisch von David Maayan, eine Koproduktion von Schauspielhaus Wien und Wiener Festwochen, wurde 2005 begeistert aufgenommen und 2006 in einer weiterentwickelten Fassung unter dem Titel Der Familientisch – Neun Monate später erfolgreich fortgesetzt. 2007 zum letzten Mal unter dem Titel Der Familientisch – Wiedersehen macht Freude gezeigt, wurde Wien wieder Stadt zum Erinnern, Mitreisen und Mitgehen mit den Lebensgeschichten der Darsteller. Die Reihe forumfestwochen ff mit sieben Produktionen verknüpfte unter dem Titel Das Leben. Kein Traum. Fakten und Fiktionen, vorgefundene oder erfundene Lebensgeschichten zu einem Panorama individueller Biographien und subjektiver Lebensgefühle von Zeitgenossen. Die Eröffnungsproduktion Der moderne Tod – Vom Ende der Humanität vom Hamburger Schauspielhaus zeigte als internationale Premiere Crescentia Dünßers Uraufführungsinszenierung nach Carl-Henning Wijkmarks beklemmend weitsichtigem Text von 1978 über zwanghaftes Rationalisieren und die Panik vor Alter und Tod. Die Aufführung wurde von den Kritikern unterschiedlich beurteilt. Die koreanisch-amerikanische Theatermacherin Young Jean Lee aus New York präsentierte bei ihrem Festwochen-Debüt mit Songs of the Dragons Flying to Heaven eine tiefgründige, wütende und urkomische Inszenierung über Beziehungsprobleme und ethnische Unterschiede. Das Publikumsinteresse war sehr groß. Die Reaktionen von Publikum und Presse waren zumeist positiv. Der indische Theatermacher Arjun Raina – Schauspieler, Autor und Stimmtrainer für Call Center – ließ in seinem einfachen und sensiblen Solo A Terrible Beauty is Born zwei Menschen in Indien und New York per Telefon für eine Nacht zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammenfinden. Der Besuch war sehr erfreulich. Das Publikum reagierte berührt. Das Presseecho war geteilt. Die junge Pariser Theatergruppe Le d’ores et déjà um den Regisseur Sylvain Creuzevault hat Brechts Baal-Fassung von 1919 erstmals ins Französische übersetzt. Ihre expressive, vitale und musikalische Aufführung feierte bei den Wiener Festwochen ihre internationale Premiere. Es gab erfreulich reges und positives Publikumsinteresse. Die Kritikermeinungen waren unterschiedlich. Für das Auftragswerk 151 Meter über dem Meer ist das deutsche Künstler-Duo Auftrag: Lorey mit Menschen aus Wien auf Spurensuche durch die Stadt gegangen. Die Gedanken und Assoziationen der Spaziergänger wurden von Schauspielern zur Aufführung gebracht. Großteils Zustimmung gab es vom Publikum als auch von der Presse für die schlichte und unprätentiöse Umsetzung. Die vierteilige Werkschau Der letzte Europäer präsentierte die radikale dänische Künstlerinitiative Das Beckwerk erstmals in Wien. Das Beckwerk verbreitet die Werke des Künstlers Claus BeckNielsen, der sich 2001 für tot erklären ließ, und verknüpft dessen Biographie durch Kunstaktionen mit der aktuellen Weltpolitik. Im Gegensatz zum medialen Interesse war das Publikumsinteresse verhalten. Die Aufführungen polarisierten das Publikum und die Kritiker. Mit Sclavi – Emigrantova Písen/ Sclavi – Das Emigrantenlied stand die letzte Premiere der Wiener Festwochen 2007 auf dem Programm. Die Gruppe Farm in the Cave aus Prag zeigte in der Regie von Viliam Docolomanský sehr energetisches, fast rohes Körpertheater über Migration als Reise zwischen Irgendwo und Nirgendwo. 66 Wiener Festwochen Zu fast allen Aufführungen im Schauspielprogramm wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den Künstlern angeboten. Insgesamt folgten rund 1.400 Menschen der Einladung zu den 18 Gesprächen, wobei das Interesse für viele Gespräche erfreulich groß war. Die meisten Besucher waren beim Publikumsgespräch zu Nord mit Luc Bondy und Frank Castorf. Wiener Festwochen 2007 Eröffnung Die Eröffnung der Wiener Festwochen am 11. Mai stand im Zeichen von Integration und multikultureller Vielfalt. Auf der Bühne vor dem Rathausplatz musizierten Bobby McFerrin, Joe Zawinul und sein Orchester Syndicate sowie Hubert von Goisern, der auch durch den Abend führte. Neben den arrivierten Interpreten gestalteten das Eröffnungsprogramm die jungen österreichischen Musikerinnen Luttenberger*Klug mit Michelle Luttenberger und Chrissi Klug, Missy May und die Gruppe Zweitfrau mit Frontfrau Diana Lueger sowie aus Deutschland Muhabbet. Zu den Höhepunkten des Abends zählte der Auftritt von 230 Kindern und Jugendlichen verschiedener Religion, Hautfarbe und Herkunft, Teilnehmer an dem vom britischen Starchoreographen Royston Maldoom geleiteten tanzpädagogischen Langzeit-Projekt„Tanz die Toleranz“ der Caritas Wien. Sie tanzten zu Gustav Holsts Die Planeten. Es spielte das Wiener Sinfonie Orchester unter der Leitung von Johnny Bertl. Die Eröffnung wurde von ORF 2 und 3sat live ausgestrahlt. 50.000 begeisterte Besucher – darunter auffallend viel jugendliches Publikum – auf dem Rathausplatz und 220.000 Zuseher vor den Bildschirmen verfolgten den Abend. 33. Internationales Musikfest im Wiener Konzerthaus Das 33. Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft im Rahmen der Wiener Festwochen 2007 fand vom 5. Mai bis 19. Juni statt. Mit einer Auslastung von durchschnittlich 93 Prozent bei 53 Veranstaltungen war das Musikfest auch heuer ein großer Erfolg. Insgesamt wurden 61.174 Karten verkauft. Höhepunkte wie die mehrtägigen Gastspiele der beiden großen amerikanischen Orchester, dem New York Philharmonic Orchestra unter seinem Musikdirektor Lorin Maazel sowie dem San Francisco Symphony Orchestra, das Eröffnungskonzert der Wiener Philharmoniker unter Nikolaus Harnoncourt und die Konzerte mit Gustavo Dudamel am Pult der Wiener Symphoniker trugen zu diesem Erfolg bei. Im programmatischen Zentrum des Festivals standen musikalische Meilensteine des frühen 20. Jahrhunderts. Zu den prominenten Gästen zählten unter anderem die Schwestern Katia und Marielle Labèque, Daniel Barenboim, Daniele Gatti, Thomas Hampson, Jordi Savall und András Schiff. Wiener Festwochen 2007 3 Hauptsponsoren, 21 Sponsoren und Partner der Wiener Festwochen Erlöse Sponsoring 2007: EUR 1,25 Mio(70% davon in bar). Verlängerung des erfolgreichen Engagements von Raiffeisen für weitere drei Jahre. Die Zusammenarbeit mit den Sponsoren beinhaltet Services und Aktionen für die FestwochenBesucher sowie werbliche Präsenz im Stadtbild von Wien. 67 Wiener Festwochen Einige Beispiele: A1 – mobilkom austria A1 Freeline – Festwochen Informationen und Kartenkauf gebührenfrei A1 Treffpunkt – ein sichtbarer Treffpunkt im Theater Erinnerung Handy abschalten – 2007 ein Feuchttuch als Give-Away A1 Parking Service, gemeinsam mit Mercedes-Benz Wiesenthal Casinos Austria die Verbindung von Spiel und Kunst – Karten gewinnen, online und im Casino in der”Reihe 13” gewinnen Festwochen-Besucher”Dinner&Casino” Raiffeisen das Heft Festwochen-Guide – persönliche Beratung zum Programm der Raiffeisen-Jugend-Bonus Unterstützung von Into the City über den Raiffeisen-Club Weitere Sponsoren und Partner der Wiener Festwochen 2007: Wiener Stadtwerke, Mercedes-Benz Wiesenthal, AK Wien, Martin Schlaff, Österreichische Lotterien; Ottakringer, Römerquelle, Hilton Vienna; Büchereien Wien, Wiener Linien, Christian Brandstätter Verlag, GaultMillau; KURIER, Ö1, FM4, Falter, Infoscreen. Wiener Festwochen 2007 im Internet Die Statistiken decken den Zeitraum 1. Januar bis 18. Juni 2007 ab. Gesamtanzahl der Zugriffe: 10,06 Mio Angesehene Seiten: 842.960 Besucher: 75.808 Anzahl der Besuche: 119.296 Transferierte Daten: 73,71 GB Die meisten Zugriffe aus Österreich: 3 Mio Beliebtester Tag: 11. Mai 2007 mit 7.362 Besuche und 620.583 Zugriffen Anzahl der Bestellungen: 2.595 Karten gekauft: 7.046 Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2007 Es konnten rund 4.300 Medienberichte gezählt werden. Insgesamt waren 455 Journalisten akkreditiert(Inland 327, Ausland 128). Das internationale Medieninteresse galt vor allem der Eröffnung, Aus einem Totenhaus, König Lear, Nord. Die Wiener Festwochen 2007 wurden sehr stark auch von den immer zahlreicher vertretenen Internet-Medien wahr genommen. Berichte über die Wiener Festwochen 2007 erschienen bzw. wurden gesendet: Argentinien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Litauen, Luxemburg, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, 68 Wiener Festwochen Ungarn, Uruguay, USA Folgende Medien u. a. haben berichtet: Argentinien: Operayre Belgien: VRT Bulgarien: Izkustvo, Homo Ludens Dänemark: Kristeligt Dagblad Deutschland: Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Die Welt, Welt am Sonntag, Frankfurter Rundschau, Der Spiegel, Neues Deutschland Berlin, Financial Times Deutschland, Der Tagesspiegel Berlin, Focus, Hamburger Abendblatt, Stuttgarter Zeitung, Theater Heute, ARD, ZDF, BR, Deutschlandradio, Deutschlandradio Berlin, Deutschlandfunk, Die Deutsche Bühne, Berliner Zeitung, ARTE, WDR, Neues Deutschland, Opernwelt, Fränkischer Tag, Augsburger Allgemeine, Sächsische Zeitung, Hannoversche Allgemeine Zeitung, Berliner Morgenpost, Das Opernglas, Giessener Allgemeine Zeitung, Tages-Anzeiger, Offenbach-Post, Südkurier, dpa, www.nachtkritik.de, Die Deutsche Welle, Nürnberger Nachrichten, Lufthansa Magazin, Vanity Fair Großbritannien: Sunday Telegraph Frankreich: Les Inrockuptibles, France Culture, L’Express, La Tribune, Classica, Libération, Diapason, Le Figaro, Avant Scène Opéra, La Gazette du Palais, AFP Holland: Het Parool, Trouw, Volkskrant, Vrij Nederland, NRC Handelsblad, De Pers, De Telegraaf, NOS Indien: Hardnews Magazine Italien: Il piccolò, Corriere della Sera, Dolomiten, Vita Nuova, Il Giornale della Musica, ANSA Litauen: Lietuvos rytas Luxemburg: d’Lëtzebuerger Land Norwegen: Legekunsten Polen: Tygodnik Powszechny, Odra, Zycie Warszawy, Sztuka, Dialog, Didaskalia, Teatr Russland: Nezawissimaja, www.kultura-portal.ru, Mariinsky Teatr, Teatr Schweiz: Neue Zürcher Zeitung, DRS, Schweizer Rundfunk, Sipario, Le Temps, St. Galler Tagblatt, Tages Anzeiger, Aargauer Zeitung, Zürcher Landzeitung Serbien und Montenegro: Vreme, www.vreme.com Slowakei: SME, Domino, Divadlo v medzicase, Tý�den, Javisko, Salto, KÓD, Krátko o divadle, Pravda, Divadelny noviny Slowenien: Delo, Dnevnik, www.dnevnik.si Spanien: ABC, La Vanguardia, El País, Ritmo, Mundo Clásico, EFE Tschechische Republik: DNES, Czech News Agency, Hospodárské noviny, Harmonie, Svet a divadlo, Lidove noviny, Havlíckobrodský deník, Právo Türkei: Hürriyet Ungarn: Ellenfény, Színház, Magyar Nemzet, Népszabadság, Criticai Lapok, Népszava, www.kultura.hu, Klubrádió, The Budapest Sun, Premier, Pesti Est, HVG, Müért?, radiocafé, MTV, Kultúrház, www.quart.hu, www.momus.hu Uruguay: Sinfónica USA: Variety, Eastwestinquirer, Theater Magazine Yale 69 Wissenschaft WISSENSCHAFT Wissenschaft und Forschung werden als Innovationsfaktoren und –motoren immer wichtiger. Die Generierung und Kommunikation von neuem Wissen ist ein zentrales Postulat, das sich die Verwaltung der Stadt Wien in allen Aufgabenfeldern stellt und kennzeichnet in immer stärkerem Maß den Arbeitsalltag der Wiener Stadtverwaltung; diese Arbeit ist in allen Geschäftsbereichen in wachsendem Maß wissens- und wissenschaftsbasiert. Die Stadt Wien führt selbst in einigen ihrer Einheiten Forschung durch, sie beauftragt Forschung, fördert Wissenschaft und Forschung und vermittelt die Ergebnisse aktueller wissen­ schaftlicher Forschung an eine größere Öffentlichkeit. Das Referat Wissenschafts- und Forschungsförderung der Kulturabteilung ist für die Förderung Wien-bezogener und in Wien durchgeführter wissenschaftlicher Projekte verantwortlich. Es repräsentiert aber auch die Schnittstelle zwischen der Wiener Stadtver­ waltung und den großen wissenschaftlichen Institutionen – Universitäten, Forschungsförde­ rungseinrichtungen, wissenschaftliche Vereine – in Wien. Mit einer Reihe geförderter Initiativen und eigener Veranstaltungen und Projekte vermittelt die Kulturabteilung der Stadt Wien aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse in die Stadtöffentlichkeit. In der Wahrnehmung der genannten Aufgaben­ stellungen stellt das Referat Wissenschafts­ und Forschungsförderung jährlich einen eigenen Wissenschaftsbericht der Stadt Wien* zusammen. Der folgende Bericht gliedert sich in folgende Kapitel:”Förderung der Wiener Wissensbasis”,”Große Forschungsgesellschaften”,”Förderung innovativer Projekte im Bereich der Natur- und medizinischen Wissenschaften”, ”Projektförderung im Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften”, ”Publikationsförderung”,”Studienförderung”, ”Wissenschaftsförderungsfonds”,”Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit”. Er fokussiert im Gegensatz zum umfassenden Wissenschaftsbericht nur auf einzelne Projekte, die exemplarisch für das Ganze stehen und die im Berichtszeitraum unterstützt wurden. Förderung der Wiener Wissensbasis Wien ist ein Paradies ganz unterschiedlicher Lebensqualitäten, die sich den BewohnerInnen und BesucherInnen zum Teil unmittelbar und offenherzig, zum Teil nur in einem langen Aneignungsprozess erschließen. Manche der Qualitäten haben ein Janusgesicht, und »Stärken« und»Schwächen« des genius loci mit seiner spezifischen Rationalität, seinem Humor, seinen Affekten, Diskursen, Ritualen und Symbolen sind in differenzierten Wechsel­ wirkungen untrennbar miteinander verbunden. Die wissens- und wissenschaftsfördernde Tätigkeit der Kulturabteilung der Stadt Wien ist bestrebt, Stärken des Wiener Wissens weiter zu stärken und Schwächen zurückzudrängen. Das Architekturzentrum Wien(AZW) sieht es als seine Aufgabe, eine fundierte wissen­ schaftliche Auseinandersetzung mit Stadt, Architektur und Gestaltung zu ermöglichen. Mit der Dauerausstellung”a_schau. Öster­ reichische Architektur im 20. und 21. Jahr­ hundert”, jährlich mehreren Wechselaus­ stellungen(im Jahr 2007 u.a. Lessons from Bernard Rudofsky, Margherita Spiluttini. Atlas Austria und Heilige Zeiten: Wiener Kirchenbau nach 1945) sowie zahlreichen Veranstaltungen und Vorträgen dokumentiert das Architektur­ zentrum Wien die spannendsten Seiten der zeitgenössischen Architektur. Eine wichtige Aufgabe des AZW besteht in der Erforschung und Erhaltung von Nachlässen wichtigen ArchitektInnen, die eine gesellschaftlich und kulturhistorisch relevante Dimension haben: Gegenwärtig wird das umfangreiche Archiv des heute in Wien lebenden Belgrader Architekten Bogdan Bogdanovic aufgearbeitet. 70 Wissenschaft Die Kommissionen und Institute der Österreichischen Akademie der Wissen­ schaften führten mit Hilfe der Stadt Wien insgesamt 37 Forschungsprojekte durch. U. a.: ”Wiener Botaniker, vornehmlich der Universität: biographisch-prosopographische Studien zu einer naturwissenschaftlichen Wiener Schule”,”Der Platz in der Geschichte, Urbanismus und Zivilisation. Morphologie und Soziogenese der öffentlichen Stadträume von der Neuzeit bis zur Gegenwart. Wien: Innere Stadt und Ringstraße”,”Neue Kulturinitiativen als Motoren für die Entwicklung peripherer Stadtteile in Wien und in anderen euro­ päischen Städten. Erweiterte Untersuchung von Kulturinitiativen und Kulturfestivals in den Wiener Randbezirken sowie Einbettung des Projekts in die europäische Forschungsland­ schaft”,”Umwelt-Stadt-Geschichte des Naturund Lebensraums Wien”,”Altersbild und Altersbewertung bei jungen Menschen. Eine empirische Repräsentationsuntersuchung in der Stadt Wien” und”Bau- und Ausstattungs­ geschichte der Wiener Hofburg”. Finanzielle Unterstützung erhielten DI Dr. Monika Schmoll für ihr Forschungsvorhaben”Zusammenhang der Signalübertragungswege von Licht, sexueller Entwicklung und Zellulase-Gen­ expression in Hypocrea jecorina” im Rahmen des Apart-Programms zur Förderung postdoktoraler Forschung und Mag. Christian Müllner, der im Rahmen des Doktoranden­ programms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften über”Schwarzhörer und Denunzianten. Vergehen nach§§ 1,2 der Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen vor dem Sondergericht Wien” arbeitet. Das Jüdische Museum der Stadt Wien hat acht Ausstellungen, 97 Begleitveranstaltungen, ein umfassendes Vermittlungsprogramm und zahlreiche Auslandsaktivitäten(13 Ausstel­ lungen) durchgeführt. Die Gesamtzahl der BesucherInnen/NutzerInnen belief sich auf über 90 000. Höhepunkt der Aktivitäten des Museums im Jahr 2007 war die Ausstellung ”Beste aller Frauen”. Große Forschungsgesellschaften Die wissenschaftliche Erkenntnisproduktion ist in den letzten 15 Jahren professionalisiert und dynamisiert worden. Wissenschaft und Forschung wurden als wichtige Potentiale für wirtschaftliche Entwicklungen identifiziert. Die wissens- und wissenschaftsfördernden Instanzen beschäftigen sich daher immer gezielter mit der Frage, wie exzellente Forschung, die zu neuen Anwendungen führt, unterstützt werden kann. Die Unterstützung und Förderung ausgezeichneter Forschungs­ ergebnisse führt zwangsläufig zu der Frage nach den Voraussetzungen und nach Benchmarks. Begriff und Faktum der ”kritischen Größe” ist dabei immer wichtiger geworden. Auch für die Stadt Wien spielt daher die Unterstützung der großen Forschungsgemeinschaften und Forschungs­ förderungsgesellschaften im Rahmen ihrer wissenschaftsfördernden Tätigkeit eine herausragende Rolle. Als Förderer und Unterstützer der ange­ wandten und der Grundlagenforschung erwarb sich die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft große Verdienste um Auf­ schwung und Entwicklung wissenschaftlicher Tätigkeit in Österreich. Heute ist die Gesellschaft eine der größten privaten Trägerorganisationen für Forschungsein­ richtungen. Sie gilt als eine der renom­ miertesten Forschungsplattformen und brachte schon unzählige höchst angesehene Wissen­ schaftler hervor. Die Förderung des wissen­ schaftlichen Nachwuchses steht ebenfalls im Vordergrund der nunmehrigen Anstrengungen. Ursächlicher Gründungsgedanke der Ludwig Boltzmann Gesellschaft war es, dort Institute zu gründen, wo qualifizierte Wissenschaftler im universitären Bereich keine Chancen gehabt hätten. Nunmehr will die Gesellschaft durch weitblickenden Lobbyismus und gekonnte strategische Partnerschaften mit Wirtschafts­ vertretern zu einem wesentlichen Impulsgeber für eine Internationalisierung der Forschungs­ entwicklung werden. Durch die neue Strategie können Ludwig Boltzmann Institute mit hoher 71 Wissenschaft Exzellenzorientierung eingerichtet werden. Diese Institute werden in den Bereichen der geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen sowie der humanmedizinischen Forschung betrieben. Dabei ist die internationale Ausrichtung ebenso ein wesentliches Merkmal wie die Positionierung von neuen und innovativen Themenstellungen mit den dafür geeigneten Partnern. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften ist die führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung in Österreich. Mehr als 1 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen vielfältige Vorhaben durch. Hochqualifizierte Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland zählen zu den Mitgliedern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die damit über die Trägereinrichtung hinaus eine Gesellschaft von höchster Fachkompetenz bilden. Die Stadt Wien ist mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf den strategischen Ebenen der Forschungsplanung ebenso wie in der alltäglichen Zusammenarbeit mit den Forschungsinstituten in einer produktiven und tragfähigen Verbindung. Die Kommissionen und Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften führten mit Hilfe der Stadt Wien insgesamt 37 Forschungsprojekte durch. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes ist ein international anerkanntes Dokumentations­ und Forschungszentrum über die Zeit von der nationalsozialistischen Machtergreifung bis zum Zusammenbruch dieses Herrschaftssystems. Das DÖW setzt sich aber auch erfolgreich mit Ausdrucksformen des Rechtsextremismus(im internationalen Vergleich) auseinander. Das Dokumentationsarchiv hat sein wissen­ schaftliches Aufgabenfeld gemäß der Ent­ wicklung zeitgeschichtlicher Forschung in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert. Die Forschung über Widerstand und Verfolgung, über Täter und Opfer ist interdisziplinär ausgerichtet und wirft viele neue Fragen auf, deren wissenschaftliche Bearbeitung von öffentlichem Interesse ist. Das DÖW wird als hoch qualifizierte Forschungs- und Doku­ mentationsinstitution in aller Welt anerkannt und unterhält auch wissenschaftliche Kontakte zu vielen universitären und außeruniversitären Forschungsstätten im In- und Ausland, u.a. mit dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington, dem Yad Vashem in Jerusalem, der Gedenkstätte Theresienstadt in Tschechien. Archiv, Bibliothek und Samm­ lungen des DÖW werden von einer immer größer werdenden Zahl von BenützerInnen in Anspruch genommen. Im Jahr 2007 erhielt das DÖW eine substantielle finanzielle Unter­ stützung für die Neugestaltung der Ausstellung ”Der Krieg gegen die‘Minderwertigen’: Zur Geschichte der NS-Medizin in Wien”. Die Ausstellung bietet seit Mai 2002 im Pavillon V des Otto Wagner-Spitals einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die NS-Medizin in Wien zwischen 1938 und 1945. In Themen­ schwerpunkten werden u. a. Kindereuthanasie, medizinische Versuche und die Rolle der Gesundheitsverwaltung und Jugendfürsorge in dieser Zeit behandelt. Ursprünglich als Wanderausstellung konzipiert, wird die Aus­ stellung nun als Dauerausstellung erweitert und durch die Präsentation von Original­ objekten ergänzt. Seit seiner Gründung als Institute for Advanced Study in den Geistes- und Sozial­ wissenschaften im Jahr 1982 verfolgt das Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) das Ziel, den wissen­ schaftlichen Erfahrungs- und Ideenaustausch über Länder- und Disziplinengrenzen hinweg zu fördern und mit seinen gesellschafts­ politischen Programmen einen Beitrag zur Erforschung, Analyse und Reflexion brisanter gesellschaftlicher Entwicklungen – und damit zu gesellschaftlichen Veränderungsprozessen – zu leisten. Das IWM baut sein wissen­ schaftliches Programm auf vier Säulen auf: internationale Forschungsprojekte, Stipendien­ programme, öffentliche Veranstaltungen und wissenschaftliche Publikationen. Im Jahr 2007 absolvierten 47 Visiting Fellows, Junior Visiting Fellows und Guests aus 16 Nationen(darunter 22 Frauen und 24 Nachwuchswissenschaf­ terInnen) ein- bis zehn-monatige Forschungs­ aufenthalte am IWM. Das dreijährige 72 Wissenschaft Forschungsprojekt”Eastern Enlargement – Western Enlargement: Cultural Encounters in the European Economy and Society After the Accession”, das das IWM gemeinsam mit acht osteuropäischen Partnern durchgeführt hat, wurde erfolgreich abgeschlossen. Neben den ”Monatsvorträgen” und den Vortragsreihen ”Was ist öffentlich und was ist privat?” sowie ”Der Untergang des Abendlandes?” veran­ staltete das IWM eine Reihe von Tagungen und Workshops. Im November 2007 feierte das Institut für die Wissenschaften vom Menschen sein 25-jähriges Bestehen mit der Jubiläums­ konferenz”Conditions for International Solidarity”, die einen der wesentlichen Arbeits­ schwerpunkte und zugleich das Selbst­ verständnis des Instituts wider spiegelt. Förderung innovativer Projekte im Bereich der Natur- und medizinischen Wissenschaften Ursprüngliches Ziel der American Austrian Foundation war die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Östereich durch Erfahrungs­ austausch und Know-How-Transfer auf den Gebieten der Medizin, der Wissenschaften, der Kunst und Kultur und des Journalismus. Seit Mitte der 1990er Jahre wurde in enger Kooperation mit US-amerikanischen Institu­ tionen der Erfahrungsaustausch und der Wissenstransfer für Ärztinnen und Medizin­ studentInnen in Osteuropa, Zentralasien und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion durch die Produktion und Verbreitung medizinischer Informationen durch elektronische Medien und durch medizinische Weiterbildungsprogramme intensiviert. Das auf drei Jahre(2005 bis 2007) angelegte Projekt „WHO-Health Academy“ verfolgt das Konzept von eHealth als Grundlage für die Neustruk­ turierung von Gesundheitssystemen und beabsichtigt eine Kombination von Informa­ tion, Technologie und Gesundheitserziehung in der Form von eLearning. Das Programm besteht aus drei Abschnitten:”Health Education for the Children of the World”, ”Education for Health Care Professionals” und ”Development Media Production”. Einen wesentlichen Bestandteil des Programmes ”Education for Health Care Professionals” bilden die”Internships Vienna“. Im Rahmen dieses Moduls wurde speziell für Wien ein Konzept für Studienaufenthalte in allen Wiener Spitälern entwickelt, das nun im Folgeprojekt ”Open Medical Institute – Vienna“ gemeinsam mit verschiedenen Wiener Forschungsinstitu­ tionen(u.a. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Vienna School of Clinical Research, Vienna Bio Center) weitergeführt wird. Die Erforschung der ökologischen, sozialen, physiologischen und genetischen Faktoren, von denen das Gedeihen einer Wildtierart abhängt, steht im Zentrum der Tätigkeit der Gesell­ schaft zur Förderung des Forschungs­ instituts für Wildtierkunde und Ökologie, das im Jahr 2007 sein dreißigjähriges Bestehen feierte. Im Jahr 2007 beschäftigten sich die ForscherInnen des Instituts intensiv mit der Frage ob die vorhandene Beute bestimmt, wie viele Beutegreifer es gibt, oder ob es der Nahrungsbedarf der Beutegreifer ist, der die Bestände der Beutetiere reguliert. Diese Thematik ist von hoher Relevanz für Entscheidungen im Naturschutz und im Wildtiermanagement und entzündet oft unnötige Konflikte, da sie zu sehr vereinfacht. Ökosysteme sind Wirkungsgefüge mit viel­ fältigen Wechselbeziehungen zwischen den beteiligten Arten. Die bewährte Strategie der Ludwig Boltzmann Gesellschaft(LBG) mit dem Ziel, größere Ludwig Boltzmann Institute im Zuge eines Ausschreibungsverfahrens mit ex-ante evaluierten, kohärenten Forschungspro­ grammen zu etablieren sowie Ludwig Boltzmann Institute eines Themenkomplexes zu Cluster zu formieren, hat im Jahr 2007 seine Fortsetzung gefunden. So wurden im Jahr 2007 zwei neue Ludwig Boltzmann Institute gegründet: Es sind dies das”Ludwig Boltzmann Institut für Gesundheitsförderungs­ forschung” und das”Ludwig Boltzmann Institut für klinisch-forensische Bildgebung” Das”Ludwig Boltzmann Institut für Gesund­ heitsförderungsforschung” erforscht die 73 Wissenschaft Möglichkeiten von Gesundheitsförderung in so genannten”Experten-Organisationen” wie Schulen und Krankenhäusern, in denen ExpertInnen und Laien zusammentreffen und gemeinsam an einer Dienstleistung arbeiten. Dies ist umso wichtiger, da vor allem Grundlagenwissen über den Zusammenhang von Organisation und Gesundheit fehlt. Das neue Ludwig Boltzmann Institut für klinisch-forensische Bildgebung wird Verfahren zur Erfassung von inneren Verletzungs­ befunden als Grundlage für forensische Gutachten entwickeln. Bis heute stellt in der klinischen Gerichtsmedizin die äußere Untersuchung die einzige Möglichkeit zur Beweismittelerhebung und-dokumentation an Opfern und Tätern dar. Mittels radiologischer Verfahren wie Computertomographie(CT) und Magnetresonanztomographie(MRT) können auch in der Gerichtsmedizin zusätzliche objektiv nachweisbare innere Verletzungs­ befunde erhoben und die Art und der Grad der ausgeübten Gewalt gegen die untersuchte Person eingeschätzt werden. Gemeinsam mit Kriterien zur Bewertung dieser Befunde als Basis für das gerichtsmedizinische Gutachten wird das einen wesentlichen Beitrag zur Rechtssicherheit leisten. Projektförderung im Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Der Club of Vienna basiert auf den Denktraditionen des”Wiener Kreises” und der ”Evolutionären Erkenntnistheorie”. Der Club of Vienna hat es sich zum Ziel gesetzt, die geistigen, kulturellen, wissenschaftlichen und ökonomischen Potentiale im Spannungsfeld zwischen regionalen und sozialen Interessen einerseits und dem Trend zur Globalisierung andererseits zu untersuchen und konkrete neue Wege in eine Zukunft, in der Solidarität, Demokratie und Wohlstand für die BürgerInnen gewährleistet sind, zu finden. Der Verein will in Kooperation mit anerkannten internationalen ExpertInnen auf der Grundlage solider empirischer und wissenschaftlicher Arbeit konkrete, praktisch umsetzbare und politisch verwertbare Modelle erarbeiten und kommunizieren. Drei Jahre lang beschäftigte sich der Club of Vienna mit Aspekten des Kapitalismus, des Neoliberalismus und der Globalisierung. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes”Kapitalismus gezähmt?” wurden im Jahr 2007 bei drei Veranstaltungen präsentiert. Zwei neue Forschungsprojekte beschäftigen sich mit technologiebedingten Ursachen des Wachstums sowie der Bedeutung und dem Bedeutungswandel der Trägerbegriffe des Kapitalismus. Im Rahmen des Projektes ”JungCoV” setzen sich junge Wissenschaf­ terInnen mit der Wiener Schule der Evolutio­ nären Erkenntnistheorie auseinander; mittel­ fristiges Ziel dieser Arbeitsgruppe ist die Erarbeitung mittelschultauglicher Unterlagen zu den Themen Evolutionäre Erkenntnistheorie, Wachstum und Evolution versus Kreationismus. Die Wiener”Rupert-Riedl-Preise” werden sowohl für interdisziplinäre Diplomarbeiten zur nachhaltigen Entwicklung, als auch für Disziplin übergreifende Projektarbeiten in Höheren Schulen vergeben. Das Demokratiezentrum Wien ist eine wissenschaftliche Non-Profit-Organisation mit starker Ausrichtung auf Angewandtheit und Vermittlung. Die Themen, mit denen sich das Demokratiezentrum Wien als wissenschaftliche Forschungseinrichtung und virtuelles Wissens­ zentrum beschäftigt, sind Grundfragen der politischen Kultur und des politischen Systems Österreichs im europäischen Kontext, Demo­ kratisierungsprozesse und ihre historische Entwicklung, aktuelle gesellschaftspolitische Debatten, die Mediengesellschaft(mit Schwerpunkt Medienkompetenz und Decodierung visueller Botschaften) sowie die IT-Transformation und die Wissensgesellschaft. Das Demokratiezentrum Wien beschäftigt sich u.a. mit aktuellen Fragestellungen rund um Wien(so dem Thema Identität in Wien bzw. Identität von Wien und der Frage, wie sich das Wien-Image im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hat), gibt umfassende Informationen über den aktuellen Erweiterungsprozess Europas, über aktuelle Themen in der öffentlichen Debatte sowie ein ausführliches Bildmodul zu den visuellen Repräsentations­ formen Europas und bringt Nationalratswahl­ 74 Wissenschaft plakate in der Zweiten Republik zusammen mit ausführlichen Analysetexten und einem reichhaltigen Kontextwissen zum Thema Wahlplakat online. Aus dem Rahmenbetrag für die Förderung von Aktivitäten auf dem Gebiet der Wissenschaft konnten im Jahr 2007 insgesamt 418 für die Stadt wichtige Forschungsprojekte, wissen­ schaftliche Symposien, Tagungen, Workshops und wissenschaftliche Ausstellungen, unter­ stützt werden. Exemplarisch für diese Projekt­ förderungen angeführt seien die Aktivitäten des Akademischen Arbeitskreises Japan, des DA PONTE Instituts für Librettologie, Don Juan Forschung und Sammlungsgeschichte, des Instituts Wiener Kreis, des Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums, der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, der Theodor Kramer Gesellschaft, des Vereins zur Förderung von L´Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichts­ wissenschaften, des Vereins zur Förderung der Sozial- und wirtschaftshistorischen Studien und des Vereins zur Förderung der Theoretischen Physik in Österreich. Im Rahmen des Symposions”Alltag und Freizeit in Tokyo und Wien: Die Zeit des hohen Wirtschaftswachstums 1955 bis 1975”, das der Akademische Arbeitskreis Japan veran­ staltete, beschäftigten sich österreichische und japanische ForscherInnen mit unterschied­ lichen Aspekten des Alltags und der Freizeit der EinwohnerInnen von Tokyo und Wien sowie mit den gesellschaftlichen und intellektuellen Diskursen in Japan und Österreich von der Mitte der 1950er bis zur Mitte der 1970er Jahre. Erörtert wurden insbesondere spezifische, vom politischen und sozialen Klima der Zeit geprägte Entwicklungen in den Bereichen Städtische Veränderungen, Literatur und Theater, Gesellschaft, Populärkultur und Sport. Das vom DA PONTE Institut für Librettologie, Don Juan Forschung und Sammlungsgeschichte ausgerichtete Symposion ”Der junge Metastasio” befasste sich mit Leben und Werk des bei weitem einflussreichsten Librettisten des 18. Jhs. Pietro Metastasio in Italien bis zu seinem Abgang nach Wien 1730: mit Musik und Theater in Italien in den ersten Dezennien des 18. Jhs., mit dem kulturellen, philosophischen und intellektuellen Hintergrund von Metastasios Arbeit in Rom und Neapel, und der europäischen Rezeption seiner in dieser Periode geschriebenen Libretti im Rahmen der Theorie und Praxis der Oper des 18. Jhs. L´Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaften, die der Verein zur Förderung von L´Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaften seit 1990 zweimal jährlich herausgibt, griff für Heft 1 des Jahrgangs 18 eine in allen europäischen Ländern aktuelle und wichtige Diskussion auf, in dem sie sich mit dem Thema Dienstbotinnen auseinandersetzte. Heft 2 des Jahres 2007 widmete sich der kritischen Diskussion der gegenwärtigen Entwicklungen der Geschlechtergeschichte und den damit verbundenen Herausforderungen. Im Jahr 2007 wurden drei Titel zur Publikation in der Reihe”L’Homme Schriften” vorbereitet:”Im Glauben vereint. Männer und Frauen im protestantischen Milieu Ostwestfalens 1845­ 1918”,”Partisaninnen im jugoslawischen Widerstand” und”Gender Politics in Central Asia. Historical Perspectives and Current Living Conditions of Women”. L’Homme veranstaltete im Jahr 2007 überdies die Tagungen ”Imaginäre Grenzen in Europa aus der Frauenund Geschlechtergeschichte” und”Spazi­ Relazioni-Percezioni/Räume-BeziehungenWahrnehmungen”. Publikationsförderung Das zentrale Medium der Vermittlung, Kommunikation, Graduierung, Evaluation und Präsentation der Wissenschaften ist die Publikation. In den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften ist es das Buch, vorrangig in Gestalt der Monographie, in den Naturwissenschaften sind es die Zeitschriften, die”Top Journals”. Mit Hilfe der Publikations­ förderungen unterstützt die Stadt Wien WissenschafterInnen bei der Herausgabe und 75 Wissenschaft Präsentation ihrer Forschungsergebnisse. Wissenschaftliche Veröffentlichungen sind nur zum Teil über den Buchmarkt finanzierbar; sie sind auf Förderungen angewiesen. Im Jahr 2007 wurden 155 Druckkostenzuschüsse vergeben und 107 Ankäufe wissenschaftlicher Publikationen getätigt. Die Wiener Vorlesungen, die Wiener Vierteltour, die im Jahr 2007 ein Programm zum Thema”Herzschlag Heimat” gestaltete, die Aktivität”university meets public”, der Wissenschaftskompass und andere Initiativen dienten dazu, die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Stadtkultur möglichst breit zu gestalten. Studienförderung Im Jahr 2007 wurden 80 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wien­ bezogener Forschungsprojekte an wissen­ schaftlich ausgezeichnet qualifizierte junge WissenschafterInnen vergeben. Weitere Stipendien der Stadt Wien ermöglichen im Studienjahr 2007/2008 drei jungen AkademikerInnen eine post-graduate Aus­ bildung am Bologna Center der Johns Hopkins University und einer Stipendiatin das Studium an der Webster University Vienna. Vergeben wurden weiters elf Schul- und Studienbeihilfen in Gestalt von einmaligen Überbrückungs­ beihilfen sowie elf Stipendien für den Ab­ schluss für Diplomarbeiten und Dissertationen und zehn Arbeitsstipendien an junge Wiener, die ihren Zivilersatzdienst an HolocaustGedenkstätten und jüdischen Sozialein­ richtungen leisten. Wissenschaftsförderungsfonds Der Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien, der mit Ende des Jahres 2007 die 1998 dotierte zehnjährige Laufzeit vollendet hat, wurde mit EUR 5 100 000 nachdotiert. Die Arbeit der Wissenschaftsförderungsfonds wird im Wissenschaftsbericht 2007 dargestellt. Die Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft beteiligte sich an dem FTI-(Forschung, Technologie, Innovation) Prozess , der zwischen 6.11.2006 und 6.11.2007 stattfand, durch die Konzeption und Organisation des Panels 3(von insgesamt 4 Panels) zum Thema Wissenschaft und Gesellschaft. Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit Wiener Vorlesungen. Das Dialogforum der Stadt Wien http://www.vorlesungen.wien.at Das Jahr 2007 stand ganz im Zeichen des 20­ jährigen Bestehens der Wiener Vorlesungen. Neben einem umfangreichen laufenden Veranstaltungsprogramm fand anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Wiener Vorlesungen die Ringvorlesung zu den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaften über die Welt”Quanten, Gene, Energie, Entropie, Raum, Zeit, Zufall, Konstruktionen, Diskurse, Ethik…” statt. Die Ausstellung”Im tropischen Garten des Wissens” zeigte die Geschichte des intellektuellen Projektes”Wiener Vorlesungen” entlang eines Rückblickes auf die geistige Situation der Zeit von 1987-2007. Neu initiiert wurden die Reihe”Wegen Inventur geöffnet” und die”peripatetische Akademie”. Die Wiener Vorlesungen haben im Jahr 2007 insgesamt 51 Veranstaltungen, die durchwegs ausgezeichnet besucht waren, durchgeführt. Es wurden im Jahr 2007 dreizehn Bände der Wiener Vorlesungen herausgegeben. So erschien u.a. in der auf 20 Bände konzipierten Reihe der Wiener Vorlesungen zu den Republiksjubiläen„Österreich – Zweite Republik. Befund, Kritik, Perspektiven“ Band 17”Land der Söhne. Geschlechterverhältnisse in der Zweiten Republik” von Johanna Gehmacher und Maria Mesner. * Die wissenschaftliche und wissenschaftsfördernde Tätigkeit im Rahmen der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft, aber auch alle anderen wissenschafts- und forschungsbezogenen Agenda des Magistrats der Stadt Wien werden jährlich in einem eigenen Wissenschaftsbericht der Stadt Wien vorgestellt. 76 Wiener Stadt- und Landesarchiv WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Der Internetzugang für das Wiener Archivinformationssystem(WAIS) wurde Ende des Jahres 2007 fertig gestellt und wird 2008 seinen Betrieb aufnehmen. Dies bietet ein umfangreiches Service für Archivbenützer und –benützerinnen per Internet, das ein komfortables Recherchieren und Bestellen von Archivialien ermöglicht und damit den Zugang zum Archivgut im Sinne der Transparenz der Bestände wesentlich verbessert. Für die Bereitstellung von notwendigen Erschließungsdaten zur Unterstützung des Zugangs und der Suche in WAIS wurden zahlreiche Projekte initiiert bzw. fortgesetzt, darunter: Die Beschreibung von Beständen und Serien wurde nach dem internationalen Standard ISAD(G)(International Standard of Archival Description/General) weiter geführt, und als besonderer Schwerpunkt wurde in der Kartografischen Sammlung die Konversion der Daten zum”Altbestand” vorbereitet bzw. die erstmalige EDV-gestützte Erschließung des Bestandes”Pläne der Plan- und Schriften­ kammer” vorangetrieben. Gleichzeitig wurde mit dem Aufbau eines umfassenden Thesaurus zu aktuellen und historischen Ortsdaten in WAIS begonnen. Als wesentliches Projekt, das der Verbesserung des Arbeitsablaufes zwischen dem Archiv und den Dienststellen des Magistrats dient, wurde die strukturierte Erarbeitung von Skartierungs­ plänen vorangetrieben. In weiterer Folge wird dies von entscheidender Bedeutung für die Automatisierung der Archivierung bzw. Skar­ tierung in ELAK sein. Mit einzelnen Dienst­ stellen wurden laufend Einzelbewertungen von Registraturgut in Hinblick auf deren Archiv­ würdigkeit durchgeführt. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv nahm eine aktive Rolle bei der Ausbildung der Lehrlinge des Berufszweiges Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent durch den Unterricht des Faches"Archivkunde" in der Berufsschule sowie in der Durchführung einer Praktikumswoche für alle Lehrlinge des dritten Jahrgangs ein. Im Kernbereich des Archivs seien von den Neuübernahmen des Jahres 2007 zwei umfangreichere bzw. besonders bedeutende Bestände hervorgehoben: die Unterlagen der Wiener Mozartjahr Organisationsges.m.b.H. und die Unterlagen des Krankenhilfevereins Confraternität. Die Archivierungsarbeiten am Bestand Volksgericht 1945-1955, der bereits 2006 übernommen worden war, wurden abgeschlossen. Bei den Sammlungen ist vor allem die Übernahme des sehr umfangreichen historischen Fotobestands der media wien, ehemals Landesbildstelle, hervorzuheben. Die Schlüsseldaten zur”Biographischen Sammlung und Dokumentation” wurden einer um­ fassenden redaktionellen Bearbeitung unter­ zogen, der Bestand”Siegel- und Siegel­ stempelsammlung” neu beschrieben. Einen wesentlichen Schwerpunkt im Bereich der Serviceleistung bildet die Betreuung von BenützerInnen der Archivbestände und die Beantwortung von Anfragen an das Archiv. Im Berichtsjahr wurde der archiveigene Benützer­ saal 6.088 mal von BenützerInnen aufgesucht, was 17.394 Aktenaushebungen und ebenso viele Rückstellungen(also 34.788 Bewegungen) erforderte. Darüber hinaus wurden 7.045 schriftliche Anfragen beant­ wortet und 7.820 Auskünfte aus den historischen Meldeunterlagen erteilt. Die Archivbibliothek konnte 3.114 Neuzugänge verzeichnen. Der Schwerpunkt lag auf der Aufnahme der übernommenen Bibliothek des Instituts für die Erforschung der Frühen Neu­ zeit, auf der retrospektiven Aufnahme des Altbestandes und dessen Erschließung sowie des Transfers digitalisierter Daten der Poli­ tischen Dokumentation in die BIS-Datenbank. 77 Wiener Stadt- und Landesarchiv Das Archiv konnte in der Öffentlichkeitsarbeit mehrere Schwerpunkte setzen, die teilweise überaus großes Echo in den Medien fanden. Zu nennen ist hier vor allem die umfassende Präsentation der in der historischen Forschung bisher nicht bekannten Unterlagen zur GESTAPO Wien, die in Zusammenhang mit der Erschließung des Bestands Volksgericht erfolgte. Folgende Ausstellungen wurden gestaltet:”Die jüdische Familie Schey”, ”Tröpferlbad- Schwimmbad- Wellnessoase. Badebetrieb in Wien im Wandel der Zeit” und ”Der Fall der Bastei. Die Wiener Befestigungs­ anlagen und ihr Ende 1857”. Zu jeder dieser Ausstellungen wurde eine Präsentation durch­ geführt und ein Katalog gedruckt. 21 Archivpräsentationen für diverse Gruppen und Studenten der Universität Wien fanden statt. Das Archiv wurde darüber hinaus vom Direktor des Russischen Historischen Staats­ archivs in St. Petersburg, von einer Gruppe von chinesischen ArchivarInnen, von einer Gruppe bayerischer ArchivarInnen sowie von einem deutschen und zwei thailändischen Filmteams besucht. In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates (http://www.wien.gv.at/infodat/advgliwww/) wurden bisher 32.000 Vorgänge seit 1991 (Anfragen, Anträge, Gesetzesentwürfe usw.) aufbereitet und verlinkt. Der Webauftritt wurde neu gestaltet, und neue und vereinfachte Suchmöglichkeiten(u.a. Volltextsuche, Bezirkssuche, Suche nach Magistratsabtei­ lungen im Zusammenhang mit Verhandlungs­ stücken im Wiener Landtag und Gemeinderat) wurden eingerichtet. Eine weitere Neuerung stellt die Abrufbarkeit bestimmter Geschäfts­ stücke bereits am Tag der Sitzung des Land­ tages bzw. des Gemeinderates im Internet dar. Weitere Erschließungen in der Wahlperiode 1991-1996 wurden unternommen(Landtag und Gemeinderat), derzeit sind Erläuterungen und Landtagsmaterialien zu den Landesgesetz­ blättern ab 1993 im Internet abrufbar. Im Rahmen des gemeinsam mit dem LudwigBoltzmann-Instituts für Stadtgeschichts­ forschung und dem Verein für Geschichte der Stadt Wien herausgegebenen Historischen Atlas von Wien wurde die elfte Lieferung (vorgesehen für Anfang 2008) vorbereitet, der Großteil der vorgesehenen Karten zum Thema Hauserträge 1914, Flächennutzung 1920 und Baualter 1920 für den 10. Bezirk, sowie die Punktekarten über”Standorte von Einrich­ tungen des Finanzsektors” und die Karto­ grammkarten zur sozialräumlichen Entwicklung nach 1945 mit der Darstellung des Anteils der ArbeiterInnen wurden bereits fertig gestellt. Für den Österreichischen Städteatlas(heraus­ gegeben gemeinsam mit dem Ludwig-Boltz­ mann-Instituts für Stadtgeschichtsforschung und dem Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung) wurde die zehnte Lieferung mit den Stadtmappen Bruck an der Mur, Kitzbühel, Waidhofen an der Thaya, Wolfsberg und Ybbs vorbereitet. In Koope­ ration mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien, dem Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung und dem Ludwig­ Boltzmann-Institut für Stadtgeschichts­ forschung erfolgte die Publikation von Heft 12 – Stadtansichten der jährlich erscheinenden Zeitschrift”Pro civitate Austriae”. Im Rahmen der Veröffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs, herausgegeben von Ferdinand Opll, Reihe C: Sonderpublikationen, Heft 13, wurde die Monographie von Peter Csendes, Geschichte der Wiener Magistrats­ abteilungen in den Wahlperioden 1969 bis 2005, veröffentlicht. 78 Wienbibliothek im Rathaus WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS(MA 9) Nachdem die Wienbibliothek mit ihrem 150­ Jahr-Jubiläum 2006, mit der Umbe-nennung in Wienbibliothek im Rathaus und dem Relaunch des Außenerscheinungsbildes ein sehr nach außen wirkendes Jahr 2006 vorgelegt hatte, war es im Jahr 2007 wichtig, die einge­ schlagene Strategie der starken Öffnung hin zu den Umfeldern, zu den potentiellen Partnern und zu den KundInnen nicht wieder aus den Augen zu verlieren. 2006 waren die drei wesentlichen Schwer­ punkte für die Strategie der nächsten Jahre etabliert worden und diese galt es 2007 weiterzuverfolgen: Die Wienbibliothek als Wissensspeicher: Sammeln, bewahren, vermitteln von Druckschriften, Handschriften, Musikhand­ schriften, Plakaten und Nachlässen sowie elektronischen Ressourcen, Bild- und Ton­ trägern zählen zu den Hauptaufgaben der Bibliothek.‘Passive’ Materialien, die bis jetzt im Depot gelagert waren und teilweise nicht zugänglich gemacht werden konnten, sollen durch konsequente Aufarbeitung der Bestände ´aktiv` gemacht werden, archiviertes Wissen durch Digitalisierung und schnelle Bereit­ stellung wieder lebendig werden. Das kontinuierliche Übersiedlungsprojekt der Handschriftensammlung aus den ehemaligen Depots in den Tiefspeicher und die damit verbundene Sichtung vieler Nachlässe sowie das großangelegte Digitalisierungsprojekt der Plakatsammlung zur Aufarbeitung des Gewista­ archivs, ebenfalls im Konnex mit der Über­ siedlung in den Tiefspeicher möglich, sind hier für 2007 besonders hervorzustreichen. Die Wienbibliothek als Forschungs­ zentrum: In engster Zusammenarbeit mit den Universitäten soll vor allem StudentInnen, aber auch WissenschaftlerInnen, JournalistInnen, ”AmateurhistorikerInnen” etc. ein optimales Instrument zur Aufarbeitung der Wiener Stadt- und Kulturgeschichte angeboten werden. BenutzerInnen erhalten direkten Zugang zu den Beständen, qualifi-zierte Informationen zur Kulturgeschichte Wiens, aufbereitetes Wissen im Rahmen von Kontakten zu den ExpertInnen der Bibliothek, zu Datenbanken, Katalogen, Verzeichnissen. Auch 2007 liefen an der Bibliothek zahlreiche Beratungen durch unsere ExpertInnen, zahlreiche Kooperationen mit den Lehrenden der Universitätsinstitute kulturwissenschaft­ licher Studienrichtungen wurden neu aufgebaut und auch Vorschläge für brach liegendes”Wissenschaftsmaterial” offensiv angeboten. Als Beispiele für Synergien bzw. Kooperationen sind das Forschungsprojekt ”Hörinszenierungen österreichischer Literatur (1945-2000)” gemeinsam mit dem Institut für Film-, Medien- und Theaterwissenschaft der Universität Wien sowie die Symposien mit der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich (26.4.2007) über"Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert" sowie die Eröffnung der Tagung"Bibliotheken und Museen als Räume der Literatur" im Rahmen der großen internationalen ICOM-Tagung in Wien(20.8.2007) zu nennen. Die Wienbibliothek als Ort des Dialoges/ Schnittstelle zur Öffentlichkeit: Die Relevanz von Institutionen wie Bibliotheken misst sich daran, in welchem Umfang sie von der Öffentlichkeit wahr­ genommen bzw. in Anspruch genommen werden. In konkreten Zahlen konnte sich die Bibliothek 2007 über eine neue Entwicklung freuen: neben den BenützerInnen etablierte sich in erhöhtem Maße auch die Gruppe der BesucherInnen. 7.579 BenützerInnen stehen rund 5.700 Personen gegenüber, die zu Ausstellun-gen, Veranstaltungen und Führungen in die Bibliothek kamen. 2007 verfolgte die Bibliothek den strategischen Weg, sich neben der Präsenzbenützung vor allem über ein dichtes Veranstaltungspro­ gramm als Dialogstelle zur Öffentlichkeit weiter zu etablieren, konsequent weiter. Durch das gesamte Jahr konnte die Institution durch eine Vielzahl und Variationsbreite an Ausstellungen, 79 Wienbibliothek im Rathaus Lesungen, Symposien, Konzerten zu und über Objektbestände und inhaltliche Schwerpunkte der Wienbibliothek informieren. Das Angebot 2007 reichte von der Autorenbibliothek H. C. Artmanns bzw. der exzessiven Sammlung Max von Portheims bis zur prominenten Kochbuch­ sammlung der Wienbibliothek, von der Präsentation der Secretasammlung mit einer ungewöhnlichen und überraschenden Vermitt­ lung bis hin zur aktuell relevanten Stadtbeob­ achtung mit der Ausstellung”Graffiti.rechts. extrem”. Mit dem öffentlichen Auftritt der Wienbibliothek während der Buchwoche im Rathaus (November 2007) und der Veranstaltung des gleichzeitigen Bücherflohmarktes und eines offensiven Führungsprogramms gelang es der Bibliothek, neue buchinteressierte KundInnen zu gewinnen. Die öffentliche Präsenz der Wienbibliothek drückte sich auch in der vermehrten Akzeptanz durch die Medienlandschaft aus. Die Bibliothek kann für 2007 auch nicht nur auf eine Reihe sehr gut besuchter Veran­ staltungen zurückschauen, es konnten auch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen aus der Institution heraus entstehen: Die Begleit­ bücher zu Ausstellungen wie”Portheim. sammeln und verzetteln”(Hg. Reinhard Buchberger, Isabella Wasner-Peter) oder ”Heut´ muß der Tisch sich völlig bieg´n. Wiener Küche in Wiener Kochbüchern”(Hg. von Julia Danielczyk, Isabella Wasner-Peter), dann die gemeinsam mit dem ÖLA herausgegebene Reihe"Sichtungen"8/9”Aus meiner Hand dies Buch...” Zum Phänomen der Widmung(Hg. von Volker Kaukoreit, Marcel Atze und Michael Hansel), Wien: Turia+ Kant 2007 sind repräsentative Beispiele. Sonderprojekte 2007: Projekt Übersiedlung der Bestände der Handschriftensammlung und der Plakatsammlung in den Tiefspeicher Der 2005 fertig gestellte Tiefspeicher der Wienbibliothek im Rathaus wurde 2007 weiterbesiedelt. Die Wienbibliothek hat sich zu einer sukzessiven und kontinuierlichen Übersiedlung entschlossen, bei der auch konservatorisch erforderliche Maßnahmen durch die ExpertInnen selbst stattfinden können: So konnte nach dem Abschluss der Übersiedlung der einzeln katalogisierten Handschriften mit der Übersiedlung von Nachlässen begonnen werden. Die Über­ siedlung der nach ihrer Provenienz- vor­ wiegend in Kartons gelagerten- Nachlässe wurde das ganze Jahr hindurch voran­ getrieben, dabei werden die Materialien in neue säurefreie Mappen und Kartons um­ gelagert und die notwendigsten bestands­ erhaltenden Maßnahmen durchgeführt, wie etwa die Entfernung von schädlichen Materialien(Büroklammern, Klebestreifen). Die Nachlassverzeichnisse und Bestandslisten, die ja an der Lagerung in den Kartons orientiert sind, werden dabei entsprechend angepasst. Die Inneneinrichtung des Tiefspeichers für die Plakatsammlung wurde 2007 abgeschlossen, mit der Übersiedlung von Plakaten Ende des Jahres 2007 begonnen. Am 19. April 2007 wurde das Plakatarchivierungssystem p-rack (Auftraggeber Wienbibliothek im Rathaus/ Ausführung: Architekturbüro Embacher) mit dem Preis der Jury bei der Verleihung des Preises der österreichischen Papierindustrie printissimo/emballissimo ausgezeichnet. Das Plakatlagersystem ermöglicht nun eine konservatorisch einwandfreie und für den täglichen Arbeitsablauf optimale Aufbewahrung der wertvollsten Plakate der Wienbibliothek im Rathaus. Das seit vielen Jahren unbefriedigend gelagerte Archiv der Plakatierungsgesellschaft Gewista wird mit der Übersiedlung in den Tiefspeicher wissenschaftlich erfasst, von jedem Plakat ein Foto für den Plakatkatalog 80 Wienbibliothek im Rathaus angefertigt, was eine zukünftige digitale Gesamterfassung des Archivs in Aussicht stellt. 2007 konnten rund 23.000 Plakate katalogi­ siert und 9000 neu fotografiert werden. Projekt Erweiterung der Musiksammlung 2007 wurden die Adaptierungsarbeiten in der an die Loos-Wohnung angrenzenden”FinottiWohnung” abgeschlossen und die beiden ehemals zueinander gehörenden Einheiten miteinander verbunden. Damit konnte für die Musiksammlung eine vorbildliche Trennung zwischen öffentlichem bzw. Benutzerbereich und Büroräumlichkeiten geschaffen werden. Es konnte damit einerseits dringenden Raumbe­ dürfnissen wie der Schaffung neuer Büros (Institut für Strauss-Forschung, Retrokatalogi­ sierung, Möglichkeiten für PraktikantInnen, VolontärInnen) und eines aufnahmefähigen Arbeitsarchivs sowie von Sozialräumen nach­ gekommen werden, andererseits wurden dadurch Raumkapazitäten für zukünftige museale Nutzungen bzw. die dringend notwendige Installierung einer benutzerfreund­ lichen Handbibliothek frei. Für letzteres fanden 2007 Planungsarbeiten statt, ebenso für den Ausbau brach liegender Kellerabteile zwecks Nutzung als dringend notwendiger Depoträume. Projekt Öffentlichkeitsarbeit Die Öffentlichkeitsarbeit der Wienbibliothek konnte im Jahr 2007 auf mehreren Ebenen weiter ausgebaut werden. Veranstaltungs-, Ausstellungs-, Neuer­ werbungs- und Projektinhalte wurden 2007 über monatliche Presseaussendungen und mehrere Pressekonferenzen kontinuierlich an die Medien kommuniziert. Verteilerschienen wie Postversand, E-mailaussendungen, Ver­ teilung von Drucksorten und Plakatierung im Stadtraum und in Wiener Lokal- und Kultur­ szenen, Einträge in diverse Online-Veranstal­ tungskalender sowie der Ausbau der magistratsinternen Kommunikation wurden verstärkt zur Positionierung einzelner Veranstaltungen, Projekte und Produkte eingesetzt. Durch gezielte Kooperationen mit Veranstaltern aus dem Kulturund Wissenschaftsbereich, Firmen und Interessensvertretungen diverser Gewerbe, konnten Synergien in vielen Bereichen der Kommunikation, beispielsweise bei der Herstellung und Streuung von Druck­ sorten, Positionierung von Inseraten, in der Kommunikation mit Medienvertretern aber auch inhaltlicher Natur genutzt werden. Um die Wienbibliothek als reichhaltige, lebendige Kulturinstitution der Stadt verstärkt im Bewusstsein neuer Teilöffentlichkeiten zu verankern, wurde der Versuch unternommen, auf ungewöhnlichen Wegen, mit neuartigen Strategien und Projekten zu operieren. Beispielsweise wurde die Existenz eines großen Bestands an erotischer Literatur des 17.-20. Jh. mittels einer”Erotik-Hotline” innerhalb des Gesamtprojekts”Lange Nacht der Liebe” im Sinne einer Kulturintervention vermarktet. Neben Medien wie BBC und CNN berichteten asiatische und europäische Fernseh- und Hörfunkstationen aus aller Welt sowie zahlreiche US-amerikanische Internetplatt­ formen über dieses ungewöhnliche Projekt einer Bibliothek. Der Erfolg der Hotline im Hinblick unter dem Subtext”sex sells” wurde in einer Podiumsdiskussion im Herbst 2007 mit MedienvertreterInnen, WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen kritisch erörtert. Die Auktion”Dubletten aus dem Nachlass Marcel Prawy”, in Zusammenarbeit mit den Wiener Kunstauktionen- es wurden Dubletten aus dem Nachlass Marcel Prawys zugunsten der weiteren, wissenschaftlichen Aufarbeitung des Bestandes versteigert- erzeugte ein besonderes Medieninteresse, besonders auch dadurch, dass ungewöhnliche Objekte, nämlich die legendären Plastik-Sackerln, Höchstpreise erzielen konnten. Im Sinne der Beteiligung der Wienbibliothek an stadtrelevanten und aktuellen Diskursen- hier im speziellen an der Auseinandersetzung mit Stadtbeschriftung- ist die Kooperation mit dem Institut für Graffiti-Forschung und die daraus resultierende Ausstellung”graffiti. 81 Wienbibliothek im Rathaus rechts.extrem” zu verstehen, die im zweiten Halbjahr, vier Monate am Gang vor dem Bibliotheksbereich zu sehen war und auch bei einem jüngeren Publikum(SchülerInnen und StudentInnen) sehr gut rezipiert wurde. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Verband des Österreichischen Buchhandels konnte die Wienbibliothek mit ihrem Stand innerhalb der Buchwoche 2007 im Rathaus einer breiten Öffentlichkeit nicht nur ihre eigenen Publikationen präsentieren, sondern durch verschiedene Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramme auch die Institution Wienbibliothek und ihre spezifischen Aufgaben­ bereiche kommunizieren. Aufbauend auf dem bisher Erreichten wird es künftig im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit darum gehen, Kooperationen mit Kultur- und besonders Wissenschaftsinstitutionen weiter auszubauen und die Sammlungsinhalte mit zeitgenössischen Bewegungen in der Stadt, wie Vortragsreihen in den geistes-, musik-, aber auch sozialwissenschaftlichen Bereichen, Schwerpunktveranstaltungen, Festivals, Jubiläumsveranstaltungen und Messen zu verknüpfen, aber auch durch innovative Ausstellungen, Publikationen und Sonder­ projekte gezielte Aufmerksamkeiten in der Stadt zu erreichen. Projekt Homepage 2007 konnte auch der Relaunch der Homepage der Wienbibliothek vorbereitet werden, sodass die derzeitige Außenerscheinung der Bibliothek ab Mitte 2008 endgültig auf die Homepage übertragen werden und eine durchgängige Redaktion der Homepage erfolgen kann. Projektstart Neustrukturierung der Druckschriftensammlung Mit August 2007 übernahm nach der Pensionierung Ludwig Neunlingers Alfred Pfoser, vormals Leiter der Städtischen Büchereien, die Leitung der Druckschriften­ sammlung der Wienbibliothek. Damit konnte eine innerhalb der österreichischen und internationalen Bibliothekenlandschaft prononcierte Persönlichkeit für die Wienbibliothek gewonnen werden. Bereits im Herbst begann Alfred Pfoser mit ersten Maßnahmen zu einer Reorganisation der Druckschriftensammlung, er führte eine Personalbedarfsanalyse für die Druckschriften­ sammlung durch und analysierte und ordnete den Workflow der aus den Nachlass­ bibliotheken erworbenen Bücher neu. EU Projekt Gemeinsam mit dem IHA(Instituto Historico Austriaco, Madrid) und der Universidad Rey Juan Carlos, Madrid, erarbeitete die Wienbibliothek ein von der EU gefördertes Projekt, das die wichtigsten Lebensstationen von Wolfgang Amadeus Mozart und seinem spanischen Zeitgenossen Vicente Martín y Soler veranschaulichen soll. Durch das Zusammenspiel von musikwissenschaftlicher Recherche und innovativer Technik werden die Wirkungsstätten der beiden Komponisten, die sich über zahlreiche Länder Europas erstrecken, als virtuelle Räume erlebbar. Eine informative DVD, die auch zum Einsatz in Schulen geeignet ist, begleitet diese neuartige Form der Präsentation. EIGENE AUSSTELLUNGEN "Wann ordnest Du Deine Bücher?" Die Bibliothek H. C. Artmann 17. November 2006- 30. April 2007, Katalogzimmer der Handschriftensammlung Kuratoren: Marcel Atze, Hermann Böhm Zum Nachlass H. C. Artmanns(1921-2000), der 2004 an die Wienbibliothek kam, gehört eine etwa 3500 Bände umfassende Bibliothek, die für die Erschließung seines literarischen Werks von enormer Bedeutung ist, aber auch verblüffende Einblicke in die Biographie des Autors liefert. Im November 2006 wurde die Dichterbibliothek geschlossen aufgestellt und besondere Exponate, wie etwa Widmungs­ exemplare, aus dem Nachlass des Dichters präsentiert. Nachdem die kleine Präsentation Ende August 2007 geschlossen worden war, verblieb die Bibliothek H. C. Artmanns noch das gesamte Jahr als Freihandbereich geschlossen aufgestellt. 82 Wienbibliothek im Rathaus Zur Ausstellung ist ein umfassendes Begleitbuch im Verlag Sonderzahl erschienen. (Marcel Atze/Hermann Böhm(Hg.):”Wann ordnest Du Deine Bücher?” Die Bibliothek H. C. Artmann, Wien: Sonderzahl 2006) "Ich mache nur, was ich liebe" Marcel Prawy 14. Dezember 2006- 13. April 2007 Ausstellung der Wienbibliothek in Kooperation mit: Theater an der Wien, Volksoper Wien, Haus der Musik und Hotel Sacher Kurator: Norbert Rubey Im Juli 2004 wurde der Nachlass Marcel Prawys mit in seiner Art einmaligen Materialien in der Wienbibliothek übergeben. Seither erfolgte die Sichtung, Säuberung und Ordnung dieses umfangreichen Materials. Anlässlich des 95. Geburtstages Prawys Ende 2006 zeigte die Wienbibliothek an insgesamt sechs promi­ nenten Ausstellungsorten, teilweise ehe­ maligen Wirkungsstätten Prawys, seit Dezember 2006 einen umfassenden Überblick. Das Ausstellungskabinett der Wienbibliothek versuchte Prawys Auseinandersetzung mit dem Musiktheater und der Oper zu visualisieren, die Musiksammlung präsentierte Prawy als Autor, Lehrer und Plattenproduzent, die Volkoper Wien thematisierte seine Bedeutung für das Musical und die Operette in Österreich. Prawy als”Opernführer der Nation” und sein mediales Talent wurde im Theater an der Wien gezeigt, der”Privatmann Prawy” war im Haus der Musik zu sehen und das Hotel Sacher erinnerte an Prawys Hotelleben in seinen zehn letzten Lebensjahren. Das Begleitbuch zur Ausstellung ist im Verlag Amalthea erschienen.(Hg. Norbert Rubey: ”Ich mache nur was ich liebe” Marcel Prawy, Wien: Amalthea 2006) sammeln& verzetteln Über den Sammler und Bibliographen Max von Portheim 26. April 2007- 28. September 2007 Ausstellung der Wienbibliothek KuratorInnen: Isabella Wasner-Peter und Reinhard Buchberger Max von Portheim, der sich sein Leben lang der Erforschung und Dokumentation der österreichischen Geschichte des 18. Jahr­ hunderts widmete, hinterließ nach seinem Tod eine einzigartige Sammlung zur MariaTheresianischen und Josephinischen Epoche, die noch im selben Jahr von der damaligen Stadtbibliothek, der heutigen Wienbibliothek im Rathaus, erworben werden konnte. Sammeln Unter den mehr als 20.000 Bänden seiner Bibliothek finden sich Rarissima aus verschiedensten Bereichen, Freimaurerliteratur ebenso wie Broschüren, Bildbände, Almanache und vieles mehr. Darüber hinaus besaß Portheim etwa 8.000 Druckgraphiken, Werke der bildenden Kunst und des Kunstgewerbes, die heute im Wien Museum aufbewahrt werden und von denen einige in der Ausstellung als Leihgaben zu sehen waren. ...& verzetteln Opus magnum Max von Portheims ist der in der Wienbibliothek verwahrte, knapp 500.000 Zettel umfassende, handgeschriebene Zettelkatalog, der unter dem Namen ”Portheim-Katalog” bekannt geworden ist und als bibliographische Quelle höchsten Ranges gilt. Sein wichtigster Teil ist der Personenkatalog, in den rund 350.000 Personen, die zwischen 1740 und 1792 in der österreichischen Monarchie geboren wurden, Aufnahme gefunden haben. Als Begleitbuch zur Ausstellung erschienen: Reinhard Buchberger, Gerhard Renner, Isabella Wasner-Peter: Portheim: sammeln& verzetteln. Die Bibliothek und der Zettelkatalog des Sammlers Max von Portheim in der Wienbibiliothek. Wien: Sonderzahl 2007 Von Schuberts Nachlass zu Schubert. online Projektpräsentation der Wien Bibliothek Haus der Musik, Kurator: Thomas Aigner, 6. Juni-16. September 2007 83 Wienbibliothek im Rathaus Die Musiksammlung beherbergt die weltgrößte Schubert-Sammlung, die 2001 in das ”Gedächtnis der Menschheit”-Register der UNESCO aufgenommen worden ist. Die darin enthaltenen Schubert-Autographe wurde im Rahmen eines vom musikwissenschaftlichen Institut der Universität Wien initiierten Projekts digitalisiert und in die Online-Datenbank www.schubert-online.at übernommen. Die Ausstellung im Erdgeschoß des Hauses der Musik dokumentierte dieses Onlineprojekt vom Start weg und lud zum Recherchieren in der Datenbank ein. ” graffiti.rechts.extrem” Ausstellung des Instituts für Graffiti-Forschung in Kooperation mit der Wienbibliothek Kuratoren: Norbert Siegl und Dieter Schrage 21. September- 31. Dezember 2007 Der Ausstellung in der Wienbibliothek im Rathaus lag ein Forschungsprojekt mit dem Titel”Rechtsextreme Parolen und Zeichen in Österreich” des Instituts für Graffiti-Forschung zugrunde, das von der MA 17- Integrations­ und Diversitätsangelegenheiten, der MA 7 (Gruppe Wissenschaft) und MA 8(Hoch­ schuljubiläumsstiftung der Stadt Wien) und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanziell unterstützt worden ist. Ziel dieses Forschungsprojekts war es, die visuelle Manifestationen rechtsextremer Parolen in Form von Graffiti, Aufklebern und Stickern innerhalb dreier definierter Zonen in Österreich fotografisch zu erfassen, zu dokumentieren, zu analysieren und die Ergebnisse zu publizieren. Innerhalb der Beobachtung des fort­ schreitenden Prozesses der”Normalisierung des Rechtextremismus hin zu einem politischen Alltagsphänomen”(Gerhard Paul), wollte diese Ausstellung zum einen konfron­ tieren, um der visuellen Verdrängung des Einzelnen entgegenzusteuern und Bewusst­ seinsprozesse für die vielschichtige Bedeutung dieser Form von”Stadtbeschriftung” schaffen. Zum anderen gab die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Arten und Inhalte rechtsextremer Parolen und Zeichen in Wien. Sie präsentierte die ver­ schiedenen Formen der Reaktion auf diese Parolen und stellte Fragen zu Handschriften und Urheberschaften. Die Arten der Verbrei­ tung von Stickern wurden ebenso vorgestellt wie Varianten zur Verhinderung rechtsextremer Agitation in Form von Graffiti und Aufklebern. ” Heut' muß der Tisch sich völlig bieg'n. Wiener Kochbücher aus der Wienbibliothek im Rathaus” Ausstellung der Wienbibliothek Kuratoren: Isabella Wasner-Peter, Julia Danielczyk 19. Oktober 2007- 9. Mai 2008 Ziel dieser Ausstellung ist es, die umfangreiche Sammlung an historischen Kochbüchern der Wienbibliothek aus der Zeit zwischen 1750 und 2007 einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Neben den Kochbüchern, Handschriften und Rezepten, die in der Ausstellung gezeigt werden, sind auch Werbeplakate traditioneller Wiener, österreichischer aber auch inter­ nationaler Firmen und Konzerne hervorzu­ heben, ebenso wie Artikel aus Zeitschriften, Musikdrucke, sowie visuelle und audiovisuelle Beiträge aus verschiedenen TV-Produktionen. Das Ausstellungskonzept richtet seinen Fokus auf typische Wiener Gerichte, wie Schnitzel, Gulasch, Rindfleisch oder Gugelhupf und deren Verarbeitungsveränderungen seit der Bieder­ meierzeit. Visualisiert wird die bedeutende Rolle der Wiener Esskultur als wesentlicher Identitätsfaktor der Stadt quer durch die Jahrhunderte. Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch im Verlag Mandelbaum erschienen, das neben dem Thema Essen und Identität gastrohistorische Beiträge renommierter AutorInnen wie Ingrid Haslinger, Birgit Peter oder Christoph Wagner enthält. Die abgedruckten"Speisezettel" und Rezepte aus vier Jahrhunderten bieten Experimentierfreudigen auch ausreichend Gelegenheit zum Nachkochen. (Hg. Danielczyk, Julia/ Wasner-Peter, Isabella: Heut' muß der Tisch sich völlig bieg'n. Wiener Küche in Wiener Kochbüchern, Wien:Mandelbaum Verlag 2007 84 Wienbibliothek im Rathaus VERANSTALTUNGEN Lesungen Lesung von Friedrich Achleitner im Rahmen der Ausstellung ”Wann ordnest Du Deine Bücher?” Die Bibliothek H. C. Artmann. Achleitner las aus:”einschlafgeschichten”, Wien 2003,”wiener linien”, Wien 2004,” Und oder oder und”, Wien 2006 16. Februar 2007, Lesesaal Lesung von Liebesbriefen aus Nachlässen der Handschriftensammlung im Rahmen der ”Langen Nacht der Liebe”. Eva Schuster und Sonja Penz lasen Auszüge aus Briefen von Emil Jakob Schindler an Anna Bergen, Betty Paoli an Ludwig Gabillon, Adolf Loos an Lina Loos, Peter Altenberg an Lina Loos, Karl Kraus an Annie Kalmar, Fritz Wittels an Irma Karczewska, Heimito von Doderer an Dorothea Zeemann. 6. Mai 2007, Hotel Orient, Tiefer Graben, Wien Im Rahmen der Wiener Kriminacht lasen die Autorin Edith Kneifl und der Schauspieler Hannes Gastinger aus Kneifls Krimis, die zumeist in Wien spielen:”Pastete mit Hautgout”,”Tatort Wien”,”Zwischen zwei Nächten”,”Ende der Vorstellung”,”Auf den ersten Blick”, 1. Juni 2007, Lesesaal ” Literarisches Menü” Lesung mit Andrea Karrer, Eva Rossmann und Christoph Wagner im Rahmen der Kochbuchausstellung ”Heut' muß der Tisch sich völlig bieg'n”. Eva Rossmann las aus:”Millionenkochen” und Christoph Wagner gab Teile aus seinen ”Gefüllten Siebenschläfern” zum Besten. 17. November 2007, Lesesaal Louise Martini liest aus ihrem Werk” Ein O für Louise”. Kooperation mit dem Verein zur Präsentation schriftlicher Erinnerung im Rahmen des Wiener Tagebuchtags und der Buchwoche im Rathaus, 18. November 2007, Lesesaal Buchpräsentationen Stefan Winterstein:” Josef Schrammel im Serail”, Verlag Schneider, Tutzing 16. Jänner 2007 Buchpräsentation, Musiksammlung Lange Jahre bevor Josef Schrammel gemein­ sam mit seinem Bruder Johann das bis heute berühmte Schrammel-Quartett gründen sollte, unternahm der 17-jährige Josef Schrammel eine eineinhalbjährige Konzertreise durch den Orient, die ihn unter anderem nach Smyrna, Konstantinopel, Port Said, Alexandrien, Kairo und Ismailia führte. Zusammen mit zwei mit­ gereisten Verwandten und weiteren, wech­ selnden Musikanten trat er in den örtlichen Gast- und Kaffeehäusern auf, um vor großteils europäischem Publikum ein Repertoire von westlicher Musik zu produzieren. In einer Art Reise-Tagebuch hielt Schrammel dabei Route, Engagements, meteorologische Gegebenheiten und Reiseeindrücke fest. Die Wienbibliothek im Rathaus hat im Jahr 2000 einen Teilnachlass des populären Geigers und Komponisten erworben, darunter auch diese Reiseaufzeichnungen. In einem ein­ einhalbjährigen Projekt, finanziert aus der Kamilla und Wolfgang Waniek-Stiftung, wurde das Tagebuch als ein äußerst interessanter alltagsgeschichtlicher Bericht, der nicht nur den frühen künstlerischen und ökonomischen Erfolg eines großen Wieners im Morgenland widerspiegelt, sondern auch die vielfachen Beschwerlichkeiten dieser jungen Musiker­ karriere festhält, von Stefan Winterstein ediert und kommentiert. ” Aus meiner Hand dies Buch...” Zum Phänomen der Widmung.(8./9. Jg. der Reihe”Sichtungen”) Gemeinsam mit dem Österreichischen Literaturarchiv 1. März 2007, Buchpräsentation, Lesesaal Funktionen und Erscheinungsformen handschriftlicher Zueignungen erweisen sich als- wie es der mit zahlreichen Farbabbildungen ausgestattete Band dokumentiert- ausgesprochen 85 Wienbibliothek im Rathaus facettenreich. Untersucht und kontextualisiert werden im Buch Widmungen u. a. von Heinrich Heine, Theodor Fontane, Karl Kraus, James Joyce, Hermann Broch, Oskar Maria Graf, Heimito von Doderer, Elias Canetti, Erich Fried, Max Frisch und Peter Handke. Darüber hinaus wird in eine”Galerie der Widmungen” zu einer kurzweiligen Besichti­ gung knapp kommentierter Dedikationen von Sigmund Freud, Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin, Franz Werfel, Henry Miller, Peter Weiss, Allen Ginsberg, Heiner Müller, Thomas Bernhard und vielen anderen eingeladen. In Originalbeiträgen melden sich zudem Schriftstellerinnen und Schriftsteller zum 'Phänomen der Widmung' zu Wort, darunter Franzobel, Friederike Mayröcker, Peter Rühmkorf und Paulus Hochgatterer. Auf der Präsentationsveranstaltung sprachen die Herausgeber, lasen die SchriftstellerInnen Gustav Ernst, Paulus Hochgatterer und Friederike Mayröcker und diskutierten mit Wendelin Schmidt-Dengler über ihre Ansichten und”Erfahrungen” mit Buchwidmungen. Elisabeth Safer:” Wien als Mekka der Kunsterziehung. Die Wiener Jugendkunstklasse von Franz Cizek (1865-1946)”. Dokumentiert in Briefen. 10. Mai 2007, Lesesaal In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahr­ hunderts übte Wien eine starke Anziehungs­ kraft auf Pädagogen und Eltern aus. Das Modell der Wiener Jugendkunstklasse von Franz Cizek brachte in nationalen Kunsterzieherkreisen die Diskussion über die Kreativität der Kinder in Gang und erlangte durch große Ausstellungen in Europa, Amerika und Südafrika internationale Aufmerksamkeit. Das Buch Elisabeth Safers greift auf den Teilnachlass Franz Cizeks in der Wienbibliothek zurück, 441 Briefe und Dokumente belegen das weltweite Interesse und geben Einblick in die Pionierarbeit von Franz Cizek. Christoph Kiefhaber:” Seltsamer Vogel legt Luftei”, Verlag”Faksimile/Peter/Kainz” gemeinsam mit der Kiefhaber-art-foundation, 27. September 2007, Musiksammlung im Rahmen der Reihe"Kunst in der Musiksammlung". Julia Danielczyk, Isabella Wasner-Peter (Hg.):” Heut' muß der Tisch sich völlig bieg'n”. Wiener Küche in Wiener Kochbüchern, Mandelbaum Verlag 15. November 2007, Lesesaal Der vorliegende Band präsentiert eine auf die Wiener Küche fokussierte Auswahl an Meilensteinen, Höhepunkten und Kuriosa der Kochbuchsammlung der Wienbibliothek. Die historischen Kochbücher dokumentieren nicht nur Rezeptsammlungen, sondern auch historische Essgewohnheiten und damit auch Wiener Alltags- und Mentalitätsgeschichte. Neben einem gastrohistorischen Einleitungstext gehen acht chronologisch sortierte Beiträge der historischen Entwicklung der Wiener Küche anhand bedeutender Kochbücher nach. Ausgewiesene WissenschaftlerInnen und Kochbuch-AutorInnen wie Irene BandhauerSchöffmann, Ingrid Haslinger, Birgit Peter oder Christoph Wagner stellen darin altöster­ reichische Rezepturen bis hin zu innovativen Elementen der”Neuen Wiener Küche” vor. Das Buch präsentiert auch rund 100 Rezepte, die zum Nachkochen historischer Menüs einladen. Andrea Karrer:” Zur Suppe!”, Residenz Verlag 22. November 2007, Musiksammlung Buchpräsentation aus Anlass der Kochbuchausstellung Otto Schwarz(Hg.):” Hinter den Fassaden der Ringstraße”, Amalthea Verlag 29. November 2007, Lesesaal Buchpräsentation aus Anlass des 150 JahrJubiläums des Beginns der Stadterweiterung von 1857. Stefan Alker:” Das Andere nicht zu kurz kommen lassen. Werke und Wirken von Gerhard Fritsch”, Braumüller Verlag, 4. Dezember 2007, Lesesaal 86 Wienbibliothek im Rathaus Nach dem Ankauf des Nachlasses von Gerhard Fritsch durch die Wienbibliothek ab 2003, der ersten Präsentation des Nachlasses in einer Ausstellung”Gerhard Fritsch- Schriftsteller in Österreich”(Hg. Stefan Alker/Andreas Brandtner) 2005, unternahm Stefan Alker anhand des Nachlasses abermals den Versuch der Relektüre von Werk, literarhistorischer Position und literaturbetrieblicher Rolle des Schriftstellers. Stefan Alker gelingt es über unbekannte Entwürfe, zahlreiche Stellung­ nahmen, erstmals veröffentlichte Korrespon­ denzen und persönliche Notizen aus den Tagebüchern des Autors ein völlig neues Bild über das”Andere” der österreichischen Literatur und des behandelten Autors zu kreieren. Der Band ist mit zahlreichen, zum Teil noch unveröffentlichten Fotografien und Korrespondenzen ausgestattet. Präsentation von Sonderbeständen bzw. Neuankäufen Präsentation der kostbaren Neuerwerbung Musikhandschrift von Niccolò Paganini ­ La Campanella(Wien 1828) 15. Februar 2007, Musiksammlung Eröffnung der Erotik-Hotline 0930.128777 19. April 2007, Lesesaal Druckschriftensammlung Durch den Abend führte Stephan Paryla. Mit der Installierung der Erotik-Hotline versuchte die Wienbibliothek auf ungewöhnliche Weise, ihren Bestand der”Secreta-Sammlung”, die Sammlung erotischer Literatur aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert, zu bewerben. Die bekannte Schauspielerin Anne Bennent las Auszüge aus Werken von H. C. Artmann, Djuna Barnes, Annemarie Weber, Gottfried Keller, Rétif de la Bretonne, Ferdinand Lasalle und der Nonne Alcoforado, die über eine Erotik-Hotline(0930.128777) abzuhören waren. Der Schauspieler und Sänger Stephan Paryla präsentierte an jenem Abend sein Programm ”Hur& Moll- Lieder nach der Sperrstund'”, worin er sich intensiv mit dem Liedgut der Amüsierviertel der Wiener Vorstädte um 1800 beschäftigte. Paryla hatte bereits in den 1970er Jahren den Bestand der”SecretaSammlung” der Wienbibliothek recherchiert und die vierzeiligen Gstanzln, auch Spittelberglieder genannt, die von den ”Nimpfen am Spittelberg”, von Prostitution, den Wohn- und Lebensverhältnissen, von Krankheit und Lüsternheit erzählen, in sein Repertoire aufgenommen. Veranstaltungsreihen Word up! Musik und Lesen Gemeinsam mit WissenschaftlerInnen, DJs, SchauspielerInnen und VideokünstlerInnen werden zweimal jährlich Lesungen in einem avantgardistisch musikalischen und visuellen Rahmen gestaltet, der die Inhalte der Samm­ lungen in einen für eine junge, studentische Zielgruppe ansprechenden Zusammenhang stellt. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, dieser Teilöffentlichkeit die Marke Wienbibliothek im Rathaus und die Funktion dieser Bibliothek als Forschungszentrum zu kommunizieren. In Verbindung mit Video und Film ergibt sich eine multimediale Gesamtpräsentation, die wiederum stellvertretend für die Vielfalt der Themen innerhalb der Sammlungen steht. Zu Semesterende, im Juni 2007, gestalteten Walter Gröbchen und Stefan Weber den Word-up Abend, um den von der Wienbibliothek 2006 erworbenen"Vorlass" Stefan Webers zu präsentieren. Die sechs in der Wienbibliothek erhaltenen Fotoalben dokumentieren den Weg Stefan Webers und seiner”Rock-Schock-PolitguerillaTruppe Drahdiwaberl”, deren Anfäge in den beginnenden 70er Jahren liegen und die ihre Wurzeln im Geist der Studentenrevolte, der Peace Festivals, des Wiener Aktionismus hat. Walter Gröbchen führte mit Stefan Weber ein Interview zu seinem Vorlass, ein weiteres Special des Abends waren Ausschnitte aus dem seit vielen Jahren produzierten Kino-Film ”Weltrevolution” über Stefan Weber und 87 Wienbibliothek im Rathaus ”Drahdiwaberl” im Beisein des Regisseurs Klaus Hundsbichler. Juni 2007, Foyer der Wienbibliothek Die zweite Veranstaltung im Oktober 2007, zu Wintersemesterbeginn, gestaltete der Songwriter und Dichter Ernst Molden. Ernst Molden, dessen Werk entscheidend von seiner Lebensstadt Wien geprägt ist, las aus seinem Essayband”Hinweise zum Umgang mit einer alten Seele”(Deuticke 2004). Die Lesung wurde atmosphärisch durch Großprojektionen der beeindruckenden Schwarzweiß-Photo­ graphien von Nikolaus Similache verdichtet. Im zweiten Teil des Abends sang Ernst Molden mit seinem Gitarristen Hannes Wirth jene Songs aus seinem Repertoire, die Wien am innigsten beschreiben. Oktober 2007, Foyer der Wienbibliothek Kunst in der Musiksammlung Die Veranstaltungsreihe”Kunst in der Musik­ sammlung” in den Loos Räumen, organisiert und moderiert von Otto Brusatti, Mitarbeiter der Musiksammlung der Wienbibliothek, präsentiert seit Spätherbst 2004 öster­ reichische und internationale MusikerInnen, teilweise auch in Kombination mit bildenden KünstlerInnen, SchriftstellerInnen und Kulturschaffenden, deren Oeuvre sich auf Bestände der Musiksammlung bezieht bzw. relevante musikalische Wien-Themen inter­ pretiert und umsetzt. Highlights dieser monatlichen Veranstaltungs­ reihe 2007 waren Tibor Kovác(Geige), der im Rahmen der Präsentation des Ankaufs der Musikhandschrift Niccolò Paganini- La Campanella(Wien 1828) Variationen des "Glöckchen- Themas" spielte; Alexander Shevchenko, Akkordeon(Tradition bis Moderne), live; Franz Koglmann, im Rahmen seiner Vorfeier zum 60. Geburtstag, live; Modernes Wien- Asien, Pei Ju Tsai(PiPa)/ Mitglieder des Ensembles”die reihe”(Konzert und Lesungen mit traditionellen chinesischen Solostücken, sowie Shih: Ein Takt für PiPa und Streichquartett), live; die Wiener Oboe (Präsentation und Konzert, Klasse Klaus Lienbacher), gemeinsam mit der Musik­ universität Wien(Leonard Bernstein Institut); Johannes Brahms/Ludwig Tieck: Die schöne Magelone(Romanzen) op. 33(die Lieder und die Geschichte) Gesang: Wolfram Derntl (Staatsoper Wien), Klavier: Sibylla Joedicke; Vienna Clarinet Connection, live; KlavierKammermusik mit dem Wiener RasumowskiQuartett und Pianistinnen aus Japan, live; das ADAMAS-Quartett gemeinsam mit Otto Brusatti- offener Workshop vor dem Publikum; Jazz-Folgen/Helmut Stippich(Klavier), live. Termine: 15., 20. Februar, 6. März, 17. April, 22. Mai, 11. Juni, 25. September, 15. Oktober, 20. November und 18. Dezember 2007 Sonderprojekte Auktion und Flohmarkt Dubletten aus dem Nachlass von Marcel Prawy Anlässlich der Finissage der Ausstellung”Ich mache nur, was ich liebe” organisierte die Wienbibliothek eine Auktion mit Dubletten aus dem Prawy-Nachlass. 165 Positionen aus dem Nachlass Prawys kamen unter der Leitung des Auktionators der Kunstauktionen im Kinsky Otto Hans Ressler”unter den Hammer”. Das umfassende Angebot an Noten und Büchern aus den Bereichen Musik, Geschichte, Kunstgeschichte, Literatur, Kunst und Kuriosa standen ab 18:00 Uhr zur Vorbesichtigung in der Wienbibliothek bereit. Höhepunkt der Auktion war die Versteigerung von sechs Plastiksackerln- Beispiele des Prawyschen Ordnungssystems- die bis zu einem Kaufpreis von 95€ hinauf gingen. Der Reinerlös des gesamten Abends kam noch 2007 der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Handschriftenbestandes des Prawy-Nachlasses zu. Ein Buchdublettenflohmarkt aus dem Nachlass Prawy war ein zusätzlicher Anziehungspunkt. 12. April 2007, Lesesaal 88 Wienbibliothek im Rathaus Präsentation der Wienbibliothek mit eigenem Stand auf der Buchwoche im Rathaus Stand der Wienbibliothek im Steinsaal II mit gleichzeitigem Dubletten-Flohmarkt Di-So im Foyer der Wienbibliothek Tägliches Führungsprogramm durch die Wienbibliothek 13.-18. November 2007 Tagungen und Symposien Symposium Josef Strauss(1827-1870) im Rahmen der”Tanz-Signale 2007” 15.-16. März 2007, Wappensaal Rathaus ReferentInnen: Thomas Aigner, Christian Pollack, Isabella Sommer Round-Table-Gespräch mit: Thomas Aigner, Norbert Linke, Christian Pollack, Ingomar Rainer und Norbert Rubey Eröffnung des Symposiums” Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert” Gemeinsam mit der Gesellschaft für Buch­ forschung in Österreich 26. April 2007, Lesesaal Referenten: Moritz Csáky, Murray G. Hall, Wolfgang Schmale Symposium” graffiti.rechts.extrem.” 21. September, Lesesaal ReferentInnen: Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Purtscheller, Philipp Sonderegger, Norbert Siegl und Rolf Schwendter Eröffnung des Symposiums” Bibliotheken und Museen als Räume der Literatur” im Rahmen der ICOM/ICML Tagung in Wien, 20. August 2007, Lesesaal Eröffnungsvortrag: Roman Hess(Strauhof Zürich) SAMMLUNGEN Erwerbung, Erschließung und Benützung Der Online-Katalog der Druckschriften­ sammlung enthielt mit Ende des Jahres 2007 rund 496.000 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nachlässe betrug rund 11.500 Bände. Neben dem Ankauf aktueller Literatur konnten auch wertvolle antiquarische Bücher angekauft werden: z.B. Buffons ”Naturgeschichte der Vögel”, 3 Bände, Wien 1788-90 oder von Maria Anna Rudisch,”Mein eigenes geprüftes Kochbuch”, Wien 1798. Weiters konnten 24 Jahrgänge der Zeitschrift ”Jazz-Podium” mit vielen Berichten über Wiener Jazzmusiker oder Erstausgaben wie etwa George Taboris”Original Sin”, 1947, für die Druckschriftensammlung erworben werden. Die Handschriftensammlung erhielt auch 2007 wieder mehrfach Geschenke wie etwa einen Teil des literarischen Archivs von Friederike Mayröcker, des Nachlasses des Grafikers Kurt Regschek oder des Malers Theodor Allescha, ein Briefkonvolut von 61 Briefen von Ernst Schönwiese von Prof. Joseph P. Strelka oder 38 Briefe von Kurt Gödel. Aus den Erwerbungen sind im besonderen Ferdinand Raimunds Autograph”Aschenlied”, von Johann Nestroy ein Einzelautograph aus dem Stück”Prinz Friedrich von Korsika” sowie 200 Briefe Friedrich Hochwälders nennenswert. An Nachlässen erwarb die Wienbibliothek 2007 den Teilnachlass des Malers Johann Viktor Krämer, Mitbegründer der Secession, sowie einen Teilvorlass des Hörspielautors Helmut Peschina. Mit letzterem konnte die Hand­ schriftensammlung wieder einen wichtigen Schritt in die Richtung des Erwerbes von Materialien zur Theater-, Film- und Medien­ geschichte setzen. Auch die Übernahme des Nachlasses des Literaturwissenschaftlers Oskar Benda und des Wiener Kulturhistorikers Fred Hennings stellen wertvolle Erweitungen der Handschriftensammlung dar. 2007 ersteigerte die Musiksammlung den Nachlass Karl”Charly” Wimmers. Wimmer war langjähriger Kapellmeister des Theaters in der Josefstadt und Pianist des Kabaretts"Simpl". Der Nachlass enthält hauptsächlich Noten­ manuskripte seiner Kompositionen und 89 Wienbibliothek im Rathaus Arrangements, aber auch einige Manuskripte mit Eintragungen von Karl Farkas. Desgleichen erwarb die Musiksammlung den Nachlass des Bruckner-Schülers Carl Kratzl, der sich als Kapellmeister des Etablissements Ronacher sowie als Komponist von Tanz- und Unter­ haltungsmusik einen Namen machte. Der Nachlass enthält vor allem von fremder Hand verfertigte Orchesterstimmensätze seiner Kompositionen, aber auch eine Reihe von Autographen. Herausragend daraus ist die Prüfungsarbeit bei Bruckner, eine dreistimmige Fuge. Die Wienbibliothek kaufte 2007 weiters ausgewählte Teilbestände der vornehmlich auf die jüdische Kultur des 19. Jahrhunderts bezogenen Sammlung Wolfram Tuschner. Für die Musiksammlung waren dies die Nachlässe Sophie Wrede und Max Preyer sowie der Splitternachlass Maria Wagner via Karl Schöfmann. Anlässlich der Auflösung des Verlagsarchivs und des Antiquariats Robitschek gelangte ein repräsentativer Teil dieser Bestände an die Musiksammlung der Wienbibliothek. Daraus hervorzuheben sind einige Erstausgaben von Kompositionen Hugo Wolfs. Das bedeutendste Einzelautograph, das die Musiksammlung 2007 erwarb, war ein Doppelautograph von Niccolò Paganini und Carl Czerny. Anlässlich von Paganinis sensatio­ nellem Wien-Debüt 1828 schrieb zunächst Czerny den Beginn des berühmten GlöckchenThemas(”La campanella”) aus dem 3. Satz von Paganinis 2. Violinkonzert aus dem Gedächtnis nieder, um darüber Variationen zu komponieren. An der Stelle, an der seine Erinnerung aussetzte, vervollständigte Paganini die Niederschrift. Die Strauss-Sammlung wurde 2007 um drei Kompositionsskizzen von Johann Strauss (Sohn) ergänzt. Die darin enthaltenen Melodieentwürfe sind u. a. der”Fest-Polonaise” op. 352(1870) und der Oper”Ritter Pásmán” op. 451(1890) zuzurechnen. Auch der Hugo-Wolf-Bestand erfuhr durch zwei Liedmanuskripte einen wertvollen Zuwachs. Es handelt sich um die eigenhändigen Druck­ vorlagen der Lieder”Liebesglück” nach einem Gedicht von Joseph von Eichendorff und”Zur Ruh” nach Justinus Kerner. Zuletzt sei auf die Erwerbung des von Oscar Straus eigenhändig verfertigten Klavierauszugs seiner Operette "Die Dorfmusikanten" aus dem Nachlass des Arrangeurs Willy Uher verwiesen. Die Plakatsammlung konnte 2265 Neuzugänge aus der regulären Erwerbung über die Gewista verzeichnen. Die Plakatsammlung plant für die kommenden Jahre eine Gesamt­ erfassung des historischen Gewistaarchivs, das 1975 übernommen worden ist: sie führte im Rahmen eines Sonderprojektes 23.473 Katalogisierungen sowie knapp 9.000 fotografische Digitalisierungen durch. Die Sammlung Dokumentation wurde im Jahr 2007 um die Katalogisierung von rund 2.500 Zeitungsartikeln erweitert. 20 laufende Publikationsreihen, Tages-, Wochen- und Monatszeitungen, wurden dafür ausgewertet. Ab Jänner 2007 wurde mit der Erfassung der Zeitungsartikel in BIS-C begonnen. Damit kann auch im Bereich der Dokumentation online recherchiert werden. Das besonders nach­ gefragte Tagblattarchiv wurde wie schon 2006 um zahlreiche zusätzliche Zeitungsausschnitt­ konvolute erweitert und gleichzeitig eine Retrokatalogisierung desselben begonnen. In den”Gedenktageindex” wurden 610 Personen neu aufgenommen, über 890 Korrekturen durchgeführt. Die rund 130 Seiten starke”Gedenktageliste 2008” konnte im August an Behörden und Magistrats­ dienststellen ausgeliefert werden. Die Wienbibliothek lieferte durch das gesamte Jahr 2007 ca. 300 Biographien für Ehrungen, Straßen- und Verkehrsflächenbenennungen an die MA 7. 90 Wienbibliothek im Rathaus STATISTISCHE KENNZAHLEN BENÜTZUNG UND BESUCHER Druckschriftensammlung: 5.006 BenützerInnen 13.282 ausgegebene Medien 5.148 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung: 1.442 BenützerInnen 3.731 ausgegebene Medien 340 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Musiksammlung: 1.045 BenützerInnen 4.001 ausgegebene Medien 1.160 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Plakatsammlung: 86 BenützerInnen 3.498 ausgegebene Medien 240 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Dokumentation: 864 ausgegebene Medien(Tagblatt-Archiv) 813 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Sonstige BesucherInnen: 3.668 BesucherInnen von Veranstaltungen (Lesesaal, Musiksammlung, Medientermine) 2.047 TeilnehmerInnen an Führungen BenützerInnen und BesucherInnen gesamt 2007 7.579 Personen Benützung 5.715 Personen Veranstaltungen und Führungen 13.294 Personen gesamt KULTURVERMITTLUNG Die Wienbibliothek verfolgt auf verschiedenen Ebenen der Kulturvermittlung das Ziel, den Bekanntheitsgrad der Institution zu erhöhen, Sonderbestände an neue Teilöffentlichkeiten zu kommunizieren und angehenden Wissen­ schaftlerInnen der Disziplinen Germanistik, Literaturwissenschaft, Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Kunst- und Kultur­ wissenschaften, Geschichte, Zeitgeschichte, Musikwissenschaft und verwandten Studien­ richtungen den Umfang und die Attraktivität der fünf Sammlungen zu kommunizieren. Von den im Jahr 2007 durchgeführten 117 Führungen belaufen sich ca. die Hälfte auf Führungen durch die Sammlungen für StudentInnen und interessierte Personen­ gruppen bzw. auf BenützerInnenschulungen und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens und die zweite Hälfte auf Sonderführungen durch laufende Ausstellungen- wie etwa die H.C. Artmann-, Max von Portheim- oder die im Oktober 2007 eröffnete Kochbücher­ ausstellung. RESTITUTION und Provenienzforschung In der Wienbibliothek wurden seit 1999 in einem dreigliedrigen Rechercheverfahren alle Erwerbungsvorgänge(die jeweils ein Objekt bis tausende Objekte umfassen können) der Jahre 1938-1946, sämtliche Akten der Bibliothek in den Jahren 1938-1950 sowie rund 40.000 Druckwerke der Erwerbungsjahre 1938-1946 hinsichtlich ihrer Vorbesitzervermerke überprüft. Von der Restitutionskommission wurde im Jahr 2007 eine Vorlage behandelt, die Werke mit Provenienzvermerken von Institutionen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien betrifft. In mehreren anderen Fällen konnten bei der Suche nach Rechtsnachfolgern in Kooperation mit der Anlaufstelle der Israelitischen Kultus­ gemeinde und der Commission for Looted Art in Europe(London) zwar neue Erkenntnisse gewonnen, die Recherchen aber noch nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Im Jänner 2007 konnte die Sammlung Ludwig Friedrich (71 Autographen) an die in Schweden und Israel lebenden Rechtsnachfolger restituiert und einem bevollmächtigten Vertreter der Familie übergeben werden. Die Zahl der mangels aussagekräftiger Hinweise und Unterlagen nicht einzu­ schätzenden Erwerbungen aus der Wien­ bibliothek, darunter solche von anderen Dienststellen, unbekannten Personen oder dem Dorotheum, konnte auf 53 von insgesamt 252 91 Wienbibliothek im Rathaus Objekten abgesenkt werden. In den meisten Fällen wurden allerdings bereits alle zugänglichen Quellen konsultiert, weshalb eine Klärung nur mehr über externe Stellen oder Personen erfolgen kann. Zu diesem Zweck sind diese Objekte über die Datenbanken www.lostart.de und www.kunstrestitution.at (Nationalfonds der Republik Österreich) abrufbar. Darüber hinaus sind in der Kunst-Datenbank des Nationalfonds 21 Objekte, die von der VUGESTA als anonymes jüdisches Vermögen angekauft wurden, die Bestände der Sammlung Holzmann mit über 200 Druck­ schriften und etwa 200 Autographen sowie die Sammlung Richter mit fast 2.000 Objekten verzeichnet. In diesen Fällen blieb die Suche nach Rechtsnachfolgern bisher ergebnislos. Ebenso wurden bis heute 57 Objekte mit Provenienzvermerken von Personen, die als Jüdinnen und Juden im Sinne der Nürnberger Rassegesetze möglicherweise durch Dritte geschädigt wurden- ohne Präjudiz auf deren Restitutionswürdigkeit- der Kunst-Datenbank des Nationalfonds zur Verfügung gestellt. AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN INTERNATIONAL/NATIONAL Für eine Reihe von Ausstellungen im In- und Ausland wurden Ausstellungsobjekte zur Verfügung gestellt. Beteiligung an Ausstellungen in Österreich: ”Felix Salten. Schriftsteller, Journalist, Exilant” (Jüdisches Museum Wien, 5.12.2006­ 18.03.2007) ”Adolf Hölzel”(Leopold-Museum Wien, 1.3.­ 4.6.2007). ”Seid umschlungen Millionen... Beethoven und das Geld”(Geldmuseum der Österreichischen Nationalbank, Wien, 27.3.-31.10.2007). ”Oskar Strnad. Architektur, Theater, Wohnen” (Jüdisches Museum Wien, 28.3.-24.6.2007). ”Im Wirtshaus. Eine Geschichte der Wiener Geselligkeit”(Wien Museum, 19.4.-23.9.2007). ”Beste aller Frauen”(Jüdisches Museum Wien, 16.5.-14.10.2007). ”Wien- Triest- Mit Volldampf in den Süden” (Schloss Reichenau/Rax, 26.5.-4.11.2007). ”Ganz unten. Die Entdeckung des Elends ­ Wien, London, Berlin, New York”(Wien Museum, 7.6.-23.9.2007). ”WeltenbürgerInnen IV, Wilhelm Kienzl(1857­ 1941)”(Stadtmuseum Graz, 24.5.-2.9.2007). ”Die Korngolds. Klischee, Kritik und Komposition”(Jüdisches Museum Wien, 28.11.2007-18.5.2008) Beteiligung an ausländischen Ausstellungen: ”Death Fugue”(Fundació Caixa Catalunya in Barcelona: 26.02.2007- 27.05.2007) ”Spiel mit Technik”(Deutsches Technikmuseum Berlin: 3.11.2006- 29.04.2007) ”Kabarett Fledermaus 1907- 1913”(Museum Villa Stuck in München: 18.10.2007 27.01.2008) ”Die Beste aller Frauen”(Jüdisches Museum Frankfurt am Main: 19.12. 2007- März 2008) ”Helmut Qualtinger”(Österreichisches Kulturforum in Warschau: 27.10.2007 bis 25.5. 2008) Teilnahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Kongressen: Kongress für Information und Bibliothek Leipzig: 19.3.2007-22.3.2007 Tagung ”Die Kulturgesellschaft und die Zukunft der Bibliotheken” in Reutlingen: 30.5.2007­ 1.6.2007 Tagung”Erschließung”, Deutsches Literaturarchiv Marbach: 19.-20.4.2007 Allegro-HANS-Anwendertagung Bonn: 9.­ 10.5.2007 26. Erlanger Poetenfest, Erlangen: 23.­ 27.8.2007 Deutsches Exilarchiv, DNB, Frankfurt a. M.: 28.-30.8.2007 Tanz-Signale 2007, Wien, 13.-17.3.2007 32. Internationale Nestroy-Gespräche, Schwechat, 30.6.-2.7.2007 ICOM/ICML-Tagung, Wien, 20.-23.8.2007 92 Wienbibliothek im Rathaus Auslandspraktika: Praktikum von Mag. Julia König-Rainer am Deutschen Plakatmuseum in Essen: 16.7.2007-20.7.2007 Kooperationen Kooperation mit dem Österreichischen Literaturarchiv(ÖLA) Die internationale Jahresschrift"Sichtungen", die seit 1998 im Verlag Turia+ Kant(Wien) erscheint, ist ein gemeinsames Projekt des ÖLA und der Wienbibliothek und widmet sich interdisziplinär dem Themenkomplex Archiv, Bibliothek und Literaturwissenschaft. Sie steht damit im Aufgabenbereich kulturwissenschaftlicher Grundlagenforschung. In der Vergangenheit, von Band 1-7, wurde ein besonderer Schwerpunkt auf Fragen zu Theorie und Praxis der Erschließung von Nachlässen und Autographen im Feld von Literatur­ archiven, modernen Handschriftensammlungen und ähnlich gelagerten Institutionen gelegt. Ab Jg. 8/9 werden nur themenorientierte Bände erstellt, die eine grundsätzliche Behandlung bislang unbearbeiteter oder vernachlässigter Forschungsfelder zum Ziel haben(siehe”Aus dieser Hand mein Buch.” Zum Phänomen der Widmung.). Das Internet-Portal KOOP-LITERA, das seit Mai 2001 online ist, ist ebenfalls eine Initiative des Österreichischen Literaturarchivs, der Österreichischen Nationalbibliothek und der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus. Ziel ist der Aufbau und die Koordination eines Netzwerks zwischen Institutionen, die moderne Nachlässe und Autographen erwerben, erschließen, bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Kooperation mit dem Aktionsradius Wien Der Kulturverein Aktionsradius Wien und die Wienbibliothek konnten während des gesamten Jahres 2007, je nach inhaltlichem Monats­ schwerpunkt des Vereins, mehrere Veran­ staltungskooperationen eingehen.(Beispiele: Führungen durch die H. C. ArtmannAusstellung, Aktionsradius- Monat der Wurst/Wienbibliothek Kochbuchausstellung; Aktionsradius-Lange Nacht der Liebe/ Wienbibliothek Secreta Sammlung; etc.) Kooperation mit dem Haus der Musik Die Wienbibliothek präsentierte sich mit dem Digitalisierungsprojekt www.schubert-online.at im Erdgeschoss des Hauses der Musik. Im Schnitt besuchen 540 Personen pro Tag (Ausstellungs-, Konzert-, Museums- und Kaffeehausbesucher) diese Räumlichkeiten. Kooperation mit dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels Mit der Unterstützung der MA 7 und des Hauptverbandes des Österreichischen Buch­ handels konnte sich die Wienbibliothek 2007 mit einem eigenen Stand bei der Buchwoche im Rathaus prominent präsentieren. Kooperation mit dem Büchereiverband Österreichs ”Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek” ist die größte Imagekampagne für das Lesen und für die Bibliotheken Österreichs(15.-21.10.2007). Die Wienbibliothek war mit der Eröffnung ihrer Kochbuchausstellung in diese Kampagne integriert. Kooperation mit dem Verband der Köche Österreichs Kooperation mit der Gastgewerbe­ fachschule Wien Kooperation mit Staud's Wien Im Rahmen des Ausstellungsprojekts”Heut' muß der Tisch sich völlig bieg'n” wurde mit dem Verband der Köche eine Kooperation im Sinne des Veranstaltungsmarketings aufgebaut, mit der Gastgewerbefachschule und der Fa. Staud's Wien jeweils ein Produkt­ sponsoring vereinbart. Kooperation mit dem Institut für Graffitiforschung In Zusammenarbeit mit dem Institut für Graffiti-Forschung(ifg) entstand die Ausstellung”graffiti.rechts.extrem”. Der Ausstellung in der Wienbibliothek im Rathaus lag ein Forschungsprojekt mit dem Titel”Rechtsextreme Parolen und Zeichen in 93 Wienbibliothek im Rathaus Österreich” des Instituts für Graffiti-Forschung zugrunde, das von der MA 17 Integrations­ und Diversitätsangelegenheiten, der MA 7 (Gruppe Wissenschaft) und MA 8(Hoch­ schuljubiläumsstiftung der Stadt Wien) und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstützt worden ist. Kooperation mit den Wiener Kunstauktionen Der Direktor des Auktionshauses im Kinsky Kunstauktionen GmbH Otto Hans Ressler leitete die Auktion”Dubletten aus dem Nachlass Prawy” im Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus. Der Reinerlös wurde für die weitere Aufarbeitung des PrawyNachlasses aufgewendet. Kooperation mit dem Pädagogischen Institut des Bundes in Wien Das Seminar zur”Österreichische Medien­ wahrheit nach 1945”, eine Fortbildungsveran­ staltung für Lehrer an Höheren Schulen, findet regelmäßig zu einem Teil in der Wienbibliothek statt. Dabei werden neben einer Führung durch das Tagblattarchiv auch Vorträge von MitarbeiterInnen der Bibliothek angeboten. Kooperation mit dem Institut für Film-, Medien- und Theaterwissenschaft der Universität Wien Das vom”Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung” geförderte zweijährige Projekt”Hörinszenierungen österreichischer Literatur(1945-2000)” startete im Mai 2006 unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Hilde Haider-Pregler. Ausgangspunkt für dieses groß angelegte Projekt ist der Nachlass des österreichischen Schriftstellers und Rundfunkdramaturgen Franz Hiesel(1921-1996), der sein über Jahrzehnte gesammeltes Material zur Hörspielkunst der Wienbibliothek hinterlassen hat. Der österreichische Literat Franz Hiesel gilt als Pionier und Drehscheibe der internationalen Hörspielgeschichte. Ziel des Forschungs­ projektes ist die Neubewertung der Hörspiel­ geschichte Österreichs und die Edition einzelner historischer Hörspielproduktionen. Kooperation mit dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Auch im Jahr 2007 wurde der beständige Kontakt mit dem IFK weiter ausgebaut, eine Vortragsreihe für 2008”Abschiede 1938. Die Vernichtung des geistigen Wien” konzipiert. Kooperation mit der Gesellschaft für österreichische Buchforschung in Österreich Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "sammeln& verzetteln. Über den Sammler und Bibliographen Max von Portheim" hielt Univ. Prof. Moritz Csáky im Rahmen des Symposiums”Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert”, in der Wienbibliothek, den Festvortrag. 94 Wien Museum WIEN MUSEUM DAS WIEN MUSEUM Ein urbanes Universalmuseum mit einem breiten Spektrum von Sammlungen und Ausstellungen Das Wien Museum nimmt in der vielfältigen Museumslandschaft Wiens eine besondere Stellung ein: Mit seinen vielfältigen Samm­ lungen, die von Stadtgeschichte über Kunst bis zu Mode und Alltagskultur reichen, zeigt es Wiens Weg von den Anfängen der Besiedelung bis zur Gegenwart. Die Aktivitäten und Ausstellungen des Jahres 2007 belegen, wie diese große inhaltliche Bandbreite konkret vermittelt werden kann. Die außerordentliche Vielfalt der gesammelten Exponate beispielsweise lässt sich anhand der 2007 erschienenen Publikation zur Dauer­ ausstellung”100 x Wien – Highlights aus dem Wien Museum Karlsplatz” nachvollziehen. Bedeutende Exponate aus sämtlichen Sammlungsbereichen und deren einstiger sozialer Gebrauch werden darin vorgestellt. Die einzelnen Erläuterungstexte stehen dabei nicht nur als Momentaufnahmen für sich, sondern ergeben im ganzen ein facettenreiches Bild der Geschichte Wiens. Die Beschränkung auf 100 Objekte aus der Schausammlung spiegelt dabei die jeder musealen Präsentation voran­ gehende Objektauswahl wider. Denn die Entscheidung für ein Exponat ist immer auch eine gegen interessante Alternativen. Im Fall des Wien Museums bedeutet dies, dass nur ein verschwindend kleiner Teil der Sammlung in der Dauerausstellung zu sehen ist. Gut 99 Prozent der Sammlungsobjekte lagern in den Depots, sind also üblicherweise im Ver­ borgenen. Doch immer wieder wird dieser ”Dornröschenschlaf” unterbrochen, werden sie Teil von Sonderausstellungen, erhalten als Leihgaben in anderen Museen Gastauftritte oder spielen in wissenschaftlichen Publika­ tionen eine bedeutende Rolle. Für die praktische Museumsarbeit bedeutet dies, dass die musealen Kernaufgaben Sammeln, Bewahren und Erforschen ungleich mehr Stücke umfassen, als vielleicht mit einem Blick auf das Wien Museum am Karlsplatz ange­ nommen werden könnte. Zusätzlich schließen diese Schlüsselaufgaben auch unzählige für die Öffentlichkeit ”unsichtbare” Tätigkeiten ein. Dazu zählten 2007 so unterschiedliche Großprojekte wie die digitale Erfassung des Sammlungsbestands mittels des EDV-Programms”Artefact”, die Ende September nach mehrjähriger Laufzeit abgeschlossen werden konnte, oder die Weiterführung der Inventur, die bisher mehr als 706.600 Objekte umfasst. In diesen Bereich fallen außerdem auch die umfang­ reichen Vorbereitungen für den geplanten Depotneubau. Es wurden dabei die bau-, klima- und sicherheitstechnischen Erforder­ nisse, die Standortbedingungen und die zu erwartenden Kosten des dringend benötigten Zentraldepots ermittelt. Die beengte Raumsituation im Wien Museum Karlsplatz und die überfälligen infrastruk­ turellen Maßnahmen(Pflege bzw. Erneuerung von Fenstern, Haustechnik, Anpassung der Lade- und Packzonen an einen zeitgemäßen Museumsbetrieb etc.) veranlasste die Direktion nach einer prinzipiellen Lösung zu suchen. Als beste Option erwies sich eine Generalsanierung des bestehenden Museumsgebäudes in Verbindung mit einer bauliche Erweiterung. In einer baukünstlerischen Machbarkeitsstudie konnte gezeigt werden, dass An- oder Aufbauten von hoher architektonischer Qualität an den denkmalgeschützten Bau von Oswald Haerdtl grundsätzlich möglich sind. Die Vorschläge von Henke& Schreieck, Krischanitz & Frank sowie Querkraft bestätigten darüber hinaus, dass dadurch ein städtebaulich interessanter Impuls am Karlsplatz gesetzt werden könnte. Die Ergebnisse dieser Mach­ barkeitsstudie wurden in einem Presse­ gespräch am 6. November der Öffentlichkeit präsentiert. 95 Wien Museum BAULICHE MASSNAHMEN UND PLANUNGEN Das Freiwerden von Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zu den Römischen Ruinen unter dem Hohen Markt wurde genutzt, um die ursprüngliche Ausstellungsfläche zu ver­ doppeln. Querkraft Architekten gingen als Gewinner des kleinen geladenen Wettbewerbs für eine Neugestaltung der Präsentation hervor. Ihre architektonische Lösung sieht die Erschließung der auf mehrere Stockwerke verteilten 250 m² mit einer durchgängigen Stiege vor. Dadurch entsteht ein großzügiger Eindruck bei gleichzeitiger Dramatisierung des Wegs zum wichtigsten”Ausstellungsobjekt” – den Ausgrabungen im Untergeschoß. Der Zugewinn an Ausstellungsfläche ermöglicht eine kompakte Darstellung des Wiener Raums während der Römerzeit. Am 3. Dezember wurden die Römischen Ruinen unter dem Hohen Markt geschlossen und mit den um­ fangreichen Baumaßnahmen begonnen. Die Eröffnung unter der Bezeichnung”Römer­ museum” findet im Mai des Jahres 2008 statt. Wie auch in den vergangenen Jahren setzte das Wien Museum gezielt kleine bauliche Maßnahmen, um das Erscheinungsbild des Haupthauses und einiger Außenstandorte zu erneuern. Im Uhrenmuseum wurde das Foyer mit Shopbereich neu gestaltet. Das dabei installierte neue digitale Kassensystem wurde am 2. Juli in Betrieb genommen. Zum Ab­ schluss der Restaurierung der Neidhart Fresken wurden Kassa- und Shop-Möbel erneuert und die Fresken erstmals mit informativen Texttafeln in deutscher und englischer Sprache vor Ort kontextualisiert. Im Wien Museum Karlsplatz wurde der Parkett­ boden des Erdgeschoss-Sonderausstellungs­ raums instandgesetzt. NEUANKÄUFE, SCHENKUNGEN, RESTITUTIONEN Der bedeutendste Ankauf für das Wien Museum umfasst vier Werke von Egon Schiele und zwar die Ölgemälde”Junge Mutter” (1914),”Mödling II”(1918) und”Blick vom Strand auf einen Dampfer”(1907) sowie die Kreidezeichnung”Der tote Gustav Klimt” (1918). Diese Bilder befanden sich aufgrund des Vermächtnisses von Schieles Neffen Anton Peschka jun. zur Hälfte im Eigentum der Stadt Wien. In Übereinkunft mit den Erben seines Bruders konnte 2007 schließlich deren Hälften­ anteil um EUR 5,000.000,- abgelöst werden. Damit gelang der Stadt Wien einer der größten Kunstankäufe durch die öffentliche Hand in Österreich. Das große Sammlungsspektrum des Wien Museums lässt sich naturgemäß auch an den Ankäufen im Jahr 2007 ablesen. Hervor­ zuheben sind dabei die beiden Gouachen von Balthasar Wigand”Kärntner Bastei mit Ausblick auf das Freihaus”(um 1810) und ”Huldigungszug für Ferdinand II”(1835), ein Vorzimmer-Schrank aus der Einrichtung der Wohnung Dr. Hermann Wittgensteins nach einem Entwurf von Josef Hoffmann(1902), eine Serie von Porträtfotos berühmter Wiener von Michael Horowitz(1971-1988), ein Werk von Gerwald Rockenschaub(ohne Titel, Siebdruck auf Alucore, 1999) und der ehemalige Dienstwagen des Bundeskanzlers Bruno Kreisky(1971/72). Ebenfalls besonders erwähnenswert ist der Ankauf der”387 Häuser des Peter Fritz”. Der Berliner Künstler Oliver Croy fand diese von dem Wiener Versicherungsbeamten Peter Fritz aus Zigarettenpackungen, Folien und Zeitungsschnipseln gebastelten MiniaturHäuser und erfasste sie gemeinsam mit Oliver Elser wissenschaftlich. An der Schnittstelle zwischen Architektur, Alltagskultur und Kunst angesiedelt, sind diese”Sondermodelle” ein eigenwilliges Abbild der fünfziger und sechziger Jahre. Zu den bedeutendsten Schenkungen des Jahres 2007 gehört das vom Verein der Freunde des Wien Museums angekaufte Geschäftszeichen und das dazugehörige Geschäftsschild der Material- und Spezereihandlung”Zum schmeckenden Wurm” (1. Hälfte 18. Jh.). 96 Wien Museum Der Bösendorfer-Stutzflügel von Johann Strauß Sohn aus der Sammlung Hanns Epstein, die Federzeichnung”Ludwig van Beethoven am Klavier” von Sigmund Walter Hampel und das Ölgemälde”Wäschermädel am Waschtrog stehend” von Franz Windhager aus der Sammlung Leopold Weinstein sowie fünf Uhren aus der Sammlung Emil Politzer wurden restituiert. Der Rechtsnachfolger von Hanns Epstein brachte den oben genannten Stutz­ flügel von Johann Strauß in einer Auktion zur Versteigerung. Das Wien Museum erhielt bei dieser Versteigerung den Zuschlag und konnte somit das Instrument wieder in seine Bestände aufnehmen. VERANSTALTUNGEN UND MUSEUMSDIDAKTIK Im Rahmen der ICOM General Conference Vienna 2007(19.8.-24.8.2007) fand eine dreitägige Konferenz des internationlen Fachkomitees für historische und archäologische Museen und Sammlungen (ICMAH) statt, die in Kooperation mit dem Wien Museum realisiert wurde. Die Tagung widmete sich dem Thema”Geschichte im Spannungsfeld von Interpretation und Manipulation”. Im Zuge dieser Konferenz bot das Wien Museum Einblick in seine Häuser und Ausstellungen und stellte seine Ausrichtung Museumsfachleuten aus aller Welt vor, was auch zur Intensivierung der bestehenden Beziehungen zu KollegInnen aus Museen mit vergleichbarer Programmatik führte. Populäre Themen rund um Ausstellungsinhalte wurden immer wieder anhand von Lesungen und Musikprogrammen, wie etwa dem PopMuseum spezial, vermittelt. Zahlreiche Veranstaltungen zu Sonderausstellungen, wie Podiumsgespräche und Vorträge, ermöglichten zusätzlich eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Ausstellungsthemen. Zur Langen Nacht der Museen am 6./7. Oktober bot das Wien Museum im Haupthaus am Karlsplatz Kinderprogramme und Spezialführungen an – unter anderem führten Ö1-Moderatoren zu von ihnen ausgewählten Exponaten. Im Uhren­ museum gab es Vorführungen von Spieluhren, Bilderuhren und Bewegungsautomaten. Tex Rubinowitz las in den Räumen der Neidhart Fresken aus seinem Buch”Das staubige Tier”, in dem ein Kapitel diesem Standort gewidmet ist. Gemeinsam mit der Zeitung”Augustin” wurde im Rahmen der Ausstellung”Ganz unten” am 12. Oktober die”Nacht des Augustin” mit Lesungen, Kabarett, Musik und Gesprächen veranstaltet. Der Spendenerlös kam der Organisation”Wiener Tafel” zugute. Das Bemühen, die Vermittlungsangebote für Menschen mit Behinderung ständig auszu­ bauen, fand seinen Niederschlag unter anderem auch beim Weltfremdenführertag am 21. Februar. Bei diesem Anlass wurde das Führungskonzept für Blinde durch die Dauer­ ausstellung des Wien Museums Karlsplatz vorgestellt: Neben dem Ertasten von Repliken und Modellen, ermöglicht das Berühren von ausgewählten Originalobjekten blinden Personen einen besonderen Zugang zu wichtigen Exponaten. Das Vermittlungs- und Bildungsprogramm wurde durch neue Formate erweitert. Für das Schubert Geburtshaus wurde beispielsweise das Vermittlungsmodul”Kinder spielen für Kinder” entwickelt. Bei diesen Gesprächs­ konzerten für Volksschulklassen erfahren die SchülerInnen vieles über die Biografie des Komponisten und über das Leben in der Biedermeierzeit und können mit den musizierenden Kindern, die die Vorbereitungs­ klasse an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien besuchen, über deren Zugang zur klassischen Musik sprechen. So bekommen Kinder die Möglichkeit, am Original-Schauplatz eines berühmten Komponisten in die Welt der klassischen Musik einzutauchen. Im Rahmen des Kurses”Mama lernt deutsch!”, einer Initiative der MA 17, gab es erstmals 2007 die Möglichkeit, an einer Exkursion mit dem Titel”Mama geht ins Museum!” teilzunehmen. Anhand ausgewählter Exponate wurde den Migrantinnen die Geschichte Wiens unter besonderer Berücksichtigung historischer Migrations­ bewegungen näher gebracht und anhand der 97 Wien Museum historischen Stadtmodelle das Wissen um die Topographie Wiens vertieft. Darüber hinaus sollte dieses interkulturelle Bildungsangebot auch zum Abbau von Schwellenängsten beitragen. Wie die Jahre davor wurden auch 2007 theatrale Kinderführungen in der Dauer­ ausstellung und Ausstellungsgespräche für Schulklassen durchgeführt. Des Weiteren gab es zu den jeweiligen Sonderausstellungen ein umfangreiches Angebot an Kinder-, Schülerund Familienführungen, themenbezogene Vermittlungsprogramme für Erwachsene, Informationsveranstaltungen für LehrerInnen und eine Fortsetzung der biografischen Gesprächskreise mit SeniorInnen. Das Konzept der erstmals 2006 im Rahmen der Ausstellung ”Großer Bahnhof” eingesetzten Spielstation für Kleinkinder im Atrium wurde bei den Ausstellungen”Im Wirtshaus” und”Baby an Bord” weitergeführt. AUSSTELLUNGEN DES JAHRES 2007 Flucht nach Wien Ungarn 1956 7. September 2006 bis 7. Jänner 2007 ”Budapest brennt!”: Was am 23. Oktober 1956 mit einer Studentendemonstration begann, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zum landesweiten Aufstand. Die Revolution gegen das stalinistische Regime in Ungarn war zugleich die erste Nagelprobe für die Zweite Republik. Mehr als 180.000 Menschen flohen vor den sowjetischen Panzern über die burgenländische Grenze in den Westen – ein einschneidendes Ereignis mitten im Kalten Krieg, das auch für Wien weit reichende Folgen hatte. Die Ausstellung”Flucht nach Wien – Ungarn 1956” konzentrierte sich erstmals auf diesen spezifischen Aspekt. Ausgehend von den blutigen Ereignissen dokumentierte die Ausstellung Flucht und Aufnahme in Wien. Wie wurden die Flüchtlinge untergebracht? Wovon lebten sie? Und wo trafen sie sich? Die Schau gab Antwort auf diese Fragen und zeigte zugleich, wie sich der Krisenfall zum Katalysator für die Identität des”neuen” Österreich entwickelte. Auch das”danach” wurde in der Ausstellung thematisiert: Für die meisten Flüchtlinge war Österreich nur Durchgangsstation, mehr als 80 Prozent entschieden sich für eine Weiterwanderung. Photo: Barbara Pflaum Bildchronistin der Zweiten Republik 16. November 2006 bis 18. Februar 2007 Sie galt als die”First Lady der Presse­ fotografie” – und doch ist der Name Barbara Pflaum heute nur wenigen bekannt. Als Fotografin der Wochenpresse schuf Barbara Pflaum(1912-2002) Ikonen der Zweiten Republik: die Kennedys vor dem Stephansdom, Helmut Qualtinger als Herr Karl, Maria Callas im Hotel Sacher. Pflaums Berufsjahre fallen in eine Glanzzeit des Bildjournalismus. Das Zeitungsfoto wurde in den 50er und 60er Jahren zu einem spektakulären Leitmedium der Massen­ kommunikation und war Teil eines Modernisierungsschubs in der gesamten Bildkultur, bis sich schließlich das Fernsehen durchsetzte. Für Österreich prägte Barbara Pflaum diesen Aufbruch mit, indem sie Bilder lieferte, die dynamisch, eigenwillig und effektvoll waren und bildjournalistische Konventionen überschritten. Das Wien Museum Karlsplatz zeigte 2007 die erste große Retrospektive der Werke Barbara Pflaums. Voraussetzung dafür war die Auf­ arbeitung des Nachlasses im Ausmaß von 15.000 Prints und 150.000 Negativen, die der Fotohistoriker Gerald Piffl auf Initiative Hannes Pflaums, des Sohnes von Barbara Pflaum, übernahm. Die Essenz aus Pflaums Werk – rund 300 Fotografien – ergab eine bewegende Bildchronik der Zweiten Republik. 98 Wien Museum Großer Bahnhof Wien und die weite Welt In Kooperation mit dem Technischen Museum Wien 28. September 2006 bis 11. März 2007 Die Ausstellung”Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt” zeichnete die Geschichte von Wiens großen Bahnhöfen nach – von den ersten schlichten”Aufnahmegebäuden” über moderat moderne Bauten der Nachkriegszeit bis zum künftigen”Hauptbahnhof Wien”, der eine epochale Veränderung des urbanen Lebens mit sich bringen wird. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf den Großbahnhöfen des 19. Jahrhunderts. Neben der Architektur ging es auch um die Stadtentwicklung, waren Bahnhöfe ja entscheidende Impulsgeber der Modernisierung Wiens. Im Zentrum der Ausstellung stand das Leben am Bahnhof: Ob Reisende mit nahen oder fernen Zielen, Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder MigrantInnen bei ihrer Ankunft – es ging um Menschen mit ihren Emotionen, um Hoffnungen und Fernweh, um sozialen Status und Rituale. Auch politische und gesell­ schaftliche Ereignisse, wie etwa die umjubelten Empfänge Charlie Chaplins oder Toni Sailers, waren zu sehen. Schließlich machte die Aus­ stellung auch einen Blick hinter die Kulissen des Bahnhofsbetriebes mit seinen spezifischen Berufsgruppen, Reglements und Konsumangeboten. Who is Marie-Louise von Motesiczky? Malerin zwischen Wien und London 8. März 2007 bis 20. Mai 2007 Ihr Leben umspannte ein ganzes Jahrhundert, ihr Werk spiegelt eine brüchige Welt zwischen Wien und London. Die Malerin Marie-Louise von Motesiczky(1906-1996) wuchs in einer wohlhabenden jüdischen Wiener Unternehmer­ familie auf, für die der Umgang mit großen Künstlern selbstverständlich war. Nach auf­ regenden Jahren in der Wiener”Jeunesse dorée” der 20er Jahre landete Motesiczky in Max Beckmanns Frankfurter Meisterklasse. Schon früh entwickelte sie einen eigen­ ständigen Stil, zurückhaltender als der Expressionismus und unbeeindruckt von der abstrakten Avantgarde. Die Hoffnungen auf eine Künstlerkarriere wurden vom Nationalsozialismus zunichte gemacht. 1938 floh Motesiczky mit ihrer Mutter Henriette über Holland nach London, wo sich ein enger Kontakt zur Emigranten­ szene entwickelte. Motesiczkys Bilder spiegeln das unmittelbare Umfeld der Künstlerin. Vor allem erforschte sie mit dem Pinsel Menschen und deren Gesichter. Neben den Porträts entstanden symbolkräftige Stilleben. Zeitlebens nahm die finanziell unabhängige Malerin kaum am Kunstbetrieb teil, ihr Werk entstand nahezu im Verborgenen und wurde erst spät entdeckt. Kein Abschied Plakate des WIENER MOZARTJAHRES 2006 Atrium, 20. März 2007 bis 9. April 2007 Die gezeigten Plakate vermittelten in ihrem kreativen Umgang mit der”Ikone Mozart” nicht nur Informationen und gedankliche Botschaften, sondern rückten auch deren ästhetische Struktur in den Vordergrund. Als Schenkung der WIENER MOZARTJAHR Organisationsgesellschaft fanden die Plakate nach dieser Präsentation Eingang in die Sammlung des Wien Museums. Im Wirtshaus Eine Geschichte der Wiener Geselligkeit 19. April 2007 bis 23. September 2007 Als Ort der Geselligkeit ist das Wiener Wirtshaus seit Jahrhunderten ein Fixpunkt. Doch als Mythos rangiert es hinter Kaffeehaus und Heurigem. Denn das Beisl ums Eck steht für städtischen Normalbetrieb. Zugleich ist es ein Mikrokosmos des Alltäglichen.”Im Wirtshaus” war die erste große kultur­ historische Ausstellung zur Wiener Gasthaus­ kultur. Die Ausstellung erzählte vom Wirtshaus als Vergnügungsort, von Wirt und die Wirtin 99 Wien Museum als – oftmals berühmte – Hauptfiguren und von Bier und Wein, die lange in Konkurrenz standen. Alkoholismus und AbstinenzlerBewegung wurden thematisiert, ebenso wie historisches Küchen- und Tischgerät. Die Ausstellung führte weit zurück, bis zu einer Taverne, die kürzlich bei einer Ausgrabung entdeckt wurde. Und sie reichte bis zur”BeislRenaissance” in der jüngsten Vergangenheit. Im Atrium des Museums wurde am Beispiel von 25 Lokalen eine Typologie der aktuellen Wiener Wirtshauskultur präsentiert. Ganz unten Die Entdeckung des Elends- Wien, Berlin, London, Paris, New York 14. Juni 2007 bis 28. Oktober 2007 Der gewaltige Urbanisierungsschub, die tristen Wohnverhältnisse und die Angst vor Cholera und sozialen Unruhen erzeugten gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein neuartiges Interesse an den”dunklen” und verborgenen Zonen der Großstädte. Künstler und Schriftsteller, aber auch Stadtforscher und Sensationsreporter versuchten, die Drastik des Elends in Sprache und Bild zu bannen. Die Motive waren unter­ schiedlich: Aufklärung, Attraktion, Agitation. Seit dem frühen 20. Jahrhundert rückte die politische Dimension in den Vordergrund – und damit das Plädoyer für eine radikale Verände­ rung der sozialen Verhältnisse. Die Frage nach der Darstellbarkeit des Elends, zwischen Anteilnahme und Voyeurismus, und des Respekts vor den Betroffenen blieb indes weiter aktuell. Im Zentrum der Ausstellung stand die berühmte Reportage des Journalisten Emil Kläger, der 1904 gemeinsam mit dem Amateurfotografen Hermann Drawe die ”Wiener Quartiere des Elends und Ver­ brechens” erkundete. Schlaglichtartig wurden im internationalen Vergleich Beispiele von einflussreichen Sozialreportagen und künst­ lerischer Emphase gezeigt: Bedeutende Grafikzyklen von Käthe Kollwitz und Heinrich Zille, eine Dokumentation der Wohnver­ hältnisse in Berlin, aber auch Reportagen des jüdischen Elends in Wien von Bruno Frei oder der 1890 veröffentlichte Fotobericht über die sozialen”outcasts” des New Yorker Polizei­ reporters Jacob A. Riis. Am Gänsehäufel Ein Strandbad wird 100 19. Juli 2007 bis 7. Oktober 2007 Als”Wildnis” vom Lebensreformer Florian Berndl”entdeckt” und 1907 von der Gemeinde als kommunales Bad eröffnet, entwickelte sich das Gänsehäufel schnell zum sommerlichen Fluchtort und Prestigeprojekt der Stadtpolitik. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg kamen jährlich über 200.000 Besucher, um zwischen Sandkuren, Wasserspaß und Biertrinken den Alltag zu vergessen. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erlebte das Gänsehäufel eine ruhmreiche Auferstehung: Die bauliche Neugestaltung durch Max Fellerer und Eugen Wörle fand sogar international Beachtung, der markante Uhrturm wurde zu einem Wahr­ zeichen der architektonischen Moderne nach 1945. Die Ausstellung nahm die gängigen Gänsehäufel-Mythen als Ausgangsbasis für thematische Fokussierungen: Die Geschichte des Ortes wurde von seinen”alternativen” Anfängen bis zum Einsatz als Wien-Image rekonstruiert. Es ging um den Betrieb hinter den Kulissen, um Wasserqualität und den wechselnden Umgang mit der Natur, um Körperkult, Bademode und Freizeit­ inszenierung. Und schließlich kamen nicht nur die BesucherInnen, sondern auch die ”BewohnerInnen” des Gänsehäufels – die legendären Kabanenmieter– zu Wort. Kunstwege‘70 Fotografien von Karin Mack Atrium, 17. Oktober 2007 bis 18. November 2007 Als teilnehmende Beobachterin hat die Fotografin Karin Mack die österreichische Avantgardeszene der frühen 70er-Jahre erlebt. 100 Wien Museum Ihre Fotos aus dieser Zeit sind nicht nur Dokumente einer Zeit des Aufbruchs, sondern vor allem intime Porträts der”handelnden Personen”, die bei Happenings oder im privaten Rahmen entstanden: Die Wiener Gruppe im Berliner Exil beim gemeinsamen, Alkohol-inspirierten Improvisieren, Friedrich Kurrent und Friedrich Achleitner beim ersten internationalen Architekturkongress im Loos­ haus in Payerbach, oder Hermann Nitsch, wie er im Berliner Lenbachhaus Seite an Seite mit Gerhard Rühm und Günter Brus die Blockflöte bläst. Baby an Bord Mit dem Kinderwagen durch das 20. Jahr­ hundert 18. Oktober 2007 bis 13. Jänner 2008 Mit dem Kinderwagen lassen sich viele Geschichten erzählen: Vom Bedürfnis nach Mobilität und sich ändernden Geschlechter­ rollen, von technischen Neuerungen und dem Wandel der städtischen Infrastruktur, von sozialen Unterschieden und sich ändernden Designvorstellungen. Die Ausstellung”Baby an Bord. Mit dem Kinderwagen durch das 20. Jahrhundert” verknüpfte erstmals den Gebrauchsartikel Kinderwagen mit der Stadt­ geschichte. Sie präsentierte historische Kinder­ wagenmodelle, darunter Raritäten wie einen 130 Jahre alten Dreiradwagen in Kombination mit verschiedensten Materialien wie Werbeprospekte von Wiener Kinderwagen­ erzeugern, Fotoalben und Interviews. Breiter Geschmack Goldscheider – Eine Weltmarke aus Wien 22. November 2007 bis 10. Februar 2008 Die Marke Goldscheider steht vorwiegend für bunte Keramikfiguren der 1920er und 1930er Jahre – Tänzerinnen, mondäne Damen mit Hunden, launige Tierchen. Ihre Vorlagen sind in der Medienwelt, in den auflagenstarken Magazinen mit Illustrationen der modernen Frau, zu finden. Erfolgsmodelle wie der ”Gefangene Vogel” 1922 und der sitzende Scotch-Terrier als”Modehund” 1928 wurden zu Tausenden produziert und exportiert. Die Wiener Manufaktur Goldscheider – gegründet 1885 – verschaffte sich binnen weniger Jahre einen ausgezeichneten nationalen und internationalen Ruf. Mit Figuren und Gefäßen aus Fayence, Terrakotta, Bronze und Alabaster lieferte sie dekorative Ziergegenstände für den Geschmack einer breiten Käuferschicht, die sich aus einem riesigen Warensortiment mit Modellen unterschiedlicher Preiskategorien, Farben und Materialien bediente. Die Aus­ stellung zeigte eine Auswahl von rund 300 Kleinplastiken und Gebrauchsgegenständen aus der Sammlung des Wien Museums und von Leihgebern. Illustrierte Zeitschriften als Vorlagen und Bilder historischer Wohnungs­ einrichtungen bildeten in der Ausstellung eine Folie, die Goldscheider als Phänomen einer breiten Geschmackskultur verständlich machten. Aufgeputzt Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt Fotografien von Didi Sattmann Atrium, 24. November 2007 bis 6. Jänner 2008 Die Weihnachtsbeleuchtung hat sich in den vergangenen Jahren flächendeckend über die Stadt gelegt. Immer mehr, immer üppiger, immer extravaganter muss sie sein. Der Fotograf Didi Sattmann dokumentierte 2005 die Beleuchtung der Innenstadt. Mit der Präsentation im Atrium warf er die Frage nach dem Wert und Sinn der kommerziell moti­ vierten”Weihnachtsstimmung” auf und lotete die Grenzen zwischen Ästhetik und Kitsch aus. WIEN MUSEUM HERMESVILLA Schau mich an Wiener Porträts 6. April 2006 bis 15. April 2007 Die Porträtsammlung des Wien Museums umfasst über 100.000 Bilder von prominenten, aber auch unbekannten BewohnerInnen Wiens. 101 Wien Museum Erstmals wurde dieser einzigartigen Sammlung eine eigene Themenausstellung in der Hermesvilla gewidmet:”Schau mich an” erzählte eine Geschichte Wiens anhand der Gesichter der Stadt. Dabei ging es um mehr als um Porträts als ästhetische Erinne­ rungsstücke an Menschen. Bildnisse aus mehreren Jahrhunderten wurden als Zeugen gesellschaftlicher Entwicklung präsentiert, die viel über soziale Rangordnung, Macht und Inszenierung, Schönheitsideale und moralische Werte verraten. Daraus ergaben sich Leit­ fragen der Ausstellung: Wer ließ sich überhaupt porträtieren und zu welchem Zweck? Von welchen Menschen haben wir heute keine Bildzeugnisse und warum? Worin unterscheiden sich Porträts unterschiedlicher Gesellschaftsschichten? Eine repräsentative Auswahl aus der umfangreichen Sammlung des Wien Museums – und zugleich ein aufschlussreiches Kaleidoskop der Wiener Gesellschaft im Wandel der Zeit. Schöne Aussichten Die berühmten Wien-Bilder des Verlags Artaria 10. Mai 2007 bis 4. November 2007 Zu den wichtigsten und prachtvollsten Bildquellen der Geschichte Wiens zählt die ”Sammlung von Aussichten der Residenzstadt Wien”, die ab 1779 im Verlag Artaria erschien. Es handelt sich dabei um 57 kolorierte Umrissradierungen, gezeichnet und gestochen von Carl Schütz, Johann Ziegler und Laurenz Janscha. Vor allem die Erstausgaben sind Höhepunkte der Wiener Grafikgeschichte. Als Zeitfenster für Wien um 1800 sind die Veduten von unschätzbarem Wert. Denn mit jedem der ”perspectivischen Prospecte” erschließt sich dem Betrachter ein Teil des lebendigen Stadt­ organismus. Im 18. Jahrhundert wuchs die k. k. Residenzstadt architektonisch in die Höhe und breitete sich in Vorstädte wie Josefstadt oder Wieden aus. Neue prächtige Gebäude wurden auf den Wien-Ansichten von Artaria ebenso dokumentiert wie die erstmals für das Volk geöffneten Grünerholungsgebiete (Augarten, Prater). Gemäß der Aufklärung präsentieren die Veduten das Bild einer neuen Zeit. Bis 1846 gab es mehrere Neuauflagen, bei denen alte Details aus den Kupferplatten ”gedeckt” und neue hinzugeätzt wurden – von Bauwerken bis zur jeweils aktuellen Mode der Figuren. EINBLICKE – EINE NEUE PRÄSENTATIONSREIHE IM WIEN MUSEUM KARLSPLATZ Seit vielen Jahrzehnten besteht im Wien Museum Karlsplatz ein Manko: Auf Grund von Platzmangel werden Kunstwerke des 20. Jahrhunderts – vor allem ab den 1920er Jahren – lediglich in einem sehr kursorischen Überblick präsentiert. Ab 2007 werden unter dem Titel”Einblicke” Werke aus der Museumssammlung in exemplarischen Ausschnitten vorgestellt, jeweils mit Fokus auf einen bestimmten Zeitabschnitt und spezifische inhaltliche Aspekte. Die Präsentationen wechseln zwei bis drei Mal pro Jahr. Endlich können somit herausragende, mitunter auch wenig bekannte Werke aus der Sammlung, die sich ansonsten im Depot befinden, dem Museumspublikum Öffentlichkeit gezeigt werden. ”Einblick#1. Fotokunst aus den vergangenen vier Jahrzehnten” zeigte in der ersten Jahreshälfte fotografische Werke seit den 1960er Jahren.”Einblick#2. Die 20er Jahre” präsentierte ab Oktober wichtige Beispiele der künstlerischen Auseinandersetzung im Wien der 1920er Jahre mit internationalen experimentellen Strömungen. 102 Wien Museum Besucher vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2007 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz Dauerausstellung und Sonderausstellungen inkl. Ausstellungen im Atrium 107.875 Wien Museum Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten Dauerausstellung und Sonderausstellungen 22.180 Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 20.034 Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus, 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydn Haus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 259 12.025 10.611 3.146 109.958 9.502 955 8.829 155.285 Sonstige Standorte der Museen der Stadt Wien Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto Wagner-Hofpavillon Hietzing, 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße* Otto Wagner-Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof** Römische Ruinen Hoher Markt, 1010 Wien, Hoher Markt 3 Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)*** Zwischensumme sonstige Standorte 2.646 343 5.300 4.731 0 11.932 78 25.030 Gesamtsumme 330.404 (Besucherzahlen sind inkl. Besucher von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern) * Wegen Adaptierungsarbeiten von Februar 2006 bis Ende März 2007 geschlossen. ** Wegen Renovierung seit Juli 2005 geschlossen. *** Geöffnet nur auf Anfrage. 103 Förderungen FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. Alle Beträge in EURO Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Film, Kino, Video Neue Medien Bildende Kunst, Photo Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Intern. Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 30.150.976,55 8.056.718,51 2.985.000,00 724.636,55 19.551.505,00 82.553.304,43 12.149.000,00 500.000,00 9.013.815,31 975.308,89 1.487.136,00 158.395,00 937.868,61 15.029.946,38 18.657.623,41 202.931.234,64 105 Förderungen Museen, Archive, Wissenschaft Archive: Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen: Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Bauliche Maßnahmen und Einrichtungen für Wien Museum Karlsplatz, Hermesvilla und andere Außenstellen Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter Betrieb Jüdisches Museum Museumsquartier Wien Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Projektförderungen Wissenschaftliche Förderungen Architekturzentrum Wien Austrian American Foundation Cajetan-Felder-Institut Club of Vienna Demokratiezentrum Wien Europäische Akademie Wien Europäisches Forum Alpbach Fonds der Stadt Wien- Krebsforschung Förderung junger Wissenschaftler(Forschungsstipendien) Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde Institut Ethik und Wissenschaften im Dialog Institut für die Wissenschaft von Menschen Jewish Welcome Service Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichischer Austauschdienst Projektförderungen 106 16.204,67 61.294,71 2.921,98 8.545,02 12.870,00 537,09 3.288,00 30,80 3.927,92 14.811,52 16.261,91 3.291,60 17.586,80 2.212.000,00 4.920.000,00 240.000,00 4.672.500,00 3.804.764,00 416.133,00 291.000,00 73.000,00 1.380.000,00 500.000,00 30.000,00 300.000,00 130.000,00 28.000,00 11.000,00 109.009,25 31.500,00 150.000,00 57.000,00 530.000,00 143.600,00 1.000.000,00 447.900,00 70.000,00 10.000,00 1.250.000,00 Förderungen Projektgruppe"Wörterbuch der Fackel" 87.000,00 Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen 40.000,00 Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes 269.400,00 TU Wien 260.000,00 Tuw.was TU Wien 51.000,00 Unlimited- Verein zur Förderung des Dialogs 111.000,00 Verein Betrifft: Neudeggergasse 25.000,00 Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 33.600,00 Verein Forschungszentrum für historische Minderheiten 91.849,16 Verein für Geschichte der Stadt Wien 28.000,00 Wirtschaftsuni Wien 5.190.000,00 WissenschaftzentrumWien 800.000,00 Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland 15.710,84 Wiener Vorlesungen 51.956,13 Buchankäufe Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co KG 3.780,00 Braumüller Verlag 1.867,50 Czernin Verlag GmbH 4.483,00 Edition Splitter 920,00 Edition Vabene 1.631,00 Ephelant Verlag 880,00 Facultas Verlags- und Buchhandels AG 398,00 HOLOS- Verlag für Ganzheitlichkeit 298,00 Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik 360,00 Jonas Verlag für Kunst und Literatur GmbH 440,00 Löcker Verlag 1.550,00 Mandelbaum Verlag 1.273,00 Maurer Heimatrunde- Verein für Heimatgeschichte, Heimatkunde und Heimatpflege 600,00 mc publishing- Verein Kultur Projekte 392,00 Metro Verlag 913,00 Molden Verlag GmbH& Co KEG 1.244,00 MUSIS- Verein zur Unterstützung der Museen und Samlungen in der Steiermark 720,00 Öffentliche Volksschule Wolfgang Schmälzlgasse 200,00 Passagen Verlag Ges.m.b.H. 2.169,00 Residenz Verlag 518,70 Seifert Verlag GmbH 229,00 Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft 500,80 Studien Verlag Ges.m.b.H. 3.974,15 Theodor Kramer Gesellschaft 249,00 Verein zur Förderung der armenischen Geschichte und Kultur 700,00 Verlag Walter Zednicek 1.920,00 Verlagsbüro Mag. Johann Lehner GesmbH 432,00 Vier Viertel Verlag 1.540,00 Wiener Bibliophilen-Gesellschaft 300,00 Druckkostenbeiträge Aaptos Verlag, Buchhandel& Seminare 800,00 Afghan Wulas- Verein zur Förderung der afghanischen Kultur in Österreich 400,00 AG Literatur- Edition Art& Science Produktionsgemeinschaft 500,00 Alfred Klahr Gesellschaft 500,00 Amalthea Signum Verlag GmbH 500,00 107 Förderungen Arnold Schönberg Privatstiftung 800,00 Böhlau Verlag Ges.m.b.H.& Co. KG 3.200,00 Burgenländisch-Kroatischer Kulturverein in Wien 1.000,00 Camillo Sitte Gesellschaft, TU Wien 1.000,00 Christian Brandstätter Verlag GmbH& Co KG 1.600,00 Cultural Research. Zentrum für wissenschaftliche Forschung und Dienstleistung 700,00 Czernin Verlag GesmbH 3.300,00 dérive- Verein für Stadtforschung 1.000,00 Edition Sonnberg in der Officin Reproanstalt GmbH 500,00 Edition Sonnenaufgang, Dr. Verena Kienast 500,00 Edition Splitter 400,00 Edition Steinbauer GmbH 2.000,00 Edition Vabene 3.200,00 egoth Verlag GmbH 600,00 Eigenverlag Dr. Baghaollah Wossugh 600,00 Eigenverlag Walter Hildebrand 800,00 Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. 2.100,00 Facultas Verlags-& Buchhandels AG 1.600,00 Folio Verlag 1.000,00 Förderverein für Volkskunde, Wien FVV 450,00 Freundeverein Leopold Museum 500,00 Gesellschaft für Buchforschung in Österreich 600,00 INFOTHEK- Verlag und Literaturwerkstatt 400,00 International Institute for Applied Systems Analysis- IIASA 600,00 Karl von Vogelsang-Institut, Institut zur Erforschung der Geschichte der hristlichen Demokratie in Österreich 700,00 Karolinger Verlag 800,00 Lit Verlag GmbH& Co. KG Wien 4.150,00 Mandelbaum Verlag 3.400,00 MANZ'sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH 1.800,00 Metro Verlag 1.000,00 Molden Verlag GmbH& Co. KEG 1.200,00 MUSIS- Verein zur Unterstützung der Museen und Sammlungen in der Steiermark 1.000,00 NWV- Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH 600,00 Öffentliche Volksschule Elternverein 500,00 Österr. Ges. für Mittelalterarchäologie 500,00 Österreichisch-armenische Studiengesellschaft 1.000,00 Österreichische Gesellschaft für Unternehmensgeschichte, WU Wien 500,00 Passagen Verlag Ges.m.b.H. 7.300,00 Peter Lang GmbH 4.700,00 Praesens Verlag 600,00 Rumänisch-Orthodoxe Kirchengemeinde Wien 800,00 Seifert Verlag 1.700,00 Studien Verlag Ges.m.b.H 13.300,00 Unabhängiges Kinderschutzzentrum Wien-Hilfe und Beratung bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche 500,00 Universitätszentrum für Friedensforschung 500,00 Verein"Wiener Architektur" 700,00 Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 300,00 Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung 700,00 108 Förderungen Verein für Volkskunde 1.000,00 Verein zur Förderung der armenischen Geschichte und Kultur 900,00 Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik 700,00 Verein zur Veranstaltung und Organisation des Kultur- und Standortprojekts Soho in Ottakring 800,00 Verlag für Geschichte und Politik Ges.m.b.H. 1.500,00 Verlag Schlebrügge.Editor 700,00 Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Ges.m.b.H. 1.800,00 Vier-Viertel-Verlag 700,00 Wieser Verlag 1.000,00 Wilhelm Braumüller Universitäts- Verlagsbuchhandlung Gesellschaft m.B.H. 4.500,00 Summe Museen, Archive, Wissenschaft 35.250.976,55 Baukulturelles Erbe Altstadterhaltung Denkmäler, Denkmalbrunnen Stadtarchäologie Summe Baukulturelles Erbe 7.362.224,76 402.825,67 291.668,08 8.056.718,51 Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Stadtimpuls Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Summe Alltagskultur 787.000,00 436.000,00 545.000,00 890.000,00 327.000,00 2.985.000,00 Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher und Zeitschriften 3. Plakate 4. CD-Roms Handschriftensammlung Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen Corporate Design, Corporate Identy Sonstige Ausgaben-freie Mitarbeiter Sonstige Ausgaben Summe Bibliothekswesen 37.365,20 72.045,03 537,00 1.827,16 101.410,00 101.538,47 19.406,18 781,80 187.623,65 14.208,03 158.119,25 29.501,78 724.636,55 Musik Arnold Schönberg-Center Austrian Music Office 872.905,00 10.000,00 109 Förderungen Chorforum Wien 10.000,00 Ensemble 20. Jahrhundert 19.000,00 Erstes Frauen-Kammerorchester von Österreich 36.000,00 Fritz Kreisler Gesellschaft 5.000,00 Gesellschaft der Musikfreunde 785.000,00 Gustav Mahler-Jugendorchester 182.000,00 HEY-U Entertainment GmbH 250.000,00 Hot Club de Vienne 26.000,00 IG Jazz Wien 109.000,00 Jazz Fest Wien 345.000,00 Klangforum Wien 500.000,00 Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer 20.000,00 Komponistenförderung 25.000,00 MICA 94.000,00 Musica Juventutis 18.000,00 Musikalische Jugend Österreichs 370.000,00 Planet music media 262.000,00 Porgy& Bess 110.000,00 Projektförderungen 470.000,00 Schubert Gesellschaft Wien-Lichtental 16.600,00 Stadtinitiative Wien 40.000,00 Verband der Konzertlokalbesitzer 140.000,00 Verein Voice mania 45.000,00 Verein zur Förderung alternativer Kultur 4.000,00 Verein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik- D'Akkordeon 40.000,00 Vienna Art Orchester 100.000,00 Wiener Akademie 161.000,00 Wiener Jeunesse Orchester 47.000,00 Wiener Kammeroper 25.000,00 Wiener Kammerorchester 59.000,00 Wiener Konzerthausgesellschaft 1.054.000,00 Wiener Männergesangsverein 10.000,00 Wiener Musikgalerie 30.000,00 Wiener Operettensommer- Scheibmaier Ges.m.b.H. 150.000,00 Wiener Symphoniker 12.352.000,00 Wiener Volksliedwerk 55.000,00 Wien-Modern 654.000,00 Baukosten MM Musikwerkstatt Musikförderverein 50.000,00 Summe Musik 19.551.505,00 Theater, Musiktheater, Tanz Arbos Art*Act Kunstverein Artificial Horizon Tanztheater ASSITEJ Austria Ateliertheater Chimera Club Real- Verein für kulturelle Praktiken 44.000,00 25.000,00 63.000,00 16.000,00 40.000,00 58.000,00 25.000,00 110 Förderungen Dachtheater Dance Web Dans.Kias Das Wiener Kindertheater dis.danse tanz/theater Domus Verein zur Förderung musikalischer Künste Drachengasse 2 Theater Dreihzehnterjanuar- Freie Theaterproduktionen Dschungel Wien Ecce Homo Echoraum Ensemble für Städtebewohner Ensemble Theater Erfolgstheater Far A Day Cage Theaterproduktionen Freie Bühne Wieden Generationentheater-Erinnerungstheater Gesellschaft für subventionierte Kunst Gloria Theater Betr. GmbH God´s entertainment- Verein zur Erhaltung und Förderung des Off-Theaters Gruppe 80- TAG Hunger auf Kunst und Kultur iffland& söhne, theater und film IG Freie Theaterarbeit Imeka ImPuls Tanz Inter Thalia Theater Interkulttheater International Theatre-Betriebs GmbH Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Jüdisches Theater Austria Jugendstiltheater- Verein zur Förderung der Kultur in der Psychiatrie Kabarett Niedermair- Verein der Freunde der Freude am Theater Kabinettheater Kammeroper Kasal- Verein für Performance und bildende Kunst kinoki- Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung Kitsch& Kontor Komödie am Kai Konnex Koproduktionshaus Wien GmbH Kulisse- Andreas Elsner GesmbH Kunstgriff- Verein für Schauspiel, Musik, Performance und Tanz Kunstverein Lady Chutney Kunstverein Theater des Augenblicks L8!- Theater im 21. Jahrhundert Lalish Theaterlabor Lilarum LINK Kosmos Frauenraum liquid loft- Verein zur Projektierung künstlerischer Ideen 16.000,00 50.000,00 150.000,00 25.000,00 18.000,00 225.000,00 618.000,00 27.000,00 1.000.000,00 120.000,00 50.000,00 275.000,00 680.000,00 38.000,00 25.000,00 70.000,00 6.000,00 40.000,00 280.000,00 20.000,00 735.000,00 80.000,00 30.000,00 142.932,00 46.000,00 750.000,00 600.000,00 250.000,00 80.000,00 24.000,00 45.000,00 40.000,00 100.000,00 50.000,00 700.000,00 7.500,00 15.500,00 730.000,00 20.000,00 150.000,00 618.000,00 40.000,00 30.000,00 25.000,00 40.000,00 13.500,00 40.000,00 200.000,00 483.000,00 53.000,00 111 Förderungen Lux Flux Märchenbühne Der Apfelbaum Metropol moki- mobiles Theater für Kinder Musik Theater Schönbrunn Musikwerkstatt Netzzeit Neue Oper Wien New Space Company Nomad theatre Odeon Opernwerkstatt Wien Original Wiener Stegreifbühne Tschauner Österreichisches Theater Palast Theater Wien Passage Wien performancereviewcommittee- Verein zur performativen Kunst Progetto semiserio Projekttheater(Vorarlberg) Schauspielhaus Showinisten sirene Operntheater Spielraum Theater und-studio Sportklub Hakoah- ltd. auf W+ W Kultur Verein zur Entwicklung u. Realisierung von Kunst- u. Kulturprojekten Superamas Szene Bunte Wähne TAG- Theater an der Gumpendorfer Straße Tanz Theater Performance- Im Flieger Tanzatelier Wien Tanzquartier Wien Tanztheater Homunculus Tanztheater Kunstgriff Tanztheater Springschuh e. V. Tanztheaterverein DIVERS THAETRON XXI The Kissinsky Family The Only Supernova- Kration und Produktion- Theaterverein Theater am Spittelberg Kulturverein Theater Brett Theater Center Forum Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater des Kindes Theater Die Showinisten Theater Foxfire Theater in der Josefstadt Theater Trittbrettl Theater zum Fürchten Theater. Werkstatt BRAUHAUS(vormals PopUp Theater) 112 15.000,00 41.000,00 550.000,00 15.000,00 50.000,00 128.000,00 400.000,00 500.000,00 32.000,00 66.000,00 690.000,00 100.000,00 80.000,00 60.000,00 50.000,00 20.000,00 30.000,00 30.000,00 30.000,00 1.205.000,00 100.000,00 100.000,00 120.000,00 40.000,00 100.000,00 95.000,00 100.000,00 50.000,00 105.000,00 2.900.000,00 123.000,00 45.000,00 20.000,00 35.000,00 40.000,00 7.500,00 31.400,00 55.000,00 10.000,00 55.000,00 3.420.000,00 150.000,00 8.000,00 150.000,00 59.000,00 6.750.000,00 15.000,00 300.000,00 28.000,00 Förderungen theater.wozek 78.000,00 Theatercombinat 150.000,00 Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag 2.139,00 Theatergruppe ISKRA 28.000,00 Theaterverein Wien 660.000,00 Theaterverein zum aufgebundenen Bären 75.000,00 Thespis GmbH-(vormals Frankstahl Liegenschaftsverwaltungs GesmbH) 200.000,00 Toxic dreams 165.000,00 tYschnitt- Theaterverein 30.000,00 VAP- VisualArtProyektil 7.500,00 Verband Stadtinitiative- das OFF-Theater 40.000,00 Verein Bühnencrew EMPEE 14.000,00 Verein doing disko e.V. 15.000,00 Verein Exil 90.000,00 Verein Fup 35.000,00 Verein für dramatische Kunst>DIE SCHWIMMERINNEN< 30.000,00 Verein für neue Tanzformen- Salto- Compagnie Willi Dorner 150.000,00 Verein für Tanz-, Bewegungs- und Bildertheater 15.000,00 Verein KulturAXE 16.500,00 Verein Kunst und Theater- Tanto 33.000,00 Verein modernes Tanztheater 125.000,00 Verein MultiKids Wien 30.000,00 Verein Mumbling Fish 53.000,00 Verein Perform 60.000,00 Verein Projekt Theater 90.000,00 Verein re-p.räsent 20.000,00 Verein Romano Drom 18.000,00 Verein Schauspiegel 15.000,00 Verein tanzpool 15.000,00 Verein THEARTE 19.000,00 Verein TiyatroBrücke 40.000,00 Verein W.Ort 20.000,00 Verein Wiener Theaterpreis 100.000,00 Verein zur Förderung des kritischen Liedes und Musiktheaters- Zweigverein Wien 7.000,00 Verein zur Förderung performativen Brauchtums- Tanzverein Erdberg 20.000,00 Verein zur Förderung von Theaterkunst und Kulturprojekten 10.000,00 Verein zur Zeit 40.000,00 Vereinigte Bühnen Wien(Theater an der Wien, Raimundtheater, Ronacher mobile) 41.320.000,00 Vienna Body Archives 30.000,00 Vienna Magic 20.000,00 Volkstheater 6.037.665,00 Volkstheater in den Bezirken 799.000,00 Wiener Klangwerkstatt 39.000,00 Wiener Tanzwochen 750.000,00 Wiener Taschenoper 275.000,00 Wiener Vorstadttheater- integratives theater österreichs 20.000,00 Wiener Wortstätten 250.000,00 wienstation 10.000,00 Wissenschaftszentrum Wien 157.168,43 113 Förderungen ZOON Musikensemble Baukosten: Ensemble Theater Kulturverein C7 Projekt Theater Studio Schauspielhaus Theatercombinat Theater am Alsergrund Theater in der Josefstadt Theaterlabor- Institut für interaktive Kunst und Kommunikation Verein zur Förderung der Kleinkunstbühne Brennessel Summe Theater, Musiktheater, Tanz 25.000,00 16.000,00 990,00 28.000,00 49.315,00 15.000,00 945,00 1.037.956,00 2.500,00 7.294,00 82.553.304,43 Neue Medien (d)vision Verein für Medientheorie u. digitale Kultur Andel Emanuel Bernhard Luzius Bureau für Philosophie CONT3XT.NET Dorrer Angela Drössler Philipp E.S.E.L. in der Kunst(Erfahren, Sehen, Erkennen, Lernen) Eckermann Sylvia Edoko Institute ei(s)kon:fekt Faiss Bernhard farce vivendi- Plattform für Literatur, Kunst und menschenwürdiges Dasein Fegerl Judith Franz Xaver FunkFeuer Wien-Verein zur Förderung freier Netze Glechner Wolfgang Grumeth Eva Hahn Gerald Hofmann Matthias Husar Barbara InnoC.at-Österreichische Gesellschaft für innovative Computerwissenschaft Kirisits Nicolaj Klocker Elisabeth Maria Krejcik Manfred Kummerer Christoph Künstlerinnenkollektiv"Die Vereinten Königinnenreiche" Luksch Manuela Math Norbert Medienkunstarchiv Wien Medienwerkstatt Wien Monochrom Nestler Gerald Mag. Nicic Miroslav Nomad theatre Pinzolits Robert 3.196,20 7.700,00 3.450,00 15.000,00 5.000,00 4.000,00 2.500,00 9.953,00 2.500,00 3.000,00 15.000,00 4.240,00 12.000,00 3.861,00 8.000,00 19.000,00 2.600,00 5.000,00 2.500,00 3.900,00 8.200,00 19.000,00 2.500,70 3.300,00 4.300,00 1.300,00 2.700,00 3.800,00 11.500,00 3.500,00 3.000,00 131.002,03 400,00 3.000,00 3.400,00 4.000,00 114 Förderungen PLAY- Verein zur Förderung von DJ- und Clubkultur pooool Verein zur Förderung visueller Kunst und Kultur Prohaska Rainer Pyrker Richard Quartier für Digitale Kultur quintessenz- Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter Rahmenwerk- Verein zur West-Ost europäischen Situation Römer Patricia Schäfer Tobias Schuda Susanne Schütz Georg Seiringer Karl sonance.artistic.network-Gemeinnuetziger Verein zur Förderung von t echnologieunterstützten Kommunikationsprozessen, Kunst und Kultur Sperlhofer Johannes Tiefenbacher Philipp Trawöger Katharina Veigl Christoph Verein Linuxwochen-Verein zur Förderung der Information über Freie und Open Source Software Verein Subotron Verein zur Förderung der Erforschung und Bildung sozialer und technischer Innovationen- Metalab Zwei Kongruent Null-Verein zur Förderung von Projekten aus Kunst und Wissenschaft Summe Neue Medien 10.000,00 5.442,00 7.000,00 3.250,00 11.500,00 15.200,00 4.000,00 2.800,00 2.500,00 5.000,00 4.000,00 3.796,32 18.362,00 2.500,00 3.200,00 6.150,00 5.500,00 5.000,00 12.496,75 24.000,00 11.000,00 500.000,00 Film, Kino, Video After Image Produktion Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmarchiv Austria- Metrokino Filmfonds Wien Filmfonds Wien Service GmbH Gesellschaft für Film und Medien- Synema Jungfilmerförderung+ Projektförderungen Kinoförderung Österreichische Gesellschaft z.Erhaltung und Förderung der jüdischen Tradition und Kultur Österreichisches Filmmuseum Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebs GesmbH St. Balbach Verein DV8-Film Wiener Filmarchiv der Atbeiterbewegung Wiener Filmfestwochen- Viennale Baukosten Österreichisches Filmmuseum Summe Film, Kino, Video 102.200,00 400.000,00 116.000,00 80.000,00 7.870.750,00 124.250,00 15.000,00 400.000,00 300.000,00 70.000,00 509.000,00 371.000,00 21.800,00 150.000,00 90.000,00 1.379.000,00 150.000,00 12.149.000,00 115 Förderungen Bildende Kuns t Basis Wien Bildankäufe Depot Druckkostenbeiträge Fotogalerie Wien Gesellschaft bildende Künstler Österreichs- Künstlerhaus Grundstein- Verein für Kunst und Kommunikation IG Bildende Kunst Kindermuseum Kunst im öffentlichen Raum Kunsthalle Wien Kunstverein Wien Neigungsgruppe Design Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Soho in Ottakring Springerin Unit F Wiener Secession Wochenklausur Kunst- und Sozialverein Baukosten Kunstverein Wien Bildende Kunst Literatur Druckkostenbeiträge: Album Verlag Amalthea Signum Verlag GmbH Arovell-Kulturverlag Berenkamp Buch- und Kunstverlag Bibliothek der Provinz Buchkultur Verlagsgesellschaft m.b.H. Christian Brandstätter Verlag GmbH& Co KG Czernin Verlag GesmbH Das Fröhliche Wohnzimmer- Edition Deuticke Verlag edition a Edition Aramo Edition Atelier in der Wiener Zeitung edition ch Edition Splitter Edition Vabene egoth Verlag GmbH Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Erika Mitterer Gesellschaft Evangelischer Presseverband Folio Verlag GPV-Verlag 116 30.000,00 336.137,36 72.000,00 12.165,72 18.000,00 381.488,00 10.000,00 26.000,00 749.000,00 1.263.624,23 3.997.000,00 1.383.900,00 10.000,00 18.000,00 142.000,00 60.000,00 22.000,00 136.000,00 310.000,00 20.000,00 16.500,00 9.013.815,31 4.000,00 2.000,00 2.000,00 4.000,00 4.700,00 9.000,00 2.000,00 9.500,00 1.650,00 4.000,00 1.500,00 2.200,00 2.000,00 2.000,00 1.500,00 4.000,00 3.000,00 4.500,00 400,00 1.000,00 2.000,00 1.000,00 Förderungen Haymon Verlag herbstpresse Jung und Jung Verlag GmbH kleine idiomatische Reihe Kolik Kulturag, Verein für konstruktive Kultur-Impulse Kulturinitiative Klopfzeichen KUNST VOR ORT, Verein zur Kulturvermittlung und Vernetzung von Kunstschaffenden Literaturkreis Schloß Neulenbach- Podium Literaturverein SISYPHUS WIEN Literaturverlag Droschl Luftschacht Verlag Metro Verlag Milena Verlag Verein zur Förderung von Literatur und Wissenschaft von Frauen Molden Verlag GmbH& Co. KEG Ö.D.A. Österreichische DialektautorInnen und Archive- IDI Austria ­ Institut für regionale Sprachen und Kulturen Otto Müller Verlag Passagen Verlag Ges.m.b.H. Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. Picus Verlag GesmbH Praesens Verlag Promedia Druck-& Verlagsges.m.b.H. Residenz Verlag Seifert Verlag Skarabaeus Verlag Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. ST/A/R, Verein für Städteplanung/Architektur/Religion Theodor Kramer Gesellschaft Uhudla Edition Verein Exil Verlag A-Uhudla Verlag Der Apfel Verlag Der Pudel Verlagsbüro Mag. Johann Lehner Ges.m.b.H. Vier-Viertel-Verlag Virtual Gates VIZA-Literaturförderungsverein VOLLTEXT Verlag GmbH Wieser Verlag ZZOO Verein für Leguminosen Literatur Buchankauf Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing Erstes Wiener Lesetheater Eurozine Forschungs- und Dokumentationsstelle f.neuere Österr.Literatur Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung 7.500,00 2.300,00 8.000,00 1.100,00 5.000,00 2.300,00 1.500,00 500,00 2.400,00 1.800,00 3.000,00 4.900,00 3.000,00 2.000,00 8.400,00 2.000,00 3.000,00 6.000,00 11.000,00 2.000,00 2.200,00 1.500,00 3.500,00 1.500,00 1.500,00 5.500,00 2.500,00 4.500,00 2.700,00 3.000,00 900,00 5.000,00 1.500,00 3.000,00 1.000,00 1.000,00 500,00 3.000,00 14.500,00 550,00 74.989,89 31.000,00 12.000,00 20.000,00 73.400,00 25.400,00 24.000,00 117 Förderungen Hauptverband des Österr. Buchhandels IG AutorInnen Literaturkreis Podium Milena Verlag Multi Art Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N. Club Österreichischer Schriftstellerverband Projektförderungen Schule für Dichtung in Wien Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein Buchmarketing Verein Sisyphus Verein Wespennest Stipendien Autoren in Wiener Verlagen Autorenstipendien Canetti-Stipendien Dramatikerstipendien Summe Literatur Kulturinitiativen, Zentren Aktionsradius Augarten Aktionsradius Wien WUK, Jahressubvention Sargfabrik Kulturverein Alsergrund Kulturverein Simmering Verein Das Dorf Summe Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Bologna Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe Ausbildung, Weiterbildung 118 6.540,00 16.559,00 3.600,00 4.360,00 7.300,00 7.300,00 6.500,00 6.540,00 100.000,00 87.000,00 30.000,00 24.360,00 2.460,00 2.900,00 28.300,00 15.000,00 52.800,00 72.000,00 36.000,00 975.308,89 65.336,00 189.000,00 1.090.000,00 50.000,00 21.800,00 58.000,00 13.000,00 1.487.136,00 70.445,00 30.000,00 14.950,00 43.000,00 158.395,00 Internationaler Kulturaustausch, Integration Interkulturelle Aktivitäten UNESCO- Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten Summe Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen AICE Intern. Jugendmusikfest Blasmusikfest Bundesländertag Lebendige Weihnacht Mozartjahr Wiener Festwochen Wiener Kulturservice Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Wiener Stadtfeste Summe Großveranstaltungen Sonstige Förderungen IG- Kultur Wien Israelitische Kultusgemeinde Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut Sommerhochschule der Uni Wien Stadtforum Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit- K2 Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Modepreis-Unit F Dr. Karl-Renner-Preis Sonstige Förderungen Förderungen 726.377,07 22.000,00 189.491,54 937.868,61 62.000,00 279.850,09 28.044,80 50.300,49 2.000.000,00 10.043.751,00 1.710.000,00 50.000,00 806.000,00 15.029.946,38 39.000,00 33.000,00 2.500,00 5.000,00 266.000,00 6.600,00 182.000,00 17.912.523,41 96.000,00 8.000,00 52.000,00 10.000,00 45.000,00 18.657.623,41 119 FRAUENKULTURBERICHT 2007 Zusammengestellt und kommentiert von Mag. Karin Rick 121 Frauen Der Frauenkulturbericht erscheint heuer zum siebenten Mal. Er erweitert die bisher übliche Auflistung spartenbezogener Förderung um die Kategorie Geschlecht. Europaweit gibt es kaum Erhebungen über die gesellschaftliche Realität von Kunst schaffenden Frauen und Frauen in der Wissenschaft, auch nicht über ihre Präsenz auf dem Kunst- Buch- und Plattenmarkt oder über den Stand öffentlicher Förderungen. Daher nimmt dieser Bericht eine Vorreiterrolle ein. Der Frauenkulturbericht hat auch im Rahmen des gender mainstreaming der Stadt Wien einen Pionierstatus. Mit seinen Erhebungen folgt er dem politischen Bekenntnis der Stadt zum gender budgeting, im Zuge dessen Analysen von Einnahmen und Ausgaben in Hinblick ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer durchgeführt werden. Dies betrifft querschnittbezogen alle Ausgaben, nicht nur die für frauenspezifische Projekte. Gender budgeting untersucht die Verteilung von Ausgaben und Einnahmen auf die Geschlechter, ferner die Auswirkungen dieser Verteilung auf die Arbeit und Lebensverhältnisse und das Rollenverständnis von Frauen und Männern. Deswegen wurde im Frauenkulturbericht etwa auch die kaufmännische und nicht bloß die künstlerische Leitung eines Theaters berücksichtigt, weil auch diese eine Führungsposition darstellt und das Selbstverständnis der betreffenden Frau anders prägt als eine subalterne Position. Quantitative Erhebung Erstes Ziel ist die quantitative Sichtbarmachung von Frauen und ihrer Beteiligung am gesamtkulturellen Geschehen der Stadt. Dazu gehört die zahlenmäßige Offenlegung der Förderungen, die von der öffentlichen Hand an weibliche Kunstschaffende vergeben werden. Die Fördersummen werden, soweit dies möglich ist, in ihrem Prozentanteil zum Gesamtbudget genannt. Frauen in Entscheidungsgremien Nicht nur die Fördersummen sind jedoch entscheidend, sondern auch die Beteiligung von Frauen an Fachjurys oder die Kuratorinnentätigkeit, also ihre Mitwirkung in Entscheidungsgremien, die die künstlerische Karriere einer anderen Frau beeinflussen können. Eine solche gegenderte Besetzung der Fachbeiräte kann ein neues Licht auf Geschlechterungleichheiten werfen. Sie ist allerdings keine Garantie für eine gendermäßig ausgewogene Verteilung der Fördermittel. Auch Frauen in den Jurys können die implizite Bevorzugung des männlichen Geschlechtes weitertragen. Zumindest in der Besetzung der Jurys, dort wo die Stadt Einfluss ausüben kann, wird auf Parität Wert gelegt. Qualitative Sichtbarmachung Zweites Ziel des Berichtes ist die Nennung der Projekte von Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, ihrer Namen und jener der Institutionen, in denen sie tätig sind. Damit wollen wir gegen die Leugnung und Anonymisierung, denen Künstlerinnen bis vor kurzem noch ausgesetzt waren angehen. ”Wir fördern die Qualität und nicht das Geschlecht”, dieses Hauptargument um die Bevorzugung von Männern zu verdecken, wenn die Frage nach der Anzahl von Künstlerinnen im Gesamtkontext eines künstlerischen Bereichs auftaucht, sollte endlich ausgedient haben. Mithilfe dieses Argumentes soll die Tatsache verschleiert werden, dass stillschweigend doch noch immer nach Geschlecht selektiert wird – und zwar auf scheinbar natürliche Weise zugunsten des„männlichen“. Konkrete Zahlen über Ausstellungsbeteiligungen von Frauen, ihren Anteil an Führungspositionen, an konzeptueller Arbeit, an der Definitionsmacht im Kunst- und Kulturbereich schlechthin sind außer von den betroffenen Künstlerinnen selbst selten erwünscht. Dem versucht der Bericht entgegenzuwirken. 122 Frauen THEATER In dem Bereich darstellende Kunst konnte im Jahr 2007 ein Frauenanteil von 50,86% der Gesamtförderung verzeichnet werden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass bei einer geteilten Leitung(Mann/Frau) der Förderbetrag nicht geteilt, sondern zu 100% dem Frauenanteil zugeschlagen wurde. Betrag Art/Leitung Betrag Theater, Fixe Häuser Volkstheater 6.037.655,00 Volkstheater in den Bezirken 799.000,00 Raimund/Ronacher 18.400.000,00 Gruppe 80- TAG 835.000,00 Gruppe 80- TAG Inter Thalia Theater 600.000,00 International Theatre 80.000,00 Kammeroper 700.000,00 Komödie am Kai 20.000,00 Kulisse 40.000,00 Lalish Theater 40.000,00 link*Verein f. weibl. Spielraum 483.000,00 Odeon 690.000,00 Projekttheater 90.000,00 Puppentheater Lilarum 200.000,00 Schauspielhaus 1.205.000,00 Stadttheater Walfischgasse 200.000,00 Tanzquartier Wien 2.900.000,00 Tanzquartier Wien Theater Brett 10.000,00 Theater der Jugend 3.420.000,00 Theater des Augenblicks 140.000,00 Theater Spielraum 120.000,00 Theaterverein Wien 525.000,00 Theaterverein Wien Off-Theater und Tanz Artificial Horizon 63.000,00 Dachtheater 16.000,00 Dans.Kias 150.000,00 Das Wiener Kindertheater 25.000,00 Die Schwimmerinnen 30.000,00 Dis.Danse Tanztheater 18.000,00 Dreizehnterjanuar 27.000,00 Generationentheater 6.000,00 Marianne Ziesel Doris Weiner Kathrin Zechner Dana Csapo Margot Metzgolich Julia Schafranek Marilyn Close-Wallace Isabella Gabor Sissy Koller-Boran Doris Ringseis Nigar Hasib Barbara Klein Ulrike Kaufmann Eva Brenner Traude Kossatz Viktoria Salcher Anita Ammersfeld Sigrid Gareis Ulrike Lintschinger Nika Brettschneider Marianne Aly Gül Gürses Nicole Metzger Bettina Kogler Nadine Jessen Milli Bitterli Cordula Nossek Saskia Hölbling Sylvia Rotter Kathrin Schurich Doris Stelzer Fiona Liewehr Erika Kaufmann Art/Leitung kauf künst künst künst künst künst kauf/künst künst kauf/künst kauf/künst kauf/künst kauf/künst künst kauf/künst künst kauf künst künst kauf künst kauf kauf/künst künst künst künst Choreographin Regisseuse Choreographin Regisseuse Regisseuse Choreographin Organisation Organisation 123 Frauen IG Freie Theaterarbeit Kabinetttheater Kasal-V.f.Performance und bildende Kunst Konnex Kunstverein Lady Chutney Lilarum Lux Flux Märchenbühne Apfelbaum Multi kids Wien Musikwerkstatt Netzzeit Opernwerkstatt Wien Verein doing disko Superamas Tanz Theater Performance Tanzpool 111.000,00 50.000,00 7.500,00 150.000,00 25.000,00 200.000,00 15.000,00 41.000,00 30.000,00 128.000,00 400.000,00 100.000,00 15.000,00 100.000,00 50.000,00 15.000,00 Tanztheater Springschuh Tanzverein Erdberg Th.z.aufgebundenen Bären Theater am Spittelberg Th.d.Augenblicks-Kompetenz­ zentrum Theater Foxfire Theater Foxfire Theater Iskra 20.000,00 20.000,00 75.000,00 55.000,00 50.000,00 59.000,00 28.000,00 Theatercombinat Wien THEARTE Toxic Dreams V.z.Fördg v. Theaterkunst und Kulturprojekten/ VAP-Visualartproyektil Ver. Kunst u. Theater- Tanto Verein Bühnencrew-Empee Verein der Freunde unnutzer Praktiken Verein Exil Verein Imeka Verein Kinoki Verein KulturAXE Verein Kunstgriff/Cie Smafu Verein perform Verein Schauspiegel Verein Sirene Operntheater Verein W.ort 150.000,00 19.000,00 165.000,00 10.000,00 7.500,00 33.000,00 14.000,00 35.000,00 90.000,00 46.000,00 9.500,00 16.500,00 75.000,00 60.000,00 15.000,00 100.000,00 20.000,00 Sabine Kock Julia Reichert Organisation Regisseuse Linda Samaraweerova Choreographin Aurelia Staub Choreographin Draschner Katrina Organisation Traude Kossatz Organisation Inge Kaindlstorfer Choreographin Christa Horvath Regisseuse Nuschin Vossoughi Organisation Anne Maria Birnbauer Organisation Nora Scheidl Bühnenbild Wilhelmine Goldmann Organisation Standfest Christine Choreographin Caroline Madl Organisation Anita Kaya-Haselwanter Choreographin Sylvia Both Choreographin/ Organisation Isabelle M.Novak Choreographin Andrea Bold Choreographin Elke Hesse Organisation Nuschin Vossoughi Organisation Gül Gürses Organisation Lilly Axster Regisseuse Corinne Eckenstein Regisseuse Nika Sommeregger Organisation/ Regisseuse Claudia Bosse Regisseuse Alexandra Hutter Organisation Kornelia Kilga Organisation Simone Weis Organisation Regisseuse Veronika Zott Choreographin Susanne Tabaka-Pillhofer Regisseuse Barbara Spitz Choreographin Michaela Satzke Christa Stippinger Akemi Takeya Tina Leisch Caroline Fekete-Kaiser Elisabeth Orlowsky Barbara Kraus Nicole Delle Karth Kristine Tornquist Helga David Regisseuse Organisation Choreographin Regisseuse Organisation Choreographin Choreographin Regisseuse Regisseuse Regisseuse 124 Frauen verein_x Verein zur Zeit Voice Mania Kulturverein SUMME Frauenanteil SUMME Budget Frauenanteil in% 20.000,00 25.000,00 30.000,00 41.852.655,00 80.012.001,,00 52,3% Ingrid Reisetbauer Rose Breuss Nuschin Vossoughi Choreographin Choreographin Organisation Baukosten Ensembletheater Komödie am Kai Projekttheater Studio Schauspielhaus Theatercombinat Wien Theaterlabor 16.000,00 10.000,00 28.000,00 49.315,00 15.000,00 2.500,00 Christl Bauer Sissy Koller-Boran Eva Brenner Viktoria Salcher Claudia Bosse Corinna Hahn kauf kauf/künst kauf/künst kauf Regisseuse Organisation SUMME Budget Frauenanteil in% 1.217.500,00 9,9% Gesamtsumme Frauenanteil 41.973.470,00 Gesamtsumme Budget 82.622.501,00 Frauenanteil in% Gesamt 50,8% GREMIUM Kuratorium 66,67% insgesamt 3 Mitglieder Angela Glechner Dr. Marianne Vejtisek Gesamtsumme Frauenanteil alle Ansätze Gesamtsumme alle Budgetansätze Frauenanteil in% gesamt 42.023.470,00 82.622.501,00 50,86 GREMIUM Kuratorium 66,67% insgesamt 3 Mitglieder Angela Glechner Dr. Marianne Vejtisek 125 Frauen FILM Institutionen Im Jahr 2007 standen insgesamt 400.000 Euro für den Bereich Film zur Verfügung. Es wurden insgesamt 266.150 Euro an Filminstitutionen vergeben. Ausschließlich an von Frauen geführte Institutionen(5) wurden 45 650 Euro ausgeschüttet, dies entspricht einer Förderung von 17,15%. Besonders hervorzuheben sind das jährliche Animationsfilm-Festival„Tricky Women“ sowie die„FrauenFilm Tage“. 126 Frauen Liste Institutionen Austria Filmmakers Cooperative Culture2Culture Tricky Woman Gesellschaft für kritische Antisemitismusforschung Kinoki proFRAU- Plattform für Frauenrechte gegen Diskriminierung Jahrestätigkeit 2007 Filmfestival Tricky Women 2007 u. Preis der Stadt Wien 3.000,00 33.650,00 Dokumentation der Lebensgeschichte des Journalisten Karl Pfeifer 1.000,00 Schwarzau 5.000,00 FrauenFilmTage 2007 3.000,00 EinzelfilmerInnen Im Jahr 2007 standen insgesamt 400.000 Euro für den Bereich„Film“ zur Verfügung, davon wurden 133.850 Euro für EinzelfilmerInnen zur Verfügung gestellt, 88.900 Euro, das sind 66,42%, für männliche Filmschaffende und 44.950 Euro, das sind 33,58%, für Filmerinnen vergeben. Ein Beispiel für ein dezidiert feministisches Thema sei hervorgehoben: Gabriele Schweiger plant, mit dem Dokumentarfilm”Die Lust der Frauen” Einblick auf die Erotik, Lust und das Selbstbild der älteren Frau zu geben. Liste Einzelfilmerinnen Ayoub Susanne Baghdad Fragment Batliner Katherine Dernière- Die letzten Tage der Sophiensäle Deutschmann Ruth Ich bin ein Geschichtenerzähler Doborac Selma Einsicht, Durchsicht, Aussicht Dürnberger Gloria Sarajevos Rosen Dusl Andrea Maria Heavy Burschi- 2. Episode” Esslinger Fina shorts on screen- Preisgeld Export Valie Unsichtbare Gegner Freise Johanna Kurzes Leben Lackner Karina Dokumentarfilm”Durch den Monsun” Lunzer Martina Bout the Concrete 2.000,00 5.000,00 3.000,00 2.000,00 3.000,00 4.000,00 1.350,00 1.300,00 2.000,00 3.000,00 3.000,00 127 Frauen Mattuschka Mara Pöschl Marlies Schweiger Gabriele Sharp-Ponger Elisabeth Theininger Martina Running Sushi shorts on screen- Preisgeld Die Lust der Frauen 4/S-8 Filme Blow UP/35mm+Abtastungen Im Dienste der Sicherheit 5.000,00 300,00 2.000,00 2.000,00 6.000,00 Kinoförderung Im Jahr 2007 standen insgesamt 300.000 Euro für die Kinoförderung zur Verfügung. Davon wurden 220.000 Euro als Kinoprämie ausgeschüttet und 80.000 Euro für Projekte vergeben. Eine Kinoprämie in der Höhe von 62.000 EUR konnte an fünf Kinobetreiberinnen ausgeschüttet werden; das entspricht 28,18%. Für Projektförderungen an fünf Kinobetreiberinnen wurden 25.100 Euro aufgewendet. Dies ergibt ein Ergebnis von 31,38%. 128 Frauen Auf das gesamte Kinobudget von 300.000 Euro berechnet, wurden insgesamt 87.100 Euro an Kinobetreiberinnen vergeben. Dies entspricht einer Förderung von 29,03%. Kinoförderung – Prämien an Kinobetreiberinnen: Breitenseer Lichtspiele Grundprämie Cine Center Grundprämie Filmcasino GmbH Grundprämie Gloriette-Kino Seidl& Co Grundprämie Kepler Lichtspiele Grundprämie 10.000,00 16.000,00 16.000,00 10.000,00 10.000,00 Kinoförderung – Projektförderungen an Kinobetreiberinnen Breitenseer Lichtspiele Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Filmcasino& polyfilm Betr. GmbH Gloriette Kino Seidl& Co KG Kepler-Lichtspiele Rudolf Edhofer KG Wiener Volksbildungsverein – VHS polycollege Klassiker Deutscher Stummfilme On the Road-Unterwegs nach Nirgendwo Im Wirtshaus Sex, Drama, Tod... Architektur Hong Kong Film Panorama 2007 Tribute to Shah Rukh Khan 1. Cine Latino Festival Asian Fruits No2-Korea Akkordeon Festival 2007 ArchFilm Matinèe 2007 Cinemama 2007 Urban Fiction 2 Lost Movies Kinoförderung 2007 Kinoförderung 2007 Europäisches Bildungs- und Wissenschaftsfilmfestival 2.235,00 1.700,00 500,00 1.200,00 900,00 400,00 5.200,00 250,00 240,00 1.000,00 1.150,00 1.075,00 2.250,00 1.000,00 1.000,00 5.000,00 129 Frauen NETZKULTUR Im Jahr 2007 standen 500.000 Euro für den Bereich„Netzkultur“ zur Verfügung. Für Einzelförderungen wurden insgesamt 138.248,02 Euro und für Förderungen an Institutionen wurden 361.751,98 Euro vergeben. An elf Einzelkünstlerinnen wurden 44.611 Euro vergeben; dies entspricht einer Förderung von 32,27%. Vereine, die ausschließlich von Frauen geführt werden(drei), erhielten einen Gesamtbetrag von 21.200 EUR, das sind 5,86%. 130 Frauen Liste Einzelkünstlerinnen: Dorrer Angela urbanpilgrims.org Eckermann Sylvia Spiegelzellen Fegerl Judith Mission to Retrofuturism Grumeth Eva Einrichtung Grundvier Husar Barbara Data Exchange Klocker Elisabeth Straße der Verlierer Luksch Manuela Orchestra of Anxiety Römer Patricia elffriede.soundrawing Schuda Susanne die schudas reloadet- Ich lass die Betten runter Trawöger Katharina Everyday Creativity Trawöger Katharina uRobot 4.000,00 2.500,00 3.861,00 5.000,00 8.200,00 3.300,00 3.800,00 2.800,00 5.000,00 3.650,00 2.500,00 Liste Vereine: Die Vereinten Königinnenreiche Project C ei(s)kon:fekt sound:frame. Festival zur Visualisierung von elektronischer Musik Medienkunstarchiv Wien Medienkunstarchiv 2.700,00 15.000,00 3.500,00 Filmfonds Wien 1. Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien 1.1. Kuratorium: Dem Aufsichtsgremium des Filmfonds Wien gehörten 2007 folgende Mitglieder an: Vorsitz: Dr. Josef Kirchberger Art for Art Theaterservice GmbH Stellv. Vorsitz: Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien Mag. Sylvia Faßl-Vogler Kulturabteilung der Stadt Wien Kurt Mayer Produzent der kurt mayer film Prof. Kurt J. Mrkwicka Produzent der MR Film;(ab 5.11.’07) Mag. Gerhard Schedl Filmkonsulent Antonin Svoboda Produzent der coop99 Virgil Widrich Regisseur 131 Frauen 1.2. Jury Die Jury ist das Gremium, welches über Anträge zur Projektentwicklung und zur Herstellungsförderung entscheidet. Die Mitglieder der Jury waren: Catherine Buresi Leitung des Programms„Euromed Audiovisuell“ Christine Dollhofer Leitung des Filmfestivals„Crossing Europe“ Andrea Ernst Verantwortliche Redakteurin der ARTE-Redaktion des WDR-Fernsehens Eric Pleskow eh. Filmproduzent und Präsident der Viennale Die Mitglieder der Ersatzjury waren: Gabriele Brunnenmeyer inhaltliche Leitung von„Connecting Cottbus“ Monika Maruschko Produktionsleiterin Alexander Syllaba Leitung„Cinema Paradiso“ in St. Pölten Alessandra Thiele freiberufliche Konsulentin 132 1.3. MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien: Dr. Peter Zawrel Geschäftsführung Mag. Claudia Fischer stellv. Geschäftsführung& Verträge Andrea Christa Consulting Saskia Pramstaller Public Relations Sibylle Schwarzkogler Office Management MMag. Thomas Heskia Rechnungswesen Margarethe Binder Projekt Monitoring(bis März’07) Mag. Elisabeth Lichtenwagner Projekt Monitoring Mag.(FH) Julia Schmölz Assistenz Projekt Monitoring Frauen 2. Frauen als Drehbuchautorinnen und Filmemacherinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Frauen wie auch Männer beschäftigt. Von der Drehbuchautorin über Filmgeschäftsführerin, Cutterin, Kamerafrau und all die weiteren Berufssparten bis hin zur Filmemacherin arbeiten alle mit großem Erfolg im künstlerischen wie auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Besonders herauszuheben sind die zahlreichen Festivalerfolge der Filmemacherin Anja Salomonowitz mit ihrer völlig neue Wege beschreitenden Dokumentation über internationalen Frauenhandel. KURZ DAVOR IST ES PASSIERT erhielt neben einer Vielzahl an Auszeichnungen unter anderem den Caligari-Filmpreis bei den 57. Filmfestspielen von Berlin und den Friedensfilmpreis beim 22. Unabhängigen FilmFest in Osnabrück Susanne Brandstätter erhielt für ihre Dokumentation RULE OF LAW – JUSTIZ IM KOSOVO über die österreichische UNO-Richterin Claudia Fenz, die dort einen heiklen Prozess leitete, den Wiener Filmpreis 2007 verliehen. 133 Frauen Einer der berührendsten und feinfühligsten Dokumentarfilme des vergangenen Kinojahres entstand mit einem kompletten Frauenteam: VIENNA`S LOST DAUGHTERS von Mirjam Unger: Acht Damen um die achtzig sind als jüdische Mädchen in Wien groß geworden und mussten 1938/39 schlagartig flüchten. Zuerst nach England, dann nach New York, wo sie sich ihre Familien, Berufe, Existenzen aufgebaut haben. Mit Wiener, jiddischem und amerikanischem Schmäh bewegen sich die Junggebliebenen durch ihre kleine jüdische Welt in New York und erzählen von ihren Erinnerungen und ihrer Liebe zu Wien. Am Drehbuch arbeiteten gemeinsam mit der Filmemacherin Sonja Ammann und Lisa Juen, es produzierten Nina Kusturica und Eva Testor(mobile film) – erstere übernahm den Schnitt, Eva Testor die Kamera. 2.1. Projektentwicklung 2007 förderte der Filmfonds Wien 22 verschiedene Projekte in deren Entwicklung. Die Treatments oder Drehbücher dazu wurden in 35% der Fälle von Frauen geschrieben, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Verringerung von 1%. 2.2. Herstellungsförderung Im vergangenen Jahr sprach der Filmfonds Wien 43 Anträgen eine Herstellungszusage aus, der Frauenanteil in der Regie stieg im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 5%. 134 Frauen 2.3. Kinostarts 2007 Der Anteil an Filmemacherinnnen, deren Werke 2007 in den österreichischen Kinos zu sehen waren, verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3%. MUSIK Aus einem Budget von 17.731.000 Euro für 124 Vereine wurden 562.400 Euro für 23 Vereine von Frauen ausgegeben, das sind 3,2%. 135 Frauen Die Bereiche im Einzelnen: Orchesterförderung: Das 1. Frauen Kammerorchester wurde mit 36.000 Euro gefördert. Einen hohen Frauenanteil gab es auch in den Jugendorchestern. Im Jeunesse Orchester, gefördert mit 47.000 Euro betrug der Frauenanteil 55%, beim Gustav Mahler Jugendorchester, gefördert mit 182.000 Euro 48%. Orchester unter weiblicher Leitung: Frauenkammerorchester, 36.000 Euro, Leitung: Katy Marolty, Jeunesse Orchester 47.000 Euro, Leitung: Dr. Renate Böck, Franz Lehar Orchester, 7.000 Euro, Leitung: Prof. Vera Macku, Kaleidoskop, 4.200 Euro, Leitung: Adriane Muttenthaler; Vereine unter weiblicher Leitung: Musikalische Jugend Österreichs, 377.000 Euro, Mag. Angelika Möser, Wiener Musik Galerie, 30.000 Euro, Prof. Ingrid Karl Musica Juventutis, 18.000 Euro, Mag. Christa-Maria Schuster Wettbewerbe: Der Belvedere Gesangswettbewerb, gefördert mit 25.000 Euro wurde von der Wiener Kammeroper und der Direktorin Isabella Gabor organisiert. Kompositionsaufträge: Aus einem Gesamtbudget für Kompositionsaufträge von 25.000 Euro wurden zwei Kompositionen von Frauen in der Höhe von 4.400 Euro und 17 Kompositionen von Männern in der Höhe von 20.600 Euro finanziert. 136 Frauen LITERATUR Im Rahmen der Literaturförderung waren 2007 mehrere Jurys tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den zehn Mitgliedern waren acht Frauen(Inge Cevela, Mag. Karin Haller, Mag. Jutta Kleedorfer, Mag. Mirjam Morad, Dr. Kristina Pfoser, Mag. Silke Rabus, Mag. Kathrin Wexberg und Mag. Elisabeth Wildberger). Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen zwei Frauen waren(Dr. Evelyne Polt-Heinzl, Dr. Susanne Schaber), zusammen. 137 Frauen Der Jury für die Vergabe der Wiener AutorInnenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, gehörten mit Mag. Traude Korosa und Dr. Elisabeth Reichart zwei Frauen an. Die zum Wiener DramatikerInnenstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, drei von ihnen waren Frauen(Dr. Karin Kathrein, Dr. Sabine Perthold, Mag. Susanne Wolf). Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Ein Mitglied dieser Jury war im Jahr 2007 eine Frau(Maria Schmidt-Dengler). 138 Frauen Mit dem ÜbersetzerInnenpreis, der mit 3.700 Euro dotiert ist, wurde Katharina István Orbán ausgezeichnet. Waltraud Haas, Ilse Kilic und Beate Maly erhielten das mit 1.100 Euro monatlich dotierte Wiener AutorInnenstipendium(insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 75%). Von den vier CanettistipendiatInnen erhielten im Jahr 2007 mit Bettina Balàka, Lydia Mischkulnig und Lisa Spalt drei Frauen dieses mit monatlich je 1.500 Euro dotierte Stipendium. 139 Frauen Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen wurden Astrid Walenta, Maria Hubinger, Gudrun Sulzenbacher, Gerda Anger-Schmidt, Renate Habinger ausgezeichnet. Den Illustrationspreis erhielt Linda Wolfsgruber. Die Gesamtsumme dieser Preise, 8.000 Euro, ging an Frauen. In die Ehrenliste trugen sich Bücher von Friedl Hofbauer, Linda Wolfsgruber, Sigrid Laube und Karen Holländer ein. 140 BILDENDE KUNST Die Jury für Kunstankäufe bestand aus acht Mitgliedern, davon fünf Frauen: (Mag. Sabine Bitter, Dr. Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr. Hedwig Saxenhuber, Dr. Ursula Storch, Mag. Karin Zimmer) Frauen Die Jury für die Galerien-Prämienaktion”Das engagierte Auge” bestand aus sieben Mitgliedern, davon fünf Frauen: (Mag. Sabine Bitter, Dr. Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr. Hedwig Saxenhuber, Dr. Ursula Storch, Mag. Karin Zimmer) Die Jury für die Preise der Stadt Wien bestand aus sieben Mitgliedern, davon fünf Frauen:(Dr. Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dorit Magreiter, Dr. Maria Rennhofer, Dr. Hedwig Saxenhuber, Mag. Eva Schlegel) 141 Frauen Die Förderungspreise für bildende Kunst wurden an eine Frau und einen Mann vergeben: (Ricarda Denzer) Vier Preise der Stadt Wien wurden an zwei Frauen und zwei Männer vergeben: (Renate Bertlmann, Ines Doujak) 142 Fonds Kunst im öffentlichen Raum Beratender Beirat: sechs Beiräte, davon zwei Frauen: Dr. Silvia Eiblmayr, Dr. Brigitte Huck Frauen Geförderte Projekte: AntragstellerInnen: (davon Paarantragsteller) KünstlerInnen: (davon einige Künstlerpaare bzw. Gruppen) 5 Frauen 3 Männer 2 Frauen(1 Paar) 10 Frauen 9 Männer 3 Künstlergruppen 3 Künstlerpaare Artothek Es fanden vier Ausstellungen statt, eine davon wurde von einer Frau veranstaltet. Kunstankäufe Aus einer Gesamtsumme von 333.655 Euro wurden 312 Kunstwerke angekauft. In dieser Zahl sind 178 Fotos enthalten, die den Ankauf des Konvoluts„Harry Weber: das Wien-Projekt“ betreffen. (134 Kunstwerke, 54 Frauen und 80 Männer) Die Ankaufssummen betrugen 163.180 Euro für Frauen und 170.475 Euro für Männer 143 Frauen Ausstellungen Im Jahr 2007 wurden drei Ausstellungen aus den Beständen der Kunstwerke der Stadt Wien im MUSA- Museum auf Abruf gezeigt: „Lange nicht gesehen – Begegnungen mit dem Museum auf Abruf“ Kuratorin: Jara Boubnova(w) Frauen 42 Männer 47 „Mutationen I“ – Ausstellungskooperation mit den am Europäischen Monat der Fotografie beteiligten Städten KuratorIn: Gunda Achleitner(w), Berthold Ecker(m) Frauen Männer 65 144 „Harry Weber – Das Wien-Projekt“ Kurator: Timm Starl(m), Berthold Ecker(m) Frauen Männer 2 Stadtteilkultur Das Kunstfestival”SOHO in Ottakring”, gefördert mit 60.000 Euro, fand im Jahr 2007 zum achten Mal für die Dauer von zwei Wochen im Wiener Brunnenmarktviertel statt und wurde wieder von der Künstlerin Ula Schneider kuratiert und organisiert. Kunsthalle Wien Ausstellungsprojekt”Living and Dying” – Magisches zwischen Leben und Tod im multikulturellen Wien“. KuratorInnen: Sabine Folie, Peter Sellars, Gerald Matt, Thomas Miessgang Kleinprojektförderung bildende Kunst Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme 142.000 Euro des Budgets der Kleinprojektförderung subventioniert: Kunstart Vereinigung z. Ausübung u. Förderung künstl.Photogr. Denkraum Verein Neu Arabesken V.R.I.K. Hildegard Burjan Institut- Club Alpha Medienkunstarchiv Institut für Ästhetik und Recherche Cooperation Syndikart Kunsthalle Exnergasse Verein Ipsum Emergence of Projects Forum Artist in Residence Künstlervereinigung – die Hybriden Salon des Arts.Kunstprojekte entre, raum für experimentelle bildtheorie Dadaway Verein zuhaus Medienkunstarchiv Wien Verein Schalter 500,00 2.000,00 1.000,00 2.800,00 2.800,00 1.500,00 2.300,00 2.000,00 2.000,00 500,00 2.000,00 1.000,00 1.000,00 2.000,00 1.000,00 1.000,00 1.000,00 1.000,00 1.350,00 2.300,00 1.000,00 145 Frauen Pogmahon.company Dark City e.V. Dreizehnzwei Reed Messe Wien Summe: 1.500,00 1.000,00 1.200,00 25.000,00 60.750,00 INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Das Referat für interkulturelle und internationale Aktivitäten hat im Jahr 2007 insgesamt 220 Vereine gefördert. Erfreulicherweise hat sich die Kulturarbeit zwischenzeitlich so„emanzipiert“, dass ca. 80% der Tätigkeiten(Organisation und Durchführung), also Aktivitäten mit inhaltlicher und organisatorischer Entscheidungsbefugnis, von Frauen durchgeführt wurden. Dennoch beträgt der Anteil an von Frauen geleiteten Vereinen wie bisher nur 9%. Frauenvereine Projekt Frauenraum – Verein für Frauenintegration Frau Gül Sanli, Frau Astrid Zach - Cafe Cinema Verein für ägyptische Frauen und Familien Frau Mag. Mary Attia Konzert Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen Frau Mahin Ranjbar Weltfrauentag Avesta Kurdischer Frauenverein Frau Medina Korkut Frauenabend Internationaler zeitgenössischer Frauenverein Frau Seren Pakize - Ausstellung Afghanische Frauen in Österreich Frau Razia Amiri - Weltfrauentag und Neujahresfest 3.500,00 500,00 1.500,00 1.500,00 1.500,00 1.000,00 146 Afrikanische Frauenorganisation Frau Hadis Etenesh - Feier„Zero tolerance to FGM“ Argan Frau Rkya Chanfari - Weltfrauentag Hora Frau Sifora Sava - Literaturabend Lefö Diverse Ansprechpartnerinnen - Kampagne„Sexarbeiterinnen haben Lust... auf ihre Rechte Kadin Film Ferayn Frau Kumru Uzunkaya - Filmemacherinnen aus der Türkei Verein für arabische Frauen Frau Marie-Theres Kiriaky - Jahresförderung Vereine, bei denen Frauen Hauptakteure sind: Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Frau Zofia Beklen - Jahresförderung Jehuda Halevi Zentrum Frau Rosa Gilkarov - Jahresförderung Verein Station Wien Frau Ferhan Umancan - KulturCafe amisnuh Theaterstudio Frau Dr. Angela Waldegg - Jahresförderung Verein für chinesische Sprache und Kultur Frau Zheng Xianming - Chinesisches Neujahresfest Verein Information und Kultur Ägyptens Frau Mag. Dr. Manal Abo-elaala - Ägyptische Kulturveranstaltung Assyrer-Suryoye Kultur- und Sportverein Frau Leyla Bahdi - Jahresförderung Verein Chiftetelli Frau Mag. Barbara Hofbauer - Jahresförderung Verein Hypathia Frau Dr. Nathalia Schurina - Konzertreihe Theaterverein Vlastenecka Omladina Frau lng. Anna Vadura - Jahresförderung 1.000,00 2.500,00 1.000,00 400,00 2.000,00 7.000,00 20.000,00 3.000,00 11.000,00 3.000,00 2.000,00 1.500,00 2.500,00 5.000,00 7.000,00 2.500,00 Frauen 147 Frauen AMIRTA Frau Akossiwa Taylor - Kulturfestival„Togo“ Verein Polnisch Intellektueller Frau Jadwiga Hafner - Jahresförderung Summe der Förderungen für Frauenprojekte(9%) Gesamtbudget Interkulturelle Aktivitäten 2007 1.000,00 6.000,00 87.900,00 727.000,00 FRAUEN IM WISSENSCHAFTSBETRIEB IN WIEN Zusammengestellt vom Wissenschaftsreferat und vom Generalsekretariat der Wissenschaftsförderungsfonds Frauenförderung als Priorität und Prinzip Mission statement ”Die großen Fragen und Probleme, die die Welt lokal, national und international heute lösen muss, haben durchwegs eine deutlich sichtbare Genderkomponente. Soziale Ungerechtigkeit und Ungleichheit wird gegenwärtig überall auf der Welt durch die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht noch deutlich verstärkt. Die Kluft zwischen Armut und Reichtum wächst dynamisch. Das Gesicht der neuen Armut hat weibliches, das der neuen häufig unermesslichen Reichtümer männliches Antlitz. Gleichzeitig haben die Frauen einen höheren Anteil an der Bewältigung jener sozialen Aufgaben und Aktivitäten, die dem Bestand, der sozialen Kohärenz und der Solidarität in den Gesellschaften dienen. Dort, wo die sozialen Leistungen für Erziehung, Lehre, Pflege, Therapie, etc. erbracht werden, gilt überall der Satz ‚Cherchez la femme’; dort, wo Gewinne maximiert und eingeheimst werden, wo die berüchtigte ‚Rationalisierungskreativität’ der gegenwärtig neoliberal ausgerichteten Wirtschaft in die unsoziale Tat gesetzt wird, in den Headquarters, wo nicht nur die Profite der Unternehmungen, sondern auch die Gehälter der Manager optimiert werden, geben 148 Frauen Männer den Ton an. Diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen haben nichts mit durch die Biologie vorgegebenen Geschlechtercharakteren zu tun; das zeigen alle historischen Studien zur Geschlechtergeschichte ganz deutlich; und schließlich lehrt die alltägliche Erfahrung in allen Lebensbereichen, dass es auch viele sozial engagierte Männer und asozial agierende Frauen gibt. Bei der Geschlechterungleichheit handelt es sich also um ein historisch-gesellschaftliches Problemfeld, das emanzipatorisch beeinflusst werden kann. Die Veränderung und Gestaltung der Welt im Sinne der alten bewährten und erfolgreichen Projekte Aufklärung, Demokratie und Emanzipation ist ein Aufgabenfeld, in dem theoretische, praktische und organisatorisch-pragmatische Teilaufgaben miteinander Hand in Hand gehen. Der wissenschaftlichen Analyse kam und kommt dabei eine zentrale Rolle zu: denn alle wissenschaftlichen Analysen sprechen deutlich dafür, dass es sowohl historisch-gesellschaftlich als auch biologisch-genetisch ungleich mehr Argumente für die Gleichheit der Geschlechter, damit aber auch für deren Gleichbehandlung gibt als für eine Welt mit unterschiedlichen Chancen und Möglichkeiten für Männer und Frauen. Im Hinblick auf das Wissen um diesen Sachverhalt engagieren sich in Wien sehr viele ausgezeichnet qualifizierte Forscherinnen und Forscher für die Aufhellung von Genderfragen aus einer wissenschaftlich-analytisch-emanzipatorischen Perspektive. Qualität und Quantität dieser wissenschaftlichen Bemühungen und deren Originalität, Kreativität und Konsequenz sind eindrucksvoll.” Hubert Christian Ehalt Projektförderungen Gesamtvolumen: Davon für Frauen Summe in% EUR 1 250 000,00 : EUR 601 794,00 : 48,14 149 Frauen Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich im Jahr 2007 innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben: Akademie der bildenden Künste Veranstaltungsreihe: Gender und eEducation Konzeption: Doris Guth, Mag. Karin Harrasser, Mag. Bettina Henkel, Ana Hoffner, Mag. Jakob Krameritsch und Vizerektor Mag. Andreas Spiegl Alfred Hermann Fried Gesellschaft Publikationsprojekt: Es ist Aufgabe der Politik, die Zukunft vorzubereiten- Gertrude Sandner AUFKULTUR- Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit Elisabeth Baumhöfer und Elfriede Resch Veranstaltungsreihe: AUFreihe 2007: Erinnerung AZAD- Aserbaidschanischer Akademischer Verein Mag. Elman Muradov Veranstaltung: Die Frau in der aserbaidschanischen und österreichischen Gesellschaft. Eine kulturvergleichende Analyse Caritas. Beratung, Familienhilfe und Psychotherapie Mag. Florian Pomper Konferenz: !Ausgeliefert?- Macht und Ohnmacht in der Arbeit mit Familien Culture2Culture Mag.a Waltraud Grausgruber Weiterführung der Datenbank/Videothek des Animationsschaffens von Frauen und Filmfestival ”Tricky Women 2007” Entschleunigung und Orientierung. Institut für Alterskompetenzen- Verein zur Weitergabe von Erfahrungen und Erkenntnissen in der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit Maria Hintersteiner und Dr. Roswitha Muttenthaler Veranstaltung: Erfahrungshorizonte arbeitsloser Frauen Fachhochschule Campus Wien, Studiengänge Sozialarbeit Prof. Dr. Barbara Bittner, Sarah Wanjira Baumgarten, Michaela Haromy, Sophia Maier Forschungsprojekt: Lebensgeschichten- Frauen erzählen Förderverein für Volkskunde, FVV Tagung und Publikationsprojekt: Wissen und Geschlecht Frauen Kunst Wissenschaft e.V. Dr. Edith Futscher Workshops zu aktuellen Fragen der Gender-Forschung Frauen ohne Grenzen Dr. Edit Schlaffer Forschungsprojekt: Das sind wir! Junge Musliminnen und Muslime in Österreich 150 Frauen Frauenhetz- Feministische Bildung, Kultur und Politik Verena Fabris, Dr. Edith Futscher, Mag.a. Miriam Wischer Veranstaltungsreihe: Geld und Geschlechterverhältnisse: Liebes Geld und schnöder Mammon Forschungsprojekt: Die Konstruktion des”geschlechtlichen” und”rassisch” kodierten Heldinnenmythos in”Apocalypse Now” im Vergleich zu”War of the Worlds”(Mag. Marike Korn) Frauensolidarität- Solidarity Among Women Mag.a Ulrike Repnik und Dr.in Rosa Zechner Vortragsreihe aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Vereines Vortrag: Fighting against multiple oppression: current lesbian-feminist peace activism in Israel FreundInnen der Frauenuniversität Heidemarie Ambrosch, Julia Anna Daimler, Elisabeth Günther Veranstaltungsreihe: FrauenFrühlingsUniversität Freundinnen des Wiener Netzwerkes. Verein zur Förderung von Vernetzung, Kooperation und Qualitätssicherung in der Arbeit mit sexueller Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Ursula Kussyk und Angelika M. Trabe 5. Fachtagung zum Thema Prävention und Umgang bei Verdacht von sexuellem Missbrauch an Mädchen, Buben und Jugendlichen frida. Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumenationseinrichtungen in Österreich Dr. Ilse Korotin Forschungsprojekt: Amalie Rosenblüth, Philosophin und Bibliothekarin(1892-1979). Ein Frauenleben zwischen Aufbruch und Resignation Gender-Plattform. Verein zur Förderung von geschlechtssensiblen Konzepten und deren Umsetzung in Schule und Gesellschaft Philipp Leeb Veranstaltungsreihe zu genderrelevanten Themen Institut für Genderforschung in den Ingenieurwissenschaften Dr.in Bente Knoll und Dipl.-Ing.in Elke Szalai Forschungsprojekt: Frauen in der Wiener Stadtplanung- 1945 bis 2005 – Grundlagenrecherche KUNST VOR ORT, Verein zur Kulturvereinigung und Vernetzung von Kunstschaffenden Publikationsprojekt: Irma Trksak, ich weiß, was ich wert bin- eine Frau im Widerstand Milena Verlag Alexandra Ringhofer, Vanessa Wieser Publikationsprojekte: Frauen Macht Zukunft; Kritik der Gefühle. Feministische Positionen; Revolutionierung des Alltages. Auf der Spur kollektiver Widerstandspraktiken;„Sozialstaat, neoliberales Wirtschaften und die Existenzsicherung von Frauen; Halbe/Halbe. Utopie Geschlechterdemokratie? Zur partnerschaftlichen Teilung der Versorgungsarbeit; Frauen 1938. Weibliche Positionen zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 151 Frauen ÖGHD- Österreichische Gesellschaft für Hochschuldidaktik Univ.-Prof. Dr. Richard März, Mag. Lukas Mitterauer Forschungsprojekt: Geschlechtsspezifische Lernstrategien von Medizinstudierenden und deren Auswirkung auf den Studienerfolg Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung Univ.-Doz. Dr. Ernst Seibert Symposium: Die Ästhetik des Unvollendeten. In memoriam der Kinderbuchsammlerin Johanna Monschein Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber Symposium: Marie von Ebner-Eschenbach und der Bürgerliche Realismus in Österreich Universität Wien Mag.a Bernadette Karner und Vizerektorin MMag.a Dr.in Martha Sebök Ausstellung”Frauen Leben Wissenschaft. 110 Jahre Wissenschafterinnen an der Universität Wien Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Mag.a Maria Rösslhumer Veranstaltungsreihe: Eine von fünf. Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum Verein eXponat. Forum für Museologie und visuelle Kultur Mag. Herbert Posch Veranstaltungsreihe:Museologische Denk- und Schreibwerkstatt: Museum/ Gender Dr. Roswitha Muttenthaler und Mag. Regina Wonisch wissenschaftliche Vorarbeiten zur Ausstellung„StudentInnenkultur Wien“ Verein der Freunde des Jüdischen Museums Wien Mag. Andrea Holzmann-Jenkins Publikationsprojekt: Fireweed. A Political Biography(Biographie von Gerda Lerner) Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Mag.a Elisabeth Frysak Veranstaltung: Hot Topic. Popfeminismus heute Verein Freundinnen der Buchhandlung Frauenzimmer Mag.a Paula Bolyos Veranstaltungen zu aktuellen Themen wissenschaftlicher feministischer Forschung Verein für Geschichte homosexueller Lebensweisen in Österreich- VGHLÖ Mag. Andreas Brunner Veranstaltungsreihe: Queer Lectures Verein für kulturelle Information Dr. Hannes Hofbauer Publikationsprojekt: Hanna Hacker, Norden. Süden. Cyberspace 152 Frauen Verein Stichwort Mag.a Elisabeth Frysak und Dr. Gabriele Habinger Veranstaltung: Das Eigene im Spiegel des Fremden. Fremdrepräsentation und Selbstpositionierung reisender Europäerinnen im kolonialen Kontext Verein trafo.K- Kunst Kultur Kommunikation Elke Smodics Projekt: Flic Flac- ein PilotInnenmodell(Entwicklung eines Pilotmodells feministischer, interdisziplinärer Workshops zur Wissensvermittlung(Gender Studies, Cultural Studies, Queer Theory) in Berufsschulen Verein Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie Mag.a. Paula Bolyos und Rosa Logar Tagung: 10 Jahre österreichisches Gewaltschutzgesetz im Kontext europäischer Entwicklungen Verein zur Förderung transdisziplinärer Forschung und Lehre Univ.-Prof. Dr. Franz X. Eder Forschungsprojekt: Bibliography of the History of Western Sexuality Verein zur Förderung von L´Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaften Mag. Elisabeth Frysak, Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle, Dr. Nikola Langreiter, Dr. Margareth Lanzinger Wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2007(L´Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaften Jahrgang 18: 1(2007): Themenheft”Dienstbotinnen”, herausgegeben von Gunda Barth-Scalmani und Regina Schulte; 2(2007): Themenheft„Geschlechtergeschichte gegenwärtig“, herausgegeben von Caroline Arni und Susanna Burghartz; Internationale L’HOMME-Tagung„Imaginäre Grenzen in Europa aus der Perspektive der Frauen- und Geschlechtergeschichte/ Imaginary Borders in Europe from a Perspective of Women’s and Gender History; Italienisch-Österreichische Gespräche II:„Spazi| Relazioni| Percezioni) Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Publikationsprojekt: Name it! Nomenclature and Women´s Titles Im Jahr 2007 geförderte Projekte, von Frauen initiiert bzw.„federführend“ betreut: AICA- Association Internationale des Critiques d´Art- Sektion Österreich Mag. Maribel Königer Symposium: Warum Biennalen? Alumniverband der Universität Wien MMag. Dr. Sonja Schreiner Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultätsvorlesung: Chinese, European and American Universities in the 21st Century Arbeitsgemeinschaft Volkstanz Wien Mag. Waltraud Froihofer Forschungsprojekt: Kulturgeschichte des Volkstanzes in Österreich und Südtirol 153 Frauen Artes Liberales Mag. Dr. Irmgard Klammer Veranstaltungsreihe: Philosophische Werkstattgespräche Béla Balázs Institut für Laufbildforschung Ruth Beckermann Projekt: Die Auswirkung der Shoa auf Darstellung und Selbstdarstellung der Wiener jüdischen Nachkriegsgemeinde anhand des Bildarchivs der Photographin Margit Dobronyi Bertalanffy Center for the Study of System Science Mag. Birgit Zehetmayer Forschungsprojekt: Rekonstruktion und Ergänzung der”Allgemeinen Systemtheorie” von Ludwig Bertalanffy als Grundstein einer neuen philosophischen Anthropologie Büro für sozialwissenschaftliche Technikforschung Dr. Irmtraud Voglmayr und Dr. Eva Wagner Forschungsprojekt: Pflegedebatte im medialen Diskurs Delphina. Verein zur Realisierung und Unterstützung von Kunstprojekten Drin Ricki Oelmack Forschungsprojekt: Aufarbeitung Archiv IntAkt- Karin Mack DENKRAUM- Verein zur Förderung einer transdisziplinären Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum Dr. Ilse Huber Forschungsprojekt: Der Platz als Manifestation des politischen Systems Mag. Cornelia Ehmayer Präsentation der Studie”Mögen Sie den Donaukanal? Eine stadtpsychologische Studie über die Beziehung der Wienerinnen und Wiener zum Donaukanal Denkraum Donaustadt- Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft und Kunst Sylvia Schlagintweit und Bärbl Zechner Veranstaltungsreihe: DENKRAUM DONAUSTADT dialog<>gentechnik Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp und Univ.-Dr. Elisabeth Waigmann Vermittlungsprojekt: Diskussion am Kartentisch- Ein Spiel zur Grünen Gentechnik Doktorat.at- Österreichs junge WissenschafterInnen. Die Plattform für Doktoratsstudierende, NachwuchsforscherInnen, Forschungs- und Bildungspolitik und Medien Mag. Helga Kahofer Veranstaltung: EURODOC Board Meeting 2/07- Schwerpunkt Europäische Charta für Forscher ECE- Evaluation Cooperation Education Univ.-Prof. Dr. Christiane Spiel 9. Arbeitstagung der Fachgruppe Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik 154 Frauen Educult- Institut für die Vermittlung von Kunst und Wissenschaft Tina Walzer Buch- und Kalenderprojekt zum Währinger jüdischen Friedhof eipcp- European Institute for Progressive Cultural Policies Mag. Theresia Kaufmann Projekt”translate” im Jahr 2007 Emergence of Projects/eop Helga Köcher und Cynthia Schwertsik Veranstaltungsreihe„Wissen-schaft-fragen“ Förderverein für Volkskunde – FVV Dr. Michaela Haibl und Univ.-Prof. Dr. Klara Löffler Ausstellungsprojekt: Beziehungen im Konzentrationslager Dachau Forschungsbüro. Verein für wissenschaftliche und kulturelle Dienstleistungen Dr. Verena Pawlowsky Forschungsprojekt: www.***.at Quellen zum Nationalsozialismus online: Vermögensentzug, Restitution und Entschädigung Geschichte.Recht.Öffentlichkeit- Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Univ.-Prof. Dr. Ilse Reiter-Zatloukal und Mag.a Dr.in Christiane Rothländer Forschungsprojekt: Das”Adolf-Hitler-Haus”, Hirschengasse 25, Wien-Mariahilf. Gewalt und politische Radikalisierung der Wiener NSDAP Anfang der 1930er Jahre anhand einer mikrogeschichtlichen Untersuchungen des Viertels um das Adolf Hitler Haus Gesellschaft für Historische Tonträger Mag. Christiane Hofer Publikationsprojekt: Die europäischen Schellackplatten-Labels unter besonderer Berücksichtigung der mitteleuropäischen Produktionsfirmen(1890-1955). Schallplattengeschichte unter diskografischen Aspekten Gesellschaft für Kulturanalytik Mag. Elke Krasny und Dr. Irene Nierhaus Publikationsprojekt: Wege in die Stadt: Urbane Transformationsprozesse und ihre Narrative GRENZ- film Univ.-Prof. Dr. Susanne Granzer Veranstaltung: Philosophy on Stage. Performanz#2 Grillparzer Gesellschaft Dr. Barbara Agnese Publikationsprojekt: Topographien einer Künstlerpersönlichkeit- Ingeborg Bachmann Haus Hofmannsthal Dr. Evita Luschinsky und Bettina Poss Ausstellung”KS Birgit Nilsson“ 155 Frauen IFF Wien- Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung Univ.-Prof. Dr. Verena Winiwarter Workshop: Affirmation und Kritik IG Kultur Österreich Mag. Elisabeth Mayerhofer Zeitschrift”Kulturrisse” IGNM- Internationale Gesellschaft für Neue Musik Gertraud Cerha und Maria Skodak Symposium: Ideen, Ideologien, Wirklichkeiten Initiative Weltethos Mag. Edith Riether Veranstaltungsreihe: Ethik und Technik Institut für Ästhetik und Recherche Mag. Astrid d´Auzers Forschungsprojekt: Künstlerkolonie”Hohe Warte” 1901-1945 Institut für Kulturpsychologie und qualitative Sozialforschung Mag. Natalia Khimka Forschungsprojekt: Grenzüberschreitende Charakteristika österreichisch-ukrainischer Mentalität. Performative und gegenständliche Artikulationen gemeinsamer Lebenswelt in Lemberg und Wien Interdisziplinäres Forschungszentrum Sozialwissenschaften Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau Veranstaltungsreihe: 100 Jahre Jüdische Denker Internationale Gesellschaft für Mittel- und Osteuropaforschung e.V.(IG.MOF) Dr. Ursula Reber Workshop: aufRAEUMEn! Kanonmedia Alexandra Reill Forschungsprojekt: Kunst im Trend. Artists´ Voice Kulturverein SABA Barbara Korherr Veranstaltung: Theater im Zeitalter Kaiser Franz Josephs KUNST VOR ORT, Verein zur Kulturvereinigung und Vernetzung von Kunstschaffenden Mag.a. Dr.in Gabriele Pfeiffer Forschungsprojekt: Dokumentation der Geschichte des Fo-Theaters in den Arbeiterbezirken Wien Lalish Theaterlabor Mag. Dr. Nigar Hasib Veranstaltungsreihe: Lalish Interkulturelle Dialoge 2007- Performance Wege. Zwischen Ästhetik und soziokulturellem Kontext 156 Frauen Mariahilfer Kulturplattform Ulli Fuchs Vermittlungsprojekt: Erinnern für die Zukunft MEMO- Verein für Geschichtsforschung Dr. Ruth Koblizek Publikationsprojekt: Der Wiener Gürtel gestern- heute – morgen Monkey Minds Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow Publikationsprojekt: Anti Elektra- Totemismus und Schizogamie ÖAGG- Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik Maria Majce-Egger Tagung: Gruppentherapie heute Univ.-Prof. Dr. Irmgard Eisenbach-Stangl Symposium: Affekte in therapeutischen Gruppen ÖKL- Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung DI Eva-Maria Munduch-Bader Veranstaltung: Arbeitswissenschaften im Landbau Österreichisch-armenische Studiengesellschaft Mag. Dr. Alexandra Wassiliou Publikationsprojekt: Hypermachos – Studien zu Byzantinistik, Armenologie und Georgistik Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung- ÖFSE Mag. Karin Küblböck Publikationsprojekt: Finanzmärkte und Entwicklung Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung Mag. Monika Pessler Symposium: modelling space Österreichische Gesellschaft für Architektur Dr. Gabriele Reiterer Forschungsprojekt: Die andere Dimension. Ferdinand Fellner von Feldegg zu Baukunst, Philosophie und Eros der frühen Moderne Österreichische Gesellschaft für Neugriechische Studien Univ.-Prof. Dr. Maria A. Stassinopoulou Veranstaltung: Nach-Bürgerkriege. Österreich, Spanien und Griechenland im Vergleich Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte Ass.-Prof. Mag. Dr. Alexandra Krenn-Leeb Symposium: Zerstörungsfreie Archäologie- Aktuelle Methoden und Analyseverfahren im Einsatz der archäologischen Forschung 157 Frauen Österreichischer Berufsverband für Kinesiologie Ute Trunk Veranstaltung: Gehirnintegration durch die LEAP-Methode Österreichischer Freundeskreis Givat Haviva Milli Segal Vermittlungsprojekt: In eine Fremde Welt Österreichischer Slawistenverband Univ.-Prof. Mag. Dr. Renate Rathmayr Konferenz: Sprache und Literatur Russlands im 18. Jahrhundert Österreichisches Nationalkomitee im ICTM Univ.-Prof. Dr. Gerlinde Haid 39. Weltkonferenz des International Council for Traditional Music Pro Historia – Verein für theoretische und angewandte Geschichtsforschung Doz. Dr. Irene Etzersdorfer, Dr. Regina Karner Ausstellungsprojekt: Imperium an der Peripherie – Österreich in Siebenbürgen Projektgruppe KünstlerInnen Dr. Heidemarie Seblatnig Forschungsprojekt: Aufarbeitung des Oeuvres von Architekt Hubert Gangl(1874-1932) mit dem Schwerpunkt”Rosenkranzkirche Hetzendorf” Second Nature- Verein für interkulturelle Tanzentwicklung Marlies Pucher Publikation: Christine Gaigg zu„Elfriede Jelinek, Über Tiere“ SEIVO- Verein für Gesunde Erde Zsofia Kraznai und Clara Picher Symposium”bewusstSEIN leben” SPME Austria- Scholars for Peace in the Middle East Austria Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer, Mag. Dr. Ruth Contreras und Mag. Eva Mühlhofer-Gurion Veranstaltung: Islamischer Antisemitismus und der Nahostkonflikt Sportklub Hakoah Wien Ruth Fuchs Publikationsprojekt: 100 Jahre Hakoah 1909- 2009 Stubenring 3- Verein der Freunde der Universität für angewandte Kunst Wien DI Margit Ulama 5. Architekturfestival”Turn On” TAMAR- Beratungsstelle für misshandelte und sexuell missbrauchte Frauen, Mädchen und Kinder Sonja Wohlatz Tagung: Recht würde helfen 158 Frauen Unabhängiges Kinderschutzzentrum Christina Radner Tagung: Kindsglück- Kindspech 2007 Publikationspräsentation: Vom alten Schlag Universität für angewandte Kunst Mag. Eva Blimlinger Konferenz: DESIGN 07- Die Mitte Universitätszentrum für Friedensforschung HR Dipl.-Dolm. Dr. Sigrid Pöllinger Tagung: Außenpolitik im Zeitalter der Globalisierung: Soft und Hard Power Verband Wiener Volksbildung Dr. Elisabeth Brugger Veranstaltungsreihe: University meets Public Verein”Arbeitskreis der Wiener Altgermanistik” Dr. Anna Babka Veranstaltung: Homi Bhabha in Vienna Verein des Österreichischen Nationalkomitees des Internationalen Museumsrates ICOM”ICOM-Österreich” Mag. Armine Wehdorn ICOM Generalkonferenz 2007 Verein”Die Damen in der Herrengasse” Dr. Iris Meder und DI Judith Eiblmayr Publikationsprojekt: Erstes Hochhaus- erste Adresse. Die Geschichte des Hochhauses in der Herrengasse Verein für ägyptische Frauen und Familien Mag. Mary Attia Workshops zum Thema Integration in Österreich Verein für Arabische Frauen Maria Thérèse Kiriaky Vortrag: Ali Farzat Verein für Kulturwissenschaft und Kulturanalyse Mag. Dorothea Jo. Peter Studierendentreffen zu Fragen des Faches Volkskunde/Europäische Ethnologie Verein für Sozialgeschichte der Medizin Univ.-Prof. DDr. Sonia Horn Projekt: CONTINUUM MEDICUM. Ein Virtuelles Archiv für die Geschichte des Gesundheitswesens in Mitteleuropa Tagung: Psychiatrische- und ähnliche- Institutionen um 1900. Konzepte, Realisierung, Praxis 159 Frauen Verein für Volkskunde Frau HR Dr. Margot Schindler Forschungsprojekt: Eine Wiener Museumsgeschichte. Das Österreichische Museum für Volkskunde Verein Multikids Wien Nuschin Vossoughi Podiumsdiskussion: Wien, Stadt der Multikids? Verein Musik-Ensemble-Theater 2000 Beate Maria Pomberger Vortragsreihe: Musik& Archäologie Verein”Projekt Intermedialität” Dr. Roswitha Breckner und Univ.-Prof. Dr. Eva Flicker Workshop: Visuelle Soziologie Verein”Projekt Schwab” Mag. Ingeborg Orthofer Editionsprojekt Werner Schwab Verein SOHO IN OTTAKRING Ula Schneider Publikationsprojekt: SOHO IN OTTAKRING 1999-2007 Verein werks Elisabeth Zimmermann Publikationsprojekt: RE-INVENTING RADIO Verein zur Erforschung kultureller Ausdrucksformen aus interdisziplinärer Sicht e.V. Dr. Christa Süttlerin Publikationsprojekt: Weltsprache Kunst. Zur Natur- und Kunstgeschichte bildlicher Kommunikation Verein zur Förderung und Erforschung der Antifaschistischen Literatur Dr. Gabriele Anderl Studie: Die Fahrer der Autobuslinien 45B, 46B und 146B- ein Portrait Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen Traute Molik-Riemer Tagebuchtag 2007 WAS Verein für Wohnbau, Architektur und Sonstiges Dipl.-Ing. Rita Pirpamer Ausstellung von Studentenprojekten”erdberg boomt” Wiener Interdisziplinäre Arbeitsgruppe für die Erforschung von(Techno) Wissenschaft und Gesellschaft Univ.-Prof. Dr Ulrike Felt Konferenz: Engineering European Bodies- When Biomedical Technologies Challenge European Governance, Bioethics and Identities 160 Frauen Wiener Volksbildungswerk Dr. Lisa Wedorn Publikationsprojekt”Erinnerungen an meine Kindheit 1944-1955 Wissenschaftsforum Tschechen in Wien Mag. Vlasta Valeš Tagung: Wien und seine Wiener und Projekt: Das Jahr 1968 im europäischen Kontext ZV- Zentralvereinigung der Architekten Österreichs Univ.Prof. DI Maria Auböck, Vermittlungsprojekt:”Ringstrasse Revisited”- 150 Jahre Wiener Ringstraße- 100 Jahre ZV der Architekten Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien im Wege von Subventionen im Jahr 2007 unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Gesamtvolumen: Davon für Institutionen/Frauen in Leitungspositionen: Summe in% für von Frauen geleitete Institutionen: EUR 6.916.358,41 EUR 5.479.849,16 79,23 161 Frauen Architekturzentrum Wien Mag.(FH) Karin Lux(Geschäftsführerin) Club of Vienna Dr. Agnieszka Rosik-Kölbl(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien Mag. Gertraud Diendorfer(Geschäftsführerin) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer(wissenschaftliche Leiterin) IWM- Institut für die Wissenschaften vom Menschen Mag. Susanne Fröschl(Geschäftsführerin) Jewish Welcome Service Vienna Mag. Susanne Trauneck Ludwig Boltzmann-Gesellschaft Mag. Claudia Lingner(Geschäftsführerin) Österreichische Akademie der Wissenschaften/ Stipendienbereich Leiterin der Verwaltungsstelle der philosophisch-historischen Klasse Mag. Lisbeth Triska Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien Dr. Barbara Haberl Österreichische Forschungsgemeinschaft Mag. Caroline Hecht Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Dr. Birgitt Haller Verein Unlimited Dr. Alexandra Reininghaus Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Altersökonomie Univ.-Prof. Dr. Ursula Schneider(Institutsleiterin) Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien im Wege von Projektförderungen im Jahr 2007 unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Die angeführten Leiterinnen sind als Vorstandsmitglieder, Direktorinnen, Geschäftsführerinnen, Obfrauen förderungsverantwortlich, programmverantwortlich und unsere Ansprechpartnerinnen. Es wurde hier eine Auswahl von Institutionen getroffen, die von sehr starken aussagekräftigen und gestaltungsfreudigen Frauen gelenkt werden. Anton Wildgans Gesellschaft Ilse Wildgans 162 Arthur Schnitzler Gesellschaft Univ.-Prof. Dr. Konstanze Fliedl Evangelische Akademie Wien Mag. Waltraud Kovacic Franz Schmidt Gesellschaft Wien Dr. Carmen Ottner IAF- Institut für Axiologische Forschungen Dr. Susanne Moser IFF – Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung Univ.-Prof. Dr. Marina Fischer-Kowalski IFK – Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften Mag. Viola Eichberger IG Kultur Österreich Mag. Elisabeth Mayerhofer Initiative Minderheiten Dr. Cornelia Kogoj Institut für Geschichte der Juden in Österreich Dr. Martha Keil Internationale Schönberg-Gesellschaft Dr. Marion Diederichs-Lafite Österreichische Bibelgesellschaft Dr. Jutta Henner Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Dr. Sandra Wiesinger-Stock ökids- Österreichische Gesellschaft für Kinder und Jugendlichenpsychotherapie Dr. Vera Zimprich Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber Liga für Menschenrechte Dr. Elisabeth Ebner Österreichisches Lateinamerika – Institut Mag. Stefanie Reinberg Österreichisches Volksliedwerk Mag. Irene Riegler Frauen 163 Frauen Projekt Theater Studio Dr. Eva Brenner Sigmund-Freud-Privatstiftung Mag. Inge Scholz-Strasser, Dr. Lydia Marinelli Theodor Kramer Gesellschaft Uschi Lichtenegger Verband Wiener Volksbildung Dr. Elisabeth Brugger, Mag. Michaela Schubert, Dr. Helena Verdel ZOOM Kindermuseum Dr. Elisabeth Menasse-Wiesbauer Verein Projekt Integrationshaus Mag. Andrea Eraslan-Weninger Schnittpunkt Ausstellungstheorie& Praxis Beatrice Jaschke Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Univ.-Prof. Dr. Renate Pillinger Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Mag. Siglinde Bolbecher Wiener Gesellschaft für Theaterforschung Univ.-Prof. Dr. Brigitte Marschall Wiener Volksliedwerk Dr. Susanne Schedtler Stipendien und Förderpreise – Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Gesamtvolumen: 114.050 Euro Davon für Frauen: 97.000 Euro In Prozent: 85,05% 164 Frauen Stipendien am Bologna Center der Johns Hopkins University Mag. Sarin Abado Stipendien im Rahmen des DoktorandInnenprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften(APART- und Doktoranden-Stipendium) DI Dr. Monika Schmoll Stipendium an der Webster University Simona Auer Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte Mag. Dr. Gabriele Habinger Preis der Stadt Wien im Rahmen des Theodor Körner Fonds Mag. Claudia Czimek Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(44 Frauen, 28 Männer) für wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß von 700 Euro bis 1.400 Euro: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: 59.685,00 Euro 36.473,50 Euro 61,11% 165 Frauen Dr. Evelyn Adunka, Der Wiener Stadttempel Mag. Anna Artaker, Marc Adrian als Schlüsselfigur der Wiener Avantgarde der Nachkriegszeit(nach 1945) Mag. Pamela Bartar, Eine Geschichte über Kunst im öffentlichen Raum Wien seit 2000: Partizipative Projekte, Kunst am Bau, prozessorientierte Kunst und transmediale Innovationen im Kontext Wiener Raumspezifität Mag. Sabine Bergauer, Die Schiffmühlen zwischen Wien und Bratislava Mag. Karin Bindu, Wiener Studie zur emotionalen Rhythmuswahrnehmung Mag. Verena Brunner, Die Präsidentengruft am Wiener Zentralfriedhof als nationaler Gedächtnisort Dr. Dana Cerman-Stefanová, Gutsherren und wirtschaftliche Aktivitäten. Eine Fallstudie zur ,”Schwarzenberg Bank” 1787-1830 Mag. Barbara Clausen, Performance und Politik: über das kulturpolitische Potential zwischen Performativität und Medialität Dipl.-Ing. Claudia Czerkauer, Die Korrelation der Space Syntax Methodology mit der Realnutzung des urbanen Raums- anhand des Beispiels Wien Dr. Susanne Dobrovolny, Medizin und öffentliche Gesundheitspflege in Wien und London im Vergleich, Zeitraum: 2. Hälfte 19. Jahrhundert bis 20er Jahre Mag. Nicola Färber, Die Soloklarinettistin Caroline Schleicher-Krähmer in Wien Mag. Maria-Luise Freithofnig, Das Tagebuch als Mittel zur Selbstreflexion in Österreich seit 1950 Mag. Viktoria Frysak, Ollanta- Ein Inka-Schauspiel Mag. Martina Gamper, Die Studenten der medizinisch-chirurgischen Akademie(Josephinum), 1785­ 1820 166 Frauen Mag. Gabriele Goffriller, Joseph Kyselak(1799-1831). Eine Wanderung durch die österreichische Kulturgeschichte der Romantik Mag. Andrea Haider, Über die Notwendigkeit und Effizienz von Nachbetreuungsmaßnahmen jugendlicher Suizidanten Mag. Ruth Haselmair, Soziale Netzwerkanalyse und-darstellung des sonance.artistic.networks Mag. Semirah Heilingsetzer, Dokumentation über die Wiener Künstlerin Erna Frank Dr. Ingrid Hölzl, Das Bild des Denkens/ Denken in Bildern. Wege zu einer Philosophie der Imagination aus dem Geiste Giordano Brunos Arch. Dr. Barbara Imhof, Deployable Getaway on Earth and in Space. Arbeitsverhältnisse und Großraumbürosituation in Wien Mag. Barbara Kainz, Werkregister-Erstellung über die Arbeiten und Werke des Filmemachers: Ferry Radax Mag. Eva Kernbauer, Kunst als Geschichte. Zyklische Zeitvorstellungen zu Beginn der Kunstgeschichte Mag. Carola Leitner, Wien ABC. Skurriles und Wissenswertes von Adabei bis Zentralfriedhof Arch. Dipl.-Ing. Regina Lettner, Der Wasserturm Mag. Uta M. Matschiner, NACKT- Die Ästhetik der Nacktheit in der Keramik der 50er Jahre Mag. Petra Mayrhofer, Die gegenseitige Wahrnehmung von Angehörigen der alten und der neuen Mitgliedsstaaten der EU am Beispiel Österreich, Deutschland und Frankreich und jene der ,,neuen” EU-Mitgliedsstaaten Polen, Ungarn und Tschechien(ein Materialrechercheprojekt) Dr. Natascha Miljkovic, Aliens erobern Österreich! Untersuchungen an der eingeschleppten Schwarm- und Meeresgrundel Neogobius Mezanostomus(Teleostei: Gobiidae) in der Donau Dipl.-Ing. Dr. Luisa Paumann, Vom Offenen in der Architektur: Raumdenken jenseits des Poststrukturalismus Mag. Ursula Petrik, Die Leiden der Neuen Musik Mag. Dr. Gabriele C. Pfeiffer, Erste Aufführungen des Fo-Theater in den Arbeiterbezirken Wien Dr. Haiganus Preda-Schimek, Eusebius Mandyczewski in Wiener Musikkreisen(1880-1929) Mag. Renate Quehenberger, Wissenschaftliche Bezüge in der zeitgenössischen Kunst in Wien Mag. Kerstin-Katja Reikerstorfer-Sindemann, Wasser in Wien Dr. Christiane Rothländer, Geschlecht und Ausbürgerung. Der politisch motivierte 167 Frauen Staatsbürgerschaftsverlust 1933-1938 anhand der Ausbürgerungsakten der Wiener BundesPolizeidirektion Mag. Gerlind Rüve, Wandlungen in der Sinnstiftung des Todes an der Epochenschwelle im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert: der Scheintod in der Stadt Bratislava während der Aufklärung Mag. Eva Schwarzmann, Next Generation/ Die zweite Generation: Söhne und Töchter jüdischer Emigranten aus Wien in New York und das Verhältnis zur ehemaligen Heimat ihrer Eltern Mag. Ruth Sprenger, Zur Geschichte des Herrenkleidermachergewerbes zwischen Kunst und Handwerk Mag. Bärbel Susanne Traunsteiner, Erstellen eines Fachartikels zum Thema”geschlechtssensible Kinder- und Jugendbücher” sowie einer Kriterienliste für mädchen- und bubenfreundliche Bücher Dr. Elisabeth Voggeneder, Lore Heuermann- Werkschau Mag. Claudia Wagner, Die Wiener Tanzlandschaft: Aktuelle Entwicklungen in Bühnentanz und tanzpädagogischer Praxis Mag. Dagmar Weidinger, Borderline-Kunst-eine Annäherung an den gestalterischen Ausdruck von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung Dr. Sandra Wiesinger-Stock, Oral History in der Exilforschung. Erstellung eines Fragenkataloges als Grundlage für einen Leitfaden Mag. Barbara Wurm, Dziga Vertov- Künstlerische Visitenkarte Mag. Anita Zieher, Das Werk von Hannah Arendt und seine aktuellen Bezüge zu politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen als Grundlage für die Erarbeitung eines Theaterstücks Stipendien Schul- und Studienbeihilfen sowie Förderungen für Diplomarbeiten und Dissertationen Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverses Stipendien im Gesamtbetrag von 51.125 Euro vergeben. Davon entfielen 27.432 Euro auf weibliche Studierende bzw. Schülerinnen. Männer 46,34% Frauen 53,65% 168 Frauen Förderungsmittel für Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen(fünf Frauen, fünf Männer) für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß bis 3.650 Euro: Das Gesamtbudget von 36 500 Euro wurde an fünf Frauen und fünf Männer vergeben. Die Projekte im Einzelnen: Forschungsstipendien Frauen Mag. Tanja Berman, Zur geistigen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation der Zeit 1987-2000; dargestellt anhand von Zitaten aus den etwa 200 Publikationen der Wiener Vorlesungen und exemplarisch anhand von Transkriptionen von Bandaufnahmen Dr. Gabriele Habinger, Forschungsreisen im 20. Jahrhundert in außereuropäischen Regionen mit dem Ausgangspunkt Wien Dr. Iris Mochar-Kircher, Geschichte der Volksmusik von den Anfängen bis 1945 Dr. Susanne Schedtler, Geschichte der Volksmusik in Wien ab 1945 Mag. Regina Wonisch, Präsentationen in historischen Museen und Ausstellungen in Wien im 20. Jahrhundert 169 Frauen Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankauf): Davon Publikationen von Frauen: In Prozent: 135.000 Euro 54.567 Euro 40,42% U.a. wurden im Jahr 2007 folgende Publikationen unterstützt: AAPTOS Verlag, Buchhandel, Seminare Rotraud A. Perner, Gesunde Kommunikation Böhlau Verlag Renate Schreiber(Hg.), Elsa Björkman-Goldschmidt Marianne Popp, Ulrich H.J.Körtner(Hg.), Schöpfung und Evolution Renate Schreiber(Hg.), Es geschah in Wien Christian Brandstätter Verlag GmbH& Co KG Monika Uzman, Ganz oben/ On top/ Leben am Dach/ Living on the Roof Christa Sütterlin, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Weltsprache Kunst- Zur Natur- und Kunstgeschichte bildlicher Kommunikation Czernin Verlag Gabriele Anderl, Chronik einer Obsession- Die Geschichte der Asiatika-Sammlung Exner Caroline Seidler, Anna Mirfattahi, Leben Glauben Feiern. Familiäre Feste der gelebten Religionen Europas Ursula Seeber, Jacqueline Vansant, Schwarz auf Weiß. Ein transatlantisches Würdigungsbuch für Egon Schwarz 170 Frauen Claire Loos, Adolf Loos Privat Catherine Tessmar, Wiener Platzerln. Die Geschäfte des Künstlers Luigi Kasimir DÖW Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Christine Schindler, Jahrbuch des DÖW 2007 Edition Sonnberg GmbH Sigrid Bucher, Die Malerin Helene Funke 1869-1957 Edition Splitter Batya Horn(Hg.), Hypochondria Batya Horn, Elisabeth Wäger(Hg.), Schreibrituale Batya Horn, Christian Baier(Hg.), Leidenschafften Batya Horn, Christian Baier(Hg.), Pedanten& Chaoten Edition Steinbauer Bettina Reiter, Spaziergänge mit Freud- Psychoanalytische Betrachtungen Eigenverlag Walter Hildebrand Michaela Hermann, Die Kartause Gaming- Stifter, Mönche, Pioniere Elternverein Offene Volksschule Gabriele Lösch, Brücken.bauen. Festschrift 100 Jahre Volksschule Wolfgang Schmälzlgasse 13, 1020 Wien Facultas Verlags& Buchhandels AG Sabine Pollak, Das Andere der Stadt. Projektion Simmering Gerda Geyer, Alternsforschung in Österreich Folio Verlagsgesellschaft m.b.H Margit Ulama, Flächen-Konzeption”Die Architektur der Fläche. Geschichte und Gegenwart” Förderverein für Volkskunde FVV Katerina Kratzmann, Auf einmal war ich illegal. Undokumentierte Migranten in Österreich Jonas Verlag für Kunst und Literatur GmbH Margarethe Szeless, Die Kulturzeitschrift ,magnum’. Photographische Befunde der Moderne Lit Verlag GmbH Oskar Achs, Rupert Corazza, Wolfgang Gröpel, Eva Tesar(Hg.), Bildung- Promotor von Gleichheit und Ungleichheit? Protokollband Julia Uhlik, Wandel des pastoralen Stils? Hirtenverständnis und Jugendseelsorge im Zeichen einer ”Erlebnisgesellschaft” 171 Frauen Amelie Lanier, Ein Haus in Wien Erhard Löcker Gesellschaft m.b.H. Agnieszka Dzierzbicka, Vereinbaren statt anordnen Lutz Musner, Heidemarie Uhl(Hg.), Wie wir uns aufführen Susanne Hehenberger, Unkeusch wider die Natur Friedrich Frosch, Verena Berger(Hg.), Zwischen Aneignung und Bruch Evelyn Polt-Heinzl, Sigurd Paul Scheichl(Hg.), Alfred Polgar, der Untertreiber schlechthin Mandelbaum Verlag Frank Stern, Julia B. Köhne, Karin Moser, Thomas Ballhausen und Barbara Eichinger(Hg.), Filmische Gedächtnisse Martha Keil (Hg.), Von Baronen und Branntweinern- Ein jüdischer Friedhof erzählt Cécile Cordon, Ich weiß was ich wert bin!- Irma Trksak- Ein Leben im Widerstand Maria Fritsche, Birgit Johler(Hg.), 1938 Adresse: Servitengasse- Eine Nachbarschaft auf Spurensuche Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH Tamara Ehs, Hans Kelsen und politische Bildung im modernen Staat- Vorträge in der Wiener Volksbildung und Schriften zu Kritikfähigkeit und Rationalismus Metro Verlag Birgit Schwaner, Jüdisches Wien Andrea Rittersberger, Wien und die Musiker Katja Sindemann, Wiener Nixen, Zillen, blaue Donau Carola Leitner, Fabian Burstein, Das Wien ABC Sabine Klein, Wien und der Tod Molden Verlag GmbH& Co KEG Anita Natmeßnig, Begegnung mit Adolf Holl Karo Katzmann, Schwarzbuch Wasser Susanne Scholl, Töchter des Krieges Sigrid Maria Größing, Sisi, eine moderne Frau 172 Frauen Kirsten Liese, Elisabeth Schwarzkopf MUSIS- Verein zur Unterstützung der Museen und Sammlungen in der Steiermark Zeitschrift”Die Stellwand”, Heft 1-4/06 Evelyn Kaindl-Ranzinger, Zeitschrift: ,”Die Stellwand” Österreichisch-armenische Studiengesellschaft Christos Stavrakos, Alexandra-Kyriaki Wassiliou, Mesrob K. Krikorian Festschrift Werner Seibt Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, Band 23/2007 Passagen Verlag Hisaki Hashi, Werner Gabriel, intellectus universalis. Zur Welt der universellen Philosophie. Band 2 (”Komparative Philosophie der Gegenwart. Transkulturelles Denken im Zeitalter der Globalisierung”) Hisaki Hashi, Werner Gabriel und Arne Haselbach(Hg.), Zen und Tao. Beiträge zum asiatischen Denken Michaela Schweighart(Hg.), Das Lager/Der Ausnahmezustand/Die Verortung als Zone der Unentscheidbarkeit Hisaki Hashi, Werner Gabriel(Hg.), Komparative Philosophie der Gegenwart Passagen Verlag Ges.m.b.H. Bärbel Lücke, Jelineks Gespenster Eveline Goodman-Thau(Hg.), Das Eigene Erinnern Liana Giorgi, Ronald Pohoryles, Niki Rodousakis(Hg.), Community Conflicts in the Post-Soviet Era Gertraud Auer Borea d’ Olmo, Peter Engelmann(Hg.), Garri Kasparow: Russland nach Anna Politkowskaja Peter Lang GmbH Daniela Müller, Zur Entwicklung der Wiener Stadtgebiete- Wien 1888-2001: Zusammenhänge der Entwicklung der technischen Infrastrukturund ÖV-Systeme in den Siedlungsgebieten Thomas Benesch, Brigitte Neichl, Mathematische Spaziergänge in Wien Betül Bretschneider, Nutzungsmischung: Ein Diskurs zur neuen Urbanität. Die Koexistenz der Stadtfunktionen unter besonderer Berücksichtigung des(Kleinst-) Gewerbes Stella Avallone, Bianca Valota-Cavalotti, Die Rolle der Frau in Mitteleuropa nach der EU-Erweiterung Marianne Pühringer, Wetterzauberei und Schamanismus. Eine vergleichende Studie bei außereuropäischen Ethnien 173 Frauen Praesens Verlag Nikola Roßbach(Hg.), Wien parodiert, Theatertexte um 1900 Seifert Verlag GmbH Cornelia Faustmann, Walter Thirring, Einstein entformelt. Wie ihm ein Teenager auf die Schliche kam Christa A. Tuczay, Der Herzesser. Dämonische Verbrechen in der Donaumonarchie Alexander Lukeneder, Helga Gridling, Akte Dinosaurier Soho in Ottakring Ula Schneider, Zeitschrift:”art in migration” Studien Verlag Ges.m.b.H. Arnold Suppan, Marija Wakounig und Georg Kastner(Hg.), Festschrift”Osteuropäische Geschichte in Wien. 100 Jahre Forschung und Lehre an der Universität” Anita Prettenthaler-Ziegerhofer, Europäische Integrationsgeschichte Marlen Bidwell-Steiner, Karin S. Wozonig(Hg.), A Canon of our Own? Kanon und Geschlecht Birgitta Bader-Zaar, Margarete Grandner, Edith Saurer(Hg.), Auf dem Weg in die Moderne. Radikales Denken, Aufklärung und Konservativismus. Gedenkband für Michael Weinzierl Katharina Sophia Kaudelka, Chilenische Flüchtlinge der 2. Generation in Wien Michaela Raggam-Blesch, Zwischen Ost und West. Weibliche jüdische Identitätskonstruktionen in autobiographischen Erinnerungen junger Frauen. Wien am Ende des 19. und am Beginn des 20. Jahrhunderts Birgit Winkel, Thomas Geiger, Martin Hartlieb(Hg.), Fokus Politikwissenschaft- Ein Überblick Ingrid Böhler, Michael Gehler(Hg.), Verschiedene Europäische Wege im Vergleich. Österreich und die Bundesrepublik Deutschland 1945/49-2005 Maria Mesner, Margit Reiter, Theo Venus, Enteignung und Rückgabe. Das sozialdemokratische Parteivermögen in Österreich 1934 und nach 1945 Angelika Paseka, Gender Mainstreaming und LehrerInnenbildung Vida Bakondy, Reneé Winter, Nicht alle Weißen schießen. Afrikarepräsentationen im Österreich der 1950er Theodor Kramer Gesellschaft Siglinde Bolbecher(Hg.), Zwischenwelt 9: Frauen im Exil Unabhängiges Kinderschutzzentrum Wien Christina Radner, Festschrift”Vom alten Schlag. Geschichten über Kindheit und Gewalt” 174 Frauen Universitätszentrum für Friedensforschung Sigrid Pöllinger, Wiener Blätter zur Friedensforschung Verein zur Förderung der armenischen Geschichte und Kultur Lilja Awanessian, Artem Ohandjanian, Felszeichnungen in Armenien. Auswirkungen auf das Leben der Armenier Verlag für Geschichte und Politik Ges.m.b.H. Dana Stefanova, Erbschaftspraxis, Besitz und Handlungsspielräume der Untertanen in der Gutsherrschaft. Die Herrschaft Frydlant in Nordböhmen 1558-1750 Vier Viertel Verlag Michaela Krucsay, Katharina Cibbini-Kozeluch- Musikerin und Mäzenin Elisabeth Arnberger, Am Weg zum Wein- Ein Wurzelwerk Gisela Gary, Wir sind keine Tanten! Die Kindergärtnerin: Zur Geschichte eines Frauenberufes in Österreich Gabriele Dorffner, Gerald Weippl, Clemens Freiherr von Pirquet. Ein begnadeter Arzt und genialer Geist Elena Ostleitner, Gabriele Dorffner(Hg.), Ein unerschöpflicher Reichthum an Ideen… Komponistinnen zur Zeit Mozarts Angelika Frank(Hg.), Karl Nieschlag. Ein Künstler aus Floridsdorf Wieser Verlag Kerstin Tomendal, Das Türkenbild in Österreich und Ungarn während des Ersten Weltkrieges im Spiegel der Kriegspostkarten Wilhelm Braumüller Universitäts- Verlagsbuchhandlung Ges.m.b.H. Katharina Kuffner, Florian Wenninger, Paul Dvorak, Geschichte. Macht. Herrschaft. Zur Politik mit dem Vergangenen. Mit einem Essay von Marlene Streeruwitz Christa Markom. Heidi Weinhäupl, Die Anderen im Schulbuch. Rassismen, Exotismen, Sexismen und Antisemitismus in österreichischen Schulbüchern Gerhard Heindl, Dagmar Schratter(Hg.), Tiere unterwegs. Tiererwerb und Tiertransporte für Schönbrunn von Barock bis heute Erich Fröschl, Helmut Kramer und Eva Kreisky(Hg.), Politik. Wissenschaft. Politikberatung zwischen Affirmation und Kritik Kristina Werndl, Nach der Revolution. Eine kulturelle Gegenwartsbestimmung Rumäniens Insgesamt wurden 2007 75 Verlage bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/oder Ankäufen gefördert, 26 davon werden von Frauen geleitet. Das sind 34,67% 175 Frauen AAPTOS Verlag, Buchhandel, Seminare Prof. Dr. Rotraud A. Perner Böhlau Verlag Dr. Eva Reinhold-Weisz, Ulrike Dietmayer Braumüller Verlag Konstanze Weber, Helga Papouschek Edition Sonnenaufgang Verena Kienast Edition Splitter Batya Horn Elternverein Offene Volksschule Mag. Gabriele Lösch und Frau Jaqueline Höfer Facultas Verlags-& Buchhandels AG Sabine Kruse Folio Verlagsgesellschaft m.b.H. Dr. Eva-Maria Widmair Mandelbaum Verlag Dipl.-Ing. Elisabeth Baumhöfer Maurer Heimatrunde Mag. Christl Ayad Metro Verlag Mag. Frederike Demattio Molden Verlag GmbH& Co. KEG Marion Mauthe 176 MuSiS – Verein zur Unterstützung der Museen und Sammlungen in der Steiermark Mag. Evelyn Kaindl-Ranzinger Residenz Verlag Mag. Elke Nolz Seifert Verlag GmbH Dr. Maria Seifert Unabhängiges Kinderschutzzentrum Wien Christina Radner Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik Mag. Marion Diederichs-Lafite Verlag für Geschichte und Politik Dr. Ursula Huber Verein SOHO IN OTTAKRING Ula Schneider Vier Viertel Verlag Univ. Prof. Dr. Elena Ostleitner Wiener Vorlesungen 2007 Mitwirkende gesamt: Frauen: Männer: 2007: 42,86 57,14 2006: (30%) (70%) 2005: (43%) (57%) 2004: (37%) (63%) 2003: (31%) (69%) Frauen 177 Frauen Die Wiener Vorlesungen haben im Jahr 2007 insgesamt 52 Veranstaltungen(davon 40 Eigenveranstaltungen und 12 Kooperationsveranstaltungen), die durchwegs ausgezeichnet besucht waren, durchgeführt. Es haben insgesamt 175 Persönlichkeiten an den Wiener Vorlesungen teilgenommen(als Vortragende und ModeratorInnen*), davon 75 Frauen und 100 Männer. Das Jahr 2007 stand ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens der Wiener Vorlesungen. Neben einem umfangreichen laufenden Veranstaltungsprogramm fand anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Wiener Vorlesungen die Ringvorlesung zu den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaften über die Welt”Quanten, Gene, Energie, Entropie, Raum, Zeit, Zufall, Konstruktionen, Diskurse, Ethik…” statt. Im Rahmen dieser Ringvorlesung haben 31 Persönlichkeiten teilgenommen, davon 21 Frauen und 11 Männer(65,625% w; 34,375% m;). In der auf 20 Bände konzipierten Reihe der Wiener Vorlesungen zu den Republiksjubiläen ”Österreich – Zweite Republik. Befund, Kritik, Perspektiven” erschien Band 17,”Land der Söhne. Geschlechterverhältnisse in der Zweiten Republik” von Johanna Gehmacher und Maria Mesner. Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen des Wissenschaftsförderungsfonds: Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Gesamtfördersumme: 95.000 Euro, Univ.-Prof. Dr. Edeltraud Hanappi-Egger, 15.000 Euro Univ.-Prof. Dr. Renate Meyer, 25.000 Euro 42,10% der Förderungen gingen an Projekte von Frauen. 178 Frauen Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Gesamtfördersumme: 11.500 Euro. Dr. Rachel Asagba, 2.000 Euro Dr. Theresia Maria Leitner-Schweighofer, 1.000 Euro 26,10% der Fördersumme gingen an Projekte von Frauen. Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Gesamtfördersumme 88.000 Euro Dr. Verena Paulitschke, 16.000 Euro DDr. Angelika Riemer, 2.500 Euro Univ.-Prof. Dr. Maria Sibilia, 16.000 Euro Dr. Hedwig Sutterlüty,20.000 Euro Für Projekte von Frauen wurden 54.500 Euro ausgegeben, also 61,93%. 179 Frauen Förderungen von wissenschaftlichen Projekten durch die Hochschuljubiläumsstiftung Von 195 Anträgen mit einer Wunschsumme von 1,617.494 Euro wurden 87 Anträge mit 307.910 Euro gefördert, was einer durchschnittlichen Förderung von 3.539 Euro entspricht. 35 Förderungen gingen an Wissenschafterinnen(ca. 40%, mehr als im Vorjahr mit etwa 30%). Anbei eine Übersicht über die eingereichten und geförderten Projekte, sowie der Anteil von Frauen mit den zugehörigen Summen: Eingereichte Projekte: Geisteswissenschaften: gesamt: 50 Anträge, 352.214,50 Euro Frauen: 20 Anträge, 156.417,60 Euro 180 Ingenieurswissenschaften: gesamt: 16 Anträge, 160.343,01 Euro Frauen: 4 Anträge: 37.934,35 Euro Medizin: gesamt: 37 Anträge, 369.716,33 Euro Frauen: 15 Anträge, 159.063,88 Euro Naturwissenschaften gesamt: 66 Anträge, 529.424,64 Euro Frauen: 19 Anträge, 161.462,79 Euro Frauen 181 Frauen Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften: gesamt: 18 Anträge, 138.932 Euro Frauen: 6 Anträge, 50.186 Euro Veterinärmedizin: gesamt: 8 Anträge, 66.864,61 Euro Frauen: 4 Anträge, 46.089,61 Euro 182 Geförderte Projekte: Geisteswissenschaften: gesamt: 25 Projekte, Summe 39.200 Euro Frauen: 13 Projekte, Summe: 19.000 Euro Ingenieurswissenschaften: gesamt: 10 Projekte, 51.000 Euro Frauen: 2 Projekte, 10.000 Euro Medizin: gesamt: 13 Projekte, Summe: 64.000 Euro Frauen: 5 Projekte, 25.000 Euro Frauen 183 Frauen Naturwissenschaften: gesamt: 29 Projekte, Summe 110.500 Euro Frauen: 9 Projekte, Summe: 38.600 Euro Rechts- Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften: gesamt: 7 Projekte, 33.210 Euro Frauen: 2 Projekte, 10.500 Euro Veterinärmedizin: gesamt und Frauen: 4 Projekte, 10.000 Euro 184 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2006 FRAUENKULTURBERICHT KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2006 FRAUENKULTURBERICHT HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY © 2007 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Sylvia Mattl-Wurm(MA 9) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Filmfonds Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Wolfgang Kos(Wien Museum) Mag. Karin Rick(Frauenkulturbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Herausgeber: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.kultur.wien.at Inhalt VORWORT...............................................7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik.............................................13 Theater...........................................14 Literatur...........................................14 Bildende Kunst......................................16 Kunsthalle Wien.....................................18 Alltagskultur........................................30 Kulturelles Erbe.....................................31 Bezirksmuseen......................................35 Ehrungen..........................................36 Interkulturelle Aktivitäten..............................36 Auslandskultur......................................38 Neue Medien.......................................39 Stipendien.........................................39 Film und Video......................................40 Filmfonds Wien......................................41 Wiener Festwochen...................................53 Wissenschaft.......................................68 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8).....................73 WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS(MA 9)..........................75 WIEN MUSEUM...........................................90 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN.................................109 FRAUENKULTURBERICHT...................................125 "Kunst und Kultur zu den Menschen bringen" Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien "Für Künstler, insbesondere für Musiker, ist Wien eine Insel der Seligen. Das Publikum füllt die Säle und sogar Zeitgenössisches hat hier seinen Platz," so Hans Landesmann, einer der führenden Musikmanager des Landes. Wien als Kulturhauptstadt ist kein Klischee sondern Wirklichkeit, das höre ich auch immer wieder, wenn ich im Ausland unterwegs bin. So sehr ich mich über diese Erfolgsgeschichte der Wiener Kulturpolitik und deren Anerkennung auch freue, weiß ich doch um die Dynamik im Kulturbereich. So bleibt keine Zeit, sich auf vergangenen Erfolgen auszuruhen. Ziel der Kulturpolitik muss es sein, die führende Rolle Wiens als Kulturmetropole auszubauen und weiter zu entwickeln. Das bedeutet für Politik, die Rahmenbedingungen am Puls der Zeit zu orientieren, die Museen zu fördern, aber der Musealisierung entgegenzuwirken. Vor allem Wien braucht beides, die Tradition und das Heutige, und beides im großen Stil. Dazu bedarf es entsprechender Mittel. Wien verfügt mit 2 Prozent des Gesamtbudgets oder 206,3 Millionen Euro über das höchste Kultur­ budget in seiner Geschichte und ist damit bereit, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Insgesamt konnten die Ausgaben der Stadt Wien für den Bereich Kultur und Wissenschaft von 161,4 Millionen Euro im Jahr 2001 auf 206,3 Millionen Euro im Jahr 2007 angehoben werden. Das ist eine Steigerung von insgesamt 45 Millionen Euro oder 28 Prozent. Mehr Geld allein ist nicht genug. Die oberste Aufgabe einer verantwortungsvollen Kultur­ politik besteht in der nachhaltigen Investition der öffentlichen Mittel. In Wien wurden gerade in den letzten Jahren kulturpolitische Weichen­ stellungen vorgenommen, die weit in die Zukunft reichen- etwa die Etablierung des Opernhauses Theater an der Wien, die Durch­ führung des Mozartjahres und der Theater­ reform, um nur einige zu nennen. Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, noch mehr als bisher auf Kulturvermittlung zu setzen, das vielfältige und großartige Kunstund Kulturleben Wiens mehr Menschen zu­ gänglich zu machen, vor allem auch Menschen, für die aus verschiedenen sozialen Gründen die Hemmschwellen noch zu hoch sind. Die Ein­ führung eines Kulturpasses soll hier Abhilfe schaffen, ebenso das in Schweden erprobte Projekt Fast Money oder kulturelle Zwischen­ nutzungen in den Bezirken. Große Oper an der Wien Im Jahr 2006 nahm das Theater an der Wien als neues Opernhaus seinen Betrieb auf. Eine kulturpolitische Großtat, die große Aus­ wirkungen auf das Wiener Musikleben nach sich zog. Die Entscheidung zu dieser wohl größten Strukturreform der Wiener Musik­ landschaft wurde 2002 getroffen und fand breite Zustimmung in der Fachwelt wie auch in der Politik. Als Stagione-Haus konzipiert erfüllt das Theater an der Wien höchste Anforde­ rungen der KünstlerInnen wie des Publikums und sieht seinen programmatischen Auftrag zwischen Barockopern, klassischen Raritäten und Besonderheiten der zeitgenössischen Musik."Wien hat ein Stagione-Haus bitter nötig, das uns unter anderem mit barocken Opern, aber auch mit Werken der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart vertraut macht," würdigt ein Musikkritiker das neue Opernhaus. Freunde der Wiener Symphoniker müssen nun auch nicht mehr nach Bregenz reisen, um ihr Orchester in einer Oper zu hören. Durch die Umwandlung haben die Symphoniker in Wien als Opernorchester eine Spielstätte gefunden. 7 Vorwort Das Stadtorchester konnte damit sowohl die Zahl der Auftritte als auch seine Auslastung steigern. Das erste Jahr als Opernhaus war ganz dem Jubilar Mozart gewidmet und übertraf alle Erwartungen:"Definiert man das Mozartjahr nach Qualitätskriterien, so wurde es in Opernbelangen vom Theater an der Wien allein bestritten,...." resümiert ein Kulturkritiker einer großen Wochenzeitung. Das Mozartjahr 2006 hat den Ruf Wiens als Kulturmetropole international gestärkt und war in wirtschaftlicher wie auch in künstlerischer Hinsicht ein großer Erfolg: Der Tourismus verzeichnete ein deutliches Plus an Nächti­ gungen, seitens der Kulturpolitik wurde besonders auf Nachhaltigkeit Wert gelegt (Renovierung des Mozarthauses Vienna, Etablierung des Theaters an der Wien als Opernhaus, Peter Sellars Filmschiene etc.). Ab Juni 2008 steht das Ronacher, das derzeit saniert und mit modernster Bühnentechnik ausgestattet wird, urbanem, intelligentem Musiktheater zur Verfügung. Einen Vorge­ schmack darauf lieferten"Die Weberischen", eine höchst amüsante Revue im Rahmen des Mozartjahres, die wegen des großen Zuspruchs von der Volksoper übernommen wurde. Allabendlich gestürmt wird auch das Raimund­ theater als Stätte des Musicals. Nach dem Publikumsrenner"Romeo und Julia", der berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten, steht noch bis Ende des Jahres, nicht minder erfolgreich, die Musicalversion von Daphne du Mauriers"Rebecca", am Spielplan. Die Kulturpolitik widmet sich jedoch nicht nur den großen Flaggschiffen, sondern sieht ihre wichtige Aufgabe auch darin, kleinere, alter­ native Initiativen zu unterstützen. So konnte beispielsweise das Fluc mit finanzieller Hilfe der Stadt Wien neu gestaltet und nahe dem Praterstern wiedereröffnet werden. Ebenso erhalten andere Klubs und Locations einen Zuschuss von der Stadt. Theater auf Reformkurs In Bewegung geraten ist auch Wiens Theater­ landschaft. Auf Wunsch der Beteiligten und mit Zustimmung aller politischen Parteien wurden die Mittel- und Off-Bühnen einer Reform unter­ zogen. Die großen Ziele waren, die künstle­ rische Qualität anzuheben, Planungssicherheit zu gewährleisten und Neues zu ermöglichen. Heute, nach dem ersten Durchlauf, kann gesagt werden: Das Konzept ist aufgegangen, die Ziele wurden erreicht. Die Theaterreform brachte zudem eine Erhöhung und zielgerich­ tete Verteilung der Fördergelder mit sich, die Schaffung eines Koproduktionshauses und die Entdeckung neuer Theaterformationen. Für das Theater in der Josefstadt wurden zukunftsweisende Maßnahmen gesetzt. Die Umwandlung des Theaters in eine Stiftung wurde realisiert, eine neue Direktion eingesetzt und die Finanzierung der dringend notwendi­ gen Sanierung sichergestellt(gemeinsam mit Bund und Josefstadt). Das Volkstheater hat nach Anfangsschwierig­ keiten seine Auslastung gesteigert und seine Situation stabilisiert. Der Spielplan für die kommende Saison mit Uraufführungen, Neu­ inszenierungen und Premieren sowie die Ver­ pflichtung von Publikumslieblingen lassen auf eine Fortsetzung des positiven Trends hoffen. Die Festwochen bringen alljährlich inter­ nationales Theaterflair nach Wien: Zusätzlich zum ohnehin sehr dichten Ganzjahresangebot gastieren Ensembles und Künstler aus aller Welt in unserer Stadt- eine einmalige Gelegenheit in andere, faszinierende Theater­ welten einzutauchen. Eine Stärke der Festwochen ist auch, nicht nur die großen Häuser der Stadt, sondern auch kleine Orte zu bespielen. So auch den Rabenhof, der als kritische Stadtbühne mit seinem Programm aus Trash, Unterhaltung, Satire und neuen Theaterformen vom Publikum begeistert angenommen wird. 8 Vorwort Treffpunkt Kino Österreich kann in jüngster Vergangenheit eine Reihe von Filmerfolgen vorweisen: Filme, die international großes Aufsehen erregt und bei wichtigen Filmfestivals Preise errungen haben. All diesen Filmerfolgen ist gemeinsam, dass sie vom Filmfonds Wien mitfinanziert wurden. Etwa"Cachè" von Michael Haneke, der 2005 mit dem Europäischen Filmpreis und in Cannes ausgezeichnet wurde."Darwin's Nightmare" von Hubert Sauper erhielt den französischen Filmpreis Cesar und wurde darüber hinaus in der Sparte Dokumentation für den begehrten Oscar nominiert."Grbavica", eine öster­ reichisch-bosnische Koproduktion, gewann den Goldenen Bären bei der Berlinale 2006. Für die beiden von Peter Sellars im Rahmen des Mozartjahres beauftragten Filme"Daratt" und "Halbmond" regnete es ebenfalls Lob und Auszeichnungen(Goldene Muschel Filmfestival San Sebastian, Jury-Preis Filmfestspiele Venedig). Michael Glawoggers"Workingman's Death" wurde 2007 in Berlin mit dem Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm gekürt. Diese Erfolge zeigen einmal mehr, dass die Jury des Filmfonds Wien seine Mittel klug ein­ setzt und in Qualitätsproduktionen investiert; Investitionen in die Welt des Films, die vielfach nach Wien zurückfließen. Neben der Förderung von österreichischen Filmen durch den Filmfonds ist es der Wiener Kulturpolitik gelungen, Wien als Film- und Medienstandort zu positionieren. Eine wichtige Maßnahme dazu war die Erhaltung und lang­ fristige Sicherung der Kinovielfalt in Wien. Gartenbau, Metro und Stadtkino standen praktisch vor dem Aus und konnten nur mit einer Mischung aus zum Teil beträchtlichen Mitteln und nachhaltigen Konzepten vor dem Zusperren gerettet werden. Weiters wurde auch in das Filmmuseum investiert, das heute - nach einer umfangreichen Sanierung- ein Kleinod in der Wiener Kinolandschaft darstellt und dank seiner hervorragenden Program­ mierung ein beliebter Treffpunkt für Cineasten ist. Weiterhin einzigartig in Europa ist die Wiener Kinoförderung, deren Ziel es ist, Traditions­ kinos zu unterstützen und damit zu erhalten. Ein kulturpolitisches Konzept, das Früchte trägt, wie neueste Trends zeigen: Ins Kino gehen ist wieder in. So sind allein von 2005 auf 2006 die Besucherzahlen in den Wiener Kinos um 10 Prozent gestiegen. Um als Film- und Medienstandort noch attraktiver zu werden, wird derzeit hinter den Kulissen intensiv an der Etablierung einer "Wiener Film Commission" nach internatio­ nalem Vorbild gearbeitet. Die"Film Commis­ sion" soll Anlauf- und Servicestelle für nationale und internationale Filmfirmen sein und für alle Probleme zur Verfügung stehen, die bei Filmdreharbeiten anfallen(Erteilung von Drehgenehmigungen, Hilfestellung bei der Suche nach Locations, Betreuung auslän­ discher Filmteams etc.). Was die Festwochen für das Theater, die Internationalen Tanzwochen für den Tanz und die Viennafair für die Kunst sind, ist die Viennale für den Film- ein großes"Fenster zur Welt", das weit geöffnet ist, wie die steigenden Besucherzahlen, die höhere Auslastung und die wachsende Anzahl der Vorführungen zeigen. Das Angebot an anspruchsvollen Filmen auch in Originalsprache, internationale Stars und ein ambitioniertes Rahmenprogramm begründen den Erfolg der Viennale. Übrigens: Eric Pleskow, Präsident der Viennale und einst einer der einflussreichsten Filmproduzenten Holly­ woods, wurde zum Ehrenbürger von Wien ernannt. Stadt der Bilder Wien ist weltweit für seine Musik- und Theater­ leidenschaft bekannt. Jetzt ist Wien auf dem besten Wege, sich international als Stadt der zeitgenössischen Kunst einen Ruf zu erwerben. Die Artweek, die internationale Kunstmesse "Viennafair" und eine lebendige Galerienszene ziehen Kunstsammler und Publikum aus aller Welt nach Wien. 9 Vorwort Ein Beitrag zur Kunststadt ist die im Juni 2007 erfolgte Eröffnung des"Museum auf Abruf" (MUSA) als neuer Ort für zeitgenössische Kunst. Direkt neben dem Rathaus gelegen wird das MUSA künftig die Kunstsammlung der Stadt Wien, die Startgalerie, die Artothek und das Depot unter einem Dach zusammenführen. Die Sammlung der Stadt Wien mit ca. 17.000 Objekten resultiert aus Kunstankäufen, die seit 1951 getätigt werden: Arbeiten junger, zum Teil noch unbekannter Künstlerinnen und Künstler werden nach Qualitätskriterien ange­ kauft. Für die Kunstschaffenden bedeutet das eine wichtige Unterstützung in der oft schwierigen Anfangsphase; für die Stadt bedeutet das eine Investition in die Zukunft durch sukzessive Erweiterung ihrer Sammlung. Obwohl es nicht mitten im Zentrum der Stadt liegt, behauptet das KunstHausWien seinen festen Platz in der Wiener Museumslandschaft. Ab 1. Juli 2007 gehört das KunstHaus auch organisatorisch zur Stadt Wien, genauer zum Kulturcluster der Wien Holding. Damit ist die Zukunft des von Hundertwasser gestalteten KunstHausWien langfristig für Kultur und Tourismus sichergestellt. Die Stadt wird das bisherige Ausstellungskonzept- permanente Hundertwasserausstellungen und internationale Wechselausstellungen- übernehmen und weiterführen. Mit der auf internationale, zeitgenössische Positionen ausgerichteten Kunsthalle, mit dem Museum auf Abruf, das sich auf österreichische Gegenwartskunst konzentriert, und dem Kunst HausWien mit dem Schwerpunkt Fotografie verfügt die Stadt über drei hochkarätige Häuser, die gemeinsam ein breites Spektrum der zeitgenössischen Kunst abdecken. Kunst kann auch abseits von Museen und Ausstellungshäusern erlebt werden. Der Fonds Kunst im öffentlichen Raum wurde 2004 mit Hilfe der Ressorts Wohnen und Stadtplanung gegründet. Sein Ziel ist die Anhebung der Qualität von Kunst im öffentlichen Raum, ihre Förderung, Dokumentation und Vermittlung. Bisher wurde mit großem Erfolg eine Reihe von Landmarks im Stadtraum verwirklicht(Wand der Sprache, add on 20höhenmeter, Dach­ garten am Tiefspeicher der Wienbibliothek von Franziska und Lois Weinberger, die Schriftin­ stallation von Franz Gappmayr auf der Haupt­ bücherei, Medieninstallation des kanadischen Künstlers Ken Lum in der U-Bahn-Passage Karlsplatz). Die nächsten großen Vorhaben sind die Errichtung des"Rosa Platz", des Mahnmals für homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus, und die Realisierung von"Viertel Zwei" entlang des Ausbaus der U2. Eine bemerkenswerte private Initiative ist die Eröffnung eines Kunstsupermarkts. Eingerichtet und geführt wie ein ganz gewöhn­ licher Supermarkt mit Scannerkassa, Einkaufs­ wagen und Regalen unterstreicht der Kunst­ supermarkt den Gedanken, dass Kunst eine Lebensgrundlage ist, ein Nahrungsmittel. Auch"Soho in Ottakring" und"q202", über die Jahre gewachsene Ansammlungen von OffSpaces, stärken das moderne Image der Stadt: Leerstehende Geschäftslokale werden vorübergehend oder auch permanent zu Galerien, Werkstätten und Ateliers umfunk­ tioniert und beleben so die Grätzln und Vierteln. Diese und andere Initiativen zeigen einmal mehr auf eindrucksvolle Art, wie Stadt und Private gemeinsam viel bewegen und letztendlich einen Imagewandel bewirken können. Schätze der Vergangenheit Das Wien Museum ließ Anfang des Jahres mit einem bedeutenden Kunstankauf aufhorchen ­ dem Ankauf von vier Schiele-Bildern aus dem Erbe von Anton Peschka. Darunter befindet sich auch die"Junge Mutter", eines der wichtigsten Werke Schieles. Das Wien Museum hat in den letzten Jahren Schritt für Schritt eine Imageverbesserung erfahren. Das Museum wurde in eine wissenschaftliche Anstalt umgewandelt, eine neue Direktion wurde bestellt, ein modernes Design ent­ wickelt, bauliche Verbesserungen durchgeführt - und das allerwichtigste- Ausstellungen 10 Vorwort spannend und interessant aufbereitet(Wiener Linien, Großer Bahnhof, Das Wirtshaus). Als familienfreundliche Maßnahme wurde der eintrittsfreie Sonntag eingeführt. Das Wien Museum befindet sich am Karlsplatz, der im Vorjahr als Kunstplatz Karlsplatz der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde bei einem großen Fest und Tag der offenen Tür gefeiert. Ein Mehr an Grünraum und Sicherheit, ver­ kehrstechnisch intelligente Lösungen, ver­ größerte, erweiterte und sanierte Kulturein­ richtungen sorgen seither für ein urban-offenes Flair. Auch die Wienbibliothek(ehemals Wiener Stadt- und Landesbibliothek) hat einen Modernisierungsschub hinter sich. Mit neuem Namen, Erscheinungsbild, neuer Leitung und vor allem originellen Veranstaltungen versucht man hier, andere Wege zu gehen und verstärkt mit einer breiten Öffentlichkeit in Dialog zu treten. So etwa durch die Lange Nacht der Liebe, die auf die umfangreiche Sammlung der Erotika aufmerksam machen soll, oder durch eine Versteigerung von Dubletten aus dem Nachlass Marcel Prawys. Anstoß für die Reformüberlegungen war der 150. Geburtstag der Bibliothek, der im Vorjahr mit einem Festprogramm begangen wurde. Die Bibliothek ist mit ihrem Bestand von über 500.000 Druckschriften, der international renommierten Musiksammlung, den bedeutenden Nachlässen und der riesigen Plakatsammlung eine der wichtigsten wissenschaftlichen Bibliotheken Österreichs. Das Wiener Museumsquartier feierte im Vor­ jahr ebenfalls ein Jubiläum, sein fünfjähriges Bestehen. Das größte Kulturprojekt der Zweiten Republik, das seine Besucherfrequenz von 2,2 Millionen im Jahr 2002 auf 3,2 Millionen im Jahr 2006 steigern konnte, ist inzwischen ein zentraler Kulturort Wiens, ein Treffpunkt der Wiener und eine Attraktion für Touristen. Wien hat mit dem Museumsquartier eines der größten Kunstareale der Welt, unter Einschluss der Museen im Hofburgbereich sogar den größten Museumskomplex weltweit anzubieten. Neben dem Museum und der Bibliothek kommt dem Archiv eine wichtige Bedeutung zu. Archivierung ist ein lebendiger Prozess, der für seine kontinuierlich wachsende Bestände Speicherraum fordert. Seit der Übersiedlung 2001 in den Gasometer D hat das Wiener Stadt- und Landesarchiv sieben Kilometer Archivbestände von Behörden übernommen. Das Archiv verfügt nun über etwa 42 Kilometer an Beständen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, das entspricht 1.480 Regallaufmetern Archivgut. Bei einer Erhebung zur Kunden­ zufriedenheit, die im Herbst 2006 durchgeführt wurde, erhielt das Archiv ausgezeichnete Noten, ganz besonders in den Bereichen Fachkompetenz, Freundlichkeit der Mit­ arbeiterInnen und KundInnenorientierung. Die Gesamtzufriedenheit liegt bei vorzüglichen 83,6%. Kunst und Kultur für alle Die Erleichterung des Zugangs zu Kunst und Kultur für alle Menschen bleibt eines der wichtigsten Themen der Wiener Kulturpolitik. Das zentrale Projekt dabei ist die Einrichtung eines Kulturpasses, der im Sommer 2007 vorgestellt werden soll. Ziel ist es, das Kultur­ angebot der Stadt auch sozial Benachteiligten (Arbeitslose, Sozialhilfe- bzw. Kindergeld­ empfängerInnen, AlleinerzieherInnen, MindestpensionistInnen, AsylantInnen, StudentInnen usw.) zugänglich zu machen. Ebenso wird seitens der Kulturpolitik daran gearbeitet, den Fördergedanken breiter zu fassen. Mit dem Projekt"Fast Money" soll eine neue Gruppe unkompliziert und rasch in den Genuss von Förderungen kommen, die bisher unterrepräsentierte Gruppe der jungen Kreativen: Junge Menschen zwischen 13 und 20 Jahren sollen für ihre Projekte rasch und unkompliziert unterstützt werden. Eigens ausgebildete Mentoren sollen Hilfestellung bieten und den Jugendlichen tatkräftig zur 11 Vorwort Seite stehen. Vorbild für dieses Modell ist ein gleichlautendes Projekt in Schweden, das dort seit Jahren erfolgreich erprobt wird. Ein Schwerpunkt ist der Belebung und Inten­ sivierung innovativer Bezirkskultur gewidmet. Es ist das Wesen von Bezirkskultur, dass sie eine kleinteilige Struktur aufweist und auf den in den Grätzeln gewachsenen Aktivitäten aufbaut. Wien ist eine Stadt des Miteinander, des Dialogs und der Begegnung. In Wien leben mehr als 100 ethnische Gruppen. Kultur ver­ bindet und stellt Gemeinsamkeiten her, das gilt ganz besonders für die Bezirkskultur. Ein großes Potential liegt in der verstärkten temporären kulturellen Zwischennutzung von leer stehenden Objekten, die zu einem Motor für gesellschaftspolitische, demografische und wirtschaftspolitische Entwicklungsprozesse in den Stadtteilen werden kann. Erfolgreiche Beispiele wie das Kabelwerk oder das 3raum­ Anatomietheater zeigen, dass temporäre Zwischennutzungen die Möglichkeit eröffnen, neue soziale und kulturelle Praktiken zu erproben, brachliegende Flächen zu aktivieren und diese samt Umfeld aufzuwerten. Ziel ist es, die Zwischennutzung als Instrument der Kulturpolitik und Stadtentwicklung nachhaltig zu etablieren. All diese kulturellen Aktivitäten tragen zum Wohlfühlen in der Stadt bei, helfen Trennendes zu überwinden und stärken die persönliche Identität aber auch die Identität kulturell unterschiedlicher Gruppen. Die Kulturpolitik wird auch in Zukunft dazu beitragen, auf gesellschaftspolitische Veränderungen und Fragestellungen unserer Zeit adäquat zu reagieren. 12 Musik KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK Das Musikreferat war auch 2006 bemüht, den vielfältigsten zeitgenössischen Strömungen gerecht zu werden. Neben den bereits etablier­ ten Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble"die reihe", dem"Projekt Urauf­ führungen" und dem Ensemble"Neue Streicher", den Ensembles"Kontrapunkte"und "Wiener Collage", das sich mit einem eigenen Zyklus im Arnold Schönberg Center etablieren konnte, sind es viele kleine Vereine oder Ensembles, die aktuelle, zeitgenössische Strömungen aufnehmen und präsentieren. Mit dem Klangforum Wien wird dieses Genre von einem Klangkörper vertreten, der von der Kritik besonders viel Lob erfährt. Neben dem Schwerpunkt der zeitgenössischen Musik wird auch die traditionelle Wiener Musik und damit das Wiener Lied in all seinen Facetten, Ausprägungen und Interpretationen gepflegt. Die Festivals"Wean hean" und"Wien im Rosenstolz" erfreuen sich dabei steigender Beliebtheit. Mit dem Begriff"Wiener Musik" verbindet man aber auch die Musik der Strauß Dynastie, der Zeitgenossen von Johann Strauß und im weiteren Sinn auch die zahlreichen Operetten­ komponisten. Maßstäbe in der Interpretation setzt dabei das Wiener Johann Strauß Orchester in seinen Konzerten im Goldenen Saal des Wiener Musikvereines. Zweimal im Jahr veranstaltet die Internationale Franz Lehar Gesellschaft im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses die beliebten SonntagNachmittags Konzerte. Dabei ist man besonders bemüht, jungen Sängern einmal die Möglichkeit zu geben, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Das klassische Operettenensemble Wien möchte alle Johann Strauß Operetten vorstellen. Der künstlerische Leiter, Prof. Mag. Peter Widholz, selbst erfolgreicher Tenor, bearbeitet die Werke und präsentiert sie in halbszenischer Aufführungspaxis äußerst erfolgreich. 2006 stand die Operette "Cagliostro in Wien" auf dem Programm. Ohne die großen Klangkörper wäre Wien, die Stadt der Musik, kaum denkbar. Die Wiener Symphoniker präsentieren sich mit ihrem neuen künstlerischen Leiter, Maestro Fabio Luisi, in zahlreichen Konzertzyklen im Musikverein und im Wiener Konzerthaus, sowie als Botschafter der Wiener Musiktradition auch im Ausland. Äußerst engagiert setzt man sich beim Gustav Mahler Jugendorchester und dem Wiener Jeunesse Orchester für die Nachwuchspflege ein. Viele junge Musiker aus diesen Klang­ körpern stellten sich bereits Probespielen bei nationalen und internationalen Orchestern, nicht wenige von ihnen fanden ein Engage­ ment. Schwerpunkt im klassichen Programm setzen das 1.Frauenkammerorchester von Österreich, das Wiener Kammerorchester und das Orchester"Wiener Akademie" In den Konzertprogrammen fanden sich zahlreiche Werke von Komponisten, deren Geburts- oder Sterbejahr man 2006 gedachte. Allen voran W.A. Mozart(250. Geburtstag), aber auch Dimitri Schostakowitsch(100. Geburtstag), Béla Bartok(125. Geburtstag) und Robert Schumann(150. Todestag). 2006 wurden 24 Kompositionsaufträge vergeben. 44 Künstler, Vortragende und Ensembles aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Wissen­ schaft, Literatur und Theater gastierten im Ausland, wobei die Stadt Wien sich an den Reisekosten beteiligt hat. 13 Theater- Literatur THEATER Im Jahr 2006 wurde die Theaterreform fort­ gesetzt und größtenteils finalisiert: Zum einen wurde das Koproduktionshaus (bislang dietheater: Theater im Künstlerhaus und Theater im Konzerthaus) ausgeschrieben, und schließlich mit Heiko Pfost und Thomas Frank neu besetzt, zum anderen wurde für das Schauspielhaus mit Andreas Beck, der sich in der Dramaturgie des Burgtheaters mit dem Aufspüren und der Pflege neuer Autoren besondere Verdienste erwerben konnte, ein Leiter gefunden, der eine stärkere Fokussie­ rung auf den im Namen der Bühne befind­ lichen Genrebegriff verspricht. Beide Häuser starten ab der Saison 2007/08 also neu. Entgegen den Überlegungen der Studie"Freies Theater in Wien", die die Grundlage und der Ausgangspunkt für die Theaterreform war, wurde das Kuratorenmodell beibehalten, aus­ geschrieben und schließlich mit Marianne Vejtisek, Angela Glechner und Andre Turnheim neu besetzt. Auch mit einigen Bühnen, für die die Theaterjury ein sogenanntes"2-stufiges Verfahren"(Verlängerung der Förderung um zwei Jahre, danach Ausschreibung) vorge­ schlagen hatte, konnte Einigung über die Zukunft erzielt werden. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg des Theaterjahres 2006 hatten die- neu positionierten- Vereinigten Bühnen Wien. Roland Geyer startete die"klassische Bespielung" im Theater an der Wien naturgemäß mit Werken des Jahresregenten W.A. Mozart, der Unterhaltungsteil, für den Kathi Zechner verantwortlich zeichnet, war ebenfalls erfolgreich mit"Rebecca" im Raimundtheater und Produktionen im "Ronacher mobile", einem virtuellen Haus, das Produktionen an verschiedenen Spiel­ stätten in der Stadt anbietet, bis die Generalsanierung und Adaptierung des Etablissements Ronacher als vollwertig zu bespielendes Theater abgeschlossen sein wird. An dieser Stelle sei besonders der Glücksfall"Die Weberischen" hervorgehoben, der zeigt, was Zechner unter modernen Unterhaltungstheater abseits des gängigen Musicals versteht. Im Theater in der Josefstadt startete die "Ära Föttinger" mit der Uraufführung von Peter Turrinis"Mein Nestroy" geradezu sensationell. Die bisher gezeigten Produk­ tionen geben Anlass zu großer Hoffnung, dass dem neuen Direktor der Spagat zwischen Kasse und Anspruch gelingt. Michael Schottenberg im Volkstheater konnte vor allem mit einer absolut heutigen Inszenierung von Schillers"Die Räuber" punkten, für die der Regisseur David Nuran Calis eine multikulturelle Break-Dance- und Hip-Hopper-Truppe auf die Bühne und damit auch extrem junges Publikum ins Theater holte. LITERATUR Der"Literaturkompass Wien", den die Zeit­ schrift"Buchkultur" in Kooperation mit der Kulturabteilung herausgibt, listet allein für den Monat April über 150 Literaturtermine auf: Lesungen, Vorträge, Diskussionen, Buch­ präsentationen, Symposien, Festivals, Performances, Textporträts und vieles mehr. An manchen Tagen stehen bis zu zehn ver­ schiedene Veranstaltungen auf dem Programm und stellen Interessierte vor die Qual der Wahl. Ob Literarisches Quartier der Alten Schmiede oder Österreichische Gesellschaft für Literatur, ob Grazer AutorInnenver­ sammlung oder P.E.N.-Club, ob Öster­ reichischer Schriftstellerverband oder Literaturkreis Podium- um nur einige der zahlreichen Veranstalter zu nennen ­ Literaturenthusiasten, Leser und Liebhaber 14 Literatur des gedruckten Wortes erwartet Monat für Monat ein spannendes, abwechslungsreiches und vielfältiges Angebot, das- wie der noch immer wachsende Zustrom beweist- gerne und mit Begeisterung an- und aufgenommen wird. Zu den größten und renommiertesten Festivals des Landes gehört"Literatur im März", die 2006 dem Thema"Südafrika. Neues vom einem anderen Ende dieser Welt" gewidmet war. Zu den fünf großen Themen, die Nadine Gordimer für die afrikanischen Literaturen ausmachte(vorkoloniale Geschichte, die Geschichte der kolonialen Eroberung, die Unterschiede zwischen traditionellem Land­ leben und modernem Stadtleben, das Verhält­ nis zwischen der westlichen Welt und Afrika sowie der Befreiungskampf), kommen heute neue Themen und Formen dazu. Ein besonde­ res Augenmerk der"Literatur im März" galt dabei der Dichtung, da in vielen afrikanischen Gesellschaften Lyrik noch immer und weit­ gehend ungebrochen einen höheren Stellen­ wert besitzt als Dramatik und Prosa. Das Palais Auersperg war zwischen 23. und 29. März Schauplatz des Literaturfestivals"Litera­ tur für Junge LeserInnen", die ein umfang­ reiches Programm an Lesungen, Malwerk­ stätten, Kinderfilmen sowie Opern- und Theateraufführungen und eine mit etwa 2.000 Büchern ausgestattete Buchausstellung erwartete. Die Veranstalter, das Institut für Jugendliteratur und der Kunstverein Wien, konnten sich über rund 10.000 jugendliche BesucherInnen freuen. "Stadionatmosphäre" ortete der"Standard" beim Literaturfestival "O-Töne" im Museums­ quartier. Tausende Zuhörerinnen und Zuhörer folgten den Lesungen von Josef Haslinger, Michael Stavaric, Alois Hotschnig, Bettina Balàka, Evelyn Grill, Thomas Glavinic, Peter Henisch und Wolf Haas. Mit prominenten Autorinnen und Autoren konnte einmal mehr auch"Rund um die Burg. Die 24 Stunden der Literatur rund um das Burgtheater" aufwarten, das zur Eröffnung Bundespräsident Heinz Fischer als Schreibenden präsentierte. "literatur im herbst" stand im Zeichen der griechischen Gegenwartsliteratur, die sich nach dem Fall der Junta im Jahr 1974 neuen Themen zugewandt hat: der Sexualität und dem Verhältnis der Geschlechter, dem ironischen Spiel mit literarischen Traditionen, der Hinwendung zu entfernteren historischen Epochen und einer Neuendeckung und Ver­ flechtung der griechischen und der euro­ päischen Geschichte, der Transzendierung des Griechischen in den europäischen Raum hinein. Heute zeugt die Weltläufigkeit der Griechen von einem gewandelten Selbstbewusstsein, von einer Abkehr vom Zeitalter der kulturellen Introvertiertheit. Das 19. kulturanthropologisch-philosophische Canetti-Symposion in der Wiener Urania stand unter dem Generalthema"Islam. Gespräche über Religion". Im Wiener Rathaus regierte im November eine Woche lang das Abenteuer Lesen. Bei der Österreichischen Buchwoche, der größten Leistungsschau österreichischer Verlage, wurde mit 114 Veranstaltungen ein neuer Rekord erzielt. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung erhielt der Berliner Verleger Klaus Wagenbach den"Ehrenpreis des österreichischen Buch­ handels für Toleranz in Denken und Handeln". Im Rathaus fiel auch der Startschuss für die Aktion"Eine Stadt. Ein Buch", bei der 100.000 Gratisexemplare des Debüt-Romans"Sehr blaue Augen" der Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison zur Verteilung gelangten. Wien setzt auch mit dieser Aktion ein Zeichen, dass die Stadt eine Metropole des Lesens und der Literatur ist. 15 Bildende Kunst BILDENDE KUNST Das Referat Bildende Kunst organisierte 2006 folgende Ausstellungen: "Bilder von Wienern" Moskau- Pushkin- Literaturmuseum "Mutationen I" Luxemburg- Chapelle du Rham und Casino Luxembourg "Wiener Videos- Ein Querschnitt durch die jüngere Videokunst Wiens" Hauptbücherei Wien "3 Generationen, 3 Regionen- Künstlerinnen aus Wien, Niederösterreich und Burgenland" Burgenland- Burg Schlaining Die Kunstsammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien wurde 2006 um 256 Ankäufe und 122 Schenkungen erweitert. Die Neuerwer­ bungen erfolgten nach Beschluss der Fachjury, die mit acht VertreterInnen wichtiger Wiener Kunstinstitutionen besetzt ist. Das Referat führte 26 Leihgeschäfte(vor allem für Ausstellungszwecke) mit insgesamt 41 Ob­ jekten sowie 131 magistratsinterne Entlehnun­ gen mit 400 Kunstwerken durch. Laufend ergänzt und aktualisiert wurden die Katalogbibliothek und das KünstlerInnenarchiv. Im Jahr 2006 wurden 90 kleinere Projekte von insgesamt 60 Vereinen unterstützt. Im Rahmen der Verlagsförderung kaufte das Referat Kunstpublikationen an. 15 KünstlerInnen in finanzieller Notlage konnten Unterstützungen geleistet werden. Weiters erhielten folgende Kulturinstitutionen Subventionen von der Kulturabteilung: Kunsthalle Wien, Künstlerhaus, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien im WUK, IG Bildende Kunst, Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier, Secession, Springerin, Fotogalerie Wien, Soho in Ottakring, Depot und Wochenklausur. Der Galerienpreis"Das engagierte Auge" erging 2006 an Projektraum Viktor Bucher, Galerie dreizehnzwei, Lukas Feichtner Galerie, Galerie Chobot, Galerie IG Bildende Kunst, Galerie Mezzanin, Galerie layr: wuestenhagen, Galerie Atrium ed Arte, Galerie Hohenlohe und Fotogalerie im WUK. Das MuseumsQuartier erhielt für sein Plakat "Bahnhof- Insel" den Kulturplakatpreis der Stadt Wien und der Gewista. Vier Persönlichkeiten aus dem Bereich Bildende Kunst wurden 2006 mit dem Preis der Stadt Wien ausgezeichnet: Carola Dertnig, Markus Geiger, Florian Pumhösl und Hans Schabus. Christoph Bruckner, Christian Mayer und Rita Vitorelli erhielten den Förderungspreis der Stadt Wien. In der Artothek-Galerie der Alten Schmiede hatten wieder neun junge KünstlerInnen die Möglichkeit, sich mit Einzelausstellungen zu präsentieren. Es erschienen die Informationsblätter 163 bis 171/2006. Insgesamt verzeichnete die Artothek 5.800 Entlehnungen. Durch den Fonds"Kunst im öffentlichen Raum Wien" wurden 2006 insgesamt 14 Projekte gefördert. Im Jahr 2006 fanden acht Beiratssitzungen statt, 51 Anträge von KünstlerInnen wurden eingereicht, betreut und dem Beirat zur Beratung vorgelegt. Von den temporären Kunstinterventionen durch KünstlerInnen und KünstlerInnen­ gemeinschaften konnten sieben Projekte umgesetzt bzw. begonnen werden. Zu den größeren temporären Projekten zählten unter anderem die Veranstaltungsreihe "Gürtel on ear 3" von Oliver Hangl, die temporäre Ausstellung"Geschichten vor Ort" im Volkertmarktviertel und das Projekt "Fischerstiege". In Permanenz werden die Neugestaltung des Entrees des Theaters an der Wien von Valie EXPORT, und die"Raumtexte"(Schrift­ 16 Bildende Kunst zeichen und Wörter, die zugleich als Bilder wahrgenommen werden) von Heinz Gappmayr, an der Hauptbücherei Wien verbleiben. Das erste Großprojekt"Pi" des kanadischen Künstlers Ken Lum für das"Verkehrsbauwerk Westpassage" am Karlsplatz in Kooperation mit den Wiener Linien konnte im Dezember 2006 eröffnet werden. Aus dem Wettbewerb für ein Mahnmal für homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus ging als Sieger­ projekt"Rosa Platz" von Hans Kupelwieser hervor. Die denkmalpflegerische Obhut der Denkmäler, sakrale Kleindenkmäler, Profanplastiken, Gedenktafeln und Grabmäler(in aufgelassenen Friedhöfen) auf Flächen der Stadt Wien obliegt der Kulturabteilung. 2006 wurden an rund 120 Objekten Sanierungs- bzw. Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Weiters wurden regelmäßig Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten beauftragt, zum Beispiel wurde beim"Deutschmeisterdenkmal" (1906) die Stiegenanlage instandgesetzt, das Denkmal für"Admiral Wilhelm von Tegetthoff" (1886) muss regelmäßig von Taubenver­ schmutzungen gereinigt werden. Bei den sakralen Kleindenkmälern konnte die "Dreifaltigkeitssäule" in der Nähe der Urania generalsaniert werden, in Oberlaa wurde das "Schutzengelkreuz", das auf Grund des Neubaus der S1 versetzt werden musste, restauriert an einem neuen Standort wiedererrichtet. Das bereits in den vergangen Jahren begon­ nene Restaurierungs- und Pflegekonzept am Friedhof St. Marx wurde weitergeführt. Im November 2006 fand wieder der Monat der Fotografie statt. Durch eine Subvention an den Verein Vladimir und Estragon konnte von diesem die zentrale Abwicklung für Wien übernommen werden. An diesem internationalen Projekt nahmen die Städte Wien, Paris, Berlin, Rom, Moskau, Bratislava und Luxemburg teil. Das wichtigste verbindene Element stellte die gemeinsam kuratierte und in jeder Stadt zu sehende Ausstellung“Mutationen I” dar. 17 Kunsthalle Wien KUNSTHALLE wien 2006 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Ausgewählte Pressestimmen Psychedelische Reise ARTE TV,"ARTE Kultur" Die Ausstellung bereitet Vergnügen 3SAT Works are included from artists such as Andy Warhol, Yayoi Kusama, Verner Panteon, the Velvet Underground and Deep Purple. The Atlantic Times, USA Zu zeigen, wie Künstlerinnen lange vor Kippenberger und anderen böse, sexistisch, selbstzentriert libidinös, ausufernd ornamental und dazu noch institutionenkritisch sein konnten, ist das Verdienst dieser Ausstellung der Kunsthalle Wien. die tageszeitung, D, 28. August 2006 Vavoom! Zeichner der Epoche: Raymond Pettibon in Wien Süddeutsche Zeitung, 15. November 2006 Eine Ausstellung amerikanischer Fotografie in der Kunsthalle Wien ermöglicht jetzt einen anderen Blick auf die Vereinigten Staaten. Zeit im Bild, 2. November 2006 Neuer Trend USA? Charles Saatchi und die Wiener Kunsthalle blicken gen Westen... Am Puls der Zeit, das müssen Kunsthallen sein. Die Presse, 7. September 2006 Die besten Ausstellungen: Platz 4 Kunsthalle Wien: Raymond Pettibon. Whatever it is you're looking for you won't find it here Profil, 18. Dezember 2006 An den zwei Standorten im Herzen der Stadt- fünf Jahre im Museumsquartier und vier Jahre Neubau project space Karlsplatz - konnte die Kunsthalle Wien 2006 einen großen Publikumszuwachs und hervorragende mediale Resonanz verzeichnen und sich damit nach wie vor national wie international als eine der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst etablieren. Les expositions de la Kunsthalle n'en sont que plus fortes. Die Kunsthalle zeigt nur die hochgradigsten Ausstellungen. Artravel, FR, 2006 18 Kunsthalle Wien o Die Kunsthalle Wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien hat die Aufgabe, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag der Kunsthalle Wien soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer "Informationsgalerie". Diese klare programmatische Ausrichtung findet auch beim Publikum großen Anklang. In dieser Dialektik aus Geschichte und Gegenwart kann die Kunsthalle ihre Aufgabe erfüllen: Agora zu sein, Verhandlungsstätte gegenwärtiger kultureller und gesellschaftspolitischer Bewusstseinslagen, formgebende Instanz zwischen Seins-Erinnerung und Entäußerung. Die Kunsthalle hat sich als Kartographin ihrer Epoche bewährt: Sie stellt Ideen und Materialien, die sich oft noch in unausgefaltetem Zustand darstellen, zur Disposition, fördert die Reibung von KontraPositionen. Sie arbeitet für die Gegenwart, nicht für die Ewigkeit. Ihre Vorschläge gelten heute, sind häufig arbiträr und somit auch revidierbar. Die Kunsthalle Wien blickt 2006 auf eines ihrer erfolgreichsten Jahre zurück. Insgesamt wurden 2006 38 Projekte realisiert. Die zentralen Ausstellungen fanden in den Hallen 1+ 2 im Museumsquartier und im project space am Karlsplatz statt. Die Gesamtbesucherzahl lag bei 189.149. Das entspricht einem Besucherplus von insgesamt 29,4%. o Ort des Know-hows und der Produktion/ Internationale Kooperationen Themenschwerpunkte 06 Die Erfolgsausstellung"Summer of Love" war ein Gemeinschaftsprojekt mit der Tate Liverpool und der Schirn Kunsthalle/Frankfurt. Sie wurde vom Whitney Museum, New York, übernommen und dort am 23. Mai 2007 eröffnet. Die von der Kunsthalle konzipierte Ausstellung"Don Juan" ging danach an den Kunstverein Bregenz und an die Ursula Blickle-Stiftung. Weitere Übernahmestationen waren: "Tanja Bruguera"- Kunsthalle zu Kiel,"Das unmögliche Theater"- Zacheta National Gallery/ Warschau. Mit diesen Gemeinschaftsproduktionen resp. Weitergaben konnte die Kunsthalle Ausstellungen präsentieren, die alleine nicht finanzierbar gewesen wären, zum anderen ihre Position als Ort des Know-how und der Produktivität bestätigen. Kommunikation/ Medien- Evaluierung Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch immer beachtlichere internationale Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche Medienberichte in deutschen Medien der BRD(ARD, ZDF, 3SAT, FAZ, FR, DIE ZEIT, TAZ, SPIEGEL, FOCUS, ART, usw.) und der Schweiz (SWR, WOZ, NZZ, usw.); verstärkt in östlichen Nachbarstaaten wie Ungarn(Vjesnik, Pep!, Feral Tribune), Tschechien(O zivote, Atelier, Artoza T.V.), in der Slowakei(Vecernik), Slowenien(Delo), Polen(Art& Business) oder Bosnien/Herzegowina(Oslobodenje), Serbien(Danas). Weiters in den Ländern Italien(Il sole 24 ore, Arte It.), aber auch Großbritannien, in den USA(NY Arts, u.a.), den Niederlanden, in Frankreich(z.B. Air France), Schweden, Finnland, Spanien, Luxenburg, usw. Durch die gezielt positionierten künstlerischen Projekte konnte auch 2006 national wie inter­ national ein Aufmerksamkeitsgrad und eine Medienpräsenz erreicht werden, die mit"traditionellen" Marketingmethoden nicht erzielt hätte werden können. 19 Kunsthalle Wien o·Private Public Partnership ursula blickle videolounge Einen Schwerpunkt Video und Vermittlung bildet die Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien und der Ursula Blickle Stiftung. Das Ziel dieser Zusammenarbeit, Videokunst öffentlich zugänglich zu machen, wird Anfang 2007 realisiert: Das ursula blickle videoarchiv eröffnet am 9. März 2007 nach zweijähriger Entwicklungsphase mit einem begleitenden Symposium und soll dann vor allem einem Fachpublikum(Studenten/ Wissen­ schafter/ Journalisten) aber auch den regulären Kunsthalle-Besuchern offen stehen. Das Pilotprojekt video des monats präsentiert ein monatlich wechselndes Videoprogramm monografischer Arbeiten oder thematisch kuratierter Videokompilationen. Alle Arbeiten der ursula blickle videolounge, der Universität für angewandte Kunst und der Ursula Blickle Stiftung werden in das ursula blickle videoarchiv aufgenommen. o·Ort des Austausches von Lehre und Praxis Kooperation Kunsthalle Wien- Universität für angewandte Kunst Wien Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien wird weiterhin intensiviert und ausgebaut: Die Universität für angewandte Kunst präsentiert sich mit Projekten, Vorträgen oder Events aus den verschiedenen Fachbereichen im project space. Vorlesungen des IKM und der Hochschule finden regelmäßig in der Kunsthalle statt. 2006 gab das Team der Kunsthalle Wien 16 Praktikanten die Möglichkeit, Erfahrungen in der Praxis eines Ausstellungsbetriebes zu sammeln. Für 2007 ist eine zusätzliche Kooperation auf universitärer Ebene mit dem Bard College in Planung. Preis der Kunsthalle Wien Der Preis der Kunsthalle Wien bildet auch in diesem Jahr das Zentrum der Kooperation der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst. Der von der Rechtsanwaltskanzlei "Dorda, Brugger& Jordis" gesponserte Preis wurde heuer für eine/n Absolventin/en aus den Bereichen Bildende Kunst, Experimentelles Gestalten und Raumkunst der Universität für angewandte Kunst ausgeschrieben. Es wurde eine Ausstellung im project space realisiert und der Preisträger erhält er ein dreimonatiges Auslands-Stipendium. o Vermittlungsschwerpunkte 2006 "...about" Unter dem Titel"… about" wurde im Rahmen der ursula blickle videolounge ein Vermittlungs­ bereich eingerichtet. Das Vermittlungsprogramm"...about" zeigt zur Erweiterung des Angebots Videos zu allgemeinen Themen der zeitgenössischen Kunst, Künstlerinterviews und historische Überblicke. Ein Videoprogramm gibt den BesucherInnen Einführungen in die Anfänge der Videokunst. Dieses Angebot wird durch einführende Literatur ergänzt. Anhand von Monografien werden KünstlerInnen der Gegenwart vorgestellt. Zusätzlich wird zum jeweiligen Video des Monats eine Mappe mit Informationen zum Künstler/zur Künstlerin aufgelegt, sowie Kataloge und Bücher. o KUNSTHALLE wien public space karlsplatz Neue PROGRAMMSCHIENE Im vergangenen Jahr hat die Kunsthalle ihre Aktivitäten im öffentlichen Raum verstärkt: Der Kunsthalle project space am Karlsplatz als architektonischer und programmatischer Knotenpunkt zwischen Kunstinstitution und urbanem Milieu eröffnete im Herbst 2006 mit dem ´public space` drei neue Spielorte, die sich direkt an Passanten und Verkehrsteilnehmer richten. 20 Kunsthalle Wien LEUCHTBAND/ SKULPTUR/ SCHAUFENSTER Für den project space entwickeln Künstler in Reaktion auf den Ort Projekte und Interventionen in Situ. Städtebauliche Zweckarchitektur wie das Lüftungsgebäude der Wiener Linien werden zum Kunsthalle Wien Schaufenster und halbjährlich mit einer künstlerischen Arbeit bespielt. Der öffentliche Raum wird außerdem an der Nordseite des Kunstplatz Karlsplatz in halbjährlichem Rhythmus mit skulpturalen, plastischen oder installativen Werken gestaltet. Durch LED erzeugte Licht-/Schriftbilder am Gebäude des project space, die vierteljährlich von KünstlerInnen/ SchriftstellerInnen programmiert werden, eröffnet die Kunsthalle Wien karlsplatz einen virtuellen Raum der Interaktion und des kulturellen Dialoges. Abendschiene- Täglich bis 24 Uhr Die Kunsthalle Wien project space hat von Dienstag bis Samstag von 16 Uhr bis 24 Uhr geöffnet. Nicht nur Ausstellungen sind bis 24 Uhr geöffnet; der projcet space ist ein lebendiger Ort für Vorträge, Seminare, Kultur-, Literatur-, Film-Talks, Theaterkaraoke, DJ-Line-ups u.a. Mit kräftiger Unterstützung der Medien wurde das regelmäßige Abendprogramm so übermittelt, dass es mittlerweile von jungem, studentischen Publikum zahlreich frequentiert ist. o Sponsoring- Partnerschaften- Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2006. Sponsoren: DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte; Wiener Städtische Versicherung; kufner Futures; Delfina Art Studios London; Svoboda Büromöbel Förderer: Wien Kultur; Medienpartner: Der Standard; Kurier; Radio Ö1; Infoscreen; Die Presse; echo; Wien Live; Kooperationspartner: Schauspielhaus; Viennale; Universität für angewandte Kunst Wien; Technische Universität Wien; ImPulstanz, Ursula Blickle Stiftung; Hunger auf Kunst und Kultur; equaleyes; Monat der Fotografie 2006; springerin; Alte Schmiede; edding; Tarkett; Hotel"Le Méridien"; Filmcasino; Kreisky Forum, Renner Institut Ausstellungen 2006 KUNSTHALLE wien im Museumsquartier 04.11.2005- 22.02.2006, Kunsthalle Wien, halle 1 Superstars Das Prinzip Prominenz. Von Warhol bis Madonna. Zwei Institutionen- eine Ausstellung Die Ausstellung findet in der Kunsthalle Wien und im BA-CA Kunstforum statt. KuratorInnen: Ingrid Brugger(Direktorin Kunstforum), Gerald Matt(Direktor Kunsthalle Wien), Thomas Mießgang(Kunsthalle Wien), Heike Eipeldauer(Kunstforum), Florian Steininger (Kunstforum) Ausstellungsarchitektur: HOLODECK.at breuss ogertschnig Gesamtbesucherzahlen: 30.449 25.11.2005- 12.02.2006, Kunsthalle Wien, halle 2 Louise Bourgeois Aller-Retour Kurator: Peter Weiermair 21 Kunsthalle Wien L'attuale retrospettiva, curata da Peter Weiermair per la Kunsthalle, in corso sino al 5 febbraio e forte di 150 opere, conferma un altro aspetto di stringente attualità… (Die aktuelle Retrospektive, für die Kunsthalle kuratiert von Peter Weiermair, ist noch bis 5. Februar zu sehen und 150 Arbeiten stark(und umfasst 150 Arbeiten) und bestätigt einen weiteren Aspekt von überzeugender Aktualität…) Il Giornale dell'Arte, IT, Jänner 2006 Gesamtbesucherzahlen: 10.683 24.02.- 18.06.2006, Kunsthalle Wien, halle 2 Black, Brown, White Fotografie aus Südafrika Mehr als zehn Jahre nach dem Ende der Apartheid ist Südafrika, die vorgebliche Rainbow Nation, immer noch ein zerrissenes Land. Kritiker behaupten, dass der demokratische Prozess nur zu einer Umfärbung der Eliten geführt habe, nicht aber zu einer gerechteren Verteilung des Wohl­ standes. Gewalt und Kriminalität sind unverändert hoch und die Wahrheitskommission(=TRC) hat bestenfalls eine oberflächliche Versöhnung der feindlichen Lager zustandegebracht. Vor diesem Hintergrund versucht die Ausstellung"Black, Brown, White" eine Spurensuche in Bildern. Herausragende südafrikanische Fotokünstler verschiedener Generationen, die sich nicht als poli­ tische Dokumentaristen verstehen, sondern als Alltagsbeobachter, zeigen kohärente Serien, in denen jeweils unterschiedliche Facetten des Landes zwischen Apartheid und Neuaufbruch dargestellt werden. Von David Goldblatts berühmter"Kwa Ndebele"-Serie, die das erzwungene Pendeln der schwarzen Arbeitskräfte von den Townships in die Innenstadt von Pretoria im Zeitalter der Passgesetze behandelt, bis zu"Imperial Ghetto" von Omar Badsha, einer Studie des Alltagslebens der indischstämmigen Bevölkerung in der Hafenstadt Durban. KuratorInnen: Gerald Matt, Thomas Mießgang, Jyoti Mistry Südafrika ist parallel zu"Black, Brown, White" auch das Thema der Ausstellung"Drum" und von "Literatur im März". Die Ausstellung"Black, Brown, White" in der Kunsthalle Wien liefert zur Literatur die spannenden Bilder. ORF, Treffpunkt Kultur, 27. Februar 2006 Gesamtbesucherzahlen: 16.036 09.03.- 12.03.2006, Kunsthalle Wien, halle 1 Literatur im März Südafrika- Neues von einem anderen Ende dieser Welt Veranstalter: Kunstverein Wien- Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien Die"Literatur im März" will in diesem Jahr versuchen, die einzelnen Stimmen hörbar zu machen, die das Orchester der südafrikanischen Literatur bilden, die einzelnen Nachrichten zu senden, die sich zu unserem Gesamtbild dieses Landes am südlichen Ende des afrikanischen Kontinents- der Welt?- fügen sollen. Einsichten in eine Literatur, in ein Land und eine Weltgegend, wie sie spannender nicht sein können. Kuratoren: Thomas Brückner(Leipzig, D); Walter Famler(Wien, A); Jyoti Mistry(Johannesburg, RSA); Ilija Trojanow(Cape Town, RSA) Gesamtbesucherzahlen: 4.105 25.03.- 17.04.2006, Kunsthalle Wien, halle 2 Don Juan alias Don Giovanni¹ Oder"zwei und zwei sind vier"² oder"Lust ist der einzige Schwindel, dem ich Dauer wünsche"³ 22 Kunsthalle Wien Mozarts"Don Giovanni" wurde von E. T. A. Hoffmann als"Oper aller Opern" bezeichnet und Kierkegaard findet in ihr"sinnlich-erotische Genialität". Die schillernde und facettenreiche Gestalt selbst hat im Laufe der Jahrhunderte unzählige Metamorphosen erfahren. Wie aktuell ist die Figur des Don Juan, wie zeitgemäß sein Atem beraubender Lebensstil? In einer Videokunst-Ausstellung der Ursula Blickle Stiftung in Kraichtal(Deutsch-land) und der Kunsthalle Wien lenken die Videos der Künstler den Blick auf den Don-Juan-Mythos und ermitteln die Brisanz dieser Figur. Musikalisch untermalt von der idealen Mozart-Welt des"Don Giovanni" und ergänzt u. a. von Elfriede Jelineks Hörspiel"Jackie" untersucht die Ausstellung die großen Themen Liebe, Lust und Tod gemäß der Devise: Verführen und verführt werden, anziehen und abstoßen. Kurator: Gerald Matt Co-Kuratorin: Gaby Hartel ...in dieser Schau... sind eine Menge intelligenter Anregungen zu finden. Wiener Zeitung, 24. März 2006 Gesamtbesucherzahlen: 1.767 12.05.- 17.09.2006, Kunsthalle Wien, halle 1 Summer of Love Psychedelische Kunst der 60er Jahre "Summer of Love" ist das Motto des Kunsthallen-Sommers 2006, der ein Eintauchen in die"FlowerPower" der 60er und frühen 70er Jahre verspricht."Psychedelia" kündet von der gesellschaftlichen, politischen, ethnischen und sexuellen Befreiung, die ihren Ausgangspunkt im"Summer of Love" 1967 in San Francisco findet. Die psychedelische Kunst dieser Zeit veranschaulicht die einzigartigen Verbindungen zwischen Kunst, populärer Kultur und politischen Protesten. Knapp 500 Exponate ­ Malerei, Fotografie, Film, Architektur, Lightshows, Environments, Poster, Plattencover und Dokumentationsmaterial- aus Europa, den USA, Südamerika und Japan bieten einen faszinie­ renden Trip in die Ästhetik jener Zeit."Summer of Love" ist eine Ausstellung der Tate Liverpool in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt und der Kunsthalle Wien. Ein zusätzlich für die Ausstellungsstation in der Kunsthalle Wien entwickelter Teil gibt Einblick in die Ästhetik und das Zeitgeschehen der 60er Jahre in Österreich. Ob psychedelisch, bewusstseinserweiternd oder gattungsüberschreitend, die Sinne werden auch hier strapaziert, Gesellschaftskritik vermengt sich mit Vision und Österreichs Blumenkinder entwerfen dionysische Utopien, die sich nahtlos in die Reihe ihrer internationalen Proponenten fügen. Kurator: Christoph Grunenberg, Tate Liverpool KuratorInnen Österreichteil: Markus Mittringer, Angela Stief Ausstellungsarchitektur: HOLODECK.at breuss ogertschnig Ekstase-æstetik. Kunsthalle Wien lader kærlighedens sommer 1967 genopstå og belyser dens kunstneriske konksekvenser. Ekstase Ästhetik. Die Kunsthalle Wien lässt den Sommer der Liebe 1967 wiederauferstehen und beleuchtet seine künstlerischen Konsequenzen. Weekendavisen, DK, 28. Juli 2006 Gesamtbesucherzahlen: 48.118 07.07.- 15.10.2006, Kunsthalle Wien, halle 2 "Seek the Extremes..." Dorothy Iannone. Lee Lozano "Suche die Extreme, denn dort spielt sich alles ab." Lee Lozano, 24. April 1969 Dorothy Iannone(*1933) und Lee Lozano(1930-1999)- völlig unterschiedlich in ihrer künstlerischen Auffassung manifestieren beide Frauen einen radikalen Stil, der zeichnerischen, manchmal comicartigen Gestus mit Text und Wortwitz kombiniert. Ist es bei Iannone ein Horror Vacui von Figuren, ornamentalen Motiven und Geschichten, so zeigt Lozano unbändige, humorvoll­ bissige, zuletzt monochrome Zeichnung und Malerei. 23 Kunsthalle Wien Dorothy Iannones Kunst wurde wegen angeblich pornographischer Inhalte zensiert, während Lee Lozanos frühe Werke derb-sexuellen Inhalts in der Kunstwelt weniger bekannt sind als ihre späteren Arbeiten konzeptionell-abstrakten Charakters. Lozano zog sich 1972 aus dem Kunstbetrieb zurück, nachdem sie beschlossen hatte, eines ihrer konzeptionellen Vorhaben"to boykott women" bis an ihr Lebensende aufrecht zu erhalten und nie wieder mit Frauen zu sprechen. Iannones großes Thema ist die ekstatische Liebe, ins­ besondere die Liebe ihres Lebens zu Dieter Roth. Auch sie lässt sich in keine der gängigen Stilrichtungen nahtlos einordnen. Die Kunsthalle Wien präsentiert erstmals in Österreich das Werk dieser beiden amerikanischen Künstlerinnen. Obwohl von der Kunstgeschichte lange marginalisiert, müssen sie zweifellos als Vorläuferinnen mancher zeitgenössischer KünstlerInnen gelten. Gezeigt werden Zeichnung, Malerei, Installation, Video und Künstlerbücher. Kuratorin: Sabine Folie Zu zeigen, wie Künstlerinnen lange vor Kippenberger und anderen böse, sexistisch, selbstzentriert libidinös, ausufernd ornamental und dazu noch institutionenkritisch sein konnten, ist das Verdienst dieser Ausstellung der Kunsthalle Wien. die tageszeitung, D, 28. August 2006 Gesamtbesucherzahlen: 44.086 13.10.2006- 25.02.2007, Kunsthalle Wien, halle 1 Raymond Pettibon Whatever it is you're looking for you won't find it here "The land of the free and the home of the brave" ist Schauplatz des Kunsthallen-Winters 06/07. Der US-amerikanische Künstler Raymond Pettibon erfindet in seinen schwarzweißen Zeichnun­ gen, in die gelegentlich die Farbe Rot wie Blut hineintropft, eine rätselhafte Comic-Welt, wo in grotesker Verzerrung verborgene Wahrheiten über die USA enthüllt werden. Pettibon wurde zunächst über Flyer, Konzertplakate und Plattencovers für kalifornische Punkbands bekannt. Bald distanzierte er sich davon und begann in Büchern und Einzelblättern seine"Tragédie humaine" zu entwickeln, die in irritierender Verbindung von Bild und Text, populäre Mythen kritisch hinterfragt. In seinen Arbeiten tauchen Superhelden und Superschurken(Superman, Jesus, Stalin, Charles Manson,...) ebenso auf wie etliche Schlüsselmotive(Zug, Baseballspieler, Penis,...), die in unendlichen Variationen immer wieder"remixt" werden. Die Kunsthalle Wien zeigt mit über 500 Zeichnungen und mehreren Video-Arbeiten die erste, große Pettibon-Retrospektive in Österreich, für die der Künstler außerdem eine neue, 15m große Wandmalerei gestaltet. Kuratoren: Gerald Matt, Thomas Mießgang ...inzwischen gehört er zu den teuersten und interessantesten amerikanischen Gegenwartskünstlern. Die Kunsthalle Wien zeigt eine Retrospektive. Zeit im Bild, 13. Oktober 2006 Gesamtbesucherzahlen: 10.264 03.11.2006- 04.02.2007, Kunsthalle Wien, halle 2 Americans Meisterwerke amerikanischer Fotografie von 1940 bis heute "The land of the free and the home of the brave" ist Schauplatz des Kunsthallen-Winters 06/07. "Americans", benannt nach dem legendären Fotobuch von Robert Frank, berichtet in 13 Bildstrecken amerikanischer Fotografen über die Aufbrüche, Krisen und Veränderungen der USGesellschaft seit den 1940er Jahren. Den Fotografien haftet nichts von der Ideologie einer "Family of Man" an, ihr diagnostischer Blick legt vielmehr die Wunden dieser Gesellschaft offen. 24 Kunsthalle Wien Zu einem Zeitpunkt, wo die USA und ihr moralisches Hegemoniebestreben ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, liefert diese Ausstellung einen aktuellen Beitrag zur Diskussion. Kurator: Peter Weiermair Americani. A Vienna l'opera di tredici grandi maestri statunitensi (Americano. In Wien das Werk von dreizehn großen amerikanischen Meistern.) Arte, IT, Dezember 2006 Gesamtbesucherzahlen: 23.153 KUNSTHALLE wien project wall 18.10.2005- 30.04.2006 Herbert Fuchs"1987-2005" 12.05.- 30.09.2006 Christoph Hinterhuber 13.10.2006- 13.04.2007 Crinky und Cranky"School of Poster Art" KUNSTHALLE wien project space karlsplatz 14.12.2005-19.01.2006 Preis der Kunsthalle Wien 2005 Florian Knispel"35-seconds-movement" Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte I In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien Ausstellung der Preisträgerarbeit gemeinsam mit Arbeiten von Clemens Leuschner, Elisabeth Wildling und Julia Willms. FLORIAN KNISPEL, Absolvent des Fachbereichs Medienübergreifende Kunst(Prof. Bernhard Leitner), macht in seiner Arbeit"35-second-movement" unbelichtet gebliebene Zeiträume einer Videoauf­ nahme sichtbar: er verwandelt die Leerstellen zwischen den einzelnen Frames eines(Video-)Films in dreidimensionale Objekte. Seine wie"scanned objects" wirkenden Skulpturen aus Wellkarton­ platten resultieren aus einem mehrteiligen Prozess, dessen Anfang die Videoaufnahme seines eigenen, sich bewegenden Körpers bildet. In einer Reihe medialer und manueller Arbeitsschritte entstehen aus den(Bild-)Lücken wieder"Körper", die für Florian Knispel zugleich"das Wesentliche von Körperlichkeit erfassen: den Körper als Form eines Bewegungspotenzials. Ich verstehe Bewegung als Zustand." Kurator: Lucas Gehrmann(Kunsthalle Wien) Koordination: Anja Seipenbusch(Universität für angewandte Kunst Wien) Gesamtbesucherzahlen: 1.214 08.02.- 19.03.2006 Steven Cohen"Dancing Inside Out" Steven Cohen gilt als profiliertester Performancekünstler seiner Heimat Südafrika. In seinen Arbeiten, deren radikale Ausdrucksweise an die schrillen Auftritte von Vertretern der ursprünglich in den USA entstandenen Queer-Bewegung erinnert, engagiert sich Cohen gegen politische und religiöse Diskriminierung. Er selbst führt in mehrfachem Sinn die Existenz einer Minderheit: er ist Südafrikaner weißer Hautfarbe, homosexuell und Jude. Die Antwort des 1962 geborenen Künstlers auf Diskriminierung ist Provokation. Sein Medium dabei ist der eigene Körper, den er mittels grotesker Kostüme, bizarr maskenhafter Schminke und skurriler Accessoires mit plakativer Symbolik aufladet. Im Zentrum von"Dancing Inside Out", jener Arbeit, die Cohen zur Eröffnung im project space karlsplatz sowie an den neun darauf folgenden Tagen live präsentieren wird, setzt sich Cohen mit der Judenverfolgung durch den Nationalsozialis-mus auseinander."Dancing Inside Out" ist Cohen's erster Auftritt in Österreich. Die Ausstellung zeigt weiters Kostüme, die Cohen in 25 Kunsthalle Wien seinen Performances trägt, sowie einige seiner bekanntesten Videos-"Chandelier","Broken Bird" und"Maid in South Africa". KuratorInnen: Silvia Höller, Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 2.657 05.04.- 28.05.2006 Tania Bruguera"Portraits" FOL* FOL*- Im Rahmen des Festival Onda Latina(20.4.- 4.6.2006) anlässlich des EU-Lateinamerika-Gipfels in Wien 2006 Für das Projekt"Portraits" portraitiert die kubanische Künstlerin Tania Bruguera politische Größen allein über den Effekt, den sie auf Publikum ausüben. Politikerreden transformiert sie in eine Klanginstallation, indem sie Ansprachen in Noten überträgt. Mit den so geschaffenen Partituren für die Auf-führung durch einen Chor werden politische Reden direkt in die Reaktionen des Publikums umgewandelt. Der zweite Teil ihrer Arbeit in Wien ist eine öffentliche Intervention und wird nur im Rahmen der Eröffnung zu erleben sein- die Performance"The dream of reason"(in Anlehnung an Goyas berühmte Radierung"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer", 1797). Die in Havanna und Chicago lebende Künstlerin reflektiert in ihren Arbeiten das Verhältnis von Politik und Macht, thematisiert Migration und Postkolonialismus und setzt sich mit religiösen Fragestellungen sowie ihrem eigenen kulturellen Lebenskontext auseinander. Mit ihren Performance-, Videoarbeiten und Rauminstallationen war Tania Bruguera(*1968) unter anderem auf der documenta 11(2002) in Kassel und der Biennale in Venedig(2001, 2005) vertreten. KuratorInnen: Silvia Höller, Gerald Matt Die Ausstellung ist im Anschluss(22. Juli- 17. September 2006) in der Kunsthalle zu Kiel zu sehen. Gesamtbesucherzahlen: 4.274 07.06.- 27.08.2006 assume vivid astro focus. OPEN CALL "Our strategy is pleasure- we want to give people visiting the museum a taste of their own pleasure." assume vivid astro focus assume vivid astro focus- hinter einem Namen wie geschaffen für eine Popband oder ein intergalaktisches Raumschiff verbirgt sich ein Künstlerkollektiv mit wechselnder Besetzung, das Motive aus Populärkultur und Kunstgeschichte in farbenprächtige, üppige, alle Sinne ansprechende Gesamtkunstwerke verwandelt. Nach Tokio, São Paulo, New York und Paris wird nun erstmals in Österreich der Kunsthalle Wien project space von assume vivid astro focus unter dem Motto OPEN CALL bespielt: Künstler, Musiker, Studenten, Perfomer, Graffitikünstler und andere Aktivisten sind eingeladen gemeinsam mit assume vivid astro focus den Raum in ein multimediales Spektakel zu verwandeln und dort zu performen. KuratorInnen: Gerald Matt, Angela Stief Gesamtbesucherzahlen: 5.443 06.09.- 01.10.2006 William Pope.L"Trophy Room" Die Installation"Trophy Room" für den project space der Kunsthalle Wien ist eine lebendige Interpretation der Phantasien und Mythologien von Unterwerfung und Grauen. Eine Frage, die William Pope.L in den letzten Jahren mit Witz und paradoxen Interventionen in seinen Performances, seiner Poesie, Objekten und Installationen immer wieder formuliert hat. Die wesentliche Frage ist jedoch: Wessen Phantasien sind es? Der project space wird zum Schauraum von an Wänden montierten Souvenirs. Exotische, mit Erdnussbutter überzogene (Stoff)tiere des dunklen Kontinents- Giraffen und Elefanten, aber auch Hasen- werden seziert, 26 Kunsthalle Wien ausgeschlachtet und dem Blick des Betrachters und der Oxidation preisgegeben- allerdings verborgen in einem eigens dazu installierten Korridor, der wie eine Spielhölle durch niedrige Türen betreten werden und dessen Inhalt man durch mit Brillenlinsen versehene Gucklöcher, einer PeepShow gleich, voyeuristisch betrachten kann... William Pope.L(*1955) lebt und arbeitet in den USA. Er nahm u.a. an der Whitney Biennale 2002 teil. Kuratorin: Sabine Folie Gesamtbesucherzahlen: 2.536 10.10.- 05.11.2006 Postorange. Beispiele ukrainischer Gegenwartskunst Ein springerin Projekt in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Wien Die orangene Revolution von 2004 hat das flächenmäßig größte Land Europas und eine seiner geopolitisch bedeutendsten Regionen auch in Österreich wieder ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gebracht. Die Gegenwartskunstszenen von Kiew, Odessa, Lviv und Kharkov sind heute jedoch in Europa kaum rezipiert, ebenso wie die Leistungen"lokaler Avantgarden". Das Projekt soll einen Anstoß geben, dieses Sichtbarkeitsdefizit aufzuheben. Es stellt neben den bekannteren Namen noch unbekannte, zeigt die Dynamik der Orangenen Revolution wie deren Auswirkungen auf die jüngste Generation von KünstlerInnen. Kuratorin: Hedwig Saxenhuber Gesamtbesucherzahlen: 3.424 17.11.- 13.12.2006 Green Flame. Part 1: Offerings Im Rahmen des Festivals"New Crowned Hope" Die BesucherInnen fühlen das Gras unter ihren Füssen. Der Geruch von Weihrauch liegt in der Luft. Um eine Esche herum stehen zwölf große Schüsseln mit Wasser. Ernesto Novelo, Sergio und Reinaldo Pech lassen vor den Augen des Publikums experimentelle und gleichzeitig tief mit ihrem Maya-Erbe verbundene Arbeiten entstehen. Ihre Bilderwelten treffen auf Töne wie Regentropfen, gespielt von Albert Chimedza und der legendären Gruppe Gomamombe auf der Mbira, einem traditionellen Daumenklavier aus Zimbabwe, und auf die Musik von Mulatu Astatke, Vater des Ethio-Jazz. Eine begehbare Installation, in der bildende Kunst auf Performance und uraltes Wissen auf zeitgenössische Blicke trifft. Teil 2 und 3 von"Green Flame" sind im Künstlerhaus(Karlsplatz 5, 1010 Wien) zu sehen. Kuratorin: Meskerem Assegued New Crowned Hope. Ein Festival im Rahmen des Wiener Mozartjahrs 2006 Künstlerische Leitung: Peter Sellars, Durchführung: Wiener Festwochen Gesamtbesucherzahlen: 1.782 20.12.2006- 21.1.2007 Preis der Kunsthalle Wien 2006 That's a Pretty Kettle of Fish oder Das ist eine schöne Bescherung Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte, in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien. PreisträgerInnen: Nina Dick, Brigitte Kovacs, Catherine Ludwig, Tine Tillmann, Michael Strasser Die Ausstellung zum Preis der Kunsthalle Wien 2006 zeigt Arbeiten von vier AbsolventInnen der Klasse für Fotografie/ Prof. Gabriele Rothemann, Universität für angewandte Kunst. Die Projekte von Nina Dick, Brigitte Kovacs, Tine Tillmann und Michael Strasser sind inhaltlich aufeinander bezogen und setzen sich mit Konzepten, Wahrnehmungsweisen und Definitionen von Raum auseinander. 27 Kunsthalle Wien Das Auslandsstipendium, erhält Catherine Ludwig, Absolventin von Prof. Brigitte Kowanz/ Klasse für Transmediale Kunst. Jury: Thomas Angermair(DORDA BRUGGER JORDIS, Wien), Gerald Bast(Juryvorsitz, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien), Thomas Edlinger(Journalist und Kurator ORF/ FM 4), Thomas Mießgang(Kunsthalle Wien), Almuth Spiegler(Journalistin"Die Presse") Gesamtbesucherzahlen: 1.015 KUNSTHALLE wien public space karlsplatz 29.11.2006- 30.04.2007 SKULPTUR: Pascale Marthine Tayou 29.11.2006- 31.03.2007 LEUCHTBAND: Franzobel 29.11.2006- 30.04.2007 SCHAUFENSTER: Ryan McGinley 28 Kunsthalle Wien Weibliche Respondenten leicht in der Überzahl Hauptanteil der Besucher zwischen 20 bis 30 Jahren Knapp 20% aus dem Ausland 29 Alltagskultur ALLTAGSKULTUR In Wien ist es in den letzten Jahren gelungen, die urbanen Qualitäten der Stadt, vor allem auch im Hinblick auf einen Abbau des Gegensatzes zwischen Zentrum und Peripherie, zu verstärken. Die kulturelle Infrastruktur in den Bezirken hat sich gefestigt, auch außer­ halb der traditionsreichen Kulturinstitutionen entfaltet sich ein buntes und vielschichtiges Kulturleben. Die unterschiedlichen Aktivitäten der zahlreichen Kulturvereine, Arbeitsgemein­ schaften und Verbände reichen vom Grätzelfest über Ausstellungen bis hin zu Lesungen und Vorträgen. Im Bereich der Bezirksaktivitäten wurden 2006 neue Akzente und Schwerpunkte- vor allem auch durch die Förderung von kulturellen Vorhaben aus den dezentralen Bezirksbudgets - gesetzt."Grätzel"-typische Veranstaltungen und die Förderungen von Aktivitäten junger, künstlerisch tätiger Personen standen im Vordergrund. 2006 wurden außerdem zahlreiche Projekte für SchülerInnen und Jugendliche unterstützt. Weiters bot auch der Verein Kulturnetz ein breitgefächertes und bereits seit langem bewährtes Service- und Beratungsangebot für Kulturinitiativen in den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. Einen Höhepunkt im Jahr 2006 stellte das "27. Österreichische Blasmusikfest" dar, bei dem insgesamt 35 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie Gastkapellen aus Großbritannien, Japan, Liechtenstein, der Slowakei und Ungarn teilgenommen haben. Beim Wiener Landesblasmusikfest"Faszina­ tion Blasmusik" in der Kurhalle Oberlaa zeigten Musikkapellen des Wiener Blas­ musikverbandes sowie eine Gastkapelle aus der Steiermark ihr Können. Im November 2006 war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die"40. Wiener-WalzerKonkurrenz" und die"Austrian Open Vienna 2006". Großen Publikumszuspruch fand wieder das "Internationale Adventsingen" im Wiener Rathaus. Dabei traten insgesamt 85 Chöre aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, in Irland, Island, Italien, Kroatien, den Niederlande, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Ungarn und den USA auf. 30 Kulturelles Erbe KULTURELLES ERBE Wiener Altstadterhaltungsfonds Der Wiener Altstadterhaltungsfonds wurde 1972 in der Folge der so genannten "Altstadterhaltungsnovelle" gegründet, welche die Einrichtung von Schutzzonen in Wien ermöglichte. Der Fonds fördert im Stadtbild wirksame Konservierungs- und Restaurierungs­ arbeiten, d. h. jenen Kostenmehraufwand, der über ordnungsgemäße Erhaltungsarbeiten hinausgeht. Hinter diesen Bemühungen steht das Ziel, das Stadtbild zu erhalten und so über das"Gesicht der Stadt" den Zugang zur"Geschichte der Stadt" zu ermöglichen. Das Ergebnis der geförderten Arbeiten kommt also sowohl den EigentümerInnen von historischen Bauten als auch der Allgemeinheit- ob Stadtbe­ wohnerInnen oder-StadtbesucherInnen- zu Gute. Demzufolge werden nicht nur repräsentative Monumentalbauten wie Kirchen und Palais, sondern auch Gebäude bescheideneren Ranges wie z.B. biedermeierliche und historistische Wohnbauten, in welchen nicht wenige Wiener und Wienerinnen leben, gefördert. Zum Auf­ gabengebiet gehören auch Förderprojekte wie z. B. die Restaurierung der Grabsteine am St. Marxer Friedhof, die Erhaltung eines historischen Taubenschlags im 11. Wiener Gemeindebezirk oder Sgrafitti der fünfziger Jahre an Wiener Gemeindebauten. Kirchen Für die Restaurierung von Kirchen und sakralen Bildwerken werden wesentliche Anteile der Fördermittel des Altstadterhal­ tungsfonds verwendet. Wien besitzt eine außerordentliche Dichte dieser kunst- und kulturhistorisch wichtigen Baudenkmale, wobei nicht nur die Aussenerscheinung, sondern auch das Innere der Kirchen mit Unterstützung des Wiener Altstadterhaltungsfonds restauriert wird. Als wesentlichster Erfolg des vergangenen Jahres kann die Wiedereröffnung der Kirche am Steinhof bezeichnet werden. Die dem Hl. Leopold geweihte Kirche wurde 1905-1907 von Otto Wagner unter Mitarbeit von Otto Schönthal und Marcel Kammerer erbaut. Der freistehende, kubische Zentralbau über kreuz­ förmigem Grundriss mit hoher Tambourkuppel und Turmaufsätzen bildet durch seine Monu­ mentalität und exponierte Höhenlage- über der auf Terrassen um eine Mittelachse grup­ pierten Krankenhausanlage- einen imposanten Blickpunkt im Westen der Stadt. Die Kirche mit einer auf das Konzept Otto Wagners zurück­ gehenden, noch erhaltenen originalen Ausstattung mit Werken der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler, wie etwa Kolo Moser und Leopold Forstner, stellt das sakrale Haupt­ werk des Wiener Sezessionismus dar. Zum Kloster der Piaristen im 8. Wiener Gemeindebezirk gehört das Sommerrefek­ torium, das von 1731-34 von Paulus Friede erbaut wurde. Der Pavillon mit zweiachsiger übergiebelter Hauptfront und Mansarddach zeigt im Inneren reich stuckierte Gewölbe und Fresken, welche 1761 von Franz Anton Maulbertsch geschaffen wurden. Neben der Konservierung der Fresken gelang die Restau­ rierung der Stuckdecke aus den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts, in welche die Fresken dreißig Jahre später integriert wurden. So war es nur konsequent sich bei der Farb­ fassung der Stuckdecke für die zweite Fassung zu entscheiden, die gleichzeitig mit den Fresken entstand. Die besondere Bedeutung des Raumes basiert auch auf seiner qualitativ hoch stehenden Ausstattung, welche bis heute in noch beinahe unveränderten Zustand mit barockem Kachelofen, originalen Bodenplatten und geschnitzten Eingangstüren erhalten ist. Brunnen und monumentale Plastik Am Hohen Markt erhebt sich ein weiteres Förderprojekt des vergangenen Jahres: der Vermählungsbrunnen. Das knapp über 18 Meter hohe Brunnenmonument entstand 1729­ 32 auf Initiative Kaiser Karls VI. nach Ent­ würfen Joseph Emmanuel Fischer von Erlachs. 31 Kulturelles Erbe Unter dem über einem runden Sockel errich­ teten und von Säulen getragenen Bronze­ baldachin(sign. Ioannes Baptista Divall) befindet sich die barocke Vermählungsgruppe von Antonio Corradini, die wie die außerhalb der Säulen stehenden Engelsfiguren desselben Bildhauers aus Marmor gefertigt ist. An zwei Seiten des Sockels bestehen, die Längsachse des Platzes betonend, zwei Brunnenbecken mit Fontänen. Der Vermählungsbrunnen zählt zu den bedeutendsten barocken Anlagen im öffentlichen Raum von Wien. Ziel der nun anlaufenden Maßnahmen ist die Restaurierung der Figuren aus Carraramarmor, welche durch unsachgemäße Eingriffe in den letzten Jahr­ zehnten gelitten hatten. Im weiteren werden statische Sicherungsmaßnahmen und die Ab­ dichtung der Brunnenbecken vorgenommen. Nicht weniger monumental, wenn auch zwei Jahrhunderte jünger, ist der"Fries der Arbeit", welcher das Haupttor des Gemeindebaus Laxenburger Straße 49-57 bekrönt. Der Schöpfer des 1930 entstandenen Kunstwerks, der Bildhauer Siegfried Charoux, entwickelte eine eigene Technik im Umgang mit kerami­ schem Material. Die sichtbar verfugten Stein­ zeugplatten unterstreichen den elementaren Charakter des Werks. Durch den guten Erhaltungszustand des Objektes bestanden die Maßnahmen in einer schonenden Reinigung und einer Neuverfugung der einzelnen Platten sowie einer anschließenden Konservierung. "Venedig in Wien"- Von Tauben und Arkaden Der Dogenhof, Praterstraße 70, wurde in den Jahren 1898 bis 1902 nach Plänen des Archi­ tekten Karl Caufal unter teilweiser Verwendung älterer Bausubstanz errichtet. Die sechsge­ schossige Hauptfassade an der Praterstraße, nach dem Vorbild des Cá d'Oro in Venedig gegliedert, wird akzentuiert durch die großen Spitzbögen im Erdgeschoss und ein repräsen­ tatives Mittelportal, das von dem Markuslöwen und einem knienden Dogen bekrönt ist. Die Maßnahmen an diesem Gebäude erwiesen sich als Herausforderung. Die Gussteile, aus welchen die filigranen Bögen bestehen, waren schwer beschädigt, ihre Befestigung an der Fassade wahrscheinlich schon in der Bauzeit von zweifelhafter Qualität. Nach mehr­ jähriger Bauzeit verfügt der zweite Wiener Gemeindebezirk aber über ein wohl einzig­ artiges Baujuwel, welches nun auch einer adäquaten Nutzung zugeführt werden kann. Einzigartig in Wien dürfte auch der Tauben­ schlag in der Kaiser Ebersdorfer Straße 322 im 11. Wiener Gemeindebezirk sein. Der vom öffentlichen Raum einsehbare monu­ mentale Taubenkobel zählt zu den wenigen noch erhaltenen Exemplaren seiner Gattung in Wien. Über einem gemauerten zylinder­ förmigen Sockel erhebt sich der würfel­ förmige, nach allen vier Seiten mit je einer "Blendarkade" strukturierte hölzerne Kobel. Unzählige, halbkreisförmige Nischen bilden den Zugang zu den einzelnen Nistplätzen. Im Zuge von restauratorischen Voruntersuchun­ gen konnte die Jahreszahl 1790 entdeckt werden: Damit zählt der Taubenkobel in Simmering zu den ältesten seiner Art in Wien. In Anbetracht seines Alters, der exponierten Lage sowie des Materials befand sich der Taubenschlag in einem relativ stabilen Zustand. Am gemauerten Stütz­ pfeiler wurde der im Zuge einer früheren Instandsetzungsmaßnahme aufgebrachte Zementputz entfernt und durch Kalkputz ersetzt. Beim Holzaufbau erfolgte eine Grundreinigung des nachweislich bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts in seiner ursprünglichen Funktion befindlichen Kobels. Nach einer technischen Sicherung erfolgte eine nachhaltige Behandlung gegen Schadinsekten sowie eine Ergänzung der dekorativen Teile in Altholz. Ausblick 2007(Auswahl) Unter den Kirchenrestaurierungen werden u. a. die Förderprojekte 1., Stephansplatz, Virgilkapelle, 9., Rooseveltplatz, Votivkirche ­ 4. Bauabschnitt, 17., Clemens-HofbauerPlatz, Pfarrkirche Marienpfarre durch- bzw. weitergeführt. Die Restaurierung der Grabsteine am Friedhof St. Marx wird mit der zweiten Tranche bestehend aus etwa 60 Grabsteinen fortgeführt. Neben diesen größeren Projekten werden auch kleinere 32 Kulturelles Erbe Maßnahmen wie z.B. die Instandsetzung der Fassade des klassizistisch/biedermeierlich geprägten Hauses 14. Penzinger Straße 98 durchgeführt. Stadtarchäologie Wien Ausgrabungen 1. Bez.: Ronacher(neuzeitliche Stadtmauer und Zeughaus), Weihburggasse und Wipp­ lingerstraße 35/Hohenstaufengasse 12 (neuzeitliche Stadt- und Bastionsmauern); 9, Sensengasse 1-3(neuzeitliche Friedhöfe), 10, Klederinger Straße(römische Streusiedlung), U-Bahn-Archäologie: Betreuung U2-Nord, Vorarbeiten U2-Süd und U1-Süd, zusätzlich laufend umfassende Baustellenbeobachtungen. Wissenschaftliche Aufarbeitungen und Projekte 1. Bez.: Freyung, Herrengasse 23/Palais Porcia, Judenplatz, Michaelerplatz, Wildpret­ markt, Römisches Legionslager und Lager­ vorstadt; 3. Bez.: Klimschgasse 19-21 und 40, Rennweg 16 und 44, Schützengasse 24, Römische Zivilstadt; 10, Oberlaa; 11, Schloss Kaiserebersdorf; Umland des römischen Vindobona, Mittelalterliche Burgen in Wien (Inventarisierung inkl. Schrift- und Bildquellen), Übersicht Glasfunde aus Wien, Her­ stellung römischer Gebrauchskeramik, Spät­ antike Produktion römischer glasierter Keramik (Ostalpen und Donauprovinzen), Römische Ziegelproduktion, Transkription handschrift­ licher Fundakten(1895-1974) des Wien Museums, Archäozoologie, Säuberung und Restaurierung von Keramikfunden, Betreuung der Funde im Depot des Wien Museums Karlsplatz für wissenschaftliche Zwecke, Digitalisierung Franziszeischer Kataster und archäologischer Fundpunkte, Vienna Archaeo­ logical GIS/ VAGIS(Aufbau des Geogra­ phischen Informationssystems, Funddaten­ bank), Internetportal"Wien Kulturgut" (Neukonzeption des Kulturgüterkatasters). Vermittlung der Ergebnisse Tagungen und Vorträge Von 18. bis 20.10.2006 veranstaltete die Stadtarchäologie bereits zum elften Mal die nun"Kulturelles Erbe und Neue Technologien" (früher"Workshop Archäologie und Computer") genannte Tagung. Im Rathaus wurden für 170 TeilnehmerInnen aus über 20 Nationen etwa 90 Vorträge in zwei Sektionen sowie fünf Workshops und eine Podiumsdiskussion gehalten. Sieben Aussteller bildeten einen informativen Rahmen. Dieser internationale Kongress fand in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen statt. Ein Bürgermeisterempfang rundete die Veranstaltung ab. Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäo­ logie wurden weiters 34 Mal Fachtagungen im In- und Ausland besucht und 21 Vorträge gehalten. Ausstellungen Die Posterausstellung"Wasser in Wien- von der Römerzeit bis zur Neuzeit" wurde 2006 gleich an mehreren Orten gezeigt: 9. bis 21.6. Alte Schieberkammer(15, Meiselstraße), 26.7. bis 31.8. Volkshochschule Meidling (12, Längenfeldgasse), 4. bis 12.9. Millenium City(20, Handelskai), 9. bis 11.10. Kongress "All about Karst& Water"(Wiener Rathaus). Weiters wurde sie von 5. bis 29.9. im Rahmen des vom Bundesdenkmalamt österreichweit veranstalteten"Tag des Denkmals" im Bezirks­ museum Floridsdorf(21, Pragerstraße) gezeigt. Für die Volkshochschule Meidling(12, Längen­ feldgasse) wurde ab 28.9.2006 die Daueraus­ stellung"Initiative Seniorarchäologie. Archäo­ logie zum Mitmachen" erstellt, die auf Postern die über 10-jährige Geschichte dieser Initiative Revue passieren lässt. Von 19. bis 28.10.2006 wurde in der Alten Schieberkammer(15, Meiselstraße) in Koope­ ration mit dem Regionalmuseum Sopron die Ausstellung"Jahrtausende entlang der Bern­ steinstraße, am Beispiel Scarbantia/Sopron /Ödenburg und seiner Umgebung(Ungarn)" gezeigt. Bei der Eröffnung waren ca. 130 Personen anwesend, weitere etwa 120 BesucherInnen kamen an den acht geöffneten Tagen. 33 Kulturelles Erbe Publikationen 2006 erschien Band 9 von"Fundort Wien", dem Jahresbericht der Stadtarchäologie Wien, der mit seinen breit gefächerten Beiträgen eine Brückenfunktion zwischen Wissenschaft­ lerInnen und interessierten Laien erfüllt. Er beinhaltet diesmal unter anderem 34 Berichte von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie. Weitere 20 Artikel sind in Fachpublikationen erschienen. Der neue zweite Band der Schriftenreihe "Monografien der Stadtarchäologie Wien (MSW)", die sich vorwiegend an ein Fach­ publikum wendet und umfangreicheren End­ publikationen von Grabungen gewidmet ist, trägt den Titel"Eine Siedlung der Hallstatt­ kultur in Wien 10, Oberlaa". Weiters wurde das Buch"Michaelerplatz. Die archäologischen Ausgrabungen" herausgebracht und am 28.6.2006 im Wien Museum präsentiert. Es erschien in der neuen populärwissenschaft­ lichen Reihe"Wien Archäologisch", die in den nächsten Jahren die Erkenntnisse aus den wichtigen Ausgrabungsstätten der Stadt­ archäologie Wien reich illustriert präsentieren wird. Die Kooperation mit Partnern im Rahmen des Projektes"Vindobona- Österreichischer Limes" führte bereits früher zur virtuellen Rekon­ struktion des römischen Lagers. Nun wurde die antike Wassertechnik auf einer zweiten DVD dargestellt und die populärwissenschaftliche Broschüre"Ein Spaziergang durch die Wiener Innenstadt aus archäologischer Sicht" heraus­ gebracht, die großen Anklang fand. Wie jedes Jahr wurden die Vorträge der vorjährigen Tagung"Workshop 10. Archäologie und Computer" auf CD-Rom publiziert. Initiativen für alle interessierten BürgerInnen Die Initiative Seniorarchäologie ermöglichte wieder allen archäologiebegeisterten Erwach­ senen die ehrenamtliche Mitarbeit: ganzjährig bei der Säuberung und Restaurierung von Fundmaterial in der Werkstatt in der Volkshochschule Meidling(12, Längenfeld­ gasse) und zwischen Juli und September auf der Ausgrabung in Unterlaa(10, Klederinger Straße). Zur Einschulung wurden von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie zehn Vorträge vor durchschnittlich 28 Zu­ hörerInnen, vier Übungen sowie zwei Exkursionen an der VHS Meidling gehalten. Der regelmäßigen Information dient das vier Mal jährlich er-scheinende Nachrichtenblatt "Lorbeer". Es gab 20 Neueintritte, so dass der Mitglieder-stand nun 490 beträgt. Insgesamt wurden von Seniorarchäo­ logInnen 2.343 Arbeitsstunden geleistet, das entspricht 293 Arbeitstagen. Die Zusammenarbeit mit den Wiener Schulen wird durch die Initiative Junior­ archäologie gefördert. Zwei kostenfrei entlehnbare, mobile Schausammlungen ("Römerkoffer" und"Mobiles Mittelalter") enthalten Originalfunde, Duplikate und schriftliche Begleitmaterialien. Sie sind eine nützliche Unterstützung im Unterricht und wurden 2006 von 14 Schulen, manchmal auch in mehreren Klassen, eingesetzt. Zusätzlich wurden von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie zehn Vorträge an Schulen gehalten sowie drei Projekte auf der Ausgra­ bung in Unterlaa, acht Innenstadtführungen und eine Besichtigung der Restaurierwerk­ statt durchgeführt. Zehn Schulklassen bekamen eine Führung durch die Ausstel­ lung"Wasser in Wien- von der Römerzeit bis zur Neuzeit". Außerdem wurde die Initiative Juniorarchäologie Lehramtsstu­ dentInnen präsentiert. Öffentlichkeitsarbeit 2006 sind 27 Artikel über die Arbeit der Stadtarchäologie in Zeitungen, 37 in Magistratsmedien und zehn im Internet erschienen. Weiters wurden sechs Berichte in Radio und Fernsehen sowie neun Mal die 45-minütige Dokumentation"Mein geliebtes Wien", in dem auch über die Stadtarchäo­ logie berichtet wird ausgestrahlt. Die DVD über die antike Wassertechnik wurde ebenfalls in einem 45-minütigen Bericht im Fernsehen vorgestellt. Am 14.11.2006 wurde der Öffentlichkeit im Rahmen der "Buchwoche" im Wiener Rathaus das Buch "Wien- Bodenfunde, Baudenkmale"(Edition Atelier) präsentiert. Es versammelt alle von Mai 2004 bis August 2005 in der Wiener Zeitung wöchentlich erschienenen Artikel 34 Kulturelles Erbe- Bezirksmuseen über die Projekte der Stadtarchäologie und Altstadterhaltung. Am 14.9.2006 fand auf der Grabung in Unterlaa(10, Klederinger Straße) unter reger Beteiligung zweier Schulklassen, etwa 25 SeniorarchäologInnen, dem Stadtrat für Kultur und Medienvertretern der"Tag der Experimen­ talarchäologie" statt. 14 Mädchen konnte beim "5. Wiener Töchtertag" am 27.4.2006 und weiteren Jugendlichen im Rahmen der Berufspraktischen Tage Einblick in die Arbeitsbereiche der Stadtarchäologie geboten werden. Am 29.9.2006 beteiligte sich die Stadtarchäologie Wien an ihrem Standort VHS Meidling wieder am"Wiener Seniorentag". Kooperationen mit anderen Einrichtungen Bundesdenkmalamt; MD-Stadtbaudirektion, MA 7- Veranstaltungsreferat, MA 8, MA 14, MA 15, MA 18, MA 19, MA 21B, MA 22, MA 28, MA 29, MA 30, MA 31, MA 34, MA 36, MA 37, MA 41, MA 45, MA 53, MA 69, Wiener Wohnen, Wiener Linien, Entsorgungsbetriebe Simmering EBS; Bezirksvorstehung 15. Bez.; Volkshoch­ schule Meidling; Wiener Schulen; digital­ graphics& 7reasons; Reinhard Kofler-Film; Universität Wien: Institut für Ur- und Früh­ geschichte, Institut für Klassische Archäologie, Institut für Paläontologie, Zentrum für Anatomie und Zellbiologie; Technische Univer­ sität Wien: Institut für Ingenieursgeologie; Universität für Angewandte Kunst- Institut für Konservierungswissenschaften und Restaurie­ rungstechnologie, Abt. Archäometrie; Öster­ reichische Akademie der Wissenschaften: Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Institut für Kultur­ geschichte der Antike; Ludwig BoltzmannInstitut für Stadtgeschichtsforschung; Geologische Bundesanstalt- Abt. Sediment­ geologie; Wien Museum Karlsplatz; Kunst­ historisches Museum Wien: Münzkabinett, Antikensammlung; Naturhistorisches Museum Wien- Abt. Archäologische Biologie und Anthropologie Bezirksmuseen Wien 3, 14, 15, 21 und 23; Technisches Museum Wien; Verein der MuseumsarchäologInnen Österreichs; Arbeits­ gemeinschaft Donauländer; Ausgrabung Magdalensberg; Technische Universität Berlin ­ Institut für Chemie; Doerner Institut ­ Bayerische Staatsgemäldesammlung; Universität München- Institut für Vor- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie; Universität Triest- Dipartimento di Scienze dell'Antichità; Universität Siena Dipartimento di Scienze dell'Antichità; Universität Bratislava- Katedra Archeológie; Kranj Muzeum und Narodni Muzej(Slowenien); Akádemia Régészeti Intezete(Budapest); Budapest Történeti Múzeum- Aquincumi Múzeum; Ungarisches Nationalmuseum Budapest; Pest Megyei Múzeumok Igazgatósága(Direktion der Museen des Komitats Pest); Regionalmuseum Sopron; Collegium Hungaricum Wien; Österreichische Gesellschaft für Kulturgüterschutz; Österreichische UNESCO-Kommission; UNESCO Arbeitsgemeinschaft Wien; UNESCO Paris; Österreichische Liga für die Vereinten Nationen; Versammlung der Regionen Europas; Akademisches Forum für Außen­ politik; Erzdiözese Wien; Österreichische Bischofskonferenz. BEZIRKSMUSEEN 1923 wurde das erste Bezirksmuseum in Meidling gegründet. Weitere folgten und schlossen sich 1964 zur Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen zusammen. In der weiteren Folge wurden sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Alltagskultur und dokumentieren die Entwicklung der Bezirke von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Zahlreiche Personen sind für die Arbeitsgemeinschaft ehrenamtlich tätig und widmen sich neben dem Museumsbetrieb den verschiedenen Archiven und der Organisation von Sonderausstellungen. 35 Ehrungen- Interkulturelle Aktivitäten EHRUNGEN Ehrungen der Stadt Wien verstehen sich als Würdigung herausragender Leistungen und als Motivation und Herausforderung für Künst­ lerInnen und WissenschafterInnen, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. Die Reihe der EmpfängerInnen von Auszeichnungen wie der diversen Preise der Stadt Wien wurde auch 2006 durch hochqualifizierte Persönlichkeiten bereichert. Mit diesen Ehrungsformen werden sowohl die Arbeiten junger, förderungs­ würdiger KünstlerInnen, Wissenschaf­ terInnen und VolksbildnerInnen als auch das Gesamtwerk bereits international anerkannter Kulturschaffender gewürdigt. Bedeutende Persönlichkeiten ehrt Wien auch über ihr Ableben hinaus mit Widmungs- und Ehrengräbern sowie durch Grabrestaurierungen und Kranzniederlegun­ gen. INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Im Bereich der interkulturellen und inter­ nationalen Aktivitäten wurden 204 Projekt­ förderungen- darin inkludiert sind 45 Jahres­ förderungen- vergeben. Die Jahresförderun­ gen haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Der Grund dafür ist das konti­ nuierliche Kulturangebot dieser Vereine. Wie schon in den Jahren zuvor, konnten wieder einige Events besonders auf sich aufmerksam machen. Dabei handelt es sich um Veranstal­ tungen wie das KlezMOREfestival, das Festival "Salam.Orient", das"Festival der Klänge", Balkan Fever, das Weltkulturfest oder das World Music Festival, um nur einige Beispiele zu nennen. Salam Orient 2006 Der Programmschwerpunkt des Festivals im Jahr 2006 bezog sich auf KünstlerInnen, die in Europa leben, aber dennoch ihre kulturellen orientalischen Wurzeln behalten haben. Ihnen steht ein reichhaltiger Fundus an musika­ lischen, literarischen bzw. ästhetischen Ausdrucksformen aus beiden Welten- der alten und der neuen Heimat- zur Verfügung. Dies bewies eine Anzahl von starken Künstlerinnen: die junge Yemenitin Ashwaq der Gruppe Al Yaman aus Tschechien bei ihrem Wien-Debut, die Sängerin Natacha Atlas mit ihrem ägyptisch-westeuropäischen Hintergrund oder die Entdeckung des Festivals überhaupt- die großartige und intensive Sängerin Ghalia Benali aus Brüssel mit tunesischen Wurzeln. Die Beiträge aus Österreich bestanden diesmal aus der jungen Pop-Gruppe Coup de Bam mit ihrem Sound zwischen Wien und Istanbul sowie dem Fest"Das Iranische Wien", welches im Mozartsaal einen starken Eindruck von in Österreich lebenden persischen KünstlerInnen vermittelte. Bemerkenswert ist auch die Arbeit einiger Vereine, die durch ihr kontinuierliches Kulturangebot nicht mehr aus der Wiener Szene wegzudenken sind: 36 Interkulturelle Aktivitäten Station Wien Von kabarettistischen Eskapaden über orientalische Ethnomusik, Funky Rocksound und jazzig-groovigen Beats bis hin zu cineas­ tischen Leckerbissen reichte das vielfältige Kulturprogramm des KulturCAFÈs, das 2006 von Station Wien präsentiert wurde. Seit Mai 2003 finden in Station Wien durchschnittlich zweimal pro Monat Veranstaltungen mit einem vielseitigen, aktuellen und kulturell gemischten Programm statt. Geboten werden Musik(alle Richtungen, vor allem aber ethnisch orien­ tiert), Diavorträge, Lesungen, Tanz und Performance, audiovisuelle Installationen, Veranstaltungen speziell für Kinder, Filmabende bzw. Filmreihen. Ziele der Aktivitäten von Station Wien sind zum einen Empowerment von Migrantinnen und Migranten, die Verbesserung der inter­ kulturellen Verständigung, die Unterstützung der Kommunikation unterschiedlichster Kulturen sowie- wie es auch im VereinsUntertitel zum Ausdruck gebracht wird- die "Förderung künstlerischen und kulturellen Austausches". Das KulturCafe hat sich im 5. Bezirk zu einer anerkannten und etablierten Spielstätte des künstlerischen und kreativen Potenzials entwickelt, das an größeren Kulturhäusern nicht präsentiert wird. Die insgesamt 27 Veranstaltungen des KulturCAFÈS 2006 wurden von rund 1.450 Personen frequentiert: Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft Wien und Krakau- zwei Kulturmetropolen, so nah und doch so fern Wien und Krakau brachten im Laufe der Jahrhunderte bereits wiederholt Künstler eines bisher nie da gewesenen Formats hervor. Ihre außerordentliche Bedeutung für die Entwicklung europäischer Kunst und Zivilisation ist unbestreitbar. Doch obwohl ihre geographische Entfernung kaum der Rede wert ist, weisen diese beiden Städte in Punkto Kultur überaus interessante Eigenheiten auf, die über zweiseitiges Potential verfügen ­ einerseits entfremden sie und andererseits ziehen sie durch ihre Gegensätzlichkeiten an. Die Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, der Bevöl­ kerung Wiens die Kunst aus Krakau näher zu bringen, sie für diese zu faszinieren und die Etablierung von Wiener Künstlern in Krakau zu fördern. Die eingeladenen Künstler waren Jorgos Skolias, Jacek Kochan, die innovative Theatergruppe KTO mit dem Regisseur Jerzy Zon oder junge Talente wie Elzbieta Sojka, Joanna Styrylska, Aleksandra Andrejewna, Ewa Zasada, Pawel Mendrek, um nur einige zu nennen. Ob die Künstler, die Krakau zurzeit hervor­ bringt gleich ihren großen Vorgängern in die Geschichte der Kunst eingehen werden ist schwer zu sagen. Was aber gesagt werden kann ist, dass ihr Schaffen zu einer Bereiche­ rung unserer europäischen Gesellschaft beiträgt und noch mehr beitragen kann. Chiftetelli- Verein zur Förderung der orientalischen Kultur Der Verein Chiftetelli steht seit vielen Jahren erfolgreich für Aktivitäten im interkulturellen Bereich. Die Kunst und Kultur des Orients durchmischt sich mit Einflüssen des Okzidents. Zahlreiche Künstler aus dem In- und Ausland wirkten bei der Veranstaltungsreihe im Jahr 2006 mit, wie Edward Powell(Kanada), Patrick Feldner(A), Habib Samandi(Tunesien/A), Aladin El Kholy(Ägypten/D), Khaled Seif (Ägypten/CH), Hassan Afifi(Ägypten), Asmat Omari(Syrien/A), Amos Pinhasi(Israel/USA), Elfi Schäfer(Schweiz), Bahara(A) und andere. Traditionelle Programme wie"Oriental Journey - eine Reise von Marokko bis Indien", oder der "Raqs Sharqi Abend" präsentieren Folkloris­ tische Kunst aus unterschiedlichen Ländern und Regionen dieser Erde. Veranstaltungen wie die Orientalische Nacht oder die"Hafla-ein orientalisches Fest" im Kontext des Festivals "Salam Orient" erfreuen sich großen Zuspruchs. Musik, Mode, Tanz und Poesie prägen diese Abende. Ein besonderes Highlight des Jahres 2006 war der"Erste Orientalische Sommernachtsball" im Palais Eschenbach. 37 Interkulturelle Aktivitäten- Auslandskultur Neben subventionierten Veranstaltungen gelingt es nun schon seit Jahren, auch einzelne Programmpunkte ohne jeglicher finanzieller Unterstützung durchzuführen, und 2006 konnte auch eine Benefizveranstaltung zugunsten der Erdbebenopfer organisiert werden. Das Programm bezog neben klassischer Kunst und Folklore aus Ländern wie Indien, Marokko, Ägypten, Österreich, den USA, Israel, u.a. auch moderne Performances mit ein. ‚Amos Pinhasi, Elfi Schäfer, Brigitte Ferchichi- drei Tänzer und Tanzstile- eine Performance' war ein Programm voller Qualität, Abwechslung und Vielfalt- ein Markenzeichen des Vereins. AUSLANDSKULTUR Besonderes Augenmerk legte die Kultur­ abteilung(MA 7) auf die Förderung, Betreuung und Finanzierung von Wiener Projekten im Ausland. Folgende Veranstaltungen konnten beispiels­ weise mit Förderung und finanziellen Mitteln der Kulturabteilung stattfinden: Im Rahmen der Wien Tage in Moskau im Juni 2006 war die zeitgenössische Kunstsammlung der Kulturabteilung, das"Museum auf Abruf", mit der erfolgreichen Ausstellung"Bilder von Wienern" im Pushkin- Literaturmuseum zu Gast und wurde von ca. 1500 Interessierten gesehen. Gezeigt wurden insgesamt 100 Arbeiten von 17 Wiener KünstlerInnen(u.a. Harry Weber, Franz Hubmann, Didi Sattmann, Heinz Cibulka, Flora Zimmeter, Marianne Greber, Christian Wachter), begleitet wurde die Ausstellung von einem umfangreichen und mehrsprachigen Katalog. Anlässlich des"Monats der Fotografie", einem Ereignis, an dem 2006 erstmals sieben Städte (Wien, Berlin, Paris, Luxemburg, Rom, Moskau und Bratislava) teilnahmen, wurde die Aus­ stellung"Mutationen I" organisiert. Wien tat sich mit Luxemburg zusammen und kuratierte eine gemeinsame Ausstellung, die Mitte Okto­ ber bis Mitte November 2006 in der Chapelle du Rham und dem Casino Luxembourg lief. Wer sie dort verpasst hat, kann das im September 2007 nachholen, wenn die "Mutationen I" im"Museum auf Abruf" in Wien zu sehen sein werden. Die Freud-Gesellschaft richtete in New York eine große Jubiläums-Ausstellung aus, das Mozart-Jahr fand international große Beach­ tung. Die Literatur leistete ihren internationalen Beitrag mittels zahlreicher und zum Teil umfangreicher Bücherspenden, z.B. an die Österreichische Botschaft in Kuala Lumpur, Österreichische Bibliothek in Siebenbürgen/ Moldau(Oberwischau) und Nizhnij Novgorod. Ins Ausland reisten 2006 vor allem auch MusikerInnen: Chöre, PianistInnen, DirigentInnen, Komponisten und Ensembles gaben Konzerte in ganz Europa, traten in Nord- und Südamerika, Japan und China auf. Und für alle Theater Wiens sei 2006 stell­ vertretend das Schauspielhaus Wien hervor­ gehoben, das mit seinen Gastspielen die halbe Welt beeindruckte. So wurde z.B. der "Samovar" im Juni beim Singapore Arts Festival gefeiert und im November gastierten"Der kaukasische Kreidekreis" und"SARAY-Mozart alla turca" im Grand Théâtre de la Ville Luxembourg und im Toneelhuis Antwerpen. 38 Neue Medien- Stipendien NEUE MEDIEN Gemeinsam mit"Netznetz", einem losen Verbund von Netzkunst- und Netzkulturschaf­ fenden in Wien, entwickelte die Stadt be­ ginnend mit 2006 ein völlig neues Förder­ system, das dem Wunsch nach einem partizipatorischen Modell in der Fördervergabe nachkommt. Der Grundgedanke ist, die Betroffenen nicht nur in die Entscheidungsfindung einzubinden, sondern gemeinsam eine Struktur zu finden, die diesen sich sehr rasch und permanent wandelnden Kunstformen entspricht. Zwei Vergabedurchgänge gab es 2006. Im ersten Halbjahr 2006 wurde für die künstlerischen Projekte versucht, die Förderwürdigkeit in der Tradition der durch die UNO bekannten"Serious Games" zu ermitteln. Im Herbst entschied man sich für das so genannte"Trustee-Modell", einer Mischform aus direkter Wahl und künstlerischer Jury. Dieses funktionierte so gut, dass es zumindest im 1. Halbjahr 2007 wieder verwendet und weiter entwickelt werden soll. Die erste"Annual Convention für Digitale Kunst und Kulturen" namens"paraflows" präsentierte sich von 9.- 16. September 2006 an verschiedenen Kunstorten der Stadt. Das inhaltliche Konzept der"Netze hinter dem Netz", was sowohl das Digitale hinter dem sozialen Netz als auch das Soziale hinter dem digitalen Netz meinen kann, wurde anhand von verschiedensten Aktivitäten sichtbar. Ein viertägiges Symposium setzte sich in Zusammenarbeit mit der Akademie der bildenden Künste und unter Teilnahme renommierter internationaler Medientheore­ tikerInnen mit der"paraflows 06" Thematik auseinander. Die Ausstellungen an sieben Kunstorten und öffentlichen Plätzen in Wien widmeten sich aktuellen künstlerischen Positionen der digitalen Kunst. Lokale und internationale Projekte, die sich mit der entscheidenden Rolle neuerer Technologien für die Wahrnehmung und Entwicklung einer softwarebasierten Gegenwartskultur auseinandersetzen, wurden vorgestellt. Tägliche Abendveranstaltungen (Performances, DJ-Lines etc.) rundeten das Festival ab. Für die Organisation des Festivals 2007 gab es eine internationale Ausschreibung und fünf konkret ausgearbeitete Einreichungen. Das "Community Plenum" vom 14.01.2007 entschied sich für die Einreichung der KünstlerInnengruppe Monochrom, welche das Festival 2007 unter dem Arbeitsmotto "Grenzflächen des Meeres" stellt, und von 7. ­ 16. September 2007 den vielfältigen Fragen nach dem Verhältnis von Wissen und Medien nachgehen wird. STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien vergeben. Davon entfielen zehn Arbeitsstipendien an Wiener Zivildiener im Rahmen ihres Gedenkdienstes. 39 Film Video FILM, VIDEO Neben der Viennale, der Königin im österreichischen Festivalreigen, lebt Wien auch und vor allem von der Vielzahl kleiner Aktivitäten, den diversen Sommerkinos, den kleinen Festivals- und der kontinuierlichen Arbeit vieler FilmemacherInnen. Wie viel filmerisches Potential in Wien vorhanden ist, und dass dieses sichtbar wird, erschließt sich erst in den letzten Jahren durch den stark gestiegenen Publikums­ hunger nach dem kurzen Film. 2006 wurden viele der von der Kultur­ abteilung geförderten kurzen Filme zu internationalen Festivals eingeladen, gewannen Preise- und das"Filmwunderland Österreich" war wieder einmal Gespräch. 40 FILMFONDS WIEN Filmfonds Wien Der Filmfonds Wien 2006 Der Filmfonds Wien vergibt erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und- unter bestimmten Voraussetzungen- nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen(Kinostart im Inland und Teilnahme an internationalen Festivals, Wettbewerben und Marktveranstaltungen im Ausland). Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am"Wiener Filmbrancheneffekt" gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder von Wien als Drehort zugute kommen. Die tatsächlich erzielten Effekte liegen jedoch weit über 200 Prozent(2006: 343%). Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Ver-netzung sowie Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Bevorzugt werden Projekte, die in Kooperation mit ausländischen Partnern auch europäische Förderungsmittel in Wien wirksam werden lassen. Der konsequenten internationalen Ausrichtung seiner Tätigkeit ist es zu verdanken, dass der Filmfonds Wien mit einem seit dem Jahr 2000 gleichgebliebenen Budget auch 2006 seine Aufgaben mehr als erfolgreich erfüllen konnte, denn immer mehr Projekte können nur als internationale Koproduktionen realisiert werden und so werden auch ausländische Finanzierungsmittel in Wien wirksam. Auch 2006 hat ein vom Filmfonds Wien entscheidend geförderter Film einen der größtmöglichen Erfolge errungen: Der"Goldene Bär" der 56. Internationalen Filmfestspiele von Berlin ging an die Wiener Produktionsfirma coop99 für die berührende Mutter-Tochter-Geschichte GRBAVICA von Jasmila Zbanic. Der Erfolg der heimischen Dokumentarfilmproduktionen hielt ebenfalls weiterhin an, allen voran Erwin Wagenhofers WE FEED THE WORLD, produziert von der Allegro Film, der in Österreich mittlerweile mehr als 200.000 Besucher hatte, aber auch international auf Erfolgskurs ist: So waren es in Frankreich bisher 140.000, in Deutschland sogar über 350.000 Kinogeher. Eine Dokumenta­ tion, die ebenfalls schon seit geraumer Zeit sehr erfolgreich ist, DARWIN`S NIGHTMARE von Hubert Sauper(coop99), konnte im März 2006 einen weiteren Erfolg verbuchen: eine Nominierung bei den Academy Awards in der Kategorie"Bester Dokumentarfilm". Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien Kuratorium: Dem Aufsichtsgremium des Filmfonds Wien gehörten 2006 folgende, vom amtsführenden Stadtrat für Kultur für längstens drei Jahre bestellte, Mitglieder an: 41 Filmfonds Wien Vorsitz: Dr. Josef Kirchberger Art for Art Theaterservice GmbH Mag. Sylvia Faßl-Vogler Kulturabteilung der Stadt Wien Helmut Grasser Produzent der Allegro Film Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien;(ab 25.2.'06) Mag. Michael Kreihsl Regisseur;(bis 24.2.'06) Kurt Mayer Produzent der Kurt Mayer Film Wolf-Rüdiger Philipp Kulturabteilung der Stadt Wien;(bis 24.2.'06) Mag. Gerhard Schedl Filmkonsulent;(ab 25.2.'06) Virgil Widrich Regisseur Das Kuratorium und die Geschäftsführung haben 2006 die Anregungen des Kontrollamtes Wien (siehe Prüfbericht) erfolgreich umgesetzt und die Förderungsrichtlinien adaptiert. Besonders hervorzuheben ist die neue Art der Verwertungsförderung, die in Zukunft pauschal gemeinsam mit der Herstellungsförderung abgewickelt wird, was die Verwaltung vereinfacht, dem Prinzip der Budgetwahrheit besser entspricht und die Verantwortung der Filmhersteller gegenüber einer optimalen Verwertung erhöht. Jury: Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und dem Geschäftsführer. Die Jurymitglieder werden vom amtsführenden Stadtrat für Kultur für längstens drei Jahre bestellt. Die Jury entscheidet über Anträge zur Projektentwicklungs- und Herstellungsförderung. Die Mitglieder der Jury waren im Jahr 2006: Catherine Buresi Leitung des Programms"Euromed Audiovisuell";(ab 1.4.'06) Christine Dollhofer Leitung des Filmfestivals"Crossing Europe";(ab 1.4.'06) Ulrike Dohr Geschäftsführerin der Dohr WerbeGmbH und Marketing Direktorin der 20th Century Fox Österreich;(bis 12.3.'06) Andrea Ernst Verantwortliche Redakteurin der ARTE-Redaktion des WDR-Fernsehens Eric Pleskow eh. Filmproduzent und Präsident der Viennale Dr. Philipp Riccabona langjährige Leitung Spielfilm bei Kirch Media,(bis 12.3.'06) Beatrix Wesle CEO der FP Film Projects GmbH und Vize-Präsidentin für europäische Angelegenheiten von Menemsha Entertainment Europe;(bis 12.3.'06) Die Mitglieder der Ersatzjury waren: Gabriele Brunnenmeyer inhaltliche Leitung von"Connecting Cottbus";(ab 1.4.'06) Dr. Elisabeth Büttner Filmhistorikerin und Filmwissenschafterin;(bis 12.3.'06) Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien;(bis 24.2.'06) Monika Maruschko Produktionsleiterin;(ab 1.4.'06) Annette Niehues Lektorin, Tätigkeit im Bereich Stoffentwicklung bei LUNA-Film;(bis 12.3.'06) Alexander Syllaba Leitung"Cinema Paradiso" in St. Pölten;(ab 1.4.'06) Alessandra Thiele freiberufliche Konsulentin;(ab 1.4.'06) MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien: Dr. Peter Zawrel Geschäftsführung Mag. Claudia Fischer stellv. Geschäftsführung& Verträge(ab Mitte Jan.'06 in Karenz) Susanne Wastl stellv. Geschäftsführung& Verträge(Karenzvertretung Claudia Fischer) Andrea Christa Consulting Saskia Pramstaller Public Relations Sibylle Schwarzkogler Office Management MMag. Thomas Heskia Rechnungswesen 42 Filmfonds Wien Margarethe Binder Projekt Monitoring Mag. Elisabeth Lichtenwagner Projekt Monitoring Praktikantinnen: Julia Schmölz, Denise Teipl Übersicht der Förderungen 2006 Der Filmfonds Wien gewährte 2006 insgesamt 117 von 190 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von insgesamt 8.262.892,36 Euro(beantragte Summe gesamt: 18.689.813,36 Euro) für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwer-tung von Filmen sowie für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen. Fördersparte Projektent­ wicklung Herstellung Kinostart Festivalteilnahme Strukturmaß­ nahmen Einreichungen 48 (884.513,75€) 86 (16.213.173,99€) 21 (844.508,75€) 21 (354.698,18€) 14 (392.918,69€) Zusagen 23 (365.283,75€) 38 (6.305.482,99€) 21 (844.508,75€) 21 (354.698,18€) 14 (297.918,69€) Rückzahlungen und Referenzmittel: Aus den Erlösen des Jahres 2005 wurden dem Filmfonds Wien 2006 insgesamt 244.097,01€ zurückgezahlt, woraus ein Referenzmittel­ anspruch von 1.204.408,60€ entstand. Tatsächlich ausbezahlt wurden 944.902,74€. Rückzahlungen 2006: Projekt Der Überfall Die fetten Jahre sind vorbei Die Gottesanbeterin Hundstage Nacktschnecken Nordrand Silentium We Feed the World Produktion Allegro Film coop99 Allegro Film Allegro Film Dor Film Lotus Film Dor Film Allegro Film Regie Florian Flicker Hans Weingartner Paul Harather Ulrich Seidl Michael Glawogger Barbara Albert Wolfgang Murnberger Erwin Wagenhofer GESAMT: Summe 288,-­ 75.000,-­ 384,-­ 5.334,-­ 1.891,90 2.882,72 61.316,39 97.000,-­ 244.097,01 43 Filmfonds Wien 1. Projektentwicklungsförderungen Mit einer Gesamtsumme von 365.283,75€ wurden 23 Anträge in der Entwicklung von Projekten gefördert. Projekt A View of Ears All Inclusive Alma- Beyond the Obvious Caretta, Caretta Antragsteller/ Produktion Amour Fou Mischief Films Dor Film Novotny& Novotny Der Fall des Lemming Der Räuber Allegro Film Geyrhalter Filmproduktion Der Übergang SK-Film Die Wand Dolphins(Slate Funding) Ein halbes Leben( Slate Funding) Herzflattern (Slate Funding) In 3 Tagen/ Sequel Lercherl Noch auf See Panik von 94 Portakal Queen Viktoria Revanche Rosenhochzeit Singen, wenn die Seele es will Terezin Von Luft und Liebe (Slate Funding) coop99 Allegro Film Allegro Film Allegro Film Allegro Film Fischer Film Allegro Film Mischief Films Aichholzer Film Aichholzer Film Spielmann Film Novotny& Novotny Ruth Deutschmann Dor Film Allegro Film * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung Drehbuch Sabine Groschup Thorsten Trimpop Genre Fördersumme Doku 23.000,-­ Doku 7.000,-­ Susanne Freund TV-Doku 20.662,-Jakob Erwa, Eva Urthaler Drama 7.400,-­ Agnes Pluch Krimikomödie*14.000,-­ Benjamin Heisenberg, Martin Prinz Drama 10.000,-­ **10.000,-­ Vladimi Nardin, Franci Slak Drama*10.500,-­ Julian Pölser Drama 17.500,-Florian Flicker Drama*5.365,-­ Nikolaus Leytner Drama*9.000,-Ivo Schneider Stefan Hafner Georg Fischnaller Barbara Grascher Gerhard Friedl Emre Tuncer Maya Vitkova Götz Spielmann Franz Novotny Komödie*24.037,-­ Horror*15.000,-Historiendrama 26.000,-­ Komödie*4.750,-­ Doku 18.500,-Komödie 19.250,-­ Komödie 15.000,-­ Drama 20.676,-­ Tragikomödie 14.100,-­ Ruth Deutschmann Doku Alison Rose Drama 14.100,-*50.000,-­ P. A. Straubinger Doku*9.043.75 GESAMT: 365.283.75 44 Filmfonds Wien 2. Herstellungsförderungen Mit einer Fördersumme von 6.305.482,99€ wurden 2006 insgesamt 38 Anträge gefördert, davon waren 21 internationale Gemeinschaftsproduktionen(4.068.510,--€). Die österreichischen Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf insgesamt knapp 34,02 Millionen€, davon flossen während der Produktion rund 21,21 Millionen, das sind rund 62%, in die Nutzung der hier ansässigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche. Der projektierte Wiener Filmbrancheneffekt erreichte einen Durchschnitt von 343,05%. Projekt 42plus (1. Herstellungszusage 2004) Alma- Beyond the Obvious Butterkinder Contact High Darum Antragsteller/ Regie Produktion Dor Film Sabine Derflinger Dor Film Pale Blue Productions Lotus Film Allegro Film Susanne Freund Alois Hawlik Michael Glawogger Harald Sicheritz Genre Drama TV-Doku TV-Doku Komödie Drama Die Geschworene Allegro Film Die Vatersucherin (Herstellungs­ Geyrhalter zusage 2005) Filmproduktion Nikolaus Leytner Nikolaus Geyrhalter TV-Drama TV-Doku Land Fördersumme A*135.434,-­ **164.566,-­ A*102.837,99 A/ B/ E 66.500,-­ A/D 330.000,-­ A 300.000,-­ *150.000,-­ **75.000,-­ A/D 235.000,-­ A/D**5.400,-­ Free Rainer coop99 Freigesprochen Lotus Film Freundschaft Dor Film Für einen Augenblick, Freiheit Wega Film Good Morning, Last Hero Wega Film Hana, Dul, Sed… Fußball und die Ri-Filme DVR-Korea Harte Mädchen weinen nicht Fischer Film Herrn Kukas Empfehlungen (1. Herstellungs­ zusage 2005) Prisma Film Immer nie am Meer coop99 In 3 Tagen bist du tot (1. Herstellungs­ zusage 2004) Allegro Film Io, Don Giovanni Wega Film Hans Weingartner Peter Payer Rupert Henning Arash T. Riahi Helmut Voitl Brigitte Weich Komödie Drama Satire Tragikkomödie Doku Doku Barbara Caspar Doku Dariusz Gajewski Antonin Svoboda Komödie Satire Andreas Prochaska Horror Carlos Saura Drama A/D A/ LUX A *250.000,-­ 200.000,-­ 455.000,-­ A/ F/ T 618.000,-A/D 62.650,-A 50.000,-­ **10.000,-­ A/D 25.000,-­ A/ PL A **14.850,-­ 295.000,-­ A*/**39.935,-A/E/F/I 640.000,-­ 45 Filmfonds Wien Liebe letzte Grüße Bonus Film Liebe und andere Verbrechen Amour Fou Money Allegro Film Barbara Gräftner Stefan Arsenijevic Erwin Wagenhofer Pianomania wildART Film Robert Cibis Prater kurt mayer film Ulrike Ottinger Schlurf- Im Swing gegen den Gleichschritt Epo-Film Monica Ladurner Semmering/ Hochwien kurt mayer film Kurt Mayer SOKO Donau 2. Staffel Satel Film Michel Bielawa Stalin on my Mind wildART Film Nodar Managadze Summer 1953 coop99 Shirin Neshat Wenn das Samen- Wega Film Sinisa Dragin korn nicht stirbt Wonderful and Loved by All SK-Film Hannes Holm Yarik Fischer Film Cecile Henry, Klaus Hundsbichler Zodiak MR Film Andreas Prochaska * Referenzmittelförderung ** Mittelerhöhung Doku Drama Doku TV-Doku Doku A 75.000,-­ A/D/SRB 137.000,-­ A 125.000,-­ *125.000,-A/ D/ F 50.000,-­ A/D 130.000,-­ TV-Doku A 80.000,-TV-Doku A 54.200,-­ TV-Serie Spieldoku Drama Tragödie A/D 360.000,-­ A/F 86.610,-­ A/ D/ F 238.500,-­ A/ RO 100.000,-­ **77.000,-Komödie A/ S 72.000,-Drama TV-Krimi GESAMT: A/KZ/RUS 90.000,-A/D 280.000,-­ 6.305.482,99 46 Filmfonds Wien 2.1. Gesamtherstellungskosten der Produktionen 2006 betrug die Realisierung von gut einem Drittel der geförderten Herstellungsprojekte weniger als 500.000,--€, wobei es sich hierbei ebenso wie in der nächsten Stufe von 500.000,--€ bis zu einer Million hauptsächlich um Dokumentarfilmprojekte handelt. Im Vergleich zu 2005 stellen sich die Gesamtherstellungskosten wie folgt dar: 2.2. Gemeinschaftsproduktionen in der Herstellung 2006 wurden 21 Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu vier ausländischen Partnern vom Filmfonds Wien gefördert. Die Fördersumme beläuft sich auf 4.068.510,--€. Wie schon in den letzten Jahren wurde auch 2006 der Großteil der Projekte gemeinsam mit Deutschland produziert, nämlich knappe 57%. An zweiter Stelle liegt mit fünf Produktionen Frankreich 3. Verwertungsförderungen Kinostart& Besucherzahlen Für 21 heimische Produktionen wurde der Kinostart in Österreich insgesamt mit einer Summe von 844.508,75€ gefördert. Über das Jahr verteilt waren 23 vom Filmfonds geförderte Projekte in den österreichischen Kinos zu sehen. Film Exile Family Movie Fallen Antragsteller/ Regie Verleih Filmladen Arash T. (Prod.: Riahi Golden Girls) Polyfilm Barbara (Prod.: coop99) Albert Genre Kinostart Besucher Förderper 31.12.'06 summe Doku Drama 29.09.06 08.09.06 12.204 20.968 44.618,25 40.000,-­ 47 Filmfonds Wien Freuds verschwundene Nachbarn Freundschaft Grbavica Henker In 3 Tagen bist du tot Karo und der liebe Gott Keller Teenage Wasteland Klimt Kotsch Lapislazuli Im Auge des Bären Neue Welt Nitro Romane Apsa Zigeunertränen Schläfer Shadowing the Third Man kurt mayer film Kurt Mayer Doku 01.12.06 311 36.144,-­ Filmladen (Prod.: Rupert Dor Film) Henning Satire 15.09.06 27.965 60.946,50 Polyfilm (Prod.: Jasmila coop99) �banic Drama 03.03.06 16.370 28.900,-­ Luna Film (Prod.: Simon Allegro Film) Aeby Drama 20.01.06 32.139 77.000,-­ Filmladen (Prod.: Andreas Allegro Film) Prochaska Horror 22.09.06 82.548 64.000,-­ Filmladen (Prod.: Danielle KinderMini Film) Proskar film 02.11.06 12.105 40.000,-­ Polyfilm (Prod.: Novotny& Eva Novotny) Urthaler Drama 09.06.06 531 20.000,-Filmladen Raoul (Prod.: Ruiz Epo-Film) Biopic 03.03.06 42.762 33.000,-Poool Filmverleih (Prod.: Helmut Lotus Film) Köpping Komödie 28.04.06 13.298 28.800,-­ Dor Film/ Wolfgang Centfox Murnberger Kinderfilm 06.10.06 12.906 80.000,-­ (Prod.: Dor Film) Filmladen (Prod.: Paul Rosdy Film) Rosdy Doku 27.01.06 3.580 31.500,-Filmladen Mike (Prod.: Majzen, Dor Film) David Schalko Komödie 19.05.06 953 35.500,-­ DocuZone (Prod.: Zuzana Fischer Film) Brejcha Doku 27.09.2006 288*Kein Antrag Filmladen Benjamin (Prod.: Heisenberg Drama Kinostart bereits 2005(3.6.2005; coop99) 2.250 per 31.12.'05) 20.446,-Cinestar Filmverleih (Prod.: Frederick 48 Filmfonds Wien 4. Verwertungsförderungen Festivals& Marktveranstaltungen Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals& Marktveranstaltungen förderte der Filmfonds 21 Anträge und beteiligte sich somit mit 354.698,18€ an den Teilnahme-Kosten. Projekt Darwin`s Nightmare Erik(A) Antragsteller/ Regie Produktion coop99 Hubert Sauper kurt mayer film Kurt Mayer Exile Family Movie Golden Girls Fallen coop99 Arash T. Riahi Barbara Albert Grbavica Hat Wolff von Amerongen Kokursdelikte begangen Hotel coop99 Jasmila �banic Gerhard Friedl Gerhard Friedl copp99 Jessica Hausner In 3 Tagen bist du tot Allegro Film Andreas Prochaska Genre Doku Doku Doku Drama Drama Doku Drama Horror Veranstaltung Fördersumme 78. Verleihung der Academy Awards ("Oscars") 34.000,-­ Berlin, Trento, Hamburg& Melbourne alle 2005 3.888,-­ Visions du réel/ Market 10.700,-­ Biennale Venedig TIFFG- Toronto New York Film Festival 39.400,-­ 56. Berlinale 24.500,-­ Indie Lisboa 4.796,-­ MIFED 2004 EFM Berlin 2005 58. Festival de Cannes/ Market 2005 24.000,-­ 59. Festival de Cannes/ Market 45.000,-­ 49 Filmfonds Wien Karo und der liebe Mini Film Gott Danielle Proskar Klimt Epo-Film Raoul Ruiz Lapislazuli Im Auge des Bären Dor Film Life in Loops Orbrock Filmpoduktion Wolfgang Murnberger Timo Novotny Operation Spring Tristan Sindelgruber Angelika Schuster, Tristan Sindelgruber Romane Apsa Zigeunertränen Slumming Taxidermia Fischer Film Lotus Film Amour Fou Zuzana Brejcha Michael Glawogger Györgi Pálfi Tintenfischalarm Wega Film The End of the Neubacher Project Extra Film Elisabeth Scharang Markus J. Carney Unser täglich Brot Geyrhalter Nikolaus (Mittelerhöhung) Filmproduktion Geyrhalter Kinderfilm Biopic Carrousel Rimouski Cinekid ­ Amsterdam CICFF- Chicago Max Ophüls Saaarbrücken BUFF- Malmö Vita Brevis Rotterdam 12.139,-8.000,-­ Kinderfilm Doku Doku Doku 56. Berlinale 16.000,-­ - Karlovy Vary - 19 verschiedene (Hofer Filmtage, etc.) 30.000,-­ 26.028,78 Rotterdam, Prag, Thessaloniki u.a. - Prix Europe/ Berlin 2.435,40 2.500,-­ Max Ophüls Preis ­ Saarbrücken 3.500,-Drama Drama 56. Berlinale 59. Festival de Cannes 18.000,-7.935,-­ Doku 56. Berlinale 16.000,-Doku Doku IDFA Amsterdam 20.676,-­ 8 verschiedene (Visions du réel, IDFA Amsterdam, etc.) 5.200,-­ GESAMT: 354:698,18 4.1. Auswahl der Preise und Auszeichnungen 2006 56. Berlinale: Goldener Bär& Preis der ökumenischen Jury an GRBAVICA von Jasmila Zbanic(Prod.: coop99) 42. Chicago Internat. Filmfestival: Silver Hugo für den Besten Dokumentarfilm an Exile Family Movie von Arash T. Riahi(Prod.: Golden Girls) Silver Hugo im Internationalen Wettbewerb an Taxidermia von Györgi Pálfi(Prod.: Amour Fou) 50 FIPA- Biarritz: Karlovy Vary: MEGACITIES 49. San Francisco Internat. Filmfestival Visions du réel- Nyon: Im Rahmen der Viennale 06: Filmfonds Wien FIPA d'or an MEIN MÖRDER von Elisabeth Scharang(Prod.: Wega Film) Bester Dokumentarfilm an LIFE IN LOOPS(A RMX) von Timo Novotny(Prod.: Orbrock Filmproduktion) Golden Gate Award- Bester Dokumentarfilm an WORKINGMAN`S DEATH von Michael Glawogger(Prod.: Lotus Film) Preis der ökumenischen Jury an UNSER TÄGLICH BROT von Nikolaus Geyrhalter(Prod.: Geyrhalter Filmproduktion) Wiener Filmpreis an KURZ DAVOR IST ES PASSIERT von Anja Salomonowitz(Prod.: Amour Fou) 5. Strukturförderungen 2006 wurden 14 Strukturförderungen in der Höhe von 392.918,69€, fünf davon durch das Kuratorium, die restlichen neun durch die Geschäftsführung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium. Ziel der Strukturförderungen ist es, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien in einem interregionalen Umfeld beizutragen, insbesondere dadurch, dass Veranstaltungen, Workshops und Initiativen zur Verbesserung der Infrastruktur und Kommunikation der Branche gefördert werden und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform gegeben wird. Projekt Länderförderungstagung AFC Jahrestätigkeit 2006 Forum Pécs, Bratislava Diagonale 2006 Drehbuchforum Jahrestätigkeit 2006 "Klimt"-Galapremiere im Konzerthaus Film ABC DVD-Edition"Der österreichische Film" Cinelink Schule für den unabhängigen Film Präsentationsmaterial Schnittpreis 2006 Filmakademie- Projekte 2006 kolik.film Nr. 5+6/2006 * Kuratoriumszusage ** Zusage 2005, jedoch Budget 2006 Antragsteller Fördersumme After Image Productions 5.792,89 Austrian Film Commission*110.000,-­ EUXXLfilm 15.000,-­ Diagonale Forum*38.000,-­ Drehbuchforum*38.000,-­ Epo-Film**35.000,-­ Film ABC*30.000,-­ Hoanzl Vertriebsges. m.b.H.*95.000,-Obala Art Center 3.200,-­ Schule für Photographie und Film 2.000,-­ Sphinx Film Ltd. 2.000,-Verband Film-& Videoschnitt(AEA) 3.000,-­ Verein der Freunde der Filmakademie 8.425,80 Verein für neue Literatur 7.500,-­ Gesamt: 392.918,69 51 Filmfonds Wien Veranstaltungen und sonstige Aktivitäten Der Filmfonds Wien hat auch 2006 an den Koproduktionsmärkten im Rahmen der Filmfestivals in Rotterdam(Cinemart), Berlin und Cannes(European Producers Club) teilgenommen und dabei aktiv Wiener Standortinteressen vertreten. Entsprechend der stark zugenommenen Bedeutung Wiens als Partner und Drehscheibe in Zentraleuropa wurden auch Einladungen nach Beograd, Plzen und Tallinn angenommen. Wie bereits 2005 war der Filmfonds Wien Partner des Cinelink in Sarajevo und der Initiative EU XXL in Pecs. Infolge seiner Kenntnisse und Kontakte war der Filmfonds Wien auch zum Holland Film Meeting in Utrecht eingeladen, das sich 2006 der zentral- und osteuropäischen Filmlandschaft widmete. Vorliegende Erfahrungen mit Koproduktionen und Projekten aus Osteuropa und den Balkanländern waren dafür ausschlaggebend, dass die Mitteldeutsche Medienförderung der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen(MDM, Leipzig), die Medien- und Filmgesellschaft BadenWürtemberg(MFG) und der Filmfonds Wien 2007 die Teilnahme von ProduzentInnen aus diesen Regionen am europäischen Fortbildungsprogramm EAVE mit Stipendien unterstützen. Die Gründung der ersten regionalen Filmfonds in Ungarn(Györ, Pecs) erfolgt im laufenden Gedankenaustausch mit dem Filmfonds Wien, was zukünftige Kooperationen wesentlich erleichtern wird. Cine Regio Das vom Filmfonds Wien mitgegründete europäische Netzwerk regionaler Filmförderungen ist 2006 auf 22 Mitglieder aus 12 Ländern angewachsen. Diese Entwicklung hat die Einrichtung eines Generalsekretariats nötig gemacht, das die Region Västra Götaland für drei Jahre in Göteborg finanziert. Die Aufgaben von Cine Regio sind der Erfahrungsaustausch und die engere Kooperation zwischen den regionalen Filmfonds zugunsten der europäischen Filmwirtschaft und die Vertretung regionaler Interessen auf europäischer Ebene insbesondere gegenüber den überschießenden regulativen Absichten der Kommission. Der Geschäftsführer des Filmfonds Wien ist Mitglied des Managing Committees von Cine Regio und zuständig für die Kontakte zu den zentraleuropäischen Ländern, insbesondere zu den Vertretern der Central European Coproduction Initiative(CECI) mit dem Ziel, zentraleuropäische Kooperations­ modelle zu entwickeln, die diesem fragmentierten, aber viele Gemeinsamkeiten aufweisenden Markt entsprechen. Die Begleitung von neuen regionalen Initiativen in den neuen Mitgliedsstaaten ist zu einem wichtigen Aufgabengebiet von Cine Regio geworden. Neue Website Mit der Neugestaltung der Website des Filmfonds Wien, nicht nur im technischen, sondern auch im inhaltlichen Bereich, setzte der Filmfonds einen wichtigen Schritt in Richtung Serviceoptimierung. So steht nun eine Datenbank der geförderten Filme mit Suchfunktion zur Verfügung, der Fortschritt der einzelnen Projekte wird dadurch nach außen hin transparenter gemacht. Sowohl die Förderungsrichtlinien als auch die Satzung sind online einsehbar, dadurch gelangt man relativ schnell zu den gesuchten Kapiteln. Insgesamt ist die Site durch eine straffe und klare Gliederung sehr übersichtlich und benutzerfreundlich gestaltet worden. Vor allem aber soll dazu beigetragen werden, den vom Filmfonds Wien geförderten Film in angemessenem Rahmen zu präsentieren und ihm und seinen ProduzentInnen dadurch ein neues Präsentationsboard zu bieten. Vienna Film Commission Im Herbst 2006 hat der Filmfonds Wien auf Initiative der Geschäftsgruppe Kultur ein Konzept für eine Vienna Film Commission ausgearbeitet, die ab 2007 als Kooperation mit dem Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien(PID), Wien Tourismus und Wiener Wirtschaftskammer realisiert werden soll. Hiermit wäre ein von der einheimischen und internationalen Filmwirtschaft häufig beklagtes Desiderat beseitigt und Wien als Drehort wieder international konkurrenzfähig. 52 Wiener Festwochen WIENER FESTWOCHEN Wiener Festwochen 2006 12. Mai – 18. Juni Die Wiener Festwochen 2006 unter Intendant Luc Bondy, mit Musikdirektor Stéphane Lissner, Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und Geschäftsführer Wolfgang Wais können eine sehr positive Bilanz vorweisen. Das vielfältige Programm mit 31 Produktionen verzeichnete eine sehr erfreuliche Auslastung von 92,49 Prozent. 11 Produktionen 100% Auslastung, weitere 7 Produktionen über 90% Auslastung. Die Einnahmen von EUR 1.615.111 bedeuten eine deutliche Einnahmensteigerung. Bei Into the City über 20.000 Besucher. Es wurden 51.393 Karten angeboten, von denen 47.531 ausgegeben wurden. Das entspricht einer Besucherauslastung von 92,49%. Mit Einnahmen von EUR 1.615.111 konnte das beste Einnahmenergebnis seit 2001 erzielt werden. Über 20.000 Besucher verzeichneten die Gratis-Veranstaltungen der neuen Musikreihe Into the City. Die Ensembles kamen aus 18 Ländern: China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kroatien, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien und Montenegro, Slowakei, Slowenien, Südafrika, Tschechien, Türkei, USA. Im Zentrum des Interesses Zum Mozart-Jahr drei Werke von Mozart im Programm, davon zwei Neuinszenierungen: Die Zauberflöte(Daniel Harding, Krystian Lupa), Zaide(Louis Langrée, Peter Sellars), Così fan tutte (Daniel Harding, Patrice Chéreau) Uraufführung Der Don Giovanni-Komplex von Erwin Riess mit Theatermusik von Olga Neuwirth Die Festwochen-Produktion von Purcells Dido and Aeneas(William Christie, Deborah Warner) Into the City – die neue Musikreihe im Programm der Wiener Festwochen Luc Bondy inszenierte die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Fosses neuem Stück Schlaf und zeigte seine französische Uraufführungsinszenierung von Botho Strauß’ Stück Viol – Schändung nach Shakespeares Titus Andronicus. Jürgen Gosch mit zwei Produktionen im Programm: Macbeth und Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Claus Peymann und Hermann Beil in Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen 5000 Liebesbriefe – ein Kunstprojekt in fünf Wiener Kaffeehäusern 31 Produktionen mit 167 Vorstellungen 7 Eigenproduktionen: Dido and Aeneas/ 4 x Into the City/ 5000 Liebesbriefe/ The Gospel at Colonus 12 Koproduktionen: Eröffnung/ Die Zauberflöte/ Zaide/ Così fan tutte/ Der Don GiovanniKomplex/ Schlaf/ Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen/ The World in Pictures/ Yotsuya Kaidan – Gespenstergeschichte aus Yotsuya/ Viol – Schändung/ Schutz vor der Zukunft/ Eraritjaritjaka 12 Gastspiele: Faces/ Tshepang/ Mozart in Paris/ Relativity: Township Stories/ The Mermaid/ Motortown/ Macbeth/ Wer hat Angst vor Virginia Woolf?/ Cathay: 3 Tales of China/ Delirium/ po Po – Über Poe/ KAIN, WENN& ABER 53 Wiener Festwochen Großes Medienecho im In- und Ausland Weitere Steigerung bei der Berichterstattung Rund 4.500 Medienberichte wurden gezählt. 463 Journalisten aus 36 Ländern waren akkreditiert. Wiener Festwochen 2006 12. Mai – 18. Juni 2006 Gesamtauslastung von 92,49% 2005: 94,76%. 2004: 81,93% 2003: 90,4% 2002: 86% Einnahmen aus dem Kartenverkauf 2006: 1.615.111 EUR brutto 2005: 1.274.151 EUR brutto 2004: 1.262.294 EUR brutto 2003: 1.419.972 EUR brutto 2002: 1.124.634 EUR brutto 2006: 31 Produktionen mit 167 Vorstellungen 2005: 37 Produktionen mit 160 Vorstellungen 2004: 53 Produktionen mit 219 Vorstellungen 2003: 33 Produktionen mit 187 Vorstellungen 2002: 46 Produktionen mit 169 Vorstellungen 2006: Von 51.393 Karten wurden 47.531 ausgegeben. 2005: Von 53.752 Karten wurden 50.936 ausgegeben. 2004: Von 71.785 Karten wurden 58.813 ausgegeben. 2003: Von 65.586 Karten wurden 59.310 ausgegeben. 2002: Von 68.126 Karten wurden 58.570 ausgegeben. Gesamtbesucheranzahl: 186.148(2005: 175.174) Eröffnung Rathausplatz Besucher der Vorstellungen 45.000 47.531 Tshepang Relativity: Township Stories 390 683 Into the City: In the Air Tonight Into the City: Club 5 – The insistent Clubscene Into the City: Night of Lovesongs Into the City: Tuning the Cage 660 1.000 17.000 1.500 5000 Liebesbriefe 744 Publikumsgespräche Werkeinführungen 1.000 750 Festwochenkonzerte 2006 69.890 54 Wiener Festwochen Am besten besuchte Produktionen Zaide(Das Serail)(100%) Così fan tutte(100%) Faces(100%) Schlaf(100%) The Mermaid(100%) Macbeth(100%) Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen(100%) Wer hat Angst vor Virginia Woolf?(100%) Yotsuya Kaidan – Gespenstergeschichte aus Yotsuya(100%) Schutz vor der Zukunft(100%) In the Air Tonight(100%) Dido and Aeneas(99,3%) Die Zauberflöte (98,5%) The World in Pictures(94,6%) Viol – Schändung(93,4%) The Gospel at Colonus(91,2%) KAIN, WENN& ABER(90,8%) Delirium(90,7%) Wiener Festwochen 2006 Musikprogramm Das Musiktheaterprogramm von Stéphane Lissner bezeugte mit vier Mozart-Opern das Engagement der Wiener Festwochen im Jubiläumsjahr. Nach dem Erfolg von Lucio Silla 2005 brachten die Wiener Festwochen 2006 drei weitere Werke von Mozart – davon zwei Neuinszenierungen – zur Aufführung: Die Zauberflöte, Zaide, Così fan tutte. Die Aufführungen stellten mit verschiedenen Dirigenten und Orchestern unterschiedliche musikalische Interpretationen der Werke Mozarts vor. Ein zeitgenössischer Kommentar zum Mozart-Jahr war durch das Auftragswerk Der Don GiovanniKomplex von Erwin Riess, mit Theatermusik von Olga Neuwirth gegeben. Neben Mozart fand mit Purcells Dido and Aeneas die europäische Barockmusik angelsächsischer Prägung ihre Fortsetzung im Programm. Im Zentrum des Musiktheaterprogramms stand die Zusammenarbeit von Dirigenten und Regisseuren, die erstmals miteinander arbeiteten und spannende Interpretationen erwarten ließen. Die Medien folgten dem Programm mit größter Aufmerksamkeit und Interesse. Das Publikums­ interesse für die Opern war enorm. Das Musiktheaterprogramm der Wiener Festwochen 2006 wurde mit einer Neuproduktion von Henry Purcells Dido and Aeneas eröffnet, die erste gemeinsame Arbeit von William Christie und Deborah Warner. Zum ersten Mal hat William Christie ein Opernwerk in Wien erarbeitet und zum ersten Mal war eine Regiearbeit von Deborah Warner hier zu sehen. Die Aufführung zählte zu den Höhepunkten der Festwochen. Die musikalische Interpretation, die szenische Umsetzung, das internationale Sängerteam, angeführt von Malena Ernman als Dido und Christopher Maltman als Aeneas, sowie das Vokal- und Instrumentalensemble Les Arts Florissants wurden einhellig von 55 Wiener Festwochen Presse und Publikum bejubelt. 99,3% Auslastung. Mehrere Gastspieleinladungen sind in Verhandlung. Für die Wiener Festwochen haben Daniel Harding und Krystian Lupa im Theater an der Wien Mozarts Zauberflöte erarbeitet. Es war ihre erste gemeinsame Arbeit und die erste Operninszenierung des polnischen Regisseurs. Das Publikums- und Medieninteresse war enorm, auch viele internationale Journalisten waren akkreditiert. 98,5% Auslastung. Durch Erkrankungen von mehreren Protagonisten im Sängerensemble waren die Endproben sehr erschwert. In der Premiere war die Rolle des Tamino umbesetzt. Im Gegensatz zu vielen Rezensenten reagierte das Publikum mit großer Begeisterung. Vor allem die musikalische Umsetzung unter Daniel Harding mit dem Mahler Chamber Orchestra, dem Arnold Schoenberg Chor und den Solisten wurde gefeiert. Die Aufführung war im Juli 2006 beim Festival d’Aix-en-Provence, im Oktober 2006 im Theater an der Wien und im November 2006 im Grand Théâtre de Luxembourg zu sehen. Unter der musikalischen Leitung des erfahrenen Mozart-Interpreten Louis Langrée erarbeitete Peter Sellars für die Wiener Festwochen im Jugendstiltheater Mozarts Zaide mit dem Ensemble Camerata Salzburg und jungen internationalen Interpreten. In die Aufführung wurden auch Auszüge von Mozarts Thamos, König in Ägypten integriert. Durch eine Gesprächsrunde zu Beginn jeder Auf­ führung mit Menschen, die gegen heutige Formen von Sklaverei und Menschenhandel ankämpfen oder selbst davon betroffen waren, stellte Peter Sellars aktuelle Bezüge her. Die Besprechungen in den vielen in- und ausländischen Medien waren sehr kontrovers, wobei die ausländischen Berichte fast einhellig positiv waren. Das Publikum bejubelte die Aufführung. 100% Auslastung. Die Produktion wurde im Juli 2006 im Barbican Centre in London und im August 2006 im Lincoln Centre in New York präsentiert. Mehrere Gastspieleinladungen sind in Verhandlung. Die Uraufführung von Der Don Giovanni-Komplex, ein Auftragswerk von WIENER MOZARTJAHR 2006 für Erwin Riess und Olga Neuwirth, fand am 6. Juni im stadtTheater walfischgasse statt. Erwin Riess hat den Text zu dieser"Posse mit Musik" verfasst, Olga Neuwirth zeichnete für die Theatermusik verantwortlich. Dieser zeitgenössische Kommentar zum Mozart-Jahr, eine Koproduktion WIENER MOZARTJAHR 2006 und Wiener Festwochen, wurde in den Medien sehr unterschiedlich beurteilt. Ausführlichen positiven Auseinandersetzungen mit dem Text von Erwin Riess und dem Beitrag von Olga Neuwirth, die mit jedem neuen Projekt versuchte, vertraute Hörgewohnheiten und Erwartungshaltungen in Frage zu stellen, standen pauschale Ablehnungen der Aufführung gegenüber. Publikumsinteresse und Publikumsreaktionen waren zufriedenstellend. Zu den bejubelten Höhepunkten der Wiener Festwochen zählte die Aufführung von Mozarts Così fan tutte im Theater an der Wien unter der musikalischen Leitung von Daniel Harding und der Regie von Patrice Chéreau. Es war Cheréaus dritte Mozart-Regie und seine erste Zusammenarbeit mit Daniel Harding. Das Publikum war restlos begeistert. Orchester, Chor und Sängerensemble wurden gleichermaßen bejubelt. 100% Auslastung. Das Medienecho für diese Koproduktion von Festival d'Aix-en-Provence, Wiener Festwochen, Opéra National de Paris und Theater an der Wien war großteils euphorisch, wobei vor allem die Regie und von den exzellenten Sängern Elina Garanca besondere Erwähnung fanden. Die Aufführung wurde im November 2006 vom Theater an der Wien wieder aufgenommen. Im Musikprogramm gab es vor allen Vorstellungen von Dido and Aeneas, Die Zauberflöte und Così fan tutte Werkeinführungen, die von insgesamt 750 Menschen besucht wurden. 56 Wiener Festwochen Mit Into the City, kuratiert von Wolfgang Schlag, wurde eine neue Reihe im Musikprogramm gestartet, um vor allem die jungen Menschen in der Stadt, in den Parks, Jugendzentren und Clubs zu erreichen, hinauszugehen zu den Menschen, die nie ein Konzert oder ein Theater besuchen. Into the City will aber auch anregen, über gesellschaftliche Situationen nachzudenken. Migration, Jugendbeschäftigung, Prostitution waren die Themen, die hinter einigen der Projekte von 2006 standen. Club 5 – The insistent Clubscene wurde mit einem Fest eröffnet und präsentierte an fünf Wochenenden in der ehemaligen Bundesanstalt für Pflanzenbau und Samenprüfung im 2. Wiener Gemeindebezirk fünf Clubs und alternative Szenen aus Linz, Brno, Graz, Bratislava und Ljubljana mit Filmen, Diskussionen, Bands und experimenteller Musik. Bei der Night of Lovesongs waren am Gürtel gelegene Clubs und Bars, darunter auch zwei Straßenstrichlokale, und drei Open-Air-Bühnen die Schauplätze: Mit Wienerlied, klassischem Lied, Popsong, HipHop, Slam Poetry und Filmen wurde von der Liebe erzählt. In the Air Tonight im ältesten Flugzeughangar am Flughafen Wien-Schwechat zeigte Stummfilme zum Thema Fliegen. Die Musik dazu kam vom Ersten Wiener Heimorgelorchester. Into the Cage in zwei Sportkäfigen am Gürtel präsentierte mit Ceza, tbf und Beogradski sindikat Musik aus Istanbul, Split und Belgrad vor allem für die serbischen, kroatischen und türkischen Jugendlichen dieser Stadt. Geboten wurden insgesamt 21 Veranstaltungen mit mehr als 200 Künstlern. Alle Veranstaltungen waren bei freiem Eintritt. Mehr als 20.000 Besucher nützten das Programmangebot von Into the City: Club 5 – The insistent Clubscene 1.000 Besucher, Night of Lovesongs 17.000 Besucher, In the Air Tonight 660 Besucher, Tuning the Cage 1.500 Besucher. Die mediale Berichterstattung im Vorfeld war umfangreich und sehr zufriedenstellend. Aktuell haben die Medien nur vereinzelt berichtet. Wiener Festwochen 2006 Schauspielprogramm Das Schauspielprogramm von Marie Zimmermann erforschte mit klassischem Literaturtheater, Figurentheater, ungewöhnlichem Musik-Theater, neuen Stücken und Projekten den Innenraum individueller Erfahrung. 22 Produktionen aus China, Europa, Japan, Südafrika und den USA erkundeten spielerisch in zugespitzten Gegensätzen der theatralischen Sprachen die Paradoxien und Rätsel der Intimität. Publikum und Presse zeigten größtes Interesse und brachten der Fülle und dem Formenreichtum des Theaterangebots größte Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit entgegen. Die erste Premiere im Schauspielprogramm zeigte Faces nach dem gleichnamigen Film von John Cassavetes in der Regie des flämischen Regisseurs Ivo van Hove als Gastspiel des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Das sehr interessierte Publikum(100% Auslastung) verfolgte die Aufführung in Betten liegend und war gleichermaßen fasziniert wie amüsiert über die ungewöhnliche Zuschauerperspektive. Das Presseecho war großteils zustimmend. In Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen zeigte das Schauspielhaus zwei Gastspiele aus Südafrika: Tshepang der jungen Kapstädter Theaterautorin und Regisseurin Lara Foot Newton, die – ausgehend von dem Bericht über die brutale Vergewaltigung eines neun Monate alten Kindes in den Townships – ein Sittenbild der Gesellschaft im Vielvölkerstaat zeichnet. Die Pressereaktionen waren geteilt. Der Besuch war erfreulich. 57 Wiener Festwochen In Relativity: Township Stories zeigt der junge Autor, Regisseur und Filmemacher Mpumelelo Paul Grootboom in einer drastischen, überzeichneten Szenenabfolge den ausweglosen Gewaltreigen in einem Land voller Alltagsgewalt. Das Publikumsinteresse war sehr groß. 100% Auslastung. Die Pressereaktionen waren verhalten. Zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen zählte die deutschsprachige Erstaufführung von Schlaf in der Inszenierung von Luc Bondy. Das neue Stück des norwegischen Dramatikers Jon Fosse ist eine poetisch-theatralische Meditation über das Altern, eine Geisterbeschwörung des Verfalls. In Anwesenheit des Dichters fand die bejubelte Premiere am 14. Mai im Akademietheater statt. Viele internationale Medien haben die Aufführung wahrgenommen. Das Publikumsinteresse für die zehn Vorstellungen war beeindruckend. 100% Auslastung. Die Besucher und viele Journalisten reagierten euphorisch, wobei vor allem die behutsame wie subtile Regie sowie das hochkarätige Schauspielerensemble, angeführt von der brillanten Edith Clever, besonders hervorgehoben wurden. Die Aufführung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Burgtheater, wurde ab der Spielzeit 2006/07 in das Repertoire des Akademietheaters übernommen. Mit der Kunstaktion 5000 Liebesbriefe von Mats Staub und Barbara Pulli folgte ein weiterer Höhepunkt im Schauspielprogramm. Dem Aufruf der Wiener Festwochen, Liebesbriefe aus Österreich zur Verfügung zu stellen, sind mehr als 100 Menschen gefolgt, über 3.000 Liebesbriefe sind eingegangen. Die jungen Künstler haben 500 Liebesbotschaften aus den Jahren 1894 bis 2006 ausgewählt und mit den von Schauspielern und Laien eingelesenen Briefen insgesamt 50 Kassetten mit unterschiedlicher Hördauer von 50 Sekunden bis 90 Minuten zusammengestellt. Die Audio-Bars in fünf Wiener Kaffeehäusern waren 32 Tage hindurch täglich geöffnet. Vor allem im Café Prückel, Stein und Korb waren die Audio-Bars stark frequentiert. Das Publikumsinteresse insgesamt blieb leider hinter den Erwartungen zurück. Das mediale Interesse und die Berichterstattung waren beeindruckend und durchwegs positiv. Mit Mozart in Paris als Gastspiel des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg war ein weiterer Beitrag zum Jubiläums-Jahr im Programm. Christof Loys Collage mit Texten aus Briefen der Familie Mozart sowie musikalischen Zitaten, u. a. aus Così fan tutte und der Zauberflöte, interpretiert von einem Schauspieler-/Sängerensemble, wurde in den Medien unterschiedlich besprochen. Die Publikumsreaktionen waren sehr erfreulich. Für The Mermaid mit Melinda Kinnaman in der Titelrolle haben die dänische Regisseurin Katrine Wiedemann und Tilde Bjørfors, Direktorin des jungen schwedischen Programmzirkus Cirkus Cirkör, Andersens melancholisches Märchen als Vorlage ihres akrobatischen Zirkustheaters gewählt. Das Publikumsinteresse war beeindruckend. Leider mussten aus dispositionellen Gründen kurzfristig drei der geplanten fünf Vorstellungen abgesagt werden. Das Publikum war fasziniert, das Presseecho sehr positiv. 100% Auslastung. Unmittelbar nach der Uraufführung am Londoner Royal Court Theatre kam Simon Stephens’ Motortown – ein Stück über einen britischen Irak-Kriegsheimkehrer – in der Regie von Ramin Gray nach Wien. In den Rezensionen wurden sowohl der Stücktext als auch die Umsetzung mit einem jungen exzellenten Ensemble, allen voran Daniel Mays als Soldat Danny, hervorragend besprochen. Sehr erfreulich war das rege Publikumsinteresse. Ein weiterer Höhepunkt im Schauspielprogramm. Als Hommage an Thomas Bernhard zeigten die Wiener Festwochen als Koproduktion mit dem Berliner Ensemble seine Dramolette Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen mit Claus Peymann und Hermann Beil als sich selbst. Das Publikumsinteresse war gewaltig. 100% Auslastung. Die Protagonisten wurden vom Publikum enthusiastisch gefeiert. Die Aufführung wurde vom ORF aufgezeichnet. 58 Wiener Festwochen Die Präsentation von zwei Regiearbeiten von Jürgen Gosch markierte einen weiteren Höhepunkt im Schauspielprogramm. Zuletzt war in Wien seine Inszenierung von Sophokles’ Ödipus bei den Wiener Festwochen 1986 zu sehen. Mit großer Spannung wurde vor allem Goschs viel gerühmte und diskutierte Inszenierung von Shakespeares Macbeth vom Düsseldorfer Schauspielhaus erwartet. Die Aufnahme beim Publikum war großteils positiv. Die Kritiker beurteilten die Aufführung sehr unterschiedlich. Dagegen herrschte bei Publikum und Presse einhelliger Jubel für Goschs Inszenierung von Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? mit dem exzellenten Schauspielerquartett Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Katharina Schmalenberg und Alexander Khuon als Gastspiel vom Deutschen Theater Berlin. Der Publikumsandrang für beide Gastspiele war enorm. Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Gleich nach der Uraufführung an der Berliner Volksbühne zeigte Forced Entertainment The World in Pictures, koproduziert u. a. mit den Wiener Festwochen, in Wien. Mit ihrer Show über die Geschichte der Menschheit konnte die britische Performancegruppe unter Tim Etchells Publikum und Presse nicht restlos überzeugen. Mit Cathay: 3 Tales of China kreierte der chinesischstämmige New Yorker Multimediakünstler Ping Chong mit dem Carter Family Puppet Theater und den virtuosen Schatten- und Puppenspielern des chinesischen Shaanxi Folk Art Theaters ein visuelles Meisterwerk, das Publikum wie Presse gleichermaßen verzauberte. TROIA: Eine geplante Multimedia-Installation der Hannoveraner Gruppe TROIA(Temporary Residence Of Intelligent Agents) über die Wirkungsweise neuer Technologien staatlicher Kontrolle und Machtausübung, mit einem Hörstück, einer Performance und zwei Konzerten, sollte vom 6. bis 15. Juni in einem extra zu errichtenden Gebäude auf dem Schwarzenbergplatz stattfinden. Die Gruppe hatte sich kurzfristig entschieden, die Aufführungen bei den Wiener Festwochen nicht stattfinden zu lassen."Die Gruppe kann offensichtlich zu den vereinbarten Konditionen nicht auftreten."(Marie Zimmermann) Den Kontrapunkt zu den"klassischen" Theatertexten im Programm setzten Plasma(Schweiz) mit Delirium und Nico and the Navigators(Berlin) mit KAIN, WENN& ABER. Das Publikumsinteresse für das Bilder- und Körpertheater der beiden jungen Ensembles, die erstmals in Wien zu sehen waren, war sehr erfreulich ebenso wie die Publikumsreaktionen. Die Besprechungen in den Medien waren unterschiedlich. Der schweizerische Regisseur Jossi Wieler inszenierte am Tokioter Theater X eine radikal komprimierte Fassung des Kabuki-Klassikers Yotsuya Kaidan – Gespenstergeschichte aus Yotsuya als packendes Großstadtdrama im heutigen Tokio. Die Aufführung, eine internationale Koproduktion u. a. mit den Wiener Festwochen, wurde in vielen Rezensionen sehr positiv besprochen. Das Publikumsinteresse war sehr groß. 100% Auslastung. Zu den Höhepunkten des Festivals ist auch Luc Bondys Aufsehen erregende Pariser Uraufführungsinszenierung von Botho Strauß’ Schändung – Viol nach Shakespeares Titus Andronicus, eine Koproduktion von Odéon-Théâtre de l’Europe und Wiener Festwochen, zu zählen. In der Wiener Premiere bejubelte das Publikum den Regisseur und das Ensemble. Das Presseecho war großteils euphorisch. Besondere Erwähnung fanden die intensive Regie und im fabelhaften Schauspielerteam Dörte Lyssewski, die als Lavinia faszinierte. 59 Wiener Festwochen Aus der Erinnerung eines jungen Lesers heraus entwickelte der russische Autor, Regisseur und Performer Jewgenij Grischkowez Edgar Allen Poes Grusel- und Schauergeschichten für sein Stück po Po – Über Poe. Diesmal nicht Solist agierte auf der Bühne als ebenbürtiger Partner an seiner Seite der bekannte russische Schauspieler und Aktionskünstler Alexander Zekalo mit kongenialer Simultanübersetzung von Stefan Schmidtke. Publikum und Presse waren begeistert. The Gospel at Colonus – ein mitreißendes Soul-Gospel-Musical von Lee Breuer und Bob Telson nach Sophokles’ Ödipus in Kolonos erzählt das Schicksal des alten Ödipus auf dem Hintergrund der afroamerikanischen Minderheit in den USA. Die Neuinszenierung bei den Wiener Festwochen in der Gustav Adolf Kirche wurde in den Medien unterschiedlich besprochen, einhellig positiv hervorgehoben wurde das musikalisch und stimmlich hervorragende Ensemble. Das Publikum folgte begeistert der mitreißenden Aufführung. Christoph Marthaler realisierte für die Wiener Festwochen 2005 im Jugendstiltheater des Otto­ Wagner-Spitals ein theatralisch-musikalisches Projekt, das zu den Höhepunkten des Festivals zählte. Schutz vor der Zukunft über die Euthanasiepraxis der Nazis und um mögliche zukünftige Ausgrenzungen fand an dem Ort statt, wo von Ende der 30er-Jahre bis über 1945 hinaus Kinder getötet wurden. Mittlerweile feiert die Aufführung auch international Erfolge und wurde mehrfach ausgezeichnet. Das Publikumsinteresse für die Wiederaufnahme war enorm. Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Zum Abschluss des Festivals gab es mit Heiner Goebbels’ Eraritjaritjaka einen weiteren Höhepunkt. Texte von Elias Canetti stehen im Zentrum dieses subtil zwischen den Genres Theater, Live-Musik und Film balancierenden Musiktheaters über die subjektive Wahrnehmung und Aneignung der Welt mit André Wilms und dem Amsterdamer Mondriaan Quartet. Bei der Wien-Premiere dieser internationalen Ko-Produktion von Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E. mit den Wiener Festwochen u. a. gab es großen Jubel. In den Medien wurde die Aufführung einhellig euphorisch besprochen. Zu fast allen Aufführungen im Schauspielprogramm wurden im Anschluss an eine Vorstellung Publikumsgespräche mit den Künstlern angeboten. Insgesamt folgten rund 1.000 Menschen der Einladung zu den 18 Gesprächen, wobei das Interesse für die einzelnen Gespräche sehr unterschiedlich war. Wiener Festwochen 2006 Eröffnung Die Eröffnung der Wiener Festwochen 2006 stand im Zeichen von Wolfgang Amadeus Mozart und den sieben Finalisten des internationalen Wettbewerbs klassischer Musik"Eurovision Young Musicians Competition". Das Finale unter freiem Himmel vor dem festlich beleuchteten Rathaus war einzigartig in der Geschichte dieses von der European Broadcasting Union(EBU) alle zwei Jahre europaweit organisierten Wettbewerbs für junge Interpreten bis 19 Jahre. Die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Christian Arming begleiteten die jungen Solisten: Alina Elena Bercu(16, Rumänien/ Klavier), Simone Sommerhalder(19, Schweiz/ Oboe), Jennifer Pike(16, Großbritannien/ Violine), Tine Thing Helseth(18, Norwegen/ Trompete), Andreas Brantelid(18, Schweden/ Cello), Daniela Koch(16, Österreich/ Flöte) und Dmitry Mayboroda(12, Russland/ Klavier). Sie spielten Werke von Mozart oder seinen Zeitgenossen. Weiters im Programm: MozartInterpretationen vom Wiener Glasharmonika Duo, der Gruppe MoZuluArt, dem Trio Klassic Kaleidoscope und dem Boban I Marko Markovic Orkestar. Durch den Abend führte Michael Ostrowski mit Schallbert„Sillety“ Gilet. 45.000 Besucher auf dem Rathausplatz und ca. zwei Millionen Zuseher 60 Wiener Festwochen europaweit vor den Bildschirmen verfolgten den Abend, der mit der Preisverleihung an Andreas Brantelid aus Schweden, den die Jury zum besten Musiker des Jahres 2006 kürte, endete. Die Eröffnung, eine Koproduktion Wiener Festwochen, EBU(European Broadcasting Union), ORF, WIENER MOZARTJAHR 2006 wurde von ORF 2 live ausgestrahlt und im Rahmen einer Eurovisionssendung von 20 Rundfunkanstalten übernommen: Belgien RTBF(live), Belgien VRT, Bulgarien BNT, Finnland YLE(live), Griechenland ERT(live), Großbritannien BBC, Kroatien HRT, Niederlande NPS, Norwegen NRK(live), Polen TVP(live), Rumänien TVR(live), Russland KTVC, Schweden SVT, Schweiz SF, Schweiz RTSI(live), Schweiz TSR(live), Serbien-Montenegro UJRT, Slowenien RTVSLO, Tschechien CT, Zypern CBC(live). Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: Festwochenkonzerte 2006 im Musikverein Die 63 Festwochenkonzerte von 7. Mai bis 18. Juni im Musikverein verzeichneten insgesamt 69.890 Besucher. Das bedeutete eine Gesamtauslastung von 94,37%. Im Detail gab es im Großen Saal 34 Konzerte mit 57.207 Besucher. Im Brahms-Saal fanden 22 Konzerte mit 11.234 Besucher statt. Die sieben Konzerte in den Neuen Sälen verzeichneten 1.449 Besucher. Sponsoring Wiener Festwochen 2006 4 Hauptsponsoren Neuzugang als vierter Hauptsponsor: GENERALI Versicherung AG. Mit der GENERALI Versicherung AG konnte 2006 ein vierter Hauptsponsor gewonnen werden. Verlängerung des erfolgreichen Engagements von A1 als Hauptsponsor für weitere drei Jahre. Zusammen mit den vier Hauptsponsoren sowie den weiteren Sponsoren und Partnern der Wiener Festwochen 2006 konnten die Sponsoreinnahmen und Sponsorsachleistungen auf über EUR 1,5 Mio gesteigert werden. Weitere Sponsoren und Partner der Wiener Festwochen 2006: Wiener Stadtwerke, Mercedes-Benz Wiesenthal, Flughafen Wien, Martin Schlaff, Österreichische Lotterien Gösser, Römerquelle Hilton Vienna, Café Prückel, Summerstage Büchereien Wien, Wiener Linien, IMAGNO Brandstätter, Gault Millau KURIER, Ö1, FM4, Falter Die Zusammenarbeit mit den Sponsoren beinhaltet werbliche Präsenz bei den Wiener Festwochen und im Stadtbild von Wien sowie Services und Aktionen für die FestwochenBesucher – dazu einige Beispiele: A1-mobilkom austria – A1 Freeline – Festwochen Informationen und Kartenkauf gebührenfrei – A1 Treffpunkt – ein sichtbarer Treffpunkt im Theater – Erinnerung Handy abschalten – 2006 ein Freud-Kopfpolster – A1 Parking Service, gemeinsam mit Mercedes-Benz Wiesenthal 61 Wiener Festwochen Casinos Austria – die Verbindung von Spiel und Kunst – Karten gewinnen, online und im Casino – die„Reihe 13“ – bei The Mermaid gewannen Festwochen-Besucher„Dinner&Casino“ Raiffeisen – der Raiffeisen Jugend-Bonus – Unterstützung von Into the City über den Raiffeisen-Club Generali – Unterstützung des Karten-Verkaufs an den Abendkassen durch das„GENERALI-Upgrading“ – Szenenfotos der Wiener Festwochen großflächig in der Stadt – mit Partner GENERALI –„Versuchung vs. Treue-Aktion“ bei Così fan tutte nach der Vorstellung Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2006 Weitere Steigerung bei der Berichterstattung Es konnten rund 4.500 Medienberichte gezählt werden. Insgesamt waren 463 Journalisten akkreditiert(Inland 298, 165 Ausland). Das internationale Medieninteresse galt vor allem der Eröffnung 2006, Dido and Aeneas, der Zauberflöte, Zaide(Das Serail) und Schlaf. Berichte über die Wiener Festwochen 2006 erschienen bzw. wurden gesendet in 36 Ländern: Argentinien, Belgien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Iran, Japan, Jugoslawien, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien und Montenegro, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Uruguay, USA, Vereinigte Arabische Emirate, Zypern. Es haben berichtet u. a. Die Welt, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Tagesanzeiger, Neues Deutschland Berlin, Frankfurter Rundschau, Fränkischer Tag, Financial Times Deutschland, Stuttgarter Zeitung, Focus, Der Spiegel, Das Opernglas, Opernwelt, Das Orchester, Theater Heute, Berliner Morgenpost, Schwäbische Zeitung, Hamburger Abendblatt, Welt Kompakt, Hamburger Rundschau, Südkurier, Badische Neueste Nachrichten, Die deutsche Bühne, Bayerischer Rundfunk, BR Online, Hessischer Rundfunk, Offenbach-Post, Radio Bremen, Vogue Deutschland, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 3 Sat, Deutschlandradio, Südwestfunk, NDR, WDR, SWR, SWR2, dpa, Deutschlandfunk, ZDF, Crescendo(Deutschland), Neue Zürcher Zeitung, Basler Zeitung, Blick(Schweiz), Musik& Theater(Schweiz), DRS(Schweiz), Basler Zeitung, SR2, Kunstbulletin(Schweiz), Spike(Schweiz), Il Giornale della Musica(Italien), Classic Voice(Italien), Il Piccolo(Italien), Sipario(Italien), Il Corriere della Sera(Italien), Dolomiten (Italien), Le Monde(Frankreich), Libération(Frankreich), La Provence(Frankreich), Opéra Magazine (Frankreich), Ellenfény(Ungarn), Népszabadság(Ungarn), Magyar Narancs(Ungarn), radiocafé 98.6(Ungarn), Premier(Ungarn), Operaelet(Ungarn), Uj Ember(Ungarn), Az Utazo(Ungarn), Pester Lloyd (Ungarn), Budapest Sun(Ungarn), Élet és irodalom(Ungarn), Népszava(Ungarn), www.kultura.hu(Ungarn), Theatron(Ungarn), Világszínház(Ungarn), Világgazdaság(Ungarn), Színház(Ungarn), Critikai Lapok(Ungarn), Premier(Ungarn), Czech Radio, Harmonie(Tschechische Republik), Divadelní Noviny(Tschechische Republik),Slovak Radio, Pravda(Slowakei), Divadlo v medzicase(Slowakei), Dialog(Polen), Didaskalia(Polen), Odra(Polen), Zycie Warszawy(Polen), Dialog Wroclaw(Polen), Teatr(Polen), Ruch Muzyczny(Polen), Art& Business(Polen), Gazeta Wyborcza(Polen), Zeszyty Literackie(Polen), Dziennik(Polen), Polytika(Polen), Quartalnik Artystyczny(Polen), Rzeczpospolita(Polen), Tygodnik Powszechny(Polen), Gazeta Teatralna Didaskalia(Polen), Teatr(Polen), Vreme(Jugoslawien), DANAS(Jugoslawien), www.danas.co.yu (Jugoslawien), Delo(Slowenien), Dnevnik(Slowenien), Dialogi(Slowenien), www.sodobnost.com 62 Wiener Festwochen (Slowenien), Jutarnji List(Kroatien), Homo ludens(Bulgarien), Thema(Bulgarien), Izvestia (Russland),(Russland), Kommersant Daily(Russland), Teatr(Russland), Radio Culture NewsService(Russland), Neue Zeit(Russland), Das jüdische Wort(Russland), Rabotnitsa(Russland), Parlamentskaja gazeta(Russland), Financial Times England, Opera Now(England), The Independent(England), The Daily Telegraph(England), The Guardian(England), BBC The Culture Show, Legekunsten(Norwegen), Aftonbladet(Schweden), Avui(Spanien), Ritmo(Spanien), El Periodico(Spanien), Ópera Actual(Spanien), Radio Clásico Portugal, Helsingin Sanomat(Finnland), Hufvudstadsbladet(Finnland), Turun Sanomat(Finnland), Kaleva(Finnland), Rondo(Finnland), Morgenavisen(Dänemark), Jyllands-Posten(Dänemark), GRENZ ECHO(Belgien), Opera News (USA), Variety(USA), iran now(Iran), Phoenix TV(China), Serifu no jidai(Japan), Operayre (Argentinien), Página 12(Argentinien), Sinfonía(Uruguay), Belgien RTBF, Belgien VRT, Bulgarien BNT, Finnland YLE, Griechenland ERT, Großbritannien BBC, Kroatien HRT, Niederlande NPS, Norwegen NRK, Polen TVP, Rumänien TVR, Russland KTVC, Schweden SVT, Schweiz SF, Schweiz RTSI, Schweiz TSR, Serbien-Montenegro UJRT, Slowenien RTVSLO, Tschechien CT, Zypern CBC. Wiener Festwochen 2006 Produktionen im Detail Musikprogramm Dido and Aeneas NEUINSZENIERUNG Produktion Wiener Festwochen Halle E im MuseumsQuartier 11., 13., 15. Mai, 18 und 20.30 Uhr 3.241 Besucher Die Zauberflöte NEUINSZENIERUNG Produktion Wiener Festwochen Koproduktion Festival d’Aix-en-Provence, Grand Théâtre de Luxembourg, Theater an der Wien/ Vereinigte Bühnen Wien in Kooperation mit WIENER MOZARTJAHR 2006 Theater an der Wien 13., 15., 17., 19., 21. Mai, 19 Uhr 5.130 Besucher Zaide(Das Serail) NEUINSZENIERUNG Produktion Wiener Festwochen Koproduktion Lincoln Center for the Performing Arts, New York, Barbican Centre, London Jugendstiltheater 21., 23., 25., 27. Mai, 20 Uhr 1.881 Besucher 19. Mai, 20 Uhr Generalprobe 438 Besucher 63 Wiener Festwochen Così fan tutte Produktion Festival d’Aix-en-Provence Koproduktion Wiener Festwochen, Opéra National de Paris, Theater an der Wien/ Vereinigte Bühnen Wien in Kooperation mit WIENER MOZARTJAHR 2006 Theater an der Wien 3., 5., 7., 9., 11. Juni, 19 Uhr 5.030 Besucher 1. Juni, 19 Uhr Generalprobe 943 Besucher Der Don Giovanni-Komplex AUFTRAGSWERK WIENER MOZARTJAHR 2006 URAUFFÜHRUNG Produktion WIENER MOZARTJAHR 2006 Koproduktion Wiener Festwochen stadtTheater walfischgasse 6., 8., 9., 11., 12., 13. Juni, 19.30 Uhr 1.098 Besucher Into the City In the Air Tonight Produktion Wiener Festwochen Flughafen Wien-Schwechat / Alte Frachthalle(Objekt 250) 8. Juni, 21.30 Uhr 660 Besucher Schauspielprogramm Faces Gastspiel Koproduktion Schauspiel Staatstheater Stuttgart 04/05, Theater der Welt 2005 Stuttgart, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg Halle G im MuseumsQuartier 10., 11., 12., 13., 14. Mai, 20.30 Uhr 791 Besucher Schlaf DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG Produktion Burgtheater Koproduktion Wiener Festwochen Akademietheater 14., 15., 16., 20., 27. Mai, 3., 4. Juni, 20 Uhr, 21., 28. Mai, 5. Juni, 19 Uhr 4.772 Besucher Mozart in Paris Gastspiel Koproduktion Schauspiel Staatstheater Stuttgart 04/05, Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf-Duisburg, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg 64 Wiener Festwochen Halle G im MuseumsQuartier 17., 18., 19., 20., 21. Mai, 20.30 Uhr 1.108 Besucher The Mermaid Gastspiel Produktion Kaleidoskop, Kopenhagen, Cirkus Cirkör, Stockholm Koproduktion Theater der Welt 2005 Stuttgart und The HC Andersen 2005 Foundation Mit Unterstützung von The Danish Art Halle E im MuseumsQuartier 21., 22. Mai, 19.30 Uhr 1.744 Besucher Motortown Gastspiel Royal Court Theatre, London Halle G im MuseumsQuartier 23., 24., 25., 26., 27. Mai, 20.30 Uhr 1.426 Besucher Macbeth Gastspiel Düsseldorfer Schauspielhaus Halle E im MuseumsQuartier 26., 27., 28. Mai, 19.30 Uhr 1.947 Besucher Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen Produktion Wiener Festwochen und Berliner Ensemble Halle G im MuseumsQuartier 29., 30. Mai, 20.30 Uhr 720 Besucher Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Gastspiel Deutsches Theater Berlin Volkstheater Wien 1., 2., 3. Juni, 19.30 Uhr 2.717 Besucher The World in Pictures Produktion Forced Entertainment, Sheffield Koproduktion Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Wiener Festwochen, Les Spectacles vivants – Centre Pompidou, Paris, Productiehuis Rotterdam, Rotterdamse Schouwburg, Kunstencentrum Vooruit, Gent, Nuffield Theatre, Lancaster, Tramway, Glasgow, Warwick Arts Centre Halle G im MuseumsQuartier 1., 2., 3., 4. Juni, 20.30 Uhr 1.272 Besucher Cathay: 3 Tales of China Gastspiel Ping Chong& Company, New York Halle E im MuseumsQuartier 2., 3., 4. Juni, 19.30 Uhr, 4. Juni, 15 Uhr 1.935 Besucher 65 Wiener Festwochen Delirium Gastspiel Produktion Wolfram Heberle, GO-Theaterproduktionen Koproduktion Hebbel am Ufer Berlin, Schlachthaus Theater Bern, Fabriktheater Zürich Schauspielhaus 7., 8., 9., 10. Juni, 20 Uhr 588 Besucher Yotsuya Kaidan – Gespenstergeschichte aus Yotsuya Produktion Theater X, Tokio und Goethe-Institut, Tokio In Zusammenarbeit mit Art Bureau München Koproduktion Wiener Festwochen, Holland Festival, spielzeiteuropa| Berliner Festspiele Unterstützt von Agency for Cultural Affairs, Japan Foundation, The Saison Foundation, Society for Administration of Remuneration for Audio Home Recording, Asahibeer Arts Foundation und der Kulturstiftung des Bundes der Bundesrepublik Deutschland Halle G im MuseumsQuartier 9., 10., 11., 12. Juni, 20.30 Uhr 1.280 Besucher Viol – Schändung Produktion Odéon-Théâtre de l'Europe, Paris, Koproduktion Wiener Festwochen Halle E im MuseumsQuartier 11., 12., 13., 14. Juni, 19.30 Uhr 1.965 Besucher po Po – Über Poe Gastspiel silence!, Moskau Schauspielhaus 13., 14., 15., 16. Juni, 20 Uhr 651 Besucher The Gospel at Colonus – Gospel auf Kolonos NEUINSZENIERUNG Produktion Wiener Festwochen In Zusammenarbeit mit Dovetail Productions, New York, International Tour Representation: Micocci Productions, LLC New York Gustav Adolf Kirche 14., 15. Juni, 21 Uhr, 16., 17. Juni, 20.30 Uhr 2.006 Besucher KAIN, WENN& ABER Gastspiel Produktion Nico and the Navigators, Berlin, Sophiensæle, Le Carreau Forbach, Inteatro Polverigi, Grand Theatre Groningen Gefördert von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin Halle G im MuseumsQuartier 14., 15., 16., 17. Juni, 20.30 Uhr 1.220 Besucher 66 Wiener Festwochen Schutz vor der Zukunft WIEDERAUFNAHME Produktion Wiener Festwochen Koproduktion spielzeiteuropa I Berliner Festspiele, Odéon-Théâtre de l’Europe, Paris, Internationales Tschechow Theaterfestival, Moskau, Goethe-Institut, NTGent Jugendstiltheater 15., 16., 17., 19., 20., 22., 23. Juni, 20.30 Uhr 1.085 Besucher Eraritjaritjaka Museum der Sätze Produktion Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E. Koproduktion schauspielfrankfurt, spielzeiteuropa I Berliner Festspiele, Pour-Cent culturel Migros, T&M – Odéon-Théâtre de l'Europe, Paris, Wiener Festwochen Halle E im MuseumsQuartier 18., 19., 20., 21., 22., 23. Juni, 19.30 Uhr 1.997 Besucher 67 Wissenschaft WISSENSCHAFT Kunst, Kultur und Wissenschaft stehen in Gesellschaften für die Erkundung des Neuen. Auf unterschiedlichen Wegen, mit unterschied­ lichen Methoden, Werken und Produkten setzen sich Menschen kritisch und neugierig mit dem, was ist und mit dem, was sein könnte, auseinander. Künstlerische und wissenschaftliche Arbeit hat eine Reihe von Parametern, die einander sehr ähnlich sind: Kreativität, Professionalität, Kompromisslosig­ keit, die Überschreitung von Grenzen und das Betreten von Neuland. Die Förderung von Wissenschaft und Forschung ist ein integraler Bestandteil von kommunaler Kulturarbeit. Sie wird daher in dem hier vorliegenden Kultur­ bericht dargestellt; die Förderung von Wissen­ schaft und Forschung ist aber auch ein eigen­ ständiger Bereich, der als öffentliche Auf­ gabenstellung ständig an Bedeutung gewonnen hat. Die Stadt Wien gibt daher gleichzeitig mit dem Kunst- und Kulturbericht wie in den letzten Jahren einen Wissenschaftsbericht heraus, der die Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung und den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt – Förderung, Beauf­ tragung und Vermittlung von Wissenschaft – darstellt. Wirtschaft und Gesellschaft, Berufs- und Alltagsleben sind in den letzten 20 Jahren in immer stärkerem Maß wissens- und wissen­ schaftsbasiert geworden. Die komplexen Interdependenzen, in denen die Wirklichkeits­ bewältigung in den Bereichen der Ökonomie, der Ökologie und des Sozialen heute stehen, erfordern einerseits ein hohes Maß an Kreativität und Innovation, andererseits eine kontinuierliche Abstimmung und Kooperation mit WissenschafterInnen unterschiedlicher Disziplinen. Die konzertierte Förderung von Wissenschaft und Forschung im Grundlagenund im angewandten Bereich, wie sie in Wien derzeit geschieht, hat das Klima für innovative Lösungen und das Bewusstsein für Synergien zwischen erfolgreichen wissenschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen ständig verbessert. Die Akzeptanz von Wissenschaft, Forschung, Technologie und Innovation war – Ergebnis einer überzeugten kommunalen Stärkungsinitiative – in Wien noch nie so positiv wie heute. Das neue wissenschaftsfreundliche Klima findet einen deutlichen Ausdruck in der Haltung der Bürgerinnen und Bürger, aber auch in den lokalen Diskursen über Wissen, Wissenschaft und Bildung. Die Förderung von neuen erfolgreichen Technologien einerseits und die Unterstützung geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Reflexionsarbeit andererseits bilden die beiden Eckpfeiler der Wissenschafts- und Forschungs­ förderungsarbeit der Stadt Wien. Die Förde­ rungsarbeit im Jahr 2006 zeigt, wie sich diese beiden Schwerpunktfelder ergänzen und sich bisweilen in einem kreativen"cross-over" überschneiden. Erkundungen zur Wiener Wissensbasis Die Persönlichkeiten, auf die die Gedenktage des Jahres 2006 bezogen waren – Sigmund Freud, Kurt Gödel und Wolfgang Amadeus Mozart – zeichnen fast idealtypisch Konturen und Proportionen der intellektuellen und kreativen Stärken der Wissens-, Wissen­ schafts- und Kulturstadt Wien. Die Musik Mozarts erklingt heute ebenso inspirierend, zeitlos und allgemein gültig wie vor 200 Jahren. Die kunst- und kulturwissenschaftliche Nachdenkarbeit, die das Werk Mozarts produziert hat, dokumentiert eindrucksvoll die für Wien so typische Brücke zwischen Kunst und kulturwissenschaftlicher Reflexion (Internationale Stiftung Mozarteum, Öster­ reichische Gesellschaft für Musikwissenschaft, Verein der Freunde des Instituts für Musik­ wissenschaft der Universität Wien, Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen). Auch das Werk Sigmund Freuds hat im 20. Jahrhundert unendlich viele Impulse für multiple Interdependenzen zwischen 68 Wissenschaft Wissenschaft und Kunst ausgelöst. Ein großer und wichtiger Teil der Kunst des 20. Jahr­ hunderts hatte auch die analytische Nach­ denkarbeit über das weite Land der mensch­ lichen Seele zur Grundlage(Sigmund Freud Privatstiftung, Wiener Psychoanalytische Vereinigung, Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik, Verein für Volkskunde, Verein Sigmund Freud Institut Wien). Der geniale Mathematiker Kurt Gödel(Österreichische Mathematische Gesellschaft) schließlich hat nicht nur Mathematiker wie Douglas Richard Hofstadter und Roger Penrose zu fundierten Überlegungen über den Zusammenhang von Mathematik, Musik und bildender Kunst ange­ regt. Die zahlreichen Projekte und Initiativen, die dem Werk dieser drei Persönlichkeiten gewidmet waren und von der Stadt Wien gefördert wurden, stehen idealtypisch für die Erkundungs- und Analysearbeit der Stadt Wien zu den Stärken der Wiener Wissensbasis. Diese und darüber hinausgehende Initiativen zur Erforschung der Vienna Knowledge Base werden in der Folge exemplarisch vorgestellt. Zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud präsentierte die Sigmund Freud Privat­ stiftung die Ausstellung"Die Couch. Vom Denken im Liegen", die die Psychoanalyse mit künstlerischen und wissenschaftlichen Experimenten auf der Couch, aber auch mit der Geschichte eines Möbels verknüpft. Das Symbol der Psychoanalyse wird zwischen Behandlungs- und Wohnräumen hin und her gerückt. So bildet die horizontale Körper­ haltung, zu der das Möbel einlädt, zeitgleich mit Freud eine Versuchsanordnung ästhe­ tischer Produktivität. Auf dem Diwan überlässt sich die Kunst Momenten der Abwesenheit, an liegenden Figuren demonstriert der Surrealis­ mus aber auch medizinische oder soziale Disziplinierungsmaßnahmen. Das Sofa etabliert sich in der Kunst der Moderne als Ort des Geständnisses und der Ausschweifung. Mit Hilfe von 200 Exponaten aus Kunst, Design und Wissenschaft lieferte die Ausstellung einen Befund zur modernen Seele. Mit den"Sigmund Freud Vorlesungen" haben sich die Wiener Psychoanalytische Vereini­ gung und der Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse die Aufgabe gestellt, die Psychoanalyse in Auseinandersetzungen mit heute praktizierenden und forschenden PsychoanalytikerInnen einer breiteren Öffent­ lichkeit zu vermitteln und zugänglich zu machen und gleichzeitig einen Beitrag zum öffentlichen Wissenschaftsdiskurs zu leisten. Ausgehend von Freuds Feststellung"..es berührt mich selbst noch eigentümlich, dass die Krankengeschichten, die ich schreibe, wie Novellen zu lesen sind.." waren die"Sigmund Freud Vorlesungen 2006" dem Thema"Die großen Krankengeschichten. Geschichten der großen Kranken" gewidmet. Förderung innovativer Projekte im Bereich der Natur- und Medizinwissen­ schaften Atominstitut der Österreichischen Universitäten(ATI) der TU Wien Der weltweit anerkannte Quantenphysiker Jörg Schmiedmayer, der im Jahr 2006 einer Berufung an die Technische Universität Wien folgte, beschäftigt sich nunmehr zentral mit dem Verständnis von Quantenphänomenen und der Technologie, diese robust zu imple­ mentieren. Die Hilfsmittel dazu sind die Atomphysik, die Quantenoptik und Tech­ nologien der Nanofabrikation, Mikroelektronik und Mikrooptik. Diese werden auf dem AtomChip zu einem Quantenlabor zusammen­ gefasst. Besonders die Kombination von Quantenphysik und oberflächenbasierter Hochtechnologie eröffnet ungeahnte Manipu­ lationsmöglichkeiten der Atome auf dem AtomChip. Das Projekt AtomChip begann am ATI damit, dass vier atomphysikalische Experimente von der Universität Heidelberg an das Atominstitut transferiert wurden. Nun werden die Experi­ mente in den mit substantieller Hilfe der Stadt Wien neu geschaffenen Labors der TU Wien wieder aufgebaut. Es handelt sich dabei um 69 Wissenschaft vier Laborräume für optische Experimente, ein StudentInnenlabor und einen Chemieraum mit Reinraumarbeitsplätzen zur Vorbereitung der AtomChips. Die hochempfindlichen Laserauf­ bauten befinden sich auf luftgelagerten optischen Tischen, auf denen- durch eine doppelte Raumklimatisierung- eine sehr gute Frequenzstabilität gegeben ist. Die ersten wesentlichen Arbeitschritte sind die Neu­ justierung der Lasersysteme und die Wieder­ herstellung des Ultra-Hochvakuums in den Apparaturen. Der Aufbau der Wiener Abteilung des Institutes für Quantenoptik und Quanten­ information der Österreichischen Akade­ mie der Wissenschaften hat in den Jahren 2004 bis 2006 substantielle Unterstützung durch die Stadt Wien erfahren. Mit Ende des Jahres 2006 ist die räumliche Instandsetzung sowohl der Labors als auch der Büroräume zum Grossteil abgeschlossen. Der Betrieb in vier Quantenoptik-Labors ist vollständig angelaufen. Schwerpunkt der von Prof. Anton Zeilinger geleiteten Forschungstätigkeit waren im Jahr 2006 quantenoptische Experimente, vor allem mit verschränkten Photonen, zur Untersuchung der Grundlagen und Anwen­ dungen der Quanteninformation. Gesellschaft zur Förderung des For­ schungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie Die Hauptaufgabe des Instituts ist es, die Biologie und die Bedürfnisse von Wildtieren in ökologischen Zusammenhängen zu erforschen. Für die Stadt Wien stellt das Forschungsinstitut ein international anerkanntes Kompetenz­ zentrum wildtierökologischer Forschung dar, das zu dem hervorragenden Ruf Wiens als Wissenschaftsstandort beiträgt, dessen Arbeit für die Stadt aber auch von unmittelbarer Bedeutung ist. Ein aktueller Schwerpunkt dieser Forschung ist die Frage nach der Rolle von Nahrungsvielfalt und spezifischen Nähr­ stoffkomponenten für die physiologische Leistungsfähigkeit von Wildtieren. Im Jahr 2006 konnte durch Forschungsarbeiten des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie ein bisher völlig unbekannter Zusam­ menhang zwischen essentiellen Nahrungsin­ haltsstoffen und der Funktionsfähigkeit von Muskeln aufgedeckt werden. Das Institut für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersucht im Projekt"Biodiversität der Donau im Großraum Wien- Einwanderung neuer Bodentierarten(Makroinvertebraten)" Einwanderungen von neuen Faunenelementen im Bereich der Donau und zeigt gleichzeitig die damit verbundenen Risiken für die heimische Fauna, ihre Lebensräume und das Ökosystem auf. Förderung exzellenter Projekte im Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften An der Wirtschaftsuniversität Wien wurde im Jahr 2006 mit Hilfe und in Kooperation mit der Stadt Wien das Forschungsinstitut für Altersökonomie mit dem Ziel eingerichtet, wirtschaftswissenschaftliche Forschung zur gesellschaftlichen Alterung auf dem Niveau anerkannter, internationaler Standards zu betreiben, und damit das Profil des Wissenschaftsstandortes Wien zu schärfen. Gleichzeitig soll das Institut die gesundheits-, sozial- und wirtschaftspolitischen EntscheidungsträgerInnen der Stadt Wien, die sich mit Fragen der Alterung im großstädtischen Kontext befassen, über wesentliche Entwicklungen und Ergebnisse der altersökonomischen Forschung informieren. Das Forschungszentrum für historische Minderheiten hat es sich zum Ziel gesetzt, Archiv- und Bilbliotheksbestände der tschechischen und slowakischen Minderheit sicherzustellen, zu bewahren und der Öffent­ lichkeit zu Bildungszwecken zur Verfügung zu stellen. Durch die Aufarbeitung historischer Quellenbestände und die Erforschung urbaner Signaturen soll das Forschungszentrum zur Entwicklung zukunftsorientierter Formen im Umgang mit Migrationsbewegungen als eine der größten europäischen Herausforderungen 70 Wissenschaft beitragen. urbaner Signaturen soll das Forschungszentrum zur Entwicklung zukunfts­ orientierter Formen im Umgang mit Migrations­ bewegungen als eine der größten europäischen Herausforderungen beitragen. Die Kommissionen und Institute der Österrei­ chischen Akademie der Wissenschaften führten mit Hilfe der Stadt Wien insgesamt 24 Forschungsprojekte durch. Die Themen, mit denen sich das Demokratie­ zentrum Wien als wissenschaftliche For­ schungseinrichtung und virtuelles Wissens­ zentrum beschäftigt, betreffen Grundfragen der politischen Kultur und des politischen Systems Österreichs im europäischen Kontext, Demokratisierungsprozesse und ihre histo­ rische Entwicklung, aktuelle gesellschafts­ politische Debatten, die Mediengesellschaft sowie die IT-Transformation und die Wissens­ gesellschaft. Das thematische Spektrum des Wissenszentrums umfasste im Jahr 2006 globale, europäische, nationale und lokale Inhalte. Ein zentrales Ziel des IFK- Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften ist es, die Vielfältigkeit kulturwissenschaftlicher Forschung einem breiteren Publikum näher zu bringen. Auch im Jahr 2006 konnte das IFK das Themenspektrum kulturwissenschaftlicher Forschung in Form von Tagungen, Vorträgen und Workshops abdecken. Im Jahr 2006 konnten mit Unterstützung der Stadt Wien u. a. folgende Veranstaltungen durchgeführt werden:"The Legacy of Simon Wiesenthal for Holocaust Studies";"The interplay of art and globalization – consequences for museums" und"Gedächtnis der Stadt. Zum kulturellen Wandel städtischer Bibliotheken". Projektförderungen Aus dem Rahmenbetrag für die Förderung von Aktivitäten auf dem Gebiet der Wissenschaft konnten im Jahr 2006 397 für die Stadt wichtige Forschungsprojekte, wissenschaftliche Symposien, Tagungen, Workshops und wissen­ schaftliche Ausstellungen unterstützt werden. Publikationsförderungen Das zentrale Medium der Vermittlung, Kommu­ nikation, Graduierung, Evaluation und Präsen­ tation der Wissenschaften ist die Publikation. In den Geistes-, Kultur- und Sozialwissen­ schaften ist es das Buch, vorrangig in Gestalt der Monographie, in den Naturwissenschaften sind es die Zeitschriften, die"Top Journals". Mit Hilfe der Publikationsförderungen unterstützt die Stadt Wien WissenschafterInnen bei der Herausgabe und Präsentation ihrer Forschungsergebnisse. Wissenschaftliche Veröffentlichungen sind nur zum Teil über den Buchmarkt finanzierbar; sie sind auf Förde­ rungen angewiesen. Im Jahr 2006 wurden 199 Publikationen im Wege von Druckkosten­ beiträgen und/oder Ankäufen unterstützt. Wiener Vorlesungen. Das Dialogforum der Stadt Wien http://www.vorlesungen.wien.at Die Wiener Vorlesungen haben im Jahr 2006 43 Veranstaltungen, die durchwegs ausge­ zeichnet besucht waren, durchgeführt. Unter den international renommierten ReferentInnen befanden sich Aleida Assmann, Dennis L. Meadows, Sir Roger Penrose und Jeremy Rifkin. Schwerpunkte wurden zu Persönlichkeit und Werk von Wolfgang Amadeus Mozart, Sigmund Freud und Kurt Gödel gesetzt. Den Abschluss des Frühjahrsprogramms bildete das"Erste Wiener Nobelpreisträgerseminar", an dem vier Nobelpreisträger teilgenommen haben. Es wurden im Jahr 2006 fünfzehn Bände der Wiener Vorlesungen herausgegeben, u.a. wurde die 8. Buchreihe der Wiener Vorle­ sungen"Edition Gesellschaftskritik" mit einem Band von Claudia von Werlhof mit dem Titel "Alternativen zur neoliberalen Globalisierung oder Die Globalisierung des Neoliberalismus und seine Folgen" gestartet, und in der auf 20 Bände konzipierten Reihe der Wiener Vorle­ sungen zu den Republiksjubiläen"Österreich – Zweite Republik. Befund, Kritik, Perspektiven" wurden weitere vier Bände ediert(die Reihe umfasst bereits 13 Bände). 71 Wissenschaft Die Namen der ReferentInnen, die Themen der Veranstaltungen und der Publikationen werden im Wissenschaftsbericht 2006 angeführt. Das Jüdische Museum der Stadt Wien hat acht Ausstellungen, 79 Begleitveranstaltungen, ein umfassendes Vermittlungsprogramm und zahlreiche Auslandsaktivitäten(15 Ausstel­ lungen) durchgeführt. Die Gesamtzahl der BesucherInnen/NutzerInnen belief sich auf über 92 000 Personen. Höhepunkt der Akti­ vitäten des Museums im Jahr 2006 war die Ausstellung"Lorenzo da Ponte. Aufbruch in die Neue Welt". Im Jahr 2006 wurden 75 Wissenschafts- und Forschungsstipendien zur Durchführung Wien-bezogener Forschungsprojekte an wissenschaftlich ausgezeichnet qualifizierte junge WissenschafterInnen vergeben. Wissenschaftsförderungsfonds Die Arbeit der Wissenschaftsförderungsfonds wird im Wissenschaftsbericht 2006 dargestellt. 72 Wiener Stadt- und Landesarchiv WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Das 2005 angekaufte Wiener Archivinfor­ mationssystem(WAIS) wurde in der ersten Jahreshälfte 2006 fertig implementiert und abgenommen. Damit hat das Archiv ein sehr leistungsfähiges System erhalten, das die Verwaltung von und den Zugang zu kon­ ventionellem Archivgut ebenso unterstützt wie die Langzeitarchivierung von elektronischen Objekten in authentischer Form(z.B. Elektro­ nischer Akt). Das System läuft nunmehr im Echtbetrieb und erfüllt die Erwartungen voll und ganz. In der Folge wurde sofort das Projekt des Internetzugangs für das Wiener Archivinformationssystem(WAIS) in Angriff genommen. Dieses wird die Online-Suche nach Archivbeständen und auch die Online-Bestel­ lung ermöglichen und damit den Zugang zum Archivgut im Sinne der Transparenz der Be­ stände wesentlich verbessern. Konzepte und Erfahrungen aus der WAIS-Ent­ wicklung konnten auch in eine e-GovernmentArbeitsgruppe aus Vertretern von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden eingebracht werden, die im Lauf des Jahres Empfehlungen zur digitalen Langzeitarchivierung von Ver­ waltungsinformationen erarbeitet hat(digLA 1.0.0). Im Bereich der Archivbestände wurde die standardisierte Beschreibung von Beständen und Serien nach ISAD(G)(International Standard of Archival Description/General) als wichtige Erschließungsmaßnahme weiter­ geführt, um den verbesserten Zugang in WAIS zu ermöglichen. Als wesentliches Projekt, das der Verbesserung des Arbeitsablaufes zwischen dem Archiv und den Dienststellen des Magistrats dient und in weiterer Folge die Automatisierung der Archi­ vierung bzw. Skartierung in ELAK vorbereiten soll, wurde die strukturierte Erarbeitung von Skartierungsplänen in Kooperation mit den Dienststellen voran getrieben. Parallel dazu waren laufend Einzelbewertungen vorzu­ nehmen. Das Projekt der Bewertung und Erschließung von Unterlagen des Stadtschulrates und einzelner Wiener Schulen wurde fortgeführt. Von den Neuübernahmen des Jahres 2006, deren Archivierung aus Kapazitätsgründen aber noch nicht abgeschlossen ist, seien zwei umfangreichere bzw. besonders bedeutende Bestände hervorgehoben: die Unterlagen der Wiener Stadtwerke- Generaldirektion(1946­ 1987) und die Akten des Volksgerichts (Verfahren über NS-Verbrechen). Bei den Sammlungen ist vor allem die Erwerbung der umfangreichen Baudokumen­ tation des Wiener Börsegebäudes hervorzu­ heben. Die Übernahme der Unterlagen zum Wettbewerb"Chancen für den Donauraum" aus dem Planbestand der MA 18 veranlassten zur Neubildung eines Bestandes innerhalb der Hauptarchiv-Akten, Kleinen Bestände: Donau­ raumplanungen. Die Erstellung einer Daten­ bank zum Altbestand der Kartographischen Sammlung wurde in Angriff genommen. Ein größerer Fotobestand, der die Tätigkeit der MA 18 und der ehemaligen MA 20(Druckerei und technische Dokumentation) dokumentiert, konnte übernommen werden. Rund 30 000 Fotos aus dem vorhandenen Bestand der Fotosammlung wurden digitalisiert. Die Archivbibliothek konnte 2006 2.617 Neuzugänge verzeichnen. Der Schwergewicht der Katalogisierungsarbeiten lag auf der Auf­ nahme der übernommenen Bibliothek des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit sowie auf der retrospektiven Auf­ nahme des Altbestandes und dessen Er­ schließung. Einen wesentlichen Schwerpunkt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit bilden die Betreuung von BenützerInnen der Archivbestände und die Beantwortung von Anfragen an das Archiv. Im Berichtsjahr wurde der archiveigene Benützer­ saal 5.768 mal von BenützerInnen aufgesucht, 73 Wiener Stadt- und Landesarchiv was 13.930 Aktenaushebungen und ebenso viele Rückstellungen(also 27.860 Bewegun­ gen) erforderte. Darüber hinaus wurden 1.812 schriftliche Anfragen beantwortet und 7.818 Auskünfte aus den historischen Meldeunterlagen erteilt. Einen besonderen Erfolg erzielte die Präsen­ tation der Kleinausstellung"Mozarts Spuren in Wien" im Gasometer D. Zusätzlich konnten mit insgesamt 28 weiteren Sets der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Kultursektion des Außenministeriums in österreichischen Botschaften bzw. Kulturforen in insgesamt 22 Staaten auf allen Kontinenten mit Ausnahme Australiens gezeigt wurden, mehrere zehn­ tausend Menschen rund um den Erdball erreicht werden. Als zweite Ausstellung wurde die Präsentation"Kapuziner, Einspänner, Schalerl Gold- Zur Geschichte der Wiener Kaffeehäuser" im Gasometer D gezeigt. Zu beiden Ausstellungen wurden Begleithefte publiziert. In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates (http://www.wien.gv.at/infodat/advgliwww/) wurden bisher 27.006 Vorgänge(Anfragen, Anträge, Gesetzesentwürfe usw.) aufbereitet und verlinkt. Für neue, verbesserte Suchmög­ lichkeiten und eine Neugestaltung der Such­ maske wurden Vorarbeiten geleistet. In der Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker(http://www.wien.gv.at/ma08/ politiker/) sind derzeit 910 Personen doku­ mentiert. Im Rahmen des gemeinsam mit dem LudwigBoltzmann-Instituts für Stadtgeschichts­ forschung und dem Verein für Geschichte der Stadt Wien herausgegebenen Historischen Atlas von Wien wird 2007 die 11. Lieferung erscheinen. Sie wurde weitgehend vorbereitet, ein Teil der vorgesehenen Karten über Finanz­ dienstleistungen konnte bereits fertig gestellt werden. Für den Österreichischen Städteatlas (herausgegeben gemeinsam mit dem LudwigBoltzmann-Instituts für Stadtgeschichts­ forschung und dem Österreichischen Arbeits­ kreis für Stadtgeschichtsforschung) wurde die 9. Lieferung fertiggestellt, gedruckt und ausgeliefert(Stadtmappen von Eggenburg, Horn, Leoben, St. Veit an der Glan und Waidhofen an der Ybbs). Darüber hinaus ist Heft 11 der Neuen Folge der Zeitschrift"Pro Civitate Austriae" zum Thema"Stadtge­ schichte" erschienen(herausgegeben gemein­ sam mit dem Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, dem LudwigBoltzmann-Instituts für Stadtgeschichts­ forschung und dem Verein für Geschichte der Stadt Wien. Gemeinsam mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien konnte der Band von Ferdinand Opll/Martin Roland, Wien und Wiener Neustadt im 15. Jahrhundert. Unbekannte Stadt­ ansichten um 1460 in der New Yorker Handschrift der Concordantiae caritatis des Ulrich von Lilienfeld als Band 45 der For­ schungen und Beiträge zur Wiener Stadt­ geschichte und zugleich als Band 11 der Reihe C(Sonderpublikationen) der Veröffent­ lichungen des Wiener Stadt- und Landes­ archivs herausgebracht werden. Ebenfalls bereits 2006 erschien der"Tätig­ keitsbericht des Wiener Stadt- und Landes­ archivs 2001-2005" als Heft 12 der Reihe C (Sonderpublikationen). 74 Wienbibliothek im Rathaus WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS(MA 9) NEUER NAME, NEUE CORPORATE IDENTITY Die Wienbibliothek im Rathaus(ehemals Wiener Stadt- und Landesbibliothek) feierte 2006 ihr 150-jähriges Jubiläum. Der markante zeitliche Einschnitt war auch Anlass für eine Neupositionierung der Institution mit einer sehr starken Öffnung nach außen und damit verbunden mit der Entwicklung einer neuen Corporate Identity bzw. eines neuen Corporate Design. Um Verwechslungen mit anderen Bibliotheken, mit den Büchereien Wien und dem Wiener Stadtund Landesarchiv auszuschließen und um den Standort der Bibliothek als integralen Namensteil zu etablieren, wurde die Institution in Wienbibliothek im Rathaus umbenannt. Im Zusammenspiel mit dem Wien Museum wird mit der Namensfindung Wienbibliothek im Rathaus die Kernkompetenz der Bibliothek als das Gedächtnis Wiens betont. Der neue Name soll auch den Ruf der weltweit konkurrenzlosen Sammlung von Viennensia aus den Bereichen Geschichte, Kunst und Kultur vom späten 18. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart verstärken. Um den Wissensschatz, den die Wienbibliothek birgt, ins Rampenlicht zu rücken und ihre Kompetenz stärker sichtbar zu machen, wurden 2006 drei Schwerpunkte für die künftige Arbeit etabliert: Die Wienbibliothek als Wissensspeicher: Sammeln, Erschließen und Bewahren von Druckschriften, Handschriften, Musikhand­ schriften, Plakaten und Nachlässen sowie elektronischen Ressourcen, Bild- und Ton­ trägern.‘Passive’ Materialien, die bis jetzt im Depot gelagert waren, sollen durch konse­ quente Aufarbeitung der wissenschaftlichen Bestände‘aktiv’ gemacht werden, archiviertes Wissen durch Digitalisierung und schnelle Bereitstellung wieder lebendig werden. Digitalisierungspilotprojekte wie jenes der minutiösen Gesamtaufnahme der 340 Schubert – Autographe in der Musiksammlung der Wienbibliothek sollen den Wissensspeicher weltweit bekannt machen. Die Wienbibliothek als Forschungs­ zentrum: In engster Zusammenarbeit mit den Universitäten soll vor allem Studentinnen und Studenten, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Journalistinnen und Journalisten,”Amateurhistorikerinnen und Amateurhistoriker” etc. ein optimales Instrument zur Aufarbeitung der Wiener Stadt- und Kulturgeschichte angeboten werden. Benutzerinnen und Benutzer erhalten direkten Zugang zu den Beständen, qualifi­ zierte Informationen zur Kulturgeschichte Wiens, aufbereitetes Wissen im Rahmen von Kontakten zu den Expertinnen und Experten der Bibliothek, zu Datenbanken, Katalogen, Verzeichnissen. Da die Wienbibliothek schon seit langem als hervorragende wissenschaftliche Fachbibliothek genutzt wird, kann hier auch in den kommenden Jahren auf einer bestehenden Kernkompetenz aufgebaut werden. Die Wienbibliothek als Ort des Dialoges/ Schnittstelle zur Öffentlichkeit: Die Relevanz von Institutionen wie Biblio­ theken(oder auch Museen, Archiven) misst sich heute daran, in welchem Umfang sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen bzw. in Anspruch genommen werden. Die Wienbibliothek hat in den letzten Jahren eine gewaltige Veränderung durchgemacht. Zum einen hat sie durch die digitale Bereitstellung des Buch-Kataloges bzw. der Möglichkeit zur Buchbestellung online eine vorher nicht dagewesene Öffentlichkeit erreicht. Zum anderen hat die Bibliothek durch den Zugewinn an Räumlichkeiten durch den Auszug des Wiener Stadt- und Landesarchivs 2003 neue benützerfreundliche, kundenorientierte Möglichkeiten geschaffen. 75 Wienbibliothek im Rathaus 2006 positionierte sich die Bibliothek vor allem über ein überaus dichtes Veranstaltungs­ programm als Dialogstelle zur Öffentlichkeit. Durch das gesamte Jahr, besonders kon­ zentriert ab 28. April 2006, dem eigentlichen Geburtstag der Bibliothek, bis Ende des Jahres konnte die Institution durch eine Vielzahl an Ausstellungen, Lesungen, Symposien, Konzerten über Objektbestände und inhaltliche Schwerpunkte der Wienbibliothek informieren. Das Angebot 2006 reichte von Gerhard Fritsch bis Marcel Prawy, von Zauberbüchern zur Bibliothek H.C. Artmanns, d.h. einer Dichter­ bibliothek in der Bibliothek, von Hörspiel­ pionieren- wie Franz Hiesel- bis zur Rolle der Bibliothek als kulturellem Gedächtnis. Auf dem Weg der Positionierung der Bibliothek als Wissensspeicher, als Institution von Wissensmanagement bzw. als Forschungs­ zentrum hat die Bibliothek 2006 verstärkt Synergien und Kooperationen gesucht. Zahlreiche Kooperationen mit den Lehrenden der Universitätsinstitute kulturwissenschaft­ licher Studienrichtungen wurden neu aufgebaut und auch Vorschläge für brach liegendes"Wissenschaftsmaterial" offensiv angeboten. In der Jubiläumspublikation"Das Gedächtnis der Stadt. 150 Jahre Wien­ bibliothek im Rathaus" sowie im gleichnamigen Symposium hat sich auch der Diskurs mit einer neuen und jüngeren Wissenschaftergeneration manifestiert. Die Bibliothek kann für 2006 nicht nur auf eine Reihe sehr gut besuchter Veranstaltungen zurückschauen, es konnten auch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen aus der Institution entstehen: Die Begleitbücher zu Ausstellungen wie Brigitte Felderer/ Ernst Strouhal(Hg.): Rare Künste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst, Wien: Springer 2006,Marcel Atze/ Hermann Böhm (Hg.):"Wann ordnest Du Deine Bücher?" Die Bibliothek H. C. Artmann, Wien: Sonderzahl 2006, Norbert Rubey(Hg.):"Ich mache nur was ich liebe" Marcel Prawy, Wien: Amalthea 2006 oder Julia Danielczyk/ Sylvia MattlWurm/ Christian Mertens(Hg.): Das Gedächtnis der Stadt. 150 Jahre Wien­ bibliothek im Rathaus, Wien/ München: Oldenbourg 2006. Zuletzt sei das Hörbuch mit Kurt Gödels Briefen genannt. VERANSTALTUNGEN Veranstaltungen"Wienbibliothek 150 Jahre Gedächtnis der Stadt" Start des dichten Veranstaltungsprogramms im Jahr 2006 war die zweiteilige Fest­ veranstaltung am 28. April. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny eröffnete am Vormittag im Barocksaal des Alten Rathauses das Jubiläumsjahr der Wienbibliothek, Manfred Osten(Kultur­ wissenschaftler und ehemaliger General­ sekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Bonn) sprach über"Bibliotheken in einer Gesellschaft des Vergessens" und über die "Aktualität des kulturellen Gedächtnisses im 21. Jahrhundert". Otto Brusatti moderierte die anschließende Podiumsdiskussion mit Manfred Osten, Alfred Pfoser, Franz Schuh und Reinhard Scolik. Letzter Programmpunkt des Vormittags war die Preisverleihung eines Schülerwettbewerbs: Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Wienbibliothek wurde ein Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe unter dem Titel"Lebendige Bibliothek" ausge­ schrieben. Gesucht wurden kreative und kritische Texte zur Vision einer Wienbibliothek im Jahr 2056. Der wissenschaftliche Schwerpunkt des Vormittags wurde beim glanzvollen Festakt am Abend in der Volkshalle und im Wappensaal des Rathauses durch einen Focus auf die Künste, Literatur und Musik von Marie-Thérèse Kerschbaumer, Peter Turrini, dem Kollegium Kalksburg und den Neuen Wiener Concert Schrammeln abgelöst. Im Herbst des Jahres standen zwei weitere prominente Veranstaltungen auf dem Programm: 76 Wienbibliothek im Rathaus Das von der Wienbibliothek und dem Inter­ nationalen Forschungszentrum Kulturwissen­ schaften organisierte zweitägige Symposium "Das Gedächtnis der Stadt. Zum kultu­ rellen Wandel städtischer Bibliotheken" und die Präsentation der Publikation: "Gedächtnis der Stadt. 150 Jahre Wien­ bibliothek im Rathaus". Im Rahmen der Tagung erörterten inter­ national renommierte Kulturwissen­ schaftlerInnen, ArchivarInnen und Bibliothe­ karInnen verschiedene Ausformungen des "Gedächtnisses", dessen Bedeutungswandel, und die daraus resultierenden Veränderungen von Funktion und Aufgabenstellungen an städtische Bibliotheken. Heidemarie Uhl, Markus Krajewski Lutz Ellrich, Sylvia Mattl-Wurm, Julia Danielczyk, Thomas Aigner, Peter Borchardt, Hans Belting, Werner Oechslin, Karin Wilhelm und Alfred Pfoser erörterten Ergebnisse innerhalb dreier großer Themenkreise:"Bibliotheken als Orte des kulturellen Gedächtnisses","Wissenschaftliche Bibliotheken" und"Bibliotheken als Architek­ turen des Wissens". Am Abend des ersten Symposionstages wurde in Kooperation mit dem Oldenbourg-Verlag die neu verfasste Geschichte der Städtischen Sammlungen/Stadtbibliothek/Wiener Stadt- und Landesbibliothek/Wienbiblio­ thek präsentiert. Der Band von Julia Danielczyk/ Sylvia Mattl-Wurm/ Christian Mertens(Hg.): Das Gedächtnis der Stadt. 150 Jahre Wienbibliothek im Rathaus, Wien/ München: Oldenbourg 2006, bietet erstmals einen umfassenden Rückblick auf die Ge­ schichte der Bibliothek und lotet die zeitge­ nössische Bedeutung dieses Wissensortes aus. Die Rolle von Wiens größter wissenschaftlicher Bibliothek zur Kunst-, Kultur- und Geistes­ geschichte der Stadt wird darin sowohl aus der Binnenperspektive der Institution wie auch aus dem Blickwinkel von Künstlerinnen und Künstlern, Wissenschaftlerinnen und Wissen­ schaftlern sowie Benützerinnen und Benützern beschrieben, deren kreative Arbeiten sich mit der Wienbibliothek auf besonders intensive Weise verbinden. Neben Beiträgen, die chronologisch von der Gründung bis zur Neupositionierung der Bibliothek in den letzten Jahren reichen, bietet der Band Aufsätze und Essays, die exem­ plarisch auf ihre mannigfaltigen Bestände eingehen. Friederike Mayröcker hat dafür den Text"Archiv" verfasst, der sich auf die Über­ gabe ihres literarischen Archivs an die Hand­ schriftensammlung der Bibliothek bezieht. Norbert Linke berichtet von seinen lang­ jährigen Arbeiten für seine zahlreichen Publikationen zu Johann Strauss in der Musiksammlung. Edward Timms erzählt von seinen Recherchen zu Karl Kraus, Günter Krenn von seinen Studien am Bestand von Helmut Qualtinger. In den Beiträgen werden neben sozial- und stadtgeschichtlichen auch literatur-, film-, theater- und musikwissen­ schaftliche Aspekte behandelt, zu denen die Wienbibliothek wertvolles Quellenmaterial anbietet. Der Band beweist damit die starke Präsenz der Wienbibliothek in der aktuellen Kunst- und Forschungslandschaft. Präsentation von Sonderbeständen der Wienbibliothek Die Wienbibliothek präsentierte im Juni 2006 das Digitalisierungsprojekt www.schubert-online.at. Im Rahmen eines vom Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Wien initiierten und koordinierten Projekts(Projektleiter: Univ.-Prof. Dr. Gernot Gruber)"Online content management system for Vienna music institutions" digitalisierte die Musiksammlung ihren gesamten Bestand an Schubert-Autographen. Dieses Projekt wurde vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds(WWTF) finanziell unter­ stützt. Durch die Digitalisierung wurde eine elektronische"Sicherungskopie" des Bestands angelegt. Ein Material schonender weltweiter Fernzugriff wird nun gewährleistet. 77 Wienbibliothek im Rathaus Damit handelt die Wienbibliothek im Sinne der Ziele des UNESCO-Programms"Gedächtnis der Menschheit"(Memory of the World), in das ihre Schubert-Sammlung 2001 aufgenommen wurde. Das Digitalisierungsprojekt, das auch bei der Jahreskonferenz der International Association of Music Libraries(IAML) in Göteborg, beim Österreichischen Bibliothekartag in Begrenz und bei der von der Wienbibliothek gemeinsam mit dem IFK veranstalteten Tagung"Das Gedächtnis der Stadt. Zum kulturellen Wandel städtischer Bibliotheken" präsentiert wurde, erreichte große internationale Beachtung. Im Juni 2006 startete die Wienbibliothek eine neue Clubbing-Schiene "Word Up! Musik& Lesen", welche in den kommenden Jahren jeweils zu Semesterbeginn und –ende statt­ finden soll. Die Premiere von"Word Up!" im Juni mit DJ Boutros Boutros und der Schauspielerin Liese Lyon war Werken H. C. Artmanns gewidmet, während DJ Drehli Robnik im Oktober des Jahres Beats zu Büchern und Lieder übers Lesen sowie Bibliotheksszenen aus 70 Jahren Filmgeschichte präsentierte. Im Rahmen der bis April 2006 laufenden Ausstellung"Man darf nicht leben, wie man will" Gerhard Fritsch- Schriftsteller in Österreich(1924- 1969), fand im März ein von Kurator Stefan Alker moderiertes Podiumsgespräch mit Evelyne Polt-Heinzl und Alfred Pfoser statt. Eine weitere begleitende Veranstaltung zur Ausstellung war die Filmvorführung des 1967 verfilmten Romans von Gerhard Fritsch"Moos auf den Steinen"(Regie: Georg Lhotsky) im Wiener Metro Kino in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria. Im September beteiligte sich die Wienbiblio­ thek an der in den großen Wiener Traditions­ cafés veranstalteten zweiten Wiener Krimi­ nacht. Für die Lesung aus Werken der Krimi­ sammlung H. C. Artmanns konnte Karl Markovic gewonnen werden. Die Veranstaltung musste aufgrund des großen Andrangs via Kamera in die Vorräume des Bibliotheks­ bereiches übertragen werden. In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst/Wien stellte die Wien­ bibliothek im November die Publikation von Brigitte Felderer/ Ernst Strouhal(Hg.): Rare Künste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst, Wien: Springer 2006, im Heiligenkreuzerhof vor. Im Begleitprogramm zeigte, wie schon bei der Eröffnung der Ausstellung, Magic Christian historische Zauberkunststücke Johann Nepomuk Hofzinsers. Um die für 2007 geplante Kochbuchausstellung zu promoten, organisierte die Bibliothek die Buchpräsentation: Walter Meissl:"Brrr, knurrt die Suppe und das Ei. Ein bedenk­ liches Kochbuch", Wien: Verlag Anabas 2006. Veranstaltungen zu Jubiläen diverser Wiener Persönlichkeiten Bereits 2004 konnte die Wienbibliothek den umfangreichen Nachlass des Hörspielpioniers Franz Hiesel(1921-1996) übernehmen, der sowohl eigene Texte als auch Hörspielmanus­ kripte von Ingeborg Bachmann, Gerhard Fritsch und vielen anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Korrespondenzen mit Hörspielautorinnen und-autoren sowie Rund­ funkdramaturginnen und-dramaturgen, eine Sammlung von Tonbändern und eine thema­ tisch einschlägige Bibliothek beinhaltet. Anlässlich seines 85. Geburtstages organisierte die Wienbibliothek im Mai des Jubiläumsjahres eine Hörspieltagung. Internationale und nationale TeilnehmerInnen, wie der Berliner Rundfunkdramaturg Peter Gugisch oder Kurt Neumann(Literarisches Quartier Alte Schmiede), Konrad Zobel (Redaktionsleiter Literatur und Hörspiel des ORF) und Hilde Haider-Pregler(Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, 78 Wienbibliothek im Rathaus Universität Wien) hielten Vorträge zur Funktion Franz Hiesels innerhalb der Entwicklung des österreichischen Hörspiels nach 1945. Im Juni konnte Christian Mertens anlässlich des 80. Todestages eine Biografie des Wiener Bürgermeisters Richard Weiskirchner(1861-1926) die er aus den Nachlassbeständen der Wienbibliothek verfasste, präsentieren. 2006 jährte sich auch der 100. Geburtstag des weltbekannten Mathematikers Kurt Gödel (1906-1978). Ihm widmete die Wienbibliothek, die hunderte Briefe Gödels aus Princeton an seine Familie in Wien besitzt, eine Vitrinen­ ausstellung und einen Abend mit einem Vortrag von Karl Sigmund, einer Lesung von Wolfgang Muhr sowie einer Filmeinspielung "Kurt Gödel- ein mathematischer Mythos", von Peter Weibel und Werner Schimanovich, ORF, 80 min, 1986. Aus diesem Abend entstand das Hörbuch: Kurt Gödel:"Ich habe manchmal Heimweh nach Wien". Ferdinand von Saar, dessen Nachlass sich ebenfalls in der Handschriftensammlung befindet, wurde anlässlich des 100. Todestages durch eine Abendveranstaltung mit dem Literaturwissenschaftler Karlheinz Rossbacher und der Literaturwissenschaftlerin Evelyne Polt-Heinzl sowie einer Lesung aus den "Wiener Elegien"(Chris Pichler) gewürdigt. Die Veranstaltungsreihe Kunst in der Musiksammlung Die Veranstaltungsreihe"Kunst in der Musik­ sammlung" in den Loos Räumen, organisiert und moderiert von Otto Brusatti, präsentiert seit Herbst 2004 österreichische und inter­ nationale Musikerinnen und Musiker, teilweise auch in Kombination mit bildenden Künst­ lerinnen und Künstlern, Schriftstellerinnen und Schriftstellern und Kulturschaffenden, deren Oeuvre sich auf Bestände der Musiksammlung bezieht bzw. relevante musikalische WienThemen interpretiert und umsetzt. 2006 nahm ein Teil der Veranstaltungen die Jahresthemen W. A. Mozart und Sigmund Freud auf, wie beispielsweise die Abende mit dem Tuppy Trio, mit Michael Heltau, Manfred Wagner, Christoph Kiefhaber und dem Ensemble zwiefoch und mit dem Intendanten des Mozartjahres Peter Marboe. Der Maler und Grafiker Gerhard Gutruf stellte in den Räumlichkeiten der Musiksammlung seinen Bilderzyklus"Variationen" vor und wurde am Pianoforte von Emma Schmidt begleitet. Agnes Palmisano, Rudi Koschelu und Fredi Gradinger präsentierten Wienerlieder, Walter Soyka spielte auf seiner chromatischen Wiener Knopfharmonika, Bertl Mütter spielte sein Posaunenvarieté. Hervorzuheben ist die Kooperation mit Studenten und Absolventen der Franz-Liszt-Musikhochschule Budapest, die einen Abend Béla Bartók widmeten. Zwei CD-Präsentationen schlossen den fulmi­ nanten, immer sehr gut besuchten Veranstal­ tungsreigen der Musiksammlung ab: Das Ensemble zwiefoch+ stellte die neue CD"3 für Weihnachten und eins für Silvester" und Bertl Mütter"Mütters Müllerin" dem Publikum vor. Durch die Veranstaltungen, die zumeist mit der Präsentation originaler Musikautographe kombiniert werden, konnte die Musiksammlung rund 740 Besucherinnen und Besucher gewinnen. Presseveranstaltungen 28.4.2006 Pressekonferenz "Eröffnung Jubiläumsjahr" gem. mit Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Altes Rathaus Wien 18.5.2006 Presseführung Ausstellungseröffnung"Rare Künste. Zauberkunst in Zauberbüchern" in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst, Ausstellungskabinett 20.7.2006 Pressefrühstück "Wienbibliothek backstage", Lesesaal 24.8.2006 Pressefrühstück "Wienbibliothek backstage", Musiksammlung 79 Wienbibliothek im Rathaus 7.12.2006 Pressekonferenz "Übernahme der Bibliothek des Integrationsfonds" gemeinsam mit Stadträtin Sonja Wehsely, Seminarraum 13.12.2006 Pressekonferenz Ausstellungseröffnung"Ich mache nur, was ich liebe"(Marcel Prawy) gemeinsam mit Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Roland Geyer, Christoph Wagner-Trenkwitz, Elisabeth Gürtler und Helmuth Lenhardt, Lesesaal SAMMLUNGEN Erwerbung, Erschließung und Benützung Im März 2006 wurde die Dokumentation der Wienbibliothek als eigene Organisations­ einheit bestätigt und mit Isabella WasnerPeter als Leiterin besetzt. Zu den Aufgaben der Dokumentation zählen u. a. die Weiterführung des Tagblattarchives, die Auswertung von in Wien erscheinenden Zeitungen nach Wien relevanten Artikel, die Führung des Gedenk­ tageindexes und der Personendokumentation. Der Online-Katalog der Druckschriften­ sammlung enthielt mit Ende des Jahres 2006 rund 484.000 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und der Aufarbeitung der Nachlässe betrug 12.500 Bände. Neben dem Ankauf aktueller Literatur konnten auch wertvolle antiquarische Bücher angekauft werden, darunter die kulturhistorisch überaus wertvolle Kinderbuchsammlung des Antiquars Christian Nebehay oder die besonders wert­ vollen Druckwerke"Chymische Schriften des am Hofe Rudolfs II tätigen polnischstämmigen Chemikers Michael Sendivogius aus dem Jahr 1749, sowie die Briefsammlung"Epistolae" des italienischen Humanisten Franciscus Philelphus aus dem Jahr 1542, ein Druck aus der Werk­ statt des bedeutenden Wiener Frühdruckers Singriener. Die Privatbibliothek von Wolfgang Hilger mit ihrem Fokus auf die zeitgenössische öster­ reichische Kunstszene war die bedeutendste größere Erwerbung der Druckschriften­ sammlung. Die Handschriftensammlung erhielt mehrfach Geschenke wie etwa eine Sammlung von Briefen, die Kurt Gödel an seine Mutter bzw. an seinen Bruder aus Princeton ge­ schrieben hat. Edward Timms widmete der Bibliothek anlässlich des 150-Jahr–Jubiläums einen Brief von Karl Kraus an Fritz Wittels aus dem Jahr 1906, geschenkweise kam auch ein Brief von Henriette Strauss in die Hand­ schriftensammlung; als Dauerleihgabe wurde ein Konvolut von Briefen und Werkmanu­ skripten von Johann Nestroy(Leihgabe von Prof. Othmar Nestroy auf Lebenszeit) über­ nommen. Von Johann Nestroy konnte auch ein überaus interessantes frühes Manuskript"Dreißig Jahre aus dem Leben eines Lumpen" angekauft werden. Nachlässe erwarb die Wienbibliothek von Eva Bakos, Hannes Schneider, Günther Nenning, den und Ernst Haeussermann. Mit dem Erwerb des Vorlasses von Helmut Peschina konnte die Handschriftensammlung auch einen wichtigen Schritt in die Richtung des Erwerbes von Materialien zur Theater-, Film – und Medien­ geschichte gehen. Der Katalog der Handschriftensammlung enthielt Ende 2006 235.000 Autographen und Nachlässe. Aus dem historischen Manuskript-Archiv Doblinger erwarb die Musiksammlung die Bestände von Eugene Hartzell, W. A. Mozart, Franz Schumann sowie Franz und Joseph Franz Wagner. Weiters kaufte die Musiksammlung die Nachlässe der Unterhaltungsmusiker Thomas Siegmund und Simon Zakel sowie Splitter­ nachlässe der aus dem Umfeld Hugo Wolfs zählenden Familie Köchert und von Oskar Grohe. Das wertvollste Einzelstück, das die Musik-sammlung 2006 erwarb, ist die autographe Druckvorlage des Liedes"Wer sein holdes Lieb verloren" aus dem"Spanischen Liederbuch" Hugo Wolfs. 80 Wienbibliothek im Rathaus Die Plakatsammlung konnte 2.200 Neu­ zugänge aus der regulären Erwerbung über die Gewista verzeichnen. Der Katalog enthielt Ende 2006 rund 113.000 Plakate. Die Dokumentation wurde im Jahr 2006 um die Katalogisierung von rund 6.000 Zeitungs­ artikel erweitert. 20 laufende Publikations­ reihen- Tages-, Wochen- und Monatszeitungen - wurden dafür ausgewertet. Die Arbeiterkammer hat im Frühjahr 2006 rund 100 Schachteln mit Zeitungsausschnitten, die im wesentlichen den Eurokommunismus zum Thema haben, der Wienbibliothek zur Ein­ ordnung ins Tagblattarchiv übergeben. Zeitungsausschnittsammlungen aus dem Wiener Schubertinstitut sowie aus dem Nach­ lass Otto Kreilisheim wurden ins Tagblattarchiv eingearbeitet. In den"Gedenktageindex" wurden rund 750 Personen neu aufgenommen, über 3.000 Datensätze wurden überarbeitet. Die 127 Seiten starke"Gedenktageliste 2007" wurde im August an Behörden und Magistratsdienst­ stellen ausgeliefert. Ältere Biographien der Personendokumentation wurden gesichtet, gesäubert und in 110 Ordnern neu aufgestellt. Die"Chronik der Stadt Wien", die bis in das Jahr 1923 zurückreichend auf Karteikarten, die in 25 Karteiladen untergebracht sind, kommu­ nale, politische und kulturelle Tagesereignisse, Ausstellungen, Tagungen, Feierlichkeiten, bemerkenswerte Theateraufführungen und Todesfälle, sofern sie für Wien von Bedeutung sind, chronologisch geordnet anführt, wurde im Sommer 2006 im Informationsbereich der Wienbibliothek frei zugänglich aufgestellt. STATISTISCHE KENNZAHLEN BENÜTZUNG UND BESUCHER Druckschriftensammlung: 6.308 Benützer/innen 17.468 ausgegebene Medien 4.666 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Handschriftensammlung: 1.449 Benützer/innen 2.970 ausgegebene Medien 361 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Musiksammlung: 1.055 Benützer/innen 5.962 ausgegebene Medien 1.384 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Plakatsammlung: 117 Benützer/innen 1.973 ausgegebene Medien 368 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen Dokumentation: 703 ausgegebene Medien(Tagblatt-Archiv) 930 behandelte Anfragen, Beratungen und Recherchen BesucherInnen Veranstaltungen: 1.500 Besucher/innen Lesesaal Wienbibliothek 740 Besucher/innen Musiksammlung 123 Personen Presse- und Medien­ veranstaltungen 2.363 Personen gesamt Benützer/innen, Besucher/innen (Veranstaltungen, Führungen) gesamt 2006 7.972 Personen(BenützerInnen, BesucherInnen) 2.400 Personen(Führungen) 10.372 Personen gesamt KULTURVERMITTLUNG Die Wienbibliothek verfolgt auf verschiedenen Ebenen der Kulturvermittlung das Ziel, den Bekanntheitsgrad der Institution zu erhöhen, Sonderbestände an neue Teilöffentlichkeiten (inklusive Kinder und Jugendliche) zu kommu­ nizieren und angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Disziplinen Germa­ nistik, Literaturwissenschaft, Theater-, Film 81 Wienbibliothek im Rathaus und Medienwissenschaften, Kunst- und Kulturwissenschaften, Geschichte, Zeitge­ schichte, Musikwissenschaft und verwandten Studienrichtungen den Umfang und die Attraktivität der fünf Sammlungen zu kommunizieren. Von den im Jahr 2006 durchgeführten 120 Führungen belaufen sich ca. 70 auf Führungen durch die Sammlungen für Studenten und interessierte Personengruppen, 35 auf Sonderführungen durch laufende Ausstellungen. Zehn Führungen wurden für Kinder zwischen 6- und 13 Jahren und fünf Führungen für spezielle Personengruppen wie Sponsoren und Kooperationspartner gehalten. Während der Ausstellung"Rare Künste. Zauberkunst in Zauberbüchern" wurde ein eigens für Kinder erarbeitetes didaktisches Vermittlungsprogramm durchgeführt. BESTANDSERHALTUNG, BESIEDLUNG und AUSSTATTUNG DES TIEFSPEICHERS Die Arbeitsgruppe Bestandserhaltung der Wienbibliothek im Rathaus erarbeitete 2006 einen Rahmenplan für Notfallmaßnahmen, für dessen Umsetzung 2007 zahlreiche organisa­ torische und teilweise auch budgetwirksame Maßnahmen erforderlich sein werden. Eine neue Prioritätenliste für Restaurierungen wird sicherstellen, dass die beschränkten Kapazi­ täten der Bibliothek vor allem jenen Beständen zugute kommen, die am dringendsten restauriert werden müssen. Der 2005 fertig gestellte Tiefspeicher der Wienbibliothek im Rathaus wurde 2006 mit dem Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der österreichischen Architekten ausge­ zeichnet. 2006 konnten in den Tiefspeicher die einzeln katalogisierten Handschriften übersiedelt werden. Die rund 230.000 Handschriften wurden dabei in neue säurefreie Kartons umgelagert. Die Übersiedlung der nach ihrer Provenienz – vorwiegend in Kartons gelagerten - Nachlässe wurde begonnen, dabei werden die Materialien in neue säurefreie Mappen und Kartons umgelagert und die notwendigsten bestandserhaltenden Maßnahmen durch­ geführt, wie etwa die Entfernung von schäd­ lichen Materialien(Büroklammern, Klebe­ streifen). Die Nachlassverzeichnisse und Bestandslisten, die ja an der Lagerung in den Kartons orientiert sind, müssen dabei entsprechend angepasst werden. Die Einrichtung des Tiefspeichers für die Plakatsammlung wurde 2006 abgeschlossen. Das international einmalige Plakatlagersystem des Wiener Architekturbüros Embacher ermöglicht nun eine konservatorisch einwand­ freie und für den täglichen Arbeitsablauf optimale Aufbewahrung der wertvollsten Plakate der Wienbibliothek im Rathaus. Die Plakatsammlung begann auch mit der Übersiedlung der Sammlung in den Tief­ speicher. Das seit Jahren unbefriedigend gelagerte Archiv der Plakatierungsgesellschaft Gewista wird bei der Übersiedlung katalogi­ siert, dabei wird auch von jedem Plakat ein Foto für den Plakatkatalog angefertigt. 2006 wurden rund 6.000 Plakate katalogisiert und fotografiert. RESTITUTION Von der Wiener Restitutionskommission wurden im Jahr 2006 fünf Berichte behandelt, darunter eine direkte Erwerbung aus jüdi­ schem Besitz(Sammlung Ludwig Friedrich), bei der die Suche nach Rechtsnachfolgern erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Die vier übrigen Vorlagen beziehen sich auf Werke mit Provenienzvermerken österreichischer Jüdinnen und Juden, in denen die verdichteten Indizien – etwa die Erwähnung einer Bibliothek in der Vermögenserklärung 1938 – eine Entziehung dieser Bücher sehr wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Zahl der mangels aussagekräftiger Hinweise und Unterlagen nicht einzu­ schätzenden Erwerbungen aus der Wien­ bibliothek, darunter solche von anderen Dienststellen, unbekannten Personen oder dem Dorotheum, konnte auf 53 mit insgesamt 252 82 Wienbibliothek im Rathaus Objekten weiter abgesenkt werden. In den meisten Fällen wurden allerdings bereits alle zugänglichen Quellen konsultiert, weshalb eine Klärung nur mehr über externe Stellen oder Personen erfolgen kann. Zu diesem Zweck sind diese Objekte über die Datenbanken www.lostart.de und www.kunstrestitution.at (Nationalfonds der Republik Österreich) abrufbar. Darüber hinaus sind in der 2006 online gestellten Kunst-Datenbank des Nationalfonds 21 Objekte von der VUGESTA(anonymes jüdisches Vermögen), 37 Objekte mit Provenienzvermerken von möglicherweise durch Dritte geschädigten Jüdinnen und Juden sowie die Bestände der Sammlung Holzmann (ca. 200 Druckschriften und 200 Autographen) sowie die Sammlung Richter(ca. 2.000 Objekte) verzeichnet. In diesen beiden Fällen blieb die Suche nach Rechtsnachfolgern auch 2006 ergebnislos. EIGENE AUSSTELLUNGEN "Man darf nicht leben, wie man will" Gerhard Fritsch- Schriftsteller in Österreich(1924- 1969) 17.11.2005-18.04.2006, Ausstellungskabinett Wienbibliothek Kuratoren: Stefan Alker, Hermann Böhm Die Schau, die zur Gänze aus dem umfang­ reichen 2004 erworbenen Nachlass von Gerhard Fritsch gestaltet wurde, führte tief in die Spannungsfelder des literarischen und öffentlichen Lebens im Österreich der Fünfziger und Sechziger Jahre. Die Ausstellung bot die bislang umfangreichste Dokumentation des literarisch-künstlerischen Engagements und des privaten Lebens von Gerhard Fritsch. Zur Ausstellung erschien ein wissenschaftlicher Sammelband im Verlag Sonderzahl mit Beiträgen von Alois Brandstetter, Evelyn PoltHeinzl, Wendelin Schmidt-Dengler und zahlreichen anderen namhaften Autorinnen und Autoren. (Stefan Alker/ Andreas Brandtner(Hg.): Gerhard Fritsch. Schriftsteller in Österreich, Wien: Sonderzahl 2005) " Ich habe manchmal Heimweh nach Wien" Kurt Gödel(1906-1978) 20.6.2006 – 28.7.2006, Katalogzimmer Handschriftensammlung, Vitrinenausstellung Kuratorin: Julia Danielczyk Anlässlich des 100. Geburtstages von Kurt Gödel konzipierte die Handschriftensammlung eine Vitrinenausstellung mit einer Auswahl von in der Sammlung befindlichen Briefen und Fotos von Kurt Gödel. Diese stammen aus den Jahren 1945 bis 1972 und stellen Zeugen der persönlichen Seite des genialen Logikers dar. Sie erzählen von seiner Freundschaft zu Albert Einstein, seiner Bezie­ hung zu seiner Familie und zu seiner Heimat­ stadt Wien, enthalten immer wieder philoso­ phische Betrachtungen und dokumentieren Gödels zunehmende Vereinsamung und Isolation. "Rare Künste. Zauberkunst in Zauber­ büchern" 19.5. 2006- 24. 11. 2006, Ausstellungskabinett Wienbibliothek KuratorInnen: Brigitte Felderer, Julia KönigRainer, Ernst Strouhal Die Ausstellung"Rare Künste. Zauberkunst in Zauberbüchern" thematisierte und visualisierte die Zauberkunst und ihre Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert. Als"Kunst der freundlichen Täuschung" zählt die Zauberkunst zu den ältesten und am weitest verbreiteten Formen der Unterhaltung. Im 19. Jahrhundert waren Wiener Zauber­ künstler wie Ludwig Döbler(1801-1864) oder Johann Nepomuk Hofzinser(1806-1875) internationale Stars ihrer Zeit. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen Zauberbücher aus der Wienbibliothek, die in der Lesekultur des 18. Jahrhunderts eine Blüte erlebten und viele unterschiedliche Funktionen hatten: Als Aufklärung über die Täuschung, als 83 Wienbibliothek im Rathaus Werbebrief für Magier oder als Anleitung, um selbst zu zaubern. Das umfassende Begleitbuch von Brigitte Felderer/ Ernst Strouhal(Hg.): Rare Künste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauber­ kunst, Wien: Springer 2006, wurde im November im Zuge eines Symposions zur Geschichte und Theorie der Zauberkunst im Heiligenkreuzerhof präsentiert. "Wann ordnest Du Deine Bücher?" Die Bibliothek H. C. Artmann 17. 11. 2006- 30.4. 2007, Katalogzimmer der Handschriftensammlung Kuratoren: Marcel Atze, Hermann Böhm Zum Nachlass H. C. Artmanns(1921-2000), der 2004 an die Wienbibliothek kam, gehört eine etwa 3500 Bände umfassende Bibliothek, die für die Erschließung seines literarischen Werks von enormer Bedeutung ist, aber auch verblüffende Einblicke in die Biographie des Autors liefert. Im November 2006 wurde die Dichter­ bibliothek geschlossen aufgestellt und besondere Exponate, wie etwa Widmungs­ exemplare, aus dem Nachlass des Dichters präsentiert. Zur Ausstellung ist ein umfassen­ des Begleitbuch im Verlag Sonderzahl erschienen.(Marcel Atze/ Hermann Böhm (Hg.):"Wann ordnest Du Deine Bücher?" Die Bibliothek H. C. Artmann, Wien: Sonderzahl 2006) "Ich mache nur, was ich liebe" Marcel Prawy 14. Dezember 2006- 13. April 2007 Ausstellung der Wienbibliothek in Kooperation mit: Theater an der Wien, Volksoper Wien, Haus der Musik und Hotel Sacher Kurator: Norbert Rubey Im Juli 2004 wurde der Nachlass Marcel Prawys mit in seiner Art einmaligen Materialien in 750 Umzugskartons der Wienbibliothek übergeben. Seither erfolgte die Sichtung, Säuberung und Ordnung dieses umfangreichen Materials. Anlässlich des 95. Geburtstages Prawys zeigte die Wienbibliothek an insgesamt sechs promi­ nenten Ausstellungsorten, teilweise ehe­ maligen Wirkungsstätten Prawys, seit Dezember einen umfassenden Überblick. Das Ausstellungskabinett der Wienbibliothek ver­ suchte Prawys Auseinandersetzung mit dem Musiktheater und der Oper zu visualisieren, die Musiksammlung präsentierte Prawy als Autor, Lehrer und Plattenproduzent, die Volkoper Wien thematisierte seine Bedeutung für das Musical und die Operette in Österreich. Prawy als"Opernführer der Nation" und sein mediales Talent wurde im Theater an der Wien gezeigt, der"Privatmann Prawy" war im Haus der Musik zu sehen und das Hotel Sacher erinnerte an Prawys Hotelleben in seinen zehn letzten Lebensjahren. Das umfassende Begleitbuch zur Ausstellung ist im Verlag Amalthea erschienen.(Norbert Rubey(Hg.):"Ich mache nur was ich liebe" Marcel Prawy, Wien: Amalthea 2006) "Szenenwechsel"- Wiener Theaterplakate nach 1945 April-Oktober 2006 in der Tschechischen Republik ( Prag, Brünn, Pilsen, Jablonec) Wanderausstellung Kurator: Markus Feigl Unter der Vielzahl der in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Wien entstandenen Plakate nehmen die Theaterplakate ob ihrer hohen künstlerischen Qualität eine Sonderstellung ein. In der Ausstellung"Szenenwechsel" wurden herausragende und in der über­ wiegenden Mehrzahl preisgekrönte Ankün­ digungsplakate von Wiener Theatern gezeigt, die sowohl einen Überblick über die Ent­ wicklung des österreichischen Grafic Designs als auch über das Theater- und Kulturleben in der Stadt Wien gaben. 84 Wienbibliothek im Rathaus AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN INTERNATIONAL/NATIONAL Für eine Reihe von Ausstellungen im In – und Ausland wurden Ausstellungsobjekte zur Verfügung gestellt. - Mahleriana(Jüdisches Museum Wien, 20.9.2005-8.1.2006) - geheimsache:leben(Neustifthalle Wien, 26.10.2005-8.1.2006) - Friedrich Gulda zum 75. Geburtstag (Österreichisches Theatermuseum, 4.12.2005-16.4.2006) - Österreich in Kultur und Geschichte (03.2006-06.2006, Brüssel; 18.09.­ 26.10.2006 Bundeskanzleramt) - Manès Sperber(Jüdisches Museum Wien, 10.1.-20.3.2006) - Le désir e la Beauté. La Wiener Werkstätte et e Paris Stoclet.(MAK, 17.2.-28.5.2006) Wien, Kunst und Musik(Masuda, Japan, 03.03.-05.06.2006) - Lorenzo da Ponte – Aufbruch in die neue Welt(Jüdisches Museum Wien, 21.03.­ 17.09.2006) - Gödels Jahrhundert – Gödel’s Century (Kleiner Lesesaal der Universität Wien, Hauptgebäude, 26.4.-6.5.2006; Palais Palffy, Wien, 15.5.-15.6.2006; Museumsquartier, Ovalhalle, 11.7.-7.8.2006) - Die Tafelrunde. Egon Schiele und sein Kreis. (Österreichische Galerie Belvedere, 14.5.­ 24.9.2006) - Das letzte Wort der Kunst. Heinrich Heine und Robert Schumann zum 150. Todesjahr (Heinrich Heine-Institut, Kunsthalle Düsseldorf, 12.3-11.6.2006) - Mozart. Experiment Aufklärung(Da Ponte Institut, Albertina, 17.3.-20.9.2006). - Fritz Grünbaum:"Grüß mich Gott!" (Österreichisches Theatermuseum im Mährischen Landesmuseum Brünn, 21.3.­ 9.9.2006) -"Ich schwelge in Mozart" – Mozart im Spiegel von Johannes Brahms(Brahms-Institut an der Musikhochschule, Villa Eschenburg, Lübeck, 28.4.-30.9.2006) -"Papageno backstage. Perspektiven auf Menschen und Vögel"(Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 19. 5. – 29. 10. 2006) - Der Kinetismus. Eine unwienerische Avantgarde um 1920.(Wien Museum, 24.5.– 1.10.2006) - Zwischen Poesie und Musik. Robert Schumann – früh und spät(Stadtmuseum Bonn, 29.6.-8.10.2006) - Flucht nach Wien. Ungarn 1956(Wien Museum, 7.9.2006-7.1.2007) - Ernst Waldinger zum 110. Geburtstag. (Literaturhaus Wien, 13.9.-18.10.2006). - Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt (Wien Museum, 28.9.2006-25.2.2007). - Wissen in historischen Kinder- und Schulbüchern(Universitätsbibliothek Wien, 12.10.-31.12.2006) - Das Führerzimmer(Volkstheater Wien, 5.10.­ 20.11.2006) - Arthur Schnitzler – Affairen und Affekte. (Theatermuseum Wien, 12.10.2006­ 21.01.2007) - Friedhöfe in Hernals. Die letzten Gärten (Bezirksmuseum Hernals, 16.10.2006­ 12.02.2007) - Stefan Zweig(1881-1942). Briefe weit hinaus in die Welt hinaus.(Bürgerstiftung, Holzhausenschlösschen, Frankfurt/M., 31.10.­ 1.12.2006) - Felix Salten. Schriftsteller, Journalist, Exilant (Jüdisches Museum Wien, 5.12.2006­ 18.03.2007) Darüber hinaus stellt die Wienbibliothek eine Reihe von Leihgaben für die Dauerausstellung in der Mozartwohnung(Wien Museum) zur Verfügung. TEILNAHME AN FACHKONGRESSEN Mitarbeiter/innen der Bibliothek haben an folgenden wissenschaftlichen Tagungen und Kongressen zum Teil mit eigenen Beiträgen teilgenommen: 13.–19.3.2006 Wien: "Tanz-Signale 2006" veranstaltet vom Wiener Institut für Strauss-Forschung gemeinsam mit der Universität für Musik und darstellende Kunst und der Universität Wien 85 Wienbibliothek im Rathaus 21.-24.3.2006 Dresden: Netzwerk Bibliothek: 95. Deutscher Bibliothekartag 11.–14.4.2006 Belgrad: Universität der Künste: Konferenz"Musical Culture and Memory" 10.-12.5.2006 Salzburg: KOOP-LITERA Tagung 2006 – 12. Arbeitstagung der österreichischen Literaturarchive, Literaturhaus Salzburg 24.-26.5.2006 Neulengbach: Hörspieltagung in der"Villa Berging" 18.–23.6.2006 Göteborg: Jahreskonferenz der International Association of Music Libraries, Archives und Documentation Centers(IAML) 1.-5.7.2006 Schwechat 32. Internationale Nestroy-Gespräche 2006 19.-22.9.2006 Bregenz: Österreichischer Bibliothekartag 14.9.2006 Wien: Jubiläumssymposium zu 10 Jahre Österreichisches Literaturarchiv 12.10.2006 Wien: "Wissen in historischen Kinder- und Schulbüchern", veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendbuchforschung 19.-20.10.2006 Wien: "Das Gedächtnis der Stadt. Funktionen und Wandel städtischer Bibliotheken." Wienbibliothek im Rathaus, Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften 23.10.2006 Wien: Herausgebergespräch der Raimund-Ausgabe 21.-27.12.2006 Madrid und Salamanca:"Mozart en Espana" 30.10.2006 Aktive Teilnahme an der Vortragsreihe an der Universität für angewandte Kunst: 86 "Forschungsschwerpunkt Magie und Aufklärung" 6.-8.12.2006 München "Die Klänge einer europäischen Region: Musikkulturen des Banat", Haus des Deutschen Ostens, München Projekte und Kooperationen Kooperation mit dem Institut für angewandte Musikwissenschaft und Psychologie(iamp) Das Hauptziel des vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds geförderten Projekts"Online Content Management System for Vienna Music Institutions" ist es, ein online abruf- und editierbares, universell einsetzbares Content Management System zu schaffen, mit Hilfe dessen Archive, Sammlungen, Museen und musikwissenschaftliche Institute ihre Bestände nach musikwissenschaftlichen Gesichtspunkten verschlagwortet veröffent­ lichen können. Das Zielpublikum besteht sowohl aus Wissenschaftlern als auch aus kulturell interessierten Laien. Die Wienbibliothek im Rathaus nahm mit dem Digitalisierungsprojekt"www.schubert­ online.at", einer virtuellen Sammlung der Autographe Franz Schuberts, gleichzeitig ein Referenz-Archivierungs- und Publikations­ system für die Darstellung von digitalisierten Handschriften im Internet, an dem Gesamt­ projekt teil. Kooperation mit dem Österreichischen Literaturarchiv(ÖLA) Die internationale Jahresschrift"Sichtungen", die seit 1998 im Verlag Turia+ Kant(Wien) erscheint, ist ein gemeinsames Projekt des ÖLA und der Wienbibliothek und widmet sich interdisziplinär dem Themenkomplex Archiv, Bibliothek und Literaturwissenschaft. Sie steht damit im Aufgabenbereich kulturwissenschaft­ licher Grundlagenforschung. In der Vergangen­ heit, von Band 1-7, wurde ein besonderer Schwerpunkt auf Fragen zu Theorie und Praxis der Erschließung von Nachlässen und Auto­ graphen im Feld von Literaturarchiven, Wienbibliothek im Rathaus modernen Handschriftensammlungen und ähnlich gelagerten Institutionen gelegt. Ab Jg. 8/9 werden in der Printversion themen­ orientierte Bände erstellt, die eine grund­ sätzliche Behandlung bislang unbearbeiteter oder vernachlässigter Forschungsfelder zum Ziel haben. Das Internet-Portal KOOP-LITERA, das seit Mai 2001 online ist, ist ebenfalls eine Initiative des Österreichischen Literaturarchivs, der Öste­ rreichischen Nationalbibliothek und der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus. Ziel ist der Aufbau und die Koordi­ nation eines Netzwerks zwischen Institutionen, die moderne Nachlässe und Autographen er­ werben, erschließen, bewahren und der Öffent­ lichkeit zugänglich machen. Das Vorhaben knüpft an das mit zahlreichen Partnern von 1997 bis 2001 vom Österreichischen Literatur­ archiv durchgeführte Projekt"Koordination der datenunterstützten Vernetzung österreichischer Literaturarchive" an. Bereits in der Eingangs­ phase wurden in diesem Rahmen die regel­ mäßigen Arbeitstagungen der österreichischen Literaturarchive und verwandter Institutionen etabliert. Kooperation mit dem Pädagogischen Institut des Bundes in Wien Das Seminar zur"Österreichische Medien­ wahrheit nach 1945", eine Fortbildungsanstalt für Lehrer an Höheren Schulen, findet regel­ mäßig zu einem Teil in der Wienbibliothek statt. Dabei werden neben einer Führung durch das Tagblattarchiv auch Vorträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bibliothek angeboten. Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst Die im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek veranstaltete Ausstellung"Rare Künste. Zauberkunst in Zauberbüchern" und das Begleitbuch von Brigitte Felderer/ Ernst Strouhal(Hg.): Rare Künste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst, Wien: Springer 2006 entstanden in Kooperation mit Lehrenden und Studenten der Universität für Angewandte Kunst. Begleitend zur Ausstellung: eine wissen­ schaftliche Vortragsreihe zum Forschungs­ schwerpunkt"Magie und Aufklärung" an der Universität für angewandte Kunst Wien. Kooperation mit den Institut für Film-, Medien- und Theaterwissenschaften der Universität Wien Das vom"Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung" geförderte Projekt"Hörinszenierungen österreichischer Literatur(1945-2000)" startete im Mai 2006 unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Hilde Haider-Pregler. Ausgangspunkt für dieses groß angelegte Projekt ist der Nachlass des österreichischen Schriftstellers und Rundfunkdramaturgen Franz Hiesel(1921–1996), der sein über Jahrzehnte gesammeltes Material zur Hörspielkunst der Wienbibliothek hinterlassen hat. Der österreichische Literat Hiesel gilt als Pionier und Drehscheibe der internationalen Hörspielgeschichte. Ziel des Forschungs­ projektes ist die Neubewertung der Hörspiel­ geschichte Österreichs und die Edition einzelner historischer Hörspielproduktionen. Kooperation mit Kulturkontakt Austria und ARGE Germanistik Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Wienbibliothek wurde ein Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe unter dem Titel"Lebendige Bibliothek" aus­ geschrieben. Gesucht wurden kreative und kritische Texte zur Vision einer Wienbibliothek im Jahr 2056. In Kooperation mit Kultur Kontakt Austria und der ARGE Germanistik hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an Schreibworkshops mit be­ kannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern, wie Bodo Hell oder Marie Thérèse Kersch­ baumer, teilzunehmen. 87 Wienbibliothek im Rathaus Kooperation mit dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Zum Ausklang des Jubiläumsjahres der Wienbibliothek wurden im Rahmen eines zweitägigen Symposiums, das gemeinsam vom IFK und der Wienbibliothek organisiert wurde, Rolle und Funktion städtischer Bibliotheken als "Orte des Gedächtnisses" diskutiert. Kooperation mit dem Filmarchiv Austria Im Rahmen der Ausstellung der Wienbibliothek "Man darf nicht leben, wie man will" Gerhard Fritsch- Schriftsteller in Österreich(1924 ­ 1969), präsentierte das Filmarchiv Austria gemeinsam mit der Wienbibliothek einen Filmabend im Wiener Metro Kino. Zu sehen waren die Filme"Zu Gast bei Christine Busta und Gerhard Fritsch" aus dem Jahr 1966 und "Moos auf den Steinen" aus dem Jahr 1968. Kooperation mit der MA 7- Literatur Die Stadt Wien stiftet unter dem Titel"H. C. Artmann-Preis" einen Preis, der für heraus­ ragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik vergeben wird. Anfang Dezember wurde dieser von Bernhard Denscher in Vertretung des Stadtrates Andreas Mailath-Pokorny in den Räumlichkeiten der Musiksammlung der Wienbibliothek an Ferdinand Schmatz ver­ liehen. Unter den Ehrengästen befanden sich Friedrich Achleitner, Gert Jonke und Peter Rosei. Kooperation mit der MA 17 ­ Magistratsabteilung für Integrations- und Diversitätsangelegenheiten Anlässlich der Übernahme und Fertigstellung der Katalogisierung der Bibliothek des Integrationsfonds durch die Wienbibliothek luden Stadträtin Sonja Wehsely und Sylvia Mattl im November zu einer gemeinsamen Pressekonferenz. Kooperation mit WienXtra – Ferienspiel "Rein ins Rathaus!" 2006 Im Sommer konzipierte die Wienbibliothek im Rahmen der Ausstellung„Rare Künste. Zauber­ kunst in Zauberbüchern“ ein Vermittlungspro­ gramm für 6- bis 13-Jährige mit dem Ziel, die Institution Bibliothek durch die in der Aus­ stellung gezeigten Zauberbücher und andere spannende Exponate in spielerischer Form vorzustellen und begreiflich zu machen. Kooperation mit dem WDR Im Oktober fand im RadioKulturhaus(Wien) eine Live Matinee des WDR in Zusammenarbeit mit der Wienbibliothek und dem ORF statt. Die meistgehörte WDR-4-Sonntagssendung präsentierte ein Wiener Portrait mit Werken der Strauss-Dynastie, Schrammelmusik, Wiener"Gassenhauern" und Kompositionen von Mozart, Schubert u.a. Kooperation mit der ÖsterreichRumänischen Gesellschaft Aus Anlass des 55-jährigen Bestehens der Österreich-Rumänischen Gesellschaft wurde eine Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der Musiksammlung der Wienbibliothek organisiert. Kooperation mit der Frauenzeitschrift AUF Präsentation des Buches von Britta Cacioppo, Eva Geber, Traude Korosa(Hg.):"AUFbrüche. Feministische Portraits und Lebensbilder", Wien: Mandelbaum 2006, in den Räumlich­ keiten der Wienbibliothek. Diese Textsammlung umfasst literarische und journalistische Porträts und Lebensberichte, die in der"AUF- Eine Frauenzeitschrift" in drei Jahrzehnten erschienen sind. Kooperation mit Volksoper Wien, Theater an der Wien, Hotel Sacher, Haus der Musik Im Dezember, anlässlich des 95. Geburtstages von Marcel Prawy, wurden an sechs promi­ nenten Orten und ehemaligen Wirkungsstätten Prawys erstmals große Teile des umfassenden Nachlasses in einer von der Musiksammlung der Wienbibliothek kuratierten Schau der Öffentlichkeit präsentiert. Die inhaltliche und organisatorische Kooperation mit den drei Musikinstitutionen Volksoper Wien, Theater an der Wien, Haus der Musik und Prawys letzter Wohnstätte, dem Hotel Sacher, erwies sich als äußerst medien­ wirksame und erfolgreiche Konstellation. 88 Wienbibliothek im Rathaus Öffentlichkeitsarbeit& Sponsoring Im Zuge der Neupositionierung konnte im Jahr 2006 neben der Umbenennung auch ein Schwerpunkt in Richtung verbesserte Public Relations-Arbeit und Sponsoring gelegt werden. Als eine Maßnahme ist die personelle Aufstockung zu nennen. Durch eine Stelle für Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring wurde auf dem Public Relations Sektor die Möglichkeit geschaffen, auf Basis des umfangreichen Veranstaltungsprogramms des Jubiläumsjahres und in Kenntnis der vorliegenden Image- und Akzeptanzanalyse die Kommunikation zu Opinion Leadern, Multiplikatoren und öster­ reichischen Medienvertretern und damit die mediale und öffentliche Präsenz der Wien­ bibliothek zu verstärken. Aufgrund der Vielzahl an Veranstaltungen, der Vielfältigkeit der Themen, der hohen Auflage an gedruckten Werbemitteln und der Intensivierung der Kooperationen mit anderen Institutionen konnten gleichzeitig mehrere Kommunikationsschienen geöffnet werden, um für die Wienbibliothek relevante, interne und externe gesellschaftliche Gruppierungen anzusprechen. Darauf aufbauend wird sich die Publik Relations der Wienbibliothek in den nächsten Jahren darauf konzentrieren, weitere Szenen anzusprechen bzw. bestehende zu binden, den Dialog fortzusetzen, zu forcieren und damit ihre Position als moderne, kulturwissen­ schaftliche Institution zu festigen. Im Bereich Fundraising und Sponsoring wurde 2005 mit einem umfangreichen Sponsoring­ konzept der Grundstein für den Kommuni­ kationsstart der Wienbibliothek mit öster­ reichischen Wirtschaftsbetrieben gelegt. Im Laufe des Jahres 2006 konnten erstmals für Einzelprojekte und Ausstellungen Sponsoring­ verträge mit Firmen abgeschlossen werden. 89 Wien Museum WIEN MUSEUM OFFENE BESUCHER/INNEN FREUNDLICHE ATMOSPHÄRE IM WIEN MUSEUM KARLSPLATZ Anknüpfend an den Relaunch des Museums, die Einführung der neuen Dachmarke"Wien Museum" und die Verbesserung der Arbeits­ platzsituationen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wien Museums in den Jahren zuvor, erfolgte 2006 ein dringend notwendiger Umbau im Publikumsbereich des Wien Museums Karlsplatz. Grundlage für den Umbau war ein 2005 mit Unterstützung der MA 19 durchgeführter Wettbewerb, zu dem sieben Architekturbüros eingeladen worden waren. Die Jury(Hermann Czech, Günter Lausch, András Pálffy, Marta Schreieck, Hemma Fasch, Dieter Bogner, Wolfgang Kos, Angelica E. Röhr unter Beratung durch Bruno Maldoner- BDA) ermittelte das Projekt des Architektenteams BWM als das am besten geeignete, um im Dialog mit der originalen Bausubstanz aus den 1950er Jahren – Architekt war Oswald Haerdtl – neue Akzente im Museum zu setzen und funktionale Verbesserungen herbeizuführen. Das sanfte Face-Lifting des Gebäudes, das 1959 als erstem Museumsneubau der Zweiten Republik errichtet wurde, ermöglichte durch gezielte architektonische Eingriffe ein- dem neuen Selbstverständnis des Hauses als Ort der Be-gegnung entsprechendes- modernes offenes besucherInnenfreundliches Foyer zu schaffen. Der im ersten Stock des Hauses neu ge-schaffene Sonderausstellungsraum steigert die qualitative und quantitative Flexibilität der Sonderausstellungen des Wien Museums. Der Umbau konnte nicht bei laufendem Betrieb durchgeführt werden, weshalb das Haus von 30.1. 2006 bis 26.4. 2006 geschlossen war. Der Umbau brachte eine Steigerung des Bewusstseins für BesucherInnenorientierung mit sich und führte zur Einrichtung einer BesucherInnen-Informationsstelle unmittelbar im Kassenbereich. Dieses zusätzliche Auskunfts- und Orientierungsangebot ist organisatorisch Teil der neu benannten Abtei­ lung"Vermittlung, Bildung und BesucherInnen­ service", die seit dem Relaunch 2003 mit neuer Qualität und Intensität arbeitet. Die Anbote der Abteilung werden vom Publikum des Museums gerne angenommen. RESÜMEE- ABTEILUNG VERMITTLUNG, BILDUNG UND BESUCHERINNENSERVICE Im Jahr 2006 fanden im Wien Museum und seinen Außenstellen insgesamt 1327 Führungen statt. Davon waren 718 Schul­ klassen unterschiedlicher Altersstufen, 197 Erwachsenengruppen und 412 Öffentliche Führungen, die von EinzelbesucherInnen in Anspruch genommen wurden. Trotz dreimona­ tiger Schließzeit fanden die meisten Führun­ gen(667) im Hauptgebäude am Karlsplatz statt, bei den Außenstellen wurden primär das Uhrenmuseum(257), die Hermesvilla(181) und die Römischen Ruinen(159) besucht. Die Sonderausstellungen"Großer Bahnhof" (143),"Wien war anders"(110) und"Flucht nach Wien"(83) wurden am stärksten gebucht. Ein differenziertes Vermittlungspro­ gramm wurde aber zunächst für die Ausstel­ lung"Schau mich an" in der Hermesvilla entwickelt –"Guido", ein Porträtmalbogen für Kinder ab 6 Jahren, und"Hohlköpfe im Zauberwald", riesige Papiermachéköpfe im Rahmen des Sommerferienspiels(278 Teil­ nehmerInnen). August Staudas Fotografien luden unter dem Motto"Wien war anders" zu einem Vergleich mit heute ein, daher veran­ stalteten wir erstmals Stadtexpeditionen (Lichtental, Spittelberg, Ratzenstadl). Jugendliche ab 14 Jahren wurden vor allem mit den dreistündigen Workshops"Speed – ein Endlos-Fries" von Rolf Laven in der Aus­ stellung"Kinetismus" angesprochen und konnten ihre dort entstandenen Werke bei einer eigenen Präsentation im Atrium ihren Eltern und Freunden vorstellen. Ehemalige SchülerInnen von Franz Cizek wurden zu einem Klassentreffen ins Wien Museum 90 Wien Museum eingeladen, um nach einem Ausstellungsrund­ gang Erinnerungen an ihren Kunstlehrer auszutauschen. Bei der im Herbst eröffneten Schau"Großer Bahnhof" boten wir zwar eben­ falls Stadtexpeditionen(Nord- und Südbahn­ hof) an, aber sonst lag der Schwerpunkt ganz auf den jüngsten MuseumsbesucherInnen: Eine eigene Kinderschiene in der Ausstellung selbst wurde durch Modellbahnanlagen im Atrium und einen eigenen Kinderguide er­ gänzt; mit Schaffnerzangen können die richtigen Antworten im"Fahrplan" gelocht werden. Neben verstärkt angebotenen Kinderführungen stand auch das Weihnachts­ ferienspiel am 24. Dezember ganz im Zeichen des Bahnhofs; Programmhöhepunkt war wieder interaktives Kindertheater mit Ingeborg Schwab, die diesmal als Welten­ bummlerin"Madame Lockerl" auf die ehe­ malige Schaffnerin"Betty Beißzange" traf. Mit der Ausstellung"Photo: Barbara Pflaum" wurden dann wieder stärker Jugendliche an­ gesprochen, die sich mit Wahrheit und Mani­ pulation von Zeitungsbildern auseinander setzen können. In den Dauerausstellungen favorisierten Erwachsene die Überblicksführung"Wien im Zeitraffer"(26), Schulklassen kamen hingegen vor allem zum Thema Türkenbelagerungen unter dem Titel"Diwan vor den Toren Wiens" (49). Zudem wurden im vergangenen Jahr zu folgenden Themen neue Führungsprogramme entwickelt: "Pfaffen, Pest und Prunkpaläste. Wien vom Barock bis zur Aufklärung"(Führung für Erwachsene im Wien Museum Karlsplatz) "Verkauft’s mei’ G’wand, ich fahr’ in Himmel… Der Tod in Wien"(Führung für Erwachsene im Wien Museum Karlsplatz) "... der beste Ort von der Welt. Ein Spaziergang durch Mozarts Wien"(Führung für Schulklassen im Wien Museum Karlsplatz) "Ein Streifzug durch die"Zeit-Geschichte" (Führung für Erwachsene im Uhrenmuseum) "Artis sola domina necessitas. Die Notwendig­ keit allein ist die Herrscherin der Kunst" (Führung für Erwachsene im Otto Wagner Pavillon Karlsplatz) Zu den besonderen Veranstaltungen 2006 zählte gleich zu Jahresbeginn ein dreitägiges Mozartfest für Kinder unter dem Titel "… der beste Ort von der Welt. Ein Stadtspaziergang mit Mozart im Wien Museum"(27.-29. Jänner). Am 20. Mai wurde der Kunstplatz Karlsplatz u.a. mit Gratisführungen im Wien Museum eröffnet. In der Langen Nacht der Museen am 7. Oktober standen im Wien Museum Karlsplatz Kinder- und Erwachsenen­ führungen durch die Ausstellung"Großer Bahnhof", Führungen für Jugendliche zum Thema"Newcomer in Town" und Kurz­ führungen zu den drei Highlights Waldmüller, Grillparzer und Klimt am Programm."Panem und circenses"(Brot und Spiele) hieß es in den Römischen Ruinen Hoher Markt, und im Uhrenmuseum konnte die astronomische Kunstuhr des Frater Cajetano bewundert werden. Als neues Vermittlungsformat wurden 2006 biografische Gesprächskreise(in Zusammen­ arbeit mit der Dokumentation lebensge­ schichtlicher Aufzeichnungen der Universität Wien mit Gert Dressel) etabliert, an denen durchschnittlich 10-15 SeniorInnen teil­ nehmen, die zu einem vorgegebenem Thema von ihren persönlichen Lebenserinnerungen erzählen. Während 2005/2006 ganz unter der Fragestellung"Schöner Wohnen im Gemeindebau?" stand, gelten die aktuellen Zusammentreffen 2006/2007 ganz der Vorbereitung auf die Ausstellung"Im Wirtshaus". Neben Informationsveranstaltungen für LehrerInnen im Rahmen der aktuellen Sonderausstellungen wurde im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Institut der Stadt Wien (Barbara Dmytrasz) intensiviert. Für AHSGeschichtslehrerInnen wurden spezielle Workshops konzipiert und durchgeführt: "Wien im Aufbruch zur Moderne"("Geschichte lebendig gemacht – Lernen im Museum" anhand eines Teilbereichs der Dauerausstel­ lung im Wien Museum Karlsplatz) "Geschichte der Stadtstrukturen Wiens – das 91 Wien Museum Mittelalter"("Theoretisches und Praktisches für Lehrausgänge" anhand der Neidhart Fresken und der Virgilkapelle) Mit der Wiedereröffnung des Haupthauses am 27. April wurde im neu gestalteten Eingangs­ und Kassabereich das BesucherInnenservice eingerichtet und hat sich für unmittelbare Anfragen/ Auskünfte/ Informationen bewährt. Ab 11. Mai wurde nach Übersiedlungs- und Erneuerungsarbeiten der Studienraum im Wien Museum Karlsplatz wieder geöffnet und steht dem Publikum für(wissenschaftliche) Recherchen zur Verfügung. Die Öffnungszeiten und die Studienraumordnung finden sich auf der Homepage des Wien Museums: http://www.wienmuseum.at/170.asp " WIEN MUSEUM IN DER STADT" DOKUMENTATION IN DER VITRINE DES HOCHHAUSES HERRENGASSE 6-8 Seit 9. August 2006 bespielt das Wien Museum die 22 Quadratmeter große Vitrine beim Eingang des Hauses Herrengasse 6-8. Eine erste Annäherung an dessen Geschichte ist die Dokumentation"Wiens erstes Hochhaus – eine Stadterregung". FORSCHUNG Forschungskooperation Neidhart-Fresken Das Gesamtprojekt"Mathematical Methods for Image Analysis and Processing in the Visual Arts" steht unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Peter Markovich und wird vom WWTF gefördert. Projektpartner sind unter anderem Univ.-Prof.DI Mag. Wolfgang Baatz(Akademie der Bildenden Künste Wien, Institut für Konservierung und Restaurierung). Dieses Projekt entwickelt neue Methoden für die Ausführung von realistischen Anwendungen im Bereich der mathematischen Bildbearbeitung und Vision, der Restaurierung von Gemälden und der Kreation von visuellen Kunstwerken. In einem Teil des Gesamtprojektes werden Methoden für die virtuelle Restaurierung der Wandmalereien der sogenannten"Neidhart­ fresken" entwickelt, Fehlstellenbereiche können anhand von Differenzialgleichungen vervoll­ ständigt werden, Präsentationsmöglichkeiten entwickelt und Varianten der Retusche demonstriert werden. Forschungskooperation mit der Universität Wien Kooperation mit der"Dokumentation lebens­ geschichtlicher Aufzeichnungen" am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Univer­ sität Wien im Rahmen der"Gesprächskreise" des Wien Museums. Thema im Jahr 2006 war: "Im Wirtshaus", Kontaktpersonen: Dr. Gert Dressel und Dr. Günther Müller Diplomarbeiten Elvira Attenbrunner, Das römische Hügel­ gräberfeld im Schubrecherinwald(Diplomarbeit Universität Wien 2007). Für die Forschungs­ arbeit wurde ein Fundkomplex aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien gewählt, der durch das Inventarisierungs­ projekt zuvor definiert worden ist. FWF-Projekt"Die Terra Sigillata Manufakturen von Westerndorf und Pfaffenhofen", Projektleiterin: Univ. Prof. Dr. Verena Gassner (Institut für Archäologie, Universität Wien), Projektmitarbeiterin: Mag. Silvia Radbauer Es handelt sich um ein Forschungsfondprojekt, das von Seiten des Wien Museums tatkräftig unterstützt wurde, da in den Sammlungen des Wien Museums zahlreiche Objekte aus den angeführten Manufakturen vorhanden sind. Anna Buelacher,"Die Arche Noah"- ein mehrteiliger Leinwandfries von Oskar Laske aus dem Jahr 1918. Untersuchung und Dokumentation des circa 80 m langen Frieses und Konservierung und Restaurierung eines exemplarischen Gemäldes, entstanden an der Akademie der Bildenden Künste, Institut für Konservierung-Restaurierung, Moderne und zeitgenössische Kunst, Leitung: Univ.Prof.Mag. Gerda Kaltenbruner. Der Oskar-Laske Fries ist Teil der Sammlung des Wien Museums. 92 Wien Museum Semesterarbeit von Studenten der Universität für Angewandte Kunst, Institut für Konser­ vierung und Restaurierung, Leitung: o.Univ. Prof.Mag.Dr. Gabriela M. Krist, Projektbetreuung: Dr. Martina Griesser, Universität für Angewandte Kunst, Institut für Konservierung und Restaurierung Titel: Lagerungs- und Aufbewahrungskonzept für das Archäologie-Depot(K17) Wien Museum. Die Studentinnen haben an­ schließend das schriftliche Konzept im Rahmen eines Ferienjobs umgesetzt. Die zur Aufbe­ wahrung verwendeten Laden und Schränke wurden mit Materialien ausgestattet, die den konservatorischen Richtlinien entsprechen und eine stabilere Lagerung gewährleisten. LEHRE Susanne Breuss, gem. mit Franz X. Eder, Geschichte des Konsumierens in Österreich im (späten) 19. und 20. Jahrhundert, Ring­ vorlesung an der Universität Wien, Winter­ semester 2006/07 Monika Sommer-Sieghart, gem. mit Christine Haupt-Stummer, Museum,"Ausstellung& Wissen" LV im Rahmen des SciMedia Lehr­ gangs für Wissenschaftskommunikation am IFF-Wien, SS 2003, WS 2005/2006 Universität Klagenfurt RESTITUTION Im Zuge der Restitution wurden 17 Objekte rückgestellt. Darunter befanden sich u.a. ein Gemälde von Ferdinand Georg Waldmüller "Familie Gierster" aus der Sammlung Franz und Melanie Popper, eine Zeichnung von Gustav Klimt"Studie zum Universitätsfresko Die Medizin" aus der Sammlung Dr. Heinrich Rieger und ein Gemälde von Theodor Hörmann "Der alte Mehlmarkt im Winter" aus der Sammlung Dr. Adolf Guido Redlich(alias Adolphus Redley). Die Gemälde"Makart-Salon" von Anton Romako, 1887,"Das Atelier des Künstlers" von Gottlieb Kempf von Harten­ kampf, um 1904,"Lisl Goldarbeiter" von Sergius Pauser, 1929, Fotos und ein Zeitungs­ druck aus der Sammlung Josef Isidor Fleischner konnten als Rückkäufe wieder in die Sammlung aufgenommen werden. Das letztgenannte Porträtgemälde wurde vom Verein der Freunde des Wien Museums für die Museumssammlung rückgekauft. Der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus stellte ab Oktober eine Kunstdatenbank online, für die das Wien Museum Daten zu Erwerbungen von der Vugesta, von Julius Fargel, vom Dorotheum, aus dem sonstigen Kunsthandel und aus Zuweisungen von öffentlichen Stellen mit zahlreichen Digitalfotos beistellte. Damit ist erstmals eine Gesamtliste abrufbar, die sich aus Objektlisten der einzelnen Bundes- und Landesmuseen Österreichs zusammensetzt und laufend aktualisiert wird. DIGITALISIERUNG/INVENTARISIERUNG/ NEUERWERBUNGEN Im Zuge der digitalen Erfassungen des Sammlungsbestands mittels des EDVProgramms"Artefact" lagen zu Jahresende 515.786 Dateneinträge vor. Inventurarbeiten wurden an 309.210 Sammlungsobjekten durchgeführt. Zu den bedeutendsten Neuerwerbungen zählen die Gemälde"Fabrikanlagen bei Kaisermühlen" von Emil Jakob Schindler, 1869, und"Blick aus dem Fenster zum Kahlenberg" von Franz Lerch, um 1927, der Abschluss des Ankaufs der Piatnik-Spielkartensammlung von Hans Norbert Fluch mit Spielkarten aus der zweiten Hälfte des 19. und ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Legospieltisch "Landschaften" mit den Umrissen Wiens von Jun Yank, 2006. LEIHGEBUNGEN Mit Leihgaben war das Wien Museum an 32 Ausstellungen im Inland, 29 Ausstellungen in Europa Ausland und an zwei Ausstellungen im außereuropäischen Ausland beteiligt. 93 Wien Museum NEUERUNGEN/RESTAURIERUNGEN IN DAUERAUSSTELLUNGEN Zu Beginn des Mozart-Gedenkjahres wurde das generalsanierte"Mozarthaus Vienna" in der Domgasse 5 eröffnet und damit die aus diesem Anlass neu gestaltete historische MozartWohnung im 1. Obergeschoß wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Eröff­ nungsfeierlichkeiten fanden vom 27. bis 29. Jänner unter großem Publikumszuspruch statt. Der inhaltlich gewählte Zugang mit einem authentischen Schauplatz ist ein gelungenes Beispiel für hohe museologische und touris­ tische Ansprüche. In diesen drei Tagen kamen 9.898 Besucher. Bis zum Ende des Jahres konnten insgesamt 203.098 Besucher gezählt werden. Das Department Archäologie und Geschichte bis 1500 gestaltete im Zuge der Umbauarbeiten im Wien Museum Karlsplatz die ur­ und frühgeschichtliche Schausammlung neu und ließ außerdem Steinsockeln für römische Steindenkmäler und Fürstenfiguren aus dem Stephansdom anfertigen. In den Römischen Ruinen Hoher Markt wurden Ausstellungsvitrinen umgestaltet und mit zweisprachigen Bereichstexten(deutsch, englisch) sowie anschaulichen Graphiken ausgestattet, weiters ein Informationstext im Eingangsbereich und neue Beschriftungen angebracht sowie die Bodenmarkierungen erneuert. In den Römischen Bauresten am Hof wurde der Ziegelkanal restauriert. PUBLIKATIONEN VON MUSEUMSMITARBEITER/INNEN Sándor Békési Die Tradition der Randlage. Wiener Bahnhöfe im Verkehrsnetz der Stadt, in: Wolfgang Kos, Günter Dinhobl(Hg.), Grosser Bahnhof. Wien und die weite Welt(332. Sonderausstellung des Wien Museums, in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien), Wien 2006, S. 110-119. Stürmisch und unaufhaltsam? Motorisierung und Politik im Wien der 50er Jahre, in: Christian Rapp(Hg.), Spurwechsel. Wien lernt Auto fahren(Buch zur gleichnamigen Sonder­ ausstellung im Technischen Museum Wien, 12. Okt. 2006 – 28. Feb. 2007), Wien 2006, S. 76­ 83. Die subversive Kraft des Kontrafaktischen. Zur politischen Geschichte des Stadtverkehrs, in: dérive. Zeitschrift für Stadtforschung, Okt.­ Dez. 2006, H. 25, S. 8-12. Susanne Breuss Die Hygienisierung der Hausfrau. Zur Popula­ risierung moderner Sauberkeitsnormen in der Haushaltsratgeberliteratur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, in: Angelika Klampfl/ Margareth Lanzinger(Hg.): Normativität und soziale Praxis. Gesellschaftspolitische und historische Beiträge, Wien 2006, S. 108-119. Modernität als Norm. Das Leitbild der"neuen Hausfrau" in der Haushaltsratgeberliteratur der Zwischenkriegszeit, in: Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung, NF 41(2005), S. 77-89. Herausgeberschaft(gemeinsam mit Franz X. Eder): Konsumieren in Österreich. 19. und 20. Jahrhundert, Innsbruck/Wien/Bozen 2006. "Verliebt in einen Kobold". Zur kulturellen Konstruktion haushaltstechnischer Konsum­ güter – am Beispiel des Staubsaugers, in: Susanne Breuss, Franz X. Eder(Hg.): Konsumieren in Österreich. 19. und 20. Jahrhundert, Innsbruck/Wien/Bozen 2006, S. 124-146. Barbara Pflaums Wienerinnen. Ein Buchprojekt zwischen Skandal, Klischee und Eigensinn, in: Wolfgang Kos u.a.(Hg.): Photo: Barbara Pflaum. Bildchronistin der Zweiten Republik, Wien 2006, S. 264-271. 94 Wien Museum Ein Antisystem der alltäglichen Verhältnisse (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 4.2.2006, S. 2. Mit junger Automobilistin nach Altenburg (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 4.3.2006, S. 2. Exotische oder frivole Bananenmetaphorik? (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 1.4.2006, S. 2. Schmuck am sozialdemokratischen Feiertag (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 29.4.2006, S. 2. Warum der Matrosenanzug so beliebt war (= Fotoglosse "schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 27.5.2006, S. 2. Ein Picknick im Vorfeld des Krieges (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 24.6.2006, S. 2. Riesenzigarre über Wien. Der Besuch des Luftschiffes"LZ 127 Graf Zeppelin" vor 75 Jahren war ein Massenspektakel und Medienereignis, in: Wiener Zeitung Extra, 8.7.2006, S. 9. Vergängliche Architektur (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 22.7.2006, S. 2. Viel Aufsehen, wenig Stoff (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 5.8.2006, S. 2. Abschied mit Wiederkehr(= Fotoglosse "schwarz & weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 2.9.2006, S. 2. Zinnen als Hauptdarsteller(= Fotoglosse "schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 30.9.2006, S. 2. Siegeszug der"Sepplhose" (= Fotoglosse"schwarz& weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 28.10.2006, S. 2. Die schnelle Zigarette(= Fotoglosse"schwarz & weiß"), in: Wiener Zeitung Extra, 25.11.2006, S. 2. Wieder"richtige Weihnachten"(= Fotoglosse „schwarz& weiß“), in: Wiener Zeitung Extra, 23.12.2006, S. 2. Elke Doppler Sich malen lassen! Wiener Porträtmalerei im 18. und 19. Jahrhundert, in: Dies., Michaela Lindinger, Frauke Kreutler(Hg.): Schau mich an. Wiener Porträts, Katalog zur 329. Sonderausstellung des Wien Museums, Wien 2006, S. 37-53. Gem. mit Michaela Lindinger, Frauke Kreutler (Hg.): Schau mich an. Wiener Porträts, Katalog zur 329. Sonderausstellung des Wien Museums, Wien 2006, S. 37-53. Peter Eppel Gem. mit Béla Rásky, Werner Michael Schwarz im Auftrag des Wien Museums(Hg.), Katalog: Flucht nach Wien – Ungarn 1956, Wien 2006; Verzweiflung am Bahnsteig. Zitate von ZeitZeugen zu Flucht und Deportation, zusammen­ gestellt von Peter Eppel, in: Wolfgang Kos, Günter Dinhobl(Hg.), Katalog: Grosser Bahnhof. Wien und die weite Welt, Wien 2006, S. 139-141; Gem. mit Wolfgang Kos, Flucht und Deporta­ tion. Ohne Rückfahrkarte, in: Wolfgang Kos, Günter Dinhobl(Hg.), Katalog: Grosser Bahnhof. Wien und die weite Welt, Wien 2006, S. 350-357; Wo viele helfen, ist viel geholfen. Ungarn-Hilfe 1956/57 in Österreich, in: Ibolya Murber, Zoltán Fónagy(Hg.), Die Ungarische Revolution und Österreich 1956, Wien 2006, S. 431-462; Kein"Schlussstrich", sondern viele späte Restitutionen. Provenienzforschung, Erbensuche und Restitution der Museen der 95 Wien Museum Stadt Wien, in: Verena Pawlowsky, Harald Wendelin(Hg.), Enteignete Kunst. Raub und Rückgabe – Österreich von 1938 bis heute, Wien 2006, S. 200-208; Zeit im Bild, in: Wolfgang Kos, Gerald Piffl, Peter Stuiber, Susanne Winkler(Hg.), Katalog: Photo: Barbara Pflaum. Bildchronistin der Zweiten Republik, Wien 2006, S. 102-131. Wolfgang Kos Wolfgang Kos, Günter Dinhobl(Hg.): Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt(Katalog zur 332. Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006. Gem. mit Gerald Piffl, Peter Stuiber, Susanne Winkler(Hg.), Photo: Barbara Pflaum. Bildchronistin der Zweiten Republik(Katalog zur 334. Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006. Was bleibt von den fünfziger Jahren? Zur Ausstellung"Moderat Modern", in: Judith Eiblmayr, Iris Meder(Hg.), Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945,(326. Sonder­ ausstellung des Wien Museums), Wien 2006, S. 7-12. Preiswert, zweckmäßig, schön – Die Fachzeitschrift"Der Bau" als Zeitdokument, in: Judith Eiblmayr, Iris Meder(Hg.), Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945(326. Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006, S. 79-88. Eine neue Unmittelbarkeit: Zur Ausstellung Photo: Barbara Pflaum, in: Ders., mit Gerald Piffl, Peter Stuiber, Susanne Winkler(Hg.), Photo: Barbara Pflaum. Bildchronistin der Zweiten Republik(Katalog zur 334. Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006, S. 56-59. Gem. mit Monika Platzer, Ursula Storch, Vorwort: Der Kinetismus – eine unwienerische Avantgarde, in: Monika Platzer, Ursula Storch (Hrsg.), Kinetismus. Wien entdeckt die Avantgarde(331. Sonderausstellung des Wien Museums), Ostfildern-Ruit 2006, S. 6-7. 96 Schaut uns an. Einige Gedanken zu Gesichtern auf Bildern, in: Elke Doppler, Michaela Lindinger, Frauke Kreutler(Hg.), Schau mich an. Wiener Porträts(Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006, S. 6-9. Michaela Kronberger Gem. mit Marina Kaltenegger, Die Archäolo­ gischen Ausgrabungen im Innenhof des ehemaligen Niederösterreichischen Land­ hauses, in: Anton Eggendorfer, Wolfgang Krug, Gottfried Stangler(Hg.), Altes Landhaus. Vom Sitz der niederösterreichischen Stände zum Veranstaltungszentrum, Wien 2006, 10–17. Silbergefäße aus der Sammlung des Wien Museums. Fundort Wien 9, 2006, S. 106–127. Das frühe Vindobona/Wien, in: Franz Humer (Hg.), Legionsadler und Druidenstab. Vom Legionslager zur Donaumetropole. Katalog zur Sonderausstellung„2000 Jahre Carnuntum“ im archäologischen Museum Bad DeutschAltenburg, 21. März 2006 bis 11. Nov. 2007, Horn 2006, 85–95. Rolf Laven Franz Cizek – Lebensgeschichte eines Propheten mit beschränkter Wirkung, in: Monika Platzer, Ursula Storch(Hrsg.), Kinetismus. Wien entdeckt die Avantgarde (331. Sonderausstellung des Wien Museums), Ostfildern-Ruit 2006, S. 154-173. Michaela Lindinger Gem. mit Elke Doppler, Die Kunst des (Er)Scheinens oder das Porträt als soziales Medium, in: Elke Doppler, Michaela Lindinger, Frauke Kreutler(Hg.), Schau mich an. Wiener Porträts, Ausstellungskatalog, Wien 2006, S. 10-13. Ewigkeitsmaschinen. Menschenbild, Erinnerung und Museum, in: Elke Doppler, Michaela Lindinger, Frauke Kreutler(Hg.), Schau mich an. Wiener Porträts, Ausstellungskatalog, Wien 2006, S. 20-35. Wien Museum Walter Öhlinger Der Kaiser-Huldigungs-Festzug(Kommentar zu: Plakat für den Kaiser-Huldigungs-Festzug zum 60jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs, Farblithographie von Bertold Löffler, 1908), in: Peter Csendes und Günter Düriegl(Hg.), Wien-Edition, Bd. XVI, WE 1173 Demolierung der Brandstätte und am Salzgries (Kommentar zu: Demolierung der Brandstätte, Aquarell von Carl Goebel, 1875 und Demolie­ rung am Salzgries, Aquarell von Franz Poledne, 1901), in: ebd., WE 1175 Das Ratzenstadl, 1874(Kommentar zu: Fünf Ansichten des Ratzenstadls, Aquarell mit Tuschfeder und Deckweiß von Johann Wilhelm Frey, 1874), in: ebd., WE 1181 Flammen über dem Bahnhof. Der Bahnhof als politischer Schauplatz, in: Wolfgang Kos, Günter Dinhobl(Hg.): Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt(Katalog zur 332. Sonder­ ausstellung des Wien Museums), Wien 2006, S. 254-256. Div. Objektbeschreibungen in: Wolfgang Kos, Günter Dinhobl(Hg.): Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt(Katalog zur 332. Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006 Hans Ottomeyer, Jutta Götzmann, Ansgar Reiss (Hg.): Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806. Altes Reich und neue Staaten 1495 bis 1806.(Katalog zur 29. Aus­ stellung des Europarates im Deutschen Historischen Museum, Berlin) Dresden 2006. Reinhard Pohanka Die Herrscher und Gestalten des Mittelalters, Marixverlag, Wiesbaden 2006 Werner Michael Schwarz "Ungarn 1956" im österreichischen Kino- und Fernsehspielfilm, in: Ibolya Murber, Zoltán Fónagy(Hg.): Die ungarische Revolution und Österreich 1956, Wien 2006, S. 313-330. Felix Salten und das Kino, in: filmarchiv 39 (12/06-01/07), S. 48-57. Kino und Krieg, in: Historische Sozialkunde 3 (2006), S. 4-10. Karneval der Waren. Warenhaus und Über­ schreitung, in: Susanne Breuss, Franz X. Eder (Hg.): Konsumieren in Österreich 19. und 20. Jahrhundert, Wien 2006, S. 71-85. Gem. mit Peter Eppel, Béla Rásky, Flucht nach Wien, Ausstellungskatalog im Auftrag des Wien Museums, Wien 2006. Gem. mit Siegfried Mattl, Felix Salten. Annäherung an eine Biografie, in: dieselben (Hg.): Felix Salten: Schriftsteller – Journalist – Exilant, Ausstellungskatalog im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Wien 2006, S. 14-73. Gem. mit Siegfried Mattl,"Wurstelprater". Attraktionen& Populisten, in: dieselben(Hg.): Felix Salten: Schriftsteller – Journalist – Exilant, Ausstellungskatalog im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Wien 2006, S. 90-101. Gem. mit Siegfried Mattl,"Neue Menschen auf alter Erde". Gedächtnislandschaft Palästina, in: dieselben(Hg.): Felix Salten: Schriftsteller – Journalist – Exilant, Ausstellungskatalog im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Wien 2006, S. 142-153. Daniela Sommer Niederösterreichische Landesausstellungen ­ eine Kulturtradition mit Zukunft?, in: Manfred Wagner(Hg.), Niederösterreich und seine Kulturen, Wien 2006 Böhlau Verlag(= Band 3 von "Niederösterreich. Eine Kulturgeschichte von 1861- 2000"), S. 325–345. 97 Wien Museum Monika Sommer-Sieghart Historische Ausstellungen als"contested space", in: Johannes Feichtinger ua.(Hg.), Schauplatz Kultur – Zentraleuropa. Transdisziplinäre Annäherungen, Innsbruck­ Wien-München-Bozen 2006, S. 159-166. Imaging Vienna- Das Surplus von Wien. Stadterzählungen zwischen Ikonisierung und Pluralisierung, in: Dies., Marcus Gräser, Ursula Prutsch(Hg.), imaging vienna. innensichten außensichten stadterzählungen, Wien 2006, S. 9-19. Gem. mit Marcus Gräser, Ursula Prutsch(Hg.), imaging vienna. innensichten außensichten stadterzählungen, Wien 2006, S. 9-19. Ursula Storch Der Wiener Kinetismus. Ein avantgardistisches Experiment der Zwischenkriegszeit, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Heft 1/2006, Wien 2006, S. 66-79 Text im Bild. Schriftelmente im Kinetismus, in: Monika Platzer, Ursula Storch(Hrsg.), Kinetismus. Wien entdeckt die Avantgarde. Ausstellungskatalog Wien Museum, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2006, S. 118­ 125. Souvenir mit Zeitreisefaktor. Archiv Verlag, Wien 2006 Preludio: a ogni tempo la sua arte, all’ arte la sua libertà. Il mondo dell’ arte a Vienna intorno al 1900, in: Tobias Natter, Tomas Sherman, Thomas Trummer(Hrsg.), Schiele, Klimt, Kokoschka e gli amici viennesi, Milano 2006, S. 43-49. Susanne Winkler Gem. mit Christine Strahner, Lebenslauf, in: Dies., Wolfgang Kos, Gerald Piffl, Peter Stuiber (Hg.), Photo: Barbara Pflaum. Bildchronistin der Zweiten Republik(Katalog zur 334. Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006, S. 70-73. Gem. mit Christine Strahner, First Lady der österreichischen Pressefotografie. Eine biografische Collage, in: Dies., Wolfgang Kos, Gerald Piffl, Peter Stuiber(Hg.), Photo: Barbara Pflaum. Bildchronistin der Zweiten Republik(Katalog zur 334. Sonderausstellung des Wien Museums), Wien 2006, S. 74-85. Reingard Witzmann Die Pestsäule am Graben in Wien. Wiener Geschichtsblätter, Beiheft 4/2005, Wien 2006. "Sposi, amici, al ballo, al gioco". Zur Soziologie des Gesellschaftstanzes auf der Bühne und im Ballsaal, in: Herbert Lachmayer(Hg.), Mozart. Experiment Aufklärung im Wien des aus­ gehenden 18.Jahrhunderts, Ostfildern 2006, S. 403 –419. Wissenschaftliche Objektbeschreibungen, in: Herbert Lachmayer(Hg.), Mozart. Experiment Aufklärung im Wien des ausgehenden 18.Jahrhunderts, Katalogbuch zur gleich­ namigen Ausstellung des Da Ponte Instituts, Ostfildern 2006. Wissenschaftliche Einführung, in: Anton Mailly, Adolf Paar und Ernst Löger(Hg.), Sagen aus dem Burgenland, Wien 1931, aus der Buch­ reihe: Österreichische Sagen, Archiv Verlag (Reprint), Wien 2006, S. IIII – X. Wissenschaftliche Einführung, in: Emil Hofmann, Legenden und Sagen vom Stephansdom, Wien o. J., aus der Buchreihe: Österreichische Sagen, Archiv Verlag(Reprint), Wien 2006, S. IIII – X. Lisa Wögenstein Same Time, Other Stations, Different Worlds. Drei Bahnhofsbilder im Vergleich, in: Wolfgang Kos, Günter Dinhobl(Hg.), Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt, Wien 2006, S. 60-65. 98 Wien Museum VORTRÄGE VON MUSEUMSMITARBEITER/INNEN Sándor Békési Nostalgie oder Strukturkritik? Zur Moderne im Wiener Heimatschutz um 1900. Vortrag, gehalten am Internationalen Forschungs­ zentrum Kulturwissenschaften(IFK), Wien 20. April 2006. Heimatschutz als Auftraggeber. Stadtdokumentation zwischen Tradition und Moderne. Vortrag, gehalten im Wien Museum im Rahmen der Sonderausstellung"Wien war anders. August Stauda, Stadtfotograf um 1900", 29. Juni 2006. Susanne Breuss "Geschichte(n) unter der Fritierfettschicht. Alltagskultur sammeln und inventarisieren im Wien Museum" Tagung"Alltag sammeln. Inventarisieren als Kulturtechnik" veranstaltet von der Museumsakademie Joanneum in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien/ Abteilung Bau-, Alltags- und Umwelttechnik 23. März 2006, Technisches Museum Wien Ess- und Tischkultur der 1950er Jahre Gastvortrag im Rahmen eines Design-Moduls von Thomas Geisler und Martina Fineder, 11. Mai 2006, Technische Universität Wien Verliebt in einen Kobold. Zur kulturellen Konstruktion haushaltstechnischer Konsumgüter – am Beispiel des Staubsaugers. Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Geschichte des Konsumierens in Österreich im (späten) 19. und 20. Jahrhundert" von Susanne Breuss und Franz X. Eder, 24. November 2006, Universität Wien Wolfgang Kos "Das Museum und seine Besucher", Impulsstatement, Museumstag Eisenstadt, 17.10.2006 "Ein Großstadtmuseum – Zur Neupositionie­ rung des Wien Museums", ecm-Lehrgang an der Akademie der Angewanddten Künste, 9.6.2006 "Ein Großstadtmuseum – Zur Neupositionie­ rung des Wien Museums", Joanneum Graz, 18.4.2006 Michaela Kronberger Siedlungschronologie der canabae legionis an Hand der Gräberfelder von Vindobona, Vortrag an der Volkshochschule Meidling im Rahmen der Initiative Seniorarchäologie der Stadt­ archäologie Wien, 16. Jänner 2006. Titel: Siedlungschronologie der canabae legionis an Hand der Gräberfelder von Vindobona. Neue Forschungen zur Siedlungstopographie des römischen Vindobona. Vortrag an der Universität Wien für die Österreichische Gesellschaft für Archäologie, 16. März 2006. Reinhard Pohanka Der Vampir von Wien, Historisches Museum der Stadt Landshut,Deutschland, 21.2.2006 Eine Kulturgeschichte des Bades, TU Wien(als Lektor), 23.3.2006 Sammeln ist nicht genug- Finanzielle Aspekte, organisatorische Fragen und die Kostenwahrheit beim Aufbau einer Sammlung Tagung und Workshop Alltag sammeln: Inventarisieren als Kulturtechnik: TMW Wien 23. und 24. März 2006 Monika Sommer-Sieghart Rethinking Cultural Heritage – remapping curatorial practice. Vortrag, gehalten in der Österreichischen Nationalbibliothek, im Rahmen der SCOPE II Conference"Sites& Subjects. Narrating Heritage", 30. September 2006. Reingard Witzmann "Gross-Wien.Wäscher-Mädl-Ball", in: Peter Czendes und Günter Düriegl(Hg.),WienEdition, Band XVI, Wien 2006. Wiener Kaufrufe von Isa Jechl aus den Jahren 1902 bis 1914, in: Peter Czendes und Günter Düriegl(Hg.),Wien-Edition, Band XVII, Wien 2006. 99 Wien Museum AUSGEWÄHLTE EREIGNISSE An der Langen Nacht der Museen am 7. Okto­ ber nahmen das Wien Museum Karlsplatz, das Uhrenmuseum und die Römischen Ruinen unter dem Hohen Markt mit Sonderführungen, Musikdarbietungen und Spielprogramm teil. Der Marketing Club Österreich und der FinanzMarketing Verband hielten ihren Club-Abend am 6.6.2006 im Wien Museum Karlsplatz ab, Hannes Androsch referierte über seine Sicht der Dinge in Zeiten der globalisierten Welt­ wirtschaft. Der Hollywood-Schauspieler und KlimtDarsteller John Malkovich besichtigte am 30. April 2007 das Wien Museum, um das berühmte Bildnis"Emilie Flöge" im Original zu sehen. Der Hauptsponsor des Wien Museums, die Wiener Stadtwerke Holding AG erhielt für die Kooperation mit dem Wien Museum eine Anerkennung bei der Vergabe des Maecenas 2006. Sonderausstellungen 2006 WIEN MUSEUM KARLSPLATZ Moderat Modern. Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945 20. Oktober 2005 bis 29. Jänner 2006 Kuratorinnen: Judith Eiblmayr, Iris Meder, Renata Kassal-Mikula Grafik: AH Haller Ausstellungsarchitektur: Judith Eiblmayr mit Roland Graf(BWM Architekten) Bieder oder beachtlich? Österreichs Architektur der Nachkriegszeit auf dem Prüfstand Ein Hauch von Leichtigkeit, flott gekurvtes Espresso-Design, Träume in Glas und Neon. Waren die fünfziger Jahre in Österreich wirklich so schwungvoll? Oder waren sie geprägt von Biederkeit, einem restriktiven Kulturklima und einem obsessiven Streben nach Stabilität? 100 Die damals entstandenen Bauten sind Zeitzeugen dieser Ambivalenz: Sie sind "moderat modern", d.h. sie greifen die aktuellen Tendenzen in der internationalen Architektur auf, ohne die Zeitgenossen mit allzu radikalen Entwürfen vor den Kopf zu stoßen. Nach 1945 ging es um schnellen Wiederaufbau, möglichst ohne Diskussionen, die den gesellschaftlichen Konsens hätten gefährden können. Die Devise lautete: Verlässlichkeit statt Risiko, Sparsamkeit statt Großzügigkeit. "Wenn es einen typischen Stil der Wiederaufbau-Ära und eine architektonische Handschrift des offiziellen Österreich gibt, dann ist es eine zurückhaltende und angepasste Moderne – redlich, solid und funktional", so Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museums. Mit dieser, im heutigen Stadtbild oft"unsichtbaren", weil unbeachteten Architektur ging die nachfolgende Generation hart ins Gericht."Doch gerade die nicht revolutionäre, sondern eher nüchterne Architektur der fünfziger Jahre kann erst von der heutigen Generation, fünf Jahrzehnte nach ihrer Entstehung, anerkannt und vorurteilsfrei bewertet werden", so Judith Eiblmayr und Iris Meder, die Kuratorinnen der Ausstellung "Moderat Modern – Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945", mit der das Wien Museum im Gedenkjahr 2005 einen weiteren Akzent setzt. Eine Schlüsselfigur der Baukultur nach 1945: Erich Boltenstern Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Architekt, der wie kein anderer die"moderate Moderne" repräsentiert: Erich Boltenstern (1896-1991). Er war einer der meistbeschäf­ tigten Gestalter und Planer seiner Zeit, sein Ringturm für die Wiener Städtische Versiche­ rung, das erste"echte" Hochhaus in Wien, wurde vor genau fünfzig Jahren fertig gestellt und symbolisierte damals den Aufbruch in die Moderne. Im gleichen Jahr 1955 fand die glanzvolle Eröffnung der Staatsoper statt, deren Wiederaufbau ebenfalls Boltenstern geleitet hatte. Hier manifestierten sich gestalterische Zurückhaltung und groß­ Wien Museum koalitionäre Kompromissbereitschaft. In der Ausstellung"Moderat Modern" werden erstmals Pläne, Zeichnungen und Fotos aus dem Nachlass Erich Boltensterns gezeigt, ergänzt durch Schlaglichter auf RingstraßenBauten anderer Zeitgenossen, etwa Oswald Haerdtl oder Carl Appel. Ein eigenes Kapitel ist dem zur Zeit wieder diskutierten KahlenbergRestaurant gewidmet, einem bedeutenden Frühwerk Boltensterns, das vor genau 70 Jahren eröffnet wurde. Originalmöbel sind zu einer fünfziger Jahre-Lounge gruppiert und vermitteln ebenso Zeitfeeling wie die längst abgerissenen Firmenpavillons auf dem Wiener Messegelände, die in der Ausstellung mit Plänen, Fotos und einem Modell dokumentiert werden. Oswald Haerdtls legendärer Pavillon für Felten& Guilleaume gilt als eine Ikone der österreichischen Nachkriegsmoderne Katalog zur Ausstellung: Moderat Modern Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945 Farb- und Schwarzweißabbildungen broschierte Ausgabe, 248 Seiten erschienen im Verlag Anton Pustet, Salzburg 2005 ISBN 3-7025-0512-1 Männerwelten und Frauenzimmer. Intervention 3 in der Dauerausstellung. 15. September 2005 bis 29. Jänner 2006 Kuratorinnen: Roswitha Muttenthaler, Regina Wonisch Grafik: Alexander Schuh Ausstellungsarchitektur: Bernhard Denkinger Warum wurde auf Kathi Fröhlich vergessen? Die"Grillparzer-Wohnung" gilt seit vielen Jahrzehnten als eine der Attraktionen des Wien Museums. Der Stadt vermacht wurde das authentische Interieur des Schriftstellers 1878 von Katharina Fröhlich. Mit ihr und ihren Schwestern hatte Grillparzer mehr als zwei Jahrzehnte in einer Wohnung gelebt, doch in der musealen Präsentation gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Ruhm des berühmten Mannes. Wer waren die Schwestern Fröhlich? In welchem Verhältnis stand Grillparzer zu seiner"ewigen Braut" Katharina Fröhlich? Solche Fragen werden bei der Intervention "Männerwelten und Frauenzimmer" gestellt. Welche Bilder von Männern und Frauen werden im Museum vermittelt? Wie sieht dabei die Rollenverteilung aus? Und welche geschlechts­ spezifischen Aspekte bleiben ausgeblendet? Das Wien Museum Karlsplatz hat die Historike­ rinnen Roswitha Muttenthaler und Regina Wonisch eingeladen, die Dauerausstellung des Hauses unter dem Aspekt"Männer und Frauen" kritisch zu kommentieren und zu ergänzen. Die"Intervention" mit dem Titel"Männer­ welten und Frauenzimmer" beschäftigt sich mit insgesamt fünf Themenbereichen: So werden die Rüstungen in der Sammlung als MännerMaskerade entlarvt und die männlich domi­ nierten Zünfte auf ihren Umgang mit Frauen hin untersucht. Weiters wird die Aufmerksamkeit auf die Salons um 1800 gelenkt, die von hoch gebildeten Frauen(wie etwa Karoline Pichler) geführt wurden – und nicht zuletzt den Hausherren Renommee und Kontakte verschafften. Neben der Frage, warum die "Grillparzer-Wohnung" so ganz ohne die Schwestern Fröhlich auskommt, geht es schließlich noch um"haarige Angelegen­ heiten": die Frage nämlich, welche Frisuren und Bartmoden einst als seriös, verführerisch, revolutionär oder politisch korrekt galten. "Männerwelten und Frauenzimmer" ist von 15. September 2005 bis 29. Jänner 2006 zu sehen und setzt die Reihe der"Interventionen" fort, die im Wien Museum für Abwechslung in der Dauerausstellung sorgen sollen – durch ideologiekritische Kommentare, ergänzende Exponate oder Fragen, die im Museum zu selten gestellt werden. Zu sehen waren bereits Interventionen zum Thema"Migration nach Wien"(2004) sowie zur typischen Bedeutungs­ schwere von Museen aus der Perspektive von Karikaturisten(2004/05). 101 Wien Museum Anlässlich der Intervention ist kein Katalog erschienen. Verkauft. Enteignet. Verbüchert. Wiener Liegenschaften 1938-1945. Eine Doku­ mentation des Vereins Forschungsbüro gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien 1. Dezember 2005 bis 29. Jänner 2006 Immobilien mit Geschichte – zur Präsentation im Wien Museum Neudeggergasse 12 in Wien 8: Wo heute ein Gemeindebau steht, befand sich einst die Josefstädter Synagoge. Grundsteingasse 56 in Ottakring: Heute eine Schule der Stadt Wien, 1938 ein Zinshaus im Besitz der Jüdin Antonie Leist. Dies sind nur zwei von vielen Immobilien, die in der Zeit von 1938 bis 1945"arisiert" wurden und direkt oder in späteren Jahren in den Besitz der Stadt Wien übergingen. Im Jahr 2001 verpflichtete sich die Stadt per Gemeinderatsbeschluss, ihre Liegenschaften auf solche Fälle hin zu untersuchen. Ein dreiköpfiges Historikerteam – Edith LeischProst, Verena Pawlowsky und Harald Wendelin – durchforstete die 12.000 Liegenschaften, die sich heute im Besitz der Stadt befinden und filterte jene heraus, die den ursprünglichen – in den meisten Fällen jüdischen- Besitzern zwischen 1938 und 1945 unrechtmäßig ent­ zogen worden waren. Die Ergebnisse dieser Forschungen werden ab 1. Dezember in einer Dokumentation im Atrium des Wien Museums präsentiert. Anders als etwa bei"arisierten" Kunstgegen­ ständen ist die Enteignung von Immobilien auch im nachhinein problemlos nachvollzieh­ bar: Denn jeder Eigentümerwechsel von Liegenschaften wird im Grundbuch verzeich­ net. Deshalb wurden nach dem Krieg viele Immobilien relativ rasch an die ehemaligen Eigentümer bzw. deren Nachkommen resti­ tuiert – die Geschädigten konnten schließlich dank des Grundbuches ziemlich einfach be­ weisen, wem ein Gebäude oder ein Grundstück vor der"Arisierung" gehört hatte Den Opfern wurde es nach 1945 freilich nicht immer leicht gemacht: Fristen für Rückstellun­ gen waren knapp bemessen, die Gesetzeslage oft kompliziert. Ganz abgesehen davon, dass der Wert von Immobilien im zerstörten Nach­ kriegswien nicht gerade hoch war. Auch wenn ein Großteil der Liegenschaften schließlich restituiert oder abgegolten wurden, gibt es bis heute strittige"Immobilien mit Geschichte". 90 Fälle – Liegenschaften der Republik Österreich ebenso wie der Gemeinde Wien – sind derzeit beim Allgemeinen Entschädigungsfonds anhängig. Neun sind bisher erledigt, in drei Fällen wurde auf Restitution entschieden. Nach Abschluss der Untersuchungen im Auftrag der Stadt Wien dokumentiert nun das Historikerteam vom Verein Forschungsbüro (Edith Leisch-Prost, Verena Pawlowsky und Harald Wendelin) anhand von repräsentativen Beispielen, wie Entzug und Restitution von Immobilien in Wien in der Praxis abliefen. "Verkauft. Enteignet. Verbüchert" nennt sich die kompakte Schau, die ein Schlaglicht auf einen wichtigen Aspekt der Wiener Stadt­ geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus und danach wirft. Besucher haben dabei auch Gelegenheit, an zwei Computerterminals per Adressen- und Namenssuche weitere Infor­ mationen zu den 12.000 untersuchten Liegenschaften zu erhalten. Die Dokumentation ist von 1. Dezember 2005 bis 29. Jänner 2006 im Atrium des Wien Museum Karlsplatz zu sehen. Weitere Informationen: forschungsbuero@gmx.at Anlässlich der Dokumentation ist kein Katalog erschienen. Wien war anders. August Stauda, Stadtfotograf um 1900 27. April 2006 bis 27. August 2006 Grafik: Haller und Haller 102 Wien Museum Ausstellungsarchitektur: Kirchweger und Zechner mit Roland Mikotics Weltstädtische Eleganz entlang der Ringstraße, repräsentative Gründerzeitbauten, die Stadt als brodelnde Metropole: So kennen wir Wien um 1900. Doch Wien war auch anders. Hinter der glänzenden Fassade verbarg sich eine Stadt im Umbruch. Noch trotzten alte Vorstadtviertel wie Erdberg oder Lichtental den neuen Zinskasernen. Doch schon bald mussten diese sozial rückständigen, ärmlichen Grätzeln mit ihren verwinkelten Gassen und oft schäbigen Wohnhäusern der expandierenden Großstadt-Bebauung weichen. Dieses andere, verschwindende Wien hat der Stadtfotograf August Stauda auf tausenden Fotos festgehalten. Erstmals wird nun sein einzigartiges, dichtes Werk in einer Ausstellung präsentiert: Wien, nicht aus herrschaftlicher Perspektive, sondern in Nahaufnahme vom Straßenniveau aus. Anders als die romantisierenden Vedutenmaler dokumentierte August Stauda(1861-1928) seine Zeit nüchtern und realistisch. Straßenzug um Straßenzug ging er jene Gegenden ab, die bald darauf aus dem Stadtbild verschwanden. Systematisch und detailgenau hielt er auf seinen Fotos Häuser, Fassaden, Portale, Innenhöfe und das Alltagsleben der Menschen fest. Dem Betrachter erschließt sich eine unbe­ kannte"Welt dazwischen": Enge Biedermeier­ häuser und alte"Bierhäuser" sind ebenso zu entdecken wie Geschäfte mit"echt mährischen Hülsenfrüchten". Plakate werben für"abge­ legte Herrenkleidung", aber auch schon für "Gas- und elektrisch eingerichtete Wohnun­ gen". Pferdekutscher ziehen durch die engen Gassen, in den Hinterhöfen arbeiten Frauen und Handwerker. Dann wieder tauchen Kinder auf, die neugierig den Fotografen bei seiner Arbeit beobachten. Den Auftrag zu seiner"Inventarisierung" der Stadt erhielt Stauda unter anderem von Graf Karl Lanckoronski-Brzezie, einem führenden Kopf der"Heimatschutzbewegung", die gegen die Zerstörung des"echten Wien" kämpfte. Mit den Häusern von "Alt-Wien" drohe auch die Seele Wiens zu verschwinden, klagten die Denkmalschützer. Auch das Historische Museum der Stadt – heute Wien Museum – erwarb einst Fotografien von Stauda. Rund 3000 befinden sich heute im Bestand des Museums, 500 davon sind in der Ausstellung"Wien war anders" zu sehen. Baukultur akribisch festzuhalten und zugleich eine Stimmung stiller Wehmut einzufangen, war Staudas Spezialität. Seine"Standbilder" erlauben eine Standortbestimmung der Stadt um 1900. Katalog zur Ausstelllung: August Stauda Ein Dokumentarist des alten Wien Farbbabbildungen broschierte Ausgabe, 63 Seiten erschienen im Verlag Christian Brandstätter ISBN: 3-85498-402-2 Kinetismus. Wien entdeckt die Avantgarde 25. Mai 2006 bis 1. Oktober 2006 Grafik: Fine Line Ausstellungsarchitektur: BWM Neues Empfinden, neues Denken, neues Sehen! Formen und Farben in rotierender Bewegung, rhythmische Dynamik als Ausdruck einer neuen Sensitivität: Der Wiener Kinetismus war die erste Kunstrichtung Österreichs mit radikal-abstrakten Ansätzen. Er entwickelte sich im Verborgenen, seine große Bedeutung für die österreichische Moderne wurde erst im Nachhinein sichtbar. Es waren vor allem enthusiastische junge Frauen, die in den frühen 1920er Jahren in der Laboratmosphäre von Franz Cizeks Kurs für "Ornamentale Formenlehre" nach einem neuen künstlerischen Ausdruck suchten. Der Kinetis­ mus entstand als revolutionäres pädagogisches Experiment an der Kunstgewerbeschule, als Ziel nannte der charismatische Lehrer Cizek einen"vom modernen Leben durchpulsten 103 Wien Museum Aktivismus". Aus diesem geschlossenen Milieu kam die Energie, die heute noch spürbar ist. Frei von formalen Gesetzen brachten Cizeks Schülerinnen und Schüler ihre innersten Gefühle, ihre"Seele" aufs Papier. Wut, Neid und Trauer wurden in dynamisches Formenspiel ebenso übersetzt wie Kälte und Glut, ja selbst Geruch oder Lärm. Was expressionis­ tisch begann, verfeinerte man mit Kubismus und Futurismus: Der Kinetismus(griech. "kinesis"="Bewegung") war geboren. Die Stars der Bewegung waren exzentrische Persönlichkeiten wie Erika Giovanna Klien, My Ullmann und Elisabeth Karlinsky, die sich auch privat für ein Leben abseits der Normen entschieden. Viele ihrer Kolleginnen mussten jedoch mit dem Image als"Kunstgewerb­ lerinnen" leben. 1924 erreichte der Kinetismus seinen Höhepunkt. Die besten Schülerinnen schlossen ihr Studium ab, Cizeks Kurs wurde aufgelöst, Klien, Ullmann und Karlinsky versuchten ihr Glück im Ausland. Bald darauf war der Kinetismus vergessen – erst in den 70er Jahren begann man, sich vor allem für das Werk Erika Giovanna Kliens zu interessieren. Die Ausstellung erlaubt nun erstmals, sich ein umfassendes Bild des Kinetismus zu machen. Das Wien Museum besitzt mit dem Nachlass Franz Cizeks die bedeutendste Sammlung kinetistischer Kunst. Ergänzt wird diese um wertvolle Leihgaben. Gezeigt werden die Hauptwerke von Klien, Ullmann und Karlinsky sowie zahlreiche Dokumente, unter ihnen Übungsblätter aus der Cizek-Klasse und Atelierfotos. Nach mehr als 80 Jahren ist nun Wiens wichtigste Avant­ gardebewegung der Zwischenkriegszeit neu zu entdecken. Der Kinetismus entstand in der energiege­ ladenen Laboratmosphäre von Cizeks Klasse an der Kunstgewerbeschule. Angelehnt an deren Impulse veranstaltet der Künstler Rolf Laven für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren im Rahmen der Ausstellung einen "Speed-Workshop" zu den Themen Bewegung – Tempo – Beschleunigung. Als Gemeinschafts­ projekt aller SchülerInnengruppen wird in der Ausstellung ein"Endlos-Fries" geschaffen, wobei die kreative Arbeit der TeilnehmerInnen unter anderem durch Musik und Rhythmus angeregt wird. Katalog zur Ausstellung: Kinetismus Wien entdeckt die Avantgarde Farb- und Schwarzweißabbildungen borschierte Ausgabe, 215 Seiten erschienen im Hatje Cantz Verlag ISBN-10: 3-7757-1797-8 ISBN-13: 978-3-7757-1797-7 Im Vorbeigehen. Ein Fotoprojekt der Gruppe"Blickfänger" 1.Juni 2006 bis 19. August 2006 Tag für Tag begegnen wir Tausenden von Menschen: in der U-Bahn, auf der Straße, im Vorbeigehen. Ob alte Frauen, junge Freaks, eilige Manager oder flanierende Touristen – wir registrieren sie kaum, wissen nichts über ihr Leben, ihre Vergangenheit oder ihre Zukunfts­ pläne. Und das, obwohl sie alle in dieser Stadt leben und als Individuen die Persönlichkeit Wiens ausmachen. Diese unbekannten Passanten aus ihrem anonymen Alltag zu holen und einen Augen­ blick in ihrem Leben einzufangen, war Ziel der Gruppe"Blickfänger". Junge FotografInnen baten die unterschied­ lichsten Menschen vor die Kamera. Ein neutraler Hintergrund diente vor Ort – direkt auf der Straße – als Studio, in dem sich die Porträtierten nach Lust und Laune präsentieren konnten: selbstbewusst, seriös, cool oder kokett. Die Momentaufnahmen stellen den Menschen in den Vordergrund und lassen zugleich persönliche Hintergründe erahnen. Die Porträts werden zu Projektionsflächen von Sehnsüchten und Ängsten, Vergangenheit und Zukunft. Es entsteht ein facettenreiches Spiegelbild der Gesichter und Geschichten unserer Stadt. 104 Wien Museum Im Atrium des Wien Museum Karlsplatz werden nun über 200 dieser"Blickfänge" gezeigt. Eine fotografische Reise in das Innere von Wien, die unsere Alltagswahrnehmung verändern kann. Eine Parallelausstellung der Gruppe "Blickfänger" läuft von 1. Juni bis 2. September in der Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz). "Im Vorbeigehen" ist ein Fotoprojekt der Gruppe"Blickfänger" Projektleitung Elln Riedinger mit SchülerInnen und Ex-SchülerInnen des Fotokurses am BGRG13, Fichtnergasse. Flucht nach Wien. Ungarn 1956 7. September 2006 bis 26. November 2006 Kuratoren: Peter Eppel, Werner M. Schwarz Grafik: sensomatic Ausstellungsarchitektur: Alexander Kubik "Budapest brennt!": Was am 23. Oktober 1956 mit einer Studentendemonstration begann, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zum landesweiten Aufstand. Die Revolution gegen das stalinistische Regime in Ungarn war zugleich die erste Nagelprobe für die Zweite Republik. Mehr als 180.000 Menschen flohen vor den sowjetischen Panzern über die burgenländische Grenze in den Westen – ein einschneidendes Ereignis mitten im Kalten Krieg, das auch für Wien weit reichende Folgen hatte. Die Ausstellung"Flucht nach Wien – Ungarn 1956" konzentriert sich erstmals auf diesen spezifischen Aspekt. Die Solidarität mit den"Nachbarn in Not" war in Österreich zunächst enorm. Ein Großteil der Bevölkerung, Hilfsorganisationen, Bund, Länder und Gemeinden halfen, wo sie konnten, und erhielten dabei aus der ganzen Welt Unterstützung. Die junge Republik konnte ihre Großzügigkeit, aber auch ihre Eigenständigkeit und Neutralität im Konflikt beweisen. Doch schon bald wurden auch kritische Stimmen laut."Wir können nicht die Wohltäter für alle Welt sein", stellte Bundeskanzler Julius Raab einige Wochen nach der Niederschlagung des Aufstandes fest. Ausgehend von den blutigen Ereignissen dokumentiert die Ausstellung Flucht und Aufnahme in Wien. Wie wurden die Flüchtlinge untergebracht? Wovon lebten sie? Und wo trafen sie sich? Die Schau gibt Antwort auf diese Fragen und zeigt zugleich, wie sich der Krisenfall zum Katalysator für die Identität des "neuen" Österreich entwickelte. Weitere Fragen ergeben sich daraus: Was ist dran an der Legende von der nationalen Hilfsbereitschaft? Und wie wurde aus"Ungarn ´56" ein Medienereignis? Auch das"danach" wird in der Ausstellung thematisiert: Für die meisten Flüchtlinge war Österreich nur Durchgangsstation, mehr als 80 Prozent entschieden sich für eine Weiter­ wanderung. Der"echte Westen" – die USA, Kanada, Großbritannien oder Australien – war verlockender als das kleine Nachbarland. Nur ganz wenige gingen wieder zurück nach Ungarn, wo die sowjetfreundliche KádárRegierung mit eiserner Härte durchgriff. Rund 15.000 Ungarn blieben in Wien, ihnen und der"Zweiten Generation" ist ebenfalls ein eigenes Kapitel gewidmet. Zu sehen ist die kompakte Schau im 2. Obergeschoss der Dauerausstellung des Wien Museum Karlsplatz. Katalog zur Ausstellung: Flucht nach Wien Ungarn 1956 Farb- und Schwarzweißabbildungen broschierte Ausgabe, 88 Seiten erschienen im Czernin Verlag ISBN-10: 3-7076-0221-4 ISBN-13: 978-3-7076-0221-0 Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt In Kooperation mit dem Technischen Museum Wien 28. Sept. 2006 bis 11. März 2007 Grafik: Erwin K Bauer Ausstellungsarchitektur: Checo Sternek 105 Wien Museum Mythische Orte der Ankunft und der Abfahrt Kathedralen des Fortschritts, Tore zur Stadt und zur Welt, Orte der Ankunft und der Abfahrt: Wie in allen Großstädten hatten und haben auch in Wien die großen Bahnhöfe prägende Bedeutung für die Stadt und deren Bewohner. Im späten 19. Jahrhundert wurden die Groß­ bahnhöfe zu monumentalen Zeichen groß­ städtischer Dynamik, doch keiner der imposan­ ten Gründerzeit-Bauten hat in Wien überlebt. Heutzutage kaum bewusst ist, dass Wien einst sechs Fernbahnhöfe hatte: Nordbahnhof, Süd­ bahnhof, Ostbahnhof, Westbahnhof, Nordwest­ bahnhof und Kaiser-Franz-Josef-Bahnhof. Allesamt waren Kopfbahnhöfe, was die Bedeutung und das Selbstverständnis der Hauptstadt als Zentrum der Monarchie und Mitteleuropas unterstreicht. Die Ausstellung"Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt" zeichnet die Geschichte von Wiens großen Bahnhöfen nach – von den ersten schlichten"Aufnahmegebäuden" über moderat moderne Bauten der Nachkriegszeit bis zum künftigen"Hauptbahnhof Wien", der eine epochale Veränderung des urbanen Lebens mit sich bringen wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Großbahnhöfen des 19. Jahrhunderts. Neben der Architektur geht es auch um die Stadtentwicklung. Die Bahnhöfe waren entscheidende Impulsgeber der Modernisierung Wiens. Die Fernbahnhöfe standen stets auch für zeittypische Reise- und Ausflugziele. Via Nordbahnhof gelangte man nach Böhmen auf Kur, die Südbahn führte den Ausflügler an den Semmering und den mondänen Urlauber an die Riviera. Mit der Weststrecke verband man die Sommerfrische im Salzkammergut. Ferne Städte wurden zu Nachbarn, die Bahnhöfe beschleunigten das Leben und veränderten den Rhythmus des städtischen Lebens. Und es entstanden"mental maps", die sich im Lauf der Zeit stark verändern konnten, so zum Beispiel nach 1945, als Österreich vom Osten plötzlich abgeschnitten war. Sommerfrischler, Pendler, Migranten Im Zentrum der Ausstellung steht das Leben am Bahnhof: Ob Reisende mit nahen oder fernen Zielen, Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder Migranten bei ihrer Ankunft – es geht um Menschen mit ihren Emotionen, um Hoffnun­ gen und Fernweh, um sozialen Status und Rituale. Auch politische und gesellschaftliche Ereig­ nisse, wie etwa die umjubelten Empfänge Charlie Chaplins oder Toni Sailers, sind zu sehen. Schließlich macht die Ausstellung auch einen Blick hinter die Kulissen des Bahnhofsbetriebes mit seinen spezifischen Berufsgruppen, Reglements und Konsumangeboten. Mit der Gestaltung der Ausstellung und der Vielfalt der Exponate sollen auch Kinder angesprochen werden. Für sie gibt es einen speziellen Parcours mit Leitobjekten, die mit Hilfe eines"Kinderbeirats" von 4- bis 11jährigen ausgewählt wurden und in einer eigenen Kinderbroschüre dargestellt werden. Die Ausstellung"Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt" entstand in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien, das noch bis 28. Februar 2007 die Ausstellung"Spurwechsel. Wien lernt Auto fahren" präsentiert. Beide Ausstellungen decken zusammen wesentliche Aspekte der Verkehrsgeschichte Wiens ab. Hauptsponsor der Ausstellung im Wien Museum Karlsplatz sind die ÖBB. Katalog zur Ausstellung: Großer Bahnhof Wien und die weite Welt Farb- und Schwarzweißabbildungen broschierte Ausgabe, 448 Seiten erschienen im Czernin Verlag ISBN 10: 3-7076-0212-5 ISBN 13: 978-3-7076-0212­ Photo: Barbara Pflaum. Bildchronistin der Zweiten Rupublik 16. November bis 18. Februar 2007 106 Wien Museum First Lady der Pressefotografie Sie galt als die"First Lady der Pressefoto­ grafie" – und doch ist der Name Barbara Pflaum heute nur wenigen bekannt. Als Fotografin der Wochenpresse schuf Barbara Pflaum(1912-2002) Ikonen der Zweiten Republik: die Kennedys vor dem Stephansdom, Helmut Qualtinger als Herr Karl, Maria Callas im Hotel Sacher. Das berühmteste Titelblatt der Wochenpresse zeigte den umstrittenen SPÖ-Innenminister Franz Olah in diabolischer "Inszenierung", dazu die Headline"Schatten über Österreich". Pflaums Berufsjahre fallen in eine Glanzzeit des Bildjournalismus. Das Zeitungsfoto wurde in den 50er und 60er Jahren zu einem spektakulären Leitmedium der Massen­ kommunikation und war Teil eines Moderni­ sierungsschubs in der gesamten Bildkultur, bis sich schließlich das Fernsehen durchsetzte. Für Österreich prägte Barbara Pflaum diesen Aufbruch mit, indem sie Bilder lieferte, die dynamisch, eigenwillig und effektvoll waren und bildjournalistische Konventionen überschritten. Pflaums Stärke war das Porträt. Ohne Hast näherte sie sich mit ihrer eher altmodischen Rolleiflex-Kamera den mehr oder weniger Prominenten, um aus scheinbar banalen Situationen typische Charakterstudien zu machen. Sie agierte dabei"wie ein Scharfschütze, der mit Ruhe und Gelassenheit an die Sache herangeht", erinnert sich die Fotografen­ kollegin Gabriela Brandenstein. Pflaum war stets auf der Suche nach dem "anderen" Blickwinkel, nach Gegensätzen und hintergründigen Bezügen, komischen Facetten und versteckten Bildrätseln. Erste Retrospektive im Wien Museum Neben Politikern waren es vor allem Künstler und andere"Prominente" der 50er bis 70er Jahre, die Pflaum Woche für Woche foto­ grafierte. Neben dem journalistischen Tagesgeschäft entstanden zahlreiche Porträts von Wien und den WienerInnen – Zeit­ dokumente mit treffsicherem Witz und Charme. Das Wien Museum Karlsplatz zeigt nun die erste große Retrospektive der Werke Barbara Pflaums. Voraussetzung dafür war die Aufarbeitung des Nachlasses im Ausmaß von 15.000 Prints und 150.000 Negativen, die der Fotohistoriker Gerald Piffl auf Initiative Hannes Pflaums, des Sohnes von Barbara Pflaum, übernahm. Die Essenz aus Pflaums Werk – rund 300 Fotografien – ergibt eine bewegende Bildchronik der Zweiten Republik. Das Wien Museum bietet nun die Chance, eine große österreichische Fotografin neu zu entdecken. Katalog zur Ausstellung: Photo: Barbara Pflaum Bildchronistin der Zweiten Republik Schwarzweiß- und Farbabbildungen broschierte Ausgabe, 328 Seiten erschienen im Christian Brandstätter Verlag ISBN 3-85033-39-X(Softcover) ISBN 3-902510-83-8(Hardcover 107 Wien Museum BesucherInnen vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2006 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz* 1040 Wien, Karlsplatz Dauerausstellung und Sonderausstellungen 110.911 Wien Museum Hermesvilla 1130 Wien, Lainzer Tiergarten Dauerausstellung und Sonderausstellungen **26.459 Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 21.548 Musikerwohnungen Beethoven Eroicahaus, 1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven Wohnung Heiligenstadt, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydn Haus mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozartwohnung im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Johann Strauß Wohnung, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikerwohnungen 196 12.657 10.001 3.045 ******203.098 8.022 996 7.427 245.442 Sonstige Standorte der Museen der Stadt Wien Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 1.260 Otto Wagner-Hofpavillon Hietzing, 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße*** 25 Otto Wagner-Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz 7.255 Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 5.139 Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof**** 0 Römische Ruinen Hoher Markt, 1010 Wien, Hoher Markt 3 13.043 Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)***** 180 Zwischensumme sonstige Standorte 26.902 Gesamtsumme 431.262 (Besucherzahlen sind inkl. BesucherInnen von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern) * Wegen Umbau vom 30.1. bis 26.04.2006 geschlossen. ** Die BesucherInnen der Dauerausstellung der Modesammlung(1.854 Besucher, Jan.- März 2006) sind inkludiert. *** Wegen Adaptierungsarbeiten seit Februar 2006 geschlossen. **** Wegen Renovierung seit Juli 2005 geschlossen. *****Teilweise wegen Renovierung geschlossen und Öffnung nur auf Anfrage. ******Zum Vergleich BesucherInnen im Jahr 2004> 62.059, im Jahr 2003> 65.580 108 Förderungen FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. Alle Beträge in EURO Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Film, Kino, Video Neue Medien Bildende Kunst, Photo Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Intern. Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 22.641.548,10 9.252.375,46 2.725.000,00 1.382.311,68 18.976.185,57 72.607.592,69 6.204.371,60 708.999,82 8.603.319,90 920.457,88 1.534.136,00 145.280,44 901.098,16 25.729.505,35 17.267.154,22 189.599.336,87 109 Förderungen Museen, Archive, Wissenschaft, Archive: Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen Verfilmung und Restaurierung Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen: Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Bauliche Maßnahmen und Einrichtungen für Wien Museum Karlsplatz, Hermesvilla und andere Außenstellen Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter Betrieb Jüdisches Museum Museumsquartier Wien Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Projektförderungen Wissenschaftliche Förderungen Architekturzentrum Wien Austrian American Foundation Camillo Sitte Gesellschaft Club of Vienna Demokratiezentrum Wien Europäische Akademie Wien Europäisches Forum Alpbach Fonds der Stadt Wien- Krebsforschung Förderung junger Wissenschaftler(Forschungsstipendien) Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde Institut Ethik und Wissenschaften im Dialog Institut für die Wissenschaft von Menschen Jewish Welcome Service Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Akademie der Wissenschaften- Jubiläumsfonds Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichischer Austauschdienst Projektförderungen Projektgruppe"Wörterbuch der Fackel" Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen 6.201,59 45.374,12 3.176,00 2.123,28 18.605,00 4.979,52 24.217,94 44,00 1.546,07 97.597,31 21.849,42 4.377,60 17.586,80 1.980.420,93 278.047,01 1.329.109,65 4.042.038,83 3.804.764,00 800.750,00 291.000,00 73.000,00 1.610.000,00 400.000,00 5.000,00 300.000,00 240.000,00 27.500,00 11.000,00 109.009,25 36.500,00 150.000,00 57.500,00 530.000,00 143.241,58 900.000,00 740.000,00 363.364,17 70.000,00 10.000,00 1.350.000,00 87.000,00 40.000,00 110 Förderungen Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Tuw.was TU Wien Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Verein Forschungszentrum für historische Minderheiten Verein für Geschichte der Stadt Wien Verein Steine der Erinnerung Wirtschaftsuni Wien WissenschaftzentrumWien Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland Wiener Vorlesungen Buchankäufe Araila-Verein für österreichisch-iberisch-lateinamerikanische Beziehungen Bibliothek der Provinz; Verlag für Literatur, Kunst und Musikalien Böhlau Verlag Carl Gerold`s Sohn Verlagsbuchhandlung KG Die Furche Eckart- Buchhandlung Edition Vabene Eigenverlag Claudia Klein Primavesi Facultas Verlag Gruner& Jahr AG&CoKG Holzhausen Verlag Kuppitsch BuchhandlungsgesmbH mag+ shop Matschiner Uta M. Maurer Heimatrunde Novum Verlag ÖMZ- Österreichische Musikzeitschrift Österreichischer Kunst und Kulturverlag Otto G.Preiser& Co GesmbH Passagen Verlag Peter Lang Verlag Picus Verlag GesmbH Schusta Maria Section N Archiv Spiegel-Verlag Studien Verlag SWS Rundschau Unit F.Büro für Mode Verein für Geschichte und Sozialkunde Verein Wiener Architektur Verlag Österreich GesmbH Verlagsbüro Mag. Johann Lehner GesmbH Verlagsbüro w.GesmbH Zeitschrift für Sozialpsychologie Druckkostenbeiträge Album Verlag Amalthea Signum Verlag Archiv Verlag GesmbH Böhlau Verlag 254.400,00 791.000,00 33.600,00 66.800,00 30.000,00 12.000,00 90.000,00 800.000,00 15.295,62 334.385,58 190,00 6.920,00 8.748,01 308,00 91,00 19,10 498,00 638,00 131,47 169,00 6.705,70 39,04 851,99 415,80 600,00 253,44 600,00 880,00 750,00 1.320,00 3.943,06 33.281,60 400,00 750,00 205,92 13.998,00 500,80 624,00 450,00 350,00 1.568,90 2.592,00 990,00 360,00 1.000,00 600,00 900,00 5.100,00 111 Förderungen Bureau für Philosophie 500,00 Carl Gerold`s Sohn Verlagsbuchhandlung KG 700,00 Cultural Research 700,00 Czernin Verlag 3.900,00 die melange- Verein zur Förderung Kreativer 700,00 Donauschwäbisches bibliographisches Archiv 800,00 Dr.Alfred Klahr Gesellschaft 500,00 Edition Art& Science AG 1.000,00 Edition Splitter 800,00 Edition Steinbauer GesmbH 1.200,00 Edition Vabene 3.400,00 Edition Weinviertel 500,00 Eigenverlag Claudia Klein-Primavesi 1.100,00 Eigenverlag Dr.Friedrich Bauer 1.000,00 Eigenverlag Gebietsbetreuung Erdberg 600,00 Ephelant Verlag 1.500,00 Förderverein für Volkskunde 700,00 Forschungsverein Feda- Forschungsgruppe für Epistemologie und Diskursanalyse 600,00 FotoK 700,00 Franz-Schmidt-Gesellschaft 700,00 Gesellschaft für Buchforschung in Österreich 500,00 Holzhausen Verlag GesmbH 700,00 Institut für Stadt und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 600,00 IWI- Kulturverein zur Förderung der Interdisziplinarität 1.000,00 Leykam Buchverlag 700,00 Lit Verlag GesmbH 700,00 Löcker Verlag GmbH 3.200,00 Mandelbaum Verlag 4.500,00 Neuer wissenschaftlicher Verlag 1.000,00 Nylon-Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse 800,00 Oldenbourg Verlag 1.000,00 ÖBV&HPT Verlags GesmbH&CoKG 500,00 Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie 700,00 Österreichische Verlagsgesellschaft C&E: Dworak GmbH 600,00 Passagen Verlag 5.100,00 Peter Lang Verlag 3.350,00 Picus Verlag GesmbH 800,00 Promedia Druck- und VerlagsgesmbH 600,00 Schlebrügge.Editor 700,00 Seifert Verlag GmbH 600,00 Sonderzahl VerlagsgesmbH 1.300,00 Springer Verlag GesmbH 2.600,00 Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes 500,00 Starna GesmbH 1.200,00 Studien Verlag 13.750,00 Verband freier Radios Österreich 500,00 Verein Projektor-Diskussionsforum Film und Neue Medien 900,00 Verein zur Förderung des Wiederaufbaus Afghanistans 400,00 112 Förderungen Verein zur Förderung journalistischer Tätigkeiten am Betriebswirtschaftszentrum der Universität Wien 600,00 Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik 1.000,00 Verlag Anton Pustet 1.500,00 Verlag für Geschichte und Politik 1.800,00 Verlag Nausner&Nausner 500,00 Verlag"Innsbruck University Press" 800,00 Verlag Österreich GesmbH 2.100,00 Verlag Turia+ Kant 900,00 Verlagsbüro Mag. Johann Lehner GesmbH 4.200,00 Verlagshaus der Ärzte GesmbH 600,00 Vier Viertel Verlag 500,00 VIZA- Literaturförderungsverein 700,00 Walter Zednicek 700,00 Wilhelm Braumüller Verlag 2.600,00 Zoologisch-Botanische Gesellschaft in Österreich 500,00 Summe Museen, Archive, Wissenschaft 22.641.548,10 Baukulturelles Erbe Altstadterhaltung Denkmäler, Denkmalbrunnen Stadtarchäologie Summe Baukulturelles Erbe 8.690.396,48 447.224,30 114.754,68 9.252.375,46 Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Stadtimpuls Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Summe Alltagskultur 727.000,00 436.000,00 545.000,00 690.000,00 327.000,00 2.725.000,00 Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher und Zeitschriften 4. CD-Roms Handschriftensammlung Nachlass Gerhard Fritsch Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen Einrichtung Tiefspeicher Corporate Design, Corporate Identy Sonstige Ausgaben Summe Bibliothekswesen 70.022,16 70.136,26 1.754,28 124.814,13 218.025,00 76.301,77 23.024,28 733,80 190.500,00 390.000,00 100.000,00 117.000,00 1.382.311,68 113 Förderungen Musik Arnold Schönberg-Center 863.865,00 Austrian Music Office 10.000,00 Ensemble 20. Jahrhundert 18.000,00 Erstes Frauen-Kammerorchester von Österreich 36.000,00 Fritz Kreisler Gesellschaft 5.000,00 Gesellschaft der Musikfreunde 545.000,00 Gustav Mahler-Jugendorchester 182.000,00 Hot Club de Vienne 26.000,00 IG Jazz Wien 109.000,00 Jazz Fest Wien 345.000,00 Klangforum Wien 437.000,00 Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer 20.000,00 Komponistenförderung 25.000,00 MICA 94.000,00 Musica Juventutis 18.000,00 Musikalische Jugend Österreichs 370.000,00 Orpheus Trust 56.320,57 Planet music media 262.000,00 Pluhar Promotions 10.000,00 Porgy& Bess 110.000,00 Projektförderungen 447.000,00 Stadtinitiative Wien 20.000,00 Verband der Konzertlokalbesitzer 146.000,00 Verein Jazzwerkstadt Wien 5.000,00 Verein Voice mania 30.000,00 Verein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik- D'Akkordeon 40.000,00 Vienna Art Orchestra 81.000,00 Voice Mania 14.500,00 Wiener Akademie 161.000,00 Wiener Jeunesse Orchester 47.000,00 Wiener Kammeroper 25.000,00 Wiener Kammerorchester 59.000,00 Wiener Konzerthausgesellschaft 1.294.000,00 Wiener Musikgalerie 30.000,00 Wiener Symphoniker 12.120.000,00 Wiener Volksliedwerk 50.500,00 Wien-Modern 654.000,00 Baukosten Klangforum Wien 100.000,00 Porgy& Bess 60.000,00 Windbacher GesmbH 50.000,00 Summe Musik 18.976.185,57 Theater, Musiktheater, Tanz 1. Wr. Lesetheater Aktionstheater Alma Andreas Elsner GesmbH 12.000,00 20.000,00 50.000,00 61.000,00 114 Förderungen Arbos Art*Act- Tanz*Hotel Artificial horizon Assitej Ateliertheater Chimera Dachtheater Dance Web Dans.Kias Das Wiener Kindertheater Die Schwimmerinnen Dis.Danse Tanztheater Domus Verein zur Förderung musikalischer Künste(inkl. 1. Rate für 2007) Drachengasse 2 Theater Dschungel Wien Ecce Homo Echoraum ein einer Kulturverein Ensemble für Städtebewohner Ensemble Theater Enterprise Z Erinnerungstheater Eudaimonia Fadenschein Freie Bühne Wieden Garage Generationentheater Gesellschaft für subventionierte Kunst Gloria Theater Gruppe 80- TAG IG Freie Theaterarbeit Imeka ImPuls Tanz Insert Inter Thalia Theater International Theatre Internationales Institut für Jugendliteratur und Leseforschung Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Jugendstiltheater Kabarett Niedermair Kabinettheater Kammeroper Kasal-Verein für Performance Kinoki Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung Kitsch& Kontor Komödie am Kai Konnex Koop Kitsch Kreative Arbeitsgemeinschaft Kulturverein C7 44.000,00 55.000,00 20.000,00 10.000,00 40.000,00 65.000,00 24.000,00 40.000,00 150.000,00 29.000,00 48.100,00 75.000,00 695.000,00 618.000,00 1.000.000,00 120.000,00 130.000,00 15.000,00 275.000,00 780.000,00 20.000,00 20.000,00 20.000,00 10.000,00 72.500,00 18.500,00 30.000,00 20.000,00 250.000,00 885.000,00 111.000,00 50.000,00 910.000,00 15.000,00 600.000,00 130.000,00 5.000,00 41.000,00 80.000,00 145.000,00 56.000,00 700.000,00 5.000,00 40.000,00 770.000,00 20.000,00 150.000,00 15.000,00 5.000,00 1.000,00 115 Förderungen Kunstverein upside down L.E.O. Lalish Theaterlabor Lederers Theater am Schwedenplatz Lilarum LINK Kosmos Frauenraum Liquid Loft Lux Flux Märchenbühne Apfelbaum Merlin Ensemble Metropol Moki Motion.Worx-Kunst Multi Kids Wien Mumbling fish Musikwerkstatt Netzzeit Neue Oper Wien Nomad Theatre Odeon Oral office Original Wiener Stegreifbühne Tschauner Österreichisches Theater Palast Theater Wien Passage Wien Playing Mums Projekt Theater Studio Schauspielhaus Second nature Shock Showinisten Sirene Stadttheater Wien Superamas Szene Bunte Wähne Tanz Theater Performance Tanzart Tanzatelier Wien Tanzcompagnie Elio Gervasi Tanzpool Verein zur Förderung zeitgenössischen modernen Tanzes Tanzquartier Wien Tanztheater Homunculus Tanztheater Kunstgriff Tanztheater Springschuh Tanztheater Verein Divers Tanztheaterverein Wienerwerk Teatro piccolo Theater& Kunst Theater am Alsergrund Theater am Spittelberg 116 7.500,00 17.000,00 85.000,00 20.000,00 200.000,00 413.000,00 40.000,00 19.000,00 30.000,00 10.000,00 581.383,00 17.500,00 6.000,00 30.000,00 50.000,00 125.000,00 400.000,00 500.000,00 90.000,00 690.000,00 39.000,00 80.000,00 100.000,00 60.000,00 20.000,00 20.000,00 130.000,00 1.195.000,00 40.000,00 7.500,00 100.000,00 85.000,00 30.000,00 100.000,00 100.000,00 45.500,00 6.000,00 135.000,00 125.000,00 37.500,00 2.900.000,00 165.000,00 60.000,00 7.500,00 7.500,00 7.500,00 20.000,00 15.000,00 13.000,00 35.000,00 Förderungen Theater Brett Theater Center Forum Theater Ceriot Theater das Narrenschiff Theater daskunst Theater der Jugend Theater der Unterdrückten Theater des Augenblicks Theater des blauen Daches Theater des Kindes Theater in Arbeit Theater in der Josefstadt Theater Kulturpolizei Theater m.b.H. Theater Spielraum Theater Turbine Theater zum aufgebundenen Bären Theater zum Fürchten Theater.wozek Theaterbande Theatercombinat Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Theatergruppe Iskra Theatergruppe Kult Theaterverein Amal Theaterverein Divers Theaterverein Foxfire Theaterverein Nio Theaterverein Schauspiegel Theaterverein Wien Theatron XXI T-Junction Totales Theater Toxic dreams Trittbrettl Verein der Freunde unnutzer Praktiken Verein Exil Verein für Choreografen Verein für neue Tanzformen- Compagnie Willi Dorner Verein Impulsein Verein Iodo Verein Kinder des Februar Verein Kunst und Theater- Tanto Verein Labor Verein Perform Verein Romanodrom Verein Suono-Podium Verein Theateretaeht Verein Tritanz Verein Vienna magic 20.000,00 55.000,00 30.000,00 38.000,00 83.534,69 3.420.000,00 6.000,00 235.000,00 40.000,00 11.000,00 6.000,00 6.750.000,00 50.000,00 20.000,00 120.000,00 20.000,00 20.000,00 300.000,00 70.000,00 9.000,00 150.000,00 2.139,00 33.000,00 12.000,00 7.000,00 20.000,00 68.000,00 4.000,00 15.000,00 855.000,00 40.000,00 4.000,00 35.000,00 167.500,00 15.000,00 35.000,00 134.000,00 4.500,00 150.000,00 3.500,00 58.100,00 20.000,00 50.000,00 7.500,00 53.000,00 18.000,00 15.000,00 2.500,00 7.500,00 18.000,00 117 Förderungen Verein zur Förderung performativen Brauchtums Verein zur Förderung v.Theaterkunst Verein_X Vereinigte Bühnen Wien(Theater an der Wien, Raimundtheater, Ronacher mobile) VIDC Violet lake Visual Art Projektil Volkstheater Volkstheater in den Bezirken W.ORT W.U.T. Wiener Interkult Theater Wiener Tanz und Musik Bewegung Wiener Tanzwochen Wiener Taschenoper Wiener Vorstadttheater Wiener Wortstätten Wissenschaftszentrum Wien WUK Baukosten: Andreas Elsner GesmbH Dschungel Wien(Theaterhaus für junges Publikum) Gloria Theater Gruppe 80- TAG Kabelwerk Kitsch& Kontor Orpheum Schauspielhaus Showinisten Spektakel Theater Heuschreck Theater im Ohrensessel Theater in der Josefstadt Theater Trittbrettl Toxic dreams Verein Exil Verein Link Volkstheater W.ORT WUK Summe Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien 5uper.net AniManga Austria E.S.E.L in der Kunst Emergence of Projects eye|con Fegerl Judith 118 12.000,00 13.000,00 7.450,00 24.467.000,00 6.500,00 14.500,00 7.000,00 6.175.000,00 799.000,00 50.000,00 15.000,00 250.000,00 7.500,00 700.000,00 275.000,00 60.000,00 250.000,00 93.366,00 13.000,00 38.548,06 560.000,00 200.000,00 80.000,00 5.000.000,00 40.000,00 44.980,00 87.750,00 78.000,00 50.000,00 3.000,00 1.750,00 1.000.000,00 738,34 2.253,60 4.000,00 30.000,00 150.000,00 20.000,00 105.000,00 72.607.592,69 12.015,87 3.000,00 18.052,00 4.527,42 3.397,41 8.237,16 Funkfeuer Grumeth Eva Husar Barbara InnoC.at Kargl Michael Machfeld- International Arts and Culture Society Mair Martin Mayr-Stalder Andrea Medienkunstarchiv Medosch Armin Metalab Monochrom Nomad Theatre Österr. Ges. f. innovative Computerwissenschaften Pilsl Peter Piringer Jörg PLAY Pooool Prohaska Rainer Quintessenz Rahmenwerk Raketa Sauer Sebastian Schuda Susanne Seiringer Karl SHIFZ sonance.artistic.network Subotron t0-Institut für neue Kulturtechnologien tagR-Verein für Medienkunst Trawöger Charlotte Übermorgen Verein Förderung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und neuen Medien Verein zur Förderung von Kultur und Theorie Wuits Manfred Xaver Franz Zwei Kongruent Null Summe Neue Medien Film, Kino, Video After Image Produktion Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmarchiv Austria- Metrokino Filmfonds Wien Jungfilmerförderung+ Projektförderungen Kinoförderung Kaczek`s Visual Trading GmbH-Jüdische Filmwoche Österreichisches Filmmuseum Förderungen 12.866,13 10.352,91 2.500,00 7.449,74 2.500,00 16.124,22 2.500,00 2.000,00 3.500,00 2.000,00 37.077,09 98.600,00 5.000,00 5.969,00 3.089,00 3.500,00 9.437,26 22.455,47 5.000,00 15.172,19 17.425,28 6.915,00 3.500,00 5.000,00 28.020,00 19.526,34 8.433,92 12.621,24 219.000,00 15.000,00 2.805,00 17.687,28 3.000,00 2.500,00 14.242,89 12.000,00 5.000,00 708.999,82 107.200,00 400.000,00 116.000,00 80.000,00 2.251.371,60 400.000,00 300.000,00 70.000,00 509.000,00 119 Förderungen Stadtkino-Verein Viennale St. Balbach Wiener Filmarchiv der Atbeiterbewegung Wiener Filmfestwochen- Viennale Baukosten Asifa Austria Österreichisches Filmmuseum Summe Film, Kino, Video Bildende Kunst Basis Wien Bildankäufe Depot Druckkostenbeiträge Fotogalerie Wien Gesellschaft bildende Künstler Österreichs- Künstlerhaus ICOM-Öst.Nationalkomitee IG Bildende Kunst Kindermuseum Kunst im öffentlichen Raum Kunsthalle Wien Kunstverein Wien Monat der Fotografie Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Soho in Ottakring Springerin Unit F Viennafair Wiener Secession Wienstation Wochenklausur Kunst- und Sozialverein Baukosten Verein interaktives Kindermuseum Wiener Secession Bildende Kunst Literatur Druckkostenbeiträge: Album Verlag Apollon Musikoffizin Austria Arovell Verlag AUFKULTUR Buchberger& Vollmann Buchkultur Verlags GesmbH Christian Brandstätter Verlag Czernin Verlag Das Jüdische Echo 120 306.000,00 21.800,00 90.000,00 1.379.000,00 4.000,00 170.000,00 6.204.371,60 30.000,00 492.309,93 107.500,00 10.909,27 18.000,00 363.000,00 100.000,00 26.000,00 749.000,00 592.670,70 3.997.000,00 786.000,00 190.000,00 18.450,00 122.000,00 60.000,00 22.000,00 186.000,00 30.000,00 310.000,00 20.000,00 20.000,00 240.000,00 112.480,00 8.603.319,90 1.500,00 1.700,00 1.950,00 500,00 3.000,00 6.000,00 1.000,00 8.000,00 3.600,00 DEA Publishing Pool Die Officin Reproanstalt GesmbH Droschl Verlag Edition Aramo Edition Art& Science AG Edition das Fröhliche Wohnzimmer Edition die Donau hinunter Edition Korrespondenzen Edition Praesens Edition Splitter Edition Vabene Ephelant Verlag Folio Verlags GesmbH Gustav Ernst Verlag Haymon Verlag Jung und Jung Verlag Literaturkreis Podium Literaturzeitschrift Der Pudel Löcker Verlag Mandelbaum Verlag Milena Verlag Molden Verlag GesmbH&COKEG NÖ Pressehaus Druck- und VerlagsGesmbH Österreichisches Literaturforum Otto Müller Verlag Passagen Verlag Paul Zsolnay Verlag Picus Verlag Promedia Druck& Verlags GesmbH Publikation PN1 Resistenz Verlag Ritter Verlag Seifert Verlag Sonderzahl Verlag Studien Verlag Theodor Kramer Gesellschaft Vallaster Verein Exil Verein österreichische Dialektautoren und Archive Verlag Sisyphus Verlagsbüro Mag.Johann Lehner Viza Volltext Verlag Wieser Verlag ZZOO Verein für Leguminosen und Literatur Buchankauf Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing Echo Werbeagentur Eurozine Förderungen 1.500,00 1.100,00 6.000,00 3.300,00 500,00 1.000,00 2.800,00 1.500,00 2.200,00 2.000,00 6.000,00 4.000,00 2.500,00 2.000,00 3.500,00 8.500,00 3.000,00 1.500,00 6.500,00 1.000,00 9.000,00 6.000,00 1.500,00 1.000,00 5.000,00 8.000,00 11.500,00 9.500,00 1.500,00 5.000,00 2.800,00 6.000,00 3.500,00 3.000,00 3.000,00 9.000,00 1.800,00 6.000,00 2.000,00 1.500,00 2.500,00 8.400,00 3.000,00 5.500,00 1.350,00 74.985,88 36.000,00 12.000,00 32.000,00 121 Förderungen Gesellschaft für Literatur- Frau Ava Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung Hauptverband des Österr. Buchhandels IG AutorInnen Literaturkreis Podium Milena Verlag Multi Art Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N. Club Österreichischer Schriftstellerverband Projektförderungen Schule für Dichtung in Wien Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein Sisyphus Verein Wespennest Stipendien Autoren in Wiener Verlagen Autorenstipendien Canetti-Stipendien Dramatikerstipendien Summe Literatur Kulturinitiativen, Zentren Aktionsradius Augarten Verein Kulturnetz WUK, Jahressubvention Sargfabrik Kulturverein Alsergrund Kulturverein Donaustadt Kulturverein Simmering Verein Das Dorf Summe Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Bologna Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe Ausbildung, Weiterbildung Internationaler Kulturaustausch, Integration Interkulturelle Aktivitäten UNESCO- Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten Summe Internationaler Kulturaustausch, Integration 122 2.460,00 25.400,00 24.000,00 6.540,00 20.368,00 3.600,00 4.360,00 7.300,00 7.300,00 6.500,00 6.540,00 100.000,00 87.000,00 30.000,00 24.360,00 2.900,00 28.300,00 15.000,00 52.560,00 69.984,00 36.000,00 920.457,88 65.336,00 189.000,00 1.090.000,00 50.000,00 21.800,00 50.000,00 58.000,00 10.000,00 1.534.136,00 63.420,00 33.000,00 15.000,00 33.860,44 145.280,44 725.872,16 22.000,00 153.226,00 901.098,16 Großveranstaltungen AICE Intern. Jugendmusikfest Blasmusikfest Bundesländertag Lebendige Weihnacht Mozartjahr Wiener Festwochen Wiener Kulturservice Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Wiener Stadtfeste Summe Großveranstaltungen Sonstige Förderungen Freunde des Jüdischen Museums IG- Kultur Wien Israelitische Kultusgemeinde Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut Sommerhochschule der Uni Wien Stadtforum Verein für gesellschaftswissenschaftliche Forschung Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit- K2 Verein zur Förderung kultureller Partizipation Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Baukosten: Austriapol Fluc-Bock&Wagner OEG VEKKS Verein z. Förderg. d. Schuhmacherhandwerk Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Krenek Preis Modepreis-Unit F H.C.Artmann Lyrikpreis Sonstige Förderungen Förderungen 61.000,00 268.392,76 26.283,98 42.797,61 11.954.199,00 10.810.832,00 1.710.000,00 50.000,00 806.000,00 25.729.505,35 5.904,00 39.000,00 33.000,00 2.500,00 5.000,00 266.000,00 6.600,00 182.000,00 65.000,00 16.412.650,22 3.500,00 50.000,00 8.000,00 4.000,00 96.000,00 8.000,00 52.000,00 8.000,00 10.000,00 10.000,00 17.267.154,22 123 FRAUENKULTURBERICHT 2006 Zusammengestellt und kommentiert von Mag. Karin Rick 125 Frauen Der Frauenkulturbericht erscheint heuer zum sechsten Mal. Er erweitert die bisher übliche Auflistung spartenbezogener Förderung um die Kategorie Geschlecht. Europaweit gibt es kaum Erhebungen über die gesellschaftliche Realität von Kunst schaffenden Frauen und Frauen in der Wissenschaft,, auch nicht über ihre Präsenz auf dem Kunst- Buch- und Plattenmarkt oder über den Stand öffentlicher Förderungen. Daher nimmt dieser Bericht eine Vorreiterrolle ein. Der Frauenkulturbericht hat auch im Rahmen des gender mainstreaming der Stadt Wien einen Pionierstatus. Mit seinen Erhebungen folgt er dem politischen Bekenntnis der Stadt zum gender budgeting, im Zuge dessen Analysen von Einnahmen und Ausgaben in Hinblick ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer durchgeführt werden. Dies betrifft querschnittbezogen alle Ausgaben, nicht nur die für frauenspezifische Projekte. Gender budgeting untersucht die Verteilung von Ausgaben und Einnahmen auf die Geschlechter, ferner die Auswirkungen dieser Verteilung auf die Arbeit und Lebensverhältnisse und das Rollenverständnis von Frauen und Männern. Deswegen wurde im Frauenkulturbericht etwa auch die kaufmännische und nicht bloß die künstlerische Leitung eines Theaters berücksichtigt, weil auch diese eine Führungsposition darstellt und das Selbstverständnis der betreffenden Frau anders prägt als eine subalterne Position. Quantitative Erhebung Erstes Ziel ist die quantitative Sichtbarmachung von Frauen und ihrer Beteiligung am gesamtkulturellen Geschehen der Stadt. Dazu gehört die zahlenmäßige Offenlegung der Förderungen, die von der öffentlichen Hand an weibliche Kunstschaffende vergeben werden. Die Fördersummen werden, soweit dies möglich ist, in ihrem Prozentanteil zum Gesamtbudget genannt. Frauen in Entscheidungsgremien Nicht nur die Fördersummen sind jedoch entscheidend, sondern auch die Beteiligung von Frauen an Fachjurys oder die KuratorInnentätigkeit, also ihre Mitwirkung in Entscheidungsgremien, die die künstlerische Karriere einer anderen Frau beeinflussen können. Eine solche gegenderte Besetzung der Fachbeiräte kann ein neues Licht auf Geschlechterungleichheiten werfen. Sie ist allerdings keine Garantie für eine gendermäßig ausgewogene Verteilung der Fördermittel. Auch Frauen in den Jurys können die implizite Bevorzugung des männlichen Geschlechtes weitertragen. Zumindest in der Besetzung der Jurys, dort wo die Stadt Einfluss ausüben kann, wird auf Parität Wert gelegt. Qualitative Sichtbarmachung Zweites Ziel des Berichtes ist die Nennung der Projekte von Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, ihrer Namen und jener der Institutionen, in denen sie tätig sind. Damit wollen wir gegen die Leugnung und Anonymisierung, denen Künstlerinnen bis vor kurzem noch ausgesetzt waren angehen. "Wir fördern die Qualität und nicht das Geschlecht", dieses Hauptargument um die Bevorzugung von Männern zu verdecken, wenn die Frage nach der Anzahl von Künstlerinnen im Gesamtkontext eines künstlerischen Bereichs auftaucht, sollte endlich ausgedient haben. Mithilfe dieses Argumentes soll die Tatsache verschleiert werden, dass stillschweigend doch noch immer nach Geschlecht selektiert wird- und zwar auf scheinbar natürliche Weise zugunsten des"männlichen". Konkrete Zahlen über Ausstellungsbeteiligungen von Frauen, ihren Anteil an Führungspositionen, an konzeptueller Arbeit, an der Definitionsmacht im Kunst- und Kulturbereich schlechthin sind außer von den betroffenen Künstlerinnen selbst selten erwünscht. Dem versucht der Bericht entgegenzuwirken. 126 Frauen THEATER In dem Bereich darstellende Kunst konnte auch 2006 ein hoher Frauenanteil verzeichnet werden. Wenn man bei einer Institution darstellender Kunst außer der künstlerischen Leitung auch die kaufmännische Leitung würdigt, dann betrug der Frauenanteil 57,74% der Gesamtförderung, wie an den folgenden Tabellen ersichtlich ist. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass bei einer geteilten Leitung(Mann/Frau) der Förderbetrag nicht geteilt, sondern zu 100% dem Frauenanteil zugeschlagen wurde. Betrag Fixe Häuser Drachengasse 2 Theater 618.000,00 Drachengasse 2 Theater Ensembletheater 780.000,00 Gruppe 80- TAG 885.000,00 Gruppe 80- TAG Inter Thalia Theater 600.000,00 International Theatre 130.000,00 Kammeroper 700.000,00 Komödie am Kai 20.000,00 Kulisse 61.000,00 Lalish Theater 85.000,00 link*Verein f. weibl. Spielraum 413.000,00 Odeon 690.000,00 Projekttheater 130.000,00 Puppentheater Lilarum 200.000,00 Raimund/Ronacher/ Th.Wien 24.467.000,00 Schauspielhaus 1.195.000,00 Tanzquartier Wien 2.900.000,00 Tanzquartier Wien Theater Brett 20.000,00 Theater der Jugend 3.420.000,00 Theater des Augenblicks 235.000,00 Theater m.b.H. 20.000,00 Theater Spielraum 120.000,00 Theaterverein Wien 815.000,00 Theaterverein Wien Volkstheater 6.175.000,00 Volkstheater Volkstheater in den Bezirken 799.000,00 Volkstheater in den Bezirken Eva Langheiter Johanna Franz Christl Bauer Dana Csapo Margot Metzgolich Julia Schafranek Marilyn Close-Wallace Isabella Gabor Sissy Koller-Boran Doris Ringseis Nigar Hasib Barbara Klein Ulrike Kaufmann Eva Brenner Traude Kossatz Kathrin Zechner Viktoria Salcher Sigrid Gareis Ulrike Lintschinger Nika Brettschneider Marianne Aly Gül Gürses Johanna Tomek Nicole Metzger Bettina Kogler Nadine Jessen Marianne Ziesel Doris Weiner Doris Weiner Marianne Ziesel Art/Leitung Baukosten kauf/künst kauf/künst kauf künst künst künst kauf/künst künst kauf/künst kauf/künst kauf/künst 80.000,00 38.548,06 kauf/künst künst kauf/künst künst 30.000,00 künst kauf künst kauf künst kauf kauf/künst kauf/künst künst künst künst kauf künst 87.750,00 150.000,00 künst kauf 127 Frauen Off-Theater und Tanz @motion worx 2nd nature Artificial Horizon Dachtheater Dans.Kias Das Wiener Kindertheater Die Schwimmerinnen Dis.Danse Tanztheater Enterprise Z Erinnerungstheater Eudaimonia Foxfire Foxfire Generationentheater IG Freie Theaterarbeit Impulsein Kabinetttheater Kasal-V.f.Performance und bildende Kunst Katharina Weinhuber Kinoki Konnex Kulturverein Voice Mania Kunstverein upside down Lilarum Lux Flux Märchenbühne Apfelbaum Multi kids Wien Musikwerkstatt Netzzeit playing mums Pluhar promotion Rotraud Kern Schauspiegel Shock Body Stadttheater Wien Superamas Tanz Theater Performance 6.000,00 40.000,00 70.000,00 24.000,00 150.000,00 29.000,00 48.100,00 7.500,00 20.000,00 20.000,00 20.000,00 68.000,00 30.000,00 111.000,00 3.500,00 56.000,00 12.500,00 7.500,00 40.000,00 150.000,00 30.000,00 7.500,00 200.000,00 19.000,00 30.000,00 30.000,00 125.000,00 400.000,00 20.000,00 10.000,00 7.500,00 15.000,00 7.500,00 30.000,00 100.000,00 38.000,00 Tanzpool Tanztheater Kunstgriff Tanztheater Springschuh Th.z.aufgebundenen Bären Theater am Spittelberg Theater Blau Theater der Unterdrückten Theater Iskra 30.000,00 60.000,00 7.500,00 20.000,00 35.000,00 40.000,00 6.000,00 33.000,00 Martina Haager Christine Gaigg Milli Bitterli Cordula Nossek Saskia Hölbling Sylvia Rotter Kathrin Schurich Doris Stelzer Mia Zabelka Michaela Schwind Johanna Doderer Lilly Axster Corinne Eckenstein Erika Kaufmann Sabine Kock Beate Göbel Julia Reichert Choreographin Choreographin Choreographin Regisseuse Choreographin Regisseuse Regisseuse Choreographin Komponistin Organisation Organisation Regisseuse Regisseuse Organisation Organisation Organisation Regisseuse Linda Samaraweerova Choreographin Katharina Weinhuber Choreographin Tina Leisch Regisseuse Aurelia Staub Choreographin Nuschin Vossoughi Organisation Moravia Naranjo Choreographin Traude Kossatz Organisation Inge Kaindlstorfer Choreographin Christa Horvath Regisseuse Nuschin Vossoughi Organisation Anne Maria Birnbauer Organisation Nora Scheidl Bühnenbild Nehle Dick Organisation Erika Pluhar Schauspielerin Rotraud Kern Choreographin Nicole Delle Karth Regisseuse Anna McRae Choreographin Anne Mertin Regisseuse Caroline Madl Organisation Anita KayaHaselwanter Choreographin Sylvia Both Choreographin/Organisation Elisabeth Orlowsky Choreographin Isabelle M.Novak Choreographin Elke Hesse Organisation Nuschin Vossoughi Organisation Michaela Hurdes-Galli Regisseuse Birgit FRITZ Organisation Nika Sommeregger Organisation/Regisseuse 128 Frauen Theatercombinat Wien 150.000,00 theatergruppe das kunst 83.534,69 Theaterverein amal 7.000,00 Toxic Dreams 167.500,00 Tritanz Wien 7.500,00 V.f.choreograph.,performative und transmedialer Projekte 4.500,00 V.z.F.performativen Brauchtums-Erdberg 12.000,00 V.z.Fördg v. Theaterkunst und Kulturprojekten 13.000,00 Ver. Kunst u. Theater Tanto 50.000,00 Ver.f.Tanz- und MedienKunst 7.000,00 Verein der Freunde unnutzer Praktiken 35.000,00 Verein Eine Einer 15.000,00 Verein Exil 134.000,00 Verein Fadenschein 10.000,00 Verein imeka 50.000,00 Verein insert 7.500,00 Verein IODO 58.100,00 Verein perform 53.000,00 Verein Sirene 85.000,00 Verein W.ort 50.000,00 verein_x 7.450,00 Wienerwerk 7.500,00 Wr. Tanz- und Kunst­ bewegung 7.500,00 GREMIEN Kuratorium 66,67% insgesamt drei Mitglieder Jury 57,14% insgesamt sieben Mitglieder Findungskommission für Leitung Schauspielhaus/dietheater 40% insgesamt fünf Mitglieder Claudia Bosse Asli Kislal Ingrid Mitterecker Kornelia Kilga Esther Balfe Regisseuse Regisseuse Regisseuse Organisation Choreographin Martina Ruhsam Choreographin Andrea Bold Choreographin Simone Weis Organisation/ Regisseuse Susanne Tabaka-Pillhofer Regisseuse Veronika Zott Choreographin Michaela Satzke Viktoria Berger Christa Stippinger Claudia Schäfer Akemi Takeya Doris Uhlich Ülkü Akbaba Barbara Kraus Kristine Tornquist Helga David Ingrid Reisetbauer Anna Schrefl Regisseuse Organisation Organisation Regisseuse Choreographin Choreographin Organisation Choreographin Regisseuse Regisseuse Choreographin Choreographin Juraak Krööt Choreographin Anna Thier Silke Bake Andrea Amort Karin Cerny Karin Kathrein Veronica Kaup-Hasler Karin Cerny Veronica Kaup-Hasler 2.253,60 4.000,00 20.000,00 Summe Gesamtsumme 48.714.184,69 Gesamtsumme des Theaterbudgets Frauenanteil in%: 412.551,66 49.126.736,35 85.075.918,00 57,74 129 Frauen 130 Frauen Das internationale Künstlerinnenfestival"her position in transition" von 4.-18.März 2006, für dessen Idee und Organisation Barbara Klein, Intendantin des Kosmostheaters und Margit Niederhuber zeichneten, präsentierte internationale Künstlerinnen aus 18 Ländern und 20 Kunstsparten während des österreichischen EU-Vorsitzes. Shows, Performances, Lesungen und Installationen fanden in 66 Aufführungen statt, eine öffentliche Diskursreihe rund um die Kunst ergänzte das Festival. Der ganze Stadtteil Wien Neubau war involviert, Neubau goes Kosmos war das Motto. Folgende Institutionen machten mit: Kosmostheater, Amerlinghaus, Buchhandlung Frauenzimmerl, Espresso, halfstreet7, Hauptbücherei, Depot, Dschungel Wien, Fleischerei, Lux, quartier21, Stadtinitiative Wien, vegetarisches Restaurant St. Josef, Tanzquartier Wien/Studios, Theater Spielraum, ToGBoX, U2/U3 Volkstheater, Volkstheater- Rote Bar, Wolke7, Siebenstern. FESTWOCHEN: Die Wiener Festwochen erhielten ein Budget von 10 810 832 EUR plus 833 000 EUR für Veranstaltungen des Mozartjahres. Der Frauenanteil in der Leitung betrug ein Drittel, bei den ausführenden KünstlerInnen war er wie immer sehr gering. Festwochen, Regie: Fünf Frauen und 21 Männer führten bei Produktionen der Wiener Festwochen Regie. 131 Frauen Festwochen, Musikalische Leitung: Der Frauenanteil unter den DirigentInnen bei den Wiener Festwochen betrug Null. Der Frauenanteil unter den KomponistInnen betrug eins zu dreizehn. 132 Festwochen AutorInnen: Festwochen Bühnenbild: Frauen Der Frauenanteil unter den Autorinnen betrug drei zu zwanzig. Sieben Frauen und neunzehn Männer sorgten für das Bühnenbild. 133 Frauen Festwochen, Kostüme: Nur bei den Kostümen betrug der Frauenanteil mehr als fünfzig Prozent., nämlich dreizehn Frauen zu neun Männern. Kostüme sind allerdings ein traditionell weiblicher Bereich. MUSIK Frauenförderung im Musikbereich 2006 umfasst folgende Gebiete. 1. Orchesterförderung: Neben dem 1. Frauen Kammerorchester(36.000 EUR) finden sich in vielen Klangkörpern, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Wien erfahren, Frauen. Besonders in den Jugendorchestern- Jeunesse Orchester(€ 47.000.-55%) und Gustav Mahler Jugendorchester(€ 182.000.-48%) 2. Organisation: Orchester und Ensembles, die von Frauen geleitet werden. So u.a. das Frauenkammerorchester(36.000 EUR Katy Marolty), das Jeunesse Orchester(47.000 EUR Dr. Renate Böck), Franz Lehar Orchester(7.000 EUR Prof. Vera Macku), Kaleidoskop(4.550 EUR Adriane Muttenthaler); 3. Vereine: Musikalische Jugend Österreichs(377.000 EUR Mag. Angelika Möser), Wiener Musik Galerie(30.000 EUR Prof. Ingrid Karl); Orpheus Trust(73.000 EUR Dr. Primavera Gruber); Musica Juventutis(18.000 EUR Mag. Christa-Maria Schuster) 4. Wettbewerbe: Der Belvedere Gesangswettbewerb(25.000 EUR wird von der Wiener Kammeroper und der Direktorin Isabella Gabor organisiert und findet jährlich statt.. 5. Kompositionsaufträge: 2006 standen 25.000 EUR zur Verfügung, von denen 4.200 EUR für Kompositionen von Frauen vergeben wurden. 134 Frauen FILM, VIDEO, NEUE MEDIEN EinzelfilmerInnen 2006 standen 200.000 EUR für Einzelfilmer/innen zur Verfügung. Davon wurden 89.900 EUR, das sind fast 45% an Filmerinnen vergeben. Zwei Beispiele für dezidiert feministische Themen seien hervorgehoben: Fiona Rukschcio gelang mit"I would like to talk Souffrage" ein sehr eindringlicher Blick auf die Souffragetten-Bewegung, den Vorkämpferinnen für die Rechte der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und Hannelore Tiefenthaler arbeitet"Mit Leib und Seele" an einer Dokumentation über Putzfrauen in öffentlichen Institutionen. Einzelfilmerinnen Copony Katharina Copony Katharina Djukanovic Biljana Doborac Selma Doser Barbara Frimberger Gabi Grascher Barbara Groen Elke Holzinger Elisabeth Dr. Klocker Elisabeth Maria Kudlacek Martina Maier Sabine Marte Sabine Mc Glynn Elizabeth Minck Bady Minck Bady Petersen Rikke Pleyel Sabine Mag.art Rukschcio Fiona Satzke Michaela(Miki Malör) Schmid Doris Sharp-Ponger Elisabeth Roma Sudovest/Il Palazzo Roma Sudovest/Il Palazzo- 2.Rate Animierte Videozeitung(Flash-Movie) Einsicht Durchsicht Aussicht time no time FrauenWelten Mono Night Still Mal Drei Mara- different faces of a diva Festivalverwertung"Notes on Marie Menken" 3 X_Avantgard Helen A/B+ das Meer RAGE Komposition komprimiert Schein sein In Between Metamorphose I would like to talk Suffrage Gebrauchs-Anweisungen fading away Work in Progress 3.000,00 2.000,00 2.000,00 2.000,00 8.000,00 3.000,00 3.000,00 3.000,00 3.000,00 5.000,00 3.000,00 5.000,00 2.000,00 4.000,00 3.000,00 3.000,00 2.000,00 5.000,00 2.000,00 5.000,00 2.000,00 5.000,00 135 Frauen Stummer Bernadette Swiczinsky Nana Theininger Martina Tiefenthaler Hannelore Wölger Katrin Filmische Thematisierung The Fall& Rise of Dr. Sawanni TRANSIT Mit Leib und Seele Charmante Miniaturen 2.000,00 2.000,00 5.900,00 3.000,00 2.000,00 Filminstitutionen 2006 standen 200.000 EUR für Filminstitutionen zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist das jährliche Animationsfilm-Festival"Tricky Women" und das Resfest, das 2006 einen Künstlerinnen-Schwerpunkt hatte, nämlich Filmemacherinnen, die sich speziell mit den digitalen Möglichkeiten auseinandersetzen. In Zahlen gegossen, heißt das 17,5% für weibliche Themen. Culture2Culture DokuZone Austria Tricky Women Resfest 2006 25.000,00 10.000,00 Kinoförderung Die Kinoförderung wurde mit 2006 komplett neu strukturiert. Einerseits gibt es nunmehr eine Prämie für kulturell hochwertiges Programm, andererseits können Kinobetreiber/innen um Projektförderung ansuchen. Die Kinoprämie konnte 2006 an 15 Kinobetreiber/innen ausgeschüttet werden. Von den 15 Kinos werden vier von Frauen geleitet, das sind 26,6% 136 Frauen Für die Prämienförderung wurden insgesamt 231 900 EUR ausgeschüttet, davon 64 773 EUR für Betreiberinnen, das sind 27,9% Die Projektförderung wird von einer Jury entschieden, die aus drei Personen, Mag. Alexander Syllaba, Dr. Peter Zawrel und Frau Mag.a Sylvia Faßl-Vogler besteht, also zu 33,3% bzw. zu einem Drittel weiblich ist. 137 Frauen Für Projektförderungen wurden 68 100 EUR aufgewendet, davon gingen 15.400 EUR, das sind 22,6%, an das einzig weiblich geführte Kino, das hier einreichte. Kinoförderung- Prämien an Kinobetreiberinnen Filmcasino& Polyfilm Gmbh Kinoprämie Filmcasino Gloriette-Kino Seidl&Co Kinoprämie Gloriette Kino Kepler-Lichtspiele Rudolf Edhofer Kinoprämie Kepler Kino Kulturverein Breitenseer Lichtspiele Kinoprämie Breitenseer Lichtspiele 20.550,00 10.737,00 11.866,00 21.620,00 Kinoförderung- Projektförderungen an Kinobetreiberinnen Filmcasino& Polyfilm Gmbh"ArchFilm Matinée 2006" Filmcasino& Polyfilm Gmbh"Summer of Love" Filmcasino& Polyfilm Gmbh"Cinemama 2006" Filmcasino& Polyfilm Gmbh"Urban Fiction" Filmcasino& Polyfilm Gmbh"Identities Sommerkino" Filmcasino& Polyfilm Gmbh"Best of Bollywood" Filmcasino& Polyfilm Gmbh"Hong Kong Film Panorama 2006" 2.000,00 4.500,00 2.500,00 2.300,00 1.600,00 1.000,00 1.500,00 Netzkultur Beginnend mit dem Jahr 2006 wurde die Förderung im Bereich der Neuen Medien bzw. Netzkultur komplett neu strukturiert. Insgesamt standen 490.000 EUR zur Verfügung. Kurz: die betroffenen Künstler/innen entscheiden in direkter Demokratie selbst über die Verteilung eines Großteils der Fördermittel(440.000 EUR) und übermitteln diese intern entschiedene Mittelverteilung als Empfehlung an die Magistratabteilung 7- Kultur. Netzkultur ist derzeit, nach anfänglichen Aufbrüchen von Künstlerinnen wieder eine männliche Domäne. Von 20 Förderungen an Einzelkünstler/innen gingen 13 an Künstler(65%) und sieben an Künstlerinnen(35%). 138 Frauen Von 107.246,96 EUR, die für Einzelkünstler/innen aufgewendet wurden, erhielten die Künstlerinnen genau 30.895,07 EUR, das sind 28,8%. Von insgesamt 45 Förderungen an Vereine gingen 38 an männlich geführte Institutionen(84,4%) und sieben an weiblich geführte(15,6%). In Förderzahlen ausgedrückt, bedeutet es auch, dass genau 12,6%(48.043,16 EUR) von insgesamt 382.753,04 EUR dieses Bereichs in weiblicher Hand lagen. 139 Frauen Insgesamt gingen 16%(78.938,23 EUR) der zur Verfügung stehenden Fördersumme von 490.000 EUR an Frauen. Selbst beim jährlichen Festival"Paraflows"(www.paraflows.at) waren 2/3 aller teilnehmenden KünstlerInnen männlich, nämlich 26 von insgesamt 39. Zwei Projekte seien hervorgehoben: Die Medienkünstlerin Barbara Husar setzt sich am Beispiel von Beduinenfrauen in der Sahara mit dem Spagat von digitaler Kultur und isolierten archaischen Lebensformen auseinander. Der Verein"Subotron" veranstaltet laufend Vorträge zur Theorie von Computerspielen. Im April 2006 gab es dazu einen sehr erfolgreichen Schwerpunkt zu"Games& Gender", bei dem international namhafte Spieledesignerinnen aus ganz Europa über"Women and Games", dem Frauenbild im Spiel, den anderen Geschmäckern von Mädchen etc. reflektierten. http://shop.subotron.com/150#more Einzelkünstler/innen Fegerl Judith Fegerl Judith Grumeth Eva Husar Barbara Mayr-Stalder Andrea Schuda Susanne Trawöger Charlotte Nest- MANA Avian Android C-E-B-E-R-1/2006 Data- Exchange Netznetz Validierung die Schudas Everyday Creativity 5.276,96 2.960,20 10.352,91 2.500,00 2.000,00 5.000,00 2.805,00 Vereine Machfeld- International Arts and Culture Society(Verein) Machfeld- International Arts and Culture Society(Verein) Machfeld- International Arts and Culture Society(Verein) 5uper.net(Verein) 5uper.net(Verein) Weiterentwicklung der interaktiven Videoinstallation"Pomp" AusSchwärmen Machfeld Studio ://br06- Austauschprojekt Sao Paulo Wien 5uper.net- cuisine digital 2006 5.000,00 9.393,17 1.731,05 3.000,00 9.015,87 140 Frauen Emergence of Projects(Verein) eye|con(Verein) Medienkunstarchiv(Verein) Raketa(Verein) Übermorgen(Verein) Übermorgen(Verein) Übermorgen(Verein) Wissenschaft Fragen Ausbau und Bereitstellung eines visuellen Labors Archivierung von Medienkunst Raketalab Satirelog Ubermorgen Chinese Gold Psychlos Generator 4.527,42 3.397,41 3.500,00 6.915,18 9.187,28 3.500,00 5.000,00 FILMFONDS WIEN 1. Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien 1.1. Kuratorium: Dem Aufsichtsgremium des Filmfonds Wien gehörten 2006 folgende Mitglieder an: · Vorsitz: Dr. Josef Kirchberger Art for Art Theaterservice GmbH · Mag. Sylvia Faßl-Vogler Kulturabteilung der Stadt Wien · Helmut Grasser Produzent der Allegro Film · Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien;(ab 25.2.'06) · Mag. Michael Kreihsl Regisseur;(bis 24.2.'06) · Kurt Mayer Produzent der Kurt Mayer Film · Wolf-Rüdiger Philipp Kulturabteilung der Stadt Wien;(bis 24.2.'06) · Mag. Gerhard Schedl Filmkonsulent;(ab 25.2.'06) · Virgil Widrich Regisseur 141 Frauen 1.2. Jury Die Jury ist das Gremium, welches über Anträge zur Projektentwicklung und zur Herstellungsförderung entscheidet. Die Mitglieder der Jury waren: · Catherine Buresi Leitung des Programms"Euromed Audiovisuell";(ab 1.4.'06) · Christine Dollhofer Leitung des Filmfestivals"Crossing Europe";(ab 1.4.'06) · Ulrike Dohr Geschäftsführerin der Dohr WerbeGmbH und Marketing Direktorin der 20th Century Fox Österreich;(bis 12.3.'06) · Andrea Ernst Verantwortliche Redakteurin der ARTE-Redaktion des WDR-Fernsehens · Eric Pleskow eh. Filmproduzent und Präsident der Viennale · Dr. Philipp Riccabona langjährige Leitung Spielfilm bei Kirch Media,(bis 12.3.'06) · Beatrix Wesle CEO der FP Film Projects GmbH und Vize-Präsidentin für europäische Angelegenheiten von Menemsha Entertainment Europe;(bis 12.3.'06) Die Mitglieder der Ersatzjury waren: · Gabriele Brunnenmeyer inhaltliche Leitung von "Connecting Cottbus";(ab 1.4.'06) · Dr. Elisabeth Büttner Filmhistorikerin und Filmwissenschafterin;(bis 12.3.'06) · Mag. Bettina Leidl Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien;(bis 24.2.'06) · Monika Maruschko Produktionsleiterin;(ab 1.4.'06) · Annette Niehues Lektorin, Tätigkeit im Bereich Stoffentwicklung bei LUNA-Film;(bis 12.3.'06) · Alexander Syllaba Leitung"Cinema Paradiso" in St. Pölten;(ab 1.4.'06) · Alessandra Thiele freiberufliche Konsulentin;(ab 1.4.'06) 142 Frauen 1.3. MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien: · Dr. Peter Zawrel Geschäftsführung · Mag. Claudia Fischer stellv. Geschäftsführung& Verträge(ab Mitte Jan.'06 in Karenz) · Susanne Wastl stellv. Geschäftsführung& Verträge(Karenzvertretung Claudia Fischer) · Andrea Christa Consulting · Saskia Pramstaller Public Relations · Sibylle Schwarzkogler Office Management · MMag. Thomas Heskia Rechnungswesen · Margarethe Binder Projekt Monitoring · Mag. Elisabeth Lichtenwagner Projekt Monitoring 2. Frauen als Drehbuchautorinnen und Filmemacherinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Frauen wie auch Männer beschäftigt. Von der Drehbuchautorin über Filmgeschäftsführerin, Cutterin, Kamerafrau und all die weiteren Berufssparten bis hin zur Filmemacherin arbeiten alle mit großem Erfolg im künstlerischen wie auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Im Jahr 2006 wurden einige große Erfolge des Filmjahres von Frauen erreicht, so zum Beispiel die berührende Mutter-Tochter-Geschichte GRBAVICA der bosnischen Regisseurin Jasmila Zbanic, für welche die Wiener Produktionsfirma coop99 bei den 56. Filmfestspielen von Berlin den Hauptpreis, den"Goldenen Bären" erhielt. Die coop99(Barbara Albert, Martin Gschlacht, Jessica Hausner, Antonin Svoboda) feierte gleich noch einen Erfolg, nämlich die Einladung von Barbara Alberts neuestem Werk FALLEN zum Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig. 143 Frauen Die junge Filmemacherin Anja Salomonowitz wurde mit ihrer innovativen und berührenden Dokumentation KURZ DAVOR IST ES PASSIERT, welche den Handel mit Frauen thematisiert, mit dem"Wiener Filmpreis 2006" ausgezeichnet. 2.1. Projektentwicklung 2006 förderte der Filmfonds Wien 23 verschiedene Projekte in deren Entwicklung. Die Treatments oder Drehbücher dazu wurden in 36% der Fälle von Frauen geschrieben, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von immerhin 8%. Frauenanteil Drehbuch bei Projektentwicklung 36% 2.2. Herstellungsförderung In der Herstellung von Projekten lag der Schwerpunkt wie auch schon im Jahr 2005 mit zwei Drittel ganz klar beim Dokumentarfilm. Im vergangenen Jahr sprach der Filmfonds Wien 38 Anträgen eine Herstellungszusage aus, der Frauenanteil in der Regie sank im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 6%. 144 Frauen 2.3. Kinostarts 2006 Der Anteil an Filmemacherinnnen, deren Werke 2006 in den österreichischen Kinos zu sehen waren, hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Geschäftsführerin des Filmfestivals Viennale mit einem Budget von 211.000 EUR ist Eva Rotter. LITERATUR Im Rahmen der Literaturförderung waren 2006 mehrere Jurien tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den zehn Mitgliedern waren acht Frauen(Inge Cevela, Mag. Karin Haller, Mag. Mirjam Morad, Dr. Kristina Pfoser, Mag. Silke Rabus, Mag. Christine Trattner, Mag. Kathrin Wexberg und Mag. Elisabeth Wildberger). 145 Frauen Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen drei Frauen waren(Dr. Evelyne Polt-Heinzl, Dr. Susanne Schaber, Univ. Prof. Dr. Elisabeth Juliane Vogel), zusammen. Der Jury für die Vergabe der Wiener AutorInnenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, gehörten mit Mag. Traude Korosa und Dr. Elisabeth Reichart zwei Frauen an. Die zum Wiener Dramatikerstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, drei von ihnen waren Frauen(Dr. Karin Kathrein, Dr. Sabine Perthold, Mag. Susanne Wolf). 146 Frauen Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Zwei dieser drei Mitglieder waren im Jahr 2006 Frauen (Mag. Ruth Berg, Maria Schmidt-Dengler). Mit dem Preis, der mit 3.700 EUR dotiert ist, wurde Katharina Salas Torrero ausgezeichnet. Carina Nekolny, Elisabeth Wäger erhielten das mit 1.095 EUR monatlich dotierte Wiener Autorenstipendium(insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 50%). Von den vier CanettistipendiatInnen erhielt im Jahr 2006 mit Sabine Scholl eine Frau dieses mit monatlich je 1.458 EUR dotierte Stipendium. 147 Frauen Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen wurden Barbara Mungenast, Sigrid Laube, Nadia Budde, Linda Wolfsgruber, Elke Krasny, Sybille Hein, Moidi Kretschmann und Ulli Faber ausgezeichnet, den Illustrationspreis erhielt Helga Bansch. Für diese Preise stand eine Gesamtsumme von 8.000 EUR zur Verfügung, davon gingen 6.350 EUR an Frauen. In die Ehrenliste trugen sich Bücher von Lilly Axster, Christine Aebi und Monika Pelz ein. Für Bücher von Frauen wurden Wiener Verlagen Druckkostenbeiträge(Gesamtsumme 205.000 EUR) in der Höhe von 90.150 EUR zur Verfügung gestellt. BILDENDE KUNST Die Jury für Kunstankäufe bestand aus 8 Mitgliedern, davon 6 Frauen: Mag. Sabine Bitter, Dr. Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr. Hedwig Saxenhuber, Dr. Antonia Hoerschelmann, Dr. Ursula Storch, Mag. Karin Zimmer. 148 Frauen Die Jury für die Galerien-Prämienaktion"Das engagierte Auge" zählte sechs Mitglieder, davon drei Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Dr. Monika Faber, Mag. Karin Zimmer Die Jury für die Preise der Stadt Wien bestand aus sieben Mitgliedern, davon fünf Frauen: Dorit Magreiter, Elfriede Mejchar, Lisl Ponger, Dr. Maria Rennhofer, Elfie Semotan 149 Frauen Vier Preise der Stadt Wien wurden an eine Frau und drei Männer vergeben: Carola Dertnig(8.000 EUR. Die Förderungspreise für bildende Kunst wurden an eine Frau und zwei Männer vergeben: Rita Vitorelli(4.000 EUR). Fonds Kunst im öffentlichen Raum Beratender Beirat: sechs Beiräte, davon zwei Frauen: Dr. Silvia Eiblmayr, Dr. Brigitte Huck 150 Frauen Geförderte Projekte: AntragstellerInnen: (davon Paarantragsteller) KünstlerInnen: (davon einige Künstlerpaare bzw. Gruppen) 5 Frauen 10 Männer 12 Frauen 13 Männer Artothek Es fanden neun Ausstellungen statt, sieben davon wurden von Frauen veranstaltet. Kunstankäufe Aus einer Gesamtsumme von 495.969,00 EUR wurden 256 Kunstwerke angekauft (48 Frauen und 58 Männer) 151 Frauen Die Ankaufssummen betrugen 195.226,-- EUR für Frauen und 300.743,-- EUR für Männer Ausstellungen Im Jahr 2006 wurden vier Ausstellungen aus den Beständen der Kunstwerke der Stadt Wien im Ausland und in Wien gezeigt. "Bilder von Wienern” Moskau- Pushkin- Literaturmuseum "Wiener Videos- Ein Querschnitt durch die jüngere Videokunst Wiens" Hauptbücherei Wien "3 Generationen, 3 Regionen- Künstlerinnen aus Wien, Niederösterreich und Burgenland" Burgenland- Burg Schlaining Frauen 2 Frauen 7 Frauen 27 Männer 15 Männer 4 152 Frauen Kunsthalle Wien Mit der Klanginstallation"Portraits" der kubanischen Künstlerin Tania Bruguera, die sie für die Ausstellung im project space der Kunsthalle Wien in Chicago produzierte, portraitiert sie politische Größen(wie John F. Kennedy, Martin Luther Kind, Adolf Hitler) allein über die rezeptiven Effekte, die sie im Publikum auslösen und die Einfluss auf die Weltgeschichte hatten. KuratorInnen waren Silvia Höller und Gerald Matt. Das Pilotprojekt"video des monats" präsentierte ein monatlich wechselndes Videoprogramm monografischer Arbeiten oder thematisch kuratierter Videokompilationen. In diesem Rahmen und Kooperation mit der Ursula Blickle Stiftung und der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien wurde das Video,"Walk on Carl Andre" von Sylvie Fleury präsentiert. Die 1961 in Genf geborene Künstlerin ist bekannt für ihre Inszenierungen des Glamours der Mode sowie der Luxusartikel der modernen Warenwelt. Wirken ihre Werke auf den ersten Blick wie eine deutliche Bestätigung der Wertmaßstäbe der Konsumgesellschaft, so leistet Fleury jedoch immer eine subtile Kommentierung des schönen Scheins. Sie löst in ihren Werken die Hierarchien zwischen Kunst, Kultur, Design, Mode und Kommerz auf. Inszenierung und Oberfläche der von ihr konzipierten Objekte erhalten einen Eigenwert, der jenseits oberflächlicher Produktwerbung oder der bloßen Inszenierung von Markenzeichen liegt. Die von Fleury aufgegriffenen Slogans sind damit nicht nur einfache "Abzeichen" international bekannter Modehäuser oder Hochglanzmagazine. Fleury bannt mit der Benutzung dieser Zeichen die mit ihnen als Konsumartikel verbundenen Sehnsüchte und Wunschbilder. Die ursula blickle videolounge macht zeitgenössische Kunst- und KünstlerInnenvideos jederzeit zugänglich. Sie ist ein Ort der Vermittlung und ein lebendiges Archiv für StudentInnen, KunsthistorikerInnen und für ein interessiertes Publikum. Gleichzeitig wird Recherche und Einsicht in das Medium Video ermöglicht. Kleinprojektförderung bildende Kunst Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme von EUR 122.000,-- des Budgets der Kleinprojektförderung subventioniert: Verein zuhaus Medienkunstarchiv Kunsthalle Exnergasse Pogmahon.company Institut für Ästhetik und Recherche Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Club Alpha€ 2.000,-­ Neun Arabesken€ 3.800,-­ FAIR- Forum Artist in Residence Kulturverein Freunde d. Loquaiparks Auto Gesellschaft der bildenden Künste Verein für Film und Fotodokumentation Kulturbasis Design KunstSchauRaum Splitter Art Verein Grat 3.000,-­ 3.000,-­ 2.000,-­ 2.250,-­ 1.200,-­ 2.000,-­ 2.000,-­ 4.000,-­ 1.400,-­ 8.000,-­ 3.000,-­ 1.000,-500,-­ 1.000,-­ 153 Frauen Vereinigung z. Ausübung u. Förderung künstl.Photogr. Kunstart Art Politics Sodaart Syndikart LOS! Kulturelle Lösungen u. Verbindungen V.R.I.K. Arbeitsgemeinschaft d. Wr. Bezirksmuseen Denkraum Vereinigung z. Ausübung u.Förderung künstl. Photogr. Camera Magenta Concult Emergence of Projects T.A.S.C 1.000,-­ 1.300,-­ 1.000,-­ 2.000,-1.300,-­ 2.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-1.000,-2.000,-­ 1.400,-­ 58.150,-­ Stadtteilkultur Das Kunstfestival"SOHO in Ottakring"(gefördert mit 60.000 EUR), fand im Jahr 2006 zum siebenten Mal für die Dauer von zwei Wochen im Wiener Brunnenmarktviertel statt und wurde wieder von der Künstlerin Ula Schneider kuratiert und organisiert. Das Stadtteilkulturprojekt Aktionsradius Augarten mit einem Budget von 136.536 EUR wird von DI Uschi und Dieter Schreiber geleitet. 154 Frauen Die Wiener Bezirksmuseen mit einem Budget von 365.000 EUR sind unter weiblicher Leitung(Frau Dr. Faber). INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Sinnvoll ist es, im Vereinsleben der interkulturellen Aktivitäten zwischen Frauenvereinen und Vereinen, wo die Hauptaktivitäten von Frauen gesetzt werden zu unterscheiden. Frauenvereine: Projekt Frauenraum- Verein für Frauenintegration Frau Gül Sanli, Frau Astrid Zach - Cafe Cinema Verein für ägyptische Frauen und Familien Frau Mag. Mary Attia - Arabische Kulturwoche Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen Frau Mahin Ranjbar - Weltfrauentag Aktiver türkischer Frauenverein Frau Yodigar Ünlü - Ausstellung Arabwoman Solidarity Association Frau Amir Sadia - Musikalischer Abend Zeitgenössischer Frauenverein Frau Seren Pakize Musikveranstaltung 1.000,-­ 2.500,-­ 1.500,-­ 2.500,-1.500,-­ 1.300,-­ Gesamt 10.300,-­ Vereine, bei denen Frauen Hauptakteure sind: Verein IODO Frau Mag. Ülkü Akbaba - Konzert"Frauenbilder" Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Frau Zofia Beklen - Jahresförderung für diverse nterkulturelle Aktivitäten 1.000,-­ 18.000,-­ 155 Frauen Jehuda Halevi Zentrum Frau Rosa Gilkarov - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Verein Station Wien Frau Ferhan Umancan - KulturCafe Kulturni Centar Frau Christine von Khol - Ausstellung amisnuh Theaterstudio Frau Dr. Angela Waldegg - Jahresförderung Verein für chinesische Sprache und Kultur Frau Zheng Xianming - Chinesisches Neujahresfest Verein Information und Kultur Ägyptens Frau Mag. Dr. Manal Abo-elaala -Ägyptische Kulturveranstaltung Assyrer-Suryoye Kultur- und Sportverein Frau Leyla Bahdi - Jahresförderung Verein Chiftetelli Frau Mag. Barbara Hofbauer Jahresförderung Verein Hypathia Frau Dr. Nathalia Schurina Konzertreihe"Frieden in Europa" Theaterverein Vlastenecka Omladina Frau lng. Anna Vadura - Theateraufführung"Noc" AMIRTA Frau Akossiwa Taylor Kulturfestival"Togo" Verein Polnischer SeniorInnen Frau Anna Toman 2 Konzerte Christ´s Child Care Frau Salamatu Kanbong Unterstützung für Fumbisi Kinder Gesamt Summe der Förderungen für Frauenprojekte (10,5%) Gesamtbudget Interkulturelle Aktivitäten 2006 156 8.000,-­ 10.000,-1.000,-­ 3.000,-­ 2.000,-­ 1.500,-3.000,-­ 5.000,-­ 8.000,-­ 1.500,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 2.000,-­ 66.000,-­ 76.300,-727.000,-­ Frauen FRAUEN IM WISSENSCHAFTSBETRIEB Frauenförderung als Priorität und Prinzip Die Neuformierung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Sinne von Wissensgesellschaften unter den Bedingungen der Globalisierung stellt an die Wissenschaft, an die wissenschaftlichen Institutionen und an die in diesen Bereichen tätigen Menschen große neue Anforderungen. Dass Wissenschaft, Innovation und Kreativität einer verstärkten Förderung bedürfen, steht außer Frage. Die Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien im Bereich der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft möchte mit ihren vielfältigen und gut akkordierten Förderungsinitiativen und ­ instrumenten jedoch auch und vor allem Akzente in Richtung einer fairen, Demokratie und Demokratisierung fördernden Gesellschaftspolitik setzen. Bei der Identifizierung der größten aktuellen Ungleichheitsfelder stößt man/frau fast zwangsläufig auf die minderprivilegierte Situation von Frauen in fast allen gesellschaftlichen Sphären. Die soziale Entwicklung der letzten 20 Jahre hat zwar neue Chancen für Frauen in Bildung, Wirtschaft und ­ langsam auch in der- Wissenschaft geschaffen; gleichzeitig sind aber auch die Probleme, mit denen Frauen in allen Lebens- und Arbeitssphären konfrontiert sind, gewachsen: gravierende gesellschaftliche Widersprüche gehen auf Kosten bzw. zu Lasten der Frauen. Frauenförderung muss daher auch eine Hauptzielsetzung einer engagierten Bildungs-, Forschungs­ und Wissenschaftsarbeit sein. Die Wissenschafts- und Forschungsförderungsarbeit der Kultur­ abteilung Stadt Wien hat dieses Postulat mit Überzeugung aufgegriffen und setzt es mit allen ihr zur Verfügung stehenden Förderungsinstrumenten eindrucksvoll in die Tat. Bei gleicher Qualifikation werden Wissenschafterinnen mit Förderungen, Stipendien, Preisen unterstützt und ausgezeichnet. Aber auch Projekte mit spezifisch feministischen Zielsetzungen, die sich theoretisch und empirisch mit Voraussetzungen und Folgen von Minderprivilegierung, aber auch von Gleichstellungsstrategien und-initiativen auseinandersetzen, werden gezielt unterstützt."Eine faire und effiziente Förderungsarbeit muss bestrebt sein, strukturelle, institutionelle und individuelle Benachteiligungen von Frauen in Wissenschaft und Forschung zu identifizieren, zu analysieren und effizient und rasch zu beheben."(Hubert Christian Ehalt) Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich im Jahr 2006 innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben: AUFKULTUR- Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit, Elisabeth Baumhöfer, Eva Dité, Elisabeth Wäger Publikationsprojekt"AUFbrüche" Veranstaltungsreihe"Grammatik der Macht" Culture2Culture, Mag. Waltraud Grausgruber Ausbau und Weiterführung der Datenbank/Videothek des Animationsfilmschaffens von Frauen EfEU- Verein zur Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle, Renate Tanzberger Ausstellung: Bildung und Gender Fem_research_exchange_team-Genderforschung, MMag. Bianca Gusenbauer Konferenz: Women's age in economy- an interdisciplinary perspective Freundinnen der Buchhandlung Frauenzimmer, Mag.a Paula Bolyos Veranstaltungen zum Thema feministischer Forschung und Gender Studies 157 Frauen Link- Verein für weiblichen Spielraum, Mag. Barbara Klein Diskursveranstaltungen im Rahmen des Internationalen Präsentations- und Vernetzungsprojektes "HER POSITION IN TRANSITION" Milena Verlag Publikationsprojekt: Tina Ring, Carolin Tener, Auf dem Strich- Mädchenprostitution in Wien. Diese Publikation wurde in einer ebenfalls vom Wissenschaftsreferat geförderten Veranstaltung vom Verein The World of NGOs(Mag.a Christiana Weidel) präsentiert. Österreichischer Arbeitskreis für interdisziplinäre Hexen- und Magieforschung, Univ.-Prof. Dr. Heide Dienst Tagung"Hexenproblematik in den habsburgischen Ländern" Verein"Arbeitskreis der Wiener Altgermanistik", Dr. Anna Babka Konferenz; Queer Reading in den Philologien Verein zur Förderung von Forschung und Entwicklung des berufsbildenden Wiener Schulwesens, Berufspädagogischer Förderverein Wien(BFW), Prof. Dr. Brigitte Zierer Veranstaltung: STREET LIFE: Social Work and Trafficking in Women Verein zur Förderung von L'Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft, Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle und Mag. Dr. Margareth Lanzinger wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2006(Herausgabe von L'Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft, Jg. 17, Heft 1"Alter(n)". Heft 2"Mediterrane Märkte"; L'Homme Schriften: Band 12: Claudia Jarzebowski, Inzest. Verwandtschaft und Sexualität im 18.Jh.; Band 13: Women's Movements. Networks and Debates in Post-communist Countries in the 19th and 20th Centuries"; Internationaler Workshop"Sprache und Erinnerung in Frauentagebüchern des 20. Jhs. Methodische Zugänge") Verlag Turia und Kant, Dr. Ingo Vavra Präsentation des Sammelbandes"Creating the Change. Beiträge zu Theorie und Praxis von Frauenförder- und Gleichbehandlungsmaßnahmen im Kulturbereich" von Johanna Schaffer, Juliane Alton, Sabine Benzer u.a. Im Jahr 2006 von Frauen initiiert bzw."federführend" betreute geförderte Projekte: Anthropologische Gesellschaft Wien, Univ.-Doz. Marie-France Chevron Forschungsprojekt: Die Ethnologie in der Wiener Anthropologischen Gesellschaft von den 1950er Jahren bis heute araila- Verein für österreichisch-iberisch-, lateinamerikanische Beziehungen, Margret KohlerHeilingsetzer Projekt:'Kälteeinbruch'/'volks'gartenprojekt ArbeitslosensprecherIn, Maria Hintersteiner Tagung: Demokratie Direkt: Menschen in prekärer Lebenssituation stellen Fragen: Was macht die Politik 158 Frauen Armin Berg Gesellschaft, Dr. Elisabeth Buxbaum Publikationsprojekt: Veronika, der Lenz ist da!- Walter Jurmann- ein Musiker zwischen den Welten und Zeiten Artes Liberales, Irmgard Klammer Veranstaltungsreihe: Philosophische Werkstattgespräche 2006- Praktische Philosophie Arthur Schnitzler-Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Konstanze Fliedl, Dr. Evelyne Polt-Heinzl, Dr. Gisela Steinlechner Ausstellung: Arthur Schnitzler- Affairen und Affekte ARTist-Alumniverband der Universität für angewandte Kunst, Mag. Eva Blimlinger Publikationsprojekt: Kunst und Staat- ein problematisches Verhältnis Attac Österreich, Mag. Karin Küblböck Tagung: Alternativer ECOFIN Austrian University Teachers of English, Univ.-Prof. Mag. Dr. Monika Seidl Konferenz: About Raymond Willimas. A Conference. In Honour of Pat Häusler-Greenfield BÖG- Bund Österreichischer Gesangspädagogen, Prof. Mag. Helga Meyer-Wagner Kongress"EUROVOX 2006. Wiener Klassik und Wiener Schule Wechselwirkungen Wien- Europa Carambolage, Astrid Bayer Publikationsprojekt"Werkschau TANZ- KUNST im Dialog 2003-1997 [changeing strategies]- Architekturinitiative, Marlene Rutzendorfer Symposium"new territories::anything but ordinary Child Guidance- Institut für Erziehungsberatung, Dr. Barbara Burian-Langegger Veranstaltung"Der Beginn. Die ersten Stunden in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ConCult_Plattform für zeitgenössische Kunst& Inter- Kulturvermittlung, Pamela Bartar Projekt"PUBLICwienSPACE- Kunst im öffentlichen Raum Denkraum Donaustadt- Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft und Kunst, Sylvia Schlagintweit, Bärbl Zechner Veranstaltungsreihe: DENKRAUM DONAUSTADT Der Neue Merker, Dr. Beate Hennenberg, Dr. Sieglinde Pfabigan Forschungsprojekt: Wiener Streichinstrumentenbau- Tradition des Handwerkes Diözesanarchiv Wien, Dr. Annemarie Fenzl Symposium: Kirchliche Elite-Bildung für den Donau-Alpen-Adria-Raum. Das Priesterkolleg St. Augustin("Frintaneum") in Wien 1816 bis 1918 Diplomatische Akademie Wien, Prof. Dr. Melanie Sully Forschungsprojekt: The Odessa Connection 159 Frauen eipcp- European Institute for Progressive Cultural Policies, Mag. Therese Kaufmann Projekt"translate 2006 Elfriede Jelinek Forschungszentrum, Dr. Pia Janke Symposium: Elfriede Jelinek: ‚ICH WILL KEIN THEATER'- mediale überschreitung Emergence of Projects- Verein zur Förderung interdisziplinärer Projekte in Kunst und Wissenschaft, Helga Köcher, Dr. Gabriele Jutz Veranstaltung: Collage, Found Footage und Sampling in der postmedialen Situation European Think Tank for Sustainable Development, Dr. Silvia Anner Symposium: Wege in eine nachhaltige Postmoderne Evangelisches Bildungswerk A.B. Wien, Birgit Traxler 61. Evangelischen Woche"Spiritualität" f.e.a. forum experimentelle architektur, Mag. Christine Janicek wissenschaftliche Recherchearbeiten zur Ausstellung"Das Führerzimmer. Ein Wiener Denkmal" Forschungszentrum für historische Minderheiten, Mag. Regina Wonisch Organisation im Rahmen der Einrichtung eines"Studien- und Dokumentationszentrums zur Geschichte der tschechischen und slowakischen Minderheit in Wien Frauenhetz- Feministische Bildung, Kultur und Politik, Mag. Verena Fabris, Dr. Elisabeth Mixa, Mag. Andrea Strutzmann Tagung: Kritik der Demokratie Forschungsprojekt: Paradise-Now! Die Wellness-Oase als postmoderner Alltagsmythos FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen, Ursula Kussyk, Angelika M. Trabe Fachtagung: Prävention und Umgang bei Verdacht von sexuellem Missbrauch an Mädchen, Buben und Jugendlichen Friedrich August von Hayek Institut, Dr. Barbara Kolm-Lamprechter Symposium: European Resource Bank Meeting 2006 FVV- Förderverein für Volkskunde, Mag. Dr. Gertraud Liesenfeld und Dr. Elisabeth Timm wissenschaftliche Recherchearbeiten im Rahmen des Projektes"Das Herz- ein kulturwissenschaftlicher und kulturhistorischer Kalender" Gabriele Possanner Institut für interdisziplinäre Forschung, Univ.-Doz. DDr. Sonia Horn Workshop: Mitteleuropäisches Archiv-Netzwerk Gesellschaft zur Erforschung des Austrofaschismus, Stefanie Maczijewski Forschungsprojekt: Der Umgang mit dem Austrofaschismus in der Zweiten Republik Grazer Autorinnen Autorenversammlung Literaturwissenschaftliche Aufarbeitung des Werkes von Manfred Chobot durch Karin Zogmayer 160 Frauen Grillparzer-Gesellschaft, Dr. Barbara Agnese Symposium: Ingeborg Bachmann- Topographien einer Künstlerpersönlichkeit Haus Hofmannsthal, Evita Luschinsky, Bettina Poss Ausstellung Gottfried von Einem Heilpädagogische Gesellschaft Wien, Dr. Andrea Strachota Tagung: Begegnung und Differenz: Menschen- Länder- Kulturen HEMAYAT- Verein zur Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden, Heidi Behn Publikationsprojekt: Dokumentation der Lebensgeschichte der jüdischen Überlebenden in Oradea und Umgebung/Rumänien Hyper[realitäten]büro- Institut für kulturwissenschaftliche Projektarbeit Karin Harrasser Symposium: Das Politische- Bild und Wirklichkeit IAF- Institut für Axiologische Forschung, Dr. Susanne Moser, Prof. Dr. Yvanka B. Raynova Publikationsprojekte u.a. Freedom and Recognition in the Work of Simone de Beauvoir; Internetzeitschrift Labyrinth. An International Journal of Philosophy, Feminist Theory and Cultural Hermeneutics Initiative Weltethos, Mag. Edith Riether Vorlesungsreihe: Weltethos und Globalisierung Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit, Mag. Dr. Renate Schreiber Buchprojekt: Es geschah in Wien. Erinnerung von Elsa Björkmann-Goldschmidt Institut zur Erforschung von Ritualen und Zeremonien, Mag. Karin Schneider Veranstaltungsreihe: Denkarium Interessengemeinschaft Freie Theater, Sabine Kock Tagung: Performing the Precarious Internationale Hans Tietze und Erica Tietze-Conrat Gesellschaft, Mag. Alexandra Caruso, DI Kristin Matschiner Forschungsprojekt: Der Kunsthistoriker Hans Tietze zwischen Politik und Aufklärung IVA- Institut für vergleichende Architekturfolge, Dr. Ulrike Herbig Tagung: Traditionelle Kultur und Architektur in Nias Indonesien Klimaforschungsinitiative AustroClim, Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb, Mag. Ingeborg Schwarzl 9. Österreichischen Klimatag Kultur Kontakt Austria, Mag. Eva Kolm Seminarreihe: Kultur auf Rädern Kulturverein SABA, Barbara Korherr Veranstaltung: Mozart& Mutter 161 Frauen Lalish- Theaterlabor, Mag. Dr. Nigar Hasib Veranstaltungsreihe: Lalish Interkulturelle Dialoge 2006- Stimme und Ritual in Performance Medienwerkstatt Wien, Dr. Gerda Lampalzer, Gertrude Moser-Wagner Veranstaltung: Vom Körper zum Körperchen NPO Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung; Univ.-Prof. Dr. Ruth Simsa Tagung: Fortschritte auf dem Rückweg. Das Alter und die Organisationen ÖAGG- Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik Univ.-Prof. Dr. Irmgard Eisenbach-Stangl Symposium: Transkulturelles Zusammenleben ÖAS- Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien, Andrea Thomanetz Psychiatriekongress: Blinde Flecken oder Ich sehe nichts, wo du was siehst! Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft Mag. Margit Wolfsberger Symposium: Im Spiegel der Anderen. Präsentation und Repräsentation von Ozeanien in Museen Österreichische Gesellschaft für Interdisziplinäre Familienforschung, Mag. Dr. Ulrike Sirsch 2. Österreichisches Familienwissenschaftliches Kolloquium zur Förderung der interdisziplinären Familienforschung Österreichische Gesellschaft für Neugriechische Studien, Univ.-Prof. Dr. Maria Stassinopoulou Tagung: Herrschaft, Staat und Gesellschaft in Südosteuropa aus sprach- und kulturhistorischer Sicht. Erneuerung des Zivilisationswortschatzes im 19. Jahrhundert Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft, Univ.-Prof. Dr. Sieglinde K. Rosenberger Forschungsprojekt: Abfallwirtschaft- Waste Management. Ein Städtevergleich Wien- Washington DC Österreichische Geographische Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Ingrid Kretschmer Tagung: GICON2006- Geoinformation Societies Ausstellung: Mensch-Umwelt-Raum Österreichische Kulturvereinigung Wien, Mag. Roxana Tsybenko Forschungsprojekt: Phänomen der Oralität in der modernen österreichischen Literatur am Beispiel von Michael Köhlmeiers Werken zur antiken Thematik: eine Untersuchung im Kontext des Funktionierens der österreichischen Medien Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen, Mag. Sylvia Köchl Ausstellung: Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken Österreichische UNESCO-Kommission, Mag. Gabriele Eschig, Mag. Maria Walcher Veranstaltung: Zwischen Tradition und Moderne: Das Immaterielle Kulturerbe im Zeitalter der Globalisierung 162 Frauen Österreichischer Freundeskreis von Givat Haviva, Milli Segal Ausstellung: Für das Kind OIKODROM, Dr. Heidi Dumreicher Forschungsprojekt: Polytope Plätze in Wien Pro Historia- Verein für theoretische und angewandte Geschichtsforschung, Doz. Dr. Irene Etzersdorfer, Dr. Regina Karner wissenschaftliche Vorarbeiten zur Ausstellung: Imperium an der Peripherie- Österreich in Siebenbürgen Pro mare- Verein zur Förderung der Meeresforschung in Österreich, Univ.-Prof. Dr. Monika Bright 5. Internationaler Symbiose Kongress zu neuen Methoden Forschungskonzepten und-ergebnissen im Bereich der Symbiose-Forschung Sofia- Institut für ganzheitliche Sozialforschung, Dr. Lisa Fischer, Dr. Kerstin Witt-Löw Publikationsprojekt: Brukenthal ein Europäer und sein ‚Tempel der Humanität' im transsilvanischen Klein Wien "Stubenring 3"- Verein Freunde der Universität für angewandte Kunst Wien DI Margit Ulama Architekturfestival"Turn On" und Publikationsprojekt"Flächen-Konzeption Synema- Gesellschaft für Film und Medien, Dr. Brigitte Mayr Tagung: Visuelle Kultur im Feld des Politischen/The visual as political Tagung: Falsche Fährten- Von Täuschungen und Enttäuschungen in Film und Fernsehen Theatercombinat, Claudia Bosse Publikationsprojekt"zu fragen der raumproduktion Universitätszentrum für Friedensforschung, HR Dipl.-Dolm. Dr. Sigrid Pöllinger Symposium: Überlegungen zu den Friedens- und Sicherheitssystemen in der Welt von heute: Politik, Wirtschaft, Recht Verband österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, Dr. Inge Podbrecky Symposium: Leben mit Loos Verein Architekturtage, MA Alexandra Wachter Veranstaltungsreihe: Architekturtage 2006- Architektur entdecken Verein Art Politics, Mag. Michaela Pöschl Publikationsprojekt: Missbrauch, Bilder davon Verein[aus]dehnung tfm, Petra Permesser, Jana Sommeregger, Tagung: forumTW. Theater und Identität Verein Das Labyrinth, Ilse M. Seifried Workshop: Labyrinthische Struktur- Gehirnstruktur- Lebenskulturen 163 Frauen Verein der Freund der Paläontologie, Univ.-Prof. Dr. Doris Nagel Symposium: Veränderungen des terrestrischen Ökosystems im Miozän Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien; Univ.-Prof. Dr. Birgit Lodes Tagung: cum maioribus lachrymis et fletu immenso- Der Tod in Musik und Kultur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit Verein doktorat.at, Mag. Helga Kahofer Workshop"Training for first-time university teachers/ network of Slovak and Austrian PHD­ candidates Verein Freies Radio Wien, Dr. Helga Schwarzwald Konferenz: media- space- society Verein für analytische Ethik und Sozialphilosophie, Univ.-Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer Tagung: Rationalität, Vernunft und Werte Verein für Architektur und Kommunikation, Dipl.-Ing. Dr. Christiane Feuerstein Forschungsprojekt: Sichtbarmachungen des Alltäglichen Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung Publikationsprojekt: Der rote Kaiser und die Nachtigallen von Cherica Schreyer-Hartmann Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik, Dr. Renate Göllner Konferenz: Mit Freud. Gesellschaftskritik und Psychoanalyse Verein für Kulturwissenschaft und Kulturanalyse, Mag. Susanne Breuss, Mag. Dorothea Jo. Peter, Mag. Regina Wonisch Publikationsprojekt: Geschichte des Konsumierens in Wien und Österreich im späten 19. und 20. Jahrhundert Forschungsprojekt: Ausstellungsanalyse als Grundlage einer medienadäquaten Ausstellungskritik am Beispiel des Kunst- und Naturhistorischen Museums in Wien Verein für Volkskunde, HR Dr. Margot Schindler Symposium: Kulturanalyse-Psychoanalyse-Sozialforschung. Positionen, Verbindungen und Perspektiven Verein MultiKids Wien, Dr. Erika Kaufmann, Nushin Vossoughi Podiumsdiskussion: Wien- Stadt der Multikids Verein Praxis, Mag. Ingrid Rothbacher-Stastny Forschungsprojekt"Wie ist- mehr- Gemeinschaftlichkeit in unserer Gesellschaft möglich?" Verein Projekt Integrationshaus, Mag. Dr. Susanne Buttaroni, DSA Andrea Eraslan-Weninger Projekt: Sprachwissenschaft für KindergartenpädagogInnen Verein ,,Projekt Schwab", Dr. Elisabeth Kramberger¸ Mag. Ingeborg Orthofer, Forschungsprojekt: Editionsvorbereitung Schwab 164 Frauen Verein Sozialgeschichte der Medizin, Univ.-Doz. Mag. Dr. Dr. Sonia Horn Tagung: Wiener Gespräche zur Sozialgeschichte der Medizin 2006 Verein zur Erforschung von Geschichte und Gesellschaft des 20. Jahrhunderts, Mag. Dr. Sabine Schweitzer Forschungsprojekt: Antisemitismus in Wien 1938. Zur Kulturgeschichte des Herrn Karl Verein zur Förderung der Christlichen Archäologie Österreichs, Univ.-Prof. Dr. Renate Pillinger Zeitschrift"Mitteilungen zur Christlichen Archäologie 12, 2006 Verein zur Förderung der digitalen Tonkunst, Iby-Jolande Varga CD-Rom-Erstellung: Heinrich Schenker. Leben, Schüler, Wirkung Verein zur Förderung der Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit, Univ.-Prof. Dr. Martina KallerDietrich Herausgabe der"Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit" 6. Jahrgang 2006 Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Dr. Elisabeth Großegger, Dr. Nicole Immler, Univ.-Doz. Mag. Dr. Heidemarie Uhl Symposium: Schrift und Gedächtnis Konferenz:'The making of…' Genie: Mozart und Wittgenstein. Biographien, ihre Mythen und wem sie nützen Verein zur Forschungsdokumentation und Präsentation von schriftlichen Erinnerungen, Traute MolikRiemer Projekt: Tagebuchtag 2006 Vienna School of Clinical Research, Mag. Christa Janko Veranstaltung: Clinical Research Training- Curriculum Workshop Volkshochschule Landstraße, Mag. Doris Weißmüller-Zametzer ExpertInnengespräch: Die Nachhaltigkeit der ästhetischen Arbeit, ein Versuch, elaborierte Ergebnisse der Arbeit mit Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen für die bildungspolitischen Debatte geltend zu machen Volkshochschule Wien Nordwest- AGENDA 21 am Alsergrund, Mag. Sabine Gruber, Diskussionsreihe"(Über-) Lebensraum WeXel- Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet - Zweigverein Wien, Dr. Erika Sieder Forschungsprojekt: Gustav Orglmeister- Der letzte Wiener k.k. Stadtbaumeister Wiener Gesellschaft für Kultur, Dr. Helga Maria Wolf Veranstaltung: Das ältere und das jüngere Hildebrandslied- Der Sängerkrieg auf der Wartburg: Wiener Psychoanalytische Vereinigung, Dr. Christine Diercks Sigmund Freud Vorlesungen 2006"Die großen Krankengeschichten der Psychoanalyse 165 Frauen Wiener Sprachgesellschaft, Univ.-Prod. Dr. Ruth Wodak Forschungsprojekt: Zur diskursiven Konstruktion österreichischer Identitäten Windhorse, Dr. Eva Weiss Veranstaltung"15. World Mental Health Day 2006 Zoom- Verein interaktives Kindermuseum Museumsquartier, Dr. Elisabeth Menasse-Wiesbauer Veranstaltungsreihe: Wiener Kindervorlesungen und Christmas Lecture 2006" Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien im Wege von Subventionen im Jahr 2006 unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Gesamtvolumen: Davon für Institutionen/Frauen in Leitungspositionen: In% 6,963.398,16 EUR 4,802.356,58 EUR 68,97% Architekturzentrum Wien Mag.(FH) Karin Lux(Geschäftsführerin) Club of Vienna Dr. Agnieszka Rosik-Kölbl(Geschäftsführerin) Demokratiezentrum Wien Mag. Gertraud Diendorfer(Geschäftsführerin) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer(wissenschaftliche Leiterin) IWM- Institut für die Wissenschaften vom Menschen Mag. Susanne Fröschl(Geschäftsführerin) 166 Frauen Ludwig Boltzmann-Gesellschaft Mag. Claudia Lingner(Geschäftsführerin) Österreichische Akademie der Wissenschaften/ Stipendienbereich Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien Mag. Dr. Lottelies Moser Verein"Steine der Erinnerung" Dr. Elisabeth Ben David-Hindler(Generalsekretärin) Zahava Hindler(Obfrau) Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Altersökonomie Univ.-Prof. Dr. Ursula Schneider(Institutsleiterin) WZW-WissenschaftsZentrumWien Mag. Andrea Holzmann-Jenkins(wissenschaftliche Leiterin) Wissenschaftliche Institutionen, Gesellschaften und Vereine, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien im Wege von Projektförderungen im Jahr 2006 unterstützt wurden, in denen Frauen in Leitungspositionen tätig sind: Elfriede Jelinek Forschungszentrum Dr. Pia Janke Evangelische Akademie Wien Mag. Waltraud Kovacic Franz Schmidt Gesellschaft Wien Dr. Carmen Ottner FVV Förderverein für Volkskunde, Wien Dr. Gertraud Liesenfeld Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste Sylvia Eisenburger Kunz IAF- Institut für Axiologische Forschungen Dr. Susanne Moser IFF- Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung Univ.-Prof. Dr. Marina Fischer-Kowalski IFK- Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften Mag. Viola Eichberger IG Kultur Österreich Mag. Elisabeth Mayerhofer 167 Frauen Institut für Geschichte der Juden in Österreich Dr. Martha Keil Internationale Schönberg-Gesellschaft Dr. Marion Diederichs-Lafite IWK- Institut für Wissenschaft und Kunst Dr. Helga Kaschl(bis Mai 2006) Jewish Welcome Service Vienna Mag. Susanne Trauneck Kulturni Centar- Österreichisch-Bosnisch-Herzegowinischer Kulturverein Christine von Kohl Milena Verlag Lika Trinkl Österreichische Akademie der Wissenschaften Aktuarin der phil.-hist. Klasse Lisbeth Triska Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien Mag. Dr. Lottelies Moser Projektgruppe Wörterbuch"Die Fackel" Dr. Evelyn Breiteneder Österreichische Forschungsgemeinschaft Mag. Caroline Hecht Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Dr. Sandra Wiesinger-Stock ökids- Österreichische Gesellschaft für Kinder und Jugendlichenpsychotherapie Dr. Vera Zimprich Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber Österreichisches Lateinamerika- Institut Mag. Stefanie Reinberg OSI Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut Dr. Elisabeth Vyslonzil Österreichisches Volksliedwerk Mag. Irene Riegler Projekt Theater Studio Dr. Eva Brenner Sigmund-Freud-Privatstiftung Mag. Inge Scholz-Strasser, Dr. Lydia Marinelli 168 Frauen Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Dr. Birgitt Haller SWS- Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft Gertrude Pacholik Verband Wiener Volksbildung Dr. Elisabeth Brugger, Mag. Michaela Schubert, Dr. Helena Verdel Verein für ägyptische Frauen und Familien Nadia Aziz Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Mag. Siglinde Bolbecher Viktor Frankl Zentrum Wien Johanna Schechner Wiener Gesellschaft für Theaterforschung Univ.-Prof. Dr. Brigitte Marschall Wiener Senioren Zentrum im WUK Erika Kysela Wiener Volksliedwerk Dr. Susanne Schedtler Stipendien und Förderpreise- Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Gesamtvolumen: Davon für Frauen: In Prozent: 118.650 EUR 95.000 EUR 80,07% 169 Frauen Stipendium am Bologna Center der Johns Hopkins University Mag. Katrin Anna Reinhart Stipendien im Rahmen des DoktorandInnenprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften(APART- und Doktoranden-Stipendium) Dr. Claudia Leeb Mag. Alexandra Neubauer-Czettel Stipendien an der Webster University Marie Aimee Ropartz Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte Univ.-Doz. Dr. Christa Lutter Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien Förderungspreis Mag.a Dr. Martina Nussbaumer Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(36 Frauen, 21 Männer) für wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß von 700 EUR bis 1.400 EUR: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: 48.860,44 EUR 30.092,72 EUR 61,59% Dr. Evelyn Adunka Der Wiener Stadttempel Dr. Marie-Theres Arnbom Erinnerungen von Josef Stauffer. Der Aufstieg vom Sohn armer Bauern zu einem der führenden Beamten des Hauses Sina vom Vormärz bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Leben im Schatten der Ringstraße Mag. Silvia Margarita Benda-Kahri Erstellung einer umfassenden Bibliographie der Werk Prof. Dr. Roland Girtlers 170 Frauen Mag. Sabina Bernhard Ein praxisbezogenes IT-Projekt zur Förderung der interkulturellen Kommunikation 16-jähriger Mittelschüler aus Wien/Österreich und Windhoek/Namibia Mag. Barbara Clausen Performance und Politik: über das kulturpolitische Potential zwischen Performativität und Medialität Mag. Barbara Eichinger Wien als Wiege des jüdischen Film Mag. Dr. Michaela Falkner Systematische Dokumentation und Theoretische Reflexion des eigenen literarischen Schreibprozesses im Rahmen einer Theorie der Praxis(Wittgenstein, Polanyi) Mag. Maria-Luise Freithofnig Das Tagebuch als Mittel zur Selbstreflexion in Österreich seit 1950 Mag. Gabriele Goffriller Joseph Kyselak(1799-1831). Eine Wanderung durch die österreichische Kulturgeschichte der Romantik Mag. Dr. Barbara Grubner Der Privathaushalt im Spiegel von Globalisierung und Frauenmigration: Zur aktuellen Organisation von Haushaltsarbeit in Wien Mag. Andrea Haider Über die Notwendigkeit und Effizienz von Nachbetreuungsmaßnahmen jugendlicher Suizidanten Mag. Semirah Heilingsetzer Dokumentation über die Wiener Künstlerin Erna Frank Mag. Ingrid Holzschuh Die Planung der ,Baldur von Schirach Insel' vom 5. November 1941 Dipl.-Ing. Martina Kögl Baukultur. Eine Begriffsklärung ergänzt durch einen Grundriss der politischen Dimension von Architektur Mag. Uta M.Matschiner Nackt- Die Ästhetik der Nacktheit in der Keramik der 50er Jahre Mag. Petra Mayrhofer Die gegenseitige Wahrnehmung von Angehörigen der alten und der neuen Mitgliedsstaaten der EU am Beispiel Österreich, Deutschland und Frankreich und jene der ,,neuen" EU-Mitgliedsstaaten Polen, Ungarn und Tschechien(ein Materialrechercheprojekt) Mag. Heidi Niederkofler Kommentierter Literaturbericht über Frauen und Männer in der zweiten Republik 171 Frauen Dr. Haiganus Preda-Schimek Eusebius Mandyczewski in Wiener Musikkreisen(1880-1929) Dr. Gerlind Rüve Wandlungen in der Sinnstiftung des Todes an der Epochenschwelle im Übergang von 18. Zum 19. Jahrhundert: der Scheintod in der Stadt Bratislava während der Aufklärung Mag. Kerstin-Katja Sindemann-Reikerstorfer Wasser in Wien Mag. Maria Streßler Der Zweite Weltkrieg in den österreichischen Klassenzimmern- Schulerinnerungen aus Österreich Mag. Claudia Wagner Die Wiener Tanzlandschaft: Aktuelle Entwicklungen in Bühnentanz und tanzpädagogischer Praxis Mag. Barbara Wurm Dziga Vertov - Künstlerische Vistitenkarte Mag. Anita Zieher Das Werk von Hannah Arendt und seine aktuellen Bezüge zu politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen als Grundlage für die Erarbeitung eines Theaterstücks Förderungsmittel für Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen(sechs Frauen, vier Männer) für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß von 3.650 EUR: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: 36.500 EUR 21.900 EIR 60% 172 Frauen Die Projekte im Einzelnen: Forschungsstipendien Frauen Mag. Nadezda Kinsky-Müngersdorff Die Selbstdarstellung Wiens in visuellen Medien im 20. Jahrhundert: Identitätskonstrukte und Wirklichkeitserfahrungen Arch. Dipl.-Ing. Dr. techn. Christiane Feuerstein Zwischen Versorgen und Wohnen Dr. Nevena Ilieva-Litova Grundlagen der Relativitätstheorie und Quantentheorie in und aus Wien Mag. Dr. Martina Nußbaumer Musikstadt Wien' im 20. Jahrhundert: Anspruch und Wirklichkeit Dr. Cornelia Kogoj Orte kultureller Ausdrucksformen von MigrantInnen in Wien seit 1945. Eine Bestandsaufnahme Mag. Susanne Felicitas Wolf Volkstheater" in Wien von 1945 bis zur Gegenwart Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankauf): Davon Publikationen von Frauen: In Prozent: 118.802,68 EUR 53.637,10 EUR 45,15% 173 Frauen U.a. wurden im Jahr 2006 folgende Publikationen unterstützt: Amalthea Signum Verlag GmbH Christine Neugebauer, Johannes-Wolfgang Neugebauer, Bärenjäger, Bauern, Bergleute. Österreichs Urgeschichte araila- Verein für österreichisch-iberisch-lateinamerikanische Beziehungen Margret Kohler-Heilingsetzer, Katalog"Kälteeinbruch" Böhlau Verlag Doris Corradini, Fritz Fellner, Österreichische Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert Christina Köstner, Murray G. Hall, …allerlei für die Nationalbibliothek zu ergattern Charlotte Natmessnig, Karl Bachinger, Wegmarkierungen. Ausgewählte Schriften. Festschrift für Herbert Matis Claudia Schreiner, Günter Haider,(Hg.), Die PISA-Studie. Österreichs Schulsystem im internationalen Vergleich Doris Weißmüller-Zametzer, Alexander Stollhof,(Hg.), Ein Bezirk schreibt sein Buch Elisabeth Welzig, Leben und überleben. Frauen erzählen vom 20. Jahrhundert Braumüller Verlag Monika Seidl,"So schön war es im Roten Wien!" Britische Schriftsteller über das Wien der frühen Dreißigerjahre und die Februarereignisse 1934 Czernin Verlag Veronika Hofer, Gerhard Baader und Thomas Mayer(Hg.), Eugenik in Österreich- Biopolitische Methoden und Strukturen von 1900-1945 Ibolya Murber u. Zoltán Fónagy, Die Ungarische Revolution und Österreich- 1956 Katja Ridderbusch, Der Tross von Brüssel. Geschichten aus der Hauptstadt Europas Barbara Tóth, Hubertus Czernin(Hg.), 1986. Das Jahr, das Österreich veränderte die Melange- Verein zur Förderung Kreativer, Theresa Dirtl(Hg.), diemelange- Tool des Monats //Pool_ Zukunft+ Forschung 2006 DÖW- Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Ausstellungskatalog des DÖW Redaktion: Brigitte Bailer-Galanda, Christa Mehany-Mitterrutzner, Christine Schindler Edition Splitter Batya Horn, Christian Baier(Hg.), Leidenschafften- Beziehungen in Liebe[Eine Anthologie] 174 Frauen Edition Steinbauer Sandra Paweronschitz, Zwischen Anspruch und Anpassung- Journalisten und der Presseclub Concordia im Dritten Reich Ingrid Pfeiffer, Scheideweg der Worte- Literatur in österreichischen Zeitschriften 1945-1948 Edition Weinviertel Heidi Brunnbauer, Im Cottage von Währing/Döbling… Interessante Häuser- interessante Menschen, Band II Eigenverlag Claudia Klein-Primavesi Claudia Klein Primavesi, Die Familie Primavesi und die Wiener Werkstätte. Josef Hoffmann und Gustav Klimt als Freunde und Künstler Claudia Klein-Primavesi, Josef Hoffmann und Gustav Klimt als Freunde und Künstler der Familie Primavesi Claudia Klein-Primavesi, Die Familie Primavesi. Kunst und Mode der Wiener Werkstätte Eigenverlag Uta M. Matschiner Uta M. Matschiner(Hg.), Trilogie zum Thema NACKT- die Ästhetik der nacktheit und der Exoten in der Keramik der 50er Jahre und die Kunstkeramik Prischl Wien fotoK Susanne Jakszus,(Katalog: ,,Infrascape")"Bilder von wienerischen Musliminnen" Franz Schmidt Gesellschaft Carmen Ottner(Hg.),"Musik in Wien: 1938-45", Bd. XV der Studien zu Franz Schmidt FVV- Förderverein für Volkskunde Wien Dr. Elisabeth Timm, Kalender ,,Herz" Holzhausen Verlag GmbH Petra Amann, Marco Pedrazzi, Hans Taeuber(Hg.), Festschrift Luciana Aigner-Foresti"Italo- Tusco- Romana" Löcker Verlag Brigitte Lehmann(Hg.), Frauenpolitik im Austrofaschismus Christina Lutter(Hg.), James Donald- Vorstellungswelten moderner Urbanität Michaela Maier, Wolfgang Maderthaner(Hg.), Friedrich Adler- Albert Einstein. Briefe und Dokumente Rosa Reitsamer, Rupert Weinzierl(Hg.), Female Consequences Heidemarie Uhl, Lutz Musner(Hg.), Performanz in den Kulturwissenschaften 175 Frauen Mandelbaum Verlag Katharina Kniefacz, Baris Alakus und Robert Vorberg(Hg.) Sex-Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern Sigrid Kroismayr, Ernst Gehmacher, Josef Neumüller(Hg.) Sozialkapital- Neue Zugänge zu gesellschaftlichen Kräften Elisabeth Nöstlinger, Ulrike Schmitzer(Hg.), Pierre Bourdieus Erben. Gesellschaftliche Elitebildung in Deutschland und Österreich Elisabeth Nöstlinger, Ulrike Schmitzer(Hg.), Susan Sontag- Intellektuelle aus Leidenschaft. Eine Einführung Christina Pal, Heinrich Steinitz- Anwalt und Poet Verena Pawlowsky und Harald Wendelin, Enteignete Kunst, Band 3 aus der Reihe ,,Raub und Rückgabe- Österreich von 1938 bis heute Erika Weinzierl, Sandra Wiesinger-Stock, Konstantin Kaiser Vom Weggehen- Zum Exil von Kultur und Wissenschaft Metro Verlag Verlagsbüro Wien Martina Bartl, Wien und die Pferde Frederike Demattio, Italienisches Wien Frederike Demattio, Valentin Demetz-Wille, Wiener Höhepunkte Frederike Demattio, Wien und die Kinder Katja Sindemann, Wiener Orte der Stille Petra Unger, Wiener Frauenspaziergänge Sonja Urich, Wiener Hotels mit Charme Sonja Urich, Winterliches Wien Judith Weber, Stefan Bugovsky, Wiener Walzer, Tango, Cha-Cha-Cha nylon. Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse Zeitschrift ,,fiber. werkstoff für feminismus und popkultur" Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Stadt- und Regionalforschung Vera Mayer (Hg.), Plattenbausiedlungen in Wien und Bratislava zwischen Vision, Alltag und Innovation öbv&hpt VerlagsgesmbH& Co KG Sophie Hochhäusl, Alex Mayer, James K. Skone Pinsel, Paula und die plaudernden Häuser- Wiener Architektur für kleine& größere Menschen 176 Oldenbourg Verlag Herta Nagl-Docekal, Rudolf Langthaler(Hg.) "Jürgen Habermas über Religion", Band 13 der "Wiener Reihe. Themen der Philosophie" Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Sabine Felgenhauer-Schmiedt, Ingebrog Graisbauer, Karin Kühtreiber, Doris Schön, Günther Buchinger, u.a. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, Band 22/2006, Österreichische Verlagsgesellschaft C.& E. Dworak GmbH Claudia Girardi, Preinblicke. Alpine Landschaft und Architektur bei Heimito v. Doderer Passagen Verlag Eva Angerer, Die Literaturtheorie Julia Kristevas. Von Tel Quel zur Psychoanalyse Eveline Goodman-Thau, In der Arche der Unschuld. Versuch einer Kulturkritik nach Auschwitz Eveline Goodman-Thau(Hg.), Die Selbstverständlichkeit der Welt, 4 Bände Nora Pester, Die soziale Verfassung Europas. Eine rechts- und diskurstheoretische Betrachtung Promedia Verlag Gabriele Habinger, Frauen reisen in die Fremde. Diskurse und Repräsentationen von reisenden Europäerinnen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert Schlebrügge.Editor Maria Theresia Litschauer, 6/44-5/45. Ungarisch-jüdische ZwangsarbeiterInnen. Ein topo/foto/grafisches Projekt Section N Design-Archiv Katarina Noever, CD-Rom, Section N DesignArchiv, Wien 1971-1987 Frauen 177 Frauen Sonderzahl Verlagsgesellschaft m.b.H. Evelyne Polt-Heinzl, Daniela Strigl(Hg.), Im Keller. Der Untergrund des literarischen Aufbruchs nach 1945 Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft SWS-Rundschau, Verena Pacholik Springer Verlag Ilse M. Fasol-Boltzmann(Hg.), Ludwig Boltzmann(1844-1906). Zum hundertsten Todestag Brigitte Felderer, Ernst Strouhal, Rare Künste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst Studien Verlag Eleonore De Felip, Die Zumutung einer Sprache ohne alle Gewähr- Ilse Aichingers Szenen und Dialoge ,Zu keiner Stunde' Petronilla Ehrenpreis, Kriegs- und Friedensziele im Diskurs Regierung und deutschsprachige Öffentlichkeit Österreich-Ungarns während des Ersten Weltkriegs Ulrike Eder, Auf die mehrere Ausbreitung der teutschen Sprache soll fürgedacht werden... Elisabeth Grossegger, Johannes Feichtinger, Gertraud Marinelli-König, Peter Stachel, Heidemarie Uhl, Festschrift Moritz Csáky zum 70. Geburtstag: Schauplatz Kultur ZentralEuropa aus der Reihe"Gedächtnis- Erinnerung- Identität", Band 7 Katharina Herzmansky, Gerda B. Moser, Friedbert Aspetsberger(Hg.), Klug und stark, schön und erotisch Doris Ingrisch, Brigitte Lichtenberger-Fenz, Beruf, Karriere und Wissenschaft. Narrative über geschlechtsspezifische Un/Gleichheiten und Un/Gleichzeitigkeiten Gerda E. Moser, Friedbert Aspetsberger(Hg.), Leiden… Genießen. Zu Lebensformen und- kulissen in der Gegenwartsliteratur Daniela Strigl, Friedbert Aspetsberger(Hg.), Ich kannte den Mörder wusste nur nicht wer er war. Zum Kriminalroman der Gegenwart Margit Reiter, Die Generation danach. Der Nationalsozialismus im Familiengedächtnis Monika Sommer, Moritz Csáky(Hg.), Kulturerbe als soziokulturelle Praxis, Reihe: Gedächtnis- Erinnerung- Identität, Band 6 Katharina Wegan, Martin Wassermair(Hg.), rebranding images Unit F Judith Zwanzger, Modebuch-zeitgenössische Mode aus Österreich Verband Freier Radios Österreich Fiona Steinert, Helmut Peissl(Hg.), Wer spricht. Interkulturelle Arbeit und Mehrsprachigkeit im Kontext Freier Medien. Eine Print- und Internet178 Frauen Verein"projektor, Diskussionsforum Film und Neue Medien Barbara Pichler, Andrea Pollach(Hg.) MOVING LANDSCAPES Verein für Geschichte und Sozialkunde Margarete Grandner, Gernot Heiss, Oliver Rathkolb QS 19- Zukunft mit Altlasten: Die Universität Wien 1945-1955 Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik ÖMZ- Österreichische Musikzeitschrift, Jahrgang 61 Verlag"Innsbruck University Press" Ellen Palli, Bettina Posch, Elisabeth Rieder(Hg.), Begegnungen mit Anton Pelinka Verlag Anton Pustet Gabriele Kaiser (Hg.), Friedrich Kurrent: Texte zur Architektur Review IV, Jahrbuch des Instituts für Kunst und Architektur Verlag für Geschichte und Politik Elisabeth Dietrich-Daum, Die Wiener Krankheit. Sozialgeschichte der Tuberkulose in Österreich Verlag Österreich Gerda Marx, Die Bundesimmobiliengesellschaft und das Liegenschaftsmanagement des Bundes Verlag Turia+ Kant Ela Hornung, Warten und Heimkehren. Eine Ehe während und nach dem Zweiten Weltkrieg Verlagsbüro Mag. Johann Lehner GesmbH Ulrike Tanzer, W. Edgar Yates(Hg.), Theater und Gesellschaft im Wien des 19. Jahrhunderts Verlagshaus der Ärzte GesmbH Ingrid Arias(Hg.), Im Dienste der Volksgesundheit. Frauen- Gesundheitswesen ­ Nationalsozialismus Vier Viertel Verlag Lisa Fischer, Die Stadtgängerin. Clarissas Wien 1902 Viza- Literaturförderungsverein Wienzeile- Supranationales Magazin für Literatur, Politik und Kunst "Wienzeile" 2006, 4 Ausgaben+ Sonderausgabe in russischer Sprache Insgesamt wurden 2006 83 Verlage bzw. Vereine mit Druckkostenbeiträgen und/oder Ankäufen gefördert, 25 davon werden von Frauen geleitet. Das sind 30,12%. 179 Frauen Anton Pustet Verlag Dr. Silke Dürnberger Böhlau Verlag Dr. Eva Reinhold-Weisz, Ulrike Dietmayer Braumüller Verlag Konstanze Weber, Helga Papouschek die Melange- Verein zur Förderung Kreativer Mag. Theresa Dirtl Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer Edition Splitter Batya Horn Eigenverlag Claudia Klein-Primavesi Eigenverlag Uta M. Matschiner Franz Schmidt Gesellschaft Wien Dr. Carmen Ottner FVV Förderverein für Volkskunde, Wien Dr. Gertraud Liesenfeld Living Edition Starna GesmbH Dr. Lily Wilmes Mandelbaum Verlag Dipl.-Ing. Elisabeth Baumhöfer Maurer Heimatrunde Mag. Christl Ayad Metro Verlag Mag. Frederike Demattio nylon. Verein zur Förderung und Publikation feministischer Diskurse Sara Paloni Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Univ.-Prof. Dr. Sabine Felgenhauer Section N Design-Archiv Katarina Noever 180 Frauen Seifert Verlag GmbH Dr. Maria Seifert Unit F Judith Zwanzger, Katrin Seiler Verein projektor, Diskussionsforum Film und Neue Medien Mag. MA Barbara Pichler, Mag. Andrea Pollach Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik Mag. Marion Diederichs-Lafite Verlag für Geschichte und Politik Dr. Ursula Huber Verlag"Innsbruck University Press" Dr. Silvia Prock Verlag Österreich Mag. Elisabeth Schmidt Vier Viertel Verlag Univ. Prof. Dr. Elena Ostleitner Wiener Vorlesungen 2006 Der Frauenanteil bei den Wiener Vorlesungen war geringer als in den vergangenen Jahren, am höchsten noch bei der Moderation, am niedrigsten bei der reinen Vortragstätigkeit. Wenn die Moderation mit einer wissenschaftlichen Einleitung oder einem Kommentar einher ging, war der Männeranteil bedeutend höher. 181 Frauen Mitwirkende gesamt: Frauen: Männer: 2006: 19,7% 80,3% 2005: 43% 57% 2004: (37%) (63%) 2003: (31%) (69%) 182 Frauen Die Vorlesungsreihe zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud wurde mit einem Vortrag der Vorstandsvorsitzenden der Sigmund Freud Privatstiftung und Direktorin des Sigmund Freud Museums, Mag.a Inge Scholz-Strasser, gestartet. Darin ging es um die Frauen um Sigmund Freud- Patientinnen, Mitarbeiterinnen, Vertraute. " Ingeborg Bachmann- Terror und Vision" lautete der Titel einer Veranstaltung, die die Wiener Vorlesungen in Kooperation mit der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur zum 80. Geburtstag von Ingeborg Bachmann durchführten. Die Journalistin Gerda Haller präsentierte im Rahmen dieser Veranstaltung ein Fernsehinterview, das sie im Juni 1973, wenige Monate vor Bachmanns Tod, mit der Autorin führte. Univ.-Prof. Dr. Astrid Forneck, Leiterin des Institut für Garten-, Obst- und Weinbau der Universität für Bodenkultur Wien, stellte in einer Wiener Vorlesung die Arbeit ihres Institutes vor. An dem anschließenden Podiumsgespräch"Wien und Wein. Lebenselixier- Genuss- Stimulanz. Über die Lieblingsdroge der WienerInnen zwischen Produktkult und Zwielicht" nahm u.a. Univ.-Prof. Dr. Irmgard Eisenbach-Stangl(Universität Wien und Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung) teil. Über"Arthur Schnitzlers Sprachen der Liebe" referierte Konstanze Fliedl , Universitätsprofessorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Salzburg, bei den Wiener Vorlesungen anlässlich der Ausstellung"Arthur Schnitzler- Affairen und Affekte" im Österreichischen Theatermuseum Univ.-Prof. Dr. Aleida Assmann, international renommierte Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz, Gastprofessorin u.a. in Yale und Princeton, hielt anlässlich des 150. Geburtstages der Wienbibliothek im Rathaus eine Wiener Vorlesung über "Bibliotheken und Archive als Speicher des kulturellen Gedächtnisses", der von Frau Univ.-Doz. Dr. Heidemarie Uhl(Österreichische Akademie der Wissenschaften) moderiert wurde. Im Jahr 2006 wurde die 8. Buchreihe der Wiener Vorlesungen, die"Edition Gesellschaftskritik" mit einem Band von Claudia von Werlhof mit dem Titel"Alternativen zur neoliberalen Globalisierung oder Die Globalisierung des Neoliberalismus und seine Folgen" gestartet. Band 4 der"Enzyklopädie des Wiener Wissens" von Natalia Wächter trägt den Titel"Wunderbare Jahre? Jugendkultur in Wien". Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsförderungs­ fonds: Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften Univ.-Doz. Dr. Heidemarie Uhl Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Univ.-Prof. Dr. Edeltraud Hanappi-Egger Univ.-Prof. Dr. Renate Meyer Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Cecily Corti(Ehrenpreis) Nadja Palombo(Wissenschaftsstipendium) 183 Frauen Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Univ.-Prof. Dr. Monika Fritzer-Szekeres Ursula Elisabeth Hainz PhD Dr. Elisabeth Heere-Ress DDr. Angelika Riemer WIEN MUSEUM Mit der Intervention"Männerwelten und Frauenzimmer" in der Dauerausstellung untersuchte das Wien Museum Bilder von Männer und Frauen, die Rollenverteilung und die Methoden der Repräsentation der Geschlechter im Museum. Bei der Ausstellung"Schau mich an. Wiener Porträts", eine Auseinandersetzung mit den biografischen Sammlungen des Wien Museum, legten die Kuratorinnen auf die Berücksichtigung des Gender-Aspekts großen Wert- sowohl was die Auswahl der gezeigten Objekte betraf, als auch bei der Formulierung der Ausstellungstexte. Die junge Wiener Künstlerin Katrin Plavcak wurde vom Wien Museum für ein neues Porträt der Kaiserin Elisabeth für die Hermesvilla beauftragt. Die Künstlerin hat sich in ihrem bisherigen Werk mit feministischen Theorien auseinandergesetzt und bereits zahlreiche außergewöhnliche Frauen porträtiert. Mit der im Jahr 2006 vorbereiteten Ausstellung"Who is Marie-Louise von Motesiczky? Malerin zwischen Wien und London" wird eine in Wien vergessene Malerin zu später Ehre gelangen. Wien Museum Personelles Zwei zentrale Führungspositionen des Wien Museums wurde im Laufe des Jahres 2006 mit Frauen besetzt: Mag. Isabel Termini-Fridrich leitet die Abteilung"Vermittlung, Bildung und BesucherInnenservice", die Leitung der Abteilung"Marketing und Kommunikation" wurde mit Frau Mag. Martina Tichy besetzt, die sich gegen ca. 200 Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt hat. Als halbtags angestellte Assistentin des kaufmännischen Leiters konnte Frau DI Marie-Theres Holler gewonnen werden. STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 98.810,44 EUR vergeben. Davon entfielen 47.995,50 EUR auf weibliche Studierende. 184 Frauen PREISE DER STADT WIEN: Unter dreizehn PreisträgerInnen der Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften(Christiane Spiel) Medizin, Volksbildung, Publizistik(Isolde Charim), Literatur, Bildende Kunst(Carola Dertnig) und Architektur(Elke Delugan-Meißl) waren vier Frauen. 185 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2005 FRAUENKULTURBERICHT KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2005 FRAUENKULTURBERICHT HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY © 2006 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Sylvia Mattl-Wurm(MA 9) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Filmfonds Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Wolfgang Kos(Wien Museum) Mag. Karin Rick(Frauenkulturbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.kultur.wien.at Produziert in der REPRO- MA 21A Inhalt VORWORT...............................................7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik.............................................13 Theater...........................................14 Literatur...........................................15 Bildende Kunst......................................16 Kunsthalle Wien.....................................19 Alltagskultur........................................30 Kulturelles Erbe.....................................31 Bezirksmuseen......................................35 Ehrungen..........................................36 Interkulturelle Aktivitäten..............................36 Auslandskultur......................................39 Neue Medien.......................................39 Stipendien.........................................40 Film und Video......................................40 Filmfonds Wien......................................41 Wiener Festwochen...................................54 Wissenschaft.......................................70 Beratungsstelle für Kulturarbeit..........................75 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8).....................76 WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9)..................78 WIEN MUSEUM...........................................86 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN..................................99 FRAUENKULTURBERICHT...................................115 "Kultur für alle" Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien Wien ist eine Großstadt mit hoher Lebens­ qualität. Die internationale Mercer Studie vergleicht jährlich die Lebensqualität von 250 Städten weltweit. Wien weist dabei innerhalb der Europäischen Union die beste Lebens­ qualität auf und nimmt weltweit konstant einen Spitzenplatz ein. Wohnen, Arbeit, Schule, Freizeit und Urlaub werden in Wien mit Bestnoten beurteilt. Kunst und Kultur sind Bindeglieder. Nicht nur die Wienerinnen und Wiener schätzen das Kulturangebot unserer Stadt, sondern auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Im Jahr 2005 wurde mit 8,8 Millionen Nächtigun­ gen ein Höchststand seit Beginn der Aufzeich­ nungen erreicht. Das heurige Mozartjahr lässt neuerlich einen Nächtigungsrekord erwarten. Kunst und Kultur sind wesentliche Bestim­ mungsfaktoren für das Leben in unserer Stadt und für das Ansehen Wiens in der Welt. Der herausragende Ruf Wiens als Kulturmetropole bedeutet eine große Herausforderung und Verantwortung. Dieses hohe Niveau will erhalten und ausgebaut werden und es ist bekanntlich nichts schwieriger, als dauerhaft auf höchstem Niveau zu arbeiten. Aber genau das muss das Ziel einer zukunftsgerichteten Kulturpolitik sein. Was wurde also in der jüngeren Vergangenheit an Kulturpolitik in Wien umgesetzt und was für die Zukunft angedacht? Die erste Legislaturperiode stand ganz im Zeichen der Erneuerung und der Reformen: Die wichtigsten kulturpolitischen Verände­ rungen betreffen unter anderen die NeuOrdnung der Wiener Musiktheater, allen voran die Umwandlung des Theaters an der Wien in ein Opernhaus, die Theaterreform, die bereits erste Früchte trägt, die Umgestaltung des Karlsplatzes zum urbanen Kunstplatz, die Gestaltung des Mozartjahrs mit großteils nachhaltigen Projekten und die Modernisierung des Wien Museums. Höchstes Kulturbudget Diese Reformen wären ohne langfristige Investitionspläne und zum Teil beträchtliche Geldmittel nicht denkbar. Während in ganz Europa und laut einer Studie des Städtebundes auch im übrigen Österreich die Kulturbudgets gekürzt werden, geht Wien hier bewusst einen anderen, erfolgreicheren Weg: In Wien ist es gelungen, das Kulturbudget seit 2001 um ein Viertel zu erhöhen- von 160 Millionen Euro auf knapp 200 Millionen Euro. Dieses hohe und steigende Kulturbudget- eine Ausnahme österreich- und europaweit- ist ein Grad­ messer für den hohen Stellenwert, den Kunst und Kultur für die Stadt und das Land Wien haben. Im Gegenzug dazu hat der Bund seine finanzielle Unterstützung bezogen auf Wiener Kulturbetriebe gekürzt oder sogar eingestellt. Der kulturpolitische Rückzug des Bundes konnte die positive Wirkung der Reformen nicht verhindern, hat aber dazu geführt, dass Wien nicht jenen Spielraum hatte, der beabsichtigt und vom Gemeinderat beschlossen wurde. Denn um den von den Bundeskürzungen betroffenen Einrichtungen ein Weiterarbeiten zu ermöglichen, hat die Stadt diese Ausfälle bisher so gut wie möglich ausgeglichen. Allein im Theaterbereich beträgt der Ausfall der Bundesgelder fünf Millionen Euro jährlich, in Summe hat die Stadt Wien seit 2001 Bundesverpflichtungen im Ausmaß von 25 Millionen Euro übernommen. Ein Zustand, der auf Dauer nicht nur Wien als Kulturmetropole, sondern auch Österreich als Kulturnation schadet. Kulturpolitik muss über Parteiinteressen stehen und ein allgemeines Anliegen Österreichs sein. 7 Vorwort Trotz dieser widrigen Umstände verfügt Wien über ein vielfältig-pulsierendes Kulturangebot, das auch höchsten Ansprüchen genügt. Unter Kulturschaffenden genießt Wien einen hervor­ ragenden Ruf; besonders im internationalen Vergleich gilt Wien als"Pflaster, auf dem man noch arbeiten kann." So schwärmt PierreLaurent Aimard, einer der wichtigsten Pianis­ ten der Gegenwart:"Die Wiener Situation ist eine besondere. Wien gilt überall als die Stadt der Musik. Das bedeutet eine große Tradition, aber natürlich auch starke konservative Kräfte. Glücklicherweise bringt das aber auch eine ebenso starke Gegenströmung hervor…". Die Herausforderung für eine zeitgemäße Kultur­ politik besteht darin, Voraussetzungen zu schaffen, dass sich Kulturschaffende möglichst frei entfalten und entwickeln können und dass die Spannungsfelder, die zwischen der Tradition und der Moderne zwangsläufig bestehen, in einem ausgewachsenen Verhältnis zueinander stehen. Musiktheater im Wandel Im Oktober 2003 fiel die Entscheidung, im Jänner 2006 der Startschuss: Das Theater an der Wien wird seiner Bestimmung gemäß wieder als Haus für klassische Musik geführt. Klassische Raritäten, Besonderheiten der zeit­ genössischen Musik, aber auch Barockoper stehen auf dem Spielplan. Mit den Wiener Symphonikern erhält das Theater an der Wien ein eigenes Hausorchester. Dass die Ent­ scheidung zum Opernhaus goldrichtig war, zeigen auch bisherige Pressestimmen:"Genau solche Sänger, ein solches Niveau wünscht man sich in Zukunft in diesem Haus!" jubelt eine österreichische Tageszeitung über das Inaugurationskonzert. Und ein Wochenmagazin fragt anlässlich der ersten Mozartoper im Theater an der Wien, Lucio Silla:"Wann konnte man das zuletzt über eine Opernauf­ führung schreiben, dass sie vollkommen ist?" Diese mit großer Zustimmung aufgenommene Entscheidung zieht weitere Änderungen nach sich: Das Raimundtheater wird führende Musicalbühne; das nach neuesten Standards umgebaute Ronacher wird modernem und intelligentem Musiktheater zur Verfügung stehen. Die Neu-Ordnung der Wiener Musik­ theaterlandschaft stellt eine kulturpolitische 8 Weichenstellung dar und wird Wiens Ruf als Kultur- und Musikmetropole weiter unter­ mauern. Mozartjahr- Impulse für die Zukunft Mit einem Dreitagesfest startete Wien beschwingt ins Mozartjahr. 47.000 Wienerinnen und Wiener begaben sich im Jänner auf die Reise zu Mozart, um den Jahresregenten gebührend zu feiern. Bis Ende des Jahres wird Wien von einem dichten Mozart-Programm "überzogen", das in seiner Vielfalt die ganze kulturelle Bandbreite abdeckt. Insgesamt 60 Auftragswerke an arrivierte und junge Kunst­ schaffende wurden vergeben sowie 140 Projekte in Zusammenhang mit Wiener Kultureinrichtungen angeregt, u. a."The Mozart Minute", Verborgene Geschichten oder "Mozart Sakral". Nicht das Abspielen aller Mozart-Werke, sondern Nachhaltigkeit war das Leitmotiv des Wiener Mozartjahres. Zahlreiche Projekte werden noch ihre Wirkung entfalten, wenn das Jubiläum längst vorbei ist. So wurde etwa das ehemalige"Figarohaus", die einzige ver­ bliebene Wohnstätte Mozarts in Wien, um­ fassend renoviert. Die Bilanz der ersten Monate zeigt, dass sich das Mozarthaus Wien zu einem Besuchermagneten entwickelt hat: An manchen Spitzentagen finden sich bis zu 1000 Besucher ein. Das internationale, innovative Mozart­ programm"New Crowned Hope" wird von Peter Sellars gestaltet; der amerikanische Regisseur hat für sein Festival zahlreiche Filme und Stücke, die Mozarts Ideen als Ausgangs­ punkt haben, bei jungen Kunstschaffenden in Auftrag gegeben. Um die Teilnahme aller Menschen am Mozartjahr zu ermöglichen, werden ausgewählte Musikensembles auch in Krankenhäusern, Strafanstalten, Flüchtlingsl­ agern und Seniorenwohnhäusern Konzerte geben. Die Wiener Theaterreform Die Theaterreform umfasst die strukturelle, finanzielle und organisatorische Neu-Ordnung der Freien Gruppen sowie der Klein- und Vorwort Mittelbühnen. Mit der Theaterreform wurde einem langjährigen Wunsch der Theater selbst entsprochen, zudem wurde damit auch die künstlerische Weiterentwicklung der Theater­ landschaft sicher gestellt. Oberstes Ziel der Theaterreform war es, neue Gruppen und qualitätsvolle Produktionen zu ermöglichen. Erreicht werden sollte dieses progressive Ziel durch eine neue Struktur, deren Pfeiler Konzeptförderung,(Planungssicherheit für vier Jahre), Projekt- und Standortförderung, Er­ höhung und Umverteilung der Subventionen, Qualitätssicherung durch Jury- und Kurato­ riumsempfehlungen sowie die Gründung von Koproduktionshäusern sind. Heute fährt die Theaterreform auf neuen Schienen, ein erster Durchgang erfolgte bereits und zeigt das gewünschte Ergebnis. Theater, die jetzt erstmals am Zug sind, sind etwa das TAG- Theater an der Gumpendorfer Straße, das Ensemble für Städtebewohner und die Wiener Wortstaetten. Mit dem"Dschungel Wien" wurde im Herbst 2004 ein eigenes Kindertheaterhaus eröffnet, das gemeinsam mit dem ZOOM-Kindermuseum und der Kinder- und Jugendinfo ein qualitäts­ volles Kulturangebot im Museumsquartier darstellt. Das Volkstheater und das Theater an der Josefstadt erhielten eine neue künstlerische Leitung; zudem wurde die Josefstadt in eine Stiftung umgewandelt und die notwendige Sanierung durch ein von der Stadt, dem Bund und dem Theater getragenes Finanzierungs­ konzept sichergestellt. Kunstplatz Karlsplatz- Treffpunkt mit Strahlkraft Der Karlsplatz als unattraktiver Verkehrs­ knotenpunkt, mehr Hindernis denn Verbin­ dung, bedurfte dringend einer kompletten "Überholung". In einer gemeinsamen Kraftanstrengung ist es den Ressorts Umwelt, Verkehr und Kultur gelungen, ein Paket von Maßnahmen zu schnüren, mit dem Ziel, den Platz als(Kunst-)Platz sichtbar zu machen und im Stadtgefüge fest zu verankern. Die am Karlsplatz angesiedelten Kulturein­ richtungen wurden durch eine Reihe von baulichen Maßnahmen modernisiert und für die Besucher attraktiver gestaltet; die baulichen Veränderungen der Häuser am Platz haben letztendlich auch den Platz selbst aufgewertet: Das Wien Museum etwa verfügt nach einem mehrmonatigen Umbau über einen modernen, großzügigen und eleganten Eingangsbereich und einen zusätzlichen Raum für Sonder­ ausstellungen. Die Secession erhielt ein dringend benötigtes Depot. Das Theater an der Wien glänzt mit einer neuen Steinfassade, nicht zuletzt auch ein äußeres Zeichen der Neupositionierung als Opernhaus der Stadt. Der Musikverein wurde mit neuen Auffüh­ rungssälen ausgestattet, der project space mit einer Klimaanlage. Die Karlskirche wurde mit finanzieller Hilfe der Stadt Wien restauriert. Damit ist es gelungen, die Einrichtungen mit ihrem unverwechselbaren Profil und differen­ zierten Angebot in ihrer Gesamtheit als einheitlichen Kunstplatz Karlsplatz zu definieren. Ein unaufdringliches, in den Boden einge­ lassenes Kunstleitsystem erleichtert die Orientierung am Platz und den gezielten Besuch der Einrichtungen. Nicht zuletzt auch durch die verkehrstech­ nische und gärtnerische Umgestaltung(ver­ besserte Fußgängerverbindungen, Licht­ installationen …) erhält der Platz ein urbanoffenes Flair und Wien als Kulturmetropole einen weiteren Treffpunkt mit Strahlkraft. Kunst im öffentlichen Raum Mit Beginn 2004 wurde der durch die Stadt Wien finanzierte Fonds"Kunst im öffentlichen Raum" gegründet, der die Errichtung zeit­ genössischer Kunstwerke im Stadtgebiet ermöglicht. Damit wird Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit gegeben, auch abseits des herkömmlichen Ausstellungsge­ schehens Menschen zu erreichen und sich mit gesellschaftlichen Gegebenheiten auseinander zu setzen. Gleichzeitig wird den Menschen Zugang zum kreativen Schaffen geboten. Die ersten erfolgreichen Projekte- die temporäre 9 Vorwort Skulptur"add on. 20höhenmeter" auf dem Wiener Wallensteinplatz mit mehr als 17.000 Besucher und die"Wand der Sprache" im 15. Bezirk- ermöglichten die unmittelbare Konfrontation mit zeitgenössischer Kunst im Alltag. Die nächsten Vorhaben des Fonds: "Geschichte(n) vor Ort" thematisiert die Auseinandersetzung mit den Lebenswelten rund um den Volkertmarkt im 2. Bezirk. Der Künstler Heinz Gappmayr verwirklicht eine Schriftinstallation auf der Hauptbücherei Urban-Loritz-Platz. Am Morzinplatz wird der "Rosa Platz" errichtet, ein Mahnmal für schwule und transgender Opfer des National­ sozialismus nach Plänen des österreichischen Künstlers Hans Kupelwieser. Die Westpassage zwischen dem U2-Abgang und dem zukünf­ tigen Aufgang direkt zur Secession erhält als durchschreitbarer unterirdischer urbaner Ort eine durchgängige Kunstinstallation des Kanadiers Ken Lum. Modernisierungsschub für Wien Museum Das Wien Museum befindet sich im Auf­ wärtstrend, Schritt für Schritt wird an seiner Modernisierung gearbeitet: Auf die Aus­ gliederung aus der Stadtverwaltung folgte eine neue künstlerische und kaufmännische Leitung. Mit dem Namen Wien Museum(ehe­ mals Historisches Museum der Stadt Wien) ging auch eine inhaltliche Neu-Ausrichtung einher. Vorerst letzter Baustein ist die Errich­ tung eines großzügigen Foyers und eines zusätzlichen 340 Quadratmeter großen Aus­ stellungsraumes. Dass das Wien Museum mit seinem innovativen Konzept genau richtig liegt, beweisen die jährlich steigenden Besucherzahlen(2005: 322.622 Besucher, das sind um 6,3 Prozent mehr als im Jahr davor). Die beiden Groß-Ausstellungen"Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war" und die große Retrospektive über die 50er Jahre"Die Sinalco-Epoche" erwiesen sich dabei als Publikumsrenner. Damit konnte dem Museum schließlich jene Aufmerksamkeit verschafft werden, die es aufgrund der umfangreichen Objektbestände immer schon verdient hätte. Die nunmehr ehemals"Stadt- und Landes­ bibliothek" im Rathaus feiert mit einem neuen Namen als"Wienbibliothek" und einem Konzept der Öffnung ihr 150-jähriges Bestehen: Musik- und Literaturveranstaltungen sollen die"Wienbibliothek" über den bisherigen Leserkreis hinaus als einzigartiges Sammlungs­ und Nachschlagwerk Wiens im Bewusstsein der Bevölkerung verankern. Damit bildet die"Wienbibliothek" einen wichtigen Eckpunkt auf der Kulturmeile rund um das Rathaus, die sich über die Planungs­ werkstatt bis hin zum Museum auf Abruf, das im Frühjahr 2007 eröffnet wird, erstreckt. Internationale Filmerfolge Die Film- und Medienstadt Wien hat erfreu­ licherweise in den letzten Jahren international zunehmend an Bedeutung gewonnen. Grund dafür sind auch die großen Filmerfolge, die Österreichs Filmschaffende verzeichnen: Michael Hanekes Film"Caché" wurde mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet, "Grbavica", eine bosnisch-österreichische Koproduktion der Regisseurin Jasmila Zbanic erhielt den"Goldenen Bären" bei der Berlinale 2006, Hubert Saupers Dokumentation "Darwins Nightmare" wurde heuer sogar für den Oscar nominiert. Der Filmfonds Wien leistet mit der Förderung publikumswirksamer Qualitätsfilme einen wichtigen Beitrag zu dieser international viel beachteten Erfolgsstory. Die Stadt Wien hat in den letzten Jahren aber auch in Wiener Kinos und Filmfestivals investiert. Um die innerstädtischen Qualitäts­ kinos zu unterstützen, wurde die Wiener Kinoförderung verlängert. Die Traditionskinos "Metro" und"Gartenbau" wurden mit Unter­ stützung der Stadt gerettet und werden seither durch die Viennale bzw. das Filmarchiv bespielt. Investitionen gab es auch für das Filmmuseum und das Filmcasino. Darüber hinaus wurde 2005 die Vergnügungssteuer für Filmvorführungen in Wiener Kinos abgeschafft, was eine spürbare finanzielle Entlastung für die gesamte Kinowirtschaft mit sich brachte. 10 Vorwort Kritischer Umgang mit der Vergangenheit Die Stadt Wien pflegt einen kritischen Umgang mit ihrer jüngeren Geschichte. Das Gedenkjahr 2005 wurde zum Anlass genommen, zahlreiche Projekte zu initiieren, die sich seriös und kritisch, dem Thema angemessen, mit der eigenen Vergangenheit auseinander setzten. Etwa durch die große Staatsvertragsaus­ stellung im Belvedere, an der die Stadt Wien beteiligt war, und durch Ausstellungen im Wien Museum("Sinalco-Epoche"), im Stadt- und Landessarchiv("Kindereuthanasie in Wien") und in der Wienbibliothek("Amerikanische Besatzungssoldaten in Wien"). Ein wichtiges Anliegen war es auch, das Dokumentations­ archiv des österreichischen Widerstands (DÖW) mit der Erneuerung der ständigen Dauerausstellung und der Erweiterung der Ausstellungsräumlichkeiten zu unterstützen. Besondere Erwähnung verdient die Ausstellung "geheimsache:leben" über die Verfolgung Homosexueller und transgender Personen in Österreich während und nach der NS-Zeit. 1999 wurde im Gemeinderat das Restitu­ tionsgesetz beschlossen, das- im Gegensatz zum Bund- auch die aktive Erbensuche seitens der Stadt Wien mit einbezieht. Das Gesetz wurde lückenlos, transparent und zügig umgesetzt. Es wurden rund 25.000 fragliche Erwerbungen(Museen, Bibliothek) untersucht und 5.000 Objekte restituiert. Neu dazu kam die systematische Überprüfung von Liegen­ schaften, die während des Nationalsozialismus in den Besitz der Stadt Wien gelangten. Mit dem Rückkauf der Sammlung"StraußMeyszner" im Jahr 2001 konnte außerdem ein bedeutendes"kulturelles Erbe" für die Stadt Wien erhalten werden. Die nächsten fünf Jahre Galt es in den ersten fünf Jahren, Erneue­ rungen zu ermöglichen, so werden die nächsten fünf Jahre dem kulturpolitischen Ziel gewidmet sein, diese Erneuerungen einer breiten Basis von Menschen zugänglich zu machen. Die Teilnahme am kulturellen Geschehen ist ein soziales Grundbedürfnis. Kunst darf kein Luxus sein, sondern ein allgemein zugäng­ liches Gut."Literatur und Kunst ist das Höchste, das die Menschen hervorbringen" (Salman Rushdie). Gemäß dem sozial­ demokratischen Gesellschaftsmodell sollen vor allem die hohen und höchsten Güter der Gesellschaft nicht einer kleinen elitären Gruppe vorbehalten sein. Daher werden wir in den nächsten Jahren unsere Bemühungen ver­ stärken, um möglichst vielen Menschen die Teilhabe an Kunst und Kultur zu ermöglichen. Einführung eines Kultur-Aktiv-Passes Schon jetzt gibt es im Kulturbereich eine Reihe von frei zugänglichen Veranstaltungen: Die Eröffnung der Wiener Festwochen hat sich als traditioneller, kultureller Höhepunkt etabliert, der alljährlich von 40.000 Menschen am Rathausplatz gefeiert wird. Mit dem Donauinselfest veranstaltet die Stadt Wien Europas größtes Open-Air-Fest. Mit der Aktion"Eine Stadt- ein Buch" werden 100.000 Exemplare eines Buches gratis in Wien verteilt. Die Lange Nacht der Musik und die Kriminacht in den Kaffeehäusern sind ein Angebot für kulturelle Nachtschwärmer. Rund um die Burg und zahlreiche Literaturfestivals wie Literatur im März und Literatur für junge LeserInnen sowie Lesungen und Buchpräsentationen in der Alten Schmiede ermöglichen direkte Begegnungen und Diskussionen mit AutorInnen und LeserInnen. Kunst im öffentlichen Raum, das Museum auf Abruf und die Startgalerie für junge KünstlerInnen konfrontieren mit zeitgenössischer Kunst. Die Wiener Vor­ lesungen und die Wiener Wissenschaftstage unterstützen das Interesse an Wissenschaft und Forschung, fernab der Universitäten und Hochschulen. Das Wien Museum zeigt seine ständige Schausammlung am Sonntag bei freiem Eintritt. Bezirksfestwochen bieten Kunst und Kultur vor der Haustür. Mit der Einführung eines Kultur-Aktiv-Passes ­ in Anlehnung an die Aktion"Hunger auf Kunst" - wird auch Wienerinnen und Wienern mit 11 Vorwort niedrigem Einkommen und Empfängerinnen und Empfängern von Sozialleistungen u. a. der Zutritt zu Kultureinrichtungen ermöglicht. Kultur an allen Orten der Stadt Die Kulturpolitik der Stadt Wien konzentriert sich in der zweiten Legislaturperiode darauf, nicht nur die Menschen zu Kunst und Kultur, sondern Kunst und Kultur zu den Menschen zu bringen. Denn nicht alle Menschen und Bevölkerungsgruppen sind in der Lage, am vielfältigen und dichten Wiener Kulturanan­ gebot teilzunehmen. Deshalb wenden sich Wiener Kunst- und Kultureinrichtungen in Hinkunft mit ihrem Angebot verstärkt an bislang benachteiligte Bevölkerungsgruppen, insbesondere ältere Menschen in Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Gelebte Stadtteilkultur Kultur belebt Grätzel und schafft Wohn- und Lebensqualität. Deshalb soll einerseits das vor Ort gewachsene Kulturpotenzial künftig noch stärker genutzt werden. Andererseits sollen kulturell unterversorgte Stadtteile durch Kulturprojekte belebt werden. Zum Beispiel, indem Kunstschaffende ihre Werke durch temporäre Zwischennutzungen leer stehender Objekte abseits der großen Institutionen auf lokaler Ebene präsentieren. "Soho in Ottakring" ist ein Projekt mit Vor­ bildcharakter. In Zusammenarbeit mit lokalen Kulturvereinen, Schulen, Geschäftsleuten und der Bevölkerung bespielt"Soho" die Gegend rund um den Brunnenmarkt mit Kunst und Kultur."Soho" zeigt vor allem auch eines, dass die Initiative von"unten" ausgehen, wachsen und reifen muss. Die Rolle der Stadt ist es, diese Prozesse wohlwollend zu begleiten und zu unterstützen. Die Erschließung neuer Orte erweitern das Kunst- und Kulturangebot und bedeuten im besten Fall eine Aufwertung für das ganze Viertel. Kultur- Brücke zwischen den Ethnien In Wien leben mehr als hundert ethnische Gruppen. Für sie soll Wien eine Stadt des Miteinander, des Dialogs und der Begegnung bleiben. Kunst und Kultur spielen bei der Verständigung zwischen den Ethnien eine wichtige Rolle. Daher ist es erklärtes Ziel der Kulturpolitik der Stadt, den interkulturellen Dialog in allen Kunst- und Kultursparten zu verstärken und sichtbar zu machen. Wien ist in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die sogenannte Ost-Erweiterung der Europäischen Union erneut auch ins Zentrum des kulturellen Europas gerückt. Aufgrund seiner wiedererlangten Rolle als Schnitt- und Kreuzungspunkt der Kulturströ­ mungen zwischen Ost- und Westeuropa kommt es zu jenem belebenden Zustrom an Kunst­ schaffenden aus verschiedenen Ländern und Ethnien, der Voraussetzung dafür ist, dass auf dem Boden des interkulturellen Dialogs Neues entsteht, dass neue Sichtweisen und Wahrneh­ mungen mit freiem Blick auf unsere selbst­ verständlich gewordene Wirklichkeit treffen. Wien ist somit in der glücklichen Position, eine auf hohem Niveau aufstrebende Kultur­ metropole zu sein. Wien soll eine Stadt der Chancen und der Chancengleichheit sein. Eine Stadt der Chancen für all diejenigen, die hier leben oder nach Wien kommen, um hier Kunst zu betreiben, und eine Stadt der Chancen­ gleichheit für alle Bürger, Kunst und Kultur zu erleben. Abschließend möchte ich allen Künstlerinnen und Künstlern danken, die in und für Wien künstlerisch tätig sind; sie sind es, die den Ruf Wiens als Weltkulturstadt begründen. Danken möchte ich auch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft für ihre aktive, kompetente und unbürokratische Zusammenarbeit. 12 Musik KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK Das Musikreferat war auch 2005 bemüht, bei seiner Fördertätigkeit den unterschiedlichsten zeitgenössischen Strömungen gerecht zu werden. Neben den bereits etablierten Ensembles für moderne Musik Ensemble"die reihe", das"Projekt Uraufführungen", die Ensemble"Neue Streicher" und Ensemble "Kontrapunkte" oder"Wiener Collage“ sind es viele kleine Vereine oder Ensembles, die aktuelle, zeitgenössische Strömungen auf­ nehmen und präsentieren. Mit dem Klangforum Wien wird dieses Genre von einem Klang­ körper vertreten, der von der Kritik, mit besonderem Lob bedacht wird. Wie in der Vergangenheit wurden 2005 auch wieder jene Orchester, die ein klassisches Repertoire pflegen, unterstützt. Dazu zählen die Wiener Symphoniker, das 1.Frauen­ kammerorchester v. Österreich, das Wiener Kammerorchester, das Jeunesse Orchester, das Orchester Wiener Akademie und das Gustav Mahler Jugendorchester. 2005 fand zum zwölften Mal der Beethoven Klavierwettbewerb in Wien statt. Veranstaltet von der Universität für Musik und Darstellende Kunst und unterstützt von der Stadt Wien und zahlreichen Sponsoren, wurde das Finalkonzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereines durchgeführt. Bertrand de Billy leitete das Radio Symphonieorchester Wien. Nach einem spannenden Konzert ermittelte die internatio­ nale Jury Herbert Schuch als Sieger dieses Wettbewerbes. Der 2. Preis ging an den Litauer Gabrielus Alekna, der dritte Preis an den Russen Peter Ovtscharov. Der Sieger erhielt neben einem Preisgeld von 7000 EUR einen Bösendorferflügel im Wert von 57.000 EUR, den die Firma Bösendorfer gestiftet hat. Zum sechsten Mal fand der Fritz Kreisler Violin Wettbewerb in Wien statt. Den ersten Preis, der von der Stadt Wien gestiftet wurde, vergab die internationale Jury an Fanny Clamagirad (Frankreich). Den zweiten Platz belegte die Spanierin Leticia Munoz Moreno, den dritten Platz die Japanerin Kyoko Yonemoto. Die Wiener Mozartgemeinde verlieh für die beste Mozarteinspielung des Jahres 2005 den Preis die"Wiener Flötenuhr", u.a an die Wiener Pianistin Barbara Moser. Die Heinrich Strecker Gesellschaft führte zum dritten Mal einen Gesangswettbewerb für Wienerlied und Operette durch. Der erste Preis wurde von der Kulturabteilung der Stadt Wien zur Verfügung gestellt. Schon zum 24. Mal fand der Internationale Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb statt. Trägerin des ersten Preises beim Operettenwettbewerb wurde Janja Vuletic vor der Österreicherin Marianne Gesswagner und der Deutschen Kinga Dobay. Den Hauptbewerb Oper gewann Adriana Kucerova vor Jana Vuletic und Elena Semenova. Aus Anlaß besonderer Gedenktage(200. Geburtstag von Fanny Mendessohn-Hensel, 125. Geburtstag von Robert Stolz, 125. Todes­ tag von Jacques Offenbach) brachten zahl­ reiche Vereine in ihren Programmen Werke dieser KomponistInnen zu Gehör. 2005 wurden 20 Kompositionsaufträge vergeben. 13 Theater THEATER Das Jahr 2005 hat für die vielfältige Wiener Theaterlandschaft einige Veränderungen gebracht. Unter dem Stichwort"Theater­ reform" wurde in diesem Jahr begonnen, lange geforderte Veränderungen, die den Bestand dieser Szene langfristig sichern und auch veränderte ästhetische und organisatorische Theaterkonzeptionen berücksichtigen sollten, umzusetzen. Grundlage für diese Reform waren die Studie "Freies Theater in Wien" von Anna Thier, Uwe Mattheiß und Günter Lackenbucher aus dem Jahr 2003 sowie die im November 2004 veröffentlichten Förderempfehlungen einer hochrangig besetzten Theaterjury, die für 25 Theater bzw. Freie Gruppen Vierjahres­ förderungen bis zum Herbst 2009 vorsahen. Neben zahlreichen Bühnen wie etwa dem Theater in der Drachengasse oder dem Inter Thalia Theater, denen aufgrund ihrer Qualität weiterhin, sogar teilweise erhöhte Förderungen zugesprochen wurden, kamen auch Freie Gruppen wie Toxic dreams oder das Ensemble für Städtebewohner oder Tanzcompanien wie die von Willi Dorner, Elio Gervasi oder Saskia Hölbling erstmals in den Genuss einer mehr­ jährigen Förderung. Die langjährigen Leiter der Theater Gruppe 80, Helga Illich und Helmut Wiesner, die sich nicht mehr um eine Förderung bemühten, stellten nach mehr als 20 erfolgreichen Jahren in kollegialer Weise das Haus drei Freien Gruppen, die von der Theaterjury für eine Subvention vorgeschlagen wurden, zur Verfügung. Das Ur-Theater, das Theater Kinetis und das Lust.Theater haben das Haus auch baulich verändert und bespielen die in TAG (Theater an der Gumpendorfer Straße) umbenannte Bühne mit einem anspruchsvollen und vor allem auch auf aktuelle Ereignisse reagieren wollenden Programm ab Jänner 2006. Zu den erfolgreichsten Wiener Theatern gehörte 2005 das von Thomas Gratzer geleitete Rabenhoftheater, das wegen seines Spielplans auch den Nestroy für das Beste OffTheater erhielt und von der Expertenjury ebenfalls für eine vierjährige Förderung empfohlen wurde. Da die Jury bei ihrer Beurteilung in erster Linie künstlerische Kriterien in den Vordergrund stellte, das Theaterleben einer Metropole jedoch auch Aspekte wie Publikumszuspruch oder inter- und soziokulturelle Aufgabenstel­ lungen berücksichtigen muss, wurde durch die Etablierung einer Standortförderung auch der Weiterbestand von so unterschiedlichen Bühnen wie etwa dem Gloria Theater, der Freien Bühne Wieden, dem Interkulttheater oder der Scala gesichert. Der sichtbare Wandel der Theaterlandschaft machte jedoch auch nicht vor den großen Bühnen dieser Stadt Halt. So endete im Juni die 17-jährige Direktionszeit von Emmy Werner und Rainer Moritz. Mit dem bekannten Regisseur und Schauspieler Michael Schottenberg konnte ein neuer Direktor gefunden werden, der dieses Haus zwischen Burgtheater und Theater in der Josefstadt, das ab Herbst 2006 mit dem neuen Direktor Herbert Föttinger ebenfalls einen Genera­ tionenwechsel vollzieht, neu positionieren wird. Ungeteilt war der Jubel für das gesamte Ensemble, als am 4. Dezember 2005 mit dem letzten Vorhang für"Elisabeth" die Musical-Ära im Theater an der Wien zu Ende ging. Mit dem Mozart Jahr 2006 beginnt für dieses traditionsreiche Haus die Rückkehr zur reinen Opernbühne. Zwar wurden auch während der Wiener Festwochen und im Sommer während des Klangbogen-Festivals hier immer wieder Opern gespielt, doch konnte mit dieser einzigartigen Entscheidung dem Wunsch vieler Opernfreunde entsprochen werden, die das 14 Theater- Literatur Theater an der Wien schon jahrelang wieder für die Oper reklamierten. Nach dem MozartJahr, in dem das Theater an der Wien aus­ schließlich mit Werken des Jahresregenten in Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper und den Wiener Festwochen bespielt wird, hat der neue Intendant Roland Geyer einen Staggione-Spielplan zusammengestellt, der zum überwiegenden Teil aus Werken des Barock, der Klassik und der Moderne bestehen wird. Als sichtbares Zeichen für den Wechsel wurde noch im Dezember mit dem Umbau des Foyers begonnen. Das Musical wird wie bisher im RaimundTheater seine Heimstatt haben. Der zweite Standort dafür wird das Etablissement Ronacher sein, das zu diesem Zweck general­ saniert und ab 2007 als vollwertiges Theater zur Verfügung stehen wird. In der Zwischenzeit wird Intendantin Kathrin Zechner auch alter­ native Spielorte für das Genre Unterhaltungs­ theater bespielen. Ein solcher Spielort war jedenfalls auch das Zelt, in dem Adi Hirschal auch im Sommer 2005 mit großem Erfolg an verschiedenen Wiener Plätzen seine wienerische Variante von bekannten Shakespeare-Stücken präsentierte. Dank einer nachahmenswerten Zusammen­ arbeit der Kulturabteilung der Stadt Wien mit privaten Sponsoren war es auch 2005 wieder möglich, den Wienern und Wienerinnen zu einem kulanten Preis Weltliteratur in amü­ santer und unterhaltsamer Weise anzubieten. Diese dankten mit einem wahren Ansturm und sorgten für durchwegs ausverkaufte Vorstel­ lungen. Diese wünschen wir uns auch für das Jahr 2006, das sicher auch viele spannende und interessante Theaterabende bringen wird. LITERATUR "Der Vorgang des Schreibens", erklärte JeanPaul Sartre vor fast fünfzig Jahren in dem Essay"Was ist Literatur?","schließt als dialek­ tisches Korrelativ den Vorgang des Lesens ein". Nur die"vereinte Anstrengung des Autors und des Lesers", meinte der französische Philosoph, lässt jenes"konkrete und imaginäre Objekt" entstehen, das wir als Kunstwerk be­ zeichnen. Wenn man diese Vorstellung radikal weiterdenkt, sind folglich alle, die zu einer Lesung gehen, wenigstens Mitkünstler, denn nur durch sie, die geneigte Zuhörerschaft, entsteht nach Sartre, was ein Kunstwerk als solches qualifiziert. So gesehen, hat es im vergangenen Kalender­ jahr an Wiener Mitkünstlern nicht gefehlt. Ihre Zahl hat erfreulicherweise noch zugenommen wie die vielen gut besuchten und zum Teil überfüllten Veranstaltungen beweisen. Zu einem längst unverzichtbaren Ort der Begegnung zwischen Autorinnen und Autoren und dem Publikum ist das Literarische Quartier der Alten Schmiede geworden, das vor dreißig Jahren- im Juni 1975- seine Arbeit aufge­ nommen hat. Seither hat das Literarische Quartier über 4.000 Veranstaltungen auf der Grundlage von literarisch- künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen von mehr als 2.800 Persönlichkeiten aus Österreich und weiteren siebzig Ländern durchführen können. Durchschnittlich lädt das Literarische Quartier an 135 Veranstaltungstagen pro Jahr rund 350 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, wissen­ schaftliche, literaturkritische und rezitierende Interpretinnen und Interpreten, Übersetze­ rinnen und Übersetzer, Verlegerinnen und Verleger, Lektorinnen und Lektoren ein. Gleichfalls in den Verantwortungsbereich des Kunstverein Wien fällt die Veranstaltungsreihe "Literatur im März", die 2005 dem Thema "Islam und Abendland- Der Ursprung des Westens" gewidmet war und einen Rekord­ besuch verzeichnen konnte."Literatur im März" versuchte an die vielfältigen Verbin­ dungen, die zwischen Europa und dem Orient bestehen, anzuknüpfen. Die Lesungen gaben 15 Literatur- Bildende Kunst sowohl ein Bild der Literatur und des von ihr reflektierten Lebens in islamischen Ländern als auch in den Ländern Europas, in denen Autoren leben, die der zweiten und dritten Generation nach Einwanderung angehören. An sieben Tagen im April bot"Literatur für Junge LeserInnen", das größte Wiener Kinder­ literaturfestival, im Palais Auersperg mit über sechzig Veranstaltungen ein weites Programm aus Lesungen, Malwerkstätten, Kinderfilmen, Konzert- und Theateraufführungen, Hörspielen und Medienwerkstätten. In einer kindgerecht gestalteten Ausstellung standen 2.000 Bücher für jedes Leseinteresse zum stundenlangen Schmökern bereit. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Elias Canetti wurde eine Ausstellung mit Radierungen Alfred Hrdlickas gezeigt und"Eine lange Nacht mit Elias Canetti" veranstaltet. Das 18. CanettiSymposium trug den Titel"Elias Canetti: Chronist der Massen, Enthüller der Macht". Mit prominenten Teilnehmern konnte auch"Rund um die Burg" aufwarten: Robert Schindel, Peter Henisch, Werner Kofler, Franzobel, Elisabeth Reichart, Arno Geiger, Alfred Komarek und viele andere begeisterten das Publikum. "literatur im herbst" war der neueren Literatur Bulgariens gewidmet, deren Themen längst nicht mehr das postmoderne Sprachspiel mit den degenerierten Formen des gelenkten Sprachgebrauchs sind, sondern zunehmend auch Geschichte, Verbrechen und Sexualität. Die"Erich Fried Tage 2005" standen unter dem Motto"Ungefragt. Über Literatur und Politik" und beschäftigten sich mit den Strategien und Problemen des politisch engagierten Schreibens: Mit der Rolle des Schriftstellers als eines gesellschaftlichen Seismographen und intellektuellen Kommentators, aber auch als Instanz beharrlicher Erinnerung und polemi­ scher Einmischung. Neben diesen Festivals und Großveran­ staltungen fördert die Kulturabteilung aber auch eine Vielzahl kleinerer Veranstaltungen, die genauso bedeutsam und unentbehrlich sind, um den Anspruch Wiens als einer Stadt der Literatur gerecht zu werden. BILDENDE KUNST Am 11. Oktober fand im Rahmen einer Pressekonferenz der offizielle Baubeginn für das MUSEUM AUF ABRUF statt. Bis zur Eröffnung der modernen Ausstellungshalle direkt neben dem Rathaus im Sommer 2007 tourt das MUSEUM AUF ABRUF weiterhin im In- und Ausland. So organisierte das Referat Bildende Kunst 2005 folgende Ausstellungen: "* in Südtirol, lebt in Wien- KünsterInnen aus Südtirol" im Südtiroler Kulturinstitut, Waltherhaus, Bozen, 2.2.- 18.2. "Videós Viennoises. Un regard sur la jeune creation video de Vienne" im bétonsalon, Paris, 2.- 12.6. "Der Blick auf Wien- Topografie und Wahrnehmung" in der Estnischen Nationalbibliothek, Tallinn, 10.11.- 5.12. "Positionen junger Kunst aus Wien" im Palais Epstein, Wien, 15.11.- 29.11. 16 Die Kunstsammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien wurde um 258 Ankäufe und 39 Schenkungen erweitert, sodass sie nun 17.500 Objekte umfasst. Der Großteil der Neuerwer­ bungen erfolgte nach Beschluss der dreimal jährlich tagenden Fachjury, die mit acht VertreterInnen wichtiger Wiener Kunstinstitu­ tionen besetzt ist. Einen erfreulichen Zuwachs erfuhr die Sammlung in Form eines Teils des Nachlasses des Malers Hans Grünseis und seiner Frau Erna Grünseis-Frank, einem Geschenk des Gale­ risten Manfred M. Lang, eine weitere groß­ zügige Schenkung in Form einer von Alfred Hrdlicka gestalteten Bronzebüste"Robert Schumann" ist der Galerie Ernst Hilger zu danken. Bildende Kunst Das Referat führte 18 Leihgeschäfte(vor allem für Ausstellungszwecke) mit insgesamt 28 Objekten sowie 118 magistratsinterne Entlehnungen mit 407 Kunstwerken durch. Die Katalogbibliothek und das Künstler­ archiv wurden laufend ergänzt und aktualisiert. Durch die Verlagsförderung wurden Kunstpublikationen angekauft. Im Rahmen der Kleinprojektförderung wurden 91 kleinere Projekte von insgesamt 73 Vereinen unterstützt. 15 KünstlerInnen in finanzieller Notlage konnten Unterstützung geboten werden. Subventionen erhielten folgende Kultur­ institutionen: Kunsthalle Wien, Künstlerhaus, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien im WUK, IG Bildende Kunst, Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier, Secession, Springerin, Fotogalerie Wien, Soho in Ottakring, art position, Depot und Wochenklausur. Der Galerienpreis" Das engagierte Auge" erging an: Galerie Georg Kargl, Galerie Kunstbuero(Kunsthalle 8), Galerie Charim, Galerie Meyer Kainer, Galerie Krobath Wimmer, Galerie Steinek, Galerie Johannes Faber, Galerie Area 53(Mounty Zentara), Galerie Basement(C.M. Luenig) und Galerie Martin Janda. Das MuseumsQuartier erhielt für sein Plakat "Frau im Liegestuhl" den Kulturplakatpreis der Stadt Wien. Mit dem mit je 8.000 EUR dotierten Preis der Stadt Wien wurden Matthias Herrmann, Maria Theresia Litschauer, Inés Lombardi und Lisl Ponger ausgezeichnet. Flora Neuwirth und Andrea Witzmann erhielten den Förderungs­ preis der Stadt Wien. In der Fördergalerie der Artothek hatten wieder neun junge KünstlerInnen die Möglichkeit, sich mit Einzelausstellungen zu präsentieren. Insgesamt verzeichnete die Artothek 5.713 Entlehnungen zum Preis von je 2,50 EUR/Grafik(inkl. Versicherung). Denkmäler, Bildstöcke, Profanplastiken/ Kunst am Bau, Grabmäler, Gedenktafeln Die Kulturabteilung ist auch für die denk­ malpflegerische Obhut der Denkmäler, sakralen Kleindenkmäler, Profanplastiken, Gedenktafeln und Grabmäler(in aufgelassenen Friedhöfen) auf Flächen der Stadt Wien zuständig. Die Abwicklung der Beauftragungen der RestauratorInnen, Abrechnungen und Sicher­ heitskontrollen obliegt der MA 34, die bei regelmäßig durchgeführten Kontrollgängen Schäden erfasst und in Absprache mit der MA 7 Maßnahmen setzt. Bei 142 Objekten wurden Restaurierungs- bzw. Reinigungsarbeiten durchgeführt. Als promi­ nente Beispiele seien das Grabmal von Wolfgang Amadeus Mozart und die Pestsäule genannt. Am Friedhof St. Marx wurde mit Unterstützung des Wiener Altstadterhaltungsfonds begonnen, ein mehrjähriges Restaurierungs- und Pflege­ konzept umzusetzen. Die digitale Erfassung aller Kunstwerke im Wiener Stadtgebiet wird weiter fortgeführt, um über das Internetportal von"Wien Kultur" für Interessierte bald einsehbar zu sein. Fonds zur Förderung von Kunst im öffentlichen Raum "Kunst im öffentlichen Raum" bewegt sich im Spannungsfeld der Auseinandersetzung zwi­ schen Kunstschaffenden im öffentlichen Raum und den sich darin bewegenden Personen als aktive und passive KunstbetrachterInnen. Die Geschäftsführung und Administration erfolgt durch das Referat Bildende Kunst. Der"Beirat für Kunst im öffentlichen Raum" als beratendes Gremium besteht aus: Dr. Berthold Ecker, Dr. Silvia Eiblmayr, Dr. Brigitte Huck, Direktor Dr. Edelbert Köb, Direktor Dr. Wolfgang Kos und Roland Schöny. 17 Bildende Kunst Im Rahmen der zehn Beiratssitzungen wurden 55 e von KünstlerInnen eingereichten Anträg, betreut und dem Beirat zur Beratung vorge­ legt. Zwölf sowohl temporäre als auch permanente Projekte wurden durch den Fonds begleitet und unterstützt. Prägnante Beispiele: "Add On", Wallensteinplatz;"Delete- die Entschriftung des öffentlichen Raumes", Neubaugasse;"Interventionen gegen Rassismen" an Plakatwänden und Litfasssäulen der Stadt; Errichtung eines Denkmales in Gedenken an Salvador Allende im Donaupark. Das Projekt der Dacherrichtung und Gestaltung am Tiefspeicher des Stadt- und Landesarchivs im Wiener Rathaus von Lois und Franziska Weinberger wurde im Oktober 2005 eröffnet. Der erste internationale Wettbewerb des "Fonds für Kunst im öffentlichen Raum" wurde gemeinsam mit den Wiener Linien für die Westpassage am Karlsplatz durchgeführt und endete im Oktober mit dem Siegerprojekt des kanadischen Künstlers Ken Lum. Weitere nationale und internationale Wettbewerbe sind bereits in Planung. 18 Kunsthalle Wien KUNSTHALLE wien 2005 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Ausgewählte Pressestimmen Kulturtempel der Moderne: die Kunsthalle Vogue, 23. März 2005 Sie[einquartierte Gruppen, Anm.] profitieren von den Besuchermagneten Kunsthalle und Leopoldmuseum. Wirtschaftsblatt, 30. Mai 2005 Die Kunsthalle Wien, eingepackt in ein Mosaik aus türkischen Flaggen: mit dieser Aktion erregt der deutsch-türkische Künstler Feridun Zaimoglu die Gemüter in Wien. Div. deutsche Tageszeitungen, z.B. Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Westfälische Nachrichten, Mannheimer Morgen, Die Glocke, 8.3.2005 Une installation de l'artiste germano-turc Feridun Zaimoglu, qui a tapissé avec 420 drapeaux turcs la façade du musée de la Kunsthalle à Vienne, suscite depuis hier un tollé en Autriche. 24 heures, 8.3. 2005 When it blanketed its facade with dozens of red-and-white Turkish flags, the Kunsthalle Wien was pushing every button it could to feed an already contentious debate in Austria about Turkey's place in Europe. International Herald Tribüne, Carter Dougherty, 24. 3. 2005 zu KanakAttack. Die dritte Türkenbelagerung? (7.- 28. März 2005) ... mit"Some Stories" ist dem Haus wieder einmal eine besondere Schau von außergewöhnlich hoher Qualität gelungen. Kurier, Henriette Horny, 1.4.2005 zu Some Stories(1.- 24. April 2005) "Lebt und arbeitet in Wien II" hat die Energie, Zweiflern den Glauben an die Relevanz der bildenden Kunst wieder zu geben. Inhalt und Ästhetik scheinen heute ruhiger zueinander zu finden denn je. Salzburger Nachrichten, Laszlo Molnar, 27.5.2005 zu Lebt und arbeitet in Wien II(14. Mai 4. September 2005) . .. a deft blend.... (of Kantor and contemporary Polish artists who have developed his theorems.) contemporary, September 2005 zu Das unmögliche Theater(8. Juli 3. November 2005) "Superstars" ist super inszeniert; schöne Raumfolgen, souveräne Hängung, spannende Dialoge; ja, so müssen Ausstellungen gemacht werden! Informationsdienst KUNST Nr. 340, 1. Dezember 2005 ... blickt eine Wiener Ausstellung zurück in eine Zeit, als Stars noch global waren und die Aura wichtig. Financial Times Deutschland, Vera Görgen, 21.11.2005 ... Superstars in dieser raffinierten Ausstellung auseinandergenommen.. ... eine kluge Schau... ARTE, Tim Lienhard, 4.11.2005 zu Superstars. Das Prinzip Prominenz. Von Warhol bis Madonna(4. November 2005 22. Februar 2006) With the exhibition“Aller-Retour” the Kunsthalle Wien dedicates Louise Bourgeois, the now 94-year-old artist, what is probably the most important exhibition of her late opus. [...] This Show is part of a series of monographic Kunsthalle Wien exhibitions of key figures off modern art such as"Yayoi Kusama"(2002),"Marcel Broodthaers"(2003) and"Eva Hesse"(2004). artnews.info, 24.11.2005 zu Louise Bourgeois."Aller-Retour" (25. November 2005- 12. Februar 2006) 19 Kunsthalle Wien Die Kunsthalle Wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer "Informationsgalerie". Diese klare programma­ tische Ausrichtung findet auch beim Publikum großen Anklang. In dieser Dialektik aus Geschichte und Gegenwart kann die Kunsthalle ihre Aufgabe erfüllen: Agora zu sein, Verhand­ lungsstätte gegenwärtiger kultureller und gesellschaftspolitischer Bewusstseinslagen, formgebende Instanz zwischen SeinsErinnerung und Entäußerung. Die Kunsthalle hat sich als Kartographin ihrer Epoche bewährt: Sie stellt Ideen und Materialien, die sich oft noch in unausgefaltetem Zustand darstellen, zur Disposition, fördert die Reibung von Kontra-Positionen. Sie arbeitet für die Gegenwart, nicht für die Ewigkeit. Ihre Vorschläge gelten heute, sind häufig arbiträr und somit auch revidierbar. Die Kunsthalle Wien blickt auf ein ebenso erfolgreiches wie ereignisreiches Jahr 2005 zurück. Insgesamt waren es 2005 33 Projekte, die realisiert werden konnten: davon sieben in den Hallen 1+ 2, je zehn in der ursula blickle videolounge und im project space karlsplatz, vier an der photo wall/ video wall sowie zwei an der project wall. Die Gesamtbesucherzahl lag bei 146.757(zahlende Besucher: 121.955, davon Sponsorenkarten: 50.208/ nicht zahlende Besucher: 24.802). Mit einem Besucherplus von 25% hat sich der project space karlsplatz besonders positiv entwickelt. Zwei Großausstellungen prägten im wesent­ lichen das Programm der Kunsthalle Wien 2005. Beide drehen sich im weitesten Sinn um das Thema"(Super)stars". In einem Fall sind die wichtigsten jungen österreichischen KünstlerInnen die Stars, im anderen setzt sich eine Reihe von internationalen Künstler-Stars mit dem Prinzip Prominenz in der Kunst auseinander.“Lebt und arbeitet in Wien” wurde in den Jahren 2000/2001 von einem inter­ nationalen KuratorInnenteam erstellt und zeigte damals eine Auswahl von 26 zeitge­ nössischen Künstlern und Künstlerinnen, die in Wien lebten beziehungsweise den kulturellen Kontext dieser Stadt thematisierten. Nun folgt “Lebt und arbeitet in Wien II”, der zweite Teil dieser Ausstellung, die sich erneut auf die Situation"Kunst in Wien" und ihr aktuelles geistigkulturelles Klima einlässt. 23 junge Wiener KünstlerInnen/-teams, auch wieder ausgewählt von internationalen KuratorInnen, stellen ihre aktuellen Arbeiten vor. Die KünstlerInnen, die in Wien einen Lebens- und Arbeitsschwerpunkt gefunden haben, sind Global-Players, die mal hier oder anderswo leben und Multitasking-Spezialisten, die in unterschiedlichsten Medien zu Hause sind(vorzüglich im Video). Mit ihren Arbeiten öffnen sie Grenzen zwischen Kunstgattungen, zwischen Kunst und Populärkultur und häufig zwischen Kunst und Alltagsleben. “Superstars. Das Prinzip Prominenz in der Kunst- von Warhol bis Madonna” handelt von Prominenz als einem relativ neuen Phänomen, das sich aus der Überhöhung individueller Lebensentwürfe durch die Netzwerke der expandierenden Medienuniversen erklären lässt. Die Ausstellung war als Kooperation konzipiert und fand gleichzeitig in zwei Teilen im BA-CA Kunstforum und der Kunsthalle Wien statt. Plattform des öffentlichen Diskurses Die Bedeutung der Kunsthalle Wien als Plattform des öffentlichen Diskurses stellte das Projekt“KanakAttack” eindrucksvoll unter Beweis. Die Fahneninstallation des deutsch­ türkischen Schriftstellers Feridun Zaimoglu an der Fassade der Kunsthalle sowie die begleitenden Diskussionsveranstaltungen in der Kunsthalle sorgten nicht nur für ein 20 Kunsthalle Wien enormes Medienecho im In- und Ausland, sondern führten auch zu Kontroversen. Von türkischen Mitbürgern hervorragend besucht und unterstützt, zeigte gerade die Heftigkeit vieler anderer Reaktionen einmal mehr die Notwendigkeit, politische Fragen über Kunst zu diskutieren. Ort des Know-Hows, der Produktion und des Exports Die Kunsthalle Wien zählt zu einem der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens und hat sich als innovative Produktionsstätte für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Die großen Ausstellungen 2005 wurden alle vom Team der Kunsthalle Wien konzipiert und realisiert. Diese wurden oder werden von renommierten internationalen Ausstellungs­ häusern übernommen und gezeigt. So wurde "Yang Fudong. Don't worry it will be better…" vom Amsterdamer Stedelijk Museum über­ nommen,"Lebt und arbeitet in Wien II" gastierte auszugsweise in Warschau, Tokio und New York und"Some Stories" war im Kunst­ verein Bregenz und im Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz zu sehen."Das unmögliche Theater"(Kooperation mit der Zacheta National Gallery/Warschau) gastierte im Londoner Barbican Center Erhöhte Medienresonanz Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch immer beachtlichere internationale Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche Medienberichte in der BRD(ARD, ZDF, 3SAT, FAZ, FR, DIE ZEIT, TAZ, SPIEGEL, FOCUS, ART, usw.) und der Schweiz(SWR, WOZ, NZZ, usw.); verstärkt in östlichen Nachbarstaaten wie Ungarn(Vjesnik, Pep!, Feral Tribune), Tschechien(O zivote, Atelier, Artoza T.V.), in der Slowakei(Vecernik), Slowenien(Delo), Polen(Art& Business) oder Bosnien/Herzegowina(Oslobodenje), Serbien (Danas). Weiters in den Ländern Italien(Il sole 24 ore, Arte It.), aber auch Großbritannien, in den USA(NY Arts, u.a.), den Niederlanden, in Frankreich(z.B. Air France), Schweden, Finnland, Spanien, Luxemburg, usw. Durch die gezielt positionierten künstlerischen Projekte konnte auch 2005 national wie international ein Aufmerksamkeitsgrad und eine Medienpräsenz erreicht werden, die mit Marketingmethoden alleine nicht erzielt hätte werden können. Spezielles Augenmerk konnte auch über die Medien auf spezielle Aspekte des Programms der Kunsthalle Wien gelenkt werden. Gerade in internationalen Medienreaktionen wurde die Einzigartigkeit der"Superstars"-Schau immer wieder empfohlen und die Vorbildwirkung der Kooperation der beiden Institutionen hervorgehoben. Das enorme Presseecho aus aller Welt von La Stampa bis Harald Tribune, von Arte bis RTL2 war durchwegs in diesem Sinn. Mit dem Projekt“KanakAttack”, der Fahnen­ installation des deutsch-türkischen Schrift­ stellers Feridun Zaimoglu an der Fassade der Kunsthalle, konnte ein Medienecho im In- und Ausland erreicht werden, das den Rahmen eines Kunstprojektes sprengte: von führenden türkischen Medien wie der Hyriett bis zur International Harald Tribune wurde die durch dieses Projekt entfachte Kontroverse geführt. Ort des Austausches von Lehre und Praxis Einen Schwerpunkt Video und Vermittlung bildet die Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien und der deutschen Ursula Blickle Stiftung. ursula blickle videolounge Die ursula blickle videolounge, die im Herbst 2004 eröffnet wurde, macht zeitgenössische Künstler- und Kunstvideos jederzeit zugänglich - ein Ort der Vermittlung, ein lebendiges Archiv für StudentInnen, KunsthistorikerInnen und ein interessiertes Publikum, der Recherche und Forschungsarbeit mit dem Medium Video ermöglicht. Das Pilotprojekt“video des monats” präsen­ tiert ein monatlich wechselndes Videopro­ gramm monografischer Arbeiten oder thematisch kuratierter Videokompilationen. Alle Arbeiten der ursula blickle videolounge, der Universität für angewandte Kunst und der Ursula Blickle Stiftung werden in das ursula blickle videoarchiv aufgenommen. 21 Kunsthalle Wien ursula blickle videoarchiv In das ursula blickle videoarchiv, das Ende 2006 eröffnet werden soll, werden alle Arbeiten aufgenommen, die in der ursula blickle videolounge gezeigt wurden sowie Videos von StudentInnen der Universität für angewandte Kunst, der Ursula Blickle Stiftung undieer von einer externen Jury ausgewählt werden. University Link Kooperation Kunsthalle Wien- Universität für angewandte Kunst Wien Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kunst­ halle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien wird weiterhin intensiviert: Die Universität für angewandte Kunst präsentiert sich mit Projekten, Vorträgen oder Events aus den verschiedenen Fachbereichen jeweils mittwochs unter dem Titel"angewandte @project space" im project space. Preis der Kunsthalle Wien Der Preis der Kunsthalle Wien bildet inzwischen das vierte Jahr das Zentrum der Kooperation der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst. Der von der Rechtsanwaltskanzlei"Dorda, Brugger& Jordis" gesponserte Preis wurde heuer für eine/n Absolventin/en aus den Bereichen Bildende Kunst, Experimentelles Gestalten und Raumkunst der Universität für angewandte Kunst ausgeschrieben. Der Preisträger 2005 heißt Florian Krispel; eine Ausstellung im project space der Kunsthalle Wien wurde gemeinsam mit Arbeiten der DiplomkollegInnen Clemens Leuschner, Elisabeth Wildling und Julia Willms organisiert. Zusätzlich erhält der Preisträger ein dreimonatiges Stipendium in die Delfina Art Studios in London für den Sommer 2007. Vermittlungsschwerpunkte 2005 Der zentrale Aufgabenbereich der Abteilung Kunstvermittlung, die Betreuung spezieller Zielgruppen wie Jugendliche und Kinder, kann im Jahr 2005 mit einem vielfältigen Angebot an Schulprogrammen, Lehrlingsprojekten, Kinderführungen und Ferienspielen als sehr erfolgreich gewertet werden. Kunstvermittlung hat in der Kunsthalle Wien ihren hohen Stellenwert beibehalten und wurde vor allem im Bereich der medialen Vermittlung weiter ausgebaut. Künstlergespräche Was es bedeutet als KünstlerIn in Wien zu leben und zu arbeiten, diskutierten Künst­ lerInnen der Ausstellungen"Lebt und arbeitet in Wien 1 und 2" bei Veranstaltungen mit dem Titel:"Sonntagsmelange- Künstlergespräche". Unter anderem wurde die häufig gestellte Frage verhandelt, welche Auswirkungen eine Beteiligung an diesen Ausstellungen auf die einzelnen KünstlerInnenbiografien hat bzw. hatte. Besonderes Interesse fand auch der Termin zum Thema"Architektur und Grafik", sowie die Führung mit dem internationalen KuratorInnenteam. Multimedia-Guide Um den BesucherInnen ein noch besseres Service bieten zu können, wurden im Herbst 2005 mit Unterstützung von T-Systems Multimedia-Guides entwickelt. Dieses System erlaubt zusätzlich zu den Möglichkeiten die ein Audio Guide bietet den Einsatz von Schrift, Bild- und Video auf einem kleinen Display. Beispielsweise wurden mit KünstlerInnen der Ausstellung"Superstars" Videointerviews geführt, die als eine von vielen Optionen für die BesucherInnen abrufbar waren. Dieses erfolgreiche Projekte wird bei kommenden Großausstellungen fortgesetzt. Politik der Nadelstiche In ihrer Programmatik setzte die Kunsthalle Wien auch 2005 auf eine"Politik der Nadel­ stiche": eine Vielzahl unterschiedlichster Projekte, die Fortführung des project space als Verhandlungsort gegenwärtiger ästhetischer und gesellschaftlicher Positionen zwischen Wissenschaft, Kunst und Praxis sowie die Kooperationen mit der Universität für ange­ wandte Kunst Wien und der Technischen Universität Wien. Für den project space entwickeln KünstlerInnen in Reaktion auf den Ort Projekte und Interventionen. 22 Kunsthalle Wien project space Abendschiene- Täglich bis 24 Uhr Seit dem Frühjahr 2004 reagiert die Kunsthalle Wien auf die Bedürfnisse ihrer jungen Besucher und auf den Karlsplatz als urbanen Knotenpunkt, indem sie Dienstag bis Samstag von 16 Uhr bis 24 Uhr geöffnet hat. Auch die Programmatik wurde erweitert: nicht nur Ausstellungen sind bis 24 Uhr geöffnet. Der projcet space wurde ein lebendiger Ort für Vorträge, Seminare, Kultur-, Literatur-, FilmTalks, Theaterkaraoke, DJ-Line-ups u.a. Mit kräftiger Unterstützung der Medien wurde das regelmäßige Abendprogramm so übermittelt, dass es mittlerweile von jungem, studen­ tischen Publikum zahlreich frequentiert ist. Mehr Programm bei freiem Eintritt Durch die Neuübernahme des Karlsplatzcafes (Bernd Schlacher/ Motto) und einige bauliche Änderungen(Einbau einer Klimaanlage) sind das Cafe und der Ausstellungsbereich des project space nicht mehr voneinander getrennt, sondern Cafe sowie Ausstellungs-, Vortrags- und Videoraum gehen ineinander über. Eintrittskarten erhält man im Cafe. Der freie Eintritt in die Kunstausstellungen wird von einem Sponsor ermöglicht. Mit einem Besucherplus von 25% hat sich der project space karlsplatz besonders positiv entwickelt. Sponsoring- Partnerschaften ­ Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Förderern und Sponsoren, Medien- und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2005. Förderer: Wien Kultur Sponsoren: Ottakringer; DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte; Istituto Italiano di Cultura; Foto Leutner; cyberlab.at; Mondriaan Stiftung; Pro Helvetia, Ton+ Bild Medienpartner: Der Standard; Kurier; Die Presse; Radio Ö1; RTL II; Infoscreen; wien live Kooperationspartner: Universität für angewandte Kunst Wien; Impulstanz, Kunstverein Alte Schmiede- Literatur im März; Unit F- Austrian Fashion Ausstellungen 2005 KUNSTHALLE wien(Museumsquartier) 15. 10. 2004- 20. 02. 2005, Kunsthalle Wien, halle 1 Skulptur Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik Fotografie, neue Technologien und Medien haben nur scheinbar Körperhaftigkeit und Materialität aus der Kunst verbannt. Die Ausstellung"Skulptur. Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik" möchte beweisen, dass der Realismus in der Skulptur gefeiert wird. Ein Realismus, in dem die Wirklichkeit auf den Kopf gestellt wird. Fragil, grotesk, verrückt, herausfordernd- prekär eben präsentieren sie sich in ihrer Suche nach dem, was sich hinter einem klassischen, schönen Schein verbirgt: widerständige, beseelte Dingwelten, Formen, die der Unter­ welt entsprungen zu sein scheinen, himmlische Erscheinungen, Kosmen verinnerlichter Phantastik. Medardo Rosso und Alighiero Boetti stellen sich als historische Leitfiguren in der Ausstellung zur Verfügung, zu denen sich phantastische Werke voller Melancholie und Komik von KünstlerInnen der Gegenwart gesellen. KünstlerInnen: Lynda Benglis, Alighiero Boetti, Thomas Demand, Tom Claassen, Keith Edmier, Urs Fischer, Peter Fischli/ David Weiss, Giuseppe Gabellone, Isa Genzken, Matt King, Martin Kippenberger, Takehito Koganezawa, Tetsumi Kudo, Sarah Lucas, Mark Manders, David Moises, Richard Prince, Jason Reppert, Medardo Rosso, Thomas Schütte, Peter Senoner, Erik Steinbrecher, Yoshihiro Suda, Rebecca Warren, Franz West, Bill Woodrow, Erwin Wurm. Kuratorin: Sabine Folie Gesamtbesucherzahlen: 13.308 05. 11. 2004- 30. 01. 2005, Kunsthalle Wien, halle 2 Africa Screams Das Böse in Kino, Kunst und Kult “Africa Screams” unternimmt einen Streifzug durch die alten und neuen Mythologien Afrikas, auf den Spuren des Bösen und des Ekels, des 23 Kunsthalle Wien Hässlichen und der Angst. Mit dem Siegeszug der Videotechnologie entstehen immer fantastischere Bilder und Erzählungen, die auch die Schattenseite der Moderne zeigen: die Expansion der okkulten Ökonomien, den Neokannibalismus, das Hexerei- und Zombiewesen.“Africa Screams” versucht erstmals, Konturen einer Kunst- und Kulturgeschichte des Schreckens im Spiegel der zeitgenössi­ schen Kunst zu umreißen. Es geht um eine "Archäologie der Hinterlassenschaften des Krieges"(Simon Njami), um die Scheinheilig­ keit postkolonialer Entwicklungsideologien und um die Transformation spiritueller Motive in zeitgenössischen Medien-Environments.“Africa Screams” möchte der Verdrängung des Bösen entgegenarbeiten und stattdessen die"Narben der Erinnerung"(Kofi Setordji) sichtbar werden lassen. Teilnehmende KünstlerInnen: Jane Alexander (Südafrika), Fernando Alvim(Angola/Belgien), Willie Bester(Südafrika), Conrad Botes (Südafrika), Candice Breitz(Südafrika), Sokari Douglas Camp(Nigeria/UK), Cheri Cherin(DR Kongo), Samuel Fosso(Zentralafrika), El Loko (Togo/BRD), Abu Bockari Mansaray(Sierra Leone), Kofi Setordji(Ghana), Twins Seven Seven(Nigeria), Pascale Marthine Tayou (Kamerun), Dominique Zinkpé(Benin). Die Ausstellung wurde vom Iwalewa Haus, Bayreuth, übernommen und an das Museum der Weltkulturen, Frankfurt am Main, weitergegeben. Kuratoren: Thomas Mießgang, Ulf Vierke, Tobias Wendl Gesamtbesucherzahlen: 58.464 7.- 28.3.2005 KanakAttack! Die dritte Türkenbelagerung? Fahneninstallation von Feridun Zaimoglu an der Fassade der Kunsthalle Wien "Meine Sache ist die Nische nicht," sagt der Deutsch-Türke Feridun Zaimoglu,"meine Sache ist die offensive Gegenattacke." Mit den Mitteln der Kunst. Zaimoglu verhüllt die Fassaden, nicht indem er sie verschwinden lässt, sondern in dem er sie mit hunderten türkischen Fahnen unterschiedlicher Größe in ein türkisches Zelt verwandelt."Mit ‘KanakAttack’ will die Kunsthalle Wien anlässlich der kontroversiellen Debatten um die EU-Erweiterungsverhandlungen mit der Türkei, die politischen, symbolischen und ästhetischen Herausforderungen dieses Beitrittes thematisieren," meint Direktor Gerald Matt zur Motivation der Kunsthalle Wien, die Fahneninstallation von Feridun Zaimoglu an der Fassade des Hauses zu realisieren."Es geht auch darum, mit diesem Kunstprojekt im öffentlichen Raum einen Beitrag zur Klärung politischer und gesellschaftlicher Fragen zu leisten." Feridun Zeimoglu ist einer der profiliertesten deutschsprachigen Autoren. Im Jahr 2002 erhielt er den Hebbel-Preis, 2003 den Preis der Jury beim Bachmann-Wettbe­ werb in Klagenfurt. Mit seinen sprachgewalti­ gen Texten hat er einen bedeutenden Beitrag zur Bewusstseinsbildung der türkischen Immigranten in Deutschland geleistet. Ein Projekt im öffentlichen Raum wird immer mehr Emotionen mobilisieren als eine Museumsausstellung. Und genau das ist auch die Absicht: Die relativ abstrakte politische Debatte über den EU-Beitritt der Türkei, die sich mit wirtschaftlichen Kennzahlen, Menschenrechten und religiösen Themen beschäftigt, soll auch auf der Ebene des Alltagsgespräches verhandelt werden können. "KanakAttack" will durch die massive symbo­ lische Präsenz der türkischen Fahne auch darauf aufmerksam machen, dass bereits mehr als 50.000 Mitbürger mit türkischem Migra­ tionshintergrund in Wien leben- eine Tatsache, die oft verdrängt wird."KanakAttack" will ein Zeichen gegen die"Unsichtbarkeit" einer wesentlichen Bevölkerungsgruppe setzen, die den Wiener Alltag mitgestaltet. Im Zusammen­ hang mit dem Projekt finden mehrere Diskus­ sionsveranstaltungen statt, die sich mit unter­ schiedlichen Aspekten des Themas- von der Symbolik der türkischen Fahne bis zum Umgang mit türkischen ImmigrantInnen- be­ schäftigen. Außerdem setzt sich die"Literatur im März", die zeitgleich zum Zaimoglu-Projekt in der Kunsthalle wien stattfindet, in diesem Jahr mit dem Thema"Islam" auseinander und vertieft damit bestimmte Inhalte, die in dem Fahnenprojekt angesprochen werden. Kurator: Gerald Matt 24 Kunsthalle Wien Podiumsdiskussionen, 7. März 2005, 19 Uhr: "Über den Umgang Europas mit islamischer Kultur" Besucherzahlen: 250 Podiumsdiskussionen, 17. März 2005, 19 Uhr: "Türkei und Medien" Besucherzahlen: 40 23.2.- 19.6.2005, halle 2 Yang Fudong. Don't worry, it will be better… YANG FUDONG mehrmals erleben! Ein Amalgam aus Liebe, Melancholie und Parodie- Yang Fudong vermischt Versatzstücke chinesischer Tradition mit heimatlosen west­ lichen Einflüssen. Szenarien vordergründig pulsierender Metropolen, hinter deren Fassaden sich Einsamkeit, Leere und gepflegte Langeweile breit machen, wechseln in den Filmen des chinesischen Künstlers mit Bildern entlegener Natur und meditativer Stille ab. Die Filme Yang Fudongs dokumentieren die Spuren der rasanten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Chinas. Sie pendeln zwischen Intimität und Isolation, zwischen vordergründiger Sicherheit und stiller Unruhe. Die Protagonisten in Yang Fudongs Filmen versuchen den Spagat zwischen einer buddhis­ tisch-taoistisch geprägten Verinnerlichung, dem kulturellen Gedächtnis kommunistischer Zurichtung und der haltlosen Frenetik des modernen Kapitalismus. Yang Fudong, geboren 1971 in Peking, war u.a. 2002 bei der Documenta 11, 2003 bei der 50. Biennale von Venedig(Chinesischer Pavillon und"Utopia Station") und 2004 bei der Liverpool Biennal vertreten. Übernahmestation: Stedelijk Museum Kuratoren: Sabine Folie, Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 7.405 10.- 13.3.2005, halle 1 Literatur im März Islam und Abendland- Der Ursprung des Westens Gesamtbesucherzahlen: 3.230 1.- 24.4.2005, halle 1 Some Stories Künstlerinnen aus Ägypten, Algerien, Iran, Libanon, Palästina, Syrien, und der Türkei zeigen in Film und Video Konstruktionen weiblicher Identität Frauen treten an gegen Projektionen, mit denen der Westen wie der Osten sie brand­ markt, und sie müssen ihren Platz finden zwischen den zeitgleichen Polen von Kapitalismus und Kult. In der Videoausstellung kommen Künstlerinnen mit ihren individuellen Erzählungen von Weiblichkeit zu Wort. Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Tradition und Fortschritt, Regionalität und Internationa­ lität, Exil und Immigration, religiösen Werte­ systemen und westlich kapitalistischen Einflüssen. Teilnehmende Künstlerinnen: Lara Baladi, Mona Hatoum, Diana El Jeiroudi, Gülsün Karamustafa, Amal Kenawy, Shirin Neshat, Nura(anonyme Künstlerin), Zineb Sedira. Übernahmestation: Kulturzentrum Minoriten Graz, Magazin 4/Kunstverein Bregenz Kuratoren: Róza El-Hassan, Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 2.280 14.5.- 4.9.2005, halle 1 Lebt und arbeitet in Wien II 23 Zeitgenossen Die Schau der jungen Kunst mehrmals erleben! "23 Zeitgenossen"- 23 junge Wiener KünstlerInnen/-teams, ausgewählt von inter­ nationalen KuratorInnen stellen ihre aktuellen Arbeiten vor: vielseitig, eigenwillig, kritikfähig und offen präsentieren sich die unterschied­ lichen künstlerischen Werke. Die KünstlerInnen, die in Wien einen Lebens- und Arbeits­ schwerpunkt gefunden haben, zeigen sich als Global-Players, die mal hier oder anderswo leben und als Multitasking-Spezialisten, die in unterschiedlichsten Medien zu Hause sind (vorzüglich im Video). Mit ihren Arbeiten öffnen sie Grenzen zwischen Kunstgattungen, zwischen Kunst und Populärkultur und häufig zwischen Kunst und Alltagsleben. Übernahmestationen: Österreichisches Kulturforum New York, Österreichisches Kulturforum Tokio, Österreichisches 25 Kunsthalle Wien Kulturforum Warschau, Zacheta Narodowa Galeria Sztuki Warschau, Kurosawa Museum Tokio. Teilnehmende KünstlerInnen: Siegrun Appelt/Penelope Messidi; Carola Dertnig; ___fabrics interseason; Nikolaus Gansterer; Richard Hoeck/John Miller; Sabina Hörtner; Susi Jirkuff; Leopold Kessler; Ronald Kodritsch; Zenita Komad; Marko Lulic; Dorit Margreiter; Josh Müller;Muntean/Rosenblum; Flora Neuwirth; N.I.C.J.O.B.; Klaus Pobitzer; Constanze Ruhm; Markus Schinwald; Fabian Seiz; Misha Stroj; Rita Vitorelli; Jun Yang; KuratorInnen: Yuko Hasegawa(21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa) Trevor Smith(New Museum of Contemporary Art, New York) Hanna Wróblewska(Zacheta- National Gallery of Art, Warschau) Kurator Kunsthalle Wien: Lucas Gehrmann Ausstellungsarchitektur: propeller z Gesamtbesucherzahlen: 35.315 8.7.- 3.11.2005, halle 2 Das unmögliche Theater Performativität im Werk von Pawel Althamer, Tadeusz Kantor, Katarzyna Kozyra, Robert Kusmirowski und Artur Zmijewski Der Künstler und Theatermacher Tadeusz Kantor (1915-1990) plädiert für ein Theater, das kein unmittelbarer Abklatsch der Realität ist, sondern in der Überschreitung zwischen Kunst und Leben das Unmögliche, Phantas­ tische und Unbekannte erprobt. Das Theater "sucht nach einer neuen tief in der Vergangen­ heit verwurzelten Abstammung, die aus uralten Bräuchen kommt,[...], aus magischen Praktiken, aus Festen,[...], aus politischem und agitatorischem Theater, es sucht nach ihr überall dort, wo die Kunst kein zum Konsum bestimmtes Produkt, sondern eine integrale Komponente des Lebens darstellt." Übernahmestation: Barbican Center London, Zacheta National Gallery of Art, Warschau Kuratorinnen: Sabine Folie(Kunsthalle Wien) Hanna Wróblewska(Zacheta National Gallery of Art, Warschau) Mit freundlicher Unterstützung von: Hotel im Palais Schwarzenberg Foto Leutner Fachlabor Gesamtbesucherzahlen: 9.751 26 4.11.2005- 22.2.2006, halle 1 Superstars Das Prinzip Prominenz. Von Warhol bis Madonna Die Ausstellung findet in der Kunsthalle Wien und im BA-CA Kunstforum statt. Superstars beschäftigt sich, ausgehend von Andy Warhol, mit dem Phänomen des Künstlerstars(Pablo Picasso, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Joseph Beuys, Markus Lüpertz, etc.), aber auch mit der Tatsache, dass Berühmtheiten aus der Medienwelt als Bildvorlagen dienen. Spezielle Sektoren sind Jungstars wie"Bad Boy" Jonathan Meese und "Altstars" wie Marilyn Monroe(berühmtester Filmstar aller Zeiten) und"Mona Lisa" (berühmtestes Bild der Kunstgeschichte) gewidmet. Das Prinzip Prominenz gilt aber auch für industrielle Produkte wie Nike, McDonalds, Marlboro oder Coca Cola, die, meist in Verbindung mit Celebrities aus Sport und Entertainment, zu globalen Emblemen gemacht werden. KuratorInnen: Ingried Brugger, Gerald Matt, Thomas Mießgang, Heike Eipeldauer, Florian Steininger Ausstellungsarchitektur: HOLODECK.at breuss ogertschnig Gesamtbesucherzahlen: 44.486 Besucherzahlen Kunsthalle wien: 30.449 Besucherzahlen BA-CA Kunstforum: 14.037 25.11.2005- 12.2.2006, halle 2 Louise Bourgeois Aller-Retour "My luck was that I became famous so late that fame could not destroy me." (Louise Bourgeois) Lange Jahre blieb ihr die gebührende Aufmerk­ samkeit versagt, dann wurde sie zum"Super­ star der Avantgarde", heute ist sie"eine große Figur der Postmoderne"(Peter Weiermair), und das, obwohl der Ruhm die amerikanische Künstlerin Louise Bourgeois erst in der zweiten Hälfte ihres Lebens ereilte. Bourgeois' Arbeiten folgen einer seit den 80er Jahren gängigen Auffassung von Kunst, die zugunsten eines persönlichen Zugangs einen durchgängigen Stil und eine formale Überein­ kunft ablehnt. Zentral ist für die Künstlerin die Bewältigung von Konflikten und eine intensive und offene Auseinandersetzung mit der Kunsthalle Wien Dialektik von Gefühl und Denken. Unter dem Titel"Aller- Retour" widmet die Kunsthalle Wien der heute 94-Jährigen die wohl wichtigste Ausstellung ihres Spätwerks. Gezeigt werden knapp 150 Werke in sechs durch zentrale Skulpturen und nach Themen gegliederten Räumen. Ein retrospektiv einge­ richteter Raum gibt den Blick frei auf ältere Werke der 1911 in Frankreich geborenen Künstlerin. Der Schwerpunkt der Schau liegt jedoch auf dem Oeuvre der letzten zehn Jahre, das zu einem überwiegenden Teil aus tagebuchähnlichen Zeichnungen besteht, in denen sich häufig Text und Zeichen vermischen. Kurator: Peter Weiermair Gesamtbesucherzahlen: 10.683 KUNSTHALLE wien, ursula blickle videolounge Eine Kooperation der Ursula Blickle Stiftung, der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien. "...about" Künstlermonografien von"A bis Z" Dezember: Chris Burden(10 Uhr- 17 Uhr) "Surveying the first decade" 17. 12. 2004- 31. 01. 2005 ISSAC JULIEN video des monats#1 1.- 28.2.2005 HASSAN KHAN video des monats#2 1.- 31.3.2005 FIKRET ATAY video des monats#3 1.- 30.4.2005 SEIFOLLAH SAMADIAN video des monats #4 1.- 31.5.2005 JUMANA EMIL ABBOUD video des monats #5 1.6.- 31.7.2005 LIDA ABDUL video des monats#6 1.8.- 30.9.2005 THOMAS DRASCHAN video des monats#7 1.- 31.10.2005 CHRISTIAN JANKOWSKI video des monats #8 1.- 30.11.2005 FRANCESCO VEZZOLI video des monats #9 1.- 31.12.2005 ULRIKE OTTINGER videos des monats#10 Gesamtbesucherzahlen(1.1.-31.12.2005): 11.301 Kunsthalle Wien, photo wall& video wall 02. 11. 2004- 26. 02. 2005 Doris Krüger "continuous moment" 2.3.- 12.6.2005 Ruth Anderwald/ Leonhard Grond "Menschliche Flugversuche" 22.6.- 2.10.2005 Corinne L. Rusch "juggling wolves" 5.10.2005- 19.2.2006 Wolfgang Thaler "1:1" Kuratorin: Angela Stief KUNSTHALLE wien project wall 21.1.- 12.10.2005 Esther Stocker "I am afraid I must refuse" 18.10.2005- 30.4.2006 Herbert Fuchs "1987-2005" KUNSTHALLE wien project space karlsplatz 16.12.2004- 16.1.2005, Kunsthalle Wien project space Ernst Logar"Den Blick hinrichten" Preis der Kunsthalle Wien 2004 Ernst Logar versucht in dieser Arbeit den Leidensweg seines Großvaters, der wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs als Widerstandskämpfer erschossen wurde, und die Umstände, die zu seiner Hinrichtung geführt haben, nachzuzeichnen. Kurator: Lucas Gehrmann, Kunsthalle Wien Mit Unterstützung von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte. Gesamtbesucherzahlen: 1.560 28.1.- 13.3.2005 Aidas Bareikis Straight to the Top, I'll Take... Geschichte gärt unter der Oberfläche weiter. Das ist der durchgängige Aspekt in Aidas 27 Kunsthalle Wien Bareikis' Arbeit. Er sammelt Anachronismen und transformiert sie in ein Tableau des orchestrierten Chaos. Er analysiert den Müll der Konsumgesellschaft, den Verfall der Umwelt, die Aufweichung philosophischer und emotionaler Werte. Kurator: Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 3.609 23.3.- 10.4.2005 Antonio Riello "Flaktürme down" Das Spiel mit Antagonismen reizt den italie­ nischen Künstler Antonio Riello. Mit bewusster Unstimmigkeit von Material und Sujet, von Form und Inhalt hinterfragt er seine Themen. Für die Ausstellung“Flaktürme down” im project space baut Riello maßstabsgetreue Modelle(1:20) von jenen vier Wiener Flaktürmen, die im Augarten und im Arenbergpark stehen. Kurator: Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 1.541 20.4.- 29.5.2005 Michael Lin Der taiwanesische Künstler Michael Lin verwandelt den project space der Kunsthalle Wien durch die Gestaltung der Fensterfronten in eine Art monumentale Lampe. Die vorgegebene Architektur ist immer Ausgangspunkt für die Konzeption seiner Projekte. Michael Lin stellt nicht Bilder oder Objekte aus, sondern er kreiert Rauminstallationen als Orte des Müßiggangs, der Kontemplation, des Spiels und der Begegnung. Kuratorin: Sabine Folie Gesamtbesucherzahlen: 3.929 8.6.- 3.7.2005 Gustav Deutsch, Hanna Schimek LICHT I BILD I ILLUSION- ATLAS Eine Veranstaltung der Kunsthalle Wien in Zusammenarbeit mit After Image Productions Das griechische Wort für Illusion ­ pseudaisthesis- meint die sinnliche Wahrnehmung eines externen Objekts (aisthesis) auf Grund von Fehlinterpretation oder falscher Vorstellung(pseudos). Die lateinische Herkunft(in+ludere) verweist auf den Zusammenhang mit Trick und Täuschung. Kunst in ihren repräsentativen, konstruktiven und kreativen Funktionen bewegt sich stets an der Grenze zwischen Wahrheit und Täuschung, Realität und Illusion. Gesamtbesucherzahlen: 2.832 13.7.- 28.8.2005 Surasi Kusolwong "If A Lion Could Talk" Ein Löwe in einer Kunstlandschaft aus grünen Samtfetzen. Das Raubtier als Sinnbild der undomestizierten Natur in einem artifiziellen urbanen Environment. In Anlehnung an Ludwig Wittgensteins berühmten Satz:"Wenn ein Löwe reden könnte, wir könnten ihn nicht verstehen" betitelt der thailändische Künstler Surasi Kusolwong seine Ausstellung in der Kunsthalle Wien. Kurator: Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 1.689 7.- 25.9.2005 Architektur+ Kunst- Dialoge Max Dudler/Günther Förg, Adolf Krischanitz/Gilbert Bretterbauer, Peter Märkli/Hans Josephsohn Die Trilogie"Architektur+ Kunst- Dialoge" widmet sich der Zusammenarbeit von Architekten und Künstlern. Dafür haben die Architekten mit einem Künstler ihrer Wahl einen exemplarischen Beitrag gestaltet. Ein Ausstellungsprojekt der Architektur Galerie Berlin Gesamtbesucherzahlen: 971 6.- 28.10.2005 archdiploma2005 Kooperation Technische Universität Wien Vorhang auf für junge ArchitektInnen! Die Architekturfakultät der Technischen Universität Wien präsentiert die 35 besten Diplomarbeiten der Studienjahre 2003 und 28 Kunsthalle Wien 2004. Die Auswahl erfolgte am 5. und 6. April durch zwei hochkarätig besetzte Jurys(in den Kategorien"Entwurf" und"Theorie"), die sich aus fünf externen Architektur- und KunstexpertInnen, zwei archdiploma2003­ TeilnehmerInnen und 15 ArchitekturProfessorInnen der TU Wien zusammensetzten. Gesamtbesucherzahlen: 3.924 3.- 23.11.2005 Henkel Art.Award. 2005 Zeitgenössische Zeichnungen Der Henkel Art.Award. ist ein Kunstpreis, der dieses Jahr für zeitgenössische Zeichnungen vergeben wird. In Kooperation mit KulturKontakt Austria wurde er für Kulturschaffende in Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien ausgeschrieben. 9.11.- 8.12.2005 Play Sofia Ein springerin Projekt in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Wien Ein Ausschnitt aus der zeitgenössischen Kunstszene der bulgarischen Hauptstadt. Eines der zentralen Anliegen der gegenwärtigen bildenden Kunstszene in Sofia ist es, eine kritische Öffentlichkeit zu den Themen Stadt und Transformation zu kreieren und nach den neuen Subjektivitäten zu fragen, die durch die Einführung der Marktwirtschaft produziert werden. Welche Effekte diese Umorientierung auf ästhetische Fragen hat, wird in verschiedenen Varianten von KünstlerInnen und Intellektuellen dargestellt und diskutiert. Kuratorin: Hedwig Saxenhuber Gesamtbesucherzahlen: 2.613 14.12.2005- 19.1.2006 Preis der Kunsthalle Wien 2005 Preisträger: Florian Knispel mit seiner Arbeit"35-second-movement" Unterstützt von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien; Ausstellung der Preisträgerarbeit gemeinsam mit Arbeiten von Clemens Leuschner, Elisabeth Wildling und Julia Willms. Kurator: Lucas Gehrmann(Kunsthalle Wien) Jury: Gitti Huck, Axel Huber, Thomas Angermair Gesamtbesucherzahlen: 1.214 permanente Installation handlungsanweisungen Kunstpfad am Karlsplatz KünstlerInnen fordern Passanten zu Handlungen auf, die maximal 5 Minuten in Anspruch nehmen. Eine permanente Installation der Kunsthalle Wien im öffentlichen Raum am Karlsplatz und im Resslpark- für Stadtmenschen und Kunstrezipienten, Flaneure, Eilige und Trödler. Kurator: Gerald Matt Kunsthalle Wien Sonderprojekte 21.- 24.4.2005, Messezentrum Wien Neu Kunsthalle Wien auf der"viennAfair" Kunstmesse Wien 05 6.- 20.6.2005, Neubaugasse, 1070 Wien DELETE! Die Entschriftung des öffentlichen Raums Eine Installation von Christoph Steinbrener& Rainer Dempf 29 Alltagskultur ALLTAGSKULTUR Die Förderung der Alltagskultur dient zur Verbesserung urbaner Infrastruktur. Alte Grätzl können dadurch neue Attraktivität erhalten. Darüber hinaus soll aber auch bei der Planung neuer Stadtteile für die Bevölkerung ein lokalorientiertes kulturelles Angebot geschaffen werden, das der Bildung sogenannter "Schlafstädte" entgegenwirkt. Neben der finanziellen Unterstützung steht vor allem eine umfassende Beratung und Hilfe­ stellung für Kulturvereine bei der Durchführung von Veranstaltungen im Vordergrund. 2005 hat sich dadurch das Spektrum der Angebote auch im Bereich der von den Bezirken dezentral vergebenen Förderungsmittel wesentlich er­ weitert und in der Qualität verbessert. Neben multikulturellen und innovativen Projekten wurden vor allem auf die Jugend bezogene Vorhaben gefördert. Der Verein"Kulturnetz", eine spezielle Serviceeinrichtung für die Bezirke nördlich der Donau, war besonders erfolgreich tätig und konnte weitere Aufbau­ arbeit im Bereich der Verbesserung der kultu­ rellen Infrastruktur leisten. Die Pflege der Tradition, wie sie von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanz­ gruppen präsentiert wird, zählt ebenso zur Alltagskultur. Bei der Veranstaltungsreihe"Treffpunkt Wien ­ Eine volksmusikalische Begegnung mit Wien" brachten Volksmusikgruppen aus den Bundes­ ländern und dem Ausland gemeinsam mit Gruppen aus Wien authentische Volksmusik zu Gehör. Höhepunkt im Jahr 2005 war das"26. Öster­ reichisches Blasmusikfest" mit insgesamt 34 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie mit Gast­ kapellen aus der Slowakei und Slowenien. Bei der Veranstaltung"Faszination Blasmusik" in der Kurhalle Oberlaa zeigten Blasorchester des Wiener Blasmusikverbandes ihr Können und präsentierten speziell die Ergebnisse ihrer Jugend- und Nachwuchsarbeit. Im November 2005 war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die"39. Wiener-WalzerKonkurrenz" und die"Austrian Open Vienna 2005". Großen Publikumszuspruch fand wieder das "Internationale Adventsingen" im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten 95 Chöre aus Österreich, Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, der Tschechische Republik, der Ukraine, Ungarn und den USA auf. 30 Kulturelles Erbe KULTURELLES ERBE Wiener Altstadterhaltungsfonds Den Zugang zur Geschichte der Stadt zu sichern ist, ein wesentliches Ziel der Altstadt­ erhaltung. Ihr Anspruch ist, diese Geschichte nicht nur durch die Spitzenleistungen der Architektur, sondern durch alle für die Ge­ schichte der Stadt relevanten Manifestationen der Baukultur und der Kunst im öffentlichen Raum sprechen zu lassen. Zu den vom Wiener Altstadterhaltungsfonds geförderten Objekten gehören daher Kirchen, Palais, Wohnbauten aus verschiedenen Epochen, Zinshäuser der gründerzeitlichen Rasterviertel, Architektur der Moderne, Bildsäulen, die so genannte"Kunst am Bau" und nicht zuletzt die Zeugnisse der großstädtischen Alltagskultur- wie etwa Geschäftsportale, Kaffeehäuser und öffentliche Toilettenanlagen. Gefördert werden jene Maß­ nahmen, die über die gemäß der Wiener Bauordnung vorgeschriebene Erhaltungs­ arbeiten hinausgehen. Kernaufgabe Schutzzonen: Mittlerweile bestehen 127 als Schutzzonen definierte historische Ensembles mit ca. 15.000 Objekten, deren Förderung die "Kernaufgabe" des Wiener Altstadterhaltungs­ fonds darstellt. Stellvertretend für viele andere Förderungsprojekte dieser"zeittypischen" Architekturen sei das Haus Beckmanngasse Nr. 13 in Penzing genannt, das als Beispiel einer Baukultur der Wiener Vororte dienen kann und dessen Fassadenrestaurierung im vergangenen Jahr durchgeführt wurde: Spätere Putz- und Farbschichten wurden ent­ fernt, Ornamente und sonstige Architektur­ gliederungen freigelegt, die Putzquader im Erdgeschoss und die Holzkastenfenster wieder hergestellt. Werke des 20. Jahrhunderts als Fall für die Altstadterhaltung: In Umkehrung eines oft zitierten Karl KrausSpruches kann festgestellt werden: Auch das neue Wien wird einmal alt, und so steigt die Anzahl der Werke aus dem 20. Jahrhundert, die restauriert werden müssen, beständig an. Ein Beispiel für die Restaurierung von Bauten der frühen Moderne ist die nach Plänen von Josef Plecnik 1908- 09 für den Hygiene­ professor Roland Graßberger erbaute Villa im 17. Bezirk(Braungasse 41). Das Abtragen von späteren Auf- und Zubauten und das behut­ same"Herausschälen" der Originalsubstanz aus späteren Überarbeitungsschichten wurde vom Wiener Altstadterhaltungsfonds unter­ stützt. Auch einige Baudenkmale und Kunstwerke im öffentlichen Raum aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert sind bereits Sanierungsfälle: Mit Abstand jüngstes Beispiel ist das aus dem Jahr 1991 stammende Kunstwerk Lawrence Weiners("SMASHED TO PIECES- IN THE STILL OF THE NIGHT) am Gefechtsturm im 6. Bezirk, dessen Schriftzüge bereits stark abgewittert waren und daher 2005 erneuert wurden. Kirchen und sakrale Bildwerke: Für die Restaurierungen von Kirchen und sakralen Bildwerken werden wesentliche Anteile der Fördermittel des Altstadterhal­ tungsfonds verwendet. Wien besitzt eine außerordentliche Dichte dieser kunst- und kulturhistorisch wichtigen Baudenkmale, wobei nicht nur die Außenerscheinung, sondern auch das Innere der Kirchen mit Unterstützung des Wiener Altstadterhaltungsfonds restauriert wird. Besonders die barocken Kirchenräume leben von den Oberflächenreizen perfekt bearbeiteter Materialien: Natursteine, Kunstmarmor, Stuckplastiken, vergoldete Figuren und reiche malerische Ausstattungen prägen die Kirchen ­ diese Vielzahl an hoch bedeutenden künstle­ rischen Werken kann nur mit genau auf die jeweilige Schadensproblematik abgestimmten Techniken der Konservierung gesichert werden. So wurden 2003- 2005 bei der Restaurierung der in verschiedenen Epochen entstandenen Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Hietzing die Decken von Hauptraum und Chor, die reich mit Stukkaturen und Fresken geschmückt sind, 31 Kulturelles Erbe gereinigt und gefestigt, ebenso der monumen­ tale Hochaltar mit Gnadenbild, sowie die Nebenaltäre samt Altarbildern, Skulpturen und Oberflächen aus Stuckmarmor gereinigt und konsolidiert. Ein anderes markantes Bildwerk dieser Zeit, die Pestsäule am Graben, war zuletzt in den Jahren 1980-82 restauriert worden. Der dabei aufgebrachte Schutzüberzug war mittlerweile verschmutzt und teilweise abgewittert. Daher wurde 2005 die Oberfläche der Pestsäule gereinigt, gefestigt und mit einer Schutzschicht aus Kunstharzmischungen, die genau auf das jeweilige Material abgestimmt wurden, gegen schädliche Umwelteinflüsse überzogen. St. Marxer Friedhof: In mehrfachem Sinn"gewachsen" ist das begehbare Denkmal des St. Marxer Friedhofs: Besonders bekannt als Begräbnis­ stätte W. A. Mozarts, ist er der größte erhal­ tene Friedhof mit Ursprung in josephinischer Zeit. Mehrere Erweiterungen des Areals waren erforderlich, um die bis 1878 hier bestatteten Toten aufnehmen zu können. Aber auch die als besonders stimmungsvoll wahrgenommene Einheit von Bewuchs und Grabmälern hat sich erst im Lauf des späteren 19. Jahrhunderts entwickelt- der ursprüngliche Zustand war, frei von Bewuchs, von nüchterner Kahlheit geprägt. Am St. Marxer Friedhof folgten 2005, nach Abschluss der Inventarisierungsphase, Probearbeiten an fünf Grabsteinen, die als Basis für die Restaurierungen der kommenden Jahre dienen werden. Konservierung einer"Ruine": Nur in den seltensten Fällen ist der augen­ scheinliche- jedoch nicht der tatsächliche ­ Verfall eines Objektes Teil seines ästhetischen Konzepts: Dies trifft zu beim so genannten "Steinhaus" am Promenadeweg bei Kalksburg, das 1786 in den Parkanlagen des Hofjuweliers und Freimaurers Franz von Mack errichtet wurde. Das Äußere der Villa sollte den Anschein einer Ruine erwecken- ein Gestaltungsmittel, wie es häufig bei Bauten in den Parkanlagen dieser Zeit zu finden ist. Inmitten der seit Errichtung von Park und Villa stark veränderten Umgebung gewährt das "Steinhaus" den Ausblick durch ein Zeitfenster in eine vergangene Bau- und Lebenskultur. Seine Konservierung und Konsolidierung wurde 2005 mit Unterstützung des Altstadterhaltungsfonds abgeschlossen. 2005 zur Förderung empfohlene Projekte: 1, Himmelpfortgasse 5; 1, Kärntner Straße 2; 1, Neuer Markt, Kapuzinergruft; 2, Prater­ straße 70; 4, Prinz-Eugen-Straße 16; 7, Hermanngasse 25; 4, Favoritenstraße 2; 4, Paulanergasse, Paulanerkirche; 4, St.-Elisabeth-Platz, St. Elisabeth-Kirche; 7, Bernardgasse 32; 7, Gardegasse 6; 7, Zieglergasse 92; 8, Kochgasse 8; 9, Alser Straße 4, Betpavillon; 11, Simmeringer Hauptstraße, Zentralfriedhof-Kirche, Columbarien; 11, Weißenböckstraße 1-3; 12, Arndtstraße 31-33; 13, Woinovichgasse 4; 13, Wolfrathplatz, Pfarrkirche Ober-St.-Veit; 14, Ameisgasse 25; 14, Baumgartner Höhe; 16, Sandleitengasse 53, Kirche; 17, Braun­ gasse 41; 17, Braungasse 43; 18, BischofFaber-Platz, Pfarrkirche Gersthof; 18, Pötz­ leinsdorfer Straße 108, Filialkirche St. Ägyd; 19, Heiligenstädter Straße 29-31, Stadtbahnbögen; 19, Pfarrplatz 2; 21, Anton-BoschGasse 12; 23, Dr.-Andreas-Zailer-Gasse, evangelische Kirche; Publikation zu Altstadterhaltung und Stadtarchäologie; Ausblick auf 2006: Auch 2006 sind viele Kirchenrestaurierungen geplant, für die eine Förderung beim Wiener Altstadterhaltungsfonds beantragt wurde: unter anderem werden die Innenrestaurierung der Paulanerkirche im 4. Bezirk und die Außen­ restaurierung der Gersthofer Pfarrkirche am Bischof-Faber-Platz fortgesetzt, an der Pfarr­ kirche am Mexikoplatz sind Sicherungsmaß­ nahmen und Restaurierungsarbeiten vorge­ sehen. Schließlich soll in diesem Jahr die Restaurierung der Otto-Wagner-Kirche am Steinhof abgeschlossen werden. Die Sanierung des"Dogenhof" in der Praterstraße wird mit Unterstützung des Wiener Altstadterhaltungs­ fonds fortgesetzt. Am Schloß Neugebäude werden 2006 die Sicherungsmaßnahmen 32 Kulturelles Erbe weiter geführt: Besonderer Wert wird auf die Erhaltung der zum Teil noch vorhandenen Putzoberflächen aus der Renaissancezeit gelegt. Die Vielfalt von Gestaltung und Nutzung der vom Wiener Altstadterhaltungsfonds geför­ derten Projekte ist groß. Gemeinsam ist den Objekten, dass sie von allen Interessierten im Stadtbild wahrgenommen werden können. Mitzubringen ist lediglich die Bereitschaft, sich den unterschiedlichen Qualitäten der Architek­ turen und Bildwerke aller Epochen und Stilrichtungen zu öffnen. Stadtarchäologie Wien Ausgrabungen 1. Bez.: Weihburggasse(neuzeitliche Brückenpfeiler), Wipplingerstraße 33-35 (neuzeitliche Bastionsmauern); 3. Bez.: Klimschgasse 19-21(römische Zivilstadt: Gräber mit Einfriedungsgräben, Gruben­ häuser), Klimschgasse 40(römische Zivilstadt: Grab, Stadtbefestigung, Siedlungsreste; neuzeitlicher Brunnen, Latrine oder Senk­ grube), Rennweg 16(römische Zivilstadt: Häuser mit Keller und Latrine, Gruben und Straße; frühbronzezeitliche Gräber; end­ neolithische Grube), Schützengasse 24 (römische Zivilstadt: Holz- und Steinbauten, mehrere Öfen, Straße); 6, Marchettigasse 3 (neuzeitlicher Friedhof); 9, Sensengasse 1-3 (neuzeitlicher Friedhof); 10, Klederinger Straße(römische Streusiedlung: Wohnhaus); 17, Ortliebgasse 17(Brauhaus 19. Jh.); 22, Bauabschnitt U2/10- Aspern(prähistorische Reste, mittelalterlicher Ofen); 23, Kellerberg (urnenfelderzeitliche Siedlungsreste); U-BahnArchäologie: Betreuung U2-Nord/1, Vor­ arbeiten U2-Nord/2 und U2-Süd; zusätzlich laufend umfassende Baustellenbeobachtungen. Wissenschaftliche Aufarbeitungen und Projekte Aktuelle Ausgrabungen; 1. Bez.: Herrengasse 23/Palais Porcia, Judenplatz, Michaelerplatz, Wildpretmarkt, Geländemodell und Rekon­ struktion des römischen Legionslagers; 3. Bez.: Rennweg 44, römische Zivilstadt; 10, Oberlaa; 11, Schloss Kaiserebersdorf; mittel­ alterliche Burgen in Wien(Inventarisierung inkl. Schrift- und Bildquellen), Übersicht Glasfunde, Herstellung römischer Gebrauchs­ keramik, römische Ziegelproduktion, Transkrip­ tion handschriftlicher Fundakten(1895-1974) des Wien Museums, Säuberung und Restau­ rierung von Keramikfunden, Betreuung der Funde im Depot des Wien Museums Karlsplatz für wissenschaftliche Zwecke, Kulturgüter­ kataster der Stadt Wien(Digitalisierung Franziszeischer Kataster und archäologischer Fundpunkte), Vienna Archaeological GIS/ VAGIS(Aufbau des Geographischen Infor­ mationssystems, Funddatenbank), Internet­ portal Wien-Kultur-Geodaten(Neukonzeption des Kulturgüterkatasters). Vermittlung der Ergebnisse Tagungen und Vorträge Von 07.11. bis 10.11.2005 veranstaltete die Stadtarchäologie bereits zum zehnten Mal den "Workshop Archäologie und Computer", der in "Kulturelles Erbe und Neue Technologien" umbenannt wurde. Im Rathaus wurden für 218 TeilnehmerInnen aus 26 Nationen 90 Vorträge in drei Sektionen sowie vier Workshops, ein Symposium und drei Podiumsdiskussionen gehalten. Fünf Aussteller bildeten einen infor­ mativen Rahmen. Dieser internationale Kongress fand in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen statt. Anlässlich des Jubiläums wurde vom Bürgermeister für ca. 400 Gäste ein Empfang mit Präsentationen im Rathaus gegeben. Von den MitarbeiterInnen der Stadt­ archäologie wurden weiters 12 Fachtagungen im In- und Ausland besucht und insgesamt acht Vorträge gehalten. Ausstellungen Für die Volkshochschule Meidling(12, Längen­ feldgasse) wurde ab 14.04.2005 die Daueraus­ stellung"Lieblingsstücke" erstellt, die auf Postern Lieblingsfunde der MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie präsentiert. Von 08.11. bis 19.11.2005 wurde in der Alten Schieberkammer(15, Meiselstraße) in Koope­ ration mit dem Dubrovniker Museum die 33 Kulturelles Erbe Ausstellung"Mittelalterliche Schätze von Konavle, Dubrovnik(Kroatien)" gezeigt. Bei der Eröffnung waren ca.150-180 Personen anwesend, weitere 95 BesucherInnen kamen in den knapp zwei Wochen Ausstellungsdauer. Publikationen 2005 erschien Band 8 von"Fundort Wien", dem Jahresbericht der Stadtarchäologie Wien, der mit seinen breit gefächerten Beiträgen eine Brückenfunktion zwischen WissenschaftlerInnen und interessierten Laien erfüllt. Er beinhaltet diesmal unter anderem 32 Berichte von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie. Weitere 13 Artikel sind in Fachpublikationen erschienen. In Nachfolge der"Wiener Archäologischen Studien(WAS)" wurde die Schriftenreihe "Monografien der Stadtarchäologie Wien (MSW)" gegründet, die sich vorwiegend an ein Fachpublikum wendet und umfangreicheren Endpublikationen von Grabungen und inter­ nationalen Forschungsprojekten gewidmet ist. Der erste Band"Siedlungschronologische Forschungen zu den canabae legionis von Vindobona. Die Gräberfelder" wurde zusam­ men mit der Autorin Michaela Kronberger im Wien Museum Karlsplatz präsentiert. Wie jedes Jahr wurden die Vorträge der vorjährigen Tagung"Workshop 9. Archäologie und Computer" auf CD-ROM publiziert. Gemeinsam mit Ferdinand Opll(MA 8) wurde der WienArtikel für das"Reallexikon der Germanischen Altertumskunde" verfasst. Initiativen für alle interessierten BürgerInnen Die Initiative Seniorarchäologie ermöglichte wieder allen archäologiebegeisterten Erwach­ senen die ehrenamtliche Mitarbeit: ganzjährig bei der Säuberung und Restaurierung von Fundmaterial in der Werkstatt in der Volkshochschule Meidling(12, Längen­ feldgasse) und zwischen Juni und September auf der Ausgrabung in Unterlaa(10, Klederin­ ger Straße). Die durchgängige wissen­ schaftliche Betreuung erfolgt durch Mitarbei­ terInnen der Stadtarchäologie. Zur Ein­ schulung wurden von diesen 15 Vorträge vor durchschnittlich 25 ZuhörerInnen, fünf Übungen sowie zwei Exkursionen mit gesamt 60 TeilnehmerInnen an der VHS Meidling gehalten. Der regelmäßigen Information dient das vier Mal jährlich erscheinende Nach­ richtenblatt"Lorbeer". Es gab 28 Neueintritte, so dass der Mitgliederstand nun 477 beträgt. Insgesamt wurden von SeniorarchäologInnen 5.322 Arbeitsstunden geleistet, das entspricht 665 Menschtagen. Weiters wurde zusammen mit dem"Club wien.at" ein zweitägiger"Schnupperkurs Archäologie" in der Restaurierwerkstatt und auf der Ausgrabung in Unterlaa abgehalten. Bei den"Wiener SeniorInnentagen" konnten in der VHS Meidling alle Angebote der Initiative Seniorarchäologie durch mehrere Vorträge präsentiert werden. Die Zusammenarbeit mit den Wiener Schulen wird durch die Initiative Juniorarchäologie gefördert. Der kostenfrei entlehnbare"Römer­ koffer" wurde überarbeitet und ergänzt. Die enthaltenen Originalfunde, Duplikate und schriftlichen Begleitmaterialien machen diese mobile Schausammlung zu einer nützlichen Unterstützung im Unterricht und wurde in diesem Jahr von acht Schulen eingesetzt. Zusätzlich wurden von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie 11 Vorträge an Schulen gehalten sowie 14 Projekte auf der Aus­ grabung in Unterlaa, drei Innenstadtführungen und drei Besichtigungen der Restaurierwerk­ statt durchgeführt. Das Angebot wurde außerdem durch Erstellung des neuen Koffers "Mobiles Mittelalter" mit vergleichbarem Inhalt ausgebaut. Er wurde vom Stadtrat für Kultur und Wissenschaft zusammen mit der Stadtschulratspräsidentin für Wien den Medien präsentiert. Öffentlichkeitsarbeit 2005 sind 14 Artikel über die Arbeit der Stadtarchäologie in Zeitungen, 11 in Magi­ stratsmedien und zwei im Internet erschienen. Weiters wurden vier Berichte in Radio und Fernsehen ausgestrahlt sowie zwei Mal die 45 Minuten umfassende Dokumentation"Die Römer in Wien", bei dessen Konzeption und Dreh die Stadtarchäologie maßgeblich beteiligt war. Die seit Mai 2004 in Kooperation mit der Wiener Zeitung wöchentlich erscheinende Serie des Referates wurde bis Ende August 2005 fortgeführt. Die Artikel wurden anschließend 34 Kulturelles Erbe- Bezirksmuseen vom Referat redaktionell überarbeitet, damit sie 2006 in dem Buch"Wien- Bodenfunde und Baudenkmale" in der Edition Atelier im Wiener Journal, herausgegeben von Werner Grotte, erscheinen können. Das Projekt"Vindobona- Österreichischer Limes" wurde 2005 als Beratung für die virtuellen Rekonstruktionen des zweiten Teils der interaktiven DVD fortgeführt. Im Rathaus fand unter reger Beteiligung der Bevölkerung die Abschlussveranstaltung des Projektes"Wie war Wien?- Bürger/innen schreiben Geschichte" statt, an dem die Stadtarchäologie mitgewirkt hatte. Jugendlichen konnte beim Wiener Töchtertag und im Rahmen der Berufspraktischen Tage Einblick in die Arbeitsbereiche geboten werden. Die Homepage wurde im Rahmen des Relaunches des Magistrats komplett überarbeitet und aktualisiert. Kooperationen mit anderen Einrichtungen Bundesdenkmalamt; MD-Stadtbaudirektion, MA 7- Veranstaltungsreferat, MA 8, MA 14, MA 15, MA 18, MA 19, MA 22, MA 28, MA 29, MA 30, MA 31, MA 37, MA 41, MA 45, MA 53, MA 69, Wiener Wohnen, Wiener Linien; Bezirksvorstehung 15. Bez.; Volkshochschule Meidling; Stadtschulrat für Wien; Wiener Schulen; Reinhard Kofler-Film; digital-graphics & 7reasons; DonauConsult Zottl& Erber; Universität Wien: Institut für Ur- und Frühge­ schichte, Institut für Klassische Archäologie, Institut für Paläontologie, Institut für Mineralogie und Kristallographie; Technische Universität Wien: Institut für Ingenieursgeo­ logie, Institut für Architektur und Entwerfen; Universität für Angewandte Kunst- Institut für Konservierungswissenschaften und Restaurie­ rungstechnologie(Abt. Archäometrie); Universität Salzburg- Institut für Geologie und Paläontologie; Montanuniversität Leoben ­ Institut für Geophysik; Technische Universität Berlin- Institut für Chemie; Doerner Institut ­ Bayerische Staatsgemäldesammlung (München); Universität München- Institut für Vor- und Frühgeschichte und Provinzial­ römische Archäologie; Wien Museum Karls­ platz; Naturhistorisches Museum Wien- Abt. Archäologische Biologie und Anthropologie; Kunsthistorisches Museum Wien: Münz­ kabinett, Antikensammlung; Österreichische Akademie der Wissenschaften: Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Institut für Kulturgeschichte der Antike; Ludwig Boltzmann-Institut für Stadt­ geschichtsforschung; Arbeitsgemeinschaft Donauländer; Ausgrabung Magdalensberg (Kärnten); Budapest Történeti Múzeum Aquincumi Múzeum; Dubrovniker Museum; Kroatisches Ministerium für äußere Angelegen­ heiten und Europäische Integration; Botschaft der Republik Kroatien; Österreichische Gesellschaft für Kulturgüterschutz; Öster­ reichische UNESCO-Kommission; Arbeits­ gemeinschaft UNESCO Wien; UNESCO Paris; Universität Wien- Institut für Orientalistik; OIWI- Die Österreichischen Initiativgruppen Weltkulturerbe Irak; Oesterreichische Computergesellschaft; Pegasus Reisen. BEZIRKSMUSEEN 1923 wurde das erste Bezirksmuseum in Meidling gegründet. Weitere folgten und schlossen sich 1964 zur Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen zusammen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Alltagskultur und dokumentieren die Entwicklung der Bezirke von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Zahlreiche ehrenamtlich tätige Personen ermöglichen den laufenden Betrieb, widmen sich außerdem den verschiedenen Archiven und der Organisation von Sonderaus­ stellungen. 35 Ehrungen- Interkulturelle Aktivitäten EHRUNGEN Auszeichnungen der Stadt Wien sind als sichtbares Zeichen der Würdigung von künstlerisch und wissenschaftlich hervorragend tätigen Personen zu verstehen. Darüber hinaus informieren Berichte der Medien, die aus diesen Anlässen entstehen, die Öffentlichkeit über das breite Spektrum kulturellen Schaffens in Wien. Die Preise der Stadt Wien tragen zur Motiva­ tion der Geehrten bei. Um größtmögliche Objektivität im Hinblick auf den Vergabemodus zu gewährleisten, erfolgen die jeweiligen Nominierungen ausschließlich durch unabhängige Jurys, deren Mitglieder ständig wechseln. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung junger Künstler und Wissenschafter. Als Beispiel dafür sei unter anderem die Vergabe der Förderungspreise der Stadt Wien hervor­ gehoben. Die Würdigung der Leistungen verdienstvoller Persönlichkeiten ist auch posthum in Form von Widmungs- und Ehrengräbern, Kranznieder­ legungen und Grabrestaurierungen möglich. INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Das Referat für Interkulturelle und Inter­ nationale Aktivitäten hat im Jahr 2005 167 Vereine unterstützt. Die dafür genehmigten 227 Förderungen gliedern sich in 184 Projektund 23 Jahresförderungen. Auch im vergangenen Jahr wurden wieder deutliche Akzente in der Kulturszene durch interkulturelle Veranstaltungen gesetzt. So sind bereits einige Events entstanden, die sich im Wiener Kulturgeschehen fest etablieren konnten, wie etwa das KlezMOREfestival, das Festival"Salam.Orient","Festival der Klänge", Balkan Fever, das Weltkulturfest oder das World Music Festival, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese Events finden nicht nur in den Szenelokalen, sondern durchwegs auch auf renommierten Bühnen wie dem Wiener Konzerthaus statt. Das 2nd KlezMORE Festival Vienna fand vom 3. bis 10. Juli 2005 statt. Zielsetzung dieses internationalen Festivals ist es, das interessierte Wiener Publikum wieder mit dieser wunderschönen Musik vertraut zu machen und dem Publikum ein möglichst breites Spektrum dieser Musikrichtung auf höchstem Niveau anzubieten. Die Förderung des Kontaktes zwischen österreichischen und internationalen Künstlern untereinander und dem Publikum hat einen besonderen Stellen­ wert bei diesem Festival. Das Festival SALAM ORIENT vom 14. 11. bis 1.12.2005 setzte folgende Schwerpunkte: - Betonung der integrativen Kraft von künstlerischen Äußerungen -"Dialog der Kulturen" auf gleicher Augenhöhe statt"Kampf der Kulturen" - Verbindung traditioneller mit modernen, zeitgenössischen Kunstformen - Stärkung der Positionen der Frauen - Einbindung von ethnischen sowie religiösen Minderheiten - Zugang zu teils fernen, teils unbekannten Welten - das Erleben authentischer künstlerischer Statements - Präsentation von in Österreich lebenden KünstlerInnen mit jeweiligem orientalischen Einfluss oder Hintergrund - Mix aus elitären und populären Programmen zur Ermöglichung eines Zuganges sowohl von Spezialisten wie auch"Neulingen" 36 Interkulturelle Aktivitäten - Durchmischung des Publikums mit ÖsterreicherInnen und den Mitgliedern der jeweiligen Communities - Darstellung von etablierter Spielformen ebenso wie neuer, unentdeckter und junger KünstlerInnen - Mut zum"kalkulierten Risiko". Im grossen Konzerthaussaal fand die Ab­ schlussveranstaltung mit dem Sänger Salif Keita aus Mali in Westafrika statt, der das Auditorium mit seiner hypnotisierenden Musik zum Tanzen brachte. Mit dem Festival BALKAN FEVER vom 15.4. bis 16.4.2005 wurde ein Versuchsballon gestartet, der wider Erwarten zu einem bunten Feuerwerk der Superlative explodierte. Mit geringen finanziellen Mitteln und binnen kürzester Zeit gelang es, ein musikalisches und literarisches Programm auf die Beine zu stellen, wie es Wien auf diese Weise noch nicht erlebt hat. Warum gerade der Balkan? Die Kriege auf dem Balkan, deren Gründe nicht allein in der Region selbst zu suchen sind, vermittelten ein mediales Bild von Zurückgebliebenheit und Barbarei, das un­ glücklicherweise den immensen zivilisato­ rischen und kulturellen Beitrag dieser Länder überschattet. Der Balkan hat uns weit mehr zu bieten als billige Arbeitskräfte, lohnnebenkostenfreie Standorte und Flächen für roman­ tische Projektionen: zum Beispiel MUSIK. Was Balkanmusik so faszinierend macht? So weit sie sich auch in moderne Experimente vorwagt, gelingt es ihr doch stets, die vibrie­ rende Spontanität, die sinnliche Wildheit und fröhlich-traurige Schönheit ihrer kulturellen Wurzeln beizubehalten. Wo anderswo dem hohen Niveau dieser Musikformen längst Rechnung getragen wurde, herrschte in Wien Nachholbedarf. So wollten die Initiatoren des Festivals in Wien eine Plattform schaffen für diese zukunftsträchtigen Genres. Und dabei ihren bescheidenen Beitrag leisten, gängigen Klischees entgegenzuwirken. Mit BALKAN FEVER beherbergt Wien in der Tat das einzige Musikfestival in Europa mit Süd­ osteuropabezug. Und beweist damit, dass alte kulturelle, ökonomische und politische Bande stärker sind als die aktuellen politischen Grenzziehungen. Wien ist nämlich mehr als nur eine reizvolle Großstadt am Rande der Europäischen Union. WIEN ist das Tor zum Süden, zum Osten- zum Südosten. Und das nicht nur im Sinne einer wirtschaftlichen Expansion. BALKAN FEVER ist somit weit mehr als der Versuch, den von der EU ausgeschlossenen, aber mit Wien auf vielen Ebenen verbundenen Regionen Südosteuropas eine kulturelle Repräsentanz zu verschaffen. Vielmehr wollten die Initiatoren von BALKAN FEVER dem Klischee der exotischen Peripherie mit Kultur von Weltrang entgegentreten. Wien als eine der Musikhauptstädte Europas(speziell des Jazz) und als nördlichste Balkanmetropole schien wie kein anderer Ort dafür geeignet (Letzteres nicht allein wegen der hundert­ tausenden"Gastarbeiter" aus den Ländern ExJugoslawiens, sondern auch der vielfältigen bürgerlichen und intellektuellen Diaspora ­ speziell aus Bosnien und Bulgarien). Auch Balkan Fever 2005 brachte Unterhaltung, künstlerische Innovation und clever nach­ empfundene Tradition, Anspruch und Ekstase unter einen Hut. Für das ehrgeizige Projekt Festival der Klänge- Österreichischer World MusicPreis am 3.12.2005 hat das Internationale Kultur- und Kommunikationszentrum mit über 3000 Künstlern bzw. Gruppen Kontakte geknüpft. Die renommierte Fachjury bestand aus JournalistInnen, RedakteurInnen, VeranstalterInnen und ProduzentInnen mit einschlägiger Szeneerfahrung, die von TeilnehmerInnen nominiert wurden. Die Jury wählte zehn TeilnehmerInnen aus, die für die Vorentscheidung in einem Wett­ bewerbskonzert am 3. Dezember 2005 im PORGY& BESS, auftraten. Bei diesem Wettbe­ 37 Interkulturelle Aktivitäten- Auslandskultur werbskonzert wurden schließlich zwei Finalisten von der Jury und einer vom Publikum ausgewählt. Längst war es fällig, einer Musiksparte auf institutioneller Ebene Respekt und Repräsen­ tanz zu verschaffen, die bereits in den 90er Jahren wenn schon nicht den Radio- und CDMarkt, so doch die heimischen Bühnen zu erobern begann: WORLD- Music. Ein Aller­ weltsbegriff allemal, der die Hinwendung zu verschiedenen("ethnischen") Traditionen bloß grob umreißt. Selbst die modernste, avantgardistischste Musik hat immer aus diesen nie versiegenden Quellen geschöpft. Seit Beginn des 20. Jahr­ hundert waren es vor allem afroamerikanische (Blues, Jazz etc.), aber auch lateinamerika­ nische(Tango, Rumba etc.), iroschottische (ebenfalls Blues, Gospel, White Folk-Song) Formen, die den euroamerikanischen Kanon von E- und U-Musik bereicherten, dann kam das Folk-Revival, auch der Pop der 60er und 70er Jahre schöpfte aus archaischen und exotischen Brunnen(indische Sitar-Musik, Orientalismen, Alte Musik, Country, Folk etc.). Seit den 80er Jahren fielen die Mauern des westlichen Kanons endgültig: Traditionen der ganzen Welt, aber auch die eigenen euro­ päischen und amerikanischen, wurden entdeckt, rezipiert, interpretiert. So entstand das, was heute als World-Music bezeichnet wird. Zum dritten Mal zeigte der World Music Award, dass die Wiener Musiklandschaft im Speziellen, die österreichische im Allgemeinen keine Monokultur ist, dass Nationalgrenzen nur flüchtige historische Erscheinungen sind. Im Bereich der Auslandsaktivitäten wurde in Zusammenarbeit unter anderem auch mit dem Johann Strauss Ensemle unter der Leitung von Alfred Pfleger einige sehr erfolgreiche Konzerte organisiert bzw. gefördert: - Tournee der Wiener Art-Schrammeln im April 2005 nach Albanien und Montenegro - Wiener Kulturtage in Kasachstan im Juni 2005: Es fanden zwei Konzert in Alma Ata statt - Im Juli 2005 nahm das Johann-StraussOktett am renommierten Izmir-Festival an der türkischen Westküste teil. - Tournee der Vienna Klezmer Band im November 2005 nach Argentinien. - Im Österreichischen Kulturinstitut in Istanbul fand im Mai ein Konzert der"Opera Twins" statt. - Der Verein art& business brachte österreichische Kunst zu einer Ausstellung nach Podgorica. AUSLANDSKULTUR Besonderes Augenmerk legt die Kultur­ abteilung auf die Förderung, Betreuung und Finanzierung von Wiener Projekten im Ausland. So konnten auch 2005 viele Wiener Künstle­ rInnen bei Tourneen und Teilnahmen an internationalen Festivals unterstützt werden. Die Höhepunkte fanden 2005 aber in Wien statt: Am 19. September eröffneten die Bürgermeister von Wien und Moskau im Rahmen einer feierlichen Gala im Raimundtheater die Moskau-Tage in Wien. Es gab drei große Ausstellungen zu bewun­ dern, von denen vor allem die Retrospektive des großen russischen Fotografen Dimitri Baltermants im Palais Palffy beeindruckte. Daneben wurden Bücher präsentiert, Konzerte gegeben und zwei Filme gestartet, von denen einer, nämlich"Ragin", für das Wiener Publi­ kum besonders interessant war, da er nicht nur 38 Auslandskultur- Neue Medien teilweise in Wien spielt, sondern eine der seltenen österreichisch-russischen Kopro­ duktionen ist und beim letzten Filmfestival in Karlovy Vary als bester Film ausgezeichnet wurde. Am 15. November wurden in der Halle E im Museumsquartier die Sofia-Tage in Wien eröffnet: Ca. 150 KünstlerInnen gestalteten ein bulgarisches Feuerwerk von Seltenheits­ wert: Die Eröffnungsgala zu Gunsten der Flutopfer­ hilfe des Roten Kreuzes ließ das Publikum zum Chor"Mysterium der bulgarischen Stimmen", dem Tanzensemble"Shredez" und dem Theodosii Spassov Trio toben. Das Jazzkonzert von Antoni Dontschev im Porgy& Bess war binnen kürzester Zeit ausverkauft, die Vorstellung des Theaters"La Strada" im WUK ebenso. Während im Konzerthaus die Sofioter Solisten Klassik spielten, tourten die Clowns Roko und Koko durch Wiener Kinderspitäler; der Chor "Cosmic Voices" gastierte in der Minoriten­ kirche und die Popgruppe"Kaffe" in der Szene Wien. Und die Kunst traf sich im Project Space der Kunsthalle Wien, wo das Duo Hedwig Saxenhuber und Georg Schöllhammer junge Sofioter KünstlerInnen zur Ausstellung"Play Sofia" eingeladen hatten. 2006? Es steht weltweit im Zeichen von Mozart und Freud…. NEUE MEDIEN 2005 konnten wieder Akzente zur Förderung der breiten Netzkultur gesetzt werden: Vom Robotercocktail-Festival bis hin zu Vorträgen zum Thema Computerspiele und der Präsentation von"world-information.org" der Netbase in der indischen IT-Metropole Bangalore. Viele der in den letzten Jahren geförderten Projekte waren bei der Ars Electronica prominent vertreten und ausgezeichnet, wie z.B. uebermorgen.com. Sogar die Fassade des Ars Electronica Centers war mit den Avataren des Projektes"Phantasma II" der Wiener KünstlerInnen zeitgenossen.com verhüllt. In Wien selbst passierten auch spannende Dinge: Der Höhepunkt des Jahres war sicherlich das internationale Symposium "Parliaments of Arts 2005", das sich den materiellen wie symbolischen Dimensionen der ‚Kunst der Vernetzung' und der Produktion von neuem gemeinsamen Wissen auseinander­ setzte und auch als Start-Up für das mit 2006 beginnende neue Wiener Fördermodell für Netzkulturen zu werten ist. 39 Stipendien, Film Video STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 137.256,43 EUR vergeben. Davon entfielen zehn Arbeitsstipendien an Wiener Zivildiener im Rahmen ihres Gedenkdienstes. FILM, VIDEO 2005 war das Jahr junger Festivals: Eine neue Generation filminteressierter Menschen tat sich zusammen, um Filme abseits von Institutionen zu vermitteln: So entstanden z.B. die"Vienna Independent Shorts,"Ohne Kohle" und "Kino05". Auch die internationale Kreativität kam nach Wien: Das weltweit größte Festival für Digital Cinema, das"Resfest", feierte seine Premiere im deutschsprachigen Raum. Doch nicht nur im kleinteiligen Bereich tat sich Neues: Neben den etablierten und immer wieder beeindruckenden Festivals wie Viennale, Identities, jüdische Filmwoche, Tricky Women, dem Kinderfilmfestival und den Sommerkinos, startete im November 2005 das EU XXL Festival, eine Initiative von Mercedes Echerer zur Vernetzung Europäischer Filmschaffender. So wichtig Festivals für die Höhepunkte des Jahres sind, so notwendig sind die Institutionen, die während des Jahres laufende Filmarbeit leisten: Vom Verleih(Sixpack) über die Vermittlung(Filmmuseum, Filmarchiv, Medienwerkstatt etc.) bis hin zu den Wiener Programmkinos, die sich besonders um den cineastischen Filmgenuss kümmern. Die maßgebliche Förderung der Produktionen ist im Kulturressort zweigeteilt: Einerseits fördern wir via Film Fonds Wien die "großen", also kostenintensiven Filmprojekte, andererseits ist es unsere Aufgabe,"kleine" Filmformate wie Kurzfilme, Experimentelles, Animationen etc. mittels direkten und unbürokratischen Förderungen zu ermöglichen. Der internationale Trend zum Dokumentarfilm zeigte sich 2005 auch in diesem Bereich. Es konnte die Herstellung von 32 Dokumenta­ tionen unterstützt werden. 40 Filmfonds Wien FILMFONDS WIEN Filmfonds Wien Stiftgasse 6 1070 Wien t.+43-1-526 50 88 f.+43-1-526 50 88 20 office@filmfonds-wien.at www.filmfonds-wien.at Der Filmfonds Wien 2005 Der Filmfonds Wien vergibt erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und- unter bestimmten Voraussetzungen- nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektent­ wicklung, Herstellung und Verwertung (Kinostart im Inland und Teilnahme an internationalen Festivals im Ausland) von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, wirtschaftlichen und künstlerischen Bedeutung beurteilt. Das wirtschaftliche Interesse der Stadt Wien findet im sogenannten Wiener Filmbrancheneffekt seinen Ausdruck. Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäf­ tigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder der Präsen­ tation Wiens als Location im Film zugute kommen. Die seit 2000 tatsächlich erzielten Effekte liegen jedoch weit über 200 Prozent. Darüber hinaus erfüllt der Filmfonds die Aufgabe, eine Plattform für die Belange des Filmschaffens in Wien herzustellen, vor allem durch Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung und der Publizistik mittels einer gezielten Strukturförderung. Hier sind vor allem Projekte hervorzuheben, die im Wege des MEDIA-Programms EU-Förderungsmittel in einem relevanten Ausmaß in Wien wirksam werden lassen. Trotz einem seit dem Jahr 2000 gleich­ gebliebenen Budget konnte der Filmfonds Wien auch 2005 seine Aufgaben mehr als erfolgreich erfüllen, vor allem auch aufgrund einer konsequenten, internationalen Ausrichtung seiner Tätigkeit, die es Wiener Produzentinnen erleichtert, im Wege internationaler Koproduk­ tionen auch ausländische Finanzierungsmittel in Wien wirksam werden zu lassen. Erfreulicherweise erzielten die vom Filmfonds Wien in den Vorjahren geförderten Filme auch 2005 große Erfolge. Besonders hervorzuheben sind"Caché" von Michael Haneke(Wega Film), der unter anderem bei den 58. Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme für die Beste Regie ausgezeichnet wurde. Der kunst­ volle und subtile Psychothriller über eine nicht greifbare"Angst vor dem Anderen" wartete in den Hauptrollen mit zwei großen französischen Schauspielern auf: Juliette Binoche und Daniel Auteuil. Nichtsdestoweniger handelt es sich um eine herausragende Wiener Produktionsl­ eistung. Der Erfolg der erschütternden Dokumentation "Darwin`s Nightmare" von Hubert Sauper, produziert von der coop99, hielt 2005 weiterhin an, eine Vielzahl an Einladungen und vor allem auch Auszeichnungen bei interna­ tionalen Festivals belegen dies ebenso wie monatelange Kinoeinsätze in Ländern, wo Dokumentarfilme üblicherweise nicht im Kino zu finden sind(z.B. Spanien) und mehr als 550.000 Besucherinnen und Besuchern in Frankreich. Eine weitere Dokumentation,"We Feed the World" von Erwin Wagenhofer(Allegro Film) erreichte in Österreich die grandiose Besucherzahl von über 180.000 Kinogehern (Stand Ende April 2006). 41 Filmfonds Wien Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien 1. Kuratorium Dem Aufsichtsgremium des Filmfonds Wien gehörten 2005 folgende Mitglieder an: Dr. Barbara Fränzen, ORF Helmut Grasser, Produzent der Allegro Film Hans Hurch, Direktor der Viennale Mag. Michael Kreihsl, Regisseur Kurt Mayer, Produzent der Kurt Mayer Film Wolf-Rüdiger Philipp, Kulturabteilung der Stadt Wien Michael Stejskal, Geschäftsführer des Verleihs Filmladen 2. Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und dem Geschäftsführer. Die Jurymitglieder werden auf die Dauer von längstens drei Jahren bestellt. In der Jury sind in- und ausländische Film­ experten vertreten, die über einschlägige wirtschaftliche und/oder künstlerische Qualifikationen verfügen. Die Mitglieder der Jury waren: Ulrike Dohr, Geschäftsführerin der Dohr WerbeGmbH und Marketing Direktorin der 20th Century Fox Österreich Andrea Ernst, Verantwortliche Redakteurin der ARTE-Redaktion des WDR-Fernsehens Dr. Philipp Riccabona, langjährige Leitung Spielfilm bei Kirch Media, Deutschland Beatrix Wesle, CEO der FP Film Projects GmbH und Vize-Präsidentin für europäische Angelegenheiten von Menemsha Entertainment Europe, Deutschland Die Mitglieder der Ersatzjury waren: Dr. Elisabeth Büttner, Filmhistorikerin und Filmwissenschafterin Mag. Bettina Leidl, Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien, langjährige Tätigkeit in der BKA-Kunstsektion 42 Annette Niehues, Lektorin, Tätigkeit im Bereich Stoffentwicklung bei LUNA-Film, Deutschland Eric Pleskow, eh. Filmproduzent und Präsident der Viennale 3. MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien Dr. Peter Zawrel, Geschäftsführung Mag. Claudia Fischer, stellv. Geschäftsführung& Verträge Andrea Christa, Consulting Mag. Sabine Konrath MAS, Public Relations Sibylle Schwarzkogler, Office Management MMag. Thomas Heskia, Controlling Margarethe Binder, Controlling Alessandro Chia, Controlling(bis Februar 2005) Fördertätigkeit der Gremien Der Filmfonds Wien gewährte 2005 insgesamt 124 von 183 eingereichten Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von 8.300.013,69 Euro für die Projektentwicklung, Herstellung oder Verwertung von Filmen bzw. für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen. 1. Kuratorium Das Kuratorium des Filmfonds Wien tagte 2005 viermal und widmete sich im zweiten Halbjahr schwerpunktmäßig der Vorbereitung von Änderungen der Förderungsrichtlinien im Jahr 2006. Ferner bewilligte das Kuratorium die Förderungsmittel für die Austrian Film Commission(110.000 Euro) und die Durchführung des EU XXL Film Forums(35.000 Euro). 2. Jury Insgesamt wurden von der Jury 124 Anträge auf Förderung der Projektentwicklung, Herstellung oder Verwertung von Filmprojekten bearbeitet. In fünf Sitzungen wurden 62 Zusagen für Förderungen in Gesamthöhe von 6.827.094,73 Euro gegeben. Filmfonds Wien 3. Geschäftsführung Die Geschäftsführung des Fonds bewilligte 60 Anträge mit einer Summe von 1.256.888,96 Euro, davon 717.761,33 Euro für den österreichischen Kinostart, 344.330,57 Euro für die Teilnahme an internationalen Film­ festivals, 90.267,06 Euro für Strukturför­ derungen, 33.500,-- Euro an Mittelerhöhungen sowie aus dem Titel der Referenzfilmförderung vier Anträge mit einer Summe von 71.030,-­ Euro. Übersicht der Förderungen 2005 Im Jahr 2005 wurden insgesamt 183 Anträge behandelt, 124 Anträge erhielten eine Zusage: - 44 Herstellungsförderungen(€ 6.397.799) davon 22 für die Realisierung von i nternationalen Gemeinschaftsproduktionen (insgesamt 79 eingereicht) - 21 Projektentwicklungsförderungen(€ 533.825,73)-(insgesamt 45 eingereicht) - 21 Kinostartförderungen(€ 717.761,33) - 22 Festivalteilnahmen(€ 344.330,57) - 12 Strukturförderungen(€ 235.267,06) - 4 Referenzmittelförderungen für Projektentwicklungen(€ 71.030,--) 43 Filmfonds Wien 1. Herstellungsförderungen Mit einer Fördersumme von 6.397.799,-- Euro wurden 22 internationale Gemeinschafts­ produktionen(insgesamt 3.832.583,-- Euro) und 22 einheimische Produktionen unterstützt. Diese 44 Projekte erreichten in Summe österreichische Gesamtherstellungskosten von 37.139.976,97, davon flossen während der Produktion rund 22,18 Millionen Euro in die Nutzung der hiesigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranchen und der"Vienna Region". Das bedeutet, dass 60 Prozent der nationalen Gesamtherstellungskosten in die Wiener Film­ branche geflossen sind. Abzüglich der zwei gewährten Mittel­ erhöhungen von Filmen, deren Haupt­ förderungen bereits in den Vorjahren gewährt wurden und die somit an dieser Stelle nicht in die statistische Auswertung einzubeziehen sind, förderte der Filmfonds Wien in der Produktion 40 Filmprojekte mit rund 6,37 Millionen Euro. Von den 36,56 Millionen Euro an Gesamtherstellungskosten dieser Filme wurden 21,92 Millionen Euro in Wien ausge­ geben. Somit lag der Wiener Filmbranchen­ effekt bei 344 Prozent. Welche Herstellungen im Einzelnen gefördert wurden, ist der folgenden Auflistung zu entnehmen: Projekttitel Antragsteller/ Produktion Regie Fördersumme Antonia Thalia Film Dana Nowak 305.000,-Appolonia Margarete Steiff Epo Film Xaver Schwarzenberger 200.000,-­ Berggasse 19- Freuds verschwundene Nachbarn Kurt Mayer Film Kurt Mayer 52.000,-­ Bleiben oder gehen Verein Gams Film Christina Zurbrügg 20.760,-­ Butterkinder Siegfried Borutta Alois Hawlik 66.500,-Cooking History Mischief Films Peter Kerekes 103.500,-­ Da blüh'n die schönsten Frauen (Mittelerhöhung) Mischief Films Peter Forgacs 3.500,-­ Der Auftrag Wega Film Günter Schwaiger 222.723,-­ Der Fälscher Aichholzer Film Stefan Ruzowitzky 468.200,-­ Die Entscheidung Allegro Film Nikolaus Leytner 120.000,-­ Die Richterin(Rule of Law) Aichholzer Film Susanne Brandstätter 25.000,-­ Die Vatersucherin Geyrhalter Film Sandra Löhr 27.000,-­ Elias Canetti- Die Wiener Jahre Neue Sentimental Film Robert Neumüller 35.166,-Entuziazm- Doppel DVD Österreichisches Filmmuseum Dziga Vertov 7.350,-Eric Pleskow coop99 Andrea Eckert 78.000,-­ Fallen! coop99 Barbara Albert 380.000,-­ Herrn Kukas Empfehlungen Prisma Film Dariusz Gajewski 253.000,-­ In 3 Tagen bis du tot Allegro Film Andreas Prochaska 544.860,-Janu Nakts Fischer Film Alexander Hahn 175.000,-­ Kabale und Liebe Lotus Film Leander Haußmann 95.000,-­ König Otto Wega Film Michael Kreihsl 50.000,-­ Kurz davor ist es passiert Amour Fou Anja Salomonowitz 78.000,-­ Leopold Weiss alias Muhammad Assad- The Lion`s Journey Mischief Films Georg Misch 90.000,-­ Liebe letzte Grüße Bonus Film Barbara Gräftner 80.000,-Lorenzo da Ponte Satel Film Carlos Saura 550.000,-­ Love Fair(inkl. Mittelerhöhung) Aichholzer Film Dusan Milic 103.900,-­ 44 Filmfonds Wien Meine liebe Republik Mozart- Eine Spurensuche Mozart- In China My Name is Carlos Neustadt On the Ball Pol 62 Red on the Cross(Henry Dunant) Romane Apsa- Zigeunertränen Rudolf- The Crown Prince Servitengasse Shadowing the Third Man Sneaker Stories Spanien ist überall Taxidermia(Mittelerhöhung) Von Paris nach Dakar Weltrevolution Wiens verlorene Töchter Wega Film Interspot Film Extrafilm coop99 Amour Fou Dor Film Amour Fou Siegfried Borutta Fischer Film MR Film Kurt Mayer Film Frederick Baker Wailand Film Adi Mayr Amour Fou Geyrhalter Film CC-Filmproduktion Mobilefilm Elisabeth Scharang 45.000,-­ Ute Gebhardt 40.000,-­ Bernd Neuburger 200.000,-­ Amir Amirani 70.000,-­ Christian Frosch 400.000,-­ Ulrich Seidl 175.000,-­ Pol Cruchten 145.000,-­ Dominique Othenin-Girard 200.000,-­ Zuzana Brejcha 105.814,-­ Robert Dornhelm 280.000,-­ Tobias Dörr, H. Steinmetz 35.000,-Frederick Baker 40.000,-­ Katharina Weingartner 91.000,-­ Wolfgang Rest 48.500,-Györgi Pálfi 25.000,-­ Nikolaus Geyrhalter 137.910,-­ Klaus Hundsbichler 80.000,-­ Mirjam Unger 145.116,-­ Summe: 6.397.799,-­ 2. Projektentwicklungsförderungen Mit einer Gesamtsumme von 533.825,73 Euro wurden 21 unterschiedliche Filmprojekte in der Entwicklung gefördert. Zusätzlich dazu erhielten vier Projekte Mittel aus der Referenzfilmförderung, d.h. Fördergelder, Die Projekte im einzelnen: welche die Produzenten(Allegro Film und SK Film- und Fernsehproduktion) auf Grund der erfolgreichen Auswertung vorangehender Projekte zurückgezahlt hatten und nun in doppelter Höhe abrufen konnten. Projekttitel Amerikawanderung Cotul Pisici(Referenzfilmförderung) Die Frauenkarawane der Toubou Der Kameramörder Die Namensvetterin Die Richterin(Rule of Law) Die sterbenden Europäer Du sollst Film ist. A Girl and a Gun Flieger Fluss der Gleichzeitigkeit Hana, Dul, Sed Kebab Ali(Mittelerhöhung) Kleine Fische Antragsteller/ Produktion Drehbuch Fördersumme St. Balbach Art Bernd Anwander, Robert Prod. GmbH Buchschwenter 6.000,-Allegro Film Treatment:Robert Pejo Paul Tutsek 11.217,50 Lotus Film Nathalie Borgers 12.000,-­ Prisma Film Robert Pejo 23.000,-­ Prisma Film Sabine Derflinger 19.800,-­ Aichholzer Film Susanne Brandstätter 50.000,-­ Lhotksy Film Wolfgang Niedermair, Karl-Markus Gauß 30.000,-­ metafilm/ cencig 36.000,-­ Loop Media Gustav Deutsch 13.439,48 Geyrhalter Film Herbert Brödl 11.600,-­ Prisma Film Othmar Schmiderer, Reinhard Jud 23.079,-Ri Film Brigitte Weich 30.000,-­ Wega Film Kenan Kilic 17.805,-­ Novotny& Novotny Film Marco Antoniazzi 25.700,-­ 45 Filmfonds Wien Ladies and Gentlemen, We`ve Got Him Lourdes Portakal Porträt Eric Pleskow Racer(Referenzfilmförderung) Schlurf Bonus Film coop99 Eidolon i.G. Pool Doks Allegro Film Epo Film Serviam- Ich will dienen (inkl. Mittererhöhung) Ruth Mader Sissi und Franzl- Durchlaucht, die Kraune raucht! Filmhaus Films Stalin on my Mind WILDart Film The Man in the Box(Referenzfilm-förderung) Theres Raquin(Referenzfilmförderung) Allegro Film Herbert Habersack Jessica Hausner Emre Tuncer Markus Wailand Manfred Rebhandl Harald Sicheritz Wolfgang Beyer Monica Ladurner Katja Schröckenstein Ruth Mader Horst Günther Fiedler David Mairowitz SK Film Agnes Pluch Charlie Stratton Summe: 18.000,-­ 17.150,-19.250,-­ 17.681,25 34.519,-­ 22.991,-30.000,-10.900,-­ 28.400,-14.076,-11.217,50 533.825,73 3. Verwertungsförderungen Kinostart Für 21 heimische Produktionen wurde der Kinostart in Österreich insgesamt mit einer Summe von 717.761,33 Euro gefördert. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die geförderten Kinostarts im einzelnen: Projekttitel Blackout Journey Caché Calling Hedy Lamarr Crash Test Dummies C(r)ook Dallas Pashamende Darwin`s Nightmare Der Wadenmesser Die Viertelliterklasse Hotel I am from Nowhere Küss mich, Prinzessin Operation Spring Angelika Schuster Ragin Über die Grenze- Across the Border Antragsteller/ Verleih Regie Fördersumme Epo Film Sigi Kamml 35.000,-Filmladen GmbH Michael Haneke 44.500,-Polyfilm Verleih Georg Misch 12.716,-­ POOOL Filmverleih Jörg Kalt 45.881,-­ Luna Film Pepe Danquart 117.500,-­ Filmladen GmbH Robert A. Pejo 35.000,-­ Filmladen GmbH Hubert Sauper 39.263,-­ Filmladen GmbH Kurt Palm 33.979,-­ Luna Filmverleih Florian Kehrer GmbH Roland Düringer 49.095,33 Filmladen GmbH Jessica Hausner 41.000,-­ Docuzone Austria Georg Misch 7.605,-­ Aichholzer Filmproduktion Michael Grimm 32.300,-­ Stadtkino Filmverleih Tristan Sindelgruber 22.024,-Filmladen GmbH Kirill Serebrennikov 25.000,-­ Geyrhalter Film Pawel Lozinski Jan Gogola Jr. Peter Kerekes Robert Lakatos Biljana Cakic-Veselic 17.525,-­ 46 Filmfonds Wien Unterwegs nach... Heimat Volver la Vista We Feed the World Welcome Home Welt Spiegel Kino Workingman`s Death Docuzone Austria Sixpack Film Filmladen GmbH Wega Film Sixpack Film Filmladen GmbH Barbara Gräftner Fridolin Schönwiese Erich Wagenhofer Andras Gruber Gustav Deutsch Michael Glawogger Summe 12.216,-12.491,-37.000,-41.600,-­ 16.066,-­ 40.000,-­ 717.761,33 4. Verwertungsförderungen Festivals Für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals förderte der Filmfonds 22 Projekte. Der Fonds beteiligte sich mit 344.330,57 Euro an den Kosten der Festivalteilnahmen. Die folgende Tabelle gibt über die getätigten Festivalförderungen im Detail Auskunft: Projekttitel Caché Calling Hedy Lamarr Crash Test Dummies Dallas Pashamende Die Souvenirs des Herrn X Edgar G. Ulmer Der Mann aus dem Off Henker Keller- Teenage Wasteland Antragsteller/ Produktion Wega Film Mischief Films Amour Fou Allegro Film Geyrhalter Film Regie Michael Haneke Georg Misch Jörg Kalt Robert Pejo Arash T. Riahi Mischief Films Michael Palm Allegro Film Simon Aeby Novotny& Novotny Film Eva Urthaler MIPCOM Neue Welt Operation Spring Silentium Spiele Leben Über die Grenze- Across the Border Unser täglich Brot Villa Henriette Volver la Vista We Feed the World Welt Spiegel Kino Workingman`s Death Aafp- Verband österreichischer Filmproduzenten Rosdy Film Paul Rosdy Schnittpunkt- Tristan Tristan Sindelgruber Sindelgruber Angelika Schuster Dor Film Wolfgang Murnberger coop99 Antonin Svoboda Geyrhalter Film Pawel Lozinski Jan Gogola Jr. Peter Kerekes Robert Lakatos Biljana Cakic-Veselic Geyrhalter Film Nikolaus Geyrhalter Mini Film Peter Payer Amour Fou Fridolin Schönwiese Allegro Film Erich Wagenhofer Loop Media Gustav Deutsch Lotus Film Michael Glawogger Summe Fördersumme 49.429,-2.650,-­ 36.709,38 16.764,43 6.000,-­ 4.000,-­ 22.929,08 9.535,68 16.000,-­ 7.500,-­ 8.580,-­ 5.939,-6.008,-­ 26.000,-­ 17.000,-­ 5.200,-­ 14.800,-­ 14.143,-7.100,-21.660,-­ 20.383,-­ 26.000,-­ 344.330,57 47 Filmfonds Wien 5. Strukturförderungen 2005 sagte der Fonds 12 Strukturförderungen in der Höhe von 235.267,06€ zu, zwei durch das Kuratorium und zehn durch die Geschäfts­ führung im Rahmen der Bevollmächtigung durch das Kuratorium. Ziel der Struktur­ förderungen ist es, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien beizutragen, insbesondere dadurch, dass Veranstaltungen, Die getätigten Strukturförderungen im Detail: Workshops und Initiativen, welche die Infrastruktur stärken, gefördert werden. Des weiteren soll dadurch auch die Kommunikationsmöglichkeit der Branche verstärkt und verbessert werden und den vom Filmfonds Wien geförderten Filmen und der Filmstadt Wien eine Plattform gegeben werden. Projekttitel Wiseman-Workshop Folder:"Vienna, another Capital of Cinema! Publikumsuntersuchung Dokumentarfilm "Der virtuelle Kameramann" Teilnahme am UN-World Summit on the Information Society 2005 Kolik 2005 Discovery Campus Masterschool Symposium Filmfestival der Filmakademie Wien Projekte 2006 Austrian Day Cannes 2005 East West Crossings/ Cinelink EU XXL Film, Forum and Festival of European Film(Kuratoriums-Zusage) Austrian Film Commission Jahrestätigkeit 2005(Kuratoriums-Zusage) Antragsteller Verein der Freunde der Filmakademie Wien Fördersumme 2.500,-­ Kaczek`s Visuals Trading GmbH Docuzone Austria 5.317,06 7.000,-­ FWG Fotowerbeges.m.b.H Verein für neue Literatur Discovery Campus e.V. Verein zur Förderung des Studentenfilmfestivals Verein der Freunde der Filmakademie Austrian Film Commission Script House GmbH& Co KG EU-XXL Kulturverein zur Förderung 7.200,-­ 7.500,-7.750,-­ 10.000,-­ 13.000,-15.000,-­ 15.000,-­ 35.000,-Austrian Film Commission Gesamt 110.000,-­ 2835.267,06 Charakteristika der geförderten Filme 1. Koproduktionsanteil der Herstellungen 2005 wurden 25 Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu vier ausländischen Partnern vom Filmfonds Wien gefördert. Dass mit Deutschland nach wie vor die meisten Filme produziert werden, wird auch 2005 durch die Zahlen wieder bestätigt. Deutschland ist mit zwölf Projekten an knapp der Hälfte der Gemeinschaftsproduktionen beteiligt. An zweiter Stelle liegt mit vier Produktionen Großbritannien. 48 Filmfonds Wien 2. Gesamtherstellungskosten der Produktionen Die nationalen Kosten von Filmproduktionen sind sehr unterschiedlich. Vor allem Dokumentarfilm-Projekte veranschlagen ein verhältnismäßig kleines Budget, während internationale Spielfilm-Co-Produktionen natürlich über ein vielfach höheres Budget verfügen. 2005 betrug die Realisierung von über der Hälfte der geförderten Herstellungs­ projekte weniger als 500.000,-- Euro. Gut 12 Prozent der geförderten Projekte hatten ein Budget zwischen einer halben und einer Million Euro. Gleichbleibend mit dem Jahr 2004 be­ nötigte etwa ein Viertel der Projekte für die Herstellung eine bis zwei Millionen Euro, zwei bis drei Millionen Euro wurden von circa 5 Prozent der Projekte benötigt, und nur 2,5 Prozent veranschlagten mehr als drei Millionen Euro für die Produktion. 3. Sparten der geförderten Filme Gemessen an der Anzahl der Förderungszusagen lag 2005 erstmals der Dokumentarfilm mit 22 geförderten Projekten vor dem Spielfilm(21), wenngleich der dem Dokumentarfilm gewidmete Gesamtförderungsbetrag von 1.417.766,-­ Euro ungleich geringer ist als jener für den Spielfilm(5.1.97.683,-- Euro). 49 Filmfonds Wien Besucherzahlen, Festivalteilnahmen und Preise In den österreichischen Kinos liefen 2005 insgesamt 20 vom Filmfonds Wien geförderte Filme an, deren Besucherzahlen in Österreich kinomarktbedingt nicht dem Erfolg im Ausland entsprachen. Auf internationalen Festivals wurden zahlreiche Erfolge erzielt. 50 Filmfonds Wien 1. Kinostarts und Besucherzahlen (bis Dezember 2005) Filmtitel Erik(A) Darwin`s Nightmare Der Wadenmesser Küss mich, Prinzessin Accordion Tribe Die Viertelliterklasse Welcome Home Welt Spiegel Kino Hotel Blackout Journey Dallas Pashamende I am from Nowhere Über die Grenze- Across the Border Ragin We Feed the World Unterwegs nach... Heimat Crash Test Dummies Caché Workingman`s Death Operation Spring Kinostart 14.01.2005 20.01.2005 28.01.2005 24.02.2005 04.03.2005 04.03.2005 18.03.2005 18.03.2005 01.04.2005 15.04.2005 15.04.2005 18.05.2005 20.05.2005 23.09.2005 30.09.2005 09.11.2005 11.11.2005 18.11.2005 25.11.2005 04.12.2005 2. Preise& Auszeichnungen 2005 (Quelle: Austrian Film Commission) Verleih firstchoicefilms Filmladen Filmladen Buena Vista Polyfilm Verleih Luna Filmverleih Buena Vista Sixpack Film Filmladen Buena Vista Filmladen Docuzone Geyrhalter Film Filmladen Filmladen Docuzone POOOL Filmverleih Filmladen Filmladen Stadtkino Filmverleih Besucher 6.829 38.186 7.709 581 3.342 40.559 12.176 959 4.838 982 3.625 197 933 1.125 150.065 903 3.688 40.335 18.306 11.188 Filmtitel Caché von Michael Haneke Crash Test Dummies von Jörg Kalt Dallas Pashamende von Robert Adrian Pejo Preis CANNES, 58e Festival International du Film: Goldene Palme für"Beste Regie", FIPRESCI-Preis, Prix Oecumenique BITOLA, 26th International Film Camera Festival"Manaki Brothers": Critics Jury Award sowie Audience's Award VALLADOLID, 50th International Film Festival: 50th Anniversary Award SEVILLA, Festival de Cine: Eurimages Preis SEVILLA, Festival de Cine: Silver Giraldillo BRETIGNY, ORSAY, Ris Orangis...,"Cinessonne" 7éme Festival du cinéma européen en Essonne: Spezialpreis der Jury& NPrix d'intérpretation féminine für Katrin Resetarits BERLIN: Lobende Erwähnung beim CICAE Preis VERONA, 9th"Schermi d'Amore" Sentimental and Mélo Film Festival: Special Mention TROIA, 21st International Film Festival"Festroia": Best Actress AUBAGNE, Festival International du Film: Best Actor 51 Filmfonds Wien Darwin`s Nightmare von Hubert Sauper Erik(A) von Kurt Mayer Keller von Eva Urthaler Operation Spring von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber Silentium von Wolfgang Murnberger Struggle von Ruth Mader Über die Grenze von Pawel Lozinski, Jan Gogola Jr., Peter Kerekes, Robert Lakatos und Biljana Cakic-Veselic Unser täglich Brot von Nikolaus Geyrhalter Workingman`s Death von Michael Glawogger THESSALONIKI, 7th Documentary Festival- Images of the 21st Century: Audience Award OSLO, 14th InternationalFilm Festival: Norway Distribution Award MEXICO CITY, 2nd International Contemporary Film Festival FICCO: Grand Premio del Publico Cinemex 2005 ANGERS, 17th Film Festival"Premiers Plans": Grand Prix du Jury YAMAGATA, 9th International Documentary Film Festival: Special Jury Prize sowie Community Cinema Award SYDNEY, 52nd Film Festival: FIPRESCI Preis TEL AVIV, 7th International Documentary Film Festival DocAviv: Grand Prix-Best Film CHICAGO, 3rd International Documentary Festival: Best Film PARIS, 23rd International Environment Film Festival (RIENA): Grand Prix FRIBOURG, 19th Festival International du Film: Documentary Award WASHINGTON, 3rd Silverdocs AFI/Discovery Channel Documentary Festival: Sterling Award for Best Film JIHLAVA, 9th International Documentary Film Festival: Special Jury Award TRIENT, 53rd International Film Festival of Mountains, Exploration and Adventure"Città di Trento": Silberner Enzian für den besten Film in der Kategorie Sport MADRID, Móstoles International Film Festival: Best Actor 2005 NYON,"Visions du Réel" International Film Festival: Mention Spéciale WIEN: Wiener Filmpreis BERLIN, 55. Internationale Filmfestspiele- 19. Panorama: 2.Platz beim Panorama Publikumspreis MEXICO CITY, 2nd International Contemporary Film Festival FICCO: Bester Debüt-Film SYRACUSE, International Film and Video Festival: Best European Film sowie Best Feature Documentary AMSTERDAM, 18th International Documentary Filmfestival IDFA: Special Jury Award GIJON, 43rd International Film Festival for Young People: Special Jury Award LONDON, 49th Times bfi Film Festival: The Times bfi London Film Festival Grierson Award for the Best Feature-Length Documentary LEIPZIG, 48. Internationales Festival für Dokumentar- und Animationsfilm:FIPRESCI Preis KOPENHAGEN, 3rd cph:dox- International Documentary Festival: CPH Dox Award 52 Filmfonds Wien Veranstaltungen und sonstige Aktivitäten Cine Regio Der Filmfonds Wien war 2003 gemeinsam mit der Medien- und Filmgesellschaft BadenWürttemberg(D), Salento Film Fund(I), Rotterdam Fonds Voor de Film ed audiovisuele media(NL) und Wallimage(B) Gründungsmit­ glied der"European Coordination of Regional Investment Funds- Audiovisual"(ECRIF-AV), die durch Mittel des Interreg IIIC-Programms der EU unterstützt wurde. Um diese Initiative für weitere europäische Filmfonds zu öffnen, wurde die Vereinigung"Cine Regio" geschaf­ fen, die während einer Konferenz in Mons(B) im Februar 2004 offiziell vorgestellt wurde. Bis Ende 2005 ist die Anzahl der Mitglieder auf 15 aus elf europäischen Ländern angewachsen. Die Aufgaben von Cine Regio sind v.a. der Erfahrungsaustausch und die engere Koope­ ration zwischen den regionalen Filmfonds zugunsten der europäischen Filmwirtschaft und die Vertretung regionaler Interessen in der EU, insbesondere gegenüber den regulativen Interessen der Kommission. Der Geschäftsführer des Filmfonds Wien ist Mitglied des Managing Committees von Cine Regio und zuständig für die Kontakte zu den zentraleuropäischen Ländern, insbesondere zu den Vertretern der Central European Co­ production Initiative(CECI) mit dem Ziel eines zentraleuropäischen Koproduktionsfonds. Ende 2005 hat die Stadt Göteborg und die Region sich bereit erklärt, die Kosten für ein Büro und ein Generalsekretariat zu über­ nehmen. Cental European Coproduction Initiative (CECI) Anfang März fand in Wien das erste Treffen der Mitglieder von Cine Regio und der CECIGruppe(Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien) statt. Wiener Filmproduzenten stellten beispielhafte Koproduktionen vor. Wichtigstes Ergebnis des Meetings war die Anregung, einen zentraleuropäischen Koproduktionsfonds nach dem Vorbild des überregionalen skandinavischen Filmfonds zu schaffen. Dieses Vorhaben wurde in einem weiteren Treffen der CECI Länder im April in Bratislava konkretisiert. EU XXL in Pecs, Wien und Krems Im Rahmen der von Mercedes Echerer gestarteten Initiative EU XXL hat sich der Filmfonds Wien an Veranstaltungen in Pecs im Rahmen des dort stattfindenden und 2005 erstmals überregional programmierten Film­ festivals sowie in Wien(EU XXL Filmfestival) und Krems(Forum unter Mitwirkung zahl­ reicher Experten aus ganz Europa) beteiligt. Infolge des Austausches zwischen öffentlichen Institutionen und Vertretern der Filmbranche hat sich die Erkenntnis verfestigt, dass die Zusammenführung der Ressourcen in der Centrope-Region, die Schaffung eines möglichst überregionalen Fernsehfilmför­ derungsfonds in dieser Region und Maßnahmen der Digitalisierung zur Verbesserung des Programmaustausches über Sprachgrenzen hinweg dringend geboten erscheinen. Darüber hinaus war der Filmfonds Wien bei den internationalen Koproduktionsforen im Rahmen der Filmfestivals in Rotterdam, Cottbus und Tallinn aktiv vertreten sowie an der Durchführung des Austrian Day in Cannes unter Federführung der Austrian Film Commission beteiligt. Drehen in Wien Ende August 2005 hat der Filmfonds Wien gemeinsam mit dem Fachverband der Audiovisionsindustrie in der österreichischen Wirtschaftskammer, dem Dachverband der Filmschaffenden und dem Kulturressort der Stadt Wien eine stark besuchte Veranstaltung im Top Kino durchgeführt, wo unter Teilnahme zahlreicher Bezirksvertreter erstmals die bei Dreharbeiten in Wien auftretenden Probleme offen diskutiert und Lösungsansätze zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Filmwirtschaft und Stadtverwaltung erarbeitet wurden. 53 Wiener Festwochen WIENER FESTWOCHEN Wiener Festwochen 2005 7. Mai – 19. Juni Luc Bondys Intendanz war im vierten Jahr besonders erfolgreich. Die Wiener Festwochen 2005 überzeugten durch eine große Akzeptanz. Intendant Luc Bondy mit Schauspieldirektorin Stefanie Carp, Musikdirektor Stéphane Lissner und Geschäftsführer Wolfgang Wais konnten eine äußerst positive Bilanz der Wiener Fest­ wochen 2005 ziehen. 2005 zeigten die Wiener Festwochen ein vielfältiges Programm mit 37 Produktionen und 160 Vorstellungen – da­ runter sechs Uraufführungen, vier EuropaPremieren und vier Neuinszenierungen. Die Ensembles kamen aus 22 Ländern: aus Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, dem Iran, Kanada, Kolumbien, Lettland, Litauen, Mexiko, den Niederlanden, Österreich, Pakistan, Polen, Russland, der Schweiz, Spanien, Südafrika, Ungarn und den USA. Sensationelle Auslastung von 94,76%. Das Programm wurde vom Publikum begeistert angenommen. 15 Produktionen 100% Auslastung, weitere 9 Produktionen über 90% Auslastung. Es wurden 53.752 Karten angeboten, von denen 50.936 ausgegeben wurden. Das ent­ spricht einer Besucherauslastung von 94,76% und bedeutet ein Rekordergebnis. Eine ver­ gleichbare Gesamtauslastung hat es bei den Wiener Festwochen bisher noch nie gegeben. Wenn man die Bilanzen der letzten 15 Jahre (ab 1991) zum Vergleich heranzieht, gab es nur zweimal eine Auslastung über 90%: 1997(90,8%) und 2003(90,4%). Im Zentrum des Interesses: 6 Uraufführungen: Fort Europa/ Schutz vor der Zukunft/ Turista/ Testigo de las ruinas – Zerstörung eines Stadtteils/ Der Familientisch/ draußen tobt die dunkelziffer 4 Neuinszenierungen: Lucio Silla/ Schuld und Sühne/ Der Totentanz/ Tagebuch eines Verschollenen 4 Europa-Premieren: ¿Dónde estaré esta noche? – Wo bin ich heute Nacht?/ Sheng Ren Kongzi – Der Weise Konfuzius/ Don't Trust Anyone Over Thirty/ Peepshow Gesteigertes Medienecho im In- und Ausland 510 Journalisten aus 38 Ländern waren akkreditiert. Rund 4.000 Medienberichte konnten gezählt werden. Terminänderungen infolge von Erkrankungen Erkrankungen machten Terminänderungen notwendig, eine große organisatorische Herausforderung für das gesamte FestwochenTeam. Das Publikum reagierte großteils sehr verständnisvoll. Anzahl der Produktionen verringert, gleichzeitig mehr Vorstellungen pro Produktion angeboten 2005: 37 Produktionen, 2004: 53 Produktionen Vgl.: Schutz vor der Zukunft 12 Vorstellungen / Der Totentanz 10 Vorstellungen/ Grimm 10 Vorstellungen/ Tierno Bokar 6 Vorstellungen/ Fort Europa 5 Vorstellungen/ Don't Trust Anyone Over Thirty 5 Vorstellungen / Lucio Silla 4 Vorstellungen Wiener Festwochen 2005: 18 Koproduktionen Die Zusammenarbeit mit(europäischen) Institutionen, die die gleichen künstlerischen Anforderungen stellen, ermöglicht es den Wiener Festwochen, langfristig nicht nur ehrgeizige Projekte zu realisieren – wie etwa mindestens zwei neue Produktionen pro Saison im Musikprogramm –, sondern auch die kreativen künstlerischen Projekte über den 54 Wiener Festwochen Zeitraum eines Festivals hinaus fortdauern zu lassen, den Künstlern über längere Zeiträume Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen. Und zudem tragen Gemeinschaftsproduktionen auch zur Reduzierung der Kosten bei, d. h. zum ökonomischeren Umgang mit öffentlichen Mitteln. Luc Bondy Intendant der Wiener Festwochen bis 2010 Am 20. April bestätigte Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny die Vertragsver­ längerung von Luc Bondy als Intendant der Wiener Festwochen bis 2010: "Ich freue mich, dass Luc Bondy als Intendant der Wiener Festwochen für eine weitere Periode zur Verfügung steht und die Zusammenarbeit mit ihm und seinem Team in Wien bis 2010 fortgesetzt wird." Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny Die Wiener Festwochen 2005 waren das erste gemeinsame Programm von Intendant Luc Bondy, Schauspieldirektorin Stefanie Carp und Musikdirektor Stéphane Lissner. Stefanie Carp hat das Schauspiel 2005 interi­ mistisch geleitet. Im August 2005 wechselte sie als Chefdramaturgin an die Volksbühne Berlin. Marie Zimmermann, 2005 karenziert, nahm ihre Tätigkeit als Schauspielchefin der Wiener Festwochen wieder auf. Wiener Festwochen 2005 Musikprogramm Das Musiktheaterprogramm von Stéphane Lissner thematisierte mit Aufführungen derzeit prägender Regisseure und Dirigenten europäische Identität und kulturelles Erbe. Im Mittelpunkt: Mozart, die Barockmusik(Händel, Bach) und die zeitgenössische Musik bzw. die Musik der europäischen Moderne verbunden mit den großen Erzählungen europäischer Literatur und Mythologie. Publikum und Presse folgten dem Programm mit größter Aufmerk­ samkeit und Interesse. Für die Wiener Festwochen haben Nikolaus Harnoncourt und Claus Guth im Theater an der Wien Mozarts selten gespieltes Jugendwerk Lucio Silla erarbeitet. Es war ihre erste gemeinsame Arbeit. Die bejubelte Aufführung zählte zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen 2005 und war zugleich ein wichtiges Signal für das Mozartjahr und das Theater an der Wien als zukünftiges Opern­ haus. In den fast einhellig positiven Rezensionen wurde neben der musikalischen Umsetzung durch Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus Musicus Wien auf Original­ instrumenten die szenische Interpretation von Claus Guth hervorgehoben. Vom Sänger­ ensemble wurde vor allem Patricia Petibon als Entdeckung gefeiert. Die Produktion wurde im März 2006 durch das Theater an der Wien/ Vereinigte Bühnen Wien in Kooperation mit dem Wiener Mozartjahr 2006 erfolgreich wieder aufgenommen. Der zeitgenössische belgische Komponist Philippe Boesmans komponierte Julie, eine Oper nach Strindberg. Bei den Wiener Fest­ wochen war Luc Bondys Brüsseler Urauf­ führungsinszenierung unter der musikalischen Leitung von Kazushi Ono zu sehen. Das Libretto haben Luc Bondy und Marie-Louise Bischofberger verfasst. Nach Philippe Boesmans' Opernwerke, Reigen und Wintermärchen, war Julie bereits das dritte Projekt mit Luc Bondy. Das Publikumsinteresse für diese Koproduktion De Munt/ La Monnaie, Brüssel, Wiener Festwochen und Festival d'Aix­ en-Provence war sehr erfreulich. Fast alle Besprechungen waren sehr gut mit besonderer Erwähnung von Malena Ernman in der Titelrolle. Für das Europa der großen Barock-Tradition angelsächsischer Prägung mit Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach standen die Bach-Kantaten und Hercules im Programm. Die szenische Interpretation von zwei BachKantaten durch Peter Sellars mit der Mezzo­ sopranistin Lorraine Hunt Lieberson und dem Bostoner Orchestra of Emmanuel Music unter der musikalischen Leitung von Craig Smith wurde vom Publikum gestürmt. Im Gegensatz zu den Rezensenten zeigte sich das Publikum begeistert. 100% Auslastung. 55 Wiener Festwochen Zu den bejubelten Höhepunkten der Wiener Festwochen zählte die Aufführung von Händels Hercules im Theater an der Wien unter der musikalischen Leitung von William Christie (bzw. Jérémie Rhorer am 17. Juni) und der Regie von Luc Bondy. Das Publikum war restlos begeistert. 100% Auslastung. Das Medienecho für diese Koproduktion von Festival d'Aix-enProvence, Wiener Festwochen, Opéra National de Paris war großteils euphorisch. Besondere Erwähnung neben Regisseur und Dirigenten fanden der Chor und das Orchester von Les Arts Florissants sowie Ann Hallenberg als Dejanira und Ingela Bohlin als Iole. Hercules gastierte mit großem Erfolg Mitte Februar 2006 an der Brooklyn Academy of Music in New York und Mitte März 2006 am Barbican Center in London. Den nachhaltigen Schlusspunkt im Programm der Wiener Festwochen 2005 setzte Klaus Michael Grüber mit seiner Inszenierung von Leoš Janáceks Tagebuch eines Verschollenen, die er für die Wiener Festwochen in der Halle E im MuseumsQuartier realisierte. Im Bühnenbild von Gilles Aillaud gelang ihm in Zusammen­ arbeit mit dem Pianisten Markus Hinterhäuser, dem Tenor Peter Straka, der Mezzosopranistin Lorena Espina und der Schauspielerin Angela Winkler eine besondere Begegnung zwischen Theater und Musik. Das Premierenpublikum bejubelte die Aufführung. Im November 2005 wurde die Aufführung beim Gastspiel am Grand Théâtre de Luxembourg gefeiert. Für Dezember 2007 sind weitere Aufführungen am Odéon-Théâtre de l’Europe in Paris geplant. Im Musikprogramm gab es vor allen Vorstellungen von Lucio Silla, Julie, BachKantaten und Hercules Werkeinführungen. Vom Publikum sehr geschätzt, waren die Einführungen sehr gut besucht. Insgesamt kamen 1.900 Menschen. Wiener Festwochen 2005 Schauspielprogramm Die Verarbeitung gegenwärtiger Erfahrung mit Grenzen und Ausgrenzung war ein wichtiges Thema im Schauspielprogramm von Stefanie Carp: Das Ausgrenzen fremder Lebensformen, die Vernichtung der Unter­ schiede, das Aufeinanderprallen gegenseitig fremder Kulturen und die paradoxen Existenzformen erlebter Heterogenität und erwünschter Gleichheit. Die nationalen Grenzen ver­ schwinden und neue werden gezogen, die vorwiegend zwischen Arm und Reich verlaufen. Auch die Theaterkunstgrenzen werden unter­ schiedlich geschlossen und geöffnet. Das Programm zeigte neben dem großen Regie­ theater vor allem ungeschütztes Theater und die Ränder, an denen Theater in Diskurs, in Installation, in performative Dokumentation übergeht, die Projekte, die den Rohstoff der Erfahrung verwenden, ohne literarische Ab­ federung, Schicksale, die von Reibungen erzählen, von Verlusten und Fragilität. Die erste Premiere im Schauspielprogramm zeigte Tierno Bokar vom großen europäischen Regisseur Peter Brook, der im März 2005 seinen 80. Geburtstag feierte. Mit seinem multikulturellen Ensemble erzählte er berüh­ rend einfach und unprätentiös die Geschichte des Sufi-Gelehrten Tierno Bokar als faszi­ nierende theatralische Recherche über Toleranz und Gewalt. Das sehr interessierte Publikum (99% Auslastung) bejubelte die Aufführung. Das Presseecho war geteilt. Im Zentrum des Schauspielprogramms standen Projekte theatralisch-sozialer Recherche und Uraufführungen neuer Stücke, die in und für Wien entstanden. 56 Wiener Festwochen Das neue Stück des belgischen Autors Tom Lanoye wurde vom niederländischen Regisseur Johan Simons als Koproduktion von ZT Hollandia, Wiener Festwochen, Stadsschouwburg Utrecht und RuhrTriennale am Wiener Südbahnhof uraufgeführt. In Fort Europa dürfen die Europäer, die Europa verlassen wollen, nicht hinaus. Der ungewöhnliche Theaterraum stellte für den Regisseur und die Schauspieler, aber auch für die Besucher eine große Herausforderung dar und führte immer wieder zu(teils beabsichtigten) Irritationen beim Publikum ebenso wie bei den zufällig vorbeieilenden Passanten. Die Reaktionen der Besucher und auch der(vielen internationalen) Medien waren sehr kontrovers. Bei der Premiere in Utrecht am 2. Juni 2005 wurde die Aufführung einhellig positiv rezensiert. Die Premiere bei der RuhrTriennale fand am 27. August 2005 statt. Christoph Marthaler realisierte für die Wiener Festwochen im Jugendstiltheater des Otto­ Wagner-Spitals ein theatralisch-musikalisches Projekt, das zu den Höhepunkten des Festivals zählte. Schutz vor der Zukunft über die Euthanasiepraxis der Nazis und um mögliche zukünftige Ausgrenzungen fand an dem Ort statt, wo von Ende der 30er-Jahre bis über 1945 hinaus Kinder getötet wurden. Im Zusammen­ spiel von Regie, Musik, Text und Darsteller gelang eine außergewöhnliche Aufführung, bestehend aus drei sehr unterschiedlichen Teilen, die fast einhellig von den Besuchern und der Presse als großes, atmosphärisch dichtes Theatererlebnis kommentiert wurde. Ergänzend zur Aufführung wurde in einem leer stehenden Pavillon eine Installation gezeigt. Das(inter­ nationale) Medien- und Publikumsinteresse war gewaltig. Auslastung 100%. Schutz vor der Zukunft gastierte im Oktober 2005 in Polen beim Dialog Wroclaw. Auf Grund des großen Interesses wurde die außerge­ wöhnliche Produktion bei den Wiener Festwochen 2006 wieder aufgenommen. Anschließend wird die Produktion bei den Produktionspartnern zu sehen sein: NTGent 13., 14., 15., 16. September 2006, spielzeiteuropa Berliner Festspiele 21., 22., 24., 25., 26., 27. Oktober 2006, 2007 folgen Internationales Tschechow Theaterfestival, Moskau und Odéon-Théâtre de l’Europe in Paris. Ein Gastspiel in Chur ist im November 2006 geplant. Schutz vor der Zukunft wurde mit dem NESTROY – erster Wiener Theaterpreis – für die Beste Regie 2005 ausgezeichnet sowie zum Berliner Theatertreffen 2006 eingeladen. Christoph Marthaler war mit zwei weiteren Arbeiten im Programm vertreten. Es gelang, seine gefeierten Inszenierungen von Büchners Revolutionsdrama Dantons Tod und des hochkomischen Liederabends O.T. Eine Ersatzpassion, die sich aufeinander beziehen, zu zeigen. Nach dem Ende seiner Direktions­ zeit haben mit Marthaler viele Schauspieler das Schauspielhaus Zürich verlassen. Es ist daher sehr schwierig, das Ensemble für diese Produktionen wieder zu vereinen und Spiel­ termine zu finden. Umso erfreulicher war es, dass man in Wien beide Arbeiten erstmalig an einem Tag sehen konnte. Die beiden Gastspiele begeisterten die Besucher gleichermaßen wie die Kritiker. In den Rezensionen wurde ganz besonders die Leistung Robert Hunger-Bühlers als Danton hervorgehoben. Der flämische Regisseur Luk Perceval wurde mit zwei Arbeiten erstmalig in Wien präsen­ tiert. Er hat das neue Stück von Marius von Mayenburg als Koproduktion Wiener Festwochen, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin und Het Toneelhuis, Antwerpen in der Halle E im MuseumsQuartier zur bejubelten Uraufführung gebracht. Turista, eine "mitteleuropäische Menschenzustandsbesichti­ gung", die auf einem Campingplatz spielt, hat er mit dem Ensemble der Berliner Schaubühne und dem flämischen Ensemble vom Toneelhuis Antwerpen zweisprachig und mit betont unter­ schiedlichen Spielstilen inszeniert. Die Bespre­ chungen in den vielen in- und ausländischen Medien waren sehr kontrovers. Aus proben­ technischen Gründen musste die für den 11. Mai vorgesehene Wiener Premiere auf den 17. Mai verschoben werden. Die Berliner Premiere folgte am 26. Mai, die Premiere in Antwerpen fand am 10. Juni statt. 57 Wiener Festwochen Luk Percevals gefeierte Inszenierung von Tschechows Onkel Wanja in Flämisch mit dem wunderbaren Ensemble des Het Toneelhuis Antwerpen gastierte im Theater an der Wien und zählte für viele zu den Höhepunkten der Festwochen. Obwohl das Presseecho teilweise euphorisch war, blieb das Publikumsinteresse hinter den Erwartungen zurück. David Maayans Wiener Theaterprojekt Der Familientisch, das er als"Artist in Residence" für das Schauspielhaus und die Wiener Fest­ wochen entwickelt hat, spielte an ver­ schiedenen Orten der Stadt. Ausgehend vom Treffpunkt Schauspielhaus führten die insgesamt elf Künstlerinnen und Künstler die Zuschauer auf eine Reise zu verschiedenen Plätzen in Wien und ließen sie Zeugen ihrer eigenen Geschichten werden. Der zweite Teil des Abends spielte am Wiener Westbahnhof, wo sich alle zum gemeinsamen Essen am "Familientisch" trafen. Das Medieninteresse im In- und Ausland für diese Uraufführung, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Schauspielhaus, war beeindruckend. Manche Kritiken waren ablehnend. Die meisten haben aber vor allem den ersten Teil sehr positiv besprochen. Das neue Stück der jungen österreichischen Autorin Kathrin Röggla draußen tobt die dunkelziffer(Arbeitstitel: in der eiszeit) zeigt die Szene der Schuldner und Schuldnerberater. Es entstand als Auftragswerk und in Kopro­ duktion von Wiener Festwochen und Volks­ theater. Die Uraufführung hat Schorsch Kamerun, Sänger und Songschreiber der Hamburger Punkband Die Goldenen Zitronen, Performer, Aktionskünstler und Regisseur, inszeniert. Viele Besucher genossen die von Schorsch Kamerun moderierte Aufführung mit Videoeinspielungen und einem sehr ambitio­ nierten Ensemble sowie der Sängerin Gustav (Eva Jantschitsch). Sowohl Stücktext als auch Regie wurden in den Medien sehr unterschied­ lich kommentiert, von verhalten bis zustim­ mend. Luc Bondy zeigte seine bejubelte Pariser Uraufführungsinszenierung von Yasmina Rezas Une pièce espagnole. Die Wien-Premiere war wegen der schweren Erkrankung eines Dar­ stellers gefährdet. Nachdem der Schauspieler Jérôme Nicolin die Rolle übernommen hatte, konnte die Aufführung am 30., 31. Mai, 1. und 2. Juni im Ronacher gespielt werden und nicht wie ursprünglich vorgesehen von 17. bis 19. Juni im Akademietheater. Die Besucher und viele Journalisten reagierten euphorisch, wobei vor allem die sensible Regie und das hoch­ karätige Schauspielerensemble besonders her­ vorgehoben wurden. Mit seiner international erfolgreichen Produk­ tion Gara Dzive – Das lange Leben als Gast­ spiel des Jaunais Rigas teatris wurde erstmals eine Arbeit von Alvis Hermanis, des bedeu­ tendsten lettischen Regisseurs, in Wien ge­ zeigt. Diese beeindruckende theatralische Studie über das Leben alter Menschen in Riga, die ganz ohne Sprache auskommt, überzeugte Publikum und Presse restlos. Großer Jubel und 100% Auslastung. Auch von Krzysztof Warlikowski, einem der wichtigsten Vertreter der jüngeren polnischen Regiegeneration, war erstmalig eine Inszenie­ rung in Wien zu sehen. Er zeigte mit dem wunderbaren Ensemble des TR Warszawa seine tragikomische und bildstarke Adaption des alt­ jüdischen Dybbuk-Stoffes, in der er die beiden Dybbuk-Geschichten von Szymon Anski und der zeitgenössischen Autorin Hanna Krall miteinander verknüpfte. Die meisten Rezen­ sionen waren sehr positiv. Das Publikums­ interesse war sehr groß. Bei den Wiener Festwochen wurde dem europäischen Theaterpublikum erstmals Dmitrij Tschernjakow vorgestellt. Er gilt als das größte Regietalent der letzten Jahre im russischen Theater. Seine Inszenierung von Marivaux’ Unbeständigkeit der Liebe als Gastspiel des Theater Globus aus Nowosibirsk kommentiert den heutigen Generationenkonflikt in Russland. Große Zustimmung von Publikum und Presse. 100% Auslastung. 58 Wiener Festwochen Der junge ungarische Regisseur Árpád Schilling kommt bei seiner Inszenierung von Tschechows Möwe mit den Schauspielern seiner Gruppe Krétakör ohne Kostüm und Maske, ohne jedes Bühnenbild aus, unauf­ wendig und unmittelbar, nichts soll von Text und Spiel ablenken. Publikum und Presse reagierten weitgehend euphorisch. 100% Auslastung. Peter Zadek inszenierte im Akademietheater August Strindbergs Klassiker Der Totentanz in einer Neuübersetzung von Elisabeth Plessen mit Starbesetzung und dem selten gespielten zweiten Akt. Wegen mehrfacher Erkrankungen im Ensemble konnten die ursprünglich ange­ kündigten Termine dieser Gemeinschaftspro­ duktion von Wiener Festwochen und Burg­ theater nicht wie geplant stattfinden. Die Premiere wurde von 20. Mai auf 1. Juni ver­ schoben. Das Publikumsinteresse war enorm, 100% Auslastung, für viele ein weiterer Höhe­ punkt im Programm. Das Medieninteresse im In- und Ausland war groß, die Reaktionen zum Teil sehr kontrovers, wobei die euphorischen Besprechungen in der Mehrzahl waren. Besondere Erwähnung fand Gert Voss in der Rolle des Edgar. Die Aufführung wurde mit Saisonbeginn 2005/06 in den Spielplan des Akademietheaters übernommen. Mit Schuld und Sühne brachte Frank Castorf bereits seine vierte Dostojewski-Bearbeitung auf die Bühne. Nach einem Bühnenunfall des Hauptdarstellers Martin Wuttke musste die für 24. Mai angesetzte Premiere dieser Kopro­ duktion von Wiener Festwochen und Volks­ bühne am Rosa-Luxemburg-Platz auf 25. Mai verschoben werden. Die Vorstellung am 24. Mai entfiel. Obwohl die Aufführungsdauer von mehr als sechs Stunden für das Publikum eine große Herausforderung darstellte, folgte der Großteil der Besucher interessiert und fasziniert. Die Besprechungen in den vielen inund ausländischen Medien waren sehr unter­ schiedlich. Einhellig gewürdigt wurden die herausragenden Leistungen von Martin Wuttke als Raskolnikow und Thomas Thieme als ermittelnder Staatsanwalt. Die Berlin-Premiere fand am 6. Oktober 2005 statt. Neben deutschsprachigen wie europäischen Projekten und den aktuellen Interpretationen literarischer Klassiker durch bekannte Regisseure standen Arbeiten aus den urbanen Zentren anderer Kontinente. Die brasilianische HipHop-Choreographie H 2, 2005 von Bruno Beltrão und die vierzehn Tänzer wurden von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert. Diese Produktion der Grupo de Rua de Niterói, die in Kooperation mit internationalen Partnern u. a. den Wiener Festwochen zustande kam, war zu 100% ausgelastet. Bei den Wiener Festwochen fand die EuropaPremiere von ¿Dónde estaré esta noche? – Wo bin ich heute Nacht? statt. Die Arbeit des jungen mexikanischen Regisseurs Claudio Valdés Kuri über die Sucht nach Glauben und Idolen anhand der Figur der Jeanne d'Arc fand große Aufmerksamkeit und Anerkennung bei Publikum und Presse. Alle Vorstellungen dieser Produktion des TeatroDeCiertosHabitantes aus Mexiko, wiederum eine internationale Koope­ ration mit mehreren Partnern, u. a. den Wiener Festwochen, waren zu 100% ausge­ lastet. Die neue Arbeit der kanadischen Künstlerin Marie Brassard, eine internationale Kopro­ duktion u. a. mit den Wiener Festwochen, hatte hier Europa-Premiere. Mit der Bild- und Soundperformance Peepshow stellte sie mit großem Erfolg ihr drittes eigenes Projekt vor, das sie zusammen mit dem experimentellen Musiker Alexander MacSween entwickelte. Die Publikumsreaktionen und das Presseecho waren in der Mehrzahl sehr erfreulich. Mit der Performance-Puppentheater-Rockoper Don't Trust Anyone Over Thirty, die der Konzeptkünstler Dan Graham mit führenden Künstlern seiner Generation – Tony Oursler und Rodney Graham – zusammen als kaleidos­ kopische Zusammenführung der unterschied­ lichsten Medien und Genres entwickelte, gab es eine weitere Europa-Premiere bei den Wiener Festwochen. Die Uraufführung dieses 59 Wiener Festwochen Auftragswerkes von Trans>, koproduziert von Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien, Foundation 20 21, New York, Walker Art Center, Minneapolis, und Voom/LAB, New York fand am 1. Dezember 2004 in Miami statt. Alle Vorstellungen in Wien waren zu 100% ausge­ lastet. Das Medieninteresse im In- und Ausland war sehr groß. Die Reaktionen unterschiedlich. Als weitere Stationen waren geplant: Berlin (Staatsoper Unter den Linden/ Magazin, Juni 2005), Minneapolis(Walker Art Center, Januar 2006) und New York(Whitney Museum of American Art, Frühling 2006). Theater für Menschen ab 10 Jahre zeigte die französische Zirkus-Compagnie Cahin-caha aus Marseille. Im pittoresken Zirkuszelt vor der Votivkirche spielten sie das literarisch-poe­ tisch-zirzensische Spektakel Grimm, basierend auf einigen Märchen der Brüder Grimm. Die Pressestimmen waren unterschiedlich. Das Publikum liebte das Spektakel. 100% Aus­ lastung. Die erfolgreiche Reihe forumfestwochen ff fand bereits zum vierten Mal statt und wurde 2005, kuratiert von Stefan Schmidtke und Almut Wagner, unter dem Titel Flucht.Heimat fortgesetzt. forumfestwochen ff stellte in engem Dialog zum Schauspielprogramm sieben Arbeiten von Künstlern aus China, Indien, dem Iran, Kolumbien, Litauen, Pakistan, Spanien und Südafrika vor. Als Plattform für junge Künstler und theatrale Experimente – Videoinstallation, Dokumentation, Performance, Uraufführungen – stand das forum-Programm für die Außen­ sicht auf Europa. Es verstand sich als Inter­ vention, die die Wirklichkeit anderer Lebens­ welten näher bringen wollte und die Arbeiten von Regisseuren, Autoren, Videokünstlern und Performern zu Erfahrungen aus Flucht, Vertrei­ bung, Verlust und Überformung vorstellte. Die Eröffnungsproduktion von forumfest­ wochen ff war die kolumbianische Bestands­ aufnahme Testigo de las ruinas – Zerstörung eines Stadtteils über die Folgen der Vernich­ tung eines ganzen Bezirks in Bogotá. Die Video-Installation des MAPA laboratory of artists unter der künstlerischen Leitung von 60 Heidi und Rolf Abderhalden wurde erstmals in Wien vorgestellt. Die Besucher zeigten sich vor allem von der künstlerischen Qualität der Videos sehr beeindruckt. Die Medien reagierten sehr positiv. Big Dada nimmt direkten Bezug auf den ugan­ dischen Diktator Idi Amin. Brett Bailey, einer der interessantesten jungen Regisseure Süd­ afrikas, inszenierte in grellen Bildern und frechen Songs mit Tänzern, Schauspielern und Musikern seines Ensembles Third World Bunfight die wahre Geschichte vom Aufstieg und Fall des"Schlächters von Afrika" als trashige Musikrevue. Das Publikum war begeistert. 100% Auslastung. Das Presseecho war weitgehend positiv. Brett Bailey und Third World Bunfight haben auch zu einer Clubnight House of the Holy Afro mit Live Act und dem Kapstädter DJ Dino Moran in die Babenberger Passage geladen. Einer durch den Islam beeinflussten Theater­ kultur entstammen die Arbeiten des 27­ jährigen Iraners Amir Reza Koohestani aus Schiras. Gänzlich fokussiert auf die Ausdrucks­ kraft der Darsteller steht die Beziehung zwischen Mann und Frau im Zentrum seiner Arbeiten, die er in Wien mit seinem Ensemble Mehr Theatrical Group zeigte. Amid the Clouds und Dance on Glasses zählten zu den erfolgreichsten Produktionen von forumfestwochen ff. Die beiden Aufführungen wurden vom Publikum gestürmt( Amid the Clouds 100% Auslastung, Dance on Glasses 98% Auslastung). Publikum und Presse reagierten großteils euphorisch. Sheng Ren Kongzi – Der Weise Konfuzius ist der Versuch, 2500 Jahre chinesische Geschichte an einem Abend zu erzählen. Ausgehend von den philosophischen Gedanken des Konfuzius, beschreibt Guangtian Zhang aus Peking mit den Mitteln von kommunis­ tischem Agit-Prop, traditionellem chinesischem Theater, Video und Musik das Leben im heu­ tigen China. Mit diesem Gastspiel im Rahmen von forumfestwochen ff haben die Wiener Festwochen erstmalig das junge Ensemble der Jiangsu Performing Arts Group aus Nanjing in Europa präsentiert. Das Publikum zeigte sich sehr interessiert: 100% Auslastung. Die Publikumsreaktionen waren euphorisch, das Medienecho geteilt. Wiener Festwochen Im Foyer des Schauspielhauses informierte anhand von Aufführungsfotos, Kostümen und Masken eine Ausstellung über Tendenzen und Entwicklungen in den letzten 30 Jahren im chinesischen Theater. Dabei wurde besonderer Augenmerk auf die Rezeption des europäischen Theaters in China(Tschechow, Brecht und Bernhard) sowie auf den Transfer des chine­ sischen Theaters nach Europa gelegt. Die Ausstellung war an allen Vorstellungsabenden von forumfestwochen im Schauspielhaus frei zugänglich. Basierend auf reale Personen und Vorgänge erzählt der junge litauische Autor Marius Ivaškevicius in Madagaskaras – Madagaskar von Litauens größtem Visionär Kazimieras Pokstas und dessen Versuch, die kleine Nation vor fremdländischer Überformung zu retten. In der Regie von Rimas Tuminas, einem der wichtigsten Regisseure Litauens, begeisterte die Aufführung mit dem Ensemble des Kleinen Theaters Vilnius das Publikum. Auch das Medienecho war erfreulich. Roger Bernat, eine Schlüsselfigur des zeitgenössischen Theaters in Barcelona, hat Amnèsia de fuga – Erinnerungslos auf der Flucht gemeinsam mit Laiendarstellern aus Indien und Pakistan, die ihre ganz persönlichen Erfahrungen als Flüchtlinge einbringen und wiedergeben, entwickelt. Das Publikum reagierte amüsiert und fasziniert. Das Presseecho war unterschiedlich. Die 2003 unter dem Titel High Noon und 2004 unter Happy Hour – Festwochen im Gespräch angebotenen Publikumsgespräche wurden auch 2005 fortgeführt. Zu fast allen Aufführun­ gen im Schauspielprogramm und zu allen Produktionen in der Reihe forumfestwochen ff wurden Publikumsgespräche mit den Künstlern angeboten. Neu war diesmal, dass die Publikumsgespräche im Anschluss an eine Vorstellung stattfanden. Das große Interesse und der rege Zustrom bestätigten den Erfolg dieser Neuerung. Rund 1.200 Menschen folgten der Einladung zu den 21 Gesprächen. Eröffnung Wiener Festwochen 2005: Treibstoff Sehnsucht Mit Marianne Faithfull, Nina Hagen, Chaka Khan und Omara Portuondo traten vier Weltstars bei der diesjährigen Eröffnung der Wiener Festwochen am Rathausplatz auf. Die Biographien dieses außergewöhnlichen Quartetts verbindet der Wunsch, in einer von Männermacht dominierten Gesellschaft die Freiheit der Selbstbestimmung leben zu können, Schmerzen und temporäres Scheitern inklusive. Der Abend mit dem Titel Treibstoff Sehnsucht wurde von Nina Proll moderiert. In einem Gedenkjahr, in dem auch die Befreiung der Frauen von den Klischees der Tradition gewürdigt werden muss, hatte diese Eröffnung besondere Symbolkraft und war vor allem auch gedacht als Hommage an jene Frauen, die in den Trümmern des Nachkriegsschutts mithalfen, die neue Identität dieses Landes zu finden. Trotz Schlechtwetters und anfänglichen Regens kamen rund 45.000 Besucher auf den Rat­ hausplatz. Die Eröffnung wurde zeitversetzt in 3sat(ab 22.15) und ORF 2(ab 22.55) über­ tragen. Brasilien. Cinema Novo und tropische Moderne 1926-2003 Diese in Österreich erste Schau zum Filmland Brasilien, die im Rahmen der Wiener Fest­ wochen vom 25. Mai bis 26. Juni mit insgesamt 58 Vorstellungen im Öster­ reichischen Filmmuseum stattfand, stieß sowohl national als auch international auf sehr großes Medieninteresse(Der Standard, Die Presse, Kurier, FAZ, Brazine, Vida Brasil, Ö1, FM4 uvm.). Eine Vielzahl der Filme war als österreichische oder europäische Uraufführung bzw. erstmals in neu restaurierter Fassung zu sehen. Institutionen wie das LateinamerikaInstitut und die Brasilianische Botschaft in Wien waren von diesem Projekt begeistert und haben das Filmmuseum bei der Vorbereitung der Schau und im Zugang zur Brasilien-affinen Community in Wien unterstützt. Die Besucher 61 Wiener Festwochen zeigten sich beeindruckt, speziell von in Wien lebenden Auslands-BrasilianerInnen kamen zahlreiche positive Rückmeldungen. Die Schau wurde von 2.700 Besuchern gesehen. 32. Internationales Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft Das 32. Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft im Rahmen der Wiener Festwochen kann eine hervorragende Erfolgsbilanz vorweisen. Das rund 60 Veran­ staltungen umfassende Programm vom 6. bis 19. Juni unter dem Titel Wien-Berlin war nicht nur ein großer künstlerischer Erfolg, sondern konnte auch wieder einen ansteigenden Kartenverkauf und eine äußerst zufrieden stellende Konzertauslastung verzeichnen. Zu den zahlreichen Höhepunkten zählte das Eröffnungskonzert der Berliner Philharmoniker, die ihr Debüt im Wiener Konzerthaus feierten, sowie das einzigartige Gipfeltreffen der Berliner und Wiener Philharmoniker unter dem Dirigat von Sir Simon Rattle. Mit den Schwer­ punkten zu Thomas Hampson, der seine dies­ jährige Konzerthaus-Residenz mit zwei MahlerLiederabenden abrundete, der Daniel Barenboim-Personale und den Auftritten von Pierre Boulez anlässlich seines 80. Geburts­ tages versammelten sich weitere Weltstars beim 32. Internationalen Musikfest. Neben den Klavierabenden von Maurizio Pollini, Alfred Brendel und Daniel Barenboim, den besonders gelungenen Liederabenden von Michael Schade, Thomas Hampson und Jonas Kaufmann ist auch die außergewöhnliche Aufführung des Verdi- Requiem unter Riccardo Chailly und jene der konzertanten Oper Mathis der Maler mit Falk Struckmann in der Titel­ partie zu erwähnen. Aber auch Stars aus den Bereichen Jazz und World Music wie Herbie Hancock oder Mariza begeisterten das Publikum. Für das Internationale Musikfest wurden 69.500 Karten aufgelegt, von denen 65.780 verkauft wurden. Das entspricht einer Gesamt­ auslastung von 94,6%. Wiener Festwochen 2005 7. Mai – 19. Juni 2005 Gesamtauslastung von 94,76%. 2004: 81,93% 2003: 90,4% 2002: 86% Einnahmen aus dem Kartenverkauf 2005 1.274.151 EUR brutto 2004 1.262.294 EUR brutto 2003 1.419.972 EUR brutto 2002 1.124.634 EUR brutto 2005: 37 Produktionen mit 160 Vorstellungen 2004: 53 Produktionen mit 219 Vorstellungen 2003: 33 Produktionen mit 187 Vorstellungen 2002: 46 Produktionen mit 169 Vorstellungen 2005: Von 53.752 Karten wurden 50.936 ausgegeben. 2004: Von 71.785 Karten wurden 58.813 ausgegeben. 2003: Von 65.586 Karten wurden 59.310 ausgegeben. 2002: Von 68.126 Karten wurden 58.570 ausgegeben. Gesamtbesucheranzahl: 175.174 Eröffnung Rathausplatz 45.000 Besucher der Vorstellungen 50.936 Der Familientisch 2.087 draußen tobt die dunkelziffer 2.571 Publikumsgespräche 1.200 Werkeinführungen 1.900 Musikfest 65.780 Brasilien. Cinema Novo und tropische Moderne 2.700 Ausstellung Zeitgenössisches Theater in China 3.000 62 Wiener Festwochen Am besten besuchte Produktionen Bach-Kantaten(100%) Hercules(100%) Schutz vor der Zukunft(100%) Dantons Tod(100%) H 2 , 2005(100%) ¿Dónde estaré esta noche? – Wo bin ich heute Nacht?(100%) Gara Dzive – Das lange Leben(100%) Don't Trust Anyone Over Thirty(100%) Dwojnoje nepostojanstwo – Die Unbeständigkeit der Liebe(100%) Der Totentanz(100%) Siráj – Möwe(100%) Amid the Clouds(100%) Big Dada(100%) Sheng Ren Kongzi – Der Weise Konfuzius (100%) Grimm(100%) Tierno Bokar(98,9%) Dybuk – Dybbuk(98,4%) Schuld und Sühne(98,3%) Tagebuch eines Verschollenen(97,8%) Dance on Glasses(97,8%) Amnèsia de fuga – Erinnerungslos auf der Flucht(95,9%) Lucio Silla(95,5%) Julie(91,4%) Une pièce espagnole – Ein spanisches Stück (90%) Wiener Festwochen 2005: 37 Produktionen 2 Eigen- und 18 Koproduktionen Eröffnung(E)/ Tagebuch eines Verschollenen (E)/ Lucio Silla/ Julie/ Hercules/ Tierno Bokar/ Fort Europa/ Schutz vor der Zukunft/ H 2 , 2005/ Turista/ ¿Dónde estaré esta noche? – Wo bin ich heute Nacht?/ Schuld und Sühne / Brasilien. Cinema Novo und Tropische Moderne, 1929-2003/ Amid the Clouds/ Der Familientisch/ Une pièce espagnole – Ein spanisches Stück/ Der Totentanz/ Don't Trust Anyone Over Thirty/ draußen tobt die dunkelziffer/ Peepshow 17 Gastspiele Bach-Kantaten/ Testigo de las ruinas – Zerstörung eines Stadtteils/ Dybuk – Dybbuk / Gara Dzive – Das lange Leben/ House of the Holy Afro Clubnight/ Big Dada/ Dance on Glasses/ Oom Vanja – Onkel Wanja/ Sheng Ren Kongzi – Der Weise Konfuzius/ Ausstellung Zeitgenössisches Theater in China / Dantons Tod/ O.T. Eine Ersatzpassion/ Grimm/ Siráj – Möwe/ Madagaskaras – Madagaskar/ Amnèsia de fuga – Erinnerungslos auf der Flucht/ Dwojnoje nepostojanstwo – Die Unbeständigkeit der Liebe Die Wiener Festwochen 2005 präsentierten 6 Uraufführungen: Fort Europa(Tom Lanoye/ Johan Simons) 8. Mai Schutz vor der Zukunft(Christoph Marthaler) 9. Mai Turista(Marius von Mayenburg/ Luk Perceval) 17. Mai Testigo de las ruinas – Zerstörung eines Stadtteils(Heidi und Rolf Abderhalden/ MAPA) 19. Mai Der Familientisch(David Maayan) 28. Mai draußen tobt die dunkelziffer(Arbeitstitel in der eiszeit)(Kathrin Röggla/ Schorsch Kamerun) 8. Juni 4 Neuinszenierungen: Lucio Silla(W. A. Mozart/ Nikolaus Harnoncourt / Claus Guth) 12. Mai Schuld und Sühne(Fjodor M. Dostojewski/ Frank Castorf) 25. Mai(24. Mai abgesagt) Der Totentanz(August Strindberg/ Peter Zadek) 1. Juni Tagebuch eines Verschollenen(Leoš Janácek/ Klaus Michael Grüber) 19. Juni 4 Europa-Premieren: ¿Dónde estaré esta noche? – Wo bin ich heute Nacht?(Claudio Valdés Kuri) 16. Mai Sheng Ren Kongzi – Der Weise Konfuzius (Guangtian Zhang) 1. Juni Don't Trust Anyone Over Thirty(Dan Graham) 3. Juni Peepshow (Marie Brassard) 12. Juni 63 Wiener Festwochen Wiener Festwochen 2005 im Internet Die Statistiken decken den Zeitraum vom 1.12.2004 bis 17.6.2005 ab. Gesamtanzahl der Zugriffe: 9,47 Mio(2004: 8,28) "Page views"(angesehene Seiten): 823.741(2004: 720.797) Visitors(Besucher): 108.990(2004: 91.844) Transferierte Daten: 60,10 GB(2004: 47,35 GB) Besuche aus folgenden Ländern: Österreich 567.442(59,22%)(2004: 418.690, 58,1%) Nicht zuzuordnen 286.562(30,26%)(2004: 245.814, 34,1%) Deutschland 37.785(3,99%)(2004 23.960, 3,3%) Schweiz 12.879(1,36%)(2004: Japan, 1,2%) Japan 4.261(0,45%)(2004: Schweiz, 1,1%) Beliebteste Tage(1000 Hits): 07. 05. 2005(370) 06. 05. 2005(229) 21. 01. 2005(212) 09. 05. 2005(205) 01. 06. 2005(119) Beliebteste Seiten(in absteigender Reihenfolge): Startseite, Programm, Eventdetails, Online bestellen Beliebteste Events: Schuld und Sühne, Grimm, Eröffnung, Dantons Tod, Lucio Silla, Schutz vor der Zukunft Monats- Hits übersicht Dezember 464.291 Januar 1.009.788 Februar 745.782 März 775.848 April 1.554.580 Mai 3.726.089 Juni(bis 17. Juni) 1.201.403 Besuche Daten transferiert 26.796 3216 MB 37.895 5830 MB 34.545 5267 MB 39.114 4877 MB 60.280 9354 MB 107.956 23271 MB 39.430 8282 MB Seiten, über die die Wiener Festwochen erreicht wurden(Referrer): http://www.google.at/search, www.wien.gv.at, www.mdown.com Kartenbestellungen im Internet: Bestellungen 2.284 Karten bestellt 7.517 Einnahmen aus dem Internetverkauf 240.649 EUR brutto (2004: 203.024 EUR brutto, 2003: 250.070 EUR brutto) Top Events nach Kartenverkauf: Schuld und Sühne 764 Karten Grimm 640 Karten Lucio Silla 577 Karten Tierno Bokar 564 Karten Entwicklung der Kartenverkäufe: Jahr Bestellungen Karten 2005 2.284 7.517 2004 2.203 7.507 2003 2.709 8.477 2002 1.190 2.709 2001 1.551 6.092 2000 1.000 3.000 Werbekampagne Wiener Festwochen 2005 Großes Aufsehen in der Öffentlichkeit und sehr kontroverse Reaktionen, die zum Teil sehr emotional waren, erregte die von Demner, Merlicek& Bergmann gestaltete Werbe­ kampagne für die Wiener Festwochen 2005. "Die von Demner, Merlicek& Bergmann gestalteten Kampagnen der Wiener Fest­ wochen erregen seit jeher Aufmerksamkeit und rufen Kontroversen hervor. Und das ist auch gut so. Denn als Kunstevent wollten die Wiener Festwochen noch nie harmlose Freizeit­ gestaltung sein, sondern einen gesellschaft­ lichen Nerv treffen, anregen und, wenn es sein musste, sogar aufregen. Kuschelig geht es auch auf den diesjährigen Kampagnensujets nicht zu. In kleinen Bild­ geschichten im Comic-Stil taucht ein Hund mit einer abgebissenen Hand auf, eine indische Göttin, die entschieden über den Durst trinkt, sowie eine Zuspätgekommene, die sich gegen einen uneinsichtigen Billeteur rabiat zur Wehr setzt. 64 Wiener Festwochen Frei nach dem Motto der Wiener Secession "Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit" wird der Raum vor bzw. in den Spielstätten dabei selbst zur Bühne – und das Publikum in der Festwochenzeit vom 7. Mai bis 19. Juni zu Darstellern. Zu sehen ab Anfang Mai auf Plakaten, Rolling Boards, City-lights, Fahnen, an Schauspiel­ stätten und der Stadtbibliothek in Wien." Pressemitteilung der Agentur Demner, Merlicek & Bergmann vom 10. Mai 2005 Sponsoring Wiener Festwochen 2005 Gemeinsam mit den drei Hauptsponsoren der Wiener Festwochen A1/mobilkom austria, Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien und Casinos Austria sowie die Partner Wiener Stadtwerke, KURIER, Mercedes-Benz Wiesenthal, Gösser, Wiener Linien, Österreichische Lotterien, Römerquelle und Pago konnten die Sponsoreinnahmen und-leistungen erneut gesteigert werden. Wichtigste Aktivitäten waren u. a. das A1 Vodafone Live-Portal mit dem FestwochenSpielplan am A1-Handy, weiters der mit A1 und Mercedes Wiesenthal zum zweiten Mal erfolgreich angebotene Parking-Service, der Raiffeisen-Jugend-Bonus mit einer Ein­ führungs-Veranstaltung für junges Publikum, die kostenlose A1-Freeline 0800-664 020, die Glücksreihe"13" im Zirkuszelt von Grimm mit Dinner&Casino-Verlosung, die Sonderbeilage Festwochen-KURIER. Wiener Festwochen-Leselounge in der Hauptbücherei Wien am Gürtel Für Büchereikarten-Besitzer 15% Ermäßigung auf Festwochen-Karten Die Wiener Festwochen und die Hauptbücherei Wien arbeiteten erstmalig zusammen. Vom 29. März bis Ende Juni wurden in der Leselounge der Hauptbücherei Wien am Gürtel, Urban-Loritz-Platz ausgewählte Literatur und Hörbeispiele zum Programm der Wiener Fest­ wochen 2005 angeboten. Die interessierten Besucher konnten aus über 300 Büchern und audiovisuellen Medien zum FestwochenProgramm wählen. Die Besitzer von Entlehnkarten der Städtischen Büchereien Wien erhielten 15% Ermäßigung auf Eintrittskarten der Wiener Festwochen. Es wurden maximal zwei Karten pro Produktion gewährt. Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2005 Insgesamt waren 510 Journalisten akkreditiert(Inland 322, 188 Ausland). Es konnten rund 4.000 Medienberichte gezählt werden. Berichte über die Wiener Festwochen 2005 erschienen bzw. wurden gesendet in Ländern: Argentinien, Belgien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Iran, Japan, Jugoslawien, Kanada, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Uruguay, USA. Es haben berichtet u. a. Die Welt, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Tagesanzeiger, Neues Deutschland Berlin, Frankfurter Rund­ schau, Financial Times Deutschland, Stutt­ garter Zeitung, Focus, Der Spiegel, Das Opernglas, Opernwelt, Theater Heute, Die Rheinpfalz, Rheinische Post, Südkurier, Gießener Allgemeine, Badische Neueste Nachrichten, Theater der Zeit, Literaturen, Die deutsche Bühne, Bayerischer Rundfunk, 3 Sat, Deutschlandradio, Südwestfunk, NDR, WDR, Radio Opera Bayern, ARTE Berlin, SWR, SWR2, dpa, Deutschlandfunk, Neue Zürcher Zeitung, Kunstforum International(Deutschland), Die Tagespost(Deutschland), Rundfunk BerlinBrandenburg, DRS(Schweiz), SR2, Le Monde (Frankreich), La Libération(Frankreich), Les Echos(Frankreich), Les Inrockuptibles (Frankreich), L’Express(Frankreich), Maska (Slowenien), Legekunsten(Norwegen), Aftonbladet(Schweden), Turun Sanomat (Finnland), Hufvudstadsbladet(Finnland), 65 Wiener Festwochen Turun(Finnland), El País(Spanien), Il Manifesto(Italien), Il Piccolo(Italien), Il Corriere della Sera(Italien), La Vanguardia (Spanien), Dolomiten(Südtirol), Vreme (Jugoslawien), Delo(Slowenien), Homo ludens (Bulgarien), Sedmitschen Trud(Bulgarien), Podkrepa(Bulgarien), Thema(Bulgarien), Izvestia(Russland), New Izvestia(Russland), Kommersant Daily(Russland), Gazeta(Russ­ land), Svoi(Russland), Teatr(Russland), Financial Times England, Opera Now (England), Czech Radio, Slovak Radio, Pravda (Slowakei), Journal Francophone(Ungarn), Világszínház(Ungarn), Színház(Ungarn), Critikai Lapok(Ungarn), Premier(Ungarn), TV Szeged(Ungarn), TRASH(Ungarn), Dialog (Polen), Didaskalia(Polen), Odra(Polen), Zycie Warszawy(Polen), Haaretz(Israel), La Jornada (Mexiko), Canal 22(Mexiko), Elefterotypia (Griechenland), NOS(Niederlande), ATV (Niederlande), De Standaard(Niederlande), De Morgenkrant(Niederlande), Klara(Nieder­ lande), De Volkskrant(Niederlande), GVA (Niederlande), NRC Handelsblad(Niederlande), Utrecht Niewsblad(Niederlande), VPRO Television(Niederlande), VPRO RAM(Nieder­ lande), Zone 3(Niederlande), Radio 1(Nieder­ lande), iran now(Iran), Bejing Morning Post (China), Serifu no jidai(Japan), Hannoversche Allgemeine Zeitung, Das Kunstbulletin (Deutschland), Élet és irodalom(Ungarn), Gazeta Teatralna Didaskalia(Polen), Basler Zeitung(Schweiz), Salto(Slowakei), Národná obroda(Slowakei), Javisko(Slowakei), Hudobny Zivot(Slowakei), Teatra Vestnesis (Lettland), Lietuvoy rytas(Litauen), Theatre Guide(USA), Dnevik(Slowenien), Ritmo (Spanien), Operayre(Argentinien), Página 12 (Argentinien), Sinfonía(Uruguay), Crescendo (Deutschland). Das internationale Medieninteresse galt vor allem Lucio Silla/ Tagebuch eines Verschollenen / Fort Europa/ Schutz vor der Zukunft/ Turista / Schuld und Sühne/ Der Familientisch/ Der Totentanz/ Don't Trust Anyone Over Thirty / draußen tobt die dunkelziffer. Wiener Festwochen 2005 Produktionen im Detail Musikprogramm Lucio Silla Neuinszenierung Produktion Wiener Festwochen Koproduktion Theater an der Wien/ Vereinigte Bühnen Wien in Kooperation mit dem Wiener Mozartjahr 2006 Theater an der Wien 12., 14., 16., 18. Mai, 19 Uhr 3.886 Besucher 10. Mai, 19 Uhr Generalprobe 832 Besucher Julie Produktion De Munt/ La Monnaie, Brüssel Koproduktion Wiener Festwochen, Festival d'Aix-en-Provence Ronacher 23., 24. Mai, 20 Uhr 1.063 Besucher Bach-Kantaten Gastspiel Auftragswerk und Produktion: Old Stories: New Lives, USA In Zusammenarbeit mit Wiener Festwochen, Holland Festival, Amsterdam, Barbican Centre, London, Lincoln Center for the Performing Arts, New York Ronacher 10., 12. Juni, 20 Uhr 1.346 Besucher 8. Juni, 20 Uhr Generalprobe 607 Besucher Hercules Produktion Festival d'Aix-en-Provence Koproduktion Wiener Festwochen, Opéra National de Paris Theater an der Wien 13., 15., 17. Juni, 19 Uhr 2.970 Besucher 66 Wiener Festwochen Tagebuch eines Verschollenen Neuinszenierung Produktion Wiener Festwochen Halle E im MuseumsQuartier 19., 20., 21. Juni, 20 Uhr 1.343 Besucher Schauspielprogramm Tierno Bokar Produktion C.I.C.T./ Théâtre des Bouffes du Nord, Paris Koproduktion Wiener Festwochen u. a. Ronacher 6., 7., 8., 9., 10., 11. Mai, 19.30 Uhr 3.262 Besucher Fort Europa Uraufführung Produktion ZTHollandia, Eindhoven Koproduktion Wiener Festwochen, Stadsschouwburg Utrecht, RuhrTriennale Südbahnhof 8., 9., 10., 11., 12. Mai, 21 Uhr 1.301 Besucher Schutz vor der Zukunft Uraufführung Produktion Wiener Festwochen Koproduktion spielzeiteuropa Berliner Festspiele, Odéon-Théâtre de l’Europe, Paris, Internationales Tschechow Theaterfestival, Moskau, Goethe-Institut, NTGent Jugendstiltheater 9., 10., 11., 12., 13., 14., 17., 18., 19., 20., 21., 22. Mai, 20.30 Uhr 1.864 Besucher H 2 , 2005 Produktion Grupo de Rua de Niterói, Brasilien Koproduktion Wiener Festwochen u. a. Halle G im MuseumsQuartier 10., 11., 12., 13. Mai, 20.30 Uhr 1.344 Besucher ¿Dónde estaré esta noche? – Wo bin ich heute Nacht? Europa-Premiere Produktion TeatroDeCiertosHabitantes, Mexiko Koproduktion Wiener Festwochen u. a. Halle G im MuseumsQuartier 16., 17., 18., 19. Mai, 20.30 Uhr 856 Besucher Turista Uraufführung Koproduktion Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, Het Toneelhuis, Antwerpen, Wiener Festwochen Halle E im MuseumsQuartier 17., 18., 19. Mai, 19.30 Uhr 1.151 Besucher Dybuk – Dybbuk Gastspiel Produktion TR Warszawa Koproduktion Wroclawski Teatr Wspólczesny Halle E im MuseumsQuartier 22., 23. Mai, 19.30 Uhr 863 Besucher Gara Dzive – Das lange Leben Gastspiel Jaunais Rigas teatrîs Halle G im MuseumsQuartier 22., 23., 24., 25. Mai, 20.30 Uhr 768 Besucher Schuld und Sühne Neuinszenierung Produktion Volksbühne am Rosa-LuxembergPlatz, Berlin Koproduktion Wiener Festwochen Theater an der Wien 25., 26., 27. Mai, 19 Uhr 2.997 Besucher Der Familientisch Uraufführung Produktion Schauspielhaus, Wien Koproduktion Wiener Festwochen Treffpunkt Schauspielhaus Abschlussszene Westbahnhof 28. Mai, 31. Mai bis 29. Juni, 19 Uhr, täglich außer Montag und Donnerstag und außer 14., 15. Juni 2.087 Besucher 67 Wiener Festwochen Une pièce espagnole – Ein spanisches Stück Produktion Théâtre de la Madeleine, Paris Koproduktion Théâtre du Gymnase, Marseille, Sofithea, Enfithea, Wiener Festwochen Ronacher 30., 31. Mai, 1., 2. Juni, 20 Uhr 1.781 Besucher Oom Vanja – Onkel Wanja Gastspiel Het Toneelhuis, Antwerpen Theater an der Wien 31. Mai, 1., 2. Juni, 19 Uhr 1.676 Besucher Der Totentanz Neuinszenierung Produktion Burgtheater Koproduktion Wiener Festwochen Akademietheater 1., 3., 5., 12., 15., 17., 20., 22., 24., 26. Juni, 18 Uhr 5.022 Besucher Dantons Tod Gastspiel Schauspielhaus Zürich Halle E im MuseumsQuartier 1. Juni, 19.30 Uhr, 5. Juni, 14 Uhr 1.624 Besucher O.T. Eine Ersatzpassion Gastspiel Schauspielhaus Zürich Halle E im MuseumsQuartier 2., 3. Juni, 19.30 Uhr, 5. Juni, 20 Uhr 1.888 Besucher Don’t Trust Anyone Over Thirty Europa-Premiere Gastspiel Auftragswerk und Produktion TRANS>, New York, USA Koproduktion Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien, Foundation 20 21, New York, Walker Art Center, Minneapolis, Voom/ LAB, New York Halle G im MuseumsQuartier 3., 4. Juni, 20.30 und 22.30 Uhr, 5., 6. Juni, 20.30 Uhr 1.428 Besucher Grimm Gastspiel Produktion Cahin-caha, Marseille Koproduktion Lille 2004, Capitale Européenne de la Culture mit Unterstützung des PratoTheaters, Scène Conventionnée Danse et Cirque de Grasse, Festival Pisteurs d’Étoiles d’Obernai, Parc et Grande Halle de la Villette, Paris, Région Haute-Normandie – Festival Théâtre en Région, Atelier 231 de Sotteville­ lès-Rouen Zirkuszelt vor der Votivkirche 5., 6., 7., 8., 9., 12., 13., 14., 15., 16. Juni, 20 Uhr 4.988 Besucher Siráj – Möwe Gastspiel Krétakör Színház, Budapest Burgtheater Vestibül 6., 7., 8. Juni, 19 Uhr 174 Besucher draußen tobt die dunkelziffer Uraufführung Auftragswerk Volkstheater Wien und Wiener Festwochen Produktion Volkstheater Wien Koproduktion Wiener Festwochen Volkstheater 8., 13., 17., 20., 23. Juni, 19.30 Uhr 2.571 Besucher Peepshow Europa-Premiere Produktion Infrarouge Théâtre, Montréal Koproduktion Festival de Théâtre des Amériques, Montréal, Harbourfront Centre, Toronto, spielzeiteuropa I Berliner Festspiele, Wiener Festwochen u. a. Halle G im MuseumsQuartier 12., 13., 14., 15. Juni, 20.30 Uhr 1.074 Besucher Dwojnoje nepostojanstwo – Die Unbeständigkeit der Liebe Gastspiel Theater Globus, Nowosibirsk Halle G im MuseumsQuartier 18., 19., 20., 21. Juni, 20.30 Uhr 744 Besucher 68 Wiener Festwochen forumfestwochen ff Testigo de las ruinas – Zerstörung eines Stadtteils Uraufführung Gastspiel Produktion MAPA, Bogotá(Kolumbien) Koproduktion Zürcher Theater Spektakel Dschungel Wien 19., 20., 21., 22. Mai, 19 Uhr 384 Besucher Big Dada Gastspiel Third World Bunfight, Kapstadt Schauspielhaus 25., 26., 27., 28. Mai, 20 Uhr 772 Besucher House of the Holy Afro Clubnight, Live Act! Babenberger Passage 22. Mai, 21 Uhr 206 Besucher Amid the Clouds Produktion Mehr Theatrical Group, Schiras (Iran) Koproduktion Wiener Festwochen, KunstenFESTIVALdesArts, Brüssel Dschungel Wien 26., 28., 29., 30. Mai, 19 Uhr 360 Besucher Dance on Glasses Gastspiel Mehr Theatrical Group, Schiras(Iran) Dschungel Wien 27., 28., 29., 30. Mai, 21 Uhr 618 Besucher Sheng Ren Kongzi – Der Weise Konfuzius Europa-Premiere Neufassung für die Wiener Festwochen Gastspiel Jiangsu Performing Arts Group, Nanjing, China Schauspielhaus 1., 2., 3., 4. Juni, 20 Uhr 712 Besucher Zeitgenössisches Theater in China – Eine Ausstellung Kuratiert von CHINAKULT(Wien, Beijing) In Zusammenarbeit mit Wiener Festwochen, Universität Wien, Chinesisches Nationaltheater und Experimentelle Ost-Bühne, Beijing, Nordtheater, Beijing, Volkstheater Tianjin Schauspielhaus Foyer Eröffnung 1. Juni, 18 Uhr Dauer 1. bis 4., 7. bis 10., 13. bis 16. Juni, 19 Uhr bis Vorstellungsende 3.000 Besucher Madagaskaras – Madagaskar Gastspiel Vilniaus Mazasis Teatras, Vilnius Schauspielhaus 7., 8., 9., 10. Juni, 20 Uhr 460 Besucher Amnèsia de fuga – Erinnerungslos auf der Flucht Gastspiel Produktion Forum Grec’04, Barcelona, Elèctrica Produccions, Barcelona Schauspielhaus 13., 14., 15., 16. Juni, 20 Uhr 556 Besucher 69 Wissenschaft WISSENSCHAFT Wien, Zentrum der österreichischen Brain­ power, ist eine Wissens- und Wissenschafts­ stadt, die durch Qualität, Breite und Vielfalt der Aktivitäten fasziniert. Die Stadt Wien ist sich darüber bewusst, dass Forschung und Entwicklung wichtige Grundlagen und Trieb­ kräfte einer gedeihlichen Entwicklung von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sind. Die Förderung von Wissenschaft und Forschung zählt daher zu den zentralen Agenda der Stadtpolitik. Die Stadt Wien fördert, stiftet, gründet, inspiriert und vermittelt, mit der festen Überzeugung, dass die Probleme von heute und morgen nur mit exzellentem wissenschaftlichen Know-how zu lösen sind. Die Wissenschaftsförderungsarbeit bedient sich unterschiedlicher Instrumente. Mit Projekt­ förderungen und Subventionen werden wissenschaftliche Institutionen mit gemein­ nützigem Charakter unterstützt, die exzellente und für die Wiener Wissenschaftslandschaft wichtige Projekte durchführen. Die Stadt hilft bei der Einrichtung von Instituten und Forschungsschwerpunkten im Bereich aktueller Spitzentechnologien, die eine Chance auf interessante neue Anwendungen bieten. Sie unterstützt die Bildung von Forschungs­ clustern, die die Belebung des Wissens­ transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft anregen. Ein breites Spektrum von Stipendien­ programmen unterstützt junge und ausge­ zeichnet qualifizierte WissenschafterInnen auf ihrem Karriereweg. Die Förderung wissen­ schaftlicher Publikationen und Verlage stärkt einen wichtigen Knoten im Wiener Wissen­ schaftsnetz. Mit einer Reihe ausgezeichnet eingeführter Initiativen sorgt die Stadt dafür, dass es eine breite Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher und urbaner Öffentlichkeit gibt. Der folgende Bericht zeigt exemplarisch Forschungsfelder und –instrumente der Wissenschafts- und Forschungsförderung im Bereich der Kulturabteilung der Stadt Wien im Jahr 2005. Ein eigener Wissenschaftsbericht wird die durch die Stadt Wien geförderten Projekte und Institute und die Tätigkeit der Wissenschaftsfonds und –stiftungen ausführlich darstellen. Projekte zur Analyse, Dokumentation und Reflexion der österreichischen Geschichte in der Zweiten Republik Ein Schwerpunkt der Förderungstätigkeit wurde im Jahr 2005 im Bereich von Projekten gesetzt, die sich im Sinne von Analyse und Reflexion, Befund und Perspektive mit der österreichischen Geschichte in der Zweiten Republik auseinander setzten. Mit substantieller Unterstützung der Stadt Wien wurde die Ausstellung“Das neue Österreich“ des“Komitees Staatsvertrags­ ausstellung 2005 in Wien“ in der Öster­ reichischen Galerie Belvedere ermöglicht. Das Dokumentationsarchiv des öster­ reichischen Widerstandes(gegründet im Jahr 1963) ist ein international anerkanntes Dokumentations- und Wissenschaftszentrum für Nationalsozialismus- und Widerstands­ forschung. Im Jahr 2005 wurde der Museums­ und Veranstaltungsbereich inhaltlich und architektonisch neu gestaltet und eröffnet. Die neue Ausstellung leistet einen wesentlichen Beitrag zu der im“Gedenkjahr 2005“ not­ wendigen Reflexions- und Diskussionsarbeit. Das Jüdische Museum Wien hat im Jahr 2005 seine erfolgreiche Ausstellungs- und Vermittlungstätigkeit mit zehn Ausstellungen – im Palais Eskeles und in der Außenstelle auf dem Judenplatz –, die von mehr als 85.000 Gästen aus dem In- und Ausland besucht wurden, fortgesetzt. 70 Wissenschaft Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Unter dem Titel"Erinnerungsort Wien 1945 – 1955 – 2005" entwickelte ein Team junger WissenschafterInnen an der Stiftung Bruno Kreisky Archiv in den Jahren 2003 bis 2005 ein innovatives Web-Portal: Originalquellen zur Geschichte der Zweiten Republik wurden aus den Archiven geholt, mit prägnanten Hintergrundinformationen zum Entstehungszu­ sammenhang versehen und— für ein breites Publikum zugänglich— ins World Wide Web gestellt(www.erinnerungsort.at). Der Jewish Welcome Service Vienna (JWS) fördert und vermittelt die Präsenz einer lebendigen jüdischen Gemeinde in Wien nach der Schoah. Im Rahmen des Besuchs­ programms“Welcome to Vienna“, das die Stadt Wien seit 1991 kontinuierlich unter­ stützt, kamen im Jahr 2005 an die 300 österreichische EmigrantInnen, die von den Nationalsozialisten vertrieben wurden, in Begleitung ihrer Familien nach Wien. Mit Hilfe der Stadt Wien wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Gedenkdienst und dem London Jewish Cultural Centre fort­ gesetzt. Zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen veranstaltete der JWS eine Gedenkfeier und präsentierte den Sammelband “Left Behind in Nazi Vienna“ und den Dokumentarfilm„’Wenn man lebt, erlebt man’ – Ari Rath ein Israeli mit Wiener Wurzeln”. Die von Aktionsradius Augarten, Kulturnetz, Alte Schmiede u.a. veranstaltete Reihe“Wien : Wort für Wort“ stellte Bücher, die Wien zwischen 1945 und 2005 geprägt haben, die Themen formulierten, Anstoß, Reibebaum, Unterhaltung und Provokation waren, in den Mittelpunkt von Veranstaltungen, in denen sich Lesungen, Vorträge und Diskussionen konge­ nial ergänzten. Förderung avancierter, innovativer Forschungen und Projekte, bei denen es Chancen und Möglichkeiten für neue für Wirtschaft und Arbeits­ märkte interessante Anwendungen gibt Die Stadt fördert mit einer geschäftsgruppen­ übergreifenden Technologieoffensive die Lebenswissenschaften, die Krebsforschung, die Quantenphysik u.a. Institut für Quantenoptik und Quanteninformation Aufbau und Einrichtung dieses Institutes in Räumlichkeiten der Universität Wien (Boltzmanngasse 5) wurden im Jahr 2005 zügig fortgesetzt. Die Forschungsarbeit dieses Instituts bezieht sich auf experimentelle Erkundungen in dem Bereich der Quantenkommunikation im Weltraum. American Austrian Foundation Die American Austrian Foundation(AAF) organisiert bereits seit mehreren Jahren das größte post graduate Ausbildungsprogramm Europas für Ärzte, hauptsächlich aus Mittel­ und Südosteuropa, Russland und Zentralasien. Dieses Programm besteht aus einwöchigen Seminaren, die alle medizinischen Fachgebiete abdecken und von US amerikanischen und österreichischen Spitzenmedizinern abgehalten werden. Umwelt Stadt. Geschichte des Natur- und Lebensraumes Wien Das von der Stadt Wien angeregte und von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften koordinierte interdisziplinäre Projekt“Wiener Umweltstudien“ erreichte im Jahr 2005 das erste Etappenziel. Die umwelthistorischen Forschungen zur Geschichte Wiens wurden abgeschlossen. Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien “Highlights“ der Forschungen im Jahr 2005 waren die Projekte “Physiologische Grenzen des Energieumsatzes bei Säugetieren“ “Nahrung und saisonale Anpassung von Rothirschen“ “Saisonalität der Stoffwechselaktivität und Körpertemperaturregulation bei PrzewalskiWildpferden” 71 Wissenschaft “Nicht-invasive Herzfrequenztelemetrie bei Wildwiederkäuern“. Ludwig Boltzmann Institut für funktionelle Genomik Das neue Ludwig Boltzmann Institut für funktionelle Genomik verstärkt den Wiener Biotechnologie-Cluster. Die genetischen Forschungen an der Taufliege,“drosophila melanogaster“, dienen auch zur Erkennt­ nisfindung über Bedeutung und Funktion menschlicher Gene. Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung In Wien bildet sich im Bereich der medizi­ nischen Wissenschaften und benachbarter Naturwissenschaften ein neues Stärkefeld in der Krebsforschung heraus. Das neue Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung widmet sich der Erforschung des kooperativen Zusammenwirkens mehrerer Gen-Verände­ rungen. Angestrebt wird, geeignete und therapeutisch wertvolle Modellsysteme zu entwickeln, mit denen komplexe Krankheiten wie der Krebs analysiert und erklärt werden können. Kongresse, Tagungen, Workshops Wichtige internationale wissenschaftliche Tagungen, u.a.“Pro Mare“, das 40. euro­ päische Meeresbiologie-Symposion, der 17. Internationale Botanische Kongress, die Schrödinger Gastprofessur, das Forum Öster­ reichischer Wissenschafter für Umweltschutz und viele andere Veranstaltungen wurden unterstützt. Kultur-, sozial- und politikwissen­ schaftliche Forschungen und Projekte Die Kultur-, Sozial- und Politikwissenschaften stellen wichtige Instanzen der Analyse, der Dokumentation und der Reflexion des gesell­ schaftlichen, geistigen und kulturellen Lebens in Geschichte und Gegenwart dar. Diese Wissenschaften sichern mit ihren Forschungen eine qualitätvolle Nachdenkarbeit über den Weg der Individuen, der Institutionen und der Gesellschaft als Ganzes von der Gegenwart in die Zukunft. Diese„Geisteswissenschaften“ oder“Humanities“ leisten Beiträge zur Identitätsfindung und –diskussion in einer gesellschaftlichen Entwicklung, die immer dynamischer und schneller wird. Forschungszentrum für historische Minderheiten Das Forschungszentrum für historische Minderheiten hat es sich zum Ziel gesetzt, historische Sammlungen der tschechischen und slowakischen Minderheit, die die Kultur­ tradition der Stadt Wien in so nachhaltiger Weise mitgeprägt haben, sicherzustellen und zu bewahren. In eigenen Archivräumlichkeiten im 5. Wiener Gemeindebezirk sollen mit substantieller Unterstützung der Stadt Wien die wertvollen und zum Teil einzigartigen Bibliotheks- und Archivbestände bearbeitet und einer breiten Öffentlichkeit zu Forschungs- und Bildungszwecken zur Verfügung gestellt werden. Dieses Projekt wird in einem Zu­ sammenwirken zwischen dem Institut für Slawistik der Universität Wien, dem Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Wien, der Akademie der Wissenschaften in Brno u.a. durchgeführt. Institut für die Wissenschaften vom Menschen Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) verfolgt das Ziel, den wissenschaftlichen Erfahrungs- und Ideen­ austausch über Länder- und Disziplingrenzen hinweg zu fördern. Brisante aktuelle gesell­ schaftliche Entwicklungen sollen im Hinblick auf Ursachen, Struktur und Folgen analysiert werden. Im Jahr 2005 beherbergte das IWM 38 GastwissenschafterInnen aus vielen Ländern Europas und den USA. Konferenzen und Workshops fanden u.a. zu folgenden Themen statt: “The Orthodox Spirit and the Ethic of Capitalism“, “Inequality on the Rise?“, “Die Unordnung der Dinge“, über das Verhältnis zwischen Life Sciences und Philosophie. 72 Wissenschaft Wissenschaftszentrum Wien Das Wissenschaftszentrum Wien setzte seine Koordinations- und Diskussionsarbeit im Bereich Wissensmanagement fort. Die“Platt­ form Wissensmanagement“ ist ein stetig wachsendes Dialogforum aus Kommuni­ kationswissenschafterInnen und Mana­ gerInnen, die sich mit der Frage einer effizienten Kommunikation von Wissen in Institutionen und zwischen Institutionen auseinander setzen. Die Arbeitsgruppe“Kunst im öffentlichen Raum“ ist ein Forum zur Entwicklung, Diskussion und Implementierung von Ideen und Konzepten für Urbanität. Österreichische Akademie der Wissenschaften Die Österreichische Akademie der Wissen­ schaften führte mit Hilfe der Stadt Wien 17 Forschungsprojekte durch. Club of Vienna Der Club of Vienna führte u.a. folgende Projekte durch:“Technologiebedingte Ursachen des Wachstums“ beschäftigt sich mit dem Bevölkerungswachstum und zeigt, dass der entwicklungsbedingte technologische Selek­ tionsmechanismus mit dem verfügbar gemachten Stoff- und Ressourcendurchsatz maßgeblich zu dieser Entwicklung beiträgt. “Kapitalismus gezähmt“ beschäftigte sich mit der Eigendynamik des neoliberalen Wirt­ schaftssystems und den Möglichkeiten einer auf den Menschen bezogenen Steuerung von Wachstumsprozessen. Forschungsfeld Migration/ Integration Zahlreiche Initiativen und Projekte setzten sich analytisch, reflexiv und diskursiv mit dem lokal, national und international wichtigen Problemfeld Migration und Integration ausein­ ander. U.a. seien genannt: Sozialwissenschaft­ liche Studiengesellschaft, Initiative Minderheiten, die Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem, Asylkoordination Österreich, GlobArt, Kulturni Centar, die Wiener Integrationskonferenz, INST(Institut zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse), Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft. Kunst- und Kulturreflexion Die Wiener intellektuellen Netzwerke waren und sind sehr stark durch KünstlerInnen und TheoretikerInnen bestimmt, deren Arbeit zwischen künstlerischer Gestaltung und Kulturreflexion oszilliert. Die Auseinander­ setzung mit den künstlerischen Teilen und Aspekten des materiellen und immateriellen kulturellen Erbes ist daher eine für die Wiener Wissens- und Wissenschaftslandschaft zentrale Aufgabe. Eine große Zahl von durch die Kultur­ abteilung der Stadt Wien geförderten wissenschaftlichen Projekten setzte sich daher im Jahr 2005 mit Werk und Rezeption bedeutender KünsterInnen auseinander. Stellvertretend für die zahlreichen Projekte werden das Elfriede Jelinek Forschungs­ zentrum, die Grillparzer Gesellschaft, die Friedrich Hebbel Gesellschaft, die Arthur Schnitzler Gesellschaft, die Internationale Nestroy Gesellschaft, die Österreichische Gesellschaft für Literatur, der Verein“Projekt Schwab“, die Projektgruppe Wörterbuch der Fackel, das Günther Anders Forum für Wissenschaft, Kunst und Politik, den Verein der Freunde der Hebrew University genannt. Eine Reihe von Initiativen beschäftigte sich mit Analyse, Dokumentation, Diskussion und Vermittlung von Architektur im urbanen Raum. Architekturzentrum Wien Das Architekturzentrum Wien hat 2005 in der Ausstellung“Ottokar Uhl. Nach allen Regeln der Architektur“ das Lebenswerk von Ottokar Uhl dokumentiert. Mit Eröffnung der 3. Etappe der a_schau “Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert“ führte das Architekturzentrum Wien die umfassende Dokumentation der österreichischen Architektur des 20. Jahr­ hunderts an die Gegenwart heran. 73 Wissenschaft 3. Architekturfestival„Turn On“ Dieses Architekturfestival hat sich gut etabliert und weiter an Publikumsinteresse gewonnen. Das Programm von“Turn On“ im Jahr 2005 bot wieder eine gut ausgerichtete Perspektive auf die österreichische Gegenwartsarchitektur. Der Bereich der visuellen Medien Foto, Film, Virtual Reality befindet sich in einem sehr kreativen Entwicklungsprozess, der gemeinsam mit WissenschafterInnen vorangetrieben wird. In Wien sind künstle­ rische und wissenschaftliche Gruppen, die in diesem Bereich arbeiten, besonders aktiv. Von den Institutionen und Aktivitäten, die im Jahr 2005 in diesem Bereich gefördert wurden, seien u.a. genannt: eipcp-European Institute for Pro-gressive Cultural Policies, Synema, Institut Pitanga, Theatercombinat. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses Wissenschaftsstipendien ermöglichen die Durchführung kleiner Forschungsprojekte mit Wien-Bezug. Im Jahr 2005 wurden 60 Projekte gefördert. Forschungsstipendien analysieren – mit einem weiten Wissens- und Kulturbegriff – die Wiener Wissensbasis in einem historischen Längsschnitt vom Ende des 19. bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts. Im Jahr 2005 wurden zehn Forschungsstipendien vergeben: Publikationsförderungen Das zentrale Medium der Vermittlung, Kommu­ nikation, Graduierung, Evaluation und Präsen­ tation der Wissenschaften ist die Publikation. In den Geistes-, Kultur- und Sozialwissen­ schaften ist es das Buch, vorrangig in Gestalt der Monographie, in den Naturwissenschaften sind es die Zeitschriften, die“Top Journals“. Mit Hilfe der Publikationsörderungen unter­ stützt die Stadt Wien WissenschafterInnen bei der Herausgabe und Präsentation ihrer For­ schungsergebnisse. Wissenschaftliche Ver­ öffentlichungen sind nur zum Teil über den Buchmarkt finanzierbar; sie sind auf Förde­ rungen angewiesen. Im Jahr 2005 wurden 233 Vermittlungsinitiativen Publikationen im Wege von Druckkosten­ beiträgen und/oder Ankäufen unterstützt. Eine wichtige Aufgabe der Wissenschaftsarbeit der Stadt Wien besteht in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit. Damit soll Problembewusstsein für Ursachen und Folgen wissenschaftlicher Entwicklungen, für die Probleme der Forschung und für die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für eine gedeihliche Entwicklung der Gesellschaft geschaffen werden. Die Stadt Wien tritt daher bei den Wiener Vorlesungen selbst als Veranstalter einer Vorlesungsreihe auf, die in dichter Folge und mit großem Publikumsinteresse wichtige und neue wissen­ schaftliche Fragen zur Diskussion stellt. Vortragende im Jahr 2005 waren u.a. Margarete Mitscherlich, Erwin Kräutler, Renée Schröder und Jakob von Uexküll. Einen Schwerpunkt bildeten Veranstaltungen anlässlich der Republiksjubiläen unter dem Motto“Österreich- Zweite Republik. Befund, Kritik, Perspektive” u.a. mit Bundespräsident Heinz Fischer, Emmerich Tálos, Brigitte BailerGalanda, Gerald Stourzh. Zum zweiten Mal fanden im Jahr 2005 “ Wiener Wissenschaftstage“ statt, die vom Wissenschaftszentrum Wien in enger Koope­ ration mit den Wiener Vorlesungen durchgeführt wurden. Die Wiener Wissenschaftstage standen 2005 unter dem Motto“Jenseits der Jubiläen – Wissenschaft in der Gesellschaft von Morgen“. Wissenschaftsförderungsfonds Die Arbeit der Wissenschaftsförderungsfonds wird im Wissenschaftsbericht 2005 dargestellt. 74 Beratungsstelle BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Die Beratungsstelle für Kulturarbeit hat auch heuer wieder vielen neu gegründeten Vereinen und NachwuchskünstlerInnen zu einem besseren Verständnis der Fördermechanismen der öffentlichen Hand verholfen. Eine Durch­ sicht der vielen eingereichten Projekte zeigt, dass die Kulturschaffenden mehr und mehr genreübergreifend arbeiten. Aufgrund immer komplexer werdender Strukturen von Projekten(Multimedialität, Einbindung unterschiedlicher Kunst- und Präsentationsformen, elektronische Vermittlung und Gestaltung von Inhalten und die künst­ lerische, zum Teil kritische Auseinandersetzung damit) weitet sich die Beratung von Künst­ lerInnen zunehmend in Richtung längerfristiges Coaching aus. In diesem Jahr wurden 769 Geschäftsfälle per e-Mail bearbeitet, ein Viertel davon betraf EU relevante Projekte, ein Sechstel Frauenkultur­ projekte. Zudem wurden wöchentlich bis zu 12 einstündige Einzelberatungen und bis zu 62 Telefonberatungen durchgeführt. Die Anfragen kamen zu 21% aus dem Theaterbereich, zu 11% Filmförderung, zu 10% aus dem Feld der bildenden Kunst, zu 9% aus dem Musiksektor, zu 8% aus der Literatur. 13% waren Anfragen bezüglich EU und Städtevernetzung. 8% betrafen Ausbildung und kulturelles Manage­ ment, 12% Vereinsförderung, allgemeine Kulturförderung und Stadtteilarbeit, 5% neue Medien, 3% Kinder- und Jugendprojekte. Die Initiativen der EU zur Förderung von Kultur beziehen sich nicht nur auf das Programm Kultur 2005 mit Folgeprogrammen im engeren Sinn, sondern bewegen sich im Sinne des Mainstreamings in viele Bereiche der Regional­ förderung. Das bedeutet eine genaue Kenntnis der dazugehörigen Einreichmöglichkeiten und der, in verschiedenen Programmen verfügbaren Mittel. Die Beratungsstelle gibt projektange­ passte Informationen darüber, denn folgende Programme sind für Kulturarbeit interessant: IST- Forschung, technologische Entwicklung (neue Medien) Kultur 2005 – gemeinsames, kulturelles Erbe, künstlerisches und literarisches Schaffen, Netzwerke Media Plus – audiovisueller Bereich Interreg III A – Integration grenznaher Gebiete, kulturelle Zusammenarbeit insbesondere im„small project fund“ Interreg III B und III C Urban II sowie Ziel 2 Gebiet für Wien. Im Rahmen letzteren wurde von der Beratungsstelle die Betreuung des mehrjährigen Großprojektes Kulturpark Augarten wahrgenommen, ebenso wie die Tätigkeit in den Beiräten von Urban II, Ziel 2, Zielgebiet Gürtel und Lokale Agenda 21. Adresse: Kulturabteilung der Stadt Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 5, 3.Stock, Zi 318. Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch von 10 Uhr bis 18 Uhr, telefonische Vereinbarung: 4000-84714. 75 Wiener Stadt- und Landesarchiv WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Für das Wiener Archivinformationssystems (WAIS) erhielt im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung die Firma SER den Zuschlag und es wurde die Implementation begonnen. Auch im größeren Rahmen beteiligt sich das Archiv intensiv an der Lösung der Aufgabe der Langzeitarchivierung, so durch die Mitwirkung in einer in diesem Jahr eingesetzten Arbeits­ gruppe von Bund, Ländern und Gemeinden zum Thema sowie der eGov-Usergroup der Nutzer von Fabasoft-Components (Elektronischer Akt). Im Archiv wurde eine Lehrstelle für den neu geschaffenen Beruf Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent/-in eingerichtet. Beim Bereich Archivbestände und Archiv­ gutübernahme wurde die standardisierte Erschließung nach dem ISAD(G)(International Standard of Archival Discription/General), die wesentlich zu einer erhöhten Transparenz gegenüber den Archivbenützern beitragen soll, weitergeführt und dieser Standard auch im WAIS umgesetzt. Im Bereich des Stadtarchivs ist die Übernahme der als Quelle für Personenforschung ergiebi­ gen Totenbeschaubefunde 1998-1999 zu nennen, für die zeit- und medizingeschichtliche Forschung relevant sind die Krankenge­ schichten der Kinderklinik 1921-1974 sowie Medizinische Unterlagen der Psychiatrie 1893­ 1950. Ein Schwerpunkte bei der archivischen Bewertung von Unterlagen betraf Datenan­ wendungen, die an Hand der vorgelegten Organisationskonzepte bearbeitet wurden. Im Bereich des Landesarchivs erfolgten Übernahmen von Protokollen und Strafakten aus dem Landesgericht Wien des Jahres 1953 und Protokolle des Polizeianhaltezentrums 1945-1959 von der Bundespolizeidirektion Wien. Ein längerfristiges Projekt ist die Bewertung und Erschließung von Unterlagen des Stadtschulrates und einzelner Wiener Schulen, deren Unterlagen vereinzelt bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Hier wurden im Zug einer Nachbewertung ältere Bestände in größerem Umfang skartiert. Im Bereich der Sammlungen konnte unter anderem eine Urkunde für das Ursulinenstift von 1665 erworben werden; ebenso der persönliche Aufzeichnungen und Fotos um­ fassende Nachlass von Gustav Greiner, eines ehemaligen Wiener Volksbildners. Ein Bestand von ca. 1320 Glasplattennegativen aus der NSZeit, der Stadtplanungsvorhaben und den Wiener Althausbestand zu Beginn des 2. Welt­ krieges dokumentiert, wurde neu erschlossen. Das Archiv sorgt auch laufend für die Be­ standserhaltung durch das Umpacken von Archivgut in konservatorisch geeignete Materialien(Handschriften, Kartographische Sammlung, Fotosammlung). Die Archivbibliothek verzeichnete im Jahre 2005 1483 Neuzugänge. Besonderer Schwer­ punkt wurde auf die retrospektive Aufnahme des Altbestandes und dessen Erschließung gelegt. Einen Schwerpunkt im Bereich der Öffentlich­ keitsarbeit bilden die Betreuung von Benüt­ zerInnen und die Anfragebeantwortungen. Im Berichtsjahr wurde der archiveigene Benützer­ saal in 253 Betriebstagen 5.370 mal von BenützerInnen aufgesucht. Dazu mussten 1.599 telefonische Anfragen erledigt und 17.652 Aktenbewegungen vorgenommen werden. Von den 6452 geleisteten Auskünften des Referates"Meldearchiv" betraf der Groß­ teil wissenschaftliche Anfragen, gefolgt von Anfrage betreffend Familienforschung, Erbenermittlung, Nachweis von Ansprüchen von NS-Opfern und amtlichen Anfragen. Im Jahr 2005 wurden zwei Ausstellungen präsentiert:"Der fotografische Blick des Malers. Die Wiener Gesellschaft aus der Sicht Ferdinand Schmutzers" sowie"Kinder­ euthanasie in Wien 1940 1945. Kranken­ geschichten als Zeugen". Das Referat "Bestandserhaltung und Restaurierung" hat 76 Wiener Stadt- und Landesarchiv sich 2005 erstmals der Problematik des massenhaften Papierzerfalls angenommen. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden 35 Bände des Bestandes"Handelsregister" einer Massenentsäuerung nach dem papersave swissâ- Verfahren unterzogen. Die Ergebnisse haben sich als zufrieden stellend erwiesen und lassen ein Weiterdenken in diese Richtung sinnvoll erscheinen. In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT) (www.wien.gv.at/infodat/advgliwww/) wurden bisher 22.215 Vorgänge(Anfragen, Anträge, Gesetzesentwürfe usw.) aufbereitet und ve­ rlinkt. Neu ist die Möglichkeit einer Volltextsuche, sowie die Erweiterung der Dokumen­ tation des Gemeinderates und Landtages für die 15. Wahlperiode(1991-1996). Die Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker(www.magwien.gv.at/ma08/politiker/ index.htm) wird laufend erweitert, derzeit sind 895 Personen samt Lebensdaten(Bürger­ meister, Landtagpräsidentinnen und ­ präsidenten, BezirksvorsteherInnen der deren StellvertreterInnen), Funktionsdaten und Parteizugehörigkeit dokumentiert. Für die Erfassung der Biographien der Landtagsab­ geordneten und Mitglieder des Wiener Gemeinderates wurde ein Eingabeformular entworfen, um eine einheitliche Struktur für die online-Präsentation auf www.wien.gv.at zu schaffen Im Rahmen der Herausgabe der beiden historischen Atlaswerke wurde beim Historischer Atlas von Wien Ende 2005 die Arbeiten an der 10. Lieferung mit dem Druck abgeschlossen. Die Lieferung umfasst 15 Karten: Flächennutzung 1920, Hauserträge 1914 und Baualter 1920 jeweils für den 2. und den 20. Bezirk, 8 Kartogrammkarten zur Altersgliederung 1951- 2001, sowie die Reproduktion des Vogelschauplans von Jacob Hoefnagel aus 1609. Beim Österreichischen Städteatlas begannen die Arbeiten an der für 2006 vorgesehenen 9. Lieferung. Geplant sind die Stadtmappen Eggenburg(Andrea Pühringer), Horn(Ralph Andraschek-Holzer), Leoben(Susanne C. Pils), St. Veit an der Glan(Wilhelm Deuer), Waidhofen an der Ybbs(Peter Maier). ­ Zeitschrift"Pro Civitate Austriae": Im November 2005 ist Heft 10 der Neuen Folge zum Thema"Migration" erschienen. 77 Wiener Stadt- und Landesbibliothek WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) Die Arbeiten am neuen Tiefspeicher der Bibliothek im Hof 6 des Rathauses konnten 2005 abgeschlossen werden. Die Restaurier­ werkstätte und die Plakatsammlung bezogen die neuen Räume, die Übersiedlung der Bestände begann mit einem Teil der Druck­ schriftensammlung. Das"lebende" Kunstwerk von Lois und Franziska Weinberger auf dem Dach des Tiefspeichers wurde im Oktober 2005 eröffnet. Die Planungen für die Erweiterung der Musik­ sammlung in der Bartensteingasse wurden aufgenommen, 2006 werden dringend benötigte Arbeitsräume umgebaut und es wird möglich sein, Benützung und Verwaltung besser zu trennen. Die Bibliothek hat 2005 rund 50 VolontärInnen betreut. Das Programm, das sich als Aus­ bildungsinitiative in jenen Bereichen versteht, in denen das Know-how in der Bibliothek besonders stark ausgeprägt ist, läuft seit 2002 und wird von den Universitäten und den Studierenden sehr gut angenommen. Die meisten Volontäre verbringen rund drei Monate in der Bibliothek- manche auch erheblich mehr- und lernen Arbeitsbereiche kennen, die an den traditionellen Ausbildungsinstitutionen nicht vermittelt werden, wie Vorordnung und Verzeichnung von verschiedensten Nachlass­ materialien oder die Katalogisierung von Plakaten. Sammlungen: Erwerbungen, Erschließung und Benützung Der Online-Katalog der Druckschriften­ sammlung enthielt mit Ende des Jahres 2005 474.300 Bücher und Zeitschriften, rund 19.000 Werke wurden einer Revision unterzogen. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und aus der Aufarbeitung der Nachlässe von H.C. Artmann, Jeannie Ebner, Gerhard Fritsch, Marcel Prawy und der Bibliothek des Wiener Integrationsfonds betrug 12.635 Bände. Im Rahmen der Retrokatalogisierung wurden 21.000 bereits vorhandene Bände neu und benützungsgerechter katalogisiert. Nach dem ersten Teil im Jahr 2004 wurde 2005 der Rest der historischen Bibliothek des Pädagogischen Instituts der Stadt Wien übernommen. Neben dem laufenden Ankauf aktueller Literatur konnten 85 antiquarische Werke erworben werden, darunter eine seltene Mappe mit Veduten nach Rudolf von Alt aus der Zeit der Wiener Weltausstellung 1873. Für die Benützung wurden im Jahr 2005 etwa 17.200 Bände bereitgestellt. In der Handschriftensammlung wurde auch im Jahr 2005 die systematische Ergänzung der vorhandenen Bestände durch die Erwerbung von Einzelautographen zu Gunsten der Erwer­ bung größerer Bestände zurückgestellt. Allerdings konnnte ein wichtiges Einzelauto­ graph von Johann Nestroy erworben werden. Der Nachlass des Malers Theodor Alescha, ein weiterer Teil des literarischen Archivs von Friederike Mayröcker sowie das Archiv des Wiener Volkstheater von 1952 bis 1999 waren die bedeutendsten Erwerbungen des Jahres 2005. Weitere wichtige Erwerbungen waren die Nachlässe von Bernhard Frankfurter, Thomas Pluch, Erika Molny-Pluch und Zoltan Ver sowie die Theaterarchive der"Gruppe 80" und des "Theaters mbH". Zudem erhielt die Bibliothek aus Schweizer Privatbesitz eine umfangreiche Sammlung von Musikerbriefen mit Auto­ graphen von Ferruccio Busoni, Wilhelm Furtwängler, Franz Lehár, Gustav Mahler, Gioacchino Rossini, Arnold Schönberg, Clara Schumann, Giuseppe Verdi und anderen. Der Online-Katalog der Handschriften­ sammlung enthielt mit Ende des Jahres 199.700 Eintragungen. Im Zuge der Retrokon­ version des Zettelkataloges wurden 55.800 Titelaufnahmen in den Online-Katalog übernommen, 802 Autographen wurden neu katalogisiert sowie sieben Nachlassverzeich­ nisse in EDV-Dateien übernommen und für die Präsentation im Internet überarbeitet. 78 Wiener Stadt- und Landesbibliothek 21 Nachlässe wurden u. a. mit Unterstützung von Volontären systematisch geordnet und verzeichnet. Für die Benützung wurden 2.600 Autographenmappen und 731 Nachlaßkartons bereitgestellt. Die Musiksammlung konnte 2005 aus dem Manuskript-Archiv des Verlags Doblinger die Bestände von Franz Burkhart, Alphons Czibulka, Carl Wilhelm Drescher, Edmund Eysler, Johann Wilhelm Ganglberger, Anton Heiller, J. Hoven(Johann Vesque von Püttlingen), Johann E. Hummel, Augustin Kubizek, Anton Kutschera, Oskar Nedbal, Eduard Rabensteiner, Hans Schneider, Otto Siegl, Fritz Skorzeny, Robert Stolz, Heinrich Strecker, Ernst Tittel, Peter Wehle, Hans Weiner-Dillmann, Fritz Wolferl und Franz Zelwecker erwerben. Darüber hinaus konnten ­ als wichtigste Erwerbung des Jahres- die autographe Partitur der noch unaufgeführten Oper"Die Wache" von Christian Ofenbauer sowie der Nachlass des langjährigen Organ­ isten am Wiener Stephansdom, Karl Walter, angekauft werden. Seit 2005 ist auch der neue Online-Katalog der Musikhandschriften aktiv, er enthielt am Ende des Jahres 1.088 Titelaufnahmen, wobei zu­ nächst der gesamte Bestand an Musikhand­ schriften von Franz Schubert, der Kern der Musiksammlung, einer Retrokatalogisierung und Revision unterzogen wurde. Im Laufe des Jahres wurde dann der gesamte Bestand der Musikhandschriften revidiert. Im Jahr 2005 wurden 357 Musikhandschriften und 330 Musikdrucke inventarisiert, 6.411 Musikauto­ graphe und Musikdrucke wurden für die Benützung bereitgestellt. Der Neuzugang in der Plakatsammlung aus der regulären Erwerbung über die Gewista und Geschenken von Wiener Veranstaltern betrug rund 2.200 Plakate. Im Zuge der Retrokatalo­ gisierung wurden 14.500 Plakate neu in den Plakatkatalog aufgenommen, damit waren Ende 2005 89.600 Plakate über den OnlineKatalog der Plakatsammlung verfügbar. Die Zeitungsdokumentation wurde im Jahr 2005 um rund 4.780 Eintragungen erweitert. Aus dem Tagblattarchiv wurden rund 770 Mappen mit Zeitungsausschnitten benützt. Restitution 2005 wurden der Restitutionskommission vier Berichte vorgelegt Sammlung Michael Holzmann(Behandlung durch die Kommission am 19. April 2005) Ergebnis: Die Objekte sind restitutionsfähig; sollten die in Zusammenarbeit mit der Anlaufstelle der IKG Wien betriebenen Recher­ chen nach Verwandten ohne Ergebnis bleiben, sind sie dem Nationalfonds zu übergeben. Teilnachlass Elise und Helene Richter(Behand­ lung durch die Kommission am19. April 2005, am 21. Juni 2005 und am 13. September 2005) Ergebnis: Die Objekte sind restitutionsfähig; hinsichtlich der Rechtsnachfolge gibt es noch keine ausreichende Klarheit. Erwerbung Hugo Theodor Horwitz(Behandlung durch die Kommission am 21. Juni 2005) Ergebnis: Die Objekte sind dem in Kanada lebenden Rechtsnachfolger auszufolgen. Im Sommer 2005 wurden die Objekte restituiert und anschließend von der Bibliothek angekauft. Erwerbung Ludwig Friedrich(Behandlung durch die Kommission am 21. April 2005) Ergebnis: Die Objekte sind restitutionsfähig; die Erbberechtigung der nunmehr gefundenen Verwandten muss noch näher überprüft werden. Die Untersuchung der im Rahmen der Revision in den zwischen 1938 und 1945 erworbenen Büchern entdeckten Provenienzspuren wurde abgeschlossen, eine Liste mit rund 160 aller­ dings meist mehrdeutigen Provenienzangaben wurde auf der Website der Bibliothek ver­ öffentlicht. Bestandserhaltung Die Bestandserhaltung wird ein zunehmend wichtiges Thema für die Bibliothek. Sie verfolgt zwei Ziele, zum einen dürfen bestehende Schäden an den Beständen nicht durch die 79 Wiener Stadt- und Landesbibliothek Handhabung in der Bibliothek und durch die Benützung vergrößert werden, zum andern müssen einzelne besonders schadhafte Be­ stände sachgemäß restauriert werden. Im Zuge der Revisionen werden schadhafte und zu restaurierende Objekte identifiziert, die Kapazität der Restaurierwerkstätte der Bibliothek reicht aber bei Weitem nicht aus, um auch nur die dringendsten Schäden zu beheben. In der Restaurierwerkstätte wurden 603 Objekte restauriert und 793 Neubindungen vorgenommen. Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen Die Bibliothek wurde 2005 von rund 9.000 Benützern und Benützerinnen besucht, wobei die Zahlen mit der Benützung vor dem Umbau nicht vergleichbar sind, da zuvor getrennte Lesesäle zusammengelegt und Personen, die bisher mehrmals gezählt worden sind, jetzt nur mehr einmal erfasst werden. Die Website der Bibliothek umfasst rund 2.800 Seiten sowie derzeit fünf Online-Kataloge. Monatlich wurden zwischen 290.000 und 450.000 Seiten - mit starken saisonalen Schwankungen ­ aufgerufen, insgesamt waren es 2005 4,1 Mio. Seiten. Stark gefragt sind die Online-Kataloge, die 2005 um den Katalog der Musikhand­ schriften erweitert wurden und für die auf der Startseite der Website eine gemeinsame Suche über alle Online-Kataloge eingerichtet. Folgende Ausstellungen wurden 2005 von der Bibliothek gestaltet: "Off Limits" Amerikanische Besatzungs­ soldaten in Wien 1945-1955 18. Februar bis 3. Juni 2005, Ausstellungskabinett der Bibliothek Kurator: Hubert Prigl Katalog mit Beiträgen von Hubert Prigl, Ronald Pretsch, Maximilian Edelbacher, Franz Werth, Paul Vaszarics und Karin Goritschnigg Ausstellung über die Freizeitgestaltung und den Alltag der amerikanischen Besatzungs­ soldaten in Wien Befreites Wien. Vom Sieg der Roten Armee 1945 bis zum Abschluss des Österreichischen Staatsvertrags 1955 14. April 2005- 20. Mai 2005: Moskau, Bibliothek für ausländische Literatur 27. Mai 2005- 30. Juni 2005: St. Petersburg, Historischen Museum der Stadt St. Petersburg in der St. Peter und Paul Festung 1. Oktober 2005- 30.November 2005: Nishnij Novgorod, Universität Kuratoren: Karina Dmitrieva, Tatiana Feoktistova, Markus Feigl Plakatausstellung über die sowjetische Besatzung in Wien "Weiber, Weiber, Weiber, Weib! Ach!" 100 Jahre"Die lustige Witwe" 17. Juni 2005- 21. Oktober 2005, Ausstellungskabinett der Bibliothek Kuratoren: Otto Brusatti und Norbert Rubey "Man darf nicht leben, wie man will" Gerhard Fritsch- Schriftsteller in Österreich(1924 ­ 1969) 17. November 2005- 28. April 2006: Ausstellungskabinett der Bibliothek Kuratoren: Stefan Alker, Hermann Böhm Präsentation des 2000 erworbenen Nachlasses von Gerhard Fritsch. 40 Jahre OPEC in Wien Ausstellung der MagistratsdirektionAuslandsbeziehungen in Kooperation mit der Bibliothek im Arkadenhof des Rathauses; Eröffnung durch Bürgermeister Michael Häupl und dem Generalsekretär der OPEC am 20. September 2005 Kurator: Christian Mertens Die Ausstellung war anschließend in einer Schule, im Bezirksamt für den 2. Bezirk und im Pädagogischen Institut der Stadt Wien zu sehen, eine gekürzte Fassung wird als Dauerausstellung im OPEC-Gebäude gezeigt. Eine Ausstellung von"Österreichischen Filmplakaten nach 1945" wurde im September und Oktober in Moskau in ausgewählten Premierenkinos gezeigt. Zwei weitere Aus­ stellungen zum Staatsvertragsjubiläum wurden 80 Wiener Stadt- und Landesbibliothek für die Kulturforen in Prag und Bratislava gestaltet."Österreich ist frei- 60 Jahre 2. Republik im Spiegel politischer Plakate" wurde von Mai bis September 2005 in Prag gezeigt,"Das kulturelle Leben im geteilten Wien 1945- 1955" von September bis Oktober 2005 in Bratislava. Ausstellungsbeteiligungen Für 30 Ausstellungen im In- und Ausland wurden wertvolle Bücher, Handschriften und Plakate im Original zur Verfügung gestellt. Leihgaben, die das Haus verlassen, müssen oft restauriert werden, das geschieht derzeit auf Kosten der Bibliothek. Folgende Ausstellungen wurden 2005 mit Leihgaben der Bibliothek beschickt: "Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war"(WienMuseum im Künstlerhaus),"Das Leben ein Tanz oder der Tanz ein Leben. Johann Strauss Vater und Philipp Fahrbach senior. Alt-Wiener Impressionen im Spiegel der Musik"(Univer­ sitätsbibliothek Wien),"Gefeiert, Vertrieben, Wiederentdeckt- Erich Wolfgang Korngold" (Wiener Staatsoper),"Douce France?" (Orpheus Trust im Palais Clam-Gallas),"Ludwig van Beethoven- Sein Leben und Schaffen in Wien"(Münze Österreich),"Blau. Die Erfindung der Donau"(Technisches Museum Wien),"The Brazilian Expedition of Thomas Ender" (Akademie der bildenden Künste Wien),"Grüß mich Gott. Fritz Grünbaum zum 125. Geburtstag"(Österreichisches Theater­ museum),"Hans Christian Andersen in Wien" (Wien Museum Karlsplatz),"Lauter Helden" (Heldenberg Kleinwetzdorf, Niederöster­ reichische Landesausstellung 2005),"Das Neue Österreich"(Österreichische Galerie im Belvedere Wien),"Vierzig Jahre Dokumen­ tationsstelle- sechzig Jahre Literatur" (Literaturhaus Wien),"Adalbert Stifter" (Strauhof Zürich),"Mahleriana"(Jüdisches Museum Wien),"geheimsache:leben" (Neustifthalle Wien),"Friedrich Gulda zum 75. Geburtstag"(Österreichisches Theater­ museum),"Minhag Styria. Jüdisches Leben in der Steiermark"(Neue Synagoge, Graz),"50 Jahre Staatsvertrag. Österreich baut auf" (Technisches Museum Wien),"Österreich ist frei! Der österreichische Staatsvertrag 1955" (Schallaburg),"Jetzt ist er bös', der Tennebaum" (Jüdisches Museum der Stadt Wien),"Aus Trümmern wiedererstanden ­ Denkmalschicksale 1945 bis 1955" (Bundesdenkmalamt, Kartause Mauerbach), "Sinalco-Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945"(Wien Museum Karlsplatz), "Physiognomie der 2. Republik"(Öster­ reichische Galerie Belvedere),"Moderat Modern. Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945"(Wien Museum Karlsplatz),"Die Geschichte des Palais Epstein" (Parlamentsdirektion, Palais Epstein), "Tigermütze- Fraisenhaube: Kinderwelten in China und Europa"(Österreichisches Museum für Volkskunde)"Antonio Salieri e l'Europa" (Palazzo Reale, Mailand),"Die nackte Kunst" (Kunsthalle Schirn, Frankfurt/Main, Leopold Museum Wien),"Hans Moser"(Deutsches Theatermuseum München),"Le IIIe Reich et la musique"(Cité de la musique, Paris), "Verfreundete Nachbarn"(Haus der Geschichte, Bonn) Veranstaltungen Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit nützte die Bibliothek den Lesesaal auch 2005 für Veranstaltungen. Sehr gut besucht war ein Abend über Helene Richter, der ersten habilitierte Frau an der Universität Wien, deren Nachlass zu einem Teil in der Bibliothek liegt und in den letzten Jahren sehr gut erschlossen worden ist, auch zur Eröffnung des Kunst­ werkes von Lois und Franziska Weinberger am Dach des Tiefspeichers kamen zahlreiche Gäste. Erstmals und mit sehr gutem Erfolg beteiligte sich die Bibliothek an der Aktion "Lange Nacht der Musik". In den Räumen der Musiksammlung wurde die Veranstaltungsreihe"Kunst in der Musiksamm­ lung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek" mit Live-Konzerten und Präsentationen fortgesetzt, 2005 fanden 10 Veranstaltungen statt. Die Bibliothek veranstaltete gemeinsam mit dem Institut für Germanistik der Universität Wien und der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts eine inter­ 81 Wiener Stadt- und Landesbibliothek nationale Tagung über den bedeutenden österreichischen Aufklärungsautor Aloys Blumauer(24./25. September 2005). Die von der Wiener Stadt- und Landes­ bibliothek und dem Österreichischen Literaturarchiv gemeinsam organisierte Arbeitsgruppe"koop-littera" veranstaltete wieder die jährliche Arbeitstagung der österreichischen Literaturarchive, diesmal im Thomas-Bernhard-Archiv in Gmunden. Um mehr Benützer und Benützerinnen zu gewinnen, wurden 92 Führungen mit rund 2.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen organisiert. Im Rahmen des Ferienspiels wurden wieder Kinderführungen durch die Bibliothek angeboten. Zur Buchwoche im Rathaus wurden wieder Führungen angeboten, die sehr gut besucht waren und großes Interesse erregten. Im Vorfeld des 150­ jährigen Bestandsjubiläum der Bibliothek im Jahr 2006 wurde ein Schülerwettbewerb ausgeschrieben, in dessen Rahmen mehrere Schreibworkshops mit bekannten Autoren wie Bodo Hell, Marie-Thérèse Kerschbaumer, Helmut Peschina und Wolfgang Muhr statt­ fanden. Teilnahme an Fachkongressen Vertreter der Bibliothek haben an folgenden wissenschaftlichen Tagungen im In- und Ausland zum Teil mit eigenen Beiträgen teilgenommen: Tanz Signale 2005(Wien), Jahreskonferenz der"International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centers(Warschau), Deutscher Bibliothekartag (Düsseldorf), Arbeitstagung der österreichi­ schen Literaturarchive(Gmunden), Hörspieltage 2005(Villa Berging; Neulengbach), Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Information und Dokumentation(Bozen), Kommission der österreichischen Landes­ bibliotheken in der Vereinigung österreichi­ scher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (Bregenz), Alte Archive- neue Technologien (Göttweig, Wien), Open Access to Digital Archives and the Open Knowledge Society (Wien), Medienwahrheit nach 1945(Wien), Internationale Nestroy-Gespräche (Schwechat), Langzeitarchivierung im digitalen Zeitalter. Die UNESCO Charta zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes und österreichische Strategien(Wien). Publikationen, Projekte und Kooperationen Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek besitzt einen bedeutenden Bestand an bibliophilen Raritäten, die im Antiquariatshandel nicht, nur schwer und wenn überhaupt zu beträchtlichen Preisen erhältlich sind. Eine Reprintreihe für Liebhaber wird in Zusammenarbeit mit dem Promedia Verlag veröffentlicht und macht es sich zur Aufgabe, diesen Bücherschatz einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Die Herausgeber haben bedeutende Werke aus den Bereichen Landesgeschichte(Viennensia), Kulturgeschichte, Literaturgeschichte, Technikund Wirtschaftsgeschichte ausgewählt. Die Bände haben nach außen ein einheitliches graphisches Konzept, nachgedruckt wird im Originalformat. Jeder Band enthält ein Nach­ wort zu Autor und Werk. HerausgeberInnen der Reihe sind Walter Obermaier, Andreas Weigl und seit 2005 Sylvia Mattl-Wurm. Bisher sind neun Bände erschienen, die Neuer­ scheinungen 2005 wurden in einer Veran­ staltung im Lesesaal präsentiert. Folgende vier Bände erschienen 2005. Franz Heinrich Böckh(Hrsg.): Merkwürdigkeiten der Haupt- und ResidenzStadt Wien und ihrer nächsten Umgebungen: Ein Handbuch für Einheimische und Fremde, Wien 1822/23, XII, 551, VI, 184 S, WStLB: A 9557 Mit diesem"Handbuch für Einheimische und Fremde" legte der ursprünglich im Buch­ druckergewerbe, dann aber vor allem als lokalhistorischer Schriftsteller tätige Franz Heinrich Böckh(1787- 1831) ein Buch vor, das dank des Fleißes und der Genauigkeit seines Autors bis heute eine wesentliche Quelle des Erscheinungsbildes Wiens am Beginn der 20er Jahre des 19. Jahrhunderts ist. Nicht nur die bedeutenden Objekte der 82 Wiener Stadt- und Landesbibliothek Stadt, die wichtigen Gebäude, Kirchen, Synagogen, Denkmäler, Brunnen und Gärten werden detailliert beschrieben, sondern auch die Bibliotheken und Sammlungen sowie die in Wien erscheinenden Zeitschriften und Kalender. Von besonderem Wert sind die Personenverzeichnisse, etwa der lebenden Schriftsteller und Tonkünstler und der Erfinder neuer Musikinstrumente. Ein Register er­ schließt diese kulturhistorische Fundgrube. Adolf Schmidl: Wien wie es ist, Wien 1840, 3. Aufl., XXVI, 392 S., WStLB: A 7709 Adolf Anton Schmidl(1802- 1863) verfaßte nach dem Studium der Philosophie und der Jurisprudenz Theaterstücke und Gedichte, machte sich aber vor allem als topographischer Schriftsteller einen Namen. Unter seinen Wanderführern, Reisebüchern und heimat­ kundlichen Werken ragt der in mehreren Auflagen erschienene Wienführer heraus. Er gibt einen Überblick über die Sehenswürdig­ keiten von Stadt und Vorstädten, aber auch über alle wesentlichen Institutionen sowie die Behörden und die Geistlichkeit der Residenz­ stadt und schlüsselt sie durch ein Register auf. Zusammen mit dem übersichtlichen Plan entsteht ein lebendiges Bild Wiens und seiner Vorstädte aus der Zeit knapp vor der Revolution des Jahres 1848. Johann Rautenstrauch: Das neue Wien: Eine Fabel, Wien 1785, 75 S., WStLB: A 11012 Johann Rautenstrauch(1746- 1801), in Erlangen geboren, kam 1770 über Straßburg, wo er bereits publizistisch tätig war, nach Wien. Der Dramatiker und Lyriker wandte sich Mitte der 70er Jahre der politischen, histo­ rischen und kirchenpolitischen Publizistik im Sinne der Reformpolitik Josephs II. zu. Dabei bediente er sich auch der Traum- und Zukunftsvision, wie in der vorliegenden satirisch-utopischen Schrift, einem heraus­ ragenden Zeugnis für die josephinische Tagespublizistik, aber auch für die utopische Wien-Literatur. Ein Traum führt in ein imaginäres Wien des Jahres 1805: Stadt und Vorstädte sind vereinigt, die Mauern und Bastionen gefallen und die Ideen Kaiser Josephs II. in idealistischer Weise Wirklichkeit geworden. Zehn Berichte über die Türkenbelagerung des Jahres 1529. Wien 1529 bis 1532 Ain gründtlicher und wahrhaffter bericht, Was sich under der belegerung der Stat Wien, Newlich im 1529 Jar, zwyschen denen inn Wien und Türcken, verlauffen, begeben und zuogetragen hat,..., 1529, 22 S., WStLB: A 11333 Berlin, Hieronymus: Türkische Belegerung der fürstlichen Stat Wien und wie es darinn ergangen den..Herrn Wilhelmen und Ludwigen Gebrüdern Hertzogen in Obern und Nidern Bairn, 7 Bl., WStLB: A 12032 Des Turcken Erschreckliche Belagerung und Abschiedt der Stat Wien, 1529, 6 Bl., WStLB A 75670 Erinnerung der verschulten plagen, des Teutschlands sampt ainer getrewen ermanung zu Christenlicher bekerung, unnd schuldiger hilff, wider des Türcken grausam fürnemen unnd der erschrockenlichen angriff in dem Ertzhertzogtumb Ostrich gethun, 1529, 7 S., WStLB A 196693 Haselberg, Johann: Des Türckischen Kaysers Heerzug: wie er von Constatinopel Mit aller rüstung zu Ross und Fuß zu Wasser und Land ec. gen Kriechischen Weyssenburg kummen und fürter für die königlichen stat Ofen yn Ungarn unnd Wien in Osterreich gezogen..., Nürnberg,[1530], 7 S., WStLB A 220534* Lutz, Hanns von Augsburg: Grundige und warhafftige bericht der geschichten und kriegs­ handlung: so sich neben und osser der Stat Wien belegerung... zu getragen, begirlich zuhören, Regenspurg 1530,[31] S., WStLB A 87382 Meldeman, Niclas: Warhafftige Handlung wie und welchermassen der Türck die Stat Ofen und Wien belegert... Nachvolgend durch Niclausen Meldemann Burger zu Nüreberg mit merer anzeigung...sampt einer contrafactur der Stat Wien außgangen/ durch Niclausen Meldemann, 1530,[31 S.], WStLB A 12034 83 Wiener Stadt- und Landesbibliothek Stern von Labach, Peter: Belegerung der Statt Wienn: im jar, Als man zallt nach Cristi geburt, tausent fünffhundert unnd im newnundzwaintzigisten Geschehn kürzlich angezaigt,Wien 1529,[31] S., WStLB A 12033 Wahrhafftiger Grundt unnd bericht von dem Thürckischen krieg, wie es ergangen und gehandelt worden in Ungern, Osterreych und vil andern umligenden gegenden unnd Flecken ec.: Mit sampt dem absagbrieff, so der Thürkisch Keyser Künig Ferdinando etc.. uberschickt des jars tausent funffhundert unnd in neunundzweyntzigsten auff das kürtzigst angezeygt,...Auch von etlichen wunderzeychen...so verschyner zeit u Wien in Österreych, im Landt zu Behem, im Westerrych..., Nürnberg 1529, 10 Bl., WStLB A 10713 Warhafftige newe Zeittung von dem Türcken, welliche eyngefangner Türck zu Wien, auff die Fragstuck, so hierinn begriffen, geantwort, 1532,[7] S., WStLB A 12036 Die Erfindung der Buchdruckerkunst bot völlig neue Möglichkeiten, einen größeren Publikumskreis zu erreichen. Befassten sich die bisherigen Massendrucke vorwiegend mit kirchenpolitischen Fragen, waren die Türkenkriege die ersten militärischen Ereignisse, die in dieser frühen Form der Massenpresse ihren Niederschlag fanden. Auch wenn ein Großteil der Bevölkerung in der frühen Neuzeit Analphabeten waren, erkannten die weltlichen und kirchlichen Machthaber schon bald die Möglichkeit des neuen Mediums, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Trotz der relativen Sachlichkeit ihrer Darstellung dienen die offiziellen Berichte auch der politischen Propaganda, galt es doch, säumige Fürsten zu motivieren, am Kampf gegen die Türken teil­ zunehmen und Türkensteuern zu bezahlen. Noch im Jahr der Belagerung schrieb der "lateinische Kriegssekretär" Ferdinands I. einen Bericht über die Belagerung(A 12033), der von Niclas Meldeman bearbeitet und 1530 in Nürnberg gedruckt wurde(A 2034). Auch die Schrift von Hieronymus Berlin ist der offziellen Berichterstattung zuzurechnen(A 12032). Hans Lutz schildert die Situation des Reichs­ heeres(A 87382). Da die Türkenkriege in die Zeit der Glaubensspaltung fielen, interpretierte man die militärische Bedrohung als Reaktion Gottes auf Glaubenszweifel. Zahlreiche Druck­ schriften versuchten deshalb eine theologische Erklärung bzw. Lösung für das Türkenproblem zu finden(A 196693, A 10713, A 220534). Guldemundts Bericht ist ein sogenannter "Absagebrief" vorangestellt, eine fingierte Kriegserklärung des Sultans, die der kaiser­ lichen Propaganda gedient hat. Auf dem Titelblatt von Haselbergs Bericht sind Kaiser Karl V. und Sultan Suleyman aufeinander zureitend dargestellt. Tatsächlich hat eine solche Begegnung nie stattgefunden. Flug­ schriften, die besonders spektakulär grauen­ volle Details der Belagerung wiedergaben, erfreuten sich besonderer Beliebtheit, die (meist anonymen) Urheber konnten sich daher auch beachtliche Verkaufserfolge versprechen. Oft werden die drastischen Schilderungen durch Titelholzschnitte illustriert. So zeigt ein Titelholzschnitt drei Türken, die drei kleine Kinder ermorden(A 75670). Dieselbe Tendenz weist auch die Flugschrift"Ain gründtlicher und wahrhaffter bericht..."(A 11333) auf. Der Titelholzschnitt zeigt einen heftigen Kampf vor den Mauern Wiens. Neben einer drastischen Schilderung des Kriegsgeschehens werden auch Aussagen türkischer Gefangener wieder­ gegeben. Vernehmungsprotokolle gefangener Türken erschienen auch als Einzelpublikationen wie in der vorliegenden"Newen Zeittung"(A 12036). Für die Reprints des Archiv Verlags in Wien wurden mehrere Vorlagen zur Verfügung gestellt, die Reihe"Sagen aus Österreich" wurde auch im Lesesaal der Bibliothek präsentiert. 84 Wiener Stadt- und Landesbibliothek Folgende Vorlagen aus der Bibliothek wurden in Reprints neu gedruckt: Salzburger Volkssagen: Wien, A Hartleben 1880 Hans von der Sann: Sagen aus der grünen Mark, Graz, Leykam,1952 Josef Pöttinger: Oberösterreichische Volkssagen. Wien, Scholle Verl., 1948 Josef Pöttinger: Niederösterreichische Volkssagen. Wien, Bundesverl., 1924 Moriz Bermann: Sagen und Legenden aus der Kaiserstadt Wien. 2. Aufl., Stuttgart, Loewes o.J. Wilhelmine Schröder-Devrient: Memoiren einer Sängerin. Privatdruck.o.O., 1907 Die reizenden Verkäuferinnen oder Julchens und Jettchens Liebesabenteuer auf der Leipziger Messe. Amsterdam(Fingiert:) o.J. Gustav Schilling: Denkwürdigkeiten eines Herrn von H. Leipzig, o.V.u.J. Denis Diderot: Die Nonne. Basel, S. Flick, 1797 Guillaume Apollinaire: Die Großtaten eines Don Juan. 1907 Honoré-Daniel Riquetti Comte de Mirabeau: Hic& haec oder die Kunst, die Vergnügungen der Liebe und der Wollust zu vermannigfachen. In: Erotika Biblion, Imprimerie de Vatican (fingiert), Rom 1783 Das gemeinsam mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek im Verlag Turia und Kant herausgegebene Jahrbuch "Sichtungen. Archiv-Bibliothek-Literaturwissen­ schaft" wurde fortgesetzt, 2005 erschien der Doppelband 6/7. Weitere Projekte: Mitarbeit an der historisch- kritischen Ausgabe der Werke von Johann Nestroy Mitarbeit an der historisch- kritischen Ausgabe der Werke von Ferdinand Raimund Projektleitung von KOOP LITERA(Kooperation der österreichischen Literaturarchive) gemeinsam mit der Literaturarchiv der ÖNB Mitarbeit an der Weiterentwicklung des Regelwerks RNA- Regeln für Nachlässe und Autographen Mitarbeit in der Arbeitsgruppe der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare zum Thema Musikalienkatalogisierung Edition von Josef Schrammels Tage- Buch über seine Reise in den Vorderen Orient. 85 Wien Museum WIEN MUSEUM DAS WIEN MUSEUM ALS MARKENZEICHEN IN DER WIENER MUSEUMSLANDSCHAFT Publikumserfolg mit starken Ausstellungen Das erfolgreichste Projekt fand aus Platzgründen„auswärts“ statt, im Künstlerhaus: Mit der Großausstellung“Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war“ gelang es dem Wien Museum, mit einem für Wiens Identität essenziellen Thema nicht nur große Aufmerksamkeit zu erreichen, sondern auch einen wichtigen diskursiven Beitrag zur Stadtdiskussion zu leisten. Mit 57.000 BesucherInnen war“AltWien“ Wiens erfolgreichste kulturhistorische Ausstellung seit vielen Jahren. Die Ausstellung kommunizierte auf überzeugende Weise das Selbstverständnis des Wien Museums als interdisziplinäres Großstadtmuseum, das sich vorgenommen hat, wichtige Stadtthemen jeweils in einem umfassenden gesellschafts­ geschichtlichen Kontext zu betrachten. Zudem wurde mit“Alt-Wien“ auf die einzigartige Qualität der Präsentationsräume im Künstlerhaus hingewiesen und war somit auch ein Plädoyer dafür, dieses einzigartige Aus­ stellungshaus für die Zukunft zu erhalten. Auch einige Ausstellungen im Haupthaus am Karlsplatz (“Wien Museum Karlsplatz“) wurden zu Publikumshits, allen voran“Die SinalcoEpoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945“, mit der das Wien Museum einen markanten Akzent im zeitgeschichtlichen Erinnerungsjahr 2005 setzen und ein breites Publikum(47.500 BesucherInnen) erreichen konnte. Inklusive aller Außenstellen hat sich die BesucherInnenzahl des Wien Museums im Jahr 2005 um 6,3% auf 322.622 erhöht(bereinigt um die Mozartwohnung im Figarohaus, die 2005 wegen Umbaus geschlossen war). Das führte auch zu erheblichen Einnahmen­ steigerungen. Einmal mehr waren es die Sonderausstellungen, die für das steigende Publikumsinteresse verantwortlich waren, während die Dauerausstellungen stagnierten. Deren Neukonzeption, die über eine Neugestaltung weit hinaus gehen wird müssen, ist somit ein Hauptziel für die kommenden Jahre. “WIEN MUSEUM“ als erfolgreiche Marke Die, von den Medien durchwegs positiv aufgenommenen, Ausstellungen hatten im Jahr 2005 eine zusätzliche Aufgabe: Sie trugen dazu bei, das“Wien Museum“ endlich wieder zu einem Markenzeichen in der Wiener Museumslandschaft zu machen, indem sie den neuen Namen und die neue“corporate identity“ des Hauses propagierten und etablierten. Ein Hauptziel der Marketingplanung für 2004 und 2005 hatte gelautet: “Wir wollen im heiß umkämpften Wiener Museumsmarkt eine eigenständige und eindeutig definierte Position einnehmen und unsere Marke deutlich im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern.“ Obwohl erst im Herbst 2003 der Name“Wien Museum“ die langjährige Bezeichnung“Historisches Museum der Stadt Wien“ abgelöst hatte, war der neue Name schnell im Bewusstsein der Wienerinnen und Wiener verankert. Das profilierte Pro­ gramm, die intensivierte Medienarbeit und Außenwerbung mit klarer ästhetischer Linie haben dies bewirkt. Eine telefonische Meinungsumfrage ergab eine überraschend hohe Bekanntheit des neuen Namens“Wien Museum“, zudem wurde dem Museum konzidiert, im Erscheinungsbild “jünger“ und“moderner“ geworden zu sein. Das renommierte Marktforschungsinstitut Integral hat im Rahmen des regelmäßig durchgeführten Kulturmonitorings KUMO ermittelt, dass das Wien Museum im Raum Wien von den Befragten bei der“spontanen Präsenz“(Antworten auf die Frage“Welche Museen kennen Sie?“) an dritter Stelle liegt, gleich nach dem Kunsthistorischen Museum und der Albertina. Auch in der internationalen 86 Wien Museum Museumswelt wurde man auf den erfolgreichen “Relaunch“ des Wien Museums aufmerksam. Mit der Wiedereröffnung des seit langer Zeit ungenutzten Stadtbahnpavillons von Otto Wagner auf dem Karlsplatz wurde das Angebot des Wien Museums erweitert. Gemeinsam mit dem Architekturbüro BWM wurde von der Architekturkuratorin Renata Kassal-Mikula eine Dokumentation zum Werk und zu den Ideen des bedeutenden Architekten Otto Wagner erarbeitet. Die Neueröffnung im August 2005 löste sehr positives Echo aus. Die starke Präsenz in der Öffentlichkeit ermöglichte es dem Museum, erstmals mit einem Hauptsponsor(Wiener Stadtwerke) zu kooperieren. KOOPERATION BEIM MOZARTHAUS Im Hinblick auf das Mozartjahr 2006 kam es endlich zu einer Renovierung und Neugestal­ tung des sogenannten“Figarohauses“ in der Domgasse, das völlig umgebaut wurde, um 2006 als“Mozarthaus Vienna“ neu eröffnet werden zu können. In diesem Haus befindet sich die einzige erhaltene Wiener Wohnung von Wolfgang Amadeus Mozart, die vom Wien Museum seit vielen Jahrzehnten erfolgreich als Außenstelle geführt worden war und in den letzten Jahren jährlich von circa 70.000 BesucherInnen(vor allem TouristInnen) besucht worden war. Für die Betreibung des neuen Mozarthauses wurde – als public-private partnership – von der Wien Holding und der Raiffeisenbank eine Gesellschaft gegründet, der 2006 das Wien Museum mit 24 Prozent beitrat. Damit wurde wirtschaftliches Neuland betreten, werden doch künftige Geschäftserfolge des Mozart­ hauses auch dem Museum zu Gute kommen. Zudem ist es gelungen, eine Lösung zu finden, die garantiert, dass das Museum als wissen­ schaftliche Anstalt öffentlichen Rechts weiter­ hin die Ausstellung in der eigentlichen Mozart­ wohnung im ersten Geschoß autonom als Außenstelle des Wien Museums betreut. Zugleich wurde die Mozartwohnung zu einem integralen Teil des neuen Gesamtangebots “Mozarthaus Vienna“. Ein Arbeitsschwerpunkt des Jahres 2005 war die Erarbeitung einer völligen Neugestaltung der Mozartwohnung nach aktuellen museolo­ gischen Erfordernissen(Konzept: Werner Hanak, Ulrike Spring, Wolfgang Kos; Gestaltung: Kriso Leinfellner/Lichtwitz). EIN UMBAU MIT VIELEN FACETTEN 2003 war beschlossen worden, im Haupthaus am Karlsplatz die Raumnot durch die Schaf­ fung einer zusätzlichen Fläche für Sonderaus­ stellungen zu mildern, den unansehnlich gewordenen Eingangsbereich neu zu gestalten und zahlreiche andere Umbauten“hinter den Kulissen“ zu veranlassen. Um Platz im Museumsgebäude zu schaffen, wurden etliche Funktionen – Büros, Bibliothek, Besprechungs­ räume – in das Nachbarhaus, in dem Räume angemietet wurden, verlagert. Diese Maßnahmen konnten im Jahr 2005 abgeschlossen werden. Dadurch kam es zu wichtigen Verbesserungen: Die Grafikrestaurie­ rung konnte endlich adäquate Räume be­ ziehen, die Museumsvermittlung erhielt als wichtigste Scharnierstelle zum Publikum erst­ mals Arbeitsräume im Museum(u.a. ein “Extrazimmer“ für Schulklassen und Besuche­ rInnengruppen), eine moderne Sicherheits­ zentrale konnte installiert werden – und es entstanden längst überfällige, helle Sozial­ räume für die MitarbeiterInnen. Nun ging es darum, eine überzeugende architektonische Lösung für die für das Publikum sichtbaren Bereiche des Umbaus zu finden, also für die Schaffung eines neuen großzügigeren Eingangsbereichs inklusive einer Revision der Museumsinfrastruktur und eines neuen ca. 400 Quadratmeter großen Aus­ stellungsbereichs im 1.Obergeschoß. Das Museumsgebäude am Karlsplatz wurde 1959 eröffnet und war bis zur Errichtung des Museumsquartiers der einzige namhafte 87 Wien Museum Museumsneubau der Zweiten Republik. So unbestritten die architektonische Bedeutung auch ist – funktional entsprach das Haus keineswegs mehr den wachsenden Anfor­ derungen eines modernen Museumsbetriebes. Diese unbefriedigende Situation sollte durch gezielte architektonische Eingriffe bereinigt werden. Der Umbau im Wien Museum Karlsplatz war also die entscheidende Etappe für den Relaunch des Museums. Anfang 2005 wurde mit Unterstützung der MA 19 ein Wettbewerb veranstaltet, zu dem fünf Architekturbüros eingeladen wurden. Die Jury(Hermann Czech, Günter Lausch, András Pálffy, Marta Schreieck, Hemma Fasch, Dieter Bogner, Wolfgang Kos, Angelica E. Röhr unter Beratung durch Bruno Maldoner- BDA) ermittelte das Projekt von BWM als das am besten geeignete, um im Dialog mit der wertvollen originalen Bau­ substanz aus den 1950erJahren – Architekt war Oswald Haerdtl – neue Akzente im Museum zu setzen und funktionale Verbesse­ rungen herbeizuführen. Mit den Umbauarbeiten wurde Anfang 2006 begonnen. Eine weitere wichtige bauliche Maßnahmen war die Restaurierung der gefährdeten Decken­ fresken und Schaffung neuer sanitärer Anlagen sowie eines neuen Ausstellungs-Lichtsystems in der Hermesvilla(Fertigstellung März 2005) Nach Abschluss der im Jahr 2005 begonnenen Restaurierungsarbeiten der Virgilkapelle wird dieser größte erhaltene gotische Innenraum in Wien den BesucherInnen wieder zugänglich sein. MUSEUMSDIDAKTIK UND VERANSTALTUNGEN Die Arbeit der Abteilung Vermittlung und Bildung konzentrierte sich auf die Diversi­ fizierung der Bildungsangebote und Ver­ mittlungsformate. Durch den im Mai 2005 eröffneten Seminarraum,- das so genannte “Extrazimmer“- konnten neue Angebote wie beispielsweise Biografiearbeit mit SeniorInnen entwickelt werden. In sämtlichen Sonder- und Dauerausstellungen des Wien Museum wurden öffentliche Führun­ gen zu fixen Terminen, sowie Führungen bzw. Ausstellungsgespräche für angemeldete Gruppen bzw. Schulklassen angeboten. Lehrpersonal konnte sich bei freiem Eintritt im Rahmen speziell eingerichteter Veranstal­ tungen über die Vermittlungsprogramme informieren. Für die Sonderausstellung“Tiere in der Großstadt“ wurde für alle Zielgruppen ein breites Themenspektrum an Vermittlungspro­ grammen konzipiert. Kinder und junge Erwachsene konnten zwischen“ Marder auf Rädern“, ein mit der Umweltstadträtin gemeinsam entwickeltes Programm, bei dem nach einer erfolgreichen Fährtensuche der Umweltführerschein verliehen wurde,.“Oh Schwalbe leih’ mir deine Flügel....“ und “ Pooh! Oder findet Bello! entscheiden. Eine Herausforderung für die konzeptive Arbeit der Abteilung stellte die Ausstellung Die Sinalco Epoche dar. Ausstellungsgespräche für SchülerInnen und Lehrlinge stellten die Frage nach der Bedeutung von“ Dachhasen und Dosenhengsten“ und der Signifikanz zu dem von der Lebensmittelindustrie verwendetet Slogan“ Iss was G’scheits!“, der gleichzeitig Titel eines Vermittlungsprogramms für SchülerInnen der Unterstufen war. Auch das Sommerferienspiel baute unter dem Titel “Hamsterrallye im Wien Museum“ auf den Inhalten der Sinalco-Epoche auf. Beim Recycling-Workshop wurden Egg-Packs und Plastiktüten zu Handtaschen und anderen brauchbaren Dingen umgestaltet und eine Rätselrallye, die zum Hamstern aufrief, führte durch den Resselpark. Beim traditionellen Winterferienspiel am 24. Dezember wurden Nudeln aller Art zum Werkstoff für ein Last­ Minute-Weihnachtsschmuck-Basteln. Mit “Bibersuppe und Nudelengel – Weihnachten im Wien Museum“ und den Fragen nach traditionellen Festspeisen wurde die Ausstellung“Um die Wurst – Essen und Trinken im Mittelalter“ in den Mittelpunkt gestellt. 88 Wien Museum Als eine Initiative zur Etablierung des Wien Museum als Ort für Erwachsenenbildung verstehen sich biografisch orientierte Bildungsangebote. Ausgehend von den Erfahrungen in der Sonderausstellung John F. Kennedy, in deren Rahmen BesucherInnen Objekte, die im Zusammenhang mit dem Wiener Gipfeltreffen standen, einbringen und präsentieren konnten, initiierte das Wien Museum im Kontext der Ausstellung“Die Sinalco-Epoche“ ein biografisches Gesprächs­ café. Die Gründung eines Gesprächskreises im Oktober 2005 stellt die Fortsetzung biografisch orientierter Bildungsarbeit dar. In Zusammen­ arbeit mit Gert Dressel von der“Dokumen­ tation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ an der Universität Wien wurde als erster Schritt ein Gesprächscafé als Austauschforum für BesucherInnen initiiert. Im Anschluss an ein Ausstellungsgespräch konnte im“ Extra­ zimmer“ bei Kaffee und Kuchen den persön­ lichen Erinnerungen Raum geboten werden. Die biografische Gesprächsrunde“Schöner Wohnen im Gemeindebau“ hat zwar als formuliertes Ziel die Suche nach Objekten bzw. Widmungen für des Sammlungsdepartment Stadtleben nach 1918, möchte aber vor allem SeniorInnen die Möglichkeit geben, ihr Leben nochmals zu sortieren, Bilanz zu ziehen und sinnhafte Verknüpfungen zwischen sich selbst und der Gesellschaft herzustellen. Insgesamt wurden 2226 Führungen im Wien Museum und seinen Außenstellen angeboten. Mehr als die Hälfte(1171) davon waren reser­ vierte Ausstellungsgespräche für SchülerInnen, 626 Öffentliche Führungen und 429 reservierte Führungen für Erwachsene. Nach Sonderaus­ stellungsthemen aufgeschlüsselt fanden 392 Führungen in"Die Sinalco-Epoche", 344 in "Alt-Wien" und 189 in"Tiere in der Großstadt" statt. SYMPOSIEN IM WIEN MUSEUM Am 7. Dezember 2005 veranstaltete das Institut für Theaterwissenschaften der Uni­ versität Wien in Kooperation mit dem Wien Museum das Symposium“Zukunft ohne Vergangenheit? Kultur/ Politik in Wien 1945 – 55“. Thematisiert wurden die kulturellen Initiativen(Theater, Kino, Ausstellungen, Hörfunk, Fernsehen), und zwar mit einem genauen Blick auf das wissenschafts- und kulturpolitische Klima jener Zeit, in der die Verdrängung der unmittelbaren, aber auch der mittelbaren Vergangenheit die dem Anschein nach so zukunftsorientierte Gegenwart bestimmte. Als Vortragende waren namhafte WissenschafterInnen aus den Fachbereichen Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Zeitgeschichte geladen. Das Symposium war ein weiterer Beitrag zum Gedenkjahr 2005 und erfuhr in der Fachwelt große Beachtung. AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN INTERNATIONAL/ NATIONAL(AUSWAHL) - Am 11.11. 2005 wurde in St. Petersburg die Ausstellung“Wien, Budapest und Sankt Petersburg- zwischen Historismus und Avantgarde 1873-1920“ eröffnet. Diese Ausstellung war zuvor schon in Wien und Budapest gezeigt worden. Das Wien Museum war durch die stellvertretende Direktorin, Dr. Renata Kassal-Mikula bei der Pressekonferenz und der Abenderöffnung vertreten. Unter den Ausstellungsobjekten befanden sich 66 wertvolle Objekte, die das Wien Museum aus seinen Sammlungen zur Verfügung gestellt hat.(13.11.2005-5.2.2006) - Für die sehr erfolgreiche Ausstellung“Klimt dessins érotiques“ wurden dem Musée Maillol in Paris 38 Leihgaben zur Verfügung gestellt. Das Wien Museum war somit Hauptleihgeber für dieses Projekt.(9.3.-6-6.2005) -“Retrospektive Egon Schiele“, Van Gogh Museum, Amsterdam: An diese Ausstellung gingen zwei der zentralen Werke Egon Schieles, die sich in der Sammlung des Wien Museums befinden:“Selbstportrait“ und das “Schlafzimmer“(25.3.-19.6.2005) - Als Hauptleihgeber trat das Wien Museum mit 40 Leihgaben auch bei der in Spanien an zwei Orten gezeigten Schieleausstellung auf. “Egon Schiele“, Museo d'Art Espanyol Contemporanei(26.7.-4.9.2005), Palma de Mallorca- Museo de Arte Abstracto Espanol, Cuenca(13.9.-12.11.2005) 89 Wien Museum - Bei der berühmten österreichischen Rennomier-Ausstellung“Klimt, Kokoschka, Moser, Schiele“, die in der Réunion des Musées Nationaux, Grand Palais in Paris gezeigt wurde, war das Wien Museum mit sechs Leihgaben vertreten.(4.10.2005­ 9.1.2006) -“Off Limits. Amerikanische Besatzungs­ soldaten“, Rathaus, 18.2.-3.6.2005 -“Arnold Schönberg: Das Bildnerische Werk“, Schönberg Center, 3.3.-26.6.2005 -“Jetzt ist er bös, der Tenenbaum“, Jüdisches Museum Wien, 20.4.-4.7.2005 -“Lauter Helden- NÖ Landesausstellung“, Heldenberg in Kleinwetzdorf, 4.5.-1.11.2005 -“Die Nackte Wahrheit – Klimt, Schiele, Kokoschka und andere Skandale“, Leopold Museum, 13.5.-23.8.2005 -“Das neue Österreich. Die Ausstellung zum Staatsvertragsjubiläum 1955/2005“, Österreichische Galerie Belvedere, 16.5.­ 1.11.2005 -“Franz Lehár – Die lustige Witwe“, Wiener Stadt- und Landesbibliothek, 17.6.­ 21.10.2005 -“Rudolf von Alt“, Albertina, 8. 9. 2005 bis 27.11.2006 -“Stadt.Bild.Wien“, Albertina, 20.10.­ 22.1.2005 NEUANKÄUFE, SCHENKUNGEN, RÜCKSTELLUNGEN Zu den bedeutendsten Kunstankäufen des Jahres 2005 zählen Rudolf von Alts Aquarell “Der Stephansdom zur Weihnachtszeit“ und eine biedermeierliche Genredarstellung von Josef Ziegler, die auch von großem kultur­ historischen Interesse ist. Im Zuge der Ausstellung“Die Sinalco Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945“ konnten für das Sammlungsdepartment Geschichte und Stadtleben nach 1918 eine Reihe von Alltagsgegenständen sowie Bücher und Broschüren, die repräsentativ für die Konsumgeschichte der Zeit nach 1945 sind, erworben werden. Viele dieser Objekte waren auch Schenkungen, darunter eine Einbauküche der 1950er Jahre. Für die Intervention “Batzen, Wuschel und Zapfen. Witzzeichner besuchen das Museum“ kaufte das Wien Museum Arbeiten bedeutender Zeichner, die auf ironische Weise die Schausammlung des Museums dokumentieren. Zeitgeschichtlich wichtige Ankäufe waren 28 Fotos zu Arena-Besetzung und eine Serie von Fotos der Obdachlosenzeitschrift Augustin, die „Ansichten zu Verschwendung“ zeigen. Architekturhistorisch bedeutend war der An­ kauf eines Teils des Vorlasses von Architekt Karl Mang. Ein Keuschheitsgürtel aus dem 16. Jahrhundert, ein seltenes und daher wertvolles Objekt für die Dokumentation der Geschichte der Frau, wurde ebenfalls im Jahr 2005 angekauft. Skizzen von Prof. Karl Stojka und Damenmode sowie Accessoires der 1920er, 30er und 70er Jahre – darunter Stücke der Modedesignerin Eva Riedl – zählen zu den wichtigsten Schenkungen. Im Zuge der weltweiten aktiven Suche nach Erben der zu restituierenden Sammlungs­ gegenstände, konnten Objekte, die das Museum aufgrund unrechtmäßiger Enteignun­ gen in der NS-Zeit erworben hatte, 2005 an die rechtmäßigen Erben der ehemaligen Eigentümer zurückgegeben werden. Darunter befanden sich beispielsweise eine Mappe mit 30 Federzeichnungen von Moritz von Schwind,"Die Hochzeit des Figaro", aus der Sammlung Univ. Prof. Dr. Josef Hupka sowie ein Kokosnussbecher aus Silber, um 1600, aus der Sammlung Ing. Ernst Egger. Das Provenienzforschungsprojekt wird weiterhin von Dr. Michael Wladika koordiniert. DIE AUSSTELLUNGEN DES JAHRES 2005 Wien Museum Karlsplatz, Sonderausstellungsraum “John F. Kennedy“ mit Special:“Gipfel Wien 1961 ­ Chruschtschow und Kennedy” 27. Jänner – 24. April 2005, in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum Berlin 90 Wien Museum KuratorInnen: Andreas Etges(DHM), Michaela Lindinger, Monika Sommer Ausstellungsarchitektur: RAHM architekten Grafik: PURPUR, Larissa Cerny Die Ausstellung bildete den Auftakt eines dreiteiligen Programms, das vom Wien Museum als Beitrag zum Schwerpunktjahr “nach 1945“ entwickelt wurde. Die Hoffnungs- und Symbolfigur Kennedy steht symptomatisch für die Aufbruchs-, aber auch die Krisenstimmung in den ersten beiden Jahr­ zehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Ergänzt wurde die Übernahme aus Berlin um eine "Ausstellung in der Ausstellung“,"Gipfel­ treffen: Kennedy und Chruschtschow in Wien". Mit dem"Wiener Gipfeltreffen" zwischen John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow am 3. und 4. Juni 1961 konnte sich Wien der internationalen Öffentlichkeit als Weltstadt präsentieren und sich im kalten Krieg als neu­ trale Begegnungszone zwischen den Blöcken inszenieren:"Wien will wieder Weltstadt werden", verkündete die Stadt mit wieder­ erstarkendem Selbstbewusstsein nach der Unterzeichnung des Staatsvertrags und der erfolgreichen Bewältigung der unmittelbaren Probleme der Nachkriegszeit. “Als historisch kritische Würdigung wurde die von Berlin übernommene und für Wien adaptierte Ausstellung von den Kuratoren, die alle jünger als Jahrgang 1963 sind, konzipiert. Das tut der Ausstellung gut...“ “Historisch ist die Ausstellung sehr gut mit Dokumenten, Filmen und Fotos aufbereitet, manches erfreut, manches überrascht, manches stimmt nachdenklich.“ Kurier “Besonders interessant: Das Wien Museum lädt Wiener, die Erinnerungsstücke an das Gipfeltreffen oder an j. F. Kennedy besitzen, ein, sich an der Ausstellung zu beteiligen.“ Die Presse “Das ‚Special’ ist weit mehr als ein Rückblick auf eine Begegnung zweier Spitzenpolitiker... Es ist eine Ausstellung über eine Stadt, welche die Chance erhielt, sich für drei Tage im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit zu sonnen.“ Die Furche “Eine Ausstellung im Wien Museum zeigt in einer außerordentlich sehenswürdigen Schau, wie dieses Gipfeltreffen die unterschiedlichsten Erwartungen weckte.“ Frankfurter Allgemeine “Die Sinalco Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945“ 12.Mai – 25.September 2005 Kuratorin: Susanne Breuss Ausstellungsarchitektur: propeller z Grafik: Lichtwitz – Büro für visuelle Kommunikation Als zweiter Beitrag des Wien Museums zum Jubiläumsjahr 2005 war die Ausstellung zu­ gleich Teil eines Schwerpunktes mit zeit­ geschichtlichen Themen. Der Fokus auf die Alltags- und Sozialgeschichte ermöglichte es, die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung nach 1945 aus der Perspektive der eigenen Erfahrungsbereiche zu reflektieren. Ernährung und Konsum als zentrale Bereiche des täg­ lichen Lebens, wurden im Kontext gesamtge­ sellschaftlicher Strukturen und Veränderungs­ prozesse beleuchtet. So wird etwa die zu­ nehmende Beschleunigung sämtlicher Lebens­ bereiche als Folge umfassender Moderni­ sierungsprozesse auch an den Ernährungs­ und Konsumgewohnheiten sichtbar: EspressoBars, Fast Food-Lokale, Küchenmaschinen als "Tempomaschinen", Supermärkte oder Lebensmittelautomaten sind charakteristische Phänomene, die in der Ausstellung thematisiert wurden. Anhand sieben thematischer Kapitel erzählte die Ausstellung von der Wiederer­ langung eines“normalen Lebens“ nach Jahren des Mangels. Ein umfangreiches Rahmenprogramm hat zusätzlich zum großen Erfolg dieser Aus­ 91 Wien Museum stellung beigetragen. Unter anderen sprachen Hermes Phettberg und Wendelin SchmidtDengler unter dem Titel“Meine Heimat, die Marke“ über Konsumlust und das Verschlingen im Leben und in der Literatur. In Gesprächs­ cafés hatten BesucherInnen der Ausstellung die Möglichkeit, ihre persönlichen Geschichten zu erzählen. “...So ist es besonders erfreulich, dass das Wien Museum seinen Beitrag zum Gedenkjahr der kulinarischen Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik gewidmet hat.“ Der Standard- RONDO “Das Wien Museum präsentiert mit ‚Die Sinalco Epoche’ eine Ausstellung mit einem klugen, persönlichen Zugang zum Gedenkjahr.“ Kurier “... Das beleuchtet die gut gemachte Ausstellung ‚Die Sinalco Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945’ im Wien Museum am Karlsplatz zum Jubiläum 2005.... Für Ältere ein Stück Nostalgie(‚Das haben wir auch gehabt’). Für Jüngere eine sehr ‚exotische’ Erfahrung.“ Die Krone “Als Zugeständnis an den Staatsvertrag ist eine von wem auch immer geleerte Falsche ‚Dürnsteiner Katzensprung’ zu sehen.“ Der Falter “Moderat Modern. Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945“ 20. Oktober 2005 bis 29. Jänner 2006 KuratorInnen: Judith Eiblmayr, Iris Meder, für das Wien Museum: Renata Kassal-Mikula, Wolfgang Kos, Isabelle Exinger Ausstellungsarchitektur: Judith Eiblmayr Grafik: A|H Haller Nach 1945 ging es um schnellen Wieder­ aufbau, möglichst ohne Diskussionen, die den gesellschaftlichen Konsens hätten gefährden können. Mit der Ausstellung“Moderat Modern“ setzte das Wien Museum einen weiteren Akzent im Gedenkjahr 2005 und untersuchte die Entstehungsbedingungen und Qualitäten 92 der Nachkriegsmoderne. Im Mittelpunkt der Ausstellung stand ein Architekt, der wie kein anderer die"moderate Moderne" repräsentiert: Erich Boltenstern. Er war einer der meistbeschäftigten Gestalter und Planer seiner Zeit, sein Ringturm für die Wiener Städtische Versicherung, das erste "echte" Hochhaus in Wien, wurde vor genau fünfzig Jahren fertig gestellt und symbolisierte damals den Aufbruch in die Moderne. In der Ausstellung wurden erstmals Pläne, Zeich­ nungen und Fotos aus dem Nachlass Erich Boltensterns gezeigt, ergänzt durch Schlag­ lichter auf Ringstraßen-Bauten anderer Zeit­ genossen, etwa Oswald Haerdtl oder Carl Appel. “In der Ausstellung über den Architekten Erich Boltenstern im Wien Museum steht die Architektur des Wiederaufbaus am Prüfstand.“ Der Falter “ Die Schau im Wien Museum gibt auch hierüber Auskunft und fördert das Verständnis dafür, was Wien und Österreich beim Wieder­ aufbau nach dem Krieg bewegte.“ Salzburger Nachrichten “... Jetzt versucht die gut gemachte Schau am Karlsplatz Boltenstern& Co neu zu sehen und ihnen, in ihrer Zeit, gerecht zu werden.“ Die Krone Wien Museum Karlsplatz, Atrium “Andersen in Wien“ 10. März bis 30. April 2005 Kuratorinnen: Irene Nawrocka, Ulrike Spring Ausstellungsgestaltung: Checo Sterneck Grafik: Maria-Anna Friedl Anlässlich des 200. Geburtstages von Hans Christian Andersen am 2. April 2005 zeigte das Wien Museum die Ausstellung"Andersen in Wien" mit zwei Schwerpunkten: Von den Stadtmuseen von Odense(Andersens Geburts­ ort) zusammengestellte Bildfahnen präsen­ tierten sein Leben und Werk und illustrierten das heterogene Spektrum seiner Aktivitäten – Wien Museum hier konnte man nicht nur dem Märchen­ erzähler, sondern auch dem Zeichner und Künstler Hans Christian Andersen begegnen. Eine ergänzende, vom Wien Museum konzipierte Spezialausstellung legte den Schwerpunkt auf die Aufenthalte Andersens in Wien: anhand seiner witzigen und kritischen Beobachtungen wurden Fenster auf die historische, architektonische und kulturelle Entwicklung der Stadt über Jahrzehnte hinweg aus der Perspektive eines Nicht-Wieners geöffnet. “In der Ausstellung gibt es eine“Lese-Ecke“, und jeden Freitag, Samstag und Sonntag (jeweils 16 Uhr) lesen Burg-Schauspieler von Hans Christian Andersen. Eintritt frei!“ Die Krone “Das Wien Museum Karlspatz widmet dem dänischen Märchendichter eine Ausstellung – und lud Burgschauspieler ein, aus seinen Texten zu lesen.“ Der Standard “In Wien ist die Schau mit Dokumenten, Bildern und Schriften ergänzt, die seine sechs Wienaufenthalte zwischen 1834 und 1872 dokumentieren.“ Augustin “H. C. Andersen war nicht nur ein großer Schriftsteller, sondern auch ein großer Reisender des 19. Jahrhunderts.“ Die Presse „Der Ringturm 55/05 Die Konzernzentrale der Wiener Städtischen Versicherung Wirtschaftsgeschichte – Sozialgeschichte – Stadtgeschichte“ Eine Ausstellung der Wiener Städtische Allgemeine Versicherung Aktiengesellschaft im Wien Museum Karlsplatz 18. Oktober bis 20. November 2005 Kurator: Georg Rigele Graphikdesign: A|H Haller Ausstellungsgestaltung: A|H Haller, Georg Rigele Die Ausstellung hat den städtebaulich markan­ testen Bau Erich Boltensterns zum Thema. Die Nutzung des Gebäudes, seine allmählichen Veränderungen und die Generalsanierung in den 1990er Jahren wird mit der Wirtschafts­ und Sozialgeschichte der Versicherung in Beziehung gesetzt. Aus- und Fortbildung, die Orientierung an internationalen Entwicklungen, Mitbestimmung und Familienfreundlichkeit haben die Unternehmenskultur im Laufe der Jahrzehnte besonders gekennzeichnet. Seit seiner Eröffnung im Juni 1955 dient der Ringturm als Konzernzentrale der Wiener Städtischen Versicherung, die sich in den vergangenen Jahren von einem österreichi­ schen Versicherungskonzern zu einer inter­ nationalen Gruppe mit dem Schwerpunkt in Zentral- und Osteuropa gewandelt hat. Wie kaum ein anderes Unternehmen wird die Wiener Städtische mit ihrem Unternehmenssitz identifiziert. Als das erste Bürohochhaus in Wien ist der Ringturm zugleich Imageträger und Wahrzeichen. “Verkauft. Enteignet. Verbüchert. Wiener Liegenschaften 1938-1945“ 1. Dezember 2005 bis 29. Jänner 2006, in Kooperation mit dem Verein Forschungsbüro im Auftrag der Stadt Wien Forschung/Kuratierung: Edith Leisch-Prost, Verena Pawlowsky, Harald Wendelin, Peter Eppel Ausstellungsgestaltung: Erwin Bauer KEG, Konzept und Gestaltung Grafik: Erwin Bauer KEG, Konzept und Gestaltung Im Jahr 2001 verpflichtete sich die Stadt per Gemeinderatsbeschluss, ihre Liegenschaften auf“arisierte“ Fälle hin zu untersuchen. Ein dreiköpfiges Historikerteam durchforstete die 12.000 Liegenschaften, die sich heute im Besitz der Stadt befinden und filterte jene heraus, die den ursprünglichen – in den meisten Fällen jüdischen – Besitzern zwischen 1938 und 1945 unrechtmäßig entzogen worden waren. Die Ergebnisse dieser For­ schungen wurden in einer Dokumentation im Atrium des Wien Museums präsentiert. 93 Wien Museum “Das Wien Museum zeigt derzeit eine kleine Projektdokumentation, das Interessanteste daran sind zwei Computerterminals: Mit Namen- oder Adressensuche kann man sich über die Geschichte jeder einzelnen Wiener Liegenschaft informieren.“ Die Presse “ Verkauft. Enteignet. Verbüchert.’ Nennt sich die kompakte Schau, die ein Schlaglicht auf diesen Aspekt der Wiener Stadtgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus und danach wirft.“ Dolomiten Tagblatt der Südtiroler “Umso unverständlicher ist es, dass ein Stadtmuseum nicht die Gelegenheit wahr­ nimmt, die Geschichte dieser Häuser nicht in Form einer umfangreichen Ausstellung und einer Publikation zu erzählen.“ Falter Wien Museum Karlsplatz Interventionen in die Dauerausstellung Auch 2005 wurde die Reihe"Interventionen" fortgesetzt. Durch ideologiekritische Kom­ mentare, ergänzende Exponate oder Fragen, die im Museum zu selten gestellt werden, sorgt das Wien Museum für Abwechslung in seinen Dauerausstellungen. Zu sehen waren bereits Interventionen zum Thema“Migrations­ ziel Wien“ und“Batzen, Wuschel, Zapfen. Zur typischen Bedeutungsschwere von Museen aus der Perspektive von Karikaturisten“. “Männerwelten| Frauenzimmer“ 15. September 2005 bis 29. Jänner 2006 Kuratorinnen: Roswitha Muttenthaler, Regina Wonisch Ausstellungsgestaltung: Bernhard Denkinger Grafik: o- Alexander Schuh Welche Bilder von Männern und Frauen werden im Museum vermittelt? Wie sieht dabei die Rollenverteilung aus? Und welche geschlechts­ spezifischen Aspekte bleiben ausgeblendet? Das Wien Museum Karlsplatz hat zwei Historikerinnen eingeladen, die Daueraus­ 94 stellung des Hauses unter dem Aspekt "Männer und Frauen" kritisch zu kommentieren und zu ergänzen. “Männliche Maskeraden und einseitige Huldi­ gungen entlarvt.“ Wien.orf.at “... So kritisch sieht jetzt eine ‚ Intervention’ in der Schausammlung des Wien Museums Karlsplatz die Rolle der Frau im Museum.“ Krone “Interventionen sind dazwischen, weder ganz Ausstellung noch wirklich von Dauer. Die markierenden Bezugspunkte realisierte Ausstellungsarchitekt Bernhard Denkinger.“ Architektur Aktuell “Um die Wurst. Vom Essen und Trinken im Mittelalter“ 2. Juni 2005 bis 8. Jänner 2006 Kurator: Reinhard Pohanka Ausstellungsarchitektur: Johann Winter, Aljona Lissek, BKK-3 Grafik: Norbert Novak, MEDIA-N.at Im Bereich der Mittelalterpräsentation der Dauerausstellung wurde eine kleine Schau zu zwei speziellen Teilaspekten jener Zeit implan­ tiert. Einerseits war der Fokus auf soziolo­ gische Phänomene der besonderen Wertigkeit von Essen und Trinken im Mittelalter gerichtet. Zum Anderen beschäftigte sich die Ausstellung mit der Technik der Nahrungszu- und aufberei­ tung(Konservieren, Herstellung, Kochen, Entsorgen). “Wenn’s ums Fressen und Saufen ging, waren die Wiener schon damals ganz vorne mit dabei, wie das Wien Museum dokumentiert.“ Der Standard “ ‚ Um die Wurst’ ist auch als Ergänzung zur Sonderschau ‚ Die Sinalco Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945’ zu sehen. Beide Ausstellungen thematisieren Ernährung und Lebensstil, zwischen ihnen liegen mehr als 500 Jahre.“ kurier.at Wien Museum “Schaurestaurierung. Die große Turmuhr von St. Stephan und ihre Geschichte“ 19. September 2004 – 29. Mai 2005 Vgl. dazu den Kunst- und Kulturbericht 2004 Wien Museum Pratermuseum, Intervention in die Dauerausstellung “Prater Kino Welt. Filmvergnügen im alten Prater“ 8. Juli bis 18. September 2005, in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria KuratorInnen: Werner Michael Schwarz, Ursula Storch, Christian Dewald Ausstellungsgestaltung: CP Architektur Grafik: Erwin Bauer KEG, Konzept und Gestaltung Die Ausstellung im Pratermuseum erinnerte an die Frühgeschichte des Films und Kinos in Wien, die eng mit der Entwicklung des Praters um 1900 verbunden ist. Im ersten Teil der Schau wurden anhand von bislang unbe­ kanntem Material die frühen Kinostandorte im Prater, ihre Vorgeschichte und Betreiber, ihre extravagant gestalteten Fassaden und ihr Pro­ gramm dokumentiert. Im zweiten Teil begaben sich die BesucherInnen auf die Spuren unter­ haltsamer Vorläufer des Filmvergnügens. Ein Highlight war das Kaiserpanorama, das um 1900 zu imaginären Reisen verführte. “Die Schau präsentiert eine Archäologie der legendären Praterkinos und nimmt Bezug auf die Geschichte der bewegten Bilder.“ Wienweb.at “In den Räumen des Pratermuseums zeichnet die Ausstellung ‚Prater Kino Welt – Filmver­ gnügen im alten Prater’ die Geschichte der Entwicklung von der Bude im Prater bis zum Lichtspielpalast nach.“ Der Standard Wien Museum Hermesvilla “Tiere in der Großstadt“ 21. April bis 20. November 2005 Ausstellungskonzept/ Kuratorisches Team: Wolfgang Kos, Walter Öhlinger, Sándor Békési, Susanne Breuss, Sigrid Czeika, Julia Harlfinger, Regina Karner, Michael C. N. Knopp, Frauke Kreutler, Elke Krasny, Michaela Kronberger, Michaela Lindinger, Eva-Maria Orosz, Didi Sattmann, Helmut Sattmann, Ulrike Spring, Ursula Storch, Reingard Witzmann, Lisa Wögenstein Ausstellungsarchitektur: Markus Reuter Ausstellungsgrafik: Christoph Elmecker Graphik Katalog und Plakat: Maria-Anna Friedl Dem spannungsgeladenen Verhältnis zwischen Menschen und Tieren in der Großstadt wurde in dieser Ausstellung nachgespürt. Der Bogen spannte sich dabei von einer historischen Perspektive – wenn etwa die Geschichte der Wiener Tierschauen und Menagerien oder die einst bedeutende Rolle von Last- und Zug­ tieren im städtischen Raum gezeigt wurden – bis zu aktuellen Problemen, wie der Rückkehr von Wildtieren in die Stadt oder dem erbitterten Kampf gegen die“Hunds­ trümmerln“. Das Weiterleben der MenschTierbeziehung in der Mode, der Kunst, im Kitsch und der Spielzeugindustrie zeugte von den vielfältigen Assoziationsfeldern und emotionalen Spuren, die das Thema aufmacht. “Doch die Schau ist keine Tierausstellung, sie beschäftigt sich mit dem Dreieck Mensch-TierStadt.“ Kurier “Die einzelnen Ausstellungsmodule behandeln ausgewählte und spezielle Aspekte und sollen ein assoziatives Gesamtbild ergeben.“ Events.at 95 Wien Museum “Auch Außergewöhnliches ist zu sehen: In einer Vitrine lagern Schaf-, Ziege- oder Schweineknochen, jeder einzelne fein säuber­ lich beschriftet – diese tierarchäologischen Funde geben Aufschluss darüber, wie sich die Anatomie der Haustiere über die Jahrhunderte geändert hat.“ Die Presse “Tiere als Teilnehmer am Großstadtleben und das Verhältnis der Wiener zu ihren Tieren: Das ist das Thema einer Ausstellung, die das Wien Museum ab 21. April in der Hermesvilla präsentiert.“ Frauenblatt “Ballnächte. Fotografien von Jakob Tuggener“ 8. Dezember 2005 bis 12. März 2006, in Kooperation mit der Fotostiftung Schweiz und der Jakob Tuggener-Stiftung Kurator: Martin Gasser Grafik: Lichtwitz – Büro für visuelle Gestaltung und PUR PUR, Larissa Cerny Mit dieser Ausstellung ist die Arbeit des Bilddichters Jakob Tuggener erstmals in Wien zu sehen. Der bedeutende Schweizer Fotograf ist Jahrzehnte lang regelmäßig in das Nacht­ leben der bürgerlichen Oberschicht einge­ drungen, um mit seiner Leica sämtliche Facetten rauschender Nobelbälle – von den Höhepunkten bis zu den Abgründen – zu erkunden. Dabei entstanden subjektive, expressionistische Momentaufnahmen, die von Intimität gekennzeichnet sind, ohne voyeuris­ tisch zu sein. Seine nächtlichen Streifzüge führten ihn nicht nur durch die Schweizer Nobelbälle im Grand Hotel Dolder, im Züricher "Baur au lac" oder im Palace Hotel von St. Moritz. Später mischte er sich auch beim Wiener Opernball unters noble Publikum. “Die Dependance des Wien Museums zeigt glamouröse Bilder der ‚oberen Zehntausend’ in einer einzigartigen Schau.“ Wiener Zeitung “Glanzvolle Momentaufnahmen: Die Reichen und Schönen waren das Objekt der Begierde des schweizer Fotografen Jakob Tuggener.“ Wirtschaftsblatt “Die Meisterwerke der Tuggener’schen Balldokumentationen sind nun erstmals in Wien in der Hermesvilla zu sehen.“ Der Standard “‚Ballnächte’ entführt mit 100 Fotografien... in die glamouröse Welt der feudalen Feste, zeigt aber auch die Traurigkeit ihrer Auflösung am Morgen danach.“ City Wien Museum im Künstlerhaus “Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war“ 25. November 2004 – 28. März 2005 Ausstellungskonzept/ Kuratorisches Team: Wolfgang Kos, Christian Rapp, Renata KassalMikula und alle KuratorInnen des Wien Museums Koordination: Regina Karner, Christian Rapp Ausstellungsarchitektur: Christian Prasser Grafik: Erwin Bauer Vgl. dazu den Kunst- und Kulturbericht 2004 Das Medienecho auf die Ausstellung war auch um Jahr 2005 noch beachtlich. “1200 Exponate auf 1200 Quadratmetern sind im Wiener Wien Museum so zielgenau platziert, dass die Psyche des Besuchers im Innersten umgewühlt wird... Eine hyper­ erfolgreiche Inszenierung, der die Kultur­ wissenschaftler an der Donau jetzt zu Leibe rücken.“ Die Zeit “Wien räumt auf.“ Die Welt am Sonntag “Hier geht es jedoch nicht darum, das verschwundene Wien Revue passieren zu lassen, sondern auch einen Blick vorweg zu nehmen in die Zukunft der Stadt.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung 96 Wien Museum Wien Museum Otto Wagner Pavillon Karlsplatz Wiedereröffnung Ein Jugendstiljuwel wurde zu neuem Leben erweckt: Anlässlich der Planung des U-BahnKnotens Karlsplatz drohte in den späten 1960er Jahren der Abriss der Pavillons. Es kam zu Protesten, die Stationsgebäude wurden schließlich demontiert und 1977 wieder auf­ gestellt, jedoch 1,5 m über dem alten Platz­ niveau. Lange Jahre wurde der Pavillon für kleinere Wechselausstellungen genutzt. Seit 26. August 2005 wird Otto Wagner endlich die Reverenz erwiesen, die dem großen öster­ reichischen Baukünstler gebührt: eine neue permanente Dokumentation zu seinem Leben und seinem Werk. Das Jugendstil-Wahrzeichen am Karlsplatz wurde vom Architektenbüro BWM innen neu gestaltet und bietet seit 26. August 2005 den authentischen Rahmen für eine kompakte Otto Wagner Präsentation. Dokumentiert wird die Entstehung der be­ rühmtesten Wagner-Entwürfe – etwa der Kirche am Steinhof und des K.K. Postspar­ kassenamtes – ebenso wie das revolutionäre Stadtbahnprojekt und die modernen Wohn­ bauten. BESUCHER/INNEN VOM 1. JÄNNER BIS 31. DEZEMBER 2005 IN DEN MUSEEN DER STADT WIEN Wien Museum Karlsplatz 1040 Wien, Karlsplatz Dauerausstellung und Sonderausstellungen inkl. Ausstellungen im Atrium 144.278 Wien Museum Hermesvilla*(geschlossen) 1130 Wien, Lainzer Tiergarten Dauerausstellung und Sonderausstellungen 29.057**** Uhrenmuseum 1010 Wien, Schulhof 2 18.893 Musikergedenkstätten Beethoven Eroicahaus, 1190 Wien, Döbliner Hauptstraße 92 Beethoven Heiligenstädter Testament, 1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, 1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydn Gedenkstätte mit Brahms-Gedenkraum, 1060 Wien, Haydngasse 19 Mozart Figarohaus, 1010 Wien, Domgasse 5**(geschlossen) Schubert Geburtshaus, 1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung, 1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Strauss Gedenkstätte, 1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikergedenkstätten (Vergleichswert von 2004 ohne Mozarthaus 319 12.077 12.141 4.331 0 9.607 1.921 10.222 50.618 47.627) Sonstige Außenstellen der Museen der Stadt Wien Neidhart Fresken, 1010 Wien, Tuchlauben 19 3.758 Otto Wagner-Hofpavillon Hietzing, 1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße 562 Otto Wagner-Pavillon Karlsplatz, 1010 Wien, Karlsplatz******(neu ab Aug. 05) 6.392 Pratermuseum, 1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 8.609 97 Wien Museum Römische Baureste Am Hof, 1010 Wien, Am Hof***** Römische Ruinen unter dem Hohen Markt, 1010 Wien, Hoher Markt 3 Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)*** Zwischensumme sonstige Außenstellen Wien Museum im Künstlerhaus 1010 Wien, Karlsplatz 5 Sonderausstellung„Alt-Wien – Die Stadt, die niemals war“ Besucher im Zeitraum 02.01. – 28.03.2005 Gesamtzahl der BesucherInnen 2005 und 2006 81 15.222 1.013 35.637 44.139 56.849 Gesamtsumme (Vergleichswert von 2004 ohne Mozarthaus 322.622 303.467) Besucherzahlen inkl. Besucher von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern * Wegen Renovierung vom 25.11.2004 bis 22.03.2005 geschlossen. ** Wegen Umbauarbeiten vom 1.11.2004 bis 27.01.2006 geschlossen. *** Wegen Renovierung von Juli 2004 bis Juli 2005 geschlossen. **** Die Besucher der Dauerausstellung der Modesammlung(9.564 Besucher) sind inkludiert. ***** Wegen Renovierung seit Juli 2005 geschlossen. ****** Geöffnet vom 26.08. bis 6.11.2005. 98 Förderungen FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. Alle Beträge in EURO Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Alltagskultur Bibliothekswesen Musik Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Film, Kino, Video Bildende Kunst, Photo Literatur Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Intern. Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen Sonstige Förderungen 21.904.130,41 6.999.796,29 2.319.000,00 1.598.562,15 17.348.450,00 72.273.415,70 340.000,00 11.732.000,00 8.305.104,85 1.304.603,48 1.315.336,00 182.481,43 917.979,65 13.325.712,31 17.285.937,42 177.152.509,69 99 100 Museen, Archive, Wissenschaft Archive: Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe und Archivalienankäufe Druck von Publikationen Bibliothekserfordernisse(Buchbindearbeiten) Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten) Verfilmungen Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen: Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Bauliche Maßnahmen und Einrichtungen für Wien Museum Karlsplatz, Hermesvilla und andere Außenstellen Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter Betrieb Jüdisches Museum Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Projektförderungen Wissenschaftliche Förderungen Architekturzentrum Wien Austrian American Association Club of Vienna Demokratiezentrum Wien Europäische Akademie Wien Europäisches Forum Alpbach Evangelische Akademie Wien Fonds der Stadt Wien- Krebsforschung Förderung junger Wissenschaftler(Forschungsstipendien) Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde Institut Ethik und Wissenschaften im Dialog Institut für die Wissenschaft von Menschen Jewish Welcome Service Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Akademie der Wissenschaften- Jubiläumsfonds Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichischer Austauschdienst Projektförderungen Projektgruppe"Wörterbuch der Fackel" Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Förderungen 8.738,98 52.644,46 10.000,00 7.447,12 13.050,00 10.005,00 56,40 1.165,38 550,00 4.785,96 8.926,99 1.875,60 17.586,80 2.471.343,79 345.623,30 909.604,80 4.476.659,35 3.698.239,00 291.000,00 73.000,00 1.690.000,00 400.000,00 234.000,00 120.000,00 30.000,00 11.000,00 35.000,00 109.009,25 36.500,00 150.000,00 57.500,00 582.000,00 123.470,98 1.000.000,00 970.000,00 363.364,17 85.000,00 10.000,00 1.425.992,57 87.000,00 40.000,00 128.000,00 101 Förderungen Tu.was TU Wien Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Verein Forschungszentrum für historische Minderheiten Verein für Geschichte der Stadt Wien WissenschaftzentrumWien Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland Wiener Vorlesungen Buchankäufe Amalthea Signum Verlag Bibliophile Edition Böhlau Verlag Braumüller Verlag Brento Verlag Edition Praesens Edition Splitter Edition Steinbauer Edition Vabene Eigenverlag Claudia Klein Primavesi Empirie Verlag Ephelant Verlag Folio Verlag Gustinus Ambrosi-Gesellschaft GWV Fachverlage GmbH Vs Verlag Holzhausen Verlag Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik in Wirtschaft und Gesellschaft IWM- Institut für Wissenschaften vom Menschen Karolinger Verlag Lit Verlag Löcker Verlag Maurer Heimatrunde Michael Horowitz Media OEG Molden Verlag ÖMZ- Österreichische Musikzeitschrift orange press Pädagogisches Institut des Bundes in Wien Passagen Verlag Peter Lang Verlag Plattform zur Völkerverständigung ,,Friends of Austria" PAN Residenz Verlag Seifert Verlag GmbH Shippen Rock Publishing Springer Verlag Studien Verlag Verlagsbüro Mag. Johann Lehner GesmbH Vier Viertel Verlag Volltext Verlag Zoologisch-Botanische Gesellschaft in Österreich Zsolnay Verlag 102 51.000,00 50.000,00 272.036,09 123.550,00 31.500,00 900.000,00 20.249,65 205.019,60 798,00 594,00 3.641,00 792,00 447,00 299,97 480,00 249,01 996,00 1.121,20 1.500,00 880,00 500,00 480,00 393,61 398,00 360,01 720,00 349,00 278,00 470,00 300,00 5.000,00 297,00 600,00 770,00 500,00 3.974,10 956,26 1.248,50 249,00 976,00 1.225,00 567,60 991,50 2.501,40 975,01 250,00 300,00 221,00 Förderungen Druckkostenbeiträge [changing strategies]- Architekturinitiative de'A Verlag Album Verlag Amalthea Signum Verlag Arnold Schönberg Center Bibliothek der Provinz; Verlag für Literatur, Kunst und Musikalien Böhlau Verlag Brandstätter Verlag Braumüller Verlag Camillo Sitte Gesellschaft Cultural Research Czernin Verlag die melange- Verein zur Förderung Kreativer Edition Gutenberg Edition Praesens Edition Steinbauer Edition Vabene Eigenverlag Alexandra Rainer Eigenverlag Claudia Klein-Primavesi Eigenverlag Friederike Meixner Eigenverlag Werner Würtinger Eigenverlag Zametzer Facultas Verlag Folio Verlag Forschungsbüro- Verein für wissenschaftliche und kulturelle Dienstleistungen Friedrich-Hebbel-Gesellschaft Gesellschaft für Klangreihenmusik HEMAYAT- Verein zur Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden Holzhausen Verlag hyper[realitäten]büro Initiative Radiopharmazie INST- Institut zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse ISG- Internationales Städteforum Graz IWI- Kulturverein zur Förderung der Interdisziplinarität k/haus- Künstlerhaus GmbH Karl v. Vogelsang-Institut Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich Leykam Buchverlag Lit Verlag Löcker Verlag Mandelbaum Verlag Manz Verlag Manz Verlag Schulbuch GmbH Milena Verlag Molden Verlag MuSiS- Verein zur Unterstützung der Museen und Sammlungen in Österreich Novum Verlag ÖAD- Österreichischer Austauschdienst 1.000,00 1.500,00 800,00 1.500,00 1.000,00 1.600,00 10.800,00 1.500,00 700,00 1.000,00 700,00 4.600,00 700,00 500,00 2.900,00 3.200,00 3.100,00 650,00 800,00 500,00 700,00 500,00 5.200,00 600,00 2.136,00 1.000,00 700,00 1.000,00 600,00 800,00 700,00 600,00 500,00 1.000,00 600,00 700,00 1.200,00 700,00 1.900,00 4.000,00 2.700,00 1.000,00 500,00 700,00 600,00 500,00 1.800,00 700,00 103 Förderungen Oldenbourg Verlag Österreichische Gesellschaft für Archäologie Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Information ÖGDI Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik Österreichische Gesellschaft für historische Gärten Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Österreichische Gesellschaft für Musik Österreichische Gesellschaft für Unternehmensgeschichte Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte Österreichischer Kunst- und Kulturverlag Österreichischer Verband für Radioästhesie Pacha Mama- Verein für Heilkunst und Wissen aus alten Traditionen Passagen Verlag Peter Lang Verlag Projektgruppe Künstlerinnen respect- Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung Springer Verlag Studien Verlag Universitätszentrum für Friedensforschung Verband der Absolventen des BG und BRG 14 Wien Verband Wiener Volksbildung Verein für Volkskunde Verein Salto- Verein zur Förderung von neuem Tanz u. Theater Verein Soho in Ottakring Verein zur Förderung des Wiederaufbaus Afghanistans Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik Verlag Anton Pustet Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft Verlag für Geschichte und Politik Verlag Pollischansky Verlag Turia+ Kant Verlagsbüro Mag. Johann Lehner GesmbH Vier Viertel Verlag VIZA- Literaturförderungsverein Wiener Rechtsgeschichtliche Gesellschaft Wilhelm Braumüller Verlag Summe Museen, Archive, Wissenschaft Baukulturelles Erbe Altstadterhaltung Denkmäler, Denkmalbrunnen Stadtarchäologie Sonstiges Summe Baukulturelles Erbe 1.000,00 1.000,00 1.000,00 500,00 1.000,00 1.200,00 700,00 600,00 500,00 600,00 700,00 1.000,00 4.300,00 3.700,00 700,00 800,00 3.600,00 7.500,00 500,00 400,00 1.000,00 1.000,00 200,00 1.000,00 400,00 1.000,00 1.600,00 1.000,00 1.000,00 2.100,00 500,00 2.000,00 2.600,00 1.700,00 700,00 600,00 600,00 21.904.130,41 5.704.911,40 814.451,46 75.545,98 404.887,45 6.999.796,29 104 Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Baukosten: ARGE Kultur 10 Summe Alltagskultur Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher und Zeitschriften 3. Plakate 4. CD-Roms Handschriftensammlung Rate Nachlass Gerhard Fritsch Rate Nachlass H.C. Artmann Rate Nachlass Roda Roda Sonstige Ankäufe Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen Einrichtung Tiefspeicher Einrichtung Arbeitsplätze Plakatsammlung und Rperaturwerkstätte im Tiefspeicher Bibliothekserweiterung Sonstige Ausgaben Summe Bibliothekswesen Musik Arnold Schönberg-Center Austrian Music Office Ensemble 20. Jahrhundert Erstes Frauen-Kammerorchester von Österreich Gesellschaft der Musikfreunde Gustav Mahler-Jugendorchester Hot Club de Vienne IG Jazz Wien Jazz Fest Wien Klangforum Wien Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Komponistenförderung MICA Musica Juventutis Musikalische Jugend Österreichs Orchester Wiener Akademie GmbH Förderungen 727.000,00 545.000,00 690.000,00 327.000,00 30.000,00 2.319.000,00 15.277,47 69.640,75 250,00 1.886,41 218.025,00 46.668,00 29.069,13 70.530,46 146.663,00 28.912,05 154.486,73 390.000,00 355.984,88 19.327,04 4.413,93 47.427,30 1.598.562,15 846.350,00 10.000,00 18.000,00 36.000,00 785.000,00 182.000,00 26.000,00 109.000,00 345.000,00 422.000,00 20.000,00 25.000,00 94.000,00 18.000,00 370.000,00 51.000,00 105 Förderungen Orpheus Trust Planet music media Porgy& Bess Projektförderungen Schubert Gesellschaft Wien Lichtental Stadtinitiative Wien Verband der Konzertlokalbesitzer Verein zur Förderung und Verbreitung von Akkordeonmusik- D'Akkordeon Vienna Art Orchestra Voice Mania Wiener Akademie Wiener Jeunesse Orchester Wiener Kammeroper Wiener Kammerorchester Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Musikgalerie Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Wien-Modern Baukosten Klangforum Wien Porgy& Bess Windbacher GesmbH Summe Musik Theater, Musiktheater, Tanz 1. Wr. Lesetheater Aktionstheater Alma Angstrom Arbos Ariadne Theater Art*Act- Tanz*Hotel Ateliertheater Cabula 6 Chimera Dachtheater Dance Web Dans.Kias Das Wiener Kindertheater Dis.Danse Tanztheater Drachengasse 2 Theater Drama Wien Dschungel Wien(Theaterhaus für junges Publikum) Ecce Homo Echoraum Einmaliges Gastspiel Ensemble für Städtebewohner Ensemble Theater 73.000,00 262.000,00 110.000,00 498.500,00 14.600,00 20.000,00 146.000,00 25.000,00 81.000,00 14.500,00 110.000,00 47.000,00 25.000,00 59.000,00 1.054.000,00 30.000,00 10.537.000,00 50.500,00 654.000,00 100.000,00 30.000,00 50.000,00 17.348.450,00 12.000,00 50.000,00 50.000,00 5.000,00 44.000,00 20.000,00 60.000,00 58.000,00 5.000,00 60.000,00 32.000,00 36.000,00 85.000,00 29.000,00 7.000,00 475.000,00 30.000,00 1.000.000,00 120.000,00 107.500,00 18.000,00 100.000,00 730.000,00 106 Erinnerungstheater Experiment am Liechtenwerd Fadenschein Fechtner Management Freie Bühne Wieden Frontzement Gesellschaft für Masse- und Machtforschung Gloria Theater Gruppe 80 Iffland& Söhne IG Freie Theaterarbeit IG Kabelwerk Imeka ImPuls Tanz Inter Thalia Theater International Theatre Internationales Institut für Jugendliteratur und Leseforschung Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Kabarett Niedermair Kabarett Stadnikov Kabinettheater Kammeroper Kinetis Kinoki Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung Kitsch& Kontor Klangnetze Komödie am Kai Konnektiv Konnex Konzertvereinigung Zusammenklänge Kulturverein Archiv-Fieber Kulturverein Atti Impuri Kulturverein Joy& Roy L.E.O. Lalish Theaterlabor Lederers Theater am Schwedenplatz Les Anges Perdus Libelle Lilarum LINK Kosmos Frauenraum Liquid Loft Lux Flux Märchenbühne Apfelbaum Metropol Modernes Tanztheater Moki Moop Motion Worx-Kunst Multi Kids Wien Mumbling fish Förderungen 30.000,00 36.000,00 20.000,00 4.500,00 72.500,00 18.460,00 5.000,00 154.000,00 485.000,00 32.000,00 77.000,00 50.000,00 47.000,00 665.268,00 580.000,00 130.000,00 5.000,00 24.000,00 105.000,00 15.000,00 58.000,00 700.000,00 15.000,00 43.000,00 640.000,00 4.000,00 31.000,00 10.000,00 105.000,00 100.000,00 10.000,00 10.000,00 10.000,00 15.000,00 61.000,00 20.500,00 20.000,00 50.000,00 172.500,00 363.000,00 50.000,00 18.460,00 30.000,00 582.000,00 95.000,00 10.000,00 55.000,00 5.000,00 25.000,00 17.000,00 107 Förderungen Musikwerkstatt Netzzeit Neue Oper Wien New media x-press Nomad Theatre Odeon Opernwerkstatt Original Wiener Stegreifbühne Tschauner Österreichisches Theater Palast Theater Wien Progetto Semiserio Projektförderungen Projekt Theater Pygmalion Theater Raimundtheater Sargfabrik Saxopopp Kindertheater Schauspielhaus Second nature Showinisten Sirene Stadtimpuls Stadtinitiative Wien Stadttheater Wien Superamas Szene Bunte Wähne TAG Tanz Theater Performance Tanzatelier Wien Tanzpool Verein zur Förderung zeitgenössischen modernen Tanzes Tanzquartier Wien Tanztheater Homunculus Tanztheater Kunstgriff Tanztheater Springschuh Teddy Böses Theater Theater am Spittelberg Theater an der Wien(inkl. Osterklang und Klangbogen) Theater Brett Theater Center Forum Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater des blauen Daches Theater des Kindes Theater Heuschreck Theater im Ohrensessel Theater in der Josefstadt Theater m.b.H. Theater ohne Grenzen Theater Spielraum 108 150.000,00 365.000,00 475.000,00 10.000,00 52.512,59 690.000,00 10.000,00 100.000,00 185.000,00 34.500,00 15.000,00 101.500,00 130.000,00 41.000,00 6.342.000,00 50.000,00 48.000,00 1.165.000,00 50.000,00 106.000,00 25.000,00 436.000,00 10.000,00 45.000,00 65.000,00 112.670,00 340.000,00 37.000,00 160.000,00 60.000,00 2.900.000,00 165.000,00 20.000,00 5.000,00 39.000,00 35.000,00 12.580.000,00 150.000,00 60.000,00 3.420.000,00 237.000,00 38.000,00 10.000,00 16.000,00 20.000,00 6.393.873,00 145.000,00 66.000,00 125.000,00 Theater Turbine Theater zum aufgebundenen Bären Theater zum Fürchten Theatercombinat Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Theaterverband Meyerhold Unltd. Theaterverein Amal Theaterverein Divers Theaterverein Foxfire Theaterverein Muun Theaterverein Schauspiegel Theaterverein Wien Toxic dreams Trittbrettl TY-Schnitt Theaterverein u.r.Theater Unit f~Büro für Mode Verein Ampe Geusau Verein Artbox Kunst- und Medienlabor Verein der Freunde und Förderer des Rabenhoftheaters Verein der Freunde unnutzer Praktiken Verein Echo Verein Exil Verein für neue Tanzformen- Compagnie Willi Dorner Verein Kinder des Februar Verein Kunst und Theater- Tanto Verein Kunstwerk Verein New Moon Verein Perform Verein Romanodrom Verein Saft Verein Wiener Theaterpreis Verein zur Zeit Vereinigte Bühnen Wien- Mozartjahr Vienna Songwriting Association Vienna Body Archives Volkstheater Volkstheater in den Bezirken W.ORT W.U.T. Wiener Interkult Theater Wiener Tanz- und Kunstbewegung Wiener Tanzwochen Wiener Taschenoper Wiener Vorstadttheater Wiener Wortstätten Wienstation Wissenschaftszentrum Wien Zoon Musikensemble Förderungen 7.000,00 50.000,00 317.000,00 130.000,00 2.139,00 14.000,00 7.000,00 40.000,00 20.000,00 10.000,00 10.000,00 763.870,00 110.000,00 15.000,00 20.000,00 10.000,00 146.000,00 30.000,00 15.000,00 50.000,00 30.000,00 10.000,00 50.000,00 85.000,00 9.000,00 47.000,00 30.000,00 30.000,00 47.000,00 10.000,00 10.000,00 20.000,00 21.800,00 11.112.875,00 2.500,00 25.000,00 5.725.000,00 799.000,00 122.672,00 70.000,00 290.000,00 9.000,00 707.179,00 120.000,00 20.000,00 80.000,00 20.000,00 119.901,69 10.000,00 109 Förderungen Baukosten: Domus Verein zur Förderung musikalischer Künste Dschungel Wien(Theaterhaus für junges Publikum) Frankstahl Liegenschaftsverwaltung GesmbH- Stadttheater Walfischgasse) Gloria Theater Halle E+G BetriebsgesmbH Kabarett Niedermair Kabinetttheater Kitsch& Kontor Kulturverein C7 Metropol Nomad Theatre Orpheum Projekttheater Studio Puppentheater Lilarum Schauspielhaus Schönbrunner Marionettentheater Spektakel Stadtinitiative Wien TAG Tanzquartier Theater am Alsergrund Theater des Augenblicks Theater zum Fürchten Theatercombinat Toxic dreams Verein Exil Verein Wiener Tanzwochen Vindobona Volkstheater W.ORT Wohnpark Freizeitclub Alt Erlaa WUK Summe Theater, Musiktheater, Tanz Neue Medien Neue Medien- Projektförderungen Public Netbase Summe Neue Medien Film, Kino, Video After Image Produktion Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmarchiv Austria- Metrokino Filmfonds Wien Jungfilmerförderung+ Projektförderungen Kinoförderung 14.321,00 560.000,00 50.000,00 100.000,00 9.009,00 25.000,00 40.000,00 80.000,00 3.950,00 72.600,00 28.000,00 95.000,00 38.500,00 1.229,19 50.000,00 4.792,28 50.000,00 10.000,00 154.900,00 311.895,88 3.797,05 14.535,42 4.000,00 6.000,00 35.205,60 8.000,00 49.500,00 1.200.000,00 865.000,00 20.000,00 15.000,00 102.500,00 72.273.415,70 72.000,00 268.000,00 340.000,00 87.200,00 310.000,00 199.000,00 87.000,00 7.995.000,00 450.000,00 207.000,00 110 Österreichische Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Kultur und Tradition Österreichisches Filmmuseum Stadtkino St. Balbach Wiener Filmfestwochen- Viennale Baukosten Asifa Austria Österreichisches Filmmuseum Viennale Summe Film, Kino, Video Bildende Kunst Basis Wien Bildankäufe Depot Druckkostenbeiträge Fotogalerie Wien Gesellschaft bildende Künstler Österreichs- Künstlerhaus IG Bildende Kunst Kindermuseum Kunst im öffentlichen Raum Kunsthalle Wien Kunstverein Art Position Kunstverein Wien Monat der Fotografie Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Soho in Ottakring Springerin Wiener Secession Wipka Wochenklausur Kunst- und Sozialverein Baukosten Kiesler Privatstiftung Moya- Museum of young art Wiener Secession Summe Bildende Kunst Literatur Druckkostenbeiträge: Album Verlag Buchberger& Vollmann Buchkultur Verlags GesmbH Czernin Verlag Dachs Verlag Das Jüdische Echo Förderungen 50.000,00 509.000,00 211.000,00 21.800,00 1.379.000,00 6.000,00 150.000,00 70.000,00 11.732.000,00 30.000,00 512.641,97 120.000,00 11.091,38 18.000,00 363.000,00 26.000,00 727.000,00 848.961,42 3.997.000,00 3.000,00 1.010.000,00 44.660,08 18.750,00 122.000,00 60.000,00 22.000,00 310.000,00 5.000,00 20.000,00 22.000,00 5.000,00 9.000,00 8.305.104,85 3.500,00 1.500,00 6.000,00 9.950,00 7.000,00 3.600,00 111 Förderungen DEA Publishing Pool Droschl Verlag Edition Aramo Edition das Fröhliche Wohnzimmer Edition die Donau hinunter Edition Doppelpunkt Edition Innsalz Verlag Edition Korrespondenzen Edition Praesens Edition Selene Edition Splitter Edition Vabene Emirgan Yayinlari Editions Gustav Ernst Verlag Haymon Verlag Jung und Jung Verlag König Verlag Königstein Verlag Kultur AG- Verein für konstruktive Kulturimpulse Literaturkreis Podium Löcker Verlag Mandelbaum Verlag Milena Verlag NÖ Pressehaus Druck- und VerlagsGesmbH Österreichischer Kunst- und Kulturverlag Österreichisches Literaturforum Otto Müller Verlag Passagen Verlag Picus Verlag Publikation PN1 Resistenz Verlag Ritter Verlag Schleebrügge Verlag Seifert Verlag Sonderzahl Verlag Studien Verlag Südwind Buchwelt Buchhandels GesmbH Theodor Kramer Gesellschaft Vallaster Verein österreichische Dialektautoren und Archive Verlag Kitab Verlag Sisyphus Vier Viertel Verlag Viza Volltext Verlag Werner Herbst Verlag Wiener Zeitung GesmbH Wieser Verlag Zsolnay Verlag ZZOO Verein für Leguminosen und Literatur 112 1.500,00 4.400,00 3.000,00 1.150,00 2.400,00 4.800,00 2.100,00 1.500,00 2.200,00 5.300,00 2.000,00 5.500,00 3.000,00 2.000,00 8.000,00 5.500,00 1.000,00 500,00 1.400,00 1.500,00 8.000,00 4.500,00 7.000,00 2.700,00 1.500,00 1.000,00 5.000,00 7.500,00 11.000,00 4.400,00 2.400,00 3.500,00 2.000,00 1.500,00 3.000,00 4.500,00 2.000,00 4.000,00 600,00 2.000,00 1.500,00 1.500,00 1.500,00 5.500,00 6.000,00 1.500,00 4.000,00 7.500,00 7.200,00 400,00 Buchankauf Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing Dokumentationsstelle für neuere Österreichische Literatur Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung Hauptverband des Österr. Buchhandels IG AutorInnen Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Herbstsymposion Kunstverein Wien- Literatur im März Literaturkreis Podium Milena Verlag Multi Art Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N. Club Österreichischer Schriftstellerverband Projektförderungen Schule für Dichtung in Wien Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein Denkraum Donaustadt Verein eurozine Verein Sisyphus Verein Wespennest Stipendien Autoren in Wiener Verlagen Autorenstipendien Canetti-Stipendien Dramatikerstipendien Summe Literatur Kulturinitiativen, Zentren Aktionsradius Augarten Verein Kulturnetz WUK, Jahressubvention Summe Kulturinitiativen, Zentren Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Bologna Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe Ausbildung, Weiterbildung Förderungen 72.999,48 31.000,00 73.400,00 25.400,00 24.000,00 6.540,00 18.500,00 51.000,00 29.000,00 254.000,00 3.600,00 4.360,00 7.300,00 7.300,00 6.500,00 6.540,00 100.000,00 87.000,00 27.900,00 24.360,00 2.460,00 32.700,00 2.900,00 28.300,00 14.000,00 52.560,00 69.984,00 36.000,00 1.304.603,48 36.336,00 189.000,00 1.090.000,00 1.315.336,00 72.295,00 30.000,00 14.535,00 65.651,43 182.481,43 113 Förderungen Internationaler Kulturaustausch, Integration Interkulturelle Aktivitäten UNESCO- Arbeitsgemeinschaft Auslandskulturaktivitäten Summe Internationaler Kulturaustausch, Integration Großveranstaltungen AICE Intern. Jugendmusikfest Blasmusikfest Bundesländertag Domus Verein zur Förderung musikalischer Künste Kulturverein Alsergrund Lebendige Weihnacht Wiener Festwochen Wiener Kulturservice Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Wiener Stadtfeste Summe Großveranstaltungen Sonstige Förderungen Aktionsradius Augarten IG- Kultur Wien Israelitische Kultusgemeinde Kulturverein Simmering Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut Sommerhochschule der Uni Wien Stadtforum Verein einundzwanzig Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit- K2 Verein zur Förderung kultureller Partizipation Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Baukosten: Archiv Österreichische Popularmusik Kunstverein Alte Schmiede Kunstverein Heizhaus Stammersdorf Verein Projekt 33 Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Summe Sonstige Förderungen 726.149,38 22.000,00 169.830,27 917.979,65 61.000,00 265.260,58 39.832,59 300.000,00 21.800,00 60.987,14 10.010.832,00 1.710.000,00 50.000,00 806.000,00 13.325.712,31 29.000,00 29.000,00 33.000,00 58.000,00 2.500,00 5.000,00 266.000,00 190.000,00 182.000,00 65.000,00 16.238.172,84 5.000,00 8.764,58 15.000,00 3.500,00 96.000,00 8.000,00 52.000,00 17.285.937,42 114 FRAUENKULTURBERICHT 2005 Zusammengestellt und kommentiert von Mag. Karin Rick 115 Frauen Der Frauenkulturbericht erscheint heuer zum fünften Mal. Er kann zu Recht als Pionierleistung gesehen werden. Die bisher übliche Auflistung spartenbezogener Förderung wird um die Kategorie Geschlecht erweitert. Dies ist ein Novum, weil es europaweit kaum Erhebungen über die gesellschaftliche Realität von kunstschaffenden Frauen und Frauen in der Wissenschaft gibt, auch nicht über ihre Präsenz auf dem Kunst- Buch- und Plattenmarkt oder über den Stand öffentlicher Förderungen. Der Frauenkulturbericht hat aber auch im Rahmen des“gender mainstreaming" der Stadt Wien eine Vorreiterrolle. Mit seinen Erhebungen folgt er dem politischen Bekenntnis der Stadt zum gender budgeting, im Zuge dessen Analysen von Einnahmen und Ausgaben in Hinblick ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer durchgeführt werden. Dies betrifft querschnittbezogen auch Ausgaben, die nicht primär frauenspezifisch sind. Gender Budgeting untersucht die Verteilung von Ausgaben und Einnahmen auf die Geschlechter, ferner die Auswirkungen dieser Verteilung auf die Arbeit und Lebensverhältnisse und das Rollenverständnis von Frauen und Männern. Deswegen wurde im Frauenkulturbericht etwa auch die kaufmännische und nicht bloß die künstlerische Leitung eines Theaters berücksichtigt, weil auch die eine Führungsposition darstellt und das Selbstverständnis der betreffenden Frau anders prägt als eine subalterne Position. Fortschritte in der Förderung von Frauen als Künstlerinnen und Managerinnen im Kulturbereich Vergleiche zum ersten Frauenkulturbericht 2001 zeigen, dass in den Bereichen, in denen die Stadt direkt Einfluss nehmen konnte, große Fortschritte in der Förderung von Frauen zu sehen sind. So sind fast alle Jurys zumindest zu 50% mit Frauen besetzt. Das Theaterkuratorium sogar zu 67%, die Theaterjury zu 57%. Der Frauenanteil in den Jurys für Literatur beträgt zwischen 50% und 67%. In der Bezirkskultur beträgt der Anteil an Projekten unter weiblicher Leitung sogar 77%. Bei den Wiener Festwochen ist der Frauenanteil an der Regie von 0% auf 5,4% gestiegen. Der Zweidrittelanteil am Bühnenbild ist gleich geblieben und der Anteil am Bühnenbild von 20% auf 31,4% geklettert. Der geringe Anteil an weiblichen KünstlerInnen bei den Wiener Festwochen entspricht keinesfalls dem internationalen Gesamttheatergeschehen entspricht und auch nicht dem in Wien(siehe den hohen Frauenanteil im Theaterbudget), spiegelt aber sehr wohl die Repräsentationskultur spiegelt, die immer noch männlich ist, wie auch der geringe Anteil von Frauen in der Sparte Musik beweist. Einen phänomenalen Sprung aufwärts erfuhr jedoch der Frauenanteil bei den Kunstankäufen des Wienmuseums. Waren es vor fünf Jahren noch 7%, so wurden 2005 72% des Kunstankaufsbudgets für Werke von Frauen ausgegeben. Eine erfreuliche Entwicklung nahm auch die Präsenz von weiblichen Vortragenden bei der Veranstaltung"Wiener Vorlesungen" im Rathaus. War sie 2002(erstmalige Berücksichtigung der Wissenschaft im Frauenkulturbericht) noch bei 24%, so hat sie sich 2005 mit 43% fast verdoppelt. Frauen werden auch bei Preisen, Stipendien und Förderpreisen in allen Sparten mehrheitlich gewürdigt. Nur im Musikbereich ist ihr Anteil berichtigungswürdig. Im Großen und Ganzen also eine erfreuliche Entwicklung der Förderung von Frauen und ihrer Partizipation an kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten in Wien. 116 Frauen Nun zum Verfahren des Frauenkulturberichtes: Quantitative Erhebung Erstes Ziel ist die quantitative Sichtbarmachung von Frauen und ihrer Beteiligung am gesamtkulturellen Geschehen der Stadt. Dazu gehört die zahlenmäßige Offenlegung der Förderungen, die von der öffentlichen Hand an weibliche Kunstschaffende vergeben werden. Die Fördersummen werden, soweit dies möglich ist, in ihrem Prozentanteil zum Gesamtbudget genannt. Damit können Vergleiche zu den anderen Budgetjahren angestellt werden. Manchmal wird auch eigens auf eine Verbesserung oder Verschlechterung für Frauen hingewiesen. Frauen in Entscheidungsgremien Nicht nur die Fördersummen sind jedoch entscheidend, sondern auch die Beteiligung von Frauen an Fachjurys oder die KuratorInnentätigkeit, also ihre Mitwirkung in Entscheidungsgremien, die die künstlerische Karriere einer anderen Frau beeinflussen können. Hier wurde seitens der Stadt auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis wert gelegt. Jurys in der bildenden und darstellenden Kunst, in der Sparte Literatur und Publizistik wurden zumeist 50:50 oder mehr mit Frauen besetzt. Eine solche gegenderte Besetzung der Fachbeiräte kann ein neues Licht auf Geschlechterungleichheiten werfen. Qualitative Sichtbarmachung Zweites Ziel des Berichtes ist die Nennung der Projekte von Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, ihrer Namen und jener der Institutionen, in denen sie tätig sind. Damit wollen wir gegen die Leugnung und Anonymisierung, denen Künstlerinnen bis vor kurzem noch ausgesetzt waren angehen. "Wir fördern die Qualität und nicht das Geschlecht", dieses Hauptargument um die Bevorzugung von Männern zu verdecken wenn die Frage nach der Anzahl von Künstlerinnen im Gesamtkontext eines künstlerischen Bereichs auftaucht, sollte endlich ausgedient haben. Mithilfe dieses Argumentes wird die Tatsache, dass stillschweigend doch nach Geschlecht selektiert wird- und zwar auf scheinbar natürliche Weise zugunsten des"männlichen". Damit dies weiterhin ein blinder Fleck bleibt sind konkrete Zahlen über Ausstellungsbeteiligungen von Frauen, ihren Anteil an Führungspositionen, an konzeptueller Arbeit, an der Definitionsmacht im Kunst- und Kulturbereich schlechthin sind außer von den betroffenen Künstlerinnen selbst von niemandem erwünscht. THEATER In der Sparte darstellende Kunst konnte auch 2005 ein hoher Frauenanteil verzeichnet werden. Da der Bericht bei einer Institution darstellender Kunst außer der künstlerischen Leitung auch die kaufmännische Leitung würdigt, betrug der Frauenanteil 53,14% der Gesamtförderung, wie an den folgenden Tabellen ersichtlich ist. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass bei einer geteilten Leitung(Mann/Frau) der Förderbetrag nicht geteilt, sondern zu 100% dem Frauenanteil zugeschlagen wurde. 117 Frauen Fixe Häuser Drachengasse 2 Theater Drachengasse 2 Theater Ensembletheater Inter Thalia Theater International Theatre Betrag 475.000,00 730.000,00 580.000,00 130.000,00 Kammeroper 700.000,00 Komödie am Kai 31.000,00 Lalish Theater 61.000,00 Puppentheater Lilarum 172.500,00 link*Verein f. weibl. Spielraum 363.000,00 Odeon 690.000,00 Projekttheater 130.000,00 Raimund/Ronacher/Th.Wien 14.460.000,00 Schauspielhaus 1.165.000,00 Schauspielhaus TAG 340.000,00 TAG Tanzquartier Wien 2.900.000,00 Tanzquartier Wien Theater Brett 150.000,00 Theater der Jugend 3.420.000,00 Theater des Augenblicks 237.000,00 Theater m.b.H. 145.000,00 Theater Spielraum 125.000,00 Theaterverein Wien 763.870,00 Theaterverein Wien Volkstheater 5.725.000,00 Volkstheater Volkstheater Volkstheater in den Bezirken 799.000,00 Off-Theater und Tanz Dans.Kias Toxic Dreams 2nd nature Das Wiener Kindertheater Foxfire Foxfire Erinnerungstheater IG Freie Theaterarbeit Kabinetttheater Kinetis Kinoki Klangnetze Konnex Lilarum 85.000,00 110.000,00 50.000,00 29.000,00 20.000,00 30.000,00 77.000,00 58.000,00 15.000,00 43.000,00 4.000,00 105.000,00 172.500,00 Art/Leitung Baukosten Eva Langheiter kauf/künst Johanna Franz kauf/künst Christl Bauer kauf Julia Schafranek künst Marilyn CloseWallace kauf/künst Isabella Gabor künst Sissy Koller-Boran kauf/künst Nigar Hasib kauf/künst Traude Kossatz künst Barbara Klein kauf/künst Ulrike Kaufmann künst Eva Brenner kauf/künst Kathrin Zechner künst Viktoria Salcher kauf Susanne Moser kauf Dana Csapo künst Margot Metzgolich künst Sigrid Gareis künst Ulrike Lintschinger kauf Nika Brettschneider künst Marianne Aly kauf Gül Gürses kauf/künst Johanna Tomek kauf/künst Nicole Metzger künst Bettina Kogler künst Nadine Jesse künst Emmy Werner künst Doris Weiner künst Marianne Ziesel kauf Doris Weiner künst Marianne Ziesel kauf Saskia Hölbling Choreographin Kornelia Kilga Organisation Christine Gaigg Choreographin Sylvia Rotter Regisseuse Lilly Axter Regisseuse Corinne Eckenstein Regisseuse Erika Kaufmann Organisation Sabine Kock Organisation Julia Reichert Regisseuse Dana Csapo Regisseuse Tina Leisch Regisseuse Cordula Bösze Regisseuse Aurelia Staub Choreographin Traude Kossatz Regisseuse 1.229,19 38.500,00 50.000,00 154.900,00 311.895,88 14.535,42 865.000,00 35.205,60 40.000,00 118 Frauen Märchenbühne Apfelbaum Multi kids Wien Musikwerkstatt Netzzeit Pilot tanzt Stadtinitiative Wien Stadttheater Wien Superamas Tanz Theater Performance Tanztheater Springschuh Th.z.aufgebundenen Bären Theater am Spittelberg Theater im Ohrensessel Theater ohne Grenzen Ver. Kunst u. Theater- Tanto 30.000,00 25.000,00 150.000,00 365.000,00 50.000,00 10.000,00 45.000,00 60.000,00 37.000,00 5.000,00 50.000,00 35.000,00 20.000,00 66.000,00 47.000,00 Theater des blauen Daches Theatercombinat Wien Theaterverein amal Tanzpool Verein Fadenschein Verein imeka Tanztheater Kunstgriff Verein perform Verein Sirene Verein W.ort Verein zur Zeit Verein der Freunde unnutzer Praktiken Dachtheater Lux Flux Verein Exil Dis.Danse Tanztheater Verein New Moon Verein Artbox Wr. Tanz- u. Kunstbewegung GREMIEN Kuratorium 38.000,00 130.000,00 7.000,00 60.000,00 20.000,00 47.000,00 20.000,00 47.000,00 25.000,00 122.672,00 21.800,00 30.000,00 32.000,00 18.460,00 50.000,00 7.000,00 30.000,00 15.000,00 90.000,00 Jury Summe 36.896.802,00 Gesamtsumme Gesamtsumme des Theaterbudgets Frauenanteil in%: Christa Horvath Regisseuse Nuschin Vossoughi Organisation Anne M. Birnbauer Organisation Nora Scheidl Bühnenbild Doris Ebner Choreographin Christa Horvath Organisation Anne Mertin Regisseuse Caro Mader Organisation Anita Kaya Choreographin Isabelle M.Novak Choreographin Elke Hesse Organisation Nuschin Vossoughi Organisation Nika Sommeregger Regisseuse Martina Winkel Regisseuse Susanne TabakaPillhofer Regisseuse Michaela Galli Regisseuse Claudia Bosse Regisseuse Ingrid Mitteregger Regisseuse Sylvia Both Choreographin Claudia Schäfer Regisseuse Akemi Takeya Choreographin Elisabeth Orlowsky Choreographin Barbara Kraus Choreographin Kristine Tornquist Regisseuse Helga David Regisseuse Rose Breuss Choreographin 6.000,00 20.000,00 Michaela Satzke Cordula Nossek Inge Kaindlstorfer Christa Stippinger Doris Stelzer Loulou Omer Kerstin Schütze Anne Juren Regisseuse Regisseuse Choreographin Organisation Choreographin Choreographin Regisseuse Choreographin 8.000,00 Anna Thier Silke Bake Andrea Amort Karin Cerny Karin Kathrein Veronica Kaup-Hasler 1.545.266,09 38.442.068,09 72.273.415,70 53,14 119 Frauen 120 Frauen WIENER FESTWOCHEN Die Wiener Festwochen sind eine der wenigen verbleibenden Männerdomänen im Kulturbereich. Der Männeranteil war auch 2005 in den Produktionen der Festwochen überdurchschnittlich hoch. Im Bereich musikalische Leitung und Musik lag er gar bei hundert Prozent. Und es gab auch wenige Stücke, die von Frauen geschrieben oder inszeniert wurden. Festwochen, musikalische Leitung: Festwochen, Libretto Bei insgesamt sechs Librettos kam der Frauenanteil von 16,7% durch die Mitwirkung von MarieLouise Bischofberger am Libretto von"Julie" zustande. 121 Frauen Festwochen, Regie Auch im Regiebereich waren kaum Frauen zu finden. Der 5,4% Frauenanteil kam durch die künstlerische Leitung von Heidi Aberhalden bei"Testigo de las Ruinas", durch die Mitwirkung von Sara Reyani an"Dance on Glasses" und die künstlerische Mitarbeit von MarieLouise Bischofberger an"Une pièce espagnole" zustande. Festwochen, AutorInnenschaft Unter 32 ausgewerteten Bühnen- und Musikstücken waren nur zwei, die aus der Feder weiblicher AutorInnen stammten:"Eiszeit" von Katrin Röggla und"une pièce espagnole der Welt-Literaturpreisträgerin Yasmina Reza. 122 Festwochen, Bühnenbild Frauen Festwochen, Kostüme Festwochen, Dramaturgie 123 Frauen MUSIK Orchesterförderung: Neben dem 1. Frauen Kammerorchester(36.000,-- Euro) finden sich in vielen Klangkörpern, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Wien erfahren, Frauen. Besonders in den Jugendorchestern- Jeunesse Orchester(47.000,-- Euro 55%) und Gustav Mahler Jugendorchester(182.000,-- Euro 48%) Organisation: Orchester und Ensembles, die von Frauen geleitet werden. So u.a. das Frauenkammerorchester(36.000,-- Euro Prof. Brigitte Ratz), das Jeunesse Orchester(47.000,-­ Euro Dr. Renate Böck), Franz Lehar Orchester(7.000,-- Euo Prof. Vera Macku), Kaleidoskop (4.550,-- Euro Adriane Muttenthaler); Vereine: Musikalische Jugend Österreichs(377.000,-- Euro Mag. Angelika Möser), Wiener Musik Galerie(30.000,-- Euro Prof. Ingrid Karl); Orpheus Trust(73.000,-- Euro Dr. Primavera Gruber); Musica Juventutis(18.000,-- Euro Mag. Christa-Maria Schuster) Wettbewerbe: Der Belvedere Gesangswettbewerb(25.000,-- Euro wird von der Wiener Kammeroper und der Direktorin Isabella Gabor organisiert und findet jährlich statt, Beethoven Klavierwettbewerb(alle vier Jahre, 30.000,-- Euro Mag. Elga Ponzer) Kompositionsaufträge: 2005 reichten Best Flora 600,-Cizek Martina 2.000,-Klement Katharina 500,-Schimana Elisabeth 2.000,-Doderer Johanna 1.000,-­ um eine Unterstützung ein. Alle Ansuchen wurden positiv erledigt. Der Gesamtbetrag für Kompositionsaufträge betrug 25.000,-- Euro. Davon gingen 6.100,-- Euro an Frauen. 124 Frauen FILM- und VIDEO Institutionen Im Jahr 2005 wurden insgesamt 18 Institutionen im Bereich Film finanziell unterstützt. Die geförderten Institutionen lassen sich in die Tätigkeitsbereiche Herstellung, Vermittlung, Vereinigung, Festival und Verleih untergliedern. Die Art und Anzahl der Produktionen sowie die Führung der einzelnen Institutionen kann wie folgt aufgezeigt werden: Weiblich(w), männlich(m), gemischt(g) 5 Herstellungen­ 4 Vermittlungen­ 4 Vereinigungen­ 4 Festivals­ 1 Verleih1 w. 0 w. 0 w. 2 w. 0 w. 3m 2m 1m 0m 0m 1g 2g 3g 2g 1g anders aufgeteilt 3 Projekte 6 Projekte 9 Projekte Jahresbudget weiblich männlich gemischt= Duos Fördersumme Fördersumme Fördersumme gesamt gesamt gesamt 10.450,-­ 24.850,-­ 164.700,-­ 200.000,-­ Culture2Culture Ticky Woman Preis proFrau- Plattform für Frauenrechte FrauenFilmTage RAUM.FILM Die Zettelpartituren Die Musik der Mia Zabelka FilmKulturKollektiv Der Mann mit dem Fahrrad Produktionen von Wirklichkeiten Meisterschaft Verein Kunstwerk Die Sanfte New Media X-Press Kultur.Archiv.Wien 05 Navigator Film Sights and Sounds Navigator Film Nicolas Philibert Independent Cinema Vienna Independent Shorts Institut Pitanga ARGE Kinderfilmfestival Theater m.b.H Tears of joy ASIFA Austria Jahresförderung Drehbuchforum Jahrestätigkeit Medienwerkstatt Jahrestätigkeit Sixpackfilm Jahresbetrieb Medienwerkstatt Volks stöhnende Knochenschau pooool- Verein zur Förderung visueller Kunst und Kultur Equaleyes 3.650,00 w Festival 3.800,00 w Festival 3.000,00 w Herstellung 1.000,00 m Herstellung 7.000,00 m Herstellung 5.000,00 m Herstellung 9.500,00 m Vereinigung 2.000,00 m Vermittlung 350,00 m Vermittlung 2.000,00 g Festival 36.000,00 g Festival 3.000,00 g Herstellung 10.000,00 g Vereinigung 20.000,00 g Vereinigung 32.700,00 g Vereinigung 50.000,00 g Verleih 1.000,00 g Vermittlung 10.000,00 g Vermittlung festival festival dokumentation spielfilm dokumentation spielfilm experimental dokumentation dokumentation festival festival dokumentation vermittlung vermittlung vermittlung experimental dokumentation vermittlung 125 Frauen Es wurden Dokumentationen, Spiel- und Experimentalfilme produziert, Festivals veranstaltet und im Bereich der Vermittlung gearbeitet. Zahlenmäßig lassen sich diese Produktionen wie folgt darstellen: 6 Dokumentationen 2 Spielfilme 2 Experimentalfilme 4 Festivals 4 Vermittlung 1w 3m 2g 0w 2m 0g 0w 1m 1g 2w 0m 2g 0w 0m 4g Direkten frauenspezifischen Anspruch haben vor allem die Festivals: Tricky Women von Culture2Culture http://www.culture2culture.at/ und die Frauenfilmtage http://www.profrau.at/de/veranstaltungen/index.htm Abseits von den Förderungen innerhalb der Rahmenbeträge fand 2005 das Festival"Identities" statt. Film Video Einzelkünstlerinnen 2005 wurden insgesamt 74 Filmprojekte gefördert. Die Filme wurden von 31 Frauen und von 43 Männern produziert. Die Filmprojekte lassen sich in Experimental-, Dokumentar-, Animations-, Spiel-, und Festivalfilme plus Projekte zu Filmvermittlung aufgliedern und teilen sich zahlenmäßig zwischen weiblich(w) und männlich(m) folgendermaßen auf 126 32 Dokumentarfilme 3 Animationsfilme 14 Spielfilme 5 Vermittlung von Film 3 Festivalfilme 14 w 1w 5w 1w 0w 18 m 2m 9m 4m 3m Frauen Die insgesamt 74 Filmprojekte fallen unter die Kategorien Herstellung, Vermittlung, digitale Verarbeitung und Festival und lassen sich zahlenmäßig zwischen weiblich(w) und männlich(m) wie folgt splitten: 62 Herstellung 5 Vermittlung 6 Festival 1 Digitale Bearb. 28 w 1w 1w 1w 34 m 4m 5m 0m 31 Projekte weiblich 43 Projekte männlich Jahresbudget Fördersumme gesamt Fördersumme gesamt 96.500,-­ 153.500,-­ 250.000,-­ Arian-Engländer Christine Berger C. Karin Berger Karin Dr. Bödenauer Brigitta Embacher Helga Friedel-Boesch Domenica Mag Georgoiu Penelope Gladik Ulli Mag Groschup Sabine Digitale Bearbeitung und Fertigstellung Dämonen Überleben in Bergen Belsen Don't touch me when I start to feel safe Ari Raht- Israeli mit Wiener Wurzeln 1.000,00 2.000,00 5.000,00 500,00 3.000,00 Mutter 2.000,00 Tanzen in der Secession 2.000,00 Kirtsho 5.000,00 Gugug 2.500,00 Gusberti Maia Hochenauer Bianca Kaser Viktoria Klocker Elisabeth Klöpfel Carina Kudlacek Martina Lampert Katharina Mattuschka Mara Putzer Ulrike Infra.voids 2.000,00 Camera Magica 4.000,00 Wien Views 3.500,00 Die Frau, die Arbeit, die Kunst und das Liebe Geld 4.000,00 Weniger von uns, mehr von Gott und Fräulein 2.000,00 Notizen zu Marie Menken5.000,00 Wie ich höre, reist die Baronin mit Schlagringen3.000,00 Nix wie weg 7.500,00 Aus dem Leben Experimental Experimental Frau Frau Dokumentation Frau Experimental Frau Dokumentation Frau Dokumentation Experimental Dokumentation Animation/T rickfilm Experimental Spielfilm Dokumentation Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Digitale Bearbeitung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Dokumentation Frau Dokumentation Frau Dokumentation Frau Dokumentation Frau Experimental Frau Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung 127 Frauen der Elfi Brabec 5.000,00 Ruhm Constanze X Love Scenes 5.000,00 Rukschcio Fiona Um Antwort wird gebeten 2.000,00 Schumann Constanze Lil und Kim 4.000,00 Sellinger Susanne, Menschenstadtmaschine Czjzek Lukas­ /Film-Computercode Johannes Hybrid 3.000,00 Shorts on Screen Lemerhofer Lena Über die Grausamkeit 1.500,00 Spiegel Karin Mondolian Barbecue 3.000,00 Swiczinsky Nana Vinishing Points 2.000,00 Szely Sylvia/ Eine kleine Form! Eine Schwärzler Dietmar historische Recherche früher und nicht kanonisierter Arbeiten 7.000,00 Tothova Magda Fightsforms 1.000,00 Tretinjak Alina Friedhof der Namen 3.000,00 Weingartshofer Carmen /Mantl Beate Wegen Daniel/ Echos 1.000,00 Zdesar Judith Kind 3.000,00 Zöpnek Petra Revue der Anmut und Eleganz 2.000,00 Aue Harald Lviv- Mauthausen/ Festivalkopie 1.000,00 Barth Raphael (DocuZone Austria) Res Fest 6.000,00 Böck Johnnes Die Stadt ist in Struktur 3.700,00 Bogner Alexander Kirjastoauto 5.000,00 Böhler Arno Reeducating Amerika on Friendship 3.000,00 Burger Joerg Gibellina 6.000,00 Centner Gregor Pendler 3.000,00 Cortolezis Nicolaus Ich liebe mein Leben 5.000,00 Dabernig Josef Lancia Thema 5.000,00 Denzer Ricarda working sisters 3.000,00 Derflinger Sabine No Sex for Free 1.000,00 Diestel Christian Jens Ohne Kohle 5.000,00 Dittrich Andreas Der Koffer 3.000,00 Egger Peter A. Tanzfilmprojekte 7.500,00 Giesser Christian Zwei Läufer 3.000,00 Glehr Alexander Harz 5.000,00 Glehr Alexander Cinema Next- Das Leben vor Augen 1.000,00 Graf Franz Dr (Institut Pitanga) Bilder zu Österreich 4.000,00 Grafl Franz Dr (Institut Pitanga) Sinn und Sinnlichkeiten 4.985,00 Grahovac Radovan Roma unter uns 5.000,00 Dokumentation Frau Experimental Frau Experimental Spielfilm Frau Frau Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Experimental Frau Spielfilm Frau Dokumentation Frau Experimental w Herstellung Festival Herstellung Herstellung Vermittlung w Dokumentation w Dokumentation w Spielfilm Spielfilm w w Dokumentation w Dokumentation m Festival m Experimental m Dokumentation m Dokumentation Dokumentation Dokumentation Dokumentation Experimental Dokumentation Dokumentation Festival Spielfilm Experimental Spielfilm Dokumentation m m m m m m m m m m m m Dokumentation m Vermittlung m Vermittlung m Dokumentation m Vermittlung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Festival Festival Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Festival Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Vermittlung Vermittlung Herstellung 128 Frauen Gross David Reisen im eigenen Zimmer Hetzenauer Bernhard La Sensibilidad de la Pelicula Kaltner Martin Odessa Karasek Jürgen Warten auf den Mond Kreuzer Hannes Hoffnung Link Herbert Endlich Mahler Nicolas Der Tod ist ein steifer Mantel Matzl Wolfgang In Träumen Meister Martin+ Martina Rogy Dangerous Cat Miletic Sasa Joseph Navigatorfilm Rosenberger Nicolas Philibert Newelka Alexander Potio Pfaffenbichler Norbert notes on film 02 Poet Paul The Amphymn Popovic Bernhard Fading Away Predrag Pocrnja Godot kehrt Heim Pucher Walter Ophon 2.000,00 5.000,00 2.500,00 5.000,00 1.000,00 5.000,00 3.000,00 3.000,00 3.500,00 1.380,00 2.435,00 5.000,00 5.000,00 3.000,00 5.000,00 3.500,00 5.000,00 ROBERT Paul Julien Schneider Thomas Shorts on Screen Cevdet Kilic Stejskal Georg Tscherkassky Peter Dr Turner Stefan Newelka Alexander Begegnungen Rats- zwischen Selbst­ verwirklichung und Selbstausbeutung Perspektive Quibor Peter Tscherkassky Filme 1980- 2005 Anna Potio 2. Rate 3.000,00 2.000,00 1.500,00 2.000,00 3.000,00 500,00 1.000,00 Experimental m Dokumentation Dokumentation Spielfilm Spielfilm Dokumentation Animation/ Trickfilm Spielfilm m m m m m m m Experimental m Dokumentation m Festival Spielfilm m m Vermittlung Experimental Spielfilm Dokumentation Animation/ Trickfilm Dokumentation m m m m m m Experimental m Spielfilm m Dokumentation m Vermittlung Spielfilm m m Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Festival Herstellung Vermittlung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Herstellung Festival Herstellung Vermittlung Herstellung 129 Frauen Neue Medien Im Jahr 2005 wurden insgesamt 13 Projekte gefördert. 3 Projekte weiblich 6 Projekte männlich 3 Projekte gemischt= Duos Jahresbudget Fördersumme gesamt Fördersumme gesamt Fördersumme gesamt 12.000,-­ 42.000,-­ 18.000,-­ 72.000,-­ ARGE netznetz.net via 5 super.net MACHFELD Zeitgenossen E.S.E.L Kunstverein CNTRCPYTM Rahmenwerk SHIFZ Subotron Zwei Kongruent Null IODO Kultur, Kunst, Bildung, Wissenschaft LANOLIN Medienkunstarchiv Wien Prgrammierung von Computerprogramm für Fördervergabe 2006 3.000,00 Kunstprojekt mit Viren und Spams 5.000,00 ägyptische Antike im Konteext neuer Medien 10.000,00 Veranstaltungsprogramm für das was nicht in den Zeitugnen steht 7.000,00 Spiel: KosmonautInnen fliegen zum Mars 12.000,00 Veranstaltungen bzw. Webinterface zur Frage politischer Pop und Migrationshintergrund 3.000,00 Robotercocktailfestival inkl Vorträgen und Symposium zu Robotik 10.000,00 Vortragsreihe zur Theorie von Computerspielen 5.000,00 weltweite Kunstprojekt, via Internet wird neue"Sonnenuhr genieriert 5.000,00 Webprojekt zum Thema Migration 5.000,00 Webprojekt zum Thema Stadtvermessung und räumlichen Codes 3.500,00 Archiv der Medienkunst 3.500,00 130 Frauen FILMFONDS WIEN Gremien sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Filmfonds Wien Die Jury ist das Gremium, das die Förderansuchen beim Filmfonds Wien beurteilt und Zusagen ausspricht. Im Jahr 2005 waren von den acht Juroren sechs Frauen. Die Hauptjury bildeten Ulrike Dohr, Andrea Ernst, Dr. Philipp Riccabona und Beatrix Wesle. Die Ersatzjury bestand aus Dr. Elisabeth Büttner, Mag. Bettina Leidl, Annette Niehues und Eric Pleskow. Dem Kuratorium gehörten sieben Personen an, darunter eine Frau. Die Kuratoriumsmitglieder waren Dr. Barbara Fränzen, Helmut Grasser, Hans Hurch, Mag. Michael Kreihsl, Kurt Mayer, WolfRüdiger Philipp und Michael Stejskal. 131 Frauen Beim Filmfonds Wien waren 2005 acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, fünf Frauen und drei Männer · Dr. Peter Zawrel, Geschäftsführung · Mag. Claudia Fischer, stellv. Geschäftsführung& Verträge · Andrea Christa, Consulting · Mag. Sabine Konrath MAS, Public Relations · Sibylle Schwarzkogler, Office Management · MMag. Thomas Heskia, Controlling · Margarethe Binder, Controlling · Alessandro Chia, Controlling(bis Februar 2005) Somit waren rund 63% der Stellen beim Filmfonds Wien mit Frauen besetzt. Frauen als Autorinnen, Regisseurinnen und Produzentinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach künstlerischen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Frauen wie auch Männer beschäftigt. Die Autorinnen, Regisseurinnen, Kamerafrauen, Cutterinnen, Masken- und Kostümbildnerinnen oder Filmgeschäftsführerinnen arbeiten dabei mit großem Erfolg im künstlerischen als auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Im Bereich der Herstellung wurden einige spannende Projekte mitfinanziert, der Schwerpunkt lag hier vermehrt bei Dokumentarfilmen, erfreulicherweise hatten diese zumeist interessante Frauen zum Thema. So zum Beispiel"Die Richterin"(Rule of Law) von Susanne Brandstätter(Aichholzer Film) über die österreichische UNO-Richterin Claudia Fenz. Das neue Projekt von Mirjam Unger"Wiens verlorene Töchter" porträtiert acht jüdische Damen, allesamt um die achtzig Jahre, die als junge Mädchen Wien verlassen mussten. Mit jiddischem und auch immer noch mit Wiener Schmäh bewegen sich diese rüstigen Damen durch New York und erzählen von ihren Erinnerungen und ihrer Liebe zu Wien. Produziert wurde die Dokumentation von Mobilefilm, der Produktionsfirma von Mirjam Unger und Eva Testor. Der neue Spielfilm"Fallen!" von Barbara Albert(coop99) ist"für und mit" Nina Proll, Birgit Minichmayr, Kathrin Resetarits, Ursula Strauss und Gabriela Hegedüs, fünf Frauen, die aus dem österreichischen Film nicht mehr wegzudenken sind. Eben diese treffen sich nach 14 Jahren in ihrer kleinen Heimatstadt wieder, bei einer Beerdigung. Alte Verletzungen brechen auf, aber ebenso werden alte Freundschaften wieder hergestellt. Allgemein war zu beobachten dass der Großteil der Filmemacherinnen thematisch dazu tendierte Filme über Frauen zu machen, so zum Beispiel Anja Salomonowitz mit einem Projekt über Frauenhandel("Kurz davor ist es passiert") oder auch Barbara Gräftner in"Liebe letzte Grüße" und Sandra Löhr in"Die Vatersucherin". Im Jahr 2005 förderte der Filmfonds Wien 44 verschiedene Projekte in der Herstellung. Bei 13 dieser Filme führten Frauen Regie, 31 Filme hatten einen Regisseur. Im Vergleich zum Vorjahr konnte somit immerhin eine Steigerung von 7% erzielt werden... 132 Frauen In der Projektentwicklung sind die folgenden geplanten Filme wegen ihrer spannenden und auch politisch wichtigen Thematik besonders hervorzuheben: "Die Frauenkarawane der Toubou" von Nathalie Borgers. Der Film begleitet eine Gruppe von Frauen, die ihre Männer zurücklassen, um auf Kamelen wie jeden Herbst, mit Dolchen bewaffnet, die Sahara zu durchqueren, um durch den Dattel-verkauf die notwendigen Lebensmittel zu besorgen, welche das Dorf zum Überleben braucht. "Hana, Dul Sed- Fußball und DVR-Korea" von Brigitte Weich. Eine Dokumentation über die Spielerinnen des Fußball-Nationalteams von Nordkorea, die wir in ein völlig abgeschottetes Land, in eines der letzten"kommunistischen" Regime begleiten. "Lourdes" von Jessica Hausner. Produziert von der coop99, begleitet dieses Psychodrama eine unheilbar kranke Frau und ihren Mann nach Lourdes, als letzte Möglichkeit bleibt ihr nur die Hoffnung auf eine"göttliche Heilung", welche sie sich dort erwartet... "Serviam- Ich will dienen" von Ruth Mader Ein katholisches Mädcheninternat in der Nähe von Wien. Einige Trakte stehen bereits leer. Die reiche österreichische Gesellschaft und ihre Kinder. Eine Nonne kämpft gegen den Untergang des Glaubens. Ein Mädchen ist bereit, sich zu opfern. Ein Film über Glaube, Hingabe und die Existenz Gottes. Im Jahr 2005 förderte der Filmfonds Wien 25 verschiedene Filme in der Projektentwicklung. Die Treatments oder Drehbücher zu diesen Projekten wurden von neun Frauen und 23 Männern geschrieben, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von 10%. 133 Frauen LITERATUR Im Rahmen der Literaturförderung waren 2005 mehrere Jurien tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den zehn Mitgliedern waren acht Frauen(Inge Cevela, Mag. Karin Haller, Mag. Mirjam Morad, Dr. Kristina Pfoser, Mag. Silke Rabus, Mag. Christine Trattner, Mag. Kathrin Wexberg und Mag. Elisabeth Wildberger). 134 Frauen Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen drei Frauen waren(Dr. Kristina Pfoser, Univ. Prof. Dr. Elisabeth Juliane Vogel, Dr. Christiane Zintzen), zusammen. Der Jury für die Vergabe der Wiener AutorInnenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, gehörten mit Barbara Neuwirth und Heidi Pataki zwei Frauen an. 135 Frauen Die zum Wiener Dramatikerstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, drei von ihnen waren Frauen(Dr. Karin Kathrein, Dr. Sabine Perthold, Mag. Susanne Wolf). Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Zwei dieser drei Mitglieder waren im Jahr 2005 Frauen (Mag. Ruth Berg, Dr. Renate Lunzer). Mit dem Preis, der mit 3.700,-- Euro dotiert ist, wurde Maria Weissenböck ausgezeichnet. 136 Frauen Margret Kreidl, Julya Rabinowich erhielten das mit 1.095,-- Euro monatlich dotierte Wiener Autorenstipendium(insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil beträgt also 50%). Von den vier CanettistipendiatInnen waren im Jahr 2005 zwei Frauen: Brigitta Falkner und Sabine Gruber erhielten dieses mit monatlich je 1.458,-- Euro dotierte Stipendium. 137 Frauen Mit den Kinder- und Jugendbuchpreisen wurden Selda Marlin Soganci, Rachel van Kooij, Ursula Poznanski und Sybille Hein ausgezeichnet, den Illustrationspreis erhielt Renate Habinger. Für diese Preise stand eine Gesamtsumme von 8.000,-- Euro zur Verfügung, davon gingen 6.900,-- Euro an Frauen. In die Ehrenliste trugen sich Bücher von Marion Goedelt, Helga Bansch, Sigrid Laube und Silke Leffler ein. Für Bücher von Frauen wurden Wiener Verlagen Druckkostenbeiträge(Gesamtsumme 205.000,-­ Euro) in der Höhe von 78.300,-- Euro zur Verfügung gestellt. 138 Frauen BILDENDE KUNST Die Jury für Kunstankäufe bestand aus acht Mitgliedern, davon sechs Frauen: Mag. Sabine Bitter, Dr. Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Dr. Monika Faber, Dr. Antonia Hoerschelmann, Dr. Ursula Storch, Mag. Karin Zimmer Die Jury für die Galerien-Prämienaktion"Das engagierte Auge" zählte sechs Mitglieder, davon vier Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Dr. Monika Faber, Mag. Doris Krumpl, Mag. Karin Zimmer. 139 Frauen Die Jury für die Preise der Stadt Wien bestand aus sieben Mitgliedern, davon fünf Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Mag. Dorit Margreiter, Elfriede Mejchar, Mag. Eva Schlegel, Elfie Semotan. Die Förderungspreise für bildende Kunst wurden an zwei Frauen vergeben: Flora Neuwirth und Andrea Witzmann(je 4.000,-- Euro). 140 Vier Preise der Stadt Wien wurden an drei Frauen und einen Mann vergeben: Maria Theresia Litschauer, Inés Lombardi und Lisl Ponger(je 8.000,-- Euro). Frauen Fonds Kunst im öffentlichen Raum Beratender Beirat: sechs Beiräte, davon zwei Frauen: Dr. Silvia Eiblmayr, Dr. Brigitte Huck 141 Frauen Geförderte Projekte: 12 AntragstellerInnen: (davon 2 Paarantragsteller) KünstlerInnen: (davon einige Künstlerpaare bzw. Gruppen) 3 Frauen 11 Männer 16 Frauen 18 Männer Artothek: Es fanden neun Ausstellungen statt, drei davon wurden von Frauen veranstaltet. 142 Kunstankäufe Aus einer Gesamtsumme von 507.516,-- Euro wurden 258 Kunstwerke angekauft (68 Frauen und 71 Männer) Frauen Ausstellungen Im Jahr 2005 wurden vier Ausstellungen aus den Beständen der Kunstwerke der Stadt Wien im Ausland und in Wien gezeigt. "* in Südtirol, lebt in Wien- KünsterInnen aus Südtirol" im Südtiroler Kulturinstitut, Waltherhaus, Bozen 8 Frauen, 19 Männer "Videós Viennoises. Un regard sur la jeune creation video de Vienne" im Bétonsalon, Paris 8 Frauen, 6 Männer "Der Blick auf Wien- Topografie und Wahrnehmung" in der Estnischen Nationalbibliothek Tallinn 4 Frauen, 20 Männer "Positionen junger Kunst aus Wien" im Palais Epstein, Wien 2 Frauen, 2 Männer Kunsthalle Wien In der Ausstellung"Fatima ungeduldig" zeigten Künstlerinnen muslimischer Herkunft oder in islamischen Ländern lebend verschiedene Entwürfe von Weiblichkeit. Künstlerinnen aus der Türkei, Ägypten, dem Iran, Syrien, Algerien und dem Libanon vollzogen in Film und Video einen ästhetischen Entschleierungsakt und machten Dinge transparent, die unter Schichten von Tradition begraben sind. KuratorInnen waren: Róza El-Hassan und Gerald Matt 143 Frauen Kleinprojektförderung bildende Kunst Folgende, von Frauen geführte oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme von EUR 122.000,-- des Budgets der Kleinprojektförderung subventioniert: Verein zuhaus Medienkunstarchiv Ad Oculos Kunsthalle Exnergasse Intakt Künstlerinnenverein eigenart Kforum- Verein für internationale Kunst- und Kulturvernetzung Pogmahon.company Institut für interaktive Raumprojekte Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Club Alpha Halle Neun Neun Arabesken Salon Beauty Free Verein zur Förderung intern.zeitgen.Keramikkunst MarianneMaderna Projektförderverein Kiesler Stiftung Auto Ipsum Kulturaxe VEKKS Verein für Film und Fotodokumentation Enterprise z Grat IG Bildende Kunst Verein Lux 2.000,-­ 3.000,-­ 700,-­ 2.000,-­ 700,-­ 1.000,-1.000,-­ 3.000,-3.000,-­ 3.800,-­ 1.000,-­ 1.700,-­ 2.900,-­ 1.000,-­ 1.000,-2.000,-1.000,-­ 920,-1.000,-4.000,-­ 1.400,-­ 3.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 700,-­ 44.820,-­ 144 Frauen Kunst im Stadtteil Das Kunstfestival"SOHO in Ottakring"(gefördert mit 60.000,-- Euro), das 2005 zum sechsten Mal für die Dauer von zwei Wochen im Wiener Brunnenmarktviertel stattfand, wurde wieder von der Künstlerin Ula Schneider kuratiert und organisiert. BEZIRKSKULTUR Aus einem Gesamtbudget für bezirkskulturelle Aktivitäten von 727.000,-- Euro wurden folgende Vereine, die von Frauen geleitet werden gefördert: Kulturnetz(zu 50% unter weiblicher Leitung): 214 000,-­ Aktionsradius Augarten(zu 50% unter weiblicher Leitung): 100.000,-­ ARGE Wiener Bezirksmuseen: 364.000,-­ Link Frauenraum: 39.650,-­ Gesamtsumme für Vereine unter weiblicher Leitung: 560.050,-- Euro 145 Frauen FRAUEN IM WISSENSCHAFTSBETRIEB Im Jahr 2005 wurden zahlreiche innovative, interdisziplinäre und transdisziplinäre Projekte, die sich mit Kultur- und Gesellschaftsentwicklungen unter einer Genderperspektive auseinander setzen, unterstützt- kein Projekt, das sich mit frauenspezifischen Fragestellungen befasste, wurde abgelehnt. Insbesondere im Bereich der Nachwuchsförderung im Wege von Stipendien und Preisen gibt es hoch qualifizierte und engagierte Anträge von jungen Wissenschafterinnen. Die Förderstatistik weist in diesem Bereich einen hohen Prozentsatz geförderter Frauen auf, der im Vergleich zu 2004 gewachsen ist. Die Zahl der von engagierten Wissenschafterinnen verantworteten Publikationen ist im Jahr 2005 sowohl in absoluten Zahlen als auch im Prozentanteil(Prozentsatz von von Frauen verfassten und herausgegebenen Publikationen) gewachsen. Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich im Jahr 2005 innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben: ARGE Wiener Ethnologinnen Publikationsprojekt"Geschlecht, Differenzen und die Macht der Räume. Diskurse und Repräsentationen von reisenden Europäerinnen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert" culture2culture wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2005 (Festival "Tricky Women", "Datenbank/Videothek des Animationsfilmschaffens von Frauen") Evangelische Akademie Wien Veranstaltung"Religionen- Chance oder Hindernis bei der Verwirklichung der Frauenrechte" Frauen ohne Grenzen Weiterführung des Projektes"Erstes Wiener Mädchenparlament. Basisinitiative für junge weibliche"Future Leaders" unter Inkludierung der neuen EU Staaten Ungarn und Slowakei" Frauenhetz- Feministische Bildung, Kultur und Politik Forschungsprojekt "Héro?ne textuell. Das Dilemma weiblicher Autorschaft am Beispiel der Marguerite Duras" Veranstaltungsreihe"Arbeit und Politik" Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Weiterführung des Projektes"Nachlass zur Entstehung der universitären Frauenforschung - Quellenedition" FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Fachtagung "Prävention und Umgang bei Verdacht von sexuellem Missbrauch an Mädchen, Buben und Jugendlichen" Freundinnen der Buchhandlung Frauenzimmer Buchpräsentation"Das Wichtigste ist, sich selber treu zu bleiben. Die Geschichte der Zwillingsschwestern Rosl und Liesl" von Erica Fischer, Ueberreuter 2005 Gesellschaft für Politische Aufklärung Forschungsprojekt"Alice Rühle-Gerstel. Die Dissidentin des sozialen Humanismus" IG.MOF- Internationale Gesellschaft für Mittel­ und Osteuropaforschung e.V. Publikationsprojekt"Frauenbilder, feministische Praxis und nationales Bewusstsein in Österreich-Ungarn 1867-1918" Kulturverein SABA Veranstaltung"SATANA(Der Fall Martha Marek)" Kulturzentrum& Studentinnenheim Währing Vortrag"Der Feminismus- ein babylonischer Turmbau" LINK- Verein für weiblichen Spielraum wissenschaftliche Vorarbeiten im Rahmen des Projektes"Her Position in Transition" 146 Frauen Milena Verlag Publikationsprojekt"Die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in Österreich" NilDonau für Entwicklung und Friedenskultur Veranstaltung"Muslimische Frauen zwischen Klischees und Realität" Ninlil- Verein wider die sexuelle Gewalt gegen Frauen, die als geistig oder mehrfach behindert klassifiziert werden Präsentation der Broschüre "Adressenverzeichnis von Operschutzeinrichtungen für Frauen, die als geistig oder mehrfachbehindert klassifiziert werden" Österreichischer Freundeskreis von Givat Haviva Ausstellung"Women in the Holocaust- Frauen im Widerstand STICHWORT- Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung Veranstaltung"Feministische Bildungsarbeit. Leben und Lernen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Buchvorstellung und Diskussion", 25. November 2005 TransX- Verein für Transgender Personen Workshop"Understanding Transgenderism in a Feminist Context" Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Ringvorlesung"Eine von fünf. Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum" im Wintersemester 2005/06 Verein Courage- Österreichisches Institut für Beziehungs- und Sexualforschung Veranstaltung "Diversität der Lebensweisen ­ Herausforderung und Ressource des 3. Jahrtausends?" Verein für arabische Frauen Konferenz"Auf dem Weg zur Integration mit Identitätsbewahrung" Verein zur Förderung von L´Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2005 Publikationsprojekt"Umbrüche- Netzwerke ­ Debatten. Frauenbewegungen in den postkommunistischen Ländern im 19. und 20. Jahrhundert", Elisabeth Frysak, Margareth Lanzinger u. Edith Saurer(Hg.), Böhlau 2006 Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs Projekt"Das etwas andere Findbuch" WAVE- Women Against Violence Europe Projekt"Ein Weg aus der Gewalt" Wiener Volksliedwerk Arbeitstagung"Frauen in der Volkskunde" Exemplarische Auflistung von von Frauen initiierten bzw."federführend" betreuten wichtigen Projekten, die 2005 gefördert wurden: Alumniverband der Universität Wien Mag. Daniela Larcher Anthropologische Gesellschaft Wien Univ.-Doz. Marie-France Chevron Anton Wildgans Gesellschaft Ilse Wildgans Archikult- Gesellschaft für Architektur-& Kulturforschung Dr. Inge Scheidl Architekturzentrum Wien Mag.(FH) Karin Lux ARGE Wiener Ethnologinnen Patricia Zuckerhut und Dr. Gabriele Habinger Art Forum von Oppel Dorothea Stepan 147 Frauen Arthur Schnitzler-Gesellschaft Univ.-Prof. Dr. Konstanze Fliedl und Professor Marianne Gruber AUFKULTUR- Verein zur Förderung feministischer Kultur,- Bildungs- und Archivarbeit Britta Cacioppo Austrian University Teachers of English Univ.-Prof. Mag. Dr. Monika Seidl Bruno Kreisky Forum Mag. Gertraud Borea d´Olmo Club of Vienna Dr. Agnieszka Rosik-Kölbl Cultural Transfer- Verein zur Dokumentation und Erforschung kulturellen Austauschs Univ.-Prof. Dr. Cornelia Szabó-Knotik culture2culture Mag. Waltraud Grausgruber Delphina- Verein zur Realisierung und Unterstützung von Kunstprojekten Dr. Ricki Oelmack Demokratiezentrum Wien Mag. Gertraud Diendorfer Denkraum Donaustadt- Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft und Kunst Bärbl Zechner und Sylvia Schlagintweit Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer-Galanda Diözesanarchiv Wien Dr. Annemarie Fenzl Elfriede Jelinek-Forschungszentrum Dr. Pia Janke Emergence of Projects- Verein zur Förderung interdisziplinärer Projekte in Kunst und Wissenschaft Helga Köcher 148 Erinnerungstheater Wien Michaela Schwind und Karin Wetschanow Evangelische Akademie Wien Mag. Waltraut Kovacic Evangelisches Bildungswerk A.B. Wien Birgit Traxler FVV- Förderverein für Volkskunde Mag. Dr. Gertraud Liesenfeld und Dr. Elisabeth Timm Forschungsverein rainman´s home Dr. Therese Zöttl Forschungszentrum für historische Minderheiten Mag. Regina Wonisch FORUM Universität und Gesellschaft Dr. Elisabeth Freismuth Franz Schmidt Gesellschaft Wien Dr. Carmen Ottner Frauen ohne Grenzen Mag. Martina Handler und Univ.-Doz. Dr. Edit Schlaffer Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Mag. Margit Hauser Frauenhetz- Feministische Bildung, Kultur und Politik Mag. Jale Akcil, Frau Mag. Heidi Niederkofler und Frau Mag. Andrea Strutzmann Frauenzirkel Austria Otti Neumeier Freundinnen der Buchhandlung Frauenzimmer Mag. Verena Fabris und Frau Helga Widtmann FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Ursula Kussyk und Frau Angelika M. Trabe Frauen Gabriele Possanner Institut Univ.-Doz. DDr. Sonia Horn Generationstheater- Erinnerungstheater Dr. Erika Kaufmann Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste Sylvia Eisenburger Kunz Gesellschaft für Analytische Ethik und Sozialphilosophie Dr. Elisabeth Holzleithner und Univ.-Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer Gesellschaft zur Förderung der Pflanzenwissenschaft Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp Glob Art Heidemarie Dobner GRENZ-film Prof. Dr. Susanne Granzer HEMAYAT- Verein zur Betreuung von Folterund Kriegsüberlebenden Heidi Behn IBRIS- Institut für briologische Sozialwissenschaft Dr. Johanna Dorer Initiative Minderheiten Dr. Cornelia Kogoj Institut für Geschichte der Juden in Österreich Dr. Martha Keil ICA- Interuniversity Consortium for Agricultural and Related Sciences in Europe Univ.-Prof. Dr. Margit Laimer da Camara Machado IFK- Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften Mag. Viola Eichberger Internationale Hans Tietze und Erica TietzeConrat Gesellschaft DI Kirstin Matschiner und Dr. Alexandra Caruso IG Bildende Kunst Mag. Dagmar Höss IG Kultur Österreich Gabriele Gerbasits IG Kultur Wien- Wiener Interessengemeinschaft für freie Kulturarbeit Mag. Irmgard Almer IG.MOF Dr. Alexandra Millner Im_flieger Tanz Theater Performance- Verein zur Schaffung künstlerischer Infrastrukturen Anita Kaya Institut für Axiologische Forschungen Prof. Dr. Yvanka Raynova und Frau Dr. Susanne Moser Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung Univ.-Prof. Dr. Gertraud Diem-Wille Institut Pitanga Dr. Martina Lassacher, Mag. Karin Berger Initiative Weltethos Mag. Edith Riether Internationale Schönberg-Gesellschaft Dr. Marion Diederichs-Lafite IWK- Institut für Wissenschaft und Kunst Dr. Helga Kaschl IWM- Institut für die Wissenschaften vom Menschen Mag. Susanne Fröschl Jewish Welcome Service Vienna Mag. Susanne Trauneck Jüdisches Archiv Wien Erika Wantoch Konferenz für Geschichtsdidaktik Österreich Regina Tschannerl 149 Frauen Kultureller und wissenschaftlicher Verein für Europa Dr. Ingrid Dimou Kulturklub der Tschechen und Slowaken Ing. Helena Basler Kulturni Centar Christine von Kohl Kulturverein SABA Barbara Korherr Kulturzentrum& Studentinnenheim Währing Mag. Brigitte Bauer Lalish- Theaterlabor Mag. Nigar Hasib LINK- Verein für weiblichen Spielraum Mag. Barbara Klein Logothetis Art Julia Logothetis Ludwig Boltzmann-Gesellschaft Mag. Claudia Lingner Märchenbühne Der Apfelbaum Christa Horvat Milena Verlag Lika Trinkl Museumsverein Alsergrund Mag. Birgit Johler NilDonau für Entwicklung und Friedenskultur Mag. Ishraga Mustafa Hamid Ninlil- Verein wider die sexuelle Gewalt gegen Frauen, die als geistig oder mehrfach behindert klassifiziert werden Mag. Klaudia Gruber Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft Mag. Margit Wolfsberger Österreichische Akademie der Wissenschaften Aktuarin der phil.-hist. Klasse Lisbeth Triska Leiterin der Verwaltungsstelle Preise und Stipendien Mag. Dr. Lottelies Moser Projektgruppe Wörterbuch"Die Fackel" Dr. Evelyn Breiteneder Österreichische Forschungsgemeinschaft Mag. Caroline Hecht Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Dr. Sandra Wiesinger-Stock Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien HR Dr. Gertrude Enderle-Burcel Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur Dipl.-Ing. Catarina Proidl Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft Dr. Sylvia Kritzinger Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte Dr. Margit Reiter ökids- Österreichische Gesellschaft für Kinderund Jugendlichenpsychotherapie Dr. Vera Zimprich Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber Österreichischer Bundesverband für Erziehungsberatung Dr. Martina Leibovici-Mühlberger Österreichischer Freundeskreis von Givat Haviva Milli Segal Österreichischer Slawistenverband Univ.-Prof. Mag. Dr. Renate Rathmayr Österreichisches Nationalkomitee im ICTM Univ.-Prof.Dr. Gerlinde Haid Österreichisches Lateinamerika- Institut Mag. Stefanie Reinberg 150 Frauen OIKODROM Dr. Heidi Dumreicher Orpheus Trust- Verein zur Erforschung und Veröffentlichung vertriebener und vergessener Kulturen Dr. Primavera Gruber OSI Österreichisches Ost- und SüdosteuropaInstitut Dr. Elisabeth Vyslonzil Otto Koenig Gesellschaft Dr. Jana Salat Partner/innen. Verein für Öffentliche Kunst Beatrix Zobl Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft Mag. Ursula Brandl-Straka Projekt Theater Studio Dr. Eva Brenner Pro mare- Verein zur Förderung der Meeresforschung in Österreich Univ.-Prof. Dr. Monika Bright Punctum! Arbeitsgruppe für Fotografie und visuelle Kultur Mag. Gudrun Ratzinger Reporter ohne Grenzen Österreich Dr. Rubina Möhring Sigmund-Freud-Privatstiftung Mag. Inge Scholz-Strasser und Frau Dr. Lydia Marinelli Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Dr. Birgit Haller STICHWORT- Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung Mag. Elisabeth Frysak "Stubenring 3"- Verein Freunde der Universität für angewandte Kunst Wien DI Margit Ulama Studentenkomitee der Diplomatischen Akademie Wien Mag. Daniela R. Pfeffer SWS- Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft Gertude Pacholik Synema- Gesellschaft für Film und Medien Dr. Brigitte Mayr Theatercombinat Claudia Bosse TransX- Verein für Transgender Personen Eva Fels Universitätszentrum für Friedensforschung Frau HR Dipl.-Dolm. Dr. Sigrid Pöllinger WAVE- Women Against Violence Europe Mag. Maria Rösslhumer Verband österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker Dr. Renate Goebl Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Daniela Almer Verein Courage- Österreichisches Institut für Beziehungs- und Sexualforschung DSA Elisabeth Cinatl Verein der Freunde des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien Univ.-Prof. Dr. Birgit Lodes Verein der Freunde der Paläontologie Univ.-Prof. Dr. Doris Nagel Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Univ.-Doz. Dr. Maria Mesner Verein Ecce Homo Ingrid Draxl 151 Frauen Verein ECE Univ.-Prof. Mag. DDr. Christiane Spiel Verein für ägyptische Frauen und Familien Nadia Aziz Verein für arabische Frauen Marie Thérèse Kiriaky und Mag. Angel Grece Verein für Foto- und Filmdokumentation Alisa Douer Verein für Individualpsychologische Forschung Dr. Gertrude Bogyi Verein für Volkskunde HR Dr. Margot Schindler Verein MA-null Dr. Anna Schober Verein ,,Projekt Schwab" Mag. Ingeborg Orthofer und Dr. Elisabeth Kramberger Verein Projekt Integrationshaus Mag. Dr. Susanne Buttaroni und DSA Andrea Eraslan-Weninger Verein Schnittpunkt Dr. Monika Sommer Verein"Sigmund Freud Haus-Wien Dr. Sylvia Zwettler-Otte Verein Station Wien Ferhan Umancan Verein Südwind Entwicklungspolitik Wien Renate Sova Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung Dr. Eleonore Lappin Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Mag. Siglinde Bolbecher Verein zur Förderung der Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit Univ.-Prof. Dr. Martina Kaller-Dietrich Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Univ.-Doz. Mag. Dr. Heidemarie Uhl Verein zur Förderung von L´Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle und Frau Mag. Dr. Margareth Lanzinger Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs Rudolfine Lackner Vienna CM Partners MPA Sonja Rauschütz Viktor Frankl Zentrum Wien Johanna Schechner WALZ- moving Anthropology Ana Subotic webbrain- Gesellschaft zur Verbreitung von Ton-, Bild- und Denkkunst im virtuellen und im realen Raum Dr. Gabriele Stöger Wiener Gesellschaft für Theaterforschung Univ.-Prof. Dr. Brigitte Marschall Wiener Humanistische Gesellschaft Symposium"Neue Zeiten- neue Sitten. Zu Rezeption und Integration römischen und italischen Kulturguts in Kleinasien" Univ.-Prof. Dr. Marion Meyer Wiener Psychoanalytische Vereinigung Dr. Christine Diercks Wiener Volksliedwerk Dr. Susanne Schedtler Windhorse Mag. Grit Turnowsky 152 Frauen WZW- WissenschaftsZentrumWien Mag. Andrea Holzmann-Jenkins Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz Mag. Dr. Claudia Kuretsidis-Haider Zoom- Verein interaktives Kindermuseum Museumsquartier Dr. Elisabeth Menasse-Wiesbauer ZUHAUSE. Verein für Wohnperspektiven Dr. Maria Welzig Stipendien und Förderpreise- Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Gesamtvolumen: 117.185,-- Euro Davon für Frauen: 115.725,-- Euro Stipendium am Bologna Center der Johns Hopkins University Mag. Gisela Spreitzhofer Stipendien im Rahmen des DoktorandInnenprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften(APART- und Doktoranden-Stipendium) Dr. Claudia Leeb DI Sigrid Englich Stipendien an der Webster University Frau Marie Aimee Ropartz Frau Siji Jose Marasseril Talenta- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Prämierung der jahresbesten Diplomarbeiten der Wirtschaftsuniversität Wien) Mag. Elisabeth Fritz Mag. Girid Oberleitner Mag. Margit de Toma Michael Mitterauer-Förderungspreis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien Mag. Dr. Brigitte Fuchs 153 Frauen Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(35 Frauen, 25 Männer) für kleine wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß von 700,-- Euro bis 1.400,-- Euro: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: 50.426,43 Euro 29.733,71 Euro 58,96% Mag. Dr. Cristina Bacher-Wollner Wissenschaftsbiographie Sigmund Freud Mag. Ruslana Berndl Massud Rahnama- Schauspieler, Regisseur, Autor Mag. Bedrija Cero Effektivität orientierter Gruppenpsychotherapie und der traumatisierte Mensch im Zentrum der Therapie Dr. Kanita Dervic Suizidfälle unter Minderjährigen in Wien 1946­ 2002 Mag. Ilse Eichberger Homosexualität in Österreich seit 1971 Mag. Evelyn Fink-Mennel Heinrich Schenkers Wiener Schülerkreis. Biografische Aufarbeitung Mag. Maria Fritsche Servitengasse 1938- Schicksale der Verschwundenen. Bericht 2: Erforschung der 154 Liegenschaften Servitengasse nach ungeraden Hausnummern Mag. Elisabeth Grabenweger Gründungsgeschichte der Wiener Stadtbibliothek Mag.Ida Haider-Labudovic Serbische Zuwanderung in Wien Mag. Karin Hofer Backstein im Archiv, in der Stadt- Module eines kulturellen Speichers Mag. Christina Höfferer Emmy Stein, Sängerin und bar Besitzerin. Ein Wiener Leben Mag. Evgenia Ivanova Studien zur Wiener Steinschneidekunst im 17. und 18. Jahrhundert Mag. Birgit Johler Servitengasse 1938- Schicksale der Verschwundenen. Bericht 1: Erforschung der Frauen Liegenschaften Servitengasse nach geraden Hausnummern Mag. Dr. Brigitta Keintzel Gender und psychische Struktur. Zur Über-IchBildung in Wiener Publikationen zur Zwischenkriegzeit DI Dr. Susanne Kratochwil Dokumentation von Materialien des Heinz von Foerster-Archivs: lectures und Vorträge Mag. Stefanie Kühnberg Die Verbandsklage nach österreichischem und französischem Recht Mag. Astrid Lefenda Heterotope Architekturen. Gärten und Parks bei Franz Werfel und Ernst Jünger Dr. Veronika Leskovar Erzählmöglichkeiten in der frühen Wiener Nachkriegsliteratur am Beispiel Hertha Kräftner Dipl.-Ing. Isabella Marboe Carl Auböcks Studentenzeit. Eine Spurensuche in Plänen, Erinnerungen und dem Spiegel der Zeit Dr. Cornelia Meran an/sammlungen an/denken- Wissenschaftliche Grundlagen einer Ausstellung über Alltagskultur Mag. Christa Mitterlehner 150 Jahre Wiener Stadtbibliothek: Grundlagenforschung und Quellenrecherchen zur Entwicklung der Wiener Stadtbibliothek Mag. Dr. Sibylle Moser Lesen, Hören, Sehen: Wie unterscheiden ästhetische ExpertInnen zwischen unterschiedlichen Medienmodalitäten? Mag. Brigitte Musil Das Wiener Stadthaus von Carl Freiherr von Hasenauer Mag. Julia Novak Gemeinsam Lesen: Die Buchgruppe als soziales Phänomen und ökonomische Treibkraft für den Literaturbetrieb in Großbritannien, mit Blick auf Österreich Mag. Regine Rebernig-Ahamer Geschichtswerkstatt Hadersdorf-Weidlingau Dr. Claudia Resch Trostbüchlein für die"großbaucheten frawen": Seelsorgerliche Geburtshilfe zur Zeit der Reformation Mag. Elena A. Sakulina Die musikalischen Prinzipien der Strukturbildung im Werk Georg Trakls Mag. Marlen Schachinger FrauenStadtGeschichteWien. Eine Führerin Dr. Anna Schober Das Sich-Verstehen der Bilder. Am Beispiel: Pornografie und Avantgarde Mag. Alma Sendic Der Einfluss von Carnitin auf die menschliche Gesundheit-Gene expression of Carnitine Palmitoyltransferases in skeletal muscle tissue, blood and liver of old healthy rats Mag. Dr. Maria Six-Hohenbalken Wege Knotenpunkte Netzwerke. Migrationsbewegungen und transnationale Beziehungen von Kurden in Wien Mag. Michaela Spiegel Wiener Damenhaft- Ein nie geführtes Gespräch und sieben Lebensentwürfe Mag. Elfriede Anna Stanka Die neue Wiener Avantgarde- unkonventionell und innovativ Mag. Judith Virtbauer Zytostatika aus Metaxya rostrata Phytochemische Untersuchungen und Charakterisierung der Wirkmechanismen Mag. Suzie Wong Architekt Philipp Häusler(1887-1966) Leben und Werk 155 Frauen Förderungsmittel für Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen(sechs Frauen, vier Männer) für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß von 3.650,-- Euro: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: 36.500,-- Euro 21.900,-- Euro Die Projekte im Einzelnen: Mag. Dr. Susanne Blumesberger Kinderliteratur in und aus Wien im 20. Jahrhundert Mag. Sigrid Kroismayr Der soziale Zusammenhalt der Wiener Bevölkerung im Rückblick der letzten 100 Jahre Mag. Ilse Schneider Werkausgabe von Conny Hannes Meyer Mag. Eva Schwarzmann Eric Pleskow: Von Wien nach Hollywood. Wurzeln in Wien- Verteibung- Leben in der Emigration. Ein Rückblick" Mag. Ortrun Veichtlbauer Umweltgeschichte Österreichs seit 1945 Dr. Maria Welzig Architekturszene Wien 1934 bis 1968. Bauten, Projekte, Politik 156 Frauen Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankauf): Davon Publikationen von Frauen: In Prozent: 160.758,29 Euro 71.315,91 Euro 44,36% U.a. wurden im Jahr 2005 folgende Publikationen unterstützt: Isabella Ackerl, Harald Jahn Unentdecktes Wien Isabella Ackerl Verlorene Intelligenz. Sie haben uns nicht zurückgeholt. Österreichische Wissenschaftler 1918-1945 Ruslana Berndl Massud Rahnama- Schauspieler, Dramatiker, Regisseur Marlen Bidwell-Steiner, Karin S. Wozonig(Hg.) Gendered Subjects I. Die Kategorie Geschlecht im Streit der Disziplinen Isabella Breier Dimension menschlicher Sinnstiftung in der Praxis Verena Berger, Friedrich Frosch und Eva Vetter (Hg.) Zwischen Aneignung und Bruch Heidi Behn Zweisprachige Dokumentation der Lebensgeschichte der jüdischen Überlebenden in Oradea und Umgebung/Rumänien Franziska Beutler Festschrift zum 65. Geburtstag für Ekkehard Weber Elfriede Brunnthaler Vom Eheschatten in der Kunst? Der Maler Eduard Csank und seine Frau Elisabeth in und auf dessen malerischen Spuren [changing strategies]- Architekturinitiative Booklet"changing strategies 2005- oriental hotkey" 157 Frauen Laurie Cohen(Hg.) Gerade weil Sie eine Frau sind... Erkundungen über Bertha von Suttner, die unbekannte Friedensnobelpreisträgerin Carola Dertnig, Stefanie Seibold Let's twist again Christiane Dertnig, Lorenz Gallmetzer(Hg.) Bob Curtis. Hohepriester des Afro Contemporary Dance Marion Diederichs-Lafite(Hg.) ÖMZ Österreichische Musikzeitschrift 2005; 60. Jahrgang Margareta Divjak-Mirwald Immer wenn der Kuckuck schrie Innenansichten eines Krieges Johanna Dorer, Brigitte Geiger(Hg.) Feministische Kommunikations- und Medienwissenschaft. Ansätze, Befunde und Perspektiven der aktuellen Entwicklung Empirie Verlag Leben mit Behinderung Sabine Falch, Moshe Zimmermann Österreich-Israel. Von den Anfängen bis zum Eichmann Prozess 1961 Lisa Fischer, Regina Köpl Wiener Schauplätze der Psychoanalyse Edith Friedl Nie erlag ich seiner Persönlichkeit... Margarete Lihotzky und Adolf Loos- ein sozial- und kulturgeschichtlicher Vergleich Thomas Fröschl, Ursula Prutsch Österreich und die Amerikas Andrea Frullini Mozart und der Vatermord Gisela Gary Wir sind keine Tanten! Zur Berufsgeschichte der Kindergärtnerin in Österreich Christa Hämmerle, Ingrid Bauer, Gabriela Hauch Liebe und Widerstand. Ambivalenz historischer Geschlechterbeziehungen"L'Homme Schriften" Waltraud Häupl Die ermordeten Kinder vom Spiegelgrund Susanne Hehenberger Unkeusch wider die Natur Karin Hohensinner "ISG Magazin" ISG- Internationales Städteforum Graz hyper[realitäten]büro sinn-haft- Zeitschrift zwischen Kulturwissenschaften Anna Jabloner Implodierende Grenzen Doris A. Karner Lachen unter Tränen- Jüdisches Theater in Ostgalizien und der Bukowina Grete Kernegger, Eva Müllner, Gerhard Poppenwimmer(Hg.) Tagungsband:"Internationalisierungsprozesse an Österreichs Hochschulen" Raphaela Kitzmantel Eine Überfülle an Gegenwart- Soma Morgenstern. Biografie Evelyn Klein Alte& Neue Nachbarschaften. Entwicklung und soziokultureller Wandel eines Wiener Stadtteilviertels von der Gründerzeit zu neuer Urbanität Gabriele Klein(Hg.) Stadt Szenen Claudia Klein-Primavesi Die Familie Primavesi und die Künstler der Wiener Werkstätte, das Ende einer Ära Claudia Klein-Primavesi Der Künstler Dagobert Peche 158 Frauen Marion Knapp Österreichische Kulturpolitik und das Bild der Kulturnation Kontinuität und Diskontinuität in der Kulturpolitik des Bundes seit 1945 Johanna Krivanec Niedergeschrieben für euch. Ein Kriegstagebuch aus kulturanthropologischer Perspektive Susanne Lebzelter Die Afrikareise des Viktor Lebzelter 1926-1928 Edith Leisch-Prost, Verena Pawlowsky, Harald Wendelin Forschungsbüro- Verein für wissenschaftliche und kulturelle Dienstleistungen Broschüre zur Ausstellung ,,Verkauft, enteignet, verbüchert. Wiener Liegenschaften 1938-1945" Margit Leuthold respect- Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung Melting Pot Vienna- Integration geht durch den Magen Traude Litzka Treffpunkt Maimonides Zentrum Gabriele Matzinger Can Art- Ist Art Friederike Meixner Begegnungen mit stotternden Kindern Alexandra Millner, Amalia Kerekes, Magdolna Orosz, Katalin Teller(Hg.) Mehr oder Weininger. Eine Textoffensive aus Österreich/Ungarn Helga Mitterbauer, Katharina Scherke(Hg.) Entgrenzte Räume MuSiS- Verein zur Unterstützung der Museen und Sammlungen in Österreich Die Stellwand Elisabeth Nemeth, Nicolas Roudet(Hg.); Friedrich Stadler(Hg. der Reihe) "Paris-Wien. Enzyklopädien im Vergleich". Veröffentlichungen des Instituts Wiener Kreis, Bd. 13 Katalin Neumer(Hg.) Sprache- Denken- Nation Roxana Nubert, Ileana Pintilie Teleaga Mitteleuropäische Paradigmen in Südeuropa ­ Ein Beitrag zur modernen Kultur der Deutschen im Banat Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte Zeitschrift ,,Archäologie Österreichs" und ,,Archäologie Österreichs Spezial" Carmen Ottner, Elke Rathgeber Musikalische Gesprächskultur. Das Streichquartett im habsburgerischen Vielvölkerstaat Ingrid Paus-Hasebrink Inszenierter Alltag: Das Phänomen Taxi Orange Verena Pawlowsky "Arisierte Wirtschaft", Band 2 der Reihe"Raub und Rückgabe- Österreich von 1938 bis heute" Renate Pieper, Peer Schmidt(Hg.) Latin America in the Atlantic World, Festschrift Horst Pietschmann Susanne Pils Staatsmacht und Seelenheil ­ Gegenreformation und Geheimprotestantismus in der Habsburgermonarchie Maresa Pirker Dokumentation des Kongresses'Gesundheit und Spiritualität' Judith Pór-Kalbeck(Hg.) Paul Kalbeck- ein Poet der Regie Alexandra Rainer Die Michaeler Gruft- Retten, was zu retten ist 159 Frauen Ester Saletta Komparatistische Forschungsarbeit über Friedrich Hebbel und Hermann Broch Birgit Sauer, Eva-Maria Knoll(Hg.) Ritualisierungen von Geschlecht Edith Saurer, Wendelin Schmidt-Dengler, Wolfgang Müller-Funk Paradoxien der Romantik. Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft in Wien im frühen 19. Jahrhundert Petra Schneider, Karl Brunner(Hg.) Umwelt Stadt. Geschichte des Natur- und Lebensraumes Dagmar Schratter Tiergarten Schönbrunn- Geschichtliches. Band 1: von Kaiser bis Känguru. Eine Nachlese zum Jubiläumsjahr Claudia Schweitzer und Elke Schröder Genovieffa Ravissa. Ein Musikerinnenleben im 18. Jahrhundert Heidemarie Seblatnig Sakralarchitektur in Wien ab 1960 Sylvia Sedlnitzky Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich Genuss aus Österreich Monika Sommer, Ursula Prutsch(Hg.) Das Surplus von Wien Michaela Spiegel Wiener Damenhaft Sabine Stehrer Der Goldzug Nora Sternfeld, Charlotte Martinz-Turek, Beatrice Jaschke Wer spricht? Autorität und Autorschaft in Ausstellungen Birgitta Stummer CD-Buchpublikation"Rhythmisch-musikalische Erziehung" Sonja Stummerer Food Design Irene Suchy, Wilhelm Svoboda Gulda nachgehen Alice Teichova Zwischen der kleinen und der großen Welt Alice Teichova, Richard Tilly(Hg.) Privatbankiers in Mitteleuropa zwischen den Weltkriegen, Geld und Kapital 2003, Band 7 Catherine Tessmar Wiener Platzerln. Der Postkartenmaler Luigi Kasimir Brigitte Timmermann The Third Man´s Vienna- Celebrating a Film Classic Kerstin Tomenendal Der Erste Weltkrieg im Spiegel von Postkarten: Das Bild der Türkei Universitätszentrum für Friedensforschung Wiener Blätter zur Friedensforschung Verein zur Förderung Kreativer die melange- Tool des Monats //Pool: Zukunft + Forschung Liesbeth Wächter-Böhm Wilhelm Holzbauer, 50 Jahre Architektur Karin Wagner Fremd bin ich ausgezogen. Eric Zeisl Biographie Gudula Walterskirchen Bomben, Hamstern, Überleben- Österreich 1945 Ilse Zolle Handbuch für 99mTc-Radiopharmaka in der Nuklearmedizin Charlotte Zwiauer(Hg.) eLearning im tertiären Bildungsbereich in Österreich 160 Frauen Exemplarische Auflistung von von Frauen geleiteten wissenschaftlichen Institutionen, Gesellschaften, Vereinen und Verlagen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien aus Wissenschaftsförderungsmittel unterstützt wurden: Anton Pustet Verlag Dr. Silke Dürnberger Böhlau Verlag Dr. Eva Reinhold-Weisz Braumüller Verlag Konstanze Weber, Helga Papouschek culture2culture Mag. Waltraud Grausgruber [-de'A-] Verlag Dr. Ricki Oelmack Demokratiezentrum Wien Mag. Gertraud Diendorfer die Melange- Verein zur Förderung Kreativer Mag. Theresa Dirtl Edition Splitter Batya Horn Eigenverlag Friederike Meixner Univ.-Prof. Dr. Friederike Meixner Eigenverlag Claudia Klein-Primavesi Claudia Klein-Primavesi Eigenverlag Alexandra Rainer Alexandra Rainer Elfriede Jelinek Forschungszentrum Dr. Pia Janke Evangelische Akademie Wien Waltraud Riegler Facultas Mag. Sabine Kruse Forschungsbüro- Verein für wissenschaftliche und kulturelle Dienstleistungen Dr. Edith Leisch-Prost u. Dr. Verena Pawlowsky Frauenhetz- Feministische Bildung, Kultur und Politik Mag. Heidi Niederkofler IWK- Institut für Wissenschaft und Kunst Dr. Helga Kaschl IAF- Institut für Axiologische Forschungen Dr. Susanne Moser Kulturni Centar- Österreichisch-BosnischHerzegowinischer Kulturverein Christine von Kohl Mandelbaum Verlag Dipl.-Ing. Elisabeth Baumhöfer Milena Verlag Lika Trinkl Ninlil- Verein wider die sexuelle Gewalt gegen Frauen, die als geistig oder mehrfach behindert klassifiziert werden Mag. Klaudia Gruber Novum Verlag Sabine Bader ökids- Österreichische Gesellschaft für Kinder und Jugendlichenpsychotherapie Dr. Vera Zimprich Pacha Mama- Verein für Heilkunst und Wissen aus alten Traditionen Mag. Maresa Pirker Passagen Verlag Johanna Hofleitner Projektgruppe Künstlerinnen Dr. Heidemarie Seblatnig Seifert Verlag Dr. Maria Seifert 161 Frauen Sigmund-Freud-Privatstiftung Mag. Inge Scholz-Strasser Stiftung Bruno Kreisky Archiv Dr. Maria Mesner Verband Wiener Volksbildung Dr. Elisabeth Brugger Dr. Helena Verdel Verein Schnittpunkt Dr. Monika Sommer Verlag Anton Pustet Mag. Mona Müry-Leitner Wiener Vorlesungen 2005 Mitwirkende gesamt: Frauen: Männer: 154 66 88 Verlag für Geschichte und Politik Dr. Ursula Huber Vier Viertel Verlag Univ. Prof. Dr. Elena Ostleitner Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik Mag. Marion Diederichs-Lafite Wiener Volksliedwerk Dr. Susanne Schedtler in% 43% 57% 2004: (37%) (63%) 2003: (31%) (69%) 162 Frauen Die"Sir Peter Ustinov-Professur" der Stadt Wien an der Universität Wien zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen hattet im Jahr 2005 Aleida Assmann, international renommierte Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz, inne. Frau Assmann hielt im Rahmen dieser Gastprofessur auch eine Wiener Vorlesung zum Thema "Generationsspezifische Vorurteile in der neuen Erinnerungsliteratur", die noch im Jahr 2005 in der bibliophilen Buchreihe der Wiener Vorlesungen veröffentlicht und somit einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der"Wiener Preis für humanistische Altersforschung" erging an Univ.-Prof. Dr. Ilse KryspinExner, Ordinaria am Lehrstuhl Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie und Leiterin der Lehr- und Forschungspraxis der Universität Wien. Dieser Preis wurde im Jahr 2000 von der Stadt Wien gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie ins Leben gerufen und würdigt außergewöhnliche Leistungen von Persönlichkeiten auf den Gebieten der wissenschaftlichen Arbeit, der Lehre und der therapeutischen Tätigkeit im Bereich der Altersforschung. Die Preisträgerin bedankte sich mit einer Wiener Vorlesung zum Thema"Zu jung um alt zu sein!? Humanistische Gedanken zur Gerontopsychologie". Auch dieser Vortrag wurde bereits 2005 publiziert. Zum 80. Geburtstag der"Grande Dame der österreichischen Zeitgeschichte", Univ.-Prof. Dr. Erika Weinzierl, veranstalteten die Wiener Vorlesungen gemeinsam mit dem Österreichischen Staatsarchiv und dem Wien Museum einen Abend, der unter dem Motto"engagierte Geschichtsforschung" stand. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Ardelt, Rektor der Johannes Kepler-Universität in Linz und Schüler Erika Weinzierls, Univ.-Prof. Dr. Edith Saurer, Herausgeberin der Zeitschrift "L'homme" und wichtige Vertreterin der Frauen- und Geschlechtergeschichte und Prof. Dr. Leon Zelman, Direktor des Jewish Welcome Service Vienna, dankten Erika Weinzierl für ihr Engagement als Wissenschafterin, für die Forschung, universitäre Lehre und die Vermittlung der Erkenntnisse an eine größere Öffentlichkeit immer ein unteilbares Ganzes gebildet haben. "Ich komm' nicht von Auschwitz her, ich stamm' aus Wien. Ruth Klüger im Portrait" ist der Titel eines Filmes von Renata Schmidtkunz, der im Rahmen der Wiener Vorlesungen uraufgeführt wurde. An der an die Filmpräsentation anschließenden"Spurensuche von damals bis jetzt" nahm neben Univ.-Prof. Dr. Ruth Klüger und Mag.a Renata Schmidtkunz auch Univ.-Prof. Dr. Erika Weinzierl teil. Dr. Margarete Mitscherlich, Lehranalytikerin, Medizinerin und Autorin zahlreicher Bücher wie"Die Unfähigkeit zu trauern"(gem. m. Alexander Mitscherlich) wurde im Rahmen einer Wiener Vorlesung der"Erwin Chargaff Preis" überreicht. Dieser Preis wurde vom Institut für Ethik und Wissenschaft im Dialog gemeinsam mit der Stadt Wien ins Leben gerufen und im Jahr 2005 erstmals verliehen. Die Wiener Vorlesung von Margarete Mitscherlich,"Autobiografie und Lebenswerk einer Psychoanalytikerin", erschien 2005 als Band 118 der bibliophilen Buchreihe der Wiener Vorlesungen. Weitere weibliche Vortragende der Wiener Vorlesungen: "Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Lichtenberger("Zufall als geographische Denkfigur"), Univ.-Prof. Dr. Renée Schröder(7. Wiener Kindervorlesung:"Kinder, Eltern, Großeltern: Warum wir uns ähnlich sind"), Univ.-Prof. Dr. Claudia von Werlhof("Alternativen zur neoliberalen Globalisierung"), Univ.-Doz. Ing. Dr. Verena Winiwarter("Einstein und der Anfang vom Ende der Geschichte"), u.a. 163 Frauen Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsförderungsfonds: Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften Univ.-Prof. Dr. Sylvia Knapp Univ.-Prof. Dr. Irene Lichtscheidl Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Mag. Elisabeth Hinterholzer Uta Schmidtblaicher Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Dr. Kira Brämswig Dr. Hedwig Sutterlüty Dr. Christine Hafner DDr. Angelika Riemer Dr. Sonja Seidl Univ.-Prof. Dr. Veronika Sexl STADTARCHÄOLOGIE UND KULTURELLES ERBE Statistik zu MitarbeiterInnen Leitung Wissenschaftliche Koordination Baustellenbeobachtung und U-Bahn-Archäologie Administration und Inventarisation Öffentlichkeitsarbeit EDV und Tagungen Ausgrabungen und wissenschaftliche Bearbeitung Restaurierung Redaktion Amtsdiener Lehrling Gesamt 1 Frau 1 Mann 1 Frau, 1 Mann 1 Mann 1 Frau 1 Frau, 1 Mann 12 Frauen, 6 Männer 2 Frauen 5 Frauen 1 Mann 1 Frau 24 Frauen, 11 Männer Statistik Initiative"Seniorarchäologie" 308 Frauen, 166 Männer= gesamt 474 164 Frauen INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Das Referat für interkulturelle Aktivitäten unterscheidet zwischen Frauenvereinen und Vereinen, in denen die Hauptaktivitäten von Frauen gesetzt werden. 1. Frauenvereine Projekt Frauenraum- Verein für Frauenintegration Frau Gül Sanli, Frau Astrid Zach - Projekt"Kulturen in Kontakt 1.000,-Verein für ägyptische Frauen und Familien Frau Mag. Mary Attia - Arabische Kulturwoche 2.500,-­ Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen Frau Mahin Ranjbar - Weltfrauentag - Konferenz"Iranian Womens´s Studies Foundation" 1.500,-­ 6.000,-­ Verein für arabische Frauen Frau Marie-Therese Kiriaky - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten 5.000,-­ Aktiver türkischer Frauenverein Frau Yodigar Ünlü - Weltfrauentag 2.000,-­ Verein Andromeda Frau Mag. Christova-Ternianova Musical Cats 2.000,-­ 165 Frauen Gesellschaft zur Unterstützung afghanischer Frauen und Kinder Frau Mag. Zerka Malyar - 3 Kulturveranstaltungen Verein Nadya Mandir Frau Dr. Radha Anjali - Projekt"Klassischer Indischer Tanz wischen den Traditionen Afrikanische Frauenorganisation Frau Etenesh Hadis - Eröffnungsfeier der FGM Beratungsstelle Link Frauenraum Frau Mag. Barbara Klein - Projekt"Her position in transition- intern. Women art festival" 2. Vereine, in denen Frauen Hauptakteure sind Verein IODO Frau Mag. Ülkü Akbaba - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Frau Zofia Beklen - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Jehuda Halevi Zentrum Frau Rosa Gilkarov - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Verein Station Wien Frau Ferhan Umancan - KulturCafe Verein Speak Frau Mag. Beatrix Neiss - Projekt"Sprichwörtlich in Bewegung" Verein zur Förderung persisch traditioneller Musik Frau Zooreh Schönleitner - als Jahresförderung für diverse kulturelle Aktivitäten Kulturni Centar Frau Christine von Khol - Buchpromotion und Ausstellung - Aromunische Ostern 4.000,-­ 1.500,-­ 1.000,-­ 10.000,-­ 12.000,-­ 23.000,-7.000,-­ 10.000,-­ 1.500,-­ 3.000,-1.000,-­ 1.500,-­ 166 Frauen amisnuh Theaterstudio Frau Dr. Angela Waldegg - Erzähltheater Gülbahra - Lesung+ Konzert: Poesie und Musik Passion im Tanz Frau Mariama Coulibaly Kindermodeschau Verein für chinesische Sprache und Kultur Frau Zheng Xianming - Chinesisches Neujahresfest Verein Information und Kultur Ägyptens Frau Mag. Dr. Manal Abo-elaala -Ägyptische Kulturveranstaltung Assyrer-Suryoye Kultur- und Sportverein Frau Leyla Bahdi -Weltfrauentag - Assyrisch-babylonische Modeschau Verein Chiftetelli Frau Mag. Barbara Hofbauer Veranstaltungsreihe orientalischer Tanz Verein Hypathia Frau Dr. Nathalia Schurina Konzertreihe"Frieden in Europa" Verein Piramidops Präsentation"Schwarzer Frauenkalender" Theaterverein Vlastenecka Omladina Frau lng. Anna Vadura - 3 Theateraufführungen Verein zur Förderung kultureller nationenübergreifender Projektarbeit Frau Monika Fahrnberger Multinationaler Kammerchor Summe der Förderungen für Frauenprojekte Gesamtbudget Interkulturelle Aktivitäten 2.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 1.500,-­ 2.000,-­ 1.000,-­ 4.000,-­ 4.000,-­ 1.000,-­ 2.900,-­ 1.000,-­ 117.900,-- Euro(14%) 717.000,-- Euro 167 Frauen WIENER STADT- UND LANDESARCHIV Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden auch im Berichtsjahr die Bürogeschäfte der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien zur Förderung der Wissenschaften abgewickelt. Im Jahr 2005 wurden bei dieser Stiftung 200 Projekte mit einer Wunschsumme von 1,757.695,92 Euro eingereicht, davon waren 73 Frauen Antragsstellerinnen. Gefördert wurden 112 Projekte, davon 34 von Frauen. Im Schnitt betrug die Förderung 4.352,-­ Euro pro Projekt. Die Fördersumme für die Projekte von Frauen betrug 139.338,-- Euro. Folgende Sparten waren vertreten: 14 naturwissenschaftliche Projekte mit einer Fördersumme von 53.150,-- Euro 5 rechts-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Projekte, 22.500,-- Euro, 9 geisteswissenschaftliche Projekte 22.000,-- Euro 5 technische Projekte 34.688,- Euro 1 medizinisches und 1 veterinärmedizinisches Projekt 4.000,-- Euro, 3.000,-- Euro 168 Frauen WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek hat in den Jahren 2003 und 2004 den Nachlass von Elise (1865- 1943) und Helene(1861-1942) Richter, der bisher zum Teil nur summarisch erfasst war, detailliert katalogisiert. Im Online-Katalog der Bibliothek ist der rund 2000 Objekte umfassende Nachlass nun vollständig der Öffentlichkeit zugänglich. Das umfangreiche und hochinteressante Tagebuch wurde in einem Projekt des Instituts für Romanistik der Universität Wien transkribiert. Anlässlich des 100. Habilitations-Jubiläums von Elise Richter im Mai 2005 lud die Wiener Stadt- und Landesbibliothek, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Romanistik der Universität Wien, zu einem Abend für die Jubilarin mit Beiträgen von Thierry Elsen, Marie-Therese Kerschbaumer und Robert Tanzmeister ein. Elise Richter war eine der ersten Frauen, die in Österreich ein reguläres Studium absolvierten. Als erste habilitierte Frau(1905) an der Universität Wien durfte sie erst zwei Jahre später als Privatdozentin für romanische Philologie ohne Besoldung an der Universität lehren. Die außerordentliche Professur erlangte sie 1921; die ordentliche Professur wurde ihr stets verwehrt. Ihre Schwester Helene war Anglistin und Theaterhistorikerin. Die hoch betagten Schwestern Elise und Helene Richter starben 1942 bzw. 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt. Im Benützungsbereich im Rathaus wurden im Mai und Juni 2005 ausgewählte Objekte aus dem Nachlass gezeigt. WIEN MUSEUM Administratives In der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechtes Museen der Stadt Wien sind vor allem im Bereich der Bediensteten des höheren Dienstes, des Verwaltungs- und Kanzleidienstes mehr Frauen als Männer beschäftigt. Auch bei den privatrechtlich Angestellten überwiegen Frauen. Im Bereich des akademischen Personals stehen siebzehn Kuratorinnen sechs Kuratoren gegenüber. Wesentliche Führungspositionen sind mit Frauen besetzt: Frau Mag.a Bärbl Schrems ist die Leiterin der Abteilung Ausstellungsproduktion, Frau Mag.a Elisabeth Woelfl-Graf koordiniert die Abteilung Restaurierung, die Stelle eines Registrars ist durch Frau Mag.a Christiane Rainer besetzt, Frau Helga 169 Frauen Vanek leitet die Abteilung Interne Services, Frau Dr. Renata Kassal-Mikula ist stellvertretende Direktorin des Wien Museums. Im Jahr 2005 wurde zusätzlich Frau Mag.a Isabel Termini mit der Leitung der Abteilung Vermittlung, Bildung und BesucherInnenservice betraut. Zahlreiche freiberuflich tätige Frauen unterstützen die Arbeit des Wien Museums in den Bereichen wissenschaftliche Recherche und Aufarbeitung der Sammlungen bzw. Digitalisierung und Inventarisierung. Betreffend der Förderung zur Aus- und Weiterbildung von Frauen nahmen insgesamt 7 Mitarbeiterinnen an Führungskräftetrainings, weitere 12 Mitarbeiterinnen an Fach-, Persönlichkeits­ und Coachingseminaren teil. Teilzeit und Gleitzeit machen es möglich, Familie/Privatleben und Berufstätigkeit besser zu vereinbaren. Teilzeitkräfte gibt es in der Restaurierabteilung, in der Verwaltung und beim Reinigungspersonal. INHALTLICHES Allgemeines: Im Bereich der Publikationen wird im Wien Museum mit besonderer Sorgfalt auf geschlechtsneutrale Formulierungen und Bildsujets geachtet. Den aktuellen Forschungsansätzen der universitären gender-studies folgend, wurden genderrelevante Aspekte bei vielen Ausstellungsthemen wie z. B. der Ausstellung"John F. Kennedy" (kuratiert durch Dr. Monika Sommer und Mag.a Michaela Lindinger vom Wien Museum) oder"die Sinalco Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945"(kuratiert von Mag.a Susanne Breuss vom Wien Museum) implizit thematisiert. Aufträge: Auch im Jahr 2005 konnte das Wien Museum zahlreiche Frauen mit Aufgaben im wissenschaftlichen und gestalterischen Bereich betrauen: - Die Grafikerin Mag. Larissa Cerny(PUR PUR) wurde mit der grafischen Gestaltung einer Ausstellung("John F. Kennedy" mit" Special: Gipfel Wien 1961. Kennedy und Chruschtschow") beauftragt. 170 Frauen - Zwei Frauen aus dem ArchitektInnenteam RAHM architekten(Dipl.-Ing. Adele Gindlstrasser, Dipl.Ing. Marie-Theres Holler) realisierten die Ausstellung"John F. Kennedy" mit" Special: Gipfel Wien 1961. Kennedy und Chruschtschow" - Mit der Kuratierung der Ausstellung"Andersen in Wien" konnte die Germanistin Dr. Irene Nawrocka beauftragt werden. Die graphische Gestaltung übernahm Maria-Anna Friedel. Seitens des Wien Museums wurde die Ausstellung von Dr. Ulrike Spring auf kuratorischer und organisatorischer Ebene betreut. - Der Auftrag der Kuratierung und architektonischen Umsetzung der Ausstellung"Moderat Modern. Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945" erging an die Architekturhistorikerin Dr. Iris Meder und die Architektin Dipl.-Ing. Judith Eiblmayr. Männerwelten| Frauenzimmer: Im Jahr 2005 widmete das Wien Museum dem genderrelevanten Blick auf seine permanente Ausstellung im Haupthaus am Karlsplatz ein eigenes Projekt. Im Rahmen der Serie"Interventionen in der Dauerausstellung" wurden zwei Historikerinnen, Dr. Roswitha Muttenthaler und Mag.a Regina Wonisch, beautragt, tradierte Aspekte der Darstellung von Frauen- und Männergeschichte in einer Ausstellung wissenschaftlich zu bearbeiten und kritisch zu kommentieren. Von Seiten des Wien Museums war das Projekt von Mag.a Andrea Hönigmann begleitet worden. Zur Fragestellung: Welche Bilder von Männern und Frauen werden im Museum vermittelt? Wie sieht dabei die Rollenverteilung aus? Und welche geschlechtsspezifischen Aspekte bleiben ausgeblendet? Die Dauerausstellung des Wien Museum Karlsplatz erfuhr durch diese spezifische Untersuchung eine Ergänzung. Die Intervention beschäftigte sich mit insgesamt fünf Themenbereichen: So wurden die Rüstungen in der Sammlung als Männer-Maskerade entlarvt und die männlich dominierten Zünfte auf ihren Umgang mit Frauen hin untersucht. Weiters wurde die Aufmerksamkeit auf die Salons um 1800 gelenkt, die von Frauen(wie etwa Karoline Pichler) geführt wurden- und nicht zuletzt den Hausherren Renommee und Kontakte verschafften. Neben der Frage, warum die"Grillparzer-Wohnung" so ganz ohne die Schwestern Fröhlich auskommt, ging es schließlich noch um"haarige Angelegenheiten": die Frage nämlich, welche Frisuren und Bartmoden einst als seriös, verführerisch, revolutionär oder politisch 171 Frauen korrekt galten. Die Ausstellung war von 15. September 2005 bis 29. Jänner 2006 zu sehen und setzte die Reihe der"Interventionen" fort, die im Wien Museum für Abwechslung in der Dauerausstellung sorgen sollen- durch ideologiekritische Kommentare, ergänzende Exponate oder Fragen, die im Museum zu selten gestellt werden. Zu sehen waren bereits Interventionen zum Thema"Migration nach Wien"(2004) sowie zur typischen Bedeutungsschwere von Museen aus der Perspektive von Karikaturisten(2004/05). Weitere Projekte mit Bezug zu frauenrelevanten Themen: In der Hermesvilla widmen sich zwei semipermanente Ausstellungen spezifisch frauenrelevanten Themen."Chic- Damenmode des 20. Jahrhunderts" im Dachgeschoss zeigt typische Beispiele der Modeentwicklung. Mit der Ausstellung"Villa mit Grünbl., kaiserl, teilmöbl., 1350m² Wohnfl.", die die Geschichte der Hermesvilla rekonstruiert, lädt das Wien Museum zu einer neuen Auseinandersetzung mit Kaiserin Elisabeth, die die Villa von ihrem Mann zum Geschenk erhielt, ein. Gestaltungsaufträge an Frauen Auch im Jahr 2005 konnte das Wien Museum zahlreiche Frauen mit Aufgaben im wissenschaftlichen und gestalterischen Bereich betrauen: - Die Grafikerin Mag. Larissa Cerny(PUR PUR) wurde mit der grafischen Gestaltung einer Ausstellung("John F. Kennedy" mit" Special: Gipfel Wien 1961. Kennedy und Chruschtschow") beauftragt. - Zwei Frauen aus dem ArchitektInnenteam RAHM architekten(Dipl.-Ing. Adele Gindlstrasser, Dipl.Ing. Marie-Theres Holler) realisierten die Ausstellung"John F. Kennedy" mit" Special: Gipfel Wien 1961. Kennedy und Chruschtschow" - Mit der Kuratierung der Ausstellung"Andersen in Wien" konnte die Germanistin Dr. Irene Nawrocka beauftragt werden. Die graphische Gestaltung übernahm Maria-Anna Friedel. Seitens des Wien Museums wurde die Ausstellung von Dr. Ulrike Spring auf kuratorischer und organisatorischer Ebene betreut. - Der Auftrag der Kuratierung und architektonischen Umsetzung der Ausstellung"Moderat Modern. Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945" erging an die Architekturhistorikerin Dr. Iris Meder und die Architektin Dipl.-Ing. Judith Eiblmayr. Kunstankäufe Mit 72% der Gelder für Kunstankäufe wurden Arbeiten österreichischer und internationaler KünstlerInnen angekauft. Darunter befanden sich Werke von Johanna Kandl, Vallie Export, sowie der Witzzeichnerin Ulli Lust. 172 Frauen PREISE DER STADT WIEN Hier die Preise, die im Jahr 2005 an Frauen vergeben wurden. Die Stadt Wien stiftet alljährlich zu vergebende Preise für hervorragende Leistungen in den Bereichen Musik(Komposition), Literatur, Publizistik, bildende Kunst, Architektur, Wissenschaften und Volksbildung in der Höhe von je 8.000,­ - Euro bis zu einem Gesamtbetrag in der Höhe von 96.000,-- Euro. Sie werden als Würdigung für das bisherige Lebenswerk verliehen. Diese Auszeichnungen werden auf Grund der Vorschläge ehrenamtlicher Fachjurys verliehen. Der Frauenanteil liegt erfreulicherweise bei 61,5%. Bettina Götz(Architektur), Maria Theresia Litschauer, Ines Lombardi, Lisl Ponger(bildende Kunst), Olga Neuwirth(Musik), Hildegunde Piza(Medizin), Renée Schröder(Naturwissenschaften. Horst Seidler(Naturwissenschaften) 173 Frauen STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 137.256,43 Euro vergeben. Davon entfielen 67.898,71 Euro auf weibliche Studierende 174 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2004 FRAUENKULTURBERICHT KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2004 FRAUENKULTURBERICHT HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY © 2005 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Sylvia Mattl-Wurm(MA 9) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Filmfonds Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Wolfgang Kos(Wien Museum) Mag. Karin Rick(Frauenkulturbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Coverfoto: Ines Doujak, ohne Titel, 2004, aufgenommen im Rahmen der Wien-Tage in Bukarest Mai 2004 Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.kultur.wien.at Druck: Holzhausen Druck& Medien GmbH Holhausenplatz 1, 1140 Wien Inhalt VORWORT...............................................7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik.............................................13 Theater...........................................14 Literatur...........................................15 Bildende Kunst......................................17 Kunsthalle Wien.....................................21 Alltagskultur........................................48 Kulturelles Erbe.....................................49 Bezirksmuseen......................................58 Ehrungen..........................................58 Interkulturelle Aktivitäten..............................59 Auslandskultur......................................60 Neue Medien.......................................63 Stipendien.........................................63 Film und Video......................................64 Filmfonds Wien......................................65 Wiener Festwochen...................................80 Beratungsstelle für Kulturarbeit..........................97 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8).....................98 WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9).................101 WIEN MUSEUM..........................................107 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN.................................119 FRAUENKULTURBERICHT...................................135 „Wiens Kulturpolitik steht für Weltoffenheit und Vielfalt“ Dr. Andreas Mailath-Pokorny amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien Wiens Kulturpolitik steht für Weltoffenheit, Vielfalt und den Mut, neue Wege zu gehen. Politisches Handeln in diesem Rahmen äußert sich demnach im Gestalten sowie im Anregen und Ermöglichen von Neuem. Die Neu-Ausrich­ tung der Musiktheater ist ebenso Ausdruck davon wie die überfällige Theaterreform, das Großprojekt Kunstplatz Karlsplatz und zahl­ reiche kleine Initiativen. Kunst und Kultur sind neben Faktoren wie Sicherheit, Gesundheits­ versorgung, leistbaren Wohnungen und gesunder Umwelt Voraussetzung für die Lebensqualität einer Stadt. Wien nimmt in punkto Lebensqualität in internationalen Städterankings kontinuierlich einen Spitzenplatz ein. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis zielgerichteter und zukunftsweisender politischer Arbeit. Kultur ist nicht nur für die Lebensqualität der Bewohner, sondern auch für die Besucher unserer Stadt wichtig. Im Vorjahr konnte mit 8,4 Millionen Nächtigungen in Wien ein neuer Rekord registriert werden, wobei dem städ­ tischen Kulturangebot – von den Festwochen über OsterKlang bis zu den Musicals und Joe Zawinuls Birdland – ein wesentlicher Anteil an dieser Erfolgsbilanz zukommt. Kunst und Kultur sind immer auch Ausdruck der verschiedenen Identitäten eines Landes, einer Stadt. Wien ist seit jeher mit Kunst und Kultur besonders eng verbunden und als Kulturmetropole weltweit ein Begriff.„Ohne Kultur hat ein Land keine Zukunft“, sagte Riccardo Muti anlässlich der rigorosen Einsparungen der italienischen Regierung im Kulturbereich. Wien geht einen anderen Weg. Auch wenn andere Kulturbudgets kürzen, Wien weiß: Investitionen in Kunst und Kultur sind Investitionen in die Zukunft! Musiklandschaft in Bewegung Im kommenden Jahr beginnt eine neue Ära im Musikleben unserer Stadt: Es heißt Vorhang auf für das Theater an der Wien als Opern­ haus. Eine Entscheidung, die bei ihrer Bekanntgabe große Zustimmung auslöste und Wiens Kulturleben nachhaltig prägen wird: Gilt es doch, das Theater an der Wien nach Jahr­ zehnten als Musicalbühne wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen und ganzjährig für„ernste“ Musik zu öffnen. Damit wird eine kulturpolitische Vision Wirklichkeit – die Vision einer Bühne für neue Formen, junge Dirigenten, junge Künstler und einem Pro­ gramm, das von Barockoper bis zu zeitge­ nössischen Raritäten reicht. Das Jahr 1 im Theater an der Wien steht ganz im Zeichen Mozarts. Wien und die ganze Welt feiert den 250. Geburtstag des genialen Komponisten und Musikers. In Wien hat Mozart nicht nur den Großteil seiner Lebensjahre ver­ bracht, sondern auch seine wesentlichen Werke verfasst. Doch in diesem Jubiläumsjahr soll nicht nur die Tradition gefeiert werden, Mozart soll als Ausgangspunkt für wichtige Impulse für das kreative Potential der Stadt dienen. Für das innovative und internationale Spezialprogramm„New Crowned Hope“ konnte der weltweit bekannte Opern- und Theater­ regisseur Peter Sellars gewonnen werden. Die Etablierung des Theaters an der Wien als Musiktheater des 21. Jahrhunderts zog eine weitere Entscheidung nach sich: Dem Raimundtheater wird das denkmalgeschützte Ronacher als zweite Bühne für Populärkultur zur Seite gestellt. Nach der technischen Adaptierung wird das Ronacher als moderne Spielstätte für niveauvolle Unterhaltungsmusik zur Verfügung stehen. Für beide Theater wurde eine neue Intendanz gewonnen, die anspruchsvolles, urbanes Unterhaltungstheater 7 Vorwort in diesen Häusern programmieren wird. Nachhaltige Akzente setzt Wien auch im Bereich der zeitgenössischen Musik: Das Klangforum Wien, Wiens wichtigster Bot­ schafter für moderne Musik in der Welt, erhielt neue Probenräume auf einer Nutzfläche von 670 Quadratmetern. Dank eines einmaligen Baukostenzuschusses konnte im Vorjahr Joe Zawinuls Birdland in Wien eröffnet werden, neben dem Porgy& Bess ein neuer Club für Jazz und Weltmusik von internationalem Ruf. Heißes Eisen Theaterreform Viele Jahre wurde bereits über eine Reform der Wiener Off-Theater Szene diskutiert, in diesem Jahr wurde sie konzeptuell endlich umgesetzt. „Die Stadt Wien hat zu einer Reform ange­ setzt, wie sie zumindest im deutschen Sprachraum an Konsequenz und Entschlossen­ heit ihresgleichen sucht“, so die Süddeutsche Zeitung. Die Theaterreform stellt eine kultur­ politische Weichenstellung dar mit dem Ziel, die Planungssicherheit für die Gruppen zu gewährleisten, die Qualität der Theaterarbeit zu steigern, die Trennung in Freie Gruppen, Klein- und Mittelbühnen aufzuheben sowie mehr Transparenz bei der Mittelvergabe sicherzustellen. Die Durchführung der Reform erfolgt in einem mehrstufigen Prozess: Im Herbst wurden erstmals auf Vorschlag einer Fachjury Vierjahresverträge vergeben, in einem nächsten Schritt erfolgt die Auswahl jener Gruppen, die für eine Projektförderung empfohlen werden. Reformbedarf war auch bei den Kabarett­ bühnen gegeben. Durch veränderte Rahmen­ bedingungen gerieten die Bühnen in ökono­ mische Schwierigkeiten. Als Großsponsor konnte die Fernwärme Wien gewonnen werden, die die Kabaretts durch den Kauf von Kartenkontingenten und die Herstellung des Kundenmagazins unterstützt. Die Stadt hilft wie bisher durch Baukostenzuschüsse. Kinder als Theaterpublikum ernst nehmen, heißt, ihnen auch ein eigenes Haus zur Verfügung zu stellen: In einem bunten Fest wurde im Herbst des Vorjahres die Eröffnung des„Dschungel“ gefeiert. Das Theaterhaus für junges Publikum ist gemeinsam mit dem ZOOM-Kindermuseum und der Kinder- und Jugendinfo ein Besuchermagnet im Museums­ quartier. Unverzichtbar für das Wiener Kulturleben sind die Wiener Festwochen. Als„Fenster zur Welt“ bringen sie internationale Strömungen nach Wien und geben auch jungen, innovativen Gruppen eine Chance, sich zu präsentieren. „Darling, ich bin wieder im Kino“ Ein gewichtiger kulturpolitischer Schwerpunkt ist dem Kino und Film gewidmet. Wesentliche Maßnahmen zur Rettung von Kinostandorten in der Innenstadt und zur Erhöhung der Be­ sucherzahlen wurden in Angriff genommen und erfolgreich umgesetzt: Das Gartenbau konnte mit Unterstützung der Stadt und neuem Konzept als Viennale-Standort und ArthouseKino fortgeführt werden. Das Metro wurde vom Filmarchiv übernommen; die finanziellen Mittel des Filmmuseums wurden beträchtlich erhöht. Steigende Besucherzahlen in diesen Kinos zeigen, dass mit den getätigten Investitionen der richtige Weg eingeschlagen wurde. Wie überhaupt Kinobesuche an Attraktivität gewonnen haben: Österreichs Kinos erzielten im Vorjahr ihr bestes Ergebnis seit 20 Jahren – ein Besucherplus von 9,3 Prozent, wobei sich ein Trend in Richtung kleinere, aber feinere Kinos abzeichnet. In Wien ist die Zahl um 7,5 Prozent gestiegen. Die Besuchermagneten waren„MA 2412- Die Staatsdiener“, „Silentium“ und„Nacktschnecken“ – drei Filme, die auch vom Wiener Filmfonds gefördert wurden. Ungebrochenes Publikumsinteresse finden auch die Filmfestivals, allen voran die Viennale, die nicht nur mit einem dichten Programm an Cineastenfilmen fasziniert, sondern auch mit internationalen Stars(Lauren Bacall) und einem exquisiten Rahmenprogramm. Das queer-Filmfestival, früher Teil der Viennale, 8 Vorwort konnte auf eigene Beine gestellt werden und stellt einen Fixpunkt für die schwule und lesbische Community dar. Bei einem Filmgipfel im Jahr 2003 wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt, der zum Teil schon umgesetzt wurde, etwa die verstärkte Nutzung von EU-Geldern, die Verbesserung der Ausbildungssituation für Filmschaffende sowie die Etablierung eines Filmvermittlungs­ programmes. Die Stadt als Kunstraum Der Karlsplatz ist eine unübersichtliche, verkehrsreiche und für Fußgänger schwer passierbare„Gegend“(nach Otto Wagner); alle Versuche, ihn zu„ordnen“, schlugen in der Vergangenheit fehl. Die Ressorts Planung, Umwelt und Kultur stellten sich gemeinsam der Herausforderung und erarbeiteten einen Masterplan, der u. a. vorsieht, Sichtachsen wieder herzustellen, Verkehrswege zu opti­ mieren, die Installierung eines Lichtkonzepts, die Entfernung bzw. Neu-Aufstellung der Skulpturen sowie ein künstlerisch gestaltetes Leitsystem. Ziel des Masterplans ist es, den Karlsplatz mit seinen weltweit einmaligen Kulturinstitutionen als einheitlichen, zusam­ mengehörenden Kunstraum wahrzunehmen und als solchen im Bewusstsein der Bevölke­ rung zu verankern. Ein wichtiger Baustein dazu wurde kürzlich mit dem Spatenstich für den Depot-Bau der Wiener Secession gesetzt. Der Kunstplatz Karlsplatz ist auch eines der ersten Betätigungsfelder für den 2004 ge­ gründeten Fonds Kunst im öffentlichen Raum sein. Seine Aufgabe ist es, die Kunst im Öffentlichen Raum qualitativ zu verbessern und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst zu fördern und zu vermitteln. Ein Beirat, auf drei Jahre bestellt, entscheidet über eingereichte Projekte, wird aber auch aktiv tätig sein, selbstständig Projekte initiieren, Wettbewerbe ausschreiben oder auch inhalt­ liche oder geographische Schwerpunkte setzen. Die Mittel für den Fonds kommen aus jenen Geschäftsbereichen der Stadt Wien, die öffentliche Bauvorhaben realisieren(Wohnbau bzw. Stadtentwicklung). Bisher wurde z.B. die Wand der Sprache im 15. Bezirk verwirklicht. Das Wien Museum am Karlsplatz präsentiert sich heute laut Umfrage„zeitgemäß“, „sympathisch“ und„wichtig für die Region“, mit einem Besucherplus von 20 Prozent sowie einer Verdoppelung des Bekanntheitsgrades. Ermöglicht wurde der Wandel durch eine neue Direktion, die kreative Wege zu aktuellen Themen aufzeigt und entsprechend aufbereitet, wie in den Ausstellungen„Wiener Linien“,„Alt Wien. Die Stadt, die niemals war“ oder„John F. Kennedy“ sichtbar wird. Um die Verbindung von Kunst und Wirtschaft gewinnbringend zu stärken, wurde mit Unterstützung der Stadt der ArtCluster Vienna gegründet. Der als Verein konzipierte Cluster besteht aus Kunstmuseen, Kunsthochschulen, Galerien und Institutionen aus dem Bereich der Wirtschaft. Die ViennAfair, die neue Wiener Messe für zeitgenössische Kunst, und die Vienna Art Week sind die ersten Veran­ staltungen, mit denen sich der Cluster an ein internationales Kunstpublikum wendet. Die Kunstsammlung der Stadt Wien, eine der wertvollsten und wichtigsten des Landes, repräsentiert einen Querschnitt des künstle­ rischen Schaffens in Österreich der letzten fünf Jahrzehnte. Um neue Kunstankäufe der Öffentlichkeit vorstellen zu können, werden derzeit neue Räumlichkeiten vis a vis des Rathauses adaptiert, die das bisherige „Museum auf Abruf“ ersetzen werden. Ebenso große Fortschritte macht der Depotbau der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, in dem kostbare Bücher, Handschriften und Doku­ mente gesammelt und erforscht werden. Anlässlich des heurigen Gedenkjahres erfährt das Stadt- und Landesarchiv eine Hoch­ konjunktur: Wesentlich mehr Menschen als sonst nutzen für ihre Nachforschungen und Studien das im Archiv objektivierte„Gedächt­ nis unserer Stadt“. 9 Vorwort Gedenkjahr 2005: Kritische Auseinandersetzung mit Vergangenheit Österreich gedenkt heuer der Gründung der Zweiten Republik und deren Entwicklung von einem zerstörten, moralisch und wirtschaftlich darnieder liegenden Land zu einem Wohlfahrts­ staat und gleichberechtigten Mitglied in einem vereinten Europa. Das Gedenken an histo­ rische Ereignisse beinhaltet die Chance zur konzentrierten Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, die Chance, zu einem klareren Bewusstsein der eigenen Geschichte zu gelangen. Eine ehrliche und offene Ausein­ andersetzung erfordert die Einbeziehung differenzierter Betrachtungsweisen und kritischer Stimmen. Erst wenn neben den aufgelisteten Verdiensten und Erfolgen auch die Schattenseiten dargestellt werden, können Jubiläen eine sinnvolle Auseinandersetzung bedeuten, an deren Ende eine Weiterent­ wicklung durch Erkenntnisgewinn steht. Neben der Beteiligung der Stadt Wien an der großen Staatsvertragsausstellung im Belvedere ermöglicht Wien eine Reihe von eigenständigen Vorhaben: zum Beispiel die Ausstellungen„Die Sinalco-Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945“(Wien Museum),„off limits. Amerikanische Besatzungssoldaten in Wien 1945-1955“(Stadt- und Landesbibliothek), „Kindereuthanasie in Wien 1940-1945. Krankengeschichten als Zeugen“(Stadt- und Landesarchiv) und„Befreites Wien. Vom Sieg der Roten Armee bis zum Abschluss des österreichischen Staatsvertrags 1955“ (Plakatausstellung der MA 9 in Moskau). Eine neue, erweiterte Ausstellung wird im Doku­ mentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes zusammengestellt, die besonders Vorgeschichte, Widerstand, Verfolgung, Exil und Umgang mit der NS-Vergangenheit beleuchtet. Ebenso wird die wissenschaftliche Aufarbeitung der Verfolgung und Diskrimi­ nierung Homosexueller während des National­ sozialismus gefördert. Wiederaufbau ist einer der prägendsten Begriffe der Nachkriegszeit. Er bezieht sich nicht nur auf die moralische und wirtschaftliche Entwicklung, sondern insbesondere auch auf die Wiederherstellung des architektonischen Erbes. Der Erhaltung unseres baukulturellen Erbes ist seit mehr als dreißig Jahren institutionalisiert. Seit der Gründung des Wiener Altstadter­ haltungsfonds im Jahr 1972 wurden an 3900 Objekten Restaurierungs- und Konservierungs­ arbeiten mit über 193 Millionen Euro gefördert. Ein großer Anteil kommt dabei Objekten zugute, die im Eigentum von Glaubensgemein­ schaften stehen, allen voran Stephansdom und Karlskirche. Mit seiner Tätigkeit lieferte der Altstadterhaltungsfonds Basisarbeiten, die letztendlich durch die Auszeichnung der Wiener Innenstadt als Weltkulturerbe international anerkannt wurde. Während die Altstadterhaltung sich der historischen Bauten an der Erdoberfläche annimmt, beschäftigt sich die Stadtarchäologie mit dem vergangenen Wien, dessen Zeugen im Erdreich verborgen sind. Die Fundstücke, die durch die Grabungstätigkeit an die Oberfläche befördert werden, und deren Analyse liefern wichtige Erkenntnisse über das(Alltags-)Leben lang vergangener Zeiten, etwa der Römerzeit oder dem Mittelalter. Um die Nutzung von Synergien zu ermöglichen, wurden die wesensverwandten Bereiche Altstadterhaltung und Stadtarchäo­ logie unter dem Dach„Kulturelles Erbe“ zusammengeführt. Die Leitung des Referates „Kulturelles Erbe“ sowie der Stadtarchäologie wurde erfahrenen Fachfrauen übertragen; einmal mehr ein Bekenntnis der Wiener Kulturpolitik, Frauen besonders zu fördern. Das Engagement zur Frauenförderung wird auch am Vorliegen eines Frauenkunstberichts sichtbar – einmalig in Österreich, wie über­ 10 Vorwort haupt im deutschen Sprachraum. Erstmals im Jahr 2002 herausgegeben, erscheint der Frauenbericht seither jährlich als fester Bestandteil des Kunst- und Kulturberichts. Nahversorgung Bezirkskultur Bezirkskultur findet unmittelbar dort statt, wo die Menschen wohnen, leben und arbeiten. Als kulturelle„Nahversorgung“ oder auch als Kultur vor der Haustür stellt sie eine unver­ zichtbare Alternative zur so genannten Hochkultur dar. Im Rahmen der Bezirkskultur kommt den Bezirksfestwochen ein besonderer Stellenwert zu. In ihrer Vielfalt und Dichte – 2000 Veranstaltungen und 400.000 Zu­ schauerInnen in fünf Wochen – zählen sie zu den größten Festivals der Welt. Mit seinem bunten, in den Bezirken„gewachsenen“ Programmen stellen die Bezirksfestwochen auch eine ideale Plattform für Begegnungen dar, wobei die meisten Veranstaltungen bei freiem Eintritt besucht werden können. Humanität, Solidarität und Verantwortungsbe­ wusstsein beweist die Aktion„Hunger auf Kunst und Kultur“, die im Vorjahr vom Schau­ spielhaus initiiert wurde und mittlerweile von mehreren Kultureinrichtungen mitgetragen wird. Ein unbürokratisch erhältlicher„Kultur­ pass“ berechtigt Arbeitslose und sozial Bedürftige zum kostenlosen Besuch von Kultureinrichtungen(bisher Volksoper Wien, Kunsthalle Wien, Dschungel Wien, Sammlung Essl, Alte Schmiede/Kunstverein Wien, wienXtra-Cinemagic Kinderkino und Schau­ spielhaus). Die Idee dahinter: Menschen, die sozial benachteiligt sind, sollen nicht auch noch vom Kulturleben unserer Stadt ausge­ schlossen sein. Der Aktion ist zu wünschen, dass noch zahlreiche Kultureinrichtungen ihre Teilnahme bekunden. Neben den den ganzen Stadtraum umspannen­ den Bezirksfestwochen fördert Wien einzelne Stadtteilinitiativen und Netzwerke – zum Beispiel das Festival„Soho in Ottakring“ oder „Museum Mobil“, das Nachfolgeprojekt des erfolgreichen„Unternehmen Capricorn“. Darüber hinaus wurde nach dem Ausscheiden der Arbeiterkammer das Fortbestehen der Volkstheatertournee in den Außenbezirken gesichert. Besondere Erwähnung verdient das Projekt „Wie war Wien? BürgerInnen schreiben Geschichte“, ins Rollen gebracht von der Kulturabteilung und dem Verein„Dokumen­ tation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“. Das Projekt stellt einen wichtigen Beitrag zur Geschichtsschreibung„von unten“ dar: Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, ihre Erinnerungen an die Stadt Wien anhand ihrer eigenen Geschichte(n) und Erinnerungen aufzuschreiben. Gesucht wurden auch Tagebücher, Familiengeschichten, Chroniken, Fotos, usw. Alle Erinnerungsstücke werden dokumentiert, archiviert und sollen in Form einer Publikation präsentiert werden. Kultur als Brücke Wichtigster Schwerpunkt außerhalb Wiens lag und liegt in der Zusammenarbeit mit den Nachbarländern in Ost- und Südosteuropa. Vielfältige Gemeinschaftsprojekte wurden mit großem Erfolg durchgeführt, vor allem im Bereich Bildende Kunst, Literatur, Tanz und Musik. Die Wien-Tage haben sich zu einem gefragten Fixpunkt entwickelt, nach Sofia (Herbst 2002), Krakau(Juni 2003) und Bukarest(Mai 2004) ist heuer Belgrad an der Reihe, gefolgt von Moskau(2006). Ein Höhe­ punkt der heurigen Wien-Tage in Belgrad stellt Peter Handkes„Fahrt im Einbaum“ dar, ein Gastspiel der Gruppe 80, das durch Vermitt­ lung der Wiener Kulturpolitik zustande gekommen ist. Darüber hinaus finden laufend Projekte zwischen Wien, Bratislava und Prag statt. Als Vorzeigeprojekt europäischen Zusammen­ wirkens hat sich der„Europäische Monat der Photographie“ erwiesen. Der„Monat der Fotografie“, seit runden 20 Jahren ein kultu­ reller Glanzpunkt in Paris, hat sich durch die Teilnahme Berlins und Wiens erstmals zu einem„Europäischen Monat“ erweitert. Die Resonanz war so gut, dass auch die Städte Bratislava, Moskau und Rom großes Interesse 11 Vorwort für eine künftige Teilnahme am„Europäischen Monat der Fotografie“ signalisiert haben. Gerade im kulturellen Bereich lässt sich der europäische Einigungsgedanke fruchtbringend umsetzen. Die kommenden Jahre stellen für die Europäische Union als historisch gewach­ senes und sich stetig erweiterndes Staaten­ gebilde eine Herausforderung dar, vor allem in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht.„Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg,“ so Sigmund Freud 1932 in einem Brief an Albert Einstein. Die Zukunft wird zeigen, wie ernst wir das Friedensprojekt EU nehmen, wie gewillt wir sind, eine europäische Politik mit zu tragen und mitzugestalten, wie sehr wir in der Lage sind, den europäischen Gedanken zu leben. Eines kann mit Sicherheit gesagt werden: Dem Austausch von Kunst und Kultur kommt bei diesem Prozess eine herausragende Rolle zu. Die Wiener Kulturpolitik betrachtet es als eine ihrer vorrangigsten Aufgaben, das Friedens­ projekt Europäische Union mit geeigneten Maßnahmen tatkräftig zu unterstützen. Abschließend nutze ich diese Gelegenheit gerne, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft herzlich für ihre engagierte, kenntnisreiche und unbürokratische Zusammenarbeit zu danken. Sie tragen wesentlich zur Stellung Wiens als Weltkulturstadt bei. 12 Musik KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK Die Werke zweier bedeutender Musiker bildeten den Schwerpunkt im Wiener Konzertprogramm 2004- der 150. Geburtstag des Komponisten Leos Janácek und der 100. Todestag von Antonin Dvorák. Das Werk beider Komponisten umfasst ein großes Oeuvre. Beide ließen sich in ihren Werken von der Musik ihrer Heimat beeinflussen, beide waren sowohl mit symphonischen, als auch mit musikdramatischen Werken erfolgreich, beide erragen schon zu Lebzeiten, über ihre Heimat hinaus, internationale Erfolge. Im Rahmen des Wiener Frühlingsfestivals wurde ihnen ein Schwerpunkt gewidmet. Ein Komponist, der untrennbar mit der Wiener Musik in Verbindung gebracht wird, feierte 2004 seinen 200. Geburtstag- Johann Strauß Vater. Der in Wien geborene Künstler spielte zuerst in der Kapelle seines Kollegen Josef Lanner. Nachdem er sich selbstständig ge­ macht hatte, erfolgte ein beispielloser künstlerischer Aufstieg als Geiger, Orchester­ leiter und Komponist. Seine Erfolge wurden von seinen Söhnen Johann, Josef und Eduard weiter fortgesetzt, wobei sein Sohn Johann auch einer der wichtigsten Komponisten für die Wiener Operette wurde. Unter den Titel„Tanzsignale“ organisierte das Wiener Institut für Strauß-Forschung in Zusammenarbeit mit der Wiener Johann Strauß Gesellschaft und der Wiener Stadt- und Landesbibliothek im März 2004 eine Festwoche zum 200. Geburtstag von Johann Strauß Vater. Schwerpunkt war ein Symposium zu dieser großen Künstlerpersönlichkeit. Ergänzt wurde diese Veranstaltung durch Konzerte und Stadt­ spaziergänge. Das Klassische Operetten Ensemble Wien führte aus diesem Anlass die Operette„Die tolle Theres“, in deren Mittelpunkt die Sängerin Therese Krones steht, auf. Der Kapellmeister Otto Römisch hat aus Melodien von Johann Strauß Vater diese Operette arrangiert, die 1913 ihre Uraufführung in Wien erlebt hat. In Konzerten wurde auch an den 50. Todestag des Operettenkomponisten Oscar Straus erinnert. Die 2001 begonnenen Umbauarbeiten im Wiener Musikverein, die drei Jahre lang finan­ zielle Unterstützung erfahren haben, wurden 2003 planmäßig abgeschlossen, obwohl der Hauptsponsor, Alberto Vilar, aufgrund finan­ zieller Probleme bis jetzt seinen Verpflich­ tungen nicht im vereinbarten Umfang nach­ gekommen ist. Es ist den Verantwortlichen der Gesellschaft der Musikfreunde aber gelungen, als neuen Sponsor Frank Stronach zu gewinnen. Im Frühjahr 2004 wurden in einem mehrtägigen Eröffnungsfest die neuen Säle vorgestellt. Neben dem größten, dem Gläsernen Saal, dem Magna Auditorium, werden der Metallene Saal und der Steinerne Saal besonders für kleinere Veranstaltungen, Lesungen und Kinderprojekte genützt. Das Musikreferat war auch 2004 bemüht, den vielfältigten zeitgenössischen Strömungen gerecht zu werden. Neben den bereits eta­ blierten Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble„die reihe“, dem„Projekt Uraufführungen“ und dem Ensemble„Neue Streicher“, dem„Ensemble Kontrapunkte“ oder dem Ensemble„Wiener Collage“, das sich mit einem eigenen Zyklus im Arnold Schönberg Center etablieren konnte, sind es viele kleine Vereine oder Ensembles, die aktuelle, zeit­ genössische Strömungen aufnehmen und präsentieren. Mit dem Klangforum Wien wird dieses Genre von einem Klangkörper vertreten, der große internationale Anerkennung erlangt hat. Neben der zeitgenössischen Schiene wurden 2004 auch wieder die Orchester, die ein klassisches Repertoire pflegen, unterstützt. Dazu zählen die Wiener Symphoniker, das Frauenkammerorchester von Österreich, das Wiener Kammerorchester, das Jeunesse Orchester, die Wiener Akademie und das Gustav Mahler Jugendorchester. 2004 wurden 19 Kompositionsaufträge vergeben. 13 Theater THEATER Ein Großteil des Geldes, das die Stadt Wien für die Förderung der Kultur aufbringt, wird für die Aufrechterhaltung des Betriebes und die Be­ spielung der mehr als 50 Wiener Theater sowie für die Förderung von jährlich ungefähr 150 freien Gruppen verwendet. Diese umfangreiche Theaterlandschaft Wiens ist bedingt durch produktionstechnische Ver­ änderungen, wirtschaftliche Zwänge, aber auch durch ästhetische Neuorientierungen seitens der Theaterschaffenden einerseits und ver­ änderte Sehgewohnheiten, vor allem der jüngeren Theaterinteressierten andererseits in Wandlung begriffen. Wie schon zur Jahrhundertwende, als der Siegeszug der Operette eine Reihe von Unterhaltungstheatern mitbegründete oder in den 50-er Jahren, als die für uns neue Theaterliteratur vor allem aus den USA und Frankreich in neuen kleineren Theaterbühnen, die wir später Kellertheater nennen sollten, Einzug hielt, oder den späteren 70er-Jahren, in denen manche der ehemaligen Kellertheater­ direktoren größere Häuser bezogen und rund um Hans Gratzer, Conny Hannes Meyer, Dieter Haspel und später Georg Mittendrein/ Reinhard Auer eine„Mittelbühnenszenerie“ entstand, die den in ihrer Tradition verharrenden Groß­ bühnen durch eine gegenwartsbezogenere Dramaturgie erfolgreich Konkurrenz machte, stehen wir auch heute an einer Wende, an der eine aktive Kulturpolitik Weichen stellen muss für neue, gegenwärtige Theaterströmungen. Nachdem in den Vorjahren vor allem an den großen Bühnen etwa durch den Direktions­ wechsel am Volkstheater und am Theater der Jugend bzw. durch die Neuorganisation der Vereinigten Bühnen Wiens, derzufolge das Theater an der Wien wieder seiner lang­ jährigen Funktion als Opernhaus nachkommen wird, Neuerungen in die Wege geleitet wurden, stand das Jahr 2004 vor allem im Zeichen der Reform der Mittelbühnen und Freie Gruppen­ förderung. Seit den 80-er Jahren gibt es in Wien eine qualitativ wie quantitativ stark wachsende freie Szene, eine Entwicklung, der die Stadt durch steigende Budgets ständig Rechnung trug, eine Entwicklung, die aber auch neue Strukturen benötigte. Allerdings Strukturen, die bisherige nicht nur erweitern, wie es in den letzten Jahrzehnten geschah, manche der uns liebens­ wert erscheinenden Einrichtungen müssen auch auf ihre Zweckmäßigkeit überprüft und gegebenenfalls durch heutige ersetzt werden. So gelang es zwar der einen oder anderen freien Gruppe(Theater m.b.H., Theater zum Fürchten) Mittelbühne zu werden, und damit auch über höhere Finanzierungsmittel verfügen zu können, diese Maßnahmen waren jedoch Einzelerscheinungen, die systematisiert werden sollten. Nach vielen Gesprächen mit den Kulturschaf­ fenden, aber auch Experten wie Kritikern oder Theoretikern und der Erstellung einer Studie wurde von allen im Wiener Gemeinderat ver­ tretenen Parteien eine Theaterreform be­ schlossen, deren Ziel es war, die gesamte Theaterlandschaft mit Ausnahme der Groß­ bühnen zu evaluieren und sowohl für freie Gruppen als auch für fixe Häuser gleiche Förderungsmöglichkeiten zu schaffen. Mit der Vergabe von Dreijahressubventionen, die mittels einer Vereinbarung vergeben wurden, in dem klare Ziele formuliert wurden, hatte sich die MA 7 in den Vorjahren ein Mittel geschaffen, in möglichst transparenter Form bisher traditionell weitergeführte Förderungen auf Effizienz und Zielerreichung hin zu überprüfen. Die Theaterreform sah nun eine Erweiterung dieses Förderinstruments vor. Ab dem Herbst 2005 werden auf Basis der Empfehlung einer unabhängigen Theaterjury vierjährige Konzeptförderungen vergeben. Zusätzlich zu den Projekt- und Einjahresförderungen, die es schon bisher gab, können auch zweijährige Förderungen vorgenommen werden. 14 Theater- Literatur Nach der Zusammenstellung der Jury zu Beginn des Jahres war Mitte April Deadline für die Abgabe der Konzepte der Theater und freien Gruppen, die neben der bisherigen Theaterarbeit die Entscheidungsgrundlage für die Jury darstellte. Weit mehr als 100 Konzepte wurden eingereicht. Nach zahlreichen Sitzungen, Theaterbesuchen, Gesprächen und Hearings mit den Theaterschaffenden ent­ schied sich die Jury im November schließlich für 25 Theater bzw. Freie Gruppen, deren Konzept sie für eine vierjährige Förderung ab Herbst 2005 vorschlug. Weitere Ergebnisse der Reform waren die mittelfristige Verbesserung der freien Kinderund Jugendtheaterszene, die auch mit der Eröffnung des„Dschungels“ im Museumsquar­ tier im Herbst 2004 eine neue attraktive Spielstätte an einem prominenten Ort erhielt. Verbessert wurden weiters die Perspektiven und Möglichkeiten für die Tanz-, Performanceund Musiktheaterszene und in der reich­ haltigen Sprechtheaterlandschaft wurden die Mittel auf die vielversprechendsten Bühnen und Gruppen konzentriert. Die Förderzusage über einen Zeitraum von vier Jahren gibt den Kunstschaffenden eine Planungssicherheit, die weltweit einmalig ist. Aber auch für die bei diesem Vorschlag nicht berücksichtigten Gruppierungen besteht noch die Möglichkeit der(Zwei)Jahres- bzw. Projektförderung. Die Urteile der Jury basierten in erster Linie auf einer ästhetischen Beurteilung. Da neben ästhetischen Kriterien aber auch Standortfragen und Schwerpunktsetzungen wie etwa multikulturelle Aspekte wesentlich sind für kulturpolitische Entscheidungen, werden auch noch weitere Bühnen im bisherigen Ausmaß mehrjährig gefördert werden. Die Kulturabteilung ist derzeit mit all diesen Theatern im konstruktiven Gespräch. Welche Lösungen gefunden wurden, berichten wir gerne im Kulturbericht 2005. LITERATUR BesucherInnen von Literaturveranstaltungen erwartete auch im Jahr 2004 ein dichtes, vielseitiges, abwechslungsreiches und attraktives Programmangebot. Traditionsreiche und neugegründete Vereine, Vereinigungen und Veranstalter – von der Alten Schmiede bis zum ZOOM Kindermuseum – luden zu Lesungen, Vorträgen, Symposien, Festivals, Ausstellungen, Autorengesprächen, Buch­ präsentationen und, und, und. Über mangelndes BesucherInneninteresse konnte dabei(fast) niemand klagen. Im Gegenteil: Das von Jahr zu Jahr steigende Angebot korrespondiert mit immer noch wachsenden Besucherzahlen. Zu den Höhepunkten des Literaturkalenders der Stadt zählt„Literatur im März“, die sich 2004 mit dem Thema„Reich oder Arm“ beschäftigte. Die Literaturreihe knüpfte damit zu ihrem 25.„Geburtstag“ wieder an das gesellschaftliche Engagement der Anfangszeit an – die erste„Literatur im März“ galt der „Arbeitswelt“. Armut als individuelles Schicksal und gesellschaftliches Phänomen stand im Mittelpunkt der Lesungen und Diskussionen, der literarischen und wissenschaftlichen Debatten. Gleichfalls vom Kunstverein Wien veranstaltet wird„Literatur für junge LeserInnen“, im Palais Auersperg begeisterten Ende März Autorinnen und Autoren wie Christine Nöstlinger, Sigrid Laube, Rachel van Kooij, Martin Auer, Christoph Mauz und Franz Sales Sklenitzka das jugendliche Publikum. Bis Mitte März war im Literaturhaus die Ausstellung„Gerhard Roth: ORKUS – Im Schattenreich der Zeichen“ zu sehen. Bei dieser Schau wurden die sechs Reise- und Kriminalromane des an der Odyssee orien­ tierten Zyklus„Orkus“ anhand von Materialien aus dem Vorlass präsentiert. Zahlreiche Fotos, Notizbucheinträge, Landkarten- und Reise­ materialen vermittelten ein lebendiges Bild von Gerhard Roths Recherchemethode, wobei deren punktuelle Konfrontation mit Rohfassung 15 Literatur und fertigem Text Einblicke in seine Schreib­ werkstatt ermöglichten. Im April war das„Prague Writers’ Festival“ mit Autorinnen und Autoren wie Herta Müller, Ludvík Vaculík, Jirí Gruša, Edna O’Brien und Jeffrey Eugenides in Wien zu Gast. Prominente Lesende gab es auch bei„Rund um die Burg“. Bei diesem„urbanen Volksfest der Literatur“ („Kurier“) lasen u.a. Tahar Ben Jelloun, Wolf Wondratschek, Margit Schreiner, Rosa Pock, Doron Rabinovici, Friedrich Achleitner, Thomas Glavinic, Käthe Recheis und Bodo Hell. Das 17. Canetti-Symposium, das Anfang November stattfand, trug den Titel„Der Krieg – die unentrinnbare Doppelmasse“. Die „literatur im herbst“ ermöglichte einen Überblick über die zeitgenössische Literatur in Rumänien. Zwischen 16. und 21. November wurde das Wiener Rathaus wieder zur ersten Adresse für Bücherfreunde. Rund sechzig Verlage zeigten ihre Publikationen im Festsaal und den an­ grenzenden Räumlichkeiten. 60 Lesungen – u.a. von Martin Walser, Kathrin Röggla, Robert Schindel, Dietmar Grieser, Eva Rossmann, Georg Stefan Troller und Péter Nádas – und 20 Veranstaltungen für Kinder sorgten für zusätzliche Aufmerksamkeit und brachten das Publikum in Scharen ins Rathaus. Die Aktion„Zeit für ein Gedicht“ verfolgt das Ziel, Menschen in ihrem Alltag, auf der Straße, im öffentlichen Raum mit zeitgenössischer Lyrik zu konfrontieren. Die Gedichtplakate wurden nicht nur in Wien, sondern auch – unter besonders intensiver Medienbericht­ erstattung – in Prag, Budapest, Bratislava, Ljubljana, Zagreb und Sarajewo affichiert. Neben Großveranstaltungen fördert die Kultur­ abteilung auch eine Vielzahl kleinerer Projekte und unterstützt die Jahresaktivitäten zahl­ reicher Vereine. Beispielhaft seien hier die Theodor Kramer Gesellschaft, der P.E.N.-Club, die Österreichische Gesellschaft für Literatur, die Schule für Dichtung, die Grazer Autorinnen- Autorenversammlung, der Verein Eurozine, die Übersetzergemeinschaft oder der Österreichische Schriftstellerverband genannt. Zudem unterstützt die Kulturabteilung das von der IG Autorinnen Autoren betreute Projekt „Wien als Stadt der Zuflucht“. Im Rahmen dieses Projekts, das auf eine Initiative von Salman Rushdie zurückgeht, wird Autorinnen und Autoren, die gezwungen sind, auf Grund der Bedrohung ihres Lebens ins Exil zu gehen, eine Zuflucht geboten. Je ein Autor oder eine Autorin – gegebenenfalls mit Familie- wird für einen längeren Zeitraum nach Wien eingeladen und erhält hier die Möglichkeit, in der relativen Sicherheit des urbanen Umfelds wieder Fuß zu fassen. Wien ist auch der Sitz einer Vielzahl von Verlagen, die Werke von Wiener Autorinnen und Autoren betreuen und mit großem Engagement bemüht sind, ihrer Produktion eine möglichst große Zahl von LeserInnen – und natürlich auch KäuferInnen- zu verschaffen. Durch die Vergabe von Druckkostenbeiträgen und Tantiemengarantien sowie durch Buchankäufe fördert die Stadt Wien das Erscheinen zeitgenössischer österreichischer Literatur. Der Ankauf von Abonnements hilft, die Existenz zahlreicher Literaturzeitschriften zu sichern. Autorinnen und Autoren, literarische Übersetzerinnen und Übersetzer fördert Wien u.a. durch Preise und Stipendien. Neu ins Leben gerufen wurde 2004 der H.C. ArtmannPreis der Stadt Wien, der mit 10 000 EUR dotiert ist und im Zwei – Jahres – Rhythmus für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik vergeben wird. Erster Preisträger ist Peter Waterhouse. 16 Bildende Kunst BILDENDE KUNST 2004 stand eindeutig im Zeichen des im November stattgefundenen„Europäischen Monats der Photographie“, der in Paris seit mehr als 20 Jahren Tradition hat, in Wien und Berlin jedoch zum ersten Mal veranstaltet wurde. Entwicklung und Durchführung dieses Großprojektes wurden gemeinsam mit einem zweiten Koordinator(Thomas Licek) vom Referat Bildende Kunst getragen. Über 70 Wiener Institutionen, Museen und Galerien nahmen die Einladung zu diesem einzigartigen Ereignis an und präsentierten in Form von Ausstellungen, Vorträgen und Workshops wichtige fotografische Positionen aus dem Inund Ausland, die in einem dreisprachigen Katalog zusammengefasst wurden. Die Eröffnung erfolgte am 4. November im Wien Museum im Beisein wichtiger VertreterInnen der Partnerstädte Paris und Berlin. Im Rahmen des Festivals wurden zwischen den drei Städten Fotoausstellungen ausgetauscht, wodurch das Referat Bildende Kunst die Möglichkeit hatte, die Ausstellung „Bilder von Wienern“ sowohl im Martin­ Gropius-Bau in Berlin(27.10. – 5.12.2004) als auch im Hotel d’Albret in Paris(02.11. – 26.11.2004) mit großem Erfolg zu zeigen. Ziel des„Monats der Photographie“ ist es, den Stellenwert dieses Mediums in der heutigen Kulturlandschaft zu veranschaulichen und Interessierten seine Vielfältigkeit vor Augen zu führen. Dass dieses Ziel erreicht wurde, be­ legen das große Publikumsinteresse und die zahlreichen Rezensionen der heimischen und internationalen Presse. Für alle Beteiligten er­ gaben sich wichtige Kontakte, die bei der ge­ planten Fortsetzung 2006, an der sich weitere Städte wie Bratislava, Budapest, Moskau und Rom beteiligen wollen, als Austauschnetzwerk wertvolle Dienste leisten werden. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung für die neue Halle in der Rathausstraße 11, die ab 2007 das MUSEUM AUF ABRUF(die Ausstellungsplatt­ form der Kulturabteilung der Stadt Wien für zeitgenössische Kunst), die Artothek mitsamt der Startgalerie, und den magistratsinternen Entlehnbetrieb beherbergen soll, fiel am 19.05.2004 positiv aus, sodass der geplanten Errichtung derselben nichts mehr im Wege stehen sollte. Die umfassenden Vorbereitungen wurden und werden mit den beauftragten Architekten und den beteiligten Magistrats­ abteilungen fortgeführt. Im Ausland war das MUSEUM AUF ABRUF 2004 mit folgenden Ausstellungen präsent: 04.03.- 23.04.: „Blick auf Wien- Topografie und Wahrnehmung“ im Österreichischen Kulturforum Bratislava 09.09. – 08.10.: „Eigensinn und Eigensicht- Selbstporträts von Wiener Künstlern“ im Österreichischen Kulturforum Prag 14.09. – 10.12.: „Eigensinn und Eigensicht- Selbstporträts von Wiener Künstlern“ im Alten Rathaus in Brünn 27.10. – 05.12.: „Bilder von Wienern“ im Martin Gropius-Bau in Berlin 02.11. – 26.11.: „Bilder von Wienern“ im Hotel d’Albret in Paris Neben den bestehenden Katalogen wurden bei allen Ausstellungen auch Texte und KünstlerInnenbiographien in den jeweiligen Landessprachen aufgelegt. Die Artothek-Galerie der„Alten Schmiede“, die als„Startgalerie“ v.a. für junge Absol­ ventInnen der Wiener Kunstuniversitäten fungiert, präsentierte in neun Ausstellungen acht KünstlerInnen sowie eine vierköpfige Künstlerinnengruppe. Die Auswahl der ausstellenden KünstlerInnen erfolgt durch dieselbe Jury, die auch über Kunstankäufe entscheidet. Zu den einzelnen Ausstellungen erschienen die Informationsblätter 145 – 153. 17 Bildende Kunst Der Kundenstamm konnte um 78 Personen ver-größert werden. Der Preis für eine Entlehnung pro Bild und Monat inkl. Versicherung beträgt 2,50 EUR. Die Kunstsammlung der Kulturabteilung wurde 2004 um 305 Werke von 139 KünstlerInnen erweitert, für die ein Gesamtbetrag von 571 124 EUR ausgegeben wurde. Die Sammlung umfasst derzeit ca. 16.000 Kunstwerke von etwa 3000 Wiener KünstlerInnen. Die Mehrheit der Ankäufe erfolgte nach Beschluss der dreimal jährlich tagenden Ankaufsjury, die mit acht Fachleuten bedeutender österreichischer Kunstinstitu­ tionen hochkarätig besetzt ist. Der Wunsch nach einem Ankauf durch die Stadt Wien wird von einer Jahr für Jahr steigenden Anzahl an KünstlerInnen vorgetragen. In Anbetracht des etwa gleich bleibenden Budgets für Ankäufe ist daher das selektive und verantwortungsvolle Auswahlverfahren durch die Jury von größter Bedeutung. Neben den Ankäufen bereicherten 49 Schenkungen den Bestand. Die digitale Bilderfassung wird laufend vorangetrieben. Die Bekanntheit der Sammlung bzw. das Wissen um ihre Vollständigkeit in Bezug auf zeitgenössische österreichische Kunst nimmt ständig zu. 2004 wurden 13 Leihgaben mit einem Gesamtumfang von 50 Kunstwerken an österreichische und internationale Kunst- und Kulturinstitutionen zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden 124 magistratsinterne Entlehnungen verzeichnet. Die Katalogbibliothek sowie das Künstlerarchiv wurden laufend ergänzt und aktualisiert, die rege Nutzung dieser beiden Informations­ archive durch MitarbeiterInnen der Abteilung, aber auch durch Interessierte und ExpertInnen außerhalb des Magistrates verdeutlichen deren Wichtigkeit für Recherchen und Arbeiten über zeitgenössische KünstlerInnen. Dass in Wien Kunst und Kultur auch abseits der großen und etablierten Häuser stattfindet, zeigt die beachtliche Zahl kleinerer Vereine, die 18 jedes Jahr mit diversen Ausstellungen, Veran­ staltungen und Events die Kulturszene auf­ frischen. 88 solcher Projekte von insgesamt 74 Vereinen wurden 2004 mit einem Gesamt­ betrag von 122 000 EUR unterstützt. Das Referat Bildende Kunst kann im Kunst­ bereich publizierte und bereits erschienene Publikationen von Wiener Verlagen unter­ stützen. 2004 stellte es dafür 9 469,40 EUR zur Verfügung. Für 17 KünstlerInnen, die sich in finanzieller Notlage befanden, wurden 11 000 EUR aufgewendet. Eine Reihe von Kulturinstitutionen erhielt Subventionen der Kulturabteilung: Kunsthalle Wien, Künstlerhaus, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien im WUK, IG Bildende Kunst, Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier, Secession, Springerin, Fotogalerie Wien, Soho in Ottakring und Wochenklausur. Durch die zweimal jährlich stattfindende Vergabe des Galerienpreises„Das engagierte Auge“ würdigt die Stadt Wien das Engage­ ment und die innovative Vermittlungsarbeit der Wiener Galerienszene. Die Preisgelder wurden folgendermaßen aufgeteilt: Je 2 250 EUR erhielten Galerie layr:wuestenhagen, Galerie Knoll, Galerie Lindner und Galerie Krinzinger Projekte. Jeweils 1 500 EUR gingen an Galerie Christine König, Galerie Grita Insam, Galerie nächst St. Stephan, Galerie Hohenlohe& Kalb, Galerie Winter und Galerie Engholm Engelhorn. Das Plakat„MuseumsQuartier Wien – Psychologie“ erhielt 2004 den von der Kulturabteilung gesponserten Kulturplakatpreis in der Höhe von 2 200 EUR. Einmal jährlich wird der mit 8 000 EUR dotierte Preis der Stadt Wien verliehen, der eine Auszeichnung für die Gesamttätigkeit von Einzelpersonen unterschiedlicher wissenschaft­ licher und künstlerischer Sparten, darunter auch Bildende Kunst, darstellt. Eine hoch­ Bildende Kunst karätige Jury(Brigitte Borchardt-Birbaumer, Marianne Maderna, Erwin Melchart, Eva Schlegel, Georg Schöllhammer und Elfie Semotan) hat sich 2004 im Bereich der Bildenden Kunst für Elfriede Mejchar, Constanze Ruhm, Hans Weigand und Otto Zitko entschieden. Anna Jermolaewa und Fiona Rukschcio wurden mit dem Förderungspreis der Stadt Wien, der mit jeweils 4.000 EUR dotiert ist, ausgezeichnet. Fonds zur Förderung von Kunst im öffentlichen Raum Kunst im öffentlichen Raum ist einer der wichtigsten Bereiche der Gegenwartskunst, da diese eine direkte Auseinandersetzung der KünstlerInnen mit der Öffentlichkeit und vice versa ermöglicht. Nirgends sonst geht die Kunst so direkt auf die Menschen zu und erreicht einen vergleichbar hohen Grad an Verschränkung mit der Gesellschaft wie hier. Oftmals werden Projekte direkt in Zusammen­ arbeit zwischen der Bevölkerung, den KünstlerInnen und den KuratorInnen er­ arbeitet, wodurch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst auch bei jenen erhöht wird, die nicht routinemäßig in Museen, Kunsthallen und Galerien gehen. Auf Grund einer gemeinsamen Initiative der Stadträte Dr. Andreas Mailath-Pokorny(Kultur und Wissenschaft), Werner Faymann(Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung) und DI Rudolf Schicker(Stadtentwicklung und Verkehr) errichtete die Stadt Wien 2004 einen Fonds zur Förderung von Kunst im öffentlichen Raum. Mit diesem Fonds werden qualitativ hochstehende Projekte im Bereich der zeitgenössischen und gegenwartsbezogenen Bildenden Kunst im öffentlichen Raum innerhalb Wiens realisiert, geografische und inhaltliche Schwerpunkte gesetzt sowie die Dokumentation und Öffent­ lichkeitsarbeit dieser Projekte ermöglicht. Die Mittel für den Fonds, 800 000 EUR, kamen nach dem Vorbild von Regelungen für Kunst im öffentlichen Raum in anderen europäischen Städten und Regionen aus den Geschäfts­ gruppen Wohnen, Wohnbau und Stadter­ neuerung(400 000 EUR) sowie Stadtent­ wicklung und Verkehr(400 000 EUR). Die Geschäftsführung des Fonds wird von der Magistratsabteilung 7 – Kultur im Referat Bildende Kunst durchgeführt. Um die Qualität der zu fördernden Projekte zu sichern, richtete die Stadt Wien ein beraten­ des, für drei Jahre tätiges Gremium aus folgenden ExpertInnen ein: Ute Meta Bauer, Silvia Eiblmayr, Brigitte Huck, Edelbert Köb, Wolfgang Kos. Als Projektmanager ist Roland Schöny tätig. Die konstituierende Sitzung fand am 22. April 2004 statt. Neben der Bearbeitung der ein­ gelangten Anträge der KünstlerInnen wurden einige Projekte vom Beirat selbst generiert, wie die für 2005 geplanten Wettbewerbe „Südtirolerplatz“ und„Karlsplatz Westpassage“. Bei der Auswahl der Projekte für die Vergabe der Subventionen wurden die Ausgewogenheit temporärer/permanenter Arbeiten sowie soziale und geografische Aspekte berück­ sichtigt. Unter diesen Bedingungen konnten 12 Projekte unterstützt werden. Zu diesen zählen u. a. die Gestaltung des Daches eines Speichers der Wiener Stadt- und Landes­ bibliothek im Rathaus durch Lois und Franziska Weinberger, die„Wand der Sprache“ von Christine und Irene Hohenbüchler am Schwendermarkt,„Interventionen gegen Rassismen“ von Daniela Koweindl und Martin Krenn, die„Handlungsanweisungen“ der Kunsthalle Wien am Karlsplatz, die„Rolling Boards“ von Liam Gillick,„Add on“ von einer KünstlerInnengruppe unter der Leitung von Peter Fattinger und Michael Rieper und„Delete – Die Entschriftung des öffentlichen Raums“ von Christoph Steinbrener und Rainer Dempf. Denkmäler, Bildstöcke, Profanplastiken/ Kunst am Bau, Grabmäler, Gedenktafeln in Obhut der MA 7 Die Verwaltung der Denkmäler, Bildstöcke, Profanplastiken/Kunst am Bau, Grabmäler und Gedenktafeln wurde 2004 dem Referat Bildende Kunst übertragen. 19 Bildende Kunst Durch regelmäßig durchgeführte Kontrollgänge der MA 34 werden Schäden erfasst und entsprechende Maßnahmen gesetzt, sodass 2004 an 113 Objekten Restaurierungs- bzw. Reinigungsarbeiten durchgeführt werden konnten. Im großen Bereich der Denkmäler wurde z.B. bei„Friedrich Schiller“ das Fundament saniert. Weitere Arbeiten am Denkmal sind für 2005 geplant. Umfang­ reichere Sanierungsmaßnahmen wurden u.a. auch an den Denkmälern von„Josef von Sonnenfels“ und„Graf Salm“ am Rathausplatz und„Jakob Schindler“ im Stadtpark vorgenommen. Wie jedes Jahr wurden zahlreiche Bildsäulen und Breitpfeiler saniert, so auch der„Johann von Nepomuk“ in Wien 11., oder die „Dreifaltigkeitssäule“ im 14. Bezirk. Am Währinger Friedhof wurden zwei Grabsteine restauriert. Bei zehn Gedenktafeln wurden die Schrift erneuert und Reinigungsmaßnahmen durchgeführt. Gemeinsam mit dem Referat für Kulturelles Erbe ist das Referat Bildende Kunst seit 2003 in die Sanierung des Kunstwerks„In the still of the night...“ von Lawrence Weiner am Flak­ turm im Esterházy – Park(Haus des Meeres) involviert. Hierbei handelt es sich um eines der prominentesten Beispiele der Kunst im öffent­ lichen Raum in Wien. Errichtet 1991 im Rahmen der Wiener Festwochen, stellte es der Künstler selbst der Stadt Wien als Dauer­ leihgabe zur Verfügung. Mit ausdrücklicher Befürwortung von Lawrence Weiner konnten die Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. In die Zuständigkeit des Referates Bildende Kunst fällt auch das erhaltenswerte Inventar von Friedhöfen, das seit 2004 einer systematischen Neubewertung unterzogen wird. Für 2005 ist die Weiterführung der digitalen Erfassung aller Kunstwerke des öffentlichen Raumes vorgesehen. Im Rahmen des„Kultur­ güterkatasters“ ist geplant, die Daten auch im Internet einsehbar zu machen. Anstrahlungen Die Verwaltung der Budgets für Instandhaltung der Anstrahlungen, z.B. des Rathauses, des Stephansdoms, der Neuen Hofburg, der Peterskirche, der Secession, insgesamt 131 Objekte, führt seit 2004 ebenfalls das Referat Bildende Kunst in Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen 33 und 34 durch. 20 Kunsthalle Wien Kunsthalle Wien die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Ausgewählte Pressestimmen Teller ist mit der Wiener Ausstellung erwachsen geworden. Über die Ausstellung„Juergen Teller. Ich bin vierzig“ Welt am Sonntag, 2004 Der Human Touch zu einem Namen, der Wien so selten gestreift hat. Und kunsthistorische Grundlagenarbeit, die eine Institution wie die Kunsthalle nicht machen müsste. Umso erstaunlicher. Über die Ausstellung„Eva Hesse. Transfor­ mationen – Die Zeit in Deutschland 1964/65“ Die Presse, 2004 Die von Sabine Folie in der Kunsthalle Wien sensibel kuratierte Schau... Über die Ausstellung„Eva Hesse. Transformationen – Die Zeit in Deutschland 1964/65“ Neue Zürcher Zeitung, 2004 Eine gut gemachte Schau, die das Denken auf Abwege führt. Über die Ausstellung„Skulptur. Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik“ Kurier, 2004 Aber auch bei anderen Institutionen... vermisst sie außergewöhnliche Ideen. Einzige Ausnahme: der project space der Kunsthalle Wien. Falter 52/2004 KUNSTHALLE wien 2004 Nach den ersten drei erfolgreichen Jahren im Museumsquartier unter großer Publikums­ beteiligung und medialer Resonanz und zwei Jahren der Einführung des zweiten Stand­ ortes project space am Karlsplatz, konnte sich die Kunsthalle Wien 2004 nach wie vor national wie international als eine der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst etablieren. Die Kunsthalle, die Gerald Matt seit 1996 leitet, genießt international einen hervorragenden Ruf. Im Jahr 2002 wurde sie etwa vom italienischen Kunstmagazin“Arte” zu einer der sechs besten Ausstellungsinstitiutionen in Europa gekürt (zusammen unter anderem mit dem Centre Pompidou und der Tate Modern). Thomas Trenkler, Parnass 02/2004 Die Kunsthalle Wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien eine unverwechselbare und zeitge­ mäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thema­ tischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer„Infor­ mationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung findet auch beim Publikum großen Anklang. In dieser Dialektik aus Geschichte und Gegenwart kann die Kunsthalle ihre Aufgabe erfüllen: Agora zu sein, Verhandlungs­ stätte gegenwärtiger kultureller und gesell­ schaftspolitischer Bewusstseinslagen, form­ gebende Instanz zwischen Seins-Erinnerung und Entäußerung. Die Kunsthalle hat sich als Kartographin ihrer Epoche bewährt: Sie stellt Ideen und Materialien, die sich oft noch in unausgefaltetem Zustand darstellen, zur Disposition, fördert die Reibung von KontraPositionen. Sie arbeitet für die Gegenwart, nicht für die Ewigkeit. Ihre Vorschläge gelten heute, sind häufig arbiträr und somit auch revidierbar. 21 Kunsthalle Wien 2004 konnten u.a. mit drei spannenden Einzelpositionen(Eva Hesse, Yinka Shonibare, Juergen Teller) und zwei umfangreichen Themenausstellungen(Go Johnny Go, Skulptur) 172.114 Besucher verzeichnet werden. Besucher Im Sinne eines Dienstleistungsbetriebes wird durch laufende Besucherbefragungen mittels einen im Foyer installierten Befragungs­ monitor sowie ausführliche Besucherumfragen alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit einem Sozialforschungsinstitut der Kenntnisstand über die Besucher laufend aktualisiert. 2004 wurde wieder eine große Besucherumfrage während zwei Großausstellungen(Eva Hesse und Yinka Shonibare) durchgeführt. Damit können entsprechende besucherorientierte Maßnahmen getroffen werden und perma­ nente Rückkoppelung mit dem Publikum etabliert werden. Ort der Produktion, Ort geistiger Impulse Das Thema Skulptur in seinen unterschied­ lichen formalen und inhaltlichen Ausformungen zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm des Jahres 2004: Die Ausstellung S kulptur. Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik präsentiert ein Revival der Skulptur, in der nicht das naturgetreue Abbild das Thema ist, sondern die Plastik zum Spiegel einer anderen Wirklichkeit wird. 28 internationale Gegen­ wartskünstler machen sich in dreidimen­ sionalen Werken auf die Suche nach dem, was sich hinter einem klassichen schönen Schein der Oberlächen verbirgt. Der in Nigeria aufgewachsene Londoner Yinka Shonibare, dem die Kunsthalle 2004 die erste große Einzelausstellung im deutschsprachigen Raum widmet, beleuchtet in seinen Installa­ tionen historische, kulturelle und ökonomische Zusammenhänge. Basierend auf Literatur und Gemälden aus dem 19. Jhdt. sowie intensiver Beschäftigung mit Mode kleidet er die Figuren seiner„Tableau vivants“ in perfekte historische Kostüme aus„afrikanischen“ Stoffen. 22 Im Frühjahr 2004 zeigt die Kunsthalle Wien erstmals in Österreich eine Einzelausstellung der US-Künstlerin Eva Hesse, einer Ikone der amerikanischen Kunst der 60er Jahre. Ihr Werk reicht von der Malerei, Zeichnung bis hin zu Collagen, Reliefs und skulptural-plastischen Werken. Africa Screams hingegen greift im Herbst eine Thematik wieder auf, der sich die Kunsthalle seit Ausstellungen wie„Flash Afrique“ und „Kapital& Karma“ verschrieben hat: das Interesse an zeitgenössischen Kunstszenen außerhalb des Blickwinkels internationaler Kunstbetriebe. Die Ausstellung entwickelt eine Kunst- und Kulturgeschichte des Schreckens in den verschiedensten Medien und Künsten: vom Ritual und Maskenwesen über den Horror­ film bis hin zur Auseinander-setzung der zeitgenössischen Kunst mit dem Bösen, großteils in installativer und skulpturaler Ausprägung. Auch Tony Matelli, der in seiner Austellung „Abandon“ hyperrealistische und absurde Raumkonstellationen zeigt und Erik Steinbrecher mit seinen Plastiken verstärken das Thema Skultur 2004. Die Kunsthalle Wien zählt zu einer der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens und hat sich als innovative Produktionsstätte für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Das Programm 2004 besteht aus großen Eigenproduktionen – Juergen Teller, Skulptur – sowie aus Kooperationen mit internationalen Partnern – Yinka Shonibare, Eva Hesse. Kommunikation/ Medien Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch immer beachtlichere internationale Medien­ resonanz zu erreichen; zahlreiche Medienberichte in deutschen Medien der BRD(ARD, ZDF, 3SAT, FAZ, FR, DIE ZEIT, TAZ, SPIEGEL, FOCUS, ART, usw.) und der Schweiz(SWR, WOZ, NZZ, usw.); verstärkt in östlichen Nachbarstaaten wie Ungarn(Vjesnik, Pep!, Feral Tribune), Tschechien(O zivote, Atelier, Kunsthalle Wien Artoza T.V.), in der Slowakei(Vecernik), Slowenien(Delo), Polen(Art& Business) oder Bosnien/Herzegowina(Oslobodenje), Serbien (Danas). Weiters in den Ländern Italien(Il sole 24 ore, Arte It.), aber auch Italien, Großbritannien, in den USA(NY Arts, u.a.), den Niederlanden, in Frankreich(z.B. Air France), Schweden, Finnland, Spanien, Luxenburg, usw. Durch die gezielt positionierten künstlerischen Projekte konnte auch 2004 national wie international ein Aufmerksamkeitsgrad und eine Medienpräsenz erreicht werden, die mit „traditionellen“ Marketingmethoden nicht erzielt hätte werden können. Ort des Austausches von Lehre und Praxis ursula blickle videolounge Im Herbst 2004 konnte die ursula blickle videolounge eröffnet werden; eine Kooperation der Ursula Blickle Stiftung, der Kunsthalle Wien und der Universität für Angewandte Kunst. Die ursula blickle videolounge macht zeit­ genössische Künstler- und Kunstvideos jederzeit zugänglich – ein Ort der Vermittlung, ein lebendiges Archiv für Studenten, Kunst­ historiker und ein interessiertes Publikum, der Recherche und Forschungsarbeit mit dem Medium Video ermöglicht. Das Pilotprojekt video des monats präsentiert ein monatlich wechselndes Videoprogramm monografischer Arbeiten oder thematisch kuratierter Videokompilationen. Alle Arbeiten der ursula blickle videolounge, der Universität für angewandte Kunst und der Ursula Blickle Stiftung werden in das ursula blickle videoarchiv aufgenommen. „...about“ Unter dem Titel„… about“ wurde im Rahmen der ursula blickle videolounge ein Vermitt­ lungsbereich eingerichtet. Das Vermitt­ lungsprogramm„...about“ zeigt zur Erweite­ rung des Angebots Videos zu allgemeinen Themen der zeitgenössischen Kunst, Künstlerinterviews und historische Überblicke. Ein Videoprogramm gibt den BesucherInnen Einführungen in die Anfänge der Videokunst. Dieses Angebot wird durch einführende Literatur ergänzt. Anhand von Monografien werden KünstlerInnen der Gegenwart vorge­ stellt. Zusätzlich wird zum jeweiligen Video des Monats eine Mappe mit Informationen zum Künstler/zur Künstlerin aufgelegt, sowie Kataloge und Bücher. University Link Kooperation Kunsthalle Wien – Universität für angewandte Kunst Wien Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien wird weiterhin intensiviert: die Universität für angewandte Kunst präsentiert sich mit Projekten, Vorträgen oder Events aus den verschiedenen Fachbereichen jeweils mittwochs unter dem Titel„angewandte@project space“ im project space. Preis der Kunsthalle Wien Der Preis der Kunsthalle Wien bildet auch in diesem Jahr das Zentrum der Kooperation der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst. Der von der Rechtsan­ waltskanzlei„Dorda, Brugger& Jordis“ gesponserte Preis wurde heuer für eine/n Absolventin/en aus den Bereichen Bildende Kunst, Experimentelles Gestalten und Raum­ kunst der Universität für angewandte Kunst ausgeschrieben. Der Preisträger Ernst Logar realisierte eine Ausstellung im project space der Kunsthalle Wien. Zusätzlich erhält er ein dreimonatiges Stipendium in die Delfina Art Studios in London für den Sommer 2006. Vermittlungsschwerpunkte 2004 Die Zahl der BesucherInnen, die im Jahr 2004 ein Vermittlungsangebot in Anspruch genommen haben, hat sich im Vergleich zu 2003 um 22,66% gesteigert. Kooperation Kunstforum im Rahmen der Ausstellung:„Go Johnny, go!“ Im Radiokulturhaus fand eine Veranstaltung in Kooperation mit dem BACA-Kunstforum, FM4 23 Kunsthalle Wien und dem Radiokulturhaus statt. Moderiert von Fritz Ostermayr war die Kunsthalle durch die beiden in der Ausstellung vertretenen Künstler Hans Weigand und Franziska Maderthaner präsent. Die Diskussion rund um das Thema „Pop“ wurde durch Live-Acts unterbrochen und fand beim vorwiegend jungen Publikum großen Anklang. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung wurde auf FM4„im Sumpf“ als Zusammen­ schnitt ausgestrahlt. Unter dem Titel: Pop´n´Roll wurde ein gemeinsames Angebotspaket für Schulen entwickelt und eine Führung an einem Donnerstag Abend begann in der Ausstellung Roy Lichtenstein, wurde in der Kunsthalle weitergeführt und endete im Cafe Halle. Art Night im MQ Von Juni bis September fand einmal im Monat in Kooperation mit dem Leopold Museum und dem Mumok eine sogenannte„Art Night“ statt. Die aufeinanderfolgenden Kurzführungen durch die einzelnen Häuser waren sehr gut besucht und seitens des Publikums kamen ausge­ sprochen positive Rückmeldungen. Auszeichnung Das Vermittlungsprojekt im Netz www.kunstvermittlung.at der Kunsthalle Wien erhielt im Jänner 2004 den„at.award 03“ in Silber verliehen. Zeitgleich erschien eine Publikation mit dem Titel:„www.kunstvermittlung.at, Kommunikationsarbeit mit NetzbesucherInnen zu Ausstellungskunst“, die den Entwicklungs­ prozess dokumentiert und die Erfahrungen der Projekt-beteiligten reflektiert. Evaluation Im Rahmen einer Diplomarbeit mit dem Titel „Jugend ohne Kunst? Kunstvermittlung in der Kunsthalle Wien. Eine Evaluierung der Vermittlungsarbeit für SchülerInnen im Alter von 15 bis 21 Jahren.“ wurde vor allem die Qualität der Schulprogramme aus der Sicht der SchülerInnen erhoben. Mehr als 86 Prozent der Befragten bewerteten das Vermittlungsangebot insgesamt positiv! Textworkshop Universität für Angewandte Kunst Im Rahmen einer Lehrveranstaltung des ecm Lehrgangs an der Angewandten wurde die mediale Vermittlungsarbeit der Kunsthalle analysiert, für die Ausstellung„Shonibare“ die Vermittlungstexte verfasst und in Form einer Broschüre produziert. project space: Lange Nacht der Kunst Der project space wird als Schnittstelle zwischen Wissen und Kunst(Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst, Wien, Kunsthalle Wien Preis) und zwischen musealem und öffentlichem Raum angenommen. Öffentlicher Raum entsteht zuallererst im Kopf. Kunst auch. Seit Juli dieses Jahres wurde die urbane Problemzone Karlsplatz durch eine permanente Installation der Kunsthalle Wien zum öffentlichen Kunstraum erklärt. 100 signalgelbe Schrifttafeln, im Format A3, landeten, unprätentiös gehängt, auf den Laternenmasten im Griardipark und im Resselpark.... Der Karlsplatz, seit Jahrzehnten ein Problemfall der Stadtentwicklung, ruft sich mit dieser permanenten Installation,... als potenzieller Kunstplatz in Erinnerung. Elke Krasny, Architektur Aktuell, 11/2004 Abendschiene- Täglich bis 24 Uhr Bereits seit dem Frühjahr 2004 reagiert die Kunsthalle Wien auf die Bedürfnisse ihrer jungen Besucher und auf den Karlsplatz als urbanen Knotenpunkt, indem sie Dienstag bis Samstag von 16 Uhr bis 24 Uhr geöffnet hat. Auch die Programmatik wurde erweitert: nicht nur Ausstellungen, sind bis 24 Uhr geöffnet. Der projcet space wurde ein lebendiger Ort für Vorträge, Seminare, Kultur-, Literatur-, FilmTalks, Theaterkaraoke, DJ-Line-ups u.a.. Mit kräftiger Unterstützung der Medien wurde das regelmäßige Abendprogramm so übermittelt, dass es mittlerweile von jungem, studenti­ schen Publikum zahlreich frequentiert ist. 24 Kunsthalle Wien Mehr Programm bei freiem Eintritt Durch die Neuübernahme des Karlsplatzcafes (Bernd Schlacher/ Motto) und einige bauliche Änderungen(Einbau einer Klimaanlage) sind das Cafe und der Ausstellungsbereich des project space nicht mehr voneinander ge­ trennt, sondern Cafe sowie Ausstellungs-, Vortrags- und Videoraum gehen ineinander über. Man erhält die Eintrittskarten(gratis) im Cafe! Das Programm der 3 Ausstellungsräume und der 3 Ausstellungswände: halle 1: große thematische Ausstellungen(wie z.B. Attack!, GO JOHNNY GO), Präsentationen wichtiger Einzelpositionen der zeitgenössischen Kunst(wie z.B. Yayoi Kusama, Yinka Shonibare) sowie Ausstellungen im Crossover der Kunstkategorien. halle 2: Ausstellungen aktueller internatio­ naler Positionen, erste Werkschauen junger internationaler Künstler mit Schwerpunkt Video, Photographie und Neue Medien(wie z.B. Pipilotti Rist, Ugo Rondinone, Anri Sala, Juergen Teller), Ausstellungen über zeitge­ nössische Szenen außerhalb des Blickwinkels internationaler Kunstbetriebe(Kapital& Karma, Africa Screams) sowie österreichische Positionen abseits des expressiven und theatralen Mainstreams. halle 3(project space): Schnelle, aktualitätsgebundene Präsentationen zwischen Installation und Performance in einem offenen Schaufenster, einem Ort für Experimente und einer Schnittstelle zwischen Wissen und Kunst (Kooperation mit der Universität für ange­ wandte Kunst, Wien, Kunsthalle Wien Preis und Technische Universität Wien). project wall: 24h Ausstellung in den Lichtkästen an der Rückseite der Kunsthalle Wien(z.B. Gottfried Bechtold, Deutschbauer/ Spring, Georg Salner). photo wall/ video wall: Präsentationswand für Fotoarbeiten von zeitgenössischen Künstlern mit Österreich Bezug. Meistens in Kombination mit Kunstvideos, die auf der video wall im Foyer der Kunsthalle Wien in dreimonatigem Rhythmus gezeigt werden. ursula blickle videolounge(ab 17.12.2004): Die Lounge der Kunsthalle Wien im Untergeschoss wurde zu einem Ort für zeitgenössiche Film- und Videokunst. Das Pilotprojekt„video des monats“ präsentiert ein monatlich wechselndes Videoprogramm monografischer Arbeiten oder thematisch kuratierter Videokompilationen. Das Ver­ mittlungsprogramm„...about“ zeigt zur Erweiterung des Angebots Videos zu allge­ meinen Themen der zeitgenössischen Kunst, Künstlerinterviews und historische Überblicke. Handlungsanweisungen am Karlsplatz Was im project space stattfindet, soll ein Echo im öffentlichen Raum finden, so die Idee der Veranstalter. Das Projekt, das diesen Gedanken sehr überzeugend umsetzt, ist die Installation „handlungsanweisungen“ am Karlsplatz. 100 KünstlerInnen, die an Ausstellungen der Kunsthalle Wien beteiligt waren, geben Passanten Anweisungen für Handlungen, die großteils vor Ort durchgeführt werden können. und thematisieren damit den Karlsplatz als Kunstplatz. Die signalgelben Tafeln sind Störer, die Passanten zum Innehalten, Nachdenken, vielleicht sogar zum Handeln animieren und damit den Karlsplatz als Kunstplatz thematisieren können. Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und Kooperations­ partnern für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2004. Sponsoren: Dorda, Brugger& Jordis Anwälte; Wr. Städtische Versicherung; Thomastik-Infeld; Klangfarbe; Istituto Italiano di Cultura; Foto Leutner; MIXFIX Fassadensysteme; cyberlab.at; ZUMTOBEL STAFF; KAPSCH Förderer: Wien Kultur; Mondriaan Stiftung; Pro Helvetia; British Council; Botschaft von Kanada in Österreich; 25 Kunsthalle Wien Ortstermine 2004. Kunst im öffentlichen Raum; Landeshauptstadt München. Kulturreferat; ifa: Institut für Auslands­ beziehungen e.V. Medienpartner: gotv, Der Standard; Kurier; Radio Ö1; FM4; Infoscreen; Artmagazin; Die Presse Kooperationspartner:, Schauspielhaus; Viennale; Universität für angewandte Kunst Wien; ImPulstanz Ausstellungen 2004 KUNSTHALLE wien(Museumsquartier) 24. 10. 2003 – 14. 03. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Go Johnny Go! Die E-Gitarre Kunst& Mythos Eine Zeile aus Chuck Berrys archetypischem Gitarrensong„Johnny B. Goode“ gibt der Herbstausstellung der Kunsthalle den Titel. Es geht um die elektrische Gitarre als Sound­ maschine, Technophallus und Designstück; um ihre Rolle als Motor der Jugendkultur und als Objekt, das von bildenden Künstlern seit den sechziger Jahren immer wieder thematisiert und bearbeitet wurde. Nachdem Elvis das Instrument zum ersten Mal im Fernsehen spektakulär in Szene gesetzt hatte, avancierte die Gitarre zur Ikone, die- mehr noch als Raketen und Satelliten- ein Zukunftsver­ sprechen zu verkörpern schien. Gitarrenspieler wurden in den sechziger Jahren zu kulturellen Helden, Konzerte zu Gottesdiensten in der „elektrischen Kirche“. „Go Johnny Go“ versucht eine Dechiffrierung des Mythos E-Gitarre und eine Neubewertung ihrer Rolle in Zeiten von Techno und Elektronik: Gezeigt werden rund 80 verschiedene Gitarrenmodelle, dazu Fotos, Plattencovers, Werbesujets und Poster, die die sechzigjährige Geschichte des Instrumentes visualisieren, sowie die Arbeiten von 30 Künstlern, die sich mit der E-Gitarre und ihren symbolischen Konnotationen auseinander­ setzen. 26 Teilnehmende KünstlerInnen/ Participating artists: Maike Abetz,/Oliver Drescher John Armleder, Jennifer Bolande, Uros Djuric, Rainer Fetting, Barnaby Furnas, Rodney Graham, Jürgen Heinert, Lori Hersberger, David Hockney, Seydou Keita, Friedl Kubelka, Paul Albert Leitner, Franziska Maderthaner, Christian Marclay, Ursula Mayer, Helmut Middendorf, Lee Ranaldo, Gerwald Rockenschaub, George Segal, Steven Shearer, Malick Sidibe, Sonic Youth, Thaddeus Strode, Tal R, Jeff Wall, Hans Weigand, Ernest C. Withers, Heimo Zobernig Kuratoren/ Curators: Thomas Mießgang, Wolfgang Kos Von Jimi Hendrix wurde sie gebissen und geleckt in wilder Liebe oder auf der Bühne angezündet.... Als Joe Strummer von The Clash ihr„London Calling“-Album zierte, hieb er die Gitarre auf den Boden, wie um alles bildungsbürgerliche zu zertrümmern, das schon 1979 in ihr aufschien. Nun hängt diese Platte in der Wiener Kunsthalle zur opulenten Schau„Go Johnny Go! Die E-Gitarre – Kunst und Mythos“. Michael Pilz, Die Welt, 31. Oktober 2003 Gesamtbesucherzahlen: 74.822 14. 11. 2003- 15. 02. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Heiliger Sebastian A Splendid Readiness For Death Heiliger Sebastian: Schutzheiliger der Soldaten, der Homosexuellen, der Pest- und AIDSkranken; Personifizierter Sebastian: sadomasochistische Ikone, todesverliebter androgyner Dandy, Verkörperung des exemplarisch leidenden Künstlers. Skandalträchtiger Sebastian: Seine reizende und sinnliche Darstellung von Fra Bartolomeo wurde von Mönchen abgehängt, aus Angst sie könnte bei Frauen sündige Gedanken hervor­ rufen. Auch die Uraufführung der Oper“Le Martyre de Saint Sébastien” von Gabriele D’Annunzio und Claude Debussy provozierte 1911 in Paris, da Ida Rubinstein, eine jüdische Kunsthalle Wien Frau, den christlichen Heiligen spielte. Der Kampf um Macht, Aufbegehren, Verbot und Glaube, der dem Mythos des Heiligen Sebastian zugrunde liegt, spinnt sich bis ins 20. Jahrhundert fort und schildert ein grenzüberschreitendes Drama„zwischen der Säkularisierung des Heiligen und der Sakralisierung des Profanen“(Joachim Heusinger von Waldegg). Die Ausstellung Heiliger Sebastian. A Splendid Readiness for Death veranschaulicht neben der Nachzeichnung der Geschichte des Sebastian­ mythos in Kunst und Film, die Faszination der Künstler am chamäleonartigen Wesen dieses Heiligen, eine Faszination der man sich kaum entziehen kann. KünstlerInnen: Ron Athey, Stephan Balkenhol, Louise Bourgeois, Chris Burden, Bavo Defurne, Kirby Dick/Bob Flanagan, Cerith Wyn Evans, Eikoh Hosoe, Derek Jarman, Sigalit Landau, Adi Nes, Luigi Ontani, Ana Maria Pacheco, Pier Paolo Pasolini, Paul Schrader, Kishin Shinoyama, Wolfgang Tillmans, Robert Wilson, Joel-Peter Witkin, David Wojnarowicz, Rona Yefman Kuratoren: Wolfgang Fetz, Gerald Matt Eine Schau in der Wiener Kunsthalle widmet sich vom nächsten Freitag an dem Mythos des attraktiven Heiligen und dabei insbesondere den Darstellungen in der zeitgenössischen Kunst – bis hin zu Videos und SadomasoFilmspektakeln. Ulrike Knöfel, Der Spiegel, 10. November 2003 Gesamtbesucherzahlen: 7.224 05. 03. – 23. 05. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Eva Hesse Transformationen – Die Zeit in Deutschland Eva Hesse ist eine Ikone der amerikanischen Kunst der 60er Jahre, deren Werk in der letzten großen Retrospektive des SFMOMA und des Museums Wiesbaden sowie der Tate Modern ausführlich gewürdigt wurde. Der Fokus der Ausstellung in Wien basiert vor allem auf Arbeiten, die in den Jahren 1964/65 während ihres Aufenthalts in Deutschland entstanden. Diese Zeit markiert eine Art methodologische Wende in Hesses Arbeit: eine Bewegung von der Malerei und Zeichnung hin zu Collagen, Reliefs und skulptural-plastischen Werken. Deutlich wird eine inhaltliche Reduk­ tion figuraler Elemente zugunsten einer linearen und monochromen Minimalisierung. Zu sehen sind 60 Zeichnungen, Collagen, Gouachen und Reliefs aus dieser Zeit sowie einige plastische Arbeiten, die unmittelbar im Anschluss an die Experimente in Deutschland in den USA entstanden. Sie nehmen Motive aus den in Kettwig(Essen) entstandenen Arbeiten wieder auf, werden weiter verdichtet und verweisen damit auf das„reife“ Werk minimalistischer Prägung, das durch Hesses frühen Tod im Alter von vierunddreissig Jahren nicht mehr weitergeführt werden konnte. Begleitend zur Ausstellung erscheint erstmals die Publikation der transkribierten, übersetzten und kommentierten Kalendernotizen 1964/65 sowie ein Katalog mit den zu dieser Zeit entstandenen Werkgruppen. Neben den Tage­ büchern, Notiz und Skizzenbüchern geben sie Einblick in eine wichtige Phase der indivi­ duellen und künstlerischen Transformation Hesses. Eine Kooperation mit The Estate of Eva Hesse. Hauser& Wirth Zürich London. Kuratorin: Sabine Folie Die von Sabine Folie in der Kunsthalle Wien sensibel kuratierte Schau konzentriert sich speziell auf die Zeit in Deutschland, die eine entscheidende Periode im Schaffen der Künstlerin markiert. Gabriele Schor, NZZ, 22. April 2004 Gesamtbesucherzahlen: 5.983 18. 03. – 21. 3. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Literatur im März Reich oder Arm Literatur im März will die Chance, die sich einem Festival bietet, nützen, einen Teil der Vielfalt und des Erfindungsreichtums litera­ rischer und intellektueller Arbeiten zur 27 Kunsthalle Wien zunehmend ernsthaften Problemstellung Reich oder Arm in das allgemeine gesellschaftliche Verständigungsfeld zurückzuführen, zugleich einen produktiven Zusammenhang zwischen österreichischen, deutschsprachigen und namhaften internationalen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Forschenden, Künstlerinnen und Künstlern wirksam werden lassen. Die Literatur im März 2004 zum Thema Reich oder Arm ist eine Einladung an die Wiener Stadtgesellschaft, die sich aktuell zeigenden gesellschaftlichen Brüche zu interpretieren und gemeinsam die notwendigen Kräfte zu mobi­ lisieren, um Entwicklungen, die zum großen Bruch, zur nicht überbrückbaren Kluft in der Gesellschaft führen müssen, mutig und ent­ schlossen entgegenzutreten. „Reich oder Arm“ ist das Thema der diesjährigen„Literatur im März“, die vom 18. bis 21. März in der Kunsthalle Wien bei freiem Eintritt stattfindet. Die Literaturreihe knüpft damit anlässlich ihres 25.„Geburtstages“ wieder an das gesellschaftliche Engagement der Anfangszeit an – die erste„Literatur im März“ galt der„Arbeitswelt“. Ljiljan(Sarajevo), 26. März 2004 Gesamtbesucherzahlen: 1.490 02. 04. – 25. 04. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Artavazd Peleschjan „Unser Jahrhundert“ Mit einer Auswahl von drei Arbeiten stellt die Kunsthalle Wien in Kooperation mit der Ursula Blickle Stiftung das filmische Werk des armenischen Filmemachers Artavazd Peleschjan(geb. 1938) in Österreich und Deutschland vor. Obwohl Peleschjans Filme unter Kennern zu den einflussreichsten Arbeiten des russischen Dokumentarfilms gehören, und bereits seit Ende der 80er Jahre durch Jean-Luc Godard bekannt wurden, sind die Filme des zurückgezogen in Moskau lebenden Künstlers doch bisher einem selbst kunstkundigen Publikum unzugänglich geblieben. Peleschjan arbeitet mit der von ihm ent­ 28 wickelten und beschriebenen Schnitttechnik der„Distanzmontage“, die spannungsvolle Bildfolgen und-wechsel zulässt und die rhythmische Kraft der Musik mit einbezieht. Seine Bildsprache und-auffassung finden ihren Widerhall in der zeitgenössischen Kunst. Die Kunsthalle Wien zeigt„Mer dare/Unser Jahrhundert“(1982/90, s/w, 50/30min), ein eindrucksvolles schwarz-weiß Epos über die Träume und Albträume des zivilisatorischen Fortschritts im 20. Jahrhundert,„Vremena Goda/Die Jahreszeiten“(1972-75, s/w, 29min) und„Obitateli/Die Bewohner“(1970, s/w, 10min). Beginnzeiten: 10.00 h, 11.15 h, 12.30 h, 13.45 h, 15.00 h, 16.15 h, 17.30; Do zusätzlich 18.45 h, 20.00 h Kurator: Gerald Matt Das vorliegende, schön gestaltete breit­ formatige Buch, eindeutig als Kunstband zu erkennen, publiziert anlässlich der Ausstellung in der Kunsthalle Wien/ Ursula-Blickle-Stiftung im Frühling dieses Jahres, könnte Peleschjan endlich auch im deutschsprachigen Raum Präsenz verschaffen als Repräsentant des zeitgenössischen Avantgardefilms, der auf Kunst und Wissenschaft einwirkt. Jörg Becker, NZZ, 14. Jänner 2004 Gesamtbesucherzahlen: 1.189 14. 05. – 05. 09. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Yinka Shonibare Eine englische Lady flaniert mit drei Ozeloten an der Leine durch den Raum, unter einer schwebenden Kutsche vergnügt sich eine Gruppe junger Adeliger beim Picknick, eine unter Bäumen schaukelnde Comptesse lässt uns lasziv ihren Schuh entgegengleiten. Exotisch farbenprächtig sind die Stoffe, aus denen die Gewänder dieser zwischen Ancien Régime und Victorianischer Epoche agierenden Figuren geschneidert sind. So wie manche Schaufensterpuppen auch tragen sie allesamt keine Köpfe. Exotik, Erotik und Historie sind drei Haupt­ Kunsthalle Wien ingredienzien von Yinka Shonibares oft überlebensgroßen Installationen und foto­ grafischen Erzählungen. Indem er sie präzise sortiert und neu kombiniert, stellt der in Nigeria aufgewachsene Londoner Künstler (*1962) gleichsam spielerisch Fragen wie jene nach kultureller Identität, dem Erbe der kolonialen Vergangenheit oder der Glaub­ würdigkeit von typischen Merkmalen einer Kultur – z.B. der eigentlichen Herkunft afrikanisch gemusterter Stoffe. Als“double-dutch”- unverständlich- erweist sich dann oft eine Sprache, die äußerlich ganz klar und verständlich scheint. Yinka Shonibares Installation“Gallantry and Criminal Conver­ sation”(2002) zählte zu den meist beachteten Beiträgen der documenta 11. Die Ausstellung in der Kunsthalle Wien, die in Kooperation mit dem Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, organisiert und kuratiert wurde, ist die erste große Personale Yinka Shonibares im deutschsprachigen Raum. Kuratoren: Jaap Guldemund, Gabriele Mackert, Lucas Gehrmann Die lebensgroßen Puppen mit ihren Kleidern aus den bunten, vermeintlich afrikanischen Stoffen konnten die Ansprüche an einen postkolonialen Diskurs in jeder Hinsicht sinnlich vermitteln, und der Vorwurf der Kopflastigkeit musste an diesem Schaustück ganz offensichtlich abprallen.... Um dem zu begegnen, kommt die Ausstellung in der Wiener Kunsthalle, die erste große Einzelschau Shonibares im deutschsprachigern Raum, vielleicht gerade recht. Denn seine auf den ersten Blick oft witzigen Arbeiten sind eminent politisch. Jens Kastner, Die Tageszeitung, 26. Mai 2004 Gesamtbesucherzahlen: 34.808 10. 06. – 17. 10. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Juergen Teller Ich bin vierzig Juergen Teller, 1964 in Deutschland geboren, zählt heute zu den Stars der zeitgenössischen Fotokunst. In den 1990er Jahren revolu­ tionierte er von London aus die internationale Modeszene mit Bildern zwischen Kunst-, Werbe- und Modewelt, die mit den gewohnt glamourösen Oberflächen brechen. Mit seinem neuen und individuellen Habitus zu Foto­ grafieren reüssiert er in Zeitschriften wie “Vogue”,“The Face” oder“ID”. Statt hoch­ glanzästhetisiert und faltenbereinigt, lichtet Teller Models wie Stephanie Seymour, Kristen McMenamy, Kate Moss oder Claudia Schiffer ungeschminkt, in casual wear, schwanger und im Urlaub ab. Er persifliert mit einer Foto­ grafie, die bewusst Makel zeigt, Perfektions­ ansprüche der Gegenwart. Geliebt von Kunst- und Modewelt, ist sein Werk in wichtigen Häusern zeitgenössischer Kunst präsent. Die Ausstellung“Ich bin vierzig” zeigt eine Auswahl seines umfangreichen Werkes mit Highlights aus den Serien“Tracht”,“Go-Sees” und“The Clients”. Einen Schwerpunkt bilden auch die Selbstporträts in Fotografie und Video, meistens Darstellungen aus Tellers familiären Umfeld im fränkischen Heimatort Bubenreuth aus den Büchern“Märchenstüberl” (2002) und“Zwei Schäuferle mit Kloß und eine Kinderportion Schnitzel mit Pommes Frites” (2003). Die bislang unveröffentlichte Serie “Louis XV”(2004) gewährt Einblick in seine aktuelle künstlerische Produktion: Juergen Teller im Rollenspiel mit der Filmschauspielerin Charlotte Rampling. Kuratoren: Gerald Matt, Ulrich Pohlmann „Ich bin vierzig“ heißt die jüngste Retrospektive seines Werkes in der Kunsthalle Wien, die kommenden Donnerstag eröffnet wird. Teller zieht Bilanz: Er ist stolz, bester Dinge, und doch ist viel von dem, was er von sich und über sich zeigt, von einer zersetzenden, antiillusorischen Rabiatheit, die jenes Glück erst mal unangreifbar werden lässt. Ulf Poschardt, Welt am Sonntag, 6. Juni 2004 Gesamtbesucherzahlen: 29.177 29 Kunsthalle Wien 15. 10. 2004 – 20. 02. 2005, Kunsthalle Wien, halle 1 Skulptur Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik Fotografie, neue Technologien und Medien haben nur scheinbar Körperhaftigkeit und Materialität aus der Kunst verbannt. Die Aus­ stellung„Skulptur. Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik“ möchte be­ weisen, dass der Realismus in der Skulptur gefeiert wird. Ein Realismus, in dem die Wirk­ lichkeit auf den Kopf gestellt wird. Fragil, grotesk, verrückt, herausfordernd- prekär eben präsentieren sich in ihrer Suche nach dem was sich hinter einem klassischen, schönen Schein verbirgt: widerständige, beseelte Dingwelten, Formen, die der Unter­ welt entsprungen zu sein scheinen, himmlische Erscheinungen, Kosmen verinnerlichter Phantastik. Die Plastiken provozieren die Grenzen des Schicklichen und scheren sich wenig um eine korrekte Wiedergabe von Wirklichkeit, sondern entwerfen Welt neu. Sie sind kein unbekanntes Phänomen, wenn sie auch in den Formen ver­ blüffend fremd erscheinen. Inhaltlich befinden sie sich in einer illustren Tradition bedeutender Bildhauer und deren Auffassung einer offenen, skizzenhaften Skulptur des Unvollendeten, die versucht, das Unsichtbare und das Geheimnis darzustellen: Michelangelo, Auguste Rodin, Medardo Rosso, Alberto Giacometti u.a. Medardo Rosso und Alighiero Boetti stellen sich als historische Leitfiguren in der Ausstellung zur Verfügung, zu denen sich phantastische Werke voller Melancholie und Komik von Künstlern der Gegenwart gesellen. KünstlerInnen: Lynda Benglis, Alighiero Boetti, Thomas Demand, Tom Claassen, Keith Edmier, Urs Fischer, Peter Fischli/ David Weiss, Giuseppe Gabellone, Isa Genzken, Matt King, Martin Kippenberger, Takehito Koganezawa, Tetsumi Kudo, Sarah Lucas, Mark Manders, David Moises, Richard Prince, Jason Reppert, Medardo Rosso, Thomas Schütte, Peter Senoner, Erik Steinbrecher, Yoshihiro Suda, Rebecca Warren, Franz West, Bill Woodrow, Erwin Wurm. 30 Kuratorin: Sabine Folie Schon der Titel lässt es ahnen, die Kunsthalle Wien hat ein heißes Eisen angefasst. Und dementsprechend kontrovers wird die aktuelle Ausstellung„Skulptur. Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik“ auch in Wien diskutiert. Sabine B. Vogel, Kunst-Bulletin, 20. Jänner 2005 Gesamtbesucherzahlen: 13.308 05. 11. 2004 – 30. 01. 2005, Kunsthalle Wien, halle 2 Africa Screams Das Böse in Kino, Kunst und Kult Africa Screams unternimmt einen Streifzug durch die alten und neuen Mythologien Afrikas, auf den Spuren des Bösen und des Ekels, des Hässlichen und der Angst. Mit dem Siegeszug der Videotechnologie entstehen immer fan­ tastischere Bilder und Erzählungen, die auch die Schattenseite der Moderne zeigen: die Expansion der okkulten Ökonomien, den Neokannibalismus, das Hexerei- und Zombiewesen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen, das sich in den afrikanischen Staatenzerfallskriegen oder Ritualmorden gesellschaftlich manifestiert, findet in der Ausstellung auf verschiedenste Weise statt: Von den durch die gelede-Masken des Yoruba-Kultes beeinflussten Maschinenwesen der Sokari Douglas Camp über die mehrdeutige Installation Danger Gevaar Ingozi von Jane Alexander, in der ein symbolisch aufgeladener Käfig die klaustro­ phobische Situation des gegenwärtigen Süd­ afrikas symbolisiert, bis zu den Trash-Ikono­ graphien und Horror-Appropriationen der kommerziellen nigerianischen Videoproduktion. Africa Screams versucht erstmals, Konturen einer Kunst- und Kulturgeschichte des Schreckens im Spiegel der zeitgenössischen Kunst zu umreißen. Es geht um eine„Archä­ ologie der Hinterlassenschaften des Krieges“ (Simon Njami), um die Scheinheiligkeit post­ kolonialer Entwicklungsideologien und um die Transformation spiritueller Motive in zeit­ Kunsthalle Wien genössischen Medien-Environments. Africa Screams möchte der Verdrängung des Bösen entgegenarbeiten und stattdessen die„Narben der Erinnerung“(Kofi Setordji) sichtbar werden lassen. Teilnehmende KünstlerInnen: Jane Alexander(Südafrika), Fernando Alvim (Angola/Belgien), Willie Bester(Südafrika), Conrad Botes(Südafrika), Candice Breitz(Südafrika), Sokari Douglas Camp(Nigeria/UK), Cheri Cherin(DR Kongo), Samuel Fosso(Zentralafrika), El Loko (Togo/BRD), Abu Bockari Mansaray(Sierra Leone), Kofi Setordji(Ghana), Twins Seven Seven(Nigeria), Pascale Marthine Tayou (Kamerun/Belgien), Dominique Zinkpé(Benin). Kuratoren: Thomas Mießgang, Ulf Vierke, Tobias Wendl Wer weiterhin an„Jenseits von Afrika“ glauben will, sollte spätestens jetzt zu lesen aufhören. Der ganz normale Horror der afrikanischen Populärkultur soll in unsere Gehirnwindungen einsgeschleust werden. Denn„Africa Screams“ in der Wiener Kunsthalle. Das ist keine nette Halloween-Ausstellung, keine kokett korrekte Annäherung an das andere. Das Böse boomt nun einmal in Afrikas Video-Branche – und drei Kuratoren aus Österreich und Deutschland sind dieser grausamen Junk-Spur zwischen Alltags­ und Hochkultur gefolgt,... Almuth Spiegler, Die Presse, 6. November 2004 Gesamtbesucherzahlen: 58.464 17. 12. 2004 – 31. 01. 2005, ursula blickle video lounge ursula blickle video lounge ISAAC JULIEN video des monats#1 Eine Kooperation der Ursula Blickle Stiftung, der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien. video des monats#1„Encore II (Radioactive)“,3’, 2004, von Isaac Julien Ein Kurzfilm, inspiriert von David Bowies „Starman“-Videoclip und von den Schriften der schwarzen Science Fiction Autorin Octavia Butler.„Radioactive“ featured einen weiblichen Cyborg in Szenarien einer manipulierten isländischen Landschaft und Architektur. „...about“ Künstlermonografien von„A bis Z” Dezember: Chris Burden(10 Uhr- 17 Uhr) „Surveying the first decade“ Programm 1(Dezember): Untersuchung von Momenthaftigkeit, Performance und Publikum. Eine kuratierte Videoedition über die Anfänge der Videokunst in 9 Teilen.(17 Uhr) Videos von Isaac Julien zeigt übrigens die neu gegründete ursula blickle videoloung, ein Archiv für zeitgenössische Videokunst der Ursula Blickle Stiftung, zur Zeit in der Kunsthalle Wien. Frankfurter Rundschau, 24. Dezember 2004 KUNSTHALLE wien lounge 01. 05. – 07. 05. 2004, Kunsthalle Wien lounge „Zwischen schwarzen Bürsten“ Ein graphischer Zyklus von ZUREK+ TOMAK zu dem Theaterstück“Der Auftrag” von Heiner Müller Im Rahmen der Wiener Festwochen wird“Der Auftrag”, ein Theaterstück von Heiner Müller, in einer Inszenierung von Ulrich Mühe in Halle E der Kunsthalle Wien aufgeführt. Das Künstlerduo ZUREK+ TOMAK führt mit seinem graphischen Zyklus“Zwischen schwarzen Brüsten”(49 Graphiken, A1/A3) durch das Drama“Der Auftrag”. Die Aus­ stellung ist in der Lounge im Untergeschoss der Kunsthalle zu sehen, einen Raum weiter wird die Festwocheninszenierung gezeigt. In diesem Stück von Heiner Müller bekommen drei Emissäre des französischen Konvents, Debuisson, Galloudec und Sasportas den Auftrag, einen Sklavenaufstand auf Jamaika gegen die Herrschaft der britischen Krone zu initiieren. Nach der Machtübernahme durch Napoleon erübrigt sich dieser Auftrag. Der wichtigste inhaltliche Punkt ist die Einsicht Debuissons, Genuss als Verrat zu begreifen. Man fällt in Schande, wenn man auf dieser 31 Kunsthalle Wien Welt glücklich ist. Dem flüchtigen Eindruck der Darstellung auf der Bühne wirkt die Bebilderung des Werkes durch ZUREK+ TOMAK entgegen. Jedem substantiellen Heiner-Müller-Satz des Stückes ist eine Arbeit gewidmet. 11. 11. 2004, Kunsthalle Wien lounge “Laylah the Creature Beyond Dreams” Performance der israelischen Künstler Gil& Moti Die Künstler Gil& Moti, wären Ihnen dankbar, wenn Sie diverses, nicht mehr gebrauchtes Mobiliar wie Sessel, Sofas, Tische, Teppiche, Lampen zur Verfügung stellen könnten. Mit Ihren Möbeln werden Gil& Moti ein Kunstwerk schaffen, welches über Liebe erzählt, die alle Hindernisse überwindet und idealistische Lösungsvorschläge für den schmerzvollen Konflikt im Mittleren Osten anbieten will. KUNSTHALLE wien foyer 24. 06. – 25. 06. 2004, Kunsthalle Wien foyer “Kunst angewandt!” Großes Foyer der Kunsthalle Wien, Halle E+G 48 Stunden- 48 Tage. Ausstellungsreihe zur Relevanz künstlerischer Ausbildung, initiiert und organisiert von der Hochschülerschaft der Universität für angewandte Kunst Wien. Eine große Vernissage am 24. Juni im Foyer der Kunsthalle Wien/Halle E+G ist Auftakt für das Ausstellungsprojekt„Kunst angewandt“. 150 Studierende der Universität für ange­ wandte Kunst Wien zeigen in 43 Konzepten Statements zur Frage„Kunst rele:wandt?“. Anschließend an die„Kunst verzichten?“ Aktionen im Winter 2003 werden aktuelle Stellungnahmen anlässlich der Budget­ kürzungen 2004 präsentiert. Die 48stündige Eröffnung stellt erstmals alle Entwürfe aus. Zudem werden die ausge­ wählten fünf Projekte gezeigt, die in Folge für 48 Tage in unterschiedlichen Ausstellungen realisiert werden. Happenings, Konzerte, Ausstellungen, Anzeigen, Videos und Aktionen 32 bilden facettenreiche Interventionen der Studierenden. Ausstellungsdauer im Foyer der Kunsthalle, Halle E+G: 24. Juni: 10-02.00 Uhr 25. Juni: 10-19.00 Uhr 09. 02. – 05. 04. 2004, Kunsthalle Wien video wall kunst-en-passant Fokus Ungarn Mit diesem Videoprojekt wird versucht, den flüchtigen Blick von Passantinnen und Passanten einzufangen. Sie sollen mit etwas Unerwartetem konfrontiert werden, was dazu beitragen kann, ihre Erwartungshaltungen zu brechen und die Verführungskraft der Kunst für einen neuen und eigenen Erkenntnisgewinn zu nutzen. Und dies alles in wenigen Minuten mit kunst-en-passant. Ein Projekt von Girbaud Wien, nach einer Idee von Kati Koller, in Kooperation mit der basis wien und der Kunsthalle Wien. Konzept und Organisation: Lioba Reddeker basis wien – Kunst, Information und Archiv Kuratorin: Julia Kutas 09. 04. – 22. 08. 2004, Kunsthalle Wien video wall Skip Arnold Skip Arnold’s Performances und Körper orientierte Arbeiten sind Grundlage für seine Videos. Der Leitsatz des amerikanischen Künstlers, der in L.A. und London lebt und arbeitet und in der Tradition von typischen body art Künstlern der Westküste wie Chris Burden und Bob Flanagan steht, lautet:„What is common to all my work is Skip. Skip is the artwork. The act of doing, my actions, my choices.” In der Aktion, passiv oder aktiv, untersucht er mit seinem Körper die Grenzen von Raum und Zeit. 01. 09. – 01. 11. 2004, Kunsthalle Wien video wall Gordon Matta-Clark Splitting 1974, 10’50’’, s/w und Farbe Bingo/Ninths 1974, 9’40’’, Farbe, Super 8 film Substrait(Underground Dailies) 1976, 30’, s/w und Farbe, 16 mm film Kunsthalle Wien Gordon Matta-Clarks einzigartiges künst­ lerisches Projekt ist eine Erkundung von Architektur, Raum und städtischem Umfeld. Von 1971 bis 1977, in seiner künstlerisch produktivsten Phase, dokumentieren seine Filme und Videos hauptsächlich Arbeiten in New York, Paris und Antwerpen und kreisen um Themen wie Dekonstruktion, Performance, räumliche Neubewertung und Umschreibung. Seine grundlegende Auseinandersetzung mit architektonischen Strukturen und seine kontextuellen Untersuchungen manifestiert sich in seinen radikalsten Arbeiten, den so genannten cuts – Ein- und Ausschnitte aus Gebäuden, die er oft mittels Motorsägen realisiert und damit Raum in seiner Negativität und Positivität bildhauerisch neu organisiert. 02. 11. 2004 – 26. 02. 2005 Doris Krüger „continuous moment“ “continuous moment”: Ein andauernder Augenblick, ein Video im tropischen Wald mit statischer Einstellung und wie von Geisterhand bewegte, wuselnde Blattteile, die tatsächlich von Ameisen getragen werden. Doris Krügers fotografische Arbeiten, Videos und Bildmon­ tagen siedeln sich an zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie untersucht gleichzeitig analytisch und unerhört ästhetisch Themen wie Ornament, Abstraktion und Fragen der Dekontextualisierung anhand von natürlichen Umgebungen, nahen und entfernten Land­ schaften, Panoramen, Pflanzen, Blüten und Blättern. KUNSTHALLE wien project wall 14. 11. 2003- 12. 05. 2004, Kunsthalle Wien project wall Georg Salner E/O/S: gated community Die vorgestellten Lichtbilder sind eine digital vergrößerte Auswahl aus einer Serie von 100 Kleinbilddiapositiven. Sie sind das Ergebnis eines fotografischen Spieles, das vordergründig rein formal-ästhetischen Kriterien Rechnung trägt. Es konstituiert sich plastisch-bildräum­ lich am Rande der Gegenstandslosigkeit aus den Elementen Licht, Schatten, Dunkel und aus Nuancen einer bestimmten Farbigkeit mit einer spezifischen kontextuellen Programmatik . 14. 05. – 03. 11. 2004, Kunsthalle Wien project wall Ingeborg Strobl GRATIS Ingeborg Strobl schreibt zu ihrer Arbeit: „Die Project Wall an der Rückseite der Kunst­ halle ist der verborgenste und schönste Ausstellungsort im Areal des MuseumsQuartiers. Weder Gastronomie noch Fun oder Eventkultur stören die kontemplative Ruhe dieser großzügig gestalteten Vitrinenfront. Kein Platz für Eitelkeiten. Aber möglicherweise ein Ort für Gedanken über scheinbare Notwendig­ keiten, das Sinnhafte und Vergängliche allen menschlichen Tuns, gut oder schlecht ist nicht die Frage. Als Ergänzung zu dieser In-SituArbeit im Foyer zwei Videos über die selbst­ verständliche Präsenz von Natur. Streiflichter auf Flora und Fauna.“ KUNSTHALLE wien photo wall 06. 08. 2003- 13. 01. 2004, Kunsthalle Wien photo wall Tatiana Lecomte In den Fotoserien von Tatiana Lecomte wird der Betrachter neben fast unberührt wirkenden Naturlandschaften und Nachtaufnahmen, auch mit der Unschuld von spielenden Kindern kon­ frontiert, die von einem voyeuristischen Blick der Kamera festgehalten werden. Die Künstlerin spielt in ihren Arbeiten auf Idyllen, wie die der Kindheit und der intakten Natur an, während sie gleichzeitig auf eine ständige Bedrohung und den Verlust solcher Idealwelten verweist. 14. 01. – 27. 04. 2004, Kunsthalle Wien photo wall Pascal Petignat Die Fotografien von Pascal Petignat wurden in Fertörakos, Agfalva, Kistómalom, Balf(Ungarn) und in Moschendorf(Österreich) aufgenommen und stellen Fertighäuser in einsamen, kargen und flachen Landschaften, Rohbauten und eine viktorianische Villa neben einem verrosteten 33 Kunsthalle Wien Auto dar. Da eignen sich Burgenländer wie Ungarn einen Way of Life aus dem Westen an, bedienen sich Vorbildern und Schablonen, die der metaphorischen Bedeutung des Bauens, des Aufbaus und Aufschwungs, einen bitteren Beigeschmack hinzufügen. Der neue Glanz oberflächlicher Aneignungen steht neben Relikten des Kommunismus und alter Zeiten. Die Künstlichkeit der Bauten zeugt von einem Mangel an Authentizität, während die Markie­ rungen zwischen Ost und West verschwimmen. In der Serie Grenzland(2002/2003) be­ schäftigt sich Pascal Petignat mit Grenzge­ bieten zwischen Österreich und den neuen EULändern Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien. Auf langen Reisen sammelte Petignat fotografische Dokumente, die von Assimilationen, Angleichungen, Nachahmungen und Sehnsüchten der neu eingegliederten Balkan-Länder zeugen. Die visuellen Unter­ schiede der Grenzgebiete werden immer kleiner und doch sind sie als Zeichen, in denen sich Geschichte und/oder Gegenwart spiegeln, noch sichtbar. Petignat beleuchtet mit seinen Fotografien das Diesseits und Jenseits der Grenze, die von Andersartigkeiten und Absur­ ditäten auf beiden Seiten berichten. Durch die Einfügung von gesehenen und gefundenen surreal wirkenden Elementen und Irritationen, wie zum Beispiel eine perspektivisch auf ein Haus gemalte Stadtlandschaft, bricht der Künstler ein rein dokumentarisches Abbilden und beschreibt humorvoll die oft mühsame Realität der Annäherung. Dabei galt das Interesse des Künstlers, ganz im Gegensatz zu journalistischen Fotografien dem Kleinen und Unspektakulären. Auch tech­ nisch versucht Petignat während des Foto­ grafierens und auch nachträglich bei der Ent­ wicklung seiner Arbeiten, Kontraste abzu­ schwächen und zu starke Dunkel- und Hellwerte aus dem Bild zu nehmen, um- wie es scheint- das neue kapitalistische Glitzern der Städte und das Aufblühen des Konsums nicht zu stören. Als postmoderner Flaneur bedient sich Pascal Petignat dokumentarischer Strategien und stellt interessante thematische Einblicke in die Grenzproblematik von Ost und West fotografisch zusammen; dabei verfällt er nicht dem Wahrhaftigkeitsmythos der Foto­ 34 grafie, sondern bleibt mit den wahrge­ nommenen und festgehaltenen Skurrilitäten als Autor präsent und verbindet so, wie Roland Barthes in Die helle Kammer sagen würde, das studium mit dem punctum, beim Betrachten der Arbeiten kann so – idealer Weise- das to love das to like ergänzen. Pascal Petignat, 1969 in der Schweiz geboren, lebt und arbeitet seit 1995 in Wien. Kuratorin: Angela Stief 28. 04. – 16. 08. 2004, Kunsthalle Wien photo wall Oliver Hangl In seinem Beitrag für die photo wall geht Oliver Hangl raumspezifisch vor. Gegenüberliegende Wände, Zwischenräume und das Anbringen der Photos auf zwei Etagen spiegelt im Formalen Hangls inhaltliche Aus­ einandersetzung mit Identität und Dualität wieder. Realitätsbrüche, Verdoppelungen und Zwischenwelten markieren seine aktuellen Arbeiten, die nicht an ein Medium gebunden sind: Oliver Hangl bewegt sich in perfor­ mativen Disziplinen und medialen Räumen ebenso wie in den klassischen Ausstellungs­ räumen der bildenden Kunst. Oliver Hangl lebt und arbeitet in Wien. 18. 08. – 01. 11. 2004, Kunsthalle Wien photo wall Gerhard Klocker „California Hardcore – excerpts“ „California Hardcore“, eine fotografische, lose Bild-, Texterzählung in fünf Teilen: Ein Frosch auf dem Bett, ein gerupftes, schwarzes Huhn auf einem Sessel, dahinter ein Bild eines Pferdekopfes, ein an die Wand geschraubter Tintenfisch, eine Muschel in der Dusche, auf einem Nachtisch oder im Ab­ waschbecken, ein Karpfenkopf, der einen Apfel im Maul hat, und welcher sich ein paar Seiten zuvor noch im Wasserbad eines Klosetts auf­ hielt, kombiniert Gerhard Klocker unverblümt mit nackten weiblichen Körpern, Architektur, Stadtansichten, Blumen und Kinderspielzeug. Wild, lustig und verrückt fotografiert er faszinierende Bildarrangements in New York und Mulhouse. Kunsthalle Wien 02. 11. 2004 – 26. 02. 2005, Kunsthalle Wien photo wall Doris Krüger „continuous moment“ “continuous moment”: Ein andauernder Augenblick, ein Video im tropischen Wald mit statischer Einstellung und wie von Geisterhand bewegten, wuselnden Blattteilen, die tat­ sächlich von Ameisen getragen werden. Doris Krügers fotografische Arbeiten, Videos und Bildmontagen siedeln sich an zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie untersucht gleichzeitig analytisch und unerhört ästhetisch Themen wie Ornament, Abstraktion und Fragen der Dekontextualisierung anhand von natürlichen Umgebungen, nahen und entfernten Land­ schaften, Panoramen, Pflanzen, Blüten und Blättern. KUNSTHALLE wien project space karlsplatz 17. 12. 2003- 09. 01. 2004, Kunsthalle Wien project space Maria Pia Lattanzi Kunsthalle Wien Preisträgerin 2003 Der Preis der Kunsthalle Wien bildet in diesem Jahr das Zentrum der Kooperation der Kunst­ halle Wien und der Universität für angewandte Kunst. Der von der Rechtsanwaltskanzlei DORDA BRUGGER JORDIS unterstützte Preis wurde heuer für eine/n Absolventin/en aus den Bereichen Bildende Kunst, Experimentelles Gestalten und Raumkunst der Universität für angewandte Kunst ausgeschrieben. Der diesjährige Preis der Kunsthalle Wien wurde Maria Pia Lattanzi(geb. 1973, Klasse Adolf Frohner) für die Präsentation ihrer Arbeit „Tapetentüren zu Menschenbildern“ zuerkannt. Der Portraitzyklus zeichnet sich durch Mehr­ schichtigkeit sowohl im Entstehungsprozess, als auch in der Darstellung des klassischen Sujets Portrait aus. Die komplexen Bilder ver­ schmelzen abstrakte und figurative Elemente. In verschiedenen Stufen, Techniken und Medien werden figurative Portraits abstrahiert und mit expressiven, ornamentalen Strukturen verschränkt. Die Annäherung an die Personen erfolgt durch fotografische, digitale und malerische Verfremdungs-, Übertragungs- und Auswahlprozesse. Ausgangspunkt für alle ist jedoch ein Sessel im Atelier der Künstlerin. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Karin Eklund, Delfina Art Studios London, Matthias Dusini, Kunstkritikerin, Gerald Bast, Rektor der Universität für Angewandte Kunst Wien, und Gabriele Mackert, Kuratorin Kunsthalle Wien. Kurator: Gabriele Mackert Die Schülerin von Adolf Frohner and der Wiener Universität für angewandte Kunst gewann heuer den Preis der Kunsthalle Wien. Ausgehend vom klassischen Porträt verfremdet Lattanzi mittels verschiedener Techniken ihre fotografischen Vorlagen – digital überarbeitet werden Silhouetten und Hintergrund ornamental verwoben. Almuth Spiegler, Die Presse, 23. Dezember 2004 Gesamtbesucherzahlen: 574 22. 01. – 08. 02. 2004, Kunsthalle Wien project space The Hell Fire Dining Club Paul Renner, Medlar Lucan, Durian Gray Wien, Karlsplatz. Im Schmelztiegel von Kunst, Speisen, Alkohol und mystischer Technologie, gleich weit entfernt von Ostsee, Atlantik, Schwarzem Meer und Mittelmeer, unter einer Hängedecke voll Krokodilen, Stören und Haien sind Paul Renner, Medlar Lucan und Durian Gray wieder am Werk! Mit feurigen Strichen skizzieren sie das nebulose Hexagramm mit den Eckpunkten Katherina die Große, Athanasius Kircher, Sigmund Freud, Gabriele d’Annunzio, Alexis Soyer und Oscar Wilde. Ein neuartiges Restaurant ist erdacht worden! Ein gastronomisches Theater des Gedächtnisses! Kuratoren: Gerald Matt, Wolfgang Fetz Dieses Fest knapp vor Weihnachten war der Probelauf für ein„kulinarisches Theater“, das der Vorarlberger Künstler Paul Renner im Jänner im porject space der Kunsthalle Wien am Karlsplatz inszeniert: Bei Tag eine 35 Kunsthalle Wien Ausstellung von Gemälden, bizarren Wunderkammer-Objekten und bibliophilen Raritäten, verwandelt sich das Ambiente am Abend in eine Restaurant, in dem, so verspricht der Künstler, für jeweils 24 Personen„fantastisch dekadente Speisen und Cocktails serviert werden“. Horst Christoph, profil, 5. Jänner 2004 Gesamtbesucherzahlen: 1.345 25. 02. – 07. 03. 2004, Kunsthalle Wien project space Virtual Frame By 3(Hutchison 3G Austria) „Kunst in der Tasche“ auf Abruf bei sich zu haben, ist mittels der neuen Technologie der dritten Mobilfunkgeneration keine Zukunfts­ musik mehr. 3(Hutchison 3G Austria) öffnet ab sofort über die Screens der neuen Mobiles den Kunstraum Virtual Frame. Jederzeit und überall innerhalb des Netzwerkes können hier Videoclips, Trickfilme, visuelle Pop-Songs, Cartoons, HighTech Animationen, abstrakte Software-Suiten, typographische Märchen, digitale Geschichten und interaktive Arbeiten abgerufen werden. Insgesamt 40 KünstlerInnen und-teams haben bisher 140 Beiträge speziell für dieses Medium geschaffen. Virtual Frame ist die erste Initia­ tive einer neuen kulturellen Plattform, be­ trieben vom internationalen Mobile Multi Media Unternehmen 3; in Kooperation mit der Kunst­ halle Wien und von drei Kuratoren-Teams zusammengestellt: Lucas Gehrmann/Kunsthalle Wien, Boris Manner/Universität f. angewandte Kunst Wien, Sabine Dreher und Christian Muhr/Liquid Frontiers. Die Ausstellung Virtual Frame zeigt temporär alle Beiträge im realen Raum des project space innerhalb einer eigens hierfür konzipierten Präsentations-Architektur(Gestaltung: OCPA). Kurator: Lucas Gehrmann ... Jetzt sind die bildenden Künstler an der Reihe. Für ihren Auftritt ist die Technik erst seit kurzem gerüstet. Und die Künstler haben schnell zugegriffen, wie die Ausstellung„Virtual Frame by 3“ im project space der Kunsthalle am Wiener Karlsplatz zeigt. Henriette Horny, Kurier, 25. Februar 2004 Gesamtbesucherzahlen: 980 17. 03. – 16. 05. 2004, Kunsthalle Wien project space Tony Matelli „Abandon“ Tony Matelli verwandelt den Ausstellungsraum des project space in ein Kunstwerk, das nicht im mindesten an Kunst erinnert. Die urbane Architektur wird von Unkraut erobert, von künstlichem Unkraut, perfekt gearbeitet, sorg­ fältigst montiert; von schönem Unkraut. Die gläserne Fassade stellt die Grenze zwischen der hyperzivilisierten Natur am Karlsplatz und der hyperreal gefertigten Natur innerhalb des Ausstellungsraumes in Frage. Der project space steht im Park wie ein Aquarium im Meer. Die Figuren- und Raumkonstellationen des USamerikanischen Künstlers Tony Matelli haben in ihrer provozierenden Widersprüchlichkeit in den letzten Jahren rege internationale Beach­ tung gefunden. Neben der raumgreifenden Installation wird auch eine Lecture am Eröff­ nungsabend stattfinden, die als Videomit­ schnitt während der Ausstellung zu sehen ist. Kurator: Gerald Matt Matellis Arbeit kann verschiedenartig interpretiert werden, u.a. als Kommentare auf die Nützlichkeitsdefinitionen einer globalisierten Gesellschaft oder auch als Meditation über den Umgang mit Versagen und Scheitern. Henriette Horny, Kurier, 17. März 2004 Gesamtbesucherzahlen: 3.019 19. 05. – 23. 05. 2004, Kunsthalle Wien project space Permanent Breakfast Das immerwährende Frühstück im öffentlichen Raum 1996 begann eine KünstlerInnengruppe um Friedemann Derschmidt, öffentliche Räume zu befrühstücken und hörte nicht mehr auf damit. 36 Kunsthalle Wien Nach dem Schneeballprinzip laden die Gelade­ nen anderntags wiederum ein. Ein Kettenspiel. Das Kunstwerk besteht in seiner permanenten Imitation. permanent breakfast ist heute ein dichtes, pulsierendes, internationales Netzwerk von Frühstückenden, ein think-tank zu Raumwir­ kungen und Erlaubniskulturen. permanent breakfast ist ein Grenzgang. Der Frühstückstisch wird anlässlich der„EU- Ost­ erweiterung“ als Irritation genau dort gesetzt, wo das eindeutige Zeichen der Absperrung und Ausgrenzung längst den unsichtbaren „Grenzen in den Köpfen“ gewichen ist. Eine Revisualisierung: Die Frühstückstafel durch­ dringt die gläserne Front des project space. Die scheinbar private Praxis des Frühstückens verwandelt sich in Öffentlichkeit. Die gläserne Wand- scheinbar unüberwindliche Grenzen, unüberwindbare Barrieren werden im Akt des Frühstückens sichtbar. Geteilte Städte ­ Geteilte Tische. Gefrühstückt wird täglich gemeinsam zu beiden Seiten der Grenze. Geladen sind alle. Katalog: deutsch; tschechisch; slowakisch/ englisch, 96 Seiten, Fotografien von Abbé Libansky, Andreas Gartner, Daniel Smidt u.a.; Beiträge von Usch Hofbauer, Gabriele Mackert, Robert Sommer, Karin Schneider, Walter Pucher, Michael Wrentschur, Petr Rezek, Renée Gadsden, Miroslav Marcelli und Friedemann Derschmidt. Kurator: Lucas Gehrmann Gesamtbesucherzahlen: 600 04. 06. – 01. 08. 2004, Kunsthalle Wien project space Erik Steinbrecher Politik oder Porno „Anaconda“,„Larry“,„Pony“,„Luder“ oder „Afghan“ heißen die stangenartigen Gerät­ schaften, die sich mit einem früher ent­ standenen Objekt –„Dong“, mit dem man vieles, aber nichts Eindeutiges assoziiert: Prügel, Fluggeschoss, Waffe, Phallus oder Stab – zu einer familialen Versuchsanordnung zusammengefunden haben. Sie ragen nun zu sechst aus der Wand in den Raum – in Reih und Glied. Die eigens für den Kunsthalle wien project space geschaffenen Werke bilden einen Vor­ stoß in die Skulptur, den Erik Steinbrecher vor nicht allzu langer Zeit, ausgehend von seinem Archiv der Bilder vorgenommen hat. In der Skulptur wie im Archiv der Bilder geht es um die Juxtaposition von Ähnlichem, scheinbar Verwandtem, Typologischem, das aber durch unterschiedliche Herkunft und verfremdende Manipulation eine absurd-komisch bis frivol­ perfide Wirkung hervorbringt. Erik Steinbrecher, geboren 1963 in Basel, lebt in Berlin. Kuratorin: Sabine Folie Diese grundsätzliche Irritation, die sich einstellt, wenn ein Gegenstand seines Zweckes beraubt scheint, interessiert Erik Steinbrecher, der zurzeit seine Plastiken im project space der Kunsthalle Wien präsentiert.... Mit den in diesem Jahr entstandenen neuen Plastiken hat er seine Durchbruch erreicht. Gabriele Schor, NZZ, 19. Juli 2004 Gesamtbesucherzahlen: 3.449 25. 09. 2004, Kunsthalle Wien project space Lenin on Tour. Wien LENIN ON TOUR ist eine Performance, ein Buch (Fotos: Reinhard Matz) und ein Film(R: Rudolf Herz, Martin Kreyssig). Im Mittelpunkt des experimentellen Kunst­ projekts steht die Reise eines politischen Denkmals aus dem 20. Jahrhundert in die Gegenwart. Die Reise führt 8000 Kilometer durch Europa und startet in München; weitere Stationen sind: Zürich, Turin, Rom, Wien, Prag, Bremen, Dresden und Berlin. Der Künstler und Initiator Rudolf Herz zur Projekt­ idee:„Meinen Zeitgenossen zeige ich Lenin. Und Lenin das 21. Jahrhundert. Wer erklärt es ihm?“ Auf der Ladefläche eines Sattelzugs sind die drei Granitbüsten des 1992 demontierten Dresdner Lenin-Denkmals vertäut. Der Last­ wagen mit den Köpfen von Lenin und zwei anonymen Genossen ist tagsüber auf Auto­ bahnen und Landstraßen unterwegs. Abends 37 Kunsthalle Wien macht er Station in einer Stadt und parkt vor einem Museum, einem Theater, einer Fabrik oder einer Diskothek. Das Publikum hat Gelegenheit, seine Meinung vor der Kamera des Filmteams, das die Tour begleitet, zu äußern. Politiker, Philosophen, Künstler und Wissenschaftler werden jeweils zu einem persönlichen Statement vor Ort eingeladen. Vortrag: Prof. Bazon Brock,„Beuys erklärt dem toten Lenin die Kunst“ Kurator: Lucas Gehrmann Gesamtbesucherzahlen: 80 06. 10. – 01. 11. 2004, Kunsthalle Wien project space Transferprojekt SAHARA 21 Tage reisten acht Künstler gemeinsam durch die große Wüste und entwickelten dabei jeweils eigene Projekte, denen die Konfron­ tation mitgebrachter Bilder und Vorstellungen mit den Eindrücken der Wirklichkeit gemein­ sam sind. Ein Werbeplakat mit Wüstenbild in die Wüste gestellt(Ulrich Dertschei); fotogra­ fische Vergleiche zwischen architektonischen und natürlichen Wüsten-/Stadt-Strukturen(Ivo Kocherscheidt); Kamerafahrten aus dem Inneren des Reisefahrzeugs(Eva Thebert); abendlich memorierte Tageseindrücke als Zeichnungs-Tagebuch in Zeltgestalt(Grischinka Teufl), Wüstenpanoramen als Reflektoren des fotografischen Blicks(Elfie Semotan) oder ein Datentransfer immaterieller Informationen zwischen Libyen und Wien(Tina van Duyne/ Grischinka Teufl) sind nur einige der Resultate dieser durch das Institut für Medienkunst/ Kunst- und Wissenstransfer(Univ.-Prof. Dr. Christian Reder) der Universität für ange­ wandte Kunst Wien initiierten Kunst-Expedi­ tion. In diesen Beiträgen sowie in einer Vor­ tragsreihe werden im project space fragende, offene Zugangsweisen zu Raum- und Zeit­ dimensionen der Sahara skizziert. Künstlerische Beiträge von: Ulrich Dertschei, Tina van Duyne, Michael Hoepfner, Verena Holzgethan, Ivo Kocherscheidt, Elfie Semotan, Grischinka Teufl, Eva Thebert und Magda Tothova. Transferprojekt SAHARA ist eine Kooperation der Universität für angewandte Kunst Wien/ 38 Institut für Medienkunst/Kunst- und Wissenstransfer(Univ.-Prof. Dr. Christian Reder) mit der Kunsthalle Wien. Kuratorin: Elfi Semotan, Kurator Kunsthalle Wien: Lucas Gehrmann Drei Wochen lang reisten acht Künstler durch die Sahara – eine vom Institut für Medienkunst und Wissenstransfer der Angewandten initiierte Kunst-Expedition. Die verarbeiteten Eindrücke der großen Wüste sind jetzt im project-space der Kunsthalle am Karlsplatz zu sehen. Almuth Spiegler, die Presse, 5. Oktober 2004 Gesamtbesucherzahlen: 2.098 10. 11. – 10. 12. 2004, Kunsthalle Wien project space formate/moving patterns Bukarest ca. 2004 Nach der erfolgreichen Präsentation von Wiener Gegenwart diesen Mai in Bukarest ermöglichen die Veranstaltungsreihe moving patterns und die Ausstellung formate im project space der Kunsthalle Wien einen Gegenblick in die Szene der rumänischen Hauptstadt. Das Kunstprojekt formate bildet einen repräsentativen Einblick in die Arbeit der reichsten Kunst- und Musikszenen Südost­ europas. Arbeiten der konzeptuellen Kunst und PerformerInnen der 70er Jahre wie Ion Grigorescu oder Geta Bratescu oder jener Generation, die in den 80er Jahren mit Namen wie subReal, Dan und Lia Perjovschi den Anschluss an die internationalen Avantgarden vorbereiteten, bis zur jungen Generation um Vlad Nanca, Stefan Tiron, Casa Gontz oder Ionana Nemeth sind zu sehen. Im Überschnitt mit dem Programm von moving patterns zeigt formate zudem einen Quer­ schnitt durch die Arbeit der Video- und Visualistenszene Bukarests, deren Protago­ nistInnen in der Kunsthalle am Karlsplatz auftreten werden. KuratorInnen: Wolfgang Kopper(mica/Musik), Georg Schöllhammer& Hedwig Saxenhuber (springerin/bildende Kunst), Martina Hochmuth (TQW/Tanz) Gesamtbesucherzahlen: 4.649 Kunsthalle Wien 16. 12. 2004 – 16. 01. 2005, Kunsthalle Wien project space Ernst Logar„Den Blick hinrichten“ Preis der Kunsthalle Wien 2004 Ernst Logar versucht in dieser Arbeit den Leidensweg seines Großvaters, der wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs als Widerstandskämpfer erschossen wurde, und die Umstände, die zu seiner Hinrichtung geführt haben, nachzuzeichnen. Diese Nach­ forschungen sind die Grundlage und der Ausgangspunkt seiner Rauminstallation„Den Blick hinrichten“. Die Installation im project space der Kunsthalle Wien vermittelt verschiedene Informations- und Stimmungs­ ebenen, die dazu anregen, über den gesell­ schaftlichen und im Einzelfall familiären Umgang mit dem Nationalsozialismus zu reflektieren. Jurymitglieder: Gerald Bast, Walter Cassidy, Lucas Gehrmann, Christoph Steinbrener, Sabine B. Vogel, Kurator: Lucas Gehrmann, Kunsthalle Wien Mit Unterstützung von DORDA BRUGGER JORDIS Rechtsanwälte. Es ist eine der eindrücklichsten Installationen zur Zeit in Wien: Ernst Logars mit dem„Preis der Kunsthalle Wien“ ausgezeichnete künstlerische Aufarbeitung der Geschichte seines Großvaters. Almuth Spiegler, Die Presse, 8. Jänner 2004 Gesamtbesucherzahlen: 1.560 permanente Installation handlungsanweisungen Kunstpfad am Karlsplatz Künstler fordern Passanten zu Handlungen auf, die maximal 5 Minuten in Anspruch nehmen. Eine permanente Installation der Kunsthalle Wien im öffentlichen Raum am Karlsplatz und im Resslpark- für Stadtmenschen und Kunstrezipienten, Flaneure, Eilige und Trödler. Die 100 Handlungsanweisungen auf signal­ gelben Tafeln vermessen den Karlsplatz neu, in anderer Kartographie. Der Kunstpfad lenkt von den eingeübten Wegen des Alltags ab und lässt den Betrachter den Karlsplatz mit künstle­ rischen Augen und Ideen erleben. Er ist Sand im Getriebe der Verwertungsmaschine und ertrotzt sich im Vorrübergehen Augenblicke der Kontemplation, des Hinterfragens einer glatten Reibungslosigkeit. Seit Jahrzehnten ist der Karlsplatz eine urbane Problemzone. Im brodelnden Meer des Auto­ mobilismus ist auch der Fußgängerbereich ein Korridor der Beschleunigung, des Mobilitäts­ diktats und der knappen Kommunikation. Mit einem Wort: der ideale Fleck für eine zeit­ genössische Kunst der schnellen Wahr­ nehmung, eine Ästhetik des Passageren – wie sie dem Zufallsflaneur in 100 Beiträgen von Künstler/innen aus Europa und Amerika, aus Asien und Afrika nahegebracht wird. Es ist ein globales Projekt im Zentrum von Wien, welt­ umgreifend ohne den Beigeschmack kulturell nivellierender Globalisierung. Diese handlungsanweisungen, montiert an Laternenmasten im Girardipark und Resslpark, lauten beispielsweise#17„Legen Sie Sich unter einen Baum, als ob Sie heruntergefallen wären“(Erwin Wurm), oder#7„Baue einen Ofen im geistigen Auge“(Pipilotti Rist), oder# 47„try to define yourself zwischen zwei sprachen“(Jan Svenungsson). Oder auch# 35:„Beachten Sie keine Handlungsanweisungen“(Esther Stocker). Mit der Erweiterung des 2002 begonnenen Projekts handlungsanweisungen setzt die Kunsthalle Wien als Schaufenster zwischen Kunst und Öffentlichkeit die Nutzung des „Kunstplatzes Karlsplatz“ fort, zu dessen Aktivierung sie seit der Eröffnung des Ausstellungsprovisoriums am Karlsplatz maßgeblich beigetragen hat. KünstlerInnen: 1 Paul Divjak 2 Wolfgang Capellari 3 Anna Jermolaewa 4 Ulrike Lienbacher 5 Rainer Ganahl 6 Peter Senoner 7 Pipilotti Rist 8 Walter Niedermayr 9 Ugo Rondinone 10 Heinz Gappmayr 11 Robert Adrian X 12 Cai GuoQiang 13 Julius Deutschbauer/ Gerhard Spring 14 Lisl Ponger 15 Lomographische Gesellschaft 16 Kim Sooja 17 Erwin Wurm 18 Anri Sala 19 Florian Pumhösl 20 Ellen Cantor 21 Milica 39 Kunsthalle Wien Tomic+ Srdjan Dragojevic 22 Richard Hoeck 23 Edgar Honetschläger 24 Elke Krystufek 25 Gottfried Bechtold 26 Wong Hoy Cheong 27 Tatiana Lecomte 28 TANY 29 Tony Matelli 30 Nadine Norman 31 Peter Fend 32 Annie Sprinkle+ Elizabeth Stephens 33 Nin Brudermann 34 Maria Lindberg 35 Esther Stocker 36 Jonathan Monk 37 Louise Bourgeois 38 Katrin Plavcak 39 Eva Schlegel 40 Margrét H. Blöndal 41 Ruth Kaaserer 42 Elina Brotherus 43 Peter Land+ Studenten der HJOLBÆK KUNSTHØJSKOLE 44 Hulda Hákon 45 Lois+ Franziska Weinberger+ Wilhelm Gockner 46 Marianna Uutinen 47 Jan Svenungsson 48 Jürgen Heinert 49 Sabine Jelinek 50 Kari Mjatveit 51 Egill Saebjörnsson 52 Zhuang Hui 53 Elisabet Apelmo 54 Mona Hatoum 55 Antonio Riello 56 Uros Djuric 57 Runa Islam 58 Yinka Shonibare 59 Franziska Maderthaner 60 Ursula Mayer 61 Paul Albert Leitner 62 Lee Ranaldo 63 Hreinn Fridfinnsson 64 Christian Marclay 65 Heimo Zobernig 66 Dejan Andjelkovic/ Jelica Radovanovic 67 Dejan Andjelkovic/ Jelica Radovanovic 68 Candice Breitz 69 Nedko Solakov 70 Valeri Scherstjanoi 71 Jun-Nguyen Hatsushiba 72 Doris Krüger 73 Werner Reiterer 74 Paul Renner 75 Skip Arnold 76 Herwig Steiner 77 Didi Sattmann 78 Pascale Marthine Tayou 79 El Loko 80 Sigalit Landau 81 Gerwald Rockenschaub 82 Oliver Hangl 83 Klaus Pobitzer 84 Feridun Zaimoglu 85 Erik Steinbrecher 86 Ann Lislegaard 87 Knut Asdam 88 Shantanu Lodh 89 Marie-Louise Ekman 90 Ingeborg Strobl 91 David Claerbout 92 Jürgen Teller 93 Oliver Ressler/ David Thorne 94 Abbé Libansky+ Friedemann Derschmidt 95 Pascal Petignat 96 Hans Weigand 97 Johanna Kandl 98 Thomas Feuerstein 99 Manfred Erjautz 100 Matthias Hermann Kurator: Gerald Matt Öffentlicher Raum entsteht zuallererst im Kopf. Kunst auch. Seit Juli dieses Jahres wurde die urbane Problemzone Karlsplatz durch eine permanente Installation der Kunsthalle Wien zum öffentlichen Kunstraum erklärt. 100 signalgelber Schrifttafeln, im Format A3, landeten, unprätentiös gehängt, auf den Laternenmasten im Girardipark und im Resselpark. Mit ihren Handlungsanweisungen treffen sie auf zufällig vorbeieilende Passanten und finden so ein Publikum, das sich nicht in die geschützten, kontemplativen Tempel der Kunstbetrachtung begibt. Elke Krasny, Architektur Aktuell, November 2004 KUNSTHALLE wien video space karlsplatz 07. 11. 2003- 09. 01. 2004, Kunsthalle Wien video space Runa Islam „Director’s Cut(Fool For Love)” Runa Islam setzt sich in ihrer Arbeit„Director’s Cut(Fool For Love)“, die auf dem Theaterstück “Fool For Love” von Sam Shapard basiert und in einem Londoner Theater gefilmt wurde, mit der Inszenierbarkeit, Mittelbarkeit und Un­ mittelbarkeit von Gefühlen auseinander. Die Multimediainstallation pendelt zwischen dokumentarischen Techniken und fiktionaler Erzählung. Kurator: Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 289 13. 02. –02. 05. 2004, Kunsthalle Wien video space Matthew Weinstein Wie erklärt sich die Lust an Oberflächen, was verbirgt sich dahinter? Was unterscheidet die Jagd nach den Trophäen von Miami Beach und Big Apple oder die Feier der idealisierten Bilder und Figuren amerikanischer Filmstudios von der Sehnsucht nach den immer wieder hervorgeholten oder ausgetauschten Götzen, die wie das Goldene Kalb umtanzt werden? Weinstein arbeitet mit solchen zwischen Traum und Alptraum angesiedelten„Universal Pictures“ und evoziert genau an der Grenze zwischen objektiven Fakten und dem Bedürfnis zu individueller Reflexion und Imagination eine kritische und humorvolle Auseinandersetzung mit dem 40 Kunsthalle Wien Theater der Waren und Imaginationen. Gezeigt werden(mit Unterbrechungen während den Ausstellungen„Virtual Frame“ und„Tony Matelli“) die Filme„Ceiling Fan“ und „Nemo“ im video space. Gesamtbesucherzahlen: 415 03. 05. – 01. 08. 2004, Kunsthalle Wien video space Filipa César „Berlin Zoo“ „Berlin Zoo“ nennt sich die Video Projektion von Filipa César – Berlin Zoo ist Bahnhof, Verkehrsknotenpunkt und der Ort, wo Filipa César die Gesichter von nach oben blickende Personen festhält, die die Fahrpläne mit den Ankunfts- und Abfahrtszeiten studieren. Reaktionen der Vorfreude, der Neugierde aber auch des Erschreckens, des Unglaubens etc. stellen sich ein- Berlin Zoo wird ganz buch­ stäblich zum Ort, an dem sich die Gesicht­ Close-Ups der Reisenden zu instinktiven und tierähnlichen Grimassen verziehen. Physiognomische Kaskaden reihen sich neben­ einander, deren Ausdruck durch Tonunter­ malungen weiter verfremdet wird. Die portugiesische Künstlerin lebt und arbeitet in Lissabon und Berlin. Gesamtbesucherzahlen: 183 KUNSTHALLE wien video wall 29. 08. 2003- 09. 02. 2004, Kunsthalle Wien video wall William Kentridge MEMO Der in Südafrika lebende und arbeitende Künstler William Kentridge ist spätestens seit seiner Teilnahme an der Documenta X auch außerhalb des Kunstbetriebs bekannt. Seine Animationsfilme, montiert aus einzelnen Kohlestiftzeichnungen, bestechen durch ihre sehr persönliche Ästhetik und ihren politischen Gehalt. Kunstfilmbox im Virgin Megastore 01. 03. – 01. 08. 2004 KUNSTHALLE wien goes shopping In Kooperation mit Virgin Megastore hat die Kunsthalle Wien im Virgin Megastore, Mariahilfer Straße die Kunstfilmbox installiert. Ähnlich einer Jukebox können die Kunden, Passanten auf Tastendruck einzelne Kunst­ videos auswählen.„art at mediastore“ öffnet damit einen neuen Raum für die Kunst und bietet den Kunden und Besuchern des Virgin Megastores eine weitere anregende, infor­ mative Möglichkeit Kunst zu begegnen. Von 1999-2001 stand die Kunstfilmbox am Wiener Westbahnhof; u.a. wurden Arbeiten von William Wegman, Pipilotti Rist, Gustav Deutsch, Goergie Hopton& Josephine Soughan, Nam June Paik und Sunah Choi präsentiert. Begleit- und Sonderveranstaltungen KUNSTHALLE wien, Museumsquartier 24. 10. 2003 – 14. 03. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Go Johnny Go! Die E-Gitarre Kunst& Mythos Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 15 Uhr: 03.01.2004:„Kulturelle Sichtbarkeiten der Gitarrenmusik“ Miriam Bajtala 10.01.2004:„Unter Strom. Die Ästhetik der EGitarre im Spiegel künstlerischer Medien“ Elke Smodics 17.01.2004:„Darstellung und Transformation eines Sounds“ Renate Höllwart 24.01.2004:„Made in Afroamerica“ Ursula Leitgeb 31.01.2004:„Kulturelle Sichtbarkeiten der Gitarrenmusik“ Miriam Bajtala 07.02.2004:„Unter Strom. Die Ästhetik der EGitarre im Spiegel künstlerischer Medien“ Elke Smodics 14.02.2004:„Darstellung und Transformation eines Sounds“ Renate Höllwart 21.02.2004:„Made in Afroamerica“ Ursula Leitgeb 41 Kunsthalle Wien 28.02.2004:„Rock& Revolte oder Hat Musik eine politische Dimension?“ Luisa Ziaja 06.03.2004:„Kulturelle Sichtbarkeiten der Gitarrenmusik“ Miriam Bajtala Ausstellungsgespräche, 19 Uhr: 15.01.2004:„Die E-Gitarre als partisanen­ haftes Musikinstrument: Aufbegehren, Experiment, Beweglichkeit“ Renate Höllwart im Gespräch mit Burkhard Stangl(Komponist, Performer, Gitarrist) 29.01.2004:„Neue Mythen des Alltags“ Claudia Ehgartner im Gespräch mit Anna Schober(Historikerin) Künstlergespräche, 19 Uhr: 22.01.2004:„Von Beuys zu Powerplay“ Elke Smodic im Gespräch mit Franziska Maderthaner(Künstlerin der Ausstellung) Specials: 15.01.2004, 19-22 Uhr: Punk, Riot, Pop. Ein vergnügter Abend mit Christina Nemec(DJ, Musikerin) Moderatorin des Abends: Miriam Bajtala (Kunstvermittlerin) 14. 11. 2003 – 15. 02. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Heiliger Sebastian A Splendid Readiness For Death Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 16 Uhr: 03.01.2004:„Ikonografisches Wechselspiel – Heiligenbild und Künstlermythos“ Elke Smodics 10.01.2004:„Künstlerische Verhandlungen des fetischisierten Körpers“ Luisa Ziaja 17.01.2004:„Der Schmerz, den man nicht spürt! Säkulare Heiligenbilder in der zeitgenössischen Kunst“, Nora Sternfeld 24.01.2004:„Das Fleisch der Welt“ Stefan Nowotny 31.01.2004:„Ikonografisches Wechselspiel – Heiligenbild und Künstlermythos“ Elke Smodics 07.02.2004:„Der Schmerz, den man nicht spürt! Säkulare Heiligenbilder in der 42 zeitgenössischen Kunst“, Nora Sternfeld 14.02.2004:„Das Fleisch der Welt“ Stefan Nowotny Kuratorenführung: 12.02.2004:„Sadomasochistische Ikone?“ Libertine Wien und Dr. Wolfgang Fetz im Gespräch Symposium: 20.01.2004, 16-19.30 Uhr:„Heiliger Sebastian. A Splendid Readiness For Death.“ Referenten: Gerald Matt, Richard A. Kaye, Gabriel Ramin Schor, Carlo A. Santoli, Herbert Lachmayer 05. 03. – 23. 05. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Eva Hesse Transformationen – Die Zeit in Deutschland 1964/65 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 16 Uhr: 06.03.2004:„Im Spannungsfeld der Gegensätze. Von Chaos und Strategie“ Elke Smodics 13.03.2004:„... ein bisschen mehr falsch...“ Übergänge in Eva Hesses frühen Arbeiten mit Miriam Bajtala 27.03.2004:„Kontraste, Gegensätze, Widersprüche – zum Werk von Eva Hesse“ Ursula Leitgeb 03.04.2004:„Im Spannungsfeld der Gegensätze. Von Chaos und Strategie“ Elke Smodics 10.04.2004:„... ein bisschen mehr falsch...“ Übergänge in Eva Hesses frühen Arbeiten mit Miriam Bajtala 17.04.2004:„Inszenierung des Vergänglichen” Renate Höllwart 24.04.2004:„Kontraste, Gegensätze, Widersprüche – zum Werk von Eva Hesse“ Ursula Leitgeb 01.05.2004:„... ein bisschen mehr falsch...“ Übergänge in Eva Hesses frühen Arbeiten mit Miriam Bajtala 08.05.2004:„Inszenierung des Vergänglichen” Renate Höllwart 15.05.2004:„Kontraste, Gegensätze, Kunsthalle Wien Widersprüche – zum Werk von Eva Hesse“ Ursula Leitgeb 22.05.2004:„Im Spannungsfeld der Gegensätze. Von Chaos und Strategie“ Elke Smodics Kuratorenführung mit Sabine Folie 11. März, 19 Uhr Ferienspiel „mein DINGSDA Raum“ DINGSDA Raum? Was ist denn das? Stell dir vor: da sind viele Punkte, Striche, Farben, Flächen, Formen. Alle diese Zutaten vermischt du zu Geschichten – zu deinem DINGSDA Raum und der wächst und wächst, wie eine Pflanze. Die Zeichenblätter wachsen, vielleicht sogar über die dritte Dimension hinaus. Gedachtes und Gezeichnetes ist nicht immer flach!!! 8. April und 9. April, jeweils 14 – 16.30 Uhr 02. 04. – 25. 04. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Artavazd Peleschjan „Unser Jahrhundert“ Film-Talk - Constantin Wulff spricht zum filmischen Werk von Artavazd Peleschjan: Constantin Wulff. Publizist, Filmschaffender und Kurator.1997 bis 2003 Leiter der „Diagonale – Festival des österreichischen Films“. Lebt und arbeitet in Wien. - Andrei Ujica„Out of the Present“, 96 Min., 1995(Filmpräsentation): „Out of the Present“ gilt als der nonfiktionale Kultfilm der 90er Jahre. Der weltweit gefeierte Montagefilm, in dem hauptsächlich doku­ mentarisches Videomaterial einer Weltraum­ mission verwendet wird, erzählt in Form eines Tagebuchs die Geschichte des sowjetischen Kosmonauten Sergei Krikalev, der im Mai 1991 zur Raumstation MIR aufbricht und zehn Monate dort bleiben muss- doppelt so lang wie geplant. Während seines Aufenthalts im All ereignet sich der Augustputsch in Moskau, in dessen Folge die Sowjetunion zerbricht. Als Krikalev im März 1992 zur Erde zurückkehrt, heißt sein Heimatland Russland. Er ist der erste Mensch, der sich das Ende einer Ge­ schichtsepoche aus der„göttlichen Pers­ pektive“ anschauen konnte.„Out of the Present“ wurde von der Kritik mit Meister­ werken wie Kubricks„2001 Odyssee im Weltraum“ und Tarkowskis„Solaris“ verglichen. Andrei Ujica,*1951 in Timisoara/ Rumänien, Philosoph, Literat und Filmemacher. Lebt und arbeitet in Heidelberg und Berlin. - Anschließend Thomas Mießgang/ Angela Stief(Kunsthalle Wien) im Gespräch mit Andrei Ujica und Constantin Wulff. 14. 05. – 05. 09. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Yinka Shonibare 14.05.2004, 17 Uhr: Künstlergespräch mit Yinka Shonibare(Vortrag in englischer Sprache Kuratorenführungen: 23.05.2004, 15 Uhr: Kuratorenführung mit Gabriele Mackert 27.05.2004, 19 Uhr: Kuratorenführung mit Lucas Gehrmann Lehrerführungen 17.05.2004, 16 Uhr 18.05.2004, 18 Uhr Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Kunstauskunft„Ask me“: jeweils Sonntag, 16­ 18 Uhr Themenführungen, jeweils Samstags, 15 Uhr: 15.05.2004:„Alltagskultur und Stoffe bei Yinka Shonibare“ Elke Smodics 22.05.2004:„Verführung und Täuschung als satirische Subversion“ Luisa Ziaja 29.05.2004:„Der Traum, aus dem die Stoffe sind. Zur Logik postkolonialer Erkundungen“ Stefan Nowotny 43 Kunsthalle Wien 05.06.2004:„Verführung und Täuschung als satirische Subversion” Luisa Ziaja 12.06.2004:„Grand Tour im Viktorianischen Stil. Shonibares Spiel mit Geschmacks- und Klassenfragen” Nora Sternfeld 19.06.2004:„Alltagskultur und Stoffe bei Yinka Shonibare“ Elke Smodics 26.06.2004:„Grand Tour im Viktorianischen Stil. Shonibares Spiel mit Geschmacks- und Klassenfragen“ Nora Sternfeld 03.07.2004:„Verführung und Täuschung als satirische Subversion” Luisa Ziaja 10.07.2004:„Grand Tour im Viktorianischen Stil. Shonibares Spiel mit Geschmacks- und Klassenfragen” Nora Sternfeld 17.07.2004:„Politik der Darstellung. Täuschung als künstlerische Strategie“ Renate Höllwart 24.07.2004:„Alltagskultur und Stoffe bei Yinka Shonibare” Elke Smodics 31.07.2004:„Alltagskultur und Stoffe bei Yinka Shonibare” Elke Smodics 07.08.2004:„Politik der Darstellung. Täuschung als künstlerische Strategie“ Renate Höllwart 14.08.2004:„Politik der Darstellung. Täuschung als künstlerische Strategie“ Renate Höllwart 21.08.2004:„Der Traum, aus dem die Stoffe sind. Zur Logik postkolonialer Erkundungen“ Stefan Nowotny 28.08.2004:„Der Traum, aus dem die Stoffe sind. Zur Logik postkolonialer Erkundungen“ Stefan Nowotny 04.09.2004:„Politik der Darstellung. Täuschung als künstlerische Strategie“ Renate Höllwart Ferienspiel: „Drei. Zwei. Eins. Null...“ Der Countdown läuft. Wenn es uns hier nicht mehr gefällt, dann machen wir einfach eine Reise ins Weltall. Gestartet wird in der Ausstellung Yinka Shonibare. Bitte eine 0,33 ml Trinkflasche mitbringen! 12. – 16. Juli und 19. – 23. Juli, ausgenommen Mittwoch, jeweils von 14-16.30 Uhr SPECIAL: „wax prints – fancy prints, muster globalen kulturtransfers“ Ausstellungsgespräch mit anschließender Lecture Ewa Esterhazy(Kulturwissenschaftlerin) 3. Juni, 19 Uhr Ausstellungsgespräche, 19 Uhr: 10.06.2004:„Fotograf und Schneider” Lisl Ponger(Künstlerin) im Gespräch mit Renate Höllwart 24.06.2004:„Das koloniale Unbewusste“ Christian Kravagna(Kunsthistoriker) im Gespräch mit Nora Sternfeld 01.07.2004:„Koloniale Spurensuche. Zur Repräsentation mächtiger Identitäten.“ Araba Evelyn Johnston-Arthur(Büro für ungewöhnliche Maßnahmen) im Gespräch mit Luisa Ziaja 10. 06. – 17. 10. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Juergen Teller Ich bin vierzig Ausstellungsgespräche, 15 Uhr: 10.06.2004: Künstler/ Kuratorengespräch: Juergen Teller und Ulrich Pohlmann 17.10.2004, 16 Uhr: Kuratorenführung mit Gerald Matt, Direktor Kunsthalle Wien Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen, jeweils Samstag, 16 Uhr: 12.06.2004:„Nahaufnahme von inszenierten Natürlichkeiten“ Elke Smodics 19.06.2004:„Brüche des Realen – Der schöne Körper als Konstruktion und Zeichen bei Juergen Teller“ Luisa Ziaja 26.06.2004:„Makel und Pose. Die Wirkungen inszenierter Unvollkommenheit.“ Nora Sternfeld 03.07.2004:„Jenseits von Glamour“ Ursula Leitgeb 10.07.2004:„Nahaufnahme von inszenierten Natürlichkeiten“ Elke Smodics 44 Kunsthalle Wien 31.07.2004:„Nahaufnahme von inszenierten Natürlichkeiten“ Elke Smodics 17.07.2004:„Makel und Pose. Die Wirkungen inszenierter Unvollkommenheit.“ Nora Sternfeld 24.07.2004:„Brüche des Realen – Der schöne Körper als Konstruktion und Zeichen bei Juergen Teller“ Luisa Ziaja 07.08.2004:„Jenseits von Glamour“ Ursula Leitgeb 14.08.2004:„Brüche des Realen – Der schöne Körper als Konstruktion und Zeichen bei Juergen Teller“ Luisa Ziaja 21.08.2004:„Jenseits von Glamour“ Ursula Leitgeb 28.08.2004:„Brüche des Realen – Der schöne Körper als Konstruktion und Zeichen bei Juergen Teller“ Luisa Ziaja 04.09.2004:„Makel und Pose. Die Wirkungen inszenierter Unvollkommenheit“ Nora Sternfeld 11.09.2004:„Nahaufnahmen von inszenierten Natürlichkeiten“ Elke Smodics 18.09.2004:„Jenseits von Glamour“ Ursula Leitgeb 25.09.2004:„Brüche des Realen – Der schöne Körper als Konstruktion und Zeichen bei Juergen Teller“ Luisa Ziaja 02.10.2004:„Makel und Pose. Die Wirkungen inszenierter Unvollkommenheit“ Nora Sternfeld 09.10.2004:„Jenseits von Glamour“ Ursula Leitgeb 16.10.2004:„Brüche des Realen – Der schöne Körper als Konstruktion und Zeichen bei Juergen Teller“ Luisa Ziaja 15. 10. 2004 – 20. 02. 2005, Kunsthalle Wien, halle 1 Skulptur Prekärer Realismus zwischen Melancholie und Komik LehrerInnenführungen 18. Oktober, 16 Uhr 19. Oktober, 18 Uhr 21.10.2004, 19 Uhr: Kuratorenführung mit Sabine Folie Künstlergespräche, 19 Uhr: 28.10.2004: David Moises(Künstler der Ausstellung) im Gespräch mit Luisa Ziaja 11.11.2004: Erwin Wurm(Künstler der Ausstellung) im Gespräch mit Elke Smodics Ausstellungsgespräch, 19 Uhr: 02.12.2004:„Ausstellungsgestaltung als Vermittlung zwischen Raum und Skulptur“ Kai Vöckler(Gestalter der Ausstellung, Künstler und Publizist) im Gespräch mit Claudia Ehgartner Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 15 Uhr: 16.10.2004:„Vom Torso zum Video – die Demontage des klassischen Skulpturenbegriffs“ Elke Smodics 23.10.2004:„Realismen und Realitäten. Das Spiel mit alten Ähnlichkeiten und neuen Wirklichkeiten“ Nora Sternfeld 06.11.2004:„Der Sprung im Sockel. Ästhetik und Raffinement“ Stefan Nowotny 13.11.2004:„Der Sprung im Sockel. Ästhetik und Raffinement“ Stefan Nowotny 20.11.2004:„Realismen und Realitäten. Das Spiel mit alten Ähnlichkeiten und neuen Wirklichkeiten Nora Sternfeld 27.11.2004:„Vom Torso zum Video – die Demontage des klassischen Skulpturenbegriffs“ Elke Smodics 04.12.2004:„Aneignung und Abweichung oder eine kleine Geschichte zum positiven Scheitern“ Luisa Ziaja 11.12.2004:„Aneignung und Abweichung oder eine kleine Geschichte zum positiven Scheitern“ 18.12.2004:„Realismen und Realitäten. Das Spiel mit alten Ähnlichkeiten und neuen Wirklichkeiten“ Nora Sternfeld 25.12.2004:„Vom Torso zum Video – die Demontage des klassischen Skulpturenbegriffs“ Elke Smodics 45 Kunsthalle Wien 30.12.2004:„Aneignung und Abweichung oder eine kleine Geschichte zum positiven Scheitern“ Luisa Ziaja 05. 11. 2004 – 30. 01. 2005, Kunsthalle Wien, halle 2 Africa Screams Das Böse in Kino, Kunst und Kult Lange Nacht des afrikanischen Musikvideos 25.11.2004, 20 Uhr, lounge Künstlergespräche: 05.11.2004, 17 Uhr: Dominique Zinkpé im Gespräch mit Nora Sternfeld 13.11.2004, 14 Uhr: Jane Alexander im Gespräch mit Stefan Nowotny Kuratorenführung, 16 Uhr: 07.11.2004:„Die Wunde auf dem Körper der Dinge“ Thomas Mießgang LehrerInnenführungen: Montag, 8. November, 16 Uhr Dienstag, 9. November, 18 Uhr Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 16 Uhr: 06.11.2004:„The good, the bad, and the ugly. Die Ordnung der Blicke.” Stefan Nowotny 13.11.2004:„The good, the bad, and the ugly. Die Ordnung der Blicke.” Stefan Nowotny 20.11.2004:„Konstruktionen des Anderen oder woher kommen Bilder des Bösen?“ Luisa Ziaja 27.11.2004:„Die Anziehungskraft des Abstoßenden.” Ursula Leitgeb 04.12.2004:„Die Anziehungskraft des Abstoßenden.” Ursula Leitgeb 11.12.2004:„Die Anziehungskraft des Abstoßenden.” Ursula Leitgeb 18.12.2004:„The good, the bad, and the ugly. Die Ordnung der Blicke.” Stefan Nowotny 46 Kunsthalle Wien 47 Alltagskultur ALLTAGSKULTUR In Wien ist es in den letzten Jahren gelungen, die urbanen Qualitäten der Stadt, vor allem auch im Hinblick auf einen Abbau des Gegen­ satzes zwischen Zentrum und Peripherie, zu verstärken. Die kulturelle Infrastruktur in den Bezirken hat sich gefestigt, auch außerhalb der traditionsreichen Kulturinstitutionen entfaltet sich ein buntes und vielschichtiges Kulturleben. Die unterschiedlichen Aktivitäten der zahl­ reichen Kulturvereine, Arbeitsgemeinschaften und Verbände reichen vom Grätzelfest über Ausstellungen bis hin zu Lesungen und Vorträgen. Im Bereich der Bezirksaktivitäten wurden 2004 neue Akzente und Schwerpunkte – vor allem auch durch die Förderung von kulturellen Vorhaben aus den dezentralen Bezirksbudgets - gesetzt.”Grätzel”-typische Veranstaltungen und die Förderungen von Aktivitäten junger, künstlerisch tätiger Personen standen im Vordergrund. 2004 wurden außerdem zahlreiche Projekte für Schüler und Jugendliche unterstützt. Weiters bietet auch der Verein Kulturnetz ein breitge­ fächertes und bereits seit langem bewährtes Service- und Beratungsangebot für Kultur­ initiativen in den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. Als Beispiel dafür wären die Südtiroltage in Wien zu nennen. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierten sich Blasmusik­ kapellen, Volksmusik- und Volkstanzgruppen an verschiedenen Wiener Plätzen. Bei der Veranstaltungsreihe„Treffpunkt Wien – Eine volksmusikalische Begegnung mit Wien“ brachten Volksmusikgruppen aus den Bundesländern und dem Ausland gemeinsam mit Gruppen aus Wien authentische Volksmusik zu Gehör. Höhepunkt im Jahr 2004 war die Jubiläums­ veranstaltung„25. Österreichisches Blas­ musikfest“ mit insgesamt 35 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie aus Holland, Liechtenstein, Portugal und der Slowakei. Bei der Veranstaltung„Faszination Blasmusik“ in der Kurhalle Oberlaa zeigten Blasorchester des Wiener Blasmusikverbandes ihr Können und präsentierten speziell die Ergebnisse ihrer Jugend- und Nachwuchsarbeit. Im November 2004 war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die„38. Wiener-WalzerKonkurrenz“ und die„Austrian Open Vienna 2004“. Großen Publikumszuspruch fand wieder das traditionelle„Internationale Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses. Dabei traten insgesamt 99 Chöre aus Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, den Niederlanden, Polen, Rumänien, der Schweiz, Spanien, der Tschechische Republik, der Ukraine, Ungarn, den USA und Weißrussland auf. 48 Kulturelles Erbe KULTURELLES ERBE Rückblick auf das erste Jahr des Referats „Kulturelles Erbe“: Das mit 1. Juli 2003 innerhalb der Kultur­ abteilung gegründete Referat„Kulturelles Erbe“, das die Agenden des Altstadter­ haltungsfonds und der Stadtarchäologie Wien zusammenfasst, hat sich innerhalb eines Jahres gut in die MA 7 eingegliedert und nach außen positioniert: Dies ist in den zahlreichen, öffentlich wirksamen Aktivitäten zu erkennen, die insbesondere die Stadtarchäologie als neue Kraft in die Kulturabteilung eingebracht hat. Die gemeinsamen Wurzeln, die eigentlichen materiellen Quellen der Geschichte und die jeweiligen Hauptaufgabengebiete der beiden Abteilungen führten immer wieder zu konstruk­ tiver Zusammenarbeit oder zu belebender Ergänzung bei der Erfüllung der vorgegebenen Ziele: Der Altstadterhaltungsfonds fördert die historischen Stadtstrukturen mit ihren zeit­ typischen Bauten, die als Zeugen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in der Stadt wichtig geworden sind. Die Stadtarchäologie Wien erforscht das Alltagsleben vergangener Siedlungsepochen, sie ergräbt und dokumen­ tiert Siedlungsstrukturen seit den Anfängen Wiens und bringt so die im Boden der modernen Stadt verborgenen Zeugnisse der Vergangenheit wieder an Tageslicht bzw. in die Erinnerung zurück. In verschiedensten übergeordneten Projekten trafen sich die beiden Arbeitsbereiche, wie z.B. im oral history-Bereich mit„Wie war Wien? BürgerInnen schreiben Geschichte“ in Zu­ sammenarbeit mit dem Referat für Wissen­ schafts- und Forschungsförderung oder im EDV-Bereich zum Ausbau des„Kulturgüter­ katasters“ gemeinsam mit der MA 19 bei„Wien Kultur Geodaten“. Der Wiener Altstadterhaltungsfonds: Der Wiener Altstadterhaltungsfonds fördert im Stadtbild wirksame Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten, d. h. jene Aufwände, die über ordnungsgemäße Erhaltungsarbeiten hinausgehen. Die Definition der Stadtbildpflege als öffentliche Aufgabe ist die Grundlage für die Förderung von Restaurierungsarbeiten an Fassaden und öffentlich zugänglichen Innen­ räumen aus öffentlichen Mitteln: Das Ergebnis der geförderten Arbeiten kommt sowohl den ObjekteigentümerInnen als auch der Allge­ meinheit – ob StadtbewohnerInnen oder – StadtbesucherInnen – zu Gute. Im Jahr 2004 betrug das Budget des Wiener Altstadterhaltungsfonds 5 725 000 EUR aus dem Kulturförderungsbeitrag, davon entfielen 1 908 000 EUR auf Objekte im Eigentum der Stadt Wien und 3 817 000 EUR auf Objekte in privatem Eigentum und im Eigentum von Glaubensgemeinschaften. Für die Restaurie­ rungsarbeiten von Stephansdom und Karls­ kirche wurden zusätzlich 44 000 EUR aus allgemeinen Budgetmitteln zur Verfügung gestellt. Von den insgesamt 78 im Jahr 2004 im Beirat behandelten Projekten stehen 59 unter Denkmalschutz, für die über 4,8 Millionen EUR an Förderungsmitteln empfohlen wurden, von diesen wiederum entfielen über 2,5 Millionen EUR auf 19 Objekte im Eigentum von Glaubensgemeinschaften. Diese Zahlen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Stadt Wien ihre Verantwortung für das kulturelle Erbe wahrnimmt. Die fachliche Betreuung der denkmalge­ schützten Objekte wurde vom Landeskon­ servatorat Wien des Bundesdenkmalamtes durchgeführt. Auswahl aus den Projekten des Jahres 2004: Sakralgebäude waren auch 2004 wieder ein Hauptbestandteil der Förderungen des Wiener Altstadterhaltungsfonds: Für die Bauhütte am Stephansdom wurden rund 94 000 EUR zur Verfügung gestellt. Damit 49 Kulturelles Erbe konnten Steinmetzarbeiten am Südturm, am albertinischen Chor und am Nordturm durchgeführt werden. In der Karlskirche wurde die Restaurierung der Kuppelfresken(von Johann Michael Rottmayr 1725 – 30) fortgesetzt. Fertig gestellt wurden unter anderem die Außenarbeiten an der 1838-39 nach Plänen von Franz Lößl erbauten Altmannsdorfer Pfarrkirche(12, Khleslplatz) und die Doppelturmfassade der Mariahilfer Pfarr­ kirche(6, Barnabitengasse, Fassade ab 1715). Mit der Restaurierung der russisch­ orthodoxen Kathedrale zum Hl. Nikolaus (3, Jauresgasse 2), errichtet 1893 bis 1899 nach Plänen des St. Petersburger Architekten Grigorij Iwanowitsch Kolov, wurde begonnen. Die Generalsanierung der 1905–07 erbauten Otto Wagner- Kirche auf der Baumgartner Höhe machte 2004 bedeutende Fortschritte: So konnten die Figuren der Heiligen Leopold und Severin von Richard Luksch und die vier Engelfiguren von Othmar Schimkowitz nach ihrer Restaurierung wieder an der Kirchen­ fassade angebracht werden. Gemeinsam mit der neu vergoldeten Kuppel geben sie bereits einen Eindruck von der ursprünglichen, spekta­ kulären Wirkung der Kirche. Noch im Gang ist die Restaurierung der Marmorverkleidung und des Kircheninneren(Dauer der Arbeiten: 2001 - voraussichtlich Ende 2005). Eine der umfangreichsten Restaurierungen betraf das Innere von St. Anna im 1. Bezirk (Annagasse 3) mit Fresken(ab 1751 von Daniel Gran), Altären aus verschiedenen Stein­ sorten und Stuckmarmor sowie vergoldeten Holzskulpturen. Die Arbeiten im Inneren wurden 2004 abgeschlossen, Fassade und Dach werden folgen. Auch die Innenrestau­ rierung der Pfarrkirche Donaufeld(21, Kinzerplatz) konnte 2004 abgeschlossen werden: 1904 bis 1913 nach Plänen von Franz Ritter v. Neumann errichtet, besitzt die Pfarr­ kirche Donaufeld eine hervorragend erhaltene Ausstattung in secessionistisch-historisier­ enden Formen. Für die Restaurierung der ab Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Innenausstattung der Pfarrkirche KaiserEbersdorf(11, Münnichplatz) und von St. Gertrud in Währing(18, Maynollogasse) mit ihrer aus verschiedenen Bauphasen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert stammenden Ausstat­ tung wurden 2004 vom Beirat Mittel zur Verfügung gestellt. Nach der Klimatisierung der Kapuzinergruft wurden 2004 auch die Restaurierungsarbeiten in der Gruft unterhalb der Franziskanerkirche(1, Franziskanerplatz) gefördert. Ebenso konnte die Generalsanierung der so genannten„Sisi-Kapelle“(19, Am Himmel) 2004 nach zweijährigen Arbeiten beendet werden: Die„Sisi-Kapelle“ war 1854- 56 im Auftrag von Carl Freiherr von Sothen zur Erinnerung an die Vermählung Kaiser Franz Josephs mit Elisabeth nach Plänen des Architekten Johann A. Garben errichtet worden. Wohnbauten aus verschiedenen Epochen und in den unterschiedlichsten Typen und Dimensionen, vom Stadtzentrum bis in die äußersten Stadtregionen machen den Haupt­ bestandteil der historischen Stadtteile aus und wurden auch 2004 mit Unterstützung des Wiener Altstadterhaltungsfonds restauriert: In der Inneren Stadt wurde die Fassaden­ restaurierung des Wohnhauses des Heiligen Stanislaus Kostka( Steindlgasse 6) 2004 gefördert: Das im Kern auf das 16. Jahr­ hundert zurückgehende Wohngebäude erhielt im Lauf des 18. Jahrhunderts seine heutige Gestaltung. Besonders der Giebel mit Engels­ figuren über dem Fenster der Stanislaus­ Kostka-Kapelle und die mächtigen Kamin­ gruppen prägen das umgebende Stadtbild. Am nordwestlichen Rand Wiens wurde im Kahlenberger Dörfl( Wigandgasse 39) eine ehemalige Schule des Stiftes Klosterneuburg (Jahreszahl an der Fassade 1779) behutsam als Wohnhaus adaptiert. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe der Kahlenberger Kirche und wurde vermutlich auf dem Rest der mittelalterlichen Burgmauer errichtet. Die 50 Kulturelles Erbe Restaurierung der schlichten Putzfassade mit geritzter Eckquaderung wurde aus Mitteln des Wiener Altstadterhaltungsfonds unterstützt. Als große, drei Höfe umfassende Zinshaus­ anlage wurde das„Traun’sche Haus“ in der Vorstadt Landstraße(3, Traungasse 1, Marokkanergasse 3, Salesianergasse 8) ab 1837 nach Plänen von Franz Ehmann für Graf Absberg-Traun errichtet. Charakteristisches Element ist die Überbauung der Traungasse mit einem Doppelbogen, der von einem massiven Pfeiler gestützt wird. Mit Förderung des Wiener Altstadterhaltungsfonds wurden die ausgedehnten Fassadenflächen restauriert. Beispiel für die Rasterverbauung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Ottakring ist das Wohnhaus 16, Koppstraße 92(Ecke Thalhaimergasse 31) mit Fassadendekor aus dem Formengut der Renaissance. Die im Wesentlichen 2004 abgeschlossenen Sanie­ rungsarbeiten schöpften das im Gebäude vorhandene Potenzial aus, die Wohnungen wurden auf einen zeitgemäßen Standard gebracht. Integrativer Bestandteil des Projekts war die Restaurierung der Fassaden, deren Zustand ebenfalls die Wohnqualität beeinflusst. Vor dem Hintergrund der steigenden Wert­ schätzung von Bausubstanz aus der Gründer­ zeit kann dieses Projekt beispielgebend wirken. In gewissem Maß als Gegenmodell zur Gründerzeitverbauung sind die Siedlungen und Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit anzu­ sehen, die zwei sehr unterschiedliche Zugänge zum sozialen Wohnen darstellen: Ein Haus der Heubergsiedlung(17, Schrammelgasse 29), die 1921 – 24 unter Adolf Loos als Direktor des Planungsamtes entstanden war, konnte dem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder angenähert werden: Die nachträglich angebrachte FaserzementVerkleidung der Fassaden wurde entfernt, neben anderen Rückführungsmaßnahmen wurden auch die typischen Kastenfenster mit Sprossenteilung wieder hergestellt. Im letzten Jahr konnte der ab 1923 nach Plänen Josef Hoffmanns erbaute„Klose – Hof“(19, Philippovichgasse 1-3) mit wesent­ licher Unterstützung des Wiener Altstadt­ erhaltungsfonds restauriert werden: Besonders auf die Erhaltung, bzw. Rekonstruktion der spezifischen, von Hoffmann für diesen Gemeindebau entworfenen Holzkastenfenster wurde großer Wert gelegt, ebenso auf die Wiederherstellung der Putzoberfläche. Neben den Objekten des Kultus und den Wohnbauten waren die vom Wiener Altstadt­ erhaltungsfonds 2004 geförderten Projekte sehr unterschiedlicher Natur: Die 2002 begonnene Basis-Sanierung des Schlosses Neugebäude(11, Neugebäude­ straße), das ab 1567 für Kaiser Maximilian II. errichtet worden war, wurde 2004 fortgesetzt: Neben der Durchführung von Rodungen und dem Abbruch rezenter Einbauten konnten Kellergewölbe gesichert und sowohl Dachstühle als auch Dachdeckung instand gesetzt werden. Die Generalsanierung der im Auftrag des Wiener Stadtbauamtes 1893 – 1906 von den Architekten Rudolf Krieghammer, Friedrich Ohmann, Josef Hackhofer geplanten Wien­ fluss-Verbauung(1 und 3, Stadtpark) konnte 2004 abgeschlossen werden: Hier unterstützte der Wiener Altstadterhaltungsfonds unter anderem die umfangreichen Restaurie­ rungsarbeiten an den Steinteilen(Dauer der Restaurierung 2001-04). Die aufwändige Restaurierung der Land­ wirtschaftlichen Produktenbörse(2, Tabor­ straße 10, Spielstätte des„Odeon“) konnte nach mehr als zwei Jahren 2004 abge­ schlossen werden: 1867- 1870 nach Plänen Carl Königs erbaut und vom Bildhauer Theodor Friedl mit einer allegorischen Figurengruppe („Kybele mit Löwengespann“) bekrönt, war die Fassade aus weichem Leitha-Kalkstein im Lauf der Jahrzehnte stark abgewittert und musste durch umfangreiche Festigungsmaßnahmen in ihrer Substanz gesichert werden. 51 Kulturelles Erbe Ausblick auf 2005: Neben den Arbeiten für Kirchen, Repräsenta­ tions- und Wohnbauten werden 2005 folgende Projekte gefördert: Restaurierung von Kunst im öffentlichen Raum: In Zusammenarbeit mit dem Referat Bildende Kunst wird die Restaurierung zweier promi­ nenter Kunstwerke im öffentlichen Raum durchgeführt: Nach Vorarbeiten des Bundesdenkmalamtes wird die Pestsäule am Graben, von einer Reihe bedeutender Bildhauer nach Plänen Johann Bernhard Fischer von Erlachs 1687-93 gestaltet, restauriert. Am Gefechtsturm aus der Zeit des 2. Welt­ krieges(Haus des Meeres, 6, Fritz-GrünbaumPlatz 1) werden die abgewitterten Schriftzüge des 1991 entstandenen Kunstwerks „SMASHED TO PIECES- IN THE STILL OF THE NIGHT“ von Lawrence Weiner wieder hergestellt. Bestandsaufnahme und Restaurierung historischer Friedhöfe: Nach Fertigstellung der für die Bestandsauf­ nahme der Grabdenkmale am St. Marxer Friedhof geschaffenen Datenbank werden fünf Proberestaurierungen durchgeführt, die richtunggebend für zukünftige Restaurierungen sein sollen. Für den israelitischen Friedhof in der Rossau(9, Seegasse 9-11) wurden Mittel für die Bestandsaufnahme der Grab­ denkmäler zur Verfügung gestellt, die wie beim St. Marxer Friedhof als Grundlage für spätere Restaurierungsarbeiten dienen soll. Die Stadtarchäologie Wien Vermittlung der Ergebnisse der Stadtarchäologie Wien Tagungen und Vorträge Von 03.11. bis 05.11.2004 veranstaltete die Stadtarchäologie Wien bereits zum neunten Mal die Tagung „Workshop Archäologie und Computer“ im Rathaus, an der auch die MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie teil­ nahmen. Für 185 TeilnehmerInnen aus 22 Nationen wurden 59 Vorträge und vier Work­ shops in zwei bis drei Sektionen gehalten. Sieben Aussteller bildeten einen informativen Rahmen. Dieser internationale Kongress fand in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen statt(siehe Tabelle„Kooperationen“). Von den MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie wurden zusätzlich zu dieser Veranstaltung 37 Mal Fachtagungen im Inland und zweimal im Ausland besucht und dabei acht Vorträge gehalten. Zur Fortbildung wurde außerdem an acht Tagen an Veranstaltungen der Verwaltungs­ akademie teilgenommen. Ausstellungen Von 03.08. bis 03.10.2004 wurde im Wien Museum Karlsplatz die von der Stadt­ archäologie konzipierte Ausstellung„Der Michaelerplatz – Von den canabae legionis zu einem biedermeierzeitlichen Malerwerkplatz“ gezeigt, die von 8.403 Personen besucht wurde. Wie jedes Jahr wurde im Wiener Verein(3, Ungargasse) eine Ausstellung gestaltet, die diesmal von 13.02. bis 26.05.2004„Gefäße eines Malers“ aus der Ausgrabung Michaelerplatz vorstellte. Für die Volkshochschule Meidling(12, Längenfeldgasse) wurde ab 10.03.2004 die Dauerausstellung„Zeitschnitte“ erstellt, die auf Postern Fundorte und Funde aus dem Wiener Stadtgebiet präsentiert. Die Texte wurden außerdem auf Wunsch der Volkshochschule in einer Broschüre herausgegeben. Von 04.11. bis 19.11.2004 wurde in der Alten Schieberkammer(15, Meiselstraße) in Koope­ ration mit der Universität Belgrad die Poster­ ausstellung„Drei Städte/ Drei Epochen (Belgrad – Petrovaradin – Justiniana Prima)“ gezeigt. Bei der Eröffnung waren 150 Personen anwesend, weitere 163 BesucherInnen kamen in den zwei Wochen Ausstellungsdauer. 52 Kulturelles Erbe Initiativen für alle interessierten BürgerInnen Die Initiative Seniorarchäologie ermöglichte auch dieses Jahr wieder allen archäologie­ begeisterten Erwachsenen ab 18 Jahren die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Säuberung und Restaurierung von Fundmaterial – ganzjährig in der Werkstätte in der Volkshochschule Meidling(12, Längenfeldgasse) – und zwischen Mai und September auf der Ausgrabung in Unterlaa(10, Klederinger Straße). Die durch­ gängige wissenschaftliche Betreuung erfolgt durch MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie. Zur Einschulung wurden von diesen heuer zwölf Vorträge, drei Übungen und eine Exkursion an der VHS Meidling gehalten. Der regelmäßigen Information dient auch das vier Mal jährlich erscheinende Nachrichtenblatt „Lorbeer“. Es sind dieses Jahr 19 Neueintritte zu verzeichnen gewesen, so dass der Mitgliederstand per Jänner 2005 nun 463 beträgt. Insgesamt wurden heuer 5.367 Arbeitsstunden von SeniorarchäologInnen geleistet, das entspricht 671 Menschtagen. Das durch die Initiative den BürgerInnen ange­ botene Bildungsservice bringt der Stadt­ archäologie als Rückfluss eine sonst unfinan­ zierbare, wichtige Unterstützung. Um die Aktivitäten weiter ausbauen zu können, wird derzeit ein zweiter Standort für die Restau­ rierwerkstätte gesucht und deshalb wurde im Jahr 2004 ein Konzept für die MA 21B erstellt. In Zusammenarbeit mit den Wiener Schulen wird schon seit Jahren versucht, Bewusstsein für die Archäologie, ihre Arbeitsweise und ihre Ergebnisse zu schaffen. Der kostenfrei entlehnbare„Römerkoffer“ wurde als mobile Schausammlung eingerichtet. Die enthaltenen Originalfunde und schriftlichen Begleit­ materialien machen dieses tragbare Museum zu einer nützlichen Unterstützung im Unter­ richt. Der„Römerkoffer“ wurde in diesem Jahr von sechs Schulen angefordert. Zusätzlich wurden von MitarbeiterInnen der Stadt­ archäologie während des Jahres fünf Vorträge an Schulen und eine Veranstaltung in einem Kindergarten abgehalten. Weiters wurden drei Projekte auf der Grabung in Unterlaa und eine Führung in der Restaurierwerkstätte durch­ geführt. Das Angebot umfasst außerdem Exkursionen im Raum Wien. Publikationen Im Jahr 2004 erschien bereits der Band 7 von „Fundort Wien“, dem Jahresbericht der Stadt­ archäologie Wien, der mit seinen breit ge­ fächerten Beiträgen eine Brückenfunktion zwischen WissenschaftlerInnen und interes­ sierten Laien erfüllt. Er beinhaltet diesmal unter anderem 21 Artikel und Berichte von MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie. Die„Wiener Archäologischen Studien(WAS)“ wenden sich vorwiegend an ein Fachpublikum und sind umfangreicheren Endpublikationen von Grabungen und internationalen Forschungsprojekten gewidmet. 2004 wurde als Band 6„Ausgewählte Funde vom Rennweg 44 in Wien: Günther Dembski/Michaela Zavadil, Der Münzschatz vom Rennweg 44. Dénes Gabler, Zur frühen Terra Sigillata der Zivilsiedlung von Vindobona“ publiziert. Von dem im Jahr 2003 stattgefundenen inter­ nationalen Kongress„Enter the Past“ wurden die Beiträge der Vortragenden in dem Band „[Enter the Past] The E-way into the Four Dimensions of Cultural Heritage. Proceedings of the 31st Conference, Vienna, Austria, April 2003. BAR International Series 1227(Oxford 2004)“ veröffentlicht. Des weiteren sind zwei Artikel von Mitarbeite­ rInnen der Stadtarchäologie in Fachzeit­ schriften erschienen. Öffentlichkeitsarbeit Die aktive Pressearbeit führte dazu, dass in diesem Jahr 70 Artikel über die Arbeit der Stadtarchäologie in Zeitungen und elf in Magistratsmedien erschienen sind, weiters wurden 14 Berichte in Radio und Fernsehen ausgestrahlt. Für eine seit 13.05.2004 er­ scheinende Artikelserie wurde mit der Wiener Zeitung eine Kooperation eingegangen, die auch im Jahr 2005 fortgeführt werden wird. Jeden Donnerstag erscheint abwechselnd zur Altstadterhaltung und zur Stadtarchäologie ein halbseitiger Artikel. Auf einer Pressekonferenz im Rathaus wurde vom Bürgermeister und dem Stadtrat für Kultur das neue Referat„Kulturelles Erbe“ mit dessen Abteilungen und Leiterinnen vorge­ stellt. Die interaktive CD-ROM„Vindobona“ wurde vom Stadtrat für Kultur gemeinsam mit 53 Kulturelles Erbe der Leiterin der Stadtarchäologie bei einem Stadtspaziergang mit MedienvertreterInnen der Öffentlichkeit präsentiert. Die Stadt­ archäologie stellte diese CD-ROM zusätzlich im Wien Museum Karlsplatz vor. Die Homepage wird laufend aktualisiert, er­ weitert und verbessert. Das neu erstellte Logo der Stadtarchäologie wurde bereits auf dem Dienstbus und den neuen Baustellentafeln angebracht. Ausgrabungen der Stadtarchäologie Wien Bezirk 1 3 10 13 Adresse Freyung 7 Klimschgasse 19-21 Grubenhäuser, Grabensystem Unterlaa, Klederingerstraße Streusiedlung(Wohnhaus) Hietzinger Spitz(Lainzerstraße 2/ Hietzinger Hauptstrasse 21) Zeitstellung und Funde Römische Holzbauten Römische Zivilsiedlung: Gräber, Forschungsgrabung: römische Neuzeitlicher Brunnen Zusätzlich fanden laufend umfassende Baustellenbeobachtungen statt. Im Rahmen der U-Bahn-Archäologie wurde die U2-Nord/1 betreut und Vorarbeiten für U2-Nord/2 und U2-Süd geleistet. Wissenschaftliche Aufarbeitungen und Projekte der Stadtarchäologie Wien Bezirk 1 1 1 1 1 1 3 Adresse/Bereich Albertina Herrengasse 23/Palais Porcia Judenplatz Michaelerplatz Projekt und Zeitstellung Römischer Friedhof Römische, mittelalterliche und neuzeitliche Siedlungsreste Römisches Legionslager Werkstättenbereich der römischen Lagervorstadt und biedermeierzeitlicher Malerwerkplatz Wildpretmarkt Römisches Legionslager Daten von verschiedenen Römisches Legionslager Fundstellen Rennweg 44 Römische Zivilsiedlung Beschreibung Grafische Dokumentation der Funde Fundbearbeitung Auswertung und Manuskripterstellung Bearbeitung der Funde, Aufarbeitung neuzeitlicher Quellen, Erstellung von 10 Artikeln, Präsentation in der Ausstellung im Wien Museum Karlsplatz Auswertung Geländemodell und Rekonstruktion, Beratung für virtuelle Rekonstruktion auf CD-ROM Bearbeitung 54 Kulturelles Erbe 10 Oberlaa Hallstattzeitliche Siedlung Auswertung für Monografie 10 Unterlaa, Römische Streusiedlung Digitale Aufnahme Klederinger Straße der Funde 11 Schloss Kaiserebersdorf Mittelalterliche Befestigungs- Erstellung der anlage und Bauforschung im Monografie Schloss Daten von verschiedenen Mittelalterliche Burgen Inventarisierung inkl Fundstellen in Wien Schrift- und Bildquellen Fundmaterial von acht Ur- und Frühgeschichte, Säuberung und Ausgrabungen Römerzeit, Mittelalter, Restaurierung von Neuzeit Keramikfunden Material von verschiedenen Analysen zu Produktions- und Fundstellen Römische Ziegelproduktion Tonlagerstätten Wien Museum Ur- und Frühgeschichte, Betreuung der Funde Karlsplatz, Depot Römerzeit, Mittelalter, Neuzeit für den Bereich MA 7 Kulturgüterkataster der mit MA 7 und MA 19 Stadt Wien Koordination und Konzept; Digitalisie­ rung Franziszeischer Kataster und archäo­ logischer Fundpunkte für den Bereich MA 7„Wie war Wien? BürgerInnen mit MA 7 schreiben Geschichte“ Konzepterstellung; Vorbereitung für Auswertung und Archivierung sowie Abschlussveran­ staltung für den Bereich MA 7 Vienna Archaeological GIS Aufbau des (VAGIS) Geographischen Informationssystems Kooperationen der Stadtarchäologie Wien mit anderen Einrichtungen Kooperationspartner Bundesdenkmalamt Wien Museum Karlsplatz MD – Stadtbaudirektion MA 15 – Gesundheitswesen und Soziales Projekt Erteilung der Grabungsgenehmigungen Gemeinsame Organisation von Ausstellungen, Präsentation der CD-ROM„Vindobona“, Projekt„Burgen in Wien“(Recherche von Funden im Depot und wissenschaftlicher Beirat), Übernahme des Fundmaterials in seine Depots 55 Kulturelles Erbe MA 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung MA 22 – Umweltschutz MA 28 – Straßenverwaltung und Straßenbau MA 29 – Brückenbau und Grundbau MA 30 – Wien-Kanal MA 37 – Baupolizei MA 41 – Stadtvermessung MA 45 – Wasserbau MA 69 – Liegenschaftsmanagement Stadt Wien – Wiener Wohnen MA 14 – ADV MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung MA 41 – Stadtvermessung MA 29 – Brückenbau und Grundbau MA 53 – Presse- und Informationsdienst MA 7 – Kultur, Wissenschafts- und Forschungsförderung sowie Referat "Kulturelles Erbe" – Altstadterhaltung MA 8 – Wiener Stadt- und Landesarchiv, MA 66 – Statistisches Amt der Stadt Wien, Wien Museum, BV 6(Bezirksvorstehung 6. Bez.) Universität Wien, Institut für Wirtschaftsund Sozialgeschichte, Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen Wiener Linien, Abteilung Bau- und Anlagenmanagement(U-Bahn-Bau) Volkshochschule Meidling Wiener Schulen digital-graphics& 7reasons DonauConsult Zottl& Erber Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Verschiedene Ausgrabungen und Baustellenbeobachtungen Bereitstellung der benötigten EDVAusrüstung, technische Umsetzung des Kulturgüter­ katasters, Erprobung von ArcPad Koordination des Kulturgüterkatasters unter Beteiligung von MA 8, 14, 41 und 53 Unterstützung durch Einmessung der Grabungen Bereitstellung von Bohrprofilen und Auswertung zur Rekonstruktion des antiken Geländes Homepage, Tagung„Workshop 9 – Archäologie und Computer“, Kulturgüterkataster, Öffentlichkeitsarbeit Projekt„Wie war Wien? BürgerInnen schreiben Geschichte“ Projekt„Wie war Wien?“ Übernahme des Materials und wissenschaftlicher Beirat für Projekt „Wie war Wien?“ Bereitstellung von Bauplänen und Infrastruktur Werkstätte und Veranstaltungsort der Vorträge im Rahmen der Initiative Seniorarchäologie sowie einer Ausstellung Entlehnung des Römerkoffers(originale Fundstücke) zur Integration in den Unterricht Virtuelle Rekonstruktion des Legionslagers, Herstellung der CD-ROM"Vindobona" Rekonstruktion des antiken Geländes durch Auswertung von Bohrprofilen Weltkulturerbe Römischer Limes 56 Universität Wien, Institut für Botanik – Botanischer Garten Technische Universität Wien, Institut für Geoinformation und Kartographie Universität Wien, Institut für Paläontologie Universität Wien, Institut für Mineralogie und Kristallographie Universität Wien, Institut für Ur- und Frühgeschichte Technische Universität Wien, Institut für Ingenieursgeologie Universität Salzburg, Institut für Geologie und Paläontologie Montanuniversität Leoben – Institut für Geophysik, Technische Universität Berlin - Institut für Chemie, Doerner Institut – Bayerische Staatsgemäldesammlung (München), VŠCHT PRAHA – Ústav skla a keramiky Universität für Angewandte Kunst, Institut für Konservierungswissenschaften und Restaurierungstechnologie, Abt. Archäometrie Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Kulturgeschichte der Antike Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse Naturhistorisches Museum Wien, Abt. Archäologische Biologie und Anthropologie Kunsthistorisches Museum Wien, Münzkabinett Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung Ausgrabung Magdalensberg(Kärnten) Österreichisches Archäologisches Institut Arbeitsgemeinschaft Donauländer ZOOM Kindermuseum Bezirksmuseum Favoriten Bezirksmuseum Landstraße Wiener Verein Universität Belgrad, BV 15(Bezirksvor­ stehung 15. Bez.), MA 31 – Wasserwerke, Kulturelles Erbe Digitalisierung von Plänen für die JubiläumsAusstellung Bereitstellung von Wissen zum Kulturgüterkataster(Unterstützung einer Diplomarbeit) Osteologische Sammlung für Vergleichszwecke Materialkundliche Untersuchungen Restaurierung von Metallfunden, Benutzung der Lithothek Gesteinsbestimmung Bestimmung von Wandmalerei und Farbresten Chemische Analysen und Bestimmung von Glasproben Schwermineral- und Dünnschliffanalysen von Gefäßkeramik und Ziegeln Archäometrische und archäologische Untersuchungen römischer Ziegel Publikation„Vindobona. Beiträge zu ausgewählten Keramikgattungen in ihrem topographischen Kontext“ Anthropologische Bestimmungen Münzbestimmungen, Benutzung der Bibliothek, wissenschaftliche Zusammenarbeit Analyse der Bronzestatuetten vom Judenplatz Austausch von Keramikproben Restaurierung von Funden Kulturkarte Donau Beratung bei Planung einer Ausstellung über Archäologie(„Knochengräber – Zeitenjäger“) Ausstellung von Funden der Ausgrabung Unterlaa Austausch von Unterlagen zur Bezirksgeschichte Veranstaltungsort einer Ausstellung Ausstellung„Drei Städte/ Drei Epochen“ 57 Kulturelles Erbe- Bezirksmuseen- Ehrungen MA 17 – Integrations- und Diversitäts­ angelegenheiten, Botschaft für Serbien und Montenegro Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Krems Österreichische Gesellschaft für Kultur­ güterschutz, Österreichische UNESCOKommission, UNESCO Paris, ICOM Österreich(International Comitee of Museums), Universität Wien – Institut für Orientalistik, MA 14 – ADV, L.U.I.S.S.(Rom), Archaeology Data Service(London) Datenbankerstellung für Projekt„Burgen in Wien“ Internationale Tagung„Workshop 9 – Archäologie und Computer“ BEZIRKSMUSEEN 1923 wurde das erste Bezirksmuseum in Meidling gegründet. Weitere folgten und schlossen sich 1964 zur Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen zusammen. In der weiteren Folge wurden sie zu einem unver­ zichtbaren Bestandteil der Alltagskultur und dokumentieren die Entwicklung der Bezirke von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Zahlreiche Personen sind für die Arbeits­ gemeinschaft ehrenamtlich tätig und widmen sich neben dem Museumsbetrieb den vers­ chiedenen Archiven und der Organisation von Sonderausstellungen. EHRUNGEN Ehrungen der Stadt Wien verstehen sich als Würdigung herausragender Leistungen und als Motivation und Herausforderung für Künstler und Wissenschafter, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum inter­ nationalen Ruf Wiens beitragen konnten, enga­ giert fortzusetzen. Die Reihe der Empfänger von Auszeichnungen wie der diversen Preise der Stadt Wien wurde auch 2004 durch hochqualifizierte Persönlichkeiten bereichert. Mit diesen Ehrungsformen werden sowohl die Arbeiten junger, förderungswürdiger Künstler, Wissenschafter und Volksbildner als auch das Gesamtwerk bereits international anerkannter Kulturschaffender gewürdigt. Die Josef-KainzMedaille und der Johann-Nestroy-Ring der Stadt Wien wurden durch einen neuen Theaterpreis, den„Nestroy“, ersetzt. Bedeutende Persönlichkeiten ehrt Wien auch über ihr Ableben hinaus mit Widmungs- und Ehrengräbern sowie durch Grabrestaurierungen und Kranzniederlegungen. 58 Interkulturelle Aktivitäten INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Interkulturelle und internationale Aktivitäten haben im Kulturangebot der Stadt Wien einen bedeutenden Platz eingenommen. Anfang Februar organisierte die ÖsterreichischIranische Ärztegesellschaft eine Benefizveran­ staltung im Volkstheater zugunsten der Erd­ bebenopfer im Iran. Die perfekten Organi­ sation, das vielfältigen Programm und das hohen künstlerische Niveau, waren Vorbild für viele andere Veranstaltungen des Jahes 2004. Unter dem Namen„Fest der Versöhnung“ organisierte das Afro-Asiatische Institut eine Veranstaltung, bei der ZuschauerInnen und KünstlerInnen aus mehreren Kontinenten anwesend waren. Das Afro-Asiatische Institut ist eine Einrichtung, die für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika zu einem wichtigen Treffpunkt und Begegnungszentrum geworden ist. Besonders sei hervorgehoben, dass dieses Institut über einen Veranstaltungs­ saal verfügt, in dem viele Vereine, die mit der MA 7 kooperieren, kostengünstig oder unent­ geltlich ihre Veranstaltung abhalten können. Die schon seit zwei Jahren existierende Veranstaltung„Fest der Versöhnung“ gehört zu den wichtigsten Events unserer Stadt. Ein interessantes Konzept realisierte der Verein „Dialog“. Dabei wurde jungen musikalischen Talenten verschiedenster Nationalität und ethnischer Zugehörigkeit, die noch in Aus­ bildung stehen, die Möglichkeit geboten, mit erfahrenen und professionellen KünstlerInnen aufzutreten. Während manche bereits etablierte Festivals wieder von der Bildfläche verschwinden, konnte sich das neue Festival„Salam.Islam“ (oder„Salam.Orient“) zu einem unentbehr­ lichen Programmpunkt im Wiener Kulturgeschehen entwickeln. Der seit Jahren in Wien gastierende kurdische Künstler Sivan Perver trat im Rahmen dieses Festivals gemeinsam mit dem bekannten und renommierten Wiener Künstler Willi Resetarits(„Ostbahnkurti“ ­ wurde bereits von den Kurden in„Osmankurdi“ unbenannt) im Konzerthaus auf. Die außerordentlich talentierte, aus Aserbaidschan stammende Künstlerin Azizah Mustafazadeh, die in Deutschland lebt, ließ das Publikum im Konzerthaus bei ihrem viel­ seitigen Konzert mit traditioneller und klassischer Musik sowie mit jazzigen Einlagen in eine Traumwelt eintauchen. Noch vor wenigen Jahren war es unvorstellbar, dass interkulturelle Programmpunkte in dieser Häufigkeit in renommierten Kulturstätten wie etwa dem Konzerthaus stattfinden. Ein interessantes Programm bot auch der Verein Echo in diesen Räumlichkeiten an: Traditionelle türkisch-alevitische Klänge trafen auf Wiener Klassik. Der SAZ-Virtuose Erdal Erzincan spielt mit dem Wiener Ambassade Orchester. Diese musikalische Begegnung begeisterte die ZuhörerInnen im besonderen Maß. Zu einem der erfolgreichsten Ereignisse der Tanzszene gehörte das zum ersten Mal stattgefundene Salsa-Festival. International bekannte KünstlerInnen studierten gemeinsam mit in Wien lebenden TänzerInnen komplizierte Bewegungsabläufe ein. Die tänzerischen Leistungen fanden beim Publikum enorme Resonanz. Ein Klezmerfestival, für welches europaweit Anmeldungen von international bekannten Gruppen kamen, fand 2004 große Aufmerk­ samkeit. Sowohl bei der Eröffnung als auch bei den weiteren Veranstaltungen wurde das Publikum von den Künstlern auf eine Reise durch die Vergangenheit geführt. Interkulturalität ist eigentlich ein Bestandteil der Internationalität, man könnte sie sogar als Zwillingsschwestern bezeichnen. In diesem Sinne organisierten unsere verlässlichen Partner Veranstaltungen im Ausland. Die 59 Interkulturelle Aktivitäten- Auslandskultur Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft bietet das ganze Jahr hindurch neben den Aktivitäten in Wien auch ein repräsentatives Programm in Polen mit in Wien lebenden KünstlerInnen oder WienerInnen, die im Ausland leben. So organisierte die WKKG auf dem Europaplatz in Krakau ein Open-Air-Konzert mit der Wiener Tschuschenkapelle und in Krakau lebenden Musikern. Die Höhepunkte der Auslands­ aktivitäten dieses Vereines waren die Konzerte mit Joe Zawinul in Krakau. Diese Events waren ein großer Erfolg und brachten durch das breite Medieninteresse in Krakau eine hervorragende Werbung für die Stadt Wien. Im Bereich der Auslandsaktivitäten gehören auch die Aktivitäten des Forums Weltoffen erwähnt. In Kooperation mit der Kultur­ abteilung wurden Ausstellungen unter anderem in Mazedonien, Griechenland und Rumänien organisiert. Bei diesen Veranstaltungen waren Exponate von bildenden Künstlern aus ver­ schiedensten Ländern zu sehen. Durch die professionelle Arbeit des Forums wurde die Stadt Wien sehr positiv repräsentiert. Abschließend ist die Organisation des inter­ nationalen World-Music-Festivals durch das Internationale Kunst- und Kulturzentrum besonders hervorzuheben. Das jetzt zum zweiten Mal organisierte Festival war ein Ausdruck der Hoffnung in die musikalische und künstlerische Zukunft von vielen MusikerInnen. Es bewarben sich 132 Gruppen, zehn kamen ins Finale. Eine Jury aus bekannten Persönlich­ keiten und das interessierte Publikum wählten nach sorgfältiger Überlegung den ersten und zweiten Preisträger. AUSLANDSKULTUR Besonderes Augenmerk legt die Kultur­ abteilung auf die Förderung, Betreuung und Finanzierung von Wiener Projekten im Ausland. Folgende Veranstaltungen konnten mit Förderung und finanziellen Mitteln der Kulturabteilung stattfinden: Die Kulturabteilung setzte 2004 einen weiteren Osteuropa Schwerpunkt: Im Rahmen der Wien-Tage in Bukarest fanden der organisa­ torisch und finanziell aufwendigste KulturEvent 2004 statt: Es begann schon mit der Öffentlichkeitsarbeit. Die Gestaltung der Werbemittel(Plakate, Folder, 80m2 Transparent u.a.) übernahm die junge Grafik-Designerin Martha Stutteregger, die 2004 auch den Förderpreis der Stadt Wien für Bildende Kunst zugesprochen bekommen hat. Eine kontinuierliche Medienberichter­ stattung war dank der auch vor Ort tätigen Wiener Agentur Compress PR garantiert. Das Programm war radikal zeitgenössisch, Wien abseits der Klischées: Literatur, Musik, Tanz und Bildende Kunst bildeten ein ineinandergreifendes Gesamtkunstwerk, das einen imposanten Querschnitt über die derzeit wichtigsten künstlerischen Strömungen der Stadt lieferte. Die einzelnen Events: Die Literatur: Sechs SchriftstellerInnen, unter ihnen Friedrich Achleitner, Robert Schindel, Olga Flor und Sabine Gruber, lasen im Bukarester Literaturzentrum„Laptaria lui Enache“ vor jeweils über 200 Menschen, die so begeistert waren, so dass z.B. Bodo Hell´s Lesung in einem musikalischen Happening endete. Selbstverständlich war die Einladung nach Wien schon längst vorbereitet: Die„Literatur im Herbst“ im Odeon, von 12. – 14. November 2004, war gänzlich der rumänischen Literatur gewidmet. 60 Auslandskultur Die Bildende Kunst: Wiener Medien­ künstlerInnen machten Bekanntschaft mit der Bukarester Szene, kuratiert von Georg Schöllhammer, Chefredakteur der Zeitschrift „springerin“. Es gab Veranstaltungen in Wohnungsgalerien, arrivierten Galerien, Museen und Aktionen im öffentlichen Raum. Es gab eine intensive Rezeption der künstlerischen Arbeiten und erfreulicherweise viel Medienecho. Die Musik: Die Wiener Musik der Jahrtausendwende war die„Wiener Elektronik“. Bukarest wollte Wiener Musik: Wolfgang Kopper vom MICA(Music Information Centre Austria) lieferte Farmers Manual, Dorit Chrysler, Herbert Weixelbaum u.a. Die Eröffnungsnacht am riesigen Flachdach des rumänischen Nationaltheaters war eine einzig­ artige Performance unter mildem Sternen­ himmel. Ebenso ungewöhnlich waren die weiteren Spielstätten: U-Bahn-Stationen zur Hauptver­ kehrszeit und das Nationalmuseum in der Nacht. Das Schönste aber war das enorme Interesse an Wiener Musik abseits von Strauss, Lanner& Co., der Hunger nach neuen künstlerischen Entwicklungen, die elektronischen MusikerInnen als Stars... Der Tanz: Enge Kontakte gab es seit langem, einzelne Auftritte ebenso. Aber in dieser geballten Form war Wien noch nie vertreten. Martina Hochmuth vom Tanzquartier Wien programmierte unter dem Titel„performing identities“ einen Querschnitt der besten zeitgenössischen Wiener und Bukarester ChoreografInnen und TänzerInnen. Sämtliche Vorstellungen waren vollständig ausgebucht(bei allen Veranstaltungen der Wien-Tage war freier Eintritt), die Leute saßen auf den Gängen und Stufen der Theater, bis zum Hauseingang hin wurde jeder Platz genutzt. Die PerfomerInnen hatten Auftritte in Fernseh­ shows und selbst„sperrige“ Theorie-Veran­ staltungen wie die Vorlesung von Boris Buden wurden gestürmt. Die Ausstellung: Im wunderschönen Historischen Museum der Stadt Bukarest präsentierte die Wiener Stadtund Landesbibliothek Höhepunkte aus ihrer Plakatsammlung, einer der größten Samm­ lungen weltweit. Vom Klimt-Druck über Drahdiwaberl bis zum Blasmusikfest 2004 zog sich der Bogen der Wiener Plakatkunst. Was geschah weiter? Viele Gegeneinladungen wie die„Literatur im Herbst“, die im November unter dem Titel„Gastland Rumänien“ im Odeon stattfand. Kunst, Elektronische Musik und Tanz taten sich auch zusammen und kuratierten gemeinsam im November in der Kunsthalle Wien/ Project Space am Karlsplatz. Selten war der Project Space so voll mit so vielen unterschiedlichen Leuten. Insgesamt besuchten ca. 5000 Menschen die Ausstellung; vor allem das integrierte elektronische Musikprogramm kam sehr gut an. Abseits dieser riesigen„Wien-Tage“ fanden 2004 über die ganze Welt verstreut kleine, größere und immer sehr qualitätsvolle Veranstaltungen mit Förderung der Kulturabteilung der Stadt Wien statt: Im Jänner startete die Theatergruppe Domino zu einer Tournee durch Israel, die Vienna Flautists wirkten in Malaga beim Festival for Contemporary Music, mit und Thomas Sigwald gab im New Yorker Lincoln Center, Washington, Boston und Philadelphia NeujahrsoperettenKonzerte. Die„arge zeitgenössische musik fünfhaus“ nahm im Februar am„What is music“ Festival in Sidney und Melbourne teil. Im indischen Chennai präsentierte zur selben Zeit der „Nataya Mandir- Verein zur Förderung indischer Tanzkunst“ neue Choreografien. „Der Blick auf Wien“, jene Ausstellung aus den Beständen der Sammlung der MA 7(„Museum auf Abruf“), die sich mit den künstlerischen Interpretationen der Topografie Wiens aus­ einandersetzt, war im März zu Gast in Bratislava. 61 Auslandskultur Mitte des Monats fuhr das Ensemble„Studio Neue Musik“ nach Moskau und präsentierte Österreichische Musik des 20. Jahrhunderts im Rachmaninov-Saal des Moskauer Konserva­ toriums, während das Jubal Trio durch Mexiko tourte. Robert Leherbauer gab einen Klavier­ abend in Mailand Der„Wiener Lehrer A-Capella-Chor“ tourte zu Ostern durch Belgien, die„Novelle Cuisine Band“ trat am 3. April in Monte Carlo auf und das Lalish Theaterlabor nahm am Festival „Eastern Meeting Place“ in Novi Sad teil. Im Mai gastierte die„arge zeitgenössische musik fünfhaus“ am Zentrum für Kunst und Medien in Karlsuhe und in Berlin beim„Amplify Festival“. Der Saxophonist Sigi Finkel war zum Mitteleuropäischen Jazzfestival nach Tel Aviv eingeladen. „New York& Wien – ein Austauschprojekt für junge Opernsänger“ bescherte Lieder und Arienabende in New York und in Wien, im Barocksaal des Alten Rathauses. Währenddessen brach das Wiener Vokal­ ensemble zu einer Chorreise nach San Marino auf, um dort am Internationalen Chorfest teilzunehmen. Im Juni gab es in Würzburg das Mozartfest und in Oldenburg den Beginn der Promenaden­ konzerte, bei beidem gastierte der„Wiener Concert Verein“ Im Juli fand in Den Haag das„North Sea Jazz Festival“ statt, Sophie Hassfurther und Band waren für zwei Konzerte eingeladen. Andy Lee Lang fuhr in die Schweiz, zum Jazzfestival nach Montreux. Das Wiener Jeunesse Orchester verbrachte den Juli in Südtirol: 92 junge MusikerInnen brachten Werke von Bruckner, Mahler und Hans Rott in Toblach und Wolkenstein zur Aufführung. Gleichzeitig gastierte das Merlin Ensemble ebenfalls in Südtirol, im Schloss Prösels, bevor es dann zum Musiktheater­ festvial nach Tübingen und zum internatio­ nalen Beethovenfest nach Bonn weiterfuhr. Die Forschungsreise der Musikethnologin Hande Saglam führte weiter weg, nämlich nach Zentralanatolien in die Region Sivas, wo das Zentrum wichtiger Traditionen der Volks­ musik von Anatolien liegt. Nordwestlich davon liegt Moldawien, wo 2004 von 20.-23. Juli das erste„Klezfest“ statt­ findet, ein Festival jüdischer Musik, bestehend aus Workshops und Konzerten, an denen aus Wien Roman Grinberg teilnahm. Und weit östlich von Europa, in den japani­ schen Städten Tokio, Matsumoto und Yokohama gastierte das Lalish Theaterlabor. Die„Kunstzeile an der Wienzeile“, ein Projekt zum Thema Kunst im öffentlichen Raum, wurde kuratiert von Rickiy Renier. Um Vergleiche mit anderen Städten ziehen zu können, weilte sie im August in Barcelona und München. Ende des Monats fand in Liverpool das all­ jährliche Beatles Festival statt, 2004 mit Beteilung der Wiener„Roaring Sixties Revival Band“. Die„Chorvereinigung Wien-Neubau“ tourte im September höchst erfolgreich durch Polen. Die „arge zeitgenössische musik fünfhaus“ weilte in London und Brasilien. Das Museum auf Abruf brach mit„Eigensinn und Eigensicht – Selbstportraits von Wiener KünstlerInnen zur jährlichen Ausstellung im Österreichischen Kulturforum in Prag auf(9.9.­ 8.10.), eine Woche später startete eine Ausstellung mit demselben Titel aber anderen teilnehmenden KünstlerInnen in Brünn(bis 10.12.) Als Folge der Wien-Aktivitäten in Bukarest erhielt Andreas Fogorassi eine Einladung zur ersten Bukarester„Biennale junger Künst­ lerInnen“, die von 13. Oktober bis 12. November in einem Teil des berühmten„Casa Poporului“, dem zweitgrößten Gebäude der Welt, stattfindet. In der Nachbarhauptstadt Sofia fand zur selben Zeit ein großes Theodor Herzl Sym­ posium statt, bei dem neben Ausstellungen und Vorträgen auch Wiener Musik jüdischen Ursprungs gespielt wurde. 62 Auslandskultur- Neue Medien- Stipendien Musikalisch fand man Wien im Oktober zum Beispiel auch in der Ukraine, wo der junge Organist Manfred Novak auf Tournee ist. Wer dort eines seiner Konzerte verpasste, hatte dann im Dezember nochmals in Rumänien die Gelegenheit, ihn zu hören. Der Kreis schloß sich. Das Merlin Ensemble nahm am„Inter­ nationalen Betthovenfest“ in Bonn teil und in Kairo gastierte das Lalish Theaterlabor im Rahmen vom„16th Cairo International Festival for Experimental Theatre 2004“. Der November stand ganz im Zeichen des für Wien erstmalig stattfindenden Monats der Fotografie, einer Kooperation von Paris, Wien und Berlin. Das Wiener„Museum auf Abruf“ zeigte im Pariser Hotel d´Albret die„Bilder von Wienern – eine Hommage im Sinne Nestroys“ und in Berlin„Der Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung“. Das Klangforum Wien gab ein Gastspiel in der Londoner Wigmore Hall. Auf dem Programm standen Kompositionen von Olga Neuwirth u.a. Ein Sprung über den Ärmelkanal nach Belgien und wir sind bei der Haydn-Biennale, wo von 5.-7. November die Pianistin Barbara Moser auftrat. Budapest, Pecs, Belgrad, Sarajewo, Maribor und Ljubljana standen dann auf dem Konzertreise-Route von„Adriane Muttenthalers CrissCross“. Am 10. Dezember fand im Warschauer Nationalmuseum der feierliche Abschluss einer Präsentation des Wiener Kunsthistorischen Museums statt. Aus diesem Anlass spielte das „Wiener Trompeten Consort“ und ein Streich­ quintett bestehend aus Mitgliedern des Radiosymphonieorchesters. Zum Jahresausklang dirigierte Vladimir Fedosejev in Moskau und St. Petersburg das Wiener Johann-Strauss-Orchester. Und 2005? Wir werden in Wien viele Gäste begrüßen können: Die Städte Moskau und Sofia planen große Präsentationen in Wien... NEUE MEDIEN 2004 war ein Jahr, das in die Netzkunst­ geschichte eingehen wird. Mit der Gründung von„Netznetz“ und dem folgenden„Festival der Netzkultur“ im KünstlerInnenhaus im Oktober 2004 taten sich erstmals fast alle – wirklich fast alle- in Wien aktiven NetzkunstInitiativen zusammen und präsentierten in fröhlicher Anarchie ihre Werke und Taten. Netznetz versteht sich selbst als„kolloborativer Prozess zur Sichtbarmachung der Netz­ kultivierenden“. Der Anspruch ist jener der Selbst-Organisation und nicht einer der Schaffung von neuen Dachinstitutionen. Netznetz nennt das selbst so:„Nachhaltiges Ressourcensharing durch gezielte Kolla­ boration, statt strukturell und finanziell anfällige Institutionalisierung“... STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 127 572,56 EUR vergeben. Davon entfielen zehn Arbeitsstipendien an Wiener Zivildiener im Rahmen ihres Gedenkdienstes. 63 Film, Video FILM, VIDEO Die Kulturabteilung der Stadt Wien fördert zusätzlich zu den Aktivitäten des Filmfonds Wien, der für die Förderung des aktuellen Filmschaffens zuständig ist und dafür von der Stadt Wien mit den notwendigen Mitteln aus­ gestattet wurde, auf direkte und indirekte Weise Institutionen und KünstlerInnen, die sich den Medien Film und Video verpflichtet fühlen. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Nach­ wuchspflege in Form der sogenannten „Jungfilmerförderung“, bei der in erster Linie StudentInnenen der Filmakademie und der Hochschule für angewandte Kunst auf möglichst unbürokratische Weise geholfen wird, ihre ersten Produktionen fertig zu stellen oder sie durch Kopienförderungen die Möglich­ keit erhalten, ihre Filme an Festivals zu schicken. Auf diese Weise wurden in den letzten Jahren schon vielen RegisseurInnen, deren Namen heute international für die Qualität des österreichischen Films stehen, in ihren Anfängen geholfen. Barbara Albert, Hubert Sauper, Virgil Widrich u.v.a. konnten mit Hilfe der Jungfilmerförderung ihre ersten Filme realisieren. Durch die Unterstützung von serviceorientieren Einrichtungen wie„Sixpack-Film“, dem Medienzentrum, dem Drehbuchforum oder der ASIFA Film wird auch vor allem Nachwuchs­ künstlerInnen bei der Herstellung und Ver­ marktung ihrer Projekte geholfen. Neben der aktuellen Filmproduktion nimmt auch die Vermittlung des Phänomens Film einen wesentlichen Stellenwert in der Förde­ rungspolitik der Stadt Wien ein. In diesem Bereich finden nicht nur traditionsreiche Institutionen wie das Österreichische Film­ museum oder das Österreichische Filmarchiv Berücksichtigung. Hier werden auch Filmreihen- und Festivals wie die Jüdische Film­ woche, das Kinder- und Jugendfilmfestival des Instituts Pitanga und nicht zuletzt das große Wiener Filmfestival, die„Viennale“, unterstützt. Gezielt gefördert werden auch traditionsreiche Wiener Kinos wie das Stadtkino, das Metro­ kino, das vom Österreichischen Filmarchiv bespielt, und das Gartenbaukino, das von der Viennale abseits vom Mainstream sehr an­ spruchsvoll programmiert wird. Die Erhaltung der reichhaltigen Wiener Kino­ landschaft sichert die Stadt Wien seit 1999 darüber hinaus mit der„Kinoförderung“, bei der über Empfehlung einer Fachjury Prämien für besonders qualitätsvolle Programmationen und Infrastrukturförderungen vergeben werden, mit deren Hilfe die Kinos auf dem neuesten technischen Standart gehalten werden können. 64 Filmfonds Wien FILMFONDS WIEN Filmfonds Wien Stiftgasse 6 1070 Wien Tel.+43-1-526 50 88 Fax+43-1-526 50 88 20 e-mail: office@filmfonds-wien.at web: www.filmfonds-wien.at Der Filmfonds Wien 2004 Der Filmfonds Wien vergibt(erfolgsbedingt rückzahlbare) Zuschüsse an die Filmhersteller in den Phasen der Projektentwicklung und der Produktion sowie für die Verwertung der Filme (Kinostart im Inland und Teilnahme an inter­ nationalen Festivals im Ausland). Die einge­ reichten Projekte werden nach ihrer kulturel­ len, wirtschaftlichen und künstlerischen Bedeutung beurteilt. Das wirtschaftliche Interesse der Stadt Wien findet im so genannten Wiener Filmbrancheneffekt seinen Ausdruck. Mindestens 100 Prozent der ge­ währten Fördermittel müssen für die Nutzung der Wiener Filminfrastruktur, die Beschäftigung Wiener Filmschaffender und/oder für die Präsentation Wiens als Location im Film einge­ setzt werden. Die tatsächlichen Effekte liegen jedoch weit über 200 Prozent. Darüber hinaus erfüllt der Filmfonds die Auf­ gabe, eine Plattform für die Belange des Film­ schaffens in Wien herzustellen, vor allem durch Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fort­ bildung und der Publizistik mittels einer ge­ zielten Strukturförderung. Hier sind vor allem jene Projekte wie z.B.„eQuinox“ hervorzu­ heben, die im Wege des MEDIA-Programmes EU-Förderungsmittel in einem relevanten Ausmaß in Wien wirksam werden lassen. Obwohl das Budget des Filmfonds Wien seit dem Jahr 2000 gleich geblieben ist und die personalintensive Filmbranche nicht nur dem­ entsprechende Kostensteigerungen zu ver­ kraften hat, sondern vor allem der Standort Wien im Verhältnis zu den Standorten in den benachbarten Regionen zu definieren ist, konnte der Filmfonds Wien durch eine an strategisch relevanten internationalen Kooperationen und herausragenden Projekten orientierte Arbeit seine Aufgaben auch im Jahr 2004 erfolgreich erfüllen. Eine der Grundlagen für diese strategische Arbeit des Filmfonds, der in den letzten Jahren in steigendem Ausmaß als Kompetenzzentrum für den audiovisuellen Sektor Anerkennung im In- und Ausland gefunden hat, ist die Präsenz auf den internationalen Festivals und Produk­ tionsmärkten Europas und die Aktivität in dem vom Geschäftsführer des Filmfonds mitbe­ gründeten europäischen Netzwerk regionaler Filmfonds„Cine-Regio“, dem nun 15 Regional­ fonds aus elf europäischen Ländern ange­ hören.„Cine-Regio“ wird vom INTERREGProgramm der EU gefördert. Diese inter­ nationale Orientierung des Filmfonds geht Hand in Hand mit jener, die sich unter anderem auch in der Koproduktionsstatistik widerspiegelt, die sich seit dem Jahr 2000 stark verändert hat. Fand die Wiener Filmbranche lange Zeit ihre Partner fast aus­ schließlich in Deutschland, ist nun vor allem der Nachwuchs zu einem Vorreiter in der Erschließung des fremdsprachigen Auslandes geworden. Ein Schwerpunkt der internationalen Tätigkeit des Filmfonds, die sich nicht alleine durch Förderungsstatistiken abbilden lässt, lag 2004 im Ausbau der Kontakte und Kooperationen mit den zentraleuropäischen neuen Mitglieds­ ländern der EU und den Balkanländern. Auch im audiovisuellen Sektor wächst der an künst­ lerischen und technischen Talenten überaus reichen Vienna Region eine immer größere Bedeutung als Drehscheibe und Partner zwischen Ost und West zu, wobei es vor allem darauf ankommt, die in den verschiedenen Regionen vorhandenen Ressourcen sinnvoll zu kombinieren. 65 Filmfonds Wien Von besonderer Bedeutung für die Arbeit des Filmfonds ist daher das Verständnis der Herstellung bewegter Bilder( moving images) als zentrales Element der creative industries, deren herausragende Bedeutung für Wien durch eine vom Filmfonds Wien mitbeauftragte Studie erstmals analysiert wurde. Das Entwicklungspotential in diesem Bereich wurde u.a. durch eine vom Filmfonds in Zusammen­ arbeit mit dem MICA veranstaltete Enquete zum Thema„Film und Musik“ im Rahmen des österreichischen Filmfestivals Diagonale hervorgehoben. Abgesehen von den in Wien und der Vienna Region durch die Förderungstätigkeit un­ mittelbar ausgelösten filmwirtschaftlichen und Beschäftigungseffekten erzielten die vom Filmfonds Wien in den Vorjahren geförderten Filme auch 2004 große internationale Aufmerk­ samkeit. Den Erfolgen auf Festivals und den Verkaufserfolgen im Ausland – hervorzuheben wären etwa der Dokumentarfilm„Darwin’s Nightmare“ von Hubert Sauper und der Kino­ spielfilm„Die fetten Jahre sind vorbei“ von Hans Weingartner(beide von coop99 produ­ ziert) – entspricht jedoch nach wie vor nicht jener auf dem unter strukturellen Schwächen leidenden heimischen Kinomarkt, wo lediglich die Wolf-Haas-Verfilmung„Silentium“ von Wolfgang Murnberger(Dor Film) an die Zwei­ hunderttausend-Besucher-Grenze herankam. Neben dem Kinofilm(der seine Sekundärver­ wertung im Fernsehen findet) ist der Fernseh­ film unter regionalen Gesichtspunkten von besonderer Relevanz, dessen Herstellung durch die Aufnahme der Tätigkeit des Fernsehfilm­ förderungsfonds des Bundes Anfang 2004 mit einem jährlichen Budget von 7,5 Mio Euro, angesiedelt bei der Rundfunkregulierungs­ behörde RTR, erleichtert wurde. Besonders erfreulich ist, dass durch eine Förderung des Filmfonds Wien der Produktionsstart einer neuen Fernsehserie in Wien abgesichert werden konnte(„SOKO Donau“, Satel-Film), von der in den nächsten Jahren beträchtliche filmwirtschaftliche und wirtschaftliche Effekte sowie hohe Aufmerksamkeitswerte erwartet werden dürfen. Gremien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Filmfonds Wien Kuratorium Dem Aufsichtsgremium des Filmfonds Wien gehörten 2004 folgende Mitglieder an: Dr. Barbara Fränzen, ORF Helmut Grasser, Produzent der Allegro Film Hans Hurch, Direktor der Viennale Mag. Michael Kreihsl, Regisseur Kurt Mayer, Produzent der Kurt Mayer Film(ab April 2004) Wolf-Rüdiger Philipp, Kulturabteilung der Stadt Wien Michael Stejskal, Geschäftsführer des Verleihs Filmladen Mag. Kathrin Zechner, Konsulentin der Vereinigten Bühnen Wiens(bis April 2004) Jury Die Jury des Filmfonds Wien besteht aus vier Mitgliedern, vier Ersatzmitgliedern und dem Geschäftsführer. Die Jurymitglieder werden auf die Dauer von längstens drei Jahren bestellt. In der Jury sind in- und ausländische Film­ experten vertreten, die über einschlägige wirtschaftliche und/oder künstlerische Qualifikationen verfügen. Die Mitglieder der Jury waren: Ulrike Dohr, Geschäftsführerin der Dohr WerbeGmbH und Marketing Direktorin der 20th Century Fox Österreich Jani Thiltges, Geschäftsführer der „Samsa Film“, Luxemburg Dr. Andreas Ungerböck, Chefredakteur der österreichischen Kino- und Filmzeitschrift Ray Beatrix Wesle, CEO der FP Film Projects GmbH und Vize-Präsidentin für europäische Angelegenheiten von Menemsha Entertainment Europe, Deutschland 66 Filmfonds Wien Die Mitglieder der Ersatzjury waren: Dr. Elisabeth Büttner, Filmhistorikerin und Filmwissenschafterin Mag. Bettina Leidl, Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien, langjährige Tätigkeit in der BKA-Kunstsektion Annette Niehues, Lektorin, Tätigkeit im Bereich Stoffentwicklung bei LUNA-Film, Deutschland Dr. Philipp Riccabona, langjährige Leitung Spielfilm bei Kirch Media, Deutschland Filmfonds Wien intern Dr. Peter Zawrel, Geschäftsführung Mag. Claudia Fischer, stellv. Geschäftsführung& Verträge(ab Mai 2004) Mag. Katharina Bogensberger, stellv. Geschäftsführung& Verträge(bis April 2004) Andrea Christa, Consulting Mag. Sabine Konrath MAS, Public Relations(ab Oktober 2004) Mag. Silke Schönfelder, Public Relations(bis Oktober 2004) Sibylle Schwarzkogler, Office Management MMag. Thomas Heskia, Controlling Margarethe Binder, Controlling Alessandro Chia, Controlling Fördertätigkeit der Gremien Der Filmfonds Wien gewährte 2004 insgesamt 117 Anträgen eine Förderzusage mit einem Fördervolumen von 8.862.355,39 EUR für die Projektentwicklung, Herstellung oder Verwer­ tung von Filmen bzw. für Projekte, die zur strukturellen Stärkung des audiovisuellen Sektors in Wien beitragen. Kuratorium Das Kuratorium des Filmfonds Wien tagte 2004 satzungsgemäß dreimal. Mit einer Änderung im Punkt 12.2„Fernsehproduktionen“ der Förderungsrichtlinien wurde die Höhe des Produzentenhonorars mit den Richtlinien des neuen Fernsehfilmförderungsfonds der RTRGmbH des Bundes, der seine Arbeit im Jänner 2004 aufgenommen hat, harmonisiert. Ferner sagte das Kuratorium satzungsgemäß drei Anträgen Mittel in der Höhe von 196.409 EUR zu. Jury Für die Projektentwicklung, Herstellung oder Verwertung von Filmprojekten gab die Jury des Filmfonds Wien in fünf Sitzungen 56 Zusagen für Förderungen in Gesamthöhe von 6.869.526,82 EUR. Geschäftsführung Die Geschäftsführung des Fonds befürwortete 51 Anträge mit einer Summe von 1.188.665,57 Euro, davon 560.318,22 EUR für den österreichischen Kinostart, 250.496 EUR für die Teilnahme an internationalen Film­ festivals, 113.772 EUR für Strukturförderung und 264.079 EUR an Mittelerhöhungen. Zusätzlich befürwortete die Geschäftsführung aus dem Titel der Referenzfilmförderung sieben Anträge mit einer Summe von 607.754 EUR. Übersicht der Förderungen 2004 Im Jahr 2004 wurden 117 Zusagen für insgesamt 23 Projektentwicklungsanträge, 47 Anträge auf Herstellungsförderung – davon 21 für die Realisierung von internationalen Gemeinschaftsproduktionen –, 20 Förder­ ansuchen für den österreichischen Kinostart und 16 für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals ausgesprochen. Ferner gab es elf Strukturförderungen.(2004 wurden insgesamt 144 Anträge auf Projektentwicklung oder Herstellungsförderung eingereicht.) 67 Filmfonds Wien Folgende Abbildung spiegelt das Verhältnis der Anzahl der Förderzusagen vs. des Fördervolumens der jeweiligen Förderungssparte des Filmfonds Wien 2004 wider: 68 Filmfonds Wien Projekttitel Antragsteller Channel 8 Cooking the History Dolphins/ Morgenland Elias Canetti – Die Wiener Jahre En Detail Der Fälscher Favoriten Für einen Augenblick, Freiheit Das Geheimnis der Liebe – Poesie des Islams Hexenkinder Henker(Mittelerhöhung) In 3 Tagen bist Du tot (Referenzmittel) Katzenkinder (Mittelerhöhung) Maxie Maximal – Das Mädchen aus der Zukunft (inkl. Mittelerhöhung) Revolution im Ton Amour Fou Mischief Films coop99 Neue Sentimental Film Harald Friedl Aichholzer Bonus Film Wega Film Houchang Allahyari Mini Film Allegro Film Allegro Film Lotus-Film Spectrum Trickfilm WILDart Film Rot Weiss Tot Orbrock Sarov – Die geheime Stadt Epo Film Sneakers Katharina Weingartner Sunrise Prisma Film Terra Santa Unerwünschtes Kino Der Wadenmesser – Das wilde Leben des Wolfgang Mozart Summe Ruth-BeckermannFilmproduktion Petrus van der Let Filmproduktion Fischer Film Autor Fördersumme in Euro Andrea Maria Dusl Peter Kerekes Florian Flicker 22.000,00 11.500,00 23.000,00 Robert Neumüller Harald Friedl Stefan Ruzowitzky Valentin Hitz 8.871,00 3.667,00 31.800,00 17.465,85 Arash Riahi 13.972,00 Houchang Allahyari Dirk Meints, Toni Weiss Simon Aeby Andreas Prochaska, Thomas Baum 13.712,00 12.000,00 22.044,00 21.951,00 Sandra Bohle 2.960,00 Harald Havas Martin Reinhart, Thomas Tode Ulrich Gehmacher, Bernhard Salomon Kurt Mayer Katharina Weingartner Heinz Ambrosch, Michael Köhlmeyer, Peter Payer 45.000,00 14.816,00 17.400,00 35.000,00 12.791,00 32.000,00 Ruth Beckermann Petrus van der Let, Armin Loacker, Kurt Mayer 24.622,00 17.654,00 Kurt Palm 15.000,00 419.225,85 69 Filmfonds Wien Herstellungsförderungen Mit einer Fördersumme von 7.299.542,97 EUR wurden 21 internationale und 19 einheimische Produktionen unterstützt. Für 40 unterschied­ liche Filmprojekte wurden 47 Förderanträge (inkl. Mittelerhöhungen und Mittel der erfolgs­ abhängigen Filmförderung) befürwortet. Internationale Gemeinschaftsproduktionen erhielten insgesamt 4.454.037,97 EUR. Vier Filme bekamen für ihre Herstellung Mittel aus der erfolgsabhängigen Förderung, d.h. Fördergelder, die die Produzenten(Allegro Film, Dor Film und Wega Film) auf Grund der erfolgreichen Auswertung vorangehender Projekte zurückgezahlt hatten und nun abrufen konnten. Die 40 Filme erreichen in Summe öster­ reichische Gesamtherstellungskosten von 44.503.202,09 EUR, von denen allein rund 21,37 Millionen EUR während der Produktion in die Nutzung der hiesigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Projekttitel 3 Söhne Österreichs – Schindler, Loos und Kiesler 42 plus Das Arrangement Blackout Journey (Mittelerhöhung) Caché(inkl. Referenzmittel) Crash Test Dummies (Mittelerhöhung) Da blüh’n die schönsten Frauen Dolphins/ Morgenland Edgar G. Ulmer – Der Mann aus dem Off Einst süße Heimat – Dialoge im Land jenseits der Wälder Grbavica Henker(Referenzmittel und Mittelerhöhung) Hinter den Fassaden (Wiener Ringstraße) Im dunklen Herzen Antragsteller/ Produzent Amour Fou Dor Film Navigator Film Epo Film Wega Film Amour Fou Mischief Films coop99 Mischief Films Golden Girls coop99 Allegro Film Epo Film Filmbranche und der„Vienna Region“ investiert werden sollen. Somit fließen 48 Prozent der nationalen Gesamtherstellungskosten in die Wiener Filmbranche. Abzüglich der fünf Mittelerhöhungen von Filmen, deren Hauptförderungen bereits in den Vorjahren gewährt wurden und damit an dieser Stelle nicht mit in die statistische Auswertung einzubeziehen sind, förderte der Filmfonds Wien 35 Filmvorhaben in der Produktion mit rund 7,04 Millionen EUR. Von den 36,43 Millionen EUR Gesamtherstellungskosten dieser Filme wurden 16,73 Millionen EUR in Wien ausgegeben. Damit liegt der Wiener Filmbrancheneffekt bei 237 Prozent, die Beteiligung des Filmfonds an der Finanzierung der Produktionen bei durchschnittlich 19 Prozent. Welche Herstellungen im Einzelnen gefördert wurden, sind der folgenden Auflistung zu entnehmen: Regisseur Fördersumme in Euro Heinz Emigholz Sabine Derflinger Nathalie Borgers Siegfried E. Kamml Michael Haneke Jörg Kalt Péter Forgács Florian Flicker Michael Palm Gerald Igor Hauzenberger Jasmila Zbanic Simon Aeby Alfred Vendl 68.500,00 300.000,00 35.253,00 36.409,00 917.521,00 40.000,00 49.000,00 354.900,00 54.500,00 24.000,00 60.000,00 72.451,00 60.000,00 70 Filmfonds Wien Europas Kurt Mayer Film 26.900,00Import Export Ulrich Seidl Film In Orbit Fischer Film Karo und der liebe Gott (Mittelerhöhung) Mini Film Kebab Ali – Nix verstehen Wega Film Keine Insel – die Palmers meter – binder, Entführung 1977 gartner& groen Keller (inkl. Mittelerhöhung) Novotny& Novotny Klimt Epo Film Kotsch Lotus-Film Lapislazuli Dor Film A Letter to the Stars Lhotsky Film Die letzten Zöglinge Dor Film Life in Loops – Megacities Orbrock Seilern& RMX Gehmacher Timo Novotny Mein Mörder (Mittelerhöhung) Wega Film Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte Epo Film Das Neubacher Projekt Extrafilm Nitro(inkl. Referenzmittel) Dor Film Slumming Lotus-Film SOKO Donau Satel Film Taxidermia Amour Fou Unerwünschtes Kino Petrus van der Let Filmproduktion Verliebt in eine Leiche Lotus-Film Die Viertelliterklasse (inkl. Referenzmittel) Dor Film Der Wadenmesser – Das wilde Leben des Wolfgang Mozart Fischer Film Weihnachtshund (inkl. Mittelerhöhung) Cult Filmproduktion Das Wunder Norman Dor Film Zorros Bar Mizwa Ruth-BeckermannFilmproduktion Summe Kurt Mayer Ulrich Seidl Angelika Maccarone 400.000,00 184.493,00 Danielle Proskar Kenan Kilic Alexander Binder, Michael Gartner 61.388,00 125.480,00 150.000,00 Eva Urthaler Raoul Ruiz Helmut Köpping Wolfgang Murnberger Helene Maimann Christoph Mayr, Peter Oberdorfer 128.930,00 550.000,00 134.141,00 400.000,00 44.778,00 70.000,00 Elisabeth Scharang Michael Kreihsl Marcus John Carney Mike Majzen Michael Glawogger Peter Fratzscher, Jürgen Kaizik Györgi Pálfi Petrus van der Let Markus Stein, Milan Puzic Roland Düringer Florian Kehrer 42.000,00 45.000,00 350.000,00 25.030,00 235.787,00 249.041,97 300.000,00 125.000,00 58.040,00 120.000,00 583.000,00 Kurt Palm 120.000,00 Michael Keusch 320.000,00 André Heller, Othmar Schmiderer 280.000,00 Ruth Beckermann 98.000,00 7.299.542,97 71 Filmfonds Wien Verwertungsförderungen Kinostart Für 19 heimische Produktionen wurde der Kinostart in Österreich insgesamt mit einer Summe von 619.318,22 EUR gefördert. Die Gesamtkosten der Kinostarts betragen 1.280.665,32 EUR. Der Fonds ist somit an 48 Prozent der Kosten beteiligt. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die geförderten Kinostarts im Einzelnen: Projekttitel Antragsteller Regisseur Fördersumme in Euro Accordion Tribe Polyfilm Verleih Antares Filmladen Verleih Auf Wolke 7 Filmladen Verleih Erika Firstchoicefilms Die fetten Jahre sind vorbei Filmladen Verleih Fräulein Phyllis Adrialpe Media Der Gläserne Blick Otto Preminger Institut Gori Vatra – Feuer! Polyfilm Verleih Hurensohn Filmladen Verleih Im Anfang war der Blick Polyfilm Verleih Keine Ruhe für die Helden Stadtkino Nachtreise Filmladen Verleih Nacktschnecken Filmladen Verleih Silentium (inkl. Referenzmitel) Luna Filmverleih Die Souvenirs des Herrn X Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Spurensuche Adrialpe Media Villa Henriette Filmladen Verleih Wolfzeit Filmladen Verleih Zelary Filmladen Verleih Summe Stefan Schwietert Götz Spielmann Michael Grimm Kurt Mayer Hans Weingartner Clemens Schönborn Markus Heltschl Pjer Zalica Michael Sturminger Bady Minck Alain Guiraudie Kenan Kilic Michael Glawogger Wolfgang Murnberger Arash T. Riahi Zsusza Böszörményi Peter Payer Michael Haneke Ondrej Trojan 18.750,00 35.000,00 22.000,00 32.000,00 60.000,00 29.659,19 22.160,89 47.996,50 32.000,00 6.000,00 28.332,26 13.000,00 42.000,00 80.000,00 16.260,00 17.159,38 43.000,00 37.000,00 37.000,00 619.318,22 Verwertungsförderungen Festival Für die Teilnahme an internationalen Film­ festivals förderte der Filmfonds 14 Projekte. Der Fonds beteiligte sich mit 250.496,35 EUR an den Gesamtkosten der Festival teilnahmen, die sich auf 690.182,68 EUR beliefen. Der Fonds ist damit mit rund 36,29 Prozent an der Finanzierung beteiligt. Folgende Tabelle gibt über die 14 Festivalförderungen im Detail Auskunft: 72 Filmfonds Wien Projekttitel Antragsteller Regisseur Fördersumme in Euro Across the Border Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Antares Lotus-Film Böse Zellen coop99 Carpatia Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Darwin’s Nightmare coop99 Die fetten Jahre sind vorbei coop99 Hedy Lamarr Mischief Films Hotel coop99 Hurensohn Aichholzer Filmproduktion Jesus, Du weisst MMK Media Küss mich, Prinzessin Aichholzer Filmproduktion Mipcom Cannes 2004 Verband Österreichischer Filmproduzenten Ein Sommer mit den Burggespenstern Extrafilm Die Souvenirs des Herrn X Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Summe Pawel Lozinski, Jan Gogola, Peter Kerekes, Robert Lakatos, Biljana C akic-Veselic Götz Spielmann Barbara Albert Andrzej Klamt, Ulrich Rydzewski Hubert Sauper Hans Weingartner Georg Misch Jessica Hausner Michael Sturminger Ulrich Seidl Michael Grimm Bernd Neuburger Arash T. Riahi 16.000,00 32.000,00 9.590,95 6.567,00 21.800,00 25.000,00 5.000,00 35.000,00 12.018,75 40.000,00 8.506,50 10.000,00 16.793,15 12.220,00 250.496,35 Strukturförderungen 2004 sagte der Fonds elf Strukturförderungen zu, zwei durch das Kuratorium und neun durch die Geschäftsführung im Rahmen ihrer Bevollmächtigung durch das Kuratorium. Mit durchschnittlich 16,12 Prozent war der Fonds an der Finanzierung dieser Projekte beteiligt, deren Realisierung in Summe 1,7 Millionen EUR ausmachte. Ziel der Strukturförderungen ist es, zur Stärkung des Film- und Medien­ standortes Wien beizutragen durch die Förderung von Veranstaltungen, Workshops und Initiativen, die die Infrastruktur stärken und/oder Kommunikationsmöglichkeiten der Branche untereinander bieten. 73 Filmfonds Wien Projekttitel Antragsteller Fördersumme in Euro Akademielehrgang FILM.MEDIEN Austrian Film Commission Jahrestätigkeit Drehbuchworkshop Diagonale Jahrestätigkeit Erstausgabe einer DVD-Edition(INDEX) österreichischer und internationaler Filmund Videokunst Eurodoc Production Film ABC KOLIK – Sonderheft Film 1 KOLIK – Sonderheft Film 2 Sync It Right Workshops und Gastkurse für Studierende Summe Dachverband der Österreichischen Filmschaffenden Austrian Film Commission Equinoxe Diagonale Arge Index WILDart Film Synema – Gesellschaft f. Film u. Medien Verein für neue Literatur Verein für neue Literatur Forum Österreichischer Film Diagonale Verein der Freunde der Filmakademie 1.000,00 110.000,00 50.000,00 30.000,00 15.000,00 20.000,00 29.982,00 5.000,00 2.500,00 5.290,00 5.000,00 273.772,00 Charakteristika der geförderten Filme Koproduktionsanteil der Herstellungen 2004 wurden 21 Gemeinschaftsproduktionen mit bis zu vier ausländischen Partnern vom Filmfonds Wien gefördert. Dass mit Deutschland nach wie vor die meisten Filme produziert werden, bestätigen auch die Zahlen des Jahres 2004: Deutschland ist an über der Hälfte der 21 Projekte beteiligt. Erstmals liegt Ungarn an zweiter Stelle der Statistik und hat Frankreich abgelöst. 74 Filmfonds Wien Gesamtherstellungskosten der Produktionen Die nationalen Kosten einer Filmproduktion sind extrem unterschiedlich. So gibt es(vor allem Dokumentarfilm-) Projekte mit einem verhältnismäßig kleinen Budget, während internationale Spielfilm-Gemeinschaftsproduk­ tionen über ein vielfaches Budget verfügen. Die Realisierung von etwa der Hälfte der geförderten Herstellungen 2004 kostet weniger als 500.000 EUR. 2003 hat dies noch für fast zwei Drittel der geförderten Produktionen gegolten. Fünf Prozent der Projekte haben ein nationales Budget zwischen einer halben und einer Million Euro. Etwa ein Viertel der Filmprojekte benötigt für seine Realisierung eine bis zwei Millionen, ein Fünftel zwischen zwei und drei Millionen EUR. Nur für Fünf Prozent der Projekte wurden mehr als drei Millionen EUR für die Produktion kalkuliert. Sparten der geförderten Filme Die dominierende Sparte der geförderten Herstellungen 2004 ist zwar nach wie vor der Spielfilm mit 23 Projekten, dicht gefolgt jedoch vom Dokumentarfilm mit 16 Projekten. Auch eine Fernsehserie findet sich diesmal unter den geförderten Projekten . 75 Filmfonds Wien Besucherzahlen, Festivalteilnahmen und Preise In den österreichischen Kinos liefen 2004 insgesamt 19 vom Filmfonds Wien geförderte Filme an, deren Besucherzahlen in Österreich kinomarktbedingt nicht dem Erfolg im Ausland entsprachen. Auf internationalen Festivals wurden zahlreiche Erfolge erzielt. Kinostarts und Besucherzahlen(bis Dezember 2004) Filmtitel Wolfzeit Keine Ruhe für die Helden Nachtreise Hurensohn Nacktschnecken Jesus, Du weißt Im Anfang war der Blick Zelary Gori Vatra Der gläserne Blick Auf Wolke 7 Antares Silentium Spurensuche Die Souvenirs des Herrn X C(r)ook Die fetten Jahre sind vorbei Villla Henriette Fräulein Phyllis Kinostart 23.1.2004 6.2.2004 13.2.2004 20.2.2004 5.3.2004 2.4.2004 16.4.2004 30.4.2004 30.4.2004 20.5.2004 3.9.2004 10.9.2004 24.9.2004 1.10.2004 5.11.2004 12.11.2004 26.11.2004 3.12.2004 17.12.2004 Verleih Besucher Filmladen 13,789 Stadtkino 605 Kenan Kilic 551 Filmladen 7.281 Filmladen 70.299 Filmladen 2,431 Polyfilm 755 Filmladen 8.663 Polyfilm 6.481 Otto Preminger Institut 4,127 Filmladen 880 Filmladen 8.820 Filmladen 199,505 Adrialpe 428 Geyrhalter 1,100 Luna 47.715 Filmladen 41.534 Filmladen 5.649 Adrialpe 1.850 76 Filmfonds Wien Preise 2004(Quelle Austrian Film Commission) Filmtitel(Regisseur) Across the Border(Pawel Lozinski u.a.) Antares(Götz Spielmann) Auswege(Nina Kusturica) Calling Hedy Lamarr(Georg Misch) Darwin’s Nightmare(Hubert Sauper) Donau(Goran Rebic) Der gläserne Blick(Markus Heltschl) Hotel(Jessica Hausner) Hurensohn(Michael Sturminger) In the Mirror of Maya Deren (Martina Kudlácek) Sommer mit den Burggespenstern (Bernd Neuburger) Struggle(Ruth Mader) Preis Goldene Taube und MDR Filmpreis für den besten osteuropäischen Dokumentarfilm in Leipzig Szenographie-Preis an Katharina Wöppermann bei den Hofer Filmtagen Zweitbester Spielfilm und lobende Erwähnung für den Cast beim Festival Cinema delle Donne in Turin Lobende Erwähnung in der Reihe Critic’s Week beim Festival von Locarno Label Europa Cinemas-Preis bei Giornate degli Autori – Venice Days bei den Filmfestspielen von Venedig, European Film Academy Dokumentarfilm 2004 – Prix Arte,NFB Documentary Award in Montréal, Best Film beim Dox Documentary Film Festival in Kopenhagen, Grand Prix beim Festival de Film d’Environnement in Paris ausgezeichnet, Prix du public beim Belfort International Film Festival Premio Ischia Film für den besten fremdsprachigen Film und Preis für die beste Ausstattung beim Filmfestival in Ischia Interfilmpreis(dotiert mit 2.000 EUR) beim Filmfestival in Saarbrücken Bronze Camera an Martin Gschlacht für seine Kameraarbeit beim International Film Camera Festival Manaki Brothers in Bitola Filmpreis des Saarländischen Ministerpräsidenten (dotiert mit 5.500 EUR sowie einer Verleih­ förderung in der Höhe von 5.500 EUR), Hauptpreis Fliegender Ochse beim Filmkunstfest in Schwerin, Publikumspreis bei den Bozener Filmtagen Film Preservation Award des Anthology Film Archive Bester Kinderspielfilm beim Kinderfilmfestival von Hengdian(China) Drehbuchpreis der Medienpartner SR und ZDF (dotiert mit 6.500 EUR) an die Drehbuchautoren Ruth Mader, Markus Leidenfrost, Barbara Albert beim Filmfestival in Saarbrücken, Hauptpreis der Jury beim Food in Film-Festival im italienischen Piemont, besondere Erwähnung der offiziellen Jury und der„young critics“-Jury beim Festival Cinema & Lavoro in Terni und Narni 77 Filmfonds Wien Veranstaltungen& Aktionen 2004 Cine-Regio Der Filmfonds Wien war 2003 gemeinsam mit der Medien- und Filmgesellschaft BadenWürttemberg(D), Salento Film Fund(I), Rotterdam Fonds Voor de Film ed audiovisuele media(NL) und Wallimage(B) Gründungs­ mitglied der„European Coordination of Regional Investment Funds – Audiovisual“ (ECRIF-AV), die durch Mittel des INTERREG IIIC-Programms der EU unterstützt wurde. Um diese Initiative für weitere europäische Film­ fonds zu öffnen, wurde die Vereinigung„CineRegio“ geschaffen, die während einer Konferenz in Mons(B) im Februar 2004 offiziell vorgestellt wurde. Ein weiteres Treffen der Cine-Regio-Mitglieder fand im Oktober 2004 in Lecce statt. Die Anzahl der Mitglieder ist bis Ende 2004 auf dreizehn angewachsen, hinzu­ gekommen sind: Consorcio Audiovisual de Galacia(ES), The Westdanish Film Fund(DK), Film I Väst(S), Institut Catala de les Industries Culturals(ES), Ivac(ES), POEM (SF), Région Provence-Alpes-Côte d’Azur(F) und Screen South(UK). Zu den Hauptzielen von Cine-Regio gehören u. a. der Erfahrungs­ austausch zwischen den regionalen Filmfonds, die Förderung europäischer Koproduktionen und die Abgleichung der diesbezüglichen Förderrichtlinien, die Vertretung der regionalen Interessen in der EU und die Erstellung einer Datenbank. Creative Industries in Wien Die Stärken der Wiener Creative Industries liegen im kreativen Herstellungsbereich(der „Content-Origination“), eine Schwäche in der internationalen Vermarktung. Dies sagen die Ergebnisse der„Untersuchung des ökono­ mischen Potenzials der Creative Industries in Wien“, die von den drei Forschungsinstituten Kulturdokumentation, Mediacult und dem Wifo im Auftrag der Stadt Wien, der Wirtschafts­ kammer Wien und des Filmfonds Wien erstellt wurde. Zu deren Überwindung schlägt die Studie verschiedene Maßnahmen zur Wachs­ tumsentwicklung und zur Verbesserung der Exportchancen sowie eine begleitende Unter­ stützung durch eine intensivere Kooperation 78 zwischen den öffentlichen Kultur- und Wirtschaftsförderungseinrichtungen vor. Sync it right Der österreichische Film und seine Musik standen im Mittelpunkt der zweitägigen Tagung„Sync it right“, die in Graz am 2. und 3. März 2004 stattfand. Diese vom Filmfonds Wien initiierte Arbeitstagung in Kooperation mit dem MICA im Rahmen der DIAGONALE mit Unterstützung des Fachverbands der Audio­ visions- und Filmindustrie Österreich, der Kulturabteilung des Landes Salzburg sowie des Veranstaltungsortes Literaturhaus Graz vereinte an die 60 Musiker, Komponisten, Regisseure, Produzenten, Rechtsanwälte und Ausbilder, um über den Status Quo und die Weiterentwicklung der filmisch-musikalischen Arbeit in Österreich zu diskutieren. Österreichische Filmwochen in Polen Im Mai 2004 fand in Warschau ein Treffen polnischer und österreichischer Film­ schaffender sowie Vertreter aus Kultur und Förderung statt. Die Filmförderung in Österreich war durch Peter Zawrel vom Filmfonds Wien vertreten. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Österreichischen Filmwoche in Warschau statt, die nach ihrer dortigen Präsentation in Krakau, Wroclaw und Lodz fortgesetzt wurde. Organisator war das Österreichische Kulturforum in Warschau. Unter dem Titel„Im Spiegel der Provokation“ wurden„Auswege“ von Nina Kusturica, Michael Hanekes„Wolfzeit“,„Donau“ von Goran Rebic, „Vollgas“ von Sabine Derflinger, Ulrich Seidls „Jesus, Du weißt“ und Barbara Alberts„Böse Zellen“ gezeigt. Filmfrühstück in Cannes Der amtsführende Stadtrat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, Dr. Andreas Mailath-Pokorny, und der Filmfonds Wien luden in Cannes im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele 2004 zahlreiche Filmschaffende zu einem Frühstück anlässlich der Weltur­ aufführungen zweier vom Filmfonds Wien geförderter österreichischer Filme im Rahmen der Sélection Officielle der 57. Filmfestspiele in Cannes,„Die fetten Jahre sind vorbei“ von Filmfonds Wien Hans Weingartner im Wettbewerb und„Hotel“ von Jessica Hausner in„Un certain regard“, beide hergestellt von coop99 Filmproduktion. Österreichische Filmwochen in Frankreich Im Juni fanden mit Beteiligung des Filmfonds Wien in Paris und Montpellier die Österreichi­ schen Filmwochen statt, bei denen Filme von Nikolaus Geyrhalter und Ulrich Seidl sowie der Regisseurinnen Barbara Albert, Andrea Maria Dusl, Nina Kusturica, Ruth Mader und Ulrike Schweiger gezeigt wurden. Im Bereich des Kurz- und Avantgardefilms waren Marie Kreutzer, Martin Arnold, Peter Tscherkassky und Virgil Widrich vertreten. Auf einem österreichisch-französisches Produzententreffen in Paris wurden die Möglichkeiten verstärkter Kooperationen zwischen Institutionen und Wirtschaftsakteuren diskutiert. Cine Link in Sarajevo Im Rahmen des 10. Sarajevo Film Festivals, der wichtigsten Plattform des südosteuro­ päischen Filmschaffens, stand ein Tag des jährlichen Koproduktionsmarktes„Cine Link“ (25. bis 28. August 2004) unter dem Zeichen des Filmfonds Wien, der erstmals als offizieller Partner des„Cine Link“ zehn führende Vertreter der Wiener Filmbranche nach Sarajevo brachte. Höhepunkte waren eine stark besuchte Diskussion zum Thema„Co­ production of European Neighbours: FUSE creativity and funds!“ und der Empfang des Filmfonds Wien im Festivalzentrum. Dank der Kooperation des Verbindungsbüros der Stadt Wien fand die Veranstaltung auch in den Medien entsprechende Beachtung. 16. Europäisches Fernseh- und Filmforum Die Wiener Hofburg war vom 25. bis 27. November 2004 Veranstaltungsort für das 16. Europäische Fernseh- und Filmforum, das vom Europäischen Medieninstitut und einem Netzwerk renommierter europäischer Medien­ institutionen jährlich in einer anderen Metropole ausgerichtet wird. Partner des Forums in Wien waren das Bundeskanzleramt, die Rundfunk und Telekom RegulierungsGmbH, der Österreichische Rundfunk, der Fachverband für Audiovisions- und Film­ industrie der Wirtschaftskammer Österreich sowie der Filmfonds Wien, der neben der Produktionsfirma Wega-Film das einzige österreichische Mitglied des Forums ist. Das diesjährige Generalthema:„Horizonte erweitern: Neue Länder, neue Akteure, neue Plattformen“ stellte mit Blick auf die neuen mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsländer die kulturellen, ökonomischen, technologischen und regulativen Herausforderungen für die europäische Film- und Fernsehlandschaft in den Mittelpunkt. Die Realisierung neuer Potenziale der europäischen Film- und Fernsehindustrie durch die EU-Erweiterung wurde nicht zuletzt auch im Hinblick auf den Wettbewerb mit der US-amerikanischen Medien- und Unterhaltungsindustrie von den etwa 300 Teilnehmern diskutiert. Ein Höhepunkt für viele der ausländischen Gäste war die vom Filmfonds Wien schon mehrfach erfolgreich angebotene Führung„Auf den Spuren des dritten Mannes“ durch die„Vienna Walks+ Talks“. 79 Wiener Festwochen WIENER FESTWOCHEN Wiener Festwochen 7. Mai – 20. Juni 2004 Luc Bondys Intendanz auch im dritten Jahr erfolgreich. Intendant Luc Bondy mit Musikdirektor Hans Landesmann, Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und Geschäftsführer Wolfgang Wais konnten eine positive künstlerische und wirtschaftliche Bilanz der Wiener Festwochen 2004 ziehen. Programm umfangreich und zugleich an­ spruchsvoll, international und wienerisch. Programm politisch mit sozialem Engage­ ment. Luc Bondy inszenierte Uraufführung für die Wiener Festwochen. Luc Bondy und sein Team mit Musikdirektor Hans Landesmann und Schauspieldirektorin Marie Zimmermann präsentierten ein umfang­ reiches wie anspruchsvolles Programm und boten einen Ausblick auf ein beeindruckendes Panorama des internationalen zeitgenössischen Theaters. Einheimische Künstler und Gruppen wurden zur Zusammenarbeit eingeladen. „Da das ambitionierte Musikprogramm, das ausschließlich Werke des 20. Jahrhunderts präsentiert, nicht unbedingt ein Verkaufs­ schlager ist, haben wir uns angestrengt, es durch zum Teil gravierende Änderungen in der Programmplanung des Schauspiels abzu­ sichern.“ Luc Bondy Die Künstlerinnen und Künstler kamen aus 19 Ländern – aus Belgien, Chile, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Kanada, Marokko, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, der Schweiz, Serbien/Montenegro, der Ukraine, Ungarn und den USA. Unterschiedliche ästhetische Konzepte und theatrale Formensprachen wurden vorgestellt. Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Zeitgenossenschaft zeigte das Programm 53 Produktionen(22 Musik, 30 Schauspiel, 1 Eröffnung) mit 219 Vorstellungen – darunter 12 Uraufführungen und Auftragswerke.(2003 waren 33 Produktionen aus 13 Ländern mit 181 Vorstellungen zu sehen.) Besucherandrang ungebrochen stark Die Vorstellungen der Wiener Festwochen 2004 besuchten annähernd gleich viele Menschen wie in den vorangegangenen beiden Jahren: 2004: 58.813 Besucher der Vorstellungen (2003: 59.310 Besucher, 2002: 58.570 Besucher). Die Gesamtbesucherzahl von allen Veranstaltungen der Wiener Festwochen 2004 zusammen beträgt 226.901. (Gesamtbesucherzahl 2003: 212.000, 2002: 210.000). Im Zentrum des Interesses Luc Bondy inszeniert Uraufführung: Cruel and Tender von Martin Crimp Peter Sellars Umsetzung von Euripides’ The Children of Herakles im österreichischen Parlament Ibsen-Schwerpunkt Familienprogramm La Veillée des Abysses Proust-Projekt Februar 1934 – Das Wörterbuch des Schweigens Pierre Boulez-Schwerpunkt Die erste Oper von Johannes Maria Staud Berenice Anton von Webern-Fest private-exile Großes Medienecho im In- und Ausland 503 Journalisten aus 33 Ländern waren akkreditiert. Rund 3.500 Medienberichte konnten gezählt werden. 80 Wiener Festwochen Sammlung für junge Flüchtlinge ergab 28.130,79 EUR. Ausgehend von Peter Sellars Adaption von The Children of Herakles haben die Wiener Fest­ wochen die Verpflichtung wahrgenommen, die Besucher für soziale Anliegen zu motivieren. Die Sammlung für junge Flüchtlinge bei den Veranstaltungen der Wiener Festwochen 2004 ergab insgesamt 28.130,79 EUR, wofür dem Publikum besonderer Dank gebührt. Davon gingen 10.000 EUR an das Sommercamp der Asylkoordination Österreich, je 6.043,56 EUR an die Asylkoordination Österreich für weitere Projekte, an das Integrationshaus Wien und an SOS Menschenrechte Österreich. Das Integra­ tionshaus Wien konnte mit dem Spendengeld für dreieinhalb Monate ein psychologisches Kinderbetreuungsprojekt für Flüchtlingskinder finanzieren. SOS Menschenrechte erwarben u. a. einen Speisenwarmhalter für das Catering-Projekt des HAUSES DER FRAUEN und ver-wendeten das Geld für die Durchführung von Kultur- und Freizeitaktivi­ täten. Die Aufführung von The Children of Herakles fand in Zu-sammenarbeit mit den drei genannten Flücht-lingsorganisationen statt. Die Wiener Festwochen 2004 waren das letzte gemeinsame Programm von Intendant Luc Bondy, Musikdirektor Hans Landesmann und Schauspieldirektorin Marie Zimmermann. Die Zusammenarbeit hat sich in den letzten drei Jahren künstlerisch wie organisatorisch bestens bewährt. Hans Landesmann beendete seine Tätigkeit als Musikdirektor der Wiener Festwochen, ihm folgte Stéphane Lissner nach, Schauspiel­ direktorin Marie Zimmermann war 2005 karenziert und wurde von Stefanie Carp vertreten. Hans Landesmann präsentierte in seinem letzten Jahr als Musikdirektor der Wiener Festwochen ein besonders anspruchsvolles Programm. Entsprechend seinem großen Anliegen, die zeitgenössische Musik zu fördern, standen Werke des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart im Mittelpunkt. Unter dem Stich­ wort„Protagonisten des Mythos Moderne“ konnten fast alle Schlüsselfiguren des Musikprogramms subsumiert werden. Die Medien zeigten großes Interesse. Das Publikumsinteresse für Neue Musik entsprach den Erwartungen. Den Auftakt gestaltete Pierre Boulez mit seinem Ensemble Intercontemporain. Die beiden Konzerte mit seinen Werken Répons, das in Wien noch nie zu hören war, und Anthèmes markierten zugleich einen Höhe­ punkt mit intensiver Berichterstattung und positiven Kritiken. Mit einem musiktheatra­ lischen Triptychon, in Szene gesetzt von Klaus Michael Grüber, komplettierte der Komponist und Dirigent den Boulez-Schwerpunkt. Dieses vereinte die drei Werke Meister Pedros Puppenspiel von Manuel de Falla, Strawinskys Burleske zum Singen und Schauspielen Renard sowie Arnold Schönbergs Melodram Pierrot lunaire, die alle drei in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstanden. Das Gastspiel des Festivals von Aix-enProvence wurde im Theater an der Wien von arte aufgezeichnet. Die Aufführung wurde großteils euphorisch resümiert. Bejubelt wurde vor allem die musikalische Umsetzung durch Pierre Boulez mit dem Ensemble Intercontemporain sowie Anja Silja in Pierrot lunaire. Der junge österreichische Komponist Johannes Maria Staud komponierte im Auftrag der Münchener Biennale, der Wiener Festwochen und der Berliner Festspiele seine erste Oper. Nur wenige Tage nach der Uraufführung in München wurde Berenice, basierend auf Edgar Allan Poes gleichnamiger Arabeske, im Ronacher mit großem Erfolg aufgeführt. Die Kritiken waren zum Teil Hymnen. Sowohl das Werk als auch die Aufführung in der Regie von Claus Guth und dem Bühnenbild von Christian Schmidt und die musikalische Umsetzung durch das Klangforum Wien unter Stefan Asbury wurden sehr positiv hervorgehoben. 81 Wiener Festwochen Die Staatsoper Hannover gastierte mit Debussys einziger Oper Pelléas et Mélisande, die seit mehr als einem Jahrzehnt hier nicht aufgeführt worden war. Die gefeierte Insze­ nierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito wurde in Wien bei Presse und Publikum extrem kontrovers aufgenommen. Weitgehend Zustimmung fand dagegen die musikalische Umsetzung unter der Leitung von Shao-Chia Lü. Zwei Abende im Konzerthaus widmeten sich dem klavieristischen und feuilletonistischen Schaffen von Leoš Janácek. Der musikalisch­ literarische Janácek-Abend Klavieristisches Tagebuch mit dem Pianisten Markus Hinterhäuser, dem Schauspieler Walter Schmidinger und der dramaturgischen Leitung von Hermann Beil musste kurzfristig umge­ stellt werden. Ingrid Marsoner sprang für den erkrankten Markus Hinterhäuser ein. Das Tagebuch eines Verschollenen von Leoš Janácek interpretierten András Schiff, Philip Langridge, Hannah Esther Minutillo und der Arnold Schoenberg Chor. In den durchwegs positiven Medienberichten wurden vor allem Walter Schmidinger, András Schiff und Philip Langridge besonders hervorgehoben. Zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen zählte das Anton von Webern-Fest im Konzerthaus, eine Koproduktion von Wiener Fest­ wochen und Wiener Konzerthaus. An zwei Tagen wurde das Gesamtwerk des Kompo­ nisten aufgeführt. Zum Auftakt fand ein Round-Table-Gespräch mit Haide Tenner, Friedrich Cerha, Gert Jonke, György Kurtág, Gösta Neuwirth und Konrad Paul Liessmann statt. Die ausführenden Künstler waren der Arnold Schoenberg Chor unter Erwin Ortner, das aron quartett, Claudia Barainsky, Sylvain Cambreling, Friedrich Cerha, Adam Fischer, Marino Formenti, Otto Katzameier, Klangforum Wien, Eiko Morikawa, Florian Müller, die Wiener Philharmoniker und die Wiener Virtuosen. Ergänzend zu den Konzerten wurden Filme zu und über Anton Webern gezeigt. Das Publikumsinteresse für den Webern-Marathon war erfreulich. Großer Jubel und Begeisterung bei Publikum und Presse. In den Rezensionen wurden die Leistungen des Klangforums und der Solisten besonders hervorgehoben. Das Projekt fand auch große Beachtung in den internationalen Medien. In Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Wiener Festwochen erarbeitete das Staats­ theater Darmstadt eine Neuproduktion von Friedrich Cerhas Oper Der Rattenfänger, die seit der Uraufführung 1987 beim steirischen herbst in Graz und der Übernahme an die Wiener Staatsoper auf keiner Bühne mehr zu sehen war. Die Aufführung in der Regie von Friedrich Meyer-Oertel, unter der musika­ lischen Leitung von Stefan Blunier fand in Wien beim Publikum und bei den Kritikern großen Anklang. In den Besprechungen wurde vor allem auch der Komponist, sein Werk und sein Schaffen gewürdigt. Als Koproduktion von Österreichisches Theater und Wiener Festwochen fand am 8. Juni im Jugendstiltheater die Uraufführung von Molière stirbt, eine Komödie/ ein Ballett von Robert Quitta und der Musik von Marc-Antoine Charpentier statt. Unter der Leitung von MarieLouise Oschatz spielte das Ensemble Helios 18. Das Ballett wurde vom Ensemble Intermède 1673 unter der Leitung von Alexander Fend gegeben. Als Molière: Wolfgang Lesky. Die Publikums- und Pressereaktionen waren sehr unterschiedlich. In den Kritiken wurde Robert Quittas Idee und Konzept oft sehr positiv erwähnt, die Umsetzung blieb hinter den Erwartungen zurück. Auf Empfehlung von Helmut Lachenmann war 2004 Pierluigi Billone der Preisträger des Wiener Internationalen Kompositionspreises, der unter der künstlerischen Leitung von Claudio Abbado alljährlich zur Förderung junger Komponisten stattfindet – eine Koope­ ration von Wiener Festwochen, Wiener Konzerthaus und Klangforum Wien mit Unter­ stützung der Bank Austria Creditanstalt. Das Preisträgerkonzert mit Preisverleihung, mit dem Klangforum Wien unter der musikalischen Leitung von Emilio Pomárico, fand am 21. Juni im Konzerthaus statt. 82 Wiener Festwochen Im Musikprogramm gab es vor allen Vorstel­ lungen von Répons, El Retablo de Maese Pedro/Renard/Pierrot lunaire, Berenice, Pelléas et Mélisande und Der Rattenfänger Werkeinführungen. Vom Publikum sehr geschätzt, waren alle Einführungen sehr gut besucht. Die Reihe zeit_zone, programmiert von Markus Hinterhäuser und Tomas Zierhofer-Kin, fand 2004 unter dem Titel Rebirth mit 12 Konzerten ihre Fortsetzung. Das Medien- und Publikumsinteresse für die einzelnen Projekte waren unterschiedlich groß. Die Publikums­ reaktionen waren zumeist positiv und zustimmend. Die Beurteilungen in den Medien waren zum Teil sehr unterschiedlich. Den Auftakt machte Paul D. Miller aka DJ Spooky That Subliminal Kid. Der New Yorker Künstler brachte im Ronacher sein HipHopKino Rebirth of a Nation zur Uraufführung. Anschließend gab es im Passage-Club die Möglichkeit, den Abend mit ihm als DJ ausklingen zu lassen. Das Filmprojekt fand das größte Publikumsinteresse. Im Zentrum von zeit_zone und des medialen Interesses stand das zweiteilige Auftragswerk private-exile des österreichischen Komponisten und Musikers Rupert Huber. Teil 1 Hausgeburt fand in Form von Hauskonzerten in allen 23 Wiener Bezirken statt. Von Rupert Huber vernetzt und zu­ sammengefügt, konnte die Partitur aus 23 Stimmen im Internet gehört werden. Die Konzerte in den Wohnungen besuchten ca. 500 Menschen. Im Internet wurden 1.500 Besucher verzeichnet mit über 2.000 Zugriffen. Teil 2 Kaleidoscope vereinte alle Mitwirkenden zum Live-Konzert im Ronacher. Bei Remix 1-4 setzten sich die österreichischen Elektroniker und DJs Karuan, Wolfgang Schloegl, Erdem Tunakan, Philipp Quehenberger und Dzihan& Kamien mit Solowerken von Iannis Xenakis und Bernhard Lang, interpretiert von Björn Wilker und Krassimir Sterev vom Klangforum Wien, auseinander. Bei Breathing Voices inter­ pretierten Eric Sleichim und das Bl!ndman Saxophon-Quartett polyphone Musikwerke vom 12. Jahrhundert bis heute. Der finnische Akkordeonist Kimmo Pohjonen präsentierte sein neues Programm Animator. Die marokkanisch-französische Sängerin und Dichterin Sapho konzertierte mit den jüdisch­ arabischen Musikern des Nazareth Orchesters. Das Berliner Ensemble zeitkratzer inter­ pretierte Xenakis: Xenakis[a]live!. Den markanten Schlusspunkt setzten The Brotherhood of Brass – Frank London’s Klezmer Brass All Stars und das Boban Markovic Orkestar – und DJ Shantel, der das Konzert mit einem Balkan-Dancefloor aus­ klingen ließ. Das besonders vielfältige und bisher umfangreichste Schauspielprogramm der Schauspieldirektorin Marie Zimmermann umfasste zwei Uraufführungen und fünf Auftragsproduktionen und präsentierte in zehn internationalen Koproduktionen ein breites Spektrum zeitgenössischer theatraler Formen. Einheimische Künstler wurden zur Zusammen­ arbeit eingeladen. Publikum und Presse folgten der Fülle und dem Formenreichtum des Theaterangebots mit größter Aufmerksamkeit und Interesse. Als Präludium zu den Festwochen wurde am 30. April und 1. Mai Heiner Müllers Der Auftrag gezeigt. Dessen langjähriger Weggefährte und Schauspieler Ulrich Mühe erarbeitete als Hommage an einen der wichtigsten deutsch­ sprachigen Dichter des 20. Jahrhunderts, der am 9. Januar 2004 seinen 75. Geburtstag gefeiert hätte, das Revolutionsstück aus dem Jahr 1979. Die Wiener Festwochen produzierten gemein­ sam mit dem Rabenhof Theater Harmonie. Georg Staudacher inszenierte Franz Molnárs selten gespielte, musikalische Komödie mit einem überaus ambitionierten Ensemble als grotesken, schrillen Abgesang auf die heile bürgerliche Familienwelt mit viel SlapstickKomik und neu komponierten Musikeinlagen. Presse und Publikum reagierten irritiert bis verhalten. 83 Wiener Festwochen In einem Verbindungsschacht zwischen zwei U-Bahn-Stationen unter der Mariahilfer Straße war die Bild- und Klanginstallation Bassline des britischen Theatermachers, Komponisten und bildenden Künstlers Graeme Miller zu sehen, eine psychologische Kartographie der Stadt Wien basierend auf den filmischen Aufzeich­ nungen sowie visuellen und akustischen Eindrücken von 14 Stadtwanderern. Der polnische Meisterregisseur Krystian Lupa inszenierte Dea Lohers„intellektuelle Gesell­ schaftskomödie“ Klaras Verhältnisse als polnische Erstaufführung 2003 mit dem Ensemble des Warschauer Rozmaitosci Theater und der herausragenden Maja Ostaszewska in der Hauptrolle. Das Gastspiel bei den Wiener Festwochen begeisterte die Besucher gleicher­ maßen wie die Kritiker. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Es folgte ein weiterer Höhepunkt der Wiener Festwochen: Das Gastspiel der Berliner Schaubühne mit Ibsens Nora in der viel ge­ rühmten Inszenierung von Thomas Ostermeier und der gefeierten Anne Tismer in der Titel­ rolle. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Großer Jubel bei Presse und Publikum. Die Aufführung markierte zugleich den Auftakt zum Ibsen-Zyklus, der im Zentrum des Schau­ spielprogramms stand. In The Darkness, Marie Brassards Reise durch die nächtliche Großstadt Montréal, erzählte die kanadische Künstlerin, Autorin, Schauspielerin und Regisseurin mit minimalistischen schau­ spielerischen Mitteln und einer virtuos ge­ stalteten Video-, Licht- und Toninstallation von Gedanken, Träumen, Gefühlen über Heimat­ verlust, Einsamkeit und Trauer, eigene Ge­ schichten und die von Fremden. Das Publikum war fasziniert, das Presseecho geteilt. Das Publikums- und Medieninteresse für Jesus Betz, die sensible und bildkräftige Theatra­ lisierung der Geschichte vom Rumpf-Menschen durch die international gefeierte Figuren­ theatergruppe La Troppa aus Santiago de Chile, blieb hinter den Erwartungen zurück, 84 was auf die krankheitsbedingte Absage der Wiener Premiere zurückzuführen ist. Das Herzstück des Schauspielprogramms bildeten zwei theatralische gegensätzliche Adaptionen griechischer Tragödien, die ihre antiken Vorlagen gleichermaßen entschieden in die politische Gegenwart überführen: Euripides’ The Children of Herakles in der Regie von Peter Sellars und Martin Crimps Neudichtung von Sophokles’ Die Frauen von Trachis, inszeniert von Luc Bondy. Erstmals auf der erfolgreichen, internationalen Tournee wurde Euripides hochaktuelles Drama über Flucht und Asyl in Wien nicht in einem klassischen Theatersaal gezeigt, sondern im historischen Sitzungssaal des Parlaments, ein kongenialer Ort für Sellars Konzept, die antike Idee des Theaters als Ort der aktuellen, öffentlichen Selbstverständigung wieder zu beleben. Am Beginn jeder Aufführung fand eine knapp einstündige Diskussion statt, an der Asylwerber, Vertreter von NGOs, Menschenrechtsorganisationen, Behörden und – bei der Premiere – auch der damalige österreichische Innenminister Ernst Strasser teilnahmen. Die Rollen der Kinder des Herakles wurden von so genannten unbegleiteten Jugendlichen aus verschiedenen Betreuungs­ stellen dargestellt. Von Peter Sellars’ Inszenie­ rung, die Leben und Kunst miteinander zu verknüpfen sucht, zeigte sich das Publikum sehr beeindruckt, das Presseecho war großteils positiv. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Große Zustimmung und positive Reaktionen für Peter Sellars’ Projekt gab es vor allem auch von den verschiedenen Flüchtlingsorgani­ sationen. Die Aufführungen im Parlament gaben Anlass, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Asylpolitik und Flüchtlingsthematik in Österreich zu lenken. Luc Bondy hat – fasziniert von Sophokles’ selten gespielter Tragödie Die Frauen von Trachis – den englischen Dramatiker Martin Crimp zu einem neuen Stück angeregt: Cruel and Tender transponiert den antiken Stoff von der Heimkehr des Herakles aus dessen letztem Krieg in die Gegenwart mit allen ihren aktu­ ellen politischen Implikationen. Luc Bondys Wiener Festwochen Inszenierung mit der bekannten neusee­ ländischen Filmschauspielerin Kerry Fox in der weiblichen Hauptrolle entstand als europäische Gemeinschaftsproduktion der Wiener Fest­ wochen mit dem Londoner Young Vic Theatre und dem Chichester Festival Theatre in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem Théâtre des Bouffes du Nord, Paris in Zusammenarbeit mit dem Festival d’Automne à Paris und dem Théâtre National Populaire. Nach Previews in London fand die Uraufführung am 23. Mai mit großem Erfolg in Wien statt. Die Inszenierung zog das Publikum in ihren Bann. Das mediale Echo war gewaltig. Die Pressestimmen im Inland waren kontrovers. Die englische Presse bejubelte einhellig die Aufführung. Die meisten inter­ nationalen Medien reagierten euphorisch. In vielen Rezensionen wurden die aktuellen Enthüllungen über Folterungen und Kriegs­ verbrechergräuel im Iran in unmittelbaren Zusammenhang zur Aufführung gebracht und thematisiert. Die Produktion wurde in Recklinghausen, London, Chichester, Zagreb, Paris, Lyon und Berlin gezeigt. Der renommierte ungarische Film- und Theaterregisseur Árpád Sopsits erarbeitete mit dem Ensemble des Studios des Budapester Kammertheaters Verbrechen und Strafe hinter Gittern. Presse und Publikum zeigten sich gleichermaßen von der dichten Umsetzung des Dostojewski-Romans und den herausragenden Schauspielerleistungen beeindruckt. Bloody Mess, die Jubiläumsshow von Forced Entertainment anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens, zählte für viele zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen. In den Rezensionen wurden der radikale Humor und das lustvolle Theater der britischen Performancegruppe besonders hervorgehoben. Ein Programm für die ganze Familie boten James Thiérrée und seine Compagnie du Hanneton mit dem surrealistisch-poetischen Zirkusprogramm La Veillée des Abysses. Das Publikum stürmte die Vorstellungen. Das Medienecho war großteils euphorisch ob der gleichermaßen akrobatischen wie fantasie­ vollen, witzigen wie berührenden Aufführung. Der Kanadier Ronnie Burkett – Autor, Designer, Regisseur, Marionettenspieler und Alleinunter­ halter in einer Person – gehört weltweit zu den Stars des Figurentheaters. In Provenance erzählte er vor Wiener Kulisse eine Geschichte von der Schönheit und der mit ihr verbunde­ nen Obsessionen und Fantasien, die viele Besucher faszinierte. Ein weiterer Beitrag zum Ibsen-Schwerpunkt war Peter Zadeks Peer Gynt-Inszenierung. Das Gastspiel des Berliner Ensembles mit promi­ nenten Schauspielern wie Uwe Bohm in der Titelrolle, Angela Winkler als Aase und Annett Renneberg als Solveig wurde vom Publikum gestürmt, wiewohl die Kritikerstimmen kontro­ vers waren. Anlässlich des Gastspiels zeigten die Wiener Festwochen im Filmmuseum das Filmporträt Einfach und stolz – Die Schau­ spielerin Angela Winkler von Christoph Rüter. Ein großer Erfolg und bejubelter Höhepunkt mit ausverkauften Vorstellungen und ausge­ zeichneten Besprechungen wurde auch der dritte Ibsen-Abend im Programm: Thomas Ostermeiers Neuinszenierung von Baumeister Solness mit Gert Voss in der Titelrolle, Kirsten Dene als seine Frau Aline und Dorothee Hartinger als Hilde Wangel, eine Koproduktion von Wiener Festwochen und Burgtheater. Die deutsche Dramatikerin Gesine Danckwart war 2002„artist in residence“ im Schauspiel­ haus. Es entstand ihr Textkonvolut Heißes Wasser für alle, das die international gefeierte holländische Theaterformation Dood Paard am 13. Juni im Schauspielhaus zur Uraufführung brachte – u. a. mit den Wiener Festwochen als Koproduktionspartner. Die Rezensionen waren unterschiedlich. Einen markanten Schlusspunkt im Schauspiel­ programm setzte das ro-theater aus Rotter­ dam mit dem monumentalen Proust-Projekt des flämischen Regisseurs und Theaterleiters Guy Cassiers, der mit den Mitteln des Theaters, der visuellen Kunst und der Musik 85 Wiener Festwochen den Roman-Zyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit auf die Bühne transponierte. Das Projekt, mit dem renommierten holländischen Proscenium Preis 2004 ausge­ zeichnet, konnte Presse und Publikum nicht restlos überzeugen. Zu den Höhepunkten der Wiener Festwochen zählte die von Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und Kurator Jochen Herdieckerhoff konzipierte Reihe Februar 1934 – Das Wörterbuch des Schweigens im Rabenhof Theater. Vier Auftragsproduk­ tionen beschäftigten sich mit einem TabuThema der jüngeren österreichischen Geschichte: Dem Bürgerkrieg zwischen den Arbeitermilizen des sozialdemokratischen Schutzbundes und den(para-)militärischen Einheiten des austro-faschistischen DollfußRegimes, dem im Februar 1934 landesweit mehr als tausend Tote und Verletzte zum Opfer fielen. Theaterleute aus Österreich, Estland und Russland erstellten in der Auseinander­ setzung mit dokumentarischen und litera­ rischen Texten sowie im Gespräch mit Zeit­ zeugen theatralische Skizzen: Den Beginn machte das Grazer Theater im Bahnhof mit Wallisch Wandern – Ein roter Abend mit Musik. In Von Wien nach Moskau – Das Kinderheim No 6 erzählte Merle Karusoo mit Wiener Schauspielern die Erinnerungen der Schutz­ bundkinder. Jugendliche vom Akademischen Gymnasium und dem Bundesgymnasium 21 in Wien erarbeiteten unter der Anleitung von Karl Wozek Heimatkunde’34 – Ein Schülerprojekt zum Bürgerkrieg. Jewgenij Grischkowez präsentierte unter dem Titel Onkel Otto ist krank das Ergebnis seiner Auseinandersetzung. Für jede Aufführung wurde ein Publikums­ gespräch angeboten. Das Wörterbuch des Schweigens fand seine Entsprechung in der Installation Echolot 34/2 im Theater-Foyer: Auf Video wurden die Besucher-Anmerkungen zum Thema und den Aufführungen protokolliert und allabendlich dem Publikum vorgestellt. Den Abschluss der Reihe bildete Echolot 04/6 im KosmosTheater mit einer„Vergangenheits­ bewältigung“ der beiden Kabarettisten Thomas Maurer und Martin Puntigam an zwei Abenden 86 unter dem Titel Sozialpartnerschaft: Episode 1 und einer Diskussion zum Thema’34 – Ein Trauma, wo Peter Huemer mit Sigrid Löffler, Doron Rabinovici, Manfried Rauchensteiner und Marie Zimmermann den Intellektuellen- und Historikerstreit über 1934 resümierten. Das ursprünglich geplante Veteranen-Treffen rot­ schwarz mit Landtagspräsident a.D. Franz Wegart und Prof. Hugo Pepper musste nach den Absagen von Landtagspräsident a.D. Franz Wegart und dem angefragten Dr. Hubert Jurasek entfallen. Im Gegensatz zu den Beurteilungen der künstlerischen Leistungen der einzelnen theatralischen Arbeiten, die unterschiedlich ausfielen, wurde die Bedeutung des Gesamt­ projekts einhellig positiv. Das internationale Medieninteresse für die Reihe war besonders groß. Die erfolgreiche Reihe forumfestwochen ff fand bereits zum dritten Mal statt und wurde 2004, kuratiert von Schauspieldirektorin Marie Zimmermann, Stefan Schmidtke und Almut Wagner, unter dem Titel Von der Poesie der Moral und anderen Paradoxien fortgesetzt. Thematisiert wurde ein bemerkenswertes Phänomen in der internationalen Theater­ szene: Dem Mangel einer verbindlichen moralischen Orientierung setzen Theater­ macher aus Ost- und Westeuropa ihre Ent­ würfe über die Rückgewinnung individueller Werte und moralischer Visionen entgegen. Das an ästhetischen Kontrasten reiche Spektrum der eingeladenen sechs Produktionen zeigte Arbeiten von Künstlern aus der Ukraine, Russland, den Niederlanden, Serbien/ Montenegro, Deutschland und der Schweiz: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch, Andrej Scholdaks freie Theaterphantasie nach dem Roman von Solschenizyn als Gastspiel aus Charkow, der junge Moskauer Autor, Schau­ spieler und Regisseur Iwan Wyrypajew mit Sauerstoff, ebenfalls aus Moskau Terrorismus von Wladimir und Oleg Presnjakow in der Regie von Kirill Serebrennikow, der nieder­ ländische Regisseur Jan Ritsema und die Performerin Bojana Cvejic aus Belgrad mit Pipelines, a construction, Così fan tutte oder Wiener Festwochen Die Schule der Liebenden nach Mozart/Da Ponte in der Neufassung von Robert Lehmeier und Jens-Karsten Stoll mit den Gesangstexten von Peter Lund als Gastspiel der Neuköllner Oper Berlin und Sebastian Nüblings Insze­ nierung von Simon Stephens’ Reiher als Gastspiel einer Koproduktion von Schauspiel Staatstheater Stuttgart, junges theater basel und Kaserne Basel. Die Medienberichte waren großteils positiv, wobei einige Produktionen sehr kontrovers aufgenommen wurden. Dem Publikumswunsch der letzten Jahre nach einem größeren Kartenangebot bei forumfestwochen ff wurde 2004 durch die Programmierung größerer Spielräume und von mehr Vorstel­ lungen entsprochen. Besonders groß war das Publikumsinteresse für Così fan tutte oder Die Schule der Liebenden – alle Vorstellungen waren ausverkauft. Was 2003 High Noon war, wurde 2004 mit der Happy Hour – Festwochen im Gespräch fortgesetzt. Zu allen Aufführungen im Schauspielprogramm und in der Reihe forumfestwochen ff wurden Publikumsge­ spräche mit den Künstlern angeboten. Insgesamt kamen rund 300 Menschen zu den 22 Gesprächen in das Foyer der Halle G im MuseumsQuartier. Eröffnung Wiener Festwochen 2004: Endlich Leben Der Eröffnungsabend 2004 stand unter dem Motto endlich leben!. Die multimediale Inszenierung handelte von der Einzigartigkeit und Schönheit, aber auch der Vergänglichkeit, Zerbrechlichkeit und Endlichkeit des mensch­ lichen Daseins. Die musikalischen und visuellen Impressionen erzählten von Liebe, Ruhm, Reichtum, Schönheit, Krieg und dem Tod. Der Schauspieler Karl Merkatz brachte seine persönlichen Gedanken ein. Interpreten von der Sopranistin Genia Kühmeier, dem Akkordeonisten Krzysztof Dobrek, der Jazz­ sängerin Anna Lauvergnac, dem Soul-Star Nicole McCloud bis zur deutschen Rockgruppe Hellfire spannten einen breiten musikalischen Bogen. Der Abend endete mit dem Schrei eines Neugeborenen und der Titel endlich leben! wandelte sich zu endlich festwochen! Mit Neue Sentimental Film und Nikolaus Prokop(Konzept), Roland Loibl(Regie), Petra Windisch(Bühnendesign), mvdtm AUSTRIA (Visuals), Johnny Bertl und Ludwig Coss (Sounds und Arrangements) zeichnete das erfolgreiche Team von 2003 auch für die Eröffnung 2004 verantwortlich. Rund 40.000 Besucher – erfreulicherweise auch viel junges Publikum – kamen auf den Rathausplatz. Die Eröffnung wurde in ORF 2 und 3sat live übertragen. Arnold Schönbergs Schachzüge – Dodekaphonie und Spiele-Konstruktionen Die Festwochen-Ausstellung des Arnold Schön­ berg Center von 7. Mai bis 13. September wurde aufgrund des großen Besucher­ interesses bis 28. Januar 2005 verlängert. Das erste Vermittlungsprogramm des Arnold Schönberg Center in Kooperation mit dem Stadtschulrat für Wien wurde von zahlreichen Schulklassen begeistert aufgenommen. Insge­ samt sahen 4.147 Besucher die Ausstellung. Wien, Stadt der Juden – Die Welt der Tante Jolesch Die Festwochen-Ausstellung des Jüdischen Museum Wien von 19. Mai bis 31. Oktober verzeichnete ein großes Publikumsinteresse und zählt mit 43.344 Besucher zu den er­ folgreichsten in der Geschichte des Museums. Erfolgreicher war nur 1994 die ChagallAusstellung im Jüdischen Museum mit knapp 56.000 Besuchern. Rechnet man die Alma Rosé-Dokumentation dazu, die einen Teilaspekt der Festwochen-Ausstellung 2004 beleuchtete und zwei Wochen früher zugänglich war, waren es sogar rund 46.000 Besucher. Zusätzlich machten 160 Schulklassen von den speziellen Vermittlungsprogrammen zur Ausstellung Gebrauch. Auch die Begleitveranstaltungen, die das Museum in Zusammenarbeit mit den Wiener Vorlesungen im September und Oktober anbot, waren sehr gut besucht. 87 Wiener Festwochen Infame Bilder – Im Kino der Kontrollgesellschaft Im Rahmen der Wiener Festwochen fand von 13. bis 26. Mai ein umfangreiches thema­ tisches Projekt im Filmmuseum statt: Infame Bilder – Im Kino der Kontrollgesellschaft. In 30 Filmprogrammen und einem dreitägigen Symposium wurden Fragestellungen behandelt, die unsere derzeitige politische und mediale Gegenwart bestimmen. Neben dem hohen Publikumsinteresse mit rund 2.600 Besuchern verzeichnete die Veran­ staltung auch hohe internationale[Auswahl: FilmDienst(D), Der Spiegel(D), Süddeutsche Zeitung(D)] und nationale Medien-Resonanz [Auswahl: Der Standard, Die Presse, Profil, Kurier u. a.]. Peter Lorre – Ein Fremder im Paradies Vom 27. Mai bis 20. Juni widmete sich das Filmmuseum einem Jahrhundertschauspieler: Peter Lorre. Neben Klassikern der Film­ geschichte( M von Fritz Lang, Casablanca von Michael Curtiz oder Arsenic and Old Lace von Frank Capra) waren unter anderem Lorres Leinwanddebüt Die Verschwundene Frau, seine erste und einzige Regiearbeit Der Verlorene, eine Auswahl an Fernseharbeiten und weitere rund 30 Filme zu sehen. Anlässlich dieser Retrospektive wurde gemeinsam mit dem Zsolnay-Verlag ein neues Buch über Werk und Leben Peter Lorres herausgegeben: Peter Lorre. Ein Fremder im Paradies. In Zusammen­ arbeit mit Synema, dem Österreichischen Theatermuseum und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Univer­ sität Wien fand zudem am 3. und 4. Juni ein mit österreichischen und internationalen Experten besetztes Symposium statt. Diese Retrospektive anlässlich des 100. Ge­ burtstags Lorres fand ebenfalls sehr breites Interesse bei Publikum(rund 4.200 Besucher) und Presse[Auswahl: Filmbulletin(CH), Variety(USA), Népszabadság(HU), 3sat, Profil, Der Standard, Kronen Zeitung, Die Presse, Kurier u. a.]. Festwochenkonzerte im Musikverein Bei 60 Konzerten(34 im Großen Musikvereins­ saal und 26 im Brahms-Saal) kamen bei einer Auslastung von 90,3% insgesamt 68.227 Besucher. Wiener Festwochen 2004 7. Mai – 20. Juni Besucheranzahl der Vorstellungen 2004: 58.813 Besucher 2003: 59.310 Besucher 2002: 58.570 Besucher Die Wiener Festwochen 2004 haben 71.785 Karten aufgelegt. Es gab 53 Produktionen mit 219 Vorstellungen: 22 Musik, 30 Schauspiel, 1 Eröffnung. 2003: 33 Produktionen mit 187 Vorstellungen, 65.586 Karten 2002: 46 Produktionen mit 169 Vorstellungen, 68.126 Karten Schauspielprogramm 2004 wurden von 51.441 Karten 44.710 verkauft. Das entspricht einer Auslastung von 86,92%. Musikprogramm 2004 wurden von 20.344 Karten 14.103 verkauft. Das entspricht einer Auslastung von 69,32%. Gesamt 2004 wurden von 71.785 Karten 58.813 verkauft. (2003: Von 65.586 Karten wurden 59.310 verkauft.) (2002: Von 68.126 Karten wurden 58.570 verkauft.) Das entspricht einer Gesamtauslastung von 81,93%. (2003: 90,4%, 2002: 86%). 88 Wiener Festwochen Einnahmen aus dem Kartenverkauf 2004 1.262.294 EUR 2003 1.419.972 EUR 2002 1.124.634 EUR Gesamtbesucheranzahl Besucher insgesamt: 226.901 (2003: 212.000, 2002: 210.000) Eröffnung Rathausplatz Besucher der Vorstellungen Bassline Heißes Wasser für alle Wiener Internationaler Komposi­ tionspreis Happy Hour – Festwochen im Gespräch Echolot 04/6 Werkeinführungen private-exile/ Hausgeburt 40.000 58.813 578 1.432 560 300 200 2.000 500 Festwochenkonzerte im Musikverein Wien, Stadt der Juden – Die Welt der Tante Jolesch Arnold Schönbergs Schachzüge Infame Bilder – Im Kino der Kontrollgesellschaft Peter Lorre – Ein Fremder im Paradies 68.227 43.344 4.147 2.600 4.200 Am besten besuchte Produktionen Stosunki Klary – Klaras Verhältnisse(100%) The Children of Herakles(100%) Nora(100%) Baumeister Solness(100%) Così fan tutte oder Die Schule der Liebenden (100%) La Veillée des Abysses(98%) The Brotherhood of Brass(98%) Peer Gynt(95%) Wallisch Wandern – Ein roter Abend mit Musik (94%) DJ Spooky’s Rebirth of a Nation(92%) Cruel and Tender(91%) Bün és bünhödés a rácsok mögött – Verbrechen und Strafe hinter Gittern(90%) Provenance(90%) Wiener Festwochen 2004: 53 Produktionen(22 Musik, 30 Schauspiel, 1 Eröffnung) 9 Eigen- und 22 Koproduktionen Eröffnung(E), Der Auftrag, Harmonie, Bassline (E), DJ Spooky’s Rebirth of a Nation, The Darkness, private-exile(E), Remix 1-4, Jesus Betz, Februar 1934 – Das Wörterbuch des Schweigens(4 E+ 1 Koproduktion), Berenice, Pipelines – a construction, Cruel and Tender, Bloody Mess, Provenance, Klavieristisches Tagebuch(E), Tagebuch eines Verschollenen (E), Anton von Webern-Fest, Molière stirbt!, Baumeister Solness, Heißes Wasser für alle, Xenakis[a]live!, Proust 3: De kant van Charlus – In Charlus’ Welt, Wiener Internationaler Kompositionspreis 22 Gastspiele Odin den Iwana Denissowitscha – Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch, Répons, Stosunki Klary – Klaras Verhältnisse, DJ Spooky That Subliminal Kid aka Paul D. Miller, El Retablo de Maese Pedro/ Renard/ Pierrot lunaire op. 21, Nora, Kislorod – Sauerstoff, The Children of Herakles, Terrorizm – Terrorismus, Bün és bünhödés a rácsok mögött – Ver­ brechen und Strafe hinter Gittern, La Veillée des Abysses, Pelléas et Mélisande, Così fan tutte oder Die Schule der Liebenden, Breathing Voices, Animator(Kluster), Peer Gynt, Sapho und das Nazareth Orchester, Der Rattenfänger, Reiher(Herons), Proust 1: De kant van Swann – In Swanns Welt, Proust 2: De kant van Albertine – In Albertines Welt, The Brother­ hood of Brass feat. DJ Shantel Die Wiener Festwochen 2004 präsentierten fünf Uraufführungen: DJ Spooky’s Rebirth of a Nation, private-exile, Cruel and Tender, Molière stirbt!, Heißes Wasser für alle, und sieben Auftragswerke: Bassline, private­ exile, Berenice, Cruel and Tender, Februar 1934 – Das Wörterbuch des Schweigens(3 Auftragswerke). Weiters gab es im Programm die Neuinszenierungen von Harmonie und Baumeister Solness. 89 Wiener Festwochen Wiener Festwochen 2004 im Internet Die Statistiken decken den Zeitraum vom 1. Dezember 2003 bis 17. Juni 2004 ab. Gesamtanzahl der Zugriffe: 8,28 Mio(2003: 7,67) Page views(angesehene Seiten): 720.797(2003: 674.817) Visitors(Besucher): 91.844(2003: 98.002) Transferierte Daten: 47,35 GB(2003: 25,93 GB) Besuche aus folgenden Ländern: Österreich 418.690(58,1%) (2003: 363.562, 52%) Nicht zuzuordnen 245.814(34,1%) (2003: 251.856, 38%) Deutschland 23.960(3,3%) (2003: 23.049, 3,3%) Japan 8.721(1,2%) (2003: 6.081, 0,9%) Schweiz 7.730(1,1%) (2003: 7.326, 1%) Beliebteste Tage: 07. 05. 2004 33.957 06. 05. 2004 15.694 06. 06. 2004 8.918 14. 06. 2004 8.785 11. 12. 2003 7.099 Beliebteste Seiten(in absteigender Reihenfolge): Programm, Eventdetails, Homepage, Startseite Beliebteste Events: Peer Gynt, Cruel and Tender, Nora, Eröffnung, La Veillée des Abysses, Baumeister Solness, Festwochenkonzerte 2004, The Children of Herakles Monatsübersicht: Hits Page views Daten transf. Dezember 414.879 39.107 1780 MB Januar 717.944 67.236 3220 MB Februar 527.518 52.161 2500 MB März 659.573 64.494 3630 MB April 1.086.011 111.446 6240 MB Mai 3.554.349 348.711 19080 MB Juni (bis 17. Juni) 603.348 76.749 4010 MB 90 Seiten, über die die Wiener Festwochen erreicht wurden(Referrer): www.wien.gv.at, www.falter.at, www.orf.at, www.derstandard.at, www.ricksteves.com Kartenbestellungen im Internet: Bestellungen 2.203 Karten bestellt 7.507 Einnahmen aus dem Internetverkauf 203.024 EUR (2003: 250.070 EUR, 2002: 105.022 EUR) Top Events nach Kartenverkauf: La Veillée des Abysses 778 Karten Peer Gynt 750 Karten The Children of Herakles 656 Karten Cruel and Tender 636 Karten Entwicklung der Kartenverkäufe: Jahr Bestellungen Karten 2004 2.203 7.507 2003 2.709 8.477 2002 1.190 2.709 2001 1.551 6.092 2000 1.000 3.000 1999 344 1.119 Sponsoring Wiener Festwochen 2004 Mit der Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien konnte 2004 ein dritter Hauptsponsor gewonnen werden. Zusammen mit den beiden Haupt­ sponsoren A1/mobilkom austria und Casinos Austria sowie den Partnern Wiener Stadtwerke, Wiener Städtische Versicherung, KURIER, Mercedes-Benz Wiesenthal& Co, Gösser, Wiener Linien, Österreichische Lotterien, Römerquelle konnten die Sponsoreinnahmen und-leistungen erneut gesteigert werden. Wichtigste Aktivitäten waren u. a. der mit A1 und Mercedes Wiesenthal erstmals angebotene Parking-Service, der dank Raiffeisen ausge­ weitete Jugend-Bonus mit einer Einführungs­ veranstaltung für junges Publikum und die gesamte technische Infrastruktur für die Produktion private-exile, die von Telekom Austria, Alcatel, Avid, IBM Schulungszentrum und A1 zur Verfügung gestellt wurde. Die kostenlose A1-Freeline 0800-664 020, die Erinnerung von A1„... schön, wenn man abschalten kann...“, die Glücksreihe„13“ im Ronacher mit Dinner&Casino-Gewinnen, die Sonderbeilage„Festwochen-KURIER“ sowie Wiener Festwochen Festwochen-Trailer im ORF-TV gemeinsam mit Raiffeisen und auf FM4 gemeinsam mit A1 ergänzten die Aktivitäten und die gemeinsame Kommunikation für die Wiener Festwochen. Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2004 Insgesamt waren 503 Journalisten akkre­ ditiert(367 Inland, 136 Ausland). Medienberichte konnten rund 3.500 gezählt werden. Berichte über die Wiener Festwochen 2004 erschienen bzw. wurden gesendet in 33 Ländern: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Indien, Japan, Jugoslawien, Kanada, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA. Es haben berichtet: u. a. Abendzeitung, Die Welt, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Tagesanzeiger, Neues Deutschland Berlin, Berliner Morgenpost, Frankfurter Rundschau, Financial Times Deutschland, Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Rhein­ Neckar-Zeitung, Focus, Der Spiegel, Das Opernglas, Opernwelt, Theater Heute, Theater der Zeit, Literaturen, Die deutsche Bühne, Bayerischer Rundfunk, 3sat, Deutschlandradio, Südwestfunk, Nordwestradio, WDR, ARTE, SWR, dpa, DW-TV, SDA-ATS(Schweiz), Hessischer Rundfunk, Deutschlandfunk, Neue Zürcher Zeitung, Le Temps(Schweiz), DRS (Schweiz), BLICK(Schweiz), SR2, Le Monde (Frankreich), La Libération(Frankreich), Samtiden(Norwegen), Aftonbladet (Schweden), Helsingin Sanomat(Finnland), Aamulehti(Finnland), Turun(Finnland), El País (Spanien), The New York Times(USA), The Plain Dealer(USA), The Statesman(Indien), Indian Express, Il Manifesto(Italien), Il Piccolo (Italien), La Repubblica(Italien), Art’o (Italien), Dolomiten(Südtirol), Vreme (Jugoslawien), Delo(Slowenien), Tiytro (Türkei), Macedonian Weekly(Mazedonien), Homo ludens(Bulgarien), Izvestia(Russland), Kommersant Daily(Russland), Gazeta (Russland), Domovoj(Russland), The Times (England), The Daily Telegraph(England), Evening Standard(England), International Herald Tribune(England), Financial Times England, Opera Now(England), The Guardian (England), Observer(England), The Stage (England), Plays International(England), The Independent(England), Sunday Telegraph (England), Sunday Times(England), Independent on Sunday(England), Sunday Express(England), Scotland on Sunday (England), Czech Radio, Slovak Radio, Pravda (Slowakei), Világgazdaság(Ungarn), Színház (Ungarn), Criticai Lapok(Ungarn), Népszava (Ungarn), Városi Televízió(Ungarn), Zalai Hírlap(Ungarn), 24 Óra(Ungarn), Népszabadság(Ungarn), Sirp(Estland), Gazeta Wyb Kraków CoJestGrane(Polen), Dialog(Polen), Tygodnik Powszechny(Polen), Didaskalia(Polen). Das internationale Medieninteresse galt vor allem der Eröffnung 2004, Cruel and Tender, Baumeister Solness, der Reihe Februar 1934 – Wörterbuch des Schweigens und dem Anton von Webern-Fest. Wiener Festwochen 2004 Produktionen im Detail Musikprogramm Répons Gastspiel 8., 9. Mai, 20.00 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 779 Besucher El Retablo de Maese Pedro/ Renard/ Pierrot lunaire op. 21 Gastspiel Festival d’Aix-en-Provence et Académie européenne de musique In Koproduktion mit Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg 13., 14., 15. Mai, 20.00 Uhr Theater an der Wien 1.975 Besucher 91 Wiener Festwochen Berenice Auftragswerk Landeshauptstadt München, Wiener Festwochen, Berliner Festspiele Koproduktion Münchener Biennale, Wiener Festwochen, Berliner Festspiele, Staatstheater am Gärtnerplatz, München 22., 23. Mai, 20.00 Uhr Ronacher 887 Besucher Pelléas et Mélisande Gastspiel Staatsoper Hannover 27., 29., 31. Mai, 19.30 Uhr Theater an der Wien 2.284 Besucher Klavieristisches Tagebuch Eigenproduktion Wiener Festwochen 2. Juni, 19.30 Uhr Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal 445 Besucher Tagebuch eines Verschollenen Eigenproduktion Wiener Festwochen 4. Juni, 19.30 Uhr Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal 448 Besucher Anton von Webern-Fest Koproduktion Wiener Festwochen und Wiener Konzerthaus 5. Juni, ab 15.30 Uhr und 6. Juni, ab 11.00 Uhr Wiener Konzerthaus 282 Besucher Molière stirbt Uraufführung Koproduktion Österreichisches Theater und Wiener Festwochen 8., 9., 10., 11., 12., 13., 14., 15. Juni, 20.00 Uhr Jugendstiltheater 1.310 Besucher Der Rattenfänger Gastspiel Staatstheater Darmstadt In Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen 92 10., 11. Juni, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 1.023 Besucher Wiener Internationaler Kompositionspreis Koproduktion Wiener Festwochen und Wiener Konzerthaus 21. Juni, 19.30 Uhr Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal 560 Besucher zeit_zone 2004 DJ Spooky’s Rebirth of a Nation Uraufführung Auftragswerk The Lincoln Center Festival, New York, Festival d’automne à Paris, Spoleto Festival, USA, Wiener Festwochen Koproduktion The Lincoln Center Festival, New York, Festival d’automne à Paris, Spoleto Festival, USA, Wiener Festwochen Mit Unterstützung der American Center Foundation 12. Mai, 20.30 Uhr Ronacher 652 Besucher DJ Spooky That Subliminal Kid aka Paul D. Miller Gastspiel 12. Mai, ab 23.00 Uhr passage 237 Besucher private-exile Uraufführung Auftragswerk Wiener Festwochen Eigenproduktion Wiener Festwochen private-exile, Teil 1 Hausgeburt 16. Mai, 14.00–19.00 Uhr 23 Wiener Wohnungen: www.private-exile.net 500 Besucher private-exile, Teil 2 Kaleidoscope 16. Mai, 21.00 Uhr Ronacher 313 Besucher Remix 1, 2, 3, 4 Koproduktion Wiener Festwochen und Klangforum Wien 17., 18., 24., 25. Mai, 21.00 Uhr passage 485 Besucher Breathing Voices Gastspiel 3. Juni, 20.30 Uhr Ronacher 341 Besucher Animator(Kluster) Gastspiel 4. Juni, 20.30 Uhr Ronacher 456 Besucher Sapho und das Nazareth Orchester Gastspiel 5. Juni, 20.30 Uhr Ronacher 474 Besucher Xenakis[a]live! Koproduktion Wiener Festwochen, Podewil Berlin – Zentrum für aktuelle Künste, Asphodel Ltd San Francisco 6. Juni, 20.30 Uhr Ronacher 178 Besucher The Brotherhood of Brass feat. DJ Shantel Abschlussfest der Wiener Festwochen 2004 Gastspiel 21. Juni, 21.00 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 1.534 Besucher Schauspielprogramm Der Auftrag Koproduktion novapool, Berlin, Berliner Festspiele, Wiener Festwochen Mit Unterstützung von Sparkassen-Kulturfond des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, JOOP! Hauptstadt-Kulturfond, ZDF-Theaterkanal/ arte Wiener Festwochen 30. April, 1. Mai, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 1.284 Besucher Harmonie Neuinszenierung Koproduktion Rabenhof Theater und Wiener Festwochen 5. bis 15. Mai, 15. bis 30. Juni, 20.00 Uhr, täglich außer Montag Rabenhof Theater 2.237 Besucher Stosunki Klary – Klaras Verhältnisse Gastspiel Teatr Rozmaitosci, Warschau 8., 9., 10. Mai, 19.00 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 940 Besucher Bassline Auftragswerk Wiener Festwochen Eigenproduktion Wiener Festwochen Ein Projekt von Artsadmin, London Eröffnung: 10. Mai, 19.00–21.00 Uhr Dauer: 11. bis 27. Mai, Freitag – Mittwoch, 11.00–20.00, Donnerstag 11.00–21.00 U3 Station Neubaugasse, Eingang Schadekgasse, 1060 Wien 578 Besucher Nora Gastspiel Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 13., 14., 19.30 Uhr, 15. Mai, 15.00 und 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 3.483 Besucher The Darkness Koproduktion Infrarouge Théâtre, Montréal, Festival de Théâtre des Amériques Montréal, Théâtre français du Centre National des Arts, Ottawa, Le festival BORDERLINE – CCT, Le Manège scène nationale, Maubeuge, Festwochen/ Berliner Festspiele, Wiener Festwochen 14., 15., 16., 17. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 965 Besucher 93 Wiener Festwochen Jesus Betz Koproduktion La Troppa, Wiener Festwochen, Biennale internationale des arts de la marionnette, Parc de La Villette/ Théâtre de la marionnette à Paris/ Conseil régional de Haute-Normandie dansle cadre du festival Théâtre en Région/ Maison de la Culture de Bourges/ Office départemental d’action culturelle du Calvados Mit Unterstützung von l’AFAA-Ministère des Affaires étrangères 19., 20., 21. Mai, 20.00 Uhr Jugendstiltheater 402 Besucher The Children of Herakles Gastspiel Produktion RuhrTriennale 19., 20., 21., 22. Mai, 19.00 Uhr Parlament, Historischer Sitzungssaal 3.161 Besucher Cruel and Tender Uraufführung Auftragswerk Wiener Festwochen Produktion Wiener Festwochen, Young Vic, London, Chichester Festival Theatre In Koproduktion mit Théâtre des Bouffes du Nord, Paris, Ruhrfestspiele Recklinghausen 23., 24., 26., 27., 28., 19.30 Uhr, 1., 2., 3., 4. Juni, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 4.517 Besucher Bün és bünhödés a rácsok mögött – Verbrechen und Strafe hinter Gittern Gastspiel Budapesti Kamaraszínház 25., 26., 27., 28., 29. Mai, 20.00 Uhr Schauspielhaus 493 Besucher Bloody Mess Koproduktion Forced Entertainment, Sheffield, Wiener Festwochen, Festival THEATERFORMEN, KunstenFESTIVALdesArts, Brüssel, Rotterdamse Schouwburg, Les Spectacles vivants/ Centre Pompidou, Paris Mit Unterstützung des London International Festival of Theatre 26., 27., 28., 29. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.150 Besucher La Veillée des Abysses Gastspiel Koproduktion La Compagnie du Hanneton, Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E., La Coursive, La Rochelle In Zusammenarbeit mit Espace des Arts de Châlon-sur-Saône, Les Halles de Sierre, AvantSeine Théâtre de Colombes, Opéra Comique 26., 27., 28., 29., 30., 31. Mai, 1., 2. Juni, 20.00 Uhr Ronacher 5.327 Besucher Provenance Koproduktion CanStage, Toronto, Wiener Festwochen, BITE:04, London, Melbourne International Arts Festival, queerupnorth, Manchester 2., 3., 4., 5., 6. Juni, 20.00 Uhr Schauspielhaus 766 Besucher Peer Gynt Gastspiel Berliner Ensemble 5., 6., 7., 8. Juni, 19.00 Uhr Theater an der Wien 4.142 Besucher Baumeister Solness Neuinszenierung Koproduktion Burgtheater und Wiener Festwochen 10., 11., 13., 16., 17., 19., 20., 22., 24., 26., 27. Juni, 19.30 Uhr Akademietheater 5.522 Besucher Heißes Wasser für alle Uraufführung Koproduktion Schauspielhaus Wien, Dood Paard, Amsterdam, Wiener Festwochen, Sophiensaele Berlin 94 Wiener Festwochen 13. Juni bis 4. Juli, 20.00 Uhr, täglich außer Montag Schauspielhaus 1.432 Besucher Op zoek naar de verloren tijd – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Proust 1: De kant van Swann – In Swanns Welt Gastspiel ro theater, Rotterdam 15., 16. Juni, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 848 Besucher Op zoek naar de verloren tijd – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Proust 2: De kant van Albertine – In Albertines Welt Gastspiel Koproduktion ro theater, Rotterdam und KunstenFESTIVALdesArts, Brüssel 17., 18. Juni, 20.30 Uhr, 20. Juni, 15.00 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 671 Besucher Op zoek naar de verloren tijd – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Proust 3: De kant van Charlus – In Charlus’ Welt Koproduktion ro theater, Rotterdam und Wiener Festwochen 19., 20. Juni, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 749 Besucher forumfestwochen ff Odin den Iwana Denissowitscha – Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch Gastspiel Staatliches Schauspielhaus Taras Schewtschenko, Charkow 6., 7., 8., 9. Mai, 20.00 Uhr Kabelwerk 593 Besucher Kislorod – Sauerstoff Gastspiel theatre.doc, Moskau 16., 17., 18., 19. Mai, 20.30 Uhr KosmosTheater 416 Besucher Terrorizm – Terrorismus Gastspiel Moskauer Akademisches Künstlertheater Tschechow MXAT 20., 21., 22., 23. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 856 Besucher Pipelines, a construction Koproduktion Kaaitheater, Brüssel und Wiener Festwochen 22., 23., 24., 25. Mai, 20.30 Uhr KosmosTheater 276 Besucher Così fan tutte oder Die Schule der Liebenden Gastspiel Neuköllner Oper, Berlin 3., 4., 6., 7., 8. Juni, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.659 Besucher Reiher(Herons) Gastspiel Koproduktion Schauspiel Staatstheater Stuttgart, junges theater basel, Kaserne Basel 11., 12., 13. Juni, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 802 Besucher Februar 1934 – Das Wörterbuch des Schweigens Wallisch Wandern Ein roter Abend mit Musik Koproduktion Wiener Festwochen, Theater im Bahnhof, Graz, Steirische Kulturinitiative 18., 19. Mai, 9., 10., 11. Juni, 20.00 Uhr Rabenhof Theater 1.080 Besucher Von Wien nach Moskau – Das Kinderheim No 6 Eigenproduktion Wiener Festwochen Dank an diestudios wien 21., 22., 23. Mai, 3., 4. Juni, 20.00 Uhr Rabenhof Theater 941 Besucher 95 Wiener Festwochen Simmering gegen Kapfenberg‘34 – Heimatkunde der Brutalität Produktion Wiener Festwochen In Zusammenarbeit mit dem Akademischen Gymnasium, Beethovenplatz 1, Wien 1(AKG) und dem Bundesgymnasium 21, Franklinstraße 26, Wien 21(GRg21/F26) 27., 28., 29. Mai, 5., 6. Juni, 20.00 Uhr Rabenhof Theater 778 Besucher Onkel Otto ist krank Ein Fundstück Produktion Wiener Festwochen 31. Mai, 1., 2., 7., 8. Juni, 20.00 Uhr Rabenhof Theater 652 Besucher Echolot 04/6 Abschlussveranstaltung Februar 1934 – Das Wörterbuch des Schweigens Produktion Wiener Festwochen 12., 13. Juni, 19.00 Uhr KosmosTheater 200 Besucher 96 Beratungsstelle BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Aufgabe der Beratungsstelle für Kulturarbeit war es auch heuer wieder, vielen neu gegründeten Vereinen und Nachwuchskünstle­ rInnen zu einem fundierten Einblick der Fördermechanismen der öffentlichen Hand zu verhelfen. Die Kulturschaffenden gehen mehr und mehr Großprojekte an, die über mehrere Jahre laufen. Aufgrund immer komplexer werdender Strukturen von Projekten(Multimedialität, Einbindung unterschiedlicher Kunst- und Präsentationsformen, elektronische Vermittlung und Gestaltung von Inhalten und die künstlerische, zum Teil kritische Ausein­ andersetzung damit) weitet sich die Beratung von KünstlerInnen zunehmend in Richtung längerfristiges Coaching aus. In diesem Jahr wurden 583 Geschäftsfälle per e-Mail bearbeitet, davon betrafen 111 EU relevante Projekte, 87 Frauenkulturprojekte. Zudem wurden wöchentlich bis zu 15 ein­ stündige Einzelberatungen und bis zu 60 Telephonberatungen durchgeführt. Die Anfragen kamen zu 24% aus dem Theater­ bereich, zu 16% aus dem Feld der bildenden Kunst, zu 12% aus dem Musiksektor, zu 6% aus der Literatur. 10% waren Anfragen bezüg­ lich EU und Städtevernetzung. 7% betrafen Ausbildung und kulturelles Management, 14% Vereinsförderung, allgemeine Kulturförderung und Stadtteilarbeit, 7% neue Medien, 1% Kinder- und Jugendprojekte und 3% Filmförderung. Die Initiativen der EU zur Förderung von Kultur beziehen sich nicht nur auf das Programm Kultur 2005, sondern bewegen sich im Sinne des Mainstreamings auch in anderen Bereichen der Regionalförderung. Das bedeutet eine genaue Kenntnis der dazugehörigen Einreich­ möglichkeiten und der, in verschiedenen Programmen verfügbaren Mittel. Die Bera­ tungsstelle gibt projektangepasste Informa­ tionen darüber. Folgende Programme sind für Kulturarbeit interessant: IST- Forschung, technologische Entwicklung (neue Medien) Kultur 2005 – gemeinsames, kulturelles Erbe, künstlerisches und literarisches Schaffen, Netzwerke Media Plus – audiovisueller Bereich Interreg III A – Integration grenznaher Gebiete, kulturelle Zusammenarbeit insbesondere im„small project fund“ Interreg III B und III C Urban II sowie Ziel 2 Gebiet für Wien. Im Rahmen letzteren nimmt die Beratungsstelle die Betreuung des mehrjährigen Großprojektes Kulturpark Augarten weiterhin wahr, ebenso wie die Tätigkeit in den Beiräten von Urban II, Ziel 2 und Zielgebiet Gürtel. Adresse: Kulturabteilung der Stadt Wien, Friedrich-Schmidtpl. 5, 3. Stock, Zi 318. Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch von 10 Uhr bis 18 Uhr, telephonische Vereinbarung: 4000-84714. 97 Wiener Stadt- und Landesarchiv WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) I m Rahmen des„Kontraktmanagements“ wurde für das Jahr 2004 erstmals ein Leistungskontrakt abgeschlossen. Als Konsequenz daraus waren für die weitere Umsetzung der Methoden des„New Public Managements“ eine Controlling-Organisation aufzubauen sowie die Grundlagen für die Einführung der Kostenrechnung – gestützt auf SAP – zu schaffen. Ebenfalls 2004 wurden die Vorbereitungen zur Beschaffung des Wiener Archivinformationssystems(WAIS) im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung zur EDVmäßigen Unterstützung der Aufgaben des Archivs, insbesondere zur Archivierung des elektronischen Akts, abgeschlossen. Die standardisierte Erschließung nach dem ISAD(G)(International Standard of Archival Discription/General), die wesentlich zu einer erhöhten Transparenz gegenüber den Archivbenützern beitragen soll, wurde systematisch vorangetrieben. An Archivgutübernahmen sind vor allem Übernahmen von der Magistratsabteilung 61 zu erwähnen. Von dieser Magistratsabteilung wurden größere Mengen von Akten zum Personenstandswesen 1939-1995 und zur Staatsbürgerschaft 1933-1974 übernommen. Im Bereich der landesarchivalischen Bestände ist die Übernahme von Akten des Erbgesund­ heitsgerichtes, das in den Jahren 1940–1944 Verfahren zur Zwangssterilisation durchführte, und die für die zeitgeschichtliche Forschung eine wertvolle Quelle darstellen, hervorzu­ heben sowie auch die umfangreichen neu übernommenen Bestände des Otto Wagner Spitals(ehemals Heil- und Pflegeanstalt Steinhof) aus der Zeit des Nationalsozialismus. Im Bereich der Sammlungen wurden Krankengeschichten(u.a. verfasst von Sigmund Freud) von Peter Altenberg, Richard Engländer, Waclaw Nijinsky und Ritter Anton von Fernkorn dem Bestand H.A. Akten ­ Persönlichkeiten zugeordnet. Es konnte auch ein wertvolles Zehent- und Bergrechtsbuch der 98 Herrschaft Mauer(Wien 23) aus dem 17. Jahrhundert erworben werden. Die Erwerbung des Foto-Teilnachlasses von Ferdinand Schmutzer konnte nach den im Jahr 2003 getroffenen Vorbereitungen abgeschlossen werden. Die Archivbibliothek verzeichnete im Jahre 2004 2.323 Neuzugänge. Abgesehen von den Routineaufgaben ist besonders die Übernahme der Bibliothek des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit, die einen bedeutenden Zuwachs für den Bestand darstellt, hervorzuheben. In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT WIEN) www.wien.gv.at/infodat/advgliwww/ können alle Vorgänge im Wiener Gemeinderat und im Wiener Landtag wie z. B. Anfragen und Antworten, Anträge, Gesetzesentwürfe, Budgetentwürfe usw. mit Hilfe von Schlag­ worten und verschiedensten Formalkriterien abgerufen werden. Bisher wurden 18.630 Vorgänge mit allen verfügbaren Details aufbereitet. Direkte Verlinkungen mit den Wörtlichen Protokollen und Sitzungsprotokollen der Sitzungen des Gemeinderates und des Landtages, Verlinkungen mit den jeweiligen Landesgesetzblättern sowie – als diesjährige Neuerung- zu den Gesetzesentwürfen samt Erläuternden Bemerkungen bieten eine umfassende Online-Dokumentation. Neben der Aufbereitung und Verlinkung der Vorgänge der laufenden Sitzungen, wurden zusätzlich Gemeinderatssitzungen aus dem Jahr 1996 be­ arbeitet, um auch der historischen Komponente der Datenbank Rechnung zu tragen. Informationen über die Mitglieder des Wiener Gemeinderates und Landtages sind nunmehr auch nach deren Ausscheiden aus ihrer Funktion durch die Sammlung der jeweiligen Lebensläufe elektronisch verfügbar. Ebenfalls neu ist die Verlinkung der Biographien der Abgeordneten zum Wiener Landtag bzw. den Mitgliedern des Wiener Wiener Stadt- und Landesarchiv Gemeinderates sowie den Mitgliedern der Landesregierung und des Stadtsenates mit der Informationsdatenbank. In der seit 2002 bestehenden„Daten­ sammlung Wiener Politikerinnen und Politiker“ sind alle Bürgermeister der Stadt Wien seit 1282 samt biographischen Angaben, alle Wiener Landtagspräsidentinnen und ­ präsidenten seit 1920, sowie alle Bezirksvor­ steherInnen und deren Stellvertreter/innen seit 1945 dokumentiert und im Internet unter www.wien.gv.at/ma08/politiker/index.htm abrufbar. Derzeit sind 825 Personen samt Lebensdaten, Funktionsdaten und Partei­ zugehörigkeit dokumentiert, an einem weiteren Datensatz wird bereits gearbeitet. Einen Schwerpunkt im Bereich der Öffentlich­ keitsarbeit bilden die Betreuung von Be­ nützerInnen und die Anfragebeantwortungen. Im Berichtsjahr wurde der archiveigene Benützersaal an 258 Betriebstagen 7.037mal von BenützerInnen aufgesucht. Dazu mussten 1.849 telefonische Anfragen erledigt sowie 18.381 Aktenbewegungen vorgenommen werden. Von zunehmender Bedeutung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist die Präsentation im Internet. Auf Wien-Online und im magistrats­ internen Intranet wurden Informationen auf ca. 750 Seiten bereitgestellt und laufend aktualisiert, davon sind auf Wien-Online ca. 360 Seiten abrufbar(davon 74 in englischer und 17 in französischer Sprache), im Intranet stehen 390 Seiten zur Verfügung. Im Jahr 2004 wurden vier Kleinausstellungen präsentiert. Im Ausstellungsfoyer des Archivs war zunächst im Februar des Berichtsjahres die Schau„Plädoyer für eine bunte Welt – Gemälde des Archivmitarbeiters Andrew John Simon“ zu sehen. Von März bis Juni 2004 zeigte das Archiv„Schätze aus dem Künstlerhaus“, im Sommer(Juli – Oktober) war die Kleinausstellung„Archivbauten in Österreich“ zu sehen. Anhand des Österreichischen Staatsarchivs, der österreichischen Landes­ archive sowie einiger Stadtarchive wurde versucht, dem Beschauer einen Überblick über unterschiedliche österreichische Archivbauten zu bieten. Die Ausstellung„Der f otografische Blick des Malers – Die Wiener Gesellschaft aus der Sicht Ferdinand Schmutzers“ war von November 2004 bis März 2005 zu sehen. Zu den drei letztgenannten Ausstellungen wurden Begleitbroschüren an die Besucher gratis abgegeben. Im archiveigenen Vortragssaal fanden 74 Veranstaltungen(Archivpräsentationen, Workshops, Tagungen, Seminare) statt. So etwa veranstaltete das Wiener Stadt- und Landesarchiv gemeinsam mit der Evange­ lischen Akademie Wien und in Zusammen­ arbeit mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung, dem Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit und der Historischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zwischen 17. und 19. November ein internationales Symposion„Staatsmacht und Seelenheil. Gegenreformation und Geheimprotestantismus in der Habsburgermonarchie“, an dem 27 Referentinnen und Referenten sowie sieben Kommentatorinnen und Kommentatoren aus acht Ländern, darunter auch aus den USA, teil­ nahmen. In der Veröffentlichungsreihe C(Sonderpubli­ kationen) des Archivs erschien Heft 10 (Michael Hochedlinger- Irmgard Pangerl, Mein letzter Wille – Kulturhistorisch bedeutende Testamente und Verlassenschaftsabhandlungen in Wiener Archiven/16.–18. Jahrhundert). Im Rahmen der Herausgabe der beiden historischen Atlaswerke wurde beim Historischen Atlas von Wien nach der Fertig­ stellung und Auslieferung der neun Karten umfassenden 9. Lieferung Ende 2003 mit den Arbeiten an der für 2005 vorgesehenen 10. Lieferung begonnen. Sie wird neben der Serie der Bezirkskarten zum Thema Flächennutzung 1920, Hauserträge 1914 und Baualter 1920, die diesmal den 2. und 20. Bezirk umfassen werden, Punktekarten mit Institutionen des Finanzsektors aus den Stichjahren 1855, 1892 1913 und 1937 enthalten. Eine bedeutsame Innovation erfolgt mit der Ausdehnung der 99 Wiener Stadt- und Landesarchiv Serie von Kartogramm-Karten zu demographi­ schen und berufsstrukturellen Themen auf die Zeit nach 1945. Den Anfang werden Karten zur Entwicklung der Alterstruktur 1951 bis 2001 machen. Die Serie der Reproduktionen soll mit dem Vogelschauplan von Jacob Hoefnagel aus 1609 fortgesetzt werden. Seit Anfang des Jahres 2004 hat der HAW auch eine eigene Website http://www.magwien.gv.at/ma08/ wienatlas/index.htm) mit Präsentation des Atlaskonzepts, Kartenbeispielen samt Kurz­ interpretation und Bestellmöglichkeit. Eine englische Version ist bereits fertiggestellt und wird ebenfalls demnächst im Netz sein. Beim Österreichischen Städteatlas ist die 8. Lieferung mit den Stadtmappen Gmunden (Andrea Pühringer), Lienz(Meinrad Pizzinini), Melk(Susanne Claudine Pils), Schladming (Günter Cerwinka) und Zwettl(Herbert Knittler) im Oktober 2004 termingerecht erschienen. Die Stadtmappen Lienz und Schladming wurden am 5. und 6. November in den jeweiligen Städten präsentiert. Präsentationen der weiteren Stadtmappen erfolgten noch vor Weihnachten 2004. Im November 2004 ist Heft 9 der Neuen Folge der Zeitschrift„Pro Civitate Austriae“(in Kooperation zwischen dem Arbeitskreis, dem Boltzmann Institut, dem Wiener Stadt- und Landesarchiv und dem Verein für Geschichte der Stadt Wien) erschienen. Enthalten ist neben der Bibliographie zur österreichischen Städtegeschichte für das Jahr 2003 ein Beitrag zum Thema„Stadt/Raum/Verkehr“ von Sándor Bekesi, der sich mit den Aspekten des öffent­ lichen Verkehrs in Wien befasst. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden auch die Bürogeschäfte der Hochschul­ jubiläumsstiftung der Stadt Wien zur Förderung der Wissenschaft abgewickelt. Im Jahr 2004 konnten von 205 eingereichten Projekten 124 in einer Gesamthöhe von 518.083 EUR gefördert werden . 100 Wiener Stadt- und Landesbibliothek WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) Im Jahr 2004 konnte die Wiener Stadt- und Landesbibliothek mit den 2003 durchgeführten baulichen Maßnahmen und den Veränderungen der Bibliotheksräume erstmals Erfahrungen sammeln. Eine der wichtigsten Dienst­ leistungen der Bibliothek, die Beratung der Benützer und Benützerinnen, ist durch den im Eingangsbereich angeordneten Informations­ schalter und einen ständig besetzten Aufsichts­ und Informationsschalter im Handschriften­ lesesaal weiter ausgebaut worden. Von den Besuchern und Besucherinnen der Bibliothek wurden die Veränderungen sehr positiv aufge­ nommen, wenn auch die Ausstattung mit Möbeln und Geräten noch nicht vollständig modernisiert werden konnte. Im Jahr 2004 gingen die Arbeiten am neuen Tiefspeicher der Bibliothek im Hof 6 des Rathauses weiter. Der Speicher umfasst neben den drei Untergeschossen auch ein Erdge­ schoß, in dem die Restaurierwerkstätte und die Arbeitsräume der Plakatsammlung unterge­ bracht werden. Für die Gestaltung des Daches, das aufgrund der räumlichen Verhältnisse die einzige Sichtfläche darstellt, wurde ein „lebendes“ Kunstwerk von Lois und Franziska Weinberger geplant. Anfang Mai 2004 wurde vom Beirat„Kunst im öffentlichen Raum“ die Entscheidung getroffen, dieses Kunstwerk teilweise zu finanzieren. Die verbleibenden Kosten übernahm der Sponsor A. Porr AG. Der Tiefspeicher wird als erster Bibliotheksbau im deutschsprachigen Raum ein Brandschutz­ system aufweisen, das durch eine Reduktion des in der Luft enthaltenen Sauerstoffs Brände nicht bekämpft, sondern ihre Entstehung ver­ hindert. Eine weitere wesentliche Innovation ist ein Lagersystem für Plakate, das den modernsten konservatorischen Standards genügt und zugleich eine maximale Aus­ nützung des Magazinraumes ermöglicht. Mit Anfang Mai übernahm die Historikerin/ Kunsthistorikerin und Museums- bzw. Ausstel­ lungskuratorin Sylvia Mattl-Wurm die Direktion der Bibliothek. Im Herbst 2004 wurde eine Image- und Akzeptanzanalyse durchgeführt. Die Bibliothek gilt als„Haus von Spezialisten für Spezia­ listen“, welches in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen wird. Die Benützung der Bibliothek in ihrer jetzigen Form genießt bei den befragten Besuchern und Besucherinnen hohe Akzeptanz. Die Bibliothek kann in erster Linie auf einen sehr hohen Anteil an regel­ mäßigen Benutzern, auf ein Stammpublikum, verweisen. Jeder zweite Besucher nutzt das Angebot beruflich im Bereich der wissen­ schaftlichen Forschung, jeder vierte im Rahmen seines Studiums. Die am meisten genutzten Bereiche sind mit 80% die Druck­ schriftensammlung, gefolgt vom Tagblattarchiv mit 38% und der Handschriftensammlung mit 32%. Alle befragten Benutzerkreise sprachen sich für eine Öffnung der Bibliothek aus. „Aufbereiten und anbieten“ soll jedoch sensibel und den Beständen sowie den Benützern und Benützerinnen der Bibliothek angemessen erfolgen. Sammlungen: Erwerbungen, Erschließung und Benützung Der Online-Katalog der Druckschriften­ sammlung enthielt mit Ende des Jahres 2004 438.700 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, Belegexemplaren, aus Ankäufen aktueller und antiquarischer Bücher und aus der Aufarbeitung der Nachlässe von H.C. Artmann, Jeannie Ebner, Helmut Eisendle und Gerhard Fritsch betrug 9.906 Bände. Im Rahmen der Retrokatalogisierung wurden 10.900 bereits vorhandene Bände neu katalogisiert. Neben dem laufenden Ankauf aktueller Literatur konnten 105 antiquarische Bücher erworben werden, darunter ein seltener Wiener Frühdruck, der eine zum Wiener Fürstentag 1515 gehaltene Rede enthält, ein Druck aus dem Jahr 1532 über die Kampf­ handlungen im Wienerwald zwischen dem kaiserlichen Heer und den Osmanen sowie die Leichenpredigt, die der Jesuitenpater Thomas 101 Wiener Stadt- und Landesbibliothek Dueller auf König Ferdinand IV. hielt(1654). Einen besonderen Zuwachs erfuhr die Koch­ buchsammlung durch die Erwerbung von 11 zwischen 1806 und 1954 erschienenen Koch­ büchern. Durch ein Geschenk der Telecom Austria verfügt die Bibliothek nun fast lücken­ los über alle seit 1886 erschienenen Wiener Telefonbücher. Übernommen wurden auch die Bibliothek des aufgelösten Integrationsfonds und ein erster Teil der historischen Bibliothek des Pädago­ gischen Instituts der Stadt Wien. Für die Benützung wurden im Jahr 2004 etwa 18.600 Bände bereitgestellt. Die Handschriftensammlung bezog im Oktober 2003 den neuen Lesesaal, dessen Ein­ richtung allerdings mit vorhandenen Möbeln gestaltet werden mußte. Die systematische Ergänzung der Bestände durch die Erwerbung von Einzelautographen wurde 2004 zu Gunsten der Erwerbung größerer Bestände zurückgestellt. Trotzdem konnte eine Reihe von wichtigen Einzel­ autographen erworben werden, u.a. von Eduard von Bauernfeld, Carl Blasel, Franz Karl Ginzkey, Charles Gounod, Paula Grogger, Ernst Haeussermann, Paul Langkammer, Friedrich Marx, Max Mell, Felix Salten, Daniel Spitzer, Hugo Thimig und Karl Heinrich Waggerl. Die Nachlässe von H.C. Artmann, Gerhard Fritsch und Marcel Prawy waren die bedeu­ tendsten Erwerbungen des Jahres 2004. Dazu kamen weitere, zum Teil ebenfalls sehr umfangreiche Bestände, u.a. die Nachlässe von Otto Grabner, Jeannie Ebner, Franz Hiesel und Robert Mühlher, ein Teil des literarischen Archivs von Bodo Hell und als Geschenk der Firma Palmers die Sammlung Braun& Co. Der Online-Katalog der Handschriftensamm­ lung enthielt mit Ende des Jahres 139.100 Eintragungen. Im Zuge der Retrokonversion des Zettelkataloges wurden 53.000 Titelaufnahmen in den Online-Katalog der Hand­ schriftensammlung übernommen, 1.700 Auto­ graphen wurden neu katalogisiert. 48 Nach­ lassverzeichnisse in EDV-Dateien übernommen und für die Präsentation im Internet über­ arbeitet. Neun Nachlässe wurden mit Unter­ stützung von Volontären systematisch ge­ 102 ordnet, vier Nachlässe katalogisiert. Für die Benützung wurden 3.500 Auto­ graphenmappen und 700 Nachlaßkartons bereitgestellt. Die Musiksammlung konnte 2004 zwei Tänze von Franz Schubert und zwei Lieder von Hugo Wolf erwerben. Franz Schuberts Ecossaise D 511 und der Deutsche Tanz D 365/3 ergänzen die von der UNESCO in das„Memory of the world“ aufgenommene Schubert-Sammlung der Bibliothek. Die autographe Druckvorlage des Liedes„Der Scholar“ und die Reinschrift des Liedes„Komm o Tod“ aus dem Spanischen Liederbuch erweitern den vorhandenen Be­ stand an Autographen von Hugo Wolf. Hervorragende Erwerbungen waren auch der eigenhändige Partitur-Entwurf der letzten veröffentlichten Komposition von Johann Strauss Sohn,„Klänge aus der Raimund-Zeit“ op. 479, der Nachlass von Philipp Fahrbach junior, der den bereits vorhandenen Bestand an Nachlässen der Musikerfamilie Fahrbach ergänzt, und Manuskripte aus dem historischen Archiv des renommierten Wiener Musikverlages Doblinger. Aus dem Manuskript-Archiv Doblinger konnten die Bestände von Paul Abraham, Josef Bayer, Heinrich Berté, Hermann Dostal, Franz Gernerth, Cark Goldmark, Bruno Granichstaedten, Bernard Grün, Franz Ippisch, I. Ivanovici, Karl Komzák, Hermann Leopoldi, Josef Marx, Adolf Müller sen., Johann Promberger, Heinrich Reinhardt, Ernst Reiterer, Karl Schiske, Franz Schöggl, Franz Schubert, Ulrich Sommerlatte, Hans Stilp und Johann Strauss Enkel erworben werden. Dazu kamen die Nachlässe des Akkordeonisten Eduard Lindner, des Kirchenmusiker Josef Fischer(mit einem autographen Klavierauszug von Edmund Eysler), der Komponisten Bruno Granichstaedten, Othmar Klose, Ernst Ludwig, Otto Lachmayer und Eric Paul Stekel, dem von den Nationalsozialisten vertriebenen Sohn des Mitbegründers der Psychoanalyse, Wilhelm Stekel. Im Jahr 2003 wurden 208 Musikhandschriften und 340 Musikdrucke inventarisiert, 7.300 Musikautographe und Musikdrucke wurden für Wiener Stadt- und Landesbibliothek die Benützung bereitgestellt. Vier Nachlässe wurden systematisch geordnet und in Bestandslisten erfaßt. Der Neuzugang in der Plakatsammlung aus der regulären Erwerbung über die Gewista und Geschenken von Wiener Veranstaltern betrug rund 3.500 Plakate. Aus dem Nachlass von Curt Stenvert wurden 33 Plakate und Plakatentwürfe erworben. Die Neuzugänge wurden vollständig im OnlineKatalog verzeichnet, retrospektiv wurden rund 980 Plakate erfasst, damit waren Ende des Jahres 2004 rund 77.700 Plakate im elektronischen Katalog verzeichnet. Die Zeitungsdokumentation wurde im Jahr 2004 um rund 4.000 Eintragungen erweitert. Aus dem Tagblattarchiv wurden rund 700 Mappen mit Zeitungsausschnitten benützt. Restitution Die Restitutionskommission empfahl die Rück­ gabe der Sammlungen Horwitz und Friedrich, sprach sich aber gegen die Restitution der Sammlung Abeles aus, da die Ankaufsver­ handlungen bereits vor dem 13. März 1938 abgeschlossen worden waren. Die während der umbaubedingten Schließzeit im Jahr 2003 begonnene Revision der zwischen 1938 und 1945 erworbenen Druckschriften wurde Ende des Jahres 2004 abgeschlossen. Sämtliche Bände wurden auf allfällige Provenienzspuren (Ex Libris, Sammlervermerke, handschriftliche Vermerke wie Widmungen etc.) untersucht und die Ergebnisse im Bibliothekskatalog vermerkt. In einem weiteren Sichtungsvorgang, etwa um interne Sammlungsvermerke oder bekannte, unbedenkliche Provenienzen auszuschließen, werden dann Einträge herausgefiltert, denen weiter nachgegangen wird. Um Bestände ausfindig zu machen, die nicht über die normalen Erwerbungsvorgänge in die Bibliothek kamen, wurde die gesamten Akten der Bibliothek im Zeitraum 1938 bis 1950 durchgesehen, die nicht im Zusammenhang mit regulären und aktenkundigen Erwerbungen stehen. Dabei wurde ein weiterer Restitu­ tionsfall, ein Teilnachlass des Wiener Biblio­ graphen und Bibliothekars Michael Holzmann, entdeckt. Die Bibliothek hat mit diesen letzten Arbeiten im Bereich Restitution ihre Möglichkeiten aus­ geschöpft. Es kann jedoch nicht ausge­ schlossen werden, dass durch Informationen, die der Bibliothek bisher nicht zugänglich waren, weitere restitutionswürdige Bestände ausfindig gemacht werden. Bestandserhaltung Die Bestandserhaltung wird ein zunehmend wichtiges Thema für die Bibliothek. Sie verfolgt zwei Ziele, zum einen dürfen bestehende Schäden an den Beständen nicht durch die Handhabung in der Bibliothek und durch die Benützung vergrößert werden, zum andern müssen einzelne besonders schadhafte Bestände sachgemäß restauriert werden. Zum Thema Bestandserhaltung fand im Wiener Stadt- und Landesarchiv ein von der Arbeits­ gemeinschaft der österreichischen Literatur­ archivs(koop-littera) konzipierter Workshop statt. In der Restaurierwerkstätte wurden rund 160 Autographe, 140 Bücher und 220 Plakate restauriert. Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen Die Bibliothek wurde 2004 von rund 11.000 Benützern und Benützerinnen besucht, wobei die Zahlen mit der Benützung vor dem Umbau nicht vergleichbar sind, da zuvor getrennte Lesesäle zusammengelegt und Personen, die bisher mehrmals gezählt worden sind, jetzt nur mehr einmal erfaßt werden. Die Benützung der Website und der Kataloge steigt ständig, auch wenn man die Aussagekraft von Web­ statistiken kritisch bewertet. Monatlich wurden zwischen 250.000 und 320.000 Seiten – mit starken saisonalen Schwankungen- auf­ gerufen, insgesamt waren es 2004 3,5 Mio. Seiten. Ein großer Teil davon geht auf die Benützung der Online-Kataloge zurück, die im Herbst 2004 überarbeitet wurden. 103 Wiener Stadt- und Landesbibliothek Mit dem 2003 neu installierten Ausstellungs­ kabinett bieten sich wesentlich bessere Möglichkeiten für Ausstellungen als auf dem Gangbereich vor der Bibliothek. Die Orte des Helmut Eisendle Bis 27.Februar 2004 Kuratoren: Andreas Brandtner und Julia Danielczyk Katalog mit Beiträgen von Andreas Brandtner und Julia Danielczyk Präsentation des seit 2001 in der Handschriftensammlung befindlichen Nachlasses von Helmut Eisendle. Des Verfassers beste Laune. Johann Strauss (Vater) und das Musik-Business im Biedermeier. 12. März bis 21. Mai 2004 im Rahmen der Johann Strauss-Vater-Gedenkwoche der„TanzSignale“ Kurator: Norbert Rubey Anlässlich des 200. Geburtstages von Johann Strauss- Vater Anton Webern – Bergpredigt 4. Juni bis 8. Oktober 2004 Kurator: daedalus(Gerhard Fischer) Katalog mit Beiträgen von Günter Metken und Gerhard Fischer weiche welten. Fotos, Texte und Musik von Liesl Ujvary 22. Oktober 2004 bis 14. Jänner 2005 Kuratoren: Andreas Brandtner, Liesl Ujvary Katalog mit Beiträgen von Thomas Ballhausen, Andreas Brandtner, Martin Breindl, Alexandra Millner und Christiane Zintzen Ausstellung im Rahmen des Monats der Photographie, Präsentation des 2003 erworbenen literarischen Archivs von Liesl Ujvary sowie ihres fotografischen Werkes Zueignungen/Zuneigungen zum 80. Geburtstag von Friederike Mayröcker 16.Dezember 2004 bis 31. Jänner 2005 Ausstellung in den Bibliotheksräumen mit Beispielen aus dem literarischen Archiv Friederike Mayröckers und mit Bildern und Graphiken von Angelika Kaufmann und Linde Waber 25 Jahre UNO-City in Wien/ 25 years Vienna Internationale Centre in Vienna Ausstellung der MagistratsdirektionAuslandsbeziehungen in Kooperation mit der Bibliothek im Arkadenhof des Rathauses; Eröffnung durch Bürgermeister Michael Häupl und UN-Generaldirektor Antonio Maria Costa am 6. September 2004 Kurator: Christian Mertens Die Ausstellung war anschließend im Vienna International Centre, im Bezirksamt Donaustadt sowie mehreren Schulen zu sehen. Die 2002 für Japan konzipierte Ausstellung „Plakate aus Wien“(Kurator: Markus Feigl) wurde 2004 im Jänner in Kotor(Montenegro) und im Mai-Juni anläßlich der Wien Tage im Historischen Museum der Stadt Bukarest gezeigt. In Kooperation mit der Vereinigung belgischer Widerstandskämpfer wurden Plakate aus der Zwischenkriegszeit für eine Wanderausstellung in Belgien zusammen­ gestellt(«Bons ou mauvais? Affiches autrichiennes de propagande pure ou électorales. Epoque d’entre deux guerre»). In der Oskar Kokoschka-Galerie der österreichi­ schen Botschaft in Prag wurde eine Ausstellung über«Österreichische Filmplakate nach 1955», im Österreichischen Kulturforum in Bratislava „Des Verfassers beste Laune. Johann Strauss (Vater) und das Musik-Business im Biedermeier“ gezeigt. Ausstellungsbeteiligungen Für eine Reihe von Ausstellungen wurden als Leihgaben wertvolle Bücher, Handschriften und Plakate im Original zur Verfügung gestellt, es waren dies”Antonio Salieri e l’Europa”(Palazzo Reale, Milano),”Prag-Wien. Zwei öster­ reichische Metropolen im Lauf der Jahr­ hunderte(Archiv der Hauptstadt Prag, Palais Clam-Gallas),„Schiele& Roessler. Der Künstler und sein Förderer. Kunst und Networking im frühen 20. Jahrhundert“(Wien-Museum), 104 Wiener Stadt- und Landesbibliothek „Magische Orte. Wiener Sagen und Mythen“ (Wien-Museum/Hermesvilla),„Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war“(Wien-Museum/ Künstlerhaus),„Erich Wolfgang Korngold“ (Kleines Festspielhaus, Salzburg und Wiener Staatsoper),„Oscar Straus. Weltbürger der Musik“(Haus der Musik, Wien),„Das Leben ein Tanz oder der Tanz ein Leben. Johann Strauss Vater und Philipp Fahrbach senior. Alt-Wiener Impressionen im Spiegel der Musik“(Uni­ versitätsbibliothek Wien),„Max Reinhardt und Österreich. Ein ambivalentes Verhältnis“ (Österreichisches Theatermuseum),„Eremiten - Kosmopoliten. Moderne Malerei in Kärnten 1900-1955“(Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt),„Jüdisches Leben in Wien in der Zeit der Ersten Republik“(Jüdisches Museum der Stadt Wien),„Anna Mahler. Ich bin in mir selbst zu Hause“(Literaturhaus Wien, Österreichische Exilbibliothek),„Hans Moser“(Österreichisches Theatermuseum), „Geraubte Bücher- Die Österreichische Nationalbibliothek stellt sich ihrer NS-Ver­ gangenheit“(Österreichische National­ bibliothek). Veranstaltungen Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit nützte die Bibliothek den Lesesaal auch 2004 für Veranstaltungen. Am besten besucht war der Abend für Gerhard Fritsch am 16. April 2004, anlässlich der Übernahme des Nachlasses. Erika Pluhar, Robert Menasse und Hermann Böhm präsentierten den Autor und betonten die Chancen, die die Erwerbung des Nach­ lasses eröffne. Das Fest zum 80. Geburtstag von Friederike Mayröcker am 16. Dezember 2004 mit einer Reihe bekannter Autorinnen und Autoren war ebenfalls ein großer Publikumserfolg. Drei Buchpräsentationen(Reihe„Buchforschung“, Reprintreihe„Viennesia“, Reprint„Die Wiener Ringstraße in ihrer Vollendung“), die Präsen­ tation der Hans- Moser- CD„Tonraritäten“, sowie ein Tanztheaterabend„Zwischen den Zeilen- Öffnungszeiten einer Bibliothek“ ergänzten das Programm. In den Räumen der Musiksammlung begann im Dezember 2004 die Veranstaltungsreihe„Kunst in der Musiksammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek“, in der monatlich LiveKonzerte und CDs präsentiert werden. Die Bibliothek war Mitveranstalter eines gut besuchten internationalen musikwissen­ schaftlichen Symposiums über Johann Strauss (Vater) am 9. und 10. März im Nordbuffet des Wiener Rathauses(im Rahmen der Strauss­ Vater-Gedenkwoche„Tanz-Signale“). Die von der Wiener Stadt- und Landes­ bibliothek und dem Österreichischen Literatur­ archiv gemeinsam organisierte Arbeitsgruppe „koop-littera“ veranstaltete wieder die jährliche Arbeitstagung der österreichischen Literatur­ archive, diesmal in der Niederösterreichischen Landesbibliothek in St. Pölten. Um mehr Benützer und Benützerinnen zu gewinnen, wurden 54 Führungen mit rund 1.800 Teilnehmern organisiert. Wie im Vorjahr war die Bibliothek auch 2004 mit einem Stand auf der Österreichischen Buchmesse im Rathaus vertreten. Begleitend fanden dazu elf Bibliotheksführungen statt. Im Rahmen des Ferienspiels wurden erstmals Kinderführungen durch die Bibliothek angeboten. Vom 16. bis 20. August 2004 nahmen rd. 150 Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren an insgesamt 13 Spezialführungen durch die Druckschriften­ sammlung teil. Teilnahme an Fachkongressen Vertreter der Bibliothek haben an folgenden wissenschaftlichen Tagungen im In- und Aus­ land zum Teil mit eigenen Beiträgen teil­ genommen: Tanz Signale 2004(Wien), Jahreskonferenz der„International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centers(Oslo, Norwegen),„Tanzmusik im Biedermeier“(Ruprechtshofen, Niederösterreich),„Information Macht Bildung“ 2. Leipziger Kongress für Bibliothek und Information(Leipzig), Arbeitstagung der österreichischen Literaturarchive(St. Pölten), 105 Wiener Stadt- und Landesbibliothek Digitale Publikationen an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen: Zugäng­ lichkeit und langfristige Archivierung- eine gemeinsame Herausforderung(Wien), Inter­ nationale Nestroy-Gespräche(Schwechat Bibliotheken- Fundament der Bildung(Öster­ reichischer Bibliothekartag, Linz), 12. Bibliotheksbaukonferenz der„Vereinigung wissenschaftlicher Bibliotheken“(Bozen/ Venedig), Jahrestagung der Arbeitsgemein­ schaft der Regionalbibliotheken(Karlsruhe), „Die Rote Armee in Österreich 1945- 1955“ (Moskau), World Library and Information Congress, 70. Jahrestagung der International Federation of Libraries(Buenos Aires, Argen­ tinien), Deutscher Germanistentag(München), Tagung Provenienzforschung(Berlin). Projekte und Kooperationen Die Bibliothek hat ein Projekt zur Digitali­ sierung ihrer Schubert-Autographe gestartet. Es wird in Kooperation mit der Universität Wien(Institut für Musikwissenschaft) als Teil des Projekts„Online content management system for Vienna music institutions“ abge­ wickelt. Im Zuge dieses Projekts wurden sämtliche Schubert-Autographe der Bibliothek in einer höchsten Ansprüchen genügenden Weise gescannt und digital abgespeichert. Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek wird damit den Erwartungen der UNESCO gerecht, die mit der 2001 erfolgten Aufnahme der SchubertSammlung ins„Memory of the World“-Register verbunden waren. Weitere Projekte: Mitarbeit an der historisch – kritischen Ausgabe der Werke Johann Nestroys Projektleitung von KOOP LITERA(Kooperation der österreichischen Literaturarchive) gemeinsam mit der Literaturarchiv der ÖNB Observing Partner des EZU – Projektes LEAF (Linking and exploring Authority Files) Edition von Josef Schrammels Tage-Buch über seine Reise in den Vorderen Orient. system for Vienna music institutions“ abgewickelt. Im Zuge dieses Projekts wurden sämtliche Schubert-Autographe der Bibliothek in einer höchsten Ansprüchen genügenden Weise gescannt und digital abgespeichert. Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek wird damit den Erwartungen der UNESCO gerecht, die mit der 2001 erfolgten Aufnahme der SchubertSammlung ins„Memory of the World“-Register verbunden waren. Weitere Projekte: Mitarbeit an der historisch – kritischen Ausgabe der Werke Johann Nestroys Projektleitung von KOOP LITERA(Kooperation der österreichischen Literaturarchive) gemeinsam mit der Literaturarchiv der ÖNB Observing Partner des EZU – Projektes LEAF (Linking and exploring Authority Files) Edition von Josef Schrammels Tage-Buch über seine Reise in den Vorderen Orient. 106 Wien Museum WIEN MUSEUM ERFOLGREICH AUF NEUEM KURS 2004 setzten die Museen der Stadt Wien den Kurs der Neupositionierung fort, der mit der Umbenennung von ‚Historisches Museum der Stadt Wien’ zu ‚Wien Museum’ im Jahr 2003 seinen sichtbaren Ausdruck gefunden hat. Die erfreulich erhöhte Akzeptanz des Wien Museums beim Publikum – evaluiert durch interne Statistiken und externe Rankings –, sowie bei den internationalen und lokalen Medien bestärkt das Wien Museum, seinen erfolgreich eingeschlagenen Weg auch 2005 fortzusetzen. Seit 2004 operiert das Wien Museum mit dem Slogan„Neues aus der Vergangenheit“. Er unterstreicht, dass Geschichte immer auch einen aktuellen und für das heutige Leben relevanten Aspekt haben sollte. Ein auf der Homepage www.wienmuseum.at abrufbares Mission Statement, im Jahr 2004 gemeinsam entwickelt mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, soll der Öffentlichkeit ver­ mitteln, wofür das Wien Museum mit seinen Sammlungen und seiner Ausstellungspro­ grammatik steht. MISSION STATEMENT Das Wien Museum ist ein urbanes Universal­ museum mit einem breiten Spektrum von Sammlungen und Ausstellungen – von Stadtgeschichte über Kunst bis zu Mode und Alltagskultur, von den Anfängen der Besiede­ lung bis zur Gegenwart. Mit dieser generalistischen Ausrichtung und seinem interdisziplinären Potential hat das Wien Museum eine einzigartige Position in der Wiener Museumslandschaft. Es ist an mehreren Orten der Stadt präsent. Am Beispiel der Stadt Wien werden übergreifende gesell­ schaftliche, kulturelle und urbane Verände­ rungen im Vergleich mit anderen Großstädten thematisiert. Ziel des Museums ist es, beim Blick auf die Geschichte und bei der Arbeit mit den historischen Zeugnissen offen für aktuelle Themen und Fragestellungen zu sein. Grundlage dafür ist die Bewahrung, Erfor­ schung und permanente Neuinterpretation der Sammlungsobjekte und deren Bedeutung im Leben der Menschen. Obwohl sich das Wien Museum nicht primär als Kunst-Institution versteht, ist auch die Befassung mit Kunst und ihren Entstehungsbedingungen Aufgabe des Museums. Ästhetische Phänomene werden in gesellschaftspolitische und kulturgeschichtliche Zusammenhänge gestellt und mit über sie hinausreichenden Fragen ergänzt(„Kunst Plus“ als Prinzip). Die Geschichte der Stadt und ihrer Kulturen wird nicht als homogenisierter Prozess gesehen: Im Sammeln und Ausstellen wird sie als Ergebnis von Lebensweisen, Interessen und Erinnerungen von Menschen unterschiedlicher Herkunft bearbeitet. Künftig wird nach den Prinzipien der radikalen Selektivität und des signifikanten Ausschnitts gesammelt. Die Sammlungen sind auf Wien konzentriert, verstärkt werden sie um Objekte aus dem 20. Jahrhundert erweitert. Das Wien Museum ist Wissensspeicher und öffentliches Medium. Es bietet Denk- und Reflexionsraum für Alteingesessene, WienNeulinge und Kurzzeit-Gäste. Ihnen allen wird signalisiert: Wer sich für Wien interessiert, kommt hier der Stadt auf die Spur. BESUCHER/INNENENTWICKLUNG UND AKZEPTANZ Auch das Jahr 2004 brachte dem Wien Museum eine erhebliche Besuchersteigerung. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Museums­ und Ausstellungsbesuche um 28,57%. Besonders stark stieg das Publikumsinteresse im Wien Museum Karlsplatz(plus 40%) und in 107 Wien Museum der Hermesvilla(plus 75%). In beiden Fällen trugen außergewöhnlich erfolgreiche Sonder­ ausstellungen(„Magische Orte“,„Henri CartierBresson“) zu diesem Ergebnis bei. Auch im Uhrenmuseum und bei den archäolo­ gischen Ausgrabungen gab es signifikante Steigerungen. Sehr positiv war das Echo auf das neue Kommunikationskonzept des Wien Museums. Die starke Präsenz in der Öffentlichkeit spiegelt sich nicht nur in der Besucherstatistik wieder, sondern auch in einer vom Meinungs­ forschungsinstitut Integral erstellten Studie. Demnach ist die„ungestützte Bekanntheit“ des Wien Museums in nur eineinhalb Jahren um das Doppelte angestiegen. Auf die Frage „Welche Museen fallen Ihnen spontan ein?“ nennt bereits jede fünfte in Wien lebende Person das Wien Museum. Auch die Bekanntheit der Hermesvilla konnte gesteigert werden. Erfreulich sind die abgefragten Imagewerte: 68 Prozent finden das Wien Museum sympathisch - um 12 Prozentpunkte mehr als im Herbst 2003. 66 Prozent der Befragten sind der Meinung, das Wien Museum sei zeitgemäß und innovativ. 2003 waren es nur 53 Prozent. DIE AUSSTELLUNGEN DES JAHRES 2004 Wien Museum Karlsplatz, Sonderausstellungsraum „Gastarbejteri. 40 Jahre Jahre Arbeitsmigration“ 22. Jänner – 11. April 2004, in Kooperation mit der Initiative Minderheiten Ausstellungsteam: Cornelia Kogoj, Sylvia Mattl-Wurm(Kuratorinnen), Gamze Ongan (Recherche-Leitung), Arif Akkilic, Vida Bakondy, Lubomir Bratic, Hanna Esezobor, August Gächter, Dilman Muradoglu, Michaela Schaurecker, Thomas Schmidinger, Renée Winter(Recherche Initiative Minderheiten); René Leinthaler, Peter Payer(Recherche Wien Museum); Gangart(inhaltlich-künstlerische Konzeption und Ausstellungsgestaltung); Büro trafo.k und Abteilung Museumsdidaktik des Wien Museums(Vermittlung); Toledo i Dertschei(Plakate, Folder) „Gastarbajteri“ – ein Lehnwort aus dem Deutschen – entwickelte sich zur Selbstbe­ zeichnung von billigen und ungelernten Arbeitskräften, die sich in den Wirtschafts­ wunderjahren auf den Weg machten, um in Deutschland und Österreich ihr Glück zu versuchen. Vor 40 Jahren, 1964, wurde ein Anwerbeabkommen mit der Türkei geschlossen, die ersten„Gastarbeiter“ auf dem Südbahnhof mit Musikkapelle begrüßt. Die Ausstellung erzählte die Geschichte der „Gastarbeiter“ aus deren eigener Perspektive und mit dem Ziel, diese Migrationsgeschichte in die österreichische Geschichte einzu­ schreiben. Ein umfangreiches Rahmenprogramm, das im Wien Museum, der Hauptbücherei Wien und dem Filmarchiv Austria stattfand, begleitete die wichtige Ausstellung. „Neben Einzelschicksalen versucht man auch, die gesellschaftspolitischen Rahmen­ bedingungen und Strukturen darzustellen“ Wiener Zeitung „Eine wichtige Ausstellung – sehenswert!“ Kronen Zeitung „Die Stadt kennt keine für alle gültigen Geschichten. In Wien war das noch nie so spannend zu sehen.“ Die Furche „Gastarbajteri ohne Klischee“ Kurier „Mit präziser dokumentarischer Methodik wird hier eine Geschichtsschreibung aus der Sicht der MigrantInnen als aktiver Prozess in ein Kommunikationsunterfangen namens Ausstellung transformiert.“ Architektur Aktuell 108 Wien Museum „Lisl Ponger. Phantom fremdes Wien 1991/2004“ 22. Jänner – 11. April 2004 In den Jahren 1991/92 hat die Wiener Fotound Filmkünstlerin Lisl Ponger eine multi­ kulturelle Weltreise unternommen, bei der sie Wien nicht verlassen hat. Sie sammelte Super 8 Aufnahmen von Hochzeiten, Festen und Zusammenkünften und präsentierte sie unter dem Titel„Fremdes Wien“. Mehr als 10 Jahre später wurde Lisl Ponger eingeladen, auf Basis des Materials„ihr“ fremdes Wien noch einmal zu besuchen und ihre damalige Sicht in einem neuen Essayfilm zu reflektieren. Dieser wurde im Rahmen der Ausstellung erstmals präsentiert. „Eine Weltreise durch die 23 Bezirke der Stadt Wien“ Kurier „Ethnographische Spurensuche“ Wiener Zeitung „Listig unterläuft Lisl Ponger unsere – unbewusst – kolonialistische Perspektive: Im Blick auf das ethnisch Andere werden wir über uns selbst aufgeklärt. Mehr kann man von Kunst kaum verlangen.“ Die Welt „Wiener Linien. Kunst und Stadtbeobachtung seit 1960“ 28. April bis 20. Juni 2004 KuratorInnen: Wolfgang Kos mit Brigitte Huck und Lisa Wögenstein Ausstellungsarchitektur: Wilfried Kühn Grafik: Günter Eder Die Ausstellung zeigte die Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich als Stadtbeobachter, Forscher, Spurensucher, Rechercheure, Sammler, Dokumentaristen, kryptische Enzyklopädisten und urbane Streuner betätigten. Der Bogen der gezeigten Werke reichte von strukturellen Filmen und Fotocollagen der sechziger und siebziger Jahre über essayistische Foto-Expeditionen an die als „amerikanisch“ empfundene Peripherie der Stadt bis zu spielerischen Experimenten und Aktionen im Stadtraum. Es waren bedeutende Werke von über 50 Künstlern/innen zu sehen: Poetisch oder ironisch, kühl-analytisch oder polemisch waren die vorgestellten künstle­ rischen Herangehensweisen. „Das Wien Museum zeigt Kunst, die die Stadt zergliedert, bewahrt, erforscht, rhythmisiert, katalogisiert, verzerrt, erwandert, rahmt: Eine Ausstellung voller Ecken und Enden, in der man auch zu spüren meint, wie lange sie im Museumsmenschen Kos gereift ist.“ Die Presse „’Wiener Linien’ ist eine Ausstellung über Wien, nicht weinerlich, dafür ziemlich lustig und realistisch.“ Kurier „Eine Schau zum beliebigen Ein-und Aussteigen: eine Panorama-Aussichtswarte.“ Der Standard „Der Blick auf Wien, den die Ausstellung präsentiert, nimmt Abstand vom Spekta­ kulären. Die künstlerische Auseinandersetzung mit historischen und modernistischen Symbolen ist fast immer in komplexe Zusam­ menhänge eingebunden.“ Springerin „Eine vielfältige, bunte Schau mit einer Fülle an Kuriosem, Witzigen, Verblüffendem.“ Augustin „Der Besuch dieser Ausstellung ist für alle UrbanistInnen und StadtbewohnerInnen ein Muss.“ Dérive „Schiele& Roessler. Der Künstler und sein Förderer. Kunst und Networking im frühen 20. Jahrhundert“ 8. Juli – 10. Oktober 2004 KuratorInnen: Tobias G. Natter, Ursula Storch Ausstellungsarchitektur: Luigi Blau Grafik: Fine Line 109 Wien Museum Anhand der Beziehung zwischen dem Künstler Egon Schiele und seinem Förderer Arthur Roessler wurden die Netzwerke und Mechanis­ men der Verbreitung und Vermarktung von Kunst im Wien des frühen 20. Jahrhunderts exemplarisch sichtbar gemacht. Ohne Roessler ist Schieles heutiger Stellenwert in der Kunst­ geschichte undenkbar, gleichzeitig trug der Sammler schon früh zur Mythologisierung Schieles als eines Kunstmärtyrers bei. Die Ausstellung war eine Aufarbeitung eines Stücks Sammlungsgeschichte: Der größte Teil der Schiele-Arbeiten, die sich heute im Wien Museum befinden, stammt ebenso wie Werke anderer bedeutender Künstler aus dem Nachlass Roesslers. „Eine wichtige Ausstellung und ein ‚Muss’ für jeden Kunstfreund!“ Kronen Zeitung „Mit Architekt Luigi Blau haben die Kuratorin Ursula Storch und der Kurator Tobias G. Natter eine wunderbare Kombination von kulinari­ scher wie wissenschaftlich fundierter Schau erstellt, die sich auch den heutigen Begriffen wie Networking und Talentscout nicht ver­ schließt, um die Aktualität dieser Wiener Persönlichkeit zu unterstreichen.“ Wiener Zeitung „Mit ‚Schiele und Roessler – Der Künstler und sein Förderer’ setzt Wolfgang Kos perfekt um, womit er am Karlsplatz angetreten ist: populären Themen neue Sichtweisen abzu­ gewinnen – samt komplexem Subtext.“ Der Standard „Henri Cartier-Bresson. Die Essenz von Paris“ 4. November – 9. Jänner 2005 In Zusammenarbeit mit dem Maison Européenne de la Photographie, Paris und der Fondation HCB, Paris, im Rahmen des „Europäischen Monats der Fotografie 2004“ Kuratorinnen: Jean-Luc Monterosso, Susanne Winkler Raumgestaltung: Christian Sturminger Grafik: Richard Ferkl, Angela Althaler Die Ausstellung konzentrierte sich auf CartierBressons Blicke auf das Pariser Leben zwischen 1930 und 1970. Viele dieser visuellen Ikonen haben unser von Bild von Paris nachhaltig mitgeprägt.„Fotografie ist wie Bogenschießen: richtig zielen, schnell schießen und abhauen“, meinte Cartier-Bresson einmal. Erstmals zeigte das Wien Museum im Zuge seiner Neupositionierung eine Ausstellung, die sich im internationalen Vergleich einer anderen Großstadt widmete. Der Tod des weltberühm­ ten Fotografen im Sommer 2005 verlieh der Schau zusätzlich Aktualität. „Der Star des Fotojournalismus im Wien Museum“ Die Furche „’Die Essenz von Paris’ wird aus 130 Schwarzweißfotografien gefiltert, die nur einen Bruchteil eines gewaltigen Werks repräsentieren und doch den ‚ganzen’ CartierBresson zeigen“ Kleine Zeitung „Highlight im Rahmen des europäischen Monats der Fotografie.“ Woman „Atmosphärisch“ Der Standard „Alltag und Epoche. Berlin 1918-1948: Der Pressefotograf Willy Römer“ 5. November – 5. Dezember 2004 In Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt Wien und mit Unterstützung der „Agentur für Bilder zur Zeitgeschichte“ in Berlin Kuratorinnen: Andreas Hallen, Diethart Kerbs, Stefanie Ketzscher Ausstellungsgrafik: Richard Ferkl, Angela Althaler 110 Wien Museum Wien Museum Karlsplatz, Atrium „Riviera an der Donau. Sommerfrische Kritzendorf“ 22. Juli bis 26. September 2005 Kuratorinnen: Lisa Fischer, Michaela Lindinger Ausstellungsgestaltung: Bernhard Denkinger Grafik: PURPUR Die Ausstellung widmete sich einem legen­ dären Naherholungsgebiet. Für zahlreiche Wienerinnen und Wiener war das Strombad Kritzendorf nahe Wien in den 1930er Jahren eine Riviera an der Donau. Bis zu 15.000 Sonnenhungrige genossen die sommerliche Erotik und eine unbeschwerte Körperkultur in „Krize-les-bains“. Die Ausstellung zeigte persönliche Erinnerungen und befasste sich erstmals mit der innovativen BungalowArchitektur von Kritzendorf. 1938 kam es zu einem radikalen Einschnitt: 80% der Ferien­ häuser wurden arisiert. 1945 kam es durch den Einsatz des sozialdemokratischen Bürger­ meisters Hans Reif zu einer„Rückarisierung“: die neuen Besitzer wurden ihrerseits enteignet, doch trotz der Rückstellungen kehrte kaum jemand aus dem Exil zurück. Heute umrankt Kritzendorf ein melancholischer Flair. Der Ort an der Donau gilt als nostalgischer Geheim­ tipp. „Insgesamt eine spannende Schau – nicht nur für Sommerfrische-Nostalgiker“ Die Presse „Eine zeithistorisch interessante SommerAusstellung“ Kronen Zeitung „Eine Ausstellung über das Strandbad Kritzendorf, in dem sich die politische und kulturelle Geschichte Österreichs spiegelt.“ Die Furche Wien Museum Karlsplatz Interventionen in die Dauerausstellung „Interventionen“ heißt eine Reihe, die in der Dauerausstellung im Wien Museum Karlsplatz für Abwechslung sorgen soll. Es geht darum, der vorgegebenen Präsentation der Dauer­ ausstellung zusätzliche Angebote hinzuzu­ fügen. Das können ergänzende Texte oder Objekte sein, um etwa gezielt auf bestimmte Aspekte der Geschichte hinzuweisen oder die Museumspräsentation zu kommentieren. Manche der Interventionen sind wie Implantate auf kleinem Raum, andere erstrecken sich über alle drei Geschosse des Museums. Mit markanter Grafik werden die ergänzenden Texte und Objekte akzentuiert. „Migrationsziel Wien“ 21. Jänner – 27. Juni 2004 KuratorInnen: Peter Eppel, Isabel Termini Ausstellungsgestaltung: Erwin Bauer KEG Diese„Intervention“, die von den Römern bis in die Gegenwart reichte, machte die Wiener Stadtgeschichte als Migrationsgeschichte erlebbar. Zuwanderung, so wurde verdeutlicht, ist ein Phänomen, das sich auf keine historische Epoche beschränken lässt. „Der Michaelerplatz. Von den canabae legionis zu einem biedermeierzeitlichen Malerwerkplatz“ 5. August – 3. Oktober 2005 In Zusammenarbeit mit der Stadtarchäologie Wien Koordinatorin Wien Museum: Michaela Kronberger Thema der Schau war das Wohnen, Arbeiten und religiöse Leben in der Lagervorstadt des römischen Vindobona. Neben den römischen Funden haben die Ausgrabungen auch einen biedermeierzeitlichen Malerwerkplatz zu Tage gefördert. „Batzen, Wuschel und Zapfen. Witzzeichner besuchen das Museum“ 21. Oktober 2004 – 20. Februar 2005 Kurator: Rudi Klein Kuratorin Wien Museum: Elke Doppler 111 Wien Museum Teilnehmende Zeichner: Rudi Klein, Thomas Kriebaum, Ulli Lust, Nicolas Mahler, Much, Tex Rubinowitz, Jean Veenenbos, Sibylle Vogel, Heinz Wolf Auf Vorschlag des bekannten Zeichners Rudi Klein lud das Museum Cartoonisten, Karikatu­ risten und andere grafische Kleinkünstler ein, die Dauerausstellung des Wien Museums ironisch zu inspizieren. Quer durch das Museum fanden sich pointierte und subversive zeichnerische Kommentare. „Im Wien Museum ziehen so genannte Witzezeichner ein und werfen völlig neue Blicke auf unser kulturelles Erbe.“ Wien Live „Das Museum mit seinen Ausstellungsgegen­ ständen wird hier also durch kleine feine, manchmal auch etwas derbere Kommentare zum Ort des Schmunzelns, Staunens und Nachdenkens.... Das tut der Schau gut und wertet die ohnehin sehenswerte Ausstellung zusätzlich auf.“ Der Standard „Insgesamt ist die Ausstellung gepfeffert mit reichlich Geisteswitz.“ Wiener Zeitung „Völlig neue Blicke auf unser kulturelles Erbe.“ Wien live „Wo ist der Wunschel, Herr Direktor?!“ Falter Uhrenmuseum „Prominente Uhren. Zeitmesser und ihre Besitzer“ 25. März – 29. August 2004 KuratorInnen: Eva-Maria Orosz, Renata KassalMikula, Rupert Kerschbaum Ausstellungsarchitektur: Propeller Z Ausstellungsgrafik: Susanne Wolf 112 Präsentiert wurden Uhren, die in enger Beziehung zu berühmten Persönlichkeiten standen. Der überwiegende Teil der histori­ schen und zum Teil sehr wertvollen Zeitmesser stammte aus den reichen Beständen des Museums. Ergänzt wurde die Schau um Leih­ gaben von Zeitgenossen wie beispielsweise Hary Raithofer, Otto Zykan, Elfriede Ott oder Helmut Zilk. „Eine kleine, aber feine Ausstellung erzählt Geschichten rund um Mensch und Uhr.“ Oslobodenje, Sarajevo „Das Wien Museum zeigt nach längerer Zeit wieder eine erlesene Auswahl seiner Schätze.“ Wiener Bezirksblatt „Schaurestaurierung. Die große Turmuhr von St. Stephan und ihre Geschichte“ 19. September 2004 – 29. Mai 2005 Das Turmuhrwerk von St. Stephan, das von Beginn des 17. Jahrhunderts bis 1861 den Wienerinnen und Wienern die Uhrzeit anzeigte, gelangte 1903 in die Städtischen Sammlungen und wurde im Uhrenmuseum vor den Augen des Publikums einer professionellen Restau­ rierung unterzogen. Gleichzeitig berichten die Experten des Museums von der rund 500­ jährigen Geschichte der öffentlichen Uhren von St. Stephan, die auch in einer kleinen Ausstellung dokumentiert war. „Besucher werden zu Augenzeugen“ wien.orf.at „Ein einmaliges Erlebnis“ Frauenblatt Hermesvilla „Orientalische Reise – Malerei und Exotik im späten 19. Jahrhundert“ 16. Oktober – 12. April 2004 In Kooperation mit der Residenzgalerie Salzburg Wien Museum Kuratorinnen: Elke Doppler, Erika MayrOehring Ausstellungsarchitektur: Christian Sturminger Grafik: fine line Vgl. dazu den Kunst- und Kulturbericht 2003 „Magische Orte – Wiener Sagen und Mythen“ 6. Mai – 21. November 2004 Kuratorin: Reingard Witzmann Ausstellungsarchitektur: Checo Sterneck Grafik: Veronika Kyral Die Ausstellung spürte Orten nach, an denen sich Sagen und Mythen aus der Vergangenheit konzentrierten. Hauszeichen, Denkmäler oder geheimnisvolle Inschriften geben diesen Orten bis heute ihre Bedeutung, fast überall treffen Heiliges und Dämonisches aufeinander. Auch in der Gegenwart, so zeigte die Ausstellung, werden symbolische Zeichen im öffentlichen Stadtraum gesetzt – beispielsweise mit Sprüh­ dose und Filzstift. Gezeigt wurden zahlreiche kulturhistorische Kostbarkeiten(etwa historische steinerne Hauszeichen) aus den Sammlungen des Wien Museums. Vor den Toren der Hermesvilla empfing eine magische „Wasserstele“ von Norbert Maringer die BesucherInnen. „In der Hermes-Villa bietet ‚Magische Orte’ einen märchenhaften Rundgang durch Wiens Sagenwelt – bis zu den Sprayern von heute.“ Die Presse „Das ‚Wien Museum’ hat nun die alten ‚Wiener G’schichten’ neu aufgearbeitet und zeigt in einer sehenswerten Ausstellung eine Reihe von historischen Objekten zu lokalen Sagen, Legenden und Mythen.“ Wiener Zeitung „Eine magische Reise durch Wien.“ Falter „Das Wien Museum hat mit der ‚sagenhaften’ Ausstellung ‚Magische Orte’ über Wiens Mythen einen Coup gelandet: Bereits 13.500 Personen besuchten die Schau in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten und machten sie zur erfolgreichsten Ausstellung seit jener über Kaiserin Elisabeth.“ Die Presse „Liebevoll gestaltete Schau.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung „Die Stadt erzählt ihre Legenden“ die tageszeitung, Berlin Wien Museum im Künstlerhaus „Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war“ 25. November 2004 – 28. März 2005 Ausstellungskonzept/ Kuratorisches Team: Wolfgang Kos, Christian Rapp, Renata KassalMikula und alle KuratorInnen des Wien Museums Koordination: Regina Karner, Christian Rapp Ausstellungsarchitektur: Christian Prasser Grafik: Erwin Bauer Der Mythos„Alt-Wien“ besagt, dass die Stadt ihr besonderes Flair aus der Vergangenheit bezieht. Wien etablierte sich als eine Art Welt­ metropole des Rückblicks – und fährt nicht schlecht mit diesem Image. Die Ausstellung zeichnete rund 200 Jahre Stadtgeschichte nach, berichtete von Konflikten zwischen „Modernisierern“ und„Demolierern“ und untersuchte die Stereotypen der ewigen WienNostalgie, die bis heute wirksam geblieben sind. Die Schau wandte sich an Wien-Neulinge ebenso wie an Wien-SpezialistInnen, die oft mehrere Stunden in der Ausstellung ver­ brachten und sie eingehend studierten. Die Großausstellung, die aus Platzgründen im Künstlerhaus stattfinden musste, war ein programmatisches Statement des neu profilierten Wien Museums: Es ging darum, den Blick auf die Geschichte Wiens mit pointierten und aktuellen Fragestellungen zu 113 Wien Museum verknüpfen. Der Ausstellung ist es nicht nur gelungen, zahlreiche Schätze aus den Bestän­ den des Museums zu heben und nach Jahr­ zehnten erstmals zu präsentieren, sondern auch an eine Stadtdiskussion zu erinnern, die auch heute immer wieder aktuell wird. Mit Erfolg hat das Wien Museum ein Thema lanciert – mit dem Wunsch, zur Diskussion um die Zukunft der Stadt beizutragen. „Eine umfassende Reflexion“ Wirtschaftsblatt „Eine Anregung, auch über die Zukunft der Stadt nachzudenken“ Kurier „’Alt-Wien, die Stadt, die niemals war’, war doch: eine Fiktion, die jetzt vom Wien-Museum in Künstlerhaus höchst kulinarisch gewürdigt wird.“ Die Presse „Hier geht es nicht nur darum, das verschwundene Wien Revue passieren zu lassen, sondern auch einen Blick vorwegzu­ nehmen in die Zukunft der Stadt.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung „Eine umfassende Schau der sentimentalen Verrückungen und historischen Richtig­ stellungen.“ Der Standard „Das Wien Museum geht in einer vorbildlichen Ausstellung den Spuren einer Verklärung nach.“ Neue Zürcher Zeitung „Eine Ausstellung entlarvt den Mythos der Stadt als Gefühlsdekor“ Der Tagesspiegel, Berlin „Ein ebenso anspruchsvolles wie umfang­ reiches Unterfangen, das sich auch im großen Katalog widerspiegelt.“ Wiener Zeitung „Man bedarf des exzellenten Katalogs, um alles aufarbeiten zu können.“ Frauenblatt „Herausgekommen ist eine hochinteressante Zusammenstellung wien-historischer Spezifika, die die vielschichtige Thematik, und so sollte es ja eigentlich immer sein, auf den unterschiedlichsten Levels anschaulich präsentiert.“ Artmagazine.cc „Die Ausstellung führt vor Augen, dass Diskussionen um die Frage ‚bewahren oder modernisieren?’ zur Entwicklung einer Stadt gehören. Sie bietet opulentes Anschauungs­ material, um über Identität und Zukunft Wiens nachzudenken.“ Pharma-Time „Eine labyrinthische, ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Ausstellung.“ Die Welt „Das Wien-Museum geht in einer vorbildlichen Ausstellung den Spuren einer Verklärung nach.“ Neue Züricher Zeitung „Eine facettenreiche Ausstellung“ Frankfurter Allgemeine Zeitung SYMPOSIEN IM WIEN MUSEUM Von 15.-17. Oktober 2004 fand die„2. Tagung der Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde“ in Kooperation mit dem Wien Museum und dem Institut für Volkskunde/Ethnologia Europea der Universität Wien im Wien Museum Karlsplatz statt. ExpertInnen aus dem In- und Ausland wid­ meten sich verschiedenen sozialen Aspekten des Mediums Fotografie. „Stadtbildveränderungen und Baukultur“, 19. – 21. Oktober 2004, veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Denkmalund Ortbildpflege, http://www.denkmal­ ortsbildpflege.at 114 Wien Museum Seit 2003 ist die Wiener Innenstadt Weltkulturerbe. Vielen Investoren scheinen die denkmalpflegerischen Auflagen als beengend, vielen Denkmalpflegern jedoch zu großzügig gehandhabt zu werden.„Alt gegen Neu“ – die Baukultur im Spannungsfeld zwischen moderner Architektur, Denkmalpflege und Stadtbilderhaltung. BEWÄHRTES/NEUERUNGEN IM KONTAKT MIT DEM PUBLIKUM Die Konzeption und Realisierung eines Gesamt­ folders in deutscher, ungarischer und eng­ lischer Sprache für alle Häuser und Außenstellen des Wien Museums vermittelt erstmals die Zusammengehörigkeit der dislozierten Standorte, die zu den Museen der Stadt Wien gehören und die beeindruckende Vielfalt der Sammlungen. Bestens bewährt hat sich der Gratissonntag in den Dauerausstellungen des Museums(für Sonderausstellungen muss auch sonntags Ein­ tritt bezahlt werden): ein bewusstes Bekennt­ nis zur Rolle des Museums als öffentliche Bildungsinstitution! „Wien Museum für alle“ ist nicht nur das nach wie vor aktuelle Motto der Eintrittspreispolitik – so lautet auch das selbstgesteckte Ziel der Abteilung„Museumsdidaktik“, die ihre Ver­ mittlungsangebote in einem neuen Folder kommuniziert. Neben Angeboten für Erwachsene gibt es Spezialführungen für Kinder und Schüler, zum Teil in Abstimmung mit dem Lehrplan. Am 13. Jänner 2004 fand erstmals eine gemeinsame Pressekonferenz aller Direktoren der österreichischen Landesmuseen statt. Im Wien Museum stellten sie das gemeinsame Ticket„9= 9. 9 Landesmuseen zu 9 Euro“ vor, das bis Ende 2006 gültig sein wird. MUSEUMSDIDAKTIK UND VERANSTALTUNGEN Im Jahr 2004 fanden im Wien Museum und seinen Außenstellen insgesamt 1990 Führungen statt. Schwerpunkt des ersten Halbjahres war das Thema Migration. Ein differenziertes Vermittlungsprogramm wurde für alle Publikumssegmente angeboten. Kinderführungen mit dem Titel„Nicht nur der Käse kommt aus Schweiz“ sollten den jungen BesucherInnen spielerisch die Geschichte der Migrationsstadt Wien vor Augen führen, während den SchülerInnen der Haupt- und Mittelschulen u.a. Workshops mit dem Titel „WienerIn oder Nicht-WienerIn? Feldforschung am Karlsplatz“ angeboten wurden. Das Sommerferienspiel fand in der Hermesvilla statt. Circa 1350 BesucherInnen kamen zu dem Ort,„Wo Springinkerl die Wildsau reitet ...“, so der Titel der Veranstaltung. Auch das Uhrenmuseum nahm mit Kinderführungen „Wer hat auf die Uhr geschaut?“ am Wiener Ferienspiel teil. Zahlreiche weitere Familien­ veranstaltungen wurden in der Hermesvilla, an die Sonderausstellung„Magische Orte“ thema­ tisch anknüpfend, organisiert. Lesungen, Musik und Rätsel standen dabei im Mittelpunkt. Bei der„Langen Nacht der Museen“ am 9. Oktober 2004 kamen insgesamt 6.207 Besucher in die vier geöffneten Häuser der Museen der Stadt Wien. Neben dem Haupthaus Wien Museum Karlsplatz erzielte vor allem das Uhrenmuseum mit 2.016 Besuchern einen Rekordwert. Zum ersten Mal waren auch die Neidhart Fresken geöffnet und mit 1.583 Besuchern sehr stark frequentiert. Im Winter wurden in der Sonderausstellung „Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war“ und im Uhrenmuseum unter dem Titel„Schnee von Gestern“ Advent und Weihnachten mit Kindern gefeiert. Interaktives Kindertheater – „Winterholz 2412“- mit Ingeborg Schwab sollte den Kindern den Diskurs um Alt- und Neu-Wien- heftig geführt von Nostalgikern und Demolierern- sinnlich erfahrbar machen. 115 Wien Museum Sonderveranstaltungen wie etwa„Was gibt es Neues? Ein Abend für Heinz Conrads“ (Präsentation: Günter Kaindlstorfer; Gäste: Franz Schuh und Willi Resestarits) im Rahmen der Ausstellung„Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war“ wurden vom Publikum begeistert angenommen. AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN INTERNATIONAL/ NATIONAL(AUSWAHL) „August Stauda. Documentariste de la Vienne 1900“, 2. November 2004 – 2. Jänner 2005, im Maison Européenne de la Photographie, Paris, im Rahmen des„Europäischen Monats der Fotografie“ „Az áttörés kora- Eécs és Budapest a Hisorizmus és az avantgárd között 1873-1920 (Zeit des Aufbruchs- Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde)“, Nationalgalerie Budapest, Nationalbibliothek Budapest und Historisches Museum der Stadt Budapest. Im Zusammenhang mit dieser Ausstellung wurde ein Kooperationsvertrag zwischen den Stadtmuseen von Wien und Budapest abgeschlossen. „Eine neue Kunst? Eine andere Natur! ­ Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert“, Hypo-Kulturstiftung München „Marc Aurel und Carnumtum“, Museum Carnuntinum, Bad Deutsch Altenburg „Knochengräber – Zeitenjäger“, Zoom Kindermuseum „Salieri auf den Spuren Mozarts“,„SALIERI SULLE TRACCE DI MOZART“, Paolazzo Reale, Mailand “Le purpre et l’aiglon“ ,der Herzog von Reichstadt, Paris „UHR-WERKE“, Burg Forchtenstein „Kulturbahnhof Mürzzuschlag“, Mürzzuschlag „Wien Stadt der Juden, die Welt der Tante Jolesch“, Jüdisches Museum, Wien „Der Preis der Schönheit“ im MAK NEUANKÄUFE, SCHENKUNGEN, RÜCKSTELLUNGEN Als wertvollster Ankauf des Jahres 2004 ist Johann Hamzas Gemälde„Die Federn116 schmuckfabrik“ von 1902 zu nennen, das das Arbeitsleben junger Frauen in einer Wiener Hutfedernfabrik vor Augen führt. An weiteren prominenten Ankäufen sind vor allem eine 2002 entstandene Werkgruppe des öster­ reichischen Künstlers Hans Schabus hervorzuheben, sowie ein Gobelin von Ingrid Wiener und Valie Export(1967), Sergius Pausers Ölgemälde„Im Wurstelprater“(um 1930) und ein Konvolut von Zeichnungen Moritz von Schwinds(um 1840). Besonderes Augenmerk galt Ankäufen für das neu gegründete Sammlungsdepartment Geschichte und Stadtleben nach 1918, dessen Sammlung vor allem durch Wiener Möbel und Alltagsgegenstände ergänzt wurde. Weitere Ankäufe erfolgten im Hinblick auf die Ausstellungen„Wiener Linien. Kunst und Stadtbeobachtung seit 1960“ und„Alt-Wien, die Stadt, die niemals war“. Besonders viele Schenkungen verzeichnete 2004 die Modesammlung des Wien Museums, aber auch im Bereich der Alltagsgeschichte und der Kunst(z. B. 80 Radierungen von Herwig Zens) konnte das Museum eine ganze Reihe von Widmungen entgegennehmen. Erfreulicherweise ist es gelungen, größere Bestände aus Firmenarchiven für das Wien Museum zu gewinnen. Intensiv fortgesetzt wurden die von Dr. Peter Eppel und Dr. Michael Wladika koordinierten Provenienzforschungen im Zusammenhang mit Erwerbungen in den Jahren des National­ sozialismus. Alle offenen Fälle wurden der Wiener Restitutionskommission 2004 vorge­ legt, weiterhin wurde und wird weltweit aktiv nach Erben der zu restituierenden Samm­ lungsgegenstände gesucht. Wiederholt konnten Objekte, die das Museum aufgrund unrecht­ mäßiger Enteignungen in der NS-Zeit erworben hatte, 2004 an die rechtmäßigen Erben der ehemaligen Eigentümer zurückgegeben werden. Darunter befanden sich beispielsweise zwei große Ölgemälde von Hans Makart aus der Sammlung Auspitz sowie zwei Büsten der berühmten Serie der Charakterköpfe von Franz Xaver Messerschmidt sowie Möbel aus der Sammlung des Schriftstellers Richard BeerHofmann. Wien Museum BAULICHE MASSNAHMEN Wien Museum Karlsplatz: Übersiedlung zahlreicher Büro- und Lagerräume des Museums in das Nachbargebäude im Hinblick auf eine Erweiterung von Ausstellungs- und Publikumszonen(neuer Seminarraum für die Museumsdidaktik) und verbesserte Bedin­ gungen für die Grafikrestaurierung. Hermesvilla: Restaurierung der gefährdeten Deckenfresken und Schaffung neuer sanitärer Anlagen sowie eines neuen AusstellungsLichtsystems in der Hermesvilla(Fertigstellung März 2005) Mozartwohnung Figarohaus: Beteiligung an den Vorbereitungen der Umbauarbeiten im sogenannten Figarohaus im Hinblick auf die Wiedereröffnung des„Mozart Haus Vienna“ im Jänner 2006. Die auch in Zukunft vom Wien Museum betreute Wohnung Mozarts im ersten Stock wird künftig gemeinsam mit dem gesamten Haus besichtigt werden können. Römische Ruinen unter dem Hohen Markt: Trotz der Generalsanierungen in den Jahren 2000/2001 waren 2004 wieder dringende Instandsetzungsmaßnahmen notwendig, da durch eine mangelhafte Abdichtung der Platzoberfläche kontinuierlich Oberflächenwasser in den Schauraum sickert, was ua. zu Schimmelpilzbefall führt. 117 Wien Museum Besucher vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2004 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz A-1040 Wien, Karlsplatz Dauerausstellung und Sonderausstellungen inkl. Ausstellungen im Atrium 123.249 Wien Museum Hermesvilla* A-1130 Wien, Lainzer Tiergarten Dauerausstellung und Sonderausstellungen 67.110**** Uhrenmuseum A-1010 Wien, Schulhof 2 25.902 Musikergedenkstätten Beethoven Eroicahaus A-1190 Wien, Döbliner Hauptstraße 92 Beethoven Heiligenstädter Testament, A-1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, A-1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydn Gedenkstätte mit Brahms-Gedenkraum, A-1060 Wien, Haydngasse 19 Mozart Figarohaus A-1010 Wien, Domgasse 5** Schubert Geburtshaus A-1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung A-1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Strauss Gedenkstätte A-1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikergedenkstätten 1.894 9.864 10.581 4.655 62.059 8.838 1.885 9.910 109.686 Sonstige Außenstellen der Museen der Stadt Wien Neidhart-Fresken A-1010 Wien, Tuchlauben 19 Otto-Wagner-Hofpavillon Hietzing, A-1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße Pratermuseum A-1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 Römische Baureste Am Hof A-1010 Wien, Am Hof Römische Ruinen unter dem Hohen Markt A-1010 Wien, Hoher Markt 3 Virgilkapelle A-1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station)*** Zwischensumme sonstige Außenstellen 3.503 484 7.398 180 13.722 1.582 26.869 Wien Museum im Künstlerhaus A-1010, Karlsplatz 5 Sonderausstellung„Alt-Wien – Die Stadt, die niemals war“ Besucher im Zeitraum 25.11.- 31.12.2004 12.710 Gesamtsumme 365.526 (Besucherzahlen sind inkl. Besucher von Veranstaltungen in den einzelnen Häusern) Besucherzahl 2003: 284.292 Steigerung von 28,57% im Vergleich zum Vorjahr * Wegen Renovierung von 25.11.2004 bis 22.3.2005 geschlossen. ** Wegen Umbauarbeiten seit 1.11.2004 geschlossen. *** Wegen Renovierung seit Juli 2004 geschlossen. **** Die Besucher der Dauerausstellung der Modesammlung(19.741 Besucher) sind inkludiert. 118 FÖRDERUNGEN Förderungen Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes undder meisten anderen Bundesländer gegeben. Alle Beträge in EURO LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung LIKUS- Hauptkategorie 15: Intern. Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 23.358.483,15 9.322.388,74 2.318.820,70 1.297.149,30 1.563.000,00 16.334.731,35 17.870.882,00 61.842.370,71 9.218.371,88 11.934.528,34 ­ 1.315.336,00 127.572,56 ­ 906.350,29 13.415.255,28 170.825.240,32 119 Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen Archive: Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe und Archivalienankäufe Buchankäufe für internationalen Tauschverkehr Druck von Publikationen Bibliothekserfordernisse(Buchbindearbeiten) Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten) Verfilmungen Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen: Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Bauliche Maßnahmen und Einrichtungen für Wien Museum Karlsplatz, Hermesvilla und andere Außenstellen Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter 11.325,60 44.602,00 3.990,72 10.870,80 8.625,45 10.990,00 13.692,22 638,87 758,66 1.997,56 15.467,73 16.716,25 1.944,00 17.627,80 3.048.862,69 308.813,95 1.513.224,41 4.758.540,26 Betrieb Jüdisches Museum Museumsquartier 4.246.100,00 323.000,00 Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Projektförderungen 291.000,00 73.000,00 Wissenschaftliche Förderungen Architekturzentrum Wien Camillo Sitte Gesellschaft Club of Vienna Demokratiezentrum Wien Europäische Akademie Wien Europäisches Forum Alpbach Evangelische Akademie Wien Fonds der Stadt Wien- Krebsforschung Förderung junger WissenschaftlerInnen (Forschungsstipendien) Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde Institut Ethik und Wissenschaften im Dialog Institut für die Wissenschaft von Menschen 1.448.000,00 5.000,00 200.000,00 60.000,00 55.000,00 11.000,00 35.000,00 109.009,25 36.500,00 150.000,00 57.500,00 582.000,00 120 Jewish Welcome Service 144.083,79 Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft 1.000.000,00 Österreichische Akademie der Wissenschaften 62.000,00 Österreichische Akademie der Wissenschaften Jubiläumsfonds 363.364,17 Österreichische Forschungsgemeinschaft 135.000,00 Österreichische Liga für Menschenrechte 137.400,00 Österreichischer Austauschdienst 10.000,00 Projektförderungen 1.249.757,96 Projektgruppe“Wörterbuch der Fackel” 87.000,00 Sir Peter Ustinov Institut 40.000,00 Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes 178.803,71 Tuw.was TU Wien 51.000,00 Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv 50.000,00 Verein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 14.600,00 Verein für Geschichte der Stadt Wien 31.600,00 Verein Komitee Staatsvertragsausstellung 2005 700.000,00 Verein Projekt Forum 2004 130.180,00 Verein Quo Vadis Romania 700,00 Verein zur Erforschung und Förderung österreischicher und internationaler Literaturprozesse 22.000,00 WissenschaftzentrumWien 1.000.000,00 Mitgliedsbeiträge an Institutionen im Inland 15.147,88 Wiener Vorlesungen 349.027,01 Buchankäufe Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1.047,00 Carl Ueberreuter GesmbH 768,00 Dr. Alfred Klahr Gesellschaft 850,00 Edition Splitter 896,00 Edition VaBene 597,50 Eigenverlag Bernhard Böhler 500,00 Eigenverlag Anton Brenner 447,00 Eigenverlag Walter Zednicek 480,00 Gustinus Ambrosi Gesellschaft 480,00 Holzhausen Verlag 300,00 Institut für Management und Wirtschaftspädagogik 1.000,00 Institut zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse 1.200,00 Internationales Press Institut Euromedia 93 1.012,50 Lit Verlag 257,52 Molden Verlag 624,00 Passagen Verlag 1.742,00 Paul Zsolnay Verlag 198,90 Phoibos Verlag 400,00 Plattform für Völkerverständigung A. Broksche Dialog 500,00 Promedia Druck- und VerlagsgesmbH 268,50 Seifert VerlagsmbH 696,00 Förderungen 121 Förderungen Springer Verlag Starna GesmbH Studien Verlag Verein Mez.Stadtkommunikation Verein zur Förderung der Erforschung der österreichischen Geschichte Verlag Dr. Kovac Verlag Turia& Kant Vier Viertel Verlag Zeitschrift für Sozialpsychologie Druckkostenbeiträge Akademie der bildenden Künste in Wien Akademische Druck- und Verlagsanstalt Album Verlag Almathea Verlag Böhlau Verlag Buchhandlung Stöhr Czernin Verlag Die Melange Dr. Alfred Klahr Gesellschaft Edition Gutenberg Edition Praesens Edition Roesner Edition VaBene Eigenverlag Adolf Schopf Eigenverlag Edition Friederike Meixner Eigenverlag Johanna Holik Europäische Gesellschaft für die Geschichte der Photographie FAC-OFR, Floridsdorfer Athletiksport-Club Facultas Verlag Förderverein Volkskunde Gesellschaft Synema Hyperrealitätenbüro Holzhausen Verlag Institut für angewandte Biologie und Umwelt Institut für integrative Tourismus- und Freizeitforschung Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Künstlerhaus Kunstverein Public Art Projects Löcker Verlag Mandelbaum Verlag Maurer Heimatkunde Molden Verlag Nauser& Nauser Verlag Ninlil- Verein gegen sexuelle Gewalt an Frauen Novum Verlag ÖBV& HPT Verlag 1.559,60 772,99 898,50 168,00 400,00 616,00 330,00 660,00 350,40 500,00 1.000,00 600,00 700,00 6.900,00 500,00 5.000,00 700,00 600,00 700,00 600,00 600,00 2.800,00 500,00 500,00 250,00 500,00 300,00 2.800,00 800,00 700,00 800,00 700,00 500,00 500,00 600,00 500,00 600,00 500,00 1.300,00 1.500,00 800,00 2.600,00 700,00 850,00 500,00 1.400,00 122 Österreichische Akademie der Wissenschaften 700,00 Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie 1.200,00 Österreichische Gesellschaft für Musik 600,00 Österreichische Gesellschaft für Unternehmensgeschichte 400,00 Österreichische Gesellschaft für Zentralasienstudien 500,00 Österreichischer Kunst- und Kulturverlag 1.400,00 Passagen Verlag 5.700,00 Paula Grogger Gesellschaft 600,00 Paul Zsolnay Verlag 1.000,00 Peter Lang Verlag 4.400,00 Phoibos Verlag 600,00 Residenz Verlag 700,00 Rhomus Verlag 2.100,00 Ritter Druck- und Verlags KEG 800,00 Seifert VerlagsmbH 800,00 Sonderzahl Verlag 600,00 Springer Verlag 3.200,00 Starna GesmbH 600,00 Studien Verlag 7.400,00 Styria Pichler Verlag 1.000,00 Theodor Kramer Gesellschaft 1.000,00 Trotzdem Verlag 600,00 Universität für Musik und darstellende Kunst 800,00 Universitätszentrum für Friedensforschung 500,00 Verein Carambolage 500,00 Verein der Freunde des Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseums 450,00 Verlag für Geschichte und Politik 1.500,00 Verein für angewandte Visualität 700,00 Verein Musis 500,00 Verein Quo Vadis Romania 700,00 Verein zur Förderung der Photografie Westlicht 700,00 Verein zur Förderung der Erforschung der österreichischen Geschichte 1.000,00 Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik 900,00 Verlag Anton Pustet 1.200,00 Verlag Erasmus 700,00 Verlag Turia& Kant 1.700,00 Verlagsbüro Mag. Johann Lehner GesmbH 2.700,00 Verlagshaus der Ärzte GesmbH 600,00 Vier Viertel Verlag 700,00 Viza 500,00 Wiener Volksliedwerk 600,00 Wilhelm Braumüller Verlag 1.250,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen 23.358.483,15 Förderungen 123 Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe Altstadterhaltung Denkmäler, Denkmalbrunnen Stadtarchäologie Sonstiges Summe LIKUS Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe 8.394.634,95 383.707,20 118.224,28 425.822,31 9.322.388,74 LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Baukosten: ARGE Kultur 10 Summe LIKUS Hauptkategorie 3: Alltagskultur 726.820,72 545.000,00 690.000,00 327.000,00 30.000,00 2.318.820,72 LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur Druckkostenbeiträge: Album Verlag Almhofer und Cie KEG Apollon Musikoffizin Bibliothek der Provinz Böhlau Verlag Buchberger& Vollmann Buchkultur Verlags GesmbH Chytra Verlag Vindobona Czernin Verlag Dachs Verlag Das Jüdische Echo Deuticke Verlag Droschl Verlag Edition Aramo Edition das Fröhliche Wohnzimmer Edition die Donau hinunter Edition Doppelpunkt Edition Gutenberg Edition Korrespondenzen Edition Praesens Edition Splitter Edition Vabene Erika Mitterer Gesellschaft Haymon Verlag IG AutorInnen Jung und Jung Verlag Kolik 4.000,00 1.000,00 1.200,00 4.000,00 2.000,00 2.500,00 8.000,00 1.000,00 5.000,00 8.000,00 3.600,00 3.000,00 15.200,00 5.000,00 500,00 1.500,00 4.800,00 2.000,00 1.000,00 2.000,00 3.000,00 5.700,00 3.550,00 6.300,00 1.500,00 3.000,00 2.000,00 124 König Verlag 1.500,00 Kulturagentur Sonnenwind 1.400,00 Literaturkreis Podium 2.400,00 Literaturverlag Dr. Wilhelm Hopf 2.000,00 Literaturzeitschrift Der Pudel 1.650,00 Löcker Verlag 3.000,00 Mandelbaum Verlag 2.700,00 Milena Verlag 7.500,00 Molden Verlag 2.200,00 Passagen Verlag 7.500,00 Paul Zsolnay Verlag 6.000,00 Picus Verlag 8.000,00 Promedia Verlag 3.500,00 Residenz Verlag 1.500,00 Resistenz Verlag 4.900,00 Ritter Verlag 3.000,00 Sonderzahl Verlag 5.000,00 Theodor Kramer Gesellschaft 9.000,00 Vallaster 700,00 Verein österreichische Dialektautoren und Archive 2.000,00 Verlag Kitab 1.000,00 Verlag Sisyphus 6.300,00 Viza 4.000,00 Volltext Verlag 3.000,00 Wieser Verlag 12.500,00 X-Change Austria Iran 2.000,00 ZZOO Verein für Leguminosen und Literatur 400,00 Buchankäufe 72.990,30 Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing 31.000,00 Dokumentationsstelle für neuere Österreichische Literatur 65.200,00 Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung 25.400,00 Grazer Autorenversammlung 24.000,00 Hauptverband des Österr. Buchhandels 9.040,00 IG AutorInnen 21.950,00 Institut zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse 2.000,00 Kunstverein Wien 51.000,00 Kunstverein Wien- Literatur im März 254.000,00 Kunstverein Wien- Herbstsymposion 29.000,00 Literaturkreis Podium 3.600,00 Milena Verlag 4.360,00 Multi Art 7.300,00 Österreichische Gesellschaft für Literatur 7.300,00 Österreichischer P.E.N. Club 6.500,00 Österreichischer Schriftstellerverband 6.540,00 Projektförderungen 83.300,00 Schule für Dichtung in Wien 87.000,00 Thomas Bernhard Privatstiftung 27.900,00 Förderungen 125 Förderungen Übersetzergemeinschaft Verein eurozine Verein Sisyphus Verein Wärmespender Verein Wespennest Stipendien Autoren in Wiener Verlagen Autorenstipendien Canetti-Stipendien Dramatikerstipendien H.C. Artman Lyrikpreis Summe LIKUS Hauptkategorie 4: Literatur 24.360,00 32.700,00 2.900,00 2.460,00 28.300,00 14.000,00 52.560,00 69.489,00 36.000,00 10.000,00 1.297.149,30 LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher und Zeitschriften 3. Plakate 4. CD-Roms Handschriftensammlung Ankauf Nachlass Gerhard Fritsch Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ausstellungen Errichtungskosten Tiefspeicher Bibliothekserweiterung Sonstige Ausgaben Summe LIKUS Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen 36.221,44 67.373,79 5.145,00 4.730,10 94.181,33 218.025,00 170.052,73 25.416,97 1.083,64 76.630,12 765.000,00 21.923,20 77.216,68 1.563.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen After Image Produktion Aktionsradius Augarten Denkmal Lodz IG- Kultur Wien II=0 Institut für interaktive Raumprojekte Israelitische Kultusgemeinde Kulturverein 21 Kulturverein Simmering Kunstverein Permanent Breakfast Lanolin- Verein für Medienkunst Machfeld, internationaler Kunst& Kulturverein Medienkunstarchiv Wien Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut 87.200,00 29.000,00 100.000,00 29.070,00 5.000,00 1.500,00 33.000,00 190.000,00 58.000,00 15.000,00 3.000,00 4.000,00 3.500,00 2.500,00 126 Play- Verein zur Förderung von DJ und Clubkultur Public Netbase shifz Stadtforum Triton- Verein für Kultur und Wissenschaft Verein 5uper-net Verein für intermediale Projektförderung Verein Goldmann Verein In the Schmood Verein Logical Plattform für Medienkunst Verein Übermorgen Verein Volkstanz.net Verein zur Förderung kultureller Partizipation Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit- K2 Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) XDV- Verein für experimentelle Datenverarbeitung Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Krenek-Preis Renner-Preis Summe LIKUS Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen 5.000,00 218.000,00 1.500,00 266.000,00 8.000,00 3.000,00 1.000,00 5.000,00 4.000,00 1.000,00 5.000,00 2.000,00 65.000,00 182.000,00 90.000,00 14.697.029,60 6.000,00 96.000,00 13.431,75 52.000,00 8.000,00 45.000,00 16.334.731,35 LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik Arnold Schönberg-Center Austrian Music Office Ensemble 20. Jahrhundert Erstes Frauen-Kammerorchester von Österreich Fritz Kreisler Gesellschaft Gesellschaft der Musikfreunde Gustav Mahler-Jugendorchester Hot Club de Vienne IG Jazz Wien Jazz Fest Wien Klangforum Wien Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer KomponistInnenförderung Kulturverein D’Akkordeon MICA Musica Juventutis Musikalische Jugend Österreichs Operettenbühne Wien Orpheus Trust Planet music media 824.881,00 10.084,00 18.000,00 36.000,00 60.000,00 545.000,00 182.000,00 26.000,00 109.000,00 345.000,00 422.000,00 20.000,00 25.000,00 25.000,00 114.000,00 18.000,00 377.000,00 73.000,00 73.000,00 262.000,00 Förderungen 127 Förderungen Porgy& Bess Projektförderungen Schubert Gesellschaft Wien Lichtental Stadtinitiative Wien Verband der Konzertlokalbesitzer Vienna Art Orchestra Voice Mania Wiener Akademie Wiener Jeunesse Orchester Wiener Kammeroper Wiener Kammerorchester Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Meisterkurse Wiener Musikgalerie Wiener Sängerknaben Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Wien-Modern Baukosten: Klangforum Wien Summe LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik 110.000,00 477.300,00 14.600,00 20.000,00 138.078,00 81.000,00 18.500,00 51.000,00 47.000,00 25.000,00 59.000,00 1.294.000,00 40.000,00 30.000,00 558.639,00 10.537.000,00 50.800,00 654.000,00 100.000,00 17.870.882,00 LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst Alma Ateliertheater Drachengasse 2 Theater Dschungel Wien(Theaterhaus für junges Publikum) Ecce Homo Ensemble Theater Experiment am Liechtenwerd Freie Bühne Wieden Gloria Theater Gruppe 80 IG Freie Theaterarbeit IG Kabelwerk ImPuls Tanz Inter Thalia Theater International Theatre Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Kabarett Niedermair Kammeroper Kitsch& Kontor Komödie am Kai Lederers Theater am Schwedenplatz LINK Kosmos Frauenraum Metropol Odeon Original Wiener Stegreifbühne Tschauner 100.000,00 58.139,00 475.000,00 1.000.000,00 120.000,00 580.000,00 36.337,00 75.000,00 109.010,00 580.000,00 50.870,00 50.000,00 637.267,88 580.000,00 145.346,00 24.000,00 110.000,00 700.000,00 580.000,00 32.703,00 21.802,00 363.000,00 582.000,00 690.000,00 100.000,00 128 Pygmalion Theater 43.604,00 Raimundtheater 6.342.000,00 Schauspielhaus 1.165.000,00 Tanzquartier Wien 2.900.000,00 Theater an der Wien 8.118.000,00 Theater an der Wien- Klangbogen 4.692.000,00 Theater Brett 160.000,00 Theater Center Forum 58.139,00 Theater der Jugend 3.420.000,00 Theater des Augenblicks 200.000,00 Theater in der Josefstadt 6.358.873,00 Theater m.b.H. 290.692,00 Theater Spielraum 130.812,00 Theater zum Fürchten 254.355,42 Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag 2.139,00 Theaterverein Wien 710.000,00 Unit f~Büro für Mode 126.000,00 Vereinigte Bühnen Wien- Mozartjahr 4.000.000,00 Volkstheater 5.795.000,00 Volkstheater in den Bezirken 799.055,00 Wiener Interkult Theater 225.286,00 Wiener Tanzwochen 707.179,12 Wiener Volksbildungswerk 15.000,00 Baukosten: Ateliertheater 1.037,75 Freie Bühne Wieden 1.013,50 Gloria Theater 36.336,67 Kaisermühlner Werkel 5.000,00 Kindertheaterhaus 985.000,00 Kulisse 15.000,00 Lalish Theaterlabor 8.000,00 LINK Kosmos Frauenraum 6.800,00 Metropol 72.600,00 Mozaik 9.999,83 Orpheum 30.000,00 Pro Film Werkstatt Künstler AG 20.000,00 Projekttheater Studio 20.000,00 Schauspielhaus 383.364,17 Tanzquartier 324.035,81 Theater am Alsergrund 10.000,00 Theater des Augenblicks 21.801,00 Theater im Ohrensessel 3.000,00 Theater Trittbrettl 2.507,50 TMM- Theatermanagement und Marketing GesmbH 8.400,00 Verein Wiener Tanzwochen 12.397,12 Vindobona 150.000,00 Freie Gruppen 5.402.467,94 1. Wr. Lesetheater Förderungen 11.000,00 129 Förderungen Aktionstheater Amphi-Bien-Theater Artact- Tanzhotel artificial horizon Assitej Austria Ballett Tanz Burgenland Beinhardt Ensemble Bernhard Ensemble Bilderwerfer Companie W. Dorner Dance Web Dans.Kias Das Wiener Kindertheater Die Menschenbühne Echoraum Einmaliges Gastspiel Ensemble Adhoc Ensemble für Städtebewohner Erinnerungstheater Fadenschein FE/Male Polaroids Theater IG Freie Theaterarbeit Imeka Kabinett ad Co Kabinettheater Kindertheater im WUK Kinetis Kinoki Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung Konnex Kunstverein Upsidedown L.E.O. L.U.S. Theater Lalish Theaterlabor Laroque Dance Company Libelle Lilarum Märchenbühne Apfelbaum Modernes Tanztheater Moki Multi Kids Wien Mumbling fish Musikwerkstatt Netzzeit Neue Oper Wien Neues Wiener Musiktheater New media x-press New Space Company Österreichisches Theater Palast Theater Wien 130 50.000,00 20.000,00 60.000,00 40.000,00 20.000,00 3.000,00 10.721,03 2.000,00 60.000,00 75.000,00 36.337,00 73.000,00 29.000,00 6.000,00 133.000,00 40.000,00 20.000,00 20.000,00 30.000,00 15.000,00 28.000,00 25.000,00 35.000,00 20.000,00 36.000,00 5.000,00 29.000,00 38.000,00 55.000,00 4.000,00 15.000,00 30.000,00 64.840,00 20.000,00 65.000,00 145.346,00 33.000,00 90.000,00 15.000,00 25.000,00 25.000,00 218.019,00 399.028,00 436.038,00 15.000,00 12.000,00 28.000,00 290.000,00 12.000,00 Pilottanzt Projekt Theater Rainbow Artist(GBR) Sargfabrik Second nature Showinisten Sirene Sonnenschein Stadttheater Wien Star Verein für Städteplanung/Architektur/Religion Superamas Szene Bunte Wähne Tanz Theater Performance Tanzart Verein zur Förderung und Entwicklung des Tanztheaters Tanzatelier Wien Tanzpool Verein zur Förderung zeitgenössischen modernen Tanzes Tanztheater Homunculus Tanztheater Springschuh Theater 04 Theater am Spittelberg Theater des Augenblicks Theater des blauen Daches Theater des Kindes Theater des Wandels Theater im Bahnhof Theater Narrenschiff Theater ohne Grenzen Theater Tanto Theater Wozek Theater zum aufgebundenen Bären Theatercombinat Theatergruppe ISKRA Theaterverein Amal Theaterverein Balkanska Rosa Theaterverein Ceroit Theaterverein Foxfire Theaterverein Wien Theatro Picolo Theorema- WUK toc Toxic dreams Trittbrettl u.r.Theater Verein Echo Verein für neue Tanzformen Verein Gschwindl Verein Perform Verein Roschangar Verein zur Zeit Förderungen 50.000,00 105.000,00 2.906,91 50.729,00 15.000,00 72.680,00 30.000,00 10.000,00 33.000,00 5.000,00 20.000,00 72.670,00 60.000,00 4.000,00 180.000,00 55.000,00 180.000,00 2.000,00 10.000,00 35.000,00 36.336,00 38.000,00 11.000,00 7.000,00 36.500,00 15.000,00 73.673,00 22.000,00 40.000,00 10.000,00 70.000,00 18.000,00 10.000,00 17.000,00 14.000,00 10.000,00 13.000,00 15.000,00 48.000,00 30.000,00 115.000,00 15.000,00 97.000,00 20.000,00 40.000,00 2.000,00 35.000,00 4.000,00 18.000,00 131 Förderungen Vienna Acts Vienna Magic Violet Lake W.ORT W.U.T. Wiener Taschenoper Wiener Vorstadttheater Wienstation Wissenschaftszentrum Wien Zoon Musikensemble Summe LIKUS Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst 61.842.370,71 LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst Bildankäufe Depot Druckkostenbeiträge Fotogalerie Wien Galerie Charim IG Bildende Kunst Kiesler Privatstiftung Kindermuseum Kunst im öffentlichen Raum Kunsthalle Wien Künstlerhaus Kunstverein Art Position Kunstverein Wien Monat der Fotografie Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Secession Soho in Ottakring Springerin Verein Ohne Grenze Wochenklausur Kunst- und Sozialverein Baukosten: Albertina Architekturzentrum Wien Kunsthalle Wien Secession Summe LIKUS Hauptkategorie 9: Bildende Kunst 571.124,00 150.000,00 9.469,40 18.000,00 23.000,00 25.500,00 54.500,00 727.000,00 276.604,26 3.945.000,00 363.000,00 8.000,00 1.010.000,00 92.693,56 18.000,00 122.000,00 310.000,00 40.000,00 22.000,00 10.000,00 20.000,00 872.074,01 15.406,65 500.000,00 15.000,00 9.218.371,88 LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmarchiv Austria- Metrokino 310.000,00 116.000,00 80.000,00 132 5.000,00 10.000,00 4.000,00 145.344,00 50.000,00 100.000,00 14.300,00 20.000,00 208.000,00 5.000,00 Filmfonds Wien Jungfilmerförderung+ Projektförderungen Kinoförderung Österreichisches Filmmuseum St. Balbach Stadtkino Viennale Baukosten: Austria Filmmakers Cooperative Filmmuseum Viennale Summe LIKUS Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video 7.995.000,00 883.000,00 275.728,34 509.000,00 21.800,00 211.000,00 1.279.000,00 4.000,00 150.000,00 100.000,00 11.934.528,34 LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren Aktionsradius Augarten 36.336,00 Verein Kulturnetz 189.000,00 WUK, Jahressubvention 1.090.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren 1.315.336,00 LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen 69.620,00 Stipendien Webster University 4.000,00 Wissenschafts- und Habilitationsstipendien 53.952,56 Summe LIKUS Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung 127.572,56 LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration Interkulturelle Aktivitäten UNESCO- Arbeitsgemeinschaft Wien-Tage in Bukarest Bukarest in Wien(Project Space- Springerin) Baukosten: Forum Weltoffen Summe LIKUS Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration 726.200,00 22.000,00 120.850,29 35.000,00 2.300,00 906.350,29 Förderungen 133 Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen AICE Intern. Jugendmusikfest 61.000,00 Blasmusikfest 278.872,90 Bundesländertag 49.851,48 Domus Verein zur Förderung musikalischer Künste 363.000,00 Gesellschaft zur Förderung Österreichischer Advent-Kultur 20.000,00 Kulturverein Alsergrund 21.800,00 Lebendige Weihnacht 51.097,90 Wiener Festwochen 10.003.633,00 Wiener Kulturservice 1.710.000,00 Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH 50.000,00 Wiener Stadtfeste 806.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 13.415.255,28 134 FRAUENKULTURBERICHT 2004 Zusammengestellt und kommentiert von Mag. Karin Rick 135 Frauen Der Frauenkulturbericht erscheint heuer zum vierten Mal. Er kann als Pionierleistung angesehen werden, weil erstmalig die Auflistung spartenbezogener Förderung um die Kategorie Geschlecht erweitert wurde. Europaweit gibt es kaum Erhebungen über die gesellschaftliche Realität von kunstschaffenden Frauen, auch nicht über ihre Präsenz auf dem Kunstmarkt oder über den Stand öffentlicher Förderungen. Erstes Ziel dieses Berichtes ist die quantitative Sichtbarmachung von Frauen und ihrer Beteiligung am gesamtkulturellen Geschehen in Wien. Dazu gehört die zahlenmäßige Offenlegung der Förderungen, die an weibliche Kunstschaffende vergeben werden. Die Fördersummen werden, soweit dies möglich ist, in ihrem Prozentanteil zum Gesamtbudget genannt. Damit können Vergleiche zu den anderen Budgetjahren angestellt werden. Manchmal wird auch eigens auf eine Verbesserung oder Verschlechterung für Frauen hingewiesen. So ist der Anteil an weiblichen Vortragenden bei den Wiener Vorlesungen im Vergleich zu den Vorjahren erfreulicherweise sprunghaft angestiegen. Bei den Wiener Festwochen jedoch wurde der ohnehin kleine Anteil von Regisseurinnen und Autorinnen noch geringer, was zwar nicht der Entwicklung im Gesamttheatergeschehen entspricht(siehe den hohen Frauenanteil im Theaterbudget), wohl aber die Repräsentationskultur spiegelt, die immer noch männlich ist, wie auch der geringe Anteil von Frauen in der Sparte Musik beweist. Nicht nur die Fördersummen sind jedoch entscheidend, sondern auch die Beteiligung von Frauen an Fachjurys oder die KuratorInnentätigkeit, also ihre Mitwirkung in Entscheidungsgremien, die die künstlerische Karriere einer anderen Frau beeinflussen können. Hier wurde seitens der Stadt auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis wert gelegt. Jurys in der bildenden und darstellenden Kunst, in der Sparte Literatur und Publizistik wurden zumeist 50:50 mit Frauen besetzt. Eine solche gegenderte Besetzung der Fachbeiräte kann ein neues Licht auf Geschlechterungleichheiten werfen. Zweites Ziel des Berichtes ist die Nennung der Projekte von Künstlerinnen und Wissen­ schaftlerinnen, ihrer Namen und jener der Institutionen, in denen sie tätig sind. Dies ist eine Strategie gegen die Leugnung und Anonymisierung, denen Künstlerinnen bis vor kurzem noch ausgesetzt waren. „Wir fördern die Qualität und nicht das Geschlecht“, ist eine gängige Antwort, wenn nach der Anzahl von Künstlerinnen im Gesamtkontext eines künstlerischen Bereichs gefragt wird. Dieses Argument soll verschleiern, dass stillschweigend doch nach Geschlecht selektiert wird – und zwar auf scheinbar natürliche Weise zugunsten des„männlichen“. Damit dies weiterhin ein blinder Fleck bleibt sind konkrete Zahlen über Ausstellungsbeteiligungen von Frauen, ihren Anteil an Führungspositionen, an konzeptueller Arbeit, an der Definitionsmacht im Kunst- und Kulturbereich schlechthin außer von den betroffenen Künstlerinnen selbst von niemandem erwünscht. In diesem Sinn kommt der Stadt Wien mit ihrem Frauenkulturbericht eine einzigartige Vorreiterrolle zu. THEATER In der Sparte darstellende Kunst konnte auch 2004 ein hoher Frauenanteil verzeichnet werden. Wenn man bei einer Institution darstellender Kunst außer der künstlerischen Leitung auch die kaufmännische Leitung würdigt, dann betrug der Frauenanteil 49% der Gesamttheaterförderung, wie an den folgenden Tabellen ersichtlich ist. 136 Frauen Fixe Häuser Frauen Fixe Häuser Betrag Art/Leitung Baukosten Bettina Kogler Barbara Klein Christl Bauer Doris Ringseis Emmy Werner Eva Brenner Eva Langheiter Gül Gürses Isabella Gabor Johanna Franz Johanna Tomek Julia Schafranek Kathrin Zechner Marianne Aly Marilyn Close-Wallace Meret Barz Negar Hasib Nicole Metzger Nika Brettschneider Sigrid Gareis Sissy Boran Susanne Moser Traude Kossatz Ulrike Kaufmann Ulrike Lintschinger Theaterverein Wien link*Verein f. weibl. Spielraum Ensembletheater Kulisse Volkstheater Projekttheater Drachengasse 2 Theater Theater des Augenblicks Kammeroper Drachengasse 2 Theater Theater m.b.H. Inter Thalia Theater Raimund/Ronacher/Th.Wien Theater der Jugend International Theatre Beinhard Ensemble Lalish Theater Theater Spielraum Theater Brett Tanzquartier Wien Komödie am Kai Schausspielhaus Lilarum Odeon Tanzquartier Wien 710.000,00 363.000,00 580.000,00 0,00 5.725.000,00 0,00 200.000,00 700.000,00 475.000,00 290.692,00 580.000,00 14.460.000,00 3.420.000,00 145.346,00 5.561,03 35.000,00 130.812,00 160.000,00 32.703,00 1.165.000,00 145.346,00 690.000,00 2.900.000,00 künst beides kauf beides künst beides beides beides künst beides beides künst künst kauf beides beides beides künst künst künst beides kauf künst künst kauf 0,00 6.800,00 0,00 15.000,00 0,00 20.000,00 21.801,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.000,00 0,00 0,00 0,00 383.364,17 0,00 0,00 324.035,81 SUMME 32.913.460,03 779.000,98 Gesamtsumme(inklusive Freie Gruppen) 33.692.461,01 Gesamtsumme des Theaterbudgets(inlusive Freie Gruppen) 68.025.681,42 Frauenanteil in% 49,53 137 Frauen Freie Gruppen Frauen Betrag 2nd nature 15.000,00 amphibientheater 20.000,00 artificial horizon 40.000,00 Dans Kias 73,000,00 Das Wiener Kindertheater 29.000,00 fe/male polaroids 28.000,00 Foxfire 10.000,00 Generationentheater 30.000,00 IG Freie Theaterarbeit 15.000,00 Kabinetttheater 36.000,00 Kindertheater im WUK 5.000,00 Kinetis 29.000,00 Kinoki 38.000,00 Konnex 55.000,00 Kunstverein upside_ down 4.000,00 L.U.S.Theater 30.000,00 Lalish Theaterlabor 21.000,00 Laroque Dance Company 20.000,00 Lilarum 145.346,00 Märchenbühne Apfelbaum 33.000,00 Multi kids Wien 25.000,00 Musikwerkstatt 218.019,00 Netzzeit 399.028,00 Pilot tanzt 50.000,00 Projekttheater 105.000,00 Sonnenschein 10.000,00 Stadttheater Wien 33.000,00 Superamas 20.000,00 Tanz Theater Performance 10.000,00 Tanztheater Springschuh 2.000,00 Tanztheater Wien 40.000,00 Tanzverein Erdberg 5.000,00 Th.z.aufgebundenen Bären 10.000,00 Theater am Spittelberg 35.000,00 Theater des Augenblicks 36.336,00 Theater im Bahnhof 36.500,00 Theater Iskra 18.000,00 Theater ohne Grenzen 72.673,00 Theater Tanto 22.000,00 Theaterblau 38.000,00 Theatercombinat Wien 70.000,00 Theaterverein amal 10.000,00 Theaterverein Balkanska Rosa 17.000,00 Theaterverein Wien 13.000,00 Toxic dreams 115.000,00 Verein"im Tanz" 55.000,00 Verein Fadenschein 15.000,00 138 Christine Gaigg Elfriede Haudei Milli Bitterli Saskia Hölbling Sylvia Rotter Corinne Eckenstein Lilly Axter Erika Kaufmann Sabine Kock Julia Reichert Judith Zenta Dana Tschabo Tina Leisch Aurelia Staub Moravia Naranjo Margit Metzgolich Negar Hasib Helene Weinzierl Traude Kossatz Christa Horvath Nuschin Vossoughi Anne Maria Birnbauer Nora Scheidl Doris Ebner Eva Brenner Sabine Sonnenschein Anne Mertin Caro Mader Anita Kaya Isabelle M.Novak Liz King Andrea Bold Elke Hesse Nuschin Vossoughi Gül Gürses Monika Klengel Nika Sommeregger Martina Winkel Susanne Tabaka-Pillhofer Michaela Galli Claudia Bosse Ingrid Mitteregger Nina Gabriel Bettina Kogler Cornelia Kilga Sylvia Both Claudia Schäfer Choreographin Organisation Choreographin Choreographin Regisseuse Regisseuse Regisseuse Organisation Organisation Regisseuse Organisation Regisseuse Regisseuse Choreographin Choreographin Regisseuse Regisseuse Choreographin Regisseuse Regisseuse Organisation Organisation Bühnenbild Choreographin Regisseuse Choreographin Regisseuse Organisation Choreographin Choreographin Choreographin Choreographin Organisation Organisation Regisseuse Organisation Regisseuse Regisseuse Regisseuse Regisseuse Regisseuse Regisseuse Regisseuse Organisation Organisation Choreographin Regisseuse Verein Gschwindl Verein imeka Verein Kunstgriff Verein perform Verein Roschangar Verein Sirene Verein Tanzart Verein Toc Verein W.ort Verein zur Zeit WUK Theorema Gesamt Lalish Theater IG Freie Theater Theater des Kindes Beinhard Ensemble Gesamt 2.000,00 35.000,00 25.000,00 35.000,00 4.000,00 30.000,00 4.000,00 30.000,00 145.344,00 18.000,00 48.000,00 1.889.900,00 35.000,00 15.000,00 11.000,00 5.561,03 66.561,03 Frauen Elke Gschwindl Akemi Takeya Elisabeth Orlowsky Barbara Klein Katrin Roschangar Kristine Tornquist Verena Lehner Paola Aguilera Helga David Rose Breuss Anne Marie Krassnig Choreographin Choreographin Choreographin Organisation Choreographin Regisseuse Choreographin Regisseuse Regisseuse Choreographin Regisseuse 139 Frauen Freie Gruppen Gesamt 1. Wr. Lesetheater 11.000,00 Aktionstheater 50.000,00 Amphi-Bien-Theater 20.000,00 Artact- Tanzhotel 60.000,00 artificial horizon 40.000,00 Städteplanung/Architektur/Religion 5.000,00 Assitej Austria 20.000,00 Ballett Tanz Burgenland 3.000,00 Beinhardt Ensemble 10.721,03 Bernhard Ensemble 2.000,00 Bilderwerfer 60.000,00 Companie W. Dorner 75.000,00 Dance Web 36.337,00 Dans.Kias 73.000,00 Das Wiener Kindertheater 29.000,00 Die Menschenbühne 6.000,00 Echoraum 133.000,00 Einmaliges Gastspiel 40.000,00 Ensemble Adhoc 20.000,00 Ensemble für Städtebewohner 20.000,00 Erinnerungstheater 30.000,00 Fadenschein 15.000,00 FE/Male Polaroids Theater 28.000,00 Rainbow Artists(GBR) 2.906,91 IG Freie Theaterarbeit 25.000,00 Imeka 35.000,00 Kabinett ad Co 20.000,00 Kabinettheater 36.000,00 Kindertheater im WUK 5.000,00 Kinetis 29.000,00 Kinoki Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung 38.000,00 Konnex 55.000,00 Kunstverein Upsidedown 4.000,00 L.E.O. 15.000,00 L.U.S. Theater 30.000,00 Lalish Theaterlabor 64.840,00 Laroque Dance Company 20.000,00 Libelle 65.000,00 Lilarum 145.346,00 Märchenbühne Apfelbaum 330.00,00 Modernes Tanztheater 90.000,00 Moki 15.000,00 Multi Kids Wien 25.000,00 Mumbling fish 25.000,00 Musikwerkstatt 218.019,00 Showinisten 72.680,00 Sirene 30.000,00 Sonnenschein 10.000,00 Stadttheater Wien 33.000,00 Star Verein für Superamas 20.000,00 Szene Bunte Wähne 72.670,00 Tanz Theater Performance 60.000,00 Tanzart Verein zur Förderung und Entwicklung des Tanztheaters 4.000,00 Tanzatelier Wien 180.000,00 Tanzpool Verein zur Förderung zeitgenössischen modernen Tanzes 55.000,00 Tanztheater Homunculus 180.000,00 Tanztheater Springschuh 2.000,00 Theater 04 10.000,00 Theater am Spittelberg 35.000,00 Theater des Augenblicks 36.336,00 Theater des blauen Daches 38.000,00 Theater des Kindes 11.000,00 Theater des Wandels 7.000,00 Theater im Bahnhof 36.500,00 Theater Narrenschiff 15.000,00 Theater ohne Grenzen 73.673,00 Theater Tanto 22.000,00 Theater Wozek 40.000,00 Theater z. aufgebundenen Bären 10.000,00 Theatercombinat 70.000,00 Theatergruppe ISKRA 18.000,00 Theaterverein Amal 10.000,00 Theaterverein Balkanska Rosa 17.000,00 Theaterverein Ceroit 14.000,00 Theaterverein Foxfire 10.000,00 Theaterverein Wien 13.000,00 Theatro Picolo 15.000,00 Theorema- WUK 48.000,00 toc 30.000,00 Toxic dreams 115.000,00 Trittbrettl 15.000,00 u.r.Theater 97.000,00 Verein Echo 20.000,00 Verein für neue Tanzformen 40.000,00 Verein Gschwindl 2.000,00 Verein Perform 35.000,00 Verein Roschangar 4.000,00 Verein zur Zeit 18.000,00 140 Frauen Netzzeit Neue Oper Wien Neues Wiener Musiktheater New media x-press New Space Company Österreichisches Theater Palast Theater Wien Pilottanzt Projekt Theater Sargfabrik Second nature 399.028,00 436.038,00 15.000,00 12.000,00 28.000,00 290.000,00 12.000,00 50.000,00 105.000,00 50.729,00 15.000,00 Vienna Acts Vienna Magic Violet Lake W.ORT W.U.T. Wiener Taschenoper Wiener Vorstadttheater Wienstation Wissenschaftszentrum Wien Zoon Musikensemble Gesamt 5.000,00 10.000,00 4.000,00 145.344,00 50.000,00 100.000,00 14.300,00 20.000,00 208.000,00 5.000,00 5.402.467,94 Jurybesetzungen: Kuratorium für off-Musik und Tanz: Anna Thier, Silke Bake, Uwe Mattheis Theaterjury: Mag. Karin Cerny, Dr. Karin Kathrein, Mag. Veronika Kaup-Hasler Univ.Prof. Dr. Wolfgang Greisenegger, Dr. Christian Meyer, Dietmar N. Schmidt 141 Frauen WIENER FESTWOCHEN Die Wiener Festwochen werden seitens der Stadt Wien mit einer Subvention von 10.003.633 Euro gefördert. Der Anteil an Künstlerinnen bei den Wiener Festwochen ist so gering, dass er in keiner Weise das zeitgenössische Theater- und Performancegeschehen widerspiegelt(wie es sich beispielsweise bei den Theaterförderungen der Stadt Wien generell präsentiert.) Er ist sogar im Vergleich zum Vorjahr noch weiter zurückgegangen. Die Auswertung von 41 Musik-, Performance und Theaterproduktionen ergab ein Verhältnis Künstlerinnen – Künstler, in dem Frauen als Autorinnen, Regisseurinnen, Komponistinnen und Dirigentinnen so gut wie gar nicht vorkommen. Ihr bisher ohnehin geringer Anteil an der künstlerischen Produktion der Wiener Festwochen hat sich 2004 noch weiter reduziert: Festwochen Regie: In 35 Fällen führten Männer Regie und nur vier Mal wurde diese von Frauen wahrgenommen: Marie Brassard in ihrem Stück„The Darkness“, Merle Caruso in„Von Wien nach Moskau – Das Kinderheim No6“, ein Theaterabend basierend auf Interviews der ehemaligen Bewohner des Kinderheims No 6 während des Bürgerkriegs 1934, und die Performerin Bojana Cvejic gemeinsam mit Jan Risema in„Pipelines, a Construction“. Und schließlich Marie Zimmermann, Schauspiel­ direktorin der Wiener Festwochen, die gemeinsam mit Jochen Herdieckerhof verantwortlich für die Installation„Februar 1934 – Das Wörterbuch des Schweigens“ im Foyer des Rabenhoftheaters zeichnete. Vergleich zum Vorjahr 2003: 6:30, oder 16,7% zu 83,3% Festwochen AutorInnen: Einen ebenfalls sehr geringen Anteil von 16,7% stellen die sechs Autorinnen dar, deren Stücke zumeist von ihnen selbst auf die Bühne gebracht wurden(Vorjahr: 17,2%,). Zu ihnen zählen Gesine Danckwart mit„Heißes Wasser für alle“, Dea Loher mit ihrer„intellektuellen Gesellschafts­ komödie“ Stosuki Klary – Klaras Verhältnisse, Marie Brassard mit„The darkness“, und(siehe oben) Merle Caruso. 142 Frauen Festwochen Bühnenbild: Auch das Bühnenbild wurde fast nur von männlichen Künstlern gestaltet: 19:2, das entspricht einem Frauenanteil von unter 10%(Vorjahr: 26%) Festwochen Kostüme: Einzig im Bereich Kostüme sind Frauen einigermaßen häufig vertreten, doch auch nicht so überragend oft, wie man gemeinhin(Kostüme ist ein traditionell weiblicher Handlungs- und Gestaltungsspielraum) annehmen möchte: 11 Frauen, 6 Männer, das ist etwas weniger als im Vorjahr. 143 Frauen Festwochen, DirigentInnen: Es konnte keine Dirigentin ausfindig gemacht werden Festwochen KomponistInnen Es kam ebenfalls kein, von einer Frau komponiertes musikalisches Werk zur Aufführung, dafür aber Bühnen- und Musikwerke von mehr als 28 Komponisten. 144 Frauen FILM VIDEO Frauen BUDGET Karin Zeitlhuber Getraud Lehner-Horkay Brigitte Podgorschek Mag. Martha Blassnig Gabriela Hegedüs Nina Kusturica Dr. Susanne Granzer Susanne Granzer& Arno Böhler Constanze Schuhmann Barbara Eder Gabriele Kranzelbinder Gertrude Moser-Wagner Jovita Dermota Mag. Barbara Unger-Wiplinger Renate Kordon Mag. Eva Testor Susi Graf Jovita Dermota Lisa Tillinger Mara Matuschka Mag. Astrid Heubrandtner Beate Mantl Anja Salomonowitz Alina Tretinjak Barbara Grascher Christiane Adrian-Engländer Fiona Rukschcio Teresa Zötl Aurelia Weikert Iby- Jolande Varga Borjana Ventzislavova Mag. Susanne Kompast Mag. Ülkü Akbaba Ulrike Müller Linda Christanell Juliane Beer; Jakob Ballinger Lucia Schrenk Vivien Dybal Mag. Karin Helml Helene Avramidis DI Ulrike Stehlik Ursula Reisenberger Beate Mantl Projekt 250.000,00 Ilgplatz oder die Metamorphose eines Kreises 1.000,00 Female under trouble 2.800,00 Five Chapters of Chinese Life 4.000,00 Lotte Hahn 4.000,00 Paradise Inn 5.000,00 Filmfestival-Auswege 3.000,00 Archivare des Sterbens 2. Rate 800,00 Philosophie im Bild 1.500,00 An meine Liebsten 1.900,00 Tod, Teufel und Kommerz 3.000,00 Phantom Fremdes Wien 2.000,00 Taste um die Ecke 2.000,00 Illusionen 3.000,00 Heimat ist dort, wo mein Bett steht 4.000,00 Postproduktion"Coffee-Cup" 500,00 24 Wirklichkeiten in der Sekunde 4.000,00 Bodenlose 5.000,00 Schichten 4.000,00 Felix Ende 2.000,00 Come Back 4.000,00 Fremde Nähe 2.000,00 Von-Bis 2.000,00 Das wirst du nie verstehen 2.500,00 Echos 4.000,00 Solony 2.000,00 Stonded Vienna 1.500,00 Un jour comme un autre 2.500,00 stumm lernen 2.000,00 Kurdele 3.000,00 Loops 1.000,00 Ein Euro Einwurf 4.000,00 Kunst am Bau& Die Frauenfigur 2.500,00 Grenzgängerinnen 5.000,00 je älter desto ich 5.000,00 zeigensightseeing 3.000,00 Club Real 3.000,00 Anna muss gehen 3.000,00 Meister der Schatten 2. Rate 2.000,00 Letzte Hoffnung Spanien 2.000,00 Tao Platon 2.000,00 a couple of houses 4.000,00 Hats 4.000,00 Der Mann als Hund 2.370,00 145 Frauen Mag.art Susanne Schuda Mag. Elisabeth Maria Klocker Beate Mantl Beate Mantl Mag. Ulli Galdik Eleonore Fischer Summe Gesamt dieschudas.at 2.200,00 Ragnar 4.000,00 Wegen Daniel 2.000,00 Ohne Einander 2.000,00 DASREVERSAD 2.000,00 Ich bin nicht dort, wo sich das abspielt Wege aus der Last des Schweigens 4.000,00 138.070,00 250.000,00 FILMFONDS WIEN Gremien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Filmfonds Wien: Die Jury ist das Gremium, das die Förderansuchen beim Filmfonds Wien beurteilt und Zusagen ausspricht. Fünf der acht JurorInnenen 2004 waren Frauen. Die Hauptjury bildeten Ulrike Dohr, Beatrix Wesle, Andreas Ungerböck und Jani Thiltges. Die Ersatzjury bestand aus Elisabeth Büttner, Bettina Leidl, Annette Niehues und Philipp Riccabona. Dem Kuratorium gehörten sieben Personen an, darunter zwei Frauen. Die Kuratoriumsmitglieder waren Barbara Fränzen, Helmut Grasser, Hans Hurch, Michael Kreihsl, Wolf-Rüdiger Philipp, Michael Stejskal und Kathrin Zechner. Beim Filmfonds Wien waren 2004 acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, drei Männer und fünf Frauen: Peter Zawrel(Geschäftsführung), Katharina Bogensberger(Verträge und stellvertretende Geschäftsführung, bis April 2004), Claudia Fischer(Verträge und stellvertretende Geschäftsführung, ab Mai 2004), Andrea Christa(Lektorate), Silke Schönfelder(Public Relations bis Oktober 2004), Sabine Konrath(Public Relations ab Oktober 2004) und Sibylle Schwarzkogler (Office Management) sowie Thomas Heskia, Margarethe Binder und Alessandro Chia(alle drei Controlling). Somit waren rund 63% der Stellen beim Filmfonds Wien mit Frauen besetzt. Frauen als Filmautorinnen, Regisseurinnen und Produzentinnen Die Filmförderung durch den Filmfonds Wien erfolgt nach wirtschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Aspekten. Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Männer und Frauen beschäftigt. Die Autorinnen, Regisseurinnen, Kamerafrauen, Cutterinnen, Masken- und Kostümbildnerinnen oder 146 Frauen Filmgeschäftsführerinnen arbeiten dabei mit Erfolg im künstlerischen als auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Im Jahr 2004 konnten die beiden Produzentinnen Katja Dor-Helmer und Fiona Meisel mit dem ersten von ihrer Firma MINI Film(gemeinsam mit Lotus-Film, Wien und maximage, Zürich) produzierten Familienfilm„Villa Henriette“ nach Motiven des gleichnamigen Films von Christine Nöstlinger sehr erfolgreich in der Filmbranche Fuß fassen. Ihr Film lief auf dem Kinderfilmfestival LUCAS 2004 im Wettbewerb und erhielt Einladungen zu den Festivals in Kassel, Münster, Saarbrücken, Olympia(Wettbewerb), Antwerpen(Wettbewerb), Augsburg und Goldener Spatz Gera & Erfurt(Wettbewerb). Nach seinem Kinostart zu Weihnachten 2004 in Österreich wurde der Film in sechs weiteren europäischen Ländern in den Verleih genommen. Jessica Hausners neuer Film„Hotel“ wurde fertig gestellt und feierte seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes in der Reihe„Un Certain Regard“. Jessica Hausner führte Regie und schrieb auch das Drehbuch zu diesem Psychothriller, der von ihrer Produktionsfirma coop 99 mit einem deutschen Koproduzenten hergestellt wurde. Die junge österreichische Schauspielerin Franziska Weisz spielt darin die Hauptrolle. Ebenfalls um eine internationale Gemeinschaftsproduktion(mit Deutschland und Italien) handelt es sich bei dem von Novotny& Novotny produzierten Film„Keller“ der jungen Drehbuchautorin und Regisseurin Eva Urthaler, die für ihr Drehbuch bereits mit dem Drehbuchpreis„Step by Step“ ausgezeichnet wurde. Der Debütfilm der erst sechsundzwanzigjährigen Wienerin, ein Jugendfilm über das Erwachsenwerden, wurde im Herbst 2004 gedreht. Das Drehbuch zu Sabine Derflingers von der Dor Film produzierten Film„42 plus“ – die Geschichte einer 42-jährigen attraktiven Geschäftsfrau, die beginnt, ihr Leben in Frage zu stellen –, wurde von der Regisseurin unter der Mitwirkung des renommierten dänischen Autors Morgens Rukov („Festen“) und Angelika Hager(„Polly Adler“) verfasst. Ruth Beckermann begibt sich in ihrem neuen Film„Zorros Bar Mizwa“ als Autorin, Regisseurin und Produzentin auf die Spuren von nach Wien emigrierten georgischen und bucharischen Juden. 147 Frauen Im Jahr 2004 förderte der Filmfonds Wien 22 verschiedene Filme in der Projektentwicklung. Die Treatments oder Drehbücher zu diesen Projekten wurden von 18 Männern und 4 Frauen ge­ schrieben, d. h. rund ein Fünftel der eingereichten Projekte stammen von Autorinnen. Im Jahr 2004 förderte der Filmfonds Wien 40 verschiedene Projekte in der Herstellung. Bei 31 dieser Filme führten Männer Regie, 9 Filme hatten eine Regisseurin. Somit beträgt der Regisseurinnenanteil nicht ganz ein Viertel. NEUE MEDIEN 2004 standen insgesamt 72 000 EUR zur Förderung der„New Media Art“ zur Verfügung(1 000 EUR weniger als 2003). Mit dieser Summe konnten 17 Projekte gefördert werden, davon vier von Künstlerinnen(Fördersumme 12.500 EUR) und 5 von KünstlerInnen-Gemeinschaften, in denen Künstlerinnen federführend sind(Fördersumme 13.000 EUR) Die acht Projekte zusammen machen 26% der Gesamtfördersumme aus. Thematisch widmete sich keines der acht Projekte explizit feministischen Themen, es standen u.a. Datennetze, elektronische Musik und Viren- und Spamkunst im Vordergrund. http://www.5uper,net 5uper.net ist ein Kommunikationsforum, das Tätige in den Bereichen Medien, Kunst und Technologie verbindet und(noch) nicht Tätige in diese Bereiche einführt. Die Vielfalt der Disziplinen reichet von Design, Architektur, Musik, Netzkunst, experimentelles Graphik-Design, Events, Aktionen, Animation bis hin zu internationalen Kooperationen. Veranstaltungen 2004 waren z.B. das Symposium„Coded Cultures“ Team: Ainhoa Achutegui, Karina Lackner u.a. http://www.vidok.org „Dashed“ ist eine kunstsoziologische Studie zum Thema Gedächtnisraum. Das Hauptaugenmerk liegt in der Verortung signifikanter Punkte, die aus dem„räumlichen Gedächtnis“ unterschiedlicher ProtagonistInnen gefiltert werden. Die Verortung funktioniert über Mobiltelefone, die in der 148 Frauen Installation als Abspielgeräte eingesetzt werden. Team: Annja Krautgasser http://www.dieschudas.at Die Schudas ist eine Internet-Sitcom, dh. eine Familiengeschichte in Episoden. Die Schudas ermöglicht einen sofortigen und interaktiven Einstieg in die Realitäten einer Familie und ihrer NachbarInnen. In einer narrativen Fusion von 3D-Räumen, Animationen, Sounddesign, Collagen und Texten ist es möglich, Lebenssituationen der DarstellerInnen frei zu navigieren und zu jeweils neuen Episoden und Ebenen zu kombinieren. Team: Susanne Schuda u.a. http://www.ubermorgen.com Projekt„Foriginals“: Der Begriff ist eine Wortkonstruktion aus den Wörtern„original“ und„Forge“ (i.e.fälschen). Foriginals sind Dokumente, die sich sichtbar nicht von Originalen unterscheiden lassen. Inhaltlich setzen sich Foriginals mit behördlichen Formularen, Dokumenten(z.B. Gerichtsurteile, Ausweise), Bildern und Verträgen auseinander. Am Computer konstruiert und publiziert, stellen sie die Beweiskraft von Dokumenten im medialen Zeitalter in Frage. Team: Liz Haas, Luzius Bernhard u.a. http://www.ickemicke.at Das Festival„Icke Micke“ im Mai 2004 in der Künstlerhaus-Passage war der Start zu einer Audio-Art Serie, zur Verschmelzung musikalischer und akustischer Medien mit Bildender Kunst und Film. Team: Tanja Bednar u.a. http://www.medienkunstarchiv.at Das Medienkunstarchiv Wien hat sich die Archivierung, Theoriebildung und Vermittlung der Medienkunst im Netz zur Aufgabe gemacht. Team: Romana Scheffknecht u.a. http://www.seexit.net „SE.exit.225“ ist eine mittels GPS und Onine-Video dokumentierte Autofahrt von Wien nach Sofia, dh. eine„videografische“ Erstellung einer neuen europäischen Landkarte, die als durchgehender kartografierter Video-Stream archiviert und im Netz präsentiert wird. Team: Maia Gusberti, Michael Aschauer http://www.sunpendulum.at 12 Zeitzonen gibt es. In jeder ist eine Kamera installiert, die sich in den Himmel streckt, alle zusammen ergeben eine virtuelle Zeituhr der Erde. 2004 konnten die Vorbereitungen der Installation eines Zeitauges in Tokyo gefördert werden. Team: Kurt Hofstetter, Barbara Doser u.a. http://www.machfeld.net „VISP“ heißt das Online Viren- und Spam-Projekt der KünstlerInnen-Gemeinschaft Machfeld. Sämtliche vom VISP-System aufgefangene Computerviren werden dekompiliert und Sourcencode zugänglich gemacht. Dieser Code wird dann als HTML-Datei im Internet abgebildet. Dazu gibt´s ein Glossar, Ranking, Viren-Archiv etc. Zusätzlich werden auch Experimente mit eigenen VISP­ „Viren“ durchgeführt, Das Team: Michael Mastrototaro, Sabine Maier, Martin Pichlmair 149 Frauen MUSIK Im Musikbudget stehen für Vereine und Orchester 17.770.882 Euro zur Verfügung. Davon gingen 644.000 Euro an Orchester und Vereine, die von Frauen geleitet werden und 182.000 an das Gustav Mahler Orchester, in dem ein hoher Frauenanteil unter den MusikerInnen herrscht. Das sind 4,7% des Gesamtbudgets. Hier die Projekte im Einzelnen: Orchesterförderung: Neben dem 1. Frauen Kammerorchester(36.000 EUR) finden sich in vielen Klangkörpern, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Wien erfahren, Frauen. Besonders in den Jugendorchestern – Jeunesse Orchester(47.000 EUR 55%) und Gustav Mahler Jugendorchester(182.000 EUR 48%) Organisation: Orchester und Ensembles, die von Frauen geleitet werden. So u.a. das Frauenkammerorchester(36.000 EUR Prof. Brigitte Ratz), das Jeunesse Orchester(47.000 EUR Dr. Renate Böck), Franz Lehar Orchester(7.200 EUR Prof. Vera Macku und KS Sona Ghazarian), Kaleidoskop(3.500 EUR Adriane Muttenthaler); Vereine: Musikalische Jugend Österreichs(377.000 EUR Mag. Angelika Möser), Wiener Musik Galerie(30.000 EUR Prof. Ingrid Karl); Orpheus Trust(73.000 EUR Dr. Primavera Gruber); Musica Juventutis(18.000 EUR Mag. Christa-Maria Schuster) Wettbewerbe: Der Belvedere Gesangswettbewerb(25.000 EUR wird von der Wiener Kammeroper und der Direktorin Isabella Gabor organisiert und findet jährlich statt, Beethoven Klavierwett­ bewerb(alle 4 Jahre- 2.000 EUR Mag. Elga Ponzer) 150 Kompositionsaufträge: Aus einem Gesamtbudget von 25.000 EUR wurden Kompositionen von Lacroix Silvie 1.000 Muttenthaler Adriane 800 Klement Katharina 2.000 Gefördert. Das entspricht einem Anteil von 15,2%. Frauen Das viel akklamierte Accapella festival der menschlichen Stimmen Voice Mania von Nushin Vossoughi wurde mit 18 000 EUR gefördert. Das Festival versammelte wieder die faszinierendsten internationalen a cappella Ensembles und Solokünstler an verschiedenen Schauplätzen in Wien. Die Eröffnung fand gleichzeitig in der Lutherischen Stadtkirche und in der Casanova Revue Bar statt. Ein vielfältiges Spektrum von musikalischen Kreationen, exotischer Verquickung von Stimmakrobatik mit Entertainment, Rock und Pop, Jazz and Blues, Swing und Ethno wurde von 27 Ensembles und SolokünstlerInnen aus Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Italien Korsika, den Niederlanden, Österreich und Ungarn präsentiert. LITERATUR Im Rahmen der Literaturförderung waren 2004 mehrere Jurien tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den zehn Mitgliedern waren acht Frauen(Inge Cevela, Mag. Karin Haller, Mag. Mirjam Morad, Dr. Kristina Pfoser, Mag. Silke Rabus, Mag. Christine Trattner, Mag. Kathrin Wexberg und Mag. Elisabeth Wildberger). 151 Frauen Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen drei Frauen waren(Univ. Prof. Dr. Konstanze Fliedl, Dr. Kristina Pfoser, Dr. Christiane Zintzen), zusammen. Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen drei Frauen waren(Univ. Prof. Dr. Konstanze Fliedl, Dr. Kristina Pfoser, Dr. Christiane Zintzen), zusammen. 152 Frauen Der Jury für die Vergabe der Wiener Autorenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, gehörten mit Barbara Neuwirth und Heidi Pataki zwei Frauen an. Die zum Wiener Dramatikerstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, drei von ihnen waren Frauen(Dr. Karin Kathrein, Dr. Sabine Perthold, Mag. Susanne Wolf). Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Zwei dieser drei Mitglieder waren im Jahr 2004 Frauen (Mag. Ruth Berg, Dr. Renate Lunzer). Mit dem Preis, der mit 3.700 EUR dotiert ist, wurde Christine Angerhofer ausgezeichnet. Von den drei Dramatikerstipendien, die mit monatlich je 1.000 EUR dotiert sind, erhielt mit Bettina Balàka eine Frau dieses im Jahre 2002 neu geschaffene Stipendium. Von den vier CanettistipendiatInnen waren im Jahr 2004 zwei Frauen: Brigitta Falkner und Sabine Gruber erhielten dieses mit monatlich je 1.458 EUR Euro dotierte Stipendium. 153 Frauen Im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchpreise wurde Angelika Kaufmann ausgezeichnet, den Illustrationspreis erhielt Heide Stöllinger. Für diese Preise steht eine Gesamtsumme von 8.000,-­ Euro zur Verfügung, davon gingen 3.600 EUR an Frauen. In die Ehrenliste trugen sich Bücher von Monika Helfer und Birgitta Heiskel sowie von Adelheid Dahimène und Heide Stöllinger ein. Für Bücher von Frauen wurden Wiener Verlagen Druckkostenbeiträge(Gesamtsumme 205.000 EUR) in der Höhe von 87.850 EUR zur Verfügung gestellt. INTERKULTURELLE UND INTERNATIONALE AKTIVITÄTEN Die Tendenz der letzten Jahren bezüglich des stetigen Anstieges an frauenspezifisch motivierter Aktivitäten im interkulturellen Bereich hält weiterhin an. Zum einen ist ein ständiges Wachstum an Vereinsgründungen zu bemerken, zum anderen werden aufgrund von Neuwahlen verstärkt Frauen in den Vorstand berufen. Im Jahr 2004 wurden folgende Projekte von Frauenvereinen vom Referat für Interkulturelle Aktivitäten gefördert: 154 Frauen Projekt Frauenraum – Verein für Frauenintegration Frau Gül Sanli, Frau Astrid Zach - Interkulturelles Frauenfest+ Projekt„Kulturen in Kontakt Internationaler Frauenverband Frau Dr. Ragga El Terife - Sudanischer Kulturabend Verein für ägyptische Frauen und Familien Frau Nadia Aziz - Konzert Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen Frau Mahin Ranjbar - Feier zum Weltfrauentag Verein für arabische Frauen Frau Marie-Therese Kiriaky - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Aktiver türkischer Frauenverein Frau Yodigar Ünlü - Veranstaltung zum Tag der Frauen Verein Andromeda - Tanzperformance Traum und Wirklichkeit Gesellschaft zur Unterstützung afghanischer Frauen und Kinder - Benefizveranstaltung Nadya Mandir - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Schwarze Frauen Community Bundestagung der Frauen aus Afrika 700,-900,-­ 2.000,-­ 1.500,-­ 7.000,-­ 1.000,-­ 2.000,-­ 1.200,-2.500,-­ 1.000,-­ Ein besonders wichtiger Gesichtspunkt sind Vereine, wo die Hauptaktivitäten von Frauen geleistet wird. Sie sind ein sehr wichtiger Faktor im interkulturellen Bereich geworden. Verein IODO Frau Mag. Ülkü Akbaba - Ausstellung„Frauenbilder“ - Jahreskonzeptförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Frau Zofia Beklen - Jahreskonzeptförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten - Konzert„Wien grüßt Krakau“ Jehuda Halevi Zentrum Frau Rosa Gilkarov - als Jahreskonzeptförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten Verein El – Ele Frau Hakikat Thurner - Tanzveranstaltung 1.500,-­ 7.000,-­ 22.000,-­ 5.000,-14.000,-­ 2.000,-­ 155 Frauen Verein Station Wien Frau Ferhan Umancan - KulturCafe Sedir 10.000,-Culture Works Frau Mag. Sabina Schebrak - Geburtstagsspecial Tschuschenkapelle 5.000,-­ Verein Speak Frau Mag. Beatrix Neiss - Projekt“Sprichwörtlich in Bewegung” 2.000,-­ Verein zur Förderung persisch traditioneller Musik Frau Zooreh Schönleitner - als Jahreskonzeptförderung für diverse kulturelle Aktivitäten 3.000,-­ Klub polnischer Intellektueller Frau Jadwiga Hafner - Zeitschrift„Jupiter“ 1.000,-­ - Vernissage+ Galaveranstaltung 3.500,-Kulturni Centar Frau Christine von Khol - Präsentation einer Friedensanthologie 1.000,-­ Österreichisch Aserbaidschanischer Verein„New Baku and Vienna“ Frau Dr. Neda Berger - Musikalischer Abend 1.000,-­ - Klavierabend 1.700,-­ amisnuh Theaterstudio Frau Dr. Angela Waldegg - Erzähltheater Gulbahra 1.500,-­ - Erzähltheater Nuriya 1.500,-­ Kulturverein Resonanz Frau Holde Naumann - Lesung„Türkenzelt und Stephansdom“ 1.500,-­ - Lesung„Gedichte im Haiku-Takt“ 1.000,-­ - Lesung„Der Derwisch tanzt“ 390,-­ Passion im Tanz Frau Mariama Tanzveranstaltung 3.500,-­ Verein Exil Frau Christa Stippinger - Jahreskonzeptförderung f. diverse interkulturelle Aktivitäten 10.000,-­ Verein für chinesische Sprache und Kultur Frau Zheng Xianming - Chinesisches Neujahresfest 1.500,-­ Verein Information und Kultur Ägyptens Ägyptische Kulturveranstaltung 1.500,-­ Summe der Förderungen für Frauenprojekte 121.890,--(16,71%) Gesamtbudget Interkulturelle Aktivitäten 2004 729.500,-­ 156 Frauen WIENTAGE IN BUKAREST: Während der Wientage in Bukarest vom 12. Mai bis 21. Juni 2004 hatten folgende Künstlerinnen und Theoretikerinnen aus den Bereichen Tanz, Musik, Performance, Video, Literatur die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren: Sabine Gruber und Olga Flor, Anna Jermolaeva, Michaela Schwendtner, Monika Vykoural, Lisl Ponger, Annette Baldauf, Dorit Margreiter, Sabine Bitter, Carola Dertnig, Ruth Kaaserer, Milli Bitterli, Claudia Heu, Barbara Kraus, Ileana Pintilie, Katherina Zakravsky, Dorit Chrysler, Mihalea Kavdanksa, Electric Indigo. BILDENDE KUNST Die Jury für Kunstankäufe im Jahr 2004 bestand aus 7 Mitgliedern, davon 4 Frauen: Dr. Antonia Hoerschelmann, Prof. Gabriele Rothemann, Prof. Eva Schlegel und Mag. Karin Zimmer 157 Frauen Die Jury für die Galerien-Prämienaktion 2004 zählte 6 Mitglieder, davon 4 Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Dr. Monika Faber, Mag. Doris Krumpl und Dr. Maria Rennhofer Die Jury für Preise der Stadt Wien bestand aus 6 Mitgliedern, davon 4 Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Marianne Maderna, Mag. Eva Schlegel, Elfie Semotan Der Förderungspreis für bildende Kunst wurde an 2 Frauen vergeben: Anna Jermolaewa und Fiona Rukschcio(je 4.000 EUR) Vier Preise der Stadt Wien wurden an 2 Frauen und 2 Männer vergeben: Elfriede Mejchar und Constanze Ruhm(je 8.000 EUR) Fonds Kunst im öffentlichen Raum Jury: 5 Beiräte, davon 3 Frauen: Dr. Silvia Eiblmayr, Dr. Brigitte Huck, Prof. Ute Meta Bauer 158 Angenommene Projekte: 12 Antragstellerinnen: 2 Frauen/10 Männer KünstlerInnen: 51 Frauen/77 Männer Frauen Kunstankäufe Aus einer Gesamtsumme von 551.160 EUR wurden 304 Kunstwerke angekauft (60 Frauen und 86 Männer) Die Ankaufssummen betrugen 187.650 EUR für Frauen und 363.510 EUR für Männer 159 Frauen Ausstellungen: Im Jahr 2004 wurden 5 Ausstellungen aus den Beständen der Kunstwerke der Stadt Wien im Ausland und in Wien gezeigt. „Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung“ im Österreichischen Kulturforum Bratislava Mitwirkende KünstlerInnen Gesamt 20, davon 4 Frauen "Eigensinn und Eigensicht - Selbstporträts von Wiener Künstlern" im Österreichischen Kulturforum Prag Gesamt 19, davon 11 Frauen "Eigensinn und Eigensicht - Selbstporträts von Wiener Künstlern" im Alten Rathaus in Brünn Gesamt 19, davon 11 Frauen „Bilder von Wienern“ im Martin Gropius-Bau in Berlin Gesamt 20, davon 4 Frauen „Bilder von Wienern“ m Hotel d’Albret in Paris Gesamt 7, davon 1 Frau 160 Frauen Kleinprojektförderung bildende Kunst: Folgende von Frauen geführte, oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme von 122.000,-- EUR des Budgets der Kleinprojektförderung subventioniert: Bildungsverein Webster University Heizhaus Stammersdorf Verein zur Ausübung u.Förderung künstl.Photographie Kulturverein Freunde des Loquaiparks Raum aktueller Kunst Kunsthalle Exnergasse Intakt Künstlerinnenverein eigenart Kforum- Verein für internationale Kunst- und Kulturvernetzung Pogmahon.company(2 Ausstellungen) Kulturverein Freunde des Loquaiparkes Institut für interaktive Raumprojekte Yedermann Productions Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Club Alpha(3 Ausstellungen) Westlicht- Verein zur Förderung der Fotografie (für 3 Ausstellungen) 700,-1.000,­ 2.000,-­ 1.000,-­ 1.000,-­ 3.500,-­ 1.000,-­ 1.000,-1.370,-­ 6.000,-­ 1.000,-­ 4.000,-6.000,-­ 4.000,-­ 4.000,-5.400,-­ 42.970,-­ Stadtteilkultur Das Kunstfestival„SOHO in Ottakring“(gefördert mit 40.000 EUR), das 2004 zum fünften Mal für die Dauer von zwei Wochen im Wiener Brunnenmartktviertel stattfand, wurde wieder von der Künstlerin Ula Schneider kuratiert und organisiert. Das Stadtteilprojekt Kulturnetz, das von DI Uschi und Dieter Schreiber gemeinsam geleitet wird, erhielt Förderungen in der Höhe von 189.000 EUR. 161 Frauen Kunsthalle Wien Die Kunsthalle Wien erhielt Förderungen in der Höhe von 3.945.000 EUR. Es gab fünf Einzelausstellungen, davon war eine einer Frau, Eva Hesse, gewidmet. Sabine Folie kuratierte die Personale„Eva Hesse – Transformation – Die Zeit in Deutschland 1964/65“. Sie redigierte auch den Ausstellungskatalog. Eva Hesse ist eine Ikone der amerikanischen Kunst der 60er Jahre. Der Fokus der Ausstellung basierte auf den Arbeiten, die in den Jahren 1964/65 während ihres Aufenthaltes in Deutschland entstanden sind Diese Zeit markierte eine methodologische Wende in Hesses Arbeit. Erstmalig erschien mit der Ausstellung auch eine Publikation der transkribierten Kalendernotizen von 1964/65 dieser im Alter von 34 Jahren früh verstorbenen Künstlerin. Der Anteil der Frauen, die in der Kunsthalle Wien Ausstellungen kuratierten ist 2004 nicht sehr hoch: 4 von 16.(Vergleich zum Vorjahr: 9 von 21). Das sind 25% statt 42,5% im Vorjahr. WIEN MUSEUM Administratives: In der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechtes Museen der Stadt Wien sind vor allem im Bereich der Bediensteten des höheren Dienstes, des Verwaltungs- und Kanzleidienstes mehr Frauen als Männer beschäftigt. Auch bei den privatrechtlich Angestellten überwiegen Frauen. Im Bereich des akademischen Personals stehen dreizehn Kuratorinnen sechs Kuratoren gegenüber. Entscheidende Positionen, wie die der stellvertretenden Direktorin(Frau Dr. Renata Kassal-Mikula) und der kaufmännischen Leitung(Frau Dkfm. Angelica Ellen Röhr) haben Frauen inne. 162 Frauen Im Zuge der Reorganisation der Museen der Stadt Wien wurden mehrere neue Positionen mit Frauen besetzt: Frau Mag. Bärbl Schrems wurde die Leiterin der Abteilung Ausstellungsproduktion, Frau Mag. Elisabeth Woelfl-Graf koordiniert die Restauratorinnen, die Stelle eines Registrars bekam Frau Mag. Christiane Rainer, Frau Helga Vanek leitet die Abteilung Interne Services. Zahlreiche freiberuflich tätige Frauen unterstützen die Arbeit des Wien Museums in den Bereichen wissenschaftliche Recherche und Aufarbeitung der Sammlungen bzw. Digitalisierung und Inventarisierung. Betreffend der Förderung zur Aus- und Weiterbildung von Frauen nahmen insgesamt 9 Mitarbeiterinnen an Fach-, Persönlichkeits- und Coachingseminaren teil. Teilzeit und Gleitzeit machen es möglich, Familie/Privatleben und Berufstätigkeit besser zu vereinbaren. Teilzeitkräfte gibt es in der Restaurierabteilung, in der Verwaltung und beim Reinigungspersonal. Inhaltliches: Im Bereich der Publikationen wurde im Wien Museum mit besonderer Sorgfalt auf geschlechtsneutrale Formulierungen und Bildsujets geachtet. Auch im Jahr 2004 konnte das Wien Museum zahlreiche Frauen mit externen Aufgaben betrauen: - Die Wissenschafterin Cornelia Kogoj stand gemeinsam mit Sylvia Mattl-Wurm an der Spitze des KuratorInnenteams der Ausstellung„Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration“. - Die international anerkannte Künstlerin Lisl Ponger wurde von den Museen der Stadt Wien mit einer künstlerischen Arbeit beauftragt, die dann im Wien Museum gezeigt wurde:„Phantom Fremdes Wien 1991/2004“. - Gemeinsam mit Peter Eppel vom Wien Museum konzipierte Isabel Termini die erste Intervention in die Dauerausstellung, die den Titel„Migrationsziel Wien“ trug. - Die freie Kuratorin Brigitte Huck kuratierte gemeinsam mit Wolfgang Kos und Lisa Wögenstein vom Wien Museum die Schau„Wiener Linien. Kunst und Stadtbeobachtung seit 1960“ - Gemeinsam mit Michaela Lindinger vom Wien Museum konnte die Wissenschafterin und Autorin Lisa Fischer im Atrium des Wien Museums Karlsplatz die Ausstellung„Riviera an der Donau. Sommerfrische Kritzendorf“ realisieren. - Die Grafikerin Larissa Cerny(PURPUR) wurde mit der grafischen Gestaltung einer Ausstellung (Riviera an der Donau. Sommerfrische Kritzendorf) beauftragt. - Die Grafikerin Veronika Kyral entwarf die Ausstellungsgrafik für die von Reingard Witzmann vom Wien Museum kuratierte Ausstellung„Magische Orte. Wiener Sagen und Mythen“ in der Hermesvilla. - Für das Buch„August Stauda. Ein Dokumentarist des alten Wien“ konnte Maria-Anna Friedl für die Grafik gewonnen werden. Recherchen übernahm neben der Herausgeberin Susanne Winkler vom Wien die Fotoexpertin Frauke Kreutler. - Erstmals widmet sich im Ausstellungskatalog„Schiele& Rössler“ ein wissenschaftlicher Beitrag der Ehefrau des Sammlers Arthur Rösslers, Ida Rössler, die wichtigen Anteil am Sammlungsaufbau hatte. - Von neun für das Jahr 2005 geplanten Ausstellungen wurden bei fünf Ausstellungen Frauen mit der kuratorischen Leitung beauftragt. 163 Frauen In der Hermesvilla widmen sich zwei semipermanente Ausstellungen spezifisch frauenrelevanten Themen.„Chic – Damenmode des 20. Jahrhunderts“ im Dachgeschoss zeigt typische Beispiele der Modeentwicklung. Mit der Ausstellung„Villa mit Grünbl., kaiserl, teilmöbl., 1350m² Wohnfl.“, die die Geschichte der Hermesvilla rekonstruiert, lädt das Wien Museum zu einer neuen Auseinandersetzung mit Kaiserin Elisabeth, die die Villa von ihrem Mann zum Geschenk erhielt, ein. Den aktuellen Forschungsansätzen der universitären gender-studies folgend, wurden genderrelevante Aspekte bei vielen Ausstellungsthemen wie z. B. der Ausstellung„Riviera an der Donau. Sommerfrische Kritzendorf“ oder„Wiener Linien. Kunst und Stadtbeobachtung seit 1960“ implizit thematisiert. STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek erwirbt im Rahmen ihres Sammelauftrages kontinuierlich Literatur und Nachlässe von Frauen, die wichtig für das literarische und intellektuelle Leben der Stadt sind. Über die Verzeichnung in den Bibliothekskatalogen hinaus werden auch immer wieder neu erworbene Bestände in Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. So konnte 2004 aus dem jüngst erworbenen literarischen Archiv der Autorin und Medienkünstlerin Liesl Ujvary die Ausstellung„weiche welten“ gestaltet werden, die von 22. Oktober 2004 bis 14. Jänner 2005 im Ausstellungskabinett der Bibliothek zu sehen war. Dazu erschien ein umfangreicher Katalog mit Beiträgen von Thomas Ballhausen, Andreas Brandtner, Martin Breindl, Alexandra Millner und Christiane Zintzen. 2004 war auch der 80. Geburtstag von Friederike Mayröcker, deren literarisches Archiv sich seit vielen Jahren in der Bibliothek befindet. Aus diesem Anlass wurden in den Bibliotheksräumen unter dem Titel„Zueignungen/Zuneigungen“ Bilder und Graphiken von Angelika Kaufmann und Linde Waber sowie Handschriften der Autorin gezeigt. Am 16. Dezember 2004 fand ein Fest zu Ehren von Friederike Mayröcker mit einer Reihe bekannter Autorinnen und Autoren statt. Neben der laufenden Erwerbung von Literatur konnte 2004 der zweite Teil des Nachlasses von Jeannie Ebner angekauft werden, der bereits 2003 übernommene Teil des wissenschaftlichen Nachlasses der Wiener Gelehrten Edith Rosenstrauch-Königsberg wurde 2004 erschlossen und ist nun für die Benützung aufbereitet. Ihre Bibliothek wurde bereits 2003 katalogisiert. Aus dem Tagblattarchiv, das seit 2002 von der Wiener Stadt- und Landesbibliothek verwahrt wird, wurden die Nachlässe der sozialdemokratischen bzw. kommunistischen Bildungsfunktionärin Lotte Pirker und der Kindergärtnerin und Heilpädagogin Emma Plank in den Bestand der Handschriftensammlung übernommen. Sie ergänzen den in der Bibliothek bereits vorhandenen umfangreichen Bestand an Materialien zur historischen Frauenbewegung und zu politisch und wissenschaftlich tätigen Frauen des 20. Jahrhunderts. HOCHSCHULJUBILÄUMSSTIFTUNG Im Wiener Stadt- und Landesarchiv werden die Sekretariatsgeschäfte der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien zur Förderung der Wissenschaft abgewickelt. Im Berichtsjahr 2004 wurden insgesamt 196 Anträge eingereicht, davon 66 von Frauen. 164 Frauen 40 Projekte von Frauen wurden genehmigt, das sind 27% der genehmigten Projekte. 122 Projekten wurden vom Kuratorium Förderungen in einem Gesamtausmaß von 549.724 EUR zuerkannt. Die Fördersumme für Projekte von Frauen betrug 157.700 EUR, was 30% der Gesamtsumme entspricht. 165 Frauen KULTURELLES ERBE STADTARCHÄOLOGIE Der Frauenanteil in der Archäologie ist traditionell sehr hoch, wie folgende Daten zeigen. MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie: Leitung Wissenschaftliche Koordination Baustellenbeobachtung und U-Bahn-Archäologie Administration und Inventarisation Öffentlichkeitsarbeit EDV und Tagungen Ausgrabungen und wissenschaftliche Bearbeitung Restaurierung Redaktion Amtsdiener Lehrling Frauen 1 1 1 1 12 2 5 1 Männer 1 1 1 1 6 1 Gesamt 24 Frauen, 11 Männer Seit Juli 2003 ist Mag. Karin Fischer Ausserer Leiterin der Stadtarchäologie Wien. Gemeinsam mit der Altstadterhaltung wurde die Abteilung in das neu gegründete Referat „Kulturelles Erbe“, Leitung Mag. Monika Keplinger, eingegliedert. Initiative„Seniorarchäologie“: 311 Frauen, 157 Männer= gesamt 468 166 Frauen WISSENSCHAFT Im Jahr 2004 wurden zahlreiche innovative, interdisziplinäre und transdisziplinäre Projekte, die sich mit Kultur- und Gesellschaftsentwicklungen unter einer Genderperspektive auseinander setzen, unterstützt – kein Projekt, das sich mit frauenspezifischen Fragestellungen befasste, wurde abgelehnt. Insbesondere im Bereich der Nachwuchsförderung im Wege von Stipendien und Preisen gibt es hoch qualifizierte und engagierte Anträge von jungen Wissenschafterinnen. Die Förder­ statistik weist in diesem Bereich einen hohen Prozentsatz geförderter Frauen auf, der im Vergleich zu 2003 gewachsen ist. Die Zahl der von engagierten Wissenschafterinnen verantworteten Publikationen ist im Jahr 2004 sowohl in absoluten Zahlen als auch im Prozentanteil(Prozentsatz von von Frauen verfassten und herausgegebenen Publikationen) gewachsen. Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich im Jahr 2004 innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben Förderungsbeträge in der Höhe von 350 EUR bis 7.900 EUR Gesamtbetrag der angeführten Projekte: 45.000 EUR AUFKULTUR- Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit Symposium: 30 Jahre AUF- eine Frauenzeitschrift Dr. Britta Cacioppo-Koch, Eva Geber Mit dem dreitägigen Symposium sollte ein Bewusstsein für die Errungenschaften der Vielfalt der Frauenbewegung erarbeitet werden, Wissen und Strategien ausgetauscht und somit gemeinsam neue Wege für die Zukunft gefunden werden. So wurden Beginn und die Entwicklung der Frauenbewegung in Österreich skizziert und der Weg von der Lila Latzhose zum Postfeminismus anhand der Hefte aus 30 Jahren AUF – Eine Frauenzeitschrift nachvollzogen. Delphina- Verein zur Realisierung und Unterstützung von Kunstprojekten Projekt: Vervollständigung des Werkverzeichnisses von Renate Bertlmann Renate Bertlmann, Dr. Edith Almhofer Die Notwendigkeit einer Aufarbeitung und wissenschaftlichen Untersuchung feministischer Kunst in Österreich gewinnt hinsichtlich einer korrigierenden und relevanten Kunstgeschichtsschreibung zunehmend an Bedeutung. In diesem Kontext zeigt sich das Werk von Renate Bertlmann als ein unverzichtbarer Beitrag von zunehmender Aktualität, denn sie zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen dieses Landes, die sich seit den 70er Jahren mit feministischen Fragestellungen und Betrachtungen zur Geschlechterdifferenz beschäftigt hat. In Wien geboren, nimmt sie in ihrer Heimatstadt besonders für die jüngere Künstlerinnen-Generation eine wichtige Rolle ein, für die diese Fragestellungen als Orientierungshilfe immer wichtiger werden. Evangelische Akademie Wien Projekt: Weibliche Homosexualität in Österreich 1945-2004: Lesbengeschichte und Lesbenforschung im Überblick Dr. Marianne Gruber, Waltraud Riegler, Dr. Gudrun Hauer Die Studie gibt einen Überblick über bislang veröffentlichte Grundlagenstudien, akademische Forschungsarbeiten und Datenbanken zur Lesbengeschichte in Österreich. Deutlich wird nach Meinung der Autorin daraus, dass„eine sozial- sowie politische Geschichte lesbischer Frauen in Österreich – im engen Sinne hier für die Zeit der Zweiten Republik –nicht nur erst noch geschrieben werden muss, sondern(sie) ist strenggenommen in vielen wichtigen Bereichen überhaupt nicht erforscht.... Lesbenforschung wird in Österreich erst ab Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts betrieben, sie ist ein„Randgebiet“ und wird fast ausschließlich von Frauen durchgeführt.“ 167 Frauen Frauen ohne Grenzen Projekt: Erstes Wiener Mädchenparlament. Basisinitiative für junge weibliche„Future Leaders“ unter Inkludierung der neuen EU Staaten Ungarn und Slowakei Dr. Edit Schlaffer, Mag. Elisabeth Heller, Mag. Elisabeth Kasbauer Ziel dieser Vernetzungs- und Bildungsinitiative ist es, junge Mädchen für die Themen Demokratie, Menschenrechte Partizipation und Gender zu sensibilisieren und mit„competence und confidence“ für die Zukunft auszustatten. Im Jahr 2004 lag der Schwerpunkt der Projektarbeit auf Literaturrecherche und der Sammlung von für ein„Trainingshandbuch“ relevantem Material. Frauenhetz- Feministische Bildung, Kultur und Politik Mag. Dr. Edith Futscher, Mag. Miriam Wischer und Mag. Andrea Strutzmann Veranstaltungsreihe: Körper und Erinnerung Ein wesentliches Anliegen des Vereines Frauenhetz ist die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Dieser Anspruch zeigt sich auch in der Veranstaltungsplanung. Knapp 40 Veranstaltungen wurden im Jahr 2004 zum Themenschwerpunkt„Körper und Erinnerung“ durchgeführt. Vor allem Veranstaltungsformate wie Erzählcafés hatten stark vernetzende Aspekte und trugen zur Wissensvermittlung zwischen Generationen aber auch verschiedenen Szenen. Gruppe Phänomenologie Sammelband: Feministische Phänomenologie und Hermeneutik, hrsg, von Silvia Stoller, Veronica Vasterling und Linda Fisher In diesem Sammelband sind unterschiedliche Beiträge zu einer der jüngsten Entwicklungen innerhalb der Phänomenologie bzw. Hermeneutik und der feministischen Philosophie vereint. Es liegen bereits einige Sammelbände zur feministischen Phänomenologie vor, dieser Band zeichnet sich dadurch aus, dass hier erstmals die feministische Hermeneutik besondere Berücksichtigung findet. Nanaya- Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern Veranstaltung: 24 Stunden Aktion rund um die Geburt Eva Javorszky-Wagner, Mag. Edeltraud Voill Die wissenschaftlichen und künstlerischen Beiträge dieser Veranstaltung beschäftigten sich mit wichtigsten Parameter, die den Verlauf einer Geburt vorwiegend bestimmen: der Schmerz, die Zeit und die Betreuung. Ninlil- Verein wider die Gewalt gegen Frauen, die als geistig oder mehrfach behindert klassifiziert werden Broschüre: Adressenverzeichnis von Opferschutzeinrichtungen für Frauen, die als geistig oder mehrfachbehindert klassifiert werden Elisabeth Buxhofer, Mag. Elisabeth Chlebecek Die Broschüre richtet sich in erster Linie an Frauen mit Lernschwierigkeiten bzw. ihre BetreuerInnen, Bezugspersonen etc. und informiert über Unterstützungs- und Hilfsangebote bei erfahrener sexueller Gewalt. Ziel des Projektes war, bestehende Ressourcen im Gewaltschutzbereich auch für Frauen mit Lernschwierigkeiten verfügbar zu machen. Zur Datenerhebung, wurden qualitative, leitfadengestützte Interviews mit den Wiener Opferschutzeinrichtungen und Frauenberatungsstellen durchgeführt. Österreichisch-Dominikanische Gesellschaft Mag. Ulla Ebner Symposium: Die Karibik im Spiegel der Geschichte(1804-2004) – 200 Jahre Abschaffung der Sklaverei? 168 Frauen Aus Anlass des UN-Jahres zum„Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei und an ihre Abschaffung“ wurde nach der historischen Einbettung von Sklaverei und dem"Lesen" dieser im kulturellen Gedächntis der nachfolgenden Generationen die aktuelle Situation von Frauen am Rande aller Arbeitsrechte diskutiert und der extremen Druck auf Arbeiterinnen in den internationalen Freihandelszonen sowie internationale Vernetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Schwarze Frauen Community für Selbsthilfe und Frieden Studie: Wir stärken unsere Kinder. Zur Situation afroösterreichischer Kinder in Wien Mag. Ishraga M. Hamid Die Auswertung von Interviews mit Frauen, die afroösterreichische Kinder haben, bildet Grundlage und Hilfestellung für den Abbau von Vorurteilen und die Entwicklung von Strategien für ein besseres Verständnis und Miteinander. Sofia-Institut für ganzheitliche Sozialforschung& ihre Anwendung Studie: Perspektiva: Lebens- und Berufssituation von blinden und hochgradig sehbehinderten Frauen in Wien Dr. Marion Breiter Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Studie„Perspektiva – Lebens- und Berufssituation blinder und hochgradig sehbehinderter Frauen in Wien“ präsentiert. Die Studie zeigt an Hand von Interviews mit betroffenen Frauen, dass diese leistungs-, berufs- und integrationsorientiert sind, dieser hohen Motivation allerdings nur begrenzte berufliche Möglichkeiten gegenüber stehen. Da die Frauen aufgrund ihrer Behinderung über besondere emotionale Ressourcen verfügen, will die Studie auch zur Erschließung neuer Berufsfelder anregen. Stichwort- Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung Veranstaltung: Gender Mainstreaming& Gender Planning. Über Geschlechterdemokratie in Stadt-, Landschafts- und Regionalplanung Mag. Elisabeth Frysak Die feministischen Planerinnen Bente Knoll und Elke Szalai gaben einen historischen Abriss der feministischer Planung entlang der Zweiten Frauenbewegung, von den mühsamen Anfängen in den 1970er-Jahren über die Institutionalisierung von„Frauenbelangen“ in den 90ern bis hin zum aktuellen Gender Mainstreaming in der Verwaltung und sie gaben Einblick in das Berufsfeld der Planerinnen. Verband feministischer Wissenschafterinnen- Verein zur Förderung freier feministischer Wissenschafterinnen und feministischer Wissenschaften in Österreich Publikationsprojekt: Screenwise. Film Fernsehen Feminismus Helga Eberherr, Andrea B. Braidt Mit dieser Publikation liegt nun ein grundlegender wissenschaftlicher Überblick über die aktuellen Ansätze der Film-und TV-Wissenschaften in feministischer Perspektive vor, welcher die innovativen Arbeiten der in Österreich und insbesondere in Wien wirkenden Film- und TV-Wissenschafterinnen in einen internationalen Kontext stellt. Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Ringvorlesung"Eine von fünf. Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum" Mag. Maria Rösslhumer Eine von fünf Frauen ist laut Schätzungen in Österreich von Gewalt durch einen männlichen Verwandten, Freund oder Bekannten betroffen. Bei dieser Veranstaltungsreihe referierten 169 Frauen Expertinnen, die die verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen, deren koordiniertes Vorgehen Voraussetzung für die Prävention von Gewalttaten an Frauen und Kindern im sozialen Nahbereich sind, repräsentieren: MitarbeiterInnen von Opferschutzeinrichtungen wie Frauenhäuser, Männerberatung und Interventionsstellen, Wissenschafterinnen und Vertreterinnen der Justiz. Verein Feministische Forschungsgemeinschaft zu Philosphie& Politik Projekt: Queer-Theorien: Eine Bestandsaufnahme von Queer-Theorien in Österreich und der BRD unter besonderer Berücksichtigung des historischen Kontextes Univ.-Doz. Dr. Gudrun Perko Queer-Theorien fanden in Österreich bislang noch weniger Eingang in die wissenschaftliche (universitäre und außeruniversitäre) Diskussion als in der BRD. Der methodische Zugang des Forschungsprojektes ist ein transdisziplinärer, insofern u.a. historische und historiographische ebenso einbezogen wurden wie soziologische, psychoanalytische Forschungen und Ansätze der feministischen Theorien und der Gender-Studies. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht aber die philosophische Perspektive, von der ausgehend die Thematik erhellt wird. In diesem Sinne werden sozialphilosophische Untersuchungen und textkritische Analysen an Queer-Theorien vorgenommen. Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse Hemma Stallegger Tagung: Vom Skandal des Sexuellen: Zur Psychoanalyse der Geschlechterdifferenz Ziel der Tagung war es, den aktuellen Stand der psychoanalytischen Forschung in Bezug auf das Thema Geschlechterdifferenz zu reflektieren und mit Erkenntnissen aus Disziplinen wie Kulturwissenschaften und Soziologie in Austausch zu bringen. Dabei wurde die von Sigmund Freud konzipierte Triebtheorie als gemeinsame theoretische Basis verstanden; mitberücksichtigt wurden auch Weiterentwicklungen aus der kleinianischen und aus der lacanianischen Schule. Ausgehend von einer„interindividuellen“ Forschungssituation wurden die psychoanalytischen Vorträge aus den Stützpunkten Klinik und(Meta-)Theorie aufbereitet. Gleichzeitig flossen aber auch soziologische Beobachtungen in die psychoanalytischen Beiträge ein, so wie umgekehrt die psychoanalytische Theorie die Grundlage kulturwissenschaftlicher Überlegungen bildete. Exemplarische Auflistung von Frauen initiierter bzw.„federführend“ betreuter wichtiger Projekte, die 2004 gefördert wurden: Förderungsbeträge in der Höhe von 550 EUR bis 15.000 EUR Gesamtbetrag der angeführten Projekte: 195.150 EUR artminutes- Büro für Theaterforschung Projekt: Wiener Theater- und Kinotopografie Mag. Angela Eder Association for Austrian-Hungarian Cultural Cooperation Publikationen:„Ungarische Kaffeehausautoren“ und„Altösterreichisch-ungarisches Kabarett“ Dr. Katalin von Reviczky Asylkoordination Österreich- Verein von AusländerInnen- und Flüchtlingshilfsorganisationen und ­ betreuerInnen Projekt: Wiener Asyl- mehr Versorgung? Studie zu den Änderungen im Asylverfahren und der Bundesbetreuung Mag. Anny Knapp, Renate Saßmann 170 Frauen attac Österreich Projekt: wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2004 Mag. Karin Küblböck Carambolage Veranstaltungsreihe: Werkschau Tanz- Kunst im Dialog für das Jahr 2004/2005 Astrid Bayer Carl Auböck Archiv Publikationsvorhaben: Carl Auböck(1924-1993) Architekt-Designer-Lehrer Arch. DI Marion Kuzmany Child Guidance- Institut für Erziehungshilfe Arbeitstagung: Sexualität im Kindesalter Dr. Barbara Burian-Langegger Club Osttirol- Verein der OsttirolerInnen in Wien Symposium und Ausstellung: Simon Stampfer 1790-1864 Dr. Johanna Brückl Denkraum Donaustadt- Verein zur Förderung von Gesundheit durch Kommunikation von Wissenschaft und Kunst Veranstaltungsreihe: Denkraum Donaustadt Bärbl Zechner, Silvia Schlagintweit Der Neue Merker Projekt: Die Frühgeschichte der institutionaliserten Instrumental- und Gesangserziehung in Wien (1817-1848) Dr. Sieglinde Pfabigan, Dr. Beate Hennenberg Erika Mitterer Gesellschaft wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2004 Europäische Musiktheater-Akademie e.V. EMA Tagung: Kammeroper"Von der Kunst der kleinen Form" Dr. Isolde Schmid-Reiter Fachsektion Gruppenpsychoanalyse der ÖAGG Symposium: Fundamentalismen Dr. Regina Hofer Fokus – Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien Dr. Monika Mokre Vorbereitung der Konferenz der Association for Cultural Economics International(ACEI) 2006 Franz Schmidt Gesellschaft Wien wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2004 und 7. Internationales Franz Schmidt Symposion Dr. Carmen Ottner 171 Frauen Frauenhetz Forschungsprojekt: Affizierbare Systeme. Von Oasen und der„Guten Gesundheit“ in Zeiten der Virtualisierung von Leben(swelten) Mag. Dr. Elisabeth Mixa Grenz-Film Projekt: Philosophie im Bild Dr. Susanne Granzer IAF – Institut für Axiologische Forschung Projekt: wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2004 Prof. Dr. Yvanka Raynova, Dr. Susanne Moser Initiative Weltethos- Ethische Bewusstseinsbildung in Österreich Vortrag: Wahrhaftigkeit in der Politik Mag. Edith Riether Institut für interaktive Raumkonzepte Diskussionsveranstaltung: Taste um die Ecke Gertrude Moser-Wagner Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung an der Wirtschaftsuniversität Wien- NPO Institut Projekt: 4. Interdisziplinäre NPO Fachtagung 2004- NPOs ohne Menschen? Personalstrategien für die Zukunft Univ.-Prof. Dr. Ruth Simsa Institut für Musiksoziologie Projekt: Aufarbeitung des Kurt Blaukopf Archivs Univ.-Prof. Dr. Irmgard Bontinck Interdisziplinäres Forschungszentrum Sozialwissenschaften Veranstaltungsreihe: Die Selbstverständlichkeit der Welt Univ.-Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand e.V.- Hospizbewegung Kongress"LEBEN-LIEBEN-ABSCHIED NEHMEN. Unterstützung von trauernden Kindern Erwachsenen" Helene Mayer, Marija Mischkulnig und Internationale Schönberg-Gesellschaft Symposium: zum 100. Geburtstag von Nikos Skalkottas(1904-1949) Dr. Nina-Maria Wanek, Dr. Andrea Harrandt Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegung- ITH Neuauflage des Sammelbandes: Austrofaschismus. Politik, Wirtschaft und Kultur 1933-1938 Christine Schindler 172 Frauen IWK- Institut für Wissenschaft und Kunst wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2004 Dr. Helga Kaschl Kultur unter der Brücke Projekt: Berthold Storfer: Retter oder Kollaborateur? Biographie einer umstrittenen Persönlichkeit und Versuch eines Vergleichs mit anderen im Rahmen der jüdischen Auswanderung tätigen Funktionäre" Eva Geber, Dr. Gabriele Anderl Literaturhaus Ausstellungsprojekt: Anna Mahler Dr. Ursula Seeber Maurer Heimatrunde- Verein für Heimatgeschichte, Heimatkunde und Heimatpflege Projekt: Herausgabe der Chronik der Schule Mauer Mag. Christl Ayad Mozartgemeinde Wien Forschungsprojekt: Vergessene Bekanntschaften. Mozarts unbekannte Freunde und Zeitgenossen Dr. Elisabeth Strömmer museum in progress Projekt: Aufarbeitung und Kommunikation des museum in progress-Archivs Katharina Messner ökids- Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Projekt: Österreichische Zeitschrift für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Dr. Vera Zimprich Österreichisch-Dominikanische Gesellschaft Symposium: Die Karibik im Spiegel der Geschichte(1804-2004)- 200 Jahre Abschaffung der Sklaverei Mag. Ulla Ebner Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien Ausstellungsprojekt: Grenzüberschreitende Medizin zwischen Ljubljana und Wien HR Dr. Gertrude Enderle-Burcel Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik Veranstaltungsreihe zu aktuellen Themen der Kulturpolitik Dr. Hilde Hawlicek Österreichische Gesellschaft für philosophischen Ost-West-Dialog Sammelband: Kunst und Phänomenologie Dr. Maria Fürst Österreichische Goethe-Gesellschaft Forschungsprojekt: Adalbert Stifters Wiener Adressen Dr. Elisabeth Buxhofer 173 Frauen Österreichische Liga für Menschenrechte Feature-Projekt: Altern und Sterben Mag. Dr. Elisabeth Ebner, Mag. Katja Gasser Österreichisches Dokumenationszentrum Projekt: Archivierung und wissenschaftliche Bearbeitung von Sammlungen von Kinder- und Jugendarbeit Anna Malina-Angerer Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Ausstellung im Rahmen der Reihe„Galerie der Sammler“ Isabella Krapf:„Die Mundharmonika in Wien und anderswo“ – Entstehung, Geschichte, Visionen“ Österreichisches Lateinamerika- Institut Symposium"Mexiko: Politik-Wirtschaft-Kultur" Mag. Stefanie Reinberg Pierre Ramus-Gesellschaft Sammelband:„Krieg ist der Mord auf Kommando. Bertha von Suttner und Pierre Ramus“, hrsg von Beatrix Müller-Kampel Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft Konferenz: Face to Face: Connecting Distance and Proximity Mag. Dr. Susanne Binder Projekt Theater Studio Veranstaltungsreihe: Kunst im Dialog Dr. Eva Brenner Reporter ohne Grenzen Projekt: Notstand und Pressefreiheit- Macht und Ohnmacht der Medien Dr. Rubina Möhring Secession- Gesellschaft der Freunde der Secession Projekt: The Artist as Public Intellectual Sylvie Liska Stubenring 3- Verein der Freunde der Universität für angewandte Kunst Wien Projekt: 2. Architekturfestival"Turn On" Dipl.- Ing. Margit Ulama Forschungsprojekt: Ornament und Bassena. Bauschmuck und Wohnkomfort im zeitgenössischen Diskurs über das Wiener Zinshaus der Gründerzeit Dr. Christa Veigl Synema – Gesellschaft für Film und Medien Symposium: FILM.GESCHICHTE.SCHREIBEN – Kanonisierung und die Liebe zum Kino Dr. Brigitte Mayr 174 Frauen The World of NGOs Projekt: Herausgabe des Jahrbuches 2004 zum Dritten Sektor Mag. Christina Weidel, Mag. Christine Hapala Verein ,,Projekt Schwab" Forschungsprojekt: Editionsprojekt Schwab Ingeborg Orthofer Verein der Freunde der Musiklehranstalten Wien Projekt: Hugo Wolf und seine Mäzene und Mäzenatinnen Mag. Dr. Irene Suchy Verein der Freunde des Instituts für Geschichte Projekt: Vom Auszug aus Ägypten zur Vertreibung aus Wien Mag. Dr. Eveline List Verein die Arbeitsgruppe Symposium: The personal is political, und peinlich Mag. Tanja Widmann, Mag. Michaela Pöschl Verein Exil Projekt: Mythen der Welt: Mythen der Roma Zuzana Rasiova, Mag. Christa Stippinger Verein für ägyptische Frauen und Familien Vortrag: Musikentwicklung im 20. Jahrhundert, Reflexionsbild der Politik und der Gesellschaft Mary Nadia Azis Verein für Sozialgeschichte der Medizin Projekt: Wissensaustausch in der Medizin des Mittelalters und der Neuzeit Univ.-Doz. Mag. DDr. Sonia Horn Verein Projekt Integrationshaus Vorstudie: Enhancing Early Multilingualism(ENEMU). KindergartenpädagogInnen Mag. Dr. Susanna Butteroni, DAS Andrea Eraslan-Weninger Lehrgang über Linguistik für Verein Schnittpunkt Projekt: wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2004 Mag. Dr. Monika Sommer Verein Sinonet Konferenz: As China Meets the World: China´s Changing Position in the International Community (1840-2000) Univ.-Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik Verein Soho in Ottakring Reader: Allianzenbildung zwischen Kunst und Antirassismus Ula Schneider 175 Frauen Verein transformer Hrsg. der Publikation: UND#2 im Rahmen der Ausstellung"Permanent Produktiv" Jeanette Pacher, Gabriele Mackert Verein zur Förderung der Erforschung der Österreichischen Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des jüdischen Beitrages Projekt: Sonderausgabe der"Illustrierten Neuen Welt" aus Anlass des 100. Todestages von Theodor Herzl Dr. Joanna Nittenberg Verein zur Förderung des Instituts für Geschichte Workshop: Property, Gender, and the Development of the Social-Economic Order in Western Societies and the Arab-Islamic World Univ.-Prof. Dr. Edith Saurer Verein zur Förderung Historischer Sozialwissenschaft Buch-Projekt: Die Tour der Gesellen. Mobilität und Biographie im Handwerk vom 18. bis zum 20. Jahrhundert Dr. Sigrid Wadauer Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen Workshop: Communicating Europe. Die Europäische Union- Imagined Community und demokratisches Handlungsfeld Mag. Dr. Heidemarie Uhl Verein zur Förderung von Kultur, Theorie, Forschung und Wissenschaft in elektronischen Medien Projekt: Hybrid Culture- Practises in Cultural Industries Mela Mikes Verein zur Förderung von Studien zur Migration und Globalkultur Projekt: Grenzen im globalen Vergleich Mag. Irene Stacher Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse Projekt: Vom Skandal des Sexuellen: Zur Psychoanalyse der Geschlechterdifferenz Hemma Stallegger, Dr. Sabine Warta Wiener Psychoanalytische Vereinigung Workshop: Psychoanalytic Treatment of Depression Symposion: Psychoanalyse und Sozialarbeit Dr. Silvia Zwettler-Otte Windhorse- Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit Projekt: World Mental Health Day 2004 Mag. Grit Turnowsky Zeitsprung- Institut für historische Alltagskultur Ausstellungsprojekt: Habsburgs Schönheit- Kulturgeschichte der Kosmetik im 19. Jahrhundert Mag. Katrin Unterreiner 176 Frauen Zuhause- Verein für Wohnperspektiven Buchprojekt: Die Architektur und ich. Eine Bilanz der österreichischen Architektur seit 1945 vermittelt durch die Protagonisten. Die Kriegsgeneration Dr. Maria Welzig Stipendien und Förderpreise – Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Gesamtvolumen: 73.627,50 EUR Davon für Frauen: 69.627,50 EUR In%: 94,57% Stipendien am Bologna Center der Johns Hopkins University an Frau Mag. Sladjana Cosic und Frau Mag. Sophie Landertshammer, dotiert mit je 16.000 EUR, insgesamt 32.000 EUR Stipendium in Rahmen des DoktorandInnenprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an Frau Mag. Christina Natlacen für die Dissertation„Arnulf Rainer und die Fotografie: Selbstinszenierung im Kontext von Grimasse und Körperpose, dotiert mit 21.900 EUR Stipendium an der Webster University an Frau Marie Ropartz, dotiert mit 7.267,50 EUR Talenta – Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Prämierung der jahresbesten Diplomarbeiten der Wirtschaftsuniversität Wien) Ingrid Vallant und Eva Jansenberger, dotiert mit je 730 EUR, insgesamt 1.460 EUR Wiener Preis für humanistische Altersforschung an Univ.-Prof. Dr. Ilse Kryspin-Exner, dotiert mit 5.000 EUR Michael Mitterauer-Förderungspreis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien Mag. Dr. Susanne Hehenberger, dotiert mit 2.000 EUR 177 Frauen Wissenschaftsstipendien an junge AkademikerInnen(38 Frauen, 26 Männer) für kleine wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß von 700 EUR bis 1.400 EUR: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: 53.952,56 EUR 32.359,84 EUR 59,98% Mag. Regine Ahamer-Rebernig Geschichtswerkstatt Hadersdorf – Weidlingau Mag. Sonja Berger Gesundheitsförderung: auch eine Aufgabe von Staat und Stadt. Die wichtige Aufgabe der Medien für Prävention im Gesundheitsbereich Mag. Ruslana Berndl Massud Rahnama- Schauspieler, Regisseur Mag. Natalia Biernacka-Klenicka Antisemitismus in Wien in der Geschichte der Entstehung und der Entwicklung des christlichen Antisemitismus Mag. Edda Andrea Dafert Das Instrumentalwerkzeug Franz Lehars Mag. Ilse Eichberger Homosexualität in Österreich seit 1971 Dr. Rosemarie Eichinger Die Sondergerichtsbarkeit der Universität Wien anhand der Rektoratsakten des Studienjahres 1512/13 – eine Fallstudie Mag. Dr. Margarethe Engelhardt-Krajanek Kultur- und Kunstarchäologie Wiens von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter anhand fünf exemplarischer Beispiele 178 Frauen Mag. Christine Fichtinger Honoratiorentum versus Populismus. Ausblick auf Tendenzen des Wiener Musiklebens von 1890 bis zum Ersten Weltkrieg Dr. Monika Fink Wissenschaftliche Untersuchungen und Analyse der Entstehungsgeschichte und des kompositorischen Aufbaus der Potpourri-Kompositionen von Johann Strauß Vater Mag. Clara Fritsch Arbeitstitel„Linksgedrehter Rock´n Roll“. Politisches Arbeiten und Leben in der Zweiten Republik Mag. Ida Haider-Labudovic Serbische Zuwanderung in Wien Mag. Susanne Hayder Denkmalpflege in Wien nach dem Zweiten Weltkrieg 1945-1955 Dr. Christine Hintermann Indische MigrantInnen in Wien – Ich bin zwar Inder aber mein Magen ist Österreich Mag. Nicola Hirner Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses Neugebäude mit Verwendung für Führungsbroschüre Mag. Karin M. Hofer Backstein im Archiv, in der Stadt- Module eines kulturellen Speichers Dr. Teresa Hrdlicka Hugo Reichenberger(1873-1938) Mag. Kathrine Kogler Entstehungsgeschichte des Versorgungsheimes im XIII. Bezirk(Lainz) Mag. Verena Krawarik Wissenschaftliche Bearbeitung von biographischen Quellen für das Buchprojekt"Mutter der Himmel brennt" Mag. Doris Krüger ,,permeable systems"- eine wissenschaftliche Arbeit- eine künstlerische Umsetzung+ Aufstellung ­ eine Publikation Mag. Stefanie Kühnberg Die Verbandsklagen nach österreichischem und französischem Recht Mag. Dr. Alice Landskron Attis, Parther und andere Barbaren. Ein Beitrag zum Verständnis von Orientalendarstellungen auf Grabsteinen der nördlichen Provinzen Mag. Astrid Lefenda Heterotope Architekturen. Gärten und Parks bei Franz Werfel und Ernst Jünger 179 Frauen MMag. Katarina Matiasek Menschenmaße – ein kritisches Kompendium der Anthropometrie unter besonderer Berücksichtigung der Wiener Wissenschaftstradition Dipl.-Ing. Isabella Marboe Carl Auböcks Studentenzeit. Eine Spurensuche in Plänen, Erinnerungen und dem Spiegel der Zeit Dr. Cornelia Meran an/sammlung an/denken- wissenschaftliche Grundlagen einer Ausstellung über Alltagskultur Mag. Agnes Pils Österreichische Exilzeitschriften in Frankreich Mag. Dr. Gabriele C. Pfeiffer Geschichte Fo-Theater in den Arbeiterbezirken Wien Dr. Doris Rothauer Creative Industries – Potentiale, Chancen, Gefahren Dr. Ester Saletta Friedrich Hebbel und Hermann Brochs Frauengestalten in einer Gender-Studies Richtung: eine menschliche und literarische Analyse Mag. Elfriede Anna Stanka Die neue Wiener Avantgarde- unkonventionell und innovativ Mag. Dr. Daniela Strigl Exilerfahrung und jüdische Identität bei Albert Drach und Soma Morgenstern Mag. Arch. Sonja Stummerer Design vom Essen Ing. Dr. Alexandra Vasak Sichtbare Erinnerungen. Politischer Umgang mit Denkmälern in Wien Mag. Sabine Vogel Wirklichkeitsmodelle im 20. Jahrhundert zwischen Quantenphysik und Radikalem Konstruktivismus Mag. Suzie Wong Architekt Philipp Häusler(1887-1966) Leben und Werk Mag. Erika Wögerer Widerständisches Potenzial in Historischen Romanen(Innere Emigration und verdeckte Schreibweise) Mag. Sonja Zettinig Indonesische Tanz- und Musiktraditionen in Wien- Die Rolle der indonesischen Botschaft als institutionelle Förderstelle. Ein Beitrag zur ethnologischen Erforschung des kulturellen Lebens der indonesischen MigrantInnen in Wien 180 Frauen Förderungsmittel für Forschungsstipendien an junge AkademikerInnen(7 Frauen, 3 Männer) für Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß von 3.650 Euro): Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: 36.500 EUR 25.550 EUR 70% Die Projekte im Einzelnen: Dr. Madalina Diaconu Impulse für Möbeldesign und Wohnkultur in und aus Wien im 20. Jahrhundert Dr. Afsaneh Gächter MigrantInnen aus dem Iran nach Wien im 20. Jahrhundert Univ.-Ass. Mag. Dr. Beate Hennenberg Wiener Musikpädagogik/Instrumentalpädagogik im 20. Jahrhundert Univ.-Prof. Dr. Martina Kaller-Dietrich Friedrich Katz und Ivan Illich: Zwei Wiener Wissenschaftler in Lateinamerika Mag. Judit Barth-Richtarz Die tiefenpsychologischen Ansätze von Alfred Adler und August Aichhorn und deren Bedeutung für die Weiterentwicklung der Erziehungsberatung in Wien nach 1945 Univ.-Prof. Dr. Ruth Simsa Geschichte des Vereinswesens in Wien Mag. Sonja Stummerer Food Design in Wien Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. 181 Frauen Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Im Vergleich zu 2003 ist hier eine Steigerung von 10% zu verzeichnen. Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankauf): Davon Publikationen von Frauen: In Prozent: 117.000,00 EUR 44.851,90 EUR 38,33% U.a. wurden im Jahr 2004 folgende Publikationen unterstützt: Natalie Ambrosi Gespräche mit meinem tauben Sohn Gustinus(1906-1912) Gabriele Anderl, Alexandra Caruso NS-Kunstraub in Österreich und seine Folgen Anna Auer Europäische Gesellschaft für die Geschichte der Photographie Symposium Mannheim 2003 Simone Bader, Jo Schmeiser; Klub Zwei Things. Places. Years. The Knowledge of Jewish Women Ute Bauer Die Wiener Flaktürme im Spiegel österreichischer Erinnerungskultur Astrid Bayer Carambolage; Dokumentation: Werkschau TANZ- KUNST im Dialog Marietta Bearman, Charmian Brinson, Richard Dove, Anthony Grenville, Jennifer Taylor Wien- London, Hin und Retour. Das Austrian Centre in London 1939-1947 Susanne Binder Interkulturelles Lernen aus ethnologischer Perspektive. Konzepte, Ansichten und Praxisbeispiele aus Österreich und den Niederlanden 182 Frauen Judith Bösch Schwert und Feder. Hybride Geschlechtsidentitäten im Frankreich des 17. Jahrhunderts Elisabeth Buxhofer, Klaudia Gruber Adressenverzeichnis von Opferschutzeinrichtungen für Frauen, die als geistig oder mehrfachbehindert klassifiziert werden Theresa Dirtl diemelange- Tool des Monats // Pool: Zukunft+ Forschung Gabriele Dorffner, Sonia Horn Wiener Gespräche- Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin: Aller Anfang- Geburt, Birth, Naissance Sabine Dreher Magazin Tag 8 Petra Ernst, Sabine Haring, Werner Suppanz Aggression und Katharsis. Der Erste Weltkrieg im Diskurs der Moderne, Studien zur Moderne, Band 20 Sabine Felgenhauer Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, Band 20 Claudia Girardi HELLP! Eine Albtraum-Novelle oder ein Lehrbuch? Valie Göschl, Günter Geiger VIZA – Literaturförderungsverein Wienzeile- Supranationales Magazin für Literatur, Politik und Kunst; Reicharm Nr. 43, 2. Ausgabe Daniela Graf, Karl Kaser Czernin Verlag Vision Europa – Vom Nationalstaat zum Europäischen Gemeinwesen Andrea Grisold Kulturindustrie Fernsehen Beatrix Hajos Die Statuen im Schlosspark Schönbrunn Ilse Hammerschmied Karl Hoffmann- Ein Maler Wiens und der niederösterreichischen Landschaft Karin Harrasser sinn-haft, Zeitschrift zwischen Kulturwissenschaften, Heft Nr. 17, Inmitten der Dinge. Über Mediologie Gabriele Hofer, Uwe Schlögl Lucca Chmel(1911-1999) Architekturfotografin der Nachkriegsmoderne 183 Frauen ohanna Holik Habsburgerfeste Batya Horn, Elisabeth Wäger Schreibrituale[Eine Anthologie] Evelyn Kaindl-Ranzinger MuSiS – Verein zur Unterstützung der Museen und Sammlungen in Österreich Die Stellwand Julia Katschnig, Gabriele Rasuly-Paleczek Central Asia: Past, Present and Future: Proceedings of the VII. Conference of the European Society for Central Asian Studies Verena Krawarik, Herta Spitaler Projekt 45; Mutter, der Himmel brennt Astrid Kury, Moritz Csáky, Ulrich Tragatschnig Kultur-Identität-Differenz. Wien und Zentraleuropa in der Moderne Elisabeth Lafite Österreichische Musikzeitschrift Antje Lehn akbild_arch Jahrbuch des Instituts für Kunst und Architektur 2004 Christina Lutter und Markus Reisenleitner Meaghan Morris. zu früh zu spät- Geschichte und Popularkultur, Cultural Studies, Band 6 Elke Mader, Helmuth Niederle Die Wahrheit reicht weiter als der Mond Brigitte Mayr, Elisabeth Streit und Michael Omasta Peter Lorre – Ein Fremder im Paradies Brigitte Mayr Synema – Gesellschaft für Film und Medien Film/Denken – Film und Philosophie/Thinking Film – Film and Philosophy Leonore Maurer Florentina Pakosta, Bild-Text-Welten Sabine Mayr Die Sternfelds- Biographie einer Familie Friederike Meixner Spracherwerbsstörungen – Schwerpunkte pädagogischer Maßnahmen 184 Frauen Alexandra Millner Das Spiegelmotiv in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, aus der Reihe Österreichische Studien zur Literatur Joanna Nittenberg 100. Todestag von Theodor Herzl- Sonderausgabe der Illustrierten Neuen Welt Carmen Ottner Kurt-Weill-Symposion, Das musikdramatische Werk zum 100. Geburtstag und 50. Todestag Renate Payer Public Art Project Produktion 2004 Sigrid Pöllinger Wiener Blätter zur Friedensforschung Sabine Pollak Schlaflos. Weiblichkeit und der Prozess der Raumleerung im Wohnen zwischen der Jahrhundertwende und den 1950er Jahren Ursula Maria Probst k/haus; Ausstellungskatalog, Born to be a star Ursula Prutsch, Johannes Feichtinger, Moritz Csaky Die Habsburgermonarchie: Ein Ort der inneren Kolonisierung? Angelika Psenner Site-Seeing. Ein Feldforschungsprojekt zum Thema Raum-Wahrnehmung Ingeborg Reisner Kabarett als Werkstatt des Theaters, Literarische Kleinkunst in Wien vor dem 2. Weltkrieg Elisabeth Safer, Margit Krisper Franz Cizek- Die Wiener Jugendkunstklasse dokumentiert in Briefen Anita C. Schaub FrauenSchreiben. Abenteuer, Privileg oder Existenzkampf? Gespräche mit 17 österreichischen Autorinnen Susanne Schedtler Wienerlied und Weanatanz - Beiträge zur Wiener Musik 1 Jeanette Schmid Ich pfeif auf alles...! Das Leben der Kunstpfeiferin Baronesse Lips von Lipstrill Andrea Schnöller, Ernst Bruckmüller, Franz X. Eder Adel und Bürgertum. Festschrift für Hannes Stekl 185 Frauen Ingeborg Schödl Im Fadenkreuz der Macht- das außergewöhnliche Leben der Margarethe Ottillinger Monika Sommer, Andrea Corbea-Hoisie, Rudolf Jaworski Umbruch in Osteuropa- Die nationale Wende und das kollektive Gedächtnis Gertraud Stradal, Gerhard Ederndorfer Ausstellungskatalog: Jakob Alt- Donau-Ansichten Petra Stuiber Österreich in Männerhand? Ein Land als Herrenclub – und wie es Frauen trotzdem schaffen Cornelia Szabo-Knotik, Peter Stachel Urbane Kulturen in Zentraleuropa, Studien zur Moderne, Band 19 Helga Thoma Gegen den Strom. Menschen- Helfer- Patrioten. Porträts aus dem österreichischen Widerstand Heidemarie Uhl Zivilisationsbruch und Gedächtniskultur Brigitte Ungar-Klein Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung 10 Jahre Jiddisches Theater in Wien Liesbeth Waechter-Böhm Nehrer+Medek. 30 Jahre Architektur im Kontext Barbara Weichselbaum, Stefan Hammer, Alexander Somek, Manfred Stelzer Festschrift für Prof. Theo Öhlinger, Demokratie und sozialer Rechtsstaat in Europa Erika Weinzierl, Oliver Rathkolb, Rudolf G. Ardelt zeitgeschichte Erika Weinzierl, Christian Klösch, Kurt Scharr Leben und Werk einer ungewöhnlichen Widerstandskämpferin Irene Harand(1900-1975) Sabine Weiss Aufbruch nach Europa – Fünf Jahrhunderte Wien-Brüssel Elisabeth Weissenböck, Leopold Decloedt, Herbert van Uffelen Literatur im Kontext, Band 3 aus der Reihe Wiener Schriften zur niederländischen Sprache und Kultur Exemplarische Auflistung von von Frauen geleiteten wissenschaftlichen Institutionen, Gesellschaften, Vereinen und Verlagen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien aus Wissenschaftsförderungsmittel unterstützt wurden: Asylkoordination Mag. Anny Knapp 186 Attac Mag. Karin Küblböck Böhlau Verlag Dr. Eva Reinhold-Weisz Braumüller Verlag Konstanze Weber, Helga Papouschek Demokratiezentrum Mag. Gertraud Diendorfer Der Österreichische P.E.N.-Club Rosl Merdinger Edition Roesner Mag. Nadja Rösner-Krisch Edition Splitter Batya Horn Evangelische Akademie Wien Waltraud Riegler Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste Sylvia Eisenburger Kunz IG Kultur Österreich Gabriele Gerbasits Infoterm- Internationales Informationszentrum für Terminologie Dr. Gabriele Sauberer Initiative Minderheiten Dr. Cornelia Kogoj Institut für Geschichte der Juden in Österreich Dr. Martha Keil Institut für Sozio-Semiotische Studien ISSS OR Mag. Gloria Withalm Internationale Schönberg-Gesellschaft Prof. Dr. Marion Diederichs-Lafite IWK- Institut für Wissenschaft und Kunst Dr. Helga Kaschl, Mag. Dr. Eva Waniek Kulturni Centar- Österreichisch-Bosnisch-Herzegowinischer Kulturverein Christine von Kohl Frauen 187 Frauen L´Homme. Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft Univ.-Prof. Dr. Edith Saurer Lalish- Theaterlabor Mag. Nigar Hasib Ludwig Boltzmann Gesellschaft Mag. Claudia Lingner Märchenbühne- Der Apfelbaum Christa Horvat Maurer Heimatrunde Mag. Christl Ayad OIKODROM- Forum Nachhaltige Stadt Dr. Heidi Dumreicher Österreichische Akademie der Wissenschaften Aktuarin der phil.-hist. Klasse Lisbeth Triska Österreichische Forschungsgemeinschaft Mag. Caroline Hecht Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber Österreichische Liga für Menschenrechte Mag. Dr. Elisabeth Ebner Passagen Verlag Johanna Hofleitner Pro Scientia- Österreichisches Studienförderungswerk Mag. Susanne Gappmaier Seifert Verlag Dr. Maria Seifert Sigmund-Freud-Privatstiftung Mag. Inge Scholz-Strasser Stiftung Bruno Kreisky Archiv Dr. Maria Mesner Stiftung Erwin Ringel Institut Dr. Angela Ringel Synema – Gesellschaft für Film und Medien Dr. Brigitte Mayr 188 Frauen The World of NGOs Mag. Christina Weidel Verband Wiener Volksbildung Dr. Elisabeth Brugger Dr. Helena Verdel Verein Projekt Integrationshaus Mag. Dr. Susanna Butteroni, DAS Andrea Eraslan-Weninger Verein Schnittpunkt Dr. Monika Sommer Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung Dr. Eleonore Lappin Verein zur Förderung der Sozial- und Wirtschaftshistorischen Studien Univ.-Prof. Dr. Birgit Bolognese-Leuchtenmüller Verein zur Förderung der Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit Univ.-Prof. Dr. Martina Kaller-Dietrich Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Mag. Siglinde Bolbecher Verein zur Förderung der Erforschung der Österreichischen Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des jüdischen Beitrages Dr. Joanna Nittenberg Verlag Anton Pustet Mag. Mona Müry-Leitner Verlag für Geschichte und Politik Dr. Ursula Huber Vier Viertel Verlag Univ. Prof. Dr. Elena Ostleitner Wiener Volksliedwerk Dr. Susanne Schedtler Wiener Vorlesungen Die Wiener Vorlesungen Mitwirkende gesamt: 177 Frauen: Männer: in% 68 38,4(zum Vergleich 2003: 31,10%) 109 61,6(zum Vergleich 2003: 68,90%) 189 Frauen Bei Vortragenden und Mitgliedern von Podiumsdiskussionen beträgt der Frauenanteil 34,5%(51 weibliche und 97 männliche Vortragende). Das sind um mehr als 14% mehr Frauen als im Vorjahr. Das in anderen Sparten so unüberwindbare magische Drittel(vor allem im Ausstellungsbereich der bildenden Kunst) wurde hier überschritten. Eine sehr positive Entwicklung. Der Anteil Frauen –Männer bei der Moderation ist ebenfalls sehr ausgewogen, der Frauenanteil überwiegt. 190 Frauen Zu den weiblichen Vortragenden gehörten u.a. Univ.-Prof. Dr. Beatrix Borchard(„Salonkultur in Berlin am Beispiel Fanny Mendelssohn-Hensel“), Univ.-Prof. Dr. Christina von Braun(„Gibt es eine ‚christliche’ und eine ‚jüdische’ Sexualität? Säkularisierung und Sexualwissenschaft“), Univ.-Prof. Dr. Konstanze Fliedl(„Wiener Witz und Schmäh“), Univ.-Prof. Dr. Susanne Heine(„Liebe oder Krieg? Das Doppelgesicht der Religion“), Univ.-Prof. Dr. Ilona Kickbusch(„Die ‚Gesundheitsgesellschaft’: Befunde, Paradoxien, Perspektiven“), Christine von Kohl(„Der Balkan – ein europäischer Kulturraum. Geschichte und Perspektiven“), Univ.-Prof. Dr. Martina Löw(„Die Rache des Körpers über den Raum? Geschlechterverhältnisse am Strand“), Univ.-Prof. Dr. Gabriele Werner („Kunstgeschichte oder Bibelwissenschaft – Welche Folgen hat diese Diskussion für die Kulturwissenschaft?“), Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams(„Globale Abrüstung und menschliche Sicherheit. Ein Plädoyer für den Multilateralismus“) und die ehemalige Ministerin für Kultur und Tourismus von Mali, Aminata Traoré(„Die afrikanische Einwanderung nach Europa aus afrikanischer Sicht"). Geförderte Projekte von/ Preise an Frauen im Rahmen der Wissenschaftsförderungsfonds: Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften Univ.-Prof. Dr. Ursula Hemetek, Einwanderer-Musikkulturen in Wien. Bestandsaufnahme zu musikalischer Identität und Akkulturation Univ.-Doz. Dr. Ilse Reiter-Zatloukal. Politisch motivierte Migration: Emigration bzw. Flucht aus Österreich, politische Ausbürgerungen im austrofaschistischen Wien 1933-1938 und die Wiedereinbürgerungspraxis insbesondere nach 1945 Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie Förderungspreis für besondere Leistungen im Zusammenhang mit einer humanistischen Psychotherapie: Dr. Boglarka Hadinger, Leiterin des Instituts für Logotherapie und Existenzanalyse Wissenschaftsstipendien Dr. Kanita Dervic, Wien, Mag. Stefana Holocher-Ertl, Wien sinnorientierten Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung Förderungspreise für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der interdisziplinären innovativen Krebsforschung, die in den Jahren 2003/2004 in einem Peer-Review Journal publiziert bzw. zum Druck angenommen worden sind: Dr. Angelika Riemer Univ.-Prof. Dr. Veronika Sexl Univ.-Prof. Dr. Teresa Wagner 191 Frauen STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 127 572,56 EUR vergeben. Davon entfielen 67.929,84 EUR auf weibliche Studierende. PREISE DER STADT WIEN: Nur im Bereich bildende Kunst(siehe oben), in dem 2 Künstlerinnen und 2 Künstler ausgezeichnet wurden, und den Bereich Volksbildung, in dem Hannelore Sexl Preisträgerin war, kamen Frauen zum Zug. Ansonsten gingen alle Preise der Stadt Wien auf den Gebieten Architektur, Literatur, Musik, Wissenschaft, Medizin, Naturwissenschaft ausschließlich an Männer. Das Verhältnis Männer- Frauen ist 9:2, das heißt 18,2% zu 81,8%. Vergleich zu 2003: 33,3% Frauen, 66,7% Männer. 192 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2003 WISSENSCHAFTSBERICHT FRAUENKULTURBERICHT KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2003 WISSENSCHAFTSBERICHT FRAUENKULTURBERICHT HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY  2004 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Gerhard Renner(MA 9) Dr. Wolfgang Kos(Museen der Stadt Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Filmfonds Wien) Dr. Karl Albrecht-Weinberger(Jüdisches Museum Wien) Dr. Hubert Christian Ehalt(Wissenschaftsbericht) Mag. Karin Rick(Frauenkulturbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Coverfoto: Harry Weber, Krakau,Fotografie Im Rahmen der Wien-Tage in Krakau von 3.6. bis 21.6.2003 wurde unter anderem die Ausstellung„Bilder von Wienern“ aus der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien (Museum auf Abruf) gezeigt. In der Schau wurden auch Arbeiten von Harry Weber präsentiert. Grafik: Mag. Anna-Maria Friedl Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.kultur.wien.at Druck: Holzhausen Druck& Medien GmbH Holzhausenplatz 1, 1140 Wien INHALT VORWORT.........................................................................7 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik.................................................................... 11 Theater.................................................................. 13 Literatur................................................................. 14 Bildende Kunst........................................................ 15 Kunsthalle Wien...................................................... 18 Alltagskultur........................................................... 42 Kulturelles Erbe....................................................... 43 Bezirksmuseen........................................................ 49 Ehrungen............................................................... 49 Interkulturelle Aktivitäten......................................... 50 Auslandskultur........................................................ 51 Neue Medien........................................................... 52 Stipendien.............................................................. 53 Film und Video........................................................ 53 Filmfonds Wien........................................................ 54 Wiener Festwochen.................................................. 70 Beratungsstelle für Kulturarbeit................................ 94 Wissenschaftsbericht................................................ 95 Wissenschaftsfonds................................................ 133 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8)..................... 141 WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9)............... 144 MUSEEN DER STADT WIEN Wien Museum.................................................... 148 Jüdisches Museum Wien...................................... 158 FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN............................................... 165 FRAUENKUNSTBERICHT................................................... 187 „Kultur als Investition in die Zukunft“ Andreas MAILATH-POKORNY Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Wir stehen am Beginn einer neuen politischen Ordnung. Die Erweiterung der Europäischen Union um zehn Staaten im Mai 2004 bedeutet einen Riesenschritt in Richtung vereintes Europa. Das Zusammenwachsen Europas auf politischer und geographischer Ebene eröffnet insbesondere für junge Menschen neue Chancen in den Bereichen Bildung, Arbeit und Wirtschaft. Aufgrund seiner Geschichte und seiner zentralen geographischen Lage nimmt Wien in diesem historischen Prozess des Zusammenrückens eine Vorrang­ stellung ein.„Für mich ist das heutige Wien die wirklichste Stadt“, schreibt Milo Dor, österreichischer Schriftsteller mit ungarisch-serbischen Wurzeln:„Es handelt sich um eine reale Stadt, die einst die Hauptstadt eines Vielvölkerstaats war, in der Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zur Entstehung einer eigenen, unverwechselbaren, weltoffenen Kultur beigetragen haben“. Wien weiß um seine besondere Verant­ wortung. Wien pflegt seit Jahren intensive Beziehungen zu seinen ost- und südosteuropäischen Nachbarstaaten, besonders auch im Bereich der Kultur. Denn vor allem kultureller Austausch vermag Gemeinsamkeiten herzustellen, Ängste zu überwinden und Vorurteile abzu­ bauen. Vielfältige Auslandsaktivitäten, allen voran die Veranstaltung von„Wien-Tagen“ etwa in Sofia(2002) oder Krakau(2003), erlauben es, unsere Kultur in den Bereichen Bildende Kunst, Tanz, Musik und Literatur zu präsentieren und im Gegenzug, die Kultur unserer Gastgeber kennen zu lernen, erste Kontakte zu knüpfen oder bestehende Beziehungen zu vertiefen. Um dieses Klima der Weltoffenheit, Vielfalt und Erneuerung zu fördern, hat die Kultur­ politik in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen und Schwerpunkten gesetzt. Mit der Entscheidung zur Neuordnung der Musiktheater wurde eine der wichtigsten Weichen für die Zukunft der Stadt gestellt und ein jahrzehntelanger Wunsch vieler Musikschaffender erfüllt: Das Theater an der Wien wird seiner Bestimmung entsprechend zu einem Theater der ernsten Musik umgewidmet; das engagierte Programm durch die neu bestellte Leitung verspricht ein Opernhaus gänzlich neuen Zuschnitts. Den Anfang der Opernbe­ spielung im Theater an der Wien macht das Mozartjahr im Jahr 2006, in dem der 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart gefeiert wird. Der amerikanische Theaterund Filmregisseur Peter Sellars gestaltet mit„New Crowned Hope“ ein avanciertes Mozart-Special für den gesamten Stadt­ raum mit Betonung auf aktuelle, inter­ nationale und politische Inhalte. Vorrangiges Ziel des Mozartjahres ist es, Ideen und Initiativen zu ermöglichen, die ganz im Sinne einer nachhaltigen Kultur­ politik weit über das Jubiläumsjahr hinaus strahlen und wirken. Raimundtheater und Ronacher werden ab 2007 als Spielstätten für Musicals und gehobene urbane Unter­ haltung geführt; als Publikumsmagneten werden sie auch einen wichtigen Faktor für Tourismus und Wirtschaft darstellen. Auch eine Reform der Off-TheaterFörderung wurde eingeleitet und bisher teilweise umgesetzt, die besonderes Augenmerk auf Transparenz, Effizienz, Qualität sowie einheitliche Förder­ strukturen für freie Szene und Mittel­ bühnen legt. Ab 2005 soll die Reform voll greifen und einen Rahmen für einen kreativen Innovationsschub darstellen. Wesentliche Neuerungen gibt es auch bei den beiden großen Theatern der Stadt: Mit Michael Schottenberg als neuem, von allen Seiten anerkannten Leiter wird eine neue Ära im Wiener Volkstheater eingeleitet; im Theater in der Josefstadt werden durch die Umwandlung in eine Stiftung klare Verhält­ nisse geschaffen. Andere Metropolen sperren Theater zu, Wien geht auch hier den entgegengesetzten Weg: Wiens Theaterlandschaft erhält im Herbst 2004 mit dem„Theaterhaus für junges Publikum“ Zuwachs. Gemeinsam mit dem ZOOMKindermuseum und der Kinderinfo entsteht 7 im Museumsquartier ein weitläufiges Areal, das Kinder nicht nur als Publikum ernst nimmt, sondern auch zum Mitmachen animiert. Familien- und damit kinderfreundlich gibt sich auch das Wien Museum Karlsplatz (vormals Historisches Museum der Stadt Wien). Als eine der ersten Maßnahmen nach der Ausgliederung des Museums aus dem Verwaltungsbereich wurde der ein­ trittsfreie Sonntag eingeführt. Seine gelungene Neupositionierung als modernes Stadtmuseum, das die reichhaltige Geschichte und Identität Wiens mit anspruchsvollen Ausstellungen und Themen darstellt, markiert auch einen wichtigen Punkt im Gesamtgefüge des Karlsplatzes. Der„Kunstplatz Karlsplatz“ stellt jetzt und in den kommenden Jahren eine wichtige Herausforderung für Kultur, Städteplanung und Verkehr dar. Aus kulturpolitischer Sicht bietet der Karlsplatz mit seinem viel­ gestaltigen Ensemble bedeutender Kultur­ einrichtungen die beste Voraussetzung für einen attraktiven und lebendigen„Kunst­ platz Karlsplatz“. Dieses ambitionierte Ziel soll in Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen erreicht werden, indem ein intelligentes Leitsystem etabliert, die Vernetzung der Kunsteinrichtungen forciert wird und die Passagen sowie Oberflächen künstlerisch gestaltet werden. Neue Chancen für die Bildende Kunst eröffnet auch der neu gegründete Fonds „Kunst im öffentlichen Raum“. Damit wird der Wunsch, qualitätsvolle zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum zu präsen­ tieren, Wirklichkeit. Nominiert wurde eine fünfköpfige Jury, bestehend aus öster­ reichischen und internationalen ExpertInnen, die auch Wettbewerbe nach geographischen und/oder thematischen Zielvorgaben initiieren werden. Österreich genießt heute im Ausland den Ruf, ein spannendes Filmland zu sein; österreichische Filme spielen auf inter­ nationalen Festivals hochbegehrte und vielbeachtete Preise ein. Diesen Auf­ schwung gilt es für eines der Hauptanliegen der Wiener Kulturpolitik zu nutzen: Wien als Film- und Medien­ standort zu stärken und geeignete Rahmenbedingungen bereitzustellen. Bei einem Filmgipfel mit reger Beteiligung wurde die Filmagenda 2006 formuliert, an deren Umsetzung seither kontinuierlich gearbeitet wird. Die Verbesserung der Ausbildungssituation und Ausschöpfung von 8 EU-Regionalförderungen zählen zu den wichtigsten Maßnahmen. Die Rettung zweier Wiener Traditionskinos(Gartenbau und Metro), die beträchtliche Anhebung der Subvention für das heuer sein 40-jähriges Bestehen feiernde Filmmuseum sowie die Förderung innerstädtischer Qualitätskinos stellen Instrumente dar, die eine vitale und ausgewogene Kinolandschaft sicherstellen. „Das Filmtheater bewegt sich in großer und gesunder Anzahl sicher außerhalb des Mainstreams, zuletzt hat zentrumsnahe das Top-Kino mit einer Jan-SvankmajerRetrospektive(Obacht: Avantgarde) eröffnet“, so der respektvolle Befund der Frankfurter Rundschau unter dem Titel „Wien lebt“. Mit der Viennale, dem QueerFilmfestival, der Jüdischen Filmwoche und der Kinderfilmwoche verfügt Wien über eine Reihe von erfolgreichen Festivals, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Dem Thema Film gilt heuer auch der Schwerpunkt des Frauen-Kunst- und Kulturberichts(der einzige in Österreich!). Bekannte Regisseurinnen und Drehbuch­ autorinnen aus dem Bereich Spiel-, Kurzund Dokumentarfilm geben in Interviews Einblick in ihre Arbeits- und Lebens­ bedingungen als Künstlerinnen. Die Filmwirtschaft ist eng verknüpft mit den Creative Industries, neben der Informations- und Biotechnologie der zukunftsträchtigste Markt in der Stadt. Schon jetzt arbeiten in diesem Bereich 100.000 Personen(= 14 Prozent), Tendenz stark steigend! Es sind vielfach EinPersonen-Betriebe mit guten Ideen, die den Sprung in die wirtschaftliche Vermarktung nicht schaffen. Eine neu gegründete Gesellschaft der Stadt soll den Creative Industries(Mode, Design, Grafik, Werbung uvm.) unter die Arme greifen und dieses enorme Entwicklungspotenzial unter­ stützen. Wien zeichnet sich ganz besonders durch sein kulturelles Erbe aus! 90 Prozent der Wienerinnen und Wiener stimmen laut einer repräsentativen Umfrage dieser Aussage zu. Dieser Bedeutung ent­ sprechend wurde jetzt in der Kultur­ abteilung die„Altstadterhaltung“ und die „Wiener Stadtarchäologie“ unter dem Dach „Kulturelles Erbe“ vereint. Neben thema­ tischen Überlegungen war es auch die Nutzung von Synergien, die diesen Schritt nahe legte. Der Wiener Altstadterhaltungs­ fonds hat seit seiner Gründung vor mehr als 30 Jahren die Restaurierung von über 3.700 Objekten – Häuserfassaden, Kirchen, Geschäftsportalen – mit einer Summe von 188 Millionen Euro gefördert. Diese Bemühungen wurden mit der Aufnahme von Wiens Innenstadt ins UNESCOWeltkulturerbe entsprechend gewürdigt. Während sich die Altstadterhaltung dem baukulturellen Erbe annimmt, erforscht die Stadtarchäologie den geschichtsträchtigen Boden Wiens nach materiellen Spuren der Vergangenheit. Die Fundstücke und die daraus gewonnen Erkenntnisse werden in Publikationen, Ausstellungen und Schul­ projekten der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Leitung des Referates„Kulturelles Erbe“ sowie die der Wiener Stadtarchäologie wurde erfahrenen Fachfrauen überant­ wortet; einmal mehr ein Bekenntnis der Wiener Kulturpolitik, Frauen besonders zu fördern. Die Zeit des Nationalsozialismus gilt als das dunkelste Kapitel unserer Geschichte; ihre umfassend wissenschaftliche und schonungslose Aufarbeitung stellt einen unentbehrlichen Prozess für die „Psychohygiene“ unserer Stadt dar und ist zudem ein Gebot von politischer Haltung, Moral und Verantwortungsbewusstsein. In Wien sind es die Stadt- und Landes­ bibliothek und das Wien Museum, die sich seit 1999 mit der Untersuchung beziehungsweise Rückgabe von unrechtmäßig erworbenen Kunst- und Kulturgegenständen beschäftigen. Dieser Prozess soll mit Ende 2004 abgeschlossen werden; ein umfassender Bericht dazu – auch im Internet – ist geplant. Neu dazu kommt die systematische Überprüfung von Liegenschaften, die während des National­ sozialismus in den Besitz der Stadt Wien gelangten. Neben Oberösterreich ist Wien das einzige Bundesland, das sich dieser Aufgabe stellt. Im Vorjahr konnten die durch die Über­ siedlung des Archivs frei gewordenen neuen Räumlichkeiten der Stadt- und Landesbibliothek feierlich eröffnet werden: Das„Gedächtnis“ der Stadt bietet seither seinen BesucherInnen noch mehr Platz, Komfort und Service, insbesondere durch die behutsame Revitalisierung der Originalräume aus dem Jahr 1886, die zeitgemäße Ausstattung sowie behindertengerechte Zugänge. Durch den Erwerb wichtiger Nachlässe und Sammlungen, etwa von Strauß-Meyszner bis Gerhard Fritsch, als Teil der eigenen Kulturgeschichte hat die Stadt- und Landesbibliothek auch inhaltlich ihr Angebot erweitert. Gegenüber der Stadt- und Landes­ bibliothek wird derzeit an der Umsetzung der„Kulturmeile Rathaus“ gearbeitet: Die „Artothek“ und das„Museum auf Abruf“ sollen hier an einem Ort zusammengeführt werden und Kunstwerke der Sammlung der Stadt Wien ausstellen. Gemeinsam mit der auf zeitgenössische Architektur speziali­ sierten Planungswerkstätte soll hier ein „Zentrum für zeitgenössische Kunst“ ent­ stehen, das mit Ausstellungen und spannenden Veranstaltungen BesucherInnen auch am Abend anlockt. Wiens Ruf als Wissenschaftsstadt fußt auf einer großen Tradition: Wegweisende Leistungen und Erkenntnisse in Medizin, Natur- und Geisteswissenschaft wurden in Wien entwickelt und traten von hier aus ihren Siegeszug um die Welt an. Die „Wiener Wissenschaftstage“ wurden im Vorjahr ins Leben gerufen, um zu zeigen, dass auch gegenwärtig großartige wissen­ schaftliche Forschungen entstehen. Das „Festival des Wissens“ soll künftig alle zwei Jahre stattfinden, um Wien als Wissens-, Wissenschafts- und Reflexionsstadt stärker in den Vordergrund zu rücken. Inputs dafür liefern die 400 wissenschaftlichen Vereine, Initiativen und Forschungsgesellschaften, die von der Stadt unterstützt werden. Mit den„Wiener Vorlesungen“ als„Jour fixe der Vernunft“ verfügt die Stadt über eine permanente Schnittstelle zwischen universitärem, wissenschaftlichem und kommunalem Leben: Die bedeutendsten internationalen„Köpfe“ der Gegenwart sind regelmäßig im Wiener Rathaus zu Gast, um hier zu den großen Fragen unserer Zeit Stellung zu beziehen. „Wien ist für mich eine Stadt mit riesigen kulturellen Möglichkeiten. Eine Stadt mit einem Publikum für Theater, Aus­ stellungen und Konzerte, wie es etwa Paris längst nicht mehr ist. Eigentlich sollte ich in Wien wohnen“, sagt Frankreichs Regiestar Patrice Chèreau in einem Interview in einer österreichischen Tageszeitung. Wenn hier von den„riesigen kulturellen Möglichkeiten Wiens“ die Rede ist, dann bezieht sich diese Wahrnehmung auf die Gesamtheit und die Vielfalt aller kulturellen Aktivitäten in unserer Stadt – in den großen Häusern im Zentrum wie auch in den zahlreichen Spielstätten an der Peripherie. Es sind die Bezirksfestwochen, die Bezirksmuseen als wahre„Schatztruhen“, die Volkstheater­ 9 tournee in den Außenbezirken und zahl­ reiche kleine Vereine, die die Stadt mit dem„Grundnahrungsmittel“ Kultur flächen­ deckend versorgen. Nicht unterschätzen darf man dabei den sozialen und kommunikativen Aspekt: Grätzelfeste, Flohmärkte, Kirtage, Straßenfeste, Vernissagen, Lesungen in Kaffeehäusern und Musikabende begünstigen in einem hohen Ausmaß das Zusammentreffen mit Freunden, Nachbarn und Gleichgesinnten. In punkto Lebensqualität zählt Wien zur Weltspitze! Zwei druckfrische Unter­ suchungen dokumentieren Wiens Rang unter den Ersten im internationalen Städtevergleich: Die britische Forschungs­ gruppe EIU(Ecconomist Intelligence Unit) kürt Wien zur lebenswertesten Stadt überhaupt(gemeinsam mit Melbourne und Vancouver von 130 Städten); die amerikanische Unternehmensberaterfirma Mercer reiht Wien auf den dritten Platz, überholt nur von Genf und Zürich(von insgesamt 215 Städten!). Zu gleichen Ergebnissen gelangt auch die Studie„Leben in Wien“, die von der Wiener Stadtver­ waltung in Auftrag gegeben wurde und die die„Innensicht“ der Bevölkerung doku­ mentiert: 8.300 befragte Wienerinnen und Wiener stellen der Stadt ein durchgängig positives Zeugnis aus. Besonders für die Kultur wurden Bestnoten verteilt. Diese hervorragenden Ergebnisse sind eine eindrucksvolle Bestätigung des einges­ chlagenen Weges der Wiener Kulturpolitik. Wien ist sich der Bedeutung von Kultur und der öffentlichen Finanzierung von Kultur bewusst – denn Investitionen in die Kultur sind Investitionen in die Zukunft: Mit 174 Millionen Euro steht für das Jahr 2004 ein Budget zur Verfügung, das den hohen Stellenwert der Kultur unterstreicht; mit den zusätzlichen Förderungen für Sonder­ projekte, etwa die Finanzierung des Mozartjahres oder den Umbau des Ronachers, wird das Budget 2004 ein weit höheres sein als jenes von 2003. Dem erfolgreichen Kurs der Wiener Kultur­ politik steht eine Bundesregierung gegen­ über, die überall die finanziellen Mittel für die Kultur kürzt. Die Streichung der Subvention für die Wiener Festwochen – kurzfristig angesetzt und verkündet – war im Vorjahr ein trauriger Höhepunkt dieser Kürzungspolitik und führte in weiterer Folge zu großen Verunsicherungen und Irritationen unter den Kulturschaffenden. Wien hat bisher, soweit es möglich war, die Ausfälle des Bundes aufgefangen und aus­ geglichen; doch auf Dauer wird das nicht möglich sein. Es ist daher eine der wichtigsten Aufgaben von Wien, auch im Namen der Kulturschaffenden unseres Landes, vom Bund seine kulturpolitische Verantwortung einzufordern. Wien ist eine der markantesten Kultur­ metropolen Europas mit einem enorm breiten Angebot, das den Bogen von der Tradition bis zum Zeitgenössischen spannt. Wien auch in einem erweiterten, vereinten Europa als Drehscheibe für Kultur mit internationaler Strahlkraft zu positionieren, wird in den kommenden Jahren eine besondere kulturpolitische Herausforderung darstellen. Es wird sehr wichtig sein, das Verhältnis zwischen Zeitgenössischem, Neuem und Gewagtem auf der einen und Tradition, Althergebrachtem und Bewährtem auf der anderen Seite in Balance zu halten. Weltoffenheit, Neugierde und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, werden dabei wesentliche Eigenschaften sein.„Die wichtigsten Bezugspunkte zu einer Stadt sind die Menschen, die sie erst mit Leben erfüllen“, sagt Milo Dor. Menschen, die in Wien leben, Gäste, die auf Besuch kommen, Kulturschaffende, denen Wien Inspiration ist; ihnen in Permanenz ein interessantes Programm sowie gute Lebens- und Arbeitsbedingungen anzu­ bieten, für dieses Ziel wird sich die Wiener Kulturpolitik auch weiterhin mit aller Kraft einsetzen. Damit es auch in Zukunft im internationalen Feuilleton heißt:„Wien liest. Wien geht ins Kino, tanzt und lacht. Der DJ gilt in der Hauptstadt was, die Clubs sind zahlreich, meist innovativ im Gestus und gut besucht. Man fördere bisweilen sogar Freejazz. Unerhört. Aber in Wien bitteschön wahr“(Frankfurter Rundschau). 10 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK Als„Musikstadt“ genießt Wien weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Und dies zu Recht. Internationale Künstler sind vom Wiener Publikum begeistert, zum andern gastieren sie besonders gerne in unserer Stadt, um hier mit heimischen Orchestern und Ensembles, deren Qualität auch inter­ national längst zu einem Marken undGütezeichen geworden ist, zu musizieren. 2003 gedachte die Musikwelt des 100. Todestages von Hugo Wolf. Der Verein „Nippon“, die„Wiener Liedertafel“ sowie die„Österreichische Gesellschaft für Musikwissenschaft“ haben in Konzerten das vielfältige Werk des Komponisten präsentiert. Ein Konzert in der Augustiner­ kirche erinnerte an den 90. Geburtstag von Cesar Bresgen, aus Anlass des 200. Geburtstages von Hector Berlioz und des 175. Todestages von Franz Schubert fanden zahlreiche Konzerte statt. Ein Meister der Silbernen Operettenära, der neben Franz Lehár zu den Erfolg­ reichsten und Populärsten gehört, ist Emmerich Kálmán. In Budapest geboren, in Wien und Berlin erfolgreich, musste er emigrieren und verstarb nach seiner Rück­ kehr nach Europa 1953 in Paris. Seines 50. Todestages gedachte die Öster­ reichische Gesellschaft für Musik in einem „musikalischen“ Vortrag, der Verein„La Prima Musica“ veranstaltete ein Fest­ konzert und auch im Programm des Johann Strauß Orchesters wurde ein Kálmán-Schwerpunkt gesetzt. Das 90jährige Gründungsjubiläum feierte der Wiener Lehrer a cappella Chor im Wiener Konzerthaus und im Rathaus. Auf 25 Jahre erfolgreiche Konzerttätigkeit kann das Consortium Musicum und die Schola Cantorum zurückblicken, auf 20 Jahre die Haydn Gesellschaft Wien. Besonders bemüht sich das Musikreferat, den zeitgenössischen Strömungen gerecht zu werden. Neben den bereits etablierten Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble„die reihe“, dem„Projekt Uraufführungen“ und dem Ensemble „Neue Streicher“, dem Ensemble Kontrapunkte“ oder dem Ensemble „Wiener Collage“, das sich mit einem eigenen Zyklus im Arnold Schönberg Center etablieren konnte, sind es viele kleine Vereine oder Ensembles, die aktuelle Strömungen aufnehmen und präsentieren. Zu ihnen zählen u.a. die arge zeitgenössische musik fünfhaus, Chroma, das Forum für neue Musik, Music on line, Nouvelle Cuisine und das Wiener Musikforum. Mit dem Klangforum Wien wird dieses Genre von einem Klangkörper vertreten, welches von der Kritik besonders hervo­ rgehoben wird. Neben der zeitgenössischen Musik wird aber die traditionelle klassische Musik, die den Programmbogen auch sehr weit spannt, nicht vernachlässigt. Eine interessante und abwechslungsreiche Saison liegt hinter den„Wiener Symphonikern“, dem Konzertorchester der Stadt Wien. Nicht nur bei vielen Konzerten im Musikverein und im Konzerthaus, sondern auch bei ihren Auslandstourneen beweisen sie das breite Spektrum ihrer Tätigkeit. Neben den Wiener Symphonikern widmen sich die Wiener Akademie, das Wiener Kammerorchester und das Frauen Kammerorchester, der Tradition und der Moderne. Das Gustav Mahler Jugendorchester und das Jeunesse Orchester bieten jungen Musikern erste Möglichkeiten, Orchestererfahrung zu sammeln und mit Weltklassedirigenten zu arbeiten. Besonders großes Augenmerk wird der Nachwuchsförderung geschenkt. Für jede Altersstufe passend, werden gezielt Projekte entwickelt. Schon ab dem dritten Lebensjahr besteht für Kinder die Möglichkeit, unter fachmännischer An­ leitung, in die Musik eingeführt zu werden. Eine wesentliche Aufgabe dabei über­ nimmt die Musikalische Jugend Österreichs mit ihrem Projekt„Triolino“. Aber auch andere Organisationen, bei­ spielsweise der Kunstverein Wien haben das ganze Jahr über spezielle Kinder­ projekte in ihrem Veranstaltungs­ programm. Die Kindermusikwoche bietet in den Semesterferien die Möglichkeit, 11 sinnvoll die Freizeit zu erleben. Die sonn­ täglichen Kinderkonzerte stellen einen Komponisten oder ein musikalisches Thema in den Mittelpunkt, ein Moderator führt die Kinder in das jeweilige Thema ein. Seit Jahren erfreut sich das Festival „Kinderklang“ steigender Beliebtheit. Dafür werden auch mehrere Auftrags­ kompositionen vergeben, um aktuelle musikalische Strömungen, kindgerecht aufgearbeitet, zu präsentieren. 2003 wurden 12 Kompositionsaufträge vergeben. Die 2001 begonnenen Umbauarbeiten im Wiener Musikverein, die drei Jahre lang finanzielle Unterstützung erfahren haben, wurden 2003 planmäßig abgeschlossen. FESTIVAL-MANAGEMENT WIEN Das Festival-Management Wien konzi­ pierte und veranstaltete auch 2003 wieder die international bedeutenden Musikfestivals„OsterKlang Wien& KlangBogen Wien“. Das Festival„OsterKlang Wien 2003“ fand zum 7. Mal statt und trat unter dem Motto„... dass alles für Freuden erwacht“ in einen künstlerischen Dialog mit der Osterwoche und ihrer Sinngebung. Zwischen 12. und 21. April erlebten über 13.500 Besucher die 13 Aufführungen im Rahmen des Festivals. Die Gesamt­ auslastung betrug 97,1%. Auch 2003 präsentierte sich der „KlangBogen Wien“ als ein Festival mit klarem Musiktheater-Schwerpunkt. Unter dem Motto„Lust Macht Begierde“ standen drei Neuproduktionen von selten gespielten Opern auf dem Programm. ( Macbeth von Ernest Bloch, Idomeneo von W. A. Mozart, Julie& Jean von Gerhard Schedl). In der Zeit von 15. Juli bis 19. August erlebten rund 22.000 Besucher 36 Aufführungen. Auch in diesem Jahr lag die Gesamtauslastung bei 95%. Das Konzept des Festival-Management Wien setzt auch weiterhin(erfolgreich bei Presse und Publikum) auf die Auswahl selten gespielter Werke sowie Neue Musik und außergewöhnliche Musiktheater­ projekte im Theater an der Wien, SemperDepot und Ronacher. Kammermusik an historischen Spielorten und erstrangige Orchesterkonzerte vervollständigten das der Musikmetropole Wien geziemende, hochkarätige Angebot. 12 THEATER Im Jahr 2003 wurden wichtige Weichen für die Sicherung der Zukunft der Theaterund zunehmend auch der Tanzstadt Wien gestellt. Die reichhaltige Theaterlandschaft Wiens wird neben den Bundestheatern und den Vereinigten Bühnen Wien nicht allein durch die großen Bühnen wie das Volks­ theater und das Theater in der Josefstadt geprägt. Viel Reiz machen auch die vielen kleineren Privattheater, die seit den 50er Jahren in Wien entstanden sind, und die zahlreichen freien Gruppen, die neben Theaterräumen auch Fabrikshallen und öffentliche Plätze bespielen, aus. Durch eine kontinuierliche Steigerung des Budgets war es in den letzten Jahren möglich, dieses vielfältige theatrale Angebot permanent auszuweiten. So konnten zusätzliche Mittel für die inter­ national einmalige freie Opernszene Wiens bereitgestellt werden, wurde es aber auch möglich, das Tanzquartier Wien zu gründen und diesem ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, ohne das operative Budget für die produzierende Tanzszene zu schmälern. Ähnliches gilt für das ebenfalls im Museumsquartier entstehende Kinder­ theaterhaus, das derzeit gebaut und im Herbst 2004 eröffnet werden wird. Gleichzeitig wurde es aber notwendig, neben der Vielfältigkeit des Angebots auch eine qualitative Sicherstellung zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurde der Status quo genaueren Analysen unterzogen und wurden für alle Bereiche neue Lösungen entwickelt: Bei den Vereinigten Bühnen Wiens wurden nicht nur strukturelle Änderungen vorge­ nommen, sondern auch neue Direktoren bestellt. So wird ab 2006 das Theater an der Wien zu einem reinen Opernhaus umgewandelt. Das Konzept des neuen Direktors Roland Geyer sieht vor, dass in 100 Vorstellungen pro Jahr vorwiegend Werke aus dem Barock und der Klassik mit Schwergewicht auf Mozart sowie aus dem Bereich der zeitgenössischen Oper gezeigt werden sollen. Das Musical hat seine Hauptspielstätte im Raimundtheater, das gemeinsam mit dem Ronacher von der ehemaligen Unter­ haltungsintendantin des ORF, Kathrin Zechner, als urbanes Unterhaltungstheater mit vorwiegend neu entwickelten Musik­ theaterformaten programmiert werden wird. Und auch für das Volkstheater wurde mit dem Schauspieler und Regisseur Michael Schottenberg ein würdiger Nachfolger für Emmy Werner gefunden. Die Theaterreform wird aber auch im Bereich der Privattheater und Freien Gruppen größere Veränderungen mit sich bringen: Ausgehend von einer, durch die Kultur­ abteilung in Auftrag gegebenen Studie, wird es in Hinkunft zwei Förderschienen geben: a) Konzeptförderung(für 4 Jahre) ab Sommer 2005; zuständig dafür ist eine neugegründete Theaterjury b) Projektförderung(für Einzel­ projekte, Projektreihen und theatrale Prozesse) ab sofort; zuständig ist interimistisch das Kuratorium, ab Herbst 2005 eine noch zu bestellende Theater­ kommission Auf Grundlage der Studie entwickelte die Stadt Wien ein Theaterleitbild, das von allen im Gemeinderat vertretenen Parteien beschlossen wurde, und nach dem die Theaterförderung in den kommenden Jahren vorgenommen werden soll. Ziel dieser Theaterreform ist es, die Breite und die Qualität der Dramatischen Kunst mittelfristig sicherzustellen. 13 LITERATUR „Fast verdoppelt hat sich im Zeitraum der letzten acht Jahre auch die Anzahl derer, die einmal oder öfter eine Literaturveran­ staltung oder Lesung besucht haben“. Zu diesem äußerst erfreulichen Befund kommt das IFES, das Institut für empirische Sozialforschung, in seiner jüngsten Studie„Leben und Lebensqualität in Wien“, die auch mit konkreten Zahlen aufwartet: Waren es vor acht Jahren – dem Zeitpunkt der letzten Studie – zehn Prozent der Wienerinnen und Wiener, die Literaturveranstaltungen besuchten, so stieg diese Zahl im Jahr 2003 auf stolze 17 Prozent. Enorm gewachsen ist aber nicht nur das Interesse an Literaturver­ anstaltungen, sondern auch das Angebot. Allein für die Monate November/Dezember listet der„Literaturkompass Wien“, den die Zeitschrift„Buchkultur“ herausgibt, über 300 Termine auf. Der„Literatur­ kompass Wien“, der mit Unterstützung der Kulturabteilung erscheint und in Wiener Buchhandlungen, Kaffeehäusern, Bibliotheken und an verschiedensten Veranstaltungsorten kostenlos aufliegt, wurde im Jahr 2003 gestartet – mit durch­ schlagendem Erfolg. So schreibt der „Kurier“ resümierend:„Ein übersichtlicher Wegweiser durch den erfreulich dichten Wiener Literatur-Dschungel“. Und„Der Standard“ kommt zum Schluss:„Wer sich über die literarischen Veranstaltungen ein Bild machen will, dem wird der Literatur­ kompass gute Dienste erweisen“. Ein nicht geringer Teil der weit über 1.000 Literaturveranstaltungen, die im Lauf eines Jahres organisiert und durchgeführt werden, wird von der Kulturabteilung gefördert. Die Palette reicht dabei von mehrtägigen Festivals oder Symposien bis hin zu Einzelveranstaltungen wie Buchpräsentationen, Lesungen oder Vorträgen. Zu den größten Veranstaltungen zählt „Literatur im März“, die 2003 unter dem Motto„von den sinnen“ stand und so prominente Autorinnen und Autoren wie Friederike Mayröcker, Margriet de Moor, Ginka Steinwachs, Carlo Lucarelli, Jáchym Topol, Peter Turrini und Leon de Winter zu Gast hatte. 14 Zu einem großen Publikumserfolg wurde einmal mehr auch die Reihe„Literatur für junge LeserInnen“, die zwischen 20. und 26. März im Künstlerhaus stattfand. Autorinnen und Autoren wie Christine Nöstlinger, Monika Pelz, Rachel van Kooij, Stefan Slupetzky oder Martin Auer begeisterten bei ihren Lesungen die jungen Zuhörer. Vom Publikum und den Medien überaus positiv aufgenommen wurden zudem die Veranstaltungsreihe„Rund um die Burg“, die zu den Fixpunkten des herbstlichen Literaturkalenders gehört, das CanettiSymposion, das sich 2003 dem Thema „Die Verwandlung oder die Art sich der Macht zu entziehen“ widmete, oder die Österreichische Buchwoche, die das Wiener Rathaus zum Schauplatz hatte und mit einem besonders umfangreichen Veranstaltungsprogramm aufwarten konnte, in dessen Rahmen auch der Startschuss für die Aktion„Eine Stadt. Ein Buch.“ fiel. Der Kunstverein Wien war der Veranstalter der„Literatur im Herbst“, bei der in der Österreichischen National­ bibliothek ein repräsentativer Überblick über die slowenische Gegenwartsliteratur geboten wurde. Die Erich Fried Tage 2003 fanden zwischen 12. und 16. November im Literaturhaus statt:„Geteilte Erinnerung: Generationen des Exils“ war der Titel dieses Symposions, das sich„als Diskussions­ beitrag zu neueren Fragestellungen der Kulturwissenschaft, Exilforschung, der Zeitgeschichte und einer kritischen Öffentlichkeit zu den Themen Kind und Kindheit/Jugend im Exil, zweite und dritte Generation, Migration und die Exile im 20. und 21. Jahrhundert“ verstand. Zu den prominenten Teilnehmern zählten Walter und Inge Jens, Marlene Streeruwitz, Beatrice von Matt, Josef Haslinger, Robert Menasse und Paulus Hochgatterer. Zu diesen und zahlreichen anderen geförderten Veranstaltungen kommen die regelmäßigen Abende des Literarischen Quartiers, der Österreichischen Gesell­ schaft für Literatur, der Grazer Autoren­ versammlung, des Österreichischen P.E.N.-Clubs, des Österreichischen Schriftstellerverbandes und vieler anderer Vereinigungen, Vereine und Autorenverbände, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den Ruf Wiens als Literatur­ stadt im In- und Ausland zu festigen und zu mehren. Durch die Vergabe von Druckkosten­ beiträgen und Tantiemengarantien sowie durch Buchankäufe fördert die Stadt Wien das Erscheinen zeitgenössischer öster­ reichischer Literatur, der Ankauf von Abonnements hilft, die Existenz zahlreicher Literaturzeitschriften zu sichern. Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer fördert Wien unter anderem durch Preise und Stipendien. 2004 wird dabei ein neuer Preis erstmals vergeben: Der H.C. Artmann Preis für Lyrik. BILDENDE KUNST Im Februar 2003 hatte das MUSEUM AUF ABRUF, die Präsentationsplattform der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien, zum letzten Mal seine Galerie in der Makartgasse geöffnet. Seit 1998 konnten wir dort 17 Ausstellungen zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung präsentieren. Die alten Räumlichkeiten hatten sich als zu klein erwiesen, um die verschiedenen Themenausstellungen klar gliedern und auch die Werke selbst entsprechend ihrer Eigenart präsentieren zu können. Die Schließung erfolgte zu Gunsten der Realisierung einer neuen Ausstellungshalle für das Museum auf Abruf, die eine deutliche Verbesserung des Raum­ angebotes bringen wird und 2006 ihre Pforten öffnen soll. Wenn auch im Jahr 2003 keine ständige Präsentationsmöglichkeit vorhanden war, konnte dennoch ein Ausstellungsprojekt im Inland realisiert werden: 9.5. – 28.5.:„Über Wasser“ in der Alten Schieberkammer, Wien 15 Anlässlich des von der UNO 2003 aus­ gerufenen„Jahres des Süßwassers“ veran­ staltete das MUSEUM AUF ABRUF in Kooperation mit den Wiener Wasser­ werken die Ausstellung„Über Wasser“. Dabei zeigte sich, dass zahlreiche Wiener KünstlerInnen das Thema„Wasser“ zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzungen nehmen und das Element im Spannungsfeld der Bedeutungsebenen und Erscheinungs­ formen eine große Herausforderung darstellt. Die Ausstellung und der Katalog versammelten die unterschiedlichsten Ansätze und Techniken von 77 KünstlerInnen und boten damit einen weiteren Einblick in die Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien. Neben dieser Neuproduktion wurden auch mehrere Ausstellungen im Ausland präsentiert: 16.1. – 29.3. 2003:„Vom Blühen und Reifen – Erotisches aus Kunst und Natur“ im Österreichischen Kulturforum in Warschau 4.6. – 21.6.2003:„Bilder von Wienern – eine fotografische Hommage im Sinne Nestroys“ im Bunkíer Sztukí in Krakau 12.6. – 28.8.2003:„der ironische blick“ im Österreichischen Kulturforum in Bratislava 12.9. – 31.10.2003:„Der Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung“ in der Oskar Kokoschka – Galerie im Österreichischen Kulturforum in Prag 14.11. – 31.12.2003:„Bilder von Wienern - eine fotografische Hommage im Sinne Nestroys“ im Österreichischen Kulturforum in Bratislava Zu allen Ausstellungen wurden zu den bereits bestehenden Katalogen Über­ setzungen der Texte und der Künstler­ biografien in der jeweiligen Landessprache aufgelegt. Da die Ausstellung„Bilder von Wienern“ die erfolgreichste Produktion des MUSEUM AUF ABRUF darstellt und der Katalog rasch vergriffen war, wurde die Publikation auf­ grund der hohen Nachfrage in einer viersprachigen Version neu aufgelegt. 15 Im Sommer 2003 wurden die Plakate der im MUSEUM AUF ABRUF gezeigten Aus­ stellungen„schwarz/ weiss – Kontrast Reduktion Konzentration“ und„Der Blick auf Wien- Topografie und Wahrnehmung“ mit je einem Kulturplakatpreis ausge­ zeichnet. Die Bekanntheit der Sammlung nimmt stetig zu und dies schlägt sich auch in der Anzahl der Leihgaben für heimische und internationale Kunst- und Kultur­ institutionen nieder. 71 Kunstwerke wurden für 24 Ausstellungen und Projekte zur Verfügung gestellt. In der Start-Galerie„Alte Schmiede“ fanden wiederum neun Ausstellungen von KünstlerInnen statt, die sich teilweise zum ersten Mal dem Publikum präsentierten. Es erschienen die Informationsblätter 136 – 144. Für den Ankauf von Kunstwerken wurden insgesamt EUR 474.373,-- aufgewendet. Es wurden 223 neue Inventarnummern vergeben. Die Entscheidung über die Auswahl der anzukaufenden Arbeiten von Wiener KünstlerInnen lag wie schon in den Vorjahren im Ermessen einer sieben­ köpfigen Jury, die sich aus Fachleuten der verschiedenen Kunstsparten und ­ institutionen zusammensetzt und jährlich neu zusammengestellt wird. Die zeitgenössische Wiener Kunst erlebt derzeit einen Höhenflug und findet auch international viel Beachtung. Neben großen Museen und Ausstellungshäusern sind es besonders die kleineren gemein­ nützigen Wiener Kunst- und Kulturvereine, die zum überaus lebendigen Erscheinungs­ bild der Wiener Kunstszene beitragen. Deswegen wurden auch 2003 aus einem Rahmenbetrag von EUR 114.150,-- 79 Ausstellungen, Projekte und Kunstevents von 60 Wiener Kunstvereinen gefördert. Folgende Vereine erhielten Jahres­ subventionen von der Kulturabteilung: Kunsthalle Wien, Künstlerhaus, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien im WUK, IG Bildende Kunst und das Interaktive Kindermuseum im Museumsquartier. 16 Wenn auch die Produktion von Druck­ werken im Kunstbereich durch das Kunstreferat nicht gefördert werden kann, so besteht doch die Möglichkeit, bereits erschienene Publikationen von Wiener Verlagen im Rahmen von Buchförderungs­ ankäufen zu unterstützen. 2003 stand dafür ein Betrag von EUR 11.000,-- zur Verfügung. Gemeinsam mit der Firma Gewista organisierte das Kunstreferat die jährliche Plakatwertungsaktion. Das Plakat „Gabriele Rothemann – Fotografie“ von Univ. Prof. Gabriele Rothemann und Univ. Prof. Fons Hickmann, wurde mit dem Preis von EUR 2.200.-- ausgezeichnet. Für KünstlerInnen, die sich in einer ökonomischen Notsituation befanden, wurden 2003 Mittel in der Höhe von EUR 10.970,-- aufgewendet. KünstlerInnnen, Galerien und ver­ schiedene Kunstinstitutionen bilden ein eng verzahntes Gefüge, dessen funk­ tionierendes Zusammenwirken über Erfolg oder Misserfolg im Wettlauf um das Interesse der Öffentlichkeit entscheidet. Viele Wiener Galerien leisten hier hervorragende Arbeit, die im Rahmen der Prämienaktion„Das engagierte Auge“ ausgezeichnet wird. Folgende Galerien erhielten je EUR 2.250,--: Charim, Krobath& Wimmer, Mezzanin und Gabriele Senn. Je EUR 1.500,-- erhielten: Kunstbüro, Chobot, Atrium ed Arte, Martin Janda, Fotogalerie WUK und Lukas Feichtner. Die Auswahl erfolgte durch eine unabhängige Jury aus Fachleuten. Für das Künstlerarchiv zur österrei­ chischen Gegenwartskunst des Kunst­ referates herrscht reges Interesse von WissenschaftlerInnen und anderen InteressentInnen aus dem In- und Ausland. Selbstverständlich wurden die Arbeiten im Bereich Archiv und Katalogbibliothek auch 2003 weiter­ geführt. Sie bilden für alle Anfragen, Recherchen und die Arbeit des Kunstreferates selbst eine unabdingbare Voraussetzung. Bis Ende 2003 wurde die digitale Bild­ erfassung im Bereich der Sammlung auf ca. 40% des Bestandes vorangetrieben. Alle notwendigen Vorbereitungen zur Realisierung einer neuen Ausstellungs­ halle, die künftig das MUSEUM AUF ABRUF, die Artothek, die Start-Galerie „Alte Schmiede“(derzeit noch in der Schönlaterngasse 7a) und den magistratsinternen Entlehnbetrieb(dzt. Friedrich-Schmidt-Platz 5) beherbergen soll, wurden abgeschlossen. In diesen Räumlichkeiten wird auch ein geeignetes Depot für einen Teil der Sammlung untergebracht sein. Die Eröffnung ist für 2006 geplant. Seit Herbst 2003 wird an den Vorbe­ reitungen zum 2004 erstmals auch in Wien stattfindenden Europäischen Monat der Fotografie in Zusammenarbeit mit den Städten Paris und Berlin gearbeitet. Dieses Projekt vereint zahlreiche Institutionen, die im November 2004 in den genannten Städten verschiedene Fotoausstellungen präsentieren werden. Nicht nur der Stellenwert der Fotografie in Europa, sondern auch internationale Kooperationen zwischen den einzelnen Institutionen sollen dadurch gefördert werden. 17 KUNSTHALLE wien 2003 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Ausgewählte Pressestimmen Die Kunsthalle Wien macht Kunst populär www.Wienweb.at, 23. April 2003 weder von Sowjeterbe noch vom neuen Nationalismus geprägt ist. Wirtschaftsblatt, 6. November 2003 Per gli amanti dell’arte contemporanea ecco la Kunsthalle, nell’ex maneggio invernale. Ovvero, un nuovo modo di pensare arte, con esposizioni crossover che indagano sui grandi temi della comunicazione. Patricia Schmeidler, Elle, November 2003 Kunsthalle: Erfolg trotz Geldnot … Die Kunsthalle Wien verzeichnet ein erfolg­ reiches Jahr 2003 trotz finanzieller Probleme. www.derstandard.at, 18. Dezember 2003 Gerald Matt, Leiter der Kunsthalle Wien, ließ das vergangene Jahr mit Zufrieden­ heit Revue passieren.... Erfreulich: Vor allem junges Publikum zogen die Aus­ stellungen im Museumsquartier an. Erwin Melchart, Kronen Zeitung, 9. Jänner 2004 Was die Ausstellung GO JOHNNY GO! faszinierend macht, ist ihre Lust am Spiel, am überraschenden Effekt und der ironischen Demontage dessen wofür Rock’n’Roll steht. Nämlich Extase, Rausch und besinnungslose Selbstverschwendung. Kai Müller, Der Tagesspiegel, 28. Oktober 2003 Eine Schau in der Wiener Kunsthalle widmet sich von nächstem Feitag an dem Mythos des attraktiven Heiligen und dabei insbesondere der Darstellungen in der zeitgenössischen Kunst – bis hin zu Videos und Sadomaso-Filmspektakeln. Der Spiegel, 10. November 2003 Die Ausstellung„Adieu Parajanov“ in der Kunsthalle Wien zeigt neben einer kleinen Geschichte der armenischen Gegenwarts­ kunst der letzen Jahre neue Installationen, Videos, Aktionen und andere Dokumente der Arbeit einer jungen Generation, die 18 KUNSTHALLE wien 2003 Nach den ersten zwei Jahren, die die Kunsthalle Wien in ihrem neuen Haus im Museumsquartier unter großer Publi­ kumsbeteiligung und medialer Resonanz verbrachte und einem Jahr der erfolg­ reichen Einführung des project space am Karlsplatz, konnte sich die Kunsthalle Wien 2003 nach wie vor national wie international als eine der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst etablieren. Die Wiener Kunsthalle wird zum Garant spannender Konzepte und macht sich unabhängig von den üblichen großen Namen. Elke von Berkholz, Financial Times Deutschland, 2. Juni 2003 Die Kunsthalle Wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitge­ nössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art pro­ grammatischer„Informationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung hat auch beim Publikum großen Anklang gefunden. In dieser Dialektik aus Geschichte und Gegenwart kann die Kunsthalle ihre Aufgabe erfüllen: Agora zu sein, Verhandlungsstätte gegenwärtiger kultureller und gesellschaftspolitischer Bewusstseinslagen, formgebende Instanz zwischen Seins-Erinnerung und Ent­ äußerung. Die Kunsthalle hat sich als Kartographin ihrer Epoche bewährt: Sie stellt Ideen und Materialien, die sich oft noch in unausgefaltetem Zustand darstellen, zur Disposition, fördert die Reibung von Streit-Positionen. Sie arbeitet für die Gegenwart, nicht für die Ewigkeit. Ihre Vorschläge gelten heute, sind häufig arbiträr und somit auch revidierbar. 2003 konnte – mit drei spannenden Einzelpositionen(Niedermayr, Sala, Broodthaers) und drei umfangreichen Themenausstellungen(Attack, Go Johnny Go, Heiliger Sebastian) – die hervor­ ragende Besucherfrequenz mit einer Gesamtzahl von 184.658 Besuchern verzeichnet werden. Dadurch gelang es der Kunsthalle Wien sich als eines der bestbesuchten Häuser für rein zeit­ genössische Kunst in Europa zu etablieren. * Ort der Produktion, Ort geistiger Impulse Die Kunsthalle Wien hat sich zu einem der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens entwickelt und als innovative Produktions­ stätte für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Das Programm 2003 besteht komplett aus Eigenproduktionen, teilweise in Kooperation mit internationalen Partnern: Die Ausstellung Walter Niedermayr wurde von vier weiteren Ausstellungshäusern übernommen: dem Kunstverein Hannover, dem Museum der Bildenden Künste Leipzig, dem Württembergischen Kunst­ verein, dem Museion – Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst, Bozen. * Ort des Austausches von Lehre und Praxis angewandte@project space Kooperation Kunsthalle Wien – Universität für angewandte Kunst Wien Nach einem erfolgreichen Jahr der Zusammenarbeit der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien wird der Austausch von Lehre und Praxis noch intensiviert: Seit Oktober 2003 präsentiert sich die Universität für angewandte Kunst mit Projekten, Vor­ trägen oder Events aus den verschiedenen Fachbereichen jeweils mittwochs unter dem Titel angewandte@project space im project space. Preis der Kunsthalle Wien Der Preis der Kunsthalle Wien bildet auch in diesem Jahr das Zentrum der Kooperation der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst. Der von der Rechtsanwaltskanzlei„Dorda, Brugger & Jordis“ unterstützte Preis wurde heuer für eine/n Absolventin/en aus den Bereichen Bildende Kunst, Experimentelles Gestalten und Raumkunst der Universität für angewandte Kunst ausgeschrieben. Die Preisträgerin Pia Maria Lattanzi realisierte von 17. Dezember 2003 bis 9. Jänner 2004 eine Ausstellung im project space der Kunsthalle Wien. Zusätzlich erhält sie ein dreimonatiges Stipendium in die Delfina Art Studios in London für den Sommer 2005. * Ort der Kommunikation zwischen Kunst und Besucher besucherfreundliche Angebote –keine Schließtage – Besucherforschung Die Kunsthalle Wien ist eines der wenigen Ausstellungshäuser in Wien, die täglich geöffnet haben; die Abendöffnung„art at night“ jeden Donnerstag bis 22 Uhr findet beim Publikum großen Anklang und ist mittlerweile ein wichtiger Fixpunkt. Durch laufende Besucherbefragungen durch einen im Foyer installierten Befragungsmonitor sowie ausführliche Besucherumfragen alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit einem Sozial­ forschungsinstitut soll der Kenntnisstand über die Besucher laufend aktualisiert werden. Damit können entsprechende besucherorientierte Maßnahmen getroffen werden und permanente Rückkoppelung mit dem Publikum etabliert werden. Kommunikation/ Medien Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch immer beachtlichere internationale Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche 19 Medienberichte in deutschen Medien(ARD, ZDF, FAZ; DIE ZEIT, SZ, SPIEGEL, FOCUS, BZ, ART, usw.), verstärkt in Italien(Il sole 24 ore, Arte It.), aber auch der Schweiz, Großbritannien, in den USA, den Niederlanden, in Frankreich, Schweden, Finnland, Tschechien, in der Slowakei, Slowenien, Polen, Spanien, im asiatischen Raum und in Südamerika usw. Durch die gezielt positionierten künst­ lerischen Projekte konnte auch 2003 national wie international ein Aufmerk­ samkeitsgrad und eine Medienpräsenz erreicht werden, die mit„traditionellen“ Marketingmethoden nicht erzielt hätte werden können. Vermittlungsschwerpunkte 2003 Kooperation Rahlgasse Die Kunsthalle Wien und das BRG und BG Rahlgasse sind im Jahr 2003 eine spezielle Kooperation eingegangen mit dem Ziel, die klassischen Wege zwischen einer Bildungsinstitution und einem Aus­ stellungshaus für zeitgenössische Kunst mit einem hohen Vermittlungsanspruch zu lockern. Fern ab der bereits bestehenden Formen von Vermittlung zeitgenössischer Kunst im Schulunterricht und bei einzelnen Ausstellungsbesuchen von Schulklassen wurde in Kooperation mit dem Lehrkörper der Schule und der Vermittlungsabteilung der Kunsthalle Wien ein neues Modell entwickelt. Ein Jahr lang, öffnete die Kunsthalle Wien den SchülerInnen die Tore – indem sie ihnen, von der Firma Steirer, Mika& Comp. gesponserte, Jahreskarten zur Verfügung stellte. Diese konnten im Rahmen des schulischen aber auch im privaten Zusammenhang von den SchülerInnen genutzt werden. Die Kunsthalle Wien stellte und stellt der Schule für Schulveranstaltungen Räum­ lichkeiten zur Verfügung und lädt die SchülerInnen zu einem„Blick hinter die Kulissen“ der Institution ein. Ein im Foyer der Kunsthalle gezeigter Spot mit Statements der Kinder und Jugendlichen, spiegelten ihre Einstellungen und Fragen gegenüber zeitgenössischer Kunst wider. Im Unterricht fanden Projekte statt, in denen bspw. Taschen speziell für die Kunsthalle entworfen wurden oder sich die SchülerInnen mit der Architektur der Kunsthalle auseinander setzten. Die von der Kunsthalle entwickelten 20 Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung von Ausstellungsbesuchen, wurden von SchülerInnen und LehrerInnen der Rahlgasse evaluiert und aufgrund ihrer Testergebnisse über­ arbeitet, um sie ab 2004 allen Wiener Schulen als Unterstützung zur Aus­ einandersetzung mit zeitgenössischer Kunst im Unterricht anzubieten. Beteiligung am Lehrlingskulturfestival im Museumsquartier Im Jahr 2003 wurde vom Büro für Kulturvermittlung ein„Lehrlings­ kulturfestival“ im Museumsquartier veranstaltet an dem sich die Kunsthalle mit drei Projekten und einer Präsentation der Vermittlungsarbeit beteiligt hat. Publikation„kunstvermittlung.at“ Anlässlich der speziellen Vermittlungsseite der Kunsthalle, die in Kooperation mit dem Büro für Kulturvermittlung entwickelt wurde entsteht eine Publikation die vom BfKV herausgegeben wird. Die Publikation reflektiert den Entstehungsprozess der Homepage und versammelt Artikel aller am Prozess beteiligten Personen. Die Fertigstellung ist mit Februar 2004 geplant. Beteiligung EU –Projekt„didart“ Im Rahmen einer EU Tagung im Jahre 2003 in Rom wurde die Vermittlungsarbeit der Kunsthalle Wien einem internationalen Publikum vorgestellt und Kontakte mit Vermittlungsabteilungen aufgenommen. Daraufhin wurde die Kunsthalle eingeladen sich an einem EU – Projekt mit dem Titel: „didart“ zu beteiligen(Entscheidung der EU Kommission wird noch erwartet). Das Projekt soll unabhängig vom Aus­ stellungsprogramm in Einbindung einer österreichischen Künstlerin/eines Künstlers durchgeführt werden und basiert im Austausch mit den genannten Institutionen. MQ- Kinderfolder Innerhalb eines langwierigen Prozedere wurden die Angebote für Kinder der Kunsthalle in den Kinderfolder des MQ aufgenommen. Die Zusammenarbeit ge­ staltete sich als ausgesprochen schwierig, wobei die gute Kooperation mit den für Vermittlung verantwortlichen Abteilungen des AZW und des Mumok hervorzuheben ist. * project space- Der Neubau am Karlsplatz: Der durchsichtige Glaskubus ist genau das, was der verkehrsumtoste Nicht-Ort zwischen Karlskirche, TU-Bibliothek und Stadtautobahn braucht: Eine preiswerte Architektur als Medium, ein Reagenzglas für künstlerische Interventionen, eine Ideen-Beschleunigungsmaschine für eine Szene, die sich in Marmorsälen und Stukkaturhallen nie richtig wohlfühlen wird. Standard Album, Architektur/Kunstmarkt, Ute Woltron: Die Kunsthalle ist tot. Es lebe die Kunsthalle., 26.01.2002 Der project space wird als Schnittstelle zwischen Wissen und Kunst(Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst, Wien, Kunsthalle Wien Preis) und zwischen musealem und öffentlichem Raum ange­ nommen. Mit der permanenten Installation handlungsanweisungen schafft die Kunsthalle Wien einen Kunstpfad und setzt damit als Schaufenster zwischen Kunst und Öffentlichkeit die Nutzung des "Kunstplatzes Karlsplatz" fort, zu dessen Aktivierung sie seit der Eröffnung des Ausstellungsprovisoriums am Karlsplatz maßgeblich beigetragen hat. Im Herbst 2002 mit den Arbeiten von 26 öster­ reichischen und internationalen Künstler gestartet, wurde dieses Projekt im Herbst 2003 mit den Anweisungen von 23 weiteren Künstlern fortgeführt. 2004 * Das Programm der 3 Ausstellungsräume und der 3 Ausstellungswände: halle 1: große thematische Ausstellungen(wie z.B. Attack!), Präsentationen wichtiger Einzelpositionen der zeitge­ nössischen Kunst(wie z.B. Yayoi Kusama) sowie Ausstellungen im Crossover der Kunstkategorien. halle 2: Ausstellungen aktueller internationaler Positionen, erste Werkschauen junger internationaler Künstler mit Schwerpunkt Video, Photographie und Neue Medien (wie z.B. Pipilotti Rist, Ugo Rondinone, Anri Sala), Aus­ stellungen über zeitgenössische Szenen außerhalb des Blickwinkels internationaler Kunstbetriebe sowie österreichische Positionen abseits des expressiven und theatralen Mainstreams. halle 3(project space): Schnelle, aktualitätsgebundene Präsen­ tationen zwischen Installation und Performance in einem offenen Schaufenster, einem Ort für Experimente und einer Schnittstelle zwischen Wissen und Kunst (Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst, Wien, Kunst­ halle Wien Preis, angewandte@projectspace) project wall: 24h Ausstellung in den Lichtkästen an der Rückseite der Kunsthalle Wien(z.B. Gottfried Bechtold, Deutschbauer/Spring, Georg Salner) photo wall: Präsentationswand für Fotoarbeiten von zeitgenössischen Künstlern mit Österreich Bezug. video wall, art at rail(ab 2004: art@mediastore): Präsentation von Künstlervideos: auf der video wall im Foyer der Kunsthalle Wien in dreimonatigem Rhythmus sowie in der Kunstfilmbox am Wiener Westbahnhof(wie z.B. William Kentridge, kunst-en-passant) * Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und Kooperationspartnern für ihre Unter­ stützung und Zusammenarbeit im Jahr 2003. Sponsoren: Steirer, Mika& Comp; Dorda, Brugger& Jordis Anwälte; Wr. Städtische Versicherung; Thomastik-Infeld; Klangfarbe; Communaute Française de Belgique; Pflanzen Pertl; Istituto Italiano di Cultura Förderer: Wien Kultur; Mondriaan Stiftung; hp invent; British Council; Israelische Botschaft; 21 Kultur Kontakt Austria; Botschaft von Kanada in Österreich; Vertretung der Regierung von Québec-Kulturbüro; Lichterloh der Wohnverstärker; OSCE the netherlands 2003 Medienpartner: gotv; Der Standard; Kurier; Radio Ö1; FM4; Infoscreen; Artmagazine Kooperationspartner: Schauspielhaus; Viennale; Universität für angewandte Kunst Wien; ImpulsTanz Ausstellungen 2003 KUNSTHALLE wien(Museumsquartier) 31. 01. – 27. 04. 2003, Kunsthalle Wien, halle 1 Walter Niedermayr Oben am Berg, drinnen in der Zelle, draußen auf der Straße- Skipisten, Korridore, Tunnelröhren, Autobahnkreuze. Drinnen und draußen regeln Leit- und Sicherheitssysteme Raum und Mobilität. Die fotografischen Sequenzen von Walter Niedermayr handeln von der Architektur eines Weltzimmers, dessen Interieur längst unsere technologisierte Existenz bestimmt. „Die Gesellschaft ist ihre Raumtemperatur“, schreibt Peter Sloterdijk. Das Aufspüren der Mikroklimata unserer Zivilisation ist das Ziel der künstlerischen Recherche von Walter Niedermayr. In einer Welt, deren einzige Konstante die Beschleunigung ihrer Veränderung ist, lässt Walter Niedermayr dem Raum Zeit und bringt mehrteilige Bildkompositionen hervor, die Flanierzonen des Räumlichen schaffen. Umwelt und Landschaft werden sichtbar als prägnante bis surreale und manchmal fast apokalyptische Raum­ choreographien. Die Kunsthalle Wien zeigt neueste Arbeiten aus unterschiedlichen Werk­ komplexen und gewährt einen hinter­ gründigen Eindruck in das Projekt und die Einstellung des Künstlers zu Fotografie und Wirklichkeit. Die Serialität seiner großformatigen Arbeiten irritiert unsere verfestigte Wunschvorstellung von ewiger Natur und unendlichem Raum. So ändern sich 22 gewohnte Perspektiven, im Bekannten blitzt das Fremde auf: in großer Nähe so fern. In einem Spannungsfeld von sichtbar und unsichtbar öffnen sich räumliche Effekte zwischen nüchternem Detail­ realismus und poetischer Entgrenzung. Kuratoren: Marion Piffer Damiani und Gerald Matt Rund 35 dieser großformatigen mehrteiligen Werke... aus den Reihen „ Alpine Landschaften “ , „ Raumfolgen “ , „ Artefakte “ und„Rohbauten “ , dazu ein paar Videoinstallationen zeigt nun die Kunsthalle im Wiener Museumsquartier unter dem Titel „ Zivile Operationen “ . Panoramen, die die Wahrnehmung sensibilisieren. Die Zeit, 13. März 2003 Gesamtbesucherzahlen: 10.992 Übernahmestationen: Kunstverein Hannover(10. Mai –22. Juni 2003):2.228 Museum für Bildende Künste Leipzig(3. Juli – 28. September 2003): 5.197 Württembergischer Kunstverein(8. November 2003– 11. Jänner 2004): 4.425 Museion – Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Bozen(31. Jänner – 9. Mai 2004): 11. 10. 2002 – 02. 02. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Martin Arnold Deanimated Martin Arnold, einer der profiliertesten experimentellen Filmemacher Österreichs, hat seine neueste Arbeit Deanimated auf der Folie des konventionellen Horrorfilms „ The Invisible Ghost “ (USA 1941) mit dem Hauptdarsteller Bela Lugosi erstellt. Mittels Digital Composing werden im Verlauf der Handlung immer mehr Charaktere heraus­ retuschiert, sodass die Kamera am Schluss in erratischen Bewegungen durch menschenleere Sets gleitet. Die Ausstellung Deanimated der Kunsthalle Wien zeigt diese neue 60 minütige Arbeit von Martin Arnold in einer stilisierten, leicht surreal verschobenen Kinosituation. Neben der„Übermalung“ von„Invisible Ghost“ sind zwei weitere Arbeiten zu sehen, die ebenfalls emblematische Kino­ szenen aufgreifen und in Loops und Doppelprojektionen das Thema des Verschwindens weiterdeklinieren. Die Ausstellung Deanimated will grund­ sätzliche philosophische Fragen nach dem Verhältnis von Da-Sein und Absenz, nach Beseelung und ontologischer Leere auf­ werfen und das ästhetische und narrative System des Spielfilms, das hier im Zu­ stand des Zusammenbruchs abgebildet wird, thematisieren. Kurator: Thomas Mießgang Così Arnold scova sotto l'apparenza die una tranquilla famiglia borghese un probabile gruppo di maniaci e intravede il finale horror in una banalissima scena die quiete domestica. Elisabetta Mossinelli, Arte(I), 1. Dezember 2002 Besucherzahlen: 26.495(1.1.-2.2.2003) 21. 02. – 02. 03. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Samuel Beckett Comédie Ein Film von Samuel Beckett und Marin Karmitz, 1966 "Comédie"(19 Minuten, 35mm Film, 1966) ist die filmische Adaption des Theaterstückes Play von Samuel Beckett, der 1966 auf der Biennale in Venedig zur Erstaufführung kam und dabei einen veritablen Skandal auslöste. Die Geschichte um Liebe und Eifersucht, durch formal-ästhetische Mittel zu einer kakophonischen Groteske überformt, sprengte die Grenzen zwischen Theater, Performance und Experimentalfilm. Lange Zeit verschollen wurde der Film erst 2001, anlässlich seiner Wiederaufführung auf der Biennale in Venedig, einem breiteren Publikum zugänglich gemacht."Comédie" ist ein rares Filmdokument, das durch seine avantgardistische Schnitttechnik, Kamera und technische Manipulation Verfahren des modernen Musikvideos und den Rhythmus des Hip Hop vorwegnimmt. Dem historischen Film"Comédie"(1966) wird der zeitgenössische Film"too soon for sorry"(2001) von Katharina Weingartner gegenübergestellt. "too soon for sorry" D/USA/A 77:00, 2001 Ein Film von Katharina Weingartner "too soon for sorry" reflektiert über die spezifischen musikalischen und kulturellen Artikulationsformen afroamerikanischer und hispanischer Jugendkultur die Humanität von jungen Gefangenen gegenüber einer von Normierungszwängen und Angst überwältigten Außenwelt. In ihrem Duktus und dem synkopischen, bassorientierten, antreibenden Rhythmus stellt die Musik im Film(und der auf ihr „ruhende“ Schnitt) einen Sozialrealismus dar, der in gängigen Dokumentarfilmen mit politisch/sozialen Inhalten völlig fehlt und höchstens in der Musikindustrie als rebellischer Nachschub für weiße Konsumentensehnsüchte gefragt ist. Hinter der Panzerung der Avantgarde wird Energie frei, wird eine Entschlossenheit spürbar, aber auch eine ästhetische Strenge, die im Kino jener Zeit ohne Vergleich ist. Stefan Grissemann, profil, 24. Februar 2003 Gesamtbesucherzahlen: 466 28. 03. – 15. 06. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Anri Sala Der albanische Künstler Anri Sala hat in den letzten Jahren mit einer außer­ gewöhnlich regen Ausstellungstätigkeit (unter anderem an der Manifesta 3 in Ljubljana, der Yokohama Triennale und einer Auszeichnung mit dem Young Artist´s Prize der Biennale Venedig 2001) große internationale Aufmerksamkeit erfahren. Die Kunsthalle Wien zeigt nun in einer umfassenden Werkschau eine Auswahl der vielbeachteten Kurzfilme und Videoinstallationen, sowie Fotografien und ein Sound-Projekt im öffentlichen Raum. In Salas Werken verbinden sich indivi­ duelle Erfahrungen mit gesellschafts­ politischen Veränderungen und Fragen kultureller Identität. In seinem ersten dokumentarischen Kurzfilm„Intervista – Finding the Words(1998)“ konfrontiert Sala seine Mutter anhand der Rekonstruk­ tion von altem Filmmaterial mit ihrer Vergangenheit als Aktivistin in der kommunistischen Jugendbewegung. In den neueren Arbeiten zeigt sich Anri Sala als filmischer Virtuose zwischen Spontanität und Inszenierung, Fiktion und Dokumentation:„Ghostgames(2002)“ zeigt das Spiel zweier Menschen mit kleinen Krebsen an einem nächtlichen Meerstrand. Das Zusammenspiel von Bild und Ton schaukelt sich im rhythmischen Bewegungsfeld aus Licht und Schatten zu einem aggressiv anmutenden Spiel auf. 23 Im Sound-Projekt„no formula one no cry“, stattet Anri Sala ein Wiener Taxi mit einer Aufnahme von Formel 1-Geräuschen aus. Die Geräuschkulisse aus auf­ heulenden Motoren in die sich das Gebell streunender Hunde mischt, versetzt Taxifahrer und Fahrgast in einen akustischen Geschwindigkeitsrausch. Salas Erzählstrategie liegt in der Verwendung einer Bild-Sprache, die den Betrachter einlädt, ihm über die Schultern zu blicken und an der Welt seiner Erfah­ rungen und Erinnerungen teilzunehmen. Anri Sala, geboren 1974 in Albanien, lebt und arbeitet seit 1996 in Paris. Kurator: Gerald Matt For Sala, the metanarratives and progressive ideals of preceding generations are dead. Following in the footsteps of certain poststructuralist Parisians like Foucault, Sala has renounced logical and analytical criticism. His art, rather than schematically reconstructing the socio-political changes from modernism to postmodernism, records- through individual experiences and observations- the uncertainties and anxieties of the here and now. Andrés Ramírez Gaviria, NY Arts Magazine, 1. Juni 2003 Gesamtbesucherzahlen: 6.872 23. 05. – 21. 09. 2003, Kunsthalle Wien, halle 1 Attack! Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien Bomben auf Bagdad: Das war die reale Seite des Krieges, der die ganze Welt in Atem hielt. Doch es gab auch einen virtuellen Aspekt: Die Informations- und Desinformationspolitik auf beiden Seiten. Die(militärische) Kontrolle der Bilder und vor allem die diplomatische Auseinander­ setzung im Vorfeld, die als globale Medienschlacht ausgetragen wurde. Kriege und terroristische Anschläge sind in der Gegenwart immer auch Bilder- und Medienkriege. Die„vierte Front“, wie Paul Virilio den Sektor der Übertragung der Kriegsereignisse in Echtzeit genannt hat, wird zunehmend wichtiger. „Attack!“ untersucht, wie zeitgenössische Künstler mit dem Krieg, seinen medialen Spiegelbildern und seiner Ikonographie 24 umgehen: Medien in der Ausstellung können genauso afghanische Teppiche mit Panzer- und Feuerwaffenmotiven sein, wie bearbeitete Fernsehbilder aus dem Irakkrieg, fingierte Zeitschriftencovers oder manipulierte Landkarten. Geschichte wird gemacht – in den Zeiten der Medien mehr denn je. Künstlern, als visuellen Historikern und Erinnerungs­ spezialisten, kommt dabei eine herausragende Rolle zu. Die Aufgabe des klassischen Historienbildes, z.B. den glorreichen Feldherrn zu repräsentieren, steht heute nicht nur aufgrund der Ikonen-haftigkeit des einen Bildes in Frage.„Attack!“ versucht den Krieg unter zeitgenössischen Kommunikations­ bedingungen zu begreifen und in seiner visuellen Vielfalt darzustellen: Künstler bearbeiten Medienbilder, um deren Politik der Sichtbarkeit zu untersuchen oder um traumatische Folgen und zerstörerische Effekte des Krieges zu analysieren und dem eine eigene Bildlichkeit entgegen­ zusetzen. Teilnehmende KünstlerInnen: Sergej Bugaev Afrika, Dejan Andjelkovi ć /Jelica Radovanovi ć, Apsolutno, Fiona Banner, Tobias Bernstrup/Palle Torsson, Nin Brudermann, David Claerbout, Guy Debord, Uroš Djuri ć, Öyvind Fahlström, Peter Fend, Fodor, Renée Green, Richard Hamilton, Korpys/Löffler, Kuda.org, Sigalit Landau, Chris Marker, Hans-Jörg Mayer, Gianni Motti, Adi Nes, Franz Novotny, Klaus Pobitzer, Oliver Ressler, Antonio Riello, Martha Rosler, Collier Schorr, Erasmus Schröter, Nedko Solakov, Nancy Spero, Herwig Steiner, Wolfgang Tillmans, Paul Virilio, Stephen Vitiello, Wang Du, Zhuang Hui. Kuratoren: Gabriele Mackert, Thomas Mießgang Eine Schau, die so gar nicht zu den Hitzegefühlen da draußen passen will, und doch in diesem Sommer nach dem IrakKrieg wiederum erschreckend aktuell ist. Wer sich auf den Kontrast einlässt, wird belohnt – mit Kunst, die anregt, und einer Atmosphäre, die entspannt. Marion Schmidt, Spiegel Online, 11. August 2003 Gesamtbesucherzahlen: 22.192 04. 07. – 26. 10. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Marcel Broodthaers Der belgische Künstler Marcel Broodthaers(1924 – 1976) war Dichter, Journalist und Fotograf ehe er im Alter von 40 Jahren beschloss, Künstler zu werden. Sein Eintritt in die bildende Kunst war strategisch geplant und Resultat seiner Reflexion über die Kunstszene: „Auch ich habe mich gefragt, ob ich nicht etwas verkaufen und im Leben Erfolg haben könnte... Schließlich kam mir die Idee in den Sinn, etwas Unaufrichtiges zu erfinden...“ verkündete er auf der Einladungs­ karte zu seiner ersten Ausstellung 1964. Von diesem programmatischen Wendepunkt ausgehend, beschreitet Broodthaers einen Weg entlang seiner Vision der„Politique Magique“. Das Wagnis der Fiktion versucht er die Realität zu erfassen. Meisterlich nistet er sich im Dazwischen ein und verteidigt die Poesie vor der Interpretation. Semantik und Synthax von Sprache und Bild werden von ihm in neue Zusammenhänge gestellt. Diese Bilderrätsel sind eingebunden in ein neues System der Lektüre der Welt als Quellen zieht er Literatur und Naturkunde oder Ethnologie heran. 1969 gründete Broodthaers in seiner Brüsseler Wohnung das Musée d’Art Moderne, mit sich in der Rolle des Direktors und zeigt exemplarisch, wie rund um ein Nichts an Behau­ tung durch Auswucherungen eine komplexe Wirklichkeit entsteht. Dabei benutzt er virtuos kulturelle Codes und Systeme, wie eben das Museum samt seiner Etiketten, Labels und Schilder oder die Signatur des Künstlers als Nachweis des Originals, der Existenz. Vielfältig und rhetorisch komplex sind dabei seine Mittel der Kritik und Analyse, um nicht nur dem Kunst­ publikum, sondern auch dem Kunstbetrieb hintersinnig den Spiegel vorzuhalten. Werte und Ideen wirft Broodthaers kokett auf den Markt der Ökonomie, untersucht deren Tauschwert und fragt nach den Mechanismen der Wert­ schöpfung, dem jede Produktion der kapitalistischen Kultur unterliegt. Diese erste Einzelausstellung Marcel Broodthaers’ in Österreich be­ leuchtet anhand einer großen Aus­ wahl von Editionen, Grafiken, Dia­ projektionen und Filmen punktuell das sich ständig verdichtende Beziehungsgeflecht innerhalb seines Werkes. Kuratorinnen: Sabine Folie, Gabriele Mackert Seine Universalkunst zwischen surrealis­ tischem Nonsens und intellektuellem Witz mauserte sich vom Geheimtipp zur staatstragenden Größe. Doris Krumpl, Der Standard, 2, Juli 2003 Gesamtbesucherzahlen: 41.081 24. 10. 2003 – 14. 03. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Go Johnny Go! Die E-Gitarre Kunst& Mythos Eine Zeile aus Chuck Berrys arche­ typischem Gitarrensong"Johnny B. Goode“ gibt der Herbstausstellung der Kunsthalle den Titel. Es geht um die elektrische Gitarre als Sound-maschine, Technophallus und Design-stück; um ihre Rolle als Motor der Jugendkultur und als Objekt, das von bildenden Künstlern seit den sechziger Jahren immer wieder thematisiert und bearbeitet wurde. Nachdem Elvis das Instrument zum ersten Mal im Fernsehen spektakulär in Szene gesetzt hatte, avancierte die Gitarre zur Ikone, die- mehr noch als Raketen und Satelliten- ein Zukunftsversprechen zu verkörpern schien. Gitarrenspieler wurden in den sechziger Jahren zu kulturellen Helden, Konzerte zu Gottesdiensten in der „elektrischen Kirche“. „Go Johnny Go“ versucht eine Dechiffrierung des Mythos E-Gitarre und eine Neubewertung ihrer Rolle in Zeiten von Techno und Elektronik: Gezeigt werden rund 80 verschiedene Gitarrenmodelle, dazu Fotos, Platten­ covers, Werbesujets und Poster, die die sechzigjährige Geschichte des Instrumentes visualisieren, sowie die Arbeiten von 30 Künstlern, die sich mit 25 der E-Gitarre und ihren symbolischen Konnotationen auseinandersetzen. Teilnehmende KünstlerInnen/ Participating artists: Maike Abetz, Oliver Drescher John Armleder, Jennifer Bolande, Uros Djuric, Rainer Fetting, Barnaby Furnas, Rodney Graham, Jürgen Heinert, Lori Hersberger, David Hockney, Seydou Keita, Friedl Kubelka, Paul Albert Leitner, Franziska Maderthaner, Christian Marclay, Ursula Mayer, Helmut Middendorf, Lee Ranaldo, Gerwald Rockenschaub, George Segal, Steven Shearer, Malick Sidibe, Sonic Youth, Thaddeus Strode, Tal R, Jeff Wall, Hans Weigand, Ernest C. Withers, Heimo Zobernig Kuratoren/ Curators: Thomas Mießgang, Wolfgang Kos Von Jimi Hendrix wurde sie gebissen und geleckt in wilder Liebe oder auf der Bühne angezündet.... Als Joe Strummer von The Clash ihr„London Calling“-Album zierte, hieb er die Gitarre auf den Boden, wie um alles bildungsbürgerliche zu zertrümmern, das schon 1979 in ihr aufschien. Nun hängt diese Platte in der Wiener Kunsthalle zur opulenten Schau„Go Johnny Go! Die E-Gitarre – Kunst und Mythos“. Michael Pilz, Die Welt, 31. Oktober 2003 Besucherzahlen bis 31.12.2003: 40.358 14. 11. 2003- 15. 02. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Heiliger Sebastian A Splendid Readiness For Death Heiliger Sebastian: Schutzheiliger der Soldaten, der Homosexuellen, der Pestund AIDSkranken; Personifizierter Sebastian: sadomasochistische Ikone, todesverliebter androgyner Dandy, Verkörperung des exemplarisch leidenden Künstlers. Skandalträchtiger Sebastian: Seine reizende und sinnliche Darstellung von Fra Bartolomeo wurde von Mönchen abge­ hängt, aus Angst sie könnte bei Frauen sündige Gedanken hervorrufen. Auch die Uraufführung der Oper“Le Martyre de 26 Saint Sébastien” von Gabriele D’Annunzio und Claude Debussy provozierte 1911 in Paris, da Ida Rubinstein, eine jüdische Frau, den christlichen Heiligen spielte. Der Kampf um Macht, Aufbegehren, Verbot und Glaube, der dem Mythos des Heiligen Sebastian zugrunde liegt, spinnt sich bis ins 20. Jahrhundert fort und schildert ein grenzüberschreitendes Drama „zwischen der Säkularisierung des Heiligen und der Sakralisierung des Profanen“ (Joachim Heusinger von Waldegg). Die Ausstellung Heiliger Sebastian. A Splendid Readiness for Death veranschau­ licht neben der Nachzeichnung der Geschichte des Sebastianmythos in Kunst und Film, die Faszination der Künstler am chamäleonartigen Wesen dieses Heiligen, eine Faszination der man sich kaum entziehen kann. KünstlerInnen: Ron Athey, Stephan Balkenhol, Louise Bourgeois, Chris Burden, Bavo Defurne, Kirby Dick/Bob Flanagan, Cerith Wyn Evans, Eikoh Hosoe, Derek Jarman, Sigalit Landau, Adi Nes, Luigi Ontani, Ana Maria Pacheco, Pier Paolo Pasolini, Paul Schrader, Kishin Shinoyama, Wolfgang Tillmans, Robert Wilson, Joel-Peter Witkin, David Wojnarowicz, Rona Yefman Kuratoren: Wolfgang Fetz, Gerald Matt Er ist vielleicht der schönste Mann der Kunstgeschichte – und das Letzte, was man möchte, ist, ihn leiden zu sehen. Die Kunsthalle zeigt, was aktuelle Künstler aus Märtyrern machen. Kia Vahland, art, 24. Oktober 2003 Besucherzahlen:: 4.098(14.11.­ 31.12.2003) KUNSTHALLE wien project space karlsplatz 18. 12. 2002- 06. 01. 2003, Kunsthalle Wien project space(Karlsplatz) Peter Kozek z-set contributions to the universal memory bank Peter Kozek ist der erste Preisträger der Kunsthalle Wien. Die Auszeichnung wurde dem jungen Absolventen der Klasse Brigitte Kowanz für die Präsentation seiner Diplom-Arbeit„contributions to the universal memory bank“ an der Universität für Angewandte Kunst zuerkannt. Die Arbeit Peter Kozeks bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Installation und Theater, Raum-Bild und Bühne. Aus­ gehend von einer Raumsituation entwickelt er eine Installation, die dann in ihrem Setting als Ort für einen Performance-Loop dient. Wiederholung und Variation sind dabei entscheidende Momente der Erzählung."z-set" versteht sich als Konstruktionsversuch einer Glücksmaschine, die vom Künstler und fünf Glücksmimen(Elinor Mora, Andreas Erstling, Victor Jaschke, Roman Steger, Mora& Fur) an vier Abenden in Bewegung gesetzt wird. Podest, Lichtquellen, skulpturale und architektonische Elemente sind auf dieser Bühne die Akteure und umgekehrt werden die Mimen schließlich zu Raumkörpern. Gesamtbesucherzahlen: 795 16. 01.- 02. 03. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Wong Hoy Cheong "fact- fiction" In Kooperation mit dem Schauspielhaus veranstaltet die Kunsthalle Wien einen workshop sowie die Ausstellung„fact – fiction“ des malaysischen Künstlers Wong Hoy Cheong, in der er sich, in oft humor­ voller Weise, mit Fragen kultureller Identitäten und Kartographien aus­ einandersetzt. In der Parallelisierung von workshop und Ausstellung tritt der prozessuale und integrative Charakter der Arbeitsweise Wong Hoy Cheongs zutage, denen der project space als Schaufenster zur Öffentlichkeit eine geeignete Arbeitsund Präsentationsfläche bietet. Die Ausstellung geht aus einem 7-tägigen workshop Wong Hoy Cheongs mit 12 Studenten der Wiener Kunstuniversitäten hervor, der von 16.-20. Jänner im Aus­ stellungsraum des project space statt­ findet. Gemeinsam mit den Studenten erarbeitet und diskutiert Wong Hoy Cheong im workshop Fragestellungen der Beziehungen zwischen Südostasien und Europa. Den Abschluss bildet eine gemein­ sam realisierte Videoarbeit der Studenten. In der Ausstellung sind Videofilme des Künstlers sowie ein Gespräch Wong Hoy Cheongs mit Gerald Matt zu sehen, dessen Ausgangspunkt die von Wong Hoy Cheong realisierte Videoinstallation„Re:Looking“ ist, die als Teil des Bühnenprojekts„Marco Polo Wunderwelt“ am Schauspielhaus gezeigt wird(Premiere 14. 1. 2003). Eine in Wien eigens für die Ausstellung konzipierte Videoarbeit untersucht ironisch die identitätsbildende Kraft ikonischer Bilder Kuala Lumpurs und Wiens: die Doppeltürme der Votivkirche werden mit denen der Petrona Twin Towers in Kuala Lumpur parallelisiert, das„typische“ Wiener Kipferl verwandelt sich zurück in den türkischen Halbmond, dem es seine Form verdankt. Kurator: Gerald Matt Mit Wong Hoy Cheong macht einer der engagiertesten und vielseitigsten Künstler Malaysias Station in Wien. www.dieuniversität.at, 23 Jänner 2003 Gesamtbesucherzahlen: 3.642 08. 03.- 16. 03. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Transfer Damaskus urban orient_ation ist ein Projekt zu audio-visueller Erfor­ schung von Urbanität zu künstlerisch­ essayistischen Sichtweisen, zu trans­ kultureller Arbeit über symbolische Dimensionen und Facetten sozialen Handelns, als experimenteller Umgang mit Komplexität. Die Ausstellung zum Projekt TRANSFER DAMASKUS zeigt Positionen und Arbeiten, die sich im Verlauf des letzten Jahres seit Herbst 2002 entfaltet haben bzw. ents­ tanden sind: ein urbanes Labor für Kunst, Kontext und Ideen, initiiert vom Institut für Medienkunst/ Kunst- und Wissens­ transfer der Universität für angewandte Kunst Wien, und mit Beteiligten KünstlerInnen, TheoretikerInnen und Akteuren sehr unterschiedlicher Wirklichkeiten- aus Damaskus, Aleppo, Beirut, Berlin, Wien, Frankfurt, Paris, Trieste, Cartagena, Kopenhagen, Ljubljana, Skopije, Tirana, Izmir, Tiflis. Das Labor ist in Damaskus situiert. Der Charakter der einzelnen Teilprojekte ist partizipativ, sie befassen sich mit immanenten Wirklichkeiten und sind nicht notwendigerweise auf den Kunstraum beschränkt. Es ist Ziel von Transfer Damaskus, verbindliche‘dritte’ Räume 27 (Henry Lefebvre) zu entwerfen und zu aktivieren, in denen Machtverhältnisse neu verhandelt werden können. Konkrete Ergebnisse, die in der Ausstellung präsentiert werden, sind Objekte, Grafiken, Arbeiten im Bereich Neue Medien, Video und Design. Die Universität für angewandte Kunst Wien in Kooperation mit der Kunsthalle wien project space karlsplatz Zur Zeit findet in der Kunsthalle am Karlsplatz eine ebenso künstlerisch wie politisch interessante Ausstellung des „Transfer Projekt Damaskus“ statt. Thomas Schmidinger, Volksstimme, 20. März 2003 Gesamtbesucherzahlen: 905 21. 03. – 04. 05. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Teresa Margolles Das Leichentuch Teresa Margolles und die Künstlergruppe SEMEFO untersuchen seit mehr als zehn Jahren die Geschichte des Todes in Mexico City. In ihren Fotografien, Videos und Installationen geht Teresa Margolles speziell der physischen Existenz des Leichnams und den Ritualen nach, die rund um den toten Körper inszeniert werden. Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Vorarlberger Kunstverein MAGAZIN 4 Kuratoren: Wolfgang Fetz, Gerald Matt, Lucas Gehrmann Ohne Zweifel gehört diese Ausstellung zum Irritierendsten, was der Wiener Kunstbetrieb seit langem seinem eher konservativen Publikum zugemutet hat. Almuth Spiegler, Die Presse, 15. April 2003 Gesamtbesucherzahlen: 1.048 28. 05. – 20. 07. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Crossing The Line human trafficking Anlässlich des diesjährigen OSZE* Vorsitzes der Niederlande präsentiert die Kunsthalle Wien eine Ausstellung, die eines der gravierendsten Probleme der OSZE zum Thema hat: illegale Migration, 28 verbunden mit Menschenschmuggel und Menschenhandel. Erzählen die Medien in selektiven Bildern, was passiert, so gehen unterschiedliche künstlerische Positionen der Frage nach, warum etwas passiert. Sie spüren dabei die Zusammenhänge von politischen, ethischen und ästhetischen Belangen auf, um so Strukturen des„human trafficking“ offzulegen. In der Video-Installation From the Other Side(2002) der belgischen Künstlerin Chantal Akerman wird der Betrachter auf 18 Monitoren mit den verschiedenen Phasen des Menschenschmuggels kon­ frontiert. Piet den Blanken besuchte neuralgische Punkte an den Grenzen Europas: Seine Fotografien von nächt­ lichen Razzien der spanischen Küsten­ wache werden nachts vom„project space“ aus in den Außenraum projiziert. Sie erinnern daran, dass solche gefährlichen Fahrten in jeder Nacht stattfinden. Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Niederländischen Photoinstitut. Teilnehmende Künstler: Chantal Akerman, Marjoleine Boonstra, Ad van Denderen, Jacqueline Salmon, Teun Voeten, Piet den Blanken, Ingrid Simon KuratorInnen: Miriam Bestebreurtje, Lucas Gehrmann Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten u.a. von Jaap de Hoop Scheffer, Helga Konrad, Miriam Bestebreurtje und Fritz Gierstberg. *Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa Die konzentrierte Schau mit Fotografien und Videos von fünf europäischen Künstlern setzt dort an, wo die Medienberichte aufhören, an die wir uns schon so gewöhnt haben, dass wir sie nur noch flüchtig wahrnehmen. Irmgard Schmidmaier, Passauer Neue Presse, 2. Juli 2003 Gesamtbesucherzahlen: 3.578 17. 06.- 08. 07. 2003, Kunsthalle Wien project space El Che vive- 75 Jahre Die Ausstellung„El Che vive“ zeigt zum ersten Mal in Österreich eine Auswahl von Arbeiten des kubanischen Fotografen Raúl Corrales- es sind Werke eines herausragenden Chronisten der kubanischen Revolution, der die künstlerische Begabung hatte, in den geschichtlichen Ereignissen, denen er beiwohnte, auch die tiefen Emotionen und Gefühle der beteiligten Menschen wiederzugeben. In den Bildern von Corrales sind Momente festgehalten, die über die konkreten Geschehnisse hinausgehen und somit zu universeller Bedeutung gelangen. In Zusammenarbeit mit der Floridita Cuban Dance Bar. Kurator: Thomas Mießgang Gesamtbesucherzahlen: 826 28. 07.- 31. 08. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Video Edition Austria/ Release 01 1994 gab die Medienwerkstatt Wien als größter unabhängiger Videoverleih Österreichs den ersten Teil der Video Edition Austria heraus. Die zehnbändige Edition(fünf Kunstprogramme, fünf Dokumentarprogramme) lieferte einen repräsentativen Überblick über 25 Jahre Videokunst und künstlerische Video­ dokumentation in Österreich. Sie wurde von zahlreichen Institutionen im inter­ nationalen Kulturbetrieb angekauft und vielfach im In- und Ausland präsentiert und bildete so eine Basis für eine solide Videokunstgeschichtsschreibung. Im Jahr 2001/02 wurde die Videoedition Austria um das release 01(vier Kunstprogramme, zwei Dokumentar­ programme) erweitert. Seit 1994 ist nicht nur eine Fülle neuer Arbeiten arrivierter Videokünstler und-dokumentaristen entstanden, es hat sich auch eine neue Generation von Medienkünstlerinnen und ­ künstlern etabliert, die im internationalen Ausstellungs- und Festivalgeschehen Fuß gefasst haben. Die mittlerweile selbst­ verständliche Präsenz von Medienkunst im Kulturbereich macht es umso not­ wendiger, eine fachlich fundierte und übersichtlich kuratierte Sammlung weiter­ zuführen, die historische Nachbearbeitung und aktuelle Videoausstellung, kom­ primierte audiovisuelle Information und Enzyklopädie österreichischer Videokunst und-dokumentation ist. Das release 01 der Video Edition Austria umfasst die Kunstprogramme: Confrontation/ Moving/ Narration/ Space sowie die Dokumentarprogramme: Reflections/ Travelogue. Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen sind: Uli Aigner, Eva Brunner-Szabo, Linda Christanell, Se-Lien Chuang, Ricarda Denzer, Carola Dertnig, Barbara Doser, Elisabeth Fiege, Gertrud Fischbacher, Halt+Boring, Amina Handke, Oliver Hangl, Hofstetter Kurt, Barbara Holub, Bernadette Huber, Anita Kaya, Karl-Heinz Klopf, Sigrid Kurz, Gerda Lampalzer, Holger Lang, Maia, Markus Marte, Sabine Marte, Maschek, Elizabeth McGlynn, Gertrude Moser-Wagner,[N:ja], Christoph Nebel, Manfred Neuwirth, Manfred Oppermann, Norbert Pfaffenbichler, Michael Pilz, Michaela Pöschl, Oliver Ressler, Constanze Ruhm, Fiona Rukschcio, Lotte Schreiber, Terese Schulmeister, Heidemarie Seblatnig, Skot, Franz Wassermann, Constantin Wulff, Erwin Wurm. 05. 09.- 27. 09. 2003 und 14.- 26. 10. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Sex in the City „Sex in the City“: Das erinnert an den Titel einer populären Lifestyle-Fernsehserie, die humorvoll den erotischen Verrenkungen neurotischer GroßstadtbewohnerInnen nachspürt. Es ist auch eine Chiffre für die Transformation der Sexualität in Zeiten von Medien und Internet im hoch­ rationalisierten, durchökonomisierten städtischen Umfeld. Sex bedeutet nicht ausschließlich die unmittelbare Interaktion menschlicher Körper, sondern gewinnt im Zeitalter der Virtualität eine phantas­ matische Dimension hinzu: Es kommt zu einem Spiel mit Ersatzangeboten, mit Phantasien, mit imaginären Projektionen von Sinnlichkeit auf Plakatwänden, in Filmen und in Popsongs samt dazu­ gehörigen Videoclips. Durch den Einsatz des Topos der Sexualität inszenieren die vier Künstlerinnen der Ausstellung ganz bewusst ihren Auftritt als Frauen innerhalb eines Kunstmarkts, der an sie ebenso wie an uns Forderungen von Begehren und Verfügbarkeit stellt. Teilnehmende Künstlerinnen: Elke Krystufek, Nadine Norman, Annie Sprinkle, TANY Kuratoren: Gerald Matt, Eva Kernbauer 29 "Nachdem sich Aufklärungs-Talkshows im TV erfolgreich als schicke Stadt-NymphenGespräche tarnen, ist Sex endgültig trivialisiert worden... Die Kunsthalle Wien hat dieses Thema jetzt fast populistisch aufgegriffen und liefert mit"Sex in the City" die Ausstellung zur Kultserie." (Almuth Spiegler, Die Presse, 5. 9. 2003) Gesamtbesucherzahlen: 7.887 30. 09.- 11. 10. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz archdiploma 2003 „Vorhang auf für Nachwuchs-ArchitektInnen!“ heißt es ab 30. September bei der DiplomandInnen-Ausstellung „archdiploma2003“. Im Rahmen der Ausstellung stellt die Architekturfakultät der Technischen Universität Wien 30 Architektur-Entwürfe und erstmals acht theoretische Diplomarbeiten der Studienjahre 2001 bis 2003 vor. Ein Projekt von Prof. DI Dr. Klaus Semsroth in Kooperation mit der Kunsthalle Wien Vermittlung strebt die Leistungsschau nicht nur nach außen an, sondern auch nach innen. Studienanfänger besuchen die archdiploma und gewinnen so einen ersten Einblick auf mögliche Ergebnisse ihrer Ausbildung. Elke Krasny, Architektur Aktuell, November 2003 Gesamtbesucherzahlen: 2.940 07. 11.- 11. 12. 2003, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Adieu Parajanov Zeitgenössische Kunst aus Armenien Armenien liegt an der Grenze zwischen östlichen und westlichen Kulturen und hat radikal verschiedene Vorstellungswelten abzugleichen. Die künstlerischen Szenen der Kaukasusrepublik, die vor und nach dem Zerfall des Sowjetimperiums unab­ hängig von Institutionen existierten, gehören zu den vielfältigsten und spannendsten an der Grenze zwischen Asien und Europa.„Adieu Parajanov“ zeigt neben einer kleinen Geschichte der armenischen Gegenwartskunst der letzten Jahre neue Installationen, Videos, Aktionen und andere Dokumente der Arbeit einer jungen Generation, die weder 30 vom Sowjeterbe noch vom neuen Nationalismus geprägt ist. Kuratoren: Hedwig Saxenhuber, Georg Schöllhammer In Yerevan existiert heute ein ParajanovMuseum, bildende Kunst aus Armenien ist jedoch im Ausland so gut wie unbekannt. Nun proklamiert die Ausstellung„Adieu Parajanov“ im Kunsthalle project space den Abschied von der DissidentenAusnahmefigur. Nicole Scheyerer, Falter, 19. November 2003 Gesamtbesucherzahlen: 2.867 17. 12. 2003- 09. 01. 2004, Kunsthalle Wien project space karlsplatz Maria Pia Lattanzi Kunsthalle Wien Preisträgerin 2003 Der Preis der Kunsthalle Wien bildet in diesem Jahr das Zentrum der Kooperation der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst. Der von der Rechtsanwaltskanzlei DORDA BRUGGER JORDIS unterstützte Preis wurde heuer für eine/n Absolventin/en aus den Bereichen Bildende Kunst, Experimentelles Gestalten und Raumkunst der Universität für angewandte Kunst ausgeschrieben. Der diesjährige Preis der Kunsthalle Wien wurde Maria Pia Lattanzi(geb. 1973, Klasse Adolf Frohner) für die Präsentation ihrer Arbeit„Tapetentüren zu Menschen­ bildern“ zuerkannt. Der Portraitzyklus zeichnet sich durch Mehrschichtigkeit sowohl im Entstehungsprozess, als auch in der Darstellung des klassischen Sujets Portrait aus. Die komplexen Bilder ver­ schmelzen abstrakte und figurative Elemente. In verschiedenen Stufen, Techniken und Medien werden figurative Portraits abstrahiert und mit expressiven, ornamentalen Strukturen verschränkt. Die Annäherung an die Personen erfolgt durch fotografische, digitale und malerische Ver­ fremdungs-, Übertragungs- und Aus­ wahlprozesse. Ausgangspunkt für alle ist jedoch ein Sessel im Atelier der Künstlerin. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Karin Eklund, Delfina Art Studios London, Matthias Dusini, Kunstkritikerin, Gerald Bast, Rektor der Universität für Angewandte Kunst Wien, und Gabriele Mackert, Kuratorin Kunsthalle Wien. Gesamtbesucherzahlen: 574(17.12.­ 31.12.2003: 539) KUNSTHALLE wien video space karlsplatz 23. 05. – 11. 06. 2003, Kunsthalle Wien video space Jun Nguyen-Hatsushiba “Memorial Project Nha Trang, Vietnam: Towards the Complex-For the Courageous, the Curious, and the Cowards" Im thematischen Zusammenhang mit der Ausstellung“Attack!” läuft im Kunsthalle Wien project space das Video„Memorial Project Nha Trang, Vietnam, Towards the Complex – For the Courageous, the Curious and the Cowards“ von Jun Nguyen-Hatsushiba, der mit einer inhaltlich ähnlichen Arbeit:"Memorial Project Minamata: Neither Either nor Neither-A Love Story” auch auf der diesjährigen Biennale von Venedig ver­ treten sein wird. Der Künstler beschäftigt sich in beiden Videos mit der Aufarbeitung der Geschichte von Vietnam und Japan. Die Kombination von poetischer Ästhetik und politisch-sozialem Anspruch zeichnet sein Werk aus. Kurator: Thomas Miessgang Gesamtbesucherzahlen: 87 05. 09.- 27. 09. 2003 und 14. 10. – 06. 11. 2003, Kunsthalle Wien video space Noritoshi Hirakawa "Streams by the Wind- Heat Stroke" „Heat Stroke(Hitzeschlag) ist die zweite Folge einer Reihe von Diaprojektionen mit dem Titel Streams by the Wind(Im Wind). Sie besteht aus 80 Dias, die aus ver­ schiedenen Blickwinkeln aufgenommen wurden, um eine Erzählung zu erzeugen. Jede Folge behandelt eine Interaktion zwischen einem Mann und einer Frau. Das Projekt zielt auf neue Narrative ab, die von jenen des modernen Films und der modernen Literatur abweichen. Mir geht es um Figuren mit unterschiedlichsten Dimensionen, die in keinem Moment wissen, was sie tun sollen, und dement­ sprechend reagieren Streams by the Wind, der Titel der Serie, bezieht sich auf dieses allgemeine Thema. Die Figuren sind in den Augenblick verstrickt und erinnern an Blätter im Herbstwind. …“ Noritoshi Hirakawa über seine Diashow “Streams by the Wind – Heat Stroke” (2002) Kurator: Gerald Matt Gesamtbesucherzahlen: 1.201 07. 11. 2003- 09. 01. 2004, Kunsthalle Wien video space Runa Islam „Director’s Cut(Fool For Love)" Runa Islam setzt sich in ihrer Arbeit "Director's Cut(Fool For Love)", die auf dem Theaterstück"Fool For Love" von Sam Shepard basiert und in einem Londoner Theater gefilmt wurde, mit der Inszenierbarkeit, Mittelbarkeit und Un­ mittelbarkeit von Gefühlen auseinander. Die Multimediainstallation pendelt zwischen dokumentarischen Techniken und fiktionaler Erzählung. Kurator: Gerald Matt Besucherzahlen(bis 31.12.2003): 257 KUNSTHALLE wien project wall Kurator: Lucas Gehrmann 05. 10. 2002 – 30. 04. 2003, Kunsthalle Wien project wall und Ziegelfoyer der Kunsthalle Wien Julius Deutschbauer/ Gerhard Spring Politisch für Künstler Im Wintersemester 2002/03 halten Julius Deutschbauer und Gerhard Spring einen Lehrgang zur erfolgreichen politischen KünstlerIn in insgesamt sechs DoppelLektionen. Jede Lektion behandelt einen Begriff,„dessen richtige Handhabe für eine politisch erfolgreiche KünstlerIn unumgänglich ist“: 1. Demokratie; Medien: 5. 10. 02; 2. Subkultur; Machtverhältnisse: 31. 10. 02; 3. Widerstand; Ökonomie: 14. 11. 02; 4. Arbeit; Globalisierung: 12. 12. 02; 5. Gewalt; Geschlechterverhältnisse: 16. 01. 03; 6. Intervention; Strategie: 23. 01. 03. In den Lichtkästen der project wall (Rückseite der Kunsthalle Wien) sind alle Plakate seit 1993 ausgestellt. 31 01. 05.- 31. 10. 2003., Kunsthalle Wien project wall Rainer Ganahl Das Zählen der letzten Tage der Sigmund Freud Banknote Mit dem österreichischen Schilling verschwand nach dem 28. Februar 2002 auch Sigmund Freuds Bildnis, das seit 1987 auf der Vorderseite der millionen­ weise kursierenden 50 Schilling-Banknote zu sehen war, aus den Brieftaschen der ÖsterreicherInnen. Nicht zuletzt als Hommage an Freud und dessen Traum­ deutung(1900) nützte Rainer Ganahl die letzten sieben Gültigkeitsmonate dieses Geldscheins, um seine eigenen Träume zu notieren. 14. 11. 2003- 12. 05. 2004, Kunsthalle Wien project wall Georg Salner E/O/S: gated community Die vorgestellten Lichtbilder sind eine digital vergrößerte Auswahl aus einer Serie von 100 Kleinbilddiapositiven. Sie sind das Ergebnis eines fotografischen Spieles, das vordergründig rein formal­ ästhetischen Kriterien Rechnung trägt. Es konstituiert sich plastisch-bildräumlich am Rande der Gegenstandslosigkeit aus den Elementen Licht, Schatten, Dunkel und aus Nuancen einer bestimmten Farbigkeit mit einer spezifischen kontextuellen Programmatik. KUNSTHALLE wien photo wall Kuratorin: Angela Stief 22. 10. 2002 – 04. 02. 2003, Kunsthalle Wien photo wall Sabine Jelinek Die Motivation, die der Arbeit von Sabine Jelinek zugrunde liegt, ist ihr sozial­ kritisches Interesse. Sie beschäftigt sich intensiv mit ihrer unmittelbaren Umwelt – egal ob in Österreich, in Singapur, Sydney, Berlin oder New York. Dabei verwendet sie unterschiedliche Medien wie Fotografie, Video und Installation. Die Arbeiten Easy USA und Made in China, die an der „ photo wall “ in der Kaiserloge zu sehen sind, gehören zu einer Reihe von Foto-Arbeiten, die ebenso billig produzierte wie billig verkaufte Schuhe zeigen und die ähnlich wie Mode- oder Werbefotos präsentiert werden. Im 32 Gegensatz zur Werbung, die affirmativ die dargestellte Ware preist, verweist Sabine Jelinek auf die Problematik der Produktion von Markenerzeugnissen in der heutigen Gesellschaft. 05. 02.- 28. 04. 2003, Kunsthalle Wien, photo wall Almut Rink Almut Rink arbeitet vor allem mit den Medien Fotografie und Video, die von der Künstlerin oft gleichzeitig und performativ benutzt werden. Die Bereiche, mit denen sie sich beschäftigt sind sehr vielfältig: Kommunikation, Tourismus, Arbeit, Alltag, Werbung, Natur... Almut Rink thematisiert gesellschaftliche, subjektive und objektive Wunschvorstellungen und Erwartungs­ haltungen, die in ihren Arbeiten immer wieder dekonstruiert werden. 01. 05.- 03. 08. 2003, Kunsthalle Wien, photo wall Michael Wörgötter Die Portraits von Michael Wörgötter sind keine fotografischen Abbildungen menschlicher Gesichter, die Portraits sind Aufnahmen von Notiz- und Tagebüchern seiner Kollegen und Bekannten. Die Bücher wiederum sind ein Projekt vom Kunst- und Theorienetzwerk DeEgo und sind aus dem Plakatausschuss der Gewista gemacht. Indem diese Bücher zur Hälfte leere Seiten- die Rückseiten der Plakate enthalten, offerieren sie dem Benutzer, was ansonsten bei Kunstwerken verboten ist, die persönliche Einschreibung. Michael Wörgötters Fotoarbeiten eröffnen ein komplexes Verweissystem und spielen mit den Kategorien öffentlich und privat, da dort abstrahierte Plakatausschnitte neben persönlichen Notizen erscheinen, die in der Ausstellung ausschnitthaft wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Michael Wörgötter lebt und arbeitet in Wien. Er ist Künstler und Gründer des Kunst- und Theorienetzwerks DeEgo, Wien. Sein Interesse gilt den Bedingungen und Möglichkeiten von Kunstproduktion in unterschiedlichen Kontexten. 06. 08. 2003- 13. 01. 2004, Kunsthalle Wien photo wall Tatiana Lecomte In den Fotoserien von Tatiana Lecomte wird der Betrachter neben fast unberührt wirkenden Naturlandschaften und Nachtaufnahmen, auch mit der Unschuld von spielenden Kindern konfrontiert, die von einem voyeuristischen Blick der Kamera festgehalten werden. Die Künstlerin spielt in ihren Arbeiten auf Idyllen, wie die der Kindheit und der intakten Natur an, während sie gleichzeitig auf eine ständige Bedrohung und den Verlust solcher Idealwelten verweist. KUNSTHALLE wien video wall Kuratorin: Angela Stief 21. 11. 2002- 02. 03. 2003, Kunsthalle Wien video wall William Wegman William Wegman ist international bekannt für seine Arbeiten mit Photographie, Zeichnung und Video. Ein postmoderner konzeptueller Humorist, ein„Meister des Spleenigen, dessen Werke Charme und absurde Intelligenz besitzen“(The New Yorker). Wegman, 1943 geboren, wuchs in Massachusetts auf, besuchte die Kunsthochschule in Boston und Illinois, lehrte in Wisconsin und ging dann nach Kalifornien. Dort bekam er seinen ersten Weimeranerhund, den er Man Ray nannte. Man Ray und dessen Artgenossen wurden bald die zentralen Figuren seiner Fotos und Videos und bekamen den Status von Musen. Wegman selbst hat die Weimeraner als„professionelle Begleiter deutscher Förster“ charakterisiert. 1982 wurde Man Ray von der New Yorker Zeitung„Village Voice“ zum„Man of the Year“ gekürt. Wegman spielt mit Vertrauen und Manipulation – sowohl der Hunde wie auch der Betrachter. Mit den Weimeraner Hunden als alter ego und Performer für die Kamera entstehen brilliante Momente ganz eigener erzählerischer Komik. 03. 03.- 14. 05. 2003, Kunsthalle Wien video wall Peter Fischli/ David Weiss "Der Lauf der Dinge" In einer Lagerhalle wurde mit ver­ schiedenen Gegenständen ein labiles Gebäude aufgebaut, linear, 20-30 Meter lang. Wird dies in Bewegung gesetzt, läuft eine Kettenreaktion ab. Feuer, Wasser, Schwerkraft und Chemie bestimmen den Lauf der Gegenstände, der Dinge. So entstand eine Erzählung über Ursache und Wirkung, Mechanismen und Artistik, Unwahrscheinlichkeit und Präzision. 15. 05.- 31. 07. 2003, Kunsthalle Wien video wall kunst-en-passant Präsentation von Videokunst im öffentlichen Raum Mit diesem Videoprojekt wird versucht, den flüchtigen Blick von Passantinnen und Passanten einzufangen. Sie sollen mit etwas Unerwartetem konfrontiert werden, was dazu beitragen kann, ihre Erwar­ tungshaltungen zu brechen und die Verführungskraft der Kunst für einen neuen und eigenen Erkenntnisgewinn zu nutzen. Und dies alles in wenigen Minuten mit kunst-en-passant. Ein Projekt von Girbaud Wien, nach einer Idee von Kati Koller, in Kooperation mit der basis wien und der Kunsthalle Wien. Konzept und Organisation: Lioba Reddeker basis wien – Kunst, Information und Archiv 29. 08. 2003- 09. 02. 2004, Kunsthalle Wien video wall William Kentridge MEMO Der in Südafrika lebende und arbeitende Künstler William Kentridge ist spätestens seit seiner Teilnahme an der Documenta X auch außerhalb des Kunstbetriebs bekannt. Seine Animationsfilme, montiert aus einzelnen Kohlestiftzeichnungen, bestechen durch ihre sehr persönliche Ästhetik und ihren politischen Gehalt. Begleit- und Sonderveranstaltungen KUNSTHALLE wien, Museumsquartier Walter Niedermayr 31. 01. – 27. 04. 2003, Kunsthalle Wien, halle 1 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 15 Uhr 33 Kunstauskunft„Ask me“: jeweils Sonntag, 16-18 Uhr 08. 02. 2003, 15 Uhr:„Erblindeter Raum.“ (Un)Sichtbares in den Fotografien Walter Niedermayrs, Miriam Bajtala 15. 02. 2003, 15 Uhr: „Raumwahrnehmung“ Wahrnehmungspsychologische Indikatoren, Marina Düngler 22. 02. 2003, 15 Uhr: „Wiederholungen und Brüche“ Sequenzen und Bildfolgen in Walter Niedermayrs Werk, Elke Smodics 01. 03. 2003, 15 Uhr: „Raumwahrnehmungen“ Wahrnehmungspsychologische Indikatoren, Marina Düngler 08. 03. 2003, 15 Uhr: „Bewegung und Stillstand“ Zur Dimension der Zeit bei Walter Niedermayr, Renate Höllwart 15. 03. 2003, 15 Uhr: „Wiederholungen und Brüche“ Sequenzen und Bildfolgen in Walter Niedermayrs Werk, Elke Smodics 22. 03. 2003, 15 Uhr: „Wiederholungen und Brüche“ Sequenzen und Bildfolgen in Walter Niedermayrs Werk, Elke Smodics 29. 03. 2003, 15 Uhr: “Dispositive der Macht” Zur Kategorie “Raum” in den Fotografien Walter Niedermayrs, Luisa Ziaja 12. 04. 2003, 15 Uhr: „Erblindeter Raum“(Un)Sichtbares in den Fotografien Walter Niedermayrs, Miriam Bajtala 19. 04. 2003, 15 Uhr: „Wiederholungen und Brüche“ Sequenzen und Bildfolgen in Walter Niedermayrs Werk, Elke Smodics 26. 04. 2003, 15 Uhr: „Dispositive der Macht“ Zur Kategorie “Raum” in den Fotografien Walter Niedermayrs, Luisa Ziaja Ausstellungsgespräche: 01. 02. 2003, 15 Uhr: Kuratoren/Künstlergespräch, Marion Piffer Damiani/Walter Niedermayr 13. 02. 2003, 19 Uhr: „Experiment oder Stil?“ Stephan SchmidtWulffen(Kunsttheoretiker) im Gespräch mit Nora Sternfeld 20. 02. 2003, 19 Uhr: 34 „Eine Ethnografie der späten Moderne.“ Bernhard Tschofen(Kulturwissenschaftler, Institut für europäische Ethnologie an der Universität Wien) im Gespräch mit Claudia Ehgartner 27. 02. 2003, 19 Uhr: „In der Mitte der Unsichtbarkeit.“ Wolfgang Kost(Kulturhistoriker) im Gespräch mit Nora Sternfeld 06. 03. 2003, 19 Uhr: „Zivile Operationen“, Franz Xaver Baier (Phänomenologe, Prof. für Architektur, München) im Gespräch mit Claudia Ehgartner 13. 03. 2003, 19 Uhr: „Technische Fragen zur Fotografie am Beispiel Walter Niedermayr“, Felix Leutner (Geschäftsführer von Foto Leutner) im Gespräch mit Miriam Bajtala 20. 03. 2003, 19 Uhr: „Die Typologie der Kontrolle“, Gabi Zrost (Psychiaterin der Justizanstalt für Jugendliche in Gerasdorf) im Gespräch mit Renate Höllwart 10. 04. 2003, 19 Uhr: „Wo soll ich fliehen hin“ Sigrid Hauser (Professorin für Architekturtheorie, TU Wien) im Gespräch mit Renate Höllwart 17. 04. 2003, 19 Uhr: „Visualisierung des Raumes“ Heinz Weibold(Kartograph) im Gespräch mit Claudia Ehgartner Lehrerführungen: 10. 02. 2003, 16 Uhr, sowie 12. 02. 2003, 18 Uhr Ferienspiel: 03., 04., 05., 06. und 07. 02. 2003, jeweils 14 – 16 Uhr Treffpunkt Kunsthalle: „Das Beschreibende der topografischen Darstellungen“, Reinhard Golebiowski (Abteilungsdirektor für Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit des Natur­ historischen Museums) im Gespräch mit Elke Smodics; Kunsthalle Wien und Naturhistorisches Museum. Treffpunkt Kunsthalle: „Authentizität vs. Inszenierung“ Das Medium Fotografie bei Walter Niedermayr und Jeff Wall. Luisa Ziaja und Heike Eipeldauer(Mumok); Kunsthalle Wien und Mumok. Osterspielwoche: Do, 17. bis Sa, 19. 04. 2003, jeweils 14-17 Uhr „Durch Klang und Raum“ Eine Aktion für Kinder im Alter von 6-12 Jahren in Kooperation mit WienXtra. Sichtbar und unsichtbar. Klang und Stille. Versteckt, verschwunden und wieder­ gefunden. Eine fantastische Reise in die Bildwelten des Künstlers Walter Niedermayr. In der Auseinandersetzung mit den Raumserien des Künstlers regen wir Kinder an, Perspektiven und Raumwahrnehmungen von Freiräumen wie Gebirgslandschaften und geschlossenen Räumen wie Fitnessstudios zu reflektieren. Mit Hilfe von optischen Experimenten und Klangentwicklungen werden die Kinder für Atmosphären, die durch die Fotografien von Walter Niedermayr entstehen, sensibilisiert. Gleichzeitig werden die Wirkung und die Besonderheiten der Räumlichkeiten der Kunsthalle Wien zum Thema gemacht. Ein spielerischer Ausstellungsrundgang für Kinder im Alter von 6-12 Jahren mit anschließendem Workshop. Durch Klang und Raum ist ein Projekt im Rahmen des Oster-Ferienspiels Raum­ weiten der Fantasie, veranstaltet von der Kunsthalle Wien, dem Architekturzentrum Wien(AZW) und dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien(MUMOK) www.kunstvermittlung.at, 03. 04. 2003, 19 Uhr sowie 24. 04. 2003, 19 Uhr Warum ist das(nicht) schön? Ein Kunstgespräch für Erwachsene. 40 Minuten lang gibt es die Möglichkeit ausgewählte Arbeiten der Ausstellungen „Walter Niedermayr“ und„Anri Sala“ blitzlichtartig anhand einer der häufigst gestellten Fragen„Warum ist das(nicht) schön?“ zu diskutieren. Julius Deutschbauer/ Gerhard Spring Politisch für Künstler 05. 10. 2002 – 30. 04. 2003, Kunsthalle Wien, project wall 16. 01. 2003, 19 Uhr:“Lektionen 9+10: Gewalt, Geschlechterverhältnis” 23. 01. 2003, 19 Uhr:“Lektionen 11+12: Intervention; Strategie” Martin Arnold Deanimated 11. 10. 2002 – 02. 02. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 16 Uhr 04. 01. 2003, 18. 01. 2003: Hollywood als „Found Footage“, Ursula Leitgeb 11. 01. 2003, 16 Uhr:„Digitaler Schein. Die Ästhetik am Beispiel Film“, Mariana Düngler 25. 01. 2003, 16 Uhr:„Ambiguität und Transgression der Zeichen. Zur Semantik der Filme Martin Arnolds“, Luisa Ziaja 01. 02. 2003, 16 Uhr:„Ambiguität und Transgression der Zeichen. Zur Semantik der Filme Martin Arnolds“, Luisa Ziaja Künstlergespräch: 09. 01. 2003, 18 Uhr: mit Martin Arnold Kuratorenführung: 23. 01. 2003, 18 Uhr:„Phantomsmasher. Im Dickicht der multiplen Erzählungen“, Thomas Mießgang Peter Kozek „z.set“ Contributions to the Universal Memorybank 18. 12. 2002 – 06. 01. 2003, Kunsthalle Wien, project space 06. 01. 2003, 19 Uhr: Performance Samuel Beckett Comédie Ein Film von Samuel Beckett und Marin Karmitz, 1966 21. 02. 2003 – 02. 03. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Eröffnungsvorstellungen und Gespräch: 20. 02. 2003, 19 Uhr:„too soon for sorry“, anschließend„Comédie” Diskussion mit Caroline Bourgeois (Kuratorin, Paris), Katharina Weingartner (Regisseurin, New York) und Sabine Folie (Kuratorin, Kunsthalle Wien) u.a. 22. 02. 2003, 16 Uhr:„too soon for sorry“ (in Anwesenheit der Regisseurin Katharina Weingartner) 35 27. 02. 2003, 20 Uhr:„too soon for sorry“ Transfer Damaskus Urban orient_ation 08. 03. 2003 – 16. 03. 2003, Kunsthalle Wien, project space Führungen: 11. und 14. 03. 2003, jeweils 17 Uhr Anri Sala 28. 03. 2003 – 15. 06. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 16 Uhr Podiumsdiskussion: 29. 03. 2003, 17 Uhr:„the artist as an agent for change“ mit Anri Sala, Gerald Matt, Hans Ulrich Obrist(Kurator, Paris), Edi Rama(Bürgermeister von Tirana, Kulturpolitiker) 29. 03. 2003, 16 Uhr:„Verhandeln mit der Realität“ Dokumentation und Konstruktion in den Arbeiten Anri Salas, Nora Sternfeld 05. 04. 2003, 16 Uhr:„Zwischenzone“ Fiktionale und dokumentarische Strategien in den Arbeiten Anri Salas, Miriam Bajtala 12. 04. 2003, 16 Uhr: „Handlungsspielräume in Bild, Erzählung und Öffentlichkeit“, Elke Smodics 19. 04. 2003, 16 Uhr:„Zentrum – Peripherie“ Zur Konstitution von Subjekt und Raum bei Anri Sala, Luisa Ziaja 26. 04. 2003, 16 Uhr:„Metaphern kultureller Differenz“ Bildwelt und Politbild von Anri Sala, Marina Düngler 03. 05. 2003, 16 Uhr:„Verhandeln mit der Realität“ Dokumentation und Konstruktion in den Arbeiten Anri Salas, Nora Sternfeld 10. 05. 2003, 16 Uhr:„Zwischenzone“ Fiktionale und dokumentarische Strategien in den Arbeiten Anri Salas, Miriam Bajtala 17. 05. 2003, 16 Uhr: „Handlungsspielräume in Bild, Erzählung und Öffentlichkeit“, Elke Smodics 24. 05. 2003, 16 Uhr:„Zentrum – Peripherie“ Zur Konstruktion von Subjekt und Raum bei Anri Sala, Luisa Ziaja 31. 05. 2003, 16 Uhr:„Metaphern kultureller Differenz“ Bildwelt und Politbild von Anri Sala, Marina Düngler 36 07. 06. 2003, 16 Uhr:„Verhandeln mit der Realität“ Dokumentation und Konstruktion in den Arbeiten Anri Salas, Nora Sternfeld 14. 06. 2003, 16 Uhr:„Zwischenzone“ Fiktionale und dokumentarische Strategie in den Arbeiten Anri Salas, Miriam Bajtala Kuratorenführung: 24. 04. 2003, 19 Uhr: Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien www.kunstvermittlung.at, 03. 04. 2003, 19 Uhr sowie 24. 04. 2003, 19 Uhr „Warum ist das(nicht) schön? Ein Kunstgespräch für Erwachsene“ 40 Minuten lang gibt es die Möglichkeit ausgewählte Arbeiten der Ausstellungen „Walter Niedermayr“ und„Anri Sala“ blitzlichtartig anhand einer der häufigst gestellten Fragen„Warum ist das(nicht) schön?“ zu diskutieren. Attack! Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien 23. 05. 2003 – 21. 09. 2003, Kunsthalle wien, halle 1 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 15 Uhr Kunstauskunft„Ask me“: jeweils Sonntag, 16-18 Uhr Ausstellungsgespräche: jeweils Donnerstag, 19 Uhr Künstlergespräche: 24. 05. 2003, 15 Uhr: Gabriele Mackert (Kuratorin der Ausstellung) im Gespräch mit Sigalit Landau(Künstlerin der Ausstellung), in englisch 05. 06. 2003, 19 Uhr:„Welcome to Obscurity“ Kriegsberichterstattung über Irak, Renate Höllwart im Gespräch mit Hito Steyerl(Filmemacherin, Publizistin) 12. 06. 2003, 19 Uhr: „Textfields/Battlefields“, Elke Smodics im Gespräch mit Herwig Steiner(Künstler der Ausstellung) 19. 06. 2003, 19 Uhr:„Die Leichtigkeit des Triggers“, Nora Sternfeld im Gespräch mit Boris Buden(Philosoph, Kulturtheoretiker) Themenführungen: 07. 06. 2003, 15 Uhr:„Politik der Bilder“ Ikonographie und Repräsentation, Nora Sternfeld 21. 06. 2003, 15 Uhr:„Die paradoxe Rezeption von Kriegsbildern“, Marina Düngler 28. 06. 2003, 15 Uhr:„Politik der Bilder“ Ikonographie und Repräsentation, Nora Sternfeld 05. 07. 2003, 15 Uhr:„Mann Macht Krieg oder ist der Krieg männlich?“, Ursula Leitgeb 12. 07. 2003, 15 Uhr:„Politik der Bilder“ Ikonographie und Repräsentation, Nora Sternfeld 19. 07. 2003, 15 Uhr:„Künstlerische Strategien des„Gegen-Sehens““, Luisa Ziaja 26. 07. 2003, 15 Uhr:„Mann Macht Krieg oder ist der Krieg männlich?“, Ursula Leitgeb 02. 08. 2003, 15 Uhr:„Manipulierte Szenerien“ Medienbilder zwischen Dokumentation und Ideologie, Renate Höllwart 09. 08. 2003, 15 Uhr:„Die paradoxe Rezeption von Kriegsbildern“, Marina Düngler 16. 08. 2003, 15 Uhr:„Politik der Bilder“ Ikonographie und Repräsentation, Nora Sternfeld 23. 08. 2003, 15 Uhr:„Künstlerische Strategien des„Gegen-Sehens““, Luisa Ziaja 30. 08. 2003, 15 Uhr:„Die paradoxe Rezeption von Kriegsbildern“, Marina Düngler 06. 09. 2003, 15 Uhr:„Manipulierte Szenerien“ Medienbilder zwischen Dokumentation und Ideologie, Renate Höllwart 13. 09. 2003, 15 Uhr:„Mann Macht Krieg oder ist der Krieg männlich?“, Ursula Leitgeb Kuratorenführung: 29. 06. 2003, 15 Uhr:„Bilder des Krieges – Krieg der Bilder“, Thomas Mießgang 20. 09. 2003, 15 Uhr:„Who owns history?“, Gabriele Mackert Symposium: 26. 06. 2003, 18-21 Uhr und 27. 06. 2003, 10-18 Uhr und 28. 06. 2003, 13-19 Uhr:„Kamera-Kriege“ Beiträge zur Repräsentation des Krieges in Film& elektronischen Medien mit Elisabeth Büttner(Wien), Jan Distelmeyer (Hamburg), Malte Hagener(Amsterdam), Dominik Kamalzadeh(Wien), Judith Keilbach(Berlin), Michael Loebenstein (Wien), Marc Ries(Wien), Michael Pekler (Wien). Veranstalter: Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte Konzept und Organisation: Drehli Robnik/ Siegfried Mattl Ausstellungsgespräche: 29. 05. 2003, 19 Uhr:„F for Reality“, Marina Düngler im Gespräch mit Claus Philipp(Kulturressortleiter, Der Standard) 03. 07. 2003, 19 Uhr:„Kriegsgespräche“, Claudia Ehgartner im Gespräch mit Eva Grabherr(Judaistin, Museologin) und Kenan Güngör(Soziologe) 10. 07. 2003, 19 Uhr:„Delegimitierung und Legimitierung von Kriegen“, Claudia Ehgartner im Gespräch mit Gerd Hankel (Jurist und Sprachwissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hamburger Institutes für Sozialforschung) 04. 09. 2003, 19 Uhr:„Trauma – Jenseits des Lustprinzips“, Miriam Bajtala im Gespräch mit Daru Huppert(Psychologe) 11. 09. 2003, 19 Uhr:„Low Intensity Warfare Games“, Renate Höllwart im Gespräch mit Oliver Ressler(Künstler der Ausstellung) und Gini Müller(Volxtheater­ aktivistin) Vortragsreihe: 03. 07. 2003, 20 Uhr, Lounge:„Neue Kriege destabilisieren die Welt“, Diskussionsveranstaltung mit Oberst Feichtinger 10. 07. 2003, 20 Uhr, halle 1, Galerie: „Der Krieg der Medien“, Diskussionsveranstaltung mit Jens Jessen Feuilletonchef„Die Zeit“ 24. 07. 2003, 20 Uhr, halle 1, Galerie: „Savoir Survivre: Krieg, Pop und Subjektivität“, Diskussionsveranstaltung mit Tom Holert www.kunstvermittlung.at, 18. und 25. 09. 2003, 19 Uhr “Soll das Kunst sein? Ein Kunstgespräch für Erwachsene“ Ein 40minütiges Angebot gibt die Möglichkeit anhand ausgewählter Arbeiten der Ausstellungen„Attack! Kunst und 37 Krieg in den Zeiten der Medien“ und „Marcel Broodthaers“ generelle Fragen zeitgenössischer Kunst zu diskutieren. Lange Nacht der Museen 20. 09. 2003, 18 – 20 Uhr: Kunstauskunft in den Ausstellungen„Attack! Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien“ und „Marcel Broodthaers“ Marcel Broodthaers 02. 07. 2003 – 26. 10. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 16 Uhr 05. 07. 2003, 16 Uhr:„Wenn das Selbstverständliche bricht..“ Subversion von Normsystemen im Werk Marcel Broodthaers, Luisa Ziaja 12. 07. 2003, 16 Uhr:„Wenn das Selbstverständliche bricht..“ Subversion von Normsystemen im Werk Marcel Broodthaers, Luisa Ziaja 19. 07. 2003, 16 Uhr:„Der Wert der Ware Kunst“ Zwischen Widerstand und Vereinnahmung, Ursula Leitgeb 26. 07. 2003, 16 Uhr:„Von poetischen Details und fragilen Momenten, Marina Düngler 02. 08. 2003, 16 Uhr:„Das Spiel mit Bedeutungen“, Renate Höllwart 09. 08. 2003, 16 Uhr:„Von poetischen Details und fragilen Momenten“, Marina Düngler 16. 08. 2003, 16 Uhr:„Von poetischen Details und fragilen Momenten“, Marina Düngler 23. 08. 2003, 16 Uhr:„Das Spiel mit Bedeutungen“, Renate Höllwart 30. 08. 2003, 16 Uhr:„auf zu neuen Ufern“ Täuschungsmanöver und Aneignungsstrategien bei Marcel Broodthaers, Nora Sternfeld 06. 09. 2003, 16 Uhr:„Der Wert der Ware Kunst“ Zwischen Widerstand und Vereinnahmung, Ursula Leitgeb 20. 09. 2003, 16 Uhr:„auf zu neuen Ufern“ Täuschungsmanöver und Aneignungsstrategien bei Marcel Broodthaers, Nora Sternfeld 38 27. 09. 2003, 16 Uhr:„Der Wert der Ware Kunst“ Zwischen Widerstand und Vereinnahmung, Ursula Leitgeb 04. 10. 2003, 16 Uhr:„auf zu neuen Ufern“ Täuschungsmanöver und Aneignungsstrategien bei Marcel Broodthaers, Nora Sternfeld 18. 10. 2003, 16 Uhr:“Wenn das Selbstverständliche bricht” Subversion von Normsystemen im Werk Marcel Broodthaers, Luisa Ziaja 25. 10. 2003, 16 Uhr:“Das Spiel mit Bedeutungen“ Renate Höllwart Kuratorenführungen: 13. 09. 2003, 16 Uhr: Gabriele Mackert 11. 10. 2003, 16 Uhr: Sabine Folie Ferienspiel: 11. – 15. und 18. – 22. 08. 2003, jeweils 14-16.30 Uhr “Der Traumfänger“, tanzen – Bücher – singen – Eier – fliegen – Tische? Chaos im Kopf des Traumfängers!!! Auf der Suche nach seinen verlorenen Geschichten, bauen wir uns einen Traumfänger, dem wir Wünsche, Geheimnisse und Geschichten anvertrauen können, damit uns keine Geschichte mehr durch die Lappen geht. www.kunstvermittlung.at, 18. und 25. 09. 2003, 19 Uhr: “Soll das Kunst sein? Ein Kunstgespräch für Erwachsene“ Ein 40minütiges Angebot gibt die Möglichkeit anhand ausgewählter Arbeiten der Ausstellungen„Attack! Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien“ und „Marcel Broodthaers“ generelle Fragen zeitgenössischer Kunst zu diskutieren. Lange Nacht der Museen 20. 09. 2003, 18 – 20 Uhr: Kunstauskunft in den Ausstellungen„Attack! Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien“ und „Marcel Broodthaers“ Sex in the City 05. – 27. 09. 2003 und 14. – 26. 10. 2003, Kunsthalle Wien, project space karlsplatz 06. 09. 2003, 19 Uhr: Künstlergespräch mit Nadine Norman 20. 09. 2003, 20 Uhr(im Rahmen der Langen Nacht der Museen): Performance mit Annie Sprinkle Go Johnny Go! Die E-Gitarre Kunst& Mythos 24. 10. 2003 – 14. 03. 2004, Kunsthalle Wien, halle 1 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 15 Uhr Kunstauskunft„Ask me“: jeweils Sonntag, 16-18 Uhr Specials: 20. 10. 2003, 22 Uhr und 25. 10. 2003, 23 Uhr: gotv: hosted by mit special guests Thomas Mießgang und Wolfgang Kos 29. 10. 2003, 23 Uhr: gotv: hosted by mit special guest Lee Ranaldo 02. 11. 2003, 20 Uhr: gotv: hosted by mit special guest Lee Ranaldo Lehrerführungen: 27. 10. 2003, 16 Uhr und 28. 10. 2003, 18 Uhr Themenführung: 25. 10. 2003, 15 Uhr:„Rock& Revolte oder Hat Musik eine politische Dimension?“, Luisa Ziaja 01. 11. 2003, 15 Uhr:„Unter Strom. Die Ästhetik der E-Gitarre im Spiegel künstlerischer Medien“, Elke Smodics 08. 11. 2003, 15 Uhr:„Darstellung und Transformation eines Sounds“, Renate Höllwart 15. 11. 2003, 15 Uhr:„Made in Afroamerica“, Ursula Leitgeb 22. 11. 2003, 15 Uhr:„Rock& Revolte oder Hat Musik eine politische Dimension?“, Luisa Ziaja 29. 11. 2003, 15 Uhr:„Kulturelle Sichtbarkeiten der Gitarrenmusik“, Miriam Bajtala 06. 12. 2003, 15 Uhr:„Unter Strom. Die Ästhetik der E-Gitarre im Spiegel künstlerischer Medien“, Elke Smodics 13. 12. 2003, 15 Uhr:„Darstellung und Transformation eines Sounds“, Renate Höllwart 20. 12. 2003, 15 Uhr:„Made in Afroamerica“, Ursula Leitgeb 27. 12. 2003, 15 Uhr:„Rock& Revolte oder Hat Musik eine politische Bedeutung?“, Luisa Ziaja Ausstellungsgespräche: 20. 11. 2003, 19 Uhr:„Außen und Innen – Popkultur und Hirnströme“, Elke Smodics im Gespräch mit Wolfgang Seierl (Komponist, Gitarrist und Maler) 11. 12. 2003, 19 Uhr:„Die Gitarre als Werkzeug: Versuch einer Entmythologisierung“, Claudia Ehgartner im Gespräch mit Martin Siewert(Musiker) Künstlergespräch: 18. 12. 2003, 19 Uhr:„GIRLS DON’T NEED GUITARS“(Chicks on Speed), Luisa Ziaja im Gespräch mit Ursula Mayer (Künstlerin der Ausstellung) Kuratorenführung: 04. 12. 2003, 19 Uhr:„Hochamt in der elektrischen Kirche“ – Wie die Gitarre vom Instrument der schweigenden Mehrheit zur Ikone der Rebellion wurde, Thomas Mießgang Heiliger Sebastian A Splendid Readiness For Death 14. 11. 2003 – 15. 02. 2004, Kunsthalle Wien, halle 2 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Themenführungen: jeweils Samstag, 16 Uhr 15. 11. 2003, 16 Uhr:„Das Fleisch der Welt“, Stefan Nowotny 22. 11. 2003, 16 Uhr:„Das Fleisch der Welt“, Stefan Nowotny 29. 11. 2003, 16 Uhr:„Künstlerische Verhandlungen des fetischistischen Körpers“, Luisa Ziaja 06. 12. 2003, 16 Uhr:„Ikonografisches Wechselspiel – Heiligenbild und Künstlermythos“, Elke Smodics 13. 12. 2003, 16 Uhr:“Künstlerische Verhandlungen des fetischisierten Körpers“, Luisa Ziaja 39 20. 12. 2003, 16 Uhr:„Der Schmerz, den man nicht spürt! Säkulare Heiligenbilder in der zeitgenössischen Kunst“, Nora Sternfeld Maria Pia Lattanzi Kunsthalle Wien Preisträgerin 2003 17. 12. 2003 – 09. 01. 2004, Kunsthalle Wien, project space karlsplatz Ausstellungsgespräch: 17. 12. 2003, 19 Uhr: Gabriele Mackert im Gespräch mit Maria Pia Lattanzi 23. und 30. 12. 2003, jeweils 14-18 Uhr: „Nehmen Sie Platz und lassen Sie sich portraitieren!“ SPECIALS! Lange Nacht der Musik 10. 05. 2003, Kunsthalle Wien, project space karlsplatz projektohr: timbre& neel (22-24 Uhr) Sound& Visuals – Drum& Bass, Dub, Downbeat aRtonal recordings präsentiert: ambientE am Karlsplatz (0-4 Uhr) Musik aus dem weiten Feld des Ambiente bezieht das Außen mit ein: künstlerische Fusion des akustischen Umfeldes mit individueller/kollektiver Kreativität. Fabian Pollack(Gitarre), Judith Unterpertinger (Chello), Manfred Hofer(Bass), Mariella Greil(Tanz), Alexander Wallner(Gitarre), Bernadette Reiter(Licht), Michael Bruckner(Gitarre), Thomas Grill (Schlagzeug, Electronics), Matija Schellander(Bass) No Formula One No Cry – TAXI Soundprojekt in der Ausstellung Anri Sala 10. 05. 2003, 19-24 Uhr, Kunsthalle Wien, halle 2 In dem Sound-Projekt No Formula One No Cry – TAXI, stattete Anri Sala ein Wiener Taxi mit einer Geräuschkulisse aus Formel 1- Geräuschen und Hundegebell aus. Die endzeitlich anmutende Geräuschkulisse aus aufheulenden Motoren, in die sich das Gebell streunender Hunde mischt, versetzt Taxifahrer und Fahrgast in einen akustischen Geschwindigkeitsrausch. Zu verspüren am 10. Mai 2003 auch in der Ausstellung. 04. 09. 2003, 17.30 Uhr:„Director’s Cut“, Direktor Gerald Matt führt persönlich durch das Haus 02. 10. 2003, 17.30 Uhr:„Director’s Cut“, leitende Kuratorin Sabine Folie führt persönlich durch das Haus 06. 11. 2003, 17.30 Uhr:„Director’s Cut“, Geschäftsführerin Bettina Leidl führt persönlich durch das Haus 04. 12. 2003, 17.30 Uhr:„Director’s Cut“, Geschäftsführerin Bettina Leidl führt persönlich durch das Haus 40 Entwicklung der Besucherzahlen 250000 200000 150000 100000 50000 0 115824 162069 192297 123564 190211 197677 184658 46000 73000 88859 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Jahr Quelle: Besucherbefragung CADDY Concept 2003 41 Alltagskultur Die Förderung der Alltagskultur dient zur Verbesserung urbaner Infrastruktur. Alte Grätzl können dadurch neue Attraktivität erhalten. Darüber hinaus soll aber auch bei der Planung neuer Stadtteile für die Bevölkerung ein lokalorientiertes kulturelles Angebot geschaffen werden, das der Bildung sogenannter"Schlafstädte" entgegenwirkt. Neben der finanziellen Unterstützung steht vor allem eine umfassende Beratung und Hilfestellung für Kulturvereine bei der Durchführung von Veranstaltungen im Vordergrund. 2003 hat sich dadurch das Spektrum der Angebote auch im Bereich der von den Bezirken dezentral vergebenen Förderungsmittel wesentlich erweitert und in der Qualität verbessert. Neben multi­ kulturellen und innovativen Projekten wurden vor allem auf die Jugend bezogene Vorhaben gefördert. Der Verein"Kultur­ netz", eine spezielle Serviceeinrichtung für die Bezirke nördlich der Donau, war besonders erfolgreich tätig und konnte weitere Aufbauarbeit im Bereich der Verbesserung der kulturellen Infrastruktur leisten. Die Pflege der Tradition, wie sie von Volksmusikgruppen, Blasmusikkapellen, Chören und Brauchtumsgruppen präsentiert wird, zählt ebenso zur Alltagskultur. Als Beispiel dafür wären die Südtiroltage in Wien zu nennen, in deren Rahmen sich Blasmusikkapellen, Volksmusik- und Volkstanzgruppen an verschiedenen Wiener Plätzen präsentieren konnten. Bei der Veranstaltungsreihe„Treffpunkt Wien“ trafen Volksmusikgruppen aus den Bundesländern auf Gruppen aus Wien. Höhepunkt im Jahr 2003 war das„24. Österreichische Blasmusikfest“, an dem 35 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie aus Italien, Luxemburg, der Tschechischen Republik und aus Ungarn teilnahmen. Bei der Veranstaltung„Faszination Blasmusik“ in der Kurhalle Oberlaa traten verschiedene Blasorchester des Wiener Blasmusikverbandes sowie Gastkapellen aus Niederösterreich und aus Salzburg auf und präsentierten ihr Können. Großen Publikumszuspruch fand wieder das „Internationale Adventsingen“ im Wiener Rathaus. Dabei traten 105 Chöre aus Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Ungarn und den USA auf. 42 Kulturelles Erbe Mit 1. Juli 2003 wurde innerhalb der Kulturabteilung das Referat für kulturelles Erbe gebildet, das die Agenden des Altstadterhaltungsfonds und der Stadt­ archäologie zusammenfasst. Die Stadt­ archäologie war zuvor direkt dem Stadtrat für Kultur und Wissenschaft unterstellt und wurde nun in die MA 7 eingegliedert. Ihre große Bedeutung verdankt die Stadtarchäologie Herrn SR Univ. Doz. Dr. Ortolf Harl, der mit großer Energie ein hervorragendes Team von Wissen­ schafterInnen aufgebaut hat und dessen Pensionierung auch die oben genannte Umstrukturierung auslöste. Die Stadt­ archäologie entwickelte sich unter Ortolf Harl zu einer wichtigen Institution der Erforschung und breitenwirksamen Vermittlung der Geschichte Wiens. Sowohl die Altstadterhaltung als auch die Archäologie befassen sich mit den materiellen Quellen der Geschichte: Die Stadtarchäologie ergräbt und erforscht Siedlungsstrukturen seit den Anfängen Wiens und fördert bisher nicht sichtbare Aspekte der Stadtgeschichte zu Tage. Der Altstadterhaltungsfonds befasst sich mit dem in verschiedenen Epochen – vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert – gewachsenen Stadtbild. Ein Schwerpunkt in beiden Arbeitsbereichen sind die Phänomene der Alltagskultur: So sieht die Stadtarchäologie eine wesentliche Aufgabe im Erforschen des Alltagslebens ver­ gangener Siedlungsepochen, indem sie zum Beispiel die Funde zu Gebrauchs­ keramik und Essgewohnheiten der Bevölkerung analysiert. Der Altstadt­ erhaltungsfonds fördert die historischen Stadtstrukturen mit ihren zeittypischen Bauten, die als Dokumente des Lebens und Arbeitens in der Stadt gesehen werden können. Denkmäler und Gedenktafeln in Obhut der MA 7 Die Restaurierungen und Sanierungen von Denkmälern und Gedenktafeln werden in Zusammenarbeit mit der MA 34(zuvor MA 24) durchgeführt. Ein Schwerpunkt der Arbeiten im Jahr 2003 lag auf den Künstlerdenkmälern des 19. Jahrhunderts: zu nennen sind die Denkmäler für Friedrich von Amerling, Franz Schubert und Hans Makart im Stadtpark, Nikolaus Lenau und Anastasius Grün am Schillerplatz und zwei Denkmäler für Ludwig van Beethoven im 19. Bezirk (Beethoven-Ruhe und Heiligenstädter Park). Wie jedes Jahr wurden viele kleinere barocke Denkmäler restauriert, wie z. B. die Dreifaltigkeitssäule am Ulrichsplatz, die Figur des hl. Leopold am Leopoldauer Platz, die Stammersdorfer Mariensäule und die Göppelkreuzkapelle an der Ludwig-v.-Höhnel-Gasse in Favoriten. Insgesamt wurden an 41 Denkmälern Konservierungs-, Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten im Ausmaß von EUR 335.000,- durchgeführt. Mit etwa EUR 60.000,- konnten weniger aufwändige Arbeiten wie etwa Reinigungen und kleine Reparaturen an diversen Denkmälern und Gedenktafeln finanziert werden. Bis Ende September 2003 gehörten Denkmäler und Gedenktafeln zum Aufgabenbereich des nunmehr in den Ruhestand getretenen Herrn Amtsrat Franz Spellitz, der auch die Aktivitäten der Bezirksmuseen betreute. Die von ihm mit großem Engagement und auf der Basis eines vielseitigen und gleichzeitig tief gehenden Fachwissens geleistete Arbeit ermöglicht es, diese Agenden auf ge­ sichertem Fundament weiter führen zu können. Der Wiener Altstadterhaltungsfonds (WAEF) Der WAEF fördert die im Stadtbild wirk­ samen Konservierungs- und Restau­ rierungsarbeiten an historischer Bau­ substanz: Im Jahr 2003 betrug das Budget EUR 6,683.000,-, davon entfielen EUR 2,228.000,-- auf Objekte im Eigentum der Stadt Wien und EUR 4,455.000,-- auf Objekte in privatem Eigentum und auf Kirchen. Die geförderten Projekte sind ver­ schiedenster Natur: Neben Stephansdom und Karlskirche wurden auch Arbeiten an St. Michael(1, 43 Michaelerplatz), an der Karmeliterkirche (2, Karmeliterplatz), im Innern von St. Rochus(3, Landstraßer Hauptstraße 56), an der Gardekirche(3, Rennweg 5A), an der Kirche in Oberlaa und an der NeuSimmeringer Pfarrkirche am Enkplatz gefördert. Die Restaurierung des Schottenhofs(1, Freyung 6, Hof 2) und der Kapuzinergruft wurde ebenfalls aus den Mitteln des WAEF unterstützt: Die Kapuzinergruft erhielt mit Unterstützung des WAEF eine Klimati­ sierung, die eine gleichbleibende Luft­ temperatur und –feuchtigkeit und dadurch die Erhaltung der Metall-Sarkophage gewährleisten wird. Stellvertretend für die große Anzahl der geförderten Arbeiten an Palais, Wohn-, Büro- und Geschäftshäusern sei eine Auswahl genannt: Das RenaissanceBürgerhaus Bäckerstraße 14, das aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende Zinshaus in der Siebensterngasse 3, die historistischen Zinshäuser Nibelungen­ gasse 11, Prinz-Eugen-Straße 14 und Ameisgasse 25, das barocke Palais Damian(8, Lange Gasse 53) und das in verschiedenen Epochen gewachsene Vorort-Haus„Zum roten Löwen“(18, Lacknergasse 83). Die Inneneinrichtung des Volksgarten-Cafés und des Cafés Tirolerhof in der Führichgasse wurden ebenso unterstützt wie die historische Einfriedung des Rathausparks, deren Wiederherstellung 2003 abgeschlossen werden konnte. Auch für die Restaurierungen der Rettungs-zentrale(3, Radetzkystraße 1) und des Verwaltungsgebäudes des Lainzer Spitals(13, Wolkersbergenstraße 1) flossen Fördermittel des WAEF. 44 2003 zur Genehmigung empfohlen wurden – neben einer Reihe von privaten Wohnbauten – Restaurierungsprojekte unterschiedlichsten Charakters: unter anderem die Wienfluss-Überbauung, ein Geschäftsportal von Josef Hoffmann(1, Seilerstätte 24), die russisch-orthodoxe Kirche(3, Jauresgasse), das Konzerthaus, die jetzt als Lehrzentrum genützten ehemaligen Frauenkliniken des AKH(9, Spitalgasse 23), die Mauer des Lainzer Tiergartens, die Sisi-Kapelle am Gspöttgraben(19. Bezirk) und die Donaufelder Pfarrkirche am Kinzerplatz. Die Stadtarchäologie Wien Die Kernaufgabe der Stadtarchäologie Wien ist die archäologische Erforschung der Vergangenheit der österreichischen Bundeshauptstadt und die Vermittlung der Ergebnisse. Das Interesse gilt der Ge­ schichte der Menschen, die ehemals auf diesem Gebiet gelebt haben, und ihrem Umfeld in allen in Wien vertretenen zeitlichen Epochen(Urgeschichte, Römer­ zeit, Mittelalter, Neuzeit, Gegenwart). Die Spuren dieser Menschen haben sich im Boden als Funde und in Form von Strukturen, z. B. Bauresten, erhalten. Die Grundlagen für ihre Erforschung stellen Baustellenbeobachtung und Denkmal­ schutz dar. Es gibt zwei Arten von Ausgrabungen, bei denen die archäologischen Quellen gewonnen werden, die später helfen, einen Teil der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner zu erhellen. Einerseits die Forschungsgrabung, die ohne äußeren Druck Lösungen zu verschiedensten Forschungsfragen geben kann. Am häufigsten sind für die Stadtarchäologie andererseits die Notgrabungen in Ver­ bindung mit Bauvorhaben im Stadtgebiet. Die Grabungen nehmen – so sonderbar es auch klingen mag – nur einen geringen Teil der vielfältigen Agenden der Stadt­ archäologie ein. Die Hauptarbeit folgt danach bei der Aufarbeitung und wissen­ schaftlichen Auswertung bis hin zur Publikation der Ergebnisse oder ihrer Vermittlung durch Ausstellungen oder bei Tagungen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten sowie durch Vorträge. Dabei werden sowohl Fach­ publikum wie interessierte Laien angesprochen. Ein zentrales Anliegen der Stadt­ archäologie ist es besonders seit den letzten Jahren, die Öffentlichkeit in ihre Arbeit mit einzubeziehen und so ein Bewusstsein der BürgerInnen für ihre eigene Geschichte zu wecken sowie außer­ dem Verständnis für die oft mühevolle Kleinstarbeit des/der Archäologen/in zu schaffen. Dabei stehen besonders die Initiativen„Juniorarchäologie“ und „Seniorarchäologie“ im Vordergrund. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit anderen Institutionen im Rahmen der verschiedensten Projekte(siehe Tabelle). Der Stadtarchäologin Mag. Karin Fischer Ausserer steht ein wissenschaftliches Team von 35-40 MitarbeiternInnen zur Seite. Vermittlung der Ergebnisse der Stadtarchäologie Wien Tagungen, Workshops und Vorträge Im Jahr 2003 wurden Tagungen und Workshops zu unterschiedlichen, zum Teil auch fachübergreifenden Themen veranstaltet, an denen die MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie auch teilnahmen. Von 08.04.-12.04.2003 fand der internationale Kongress“Enter the Past“, der mit dem jährlich stattfindenen Workshop 8„Archäologie und Computer“ der Stadtarchäologie gekoppelt war, im Rathaus statt. Für 540 TeilnehmerInnen aus 49 Nationen wurden 196 Vorträge und zwölf Workshops in fünf Sektionen ge­ halten sowie zwei Exkursionen durch­ geführt. 13 Aussteller boten einen informativen Rahmen. Veranstaltet wurde dieser internationale Kongress in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen(siehe Tabelle). Auf den beiden Workshops„Mittelalter. Aspekte der Wiener Stadtentwicklung“ am 27.10.2003 und„Römerzeit in Wien“ am 11.12.2003 wurden insgesamt 13 Vorträge von MitarbeiternInnen der Stadtarchäologie gehalten. In Zusammenarbeit mit der Oester­ reichischen Computer Gesellschaft(OCG) wurde am 20.10.2003 der Workshop „Internationale Forschungsergebnisse bei Digitalisierungs- und Langzeit­ archivierungsvorhaben des kulturellen Erbes“ durchgeführt. Die Stadtarchäologie nahm am 17.11. und 18.11.2003 an der auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Wissen­ schaft und Kultur stattfindenden Tagung „Eckpunkte für eine Strukturplanung/ Profilentwicklung der Archäologie in Österreich bis 2009“ teil. Diese Selbst­ evaluation der archäologischen Ein­ richtungen und Universitätsinstitute Österreichs wurde von ausländischen Gutachtern unterstützt und wird ihren Niederschlag in einer Publikation aller erhobener Daten finden. Von den MitarbeiternInnen der Stadtarchäologie wurden zusätzlich zu den oben genannten Veranstaltungen 16 mal Fachtagungen im Inland und drei mal im Ausland besucht und dabei elf Vorträge gehalten. Ausstellungen Für das Wien Museum Karlsplatz wurde die fünf Vitrinen und drei Plakatstellwände umfassende Ausstellung„Das Legionslager von Vindobona“ konzipiert, die ursprüng­ lich nur für wenige Tage geplant war, aber schließlich fast fünf Monate aufgebaut blieb. Wie jedes Jahr wurden im Wiener Verein(3, Ungargasse) zwei das gesamte Jahr abdeckende Dauerausstellungen mit Funden gestaltet, die diesmal„Vindobonas Töpfe“ und die Grabung„Rennweg 44“ vorstellten. Für den Tag der offenen Tür des Campus Vienna Biocenter am 10.10. und 11.10.2003(3, Dr. Bohr-Gasse) wurde auf Wunsch des Veranstalters, dem Research Institute of Molecular Pathology (IMP), das Plakat„Geschichte vor der Haustür“ erstellt. Initiativen für alle interessierten BürgerInnen Die Initiative Seniorarchäologie ermög­ lichte auch dieses Jahr wieder allen archäologiebegeisterten Erwachsenen ab 18 Jahren die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Säuberung und Restaurierung von Fundmaterial – ganzjährig in der Werk­ stätte in der Volkshochschule Meidling (12, Längenfeldgasse) – und zwischen Mai und September auf der Ausgrabung in Unterlaa(10, Klederingerstraße). Die durchgängige wissenschaftliche Betreuung erfolgt durch MitarbeiterInnen der Stadtarchäologie. Zur Einschulung wurden von diesen heuer sechs Kurse und 15 Vorträge an der VHS Meidling gehalten. Der regelmäßigen Information dient auch 45 das vier Mal jährlich erscheinende Nach­ richtenblatt„Lorbeer“. Es sind dieses Jahr 48 Neueintritte zu verzeichnen gewesen, so dass der Mitgliederstand per Jänner 2004 nun 467 beträgt. Insgesamt wurden heuer 3.564 Arbeitsstunden von Senior­ archäologenInnen geleistet, das entspricht 445,5 Personentagen. Das durch die Initiative den BürgernInnen angebotene Bildungsservice bringt der Stadt­ archäologie als Rückfluss eine sonst unfinanzierbare, wichtige Unterstützung. Um die Aktivitäten weiter ausbauen zu können, wird derzeit ein zweiter Standort für die Restaurierwerkstätte gesucht. In Zusammenarbeit mit den Wiener Schulen wird schon seit Jahren versucht, Bewusstsein für die Archäologie, ihre Arbeitsweise und ihre Ergebnisse zu schaffen. Der kostenfrei entlehnbare „Römerkoffer“ wurde als mobile Schausammlung eingerichtet. Die enthaltenen Originalfunde und schrift­ lichen Begleitmaterialien machen dieses tragbare Museum zu einer nützlichen Unterstützung im Unterricht. Der „Römerkoffer“ wurde in diesem Jahr von neun Schulen angefordert. Zusätzlich wurden von MitarbeiternInnen der Stadtarchäologie während des Jahres zehn Vorträge an Schulen gehalten und acht Projekte auf der Grabung in Unterlaa durchgeführt. Das Angebot umfasst außerdem Exkursionen im Raum Wien. Publikationen „Fundort Wien“ ist der Jahresbericht der Stadtarchäologie Wien, der mit seinen breit gefächerten Beiträgen eine Brücken­ funktion zwischen WissenschaftlernInnen und interessierten Laien erfüllt. Er informiert über wissenschaftliche Ergeb­ nisse, laufende Projekte, Archäologie und Computer, Restaurierung sowie Archäo­ logie und Öffentlichkeit. Im Jahr 2003 erschien bereits der Band 6, der unter anderem 39 Artikel und Berichte von MitarbeiternInnen der Stadtarchäologie beinhaltet. Die„Wiener Archäologischen Studien (WAS)“ wenden sich vorwiegend an ein Fachpublikum und sind umfangreicheren Endpublikationen von Grabungen und internationalen Forschungsprojekten gewidmet. 2003 wurde als Band 5 von Martin Mosser„Die Steindenkmäler der legio XV Apollinaris“ publiziert. Die Workshop-Reihe„Archäologie und Computer“ wird begleitend zu der jährlich stattfindenden Tagung als schriftliche Fassung der Vorträge auf CD-ROM vorgelegt, zuletzt der Workshop 7 aus dem Jahr 2002. Des weiteren sind elf Artikel von MitarbeiternInnen der Stadtarchäologie in Fachzeitschriften erschienen. Corporate Identity Die aktive Pressearbeit führte dazu, dass in diesem Jahr sechs Artikel über die Arbeit der Stadtarchäologie in Zeitungen und sieben in Magistratsmedien erschienen sind. Die Homepage wird laufend aktualisiert, erweitert und verbessert. Erste Vorarbeiten sollen der Stadtarchäologie in Zukunft ein einprägsames Logo verschaffen Forschungsgrabung, Notbergungen und Baubeobachtungen der Stadtarchäologie Wien Bezirk 1 1 2 2 3 4 10 13 21 Adresse Maria am Gestade Renngasse 1 Große Sperlgasse 43 Untere Donaustraße 41 Salmgasse 26 Karlsplatz Unterlaa, Klederingerstraße Gemeindeberg Clessgasse Zeitstellung und Funde Römerzeitliche und mittelalterliche Mauern Neuzeitliche Kulturschichten Neuzeitliches Skelett Römerzeitliche und neuzeitliche Knochen Neuzeitlicher Eiskeller Mittelalterliche und neuzeitliche Mauern sowie neuzeitliche Wasserleitung Forschungsgrabung: römische Streusiedlung Urgeschichtliche Werkzeuge Spätmittelalterliche Keramik 46 Grabungen in Kooperation mit der Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie (Grabungsleiterin: E. H. Huber) Bezirk 1 1 10 10, 23 17 23 Adresse Domgasse 8 Neuer Markt 2, 14 Oberlaaerstraße/Grundäcker­ straße Liesingbach, Renaturierung Hernalser Hauptstraße 20-22 Islamischer Friedhof Bauphase I/Bereich Kläranlage Blumau Zeitstellung und Funde Spätmittelalterliche Mauerreste Neuzeitliche Keller Ur- und frühgeschichtliche Siedlungsstrukturen Baubegleitende Maßnahmen Neuzeitliche Verbauungsreste und Brunnen Ur- und frühgeschichtliche sowie frühmittelalterliche Gräber und Siedlungsstrukturen Wissenschaftliche Aufarbeitungen der Stadtarchäologie Wien Bezirk 1 1 1 1 1 1 3 10 10 11 14 Adresse/Bereich Projekt und Zeitstellung Beschreibung Albertina Römischer Friedhof Grafische Dokumentation der Funde Herrengasse 23/Palais Römische, mittelalterliche Fundbearbeitung Porcia und neuzeitliche Siedlungsreste Judenplatz Römisches Legionslager Auswertung und Manuskripterstellung Daten von verschiedenen Römisches Legionslager Geländemodell und Fundstellen Rekonstruktion Michaelerplatz Werkstättenbereich der Bearbeitung der Funde, römischen Lagervorstadt Erstellung von 11 Artikeln Wildpretmarkt Römisches Legionslager Auswertung Rennweg 44 Römische Zivilsiedlung Bearbeitung Oberlaa Hallstattzeitliche Siedlung Auswertung für Monografie Unterlaa, Römische Streusiedlung Digitale Aufnahme der Klederingerstraße Funde Schloss Kaiserebersdorf Mittelalterliche Erstellung der Monografie Befestigungsanlage und Bauforschung im Schloss Bergmillergasse Neuzeitliche Gräber der Auswertung Alten Hütteldorfer Pfarrkirche Material von Römische Ziegelproduktion Analysen zu Produktionsverschiedenen und Tonlagerstätten Fundstellen Fundmaterial von 6 Ur- und Frühgeschichte, Säuberung und Ausgrabungen Römerzeit, Mittelalter, Restaurierung von Neuzeit Keramikfunden Wien Museum Karlsplatz, Ur- und Frühgeschichte, Betreuung der Funde Depot Römerzeit, Mittelalter, Neuzeit für den Bereich MA 7 Kulturgüterkataster der Digitalisierung des Stadt Wien Franziszeischen Katasters und archäologischer Fundpunkte für den Bereich MA 7„BürgerInnen schreiben Projektkonzept Geschichte“ für den Bereich MA 7 Vienna Archaeological GIS Aufbau des (VAGIS) Geographischen Informationssystems 47 Kooperationen der Stadtarchäologie Wien mit anderen Einrichtungen Kooperationspartner Projekt Bundesdenkmalamt Erteilung der Grabungsgenehmigungen Wien Museum Karlsplatz Gemeinsame Organisation von Ausstellungen, Übernahme des Fundmaterials in seine Depots Forschungsgesellschaft Wiener Grabungen, Publikationen, Workshops und Stadtarchäologie verschiedene Projekte MD- Baudirektion Verschiedene Grabungen MA 15- Gesundheitswesen MA 22- Umweltschutz MA 28- Straßenverwaltung und Straßenbau MA 29- Brückenbau und Grundbau MA 30- Wien-Kanal MA 41- Stadtvermessung MA 45- Wasserbau Phoibos- Verlag Herausgabe der Publikationen Österreichische Akademie der Archäometrische und archäologische Wissenschaften, Institut für Untersuchungen an gestempelten römischen Kulturgeschichte der Antike Ziegeln aus dem Raum Carnuntum und Vindobona Universität Wien, Institut für Botanik- Digitalisierung von Plänen für die JubiläumsBotanischer Garten Ausstellung MA 14- ADV Bereitstellung der benötigten EDVAusrüstung, technische Umsetzung des Kulturgüterkatasters MA 19- Architektur und Stadtgestaltung Koordination des Kulturgüterkatasters unter Beteiligung von MA 8, 18 und 41 MA 41- Stadtvermessung Unterstützung durch Einmessung der Grabungen im Stadtgebiet MA 29- Brückenbau und Grundbau Rekonstruktion des antiken Geländes durch Auswertung von Bohrprofilen DonauConsult Zottl& Erber Rekonstruktion des antiken Geländes durch Auswertung von Bohrprofilen 7reasons Virtuelle Rekonstruktion des Legionslagers Universität für Angewandte Kunst, Schwermineral- und Dünnschliffanalysen von Institut für Konservierungswissenschaften Gefäßkeramik und Ziegel und Restaurierungstechnologie, Abt. Archäometrie Naturhistorisches Museum Wien, Abt. Anthropologische Bestimmungen Archäologische Biologie und Anthropologie Universität Wien, Institut für Ur- und Restaurierung von Metallfunden Frühgeschichte Donauuniversität Krems Limes-Projekt Arbeitsgemeinschaft Donauländer Kulturkarte Donau Volkshochschule Meidling Werkstätte und Veranstaltungsort der Vorträge im Rahmen der Initiative Seniorarchäologie Bezirksmuseum Favoriten Ausstellung von Funden der Ausgrabung Unterlaa Wiener Schulen 48 Entlehnung des Römerkoffers(originale Museum-online ZOOM Kindermuseum Computerapplications for Archaeologists (CAA), Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie, Union International Societé Protohistorique e Prehistorique (UISPP Com. 4), Arbeitsgemeinschaft für Quantitative und Statistische Archäologische Daten(AG Arch), Electronical Cultural Atlas Initiative (ECAI), MA 14- ADV, Oesterreichische Computer Gesellschaft(OCG), Austria Multimedia Agency(AMMA), Kunsthistorisches Museum, Naturhistorisches Museum, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Kurier Fundstücke) zur Integration in den Unterricht Beratung zur Pädagogik im Ausstellungswesen(Initiative Juniorarchäologie) Beratung bei Planung einer Ausstellung über Archäologie Internationaler Kongress“Enter the Past. The E-way into the four Dimensions of Cultural Heritage“ BEZIRKSMUSEEN 1923 wurde das erste Bezirksmuseum in Meidling gegründet. Weitere folgten und schlossen sich 1964 zur Arbeits­ gemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen zusammen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Alltagskultur und doku­ mentieren die Entwicklung der Bezirke von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Zahlreiche ehrenamtlich tätige Personen ermöglichen den laufenden Betrieb, widmen sich außerdem den verschiedenen Archiven und der Organisation von Sonderausstellungen. Der Sachaufwand wurde von der Stadt Wien 2003 mit einem Betrag in der Höhe von 196.000,- EUR unterstützt. Zusätzlich wurden EUR 87.000,-- für Sonderprojekte zur Verfügung gestellt. EHRUNGEN Auszeichnungen der Stadt Wien sind als sichtbares Zeichen der Würdigung von künstlerisch und wissenschaftlich hervor­ ragend tätigen Personen zu verstehen. Darüber hinaus informieren Berichte der Medien, die aus diesen Anlässen ent­ stehen, die Öffentlichkeit über das breite Spektrum kulturellen Schaffens in Wien. Die Preise der Stadt Wien tragen zur Motivation der Geehrten bei. Um größt­ mögliche Objektivität im Hinblick auf den Vergabemodus zu gewährleisten, erfolgen die jeweiligen Nominierungen ausschließlich durch unabhängige Jurys, deren Mitglieder ständig wechseln. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung junger KünstlerInnen und Wissenschaf­ terInnen. Als Beispiel dafür sei unter anderem die Vergabe der Förderungs­ preise der Stadt Wien hervorgehoben. Die Würdigung der Leistungen verdienst­ voller Persönlichkeiten ist auch posthum in Form von Widmungs- und Ehren­ gräbern, Kranzniederlegungen und Grabrestaurierungen möglich. 49 INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Durch das Entstehen zahlreicher neuer Kulturinitiativen und Vereine ist das Angebot im Vergleich zu den Vorjahren noch vielfältiger geworden. Die Aktivi­ täten, die vom Referat für Interkulturelle Aktivitäten nicht nur finanziell, sondern auch ideell unterstützt wurden, bestehen hauptsächlich aus Konzerten, Ausstel­ lungen, Theatervorstellungen, Lesungen oder Tanzfestivals. Trotz des bescheidenen Budgetrahmens war das interkulturelle Angebot im allgemeinen Wiener Kulturgeschehen deutlich präsent. Vom Referat Interkulturelle Aktivitäten wurde im Jahr 2003 22 Jahresförderungen und 213 Projektförderungen vergeben. Damit konnten 167 Vereine unterstützt werden, deren Veranstaltungen zum größten Teil gut vorbereitet und über­ wiegend erfolgreich waren. Eine sehr gelungene Veranstaltung – eine äußerst interessante Musik- und Tanzver­ anstaltung im Konzerthaus- wurde vom Alumniverband der Universität Wien im Juni angeboten. Einen Tag vor dem offiziellen Auftritt der Razbar Gruppe ist es dem Organisator mit Unterstützung von privaten Sponsoren gelungen, einen Teil des geplanten Programmes in der Wiener Innenstadt aufführen zu lassen. Dafür wurde die Spiegelgasse für den Indivi­ dualverkehr gesperrt. Es waren unzählige begeisterte Zuschauer anwesend, die, angeregt durch dieses musikalische Angebot und auch die günstige örtliche Lage, einen regen Meinungs- und Gedankenaustausch betrieben. Eine sehr beeindruckende wie auch programmreiche Veranstaltung wurde im Mai anlässlich des Gedenktages an Sivas von der Föderation der Alevitengemeinde in Österreich abgehalten.(Im Jahr 1993 wurde in Sivas durch religiöse Fanatiker ein Hotel in Brand gesteckt, wobei 37 Menschen starben und zahlreiche verletzt wurden). Es wurden sowohl Kurzfilme über dieses Geschehen gezeigt, aber auch rituelle Tänze präsentiert. Das von Jugendlichen inszenierte Theater­ stück„Unter den Kometen“ konnte die „bunte“ Zuschauermenge bei allen Auf­ führungen begeistern und den Jugend­ lichen des Vereines Echo positive Impulse 50 geben. Auch im Bereich der Musik wurde Beachtliches geleistet. Dem Romano Centro gelang es, ein Romafest am Mexikoplatz zu organi­ sieren, bei dem namhafte Gruppen aus Rumänien, Bulgarien und Indien sowie in Österreich lebenden Roma auftraten. Bemerkenswert war, dass nicht nur Anrainer des 2. Bezirkes, sondern Bewohner aus ganz Wien bei dieser Veranstaltung anwesend waren. „Klänge aus der Heimat“, die vom slowenischen Kulturzentrum Korotan organisiert wurden, gehört zu den gelungensten Veranstaltungen des Jahres. Neben dem Musikunterricht für StudentInnen unterschiedlichster Herkunft unter der Leitung von Prof. Mansur Bildik konnte der SAZ-Verein Wien zahlreiche Konzerte mit seinen StudentInnen und auch mit namhaften Musikern aus der Türkei organisieren. Durch die Unterstützung des Referates wurde ein Fernsehauftritt bei TRT int., der weltweit ausgestrahlt wurde, ermöglicht. Zum ersten Mal wurde im Oktober ein interkultureller Musikwettbewerb für in Österreich ansässige Gruppen vom Inter­ nationalen Kultur- und Kommunikations­ zentrum angeboten. Daran nahmen über 70 Gruppen teil. Diese Aktion erweckte sowohl bei den Musikern, als auch bei vielen Musikfreunden im In- und Ausland großes Interesse. Da ein Wettbewerb dieser Art zum ersten Mal organisiert wurde, konnte noch nicht der gewünschte Erfolg in punkto Medien und Öffentlich­ keitswirksamkeit erzielt werden. Da aber der Musikbereich besonders aktiv und lebendig ist, wird dieser Wettbewerb – reicher um die bereits gesammelten Erfahrungen – wieder organisiert werden. Wie bekannt, pflegt die Stadt Wien mit vielen Ländern der Welt ein Kulturaus­ tauschprogramm. Im internationalen Bereich des Referates wurden daher erste Besprechungen und Besichtigungen für einen bevorstehenden Kulturaustausch mit Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan vor Ort durchgeführt. Die bereits be­ stehende Beziehung mit Baku, der Haupt­ stadt Aserbaidschans, wurde seitens des Referates mit der Organisation von zwei Konzerten des Johann Strauß Ensembles gefestigt. AUSLANDSKULTUR Besonderes Augenmerk legt die Kultur­ abteilung auf die Förderung, Betreuung und Finanzierung von Wiener Projekten im Ausland. Folgende Veranstaltungen konnten mit Förderung und finanziellen Mitteln der Kulturabteilung stattfinden: Das Jahr begann lustvoll: Mit der Ausstellung„Vom Blühen und Reifen“ zeigte das„Museum auf Abruf“ im Österreichischen Kulturforum in Warschau liebevoll„Erotisches aus Kunst und Natur“. Wiener Literatur in Form von Büchern erhielt hingegen die Schweizer Stiftung Märtplatz und Institutionen in der Türkei und Japan. In Feltre, Italien, fanden die Erinnerungs­ gedenken an die Befreiung der Konzentra­ tionslager statt, die Theatergruppe Domino nahm mit ihrer Buber-Präsen­ tation daran teil. Dieselbe Theatergruppe war danach eingeladen, in Venedig aufzutreten. Während im japanischen Yokohama City im Februar Wiener und japanische TänzerInnen gemeinsam beim Festival der Yokohama Dance Collection auftraten, organisierte das Wiener Musikseminar in der Hauptstadt Chinas Internationale Meisterkurse. Frühlingsbeginn: Die spanische Universität Zaragoza lud das Orchester der Tech­ nischen Universität Wien zum großen Orchesterfestival von 8.-12. März ein. 80 Wiener Bücher gingen an das Österreich-Zentrum im ukrainischen Drohovyc und 331 Exemplare an das Österreichische Kulturforum in Mexiko. Mit Literatur aus den Fördermitteln der Kulturabteilung wurde zudem der Österreich-Klub an der georgischen Universität Kutaissi, das Österreichische Informationszentrum in der armenischen Hauptstadt Jerewan und der GermanistikLehrstuhl der Universität Samarkand in Usbekistan versorgt. Durch Israel tourte die Theatergruppe Domino mit„Papageno kommt nach Galiläa“ und bei der internationalen Messe „Kunst Zürich 2003“ zeigte der Verband Österreichischer Galerien als„Gaststadt Wien“ eine Auswahl dessen, was Wien an zeitgenössischer Kunst zu bieten hat. Der April war im Ausland vorrangig der klassischen Musik gewidmet. Zu Monats­ beginn gastierte die Haydn-Gesellschaft Wien im deutschen Lippstadt. Zwei Wochen später hörte man im bulgarischen Plovdiv die„Wiener Klänge“ von Wladimir Wladigeroff und Jenny Petrova, etwas weiter westlich ließ das Wiener Jeunesse Orchester den Monat mit einem großen Konzert in Belgrad ausklingen. Das Frühlingsfest für´s Auge fand bei der „Art Moskau 2003“ statt: Wiederum war Wien„Gaststadt“, vertreten durch den Verband Österreichischer Galerien Moderner Kunst. Das größte Event fand aber in Wien statt: Die Stadtarchäologie Wien hielt im Rathaus ihren Kongress„Enter the Past – The E-way into the four dimensions of Cultural Heritage“ ab, an dem 540 Fachleute aus 49 Nationen aller fünf Erdteile teilnahmen. In unzähligen Workshops, Vorträgen und Exkursionen wurde über die neuen Herausforderungen bei der Erhaltung und Erforschung des kulturellen Erbes beraten. Im Mai erhielt die Österreich-Bibliothek in Ulan Bator 480 Bücher, das„Austrian& Japan Performing Art Exchange Project“ machte Station in renommierten Tokyoter Tanztheatern und der Wiener ConcertVerein sang in Witten. Während am Dienstag, dem 3. Juni, ganz Österreich durch einen landesweiten Streik stillstand, eröffnete Herr Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny feierlich die Wien-Tage in Krakau: Und das kulturelle Wien präsentierte sich kompromisslos zeitgenössisch: Die„Bilder von Wienern“ begeisterten in der Kunsthalle Krakaus, dem Bunkier Sztuki, mit ihren Typenportraits grantelnder Heurigenbesucher u.a. BesucherInnen und Feuilleton reagierten begeistert. Der Eröffnungsabend gehörte dann den 23 TänzerInnen der Ballettklasse des Konser­ vatoriums der Stadt Wien, die es wagten, mit ihrer feministischen Neuinterpretation des Klassikers„Harnesie“ von Karol Szymanowski ins Ursprungsland zu reisen und überzeugend gewannen. Das 51 renommierte Slowacki-Theater war aus­ verkauft, das Publikum jubelte. Zum Chill-Out ging es dann weiter in den gotischen Jazz-Club Pod Jaszczurami, wo das Jazz-Trio des Konservatoriums mit exzellenten wienerisch-slawischen Improvisationen aufhorchen ließ. Auf die Bilder, die Performance und die Musik folgte zu guter Letzt das experimentelle Theater: Eva Brenners Projekttheater Studio war im jüdischen Viertel Kazimierz„Auf der Suche nach Jakob“ ausverkauft. Doch die intensive Zusammenarbeit mit polnischen Städten sollte nicht die anderen, ebenso spannenden inter­ nationalen Aktivitäten von Wiener KünstlerInnen verdecken: So gab es z.B. am 6. Juni für Wiener FotografInnen die gute Gelegenheit, sich mit der Ausstellung„Korrelationen“ im finnischen Oulu zu präsentieren, zu der die Fotogalerie Wien ein rundes Gesamt­ programm mit Vorträgen, Videoscreenings u.a. zusammengestellt hatte. Im selben Sprachgebiet, nämlich dem ungarischen Schloss Ezstergom, beging der Wiener Lehrer-A-Capella-Chor zu Pfingsten würdig sein 90-jähriges Jubiläum. Das Wiener Vokalensemble gastierte im tschechischen Teplice, die Wiener Art­ schrammeln und Donna Ellen waren in Baku und„Der ironische Blick“ des „Museum auf Abruf“ schweifte über Bratislava. Im Rahmen der Geburtstagsfeiern spielte Benjamin Schmidt am 18. Juli vor Ort mit den St. Petersburger Philharmonikern, das Merlin-Ensemble Wien trat Ende des Monats in Südtirol auf. Im August befand sich der Verein der Wiener Instrumentalsolisten auf Südafrika-Tournee, Aras& Gülay waren auf dem Musikfestival„Sharq Taronalari“ in Usbekistan, das Straßentheater„Vis Plastica“, das Jazz-Trio und das LannerQuartett umrahmten das Karajan-Film­ festival in Sofia und die KünstlerInnen der Fotogalerie Wien waren wieder nach Finnland eingeladen, diesmal nach Turku. Im September nahm das Klangforum Wien in Parma am Festival Traiettorie teil, das Merlin Ensemble trat beim Festival „Frauen und die Musik“ in Münster auf und das„Museum auf Abruf“ stellte in Prag aus. Unterdessen brach das Zentrum für Kanada-Studien der Universität Wien zu einer Studienreise an die Universitäten von Toronto, Ottawa, Montréal, Quebec u.a. auf. Das Jewish Museum in New York präsen­ tierte von Oktober bis Februar 2004 eine Ausstellung für„Schoenberg, Kandinsky and the Blue Rider“, die„Bilder von Wienern“ waren zum Monat der Fotografie nach Bratislava eingeladen und Adriane Muttenthaler organiserte mit dem Quartett „Criss Cross“ eine herbstliche Konzertreise durch Ungarn, Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Slowenien. Der Amadeus Knabenchor fuhr noch vor Weihnachten nach Japan. NEUE MEDIEN Diese Kunstform ist eine schwer fassbare: Einerseits absolut eigenständig in der Wahl ihrer Medien, anderseits natürlich spartenüberschreitend. Diese Heterogenität macht aber auch die außerordentliche Qualität der Projekte aus. Von klassischer Netzkunst über philosophische und praktische Grenzüberschreitungen bis hin zu Roboterfußball reichte 2003 die bunte Palette. Interessant war auch zu beobachten, dass nicht nur in der elektronischen Musik, sondern auch in der„New Media Art“ der Trend wieder vermehrt zu realen, „angreifbaren“ Ereignissen hingeht; weg von der reinen Virtualität, hin zu physischer Präsenz, weg von der Kargheit hin zu Ornamenten, Klang und Farbe. Wir sind also mitten in einer sehr spannenden Entwicklung... 52 STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 124.265 EUR vergeben. Davon entfielen zehn Arbeitsstipendien an Wiener Zivildiener im Rahmen ihres Gedenkdienstes. FILM, VIDEO Die von der Kulturabteilung zur Verfügung gestellten Budgetmittel für die Kino­ förderung haben durch ihre Größen­ ordnung und den Einsatz in unter­ schiedlichen Bereichen Erstaunliches bewirken können: Gartenbau- und Metrokino – wirtschaftlich sehr gefährdet – konnten nicht nur ihren Betrieb aufrechterhalten, sondern auch mit ihrem sehr eigenständigen Auf­ führungen bzw. Retrospektiven die Vielfalt des Filmangebotes in der Stadt erweitern; durch die gezielte Förderung der Kino­ kommission haben zahlreiche Kinos nicht nur Anerkennung für die Qualität ihres Programms in Form von Prämien erhalten, sondern auch ihre technische Ausrüstung verbessern und ihr Kino besucher­ freundlicher ausstatten können; die Förderung der Freilichtkinos haben ein „kulturelles Sommerloch“ erst gar nicht entstehen lassen. Die„kleine“ Filmförderung diente wie in den vergangenen Jahren der Förderung des jungen kreativen Potentials der Stadt, der Unterstützung der Studenten der Filmakademie bzw. der Akademie für Angewandte Kunst und hat ihren Niederschlag in zahlreichen und zum Teil sehr anspruchsvollen Experimental-, Kurz-, Dokumentar- und Animationsfilmen gefunden, wie zum Beispiel in Fridolin Schönwieses kulturellem Austauschprojekt zwischen Schülern aus Mexico-City und Wien unter dem Titel„Volver la vista“, Marie Kreutzers kleinem aber feinem Kurzspielfilm„Un peu beaucoup“ oder in der interessanten Auseinandersetzung mit dem Russland von heute in dem Film „Leichte Winter“ von Doris Kittler- um nur einige zu nennen. Für die notwendigen Strukturen im Filmund Videobereich wie Weiterbildung, Verleih, Vertrieb, Dokumentation etc. wurde von der Stadt Wien auch dieses Jahr ein Budget zur Verfügung gestellt, ebenso für Schwerpunktveranstaltungen und kleine Festivals(wie z. B.„Tricky Women“) und große Festivals(z. B. Viennale). 53 Filmfonds Wien Der österreichische Film war auch 2003 wieder am internationalen Geschehen erfolgreich beteiligt: 33 heimische Film­ produktionen erhielten über 250 Einladungen zu internationalen Film­ festivals. Ein Höhepunkt des Jahres 2003 war dabei das Filmfestival in Cannes, an dem die österreichische Produktionsfirma Amour Fou mit insgesamt vier Filmen vertreten war. Außerdem feierte Michael Haneke’s„Wolfzeit“ auf diesem Festival seine Uraufführung. Besondere Aufmerksamkeit wurde ferner Ulrich Seidl gewidmet, der mit„Jesus, Du weißt“ zum einen Festivalerfolge erzielte und zum anderen mit diversen Retros­ pektiven auf Festivals geehrt wurde. Beim Filmfestival in Amsterdam übertrug man ihm die Auswahl seiner persönlichen Top Ten für die gleichnamige Programmschiene. Ein wahrer Preis-Regen ergoss sich über Virgil Widrichs Kurzfilm„Fast Film“: 17 Auszeichnungen erhielt Widrich für diesen originellen Experimentalfilm. Barbara Alberts neuer Film„Böse Zellen“ kämpfte als auserwählter österreichischer Beitrag um die Nominierung für den Oscar in der Kategorie„Bester ausländischer Film“, ebenso wie die mit österreichischen Produzenten co-produzierten Filme„Gori Vatra“(Novotny Film) und„Zelary“(Dor Film). Letzterer hat den Sprung geschafft: „Zelary“ wurde für den Oscar nominiert! Der Filmfonds Wien war an der Finan­ zierung dieser Filme durch Förderungen ihrer Herstellung beteiligt und freut sich daher sehr, dass mit Hilfe dieser Förder­ mittel Filme entstanden sind, die sich so enorm erfolgreich auf dem internationalen Markt behaupten können und damit die künstlerische Schaffenskraft der öster­ reichischen Filmschaffenden weltweit Anerkennung findet und die hiesige Filmbranche gefördert wird. Der Filmfonds hat auch 2003 einen wesentlichen und unentbehrlichen Beitrag zur Herstellung dieser Filme geleistet und damit einen Beitrag zur Absicherung von Arbeits­ plätzen in der Film- und Medienbranche in Wien, zur Wertschöpfung in der Vienna Region und zur internationalen Repräsen­ tation Wiens und seiner Kulturschaffenden im Medienbereich. Der Fonds vergibt Zuschüsse an die Hersteller der Filme in den verschiedenen Phasen der Herstellung: Projektent­ wicklung(inklusive Drehbucherstellung), Produktion, Verleih(Kinostart) und Teilnahme an Filmfestivals. Die kulturelle, wirtschaftliche und künstlerische Bedeu­ tung eines Filmprojekts sind entschei­ dende Kriterien für eine Förderung durch den Filmfonds Wien. Das wirtschaftliche Interesse der Stadt Wien findet im soge­ nannten Wiener Filmbrancheneffekt einen Ausdruck. 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen für die Nutzung der Wiener Filminfrastruktur, seiner Film­ schaffenden und/ oder für die Präsentation Wiens als Location im Film eingesetzt werden. Nicht nur auf internationalen Filmfestivals waren zahlreiche österreichische Filme zu sehen, auch starteten im Jahr 2003 neunzehn heimische, vom Filmfonds Wien geförderte Produktionen in den öster­ reichischen Kinos. Die meisten Besucher konnte der gleichnamige Kinofilm der bekannten Fernsehserie„MA 2412“ vor die Leinwände locken: Nach vier Wochen Kinoeinsatz waren bereits 260.605 Tickets verkauft(Stand: Mitte Januar 2004). Auch war erstmals eine chinesisch-öster­ reichische Koproduktion im Kino zu sehen: „Am anderen Ende der Brücke“ mit Nina Proll in der Hauptrolle neben dem chinesischen Star Lu Yi. Im Ausland ist das Interesse an diesem Film ungleich höher, und seit langem wurde zum ersten Mal ein österreichischer Film für den englisch­ sprachigen Weltmarkt synchronisiert. Das Internationale Kinderfilm Festival, das im November 2003 in Wien stattfand, hat erstmals in seiner fünfzehnjährigen Geschichte eine Erstaufführung eines österreichischen Films präsentiert. Mit der österreichisch/kanadischen Gemein­ schaftsproduktion„Ein Sommer mit den Burggespenstern“ wurde das Festival eröffnet. Der Film wurde ferner beim Kinderfilmfestival in Sotschi(Russland) mit dem Spezialpreis der Jury ausge­ zeichnet und startete im Dezember 2003 in den österreichischen Kinos. 54 “WHO IS WHO?” beim Filmfonds Wien Kuratorium Dem Kuratorium des Filmfonds Wien gehörten 2003 folgende Mitglieder an: Dr. Barbara Fränzen, ORF Helmut Grasser, Produzent der Allegro Film Hans Hurch, Direktor der Viennale Mag. Michael Kreihsl, Regisseur Wolf-Rüdiger Philipp, Kulturabteilung der Stadt Wien Michael Stejskal, Geschäftsführer des Verleihs Filmladen Mag. Kathrin Zechner, Konsulentin der Vereinigten Bühnen Wiens Jury In jenes Gremium des Fonds, das die eingereichten Förderanträge beurteilt, wurden 2003 neue Mitglieder berufen, nachdem die Funktionszeit der ersten Jury abgelaufen war. Die Jury setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Ulrike Dohr, Geschäftsführerin der Dohr WerbeGmbH und Marketing Direktorin der 20th Century Fox Österreich Dr. Andreas Ungerböck, Chefredakteur der österreichischen Kino- und Filmzeitschrift Ray Heidrun Podszus, Geschäftsführerin des Verleihs Ventura Film GmbH, Deutschland(Funktionszeit bis Februar 2003) Dr. Gottfried Schwarz, Regisseur, Dramaturg und Schauspieler(Funktionszeit bis Februar 2003) Jani Thiltges, Geschäftsführer der„Samsa Film”, Luxemburg (Funktionszeit seit März 2003) Beatrix Wesle, CEO der FP Film Projects GmbH und VizePräsidentin für europäische Angelegenheiten von Menemsha Entertainment Europe, Deutschland (Funktionszeit seit März 2003) Die Mitglieder der Ersatzjury waren: Dr. Elisabeth Büttner, Filmhistorikerin und Filmwissenschafterin Björn Koll, Geschäftsführer der Salzgeber& Co. Medien GmbH, Deutschland (Funktionszeit bis Februar 2003) Dr. Sabine Perthold, Leiterin des Drehbuchforums in Wien(Funktionszeit bis Februar 2003) Mag. Bettina Leidl, Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien, langjährige Tätigkeit in der BKAKunstsektion(Funktionszeit seit März 2003) Annette Niehues, Lektorin, Tätigkeit im Bereich Stoffentwicklung bei LUNAFilm, Deutschland (Funktionszeit seit März 2003) Dr. Philipp Riccabona, langjährige Leitung Spielfilm bei Kirch Media, Deutschland (Funktionszeit seit März 2003) Jani Thiltges, Geschäftsführer der„Samsa Film”, Luxemburg (Funktionszeit bis Februar 2003) Filmfonds Wien intern Dr. Peter Zawrel, Geschäftsführung Mag. Petra Krassnigg, Verträge (bis Januar 2003) Mag. Katharina Bogensberger, stellv. Geschäftsführung& Verträge (seit Februar 2003, Karenzvertretung für Mag. Petra Krassnigg) Andrea Christa, Consulting Mag. Silke Schönfelder, Public Relations Sibylle Schwarzkogler, Office Management 55 MMag. Thomas Heskia, Controlling Margarethe Binder, Controlling Alessandro Chia, Controlling Fördertätigkeit der Gremien Der Filmfonds Wien sprach 2003 insgesamt 106 Anträgen eine Förder­ zusage aus. Das sind rund neun Prozent mehr Zusagen als im Vorjahr, und ein Fördervolumen von EUR 9.010.384,90, das für die Projektentwicklung, Her­ stellung oder Verwertung von Filmen bzw. für Projekte, die zur Strukturstärkung des Filmbereichs in Wien beitragen. Kuratorium Das Kuratorium des Filmfonds Wien tagte 2003 satzungsgemäß drei mal, um seine satzungsgemäße Aufgabe zu erledigen. Mit einer Änderung im Punkt 10.3.1. der FöRiLi wurde die Regelung des Eigenanteils eines Produzenten in der Projektfinanzierung mit den Richtlinien des Österreichischen Filminstituts harmoni­ siert. Ferner sagte das Kuratorium Mittel in Höhe von EUR 135.000,-- zu. Jury Für die Entwicklung, Realisierung oder Verwertung von Filmprojekten gab die Jury des Filmfonds Wien in fünf Sitzungen 59 Zusagen für Förderungen in Gesamthöhe von EUR 7.160.855,14. Geschäftsführung Die Geschäftsführung des Fonds erledigte 45 Anträge mit einer Summe von EUR 1.714.529,76, darunter befanden sich u.a. drei Anträge auf Mittel der erfolgs­ abhängigen Förderung. Übersicht der Förderungen 2003 Im Jahr 2003 wurden für 88 verschiedene Projekte Zusagen von insgesamt 21 Projektentwicklungsanträgen, 48 Anträgen auf Herstellungsförderungen, davon 29 für die Realisierung von internationalen Gemeinschaftsproduktionen, 17 Förder­ ansuchen für den österreichischen Kinostart und 12 für die Teilnahme an internationalen Filmfestivals ausge­ sprochen. Ferner gab es darunter acht Strukturförderungen. Folgende Abbildung spiegelt das Verhältnis der Anzahl der Förderzusagen vs. des Fördervolumens der jeweiligen Förderungssparte des Filmfonds Wien 2003 wieder: 56 8 12 21 17 48 0,35 0,23 0,47 0,51 Projektentwicklung Herstellung Kinostart Festival Maßnahmen 7,45 Abb.1: Anzahl der Förderzusagen nach Fördersparte Abb.2: Fördersumme in Mio. Euro nach Fördersparte Projektentwicklungsförderungen Mit einer Gesamtsumme von EUR 472.722,68 wurden 19 unterschiedliche Filmprojekte in der Entwicklung gefördert. Die Gesamtkosten der Projektentwicklungen belaufen sich auf EUR 1.404.283,33. Damit ist der Filmfonds Wien durchschnittlich zu 33,7% an der Finanzierung der Projektentwicklungen beteiligt. Folgende Projekte erhielten eine Projektentwicklungsförderung: Projekttitel Boden Antragsteller Coop 99 Fasching(inkl. Mittelerhöhung) Gurbet – In der Fremde Extrafilm Wega Film Herbert und der Internetmann Wega Film Autor Dirk Stermann, Jürgen Dose, Christoph Grissemann Melissa Müller Fördersumme in€ 8.430,00 22.000,00 Kenan Kilic, Taner Sirri Karatas Ivo Schneider, Andreas Prochaska 13.302,00 15.987,00 57 Import Export Ulrich Seidl Film Katzenkinder Klimt Die Konferenz(inkl. erfolgsabh. Förderung) Kotsch Der Kurs Lotus Film Epo Film Allegro Film Lotus Film Lotus Film La Paloma Blanka Lapislazuli Lercherl(Mittelerhöhung) Slumming Those who survived the Plague Vedem White Clouds Island Novotny Film Dor Film Fischer Film Lotus Film Bonus Film Dor Film Wega Film Ziel 2 – Wien Zlin – die vergessene fünfte Funktion Summe Firstmedia Meter-Binder OEG Ulrich Seidl, Veronika Franz Sandra Bohle Herbert Vesely Florian Flicker, Thomas Baum Gregor Stadlober Bernhard Seiter, Peter Payer Rajko Grlic Volker Krappen Michael Weiß Michael Glawogger Barbara Gräftner 50.000,00 23.920,36 50.000,00 28.053,00 24.189,32 12.913,00 50.000,00 25.000,00 4.000,00 12.400,00 30.803,00 n.n. Elisabeth Guggenberger, Helmut Voitl Egon Humer Alexander Binder 50.000,00 27.225,00 14.500,00 10.000,00 472.722,68 Herstellungsförderungen Mit einer Fördersumme von EUR 7.449.186,55 wurden 18 internationale und 25 einheimische Produktionen unterstützt. Für 43 unterschiedliche Filmprojekte wurden 48 Förderanträge (inkl. Mittelerhöhungen und Mittel der erfolgsabhängigen Filmförderung) befürwortet. Internationale Gemein­ schaftsproduktionen erhielten insgesamt EUR 2.965.571,00. Zwei Filme bekamen für ihre Herstellung Mittel aus der erfolgsbedingten Förderung, d.h. Fördergelder, die die Produzenten (Allegro Film bzw. Dor Film) nach der erfolgreichen Auswertung vorangehender Projekte zurückgezahlt hatten und nun verdoppelt abrufen konnten. Die 43 Filme erreichen in Summe österreichische Gesamtherstellungs­ kosten von EUR 30.461.946,41, von denen allein rund EUR 19,13 Millionen 58 während der Produktion für die Nutzung der hiesigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche und derer der „Vienna Region“ investiert werden sollen. Somit fließen 62,8% der nationalen Gesamtherstellungskosten in die Wiener Filmbranche, 8% mehr als im letzten Jahr. Abzüglich der vier Mittelerhöhungen von Filmen, deren Hauptförderungen bereits in den Vorjahren gewährt wurden und damit an dieser Stelle nicht mit in die statistische Auswertung einzuziehen sind, förderte der Filmfonds Wien 39 Filmvorhaben in der Produktion mit rund EUR 7,30 Millionen. Von den EUR 27 Millionen Gesamtherstellungskosten dieser Filme wurden EUR 16,89 Millionen in Wien ausgegeben. Damit liegt der Wiener Filmbrancheneffekt bei 231%, die Beteiligung des Filmfonds an der Finanzierung der Produktionen bei durchschnittlich 27,05%. Welche Herstellungen im Einzelnen gefördert wurden, sind der folgenden Auflistung zu entnehmen: Projekttitel Antragsteller/ Produzent Auf Wolke 7(inkl. erfolgsabh. Förderung) Allegro Film Blackout Journey Epo Film Bockerer IV – Prager Frühling Epo Film Crash Test Dummies Amour Fou Film Dallas Allegro Film Deutschland gegen Deutsch Bonus Film Europa Memoria Czernin Verlag Exile Family Movie Golden Girls Produktion Die fetten Jahre sind vorbei Coop99 Finding Fidel Pale Blue Productions Eine Frage der Balance Navigator Film Gesang als Weg Petrus van der Let Film Das globale Herz Amour Fou Film Hedy Lamarr Mischief Film Ich spiele Leben (Mittelerhöhung) Coop99 Kanegra Geyrhalter Film Karo und der liebe Gott Mini Film Keep Smiling Epo Film Küss mich, Prinzessin (Mittelerhöhung) Aichholzer Film Lass das sein!/ Ne fais pas Wega Film ca! Liechtenstein Kurt Mayer Film Ma Meré Amour Fou Film Maria Maria- Meine Mutter, Deine Mutter Lotus Film Marie Bonparte Satel Film Mein Mörder Wega Film Regisseur Michael Grimm Fördersumme in€ 72.768,00 Siegfried E. Kamml Franz Antel, Kurt Ockermüller Jörg Kalt Robert Pejo Michael Junker 180.000,00 500.000,00 190.000,00 373.613,00 25.939,00 Ruth Beckermann Arash Tajmir-Riahi 13.000,00 60.000,00 Hans Weingartner 100.000,00 Bay Weyman 35.000,00 Karin Berger Walter Wehmeyer 136.046,00 30.000,00 Martina Kudlacek Georg Misch Antonin Svoboda 141.867,96 90.000,00 30.930,75 Katharina Copony Danielle Proskar Douglas Wolfsperger Michael Grimm 20.000,00 306.942,00 15.000,00 59.760,00 Luc Bondy 200.000,00 Kurt Mayer Christoph Honoré Karin Macher, Susanne Wastl Benoit Jacquot Elisabeth Scharang 50.000,00 175.000,00 93.000,00 300.000,00 450.000,00 59 Nicht Fisch, nicht Fleisch Null Acht Vierzig- Das Spiel des Lebens Operation Figurini Allegro Film Lhotsky Film Allegro Film Operation Spring Tristan Sindelgruber Film Pas de repos pour les braves(Mittelerhöhung) Amour Fou Film Pigor singt und Eichhorn muss begleiten Dor Film Ragin – Geschichte einer Krankheit(inkl. Mittelerhöhung) Dor Film Silentium(inkl. erfolgsabh. Dor Film Förderung und Mittelerhöhung) Ein Sommer mit den Burggespenstern (Mittelerhöhung) Extrafilm Struggle Amour Fou Film Tintenfischalarm Wega Film Über die Grenze Geyrhalter Film Unser täglich Brot Die Viertelliterklasse Volver la Vista Welt Spiegel Kino Ziel 2- Wien Der Zwischenfall(inkl. Mittelerhöhung) Summe Geyrhalter Film Dor Film Amour Fou Film Loop Media Firstmedia Kurt Mayer Film Erwin Wagenhofer Helmut Voitl Erwin Wagenhofer, Christoph Steinbrener Angelika Schuster, Tristan Sindelgruber Alain Guiraudie Ulrike Klein Kirill Serebrennikov 97.000,00 46.655,50 70.000,00 54.000,00 30.000,00 310.000,00 720.000,00 Wolfgang Murnberger Bernd Neuburger 895.000,00 25.000,00 Ruth Mader Elisabeth Scharang Pawel Lozinski, Jan Gogola, Peter Kerekes, Robert Lakatos et al. Nikolaus Geyrhalter Roland Düringer, Florian Kehrer Fridolin Schönwiese Gustav Deutsch Egon Humer Kurt Mayer 64.000,00 142.039,00 168.000,00 172.620,00 500.000,00 150.000,00 106.019,00 165.684,00 84.302,34 7.449.186,55 Verwertungsförderungen Kinostart Für 16 heimische Produktionen wurde der Kinostart in Österreich insgesamt mit einer Summe von EUR 511.331,21 gefördert. Die Gesamtkosten der 60 Kinostarts betragen EUR 1.223.018,57. Der Fonds ist somit an 41,81% der Kosten beteiligt. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die geförderten Kinostarts im einzelnen: Projekttitel 011 Beograd 2 Väter 1er Tochter Antragsteller Novotny Film Einhorn Film Verleih Am anderen Ende der Brücke Auswege Böse Zellen Donau Heimkehr der Jäger Kaltfront MA 2412- Der Kinofilm Move!(inkl. Mittelerhöhung) Operation Figurini SK Film Polyfilm Verleih Polyfilm Verleih Filmladen Verleih Wega Film Filmladen Verleih Luna Film Verleih Cultfilm Allegro Film Ein Sommer mit den Burggespenstern Twinni Vielleicht habe ich Glück gehabt Weg in den Süden YU Summe Filmladen Verleih Filmladen Verleih Filmladen Verleih Polyfilm Verleih Polyfilm Verleih Regisseur Fördersumme in€ Michael Pfeifenberger 10.000,00 Reinhard Schwabenitzky 32.712,50 Hu Mei 63.000,00 Nina Kusturica Barbara Albert Goran Rebic Michael Kreihsl Valentin Hitz Harald Sicheritz Niki List 11.000,00 47.620,00 36.000,00 1.496,85 23.500,00 120.000,00 12.500,00 Erwin Wagenhofer, Christoph Steinbrener Bernd Neuburger 19.739,00 36.000,00 Ulrike Schweiger Käthe Kratz 33.500,00 15.160,36 Reinhard Jud Franz Novotny 25.000,00 24.102,50 511.331,21 Verwertungsförderung Festival Für die Teilnahme von österreichischen Filmen an internationalen Filmfestivals förderte der Filmfonds elf Projekte. Der Fonds beteiligte sich mit EUR 350.634,46 an den Gesamtkosten der Festivalteilnahmen, die sich auf EUR 655.648,35 beliefen. Der Fonds ist damit mit rund 53,48% an der Finanzierung beteiligt. Folgende Tabelle gibt über die elf Festivalförderungen im Detail Auskunft: Projekttitel 011 Beograd Ausländer Schlingensief Böse Zellen Donau raus! Antragsteller Novotny Film - Bonus Film Coop99 Lotus Film Regisseur Fördersumm e in€ Michael Pfeifenberger 16.707,07 Paul Poet 967,87 Barbara Albert Goran Rebic 20.000,00 20.000,00 61 Fast Film Widrich Film Fast Film Widrich Film Gori Vatra Novotny Film Laut und deutlich Geyrhalter Film Pas de repos pour les Amour Fou Film braves Ein Sommer mit den Extrafilm Burggespenstern Struggle Amour Fou Film Wolfzeit Wega Film Summe Virgil Widrich Virgil Widrich Pjer Zalica Maria Arlamovsky Alain Guiraudie Bernd Neuburger Ruth Mader Michael Haneke 33.020,40 28.000,00 32.813,44 4.301,00 60.000,00 17.824,68 57.000,00 60.000,00 350.634,46 Maßnahmen 2003 sagte der Fonds acht Struktur­ förderungen zu, eine durch das Kuratorium und sieben durch die Geschäftsführung. Mit durchschnittlich 20,61% war der Fonds an der Finan­ zierung dieser Projekte beteiligt, deren Realisierung in Summe EUR 1,10 Millionen ausmachten. Ziel der Strukturförderungen ist es, zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien beizutragen durch die Förderung von Veranstaltungen, Workshops und Initiativen, die die Infrastruktur stärken und/ oder Kommunikationsmöglichkeiten der Branche untereinander bieten. Dies waren die acht Strukturförderungen des Jahres 2003: Projekttitel Antragsteller Fördersumme in€ Austrian Film Commission Jahrestätigkeit Austrian Film Commission 110.000,00 Cinedays 2003 Österreichisches Filminstitut 3.100,00 EU XXL Film After Image Productions 50.000,00 European Documentary Network dok.at Interessensgemeinschaft Österr. Dokumentarfilmer 2.000,00 Filmfestival der Filmakademie Verein zur Förderung des Wien 2003 Studentenfilmfestivals 9.000,00 MIPCOM 2003 Cannes Verband Österreichischer Filmproduzenten 10.000,00 Regie-Symposium ADA 3.000,00 SOURES 2 Script After Image Productions Development Workshop 2003 39.410,00 Summe 226.510,00 62 Charakteristika der geförderten Filme Koproduktionsanteil der Herstellungen 2003 wurden 18 Gemeinschafts­ produktionen mit ausländischen Partnern vom Filmfonds Wien gefördert. Erstmals wurde eine große Gemeinschafts­ produktion mit Russland unterstützt. Mit bis vier beteiligten Partnern wurden die Gemeinschaftsproduktionen realisiert. Dass mit Deutschland nach wie vor die meisten Filme produziert werden, bestätigen auch die Zahlen des Jahres 2003: Deutschland ist an neun der 18 Projekte beteiligt. Insgesamt waren 26 verschiedene Kooperationspartner in den 18 internationalen Gemeinschafts­ produktionen beteiligt. Welche Länder das im speziellen waren, zeigt folgende Übersicht: CH RUS 4% P 4% 4% NL 4% CAN 8% GB 8% ESP 4% HU 4% F 23% D D Deutschland 37% F Frankreich GB Großbritannien CAN Kanada NL Niederlande P Portugal RUS Russland CH Schweiz ESP Spanien HU Ungarn Abb. 3: Anteil der internationalen Kooperationspartner an den 2003 geförderten Gemeinschaftsproduktionen nach Herkunftsländern Gesamtherstellungskosten der Produktionen Die nationalen Kosten einer Film­ produktion sind unterschiedlich. So gibt es (vor allem Dokumentarfilm-) Projekte, die ein verhältnismäßig kleines Budget haben, während internationale Spielfilm-Gemein­ schaftsproduktionen über ein größeres Budget verfügen. Die Realisierung von fast zwei Dritteln der geförderten Her­ stellungen 2003 kostet weniger als EUR 500.000,--. Im Jahr zuvor waren es nur 40% der geförderten Produktionen gewesen. Ein Fünftel der Projekte hat ein nationales Budget zwischen einer halben und einer Million Euro. Jeweils neun Prozent der Filmprojekte benötigen für ihre Reali­ sierung eine bis zwei bzw. zwischen zwei und drei Millionen Euro von den öster­ reichischen Filmschaffenden. Für ein Projekt wurden mehr als drei Millionen Euro für dessen Produktion kalkuliert. 63 2,0- 3,0 Mio 1,0- 2,0 Mio 9% 9% >3,0 Mio 2% 0,5- 1,0 Mio 21% < 0,5 Mio 59% Abb.4: Anteil der in der Herstellung geförderten Projekte 2003 nach Größe der österreichischen Gesamtherstellungskosten in Euro Genre der geförderten Filme Das dominierende Genre der geförderten Herstellungen 2003 war der Dokumentarfilm mit 23 Projekten. Im Spielfilmbereich wurden vor allem Dramen gefördert, quantitativ gefolgt von Komödien und Kinderfilmen. Dokumentarfilm Drama Komödie 4 Kinderfilm 2 Histor. Biografie 1 Kriminalkomödie 1 Road Movie 1 11 23 Abb. 5: Genres der in der Herstellung geförderten Filmprojekte 2003 Besucherzahlen, Festivalteilnahmen und Preise In den österreichischen Kinos liefen 2003 insgesamt 19 vom Filmfonds Wien geförderte Filme an. Doch nicht nur im Kino war der heimische Film stark 64 vertreten, sondern auch auf internationalen Festivals, wo er auch zahlreiche Preise erhielt. Kinostarts und Besucherzahlen 2003 Filmtitel Verleih Vielleicht habe ich Glück gehabt Filmladen Richtung Zukunft durch die Nacht Polyfilm 2 Väter 1er Tochter Einhorn Film Am anderen Ende der Brücke Buena Vista Rocco Filmladen Move! Buena Vista Kaltfront Filmladen Struggle Filmladen Fast Film Sixpack Film Twinni Filmladen YU Polyfilm 011 Beograd Polyfilm Auswege Polyfilm Bockerer IV – Prager Frühling Buena Vista Weg in den Süden Polyfilm Böse Zellen Polyfilm Donau Filmladen Ein Sommer m.d.Burggespenstern Filmladen MA 2412 – Der Kinofilm Lunafilm Kinostart 10.01.03 07.02.03 20.02.03 27.02.03 31.03.03 04.04.03 01.05.03 13.06.03 04.07.03 05.09.03 12.09.03 26.09.03 16.10.03 31.10.03 14.11.03 21.11.03 12.12.03 19.12.03 25.12.03 Besucher 2.896 1.901 14.719 29.231 2.127 704 1.466 1.137 2.368 10.086 749 1.172 455 10.560 285 13.500 7.853 2.773 165.122 Preise 2003 Filmtitel Regisseur Am anderen Ende der Brücke Hu Mei Preis Moskau, 8th Int. Film Festival “Faces of Love” Preis: 2003-"Silver Arrow" Prize for Best Male Role: Wang Zhiwen Bellaria – Solange wir leben Douglas Wolfsperger Prix Europa(Kategorie TV NonFiction) f. beste europäische Radio- und TV-Programme; Ernst Lubitsch-Preis; Bayrischer Filmpreis 2002(Kategorie bester Dokumentarfilm) Blue Moon Andrea Maria Dusl Lagow, 33. Lubuser Filmsommer Preis: 2003-Julius Burski-Preis des Veranstalters Donau Goran Rebic Mannheim- Heidelberg, 52. Internationales Filmfestival Preis: 2003-Publikumspreis Fast Film Virgil Widrich Cannes, Festival de Cannes: Nominierung Official Selection; Toronto, Worldwide Short Film Festival Preis: Best Animated Short; Tarragona, Festival inCurt Preis: Best Editing; Vila de Conde, Festival Internacional de Curtas Metragens: Großer Preis für Animation und RTP-TV Selection; 65 Melbourne, International Film Festival Preis: Best Experimental Short Film; Grand Rapis, Bearded Child Film Festival Preis: Audience Award; Odense, Film Festival Preis: Most Imaginative Film; Paris, l’Etrange Festival Preis: Audience Award; Zürich, Intern. Festival für Animationsfilm Preis: High Risk Award; Mailand, Film Festival: Preis der Mailänder Filmstudenten Thessaloniki, Panorama of Independent Film& Video Makers Preis: Best Experimental Film; Essonne Cinesonne – Festival du Cinéma Européen Preis: Prix Special Lycees; Leipzig, Intern. Leiptiger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm Preis: Innovativster Kurzfilm; Uppsala Short Film Festival Preis: Grand Prix; Madrid, Semana de Cine Experimental Preis: Premio de la Comunidad de Madrid a la Mejor Película; Onda Curta Cinanima: 2. Preis; Santa Fe, Film Festival Preis: Milagro Award for Best Animation; Madrid, Animadrid Preis: Innova Award; Black Maria Film Festival Preis: Jury’s Choice Award Feuer- Gori Vatra Geboren in Absurdistan Ikarus Max Jesus, Du weißt 66 Pjer Zalica Silberner Leopard in Locarno; Nominierung f. European Film Award Houchang Allahyari Kuala Lumpur Weltfilmfestival, 2. Preis Bernhard Weirather Saarbrücken, 24. Filmfestival Ophüls Preis: 2003­ Drehbuchpreis der Medienpartner SR und ZDF Ulrich Seidl Karlovy Vary, 38th Int. Film Festival Preis: 2003- Best documentary film; Montreal, 32nd Int. Festival of New Cinema and New Media Ein Sommer mit den Burg- Bernd Neuburger gespenstern Preis: 2003-Prix de l’association québecoise des critiques SOCHI, Kinderfilmfestival „Kinotavrik“ Preis: Spezialpreis der Jury Struggle Twinni Wolfzeit Ruth Mader Ulrike Schweiger Michael Haneke Turin, 21st Int. Festival of Young Cinema„Cinema Giovani” Preis: 2003- Premio Cipputi(lobende Erwähnung); Kiew, 33rd International Film Festival„Molodist“ Preis: 2003FIPRESCI+ Mention spéciale Don Quichotte Preis Bordeaux, 5th Int. Festival of Women in Cinema Preis: 2003­ Best Film Sitges International Film Festival of Catalonia Preis: Bestes Drehbuch, Großer Preis der Kritiker. Veranstaltungen 2003 Wiener Filmgespräch Ein hochkarätig besetztes Wiener Filmgespräch versammelte am 22. Januar 2003 zu drei für die zukünftige Ent­ wicklung entscheidenden Themenkreisen Experten und Expertinnen aus dem Inund Ausland im Wiener Rathaus, die zu den Themen„Medienpolitik braucht Standortpolitik“,„(Aus-) Bildung – eine Investition in die Zukunft“ und„Die Finanzierung der Finanzierung“ diskutierten. Mit den Ergebnissen des Filmgesprächs wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, den die Stadt Wien in ihrem Bereich und mit Partnern umsetzen will und den Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gemeinsam mit Peter Zawrel im April 2003 unter dem Titel„Agenda 2006“ präsentierte. Ausbildungsenquete Mit einer lebhaften Podiumsdiskussion startete am 6. März 2003 eine zweitägige Enquete zum Thema Ausbildung im audiovisuellen Medienbereich in Österreich. Drei Arbeitskreise fanden sich schließlich zusammen, die zu den Themen "Ausbildungssituation","Berufsfelder" und "Vernetztes Wissen" am Folgetag Probleme und Entwicklungen diskutierten und Lösungswege skizzierten. Der Film­ fonds Wien war Initiator und Partner bei der Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung, die an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien stattfand. Webauftritt mit Online-Formular Zu Beginn des Jahres 2003 ging der Filmfonds Wien mit einem neuen und wesentlich umfangreicheren Webauftritt ins Internet. Neben der bislang schon bestandenen Möglichkeit des Downloads von Richtlinien und Antragsformularen erstreckt sich das Informationsangebot auf der Seite www.filmfonds-wien.at nun von Terminen der Branche, aktuellen Informationen rund um Film und einer Linkliste quer durch die gesamte euro­ päische Branche bis hin zu allen Förderungsentscheidungen der letzten Jahre, statistischen Auswertungen und Übersichten der Förderungen des Fonds. Ferner ist es seit Mitte des Jahres 2003 möglich, Förderansuchen auf digitalem 67 Wege an den Filmfonds Wien zu richten. Mit dem OnLine-Formular können Filmschaffende ihre Anträge und Projekte digital verwalten und bearbeiten. Diagonale 2003 Länderförderungstagung Bereits zum vierten mal kamen Vertreter der Filmförderungsinstitutionen der österreichischen Länder zu einer Tagung im Rahmen der DIAGONALE 2003 zusammen, die alljährlich auf Initiative des Filmfonds Wien stattfindet. So wurde hier über den Erfolg des Kurzfilmwettbewerbs"Shorts on Screen" berichtete, dessen Idee während der Länderförderungstagung 2001 entstanden war, um den jungen Filmnachwuchs auf Länderebene zu fördern. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war das Thema"Digitales Kino". Peter Fleischmann vom Filmzentrum Babelsberg stellte seine europäischen Initiativen auf diesem Gebiet vor. Ferner stand die Medien- und Filmbildung auf dem Programm. Diskussionspunkte waren dabei vor allem die aktuelle Situation an Österreichs Schulen und das Manko der Lehrerausbildung. Slowenisch-Österreichisches Produzententreffen Während der DIAGONALE 2003 kam es zum ersten Treffen von Filmschaffenden aus Slowenien und Österreich. Dabei wurden die jeweiligen Fördersysteme, die Produktions- und Rahmenbedingungen der Filmproduktion in beiden Ländern vorgestellt. Die Filmschaffenden beider Länder wünschten sich weiterführende Gespräche miteinander, um die Idee von gemein­ samen Produktion umsetzen zu können. Der erste, wichtige Schritt dafür wurde in Graz getan. Der Filmfonds Wien war ein Partner der Veranstaltung. Sources 2-Workshop 27 internationale Filmschaffende Europas arbeiteten im April 2003 im Rahmen eines Sources2- Workshops an ihren Film­ projekten mit professioneller Unter­ stützung in Wien. Zum zweiten Mal fand in Zusammenarbeit mit dem Filmfonds Wien ein Sources 2- Seminar in Wien statt. 68 Sources 2 ist ein Projektentwicklungs- und Trainingsprogramm für Filmschaffende, das sowohl ein Seminar für die Entwicklung von Spielfilmen anbietet, als auch ein Special für kreative Dokumentarfilme. Filmfonds Wien als Partner der Netherlands Production Platform Im Rahmen des jährlichen„Holland Film Meeting“ in Utrecht wurde die „Netherlands Production Platform“ etabliert, zu der im Jahr 2002 erstmals deutsche und belgische Filmschaffende eingeladen waren, aktuelle Filmprojekte vorzustellen, die das Potential zu einer Gemeinschaftsproduktion und damit auch die Chance auf Förderungen in den Niederlanden haben. 2003 konnten- neben Teilnehmern aus weiteren europäischen Ländern wie z.B. Luxemburg, Schweiz, Irland, Skandinavien und Großbritannien- auf Initiative des Filmfonds Wien erstmals auch öster­ reichische Produzenten an dieser Veranstaltung teilnehmen. Von österreichischer Seite waren zum einen die Bonus Film mit ihrem Projekt „Those Who Survived The Plague“ und zum anderen die Coop 99 mit„Ich spiele Leben“, die beide vom Filmfonds Wien gefördert wurden, erfolgreich vertreten. Filmfonds Wien ist Gründungsmitglied der European Coordination of Regional Investment Funds – Audiovisual Gemeinsam mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg(D), Provincia de Lecce(I), Rotterdam Fonds Voor de Film ed audiovisuele media(NL) und Wallimage(B) rief der Filmfonds Wien die"European Coordination of Regional Investment Funds- Audiovisual" (ECRIF-AV) ins Leben, um ein Netzwerk zwischen den Förderinstitutionen Europas zu schaffen. In Arbeitsgruppen werden verschiedene Schwerpunkte angegangen, wie z.B. die Frage der Richtlinien, der Auswirkungen der Förderungen auf die Region und die Wirtschaft, die Analyse der künstlerischen und finanziellen Bestandteile der geförderten Projekte. Die aus dieser Initiative hervorgegangene Vereinigung„Cine-Regio“ wurde beim ersten Kongress europäischer Regional­ förderungen im November 2003 in Turin vorgestellt. Erstmals konnten für eine Initiative im Medienbereich Interreg-Mittel der EU eingebunden werden. Cine Regio wird die Interessen der Regionen in Brüssel vertreten, eine Datenbank erstellen und mit weiteren Veranstal­ tungen am Europa der Regionen im Filmund Medienbereich arbeiten. Filmfonds als Partner bei Kongressen mit Schwerpunkt Osteuropa film20-Kongress in Wien und Berlin Neue Impulse für eine gemeinsame politische Strategie und für mehr Dynamik innerhalb der europäischen Filmwirtschaft- das waren die Ziele des Kongresses"Pro Erweiterung in der Filmwirtschaft" von film20, der deutschen Interessensgemeinschaft Filmproduktion, der zweigeteilt im September in Wien und im Oktober 2003 in Berlin stattfand. Über 150 Fachleute aus der Alt-EU und den Beitrittsländern diskutierten über die Situation und die Perspektiven der Zusammenarbeit im Film- und Medienbereich. EU XXL film Im Rahmen einer Ost-Europäischen Filmreihe fand im November 2003 der Kongress„EU XXL film- Forum for film professionals“ in Wien statt. Die Chancen und Potenziale für eine engere Zusammenarbeit im Filmbereich wurden dabei diskutiert. Erstmals trafen einander alle Vertreter der Förderinstitutionen zu einem Round-Table, den der Geschäfts­ führer des Filmfonds moderierte. Ergebnis dieses Kongresses ist die"Vienna Declaration", die die wesentlichen Punkte, die die Teilnehmer als dringende zu verbessernde Schwerpunkte heraus­ arbeiteten, beinhaltet und die nun als Diskussionsgrundlage mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Bildung dienen soll. 69 WIENER FESTWOCHEN 9. Mai – 16. Juni 2003 Wiener Festwochen 2003 Luc Bondys Intendanz auch im zweiten Jahr erfolgreich Enorme Steigerung des Publikums­ interesses: über 90 Prozent Auslastung Luc Bondy und sein Leitungsteam mit Musikdirektor Hans Landesmann und Schauspieldirektorin Marie Zimmermann präsentierten insgesamt 33(Musik-) Theaterproduktionen mit 187 Vor­ stellungen. Künstler und Kompagnien aus 13 Ländern waren in Wien zu Gast. Die eingeladenen Ensembles kamen aus Amsterdam, Antwerpen, Berlin, Brüssel, Eindhoven, Graz, Kairo, Kaliningrad, Kemerowo, Klagenfurt, London, Luzern, Melbourne, New York, Paris, St. Petersburg, Stockholm, Stuttgart, Tel-Aviv, Wien und Zürich. Das umfangreiche Programm fand ein neugieriges und begeisterungsfähiges Publikum. Mit 90,43% Auslastung war das Publikumsinteresse gewaltig. Der Ver­ gleich mit den letzten zehn Jahren zeigt, dass es nur einmal eine Auslastung von über 90 Prozent gab(1997: 90,79%). Erfreulicherweise zeigte sich, dass fremd­ sprachige Aufführungen dank Übertitelung oder Simultanübersetzung kein Hindernis für den Publikumszuspruch darstellten. Bund streicht die Subvention für die Wiener Festwochen Zum Beginn der Wiener Festwochen 2003 gab es einen Knalleffekt. Am 7. Mai 2003 fand mit Romeo& Julia die erste Premiere der Wiener Festwochen 2003 statt. Am selben Tag erfuhr Intendant Luc Bondy aus einer Agenturmeldung, dass die im November 2002 beantragten Fördermittel des Bundes in der Höhe von EUR 364.000,-- nicht mehr gewährt werden: Tatsächlich finden sich im Bundes­ voranschlag für 2003 und 2004 jene EUR 364.000,-- nicht mehr, die der Bund 2002 für die Wiener Festwochen budgetiert hatte.... Man habe sich auf Grund von Empfehlungen des Rechnungshofes und eines Beratungsunternehmens angesichts des prozentuell geringen Bundesanteils 70 am Festwochen-Gesamtbudget und des dafür vergleichsweise hohen Verwaltungs­ aufwandes dazu entschlossen, künftig – so sich entsprechende Projekte anböten – die Wiener Festwochen nur noch im Rahmen von Projektförderungen zu unterstützen... es handle sich bei den Wiener Festwochen um'ein reines Wiener Festival', so die Pressesprecherin von Kunststaatssekretär Franz Morak gegenüber der APA. Die Bundesbeiträge für den Salzburger Festspielfonds, für die Bregenzer Festspiele oder für die Festspiele in Mörbisch sind gleich geblieben. APA, 7. Mai 2003 Die Streichung des Bundesbeitrages für die Wiener Festwochen war in vielen österreichischen und internationalen Medien zentrales Thema der FestwochenBerichterstattung 2003. Eröffnung Wiener Festwochen 2003: Station Europa Unter dem Titel Station Europa stand die Festwochen-Eröffnung 2003 im Zeichen der EU-Erweiterung. Das Team der Eröffnung – Neue Sentimental Film (Konzept), Nikolaus Prokop(Buch), Roland Loibl(Regie), Petra Windisch(Bühnen­ design), mvd tm (Visuals) und MG-Sound Studios(Sounds& Arrangements) – hat es erfolgreich unternommen, die europäische Vielfalt und den Aufbruch in eine gemein­ same Zukunft in einem größeren, er­ weiterten Europa musikalisch und visuell ebenso unterhaltsam wie atmosphärisch umzusetzen. Auf 3 überdimensionalen Bildwänden von insgesamt mehr als 50 Meter Länge wurden optische Impressionen aus den Kulturräumen der neuen EU-Mitgliedsstaaten gezeigt. Für die musikalische Reise durch den Kontinent sorgten so unterschiedliche Musiker wie das Wiener Sinfonie Orchester, das Kammermusikensemble Triology, der Arnold Schoenberg Chor, das sechsköpfige Vokalensemble Bauchklang oder die Berliner Popgruppe Wir sind Helden. Berührungsängste zwischen den Musik­ stilen gab es nicht. Triology spielte Kraftwerk-Songs, das Wiener Sinfonie Orchester Brian Eno/ David Bowie. Die Brotherhood of Brass legten die Wurzeln der europäischen Musik im kulturellen Spannungsfeld zwischen Juden, Roma und Mauren bloß. Den Text zur Einspielung der Biographie von Wladyslaw Szpilman sprach George Tabori. Rund 40.00 Besucher – erfreulicherweise auch viel junges Publikum – kamen auf den Rathausplatz. Die Eröffnung wurde in ORF 2 und 3-sat live übertragen. Station Wiener Festwochen High Noon – Festwochen im Gespräch Denkzone 2003: The American Century und das neue Europa Auf Anregung von Bürgermeister Dr. Michael Häupl haben die Wiener Festwochen 2003 ein Diskussionsforum eingerichtet: die Station Wiener Festwochen. In der Gestaltung des Architektenteams Eichinger oder Knechtl wurde zugleich am Beginn der Mariahilfer Straße/ Ecke Museumsplatz ein markantes Zeichen in der Stadt gesetzt. Bei High Noon – Festwochen im Gespräch wurden in der Station Wiener Festwochen in über 30 Mittagsgesprächen bei freiem Eintritt die Produktionen der Wiener Festwochen zwischen Künstlern und Publikum, großteils moderiert von den Programmdirektoren, diskutiert. Das Publikum begrüßte diese neue Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre mit den Fest­ wochen-Künstlern und der FestwochenLeitung ins Gespräch zu kommen, sehr. Insgesamt waren ca. 1.000 Menschen bei den High Noon-Gesprächen anwesend. Die Station Wiener Festwochen war auch Ort für ein internationales Symposium mit dem Titel Denkzone 2003: The American Century und das neue Europa, das vom 22. bis 25. Mai stattfand. Aus aktuellem Anlass haben die Wiener Festwochen kurzfristig umdisponiert. Nach einer Idee von Tomas Zierhofer-Kin hat Schau­ spieldirektorin Marie Zimmermann statt des für zeit_zone 2003 geplanten Festes die Denkzone 2003 konzipiert. In vier Diskussionsforen, geleitet von Peter Huemer, haben Wissenschaftler, Intellektuelle, Autoren und Künstler auf dem Hintergrund ihrer eigenen Er­ fahrungen und Positionen eine aktuelle Standortbeschreibung Europas gegeben. Es diskutierten Das Dilemma der europäischen Atlantiker Adam Krzeminski, Robert Menasse und Roger de Weck, Menschenrecht versus Völkerrecht – Zur Legitimität des Militärischen in der Zivilgesellschaft Christian Meier, Thomas E. Schmidt, Gerd Schmückle und Biljana Srbljanovi ć, In Gottes Namen – Religion und Gewalt Madeeha Gauhar, Otto Kallscheuer, Navid Kermani und Thomas Meyer, Fluchtpunkt& Festung Europa – Zivilgesellschaft Babylon Renan Demirkan, Herta Müller, Cem Ödzemir und Feridun Zaimoglu. An jedem Symposiumstag verfolgten mindestens 100 Personen die Diskussion – insgesamt ca. 500 Besucher. Das ungewöhnlich vielfältige und umfang­ reiche Schauspielprogramm der Schau­ spieldirektorin Marie Zimmermann um­ fasste 23 Aufführungen, darunter sechs Koproduktionen. 10 Produktionen wurden in Wien erstmals international präsentiert. Publikum und Presse folgten der Fülle und dem Formenreichtum des internationalen Theaterangebots mit größter Aufmerk­ samkeit und Interesse. Zu einem bejubelten Höhepunkt der Wiener Festwochen wurde die erste Premiere im Schauspielprogramm. Eine ungewöhnliche Inszenierung von Shakespeares Romeo& Julia in der zirzensischen, akrobatischen Inter­ pretation vom Stockholmer Dramaten gemeinsam mit dem schwedischen Cirkus Cirkör begeisterte gleichermaßen Publikum wie Presse. Das Publikum stürmte die Aufführung. Zusätzlich zu den 11 geplanten Vorstellungen in der großen Halle E im MuseumsQuartier wurde noch eine offene Probe und eine Zusatz­ vorstellung angeboten, insgesamt über 9.000 Besucher. Nach einer sehr erfolg­ reichen Aufführungsserie in Stockholm war diese Produktion nur bei den Wiener Festwochen zu sehen. Ein zentraler Programmpunkt im Schauspiel war die deutschsprachige Erstaufführung von Peter Verburgts Wittgenstein Incorporated, eine Auf­ tragsproduktion der Wiener Festwochen in der Umsetzung von Jan Ritsema mit Ulrich Mühe. Ein hoch konzentrierter Theater­ abend, dem das Publikum gebannt folgte. Die großartige schauspielerische Leistung von Ulrich Mühe wurde in den Rezensionen besonders hervorgehoben. 71 Bei den Wiener Festwochen 2003 fand die europäische Erstaufführung von K und Panic!(How to be happy) statt. Die Publikums- und Pressereaktionen auf K, David Pledgers Bearbeitung von Franz Kafkas Roman Der Prozess als Gastspiel der australischen Gruppe not yet it’s difficult waren etwas zurückhaltend. Panic! (How to be happy) des New Yorker Avantgarde-Künstlers Richard Foreman, eine Koproduktion von OntologicalHysteric Theater, New York und Wiener Festwochen, amüsierte viele Besucher sehr, hinterließ aber bei manchen Kritikern große Ratlosigkeit. The Hanging Man, eine moderne Moritatengeschichte von Phelim McDermott, Lee Simpson, Julian Crouch und dem Improbable Theatre entstand als internationale Koproduktion u. a. mit den Wiener Festwochen, wo auch die internationale Premiere stattfand. Anschließend reiste die Produktion nach London und in die USA. Die Aufführung begeisterte das Publikum und die meisten Kritiker. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Das Schauspielprogramm setzte einen besonderen Akzent auf die zeitgenössische Beschäftigung mit antiken Tragödien und deren Überlieferung. In der Regie von Klaus Michael Grüber und dem Bühnenbild von Anselm Kiefer, mit Bruno Ganz in der Titelrolle und einem Starensemble, machte Ödipus in Kolonos von Sophokles den Auftakt dieses Zyklus. Peter Handke hat Sophokles' Text vom Altgriechischen ins Deutsche übertragen. Die mit großer Spannung erwartete Aufführung, eine Koproduktion von Burgtheater und Wiener Festwochen, markierte einen weiteren Höhepunkt der Wiener Festwochen 2003. Im Schauspielprogramm war das auch die Produktion mit dem größten medialen Interesse. Viele internationale Medien waren anwesend. Wiewohl die Kritikerstimmen kontrovers waren, zeigte sich das Publikum restlos begeistert: über 11.000 Besucher konnten in den Vorstellungen gezählt werden. Die Aufführung wurde in den Spielplan des Burgtheaters übernommen. Ein großer Erfolg und bejubelter Höhepunkt wurde auch das Gastspiel von Patrice Chéreaus gefeierter Phèdre Inszenierung mit Dominique Blanc in der 72 Titelrolle. Der Publikumsansturm war gewaltig. Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Das Presseecho waren großteils Hymnen. Phèdre, eine Koproduktion von OdeonThéâtre de l'Europe und RuhrTriennale, gastierte nur bei den Wiener Festwochen. Das flämische Schauspielerkollektiv Tg Stan aus Antwerpen präsentierte 2 Antigone von Jean Cocteau und Jean Anouilh. Die Aufführung wurde vom zahlreich erschienenen Publikum großteils positiv aufgenommen, die Pressereaktionen waren unterschiedlich. Mit De Onderneming war eine zweite Gruppe aus Antwerpen zu den Wiener Festwochen eingeladen. Das Gastspiel mit The Notebook/ The Proof, De Ondernemings beeindruckende szenische Adaption der großen Romantrilogie Das große Heft, Der Beweis und Die dritte Lüge von Agota Kristof, wurde von den Medien kontrovers aufgenommen. Das Publikumsinteresse für The Notebook war zufrieden stellend, das für The Proof lag unter den Erwartungen. Mit seinen beiden berührenden Produk­ tionen Wie ich einen Hund gegessen habe und Planet war Jewgenij Grischkowez 2002 die Entdeckung und der Shootingstar der Reihe forumfestwochen ff. Mit seiner Erfolgsproduktion Dreadnoughts gastierte er 2003 im Hauptprogramm der Fest­ wochen. Wiederum bezauberte er das Publikum und auch die meisten Journalisten. Großen Anklang beim FestwochenPublikum fand das Gastspiel des Berliner Ensemble mit Adam Schaf hat Angst oder Das Lied vom Ende von Georg Kreisler. In der Regie von Werner Schroeter spielte Tim Fischer die Titelrolle, an seiner Seite Steffi Kühnert. Die schöne Müllerin, Christoph Marthalers viel gerühmte Interpretation von Schuberts Liederzyklus erfüllte beim Publikum und bei der Presse alle in sie gesetzten Erwartungen: alle Vorstellungen waren ausverkauft und es gab hymnische Kritiken – ein absoluter Höhepunkt im Schauspiel- und zugleich auch im Musik­ programm der Wiener Festwochen 2003. Erstmals seit längerer Zeit öffnete sich das Programm der Wiener Festwochen auch für sehr junge Zuschauer: In Koproduktion mit dem Londoner Lift Festival erarbeitete die britische Kindertheatergruppe theatre­ rites Shopworks – Beim Greißler für Menschen ab 6. Die Produktion feierte bei den Wiener Festwochen ihre internationale Premiere. Von der Aufführung, in deutscher und englischer Sprache gespielt, zeigten sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Der Wiener Spielort war natürlich eine ehe­ malige Greißlerei: Hahngasse 16 im neunten Wiener Gemeindebezirk. Bei Schicklgruber alias Adolf Hitler von Neville Tranter im Schauspielhaus waren die Wiener Festwochen Kooperations­ partner. Der australische, in Holland lebende Puppenspieler ließ im furiosen Spiel mit seinen Puppen die letzten Stunden im Führerbunker Revue passieren. Am Ende des Festivals setzte Frank Castorf mit Forever Young, seiner Adaption von Tennessee Williams' Süßer Vogel Jugend/ Sweet Bird of Youth einen markanten Höhepunkt. Seine Umsetzung des Südstaatendramas um verlorene Jugend und Aushöhlung der Demokratie mit dem ausgezeichneten VolksbühnenEnsemble, allen voran Kathrin Angerer und Martin Wuttke, und dem kongenialen Bühnenbildner Bert Neumann wurde bejubelt. Die Premiere an der Volksbühne in Berlin war am 24. Oktober 2003. Am 16. Juni fand die letzte Premiere der Wiener Festwochen 2003 statt: Moskowskij chor – Der Moskauer Chor von Ljudmila Petruschewskaja als Gastspiel des Maly Drama Theater-Théâtre d'Europe aus St. Petersburg. Die Inszenierung des jungen Regisseurs Igor Konjaew war zur besten russischen Theaterproduktion der Saison 2002/2003 gewählt worden und wurde bei den Wiener Festwochen erst­ mals außerhalb Russlands präsentiert. forumfestwochen ff Neue Helden Auch im zweiten Jahr von forumfestwochen ff zählte die 2002 von Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und Dramaturg Stefan Schmidtke initiierte neue Veranstaltungsreihe zu den Höhepunkten im Schauspielprogramm. forumfestwochen ff widmete sich 2003 dem Thema Neue Helden. Sieben Arbeiten aus Berlin, Eindhoven, Kairo, Kemerowo in Sibirien, Paris, St. Petersburg und Stuttgart wurden nach Wien eingeladen. Eine sich dynamisch verändernde Welt macht aus randständigen Personen Hauptakteure, die mehr und mehr – freiwillig oder unfreiwillig – im Rampenlicht des theatralen Interesses stehen. Junge Theatermacher aus verschiedenen nationalen und kulturellen Kontexten richteten ihr künstlerisches Augenmerk auf deren Lebensgefühl und begaben sich auf ästhetische Ent­ deckungsreise in Welten, die ihnen bisher fremd waren: die new economy, die Russlandkrise, das Pensionistenheim, das Fußballstadion, ihre Heimatstadt, sei es das Viertel um die Ecke oder der Dschungel einer Metropole. Das herein­ brechende Ende der schönen neuen Welt des Turbokapitalismus hat weltweit die Grenzen zwischen Gewinnern und Verlierern neu gezogen. Unmittelbares Erleben, Recherche und Experiment mit den Formen des Theaters selbst inspirieren junge Künstler weltweit, sich mit diesem Phänomen auseinander zu setzen. Die eingeladenen Inszenierungen stellten eine große Bandbreite an Theaterästhetiken vor. Ob Radikal-Soap im TV-Format( Heidi Hoh 3) oder Choreo­ graphie( Zwanenmeer), Dokumentarstück ( Quartier Nord) oder Tschechow'scher Realismus( Pjesa, kotoroij net) – die Suche nach den Neuen Helden ging einher mit der Suche nach adäquaten Ausdrucksmitteln. Die meisten Projekte entstanden in kollektiver Zusammenarbeit. Einige Regisseure standen selbst auf der Bühne, Schauspieler schrieben und inszenierten. Viele Vorstellungen von forumfestwochen ff waren ausverkauft. Zu den erfolgreichsten Produktionen mit jeweils 100% Aus­ lastung zählten Heidi Hoh 3 – die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat, Pjesa, kotoroij net – Ein Stück, das es nicht gibt, Quartiers-Nord, Zwanenmeer – Schwanensee und I Furiosi – Die Wütenden. Einhellig bejubelt von Publikum und Presse wurden Heidi Hoh 3 von René Pollesch und I Furiosi in der Regie von Sebastian Nübling – weitere Höhepunkte im Pro­ gramm der Wiener Festwochen. 73 forumfestwochen ff ist auch Laboratorium für junge Künstlerinnen und Künstler aller theatralischer Sparten aus dem In- und Ausland, das mit Workshops einen geschützten Raum für gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und Experimentieren gibt. 2003 hatte die israelische Fotografin Michal Heiman in einem Workshop für junge Künstler aus fünf osteuropäischen Ländern und junge Wiener Psychologen Einblick in ihre Arbeitsmethode gegeben. Der russische Regisseur Andrej Moguschij und der belgische Autor Rudi Bekaert hatten jugendlichen Laiendarstellern aus der Flüchtlings-Betreuungsstelle Traiskirchen unterschiedliche Schauspiel­ techniken vorgestellt und sie gemeinsam trainiert. Neben dem besonderen Anliegen, die zeitgenössische Musik zu fördern, ist es erklärte Absicht von Musikdirektor Hans Landesmann, im Musikprogramm Produktionen in exemplarischen Auf­ führungen zu zeigen, die als Gattung oder Werk wenig bekannt sind und die in Wien sonst nicht präsentiert werden. Cavallis La Calisto und Les larmes du ciel, ein Tanzund Musiktheaterabend von Joachim Schlömer mit Werken des Barock, standen bei den Wiener Festwochen 2003 programmatisch im Kontrast zu einem Klassiker des 20. Jahrhunderts: Helmut Lachenmanns singuläres MusiktheaterOpus Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Mit massacre nach Christopher Marlowes Tragödie The Massacre at Paris wurde ein Auftragswerk der Wiener Festwochen an den öster­ reichischen Komponisten Wolfgang Mitterer uraufgeführt. Die Ankündigung, interessante Produktionen aus den Bundesländern zu präsentieren, wurde mit Aida aus Graz und Madame Butterfly aus Klagenfurt eingelöst. Die Aufführung von Pietro Francesco Cavallis Barockoper La Calisto in memoriam Herbert Wernicke im Theater an der Wien am Beginn des Musik­ theaterprogramms markierte zugleich einen ersten Höhepunkt. Barock­ opernspezialist René Jacobs und sein Concerto Vocale sowie das junge internationale Sänger-Ensemble wurden bejubelt. Die Kritik schloss sich weitgehend dem Enthusiasmus des Publikums an. 74 Zu einem großen Erfolg wurde das Gastspiel des Klagenfurter Stadttheaters mit Puccinis Madame Butterfly, inter­ pretiert von den Wiener Symphonikern unter der musikalischen Leitung von Marc Piollet. Mit seiner Inszenierung wurde Dietmar Pflegerl erstmals in Wien als Opernregisseur vorgestellt. Sowohl das Publikum als auch die meisten Rezensenten zeigten sich begeistert. Mit über 97% Auslastung zählte diese Produktion zu den erfolgreichsten im Musiktheaterprogramm. Für die Wiener Festwochen 2003 hatte Marcel Prawy einen Tag mit Madame Butterfly vorbereitet. Nach dem Ableben von Marcel Prawy haben die Wiener Fest­ wochen unter dem Titel Ein Abend für Marcel Prawy in memoriam sein Projekt realisiert, präsentiert von Peter Dusek und Christoph Wagner-Trenkwitz. Mit der Neuproduktion von Verdis Aida durch die Wiener Festwochen – auf der Basis der Inszenierung für die Vereinigten Bühnen Graz – wurde erstmals der inter­ national gefragte Opernregisseur Peter Konwitschny in Wien vorgestellt. Bei den Aufführungen unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Bozic mit den Wiener Symphonikern und dem Arnold Schoenberg Chor reagierte das Publikum teilweise sehr emotional kontrovers. Über die szenische Interpretation und die musikalische Umsetzung war das Medien­ echo sehr geteilt. Joachim Schlömers Tanz- und Musik­ theaterabend mit Werken des Barock Les larmes du ciel – Die Tränen des Himmels haben unter der musikalischen Leitung von Attilio Cremonesi zwei Sängerinnen, das Ensemble Collegium Musicum Köln mit sieben Musikern auf Originalinstrumenten sowie zwei Tänzerinnen und ein Tänzer interpretiert. Es folgten positive Medienberichte, die das Publikumsinteresse merkbar steigerten. Zu den Höhepunkten des diesjährigen Festivals sind sicherlich die Neu­ produktionen mit zeitgenössischer Musik zu zählen. Im Vergleich zum letzten Jahr, wo sich die Neugierde des Publikums in Grenzen hielt, konnte man bei den Wiener Festwochen 2003 erfreulicherweise auch ein vermehrtes Publikumsinteresse für Neue Musik feststellen. Die Aufführung von Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern als Koproduktion von Neue Oper Wien und Wiener Festwochen war mit über 97% Auslastung ein überraschend großer Publikumserfolg. Die szenische Umsetzung durch Alfred Kirchner – die erste dieses Werkes in Österreich – wie auch die räumliche Adaption durch Karl Kneidl im ungewöhnlichen Spielort BA-Halle im Gasometer wurden weitgehend positiv resümiert. Besonders erfreulich waren die vielen positiven Pressestimmen für die musika­ lische Interpretation dieses schwierigen Werkes unter der Leitung von Walter Kobéra mit dem Tonkünstler OrchesterNiederösterreich, dem Amadeus Ensemble-Wien und dem Vokalensemble der Neuen Oper Wien. Von den Solisten wurden vor allem die junge Phillippa Galli in der Rolle des Mädchens und die beiden versierten Lachenmann-Interpretinnen Elizabeth Keusch und Sarah Leonard lobend hervorgehoben. Im Bereich des Musikprogramms galt das größte mediale Interesse der Oper massacre von Wolfgang Mitterer, zu der auch viele Musikkritiker von inter­ nationalen Medien angereist waren. Die Uraufführung dieses Auftragswerkes von Wiener Festwochen und Wiener Taschenoper hat Joachim Schlömer mit 5 Sängern und 4 Tänzern in Szene gesetzt, neben den Tonzuspielungen waren 9 Musiker live zu hören. Peter Rundel leitete die musikalische Umsetzung. Das Publi­ kum war vom Werk und der Aufführung begeistert. Die Kritik beurteilte die Komposition und die musikalische Umsetzung sehr positiv, die szenische Interpretation wurde kontrovers rezipiert. Im Musikprogramm wurden zu den Opern La Calisto, massacre, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern und Aida bei freiem Eintritt Werkeinführungen vor den Vorstellungen, bei Aida auch Publikums­ gespräche nach den Vorstellungen ange­ boten. Das Publikum hat dieses Angebot sehr geschätzt. Alle Einführungen waren sehr gut besucht. Auf Empfehlung von Peter Eötvös ist Vykintas Baltakas aus Vilnius der erste Preisträger des ab 2003 von den Wiener Festwochen und dem Wiener Konzerthaus in Zusammenarbeit mit der Bank Austria Creditanstalt fortgeführten Wiener Internationalen Kompositionspreises. Der Preis wird auf Einladung von Claudio Abbado von einem renommierten Kompo­ nisten an einen jungen Komponisten bis vierzig Jahre vergeben. Die Preisver­ leihung erfolgte im Rahmen des Preisträgerkonzertes am 15. Juni im Konzerthaus. 31. Internationales Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft Von 4. Mai bis 19. Juni fand im Rahmen der Wiener Festwochen das 31. Inter­ nationale Musikfest der Wiener Konzert­ hausgesellschaft mit großem Erfolg statt. Es wurden 76.543 Karten aufgelegt, von denen 71.750 verkauft wurden. Das entspricht einer Gesamtauslastung von 93,7%. Propaganda: Musik Macht Manipulation war das Thema des Musikfestes 2003. Das vielfältige Spannungsverhältnis zwischen musikalischer Produktion und politischer Agitation zog sich als roter Faden durch die 63 Veranstaltungen, bei denen auch die klingenden Namen und kulinarischen Programme nicht zu kurz kamen. Zentrale Werke dabei waren Beethovens Eroica, Berlioz' Requiem, Schostakowitschs Leningrader Symphonie, Liszts Les Préludes, Haydns Militärsymphonie sowie zwei Programme zu den Sowjet­ komponisten Prokofjew und Schostakowitsch. Weitere Höhepunkte bildeten hochkarätig besetzte Lieder-, Klavier- und Kammermusikabende sowie eine konzertante Aufführung der Opern­ einakter Erwartung von Arnold Schönberg und Eine florentinische Tragödie von Alexander Zemlinsky. Zu den Höhepunkten zählten vier Konzerte der Wiener Philharmoniker unter den Dirigenten Bernard Haitink, Valery Gergiev, Christoph Eschenbach und Pierre Boulez, Gastspiele des Concert­ gebouworkest Amsterdam unter Christian Thielemann, der Tschechischen Phil­ harmonie unter Vladimir Ashkenazy und des San Francisco Symphony Ochestra unter Michael Tilson Thomas sowie Haydns Harmoniemesse unter Sir Simon Rattle. Thomas Hampson, Alfred Brendel, Arcadi Volodos und Rudolf Buchbinder bestritten Recitals, unter den Konzertsolisten fanden sich Maxim Vengerov, Hilary Hahn, Angelika Kirchschlager und Barbara Bonney. 75 Das Programm versammelte zahlreiche weitere hochrangige Ensembles und Interpreten, etwa das Orchestra of The Age of Enlightenment, die Camerata Salzburg unter Franz Welser-Möst sowie die Wiener Symphoniker unter Georges Prêtre, Vladimir Fedosejev, David Zinman und Rudolf Buchbinder, der an einem Tag (19. Juni) sämtliche Klavierkonzerte Beethovens spielte. Im Bereich der Kammermusik zählten das Alban Berg Quartett, das Quatuor Mosaïques, Adrian und Alfred Brendel sowie Elisabeth Leonskaja zu den prominenten Gästen. Ein Spezialprojekt in Kooperation mit den Wiener Festwochen fand große Zustimmung: Counter Phrases am 24. Mai. Zu Kurzfilmen von Thierry De Mey mit Choreographien von Anne Teresa De Keersmaker, interpretiert von ihrer TanzKompagnie Rosas, spielte das Ictus Ensemble unter Georges-Elie Octors Neukompositionen von Georges Aperghis, Thierry De Mey, Robin de Raaff, Luca Francesconi, Jonathan Harvey, Toshio Hosokawa, Magnus Lindberg, Steve Reich, Fausto Romitelli und Stefan Van Eycken. quasi una fantasia – Juden und die Musikstadt Wien Die Ausstellung des Jüdischen Museums Wien in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen wurde am 13. Mai eröffnet. Das erfreulich rege Interesse hat das . Museum veranlasst, die Ausstellungsdauer um fünf Wochen bis 26. Oktober zu verlängern. Insgesamt zählte die Aus­ stellung fast 30.000 Besucher. Auch das Rahmenprogramm zur Ausstellung – vom Symposium über mehrere Konzerte – war sehr gut besucht. Vom 8. Februar bis 30. Juni 2004 wurde die Ausstellung unter dem Titel Vienna: Jews and the City of Music 1870-1938 im Yeshiva University Museum, Center for Jewish History, in New York gezeigt. Zum Singen und Tanzen im Film Die Retrospektive des Österreichischen Filmmuseums in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen fand vom 1. bis 31. Mai statt. In den 55 Vorstellungen im Österreichischen Filmmuseum waren rund 4.000 Zuschauer. Am 2. Mai bei der Filmvorführung von Les Demoiselles de Rochefort war die Hauptdarstellerin Catherine Deneuve persönlich anwesend. Galerien Rundgang Bereits zum zweiten Mal wurde dieses Projekt der Wiener Festwochen in Zusammenarbeit mit dem Öster­ reichischen Galerienverband veranstaltet. Rund 1.000 Menschen haben am 24. Mai die teilnehmenden Wiener Galerien besucht. Wiener Festwochen 2003 Beeindruckende Besucherstatistik Die Wiener Festwochen haben 65.586 Karten aufgelegt. Es gab 33 Produktionen mit 187 Vorstellungen. (2002: 46 Produktionen mit 169 Vorstellungen, 68.126 Karten) (2001: 30 Produktionen mit 134 Vorstellungen, 66.519 Karten) (2000: 37 Produktionen mit 120 Vorstellungen, 52.131 Karten) Von den 65.586 aufgelegten Karten bei den Wiener Festwochen 2003 wurden 59.310 verkauft. Die Gesamt-Besucherauslastung konnte gewaltig gesteigert werden und betrug 90,43 Prozent. (2002 wurden von 68.126 Karten 58.570 verkauft, Auslastung 86%) (2001 wurden von 66.519 Karten 57.531 verkauft, Auslastung 86,5%) (2000 wurden von 52.131 Karten 45.865 verkauft, Auslastung 87,98%) Gegenüber den letzten Jahren konnte 2003 auch eine weitere Steigerung der Einnahmen aus dem Kartenverkauf erzielt werden. Die Einnahmen der Wiener Festwochen 2003 aus dem Kartenverkauf beliefen sich auf 1.419.972 EUR. 76 2002 1.124.634 EUR 2001 1.098.451 EUR 2000 1.057.531 EUR Wiener Festwochen 2003 Am besten besuchte Produktionen Produktionen mit 100% Auslastung Romeo& Julia Phèdre Die schöne Müllerin The Hanging Man I Furiosi – Die Wütenden Heidi Hoh 3 – die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat Zwanenmeer – Schwanensee Pjesa, kotoroij net – Ein Stück, das es nicht gibt Quartiers-Nord(Der Bäcker, Die Frau im Exil, Die Mutter, Die Afrikanerin) Weiters Madame Butterfly(97,3%) Das Mädchen mit den Schwefelhölzern(97,2%) K(97%) Full stop_End of line(97%) Quartiers-Nord (Die Haushaltshilfe 97,1%/ Der Erzieher 97,1%/ Die Drogenberaterin 96%) Panic!(How to be happy)(95,4%) Wittgenstein Incorporated(95,3%) 2 Antigone(94,4%) Wiener Festwochen 2003 Gesamtbesucherzahl Besucher insgesamt 212.701 (2002: 210.000) (2001: 180.000) Eröffnung Wiener Festwochen 2003 Verkaufte Karten Schicklgruber alias Adolf Hitler Denkzone 2003 High Noon: Festwochen im Gespräch Werkeinführungen Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft Zum Singen und Tanzen im Film quasi una fantasia – Juden und die Musikstadt Wien Galerien Rundgang 40.000 59.310 2.641 500 1.000 3.000 71.750 4.000 9.500 1.000 33 Produktionen aus 13 Ländern(4 Eigenproduktionen, 9 Koproduktionen, 20 Gastspiele) Die Eröffnung 2003, massacre, Denkzone 2003, Ein Abend für Marcel Prawy waren 4 Eigenproduktionen der Wiener Festwochen 2003. Die Wiener Festwochen waren Koproduktionspartner bei 9 Produktionen: Ödipus in Kolonos, Wittgenstein Incorporated, Panic!(How to be happy), The Hanging Man, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Aida, Shopworks – Beim Greißler, Schicklgruber alias Adolf Hitler, Forever Young nach Tennessee Williams' Süßer Vogel Jugend/ Sweet Bird of Youth 77 Es fanden 20 Gastspiele statt: Romeo& Julia, K, La Calisto, Dreadnoughts, Counter Phrases, Madame Butterfly, Phèdre, Adam Schaf hat Angst oder Das Lied vom Ende, The Notebook/ The Proof, Die schöne Müllerin, 2 Antigone, Les larmes du ciel – Die Tränen des Himmels, Moskowskij chor – Der Moskauer Chor 7 Gastspiele im Rahmen von forumfestwochen ff: Heidi Hoh 3 – die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat, Planeta newedomijch sil dobra – Ein Planet voll unsichtbarer Güte, Full stop_End of line, Quartiers-Nord, Zwanenmeer – Schwanensee, I Furiosi – Die Wütenden, Pjesa, kotoroij net – Ein Stück, das es nicht gibt Das Programm der Wiener Festwochen 2003 beinhaltete eine Uraufführung massacre und eine Deutschsprachige Erstaufführung Wittgenstein Incorporated. Die Neuinszenierungen von Ödipus in Kolonos mit der deutschsprachigen Erstaufführung von Peter Handkes Übertragung vom Altgriechischen ins Deutsche, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Forever Young nach Tennessee Williams' Süßer Vogel Jugend/ Sweet Bird of Youth wurden bei den Wiener Festwochen zum ersten Mal gezeigt. Wiener Festwochen 2003 im Internet Die Statistiken decken den Zeitraum vom 13. Dezember 2002 bis 13. Juni 2003 ab. Gesamtanzahl der Zugriffe: 7,67 Mio(2002: 5,78) "Page views"(angesehene Seiten): 674.817(2002: 652.000) Visitors(Besucher): 98.002(2002: 65.000) Transferierte Daten: 25,93 GB(2002: 21,46 GB) Besuche aus folgenden Ländern: Österreich: 363.562(52%)(2002: 283.015, 43%) Nicht zuzuordnen: 251.856(38%),(2002: 269.455, 41%) Deutschland: 23.049(3,3%)(2002: 20.081, 3%) Schweiz: 7.326(1,0%)(2002: 6.972, 1%) Japan: 6.081(0,9%)(2002: 7.185, 1%) Beliebteste Tage: 09. 05. 2003 08. 05. 2003 07. 05. 2003 12. 05. 2003 06. 05. 2003 33.292 20.342 18.256 18.117 16.582 (2002: 28.740) (2002: 16.885) (2002: 12.363) (2002: 12.402) (2002: 11.801) Beliebteste Seiten(in absteigender Reihenfolge): Homepage, Programm, Shopping Cart anzeigen, Online Verkauf Informationen, Webgalerie zur Eröffnung, Englische Homepage, Vorverkauf, Telefonischer Verkauf mit Kreditkarte, Servicetelefon Beliebteste Events: Romeo& Julia, Eröffnung, Ödipus in Kolonos, Madame Butterfly, 31. Internationales Musikfest, La Calisto, Phèdre, Aida Monatsübersicht: Dezember Januar Februar März April Mai Juni(bis inkl. 12. Juni) Hits 274.634 740.489 591.246 926.805 1.281.933 3.608.470 521.503 Page views 23.470 70.670 53.382 84.758 113.406 312.986 39.615 Daten transf. 913 MB 2430 MB 1910 MB 3110 MB 4390 MB 12420MB 1670 MB Kartenbestellungen im Internet: Bestellungen: 2.709 Bestellungen(E-Mails) Karten bestellt: 8.477 Einnahmen aus dem Internetverkauf: 250.070 EUR(2002: 105.022 EUR) 78 Top Events nach Kartenverkauf: Romeo& Julia: 1.588 Karten, Ödipus in Kolonos: 1.199 Karten, Aida: 588 Karten, Madame Butterfly: 542 Karten Entwicklung der Kartenverkäufe: Jahr Bestellungen 2003 2.709 2002 1.190 2001 1.551 2000 1.000 1999 344 Karten 8.477 2.709 6.092 3.000 1.119 Wiener Festwochen 2003 Sponsoring Die beiden Hauptsponsoren mobilkom austria und Casinos Austria sowie die Partner Wiener Stadtwerke, Wiener Städtische Versicherung, SIEMENS, KURIER, Mercedes-Benz Wiesenthal& Co, Bank Austria Creditanstalt, Gösser, Wiener Linien, Österreichische Lotterien, Römerquelle, Julius Meinl, leisteten mit insge­ samt rund 1 Mio EUR einen unverzicht­ baren Beitrag zum Gesamtbudget der Wiener Festwochen 2003. Wichtigste Aktionen waren u. a. zur Eröffnung der Wiener Festwochen der TVSpot Grenze, gemeinsam mit A1 und dem ORF, der Ausbau der A1-Services wie die A1-Freeline(gebührenfrei mit den Wiener Festwochen telefonieren), die CasinoPromotion zu Romeo& Julia und die Sonderbeilage"Festwochen-KURIER". Wiener Festwochen 2003 Großes Medienecho im In- und Ausland Insgesamt waren rund 547 Journalisten akkreditiert(374 Inland, 173 Ausland). Medienberichte über die Wiener Festwochen 2003 konnten über 3.000 gezählt werden. Berichte erschienen bzw. wurden gesendet in folgenden 36 Ländern: Ägypten, Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Holland, Israel, Italien, Japan, Jugoslawien, Kanada, Kroatien, Litauen, Mazedonien, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tsche­ chische Republik, Türkei, Ungarn, USA. Es haben berichtet: u. a. Die Welt, Die Zeit, Die Welt am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Tagesanzeiger, Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Financial Times Deutschland, Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Hamburger Rundschau, Focus, Der Spiegel, Theater Heute, Literaturen, Opernwelt, Bayerischer Rundfunk, 3-Sat, WDR, ARTE, SWR, SFB, NRW, NDR, MDR, Deutschland Radio Berlin, Deutschlandfunk, Neue Zürcher Zeitung, Basler Zeitung, DRS(Schweiz), Le Monde(Frankreich), La Libération (Frankreich), VG(Norwegen), Aftonbladet (Schweden), Morgenavisen JyllandsPosten(Dänemark), Politiken(Dänemark), De Morgen(Belgien), L'Echo(Belgien), Financieel Economische Tijd(Belgien), Aamulehti(Finnland), Turun(Finnland), El País(Spanien), La Vanguardia (Barcelona), Financial Times England, Opera Now(England), Sipario(Italien), Il Piccolo(Italien), Vogue Italien, Dolomiten(Südtirol), Vreme (Jugoslawien), Türkiye(Türkei), Macedonian Weekly(Mazedonien), Isvestia(Russland), Kommersant Daily (Russland), The Bolshoi Magazine (Russland), Theater(Russland), Kultur (Bulgarien), Cronica Romana(Rumänien), Ongaku No Tomo(Japan), The Bulletin with Newsweek(Australien), Real Time (Australien), In Press(Australien), 3RRR (Australien), The New York Times(USA), Scena Theatre(USA) Das internationale Medieninteresse galt vor allem der Eröffnung 2003, Ödipus in Kolonos, Romeo& Julia, Wittgenstein Incorporated, massacre und der Streichung der Bundessubvention. 79 Wiener Festwochen 2003 Produktionen im Detail Schauspielprogramm Romeo& Julia Gastspiel Königliches Dramaten Theater, Stockholm in Zusammenarbeit mit Cirkus Cirkör, Stockholm 5.(offene Probe), 7., 8., 9., 10., 11., 12., 14., 15., 16., 17., 18., 19. Mai, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 9.254 Besucher K Gastspiel not yet it’s difficult, Melbourne 8., 9., 10., 11. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 792 Besucher Ödipus in Kolonos Neuinszenierung Koproduktion Wiener Festwochen und Burgtheater 11., 13., 17., 20., 23., 25., 29. Mai, 1., 4., 9. Juni, 19.00 Uhr Burgtheater 11.324 Besucher Wittgenstein Incorporated Deutschsprachige Erstaufführung Auftragsproduktion Wiener Festwochen 13., 14., 15., 16., 17., 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.601 Besucher Panic!(How to be happy) Koproduktion Ontological-Hysteric Theater, New York und Wiener Festwochen 20., 21., 22., 23., 24. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.582 Besucher Dreadnoughts Gastspiel 24., 25. Mai, 22.00 Uhr, 26., 27. Mai, 20.00 Uhr Schauspielhaus 575 Besucher The Hanging Man Koproduktion Improbable Theatre, London, Wiener Festwochen, The West Yorkshire Playhouse, Wexner Center for the Arts, Walker Art Center, The Lyric Hammersmith In Zusammenarbeit mit Pomegranate Arts 80 27., 28., 29., 30., 31. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.676 Besucher Phèdre Gastspiel Koproduktion Odéon-Théâtre de l’Europe, Paris und RuhrTriennale 28., 29., 30. Mai, 19.30 Uhr, 31. Mai, 14.30 Uhr und 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 1.845 Besucher Adam Schaf hat Angst oder Das Lied vom Ende Gastspiel Berliner Ensemble 28. Mai, 20.00 Uhr Ronacher 718 Besucher The Notebook/ The Proof Gastspiel Produktion The Notebook De Onderneming, Antwerpen Produktion The Proof De Onderneming, Antwerpen und KunstenFESTIVALdesArts, Brüssel The Notebook 3., 6., 7. Juni, 18.00 Uhr, 4. Juni, 20.30 Uhr The Proof 3., 5., 6., 7. Juni, 20.30 Uhr Schauspielhaus 850 Besucher Die schöne Müllerin Gastspiel Koproduktion Schauspielhaus Zürich und RuhrTriennale 6., 7., 8., 9. Juni, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 2.712 Besucher Shopworks – Beim Greißler Auftragswerk LIFT(London International Festival of Theatre) und Wiener Festwochen Koproduktion theatre-rites, London, LIFT (London International Festival of Theatre), Wiener Festwochen 10., 11., 12., 14., 15., 19., 21., 22., 28., 29. Juni, 14.30 und 18.30 Uhr 16., 17., 18., 23., 24., 25., 26. Juni, 10.00 und 14.00 Uhr Greißlerei, Hahngasse 16, Wien 9 1.185 Besucher 2 Antigone Gastspiel Produktion Tg STAN, Antwerpen Koproduktion Originalversion Théâtre Garonne, Toulouse, Festival d’Automne à Paris/ Théâtre de la Bastille, Paris 10., 11., 12., 13. Juni, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.265 Besucher Schicklgruber alias Adolf Hitler Koproduktion Stuffed Puppet Theatre, Amsterdam, Kleine Spui-produkties, Amsterdam, Schauspielhaus Wien In Kooperation mit Wiener Festwochen und Novapool, Berlin 12.(Voraufführung), 13. Juni bis 6. Juli, täglich 20.00 Uhr, außer montags und außer 20., 21., 22. Juni Schauspielhaus 2.641 Besucher Forever Young Neuinszenierung Koproduktion Volksbühne am Rosa­ Luxemburg-Platz, Berlin und Wiener Festwochen 15., 16., 17., 18. Juni, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 3.058 Besucher Moskowskij chor – Der Moskauer Chor Gastspiel Maly Theater-Teatr Ewropuj, St. Petersburg 16., 17., 18., 19. Juni, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.269 Besucher forumfestwochen ff Heidi Hoh 3 – die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat Gastspiel Koproduktion Podewil, Berlin und Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main In Zusammenarbeit mit kosmos.frauenraum, Wien 10., 11., 12. Mai, 20.00 Uhr kosmos.frauenraum 492 Besucher Planeta newedomijch sil dobra – Ein Planet voll unsichtbarer Güte Gastspiel Theater Loge Kemerowo, Russland 16., 17., 18., 19. Mai, 20.00 Uhr dietheater Konzerthaus 259 Besucher Full stop_End of line Gastspiel The obliged people group, Kairo 19., 20., 21., 22. Mai, 20.00 Uhr dietheater Künstlerhaus 581 Besucher Quartiers-Nord Gastspiel Chimène Compagnie Théâtrale, Paris 23. Mai, 19.00 Uhr Die Haushaltshilfe, 20.30 Uhr Der Bäcker, 22.00 Uhr Die Frau im Exil 24. Mai, 19.00 Uhr Die Mutter, 20.30 Uhr Die Drogenberaterin, 22.00 Uhr Der Rahmenmacher 25. Mai, 20.30 Uhr Der Erzieher, 22.00 Uhr Die Afrikanerin dietheater Konzerthaus 534 Besucher Zwanenmeer – Schwanensee Gastspiel ZT Hollandia, Eindhoven 29., 30., 31. Mai, 1. Juni, 19.30 Uhr Schauspielhaus 739 Besucher I Furiosi – Die Wütenden Gastspiel Koproduktion Theaterhaus Stuttgart, Schauspiel Staatstheater Stuttgart In Zusammenarbeit mit Haus Kienberg e.V., Stuttgart 5., 6., 7. Juni, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.004 Besucher Pjesa, kotoroij net – Ein Stück, das es nicht gibt Gastspiel Theater Baltisches Haus, St. Petersburg 8., 9., 10., 11. Juni, 20.00 Uhr dietheater Künstlerhaus 492 Besucher Musikprogramm La Calisto Gastspiel Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel 12., 14., 16. Mai, 19.00 Uhr, 18. Mai, 17.00 Uhr Theater an der Wien 3.535 Besucher Madame Butterfly Gastspiel Stadttheater Klagenfurt 25., 27., 29. Mai, 19.30 Uhr Theater an der Wien 2.884 Besucher 81 Ein Abend für Marcel Prawy Eigenproduktion Wiener Festwochen In Zusammenarbeit mit den Freunden der Wiener Staatsoper 28. Mai, 18.00 Uhr Theater an der Wien 315 Besucher Aida Neuproduktion Wiener Festwochen auf der Basis der Inszenierung für die Vereinigten Bühnen Graz 7., 10., 12., 15. Juni, 19.30 Uhr Theater an der Wien 3.286 Besucher Les larmes du ciel – Die Tränen des Himmels Gastspiel luzernertheater 11., 13., 14. Juni, 19.30 Uhr 1.828 Besucher Theater an der Wien massacre Uraufführung Auftragswerk Wiener Festwochen und Wiener Taschenoper Eigenproduktion Wiener Festwochen In Zusammenarbeit mit der Wiener Taschenoper 18., 20., 22., 24. Mai, 20.00 Uhr Ronacher 1.779 Besucher Das Mädchen mit den Schwefelhölzern Neuinszenierung Koproduktion Wiener Festwochen und Neue Oper Wien 28., 30. Mai, 1., 4. Juni, 20.00 Uhr Gasometer, BA-Halle 1.721 Besucher Wiener Festwochen 2003 im Spiegel der Kritik – Eine Auswahl Provinzialisierung In Oberzeiring, das sagt immerhin der österreichische Kunststaatssekretär Franz Morak, seines Zeichens vormaliger Burg­ theater-Schauspieler, werde wirklich tolles Theater gemacht. Und in Mörbisch trumpfe die Kunst der Operette international auf. Weswegen man die burgenländischen Seefestspiele auch in diesem Jahr wieder subventioniere. Ganz anders sieht die Sache mit den Wiener Festwochen aus. Pünktlich zur ersten Premiere wurde jetzt bekannt, dass das schwergewichtige Theater- und Musikfestival der rechts­ konservativen Österreichischen Bundes­ regierung keinen Cent mehr wert ist. Kurzerhand strich man die bereits für das laufende Jahr vorgesehene Förderung von EUR 360 000,--. Und die für das nächste Jahr gleich mit. Die Begründung: Es handle sich bei den Wiener Festwochen schließlich um"ein reines Wiener Festival" oder – so muss einem diese Aktion er­ scheinen – um ein Festival ohne inter­ nationale Ausstrahlung. Nichts gegen Oberzeiring oder Mörbisch: Eine Reihe anderer Orte könnte genauso für das Kulturverständnis der österreichischen Rechts-Koalition stehen, das sich vor allem in symbolischen Aktionen Luft macht. Auf dieser Ebene – die von der Stadt Wien kräftig geförderten Festwochen werden die Kürzung verkraften – ist das 82 jetzt gesetzte Signal allerdings fatal: Es degradiert die Festwochen zu einem Spiel­ ball politischer Strategen, die sich in ihren Aktionen gegen jene richten, die sich im immer restaurativer werdenden Kulturklima Österreichs als Gegenspieler profilieren. Zwar scheint das unter der Leitung von Luc Bondy stehende, sich über eineinhalb Monate hinziehende Mega­ festival in diesem Jahr äußerst handzahm, doch dieser Eindruck täuscht. Selten zuvor warfen die Festwochen einen solch inten­ siven Blick über die deutschen Stadt­ theatergrenzen und holten eine derart breite Reihe von internationalen Produk­ tionen nach Wien. Man agiert ohne Fangnetz, dafür aber mit einem Höchst­ maß an diskursiver Aufarbeitung. Das mag jene verstören, die ausschließlich nach großen Namen lechzen, fördert aber ein Kunstverständnis, das weniger an Repräsentation als an Auseinander­ setzung interessiert ist. Die eindeutige Politisierung des Programms erledigt diesmal die Politik selbst. Doch die Fest­ wochen sind auf die Auseinandersetzung bestens vorbereitet: mit über 35 Theaterund Opernproduktionen, die – das wagt man zu prophezeien – die alpenländische Regierung klein ausschauen lassen werden. Stephan Hilpold, Frankfurter Rundschau, 9. Mai 2003 Bullets over Bondy Es war am Tag der ersten Premiere der Wiener Festwochen, als Intendant Luc Bondy über die österreichische Presse­ agentur apa erfuhr, dass das Geld nicht kommt. Auch der Wiener Kulturstadtrat Mailath-Pokorny wusste nicht, dass der Bund seinen Festivalzuschuss nicht mehr berappen will. Die Stadt Wien subventioniert das Festival mit zehn Millionen Euro. Vom Staat hätte man sich EUR 360.000,-- erwartet, ein vergleichs­ weise kleiner Betrag. Aber auch kleinere Beträge sind Teil einer Gesamtkalkulation, die man durch solche Ausfälle gefährdet. Und darum wurde das Vorgehen des Staatssekretärs für Kultur, Franz Morak, als Provokation verstanden. Bei einer rasch anberaumten Pressekonferenz erklärte Bondy, die österreichische ÖVP/FPÖ-Regierung gebe mit dieser Kürzung ein politisches Statement ab. Sie würgt das"rote Wien" und übt, indem sie künftig nur noch Einzelprojekte fördern will, die sie selbst aussucht, Zensur aus. Bondy:"ÖVP-Bundeskanzler Schüssel hat die FPÖ nicht nur als Partei aufgesogen, sondern auch als Gedanken."... Und Marie Zimmermann, Bondys Schauspiel­ direktorin, empfindet das hinterhältige Vorgehen als"Verwahrlosung demo­ kratischer Öffentlichkeit". Da hat etwas begonnen. Der Wiener Kulturstadtrat beklagt, er habe in den letzten zwei Jahren bereits Ausfälle in Höhe von 15 Millionen an Bundesmitteln ersetzen müssen. Rotstiftkommandos sind dabei, Wien sturmreif zu schießen. Auch andere Institutionen wie das Österreichische Filmarchiv sind bedroht. Natürlich ist auch der weltoffene Festwochen-Intendant kein Wunschkandidat dieser Regierung. Das Festwochen-Programm ist ihr einerseits zu international, andererseits zu randständig. "Wir befinden uns in einem Kulturkrieg mit der Regierung", sagte Bondy – einer, der sich noch was traut in Wien. Helmut Schödel, Süddeutsche Zeitung, 9. Mai 2003 Blamagisten Die österreichische Bundesregierung hat den Wiener Festwochen, dem neben Salzburg berühmtesten und noch vor Salzburg mutigsten Festival Österreichs, ihre relativ geringen Subventionen komplett gestrichen: bereits fürs laufende Jahr. Die Begründung von Kunststaats­ sekretär Franz Morak: Die Festwochen seien"ein rein Wiener Festival". Auf Anraten des Rechnungshofes und einer Beratungsfirma habe man so gehandelt. Festwochen-Intendant Luc Bondy, spricht von einem"Kulturkrieg" und schreibt dem Vorgang Symbolwert zu:"Die öster­ reichische Regierung gibt ein klares politisches Statement ab, indem sie ein international bekanntes Festival würgt." Weil die Festwochen in den letzten Jahren mit Aktionen wie Schlingensiefs "Ausländer raus!" den Unmut der Regierung erregt hatten, wertet Bondy nun die Ankündigung Moraks, nur noch einzelne Projekte unterstützen zu wollen, etwas übertrieben dramatisch als"Ankün­ digung von Zensur". Besser spräche man von einer Anpassung der regierungs­ amtlichen Festwochen-Förderung beziehungsweise Festwochen-Nicht­ förderung an den Geschmackshorizont des früher auch als Burgschauspieler kaum hervorgetretenen Kulturstaatssekretärs. Festwochen-Schauspielleiterin Marie Zimmermann sieht denn auch eine "freiwillige Provinzialisierung" der Kultur­ politik am Werk. Die Festwochen koope­ rieren weltweit. Ein"rein Wiener Festival" waren sie nie. So bringen sie morgen im Burgtheater, das ein Bundes- und kein städtisches Theater ist, den"Ödipus in Kolonos" in Klaus Michael Grübers Regie heraus, eine Inszenierung, auf die ganz Theater-Europa schaut. Auch wenn der Bundesanteil relativ gering ist, ist das Festival durch dessen Wegfall substantiell gefährdet. Das Gesamtbudget beträgt 13,5 Millionen Euro, davon werden dreieinhalb Millionen eingespielt, zehn Millionen betragen die Zuschüsse von Stadt und Staat, wobei wie üblich EUR 360.000,-- vom Staat kommen sollten, von denen jeder schon verplant ist: Die Verträge für Künstler und Produktionen fürs laufende und kommende Jahr sind perfekt. Bei Nichterfüllung würden Konventionalstrafen fällig. Die Summe ist klein, der Schaden groß. Eine Blamage. Die Blamagisten aber sitzen in der Regierung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Mai 2003 Le gouvernement autrichien refuse une subvention au Festival de Vienne – Die österreichische Regierung verweigert den Wiener Festwochen eine Subvention 83 Flugblätter wurden bei den Wiener Festwochen, einem der glanzvollsten Festivals Europas, ausgeteilt, diesmal geschieht es aber nicht, wie vor drei Jahren auf Initiative der"von der Regie­ rung der populistischen Rechten Jörg Haiders betroffenen Bürger". Es sind die Leiter der Festwochen, die die"schwarz­ blaue" Regierung kritisieren. Diese hat die vom Gemeinderat geforderten EUR 360.000,-- für das Festival 2003 abgelehnt und behält sich die Wahl der Produktionen, die sie in Zukunft subventionieren wird, vor."Wir erleben einen kulturellen Krieg!", erklärt Luc Bondy, Direktor der Festwochen, außer sich, weil er dieses Ausweichmanöver erst drei Tage vor der Eröffnung durch eine Meldung der österreichischen Presse­ agentur erfahren hat. Diese wenig elegante Methode verrät seiner Meinung nach eine politische Absicht:"Wien hat sich schlecht benommen und muss bestraft werden." Der Bundesbeitrag macht nur 2,7% des Budgets der Wiener Festwochen aus. Aber für die Direktorin der Theaterprogrammierung, Marie Zimmermann, bedeutet es ein sehr negatives Zeichen:"Dieses Land läuft Gefahr sich zu provinzialisieren." Joelle Stolz, Le Monde, 12. Mai 2003 Shakespeare in Oberzeiring Einen"hinreißenden Shakespeare" will der österreichische Kunststaatssekretär Franz Morak im steirischen Oberzeiring gesehen haben. Seither schwört er auf die Qualität der Provinz und auf eine"Trendumkehr" in der Kunstförderung. Finanzkontingente sollen ab sofort aus Wien abgezogen werden, um die Kunst in den übrigen österreichischen Bundesländern stärker unterstützen zu können. Ein symbolisches Opfer war schnell gefunden. Den vor allem von der Stadt unterstützten Wiener Fest­ wochen wurde der Rest an Bundes­ förderung gestrichen. Der Verlust von gerade einmal 580.000 Franken ist nicht hoch, aber dennoch ein deutliches Signal künftiger Politik. Von einem"Kulturkrieg" spricht Festwochen-Intendant Luc Bondy, Klaus Bachler und sein demnächst von der Wiener Volksoper scheidender Kollege Dominique Mentha springen ihm bei: "Provinzialisierung" heißt es deutlich aus Menthas Büro. Ein Lob der Peripherie schließt in Österreich die Vorbehalte gegen das Zentrum ein. Und damit lässt sich fast schon Politik machen. Dem konservativen 84 österreichischen Kunststaatssekretär steht in Wien eine linke Stadtregierung gegen­ über. Moraks Begeisterung für die Provinz folgt deshalb ein heftiges HauptstadtPlädoyer für Weltoffenheit. Tatsächlich sind die Wiener Festwochen mit ihrem Programm, das von Stuttgart bis Sibirien und von Eindhoven bis Kairo reicht, weit mehr als der lokale Kunstevent, den der österreichische Staatssekretär in ihnen sehen will. Und sie sind so unbequem wie ihr nicht eben leiser Intendant Luc Bondy, der jetzt sogar von"Zensur" spricht. Neue Zürcher Zeitung, 23. Mai 2003 Streichung der Bundes-Subvention Die Wiener Festwochen haben in Sachen Schauspiel nicht nur gleichgezogen mit den Salzburger Festspielen, sondern Marie Zimmermann … ist auf dem besten Wege, die Konkurrenz zu überholen nicht nur mit Künstler-Prominenz wie im"Ödipus", sondern mit einem jungen aufmüpfigen GastspielProgramm, das von Presse und Publikum eifrig gefeiert wird. Schon weniger engagiert zeigt sich die Politik: Der Bund strich den Festival-Zuschuss von EUR 360.000,--. Südkurier, 13. Mai 2003 Die österreichische Mitte-RechtsRegierung entzieht den Wiener Fest­ wochen mit sofortiger Wirkung die Bundeszuschüsse – schon fürs laufende Jahr, nahezu zeitgleich mit der Festival­ eröffnung. Das Programm sei, so der Regierungsvorwurf, nicht"international" genug. In Wahrheit ist es wohl so, dass die Festwochen für diese Regierung nicht altösterreichisch, nicht gemütlich genug sind. Die wahre Kunst ist, in aller Öffent­ lichkeit zu rauben. Die Zeit, 15. Mai 2003 Frankfurter Rundschau: Aber eine Aktion, wie die Streichung der FestwochenSubventionen, grenzt doch an Dummheit. Menasse: Sicher. Den minimalen Bundeszuschuss an die Wiener Fest­ wochen zu streichen, bringt die Fest­ wochen nicht um. Hier ging es nur um eine symbolische Handlung – die schwarze Regierung gegen das rote Wien. Frankfurter Rundschau, 6. Juni 2003, aus einem Interview mit Robert Menasse Würstlduft nach der Prosecco-Saison Dieser Tage. Die Wiener Freundlichkeit, der Charme und auch der viel gerühmte Schmäh sind nur Fassade, Bluff; in Wirklichkeit sind die Wiener ein martialisches Volk, das es liebt, Kriege zu verkünden, Schlachten auszurufen. Kaum ist der berühmte Tortenkrieg zwischen den Konditoreien Sacher und Demel gegessen, haben sich Zeitungs-, Bier- und Hundehäuferl-Krieg einigermaßen beruhigt, gibt es auch schon einen so genannten Prosecco-Krieg um eine dumpfsinnig eingesparte Festwochensubvention. Wien, an sich der Glücksfall einer unwahr­ scheinlichen Ballung an Kultur, leidet den Unglücksfall einer sich nach Kräften in die falsche Richtung abmühenden Regierung Franzobel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Juni 2003 Ganz tief in dir drin ist die Firma Manchmal klingelt es zwei Mal, und dann kommt der Postmann gleich selber. Oder es klingelt nicht. Dann kommt bisweilen nicht einmal der Brief. So geschehen in Wien, wo am 10. April der ÖVP-Kultur­ staatssekretär Franz Morak in seinen Amtsräumen eine Depesche an die Wiener Festwochen eintüten ließ. Der Inhalt war schockierend simpel und bedeutete, aus dem Staatsmännischen übersetzt: Kohle kommt nicht, Bundeszuschuss gestrichen. Allerdings gibt es zwischen dem Verfassen des Briefes und seiner Zustellung eine Latenzzeit von mehreren Wochen. Mit Poststempel vom 8. Mai wurde der Brief den Festwochen erst am Tag der Eröff­ nung zugestellt. Das hätte einem Morak, von Beruf Schauspieler, der die Wiener Festwochen zur Regionalveranstaltung herunterredet und zugleich eine Shakespeare-Inszenierung in Oberzeiring zum Ereignis ernennt, eigentlich nicht passieren dürfen. War es nicht in Shakespeares"Romeo und Julia", wo Bruder Lorenzo Romeo eine Mitteilung schickt, die dann nicht ankommt und dem Theater auf diese Weise ein totes Liebes­ paar mehr beschert hat? Da war es fast eine Lektion für den Staatssekretär, dass die Festwochen ihr Schauspielprogramm nun mit"Romeo und Julia" eröffneten. Kein Ereignis der Postdramatik, sondern eine Krise der Post. Nicht nur als Festival­ eröffnung war dieser Shakespeare aus dem Stockholmer Dramaten, der unter der Regie von Katrine Wiedemann in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Circus Cirkör entstand, ein Geniestreich. Am Trapez, mit dem Rhönrad und tausend Purzelbäumen turnte man nicht über die Texte hinweg, sondern flipflopte sich mitten hinein. Mit einem Mercutio, der alle Comedians der Neuzeit das Fürchten lehrt. Die umjubelte Aufführung zeigte mit "Romeo und Julia" zwei Artisten der Liebe und einen Hochseilakt der Gefühle. Ob sich dieser Shakespeare mit Oberzeiring messen kann, wird man bei Gelegenheit überprüfen. Tausende kamen zur tradi­ tionellen Festwocheneröffnung auf den Wiener Rathausplatz. Das Fest stand unter dem Motto"Station Europa", im Blick die neuen EU-Länder, die Wien wieder ins Zentrum rücken. Zwischen dem Wiener Sinfonie Orchester und"Brotherhood of Brass" hörte man George Taboris Stimme, der Wladyslaw Szpilman sprach, einen Überlebenden des Holocaust, der"Pianist" aus Roman Polanskis Film. Danach traf man sich im Innenhof des Rathauses, und alle betonten, dass sie sich von der"klein­ lichen Entscheidung" dieses Staats­ sekretärs die gute Laune nicht nehmen lassen. Bis Mitte Juni werden die Wiener Festwochen ein Forum der Kunst und der Diskussion sein. Sie werden wieder von der Stadt Besitz ergreifen. Keine Chance mehr, Freunde zu treffen oder ins Kino zu gehen. Gerade gastiert René Pollesch mit "Heidi Hoh 3 – die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat". Darin enthalten ist ein Satz für den Staatssekretär der Österreichischen Volkspartei:"Ganz tief in dir drin ist die Firma." Helmut Schödel, Süddeutsche Zeitung, 12. Mai 2003 Endzeitstimmung bei den alten Griechen Klaus Michael Grüber inszenierte für die Wiener Festwochen die Sophokles-Tragödie"Ödipus" – Starbesetzung mit Bruno Ganz Ein Festival der Superlative hat das Triumvirat angekündigt, das die Wiener Festwochen programmiert: Luc Bondy als Intendant, Marie Zimmermann für das Schauspiel und Hans Landesmann für Musik.... Die künstlerische Brisanz des Programms wird man Aufführung für Aufführung beurteilen können. Politische Brisanz steuerte Kulturstaatssekretär Franz Morak bei. Er strich den Wiener Festwochen den Zuschuss des Bundes, der in diesem Jahr ganze 2,5 Prozent des 85 Gesamtbudgets von rund 13 Millionen Euro betragen hätte. Der Wiener Kultur­ stadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Luc Bondy sehen das als Provokation. Die blauschwarze Bundesregierung, die mit ihrer Pensionsreform das Land polarisiert hat, signalisiert damit auch im Bereich der Kultur Konfrontation.... Wie viel geballte Eventkraft die Festwochen und das Burgtheater aufbringen, beweist ihre diesjährige Koproduktion"Ödipus in Kolonos" von Sophokles, von Peter Handke neu übersetzt, mit Bruno Ganz in der Titelrolle, von Klaus Michael Grüber inszeniert und Anselm Kiefer ausgestattet. ... In der dreistündigen Aufführung beginnt Bruno Ganz erst vor der Pause, die gelassene Heiterkeit eines Mannes hervorzukehren, der weiß, dass er am Ziel ist, der Erlösung durch den Tod. Zuvor stellt Klaus Michael Grüber eine Art Beckettscher Endzeit-Situation her, wozu ihm das Bühnenbild reichlich Gelegenheit gibt.... Peter Handke versucht in seiner Übersetzung immer wieder durch Wagnersche Alliteration, umgangs­ sprachliche Saloppheit, Heideggersche Substantivierung zu verstören, den glatten Fluss der gebundenen Rede aufzuwirbeln. Paul Kruntorad, Nürnberger Nachrichten, 13. Mai 2003 Retter Tod Grübers"Ödipus in Kolonos" spielt in einem Eliott’schen waste land. An zer­ störtem Ort. Nach einem Krieg – vor der Auslöschung allen Lebens. Die Menschen, die nicht blind der Gewalt vertrauen, die geboren und nicht in der Jugend schon gestorben sind, sie müssen das Los Leben ertragen. Nirgends Rettung. Der UnglücksÖdipus, der Dulder, ist der letzte Mensch, der sich darauf verlassen kann, dass das Leiden dem Menschen seine wahre Größe schenkt. Ödipus: eine Christus vergleich­ bare Figur. Durch Leid zum Licht. Nichts davon in dieser Aufführung. Sie ist ein lemurenhaftes, gespenstisches Todesritual, für das Grüber lebende Bilder erfand. Die attischen Greise erinnern an Rodins"Bürger von Calais", Ödipus mit seinen Töchtern – Bruno Ganz, Birgit Minichmayr und Mareike Sedl – ähneln Pietà-Darstellungen. Ein äußerst leises, manchmal kaum mehr vernehmbares Exerzitium, verrätselt und rätselhaft verschlossen. Ein geistliches Spiel – ohne Gott. Ödipus hat, wie es bei Handke heißt, genug vom"Schönreden", weshalb Grüber 86 das"einsam-traurige Umhergeirre" der Menschen zelebriert. Er ruft an, den Sophokles/Ödipus sich ersehnen:"den Gott des Für-immer-Schlafs". C. Bernd Sucher, Süddeutsche Zeitung, 13. Mai 2003 Ödipus in Kolonos Einzelne Buh-Rufe gingen im großen Applaus für Ganz unter... Übersetzer Handke hat den balladenhaften Text um Fremdheit, Asylsuche und Tod in einem weihevoll antikisierenden Tonfall gehalten. Einwürfe wie"dalli","Zieh ab" oder über­ triebene Alliterationen brechen das Pathos auf.... Grübers Inszenierung setzt auf die innere Spannung des Textes, dem Handke mit seiner suchenden Sprache eine geheimnisvolle Aura verleiht. dpa, 12. Mai 2003 Sophokles geht es um die Ohnmacht im Leben, Leiden und Sterben. Grüber geht es um die Potenz der Kunst. Einzig in der Sprache glückt der Versuch,"Leben" und "Kunst" zusammenzubringen – wofür der Übersetzer einen Lorbeerkranz verdient. Dramatisch zupackend, passt Handke seinen Text dem Geschehen an, ohne auf dichterische Meisterschaft irgend zu verzichten: kunstvoll auch das, aber nie gekünstelt. Neue Zürcher Zeitung, 13. Mai 2003 ... doch der aktivste Teil bei der KolonosExpedition fällt Peter Handke zu. An seinem Text lässt sich wenig rütteln... Handkes Sprachkunst provoziert das Ohr. Der Tagesspiegel, Berlin, 13. Mai 2003 Das Credo des Ödipus ist auch das dieser Inszenierung:"dass die Erzeuger zu ehren sind." Südkurier, 13. Mai 2003 Wittgenstein Incorporated Ulrich Mühes Reise in Wittgensteins Kopf begeistert Wien... In drei als "Vorlesungen" betitelten Monologen näherte sich der Schauspieler den Überlegungen des Denkers zu den Themenkreisen Glaube und Wissen an. Das Publikum nahm den anspruchsvollen Abend mit großer Begeisterung auf. Graue Stellwände, Parkettboden und ein grüner Sessel skizzierten jenen Raum in Cambridge, in dem der PhilosophieProfessor Wittgenstein an legendär gewordenen Freitagabenden in offenen Diskussionsrunden sein Denken entwickelt hat. Grundlage des Bühnentextes ist ein Bericht über jene Diskussionen. Mühe trat in seinen insgesamt zweistündigen Monologen nicht als Person Wittgenstein auf, sondern als Zeuge, der die Ent­ wicklung der Gedankengänge im Diskussions- und Denkprozess beschrieb. In weit verzweigten komplizierten Satz­ gebilden skizzierte Mühe mit pointierter Sprache Wittgensteins Denkgebäude über Sprache und Logik. Bisweilen schweifte die Beschreibung kurz ins Anekdotische, dann wieder illustriert eine humorige Neben­ bemerkung die Distanz von Sprache und Wirklichkeit:"Er denkt sich trocken." Mit hoher Konzentration und Präzision hielt Mühe den Text in einem Schwebe­ zustand zwischen Vortrag und Meditation als faszinierende Einladung zur Philosophie auf dem Theater. dpa, 14. Mai 2003 Festwochen-Sternstundenstaub: Wittgenstein Incorporated Der Ostdeutsche Mühe ist unter den allerersten Schauspielern, die wir das Glück haben zu besitzen, der verlässlich geistesgegenwärtige, wasser- und luftklare... Mühe, und mit ihm Regisseur Jan Ritsema, angeln nicht nach dem Dandy, sondern nach dem Denker. Das macht dieses dreistündige Exerzitium so wohltuend schlank... gerät man in die Lage, darüber nachzudenken, ob man auch wirklich verstanden hat, was Mühe, tastend, die Sätze formend und aus­ folgend wie karge Happen, eben gesagt hat... Das Ende ist das gleißende Licht einer Logik, hinter der das wahre Wissen erst beginnt. – Auch deshalb: eine so genannte Sternstunde. Der Standard, 15. Mai 2003 Phèdre Angesagte Theaterwunder lösen nur in Ausnahmefällen die hochgespannten Erwartungen ein. Patrice Chéreaus Inszenierung von Jean Racines"Phèdre" ist solch ein Ausnahmefall. Wiener Zeitung, 30. Mai 2003 Patrice Chéreau gastiert mit einer grandiosen"Phèdre" in Wien. Die Presse, 30. Mai 2003 Patrice Chéreau entkleidet Racines "Phèdre" ihres höfischen Prunkgewands – und setzt in den Figuren des französischen Klassikers die ungezügelter Triebkraft des Begehrens frei: ein Triumph für die Wiener Festwochen. Der Standard, 30. Mai 2003 Das Publikum erlebte im Museumsquartier eine Aufführung unter Strom, mit der Permanenz von dramatischen Höhe­ punkten. Vielleicht die spektakulärste: die Rückkehr des König Theseus. Salzburger Nachrichten, 30. Mai 2003 Dabei ist großes Theater ganz einfach: so, wie uns Patrice Chéreau die rechtens als ledern verrufene"Phèdre" des Racine in einem unvergesslichen Festwochen­ gastspiel gezeigt hat. Fünf Sessel und ein einziges Versatzstück. Ansonsten: Licht und das Äußerste an schauspielerischer Suggestivität und Konzentration. News, 5. Juni 2003 The Notebook/ The Proof "The Notebook" gehört durch seine klare Direktheit zum bisher Besten der heurigen Festwochen. Wiener Zeitung, 5. Juni 2003 Mit den Aufführungen von"The Notebook" und"The Proof" beschert die Theater­ truppe De Onderneming aus Antwerpen im Schauspielhaus den Wiener Festwochen einen Höhepunkt. Die vier Typen des Ensembles... zeigen Fantasie und Mut zur Groteske in einem Spiel aus Sein und Schein, Dichtung und Wahrheit. Kronen Zeitung, 5. Juni 2003 Die schöne Müllerin Christoph Marthaler gastiert mit einer grandiosen szenischen SchubertErforschung im Museumsquartier.... Seine szenische Interpretation von Franz Schuberts berühmten Liederzyklus"Die schöne Müllerin" schließt an seine besten Arbeiten an. APA, 7. Juni 2003 Gut gebettet, wunderschön. Stimmung, bei aller Melancholie von Heiterkeit, Emotionalität und Leichtigkeit geprägt.... Hohe Musikalität, die sich nicht(nur) der Kunst des Gesangs widmet, sondern dem Gefühl dahinter nachspürt. Szenische Interpretationen, die sich nicht einer Handlung ergeben, sondern den 87 Stimmungslagen der Liebe auf den Grund gehen. Kurier, 8. Juni 2003 Christoph Marthalers Schubert-Kohorte gelang bei den Wiener Festwochen ein szenischer Triumph.... mit ihrem ebenso unlösbaren wie einleuchtenden szenischen Rätsel"Die schöne Müllerin"... Was Christoph Marthaler demonstriert, ist szenische Metaphysik, nach deren geheimen Gesetzen zeitlupenhafte Unwirklichkeiten zu wohltuend verwirrenden Botschaften werden. Der Standard, 10. Juni 2003 Das bekanntermaßen kunstsensible Wiener Publikum war zu 99 Prozent gut vorbereitet: Dem einen leidenschaftlichen Buh-Rufer brandete sofort ein Jubel-Orkan entgegen. Salzburger Nachrichten, 11. Juni 2003 Bambuswald der Feriendorfverrückten Mit"Forever Young", der freien Bear­ beitung von Tennessee Williams'"Süßer Vogel Jugend", gelang Frank Castorf und seinem Berliner Volksbühnen-Ensemble eine grandiose Meditation über das konfuse, globale Weltdorf: drei pausenlose Sternstunden im Museumsquartier, Halle E. Es herrscht eine verkaterte Stimmung im herab gewirtschafteten Globaldorf, das eine logische Heimstatt ist für unsere wüstesten, unsere angstvollsten Träume. Besser und klüger kann man unseren Weltzustand nicht erfassen. Tosender Applaus. Ronald Pohl, Der Standard, 17. Juni 2003 Nervenklinik unter Palmen Frank Castorf inszeniert Tennessee Williams’"Süßer Vogel Jugend" in Wien Überraschend, wie emotional und atmosphärisch Castorf ist, der mit pausenlos gespielten drei Stunden für seine Verhältnisse franziskanische Askese übt. Ästhetisch sind Castorf und Neumann natürlich näher an Tarantino als Williams. Aber Castorf inszeniert wie ein Proll in Moll: hochintelligenter Schund in einer Nervenklinik unter Palmen, mitten im Berliner Kiez. Krud und hybrid feiert das Entgrenzungstheater seine erprobte Volksbühnen-Hysterie.... Unmöglich, all die brillant deliranten Spielphantasien wiederzugeben; dieses Potlatsch-Fest der 88 schauspielerischen Verausgabung wirkt so überzeugend, als würde zugleich gar nicht und doch nur gespielt, als würde sich irrealste Realität auf der Bühne ereignen, die das Stück vollkommen in sich aufge­ nommen hat: Perpetuum mobile einer perfekten Maschinerie, die sich selbst weiß glühend zerstört. Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 17. Juni 2003 Sternstunde des Theaters Festwochen: Gastspiel des Maly Drama Theaters In einem Ensemble ohne Schwachpunkt, in dem jede/r Einzelne Erwähnung verdiente, wird Tatjana Shchuko als Lika auch künstlerisch zum Mittelpunkt: Eine zarte, trotz ihres oft wenig damenhaften Benehmens damenhaftes Flair aus­ strahlende, geradezu charismatische Persönlichkeit vorgerückten Alters, herrisch und dabei irgendwie mädchen­ haft, verschmitzt, berechnend, dennoch gefühlsstark, innerlich zerquält und weit weniger opportunistisch, als es auf den ersten Blick scheint. So pathetisch es auch klingen mag: Eine Sternstunde des Theaters. Hilde Haider-Pregler, Wiener Zeitung, 18. Juni 2003 forumfestwochen ff I Furiosi – Die Wütenden Junger Regisseur Sebastian Nübling gastiert mit fulminanter"Untersuchung über den möglichen Zusammenhang von Fußball und Gewalt" im Museumsquartier. APA, 6. Juni 2003 In einer strengen Choreographie setzt Nübling seine exzellenten Akteure für das "forumfestwochen ff" in Szene. Gnadenlos, mit viel Tempo und perfekt einstudiertem Sprechgesang seziert die Inszenierung das Gewaltpotenzial dieser Amokläufer.... Parallelen zu Einar Schleefs legendärer Inszenierung von Elfriede Jelineks "Sportstück" drängen sich auf. Denn auch Nübling wertet nicht, zeigt"nur" auf und verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger. Kurier, 7. Juni 2003 Somit ist"I Furiosi" die bestechendste Einlösung von Schauspieldirektorin Marie Zimmermanns theorielastigem Konzept: das Theater im Hier und Jetzt zu platzieren, ohne es seiner Jahrtausende alten, betörenden Kraft zu berauben. Der Standard, 7./8./9. Juni 2003 Wütende neue Helden Das diesjährige"forumfestwochen ff" In Zeiten kollektiven und medial hoch auflösbaren Heldentums hat es der traditionelle Mut schwer. Seine Wirkung entfaltet er an den unbeobachteten Rück­ zugsorten individueller Verzweiflung. In Kairo oder im sibirischen Nowokusnezk, in Paris, Mailand oder Eindhoven."Neue Hel­ den" betitelt Marie Zimmermann, die Schauspiel-Intendantin der Wiener Festwochen, ihr Festival im Festival, bei dessen sieben Produktionen die neuen den alten Helden doch immer noch ähnlich sehen."Kein Kummer kann kommen den Kindern, die sich kümmern", donnert es in Handkes Sophokles-Übersetzung aus dem Festwochen-Edelevent am Wiener Burg­ theater – ein antikes Motto, das auch bei "forumfestwochen ff" durchaus beherzigt wird...."I Furiosi", das Sportstück gesundheitsschmälernden Antriebs, ist der Höhepunkt im Programm von "forumfestwochen ff". Weit über die Lebenswelten Mailändischer Fans hinaus friert es die Frage des Daseins auf einem existenziellen Punkt ein. Es zeigt archai­ sche Muster und die neuen Helden noch im freien Fall ihres Heldentums: zwischen Jubel und Jammer. Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 12. Juni 2003 Musikprogramm der Wiener Festwochen Dürfte ein reisender Kritiker, der in seinem Traumberuf viel hört, aber auch viel hören muss, sein ganz persönliches Wieder­ hörens-Wunschfest ausrichten, sähe es aus wie das Musikprogramm der Wiener Festwochen. Ach, haben es die Wiener gut! Wie Klunker auf einer Solitär-Kette reihen sich die streitbarsten, schönsten Produktionen der letzten zehn Jahre aneinander: Wernickes MaschinenzauberCavalli"La Calisto"(aus Brüssel), Marthalers"Müllerin"(aus Zürich), Konwitschnys"Aida"(aus Graz) und Schlömers"Tränen des Himmels" aus Luzern. Dazu kommt eine Neuproduktion von Lachenmanns"Mädchen". Überdies ist es geglückt, Wolfgang Mitterer, Osttiroler Urgestein der elektroakustisch-experimen­ tellen Avantgarde, zum Fertigschreiben seiner ersten abendfüllenden Oper anzu­ spornen. Das Stück heißt"massacre" und wurde in Koproduktion mit der Wiener Taschenoper im Ronacher von Peter Rundel und Joachim Schlömer zur Uraufführung gebracht.... Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Mai 2003 Schwarze Messe, Menschengemetzel Naturgemäß ist die Bartholomäusnacht von anno 1572 keine anämische Angelegenheit. Das Abschlachten der Hugenotten durch die Katholiken schuf sogar einen neuen Begriff: Massaker hieß ursprünglich im Französischen der Hackstock des Fleischhauers. Der Tiroler Komponist Wolfgang Mitterer, ein All­ roundmusiker von Format, hat das blutige Thema in Christopher Marlowes Bearbeitung aufgegriffen. Sein 90­ Minuten-Stück"massacre" ist die einzige Opernuraufführung der diesjährigen Wiener Festwochen. Für ideale Umsetzung im Etablissement Ronacher sorgt Joachim Schlömers Inszenierung im magisch kargen Raum von Katrin Brack. Sieben Stelen als monumentale Kerzen, sonst bleibt die Bühne leer. Denn hier wird eine Schwarze Messe gefeiert, mit Anklängen an Pasolinis"Salò" und den Aktionismus eines Günter Brus. Schlömer weiß, dass man auf dem Theater Schreckensszenen durch optische Verdopplung banalisiert. Da hilft bloß strenge Metaphorisierung. Auf dem Umweg des Indirekten zeigt sie die Rituale der Grausamkeit, enthüllt Macht- und Vernichtungswahn. Als auch der Herzog von Guise(bedrohlich fanatisch gesungen von Georg Nigl) ermordet wird, der Hauptverantwortliche des Blutbads, streichen ihn die Schergen vor weißem Hintergrund weiß. Seine Gestalt verschwindet im Nichts. Wolfgang Mitterers Musik hat beträchtliche Sog­ wirkung. Wir sehen gleichsam mit den Ohren ein Schlachtengemälde. Mitterer ist ein Geräuschkulissenvirtuose, selbst die höchste, schrillste Stimmlage(Katia Plaschkas Duchesse könnte mühelos Glas zersingen) klingt nie kreischend, sondern geht präzise durch Mark und Bein. Betörend schöne Momente, etwa ein fernes Bach-Echo, werden mit Elektronik und Tierlauten(Hundegebell, Fliegensummen) konterkariert. So entsteht ein tönendes Bestiarium als Abbild mensch­ licher Bestialität. Rühmenswert die Leistung des Dirigenten Peter Rundel und 89 seines Kammerensembles, des Altisten Alexander Plust(als jugendlicher König Henry) und der Mezzosopranistin Annette Stricker(als Regentin Catherine). Wunderbar auch die Schlusscoda. Während die Kerzen und der Lärm der Welt verlöschen und die Glocke von NotreDame, die das historische Gemetzel begleitet hatte, verstummt, steppt sich der Horrorengel der Geschichte leise davon. Dann nur noch Stille, über der Georg Büchners ewige Frage zu schweben scheint:"Was ist das, was in uns hurt, lügt, stiehlt und mordet?" Ulrich Weinzierl, Die Welt, 20. Mai 2003 Geräusche der Blutsäufer Das Musiktheater lebt – nicht nur in den Opernhäusern, die überwiegend das herkömmliche Repertoire zeigen, sondern auch auf der"zweiten Schiene" ambi­ tionierter, spezialisierter Festivals.... Namentlich die Wiener Festwochen zählen zu den Ermöglichern und Ermutigern sperrig-kratzigen, jeglichem Kommerz­ gedanken zuwiderlaufenden Musik­ theaters. Die hier angesagten Urauf­ führungen haben sicherlich einen eigenen Snob-Appeal, der sie aus der Nachbar­ schaft lautstärker annoncierter OpernEvents(wie in diesem Jahr der Staats­ opernpremiere Tristan mit Christian Thielemann) heraushebt. Die Bescheiden­ heit provinzlerisch-halbamateurhafter Herangehensweise braucht nicht befürchtet zu werden; den neuen Kreationen werden zum Start die besten Aufführungschancen gegeben. So setzte sich für Wolfgang Mitterers"massacre" kein Geringerer ein als der bedeutende Regisseur und Choreograph Joachim Schlömer, und die musikalische Leitung übernahm Peter Rundel, eine der Koryphäen avancierter Musikwiedergabe. ... Weit weg von der Abbildung massen­ hafter Pogrome, entfaltet sich das Bühnengeschehen als kammer­ theatralische Etüde für eine Kleingruppe, in der Täter und Opfer in ihren Rollen wechseln oder absichtsvoll unscharf gehalten sind. Schlömers vehemente Darstellung lässt die Akteure nicht immer individuell hervortreten; oft verschmelzen sie in orgiastischen Exzessen zu raffinierten Körperarchitekturen. Grausamkeit als Movens verquerer gruppendynamischer Prozesse, in denen es kaum ein Innen und ein Außen gibt.... Mitterers Musik wurzelt kaum im 90 Dramatischen, Dialogischen, hat ihre besten Momente dagegen im unmittelbar Zuständlichen, in der grellen und rabiaten oder auch erstickten Imagination von Extremsituationen. Bei aller Stilisierung hat die Stimmbehandlung insofern etwas Realistisches, als sie sich aller Kantabilität entledigt, in aberwitzigen Lagen schreien, brüllen, quieken, winseln lässt. Am "normalsten" artikulieren sich noch der brutale Bariton Georg Nigl als Guise und der gleißende Countertenor Alexander Plust als König.... Mitterer geht so bewusst und gekonnt mit Live-Elektronik um, dass keinerlei dramaturgische Reibungen oder Bruchstellen entstehen. Mit nur neun Instrumentalisten im Orchestergraben(darunter Klavier und Cembalo) entfesselt er ein Pandämonium exorbitanter und vielfach unter die Haut gehender Geräuschhaftigkeiten. Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau, 21. Mai 2003 Sehnsuchtshörner, Totentrompeten ... als Eigenproduktion der Wiener Festwochen eine beachtliche Uraufführung zu erleben: Ein"massacre" wollte der österreichische Komponist Wolfgang Mitterer im stuckstrotzenden "Etablissement Ronacher" anrichten – dank des beherzten Eingreifens von Joachim Schlömer wurde die Bühnen­ schlacht ein Etappensieg für das immer wieder totgesagte Genre Musiktheater. Der 1958 geborene Mitterer ist ein Klangtüftler mit Hang zur Über­ organisation. Für jede Menge Elektronik und neun Musiker hat er eine Sound­ collage entworfen, die vor grandios gemixten Details nur so flimmert. Das mit Samples und Realgeräuschen versetzte instrumentale Flimmern wird aber nie nervtötend, weil Jazz-Impulse, ArchaischKirchenmusikhaftes oder Klassik-Partikel für die nötige Erdung sorgen. Zu diesem von Peter Rundel mit cooler Souveränität organisierten Klangkaleidoskop entrollt sich auf der Bühne gar Erschröckliches: Sehr frei nach Christopher Marlowes Drama"The massacre at Paris" wird der Horror der Bartholomäusnacht beschworen. Dass man vom Text wenig versteht(und von der Handlung noch weniger) ist absolut nicht störend, weil sich das Regieteam ganz auf Mitterers Ästhetik der Andeutung einlässt. Keine Ekel-Optik beleidigt das Zuschauerauge; Ausstatterin Katrin Brack genügen ein paar überdimensionale Kerzen und schwarze Anzüge für die Darsteller. Keine Blut-Sperma-Schlamm-Kübelei blockiert die Aufnahmewilligkeit; Joachim Schlömer führt die Lust am Töten vor, zeigt Erniedrigte und Beleidigte im Kreise ihrer Peiniger, ohne, dass die Szenen abstoßen. Schlömer führt seine neun Darsteller so genial, dass unklar bleibt, wer hier Tänzer ist und wer Sänger. Immer wieder werden Assoziationen an Gemälde Goyas wach, aber auch an jene von Dalì. Diese von jeder Konkretion losgelöste Abfolge höchst lebendiger Bilder entwickelt einen sinn­ lichen Sog, dem nicht alle Besucher stand­ halten mochten. Wer aber die gut 90 Minuten durchhielt, erlebte das Glücks­ gefühl des Rätselraters, dem sich die Lösung erschließt, obwohl er nicht in der Lage war, alle Symbole und missing links wirklich entschlüsseln zu können... Frederik Hanssen, Tagesspiegel, 27. Mai 2003 Eine Gudrun im Schafspelz So kommen die Festwochen und die Neue Oper Wien, die seit zehn Jahren ohne festes Ensemble der Erschließung neuer Klangwelten und neuer Räume und Spielstätten verpflichtet ist, zu dem Verdienst der szenischen Erstaufführung von Lachenmanns verstörend grenz­ gängerischer"Musik in Bildern" in Österreich. Das sonst für Diskos genutzte Rondell in einem der trendig her­ gerichteten Gasometer im Wiener Bezirk Simmering ist als Raum dafür im Grunde prädestinierter als jedes Opernhaus. Bei der erstmaligen Verlegung aus der räum­ lichen Plüsch- und Logenhülle eines klassischen Theaters in das offene ArenaRund des Gasometers mit konzentrischen Sitzkreisen für die Hörer, die von dem klingenden Großen, der die Musiker, Klang- und Geräuscherzeuger und Koordinierer und die Choristen an der Wand verteilt, umschlossen wird, entfaltet Lachenmanns Komposition gerade hier eine erstaunliche Sinnlichkeit.... Von der äußeren Form her eine Raum-KlangInstallation aufbietend, ist Kirchner auch mit der agierenden Einbeziehung der beiden exzellenten Sopranistinnen Elizabeth Keusch und Sarah Leonard, offenkundig szenischer Sinnsuche ver­ pflichtet. Ja, er versucht selbst in der komprimierenden Sprachartistik, die Walter Raffeiner mit dem Leonardo da Vinci-Text über die Ambivalenz einerseits von Lust an- und anderseits von Furcht vor der Erkenntnis betreibt, die narrativen Strukturen von Lachenmanns Komposition aufzuspüren. Damit setzt er sie vielleicht nicht in ihren ursprünglich intendierten, sicherlich aber in einen musiktheatralisch möglichen und am Ende dann doch ins­ gesamt triftigen Zusammenhang. Joachim Lange, Frankfurter Rundschau, 31. Mai 2003 Champagner im Bambus-Bungalow "Forever Young" setzt einen umjubelten Schlusspunkt der Festwochen unter Leitung von Luc Bondy. Das Festival hatte fünf Wochen lang 34 Produktionen aus den Bereichen Theater, Oper und Musik geboten. Im Theaterprogramm hatte Schauspieldirektorin Marie Zimmermann ihr im Vorjahr erfolgreiches Konzept fortgeführt, Produktionen von etablierten Theatermachern mit Projekten aus der internationalen Off-Theater-Szene zu konfrontieren. Zu Beginn erntete Handkes Neuübertragung des Sophokles-Dramas "König Ödipus" mit Bruno Ganz in der Titelrolle, mit Anselm Kiefer als Bühnen­ bildner und Klaus Michael Grüber als Regisseur zwiespältige Kritik. Zu einem gefeierten Höhepunkt wurde das Gastspiel von Patrice Chéreaus"Phèdre", das den diesjährigen Antiken-Schwerpunkt fort­ setzte. Überschattet wurden die Fest­ wochen von einem Streit, der durch den konservativen Kunst-Staatssekretär Franz Morak ausgelöst wurde. Morak hatte die staatlichen Subventionen für das laufende Kulturfestival gestrichen. Die Mitteilung erreichte die Direktion erst nach Beginn des Festivals. Noch kurz zuvor hatten konservative Wiener Medien das inter­ national ausgerichtete Programm als"zu wenig wienerisch" gegeißelt. Irmgard Schmidmaier, dpa, 17. Juni 2003 Exzessive Zuspitzung auf den Selbsthass Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 90,1 Prozent gingen die Wiener Festwochen zu Ende. Intendant Luc Bondy zeigt sich wirtschaftlich wie künstlerisch mit dem Ergebnis zufrieden und resümierte mit einem leichten Seitenhieb auf die österreichische Kulturpolitik: "Diesen Kulturkrieg haben wir gewonnen". Gemeint war Kunststaatsekretär Franz Morak, der die ohnehin niedrige Unter­ stützung des Festivals aus der Staatskasse kurzfristig ganz gestrichen hatte. Mit 91 Dostojewskij sondiert Frank Castorf die russische Seele, die amerikanische mit Tennessee Williams. In Salzburg demon­ tierte er"Endstation Sehnsucht", zum Abschluss der Wiener Festwochen hat er "Süßer Vogel Jugend" bearbeitet, unter dem Titel"Forever Young". Eine Art Uraufführung, denn Castorf verwendet zwar einige Figuren des Melodrams, das Tennessee Williams 1958 geschrieben hat, aber nur wenig von der Handlung und den Dialogen des Originals.... anstelle... betulicher Texttreue setzt Castorf auf exzessive Zuspitzung einiger weniger charakteristischer Elemente: Selbsthass und Selbstzerstörung.... Weit mehr als Sexualität und Potenzprobleme in der rassistischen Südstaatengesellschaft gilt seine produktive Sondierung den Möglich­ keiten, Theater und Theatralik durch die Verfahren der TV-Reality-Show zu über­ winden. Schauspieler, in einem nur vage definierten Rollenrahmen auf sich selbst gestellt, müssen scheinbar für die Kamera auf der Bühne wie auch im Off improvi­ sieren. Scheinbar – denn den enthusias­ tischen Premierenbeifall teilte sich Castorf nicht nur mit seinem Ausstatter Bert Neumann, sondern auch mit den Schau­ spielern(darunter Volker Spengler in der beängstigenden Charakterstudie eines Südstaaten-Bosses), sowie Jan Speckenbach(Videoregie) und Andreas Deinert(Kamera). Der Bogen, der sich von den Ursprüngen des Theaters ("Ödipus in Kolonos") bis zu Castorfs Erkundungen der Zukunft des Theaters spannte, überbrückte eine schier unüber­ sehbare Anzahl von multinationalen Kleinund Experimentaltheater-Produktionen. Paul Kruntorad, Nürnberger Nachrichten, 19. Juni 2003 Grund genug zum Fliegen Die Wiener Festwochen haben sich gelohnt. Erstens für das Publikum: Der – zugegeben überdurchschnittlich fleißige – Besucher nennt nun eine Sammlung von 22 silbergrauen Satintüchlein sein eigen, das auf jedem Sitz bei jeder Vorstellung platzierte Geschenk eines Sponsors. Schuhleder und Stirn werden es zu danken wissen. Zweitens sind auch die Veran­ stalter mit 90 Prozent Auslastung bei 33 Produktionen Rechtens zufrieden. Intendant Luc Bondy spricht davon, dass man den"Kulturkrieg" gegen Kunst­ staatssekretär Morak, der die traditionelle Subvention plötzlich kürzte, gewonnen 92 hat. Immerhin steht hinter Bondy und seinem Team – als feste Burg – die Stadt Wien, deren Kulturausgaben gegenüber dem Vorjahr sogar gestiegen sind und weiter steigen sollen. Selbst eine kritische Festival-Bilanz kann nicht allzu viel mäkeln. Die meisten Höhepunkte bescherte Hans Landesmanns Musik­ programm: mit Wernickes Version von Cavallis"La Calisto", der fulminanten Uraufführung der Oper"massacre" von Wolfgang Mitterer in der Regie von Joachim Schlömer, der auch für den zauberischen barocken Tanztheaterabend "Les larmes du ciel" verantwortlich zeichnete, und mit der österreichischen Erstaufführung von Lachenmanns"Das Mädchen mit den Schwefelhölzern". Sehr verdienstvoll war zudem die Präsentation jener Grazer"Aida", die einst Peter Konwitschny erarbeitet hat. Die musika­ lische Qualität freilich verfehlte das Fest­ spielniveau: So grobschlächtig dürfte kein Orchester vom Rang der Wiener Symphoniker spielen. Leider taten sie ein Gleiches bei der aus Klagenfurt impor­ tierten"Madame Butterfly", die dort besser aufgehoben scheint als im Theater an der Wien. Ein hinreißender Zwitter, halb dem Schauspiel-, halb dem Musik­ theaterbezirk zugerechnet, begeisterte ohne Einschränkungen: Marthalers"Die schöne Müllerin" überstand die Über­ siedlung von der Limmat an die Donau in tadelloser Verfassung. Im Großen und Ganzen hatte die Fantasie des Festwochen-Gastes Grund genug zum Fliegen. Ulrich Weinzierl, 19. Juni 2003 Kulturkrieg Luc Bondy wartete diesmal mit keiner eigenen Inszenierung auf. Doch zog sich wenigstens ein Wort des Intendanten durch die sechs Wiener Festwochen: "Kulturkrieg". Diesen hatte Bondy der Bundesregierung erklärt, nachdem deren Kunststaatssekretär in schäbiger Art just zum Auftakt der Festwochen die staatliche Subvention gestrichen hatte – mit der merkwürdigen Begründung, die Fest­ wochen seien eine rein Wiener Veran­ staltung. Das sind sie seit fünfzig Jahren eben nicht und waren es auch 2003 mit dreiunddreißig Produktionen und tausend Theaterleuten aus dreizehn Ländern nicht. Und mit 186.000 Besuchern[Stand Juni 2003]. Das bedeutet eine Auslastung von neunzig Prozent. Es weht von da her ein frischer Wind, den die steinerne Stadt sehr nötig hat. War's ein scharfer Theaterwind? Die Gastspiele und Koproduktionen kamen zwar mit überraschenden Böen, aber ohne Orkane daher. Einige Künstler wie der New Yorker Richard Foreman mit seinem Ontological-Hysteric Theater und dem flachen Menschheitsgeschichte-Stück "Panic!(How to be happy)", der Russe Jewjenij Grischkowez mit seiner zauber­ haft changierenden"Dreadnoughts"­ Imagination oder das Londoner Improbable Theatre mit der britisch­ schrägen, aber platten Jedermann-Version des"Hanging Man" sind so gute alte Fest­ wochen-Bekannte, dass der Entdeckungs­ effekt ausblieb.... die Höhepunkte der Festwochen klingen durchaus nach. Die ungewöhnlich freche, akrobatische "Romeo& Julia"-Inszenierung des Stockholmer Dramaten mit dem"Cirkus Circör" zum Beispiel eroberte die Wiener Herzen im Trapezflug. Aber auch René Pollesch, zum ersten Mal in der Stadt, begeisterte mit seiner"Heidi Hoh 3", die ausverkauft war wie Sebastian Nüblings Hooligan-Revue"I Furiosi", Marthalers rätselvolle"Schöne Müllerin" und Chéreaus gefeierte"Phädra". Vor allem auch die im Vorjahr von der Schauspiel­ direktorin Marie Zimmermann einge­ richtete Nebenschiene"forumfestwochen ff" mit ihrer Suche nach"Neuen Helden" zeigte, dass das konservative Wiener Publikum einen weltoffenen Flügel hat, der die Theaterformen der Newcomer von Kairo bis Eindhoven sehen und wissen wollte, was durch deren Köpfe geistert. Legt man im Nachklang nicht mehr den Maßstab des einzelnen Theaterabends an, sondern überblickt das Panorama, dann erinnert man sich auch ans ausgereizte, in Neurosen-Sackgassen gelandete Theater der alten Welt: diesseits des Atlantiks mit dem verkopften"Wittgenstein Incorporated" des Niederländers Jan Ritsema und jenseits des Atlantiks mit dem langjährigen Avantgardisten Foreman, der sein Theater als vollge­ stopfte Requisitenkammer betreibt und den Menschen als Objekt der Verhaltens­ forschung anlegt. Aus einer ganz neuen Theaterwelt aber scheint der großartige Russe Grischkowez zu kommen, der mit einem Tisch, einem Glas Rotwein, einer Waschschüssel und ein paar Papier­ schiffchen auskommt, um als ironischer wie sentimentaler Erzähler die Männerwelt vor dem Ersten Weltkrieg, das Leben auf Kampfschiffen erstehen zu lassen. Da war der Weg zu Marthalers gekrümmten und verbogenen und verhockten Männerseelen in der"Schönen Müllerin" nicht mehr weit. Der Intendant befand am Ende stolz: "Diesen Kulturkrieg haben wir gewonnen." Was auch daran liegen mag, dass die sozialdemokratisch regierte Stadt der konservativ dominierten Staatsregierung entschieden trotzt. Der Großteil der Subventionen für die 13,5 Millionen Euro teuren Festwochen kommt ohnehin von der Kommune. Sie wird das Festival nicht verhungern lassen. Erna Lackner, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Juni 2003 93 BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Die Beratungsstelle für Kulturarbeit hat auch heuer wieder vielen neu gegründeten Vereinen und NachwuchskünstlerInnen zu einem besseren Verständnis der Förder­ mechanismen der öffentlichen Hand verholfen. Eine Durchsicht der vielen eingereichten Projekte zeigt, dass die Kulturschaffenden mehr und mehr genreübergreifend arbeiten. Aufgrund immer komplexer werdender Strukturen von Projekten(Multimedialität, Einbindung unterschiedlicher Kunst- und Präsentationsformen, elektronische Vermittlung und Gestaltung von Inhalten und die künstlerische, zum Teil kritische Auseinandersetzung damit) weitet sich die Beratung von KünstlerInnen zunehmend in Richtung längerfristiges Coaching aus. In diesem Jahr wurden 589 Geschäftsfälle per e-Mail bearbeitet, ein Viertel davon betraf EU-relevante Projekte, ein Sechstel Frauenkulturprojekte. Zudem wurden wöchentlich bis zu 15 einstündige Einzel­ beratungen und bis zu 60 Telefon­ beratungen durchgeführt. Die Anfragen kamen zu 17% aus dem Theaterbereich, zu 13% aus dem Feld der bildenden Kunst, zu 10% aus dem Musiksektor, zu 8% aus der Literatur. 11% waren Anfragen bezüglich EU und Städte­ vernetzung. 10,2% betrafen Ausbildung und kulturelles Management, 19,6% Vereinsförderung, allgemeine Kultur­ förderung und Stadtteilarbeit, 4% neue Medien, 3% Kinder- und Jugendprojekte und 4,2% Filmförderung. Die Initiativen der EU zur Förderung von Kultur beziehen sich nicht nur auf das Programm Kultur 2000 mit Folge­ programmen im engeren Sinn, sondern bewegen sich im Sinne des Mainstreamings in viele Bereiche der Regionalförderung. Das bedeutet eine genaue Kenntnis der dazugehörigen Einreichmöglichkeiten und der, in verschiedenen Programmen verfügbaren Mittel. Die Beratungsstelle gibt projekt­ angepasste Informationen darüber, denn folgende Programme sind für Kulturarbeit interessant: IST- Forschung, technologische Entwicklung(neue Medien) Kultur 2000 – gemeinsames, kulturelles Erbe, künstlerisches und literarisches Schaffen, Netzwerke Media Plus – audiovisueller Bereich Interreg III A – Integration grenznaher Gebiete, kulturelle Zusammenarbeit insbesondere im„small project fund“ Interreg III B und III C Urban II sowie Ziel 2 Gebiet für Wien. Im Rahmen letzteren wurde von der Beratungsstelle die Betreuung des mehrjährigen Großprojektes Kulturpark Augarten wahrgenommen, ebenso wie die Tätigkeit in den Beiräten von Urban II, Ziel 2 und Zielgebiet Gürtel. Die Beratungsstelle hat zudem mit der Internetseite der Kulturabteilung am magistratsinternen Wettbewerb PR-Star teilgenommen. Die Homepage der Kulturabteilung konnte auf Grund ihrer bürgerInnennahen Gestaltung unter 99 anderen BewerberInnen für einen Preis nominiert werden. Adresse: Kulturabteilung der Stadt Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 5, 3.Stock, Zi 318. Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch von 10 Uhr bis 18 Uhr, telephonische Vereinbarung: 4000-84714. 94 Die Wiener Vorlesungen im Jahr 2003: • Dienstag, 21. Jänner 2003 Urban Fellowship der Stadt Wien und des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften(IFK) Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm "Öffentliche Räume zwischen Staatlichkeit und Privatisierung" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Jens Dangschat • Mittwoch, 22. Jänner 2003 Geschichte am Mittwoch: Perspektiven historischer Geschlechterforschung Diskussion des Heftes 2/2002"Die Macht der Kategorien" der"Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit" mit den Herausgeberinnen des Heftes- Univ.-Prof. Dr. Andrea Griesebner und Dr. Christina Lutter- und Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat und Univ.-Prof. Dr. Bernhard Tschofen Moderation: Univ.-Prof. Dr. Franz X. Eder Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Institut für Geschichte der Universität Wien und dem Studien Verlag • Donnerstag, 30. Jänner 2003 Jack Lang "Europäische Kulturpolitik: Eine Utopie?" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Sonja Puntscher-Riekmann Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut Français de Vienne und dem Tanzquartier Wien • Donnerstag, 6. Februar 2003 Univ.-Prof. Dr. Hermann Haken "Die Selbstorganisation komplexer Systeme. Ergebnisse aus der Werkstatt der Chaostheorie" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger Eröffnung der INSC 2003- International Nonlinear Sciences Conference Research and Applications in the Life Sciences(7.-9.2.2003) • Wien Akademie in Kooperation mit dem Studienschwerpunkt Kulturwissenschaft und Cultural studies: Donnerstag, 27. Februar 2003 Univ.-Prof. Lawrence Grossberg "Between Birmingham and Babel: A hitchhikers guide to cultural studies" • Donnerstag, 27. Februar 2003 DDr. Peter Landesmann "Die Juden und ihr Glaube" Moderation: Dr. Martha Keil • Montag, 3. März 2003 Podiumsgespräch"Vom Nutzen des Unnützen – Der Platz der Geistes- und Kulturwissenschaften in der neuen Universität" mit Univ.-Prof. Dr. Edith Saurer, Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler, Univ.-Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Rektor Univ.-Prof. Dr. Georg Winckler Moderation: Dekan Univ.-Prof. Dr. Franz Römer Eröffnung der Ausstellung"83 Zeugnisse aktueller Forschung" Eine Veranstaltung im Rahmen der Woche der Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Wien:"Geist schafft Wissen – Geistes Wissen schafft"(3.–8.3.2003) • Kooperationsveranstaltung mit dem Kulturverein„Initiative Währing“ zum 125. Geburtstag und 65. Todestag von Egon Friedell: 126 • Montag, 10. März 2003 Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler "Über den Kulturhistoriker, Schriftsteller, Feuilletonisten, Kritiker und Schauspieler Egon Friedell" Präsentation von Texten von Egon Friedell: Otto Steffl • Mittwoch, 12. März 2003 Univ.-Prof. Dr. Gerald Stourzh, "Genozid und Menschenrechte" Univ.-Prof. Dr. Cornelius Prittwitz "Menschenrechtsverletzungen als Gegenstand internationaler Gerichtsbarkeit. Strafrechtskritik in der Globalisierungsfalle?" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Margarete Grandner Eröffnung der Tagung"Kriminologie als Akteurin und Kritikerin gesellschaftlicher Entwicklung. über das Verhältnis der Wissenschaft zur Sicherheit und ihren Verwaltern" der Gesellschaft für Interdisziplinäre Wissenschaftliche Kriminologie(GIWK) und des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie(13.-15.3.2003) • Donnerstag, 27. März 2003 Univ.-Prof. Dr. Roberto Bein und Univ.-Prof. Dr. Enrique Bein "Gott ist kein Argentinier mehr. Ursachen und Perspektiven der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Lage in Argentinien" Einleitung und Moderation: Univ.-Prof. Dr. Georg Kremnitz Musikalisches Programm: Sergio Cattaneo und Begleitung Eröffnung des Internationalen Colloquiums"Sprachen, Literaturen und Gesellschaft in Argentinien. Argentinische und deutschsprachige Forschung im Gespräch" (26.–28.3.2003) • Wien Akademie in Kooperation mit dem Studienschwerpunkt Kulturwissenschaft und Cultural Studies Montag, 31. März 2003 Dr. Lutz Musner "Perspektivenwechsel. Kulturwissenschaften transatlantisch gesehen" • Montag, 7. April 2003 "Neoliberale Wirtschaft und Menschenbild" Podiumsgespräch mit Univ.-Prof. Dr. Gertraude Mikl-Horke, Univ.-Prof. Dr. Gebhard Kirchgässner, Univ.-Prof. Dr. Werner Plumpe, Univ.-Prof. Dr. Claudia von Werlhof, Univ.-Prof. Dr. Erich Streissler Moderation: Univ.-Prof. Dr. Andrea Grisold • Mittwoch, 9. April 2003 "Der unbedingte Mensch" Seminar mit den Preisträgern des"Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie" DDDr. Helmut Niederhofer, Dr. Risto Nurmela, Dr. Otto Zsok Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Viktor-Frankl-Institut • Montag, 28. April 2003 Univ.-Prof. Dr. Wynfrid Kriegleder "Charles Sealsfield und die Politik oder die Schwierigkeiten eines Vormärz-Autors mit der Demokratie" Lesung: Gottfried Riedl Eine Kooperationsveranstaltung mit der Internationalen Charles Sealsfield-Gesellschaft 127 • Montag, 5. Mai 2003 Festveranstaltung anlässlich 40 Jahre Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) Begrüßung: Bürgermeister Dr. Michael Häupl Ehrung von Gründungsmitgliedern des DÖW durch Prof. Fritz Muliar Min. a.D. Rudolf Edlinger(Präsident des DÖW): “Das DÖW in Vergangenheit und Zukunft" Univ.-Prof. Dr. Eric J. Hobsbawm "Herbert Steiner, Gründer und erster Leiter des DÖW, und die Bedeutung von Widerstandsforschung" Präsident Univ.-Prof. Dr. Clemens Jabloner Festvortrag"Die Historikerkommission. Ein Bericht" Moderation: Dr. Peter Huemer • Donnerstag, 8. Mai 2003 Eröffnung des Symposions"Von der Romantik zur ästhetischen Religion" Univ.-Prof. Dir. Dr. Jean Clair "Surrealismus zwischen Totalitarismus und Okkultismus" Moderation: Dr. Leander Kaiser Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut Français de Vienne • Montag, 12. Mai 2003 "Armer Schubert?!" – Roundtable und Gesprächskonzert im Rahmen der Ersten Internationalen Arbeitstagung zur Schubert-Rezeption mit Univ.-Prof. Dr. Gernot Gruber, Dr. Michael Kube, Dr. Walburga Litschauer und Oleg Maisenberg • Wien Akademie in Kooperation mit dem Studienschwerpunkt Kulturwissenschaft und Cultural Studies: Dienstag, 13. Mai 2003 Univ.-Prof. Dr.Birgit Wagner "Norden-Süden-Osten-Westen. Zur räumlichen Dimension von Kultur" • Dienstag, 20. Mai 2003 Martin Buber Kolleg der Wiener Vorlesungen Univ.-Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau "Das Jüdische Erbe Europas- das religiöse Erbe: Kanon und Kultur in jüdischer Tradition" Einleitung und Moderation: Univ.-Prof. Dr. Kurt Schubert • Mittwoch, 21. Mai 2003 Eröffnung des 6. Wiener Internationalen Geriatriekongresses"Aktives Altern- Active Ageing" Univ.-Prof. Dr. Ruth Klüger "'Ein alter Mann ist stets ein König Lear’. Alte Menschen in der Literatur" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler • Dienstag, 27. Mai 2003 Karl Kraus Vorlesung zur Kulturkritik Erwin Riess "Die Ferse des Achilles. Die Bedeutung behinderter Menschen für die Gesellschaft" Moderation: Dr. Gudrun Braunsperger Eine Veranstaltung in memoriam Univ.-Prof. Dr. Hans Hovorka 128 • Montag 2. Juni 2003 Überreichung des Ehrenpreises des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie für das Jahr 2002 an Kardinal DDr. Franz König durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl und die Witwe Viktor Frankls Dr.h.c. Eleonore Frankl Laudationes: Univ.-Prof. Dr. Erika Weinzierl "Kardinal König und die Öffnung der österreichischen Kirche zur Welt" Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka "Kardinal König und die Öffnung von Gesellschaft und Politik in Österreich" • Dienstag, 3. Juni 2003 Martin Buber Kolleg der Wiener Vorlesungen Univ.-Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau "Das Jüdische Erbe Europas- das philosophische Erbe: Partikularer Universalismus im Spannungsfeld von Historie und Humanität" Einleitung und Moderation: Univ.-Prof. Dr. Peter Kampits • Mittwoch 4. Juni 2003 Gisela Breitling "Was in Betracht kommt – der erweiterte Kunstbegriff und seine Widersprüche" Moderation: Karin Steger • Mittwoch, 11. Juni 2003 Univ.-Prof. Dr. Jürgen Kriz "Lebenswelten im Umbruch. Zwischen Chaos und Ordnung" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Rudolf Richter Kooperationsveranstaltung mit der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften der Universität Wien, dem Institut für soziokulturelle Analysen und der Paul Lazarsfeld Gesellschaft • Donnerstag, 12. Juni 2003 Univ.-Prof. Dr. Jean-Pierre Faye "Freud und die anti-freudschen Strömungen in Wien um die Jahrhundertwende" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Gertraud Diem-Wille Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut Français de Vienne anlässlich des Symposions"Freud und Wien" des Institut Français und des Sigmund Freud Museums(13.-15. Juni 2003) • Wien Akademie in Kooperation mit dem Studienschwerpunkt Kulturwissenschaft und Cultural Studies: Montag, 16. Juni 2003 Ass.-Prof. Mag. Dr. Manfred Permoser "’Komponiertes Leben – Musikalische Kommunikationsstrukturen im soziokulturellen Kontext" • Mittwoch, 18. Juni 2003 Podiumsgespräch"Weltreligionen zwischen Krieg und Frieden" mit Dr. Eva Maroscheck, Univ.-Prof. Dr. Susanne Heine, Rektor Petrus Bsteh, Dr. Bimal Kundu, M.A. Amir Zaidan, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg Moderation: Mag. Roland Ritter-Werneck Eine Kooperationsveranstaltung mit der Plattform für interreligiösen Dialog 129 • Dienstag, 24. Juni 2003 Martin Buber Kolleg der Wiener Vorlesungen Univ.-Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau "Das Jüdische Erbe Europas- das politisch-gesellschaftlich-kulturelle Erbe: Ästhetik und Ethik als Paradigma für Einheit in der Differenz" Einleitung und Moderation: Univ.-Doz.Dr. John Bunzl • Montag, 25. August 2003 Stadtkulturgespräch der Wiener Vorlesungen beim Europäischen Forum Alpbach Univ.-Prof. Dr. Michael Mitterauer "Europa- Kontinuitäten und Brüche" Moderation: Dr. Erhard Busek • Mittwoch, 24. September 2003 „Das Exil und der nationalsozialistische Irrationalismus- Arnold Schönberg und Berthold Viertel“(50. Todestag von B. Viertel) mit Dr. Konstantin Kaiser, Mag. Katharina Prager, Dr. Gerhard Scheit, Dr. Sandra Wiesinger-Stock Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe„Wiener Akademie des Exils“ – in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung(öge) und dem Arnold Schönberg Center • Dienstag, 7. Oktober 2003 Podiumsgespräch zum Thema "Der Terrorismus, seine Ursachen und seine Bekämpfung: Gesellschafts- und psychoanalytische Perspektiven": mit Univ.-Doz. Dr. John Bunzl, Univ.-Doz. Dr. Harald Leupold-Löwenthal Univ.-Prof. Dr. Alfred Springer Moderation: Univ.-Prof. Dr. Gertraud Diem-Wille Eine Kooperationsveranstaltung mit der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung(WPV) anlässlich des Symposions"Zerstörung der Psychoanalyse 1938? Vertreibung der Psychoanalyse aus Wien und ihre Folgen" • Mittwoch, 8. Oktober 2003 „Exil in Ungarn“ mit Dr. René Geoffroy, Dr. Jonny Moser, Dr. Konstantin Kaiser Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe„Wiener Akademie des Exils“ – in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung(öge) und dem Arnold Schönberg Center • Donnerstag, 9. Oktober 2003 " Die neuen Rassismen" Impulsvortrag Univ.-Prof. Dr. Moshe Zimmermann "Rassismus, Antisemitismus und Politik im Nahostkonflikt" Präsentation und Diskussion des Heftes 1/2003,"Rassismus" der"Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit", hg von Max Sebastián Hering Torres und Wolfgang Schmale mit Mag. Max Sebastián Hering Torres, Dir. Dr. Beate Winkler, Univ.-Prof. Dr. Moshe Zimmermann Moderation: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schmale Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Institut für Geschichte der Universität Wien und dem Studien Verlag • Wiener Vorlesungen im Rahmen der Wiener Wissenschaftstage Montag, 20. Oktober 2003 Univ.-Prof. Dr. Ruth Klüger "Erlesenes Wien: wie seine Dichter es sahen und sehen" 130 • Mittwoch, 22. Oktober 2003 Bodo Hell "Stadt-Schrift" • Montag, 27. Oktober 2003 Elfriede Gerstl "Grüßen, gehen, stehen. Eine Beschreibung der Stadt mit gemischten Mitteln" • Mittwoch, 29. Oktober 2003 Mag. Herbert Josef Wimmer "Urbaner Nervenlauf" • Mittwoch, 5. November 2003 „Exil in Italien“ mit Dr. Klaus Voigt, Angelica Schütz, Dr. Cinzia Villani, Dr. Konstantin Kaiser Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe„Wiener Akademie des Exils“ – in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung(öge) und dem Arnold Schönberg Center • Montag, 10. November 2003 Oskar Lafontaine "Neoliberalismus und Globalisierung. Über die Herausforderung, die zusammenwachsende Welt demokratisch zu gestalten" Moderation: Hubert Christian Ehalt Festverantaltung des 1. Interntionalen Alfred Dallinger Symposiums über„Die Zukunft der Bildung in einer veränderten„Welt“. • Donnerstag, 13. November 2003 "Europa in der atlantischen Welt – Zeitschichten einer Krise" Impulsreferat Univ.-Prof. Dr. Jürgen Osterhammel anschließend Präsentation und Diskussion des Heftes 2/2003,"Atlantische Geschichte" der"Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit", hg. von Thomas Fröschl mit Univ.­ Prof. Dr. Thomas Fröschl, Univ.-Prof. Dr. Jürgen Osterhammel, Bettina Roither Moderation: Univ.-Prof. Dr. Martina Kaller-Dietrich Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Institut für Geschichte der Universität Wien und dem Studien Verlag • Sonntag, 16. November 2003 Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger 1. Wiener Kindervorlesung „Beamen – Traum und Wirklichkeit“ Eine Kooperationsveranstaltung mit dem ZOOM Kindermuseum • Dienstag, 18. November 2003 Zum 175. Todestag von Franz Schubert Univ.-Prof. Dr. Reinhold Brinkmann "Franz Schubert, Lindenbäume und die nationale Identität" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Manfred Wagner Musikalisches Programm: Leschetizky-Trio Wien( Klara Flieder, Violine, Christophe Pantillon, Violoncello, Stanislaw Tichonow, Klavier) und Alexander Kaimbacher, Tenor • Dienstag, 25. November 2003 Rektor Univ.-Prof. Dr. Christoph Badelt "Die unternehmerische Universität. Herausforderung oder Widerspruch in sich?" Überreichung der"Talenta", der Preise der Stadt Wien für die besten Diplomarbeiten an der Wirtschaftsuniversität Wien 131 Verleihung des WU-Best Paper Award des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien Laudatio: Univ.-Prof. Dr. Peter Mertens Moderation: Mag. Eva Pfisterer • Freitag, 28. November 2003 Univ.-Prof. Dr. Brigitte Rollett "Eltern und Kinder einst und heute: Erziehungsalltag zwischen psychologischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Ansprüchen" Laudatio: Univ.-Prof. Dr. Alexander von Eye und Magnifizenz Univ.-Prof. Dr. Giselher Guttmann Moderation: Dr. Ursula Kastner-Koller Eine Kooperationsveranstaltung mit der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften und dem Institut für Psychologie der Universität Wien und der Gesellschaft für Lerntherapie • Mittwoch, 3. Dezember 2003 Wiener Vorlesung"Städte im Dialog" im Wien-Haus in Brüssel "Europäische Werte in der europäischen Literatur" Einleitung: Univ.-Prof. Dr. Hubert Ch. Ehalt Vortrag: Univ.-Prof. Dr. Manfried Welan Lesung: Kammerschauspielerin Elisabeth Orth Moderation: Hans Rauscher Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Verbindungsbüro der Stadt Wien in Brüssel und der Magistratsdirektion-Auslandsbeziehungen der Stadt Wien • Mittwoch, 10. Dezember 2003 „Musik im Exil“ mit Dr. Primavera Gruber, Dr. Christian Meyer, Dr. Gerhard Scheit, Mag. Karin Wagner, Prof. Erwin Weiss Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe„Wiener Akademie des Exils“ – in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung(öge) und dem Arnold Schönberg Center Die Publikationen der Wiener Vorlesungen im Jahr 2003 „Wiener Vorlesungen“ Im Picus Verlag: • Band 96: Hans Albert Erkenntnislehre und Sozialwissenschaft. Karl Poppers Beitrag zur Analyse sozialer Zusammenhänge • Band 97: Iring Fetscher Individualisierung versus Solidarität • Band 98: Verena Kast, Emmerich Tálos Krisen des flexiblen Menschen • Band 101: Dietmar Rothermund Atommacht Indien. Von der Bündnis-freiheit zur amerikanischen Allianz • Band 102: Herbert Sukopp Rückeroberung? Natur im Groß-stadtbereich „Wiener Vorlesungen Konversatorien und Studien“ im WUV Verlag: • Band 14: Hannes Stekl, Elena Mannová(Hg.) Heroen, Mythen, Identitäten. Die Slowakei und Österreich im Vergleich • Band 15: Erich Vanecek, Christa Wenninger-Brenn(Hg.) Kunst – Medizin – Therapie • Band 16: Edith Saurer, Birgit Wagner(Hg.) (K)Eine Mauer im Mittelmeer. Debatte um den Status des Fremden von der Antike bis zur Gegenwart "Wiener Karl Kraus Vorlesungen zur Kulturkritik" in der Bibliothek der Provinz: 132 • Band 1: Josef Haslinger Am Ende der Sprachkultur? Über das Schicksal von Schreiben, Sprechen und Lesen • Band 2: Erwin Riess Die Ferse des Achilles. Zur Bedeutung behinderter Menschen für die Gesellschaft • Wissenschaftsfonds Die„fortgeschrittenen“ westlichen Gesellschaften, die Tempo und Ton der wirtschaftlichen und gesell-schaftlichen Entwicklung bestimmen, stehen am Beginn des 21. Jahr-hunderts in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Die Bedeu-tung der industriellen Produktion – der sekundäre Sektor – nimmt weiter ab. Dienstleistungen insbesondere im IT- und im IKTBereich werden immer wichtiger. Wissensproduktion,-kommunikation, -verwertung,-speicherung, ­ vermittlung werden zur zentralen gesellschaftlichen Ressource. Die Stadt Wien hat dieser Ent­ wicklung Rechnung getragen, und der Wissens-, Wissenschafts-, Forschungs- und Technologie­ förderung einen immer größeren Stellenwert zugemessen. Die Stadt hat in den letzten Jahren fünf Fonds gegründet und hat mit der Hoch­ schuljubiläumsstiftung, mit dem Medizinisch-wissenschaftlichen Fonds des Bürgermeisters, dem FelixMandl-Fonds, dem Zentrum für Innovation und Technologie(ZIT) und den Aktivitäten des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds nun zehn aufeinander abgestimmte Instrumente zur Förderung exzellenter Forschung in Wien. Gemeinsam ist diesen Einrich­ tungen, dass sie konsequent„den ersten Hauptsatz der Wissenschafts­ förderung“, dass es darauf an­ kommt, Stärken zu stärken, um­ setzen. Wissensgenerierung, Wissensvermittlung und Wissen­ schaftsförderung sind in Wien keine neuen Errungenschaften; sie haben eine für die spezifischen Qualitäten der Stadt verantwortliche wichtige Vorgeschichte. Wien ist eine Stadt, in der vielfältige innovative Forschungsansätze geboren und weiterentwickelt wurden. Diese Geschichte manifestiert sich in den Namen von Persönlichkeiten und Denkschulen („Wiener Schulen“), die die inter­ nationale Wissenschafts-geschichte geprägt haben: Alfred Adler, Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig Boltzmann, Karl und Charlotte Bühler, Sigmund Freud, Robert Koch, Adolf Loos, Lise Meitner, Carl Menger, Ludwig von Mises, Erwin Schrödinger, Eduard Suess, Otto Wagner, Ludwig Wittgenstein, der Wiener Kreis, die Wiener Medizinische Schule, die Wiener Schule der Nationalökonomie, die Wiener Schule des Rechts­ positivismus, die Wiener Psycho­ therapeutischen Schulen von der Psychoanalyse über die Individual­ psychologie bis zur Logotherapie mit den für Wien spezifischen pädago­ gisch-didaktischen Anwendungen, die aktivierende Sozialforschung von Marie Jahoda und Paul Lazarsfeld, die Entwicklung der Sozialreportage durch Max Winter und Emil Kläger, die Wiener Schule der Kunstge­ schichte, um nur die bedeutendsten zu nennen. Österreich und vor allem Wien haben 13 Nobelpreisträger hervorgebracht, von denen an dieser Stelle nur die Wissenschafter genannt seien: Robert Bárány(Medizin 1914), Fritz Pregl(Chemie 1923), Richard Zsigmondy(Chemie 1925), Julius von Wagner-Jauregg(Medizin 1927), Karl Landsteiner(Medizin 1930), Erwin Schrödinger(Physik 1933), Wolfgang Pauli(Physik 1945), Konrad Lorenz und Karl von Frisch(Medizin 1973) und Friedrich August von 133 Hayek(Wirtschaftswissenschaften 1974). Dieses historische Erbe war und ist eine gute Grundlage für gegen­ wärtige exzellente Leistungen in den Wissenschaften. Die Markenzeichen wissenschaftlicher Qualität müssen jedoch ständig neu geprägt, erworben, gepflegt, weiterentwickelt und vermittelt werden. Dazu bedarf es einer Identifikation und eines Engagements in Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik, es bedarf geeigneter institutioneller und infrastruktureller Grundlagen und Rahmenbedingungen und eines Instrumentariums, mit dessen Hilfe exzellente Qualifikationen ausge­ bildet und angewendet werden können. Mit den vier Wissenschaftsfonds, deren Tätigkeit im Jahr 2003 in der Folge ausführlich dargestellt wird, werden ausgezeichnete Leistungen in Kultur und Geisteswissenschaften, in Wirtschaftswissenschaften, in der sinnorientierten humanistischen Psychotherapie und in der Krebs­ forschung gefördert. Es werden Forschungsprojekte unterstützt, Stipendien und Preise vergeben. Die Arbeit der Fonds konzentriert sich auf Forschungen, • deren Ergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt wichtig sind, • die in wichtigen thematischen Bereichen angesiedelt, jedoch institutionell in Wien nicht ausreichend verankert sind, • die traditionelle Stärken weiterführen und ausbauen, • die den Wissenstransfer zwischen Forschung und An-wendung fördern, • die Forschungsinstitutionen und Stadtverwaltung in eine kontinuierliche und für beide Seiten nützliche Verbindung bringen. 134 Im folgenden werden Tätigkeit und Aktivitäten der Fonds im Jahr 2003 dargestellt. „Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften“ Dieser Fonds fördert Forschungen, die von Wiener ForscherInnen initiiert werden, in Wiener Forschungseinrichtungen beheimatet sind, aktuelle Forschungsent­ wicklungen weiterführen und Impulse für eine Verstärkung der Innova­ tionspotentiale in Wissenschaft und Forschung in Wien geben. Im Berichtszeitraum wurden die beschlussfassenden Gremien aus folgenden Personen gebildet: Dem Vorstand des Fonds gehörten an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Präsident Prof. Dr. Werner Welzig und Generalsekretär Univ.Prof. Dr. Herbert Mang. Als KuratorInnen wirken: Univ.-Prof. Dr. Friedrich G. Barth, Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich, Univ.-Prof. Dr. Herwig Friesinger, Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Hans Kaiser, Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad, Univ.-Prof. Dr. Herta Nagl, Univ.-Prof. Dr. Herbert Pietschmann, Univ.-Prof. Dr. Sonja Puntscher-Riekmann, Univ.-Prof. Mag. Dr. Helmut Rumpler, Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, Univ.-Prof. Dr. Karl Schlögl, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Uwe B. Sleytr, Univ.-Prof. Dr. Georg Stingl, Univ.-Prof. Dr. Gunther Tichy, Univ.-Prof. Dr. Ruth Wodak, Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger. Das Generalsekretariat wird von Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer wirkten Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke und Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Karl Vodrazka. Im Jahr 2003 wurden unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad(für die geistes- und kulturwissenschaftlichen Projekte) sowie von Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger und Univ.-Prof. Dr. Georg Stingl (für die naturwissenschaftlichen und medizinischen Projekte) unter Einbeziehung internationaler FachexpertInnen insgesamt 93 Anträge geprüft, beurteilt und gereiht. Im Bereich der Geistes- und Kulturwissen­ schaften und im Bereich der Naturwissen­ schaften und Medizin erschienen den GutachterInnen jeweils sieben Projekte vorrangig förderungswürdig. Nach angeregter und genauer Diskussion fällt das Kuratorium bei seiner Sitzung am 2. September 2003 einen Beschluss über die Förderung folgender Projekte: Aus den Bereichen der Naturwissenschaften und der Medizin: Doz. Dr. Monika Bright, Institut für Ökologie und Naturschutz, Universität Wien Infektion und Apoptose- die Entstehung der Symbiose bei den Riesenröhren­ würmern der Tiefsee – Hydrothermal­ quellen EUR 33.100,-Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, den bisher ungeklärten Aufbau der Symbiose von Riesenröhren­ würmern während ihrer Individual­ entwicklung mit einzelligen Mikroorganismen darzustellen. Die Befunde über Mechanismen und Interaktionen der Symbiose-Partner werden allgemeingültige Schluss­ folgerungen für Symbiosen erlauben. Prof. Dr. Irene Lichtscheidl, Institut für Ökologie und Naturschutz, Universität Wien Die Aufnahme von Proteinen in fleisch­ fressenden Pflanzen EUR 11.500,-Fleischfressende Pflanzen überleben an nährstoffarmen Orten, indem sie Proteine und andere Substanzen aus gefangenen Tieren gewinnen. Das gegenständliche Forschungsprojekt analysiert die Aufnahme und den Transport von tierischen Proteinen in carnivoren Pflanzen mit Hilfe von Fluoreszenzfarbstoffen im Licht­ mikroskop. Prof. Dr. Jürgen Sandkühler, Institut für Hirnforschung, Universität Wien Umkehr der synaptischen Langzeit­ potenzierung im nozizeptiven System EUR 38.300,-In diesem Forschungsprojekt werden neuronale Mechanismen der Chroni­ fizierung von Schmerzen und deren mögliche Reversibilität untersucht. Geprüft werden dabei verschiedene Substanzen und Methoden, die Schmerzverstärkungen rückgängig machen können. Aus den Bereichen der Geistes- und Kulturwissenschaften: Prof. Dr. Gerhard Botz, Ludwig BoltzmannInstitut für Historische Sozialwissenschaft Söldner für den Anschluss. Die Öster­ reichische Legion im Deutschen Reich 1933-1938 EUR 43.700,-Das Forschungsprojekt behandelt politische, organisations- und sozial­ geschichtliche sowie biographische Aspekte der Entwicklung einer im Jahr 1933 in Deutschland ent­ standenen Söldnertruppe, die aus annähernd 10.000 österreichischen NS-Aktivisten bestand. Die Öster­ reichische Legion gilt als Modellfall für die Untersuchung der polykra­ tischen Herrschaftsstrukturen in der Frühphase des NS-Regimes. Prof. DDr. Michael Hubenstorf, Institut für Geschichte der Medizin, Universität Wien Medizin,"Volk" und"Rasse". National­ sozialistische Gesundheits- und Wohlfahrts­ politik in Wien 1938 bis 1945 EUR 37.200,-Gegenstand dieses Projektes ist die Geschichte der Wiener Gesundheitsund Sozialverwaltung in den Jahren zwischen 1938 und 1945. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage, in welcher Weise die ver­ schiedenen kommunalen, staatlichen und parteiamtlichen Institutionen an der Umsetzung des eugenisch/ rassistischen Programms des NSRegimes beteiligt waren. Mag. Dr. Christiane Zintzen, Institut für Germanistik, Universität Wien Am Steinhof. Anamnese eines Ortes EUR 18.400,-Untersuchungen zur Heilanstalt für psychisch Kranke„Am Steinhof“ wurden bisher vorwiegend von wissenschaftlichen Einzeldisziplinen in Mikrostudien vorgenommen. Das Forschungsprojekt von Frau Dr. Zintzen setzt sich mit der Unter­ suchung der Institution, aber auch der Diskurse in der und um die Anstalt in einem historischen Längs­ 135 schnitt, der von der Errichtung des „Steinhofes“ bis in die Gegenwart reicht, interdisziplinär auseinander. Das Gründungsvorstandsmitglied des Fonds, Univ.-Prof. Dr. Werner Welzig, war in der Kuratoriumssitzung am 2. September 2003 zum letzten Mal in seiner Funktion als Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, damit aber auch als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, anwesend. Seine effiziente und kreative Tätigkeit für den Jubiläumsfonds und die Brückenfunktion des Fonds zwischen der Akademie und der Stadt wurde durch Stadtrat Dr. Mailath-Pokorny ausführlich gewürdigt. „Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien“ Der Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien fördert wirtschaftswissenschaftliche Forschungen, deren Ergebnisse für die Stadt Wien interessant und nützlich sind, und die geeignet sind, Impulse für die Wiener Wirtschaft und für den Wissenstransfer zwischen Wirtschaftswissenschaft, Wirtschaft und Stadtverwaltung zu geben. Aus den Mitteln des Fonds werden Wien­ bezogene Forschungen, das Integrierte Forschungsprogramm ELM: Europa – Lernen – Management und der„Best Paper Award der Stadt Wien“ unterstützt. Im Berichtszeitraum wurden die beschlussfassenden Gremien aus folgenden Personen gebildet: Dem Vorstand des Fonds gehörten an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Magistratsdirektor Dr. Ernst Theimer, Rektor Univ.-Prof. Mag. Dr. Christoph Badelt, Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Gunther Maier und Univ.-Prof Dr. Michael Holoubek. Als KuratorInnen wirkten: Vizerektor Dkfm. Dr. Horst Breitenstein, Mag. Brigitte Ederer, Mag. Waltraud Langer, Univ.-Prof. Dr. Herbert Matis, Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Christian Nowotny, Univ.-Prof. Mag. Dr. Gabriel Obermann, Vorstandsvorsitzender Dkfm. Dr. Siegfried Sellitsch, Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Barbara Sporn. Das Generalsekretariat wird von Univ.-Prof. Dr. 136 Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer wirkten Gen.dir. Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke und Univ.-Prof. Dr. Michael Lang. In der Kuratoriumssitzung am 12. Dezember 2003 wurde die Förderung der im folgenden angeführten Projekte beschlossen: Mit der Förderung des Integrierten WU-Forschungsprogrammes„Europa­ Lernen-Management“ – im Jahr 2003 in der Höhe von EUR 145.000,-– möchte der Fonds seit seiner Grün­ dung dazu beitragen, wissen­ schaftliche Grundlagen für eine Positionsverbesserung Wiens im zusammenwachsenden Europa zu erarbeiten. Darüber hinaus beschloss das Kuratorium des Fonds die Förderung von fünf Wien-bezogenen Forschungsprojekten: Mag. Daniel Bösch, Institut für BWL der Industrie Stadtmarketing- Instrumente mit Hebelwirkung als Möglichkeit zur Steigerung der Touristenzahlen EUR 15.000,-Diese empirische Studie über den WienTourismus soll Art, Qualität, Einsatz und Wirkung kommerzieller Wien-Reiseliteratur analysieren. Univ.-Prof. Mag. Dr. Michael Holoubek, Institut für Verfassungs- und Verwaltungsrecht, und Univ.-Prof. Dr. Gabriel Obermann, Institut für Finanzwissenschaft Kommunale Versorgungsleistungen zwischen Wettbewerb und service public-Konzept EUR 20.000,-Das Projekt stellt die Frage nach Zukunft und Sicherung der Daseinsvorsorge in den Ländern der EU vor dem Hintergrund der durch das EU-Recht vorangetriebenen Liberalisierung Univ.-Prof. Dr. August Österle, Abteilung für Sozialpolitik Psychiatrische Versorgung in Wien EUR 15.000,-Ziel des Projektes ist es, Zusammenhänge zwischen Psychiatriepolitik und geschlechts­ spezifischen Strukturen der psychiatrischen Versorgung zu untersuchen. Univ.-Prof. Dr. Peter Schnedlitz, Univ.-Doz. Dr. Peter Reutterer und Dr. Christoph Teller, Abteilung für Handel und Marketing Ist der Käufer Opfer oder Täter? Kosten des Einkaufs für Konsumenten als Entscheidungsgröße im Standortwett­ bewerb zwischen zentralen und peripheren Handelsagglomeraten EUR 20.000,-Das gegenständliche Projekt ermittelt und analysiert die Kosten der Beschaffung bzw. des Einkaufs von Waren aus der Sicht der Konsu­ mentInnen im Rahmen des Entscheidungsprozesses für eine bestimmte Einkaufsstätte. Univ.-Prof. Dr. Claus Staringer, Institut für österreichisches und internationales Steuerrecht Wien als internationaler Steuer-Standort für die neuen EU-Beitrittsländer EUR 10.000,-Ziel des Forschungsprojektes ist es, die gemeinschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Verhältnis zwischen Österreich und den neuen EU-Beitrittsländern, grundlegend und im Hinblick auf deren Relevanz für den Wirt­ schaftsstandort Wien zu untersuchen. Der Best Paper Award, den die Wirtschaftsuniversität Wien mit Hilfe des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität ausrichtet, gehört – qualitativ und auch im Hinblick auf die Dotierung – zu den renommiertesten Wissen­ schaftspreisen im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 2003 wurden nun bereits zum vierten Mal exzellente wirtschaftswissenschaftliche Publikationen ausgezeichnet. Folgende Publikationen erschienen im Jahr 2002 in internationalen TopJournals und wurden mit Best Paper Awards 2003 in der Höhe von je EUR 10.000,-- prämiert: Univ.-Prof. Dr. Alois Geyer, Dr. Friedrich Leisch und Dipl.Ing. Adrian Trapletti Forecasting Exchange Rates using Cointegration Models and Intra-day Data Journal of Forecasting, 21, 2002, 151-166 Die Publikation beleuchtet die Aus­ wirkungen der zunehmenden Verflechtung internationaler Währungsmärkte. Mag. Dr. Harald Badinger und Dr. Thomas Url Determinants of Regional Unemployment: Some Evidence from Austria Regional Studies, Vol.36.9, 2002, 977-988 Mit Hilfe eines an der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelten Modells werden regionale Arbeitslosenraten in Österreich analysiert. Univ.-Prof. Dr. Manfred M. Fischer und Mag. Martin Reismann A Methodology for Neural Spatial Interaction Modeling Geographical Analysis, 34(3), 2002, 207­ 228 Die Publikation liefert wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des noch jungen Forschungsfeldes GeoComputation. „Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie“ Der Fonds ermöglicht die Dokumentation des wissenschaftlichen Werkes Viktor Frankls und die Pflege und Weiterent­ wicklung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie im Sinne Viktor Frankls. Neben dieser Dokumen­ tationsaufgabe hat es sich der Fonds zum Ziel gesetzt, Forschungen im Sinne der wissenschaftlichen und therapeutischen Arbeit Viktor Frankls durch die Vergabe von Preisen und Projektstipendien auszuzeichnen und zu fördern. Die Aufgabe des Viktor Frankl-Fonds besteht in der Auszeichnung und Förderung bedeutender WissenschafterInnen und TherapeutInnen, die sich Verdienste um eine humanistische Psychotherapie erworben haben. Jährlich werden ein Großer Preis, Förderungspreise, Projektstipendien an best qualifizierte WissenschafterInnen sowie ein Ehrenpreis an große Persön­ lichkeiten des Geisteslebens, die durch ihr Wirken dazu beigetragen haben, die gesellschaftlichen Spielräume für Wahrheit, Menschlichkeit und Solidarität zu sichern und zu vergrößern, vergeben. 137 Im Berichtszeitraum wurden die beschlussfassenden Gremien aus folgenden Personen gebildet: Dem Vorstand des Fonds gehörten an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Dr. h.c. Eleonore Frankl, Dr. Gabriele Vesely-Frankl, Univ.­ Prof. Dr. Franz Vesely und Univ.-Prof. Dr. Hubert Ch. Ehalt. Als KuratorInnen wirkten: Dr. Alexander Batthyány, Univ.-Prof. Dr. Irenäus EiblEibesfeldt, Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich, Prof. Marianne Gruber, Univ.-Prof. Dr. Giselher Guttmann, Univ.-Prof. Dr. Peter Kampits, DSA Eleonore Korbei, Mag. Elisabeth Lindner, Univ.-Prof. Dr. Brigitte Rollett und Univ.-Prof. Dr. Leopold Rosenmayr. Das Generalsekretariat wird von Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer fungierten Dr. Ferdinand Grün und Reg. Rat TOAR Heinz Matuschka. Dem Kuratorium des Fonds lagen in seiner Sitzung am 10. Dezember 2003 22 Einreichungen vor. Folgende Auszeichnungen wurden beschlossen: Großer Preis Dieser Preis wird für das Gesamtwerk/Lebenswerk im Bereich einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie vergeben Dotierung EUR 7.300,Univ.-Prof. Dr. David Guttmann, Haifa, Israel Prof. Guttmann hat sich in seiner wissen­ schaftlichen Arbeit um die Logotherapie sehr verdient gemacht und ist seit Jahr­ zehnten auf dem Gebiet der Sozialarbeit und der Gerontologie in Haifa tätig. Förderungspreise werden für bisher geleistete hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet einer sinn­ orientierten humanistischen Psychotherapie an Personen und/oder Institutionen vergeben. Dotierung je EUR 3.000,Pater Jeremias Marseille OSB, Benedictine Monastery Tabgha, Tiberias, Israel Pater Jeremias engagiert sich als Leiter des Benediktinerklosters Tabgha am See Genesareth für Begegnungen und Zusammenarbeit von behinderten israelischen und palästinensischen 138 Jugendlichen und Erwachsenen im Sinne und im Dienst einer friedlichen Koexistenz zwischen Israel und Palästina. Fundación Argentina de Logoterapia“Viktor E. Frankl”, Buenos Aires, Argentinien Die Fundación hat die Konzepte der Logo­ therapie weiter entwickelt und in Argentinien einem breiten Fachpublikum bekannt gemacht. Oscar Spiel-Schule, Wien Die Oscar Spiel-Schule fördert als individualpsychologische Versuchsschule schwerpunktmäßig die Integration von Kindern mit emotionalen Defiziten und/oder frühkindlichen Traumatisierungen. Wissenschaftsstipendien wurden für folgende Forschungsvorhaben vergeben: Mag. Judith Fink, Wien Narzissmus aus existenzanalytischer Sicht EUR 2.500,-Aus existenzanalytischer Sicht wird Narzissmus als Störung in der Richtung einer übertriebenen Selbstbezogenheit begriffen. Die Existenzanalyse mit ihren zentralen Begriffen Selbstdistanzierung, wertorientierte Zukunftsgestaltung und Sinnfindung bietet ein ausgezeichnetes Fundament zu einer erfolgreichen Therapie dieser Störung. Julia Hickel, Wien Burnout bei österreichischen Psycho­ therapeutInnen. Eine Analyse von Arbeitsbedingungen und Ressourcen der PsychotherapeutInnen. EUR 2.000,-Die Studie analysiert Modelle und Faktoren, die für die Entstehung von und den Einfluss auf Burnout verantwortlich sind, um Präventivmaßnahmen setzen zu können. Mag. Péter Sárkány, Budapest Phänomenologische Praxis der Sorge für die Seele EUR 2.700,-Das Forschungsprojekt untersucht den philosophischen Hintergrund der Logo­ therapie und der Existenzanalyse im Hinblick auf phänomenologische Ansätze. Ehrenpreis Dieser Preis des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien ergeht an große Persön­ lichkeiten des Geisteslebens, die durch ihr Wirken dazu beigetragen haben, die gesellschaftlichen Spielräume für Wahrheit, Menschlichkeit und Solidarität zu sichern und zu vergrößern. Der Ehrenpreis des Jahres 2003 wurde Dame Cicely Saunders, der Begründerin der Hospiz-Bewegung in Großbritannien, verliehen. Dame Cicely hat mit ihrem Wirken wichtige Impulse für einen humanistischen Umgang mit dem Sterben, den Sterbenden und dem Tod gegeben „Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung“ Der Fonds fördert exzellente Projekte, die geeignet sind, Impulse für einen Fortschritt im biologischen Verständnis, in der Diagnostik und/oder in der Therapie bösartiger Erkrankungen zu geben. Im Berichtszeitraum wurden die beschluss­ fassenden Gremien aus folgenden Personen gebildet: Dem Vorstand des Fonds gehörten an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schütz und Vizedekan für den klinischen Bereich der Medizinischen Fakultät der Universität Wien Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski. Als KuratorInnen wirkten: Univ.-Prof. Dr. Raimund Jakesz, Univ.-Prof. Dr. Rainer Kotz, Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger, Univ.-Prof. Dr. Otto Scheiner, Univ.-Prof. Dr. Karl Heinz Tragl und Univ.-Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger. Das Generalsekretariat wird von Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer fungierten OAR WolfRüdiger Philipp, OAR Franz Heider und Elfriede Tozzer. Den beschlussfassenden Gremien des Fonds lagen in seiner Sitzung am 11. Dezember 2003 rund 40 Einreichungen für die Förderung von Forschungsprojekten sowie für Preise zur Begutachtungen vor. Die Anträge betrafen durchwegs wichtige Forschungsfragen und hatten nach Auffassung der GutachterInnen eine hohe Qualität, so dass die Entscheidungsfindung sehr schwierig war. Einstimmig beschlossen wurden folgende Preise: Großer zentraleuropäischer Preis Mit diesem Preis werden Leistungen von verdienten Persönlichkeiten aus Zentraleuropa ausgezeichnet, die im Bereich der Krebsforschung wissen­ schaftliche Arbeit von internationaler Bedeutung geleistet haben. Dotierung EUR 7.200,-Univ. Doz. Dr. Peter Ambros und Dr. Inge M. Ambros, St. Anna Kinderspital, Wien Die Untersuchungen des Forscherehe­ paares zu soliden malignen Tumoren des Kindesalters sind im Sinne einer Indivi­ dualisierung der Therapie krebskranker Kinder von großer klinisch-praktischer Relevanz: Der Nachweis minimaler Tumor­ manifestationen erlaubt die rationale, größenadaptierte Therapie von Tumoren; somit wird„Overtreatment“ verhindert und zweckentsprechende Therapiemaßnahmen können spezifisch zur Anwendung gebracht werden. Forschungsentwicklungspreise für Forschungsprojekte auf dem Gebiet der innovativen inter­ disziplinären Krebsforschung, die schwerpunktmäßig in Wien betrieben werden Dr. Veronika Buxhofer, 2. Med. Abteilung Donauspital – SMZ Ost, Wien Erweiterung der Stagingmethoden beim kolorektalen Karzinom: Nachweis isolierter Tumorzellen in Knochenmark und Blut Implikationen für ein Staging und eine Verlaufskontrolle auf zellulärer Ebene Dotierung EUR 10.000,-Im Hinblick auf eine dauerhafte Heilung von Patienten mit Dickdarmkrebs soll es durch dieses Forschungsprojekt möglich werden, spezielle Zielmoleküle für rationale Tumortherapien(z. B. Antikörpertherapien) zu identifizieren. Dr. Boban Erovic, Universitätsklinik für HNO-Krankheiten, AKH Wien Evaluation of Anti-Angiogenic Substances in Combination with Cyclooxygenase-2 Inhibitors or Cisplatin in Squamous Cell Carcinomas of the Upper Aerodigestive Tract Using cDNA-Microarrays Dotierung EUR 25.000,-Im Rahmen dieses Projektes wird versucht, mit Hilfe biochemischer Ansätze neue Therapiemöglichkeiten für die Behandlung von Hals- und Nackentumoren zu finden. 139 Dr. Anton Stift und Dr. Josef Fried, Universitätsklinik für Chirurgie, AKH Wien "Heat Shock" Behandlung humaner medullärer Schilddrüsenkarzinomzellen (MTC) zur Steigerung der CD4+ und CD8+ abhängigen zellulären Immunantwort nach Kokultivierung mit MTC Lysat gepulsten, INF γ stimulierten autologen dendritischen Zellen Dotierung EUR 25.000,-Diese experimentelle Studie soll die Grundkenntnisse der Pathophysiologie erweitern und wesentlich zu einer besseren Behandelbarkeit des medullären Schild­ drüsenkarzinoms beitragen. Förderungspreise für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der innovativen interdisziplinären Krebsforschung, die in den Jahren 2002/2003 in einem Peer-Review Journal publiziert bzw. zum Druck angenommen wurden Dotierung je EUR 3.500,-Dr. Thomas Bachleitner-Hofmann, Univ. Klinik für Chirurgie, Abteilung für Allgemeinchirurgie, AKH Wien für die Publikation„Stimulation of autologous antitumor T-cell responses against medullary thyroid carcinoma using tumor lysate-pulsed dendritic cell” Univ. Prof. Dr. Peter Birner, Klinisches Institut für Pathologie, AKH Wien für die Publikation„Vascular patterns in glioblastoma influence clinical outcome and associate with variable expression of angiogenic proteins: evidence for distinct angiogenic subtypes” Univ. Prof. Dr. Lukas Hefler, Universitäts­ klinik für Frauenheilkunde Wien, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, AKH Wien für die Publikation„An interleukin-6 gene promoter polymorphism influences the biological phenotype of ovarian cancer” Dr. Brigitte Holzer, Sozialmedizinisches Zentrum Ost- Donauspital, Chirurgische Abteilung, Wien für die Publikation„Magnetic resonance imaging predicts sphincter invasion of low rectal cancer and influences selection of operation” Dr. Markus Klinger, Universitätsklinik für Chirurgie, Abteilung für Allgemeinchirurgie, AKH Wien für die Publikation„MAP Kinase Stimulation by cAMP Does Not Require RAP1 but SRC Family Kinases” Dr. Rainer Kunstfeld, Universitätsklinik für Dermatologie, Abteilung für Allgemeine Dermatologie, AKH Wien für die Publikation„Paclitaxel encapsulated in cationic liposomes diminishes tumor angiogenesis and melanoma growth in a 'humanized' SCID mouse model” Univ. Prof. Dr. Veronika Sexl, Institut für Pharmakologie der Universität Wien für die Publikation„Jakl deficiency leads to enhanced Ableson induced B-cell tumor formation” Univ. Prof. Dr. Christian Singer, Universitätsfrauenklinik am AKH Wien, Abteilung für Spezielle Gynäkologie für die Publikation„Interleukin System and Sex Steroid Receptor Expression in Human Breast Cancer: Interleukin-1alpha Protein Secretion is correlated wirth Malignant Phenotype” Dr. Christiane Thallinger, Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie, AKH Wien für die Publikation„Mcl-1 antisense therapy chemosensitizes human melanoma in a SCID mouse xenotransplantation model“ Dr. Volker Wacheck, Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie, AKH Wien für die Publikation„Bcl-x(L) antisense oligonucleotides radiosensitise colon cancer cells“ 140 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Die erstmalige Vorbereitung eines Leistungskontrakts im Jahr 2003 erforderte eine umfassende Evaluierung und Diskussion der bestehenden Arbeits­ ziele, die bereits zu verstärkten Schwer­ punktsetzungen führte. Im Bereich archivischer Kernaufgaben, der Gewähr­ leistung einer adäquaten Überlieferungs­ bildung im Rahmen der Stadtverwaltung, konnten wesentliche Akzente gesetzt werden. Die von Herrn MagistratsdirektorStellvertreter Dr. Pillmeier initiierte Arbeitsgruppe ARCHe, die sich mit den Fragen zur Sicherung einer dauernden Archivierung elektronischer Unterlagen zu befassen hatte, konnte ihren Endbericht vorlegen. Eine unmittelbare Fortsetzung dieser Aufgabe ergab sich durch die Mit­ wirkung des Archivs im Lenkungs­ ausschuss ELAK Phase 2. In enger Verbindung dazu standen die Arbeiten zur Vorbereitung der Ausschreibung für ein Archivinformationssystem(WAIS), das auch den neuen organisatorischen und technischen Anforderungen an eine Langzeitarchivierung entsprechen kann. Erstmals gestatten es die räumlichen Voraussetzungen im Gasometer D, eine aktive Übernahme- und Archivierungs­ strategie zu verfolgen, die auch zu einem gesamtmagistratischen Skartierungsplan führen soll. Als eine wesentliche Voraus­ setzung für eine effiziente Vorgangsweise wurden Informationsveranstaltungen für KanzleilterInnen des Magistrats und der Magistratischen Bezirksämter durch­ geführt. An Archivgutübernahmen sind vor allem aus dem Jugendamt und von den Gerichten(Handelsgericht, Bezirksgerichte Innere Stadt und Hietzing) umfangreiche Bestände in das Archiv gekommen. Im Bereich der Sammlungen konnten einige bedeutende Erwerbungen getätigt werden. Besonders hervorzuheben sind 369 Vintage Prints aus dem Nachlass des Grafikers und Fotografen Ferdinand Schmutzer, eine Urkunde aus dem frühen 14. Jahrhundert, ein Teilnachlass des Bürgermeisters Cajetan Felder sowie Unterlagen zum Trattnerhof. In der Foto­ sammlung wurde die Erschließung der Bestände mittels einer in den letzten Jahren entwickelten abteilungs­ übergreifenden Fotodatenbank weiter­ geführt. Durch einige kleinere Übernahmen konnten die Bestände der Sammlung erweitert werden. Biogra­ phische und Topographische Sammlung mit ihren Teilsammelgebieten wurden weitergeführt. Für die Vertragssammlung der Stadt Wien waren 1.349 Zugänge elektronisch zu erfassen. Vorrangiges Ziel der Archivbibliothek im Jahr 2003 war – abgesehen von den Routineaufgaben – die retrospektive Aufnahme des Autoren- und Nominal­ katalogs bis 1979 im System BIS, die sehr weit gediehen ist. Der Bibliothekszuwachs betrug 1.319 Neuzugänge, gegliedert in 320 Tauschgaben, 556 Geschenke und 443 Ankäufe. Die politische Dokumen­ tation konnte weiter ausgebaut, die Erschließung vorangetrieben werden. Die Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates INFODAT WIEN ist eines der strategischen Leit­ projekte der Verwaltungsmodernisierung im Bereich„Workflow mit politischen Gremien“ und im Internet abrufbar. Alle Vorgänge wie z. B. Anfragen und Antworten, Anträge, Gesetzesentwürfe, Mitteilungen, Budgetverhandlungen Regierungserklärungen usw. können gezielt abgerufen werden. Neben der Aufbereitung und Verlinkung der Vorgänge der laufenden Sitzungen wurden zusätzlich Gemeinderatssitzungen aus dem Jahr 1996 bearbeitet, um auch der historischen Komponente der Datenbank Rechnung zu tragen. Als Neuerung in der Landtags- und Gemeinderatsdokumentation sind Informationen über die Mitglieder des Wiener Gemeinderates und Landtages nunmehr auch nach deren Ausscheiden aus ihrer Funktion durch die Sammlung der jeweiligen Lebensläufe elektronisch verfügbar. Die seit 2002 bestehende „Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker“, in der alle Wiener Land­ tagspräsidentinnen und-präsidenten seit 1920 sowie alle BezirksvorsteherInnen und deren StellvertreterInnen seit 1945 dokumentiert werden, wurde um alle Bürgermeister der Stadt Wien erweitert. Einen Schwerpunkt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit bilden die Betreuung 141 von BenützerInnen und die Anfragen­ beantwortung, wobei das Archiv wieder intensiv mit den Themenbereichen Zwangsarbeit, Restitution und Ent­ schädigung von NS-Opfern konfrontiert war. Im Berichtsjahr waren 5.220 BenützerInnen zu verzeichnen, 1.514 Anfragen wurden telefonisch gestellt. 14.219 Bestellungen mussten dafür bearbeitet werden. An schriftlichen Anfragen, Stellungnahmen und Gutachten waren 3.938 zu beantworten bzw. im Rahmen der Landeskoordinationstätigkeit für den Österreichischen Versöhnungs­ fonds zu bearbeiten. Durch das Melde­ referat wurden 7.406 Anfragen erledigt. Diese neuerlichen markanten Zuwächse gegenüber den Vorjahren sind vor allem auf die Recherchen im Zusammenhang mit der Entschädigung von Opfern des Nationalsozialismus zurückzuführen, für die Bestätigungen bzw. Auskünfte aus Archivbeständen unverzichtbar sind. Im Rahmen der Amtshilfe waren 1.268 Aktenentlehnungen durchzuführen. Von zunehmender Bedeutung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist die Präsen­ tation im Internet. Auf Wien-Online und im magistratsinternen Intranet wurden Informationen auf insgesamt 727 Seiten bereitgestellt und laufend aktualisiert, davon sind auf Wien-Online 344 Seiten abrufbar(davon 74 in englischer und 17 in französischer Sprache), im Intranet stehen 383 Seiten zur Verfügung. Im Berichts­ zeitraum wurden 156.286 Besuche auf unseren Seiten in Wien-Online gezählt. Sehr gut angenommen werden die regel­ mäßigen Archivpräsentationen; 2003 gab es 31 derartige Veranstaltungen, die ein neues Publikum an das Archivwesen heranführen. Im Gasometer konnten 2003 zwei Ausstellungen gezeigt werden. Die Ausstellung„Ferdinand I.(1503-1564) – Ein Kaiser an der Wende zur Neuzeit“ beleuchtete die Bedeutung dieses Herrschers für Wien. Eine Begleitbroschüre wurde an die Besucher gratis abgegeben. Die große Ausstellung„Budapest und Wien. Technischer Fortschritt und urbaner Aufschwung im 19. Jahrhundert“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Hauptstadt Budapest gestaltet und soll 2004 auch in Ungarn gezeigt werden. Dazu wurde ein umfangreicher Katalog aufgelegt. Die Kleinausstellung des Vorjahres„Bach – Dorf – Stadt – Bezirk. 142 1000 Jahre Liesing“, der Siedlungs­ entwicklung des 23. Bezirks gewidmet, wurde im Bezirk präsentiert. Im Rahmen der Herausgabe der beiden historischen Atlaswerke wurde die 8. Lieferung des Historischen Atlas von Wien (u.a. mit einem Schwerpunktthema Wohnen sowie Kartogrammen über die Sterblichkeit an epidemischen Krankheiten 1831-1873) im Rahmen eines Workshops („Stadt/Raum – Konstruktion/Produktion“) präsentiert. Für den Österreichischen Städteatlas wurde an den Städtemappen Gmunden, Lienz, Melk, Schladming und Zwettl gearbeitet. Im Zug der wissenschaftlichen Aktivitäten fanden im Archiv mehrere Workshops und Tagungen statt. In Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadt­ geschichtsforschung, dem Öster­ reichischen Arbeitskreis für Stadtge­ schichtsforschung, dem Verein für Geschichte der Stadt Wien und der Commission internationale pour l’Histoire des Villes wurde die Tagung„Bild und Wahrnehmung der Stadt“ unter starker internationaler Beteiligung(Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern einschließlich Japans) veranstaltet. Im Rahmen dieser Tagung feierte der Verein für Geschichte der Stadt Wien sein 150-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit dem Verband Öster­ reichischer Archivarinnen und Archivare wurde ein Workshop„Archivische Überlieferungsbildung. Neue Ansätze – Aktuelle Probleme“ organisiert, an dem auch Referenten aus Deutschland teil­ nahmen. In einem weiteren Workshop in Kooperation mit dem Ludwig-BoltzmannInstitut für Stadtgeschichtsforschung, der Historischen Kommission der Öster­ reichischen Akademie der Wissenschaften und dem Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit beschäftigte sich der Arbeitskreis„Höfe des Hauses Österreich“ mit dem Thema„Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit“. In Verbindung mit einem dreitätigen Workshop organisierte das Archiv die 9. österreichischen Archivrestauratoren­ tagung. Eine einwöchige Fortbildungs­ veranstaltung galt dem Thema „Konservie-rungseinband“, an der auch Mitarbeiter der Restaurierungswerkstatt des Österreichischen Staatsarchivs und Studenten der Akademie der Bildenden Künste Wien teilnahmen. Eine eintägige Veranstaltung war dem Thema „Bestandserhaltung in Bibliotheken, Archiven und graphischen Sammlungen“ gewidmet. Darüber hinaus nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archiv an Fachtagungen im In- und Ausland(Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweiz, Spanien, Ungarn, Südafrika) teil. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden auch die Bürogeschäfte der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien zur Förderung der Wissenschaft abgewickelt. Im Jahr 2003 konnten von 292 eingereichten Projekten 122 in einer Gesamthöhe von EUR 575.741,-gefördert werden. 143 Wiener Stadt- und Landesbibliothek(MA 9) Im Sommer 2003 wurden die Benütze­ rräume der Bibliothek erweitert und renoviert. Die Druckschriftensammlung blieb deshalb ab Anfang Juli geschlossen, am 20. Oktober öffnete die Bibliothek wieder für ihre Benützer. Im ersten Stock des Rathauses sind nun die Leseräume für die Druckschriftensammlung, die Hand­ schriftensammlung und die Plakatsamm­ lung vereint, es steht wesentlich mehr Platz für die Handbibliothek zur Verfügung und in einem neuen Eingangsbereich sind Garderoben, Pausenraum und ein Seminarraum untergebracht. Es steht nun auch ein Ausstellungsraum in unmittel­ barer Nähe der Benützerräume zur Verfügung, der wesentlich bessere Präsentationsmöglichkeiten als sie bisher bestanden bietet. Im Herbst wurde mit dem Bau des neuen Depots im Hof 6 des Rathauses begonnen, ein Meilenstein in der räumlichen Entwicklung der Bibliothek. In der Restitution von Beständen, die aus Vermögensentziehungen zwischen 1938 und 1945 stammen, ist die Bibliothek besonders engagiert. Um die Wissensbasis wie auch die internationale Vernetzung zu stärken, wurde am 23. und 24. April 2003 in Zusammenarbeit mit der Öster­ reichischen Gesellschaft für Germanistik und der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare die Tagung„Raub und Restitution in Biblio­ theken“ im Nordbuffet des Rathauses abgehalten. 26 Referenten aus sechs Ländern diskutierten die Problematik, der Band mit den Beiträgen wird 2004 erscheinen. Die Restitutionskommission sprach sich für die Restitution der Sammlung Dr. Siegfried Fuchs aus. Der Bestand wurde, wie auch die bereits 2002 restituierte Sammlung Isidor Fleischner, 2003 von der Bibliothek erworben. Die Erben von Charles Weinberger verzichteten auf die Restitution, da die Gegenstände in der Bibliothek bzw. in den Museen der Stadt Wien nach Ansicht der Erben„am besten aufgehoben sind und auch einer musik­ interessierten Öffentlichkeit oder Forschung in der besten Weise zur Verfügung stehen.“ Im Juni 2003 konnte die Restitution der Sammlung Bachwitz abgeschlossen werden. Die Daten zu rund 400 auf Grund 144 der verfügbaren Informationen nicht einschätzbaren Objekte wurden für die Datenbank www.lostart.de aufbereitet und sind dort abrufbar. Während der umbaubedingten Schließzeit wurde im Rahmen einer Revision des Druckschriftenbestandes damit begonnen, die zwischen 1938 und 1946 erworbenen Druckschriften auf Vorbesitzervermerke durchzusehen. Diese Dokumentation dient als Quellenbasis für weitere Forschungen, vor allem im Bereich des Antiquariats­ handels und ermöglicht der Bibliothek, eventuelle Anfragen rasch zu beant­ worten. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit nützte die Bibliothek den Lesesaal auch 2003 für Veranstaltungen. Zur Präsen­ tation der Sammlung Smolen wurde gemeinsam mit dem Verein„Alte Schmiede“ und dem„Hauptverband des österreichischen Buchhandels“ eine Eröffnung mit Joachim Unseld, Herbert Ohrlinger und Josef Smolen gestaltet. Im Mai präsentierte Eveline Goodman-Thau ihr Buch„Eine Rabbinerin in Wien“. Am 20. November eröffnete Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny im Rahmen der Buchwoche die renovierten und er­ weiterten Benützerräume. An der aus diesem Anlass gemeinsam mit dem „Verband der Antiquare Österreichs“ veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema„Laster oder Leidenschaft. Über das Sammeln von Büchern und Manuskripten“ nahmen Otto Biba(Direktor des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde), Norbert Donhofer(Vorsitzender des Verbandes der Antiquare Österreichs), Helmut W. Lang(Österreichische National­ bibliothek), Walter Obermaier(Direktor der Wiener Stadt- und Landesbibliothek), Werner J. Schweiger(Autor und Sammler) sowie Otmar Seemann(Sammler und Bibliograph) teil. Zur Buchwoche fand auch eine Reihe von thematischen Führungen statt, die Originalbestände der einzelnen Sammlungen einem interessierten Publikum vorstellten. Im Juni bot die Handschriftensammlung gemeinsam mit dem Burgtheater, dem Theater in der Josefstadt und dem Theater der Jugend Projekttage für SchülerInnen der 9. Schulstufe an, in denen die Bibliothek als zentrale Quelleninstitution für das österreichische Theater des 19. Jahrhunderts vorgestellt wurde. Zum 100. Geburtstag des Musikers und Musik­ wissenschaftlers Max Schönherr organisierte die Musiksammlung am 12. Dezember eine Hommage an den verdienstvollen Quellenforscher im Bereich der Wiener Tanzmusik. Die Benutzerzahl der Bibliothek sank, bedingt durch die fast dreimonatige Schließzeit, auf rund 9.000 Benützer. Rund 70 Führungen für Studenten, Schüler und internationale Besucher­ gruppen wurden abgehalten. Die auf der Website der Bibliothek sowie in wien.at angebotenen Bibliothekskataloge wurden vom Publikum hervorragend akzeptiert, mit einer leichten Steigerung gegenüber dem Vorjahr trotz der Schließzeiten. 5000 bis 7000 Seiten täglich, also 175.000 bis 220.000 Seiten monatlich wurden von der Website der Bibliothek abgerufen. Ein großer Teil davon geht auf die Benützung der Kataloge zurück, die auch in der Schließzeit nicht wesentlich geringer wurde. Die regelmäßigen Ausstellungen der Bibliothek mussten bedingt durch die Umbauarbeiten unterbrochen werden und wurden im Herbst wieder aufgenommen. Im November 2003 wurde im Aus­ stellungsraum die Ausstellung„Johann Strauß entarisiert. Die Sammlung StraussMeyszner: Impulse für Forschung und Interpretation“ gezeigt. Sie behandelte die Geschichte und die wissenschaftlichen Möglichkeiten der 2001 restituierten und anschließend von der Stadt Wien erworbenen Sammlung Strauss-Meyszner. Der im Anschluss an diese Ausstellung fertig gestellte und eingerichtete Ausstellungsraum wurde im Dezember mit einer Präsentation aus dem 2001 erworbenen literarischem Archiv des Autors Helmut Eisendle eröffnet. Die Ausstellung unter dem Titel„Die Orte des Helmut Eisendle“ zeichnet entlang der zahlreichen Wohn- und Aufenthaltsorte den Lebens- und Arbeitsweg von Graz nach Wien über Barcelona, München, Friaul, Berlin und der Südsteiermark nach. Im Mai präsentierte Univ. Prof. Josef Smolen auf dem Bibliotheksgang seine wertvolle Sammlung der Buchreihe„Der jüngste Tag“, die als bedeutendstes Publikationsforum des Expressionismus gilt. Schwerpunkt in diesem Jahr waren aber die Ausstellungen außerhalb der Bibliothek. Im Jänner präsentierte die Bibliothek im Haus„Wien Energie“ unter dem Titel „Spuren auf dem Eis. Die Wiener Eislauf­ tradition“ Plakate und Materialien aus der in der Bibliothek verwahrten Sammlung der Wiener Eisrevue. Im gleichen Monat wurde die 2001 auf dem Bibliotheksgang gezeigte Ausstellung„Zukunftsbilder“ in der Volkshochschule Leberberg präsentiert. Die 2002 für Japan konzipierte Ausstellung „Plakate aus Wien“ konnte 2003 mit großem Erfolg im Ausstellungsraum von „Design Austria“(Jänner 2003) in Wien gezeigt werden, weitere Stationen im Jahr 2003 waren das Plakatmuseum Warschau (März 2003), das Kunstgewerbemuseum Prag(April-Mai 2003), das Ostslowakische Museum in Kosice(Juni-Juli 2003) und die Slowakische Nationalgalerie in Bratislava (Oktober 2003). Plakate aus den Beständen der Bibliothek wurden auch in Banska Bystrica(Fremdenverkehrsplakate aus Wien seit 1900), in Warschau(Öster­ reichische Theaterplakate) und im Rahmen der Österreich-Tage in Polen(Öster­ reichische Filmplakate) gezeigt. Die Krenek-Ausstellung wurde im März im Königlich-flämischen Konservatorium in Brüssel gezeigt. Im Oktober zeigte die Bibliothek in der Volkshalle des Rathauses aus Anlass der EU-Erweiterung die große Ausstellung „Mittel.Punkte. Zeitgenössische Plakate aus Mittel- und Osteuropa, Malta und Zypern“, die gemeinsam mit Museen, Galerien, Bibliotheken und anderen kulturellen Einrichtungen der Tsche­ chischen Republik, der Slowakei, Ungarns, Sloweniens, Polens, Litauens, Lettlands, Estlands, Maltas und Zyperns konzipiert worden ist. Im Rahmen der Ausstellung „Zeitgenössische Plakate aus Mittel- und Osteuropa“ fand in der Volkshalle eine Tagung zum Thema„Plakatkultur und öffentliche Kommunikation im neuen Europa“ statt, an der Teilnehmer aus 10 Ländern über die Verantwortung des Sammelns, unterschiedliche Sammel­ strategien von Plakaten und das Thema „Öffentliche Meinung machen“ disku­ tierten, in dem Plakate für Europa­ kampagnen und Wahlkämpfe vorgestellt wurden. 145 Für eine Reihe von Ausstellungen wurden als Leihgaben wertvolle Bücher, Hand­ schriften und Plakate im Original zur Verfügung gestellt, es waren dies„Teatro y Fiesta del Siglo de Oro en tierras Europeas de los Austrias“(Alcazar Real, Sevilla; Königsschloss, Warschau),„Der Turmbau zu Babel. Ursprung und Vielfalt von Sprache und Schrift“(Schloss Eggenberg, Graz),„Tarock, mein einziges Vergnügen“(Schloss Schallaburg), „Orientalische Reise. Malerei und Exotik im späten 19. Jahrhundert“(Wien Museum Hermesvilla),„Quasi una fantasia. Juden und die Musikstadt Wien”(Jüdisches Museum, Wien),„Die Galerie Miethke“ (Jüdisches Museum, Wien),„Lorenzo Daponte in Wien“(Wiener Staatsoper), „Displaced. Paul Celan in Wien 1947/48“ (Adalbert Stifter-Institut, Linz),„Eine Reise nach Wien im 19. Jahrhundert“ (Nagoya, Japan),„Peter Altenberg. Extracte des Lebens“(Jüdisches Museum, Wien),„Peter Altenberg. Einem Schrift­ steller auf der Spur“(Literaturhaus, Wien),„Kunst Kunst Kunst“(20er Haus, Wien),„Die Teile und das Ganze. Bausteine der literarischen Moderne in Österreich“(Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar),„Schönberg, Mahler, Zemlinsky, Schreker“(Arnold Schönberg Center, Wien),„Prag: Wien- Zwei europäische Metropolen im Lauf der Jahrhunderte“(Österreichische Nationalbibliothek, Wien),„Quasi ein Genie. Helmut Qualtinger(1928-1986)“ (Wien Museum Karlsplatz),„John Heartfield“(Karikaturmuseum Krems), „Zeit des Aufbruchs. Wien und Budapest zwischen Historismus und Avantgarde“ (Kunsthistorisches Museum, Wien) und „Theaterwelt-Welttheater“(Reichenau an der Rax). Vertreter der Bibliothek haben an folgenden wissenschaftlichen Tagungen im In- und Ausland zum Teil mit eigenen Beiträgen teilgenommen:„Die lernende Bibliothek. Fortbildung und Innovations­ management in Bibliotheken und Biblio­ thekssystemen“(Bozen), Tagung der AG Regionalbibliotheken(Dresden), „Leadership and Risktaking“, International Federation of Libraries Satellite Meeting (Wien),„Österreichischer Museumstag 2003“(Bad Hall),„Screenwise- Standorte und Szenarien der zeitgenössischen feministischen Film- und TV-Wissen­ schaften“(Wien),„Bedrohte Museen. 146 Naturkatastrophen-Diebstahl-Terror“ (Bregenz),„Arbeitstagung der öster­ reichischen Literaturarchive“ (Mattersburg),„Internationales StraußFestival“(Bukarest), Jahres-konferenz der „International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centers“(Tallinn, Estland) und„Wie gewinnt Online-Musik an Fahrt?“(Wien). Der Katalog der Druckschriftensammlung enthielt mit Ende des Jahres 2003 420.000 Bücher und Zeitschriften. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, aus Ankäufen und aus der Aufarbeitung der Bibliotheken bzw. Nach­ lässe von Edith Rosenstrauch-Königsberg, Franz Juraschek, Michael Schnitzler, der Bachmann-Dokumentation von Otto Bareiss-Ohloff und des Verlagsarchivs von Jugend und Volk betrug 10.144 Bände. Neben dem laufenden Ankauf aktueller Literatur konnten im Rahmen der retrospektiven Erwerbung 284 antiquarische Bände erworben werden, darunter ein um 1600 zusammengestellter Sammelband mit Broschüren von acht zeitgenössischen Autoren über das Vor­ dringen der Osmanen in Europa, be­ ginnend mit der Eroberung Konstantinopels 1453 bis zum Jahre 1600, eine Leichenrede des Wiener Augustiner­ paters Abraham a Sancta Clara(1688) und eine äußerst seltene Veröffentlichung des expressionistischen Autors Hugo Sonnenschein. Die restituierte Sammlung Fuchs, die eine Reihe seltener Wiener Almanache enthält, wurde ebenfalls angekauft. Für die Benützung wurden im Jahr 2003 etwa 14.200 Bände bereitgestellt. Der provisorische Leseraum der Handschriftensammlung konnte im Oktober 2003 aufgelassen werden, die Benützung übersiedelte in den vorgesehenen Leseraum im Rahmen der übrigen Benützerräume. Im Zuge der systematischen Ergänzung der Bestände wurden zahlreiche Einzel­ autographen erworben, u. a. von Adolphe Adam, Peter Altenberg, Heinrich Anschütz, Ottokar Franz Berg, Felix Braun, Bartholomäus von Carneri, Ignaz Franz Castelli, Franz Theodor Csokor, Albert Drach, Marie von Ebner-Eschenbach, Maria Eis, Anton von Eiselsberg, Rudolf Eitelberger von Edelberg, Ludwig August Frankl von Hochwart, Josefine Gallmeyer, Friedrich von Gentz, Franz Karl Ginzkey, Karl Glossy, August Josef Göllerich, Käthe Gold, Karl Goldmark, Marie Eugenie Delle Grazie, Franz Grillparzer, Anastasius Grün, Eduard Hanslick, Richard Heuberger, Wilhelm Kienzl, Karl Kraus, Ernst Krenek, Viktor Léon, Josef Lewinsky, Emil Lucka, Friederike Mayröcker, Max Mell, Jakob Minor, Friedrich Mitterwurzer, Carl Moll, Salomon Hermann von Mosenthal, Hansi Niese, Max Reinhardt, Max Roden, Adele Sandrock, Moritz Gottlieb Saphir, Paul von Schönthan, August Sicard von Sicardsburg, Josef Sonnleithner, Curt Stenvert, Adele Strauß, Johann Strauß (Vater), Bertha von Suttner, Hugo Thimig, Jetty Treffz, Otto Tressler, Johann Nepomuk Vogl, Hans Weigel, Adolf von Wilbrandt und Carl Michael Ziehrer Zu diesen Einzelerwerbungen kam eine Reihe von größeren Nachlässen und Sammlungen, u.a. Teilnachlass Paul Barnay, Familienarchiv Brabbée, Samm­ lung Marie von Ebner-Eschenbach, Sammlung„Die Hektiker“, Teilnachlass Julius und Frieda Jorde, Sammlung Johann Orth, Sammlung August Sicard von Sicardsburg und das literarische Archiv der Wiener Autorin Liesl Ujvary. Im Zuge der Retrokonversion des Zettel­ kataloges wurden 41.000 Titelaufnahmen in den EDV-Katalog übernommen, 2.223 Autographen wurden neu katalogisiert. Zwölf Nachlassverzeichnisse wurden in EDV-Dateien übernommen und für die Präsentation im Internet überarbeitet. Die wichtigsten Erwerbungen der Musiksammlung waren eine Reinschrift des Klavierquintetts von Franz Schmidt, der eigenhändige Klavierauszug der ersten, verworfenen Fassung des Chors „Dem Vaterland” von Hugo Wolff, sieben Bearbeitungen irischer Volkslieder sowie Notizbücher von Carl Millöcker und ein Sammelband mit vier seltenen Frühdrucken von Franz Schubert. Der Nachlass des Geigers Fritz Rothschild wurde von seiner langjährigen Klavier­ begleiterin als Geschenk übergeben, der Bestand enthält u.a. eine zeitgenössische, also aus dem 18. Jahrhundert stammende Abschrift der drei Sonaten und drei Partiten für Violine solo BWV 1001 – 1006 von Johann Sebastian Bach. Der Nachlass des ins Exil in Luxemburg und an­ schließend in die USA gezwungenen Operettenkomponisten Bruno von Granichstaedten wurde bei einer Auktion erworben, aus dem Archiv des Wiener Musikverlages Doblinger kamen ausge­ wählte Stücke, darunter das Autograph des„Fliegermarsches“ von Hermann Dostal. Im Jahr 2003 wurden 139 Musikhand­ schriften und 322 Musikdrucke inven­ tarisiert. Der Neuzugang in der Plakatsammlung betrug rund 3.300 Plakate. Plakat­ geschenke kamen in diesem Jahr vom Österreichischen Filmarchiv, diversen Theatern, der Arena, dem Stadtkino und der MA 7. Alle Plakate wurden signiert und in den EDV-Katalog aufgenommen. Retrospektiv wurden rund 4.200 Plakate für den EDVKatalog erfasst, damit waren Ende des Jahres 2003 rund 72.000 Plakate im elektronischen Katalog verzeichnet. Die Zeitungsdokumentation wurde im Jahr 2003 um rund 8.500 Eintragungen erweitert. 147 MUSEEN DER STADT WIEN Wien Museum EIN JAHR DER VERÄNDERUNGEN 2003 war für die Museen der Stadt Wien, nachdem sie 2002 von einer Magistrats­ abteilung in eine selbstständige Wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt worden waren, ein weiteres Jahr der Veränderung. Es kamen: ein neuer Direktor, ein neuer Name für die Museumsgruppe, eine neue grafische Linie, ein freier Sonntag in den Schau­ sammlungen. Und es ging darum, erste Konturen einer programmatischen Neu­ positionierung in der Wiener Museums­ landschaft zu kommunizieren. Am 1. April 2003 übernahm der 53jährige Historiker, Journalist und Ausstellungs­ macher Dr. Wolfgang Kos die Direktion der Museeen. Er folgte Hofrat Dr. Günter Düriegl, der seit fünfzehn Jahren die Museen der Stadt Wien geleitet hat und für seine Verdienste als Wissenschaftler und internationaler Vermittler der Kultur­ stadt Wien am 7. Mai von Bürgermeister Dr. Michael Häupl mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet wurde. Anders als sein Vorgänger ist Dr. Wolfgang Kos nicht Beamter der Stadt Wien, sondern mit einem auf fünf Jahre befristeten Zeitvertrag für die Leitung der Museen der Stadt Wien engagiert worden. Bereits 2002 war mit Dkfm. Angelica Röhr erstmals eine Kaufmännische Leiterin bestellt worden. Außerdem wurde ein Kuratorium eingesetzt, das die Rolle eines wirtschaftlichen Aufsichtsorgans einnimmt. Vorsitzender ist Dr. Thomas Lachs. ZIELVORSTELLUNGEN In einer Pressekonferenz knapp nach Amtsantritt nannte der neue Direktor erste Arbeitsschwerpunkte auf dem Weg zu einer Neuprofilierung des Museums. Auf der Grundlage der reichen und vielfältigen Sammlungen mit ihrem interdisziplinären Potenzial(„Generalismus als Atout“) und der hohen Kompetenz der MitarbeiterInnen geht es darum, das Museum zu einem lebendigen Forum für urbane Themen zu machen – zu einem 148 „Universalmuseum für Wien“. Von den Sammlungen her kann das Historische Museum der Stadt Wien wie kein anderes Museum verschiedene Entwicklungsphasen der Stadt kultur-, sozial- und bau­ geschichtlich dokumentieren und mit zum Teil hochrangigen Exponaten belegen. Es sollen strukturelle und langzeitliche Ent­ wicklungslinien erkennbar werden – bis hin zur Gegenwart. Dabei ist Wien im Kontext internationaler Entwicklungen zu betrachten, denn„ein Großstadtmuseum muss mehr sein als ein großes Heimat­ museum“. Verstärkt sollen die historischen Objekte im Sinn eines produktiven Dialogs mit aktuellen Fragestellungen konfrontiert werden. Gerade weil es sich bei den Museen der Stadt Wien um kein reines Kunstmuseum handelt, bedeutende Kunstsammlungen aber Teil des reichen Bestandes sind, kann und soll Kunst verstärkt in gesellschaft­ lichen und urbanistischen Zusammen­ hängen präsentiert werden(„Kunst plus“), woraus sich ein spezifisches Profil des Museums in der Wiener Museums­ landschaft ergibt. Dabei formuliert Kos pointiert den Anspruch,„offensiv zu sein und in der ersten Liga der Wiener Museen mitzuspielen“. Wichtig ist es zudem, nicht nur die Mehr­ heitsbevölkerung anzusprechen, sondern der Tatsache Rechnung zu tragen, dass heute nicht mehr ein homogenes, verbind­ liches und repräsentatives Bild einer Stadt vermittelt werden kann. Ein Stadtmuseum hat vor allem auch Diversität und Differenz zu thematisieren. Die Sammlungen zu erweitern, wissen­ schaftlich zu bearbeiten und zu pflegen gehört zu den Kernaufgaben eines lebendigen, in die Zukunft orientierten Museums. Sich auch diesen für das Publikum vorerst unsichtbaren Seiten der Museumsarbeit zu widmen, ist in Zeiten der Ökonomisierung der Museumswelt keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Bekenntnis zu einer aktiven Sammlungs­ politik sichert allerdings künftigen Generationen die Chance, die Vergangen­ heit auch dinghaft reflektieren zu können. Einen Schwerpunkt bildet daher die Erarbeitung einer zeitgemäßen Samm­ lungspolitik, die auch die letzten Jahrzehnte stärker berücksichtigt. Die Sammlungsstärken des Museums liegen bekanntlich im 19. und frühen 20. Jahr­ hundert. Einerseits ist es angesichts einer alltäglichen Lebenswelt mit progressivem Reliktanfall unmöglich, mit einem Ans­ pruch auf Vollständigkeit zu sammeln. Andererseits muss aber jede Epoche im Museum erfasst und für künftige Genera­ tionen aufbereitet werden. Angesichts dieser paradoxen und schwierigen Situation muss mit einer Strategie der „radikalen Selektion“ gesammelt werden. Eine Herausforderung für die Zukunft besteht im Umgang mit dem Mangel an geeignetem Ausstellungsraum. Im Bereich der Dauerausstellung hat die Darstellung des 20. Jahrhunderts seit der Eröffnung des Haupthauses am Karlsplatz im Jahr 1959 nur minimalen, völlig ungenügenden Ausstellungsraum. Der Sonderaus­ stellungsraum liegt mit nicht einmal 400 m² deutlich unter der Standardgröße international üblicher Ausstellungsflächen. Deshalb hat das Museum ein Konzept entwickelt, mit dem im Haupthaus neue Räume für das Publikum gewonnen werden können. Dies wird durch die Absiedelung der Räume für die wissen­ schaftlichen und administrativen Bereiche des Museums ermöglicht. Zudem wurde ein gemeinsames Nutzungskonzept mit dem Künstlerhaus vorgelegt, im Sinn einer starken Positionierung des„Kunstplatzes Karlsplatz“. Wiederholt deponierte Direktor Kos auch die Bedeutung einer Neuge­ staltung der unmittelbaren Umgebung des Museums, um diesem wieder einen markanteren stadträumlichen Auftritt zu ermöglichen, die Auffindbarkeit zu erleichtern und das Museum im„mental mapping“ der StadtbenutzerInnen zu verankern. „WIEN MUSEUM“: NEUE MARKE, NEUER NAME Der neuen Leitung des Museums war es ein wichtiges Anliegen, öffentlich präsenter zu sein. Zur Etablierung einer möglichst starken Marke sollte ein neuer, unverwechselbarer und möglichst klarer Name dienen: Er soll Selbstbewusstsein ausdrücken und der Heterogenität der Sammlungen des Museums gerecht werden. So kam es, gültig ab 1.Oktober, zur nüchternen und schnörkellosen Dachmarke„Wien Museum“. Damit soll auch zum Ausdruck kommen, dass es sich nicht um irgendein Wiener Museum handelt, sondern um„das Wien Museum“, d.h. den kompetentesten Partner in WienFragen. Ihre Umsetzung und ihre visuelle Präzi­ sierung(eine„schnelle“ und einfache Wortbild-Marke als Kern der Corporate Identity) erarbeitete das Museum gemein­ sam mit dem bekannten Markenentwickler Christian Satek. Dabei wurde auch eine klare Hierarchie der Bezeichnungen fest­ gelegt: Die beiden Haupthäuser der Museen der Stadt Wien heißen nun„Wien Museum Karlsplatz“ – um den Ort nach­ haltig zu betonen und die Auffindbarkeit des Museums zu erleichtern – und„Wien Museum Hermesvilla“. Alle übrigen Außenstellen führen„Wien Museum“ als Annex zu ihrem bisherigen Namen. Diese Maß­ nahme soll BesucherInnen die vielfältigen Zuständigkeiten und Kompetenzen des Wien Museums ebenso wie die Zusammengehörigkeit der heterogenen Teilmuseen verdeutlichen. Zudem werden durch einen Farbcode thematische Sub­ gruppen gebildet: Spezialmuseen(Uhren­ museum, Pratermuseum), MusikerGedenkräume, archäologische Präsen­ tationen. Parallel mit dem Markenaufbau wurde eine neue, umfassende Homepage gestaltet, die unter der Adresse http://www.wienmuseum.at abrufbar ist. Sie gibt Auskunft über alle Ausstellungen, Aktivitäten und Führungen des Museums. GRATISSONNTAG IN DEN DAUERAUSSTELLUNGEN Mit 1. September gab es eine wesentliche Neuerung: An Sonntagen können die Dauerausstellungen des Wien Museums kostenlos besucht werden. Nur für Sonderausstellungen ist Eintritt zu bezahlen. Da der bereits bisher geltende freie Freitag-Vormittag(Gratisbesuch in Dauerausstellungen und Sonder­ ausstellungen) erhalten bleibt, präsentiert sich das Wien Museum als das Wiener Museum mit niedrigster Zutrittsschwelle. Die publikumsfreundliche Preispolitik ist angesichts der zum Teil sehr hohen Ein­ trittspreise in den anderen Wiener Museen 149 ein bewusstes Bekenntnis zur Rolle des Museums als öffentliches Bildungsangebot. Der freie Sonntag in den Daueraus­ stellungen hatte doppelt positive Auswirkungen: Einerseits besuchten nunmehr bis zu 1500 Besucher an Sonntagen die städtischen Museen. Andererseits war ein erstaunlich großer Anteil von diesen bereit, auch Tickets für die Sonderausstellungen zu erwerben, deren Besuch an Sonntagen somit anstieg. Voraussetzung für den neuen Eintritts­ modus war eine generelle Überarbeitung des Ticketing-Systems: seit 1. September gibt es getrennte Karten für die Dauerund die Sonderausstellungen(je 4 Euro) und ein günstiges Kombi-Ticket für den gemeinsamen Besuch der Dauer- und Sonderausstellung(5 Euro). Die bis­ herigen Tarife wurden dabei geringfügig auf die entsprechenden Euro-Preise aufgerundet. Mit der getrennten Abrechnung kann nun klar nachvollzogen werden, ob ein/e Besucher/in die permanente Schausammlung und/oder die jeweilige Sonderausstellung besucht. Somit wird das Wissen über die BesucherInnen des Wien Museums spezifischer. Insgesamt wurde das Preisgefüge vereinfacht. Neben den Tarifen von 4 Euro (ermäßigt 2 Euro) für die wichtigsten Angebote(Karlsplatz, Hermesvilla, Uhren­ museum, Mozartwohnung im Figarohaus) gilt ein Preis von 2 Euro(ermäßigt 1 Euro) für die diversen Außenstellen. Ganz bewusst wurde die Entscheidung getroffen, für SchülerInnen im Klassenverband bzw. für deren Teilnahme an Führungen einen Beitrag von 1 Euro (bisher kostenlos) zu verrechnen, um zu vermitteln, dass sich ein Museumsbesuch von einem wertlosen Gratisangebot unterscheiden soll. Die Höhe des einge­ hobenen Betrags ist freilich nicht kostendeckend, sondern symbolisch. NEUE SCHAURÄUME UND DEPOTS FÜR DIE MODE 2003 bezogen die Modesammlungen neue Räumlichkeiten. Nachdem der kleine und wenig frequentierte Schauraum im Schloss Hetzendorf Ende 2002 aufgelassen worden war, wurde das Dachgeschoss in der Hermesvilla zu einem neuen und wesent­ lich größeren Ausstellungsbereich ausge­ 150 baut. Hier sind in einem Wechselrhythmus von zwei bis drei Jahren semipermanente Ausstellungen aus den reichen Modebeständen zu sehen.„Jetzt hat Wien ein Modemuseum!“(Kronen Zeitung). Die erste, am 19. März eröffnete Dauerschau trägt den Titel„Chic – Damenmode des 20. Jahrhunderts“(Kuratorin: Regina Karner). Die Transferierung der Mode von Hetzendorf in die Hermesvilla brachte eine deutliche Besuchersteigerung. Ebenfalls seit Frühling 2003 steht den Modesammlungen ein neues Depot in Simmering zur Verfügung. Es entspricht den höchsten konservatorischen Erforder­ nissen, was gerade im Zusammenhang mit der Aufbewahrung von textilen Materialien von größter Bedeutung ist. DIE AUSSTELLUNGEN DES JAHRES 2003 Historisches Museum/ Wien Museum Karlsplatz Sonderausstellungsraum „Johann II. von und zu Liechtenstein. Ein Fürst beschenkt Wien 1894- 1916“ 13. Februar – 20. Juni, Historisches Museum Kuratorin: Renata Kassal-Mikula Gestaltung: Christoph Wurzer; Grafik: Susanne Wolf Es wurden jene Schenkungen erstmals vollständig gezeigt, die Fürst von und zu Liechtenstein dem damals noch jungen Wiener Stadtmuseum übergab: über achtzig Ölgemälde(darunter Spitzenwerke des Biedermeiers von Waldmüller oder Fendi bis zu damals„moderner“ Malerei von Eugen Jettel oder Tina Blau), zahl­ reiche Graphiken und 350 Architektur­ fotografien. Damit war der Grundstein zu einer eigenständigen Gemälde- und Kunstsammlung des Museums gelegt worden. Vorher waren Bilder primär auf Grund ihrer historischen oder topo­ grafischen Informationen gesammelt worden. „Grob gerechnet umfassen die Bilder, Grafiken und Fotos des Fürsten heute einen Wert von ca. 25 bis 30 Millionen Euro – ein wahrhaft fürstliches Geschenk! Jetzt in der Ausstellung zu bewundern – ein Muss!“ Kronen-Zeitung „Interessant für den Betrachter sind auch nie gezeigte Aquarelle aus der Jahr­ hundertwende. Der volkstümliche Charakter beschwört eine versunkene Welt herauf.“ U-Express „Kraftflächen – Wiener Plakatkunst um 1900“ 10. Juli – 21. September Kuratorin: Ursula Storch Gestaltung: Kühn Malvezzi Architekten, Grafik: fine line Ausschließlich aus eigenen Beständen wurde ein Querschnitt durch die avancierte Plakatkunst aus dem Umkreis der Wiener Secession präsentiert. Mit radikalem Furor, verzerrten Schriften und dissonanten Farbkontrasten haben damals junge Künstler das Affekt-Potential des neuen Mediums Plakat ausgelotet. Zu sehen waren in der Ausstellung Ikonen der Wiener Plakatkunst – etwa von Klimt, Roller, Moser oder Kokoschka – ebenso wie bislang nie gezeigte Affichen. Ergänzt war die Schau mit einer von Eva-Maria Orosz recherchierten Diaschau, die die Allgegenwart von Plakaten im Wiener Stadtbild der Jahre um 1900 zeigte. „Das Historische Museum der Stadt Wien hatte kürzlich, als die geplante Ausstellung der Sammlung von Serge Sabarsky wegen rechtlicher Bedenken abgesagt werden musste, eine größere Lücke zu schließen. Mit dieser Ausstellung ist nun ein erstaun­ licher Ersatz geglückt.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung „Eine übersichtliche, irgendwie beschwingte Sonderausstellung. Reduziert-modern ist die Ausstellungs­ architektur. Die zartgrauen, flachen Nischen finden einen subtilen Mittelweg zwischen Straßenästhetik und musealer Aura.“ Die Presse „Spannend ist auch der Vergleich zwischen den Secessions-Plakaten und den Plakaten des Hagenbundes und der Ausblick in die Produktwerbung eigens ausgebildeter Grafikdesigner: Das Historische Museum hat wirklich eine grandiose Sammlung. Schön, diese Schätze auch zu sehen.“ artmagazine „Sehenswert!“ Kronen-Zeitung „Quasi ein Genie – Helmut Qualtinger (1928 – 1986) 2. Oktober – 6. Jänner 2004 Kuratorisches Team: Alexandra Hönigmann, Michaela Lindinger, Arnold Klaffenböck u.a. Ausstellungsarchitektur: Checo Sterneck, Grafik: purpur Im Oktober 2003 wäre der Kabarettist, Autor, Satiriker, Schauspieler und „Sprechsteller“ Helmut Qualtinger 75 geworden. Aus diesem Anlass widmete das Wien Museum dem„Virtuosen des Unbehagens“ eine Ausstellung, die neben biografischem und kulturhistorischem Material vor allem auch Medien(Film, Ton, interaktive Station) verstärkt einsetzte. Ein eigener Bereich der gemeinsam mit dem Thomas Sessler Verlag entwickelten Ausstellung galt Qualtingers schwieriger Beziehung zu Wien. Zu sehen waren auch etliche Raritäten aus dem persönlichen Bereich. Der enorme Erfolg der Aus­ stellung, vor allem auch bei einem jüngeren Publikum, zeigte, dass sich Qualtinger wie wenige andere Künstler der Nachkriegsepoche in die kollektive öster­ reichische Erinnerung eingeschrieben hat. „Sehr viel besser, als es das Wien Museum macht, kann man Qualtinger nicht präsentieren. Man zeigt den Zerrissenen ganz.“ Neue Zürcher Zeitung „Eine ebenso informative wie warmherzige Hommage an Helmut Qualtinger ist diese liebevolle Schau geworden... QualtingerFan, was willst du mehr?“ Donaukurier „Wenn man so will, die Chance für eine neue Begegnung mit einer fast unheimlich wandelbaren Figur, ein Wiener QuasiGenie halt.“ Kurier „In der detailreich und liebevoll bestückten Schau sieht man den Qualtinger, wie er leibte und lebte.“ Wiener Zeitung „Videopräsentationen und Hörbeispiele machen das Statische lebendig. Auch aus Qualtingers Umwelt ist ‚Lebenswichtiges’ 151 zu sehen. So ein Eishockeyspielautomat, Schaustücke aus dem ehemaligen Sexmuseum im Prater, ein Zündholzautomat usw.“ Oberösterreichische Nachrichten Historisches Museum/ Wien Museum Karlsplatz, Atrium „Spiel- und Denkmaterial für eine Sammlung“ 28. Mai – 15. Juni KuratorInnen: Wolfgang Kos, Elke Doppler, Peter Lachnit Anlässlich seines Wechsels ins Museum bat Wolfgang Kos rund 200 Kultur­ schaffende, Medienleute, Wissenschaftler und persönliche Freunde aus seinen Berufsjahren als Journalist, dem Museum aus ihrem persönlichen Fundus signifikante Objekte aus den letzten fünfzig Jahren zu schenken. Erbeten waren Widmungen mit persönlichem Background, in denen zugleich Kultur- und Alltagsgeschichte gespeichert ist. Mehr als 100 Eingeladene kamen der Bitte nach. Unter den Schenkungen befanden sich Kunstwerke, etwa von Lois Weinberger oder Sigrun Appelt, ebenso wie ein Set Wiener Abfallkübel seit 1950(beigestellt vom Architekten Luigi Blau), ein PeaceZeichen aus den 70erJahren von Josef Haslinger oder die graue Tagungsmappe eines Gewerkschafters aus den 60erJahren, beigestellt vom Historiker Christian Rapp. Die Filmemacherin Ruth Beckermann stellte Film- und Doku­ mentarmaterial zur Arenabesetzung zur Verfügung. Die desig. Direktorin des Kunstmuseums Lentos in Linz Stella Rollig spendete eine elektronische Reise­ schreibmaschine. Mit der Aktion sollte ein Impuls für eine neue Sammlungsstrategie gesetzt werden, die stärker die jüngste Vergangenheit einbezieht. Das breite Spektrum der Schenkungen – Mode, Fotoserien, Geräte, Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände, Videos etc. – war somit ideale Anregung für museumsinterne Debatten. „Bunte graue Riesen – Flakturmprojekte 2003“ 25. Juni – 6. Juli Kurator: Reinhard Pohanka 152 Gezeigt wurden Ideen und phantastische Entwürfe, die auf Grund einer gemeinsamen Initiative der Magistrats­ abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung und der Kronen Zeitung von Lesern entworfen und eingeschickt worden waren. Ergänzt wurde die Präsentation der mitunter kuriosen Projekte mit Informa­ tionen zur historischen Bedeutung der Flaktürme. Die Klein-Ausstellung wurde, um auf die Zeitungsserie schnell reagieren zu können, in nur zwei Wochen realisiert. „Hutsalon Susi& Milchfrau Rosa – Wiener Verkaufskultur, fotografiert von Petra Rainer“ 21. August – 28. September Kuratorin: Susanne Winkler Grafik: Maria-Anna Friedl Die junge Fotografin Petra Rainer hat sich in einem Langzeitprojekt der Dokumen­ tation von„Alt-Wiener Läden” gewidmet. Es sind zumeist Geschäfte, die um 1900 entstanden und bis heute im Familienbesitz geblieben sind. Die Fotos zeigen nicht nur die Geschäfte, sondern immer auch ihre Betreiber. Beide gehören einer vergangenen Ordnung an, die in immer stärkerem Kontrast zu einer sich radikal verändernden Handelsstruktur steht. „Brutale Neugier. Walter Henisch – Kriegsfotograf und Bildreporter“ 30. Oktober – 6. Jänner 2004 KuratorInnen: Christian Stadelmann, Regina Wonisch, Susanne Winkler Ausstellungsgestaltung: Bernhard Denkinger Eine zeitgeschichtliche Fotoausstellung mit doppeltem Boden und mehreren Zeit­ schichten: Zu sehen waren PropagandaFotos von Walter Henisch aus dem Zweiten Weltkrieg ebenso wie Reportagen aus der österreichischen Wiederaufbauära. Im Kontrast zur visuellen Ebene standen Zitate des Sohns, des Schriftstellers Peter Henisch, der sich im Roman„Die kleine Figur meines Vaters“ kritisch mit der Lebensgeschichte seines Vaters und damit mit der Profession eines Berufsfotografen befasst hat. Immer wieder hat Walter Henisch, der sowohl für die National­ sozialisten als auch für die Sozial­ demokraten tätig war, darauf hinge­ wiesen, als Bilderjäger mit„brutaler Neugier“ außerhalb der politischen Geschehnisse gestanden zu sein:„Für mich war das Fotografieren immer die Hauptsache. Alles andere war neben­ sächlich.“ „’Brutale Neugier’ zeigt lang verschollen geglaubte Fotos – dabei wird auch der Versuch unternommen, die Frage zu beantworten: Wie entstehen propagandistische Medienbilder?“ profil „Eine kleine, aber sehr dichte Ausstellung mit interessantem Katalog.“ Kronen Zeitung „Die Kuratoren wollen auch zum Nachdenken über die Relevanz von Medien bei Kriegsereignissen und über die berufliche Verfügbarkeit des Einzelnen in Diktatur und Demokratie anregen.“ ORF-ON HERMESVILLA „Mit Stock und Hut – Aquarelle und Zeichnungen des Wiener Biedermeier“ 8. Mai – 14. September Kurator: Walter Öhlinger Ausstellungsgestaltung und Grafik: Christoph Elmecker, Markus Reuter „Mit Stock und Hut“ konnte der Besucher der Ausstellung auf einem imaginären Spaziergang durch Wien den Spuren der Zeichner und Maler folgen – von der Peripherie bis ins Stadtzentrum. Gezeigt wurden Meisterblätter und Raritäten aus den reichen Sammlungen des Museums, etwa Grafiken von Peter Fendi, Thomas Ender, Rudolf Alt oder Johann Matthias Ranftl. Die Deutlichkeit und Genauigkeit, mit der die Grafiker im frühen 19. Jahr­ hundert Bauten und Details des städ­ tischen Lebens festhielten, machten die Blätter auch zu Dokumenten der topo­ grafischen Entwicklung Wiens. „In dieser Ausstellung sind alle großen Namen vertreten, doch bietet die Schau mehr als die verblüffende technische Vielfalt von Bildkunst auf Papier, mehr als Illustrationen zu einem topografischen Lexikon. Sie führt den entdeckenden, bewahrenden Blick der Künstler in vielerlei Varianten vor – einen sanften, natur­ verliebten Wiener Realismus konträr zur dramatischen Romantik auf den Bühnen mit ihren suggestiveren, medial moderneren Bilderfindungen.“ Die Presse „Als in Wien noch Schafe grasten“ Wiener Zeitung „Wer seinen Urlaub in Österreich macht, sollte einen Abstecher nach Wien einplanen: Vor allem die Ausstellung ‚Mit Stock und Hut’ lohnt einen Besuch.“ Die Zwei „Villa mit Grünbl., kaiserl., teilmöbl.,1350 m2 Wohnfl. – Die Hermesvilla und ihre Geschichte.“ 8. Mai – 21. November 2004 Kuratorin: Sylvia Mattl-Wurm Ausstellungsgestaltung: Christoph Elmecker, Markus Reuter Einem langjährigen Publikumswunsch folgend wird im Obergeschoss der Hermesvilla deren Vergangenheit präsentiert. Kaiser Franz Joseph hatte die von Karl von Hasenauer errichtete Jagdvilla seiner Gattin Elisabeth zum Geschenk gemacht. Die bedeutendsten Künstler des Historismus waren an der opulenten Inneneinrichtung beteiligt, von Hans Makart stammt etwa das Schlaf­ zimmer der Kaiserin. Seit dem Ende der Monarchie hat die Villa im Lainzer Tiergarten eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Nachdem der Verfall gedroht hatte, wurde sie schließlich in den 70erJahren zu einem erfolgreichen Ausstellungshaus der Museen der Stadt Wien. In der semipermanenten Schau sind nach langer Zeit wieder die noch erhaltenen Möbel, Gemälde, Plastiken und kunstgewerblichen Objekte der Wohn­ bereiche des Kaiserpaares an ihrem originalen Ort zu sehen. „Die neue Dauerausstellung in der Hermesvilla ist für die Besucher ein geeigneter Anlass, Klischeevorstellungen kritisch zu hinterfragen.“ Morgen „Orientalische Reise – Malerei und Exotik im späten 19. Jahrhundert“ 16. Oktober – 12. April 2004 153 In Kooperation mit der Residenzgalerie Salzburg Kuratorinnen: Elke Doppler, Erika MayrOehring Ausstellungsarchitektur: Christian Sturminger Grafik: fine line Der Orient als Spiegel europäischer Sehnsüchte, mit der Kunst als wichtigem Transformator. Die Ausstellung zeigte die „Orient-Lust“ am Beispiel Österreichs. Im Mittelpunkt standen fünfzig Gemälde von Malern, die wiederholt in den Nahen Osten gereist sind, darunter Hauptwerke von Leopold Carl Müller. Die Ausstellung belegte aber auch, wie viele Alltagsbereiche von der Orientmode berührt waren: Architektur, Interieur, Kunst­ gewerbe, Zigarettensorten. Die Ausstellung steht für das Bemühen des Wien Museums, zwischen künstlerischen Werken und gesellschaftlichen Trends Zusammenhänge erkennbar zu machen. „Eine erstaunliche Ausstellung.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung „Sehenswert!“ Kronen Zeitung „Und also ist die Reise via Lainz in den Orient, wie unsere Altvorderen ihn empfunden haben, allemal den Fahrschein für den Wagen der Linien 60 oder 62 wert.“ Der Standard „The show includes a number of photographs, as well as other objects to illustrate the influence of Orientalism on contemporary taste in architecture, interior decoration, fashion and decorative arts.“ The Art Newspaper STÄNDIGE SCHAUSAMMLUNG/ INTERVENTIONEN Die ständige Schausammlung im Haupthaus am Karlsplatz stellt die Geschichte Wiens in einem opulenten chronologischen Parcours von der Frühgeschichte bis ins 20. Jahrhundert dar. 2003 wurde ein weiteres Geschoss in neuer Gestaltung der Öffentlichkeit übergeben. Noch aber steht eine tief greifende Neukonzeption der 154 Schausammlung aus, die etwa auch die Veränderungen Wiens im 20. Jahrhundert gebührend veranschaulicht. Voraus­ setzung ist eine Klärung, welche Räume dem Museum für seine Aufgabe künftig zur Verfügung stehen. Bis zur Umgestaltung der Schausammlung (Zieljahr: 2007) sollen in den drei Stockwerken immer wieder„Interven­ tionen“ stattfinden. Damit sind kleinere Sonderpräsentationen gemeint, die innerhalb der Schausammlung vorüber­ gehend„auftreten“ und für Abwechslung sorgen. Ab 2004 sind auch thematische „Interventionen“ geplant, die die gesamte Schausammlung ergänzend begleiten, indem sie durch hinzu gefügte Texte und Objekte das gewohnte Angebot kommen­ tieren oder befragen. Das erste Projekt: „Migrationsziel Wien“, mit Informationen über Zuwanderung von den Römern bis ins 20. Jahrhundert. Im zweiten Halbjahr 2003 gab es die ersten Spezialpräsentationen in der Schausammlung: Im Bereich der römischen Sektion war ab 26.August eine Schau der Wiener Stadtarchäologen zu sehen, die Funde von den Grabungen unter dem Judenplatz zeigte. Von 11. September bis zum 23. November wurden im Jugendstil-Bereich im 2. Ge­ schoss, also umrahmt von Meisterwerken von Klimt, Schiele und Gerstl, aus eigenen Beständen eine exquisite Auswahl von kunstgewerblichen Stücken der„Wiener Werkstätte“ gezeigt. Titel der kompakten, dennoch opulenten Schau:„Kreative Dichte – Die Wiener Werkstätte“ (Kuratorin: Sylvia Mattl-Wurm). Schließlich waren ab 11. November im Bereich des großen Stadtmodells im zweiten Stock(dort, wo auch der Wiener Rathausmann seinen Stammplatz in der Schausammlung hat) unter dem Titel „Wiener Stolz“ zahlreiche der in der Museumssammlung befindlichen Gips­ modelle zu den Skulpturen des 1869 bis 1883 entstandenen Wiener Rathauses zu sehen(Kuratorinnen: Traute Fabich-Görg, Renata Kassal-Mikula). Die Präsentation markierte das Erscheinen des ersten Bandes der„Plastiken des Wien Museums“, in dem das komplette Figuren­ programm des Rathauses behandelt wird – als Beispiel für Auftragskunst in der liberalen Ringstraßenära. VERMITTLUNG, VERANSTALTUNGEN 2003 führte das Vermittlungsteam des Museums 414 Führungen durch, darunter etliche Spezialangebote für Kinder(Ferien­ spiel, Weihnachten etc.) oder thematische Führungen für Erwachsene. Einige Bei­ spiele: Am 19. Jänner, führten Uhr­ machermeisterInnen ihr Handwerk vor und erklärten, wie früher Uhren hergestellt wurden. Am Familiensonntag, den 26. Jänner fand anlässlich der Ausstellung „Armut“ ein„Lumpenfest“ mit Kinder­ führungen, Musik und Bastelangeboten statt. Dabei wurden auch Kinderkleidung und Spielzeug für die Caritas gesammelt. Am Internationalen Museumstag konnten die Besucher an kostenlosen Führungen teilnehmen. Allein ins Uhrenmuseum kamen rund 1000 Besucher, um der „Finissage“ der öffentlichen Restaurierung der Kunst-und Prunkuhr beizuwohnen, die Franz Zajicek für die Wiener Weltaus­ stellung 1873 konstruiert hatte. Anlässlich des Sommerferienspiels wurden im Haupthaus am Karlsplatz historische Rollenspiele zur Römerzeit(„Salvi, Romani in Vindobona – Auf zu einer Zeitreise ins römische Wien!“) durchgeführt, die auf ebenso großes Echo stießen wie Mitmach­ theater-Veranstaltungen unter dem Titel „Hermes fächert wieder“ in der Hermesvilla. Bei der„Langen Nacht der Museen“ am 20. September kamen insgesamt 3682 Besucher in vier geöffnete Häuser der Museen der Stadt Wien. Vor allem im Historischen Museum am Karlsplatz gab es mit 1610 Besuchern einen Rekordwert. Hier stand das Programm mit Lesungen und Songs im Zeichen der QualtingerAusstellung. Großes Echo fand das Rahmenprogramm dieser Ausstellung, bei dem prominente Persönlichkeiten mitwirkten, etwa Hilde Sochor, Vera Borek, Luise Martini, André Heller, Max Nagl oder Teddy Podgorski. AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN INTERNATIONAL/ NATIONAL Im Stadtmuseum Nagoya(Japan), dem Schwestermuseum der Museen der Stadt Wien, war im Frühjahr 2003 ein viel beachteter Querschnitt durch das Wiener Biedermeier zu sehen:„Reise nach Wien im 19. Jahrhundert. Die blühende Biedermeier-Kultur“, gestaltet von KuratorInnen des Museums mit Gemälden, Kunstgewerbe und Mode aus eigenen Beständen. Mit zum Teil sehr bedeutenden Leihgaben, etwa Gemälden von Schiele oder Gerstl, war das Museum darüber hinaus bei etlichen wichtigen interna­ tionalen Ausstellungen präsent:„Klimt und die Frauen“(Kobe, Japan),„Expressionis­ mus“(Beyeler-Stiftung, Basel),„Nackt! Der Körper der Frau am Beginn der Moderne“(Städel, Frankfurt),„Schönberg, Kandinsky and the Blue Rider“(Jewish Museum, New York),„Gottfried Semper“ (Pinakothek, München; Museum für Gestaltung, Zürich),„Frauenleben im Wiener Biedermeier“(Schloß Britz, Berlin), „La creazione ansiosa“(Galleria d’arte moderne, Verona). Dazu kamen viele Ausstellungen in Österreich, bei denen Leihgaben aus den Sammlungen des Museums den Kern­ bestand der Exponate bildeten, etwa die Niederösterreichische Landesausstellung in Reichenau zum Thema Theater oder die ungarisch-österreichische Gemeinschafts­ produktion„Zeit des Aufbruchs. Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde“ im Palais Harrach in Wien. ANKÄUFE, SCHENKUNGEN, RÜCKSTELLUNGEN Den wertvollsten Ankauf des Jahres stellt das um 1590 entstandene Ölgemälde „Kaiserlicher Waldspaziergang vor dem Schloss Neugebäude in Wien“ von Lukas von Valckenborch dar. Dieses Bild, das mit finanzieller Unterstützung durch den Verein der Freunde der Stadt Wien er­ worben wurde, ist einerseits ein kunst­ geschichtlich bedeutendes Werk, anderer­ seits stellt es für die topografische Ent­ wicklung Wiens ein einzigartiges Zeugnis dar. Unter den sonstigen Ankäufen seien genannt: Ein Selbstbildnis von Moritz von Schwind, ein Aquarell der„asiatischen Villa“ des Bürgermeisters Cajetan Felder von Hugo Darnaut(1883), das Gemälde „Johann Strauss mit seiner Kapelle beim Hofball“ von Theodor Zasche, der von Walter Pichler entworfene Sessel„Galaxy“ (1966) oder drei Fotos der deutschen Fotokünstlerin Candida Höfer aus den neunziger Jahren, die Wiener Innenräume zeigen(Parlament, Hofburg, Credit­ anstalt). Dazu kommen viele andere kulturgeschichtlichen Bildserien oder 155 Objekte, die Veränderungen im städtischen Alltag bezeugen. Vielfältig waren die Schenkungen an das Museum. Wertvolle Modemodelle waren ebenso darunter wie ein großer Bestand von Druckgrafiken aus dem 19. Jahr­ hundert aus dem Nachlass von Prof. Dr. Herbert Steiner. Im Zuge der WidmungsAktion„Denk- und Spielmaterial für eine Sammlung“ wurden dem Museum neben Alltagsobjekten unter anderem gewidmet: ein„Album der Jahrzehnte“ von Angela Hareiter, ein Video mit Jenny Holzers Lichtinstallation für die Reichsbrücke, eine Mappe mit Radierungen zu ArtmannMärchen von Peter Pongratz oder die Fotoserie„Discoboys“ des Künstlers Hans Weigand. Intensiv fortgesetzt wurden die von Dr. Peter Eppel koordinierten Provenienz­ forschungen, um möglichst viele der in der NS-Zeit nach unrechtmäßigen Enteig­ nungen ins Museum gelangten und nach 1945 nicht restituierten Objekte rückstellen zu können. Dazu wurden in in- und ausländischen Archiven Recherchen durch­ geführt. Zudem wurden Objektlisten ins Internet gestellt. Ergänzend dazu wurde intensive Erbenforschung betrieben, um zu restituierende Objekte tatsächlich rückstellen zu können. Sieben Samm­ lungen konnten 2003 zurückgegeben werden. BAULICHE MASSNAHMEN Am 5. Februar konnte der 2. Stock der Schausammlung im Haupthaus nach umfangreicher Neugestaltung wieder eröffnet werden. Vor den Stellwänden im Atrium wurde im Sommer aus Lichtschutzgründen ein Segel aufgebaut, um in diesem Raum zumindest in beschränktem Umfang Ausstellungen mit OriginalExponaten durchführen zu können. Im Hinblick auf eine Erweiterung von Aus­ stellungs- und Publikumszonen wurden frei gewordene Teile des benachbarten Gebäudes für Büro- und Depotzwecke angemietet. Um Haupt- und Nebenhaus direkt zu verbinden, wurde eine Ver­ bindung geschaffen. Abgeschlossen wurde 2003 die Errichtung des neuen Modedepots. Die Übersiedlung der Bestände konnte beginnen. Im Bereich der Virgilkapelle unter dem Stephansplatz wurden nach Wasser­ schäden erforderlich gewordene Restau­ rierungen abgeschlossen. In Zusammen­ arbeit mit der Universität Wien wurde die Restaurierung der Neidhart-Fresken in den Tuchlauben, die zu den bedeutendsten profanen Wandmalerein des Mittelalters gehören, in Angriff genommen. 156 Besucher vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2003 in den Museen der Stadt Wien Wien Museum Karlsplatz A-1040 Wien, Karlsplatz Schausammlung und Sonderausstellungen 87.571 Wien Museum Hermesvilla A-1130 Wien, Lainzer Tiergarten 38.366 Uhrenmuseum A-1010 Wien, Schulhof 2 22.919 Musikergedenkstätten Beethoven Eroicahaus A-1190 Wien, Döbliner Hauptstraße 92 Beethoven Heiligenstädter Testament, A-1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven Pasqualatihaus, A-1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydn Gedenkstätte m. Brahms-Gedenkraum, A-1060 Wien, Haydng.19 Mozart Figarohaus A-1010 Wien, Domgasse 5 Schubert Geburtshaus A-1090 Wien, Nußdorfer Strasse 54 Schubert Sterbewohnung A-1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 Strauss Gedenkstätte A-1020 Wien, Praterstraße 54 Zwischensumme Musikergedenkstätten 1.832 9.762 10.132 4.368 65.580 9.448 2.026 5.939 109.087 Sonstige Außenstellen der Museen der Stadt Wien Neidhart-Fresken A-1010 Wien, Tuchlauben 19 1.946 Otto-Wagner-Hofpavillon Hietzing, A-1130 Wien, Schönbrunner Schlossstraße 993 Pratermuseum A-1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 4.666 Römische Baureste Am Hof A-1010 Wien, Am Hof 151 Römische Ruinen unter dem Hohen Markt A-1010 Wien, Hoher Markt 3 14.397 Virgilkapelle A-1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station) 4.196 Zwischensumme sonstige Außenstellen 26.349 Gesamtsumme 284.292 Besucherzahl 2002: 258.783 Steigerung von 9,85% im Vergleich zum Vorjahr 157 Jüdisches Museum Wien Zehn Jahre in der Dorotheergasse Das Jahr 2003 stand ganz im Zeichen des 10-jährigen Bestandsjubiläums des Museums im Palais Eskeles in der Dorotheergasse 11, denn am 18. November 1993 hatte der damalige Bürgermeister Helmut Zilk gemeinsam mit dem damaligen Jerusalemer Bürger­ meister Teddy Kollek das Jüdische Museum eröffnet. Es war daher auch eine ganz besondere Auszeichnung für das Museum, dass Teddy Kollek eigens aus Israel zur Eröffnung der Jubiläums­ ausstellung über die„Galerie Miethke“ anreiste, um auch die kleine Personale mit Werken seiner Tochter Osnat Kollek-Sachs zu eröffnen. Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk und Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny würdigten bei dieser Jubiläumsveranstaltung das Wirken des Museums, das in den zehn Jahren seines Bestehens über 100 Ausstellungen organisierte, mehr als eine dreiviertel Million BesucherInnen in der Dorotheergasse begrüßen konnte und bei rund 1.000 Veranstaltungen die unterschiedlichsten Themen aufbreitete. Neben der Jubiläumsdokumentation über „Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne“ dominierte die große Festwochenausstellung„Quasi una Fantasia“ das Ausstellungsgeschehen des Jahres 2003 im Museum. Mit dieser Aus­ stellung wurde erstmals das Museum in seiner Gesamtheit bespielt, das heißt sowohl der erste als auch der zweite Stock waren voll und ganz in die Ausstellung einbezogen. Es war für das Museum auch eine besondere Auszeichnung, dass die Ausstellung im Rahmen der Wiener Festwochen ins Programm aufgenommen wurde. Der wissenschaftliche Leiter der Ausstellung, Professor Leon Botstein, dirigierte das große Galakonzert anlässlich der Eröffnung der Ausstellung mit dem Niederösterreichischen Tonkünstler­ orchester im Großen Konzerthaussaal am 17. Mai, auf dem Programm standen Mahlers 1. Symphonie, Korngolds Cellokonzert und Karol Rathaus’ Uriel Acosta Suite. Besonders erfreulich ist, dass die Ausstellung in New York unter dem Titel„VIENNA. Jews and the City of 158 Music 1870-1938“ am Yeshiva University Museum am Center for Jewish History ab 7. Februar 2004 präsentiert wird. Das Jahr 2003 begann mit einer großen Peter Altenberg-Ausstellung, die vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Eine Werkschau des vertriebenen und heute vergessenen Hanak-Schülers Karl Duldig wurde unter der Federführung des Jüdischen Museums Wien nach der Präsentation in der Dorotheergasse im Frühjahr im Internationalen Kulturzentrum (ICC) in Krakau und schließlich im Victorian College of the Arts in Melbourne gezeigt. Als letzte Ausstellung des Jahres 2003 wurde eine Kunstinstallation von Oz Almog mit dem Titel„Kosher Nostra“ über jüdische Gangster in Amerika im Dezember vorgestellt. Die erfolgreichsten Publikumsveran­ staltungen waren die„Lange Nacht der Musik“ und die„Lange Nacht der Museen“, die mit 1.700 bzw. 2.200 BesucherInnen einen neuen Rekord erbrachten. Positive Besucherbilanz 2003/ Zufriedene BesucherInnen Im Jahr 2003 waren im Haupthaus in der Dorotheergasse insgesamt rund 52.700 BesucherInnen zu verzeichnen, mehr als 6.600 Personen besuchten Veranstal­ tungen wie Buchpräsentationen, Lesungen, Konzerte und Diskussionen. Fast 19% der BesucherInnen wurden im Rahmen von Führungen und Vermittlungsangeboten in der Dorotheergasse betreut. Im Museum Judenplatz konnte das Jüdische Museum rund 16.700 BesucherInnen begrüßen, von denen fast ein Drittel Führungen und Vermittlungsangebote in Anspruch nahmen. Die in regelmäßigen Abständen im Museum durchgeführte BesucherInnenBefragung ergab wieder ein sehr positives Bild. Etwas mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher wurden im Zeitraum Februar bis Ende August 2003 befragt, wobei die Fragebögen in zwei Etappen aufgelegt wurden, einmal während der Sonderausstellungen„Karl Duldig“ und „Peter Altenberg“ und einmal während der Sonderausstellung„Quasi una Fantasia – Juden und die Musikstadt Wien“. Der Grundtenor ist wie bei den vorange­ gangenen Befragungen(2000 und 2001) sehr positiv, und es sollen hier nur einige herausragende Daten präsentiert werden: Aus dem Ausland kamen 71,2% der BesucherInnen, die größten Gruppen kommen aus Deutschland(48,4%), den USA(17,3%), Großbritannien(6,2%), der Schweiz(4,8%), den Niederlande(2,5%) und aus Israel(2,2%). Aus Österreich kamen 28,8% der BesucherInnen, von diesen waren 46,9% aus Wien, gefolgt von 10,9% aus Niederösterreich und 7,5% aus Oberösterreich. Die Geschlechterverteilung Von den BesucherInnen waren 62,1% weiblich, 37,9% männlich. Unter den ÖsterreicherInnen betrug der Frauenanteil 63,6%, bei den BesucherInnen aus dem Ausland lag der Frauenanteil bei 61,5%. Die Altersstruktur Die Altersgruppe der über 50-jährigen war mit 46,4% wie auch in den letzten Jahren am stärksten vertreten, wobei kaum ein Unterschied zwischen in- und auslän­ dischen BesucherInnen besteht. Die Altersgruppen verteilten sich wie folgt: unter 20 Jahre: 4,4% 20-30 Jahre: 7,7% 30-40 Jahre: 4,8% 40-50 Jahre: 6,7% über 50 Jahre: 6,4% Das Bildungsniveau Eine Ausbildung an einer Universität haben 69,8% der BesucherInnen, an einem Gymnasium mit Maturaabschluss 19,3% und 10,9% haben eine Pflicht- oder Berufsschule besucht. Unter den BesucherInnen aus Österreich lag der Anteil der Universitätsabsolventen mit 50,3% deutlich niedriger als beim ausländischen Publikum, dafür war die Zahl der MaturantInnen mit 33,1% deutlich höher. Die allgemeine Bewertung des Museums Die BesucherInnen konnten einzelne Aspekte des Museums mit einer vierstufigen Notenskala beurteilen(sehr gut, gut, weniger gut, gar nicht bzw. excellent, good, not so good, poor/no comment; I= Inland, A= Ausland). Aufbereitung der Information in den Ausstellungsbereichen: sehr gut: 60,8%(I: 71,2%, A: 56,7%) gut: 33,9%(I: 25,8%; A: 36,9%) weniger gut: 4,3%(I: 2,7%; A: 5%) gar nicht: 0,7%(I: 0,4%; A: 0,9%) Das ergibt einen Mittelwert(MW nach Schulnoten) von 1,45(I: 1,32; A: 1,5) Die Atmosphäre wird ähnlich gut bewertet, die Publikumsbetreuung geringfügig schlechter. Ganz ausgezeichtet bewertet wird das Audioguide-System des Museums, das für die ständigen Aus­ stellungen in acht Sprachen verfügbar ist. Die Bewertung der ständigen Aus­ stellungen und des Schaudepots sind unverändert ausgezeichet und liegen durchschnittlich bei der Schulnote 1,5 als Mittelwert. Bei den Sonderausstellungen erzielte „Quasi una Fantasia“ mit einem Mittelwert von 1,3 eine der besten Wertungen aller bisherigen Erhebungen, besonders beim ausländischen Publikum sind die Werte hervorragend. Die Peter AltenbergAusstellung schnitt beim inländischen Publikum genauso gut ab, wurde aber von den ausländischen BesucherInnen offen­ sichtlich aufgrund der Sprach- und kultur­ historischen Barrieren etwas schlechter beurteilt. Auf die Frage, ob die Erwar­ tungen, die die BesucherInnen vom Museum hatten, erfüllt wurden, antwor­ teten 88,1% mit ja. Von den inländischen BesucherInnen antworteten 97,9% mit ja, von den ausländischen BesucherInnen 83,9%. Wien Holding kauft Palais Eskeles Ein weiterer Meilenstein im 10. Jubi­ läumsjahr war der Erwerb des Palais in der Dorotheergasse durch die Wien Holding. Damit residiert das Museum gleichsam im eigenen Haus, denn bis dato war das Dorotheum Eigentümer des Gebäudes, das die Stadt Wien für das Museum angemietet hatte. Als vor zehn Jahren, am 18. November 1993, im Palais Eskeles das Jüdische Museum der Stadt Wien eröffnet wurde, hatte die Stadt Wien mit dem Eigentümer Dorotheum einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Nunmehr, zehn Jahre danach, nutzte die Wien Holding die Gelegenheit, das zum Verkauf 159 anstehende Palais von den nunmehrigen Eigentümern der Dorotheum GmbH& Co KG zu erwerben. Damit ist der Standort des Jüdischen Museums endgültig abgesichert. Das Jüdische Museum der Stadt Wien residiert seit November 1993 im Palais Eskeles. Vom Sommer 1995 bis Ende Februar 1996 wurde das Palais nach den Plänen des Architektenduos Eichinger oder Knechtl umgestaltet. Der Entwurf des Architektenduos wurde seinerzeit aus mehreren Projekten ausgewählt, da er die attraktive Gestaltung mit der Glaskuppel über dem Auditorium, ein schlüssiges Konzept für einen Bookshop und eine Caféteria sowie die öffentliche Zugäng­ lichkeit der gesamten Bestände in Form eines Schaudepots vorsah. Die Gestaltung der permanenten historischen Ausstellung im zweiten Stock des Palais lag in den Händen von Architekt Martin Kohlbauer. Das Jüdische Museum präsentierte mittlerweile neben seinen ständigen Ausstellungen mehr als 90 Ausstellungen zum Thema jüdische Kultur und Geistes­ geschichte mit sehr großem Erfolg. Seit Oktober 2000 verfügt das Museum auch noch über die Außenstelle auf dem Judenplatz mit der Ausgrabung der mittelalterlichen Synagoge, die anlässlich der Errichtung des Schoa-Mahnmals ausgestaltet wurde. Die Wien Holding als Konzernmutter kann damit gewährleisten, dass sämtliche Investitionen, die bisher im Museum getätigt wurden, in vollem Umfang für die Öffentlichkeit erhalten bleiben und das Museum seine Planungen ohne Rücksicht auf zu erneuernde Miet­ verträge gestalten kann. Ausbau der Vermittlungsangebote Fast 10.000 BesucherInnen(18,9%) wurden im Rahmen von Führungen und Vermittlungsangeboten im Haupthaus betreut. Im Museum Judenplatz waren es rund 5.300(31,5%), die Führungen und Vermittlungsangebote in Anspruch genommen haben. Bei 95% der betreuten Gruppen handelt es sich um Schulklassen. Unsere Vermittlungsangebote sind differenziert nach Altersgruppen und den verschiedenen Themenbereichen der Dauerausstellung(Jüdische Religion, Geschichte der Wiener Juden) oder den jeweiligen Wechselausstellungen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist der Anteil an Wiener Schulen wieder etwas angestiegen. 160 Dieser Anstieg bezieht sich auf alle Schulstufen. Nach wie vor beliebt sind unsere Angebote bei Schulen aus den Bundesländern, die uns im Rahmen der Aktion„Österreichs Jugend lernt die Bundeshauptstadt kennen“ besucht haben. Besonderes Interesse ist für Besuche und Führungen im Wiener Stadttempel zu verzeichnen. Sowohl bei den Terminen für Schulklassen und angemeldete Gruppen als auch bei den Führungsterminen ohne Anmeldung(acht Termine/Woche) ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2003 waren 3.292 zahlende BesucherInnen bei Führungen im Stadttempel, wobei die Kombikarte(ein Ticket für drei Standorte) am häufigsten gekauft wurde. 9.924 Personen haben sich für eine Führung im Stadttempel angemeldet, davon waren 875 erwachsene BesucherInnen(Kulturvereine, Pensionisten­ gruppen, Reisegruppen). Sehr viele LehrerInnen kombinieren die Führung in der Synagoge mit einem Vermittlungs­ angebot an einem oder beiden Museums­ standorten. Je nach Alterstufe, Gruppen­ größe und thematischem Schwerpunkt wird ein entsprechendes Programm „maßgeschneidert“. Ausstellungs- und themenbezogene Aktivitäten Im Rahmen der in der Dorotheergasse gezeigten Wechselausstellung„Peter Altenberg – Extracte des Lebens“(22.1. bis 27.4.2003) hat Kommunikation& Vermittlung die Schreibwerkstatt „AugenblicksLiteratur“ veranstaltet. Über 400 SchülerInnen haben zu Themen der Ausstellung eigene Kurztexte produziert, die von einer Fachjury(Klaus Kastberger, Österr. Literaturarchiv und Sandy Tomsits, Initiatorin des Rimbaud-Wettbewerbs, Der Standard 2001) gelesen und prämiert wurden. Die feierliche Preisverteilung fand am 17. Juni 2003 im Auditorium des Museums in der Dorotheergasse statt. Einmal im Monat veranstaltet das Museum in Kooperation mit wienXtra einen „familientag“, bei dem wir unter Beweis stellen, dass wir ein„Museum für alle von 0 bis 99“ sind. Allein 300 Kinder und etwa 200 Erwachsene waren im letzten Jahr im Rahmen dieser Veranstaltungen bei uns zu Gast. Sehr erfolgreich verlief das„Mini­ Weihnukka-Fest“ am 24.12.2003, bei welchem Kinder und Eltern den fünften Tag des Chanukkafestes feiern oder sich die Zeit bis zum Weihnachtsabend ver­ kürzen konnten – spannende Kinder­ führungen, Pantomime, ein Dreidl-Casino und bunte Bastelangebote standen auf dem Programm. „Kinderkonzerte“ konnte man im Rahmen des Wiener Ferienspiels(ebenfalls in Kooperation mit wienXtra) im Juli und August 2003 in der Dorotheergasse erleben. Ausgehend von der Fest­ wochenausstellung„Quasi una Fantasia“ konnten 88 Kinder und Jugendliche nach einem Ausstellungsrundgang im kiddies­ atelier eigene Musikinstrumente bauen, die in einer Aufführung der„Fantasie­ Musik-Geschichte“ zum Klingen gebracht wurden. Die Spezialveranstaltung„Museum unter Lupe“ hat interessierten Museums­ besucherInnen im Jahr 2003 wieder neun mal die Möglichkeit geboten, einen genaueren Blick„hinter die Kulissen“, also in die Vitrinen und auf bestimmte Objekte unserer Sammlung zu werfen. Die KuratorInnen präsentieren in einem halbstündigen Vortrag ausgewählte Objekte und die dahinter liegenden spannenden und berührenden Geschichten. Vorschau und Ausblick Das Jüdische Museum möchte die Arbeit mit Schulklassen weiter verbessern und wird im kommenden Jahr Workshops für LehrerInnen anbieten, z.B. einen drei­ tägigen Film-Workshop im Rahmen der „Aktionstage Politische Bildung“, die vom Bildungsministerium organisiert werden. Mit den Religionspädagogischen Instituten sind weitere Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrende geplant. Auf diese Weise wollen wir den Kontakt zwischen Museum und Schule verbessern und in Zusammenarbeit mit den LehrerInnen professionelle Vermittlungsarbeit zum Thema Jüdisches Wien leisten. Mit Hilfe eines speziell für Kinder und Jugendliche konzipierten Fragebogens werden wir im Lauf des Sommersemesters ermitteln, wie unser Haus und seine Angebote von den jüngsten BesucherInnen beurteilt werden. Ausstellungsüberblick 2003 Peter Altenberg – Extracte des Lebens Æ 22. Jänner 2003- 27. April 2003 Peter Altenberg gehörte zu den zentralen Figuren der Wiener Literaturszene der Jahrhundertwende. Die Ausstellung gibt einen Einblick in sein Leben und die sehr unterschiedlichen Bereiche seines Werks. Gezeigt wird anhand von historischen Fotos das Wien dieser Epoche sowie die Kaffeehäuser, Bars und Vergnügungs­ lokale, in denen sich die künstlerische Szene traf. Weitere Themen waren Altenbergs Leidenschaft für Theater und Kabarett, für die Schönheiten der Natur oder auch für den Japonismus, außerdem sein Frauenbild und seine intensive Aus­ einandersetzung mit modernen Künsten wie der Fotografie. Von besonderem Reiz war die teilweise Rekonstruktion des Altenberg-Zimmers. Diese Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Dokumentationsstelle für neuere öster­ reichische Literatur, dem Historischen Museum der Stadt Wien und der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. "Karl Duldig(1902-1986) – Skulpturen und Zeichnungen" Æ 12. Februar 2003- 4. Mai 2003 Karl Duldigs Ausbildung und erste Schaffensjahre als freier Bildhauer bis 1938 fallen in eine Periode, die in der europäischen Kunstgeschichte noch immer unzureichend erforscht ist. Die Plastik der Zwischenkriegszeit ist besonders in der österreichischen Kunstgeschichte ein­ deutig unterrepräsentiert. Als vor den Nationalsozialisten geflüchteter jüdischer Künstler polnischer Herkunft, der seine Jugend, seine künstlerische Prägung und frühe freischaffende Tätigkeit wesentlich in der ehemaligen k.u.k. Reichshauptstadt Wien erlebte, ist Duldig auch Teil der Wiener jüdischen Geschichte. Seine Flucht über die Schweiz in die ehemalige englische Kronkolonie Singapore und Deportation von dort nach Australien mit anschließender Internierung verbindet ihn mit Erfahrungen bzw. Biographien anderer jüdischer Exilkünstler, beispielsweise mit jener des Bauhäuslers Ludwig Hirschfeld161 Mack. Die Ausstellung sollte einem Künstler mit europäischer Tradition im Exil Rechnung tragen und einen Beitrag leisten, diesen weißen Fleck auf der kunsthistorischen Landkarte mit Farbe zu füllen. Sie umfasste Werke aus allen Schaffensperioden und setzte im wesent­ lichen drei Schwerpunkte: Die HanakSchule und die Wiener Jahre, das Inter­ mezzo in Singapore und schließlich Duldigs Schaffen in Australien. Unter der Federführung des Jüdischen Museums Wien wurde die Ausstellung nach Wien im Internationalen Kulturzentrum(ICC) in Krakau und schließlich im Victorian College of the Arts in Melbourne gezeigt. “Quasi una Fantasia” – Juden und die Musikstadt Wien Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Wien in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen Æ 14. Mai 2003- 26. Oktober 2003 Jüdische Komponisten, Künstler und Mäzene haben die Entwicklung der Musik­ kultur und das Image der Musikstadt Wien in den letzten beiden Jahrhunderten ent­ scheidend geprägt. Diese Blüte der Musik­ stadt Wien erfuhr durch den National­ sozialismus eine entscheidende Zäsur, die in der Vertreibung und Ermordung jüdischer Komponisten, Musiker, Förderer und Musikliebhaber kulminierte, und deren Folgen für die Entwicklung der Musikstadt Wien bis zum heutigen Tage spürbar sind. Dies ist das Spannungsfeld, in dem sich die Ausstellung„Quasi una Fantasia“ im Jüdischen Museum Wien bewegte. Die Ausstellung zeigte, wie Musik zu der Sprache der Assimilation wurde. Obwohl die Juden aus den Ländern der k.u.k. Monarchie erst 1867 das gänzlich freie Recht auf Niederlassung in der Stadt Wien erhielten, rekrutierten sich schon bald viele Besucher und Förderer des Konzert­ lebens und der Oper zu einem großen Teil aus den jüdischen Bewohnern. Auch bei den professionellen Musikern findet man viele Juden: In manchen Meisterklassen stammte 1895 beinahe jeder dritte Student am Konservatorium aus einer jüdischen Familie. Die Ausstellung zeigte, dass Juden zwar in der Bewegung der Moderne eine wichtige Rolle einnahmen, andere hingegen – und sie waren sicher­ lich zahlenmäßig überlegen – behaupteten sich in konservativen oder populären Positionen, wie etwa in der Operette. Ein wesentliches Kapitel war der Verfolgung 162 und Vertreibung jüdischer Musiker gewidmet, und ein kritischer Rückblick auf das Wien nach 1945 beschloss die Ausstellung. Osnat Kollek-Sachs:„art+ obsession“ 19. November 2003- 11. Jänner 2004 Am 18. November 1993 eröffnete der damalige Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek, gemeinsam mit Helmut Zilk, dem damaligen Wiener Bürgermeister, das Jüdische Museum im Palais Eskeles. Nach zehn Jahren bringt seine Tochter, die sich als expressionistische Künstlerin einen Namen gemacht hat, persönlich einge­ fangene Momente aus dem Leben ihrer Eltern in das Palais Eskeles. Daneben spiegeln ihre Landschaften und Charaktere Ausschnitte der israelischen Realität wider. Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne Jubiläumsausstellung 10 Jahre Jüdisches Museum im Palais Eskeles 19. November 2003- 8. Februar 2004 Der 1834 in Potsdam geborene Hugo Hermann Werner Ottomar Miethke gründete 1861 die Buch- und Antiquariats­ firma„Miethke& Wawra“ und profilierte sich sehr rasch zum wichtigsten Händler des Ringstraßenmalers Hans Makart sowie als Galerist für Alte Meister. 1895 krönte Miethke seinen Aufstieg als Kunsthändler mit dem Erwerb des Palais Eskeles in der Dorotheergasse Nr. 11, wo er im Erdge­ schoß zeitgenössische Kunst und im ersten Stock Werke Alter Meister zeigte. Unter der neuen künstlerischen Leitung von Carl Moll etablierte sich das Haus als die führende Avantgarde-Galerie der k.u.k. Monarchie: Werke der französischen Moderne von Claude Monet, Édouard Manet, Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh standen immer wieder im Mittelpunkt der Präsentationen der Galerie, Gustav Klimt wurde exklusiv von Miethke vertreten und Egon Schiele erhielt hier seine früheste Einzelausstellung. Auch die Wiener Werkstätte wurde hier erstmals in großem Umfang dem Wiener Publikum vorgestellt. 1912 übernahm der aus Galizien stammende Kunsthistoriker Hugo Haberfeld die alleinige Leitung der Galerie. Seine Aktivitäten gipfelten 1914 in einer heute kaum mehr vorstellbaren Einzel­ ausstellung Pablo Picassos, die wie viele andere Aktivitäten der Galerie Miethke heute fast völlig vergessen ist. Heute befindet sich im Palais Eskeles – nach einer zwischenzeitlichen Eigentümerschaft des Dorotheums – das Jüdische Museum der Stadt Wien, das seine Jubiläumsaus­ stellung der dokumentarischen Rekon­ struktion der Geschichte der Galerie Miethke widmete. Anhand von Doku­ menten, historischen Fotos, Katalogen, Plakaten(z.B. das Plakat der Toulouse­ Lautrec-Ausstellung bei Miethke aus dem Jahr 1909) und einigen herausragenden Gemälden, die seinerzeit von der Galerie präsentiert wurden – z.B. Pierre-Auguste Renoirs„Nach dem Bade“, das sich heute in der Österreichischen Galerie Belvedere befindet, oder Egon Schieles „Sonnenblume II“ aus dem Wien Museum Karlsplatz entstand ein Eindruck der Höhepunkte des Ausstellungsgeschehens in der wohl bedeutendsten Wiener Avantgarde-Galerie des beginnenden 20. Jahrhunderts. Kosher Nostra – Jüdische Gangster in Amerika 1890 – 1980 Kunstinstallation von Oz Almog 3. Dezember 2003- 25. April 2004 Die Entwicklungsgeschichte des orga­ nisierten Verbrechens in den Vereinigten Staaten hatte einen relevanten jüdischen Anteil. Der weit verbreitete Mythos einer Dominanz der italienischen Mafia in Amerika überlagerte vor allem für das europäische Publikum die Bedeutung der Gangster jüdischer Abstammung in diesem düsteren Kapitel der ameri­ kanischen Geschichte. In seiner neuesten Kunstinstallation„Geschichte der jüdischen Gangster in Amerika“ erweiterte der Künstler Oz Almog seine bisher geübte Disziplin des Porträtierens von Menschen in Bildern und Worten zum dokumen­ tarischen Konzentrat einer ganzen Epoche, das gleichermaßen faszinierend und abschreckend wirkt. Ohne romantisierende Neigung stellt sich der Künstler mit dem Scharfblick des Aufklärers diesem unge­ liebten Teil jüdischer Historie und beleuchtet die Akteure in all ihren Wider­ sprüchlichkeiten. Oz Almog zeichnete in dieser Geschichte mit gemalten Porträts und ausführlicher textlicher Begleitung nicht etwa das Bild eines„sauberen Krieges“, sondern bietet durch seine umfangreiche Fotodokumentation auch ein beklemmendes Bild vom Leben und Sterben in der Unterwelt. Bereits mit seiner Kunstinstallation der auch..?? Chronik einer kulturellen Obsession(400 Porträts jüdischer Persönlichkeiten, 1999) gelang Oz Almog ein Mainstream-Hit, der vom Jüdischen Museum Wien ausgehend via Israel nach Deutschland, in die Schweiz, die Niederlande und 2003 auch nach Ungarn ging. Die wichtigsten Auslandsaktivitäten des Jüdischen Museums Wiens jüdische Geschichte in Hologrammen ( St. Petersburg/Florida:4. Oktober 2002 – 19. Mai 2003) der auch...? OZ ALMOGs bunter Index Judaeorum (London/ 10. März – Mai 2003) Reise an kein Ende der Welt – Die Gross Family Collection (Israel: Tel Aviv/ März – April 2003 Displaced/Paul Celan in Wien (Antwerpen/ 14. März – 18. April 2003) (Gent/ 1. – 31. Mai 2003) Auswahl aus dem Veranstaltungsprogramm 2003 Lesungen und Buchpräsentationen 25. Februar Lesung: Hanno Loewy„Taxi nach Auschwitz“ 11. März„Literatur im Exil“ 8. April„Jiddisch – Eine kleine Enzyklopädie“(dtv) 3. Juni Vortrag: Nobelpreisträger Eric Kandel 24. Oktober Thomas Mang: „Gestapo-Leitstelle Wien. Mein Name ist Huber“ 25. November Hans Mühlbacher „Zwischen Technik und Musik“ 27. November Ulf Diderichs „Das Ma’ssebuch“ 04. Dezember G. Kagan: „Der Prophet in Frank“ 163 Musikalische Programme 3. April Konzert„Musik im Museum“ (Roger Salander) 10./11. Mai Lange Nacht der Musik 18. Mai Galakonzert Leon Botstein im Gr. Konzerthaussaal 5. Juni Konzert„Musik im Museum“ (Roger Salander) 18. Juni Konzert(Univ.f.Musik u. Darstellende Kunst) 18. September Konzert mit Rami Langer und Gerhard Bronner 26. Oktober Konzert mit Ruth Schonthal Kinderprogramme 19. Jänner Wir feiern Tu Bischwat 23. Februar Mini-Maskerade 23. März Wir feiern Purim! 13. April Wir feiern Pessach! 18. Mai Arche Noah – bitte einsteigen! 1. Juni Das Schawout-Fest 21. September Prosit Neujahr! 12. Oktober Wir feiern Sukkot! 30. November Wir spielen Galerie! 24. Dezember Mini-Weihnukka im Museum! Sonstige Veranstaltungen 16. Mai Eröffnung des Symposiums „Juden und die Musikstadt Wien“ 20. September Lange Nacht der Museen 9. Oktober Videopräsentation: „Anständig sterben“ 6. November Info-Abend für Lehrer 1. Dezember Vortrag mit dem Botschafter Ali Yahya 9. Dezember V ortrag von Tom Freudenheim 12. Dezember Diskussions-Veranstaltung Österr. Verband der KulturvermittlerInnen 164 FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und den meisten anderen Bundesländern gegeben. Alle Beträge in EURO LIKUS- Hauptkategorie 1:Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung LIKUS- Hauptkategorie 15: Intern. Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 20.554.588,46 6.605.298,52 2.520.579,32 1.133.450,05 2.049.768,61 16.082.084,25 20.006.647,56 54.061.648,44 6.258.595,63 11.696.053,94 1.279.092,51 147.449,06 600.443,00 18.357.025,31 161.352.724,66 165 WISSENSCHAFTSBERICHT 95 WISSENSCHAFTSBERICHT Die Stadt Wien misst den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technologie einen wachsenden Stellenwert zu. Sie fördert und unterstützt daher Forschung, Wissenschaft, lokale Wissensbestände, Wissensnetzwerke und Wissenskulturen • durch eine gezielte Technologiepolitik, die in den letzten Jahren in einigen Bereichen konzertierte und erfolg­ reiche Offensiven gestartet hat; hierher gehören die Aktivitäten des „Wiener Wirtschafts-förderungsfonds“ (WWFF), des im Jahr 2001 gegrün­ deten„Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds“(WWTF), das „Zentrum für Innovation und Technologie“(ZIT), gegründet im Jahr 2001 mit dem Ziel, die Konzeption und Umsetzung technologiepolitischer Maßnahmen effizient und unbüro­ kratisch zu unterstützen; • durch Projektförderungen und Subventionen an wissenschaftliche Institutionen; • durch ein breites Spektrum an Stipendienprogrammen; • durch die Ausschüttungen der Wiener Wissenschaftsfonds- und –stiftungen; • durch die Vergabe von Preisen für hervorragende wissenschaftliche Leistungen; • durch die Erforschung, Doku­ mentierung, Stimulierung und Weiter­ entwicklung von lokalen Wissens­ beständen außerhalb der akade­ mischen Wissensgebäude; • durch Forschungsaufträge, mit deren Ergebnissen eine Reihe von Magistratsabteilungen ihre Arbeit fundieren; • durch vielfältige wissenschaftliche Veranstaltungen, mit denen Impulse für eine Verknüpfung wissen­ schaftlicher und urbaner Diskurse gegeben werden. Der in diesem Jahr erstmals vorgelegte Wissenschaftsbericht der Stadt Wien trägt der Nennung der Wissenschaftsförde­ rungsaufgabe im Titel der Geschäfts­ gruppe„Kultur und Wissenschaft“ Rechnung. Er stellt die wissenschafts­ fördernden Aktivitäten im Bereich der Geschäftsgruppe vor, verzichtet aber auf die Darstellung der Forschungen, die 96 durch den Magistrat in anderen Geschäftsgruppen beauftragt werden, auf die Darstellung jener vielfältigen erfolg­ reichen Aktivitäten im Bereich der Geschäftsgruppe„Finanzen, Wirtschafts­ politik und Wiener Stadtwerke“, deren vorrangige Zielsetzung die Stärkung des Wirtschaftsstandortes ist, und auf die patientenorientierte Forschung im Bereich des Wiener Krankenanstaltenverbundes. Dieser Bericht gibt Einblick in Ziel­ setzungen, Strukturen, Aufgaben und Themenfelder der Wissenschaftsförderung im Bereich der Kulturabteilung der Stadt Wien und in jenem der von der Stadt Wien ins Leben gerufenen Forschungsförde­ rungsfonds. Voraussetzungen und Zielsetzungen der Wissenschaftsförderungsarbeit Forschungsförderung und Wissenschafts­ arbeit der Stadt Wien sind in den letzten 20 Jahren zu wichtigen Impulsgebern in der intellektuellen Landschaft Wiens und Österreichs geworden. Die Stadt Wien hat mit dem Blick auf die Stärken, aber auch auf die Defizite der Wissens- und Wissen­ schaftslandschaft ein Konzept zur Stärkung, Weiterentwicklung und Präsen­ tation der Wiener Wissensbasis entwickelt, an dessen Umsetzung konsequent ge­ arbeitet wird. Stärkung, Akzentuierung, Verteilung und Nutzung von Wissen sind die zentralen Stärken von Kommunitäten und Institutionen, deren Ausbildung und Entwicklung einen Standort attraktiv machen. Die Wissenschaftsförderungsarbeit der Stadt Wien ist bestrebt, die Strukturen der Wissenschafts- und Bildungsinstitutionen und der sie verbindenden Netzwerke durch gezielte Förderungen zu verbessern, personelle Ressourcen und Potentiale zu stärken und Schwächen und Defizite in diesen Feldern auszugleichen. Die Wissenschaftsförderungsarbeit bringt mit vielfältigen Initiativen die kompe­ tenten und exzellenten AkteurInnen des wissenschaftlichen Lebens in Wien stärker als bisher miteinander in Verbindung. Dabei kommt der Stadt Wien zugute, dass die Agenda der Wissenschaftsförderung nicht gesetzliche Verpflichtung, sondern bewusst gewählte Aufgabe sind. Das schafft jenen Frei- und Gestaltungsraum, der eine kreative Förderungsstrategie besonders begünstigt. Die geförderten Institutionen, Projekte und Personen leisten wichtige Beiträge, um für die Stadt Wien wichtige Probleme empirisch, analytisch und vor allem grund­ satzorientiert anzugehen; mit Hilfe dieser Förderungen können neue Forschungs­ wege, die den Wissenstransfer zwischen Grundlagenforschung, angewandter Forschung und Anwendung stimulieren, beschritten werden. Wissenspotentiale können dadurch entfaltet und besser eingesetzt werden. Obwohl Wien seit 1365 eine Universität hat, die wichtige Leistungen hervorge­ bracht hat, wurde die Stadt nie durch das universitäre und studentische Leben entscheidend geprägt; Wien war nie eine Universitätsstadt wie Paris oder Bologna. Mittlerweile hat die Stadt neun Univer­ sitäten, vier Fachhochschulen und ein differenziertes Netz an Bildungs­ institutionen, an denen ganz unterschied­ liche Qualifikationen erworben werden können; und die Studentinnen und Studenten prägen immer stärker auch die Identität der Stadt. Die Wissenschafts­ förderungsarbeit der Stadt Wien bemüht sich, vielfältige Beiträge dazu zu leisten, dass Wien eine Stadt ist, in der die Universitäten in die Urbanität gut eingenistete Impulsgeber des intellek­ tuellen Lebens in der Stadt sind. Die Wissenschaftsförderungsarbeit Wiens geht von den Stärken und Schwächen der intellektuellen Landschaft der Stadt, die fortlaufend identifiziert und analysiert werden, aus. Der Wissenschaftsförde­ rungsbericht zeichnet das Profil der Stärken und der Defizite dieser Arbeit und der darauf abgestimmten Förderungs­ instrumente. Eine weit in der Geschichte wurzelnde spezifische Stärke der Wiener Wissens­ kultur besteht in einem dichten Netz von Vereinen, die in Wien eine für die Ent­ wicklung und Anwendung von Wissen, von politischem und organisatorischem Know­ how und von demokratischen Standards wichtige Rolle spielten und spielen. Die Wissenschaftsförderungsarbeit der Stadt bemüht sich, diese für die Entfaltung einer vielfältigen Wissenschaftskultur und einer qualitätsvollen politischen Kultur wichtige Stärke zu erhalten und auszubauen. In Wien werden wichtige wissenschaftliche Aufgaben von außeruniversitären Institu­ tionen, von denen ein großer Teil den Rechtsstatus eines Vereines hat, wahr­ genommen. Kompetente, engagierte, originelle – und sehr oft junge – Persön­ lichkeiten realisieren ihre Ideen in alten und neuen Instituten mit Vereinsstatus, die ihre Arbeit nur mit Unterstützung der Stadt Wien machen können. Sehr oft sind dies Projekte mit einem unkonventionellen inhaltlichen Konzept, mit interdisziplinären Fragestellungen und innovativen Methoden, Projekte, die jenen Keim des Neuen in sich tragen und zur Entfaltung bringen, für dessen Entwicklung in tradi­ tionellen Rahmenbedingungen nur wenig Raum ist. Diese intellektuellen Szenen, die sich um engagierte Vereine gruppieren, in denen die Grenzen zwischen unterschiedlichen Innovationsfeldern(Wissenschaft, kreative Kulturarbeit, Kunst) fließend sind, gehen flexibel auf aktuelle Probleme und Frage­ stellungen ein und sind daher besonders geeignet, Defizite der„akademischen Landschaft“ auszugleichen. Die Auseinandersetzung mit urbanen Problemen, mit denen die Stadt kon­ frontiert ist – Migration, Fragen der Sicherheit, Fragen der Verkehrspolitik, der Stadtbildpflege, der Stadt- und Regional­ planung, etc. – wird systematisch über die wissenschaftliche Tätigkeit von Vereinen, die von der Stadt Wien gefördert werden, vorangetrieben. Die Stadt Wien hat in den letzten 20 Jahren umfangreiche Anstrengungen unternommen, nationalsozialistische Verbrechen in Wien und in Österreich zu thematisieren und zu diskutieren, ent­ zogenes Eigentum zu restituieren und vertrauensbildende Maßnahmen mit durch die Nazis vertriebenen Bürgerinnen und Bürgern zu setzen. Die Erforschung von Verfolgung durch und Widerstand gegen den Nationalsozialismus, von Emigration und Rückkehr wurde und wird – international beachtet – von durch die Stadt Wien geförderten Institutionen geleistet, die damit eine für Wien und für Österreich wichtige Aufgabe bewältigen. 97 Die Stadt Wien arbeitet projekt- und zielorientiert mit den großen außeruniversitären Forschungs­ institutionen wie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft, dem Architektur­ zentrum Wien, dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen, dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften – um nur einige zu nennen – zusammen. Die genannten und viele andere hoch qualifizierte Institu­ tionen werden durch die Stadt mit substantiellen Förderungen unterstützt. Die Stadt nützt die Verbindung zu diesen think-tanks als Fundament für einen kontinuierlichen Austausch über aktuelle Fragen des Wissensmanagements. Der auf Vereinsbasis organisierte außer­ universitäre Wissenschafts- und Forschungssektor hat jedenfalls – wie diese nur punktuelle Nennung von Initiativen zeigt – eine für die Wissens­ und Wissenschaftskultur der Stadt und des Landes große Bedeutung. Mit einer Reihe von aufeinander abge­ stimmten Initiativen, Instrumenten und Projekten fördert die Stadt Wien Innovationen und exzellente Leistungen im Bereich der Grundlagenforschung, aber auch in anwendungsbezogenen Bereichen und im Technologiesektor. Mit einem dichten Programm von Stipendien und Preisen fördert die Stadt exzellente junge WissenschafterInnen. Die Stadt Wien gibt damit an junge, hoch qualifizierte Forscherpersönlichkeiten das Signal, dass es ein gesellschaftliches Interesse an ihrer Ausbildung und Qualifikation, an ihren Ideen und Projekten gibt. Seit Jahren unterstützt die Stadt Wien die Auszeichnung exzellenter Diplomarbeiten, und sie vergibt vielfältige von wissenschaftlichen Vereinen kuratierte Auszeichnungen für exzellente Forschungsleistungen von Nachwuchs­ wissenschafterInnen. Die Stadt Wien setzt seit einigen Jahren eine Reihe konzertierter Aktivitäten zur Stärkung ihrer Wissensbasis, zur Verbesserung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft, damit aber auch zur Steigerung der Attraktivität des Wirt­ schaftsstandortes Wien. Die vorhandene Wissensbasis – in einem sehr breiten 98 Verständnis von Wissen – wurde und wird im Zuge von„Knowledge-Base-Projekten“, die von unterschiedlichen durch die Stadt Wien geförderten Vereinen betrieben werden, erkundet. Dabei geht es darum, spezifische Kompetenzen und Fähigkeiten, in denen wichtige Innovations- und Ent­ wicklungspotentiale stecken, zu erforschen und zu erschließen. Eine Stärke des intellektuellen Lebens in Wien lag und liegt in der Verknüpfung von künstlerischem und wissenschaftlichem Know-how. Die Stadt ist sich bewusst, dass die exzellente Positionierung Wiens als Lebenskulturstadt und die Stand­ ortqualität insgesamt untrennbar mit dem Ruf Wiens als Kunst-, Kultur- und Kulturreflexionsstadt verbunden ist. Es ist daher auch ein hervorragendes Anliegen der Wissenschafts- und Forschungs­ förderungsarbeit, diese immer wichtiger werdenden Verknüpfungen von wissen­ schaftlichen und künstlerischen Qualitäten zu fördern und Verbindungen zu Anwen­ dungsfeldern in Wirtschaft und Verwaltung herzustellen. Mit einer Reihe hochkarätiger und inno­ vativer Projekte fördert die Stadt Wien die Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe – mit der überlieferten materiellen Kultur, der„Hardware“ der Stadt und mit den Ideen, den Mentalitäten, den künst­ lerischen Qualitäten, der„Software“ Wiens. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die vielfältigen Editions­ projekte, mit denen das Werk von bedeutenden WissenschafterInnen und AutorInnen dokumentiert, herausgegeben und damit für eine internationale wissen­ schaftliche Öffentlichkeit erschlossen wird. Schließlich muss erwähnt werden, dass sich die Stadt mit einer Reihe international beachteter Initiativen in der Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse und in der Initiierung von Diskussionsforen engagiert: wichtige wissenschaftliche Probleme und Fragen werden in einer größeren Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Die Wiener Vorlesungen – seit Frühjahr 1987 weit über 600 Veran­ staltungen, publiziert in 120 Bänden –, die Wiener Vierteltouren(seit 1986), die eine Auseinandersetzung mit den viel­ schichtigen urbanen Qualitäten der Stadt Wien leisten, das Projekt„University meets public“, das die Arbeit in wissenschaftlichen Werkstätten einer größeren Öffentlichkeit vorstellt, der Wiener Wissenschaftskompass(das erste Wissenschaftsprogrammheft der Stadt) und die Wiener Wissenschaftstage – „wissenschaftliche Festwochen“, die 2003 zum ersten Mal stattgefunden haben – sind nur die wichtigsten Aktivitäten in einem breiten Spektrum von Veran­ staltungen, deren Zielsetzung es ist, die intellektuelle Diskussionskultur der Stadt zu stärken, zu verdichten und zu verfeinern. Es ist Ausdruck einer fruchtbaren und konstruktiven Entwicklung, dass die Angebote, die seitens der Stadt Wien im Bereich der Wissenschafts- und Forschungsförderung gemacht werden, von der scientific community mit großem Interesse aufgenommen wurden; sie sind zu einem integralen Bestandteil der Wissensgenerierung in Wien geworden, von dem gehofft werden kann, dass er für den Wissenschaftsstandort Wien und Österreich weiterhin viel Gutes bewirkt. Stärkung des Wiener Wissens Wien ist in seiner langen Geschichte in die Rolle einer Kunst- und Kultur-, vor allem aber auch einer Kunst- und Kultur­ reflexionsstadt hineingewachsen. In die lange Liste der Leistungen, die hier zu nennen sind, gehört das Faktum, dass Wien jene Stadt war, in der sich vom 17. bis zum 20. Jahrhundert die Musik und besonders auch das Musiktheater zu einer international einzigartigen Bedeutung entfalten konnten. Wien war eine Stadt, in der sich über viele hundert Jahre hindurch interessante Begegnungsformen von Tradition und Innovation herausgebildet haben. Für das Wiener Theater war die Begegnung von höfischer Kultur und Popularkultur besonders wichtig. Aber auch die Auseinandersetzung mit dem „weiten Land“ der Seele in vielfältigen psychologischen und psycho­ therapeutischen Schulen, die Entwicklung neuer Formensprachen in der Architektur und in den bildenden Künsten und die Ausarbeitung neuer Gedankengebäude, die das intellektuelle Leben revolutio­ nierten, hatten in Wien gute Entstehungs­ und Entfaltungsbedingungen. Die Wissenschaftsförderungsarbeit setzt daher einen Schwerpunkt in Aktivitäten zur Erforschung, Dokumentierung, Archivierung, Diskussion und Vermittlung von Wiener Wissensbeständen. Zu nennen sind hier z.B. vielfältige Editionsprojekte, die eben vollendete historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Werke Johann Nestroys, die Herausgabe der SchnitzlerTagebücher, die Wittgenstein-Edition, das „Wörterbuch der Fackel“, die gerade begonnene Herausgabe der Werke Ferdinand Raimunds, aber auch Projekte zur Erforschung der Alltagsgeschichte der Stadt aus der autobiographischen Sicht der BürgerInnen. Die im folgenden aufgelisteten Aktivitäten, die der Stärkung von Wiener Wissen in unterschiedlichen intellektuellen Bereichen dienen, wurden durch substantielle Förderungsbeiträge der Stadt Wien ermöglicht. Architektur und Stadtplanung: Aus Anlass des 100. Todestages des Wiener Architekten und Stadtplaners Camillo Sitte(1843-1903) fand im November 2003 ein internationales Symposion(veranstaltet vom Verein „Camillo Sitte Gesellschaft“ in Zusammen­ arbeit mit der Technischen Universität) statt, das sich hauptsächlich der Aus­ einandersetzung mit dem 1889 erschienenen Hauptwerk Sittes„Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen“ widmete. Mit Hilfe der Stadt Wien wurden auch der Reprint dieses Werkes im Böhlau Verlag und eine Publikation mit dem Titel„AugenSinn. Raum und Wahrnehmung in Camillo Sittes Städtebau“ im Pustet Verlag ermöglicht. Zum 100. Geburtstag des Architekten und Stadtplaners Victor Gruen(1903-1980) förderte die Stadt Wien ein Symposion und einen Dokumentarfilm, in dem Gruen, der„Vater der Fußgängerzone“, seine Auffassungen über eine menschen­ gerechte Stadtplanung in einem langen Interview vorstellt. Auch der Architekt Ernst Anton Plischke (1903-1992) hätte im Jahr 2003 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Das Gesamtwerk des Architekten und Lehrers wurde in einer umfassenden Monographie im Prestel Verlag dargestellt. Die Öster­ reichische Gesellschaft für Architektur widmete Plischke ein Symposion und 99 brachte eine Gedenktafel in seinem Wohnhaus in der Josefstädterstraße an. Die autobiographischen Aufzeichnungen der engagierten Architektin Margarethe Schütte-Lihotzky – ihre„Frankfurter Küche“ machte sie weltberühmt – aus den Jahren 1915 bis 1939 wurden für die Drucklegung vorbereitet; ihre Arbeit und ihre Biographie werden auf einer CD-Rom vorgestellt. Das Werk des aus Wien stammenden Architekten und Architekturtheoretikers Bernard Rudofsky(1905-1988), der innovative und anregende ethnologische Studien über den Zusammenhang von Bau- und Lebensweise verfasst hat, wird in einem Forschungs- und„Visual-oralhistory-Projekt“(Verein archikult) erkundet und dokumentiert. Leben und Werk des Architektenehepaares Wolfgang Windbrechtinger und Traude Windbrechtinger-Kettner(EKZ Hietzing und Siedlung Wassermannweg) wurden recherchiert und dokumentiert und für die Publikation in einem Sammelband „Windbrechtinger“ vorbereitet. Im Jahr 2003 wurde mit substantieller Hilfe der Stadt Wien erstmals das Architekturfestival„Turn On“, bei dem die Vielfalt konzeptioneller Ansätze, die die gegenwärtige österreichische Architektur­ landschaft charakterisieren, durchgeführt. Arbeiten zeitgenössischer österreichischer Architektinnen wurden für die Publikation „FrauenarchitekTouren“(ARGE–Frauen­ architektouren) dokumentiert. Die Adolf Loos Gesellschaft arbeitet an einer Gesamtdokumentation der ausge­ führten Bauten von Adolf Loos. In dem im Jahr 2003 durchgeführten Arbeitsschritt wurden die Bauten in Wien photographisch dokumentiert. Musikstadt Wien: Im Mai 2003 veranstaltete die Öster­ reichische Gesellschaft für Musik unter der Leitung der renommierten SchubertForscherin Dr. Walburga Litschauer (Österreichische Akademie der Wissen­ schaften) die 1. Internationale Arbeits­ tagung zur Rezeption Franz Schuberts. Im Rahmen dieser Tagung fand erstmals eine 100 systematische Auseinandersetzung mit dieser Thematik statt. Die Stadt Wien hat das Projekt der Neuen Schubert-Ausgabe von Anfang an substantiell unterstützt. Das Ernst Krenek Institut, das sich der Erforschung, Dokumentation und Pflege des Werkes des aus Wien stammenden Komponisten und Dichters Ernst Krenek widmet, veranstaltete eine Tagung „Echoes from Austria“, die sich mit der Bedeutung des Volksliedes für das Schaffen von Ernst Krenek auseinander setzte. Das Arnold Schoenberg Center beleuchtete in einem internationalen Symposion das Schaffen Arnold Schönbergs als Maler und die enge Beziehung, in der Musik und Malerei in seiner Arbeit standen. Die Herausgabe eines Symposionsbandes über„Arnold Schönberg und sein Gott“ wird vorbereitet. Den musikalischen Denkmodellen Heinrich Schenkers, der in seiner„Schichtenlehre“ die Kompositionen auf einen„Ursatz“ und eine„Urlinie“ zurückführte, und seiner Rezeption in Europa und im anglo-ameri­ kanischen Raum war im Juni 2003 ein internationales Symposion – veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft – gewidmet. Der Studienaufenthalt des finnischen Komponisten Jean Sibelius(1865-1957) in Wien, die musikalischen Einflüsse, die der Komponist in der Haupt- und Residenz­ stadt erfuhr, und die in Wien und nach der Wiener Zeit entstandenen Werke stehen im Mittelpunkt eines Sammelbandes„Jean Sibelius und Wien“, der von der Öster­ reichisch-Finnischen Gesellschaft vorbereitet wurde und der im Böhlau Verlag erschienen ist. Mit Entwicklungen neuer Musik in Öster­ reich setzten sich drei Initiativen aus­ einander, deren Anliegen es ist, Verständnis für Qualität und Bedeutung der österreichischen Musik im 20. Jahr­ hundert bei einem größeren Publikum zu wecken. Die Veranstaltungsreihe„Musik reflektiert“ des Vereines der Freunde der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bietet pointierte Vorträge zur zeitgenössischen Musik, die mit Musik­ beispielen, dargeboten von exzellenten Musikensembles„illustriert“ werden. Der Verein„Wien Modern“ betreute die Herausgabe der Publikation„Lothar Knessl: In andere Richtungen denken lernen“, die das Werk des Musikers, Musikkritikers und Musikkurators Lothar Knessl dokumentiert. Die Buchreihe „Symposien zu WIEN MODERN“ ediert wissenschaftliche Beiträge zu stilistischen, ästhetischen und kompositionstechnischen Themen moderner Musik. Band 3 dieser Reihe, der 2003 erschienen ist, behandelt den Themenkreis„Bühne, Film, Raum und Zeit in der Musik des 20. Jahrhunderts“. Eine wichtige Spielstätte des Musik­ theaters in Wien, die 1953 von Hans Gabor ins Leben gerufene Wiener Kammeroper, feierte 2003 ihren 50. Geburtstag. Mit Hilfe einer Wissen­ schaftsförderung wurde die Geschichte der Kammeroper, ihre Aufführungen und ihre künstlerische Programmatik dokumentiert und in einer Jubiläumsbroschüre dargestellt. Mit Druckkostenbeiträgen wurden wissenschaftliche Publikationen über Josef Strauss(1827-1870), über Frauen­ gestalten in der Oper des 19. und 20. Jahrhunderts und über„die seltsamsten Wiener der Welt- Nikolaus Harnoncourt und sein Concentus Musicus“ gefördert. AutorInnen, WissenschafterInnen, PhilosophInnen: Eine wissenschaftliche Projektgruppe an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Werner Welzig erarbeitet seit fast 10 Jahren ein Textwörterbuch, das in drei unterschiedlichen Wörter­ buchtypen konzipiert und ausgearbeitet wird. Nachdem im Jahr 1999 ein phraseo­ logisches Wörterbuch, das„Wörterbuch der Redensarten“ erschienen ist, wird derzeit an einem„Schimpf- und Schmäh­ wörterbuch“ gearbeitet. Das„Wörterbuch der Fackel“ hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die im jeweiligen Kontext erkenn­ bar werdenden semantischen und pragmatischen Qualitäten von Wörtern und Wendungen sichtbar zu machen und damit einen Beitrag zur Beziehung von Denk- und Sprechweisen zu leisten. Seit 3 Jahren fördert die Stadt Wien das Projekt Austrian Academy Corpus(AAC) der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Im Rahmen dieses Projektes wird an der Erstellung eines elektronischen Textkorpus zur Sprache und Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts gearbeitet, das auch online verfügbar sein wird. Im Jahr 2003 wurden Texte der Werbesprache und Texte der Unterhaltungskultur erfasst. Seit 10 Jahren wird aus Mitteln der Wissenschafts- und Forschungsförderung das Editionsprojekt„Ludwig Wittgenstein – Wiener Ausgabe“ der Kommission für Kulturwissenschaften und Theater­ geschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unterstützt. Diese Kommission arbeitet dabei eng mit der Forschungsgruppe um Michael Nedo in Cambridge zusammen. Die„Wiener Ausgabe“ ediert das Manuskriptcorpus der nachgelassenen Schriften Ludwig Wittgensteins, die sich in Cambridge befinden, aus der Zeit zwischen 1929 und 1934. Bisher sind 17 Bände erschienen, sieben weitere Bände sind in Vorbereitung. 101 Ludwig Wittgenstein Manuskriptband'Philosophische Bemerkungen XI' 102 Darstellung des Textes in der von Michael Nedo edierten Wiener Ausgabe Ludwwig Wittgensteins 103 Unter der Patronanz der Internationalen Nestroy-Gesellschaft wird die neue Historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Werke Johann Nestroys herausgegeben. Das große editorische Projekt steht kurz vor seinem Abschluss. Die Nestroy-Gesell­ schaft veranstaltet zudem jährlich Inter­ nationale Nestroy Gespräche und gibt die wissenschaftliche Zeitschrift zur NestroyForschung„Nestroyana“ heraus. Mit dem wissenschaftlichen und edito­ rischen Know-how, das bei der Edition der Nestroy-Ausgabe gewonnen wurde, plant die Raimundgesellschaft eine historisch­ kritische Ausgabe der Werke und Briefe Ferdinand Raimunds. Gegenwärtig werden – mit wissenschaftlichen Projekt­ förderungen – das gesamte zu edierende Material gesammelt, geordnet und die Textgrundlagen gesichert. Zwei Symposien beschäftigten sich im Jahr 2003 mit Leben und Werk des Dichters und Kulturphilosophen Hermann Broch: Das von der Österreichischex Liga für Menschenrechte veranstaltete Symposion„Hermann Broch und die Wiener Moderne“ behandelte Broch als Rechtsdenker, Demokratietheoretiker und Volksbildner. Beziehungen und Vergleiche zwischen Hermann Broch und Elias Canetti wurden bei einer Tagung aufgezeigt, die von der Österreichischen Gesellschaft für Literatur veranstaltet wurde. Charles Sealsfield war ein wichtiger und origineller Denker in der Epoche des österreichischen Vormärz. Die neuge­ gründete Internationale Charles SealsfieldGesellschaft stellte im Rahmen einer wissenschaftlichen Veranstaltung„Charles Sealsfield und die Politik oder die Schwierigkeiten eines Vormärz-Autors mit der Demokratie“ den Romancier Sealsfield als Kritiker des Metternich-Systems und als Europäer, der über die Beziehung Europa – Amerika reflektiert, vor. Mit einer Veranstaltung des Kulturvereins Initiative Währing im Alten Rathaus wurde des 125. Geburtstages und 65. Todes­ tages von Egon Friedell gedacht. Heinz von Foerster, der im Jahr 2001 den Ehrenring der Stadt Wien und den Ehrenpreis des Viktor Frankl Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer 104 sinnorientierten humanistischen Psycho­ therapie erhalten hat, hat im Jahr 2000 der Heinz von Foerster-Gesellschaft einen großen Teil seines Archivs zur Aufarbei­ tung übergeben. Das Archiv, das von exzellenten Wiener ForscherInnen betreut wird, enthält für die Wissenschafts­ geschichte und für die Zeitgeschichte interessante Materialien – u.a. zu Foersters Arbeit für den Sender Rot-WeißRot und seine umfassende Korrespondenz mit VertreterInnen unterschiedlicher Wissenschaften. Marie Albu-Jahoda hat mit ihrer gemeinsam mit Paul Lazarsfeld durch­ geführten Forschungsarbeit„Die Arbeitslosen von Marienthal“ den Weg für eine aktivierende Sozialforschung vorbereitet. Jahoda, die 1937 Österreich verlassen musste, hat als Sozialforscherin und Universitätsprofessorin in New York, London und Sussex gewirkt. Die „Wissenschaftliche Vereinigung für sozialwissenschaftliche Forschung“ unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christian Fleck, die im Verlag Nausner& Nausner die Bibliothek sozialwissenschaftlicher EmigrantInnen herausgibt, haben im Berichtszeitraum den Nachlass von Marie Jahoda geordnet, dokumentiert und erschlossen. Die Ordnung, Erschließung und Dokumentierung der literarischen Arbeit von österreichischen AutorInnen wurden durch die Kulturabteilung der Stadt Wien kontinuierlich gefördert. Im Jahr 2003 wurden die lyrischen Arbeiten Mayröckers durch die Österreichische Gesellschaft für Germanistik vor dem Hintergrund ihrer verschiedenen Entstehungsstufen im Rahmen eines Forschungsprojektes erschlossen und analysiert. Die Theodor Kramer Gesellschaft hat mit Hilfe der Stadt Wien in einer eindrucks­ vollen wissenschaftlichen und editorischen Leistung seit vielen Jahren Werke der österreichischen Exilliteratur erforscht, dokumentiert, ediert und damit für eine größere Öffentlichkeit erschlossen. Der Verein gibt die Zeitschrift„Zwischenwelt. Zeitschrift für Literatur des Exils und des Widerstandes“, die zwischen 1984 und 1999 unter dem Titel„Mit der Ziehharmonika“ erschien, heraus. Im Jahr 2003 erschienen die Themennummern „Kabarett im Exil“ und„Album der schönen Unbekannten“. Der Verein ediert auch die Jahrbücher Zwischenwelt – im Jahr 2003 erschien Band 8 dieser Reihe „Jiddische Kultur und Literatur in Österreich“, herausgegeben von Armin Eidherr und Karl Müller, und er vergibt jährlich einen Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil, der im Jahr 2003 an Fred Wander verliehen wurde. Im Gedenken an den Wiener zionistischen Jugendführer Aron Menczer(1917-1943) wurde im Jahr 2003 ein„Aron MenczerFonds an der Hebräischen Universität Jerusalem zur Förderung wissenschaft­ licher Projekte mit explizitem Wien-Bezug“ ins Leben gerufen. Dieser Fonds wird in enger Kooperation mit der Österreichi­ schen Gesellschaft der Freunde der Hebrä­ ischen Universität Jerusalem wissen­ schaftliche Projekte, die einen expliziten Wien-Bezug haben, fördern. Die Arbeit dieses„Aron Menczer-Fonds“ wird – als eine weitere Brücke zwischen der Hebräischen Universität Jerusalem und der Stadt Wien – die Wissenschafts­ kooperation zwischen der Stadt Wien und Jerusalem verstärken. Aus Anlass des 100. Geburtstages des österreichischen Nobelpreisträgers Konrad Lorenz führten mehrere wissenschaftliche Institutionen Veranstaltungen durch, die sein wissenschaftliches Lebenswerk einer kritischen Würdigung unterzogen und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Dabei wurden die großen Verdienste und Impulse Konrad Lorenz’ für die Entstehung und Entwicklung der ver­ gleichenden Verhaltensforschung gewürdigt, es wurde aber auch die Involvierung von Konrad Lorenz in System und Ideologie des Nationalsozialismus einer kritischen Prüfung unterzogen. Die Österreichische Galerie Belvedere veranstaltete zur Feier ihres 100-jährigen Bestehens ein interdisziplinäres wissenschaftliches Symposion, das Entstehungsgeschichte, theoretische und praktische Aspekte des Museums und seine Position in der Wiener Museums­ landschaft behandelte. Im Zuge dieses Symposions wurden sowohl Bedeutung und Stellenwert einer wichtigen Wiener Kunstsammlung im Besonderen als auch aktueller Standort und Entwick­ lungstendenzen nationaler Kunstgalerien im Allgemeinen diskutiert. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses Eine zentrale Aufgabe der Wissen­ schaftsarbeit der Stadt Wien besteht in der Förderung exzellenter junger Wissen­ schafterinnen und Wissenschafter. Mit einem breiten Spektrum an Stipendien und Förderungspreisen werden engagierte Projekte hoch qualifizierter junger Forscherinnen und Forscher unterstützt. Diese Förderungen signalisieren jungen Leuten, die an wissenschaftlichen Themen und Projekten arbeiten, dass es ein gesell­ schaftliches Interesse an ihrer Ausbildung und Qualifikation und an ihrer Arbeit gibt. Die Stadt begibt sich mit einer Reihe von Nachwuchsförderungsprogrammen auf die Suche nach wissenschaftlichen Talenten. Sie hilft wissenschaftlich ausgezeichnet qualifizierten jungen Leuten auf ihren Karrierewegen, und sie stellt dabei Kontakte zwischen exzellenten jungen ForscherInnen und der Verwaltung her, die der Stadtverwaltung bei einer zukunftsorientierten Bewältigung ihrer Probleme helfen. Im Jahr 2003 wurden u.a. folgende Nachwuchsförderungsprogramme unterstützt: Im Bereich der Wissenschaftsförderung werden jährlich etwa 50 Wissenschafts­ stipendien zur Durchführung kleiner Wien­ bezogener Forschungsprojekte vergeben. Jährlich werden zehn Forschungs­ stipendien zur Identifizierung und Analyse der Wiener Wissensbasis vergeben. Durch die Vergabe dieser Forschungsstipendien können originelle wissenschaftliche Beiträge zur Ortung der Stärken und Schwächen der Wiener Wissenslandschaft in ihrer historischen Entwicklung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts geleistet werden. Die StipendiatInnen 2003 und ihre Themen: Mag. Eva Steinheimer, Wiener Wissensbestände des 20. Jahrhunderts Mag. Thomas Soxberger, Jüdische Studien in Wien seit 1900 105 Univ.-Prof. Dr. Herbert Gottweis Forschungs- und Wissenschaftspolitik in Wien: Zwischen Lokal und Global; Mag. Angelika Fitz Architektur der Reserve Mag. Dr. Eugen-Maria Schulak Die Österreichische Schule der National­ ökonomie; Mag. Dr. Alexandra Millner Literarische Runden und Interessenvereinigungen in Wien 1900-2000; Dr. Walter Rohn Die Entwicklung der Wiener Kunst- und Kultur-Avantgarde von 1945-2003 in ausgewählten Beispielen; Mag. Natalia Wächter Jugendkultur in Wien 1900-2002; Mag. Elke Krasny Geschichte der Architekturtheorie in Wien im 20. Jahrhundert; Dr. Sandra Wiesinger-Stock Exilforschung in Wien. Eine Bestandsaufnahme; Im Rahmen des Projektes„Talenta“ werden jährlich die besten Diplom­ arbeiten an der Wirtschaftsuniversität Wien ausgewählt. In einem Ranking werden jährlich die fünf besten Diplom­ arbeiten – unter rund 1.200 Arbeiten – ermittelt und im Rahmen einer Veran­ staltung der Wiener Vorlesungen vorgestellt und mit einem„Talenta-Preis“ ausgezeichnet. Ähnlich dem Talenta-Modell werden auch die besten Diplomarbeiten an der Technischen Universität Wien durch von der Stadt Wien geförderte Preise prämiert. Seit mehreren Jahren werden Arbeiten junger WissenschafterInnen im Wege des Österreichischen Studienförderungswerkes Pro Scientia unterstützt. Junge Wissen­ schafterInnen setzen sich jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunktthema aus­ einander. Im Jahr 2003 wurden Beiträge aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zum Thema Europa mit Beiträgen aus diesem Stiftungswerk gefördert. Zuwendungen an den Verein zur Förde­ rung des Führungsnachwuchses in Mittel­ und Osteuropa kommen Studierenden aus den Reformstaaten zugute, die einen Teil ihres Studiums in Wien absolvieren; sie können aber auch von österreichischen StudentInnen in Anspruch genommen werden, die ein Semester an einer Universität in den Reformstaaten Ost- und Südosteuropas studieren möchten. 106 Die Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung schrieb 2003 bereits zum siebten Mal den Landschafts­ architekturpreis für StudentInnen aus. Unter dem Motto„aqua_planing“ wurden Entwürfe, die sich dem Thema Planen und Architektur mit dem Element Wasser auseinander setzten, ausgezeichnet. Der Theodor-Körner-Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst, der 2003 seinen 50. Geburtstag feiern konnte, vergab wieder eine Reihe von Projekt­ stipendien und Preisen. In der Zeit seines Wirkens hat der Fonds mehr als 3.200 Arbeiten junger WissenschafterInnen und KünstlerInnen gefördert. Mit Stipendien werden jährlich zwei bis drei höchst qualifizierte Studierende an der Webster-Universität in Wien und am Bologna Center der Johns Hopkins University unterstützt. Im Jahr 2002 wurden aus Anlass des 65. Geburtstages des bedeutenden Wiener Wirtschafts- und Sozialhistorikers Univ.­ Prof. Dr. Michael Mitterauer„Michael Mitterauer-Preise für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien“ ins Leben gerufen. Die Preise im Jahr 2003 ergingen an Dr. Margareth Lanzinger und Dr. Andreas Zajic. Die Stadt und die Universitäten Die Stadt Wien geht davon aus, dass die „hohen Schulen“, die Universitäten und Fachhochschulen, unerschöpfliche Speicher,„Generatoren“ und„Trans­ formatoren“ des Wissens in Wien sind. Mit einer Vielzahl von Initiativen – jährlich werden in diesem Bereich etwa 100 Projektförderungen vergeben – und mit der Serie der Präsentation der Univer­ sitäten im Rahmen der Wiener Vor­ lesungen wird die Bedeutung der Univer­ sitäten für Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft und für das geistige Klima der Stadt unterstützt, unterstrichen, doku­ mentiert und vorgestellt. An den neun Wiener Universitäten und an den vier Fachhochschulen werden etwa 130.000 StudentInnen von etwa 6.000 HochschullehrerInnen ausgebildet. Rund 15% dieser Studierenden kommen aus dem Ausland. An den Universitäten werden bedeutende wissenschaftliche Traditionen in vielen Forschungsbereichen weiterentwickelt und neue begründet. Der Stadt Wien geht es bei ihrer forschungsfördernden Zusammenarbeit mit den Universitäten darum, die historische, vor allem aber die aktuelle Bedeutung der Wissenschaft in Wien für Innovationspotential, soziale Wohlfahrt und Reflexionsniveau der BürgerInnen bewusst zu machen. Dieses Bewusstsein stärkt in allen Bereichen der Gesellschaft die Bereitschaft, sich auf neue Entwick­ lungen, auf Innovationen und auf die „Abenteuer“ intellektueller Reflexion einzulassen. Konkret gibt es bei vielen Projekten, bei denen Stadtinteressen und universitäre Interessen im Spiel sind, Abstimmungs­ prozesse. Die Stadt hat bei der Bereit­ stellung, Eröffnung, vor allem aber bei der Erschließung und Belebung des Universi­ tätscampus AAKH engagiert mitgewirkt. Sie stellt Grundstücke für wissenschaft­ liche Zwecke bereit, zeichnet exzellente ProfessorInnen und StudentInnen aus, wirkt an der Finanzierung von Gast­ professuren mit, trägt wesentlich zur Finanzierung des Projektes„University meets public“ bei und arbeitet mit einer Reihe von Universitätsinstituten zu­ sammen, die Wien-bezogene Forschungen durchführen. Im folgenden werden nur einige Projekte in diesem thematischen Zusammenhang vorgestellt: In Kooperation mit der Fakultät für Inter­ disziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) betreut das Wissenschaftsreferat das Projekt„Studium Integrale“. Im ersten Semester dieses einjährigen Studien­ ganges lernen die TeilnehmerInnen, problemorientiert, projektbezogen, interdisziplinär und im Team zu arbeiten. Im zweiten Semester setzen sie die erworbenen Kenntnisse um. Sie beobachteten vier Monate lang Projekte in der Stadt(Projekte im Rahmen der Verwaltung, aber auch Projekte, die von NGOs getragen werden). Am Ende des Semesters stellen sie in einer öffentlichen Veranstaltung die Ergebnisse ihrer Arbeit vor und zur Diskussion. Die StudentInnen, die im Jahr 2003 das Studium Integrale inskribiert hatten, haben zu folgenden Themen gearbeitet:„Kulturprojekte im städtischen Raum“,„Stadtplanung“, „Wissenschaft& Öffentlichkeit in Wien“, „Wissenschaft und Ethik. Über die Arbeit der Ethik-Beiräte“. Der Alumniverband der Universität Wien recherchiert mit Hilfe von Projekt­ förderungen aus dem Bereich der Wissenschafts- und Forschungsförderung Karrieren und aktuelle Wirkungsfelder von erfolgreichen AbsolventInnen der Wiener Universität. Der Alumniverband möchte damit die Beziehung zu Persönlichkeiten, die im Ausland Karriere gemacht haben, wieder aufnehmen. Die Stadt Wien sieht darin ein Projekt, das dazu beiträgt, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Wien auch international noch besser zum Ausdruck zu bringen. Im Rahmen der Universitätspräsen­ tationen der Wiener Vorlesungen hat die Stadt Wien eine Woche der Geistes- und Kulturwissenschaften gefördert und mit einer Veranstaltung der Wiener Vorlesungen eröffnet. Diese Veranstal­ tungsreihe dokumentierte exzellente Forschungen in den Bereichen der Kulturwissenschaften, die für die Kunst-, Kultur- und Kulturreflexionsstadt Wien besonders wichtig sind. Es gibt eine konsequente Bemühung, wissenschaftliche Zeitschriften, die sich der Auseinandersetzung mit Wienrelevanten Themen widmen, zu unter­ stützen bzw. mit ihnen zu kooperieren. Im Jahr 2003 wurden die Forschungen, die in Themenheften der„Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit“ publiziert werden, u.a. zu den Schwerpunkten„Rassismus“ und„Atlantische Geschichte“ in gemein­ samen Veranstaltungen des Institutes für Geschichte und der Wiener Vorlesungen der Öffentlichkeit präsentiert. Gemeinsam mit der Fakultät für Humanund Sozialwissenschaften der Universität Wien, dem Institut für soziokulturelle Analysen und der Paul Lazarsfeld Gesellschaft ist die Kulturabteilung der Stadt Wien seit einigen Jahren Förderer der Paul Lazarsfeld Professur. Im Jahr 2003 war Univ.-Prof. Dr. Jürgen Kriz„Paul Lazarsfeld Fellow“. Er hielt im Rahmen dieser Professur auch einen von den Wiener Vorlesungen mitveranstalteten 107 Vortrag über„Lebenswelten im Umbruch. Zwischen Chaos und Ordnung“. Gemeinsam mit der Fakultät für Humanund Sozialwissenschaften wurde weiters ein Martin Buber Kolleg in drei Vorlesungen und Konversatorien gehalten, von Frau Univ.-Prof. Dr. Eveline GoodmanThau unterstützt und durch die Wiener Vorlesungen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Frau Goodman-Thau sprach über Univ.-Prof. Dr. Kurt Schubert, Univ.-Prof. Dr. Peter Kampits und Univ.Doz. Dr. John Bunzl. Im Jahr 2003 wurde das Projekt„Sir Peter Ustinov Professur der Stadt Wien an der Universität Wien“ initiiert und von Bürgermeister Dr. Mixchael Häupl, Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny und Sir Peter Ustinov der Öffentlichkeit vorgestellt. Als erster Gastprofessor – für das Jahr 2004 – wurde der renommierte Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Univ.-Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter gewonnen. In der Überzeugung, dass Wissen-schaft ethische Fundamente braucht, fördert die Stadt seit einigen Jahren das„Institut für Ethik und Wissenschaft im Dialog“. Der rasante Fortschritt der Wissenschaften, insbesondere der technischen Wissenschaften, der Medizin und der Naturwissenschaften, hat zu neuen ethischen Fragestellungen geführt, wobei der Frage nach den moralischen Grenzen der Wissenschaft und der ethischen Folgenabschätzung neuer Forschungsergebnisse in den ver­ schiedenen wissenschaftlichen Disziplinen ein besonderer Stellenwert zukommt. Der Verein, der sein wichtigstes Ziel in der Förderung eines fruchtbaren Dialoges zwischen Wissenschaft und Ethik hat, sucht durch seine Arbeit diese Kommunikation durch eigene Forschungen anzuregen und zu vertiefen. Der im November 2002 gegründete„Wiener Beirat für Bio- und Medizinethik“, dem u.a. die ProfessorInnen Markus Hengstschläger, Peter Kampits, Christine Mannhalter, Gabriele Moser, Renée Schroeder, Josef Troxler angehören, konstituierte Arbeitsgruppen, die sich vor allem mit Fragen der Ethik in den Bereichen der Biotechnik und Molekularbiologie auseinander setzen. 108 In der Reihe der Wiener Vorlesungen, die gemeinsam mit Wiener Universitäten geplant und programmiert werden, hielt Rektor Univ.-Prof. Dr. Christoph Badelt als neuer Rektor nach dem Universitäts­ organisationsgesetz 2002 einen Vortrag über„Die unternehmerische Universität. Herausforderung oder Widerspruch in sich?“. Kunst, Kultur und Wissenschaft im Dialog Eine Stärke der Wiener Wissensbasis liegt im Bereich der Verknüpfung von künst­ lerischem und wissenschaftlichem Know­ how. Die Verbindung und gegenseitige Anregung von künstlerischen und wissen­ schaftlichen Ansätzen haben die Wiener Moderne der Jahrhundertwende(1900), die 20-er Jahre und die 60-er und 70-er Jahre des 20. Jahrhunderts geprägt und gekennzeichnet. Und es gibt auch heute in vielen institutionalisierten und nicht institutionalisierten Bereichen eine innovative Verbindung von Kunst und Wissenschaft. In einer bemerkenswerten und oft faszinierenden Entwicklung sind Kunst, Kunstreflexion und Wissenschaft in den letzten 15 Jahren immer näher zusammengerückt. KünstlerInnen und WissenschafterInnen arbeiten bei vielen Projekten zusammen; dadurch werden kreative Potentiale, Prozesse und Lösungen in künstlerischen und in wissenschaftlichen Arbeitszusammenhängen spartenübergreifend produktiv, wirksam und nützlich. Die Wissenschaftsförderungsarbeit unterstützt die Zusammenarbeit von KünstlerInnen und WissenschafterInnen in unterschiedlichen Projekten. Sie fördert aber auch Projekte, bei denen wissen­ schaftliche und künstlerische Aktivitäten einander ergänzen oder künstlerische und wissenschaftliche Wege„nebeneinander“ zum Erkenntnisziel gelegt werden. In diesem Themenbereich wurden u.a. folgende Projekte unterstützt: Die Arbeitsgemeinschaft für wissen­ schaftliche Wirtschaftspolitik(wiwipol) hat im Jahr 2003 ein Projekt zur Bestands­ aufnahme der Creative Industries in Wien begonnen. Basierend auf einer empirischen Erfassung von Initiativen und Projekten und auf Analysen internationaler Best Practices-Beispiele werden Handlungsempfehlungen für AkteurInnen in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik in Wien erarbeitet, die auf Wiener Bedingungen und Situationen Bezug nehmen. Der Verein Asian Culture Link stellt unter dem Titel„cross//roads“ durch Vorträge und Konzerte Beziehungen zwischen aktueller europäischer und asiatischer Musik her. Der Verein„Grenzfilm“ führte 2003 seine vierteilige WissenschaftsClip-Reihe „Philosophie im Bild“ mit einer szenischen Aufarbeitung des Nihilismus weiter. Das künstlerische Schaffen des Komponisten und Zeichners Anestis Logothetis bildete den Ausgangspunkt für eine durch den Verein Logothetis Art initiierte kritische Auseinandersetzung mit der österreichischen Kunst der 60-er Jahre. Die Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste und das Ludwig Boltzmann Institut für Politik, Religion und Anthropologie veranstalteten im Frühjahr 2003 das Symposion„Von der Romantik zur ästhetischen Religion“, das sich mit den politischen, kulturellen und philosophischen Hintergründen der Avantgarden der„klassischen Moderne“ und deren Transformationen nach 1945 auseinander setzte. Der Verein Carambolage setzte sich mit seinen Aktivitäten im Jahr 2003 mit Phänomenen und Entwicklungen, die den Umgang mit dem Körper, Körperbilder im Theater und in der Tanzkultur, das Verhältnis von alltäglicher Körper-kultur und die Thematisierung des Körperlichen in der Kunst betreffen, auseinander. Basis Wien arbeitet seit sechs Jahren an dem Projekt„Vektor- European Contemporary Art Archives“, in dessen Rahmen die Werke zeitgenössischer KünstlerInnen, aber auch Kunstprojekte, die von mehreren KünstlerInnen verantwortet werden, digital erfasst und vorgestellt werden. Unit F – Verein zur Förderung zeitgenössischer Mode – versteht sich als Informations- und Kommunikationsstelle für Mode und Kunst und als Schnittstelle zwischen Modedesign, Wirtschaft, Wissen­ schaft und Kunst. Unit F arbeitet gemeinsam mit anderen europäischen Modeinstitutionen an einem Informations­ netzwerk, das aktuelle Positionen und Entwicklungen im Modedesign recher­ chiert, analysiert und präsentiert. „republicart“, ein Projekt des European Institute for Progressive Cultural Policies, verfolgt mit unterschiedlichen Methoden, Instrumenten und Aktivitäten die Auseinandersetzung mit Phänomenen und Initiativen einer„partizipatorischen Kunst“ im öffent-lichen Raum. Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, Informationen und Events zu diesem Themenfeld in unter­ schiedlichen Städten Europas miteinander zu vernetzen und Impulsgeber für innovative Projekte zu sein. schnittpunkt – ausstellungstheorie und „praxis“ versteht sich als Plattform für einen kritisch-reflexiven Ausstellungs- und Museumsdiskurs. Der Verein möchte mit seinen Aktivitäten die Öffentlichkeit von aktuellen Ergebnissen und Thesen der Ausstellungstheorie und der Museums­ praxis informieren, damit aber auch für die Fragen und Probleme der gegen­ wärtigen Museumsdiskussion sensibilisieren. Design Austria bemüht sich mit seiner Arbeit um Analyse, Kategori-sierung und Bewertung von aktuellen Design­ phänomenen und –entwicklungen. Der Verein veranstaltete im Jahr 2003 die Tagung„Plakatkultur und öffentliche Kommunikation im neuen Europa“ und organisierte eine Ausstellung zum Thema „Zeitgenössische Plakate aus Mittel- und Osteuropa, Malta und Zypern“. Internationale ExpertInnen referierten und diskutierten über unterschiedliche Entwicklungen im Bereich der Plakatkultur, über Ziele von Plakatsammlungen und die Funktion des Mediums Plakat in der Öffentlichkeit. Der Verein„Cultural caravan of communication“ möchte den Dialog zwischen den unterschiedlichen Welt­ kulturen fördern. Die Initiative arbeitet an einem europäischen Netzwerk zur 109 kritischen Auseinandersetzung mit den vielfältigen Fragen und Problemen, die interkulturelle Begegnungen und Dialoge am Beginn des 21. Jahrhunderts mit sich bringen. Das Filmarchiv Austria präsentiert in der Publikation„Österreicher in Hollywood“ die langjährige Forschungsarbeit von Rudolf Ulrich, der in seiner eindrucksvollen Dokumentation Leben und Arbeit aller je in Hollywood tätigen österreichischen Filmschaffenden vorstellt. Förderung wissenschaftlicher Institutionen und Vereine In Wien gibt es mehrere tausend wissen­ schaftliche Vereine, die wichtige Forschungsaufgaben, die sonst nicht wahrgenommen werden, erfüllen, und ein dichtes wissenschaftliches Programm – Tagungen, Workshops, Vorträge und Ausstellungen – planen und organisieren. Wissenschaftliche Forschungen, die keine Heimat an einem universitären Institut oder Lehrstuhl haben, werden – zum Teil mit höchster Professionalität und inter­ nationaler Anerkennung – durch wissenschaftliche Institutionen mit unterschiedlichem Rechtsstatus (Juristische Personen öffentlichen Rechts, wissenschaftliche Anstalten, Vereine, etc.) betreut. Hierher gehören u.a. die Öster­ reichische Akademie der Wissenschaften, die Ludwig Boltzmann Gesellschaft, das Architekturzentrum Wien, das Institut für die Wissenschaften vom Menschen, das Wissenschaftszentrum Wien, das Forschungsinstitut für Wildtierkunde, das Internationale Forschungszentrum Kultur­ wissenschaften, die Österreichische Forschungsgemeinschaft, das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, das Institut Wiener Kreis, das Institut Mediacult. Diese Institutionen führen wichtige Forschungen in vielen wissenschaftlichen Disziplinen – in den Geistes- ebenso wie in den Naturwissenschaften – durch. Sie leisten mit unterschiedlichen Aktivitäten wichtige Beiträge in den Bereichen Forschung, Dokumentation und Präsen­ tation wissenschaftlicher Erkenntnisse, und sie sind Instrumente der Reflexion und Kritik des Wissens. 110 Vereine waren und sind für die Ent­ wicklung und Entfaltung eines demokratischen Lebens und demo­ kratischer Strukturen sehr wichtig. Besonders in einer sich ständig stärker individualisierenden Gesellschaft, in der die soziale Kohärenz abnimmt, kommen Aktivitäten, die Teamgeist und –arbeit und damit den sozialen Zusammenhalt fördern, besondere Bedeutung zu. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft, die derzeit 135 Institute und Forschungs­ stellen umfasst, ist eine Forschungs­ gesellschaft, die aktuelle wichtige Forschungen unterstützen und ermöglichen möchte. Sie unterstützt Forschungsfelder, in denen es höchst qualifizierte AkteurInnen gibt, die in der akademischen Landschaft Österreichs nicht oder zu wenig verankert sind. Die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft versteht sich als Nahtstelle und Serviceeinrichtung zwischen wissenschaftlicher Forschung und praxisbezogener Anwendung. Zentrales Anliegen der Gesellschaft ist die Einbindung österreichischer Forschung in internationale Wissenschaftsnetzwerke. Der Schwerpunkt der Forschungen der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft liegt im humanmedizinischen Bereich. Die Gesellschaft strebt eine interdisziplinäre Vernetzung der humanmedizinischen Wissenschaften sowohl mit den Biowissen­ schaften als auch mit medizinischen Technologien, Informationssystemen und betriebswissenschaftlichen Modellen an. Das Architekturzentrum Wien(AZW) wurde 1992 als Informations- und Veranstaltungszentrum für Architektur, Stadtplanung und-gestaltung gegründet. Eine der Hauptaufgaben dieser Institution ist es, neben einer umfassenden Informa­ tion über internationale Entwicklungen und Diskussionen der Architektur die Leistungen der Wiener und der gesamt­ österreichischen Architektur zu doku­ mentieren und zu präsentieren. Das Architekturzentrum Wien veranstaltet regelmäßig Workshops, Symposien, Kongresse und Ausstellungen, die auch im Ausland weit reichende Anerkennung gefunden haben, und ediert wissen­ schaftlich fundierte Publikationen, die das Schaffen wichtiger Vertreter der österreichischen Architektur umfassend darstellen. Im Jahr 2003 veranstaltete das AZW Ausstellungen u.a. zur Arbeit von Anne Lacaton, Jean-Philippe Vassal und zum Werk des tschechischen Architekten Jan Kotera. Im Rahmen der Reihen „sonntags“,„mittwochs“ und„extern“ wurden architektonisch bedeutsame Projekte und Örtlichkeiten vor Ort vorgestellt und aktuelle Bauvorhaben in Wien diskutiert. Von 14. – 16. November 2003 veranstaltete das AZW den 11. Wiener Architektur Kongress. Zielsetzung des im Jahr 1999 gegründeten Vereines„Wissenschaftszentrum Wien“ ist die Förderung des Wissenstransfers zwischen exzellenten wissenschaftlichen Einrichtungen und den kommunalen Handlungsträgern in Politik und Verwaltung. Alle Projekte des WZW stehen in der Perspektive von„Wissensauf­ bereitung, Wissenstransfer und Wissensmanagement“. Neben der Konzeption und Koordination innovativer Entwicklungsprojekte für die Stadt bietet das WZW unter anderem Netzwerk-Arbeit, die Schaffung von Reflexions- und Kreativräumen(z.B. Open Space), die Organisation von Workshops, Seminaren und Arbeitsgruppen, Fallstudien und Expertisen sowie Grundlagenforschung zum Thema„Intersystemisches Wissensmanagement in der Kommune“. Im Jahr 2003 betreute das WZW u.a. „artscience vienna“,„Wohnen und Arbeiten“ – ein internationales EQAL­ Kooperations-projekt, die Plattform Wissensmanagement und eine Open Space-Veranstaltungsreihe„Wiener Arbeitsmarkt“. Die Kommissionen und Forschungsstellen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erhalten für die Durch­ führung Wien-bezogener Forschungs­ projekte substantielle Unterstützungen durch die Wissenschaftsförderung der Stadt Wien. Exemplarisch seien hier einige Forschungsvorhaben angeführt, die auch international große Beachtung finden: „Personenbezogene Straßennamen der Stadt Wien als Orte des Gedächtnisses“ (Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte),„Geschichte der bildenden Kunst in Österreich“ (Kommission für Kunstgeschichte), Herausgabe des Österreichischen Biographischen Lexikons 1815-1950, „Bearbeitung und Edition der Inschriften der Stadt Wien“(Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters),„Erwar­ tungen und Realität nachberuflicher sozialer und kultureller Produktivität in der weiblichen und männlichen Bevölkerung (über 50 Jahre) in Wien“. Auf der Grundlage einer Studie über inter­ ethnische und interkonfessionelle Netzwerke und Interaktionen der in Wien lebenden Muslime analysiert die Kommission für Sozialanthropologie in einem 2003 geförderten Projekt den „interethnischen Dialog unter Muslimen zentralasiatischer und südkaukasischer Herkunft in Wien“. Das Institut für Stadtund Regionalforschung analysiert im Rahmen des Forschungs- und Publikationsprojektes„Wien – Umwelt“ Fragen der ökologischen Sonderstellung der Stadt sowie die Geschichte der Wechselwirkung von Gesellschaft und Natur im Raum Wien. Das Projekt, an dem ForscherInnen aus verschiedenen Bereichen der Natur-, Technik-, Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften mitwirken, führt die in den 70-er Jahren publizierte„Naturgeschichte Wiens“ weiter und hat das Ziel, eine profunde Forschungsgrundlage für weitere wissen­ schaftliche Detailuntersuchungen im Bereich der Umweltgeschichte Wiens zu bieten. Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen(IWM) wurde 1982 mit dem Ziel gegründet, ForscherInnen und Intellektuelle aus Ost- und Westeuropa über die damals bestehenden Systemgrenzen hinweg ins Gespräch zu bringen. Die wissenschaftliche Arbeit am IWM konzentriert sich u.a. auf folgende Schwe­ rpunkte: Die geistige, gesellschaftliche und politische Neubestimmung Europas; Ursachen von Ungleichheit; Zentral- und Osteuropa zwischen Transformation und Integration. Das Institut fördert den wissenschaftlichen Austausch zwischen Österreich und den ehemals kommunis­ tischen Ländern, es fördert die Über­ setzung wichtiger Texte, vergibt Stipendien und ist mit seinen Aktivitäten ein wichtiges Zentrum für Analyse, Diskussion und Studium der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ent­ wicklungen Ostmitteleuropas. Das Demokratiezentrum Wien ist ein virtuelles Wissenszentrum, das von WissenschafterInnen aus unter­ 111 schiedlichen Disziplinen konzipiert und getragen wird. Der Verein sammelt und präsentiert Wissen über das politische System Österreichs unter besonderer Berücksichtigung von Demokratie­ entwicklung(en) aus europäischer Perspektive. Das Demokratiezentrum Wien hat sich in den vergangenen Jahren zu einer auch international stark nach­ gefragten Wissensplattform und zu einer Anlaufstelle für Demokratie- und Mediengeschichte entwickelt. Es wird damit auch als wichtiger neuer Informa­ tionsterminal für das rasch anwachsende Wissen im Bereich der Demokratie­ forschung wahrgenommen. Im Jahr 2003 hat der Verein das Wissens- und Informationsnetz über wichtige Entwicklungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in Österreich vom Ende der Monarchie bis in die Gegenwart ausgebaut. Die Internet­ plattform wurde durch neue Themen­ routen und Wissensstationen ergänzt und erweitert. Das IFK Internationales Forschungs­ zentrum Kulturwissenschaften, 1993 in Wien gegründet, verfolgt drei Ziele: die Förderung einer fächerübergreifenden Wissenschaftskultur, die Internationa­ lisierung der österreichischen Human­ wissenschaften durch die Einladung renommierter GastwissenschafterInnen und die wissenschaftliche Nachwuchs­ förderung. Das IFK ist zu einem wichtigen Diskussionsort zu aktuellen Fragen der Kulturwissenschaften, dessen Arbeit auch international wahrgenommen wird, geworden. Mit Wiener Wissenschafts­ förderungsmittel werden jährlich„Urban Fellows“ eingeladen, die sich mit innovativen Fragestellungen und Methoden mit aktuellen Kultur- und Stadtentwicklungen auseinander setzen. Im Jahr 2003 waren im Rahmen dieses Urban Fellowships der renommierte Vertreter der„Urban Cultural Studies“ James Donald(Curtin University, Australien) und der Filmwissenschafter Thomas Elsaesser(Universität Amsterdam) in Wien. Der Club of Vienna basiert auf den Denktraditionen des„Wiener Kreises“ und der„Evolutionären Erkenntnis-theorie“. Der Club of Vienna hat es sich zum Ziel gesetzt, die geistigen, kulturellen, wissenschaftlichen und ökonomischen 112 Potentiale im Spannungs-feld zwischen regionalen und sozialen Interessen einerseits und dem Trend zur Globalisierung andererseits zu unter­ suchen und konkrete neue Wege in eine Zukunft, in der Solidarität, Demokratie und Wohlstand für die BürgerInnen gewährleistet sind, zu finden. Der Verein will in Kooperation mit anerkannten internationalen ExpertInnen auf der Grundlage solider empirischer und wissenschaftlicher Arbeit konkrete, praktisch umsetzbare und politisch verwertbare Modelle erarbeiten. Im Jahr 2003 hat der Club of Vienna u. a. folgende Veranstaltungen durchgeführt und deren Ergebnisse nachbereitet:„Wissen­ schaftliche und praktische Grundlagen für eine Stadt- und Verkehrsentwicklung der Nachhaltigkeit“,„Wien und seine Nachbarn. Das Potential und die Zukunft der Stadt Wien in Mitteleuropa“. Das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa(IDM) sieht seine Aufgabe darin, Forschungsprojekte und Veran­ staltungen über die sozialen, ethnischen, historischen, politischen und wirt­ schaftlichen Probleme des Donauraumes und des übrigen Mitteleuropas durchzu­ führen. Die Ergebnisse der wissen­ schaftlichen Arbeit werden im Rahmen des Vortrags- und Lehrprogramms einem internationalen Fachpublikum, aber auch der interessierten Wiener Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das IDM versteht sich als Clearinghouse für alle Belange des Donauraumes und der mitteleuropäischen Staaten – eine Aufgabe, die das IDM u.a. durch seine zahlreichen Publikationen zu erfüllen sucht(wissenschaftliche Zeitschrift"Der Donauraum", IDM-Journal "Focus Europa" zur Erweiterung der Europäischen Union, Buchreihe des Institutes für den Donauraum und Mitteleuropa). Die Österreichische Forschungsgemein­ schaft wurde 1977 mit der Intention gegründet, der Wissenschaftsförderung und der Wissenschaftspolitik in Österreich neue Impulse zu geben und damit zur Qualitätssicherung und Zukunfts­ orientierung von Forschung und Lehre in Österreich beizutragen. Der Tätigkeits­ bereich der Österreichischen Forschungs­ gemeinschaft umfasst die Behandlung grundlegender wissenschaftspolitischer Fragestellungen, die Initiierung von Forschungsaktivitäten im Rahmen der eigenen Arbeitsgemeinschaften(u.a. Arbeitsgemeinschaft Wege zur Civil Society in Österreich, Arbeits­ gemeinschaft für Wissenschafts- und Bildungspolitik, Arbeitsgemeinschaft Sprache und Öffentlichkeit), die Vergabe von Förderungsmitteln im Rahmen spezialisierter Programme (Forschungsförderungsprogramm „Internationale Kommunikation“, Druck­ kostenförderungsprogramm, MOELFörderungsprogramm) sowie die Aus­ zeichnung hervorragender wissen­ schaftlicher Leistungen. Das 1991 gegründete Institut Wiener Kreis bezweckt sowohl die Dokumentation und Weiterentwicklung von Werk und Wirkung des Wiener Kreises in den Bereichen von Wissenschaft und Volksbildung, als auch die aktuelle Pflege und Anwendung logisch-empirischen, kritisch-rationalen und sprachanalytischen Denkens und Handelns zum Aufbau einer wissen­ schaftlichen Philosophie und Welt­ auffassung in Verbindung mit allgemein soziokulturellen Strömungen. Ein wesentliches Ziel dieser Bemühungen ist die Demokratisierung von Wissen und Wissenschaft als Aufklärungsarbeit wider jeden Irrationalismus, Dogmatismus und Fundamentalismus im gesellschaftlichen Zusammenhang. Der Verein, der in einem Netzwerk internationaler Forschung verankert ist, organisiert Forschungs­ gespräche, Symposien und Ausstellungen und gibt Publikationen zum Wiener Kreis und seiner Wirkungsgeschichte heraus. Im Jahr 2003 erschien das Buch„Wien und der Wiener Kreis“(hg. von Volker Thurm), das – als Reiseführer und Lesebuch – die geistige Topographie und die intellektuelle Geschichte Wiens in der Zwischen­ kriegszeit rekonstruiert. Das Institut für Wissenschaft und Kunst, 1946 gegründet, versteht sich als eine Schnittstelle zwischen wissenschaft-licher Forschung, künstlerischer Tätigkeit und wissenschaftlich fundierter Bildungs­ tätigkeit. Eine der Hauptaufgaben des Instituts ist es, im Rahmen seiner Veranstaltungstätigkeit(Symposien, Seminarreihen und Präsentationen) wissenschaftliche Arbeiten der Öffent­ lichkeit zugänglich zu machen, innovatorische und interdisziplinäre Fragestellungen zu entwickeln und sie im Rahmen von Veranstaltungen mit inter­ nationalen ReferentInnen zu diskutieren. Das Institut betreibt Dokumentations- und Forschungsstellen zu den Bereichen „Frauenforschung“,„Österreichische Wissenschaftsemigration“ und „Morphologie“. Das Da Ponte-Institut wurde im Jahr 2000 gegründet. Es widmet sich als interdisziplinäres Forschungsinstitut den Themen der Librettologie, Don JuanForschung und Sammlungsgeschichte, insbesondere des 17. und 18. Jahr­ hunderts. Neben der wissenschaftlichen Forschungstätigkeit werden Aus­ stellungen, Tagungen und Lectures organisiert, die in Kooperation mit anderen Institutionen veranstaltet werden. Das Da Ponte-Institut versteht sich als internationale Kommunikationsplattform zu den genannten Themen sowie als Forum für die Zusammenarbeit von PraktikerInnen und TheoretikerInnen im Bereich des Musiktheaters. Der Verein Triton, der Vermittlungs­ projekte an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft durchführt, hat im Frühjahr 2003 das Projekt„Operation Figurini“ realisiert.„Operation Figurini“ – ein aktionistisches Ausstellungsprojekt in Wiener Wohngebieten – ermöglichte eine Begegnung von Alltagskultur, Kunst und Wissenschaft, aus der ein aktuelles Gesellschaftsportrait der Stadt Wien entstand. Nach dem methodischen Vorbild von Diderot’s„Encyclopédie“ wurden acht Begriffe(Natur, Wissen-schaft, Religion, Kultur, Sprache, Wirtschaft, Gerechtigkeit und Herrschaft) in ihrer inhaltlichen Interdependenz thematisiert. Renommierte Wissen-schafterInnen und AutorInnen schrieben über die unterschiedlichen Oszillierungen zwischen den genannten Grundkategorien unseres Denkens und unserer Wahr-nehmung der Welt. Seit fast 15 Jahren gibt der Verein L’Homme die Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft, das erste Periodikum für Frauen und Geschlechter­ geschichte im deutschsprachigen Raum, heraus. Diese wissenschaftlich aner­ kannte publizistische Initiative, die auch international großes Echo hervorruft, verfolgt das Ziel, Geschichte und Probleme 113 aus einer Genderperspektive neu zu schreiben, zu diskutieren, zu bewerten. Im Jahr 2003 erschienen Schwerpunkthefte zu den Themen„Ehegeschichten“ und „Leben texten“. Die Österreichische Liga für Menschen­ rechte widmet sich in ihrer Arbeit der Aufklärung über Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen und sucht mit wissenschaftlich-empirischen Methoden, Vorurteilen entgegenzuwirken. Das von der Liga betreute Projekt„NGO – Netzwerk Mitteleuropa“ hat sich zum Ziel gesetzt, in Wien kontinuierliche Prozesse eines Erfahrungsaustausches zwischen NGOs und Non-Profit-Organisationen in der Europäischen Union und in den neuen Beitrittsländern zu initiieren; es soll ein Netzwerk entstehen, das zur Sicherung und Entwicklung von Menschen- und Minderheitenrechten in diesen Ländern beiträgt. Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, das eng mit der Veterinärmedizinischen Universität und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kooperiert, arbeitet an einer Reihe langfristiger Projekte, deren Ergebnisse die Grundlage für einen effizienten Natur-, Tier- und Umweltschutz und für eine naturgerechte Land- und Forstwirtschaft, Jagd- und Landschafts­ nutzung bieten. Das Institut forscht im Hinblick auf übergreifende und unter­ schiedliche Wissenschaftsdisziplinen interdisziplinär, im Hinblick auf das räumliche Bezugsfeld grenzüber­ schreitend. Untersucht werden mit unterschiedlichen Methoden – von der einfachen Beobachtung über chemische Feinanalysen, molekular-biologische Versuchsanordnungen und mathematische Modellierungen – Individuen, Populationen und Ökosysteme. Ziel des Vereins für Geschichte der Stadt Wien ist es, alle Gebiete der Wiener Stadtgeschichte zu pflegen und im Rahmen regelmäßiger Vereins­ publikationen neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse bekannt zu machen. Neben der Herausgabe der vierteljährlich erscheinenden„Wiener Geschichtsblätter“ und des„Jahrbuchs“ veröffentlicht der Verein eine umfassende „Geschichte der Stadt Wien“. Weiters werden Forschungsergebnisse von 114 Untersuchungen zur Wiener Stadt­ geschichte in der Monographienreihe „Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte“, die seit 25 Jahren besteht, veröffentlicht. Zuletzt sind in dieser Reihe folgende Bände erschienen: Elisabeth Strömmer,„Klima-Geschichte. Methoden der Rekonstruktion und historische Perspektive. Ostösterreich 1700 bis 1830“; Peter Csendes/ András Sipos(Red.):„Budapest und Wien. Technischer Fortschritt und urbaner Aufschwung im 19. Jahrhundert“; Herwig Czech,„Erfassung, Selektion und ‚Ausmerze’. Das Wiener Gesundheitsamt und die Umsetzung der national­ sozialistischen ‚Erbgesundheitspolitik’ 1938 bis 1945“. Das Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum analysiert, dokumentiert und vermittelt wirtschaft­ liche und wirtschaftsnahe Entwicklungen in Österreich und in Wien. Mit einer Reihe inhaltlich ausgezeichneter und didaktisch klug konzipierter Veran-staltungen und Publikationen werden wirtschaftliche Prozesse erklärt und einem immer noch wachsenden Publikum vorgestellt. Das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum betreibt neben vielen anderen Initiativen die„Galerie der Sammler“, in deren Rahmen PrivatsammlerInnen ihre oft eindrucksvollen Sammlungen und Dokumentationen vorstellen. Im Rahmen dieser Ausstellungsreihe fanden u.a. folgende Ausstellungen statt:„Die Hähne des Viktor Matejka“,„Kritik der Weg­ werfkultur“,„Dante live in Wien“, „Historische Wertpapiere aus Österreich“, „Historische Menü- und Speisekarten“, „Verheiratet mit China“, etc. Das Wiener Volksliedwerk sammelt und dokumentiert auf Volksmusik bezogene Inhalte, Texte und Kompositionen. Es ermittelt die AutorInnenschaft von Werken der Volksmusik, erstellt und sammelt die Biographien von Wiener MusikerInnen, möchte aber auch Impulse für eine gegenwartsbezogene Pflege von Volksmusik in Wien geben. Mit seinen Aktivitäten, zu denen u.a. auch die von der Kulturabteilung der Stadt Wien initiierte„Wiener Vierteltour“ gehört, gelingt es dem Volksliedwerk, eine hoch qualifizierte und lebendige Forschungs-, Sammel- und Pflegestätte von „Volksmusik“ zu sein. Die Zielsetzung der Initiative Minderheiten ist es, ethnische, soziale, nationale und andere Minderheiten zu erforschen, zu dokumentieren und mit unterschiedlichen Foren zu vernetzen. Es geht der Initiative darum,„minoritäre Allianzen“ zu bilden, um gesellschaftspolitische Anliegen durchzusetzen. Die Initiative Minderheiten kooperiert eng mit Vereinen, Organisationen und Einzelpersonen aus dem Minderheitenbereich und orientiert sich an deren Interessen und Bedürf­ nissen. Der Verein interveniert in aktuellen Problem- und Konfliktsituationen mit der Aufgabenstellung, einer minderheiten­ gerechten Gesellschaft näher zu kommen. Das Hauptmedium des Vereines ist die Zeitschrift„Stimme von und für Minder­ heiten“. Die Zeitschrift erscheint viertel­ jährlich und ist das einzige minder­ heitenübergreifende Periodikum in Österreich. „skug“ ist ein vierteljährlich erscheinendes Magazin, das sich mit historischen und aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Pop, Neue E-Musik, Jazz, Film und Kunst inter-disziplinär unter ästhetischen, sozio­ ökonomischen und kulturpolitischen Perspektiven auseinander setzt. Der Verein, der diese Zeitschrift herausgibt, versteht sich mit seiner Tätigkeit als intellektuelles Serviceorgan für MusikerInnen, KünstlerInnen und Fans. Durch exzellente Beobachtung und Darstellung ist es skug gelungen, zu einem in den einschlägigen Szenen anerkannten„Seismographen“(pop) kultureller Phänomene zu werden. Umgang mit Vergangenheit und Aufarbeitung der Geschichte Die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte aus der Perspektive der neuen und aktuellen Problemstellungen ist für ein Gemeinwesen, aber auch für die Individuen wichtig. Man muss wissen, woher man kommt, wenn man wissen will, wo man steht und wohin man gehen kann und soll. Die Wissenschaftsarbeit der Stadt Wien setzt daher ganz bewusst einen Förderungsschwerpunkt in Projekte und Initiativen, die sich eine genaue und kritische Aufarbeitung – oft gegen den Strich von Mythen und Klischees – historischer Entwicklungen und Zu­ sammenhänge zum Ziel setzen. Die Ergebnisse der jüngeren Geschichts­ forschung haben deutlich herausge­ arbeitet, dass an der Wiege der Identität der Zweiten Republik neben sehr vielen konstruktiven Momenten auch eine „Lebenslüge“ stand. Im kollektiven Bewusstsein wurde der Jubel, der den Nazis von erheblichen Teilen der öster­ reichischen Bevölkerung entgegen­ gebracht worden war, verdrängt. Man verschanzte sich hinter der offiziellen Geschichtsdeutung, Österreich sei das erste Opfer der nationalsozialistischen Aggressionspolitik gewesen. Es war dies eine völkerrechtlich richtige und eine taktisch und politisch nützliche Deutung der Geschichte, die auch dazu beigetragen hat, dass Österreich 1955 ein freier Staat wurde. Gleichzeitig aber verweisen die Verdrängung der Arisierungspolitik und der große Stellenwert, den Österreicher an der rassistischen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten hatten, auf massive Defizite im offiziellen Umgang mit der jüngeren Vergangenheit. Die vielfältigen von der Stadt geförderten Forschungs- und Vermittlungsinitiativen von HistorikerInnen, Politik- und Kultur­ wissenschafterInnen tragen dazu bei, Klischees abzutragen, Mythen aufzuklären, weiße Flecken auf der Forschungskarte, damit aber auch blinde Flecken im historisch-politischen Bewusstsein zu beseitigen. Die folgende Aufzählung von Aktivitäten zeigt wieder nur exemplarisch, wie wichtig die Kulturabteilung der Stadt Wien diese Aufgabenstellung zwischen Forschung, Spurensicherung, Erinnerungsarbeit und „Mythenjagd“ nimmt. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes(DÖW) wurde am 13. März 1963 aus Anlass des 25. Jahrestages der Beseitigung der Unabhängigkeit Österreichs durch das nationalsozialistische Deutsche Reich von engagierten an der Zeitgeschichte interessierten WissenschafterInnen und ehemaligen WiderstandskämpferInnen gegründet. Im Jahr 1983 wurde, um die Kontinuität der Tätigkeit dieser Forschungseinrichtung zu sichern, als neue Trägerinstitution die„Stiftung Dokumentationsarchiv des öster­ reichischen Widerstandes“ errichtet. Das Dokumentationsarchiv hat sein wissen­ 115 schaftliches Aufgabenfeld gemäß der Entwicklung zeitgeschichtlicher Forschung in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert. Die Forschung über Widerstand und Verfolgung, über Täter und Opfer ist interdisziplinär ausgerichtet und wirft viele neue Fragen auf, deren wissenschaftliche Bearbeitung von öffentlichem Interesse ist. Das DÖW wird als hoch qualifizierte Forschungs- und Dokumentations­ institution in aller Welt anerkannt und unterhält auch wissenschaftliche Kontakte zu vielen universitären und außeruniver­ sitären Forschungsstätten im In- und Ausland, u.a. mit dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington, dem Yad Vashem in Jerusalem, der Gedenkstätte Theresienstadt in Tschechien. Archiv, Bibliothek und Sammlungen des DÖW werden von einer immer größer werdenden Zahl von BenützerInnen in Anspruch genommen. Im Jahr 2003 wurde anlässlich der Bestattung der sterblichen Überreste von Opfern der NS-Kinder­ euthanasie eine weitere Gedenk­ ausstellung im Otto-Wagner-Spital unter dem Titel„Der Krieg gegen die ‚Minderwertigen’: Zur Geschichte der NSMedizin in Wien“ eröffnet. Viele Schulklassen und Gruppen haben das Angebot des DÖW, sich über die Rolle der Medizin im Nationalsozialismus zu informieren, genützt. Der Verein STIKO dokumentiert im Rahmen des Forschungsprojektes „Wissenschaftliche Dokumentation der Liegenschaften und Überbauten(Super­ ädifikate) im Eigentum des Landes Wien/der Gemeinde Wien(Öffentliches Vermögen) zwischen dem 1. Jänner 1938 und dem 17. Jänner 2001“ alle jene Liegenschaften, die am 17. Jänner 2001 im mittelbaren oder unmittelbaren Eigentum der Stadt Wien standen und die zwischen 12. März 1938 und 9. Mai 1945 dem früheren Eigentümer entzogen wurden. Die Wiener Psychoanalytische Vereinigung veranstaltete im Oktober 2003 aus Anlass der Liquidierung der Vereinigung im Jahr 1938 ein Symposion mit dem Titel „Vertriebene Psychoanalyse: Trauma und Bewältigung“. Das Symposion war dem Gedenken an Ermordung und Vertreibung von Wiener PsychoanalytikerInnen gewidmet. 116 Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Restitution von Büchern stand im Mittelpunkt der Tagung„Raub und Restitution in Bibliotheken“, die von der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik im April 2003 veranstaltet wurde. Die Tagung diente dem Aus-tausch bibliotheksspezifischer Erfahrungen bei der Provenienzforschung und dem Aufbau von Netzwerken zwischen Bibliotheken und WissenschafterInnen, die in diesem Problemfeld forschen. Der Verein zur Förderung kulturwissen­ schaftlicher Forschungen setzte sich im Rahmen einer Konferenz mit dem Verhältnis von„Cultural Heritage“ und „National Heritage“ auseinander. Bei dieser Tagung wurde über die prinzipielle Mehrdeutigkeit von„kulturellem Erbe“ und über die daraus resultierende Notwendig­ keit einer„Praxis der Heterogenität“ diskutiert. Diese Sichtweise von Kultur und Kulturerbe kann der Homogenisierung komplexer ethnisch-kultureller Situationen durch eine genaue Auseinandersetzung mit Gedächtnisorten entgegenwirken. Das Sigmund Freud-Museum veranstaltete von März bis September 2003 die Ausstellung„Freuds verschwundene Nachbarn“. Am Beispiel von acht Wohnungen und ihren BewohnerInnen wurde die Geschichte des Hauses Berggasse 19 anhand der persönlichen Geschichten jener Menschen, die als Juden oder Psychoanalytiker der national­ sozialistischen Verfolgung ausgesetzt waren, dargestellt. Die Ausstellung, die weitgehend anonyme Schicksale thematisierte, zeigte an Alltagsbeispielen die verbrecherische Realität des nationalsozialistischen Regimes; sie warf aber auch ein Schlaglicht auf die Rolle von ÖsterreicherInnen als TäterInnen und MitläuferInnen und den Umgang der Zweiten Republik mit NS-Verbrechen und mit Fragen der Rückstellung von durch die Nazis enteignetem Vermögen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Republikjubiläen des Jahres 2005 begann der Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv im Jahr 2003 mit einem umfassenden Forschungsprojekt, in dessen Zentrum die internetfähige und kommentierte Aufbereitung von Quellen zur Geschichte der Nachkriegszeit- mit besonderer Berücksichtigung der Bundeshauptstadt Wien- steht. Unter dem Titel„Erinnerungsort Wien: 1945 – 1955 – 2005“ werden bisher unveröffentlichte Materialien aus dem Nachlass Bruno Kreiskys historiographisch und archivarisch erschlossen und in einem weiteren Schritt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zentrale Fragen und Themen dieses Forschungs- und Archivprojektes sind die Ziele der sowjetischen Österreichpolitik, die Entwicklung und Zäsuren von Wirt­ schafts- und Sozialpolitik, die gesell­ schaftspolitische Brisanz im Bereich der Auseinandersetzung mit dem National­ sozialismus. Viktor Frankl hat nach seiner Rückkehr aus dem Konzentrationslager Birkenwald ein Theaterstück„Synchronisation in Birkenwald“ verfasst, das im Jahr 2003 in einer Bearbeitung von Jürg Amann aufgeführt wurde. Der intermediale und interdisziplinär arbeitende Verein art phalanx organisierte dieses Projekt und betreute eine wissenschaftliche Begleit­ publikation, die sich ausgehend von dem Theaterstück mit Viktor Frankl und dem Themenbereich Geschichte und Gedächtnis auseinander setzte. Die 1993 gegründete Österreichische Exilbibliothek dokumentiert Leben und Arbeit österreichischer SchriftstellerInnen und KünstlerInnen in Exil und Emigration seit 1933. Archiv und Bibliothek sammeln, forschen und dokumentieren in den Bereichen Literatur, Publizistik, Verlagsgeschichte, Kunst- und Geisteswissenschaften. Die Exilbibliothek ist Arbeitsstelle und Informationszentrum für ForscherInnen, StudentInnen, für spezifisch an Fragen von Exilliteratur Interessierte und für die AutorInnen selbst bzw. für deren Familien und Nach­ kommen. Mit der Veranstaltungsreihe „Österreichische Exilbibliothek“ wird die Arbeit dieser Initiative in der Öffentlichkeit präsentiert. Unter dem Titel„Geteilte Erinnerungen: Generationen des Exils“ stellte die Gesellschaft ihre Arbeit in den letzten zehn Jahren vor. Der Jewish Welcome Service Vienna hat es sich zum Ziel gesetzt, Leben und Aktivitäten der jüdischen Gemeinde in Wien zu fördern und einer lokalen, nationalen und internationalen Öffent­ lichkeit vorzustellen. Der Verein fühlt sich dem kulturellen Erbe des Judentums in Österreich ebenso verpflichtet wie dem modernen Wien als Stätte internationaler Begegnungen. Durch internationale Öffentlichkeitsarbeit für die jüdische Kultur Österreichs in Geschichte und Gegenwart konnten Vorurteile abgebaut, ein besseres gegenseitiges Verständnis erzielt und die guten Beziehungen der jüdischen Welt zu Wien in kultureller Hinsicht ausgebaut und vertieft werden. Im Rahmen eines sehr erfolgreichen Besuchsprogramms für EmigrantInnen und deren Nachkommen erhalten jährlich viele Menschen die Möglichkeit, die Stadt Wien, in der sie wichtige Wurzeln haben, wieder zu sehen. Mit vielfältigen Initiativen gibt der Verein Impulse für eine Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart in Wien. Der Jewish Welcome Service Vienna hat einen ganz besonderen Stellenwert im Spektrum von Initiativen des internationalen Kulturaustausches, da er mit seinen Aktivitäten ständig mit Erfolg vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Israel und Österreich setzt. Die Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem führt in Kooperation mit dem Austrian Centre an der Hebräischen Universität Jerusalem mit expliziter Förderung der Stadt Wien Wien-bezogene Forschungsprojekte durch, die die Stellung der Stadt Wien im inter-nationalen Zusammenhang und ihre gegenwärtige und historische Bedeutung als Weltkulturstadt und als Weltzentrum für Wissenschaft und Innovation zum Ausdruck bringen. Bisher wurden Projekte zur Rezeption des musikalischen Schaffens von Gustav Mahler und Robert Stolz in Israel und zum Einfluss der Philosophie Friedrich Nietzsches auf österreichische SchriftstellerInnen, MusikerInnen und PolitikerInnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Gegenwärtig wird die Übersetzung von Franz Brentanos „Psychologie vom empirischen Standpunkt“ ins Hebräische vorbereitet. In der Volkshalle des Wiener Rathauses fand im September 2003 auf Initiative des Jüdischen Instituts für Erwachsenen­ bildung die Ausstellung„Visas for life. Die gerechten Diplomaten“ statt. Die Ausstellung dokumentierte mit zahlreichen Originalmaterialien die Arbeit engagierter Diplomaten, die während des Zweiten 117 Weltkrieges aus eigener Initiative rund 200.000 Menschen, die von den Nazis existentiell bedroht waren, das Leben retteten. Die Festwochenausstellung„Quasi una Fantasia. Juden und die Musikstadt Wien“ des Jüdischen Museums Wien dokumentierte die Vertreibung und Ermordung jüdischer Musiker zwischen 1938–45. In Kooperation mit dem Arnold Schönberg Center und der Universität für Musik und darstellende Kunst fand zu diesem Thema ein Symposion der Inter­ nationalen Schönberg Gesellschaft statt, das durch eine Wissenschaftsförderung ermöglicht wurde. Das Jüdische Museum Wien begann Im Jahr 2003 mit umfassenden wissen­ schaftlichen und organisatorischen Vorarbeiten für seine Festwochen­ ausstellung 2004. Die kulturhistorische Ausstellung„Wien, Stadt der Juden – Die Welt der Tante Jolesch“ wird sich mit dem breitgefächerten Spektrum des Wiener Judentums während der Zeit der Ersten Republik auseinander setzen. Das Institut für Geschichte der Juden in Österreich, dessen Aktivitäten im Dienst einer umfassenden Erforschung der Geschichte und Kultur der Juden in Österreich vom Mittelalter bis in die Gegenwart stehen, führte – neben vielfältigen anderen publizistischen und Forschungsinitiativen- die 13. Inter­ nationale Sommerakademie über die historischen Wurzeln des jüdisch­ palästinensischen Konflikts durch. Der Verein“The Central Europe Center for Research and Documentation” dokumen­ tiert mit vielfältigem Quellenmaterial (Zeitzeugenberichte, Familienfotos, Dokumente, etc.) die Lebens- und Familiengeschichten von Juden in Mittel­ und Osteuropa. Der Wiener Rabbiner Isaak verfasste zu Beginn des 13. Jahrhunderts den TalmudKommentar„Sefer Or Sarua“. Mit Hilfe einer Projektförderung an den Verein Or Sarua wird dieser kulturhistorisch wichtige Text kritisch ediert. Im Rahmen des Kongresses„Enter the Past – The E-way into the four Dimensions of Cultural Heritage“ der Forschungs­ 118 gesellschaft Vindobona(in Zusammen­ arbeit mit der Stadt-archäologie) wurden verschiedene Möglichkeiten, die neuen Technologien für die Erhaltung und Erforschung des kulturellen Erbes einzusetzen, präsentiert und diskutiert. Wissenschaftliche Tagungen Wissenschaftlicher Fortschritt braucht die Auseinandersetzung mit Forschungs­ ergebnissen, die Diskussion von Thesen und die Konfrontation kontroversieller Positionen in der internationalen scientific community. In den Budgets der Forschungsgemeinschaften und Univer­ sitäten gibt es nur kleine Spielräume für die Durchführung von Tagungen und Workshops, in deren Rahmen wissen­ schaftliche Diskussionen zu aktuellen Forschungsfragen geführt und weiter entwickelt werden können. Die Stadt fördert wissenschaftliche Foren zu aktuellen Wien-bezogenen Themen. Neben der Zielsetzung, neue wissen­ schaftliche Ergebnisse, die für Wien wertvoll sind, vorzustellen und zu diskutieren, geht es dabei auch darum, die Arbeit von Wiener Forscherinnen und Forschern in der internationalen Forschungsgemeinschaft zu verankern und das Interesse einer größeren Öffentlichkeit für Wissenschaft und Forschung zu wecken. Die im folgenden genannten Projekte zeigen exemplarisch die Förderungs­ tätigkeit der Stadt Wien im Jahr 2003 für internationale wissenschaftliche Konferenzen, Tagungen, Workshops. In der Zeit zwischen 7. und 9. November 2003 veranstaltete das Institut zur Erforschung und Förderung öster­ reichischer und internationaler Literaturprozesse in Wien eine inter­ nationale transdisziplinäre Konferenz mit dem Titel„Das Verbindende der Kulturen“. Ziel dieser Tagung, an der über 1000 ForscherInnen aus aller Welt teilge­ nommen haben, war es, aktuelle Forschungsergebnisse zu transnationalen Kulturentwicklungen zu präsentieren. Zudem sollten Kulturentwicklungen einmal nicht vorrangig aus europäischer und westlicher Perspektive, sondern von den „Rändern der Welt“ aus betrachtet werden. Im Rahmen der vom Institut für Rechtsund Kriminalsoziologie veranstalteten Tagung„Kriminologie als Akteurin und Kritikerin gesellschaftlicher Entwicklung“ wurden u.a. Fragen des kriminologischen Wissenstransfers und der kriminologischen Selbstreflexion untersucht und diskutiert. Außerdem wurde die Bedeutung der Informationsverarbeitung und jene des Einsatzes naturwissenschaftlicher Methoden in der Kriminologie erörtert. Der Verein zur Förderung Humanetholo­ gischer Forschung veranstaltete gemeinsam mit der Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik der Universität Wien und dem Institut für Historische Anthropologie in Freiburg eine Tagung zum Thema„Wirtschafts­ anthropologie“. Im Rahmen dieser Konferenz wurde das wirtschaftliche Handeln von Einzelnen und Gruppen im Kulturvergleich im Spannungsfeld genetischer Vorprogrammierung und kultureller Prägung untersucht. Unter dem Titel„Der unbedingte Mensch“ wurde im Rahmen einer Veranstaltung des Viktor Frankl-Institutes das Lebenswerk Viktor Frankls von PreisträgerInnen des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien aus theologischer, psychotherapeutischer und sozialpädagogischer Sicht beleuchtet. Moritz Schlick, einem Begründer des „Wiener Kreises“, war das Symposion „Vom philosophischen Positivismus zu Sprachspielen im ‚Global Village’“ gewidmet. Im Rahmen dieser Konferenz wurde über das intellektuelle Umfeld von Moritz Schlick und über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Denksystemen von Schlick und Wittgenstein diskutiert. Der Österreichische Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung veranstaltete im Herbst 2003 die Tagung„Bild und Wahrnehmung der Stadt/Image and Perception of Towns“. Die einzelnen Tagungsbeiträge setzten sich zum einen mit überlieferten Bildquellen(vom späten Mittelalter bis zur Photodokumentation moderner Archive), in denen Städte visualisiert werden, dem„Stadt-Bild“ im eigentlichen Sinn, auseinander, gingen aber auch der Frage nach, wie die Stadt, ihr Aussehen und ihr„Charakter“ von ZeitgenossInnen wahrgenommen wurde. Im Mittelpunkt der von der Öster­ reichischen Gesellschaft für Religions­ wissenschaft veranstalteten Konferenz „Gottdenken in Europa heute – Theologie im globalen religiösen Dialog“ standen der interdisziplinäre Austausch theologischer Disziplinen über die Gottesfrage, Gotteserfahrung und Gottesrede in West-, Mittel- und Osteuropa und die Auseinandersetzung mit den sehr unterschiedlichen theologischen und philosophischen Denktraditionen. Im Rahmen des vom Pastoralen Forum Wissenschaft veranstalteten Symposions „Megatrend Respiritualisierung“ wurde die gesellschafts- und mentalitäts­ geschichtliche Entwicklung, in deren Verlauf das Bedürfnis nach einer spirituellen Fundierung von Lebens­ bezügen wächst, untersucht. Zudem wurde nach Kriterien gesucht, die es ermöglichen, die Entwicklung von Spiritualität in Gesellschaften zu identifizieren, zu quantifizieren und ihre Entwicklungsdynamik zu beschreiben. Das vom Verein„Quo vadis, Romania?“ veranstaltete Symposion„Sprachen, Literaturen und Gesellschaft in Argentinien“ behandelte die Vielzahl von Sprachen und Kulturen, die in Argentinien neben- und teilweise miteinander existieren. Eingegangen wurde dabei insbesondere auf die in ihrer Existenz bedrohten amerindischen Sprachen und Kulturen. Der Mattersburger Kreis für Entwicklungs­ politik veranstaltete die Tagung „Globalisierung ist kein Schicksal, Globalisierung wird gemacht“, an der verstärkt WissenschafterInnen aus Öster­ reich und aus Lateinamerika über Entwicklungslinien des Globalisierungs­ prozesses, vor allem über Fragen der Urbanisierung und die Problematik der Megastädte diskutierten. Die Tagung„Hinter dem Gesicht des Österreichers“ der Österreichischen Gesellschaft für Literatur war dem Werk des Schriftstellers und Kunsthistorikers George Saiko gewidmet, der – bisher nur wenig rezipiert – durch seine schriftstellerische Arbeit wesentlich zur Vermittlung der Moderne in Österreich beigetragen hat. 119 Aus Anlass des 100. Geburtstages von Theodor W. Adorno veranstaltete die Volkshochschule Hietzing im November 2003 ein Symposion, bei dem die zeit­ geschichtliche und die aktuelle Bedeutung der philosophischen Ansätze Adornos diskutiert wurde. Das im Jahr 2001 gegründete, nach dem gebürtigen Österreicher und PhysikNobelpreisträger Wolfgang Pauli benannte Institut ist ein unabhängiges Non-ProfitUnternehmen, das sich als international renommiertes Center of Excellence für angewandte Mathematik, Informatik und Physik versteht. Als außeruniversitäres Forschungszentrum in den Bereichen der Mathematik, Physik und Computer­ wissenschaften möchte das Institut hoch qualitative internationale Forschungs­ projekte bündeln und kommunizieren. Im Rahmen der von der Stadt Wien geförderten Konferenz„Around Hyperbolic and Kinetic Equations“ wurden aktuelle Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der ange-wandten Mathematik diskutiert. Kulturwissenschaftliche Forschungen Die Gesellschaften – insbesondere die urbanen Gesellschaften – befinden sich in den letzten Jahrzehnten in einem dynamischen Veränderungsprozess, der Individuen und Institutionen gleicher­ maßen betrifft und dessen Geschwindig­ keit ständig wächst. Die gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Regelsysteme ändern sich genauso wie Beziehungen, Normen, Werte und Symbole. Der demographische Wandel, die vielfältigen wirtschaftlichen und kulturellen Aspekte der Globali­ sierung, die dynamische Entwicklung in den Bereichen der Informations­ technologien, in der Biotechnologie und in anderen Wissenschaften schaffen für Individuen und Institutionen neue Voraus­ setzungen und Anforderungen. Die Kulturwissenschaften, insbesondere auch die neuen„Cultural studies“, untersuchen Prozesse und Phänomene des Kulturellen und machen somit erst Standort­ bestimmungen – eine Perspektive auf „Gewinne“ und„Verluste“ – möglich. Die von der Stadt geförderten kultur­ wissenschaftlichen Forschungen beschäftigen sich mit Struktur, Richtung 120 und Bedeutung von kulturellen Veränderungsprozessen, und sie bilden eine wichtige Grundlage für kommunal­ politische Entscheidungen und für die Einrichtung und Adjustierung von Verwaltungsinstrumenten. Die folgende exemplarische Darstellung von kulturwissenschaftlichen Projekten zeigt die Vielfalt dieser durch die Stadt unterstützten wissenschaftlichen Forschungsarbeit. Die Sozialwissenschaftliche Studien­ gesellschaft hat im Jahr 2003 zwei wichtige empirische Studien durchgeführt: Die Studie„Privatisierungen in Wien – Einstellung der Wienerinnen und Wiener“ untersuchte die Haltung der Wiener Bevölkerung gegenüber der Privatisierung kommunaler Dienstleistungen. Die Studie zeigte deutlich die hohe Zufriedenheit der WienerInnen mit den kommunalen Angeboten und die Tatsache, dass Privatisierungen mehrheitlich abgelehnt werden. Das zweite Projekt untersuchte „Die Kulturstadt Wien in der mittel­ osteuropäischen Region“. Die Befragung erhob die Einstellungen und Ein­ schätzungen der WienerInnen zu Qualität und Bedeutung kultureller Angebote und Profile im Vergleich mit den Städten Prag und Budapest mit dem Blick auf die bevorstehende EU-Erweiterung. Das Österreichische Institut für Jugend­ forschung untersuchte in dem Projekt „Europäische Identitäten von Jugendlichen“ Einstellungen und Erfahrungen junger Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren im Hinblick auf die Bedeutung, die Europa für ihre Identität im Verhältnis zu anderen identitätsstiftenden Gegebenheiten hat. Der Verein für Individualpsychologie, der die wissenschaftlichen Traditionen Alfred Adlers und der von ihm begründeten Individualpsychologie pflegt, führte das Projekt„Evaluation von Krisenintervention im Kindes- und Jugendalter“ durch. Dabei wurden unterschiedliche Methoden zur Verhinderung nachhaltiger psychischer Schäden bei Kindern und Jugendlichen entwickelt, erprobt und evaluiert – ein Schwerpunkt im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurde auf die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen gegen posttraumatische Belastungs­ störungen und chronische Trauma­ tisierung gelegt. Das Institut für Rechts- und Kriminal­ soziologie führte im Berichtszeitraum das Forschungsprojekt„Die Wiener Drogenpolitik und ihre Entwicklung im Urteil ihrer Adressaten und Akteure“ durch. Die Forschungsarbeiten untersuchten und bewerteten mit den Methoden der Statistik, der Diskurs­ analyse und historisch-hermeneutischen Verfahren die Geschichte der Wiener Drogenpolitik zwischen 1970 und 2000. Der Verein für Geschichte der Arbeiter­ bewegung hat sich in den vergangenen Jahren zu einer auch international immer stärker beachteten und nachgefragten Wissensplattform zur Geschichte sozialer Bewegungen(insbesondere der Arbeiterbewegung) und zu einer innovativen Forschungsinstitution auf dem Gebiet der historischen Sozialwissen­ schaften entwickelt. Besonders beachtet werden die Forschungen des Vereines zur Geschichte der„Wiener Moderne“. Seit dem Jahr 2001 führt der Verein ein umfassendes Archiv- und Bibliotheks­ projekt zur Wiener Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert durch. Auf der Basis der Bestände des historischen Foto- und Bildarchivs der Arbeiter-Zeitung wird eine Fotodokumentation zur Wiener Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert erstellt. Zudem wird eine Zeitschriften­ datenbank zur Sozialgeschichte Wiens aufgebaut. Das Institut für soziales Design führt die Studie„Design für alle“ durch. Ziel dieses Projektes ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der Entwicklungen eines benutzerorientierten Designs in Österreich im internationalen Vergleich. Die Studie untersucht das Thema in seiner theoretischen, kulturhistorischen und gesellschaftlichen Bedeutung. Der Verein zur Erforschung kultureller Ausdrucksformen aus interdisziplinärer Sicht arbeitet an einer Studie über „Denkmäler als Stadtzeichen. Orientierungsorte lokaler und kulturspezifischer Identität am Beispiel der Stadt Wien“. Der Verein führt dabei Ergebnisse historischer, kunsthistorischer, kulturanthropologischer und ethologischer Forschung auf originelle Weise zusammen. Die Ergebnisse dieser Studie versprechen interessante Aufschlüsse über die identitätsstiftende Wirksamkeit von Denkmälern aus einer interdisziplinären Perspektive. Die Paul Lazarsfeld Gesellschaft für Sozialforschung führte ein Forschungsprojekt„SüdostEuropa Barometer(SEB)“ durch. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung und Implementierung eines MonitoringInstruments in neuen Demokratien Südost-Europas. Das Südost-EuropaBarometer soll auf der Grundlage quantitativer Analysen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen in diesen Ländern aktuelle Informationen über die Entwicklung potenzieller EUBeitrittsländer in dieser Region liefern. Förderung wissenschaftlicher Bücher Die wissenschaftliche Publikation ist immer noch – trotz des Bedeutungsgewinns elektronischer Medien – die wichtigste Präsentations- und Darstellungsform wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Bücher sind Ideenspeicher und –anreger. Im Gegensatz zum Internet haben Bücher eine präzise Aussage über Entstehungszeit und –ort, und im Verein mit den Bibliotheken erlauben sie die – zeitliche und räumliche –„Verortung“ von Ideen und Aussagen über die gesellschaftliche und kulturelle Welt und ihre Entwicklung. Die Förderung wissenschaftlicher Publikationen in Gestalt von Druckkostenbeiträgen und Ankäufen ist daher ein zentrales Instrument der Forschungs­ förderung. Da der Buchmarkt ins­ besondere im Bereich des wissen­ schaftlichen Schrifttums nur geringe Gewinnspannen hat, ist der Prozess des Austausches wissenschaftlicher Erkennt­ nisse über Publikationen auf die Unter­ stützung durch Förderungen angewiesen. Die Publikationsförderungen der Stadt Wien kommen den AutorInnen, den WissenschafterInnen, den Ideen­ geberInnen, den Verlagen – in der Regel kleine und für die Stadt sehr wichtige Kreativwerkstätten –, der Wissenschaft und ihrem Fortschritt, vor allem aber dem wissenschaftlichen Publikum, den LeserInnen, die die Forschungen weiterführen, zugute. Da die Produktions­ 121 kosten für Publikationen kleiner geworden sind, können mit den zur Verfügung stehenden Förderungsmitteln viele wichtige Publikationsprojekte ermöglicht werden. Mit den Publikationsförderungen der Kulturabteilung wurden im Jahr 2003 fast 200 wissenschaftliche Bücher unterstützt. Im folgenden werden wieder nur einige Beispiele für dieses Wissenschafts­ förderungsinstrument genannt: Andrea Bocco Guarneri,“Bernard Rudofsky”(Springer Verlag); Michael Gehler,„Der lange Weg nach Europa. Österreich vom Ende der Monarchie bis zur EU“(Studien Verlag); Brita Neuhold, Renate Pirstner, Silvia Ulrich,“Menschenrechte – Frauenrechte“ (Studien Verlag); Rupert Weinzierl,“American Way of Life vs. Europäischer Weg”(Löcker Verlag); Wolfgang Koch,„Geschichte der Gewalt. Das Unglück des 20.Jahrhunderts“(Wieser Verlag); J. Christoph Allmayer-Beck,„Militär. Geschichte und politische Bildung“(Böhlau Verlag); Österreichische Zeitschrift für Geschichts­ wissenschaft(Verlag Turia& Kant); Maria Auböck,„Das Belvedere. Der Garten des Prinzen Eugen in Wien“,(Verlag Holzhausen); Max Haller, u.a.,„Karrieren und Kontexte. Österreichs Nobelpreisträger und Wissenschaftler im historischen und internationalen Vergleich“(Passagen Verlag); Sonja Hnilica,„Disziplinierte Körper“ (Edition Selene) Preise Preise für exzellente wissenschaftliche Arbeiten signalisieren den ausge­ zeichneten Persönlichkeiten in Wissen­ schaft und Forschung, dass nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Öffent­ lichkeit ihre Arbeit schätzt und braucht. Preise bieten zugleich die Möglichkeit, auf wichtige neue Forschungsergebnisse und –disziplinen hinzuweisen. Neben den Preisen und Förderungspreisen der Stadt Wien für Wissenschaft werden daher auch Projekte gefördert, in deren Rahmen hervorragend qualifizierte wissen­ schaftliche Institutionen mit Hilfe der Stadt Wien Preise für Leistungen in 122 wichtigen Disziplinen vergeben. Im Sinne dieser Zielsetzung fördert die Wissen­ schaftsarbeit der Kulturabteilung Preise für Forschungen, die dazu beitragen, brisante gesellschaftliche Probleme zu thema­ tisieren, zu analysieren und Lösungen zuzuführen. Genannt seien in diesem Zusammenhang der von der Öster­ reichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie vergebene Wiener Preis für humanistische Altersforschung und der vom Institut Ethik und Wissenschaft im Dialog ausgerichtete Wiener Erwin Chargaff Preis. Vermittlungsinitiativen Wissenschaftliche Forschungen und Erkundungen, Projekte und Thesen haben überall dort, wo es um ernsthaftes wissen­ schaftliches Bemühen geht, einen Charakter von Zweckfreiheit. Der Gang der Forschung gehorcht daher nicht einer außerwissenschaftlichen Leitung; dies ist auch verfassungsrechtlich –„Die Wissen­ schaft und ihre Lehre ist frei“ – abge­ sichert. Die Individuen, die mit Neugier und Interesse für die Dinge der Welt ausgestattet sind, haben die Fähigkeit und Bereitschaft, sich für Fragen, Zusammen­ hänge und Probleme auch dort zu interessieren, wo sie nicht unmittelbar und direkt betroffen sind. Öffentliche Insti­ tutionen, die für wissenschaftliche Forschung verantwortlich sind, tragen immer auch Verantwortung für Ver­ mittlung, Weiterleitung, Bekanntmachung, Veröffentlichung von Ergebnissen und die Ermöglichung einer kritischen Diskussion. Die Ergebnisse von Forschungen können leicht als„Herrschaftswissen“, als Wissen, das von Machtträgern gegen die Bürger und Bürgerinnen eingesetzt wird miss­ braucht werden. Wissenschaftliche Wissensproduktion sollte daher in allen Entwicklungsstadien präsentiert und diskutiert und damit einer öffentlichen Kontrolle unterzogen werden. Das Wissenschaftsreferat ist konzeptiv und organisatorisch an einigen wichtigen Ver­ mittlungsinitiativen beteiligt; mit Hilfe der Wissenschaftsförderungen der Stadt Wien werden vielfältige innovative Wissens­ vermittlungsprogramme ermöglicht, die es den BürgerInnen erlauben, sich zu vielen aktuellen Wissenschafts- und Gesell­ schaftsthemen ein differenziertes Bild zu machen. Die Stadt Wien fördert daher Vermittlungsinitiativen in Gestalt von Vorträgen, Veranstaltungsreihen und Publikationen. In der Förderungsstrategie und bei der Programmierung von durch die Kulturabteilung verantworteten Veran­ staltungen folgt die Stadt dem Diktum des früh verstorbenen Dichters Werner Schwab, der konstatiert hat, dass„alle Dinge, die differenziert nicht abgehandelt werden“, später„vulgär zurück“ kommen. Bei den eigenständig geplanten und veranstalteten Aktivitäten sind an vorderster Stelle die Wiener Vorlesungen zu nennen, die seit 17 Jahren für eine breite und kontinuierliche Diskussion aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse sorgen. Die Wiener Vorlesungen werden in vier Buchreihen – im Picus Verlag, im WUV-Universitätsverlag, in der Bibliothek der Provinz und im Peter Lang Verlag – publiziert; die Internet-Präsentation der Vorlesungen enthält Kurzbiographien vieler Vortragender und ist daher auch ein „Who is who“ bedeutender Wissen­ schafterInnen. Im folgenden werden exemplarisch selbst verantwortete und geförderte Wissen­ schaftsvermittlungsprojekte vorgestellt. • Seit dem Frühjahr 1987 laden die Wiener Vorlesungen Persönlichkeiten des intellektuellen Lebens dazu ein, in den Festsälen des Rathauses ihre Analysen und Befunde zu den großen aktuellen Problemen der Welt vorzulegen. Seit Beginn der Reihe waren über 1200 ReferentInnen aus allen Kontinenten bei den Wiener Vorlesungen zu Gast, unter ihnen Marie Albu-Jahoda, Kofi Annan, Jan Assmann, Jean Baudrillard, Ulrich Beck, Cheryl Benard, Bruno Bettelheim, Pierre Bourdieu, Elisabeth Bronfen, Luc Ciompi, Carl Djerassi, Marion Dönhoff, Barbara Duden, Manfred Eigen, Mario Erdheim, Amitai Etzioni, Valie Export, Marina Fischer-Kowalski, Vilem Flusser, Heinz von Foerster, Viktor Frankl, Peter Gay, Ute Gerhard, Maurice Godelier, Ernst Gombrich, Michail Gorbatschow, Marianne Gronemeyer, Boris Groys, Tamara K. Hareven, Karin Hausen, Jeanne Hersch, Eric J. Hobsbawm, Werner Hofmann, Ivan Illich, Eva Jaeggi, Verena Kast, Václáv Klaus, Ruth Klüger, Teddy Kollek, György Konrád, Bruno Kreisky, Eva Kreisky, Peter Kubelka, Oskar Lafontaine, Jack Lang, Gudula Linck, Dagmar C.G. Lorenz, Alfred Lorenzer, Niklas Luhmann, Adam Michnik, Hans Mommsen, Gérard Mortier, Helga Nowotny, Max F. Perutz, Uta Ranke-Heinemann, Eva Reich, Marcel Reich-Ranicki, Horst-Eberhard Richter, Sieglinde Rosenberger, Edith Saurer, Edit Schlaffer, Carl Schorske, Margarete Schütte-Lihotzky, Richard Sennett, Peter Sloterdijk, Dorothee Sölle, Aminata Traoré, Gerburg TreuschDieter, Paul Watzlawick, Erika Weinzierl, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Ruth Wodak, Hilde Zaloscer, Slavoj Zizek, Harry Zohn. Im Jahr 2003 fanden 47 Wiener Vorlesungen mit international renommierten Persönlichkeiten statt. Die Veranstaltungen waren durchwegs sehr gut besucht – im Durchschnitt über 250 BesucherInnen. Die Programmschienen „Zur geistigen Situation der Zeit“, „Martin Buber-Kolleg“,“Karl Kraus Vorlesung zur Kulturkritik“,„Präsen­ tation der Wiener Universitäten“,„Wien Akademie“ wurden fortgesetzt. Im Herbst 2003 wurde gemeinsam mit dem ZOOM Kindermuseum das Projekt „1. Wiener Kindervorlesung“ gestartet, das den Anspruch hat, Kindern aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zu ver­ mitteln und damit die Neugier der jüngsten BürgerInnen für Forschung und Entdeckung zu wecken. Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger hielt den ersten Vortrag zum Thema„Beamen – Traum und Wirklichkeit“. • Im Jahr 2003 wurde mit den von Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny initiierten und vom Europaforum Wien organisierten„Wiener Wissenschaftstagen“ ein neues Vermittlungsprojekt begründet und mit großem Erfolg durchgeführt. Die Wiener Wissenschaftstage verstehen sich als neue Wiener „Festwochen des Wissens“, die im Jahr 2003 erstmals ein anspruchsvolles Veranstaltungsprogramm zum Thema „Stadt:Leben:Zukunft“ präsentiert haben. Im Rahmen dieses Programms stellten über 70 universitäre und außeruniversitäre Institutionen ihre Profile und ihre Arbeiten der Öffent­ lichkeit vor. Die Initiative zeigte mit pointierten Vorträgen nicht nur das Thema – die Lebenschancen in der Stadt heute und in der Zukunft –, sondern auch den Reichtum des wissen­ 123 schaftlichen Vereinslebens in Wien. Der Darstellung aktueller Forschungs­ ergebnisse und Entwicklungen in den Sozial-, Geistes- und Kulturwissen­ schaften kam bei den Wissenschaftstagen dem Thema entsprechend besondere Bedeutung zu. Mit dem Projekt„Stadt lesen“, das die Wiener Vorlesungen in der neuen Hauptbücherei am Gürtel als„Happy Hour“ für die Wissenschaftstage gestalteten, wurden originelle literarische Wahrnehmungen Wiens von Elfriede Gerstl, Bodo Hell, Ruth Klüger und Herbert Josef Wimmer vorgetragen. • Im Juni 2003 unterzeichneten Herr Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Herr amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissen­ schaft Dr. Andreas Mailath-Pokorny und Sir Peter Ustinov eine Absichtserklärung zur Gründung eines Sir Peter Ustinov Instituts zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen in Wien. Das Institut soll durch Forschung und Lehre zur Vorurteilsprävention und –bekämpfung beitragen und damit einen Beitrag zu einem konfliktfreien und friedvollen Zusammenleben der Menschen leisten. Das zentrale Instru­ ment dieser Initiative ist die„Sir Peter Ustinov Professur der Stadt Wien“ an der Universität Wien. Ein aus renommierten Forscherpersönlichkeiten bestehender wissenschaftlicher Beirat entscheidet (einmal jährlich) in einem von der Universität Wien kuratierten Auswahl­ verfahren über die Besetzung dieser Professur. Im Jahr 2003 wurde die Entscheidung über die Berufung von Univ.-Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter – als„Startfellow“ – für das Jahr 2004 getroffen. • Die Sigmund Freud-Gesellschaft lädt seit 1970 anlässlich des Geburtstages von Sigmund Freud zur jährlichen „Freud-Vorlesung“ am 6. Mai. Anlässlich der 30. Freud-Vorlesung im Jahr 2003 referierte Juliet Mitchel, Cambridge, über „A matter of life or death: siblinghood and the unconscious“. • Die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung veranstaltet in Zusammen­ arbeit mit dem Arnold Schönberg Center und den Wiener Vorlesungen eine Vortragsreihe„Wiener Akademie des Exils“, deren Ziel es ist, Grundkenntnisse 124 über das österreichische Exil, seine existentiellen und intellektuellen Probleme, über die Exilländer und die jeweiligen Exilbedingungen, über Exilund Flüchtlingsorganisationen zu ver­ mitteln, zugleich eine Diskussion über offene Fragen, aber auch weitere Forschungen anzuregen. Die Beiträge dieser Reihe bilden die Grundlagen für ein Österreichisches Handbuch der Exil­ forschung, an dem die Gesellschaft arbeitet. Die Wiener Akademie des Exils richtet sich an Universitätsangehörige und Studierende, die einschlägige Forschungen betreiben – insbesondere die Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung, des Orpheus Trust, der Theodor Kramer Gesellschaft, der Freunde des Doku­ mentationsarchivs des österreichischen Widerstandes sollen hier genannt werden. Mit dieser Initiative werden Impulse für die Exilforschung gegeben, es wird aber auch versucht, eine lebendige Brücke zwischen kultur­ wissenschaftlichen ExpertInnen – mit ihrem sehr professionellen Wissen –, ZeitzeugInnen und am Thema interessierten Laien zu schlagen. Die Ergebnisse der Vortragsreihe werden von der Gesellschaft für Exilforschung in der Zeitschrift Zwischenwelt publiziert und erreichen damit auch eine größere wissenschaftlich interessierte Öffent­ lichkeit. Im Jahr 2003 fanden Veran­ staltungen zu folgenden Themen statt: „Das Exil und der nationalsozialistische Irrationalismus: Arnold Schönberg und Berthold Viertel- zum 50. Todestag von Berthold Viertel“,„Exil in Ungarn“,„Exil in Italien“,„Musik im Exil“. • Die Veranstaltungsreihe„University meets public“ ist eine Kooperation zwischen in Wien situierten Univer­ sitäten, dem Verband Wiener Volks­ bildung(und den Wiener Volkshoch­ schulen), der Kulturabteilung und der Abteilung für Bildung und außer­ schulische Jugendbetreuung der Stadt Wien. Die Projektträger sehen die Initiative als wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Konzeptes, dass Lernen die Menschen ein Leben lang begleiten soll. University meets public ist aber auch eine Leistungsschau„aus der Werkstatt der Wissenschaft“. • Der von der Kulturabteilung der Stadt Wien initiierte„Wissenschaftskompass“ ist das erste redaktionell kommentierte Programmheft, in dem dreimal im Jahr wissenschaftliche Vorträge, Symposien, Workshops, die sich an eine größere Öffentlichkeit wenden, vorgestellt und in einem Veranstaltungskalender aufge­ listet sind. • Seit einer Reihe von Jahren gelingt es der Veranstaltungsreihe„Musik reflektiert“ des Vereins der Freunde der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit einem anspruchsvollen Vortragsprogramm und mit künst­ lerischen Darbietungen Verständnis für zeitgenössische Musik zu schaffen. • Der Verein Math.space hat im Jahr 2003 seine Veranstaltungstätigkeit im Quartier 21 des„Muqua“ aufgenommen. Mit unkonventionellen Zugangsweisen gelingt es den WissenschafterInnen von „Math.space“, die Erkenntnisse der Mathematik auch als kulturelle Errungenschaft, die in vielen künst­ lerischen Disziplinen eine große Bedeutung hat, einer breiteren Öffent­ lichkeit nahe zu bringen. 125 LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen: Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Buchankäufe für internationalen Tauschverkehr Druck von Publikationen Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse(Buchbinder) Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten) Verfilmungen, Restaurierungen Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen: Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Einrichtungen für Historisches Museum, Hermesvilla und andere Außenstellen Betrieb Jüdisches Museum Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter, etc. Museumsquartier Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Projektförderungen 166 6.919,58 28.243,00 3.964,73 11.745,12 416.915,00 9.470,28 9.186,80 23.087,15 2.622,85 247,79 548,23 15.952,98 21.600,45 8.477,76 17.608,80 2.449.028,37 399.633,19 415.245,23 3.870.701,81 3.546.405,62 872.037,01 210.500,00 62.329,34 Wissenschaftliche Förderungen Architekturzentrum Wien Club of Vienna Demokratiezentrum Wien Europaforum Wien Europäische Akademie Wien Europäisches Forum Alpbach Fonds der Stadt Wien- Krebsforschung Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde Institut Ethik und Wissenschaften im Dialog Institut für die Wissenschaft von Menschen Jewish Welcome Service Ludwig Boltzmann-Institut für Rheumatologie und Balneologie Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft Österr.Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Österreichischer Austauschdienst Österreichische Akademie der Wissenschaften Jubiläumsfonds Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Gesellschaft für Architektur Österreichische Liga für Menschenrechte Paul Lazarsfeld Gesellschaft für Sozialforschung Projektförderungen Projektgruppe"Wörterbuch der Fackel" Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Triton-Verein für Kultur und Wissenschaft 1.412.730,00 260.000,00 22.000,00 200.000,00 5.800,00 11.000,00 109.010,00 150.000,00 57.500,00 582.000,00 123.470,98 105.000,00 116.300,00 300.000,00 11.000,00 363.364,17 347.100,00 100.000,00 6.000,00 132.000,00 28.000,00 1.499.995,47 87.000,00 30.000,00 149.322,75 80.000,00 167 Verein der Freunde der Stiftung Bruno Kreisky Archiv Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung Verein Projekt Forum 2004 Verein STIKO Verein zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse WissenschaftzentrumWien Druckkostenbeiträge: Akademie der bildenden Künste in Wien Anton Pustet Verlag Böhlau Verlag Büro für Urbanistik Braumüller Verlag Camillo Sitte Gesellschaft Czernin Verlag Dr. Alfred Klahr Gesellschaft Edition Gutenberg Edition Lex Liszt Edition Roesner Edition Splitter Edition VaBene Edition Weinviertel Ephelant Verlag Erzbischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Facultas Verlag Filmarchiv Austria Folio Verlag Franz Deuticke Verlag Freunde der Österreichischen Galerie Belvedere 168 100.000,00 66.100,00 130.180,00 451.400,00 12.000,00 1.003.000,00 700,00 2.100,00 12.200,00 1.000,00 1.000,00 1.000,00 700,00 700,00 600,00 1.500,00 500,00 600,00 3.200,00 800,00 1.100,00 650,00 3.980,00 1.000,00 800,00 800,00 1.000,00 Holzhausen Verlag Institut für Sozio-Semiotische Studien Insitut für Ur- und Frügeschichte Institut Karl von Vogelsang Internationale Coronelli Gesellschaft Leopold Figl Studentenhilfswerk Löcker Verlag Ludwig Doblinger KG Mandelbaum Verlag Molden Verlag Nausner& Nausner Verlag NWV- Neuer Wissenschaftlicher Verlag Oldenbourg Verlag ÖBV& HPT Verlag Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Passagen Verlag Peter Lang Verlag Residenz Verlag Ritter Druck- und Verlags KEG Springer Verlag Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Studien Verlag Triton Verlag Verein Kitab Verein Musis Verein Pädagogisches Institut Verein zur Förderung transdisziplinärer Forschung 4.100,00 700,00 550,00 700,00 700,00 550,00 2.900,00 1.200,00 800,00 1.200,00 1.000,00 800,00 800,00 800,00 400,00 1.400,00 4.900,00 5.000,00 1.000,00 800,00 2.000,00 364,00 8.350,00 800,00 700,00 1.000,00 500,00 1.300,00 169 Verein zur Förderung wissenschaftlicher Musikpublizistik Verlag der Theodor Krammer Gesellschaft Verlag der Österreichischen Gewerkschaft Verlag für Geschichte und Politik Verlag Naturhistorisches Museum Wien Verlag Österreich Verlagbüro Mag. Johann Lehner GesmbH Verlagshaus der Ärzte GesmbH Vier Viertel Verlag Wiener Zeitung Wieser Verlag Wilhelm Braumüller Verlag Wolf Peterson Verlag Summe LIKUS Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe Altstadterhaltung Denkmäler, Denkmalbrunnen Stadtarchäologie Sonstiges Summe LIKUS Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Wiener Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wiener Volksbildungswerk, Jahresförderung Wiener Volksbildungswerk, Projekte Summe LIKUS Hauptkategorie 3: Alltagskultur 900,00 700,00 800,00 2.400,00 1.500,00 1.000,00 4.800,00 600,00 1.000,00 700,00 2.700,00 1.600,00 900,00 20.554.588,46 4.837.938,74 376.546,10 1.284.590,47 106.223,21 6.605.298,52 958.579,32 545.000,00 690.000,00 327.000,00 2.520.579,32 170 LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur Druckkostenbeiträge: Album Verlag AWV Wien Verlag Bibliothek der Provinz Buchberger& Vollmann Buchkultur Verlags GesmbH Dachs Verlag Das Jüdische Echo Deuticke Verlag Droschl Verlag Edition ch. Edition das Fröhliche Wohnzimmer Edition die Donau hinunter Edition Doppelpunkt Edition Freibord Edition Korrespondenzen Edition Praesens Edition Selene Edition Splitter Edition Vabene Emirgan Yayinlari Edition Ephelant Verlag Folio Verlag Gin Beans Club Herbstpresse Holzhausen Institut für den Donauraum und Mitteleuropa 1.000,00 2.000,00 9.500,00 1.980,00 9.000,00 7.500,00 3.600,00 3.000,00 6.000,00 1.500,00 1.800,00 1.500,00 5.700,00 3.000,00 1.500,00 2.200,00 4.000,00 2.000,00 5.000,00 1.500,00 3.000,00 1.500,00 400,00 1.420,00 2.000,00 1.400,00 171 Jung und Jung Verlag Kolik Literaturzeitschrift Der Pudel Löcker Verlag Mandelbaum Verlag Milena Verlag Molden Verlag Niederösterreichische Rundschau Österreichisches Literaturforum Otto Müller Verlag Passagen Verlag Paul Zsolnay Verlag Picus Verlag Promedia Verlag Residenz Verlag Resistenz Verlag Sonderzahl Verlag Theodor Kramer Gesellschaft Triton Verlag Verein Exil Verlag Der Apfel Verlag Kitab Verlag Sisyphus Vier Viertel Verlag Viza Volltext Verlag Wieser Verlag 172 7.500,00 4.500,00 700,00 2.000,00 2.000,00 10.000,00 2.000,00 900,00 3.000,00 6.500,00 9.000,00 4.300,00 10.000,00 1.500,00 5.000,00 5.600,00 2.000,00 5.500,00 7.500,00 5.100,00 3.000,00 2.500,00 2.500,00 2.000,00 6.200,00 3.000,00 6.200,00 Zeitschrift für internationale Literatur Buchankauf Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing Becker Zdenka Dokumentationsstelle für neuere Österreichsiche Literatur Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung Hauptverband des Österr. Buchhandels IG AutorInnen Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Literatur im März Kunstverein Wien- Tage der slowenischen Literatur Literaturkreis Podium Milena Verlag Multi Art Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N. Club Österreichischer Schriftstellerverband Projektförderungen Schule für Dichtung in Wien Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein eurozine Verein Sisyphus Verein Wespennest Summe LIKUS Hauptkategorie 4: Literatur 1.000,00 72.990,05 31.900,00 2.460,00 73.400,00 25.400,00 24.000,00 6.540,00 21.000,00 51.000,00 254.000,00 29.000,00 3.600,00 4.360,00 7.300,00 7.300,00 6.500,00 6.540,00 100.000,00 87.000,00 27.900,00 23.360,00 32.700,00 2.900,00 28.300,00 1.133.450,05 173 LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher und Zeitschriften 3. Plakate 4. CD-Roms Handschriftensammlung Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ankauf"Strauß-Meyszner" Ausstellungen Planung und Baubeginn"Tiefenspeicher" Bibliothekserweiterung Sonstige Ausgaben Summe LIKUS Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen After Image Produktion Basis Wien Countercopy E.S.E.L. in der Kunst e.V. IG- Kultur Wien II=0 Israelitische Kultusgemeinde Kulturverein Simmering Kunstverein Permanent Breakfast Machfeld, internationaler Kunst& Kulturverein Marathon 174 31.097,30 80.553,17 1.614,00 6.286,98 159.200,24 150.514,02 21.032,00 1.318,00 297.000,00 52.420,71 1.100.000,00 111.708,03 37.024,16 2.049.768,61 87.200,00 60.000,00 50.000,00 5.000,00 39.070,00 5.000,00 33.000,00 58.000,00 3.000,00 50.000,00 10.000,00 Medienkunstarchiv Wien Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut Public Netbase shifz Sommerhochschule der Universität Wien Stadtforum Triton- Verein für Kultur und Wissenschaft TU Wien Verein für neue Medien Verein vorstädtischer Kulturaktivitäten Verein zur Förderung kultureller Partizipation Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Baukosten: Aktionsradius Augarten Albertina ASIFA Austria Kulturverein C7 Kurdischer Kulturverein Jarestan MA 24- Begutachtungskosten Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Krenek-Preis Summe LIKUS Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen 3.000,00 2.180,00 218.000,00 50.000,00 5.000,00 266.000,00 7.000,00 15.000,00 50.000,00 10.000,00 65.000,00 119.500,00 13.955.425,91 15.000,00 726.728,34 10.000,00 3.500,00 4.000,00 480,00 88.000,00 8.000,00 52.000,00 8.000,00 16.082.084,25 175 LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik Arnold Schönberg-Center Austrian Music Office Ensemble 20. Jahrhundert Ernst Krenek-Institut Erstes Frauen-Kammerorchester von Österreich Fritz Kreisler Gesellschaft Gesellschaft der Musikfreunde Gustav Mahler-Jugendorchester Hot Club de Vienne IG Jazz Wien Jazz Fest Wien Klangforum Wien Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Komponistenförderung Kulturverein Narrendattl Kunstverein Wien, Musikprojekte MICA Musica Juventutis Musikalische Jugend Österreichs Operettenbühne Wien Orpheus Trust Pfarre Alt Ottakring Pfarre St. Anton von Padua Planet music media Porgy& Bess Projektförderungen Schubert Gesellschaft Wien Lichtental 176 831.281,00 9.084,00 18.000,00 73.000,00 36.000,00 16.700,00 785.046,26 182.000,00 26.000,00 109.000,00 345.000,00 422.000,00 20.000,00 21.000,00 25.000,00 151.100,00 127.000,00 18.000,00 382.000,00 146.000,00 73.000,00 12.000,00 10.000,00 262.000,00 97.000,00 500.480,00 14.600,00 Stadtinitiative Wien Verband der Konzertlokalbesitzer Vienna Art Orchestra Voice Mania Wien Xtra Wiener Akademie Wiener Jeunesse Orchester Wiener Kammeroper Wiener Kammerorchester Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Meisterkurse Wiener Musikgalerie Wiener Sängerknaben Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Wien-Modern Baukosten: Gesellschaft der Musikfreunde Summe LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst Aktionsradius Augarten Alma Arbos Art Phalanx Ateliertheater Drachengasse 2 Theater Ecce Homo Ensemble Parnass 7.200,00 138.078,00 58.000,00 14.500,00 61.193,40 51.000,00 47.000,00 25.000,00 59.000,00 1.053.756,10 62.000,00 30.000,00 628.447,00 10.537.560,95 50.800,00 654.000,00 1.816.820,85 20.006.647,56 36.336,00 60.000,00 88.600,00 5.000,00 58.139,00 472.373,42 113.200,00 3.200,00 177 Ensemble Theater Experiment am Liechtenwerd Festveranstaltung Leon Askin Freie Bühne Wieden Gloria Theater Gruppe 80 IG Freie Theaterarbeit IG Kabelwerk ImPuls Tanz Inter Thalia Theater International Theatre Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Kabarett Niedermair Kammeroper Kindertheaterhaus Kitsch& Kontor Kleine Komödie Komödie am Kai Lalish Theaterlabor Lederers Theater am Schwedenplatz LINK Kosmos Frauenraum Metropol NAHOST- Ihre mobile Assistentin Odeon Original Wiener Stegreifbühne Tschauner Persmanhof Pygmalion Theater Rabenhoftheater 178 581.382,67 36.337,00 16.738,00 78.000,00 109.010,00 599.382,67 50.870,00 30.000,00 637.267,88 581.382,67 145.346,00 24.000,00 109.009,25 697.659,21 450.000,00 44.000,00 218.000,00 32.703,00 21.000,00 21.802,00 363.364,00 582.000,00 300,00 690.391,93 100.000,00 3.500,00 43.604,00 726.382,67 Raimundtheater Romanodrom Schauspielhaus Stadttheater Wien Tanzquartier Wien Theater am Spittelberg Theater an der Wien Theater Brett Theater Center Forum Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater in der Josefstadt Theater ISKRA Theater m.b.H. Theater Spielraum Theater zum Fürchten Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Theaterverein Wien Unit f~Büro für Mode Verein der Phantasten Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit - K2 Volkstheater Volkstheater in den Bezirken Wiener Interkult Theater Wiener Tanzwochen Baukosten: Alma Drachengasse 2 6.343.303,00 5.262,00 1.162.765,35 6.000,00 2.906.913,37 21.000,00 8.118.591,00 159.880,24 58.139,00 3.415.623,21 196.216,65 6.538.873,00 2.500,00 290.692,00 130.812,00 254.355,42 2.139,00 708.560,13 156.276,00 3.500,00 182.000,00 5.719.352,05 363.364,00 225.286,00 707.179,12 6.000,00 7.000,00 179 Ecce Homo Ensemble Theater Enthuziasm KinobetriebsGmbH Exil Filmarchiv Austria Filmmuseum Freie Bühne Wieden Gloria Theater Gruppe 80 IG Kultur Wien Inter Thalia Theater Interkult Theater Kabarett Stadnikow Kabinetttheater Kindertheaterhaus Kitsch& Kontor Komödie am Kai Kulisse Metropol Neue Oper Wien Nomad Theater Schauspielhaus Tanzquartier Tanztheater Performance Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater Heuschreck 180 3.066,58 72.673,00 184.000,00 2.400,00 70.000,00 150.000,00 24.400,00 103.336,67 36.302,35 3.793,00 52.150,00 1.420,58 6.000,00 15.000,00 998.021,00 40.000,00 4.000,00 30.000,00 72.600,00 69.465,28 13.779,96 363.364,17 324.035,81 15.000,00 113.000,00 21.801,00 10.000,00 Theater Spielraum Theater zum Fürchten Theater/Josefstadt Theatercombinat Theaterverein Wien Volkstheater W.ORT Wienstation Freie Gruppen 1. Wr. Lesetheater Affiche Aktionstheater Amfimixis Aktörverein Ampe Geusau art phalanx Artact- Tanzhotel artificial horizon Assitej Austria Atti impuri Beinhardt Ensemble Bilderwerfer Brückentanz Carambolage Carpa Theater CBB Projects Cie Loulou Omer Compagnie Smafu Companie W. Dorner Dachtheater Dance Web Dans.Kias Das Wiener Kindertheater Depot Basis Wien Die Menschenbühne Drama Wien Ecce Homo Echo Echoraum Einmaliges Gastspiel Ensemble Adhoc Ensemble Parnass Erinnerungstheater 120.000,00 18.901,60 11.000,00 5.000,00 109.009,00 150.000,00 50.000,00 7.500,00 5.268.764,53 11.000,00 21.800,00 75.000,00 4.800,00 14.600,00 10.000,00 100.000,00 18.000,00 6.700,00 1.800,00 15.000,00 55.000,00 1.900,00 8.500,00 5.000,00 7.000,00 22.000,00 17.000,00 75.000,00 15.300,00 36.337,00 73.000,00 29.000,00 20.000,00 11.000,00 1.900,00 15.000,00 7.267,00 116.276,53 30.000,00 33.000,00 7.200,00 26.700,00 181 European Group theatre Fadenschein Falsch Theater Frontzement Gegenwartstanz Gruppe Berenice Pahl Gruppe Severin Groebner Gruppe Silvia Guenova IG Freies Theater Imeka Kabinett 9 Kabinett ad Co Kabinettheater Kinetis Kis Productions Klangtheater Krassnij Angel company Kulturverein Atti Impuri L.E.O. Laroque Dance Company Libelle Lilarum Lux flux Märchenbühne Apfelbaum mastix Theaterverein Modernes Tanztheater Moki Multi Kids Wien Mumbling fish Musikwerkstatt Netzzeit Neue Oper Wien New media x-press New Space Company Nomad Theatre Opernwerkstatt Österreichisches Theater Oya Produktion Parallel Theater Performing Center Austria Pilottanzt Projekt Theater Rotatheater Romanodrom s.a.f.t. Sargfabrik Schwerhörigenschule Wien Second nature Showinisten Singendes Herz Sirene 182 21.000,00 10.000,00 9.000,00 6.400,00 58.000,00 1.500,00 1.500,00 1.900,00 61.370,00 35.000,00 4.000,00 20.000,00 36.000,00 44.000,00 36.000,00 20.000,00 10.000,00 7.000,00 10.000,00 25.000,00 25.000,00 145.346,00 14.400,00 32.700,00 15.000,00 96.000,00 21.800,00 25.430,00 10.000,00 218.019,00 399.028,00 436.038,00 14.000,00 15.700,00 35.000,00 14.500,00 290.000,00 20.000,00 5.000,00 25.000,00 70.000,00 145.345,00 738,00 5.700,00 50.870,00 2.000,00 30.000,00 72.680,00 10.000,00 33.000,00 So ein Theater SOB 31 Stadttheater Wien Superamas Szene Bunte Wähne Tanz Theater Performance Tanzatelier Wien Tanztheater Homunculus Tanztheater Wien T-Cup Theater Cache-Cache Theater des Augenblicks Theater des blauen Daches Theater des Wandels Theater Grünschnabel Theater im Ohrensessel Theater in der Stadt Theater Iskra Theater Narrenschiff Theater ohne Grenzen Theater Tanto Theater Turbine Theater Wozek Theatercombinat Theatergruppe die Fremden Theaterhaus für ein junges Publikum Theaterverein Amal Theaterverein Fürst Theaterverein Globus Theaterverein Wien Theaterverein wild mind Theaterwerkstatt toc Toxic dreams Trittbrettl u.r.Theater Verein der Freunde unnützer Praktiken Verein der Freunde.des Museums Wildalpen Verein Energie Verein im Tanz Verein Perform Verein zur Zeit Vienna Magic Vis Plastica W.ORT Wiener Taschenoper Wiener Vorstadttheater 2.500,00 3.700,00 60.000,00 7.000,00 72.670,00 20.000,00 181.682,00 181.682,00 50.000,00 30.000,00 30.000,00 36.336,00 6.000,00 11.000,00 2.800,00 8.500,00 2.300,00 21.000,00 17.500,00 86.673,00 10.000,00 20.000,00 2.000,00 36.000,00 1.500,00 5.000,00 2.900,00 6.000,00 1.800,00 6.500,00 7.000,00 2.900,00 1.500,00 59.600,00 20.000,00 4.000,00 57.000,00 2.703,00 2.000,00 65.000,00 30.000,00 31.700,00 14.000,00 36.330,00 145.344,00 110.000,00 4.800,00 183 Wienstation WUK WUT Summe LIKUS Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst Depot Forum Artist in Residence Fotogalerie Wien Gesellschaft bildende Künstler Österreichs Künstlerhaus IG Bildende Kunst Kindermuseum Kunsthalle Wien Kunstverein Wien Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Soho in Ottakring Springerin Wiener Secession Summe LIKUS Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video Entuziasm Kinobetriebs GmbH Filmarchiv Austria Filmarchiv Austria- Metrokino Filmfonds Wien Institut Pitanga Jüdische Filmwoche Jungfilmerförderung+ Projektförderungen 184 54.061.648,44 9.500,00 54.300,00 100.000,00 84.700,00 11.250,00 18.000,00 363.000,00 25.500,00 364.000,00 3.997.000,00 870.995,63 18.000,00 114.150,00 60.000,00 22.000,00 310.000,00 6.258.595,63 310.000,00 116.000,00 80.000,00 7.995.000,00 36.000,00 35.000,00 437.000,00 Kinoförderung Österreichisches Filmmuseum St. Balbach Stadtkino Wiener Filmfestwochen- Viennale Summe LIKUS Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren Verein Kulturnetz WUK, Jahressubvention Summe LIKUS Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe LIKUS Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration Interkulturelle Aktivitäten UNESCO- Arbeitsgemeinschaft Summe LIKUS Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration 673.728,34 509.000,00 21.800,00 210.751,00 1.271.774,60 11.696.053,94 189.000,00 1.090.092,51 1.279.092,51 67.035,00 14.535,00 65.879,06 147.449,06 578.443,00 22.000,00 600.443,00 185 LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen AICE Intern. Jugendmusikfest Blasmusikfest Bundesländertag Gesellschaft zur Förderung Österreichischer AdventKultur Kulturverein Alsergrund Lebendige Weihnacht Musiksommer-Klangbogen und Osterklang Wiener Festwochen Wiener Kulturservice Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Wiener Stadtfeste Summe LIKUS Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 61.000,00 240.814,44 48.633,48 20.000,00 21.800,00 49.315,54 4.297.149,24 11.147.957,61 1.613.355,00 51.000,00 806.000,00 18.357.025,31 186 FRAUENKULTURBERICHT 2003 187 FRAUENKULTURBERICHT 2003 Zusammengestellt und kommentiert von Mag. Karin Rick „Heute sind es Frauen, von denen die gewagteste Kunst der letzten zehn Jahre stammt. Ihr Werk ist von der psychologischen Seite gesehen viel extremer als das der Männer.“ Jenny Holzer „Gute Kunst hat kein Geschlecht.“ Dies ist das Argument all jener, die einer Debatte über die Ausschließungsmechanismen von Frauen im Kunstbetrieb ausweichen und die verkrusteten Strukturen beibehalten wollen. Bemühungen, Künstlerinnen ihrem Wert entsprechend in gleicher Weise wie ihre männlichen Kollegen im öffentlichen Diskurs vertreten zu sehen, und auf Diskriminierungen aufmerksam zu machen stoßen immer noch auf heftigen Widerstand.„Wir fördern die Qualität und nicht das Geschlecht“, ist eine gängige Antwort, wenn nach der Anzahl von Künstlerinnen im Gesamtkontext eines künstlerischen Bereichs gefragt wird. Konkrete Zahlen über Ausstellungsbeteiligungen von Frauen, ihre Beteiligungen an Vortragstätigkeiten, ihren Anteil an Führungspositionen, an konzeptueller Arbeit, an der Definitionsmacht im Kunst- und Kulturbereich schlechthin sind außer von den betroffenen Künstlerinnen selbst von niemandem erwünscht. In diesem Sinn leistet die Stadt Wien mit dem Frauenkulturbericht der Stadt Wien eine einzigartige Pionierarbeit. Es gibt kaum Erhebungen über die gesellschaftliche Realität von kunstschaffenden Frauen, noch über ihre Präsenz auf dem Kunstmarkt oder über den Stand öffentlicher Förderungen. Der Bericht verfolgt zwei wesentliche Ziele: Zahlen, Anteile, Prozente Erstes Ziel ist die quantitative Sichtbarmachung von Frauen und ihrer Beteiligung am gesamtkulturellen Geschehen in Wien. Dazu gehört die zahlenmäßige Offenlegung der Förderungen, die an weibliche Kunstschaffende vergeben werden. Daher werden die Fördersummen, soweit dies möglich ist, immer auch in ihrem Prozentanteil zum Gesamtbudget genannt. So können Vergleiche zu den Vorjahren angestellt werden. Nicht nur die Fördersummen sind entscheidend sondern auch die Beteiligung von Frauen an Fachjurys oder die KuratorInnentätigkeit, also ihre Mitwirkung in Entscheidungsgremien, die die künstlerische Karriere einer anderen Frau beeinflussen können. Namen, Projekte, Institutionen: Zweites Ziel ist die Nennung der Projekte von Künstlerinnen, ihrer Namen und all jener Institutionen, in denen sie tätig sind. Dies verstehe ich als Strategie gegen die Leugnung und Anonymisierung, denen Künstlerinnen bis vor kurzem noch ausgesetzt waren(auch Pseudonyme, unter denen Frauen schrieben, um überhaupt veröffentlichen zu können gehörten dazu). Kunst unterliegt wie jede andere Präsentationsform unserer Gesellschaft dem Geschlechterkampf. In den aktuellen Gender-Diskussionen wird längst der Standpunkt vertreten, dass das Geschlecht nicht naturgegeben, sondern als eine soziale Konstruktion betrachtet werden muss. Das erklärt auch die feministische Forderung nach Quoten, um eines schönen Tages 50:50 Verteilung von Frauen und Männern in bestimmten Fachbereichen zu erlangen. Eine Frau soll die gleiche Chance haben wie ein Mann, nicht bloß„weil sie eine Frau ist“, sondern weil die gesellschaftliche Zuschreibung„Frau“ bis heute noch eine Schlechterstellung in fast allen Bereichen inkludiert. „Frau“ wurde in den letzten Jahrhunderten nicht mit Begriffen wie„produktiv, „künstlerisch“,„gestaltend“,„denkend“ in Verbindung gebracht und schon gar nicht mit 188 ihrer Anwesenheit oder der Präsentation ihrer Werke in Räumen außerhalb der Intimität des Häuslichen. Frauen wurde ein schöpferisches Verhältnis zur Welt abgesprochen. Ihre Fähigkeit zu gebären war höchstens ein reproduktiver, kein produktiver Akt und verhinderte noch dazu, Frauen als künstlerische Wesen zu denken. Ein langer, mühsamer Aufholprozess war notwendig. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten Frauen endlich an Universitäten studieren, die gleichen Kunsthochschulen besuchen, wie ihre männlichen Kollegen. Heute sind theoretisch alle Wettbewerbe, Preise, Auszeichnungen, alle beruflichen Möglichkeiten für Frauen wie für Männer gleich offen. Beim genauerem Hinsehen ergibt sich jedoch ein anderes Bild: 50% der AbsolventInnen von Kunsthochschulen sind Frauen, aber nur maximal 3% der ProfessorInnen, das gleiche gilt für andere Fächer, andere Universitäten. In staatlichen und städtischen Museen und Ausstellungshallen erreicht der Anteil an Künstlerinnen derzeit bis zu 30%(je jünger das Kunsthaus, desto mehr Kunstwerke von Frauen werden ausgestellt), in den seltensten Fällen mehr. Auf dem freien Kunstmarkt beträgt der Frauenanteil maximal 7%. Die restlichen 93% betreffen weiterhin Kunstwerke von Männern. Eine derzeit gängige Faustregel besagt, dass Österreich pro Jahrzehnt nur eine einzige Künstlerin mit internationaler Präsenz verträgt. Umso wichtiger ist eine ausgleichende Förderungspolitik. Die Stadt Wien bemüht sich, zumindest in den Gremien, Jurys und Beiräten ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu schaffen, auch in ihren Kunstankäufen und in der Vergabe von Förderpreisen. Ein hoher Frauenanteil in einer Jury muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass mehr Frauen ausgewählt werden, kann es aber. Dies belegt die hohe Anzahl von Preisen und Stipendien an Künstlerinnen, sobald in der zuständigen Fachjury das Geschlechterverhältnis ausgewogen ist(siehe dazu Jurybesetzungen in der Literatur, in der bildenden Kunst, im Theaterbereich). Produktionsbedingungen und Lebenswirklichkeit von Künstlerinnen am Beispiel des abendfüllenden Spielfilms Der Bericht schließt mit einer Bestandsaufnahme. Die Medienwissenschafterin und Geschäftsführerin des Drehbuchforums Wien, Dr. Sabine Perthold, befragte zehn der bekanntesten österreichischen Filmemacherinnen in der Disziplin„abendfüllender Spielfilm“ zu den äußeren Bedingungen und inneren Beweggründen ihres Filmschaffens; etwa über die Erfolgsgeschichte, die vor allem junge österreichische Filmemacherinnen auf internationalen Festivals schreiben, über wirtschaftlich-politische Faktoren, die die Filmkultur Österreichs erheblich konturieren, über Weiblichkeitsbilder im jüngeren österreichischen Spielfilm oder über schwelende Grabenkämpfe innerhalb einer mit Rahmenbedingungen hadernden Branche. Strukturiert sind die Fragen nach den Komplexen Ausbildung, Werdegang, Berufs- und Privatleben, ästhetisches Konzept, weiblicher Blick, um den LeserInnen Vergleichsmöglichkeiten zu bieten. Die gehaltvollen und facettenreichen Darstellungen der Filmemacherinnen über die Entstehungsprozesse ihrer Arbeit zeigen zum ersten Mal in so geballter Form die große Vielfalt weiblichen Filmschaffens in Österreich. THEATER Frauen in Führungspositionen Im Bereich Theater ist ein sehr hoher Anteil an Frauen in Führungspositionen zu verzeichnen, und dies sowohl bei der künstlerischen, als auch bei der kaufmännischen Leitung der jeweiligen Institution. Wobei an dieser Stelle betont werden muss, dass der Frauenkulturbericht Wert darauf legt, auch die kaufmännische Leitung zu würdigen, und nicht nur die in der Kunstszene so privilegierte künstlerische Leitung. Erstens, weil die kaufmännische Leitung betriebswirtschaftlich gesehen realiter eine Führungsposition ist, und zumeist Männern vorbehalten war, zweitens, weil 189 volkswirtschaftlich und vom Standpunkt der Gleichbehandlung gesehen die betroffene Frau mehr verdient, als in einer anderen Position. Aus diesen Überlegungen resultiert die folgende Aufstellung über Institutionen und freie Gruppen der Wiener Theaterszene: Das Gesamtbudget des Theaters 2003 betrug EUR 51,500.235,28. Davon entfielen auf feste Häuser, die von Frauen künstlerisch und/oder kaufmännisch geleitet wurden EUR 19,076.452,82 plus EUR 1,399,335.33 Baukosten: Fixe Häuser Emmy Werner Volkstheater Sigrid Gareis TQW Ulrike Lintschinger TQW Marianne Aly Th.d.Jugend Susanne Moser Schauspielhaus Ulrike Kaufmann Odeon Isabella Gabor Kammeroper Christl Bauer Ensembletheater Eva Langheiter Drachengasse Johanna Franz Drachengasse Johanna Tomek Theater m.b.H. Helga Illich Gruppe 80 LINK*FrauenRau Barbara Klein m Inter Thalia Julia Schafranek Theater International Marilyn Close-Wallace theatre Gül Gürses Th.d.Augenblicks Nika Brettschneider Theater Brett Kabarett Doris Ringseis Niedermair Traude Kossatz Lilarum Nicole Metzger Spielraum Theaterverein Anna Thier Wien/Kuratorin Doris Ringseis Kulisse 5.719.352,05 2.906.913,37 3.415.623,21 1.162.765,35 690.391,93 697.659,21 581.382,67 472.373,42 290.692,00 599.382,67 künst künst kauf kauf kauf künst künst kauf beides beides beides beides 363.364,00 beides 581.382,67 künst 145.346,00 196.216,65 159.880,24 beides beides künst 109.009,25 145.346,00 130.812,00 beides künst künst 708.560,13 beides 19.076.452,82 Baukosten 150.000,00 324.035,81 113.000,00 363.364,17 72.673,00 7.000,00 36.302,35 52.150,00 21.801,00 120.000,00 109.009,00 30.000,00 1.399.335,33 190 Zusätzlich der Förderung von Frauenprojekten im Bereich freie Gruppen: Freier Bereich, Projekte von Frauen Sylvia Bra Amfimixis Aktörverein Milli Bitterli artificial horizon Barbara Gassner Falsch Theater Barbara Kraus Tanztheater Perform Berenice Pahl Berenice Pahl Astrid Bayer Carambolage Claudia Mader Carpa Theater Mia Zabelka CBB Projects Loulou Omer Cie Loulou Omer Elisabeth Orlowsky Compagnie Smafu Claudia Nossek Dachtheater Saskia Hölbling Dans.Kias Das Wiener Sylvia Rotter Kindertheater Elfriede Ott Erinnerungstheater Ricky May European Group theatre Aurelia Staub Gegenwartstanz Laroque Dance Helene Weinzierl Company Miki Malör FUP Anna-Maria Birnbauer Musikwerkstatt Nora Scheidl Netzzeit Anita Kaya Oya Produktion Eva Brenner Projekt Theater Mariella Greil s.a.f.t. Productions Christine Gaigg Second nature Linde Prelog Singendes Herz Anne Mertin Stadttheater Wien Tanz Theater Sylvia Scheidl Performance Liz King Tanztheater Wien Gabriele Rahmana T-Cup Gül Gürses Theater des Augenblicks Theater des blauen Michaela Galli Daches Elisabeth Biedermann Theater des Wandels Nika Sommeregger Theater Iskra Martina Winkel Theater ohne Grenzen Susanne TabakaPillhofer Theater Tanto Claudia Bosse Theatercombinat Stella Fürst Theaterverein Fürst Karin Schäfer Verein Fadenschein Verein Frontzement Andrea Hügli Andrea Hügli Miki Malör Verein FUP- Miki Malör 4.800 18.000 9.000 30.000 1.500 8.500 5.000 7.000 22.000 Schauspielerin und Regisseuse Choreographin Schauspielerin und Regisseuse Performerin Schauspielerin und Regisseuse Choreographin Schauspielerin und Regisseuse Performerin Choreographin 17.000 15.300 73.000 Choreographin Regisseuse Choreographin 29.000 26.700 21.000 58.000 Regisseuse Organisation Schauspielerin und Regisseuse Choreographin 25.000 Choreographin 17.000 Schauspielerin und Regisseuse 219.019 399.028 20.000 145.345 5.700 30.000 10.000 60.000 Organisation Bühnenbild und Organisation Choreographin Regisseuse Choreographin Choreographin Schauspielerin und Regisseuse Regisseuse 20.000 50.000 30.000 36.336 Performerin Choreographin Organisation Regisseuse 6.000 Schauspielerin und Regisseuse 11.000 Regisseuse 21.000 Regisseuse 86.673 Regisseuse 10.000 36.000 6.000 10.000 Regisseuse Regisseuse Schauspielerin und Regisseuse Schauspielerin und Regisseuse 6.400 Regisseuse 40.000 Schauspielerin und Regisseuse 191 Sylvia Both Verein im Tanz Akemi Takeya Verein Imeka Nuschin VossoughiVerein MultiKids Wien Christina Tornquist Verein Sirene Paola Aguilera Verein toc Helga David Verein Via Rose Breuss Verein zur Zeit Jutta Schwarz Vis Plastica trans.gen. 65.000 35.000 25.430 Choreographin Choreographin Organisation 33.000 1.500 145.344 31.700 36.330 2.019.605 Regisseuse Schauspielerin und Regisseuse Regisseuse Choreographin Organisation Gesamtbetrag: 5.268.765 Theater, freier Bereich Projekte Männer 62% Projekte Frauen 38% Summe freie Gruppen, Frauen Summe feste Häuser, Frauen Summe feste Häuser und freie Gruppen 2.019.605,00 20.475.788.15 22.495.393.15 Der Anteil an von Frauen geführten Häusern und von Frauen realisierten Projekten am Gesamtbudget des Theaters beträgt mit 22.495.393 Euro 42,5%, das sind um 2,9% mehr als im Vorjahr. 192 Gesamttheaterbudget, Frauenanteil Häuser u.Projekte unter männl. Leitung 57,5% Häuser u.Projekte unter weibl. Leitung 42,5% Jurybesetzungen: Noch bis zum Sommer 2003 gaben Beiräte Förderempfehlungen für die Einreichungen der freien Gruppen ab. Ab Herbst begannen im Sinne der Theaterreform drei KuratorInnen, die VerfasserInnen der Theaterstudie mit ihrer Arbeit, Anna Thier, Uwe Mattheiß, Günter Lackenbucher. Die Unterscheidung zwischen Sprech- Tanz- und Kindertheater fiel weg. Die bisherigen Sprech-, Tanz- und Kindertheaterbeiräte waren fast ausschließlich mit Frauen besetzt. Unter den drei neuen KuratorInnen befindet sich eine Frau. Kindertheater: Christa Binder, Evelyn Fuchs, Gudrun Wienerberger, Cornelia Kilga, Margarethe Erber-Groiss, Lisa Tomaschek Jurybesetzung Kindertheate r Männer 0,0% Frauen 100,0% Sprechtheater: Friedrun Huemer, Evelyn Itkin, Ditta Rudle, Marianne Vejtisek, Sabine Perthold, Barbara Freitag, Elisabeth Wäger, Elisabeth Ornauer 193 Jurybesetzung Sprechtheater Männer 0,0% Frauen 100,0% Tanztheater: Marcile Dossenbach, Beate Mathois, Maud Paulissen-Kaspar, Edith Wolf-Perez, Peter Egger Jurybesetzung Tanztheater Männer 20,0% Frauen 80,0% Neue KuratorInnen: Anna Thier, Uwe Mattheiß, Günter Lackenbucher 194 KuratorInnen Männer 66,7% Frauen 33,3% Tanzquartier: Unter der künstlerischen Leitung von Sigrid Gareis und der kaufmännischen Leitung von Uli Lintschinger wurde das Tanzquartier, dotiert mit 2,9 Mio Euro(plus EUR 314.000,-Baukostenzuschuss) zu einer international anerkannten und vielfach gerühmten Einrichtung, die Theorie und Praxis der Bewegungskunst miteinander verbindet. Das Workshop- und Trainingsprogramm vereint unterschiedliche Trainingsansätze und ästhetische Konzeptionen des Gegenwartstanzes. Die künstlerische Programmarbeit will die Abkehr von bloßer Werkpräsentation. ChoreographInnen, AutorInnen, AkademikerInnen und andere Interessierte werden in zwei- bis dreiwöchigen Sessionen, sogenannten Labors, vernetzt. Sie konfrontieren ihre Ansätze und theoretischen Instrumentarien und machen die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzungen öffentlich. Die Theorie wird also in die Praxis gebettet und umgekehrt. Ausgehend von einem Unbehagen an der üblichen Trennung von praktischer Choreographie und analytischem Blick arbeitet man an einer Verständigung beider Sphären. Dazu gehörte auch das Projekt„Embody – the Act of Being“ des Choreographen Mark Tompkins, an dem die französische Theoretikerin Isabelle Ginot beteiligt war. In ihrer Vortragsperformance „Sacred Monsters – let’s talk about it“ vollführte sie ein Spektakel paradoxer Theorieandeutungen und forderte das Publikum dazu auf, sich der Aufführung auf reiner „Empfindungsbasis“ zu nähern. Auch Synergien mit anderen Bereichen sind gewünscht. So befasste sich die neue Arbeit von Christine Gaigg,„2 nd nature“ mit einem Werk des Filmemachers Peter Kubelka, seinem Film„Adebar“ aus dem Jahre 1957. Die Aufführung mit anschließender Diskussion fand in Kooperation mit der Viennale statt. Barbara Kraus entwickelte am Tanztheater ihre Performance„Well/come to the Club of Pleasure“, eine Shapeshifterstory, und konnte diese mit großem Erfolg auch im renommierten KaaiTheater in Brüssel präsentieren. Derzeit arbeiten im Tanzquartier bis auf zwei Techniker ausschließlich Frauen, und zwar: Produktionsleitung Claudia Stemberger, Produktionsassistenz Christina Gillinger, Training/Workshop Katrin Roschangar, Training/Workshop Kuratorin Milli Bitterli Dramaturgie/Research Silke Bake Theorie- und Informationszentrum Martina Hochmuth, Krassimira Kruschkova, Theorie- und Informationszentrum Assistenz Gordana Jovetic Sartori, Marketing Barbara Lindner, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Eva Trötzmüller, Öffentlichkeitsarbeit/ Vermittlung Heide Wihrheim, Presse/Marketing Assistenz Barbara Heumesser, Service Stanislawa Ruth, Lichttechnik Monika Gruber, Sekretariat Barbara Hochreiter, Monika Deninger 195 Kosmos-Theater Mit einer Jahresförderung von EUR 363.364,-- seitens der Stadt Wien konnte sich das Kosmos Theater, ehemals Kosmos Frauenraum geleitet von Barbara Klein, trotz noch immer ausstehender Bundesförderung weiterhin erfolgreich in der Theater- und Tanzszene behaupten. Freie Projekte konnten den Raum anmieten. In Kooperation mit den Wiener Festwochen wurde die Produktion„Heidi Hoh 3 – die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat“ gezeigt. Mit Heidi Hoh, eine „vollautomatische Kundendienstlerin, die mit ihren Freundinnen durch die schöne, neue Welt des Turbokapitalismus surft wurde eine vielschichtig zu diskutierende Kunstgestalt präsentiert, die zur derzeit aktuellen Globalisierungskritik passt. In Kooperation mit dem HomoBiTrans-Referat der Hochschülerschaft fand der Performance Abend der„Kingz of Berlin“ statt, die umjubelte Drag King Gruppe aus Berlin. Seit dem Aufkommen der Queer Theory und der damit verbundenen Kritik an dem System der Zweigeschlechtlichkeit als Herrschaftssystem ist Drag eine vieldiskutierte Strategie, Normalisierungsprozessen entgegenzuwirken. Die Kingz of Berlin boten durch ihre vielfältigen Drag King Charaktere eine faszinierende Performance. Konzipiert und organisiert wurde der Abend von Lisa Appiano, Thomas Vinzenz und Si.phi Kutzenberger. Barbara Klein bot außerdem wieder einmal eine sprühende, glitzernde„female comedy night“ mit den Größen des österreichischen und deutschen Frauenkabaretts, u.a. Eva Dité, Ursula Schwarz, Brigitte Antonius, Birgitta Altermann, Martha Jarolim, Margot Hruby, Miki Malör, Henriette Konschill, Jella Jost, Lilly Wladen, Birgit Krammer, SI.SI. Klocker und Irene S. Natascha Gundacker. WIENER FESTWOCHEN Die Wiener Festwochen verfügten 2003 über einen Etat von EUR 11,147.957,--. Das Direktorium setzte sich aus einem Intendanten, einem Musikdirektor, einem Geschäftsführer und einer Schauspieldirektorin(Marie Zimmermann) zusammen. Damit war die künstlerische Leitung zu einem Drittel in weiblicher Hand. Die kaufmännische Leitung zu 100% in männlicher Hand. Der Frauenanteil unter den RegisseurInnen ist seit dem ersten Frauenkulturbericht 2001 kontinuierlich gestiegen, 2001 betrug er 0%, 2002 11% 2003 16,7% Frauen. Dies lag auch an Marie Zimmermanns Konzept der Forum Festwochen, die vorwiegend junge KünstlerInnen aus Europa einluden, womit Frauen stärker zum Zug kamen. 196 Festwochen, Regie: Im Bereich Regie standen 30 Männer 6 Frauen gegenüber. Festwochen, Regie Frauen 16,7% Männer 83,3% Erwähnenswert in diesem Zusammenhang Laurence Févriers„Quartiers-Nord“. In Goutte d’Or, einem Stadtviertel im Norden von Paris zu Füßen von Montmartre, haben sich seit jeher Einwanderer niedergelassen. Die Atmosphäre im Quartier ist prall, bunt und exotisch. Das Zusammenleben vieler Menschen unterschiedlichster Kulturen auf engstem Raum bringt aber auch immer größere Probleme mit sich. Die Regisseurin Laurence Février hatte zusammen mit Brigitte Dujardin von Januar bis Mai 2002 Interviews geführt und legte die unredigierten, ungekürzten Statements ihrem SchauspielerInnenensemble in den Mund. An drei Tagen hintereinander wurden in einem Marathon von acht Episoden lebendige Menschenporträts gezeichnet – Eine Saga über die Menschen von Goutte d’Or, ein Kaleidoskop über das Leben in der Großstadt. Festwochen, musikalische Leitung: Im Bereich Musiktheater konnten 8 Dirigenten und 0 Dirigentinnen gezählt werden. Der Frauenanteil ist in den letzten Jahren gleich geblieben. Festwochen, DirigentInnen Frauen 0,0% Männer 100,0% 197 Festwochen Musik: Die Musik der bei den Wiener Festwochen aufgeführten Bühnen- und Orchesterwerke stammt zu 100% aus der Feder männlicher Komponisten(30:0). Festwochen, KomponistInne n Frauen 0,0% Männer 100,0% Festwochen, AutorInnen: Unter 29 aufgeführten AutorInnen befanden sich 5 Frauen. Im Vorjahr war der Anteil gleich hoch: 6:35, 2001 2:18. Festwochen, AutorInnen Frauen 17,2% Männer 82,8% 198 Festwochen, Bühnenbild: Der Frauenanteil betrug 2003 26,1%(6:17), hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht(17,1%). Petra Windisch war auch diesmal wieder für die Produktionsleitung und das Bühnenbild des Eröffnungsszenarios am Wiener Rathausplatz verantwortlich. Festwochen, Bühnenbild Frauen 26,1% Männer 73,9% Festwochen, Kostüme: Traditionell ist dies ein Bereich, in dem mehr Frauen als Männer künstlerisch tätig sein können, entsprechend dem klassischen Frauenbild, das die Herstellung von Kostümen dem handwerklich-häuslichem Bereich zuordnet. Doch die Männer sind im Vormarsch. 2002 betrug der Anteil an Frauen 72,2%, der der Männer 27,8%, 2003 63,2%: 36,8%. Festwochen, Kostüme Männer 36,8% Frauen 63,2% 199 MUSIK Frauenförderung im Musikbereich 2003 umfasste folgende Gebiete. 1. Orchesterförderung: Neben dem 1. Frauen Kammerorchester(EUR 36.000,-)finden sich in vielen Klangkörpern, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Wien erfahren, Frauen. Besonders in den Jugendorchestern – Jeunesse Orchester (EUR 47.000.-55%) und Gustav Mahler Jugendorchester(EUR 182.000.-48%) 2. Organisation: Orchester und Ensembles, die von Frauen geleitet werden. So u.a. das Frauenkammerorchester(€ 36.000.- Prof. Brigitte Ratz), das Jeunesse Orchester(EUR 47.000.- Dr. Renate Böck), Franz Lehar Orchester (EUR 7200.- Prof. Vera Macku und KS Sona Ghazarian), Kaleidoskop(EUR 3500.Adriane Muttenthaler); KIKO Wien(EUR 3500- Elisabeth Naske); 3. Vereine: Ernst Krenek Institut(EUR 72.600- Mag. Petra Preinfalk), Musikalische Jugend Österreichs(seit Oktober 2003 Mag. Angelika Möser), Wiener Musik Galerie(EUR 30.000.- Prof. Ingrid Karl); Orpheus Trust(EUR 73.000.- Dr. Primavera Gruber); Musica Juventutis(EUR 18.000- Mag. Christa-Maria Schuster): Österr. Volksliedwerk(EUR 14.500- Mag. Walcher); 4. Wettbewerbe: Der Belvedere Gesangswettbewerb(EUR 25.000.- wird von der Wiener Kammeroper und der Direktorin Isabella Gabor organisiert und findet jährlich statt., Beethoven Klavierwettbewerb( alle 4 Jahre- EUR 2000.- Mag. Elga Ponzer) 5. Kompositionsaufträge: Die Gesamtsumme für Kompositionsaufträge betrug 2003 EUR 21 000,--(statt EUR 36.600,-- im Vorjahr). Dafür hat sich der Frauenanteil deutlich erhöht. Er betrug 30,7%. Im Vergleich: 2002 betrug er 5,4%. Folgende Komponistinnen reichten um Unterstützung ein: Cizek Martina EUR 2.940,-Klement Katarina EUR 1.400,-Elisabeth Schimana EUR 1.100,-Ming Wang EUR 1.000,-Alle Ansuchen wurden positiv erledigt. Kompositionsaufträge Kompositionsaufträge, Männer 69,3% Kompositionsaufträge, Frauen 30,7% OsterKlang und KlangBogen Auch 2003 fanden wieder die beiden Musikfestivals OsterKlang Wien& KlangBogen Wien statt. Der besondere Aspekt, der jedes Jahr berücksichtigt wird, ist herausragende Künstlerinnen für die Festivals zu engagieren. Beispielhaft seien einige Aufführungen und Konzerte besonders hervorgehoben: die junge Britin Es Devlin zeichnete für die 200 Ausstattung von Ernst Blochs Macbeth im Theater an der Wien verantwortlich und trug wesentlich zum überragenden Erfolg dieser österreichischen Erstaufführung bei. Susan Bullock war als Lady Macbeth in dieser Produktion zu hören. Camilla Tilling sang sowohl in Bachs h-Moll Messe als auch in der von E. Stein bearbeiteten 4. Symphonie von Gustav Mahler. Die Sopranistin Lorna Anderson begeisterte beim Oster.Nachtkonzert im Wiener Stephansdom. Jeanne Galway war ihrem Mann James Galway eine mehr als kongeniale Partnerin. Ulrike Schörghofer gestaltete die Kostüme in Gerhard Schedls packendem Musikdrama Julie& Jean, in dem die Beziehung von Mann und Frau in höchster emotioneller Dichte gezeigt wird. Maria Husmann gestaltete eindrucksvoll die Rolle der Julie in dieser vom KlangBogen 2003 produzierten Uraufführung. FILM UND VIDEO Für die sogenannte JungfilmerInnenförderung standen der Kulturabteilung 2003 EUR 437.000,-- zur Verfügung. Davon ergingen an die Förderung von Strukturen und Institutionen EUR 186.000. Von dieser Summe bekamen Institutionen, die von Frauen ganz oder teilweise geleitet wurden EUR 104.500,--. Film Video, Institutionen Film, Video, Institutionen, Männer 43,9% Film Video, Institutionen, Frauen 56,1% Von den oben genannten EUR 427.000,-- standen für die Filmprojektförderung EUR 251.000,- zur Verfügung. 91.668 davon ergingen an Projekte von Filmerinnen. 201 Film Video, Projekte Film Video, Projekte von Männern 61,1% Film Video, Projekte von Frauen 38,9% Hier die Projekte und Institutionen im Einzelnen: Institut Drehbuchforum Culture2Culture Culture2Culture Projekt Jahrestätigkeit Festival+Preis Jahrestätigkeit Six Pack Film Medienwerkstatt Verein Exil Zone Jahresbetrieb Artist in Residence Jahrestätigkeit Jahrestätigkeit Name Akbaba Ülkü Berger Karin C. Bever Dagmar Daxecker Gundula Dermota Jovita Dybal Vivien Grausgruber Waltraud Grill Michaela Hajdany Jasmina Heubrandtner Astrid Hofer Regina Kittler Doris Kordon Renate Kratzer Elke Kratzer Elke Kratzer Elke Kreutzer Marie Kudlacek Martina Mantl Beate Mantl Beate 202 Projekt Grenzgängerinnen Planetengetriebe Peter Kubelka Lecture Roarr! Oder mit mir nicht wenn der weisse Flieder Meister der Schatten Japan meets tricky women Trans Halbmond der Freiheit Fremde Nähe Huma Botanik Leichter Winter Artists in residence Meine drei Omas 3 Omas Stossek un peu beaucoup Notizen zu Marie Menken Farewell Brothers Lovers Campus Betrag 25.400,00 10.800,00 7.400,00 47.200,00 2.000,00 4.500,00 7.200,00 104.500,00 Betrag 4.000,00 3.000,00 4.000,00 2.000,00 4.000,00 2.000,00 4.000,00 500,00 3.500,00 3.000,00 700,00 2.000,00 500,00 3.500,00 1.600,00 2.000,00 2.000,00 3.600,00 968,00 3.000,00 Mantl Beate Mantl Beate Mattuschka Mara Pöschl Michaela Reisenberger Ursula Rohrer Katharina Schrenk Lucia Schrenk Lucia Schwarz Gertraud Schweizer Corinne Schwentner Michaela Stehlik Ulrike Sterneck Erna Tillinger Lisa Tomek Johanna Tretinjak Alina Unger-Wiplinger Wegen Daniel Voodoo Master Met a morph Objektivierungen Weiterbildung The Search Tot sein Sternenschaften Borinboresi Zeigensightseeing Jet a couple of houses Gerda Höchsmann Felix Ende Herstellungskosten für Videoaufzeichnung Grauzone Barbara 1.500,00 800,00 4.000,00 1.500,00 2.000,00 7.000,00 3.000,00 2.000,00 1.000,00 2.000,00 500,00 4.000,00 1.500,00 6.000,00 3.000,00 4.000,00 4.000,00 97.668,00 Im Wiener Votivkino organisierte der Verein culture2culture zum zweiten Mal das Festival„tricky women“, das weltweit erste und einzige Filmfestival, das sich speziell dem Trickfilmschaffen von Frauen widmet. Konzept und Organisation hatten Waltraud Grausgruber, Birgitt Wagner, Bea Bürkle, Petra Pfann und Indes Purtauf über. Der Länderschwerpunkt bezog sich diesmal auf Tschechien, Japan und Südkorea. Jayne Pilling, Maya Yonesho, Sabine Groschup und Michaela Pavlátová waren die Jurymitglieder im Wettbewerb: Der Tricky Women Preis der Stadt Wien, dotiert mit EUR 3.650.,-- erging an Ruth Lingford für„The Old Fools“ und Gaelle Denis für„Fish never sleep“. Der Synchro Film&Video Sachpreis im Wert von EUR 1.500,-- erging an Alys Hawkins für„Crying and wanking“ und das 3-monatige Arbeitsstipendium des KünstlerInnenstudio-Programms quartier21 an Marketa Placha für„Glosa/Gloss“ und„Solo Mutant“. Im project space der Kunsthalle Wien fand die Tagung„Screenwise“ statt, eine Bestandsaufnahme feministischer Film- und TV Wissenschaften, mit der Frage nach der Konstitution und Reflexion des Subjekts der zeitgenössischen Theorie zu Kino und TV. Organisiert und konzipiert wurde die Tagung mit gleichzeitig laufender Filmschau „Bilderlust“ im Filmmuseum von Monika Bernhold, Andrea B.Braidt(Verband feministischer Filmwissenschaftlerinnen), Claudia Preschl(IKM) und Brigitte Mayr (Synema). Die Medienwerkstatt Wien, zu deren Team Gerda Lampalzer, Dr. Eva Brunner-Szabo und Judith Wieser-Huber gehören, feierte im November 2003 mit der Veranstaltungsreihe „partly truth-partly fiction“, mit Installationen, Workshops und Screenings ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Medienwerkstatt Wien wurde 1978 als Studio für unabhängige Videoarbeit gegründet und betreut heute den gesamten elektronischen Medienbereich: Film, Video. CD-Rom, DVD und Internet. In ihrer Eigenschaft als innovationsfähiges Modulsystem multimedialer Produktion und Vermittlung ist sie zu einem anerkannten Modell in der unabhängigen Medienkunstszene geworden. Filmfonds Wien Der Filmfonds Wien unterstützt die Herstellung von Kino- und Fernsehfilmprojekten von der Projektentwicklung bis zur Verwertung. Damit sollen zum einen die heimische Filmwirtschaft, der Erhalt und Ausbau ihrer Infrastruktur, die Sicherung der Arbeitsplätze der Filmschaffenden als auch die künstlerischen und kulturellen Aspekte der Filmprojekte gefördert werden. 203 Ferner will der Filmfonds durch die Förderung sowohl nationaler als auch internationaler herausragender(Gemeinschafts-)Projekte dazu beitragen, dass dem österreichischen Film und seinen Kreativen eine höhere nationale wie internationale Aufmerksamkeit zuteil wird. Gremien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Filmfonds Wien Nach dem Ablauf der Funktionszeit der ersten Jury des Filmfonds Wien, wurden neue Film- und Medienschaffende in das Gremium bestellt, das die Förderansuchen beim Filmfonds Wien beurteilt und Zusagen ausspricht. Während im letzten Jahr je vier Frauen und vier Männer in der Jury und der Ersatzjury tätig waren, sind seit März 2003 fünf der acht Juroren Frauen. In der Hauptjury sind zwei Frauen tätig, in der Ersatzjury drei. Die Hauptjury bildeten seit März 2003 Ulrike Dohr, Beatrix Wesle, Dr. Andreas Ungerböck und Jani Thiltges. In der Ersatzjury saßen Dr. Elisabeth Büttner, Mag. Bettina Leidl, Annette Niehues und Dr. Philipp Riccabona. Dem Kuratorium gehörten nach wie vor sieben Personen an, darunter waren zwei Frauen. Die Kuratoriumsmitglieder waren Dr. Barbara Fränzen, Helmut Grasser, Hans Hurch, Mag. Michael Kreihsl, Wolf-Rüdiger Philipp, Michael Stejskal, Mag. Kathrin Zechner. Damit sind, wie bereits 2002, 29 Prozent der Kuratoren weiblich. Unverändert war der Gender-Anteil bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Filmfonds Wien im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr. Acht Stellen waren beim Filmfonds Wien besetzt, mit folgenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Dr. Peter Zawrel(Geschäftsführung), Andrea Christa(Lektorate), Mag. Petra Krassnigg(Verträge bis Februar 2003), Mag. Katharina Bogensberger(Verträge und stellvertretende Geschäftsführung ab März 2003(als Karenzvertretung für Mag. Krassnigg)), Mag. Silke Schönfelder(Public Relations) und Sibylle Schwarzkogler(Office Management) sowie MMag. Thomas Heskia(Controlling), Margarethe Binder(Controlling) und Alessandro Chia (Controlling). Rund 63% der Stellen beim Filmfonds Wien waren mit Frauen besetzt. Künstlerischer Aspekt Bei der Herstellung von Filmen sind innerhalb der verschiedenen Produktionsstufen in allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern Männer und Frauen beschäftigt. Die Autorinnen, Regisseurinnen, Kamerafrauen, Cutterinnen, Masken- und Kostümbildnerinnen oder Filmgeschäftsführerinnen arbeiten dabei mit Erfolg im künstlerischem als auch im wirtschaftlichen Bereich der Filmbranche. Im Jahr 2003 machten unter anderem Barbara Albert, Ruth Mader, Ulrike Schweiger und Nina Kusturica als erfolgreiche Regisseurinnen von sich reden. Barbara Albert stellte ihren neuen Film„Böse Zellen“ fertig, der bereits in den österreichischen Kinos im Herbst 2003 erfolgreich startete und auch auf internationalen Filmfestivals vertreten war. Barbara Albert schrieb ferner das Drehbuch für Nina Kusturica’s„Auswege“, der Film, der die DIAGONALE 03 eröffnete und gleichzeitig Kusturica’s Abschlussfilm an der Filmakademie Wien darstellte. Ein weiterer äußerst erfolgreicher Abschlussfilm der Wiener Universität für Musik und Darstellende Kunst war„Struggle“ von Ruth Mader. Der Film feierte seine Premiere beim Internationalen Filmfestival in Cannes 2003, für das er in die Sektion„Un Certain Regard” eingeladen war. Der erfolgreiche Festivaleinsatz des Films lässt sich anhand der Preise ablesen. Der Film erhielt z.B. beim Internationalen Filmfestival in Kiew den„FIPRESCI Award“, in Toronto den„CIPPUTI Award“ und Saarbrücken wurde das Drehbuch mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet. Auch das Drehbuch zur österreichisch/kanadischen Gemeinschaftsproduktion„Ein Sommer mit den Burggespenstern“ der heimischen Extrafilm Produktion, das Nadja 204 Seelich verfasste, wurde geehrt, mit dem Spezialpreis der Jury beim Kinderfilmfestival in Sochi. Die Auszeichnung als Bester Film beim Internationalen Festival of Women in Cinema in Bordeaux erhielt Ulrike Schweiger’s„Twinni“. Schweiger schrieb auch am Drehbuch zum Film mit. Die Komödie gehörte 2003 zu jenen heimischen Produktionen, die die meisten Besucher in die Kinos locken konnten. In Produktion befanden sich u.a. der Kinderfilm„Karo und der liebe Gott“, der von der Mini Filmproduktion Wien hergestellt wird, die Fiona Meisel und Katja Dor-Helmer leiten. Danielle Proskar führt bei dem Projekt Regie und hat auch das Drehbuch geschrieben. Die Lotus Filmproduktion arbeitete u.a. an der Realisation zu„Maria, Maria – Meine Mutter, deine Mutter“, ein Dokumentarfilmprojekt, bei dem die Filmemacherinnen Karin Macher und Susanne Wastl sich auf die Spurensuche der Donauschwäbinnen im Spannungsfeld zwischen Familie und Politik, Krieg und Vertreibung, Feiern und Trauern, Wissenschaft und Küchengesprächen begeben. An jedem dritten Drehbuch wirkten Frauen mit Insgesamt förderte der Filmfonds Wien achtzig verschiedene Filme in der Projektentwicklung, Herstellung und/oder Verwertung. Bei zwei von drei Filmen waren die Autoren Männer. Frauen verfassten rund 19% der Drehbücher. Ein Team aus Frauen und Männern schrieben für 14% der Filme die Bücher. Bei einem Projekt war der Autor oder die Autorin noch nicht festgemacht. Insbesondere der Anteil der Autorenteams hat sich mit einer 90prozentigen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr stark erhöht. Anteil der Frauen und Männer als AutorIn bei den vom Filmfonds Wien geförderten Projekten 2003 w/m 14% n.n. 1% m= Autor w= Autorin w/m= Team aus Autor und Autorin w 19% m 66% n.n.= AutorIn noch nicht bekannt Abb. 1: Anteil der Frauen und Männer als AutorIn bei den vom Filmfonds Wien geförderten Projekten 2003 Regisseurinnen im Vormarsch Ein Rückgang um 18% der Projekte, wo Männer Regie führten, konnte 2003 im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Denn von den 80 verschiedenen Filmen waren bei 59% Männer die Regisseure, 2002 waren es hingegen 71%. Hingegen ist der Regisseurinnenanteil um rund 65% angestiegen. In 13% der 2002 geförderten Projekte führten Frauen Regie, im Jahr 2003 waren es 21%. Bei einem Projekt gab es ein Team aus männlichen und weiblichen RegisseurInnen. Aufgrund der ebenso geförderten Projektentwicklungen, deren Ziel es ist, das Filmprojekt zu planen und mitunter den 205 Regisseur oder die Regisseurin für das Projekt zu engagieren, stand bei knapp einem Fünftel der Filmprojekte noch nicht fest, wer die Regie übernehmen wird. Anteil der Frauen und Männer als RegisseurIn bei vom Filmfonds Wien geförderten Projekten n.n. 19% w/m 1% w 21% m= Regisseur w= Regisseurin w/m= Team aus Regisseur und Regisseurin n.n.= RegisseurIn m noch nicht bekannt 59% Abb. 2: Anteil der Frauen und Männer als RegisseurIn bei vom VFieilnmnfaolends Wien geförderten Projekten 2003 Geschäftsführerin der Wiener Filmfestwochen„Viennale“, mit einer Förderung seitens der Stadt Wien in der Höhe von EUR 1,271.774,-- war auch 2003 die Kulturmanagerin Eva Rotter. BILDENDE KUNST Die Jury für Kunstankäufe bestand im Jahr 2003 aus 7 Mitgliedern, davon 5 Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Mag. Hannah Stippl, Univ.Prof. Barbara Putz-Plecko, Dr. Ursula Storch und Mag. Karin Zimmer Jurybesetzung Kunstankäufe Männer 28,6% Frauen 71,4% 206 Die Jury für die Galerien-Prämienaktion 2003 zählte 6 Mitglieder, davon 4 Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Dr. Monika Faber, Dr. Henriette Horny und Frau Stella Rollig Jurybesetzung Galerienprämienaktion Männer 33,3% Frauen 66,7% Die Jury für Preise der Stadt Wien bestand aus 6 Mitgliedern, davon 4 Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Marianne Maderna, Mag. Eva Schlegel, Elfie Semotan Jurybesetzung Preise der Stadt Wien Männer 33,3% Frauen 66,7% Einer der beiden Förderpreise für bildende Kunst wurden an eine Frau vergeben: Martha Stutteregger, EUR 4.000,--. 207 Förderpreise bildende Kunst Männer 50,0% Frauen 50,0% Vier Preise der Stadt Wien wurden an drei Frauen und einen Mann vergeben: Elke Krystufek, Friedl Kubelka, Dorit Margreiter(je EUR 8.000,-) P reise der Stadt Wien, bildende Kunst Männer 25,0% Frauen 75,0% Kunstankäufe 2003 Aus einer Gesamtsumme von EUR 474.373,-- wurden 182 Einzelankäufe getätigt. Dabei wurden 88 Kunstwerke von Frauen und 94 Kunstwerke von Männern erworben. 208 Kunstankäufe, Frauenanteil Künstler 51,6% Künstlerinne n 48,4% Die Ankaufssummen betrugen EUR 197.830,-- für Frauen und EUR 276.543,-- für Männer Kunstankäufe, Fördersummen Künstler 58,3% Künstlerinnen 41,7% Im Jahr 2003 wurden sechs Ausstellungen aus den Beständen der Kunstwerke der Stadt Wien im Ausland und in Wien gezeigt. Der Anteil an Frauen bei der Ausstellungsbeteiligung hat sich erfreulicherweise im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (2002: 17,7%). Mitwirkende Künstlerinnen 1)„Vom Blühen und Reifen – Erotisches aus Kunst und Natur“ im ÖKF Warschau 2)„Über Wasser“ in der Alten Schieberkammer, Wien 3)„Wiener Bilder – 12 Frauen 11 Männer 10 Frauen 25 Männer 4 Frauen 209 Fotografien aus einer Stadt“ im Bunkier Sztuki in Krakau 4)„Der ironische Blick“ im ÖKF Bratislava 5)„Der Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung“ im ÖKF Prag 6)„Bilder von Wienern“ im ÖKF Bratislava 16 Männer 10 Frauen 15 Männer 3 Frauen 14 Männer 4 Frauen 15 Männer Für die Ausstellungen erschienen Katalogtexte in der jeweiligen Landessprache. Museum auf Abruf Ausstellungsa nteil Künstler 65,3% Ausstellungsanteil Künstlerinnen 34,7% Kleinprojektförderung bildende Kunst Folgende von Frauen geführte, oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme von EUR 122.000,-- des Budgets der Kleinprojektförderung subventioniert: Bildungsverein Webster University Halle Neun(2 Ausstellungen) Kulturverein Freunde des Loquaiparks Kunsthalle Exnergasse (für 4 Ausstellungen) Trabant – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten Kforum – Verein für internationale Kunst- und Kulturvernetzung Pogmahon.company(3 Ausstellungen) Kulturverein Freunde des Loquaiparkes Verein grat Partner/innen – Verein für öffentliche Kunst Verein für interaktive Raumprojekte Verein GAN.GLIEN.ART Verein s.a.f.t. Kunstverein SilverwoodStudio Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Wellcome Club für Kunst und Kultur Westlicht – Verein zur Förderung der Fotografie (für 3 Ausstellungen) EUR EUR EUR EUR 700,-2.100,-1.000,-6.000,-EUR 1.500,-EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR 700,-5.000,-700,-1.000,-1.500,-3.000,-1.000,-1.000,-700,-1.000,-700,-2.700,-EUR 30.300,-210 Bildende Kunst, Kleinprojektförderung Projekte von Frauen 35,3% Projekte von Männern 64,7% Der Frauenanteil in der Kleinprojektförderung ist gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen: 2002 waren 42,8% der geförderten Projekte von Frauen. Kunsthalle Wien Die Kunsthalle Wien(Budget EUR 3,997.000,--) hält ihre Rolle als Vorreiterin in der Verwirklichung des Gendermainstreaming, sowohl was den Anteil an Künstlerinnen betrifft, als auch den an Kuratorinnen und Verfasserinnen von Beiträgen in Katalogen. Die 26 Beiträge des Ausstellungskataloges von„Marcel Broodthaers“ wurden alle von Frauen verfasst. Zwei Kuratorinnen, Sabine Folie und Gabriele Mackert kuratierten die Ausstellung. AutorInnen, Katalog Marcel Broodthaer s Autoren 0,0% Autorinnen 100,0% Neun Kuratorinnen(darunter Sabine Folie, Gabriele Machert, Hedwig Saxenhuber, Mirjam Bestebreurtje, Eva Kernbauer) und zwölf Kuratoren konzipierten die Ausstellungen der Kunsthalle Wien im Jahre 2003, das ist ein im Vergleich zu ähnlichen Institutionen hoher Frauenanteil im konzeptuellen Bereich. 211 Kunsthalle Wien, KuratorInnen Kuratoren 57,1% Kuratorinnen 42,9% Im project space am Karlsplatz wurde der Porträtzyklus„Tapetentüren zu Menschenbildern“ der Künstlerin Maria Pia Lattanzi, die auch Kunsthalle Wien Preisträgerin 2003 war gezeigt. Kuratiert wurde die Ausstellung von Gabriele Mackert. Weiters zu erwähnen ist die Ausstellung der mexikanischen Künstlerin Teresa Margolles mit dem Titel„Das Leichentuch“ ebenfalls im project space. Beim Leichentuch handelt es sich um ein 24 x 24 Meter großes Stück Stoff, das der temporären Aufbewahrung von unidentifizierten Toten im Leichenschauhaus von Mexiko City diente. Die Ausstellung fand in Kooperation mit dem Vorarlberger Kunstverein MAGAZIN 4 statt. Die Ausstellung„Crossing the Line, Human Trafficking“, kuratiert von Miriam Bestebreurtje befasste sich illegaler Migration, verbunden mit Menschenschmuggel und Menschenhandel. Zeigen uns die Medien in selektiven Bildern, was passiert, gehen unterschiedliche künstlerische Positionen der Frage nach, warum etwas passiert. In der Video-Installation „From the other Side“ der belgischen Künstlerin Chantal Akerman wird die Betrachterin auf 18 Monitoren mit den verschiedenen Phasen des Menschenschmuggels konfrontiert. In der Ausstellung„Heiliger Sebastian – a splendid readiness for death“ war der Anteil an männlichen Künstlern zwar themenbezogen sehr hoch. Dennoch: Die unterschiedlichen geschlechtlichen Zuschreibungen des Heiligen Sebastian, wie sie auch in den Gender Studies diskutiert werden, waren ebenfalls Thema der Ausstellung: Louise Bourgeois zeigte in ihren Sainte Sebastiénne Arbeiten, sowie in diversen Drucken und einer Skulptur von 2002, die in dieser Ausstellung erstmals zu sehen war einen weiblichen Sebastian. Die Ausstellung,"Sex in the City" zeigte Arbeiten von vier Künstlerinnen, die sich mit Sex beschäftigen. Auf eine der US-Fernsehserie"Sex and the City" nachempfundene Typologie von Femme fatale, Karrierefrau, wertkonservativer Zicke und Schuhfetischistin wurde verzichtet: Hinter dem plakativen Titel steckte eine Zusammenstellung von Positionen, die gerade über die Differenz der Herangehensweisen spannend wurde. Die Künstlerin Nadine Norman hat ihr Projekt"Call Girl"(2002) zu einem Video verarbeitet: Via Annoncen wurde dabei Kontakt mit einem Callgirl angeboten, das für Interessenten in ein Gespräch mit Norman oder einer Schauspielerin im kanadischen Kulturinstitut mündete. Eine ambivalente Haltung drückten am Ende des Filmes die von einem Mann gesprochenen Schimpfworte aus. Kulturelle Tabus brach die Japanerin TANY, die in einer Videoperformance in überzeichnete Frauentypen wie"Die Klavierlehrerin" oder"Die Krankenschwester" schlüpfte und diese über Sex sprechen ließ- ein Verhalten, 212 das sich für Frauen in Japan bis heute nicht schickt. Von Elke Krystufek wurden Collagen und zwei Videos gezeigt, die Einblick in ihre Arbeitsweise gaben. Den härtesten Sex und den besten Humor steuerte die Performancekünstlerin Annie Sprinkle zur Schau bei, die am 20.9. auch live auftrat."Was ist der Unterschied zwischen Erotika und Pornographie?", fragte die Amerikanerin im Video"Annie Sprinkle's Herstory of Porn" launig."Für das eine verwendet man eine Feder, für das andere das ganze Huhn." STADTTEILKULTUR Soho in Ottakring Das Kunstfestival„SOHO in Ottakring“(gefördert mit EUR 60.000,--), das 2003 zum vierten Mal für die Dauer von zwei Wochen im Wiener Brunnenmartktviertel stattfand, wurde wieder von der Künstlerin Ula Schneider kuratiert und organisiert. Kulturpark Augarten Aktionsradius Augarten Kulturnetz für den 21. und 22. Bezirk Diese drei Initiativen zur Stadtteilkultur mit einer Gesamtförderung der Kulturabteilung in der Höhe von EUR 356.336,-- wurden von den beiden StadtplanerInnen DI Uschi und DI Dieter Schreiber organisiert und konzipiert. Das EU-Projekt Kulturpark Augarten ist im Rahmen des Ziel 2 Förderprogrammes entstanden. Es will die Potentiale des Parks voll zur Entfaltung bringen, konkrete Verbesserungen der Gartenanlage und des Freizeitbereiches realisieren, Image und Kulturprojekte umsetzen und den Augarten mit unverwechselbarem Corporate Design neu positionieren. Dazu gehört der Aufbau des Parkmanagement unter Einbeziehung der verschiedenen Gruppierungen und Kulturinstitutionen, die traditioneller Weise in den Park involviert sind, Parkparlamente für die Anrainer und die Vernetzung der kulturellen Aktionen, Events und Veranstaltungen im Park. Großen Andranges erfreuen sich die „barocken Parkparties“, die Führungen durch den Augarten. LITERATUR Jurybesetzungen Im Rahmen der Literaturförderung waren 2003 mehrere Jurien tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den zehn Mitgliedern waren acht Frauen(Inge Cevela, Mag. Karin Haller, Mag. Martina Moosleitner, Mag. Mirjam Morad, Dr. Kristina Pfoser-Schewig, Mag. Silke Rabus, Mag. Christine Trattner und Mag. Elisabeth Wildberger). 213 Jury, Kinder- und Jugendbuchpreis Männer 20,0% Frauen 80,0% Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik sowie für die Vergabe der Canettistipendien erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen drei Frauen waren(Univ. Prof. Dr. Konstanze Fliedl, Dr. Kristina Pfoser-Schewig, Dr. Christiane Zintzen), zusammen. Jury, Literaturpreis, Canettistipendium Männer 50,0% Frauen 50,0% Der Jury für die Vergabe der Wiener Autorenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, gehörten mit Sylvia Treudl und Liesl Ujvary zwei Frauen an. 214 Jury,Autorenstipendium Männer 50,0% Frauen 50,0% Die zum Wiener Dramatikerstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, zwei von ihnen waren Frauen(Dr. Karin Kathrein, Dr. Christiane Zintzen). Jury, DramatikerInnenstipendium Männer 60,0% Frauen 40,0% Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Zwei dieser drei Mitglieder waren im Jahr 2003 Frauen(Dr. Renate Lunzer und Dr. Elisabeth Markstein). Mit dem Übersetzerpreis, der mit EUR 3.700,-- dotiert ist, ausgezeichnet wurde Christine Herman. Kirstin Breitenfellner und Christine Huber erhielten das mit EUR 1.095,-- monatlich dotierte Wiener AutorInnenstipendium(insgesamt werden vier Stipendien vergeben, der Frauenanteil betrug also 50%), 215 AutorInnenstipendium Männer 50,0% Frauen 50,0% Von den drei Dramatikerstipendien, die mit monatlich je EUR 1.000,-- dotiert sind, erhielt Elisabeth Wäger dieses im Jahre 2002 neu geschaffene Stipendium. DramatikerInnenstipendium Männer 66,7% Frauen 33,3% Von den vier CanettistipendiatInnen waren im Jahr 2003 zwei Frauen: Elfriede Czurda und Brigitta Falkner erhielten dieses mit monatlich je EUR 1.458,-- dotierte Stipendium. 216 Canettistipendium Männer 50,0% Frauen 50,0% Im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchpreise wurden Lilly Axster, Christine Aebi und Renate Welsh ausgezeichnet, den Illustrationspreis erhielt Sibylle Vogel. Für diese Preise steht eine Gesamtsumme von EUR 8.000,-- zur Verfügung, davon gingen EUR 5.800,-an Frauen. Wiener Kinder- und Jugendbuchpreise Männer 27,5% Frauen 72,5% In die Ehrenliste trugen sich Bücher von Rachel van Kooij, Sigrid Laube, Silke Leffler und Linda Wolfsgruber ein. Für Bücher von Frauen wurden Wiener Verlagen Druckkostenbeiträge(Gesamtsumme EUR 204.000,--) in der Höhe von EUR 84.800,-- zur Verfügung gestellt, das sind 41,6%. 217 Druckkostenbeiträge Druckkostenbeiträge, Projekte von Männern 58,4% Druckkostenbeiträge, Projekte von Frauen 41,6% WIENER STADT- UND LANDESARCHIV Im Wiener Stadt- und Landesarchivs werden die Sekretariatsgeschäfte der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien zur Förderung der Wissenschaft abgewickelt. Im Berichtsjahr 2003 wurden insgesamt 196 Anträge eingereicht, davon 53, das sind 27%, von Wissenschaftlerinnen. Hochschuljubiläumsstiftung Projekteinreichungen Eingereichte Projekte Frauen 27,0% Eingereichte Projekte Männer 73,0% 122 Projekten wurden vom Kuratorium Förderungen in einem Gesamtausmaß von EUR 549.724,-- zuerkannt. Darunter waren 32 Projekte(26,2%) von Wissenschaftlerinnen aus den Fachbereichen Rechts-, Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften(9), Naturwissenschaften(10), Ingenieurwissenschaften(4), Geisteswissenschaften(6), Humanmedizin(2) und Veterinärmedizin(1). Die Forscherinnen arbeiten an der Universität Wien(9), der Medizinischen Universität(2), der Technischen Universität(4), der Universität für Bodenkultur(5) und der Universität für Veterinärmedizin(1). In 11 Fällen werden die Forschungsarbeiten außeruniversitär durchgeführt. 218 Hochschuljubiläumsstiftung, geförderte Projekt e Geförderte Projekte Frauen 26,2% Geförderte Projekte Männer 73,8% Die Fördersumme für diese Projekte betrug EUR 151.390,--, was 27,5% der Gesamtsumme entspricht. Hochschuljubiläumsstiftung, Fördersummen Fördersummen für Männer 72,5% Fördersummen für Frauen 27,5% NEUE MEDIEN Im Jahr 2003 standen EUR 73.000,-- für initiative Projekte, die sich künstlerisch mit den sog.„neuen Medien“ auseinandersetzen, zur Verfügung. Mit den erwähnten Mitteln konnten insgesamt 11 Projekte gefördert werden, davon vier von Künstlerinnen. Ein kurzer Überblick: 219 o http://www.medienkunstarchiv.at Das Medienkunstarchiv Wien hat sich die Archivierung, Theoriebildung und Vermittlung der Medienkunst im Netz zur Aufgabe gemacht. Team: Romana Scheffknecht, Rosa von Suess u.v.m. EUR 3000.-o http://www.basis-wien.at Die Basis Wien ist die umfangreichste Datenbank zu aktueller Kunstproduktion in gesamt Österreich, also auch jener Projekte, die sich mit Neuen Medien befassen. Der Servicepool stellt zusätzlich Geräte wie Digitalkameras etc. für künstlerische Produktionen zur Verfügung. Das Team: Lioba Reddeker u.a. EUR 20 000.-o http://www.zeitgenossen.com Das Projekt Marathon ist eine Zeitreise in einen virtuellen Tempel in einer idealisierten griechischen Landschaft, ein vierdimensionales Netzwerk aus handelnden Personen der Gegenwart wie der Vergangenheit, die sich gegenseitig beobachten, ihre Geschichten kommentieren und ihre Handlungen beeinflussen. „Marathon“ wird im März 2004 in der Glyptothek München präsentiert(gleichzeitig mit dem Launch des Projektes im Netz) Marathon ist auch ein Teil einer Trilogie, die von dem Künstlerduo Zelko Wiener, Ursula Hentschläger eigens für das World Wide Web entworfen wurde. Die Arbeit ist eine poetische Interpretation menschlicher Zustände. Tod, Schmerz, Macht, Rausch und Sinnlichkeit werden als die uns beherrschenden Gefühle dargestellt. In vier einzeln begehbaren Modulen entsteht so mit Hilfe medialer Mittel ein verdichtetes Bild von Übergängen. Die inhaltliche Auseinandersetzung fokussiert auf den Zusammenhang von Macht und Vergänglichkeit. Team: Zelko Wiener, Ursula Hentschläger. EUR 10 000.-o http://www.kanonmedia.com http://www.medienwerkstatt-wien.at/news/news_1.htm Die mediale Installation setzt sich aus dem Screening der Videodokumentation „Deserts& Backbones“ und dem Avid Mixing Lab zusammen, in dem das Audiound Videomaterial jedem und jeder zum freien Mixen zur Verfügung steht. Die Dokumentation„Deserts& Backbones“ befasst sich mit der Frage, ob es einen Willen jenseits des menschlichen, rationalen Willens gibt. Schwerpunkt des Avid Mixing Lab ist der dramaturgische Zusammenhang, der durch das Screening ‚fertiger' Produkte auf einer Schnittanlage entsteht und sich im Live Mix direkt umsetzt. Das Team: Alexandra Reill u.a. EUR 5.000.-220 N eue Medien, Projektförderung Männer 47,9% Frauen 52,1% WISSENSCHAFT Auch im Jahr 2003 wurden zahlreiche innovative, interdisziplinäre und transdisziplinäre Projekte, die sich mit Kultur- und Gesellschaftsentwicklungen unter einer Genderperspektive auseinander setzen, unterstützt – kein Projekt, das sich mit frauenspezifischen Fragestellungen befasste, wurde abgelehnt. Hervorzuheben ist, dass die Kulturabteilung der Stadt Wien mit der ersten Rabbinerin in Wien, Frau Univ.-Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau, einen dreiteiligen Vorlesungszyklus über das Jüdische Erbe Europas veranstaltete. Insbesondere im Bereich der Nachwuchsförderung im Wege von Stipendien und Preisen gibt es hoch qualifizierte und engagierte Anträge von jungen Wissenschafterinnen. Die Förderstatistik weist in diesem Bereich einen hohen Prozentsatz geförderter Frauen auf, der im Vergleich zu 2002 gewachsen ist. In den Kulturwissenschaften und den Cultural Studies sind, gemessen an dem Indikator einer wachsenden Publikationstätigkeit von Frauen, engagierte Wissenschafterinnen im Vormarsch. Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aktivitäten, die sich im Jahr 2003 innovativ mit Genderfragen auseinander gesetzt haben Förderungsbeträge in der Höhe von EUR 340,-- bis EUR 7.900,-Gesamtbetrag der angeführten Projekte: EUR 50.840,--ARGE Frauenarchitektouren Projekt: Herausgabe einer Publikation„FrauenarchitekTouren – Arbeiten von Architektinnen in Österreich“ DI Elenore Kleindienst AUF Kultur – Verein zur Förderung feministischer Kultur-, Bildungs- und Archivarbeit Projekt: Herausgabe eines Sammelbandes„Feministische Kritik an Gen- und Reproduktionstechniken“ Eva Geber Culture2Culture 221 Projekt: wissenschaftliche Vorträge und Diskussionen im Rahmen der Reihe„Tricky Women 2003“ Mag. Waltraud Grausgruber Der Neue Merker Forschungsprojekt: Anna Fröhlich Dr. Sieglinde Pfabigan und Dr. Beate Hennenberg Forschungsgruppe Schütte-Lihotzky Projekt: Herausgabe einer CD-Rom über die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky DI Renate Allmayer-Beck und Frau DI Susanne Baumgartner Frauensolidarität Projekt: Herausgabe eines Sammelbandes„Von Machos, schönen Frauen und anderen Klischees. Sexismen und Rassismen in der Alten und der Neuen Welt“ Mag. Ulrike Lunacek Frauen Solidarität Veranstaltung:„Yet Surviving“ zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen Dr. Helga Neumayer Frauenhetz Veranstaltungsreihe: Raum und Verantwortung Dr. Edith Futscher FreundInnen des Wiener Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Tagung: Prävention und Umgang bei Verdacht von sexueller Gewalt an Mädchen, Buben und Jugendlichen Mag. Angelika Trabe frida – Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich Tagung: Fraueninformation zwischen Bewahrung kulturellen Erbes und Anforderungen der digitalen Informationsgesellschaft Mag. Christina Buder und Frau Hildegard Steger-Mauerhofer IG.MOF – Internationale Gesellschaft für Mittel- und Osteuropaforschung e.V. Tagung: Genderfragen und kollektive Identität in der Habsburger Monarchie 1867-1918 Mag. Alexandra Millner Milena Verlag Projekt: Herausgabe der Publikation„Ida Pfeiffer – Eine Forschungsreisende des Biedermeier“ von Gabriele Habinger Mountain unlimited Projekt: Wissenschaftsforum für Frauen Mag. Petra Hübl Nanaya Filmprojekt: Schwangere Tage Mag. Edeltraud Voill Österreichische Gesellschaft für Architektur Vortragsreihe: Building Gender. Architektur und Geschlecht Ebru Simsek Stiftung Bruno Kreisky Archiv 222 Tagung:„The Gender of Politics: The Example of Policies in Austria, Finland, Portugal, Romania, Russia, and the US” Dr. Maria Mesner Stubenring 3- Verein der Freunde der Universität für angewandte Kunst Projekt: Aufarbeitung des Nachlasses von Margarete Schütte-Lihotzky Mag. Karin Zogmayer Synema Symposion: Screenwise. Standorte und Szenarien der zeitgenössischen feministischen Film- und TV-Wissenschaften Dr. Brigitte Mayr Verband feministischer Wissenschafterinnen Veranstaltung: Über die Vielfalt feministisch-wissenschaftlichen Arbeitens Sabine Prokop Verein„Das Labyrinth“ Workshop: Das Labyrinth Ilse M. Seifried Verein Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang Veranstaltung: Ich sehe, was ich weiß. Von der Vermittelbarkeit des Wissens um Frauen in Kunst und Geschichte Mag. Elisabeth Frysak Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung Forschungsprojekt: Kunst am&Bau und die Frauenfigur Mag. Susanne Kompast Verein Wirbel Tagung: Mädchen-Bewegung-Raum Dipl. Ing. Heide Studer und Dipl. Ing. Susanne Staller Verein zur Förderung von L´Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Univ.-Prof. Dr. Edith Saurer und Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2003 Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Projekt: Archiverschließung Mag. Rudolfine Lackner Vidc – Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit Workshop: Frauen im Islam Exemplarische Auflistung von von Frauen initiierten bzw.„federführend“ betreuten wichtigen Projekten, die 2003 gefördert wurden Arche – Plattform für interkulturelle und wissenschaftliche Projekte Forschungsprojekt: Assimilieren mit Stil – Jüdische Assimilation und Moderne Architektur und Modernes Design in Wien Mag. Elana Shapira archikult – Gesellschaft für Architektur-& Kulturforschung Projekt: Lessons von Berta& Bernard Rudofsky Dr. Inge Scheidl, Mag. Monika Platzer und Mag. Monika Fürtsch 223 Büro für Philosophie Projekt:„Recherche zur Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte der kaiserlichen Gärten des 18. Jahrhunderts am Beispiel des Belvedere Gartens in Wien“ Prof. DI Maria Auböck und Dr. Gisa Ruland Delphina – Verein zur Realisierung und Unterstützung von Kunstprojekten Projekt: Herausgabe der Publikation„Let’s twist again. Historische und aktuelle Positionen der Performance in Österreich“ Dr. Edith Almhofer Dialog Institut für Interkulturelle Beziehungen Projekt: Das brachliegende Potential afrikanischer Migrantinnen und Migranten in Österreich. Forschung und Studie. Dr. Helga Neumayer Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Forschungsprojekt: Österreichisches Exil: Philippinen. Auswertung der Teilnachlässe von Mona Lisa Steiner, Hans Steiner und Therese Lindenberg Dr. Christine Kanzler Ernst Krenek Institut Symposion: Echoes from Austria? – Musik als Heimat? Ernst Krenek und das österreichische Volkslied im 20. Jahrhundert Mag. Petra Preinfalk generationentheater- erinnerungstheater Studie: Erinnerungstheater. Theater der Erinnerung/en? Erinnerung als Theater? Studie zu Entwicklung, Status und Zukunft einer neuentwickelten Theaterform Dr. Martina Misensky Friedrich Hebbel-Gesellschaft Wien Projekt: Erschließung des Bibliotheksbestandes Ida Koller-Andorf Hildegard Burjan- Komitee Projekt: Hildegard Burjan-Seminar Ingeborg Schödl Institut für Arbeiterbildung Projekt: Führer durch das industrielle und technische Erbe Wiens Naama Magnus Institut für Axiologische Forschungen Projekt: wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2003 Prof. Dr. Yvanka B. Raynova und Dr. Susanne Moser Konrad Lorenz Institut Vortragsreihe: Altenberger Seminare in theoretischer Biologie„Evolutionäre Medizin“ Mag. Dr. Astrid Jütte Kunstverkehr Projekt: BildKunst Österreich Online Mag. Dr. Patricia Hladschik Lalish Theaterlabor 224 Veranstaltungsreihe: Wiens Aufbruch zur Interkulturalität. Ziele, Erscheinungen, Ergebnisse Mag. Nigar Hasib Märchenbühne Apfelbaum Vortragsreihe: Recht auf Kindheit Christa Horvath und Mag. Christin Heidler Multiple Sklerose Gesellschaft Wien Symposion: Das Leben geht weiter! Die Seele stärken – Selbstheilungskräfte fördern Mag. Ursula Hensel und Frau Dr. Elke Knauder Österreichisch-Türkisches Wissenschaftsforum Symposion: 80 Jahre Republik Türkei im Licht der österreichisch-türkischen Beziehungen Mag. Kerstin Tomenendal Österreichische Gesellschaft für Germanistik Forschungsprojekt: Erschließung des Vorlasses von Friederike Mayröcker Mag. Isabel Centoglu Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur Projekt: ÖGLA- Landschaftsarchitekturpreis für StudentInnen 2003 DI Catarina Proidl Österreichische Gesellschaft für Musik Projekt: 1. Internationale Arbeitstagung zur Schubert-Rezeption Dr. Walpurga Litschauer Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik Tagung: Geschichte/n aus dem Krieg Mag. Fatma Altzinger und Prof. Dr. Alice Pechriggl Österreichisches Institut für Jugendforschung Forschungsprojekt: Europäische Identitäten von Jugendlichen Mag. Reingard Spannring Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung Symposion: Mira Lobe Oikodrom Forschungsprojekt: Symphonie einer Großstadt Dr. Heidi Dumreicher Plattform für Kulturen, Integration und Gesellschaft Projekt: Herausgabe der Publikation„Heraus Forderung Migration“ Mag. Susanne Binder, Eva Kalny, Gabriele Rasuly-Paleczek, Maria Six-Hohenbalken Projekttheater Studio Veranstaltungsreihe: Kunst im Dialog Dr. Eva Brenner Public Art Projects Projekt: wissenschaftliche Recherche- und Redaktionsarbeiten im Rahmen der Herausgabe der Broschüre„ 5 Jahre publicart-projects“ Mag. Renate Payer 225 schnittpunkt – ausstellungstheorie& praxis wissenschaftliche Projekte im Jahr 2003 Mag. Monika Sommer Stiftung Bruno Kreisky Archiv Symposion: Widerstand von Juden und Jüdinnen im Zweiten Weltkrieg Dr. Maria Mesner Stubenring 3 – Verein der Freunde der Universität für angewandte Kunst Architekturfestival:„Turn On“ Margit Ulama The World of NGOs Konferenz: Building Bridges of Democracy: Civil Society in 2010 Mag. Christiana Weidel Verein Carambolage Projekt: Aktivitäten im Jahr 2003 Astrid Bayer Verein der Freunde der im Mittelalter von Österreich aus besiedelten Sprachinseln Projekt: Herausgabe eines Altwiener Wörterbuches Univ. Prof. Dr. Maria Hornung Verein für arabische Frauen Projekt: interkulturelle und wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2003 Marie Thérèse Kiriaky Verein für Interkulturelle Kommunikation und Entwicklung Publikationsprojekt: Struktur von Vorurteilen gegenüber AfrikanerInnen in Wien Verein für Tanz-, Bewegungs- und Bildertheater Projekt: Labor für Performance und postdramatisches Agieren 4 Sabine Sonnenschein Verein für Volkskunde Forschungsprojekt: Reliquien- und Heiligenkult in Wien: Die Wiener Gnadenstätten einst und heute Dr. Margit Schindler und Dr. Christa Tuczay Verein interaktives Kindermuseum Projekte: Kindervorlesungen und Workshops und wissenschaftliche Dokumentation von im Zoom hergestellten Kinderfilmen Dr. Elisabeth Menasse-Wiesbauer Verein Logothetis Art Forschungsprojekt: Moderne Kunst in Österreich – 60-iger Jahre in Wien – Logothetis und sein Umfeld Julia Logothetis Verein MA-null Workshop: Ereignisgeschichte des Sehens Dr. Anna Schober 226 Verein Österreichisches Filmmuseum Projekt: Herausgabe der Publikation„Singen und Tanzen im Film“ hrsg. von Andrea Pollach, Isabella Reicher, Tanja Widmann Verein peng. Zeitschrift für film kunst kultur Projekt: Herausgabe der Zeitschrift peng# 5 Österreich Marie-Noelle Yazdanpanah und Julia Teresa Friehs Verein Transzende. Forum für Philosophie, Psychiatrie und Analyse Tagung: Selbst im Übergang. Intersubjektivität, Erinnerung und Anerkennung Dr. Brigitta Keintzel Verein Visuelle Kultur Vortragsreihe: Visuelle Kultur Dipl. Ing. Marie-Madeleine Ozdoba Verein zur Erforschung kultureller Ausdrucksformen aus interdisziplinärer Sicht e.V. Forschungsprojekt: Denkmäler als Stadtzeichen. Orientierungsorte lokaler und kulturspezifischer Identität am Beispiel der Stadt Wien Dr. Christa Sütterlin Verein zur Förderung der Vermittlung zwischen Wissenschaft und Jugend Projekt: Herausgabe der Zeitschrift„sciQ, Das junge Wissenschaftsmagazin“ Verein zur Förderung des Instituts für Geschichte Forschungsprojekt: Das Ottakringer Settlement 1901-2001 Univ. Prof. Dr. Edith Saurer und Dr. Elisabeth Malleier Wiener Humanistische Gesellschaft Symposion: Ekphrasis von Kunstwerken in der Großdichtung der Antike und des Mittelalters Univ. Prof. Dr. Christine Ratkowitsch Wiener Psychoanalytische Vereinigung Veranstaltung: Vertriebene Psychoanalyse: Trauma und Bewältigung Univ.-Prof. Dr. Gertraud Diem-Wille, Dr. Sylvia Zwettler-Otte und Mag. Gudrun Wolfgruber Wiener Psychoanalytische Vereinigung Veranstaltung: Schulische Karrieren Dr. Sylvia Zwettler-Otte Wiener Sprachgesellschaft Workshop: New Research Agenda in Critical Discourse Analysis: Theory and Interdisciplinarity Univ. Prof. Dr. Ruth Wodak Wiener Volksliedwerk Veranstaltungsreihe:„Bei uns in Wien“ im Jahr 2003 Dr. Susanne Schedtler Anton-Wildgans-Gesellschaft Forschungsprojekt: Gesamtdarstellung des Epos„Kirbisch“ von Anton Wildgans Dr. Carmen Friedl 227 Windhorse – Gesellschaft zur Förderung psychischer Gesundheit und ganzheitlicher Therapie psychotischer Leidensformen Veranstaltung: 12. World Mental Health Day Mag. Grit Turnowsky Wissenschaftliche Vereinigung für sozialwissenschaftliche Forschung Forschungsprojekt: Ordnung, Erschließung und Dokumentation des Nachlasses Marie Jahoda Stipendien und Förderpreise – Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Gesamtvolumen: EUR 72.435,-Davon für Frauen: EUR 70.435,-In%: 97,24% Stipendien, Förderpreise für hoch begabte junge WissenschaftlerInnen Fördersummen für Männer 2,8% Fördersummen für Frauen 97,2% Stipendium am Bologna Center der Johns Hopkins University an Frau Mag. Loan Truong, dotiert mit EUR 30.000,-Stipendium im Rahmen des DoktorandInnenprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an Frau Mag. Heidi Niederkofler für die Dissertation „Frauenorganisationen der politischen Parteien in der Ersten und Zweiten Republik“ – dotiert mit EUR 21.900,--. „Michael Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien“ an Dr. Margareth Lanzinger für ihr Buch„Das gesicherte Erbe. Heirat in lokalen und familialen Kontexten. Innichen 1700-1900“, Dotierung EUR 4.000,--. Stipendium an der Webster University, dotiert mit EUR 14.535,--, an Frau Siji Marasseril. Wissenschaftsstipendien(für kleine wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß von EUR 1.200,-- – EUR 3.500,--) an junge AkademikerInnen: Gesamtvolumen: Davon Summe für Projekte von Frauen: In Prozent: EUR 65.229,06 EUR 41.704,06 63,93% 228 Kleine Wissenschaftsstipendie n Fördersummen für Männer 36,1% Fördersummen für Frauen 63,9% Die Projekte im Einzelnen: Mag. Susanne Blumesberger, Handbuch der Kinder- und Jugendschriftstellerinnen Österreichs. Teilbereich Wien Mag. Regine Brandner, Kutiyattam – altindisches Sanskrittheater: Eine kulturelle Reliquie oder ein formal hochmodernes theatersprachliches Kommunikationssystem? Dr. Dana Cerman-Stefanová, Die Schwarzenberg Bank: Mentalität adeliger Unternehmer und die Rolle adeliger Unternehmen für die Industrialisierung der Habsburgermonarchie 1787-1842 in vergleichender Perspektive Mag. Edda Andrea Dafert, Das Instrumentalwerk Franz Lehárs Mag. Katharina Durstberger, Die Berry-Phase als Konzequenz der Schrödinger-Gleichung und die Interpretation der Quantenmechanik Mag. Cornelia Ehmayer, Das Wesen von Wien... Eine stadtpsychologische Annäherung Dr. Rosemarie Eichinger, Die Sondergerichtsbarkeit der Universität Wien anhand der Rektoratsakten des Studienjahres 1512/13- eine Fallstudie Dr. Monika Fink, Wissenschaftliche Untersuchung und Analyse der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte und des kompositorischen Aufbaus der Potpourri-Kompositionen von Johann Strauß (Vater) Mag. Evelyn Fink Schenker in Wien 229 Mag. Sylvia Freygner Mediation und deren Anwendungsgebiete in der Wiener Wirtschaft(und Konfliktforschung) Mag. Katja Gasser Zum Engagement- Begriff bei Ilse Aichinger und Günter Eich Dr. Roya Patricia Ghafele Humane Sicherheit und Kultur der Gewalt in Großstädten: Eine Analyse anhand der Stadt Wien Mag. Martina Griesser-Stermscheg Die kunstgewerbliche Fachschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie und der Kunstgewerbeschule in Wien. Am Beispiel der fachlichen Fortbildungsschulen für Gürtler, Bronzearbeiter und Ziseleure in Wien, 1885-1910. Mag. Monika Grubbauer Bürobauten in Wien- Architektur als Standortfaktor und Imageträger Mag. Sibylle Grün Gerhard Schmidt, Positionen zur Malerei der Gotik Mag. Karin Harrasser, Das Jahrhundert der Avantgarden Mag. Semirah Heilingsetzer Die Galerie'Zum roten Apfel'- Künstlerische Positionen der 60er Jahre Dr. Beate Hennenberg Professionelles Management in der Kulturarbeit als Voraussetzung für Kultursponsoring Dr. Beatrix Hiesmayr Was hat der Unterschied der Welt und Anti-Welt mit Nicht-Lokalität zu tun? Mag. Nicola Hirner Dokumentation der Revitalisierungsprojekte für das Neugebäude in Wien Dr. Sonia Horn Normative Quellen zum Wiener Gesundheitswesen in der frühen Neuzeit DI Ilse Huber Grünes Rückgrat- Wiens Grünräume Mag. Helga Isak Die Rolle der Frau innerhalb der Kunstszene zwischen den Weltkriegen Mag. Dr. Brigitta Keintzel Gender und psychische Struktur. Zur Bildung des weiblichen Gewissens in Wiener Publikationen zur Psychoanalyse der Zwischenkriegszeit Dr. Alexandra Linzmeier Grabplatten des 17. Jahrhunderts in und an Kirchen der Wiener Inneren Stadt Dr. Elisabeth Malleier Der Bund für Männerrechte- Die Männerrechtlerbewegung in den Zwanziger- und Dreißigerjahren in Wien Mag. Charlotte Martinez-Turek Nationalsozialismus im Gedächtnis von Jugendlichen in Österreich 230 Mag. Birgit Susanne Moser Erarbeitung der Grundlagen des österreichischen Kunstrechts; Schwerpunkt: Landesgesetzgebung Wien Mag. Dr. Sybille Moser Lesen, Hören, Sehen: Wie unterscheiden ästhetische ExpertInnen zwischen unterschiedlichen Medienmodalitäten Mag.Dr. Gabriele Mosetig-Pauleschitz Sangoma. Das Werden einer spirituellen Heilerin in Swasiland. Mag. Dr. Gabriele C. Pfeiffer Geschichte Fo-Theater in den Arbeiterbezirken Wien Mag. Barbara Prainsack Leben verhandeln. Der Bioethikdiskurs in Israel Dr. Andrea Pühringer Italienische Händler, Künstler und Kunsthandwerker als Träger kultureller Transferleistungen im frühneuzeitlichen Wien des 17. und 18. Jahrhunderts Mag. Dagmar Redl Der Karl-Marx-Hof- Versailles der Arbeiter. Wien und seine Höfe Mag. Dr. Gabriele Reiterer Ambivalenz, Ideologie und Geschichtsschreibung. Studie zur Historiographie von Camillo Sittes Städtebau Mag. Dr. Barbara Rieger Roma und Sinti in Österreich nach 1945. Die Ausgrenzung einer Minderheit als gesellschaftlicher Prozess Dr. Doris Rothauer Creative Industries- Potentiale, Chancen, Gefahren Mag. Anita Schaub Schreibende Frauen, Porträts österreichischer Schriftstellerinnen Mag. Andrea Seelich Die architektonischen Strafvollzugsgegebenheiten Wiens Mag. Elke Studer Alltagsrituale der Nomaden in Nordtibet Mag. Sonja Stummerer Design von Essen Ing. Dr. Alexandra Vasak Sichtbare Erinnerungen. Politischer Umgang mit Denkmäler in Wien Dr. Margarete Wenzel Wie lassen sich Philosophieren und Alltag verbinden Mag. Christine Wildpaner Literaturstudium des österreichischen Urheberrechts im internationalen Vergleich 231 Mag. Erika Wögerer Widerständisches Potenzial in Historischen Romanen(Innere Emigration und verdeckte Schreibweise) Mag. Dr. Pia Zdrahal Initiativen der Stadt Wien in Richtung der Nachbarländer hinterm'Eisernen Vorhang'" Förderungsmittel für Forschungsstipendien(Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß von 3.650 Euro) an junge AkademikerInnen: Gesamtvolumen: EUR 36.500,-Davon Summe für Projekte von Frauen: EUR 21.900,-In Prozent: 60% Förderungen zur Wiener Wissensbasi s Projekte von Männern 40,0% Projekte von Frauen 60,0% Die Projekte im Einzelnen: Mag. Angelika Fitz, Neuer Akzidentismus Mag. Dr. Alexandra Millner, Literarische Runden und Interessensvereinigungen in Wien 1900-2000 Mag. Eva Steinheimer, Wiener Wissensbestände des 20. Jahrhunderts Mag. Natalia Wächter, Jugendkultur in Wien 1900-2002 Mag. Elke Krasny, Geschichte der Architekturtheorie in Wien im 20. Jahrhundert Dr. Sandra Wiesinger-Stock, Exilforschung in Wien. Eine Bestandsaufnahme 232 Publikationsförderungen Die Förderungstätigkeit der Kulturabteilung trägt wesentlich dazu bei, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten von Frauen die Chance bekommen, publiziert zu werden. Förderansuchen, die Publikationsprojekte von Frauen betreffen, werden, im Hinblick auf eine Verbesserung der Förderquote von Frauen verantworteten Buchpublikationen, bevorzugt behandelt. Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankauf): Davon Publikationen von Frauen: In Prozent: EUR 126.800,-EUR 36.146,92 28,51% Wissenschaftliche Publikationen in österreichischen Verlagen Anteil Männer 71,5% Anteil Frauen 28,5% U.a. wurden im Jahr 2003 folgende Publikationen unterstützt: Anita Aigner, Le Corbusier. Architektur und Landschaft Erna Appelt, Gleichstellungspolitik in Österreich Ingrid Arias, Sonia Horn, Wiener Gespräche- Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin Marie-Theres Arnbom, Annemarie Düringer- Die Doyenne mit Talent und Glück von Bern an die Burg Maria Auböck, Das Belvedere- Der Garten des Prinzen Eugen in Wien Renate Banik-Schweitzer, Urban Form Renate Bienert-Nießl, Materiellrechtliche Aufklärungspflichten aus der Perspektive des Zivilprozesses Heidi Brunnbauer, Häuser im Cottage und ihre Geschichte. An der Wiener Bezirksgrenze Währing/Döbling 233 Susanne Buttaroni, Stanislaw Musial, Ritualmord- Legenden in der europäischen Geschichte Karin Christof, Bemerkungen und Anführungen zur Schnittstelle Fenster Iris Eisenberger, Iris Golden, Norm und Normvorstellungen Michaela Feurstein, Gerhard Milchram, Jüdisches Wien/Jewish Vienna Marianne Fischer, Erotische Literatur vor Gericht. Reihe Untersuchungen zur österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts Maria Fritsche, Entziehungen. Österreichische Deserteure und Selbstverstümmler in der Deutschen Wehrmacht Karen Gloy, Kunst und Philosophie Hilde Haider-Pregler, Theater-, Film und Medienwissenschaft. Themen und Forschungsschwerpunkte Ellen Hastaba, Tirols Künstler Sonja Hnilica, Disziplinierte Körper Elisabeth Katschnig-Fasch, Das ganz alltägliche Elend Ruth Koblizek Wasser in jedwedes Bürgers Haus- Die Trinkwasserversorgung der Stadt Wien Johanna Krivanec, Todesbilder und Sterbensbewältigung Sophie Lillie, Was einmal war. Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens Walpurga Litschauer, Walter Deutsch, Schubert und das Tanzvergnügen Christina Maier, Echo des Schweigens- Stimmen der Betroffenheit zur Genitalverstümmelung bei afrikanischen Immigrantinnen in Wien Lydia Marinelli, Freuds verschwundene Nachbarn Monika Mertl, Milan Turkovic, Die seltsamsten Wiener der Welt. Nikolaus Harnoncourt und sein Concentus Musicus 234 Brita Neuhold, Renate Pirstner, Silvia Ulrich, Menschenrechte- Frauenrechte Carmen Ottner, Frauengestalten in der Oper, Band 14 der Reihe ,,Studien zu Franz Schmidt" Sonja Puntscher-Riekmann, Wolfgang Mantl, Michael Schweitzer, Der Konvent zur Zukunft der Europäischen Union Petra Rainer, Manfred Chobot, Der Wiener Brunnenmarkt Susanne Reindl, E-Commerce und Strafrecht Gabriele Reiterer, AugenSinn. Raum und Wahrnehmungen in Camillo Sittes Städtebau Johanna Riegler, Fritz Betz, Bilder der Arbeit im Spätkapitalismus Charlotte Rombach, Österreichische Schutzbundkinder in der Sowjetunion Margit Sailer, Die berufspolitische Entwicklung der österreichischen Krankenpflege Elisabeth Scheibelhofer, Migration und Individualisierung. Grundlegende Handlungsorientierungen im Prozess der Auswanderung Inge Scheidl, Schöner Schein und Experiment. Katholischer Kirchenbau im Wien der Jahrhundertwende Katharina Scherke, Karl Acham, Kontinuitäten und Brüche in der Mitte Europas. Lebenslagen und Situationsdeutungen in Zentraleuropa um 1900 und 2000 Nina Scholz, Herbert Dohmen, Denunziert. Jeder tut mit. Jeder denkt nach. Jeder meldet. Johanna Schwanberg, Parallelinnovationen. Die Bilddichtungen von Günter Brus Marie Seller, Studieren mit Kind Isabella Sommer, Otto Brusatti, Biographie Josef Strauß Marija Wakounig, Frauen in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa im 20. Jahrhundert Erika Wögerer, "Zwischen den Stühlen. Vom widerständischen Potenzial in den Historischen Romanen des Rudolf Henz 235 Karin Zogmayer, Margarete Schütte-Lihotzky. Warum ich Architektin wurde. Erinnerungen und Betrachtungen Die Wiener Vorlesungen Die Wiener Vorlesungen sind, einem humanistischen Bildungsideal verpflichtet, das Dialogforum der Stadt Wien. 2003 nahmen insgesamt 119 WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen und AutorInnen vieler Disziplinen teil. Der Frauenanteil an den TeilnehmerInnen betrug 31,10% Mitwirkende gesamt: Frauen: Männer: 119 37 82 in% 31,10 68,90 Wiener Vorlesungen, Mitwirkende Gesam t Männer 68,9% Frauen 31,1% Der Frauenanteil unter den Vortragenden betrug 22,2%(2002 22,1%). Wiener Vorlesungen, Vortragende Frauen 22,2% Männer 77,8% 236 Zu den weiblichen Vortragenden gehörten u.a. Gisela Breitling(„Der erweiterte Kunstbegriff und seine Widersprüche“), Elfriede Gerstl („Grüßen, gehen, stehen. Eine Beschreibung der Stadt mit gemischten Mitteln“), Univ.Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau(drei Veranstaltungen zum Thema:„Das Jüdische Erbe Europas“- das religiöse Erbe, das philosophische Erbe, das politisch-gesellschaftlichkulturelle Erbe), Univ.-Prof. Dr. Ruth Klüger(zwei Veranstaltungen:„Alte Menschen in der Literatur“ und„Erlesenes Wien: wie seine Dichter es sahen und sehen“), Walburga Litschauer(„Armer Schubert“), Univ.-Prof. Dr. Brigitte Rollett(„Eltern und Kinder einst und heute: Erziehungsalltag zwischen psychologischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Ansprüchen“), Edith Saurer, Susanne Weigelin-Schwiedrzik("Vom Nutzen des Unnützen – Der Platz der Geistes- und Kulturwissenschaften in der neuen Universität"), Claudia von Werlhof("Neoliberale Wirtschaft und Menschenbild"), Beate Winkler("Rassismus, Antisemitismus und Politik im Nahostkonflikt"). Der Anteil von Frauen in der Moderation war höher als unter den Vortragenden. Er betrug 48% und ist im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen(2002 22,1%). Wiener Vorlesungen, Moderation M änner 52,0% Frauen 48,0% War die Moderation mit einer wissenschaftlichen Einleitung zu dem Vortrag verbunden, so wurde diese auch heuer wieder ausschließlich von Männern geleistet: Wiener Vorlesungen, Moderation und Wissenschaftliche Einleitung Frauen 0,0% Männer 100,0% 237 Wiener Wissenschaftstage Mit den"Wiener Wissenschaftstagen 2003" dokumentierte Wien seine zukunftsweisende Rolle als aktive und engagierte Wissenschaftsstadt. Ein kommunalpolitisches Selbstverständnis, das in Zeiten globaler Konkurrenz, bei der Wissenschaft und Forschung als Standortfaktoren an Bedeutung gewinnen, unabdingbar ist. In einem "temporären Schaufenster" vom 19. bis 30. Oktober wurden die Leistungen und Kompetenzen von in Wien ansässigen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen der Öffentlichkeit präsentiert. Das Programm 2003 stand unter dem Leitthema"stadt: leben: zukunft. Attraktive öffentliche Veranstaltungen boten interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, mit jungen und renommierten, innovativen Persönlichkeiten des wissenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens über neueste Erkenntnisse und Aufgaben von Forschung und Wissenschaft zu diskutieren. Erfreulicherweise war der Frauenanteil unter den Vortragenden, den TeilnehmerInnen an Matineen und Podiumsdiskussionen, und auch unter jenen, die über die wissenschaftliche Arbeit ihrer Institute sprachen enorm hoch, nämlich fast fünfzig Prozent. Mitwirkende gesamt: Frauen: Männer: 58 27 31 in% 46,55 53,45 Wiener Wissenschaftstage, Mitwirkende Gesamt Männer 53,4% Frauen 46,6% Zu den weiblichen Vortragenden gehörten u.a. Univ.-Prof. Dr. Gerda Falkner, Univ.-Prof. Dr. Ulrike Felt, Univ.-Prof. Dr. Saskia Sassen, Dr. Edit Schlaffer, Univ.-Prof. Dr. Susanne Schunter-Kleemann, Dr. Gabriele Zuna-Kratky und die Architektin und Stadtforscherin Yvonne P. Doderer aus Dortmund, die über die Perspektiven zur städtischen Raumplanung aus feministischer Sicht sprach. Prozentueller Anteil der durch Subventionen vergebenen Förderungsmittel an Institutionen, in denen Frauen die Leitungsposition(Obfrau, Generalsekretärin, etc.) inne haben Gesamtvolumen: EUR 7,489.703,73 238 Volumina der Subventionen an Institutionen, die von Frauen geleitet werden: EUR 4,287.480,--= 57,24% Förderungen an wissenschaftliche Institutionen Männer 42,8% Frauen 57,2% Exemplarische Auflistung von von Frauen geleiteten wissenschaftlichen Institutionen, Gesellschaften und Vereinen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien aus Wissenschaftsförderungsmittel unterstützt wurden: Demokratiezentrum Wien Mag. Gertraud Diendorfer, Geschäftsführende Leiterin Ernst Krenek Institut Mag. Petra Preinfalk, Generalsekretärin Franz Schmidt Gesellschaft Dr. Carmen Ottner, Generalsekretärin Initiative Minderheiten Dr. Cornelia Kogoj, Generalsekretärin Institut für die Wissenschaften vom Menschen Dr. Anita Traninger, Geschäftsführerin IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst Dr. Helga Kaschl, Generalsekretärin Kulturni Centar – Österreichisch-Bosnisch-Herzegowinischer Kulturverein Christine von Kohl, Herausgeberin der Zeitschrift„Balkan“ Ludwig Boltzmann Gesellschaft Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin Österreichische Gesellschaft für Architektur Dipl.-Ing. Judith Eiblmayr, Obfrau Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber, Präsidentin Österreichische Liga für Menschenrechte Dr. Elisabeth Ebner, Generalsekretärin 239 Sigmund Freud-Gesellschaft Mag. Inge Scholz-Strasser, Generalsekretärin Verein Cultural Transfer Univ.-Prof. Dr. Cornelia Szabo-Knotik, Obfrau Verein Exil Christa Stippinger, Obfrau Verein für Geschichte der Stadt Wien Dr. Klaralinda Ma-Kircher Verein Stiko Dr. Verena Pawlowsky, Obfrau Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Univ.-Prof. Dr. Renate Pillinger, Obfrau Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Mag. Siglinde Bolbecher Wissenschaftszentrum Wien Mag. Andrea Holzmann-Jenkins, wissenschaftliche Leiterin STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK In den letzten Jahren konnte die Wiener Stadt- und Landesbibliothek bei der Erwerbung von historisch und künstlerisch bedeutenden Beständen, die von Frauen stammen, klare Akzente setzen. Die Bibliothek und ein Teil des wissenschaftlichen Nachlasses, der für die Erforschung der Literatur des 18. Jahrhunderts in Österreich äußerst bedeutenden Gelehrten Edith Rosenstrauch-Königsberg, wurden 2002 als Geschenk übergeben, 2003 konnte die Katalogisierung abgeschlossen und der Bestand für die Benützung bereit gestellt werden. Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek macht in ihrem neuen Benützungsbereich einen Teil dieser Bibliothek als Freihandbestand zugänglich und wird in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der Gelehrten darstellen. Die Handschriftensammlung konnte das 2002 literarische Archiv von Marie-Thérèse Kerschbaumer, einer der bedeutendsten österreichischen Autorinnen(„Der weibliche Name des Widerstandes“, 1980) erwerben und im Jahr 2003 das literarische Archiv der Autorin und Medienkünstlerin Liesl Ujvary(„Kontrollierte Spiele“, Wien: Sonderzahl 2002). Durch die Übernahme des Tagblattarchivs, das bisher von der Wiener Arbeiterkammer verwaltet wurde, konnte der umfangreiche Bestand zur historischen Wiener Frauenbewegung, den die Bibliothek bereits verwahrt, erheblich erweitert werden. Bisher wurden die Nachlässe von Anna Boschek, die zu den ersten Gewerkschafterinnen und den ersten sozialdemokratischen Abgeordneten zählte, und der Nachlass von Lore AdlerSuchitzky von der Handschriftensammlung der Bibliothek übernommen. Im Zuge der systematischen Bestandsergänzung wurden 2003 Autographen von Marie von Ebner-Eschenbach, Maria Eis, Josefine Gallmeyer, Käthe Gold, Marie Eugenie Delle Grazie, Friederike Mayröcker, Hansi Niese, Adele Sandrock, Adele Strauß und Bertha von Suttner erworben. 240 MUSEEN DER STADT WIEN Administratives In der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechtes Museen der Stadt Wien waren 2003 vor allem im Bereich der Bediensteten des höheren Dienstes, des Verwaltungs- und Kanzleidienstes mehr Frauen als Männer eingesetzt. Auch bei den privatrechtlich Angestellten überwogen Frauen. Im Bereich des akademischen Personals standen dreizehn Kuratorinnen bzw. Restauratorinnen vier Kuratoren gegenüber. Entscheidende Positionen, wie die der stellvertretenden Direktorin, Frau Dr. Renata Kassal-Mikula, und der Chefkuratorin, Frau Dr. Regina Karner, wurden von Frauen wahrgenommen. Weiters war die Stelle der kaufmännischen Leitung mit Frau Dkfm. Angelica Ellen Röhr besetzt. Mag. Dr. Monika Sommer unterstützte seit 1. April 2003 als Assistentin den neuen Direktor. Ebenso wurde die Stabstelle Bildung von einer Frau, Dr. Ursula Storch, geleitet. Die aus insgesamt drei Frauen bestehende Abteilung für Gemälde- und Graphikrestaurierungen unterstand der Chefrestauratorin Mag. Elisabeth Woelfl-Graff, die derzeit karenziert war und von Frau Mag. Eva Hottenroth und Frau Mag. Barbara Schrems jeweils halbtags vertreten wurde. Zur Bearbeitung der Bibliothek wurde Frau Mag. Mirjam Silber aufgenommen. Frau Mag. Michaela Adelberger ist seit 1. Oktober die Pressesprecherin des Wien Museums. Im Verwaltungsbereich waren fünf Mitarbeiterinnen beschäftigt, wovon eine, Frau Hertha Schuller-Hamdi, die Stellvertreterin des Leiters der Budget-, Personal- und Wirtschaftsangelegenheiten war. Frau Jacqueline Rakuscha war im Eventorganisationsbereich tätig, Frau Helga Vanek zeichnete für den Bereich Einkauf/Beschaffung verantwortlich und Frau Daniela Geist und Frau Claudia Österreicher waren für fotobezogene Aufgaben zuständig. Zahlreiche freiberuflich tätige Frauen unterstützten die Arbeit des Wien Museums in den Bereichen wissenschaftliche Recherche und Aufarbeitung der Sammlungen bzw. Digitalisierung und Inventarisierung. Die Abteilung für Textilrestaurierung leitete Frau Andrea Hanzal. Im Bereich Werkstätten, in dem traditionsgemäß Männer dominieren, war eine Uhrmachermeisterin, Frau Maria Goiser, tätig. Betreffend der Förderung zur Aus- und Weiterbildung von Frauen nahmen insgesamt sieben Mitarbeiterinnen an Fach-, Persönlichkeits- und Coachingseminaren teil. Teilzeit und Gleitzeit machten es möglich, Familie/Privatleben und Berufstätigkeit besser zu vereinbaren. Teilzeitkräfte gab es in den Restaurierabteilungen, in der Verwaltung und beim Reinigungspersonal. Im Bereich der Publikationen wurde im Wien Museum mit besonderer Sorgfalt auf geschlechtsneutrale Formulieren geachtet. Inhaltliches Im Jahr 2003 wurde mit der semipermanenten Ausstellung„Chic – Damenmode des 20. Jahrhunderts“ im Dachgeschoss der Hermesvilla eine Präsentation zu einem spezifisch frauenrelevanten Thema der Öffentlichkeit übergeben. Zwischen Beginn und Ende des 20. Jahrhunderts hat die Damenmode enorme Wandlungen durchgemacht – wie auch die sozialen Verhältnisse, technischen Möglichkeiten und die Stellung der Frau in der Gesellschaft, mit der die modischen Veränderungen aufs engste verknüpft sind. Die Schau zeigt aus jedem Jahrzehnt paradigmatische Beispiele der Damenmode des 20. Jahrhunderts. 241 Den aktuellen Forschungsansätzen der universitären gender-studies folgend, wurden genderrelevante Aspekte bei anderen Ausstellungsthemen wie z. B. der Ausstellung „Quasi ein Genie – Helmut Qualtinger“ oder„Kraftflächen – Plakatkunst um 1900“ vor allem implizit berücksichtigt: Welche Rolle spielten künstlerisch aktive Frauen wie beispielweise Louise Martini in der Wiener Kabarettszene rund um Qualtinger, Bronner, Merz etc.? Konnten Frauen auch in der Wiener Plakatszene um 1900 reüssieren? Mit der Ausstellung„Villa mit Grünbl., kaiserl, teilmöbl., 1350m² Wohnfl.“, die die Geschichte der Hermesvilla rekonstruierte, lud das Wien Museum zu einer neuen Auseinandersetzung mit Kaiserin Elisabeth, die die Villa von ihrem Mann zum Geschenk erhielt, ein. Die Museen der Stadt Wien beteiligten sich an der Erstellung des ersten virtuellen Museumsführers für Frauen, der in der Dauerausstellung befindliche Objekte in einigen Wiener Museen in neuen genderspezifischen Zusammenhängen zeigt. Diese Initiative des Frauenbüros der Stadt Wien wurde am 8. September im Wien Museum Karlsplatz präsentiert. Unter www.musieum.at ist das Projekt im Internet abrufbar. Am 22. Oktober wurde in Zusammenarbeit mit dem Böhlau-Verlag das Buch von Monika Bernold und Johanna Gehmacher„Auto/Biographie und Frauenfrage“ vorgestellt, das sich mit Frau Mathilde Hanzel-Hübner auseinandersetzt, die als erste Frau in Österreich als Gasthörerin an der Technischen Hochschule in Wien studiert hat. Die beiden Autorinnen thematisieren paradigmatisch zentrale Geschlechterkonflikte des 20. Jahrhunderts und eröffnen neue Perspektiven auf die Geschichte der radikalen Frauenbewegung in Österreich. Darüber hinaus hat das Wien Museum zahlreiche Frauen mit externen Aufgaben betraut. Sie können durch ihre Arbeiten für das Wien Museum nun auf erfolgreiche Referenzprojekte verweisen. Um einige Beispiele zu nennen: • Die freie Kuratorin Mag. Regina Wonisch konnte gemeinsam mit Christian Stadelmann die Ausstellung„Brutale Neugier – Walter Henisch. Kriegsfotograf und Bildreporter“ im Wien Museum realisieren. • Das aus zwei Frauen bestehende Grafikteam Pur Pur wurde für die Ausstellungsund Kataloggrafik der Ausstellung„Quasi ein Genie – Helmut Qualtinger“ sowie für weitere kleinere grafische Aufgaben für das Wien Museum betraut. • Die junge in Wien lebende Fotografin Petra Rainer hat zwischen 1997 und 2003 eine Schwarzweiß-Serie mit rund 200 Aufnahmen von alten Wiener Läden und ihren BesitzerInnen erarbeitet. Ein Segment dieser Arbeit war in der Fotoausstellung Hutsalon Susi& Milchfrau Rosa – Wiener Verkaufskultur, fotografiert von Petra Rainer im Wien Museum zu sehen. Für Ausstellungen wurden insgesamt 1,958.065 Euro ausgegeben. Für die Ausstellungen „Chic“ und„Hutsalon Susi und Milchfrau Rosa“, die sich mit Frauen in verschiedenen künstlerischen Berufsbereichen beschäftigten, wurden insgesamt EUR 448.711,70 das sind 22,92% des Gesamtbetrages. 242 Museen der Stadt Wien, Ausstellungen Frauenrelevante Themen 22,9% andere Themen 77,1% Die Museen der Stadt Wien tätigten im Jahr 2003 Ausgaben in der Höhe von EUR 15,675.000,--, davon wurden EUR 400.000,-- für Kunstankäufe aufgewendet, das sind 2,55% der Gesamtausgaben. Der Anteil für Ankäufe von Kunstwerken, die von Frauen geschaffen wurden, beträgt EUR 32.180,-- das sind 8,05% des Gesamtankaufsaufwands(2002 0%) Museen der Stadt Wien, Kunstankäufe Kunstwerke von Frauen 8,0% Kunstwerke von Männern 92,0% 243 INTEGRATION In den letzten Jahren kann ein stetiger Anstieg an feministischen Aktivitäten im Interkulturellen Bereich wahrgenommen werden. Zum einen ist ein ständiges Wachstum an Vereinsgründungen zu bemerken, zum anderen werden aufgrund von Neuwahlen verstärkt Frauen in den Vorstand berufen. Im Jahr 2003 wurden folgende Projekte von Frauenvereinen vom Referat für Interkulturelle Aktivitäten gefördert: Projekt Frauenraum – Verein für Frauenintegration Frau Gül Sanli, Frau Astrid Zach - Interkulturelles Frauenfest EUR - Projekt„Kulturen in Kontakt EUR 320,-360,-Internationaler Frauenverband Frau Dr. Ragga El Terife - Benefizabend EUR 1.500,-Verein für ägyptische Frauen und Familien Frau Nadia Aziz - zwei Kulturveranstaltungen EUR 2.200,-Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen Frau Mahin Ranjbar - Feier zum Weltfrauentag EUR 1.500,-Verein für arabische Frauen Frau Marie-Therese Kiriaky - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten EUR 9.400,-Verein Chiftetelli Frau Mag. Barbara Hofbauer - 3 orientalische Tanzveranstaltungen EUR 3.000,-Verein für die Rechte der Frauen und Kinder Frau Esther Ebenezer - Kultureller Abend - Afrikanisches Konzert EUR 1.000,-EUR 1.000,-Afghanischer Frauenverein Frau Tamara Sherzai - zwei Kulturabende Moderner türkischer Kultur Frauenverein Frau Yodigar Ünlü - Interkulturelle Woche EUR 3.200,-EUR 1.500,-Ein weiterer Schwerpunkt sind Veranstaltungen, die sich auf spezielle Frauenthemen oder der Würdigung der Frau beziehen. Die Veranstalter dieser Aktivitäten müssen nicht immer Frauenvereine sein: AAI - 2 Veranstaltungen zur Würdigung der Frauen EUR 2.000,-244 Ein besonders wichtiger Gesichtspunkt sind Vereine, wo die Hauptaktivitäten von Frauen geleistet wird. Sie sind ein sehr wichtiger Faktor im interkulturellen Bereich geworden. Verein IODO Frau Mag. Ülkü Akbaba - Ausstellung EUR 1.500,-- Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten EUR 13.700,-Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft Frau Zofia Beklen - Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten - Konzertreihe - Jazzkonzert EUR 20.000,-EUR 3.000,-EUR 1.500,-Jehuda Halevi Zentrum Frau Rosa Gilkarov - als Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten EUR 14.000,-Verein El – Ele Frau Hakikat Thurner - Tanzveranstaltung EUR 2.000,-Österreichisch-Russisches Forum Frau Irina Reznikova - Ausstellung„Russkaya Duscha“ EUR 2.500,-Verein Station Wien Frau Ferhan Umancan - KulturCafe Sedir - Konzert mit Chiftetelli EUR 5.000,-EUR 1.500,-Verein for art Frau Mag. Sabina Schebrak - Tournee des Renato Borghetti Quartett EUR 1.000,-Verein Speak Frau Mag. Beatrix Neiss - Projekt“Die Farben des Fremden” EUR 1.900,-Verein zur Förderung persisch traditioneller Musik Frau Zooreh Schönleitner - Konzert EUR 1.500,-Klub polnischer Intellektueller Frau Jadwiga Hafner - Zeitschrift„Jupiter“ - Konzert EUR 5.000,-EUR 700,-Initiative für Frieden in Kurdistan Frau Felicitas Kurse - Buchpräsentation EUR 700,-245 Kulturni Centar Frau Christine von Khol - Ausstellung - Reisekosten für Künstler EUR 800,-EUR 800,-Österreichisch Aserbaidschanischer Verein„New Baku and Vienna“ Frau Dr. Neda Berger - Aserbaidschanisches staatliches Pantomimen –Theater EUR 2.500,-- Tanzabend mit Tarana Muradova EUR 1.500,-- Kultureller Abend„Wir sind wie alle“ EUR 1.000,-Summe der Förderungen für Frauenprojekte Gesamtbudget Interkulturelle Aktivitäten 2003 EUR 109.080,--(13%) EUR 717.000,-13% 87% PREISE DER STADT WIEN Die Stadt Wien stiftet alljährlich zu vergebende Preise für hervorragende Leistungen in den Bereichen Musik, Literatur, Publizistik, bildende Kunst, Architektur, Wissenschaften und Volksbildung in der Höhe von je EUR 8.000,-- bis zu einem Gesamtbetrag in der Höhe von EUR 96.000,-246 Sie werden als Würdigung für das bisherige Lebenswerk verliehen, das geeignet ist, die Bedeutung Wiens und Österreichs als Pflegestätten der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung hervorzuheben. Diese Auszeichnungen werden auf Grund der Vorschläge ehrenamtlicher Fachjurys verliehen. Leider war weder 2002(23,1%) noch 2003(33,3%) das Verhältnis Frauen: Männer so ausgewogen, wie 2001, wo es bei 50% lag. 2003 wurden acht Männer und drei Frauen ausgezeichnet: Elke Krystufek, Friedl Kubelka und Dorit Margreiter erhielten den Preis für bildende Kunst und Ruth Klüger den Preis für Publizistik. Preise der Stadt Wien Männer 66,7% Frauen 33,3% Nestroy – der erste Wiener Theaterpreis Von 8 personenbezogenen(und drei stückbezogenen) Preisen des Nestroypreises erhielten 5 Frauen Auszeichnungen(55,6%), das ist ein höherer Prozentsatz als im Vorjahr(27,3%) und überschreitet die magische 50% Marke: Beste Regie: Andrea Breth Beste Schauspielerin: Maria Happel Beste Nebenrolle: Traute Hoess Bester Nachwuchs: Gertrud Drassl Gusti Wolf wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Nestroypreis Männer 44,4% Frauen 55,6% 247 STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von EUR 124 265,-- vergeben. Davon entfielen EUR 67.505,-- auf weibliche Studierende. Studienbeihilfen Stipendien an Männer 45,7% Stipendien an Frauen 54,3% 248 „Die Zukunft des österreichischen Films ist weiblich...“ Eine Präsentation von 10 Kino-Filmregisseurinnen und Drehbuchautorinnen „Film ist – abgesehen vom Experimentalfilm – ein extrem teures Medium! Dementsprechend hart ist der Konkurrenzkampf und dementsprechend wichtig ist jede Subventionsvergabe. Es gibt wenig Geld für wenige Projekte“, skizziert Käthe Kratz, eine der Pionierinnen der österreichischen Filmszene, das vorherrschende Dilemma. Grund genug, einmal die Produktionsbedingungen für die sogenannte„Königsdisziplin“, den abendfüllenden Kinospielfilm, näher unter die Lupe zu nehmen. Käthe Kratz hat Anfang der 80er Jahre gemeinsam mit andern Filmerinnen wie Margareta Heinrich, Susanne Zanke, Kitty Kino u.a. die„Aktion Filmfrauen“ gegründet, um auf die Unausgewogenheit der damaligen Besetzung der Fördergremien zu reagieren, indem sie einen 50%igen Frauenanteil gefordert haben. Auch heute noch gilt innerhalb der meisten Sektoren der Informations- und Kommunikationsberufe nach wie vor stark unterrepräsentiert und agieren meist als kontributive„Dienstleistende“ in der ansonst männlichen Domäne. Im Filmbereich ist der Zugang und Aufstieg für weibliche Arbeitskräfte ungleich schwieriger als für Männer; Frauen werden häufig als Masken-, Kostümbildnerinnen oder Cutterinnen, eingesetzt; ziemlich rar sind Film-Regisseurinnen, noch seltener Kamerafrauen und Tontechnikerinnen. Immer wieder werden die spezifischen Arbeitsbedingungen als Grund dafür angeführt: extrem starker Konkurrenzdruck, unregelmäßige Arbeitszeiten, großer Stress und anstrengende nervliche Belastung. Dass aber bereits die Ausbildungsinstitutionen und andere Faktoren, wie mangelnde Förder- und Distributionsmöglichkeiten zur Nicht-Gleichbehandlung von Frauen im Filmbereich beitragen, wird dabei oft außer acht gelassen. Zwar hat sich in jüngster Zeit die Situation des österreichischen Films grundlegend gewandelt: Es gibt heute eine junge Generation von österreichischen Filmemacherinnen wie Barbara Albert, Jessica Hausner, Ruth Mader, Valeska Grisebach, Kathrin Resetarits u.a., die an der Wiener Filmhochschule studierten. Ihnen gemeinsam ist der Erfolg und die Anerkennung ihrer Filme auf internationalen Festivals. Mitunter wird ihnen, ein wenig voreilig, ein gemeinsamer Stil zugeschrieben. Faktum ist, dass sie mit ihren aufsehenerregenden Arbeiten zu einer produktiven Belebung des heimischen Films beigetragen haben, ein Umstand, dem zunehmend auch international Beachtung geschenkt wird. Dieser Umstand veranlasst Roland Teichmann, seit Mai 2004 neuer Direktor des Österreichischen Filminstituts zu der Aussage:„Momentan sieht es so aus, dass die Zukunft des österreichischen Films jung und weiblich ist.“(AFC-News 1/2004, S.4) Ist die Entstehung dieser starken Frauenriege ein Zufall? Oder hat es damit zu tun, dass sich ein neues Selbstbewusstsein entwickelt hat? Um die filmische Repräsentation von Frauen zu hinterfragen, gilt es daher, sich mit der speziellen Lage weiblicher Filmschaffender in Österreich auseinander zu setzen, wozu die folgenden Interviews dienen sollen. Alle 10 wurden mit einem kanonisierten Fragenkatalog(Ausbildung und Werdegang, Berufs- und Privatleben, ästhetisches Konzept, weiblicher Blick, Einbettung in die heimische Filmszene etc.) konfrontiert, um vergleichbare Ergebnisse in den einzelnen Kategorien zu erhalten. Die ausführlichen und facettenreichen Antworten der Filmemacherinnen über die Entstehungsprozesse und ästhetischen Prinzipien ihrer Arbeit zeigen die große Vielfalt weiblichen Filmschaffens in Österreich. Sabine Perthold/GF Drehbuchforum Wien Wien, im Mai 2004 249 Die Angst ist unser Antrieb, unser Motor Barbara Albert über das Sammeln von Bildern aus Erfahrenem, Erzähltem und Erfundenem und ihre Beweggründe Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin in Personalunion zu sein. Geb. 1970 in Wien, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Abteilung Film und Fernsehen. Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin (coop99) Du hast Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft studiert, bevor Du an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst, Abteilung Film und Fernsehen ein Regie- und Drehbuchstudium absolviert hast. Wer waren Deine Lehrer und spiegelt sich deren Einfluss in deiner Arbeit wider? Der Leiter meiner Regieklasse war 1991, als ich mit meinem Studium an der Filmakademie begonnen habe, Lukas Stepanik(Regisseur von G EBÜRTIG und von vielen sozial engagierten Fernsehfilmen in den beginnenden 80-er Jahren). Unser Verhältnis war sehr kollegial – da war kein großer, alter Meister, sondern die Zeit war eher geprägt von Gruppengesprächen und Diskussionen; es existierte die Basis für eine gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Film, aus der heraus meiner Meinung nach sehr freie Arbeiten entstanden sind. Wir StudentInnen suchten intensiv nach unseren spezifischen Inhalten und Formen und haben die Akademie insofern als einen Ort genutzt, an dem wir trotz oder gerade wegen vieler schulischer Grenzen und Einschränkungen(damals wurde denke ich noch öfters gestreikt und demonstriert) sehr frei arbeiten konnten. Insofern könnte ich jetzt auch keine Person nennen, die mich besonders beeinflusst hat; das gilt für mich aber auch generell für andere RegisseurInnen – da gibt es für mich keine„Gurus“, sondern eher einzelne Filme, die mich beeinflusst haben – das allerdings über Österreich hinaus, z.B. zu Beginn meines Studiums Aki Kaurismäkis D AS M ÄDCHEN AUS DER S TREICHHOLZFABRIK oder Jane Campions S WEETIE und A N A NGEL AT MY T ABLE u.v.a. Erinnerst Du Dich noch an das Zahlenverhältnis an der Filmhochschule zwischen Männern und Frauen? Im Jahr 1991, als ich inskribiert habe, befanden sich in meinem Jahrgang zwei Regiestudentinnnen: Jessica Hausner und ich; männliche Kollegen hatten wir drei – ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Regie-Studierenden in jenem Jahr. Es gab erstaunlicherweise – wie schon ein Jahr davor – eine Kamerastudentin, Christine A. Maier. Frauen hatten es damals speziell in der Kameraklasse schwer; diese Situation hat sich aber bis heute sehr gebessert. Ich habe erstmals auf der Filmakademie erkannt, dass die Filmbranche damals ein sehr männlich dominiertes System war. Daran hat während der letzten 10 Jahre viel verändert, und das sicher auch aufgrund eines Regisseurinnen-'Booms', der momentan in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern auffällig ist. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich hier aufgrund der ersten Erfolge eine Selbstverständlichkeit durchsetzen konnte und wirklich kaum jemand(zumindest im Arthouse-Bereich!) Vorbehalte wegen einer weiblich geführten Regie hat. Hier möchte ich aber auch erwähnen, dass sowohl Jessica Hausner als auch Ruth Mader und ich alle in eigenen Produktionsfirmen arbeiten und dadurch mehr Freiheiten haben. Ich bin mir sicher, würde es diese Möglichkeit für uns nicht geben, wäre es schwieriger. 251 Während Deines Studiums hast Du verschiedene Jobs – auch Schauspielerin! – beim Film gemacht. Dein Kurzfilm D IE F RUCHT DEINES L EIBES wurde 1996 in Venedig im offiziellen Programm„Finestra sulle Immagini“ uraufgeführt und gewann anschließend zahlreiche Preise. Welchen steinigen Weg hattest Du bis zum ersten Spielfilm zurück zu legen? Ich habe oft mehrere Kurzfilme gleichzeitig gemacht, was zeitweise wirklich nicht einfach war. Wenn du einen, zwei oder mehrere Filme auf internationalen Festivals hast und dann sogar noch Preise dafür bekommst(das war in meiner Anfangszeit viel unüblicher als es jetzt für österreichische Filme ist), dann bekommst du schon auch eine Aufmerksamkeit im eigenen Land, die du nutzen musst, um Geld für die nächsten Filme zu bekommen. Ich hatte aufgrund des Carl-Mayer-Drehbuchpreises, den ich 1996 mit dem Treatment von N ORDRAND gewonnen habe, sehr bald einen Produzenten, nämlich Erich Lackner von der Lotus Film, überzeugen können. Ab da hat es noch zwei Jahre gedauert, bis die Produktionsfirma das Budget für den Film beisammen hatte. Heute wäre es noch viel schwieriger, da für Nachwuchsfilme weit weniger Geld vorhanden ist als 1997/98. Heute können Förderstellen viel weniger riskieren – eben weil das Budget, aber vielleicht auch das Verständnis für die Notwendigkeit der Förderung von eigenwilligen, neuen, jungen Projekten, einfach fehlt. Mit N ORDRAND hast Du im internationalen Kino debütiert. Die Stadt Wien erscheint darin als Kreuzungspunkt diverser mitteleuropäischen Geschichten: Kriegsflüchtlinge vom Balkan trafen auf die Kinder der Gastarbeiter, illegale Einwanderer verliebten sich in österreichische Mädchen, Grenzsoldaten haderten mit ihren Vorschriften. Die existentiellen Fragen waren verwoben in konkrete Erfahrungen. Man traf sich im Wartezimmer einer Abtreibungsklinik und verlor sich im Wirbel einer Silvesternacht. Wie findest Du deine Geschichten? Welche Aspekte interessieren Dich, welche willst Du zeigen? Meine Geschichten sind immer eine Mischung aus Erfahrenem, Erzähltem und Erfundenem. Ich versuche mir natürlich, ständig Menschen – und damit eben auch Geschichten – selbst anzuschauen, zu beobachten, wo immer ich bin. Ich sammle diese Bilder, denen ich begegne, filtere ein oder mehrere Themen, die mich besonders interessieren und wofür diese Bilder stehen heraus und„bastle“ dann die Struktur, das Drehbuch. Du forderst„kantige, unfolgsame und mutige Filme“. Was verstehst Du darunter genau? Ich fordere das natürlich hauptsächlich von mir selbst, denn ich will niemandem sagen, was er oder sie zu tun hat. Ich glaube nicht, dass ein einziger Film die Welt verändern kann, ich glaube aber, dass das Medium Film aufgrund seiner emotionalen Möglichkeiten sehr stark auf Menschen einwirken kann. Deshalb glaube ich auch, dass die Gemeinschaft aller Filme sehr wohl Einfluss auf Gesellschaft und Individuum haben kann – das sollte einem einfach immer bewusst sein und danach wähle ich auch die Geschichten, die ich umsetze aus. Da ich finde, dass wir in einer sehr angstbesetzten Welt leben, die wenig Freiräume für neue Lebenskonzepte lässt, hoffe ich auf Filme, die sich mit Utopien, mit einem Leben in der heutigen Gesellschaft vielleicht aber auch in einer besseren Gesellschaft – auseinandersetzen. Du hast mit dem Episoden-Film Z UR L AGE politisch Stellung bezogen. Auch Dein zweiter Spielfilm B ÖSE Z ELLEN stellt eine sehr gesellschaftspolitische Frage, nämlich: Wo verstecken sich in unserer Gesellschaft die zweifellos existierenden 252 „Bösen Zellen“? Du richtest dabei immer den Blick auf die Frauenschicksale. Wird da doch der viel diskutierte„weibliche Blick“ angewendet? Ich glaube, diese Analyse des Blicks muss ich anderen überlassen – eigene Filme zu analysieren, ist, glaube ich, sehr schwierig und vor allem auch nicht notwendig. Trotzdem: natürlich habe ich manchmal darüber nachgedacht, was ein möglicher Unterschied zum männlichen Blick sein könnte, nie aber im Arbeitsprozess selbst! Es gibt Regisseurinnen, die sich mehr für das Detail interessieren als viele männliche Kollegen; auch geht es Frauen viel weniger um das Bedienen eines ein Genres; dieses dient Männern oft als Stütze oder Halt für ihre Geschichte, weil – so glaube ich – sich die Männer hinter dem Genre verschanzen können und nicht viel von sich selbst „herzeigen“ müssen. Ich will das aber wirklich nicht werten, da mir grundsätzlich beim Anschauen eines Films wirklich egal ist, ob eine Frau oder ein Mann die Regie geführt hat. Bei der Finanzierung der bereits erwähnten B ÖSEN Z ELLEN gab es trotz deiner von der Presse gefeierten Erfolge Verzögerungen. Was heißt für Dich Filmemachen in Österreich? Diese Verzögerungen gab es damals sicher u.a. deswegen, weil wir mit unserer eigenen Firma, der coop99, einen so groß dimensionierten Film machen wollten; gleichzeitig stieß das Drehbuch nicht bei allen Jurymitgliedern eines Gremiums auf Zustimmung. So sind eben die Spielregeln, wenn du öffentliche Gelder beantragst; das ist zu akzeptieren. Ich bin ganz stark für die Unterstützung von Seiten des Staates, da dies die einzige Möglichkeit für das Überleben des europäischen Films neben dem amerikanischen Mainstream darstellt. Akzeptanz und kommerzieller Erfolg des europäischen Kinos können nur durch eine Bewusstseinsveränderung des Publikums erfolgen, und die stellt sich nur dann ein, wenn eine breit gestreute Vielfalt von europäischen Filmen im Kino und Fernsehen zu sehen ist! Die Basis dafür muss von staatlicher Seite geschaffen werden. Ich kann in Österreich gut arbeiten, weil ich spüre, dass die Menschen, die Geschichten, denen ich hier begegne, mit mir zu tun haben. Andrerseits orientieren sich besonders die jungen österreichischen Produktionsfirmen über die Landesgrenzen hinweg(und sind dort sogar erfolgreicher als im eigenen Land); deshalb habe ich beruflich oft im Ausland zu tun und fühle mich in Österreich nicht zu sehr eingeengt. Diese beiden Aspekte sind extrem wichtig für meine Arbeit. Filmemachen besteht zu 80% aus Gelder aufstellen. Wie motivierst Du Dich immer wieder aufs Neue? Aufgrund unserer Firmenstruktur stellen bei uns die RegisseurInnen nicht selbst die Gelder für ihre eigenen Filme auf; das heißt, ich organisiere als Produzentin das Budget für andere RegisseurInnen, nicht aber für mich selbst. Das hilft sehr! Die Tatsache, dass wir als coop99 eine Gruppe von(mindestens) vier Personen sind, die sich gemeinsam für eine Sache stark machen, bewahrt davor, sich als allein Kämpfende zu empfinden. Das war auch die Hauptmotivation, die Firma zu gründen. Du bist Regisseurin und schreibst Deine Drehbücher selber. Wie gehst Du da vor? Welche Hürden gilt es bereits beim Schreiben zu meistern? Welche Methodik wendest Du an? Ich sammle Menschen, Bilder, Situationen, die ich dann sortiere und währenddessen – wie oben schon erwähnt – kristallisiert sich ein verbindendes Thema heraus. Dann assoziiere ich weiter(schreiben ist meiner Meinung nach sehr viel Assoziation) und komme so zu genügend Bildern, um mit der Struktur zu beginnen. Früher habe ich dazu Karteikarten benutzt, jetzt schreibe ich die Szenen einfach auf eine Leiste, die 253 die Gesamtlänge des Films darstellt und fülle langsam die leeren Zeilen mit Szenen auf, die mich von A nach B bringen, von einer Figur zur nächsten oder vor allem von einem Zustand zum Nächsten. Wichtige Aspekte dabei sind natürlich Wendungen in Figuren und Plot, Überraschungen, Hinweise, Wiedererkennbarkeit und Ahnungen. Ein Grundmotiv in deinen Filmen ist die Freundschaft zu einer anderen Frau – Manu und Andrea in B ÖSE Z ELLEN beispielsweise. Obwohl sie allesamt – aufgrund eines unentrinnbaren Determinismus – gebeutelte Kreaturen sind, hält sie doch so etwas wie„Sorority“ zusammen. Kann man das so sagen? Die Beziehung zwischen Frauen interessiert mich und ich glaube, dass ich diese Beziehung oft auch in ihrer Fragilität zeige: in N ORDRAND beispielsweise gehen Jasmin und Tamara am Schluss wieder auseinander; jede geht ihren Weg, und doch haben sie sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit eine Zeit lang unterstützen können. Ich glaube grundsätzlich an eine mögliche Solidarität zwischen Frauen, und zwar dann, wenn sie nicht allzu sehr unter dem Druck eines männlichen Systems stehen, in dem sie gefallen müssen, so dass sie zu Rivalinnen werden. Dass die Verbrüderung zwischen Männern immer noch besser funktioniert(Lobbyismus) als die Verschwesterung zwischen Frauen liegt einfach daran, dass die Macht immer noch meistens männlich besetzt ist. Da ist aber viel in Bewegung und gerade zwischen den Regisseurinnen in Österreich herrscht eine ganz starke Zusammenarbeit und Unterstützung. Du hast im Auftrag der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser das Drehbuch für den Film A USWEGE (Regie: Nina Kusturica) geschrieben. In einem Interview sagtest Du„Angst ist etwas, das mich fasziniert“. Inwiefern? Angst ist unser Antrieb, unser Motor. Ich glaube, die Angst vor dem Tod ist das, was uns dazu bringt, überhaupt etwas zu(er)schaffen. Angst ist auch das, wohin wir nicht schauen wollen und deshalb, glaube ich, liegt in dem Hinschauen durch z.B. FilmemacherInnen ein großes Potential. Welches ästhetische Konzept verfolgst Du? Wie findest Du zu Deiner Bildsprache? Ich empfinde mich selbst als sehr wenig formalistisch. Das heißt, ich finde für jede Geschichte die Form, die sie meiner Meinung nach in dem Moment meiner Auseinandersetzung damit braucht. Die Bildsprache finde ich zunächst intuitiv, arbeite dann aber noch einmal sehr intensiv mit meinem Kameramann/meiner Kamerafrau weiter, hinterfrage meine Intuition und lasse die Bilder der anderen natürlich auch zu. Global gesehen haftet Deinen Filmen eine Art„düsteres Zeitgemälde“ an. Die Darstellung der Sexualität zwischen den Geschlechtern erinnert an einen erbitterten Nahkampf zwischen sich aneinander rächenwollenden verfeindeten Parteien. Wie kommt das? Das ist für mich schwierig zu beantworten, vielleicht auch, weil es sehr tief in etwas sehr Persönliches hineinragt. Für mich waren die B ÖSEN Z ELLEN aber z.B. immer etwas sehr Versöhnliches, gerade was die Sexualität zwischen Mann und Frau angeht. Da gibt es auch sehr zärtliche Momente, Annäherungen, Berührungen. Die brutaleren Szenen überlagern vielleicht die Wahrnehmung dieser Momente. Du hast schon in anderen Filmen verschiedene Formen von Gewalt gegen Frauen thematisiert. Wie gehst Du an dieses Thema filmisch heran, damit kein platter Propagandafilm entsteht. Wie setzt Du konkret die Täter-OpferProblematik zwischen den Geschlechtern visuell um? 254 Ich habe Schwierigkeiten, das zu verallgemeinern, da ich nicht so theoretisch an diese Problemstellung herangehe. Für jede Figur finde ich da unterschiedliche Möglichkeiten oder vor allem Notwendigkeiten. Grundvoraussetzung aber ist natürlich immer eine möglichst mehrdimensionale Darstellung sowohl der weiblichen als auch der männlichen Figuren. Die Einsamkeit und absolute Hilflosigkeit von Jasmins Vater in N ORDRAND oder vom Aufreißer Reini in den B ÖSEN Z ELLEN sind für mich notwendige Aspekte der Figuren, die hoffentlich helfen, Muster und Beziehungsmechanismen aufzudecken. Das heißt nicht, dass sie einzelne Aktionen und ihre Gewalt gegen Frauen entschuldigen. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung für den Beruf der Filmemacherin auf Dein Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und Einklang mit Privatsphäre? Die Hauptschwierigkeit besteht darin, zu sagen: die Arbeit ist kein Ausnahmezustand, sie ist(zumindest im Moment und seit mehr als 10 Jahren) der größte Teil meines Lebens. So langsam akzeptiere ich das und setze endlich Grenzen, bevor alles zu viel wird. Denn Filme machen bedeutet durch das Involviertsein so vieler Menschen natürlich ein ständiges Gefordertsein. Sich abzugrenzen ist da extrem wichtig, und damit haben Frauen oft größere Schwierigkeiten als Männer. Insofern trenne ich eigentlich nicht mehr zwischen Arbeit und Privatem, sondern versuche, nur unter solchen Umständen zu arbeiten, die für mich tragbar sind(auch ein wichtiger Aspekt für das Arbeiten in der eigenen Produktionsfirma). Um trotzdem das Gefühl einer Privatsphäre zu haben, muss ich mich dann hier und da total zurückziehen, was tatsächlich sehr schwierig für mich ist. Die Verdienstmöglichkeiten sind für mich, solange ich lange Spielfilme drehen kann, ausreichend; allerdings in Relation auf die Arbeit, die dahintersteckt, vor allem von Produktionsseite, sind die üblichen Honorarsätze absolut selbstausbeuterisch. Zusätzliches Einkommen verdiene ich als Co-Autorin, Dramaturgin und vereinzelt durch unterrichten. Von außen geregelte Arbeitszeiten gibt es nur während der Dreharbeiten – eine mindestens 60-StundenWoche. Aufgrund der ansonsten freien Arbeitszeiteinteilung muss ich darauf achten, dass ich mir Freizeit zugestehe. Das passiert sicher zu selten; meine letzte Urlaubswoche liegt vier Jahre zurück. Wie siehst Du Dich als Frau im Kontext der aktuellen österreichischen Filmkultur eingebunden, was Auftragslage und Nachfrage betrifft? Dadurch dass ich sehr unabhängig arbeite, übernehme ich nur selten Auftragsarbeiten. Das kann ich mir leisten, solange ich nicht für andere sorgen muss und auch keinen allzu hohen Lebensstandard verfolge. In den Kontext der österreichischen Filmkultur fühle ich mich hinreichend eingebunden, das aber vor allem durch meine Doppel- bzw. Dreifachfunktion. Bei dieser Dreifachfunktion möchte ich einhaken: Du hast – wie schon erwähnt 1999 gemeinsam mit Jessica Hausner, Antonin Svoboda und Martin Gschlacht eine eigene Produktionsfirma, die Coop99 gegründet. Machen die drei Seelen(Drehbuch, Regie und Produzentin) in Deiner Brust nicht alles noch komplexer und schwieriger? In der Phase der Vorbereitung und der Produktion, auch während der Dreharbeiten zum eigenen Film hat für mich meine Doppelfunktion nur Vorteile. Im Nachfeld, also wenn du mit deinem Film an die Öffentlichkeit gehst und gleichzeitig auch für andere Filme versuchst, Geld aufzustellen und dich auch noch inhaltlich einzubringen, da wird es tatsächlich oft zu viel. Ich habe für mich selbst aber entschieden, dass ich das für die großen Vorteile, die für mich das Gefühl einer Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ausmachen, gerne in Kauf nehme; ich lerne auch im Lauf der Zeit, besser mit meinen Kräften zu haushalten und vielleicht auch öfters nein zu sagen. 255 Es gibt heute eine junge Generation von österreichischen Filmemacherinnen wie Jessica Hausner, Ruth Mader, Mirjam Unger, Kathrin Resetarits und Dich, die sagen:„Wir machen ganz unterschiedliche Filme und es ist uns egal, welches Geschlecht wir haben!“ Mir ist ganz und gar nicht egal, welches Geschlecht ich habe, im Gegenteil: ich bin sehr froh, dass ich eine Frau bin. Ich glaube aber, wir haben das zu Beginn unseres Filmemachens manchmal so dargestellt, weil wir einfach in keine Schublade gepresst werden wollten. Wir waren anfänglich wahrscheinlich auch naiver, zu glauben, dass es wirklich keinen Unterschied macht. Mittlerweile sehe ich das nicht mehr so und betone, dass es extrem wichtig ist, sich als Frau gegenseitig zu unterstützen und ein Selbstbewusstsein bzw. Selbstverständnis als Frau zu haben. Das heißt für mich: nicht unter allen Umständen gefallen zu wollen(was ja ein Drama in der Sozialisierung der Frau ist) und zu den eigenen Filmen stehen; die damit verbundene Verantwortung übernehmen, auch angreifbar sein, sich deshalb aber nicht gleich klein zu machen. Ist die Entstehung dieser starken Frauenriege ein Zufall? Oder hat es damit zu tun, dass sich ein neues Selbstbewusstsein entwickelt hat? Da gab es sicher einen Synergieeffekt aufgrund von großen internationalen Erfolgen (wie oben schon gesagt, nach N ORDRAND ) vor allem von Jessica Hausner(L OVELY R ITA ), Ruth Mader(S TRUGGLE ), der Berlinerin Valeska Grisebach(M EIN S TERN ), die ja auch an der Filmhochschule in Wien studiert hat, aber auch Kathrin Resetarits (F REMDE ), Bady Minck(I M A NFANG WAR DER B LICK ), Anja Salomonwitz(D AS WIRST DU NIE VERSTEHEN ) etc. Das Selbstverständnis steigt sicher, wenn du weißt, andere Frauen machen Filme genauso wie du. Du bist dann kein Sonderfall oder keine Einzelerscheinung. Das hilft natürlich. Reicht der zahlenmäßige Aufschwung von jungen Filmemacherinnen aus, um von einer generellen Verbesserung der Produktionsbedingungen für Frauen oder im allgemeinen sprechen zu können? Ich denke da an die Überzahl der Männer z. B.: im Kamera- oder im Regieverband. Vor allem die Überzahl im Produzentenverband ist da natürlich auffällig und maßgeblich für die Arbeitsbedingungen verantwortlich. Ich glaube, der zahlenmäßige Aufschwung kann nur eine Stimmung beeinflussen und die Selbstverständlichkeit, mit der Frauen Regisseurinnen sind, unterstützen. Erst wenn wirklich wesentlich mehr Frauen in den Verbänden, vor allem im Produzentenverband, sitzen, wird hier eine echte Gleichberechtigung herrschen. Wie stehst Du zu den„Pionierinnen“ der Branche wie Käthe Kratz, Susanne Zanke, Kitty Kino, u.a. die ja tatsächlich viel schwierigere Bedingungen als heute vorgefunden hatten? Wir haben leider sehr wenig Kontakt, auch wenn wir uns manchmal zufällig über den Weg laufen. Das liegt aber, denke ich, nur daran, dass wir nicht in einem gemeinsamen Gefüge waren – wie ich das mit den Regisseurinnen meiner Generation war. 256 Abschließend: Was planst Du als nächstes Projekt? Ich beginne gerade erst zu schreiben, deshalb ist das ein zu frühes Stadium, um mehr darüber zu sagen. Ich verfolge auch mehrere Ideen gleichzeitig und habe mich noch nicht entschieden, welches der Projekte für mich im Moment das wichtigste ist. 257 Mother of Invention Hilde Berger über ihre Anfänge, die fließende Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben, zwischen Liebes- und Arbeitsbeziehung und die konstruktive Verwertung jeder Erfahrung als Ausgangspunkt für eine neue Geschichte. Geboren 1946 in Oberösterreich, lebt in Wien und Berlin, ist Schauspielerin und schreibt Spielfilm-Drehbücher und Prosa Du bist heute Autorin(Drehbuch, Roman), dramaturgische Beraterin, Drehbuch-Dozentin und Schauspielerin. Könnte man deinen Ausbildungsweg als „Learning by doing“ bezeichnen? Am Anfang war das„doing“, anschließend kam aber jedesmal eine neugierige Beschäftigung mit den Methoden. Das war beim Theater genauso wie später beim Drehbuchschreiben. Erst nachdem ich im Wiener Cafétheater ein paar Produktionen gespielt hatte, kam ich in Kontakt mit den Leuten der New Yorker Theatergruppe La Mama, die damals nach einer ganz bestimmten Schauspielmethode arbeiteten. Später fand ich dann meine„Lehrmeister“ in Polen, in Grotowskis Theaterlaboratorium. Ähnlich war der Weg als Filmschauspielerin: erst nachdem ich in einigen Filmen gespielt hatte, hab ich die Ausbildung im„method-acting“ nachgeholt. Und als Drehbuchautorin erfuhr ich auch erst nach meinem dritten oder vierten verfilmten Drehbuch, dass sich eine Filmgeschichte am flüssigsten in der Drei-Akt-Einteilung erzählen lässt, dass Plot Points und Exiting Moments das„Um und Auf“ sind, und dass es fahrende Lehrer gibt, wie Syd Field und Frank Daniel, und Scriptdoctors wie Linda Seger und Inga Karetnikowa, von denen ich eine Menge lernen konnte. Als eigentlicher Lehrmeister für mich als Drehbuchautorin erwies sich aber das Publikum; und der Markt. Drehbuchschreiben – besonders wenn es Geschichten fürs TV sind – ist wie ein schwierig gesteckter Slalom. Im Dramaturgenjargon wird von„stakes“ gesprochen, von Hindernissen, die dem Helden den Weg zum Ziel so schwierig wie nur möglich machen sollen. Für mich als Drehbuchautorin sind diese Hindernisse oft der Geschmack des Redakteurs, das niedrige Budget des Produzenten, der prognostizierte Geschmack eines prognostizierten Publikums, und oft auch die Ideen eines Hauptdarstellers, der, obwohl schon weit über siebzig, darauf besteht, dass er eine Sex-Szene hineingeschrieben bekommt. Rückblickend erscheint mir dagegen meine frühere Theaterarbeit wie der reinste Luxus. Sie stand immer unter dem Forschungsaspekt, sie war alternativ und elitär, was heißt: je enger der Kreis der Menschen, die mit damit was anfangen konnten, desto berechtigter schien die Arbeit. Meine paratheatralischen Projekte, die Performances, Events und Workshops der 70er und 80er Jahre verhalfen mir kürzlich im Rahmen einer Retrospektive im Museum für Moderne Kunst zum Titel der„mothers of invention“(Titel der Ausstellung) – worauf ich sehr stolz bin. Deine Wurzeln liegen offenkundig in den Grundsätzen des von Jerzy Grotowski ins Leben gerufenen Theaterlabors. Stichworte wie Method-Acting, Psycho-Drama und andere Techniken, die üblicherweise Schauspieler zu Freilegung ihrer Kreativität anwenden, beeinflussen bis heute Deine Arbeitsweise. Wie kam es, dass Du als Mitglied alternativer Schauspieltruppen wie z. Beispiel La Mama New York oder Theaterlabor A.mo.K. Wien zur Filmschauspielerin u.a. in A LPENSAGA , A RBEITERSAGA , oder E XIT II avanciertest und jetzt hauptsächlich als Autorin arbeitest? Meine Mutter, die Zeit ihres Hausfrauenlebens aus dem oberösterreichischen Dorf, in dem sie mich geboren hat, nie herauskam, sagte einmal in ihrem mütterlichen Weitblick zu mir:„Zum Film kommst du nur über das Bett des Regisseurs“. Was wahrscheinlich als Warnung gedacht war, nahm ich als Tipp, und ich war erstaunt, wie recht meine Mutter 258 wieder einmal gehabt hatte. Es hat geklappt! Der Regisseur hieß Dieter Berner und ist bis heute mein Mann. Nach diesem kleinen Scherz zurück zur damaligen Realität. Der österreichische Film boomte Ende der 70er Jahre, und bot so für alle Mitglieder der A.mo.K. die Möglichkeit, sich ein Zubrot zu verdienen. Die ganze Crew erhielt in der 1. und 2. ALPENSAGA Rollenangebote; wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass bei den meisten weiblichen Darstellern unter der Gretlfrisurperücke das Kurzhaar hervorblitzt. Als alternative Theaterkünstler hatten wir uns nämlich gegenseitig verpflichtet, die Lebens- und Kunstpraxis in der Mühl-Kommune zu erforschen, und dort wurde einem zuerst einmal das Haar ratzebutz abgeschnitten. Der für mich schließlich so entscheidende Schritt zur Drehbuchautorin ergab sich in der Kommune Mauerbach, wo die Drehbücher zur ALPENSAGA in Gemeinschaftsarbeit zwischen Dieter Berner, Peter Turrini und Willi Pevny entstanden sind. In Mauerbach lebten Schauspieler, Autoren und Regisseure zusammen. Der Film wurde als die große Chance zur Gemeinschaftsarbeit gesehen. Gemeinsames Leben und Arbeiten in einer Gruppe von Künstlern, in die auch die Kinder einbezogen waren, konnte dort eine Zeit lang verwirklicht werden. Da hat sich eben jeder der Bewohner auch einmal als Drehbuchautor versucht. Mein erster Versuch war eine ziemlich schräge Weihnachtsgeschichte im Rahmen eines Wettbewerbes, zu dem der ORF aufgerufen hatte. Verfilmt wurde die Geschichte dann mit sämtlichen Bewohnern der WG, einschließlich der Ziege. Du bist eine deklarierte Team-Arbeiterin, was in dem arbeitsteiligen Prozess des Drehbuchschreibens von Vorteil ist. Mit dem Regisseur Dieter Berner verbindet dich eine langjährige Zusammenarbeit. Hat dich diese in puncto Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen in die Filmprojekte gestärkt? Hat es das Verkaufen der Drehbücher leichter gemacht? Ja. Klar. Ich hatte eben für meine ersten Drehbücher gleich den Regisseur zur Hand. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung für den Beruf der kunstschaffenden Frau auf Dein Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und Einklang mit Privatsphäre? Es gab für mich nie eine andere Lebensperspektive als im weitesten Sinne etwas mit dramatischer Kunst zu machen. Ja, in der Volksschule dachte ich mal kurz daran, Stewardess zu werden, weil meine Freundin das auch wollte. Aber da ich Angst vor dem Fliegen habe, wäre das ohnehin nicht für mich in Frage gekommen. Seit ich mich erinnern kann, hab ich theatergespielt und Stücke geschrieben – eigentlich seit ich einen Bleistift handhaben konnte. Soviel zum Lebenskonzept. Arbeitszeit ist ständig. Urlaub machen bedeutet, den PC in einem Hotelzimmer oder in einer Schihütte zu installieren, um endlich in Ruhe ein Stück fertig zu schreiben. Verdienst? Jetzt bin ich bald sechzig, das heißt, ich ernähre mich seit vierzig Jahren vom Schreiben und Spielen, es wird noch eine Zeitlang so dahingehen. Das allgemeine Zittern und Bangen wegen der Verknappung der Pensionen rührt mich wenig, da es für mich keine soziale Absicherung gibt. Das heißt, solange arbeiten, bis mir der Bleistift aus der Hand fällt. Zur Privatsphäre: da gab und gibt es keine Trennung zwischen Arbeit und Privat, das fließt alles ineinander, jede private Erfahrung ist Ausgangsmaterial für eine Geschichte oder eine Rollendarstellung. Die Beziehung mit Dieter Berner ist eine Liebes- und Arbeitsbeziehung. Unsere Kinder haben diese Eltern akzeptiert, sie arbeiten auch mit, wo immer es geht: als sie noch klein waren, habe ich sie während der Dreharbeiten ins Kostüm gesteckt und sie mussten mitspielen. Damit war schon wieder die Babysittergage eingespart. Jetzt machen sie Filmmusik, Standfotos, Requisite, der ältere bastelt gerade seinen ersten Animationsfilm – und sie sind für mich unentbehrliche Scriptconsultants, wenn es eine erste Drehbuchfassung gibt. Du hast sehr unterschiedliche Drehbücher zu bereits realisierten Filmen verfasst: Ich denke an den historischen TV-Mehrteiler L ENZ ODER DIE F REIHEIT , die im 259 ehemaligen Ostblock angesiedelte Gaunerkomödie J OINT V ENTURE oder zuletzt der TV-Spielfilm mit Otto Schenk, A UGUST DER G LÜCKLICHE . Welche Geschichten interessieren Dich, welche möchtest Du erzählen? Du könntest mich auch fragen: Welchen Witz erzählst du gerne? Jeden, vorausgesetzt ich kann ihn so gut erzählen, dass die Leute lachen. Ich schrieb in letzter Zeit einige Drehbücher im Auftrag von Produzenten und Redakteuren. Dabei hab ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich eigentlich mit allen Genres anfreunden kann, und dass das Erzählen jeder dramatischen Geschichte aufregend ist. Das wirklich Spannende am Drehbuchschreiben ist die Recherche, dieses allmähliche Eintauchen in eine fremde Welt unbekannter Menschen. Das kann sehr aufregend sein. Mein letztes Drehbuch handelte von den Erlebnissen eines jungen Soldaten im 2. Weltkrieg, das war bis dahin nicht gerade„meine Welt“. Ich schreibe gerne politische Geschichten. Ich schreibe gerne historische Geschichten. Ich wollte, ich könnte Komödien schreiben. Einige hab ich versucht.... Ein lang gehegtes„Wunschkind“ von Dir war die Amour-fou zwischen dem Maler Oskar Kokoschka und seiner für ihn unerreichbaren Windsbraut, Alma Mahler. Als Film nicht realisierbar, hast Du vor 5 Jahren einen Roman aus diesem Stoff gemacht. Wie siehst Du Dich – anhand dieses Beispiels – im Kontext der aktuellen österreichischen Filmkultur eingebunden, was Auftragslage, Nachfrage und Realisierungschancen Deiner Projekte betrifft? Ich denke, ich hab das Drehbuch KOKOSCHKA dem falschen Produzenten anvertraut. Das Projekt ist sehr aufwändig, als alleinige österreichische Produktion ist es nicht auf die Beine zu stellen. Österreichische Produzenten werden zwar immer wieder in internationale Koproduktionen eingebunden, aber bis auf wenige Ausnahmen als„die kleinen Partner“, die zwar österreichisches Fördergeld in die Filmprojekte einbringen, der kreative Part – einschließlich Drehbuch – wird aber vom ausländischen Partner gestellt. Ich beobachte diese Entwicklung seit einiger Zeit mit ziemlichem Unbehagen. Die österreichischen Produktionsfirmen überleben auf diese Art und Weise, die Kreativen aber nicht. Du leitest Drehbuchseminare im In- und Ausland und unterrichtest zur Zeit am Institut für Theater- und Medienwissenschaft. Hat sich die Ausbildungssituation – verglichen mit deiner – heute auf dem Drehbuchsektor wesentlich verbessert? Auf jeden Fall. Ich denke, es gibt für Autoren, die sich im Drehbuchschreiben ausbilden lassen wollen, heute ein sehr breites Angebot. Berechtigtes Lob gebührt in diesem Zusammenhang dem D REHBUCHFORUM . Welche filmischen Zukunftspläne verfolgst Du? Jetzt arbeite ich gerade an einem Drehbuch über die österreichisch-tschechische Nachbarschaftsbeziehung. Eine Auftragsarbeit. Ich hab mich bei der extrem spannenden Recherche ein bisschen vertrödelt, sollte übermorgen schon ein Exposé vorlegen. Davon ist leider noch keine Rede. Wenn ich mit dieser Geschichte fertig bin, möchte ich mir endlich viel Zeit nehmen, um wieder Prosa zu schreiben. Das ist auch so ein Luxus.... 260 Alles ist Input... Andrea Maria Dusl über social skills wie Erfindungsreichtum und Hartnäckigkeit sowie das Switchen zwischen einzelnen Kunstsprachen Geboren 1961 in Wien; Meisterklasse für Bühnengestaltung an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 1985 Kolumnistin und Illustratorin, Drehbuchautorin . Sie haben an der Akademie der bildenden Künste die Meisterklasse für Bühnengestaltung absolviert. Seit etlichen Jahren beliefern Sie die Stadtzeitung FALTER mit gesellschaftskritischen Kolumnen und das Magazin FORMAT mit Zeichnungen und Karikaturen. Wer waren Ihre Lehrer und wie vollzog sich die Abwendung vom groß dimensionierten Bühnenbild hin zur Vorliebe für schrulligsatirische Petitessen? Mein Lehrer an der Akademie war Lois Egg, ein Gentleman und Künstler wie ich später wenige kennengelernt habe, mit Ausnahme von Michael Haneke vielleicht. Lois Egg hat uns vor allem beigebracht, an uns selbst zu glauben. Im zweiten Jahr an der Akademie war ich dann schon seine Assistentin. Zeichnen habe ich von meinem Vater und meinem Onkel gelernt, beide waren Architekten. Zum Falter bin ich eigentlich zufällig gekommen, die haben einfach angerufen und Illustrationen für einen philosophischen Essay gebraucht. Das war lange, nachdem ich begonnen habe, Filme zu machen. Vom Bühnenbild habe ich mich nach sieben Jahren am Theater eigentlich deshalb entfernt, weil mir das Regieführen, die Arbeit mit Schauspielern und Text viel mehr zugesagt hat. Das war während der Produktion von M EIN K AMPF von George Tabori am Akademietheater. Wenn man so will, war also auch Tabori ein Lehrer von mir. Und Thomas Bernhard. Ohne dass er das wusste. Und während einer sehr sehr langen Zeit bin ich täglich ein paar mal im Kino gesessen, im Filmmuseum, um die Filmgeschichte in mich aufzunehmen, in den anderen Kinos, um das zu sehen, was gerade Mainstream war oder in zerkratzten Kopien für Verrückte wie mich gezeigt wurde. „Blue Moon, you saw me standing alone Without a dream in my heart, Without a love of my own…” heißt es in dem berühmten Lied von Julie London, das titelgebend war für Ihren preisgekrönten Erstlingsfilm BLUE MOON, einem modernen Märchen über die Liebe zwischen Ost und West. 12 Jahre haben Sie an diesem Projekt gearbeitet, das ursprünglich in mehreren Folgen à zwei Minuten mit dem Titel„In 80 Tagen um die Welt“ geplant war. Welche Faktoren haben Sie über eine so lange Zeit an die Realisierung des Projektes glauben lassen? Meine sechs Kurzfilme A ROUND THE W ORLD IN E IGHTY D AYS waren eine unmittelbare Antwort auf die Weigerung der Förderungen, sich mit meinen Stoffen auseinanderzusetzen. Zu dieser Zeit kämpfte Ulrich Seidl gerade darum, seinen Film G OOD N EWS überhaupt ins Kino zu bringen. Wir hatten damals viel Kontakt und die Hartnäckigkeit, mit der Ulrich gegen den Strom schwamm, hat mich sehr bestärkt. Ich habe ein Konzept entwickelt, Kurzfilme zu finanzieren, zu drehen und im Werbeblock der Kinos unterzubringen. Diese 35mm-Zweiminüter habe ich selbst produziert und mit meinem damaligen Freund, dem Kameramann Peter Zeitlinger realisiert. Unsere virtuelle Firma hieß„Pokorny und 261 Prohaska". Ohne Firma durfte man beim Monopol-Kopierwerk„Listo“ nämlich keine Kopien ziehen lassen. Teile des Materials hat mir Michael Synek geschenkt und die Figur des Pichler hat Rainer Egger mit mir auf zahlreichen Recherchereisen in den Osten entwickelt. Die„Achtzig Tage“ habe ich auf der DVD von B LUE M OON als Bonus untergebracht, weil sie die genetischen Eltern von B LUE M OON sind. Aus der Idee dieser Kurzfilmserie habe ich dann das Drehbuch für B LUE M OON entwickelt. Die erste Version war Anfang der 90erJahre fertig, es hat aber schließlich bis 1998 gedauert, bis der Stoff bei Erich Lackners Produktionsfirma Lotus-Film gelandet ist. In dieser langen Zeit waren es Rainer Egger, Michael Synek und Michael Glawogger, die immer wieder an das Projekt geglaubt haben. (Von mir mal abgesehen!) Die Arbeit am Drehbuch selbst hat nicht länger gedauert, als bei anderen Stoffen. Eher im Gegenteil. Ich bin sehr schnell im Schreiben. Die harte Nuss war, um mit Achternbusch zu sprechen, die Chance zu nutzen, die ich nicht hatte. Sie sind Multifunktionärin: Neben Schriftstellerin, Kolumnistin(Ihre Bonmots als Comandantina Dusilova unter www.geocities.com/Pentagon/4404/ werden von Havanna bis Moskau zum Frühstück gereicht) und Drehbuchautorin sind Sie auch „Sophistin“; Ihr virtuelles Hangout kann man unter www.digitalien.org/sofa genießen. Woher beziehen Sie den Input für Ihre Geschichten und treffenden Satiren? Ich bin eigentlich keine Multifunktionärin, weil alles gleichzeitig in mir abläuft. Die Bilder, die Geschichten und die Dialoge. Film ist also das Normale, und das andere die Spezialdisziplinen, in denen ich Teile dessen ablade, was sich ununterbrochen anhäuft. Für den Input brauche ich mich nicht sorgen. Alles ist Input. Eher geht es darum, das Naheliegende, das Banale aus seinem Zusammenhang zu nehmen und wie eine seltene Pflanze zu untersuchen. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung für den Beruf der Künstlerin auf Ihr Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und Einklang mit Privatsphäre? Ich habe kein Lebenskonzept. Eher hat das Leben mich. Ich habe keine Berufsentscheidung getroffen, jedenfalls nicht wissentlich und kenne keinen Unterschied zwischen privat und öffentlich. Das verschmilzt mir immer zu einem Ganzen. Die einzigen Disziplin, die ich mir inzwischen zugelegt habe, ist hin und wieder nein zu sagen, an Tagen, an denen die Kalenderblätter rot sind, nicht an Geld zu denken und dann zu schlafen, wenn ich müde bin. Manchmal löse ich Probleme im Schlaf. Dazu sind Träume nämlich da. Wie sehen Sie sich als Frau im Kontext des aktuellen österreichischen Kunstgeschehens eingebunden, was Auftragslage und Nachfrage betrifft? Frauen haben es schwer, erstens überhaupt und zweitens in Österreich. Frauen haben es aber andererseits auch wieder leichter, weil sie mehrdimensional denken, horizontale Netzwerke aufbauen statt vertikaler Aufstiegshilfen und das Geld nicht in Autos und Männerspielsachen investieren müssen. Dass das international akklamierte österreichische Filmwunder zum großen Teil von Frauen realisiert wird, ist doch fantastisch! Sie bedienen in den bereits angesprochenen Medien unterschiedliche Bildsprachen mit unterschiedlicher Methodik. Welches ästhetische Konzept verfolgen Sie beim Switchen quer durch die Gattungen und Genres? Welche Aspekte interessieren Sie so sehr, dass sie Sie in Ihrer Arbeit hervorheben und bewusst machen wollen? 262 Jedes Genre hat seine Gesetze und Grenzen. Ich versuche herauszufinden, was diese Gesetze sind und wo die Grenzen verlaufen. Daraus ergibt sich die Form. Sobald ich das für mich herausgefunden haben, habe ich innerhalb dieser Grenzen alle Freiheiten, eingeschlossen die, die Grenzen auch zu sprengen. Ich bin zweisprachig aufgewachsen, meine Mutter ist Schwedin. Das Denken in zwei Sprachen macht das Switchen zwischen Sprachen, und etwas anderes sind künstlerische Genres ja nicht, möglicherweise einfacher. Keine Ahnung, das müsste man neurologisch erforschen. Das einzige was ich nicht kann, ist zu sprechen, während ich ein Instrument spiele. Vermutlich, weil bei mir Sprache und Musik im selben Gehirnareal ablaufen. Andere können das. Sie sagten einmal: Film ist vermutlich die anstrengendste Selbstverwirklichung, die die Menschheit hervorgebracht hat. Wie sieht es mit Ihren filmischen Zukunftsplänen aus? Ich denke, ich könnte gesagt haben, Film sei möglicherweise die anstrengendste, ganz sicher aber die teuerste Selbstverwirklichung. Ich schreibe gerade das Drehbuch zu meinem nächsten Spielfilm. C HANNEL 8 wird sehr spannend werden. Da geht es um die Frage, was passiert, wenn das Leben eines Menschen im Traum eines anderen auftaucht, wenn Traum und Wirklichkeit ineinander laufen. Der Film spielt in Paris und Sankt Petersburg und handelt von einem Fernsehkorrespondenten und einer Malerin, deren Gedankenradios auf der selben Frequenz senden. C RAZY D AY , die Geschichte des Tages, an dem die Amerikaner in Bagdad einmarschierten, musste ich verschieben, weil Recherche in Bagdad momentan lebensgefährlich wäre. Vom Drehen ganz abgesehen. Und dann habe ich noch ein paar andere Stoffe in der Pipeline. u hast zwölf Jahre an dem Projekt gearbeitet, bis Du es realisier 263 ntest. Wieso hat es so lange gedauert? Filme machen bedeutet zu suchen und zu jagen Barbara Gräftner über ihren filmischen Ost-West-Zusammenprall, DOGMA-Prinzipien und ihr alchemistisches Weltbild Geb. 1964 in Wien, Studium der Medizin und Architektur, famulierte an der Universitätsklinik für Psychiatrie, Drehbuchautorin und Regisseurin Ihr Werdegang ist sehr ungewöhnlich: Sie sind ausgebildete Ärztin und Psychotherapeutin. Sie arbeiteten ein Jahr lang als Turnusärztin an der Wiener Rudolfstiftung. Wie kam es, dass Sie sich im Alter von 32 Jahren entschlossen, nochmals durchzustarten, indem Sie„die Schulbank“ in der Filmabteilung der Universität für Musik und darstellende Kunst drückten? Ich wollte schon immer Drehbücher schreiben; bereits während meiner Schulzeit habe ich an Drehbuchwettbewerben teilgenommen. Gleichzeitig aber existierte immer der Wunsch in mir, Ärztin zu werden- das schien mir der Inbegriff einer sinnhaften Arbeit. Da ich in meiner Kindheit im zarten Alter zwischen drei und vier Jahren lange Zeit im Spital verbringen musste, hat mich natürlich sehr geprägt. Von der Zeit an waren Ärzte/innen meine erklärten Vorbilder. Ursprünglich wollte ich zwei Jahre Entwicklungshilfe machen, bei„Ärzte ohne Grenzen“ arbeiten. Nachdem ich es geschafft hatte, im weißen Kittel im Krankenhaus zu stehen, fiel diese„Allheil“-Vorstellung plötzlich von mir ab. Ich habe meinen Traum in die Realität umgesetzt, wodurch der Zwang, unbedingt als Ärztin tätig sein zu wollen, plötzlich weg war. Durch das Erreichen meines Zieles fühlte ich mich befreit von etwaigen Vorgaben, die aus meiner Kindheit resultierten. Nun konnte ich mir erlauben, zu tun was ich wollte. Ein kleiner Scherz en passant: Das Studium der Seelenkunde ist sicherlich eine gute Voraussetzung für eine Filmkarriere... Sie haben Drehbuch bei Walter Wippersberg und später auch Regie bei Peter Patzak studiert. Punzieren zwei solche„Kapazunder“ die eigenen Bilder, die man im Kopf hat? Nein, gar nicht! Der Unterricht an der Filmhochschule, den ich persönlich sehr schätze, läuft in einer so freien und eigenverantwortlichen Art und Weise ab, dass eine „Punzierung“ nicht stattfindet- jedenfalls bei mir nicht. Ich war ja schon recht erwachsen, als ich beschloss, mich an der Filmhochschule für das Fach Drehbuch zu bewerben. Allerdings weiß ich, dass eben diese existierende Freiheit vielen jüngeren Kollegen/innen sehr zu schaffen macht. Sie sehnen sich nach einem Papa oder einer Mama, manches Mal vielleicht zu recht. Für diese Art von „Familiensuche“ fühlte ich mich schon zu alt. Der Unterricht, so wie er gehandhabt wurde, entsprach total meinen Erwartungen. Ihr preisgekröntes Spielfilm-Debüt M EIN R USSLAND zeichnet inhaltlich einen heiterironischen Culture-Clash zwischen Wienern und Russen aus weiblicher Sicht. Wie kam es dazu? Österreich lag schon immer an diesem Schnittpunkt. Ich selber habe durch meinen Bruder, der bereits vor dem Fall des Eisernen Vorhangs mit einer Ukrainerin liiert war, 264 diese Länder schon früh besucht. Mir fiel auf, dass diese„andere Kultur“ von einer anderen Geisteshaltung, von anderen Wertvorstellungen geprägt ist. Die Leute dort sind einerseits sozialer, weniger eigennützig, und andererseits haben sie eine faszinierende Gabe zur Metaphysik, sie sehen hinter allem einen höheren Willen. Dadurch lassen sie viel mehr zu, ohne immer gleich eingreifen zu wollen – das alles war natürlich die ideale dramaturgische Opposition zu meiner Hauptfigur mit ihrer westlichen Zivilisationskrankheit des Machbarkeitswahns. Mit meiner Faszination für die völlig andere Kultur des Ostens stehe ich indes nicht allein da, es gibt nämlich im Zuge der EUOsterweiterung bei einem nicht unerheblichen Teil der Leute diese seltsame Stimmung, die„alten Kronländer“ wieder in die Arme zu schließen. Bei meiner Schilderung des österreichisch-ukrainischen Kulturzusammenstosses arbeite ich bewusst mit Stereotypen: Ivan Rebroff und der Don-Kosaken-Chor. Literweise Wodka und junge Russinnen, die in Wien als Go-go-Girls jobben. Diverse formale Elemente erinnern in M EIN R USSLAND an die ästhetischen Grundprinzipien der dänischen Dogma-Filme: Handkamera, Verzicht auf Musik, Dialoglastigkeit, Schauspieler im Zentrum. Und inhaltlich gemahnt die Geschichte der anlässlich einer Familienfeier aufbrechenden Konflikte an Thomas Vinterbergs F ESTEN . Steht M EIN R USSLAND in der Tradition von Dogma? Ich kann mich mit„Dogma“ durchaus identifizieren, für mich ein geniales Alternativkonzept zum Filmmogul Hollywood. Es war ein prägendes Erlebnis für mich schon, den Film F ESTEN zu sehen. Etwas derart Eindringliches hatte ich zuvor noch nie gesehen, sowohl das Drehbuch betreffend, als auch die schauspielerischen Leistungen. Und weil für mich Produktionsbedingungen und Kreativität untrennbar miteinander verknüpft sind, schrieb ich ein Drehbuch für eben diese Bedingungen, das heißt einen Film für ein kleines Budget und kurze Drehzeit – aber mit einer Crew von außerordentlich fähigen Leuten. Denn das ist alles irrsinnig anspruchsvoll, auch wenn es so leicht aussieht. Da ich auf der Filmhochschule gute Leute kennen gelernt hatte, jedoch kein Geld besaß, war das einfach der bestmögliche Stil – und offensichtlich funktionierte es. Unter welchen schwierigen Bedingungen entstand Ihre Milieustudie zwischen Bortsch und Schweinebraten? Möglich war die Realisierung nur, weil mir ein hundertprozentig loyales Team den Rücken stärkte. Die haben mich überredet, einen Langfilm zu machen, weil ihnen das Buch so gut gefallen hat. Gagen konnte ich keine auszahlen. Die russischen Laiendarsteller haben für die zwölf Drehtage einfach ihre Jobs geschmissen. Zur geschlechtsspezifischen Ästhetik: Beeinflusst Sie Ihr Selbstverständnis als Frau bei Ihrem künstlerischem Output? Anders ausgedrückt: Hat frau einen anderen Blick auf die Dinge? Das kann ich am besten anhand meiner Hauptfigur Margit von M EIN R USSLAND beantworten. Die Bankangestellte Margit, Ende vierzig, versucht den Alltag durch gezielten Konsum zu bewältigen: Wenn ihre Frisur, ihr Make-up und ihre Kleidung dem westlichen weiblichen Schönheitsideal entsprechen, fühlt sie sich sicher. Margit ist eine tragikomische weibliche Hauptperson, die völlig der Zivilisationskrankheit des Machbarkeitswahns erliegt. Scheinbar hat sie alles unter Kontrolle. In Wirklichkeit ist sie jedoch vereinsamt und sich selbst entfremdet, und sie wird durch diese innere Not böse, sie ist Opfer und Täterin zugleich. Als Letztere tut sie dann alles, um die aus dem Osten angereiste Familie ihrer zukünftigen Schwiegertochter abhängig zu machen. 265 Welche Geschichten interessieren Sie, welche möchten Sie erzählen? Mich interessiert die innere Motivation von Menschen, ihre Psychologie, warum sie dies oder jenes tun oder sein lassen. Ich möchte die verborgenen und immer wieder überraschenden Motive aufzuspüren. Wenn es überhaupt eine Definition von Kunst geben kann, dann wäre es für mich die, dass das Wesen aus der Erscheinung herausgekitzelt werden muss. Und mit Kamera sowie filmischen Gestaltungskriterien habe ich die Möglichkeit, genau das zu machen. Sie haben mittlerweile auch eine eigene Produktionsfirma, die Bonusfilm aufgesperrt. Warum? Die Bonusfilm wurde 2001 zusammen mit dem Kameramann/Produzenten Robert Winkler, dem Cutter Oliver Neumann und dem Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Michael Mutz und mir als Geschäftsführerin gegründet. Wir wollen unsere Themen und Geschichten aus Leidenschaft und nie aus Kalkül entwickeln. Diese Unbestechlichkeit ist jene puritanische Arbeitsbasis, die überhaupt erst zur Entstehung von Bonusfilm geführt hat. Wir haben einander wegen unserer Lust am Film gefunden, uns gegenseitig bei eigenen Projekten unterstützt. Daraus entstand unsere Company. Erwähnter Puritanismus ist auch unser Qualitätsmaßstab. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Abkehr vom sicheren„Brotberuf“ der Ärztin hin zur Filmemacherin und Produzentin auf Ihr Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und familiäre Situation? Das ist immer noch ungeklärt! Wie viele andere Künstlerinnen – egal welcher Sparte – auch, stehe ich vor der Entscheidung: Kinder – ja oder nein? Das wäre im Arztberuf keine Frage. Warum wählen Sie dann den schwierigeren Weg und machen Filme? Tja, warum eigentlich? Filme machen bedeutet für mich das Bleibende hinter den„sich wandelnden Gestalten“ sehen zu wollen, es zu suchen und zu jagen. Es bedeutet, dem Wesentlichen Fallen zu stellen, ihm dicht auf den Fersen zu sein, nicht aufgeben, dem besseren Wissen über sein unvermeidliches Entwischen zum Trotz. Es bedeutet, das Wesen in jeder Erscheinung listig hervorzulocken. Es bedeutet, geduldig und unerschütterlich an eine Seele in allem zu glauben. Voraussetzung für solches Tun ist das zumindest teilweise Verbleiben in einem Urzustand menschlicher Bewusstseinsbildung – einem alchemistischen Weltbild, dem auch die Märchen und Träume entspringen. Denn nur dort gibt es nichts Banales, Hohles, Unbeseeltes. Das bedeutet auch die Weigerung, vernünftig, aufgeklärt oder gar zynisch sein zu wollen. Wie beurteilen Sie als„Job-Switcherin“ die Situation weiblicher Filmschaffender in Österreich, was Auftragslage und Nachfrage betrifft? Ich denke, dass sogenannte„Frauenfilme“ sehr gefragt sind. Was ich darunter verstehe? Filme, die ihr spezielles Augenmerk auf die so lange unbeachtet gewesene weibliche Sicht der Dinge richten; die im besondern Fragen zur weiblichen Sexualität, die immer noch eine„Terra incognita“ ist, thematisieren. Die besten Frauenfilme, die ich kenne, erforschen weibliche Sexualität. Damit beschreiten sie Neuland und das finde ich interessant. Weibliche Kunstschaffende haben den Vorteil, etwas Innovatives, „erfrischend Anderes“ bringen zu können. Ich glaube, die Nachfrage und Situation von Frauen im Film ist jetzt recht gut. 266 Es wird gerade gecastet. Was ist Ihr nächstes Spielfilm-Projekt? Mein nächstes Spielfilmprojekt hat den Arbeitstitel„Those Who Survived the Plague“, spielt in den 80er Jahren und handelt vom Schicksal einer jungen Frau aus gutbürgerlichem Haus, die bei den Hausbesetzern landet und in dieser Subkultur Hilfe und Leidensgenossen bei der Bewältigung ihres Traumas findet. Dieses Trauma rührt von Missbrauchs- und Gewalterfahrungen in ihrer Kindheit, in ihrem eigenen Elternhaus. Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt in der damals noch authentischen Punkbewegung. Es waren zu einem Großteil misshandelte Kinder, die gegen das Establishment rebellierten; offenbar ein Massenphänomen, das dieser kraftvollen Bewegung zugrunde lag; Ich weiß, wovon ich spreche, weil ich früher selber ein Teil der Amsterdamer Hausbesetzer-Szene war. Die Punk-Ära war eine tolle Sache, die sich so ganz und gar von der modischen Attitüde der heutigen Fun-Kultur unterscheidet. Was tun heute junge Menschen, wenn sie subversiv sein wollen? 267 Ich muss mir selbst ein Frauen-Bild erfinden Jessica Hausner über das Filmemachen als Lebenskonzept und von der Suche nach einer geeigneten Erzählform für ihre Geschichten, die um Themen wie Rätsel, Geheimnis, Überraschung und Willkür kreisen . Geb. 1972 in Wien, Studium der Psychologie, Regiestudium an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst, Abteilung Film und Fernsehen. Gründungsmitglied der Filmproduktionsfirma coop99. Du hast nach einer Ausbildung bei Wolfgang Glück und Michael Haneke durch eine Reihe von Kurzfilmen aufhorchen lassen: F LORA wurde auf zahlreichen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Auch I NTER -V IEW , Dein Abschlussfilm an der Wiener Filmhochschule, wurde 1999 bei den Filmfestspielen in Cannes prämiert. Wie findest Du deine Geschichten? Welche Aspekte interessieren Dich, welche willst Du zeigen? Meine Erfahrung, meine Phantasie und mein Verständnis für die Wirklichkeit sind die Antriebsfedern und Gestaltungskriterien meiner Arbeit. Ich befinde mich in einem ständigen inneren Monolog, in dem ich mich mit dem, was mich berührt, beschäftige. Während ich das tue, entstehen Ideen zu Filmen. Das passiert automatisch, indem ich über Erlebtes und Ersehntes nachdenke. Vieles davon schreibe ich auf, in meine Notizbücher, manches formt sich zu Ideen für einen Film, dann gruppieren sich um diese Idee herum wieder andere Ideen und entweder ich merke, hier wartet etwas darauf, aufgedeckt zu werden, hier gibt es einen Pool, aus dem ich schöpfen kann oder die Idee verflüchtigt sich und ich lasse sie fallen. Dieser Prozess ist permanent im Gange, das heißt die meisten Ideen werden verworfen, manche schaffen es zur Stoffsammlung, oder gar zum Drehbuch und selbst dann können sie manchmal noch verworfen werden. Das hängt damit zusammen, ob die Grundidee stark genug ist und ob sie sich eignet, das auszudrücken, worum es mir geht. Ich kreise in meinen Geschichten immer wieder um die Themen Rätsel, Geheimnis und Überraschung(Willkür). Mich berührt die menschliche Einsamkeit: das Unvermögen, sich in den Kreislauf der Natur zu fügen trotz der angstvoll verdrängten Fragen nach dem warum, woher und wohin. Nähe zu anderen Menschen entpuppt sich als Illusion. Im Augenblick des Sterbens ist jeder allein. Dein Spielfilmdebüt, L OVELY R ITA , eine radikale Teenage-Tragedy, fand ebenfalls den Weg an die Croisette. Du bist offensichtlich sehr erfolgreich. Was bedeuten Dir Festivalerfolge, Preise und dergleichen? Verursacht das nicht einen enormen Erfolgsdruck? Festivalerfolge und Preise nützen dem Film: er bekommt eine Präsenz, Leute schauen sich den Film daraufhin an. Gerade wenn nicht sehr viel Geld für Werbung da ist, erfüllen die Festivals diese Funktion. Erfolgsdruck empfinde ich nicht als so störend – in meinem Fall hält er sich die Waage mit meinem eigenen Anspruch weiterzugehen, mich zu entwickeln, bessere Filme zu machen. 268 In einem anderen österreichischen Film einer jungen Filmemacherin, nämlich T WINNI versucht die 13-jährige Hauptfigur ihrer Isolation durch kirchliches Ministrieren zu entkommen. Welche Rolle spielt das Religionsthema im Hinblick auf die Erziehung von Mädchen, gerade im Zusammenhang mit dem Mord in L OVELY R ITA ? Ich war selbst in einer katholischen Privatschule und war auch gläubig – zu Hause habe ich eine Zeit lang laut ein Tischgebet gesprochen, so dass meine Eltern, eingefleischte Atheisten, richtig besorgt waren, was bloß aus mir werden soll... In L OVELY R ITA ist die katholische Erziehung Teil der zu engen und zu kalten Welt Ritas, in der sie es nicht mehr länger aushält. Die katholische Religion ist eine emotionsleere Hülse, ihre Regeln und Rituale können die neuen dringlichen Fragen unserer Zeit nicht mehr beantworten. Gott ist im Urlaub und bevor er gefahren ist, hat er vergessen, uns den Schlüssel zu hinterlegen. Sowohl F LORA wie auch L OVELY R ITA zeigen zwei Außenseiterinnen, die aus der stereotypen Jugendkultur und dem miefigen Elternhaus ausbrechen wollen, glaubhaft und stimmig erzählt. Glaubst Du, beeinflusst dein Frausein dein künstlerisches Schaffen? Auf der Filmschule ist mir klar geworden, dass die meisten Filme von Männern gemacht werden und dass in diesen Filmen Männer Menschen sind und Frauen immer Frauen: entweder schöne oder gefährliche oder Mauerblümchen – aber immer einseitige Klischees. Damit konnte ich nichts anfangen. Ich erzähle Frauenfiguren als Menschen. Und das ist eine Suche. Ich habe kein Bild von mir als Frau, es gibt kein bereits vorhandenes Rollenbild, das mir gefallen würde, also muss ich mir selbst ein Bild erfinden. Das betrifft nicht nur die Figuren in meinen Filmen, sondern die Filmsprache selbst: Ich finde, das herkömmliche Geschichten-Erzählen hat ausgedient. Die Wirklichkeit, in der wir uns befinden, braucht eine neue Sprache im Film. Lange Zeit haben Filme eine kohärente Welt beschrieben: Es gibt ein befriedigendes Ende einer Geschichte, im Verlauf der Handlung ergibt sich ein Lernprozess für den Zuschauer – es wird ihm das Gefühl gegeben, dass eins und eins gleich zwei ist, dass bestimmte Ursachen bestimmte Wirkungen haben, dass die Ereignisse irgendwie doch einen Sinn machen und sei er auch nur verborgen gewesen. Diese Art von Sinnstiftung im Erzählen halte ich für überholt. Ich interessiere mich dafür, ein neues Verständnis für die Wirklichkeit zu erzählen, das viel mit der Wechselhaftigkeit und Willkür der Ereignisse und Menschen zu tun hat und mit der grundsätzlichen Abwesenheit einer Wertung, einer Moral: Ich glaube nicht an die Nachvollziehbarkeit von menschlichen Handlungen und nicht an den Sinn bestimmter Ereignisse – im Gegenteil. Die Wirklichkeit hat keine Interpretation mitgeliefert bekommen, im ersten Moment haben die Dinge keinen Namen. Sie sind wertfrei. Daraus ergibt sich für mich eine bestimmte Art, wie ich meine Filme erzähle. Das ist ein Wagnis, weil es für mich als Filmemacherin keine vorgeformten Wege gibt – denn wie ich erzähle, hängt eng mit dem, was ich erzähle zusammen; das bedeutet für Zuschauer, dass sie sich schwieriger orientieren können. Oft wird das als anstrengend empfunden, wenn ein Film keine bereits bekannten Erzählweisen benutzt – das Neue bleibt manchmal missverstanden, weil vielleicht das Werkzeug noch fehlt, um das Gesehene zu verarbeiten. 269 Du bist Regisseurin und schreibt Deine Drehbücher selber. Wie gehst Du da vor? Welche Hürden gilt es bereits beim Schreiben zu meistern? Meistens sammle ich solange Szenen und Ideen, bis ich mich sicher fühle, zu schreiben. Beim Schreiben darf der Nachschub nicht ausgehen, sonst falle ich in ein Loch, das kontraproduktiv sein kann. Ich schreibe erst, wenn ich die wichtigen Eckpfeiler meiner Geschichte genau weiß und viele sinnliche konkrete Details zusammengetragen habe, die ein Abdriften verhindern. Die Phantasie ist eigentlich das Kombinieren von gesammelten Details und Szenen. Wenn ich mir zuviel ausdenken muss, gehe ich lieber einen Schritt zurück und recherchiere weiter, sammle mehr Details. Die erste Version des Buches schreibe ich schnell, um mich nicht in Unwichtigem zu verlieren. Danach feile ich noch daran herum – aber prinzipiell muss die erste Version schon den richtigen Fluss und Duktus haben. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung für den Beruf der Filmemacherin auf Dein Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und Einklang mit Privatsphäre? Das Filmemachen ist mein Lebenskonzept. Ich beschäftige mich immer und gerne damit, alles andere ist Teil davon, entsteht daraus, wirkt darauf zurück; es gibt in meinem Leben keine Trennung verschiedener Lebensbereiche – alles was ich tue, hängt damit zusammen und das gefällt mir. Filmemachen besteht zu 80% aus Gelder aufstellen. Wie motivierst Du Dich immer wieder aufs Neue? Filmemachen besteht zu 100 Prozent aus dem Wunsch, die Idee realisiert auf der Leinwand zu sehen. Dieser Wunsch muss tausend Hindernisse überwinden, davon ist Geldaufstellen eines. Die Motivation ist der Wunsch, diesen Film zu machen, die Lust darauf. Im Verhältnis dazu werden die Hürden bezwingbar. Das ist so, wie wenn man verliebt ist und nächtelang nicht schlafen muss – es fällt einem nicht auf – man tut es dann einfach, oder anders gesagt: das Geldaufstellen ist eben Teil des Berufs. Welches ästhetische Konzept verfolgst Du? Wie findest Du zu Deiner Bildsprache? Indem die Idee entsteht, entsteht die Bildsprache – ich erzähle in Bildern, was ich ausdrücken will, bedingt dadurch, wie ich es ausdrücke. Bildausschnitte und Montage sind meine Hauptwerkzeuge: der Ausschnitt und der Rhythmus. Ich zeichne meinen Film vorher als Bildgeschichte auf – dabei entsteht die Auflösung. Es ist ein intuitiver Prozess, der(wie das Schreiben) erst dann funktioniert, wenn ich über meine Geschichte genug weiß. Ich meine damit, dass die Visualisierung ein Prozess ist, der bei der ersten Idee beginnt und der sehr viel mit Nachdenken zu tun hat – worüber ich erzählen will und wie ich es am besten ausdrücken kann. Beim Zeichnen des Storyboards wird dieser Prozess dann konkret, dabei passiert es zum Beispiel oft, dass Dialoge wegfallen, weil ich merke, dass sich durch das gewählte Bild bereits alles ausdrücken lässt. Man spricht heute – etwas salopp formuliert – vom„österreichischen Fräuleinwunder im Film“, soll heißen von einer äußerst erfolgreichen Generation junger Filmemacherinnen. Ist die Entstehung dieser starken Frauenriege ein Zufall? Oder hat es damit zu tun, dass sich ein neues Selbstbewusstsein entwickelt hat? Ich glaube, keine Vorbilder zu haben, kann ein guter Ausgangspunkt für was Neues sein. Den„klassischen Film“ finde ich nicht spannend – weder die Helden noch die Machart. Ich stelle fest, dass mein Zugang ein ganz anderer ist, dass ich etwas anderes auf eine andere Art erzählen will. Ein Teil davon ist auch, dass in der Filmgeschichte hauptsächlich männliche Regisseure tätig waren. Ob der Motor der Erneuerung darin besteht, sich zu 270 sagen„wir Frauen“ machen es jetzt anders, ob das tatsächlich mit dem Frau-Sein zu tun hat, weiß ich nicht. Es ist eher das Heraustreten aus einem Dasein am Rande des Kunstschaffens hin ins Rampenlicht der Produktion, die den Frauen ein Selbstbewusstsein gibt, das auf Innovation und nicht auf Rekonstruktion beruht – was der Vorwurf an manche männliche Kollegen ist. Du sagtest einmal in einem Interview, dass„...ihr die erste Generation von Frauen seid, die nicht mehr nur leidet, aber auch nicht nur auf die Barrikaden steigt und das Unrecht den Männern in die Schuhe schiebt.“ Wie stehst Du zu den „Pionierinnen“ der Branche wie Käthe Kratz, Susanne Zanke, Kitty Kino, u.a. die ja tatsächlich andere Bedingungen als heute vorgefunden hatten? Ich sage„danke“. Sie haben einen Pfad im Urwald eingetreten, der es uns Nachfolgenden ermöglicht hat, weitere Schritte zu machen. Danke. Du hast 1999 gemeinsam mit Barbara Albert, Antonin Svoboda und Martin Gschlacht eine eigene Produktionsfirma, die Coop99 gegründet. Das heißt, Du vereinst ziemlich viele Seelen(Drehbuch, Regie und Produzentin) in Deiner Brust. Entsteht da nicht manchmal schon beim Drehbuchschreiben eine Schere im Kopf, die sagt:„Diese Szene ist viel zu teuer...“ Ja aber das ist eine produktive Instanz: als Regisseur sollte man die Machbarkeit eines Projektes immer im Auge haben – hier widersprechen einander die beiden Funktionen nicht, im Gegenteil: die Personalunion ermöglicht, das Budget besser im Auge zu haben, die Kostenverteilung mitzubestimmen und zu entscheiden, was wichtig und unwichtig ist – eine Erleichterung, keine Belastung. Du stehst kurz vor der Fertigstellung deines zweiten Spielfilms, H OTEL , der demnächst in die Kinos kommen soll. Wie bei deinen bisherigen Filmen sind auch bei diesem Projekt wieder LaiendarstellerInnen ein wichtiger Bestandteil des Films. Warum arbeitest Du gerne mit Laien? Ein Thema meiner Filme ist das Geheimnis. Die Undurchschaubarkeit bestimmter Vorgänge. Laien handeln mit weniger Selbstreflexion als Schauspieler, ihre Darbietung ist verwaschen, unklar, lässt viel Interpretationsfreiraum und Fragezeichen für den Zuschauer offen. Das gefällt mir. Inzwischen beginne ich, dieses Resultat auch mit Schauspielern herzustellen – wie man in H OTEL sehen wird. Ich finde den Unterschied zwischen Sein und Schein sehr interessant. Ich versuche mit den Darstellern – Schauspieler wie Laien – zu dem Punkt zu kommen, wo ein Blick unbedacht wirkt und ein Wort„herausrutscht“. Das ist ein ziemlich schwieriger und langer Prozess – manchmal geht es über oftmaliges Wiederholen, manchmal ist es eben der erste Take. Aber in erster Linie geht es um eine gewisse Selbstvergessenheit im Moment des Spielens, wenn keine Absicht mehr spürbar ist, sondern eine momentane Glaubwürdigkeit funktioniert. 271 Wer Kino liebt, kommt leicht auf die Idee, selbst Filme zu drehen... Kitty Kino über ihre Anfänge, ihre aufsehenerregenden Filme, über Produktionsbedingungen einst und jetzt und ihre Wünsche an die Filmstadt Wien. Geb. 1948 in Wien Studium an der Wiener Filmhochschule, Diplom in den Fächern Regie und Schnitt. 1976 1980 ständige freie Mitarbeiterin des ORF. Film- und Theatermacherin mit der Bandbreite von Avantgarde bis Mainstream Du hast an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien das Diplom für Regie und Schnitt absolviert. Wer waren Deine damaligen Lehrer? Hat ihr Stil Deine Arbeit geprägt? Meine Lehrer waren Alfons Stummer und Axel Corti. Im Fach Drehbuch hatte ich auch Harald Zusanek. Stilmäßig beeinflusst haben sie mich nicht. Nach dem Studium warst Du freie Mitarbeiterin des ORF. Seit 1980 bist Du freischaffende Regisseurin und Drehbuchautorin. Welche Konsequenzen hat das auf Dein Lebenskonzept, sowohl beruflich wie privat? Wenn man sich entscheidet, freischaffend bzw. kunstschaffend zu sein, so IST das ein Lebenskonzept – zwar ein sehr unsicheres. Aber was ist schon sicher? Warum hast Du Dich dann dafür entschieden? Was reizt Dich daran, Filmemacherin zu sein? Es gibt Berufe und Berufung. Einen Beruf hatte ich schon: ich habe das TGM Abt. Elektrotechnik absolviert. Das war aber eine Sackgasse. Ein künstlerischer Beruf, der dennoch viel mit Technik zu tun hat, lag auf meiner Linie. Ich glaube auch, ich besitze eine gute Vorstellungsgabe. Man muss den Film schon lange bevor er über die Leinwand flimmert, im Kopf imaginieren können. Außerdem, wer das Kino liebt, kommt leicht auf die Idee, selbst Filme zu drehen. In den 80er Jahren erfolgte ein Zusammenschluss mit anderen Filmemacherinnen, um für eine paritätische Besetzung aller entscheidungsrelevanten Gremien zu kämpfen? Wie war die damalige Vergabepraxis?? Im Rückblick anfangs gar nicht so schlecht. Immerhin wurde kurz nach Einführung der Filmförderungen mein Projekt K ARAMBOLAGE gefördert, dann erhielten auch Käthe Kratz und Susanne Zanke und natürlich auch Valie Export Förderungen für ihre Filmprojekte. Man gewann damals den Eindruck, dass bei den Entscheidungsträgern ein gewisser „Vorzeige“-Stolz um sich griff: Seht her, auch Frauen können hierzulande Filme machen. Dann folgte aber eine lange Phase, in der die Frauen nur in den weniger kostenintensiven Bereichen punkten konnten: Dokumentarfilm, Experimentalfilm usw. Das Filmförderungsgesetz schrieb zwar einen prozentuellen Frauenanteil in den Gremien vor – gemäß unseren Forderungen –, aber das garantierte keineswegs, dass unsere Projekte als förderungswürdig eingestuft worden sind. Daraus resultierte eine lange Durststrecke. 272 Viele meiner eingereichten Drehbücher – und so viel ich weiß, auch von anderen Kolleginnen – liegen in der Lade. Es drängte sich der Verdacht auf, dass die Frauen in den Gremien nur Alibifunktion hatten, zahlenmäßig in der Minderheit waren und so nur allzu leicht überstimmt werden konnten. In letzter Zeit gibt es wieder einige Frauenfilme und man kann auf eine Normalisierung jenseits von Geschlechterdenken hoffen. Wer waren die Mitstreiterinnen? Ich muss bekennen, dass ich mich nie besonders intensiv in diversen Vereinen und Verbänden betätigt habe. Als Filmemacherin wollte ich hauptsächlich durch Vorbildwirkung Veränderungen hervorrufen. Käte Kratz und Susanne Zanke waren sehr aktiv, aber das sollten sie am besten selbst erzählen. Was habt ihr damals in punkto Vorreiter-Rolle erreicht? Das kann ich selbst so nicht beurteilen. Wahrscheinlich wird man das erst in einigen Jahren, aus der Distanz wissen. Noch ein Detail, das aus heutiger Sicht unglaublich scheint: Im Jahre 1991 führte ich als erste Frau bei einer E UROCOPS -Folge Regie. Zu Deinen Filmen: Du hast aufsehenerregende Filme wie K ARAMBOLAGE , D IE N ACHTMEERFAHRT gedreht. Was war der spezifisch weibliche Blick dabei? Die genannten Filme waren Autorinnenfilme, teilweise autobiographisch und somit schon deshalb weiblich. Der Begriff Karambolage bedeutet ja zweierlei: Zusammenstoß (zwischen den Geschlechtern) und das Berühren von Kugeln. Noch eine kleine amüsante Zweideutigkeit: Queue heißt auch„Schwanz“. Ich wollte keinen trübsinnigen Film über Diskriminierung und Erniedrigung erzählen, sondern in lustvollen, farbenfrohen Bildern gesellschaftliches Verhalten karikieren. Damals hat einem glücklicherweise noch niemand beim Filmemachen dreingeredet. Heute wissen ja alle wo die Plot-Points sitzen sollen und wie die Erfolgsrezepte auszusehen haben. Kaum jemand vertraut mehr der Intuition und dem Können des/der Filmkünstlers/in. Was nicht heißen soll, dass ich mich nicht gerne einem guten Dramaturgen/ Script-Doctor anvertraue. In der N ACHTMEERFAHRT antizipierst Du bereits die aktuelle Transgender-Debatte, dem Topmodell Lilly wächst über Nacht ein Bart. Was war deine Idee, Intention dazu? Ich bin von C.G. Jungs Begriffen Anima und Animus ausgegangen und von der Tatsache, dass wir alle männliche und weibliche Anteile in uns tragen. Nur äußerlich werden wir mit den Etiketten MANN oder FRAU in ein oft zu starres Schema gezwängt. Wahrscheinlich hat mich der Beitrag DAS MÄNNLICHE UND DAS WEIBLICHE, den ich Jahre davor für die WIR-Redaktion gemacht habe zu der Geschichte angeregt. Nachtmeerfahrt ist darüber hinaus der Terminus technicus für das„Erfahren“ der ungelebten, verborgenen Seelenanteile. Der Film über die Frau, der ein Bart wächst, ist dann natürlich bei Homosexuellen besonders gut angekommen. Die Metapher gilt aber für viele andere Bewusstwerdungsprozesse.„Jungsche Lebenshilfe durch Rückbesinnung auf die schönen Tage vor der unseligen Scheidung in zwei lächerlich defizitäre Freaks, der Frau und dem Mann“, so ähnlich beschrieb ein Filmkritiker Lillys filmische Odyssee in ihr männliches Alter ego. 273 Wie situieren sich Deine Filme im feministischen Aufbruch der 70er/80er Jahre? Ich wollte immer nur MEINE Filme machen. Mit K ARAMBOLAGE habe ich sicher am konkretesten auf die(damalige) Ungleichbehandlung von Mann und Frau hingewiesen. Frauen durften damals allen Ernstes in Kaffeehäusern nicht Billardspielen! Das muss man sich vorstellen! In den Hinterzimmern von Bars und Kneipen regierte Anfang der 80er Jahre der Mann bei mattschimmerndem Licht am ausladenden Billardtisch. Eine Frau, zumal eine Könnerin im Spiel mit den glänzenden Kugeln, wurde beargwöhnt. Der physischen Gewalt des Billard-Kings konnte sich meine Hauptdarstellerin im Film nicht entziehen; die Blessuren, die ihren Gefühlen zugefügt werden, schmerzten sie. Diese Metapher wurde dann auch wirklich sehr gut verstanden. Ein Nebenschauplatz: Die Zahl der billardspielenden Frauen schnellte in den Vereinen von 0 auf 20 Prozent hinauf. Zur heutigen Situation: Wie stellen sich Dir die gegenwärtigen Produktionsbedingungen dar? Obwohl ich für eines meiner Kinofilmprojekte bereits 3 Förderungen vom ÖFI bekommen habe, findet es bei der Jury des Wiener Filmfonds keine Zustimmung. Das schmerzt sehr. Als Wiener Filmemacherin, die hier leben und arbeiten will, ist mir diese Haltung unverständlich. Gerade bei einem Projekt, das vom ÖFI als förderungswürdig eingestuft wird und von einer renommierten Produktionsfirma wie die WEGA-Film produziert werden soll. Verständlicherweise fühle mich in dieser Hinsicht in meiner Stadt also nicht gerade auf Händen getragen. Für den ORF habe ich im Jahr 1999 die Sozialkomödie AKTION C+M+B gedreht, die im Jahr 2000 ausgestrahlt worden ist und 2003 wiederholt wurde. Eine alleinerziehende Mutter sucht einen Ausweg aus ihrer Geldnot. Sie verkleidet ihre Kinder als Heilige Drei Könige(Caspar, Melchior, Balthasar) und geht mit ihnen Spenden sammeln. Aufgrund der 872.000 ZuseherInnen, die sich diese Sternsinger-Komödie angesehen hatten, wurde mir nun wieder ein Treatmentauftrag erteilt und ich bin guter Hoffnung, dass ich dieses Projekt auch weiter entwickeln werde können. Da es im ORF aber angeblich immer weniger Produktionsbudget gibt, ist auch dies durchaus nicht sicher. Betreibt ihr weiblichen Kino-„Galionsfiguren“ noch eifrig Informationsaustausch? Gibt es noch Kontakte? Derzeit meist nur in den Regieverbänden. Du hast Kurzfilme, Fernsehmagazin-Beiträge, Spielfilme, TV-Serien und auch Regiearbeiten am Theater gemacht. Welches ästhetische Konzept verfolgst Du? So kann ich das nicht beantworten. Ich ordne das Konzept dem jeweiligen Projekt unter. Ich hab mir kein filmisches Markenzeichen zurecht gelegt. Das halte ich(in den meisten Fällen) für Manierismus. Es ist auch schwer eine Handschrift zu entwickeln, wenn man phantasievolle Bilder gestalten will und das Budget reicht nicht aus. Man muss in diesem Land, wo Film immer noch einen untergeordneten Stellenwert einnimmt, leider viel zu viele Kompromisse eingehen. Welche Geschichten interessieren Dich, welche möchtest Du erzählen? Ich möchte Geschichten erzählen bzw. umsetzen, die ich für gut halte und die mir am Herzen liegen. Das sind solche, die entweder besonders berühren oder auf irgend eine Weise bewusstseinsbildend wirken. Wobei ich aber auch viel Wert auf Humor und Ironie lege. Die Form/ das ästhetisches Konzept entsteht dabei durch den Inhalt. 274 Welche Kriterien sind ausschlaggebend, dass Du eine Geschichte für gut hältst? Es ist nicht unbedingt wichtig, ob es eine kleine humorvolle oder eine große schicksalsschwere Geschichte werden soll. Es ist die FILMIDEE, die Ausschlag gebend ist. Was aber eine gute Filmidee ist und was nicht, bleibt ein Geheimnis. Überprüfen lässt es sich meist mit den berühmten drei Sätzen, die einen Film charakterisieren. Wenn man mit diesen die Aufmerksamkeit des Zuhörers sofort fangen kann, dann hat man wahrscheinlich eine gute Filmidee. Ich nenne es„Filmidee“ im Unterschied zur Idee, die bekanntlich noch nichts eigenständiges, urheberrechtlich Schützbares hat. Welches Publikum möchtest Du ansprechen? Jede/r Künstler/in will ein größtmögliches Publikum ansprechen, aber es ist ein Trugschluss, wenn der Drehbuchautor(oder der Produzent oder die Gremien) glaubt, man darf sich einem Publikum anbiedern. Man kann nur gute Filme machen, wenn man Geschichten erzählt, die man selbst gerne sehen würde. Ich persönlich schätze sowohl intelligenten Mainstream als auch Avantgarde. Mit meiner Nichte gehe ich auch gerne in einen guten Kinderfilm. Ich stelle die Frage, ob ich als Publikum dieses oder jenes Projekt sehen wollen würde, zu aller erst mir selbst. Diese Frage dient mir als Indikator, ob ich eine Idee weiter entwickle. Es erscheint mir überheblich, ein Publikum quasi von außen her bedienen zu wollen. Dein Nachname ist marketingtechnisch für eine Filmemacherin genial. Wie kam es dazu? Da ich Kitty mit dem Taufnamen heiße, was ungewöhnlich genug ist, suchte ich nur nach einem passenden Nachnamen und da war Kino naheliegend. Kitty Kino hat einerseits einen guten, einprägsamen Klang und kommt andererseits auch einer Berufsbezeichnung nahe, so ähnlich wie Schneider oder Schuster. Wenn ich allerdings nicht bald wieder einen Kinofilm machen kann, werde ich mich wohl in„Fifi Fernsehen“ umtaufen müssen. Welche filmischen Zukunftspläne verfolgst Du? Ich möchte zumindest die Projekte verwirklichen, die derzeit im Laufen sind. Das wären der Kinofilm O NE W AY H OTEL , ein TV-Spielfilm mit dem Arbeitstitel S CHNELLER ALS MAN GLAUBT und ein Dokumentarfilm. Dann sehen wir weiter. Und von der Stadt Wien wünsche ich mir, dass sie nun tatsächlich eine Filmstadt wird, wie so oft angekündigt worden ist. Derzeit sieht es aber leider danach aus, als hätten uns zumindest die Nachbarstädte Prag und Budapest diesen Rang schon längst abgelaufen, noch ehe diese Staaten EU-Mitglieder waren. Man kann es nicht oft genug sagen: Film ist das am meisten Identität stiftende und erhaltende Medium!!! Und: Filmindustrie schafft Arbeitsplätze!!! Zusammenfassend muss ich sagen, dass es nur einigen wenigen Filmemachern(und kaum einer Filmemacherin) hierzulande gelingt, zu einer Kontinuität in der Ausübung ihres Berufes zu gelangen, also regelmäßig Filme produzieren zu können. Sowohl ich selbst als auch das Gros der oft sehr guten KollegInnen müssen es sich gefallen lassen, immer wieder bei Null anzufangen. Sogar nach eindeutig großen Erfolgen wird man zurück an den Start geschickt. Es kommt einem oft so vor, als würde dieses Land „Mensch ärgere dich nicht“ mit seinen KünstlerInnen spielen. Die Hoffnungen, die ich in meine Stadt Wien, als Filmstadt gesetzt habe, sind jedenfalls bis jetzt nicht erfüllt worden. P.S.: Auch die soziale Absicherung der Künstler ist noch immer sehr dürftig. Die Künstlersozialversicherung ist durch ihre Einkommensuntergrenze gerade zu ein Zynismus. Das Urheberrecht wird anscheinend auch nicht gerade im Sinne der Künstler verbessert. Es gibt also keinen Grund zum Jubeln. Oder? 275 Frauen drehen keine Western Käthe Kratz über die„Aktion Filmfrauen“, die einseitige Ausrichtung der Fördergremien und über die „akrobatischen Organisation“ ihres Berufsalltags. Geb. 1947 in Salzburg; Hochschule für Film und Fernsehen, Wien; Abschluss: Drehbuch und Regie. Theater- und Filmregisseurin (Dokumentar- und Spielfilm für TV und Kino), Romanautorin. Gastprofessuren an der Universität Wien (Theaterwissenschaften) der Filmhochschule Wien (Regie) und Donauuniversität Krems . Sie haben an der Hochschule für Film und Fernsehen das Diplom für Drehbuch und Regie gemacht. Wer waren Ihre damaligen Lehrer? Hat Sie deren Stil in Ihrer weiteren Arbeit geprägt? Die Lehrer waren sehr unterschiedlich, großteils von der Nachkriegszeit geprägt. Mein weiterer Weg verlief diametral zu den vermittelten Inhalten, trotzdem habe ich dort viel gelernt. Es war eine sehr fruchtbare Zeit. Sie begannen in den 70-er Jahren als eine der ganz wenigen Frauen beim ORF zu arbeiten. Es gibt aus den frühen siebziger Jahren den legendären Sager des damaligen Oberspielleiter beim ORF:„Solang ich da bin, macht hier keine Frau Regie.“ Wie stellte sich Ihnen die Situation damals im Vergleich zu heute dar? Dieser Sager wurde übrigens mir gegenüber getätigt. Was rückblickend einfach lachhaft und ein wenig skurril wirkt, war damals ein großer Schock für mich. Die heutige Situation im ORF ist natürlich mit der damaligen nicht vergleichbar. Wenn ich allerdings – wie vor einigen Tagen – lese, dass die Auswahlkommission im ÖFI zur Zeit ausschließlich aus Männern besteht(mit zwei Frauen als Ersatzmitglieder), dann ist das ein sehr klares Signal: Frauen werden nach wie vor marginalisiert. Und das, obwohl ihre Arbeiten inzwischen zum Besten gehören, was in Österreich entstanden ist. Da Sie die aktuelle Besetzung der Förder-Gremien ansprechen: Bereits in den 80er Jahren kämpften hochkarätige heimische Filmemacherinnen wie Karin Brandauer, Kitty Kino, Susanne Zanke, Heide Pils und Sie für die paritätische Besetzung aller entscheidungsrelevanten Gremien. Heute ist die Auswahlkommission des Österreichischen Filminstitutes zu 100% in Männerhand, die beiden von Ihnen erwähnten Ersatzmitglieder sind Barbara Albert und Susanne Zanke; im siebenköpfigen Kuratorium sitzen zwei Frauen. Die Hauptjury des Filmfonds Wien ist paritätisch(2 Frauen, 2 Männer) besetzt. Als Ersatzmitglieder sind 3 Frauen und 1 Mann genannt. Das Kuratorium besteht aus 2 Frauen(Dr. Barbara Fränzen und Mag. Kathrin 276 Zechner) und 4 Männern. Die meisten Entscheidungsträger sind demzufolge nach wie vor Männer. Was bedeutet das? Wir gründeten damals die„Aktion Filmfrauen“, deren Initiatorin übrigens die viel zu früh verstorbene Margaretha Heinrich war. Wir forderten damals die Besetzung der Gremien im Verhältnis 50:50(Männer:Frauen). Der ausschlaggebende Grund dafür war: 1981 wurde der österreichische Filmförderungsfonds(ÖFF, wie er damals noch hieß) gegründet. Von den etwa 100 innerhalb der ersten 5 Jahre geförderten Filmprojekten wurden nur drei Frauenprojekte durchgebracht: Kitty Kinos K ARAMBOLAGE , Valie Exports P RAXIS DER L IEBE und mein Kinofilm A TEMNOT . Und heute – fast 25 Jahre später – sind alle Gremien nach wie vor fast nur mit Männern besetzt. Die Entscheidungsträger sind männlich und das ist schon ein Zeichen! Ein Beispiel: Wenn ich höre, dass das neue Projekt von Barbara Albert(B ÖSE Z ELLEN ) nach einem wirklichen Sensationserfolg ihres vorangegangnen Spielfilms N ORDRAND , gleich im ersten Durchgang wieder abgelehnt wurde, dann kriege ich einen Riesen-Zorn! Man kann kiloweise Preise einheimsen und trotzdem beginnt das misstrauische Beäugen der Juries beim nächsten Projekt von Neuem. Das erinnert mich so an die Disziplinierungs-Spiele, denen wir damals auch ausgesetzt waren: Einmal wird dir ein Erfolg zugebilligt, da darf man brillieren, aber dann folgt umgehend das Zurechtstutzen auf ein erträgliches Mass. An dieser grundsätzlichen Geschichte hat sich, glaube ich, sehr wenig verändert. Ich hoffe ernsthaft, dass die Frauen bestehen können. Warum ist es so wichtig, dass die Gremien paritätisch besetzt sind? Besitzen Ihrer Meinung nach Frauen und Männer eine andere„Lesart“ in der Beurteilung von Stoffen? Es steht für mich außer Zweifel, dass Frauen und Männer Stoffe unterschiedlich schreiben und unterschiedlich lesen. Auf einen einfachen Nenner gebracht: viele „Männergeschichten“ interessieren mich nicht, und umgekehrt ist es wohl genau so. Sicherlich hat die Gender-Diskussion viel in Bewegung gesetzt. Trotzdem glaube ich, dass für ein männliches Gremium ein Drehbuch, das ein Mann geschrieben hat, eher ihrer Sicht der Welt entspricht. Das ist kein Qualitätskriterium, es offenbart nur, wie wichtig eine ausgeglichene Repräsentanz von Frauen und Männern in allen Entscheidungsgremien(auch ORF) und in allen Medien wäre. Dass diese Konstellationen haargenau gleich sind wie vor 25 Jahren, ist beschämend und auch ziemlich lächerlich. Und es möge niemand behaupten, es gäbe keine Frauen, die für diese Arbeiten/Positionen qualifiziert seien: auch diese Behauptung wird über die Jahrzehnte nicht richtiger. Darauf passt ausgezeichnet die unvermeidliche Frage nach der„weiblichen“ Ästhetik: In einem ausführlichen Interview mit dem Internet-Medium „Ceiberweiber“ erwähnten Sie, dass Sie keine Frau kennen, die jemals einen Western gedreht hat. Gibt es also doch unterschiedlich interessante Themenbereiche für Frauen und Männer, die unterschiedlich aufbereitet werden? Die Frage nach einer„weiblichen Ästhetik“ stellt sich nun seit rund dreißig Jahren. Ich habe noch immer keine Antwort darauf, und ich will auch keine haben. Die ästhetischen Zugänge von Frauen sind so unterschiedlich wie die von Männern, und das ist gut so. Was sich sicher unterscheidet, sind Themen und vor allem Perspektiven, also die Blickwinkel. Aber auch bei diesem Aspekt gibt es keine einfache, keine eindeutige Antwort. Ich denke aber, wenn man hundert Drehbücher lesen würde, dann könnte man in 2/3 der Fälle sagen, ob die eine Frau oder ein Mann geschrieben hat. Ohne das jetzt genau definieren zu wollen. Das ist jetzt weder eine thematische Definition, noch eine formale. Trotzdem denke ich mir: Es sind einfach generell gesehen andere Geschichten. 277 Auf der Liste der 50 besucherstärksten Filme in Österreich seit dem Jahr 1982 finden sich unter den ersten 10 fünf Filmtitel von Harald Sicheritz.(an erster Stelle H INTERHOLZ 8 mit 617.000 BesucherInnen). Als erster„Frauenfilm“ kommt Barbara Alberts N ORDRAND auf Platz 28 mit 54.600 BesucherInnen. Bis zum Platz 50 finden sich dann nur noch drei weitere Frauen: Sandra Nettelbeck(B ELLA M ARTHA ), Andrea Maria Dusl(B LUE M OON ) und Kitty Kino (K ARAMBOLAGE ). Finden Sie solche Rankings nach Publikumsgeschmack entmutigend? Die Situation des österreichischen Films ist schwierig. Die Situation des europäischen Films ist schwierig. Die Situation für Filme von österreichischen Frauen ist(wie in allen Belangen, die Frauen betreffen) noch um Einiges schwieriger. Rankings geben immer ein eindimensionales, meist verzerrtes Bild. Die internationalen Festival-Erfolge von jungen österreichischen Regisseurinnen erzählen eine andere Geschichte, und die ist mehr als ermutigend. Sie sprechen die Erfolgsgeschichte der neuen, jungen Filmemacherinnen wie Barbara Albert, Jessica Hausner, Ruth Mader, Mirjam Unger oder Kathrin Resetarits an. Was hat sich – verglichen mit der Situation, die Sie in den 80er Jahren vorgefunden haben – verändert? Damals gab es einen Boom im Zusammenhang mit der Frauenbewegung. Der Ausdruck Boom greift vielleicht zu hoch; aber die öffentliche entflammte Diskussion bewirkte, dass ein Ausschluss der Frauen nicht mehr so einfach hingenommen worden war. Im dem Moment, in dem die Frauenbewegung an Power verloren hat, sind auch die Frauen wieder weitgehend aus der Produktion verschwunden. Ganz bestimmt finden Frauen heute eine andere Arbeits-Basis vor, weil sich über die Jahre ein gewisses Bewusstsein etabliert hat. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Existenz einer starken jungen Generation von Filmemacherinnen nicht nur eine Welle bleiben wird, die wieder vorbeirollt, sondern dass das der Beginn von etwas Neuem ist. Allerdings bedeuten die von der Öffentlichkeit gefeierten Erfolge von ein paar Frauen ich verkleinere das jetzt bewusst- noch lange, lange nicht, dass die Produktionsmöglichkeiten und die Arbeitsmöglichkeiten in dieser Berufsbranche- als Wirtschaftszweig- auch nur annähernd für Frauen gleich sind oder sich gravierend verbessert hätten. Wirkt sich eine solche weibliche„Pressure-Group“ allgemein positiv auf Produktionsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen von weiblichen Filmschaffenden aus? Die Erfolge der jungen Frauen wirken sich nicht auf die Arbeitsbedingungen von uns „Alten“ aus. Aber darauf kommt es nicht an. Für mich ist es eine große Freude und Befriedigung, dass der Jahrzehnte dauernde Kampf nicht im Nichts endet. Und ich wünsche den jungen Kolleginnen einen langen Atem und eine dicke, aber nicht undurchlässige Haut. Wie erklären Sie sich, dass in manchen Bereichen des Filmschaffens wie zum Beispiel bei den Kameraleuten Frauen total unterrepräsentiert sind, andrerseits kann sich der Cutter-Verband nicht über zu wenig weibliche Mitglieder beklagen. Meistens werden Frauen beim Film als Assistentinnen, als Maskenbildnerinnen eingesetzt, als„Mädchen für alles“, das gut zuhören kann, als erstes am Set sein und Koordinationsfähigkeiten haben muss. 278 Die Berufsbilder Kamera und Schnitt sind traditionell sehr geschlechtsspezifisch definiert, wobei ich den Eindruck habe, dass es heute mehr männliche Cutter, als weibliche Kameraleute gibt.(Dementsprechend hat der Beruf des/der CutterIn in den vergangenen Jahren eine Aufwertung erfahren.) Sicher ist die Haltung„Technik ist Männersache“ die Basis für die Ausgrenzung von Frauen. Nachdem das Argument, Frauen seien körperlich nicht stark genug, um mit Kameras zu hantieren, weggefallen ist, bleibt als Erklärungsansatz noch die Ökonomie: es geht um viel Geld(Kameraleute verdienen sehr gut!), und die Männer-Seilschaften hüten sich offenbar, ihr Terrain auch für Frauen zu öffnen. Rar sind Regisseurinnen, ziemlich selten Tontechnikerinnen. Ziemlich selten sind sie im Aufbau beschäftigt. Manche sind Architektinnen, Ausstatterinnen. Warum sind Regisseurinnen so rar? Die Beweislast, dass man die selbst gestellte Aufgabe schafft, ist schon enorm groß. Was noch immer Gültigkeit hat: Frauen in der Regisseurinnenrolle sind noch immer die Ausnahme, etwas Außergewöhnliches und generell auch nicht gewünscht. Und: Die Rolle des Regisseurs/der Regisseurin ist auch eine sehr hierarchische. Wenn ich Bankdirektorin bin, dann zeigt mir die Bilanz meinen Erfolg. Als Regisseurin ist das alles viel diffuser und viel schwerer greifbar. Und dieses schwer Greifbare gepaart mit der stark hierarchischen Position ist sicher eine Schwierigkeit- ich bin überzeugt für beide Seiten: Von den Frauen, die Regisseurinnen sind und von allen anderen Beteiligten. Sie behaupten sich seit über 25 Jahren äußerst erfolgreich in dem harten Geschäft der kreativen Filmproduktion. Was ist Ihre Motivation, sich immer wieder mühsam von Projekt zu Projekt zu hanteln? Was ist für Sie nach getanener Arbeit das Erfolgserlebnis? Für mich war immer wichtig, etwas zu vermitteln, das über den Moment hinaus gilt und wirkt. Bisweilen scheint mir das gelungen zu sein und das ist ein wichtiger Motor, weiter zu gehen. Im Moment gönne ich mir allerdings eine längere Aus-Zeit, um mich den Menschen und Dingen zu widmen, die in den letzten Jahrzehnten zu kurz gekommen sind. Welche Konsequenzen hat das Dasein einer freischaffenden Regisseurin und Drehbuchautorin auf Ihr Lebenskonzept, sowohl in beruflicher(Auftragslage, Finanzen, Pension) wie privater(Familie, Freizeit) Hinsicht? Es hat einer ungeheuren Anstrengung und einer schier akrobatischen Organisation bedurft, die verschiedenen Bereiche meines Lebens so zu gestalten, dass nichts und niemand zu kurz kommt. Es ist mir auch nicht immer gelungen. Vor allem der Begriff „Freizeit“ war mir vollkommen fremd. Deshalb ist eine Konsequenz davon meine AusZeit. Spät, aber doch. Finanziell habe ich keine Sorgen. Ich habe gut verdient, und ich habe meinen Lebensstandard immer mit dem Wissen gestaltet, dass ich irgendwann diese Arbeit nicht mehr schaffen werde. Ab 62 Jahren(wenn’s wahr ist) werde ich eine Pension von etwa 300,- Euro bekommen, aber auch das kann mich nicht erschüttern. Sie haben anfänglich Dokumentarfilme und seit Beginn der 70-er Jahre auch viele Spielfilme fürs Fernsehen, aber auch Kinofilme gedreht; eines Ihrer zentralen Themen ist„Frauen im Nationalsozialismus“. Der 1999 entstandene Kinofilm A BSCHIED EIN L EBEN LANG ist – modern ausgedrückt – das Spin Off des Fernsehfilms V ERLORENE N ACHBARSCHAFT – D IE S YNAGOGE IN DER N EUDEGGERGASSE . Was interessierte Sie besonders an dem Thema? Das erwähnte Projekt entstand aus einer sechswöchigen Veranstaltungsreihe anlässlich des 60. Jahrestages der Pogromnacht und ist der Frage nachgegangen: Wie war das Leben für Jüdinnen und Juden bevor der große Horror losgegangen ist. 279 Prinzipiell lag mein Interessensschwerpunkt bei den Geschichten, die sich mit der Nazizeit befassen, immer auf der Frage: Wie kommen die Frauen damit zurecht? Ich glaube, die Täter-Opfer Diskussion ist die eine Kategorie. Da, wo es interessant wird, ist dort, wo sich die beiden Kategorien- Geschlechterproblematik und politisches Regime vermischen. Wo gab es einen Zwang zu bestimmtem Verhalten, zu bestimmten Rollen, zu bestimmten Erscheinungsbildern und wo war auch ein Lust da, eine Lust, sich in diesem Riesenbecken geborgen zu fühlen. Wie kommen Sie zu Ihren Themen und unter welchen Aspekten beginnen Sie die Recherche? Ich trage alle Themen, zu denen ich arbeite, Jahre lang mit mir herum, ehe sich ein Weg auf tut, sie, auf welche Weise auch immer, zu realisieren. Oft ist es eine Zeile, die ich lese, eine Bemerkung, die dann langsam Raum greift und nach einer Gestalt sucht. Meine Filme bewegen sich immer sehr nahe an der Realität, sei es jetzt an der historischen oder einer gegenwärtigen. Sie bekleiden Gastprofessuren an der Universität Wien(Theaterwissenschaften) und lehren Regie an der Filmhochschule Wien. Hat sich die Ausbildungssituation – verglichen mit Ihrer – heute auf dem Drehbuchsektor wesentlich verbessert? Im Moment unterrichte ich an der Donauuniversität Krems Dokumentarfilm. Die Ausbildungssituation ist mit der an der Filmakademie Anfang der 70-er Jahre nicht vergleichbar. Zur Lage an der Filmhochschule und an der Theaterwissenschaft kann ich nichts sagen, das ist zu lange her. Wie halten Sie es mit weiblichem„Mentorship“? Hatten Sie die Möglichkeit, junge Kolleginnen zu unterstützen, sei es als Regieassistenz o.ä.? Ich habe immer vorzugsweise mit weiblichen Personen gearbeitet. Zum einen aus der von Ihnen genannten Motivation, zum anderen, weil die Arbeit mit Frauen oft klarer, konzentrierter, weniger von Eitelkeiten und Selbstdarstellungssüchten geprägt ist als die mit Männern.(Am liebsten habe ich mit Müttern gearbeitet: sie hatten alle – wie ich den gleichen Zeitdruck, sie wissen sich zu organisieren, sie haben kein Interesse, sich groß auszubreiten, und sie wissen: sie müssen ihre Arbeit gut und verlässlich machen, um den„Malus“ der Mutterschaft auszugleichen.) 280 Den Versuch, Fenster herzustellen, halte ich für ein gutes Programm... meint Gabriele Mathes, die Ausbildung, Berufsbild und political correctness in ihrem Beitrag thematisiert. Geb. 1980, Regiestudium an der Filmakademie/Wien, Diplom bei Prof. Peter Patzak, Drehbuchautorin und Regisseurin; Seminarleiterin Du hast an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien bei Peter Patzak und Axel Corti Film Regie studiert. Aus heutiger Perspektive – wie schlägt sich diese Meister-Schülerin-Situation mit zwei im künstlerischen Bereich sehr prägenden Persönlichkeiten in deinen bis heute realisierten Filmen nieder? Unter einer„Meister-Schülerin-Situation“, wie Du es formuliert hast, stelle ich mir etwas Romantisches vor. Einen Leonardo, der seine junge Schülerin in der Kunst der Perspektive unterweist und ihr, während er wohlwollend über ihre Schulter auf das Skizzenblatt blickt, in gewählten Worten ein Stück Lebensphilosophie mit auf den Weg gibt. Die Beziehung zu einem Professor der Klasse Regie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst, Abteilung Film und Fernsehen ist hingegen eher eine pragmatische. Ein Film kann zu lang sein(Professor, unerbittlich:„Kürzen sie das um die Hälfte“), zuwenig Dialog beinhalten(Professor, süffisant:„So kann ich diesen Film nicht als Semesterarbeit akzeptieren“) oder, wie es bei mir häufig vorkam, eindimensionale, zur Einfühlung wenig geeignete Charaktere enthalten(Professor, erzürnt:„Das, das ist ja Agitprop, ein Plakat!!“). Wenn das Urteil des Professors über den am Ende eines Semesters gedrehten Film vernichtend ausfällt, hat man die Wahl entweder den Film umzuschneiden oder – leider ohne Studienabschluss- den geschützten Rahmen der Ausbildungsstätte zu verlassen. Zumindest lief es zu meiner Studienzeit so ab. Es geht also um praktische Dinge in diesem Verhältnis zwischen Meister und Schülerin. Es geht um Terminvereinbarung, Drehgenehmigungsunterschrift, Semesterabschlussnote. Man lernt mit Ablehnung fertig zu werden, man lernt, dass es notwendig ist, für ein Projekt zu kämpfen, gerade wenn niemand an den bahnbrechenden Erfolg des Vorhabens zu glauben scheint. Zumindest keiner, der berechtigt ist, dir eine Genehmigungsunterschrift zu geben. Wenn man nicht so hoffnungslos wehleidig ist wie ich, wird man am Ende des Studiums als gestählte AbsolventIn, fit genug um dem rauen Wind der Branche standzuhalten, mit Diplom in der Tasche von der Filmakademie ausgespuckt. Peter Patzak, der als Professor neu anfing als ich Regiestudentin war, hatte Sinn für Humor und Sinn für Anarchie – das hat uns verbunden. Und er ist an unseren Schneidetisch ins heimische Wohnzimmer zum Musterschauen gekommen. Das war unkonventionell.„Sie werden lernen müssen mit dir zu leben“, hat er zu mir gesagt, und „die Branche“ gemeint. Er hielt mich für einen widerspenstigen Dickschädel. Das hat mich gefreut. Eines der prägendsten filmischen Ereignisse meiner Studienzeit war ein Seminar mit dem Dokumentarfilmer Johan van der Keuken im Jänner 1990. Abends lief eine Retrospektive im Stadtkino und tagsüber sprach er mit uns StudentInnen über seine Arbeit.„Wenn ich weiß, wie sich der Film anfühlen soll, dann kommt die Form von selbst“, sagte er, und: „Man kann keine Menschen filmen, ohne sie zu manipulieren“ und„Der Status der Bilder ist endgültig unsicher“. Sätze, die ich in mein kariertes Heft schrieb. Sätze, die mir bis heute wichtig sind. Während des Studiums schriebst und inszeniertest Du einige aufsehenerregende Kurzfilme und verdingtest Dich als Tonmeisterin. Wie verlief Dein weiterer 281 Werdegang bis heute, wo Du an einem Drehbuch für einen abendfüllenden Spielfilm (P OLIN , FLEISSIG , JUNG SUCHT A RBEIT ) arbeitest? Ist nun das Schreiben zu Deiner Leidenschaft geworden? Schreiben muss ich. Schreiben kostet nur das Papier, auf das ich die Buchstaben setze. Stimmt natürlich nicht, denn Schreiben muss man sich leisten können. Es gibt Miete zu zahlen, man braucht Essen, Kleidung etc. Ich gehöre nicht zu denen, die vom Schreiben leben können. Manchmal ist das Schreiben eine Qual. Es tut weh, weil die Zweifel an meinem Körper nagen, während ich schreibe. Zweifel, Ehrgeiz und die Angst nicht gut genug zu sein. Eine Lust ist Schreiben erst dann, wenn das Kind, das ein Text ist, anfängt selbstständig zu gehen. Wenn der Text ein eigenes Gesicht und eine eigene Sprache bekommt, so dass ich mich selbst nicht mehr darin wiedererkenne.„Fenster sein, nicht Spiegel“ soll Rilke über Literatur gesagt haben. Zu versuchen, Fenster herzustellen, halte ich für ein gutes Programm. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung für den Beruf der Filmemacherin auf Dein Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und Einklang mit Privatsphäre? Ich möchte diese Frage mit einer kleinen Rückschau beantworten. Dreharbeiten sind, weil ein 14-Stundenjob, nicht familienkompatibel. Vor allem dann nicht, wenn man Regie führt. Das wussten auch mein Freund und ich, die wir dabei waren, unser Filmstudium abzuschließen. Wir leisteten uns den Luxus einer 80 zu 20 Aufteilung. Er machte zu 80 Prozent Haushalt und Kinderbetreuung, ich war für die Filmkunst und das Geldverdienen zuständig. Das mit der Kunst funktionierte ganz gut, nur das Geld, das ich heimbrachte, reichte keinesfalls für uns drei. Nach Abschluss des Studiums fand mein Freund eine fixe Stelle als Cutter und Kameramann(was für ein Glück, einen Job mit regelmäßigem Einkommen zu finden!)und arbeitete jetzt 40 Stunden, die täglichen Überstunden nicht mitgerechnet. Ich dokterte endlos an meiner Magisterarbeit herum. Einen Umzug und eine nicht enden wollende Wohnungsrenovierung später dämmerte mir langsam, dass ich den halben Tag auf die abbröckelnde Wand des Nachbarhauses starrte, bevor ich mich erhob, um das Kind von der Schule abzuholen.„No Future, no Future, no Future for me“ leierte es in meinem Kopf und es klang nicht nach Sex Pistols sondern nach Müdigkeit und Depression. Klar, ich war naiv gewesen, als ich annahm, dass ich mit meinem Regiediplom eine Eintrittskarte in die Welt der großen Spielfilme besitzen würde, wo man mit sechsstelligen Zahlen operiert und alle Teammitglieder für ihre Arbeit bezahlt werden. Niemand rief nach mir, nicht einmal hilferufend ein Filmstudent, der eine Gratisidee für einen Kurzfilm gebraucht hätte. So starrte ich düster die braune Hauswand an und setzte schleppend und ohne Überzeugung einen halben Absatz pro Woche aufs Papier. Aus dem Paar, das alles anders machen möchte, war die klassische Kleinfamilie geworden. Vater auf Arbeit, Mama versorgt Haushalt und Nachwuchs und fühlt sich unfähig, weil sie in ihrem Beruf versagt hat. Ich erzähle die Geschichte, weil sie ein Klassiker ist und weil ich nie gedacht hätte, dass sie mir passieren würde. Mir, einer Frau mit akademischer Bildung und feministischem Bewusstsein. Mittlerweile habe ich mich am Schopf aus dem Sumpf gezogen. Ich schreibe an gewöhnlichen Tagen(wenn kein Abgabetermin ansteht) etwa vier, fünf Stunden. Vormittags von 10 bis 13 Uhr, abends von 19 bis 21 Uhr. Mein Sohn ist mittlerweile in der Pubertät. Das Geld zum Leben bringt noch immer mein – mittlerweileEhemann ein, wir kommen gut damit zurecht, dass es so ist, menschlich, meine ich. Ich erzähle die Geschichte auch, weil sie eine wichtige Erfahrung, das Lebenskonzept einer Filmemacherin betreffend, illustriert: 282 Es ist wichtig, dass du bereit bist, immer wieder neu anzufangen. Die Branche ist hart. Wenn ich einer jungen Filmemacherin Ratschläge geben dürfte, würde ich sagen: Halte durch, fang immer wieder neu an, nimm nichts persönlich, tu dich mit anderen zusammen, geh nicht in die Defensive, such dir jemanden, der dir den Rücken stärkt. Wie siehst Du Dich im Kontext der aktuellen österreichischen Filmkultur eingebunden, was Auftragslage und Nachfrage betrifft? Ich habe mein Schild draußen vor dem Geschäftseingang hängen, da steht„Autorin& Filmemacherin“ drauf. Mein Geschäft ist in einer dunklen Seitengasse und nicht leicht zu finden. Wenn einer hereinkommt, kriegt er eine Tasse Tee und eine Geschichte dazu. In den letzten Jahren war die Auftragslage eher flau, aber mein Schild hängt noch draußen und wird jährlich frisch lackiert. Ich bastle an einem neuen Sortiment. Ich freue mich schon darauf, es auf den Markt zu werfen. Alles handgemacht. Weniger blumig: Ich sehe meine künstlerische Arbeit als Teil der österreichischen Filmkultur. Geschäftlich bin ich eine Niete, aber lernfähig. Welches ästhetische Konzept verfolgst Du? Wie findest Du zu Deiner Bildsprache? Welche Geschichten interessieren Dich, welche möchtest Du erzählen? Mich interessieren Erzählformen, die dem Zuschauer, der Zuschauerin den Kopf freihalten, offene dramatische Formen. Dokumentarische Herangehensweisen, Formen die vom Avantgardefilm herkommen, die Groteske. Vielleicht kann Herr Brecht meine diesbezügliche zugrundeliegende Haltung besser ausdrücken: „Gezeigt werden soll die Veränderbarkeit des Zusammenlebens der Menschen(und damit die Veränderbarkeit des Menschen selbst).“ Für mich ist Film ein diskursives Medium. Wenn nach einem Film von mir die Leute beisammenstehen und heftig diskutieren, dann sehe ich meine Arbeit als gelungen an. Patzak hat mir einmal erzählt, dass sich nach der Ansicht von I G ONNA F UCK Y OU B ACK T O THE S TONEAGE eine völlig unplanmäßige Diskussion über Vergewaltigung zwischen ihm und seiner zufällig bei der Vorführung anwesenden Cutterin entsponnen hätte. Das freut mich. Es heißt, dass der Film sein Ziel erreicht hat. Ich arbeite gern mit Leuten zusammen. Ich glaube daran, dass in der Zusammenarbeit von zwei kreativen Köpfen, zum Beispiel von Regie und Kamera, die Summe von Eins und Eins mehr ergibt als bloß Zwei. Wenn der Funke überspringt, können beide über sich hinauswachsen. Dann kann ein Fenster entstehen. Ein Fenster und kein Spiegel. Zur geschlechtsspezifischen Ästhetik: Beeinflusst Dein Selbstverständnis als Frau deinen künstlerischen Output? Anders ausgedrückt: Hat frau einen anderen Blick auf die Dinge? Ich versuche aus einer Haltung heraus zu schreiben, die bewusst nicht frauenfeindlich ist. Klingt banal, ist aber weniger selbstverständlich als es scheint. Wenn ich einfach drauflos schreibe, produziere ich die schlimmsten Frauen- und Männerklischees, die man sich vorstellen kann. Keine Ahnung, wo sie herkommen. Sie sind da. Ich sehe es als meinen Job als Drehbuchautorin an, diese Rollenklischees nicht ungefiltert zu einer potentiellen Zuschauerin, einem potentiellen Zuschauer durchdringen zu lassen. Ich möchte Geschlechterrollen nicht als gegeben vorführen. Sie gehören gebrochen, attackiert, überzeichnet, übertrieben, unterlaufen, bewusst gemacht, umgedreht, zerbröselt, vermanscht. Ich halte viel von political correctness. Du organisierst zur Zeit eine Autorinnenwerkstatt, die es sich zum Programm gemacht hat, Filmemacherinnen,„die ihren Tomatensaft mit Wodka trinken, zum Zwecke des Erfahrungsaustauschs, der Weiterbildung und der Rückenstärkung“ 283 zusammenzubringen. Könnte man das im weitesten Sinn als„female Mentorship“ bezeichnen, das Dir am Herzen liegt? Mit„female Mentorship“ habe ich mich noch nicht beschäftigt, aber es klingt wie eine gute Sache. Es ist wichtig, dass erfahrene Filmemacherinnen ihr Wissen an junge Kolleginnen weitergeben. Es muss nicht jede über dasselbe Gräberfeld stolpern und sich die Zehen anschlagen. Mit der Organisation der Autorinnenwerkstatt geht es mir ganz einfach darum, den Austausch unter Frauen, die sich mit dem Drehbuchschreiben oder Filmemachen beschäftigen, zu fördern. Weil Schreiben so eine verdammt einsame Sache sein kann. Weil es gut tut, was Neues zu lernen, ein paar frische Infos zu kriegen, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und über den eigenen Monitorrand hinauszuschauen. Welche filmischen Zukunftspläne verfolgst Du? Zur Zeit bemühe ich mich, eine Produktionsfirma für meinen Spielfilm P OLIN , JUNG , FLEISSIG , SUCHT A RBEIT zu gewinnen, arbeite an einem Kurzfilm über männliches Selbstbild in der Midlifecrisis und schreibe ein Hörspiel. 284 Cowboy-Spirit herrscht in der Filmbranche Ulrike Schweiger über Co-Autorenschaft, Recherche und ihre Vorliebe für normensprengende Themen Geb. 1969 in Linz, neben Studienaufenthalten in USA und Brüssel Absolventin der Abteilung Regie und Produktion an der Filmhochschule Wien, Drehbuchautorin und Regisseurin. Beginnen wir mit Deiner Ausbildung: du warst an einer amerikanischen High School und hast ein Jahr lang in Brüssel Kunst studiert. An der Universität für Musik und darstellende Kunst hast Du die Studienrichtungen Regie bei Peter Patzak und Produktion bei Peter Mayer absolviert. Wie schlägt sich das in deiner jetzigen Arbeit nieder? Welche Einflüsse aus der Ausbildungszeit verspürst Du? Meine ersten Auslandsaufenthalte liegen lange zurück. Ich war vierzehn, als ich in Long Beach(Los Angeles Area) die Junior High School besuchte und achtzehn, als ich in Brüssel Kunst studierte. Mit zwanzig machte ich ein Semester(Radio & TV Workshop) an der Stanford University, USA. Wenig später begann ich das Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Ich glaube die Zeit, die ich 1983 als vierzehnjährige in Kalifornien verbrachte, hat mich am meisten geprägt. Es war für mich damals eine wesentliche Erfahrung zu erkennen, dass das österreichische Schulsystem nicht die Norm, nicht absolut ist. In Amerika konnte ich erstmals meinen Neigungen nachgehen, hatte das Gefühl in meinen Begabungen gefördert zu werden. Ungefähr auch zu dieser Zeit wurde der Wunsch Regisseurin zu werden konkret. Bisher hatte ich, immer wenn ich ein Buch las, versucht mir vorzustellen, wie die Geschichte als Film aussehen könnte. Damals begann ich Film als konkrete Berufsmöglichkeit zu entdecken. Dein Werkverzeichnis weist seit 1989 bereits eine beachtliche Anzahl von preisgekrönten Kurzfilmen auf. Wie verlief Dein weiterer Werdegang bis heute? Wie bereits erwähnt, studierte ich nach dem Semester an der Stanford University an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien Regie und Produktion. Die Zeit an der Filmakademie war eine Zeit intensiver Auseinandersetzung, eine Zeit des Experimentierens mit dem Medium Film. Wichtige Arbeitsgemeinschaften, wie beispielsweise die Zusammenarbeit mit meinem Co-Autor Michael Tanczos gehen auf diese Zeit zurück. Dank der Filmakademie konnte ich den Grundstein für mein heutiges Filmschaffen legen. Meine Kurzfilme und die damit bei Festivals erreichten Preise und Auszeichnungen ermöglichten mir unter anderem die Finanzierung eines ersten Langfilms. T WINNI ist dein erster Langspielfilm und handelt von Pubertät, erster Liebe, Neuorientierung in sozialen Gruppen, neugierige Blicke auf das, was das Leben so bereit halten könnte aus der Sicht der jugendlichen Heldin. Welche Geschichten interessieren Dich generell, welche möchtest Du gerne erzählen? Ich bin grundsätzlich am narrativen Film interessiert, besonders faszinieren mich Einzelschicksale, die gesellschaftlich etwas verändern, bewirken, Normen hinterfragen. In T WINNI versucht die 13-jährige Jana die erste Ministrantin Österreichs zu werden, etwas zu tun, was Mädchen bisher nicht tun durften. Das finde ich interessant. Oder in meinem 285 Kurzfilm M ISSBRAUCH WIRD BESTRAFT wird ein Mädchen in einer fahrenden S-Bahn vergewaltigt. Gut ein Dutzend Menschen sind anwesend, aber keiner hilft. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich 1997 in Hamburg ereignete und versteht sich als Aufruf zu Zivilcourage. Mir liegen Stoffe, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Der Film über das Kult-Eis mit zwei den Stielen aus den 80ern steht für„die zwei Seiten des Lebens.“ Verglichen mit andern„Teenage“-Filmen wie L OVELY R ITA zeigt T WINNI eher eine harmonische Welt, in der noch alles in Ordnung scheint. Was meinst Du dazu? T WINNI zeigt das Schicksal der 13-jährigen Jana und findet eine für die Geschichte passende Erzählweise, die neben Scheidungsdrama und Lebenskrisen auch durchaus Platz für Leichtigkeit und Humor hat. Einzige Gemeinsamkeit mit Filmen wie zum Beispiel L OVELEY R ITA ist höchstens das Alter und Geschlecht der Hauptfigur. Faktum ist, dass T WINNI gerne zu Frauenfilmfestivals eingeladen wird. Vielleicht wegen der Botschaft, dass zwischen all den Wirrnissen an der Schwelle zum Erwachsenwerden die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen hält? Oder auch wegen der religiösen Thematik, dass Mädchen damals nicht ministrieren durften. Was meinst Du? Was immer wieder an T WINNI hervorgehoben wird, ist die Balance zwischen Sensibilität, Themenorientiertheit und Publikumsnähe. Cathérine Breillart, Vorsitzende der Jury beim Festival International du Cinéma au Feminin in Bordeaux:„The competition was very strong because the selection was very good(L IFE WITHOUT ME , P ERSONAL V ELOCITY , C ALENDAR G IRLS , W ILBUR WANTS TO KILL HIMSELF , etc.), but the originality, the grace, the simplicity and atmosphere of T WINNI make this movie in our opinion above all other. I think it is at the same time delicate and also very near to the public: it’s a very difficult balance. I think Ulrike Schweiger showed in the movie a very great talent in directing, and choice of actors and filmmaking.“ Glaubst Du, beeinflusst deine weibliche Position dein künstlerisches Schaffen? Wenn ja, wie? Ja, ganz sicher. Ich nehme die Welt natürlich aus der Sicht einer Frau wahr. Aus diesem Grund finde ich es auch sehr spannend, mit einem männlichen Co-Autor zu arbeiten, weil dann beide Sichtweisen, die männliche und weibliche zu einem Ganzen vereint werden. Wie kam es, dass Du als„gelernte“ Regisseurin auch das Buch gemeinsam mit einem Co-Autoren selbst verfasst hast? An sich hätte ich gerne ein fremdes Drehbuch verfilmt und machte mich nach dem Studium auch auf die Suche nach Drehbüchern. Da ich jedoch kein passendes Buch finden konnte, begann ich selbst Drehbücher zu schreiben. Ich würde aber nach wie vor gerne einen fremden Stoff verfilmen. Ihr seid seit 1999 ein Autorenteam. Was sind die Vorteile einer solchen Konstellation? Gibt es manchmal auch Streitigkeiten? Die Arbeit mit Michael Tanczos war für mich von Anfang an etwas ganz Besonderes, ich möchte fast sagen ein Geschenk. Streitigkeiten gab es nie, das liegt vermutlich daran, dass wir einander perfekt ergänzen. Ich denke die Vorteile unserer Konstellation sind, 286 dass wir einander gegenseitig inspirieren, Ideen vom anderen aufgreifen und weiterführen, dass das Buch bereits in sehr frühen Entwicklungsphasen hinterfragt wird. Außerdem erarbeiten wir die Dialoge durch Improvisation. Das geht sicherlich im Schreibteam besser, als im Alleingang. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung für den Beruf der Filmemacherin auf Dein Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und Einklang mit Privatsphäre? Der Vorteil an meinem Beruf ist, dass ich oft gar nicht das Gefühl habe zu arbeiten, da ich aus einem inneren Antrieb heraus tätig bin. Meine Arbeit ist mir ein Bedürfnis genauso wie Essen und Trinken oder Schlafen. Das Gefühl zu haben, dass man nicht arbeitet ist ein Vorteil, der Nachteil dabei ist allerdings, dass dabei vieles andere zu kurz kommt, im Privatleben Abstriche gemacht werden müssen. Drehbuchschreiben ist mit einem großen finanziellen Risiko verbunden. Man arbeitet oft Monate an einer Geschichte, ohne die Gewissheit zu haben, dass das Buch auch verfilmt wird. Neben Risikofreudigkeit ist auch viel Optimismus gefragt. Wie siehst Du Dich als Frau im Kontext der aktuellen österreichischen Filmkultur eingebunden, was Auftragslage und Nachfrage betrifft? Ich habe das Gefühl, dass es Frauen viel schwerer haben. Auf alle Fälle werden sie stets kritischer betrachtet als Männer. Egal, wie wir uns verhalten, es ist im Zweifelsfall unpassend. Immer noch werden Frauen in sogenannten Frauenberufen erwartet, wo sie bestimmten – gesellschaftlich vorgegebenen Verhaltensmustern – entsprechen sollen. Außerdem ist Österreich ein Land, in dem in der Filmbranche noch immer ein gewisser Cowboy-Spirit zu herrschen scheint. Welches ästhetische Konzept verfolgst Du? Wie findest Du zu Deiner Bildsprache? Ich versetze mich in die Sichtweise meiner Protagonisten und suche eine zu ihrem Mikrokosmos passende Ästhetik. Bei einem historischen Stoff wie im Fall von T WINNI gehe ich außerdem auf die Ästhetik der Zeit ein(Recherche: Filme, Fernsehsendungen, Musikvideos, Tageszeitungen, Journale und Magazine aus der Zeit sowie Familienphotos von Menschen aus der Gegend wo der Film spielt). Ich vermeide es, ästhetische Inspiration primär bei anderen Filmen zu suchen, sondern konzentriere mich mehr auf das wirkliche Leben als Inspirationsquelle, oder orientiere mich an anderen Bereichen der Kunst(Malerei, Plastik, Architektur). Sobald für mich die Emotionalität einer Geschichte stimmig ist, findet sich das ästhetische Konzept fast wie von alleine. Welche filmischen Zukunftspläne verfolgst Du? Derzeit arbeite ich mit mehreren Co-Autoren an verschiedenen Drehbüchern gleichzeitig. Letzte Woche war ich gemeinsam mit meinem Co-Autor zur Drehbuchrecherche in Salt Lake City. Geplant ist ein Film, der zur Hälfte in den USA, zur Hälfte in Salzburg spielt. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Hauptfigur ist die Großtante meines Co-Autors, eine Österreicherin, die in den 50er Jahren nach Utah ausgewandert war. An einem weiteren Projekt schreibe ich zum ersten Mal gemeinsam mit einer weiblichen CoAutorin, nämlich Maria Scheibelhofer. Die Geschichte mit dem Titel„Das Haus“ ist völlig frei erfunden und wird ein poetischer Thriller. Filmisches Zukunftsgebiet ist für mich sicherlich der Bereich Spielfilm. Mein Ziel ist es, sehr spezifische, lokale Geschichten so zu erzählen, dass sie ein internationales Publikum finden. 287 Halbe Zeit, doppelte Arbeit Amaryllis Sommerer erzählt über ihre Arbeitssituation, geprägt von gut dotierten TV-Serien und ihrer Leidenschaft, dem Schreiben von Kinderbüchern. Geboren 1954, lebt in Wien; schreibt Drehbücher, Kinderbücher, Romane, Kurzgeschichten und bietet Filmdramaturgien an. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und der Beschäftigung mit Theaterkostüm bist du über den Umweg von Schauspielerin, Scriptgirl und Regieassistenz zum Drehbuchschreiben und in weiterer Folge zur Regie gekommen. Empfindest Du Dich als Autodidaktin? Nein, ich habe von verschiedenen LehrerInnen gelernt, viele Seminare absolviert und noch mehr Bücher gelesen. Ich habe mir nichts selbst beigebracht. Ich könnte aber jederzeit – ohne Gebrauchsanweisung – einen Reifen wechseln. Auch bei Regen. Du hast einige Male bei Projekten der Filmemacherin Käthe Kratz mitgearbeitet. Hat dir das den Einstieg in deinen späteres Berufsleben als Drehbuchautorin erleichtert? Auf jeden Fall! Mein erstes verfilmtes Spielfilm-Drehbuch habe ich mit Käthe Kratz geschrieben. Es war eine internationale Produktion und hat mich sozusagen als„Profi“ etabliert. Ich habe mehrere Regieassistenzen bei ihr gemacht und weiß deshalb über den Vorgang des Drehens Bescheid. Dieses Wissen kommt mir als Drehbuchautorin natürlich zugute. Davor und auch danach schrieb ich(neben den verfilmten) auch einige Drehbücher, die nicht verfilmt, aber doch wenigstens bezahlt worden sind(TV-Aufträge oder Filmförderung). Doch das gehört zum Autorenalltag: Bücher zu schreiben, die keiner sieht. Und erst die vielen Buch-Fassungen, die es braucht, um als Autorin sichtbar zu werden... Wer oder was hat dich sonst positiv beeinflusst oder in deinem Weiterkommen unterstützt? Ganz bestimmt mein lieber Freund und Filmemacher Manfred Kaufmann. Ich habe einige Jahre mit ihm in verschiedenen Funktionen an seinen Filmen mitgearbeitet. Das war eine spezielle Beziehung; ein seltenes Glück. Dann das Heer der Drehbuch-DoktorInnen: Ab 1988(Syd Field in Berlin) machte ich jedes Jahr ein Seminar bei Syd Field, Frank Daniel, Robert McKee, Zdenek Mahler, Krystof Kieslowski, Edward Zebrowski, Linda Seger, Christopher Vogler, Oliver Schütte etc. Das ging über 10 Jahre so.... Aber dann war Schluss. Und nicht zuletzt der wöchentliche, aktuelle Filmverzehr mit Filmfreundinnen, besonders mit der Drehbuch-Autorin Agnes Pluch. Du hast als zweites Standbein den Beruf einer Kinderautorin gewählt und eine ganze Menge veröffentlicht. Welche Auswirkungen hat die eindeutige Entscheidung, auf diese Weise deine Brötchen zu verdienen auf Dein Lebenskonzept, hinsichtlich Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeiten und als Mutter einer Tochter? Kinderbücher zu schreiben ist eine Liebesangelegenheit. Für die relativ vielen Veröffentlichungen habe ich aber leider nicht die„fetten Brötchen“, so dass von einem 288 zweiten Standbein keine Rede sein kann. Dick belegte Sandwiches gibt es als SerienAutorin. Mutter zu sein und berufstätig, bedeutet: Halbe Zeit, doppelte Arbeit. Jetzt ist meine Tochter aber schon ziemlich erwachsen. Deshalb erblüht zur Zeit wieder die Autorin in mir und ich habe neben den Serien-Drehbüchern und den Dramaturgien, die ich mache, auch noch einen Roman(D IE B EIHELFERIN ) geschrieben. Diesmal für die Großen. Zur geschlechtsspezifischen Ästhetik: Beeinflusst Dein Selbstverständnis als Frau deinen künstlerischen Output? Anders ausgedrückt: Hat frau einen anderen Blick auf die Dinge? Natürlich haben Frauen einen anderen Blick auf die Welt als Männer. Der ist nicht besser, schlechter, sensibler, gefühlsbetonter, oder„weiblicher“ im Sinne der Attribute, die uns Frauen zugeschrieben werden. Er ergibt sich aus der Erfahrungswelt als geschlechtliches Wesen, das Mensch nun einmal ist. Die Erziehung, die Gesellschaft ist geschlechtspezifisch„markiert“. Insofern ist mein Blick als Künstlerin auch ein weiblicher. Nach den ersten Jahren der Bewusstwerdung dieses Faktums ist das für mich heute selbstverständlich. Ich thematisiere es nicht mehr.(Was nicht heißt, dass ich die diesbezügliche Thematisierung im Allgemeinen ablehne.) Das heißt, ich suche nicht ein Frauenthema, sondern die Frauenthemen ergeben sich aus meiner Erfahrungswelt. Sie schleichen sich ein in alle Arbeiten, auch wenn sie gar nicht beabsichtigt sind. 1997 kam es zur Entstehung meines Kinofilms B EASTIE G IRL , weil mich das MutterTochter-Thema persönlich interessierte. Bei meiner Recherche bemerkte ich, dass es als Filmsujet im österreichischen Kinofilm so gut wie nicht existierte,(was wiederum mit dem Stellenwert von Frauen, bzw. Müttern zu tun hat, was wiederum mit dem Stellenwert einer Aufmerksamkeit, die das Männliche auslässt, zu tun hat) also entschied ich mich dann sehr bewusst – auch aus diesem Grund – für dieses Thema. Hier fließen das Persönliche und das Gesellschaftliche zusammen. So funktioniert das bei mir. Später, beim Schreiben des Drehbuchs, ging es mir nicht vorrangig darum, eine Frauenbotschaft zu verfilmen, sondern darum, eine gute Geschichte zu schreiben. Die Ingredienzien der Geschichte – der Zusammenhalt von inhaltlichen und dramaturgischen Elementen – waren natürlich wegen des gewählten Themas frauenspezifisch. Und auf Grund meiner persönlichen Bewusstseinslage ist das Frauenspezifische dann auch libidinös besetzt. Das heißt: Frauen sind aktive Heldinnen. Die Welt in meinen Geschichten ist frauenreich, auf jeden Fall frauenreicher als im herkömmlichen FilmKanon. Und so wie ich der Mittelpunkt der Welt bin, so sind die Frauen in meinen Geschichten der Mittelpunkt der Welt. Schlicht und einfach deswegen, weil ich mehr von uns weiß (nicht weil wir die besseren Menschen sind). Und man soll ja bekanntlich über das schreiben soll, was man kennt. Auf der anderen Seite scheue ich mich nicht, auch über Männer zu schreiben, und ich finde, dass Männer genauso gut über Frauen schreiben sollen. Das ändert nichts am Blickpunkt, den wir als geschlechtliche Wesen haben. Einigen ist er nur bewusster, und sie gehen daher bewusster damit um. Wie siehst Du Dich im Kontext der aktuellen österreichischen Filmkultur eingebunden, was Auftragslage, Nachfrage und Konkurrenzdruck betrifft? Ich bin eine gut positionierte Randfigur mit erfreulichen Aussichten über den Tellerrand hinweg. Der Begriff Randfigur ist für mich – im Gegensatz zur landläufigen Meinung – positiv besetzt. Das heißt konkret: Ich schreibe täglich,(Wochenenden meistens ausgenommen), aber ich schreibe nicht 12 oder 14 Stunden am Tag. Das ist und war mir als Alleinerzieherin gar nie möglich, wäre für mich auch gar nicht erstrebenswert. Das Leben besteht aus 289 mehr als nur dem Schreiben. Natürlich gibt es gute Zeiten, in denen man sich mehr in der Tellermitte befindet, wo die meisten Frittaten schwimmen(je nach Auftragslage), aber meine Sehnsucht nach dieser Mitte hält sich in Grenzen. Ich schreibe gerne und genug und denke dabei nicht über Markt-Positionierungen nach. Bei der ORF-Serie S CHLOSSHOTEL O RTH gehörst du zum fixen AutorInnenpool und hast bereits mehrere Folgen geschrieben. Wie beurteilst Du als Insiderin die derzeitige Situation des österreichischen TV-Spielfilms? Dass ich in eine Serie wie S CHLOSSHOTEL O RTH seit 5 Jahren fix eingebunden bin, ergibt sich daraus,dass es schwierig ist, AutorInnen zu finden, die das Handwerk besser(für weniger Geld) können. Glücklicherweise musste ich um Honorare nie streiten. Offensichtlich bin ich mein Geld wert. Was die derzeitige TV/Spielfilm-Situation betrifft, bin ich leider sehr skeptisch. Die wirtschaftliche Anspannung ist stark spürbar. Überall Kürzungen, keine Risikofreude. Das wird natürlich nicht offen ausgesprochen. Diktion und Handeln klaffen weit auseinander. Man spricht immer noch vom Neuen, vom Besseren, vom Anspruchsvollen etc. Geht es dann aber an die Umsetzung – ans Schreiben, später ans Drehen, dann schrumpfen auf einmal die groß hinaus posaunten Möglichkeiten, sei es wegen der Kosten, sei es wegen der Quote – ein Ablehnungsgrund findet sich immer. Das ist eine Spirale der Angst, die das Niveau nach unten drückt. Und wie soll sich der Zuschauer wehren, wenn er die Wahl zwischen Schlecht und„Wenigerschlecht“ hat? Mit Totalverzicht? Und wie soll sich der Filmkünstler wehren? Wenn er die Wahl hat zwischen schlechter Arbeit und Arbeitslosigkeit? Das ist für uns alle ein Balance-Akt des Überlebens und hängt auch stark von den persönlichen Umständen ab, ob man sich da Freiräume schaffen kann. Ich denke, ich habe meine Balance gefunden. Welches ästhetische Konzept verfolgst Du? Welche Bilder berühren Dich? Welche Geschichten interessieren Dich, welche möchtest Du erzählen? Bei Kinofilmen schätze ich es, wenn die klassische Dramaturgie unterwandert wird. Diese Art von Filmen ist allerdings in Zeiten wie diesen äußerst unpopulär. Ich möchte von einem Thema erzählen, für das ich brenne. Die Art des Erzählens aber sollte mit einer gewissen Leichtigkeit erfolgen, ohne diese gnadenlose dramaturgische oder thematische Strenge, die auf ein absehbares Ziel zusteuert. Es darf ruhig„menscheln“, aber Welt, Geheimnis und hohe Räume mit offenen Fenstern müssen auch sein. Eigentlich der alte antike Gedanke vom Einzelnen und dem Chor. Nur ein bisschen sexier aufgemacht. Was ich verabscheue sind Selbstbespiegelungen. Dein Vorname ist gleichlautend mit einer wunderschön blühenden Winterblume aus Chile. Steckt da Programm dahinter? Aus Chile? Ich dachte immer, er kommt aus der Blumenhandlung... Welche filmischen Zukunftspläne verfolgst Du? Ich verfolge nicht, ich lasse sie auf mich zukommen oder über mich kommen. Wie zum Beispiel das Thema der Überwucherung; von allem und jedem; von der Spirale, die sich immer schneller dreht; vom Überblick, der verloren gegangen ist, oder den es vielleicht nur scheinbar gegeben hat... von der heutigen, überforderten Gesellschaft, die nach Gesetzen, Führern und Religionen ruft... und deswegen auch von Glücksmomenten träumt....verfilmt in einem Großstadtkrimi. 290 Interviews mit österreichischen Filmemacherinnen für den Frauenkulturbericht 2003 Von Dr. Sabine Perthold Die Angst ist unser Antrieb, unser Motor.... – Barbara Albert über das Sammeln von Bildern aus Erfahrenem, Erzähltem und Erfundenem und ihre Beweggründe Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin in Personalunion zu sein Mother of Invention – Hilde Berger über ihre Anfänge, die fließende Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben, zwischen Liebes- und Arbeitsbeziehung und die konstruktive Verwertung jeder Erfahrung als Ausgangspunkt für eine neue Geschichte Alles ist Input – Andrea Dusl über Social Skills wie Erfindungsreichtum und Hartnäckigkeit sowie das Switchen zwischen einzelnen Kunstsprachen Filme machen bedeutet zu suchen und zu jagen – Barbara Gräftner über ihren filmischen Ost-West-Zusammenprall, DOGMA-Prinzipien und ihr alchemistisches Weltbild Ich muss mir selbst ein Frauen-Bild erfinden – Jessica Hausner über das Filmemachen als Lebenskonzept und von der Suche nach einer geeigneten Erzählform für ihre Geschichten, die um Themen wie Rätsel, Geheimnis, Überraschung und Willkür kreisen. Wer Kino liebt, kommt leicht auf die Idee, selbst Filme zu drehen – Kitty Kino über ihre Anfänge, ihre aufsehenerregenden Filme, über Produktionsbedingungen einst und jetzt und ihre Wünsche an die Filmstadt Wien Frauen drehen keine Western – Käthe Kratz über die„Aktion Filmfrauen“, die einseitige Ausrichtung der Fördergremien und über die„akrobatische Organisation“ ihres Berufsalltags Den Versuch, Fenster herzustellen, halte ich für ein gutes Programm... meint Gabriele Mathes, die Ausbildung, Berufsbild und political correctness in ihrem Beitrag thematisiert. Cowboy-Spirit herrscht in der Filmbranche – Ulrike Schweiger über CoAutorenschaft, Recherche und ihre Vorliebe für normensprengende Themen Halbe Zeit, doppelte Arbeit – Amaryllis Sommerer erzählt über ihre Arbeitssituation, geprägt von gut dotierten TV-Serien und ihrer Leidenschaft, dem Schreiben von Kinderbüchern 250 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2002 WISSENSCHAFTSBERICHT FRAUENKULTURBERICHT KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2002 WISSENSCHAFTSBERICHT FRAUENKULTURBERICHT HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY  2003 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Walter Obermaier(MA 9) Dr. Günter Düriegl(Museen der Stadt Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Filmfonds Wien) Dr. Karl Albrecht-Weinberger(Jüdisches Museum der Stadt Wien) Dr. Hubert Christian Ehalt(Wissenschaftsfonds) Mag. Karin Rick(Frauenkulturbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Coverfoto: Josef Dabernig – Sofia, 2002, Fotografie Josef Dabernig war Teilnehmer an der Ausstellung „Double Bind“, die im Rahmen der Wien-Tage im Oktober 2002 in Sofia stattfand. Grafik: Mag. Anna-Maria Friedl Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.kultur.wien.at Druck: Agens-Werk VORWORT KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik Theater Literatur Bildende Kunst Kunsthalle Wien Alltagskultur Altstadterhaltung und Denkmalpflege Bezirksmuseen Ehrungen Interkulturelle Aktivitäten Auslandskultur Neue Medien Stipendien Film und Video Filmfonds Wien Wiener Festwochen Wissenschafts- und Forschungsförderung Wissenschaftsfonds Beratungsstelle für Kulturarbeit WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) MUSEEN DER STADT WIEN Jüdisches Museum der Stadt Wien FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FRAUENKUNSTBERICHT INHALT VORWORT „Das Neue ist unausweichlich, unvermeidlich, unverzichtbar“, schreibt der Kulturphilosoph und Kunsttheoretiker Boris Groys in seinem Essay„Über das Neue“. Es ist Aufgabe des Kulturpolitikers, dieses Neue zu ermöglichen und zu fördern. Grundvoraussetzung für eine Politik der Erneuerung sind Gestaltungswille und Offenheit. Öffnung meint hier nicht nur den internationalen Austausch zu forcieren, sondern vor allem die Entwicklung und Präsentation von zeitgenössischer Kunst zu fördern, auf die Chancengleichheit von Frauen zu achten sowie die Kulturen unterschiedlicher Ethnien und Sprachgruppen sichtbar zu machen. Unter diesen Vorzeichen sind im vergangenen Jahr kulturpolitische Weichenstellungen vorgenommen worden, welche die Kulturlandschaft Wiens noch Jahre und Jahrzehnte prägen werden. Einer dieser kulturpolitischen Schwerpunkte betrifft die Reform der Vereinigten Bühnen. Das Theater an der Wien soll als Opernhaus geführt werden, im Raimundtheater soll Musical, im Ronacher gehobene Unterhaltung gespielt werden! Die mit Spannung erwartete Entscheidung über die Zukunft des Theaters an der Wien fand allergrößte Zustimmung in Fachkreisen. In den nächsten Jahren gilt es, diese Entscheidung umzusetzen und das Projekt auf Schiene zu stellen. Die Neupositionierung der drei Häuser wirkt sich auf die gesamte Theaterlandschaft aus; eine verstärkte, inhaltliche Zusammenarbeit und Abstimmung wird daher künftig mehr als bisher nötig sein. Auftakt für die Opernbespielung im Theater an der Wien ist das„Mozartjahr“ im Jahr 2006, in dem der 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart gefeiert wird. Multitalent Peter Sellers wird als Gestalter des„Mozart spezial“ auch aktuelle, internationale und politische Akzente setzen. Ein wesentliches Ziel dieses Gedenkjahres ist es auch, wirksame Impulse für Wiens Kulturleben zu schaffen, die lange über das Mozartjahr hinausreichen. In Bewegung geraten soll auch die Szene der Freien Theatergruppen. Eine in Auftrag gegebene Studie soll die derzeitigen Vergabekriterien evaluieren und ein effizienteres, transparentes Fördermodell ausarbeiten. Damit wird frischer Schwung in die Freien Theatergruppen geraten, von denen man sich mehr Anstöße erwartet. Im Stadtgefüge neu verankert werden soll auch das Historische Museum. Garant dafür ist die neue künstlerische Leitung, die im Vorjahr der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Aufbauend auf den Ergebnissen einer international besetzten Museumsenquete, die ein Anforderungsprofil für ein modernes Museum des 21. Jahrhunderts entwarf, sollen dem Haus durch neue Schwerpunkte weitere Publikumsschichten erschlossen werden. Das Stadtmuseum könnte so zu einem lebendigen Ort der Begegnung und Auseinandersetzung werden – mit der eigenen Geschichte, der eigenen Kultur- und Alltagsgeschichte, in der vor allem Fragen der Gegenwart stärker als bisher in den Vordergrund gerückt werden. Das„Schicksal“ des künftigen Stadtmuseums ist eng verknüpft mit der Errichtung des„Kunstplatz Karlsplatz“. Derzeit ist der Karlsplatz als unübersichtlicher, passantenfeindlicher Verkehrsknotenpunkt im Bewusstsein der WienerInnen verankert. Seine kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen, in ihrer Dichte und Bedeutung weltweit einmalig, werden nicht entsprechend wahrgenommen. Abhilfe schaffen könnte eine intensive Vernetzung der Einrichtungen unter größtmöglicher Bewahrung ihrer Eigenständigkeit, ein klares Leitsystem, sinnvolle bauliche Maßnahmen und eine großzügige Verkehrslösung. Wenn es gelingt, die vorhandenen Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen, dann könnte ein„ganzheitlicher“ Karlsplatz entstehen: Ein Kunstplatz, der mit seinem differenzierten Angebot Besucherströme anzieht und einen emanzipierten, attraktiven„Gegenspieler“ zum Museumsquartier darstellt. „Vorhang auf“ heißt es im Herbst 2004 im Museumsquartier, wenn das Kindertheater seine Pforten öffnet. Gemeinsam mit dem ZOOM Kindermuseum und der KinderInfo entsteht hier ein weitläufiges Areal, das Kinder nicht nur als Publikum ernst nimmt, sondern sie auch zum Mitmachen animiert. Seit seiner Eröffnung hat sich das Museumsquartier zum international vielbeachteten Kulturviertel entwickelt. Die Stadt Wien trägt mit 15 Millionen Euro jährlich für„ihre“ Institutionen zur Programmvielfalt bei – vom Kinderquartier über Tanzquartier und Architekturzentrum bis hin zu Kunsthalle und Veranstaltungshalle. Was bislang fehlt, ist ein überzeugendes Marketingkonzept, das von der Museumsquartier-Errichtungsges.m.b.H vorzulegen sein wird. Wien als Film- und Medienstandort zu stärken ist eines der vorrangigen Ziele der Kulturpolitik in Wien; ein ambitioniertes Ziel, das jedoch nicht von einem Akteur alleine verwirklicht werden kann, sondern der gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten bedarf(Bund, ORF, Filmproduzenten, Filmschaffenden, etc.). Um Perspektiven und Strategien zu entwickeln, wurde im Wiener Rathaus unter großer Beteiligung eine Filmenquete abgehalten. Resultat dieser Enquete ist die Filmagenda 2006, in der die Handlungsschritte der nächsten Jahre festgehalten sind. Neben Fragen der Ausbildung und Finanzierungsmodellen zählt auch der Erhalt der Kinovielfalt dazu. Ein Schritt in diese Richtung ist die im Vorjahr beschlossene Kinoförderung von 2,18 Millionen Euro für kleine und mittlere Kinos. Ein weiterer engagierter Schritt wurde mit der Rettung des Gartenbau- und Metrokinos gesetzt. Damit ist es gelungen, die beiden Traditionshäuser in der Wiener Innenstadt als Viennale-Spielstätten zu erhalten und als Arthouse-Kinos weiterzuführen. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigen die alle Erwartungen übertreffenden Besucherzahlen im Gartenbaukino. In das Metrokino ist das Filmarchiv Austria eingezogen, das als Präsentations- und Dokumentationsstelle der österreichischer Filmgeschichte endlich zentral präsent ist. Mit einem besonders dunklen Kapitel unserer Geschichte beschäftigen sich Museen, Archiv und Bibliothek der Stadt und des Landes Wien. Die Restitution von Kunstgegenständen wurde um einen wichtigen Bereich, die Restitution von Grundstücken, erweitert. Untersucht wird dabei der Eigentümerwechsel von 65.000 Grundstücken während der Naziherrschaft. Die Erforschung und Rückgabe unrechtmäßiger Erwerbungen sind moralisch wie politisch gebotene Handlungen, durch die sich Wien seiner nationalsozialistischen Vergangenheit stellt und einen klaren Standpunkt bezieht. Der aktuelle Restitutionsbericht über die bisherigen Tätigkeiten der Stadt liegt nicht nur in gedruckter Form vor, sondern ist auch im Internet zugänglich. Durch die nunmehr abgeschlossene Übersiedlung des Stadt- und Landesarchivs in den Gasometer wurden Räumlichkeiten im Wiener Rathaus frei, die von der Stadt- und Landesbibliothek übernommen werden. Diese Erweiterung löst nicht nur die Platzprobleme der Stadt- und Landesbibliothek; der Umbau wird durch räumliche Adaptierungen und längere Öffnungszeiten dazu genützt, für BenutzerInnen des Lesesaals Verbesserungen zu erzielen. Gleich vis à vis der Stadt- und Landesbibliothek, nahe dem Rathaus, wird an der Realisierung der „Kulturmeile Rathaus“ gearbeitet. Durch die räumliche Zusammenführung des„Museums auf Abruf“ und der„Artothek“ wird hier die Konzentration junger, zeitgenössischer Kunst an einem Ort ermöglicht. Im Verbund mit der„Planungswerkstätte“, die sich auf die Präsentation von Architekturausstellungen verlegt hat, wird die„Kulturmeile Rathaus“ mit interessanten Veranstaltungen das Viertel rund ums Rathaus auch am Abend beleben. Ansehen und Bedeutung einer Stadt werden nicht nur durch ihre kulturellen Hervorbringungen bestimmt, sondern zu einem großen Teil auch durch außerordentliche wissenschaftliche Leistungen. Wien hat auf dem Gebiet der Medizin, der Geistes- und Naturwissenschaften eine große Tradition aufzuweisen. Daran anknüpfend fördert die Stadt an die 400 wissenschaftlichen Vereine und Institutionen, von denen wichtige Impulse und Denkanstöße ausgehen. Viele von ihnen werden auch bei den„Wiener Wissenschaftstagen“ im Herbst vertreten sein und ihre Forschungsergebnisse und Betrachtungen zum Thema„Die Stadt der Zukunft – Lebensgefühl und Perspektiven“ zur Diskussion stellen. Die„Wiener Wissenschaftstage“ sollen Wien als Wissens-, Wissenschafts- und Reflexionsstadt stärker ins Bewusstsein rücken. Das ist auch ein Ziel der„Wiener Vorlesungen“, die im Vorjahr ihr 15-jähriges Jubiläum feierten. Als„Jour fixe der Vernunft“ laden sie regelmäßig internationale Persönlichkeiten ein, ihre Analysen und Reflexionen zu den großen Fragen unserer Zeit vorzustellen. Der Bedeutung der Wissenschaft entsprechend wurde das Budget im Vorjahr von 6,4 auf 7,3 Millionen Euro angehoben. Sorgfalt und Weitblick beweist die Stadt im Umgang mit ihren historischen Bauten. Denkmäler, Häuserfassaden, Kirchen und andere, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen werden mit Hilfe des Altstadterhaltungsfonds renoviert und restauriert. Seit seiner Gründung vor 30 Jahren wurden mit einer Summe von 170 Millionen Euro insgesamt 3.763 Objekte renoviert. Die Erhaltung, Bewahrung und Pflege unseres kulturellen Erbes wurde durch die Aufnahme des historischen Zentrums in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco international honoriert. Auf ein„anderes“ kulturelles Erbe verweist die österreichische Germanistin Ruth Klüger in ihrem beeindruckenden Essayband„Frauen lesen anders“:„Tatsächlich ist das kulturelle Erbe für Frauen und Männer verschieden gewesen, gerade dort, wo es das gleiche zu sein scheint. Die Unterschiede in Schaffensbedingungen und Denkstrukturen sind radikaler, als man annehmen möchte. Als offene Frage bliebe, wie viel von diesem unguten Erbe wir heute noch abzubauen haben“. Dieses„ungute Erbe“ aufzuspüren und Gegenmaßnahmen einzuleiten ist ein wichtiges Anliegen einer fortschrittlichen und emanzipatorischen(Kultur-)Politik. Mit dem ersten Frauen-Kunst- und Kulturbericht, dem ersten in Österreich überhaupt, wurde im Vorjahr ein großer Schritt in diese Richtung gemacht. Im Zentrum des Berichts stehen Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Kulturmanagerinnen; ihre Arbeitsbedingungen und Karrierechancen werden spartenspezifisch erhoben, um – auf den Ergebnissen aufbauend – fördernde Maßnahmen zu setzen. Der heurige Frauen-Kunst- und Kulturbericht steht ganz im Zeichen der Literatur. Vor allem dem Verhältnis von Autorinnen und Autoren bei Literaturfestivals und Lesungen, die von der Stadt Wien unterstützt werden, wird hier nachgegangen. Es ist gewiss kein Zufall, dass Wien in einer internationalen Studie, die die Lebensbedingungen von mehr als 250 Städten untersucht, den hervorragenden zweiten Platz einnimmt. Megacities wie London, New York oder etwa Paris liegen weit abgeschlagen hinter Wien. Es ist das Ergebnis einer verantwortungsvollen Politik, die mutige Entscheidungen trifft, nachhaltige Maßnahmen setzt und Neues ermöglicht. Die Kultur spielt in punkto Lebensqualität eine herausragende, eine entscheidende Rolle. Genau wie Gesundheits- oder Wasserversorgung Aufgaben der öffentlichen Hand sind, ist es ihre Aufgabe, kulturelle Vielfalt zu fördern. Das höchste Kulturbudget, das jemals in dieser Stadt beschlossen wurde, zeigt den Stellenwert, den Wien der Kultur beimisst. Ein Kulturbudget von 177,828 Millionen Euro erklärt, warum Wien gerne, vor allem auch von internationalen Kulturschaffenden, als„letztes Paradies“ bezeichnet wird. Dennoch wird der Handlungsspielraum der Stadt durch die Kulturpolitik des Bundes eingeschränkt. Seine Subventionskürzungen treffen vor allem Wiener Kultureinrichtungen: Sie müssten zusperren, würde Wien nicht rettend einspringen. Wien bemüht sich, dort, wo die Bundespolitik sich zurückzieht, finanzielle Lücken auszugleichen. Depot, Künstlerhaus, Kosmos Frauenraum, public netbase und andere Orte der Gegenöffentlichkeit konnten vorerst durch eine Sonderunterstützung vor dem Aus gerettet werden. Doch auf Dauer wird es nicht möglich sein, dass die Stadt Wien die kulturpolitische Verantwortung des Bundes übernimmt. Viele der angeführten Projekte sind langfristige Vorhaben und werden die Wiener Kulturpolitik auch in den kommenden Jahren begleiten. Beispielhaft seien der Kunstplatz Karlsplatz genannt, die Reform der Vereinigten Bühnen und das Mozartjahr 2006, die Filmagenda 2006 sowie die Kulturmeile Rathaus. Große Chancen erwachsen aus diesen Projekten für die Kunstschaffenden, die mehr beziehungsweise bessere Arbeits- und Produktionsbedingungen vorfinden werden, für die Wienerinnen und Wiener, die ihren kulturellen Spielraum erweitern können, und für die Stadt selbst. Ein Mehr an Kultur bedeutet schließlich ein Mehr an Lebensqualität! Vielleicht wird Wien dann eines Tages an der Spitze des internationalen Städterankings stehen. Die Kultur und Wissenschaft dieser Stadt wird ihren Teil jedenfalls dazu beitragen. „Aus meinen skizzenhaften Gedanken kann man unschwer erkennen, wie unersetzlich für mein Schreiben und Leben mir Wien geworden ist. Von der angenehmen Atmosphäre und meinen Freunden gar nicht zu reden und auch nicht davon, dass Wien für mich als politisch denkenden Menschen zu einer Art Heimat geworden ist, um diesen abgenutzten, aber doch lebensfähigen Begriff zu verwenden, oder sagen wir: zu jenem Punkt in Österreich, an dem ich mich am liebsten aufhalte und der für mich zum Lebensmittelpunkt geworden ist.“ Dieses große Kompliment, fast eine Liebeserklärung, stammt von Gerhard Roth, einem der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller der Gegenwart. Es kann aber nicht nur als Kompliment gelesen werden, sondern auch als eine Bestätigung für die Politik in dieser Stadt, dessen wichtigste Aufgabe es ist, Wien lebenswert und liebenswert zu gestalten. Denn(Kultur-)Politik bedeutet immer zweierlei – Verantwortung übernehmen und Chancen wahrnehmen. Wien als Kulturmetropole im Herzen Europas weiter zu stärken als Plattform für eine weltoffene und zukunftsorientierte Kulturpolitik, bleibt eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre. MUSIK 2002 feierte die Musikwelt den 175. Geburtstag des Komponisten Josef Strauß. Der jüngere Bruder von Johann Strauß war ursprünglich gelernter Maschinenbauingenieur. Nach einer schweren Erkrankung des berühmten Bruders gab er seinen Beruf auf und wirkte fortan als Komponist und Dirigent in den Orchester der Familie Strauß. Seine Werke, besonders seine Walzer, zeichnen sich durch äußerste Zartheit und Sensibilität aus. Selbst Johann Strauß meinte„Du bist der Begabteste von uns“. Aus Anlass seines 175. Geburtstages widmete ihm das Johann Strauß Orchester im Goldenen Saal des Wiener Musikvereines ein Festkonzert. Am Programm standen neben seinen bekannten Werken wie den Walzern„Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust“,„Sphärenklänge“ und„Delirien“ auch unbekanntere Werke. Eine besonders gelungene Produktion war die konzertante Aufführung seiner Operette„Frühlingsluft“ durch die Wiener Johann Strauß Gesellschaft. Dieses Werk wurde von Ernst Reiterer nach Melodien von Josef Strauß musikalisch arrangiert. Der Generalsekretär der Johann Strauß Gesellschaft, Prof. Mag. Peter Wildholz, erstellte eine äußerst gelungene Neufassung. Das 50jährige Bestandsjubiläum feierte der Chorus Viennensis, ein Chor der sich ausschließlich aus ehemaligen Mitgliedern der Wiener Sängerknaben zusammensetzt. In einem Festkonzert im Mozartsaal präsentierte der Chor ein umfangreiches Programm, in dem sich die künstlerische Bandbreite der Chorliteratur aus mehreren Jahrhunderten wiederspiegelte. 50 Jahre existiert auch bereits die Internationale Chopin Gesellschaft in Wien. Mit einem Festakt im Rathaus wurde das Jubiläum gebührend gefeiert. Zum 75. Geburtstag des Musikers, Komponisten und Ensemblegründers Prof. Paul Angerer veranstaltete die Kirchenmusik der lutherischen Stadtkirche ein Festkonzert. Das Wienerliedfestival wurde 2002 zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführt. In fünf völlig unterschiedlichen Projekten, die durch eine Fachjury ausgewählt wurden, näherten sich die Künstler auf vielfältigste Weise diesem Musikgenre. Neben der traditionellen Musik war es der Kunstverein O.F.F., der mit seinem Projekt„phonoTAKTIK“ aus dem Bereich der elektronischen Musik den Bogen zwischen Wien und New York spannte. Dieses Projekt, das schon in Wien großen Erfolg hatte, war auch bei der Eröffnung des neuen Kulturinstitutes in New York eingebunden. Die Förderungen im Musikbereich umfassen ein breites Spektrum. Der Bogen spannt sich dabei von den Wiener Symphonikern, dem Wiener Kammerorchester und der Wiener Akademie, bis zu jenen Ensembles, die sich der zeitgenössischen Musik verschrieben haben. Neben dem Ensemble„die reihe“, dem„Projekt Uraufführungen“ und dem Ensemble„Neue Streicher“ ist es auch dem Ensemble Kontrapunkte“ gelungen, in zahlreichen Schulkonzerten das jüngste Publikum zur zeitgenössischen Musik hinzuführen. Das Ensemble„Wiener Collage“ hat sich mit einem eigenen Zyklus im Arnold Schönberg Center etablieren können. Auf dem Gebiet moderner Musik muss Wien den internationalen Vergleich nicht scheuen. Mit dem Klangforum Wien vertritt dieses Genre ein führender Klangkörper. Nachwuchsförderung auf allen musikalischen Gebieten ist der Kulturabteilung ein besonders Anliegen. Für jede Altersstufe passend, werden gezielt Projekte entwickelt. Schon ab dem dritten Lebensjahr sollen Kinder, unter fachmännischer Anleitung, in die Musik eingeführt werden. Eine wesentliche Aufgabe dabei übernimmt die Musikalische Jugend Österreichs. Aber auch andere Veranstalter, beispielsweise der Kunstverein Wien, bieten das ganze Jahr über spezielle Kinderprojekte. So stellen die sonntäglichen Kinderkonzerte einen Komponisten oder ein musikalische Thema in den Mittelpunkt. Die Kindermusikwoche bietet in den Semesterferien die Möglichkeit, sinnvoll die Freizeit zu erleben. Seit Jahren erfreut sich das Festival„Kinderklang“ steigender Beliebtheit. Dafür werden auch mehrere Auftragskompositionen vergeben, um aktuelle musikalische Strömungen kindgerecht aufgearbeitet, zu präsentieren. Mit allen diesen Projekten soll das musikalische Interesse bei den Kindern geweckt werden. Viele Absolventen der Universität für Musik und des Konservatoriums finden sich in diversen Kammermusikformationen zusammen. Eine finanzielle Starthilfe kann oft den Beginn einer vielversprechenden Karriere bedeuten. Zahlreiche junge Musiker nützen die Chance, sich in den diversen Wettbewerben an anderen zu messen oder in diversen Meisterkursen sich bei großen Künstlerpersönlichkeiten den letzten künstlerischen Schliff zu holen. 2002 wurden 24 Kompositionsaufträge vergeben. Die 2001 begonnenen Umbauarbeiten im Wiener Musikverein, die drei Jahre lang finanzielle Unterstützung erfahren, wurden 2002 planmäßig fortgesetzt und 2003 abgeschlossen. OsterKlang 2002 OsterKlang Wien lud in der Zeit von 22. März bis 1. April 2002 bereits zum sechsten Mal zu einem „Osterspaziergang“ durch die Musikgeschichte und trat unter dem Motto„... in der Nacht zu finden eine Spur des Lichts...“ in einen künstlerischen Dialog mit der Osterwoche und ihrer Sinngebung. Das Eröffnungskonzert stellte das erste Highlight einer an Höhepunkten reichen Veranstaltungsserie dar: Grammy-Preisträger Nikolaus Harnoncourt musizierte zum ersten Mal mit den Wiener Philharmonikern Bachs anspruchsvollstes oratorisches Werk, die Matthäus-Passion. OsterKlang Wien brachte auch die Begegnung mit musikalischen Raritäten wie Johann Adolf Hasses „I Pellegrini“, welches zu den beliebtesten Oratorien seiner Epoche zählte und eine beispielhafte Aufführung durch Il Giardino Armonico im Konzerthaus erlebte. In der Hofburgkapelle brachte Martin Haselböck mit der Wiener Akademie ein selten gespieltes Werk von Carl Philip Emanuel Bach – die Passionskantate – zur Aufführung. Im Odeon ließ Erwin Piplits an drei Abenden in metaphorischen Bildern Strawinskys Melodram Perséphone erstehen: Andrea Eckert gab die Titelpartie. Julia Jones rettete durch ihr Einspringen für den kurzfristig erkrankten Michael Boder die Produktion und dirigierte erstmals das RSO-Wien. Ein Hauptanliegen bei der Programmauswahl ist Musikintendant Roland Geyer die starke Einbindung der Musik des 20. Jahrhunderts. Neben der szenischen Aufführung von Perséphone brachte Stargeiger Gidon Kremer mit dem hierorts bislang unbekannten„KAMER...“-Chor( der Entdeckung des diesjährigen Festivals) in der Minoritenkirche neben Werken von Poulenc und Tavener auch Plainscapes, ein Auftragswerk des lettischen Komponisten Peteris Vasks, zur Uraufführung. Viktoria Mullova spielte am Palmsonntag im Ronacher Werke von Miles Davis, Duke Ellington, Youssou N’Dour und Weather Report. Stimmungsvolle Konzertabende auf höchstem künstlerischen Niveau boten der Chor des russischorthodoxen Patriarchats Moskau in der zweimal ausverkauften Minoritenkirche und die umjubelten italienischen Barockspezialisten Il Giardino Armonico beim ebenfalls ausverkauften Oster.Nachtkonzert im Stephansdom. In den beiden Vorstellungen von Parsifal an der Wiener Staatsoper gab Torsten Kerl kurzfristig sein Debüt in der Titelrolle. Frühling in Wien – das traditionelle Frühlingskonzert der Wiener Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Vladimir Fedosejev – sandte via Radio- und TV-Übertragung klingende Ostergrüße in 16 Länder der Erde. Mit einer heftig umjubelten Aufführung von Mahlers„Tragischer Symphonie“ durch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Stardirigent Kent Nagano ging OsterKlang Wien 2002 am Ostermontag im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins zu Ende. Insgesamt erlebten rund 17.000 Besucher 16 Aufführungen(14 Aufführungen waren restlos ausverkauft) was einer Gesamtauslastung von 99,3% entspricht). Der Grundthematik des Festivals – Mensch und Kosmos – verpflichtet zeigte sich auch die Nachfolgeveranstaltung des außergewöhnlich erfolgreichen Projektes„Engelspfad“: Die KlangLichtInstallation„Himmel über Wien“ brachte in der Zeit von 23. März bis 1. April täglich in der Zeit von 19.30 bis 21.00 Uhr den Wiener Volksgarten zum Klingen und lockte trotz anhaltenden Schlechtwetters zu Beginn der Karwoche insgesamt rund 10.000 Menschen an. KlangBogen 2002 Auch 2002 präsentierte sich KlangBogen Wien als ein Festival mit klarem Musiktheater-Schwerpunkt. Unter dem Motto„Vielleicht ist alles doch nur Traum“(Calderón) standen in der Zeit von 5. Juli bis 22. August drei Neuproduktionen von selten gespielten Opern sowie eine Wiederaufnahme des Operettenerfolges von 2001 auf dem Programm. Jules Massenets selten gespielter Oper Don Quichotte galt die erste Premiere im Theater an der Wien. Von Publikum und Presse wurde diese„poetische Vision der Welt“ gleichermaßen bejubelt, von Torsten Fischer(Regisseur) und Herbert Schäfer(Bühnenbildner) triumphal in Szene gesetzt. Emmanuel Villaume, Festivaldirektor von Spoleto, USA, dirigierte erstmals in Wien. Das Werk wurde mit den Bühnen der Stadt Köln koproduziert, wo es in der Saison 2004/2005 auf dem Spielplan stehen wird. Mit Ruggero Leoncavallos La Bohème hielt eine weitere Opernrarität Einzug ins Theater an der Wien. Regisseur Guy Joosten inszenierte die Geschichten aus dem Leben junger Künstler als gewaltiges Decrescendo. Marco Guidarini, der neue Musikdirektor der Opéra de Nice, gab sein Wien-Debüt am Pult des RSO-Wien. Hans-Jürgen von Boses Kammeroper 63: Dream Palace erlebte in Anwesenheit des Komponisten seine österreichische Erstaufführung im Semper-Depot. Diese Koproduktion mit Walter Kobéras Neuer Oper Wien war auch heuer wieder die Plattform für ein junges Regietalent: Mascha Pörzgen nutzte ihre Chance erfolgreich. Als vierte Musiktheaterproduktion kehrte der große Publikumserfolg von KlangBogen 2001- Ralph Benatzkys Operette Bezauberndes Fräulein!- zurück ins Ronacher. Konzertante Aufführungen( Händels Arianna in Creta), hochkarätige Orchester- und Solistenkonzerte ( Lorin Maazel, Herbert Blomstedt , Duo Labèque, Giora Feidman, Rudolf Buchbinder) sowie kammermusikalische Raritäten(„Schubert und Onslow“, berühmte Streichquintette) und Sonderprojekte( Geschichte vom Soldaten, Offenbachiade) wurden zu Publikumsmagneten. Mit einem besonders hochkarätigen Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins ging KlangBogen Wien 2002 zu Ende: Mariss Jansons leitete die Wiener Philharmoniker durch ein Programm mit Werken von Richard Strauss und Igor Strawinsky. Rund 27.000 Besucher erlebten 45 Aufführungen im Rahmen des Festivals. 22 Veranstaltungen waren ausverkauft, das ergibt eine Gesamtauslastung von rund 93%. THEATER Wieder einmal ist von der Krise des Theaters die Rede. Betrachtet man die Situation vor allem in Deutschland, wird man mit Recht von einer Krise sprechen können, allerdings weniger von einer Krise des Theaters, sondern von einer der Theaterfinanzierung. Keine Woche vergeht, in der nicht Meldungen über Etatkürzungen, Zusammenlegungen von Häusern bis hin zu Schließungen von Bühnen in den Medien erscheinen. All dies lässt es geboten erscheinen, die Situation in Österreich und im speziellen Fall in Wien zu betrachten. Beginnen wir mit den ehemaligen Bundestheatern, so vernimmt man die Sorge um eine seit Jahren unveränderte Finanzierungshöhe durch die öffentliche Hand. Bei den Bühnen des Theatererhalterverbandes Österreichischer Bundesländer und Städte, also den Landes- und Stadttheatern, ist über den Finanzausgleich eine Sockelfinanzierung durch den Bund gegeben, die nunmehr ebenfalls schon einige Jahre auf gleicher Höhe ist. Die zusätzlichen, in diesem Fall primären Finanzierungen durch die Städte und/oder die Länder sind gleichermaßen nicht gesteigert worden, wenn nicht sogar Kürzungen unterworfen. In Wien, wo ebenfalls ein Zusammenspiel zwischen Bund und der Stadt vonnöten wäre, schlagen die Kürzungen des Bundes, die dieser zum Erreichen des „Maastricht-Zieles“ als notwendig erachtete, ebenso schmerzlich durch wie auch die Solidaritätsbeiträge der Städte und Länder, die der Bund von den anderen Gebietskörperschaften zur Budgetkonsolidierung verlangte. Wien steuert diesem„Zangenangriff“ durch steigende Theaterbudgets entgegen. Die Frage ist allerdings, wie lange die Kommune Ausfälle des Bundes(nicht nur im Kulturbereich!) zu kompensieren in der Lage ist. Und weiters, inwieweit nicht der Bund auch an seine Verantwortung, den Ruf Österreichs als Kulturnation zu erhalten, erinnert werden muss. In einer internationalen Studie, die die Lebensbedingungen von mehr als 250 Städten weltweit untersuchte, nimmt Wien den hervorragenden zweiten Platz ein. Dass hier – neben anderen Faktoren – die Kultur eine zentrale Rolle einnimmt, liegt auf der Hand. Das Biotop eines pulsierenden Theaterlebens – von der Staatsoper bis zur kleinsten Freien Gruppe – zu gefährden oder gar zu zerstören, geht schnell. Im Programm der neuen Bundesregierung sind aber unter dem Kapitel Kunst und Kultur geeignete Instrumentarien aufgelistet, um dem entgegen zu wirken. Es bleibt abzuwarten, ob diese eine budgetäre Entsprechung finden. LITERATUR Auf BesucherInnen von Literaturveranstaltungen wartet in Wien ein umfangreiches, vielfältiges und noch immer wachsendes Programmangebot. An rund 300 Schauplätzen – von der Alten Schmiede bis zum Neuen Institutsgebäude, vom altehrwürdigen Palais bis zum jüngsten Szenelokal, von Buchhandlungen bis zu Bibliotheken und Vorstadtkaffeehäusern – werden pro Jahr weit über 1000 Veranstaltungen rund um das Buch organisiert und durchgeführt. Hier den Überblick zu behalten, fällt mitunter gar nicht leicht. Abhilfe verschafft neuerdings der von der Zeitschrift„Buchkultur“ herausgegebene„Literaturkompass Wien“, der allen Literaturfreunden mit seinem kommentierten Veranstaltungsüberblick die Qual der Wahl erleichtern will. Die Kulturabteilung unterstützt literarische Vereinigungen, Organisationen und Schriftstellerverbände, die zu Lesungen, Buchpräsentationen, literarischen Workshops und Diskussionen, Symposien, Literaturfestivals und anderen Literaturveranstaltungen einladen. Zu den größten Literaturfestivals zählt dabei die Veranstaltungsreihe„Literatur im März“, die 2002 unter dem Motto„Frauen- was nun?“ stand. Der Frauenkunstbericht bietet dazu ausführlichere Informationen. Über einen enormen Publikumszuspruch konnten sich auch die gleichfalls vom Kunstverein Wien organisierten Tage der polnischen Literatur der Gegenwart freuen, für die das Motto„Freie Tage im November“ gewählt wurde. Das Konzept für diese in der Nationalbibliothek stattfindenden Tage erarbeitete Martin Pollack, die engagierte Projektleitung lag bei Johanna Lukaszuk – Ritter. An diesen drei Tagen im November sollte„ein möglichst breites Bild der polnischen Literatur gezeigt werden, die sich ungemein vielfältig und nuancenreich präsentiert, in der Prosa ebenso wie in der Lyrik, die traditionell zu ihren Stärken zählt. Der große politische Umbruch im Jahr 1989 hat auch in der Literatur zu tiefgreifenden Veränderungen geführt und die Autorinnen und Autoren aus ihrer nicht immer bequemen Sonderrolle als Gewissen und moralische Instanz der Nation entlassen, die sie in Polen, durch die Geschichte bedingt, lange Zeit inne hatten. Das war für die meisten Vertreter der jüngeren Generation eine befreiende Erfahrung, die ihnen erlaubte, sich anderen Themen zuzuwenden und neue Räume für die Literatur zu erschließen, oft sind es mythische Welten, in denen sie ihre Handlungen und Figuren ansiedeln. Aufregend an der neuen polnischen Literatur ist die Verschiedenartigkeit der Diktionen und Perspektiven, mit und aus denen erzählt wird. Das bedeutet, dass sich die Literatur wieder auf ihre ursprünglichen Aufgaben besinnen kann, nämlich Geschichten zu erzählen und authentische Sprachen zu finden, mit denen sich die Welt begreifen und beschreiben lässt, die reale ebenso wie die imaginäre, die der Phantasie entspringt“. Mehr als gut besucht war auch die 55. Österreichische Buchwoche im Wiener Rathaus, in deren Rahmen Ilse Aichinger den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln erhielt. Mit einem Literaturcafé, einer übersichtlicheren Standeinteilung und einem Mehr an Veranstaltungen präsentierte sich die Buchwoche ihren BesucherInnen im verbesserten Outfit. Zu den fixen Programmpunkten des Literaturkalenders gehören auch die„Literatur für junge LeserInnen“, die das Künstlerhaus an den Rand seiner Kapazitäten brachte, das Literaturfestival „Rund um die Burg“, das wieder prominente Autorinnen und Autoren für sein 24 Stunden- Programm gewinnen konnte, und das Canetti – Symposion, das sich 2002 mit dem Thema„Macht und Gewalt“ beschäftigte. Ihr zehn-jähriges Bestehen feierte die Schule für Dichtung mit einer Reihe von Sonderveranstaltungen, die Internationale Albert Drach Gesellschaft nahm den 100. Geburtstag des Büchnerpreisträgers zum Anlass für ein Festival, das unter dem Motto„100 Jahre Bosheit“ im Theater Gruppe 80 über die Bühne ging. Wien ist aber nicht nur ein Ort der Begegnung von und mit Autoren, Wien ist auch der Sitz einer Vielzahl von Verlagen, die Werke von Wiener Autorinnen und Autoren betreuen und mit großem Engagement bemüht sind, ihrer Produktion eine möglichst große Zahl von Lesern – und natürlich auch Käufern – zu verschaffen. Durch die Vergabe von Druckkostenbeiträgen und Tantiemengarantien und durch Buchankäufe fördert die Stadt Wien das Erscheinen zeitgenössischer österreichischer Literatur, der Ankauf von Abonnements hilft, die Existenz zahlreicher Literaturzeitschriften zu sichern. Autorinnen und Autoren, literarische Übersetzerinnen und Übersetzer fördert Wien u.a. durch Preise und Stipendien. Neu geschaffen wurde dabei 2002 das Wiener Dramatikerstipendium, das jährlich an drei Autorinnen und Autoren verliehen wird, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg der Fertigstellung eines größeren dramatischen Projektes widmen wollen. Dotiert ist diese Stipendium mit monatlich je 1 000 Euro. Erstmals vergeben wurde 2002 auch der Arthur Schnitzler- Dramatiker Preis; Preisträger war Franzobel. Die Stadt Wien beteiligte sich dabei an der Finanzierung dieses Preises ebenso wie bei der Durchführung eines Projektes der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, das unter dem Namen„Liffey Project“ ausgewählte Texte von Autorinnen und Autoren mehrerer Länder in den Originalsprachen und in Übersetzungen sowie Informationen über diese Autorinnen und Autoren in das Internet stellt. Innerhalb der österreichischen Gegenwartsliteratur werden Wiener Autorinnen und Autoren einen Schwerpunkt bilden. BILDENDE KUNST Das„Museum auf Abruf“, in dem seit 1998 insgesamt 15 Ausstellungen aus der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien präsentiert wurden, konnte seine besondere Position in der Wiener Museumslandschaft auch 2002 erfolgreich behaupten. Das Konzept beruhte weiterhin darauf, in Themenausstellungen interessante Einblicke in die Sammlung zu vermitteln. Der Zuspruch an Besuchern aller Altersklassen und sozialer Schichten war stetig im Steigen. Der Standort des„Museums auf Abruf“ im ersten Bezirk wurde zugunsten der Planung eines neuen Kunstzentrums der Stadt Wien mit Februar 2003 gekündigt. Dennoch werden auch weiterhin Ausstellungen aus der Sammlung der Kulturabteilung erstellt. Dafür werden je nach Aktualität und Gelegenheit diverse Räumlichkeiten im In- und Ausland genützt werden. 2002 konnten folgende Ausstellungen mit Katalogen, die nun auch in einem Schuber erhältlich sind, realisiert werden: 15.11.2001 – 2.2.2002:„* in Südtirol, lebt in Wien“ Werke aus der Sammlung der Stadt Wien von KünstlerInnn, die in Südtirol geboren wurden, und mit ihrer Arbeit in Beziehung zu Wien stehen. 5.4. – 5.6.2002:„schwarz/weiss – Kontrast, Reduktion, Konzentration“ Dritter Teil einer Ausstellungsreihe, die dem Thema der„Selbstbeschränkung“ in der zeitgenössischen österreichischen Kunst gewidmet ist. 5.7. – 12.10.2002:„Der Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung“ Dritter Teil der Wien-Trilogie des Museums auf Abruf. Malerei, Graphik und Skulptur aus der Sammlung der Kulturabteilung. Die zwei vorangegangenen auf Wien bezogenen Ausstellungen waren ausschließlich der Fotografie gewidmet. 15.11. – 31.1.2003:„Kunst aus dem Burgenland“ Werke aus der Sammlung der Stadt Wien von KünstlerInnen, die im Burgenland geboren wurden bzw. arbeiten. Zu allen Ausstellungen wurden Kataloge mit Abbildungen von mehr als nur den ausgestellten Werken herausgegeben. Im Begleitprogramm fanden zehn themenbezogene Veranstaltungen statt(u.a.: onophon, Gerhard Rühm, Noel Akchoté, Wolf Haas, Fritz Ostermayer,...), wobei hier ebenso wie bei den gezeigten Werken auf höchste Qualität geachtet wurde. Mehrere Projekte des„Museums auf Abruf“ konnten im Ausland gezeigt werden. Dazu erschienen die Übersetzungen der Katalogtexte und der KünstlerInnenbiografien in den jeweiligen Landessprache: 04.10.2001 – 04.01.2002: 03.12.2001 – 31.01.2002 20.06.2002 – 25.10.2002: 06.09.2002 – 04.10.2002: „Monochromie“ in der Oskar Kokoschka-Galerie im Österreichischen Kulturforum in Prag „Wiener Bilder“ im Österreichischen Kulturforum in Warschau „der ironische blick“ in der Oskar Kokoschka-Galerie im Österreichischen Kulturforum in Prag „Wiener Bilder“ in der Art Gallery(Beyuk Gala) in Baku, Aserbaidschan Neun junge KünstlerInnen konnten sich 2002 in der Startgalerie in der„Alten Schmiede“ (Schönlaterngasse 7A)- oft erstmals- dem Publikum präsentieren. Es erschienen die Informationsblätter 127-135. Für den Ankauf von Kunstwerken(Bilder, Grafiken, Fotos und Objekte) standen im Jahr 2002 insgesamt EUR 505.000,- zur Verfügung. Es wurden 211 neue Inventarnummern vergeben. Mit einem Rahmenbetrag von 122.000,-- EUR wurden 51 gemeinnützige Wiener Kunst- und Kulturvereine mit insgesamt 73 Projekten der bildenden Kunst unterstützt. Das Kunstreferat verfügt zwar über kein Budget für Druckkostenzuschüsse, doch konnten für Buchförderungsankäufe(Kunstbücher aus Wiener Verlagen und Nachschlagewerke) 11.000,-- EUR verwendet werden. In Zusammenarbeit mit der Firma Gewista organisierte das Kunstreferat die alljährliche Plakatwertungsaktion. Mit einem Preis von EUR 2.200 wurde das Plakat„Peace in Motion Communicate with the unborn- Encounter your child“ ausgezeichnet. Folgende Vereine erhielten Jahressubventionen von der Kulturabteilung: Kunsthalle Wien, Gesellschaft bildender Künstler Österreichs- Künstlerhaus, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien im WUK, Interessengemeinschaft Bildende Kunst sowie das Interaktive Kindermuseum im Museumsquartier. Für KünstlerInnen, die sich in einer schwierigen sozialen Notsituation befanden, wurde 2002 eine Summe von 9.954,80 EUR(einmalige soziale Beihilfen) vergeben. Die Prämienaktion für Kleingalerien wurde auch 2002 unter dem Titel„Das engagierte Auge" weitergeführt. Insgesamt wurden 10 Galerien mit 18.000,-- EUR prämiert. Folgende Galerien erhielten je 2.250 EUR: Hohenlohe& Kalb, Klaus Engelhorn 22, Steinek und Krinzinger. Je 1.150 EUR erhielten die Galerien Faber, Christine König, Lindner, Ulysses, Georg Kargl und Knoll. Das Künstlerarchiv und die Katalogbibliothek zur österreichischen Gegenwartskunst wurden weitergeführt. Beide erfreuen sich besonders im Bereich der wissenschaftlichen Recherche im In- und Ausland zunehmender Bekanntheit. Für das Kunstreferat stellen sie einen unverzichtbaren Arbeitsbehelf dar. Im Bereich der Kunstsammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien wurde die digitale Bilderfassung vorangetrieben. Neue Depoträumlichkeiten, die den Platzbedarf auf absehbare Zeit abdecken könnten, werden zur Zeit einer konservatorischen Prüfung unterzogen. Leihgaben aus der Sammlung wurden für 16 Ausstellungen im In- und Ausland genehmigt. In der Artothek wurden die entlehnten Kunstwerke konservatorisch betreut sowie der dortige Bestand aktualisiert und aufgestockt. Die stetig wachsende Beliebtheit der Artothek legt auch für das kommende Jahr die Entlehnung von aktueller junger Graphik an diese Institution nahe. Auch in der magistratsinternen Entlehnung konnte ein neuer Höchststand des Interesses an zeitgenössischer Kunst verbucht werden. KUNSTHALLE wien 2002 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Pressestimmen 10 Jahre KUNSTHALLE WIEN ...die wohl präsenteste Wiener Institution, die sich zeitgenössischer Kunst widmet. Auch international. Das Haus zählt zu den bestbesuchten Gegenwartskunst-Adressen in Europa. Der Standard, 22. November 2002 Wie immer in Wien wird eine umstrittene Geschichte letztendlich zur Erfolgs-Story. Man gewöhnte sich an die Kiste, man gewann sie lieb. Das Café mit Terrasse zum Karlsplatz hin wurde ein Hit und lebt auch heute, im auf 500 qm abgemagerten Project-Space, weiter. Über eine Million Menschen besuchten seit 1992 die Ausstellungen der Kunsthalle Wien. Fünf Jahre hatte man dem Container am Karlsplatz gegeben, fast neun Jahre, bis zum Umzug der Kunsthalle ins Museumsquartier 2001, hat er gehalten. Salzburger Nachrichten, 19. November 2002 Wir konnten mehr als 1,2 Millionen Besucher gewinnen, wir haben mehr als hundert Ausstellungsprojekte realisiert und über 1.100 Künstler gezeigt. Die große italienische Kunstzeitschrift „ARTE“ reihte uns neben der Tate Modern und dem Centre Pompidou zu den sechs führenden Häusern zeitgenössischer Kunst in Europa und die New York Times sprach von einem„Mekka der Kunst“. Das – glaube ich – kann uns zurecht stolz machen. Gerald Matt im Gespräch mit Henriette Horny,„jazzzeit“, Dezember 2002 Ich sehe die Kunsthalle als soziales Wesen, das auch als Stimme in der Gesellschaft gehört wird, das als Unternehmen funktioniert und versucht, ein klares Profil zu bekommen in einer Stadt – wir haben ja eine veränderte Museumslandschaft-, wo im Grunde sehr viele Häuser eine Politik von Kraut und Rüben machen. Gerald Matt im Gespräch mit Renate Goebl,„KUNSTHISTORIKER aktuell“, Dezember 2002 Im MQ und im„project space“-Karlsplatz ist es Matt gelungen, die Besucherzahlen von 70.000 auf 190.000 p.a. zu erhöhen. Mit zeitgenössischer,„junger“ Kunst(80% der Besucher unter 40!). Ein international viel beachteter Erfolg! Neue Kronenzeitung, 20. November 2002 KUNSTHALLE WIEN project space Die Trennung zwischen Kunst und Leben wird hier architektonisch aufgehoben. Wie die Künstler mit dieser offenen Situation umgehen werden, wird mit großer Spannung erwartet. FAZ.NET, Uptoday Kultur Aktuell, Sabine B. Vogel: Neue Kunstlaterne am Wiener Karlsplatz, 21.01.2002 Der durchsichtige Glaskubus ist genau das, was der verkehrsumtoste Nicht-Ort zwischen Karlskirche, TU-Bibliothek und Stadtautobahn braucht: Eine preiswerte Architektur als Medium, ein Reagenzglas für künstlerische Interventionen, eine Ideen-Beschleunigungsmaschine für eine Szene, die sich in Marmorsälen und Stukkaturhallen nie richtig wohlfühlen wird. Die Hülle selbst ist in ihrer einfachen Machart schon klass genug, doch richtig spannend wird sie durch die jeweilige Befüllung, und das ist etwas, was ein Architekt bewusst zulassen muss. Die neue Kunsthalle Karlsplatz führt letztlich vor Augen, welches Potenzial an Quicklebendigkeit ein großes Museumsquartier in Wien gehabt hätte, und wie viele Möglichkeiten der kurzsichtige denkmalpflegerische Wahn in dieser Stadt verspielt hat. Standard Album, Architektur/Kunstmarkt, Ute Woltron: Die Kunsthalle ist tot. Es lebe die Kunsthalle., 26.01.2002 Die Kunsthalle Wien am Karlsplatz beweist, dass eine funktionierende Hardware für moderne und zeitgenössische Kunst in keinem Zusammenhang mit dem traditionellen Ewigkeitsanspruch von Kulturbauten stehen muss. Architektur Aktuell, Matthias Boeckl, Adolf Krischanitz, 01.04.2002 Bei Wien-Mitte verbeißen sich die Verhinderer ins Totschlagargument"Verlust des Weltkulturerbes", im Kampf gegen die Kunsthalle am Karlsplatz war es Anfang der Neunzigerjahre„der Blick auf die Karlskirche": Er würde von der abfällig"gelbe Schachtel" genannten modernen Halle verdeckt, argumentierten die Gegner damals- verhindern konnten sie den Bau und die Erfolgsgeschichte der Kunsthalle trotz groß angelegter Kampagnen allerdings nicht. Falter, Julia Ortner: Nur nix Modernes, 15.03.2002 Por su parte, Gerald Matt, director de la salla de arte de vanguardia Kunsthalle, se retiró el pasado febrero del consejo de adminitración del nuevo Barrio de los Museos por discrepancias con el estilo de gestión. Según su opinión,'si el trato que se da al arte sirve de barómetro para evaluar lo abierta y pluralista que es una sociedad, podemos afirmar que el clima ha empeorado. Y Matt sostiene que la actual política cultural supone'un retroceso a los anos cincuenta del culturalismo representativo'. Su Kunsthalle recibe únicamente apoyo del municipio(socialdemócrata) de Viena desde que el Estado le cortó su parte de subvenciones, debido, según Matt, a haberse pronunciado'contra la participación en el Gobierno del partido FPÖ, el cual discrimina el arte y a los artistas'. www.elpais.es, Julieta Rudich: Crece la polémica en Austria por la privatización de la gestión cultural, 23.03.2002 KUNSTHALLE wien 2002 Nachdem die Kunsthalle Wien 2001 ihr neues Haus im Museumsquartier unter großer Publikumsbeteiligung und medialer Resonanz eröffnen konnte, wurde bereits 2002 der Neubau des project space am Karlsplatz erfolgreich in Betrieb genommen. National wie international konnte sich die Kunsthalle Wien als eine der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst weiter etablieren. Die bedeutende italienische Kunstzeitschrift„Arte“ hat die Kunsthalle Wien zu den top sechs Ausstellungsinstitutionen in Europa gekürt, neben der Tate Modern(London), Centre Georges Pompidou(Paris), Guggenheim Bilbao, Kiasma(Helsinki) und Van Gogh Museum(Amsterdam). • hohes Besucherniveau konnte mit jährlich an die 200.000 Besuchern gehalten werden. Die Kunsthalle Wien ist eines der führenden Ausstellungshäuser im Bereich anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst in Europa. Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien und innerhalb des Museumsquartiers eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm stärker auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer„Informationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung hat auch beim Publikum großen Anklang gefunden. 2002 konnte – u.a. mit der sensationellen Schau von Yayoi Kusama und zwei Ausstellungen zum Thema Malerei – das hervorragende Besucherniveau mit einer Gesamtzahl von 191.997 Besuchern weiterhin gehalten werden. Es ist auch gelungen, weiterhin ein vorwiegend junges Publikum anzusprechen: 85 Prozent der Besucher sind unter 40 Jahre alt. Nach dem Umzug konnte sowohl ein Stammpublikum gehalten als auch ein überdurchschnittlich großer Anteil(44%) aus dem Tourismus gewonnen werden. * Ort der Produktion, Ort geistiger Impulse Die Kunsthalle Wien hat sich zu einem der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens entwickelt und als innovative Produktionsstätte für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Ein hoher Anteil des Programms sind Eigenproduktionen, 2002 verstärkt Kooperationen mit internationalen Partnern und Ausstellungsübernahmen: Die Ausstellung Yayoi Kusama ist in Kooperation mit dem Centre d’art contemporain Le Consortium, Dijon, und dem Kusama Studio, Tokio, entstanden; die Ausstellung Lieber Maler, male mir... ist eine Koproduktion der Kunsthalle Wien, der Schirn Kunsthalle Frankfurt und des Centre Georges Pompidou, Paris. * Ort des Austausches von Lehre und Praxis Kooperation Kunsthalle Wien – Universität für angewandte Kunst Wien Ziel der Zusammenarbeit der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien ist die Intensivierung des Austauschs von Lehre und Praxis. Die Kooperation ist eine fruchtbare Verbindung zweier Institutionen, die sich mit jungen künstlerischen Positionen, wichtigen Referenzfiguren und disziplinären Grenzgängen beschäftigen. Bei Vorträgen, Seminaren und Sonderveranstaltungen arbeiten die Kunsthalle Wien und die Universität für angewandte Kunst in Zukunft stärker zusammen. Preis der Kunsthalle Wien Der Preis der Kunsthalle Wien bildete 2002 das Zentrum der Kooperation der Kunsthalle Wien und der Universität für angewandte Kunst. Der von der Rechtsanwaltskanzlei„Dorda, Brugger& Jordis“ unterstützte Preis wurde heuer für eine/n Absolventin/en aus den Bereichen Bildende Kunst, Experimentelles Gestalten und Raumkunst der Universität für angewandte Kunst ausgeschrieben. Der Preisträger Peter Kozek realisierte im Dezember 2002 eine zweiwöchige Ausstellung im project space der Kunsthalle Wien. Zusätzlich erhielt er ein dreimonatiges Stipendium in die Delfina Art Studios in London für den Sommer 2003. * Ort der Kommunikation zwischen Kunst und Besucher besucherfreundliche Angebote – keine Schließtage – Besucherforschung – Vermittlungsschwerpunkt Die Kunsthalle Wien ist eines der wenigen Ausstellungshäuser in Wien, die täglich geöffnet haben; die Abendöffnung„art at night“ jeden Donnerstag bis 22 Uhr hat beim Publikum großen Anklang gefunden und ist mittlerweile ein wichtiger Fixpunkt. Durch laufende Besucherbefragungen in Zusammenarbeit mit einem Sozialforschungsinstitut soll der Kenntnisstand über die Besucher laufend aktualisiert werden, damit entsprechende besucherorientierte Maßnahmen getroffen werden können und eine permanente Rückkoppelung mit dem Publikum etabliert werden kann. Kommunikation: Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch beachtliche internationale Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche Berichte erschienen in deutschen Medien(ARD, ZDF, FAZ; DIE ZEIT, SZ, SPIEGEL, FOCUS, BZ, ART, usw.), verstärkt in Italien(Il sole 24 ore, Arte It.), aber auch der Schweiz, Großbritannien, in den USA, den Niederlanden, in Frankreich, Schweden, Finnland, Tschechien, in der Slowakei, in Slowenien, Spanien, im asiatischen Raum und in Südamerika usw. Vermittlungsschwerpunkt Die Abteilung für Kunstvermittlung konnte im Jahr 2002 eine Steigerung der Schülerzahlen um 49% im Vergleich zum Vorjahr erreichen. Diese Steigerung konnte aufgrund der qualitätsvollen Programme für Schulklassen und einer intensiveren Betreuung der Schulen erreicht werden. Im Jahre 2002 wurden vier spezielle Projekte mit Lehrlingen veranstaltet. Generelle Intention der Workshops ist es, den Kontakt der Lehrlinge mit Kulturschaffenden sowie mit künstlerischen und theoretischen Inhalten zu fördern. Als Beteiligung am Lehrlingskulturfestival wurde von Lehrlingen ein Spot über die Kunsthalle Wien gedreht, der am Monitoring der Kunsthalle gezeigt wurde. Zusätzlich zu den inzwischen bereits Standard gewordenen Angeboten wie Führungen, thematischen Rundgänge, Ausstellungsgesprächen, Kunstauskunft und Dialogführungen wurde das Format „Treffpunkt Kunsthalle“ eingeführt. Der Fokus dieses Vermittlungsangebotes liegt in einer vertiefenden Auseinandersetzung mit ausgewählten Themen oder Arbeiten einer Ausstellung. Die Besucher haben die Gelegenheit, sich einem Themenfeld mit geladenen Experten und einem Kunstvermittler zu nähern und dieses von unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Wichtig dabei ist die Anbindung der Arbeiten und Inhalte der Ausstellungen an die Umgebung außerhalb der Ausstellungsinstitution(Galerien, Museen, Plätze,...). Als Teil einer weitreichenden Vermittlungsoffensive verstärkte die Kunsthalle Wien 2002 ihre Aktivitäten im Internet. www.KUNSTHALLEwien.at Erstens wurde die homepage www.KUNSTHALLEwien.at in Zusammenarbeit mit scharf.net komplett neu gestaltet, um den Benützern die zahlreichen Aktivitäten der Kunsthalle übersichtlich, einfach und klar zu vermitteln. www.kunstvermittlung.at Zweitens hat das Vermittlungsteam der Kunsthalle Wien mit Unterstützung durch das Büro für Kulturvermittlung das Projekt„kunstvermittlung.at“ entwickelt, um Interesse und Verständnis für zeitgenössische Kunst via Internet zu wecken. Dieses Netzprojekt war der Beginn einer speziellen Reihe, die im Jahr 2003 durch personale und mediale Vermittlungsformen erweitert wird und das Ziel verfolgt, generelle Themen zeitgenössischer Kunst ausgehend von den häufigst gestellten Fragen der Besucher der Kunsthalle Wien, in Verbindung mit den jeweiligen Ausstellungen zu thematisieren. * project space- Der Neubau am Karlsplatz: Der durchsichtige Glaskubus ist genau das, was der verkehrsumtoste Nicht-Ort zwischen Karlskirche, TU-Bibliothek und Stadtautobahn braucht: Eine preiswerte Architektur als Medium, ein Reagenzglas für künstlerische Interventionen, eine Ideen-Beschleunigungsmaschine für eine Szene, die sich in Marmorsälen und Stukkaturhallen nie richtig wohlfühlen wird. Die Hülle selbst ist in ihrer einfachen Machart schon klass genug, doch richtig spannend wird sie durch die jeweilige Befüllung, und das ist etwas, was ein Architekt bewusst zulassen muss. Die neue Kunsthalle Karlsplatz führt letztlich vor Augen, welches Potenzial an Quicklebendigkeit ein großes Museumsquartier in Wien gehabt hätte, und wie viele Möglichkeiten der kurzsichtige denkmalpflegerische Wahn in dieser Stadt verspielt hat. Standard Album, Architektur/Kunstmarkt, Ute Woltron: Die Kunsthalle ist tot. Es lebe die Kunsthalle., 26.01.2002 Der Wiener Karlsplatz hat seit Beginn des Jahres ein neues architektonisches Symbol. Anstelle des gelben Containers prägt jetzt ein transparenter Glaspavillon den Platz vor der Technischen Universität. Der neue project space der Kunsthalle Wien konnte bereits im Jänner erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden: mit einer kleinen Werkschau des Architekturbüros Krischanitz. Den künstlerischen Auftakt bildete die Ausstellung der Koreanerin Kim Sooja A Laundry Woman in den Monaten Februar bis April, gefolgt von einem Projekt des Südtirolers Peter Senoner Stereotyp von 7.-16. Mai 2002. Der neue, von Adolf Krischanitz geplante Glaskubus wurde die fixe Heimstätte des bisher vagabundierenden project space der Kunsthalle Wien. Bestehend aus einem Ausstellungsraum mit rund 290 m 2 Fläche, einem Veranstaltungsraum sowie einem Café/Restaurant wird der project space der Kunsthalle Wien zum zeitgenössischen, urbanen Schaufenster für schnelle, aktuelle Präsentationen zwischen Installation, Video und Performance. Programmatik: Die verkleinerte Halle dient als Ort des Experiments, sozusagen als ‚Abteilung Forschung und Entwicklung’, als ein Kunstlabor, in dem die Kunsthalle gemeinsam mit Künstlern vor Ort die Produktion und den Werkprozess ermöglicht und begleitet. Der project space ist Schnittstelle zwischen Wissen und Kunst(Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst, Wien, Kunsthalle Wien Preis) und zwischen musealem und öffentlichem Raum(„Robert Rumas – Plain Air“). * Plattform der Nutzer(Museumsquartier) Um die gemeinsamen Interessen, Bedürfnisse und Forderungen zu koordinieren und diese gemeinsam auch öffentlich zu vertreten, entschlossen sich die Nutzer des Museumsquartiers eine Nutzerplattform zu gründen. Dabei treffen sich regelmäßig folgende Institutionen: - Architekturzentrum - Kinderkreativzentrum - Kunsthalle Wien - Wiener Festwochen - Tanzzentrum - Zoom/Kindermuseum * Das Programm- Im Zeichen eines erweiterten Kunstbegriffs Die Kunsthalle Wien konzentriert sich auf Präsentationen internationaler zeitgenössischer Kunst. Über themenspezifische Ausstellungen sollen die Entwicklungen und Zusammenhänge von der Moderne zum aktuellen Kunstgeschehen vermittelt werden. Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes kommt den gattungs- und grenzüberschreitenden Tendenzen im Bereich der Künste große Bedeutung zu. Programmatische Schwerpunkte bilden Schrift-Text-Bild, Fotografie, Video, Film und„experimentelle“ Architektur. Performances, Konzerte, Film- und Videozyklen sowie Symposien sind teils Ergänzungen, teils integrale Bestandteile des Ausstellungsprogramms. Eigene Programmschienen sind dem grenzüberschreitenden Werk österreichischer Künstler sowie der Exilkunst gewidmet. • Mit ihrem Programm repräsentiert die Kunsthalle eine Haltung, die vom Kommunikationswillen geprägt ist, vom Wunsch, die zunehmende elektronische Vernetzung der Welt ästhetisch abzubilden und zu reflektieren, und von der Absicht, den Sensibilitäten und Lebenswelten der jüngeren Künstlergeneration und des jungen Publikums Rechnung zu tragen. Damit ist die Kunsthalle auch ein Ort möglicher Lebenswelten, ein Reflektor aktueller und zukünftiger Lebenshaltungen, eine Vermittlerin von Lebensgefühl und Atmosphäre. • Herstellen von Zusammenhängen: Die Konzeption der Ausstellungen nimmt einen wesentlichen Platz im Gesamtbild der Kunsthalle ein, sodass die BesucherInnen durch die Inszenierung von Themen imstande sind, Tradition, historische Avantgarde und zeitgenössische Lebenswelt in neuen, ungewohnten, bisher nicht wahrgenommenen Zusammenhängen zu sehen. Damit wird dem Auftrag nachgekommen, die Isoliertheit von Einzelwerken aufzuheben und diese in einen größeren Kontext einzubetten und so immer wieder der musealen Erstarrung zu entreißen. • Interdisziplinarität: Längst schon sind die Gattungen der sieben Artes Liberales nicht mehr als getrennte Genres zu sehen. Dichtung vermischt sich mit Video, Film mit Fotografie, Theater mit Malerei, Architektur mit Performance etc.; neue Medien(Videokunst) sind aufgetaucht und werden sich weiterhin entwickeln. Diesem Ineinandergreifen der Medien, Gattungen und Disziplinen soll im Programm der Kunsthalle Rechnung getragen werden. • Information: Augenmerk ist auch zu legen auf einen Miteinbezug von nicht restlos affirmierten Mainstream-Positionen: KünstlerInnen, die noch weniger bekannt sind, sollten die Möglichkeit haben, beispielsweise in thematischen Zusammenhängen ihre Position zu formulieren. Eine Kunsthalle kann nicht die Funktion von Galerien übernehmen, aber sehr wohl seismographisch Strömungen in der Gegenwartskunst reflektieren. • Programmatik: Die Kunsthalle Wien sieht ihre Aufgabe in folgenden Themenbereichen: - grenzüberschreitende Themenausstellungen - Vorstellung junger, internationaler KünstlerInnen - Vorstellung österreichischer KünstlerInnen, deren Werk bislang nicht genug oder gar nicht gewürdigt wurde - Exilierte, emigrierte KünstlerInnen - KünstlerInnen aus den‘Peripherien’ bezogen auf die eurozentrische Kunstgeschichtsschreibung Schwerpunkte neue Medien, Video, Film, Fotografie - kulturpolitische und kunsttheoretische Fragestellungen, die in Symposien und in der Schriftenreihe der Kunsthalle Wien behandelt werden und dazu dienen, die Kunsthalle in einen internationalen Diskurs einzubinden Konzept der 3 Ausstellungsräume und der 3 Ausstellungswände: halle 1: große thematische Ausstellungen(wie z.B. Televisions, Tableaux Vivants, Attack!), Präsentationen wichtiger Einzelpositionen der zeitgenössischen Kunst(wie z.B. Nan Goldin, Yayoi Kusama) sowie Ausstellungen im Crossover der Kunstkategorien(wie z.B. Bourgeois/Holzer/Lang, Beckett/Nauman). halle 2: Ausstellungen aktueller internationaler Positionen, erste Werkschauen junger internationaler Künstler mit Schwerpunkt Video, Photographie und Neue Medien(wie z.B. Pipilotti Rist, Ugo Rondinone, Anri Sala), Ausstellungen über zeitgenössische Szenen außerhalb des Blickwinkels internationaler Kunstbetriebe(wie z.B. Flash Afrique, Kapital& Karma) sowie österreichische Positionen abseits des expressiven und theatralen Mainstreams(wie z.B. Robert Adrian X, Martin Arnold). halle 3(project space): Schnelle, aktualitätsgebundene Präsentationen zwischen Installation und Performance in einem offenen Schaufenster, einem Ort für Experimente und einer Schnittstelle zwischen Wissen und Kunst(Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst, Wien, Kunsthalle Wien Preis) project wall: 24h Ausstellung in den Lichtkästen an der Rückseite der Kunsthalle Wien(z.B. Gottfried Bechtold, Deutschbauer/Spring) photo wall: Präsentationswand für Fotoarbeiten von zeitgenössischen Künstlern mit Österreich Bezug. video wall, art at rail: Präsentation von Künstlervideos: auf der video wall im Foyer der Kunsthalle Wien in dreimonatigem Rhythmus sowie in der Kunstfilmbox am Wiener Westbahnhof(wie z.B. William Wegman) * Alles oder nichts 10 Jahre KUNSTHALLE wien „Alles oder nichts“ wurde gewählt als das Motto für die 10-Jahresfeier der Kunsthalle, die am 15. und 16. November 2002 stattfand. Das klingt ziemlich forsch, ziemlich ultimativ. Wir haben diesen Titel mit Blick auf den italienischen Romancier Tomaso di Lampedusa gewählt, der geschrieben hat:„Wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, dann ist es nötig, daß alles sich ändert.“ Anders herum gewendet hieße das, dass man schnell im Aufmerksamkeits-Out, also im„Nichts“ landen kann, wenn man sich dem Veränderungsdruck verweigert, der von der Gesellschaft und der Kunst ausgeht. Ausstellungshäuser sind heute weniger Orte der auratisierten Begegnung mit dem Kunstheiligen als Zonen der Spiegelung gesellschaftspolitischer und ästhetischer Veränderungen und beschleunigter Lebenswelten. Und so haben sich die Schwerpunkte in den letzten Jahren verlagert: Von Ausstellungen, die den Themen und Künstlern der klassischen Moderne gewidmet waren(Oskar Schlemmer, Spanischer Surrealismus, Alberto Giacometti), hin zu fast nur noch unmittelbarer Gegenwartskunst. Vor fünf Jahren haben wir uns Ziele für die Zukunft gesteckt: höchste Qualität und Aktualität, attraktive Programmgestaltung, optimale Resonanz bei den Medien, zeitgenössisches Ambiente, hervorragende Ausstellungs- und Arbeitsbedingungen, steigende Besucherzahlen. Diese Ziele wurden erreicht. Um aber die Position als erste Adresse der Gegenwartskunst in Wien nicht zu verspielen, müssen immer wieder Feinabstimmungen im Programm, im Marketing, in der ganzen Performance vorgenommen werden. In der Ausstellungspraxis der vergangenen Jahre haben wir ein„5-Säulen-System“ entwickelt, das auch in Zukunft gelten soll: Ausstellungen wie„Eine barocke Party“ oder„Tableaux Vivants“ suchen den Dialog mit der Kunstvergangenheit und wollen Gegenwartsästhetiken aus der Tiefe der Geschichte heraus profilieren und kontextualisieren. Präsentationen wie Flash Afrique und Kapital& Karma. Zeitgenössische Kunst aus Indien stemmen sich gegen das Interpretationsmonopol der westlichen Kunsttheorie und versuchen den Kunstszenen in der sogenannten ´Dritten Welt` eine Plattform zu geben. Personalen wie Steve McQueen, Pipilotti Rist und Nan Goldin wiederum bemühen sich, jene ´niederen Frequenzen` zum Klingen zu bringen, über die die Geheimbotschaften der Popkultur verbreitet werden. Eine weitere wichtige Programmschiene im Rahmen der größeren und großen Ausstellungen ist die Präsentation vergessener heimischer Künstler, die ins Exil gezwungen wurden(„ Visionäre und Vertriebene“,„Übersee“,„Lisette Model“). Ihre fünfte zentrale Aufgabe sieht die Kunsthalle Wien darin, österreichische Künstler in internationale Zusammenhänge zu bringen(„Lebt und arbeitet in Wien“,„Martin Arnold“) respektive deren ästhetische Konzepte und Praktiken in Einzelausstellungen zu zeigen(„Gottfried Bechtold“,„Robert Adrian X“). Die Daten, die in den letzten Jahren eingeholt wurden, zeigen, dass das Projekt der Erschließung eines Publikums für die zeitgenössische Kunst gelungen ist: die Besucherzahlen konnten seit 1995 mehr als verdoppelt werden und 85% des Publikums sind jünger als 40 Jahre. Das heißt, die Kunsthalle ist zu einer Schule der ästhetischen Sensibilisierung und der Wahrnehmungsgenauigkeit geworden. Sie kann relevante Segmente der wachen, jungen Milieus erreichen und damit zur Bewusstseinsbildung in einer Stadt beitragen, die nicht zu Unrecht ihre Weltoffenheit und globale Anschlussfähigkeit betont. * Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2002. Sponsoren: Porsche; Fuchs F+A, Eckelt Glas; Prodomo; Steirer, Mika& Comp; Dorda, Brugger& Jordis Anwälte; Dexion; Wr. Städtische Versicherung; Zumtobel Bäckerei Schrott; Mobilkom; All Nippon Airways Förderer: Mondriaan Stiftung; Pro Helvetia; British Council Medienpartner: Der Standard, Kurier, Radio Ö1, FM4, Infoscreen, Artmagazine Kooperationspartner: Alte Schmiede, ÖBB, Impuls Tanz, Schauspielhaus, Viennale Die KUNSTHALLE wien feierte 2002 ihr 10 jähriges Bestehen. Die Veranstaltungen zu 10 Jahre KUNSTHALLE wien wurden ausschließlich von unseren Geschäftspartnern ermöglicht. Die Kunsthalle Wien dankt: hs art service; Ottakringer Brauerei AG, Alles aus Stoff und Leder, Dieter Auracher, Graphik, Bruckschwaiger GmbH, Julius Deutschbauer/ Gerhard Spring, Falter, Stadtzeitung Wien, Druckerei Gerin, Holzhausen Druck, IMS International Mail Service, K& K Hotel Maria Theresia Kurier, Foto Leutner Fachlabor, Lichterloh – Der Wohnverstärker, Media Trade, Reinhard Reinigung, REMAprint, Reumiller&Reumiller Werbeagentur OEG, Der Standard, Trevision, TGB Technische Gebäudebetreuung GmbH, Vöslauer Mineralwasser AG, ZONE Mit der Viennale wurde 2002 wieder ein Eintrittskartensharing realisiert. Finanziert von einem Sponsor(Der Standard) war jedes Viennale-Ticket zugleich als Eintrittskarte für die Ausstellung„Martin Arnold“ gültig. Im Zuge der Kooperation mit Infoscreen wurden bei einer Preview des project space an die geladenen Gäste 150 Jahreskarten(finanziert von Infoscreen) vergeben. Ausstellungen 2002 KUNSTHALLE wien(Museumsquartier) 20. 10. 2001 – 06. 01. 2002, Kunsthalle Wien, halle 1 Tele[visions] · Kunst sieht fern Gleichermaßen verehrt wie dämonisiert, Katalysator von Absorption und Ablenkung, Apathie und Engagement, ist das Fernsehen eine kulturelle Kraft, die sich ständig weiterentwickelt. TELE[VISIONS] präsentierte, wie KünstlerInnen, ArchitektInnen und FilmemacherInnen unsere Erfahrung und Auffassung vom Fernsehen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihre Arbeit integriert und aufgenommen, kritisch hinterfragt und gelegentlich auch neu erfunden haben. In der Ausstellung traten zeitgenössische Kunst, architektonische Entwürfe und Modelle, Filmausschnitte und Fernsehspots miteinander in Interaktion. Dadurch wurde deutlich, wie intensiv KünstlerInnen mit verschiedenem sozialen und ideologischem Hintergrund seit Anfang der Sechzigerjahre über Fernsehen nachgedacht haben. Beteiligte Künstler/innen(Auswahl): Vito Acconci, Dara Birnbaum, Klaus vom Bruch, Chris Burden, Sophie Calle, Vija Celmins, Mel Chin and the GALA Committee, Wolf Vostell, Jan Dibbets, Stan Douglas, Tracey Emin, General Idea, Richard Hamilton, David Hammons, Duane Hanson, Keith Haring, Christian Jankowski, Larry Johnson, Edward Kienholz, Martin Kippenberger, LOT/EKarchitecture, Allan McCollum, Antonio Muntadas, Nam June Paik, Daniel Pflumm, Sigmar Polke, Wolfgang Staehle, Günther Uecker, Bill Viola, Andrea Zittel u.a. Kurator: Joshua Decter; Begleitprogramm: Justin Hoffmann ... the curation is perfectly thoughtful and sensible. And it`s not so much about spectacle or entertainment as pain, weirdly enough, and other serious things. One of the questions here is: exactly where is the line between art and social comment? There is no clear answer, but'Tele(visions)' does at least serve to show how wide the line itself is, how an artist's entire output can live on it, as if on no-man's-land. Much of the work is about the extreme egocentricity of TV, of people on TV, of the makers of TV. What can all this mean? Practicism is an issue: art and TV parasitise each other. Art Monthly(GB), 1. Dezember 2001 Gesamtbesucherzahlen: 80.975 30. 11. 2001 – 10. 02. 2002, Kunsthalle Wien, halle 2 Robert Adrian X „Collagieren ist ein nichtlinearer Prozess. Wir bauen täglich etwas Neues und gewinnen nichts Neues dazu. Es ist eine neue Art des Denkens, das wir gelernt haben.“ Robert Adrian X hat dieses Denken zu seiner künstlerischen Praxis gemacht. Zitate der klassischen Moderne, der Werbung und Medientechnologie oder Artefakte der Waffenindustrie werden von ihm in neue, oft fließend-räumliche Zusammenhänge gebracht, spielerisch, doppelbödig oder auch bedrohlich in ihrer Wirkung. Die Kunsthalle Wien zeigte die erste umfassende Retrospektive des Künstlers in Europa. Von analytischer Malerei der 70er Jahre über konzeptuelle Fotografie, Kleinplastik und Modellbau, Lichtund Soundinstallationen bis zu telekommunikativen Projekten im öffentlichen und medialen Raum reicht das Arbeitsfeld von Robert Adrian X. Kurator: Lucas Gehrmann Adrian X … gilt heute als Pionier im kulturellen Transfer von Telekommunikations- und Webtechnologien. Dem Phänomen, dass Adrian X neben seinen Aktivitäten zur Vernetzung auch weiterhin Kunstwerke produzierte, begegnete man in der Kunsthalle mit einer längst fälligen Retrospektive. Kunstforum international(D), 1. April 02 Gesamtbesucherzahlen: 6.881 08. 02. – 28. 04. 2002, Kunsthalle Wien, halle 1 Yayoi Kusama Mit ihren obsessiven Objekten, Installationen und Environments sorgt die vielseitigste und international erfolgreichste zeitgenössische Künstlerin Japans seit den Sechzigerjahren für Furore. Das Kusama-Universum besteht aus Punkten und unendlichen Netzstrukturen, die von Aquarellen, Zeichnungen und Malereien auf Objekte und ganze Räume überschwappen. Im Umfeld von Pop Art, Minimalismus und Abstraktem Expressionismus entwickelt Kusama ihr stark von politischen, feministischen Anliegen und mystischen Vorstellungen geprägtes künstlerisches Werk, das sie selbst als„obsessional art“ bezeichnet. Erstmals zeigte die Kunsthalle Wien eine große Personale von Yayoi Kusama in Mitteleuropa. Kuratorin: Sabine Folie Die Kunsthalle Wien(Museumsquartier) bringt nun die erste relevante Darstellung der Künstlerin in Mitteleuropa. Kuratorin Sabine Folie und das Kunsthallen-Team haben ganze Arbeit geleistet, die Schau ist perfekt und etliche der Installationen, die extra für die Kunsthalle Wien entstanden sind, sind sogar bereits im Katalogbuch integriert. Salzburger Nachrichten(A), 9. Februar 2002 Gesamtbesucherzahlen: 31.059 01. 03. – 15. 09. 2002, Kunsthalle Wien, project wall Gottfried Bechtold · CRASH PORSCHE 993 – KIDS-LINE Gottfried Bechtolds Multiple Crash Porsche 993(KIDS-Edition 993) aus dem Jahr 2001 steht in einer Reihe skulpturaler Arbeiten des Künstlers zum Thema„Automobil“, die 1971 mit dem 1:1Betonabguss seines eigenen Porsche 911 begann. Bechtolds Betonporsche steht paradigmatisch für einige zentrale Grundkomponenten seines Œuvres: die Reflexion auf Veränderung und Maßgeblichkeit von Ort und Zeit, verbunden mit der Ambivalenz von Identität und Nicht-Identität. In der Installation seiner auf 993 Stück limitierten Edition von Kleinskulpturen eines„demolierten“ Porsche 993 in den Fenstern der project wall brachte Bechtold Aspekte der Reproduktion eines mobilen Statussymbols sowie ihrer unerwünschten Nebenwirkungen wie Stau oder Crash auf den Punkt. Eine Kooperation der Kunsthalle Wien mit der Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz. Kurator: Lucas Gehrmann 29. 03. – 09. 06. 2002, Kunsthalle Wien, halle 2 Kapital& Karma · Aktuelle Positionen indischer Kunst Die Ausstellung zeigte Arbeiten indischer KünstlerInnen, die vor dem Hintergrund jener ökonomischen, sozialen und symbolischen Transformationen entstanden sind, die die Gesellschaft und die internationale Position des Subkontinents seit Beginn der 1990er-Jahre grundlegend verändern. Gleichberechtigt stellten die KünstlerInnen der Ausstellung„indische“ und„westliche“ Symbole nebeneinander und kombinierten lokale Erzählungen mit globalen Mythen in dem für Indien klassischen Medium der Malerei ebenso wie in Fotografie, Video, Installationen, konzeptioneller Malerei und digitaler Kunst. Teilnehmende KünstlerInnen: Atul Dodiya, Subodh Gupta, Ranbir Kaleka, Sonia Khurana, Shantanu Lodh, Surendran Nair, Baiju Parthan, Anandajit Ray/Debnath Basu, Dayanita Singh, Vivan Sundaram. Kuratoren: Angelika Fitz, Michael Wörgötter; Lucas Gehrmann Ausstellungskomitee: Gerald Matt, Lucas Gehrmann, Ranjit Hoskote, Angelika Fitz, Michael Wörgötter Die Kunsthalle Wien hat die Schweigemauer durchbrochen und mit „Kapital& Karma“, die größte Ausstellung(indischer Kunst) zeitgenössischer Kunst zusammengestellt, die jemals im deutschsprachigen Raum gezeigt wurde. Gleich vorweg: Die Schau ist interessant. Kurier(A), 29. März 2002 Gesamtbesucherzahlen: 13.035 24. 05. – 25. 08. 2002, Kunsthalle Wien, halle 1 Tableaux Vivants · Lebende Bilder und Attitüden in Fotografie, Film und Video Tableaux vivants und Attitüden sind als Nachstellungen historischer wie aktueller Gemälde und Skulpturen zum fixen Bestandteil des täglichen Bilderstroms geworden und somit anwesend, auch wenn wir die Urform der inszenierten Bilder nur selten auf den ersten Blick wiedererkennen. Tableaux vivants(lebende Bilder) bilden eine eigenständige Kunstform zwischen Theater und Bild, Bewegung und Stille, Geschichte und Vergegenwärtigung. Zwischen Performance und Statik angesiedelt, sind Tableaux vivants zum idealen Medium einer Kunst geworden, die sich und ihre Geschichte reflektiert. Am Beispiel von fünfunddreißig KünstlerInnen zeigte die Ausstellung erstmals die Entwicklung der Tableaux vivants und Attitüden seit dem 19. Jahrhundert auf und verwies auf ihre Bedeutung für die Kunst- und Mediengeschichte: Eine vielfältige, bunte, politische und vor allem ironische Reise durch die jüngere Kunstgeschichte bis heute. Teilnehmende KünstlerInnen: Eleanor Antin, Gertrud Arndt, Christian Boltanski, Claude Cahun, Julia Margaret Cameron, Mat Collishaw, Marcel Duchamp, Valie Export, Gilbert& George, Rodney Graham, Jonathan Horowitz, Tom Hunter, Pierre Klossowski, René Magritte, Man Ray, Piero Manzoni, Bruce McLean, Aernout Mik, Jonathan Monk, Yasumasa Morimura, Orlan, Pier Paolo Pasolini, Gebrüder Pathé, Pierre et Gilles, Liza May Post, Arnulf Rainer, Jeroen de Rijke/ Willem de Rooij, Ulrike Rosenbach, Christiane Seiffert, Cindy Sherman, Hiroshi Sugimoto, Karl Valentin, Hannah Wilke, D.W. Wynfield, Madame Yevonde KuratorInnen: Sabine Folie, Michael Glasmeier Lo dimostra la rassegna inaugurata recentemente dalla Kunsthalle di Vienna –“Tableaux Vivants” …, che, a partire appunto dagli anni Venti, include sia le performances-provocazione di dadaisti e surrealisti come Marcel Duchamp, Man Ray e René Magritte, sia le sculture viventi di Piero Manzoni o di Gilbert&George, oppure le citazioni-ricostruzioni di opere della pittura manierista nei film di Pier Paolo Pasolini fra gli anni Sessanta e Settanta. La mostra viennese non manca inoltre di considerare esperienze successive che, dai Settanta fino a oggi, e sempre incentrate sul corpo proprio o basate sull'adozione di modelli viventi per la realizzazione di quadri-performance, sanno restituirci, da Arnulf Rainer a Bruce McLean, o da Valie Export a Orlan, da Pierre et Gilles a Cindy Sherman, da Rodney Graham a Eleanor Antin, o infine da Yasumasa Morimura a Liza May Post, i diversi aspetti di una practica protagonista dell'immaginario contemporaneo. Vogue Italia(I), 1. Juli 2002 Gesamtbesucherzahlen: 33.992 28. 06. – 22. 09. 2002, Kunsthalle Wien, halle 2 Ugo Rondinone: NO HOW ON Ugo Rondinone ist ein multimedialer„Romantiker“, der in hochartifiziellen Installationen suggestive Stimmungen mit direkter Wirkung auf das zeitgenössische Lebensgefühl schafft. Rondinones Technik besteht aus einem komplexen System des Sampelns und Zitierens: Rückbezüge auf die Kunst-, Filmund Designgeschichte prägen seine Bildsprache ebenso wie ein ausgeprägter Sinn für Poesie und Musik. In seiner Personale in der Kunsthalle Wien beherrschten große Spiegelsäulen den Hauptraum der Ausstellung. Die Situation, die Rondinone entwarf, lebte von der Konfrontation der Skulpturen mit dem Besucher. Einen gänzlich entgegengesetzten Eindruck vermittelten die drei Clowns( If There Were Anywhere But Desert!) im Eingangsbereich der Ausstellung: mit dicken Bäuchen lehnten lebensgroße Figuren schlafend an den Wänden oder lagen auf dem Boden der Halle. Kurator: Gerald Matt Um das Übersetzen eines psychischen Zustands, einer Stimmung in eine räumlich-gegenständliche Umgebung geht es in dieser Arbeit, und das Faszinierende am Eintritt in Rondinones reinen Kunstraum, ist dass man sich seiner Wirkung nicht entziehen kann. Weil diese Kunst einen, anders als beim Gegenüber der klassischen Betrachtersituation, ganz umgibt, ist sie ergreifend. Süddeutsche Zeitung(D), Feuilleton, 3. Juli 2002 Gesamtbesucherzahlen: 7.879 20. 09. 2002 – 01. 01. 2003, Kunsthalle Wien, halle 1 „Lieber Maler, male mir …“ · Radikaler Realismus nach Picabia Diese internationale Gruppenausstellung zeigt, wie sich realistische Malerei heute gibt: zugleich provokant und aufrichtig, kritisch und sentimental. Ihr Titel ist einer Serie von Gemälden entlehnt, die Martin Kippenberger bei einem Plakatmaler in Auftrag gab, um damit die Bedeutung von Authentizität, Virtuosität oder Stil in der Malerei radikal in Frage zu stellen. In der Nachfolge von Francis Picabia präsentiert die Ausstellung Werke von KünstlerInnen, die sich wieder an das„Figurative“ in der Kunst wagen, eine Kategorie, die lange als reaktionär abgelehnt wurde. Die Konventionen der bildlichen Darstellung, die Last der Kunstgeschichte und das Postulat des Modernismus einer reinen und abstrakten Malerei werden hinterfragt und neu bewertet. Realismus und Kitsch, von den Kunstakademien proklamierte und volkstümlich-populäre Malerei verdichten sich dabei zu einer explosiven Mischung. Teilnehmende KünstlerInnen: Kai Althoff, Carole Benzaken, Glenn Brown, Bernard Buffet, Brian Calvin, John Currin, Peter Doig, Alex Katz, Kurt Kauper, Martin Kippenberger, Bruno Perramant, Elizabeth Peyton, Francis Picabia, Katrin Plav č ak, Sigmar Polke, Neo Rauch, Luc Tuymans, Sophie von Hellermann. Eine Koproduktion der Kunsthalle Wien mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt und dem Centre Georges Pompidou, Paris. Ausstellungskomitee: Max Hollein, Direktor Schirn Kunsthalle Frankfurt, Gerald Matt, Direktor Kunsthalle Wien, Alfred Pacquement, Direktor Centre Georges Pompidou, Paris. KuratorInnen: Alison M. Gingeras, Blaženka Perica, Sabine Folie Realistische Malerei, wie sie die Kunsthalle Wien bis zum 1. Jänner in insgesamt 18 Positionen zeigt, nimmt sich vor allem eins: die Freiheit, den Hang zum Kitsch reflektiert auszuleben. Talent, Klassiker oder Wiederentdeckung: Jeder auf seine Weise sind alle aus purem Vergnügen heraus nicht konsensbereit. Der Standard(A), 20. September 2002 Gesamtbesucherzahlen: 27.371 04. – 06. 10. 2002 Kunsthalle Wien, Lounge Vom Monument zum Markt. Der öffentliche Raum in der polnischen Videokunst im Rahmen ‚Polnisches Jahr in Österreich’ Der urbanisierte, physische, funktionelle Raum wie auch der Bereich der sozialen und medialen Kommunikation erlebten in den letzten drei Jahrzehnten in Polen besonders tiefgreifende Veränderungen. Für die Präsentation polnischer Videokunst in der Kunsthalle Wien wurden Arbeiten aus der dreißigjährigen Geschichte dieses künstlerischen Mediums ausgewählt. Leitidee der Präsentation war die Darstellung des Prozesses des Wandels von Deutung und Begriff des „öffentlichen Raums“ in Polen während dieses Zeitraums. Zu sehen waren Videoarbeiten u.a. von Jozef Robakowski, Zygmunt Rytka, Miroslaw E. Koch, Wladyslaw Kazmierczak, Piotr Wyrzykowski, Janek Koza, Monika Grzesiewska und dem Studio Azorro. Eine Kooperation der Kunsthalle Wien mit WRO Foundation – Center for Media Art, Wroclaw, und KulturKontakt Austria im Rahmen des Polnischen Jahres in Österreich. Kuratoren: Piotr Krajewski, Lucas Gehrmann 05. 10. 2002 – 30. 03. 2003, Kunsthalle Wien project wall und Ziegelfoyer der Kunsthalle Wien Julius Deutschbauer/ Gerhard Spring · Politisch für Künstler Im Wintersemester 2002/03 hielten Julius Deutschbauer und Gerhard Spring einen Lehrgang zur erfolgreichen politischen KünstlerIn in insgesamt sechs Doppel-Lektionen. Jede Lektion behandelte einen Begriff,„dessen richtige Handhabe für eine politisch erfolgreiche KünstlerIn unumgänglich ist“: 1. Demokratie; Medien: 5. 10. 02; 2. Subkultur; Machtverhältnisse: 31. 10. 02; 3. Widerstand; Ökonomie: 14. 11. 02; 4. Arbeit; Globalisierung: 12. 12. 02; 5. Gewalt; Geschlechterverhältnisse: 16. 01. 03; 6. Intervention; Strategie: 23. 01. 03. In den Lichtkästen der project wall(Rückseite der Kunsthalle Wien) sind alle Plakate seit 1993 ausgestellt. Kurator: Lucas Gehrmann 11. 10. 2002 – 02. 02. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 Martin Arnold · Deanimated Martin Arnold, einer der profiliertesten experimentellen Filmemacher Österreichs, hat seine neueste Arbeit Deanimated auf der Folie des konventionellen Horrorfilms„The Invisible Ghost“(USA 1941) mit dem Hauptdarsteller Bela Lugosi erstellt. Mittels Digital Composing werden im Verlauf der Handlung immer mehr Charaktere herausretuschiert, sodass die Kamera am Schluss in erratischen Bewegungen durch menschenleere Sets gleitet. Die Ausstellung Deanimated der Kunsthalle Wien zeigt diese neue 60minütige Arbeit von Martin Arnold in einer stilisierten, leicht surreal verschobenen Kinosituation. Neben der„Übermalung“ von„Invisible Ghost“ sind zwei weitere Arbeiten zu sehen, die ebenfalls emblematische Kinoszenen aufgreifen und in Loops und Doppelprojektionen das Thema des Verschwindens weiterdeklinieren. Die Ausstellung Deanimated will grundsätzliche philosophische Fragen nach dem Verhältnis von DaSein und Absenz, nach Beseelung und ontologischer Leere aufwerfen und das ästhetische und narrative System des Spielfilms, das hier im Zustand des Zusammenbruchs abgebildet wird, thematisieren. Kurator: Thomas Mießgang Gesamtbesucherzahlen: 34.204 22. 10. 2002 – 04. 02. 2003, Kunsthalle Wien, photo wall Sabine Jelinek Die Motivation, die der Arbeit von Sabine Jelinek zugrunde liegt, ist ihr sozialkritisches Interesse. Sie beschäftigt sich intensiv mit ihrer unmittelbaren Umwelt – egal ob in Österreich, in Singapur, Sydney, Berlin oder New York. Dabei verwendet sie unterschiedliche Medien wie Fotografie, Video und Installation. Die Arbeiten Easy USA und Made in China, die an der„photo wall“ in der Kaiserloge zu sehen sind, gehören zu einer Reihe von Foto-Arbeiten, die ebenso billig produzierte wie billig verkaufte Schuhe zeigen und die ähnlich wie Mode- oder Werbefotos präsentiert werden. Im Gegensatz zur Werbung, die affirmativ die dargestellte Ware preist, verweist Sabine Jelinek auf die Problematik der Produktion von Markenerzeugnissen in der heutigen Gesellschaft. KUNSTHALLE wien project space karlsplatz 18. 01. – 03. 02. 2002, Kunsthalle Wien project space(Karlsplatz) Die Pavillons des Adolf Krischanitz Anlässlich des neu eröffneten, von Adolf Krischanitz entworfenen Gebäudes des projekt space am Karlsplatz zeigte die Kunsthalle eine Werkschau zu Pavillon-Bauten des Architekten. Der durchsichtige Glaskubus ist genau das, was der verkehrsumtoste Nicht-Ort zwischen Karlskirche, TU-Bibliothek und Stadtautobahn braucht: Eine preiswerte Architektur als Medium, ein Reagenzglas für künstlerische Interventionen, eine Ideen-Beschleunigungsmaschine für eine Szene, die sich in Marmorsälen und Stukkaturhallen nie richtig wohlfühlen wird. Die Hülle selbst ist in ihrer einfachen Machart schon klass genug, doch richtig spannend wird sie durch die jeweilige Befüllung, und das ist etwas, was ein Architekt bewusst zulassen muss. Die neue Kunsthalle Karlsplatz führt letztlich vor Augen, welches Potenzial an Quicklebendigkeit ein großes Museumsquartier in Wien gehabt hätte, und wie viele Möglichkeiten der kurzsichtige denkmalpflegerische Wahn in dieser Stadt verspielt hat. Der Standard(A), Album, 26. Januar 2002 Gesamtbesucherzahlen: 1.620 13. 02. – 28. 04. 2002, Kunsthalle Wien project space Kim Sooja: A Laundry Woman In einer eigens für den project space konzipierten Installation gestaltete die ursprünglich als Malerin arbeitende Kim Sooja ihre„Bilder“ als Rauminstallationen mit traditionellen koreanischen Tüchern. Durch diese bunten, mit symbolischen Stickereien verzierten Bettdecken übermittelt Kim Sooja ein Gefühl sowohl für deren Schönheit als auch für ihre Nützlichkeit. In ihrer Videoarbeit A Laundry Woman (2000) steht die Künstlerin am Ufer des Flusses Yamuna in Indien. Das Gewässer erscheint wie ein Film, der vor der bewegungslos stehenden Künstlerin vorbeizieht und Teile des Lebens in den Dingen, die er von einem nahegelegenen Krematorium transportiert, bringt. KuratorInnen: Gerald Matt; Gabriele Mackert Gesamtbesucherzahlen: 4.261 07. – 16. 05. 2002, Kunsthalle Wien project space Peter Senoner: Stereotyp 10-Tage-Projekt Ausgangspunkt und Leitmotiv des Südtirolers Peter Senoner sind immer wieder figürliche Bildnisse, ob gezeichnet, gemalt oder lebensgroß aus Holz geschnitzt. In Wien setzte Senoner die Figur Stitch in Szene. Ambivalent verkörpert sie ebenso Überlieferung – etwa traditioneller Holzbildhauerei – wie die Atmosphäre technoider Mutanten im virtuell-digitalen Zeitalter eines Sciene-Fiction. Begleitend erarbeitete Senoner die Videoanimation lidschlag in niedriger frequenz. Kuratoren: Marion Piffer-Damiani, Lucas Gehrmann 29. 05.- 28. 07. 2002, Kunsthalle Wien project space Skandal und Mythos · Eine Befragung des Archivs zur documenta 5(1972) Parallel zur documenta 11 in Kassel stellte die Kunsthalle Wien zusammen mit dem documenta archiv Kassel eine der legendärsten Ausstellungen des 20. Jahrhunderts zur Diskussion: die documenta 5 unter der Leitung des Schweizer Ausstellungsmachers Harald Szeemann. Anhand von originalem, erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemachtem Archivmaterial, Foto- und Videodokumenten wurde der Ausstellungsbetrieb selbst Thema, wie auch die Diskussionen, Proteste und Widerstände, unter denen diese documenta entstand. Deutlich wurde der Stellenwert der Kunst, ihre innovativen Ideen und der gesellschaftspolitische Diskurs jener Jahre nach 1968. Kuratorin: Gabriele Mackert Gesamtbesucherzahlen: 1.395 16. 09. – 22. 09. 2002, Kunsthalle Wien project space Projekt Karlsplatz/ Robert Rumas: Plein Air Die Kunsthalle Wien führte in Kooperation mit dem Adam Mickiewicz-Institut(Warschau), dem WRO (Wroclav) und mit KulturKontakt Austria einige Projekte im Rahmen des„Polnischen Jahres in Österreich“ zum Thema Kunst im öffentlichen Raum durch. Dazu gehörten u.a. ein Wettbewerb mit sechs geladenen polnischen KünstlerInnen für eine temporäre künstlerische Intervention am Wiener Karlsplatz sowie die Ausstellung der eingereichten Projekte aller sechs KünstlerInnen. Von einer deutsch/polnischen Jury ist das Projekt„Plein Air“ von Robert Rumas zur Realisation ausgewählt worden. Da sich die für das Polnische Jahr verantwortlichen Veranstalter in Warschau kurzfristig von der Beteiligung an der Realisation dieses Projektes zurückzogen, wurde„Plein Air“ im Rahmen des project space von der Kunsthalle Wien durchgeführt. „Plein Air“(reine, wörtlich: volle Luft, aber auch Begriff für Freiluftmalerei) verwandelte das Gebiet des Karlsplatzes sieben Tage in eine Pleinairmalerei-Idylle. Als Malende agierten StudentInnen der Akademie der bildenden Künste in Wien, an der sich der junge Adolf Hitler zwei Mal beworben hatte und zwei Mal abgewiesen worden war. Die von den als junge Hitler kostümierten StudentInnen im öffentlichen Raum gemalten Bilder gelangten täglich in den project space der Kunsthalle Wien, wo sie mit dem Kunstpublikum konfrontiert wurden. Teilnehmende KünstlerInnen der Ausstellung„Projekt Karlsplatz“: Arkadiusz Baginski, Rafa ł Bujnowski, Aleksander Janicki, Robert Rumas, Jadwiga Sawicka, Piotr Wyrzykowski. Die Ausstellung und ein Symposium(20.–22. 9., Kunsthalle Wien, Lounge) waren eine Kooperation der Kunsthalle Wien mit dem„Polnischen Jahr in Österreich“ sowie mit WRO Wroclav. Kuratoren: Piotr Krajewski, Maria Anna Potocka; Lucas Gehrmann 02. 10. – 08. 12. 2002, Kunsthalle Wien project space Santiago Sierra Santiago Sierra thematisiert in seinen Arbeiten Ausbeutung und Missstände postkolonialer Arbeitsverhältnisse. Er versucht, dem Betrachter immer noch übliche, pervertierte Arbeits- und Ausbeutungsmechanismen vor Augen zu führen. Dazu greift er oft zu radikalen Mitteln, indem auch er unterbezahlte Arbeiter Tätigkeiten in Museen und Galerien ausführen lässt bzw. sie für Geld zum Ausstellungsobjekt macht. Für die Kunsthalle Wien realisierte er ein neues performatives Projekt, für das er 30 WienerInnen verschiedener Ethnien nach ihren Hautfarben sortierte. Die Performance war der Akt des Arrangierens der Menschen entlang der Front des Ausstellungsraumes, wobei ein Farbverlauf der Hautpigmentierung von hell nach dunkel entstand. Die Performance wurde in der Ausstellung aber nur als Video-Projektion und nur in Schwarz-Weiß präsentiert, die Konfrontation erfolgte nicht unmittelbar und persönlich. Das dokumentierte und seiner Farbinformation beraubte Geschehen war aber auch ein abstrakter Test menschlicher Erscheinungsweisen. Kuratorin: Gabriele Mackert Gesamtbesucherzahlen: 6.019 15. 12. 2002 – 17. 02. 2003, Kunsthalle Wien video space Ellen Cantor Die neue Programmschiene wurde von der amerikanischen Künstlerin Ellen Cantor eingeleitet, die bereits 1998 im Rahmen von Outside Art mit der Kunsthalle Wien ein Projekt realisiert hat. Damals projizierte sie ihren Film"Within Heaven and Hell" an das im Bau befindliche Museumsquartier. Nun eröffnete sie mit einer Doppelpräsentation zweier ihrer neuesten Arbeiten,„Barbie London: trouble in space“(2001) und„Evokation of my Demon Sister“(2002) den video space. 18. 12. 2002 – 06. 01. 2003, Kunsthalle Wien project space Peter Kozek z-set contributions to the universal memory bank Peter Kozek bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Installation und Theater, Raum-Bild und Bühne. Seine inszenierten Performance-Loops definieren die gebauten Settings jeweils neu. Wiederholung und Variation sind dabei entscheidende Momente der Erzählung. z-set versteht sich als Konstruktionsversuch einer Glücksmaschine, die vom Künstler und fünf Glücksmimen(Elinor Mora, Andreas Erstling, Victor Jaschke, Roman Steger, Mora& Fur) an vier Abenden in Bewegung gesetzt wird. Als Zentrum der Kooperation der Kunsthalle mit der Universität für angewandte Kunst wurde der Preis der Kunsthalle Wien ins Leben gerufen und Peter Kozek verliehen. Neben der Ausstellung erhielt der Künstler ein dreimonatiges Atelier-Stipendium für die Delfina Art Studios in London für den Sommer 2003. Kuratorin: Gabriele Mackert Begleit-und Sonderveranstaltungen KUNSTHALLE wien, Museumsquartier Tele[visions] · Kunst sieht fern 20. 10. 2001 – 06. 01. 2002, Kunsthalle Wien, halle 1 18. 10. 2001, 19.00 – 21.00, Kunstauskunft 20. 10. 2001, 15.00: Themenführung: Miriam Bajtala, Hallucinating Visions: Aktualität des Möglichen 16.00: Vortrag: Joshua Decter, Kurator von„Televisions“: Why I Still Love Television 21. 10. 2001, 11.00: Kinderführung –„wir sehen fern“ 15.00: FernsehFilm:„Flimmern“, Super 8-Filme, Kurzfilme, Videos zum Thema Fernsehen u.a. mit Arbeiten von Sabine Bitter/Helmut Weber, Gustav Deutsch, Paul Divijak, *imo*, collecting television, Kurt Kren, Lucas Lumma, Bjørn Melhus, Ralf Palandt, David Pfluger 15.00: Überblicksführung 25. 10. 2001, 19.00: Club 3: Love, Lies, Television. The greatest sex scenes on TV- watched and selected by women. Make your Choice! Christina N., Sandra L., Bette D. 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 27. 10. 2001, 15.00: Themenführung: Elke Smodics, Fiktionalisierung der Welt 28. 10. 2001, 15.00:„FernsehFilm“: TV(on) Screen, Stefanie Schulte Strathaus, Birgit Kohler (Freunde d. Dtsch. Kinemathek e.V./ Kino Arsenal) mit Arbeiten von Stan Brakhage, Cathy Joritz, Riki Kalbe, Maria Menken, Standish Lawder, xHelen Lee, Matthias Müllerx 15.00: Überblicksführung 01. 11. 2001, 19.00:„Club 3“: Eine Jugend mit dem Fernseher. JugendTV revisited von Medienprominenten verschiedener Generationen, mit Barbara Stöckl, Mirjam Unger und Markus Wailand 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 02. 11. 2001, 22.30:„Sonic Televisions Gallery”: lanolin lädt ein:< void_01> 03. 11. 2001, 14.00:„Übertragung“:---Schaltkreis--- Künstler machen Fernsehen – eine Bestandsaufnahme, Hans-Christian Dany/UTV, Karel Dudesek/Van Gogh TV, Maarten Ploeg/PARK4DTV, Ariane Müller/Lokal TV 15.00: Themenführung: Renate Höllwart, Kunst und Fernsehen. Auf dem Weg vom Ort zum virtuellen Raum. 04. 11. 2001, 15.00:„FernsehFilm“: tvrolle. Beiträge für und über das Fernsehen von KünstlerInnen aus dem Umfeld der Angewandten 15.00: Überblicksführung 08. 11. 2001, 19.00: Ausstellungsgespräch: Fernsehen und Schicksal: Anton Sutterlüty (Millionenshowgewinner) im Gespräch mit Claudia Ehgartner(Kunstvermittlerin) 09. 11. 2001, 22.30:“Sonic Televisions Gallery”: Robert Jelinek& Tom Flair(Sabotage Communications) HEAT SEEKER 10. 11. 2001, 15.00: Themenführung: Nora Sternfeld, Sendeschluss 11. 11. 2001, 15.00: Überblicksführung 15. 11. 2001, 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 16. 11. 2001, 22.30: im Wiener Konzerthaus Neuer Saal:„Sonic Televisions Gallery“ general magic and tina frank, fine tuning 17. 11. 2001, 15.00: Themenführung: Harald Krecji, Über den Begriff der Melancholie 18. 11. 2001, 11.00: Kinderführung –„wir sehen fern“ 14.00:„Übertragung“:---Widerstand--- Ein anderes Fernsehen Linda Iannacone/Paper Tiger TV, Wolfgang Haberl/Wohnpark TV, Christian Schulte/dctp, Bolt, Olger, Egermann/Alphakanal 15.00: Überblicksführung 19.00:„FernsehFilm“: Making Media Change: Paper Tiger TV Linda Iannacone präsentiert Videos von Paper Tiger TV, New York 22. 11. 2001, 19.00: Ausstellungsgespräch: Die manipulierte Wirklichkeit Christian Leiss(Effektspezialist, Lehrbeauftragter auf der Filmakademie für Videotechnik und Videotrick) im Gespräch mit Claudia Ehgartner(Kunstvermittlerin) 23. 11. 2001, 22.30:„Sonic Televisions Gallery“: Skizze, 29 Folgen, ein Traum 24. 11. 2001, 14.00:„Übertragung“:---Kondensator--- Die Ästhetik des Fernsehens Joan Kristin Bleicher, Reinhard Braun, Susanne Lummerding, Rudolf Frieling 15.00: Themenführung: Miriam Bajtala, Hallucinating Visions: Aktualität des Möglichen 25. 11. 2001, 15.00:„FernsehFilm“: 2 x Harun Farocki, Worte und Spiele, D 1998, Die führende Rolle, D 1994 15.00: Überblicksführung 29. 11. 2001, 19.00: Ausstellungsgespräch: Mediale Randgänge Hakan Gürses(Chefredakteur der Zeitschrift Stimme) im Gespräch mit Nora Sternfeld(Kunstvermittlerin) 01. 12. 2001, 14.00:„Übertragung“:---Relais--- Migration und Fernsehen Manuela Bojadzijev/Kanak Attak, Marie Gillespie, Reyhan Güntürk/Zentrum für Türkeistudien, Cornelia Kogoj/Initiative Minderheiten 15.00: Themenführung: Elke Smodics, Fiktionalisierung der Welt 02. 12. 2001, 15.00:„FernsehFilm“: Die Fernsehgalerie Schum. Vortrag von Ursula Wevers, Köln mit anschließender Vorführung der Filme„Land Art“ und„Identifications“ 15.00 Überblicksführung 06. 12. 2001, 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 07. 12. 2001, 19.00:“Club 3”: Galactic Friendship feiert seinen 10. Geburtstag Mit Bat'telh Schaukampf der Klingonen, Star Wars Laserschwert-Kampf, Tanz, Kostüme, Videomaterial und interaktiver Informations-/Diskussionsrunde 08. 12. 2001, 15.00: Themenführung: Renate Höllwart, Kunst und Fernsehen. Auf dem Weg vom Ort zum virtuellen Raum. 09. 12. 2001, 15.00:“FernsehFilm”: Spectres of the Spectrum, Doku-Fiction von Craig Baldwin, USA 1999 15.00: Überblicksführung 13. 12. 2001, 19.00:“Club 3“: Leichte Fragen – richtige Antworten. Fernsehmusikquiz mit Justin Hoffmann und vielen schönen Preisen 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 15. 12. 2001, 15.00: Themenführung: Nora Sternfeld, Sendeschluss 16. 12. 2001, 11.00: Kinderführung –„wir sehen fern“ 15.00:“FernsehFilm”: TeleVisionen. Präsentation der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften: eine Art Fernsehabend, mit Sylvia Szely, Monika Bernold und Vrääth Öhner 15.00: Überblicksführung 20. 12. 2001, 19.00:“Club 3”: Do the Pong! Telespiele aus den 70er Jahren zum Ausprobieren, mit Bernhard Nemec 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 22. 12. 2001, 15.00: Themenführung: Harald Krecji, Über den Begriff der Melancholie 23. 12. 2001, 15.00: Überblicksführung 27. 12. 2001, 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 29. 12. 2001, 15.00: Themenführung: Elke Smodics, Fiktionalisierung der Welt 30. 12. 2001, 15.00: Überblicksführung 03. 01. 2002, 19.00 – 21.00: Kunstauskunft 05. 01. 2002, 15.00: Themenführung: Renate Höllwart, Kunst und Fernsehen. Auf dem Weg vom Ort zum virtuellen Raum. 06. 01. 2002, 15.00: Überblicksführung Robert Adrian X 30. 11. 2001–10. 02. 2002, Kunsthalle Wien, halle 2 Thematische Rundgänge: jeweils Samstag 16 Uhr 08. 12. 2001, 19. 01. 2002, Harald Krejci, Artikulationen- vom Umgang mit Kunst und Gegenständen 12. 01. 2002, 09. 02. 2002, Nora Sternfeld, Konzept wird Material 22. 12. 2001, 29. 12. 2002, Renate Höllwart, Zum Verhältnis von Objekt, Medien und Beschreibung 05. 01. 2002, 02. 02. 2002, Elke Smodics, Facetten einer künstlerischen Strategie 15. 12. 2001, 26. 01. 2002, Miriam Bajtala, Networksculpture Überblicksführungen: Sonntag 15 Uhr, sowie nach Voranmeldung(auch Englisch, Französisch, Italienisch) Yayoi Kusama 08. 02.–28. 04. 2002, Kunsthalle Wien, halle 1 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Kunstauskunft: jeweils Donnerstag 19 – 21 Uhr sowie nach Voranmeldung/ special guided tours on appointment Thematische Rundgänge: jeweils Samstag 15 Uhr 09. 02. 2002, 23. 03. 2002, Happening, Performance, Event. Begriffsentwicklung als Spuren in Yayoi Kusamas neuesten Arbeiten. Elke Smodics 16. 02. 2002, 30. 03. 2002, Pretty and clever? Der Körper als Bildträger bei Yayoi Kusama. Renate Höllwart 23. 02. 2002, 06. 04. 2002, Die totale Installation. Raumregie in Yayoi Kusamas Environments. Nora Sternfeld 02. 03. 2002, 13. 04. 2002, Von Hippiekultur zur Technoästhetik – Zur Entwicklung von Yayoi Kusamas Raumkonzepten. Harald Krejci 09. 03. 2002, 20. 04. 2002, Weiblichkeit und Tabu. Ursula Leitgeb 16. 03. 2002, 27. 04. 2002, Körper-, Raumverhältnisse und BetrachterInnenrollen in Kusamas Arbeit. Miriam Bajtala 07. 04. 2002, Ausstellungsspezial Merzbow: Das spektakulärste diskographische Projekt in der Geschichte der populären Musik. Eine über 60 Stunden dauernde LoTek-Attacke des Japanischen Noise-Künstlers Masami Akita alias Merzbow auf den guten Geschmack und das Rezeptionsvermögen der HörerInnen. Wer den ÜBERBLICK hat, Gottfried Bechtold · CRASH PORSCHE 993 – KIDS-LINE 01. 03.–15. 09. 2002, Kunsthalle Wien, project wall 01. 03. – 14. 07. 2002, Eröffnung/Performance, Diavortrag: Medlar Lucan – Paul Renner:„The Hell Fire Touring Club” 28. 03. 2002, 19 Uhr, Foyer der Kunsthalle Wien, Absinthe Cocktail Kapital& Karma · Aktuelle Positionen indischer Kunst 29. 03. – 09. 06. 2002, Kunsthalle Wien, halle 2 Überblicksführungen: jeweils Sonntag 16 Uhr Thematische Rundgänge: jeweils Samstag 16 Uhr 26. 04. 2002, 10.30-18.00, Competing Narratives: Marking Histories. Shahid Amin(historian, New Delhi), ivek Narayanan(anthropologist, Madras) The Other Side of the Raj: Western Contributions to India’s Freedom, Ramachandra Guha(environmental historian, Bangalore) Workshop Talks u.a. mit Clemens Ruthner, Christiane Hartnack, Stefan Nowotny, Moderation: Oliver Marchart 27. 04. 2002, 10.30-18.00, Public Sphere: Mass Media, Mass Mobilisations. Siddharth Varadarajan (Deputy Chief, The Times of India, New Delhi), Rudi Heredia(sociologist, Bombay) Narrating the City. Rahul Mehrotra(architect and theorist, Mumbai) Workshop Talks u. a. mit Oliver Marchart, Boris Buden, Moderation: Ranjit Hoskote 28. 04. 2002, 10.30-13.00, Transmitting Culture: Continuing Faultlines. Ranjit Hoskote(cultural theorist and curator, Bombay), Nancy Adajania(cultural theorist, documentary film-maker and art critic, Bombay) Workshop Talks u.a. mit Christian Kravagna, DeEgo, Moderation: Angelika Fitz 29. 03. 2002, 18.00, Angelika Fitz und Michael Wörgötter im Gespräch mit Dayanita Singh und Vivan Sudaram 30. 03. 2002, 27. 04. 2002, 25. 05. 2002, Harald Krejci: Stadt-Leben. Indischer Lebensraum und zeitgenössische Kunst 06. 04. 2002, 04. 05. 2002, 01. 06. 2002, Ursula Leitgeb: Der westliche Blick auf Indien 13. 04. 2002, 11. 05. 2002, 08. 06. 2002, Nora Sternfeld: Universalistische Strategien zeitgenössischer Kunst in Indien 20. 04. 2002, 18. 05. 2002, Luise Ziaja: Trashkultur. Neue Medien im Zeichen Bolliwoods 06. 04. 2002, 17.05 – 19.00, Ö1:„Sahay’s Fillingstation. Eine Tankstelle an der Peripherie von Neu Delhi“ Beitrag von Angelika Fitz und Michael Wörgötter in der Ö1-Sendung „Diagonal“ 18. 04. 2002, 18.30,„Hindustan Hamara Hai“, Nation und Nationalismus im indischen Kino. Vortrag mit Filmausschnitten von Daniel Wisser, Wien 26. 04. 2002, 18.30,„Khichri Ek Khoj“(In Search of Khichri), Dokumentarfilm von Nancy Adajania, 48 min anschließend Diskussion mit der Filmemacherin 27. 04. 2002, 18.30,„Boxwallahs“, Film von DeEgo, 46 min, anschließend Diskussion Tableaux Vivants · Lebende Bilder und Attitüden in Fotografie, Film und Video 24. 05. – 25. 08. 2002, Kunsthalle Wien, halle 1 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Kunstauskunft: jeweils Donnerstag 19 – 21 Uhr Führungen auch nach Voranmeldung/ special guided tours on appointment 15., 16., 17.,18., 22., 23., 24., 25. 07. 2002, 14.00 – 16.30, FERIENSPIEL-„Leben Bilder?“ Workshop für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren Thematische Rundgänge: jeweils Samstag, 15 Uhr 25. 05. 2002, 22. 06. 2002, 29. 06. 2002, 03. 08. 2002, Image und Identität. Miriam Bajtala 15. 06. 2002, 06. 07. 2002, 10. 08. 2002, Gesellschaftsspiel – Inszenierung – Interpretation. Elke Smodics 08. 06. 2002, 13. 07. 2002, 17. 08. 2002, Fotografische Selbstdarstellungen. Ursula Leitgeb 01. 06. 2002, 20. 07. 2002, 27. 07. 2002, 24. 08. 2002, Körperbilder. Tableaux Vivants im Wandel der Gesellschaft. Luisa Ziaja 11. 07. 2002, 19.00, Kuratorenführung, Atmende Bilder, mit Sabine Folie und Michael Glasmeier 01. 08. 2002, 19.00, Pose/Gestus/Haltung. Elke Smodics im Gespräch mit Gabriele Stöger (Theaterwissenschaftlerin, Kulturvermittlerin) 20. 06. 2002, 19.00, Live-Stills – Performance zwischen Pose und Tanz. Luisa Ziaja im Gespräch mit Helmut Ploebst(Tanz und Performancekritiker) Ugo Rondinone: NO HOW ON 28. 06. – 22. 09. 2002, Kunsthalle Wien, halle 2 Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 16 Uhr Thematische Rundgänge: jeweils Samstag, 16 Uhr 29. 06. 2002, 07. 09. 2002, 14. 09. 2002, Luisa Ziaja: Zwischen Langeweile und Exzeß 06. 07. 2002, 24. 08. 2002, 31. 08. 2002, Miriam Bajtala: Oberflächen und Bezugssysteme 13. 07. 2002, 27. 07. 2002, 21. 09. 2002, Ursula Leitgeb: Performance des Selbst 20. 07. 2002, 03. 08. 2002, 07. 09. 2002, Elke Smodics: Im Zerrbild der BetrachterInnen 10. 08. 2002, 17. 08. 2002, Renate Höllwart: Rhetorik der Monotonie 04. 07. 2002, 19.00, Kuratorenführung mit Gerald Matt „Lieber Maler, male mir …“ · Radikaler Realismus nach Picabia 20. 09. 2002 – 01. 01. 2003, Kunsthalle Wien, halle 1 21. 09. 2002, 26. 10. 2002, 30. 11. 2002, Ursula Leitgeb: Sehnsucht nach Klischees 28. 09. 2002, 02. 11. 2002, 07. 12. 2002, Elke Smodics: Mythen, Medien, Malerei 05. 10. 2002, 09. 11. 2002, 14. 12. 2002, Renate Höllwart: Zwischen Kitsch und Massenmedien 12. 10. 2002, 16. 11. 2002, 21. 12. 2002, Luisa Ziaja:„Mut zum Dreck“ – Über figurative Malerei und ihr antagonistisches Potential 19. 10. 2002, 23. 11. 2002, 28. 12. 2002, Marina Düngler: Gemalte Filmstills Themenführungen jeweils Samstag, 15 Uhr 26. 09. 2002, 19.00, Kuratorenführung mit Sabine Folie(Ausstellungskuratorin) 05. 10. 2002, 19.00, Künstlergespräch: Katrin Plavcak(Künstlerin der Ausstellung) im Gespräch mit Claudia Ehgartner. Im Rahmen der„Langen Nacht der Museen“ 14.00, Treffpunkt Kunsthalle: Das selbstreflexive Moment in der Malerei. Renate Trnek (Kunsthistorikerin, Direktorin der Gemäldegalerie) im Gespräch mit Marina Düngler Treffpunkt: Kunsthalle Wien, anschließend Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste 23. 11. 2002, 14.00, Treffpunkt Kunsthalle: Malerei unter massenmedialen Einflüssen. Gunter Damisch(Künstler) im Gespräch mit Elke Smodics, Treffpunkt: Kunsthalle Wien, anschließend Atelier in der Akademie der bildenden Künste 14. 12. 2002, 14.00, Treffpunkt Kunsthalle: Film als Dimension der Malerei, Alexander Horwarth (Leiter des Österreichischen Filmmuseums) im Gespräch mit Miriam Bajtala, Treffpunkt: Kunsthalle Wien, anschließend Österreichisches Filmmuseum 24. 10. 2002, 19.00, Von der Aura zur Albernheit. Nach dem Verlust der Repräsentation im Portrait. Thomas Trummer(Kurator für moderne und zeitgenössische Kunst, Österreichische Galerie Belvedere) im Gespräch mit Luisa Ziaja 07. 11. 2002, 19.00, Gemalte Blicke. Leo Kandl(Fotograf) im Gespräch mit Ursula Leitgeb 05. 12. 2002, 19.00, Martin Kippenberger der Realist? Peter Pakesch(Kurator und Leiter der Kunsthalle Basel) im Gespräch mit Elke Smodics 12. 12. 2002, 19.00, Der Onkel mit den besten Pinseln. Marco Lulic(Künstler) im Gespräch mit Nora Sternfeld Überblicksführungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr Kunstauskunft: jeweils Donnerstag, 19 – 21 Uhr Führungen auch nach Voranmeldung/ special guided tours on appointment 05. 10. 2002 SPECIAL: Lange Nacht der Museen, Ausstellung geöffnet bis 1 Uhr nachts! Ab 18 Uhr stündlich Themenführungen, 19 Uhr Künstlergespräch mit Katrin Plavcak, 20 Uhr Kuratorenführung mit Sabine Folie Julius Deutschbauer/ Gerhard Spring · Politisch für Künstler 05. 10. 2002 – 30. 03. 2003, Kunsthalle Wien project wall und Ziegelfoyer der Kunsthalle Wien 05. 10. 2002, Lektion 1. Demokratie; Medien 31. 10. 2002, Lektion 2. Subkultur; Machtverhältnisse 14. 11. 2002, Lektion 3. Widerstand; Ökonomie 12. 12. 2002, Lektion 4. Arbeit; Globalisierung 16. 01. 2003, Lektion 5. Gewalt; Geschlechterverhältnisse 23. 01. 2003, Lektion 6. Intervention; Strategie Martin Arnold · Deanimated 11. 10. 2002 – 02. 02. 2003, Kunsthalle Wien, halle 2 08. – 10. 11. 2002 INTERNATIONALES SYMPOSIUM, Konzept und Organisation: Prof. Dr. Ludwig Nagl, Dr. Eva Waniek, Dr. Brigitte Mayr Das Verhältnis von Film und Theoriebildung aus aktueller Perspektive zu reflektieren, wobei die philosophische Relevanz im Zentrum steht. Die Gegenwartsphilosophie als Möglichkeit zur Bestimmung und Reflexion von Film. 08. 11. 2002, 10.00 – 17.00, Vorträge: Prof. Dr. Slavoj Zizek:„Film als Fortsetzung der Philosophie mit anderen Mitteln“ Prof.Noel Carroll, Ph.D.:„The Grotesque Today: Towards a Taxonomy“ 18.00, Führung: Der Kunst das“Wort“ 1 09. 11. 2002, 10.00 – 17.00, Vorträge: Prof. Dr. Ludwig Nagl:„Film and self-knowledge“: Philosophische Reflexionen im Anschluss an Cavell und Mullhall Prof. Dr. Birgit Recki:„Überwältigung und Reflexion. Der Film als Mythos und als Kunst“ Prof. Cynthia Freeland, Ph.D.:„Empiricism and the Philosophy of Film“ Prof. Dr. David N. Rodowick:„The Virtual Life of Film“ 19.00, Führung: Der Kunst das„Wort“ 2, DVD-Installation FILM IST.(1–12) von Gustav Deutsch im Künstlerhaus 10. 11. 2002, 10.00 – 17.00, Vorträge: Prof. Dr. Mike Sandbothe:„Medienphilosophie und einige Bemerkungen zu pragmatischen Aspekten neuerer Filme“ Prof. Dr. Richard Shusterman, Ph.D.:„Transformations of Identity: Cinematic Reflections“ Prof. Dr. Gertrud Koch:„Motion Picture – Bausteine einer Filmästhetik“ Ass. Prof. Dr. Wolfgang Pircher:„Hollywood's Gespenster. Martin Arnolds filmische Dekonstuktionsarbeit“ Dr. Raymond Bellour:„How, with Daniel Stern, better feel-think the cinema“ 18.15, Führung: Der Kunst das“Wort“ 3, Film und Vortrag: Prof. Peter Kubelka(Wien), Film als Ereignis, Film als Sprache, Denken als Film im Österreichischen Filmmuseum Themenführungen, jeweils Samstag, 16 Uhr 02. 11. 2002, 16. 11. 2002, 07.12. 2002, 21. 12. 2002, 04. 01. 2003, 18. 01. 2003, Ursula Leitgeb: Hollywood als„Found Footage“ 12. 10. 2002, 26. 10. 2002, 30. 11. 2002, 28. 12. 2002, 11. 01. 2003, 08. 02. 2003, Marina Düngler: Digitaler Schein. Digitale Ästhetik am Beispiel Film 19. 10. 2002, 09. 11. 2002, 23. 11. 2002, 14. 12. 2002, 25. 01. 2003, 01. 02. 2003, Luisa Ziaja: Ambiguität und Transgression der Zeichen. Zur Semantik der Filme Martin Arnolds 09. 01. 2003, 18.00, Künstlergespräch: Martin Arnold 23. 01. 2002, 18.00, Kuratorenführung: Thomas Mießgang, Phantomsmasher, Im Dickicht der multiplen Erzählungen 18. – 30. 10. 2002, Martin Arnold im Rahmen der Viennale: Aussenprojektion am Akademiehof, Karlsplatz Eine Veranstaltung von Institut für Wissenschaft und Kunst(IWK), Synema – Gesellschaft für Film und Medien und dem Institut für Philosophie der Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wien und dem Österreichischen Filmmuseum Überblicksführungen jeweils Sonntag, 16 Uhr Thematische Rundgänge jeweils Samstag, 16 Uhr KUNSTHALLE wien, project space, Karlsplatz Skandal und Mythos · Eine Befragung des Archivs zur documenta 5(1972) 29. 05.- 28. 07. 2002, Kunsthalle Wien project space 19. 06. 2002, 18.00, Im Gespräch: Arnulf Rainer, Künstler 26. 06. 2002, 18.00, Ausstellungsgespräch: Gabriele Mackert, Mechtild Widrich: Dagegen – Dabei. Über das Verhältnis von Künstler und Kurator 30. 06. 2002, 11.00, Im Gespräch: Oliver Marchat, Mitarbeiter documenta 11 03. 07. 2002, 18.00, Im Gespräch: Bazon Brock, Konzeption und Besucherschule doc 5 17. 07. 2002, 18.00, Ausstellungsgespräch: Gabriele Mackert, Lioba Reddeker:“When Attitudes become Form”- Kuratorenpraxis und Rezeption 1968-72 24. 07. 2002, 18.00, Im Gespräch: Harald Szeemann, Kurator documenta 5 Santiago Sierra 02. 10. – 08. 12. 2002, Kunsthalle Wien project space 07. 09. 2002, 17.00, Im Vorfeld: Verlagerung einer Topf-Demonstration/ Traslación de una Cacerolada Zeitgleiche Beschallung der Städte Frankfurt, Genf. London, New York und Wien mit argentinischen Demonstrationsgeräuschen, aufgenommen März 2002 in Buenos Aires 06. 10. 2002, 17.00, Ausstellungsgespräch mit Gabriele Mackert 20. 10. 2002, 17.00, Ausstellungsgespräch mit Ramón Reichert, Kulturwissenschafter 10. 11. 2002, 17.00, Ausstellungsgespräch mit Gabriele Mackert ALLES ODER NICHTS. 10 JAHRE KUNSTHALLE wien 20. 11. 2002, 20.00, Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien: Cremaster III – Matthew Barney 21. 11. 2002, 14.00 – 17.00, Karlsplatz-Gespräch 1:„Alles oder nichts“ Welche Zukunft hat das Ausstellungswesen? Vortragende: Marcel Meili, Professor für Architektur und Design Zürich Boris Groys, Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Gerald Matt, Direktor Kunsthalle Wien 20.00, 10 Jahre KUNSTHALLE wien, Künstlerfest, KUNSTHALLE wien project space Peter Kozek z-set contributions to the universal memory bank 18. 12. 2002 – 06. 01. 2003 17. 12. 2002, 21. 12. 2002, 30. 12. 2002, 06. 01. 2003, 19.00 – 23.00, Performance 19. 12. 2002, 18.00, Ausstellungsgespräch: Peter Kozek im Gespräch mit Gabriele Mackert nach Vereinbarung bzw. Voranmeldung Performance: Autostück/z-XM(Performancefahrt, max. 3 Passagiere) ALLTAGSKULTUR In Wien ist es in den letzten Jahren gelungen, die urbanen Qualitäten der Stadt, vor allem auch im Hinblick auf einen Abbau des Gegensatzes zwischen Zentrum und Peripherie, zu verstärken. Die kulturelle Infrastruktur in den Bezirken hat sich gefestigt, auch außerhalb der traditionsreichen Kulturinstitutionen entfaltet sich ein buntes und vielschichtiges Kulturleben. Die unterschiedlichen Aktivitäten der zahlreichen Kulturvereine, Arbeitsgemeinschaften und Verbände reichen vom Grätzelfest über Ausstellungen bis hin zu Lesungen und Vorträgen. Im Bereich der Bezirksaktivitäten wurden 2002 weitere Akzente und Schwerpunkte – vor allem auch durch die Förderung von kulturellen Vorhaben aus den dezentralen Bezirksbudgets- gesetzt. "Grätzel"-typische Veranstaltungen und die Förderungen von Aktivitäten junger, künstlerisch tätiger Personen standen im Vordergrund. 2002 wurden außerdem zahlreiche Projekte für Schüler und Jugendliche unterstützt. Weiters bietet auch der Verein Kulturnetz ein breitgefächertes und bereits seit langem bewährtes Service- und Beratungsangebot für Kulturinitiativen in den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Die Pflege der Tradition, wie sie von Blasmusikkapellen, Volkstanzgruppen und Chören präsentiert wird, zählt ebenso zur Alltagskultur. Als Beispiel dafür wären die Südtiroltage in Wien zu nennen. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierten sich Blasmusikkapellen, Volksmusik- und Volkstanzgruppen an verschiedenen Wiener Plätzen. Beim„Treffpunkt Wien“ brachten Volksmusikgruppen aus den Bundesländern gemeinsam mit Gruppen aus Wien authentische Volksmusik zu Gehör. Höhepunkt im Jahr 2002 war das„23. Österreichische Blasmusikfest“ mit insgesamt 35 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie aus Armenien, Holland, Liechtenstein und Slowenien. Bei der Veranstaltung„Faszination Blasmusik“ in der Kurhalle Oberlaa zeigten Blasorchester des Wiener Blasmusikverbandes sowie Gastkapellen aus Oberösterreich und dem Burgenland ihr Können. Im November 2002 war die Wiener Stadthalle Schauplatz für die„36. Wiener-Walzer-Konkurrenz“ und die„Austrian Open Vienna 2002“. Großen Publikumszuspruch fand wieder das„Internationale Adventsingen“ im Wiener Rathaus. Dabei traten 98 Chöre aus Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Ungarn und den USA auf. WIENER ALTSTADTERHALTUNGSFONDS Der aus dem Kulturförderungsbeitrag gespeiste Wiener Altstadterhaltungsfonds konnte auch 2002 die Wiederherstellung historischer Bausubstanz an stadtbildprägenden Objekten fördern. Vom Wiener Gemeinderat wurden für 61 Objekte Förderungen in der Gesamthöhe von 7.522.259,31 EUR genehmigt. Neben den alljährlichen Beiträgen für den Stephansdom oder den Restaurierungen der Sarkophage der Kapuzinergruft wurden auch die Arbeiten an den Fassaden der Kirchen St. Peter und St. Karl gefördert. Die Instandsetzung von Brunnen und Figuren in den Gemeindebauten wurden ebenfalls durch Förderungen ermöglicht. Die Erhaltung künstlerischer Gestaltungen in diesen Wohnhausanlagen, die etwa durch Mosaike, Fresken, Freiplastiken die örtliche Wohnqualität heben, wird in Zukunft verstärkt gefördert werden. Nach wie vor gilt jedoch die Aufmerksamkeit der Bürgerhausarchitektur, die, als Einzeldenkmal nicht hervortretend, dennoch ein wichtiges Element des Stadtbildes darstellt. DENKMALPFLEGE Die im Laufe der Zeit errichteten Denkmäler, Brunnen, Bildstöcke, Grabmäler, Kriegerdenkmäler, sakralen und profanen Plastiken und Gedenktafeln sind eigenständige Denkmalobjekte, bilden aber auch ein vertrautes System von Orientierungspunkten. Dieser Denkmälerbestand ist nicht nur unterschiedlichen Witterungs- und Umwelteinflüssen, sondern auch fallweisen Mutwillensakten ausgesetzt. Die von der Stadt Wien übernommene Verpflichtung zur Betreuung reicht von Sicherheitskontrollen über Reinigungen, oftmals aufwendige Restaurierungen bis zur nächtlichen Anstrahlung herausragender Objekte. Nicht alle notwendigen Pflegemaßnahmen sind kostenintensiv, in ihrer Gesamtzahl verursachen sie aber doch einen hohen finanziellen Einsatz. An einer kleinen Auswahl durchgeführter restauratorischer Arbeiten lassen sich auch die entsprechenden Kosten ablesen: Restaurierung von Grabmalhainen Restaurierung des„Steinernen Kreuzes“ in Stammersdorf Restaurierung des Denkmals für Henri Dunant Restaurierung des Denkmals für Carl Michael Ziehrer Restaurierung des Johannes Nepomuk-Breitpfeilers am Kagraner Platz 39.293,00 EUR 14.774,00 EUR 11.316,00 EUR 9.161,00 EUR 15.254,00 EUR BEZIRKSMUSEEN Die Geschichte der Wiener Bezirksmuseen geht bis auf das 1923 entstandene Bezirksmuseum Meidling zurück. Die nach und nach hinzugekommenen Bezirksmuseen haben sich 1964 zu einem gemeinnützigen und unpolitischen Verein zusammengeschlossen. Das Heimatgefühl wird durch die Bezirksmuseen zwar gepflegt und intensiviert, allerdings wird dabei nicht nur die Dokumentation der Vergangenheit, sondern auch die Konfrontation mit der Gegenwart als wichtig erachtet. Mit ihren Dauer- und Sonderaustellungen erfüllen die Bezirksmuseen„normale“ Museumsaufgaben, darüber hinaus aber haben sie sich auch als lokale Kulturzentren etabliert, die vielen Künstlern erstmals Gelegenheit bieten sich vor Publikum zu bewähren. Die Existenz der Bezirksmuseen steht und fällt mit der ehrenamtlichen Tätigkeit ihrer Mitarbeiter, die von der Reinhaltung der Räumlichkeiten bis zur eigentlichen Museumsarbeit unentgeltlich tätig sind. Zum Sachaufwand leistet die Stadt Wien ihren Beitrag. Für 2002 hat eine Arbeitssubvention von 191.500,00 EUR den laufenden Betrieb gesichert. Zur Durchführung besonderer Projekte wurde ein zusätzlicher Betrag von 72.500,00 EUR bereit gestellt. So konnte das Bezirksmuseum Neubau die Ausstellung„Die Amerikaner am Neubau“, das Bezirksmuseum Brigittenau die Ausstellung„Von der Donau zur Adria“ zeigen. Im Wege der Projektförderung werden die Bezirksmuseen auch zu eigenen Internetauftritten kommen. EHRUNGEN Ehrungen der Stadt Wien verstehen sich als Würdigung herausragender Leistungen und als Motivation und Herausforderung für Künstler und Wissenschafter, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. Die Reihe der Empfänger von Auszeichnungen wie der diversen Preise der Stadt Wien wurde auch 2002 durch hochqualifizierte Persönlichkeiten bereichert. Mit diesen Ehrungsformen werden sowohl die Arbeiten junger, förderungswürdiger Künstler, Wissenschafter und Volksbildner als auch das Gesamtwerk bereits international anerkannter Kulturschaffender gewürdigt. Bedeutende Persönlichkeiten ehrt Wien auch über ihr Ableben hinaus mit Widmungs- und Ehrengräbern sowie durch Grabrestaurierungen und Kranzniederlegungen. INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Unser Schwerpunkt war und ist durch effiziente Zusammenarbeit mit den Vereinen und Initiativen das Kulturangebot unserer Bundeshauptstadt wesentlich vielfältiger und„bunter“ zu gestalten. Im Jahr 2002 wurde der 100. Geburtstag von Nazim Hikmet gefeiert. Ihm zu Ehren fanden zahlreiche Veranstaltungen statt. Die Höhepunkte waren eine Veranstaltung unter dem Motto„Nazim ist 100“ im Wiener Rathaus und eine Theateraufführung mit einem der berühmtesten türkischen Schauspieler, Genco Erkal, im Theater Akzent. Einen weiteren Schwerpunkt stellte die Aserbaidschanische Kulturwoche im April dar. Dabei wurde aserbaidschanische Kultur und Tradition in Musik, Tanz und Handwerk von zahlreichen namhaften KünsterInnen vorgestellt. Im Rahmen des polnischen Jahres in Wien haben einige Vereine, die mit ihren Aktivitäten den polnisch-österreichischen Kulturaustausch fördern, das ganze Jahr hindurch Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen organisiert. Von diesen überaus erfolgreichen Veranstaltungen seien die Begegnung und Zusammenarbeit von in Wien lebenden KünsterInnen mit KünsterInnen aus Polen und das Konzert von Leopold Kozlowski besonders hervorgehoben. Zu den ebenfalls erwähnenswerten Aktivitäten gehört das Musikfestival„Féte de la Musique“, welches vom Verein IODO in Kooperation mit dem Französischen Kulturinstitut organisiert wurde. Des weiteren fanden im Jahr 2002 syrische Filmtage, ein orientalisches Filmfestival und diverse Neujahresveranstaltungen mit vielfältigem Programm(Newrozfeste) statt. Das Forum Weltoffen präsentierte in seiner Ausstellung„Kunst verbessert die Zeit“ Werke von hier lebenden KünsterInnen mit ausländischer Abstammung. Seit einigen Jahren sind wir in ständiger Kooperation mit dem Dachverband aller ausländischen Gesellschaften, welche auch im Jahr 2002 sehr vielversprechend war. Im internationalen Bereich wurden, als Gegeneinladung zur Aserbaidschanischen Kulturwoche, die Wien-Tage in Baku abgehalten. Diese Veranstaltungen waren ein großer Erfolg für die Kulturabteilung und bestätigten die gute Zusammenarbeit zwischen Baku und Wien. Im Radio Kulturhaus fand, mit unserer Mitarbeit bei der Themenauswahl, eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto„Welt/Stadt – eine kulinarische Reise durch die kulturelle Vielfalt von Wien“ statt. AUSLANDSKULTUR Besonderes Augenmerk legt die Kulturabteilung(MA 7) auf die Förderung, Betreuung und Finanzierung von Wiener Projekten im Ausland. Folgende Veranstaltungen konnten mit Förderung und finanziellen Mitteln der Kulturabteilung stattfinden: Jänner Beginnend mit Dezember 2001 gastierte die Ausstellung„Wiener Bilder“ des„Museum auf Abruf“ bis Ende Jänner 2002 im Österreichischen Kulturforum in Warschau. In Hongkong stand das jährliche„City Fringe Festival“ ganz im Zeichen von Wien: der„Spotlight on Vienna“ reichte von einem Gastspiel von Christoph und Wolfgang Muthspiel bis zur Ausstellung der Ergebnisse einer gemeinsamen Fotoreportage von Wiener und Hong Konger KünstlerInnen. Februar Der bekannte Pianist Gottlieb Wallisch gab am 5. Februar ein umjubeltes Konzert in der Oper in Riga. Einige Tage später wurde in den Räumen des Stedeljik Museums Amsterdam unter dem Titel„Don Giovannis Wetter“ eine Ausstellung mit Werken von Christian Ludwig Attersee eröffnet, gleichzeitig begann der Wiener Tanzverein Natya Mandir eine zwei Monate dauernde Tournee durch Indien und das Wiener Klangtheater gastierte in Genf. März Der Frühlingsbeginn stand ganz im Zeichen der Musik: Der Wiener Lehrer A Capella Chor tourte durch die italienische Toskana, das Festival„Schubert, Schubert& Schubert“ in Washington D.C. feierte sein 20 jähriges Bestehen und das Wiener Kammerorchester spielte von 4. –17. März sechs Konzerte in Phönix, Santa Fee, Las Vegas, West Palm Beach u.a. Währenddessen eröffnete die dänische Königin in Kopenhagen die Ausstellung„Dänemark und der tanzende Wiener Kongress“ April Von 15.- 19. April hatte Wien wieder die Gelegenheit, die engen kulturellen Kontakte in den Kaukasus zu intensivieren: Im Rahmen der Aserbaidschanischen Kulturtage in Österreich konnten die Wienerinnen und Wiener neben mehreren Konzerten auch Teppich-, Gemälde- und Handschriftenausstellungen bewundern. Bevor der Pianist Gottlieb Wallisch am 19. April in der Carnegie Hall in New York auftrat, beendete die Wiener Kammerphilharmonie ihre erfolgreiche Tournee durch Südamerika; das Duo Florian Kitt und Rita Medjimorec war nach Peking eingeladen, und das Wiener Vocalensemble sang in Kiew. Aber Wien exportiert nicht nur die klassische Musik, auch im Jazzbereich sind wir von internationalem Interesse: Das Wiener Jazzensemble spielte beim Festival"Sergey Kuryekhin" in Moskau und St. Petersburg und das Jones Mobile mit Christine Jones machte in Sarajewo Halt. Mai Am 16. Mai konnte in Split feierlich die„IMAGO 2002 – Christliche Kunst heute“ eröffnet werden. Gleichzeitig gastierte das Tanz Atelier Wien mit dem Stück„Raster“ beim internationalen Kunstfestival „Meet in Beijing“. Die Theatergruppe Domino folgte einer Einladung nach Israel. Trotz Befürchtungen ob der politischen Situation kamen dreimal so viele ZuschauerInnen wie vorgesehen; die Gruppe spielte 14 Mal und gab noch mehrmalige Zusatzvorstellungen in der Kibbutzbewegung. Der Amadeus Knabenchor wurde vom Pallotinischen Provinziat eingeladen, zwei Konzerte in Tychy und Pszcyna zu geben und in Sarajewo präsentierte die Yedermann Produktion ein EthnoJazzkonzert vom Feinsten. Juni Am 20. Juni hatte„Der ironische Blick“, eine Ausstellung des„Museum auf Abruf“, in Prag Vernissage. Geplant war, die Exponate bis Ende Oktober zu zeigen, auf Grund des verheerenden Hochwassers musste die Ausstellung aber bereits im September geschlossen werden. Der Arnold-Schönberg-Chor freute sich, erstmalig zum renommierten„Toronto Choral Festival“ eingeladen zu sein. Juli In Bruneck erklang am 30. Juli Mozart, Rossini und Boccherini, dargeboten vom Merlin Ensemble Wien. August Der Wiener Kammerchor war als einziger österreichischer Chor zum„World Symposium on Choral Music“ nach Minneapolis eingeladen und der Wiener Concert-Verein gab zwei Konzerte in Slowenien. September Einer der Höhepunkte zu Saisonbeginn waren die Belgrad Tage in Wien: Zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch des Milosevic-Regimes präsentierte sich die serbische Hauptstadt im Ausland: Und Belgrad zeigte sich von einer sehr selbstkritischen, jungen Seite: Am 3. September eröffneten die beiden Bürgermeister, Michael Häupl und Ludmila Hrustanovic, im Beisein von viel Wiener und internationaler Prominenz die Belgrad-Tage mit dem„Yugomuseum“, einer Installation über die letzten 80 Jahre jugoslawischer Diktaturgeschichte. Dann folgte ein Höhepunkt dem anderen: Das Theaterstück„Pandora´s Box“ des berühmten serbischen Autors Goran Markovic hatte ein Jahr nach seiner Uraufführung die Wiener Premiere, die Ethno-Jazz-Formation„Ognjen&Friends“ bezauberten in der Szene Wien, die Galerie Serafin zeigte mit den„Schaltjahren“ junge Belgrader Kunst und als wildes Finale rockte„Darkwood Dub“ im WUK. Weitere Kulturtage folgten: Am 29. September wurden mit einem Galakonzert der Warschauer Philharmonie im Wiener Konzerthaus feierlich die Warschau-Tage in Wien eröffnet. Im Arkadenhof des Rathauses lockte eine Ausstellung zu Polens Kampf um die Unabhängigkeit,„Tore der Freiheit“, zahlreiche BesucherInnen an und im Architekturzentrum Wien konnte man die Ideen für eine zukünftige Warschauer Architektur bewundern. Und neben den Warschauer Filmtagen fand einer der Höhepunkte der Warschau-Tage im Porgy&Bess statt: das Konzert der berühmtesten Jazzsängerin Polens, Anna Maria Jopek. Während Belgrad und Warschau Wien verzauberten, konnte das„Museum auf Abruf“ in Baku die „Wiener Bilder – Fotografien einer Stadt“ präsentieren, das Vocalensemble und Consort Polyhymnia Alte Universität Wien war in den Elsass zum internationalen Orgelfest Masevaux eingeladen und das Willi Dorner Tanzensemble gastierte in New York und Los Angeles. Oktober Am Samstag, dem 5. Oktober, eröffneten die beiden Bürgermeister Michael Häupl und Stefan Sofianski in der u.a. mit Wiener Kulturmitteln neu renovierten Städtischen Galerie feierlich die WienTage in Sofia. Umrahmt von den Wiener Artschrammeln begann ein sehr interessantes Programm: Einerseits konnte man„Double Bind“ besuchen, ein von Georg Schöllhammer kuratiertes gemeinsames Projekt von je sechs KünstlerInnen aus beiden Metropolen, die in den drei namhaftesten Galerien bzw. Kunstzentren der Stadt ausstellten, andererseits füllte das weltweit bekannte Altenberg-Trio mit seinem anspruchsvollen Programm moderner österreichischer Klassik einen der größten Konzertsäle von Sofia. Zusätzlich boten die Musiker noch eine begleitende Meisterklasse an der Sofioter Musikakademie an. Im Rahmen dieser großen Highlights fand eine Reihe kleiner und sehr qualitativer Veranstaltungen statt: eine Lesung österreichischer Lyrik im Alpensaal des Nationalmuseums, Kammerkonzerte in der Städtischen Galerie und die Fotoausstellung der Bilder des Wiener Jazzfestes von Zafer Galibov. Neben den Wien-Tagen passierten aber auch unspektakulärere, nicht minder wichtige Dinge: Über 1000 Bücher wurden der Jugoslawischen Botschaft in Wien überreicht und eine weitere große Auswahl an österreichischer Literatur wurd an die Österreichische Bibliothek in Sarajewo übermittelt. Buchspenden gingen auch nach Kuala Lumpur, Havanna, an die deutschsprachige Gemeinschaft in Eupen und an das„Institute of Germanic Studies“ an der Londoner Universität. Auch im Konzertbereich tat sich im Oktober Einiges: Das Wiener Mozart Orchester tratt zehnmal im Rahmen des mexikanischen„Festival Internacional Cervantino in Guanajuato“ auf. Ingeborg Baldaszti gastierte beim belgischen Flandern Festival und die Schuola Cantorum sang in Brünn. Von 17. – 19. Oktober hatte Wien dann die Stadt Krakau zu Gast. Von der festlichen Eröffnung im Rathaus ging es über ein Rilke Oratorium, Straßenperformance und zwei Jazzkonzerten, einer sehr großen Ausstellung mit Werken aus der„Grafik Triennale“ im Vienna Art Center, hin zum Höhepunkt, einer Gala des legendären Kabaretts„Piwinica pod Baranami“ in der Halle E des Museumsquartiers. November Die Chorvereinigung„Jung Wien“ tourte bis 10. November durch Thailand, Malaysia und Singapur, während die Gruppe L.E.O. Mexico mit Wiener Operettenmusik verzauberte. Vorschau Am 3. Juni 2003 werden in Krakau die Wien Tage eröffnet werden. Wien wird u.a. mit der Ausstellung „Bilder von Wienern“, dem Ballett„Häresie“ von Karol Szymanowksi und Jazz vertreten sein... NEUE MEDIEN In den letzten Jahren entwickelte sich in Wien im Bereich der„Neuen Medien“ eine sehr lebendige und vielfältige Szene. Es wurden nicht nur kleine verortete Initiativen gegründet, oder„nur“ virtuelle, sondern eine sehr spannende Mischung von Projekten mit reeller Präsentation und virtueller Partizipation öffnete sich jenen anderen Formen der Kunstproduktion und –reflexion. Die Kulturabteilung versucht dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, in dem sie sich über das Referat„Neue Medien“ bemüht, diese Vielfalt möglichst adäquat zu unterstützen. Das heißt: Wir versuchen trotz des knappen Budgets, intensiv auf die verschiedenen Bedürfnisse der KünstlerInnen dieses heterogenen Mediums einzugehen: individuelle Beratung mit gleichzeitiger Verknüpfung der verschiedenen Bereiche sind ein sehr wichtiger Bestandteil der Tätigkeit des Referates. So konnten 2002 zwar nur wenige finanzielle Förderungen vergeben werden, aber es ist uns gelungen, durch zusätzliche gezielte Vernetzungsarbeit einige erfolgreiche Akzente für eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Medium Internet setzen zu können. STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 135 645 EUR vergeben. Davon entfielen 10 Arbeitsstipendien an Wiener Zivildiener im Rahmen ihres Gedenkdienstes. FILM UND VIDEO Um die Vielfalt der städtischen Kinolandschaft aufrecht zu erhalten, lag 2002 ein Schwerpunkt der Filmfinanzierung in der Förderung der Wiener Kinos. Die bereits im Jahr 1999 beschlossene„große Kinoförderung“, die einen Rahmenbetrag von ca. 727.000 Euro vorsieht, wurde 2002 auf weitere drei Jahre verlängert. Außerdem gelang es in diesem Jahr, das Metrokino und das Gartenbau als Kinostandorte zu erhalten. Beide Kinos werden ein anspruchsvolles Programm – abseits der Blockbuster der Multiplex-Kinos- bieten. Im Bereich der„Jungfilmerförderung“ wurde die Schwerpunktsetzung beibehalten, das heißt vorwiegend Studierende der Filmakademie, der Akademie für Angewandte Kunst etc. erhalten von Seiten der Stadt Wien finanzielle Unterstützung bei der Herstellung ihrer Abschluss- und Diplomfilme und sehr häufig auch für den oder die nachfolgenden Filme. Im Jahr 2002 hat diese Vorgangsweise besonders erfreuliche Blüten getragen: Barbara Gräftner räumte mit ihrem Low-low-Budget-Film„Mein Russland“ nationale und internationale Preise ab, Jörg Kalts Spielfilm„Richtung Zukunft durch die Nacht“ wurde bei der Diagonale 2002 von Publikum und Presse heftig akklamiert und läuft jetzt in den Kinos; Marco Doringers anspruchsvoller Dokumentarfilm„Voices off – Beyrouth“ erhielt den Preis der Diagonale 2002; Kenan Kilic’s Film„Die Nachtreise“ war der Preisträger der Stadt Wien bei der Viennale 2002; der Kurzfilm„Copy Shop“ von Virgil Widrich war für den ausländischen Kurzfilm-Oscar nominiert – die Reihe könnte fortgesetzt werden. Im strukturellen Bereich wurden weiterhin unterschiedliche Bereiche wie Weiterbildung(z. B. Drehbuchforum) Vertrieb bzw. Festivalbeschickung(z. B. Sixpack), kleine Retrospektiven bzw. Festivals(culture2culture, Navigator etc.) in ihrer Jahrestätigkeit bzw. für die Veranstaltungen unterstützt.. FILMFONDS WIEN Vorrangiges Ziel des Filmfonds Wien ist es, einerseits Wien als Film- und Medienstandort sowie als Drehscheibe des internationalen Filmschaffens zu stärken und auszubauen und andererseits die kulturelle Vielfalt Europas zu erhalten. In diesem Sinne werden die Kultur, die Wirtschaft und die Beschäftigung innerhalb der Filmbranche in einem europäischen Kontext gefördert. Eine weitere wichtige Aufgabe des Filmfonds ist es, für den österreichischen Film eine größtmögliche Öffentlichkeit zu schaffen und der Kommunikation innerhalb der Branche eine Plattform zu bieten. Der Fonds vergibt Förderungen an Filmproduktionen in den verschiedenen Phasen der Herstellung: Projektentwicklung(inklusive Drehbuch), Produktion, Verleih und Teilnahme an Filmfestivals. Die kulturelle, wirtschaftliche und künstlerische Bedeutung eines Filmprojekts sind entscheidende Kriterien für eine Förderung durch den Filmfonds Wien. Im Film sollte die Kultur Europas, Österreichs oder Wiens Beachtung finden. Im wirtschaftlichen Interesse der Stadt Wien steht der sogenannte Wiener Filmbrancheneffekt während einer Filmproduktion. 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen für die Nutzung der Wiener Filminfrastruktur, seiner Filmschaffenden und/ oder für die Präsentation Wiens als Location im Film eingesetzt werden. Bei den Herstellungen spielt der internationale Kontext zunehmend eine wichtige Rolle. Dabei wurden traditionelle wie auch neue Partnerländer in die Projekte eingebunden. Beispielsweise realisierten die Produzenten von Amour Fou Film ein Projekt gemeinsam mit Frankreich:„Pas de repos pour les braves“. Immer mehr österreichische Produzenten gehen neue Wege, z.B. in den Osten Europas. Mit dem Projekt„Donau“ der Lotus-Film wurden neben Österreich die Länder Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien im Dreh durchquert. In Produktion befand sich 2002 das Projekt„Firestarter“ von Novotny& Novotny Film, eine österreichisch-bosnisch-türkische Gemeinschaftsproduktion. Dieser Trend zu neuen Wegen in den Osten vollzieht sich, da dort neue Partner, interessante Geschichten und neue Märkte zu finden sind. Auch sind die bisherigen starken Partner(z.B. Deutschland, Schweiz) nach wie vor wichtige Koproduzenten für österreichische Filmschaffende. Zahlreiche österreichische Filme starteten im Jahr 2002 in den Kinos. Mit 23 geförderten heimischen Projekten waren mehr als doppelt so viele österreichische(Co-)Produktionen als im Jahr zuvor auf den Leinwänden zu sehen, an deren Finanzierung der Fonds beteiligt war. Publikumsrenner war die Komödie der Dor Film„Poppitz“ mit Roland Düringer unter der Regie von Harald Sicheritz, die bis Jahresende weit über 400.000 Besucher erreichte. Über 100.000 Kinogänger sahen„Hundstage“, der beim Internationalen Filmfest in Venedig 2001 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnete Film von Ulrich Seidl. Auch 2002 wurde„Hundstage“ auf Festivals prämiert: Den„Special Prize of the Jury“ erhielt der Film beim Oporto International Film Festival, und beim Internationalen Filmfestival in Bergen wurde er als bester Film geehrt. Festivalerfolge gab es 2002 auch für andere Filme: z.B.„Mein Russland“ von Barbara Gräftner wurde mit dem Max Ophüls Preis in Saarbrücken prämiert. „Elsewhere“ von Nikolaus Geyrhalter erzielte nicht nur beeindruckende Besucherzahlen mit dem Einsatz von nur einer Filmkopie im Kino, sondern wurde ferner mit dem Publikumspreis der Duisburger Filmwoche ausgezeichnet. “WHO IS WHO?” beim Filmfonds Wien Kuratorium Dem Kuratorium trat mit Beginn des Jahres Helmut Grasser bei. Im November folgte Dr. Barbara Fränzen dem ausscheidenden Mitglied Mag. Andreas Gruber. Dem Kuratorium des Filmfonds Wien gehörten damit 2002 folgende Mitglieder an: Dr. Barbara Fränzen, ORF(ab November 2002) Mag. Andreas Gruber, Produzent/ Regisseur(bis Oktober 2002) Helmut Grasser, Produzent der Allegro Film Hans Hurch, Direktor der Viennale Mag. Michael Kreihsl, Regisseur Wolf-Rüdiger Philipp, Kulturabteilung der Stadt Wien Michael Stejskal, Geschäftsführer des Verleihs Filmladen Mag. Kathrin Zechner, Konsulentin der Vereinigten Bühnen Wiens Jury Das Gremium des Fonds, das die eingereichten Förderanträge beurteilt, tagte im Jahr 2002 fünf mal und setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Ulrike Dohr, Geschäftsführerin der Dohr WerbeGmbH und Marketing Direktorin der 20th Century Fox Österreich Heidrun Podszus, Geschäftsführerin des Verleihs Ventura Film GmbH(Berlin) Dr. Gottfried Schwarz, Regisseur, Dramaturg und Schauspieler Dr. Andreas Ungerböck, Chefredakteur der österreichischen Kino- und Filmzeitschrift Ray Die Mitglieder der Ersatzjury waren: Dr. Elisabeth Büttner, Filmhistorikerin und Filmwissenschafterin Björn Koll, Geschäftsführer der Salzgeber& Co. Medien GmbH(Berlin) Dr. Sabine Perthold, Leiterin des Drehbuchforums in Wien Jani Thiltges, Geschäftsführer der„Samsa Film”(Luxemburg) Filmfonds Wien intern Mitte des Jahres konnte der Controlling-Bereich personell verstärkt werden. Somit zählt der Filmfonds seither acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dr. Peter Zawrel, Geschäftsführung Andrea Christa, Stellvertretung der Geschäftsführung Mag. Petra Krassnigg, Verträge Mag. Silke Schönfelder, Public Relations Sibylle Schwarzkogler, Teamassistenz Mag. Thomas Heskia, Controlling Margarethe Binder, Controlling Alessandro Chia, Controlling Fördertätigkeit der Gremien Der Filmfonds Wien sprach 2002 insgesamt 97 Anträgen eine Förderzusage aus. Das sind rund neun Prozent mehr Zusagen als im Vorjahr. Die drei Entscheidungsgremien des Fonds(Jury, Kuratorium, Geschäftsführung) vergaben damit ein Fördervolumen von 9.015.005,02 Euro an Filme in der Phase der Projektentwicklung, Herstellung oder Verwertung bzw. an Projekte, die zur Strukturstärkung des Filmbereichs in Wien und Österreich beitragen. Kuratorium Das Kuratorium des Filmfonds Wien kam im Jahr 2002 fünf mal zusammen. Neben den Förderzusagen für die Jahrestätigkeit der Austrian Film Commission und der Länderförderungstagung in Graz, die im Rahmen der„Diagonale“ alljährlich auf Initiative des Filmfonds Wien stattfindet, lagen die Förderungsrichtlinien des Filmfonds im Hauptaugenmerk der Sitzungen. Diese wurden, in Zusammenarbeit mit den Filmschaffenden, den Entwicklungen und Bedürfnissen der Branche als auch den EU-Bedingungen angepasst. Jury Die Jury des Filmfonds Wien gab in fünf Sitzungen innerhalb 2002 insgesamt 54 Zusagen für die Gewährung von finanziellen Fördermitteln durch den Fonds zur Realisierung oder Verwertung von Filmprojekten. Die Gesamtfördersumme dieser Projekte beträgt 8.227.400,20 Euro. Geschäftsführung Die Geschäftsführung des Fonds sagte knapp 52 Prozent mehr Projekten eine Förderung zu als im Vorjahr: 41 Zusagen mit einer Fördersumme von 641.267,82 Euro. Übersicht der Förderungen 2002 81 verschiedene Projekte erhielten im Jahr 2002 insgesamt zwölf Projektentwicklungsförderungen, 34 Herstellungsförderungen, von denen je die Hälfte für die Realisierung von internationalen Filmen und nationale Filme ausgesprochen wurden, 22 Förderzusagen für den österreichischen Kinostart und 19 finanzielle Unterstützungen bei der Teilnahme auf internationalen Filmfestivals. Ferner gab es zehn Strukturförderungen. Folgende Abbildung spiegelt das Verhältnis der Anzahl der Förderzusagen und des Fördervolumens der jeweiligen Sparte der Fördertätigkeit des Filmfonds Wien 2002 wieder: Anzahl der Projekte der einzelnen Fördersparten 10 19 34 22 12 Herstellung Projektentwicklung Kinostart Festivalteilnahme Struktur Zugesagte Mittel des Fonds nach Fördersparten(in Euro) 0,26 Mio 0,51 Mio 0,23 Mio 0,26 Mio 7,76 Mio Projektentwicklungsförderungen Mit einer Gesamtsumme von 256.052,59 Euro wurden zwölf Projekte in der Entwicklung gefördert. Zehn der zwölf Filme sind bereits unter Vertrag(Stand: Mitte Februar 03). Die Gesamtkosten der Projektentwicklungen belaufen sich auf 617.641,41 Euro. Damit ist der Filmfonds Wien durchschnittlich zu 41,5 Prozent an der Finanzierung der Projektentwicklungen beteiligt. Projekttitel Antragsteller Autor Die Anarchie der Vorstadt Nanook Film Thaddäus Podgorsky Début de Siècle Novotny& Novotny Film Peter Patzak Des Deutschen liebstes Kind Georg Misch Georg Misch Es waren zwei Königskinder Coop 99 Jessica Hausner Das Globale Herz der Susanne Amour Fou Wenger Martina Kudlacek Karo und der liebe Gott ProKids-Kulturverein Danielle Proskar Keine Insel – die Palmers Entführung 1977 meter – binder, gartner Alexander Binder, & groen Michael Gartner Lercherl Fischer Film Michael Weiss Viennyl Orbrock Seilern& Gehmacher Ulrich Gehmacher, Markus Seilern Wohnhaft: Rüdengasse Extrafilm Kris Krikellis Das Ziegelwerk Lotus Film Max Linder, Pavao Loncar Zum großen Chineser Nanook Film Fritz Kleibel Fördersumme in € 9.083,75 36.000,00 11.140,00 10.000,00 22.995,00 10.800,00 50.000,00 20.000,00 28.090,00 25.500,00 21.153,65 11.290,19 Summe 256.052,59 Herstellungsförderungen Für 32 unterschiedliche Filmprojekte wurden 34 Förderanträge befürwortet. Mit einer Fördersumme von 7.755.857,62 Euro wurden 16 internationale und 16 nationale Produktionen unterstützt. Die internationalen Projekte erhielten in Summe 3.718.722,35 Euro, die nationalen Produktionen 4.037.135,27 Euro. Zwei Filme bekamen für deren Herstellung Mittel aus der erfolgsbedingten Förderung, d.h. Fördergelder, die die Produzenten(Star Film bzw. MR Film) nach der erfolgreichen Auswertung vorangehender Projekte zurückzahlen und nun erneut darauf zugreifen konnten. Die Gesamtherstellungskosten der 32 Filme betragen 35.954.253,77 Euro, von denen allein rund 19,62 Millionen Euro während der Produktion für die Nutzung der hiesigen Infrastruktur, der Ressourcen und kreativen Kräfte der Wiener Filmbranche investiert wurden. Somit sind 54,6 Prozent der nationalen Gesamtherstellungskosten in die Wiener Filmbranche geflossen. Abzüglich der drei Mittelerhöhungen von Filmen, die bereits in den Vorjahren gefördert wurden, förderte der Filmfonds Wien 29 Filmvorhaben in der Produktion mit rund 7,54 Millionen Euro. Von den 31,60 Millionen Euro Gesamtherstellungskosten dieser Filme wurden 17,46 Millionen Euro in Wien ausgegeben. Damit liegt der Wiener Filmbrancheneffekt bei 232 Prozent, die Beteiligung des Filmfonds an der Finanzierung der Produktionen bei durchschnittlich 23,9 Prozent. Mehr als die Hälfte der geförderten Herstellungen konnte bereits die Förderverträge abschließen: 17 der 31 Projekte(Stand: Mitte Februar 03). Projekttitel 2 Väter 1er Tochter Antragsteller/ Produzent Star Film Die abenteuerlichen Reisen des Joseph Francis Rock Antares Der arme Verschwender Donau(Mittelerhöhung) Firestarter Flamenco der Liebe(inkl. Mittelerhöhung) Guarded Secrets Hotel Jesus, Du weißt Kaltfront(Mittelerhöhung) Kurz vor Europa Küss mich, Prinzessin Die letzten Zöglinge WILDart Film Lotus Film Epo Film Lotus Film Novotny& Novotny Filmproduktion Epo Film Wega Film coop 99 MMK Media coop 99 Nikolaus Geyrhalter Film Aichholzer Filmproduktion Dor Film MA 2412 – Der Kinofilm Nacktschnecken Hurensohn MR Film Dor Film Aichholzer Film Regisseur Reinhard Schwabenitzky Paul Harris Fördersumme in € 466.028,00 94.391,50 Götz Spielmann Michael Kreihsl Goran Rebic Pjer Zalica 634.262,00 350.000,00 139.771,14 120.000,00 Bodo Fürneisen 162.500,00 Zsusza Böszörmenyi Jessica Hausner Ulrich Seidl Valentin Hitz Andrzej Klamt, Ulrich Rydzewksi Michael Grimm 136.118,00 359.192,00 53.140,00 22.165, 00 78.000,00 298.803,00 Peter Oberdorfer, Christoph Mayr Harald Sicherits Michael Glawogger Michael Sturminger 70.000,00 436.000,53 436.037,00 552.785,83 Der perfekte Moment Fischer Film Der Poet(inkl. Mittelerhöhung) Eclypse Filmpartner Pas de repos pour les braves Amour Fou Film Ein Sommer mit den Burggespenstern (Mittelerhöhung) Extrafilm Die Souvenirs des Herrn X Nikolaus Geyralter Film Spirello Songs Cine Cartoon Taxi für eine Leiche Aichholzer Film Trick 17 coop 99 Twinni Allegro Film Die Unberührbaren Allegro Film Villa Henriette ProKids-Kulturverein Filmproduktion Wasser Lotus Film Wohnhaft: Rüdengasse Extrafilm Zelary Dor Film Zwei oder drei Dinge, die ich von ihm weiß Svarc Film Summe Andreas Weber Paul Hills Alain Guiraudie Bernd Neuburger Arash T. Riahi Peter Höschl Wolfgang Murnberger Antonin Svoboda Ulrike Schweiger Simon Aeby Michael Sturminger Udo Maurer Kris Krikellis Ondrej Trojan Malte Ludin 30.000,00 264.000,00 150.000,00 50.870,98 36.336,00 167.448,00 150.000,00 299.281,00 366.077,00 900.000,00 513.438,83 261.070,60 24.500,00 94.827,21 38.814,00 7.755.857,62 Verwertungsförderungen Kinostart 50 Prozent mehr Kinostartförderungen als im Jahr 2001 konnte der Filmfonds Wien im Jahr 2002 aussprechen. Insgesamt wurde der Kinostart in Österreich für 21 heimische Produktionen mit einer Summe von 504.856,80 Euro gefördert. Die Gesamtkosten der Kinostarts belaufen sich auf 1.278.735,47 Euro. Der Fonds ist damit an 39,5 Prozent der Kosten beteiligt. Förderverträge liegen bereits bei 20 der 21 Kinostartförderungen vor(Stand: Mitte Februar 03). Projekttitel Antragsteller All Queen’s Men Filmladen Andreas Hofer- Freiheit des Constantin Film Adlers Atlantic Drift Filmladen Auf allen Meeren Navigator Film Ausländer raus – Schlingensiefs Container Polyfilm Bellaria – So lange wir leben Einhorn Film Blue Moon Filmladen Elsewhere(inkl. Mittelerhöhung) Stadtkino Film ist Sixpack Film Gebürtig Filmladen Regisseur Stefan Ruzowitzky Fördersumme in € 34.000,00 Xaver Schwarzenberger 13.857,39 Michel Daeron Johannes Holzhausen Paul Poet 25.500,00 10.000,00 3.303,90 Douglas Wolfsperger Andrea Dusl Nikolaus Geyrhalter 14.533,64 37.000,00 20.105,21 Gustav Deutsch Robert Schindel, Lukas Stepanik 18.714, 00 39.755,43 Ikarus Im Spiegel der Maya Deren Im toten Winkel Filmladen Stadtkino Filmladen Lost and Found Mein Russland Meine Schwester, das Biest Filmladen Polyfilm Star Film Poppitz Richtung Zukunft durch die Nacht Rocco Vollgas Zur Lage Filmladen Jörg Kalt Filmladen Filmladen Polyfilm Summe Bernhard Weirather Martina Kudlacek Andre Heller, Othmar Schmiederer Caspar Pfaundler Barbara Gräftner Reinhard Schwabenitzky Harald Sicheritz Jörg Kalt 21.453,16 15.767,02 9.000,00 10.901,00 19.000,00 61.771,00 39.971,00 10.636,00 Houchang Allahyari Sabine Derflinger Michael Glawogger, Michael Sturminger, Ulrich Seidl, Barbara Albert 51.500,00 32.703,00 15.385,05 504.856,80 Verwertungsförderung Festival Für die Teilnahme von österreichischen Filmen an internationalen Filmfestivals förderte der Filmfonds 15 Projekte für insgesamt 19 Festivalteilnahmen. Der Fonds beteiligte sich mit 264.496,01 Euro an den Gesamtkosten der Festivalteilnahmen, die sich auf 452.364,26 Euro beliefen. Der Fonds ist damit mit rund 58,4 Prozent an der Finanzierung beteiligt. Die Förderung von 17 der 19 Festivalteilnahmen ist bereits vertraglich unterzeichnet(Stand: Mitte Februar 03). Projekttitel Antragsteller Am anderen Ende der Brücke Atlantic Drift Atlantic Drift Auf allen Meeren Auf allen Meeren Blue Moon Copy Shop Film ist Fred Gebürtig SK-Film und Fernsehproduktion Extrafilm Extrafilm Navigator Film Navigator Film Lotus Film Virgil Widrich Film Loop Media Spectrum Trickfilm Cultfilm Gebürtig Cultfilm I am from nowhere Jedermann’s Fest Navigator Film Wega Film Regisseur Hu Mei Fördersumme in € 13.000,00 Michel Daeron 17.186,00 Michel Daeron 35.732,00 Johannes Holzhausen 3.158,00 Johannes Holzhausen 535,00 Andrea Dusl 30.000,00 Virgil Widrich 18.783,54 Gustav Deutsch 6.875,30 Harald Havas 10.000,00 Robert Schindel, Lukas 40.000,00 Stepanik Robert Schindel, Lukas 20.000,00 Stepanik Georg Misch 3.000,00 Fritz Lehner 4.854,19 Richtung Zukunft durch die Nacht Richtung Zukunft durch die Nacht Rocco Teilnahme Cine Gear 2002 Voices Off – Beirut Zur Lage Summe Jörg Kalt Jörg Kalt Epo Film FWG FotoWerbeGesmbH Filmfabrik Lotus Film Jörg Kalt 14.521,29 Jörg Kalt 2.550,69 Houchang Allahyari 20.000,00 10.000,00 Marko Doringer Michael Glawogger, Michael Sturminger, Ulrich Seidl, Barbara Albert 4.000,00 10.000,00 264.196,01 Maßnahmen Zur Stärkung des Film- und Medienstandortes Wien gewährt der Filmfonds Strukturförderungen von Maßnahmen, die die Infrastruktur stärken und/ oder Kommunikationsmöglichkeiten der Branche untereinander bieten. 2002 sagte der Fonds zehn Strukturförderungen zu. Mit durchschnittlich 16,7 Prozent war der Fonds an der Finanzierung dieser Projekte beteiligt, deren Realisierung in Summe 1,40 Millionen Euro ausmachten. Projekttitel Antragsteller Austrian Film Commission Jahrestätigkeit Austrian Film Commission Buchpublikation„Der Dritte Mann“ Czernin Verlag Cinedays 2002 Österreichisches Filminstitut Cuttertreffen Österreichischer Cutterverband MIPCOM 2002 Cannes Verband Österreichischer Filmproduzenten Österreichisch-italienisches Produzententreffen Ralph Palka Präsentation der österreichischen Sphinx Film Int. Filmindustrie im arabischen Raum Reel Time Initiative After Image Productions Studie Creative Industries Österreichische Kulturdokumentation Tagung Länderförderung 2003 Diagonale Summe Charakteristika der geförderten Filme Koproduktionsanteil der Herstellungen Fördersumme in€ 110.000,00 15.000,00 17.700,00 2.000,00 10.000,00 4.500,00 2.500,00 6.000,00 30.000,00 36.337,00 234.037,00 CA 6% CZ 6% F 6% CZ/FIN/SLO 6% HU/FIN 6% TR/BIH 6% LUX 6% D/SP 6% D/UK 6% D 26% D/NL 6% D/CH 14% BIH D FIN F UK CA LUX NL CH SLO SP CZ TR HU Bosnien Deutschland Finnland Frankreich Großbritannien Kanada Luxemburg Niederlande Schweiz Slowenien Spanien Tschechien Türkei Ungarn 2002 gab es 16 Koproduktionen mit ausländischen Partnern. Die internationalen Produktionen zeigen die Vielfalt der möglichen Partnerschaften. Mit bis 4 beteiligten Partnern wurden die Gemeinschaftsproduktionen realisiert. Dass mit Deutschland nach wie vor die meisten Filme produziert werden, bestätigen auch die Koproduktionen des Jahres 2002: Deutschland ist an neun der 16 Projekte beteiligt. Mit einer Beteiligung der Länder Finnland, Tschechien und Schweiz sind jeweils zwei Projekte gefördert worden. Gesamtherstellungskosten der Produktionen 2- 3 Mio 19% > 4 Mio 3% < 0,5 Mio 40% 1- 2 Mio 25% 0,5- 1 Mio 13% Bei dreizehn der geförderten Herstellungen des Jahres 2002 lagen die nationalen Herstellungskosten unter 500.000 Euro. Gemeinsam belaufen sich die nationale Kosten dieser 13 Filme auf 3.542.764,45 Euro. Die Projekte wurden mit insgesamt 1.139.074,71 Euro vom Filmfonds Wien finanziert. Zwischen einer halben und einer Million Euro bewegt sich das nationale Gesamtbudget von vier Filmen mit insgesamt 3.141.995,90 Euro. Diese Projekte erhielten vom Fonds insgesamt 770.249 Euro. Der Filmfonds Wien hat acht Herstellungen mit einem österreichischen Produktionsbudget zwischen einer und zwei Millionen Euro gefördert. Deren Kosten betrugen insgesamt 11.263.777,66 Euro. Eine Förderung von insgesamt 1.679.212,60 Euro wurde für diese Filme befürwortet. Weitere sechs Filme weisen zwei bis drei Millionen Euro in der nationalen Projektkalkulation auf, wurden mit 11.019.675,76 Euro veranschlagt und erhielten eine Förderung vom Filmfonds Wien in Höhe von 1.690.033,67 Euro. Ein Film wurde mit einer Summe von über 5 Millionen Euro kalkuliert und vom Fonds mit 900.000 Euro gefördert. Genre der geförderten Filme Dokumentarfilm Drama Experimentalfilm Heimatfilm Kinderfilm Komödie Literaturverfilmung Road Movie Zeichentrickfilm 3 1 3 1 1 2 10 25 24 Von den 70 geförderten Filmprojekten sind 25 als Dokumentarfilm ausgewiesen worden. D.h. mehr als ein Drittel aller geförderten Projekte gehören diesem Genre an. Die Dramen bildeten ein weiteres Drittel der geförderten Filme. Die Komödie ist das dritthäufigste Genre mit 10 Projekten, gefolgt von Experimentalfilm und Kinderfilm, wovon jeweils drei Projekte durch den Filmfonds Wien gefördert wurden. Besucherzahlen, Festivalteilnahmen und Preise In den österreichischen Kinos liefen 2002 insgesamt 23 vom Filmfonds Wien geförderte Filme an. Doch nicht nur im Kino war der heimische Film stark vertreten, sondern auch auf internationalen Festivals, wo er auch einige Preise erhielt. Kinostarts und Besucherzahlen 2002 Filmtitel Produzent Verleih Kinostart 2002 All the Queen’s Men Andreas Hofer Atlantic Drift Auf allen Meeren Ausländer raus Bellaria Blue Moon Elsewhere Film ist.(7-12) Gebürtig Hundstage Ikarus Im Spiegel der Maya Deren Im toten Winkel Hitlers Sekretärin Jedermanns Fest Lost and Found Dor Film Satel Film Extrafilm Navigator Film Bonus Film Epo Film Lotus Film Nikolaus Geyrhalter Film Loop Media Cultfilm, Extrafilm Allegro Film Allegro Film Navigator Film Filmladen Constantin Filmladen Navigator Film Polyfilm Verleih Einhorn Film Filmladen Stadtkino Six Pack Filmladen Filmladen Filmladen Stadtkino 07.06.02 12.08.02 15.11.02 10.05.02 14.06.02 12.04.02 08.11.02 31.05.02 05.05.02 05.04.02 16.01.02 19.04.02 15.03.02 Dor Film Filmladen 14.03.02 Wega Film Caspar Pfaundler Filmladen Filmladen 22.01.02 20.09.02 Besucherzahlen Stand: Dezember 5.050 35.690 279 1.564 1.083 2.854 25.324 14.765 854 11.799 104.431 7.096 2.750 19.223 6.808 1.345 Mein Russland Meine Schwester das Biest Nogo Poppitz Der Umweg Vollgas Zur Lage Bonus Film Star Film Dor Film Dor Film Lotus Film Prisma Film Lotus Film Polyfilm Filmladen Filmladen Filmladen Filmladen Filmladen Polyfilm 06.12.02 18.10.02 20.02.02 30.08.02 19.07.02 15.03.02 07.06.02 771 10.326 5.663 438.732 514 10.665 3.681 Festivalteilnahmen 2002 An über 100 internationalen Festivals haben 30 geförderte Filme im Jahr 2002 teilgenommen. Damit konnten insgesamt 249 österreichische Festivalteilnahmen von Filmen, an denen der Filmfonds Wien mit einer Förderung beteiligt ist, registriert werden. Am anderen Ende der Brücke SK Film The World Film Festival Montreal Atlantic Drift Extrafilm 32. Intern. Festival des Jungen Films Berlin; European Film Market Berlin; 27. Intern. Film Festival Toronto; 31. Intern. Festival of New Cinema and New Media Montreal; 17. Intern. Dokumentarfilmfestival München; 18. Intern. Film Festival Haifa„Neighbours“; 26. Intern. Film Festival Sao Paulo; 17. Intern. Film Festival Fort Lauderdale; 5. Jewish Film Festival London; 5. Meeting of Cinema and History Festival Istanbul Auf allen Meeren Navigatorfilm 32. Intern. Festival des Jungen Films Berlin; European Film Market Berlin; 6. Filmwoche Duisburg; 24. „Cinema du reel“ Intern. Film Festival of Visual Anthropology and Social Documentation Paris; 17. Intern. Dokumentarfilmfestival München; 1. Intern. Documentary Film Festival Lissabon; 13. Intern. Documentary Festival Marseille; 21. Intern. Film Festival Vancouver; 9. Intern. Documentary Film Festival Sheffield Ausländer raus – Schlingensiefs Container Bonus Film 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken; European Film Market Berlin; 6. Rhode Island Intern. Film Festival Providence Bellaria Epo Film Filmfestival Diagonale Graz; 49. Intern. Film Festival Sydney; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vari; 19. Film Festival Jerusalem; Monte Carlo Television Festival; 38. Film Festival Chicago Blue Moon Lotusfilm 55. Intern. Film Festival Locarno; 36. Intern. Filmtage Hof; 18. Intern. Film Festival Haifa„Neighbours“; 7. Intern. Film Festival Pusan; 23. Mostra de Valencia Cinema del Mediterrani; 4. Intern. Film Festival Bratislava Die Gottesanbeterin Allegro Film 1. Istanbul Intern. Festival for Independent Films; 25. Film Festival Göteborg; 22. Oporto Intern. Film Festival“Fantasporto” Porto Die Klavierspielerin Wega Film 31. Intern. Film Festival Rotterdam Elsewhere Nikolaus Geyrhalter Film 16. Filmschau Frankfurt; 25. Film Festival Göteborg; European Film Market Berlin; 4. Documentary Festival – Images of the 21st Century; 24.„Cinema du reel“ International Film Festival of Visual Anthropology and Social Documentation Paris; 17. Intern. Dokumentarfilmfestival München; 42. Intern. Documentary& Short Film Festival; 1. Intern. Documentary Film Festival Lissabon; 16. Intern. Film Festival Parnu; 19. Intern. Film Festival Jerusalem; ECOCINEMA Intern. Film Festival Zakynthos; 27. Intern. Film Festival Toronto; 21. Intern. Film Festival Vancouver; 31. Intern. Festival of New Cinema and New Media Montreal; 3. TEMPO Documentary Festival Stockholm; 2nd Digital Film Festival DIG.IT Minneapolis; 26. Intern. Film Festival Sao Paulo; 6th Intern. Documentary Film Festival Jihlava; 26. Filmwoche Duisburg; 20. Intern. Festival of Young Cinema„Cinema Giovani” Turin; Les Ecrans Documentaires d’Arcueil; Filmfestival Diagonale Graz Film ist.(7-12) Loop Media GmbH 31. Intern. Film Festival Rotterdam; Festival of Experimental Film Ontario; Flanders Intern. Film Festival Gent Gebürtig Cultfilm, Extrafilm European Film Market Berlin; 43. Marché Intern. du Film Cannes; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 17. Intern. Film Festival Umea; 25. Annual Film Festival Mill Valley; 26. Intern. Film Festival Sao Paulo; 5. Jewish Film Festival London; 16. AFI Intern. Film Festival Los Angeles; 13. Annual Jewish Film Festival Palm Beach; Intern. Jewish Film Festival Miami; Filmfestival Diagonale Graz Gelbe Kirschen Aichholzer Film 6.„Berlin and Beyond“ Film Festival des Goethe Instituts San Fransisco Homemad(e) Ruth Beckermann Film 13.„Alpe Adria Cinema“ Film Festival; 30. Intern. Film Festival„FEST“ Belgrade Hundstage Allegro Film Sundance Film Festival Park City; 31. Intern. Film Festival Rotterdam; 25. Film Festival Göteborg; 30. Intern. Film Festival„FEST“ Belgrade; 22. Oporto Intern. Film Festival“Fantasporto” Porto; 17. Intern. Film Festival Mar del Plata; 20. Intern. Festival of Fantasy, Thriller& Science Fiction Films Brüssel; New Directors/ New Films New York; 26. Intern. Film Festival Hong Kong; 6.“Cinenygma” Intern. Film Festival Luxemburg; 13. Annual Night Film Festival Kopenhagen; 15. Intern. Film Festival Singapore; 21. Intern. Film Festival Istanbul; 3. Intern. Film Festival Jeonju; 43. Marche Intern. du Film Cannes; 41. Semaine de la Critique Cannes; 28. Intern. Film Festival Seattle; 1. Transilvania Intern. Film Festival Cluj; 49. Film Festival Sydney; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 11. Intern. Film Festival Brisbane; 34. Intern. Film Festival Auckland; 19. Intern. Film Festival Jerusalem; 31. Film Festival Wellington; 51. Intern. Film Festival Melbourne; 4. Film Festival Motovun; 4. CineManila Intern. Film Festival Manila; 4. Folkets Bio Film Tent Festival Malmö; 8. Film Festival Sarajevo; 10. L’Etrange Festival Paris; 15. Intern. Film Festival„Love& Anarchy“ Helsinki; 23. Intern. Film Camera Festival„Manaki Brothers“ Bitola; 1.„possible“ central and eastern european film festival Barcelona; 8. “Festival on Wheels” of European Films Ankara, Gaziantep, Bursa; Intern. Film Festival Bergen; 13. Intern. Film Festival Ljubljana I am from nowhere Navigator Film 55. Intern. Film Festival Locarno; 36. Intern. Filmtage Hof; 4. Intern. Film Festival Bratislava Ikarus Allegro Film 36. Intern. Filmtage Hof Im Spiegel der Maya Deren Navigator Film FIPA 15. Intern. Festival des Programmes; Audiovisuels Biarritz; 31. Intern. Film Festival Rotterdam; European Film Market Berlin; 15. Intern. Film Festival Singapore; 9.“Hots Docs” Intern. Documentary Festival Toronto; 17. Intern. Dokumentarfilmfestival München; 28. Intern. Film Festival Seattle; 49. Film Festival Sydney; 10. Intern. Woman Film Festival Barcelona; 12. Cologne Conference, Intern. Fernseh- und Filmfest Köln; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 11. Intern. Film Festival Brisbane; 19. Intern. Film Festival Jerusalem; 51. Intern. Film Festival Melbourne; 8. Intern. Film Forum„Arsenal“ Riga; 21. Intern. Film Festival Vancouver; 11. Intern. Filmfestival„Feminale“ Köln; 18. Lesbian Film Festival Berlin; 31. Intern. Festival of New Cinema and New Media Montreal; 45. Intern. Festival für Dokumentar- und Animationsfilm Leipzig; 26. Intern. Film Festival Sao Paulo; 32. Intern. Film Festival“Molodist” Kiew; 46. Regus Film Festival London; 13. Annual Intern. Film Festival Stockholm; 4. Intern. Film Festival Bratislava; Dance Screen Monte Carlo Im toten Winkel Dor Film Filmfestival Diagonale Graz; European Film Market Berlin; 16. Intern. Panorama Berlin; 33.“Visions du Réel” Intern. Documentary Film Festival Nyon; 17. Intern. Dokumentarfilmfestival München; 43. Marche Intern. du Film Cannes; 13. Intern. Documentary Film Festival Marseille; 19. Intern. Film Festival Jerusalem; 4. Encounters South African Intern. Documentary Festival Cape Town& Johannesburg; 8. Film Festival Sarajevo; 28. Film Festival Telluride; 27. Intern. Film Festival Toronto; 8. Intern. Film Forum„Arsenal“ Riga; 40. Film Festival New York; MAX! Film Festival Hong Kong; 47. Intern. Film Festival Valladolid; 20. Intern. Festival of Young Cinema„Cinema Giovani“ Turin; 15. Intern. Documentary Filmfestival Amsterdam; 6. Black Nights Film Festival Tallinn K.aF.ka Fragment Johannes Hammel Film 21. Intern. Film Festival Istanbul Komm, süßer Tod Dor Film 8. Independent Film& Video Festival Victoria; 24. Intern. Film Festival„Interfest“ Moskau Lovely Rita coop 99, Prisma Film 13. Nortel Networks Intern. Film Festival Palm Springs; Nemo Cinema Independant Paris; 13.„Alpe Adria Cinema“ Film Festival Triest; 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken; 31. Intern. Film Festival Rotterdam; 25. Film Festival Göteborg; 4. Woman Or Artichoke Film Festival Helsinki; 26. Intern. Film Festival Hong Kong; 15. Intern. Film Festival Singapore; 21. Intern. Film Festival Istanbul; 4. Intern. Film Festival FICBRASILIA Brasilia; 43. Marche Intern. du Film Cannes; 6. Intern. Film Festival Shangai Mein Russland Bonus Film 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken; 24. Intern. Film Festival„Interfest“ Moskau; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 7. Film Festival Mailand; Unabhängiges Filmfest Osnabrück; 1.„possible“ central and eastern european film festival Barcelona; 13. Intern. Film Festival Ljubljana; 4. Intern. Film Festival Bratislava; 6. Black Nights Film Festivla Tallinn; Filmfestival Diagonale Graz Mein Stern Valeska Grisebach 7. Intern. Film Festival„Faces of Love“ Moskau; 14. Film Festival“Premiers Plans” Angers; 13.„Alpe Adria Cinema“ Film Festival Triest; 31. Intern. Film Festival Rotterdam; 30. Intern. Film Festival „FEST“ Belgrade; 26. Intern. Film Festival Cleveland; 11. Festival of World Cinema Philadelphia; 4. Women’s Film Festival Seoul; 15. Intern. Film Festival Singapore; 8. Talking Picture Festival Taos; 21. Intern. Film Festival Istanbul; 4. Intern. Film Festival FICBRASILIA Brasilia; 3. Intern. Film Festival Jeonju; 43. Marche Intern. du Film Cannes; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vary Meine Schwester das Biest Star Film European Film Market Berlin Nogo Dor Film 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken; 31. Intern. Film Festival Rotterdam; European Film Market Berlin; 43. Marche Intern. du Film Cannes; 9. Intern. Film Festival„Faces of Love“ Sochi; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 51. Intern. Film Festival Melbourne; 38. Intern. Film Festival Chicago; 29. Flanders Intern. Film Festival Ghent; Intern. Film Festival Bergen; 26. Intern. Film Festival Sao Paulo; 32. Intern. Film Festival„Molodist“ Kiew; 17. Intern. Film Festival Fort Lauderdale; 16. AFI Intern. Film Festival Los Angeles; 13. Intern. Film Festival Ljubljana; 4. Intern. Film Festival Bratislava Richtung Zukunft durch die Nacht Jörg Kalt First Steps Berlin; 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken; Filmfestival Diagonale Graz Rocco Epo Film 36. Intern. Filmtage Hof Schwimmer in der Wüste Epo Film 20. Fajr Intern. Film Festival Teheran Vollgas Prisma Film 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken; European Film Market Berlin; 20. Intern. Film Festival Minneapolis/ St Paul; 43. Marche Intern. du Film Cannes; 37. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 5. Intern. Film Festival Cervino; 27. Intern. Film Festival Toronto; 17. Intern. Film Festival Umea; 33. Intern. Film Festivalof India New Dehli; 27. Mountain Film Festival Banff; 2. Festival des deutschen Kinos FILMZ Mainz; 43. Intern. Film Festival Thessaloniki; 4. Intern. Forum of New Cinema Calcutta; 4. Intern. Film Festival Bratislava; 3. Mega Film Festival Seoul Zur Lage Lotus Film Filmfestival Diagonale Graz; 55. Intern. Film Festival Locarno; 36. Intern. Filmtage Hof; 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken; 6. Intern. Documentary Film Festival Jihlava; 46. Regus Film Festival London; 43. Festival die Popoli Florenz; 15. Intern. Documentary Filmfestival Amsterdam Preise 2002 Filmtitel Elsewhere Hundstage Im toten Winkel Hitlers Sekretärin Mein Russland Regisseur Nikolaus Geyrhalter Ulrich Seidl Andre Heller, Othmar Schmiderer Barbara Gräftner Saarbrücken Max Ophüls Preis Preis 26. Filmwoche Duisburg: Publikumspreis der Rheinischen Post für den beliebtesten Film 22. Oporto Intern. Film Festival„Fantasporto“ Porto: Special Prize of the Jury; Intern. Film Festival Bergen: Bester Film 16. Intern. Panorama Berlin: Publikumspreis 33.„Visions du reel“ Intern. Documentary Film Festival Nyon: Mention Speciale 38. Intern. Film Festival Chicago: The Gold Plaque for Best Documentary Feature 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Vollgas Saarbrücken Zur Lage Veranstaltungen 2002 Sabine Derflinger Barbara Albert, Michael Glawogger, Ulrich Seidl, Michael Sturminger 23. Filmfestival Max Ophüls Preis Förderpreis für Monika Buttinger (Kostümbilderin) 43. Festival die Popoli: Special Mention of the international Jury EAVE- Workshops Motiviert und bester Stimmung kamen über 60 Filmproduzenten sowie Fachleute der Filmbranche aus ganz Europa in der Woche vom 10. bis 17. März 2002 in Wien im Rahmen eines EAVE-Workshops zusammen, einem EU-Programm, das aus drei Veranstaltungsreihen besteht und den europäischen Filmproduzenten die Möglichkeit bietet, an einem individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Fortbildungsprogramm teilzunehmen. Anregende Diskussionen, individuelle Projektberatungen und gut aufbereitete Fachvorträge über das breite Spektrum des Filmschaffens von der Projektentwicklung bis zum Marketing fanden täglich an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien statt. Der Filmfonds Wien holte den ersten EAVE-Workshop des Jahres 2002 nach Wien. Dadurch wurde ein weiterer Schritt für Wien als internationaler Medienstandort gemacht und die Stadt einmal mehr auch als Filmlocation ins Licht gerückt. Diagonale 2002 Ausbildungsenquete Eine Ausbildungsenquete, bei der Film- und Medienschaffende gemeinsam mit Entscheidungsträgern aus dem Bildungsbereich über den Status Quo und die Zukunft der audiovisuellen Medienausbildung in Österreich sprachen, fand auf Initiative des Filmfonds Wien am 20. März 2002 während der Diagonale in Graz statt. Wesentliches Ziel der Tagung war es, herauszufinden, welche Diskursebenen zwischen den verschiedenen Institutionen entwickelt werden können. Dieses Ziel wurde erreicht. Hinsichtlich der Frage nach marktorientiertem Handeln ist es wichtig, den Markt mitzugestalten, gerade im Medienbereich, da hier laufend neue Methoden und Produkte entwickelt werden und neue Berufsbilder entstehen. Als nächste sinnvolle Schritte wurden die Kooperation zwischen einzelnen Ausbildungseinrichtungen, auch solcher verschiedener Träger, die Ergänzung der Angebote an den jeweils dafür geeigneten Standorten unter Berücksichtigung des Branchenzentrums Wien sowie eine stärkere Vernetzung von Interessen der Auszubildenden, der Ausbildungseinrichtungen und ihrer Träger sowie des Arbeitsmarktes, vor allem im Kernbereich der Produktion von„moving images“ definiert als auch der Bedarf einer Folgeveranstaltung in Wien deutlich, die für März 2003 anberaumt wurde. Länderförderungstagung Ferner trafen sich während der Diagonale 2002 wieder die Vertreter der Länderförderungen. Die Hauptthemen waren die Weiterbildung im audiovisuellem Bereich und mögliche Initiativen der Kinoförderung. Ausserdem wurde das stolze Resultat der Länderförderungstagung 2001 präsentiert: Der Kurzfilmwettbewerb„shorts on screen“ der ORF-Landesstudios in Kooperation mit allen Landeskulturabteilungen. „Blickpunkt: Film“- Special Vom Filmfonds Wien initiiert und konzipiert stand Österreich mit seinen Filmschaffenden im Mittelpunkt eines„Blickpunkt: Film“- Fachblattspecials, dass als Beilage zum Heft 43/02 der deutschen Branchenzeitschrift erschienen ist und in Sonderauflage während der Viennale 2002 auflag. Die vielseitigen Beiträge in diesem Heft bestätigen erneut, dass in Österreich kreative, leistungsfähige und-willige Filmschaffende leben, die sich dem Film mit Herz und Qualifikation verschrieben haben. So wurde z.B. über aktuelle Produktionen als auch über den Nachwuchs, Entwicklungen im Dokumentarfilmbereich, die Kooperationstätigkeit österreichischer Filmschaffender und heimische Filminstitutionen berichtet. Luxemburgisch-österreichisches Produzententreffen Zu einem viertägigen Produzententreffen kamen auf Initiative des Luxemburgischen Filmfonds und des Filmfonds Wien Vertreter der Luxemburgischen Filmbranche Ende Oktober 2002 nach Wien. Ganz individuelle Gespräche fanden zwischen den einzelnen Teilnehmern und österreichischen Filmschaffenden statt. So trafen z.B. der Leiter des Luxemburgischen Filmfonds, Guy Daleiden, und Claude Waringo, Produzent der Samsa Film, mit den hiesigen Produzenten zusammen, um die Bedingungen einer Zusammenarbeit, der rechtlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in Luxemburg und Österreich zu diskutieren. Anschließend fand eine Analyse der steuerlichen Bedingungen Filmschaffender Österreichs im Vergleich mit Luxemburg statt, da Filmschaffende dort große Vorteile in der Steuerpolitik genießen. Die luxemburgischen Produzentinnen Anne Schroeder und Ariane Payen trafen Wiener Produzenten und Verleiher, um die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte vorzustellen, gemeinsame Interessen herauszuarbeiten und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu besprechen. Französisch-österreichisches Produzententreffen Welche Bedingungen bei einer Zusammenarbeit Österreichs mit Frankreich im Filmsektor vorherrschen, wie man am Besten die Brücken für eine Gemeinschaftsproduktion schlägt und welche Projekte bereits realisiert wurden, stand während eines zweitägigen Treffens österreichischer und französischer Filmschaffender in Wien Ende Oktober 2002 auf dem Programm. An den Gesprächen, die vom Französischen Kulturinstitut und vom BKA mit Unterstützung des Filmfonds Wien und des Österreichischen Filminstituts initiiert wurden, nahmen zehn französische und ca. 40 österreichischen Filmschaffende teil und diskutierten über Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten, Unterschiede rechtlicher Angelegenheiten während gemeinsamer Produktionen und die Rolle des Fernsehens bei Filmprojekten. Cined@ys Der europäische Film stand im Mittelpunkt der Cined@ys Europe 2002. Dass Film nicht nur ein Abenteuer für Kinder und Jugendliche ist, sondern auch umfassender Lehrstoff sein kann und sollte, wurde während einer viertägigen Veranstaltung für Lehrer und Schüler im November 2002 deutlich. Das Medium Film wurde dabei mit vielen seiner Facetten näher betrachtet, ob als Kunst, Propagandamittel oder Konstrukteur einer eigenen Wirklichkeit. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete ein Diskussionsforum, bei dem sich Filmschaffende und Vertreter des Bildungsbereichs mit neuen Konzepten der Filmvermittlung im Schulbereich befassten. Der Filmfonds war Partner dieser Veranstaltung. WIENER FESTWOCHEN 10. Mai bis 16. Juni 2002 Wiener Festwochen 2002 Luc Bondys Intendanz auf Anhieb erfolgreich Mit den Wiener Festwochen 2002 präsentierte Intendant Luc Bondy und sein neues Leitungsteam – Musikdirektor Hans Landesmann und Schauspieldirektorin Marie Zimmermann – das erste von ihnen verantwortete Programm: insgesamt 46 Produktionen aus 21 Ländern mit 169 Vorstellungen. Die Zusammenarbeit der neuen künstlerischen Leitung hat sich künstlerisch wie organisatorisch bestens bewährt. Die Wiener Festwochen 2002 begannen mit einem fulminanten Eröffnungswochenende: Neben dem großen Eröffnungsfest auf dem Rathausplatz fanden sieben Premieren statt. Vom Winde verweht...? Eröffnung der Wiener Festwochen 2002 Unter diesem Titel war die Eröffnung der diesjährigen Wiener Festwochen nach Hollywood emigrierten Komponisten aus Deutschland und Österreich gewidmet, die vor der NS-Verfolgung nach Amerika flohen und dort eine zweite Karriere begannen: Max Steiner, Kurt Weill, Walter Jurmann, Erich Wolfgang Korngold, Ernest Gold oder Friedrich Hollaender. Szenen aus den Filmklassikern"Casablanca","Vom Winde verweht" oder"Exodus" – auf einer Riesenleinwand zu sehen – wechselten mit originalen Soundtracks, etwa Max Steiners"Tara's Theme" aus"Vom Winde verweht", gespielt vom Radiosymphonieorchester Wien unter der Leitung von Julius Rudel. Die großen Stars des Abends hießen Nancy Wilson und Brian Ferry. Ebenfalls auf Zeitreise: Max Raabe mit seinem Palastorchester. Durch das Programm führte Gerhard Bronner. Mit dem Engagement der weltberühmten Interpreten gelang es, für das anspruchsvolle Programm viele Menschen zu interessieren. Mit 60.000 Besucher war die Eröffnung 2002 die seit vielen Jahren mit Abstand am besten besuchte. Die Live-Übertragung von ORF 2 sahen 374.000 Zuseher. Das von Musikdirektor Hans Landesmann erstmalig programmierte Musikprogramm bei den Wiener Festwochen 2002 spannte den Bogen von der Barockoper über ein klassisches Werk des 20. Jahrhunderts zu zwei zeitgenössischen Opernwerken. Erklärte Absicht war es, Produktionen in exemplarischen Aufführungen zu zeigen, die als Gattung oder Werk wenig bekannt sind und die in Wien sonst nicht präsentiert werden. Die Förderung der zeitgenössischen Musik zählte zu den ganz besonderen Anliegen. Claudio Monteverdis Spätwerk"Il Ritorno d'Ulisse in Patria" stand am Beginn des Musiktheaterprogramms und markierte zugleich einen ersten Höhepunkt. Wiewohl die Aufführung in der schlichten, hoch konzentrierten Inszenierung von Adrian Noble mit dem hinreißend jungen Sängerensemble der Académie européenne de musique d'Aix-en-Provence und dem beeindruckend lebendig und agil musizierenden Ensemble Les Arts Florissants unter William Christie bei der Presse auf geteilte Zustimmung stieß, reagierte das Publikum einhellig mit Jubel und Begeisterung. Trotz größter Bemühungen und Anstrengungen seitens der Festwochen hielten sich die Neugierde und das Interesse des Publikums für zeitgenössische Opernwerke leider in Grenzen. Umso erfreulicher war das mediale Interesse. Vor allem für die Uraufführung von Steve Reichs und Beryl Korots"Three Tales" waren viele Musikkritiker von internationalen Medien angereist. Die Aufnahme dieses Video/Musiktheaters über das 20. Jahrhundert, das im Auftrag der Wiener Festwochen entstanden ist, interpretiert vom ausgezeichneten Ensemble Modern und dem Sängerensemble Synergy Vocals, war bei der Presse sehr geteilt. Im Gegensatz dazu war die Rezeption von Peter Eötvös’ erster abendfüllender Oper"Drei Schwestern" in der am Kabuki-Theater orientierten Inszenierung des japanischen Tänzers und Choreographen Ushio Amagatsu einheitlich positiv bis euphorisch. Es dirigierten Peter Eötvös und László Tihanyi das ausgezeichnete Klangforum Wien bzw. das Savaria Symphonieorchester. Für viele Journalisten zählte diese Aufführung zu den Höhepunkten im Musiktheaterprogramm ebenso wie Benjamin Brittens"The Turn of the Screw" in der Regie von Luc Bondy. Besonders hervorgehoben wurde das ausgezeichnete Sängerensemble, angeführt von der großartigen Mireille Delunsch in der Rolle der Erzieherin und das beeindruckende Mahler Chamber Orchestra unter der musikalischen Leitung von Daniel Harding. Auch der Publikumszuspruch für"The Turn of the Screw" war äußerst erfreulich: mit 94% Auslastung war diese Produktion zahlenmäßig die erfolgreichste im Musiktheaterprogramm. Zum Ende der Wiener Festwochen 2002 präsentierten die Wiener Staatsoper in Koproduktion mit den Wiener Festwochen im Theater an der Wien unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti den Mozart-Da-Ponte-Zylus mit"Le nozze di Figaro","Così fan tutte" und"Don Giovanni". Die Musiktheaterwerke wurden ergänzt durch vier Konzerte des Vienna Art Orchestra anlässlich seines 25-jährigen Bestehens. Das begeisterte Publikum konnte in ungezwungener Konzertatmosphäre im Zuschauerraum des Ronacher an Tischen sitzend den mitreißenden Jazzrhythmen folgen. Ebenso ungewohnte und lockere Konzertatmosphäre herrschte beim Konzert der weltweit renommierten ungarischen Komponisten-Triade"Eötvös Ligeti Kurtág" im Theater an der Wien, wobei auch bereits die junge Generation mit Werken zweier Söhne, von Lukas Ligeti und György Kurtág junior, vorgestellt wurde. Die Wiener Festwochen hatten je einen Kompositionsauftrag an die beiden jungen Komponisten vergeben. Im Rahmen dieses Festwochen-Konzerts kamen auch diese Auftragswerke zur Uraufführung. Markus Hinterhäuser und Tomas Zierhofer-Kin haben unter dem Titel zeit_zone ihre mit dem Salzburger Zeitfluss-Festival begonnene, erfolgreiche Programmarbeit im Rahmen der Wiener Festwochen fortgesetzt. In sieben Veranstaltungen wurden künstlerische, politische, intellektuelle und spirituelle Statements jenseits der Grenzen von Genres und Kulturen zum Thema Politik und Religion präsentiert. Die einzelnen Programmpunkte reichten von Theater aus Tunesien, Musik aus fünf Jahrhunderten, aus Äthiopien, dem nahen Osten und Europa wie Josquin Desprez´ Messe"L´Homme armé", einem Projekt des hochpolitischen, britisch-pakistanischen Hip-Hop-Kollektivs Fun-Da-Mental über Ingrid von Wantoch Rekowskis szenische Bearbeitung der"h-Moll Messe" von J.S. Bach. Den Schlusspunkt setzte Peter Sellars mit einer Neubearbeitung von Antonin Artauds"Schluss mit dem Gottesgericht"& June Jordans"Kissing God Goodbye" als TV-Show aus dem Pentagon für Bühne und Fernsehen. Dabei haben die Wiener Festwochen in Zusammenarbeit mit dem ORF erstmalig für den Spielort Fernsehen produziert. Der ORF hat die Vorstellungen aufgezeichnet. Die von Peter Sellars erstellte Fernsehfassung wurde von ORF 2 ausgestrahlt. Die Aufführung fand international große Beachtung. Sie wurde 2003 wiederaufgenommen und gastierte am 7., 8., 9. und 11. Februar in der Londoner Tate Modern und vom 14. bis 16. Februar in der Box im Schiffbau des Schauspielhauses Zürich. Wie in der Wiener Aufführungsserie war John Malpede als Antonin Artaud und General Stufflebeem, Pascale Armand als June Jordan zu sehen. Mit der neuen Reihe zeit_zone konnte für die Wiener Festwochen neues Publikum – vor allem Konzertpublikum – gewonnen werden. Leider war der Publikumszuspruch nicht in dem Ausmaße wie erwünscht, was vor allem auf die späte Präsentation des Detailprogramms im April 2002 zurück zu führen ist. Seitens der Presse wurde die Programmierung und Konzeption der Reihe einhellig gelobt. Im Rahmen der Wiener Festwochen wurde von Sunshine Enterprises unter dem Titel WAVES eine eigenständige Serie mit elektronischer Musik programmiert. Die DJ-Präsentation mit internationaler Beteiligung fand an drei Tagen in der Meierei im Stadtpark statt. Zu den Höhenpunkten zählten Nickodemus aus NYC, Stacey Pullen – Detroiter Techno-Legende, Carl Craig –"the godfather of electronics", der Berliner Elektropopper Tobi Neumann, die Vertreter der West-London-Fraktion, Domu, Afronaught und Mark Pritchard. Die Überraschung waren aber zweifellos Microthol, bestehend aus den beiden jungen Wiener Soundwizzards Philipp Haffner& Constantin Zeileissen, die mit ihrem TechnoLive-Set unisono als bester Act aller drei Tage galten. Das in diesem Jahr ungewöhnlich vielfältige Schauspielprogramm der neuen Schauspieldirektorin Marie Zimmermann – 23 Aufführungen, darunter elf Koproduktionen und sieben Neuinszenierungen aus den Bereichen Internationales Autorentheater, Experimentelle Theaterformen und Literarisches Regietheater – stieß allen Warnungen zum Trotz auf ein vehementes Zuschauerinteresse und ein lebhaftes Echo in den Medien. Alle Vorstellungen der beiden Schauspielproduktionen zum Beginn der Festwochen waren restlos ausverkauft:"Apasionada", ein Theaterprojekt über die legendäre mexikanische Malerin Frida Kahlo, in der Regie von Robert Lepage, der zuletzt 1995 mit seinem großen Hiroshima-Epos"The Seven Streams of the River Ota" Publikum und Presse restlos begeisterte, fand geteilte Aufnahme ebenso wie Wallace Shawns sprachgewaltiges Rededrama"The Designated Mourner" in der Regie von André Gregory. Mit der Uraufführung von"Die Erfindung des Lebens", eines neuen Stückes des deutsch-britischen Autors Marc von Henning, hatte das einheimische Publikum erstmalig Gelegenheit, das Bilder- und Erzähltheater des Regisseurs Marc von Henning kennen zu lernen – ein erster Höhepunkt im Schauspielprogramm, der bei Publikum und Kritik ein lebhaftes kontroverses Echo fand. Neben irritierenden und kritischen Reaktionen gab es auch viele Stimmen, die die magische traumartige Bildsprache dieses"theatralischen Triptychons" nach Texten von Heiner Müller und Franz Kafka feierten. Das renommierte Figurentheater-Ensemble El Periférico de Objetos aus Argentinien unternahm mit "La Última Noche de la Humanidad" eine theatralische Annäherung an Karl Kraus und hat sich mit düsterer Schlammschlacht im ersten Teil sowie klinisch weißem Menschenexperiment im zweiten Teil zu zwei komplementären apokalyptischen Bildern inspirieren lassen. Luc Bondys Neuinszenierung von Schnitzlers"Anatol" und Molnárs"Liliom" in der Inszenierung von Michael Thalheimer waren weitere Beiträge zum Reigen von Aufführungen, die programmatisch als Referenz an Wien und die literarische Tradition der Stadt gedacht waren. Die radikal reduzierte Version von Molnárs Pratermelodram"Liliom" war bei der Premiere am Hamburger Thalia Theater im Dezember 2000 ein Skandal und der Beginn der Karriere des deutschen Regisseurs Michael Thalheimer. Der Großteil des Wiener Festwochen-Publikums reagierte überraschend offen und bejubelte demonstrativ die komprimierte Aufführung mit wüsten, schnellen Bildern dieses österreichisch-ungarischen Klassikers. Im Zentrum der Aufmerksamkeit und mit großer Spannung erwartet wurde vor allem die Premiere von Luc Bondys"Anatol"-Neuinszenierung. Der deutsche Schauspieler Michael Maertens gab in der Titelrolle sein Wien-Debüt. Das mediale Interesse war enorm. Im Gegensatz zum internationalen Feuilleton reagierten die heimische Presse ebenso wie Teile des Premierenpublikums mit Ablehnung über Luc Bondys Versuch eines interpretatorischen Neuansatzes, in einer neuen Stückfassung Schnitzlers Einakter-Zyklus, befreit von allen(Wien-) Klischees zu inszenieren. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Aufführung wurde im Herbst in den Spielplan des Akademietheaters übernommen. Der Publikumsansturm ist nach wie vor ungebrochen. Für seine schauspielerische Leistung als Anatol wurde Michael Maertens 2003 der renommierte"Gertrud-Eysoldt-Ring" zuerkannt. Im Schauspielprogramm war mit seiner subtilen Inszenierung von Martin Crimps mysteriöser Dreiecksgeschichte"Auf dem Land", die dem Stück seine Rätselhaftigkeit belässt, noch eine zweite Regiearbeit des Festwochen-Intendanten Luc Bondy zu sehen. Die Presse- und Publikumsreaktionen waren durchwegs positiv. Ein weiterer künstlerischer Erfolg und mit 100% Auslastung auch ein weiterer Publikumserfolg. Der polnische Regiejungstar Grzegorz Jarzyna hat Thomas Vinterbergs Dogma-Film mit einem hervorragenden Schauspielerensemble auf die Bühne übertragen. Das Gastspiel von"Uroczystosc – Das Fest" fand einhellige Zustimmung, alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Johan Simons, einer der richtungsweisenden europäischen Regisseure der Gegenwart, erzählte zusammen mit Paul Koek Euripides"Die Bakchen", diese blutrünstigste der antiken Tragödien, als Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen: Die Live-Musik des syrischen Ensembles um den Komponisten Nouri Iskandar begleitete und kontrastierte die Schauspieler auf der Bühne. Bei der Wien-Premiere, wo das Stück erstmals in deutscher Sprache gespielt wurde und eine Schauspielerin in der zentralen Rolle als Botin erkrankt spielen musste, funktionierte das Zusammenspiel zwischen Ensemble, Musiker und Chor, wiewohl jeder Teil für sich hervorragend, nicht optimal. Trotz allem für die Programmverantwortlichen ein wichtiger Beitrag zum diesjährigen Schauspielprogramm. Leider war das Publikumsinteresse enttäuschend ebenso wie für die zweite niederländische Produktion "Portia Coughlan" von Marina Carr in der Neuinszenierung von Alize Zandwijk. Wie vor zwei Jahren bei Gorkis"Nachtasyl" wurde auch diese Aufführung mit ihrem sehr körperlichen Schauspielertheater und intensiven Bildern enthusiastisch gefeiert und zu einem Höhepunkt des Schauspielprogramms. Forced Entertainment aus Sheffield, eine der innovativsten Performancegruppen Europas, zeigte mit "First Night" wie des öfteren in den letzten Jahren wiederum ihre neueste Produktion bei den Wiener Festwochen. Im Gegensatz zu früher war das Publikumsinteresse leider nicht zufriedenstellend und wie dem Presseecho zu entnehmen ist, konnte die Aufführung selber nicht restlos überzeugen. In"La Cuisine" von Peter Handke, eine Arbeit des in Frankreich lebenden Serben Mladen Materic und seinem wunderbaren Ensemble, bestehend aus Tänzern und Schauspielern, gelang es beinahe ohne Worte, in einem temporeichen, poetischen Bilderbogen die"Küchen-Geschichte" Europas auf der Bühne zu erzählen. Publikum und Presse reagierten zustimmend bis begeistert. Simon McBurney, Leiter des berühmten Londoner Theaterensembles Complicite, wie Robert Lepage ein Klassiker experimenteller Theaterformen, zeigte bei den Wiener Festwochen seine neueste Arbeit "The Noise of Time" und gastierte damit erstmals in Wien. Zusammen mit dem Emerson String Quartet entwickelte er eine theatralische Meditation über Leben und Werk von Dmitri Schostakowitsch, in dessen Zentrum die szenische Umsetzung von Schostakowitschs Streichquartett No. 15 in es-moll. Die positiven Publikums- und Pressestimmen bestätigten, dass die LiveInterpretation durch das weltberühmte Emerson String Quartet die Aufführungen bei den Wiener Festwochen zu einem faszinierenden Bühnenkonzert und einem außergewöhnlichen musikalischen Erlebnis werden ließ. Sein erfolgreiches internationales Debüt gab das 18-köpfige Londoner A-cappella-Ensemble The Shout mit"Tall Stories", eine schöne und berührende Zusammenstellung aus Liedern über die Aufbruchsphantasien einer der größten europäischen Emigrationen. In einer eigenwilligen Mischung aus Gospel, Jazz, Blues und klassischer Musik entfaltete The Shout in ihren Songs ein Panorama der Träume und Hoffnungen, mit denen Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts nach New York aufbrachen, um dort ihr Glück zu suchen. Am Ende des Festivals setzte Frank Castorf mit seiner Bearbeitung und Inszenierung von Bulgakows "Der Meister und Margarita" den erwarteten markanten Schlusspunkt. Mit seinem famosen Volksbühnen-Ensemble und dem kongenialen Bühnenbildner Bert Neumann wuchtete er den russischen Roman-Klassiker auf die Bühne. Wesentlichen Anteil an der Umsetzung kam dabei auch dem Einsatz der Videokamera und deren Führung zu. Die Rezeption seitens der Presse, die vor allem aus dem deutschsprachigen Raum stark vertreten war, und des Publikums war extrem kontrovers. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Diese Koproduktion mit den Wiener Festwochen wurde zum Berliner Theatertreffen 2003 eingeladen. forumfestwochen ff Von der Wirklichkeit und anderen Erfindungen Zu den absoluten Highlights im Schauspielprogramm 2002 zählte die neue Veranstaltungsreihe forumfestwochen ff, die ein großer Publikumserfolg war, auch größte mediale Aufmerksamkeit und ausschließlich positive Anerkennung fand. Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und der Dramaturg Stefan Schmidtke initiierten mit der neuen Reihe eine prominente Plattform zur Präsentation unerprobter Projekte und als internationales Laboratorium, das jungen KünstlerInnen aus allen theatralischen Sparten mit Workshops, Vortragsveranstaltungen und Symposien einen geschützten Raum gibt für gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und Experimentieren. 2002 lautete das Thema:"Von der Wirklichkeit und anderen Erfindungen". Im Mittelpunkt stand der Umgang mit Realismus und Alltagsbeobachtung sowie die Beschäftigung mit dokumentarischem Material. Geographisches Zentrum war der ehemalige Ostblock, wo junge Theatermacher im Spannungsfeld zwischen politischen und gesellschaftlichen Aufbrüchen und alltäglichen Schwierigkeiten damit beschäftigt sind, die neue Situation künstlerisch zu verarbeiten. Insgesamt wurden sieben Produktionen vorgestellt. Nachhaltig eindrucksvoll gestaltete Jewgenij Grischkowez aus Kaliningrad den Auftakt mit"Kak ja sjel sobaku – Wie ich einen Hund gegessen habe", gefolgt von seinem berührenden Versuch eines Gesprächs über die Liebe in"Planeta – Planet". In"Sny – Träume" machten Iwan Wyrypajews Gedankenprotokolle drogenabhängiger Menschen aus dem sibirischen Irkutsk ebenso betroffen wie "Save our souls" der estnischen Regisseurin und Soziologin Merle Karusoo, die Gespräche mit mehr als 40 Mördern verwendete für den Zustandsbericht eines Landes. Zu Gästen einer ukrainischen Hochzeitsfeier wurden die Besucher bei"U poschukach wtratschenogo tschasu – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Wladislaw Troizkij. In"Die Schaukel" der israelischen Autorin Edna Mazyna als Gastspiel des Jungen Theater Basel bestimmten Tempo und Tiefgang die von Sebastian Nübling inszenierte Auseinandersetzung um ein Mädchen und vier Burschen, die mit einer Vergewaltigung endet. In"Recent Experiences" entwarfen zum Schluss der Reihe forumfestwochen ff die kanadischen Künstler Nadia Ross und Jacob Wren eine fesselnde und intensive, über 101 Jahre und vier Generationen reichende Familienchronik. Eingeladen von den Wiener Festwochen haben etwa 150 ausgewählte junge österreichische und internationale KünstlerInnen an den vier angebotenen Workshops, geleitet von Jewgenij Grischkowez, Iwan Wyrypajew, Merle Karusoo und Emilio García Wehbi, teilgenommen. Für viel Aufregung sorgte Emilio García Wehbis Workshop"Lemnos in Vienna: Eine soziale, theatralische Intervention mit Puppen und Menschen", in dessen Zentrum eine künstlerisch-theatrale Aktion im öffentlichen Raum stand. 25 Puppen, die Menschen täuschend ähnlich sahen, wurden im Wiener Stadtbild an verschiedenen Orten platziert. Jede Installation stellte eine Notsituation dar. WorkshopTeilnehmerInnen waren in der Nähe, um die Reaktion der PassantInnen zu protokollieren, mit ihnen zu sprechen und die Aktion mit Video und Fotografie zu dokumentieren und künstlerisch auszuwerten. Im Rahmenprogramm von forumfestwochen ff fanden Lesungen, Vorträge und Diskussionen mit internationalen Theaterleuten zum zeitgenössischen Theater in Argentinien, Russland, Israel, Polen und Serbien statt. Festwochenkonzerte 2002 im Musikverein Höhepunkte der Festwochenkonzerte 2002 waren zweifelsohne der Beethoven-Zyklus der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle, die Konzerte der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Claudio Abbado, der gleichzeitig Abschied von seinem Orchester nahm. Cecila Bartoli brillierte in der Haydn-Oper"Orlando Paladino" unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt. William Christie feierte in einer halbszenischen Produktion mit seinem Orchester Les Arts Florissants ein Fest wie am Hofe von Versailles. Im Rahmen der Festwochenkonzerte wurden zwei Auftragskompositionen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vergeben: Herbert Willi – Konzert für Trompete und Orchester (UA 15. Mai 2002, Großer Musikvereinssaal) – und Otto M. Zykan –"Messe", Messe für Bariton, 2 Chöre und großes Orchester(UA 15. Juni 2002, Großer Musikvereinssaal). Für die 58 Festwochenkonzerte 2002 wurden 77.515 Karten angeboten. 71.238 Besucher konnten gezählt werden. Das entspricht einer Auslastung von 92%. Wiener Festwochen 2002 Beeindruckende Besucherstatistik Die Wiener Festwochen haben in diesem Jahr 68.126 Karten aufgelegt. Es gab 46 Produktionen mit 169 Vorstellungen. (2001: 30 Produktionen mit 134 Vorstellungen, 66.519 Karten) (2000: 37 Produktionen mit 120 Vorstellungen, 52.131 Karten) Von den 68.126 aufgelegten Karten bei den Wiener Festwochen 2002 wurden 58.570 verkauft. Die Gesamt-Besucherauslastung betrug 86 Prozent. (2001 wurden von 66.519 Karten 57.531 verkauft, Auslastung 86,5%) (2000 wurden von 52.131 Karten 45.865 verkauft, Auslastung 87.98%) Die Einnahmen der Wiener Festwochen 2002 aus dem Kartenverkauf belaufen sich auf 1.904.411 EUR. 2001 1.598.802 EUR(über 22 Millionen ATS) 2000 1.293.576 EUR(17,8 Millionen ATS) Wiener Festwochen 2002 Am besten besuchte Produktionen 14 Produktionen mit 100% Auslastung Anatol The Designated Mourner Apasionada Uroczystosc – Das Fest Auf dem Land Der Meister und Margarita La Cuisine – Die Küche Planeta – Planet Kak ja sjel sobaku – Wie ich einen Hund gegessen habe U poschukach wtratschenogo tschasu – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Sny – Träume Le nozze di Figaro Così fan tutte Don Giovanni Weiters Tall Stories 99% Ustwolskaya/ Josquin/ Messiaen/ Aga 98% Die Schaukel 98% Keyrouz/ Sciarrino 97% Recent Experiences 97% The Turn of the Screw 94% Die Erfindung des Lebens 91% Nono/ Khushnawaz 90% Festwochenkonzerte 2002 im Musikverein Anzahl der Konzerte 58 davon im Großen Saal 36 davon im Brahms-Saal 22 Insgesamt aufgelegte Karten 77.515 Besucher insgesamt 71.238 Durchschnittliche Auslastung 92% Wiener Festwochen 2002 Besucher insgesamt rund 207.000(2001: 180.000) Eröffnung Wiener Festwochen 2002 Festwochen-Besucher(verkaufte Karten) Dafke!! Ein Fest für Jan Kiepura WAVES Einführungen, Symposien, Lesungen, Diskussionen Galerien Rundgang Musikverein Festwochenkonzerte 2002 60.000 58.570 2.236 811 1.500 1.000 5.000 77.515 Das Eröffnungsfest und das Konzert Eötvös Ligeti Kurtág sowie eine Produktion im Rahmen von zeit_zone – Antonin Artaud"For an End to the Judgment of God"& June Jordan"Kissing God Goodbye", A TV-Show/ NI – waren 3 Eigenproduktionen der Wiener Festwochen 2002. Die Wiener Festwochen waren Koproduktionspartner bei 23 Produktionen: Apasionada, 25 Jahre Vienna Art Orchestra, Die Erfindung des Lebens/ UA, Ein Fest für Jan Kiepura, La Última Noche de la Humanidad/ NI, Die Bakchen, Drei Schwestern, First Night, Auf dem Land, La Cuisine – Die Küche, The Turn of the Screw, Anatol/ NI, Dafke!!/ UA, Le nozze di Figaro/ WA, The Noise of Time, Portia Coughlan/ NI, Tall Stories, Lange Nacht der Musik, Galerien Rundgang, Der Meister und Margarita/ NI, Così fan tutte/ WA, Don Giovanni/ WA Es fanden 20 Gastspiele statt: Il Ritorno d'Ulisse in Patria, The Designated Mourner, Liliom, Uroczystosc – Das Fest 7 Gastspiele im Rahmen von forumfestwochen ff: Kak ja sjel sobaku – Wie ich einen Hund gegessen habe, U poschukach wtratschenogo tschasu – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Sny – Träume, Planeta – Planet, Die Schaukel, Save our souls, Recent Experiences/ EA 6 Gastspiele im Rahmen von zeit_zone: Le Fou, In h-Moll, Keyrouz/ Sciarrino, Nono/ Khushnawaz, Ustwolskaya/ Josquin/ Messiaen/ Aga und Fun-Da-Mental WAVES an 3 Tagen Im Rahmen der Wiener Festwochen fanden 3 Uraufführungen statt: Three Tales/ UA, Die Erfindung des Lebens/ UA und Dafke!!/ UA. Die Neuinszenierungen von La Última Noche de la Humanidad, Anatol, Portia Coughlan, Der Meister und Margarita, Antonin Artaud"For an End to the Judgment of God"& June Jordan "Kissing God Goodbye", A TV-Show wurden bei den Festwochen zum ersten Mal gezeigt. Wiener Festwochen 2002 im Internet Die Statistiken decken den Zeitraum vom 13.12.2001 bis 12.6.2002 ab. Gesamtanzahl der Zugriffe: 5,78 Mio(2001: 4,56) "Page views"(angesehene Seiten): 652.000(2001: 756.000) Visitors(Besucher): 65.000(2001: 51.928) Transferierte Daten: 21,46 GB(2001: 12,75 GB) (Durchschnittliches transferiertes Datenvolumen pro Besuch: 200 MB; 2001: 70MB) Besuche aus folgenden Ländern: Österreich: 283.015(43%), Nicht zuzuordnen: 269.455(41%), Deutschland: 20.081(3%), Japan: 7.185(1%), Schweiz: 6.972(1%) Beliebteste Tage: 10. 5. 2002 28.740 13. 5. 2002 16.885 14. 5. 2002 12.363 11. 5. 2002 12.402 08. 5. 2002 11.801 Beliebteste Seiten(in absteigender Reihenfolge): Homepage, Programm, Tickets, Englische Homepage, Contact, Vorverkauf Beliebteste Events: Lange Nacht der Musik, Anatol, Der Meister und Margarita, The Turn of the Screw, Le nozze di Figaro Monatsübersicht Hits Page views Daten transf. Dezember 215.100 26.541 720 MB Januar 515.154 60.313 1850 MB Februar 600.070 65.823 2210 MB März 621.506 62.809 2270 MB April 1.098.727 114.348 4030 MB Mai 2.313.810 265.046 8780 MB Juni 422.078 57.771 1610 MB(bis inkl. 12 Juni) Kartenbestellungen im Internet: Bestellungen: 1.190 Bestellungen(e-Mails) Karten bestellt: 3.860 Einnahmen aus dem Internetverkauf: 105.022 EUR Top Events: Der Meister und Margarita(437 Karten), Il Ritorno d'Ulisse in Patria(326 Karten), Auf dem Land(283 Karten), 25 Jahre Vienna Art Orchestra(255 Karten) Im Jahre 2001 wurden mit 1.551 Bestellungen 6.092 Karten bestellt. 2000 wurden ca. 1.000 Online-Bestellungen verzeichnet und ca. 3.000 Karten online verkauft. 1999 waren es 1.119 Karten und 344 Bestellungen. Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2002 Insgesamt waren rund 575 Journalisten akkreditiert(390 Inland, 185 Ausland). Medienberichte über die Wiener Festwochen 2002 konnten ca. 3.000 gezählt werden. Berichte erschienen u.a. in Der Spiegel, Focus, Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ Sonntagszeitung, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, Der Tages-Anzeiger, Financial Times Deutschland, Frankfurter Rundschau, Stuttgarter Zeitung, Berliner Zeitung, Der Tagesspiegel, Die Zeit, Theater Heute, Theater der Zeit, The Guardian, The Independent, Opera Now, The New York Times, Sole 24-Ore, Il Giornale, Il Messaggero, Corriere della sera, Radio 3(RAI), La Repubblica, Teatro al Sur(Buenos Aires), Kommersant Daily(Russland), Politika(Jugoslawien), Le Monde, Le Soir(Brüssel), De Standaard(Brüssel), Telegraf(Amsterdam), Het Financielle Dagblad, Het Parool, De Volkskrant(Holland), Upsala Nya Tidening(Schweden), RNP – Radio Nacional Portugues. Berichte erschienen bzw. wurden gesendet in folgenden 32 Ländern: Argentinien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, England, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Niederlande, Norwegen, Iran, Italien, Japan, Jugoslawien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA. Das internationale Medieninteresse galt vor allem: Eröffnung 2002, Three Tales, Anatol, Der Meister und Margarita und forumfestwochen ff. Wiener Festwochen 2002 Marketing Die beiden Hauptsponsoren mobilkom austria und Casinos Austria sowie die Partner Wiener Stadtwerke, Wiener Städtische Versicherung, SIEMENS, KURIER, Mercedes-Benz Wiesenthal& Co, Bank Austria, Austrian Airlines, Gösser, Wiener Linien, Österreichische Lotterien, Bankhaus Spängler& Co, Römerquelle, Veltlinsky, Motorola, BRAUN& CO ua. leisteten mit insgesamt rund 1 Mio EUR einen unverzichtbaren Beitrag zum Gesamtbudget der Wiener Festwochen 2002. Wichtigste Aktionen waren u.a. der Ausbau der A1-Services wie der A1-Festwochen-Line(Informationen, O-Töne und Ausschnitte unter 0664-68 40 80), die Kooperation mit BRAUN& CO zu"Anatol", die komplette Mercedes PKW-Palette am Rathausplatz und die Beflaggung der Stadt gemeinsam mit Wiener Städtische und A1. Wiener Festwochen 2002 Produktionen im Detail Musikprogramm 25 Jahre Vienna Art Orchestra Koproduktion Wiener Festwochen und Vienna Art Orchestra 11., 12., 13., 14. Mai, 21.00 Uhr Ronacher 2.494 Besucher Il Ritorno d’Ulisse in Patria Gastspiel Festival d’Aix-en-Provence et Académie européenne de musique 11., 12., 14., 15., 17. Mai, 19.00 Uhr Theater an der Wien 4.345 Besucher The Turn of the Screw Koproduktion Wiener Festwochen und Festival d’Aix-en-Provence 31. Mai, 2., 4., 6., 7. Juni, 20.00 Uhr Ronacher 3.188 Besucher Three Tales(1998-2002 ) Uraufführung Auftragswerk Wiener Festwochen u.a. 12., 13., 14., 15. Mai, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 1.836 Besucher Drei Schwestern Wiederaufnahme einer Produktion der Opéra National de Lyon durch die Wiener Festwochen 25., 27., 29., 30. Mai, 19.30 Uhr Theater an der Wien 2.165 Besucher Eötvös Ligeti Kurtág Konzert 28. Mai, 19.30 Uhr Theater an der Wien 536 Besucher Le nozze di Figaro Wiederaufnahme Koproduktion Wiener Festwochen und Wiener Staatsoper 6., 8., 9. Juni, 19.00 Uhr Theater an der Wien 3.163 Besucher Così fan tutte Wiederaufnahme Koproduktion Wiener Festwochen und Wiener Staatsoper 17., 19., 20. Juni, 19.00 Uhr Theater an der Wien 3.173 Besucher Don Giovanni Wiederaufnahme Koproduktion Wiener Festwochen und Wiener Staatsoper 26., 28., 30. Juni, 19.00 Uhr Theater an der Wien 3.171 Besucher zeit_zone 2002 Le Fou Gastspiel 26., 27. Mai, 21.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 290 Besucher In h-Moll Gastspiel 29., 30., 31. Mai, 21.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 271 Besucher Keyrouz/ Sciarrino Gastspiel 2. Juni, 21.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 252 Besucher Nono/ Khushnawaz Gastspiel 5. Juni, 21.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 179 Besucher Ustwolskaya/ Josquin/ Messiaen/ Aga Gastspiel 7. Juni, 20.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 196 Besucher Fun-Da-Mental Gastspiel 8. Juni, 21.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 148 Besucher Antonin Artaud"For an End to the Judgment of God"& June Jordan"Kissing God Goodbye", A TV-Show Neuinszenierung Eigenproduktion Wiener Festwochen 11., 12., 13., 16. Juni, 21.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 623 Besucher WAVES Ein Projekt der Wiener Festwochen in Zusammenarbeit mit Sunshine Enterprises 23., 24., 25. Mai Meierei im Stadtpark 1.500 Besucher Schauspielprogramm Apasionada Koproduktion Ex Machina, Québec, Wiener Festwochen und Théâtre de Quat'Sous, Montréal, Pilar de Yzaguirre Ysarca Art Promotions, Madrid, Cabildo Insular de Tenerife 9., 11., 12., 13., 14., 15. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 2.089 Besucher The Designated Mourner Gastspiel einer Produktion von André Gregory, Scott Rudin, Wallace Shawn, New York 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 20., 21., 22., 23. Mai, 19.30 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz 576 Besucher Die Erfindung des Lebens Uraufführung Koproduktion Schauspiel Staatstheater Stuttgart und Wiener Festwochen 15., 17., 18., 19., 20. Mai, 20.30 Uhr Reithalle 1.296 Besucher La Última Noche de la Humanidad – Die letzte Nacht der Menschheit Neuinszenierung Koproduktion Wiener Festwochen und El Periférico de Objetos, Buenos Aires 20., 21., 22., 23., 24., 25. Mai, 20.00 Uhr, 26. Mai, 20.00 und 22.30 Uhr Schauspielhaus 1.196 Besucher Liliom Gastspiel Thalia Theater, Hamburg 19. Mai, 19.30 Uhr, 20. Mai, 15.00 und 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 2.343 Besucher Anatol Neuinszenierung Koproduktion Wiener Festwochen und Burgtheater Wien 4.(Voraufführung), 5., 6., 7., 9., 10., 11., 13., 15., 16., 22., 23. Juni, 19.30 Uhr Akademietheater 5.805 Besucher Auf dem Land Gastspiel einer Koproduktion Schauspielhaus Zürich und Berliner Ensemble 30., 31. Mai, 19.30 Uhr, 1. Juni, 15.30 und 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 3.338 Besucher Uroczystosc – Das Fest Gastspiel Teatr Rozmaitosci, Warschau in Koproduktion mit Hebbel-Theater, Berlin 21., 22., 23. Mai, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.014 Besucher Die Bakchen Koproduktion ZT Hollandia, Eindhoven und RuhrTriennale, Wiener Festwochen, KunstenFESTIVALdesArts, Brüssel, Cultural Olympiade, Athen, Holland Festival, Amsterdam, Theater der Welt 2002, Köln 24., 25., 26., 27. Mai, 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 2.329 Besucher Portia Coughlan Neuinszenierung Koproduktion Wiener Festwochen und RO Theater, Rotterdam 8., 9., 10., 11. Juni, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 963 Besucher First Night Koproduktion Forced Entertainment, Sheffield, Wiener Festwochen, Rotterdamse Schouwburg, Theaterfestival SPIELART, München, Festival Theaterformen, Hannover/Braunschweig 29., 30., 31. Mai, 1. Juni, 20.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 1.044 Besucher La Cuisine – Die Küche Koproduktion Théâtre Tattoo, Toulouse, Théâtre Garonne, Toulouse, La Rose des Vents, Villeneuve d’Ascq, Le Maillon, Strasbourg, Théâtre de l’Union, Limoges, Le Parvis, Tarbes, Théâtre de la Bastille/Festival d’Automne à Paris und Wiener Festwochen 30., 31. Mai, 1., 2. Juni, 20.30 Uhr Odeon 1.105 Besucher The Noise of Time Gastspiel Complicite, London, Emerson String Quartet, New York 7., 9. Juni, 19.30 Uhr, 8. Juni, 15.00 und 19.30 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 1.940 Besucher Tall Stories Koproduktion The Shout, London, Wiener Festwochen, International Festival of Arts and Ideas, New Haven, Connecticut US, BAC, London 8., 9., 10., 11. Juni, 20.30 Uhr Odeon 1.164 Besucher Dafke!! Uraufführung Schauspielhaus Wien in Kooperation mit den Wiener Festwochen 4. Juni bis 7. Juli, 20.00 Uhr, täglich außer montags und 5., 16., 20. Juni Schauspielhaus 2.236 Besucher Der Meister und Margarita Neuinszenierung Koproduktion Wiener Festwochen und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 14., 15., 16., 17. Juni, 19.00 Uhr Halle E im MuseumsQuartier 3.480 Besucher forumfestwochen ff Kak ja sjel sobaku – Wie ich einen Hund gegessen habe Gastspiel 12., 13., 15. Mai, 20.00 Uhr, 14. Mai, 20.00 und 22.00 Uhr dietheater Konzerthaus 387 Besucher U poschukach wtratschenogo tschasu – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Gastspiel Zentrum für zeitgenössische Kunst DACH, Kiew in Zusammenarbeit mit dem Musikensemble BOSCHITSCHI 23., 24. Mai, 20.00 Uhr dietheater Konzerthaus 160 Besucher Sny – Träume Gastspiel Spielraum, Irkutsk 26., 27. Mai, 20.00 Uhr dietheater Konzerthaus 136 Besucher Planeta – Planet Gastspiel 27., 28., 29. Mai, 20.00 Uhr dietheater Künstlerhaus 426 Besucher Die Schaukel Gastspiel junges theater basel 1., 2., 3. Juni, 20.00 Uhr dietheater Künstlerhaus 414 Besucher Save our souls Gastspiel 5., 6. Juni, 20.00 Uhr dietheater Künstlerhaus 254 Besucher Recent Experiences Gastspiel STO Union, Candid Stammer Theatre, Toronto 13. Juni, 20.30 Uhr, 14., 15., 16., 18. Juni, 18.30 und 21.30 Uhr Halle G im MuseumsQuartier 605 Besucher Die Wiener Festwochen 2002 im Spiegel der Kritik – Eine Auswahl Neuer Weg zwischen Popularität und Experiment Spannungsreich ist in diesem Jahr der Auftakt der diesjährigen Wiener Festwochen geraten. Für Adrian Nobles raffiniert einfachen"Ulisse" gab es Beifallsstürme, auf Robert Lepages poetisches Multimediatheater zu Frida Kahlo reagierte das Publikum geteilt. Wallace Shawns Gastspiel aus New York ließ die Zuschauer zum Großteil enttäuscht zurück. Beim traditionellen Eröffnungskonzert am Freitagabend auf dem Rathausplatz brachten jedoch der Pop-Star Bryan Ferry, die Jazz-Sängerin Nancy Wilson und Max Raabe mit seinem Palastorchester Zehntausende in fröhliche Feierstimmung. Bereits mit den ersten Premieren präsentierte das Eröffnungswochenende den gewaltigen Bogen, den Luc Bondy als neuer Alleinintendant des renommierten Festivals spannen möchte: etablierte Stars und gefeierte Inszenierungen internationaler Bühnen mit experimentell arbeitenden"Newcomern" zu konfrontieren. Bondys neue Schauspieldirektorin Marie Zimmermann ist vor allem im Osten fündig geworden. Die jungen Demokratien entwickelten kreative Denkmodelle und Fragestellungen, die dem etablierten Betrieb im Westen wichtige Impulse geben können, ist die ehemalige Leiterin des Festivals "Theaterformen" überzeugt. Diese Klopfzeichen aus dem Osten hat sie in der Reihe "forumfestwochen" gebündelt und damit bereits Vorschusslorbeeren bei der Kritik geerntet. Generell setzen Kritik und Publikum, aber auch die Kulturpolitik in Luc Bondy hohe Erwartungen. So sehr sich bereits das vorherige Dreierdirektorium mit Bondy, Hortensia Völckers und Klaus-Peter Kehr bemüht hatte, das Image vom"Edelfestival" zu Gunsten einer lebendigen Begegnung mit aktueller Kunst loszuwerden, so sehr hatte sich das Image der Festwochen als repräsentatives Schaufenster für das internationale Etablissement gehalten. In der neuen Konstellation ergibt sich nun die Chance, mit Gewohnheiten zu brechen. Der bislang von Völckers betreute Bereich Tanz und Crossover wurde unter der Prämisse gestrichen, dass sich neue Formen ohnehin im experimentellen Theater niederschlagen. Viel versprechende Namen wie der als Theaterträumer hoch gelobte Marc von Henning und das RO Theater aus Rotterdam treffen auf Künstler aus Sibirien, der Ukraine oder Polen, die im deutschen Sprachraum noch kaum bekannt sind. Auch der neue Musikchef Hans Landesmann hat in seinem Bereich mit der Reihe"zeit_zone" eine Begegnung zwischen traditionellen und experimentellen Formen eingerichtet. Dass edles Schauspielertheater nicht zu kurz kommt, dafür sorgt nicht zuletzt Bondy selbst mit drei Inszenierungen. Entstanden ist ein Programm, das einen neuen Weg zwischen Popularität und Experiment versucht. Bis zum 16. Juni werden 168 Aufführungen gezeigt. Irmgard Schmidmaier, DPA/ Donaukurier, 13. Mai 2002 An Atomic Bomb, a Zeppelin, a Warning About Genetic Manipulation VIENNA, May 13—“Three Tales", the big new live-music video by Steve Reich and Beryl Korot that had its world premiere here Sunday night in the Museumsquartier at the Vienna Festival, is going to excite a lot of controversy. These two artists did that with"The Cave", which started out in the same place nine years ago and considered the common ancestry of Judaism and Islam. But where"The Cave" researched roots,"Three Tales" examines destinations. And where"The Cave" reached a bright American optimism in its finale,"Three Tales" mounts to a clamor of warning. … The best of Mr. Reich's music has always involved a tender touching of natural and electronic, human and mechanical, spontaneous and repetitive. It does so in this piece, for instance when the singers in the hall, live but wired up, join their voices to that of the 1937 announcer. Here is a quiet truth, that of sympathy across barriers of time and medium. Here is an artist from whom one can expect technological stories of far finer nuance, positiveness and accomplishment. Paul Griffiths, The New York Times, 14. Mai 2002 In die große Stadt Zwischen Leben und Traum: Theater von Wallace Shawn und Marc von Henning "Zum Trauern bestellt". Das ist ein Theater, das in eine Traumwelt führt, in der Vergangenes gegenwärtig wird, das Gegenwärtige zur Phantasie mutiert. Menschen, die längst tot sind, können zurückgerufen werden und aufs Neue verbannt.... Gregory lässt die drei Monologisierenden in einem realistischeren Szenarium beginnen, das die lange Geschichte der romantischen Überhöhungen zitiert. Die Fallhöhe in die Tragödie der Verfolgten und Vereinsamten ist hier größer. Ein Spiel an der Albtraum-Grenze entlang, in dem ohne viel Gedöns so nebenbei mit privaten Geschichten die Bruchstellen der Lebenshaltungen aufgedeckt werden: ziemlich spannend. In Marc von Hennings Triptychon"Die Erfindung des Lebens", uraufgeführt in der Reithalle beim Rabenhof, geht im ersten Teil(„Das älteste Geräusch der Welt“) eine Frau auf eine Reise in die große Stadt.... Auch das eine(Alb-)Traumreise. Von Blackout zu Blackout verschieben sich die Konstellationen der Reisenden, werden ihre Obsessionen, Schicksale, flüchtige Liebesgeschichten erkennbar. Im zweiten Teil Ortswechsel... Die Zuschauer müssen ein Diktat schreiben nach Heiner Müllers"Traumtext" von 1995. Die Ängste, die Müller notierte, gehen unter in Gelächter über die Situation, darüber dass Elmar Roloff nicht wagt, den strengen Lehrer zu markieren. Und wieder ein Umzug zurück in das alte Theater der Reithalle, zu Franz Kafka himself, zu Marc von Hennings Paraphrasen"Briefe an die Familie". Nun ist die Rückwand der Bühne aufgebrochen und Samuel Weiss, der den stummen F.K. spielt, schaut durch diese Fenster aus seinem einsamen Schreibzimmer in die schöne, ferne Welt. Das ist auch einer, der entlangschlittert an der Grenze zwischen Vision und Wirklichkeit, ist einer, der über den babylonischen Weltturm reflektiert und im Gegenzug Blatt für Blatt einen übermannsgroßen Papierstapel mit der Schreibmaschine abarbeitet. Kafka ein Sisyphus, dem Mark von Henning alle denkbaren Perspektivewechsel zumutet. Nach drei Stunden ist mit der"Erfindung des Lebens" die Welt im Ganzen noch nicht erschaffen. Noch mangelt es am richtigen Zeitfluss, an der präzisen Form. Der siebte Tag aber wird für diese Koproduktion mit dem Württembergischen Staatsschauspiel sicher kommen, so dass man sagen wird, es war gut. Thomas Thieringer, Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2002 Männerschlussverkauf: Luc Bondy inszeniert Schnitzlers"Anatol" in Wien So schonungslos unter Gelächter, so nüchtern, aber so menschenwarm unter kalt-ironischem Abschiedssinfonie-Tremolo hat der Regisseur Luc Bondy, der seinen Figuren auf der Bühne sonst immer noch ein Sehnsuchtsschlupfloch lässt, noch selten einen dramatischen Schluss inszeniert. Schnitzlers taumel- und auch worttrunkener"Anatol", mit dem der frauenverbrauchende Dramatiker seinen Lebens- und Liebesgrundsatz,"immer alle haben zu wollen und alle wegwerfen zu dürfen", in einer Von-Blüte-zu-Blüte-Dramaturgie sich sozusagen weniger vom als vielmehr auf den Leib schrieb, wird von Bondy entblättert, enttaumelt, entkitscht. Er sieht, wo Anatol schwärmt, einen Narren, wo Anatol närrisch ist, einen Schwärmer, wo Anatol liebt, einen Lügner, wo Anatol lügt, einen gescheiterten Einzelhändler der Liebe. Bondy wechselt die Lampen aus. Wo Schnitzler eine opalschimmernde, schwül-schummrige rot-grüne Beleuchtung anknipst, schaltet Bondy das helle Licht ein. Und gewinnt dem süß-matten, sich von Liebeseinakt zu Liebeseinakt elegant voranplaudernden Stück eine witzige, intelligente Wucht. Von heute, nicht von 1893.... Anatol ist bei Bondy auch ein dünner Faust, der wissen will, was die Frauen im Innersten zusammenhält, und glaubt, er selbst sei dieses Innerste. Er hat hier nicht seinen Mephisto, nur seinen Wagner neben sich, Max, den trocken-ironischen Schleicher, Kumpel, Alter ego und Analytiker des Anatol, den Klaus Pohl als kurz angebundene Marionette neben dem Titelhelden herschlenkert. Das Ewigweibliche aber zieht Anatol nicht hinan. Es erledigt ihn. Unterm Strich seiner Liebeshandelsbilanz stehen: lauter Miese. Denn Anatol hat nicht geliebt- außer sich selbst. Sein größerer dramatischer Bruder Don Giovanni fährt deshalb zur Hölle. Anatol bleibt nur das Fegefeuer. Das Fegefeuer aber trägt einen Namen: Anatol. Und Bondy heizt ihm großartig ein. Gerhard Stadelmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Juni 2002 Prosaischer Abend Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Aber nicht nur dieses. Am Nachmittag des Heiligen Abends werden vom ORF, gleichsam zur Einstimmung auf Lichterbaum und Karpfen, Arthur Schnitzlers"Weihnachtseinkäufe" ausgestrahlt, eine legendäre Produktion mit Paula Wessely und Robert Lindner. Der populärste Einakter aus dem"Anatol"-Zyklus ist mehr als Literatur, er ist ein Stück österreichischer Identität. Und was muss man nun im festwöchentlichen Wiener Akademietheater erleben? Plötzlich verirren sich eine Dame aus der Uckermark und ein Herr aus Hamburg offenbar in die verschneiten Straßen New Yorks(!). Es grenzt an Hochverrat. Die paar Buhrufe zum Schluss hat sich der Regisseur also redlich verdient. Denn Luc Bondy begeht noch andere Sakrilege. Kaum ein poetischer Hauch liegt über dem prosaischen Abend. Nichts gemahnt an Hofmannsthals Loris-Verse, an"frühgereift und zart und traurig". Statt"böser Dinge hübsche Formel" stellt die Regie eine seelen-mathematische Gleichung mit einigen verstörenden Unbekannten auf. Bondy formt sich den"Anatol" nach seinem Bilde –"Die Frage an das Schicksal" und"Denksteine" streicht er, um dafür den nachgelassenen Text"Süßes Mädel" aufzunehmen, eine Vorstufe zur "Liebelei". Nach der Pause folgt"Anatols Größenwahn". Eine missglückte Premiere? Im Gegenteil. Luc Bondy hat bloß lieb gewonnene Schnitzler-Klischees entrümpelt. Seine analytische Inszenierung gleicht einer Reise in einen dunklen Kontinent. Dort lauern Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, neurotische Obsessionen und eine Radikalität der Menschensicht, wie man sie bisher nur aus dem "Reigen" zu kennen glaubte. Bondys"Anatolien" ist ein weites Land, aus dem kein Weg ins Freie führt. Michael Maertens' Anatol fehlt jeglicher Bel-Ami-Charme. Hinter seiner Frackbrust pocht sehr unruhig ein modernes, abgenutztes Herz. Ulrich Weinzierl, Die Welt, 7. Juni 2002 Der Tod und die süßen Mädels Wie die Liebe selber, die in den sieben Szenen des Stücks den Ton angibt, steckt diese Wiener Aufführung von Arthur Schnitzlers Anatol voller Überraschungen. Sie verändert die Abfolge der Auftritte, zwei lässt sie ganz entfallen und setzt an ihre Stelle zwei andere Bilder; nach der Pause wechselt sie die ästhetische Fasson so, wie das derart auffällig in keiner früheren Arbeit des Regisseurs Luc Bondy bisher zu sehen war.... Die gegenüber dem Welt- und Gesellschaftsbild des „Anatol“-Zyklus kritische Haltung Bondys wird in diesem Endspiel überdeutlich. Die Szenenfolge entstand(um 1890) vor den dramatischen Hauptwerken Schnitzlers, also vor„Liebelei“,„Der einsame Weg“,„Das weite Land“ – es ist aber, als bereiteten sich die weit ausgespannten Lebensbögen dieser Stücke in dem Anatol-Stoff schon vor. Die Inszenierung Luc Bondys und die Bearbeitung, auf die sie sich stützt, weisen nachdrücklich darauf hin. Sie entwickeln die episodischen Ansätze des noch nicht Dreißigjährigen aus dem Geist der dramatischen Befunde einer späteren Epoche. Man kann das eine Entdeckung nennen. Peter Iden, Frankfurter Rundschau, 7. Juni 2002 Das schwache Geschlecht Dem Wiener Publikum... beschert Luc Bondy nun... die – man muss fast sagen – Uraufführung eines Meisterstücks. Er formt die Kapitel aus Anatols Leben zu einem modernen Bühnenroman, dramaturgisch offener als der"Reigen", doch eindeutig mit Sinn für die vielfältigen Querbezüge zwischen den Teilen und für etwas wie eine Entwicklung, welche er freilich weniger als Reife- denn als Ausnüchterungsprozess sieht.... Einigermaßen entgeistert trotz Momenten flackernder Hellsichtigkeit und waghalsigen Aufschwüngen in druckreife Poesierhetorik, lässt der großartige Michael Maertens das ganze Spiel über sich ergehen. Sein Anatol wandert, eingekleidet von Moidele Bickel(bzw. vom Faktotum Franz alias Bela Koreny, der am Klavier für musikalische Untermalung sorgt) in Frack-undZylinder-Formalität, Morgenrock-Bequemlichkeit oder Pelzkragen-Noblesse, durch Richard Peduzzis sparsam skizzierte Stellwand-Kulissen. Der Weg führt vom ermattenden Wiener Fin de Siècle der Ballherrlichkeiten, Salondämmerstunden, Vorstadt-Romanzen und Chambre-séparée-Intimitäten bis zur vulgär aufgekratzten Spaßgesellschaft unserer globalisierten Jahrtausendwende. Ein Coup: Für nach der Pause spart Bondy einzig"Anatols Größenwahn" auf, die Rückschau, Jahre später, auf die verrauschte Jugend.... Diese Fermate knapp vor Schluss setzt ein Regisseur, der seit eh und je Liebesqualen inszeniert – und offensichtlich nie aufhörte, an die Liebe zu glauben. Deshalb erweist sich"Anatol" als Luc Bondys Stück par excellence. Barbara Villiger Heilig, Neue Zürcher Zeitung, 7. Juni 2002 Sodom und Gomorrha im Belmont-Tal Alize Zandwijk hat mit dem Ensemble des Ro Theaters, Rotterdam,"Portia Coughlan" für die Wiener Festwochen inszeniert, in einem magischen Realismus und in holländischer Sprache. Die Figuren sind genau gezeichnet in ihren Obsessionen, aber sie werden nicht erstickt unter der Haube des sozialen Miefs. Der Raum von Thomas Rupert: ein weiter Kasten, dessen rechte Wand das Wurzelwerk eines mächtigen Baumes durchbrochen hat. Ein Raum also, in dem die Poesie und die Wut dieser Geschichte von Marina Carr aufs Schönste potenziert werden. Regisseurin Zandwijk beobachtet diese Menschen liebevoll dabei, wie sie sich abstrampeln, um ihre Sündenfälle und Verletzungen zu verbergen. Und mittendrin Sanneke Bos als Portia mit einem Blick, der in einem Moment die ganze Geschichte erzählt: Alles ist ausgelöscht an Hoffnung, Liebe und Glückserwartung. Und die doch ganz stark und gegenwärtig ist in ihrem Protest. Der ist in diesem Leben nicht zu helfen. Weil sie die Diskrepanz zwischen ihrem Ideal und der Wirklichkeit nicht überbrücken will. Aufregend ist, wie in dieser Trostlosigkeit Alize Zandwijk, wie vor drei Jahren in ihrer grandiosen, abgründigen Inszenierung des"Nachtasyl", jeder der Figuren ihre Mitte lässt, keine denunziert. Am Ende steht Portia nackt wie Eva da, fast dort angekommen, wohin sie sich mit Gabriel zurückträumt. Und der Stamm des Baumes wird von ihrem Vater mit einer Kettensäge durchtrennt: Also gibt es doch noch Hoffnung für die Menschen. Eine bewegend schöne Aufführung, diese"Portia Coughlan" aus Rotterdam, in der die alten Geschichten die Gegenwart beherrschen. Thomas Thieringer, Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2002 Theaterkraft, die in Wien leider fehlt "Portia Coughlan" von Marina Carr Berückende Kompositionen gelingen Zandwijk genauso wie wunderschöne Details. Ein energisches Ensemble zeigt zeitgenössisches Theater, das an die Kraft des Theaters glaubt – ohne Scheu vor (manchmal vielleicht zu viel) Emotion. Theater, das so in Wien leider fehlt. Caro Wiesauer, Kurier, 10. Juni 2002 Ophelia auf der Nirosta-Klippe Aus einer verzwickten Meditation über mythische Urschuld fertigt Alize Zandwijks wunderbares RO Theater im Museumsquartier einen brennenden Abend. Das Stück"Portia Coughlan" der Irin Marina Carr rechtfertigt bei den Festwochen jeden Superlativ. Die Wahrheit brennt, wie nur in den besten Arbeiten von Castorf und Thalheimer, unter den Körpern – und spült aus ihnen den Unrat der Seelen hervor. Aus dergleichen Stoff besteht nur ein großer, im Nichts endender Abend: wie"Portia Coughlan". Ronald Pohl, Der Standard, 10. Juni 2002 Wenn nicht Berlin, dann eben in Wien Jetzt also Bulgakows"M.&M." in der wuchtigen Halle des neuen Wiener Museumsquartiers. Selbstredend prunkt auf der Bühne die schon klassische Castorf-Metapher: der Container, in den der ganze Kosmos unseres Daseins passt. Nur gleicht heuer diese Art Arche Noah einem Bordell, einer Spielhölle, einer Kirche, vor allem aber einem Kino. Auf dem Dach nämlich thront der Videoschirm. Und das nicht nur für wacklige Einstellungen mit der Handkamera. Immer wieder flimmern da historische Filmsequenzen von Auftritten Stalins. So raffiniert wie nie zuvor nutzt Castorf das Medium. Verknüpft rein optisch Pilatus und Stalin und den Teufel. Wer eben noch surreal im Film war, tritt unversehens durch die Containertür. Freilich, diese immer auch selbstverliebte Phantasmagorie, diese Fünf-Stunden-Schlacht der Vexierbilder zerrt an der Schmerzgrenze des Publikums, das in Massen türmt. Trotz immer wieder entzückender Comic- und Slapstick-Einlagen, einer hinreißenden Parade populärer Wut- und Schmusesongs und Schauspielerei vom Feinsten. Ohne auf die Uhr zu schauen, lässt Castorf Martin Wuttke souverän eine halbe Stunde lang monologisieren. Dieser Epitaph auf die Opfer aller Diktaturen wird zur Unvergesslichkeit gerinnen. Reinhard Wengierek, Berliner Morgenpost, 16. Juni 2002 und Die Welt, 17. Juni 2002 Satan tanzt auf den Kulissen "I want to believe" prangt in roten Neonlettern an der gläsernen Auslage der engen, mit Spiegeln verkleideten Bar für einsame Herzen. Mit dieser Irritation befindet man sich mitten in Frank Castorfs Inszenierung von Michail Bulgakows Abrechnungsroman mit dem Stalinismus:"Der Meister und Margarita". Da steht er wieder, der wundersam vielschichtige Container Bert Neumanns... Neu ist die digitale Auflösung fantastischer Szenen des Romans und neu ist die filmisch gezogene Grenze, die ein Kameramann auf Schienenfahrten markiert, wenn er simultan filmt, was sich im Inneren dieses Moskauer Irrenhauses abspielt. Die Geleise markieren die Schranke zwischen Traum und Wirklichkeit, die die Figuren in Bulgakows Roman überschreiten und daran irre werden. Das stalinistische Moskau der dreißiger Jahre hat sich in Castorfs klaustrophobem Varieté zu einem Spielraum entwickelt, dem die Versatzstücke einer verstaubten DDR-Alltagsästhetik ebenso wie die Realitätspartikel einer konsumorientierten Gegenwart anhaften.... Das wunderbar auf einander abgestimmte Ensemble der Berliner Volksbühne kreiert eine eigene theatrale Wirklichkeit, aus der unversehens die Realität spricht, auf die sich Castorf immer bezieht, indem er das Spiel hinter den Kulissen durchschaubar macht: ein Machtgeflecht aus Lügen. Am Ende dieser unfertigen, doch überzeugend starken Inszenierung pulsiert Castorfs Theater triumphierend über die Fiktion."I want to believe": diese Sehnsucht nach Glaube macht depressiv. Christina Kaindl-Hönig, Stuttgarter Zeitung, 18. Juni 2002 Der Satan hat den Blues Mit maximaler gestischer Privatheit schlägt Frank Castorf einen Ton an, der auf der Bühne seinesgleichen sucht: Seine Inszenierung von Michail Bulgakows"Der Meister und Margarita" für die Wiener Festwochen kommt teuflisch gut. Die Welt ist beim Teufel. Der Meister lädt zum Satansball. Fünf Stunden währt die Chose, danach ist nichts besser, doch alles ist gut. Verdammt, ja: teuflisch gut...."I want to believe" leuchtet ein Neon-Schriftzug das Motto des Spiels emblematisch ins Dunkel. Der Satz gilt bei Castorf weniger Gott als vielmehr der Ästhetik: Castorf findet Realität, wo er den Bühnenrealismus hinter sich lässt. Mehr und mehr wird er zum Joyce der Szene, der Sprachen, Versatzstücke, Überlagerungen stapelt, aus denen die Welt in ihrer unendlichen Verwirrung blinzelt. Castorf erzählt Kompliziertheit wie Schönheit dieser verkommenen Welt in Körpern. Weshalb er der Kamera zur Verfremdung, zur Erweiterung der perspektivischen Facetten notwendig bedarf. Immer größer wird der Raum der Kamera, immer virtuoser die Weise, in der er sie handhabt. Nahezu die Hälfte des Abends lang bleibt die rot beleuchtete Bühne gespenstisch leer. Verschwinden die Darsteller hinter den verspiegelten Wänden des Bungalows, ausschnittsweise sichtbar im Video. Über die Auslassungen erzählt Castorf Gegenwart. Und zeitgleich Bulgakows Roman. Cornelia Niedermeier, TAZ, 20. Juni 2002 Wie schmeckt Hund? Wie verliebt man sich in Kaliningrad? Was erlebt ein Matrose auf der gefürchteten"Russischen Insel"? Wie wird man in Estland zu einem Mörder? Wovon träumen Drogensüchtige in Irkutsk? Wie gründet man in Toronto eine Familie? Antworten auf diese und ähnliche Fragen wurden bei "forumfestwochen ff" gegeben, einer neuen Programmschiene der Wiener Festwochen. Konzipiert von der neuen Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und dem Dramaturgen Stefan Schmidtke, ist das Forum vom Geheimtipp zum Highlight avanciert. Das"offene Fenster für zeitgenössisches Theater" bestand aus vier Workshops für junge Theatermacher, Diskussionen über Theater in Polen, Russland und Serbien sowie sieben Inszenierungen, mit denen ein Bogen von Kanada bis Sibirien gespannt wurde. Erstaunlicherweise hat das Forum auch die unterschiedlichsten Publikumsschichten angelockt. In einem der kleinsten Wiener Theaterhäuser, das bei hundert Besuchern aus allen Nähten platzt, saßen dann FestivalbesucherInnen in tadellosen Faltenröcken neben Theatergängern in Schlabberhosen. Was Alt und Jung gleichermaßen angezogen hat, waren Stücke, die sehr kurz, meistens nicht länger als ein bis zwei Stunden, aber äußerst präzise Alltagsgeschichten erzählt haben. Unberührt von der hippen Behauptung eines"Lebensgefühls", stand in diesen Produktionen die eigene Befindlichkeit nur zur Debatte, um sich in einer Welt zurechtzufinden, für die es keinen Kompass mehr gibt. Der Meister der Innenschau war zweifelsohne Jewgenij Grischkowez... In"Wie ich einen Hund gegessen habe" erzählt er über seinen Wehrdienst bei der Marine."Planeta" ist die Geschichte einer – freilich unglücklichen – Liebe. Das Spektrum der Erzählformen reichte von romantischen Alltagsbeobachtungen eines Grischkowez bis zu hartem Realismus.... Die meisten der eingeladenen Produktionen zählten zum Genre des Autorentheaters, wo Regisseure und Schauspieler sich mittels eigener Recherche einem Thema nähern, ohne vorgefertigte Dramentexte. Nicht selten waren politische Fragen der Ausgangspunkt, der indes rasch von Erkundungen der (russischen) Seele überlagert wurde."Ich kann die Menschen nur emotional mitfühlen lassen, was mir unter den Nägeln brennt", sagt Regisseur Iwan Wyrypajew aus Irkutsk. Seine Inszenierung"Sny", in der Drogensüchtige eine Art Traumtheater delirieren, entstand in Zusammenarbeit mit Ärzten, die Drogenkranke behandeln. Das Kiewer Theater"Dach" hat in"Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" folkloristische Erforschungen des ukrainischen Brauchtum unternommen. Merle Karusoo, Regisseurin und Soziologin aus Estland, ist bekannt für ihre Methode, sich einem Thema mit Interviews zu nähern. Aus den zusammengetragenen Lebensläufen montiert sie dann ihre Stücke. Für"Save our souls" hat sie sich in Gefängnissen umgehört: Warum wird ein Mörder zu einem Mörder? Auf einem realen Verbrechen beruht auch das Stück"Die Schaukel" der jüdischen Autorin Edna Mazya: Vier Jugendliche haben ein Mädchen vergewaltigt und finden vor Gericht viel Verständnis für ihre Tat. Regisseur Sebastian Nübling zeigt mit den Schauspielern vom Jungen Theater Basel ein präzises Körpertheater, das einem das Herz zuschnürt. Aus Toronto kam"Recent Experiences", eine fragmentierte Familiensaga, die von 1900 bis in die Gegenwart reicht."Wir erzählen uns Geschichten um zu überleben", sagte einmal Susan Sontag. Genau daran hat sich das neue Wiener FestwochenForum gehalten, mit unprätentiösen Arbeiten, die keine exotische Trennlinie mehr zwischen Ost- und Westtheater ziehen. Selten war das Theater so neugierig auf Leben. Petra Rathmanner, Tagesspiegel, 22. Juni 2002 Vielgereiste Träume Festival im Festival: Die Wiener"forumfestwochen ff" ... der neue Theaterstar Russlands, Jewgenij Grischkowez, der neben seiner vielgereisten ersten Arbeit"Wie ich einen Hund gegessen habe" erstmals im deutschsprachigen Raum sein jüngstes Stück zeigte: Das bezaubernd schwerelose Duo"Planet", eine Variation über die Liebe in Zeiten nach einer Trennung. Die Geschichte eines Großstadtmenschen, dessen Einsamkeit poetisch verdichtet wird und dessen Krise sich in einer Gedankenreise um die Welt entlädt. Ein Höhepunkt der Reihe, ein Höhepunkt der gesamten Wiener Festwochen.... Verarbeitet werden in vielen jüngeren Theaterarbeiten unmittelbare Erlebnisse in theatralisches Material. Das ist zwar kein ganz neues Phänomen, in dieser geografischen Breite allerdings dann doch auffällig.... Die Präsentationen.... deuten allerdings auf ein allgemeines Bedürfnis hin, den immer universaler werdenden Kulturen persönliche Innenschauen entgegenzuhalten. Auch wenn die Vermittlung der Inszenierungen weit abseits der jeweiligen Produktionsstätten nicht immer ganz einfach ist – mit der These dieses neuen Forums der Festwochen wird man sich weiterhin beschäftigen. Stephan Hilpold, Frankfurter Rundschau, 4. Juni 2002 Hurra, wir leben noch! Leben, hier und anderswo: Die Reihe"forumfestwochen ff" ist der unprätentiöse Geheimtipp der diesjährigen Festwochen. Wie soll man, wie kann man leben? In Irkutsk, Moskau, Tallinn, Tel Aviv, Wien und Quebec? Die theatralischen Antworten aus dem Off-Bereich reichen vom sportlichpräzisen Körpertheater("Die Schaukel") zu unterkühlten sibirischen Junkie-Monologen("Sny") zur soziologischen Forschungsreise in die Köpfe von russischestnischen Mördern("Save our souls") bis zu einer etwas folkloristischen, aber durch Wodka versöhnenden Hochzeitsfeier("Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"). Erstaunlich unberührt vom Hype, den ein Festival wie die Festwochen mit sich bringt, sympathisch klein und unprätentiös ist die von Marie Zimmermann, der neuen Schauspielchefin, und Stefan Schmidtke, dem zugleich kongenialen russischen Übersetzer der Aufführungen, initiierte Reihe zwischen hartem Realismus und romantischer Alltagsbeobachtung. So neugierig auf das Leben hier und anderswo waren die Festwochen schon lange nicht mehr. Klar, dass das ansteckend ist. Karin Cerny, Profil, 10. Juni 2002 Nachrichten von gestern – für heute Markus Hinterhäuser und Tomas Zierhofer-Kin hatten den"Zeitfluss" erfunden, das Salzburger Festival im Festival. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die beiden Musiker nun bei der"zeit_zone", einer Seitenschiene der Wiener Festwochen.... Ungewöhnliche Begegnungen – zwischen Wort und Musik, zwischen verschiedenen Arten von Musik – und eine ausgebaute Programmidee bilden auch hier das Prinzip.... So sah sich etwa"Quando stanno morendo", das Diario polacco No. 2 von Luigi Nono, in dem es um die Verhängung des Kriegszustands durch General Jaruzelski im Jahr 1981 geht, der Sufi-Musik gegenüber, wie sie von den beiden afghanischen, durch die Taliban vertriebenen und heute im iranischen Exil lebenden Meistern Rahim Kushnawaz und Gada Mohammad vertreten wird. Oder wurde in ein und demselben Programm die ebenso ruppige wie spirituelle Musik der Russin Galina Ustwolskaja mit der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Messe"L'Homme armé" von Josquin Desprez, den"Couleurs de la Cité céleste" von Olivier Messiaen und den Gesängen des koptischen Musikers Alemu Aga kombiniert. Auch Theater gab es, zum Beispiel einen Auftritt der tunesischen Gruppe um Gibrane Khalil Gibrane mit dessen Stück"Le Fou": Der Irre, der zum Ausgestoßenen wird, taucht an verschiedenen Stellen des Programms auf. So auch bei Peter Sellars, der sich einem 1946 geschriebenen Hörspiel von Antonin Artaud zuwandte."Schluss mit dem Gottesgericht" nimmt mit ebenso erstaunlicher wie entsetzlicher Treffsicherheit voraus, was heute an Machbarkeitsdenken und Gewaltanwendung verbreitet ist. Sellars hat das Hörspiel in eine Videofassung gebracht, in der ein amerikanischer Admiral(John Malpede) in der Szenerie einer Pressekonferenz des Pentagons und zu Bildern aus Afghanistan den Text Artauds vorträgt und dabei hautnah spüren lässt, wie unerbittlich sich hier der Wahnsinn ausbreitet. Die Antwort auf Artaud kam durch"Kissing God Goodbye", ein flammendes Gedicht gegen die Vorherrschaft des Christentums, aus der Feder der kürzlich verstorbenen amerikanischen Feministin June Jordan. Danach einfachkunstvolle persische Musik mit dem Lautenisten Hossein Alizadeh und dem Perkussionisten Madjid Khaladj – Kontrast und Versöhnung zugleich. Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, 21. Juni 2002 Festwochen-Bilanz Durch die fast unüberschaubare Programmfülle und die kurzen Laufzeiten wurde das Festival der Manipulativkraft des Marketings und den Hitlisten der Kritik entzogen – und zurück in die Hände des Publikums gelegt. Seit heuer sind die Festwochen wieder ein Theaterfestival. Darin besteht der bislang wesentlichste Beitrag Bondys zur Geschichte der Festwochen. Profil, 17. Juni 2002 Geh' ma Intendanten vergiften im Quark Wozu sind Festwochen eigentlich gut? Dass kulturell hochgestimmte Menschen, von denen es gerade in Wien eine Menge gibt, für vier Wochen ein noch reichhaltigeres Theater- und Konzertprogramm konsumieren dürfen als sonst, hier in ihren Erwartungen bestätigt, dort von wilder neuer Kunst ein bisschen erschreckt? Wer sich das in diesem Jahr zum erstenmal von Marie Zimmermann kuratierte Schauspielprogramm ansah, konnte jedenfalls einen Gestaltungswillen deutlich erkennen: den Wienern Dinge zu zeigen, von denen sie noch nichts gewusst hatten. Natürlich war es immer vornehmste Pflicht der Festwochen,"Internationales" einzukaufen, aber Zimmermann ist in vielen Fällen doch gleichzeitig an die Grenzen des Theaters gegangen, dorthin, wo es sich ungeschützt dem Zeitgeschehen aussetzt. Das ist schon mutig. Denn zwar ist Wien vielleicht"die einzige Theaterstadt Europas", wie Festwochen-Intendant Luc Bondy vermutet, andererseits in seinen Sehgewohnheiten praktisch fossiliert.... Ein einfach atemberaubendes"Fest" nach dem berühmten Dogma-Film von Thomas Vinterberg stellte der junge polnische Regisseur Grzegorz Jarzyna auf die Bühne. Sein Ensemble aus dem Warschauer"Teatr Rozmaitosci" spielte diese bedrückende Geschichte vom runden Geburtstag eines Familienpatriarchen so teuflisch, wie es eben ist, wenn der älteste Sohn zum Toast das Glas hebt und den Vater wie nebenbei des sexuellen Kindesmissbrauchs bezichtigt. Ganz zauberisch läßt Jarzyna außerdem die wirklichen und die geistigen Räume ein faszinierendes dialektisches Spiel miteinander spielen.... Da wurde zum Beispiel"Wie ich einen Hund gegessen habe" gezeigt, der beklemmende, furiose Monolog eines ehemaligen russischen Marinesoldaten."Sny – Träume" wiederum wurde aus Irkutsk importiert, der sibirischen Stadt an einer Haupthandelsroute des Rauschgiftschmuggels."Sny" ist nichts anderes als von Schauspielern gesprochene Drogentrips, gefiltert aus Interviews mit Abhängigen – eine Dokumentation eines bedrückenden lokalen Problems, aber eben mit den Mitteln des Theaters. Beispiele für die künstlerische und geographische Vielfalt des Programms, gerade an seinen Rändern, ließen sich unzählige aufzählen: Da war"The Designated Mourner" aus New York, letztlich ein Versuch, das Theater in gesprochene Literatur rückzuverwandeln, da war"Dafke!!" im Schauspielhaus, eine schräge jiddische Musical-Travestie voller steppender Chassiden, da war schließlich das böse, furchtbar lustige Psychoexperiment"First Night" der englischen Gruppe"Forced Entertainment"... Also Vielfalt, gute Auslastung, großer Zuspruch, Bryan Ferry bei der Eröffnung am Rathausplatz, Bondys"Anatol" und Thalheimers"Liliom"... Eva Menasse, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juni 2002 Fesch und frisch: die Festwochen Warum und zu welchem Ende studieren wir die Wiener Festwochen? Eine kurze, kulinarische Antwort: Man möchte belehrt und unterhalten, überrascht und neugierig gemacht werden. Nun ist das erste Festival unter der Intendanz von Luc Bondy vorbei, aber die künstlerische Verantwortung trägt nicht er allein. An seiner Seite wirken die Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und als Musikdirektor Hans Landesmann, ohne Zweifel Fachleute von Rang. Das Angenehme: Bei aller Beschlagenheit in Theorie zählt für sie Praxis offenbar noch mehr.... überwogen die interessanten, zuweilen faszinierenden Momente. Dies gilt nicht zuletzt für die von Marie Zimmermann und ihrem Dramaturgen Stefan Schmidtke programmierte Reihe"forumfestwochen ff". Hier wurde, insbesondere aus der weiland Sowjetunion, ebenso einfaches wie spannendes Theater, das vom Wort und von der Persönlichkeit lebt, nach Wien gebracht. Jewgenij Grischkowez kennen zu lernen lohnte am meisten. Aus dem kanadischen Toronto kamen"Recent Experiences" von Nadia Ross und Jacob Wren, eine sympathisch erzählte Familiensaga. Die Warschauer Szene imponierte mit dem jungen Regisseur Grzegorz Jarzyna. Er zeigte den Psychothriller"Das Fest" nach dem gleichnamigen Erfolgsfilm von Thomas Vinterberg. Die Niederlande waren durch Johan Simons' und Paul Koeks Antikenprojekt"Die Bakchen" und Alize Zandwijks Inszenierung von Marina Carrs"Portia Coughlan" sehr angemessen vertreten. Der trockene britische(Aber)Witz von Tim Etchells' Truppe"Forced Entertainment" gehört bereits zu den guten alten Bekannten der Festival-Besucher. Desgleichen das spartanische Startheater eines Peter Sellars, der mit einer vom Antiterrorkrieg inspirierten Artaud-Adaption aufwartete. Aus dem Rahmen fiel der wundersame, nur anfangs allzu didaktische SchostakowitschAbend"The Noise of Time". Simon McBurney inszenierte ein fulminantes Kammermusikensemble: das Emerson String Quartet. Da gingen magische Bilder in magische Töne über. Die stärksten Eindrücke der sechs festlichen Wochen: Michael Thalheimers"Liliom" aus Hamburg: Molnár mit dem Charme radikaler Brutalität wird niemand so rasch vergessen. Auch Adrian Nobles poetisch schwebeleichte Umsetzung von Monteverdis"Il Ritorno d'Ulisse in Patria" prägte sich ein. Für zwei Höhepunkte sorgte naturgemäß der Hausherr selbst. Luc Bondys Sicht des"Anatol" verstörte Wiener Schnitzler-Traditionalisten gründlich. So hart, so pessimistisch will man an der Donau den Flaneur der Liebe nicht sehen. Auf ungeteilten Jubel stieß hingegen Bondys Version von Benjamin Brittens"The Turn of The Screw": erregendes Musiktheater aus Aix-en-Provence mit einem mitreißenden Dirigenten, Daniel Harding, einem fabelhaften Ensemble und einer bis ins kleinste Detail stimmigen Regie. Ulrich Weinzierl, Die Welt, 19. Juni 2002 WISSENSCHAFTS- UND FORSCHUNGSFÖRDERUNG Im Gesamtzusammenhang von Strategien, Aktivitäten und Maßnahmen für die Wissenschafts- und Innovationsstadt Wien kommt der Förderung von Wissenschaft und Forschung durch die Kulturabteilung der Stadt Wien ein wichtiger Stellenwert zu. Im Sinne dieser Aufgabe werden zur Stützung, Positionierung und Präsentation der intellektuellen Wissensstadt vielfältige fördernde, strategische und vermittlungsbezogene Aktivitäten gesetzt. Im Jahr 2002 wurden – stets mit dem Blick auf Schwächen und Defizite des wissenschaftlichen Lebens in Wien und in einer kontinuierlichen Abstimmung mit den Universitäten und den großen Forschungs- und Forschungsförderungsgemeinschaften – überall dort Förderungsmaßnahmen gesetzt, wo die Stadt Wien vorhandene Stärken stärken und Defizite und Schwächen abbauen möchte. Die Stadt fördert Forschungsprojekte, intermediale Projekte, die Brücken zwischen Kunst und Wissenschaft bauen und Aktivitäten, die aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse vermitteln, durch Förderungsbeiträge an die Institutionen, die diese Projekte verantworten. Die Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse wird durch Druckkostenbeiträge an wissenschaftliche Verlage und Förderungsankäufe ermöglicht. Exzellente WissenschafterInnen werden aber auch direkt durch Stipendien und Preise unterstützt. Im Jahr 2002 wurden mit den genannten Instrumenten rund 700 Förderungen(Projektförderungen, Publikationsförderungen, Stipendien) vergeben. Im folgenden werden – exemplarisch für die Förderungsarbeit – Aktivitäten angeführt, die durch die Unterstützung der Stadt Wien ermöglicht wurden. Der Club of Vienna – Verein zur Förderung interdisziplinärer Forschung für Wien hat im Jahr 2002 seine Tätigkeit aufgenommen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die geistigen, kulturellen, wissenschaftlichen und ökonomischen Potentiale im Spannungsfeld zwischen regionalen und sozialen Interessen einerseits und dem Trend zur Globalisierung andererseits zu untersuchen und konkrete neue Wege in eine Zukunft, in der Solidarität, Demokratie und Wohlstand für die BürgerInnen gewährleistet sind, zu erkunden. Das„Institut für Ethik und Wissenschaft im Dialog“, dessen Gründung durch die Förderung der Stadt Wien im Jahr 2001 ermöglicht wurde, beschäftigte sich 2002 mit Problemen der Gentechnik im Veterinärbereich und den daraus resultierenden ethischen Fragen. Weiters wurden Vorarbeiten für ein Forschungsprojekt zum Problemfeld„Ethik und Technik“ durchgeführt. Am 29. November 2002 wurde – als gemeinsame Initiative der Geschäftsgruppen Kultur und Wissenschaft und Gesundheits- und Spitalswesen – der in seinen Agenda durch das Institut geplante„Wiener Beirat für Bio- und Medizinethik“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Das WissenschaftsZentrumWien(WZW) hat im Jahr 2002 unter dem Titel„artscience.vienna“ vier ExpertInnen-Workshops veranstaltet, die neue Schnittstellen und Kooperationsformen zwischen Kunst und Wissenschaft diskutierten. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des WZW lag im Bereich der Diskussion neuer Formen der Wissensgenerierung, des Wissensmanagements und der Wissensaufbereitung; und schließlich hat das WissenschaftsZentrumWien seine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen in Wien fortgesetzt. Die Österreichische Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem konnte im Jahr 2002 mit Hilfe der Förderung durch die Kulturabteilung die Forschungsprojekte„Die Rezeption der Werke Gustav Mahlers in Israel. Dynamische Veränderungen von 1937 bis 2000“ und„Wie wurde Nietzsche von der österreichischen intellektuellen Elite vor 1938 aufgenommen und verstanden?“ durchführen. Der jährliche Stiftungsbeitrag der Stadt Wien für das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, das seit Jahrzehnten eine qualitätsvolle Arbeit zur Erforschung und Dokumentation der Verbrechen des Nationalsozialismus und des österreichischen Widerstandes gegen diesen leistet, wurde im Jahr 2002 von 218 018,50 auf 254 400 EUR erhöht. Das Demokratiezentrum Wien hat sich in den vergangenen beiden Jahren zu einer auch international immer stärker nachgefragten Wissenschaftsplattform und zu einer Anlaufstelle für Demokratie- und Mediengeschichte entwickelt. Die Internetplattform www.demokratiezentrum.org des Demokratiezentrums Wien, die die zentralen Entwicklungen in den Bereichen der politischen Kultur, der Gesellschaft und der Wirtschaft vom Ende der Monarchie bis in die Gegenwart umfassend und anschaulich dokumentiert, wurde im Jahr 2002 um neue Module erweitert(„Who is Austria“ durch das Modul„What is Europe?“; Modul zum Thema Medien). Ausstellungen und internationale Symposien gaben wichtige Impulse zu aktuellen Themen: Vom 9. April bis 26. Mai 2002 wurde die Ausstellung„Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941- 1944“ in Wien gezeigt. Die Ausstellung dokumentierte auf der Grundlage des geltenden Kriegs- und Völkerrechts die Beteiligung der Wehrmacht an den im Zweiten Weltkrieg verübten Verbrechen. Ein gleichnamiges Symposion, durchgeführt von der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte, setzte sich mit den Inhalten dieser Ausstellung kritisch auseinander. Ein engagiertes Team von VermittlerInnen betreute die zahlreichen Schulklassen, die diese Ausstellung besuchten. Der„Karl Popper 2002 Centenary Congress“, organisiert vom Karl Popper Institut, brachte aus Anlass des hundertsten Geburtstages des österreichischen Philosophen Sir Karl R. Popper WissenschafterInnen unterschiedlicher Fachdisziplinen aus aller Welt nach Wien. Im Rahmen dieses Kongresses wurde über die Aktualität der erkenntnistheoretischen Positionen und die Auswirkungen seiner Philosophie auf Natur- und Kulturwissenschaften diskutiert. Das Internationale Institut für den Frieden veranstaltete am 4. und 5. November 2002 ein internationales Symposion mit dem Titel„Die Internationale Rechtsordnung“, das die Auswirkungen der Transformation der Weltordnung seit 1989 auf die internationale Rechtsordnung untersuchte. Der„Wissenschaftskompass“, ein Wissenschaftsprogrammheft, das in elektronischer Form und dreimal jährlich in einer Printfassung erscheint, macht die wichtigsten wissenschaftlichen Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich und dokumentiert so die Vielfalt des wissenschaftlichen Lebens in Wien. Das von der Stadt Wien initiierte Projekt wird vom Verein„TU.WAS – Technische Universität Wien: Weiterbildung als Strategie“ durchgeführt. Seit dem Herbst 2002 erscheint der Wissenschaftskompass mit einem redaktionellen Teil, in dem jeweils neue interessante und innovative Wissenschaftsprojekte vorgestellt werden. Wiener Vorlesungen Die„Wiener Vorlesungen“ – intellektueller Jour fixe im Wiener Rathaus – feierten im Frühjahr 2002 ihren 15. Geburtstag. Unter dem Motto„Aufklärung statt Vernebelung, Tiefenschärfe statt Oberflächenpolitur, Differenzierung statt Vereinfachung, Analyse statt Infotainment, Auseinandersetzung statt Belehrung“ stellen international renommierte Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Politik ihre Analysen und Einschätzungen zur Entstehung und zur Bewältigung der brisanten Probleme der Gegenwart zur Diskussion. Mit dem Vortrag von Prof. Dr. Josef Haslinger wurde die Programmschiene“Karl Kraus Vorlesung zur Kulturkritik“ eröffnet. Die Wien Akademie der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen wurde fortgesetzt. Ausgewählte Wiener Vorlesungen wurden in den beiden Buchreihen„Wiener Vorlesungen“ und„Wiener Vorlesungen. Konversatorien und Studien“ im Picus Verlag und im WUV-Facultas Verlag publiziert. Anfang Oktober wurde Band 100 der Buchreihe„Die Wiener Vorlesungen. Jour fixe der Vernunft im Wiener Rathaus“ durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl präsentiert. Die Veranstaltungen 2002: • 8. Jänner 2002: WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen Ringvorlesung Wintersemester 2002- Bild und Text I: Univ.-Prof. Arch. Friedrich Achleitner “Visuelle Poesie“ Moderation: Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat, Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner • 23. Jänner 2002: Präsentation des Bandes 81 der Reihe Wiener Vorlesungen „Zur Aktualität von Albert Camus“ mit den AutorInnen Univ.-Prof. Dr. Zohra Bouchentouf-Siagh, Univ.-Prof. Dr. Peter Kampits und Univ.-Prof. Dr. Birgit Wagner • 30. Jänner 2002: "Medizin im Nationalsozialismus" Ernst Klee, Univ.-Prof. Dr. Michael Hubenstorf Moderation: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer • 6. Februar 2002: Chefarzt Dr. Stephan Rudas „Österreich auf der Couch. Befund, Diagnose, Therapie“ Moderation: Karin Steger • 20. Februar 2002: "Das Mysterium des Dao" Shi Qingchun (Abt des Daoistischen Huangdaxian Klosters"Liebliches Meer") "Der Flug auf dem Kranich- lebensverlängernde daoistische Geheimlehren" Univ.-Prof. Dr. Gudula Linck "Die daoistische Kunst der Lebenspflege" Einleitung und Moderation: Univ.-Prof. Dr. Gerd Kaminski Übersetzung: Dr. Feng Guoqing • 26. Februar 2002: Univ.-Prof. Dr. Kurt Rudolf Fischer Univ.-Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler „Austria: Rapid. Fußball im Spiegel von Philosophie und Literatur“ 1. Halbzeit von den Anfängen der Klubs bis zum Tod von Matthias Sindelar Exkurs: Dr. Kurt Scholz„Die Hakoah“ 2. Halbzeit bis zur Bestellung Hans Krankls zum ÖFB-Teamchef Schiedsrichter und Moderator: Univ.-Doz. Dr. Roman Horak • 28. Februar 2002: Univ.-Prof. Dr. Giselher Guttmann „Psychologie am Prüfstand zur Jahrtausendwende“ Moderation: Karin Steger Eröffnungsveranstaltung der„5. Wissenschaftlichen Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie- Aktuelle Ergebnisse psychologischer Forschung in Österreich“ • 12. März 2002: WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen Ringvorlesung Sommersemester 2002- Bild und Text II: Dr. Mara Reissberger „Die ‚Sprache’ der Lebenden Bilder“ Moderation: Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat, Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner • 15. März 2002: Univ.-Prof. Dr. Sumaya Farhat-Naser Eldad Beck „Die anderen Gesichter Israels und Palästinas“ Kommentatoren: Univ.-Prof. Dir. Dr. Otmar Höll Univ.-Doz. Dr. John Bunzl Moderation: Dolores Bauer • 18. März 2002: Univ.-Prof. Dr. Jean Baudrillard „Gewalt der Bilder. Medien in der globalisierten Welt“ Moderation: Dr. Thomas Angerer • 9 April 2002: WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen Ringvorlesung Sommersemester 2002- Bild und Text II: Univ.-Prof. Dr. Juliane Vogel „Bilder in Bewegung. Dramaturgie nach 1789“ Moderation: Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat, Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner • 10. April 2002: Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz „Österreich ergraut. Die alternde Gesellschaft des 21. Jahrhunderts und ihre Bedeutung für unser Leben“ Moderation: Karin Steger • 17. April 2002: Univ.-Prof. Dr. Hans Albert „Erkenntnislehre und Sozialwissenschaften. Karl Poppers Beitrag zur Analyse sozialer Zusammenhänge“ Moderation: Univ.-Prof. Dr. Karl Milford • 22. April 2002: Univ.-Prof. Dr. Hans Mommsen „Der besudelte Ehrenschild der Armee. Die Mitwirkung der Wehrmacht am Völkermord des NSRegimes“ Moderation: Dr. Peter Lachnit • 23. April 2002: Überreichung des WU-Best-Paper Awards der Stadt Wien 2001 an Dr. Markus Feurstein, Dr. Andreas Mild und Univ.-Prof. Dr. Alfred Taudes Vortrag Univ.-Prof. Dr. Alfred Taudes “Informationstechnologie und Ökonomie – vom Produktivitätsparadoxon zum Internet-Hype und zurück” Laudationes: Univ.-Prof. Dr. Peter Mertens, Dr. Paul Hofmann • 25. April 2002: “Karl Kraus Vorlesung zur Kulturkritik“ anlässlich 15 Jahre Wiener Vorlesungen Univ.-Prof. Dr. Josef Haslinger „Am Ende der Sprachkultur? Über das Schicksal von Sprechen, Lesen und Schreiben“ Moderation: Dr. Daniela Strigl • 7. Mai 2002 WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen Ringvorlesung Sommersemester 2002- Bild und Text II: Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Nemeth „Otto Neuraths Visualisierungsstrategien gesellschaftlicher Verhältnisse“ • 7. Mai 2002 Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner „Musil, Gödel, Wittgenstein und das Unendliche" Lesung: Franz Robert Wagner Moderation: Dr. Klaus Kastberger • 8. Mai 2002 Univ.-Prof. Dr. Karl Vocelka „Wien: Von der höfischen Metropole zur Wohlfahrtsstadt der Moderne” Präsentation der Buchreihe„Österreichische Geschichte“ und des eben erschienenen Bandes „Glanz und Untergang der höfischen Welt“ von Karl Vocelka durch Univ.-Prof. Dr. Herwig Wolfram • 14. Mai 2002 Prof. Frederic Morton „Zur Aktualität Schnitzlers. Eine Zeitreise von 1900- 2002" Moderation: Dr. Alfred Pfoser • 22. Mai 2002 Univ.-Prof. Dr. Barbara Duden „Geschichten davon, wie eines auf die Welt kam. Die Geburt als Zeichen der Zeit“ Moderation: Karin Steger Eine Veranstaltung zur Ausstellung„Aller Anfang“ im Österreichischen Museum für Volkskunde • 28. Mai 2002 WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen Ringvorlesung Sommersemester 2002- Bild und Text II: Univ.-Prof. Dr. Gernot Heiss „Film als Quelle für HistorikerInnen“ Moderation: Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat, Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner • 5. Juni 2002 Univ.-Prof. Dr. Verena Kast „Altern in Würde. Älter werden als Verlust und Gewinn“ Eröffnung: Prim. Dr. Katharina Pils Einleitung und Moderation: Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland Eröffnungsveranstaltung des 5. Wiener Internationalen Geriatriekongresses„Altern in Würde“ • 11. Juni 2002 WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen Ringvorlesung Sommersemester 2002- Bild und Text II: Univ.-Prof. Dr. Konstanze Fliedl „Nietzsches Vogel. Ein Motiv in Bild und Text" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat, Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner • 18. Juni 2002 „Die anhaltende Provokation von Nietzsches Denken“ Podiumsgespräch mit Univ.-Prof. Dr. Stanley Corngold, Univ.-Prof. Dr. Endre Kiss, Univ.-Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann Eröffnungsveranstaltung des Internationalen Nietzsche-Symposiums"Nietzsche and the Austrian Mind" Moderation: Dr. Eugen-Maria Schulak • 21. Juni 2002 Kooperationsveranstaltung mit dem Demokratiezentrum Wien im Rahmen der Initiative Dialog.Diskussion.Demokratie.: Internationale Tagung„’Sudetenfrage’ und ‚Beneš-Dekrete’ im historischen und aktuellen Kontext“ Botschafter Dr. Wolfgang Petritsch „Ethnische Konflikte/ ‚ethnic cleansing’ – Ein historisches Modell oder politisches Prinzip der Gegenwart?“ Moderation: Univ.-Doz. DDr. Oliver Rathkolb • 25. Juni 2002 WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen Ringvorlesung Sommersemester 2002- Bild und Text II: Univ.-Prof. Dr. Hubert Lengauer „Erhaben oder schön. Noch einmal Laokoon“ Moderation: Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat, Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner • 3. Juli 2002 Zum 100. Geburtstag von Sir Karl R. Popper Eröffnung des„Karl Popper 2002 Centenary Congress“ durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl Rektor Univ.-Prof. Dr. Georg Winckler Prof. Dr. Erich Kadlec Festvortrag Univ.-Prof. Dr. Hans Albert „Karl Poppers Philosophie im 20. Jahrhundert“ Uraufführung der ORF/3sat-Produktion „Ausgangspunkt Österreich. Zum 100. Geburtstag von Sir Karl Popper“ von Koschka Hetzer Podiumsgespräch „Karl R. Popper – zu Person und Werk“ mit Univ.-Prof. Dr. Hans Albert Sir Hermann Bondi Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Herz Univ.-Prof. Dr. Erhard Oeser Moderation: Bundesminister a. D. Franz Kreuzer • 4. Juli 2002 Zum 100. Geburtstag von Sir Karl R. Popper „Die Bedeutung der Erkenntnistheorie Karl Poppers für die Natur- und Sozialwissenschaften“ Sir Hermann Bondi Univ.-Prof. Dr. Peter Kampits Moderation: Univ.-Prof. Dr. Peter Christian Aichelburg • 14. Juli 2002 Eröffnung des 3. Weltkongresses für Psychotherapie Univ.-Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter „Das Ende der Egomanie“ • 26. August 2002 Stadtkulturgespräch der Wiener Vorlesungen beim Europäischen Forum Alpbach Univ.-Prof. Dr. Joseph Weizenbaum „Die Zukunft des Internet zwischen Wissensnetz und globaler Müllhalde“ Moderation: Mag. Monika Grubbauer • 24. September 2002 Buchpräsentation und Diskussion über die Studie „Warum hat Österreich keine Nobelpreisträger mehr?“ mit den AutorInnen Univ.-Prof. Dr. Max Haller, Mag. Birgit Wohinz und Mag. Margot Wohinz und Abg. z. NR Dr. Gertrude Brinek, Univ.-Prof. Dr. Klaus Ehrenberger, Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Ada Pellert und Rektor Univ.-Prof. Dr. Georg Winckler Kooperationsveranstaltung mit der Universität Wien, dem Institut für Soziologie der Karl-FranzensUniversität Graz und dem Passagen Verlag • 2. Oktober 2002 Univ.-Prof. Dr. Ute Gerhard Univ.-Prof. Dr. Karin Hausen “Die Ehe in Angebot und Nachfrage: Zum Bedeutungswandel von„Ehe“ im 19. und 20. Jahrhundert" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle Festveranstaltung im Rahmen der Internationalen Tagung „Liebe und Widerstand. Ambivalenzen historischer Geschlechterbeziehungen“ • 3. Oktober 2002 Univ.-Prof. Dr. Werner Hofmann „Alles ist ambivalent. Die Wiener Schule der Kunstgeschichte: Wieviel Zukunft hat ihre Vergangenheit?“ Moderation: Dr. Ilsebill Barta Eröffnungsvortrag des Internationalen Symposions„Wiener Schule und die Zukunft der Kunstgeschichte“ anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Faches Kunstgeschichte an der Universität Wien • 9. Oktober 2002 „Postkoloniale Kultur-Geschichten" Präsentation und Diskussion des Heftes 1/2002 der„Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit“ hg. von Martina Kaller-Dietrich mit Univ.-Prof. Dr. Margarete Grandner, Univ.-Prof. Dr. Martina Kaller-Dietrich und Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Dietrich Moderation: Dr. Thomas Angerer Kooperationsveranstaltung mit dem Institut für Geschichte der Universität Wien, dem Österreichischen Lateinamerika-Institut und dem Studien Verlag • 16. Oktober 2002 “Von Menschen und Tieren in der heutigen Großstadt, oder: Gibt es ‚Natur‘ nur noch im Tiergarten und im Museum?” Podiumsgespräch mit Univ.-Prof. Dr. Mitchell Ash, Helmut Dungler, Dir. Dr. Helmut Pechlaner und Univ.-Prof. Dr. Joseph Troxler Moderation: Univ.- Doz. Dr. Hubert Christian Ehalt Kooperationsveranstaltung mit dem Verein Freunde des Tiergartens Schönbrunn und dem Institut für Geschichte der Universität Wien anlässlich des Symposions„Tiere, Natur, Kultur – Der Tiergarten Schönbrunn im internationalen Vergleich vom 18. Jahrhundert bis heute“(16.-19. Oktober 2002) • 18. Oktober 2002 Prof. Daniel Jonah Goldhagen im Gespräch mit Dr. Hansjakob Stehle und Univ.-Prof. Dr. Erika Weinzierl zu Goldhagens neuem Buch „Die katholische Kirche und der Holocaust. Eine Untersuchung über Schuld und Sühne“ Kooperationsveranstaltung mit der Alfred Herrhausen Gesellschaft für internationalen Dialog und dem Siedler Verlag • 21. Oktober 2002 "Toleranz und Solidarität versus Terror: Die Verantwortung der Religionen" Podiumsgespräch mit Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Superintendentin Mag. Gertraud Knoll, Präsident Prof. Anas Schakfeh, Univ.-Prof. Dr. Christoph Schwöbel, Univ.-Prof. Dr. Erich Zenger Moderation: Dr. Dorothee von Tippelskirch Einführung: Dr. Josef Ackermann Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Alfred Herrhausen Gesellschaft für internationalen Dialog • 5. November 2002 WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen in Kooperation mit dem Studienschwerpunkt Kulturwissenschaft und Cultural Studies: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Müller-Funk „Kulturwissenschaften und der 11. September 2001" Moderation: Univ.-Prof. Dr. Johanna Gehmacher • 5. November 2002 Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger „Grundlagenforschung und Wirtschaft – ein Widerspruch?“ Talenta 2002 – Prämierung der besten Diplomarbeiten der Wirtschaftsuniversität Wien Moderation: Dr. Manfred Jochum Einleitung: Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Gunther Maier • 12. November 2002 Heinz von Foerster-Lecture 2002 Univ.-Prof. Dr. Siegfried J. Schmidt „Bewusstsein, Beobachter, Beschreibung. Über die Blinden Flecken unserer Wirklichkeitskonstruktion“ Kooperationsveranstaltung mit der Heinz von Foerster Gesellschaft und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien • 13. November 2002 Heinz von Foerster-Symposion mit Univ.-Prof. Dr. Ranulph Glanville, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Grössing, Univ.-Prof. Dr. Siegfried J. Schmidt u.a. „Perspektiven des Konstruktivismus. Neue Forschungsfragen und neue Lösungswege in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen“ Kooperationsveranstaltung mit der Heinz von Foerster Gesellschaft und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien • 13. November 2002 Univ.-Prof. Dr. Dietmar Rothermund „Atommacht Indien. Von der Bündnisfreiheit zur amerikanischen Allianz“ Moderation: Univ.-Prof. Dir. Dr. Otmar Höll • 14. November 2002 25 Jahre Kriseninterventionszentrum Festveranstaltung mit Univ.-Prof. Dr. Verena Kast, Univ.-Prof. Dr. Emmerich Talos „Krisen des flexiblen Menschen. Individualpsychologische und gesellschaftliche Perspektiven“ Einleitung: DDr. Wolfgang Till Moderation: Dr. Claudius Stein • 20. November 2002 Univ.-Prof. Dr. Iring Fetscher „Individualisierung versus Solidarität?“ Moderation: Univ.-Prof. Dr. Birgit Bolognese-Leuchtenmüller • 26. November 2002 WIEN AKADEMIE der Universität Wien und der Wiener Vorlesungen in Kooperation mit dem Studienschwerpunkt Kulturwissenschaft und Cultural Studies: Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat "Kulturwissenschaft, Gender und die Frage der Repräsentation" Moderation: Dr. Christina Lutter • 26. November 2002 Dr. Elisabeth Lukas „Viktor Frankl und die Zukunft der Psychotherapie“ Festvortrag anlässlich der Überreichung des Großen Preises des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien an Frau Dr. Elisabeth Lukas Laudatio: Univ.-Prof. Dr. Giselher Guttmann • 3. Dezember 2002 Wiener Vorlesung"Städte im Dialog" zum 100. Geburtstag von Sir Karl R. Popper im Wien-Haus in Brüssel Univ.-Prof. Dr. Herbert Pietschmann „Der Einfluss der Erkenntnistheorie Karl Poppers auf die Naturwissenschaften“ Moderation: BM a.D. Franz Kreuzer Musikalisches Programm: Prof. Hans Kann Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Wiener Vorlesungen mit dem Verbindungsbüro der Stadt Wien in Brüssel und der Magistratsdirektion der Stadt Wien- Auslandsbeziehungen WISSENSCHAFTSFONDS Wien hat einen exzellenten und international unangefochtenen Ruf als Kulturstadt. Dieses Ansehen und diese Bedeutung der Kulturstadt Wien sind zu einem großen Teil durch hervorragende wissenschaftliche Leistungen von Persönlichkeiten(Erfinder, bedeutende WissenschafterInnen, NobelpreisträgerInnen etc.) und Teams(Wiener Schulen) fundiert worden. Der Ruf Wiens als Wissenschaftsstadt ist mit einer Reihe von Kompetenzfeldern verbunden: Besondere Stärken, die in der internationalen Städtekonkurrenz mit Wien in Verbindung gebracht werden, liegen in den Bereichen der Medizin, der Psychotherapie, der Kunst- und Kulturwissenschaften und durch gezielte Investitionen der Stadt nun auch in einem neuen Biotechnologie-Cluster. Die Stadt Wien ordnet der Förderung von Forschung und Wissenschaft ebenso wie der Erforschung und Weiterentwicklung der Wiener Wissensbasis für die Positionierung im internationalen Städtewettbewerb und für die Bewahrung und Entwicklung, den Ausbau und die Akzentuierung des Wirtschafts-, Kunst- und Lebenskulturstandortes Wien einen hohen Stellenwert zu. Die Stadt ist sich dabei bewusst, dass die fortgeschrittenen Gesellschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts in einem neuen, tiefgreifenden Transformationsprozess stehen. Die Bedeutung der industriellen Produktion tritt immer deutlicher hinter der Wissensproduktion zurück, die zur zentralen gesellschaftlichen Ressource wird. Die Stadt Wien ist sich darüber bewusst, dass die Produktion von Wissen in den Wissenschaften stärker als bisher im Hinblick auf zukünftige Anwendungsfelder gesteuert werden muss. Im Verein mit der exzellenten Grundlagenforschung, die in Wien in unterschiedlichen Forschungsfeldern geleistet wird, entsteht jener„Mix“ aus freien und gelenkten Forschungsentwicklungen, der die Voraussetzung für Erfolg bildet. Der Transfer zwischen Wissensproduzenten und Wissensanwendern wird mit vielfältigen Projekten intensiviert. Insbesondere geht es darum, Wissenstransferprozesse zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung- vor allem in Richtung der Klein- und Mittelunternehmungen - zu beleben; aber auch in der forcierten Nutzung des interkulturellen Wissenstransfers liegen große bisher nur ungenügend genutzte Chancen. Aus diesen Gründen hat die Stadt Wien neue Wissenschaftsförderungsfonds zur Unterstützung und Auszeichnung exzellenter Forschungsleistungen und zur Belebung eines Wissenstransfers zwischen Forschung und Anwendung ins Leben gerufen. Diese vier neuen Fonds, die in diesem Bericht in ihren Aufgabenfeldern im Allgemeinen und in ihren Aktivitäten im Jahr 2002 dargestellt werden, bilden mit der seit 1965 bestehenden Hochschuljubiläumsstiftung, dem Medizinisch-wissenschaftlichen Fonds des Bürgermeisters und dem neu gegründeten Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds ein aufeinander abgestimmtes Instrumentarium der Stadt Wien zur Förderung von Forschung und Innovation. „Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften“ Der„Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften“ wurde 1997 aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der wichtigsten außeruniversitären Forschungseinrichtung in Österreich zur Förderung von Forschungen in allen wissenschaftlichen Disziplinen eingerichtet. Es werden vor allem Forschungen gefördert, die von Wiener ForscherInnen initiiert werden, in Wiener Forschungseinrichtungen beheimatet sind, aktuelle Forschungsentwicklungen weiterführen und Impulse für eine Verstärkung des Innovationspotentiales in Österreich setzen. Mit der Gründung dieses Fonds würdigt die Stadt Wien die großen Leistungen und das für Österreich und die internationale Forschungsgemeinschaft wichtige Wirken der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Dieser Fonds hat sich in den fünf Jahren seines Bestehens zu einem wichtigen Akteur in der Forschungsförderungslandschaft entwickelt. Jährlich bewerben sich mehr als einhundert ausgezeichnete WissenschafterInnen um Förderungsmittel aus diesem Fonds. Jährlich werden durchschnittlich fünf bis sechs Projekte unterstützt. Die Stadt arbeitet im Rahmen dieses Fonds bei Ausschreibung, Prüfung, Vergabe und Evaluierung eng mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zusammen, und der Fonds bildet eine neue tragfähige Brücke zwischen der Stadt und der Akademie. Dem Vorstand des Fonds gehören an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas MailathPokorny, Präsident Prof. Dr. Werner Welzig und Generalsekretär Prof. Dr. Herbert Mang. Als KuratorInnen wirken: Prof. Dr. Friedrich G. Barth, Prof. Dr. Max Friedrich, Prof. Dr. Herwig Friesinger, Vizerektor Prof. Dr. Hans Kaiser, Prof. Dr. Helmut Konrad, Prof. Dr. Herta Nagl, Prof. Dr. Herbert Pietschmann, Prof. Dr. Sonja Puntscher-Riekmann, Prof. Mag. Dr. Helmut Rumpler, Prof. Dr. Roman Sandgruber, Prof. Dr. Karl Schlögl, Prof. Dipl.Ing. Dr. Uwe B. Sleytr, Prof. Dr. Georg Stingl, Prof. Dr. Gunther Tichy, Prof. Dr. Ruth Wodak, Prof. Dr. Anton Zeilinger. Das Generalsekretariat wird von Doz. Dr. Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer wirken Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke und Prof. Dkfm. Dr. Karl Vodrazka. Im Jahr 2002 wurden folgende Projekte mit Förderungsmittel im Umfang von insgesamt 182.300 Euro gefördert: Aus den Disziplinen der Naturwissenschaften und der Medizin Prof. Mag. Dr. Martin Schreiber, Design and production of a human breast cancer chip, and its application to prediction of chemoresistance Prof. Dr. Hans Puxbaum, Palladium in airborne particulate matter – a new potential tracer of catalyst equipped vehicle emissions? Doz. Dipl.-Ing. Claudia-Elisabeth Wulz, Erprobung neuer Ideen zum Triggern bei hohen Energien Aus den Disziplinen der Geistes- und Kulturwissenschaften Prof. Dr. Herwig Friesinger, Die Alte Universität – Die Grabungen Kollegiumshof 1998 und Alte Aula 2001/02 Prof. DDr. Christiane Spiel, Interkulturelle Beziehungen im Spannungsfeld zwischen Integration und Ausgrenzung: Migrantenkinder in Wien Im Zeitraum zwischen 1999 und 2001 konnten insgesamt 16 Forschungsprojekte gefördert werden. „Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien“ Der„Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien“ wurde 1998 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Wirtschaftsuniversität Wien zur Förderung von wirtschaftswissenschaftlichen Forschungen, deren Ergebnisse für die Stadt Wien interessant und nützlich und die geeignet sind, Impulse für die Wiener Wirtschaft zu geben, eingerichtet. Der Jubiläumsfonds hat vor allem die Aufgabe, im Sinne der Wirtschaftswissenschaften, der Wiener Wirtschaft und der Wiener Stadtverwaltung Wissenstransferflüsse zwischen diesen drei Bereichen zu verstärken und zu verbessern. Aus den Mitteln des Fonds werden Forschungen gefördert, die im Bereich der Wirtschaftsuniversität Wien beheimatet sind oder in einem engen inhaltlichen und organisatorischen Zusammenhang mit den Forschungen der Wirtschaftsuniversität stehen, und die Impulse für eine Verstärkung der Innovationspotentiale in Wien geben. Der Jubiläumsfonds ist wichtiger Teil jener Initiativen der Stadt, mit denen Potenziale und Ressourcen von Forschung, Verwaltung und Wirtschaft besser vernetzt werden sollen. Mit der Gründung dieses Fonds würdigt die Stadt Wien die großen Leistungen und das für Österreich und die internationale Forschungsgemeinschaft wichtige Wirken der Wirtschaftsuniversität Wien. Dem Vorstand des Fonds gehören an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas MailathPokorny, Magistratsdirektor Dr. Ernst Theimer, Rektor Prof. Mag. Dr. Christoph Badelt, Vizerektor für Forschung Prof. Dr. Gunther Maier und Prof. Dr. Michael Holoubek. Als KuratorInnen wirken: Vizerektor für Infrastruktur Dkfm. Dr. Horst Breitenstein, Mag. Brigitte Ederer, Mag. Waltraud Langer, Prof. Dr. Herbert Matis, Vizerektor für Budget Prof. Dr. Christian Nowotny, Prof. Mag. Dr. Gabriel Obermann, Vorstandsvorsitzender Dkfm. Dr. Siegfried Sellitsch, Vizerektorin für Internationale Beziehungen Prof. Dr. Barbara Sporn. Das Generalsekretariat wird von Doz. Dr. Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer wirken Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke und Prof. Dr. Michael Lang. Im Jahr 2002 wurden aus Fondsmittel im Umfang von 191.445,18 Euro folgende Projekte gefördert: Integriertes WU-Forschungsprogramm ELM: Europa-Lernen-Management Dieses durch den Jubiläumsfonds unterstützte Programm verfolgt das Ziel, die Forschungsaktivitäten der WU inhaltlich auf diese drei großen Themenbereiche, die in der Wissensgesellschaft einer sich erweiternden und zusammenschließenden Europäischen Union eine wichtige Rolle spielen, zu fokussieren und damit zur Profilbildung der WU beizutragen. Die wissenschaftliche Arbeit im Rahmen dieses Programms wird laufend von einem internationalen Beirat evaluiert. Den zweiten Schwerpunkt der forschungsfördernden Tätigkeit des Fonds bildet die Unterstützung von Forschungsprojekten, die sich mit Wien-relevanten Fragen unter dem Stichwort„Innovationsstadt Wien“ auseinander setzen. Im Rahmen dieses Förderungsfeldes wurden im Jahr 2002 folgenden Forschungsvorhaben Finanzierungsmittel zuerkannt: Prof. Dr. Uwe Schubert, Evaluation kommunaler Klimaschutzaktivitäten Prof. Mag. Dr. Michael Lang, Die Bedeutung des im Entwurf vorliegenden Gesetzesentwurfes eines österreichischen Außensteuergesetzes für den Wirtschaftsstandort Wien Prof. Dr. Michael Holoubek, Kommunale Versorgungsleistungen zwischen Wettbewerb und service public-Konzept Prof. Dr. Alexander Prosser, Vom E-Government zur E-Democracy: Entwicklung eines Prototypen für eine E-Voting-fähige Wählerevidenz Den dritten Förderungsschwerpunkt setzte der Jubiläumsfonds mit der Initiative„Best Paper Award der Stadt Wien“. Mit diesem Preis wird die beste Publikation in führenden, international anerkannten Top-Journals, die von ForscherInnen der WU veröffentlicht wurde, ausgezeichnet. Den WU Best Paper Award 2002 erhielt Thomas Grandner für seine Arbeit“Unions in oligopolistic, vertically connected industries”. In den Jahren 1999 bis 2001 wurden das Forschungsprogramm Europa-Lernen-Management, der Best Paper Award und 20 Projekte unterstützt. „Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie“ Mit der Gründung des„Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien zur Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie“ im Jahr 1999 würdigt die Stadt Wien die großen Leistungen des Wiener Mediziners und Psychotherapeuten Viktor Frankl. Die von Frankl entwickelte Logotherapie und Existenzanalyse gilt neben der Psychoanalyse und der Individualpsychologie als dritte in Wien entwickelte Schule der Psychotherapie. Der Viktor Frankl-Fonds bildet eine gute institutionelle Voraussetzung für die Dokumentation des wissenschaftlichen Werkes Viktor Frankls und für die Pflege und Weiterentwicklung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie im Sinne Viktor Frankls. Mit Hilfe des Viktor Frankl-Fonds wird die Dokumentierung des umfangreichen wissenschaftlichen Werkes Viktor Frankls und seiner internationalen Lehrtätigkeit auf längere Sicht gesichert. Diese wissenschaftlich-dokumentarische Arbeit wird kontinuierlich auf der Homepage des Viktor FranklInstitutes dargestellt. Neben der Dokumentation des wissenschaftlichen Werkes hat der Fonds die Aufgabe, Forschungen im Sinne der wissenschaftlichen und therapeutischen Arbeit Viktor Frankls durch die Vergabe von Preisen und Stipendien zu fördern und auszuzeichnen. Der Viktor Frankl-Fonds hat somit auch die Aufgabe einer Verstärkung und Akzentuierung des Innovationspotenziales im Bereich der psychotherapeutischen Wissenschaften; und er leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Stellung Wiens als Weltstadt der Psychotherapie zu stärken, zu akzentuieren und lokal, national und international zu präsentieren. Bei der Realisierung dieser Zielsetzungen arbeitet die Stadt Wien eng mit dem Viktor Frankl-Institut und der Familie Frankl zusammen. Dem Vorstand des Fonds gehören an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas MailathPokorny, Dr. h.c. Eleonore Frankl, Dr. Gabriele Vesely-Frankl, Prof. Dr. Franz Vesely und Doz. Dr. Hubert Ch. Ehalt. Als KuratorInnen wirken: Dr. Alexander Batthyány, Prof. Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Prof. Dr. Max Friedrich, Prof. Marianne Gruber, Prof. Dr. Giselher Guttmann, Prof. Dr. Peter Kampits, DSA Eleonore Korbei, Mag. Elisabeth Lindner, Prof. Dr. Brigitte Rollett und Prof. Dr. Leopold Rosenmayr. Das Generalsekretariat wird von Doz. Dr. Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer fungieren Dr. Ferdinand Grün und Reg. Rat TOAR Heinz Matuschka. Der Fonds vergibt jährlich einen Ehrenpreis, einen Großen Preis, zwei Förderungspreise und Stipendien im Gesamtumfang bis zu maximal 21.800 Euro. Der„Ehrenpreis des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien“ wird jährlich an eine große Persönlichkeit des Geisteslebens vergeben, die durch ihr Wirken dazu beigetragen hat, die gesellschaftlichen Spielräume für Wahrheit, Menschlichkeit und Solidarität zu sichern und zu vergrößern. Der Ehrenpreis des Jahres 2002 wurde Herrn Kardinal DDr. Franz König zuerkannt. Der„Große Preis des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien“ wird für das Gesamtwerk/Lebenswerk im Bereich einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die in diesem Bereich in Wissenschaft, Lehre und Therapie hervorragende Leistungen erbracht haben und deren Arbeiten internationale Rezeption erfahren. Der Große Preis des Jahres 2002 erging an Herrn Prof. Dr. Eugenio Fizzotti, Rom. „Förderungspreise des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien“ werden für bisher geleistete hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie an Personen und/oder Institutionen vergeben. Ausgezeichnet werden Leistungen, die in diesem Bereich auf den Gebieten der wissenschaftlichen Arbeit, der Lehr- und der therapeutischen Tätigkeit erbracht wurden und werden und die international rezipiert werden. Die Viktor-Frankl-Schule, Frankfurt, und die Sociedad Mexicana de Análisis Existencial y Logoterapia, Chapultepec, Mexico, erhielten diese Preise für das Jahr 2002. „Wissenschaftsstipendien des Viktor Frankl-Fonds der Stadt Wien“ werden für die Durchführung kleiner wissenschaftlicher Projekte, die einen deutlichen Bezug zur Psychotherapiestadt Wien, zu den in Wien entwickelten Ansätzen und zu den wichtigen AkteurInnen einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie haben, an hochqualifizierte junge Persönlichkeiten(Altersgrenze: 40 Jahre) vergeben. Wissenschaftsstipendien erhielten im Jahr 2002 Frau Mag. Helga Ploner, Wien, für das Forschungsprojekt„Die mögliche Relevanz Viktor Frankls für die Psychoanalytische Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Adoleszenz“ und Frau Simone Klein, M.A., Heidelberg, für das Forschungsprojekt„Bewältigungs-Pädagogik: ein sinnorientiertes Konzept zur interpersonalen und intrapersonalen Lehrerbildung“. In den Jahren 2000 und 2001 wurden fünf Forschungsvorhaben im Wege von Stipendien unterstützt, Ehrenpreise erhielten Prof. Dr. Heinz von Foerster und Prof. Dr. Paul Watzlawick, Große Preise wurden Prof. Dr. Kazimierz Popielski und Dr. Elisabeth Lukas zuerkannt, Förderungspreise ergingen an Mag. Elisabeth Lindner, Dr. Jerry Long, Dr. Risto Nurmela und Dr. Otto Zsok. „Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung“ Der„Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung“ wurde im Jahr 2000 zur Förderung innovativer Projekte im Bereich der Krebsforschung, die geeignet sind, Impulse für einen Fortschritt im biologischen Verständnis, in der Diagnostik und/oder in der Therapie bösartiger Erkrankungen zu geben, gegründet. Durch den„Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung“ werden Forschungsvorhaben in all jenen Bereichen einer innovativen interdisziplinären Krebsforschung, deren Ergebnisse einen Fortschritt im biologischen Verständnis, in der Diagnostik und/oder in der Therapie bösartiger Erkrankungen erwarten lassen, gefördert und exzellente innovative Leistungen im genannten Bereich durch Preise und Stipendien ausgezeichnet. Mit der Gründung dieses Fonds würdigt die Stadt Wien mit dem Blick auf die großen Leistungen medizinischer Schulen und einzelner Forscherpersönlichkeiten in der„Medizinstadt Wien“ Arbeit und Bedeutung einer innovativen interdisziplinären Krebsforschung in Wien. Dem Vorstand des Fonds gehören an: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, amtsf. Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Dr. Andreas MailathPokorny, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien Prof. Dr. Wolfgang Schütz und Vizedekan für den klinischen Bereich der Medizinischen Fakultät der Universität Wien Prof. Dr. Christoph Zielinski. Als KuratorInnen wirken: Prof. Dr. Raimund Jakesz, Prof. Dr. Rainer Kotz, Prof. Dr. Hubert Pehamberger, Prof. Dr. Otto Scheiner, Prof. Dr. Karl Heinz Tragl und Prof. Dr. Beate WimmerPuchinger. Das Generalsekretariat wird von Doz. Dr. Hubert Christian Ehalt geleitet. Als Rechnungsprüfer fungieren OAR Wolf-Rüdiger Philipp und OAR Franz Heider und nach dessen Tod Elfriede Tozzer. Im Jahr 2002 wurden folgende Preise und Stipendien im Umfang von insgesamt 61.200 Euro vergeben: Der„Große zentraleuropäische Preis des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung“ wird für wichtige Erkenntnisse auf dem Gebiet der innovativen interdisziplinären Krebsforschung verliehen. Ausgezeichnet werden Leistungen von verdienten Persönlichkeiten aus Zentraleuropa, die im Bereich der Krebsforschung wissenschaftliche Arbeit von internationaler Bedeutung geleistet haben. Der„Große zentraleuropäische Preis“ des Jahres 2002 wurde Herrn Prof. Dr. Jacek Jassem, Gdansk, Polen, zugesprochen. „Forschungsentwicklungspreise des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung“ werden für Forschungsprojekte, die schwerpunktmäßig in Wien auf dem Gebiet der innovativen interdisziplinären Krebsforschung betrieben werden, an nach Abschluss ihres Studiums in einer entsprechend ausgewiesenen Institution tätige WissenschafterInnen verliehen. Forschungsentwicklungspreise ergingen im Jahr 2002 an Herrn Dr. Clemens Krepler und Herrn Dr. Trevor Lucas(Universitätsklinik für Dermatologie, AKH Wien) für das Forschungsprojekt„Therapeutic target identification by RNA expression profiling of malignant melanoma” und an Frau Prof. Dr. Sabine Zöchbauer-Müller(Klinische Abteilung für Onkologie, Universitätsklinik für Innere Medizin I, AKH Wien) für das Forschungsprojekt„Die aberrante Methylierung des Tumorsuppressorgens TSLC1 in der Pathogenese von Bronchialkarzinomen“. “Förderungspreise des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung“ werden für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der interdisziplinären innovativen Krebsforschung vergeben, die in einem Peer-Review Journal publiziert bzw. zum Druck angenommen worden sind. Im Jahr 2002 wurden folgende WissenschafterInnen ausgezeichnet: Prof. Dr. Thomas Brodowicz (Klinische Abteilung für Onkologie, Universitätsklinik für Innere Medizin I, AKH Wien) für die Publikation:„Anti-Her-2/neu antibody induces apoptosis in Her-2/neu overexpressing breast cancer cell independently from p53 status“; Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger(Abteilung für Pränatale Diagnostik und Therapie, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, AKH Wien) für die Publikation: „Tuberous sclerosis gene products in proliferation control“; Doz. Dr. Stephan Madersbacher (Urologische Abteilung – Donauspital SMZ-Ost) für die Publikation:“Impact of radical prostatectomy and TURP on the hypothalamic-pituitary-gonadal hormone axis“; Dr. Gudrun Pohl-Pospischill (Klinische Abteilung für Onkologie, Universitätsklinik für Innere Medizin I, AKH Wien) für die Publikation: Expression of cell cycle regulatory proteins in breast cancer carcinomas before and after preoperative chemotherapy“; Prof. Dr. Roland Sedivy(Klinisches Institut für Pathologie, AKH Wien) für die Publikation:„Short term rhythmic proliferation of human breast cancer cell lines: surface effects and fractal growth pattern“. BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Die Beratungsstelle für Kulturarbeit als Mediatorin zwischen öffentlicher Verwaltung und FörderwerberInnen versteht sich als symbolische Schnittstelle im kulturellen Feld. Aufgrund immer komplexer werdender Strukturen von Projekten(Multimedialität, Einbindung unterschiedlicher Kunst- und Präsentationsformen, elektronische Vermittlung und Gestaltung von Inhalten und die künstlerische, zum Teil kritische Auseinandersetzung damit) weitet sich die Beratung von KünstlerInnen zunehmend in Richtung längerfristiges Coaching aus. Die Initiativen der EU zur Förderung von Kultur haben längst den engen Rahmen des Kulturprogramms verlassen und bewegen sich im Sinne des Mainstreamings in viele Bereiche der Regionalförderung. Das bedeutet eine genaue Kenntnis der dazugehörigen Einreichmöglichkeiten und der, in verschiedenen Programmen verfügbaren Mittel. Die Beratungsstelle gibt projektangepasste Informationen darüber, denn folgende Programme sind für Kulturarbeit interessant: IST- Forschung, technologische Entwicklung(neue Medien) Kultur 2006 – gemeinsames, kulturelles Erbe, künstlerisches und literarisches Schaffen, Netzwerke Media Plus – audiovisueller Bereich Interreg III A – Integration grenznaher Gebiete, kulturelle Zusammenarbeit insbesondere im„small project fund“ Ziel 2 Gebiet und Urban II für Wien. Auf Einladung des französischen Kulturministeriums wurden in Rahmen eines Praktikums die Kontakte zu französischen Kulturbehörden und Trägern autonomer kultureller Einrichtungen in aufgelassenen Fabrikgebäuden, Bahnhöfen, Kasernen usf aufgebaut, die sich insbesondere an den Stadtrandzonen der Großstädte Paris und Marseille befinden, dort maßgeblich das Kulturleben bestimmen, und mit"friches" oder"cultures éphèmeres" bezeichnet werden. u.a."La Caserne", "L'Echangeur","Théatre de la Gare","Belle Friche de Mai" u.a. Kulturarbeit ist heute mehr denn je gezeichnet von einer Gratwanderung zwischen der Logik des Marktes(und der möglicher privater Sponsoren) einerseits und der Aufrechterhaltung eines künstlerischen Individualismus, der sich gegen jegliche Anpassung sperrt. Die Kulturberatungsstelle sieht es als ihre Aufgabe, diesen Individualismus zu fördern, die spezifischen Charakteristika eines Projektes in Teamarbeit mit seinen Trägern herauszufiltern um dessen Förderbarkeit zu steigern. In diesem Jahr wurden 742 Geschäftsfälle per e-Mail bearbeitet, ein Siebentel davon betraf EU relevante Projekte, ein Zehntel Frauenkulturprojekte. Zudem wurden wöchentlich bis zu 17 einstündige Einzelberatungen und bis zu 50 Telephonberatungen durchgeführt. Die Anfragen kamen zu 15% aus dem Theaterbereich, zu 13% aus dem Feld der bildenden Kunst, zu 10% aus dem Musiksektor, zu 7% aus der Literatur, zu 7% aus dem Videobereich. 10% waren Anfragen bezüglich EU und Städtevernetzung. 11,6% betrafen Ausbildung und kulturelles Management, 21,4% Vereinsförderung, allgemeine Kulturförderung und Stadtteilarbeit, 4% neue Medien, 1% Kinder- und Jugendprojekte. Adresse: Kulturabteilung der Stadt Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 5, 3.Stock, Zi 318. Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch von 10 Uhr bis 18 Uhr, und über telephonische Vereinbarung: 4000-84714 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Ein für die Entwicklung des Wiener Stadt- und Landesarchivs zentrales Projekt, die Errichtung eines Archivneubaus im Rahmen der Umgestaltung der vier Gasometer in Simmering, konnte im Frühjahr 2001 zum Abschluss gebracht werden. Bis zum April 2002 gelang es, in 697 Transportfahrten die wertvollen und äußerst umfangreichen Archivbestände zu übersiedeln und in eine computerunterstützte Neuaufstellung zu bringen. Die neuen Büroräumlichkeiten haben die Arbeitsmöglichkeiten für alle MitarbeiterInnen wesentlich verbessert, Benützersaal, Vortragssaal und Ausstellungsflächen bieten auch exzellente Rahmenbedingungen für Benützerservice und Öffentlichkeitsarbeit. Infolge der Übersiedlung konnten erst in der zweiten Jahreshälfte Archivalienübernahmen durchgeführt werden, wobei vor allem aus den Bereichen der Geschäftsgruppe Gesundheit, des KAV und des AKH sowie von den Magistratsabteilungen 11 und 12 wichtige und umfangreiche Bestände in das Archiv kamen; besonders hervorgehoben seien die Unterlagen der Nervenklinik für Kinder „Spiegelgrund“ aus der NS-Zeit. Die Umstellung der Verwaltung auf elektronische Aktenführung (ELAK) und den Workflow bringt eine Fülle neuer Probleme in Bezug auf die Archivierung dieser Akten mit sich. Von Herrn Magistratsdirektor-Stellvertreter Dr. Pillmeier wurde das Archiv mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe beauftragt, die Lösungsansätze entwickeln soll, um zuverlässige, authentische und archivwürdige Akten unabhängig vom Format auf Dauer speichern zu können. Im Lauf des Jahres wurde gemeinsam mit VertreterInnen anderer Dienststellen und des KAV in mehreren Sitzungen in Diskussionsforen zu den Themen„Technik“ sowie„Organisation und Recht“ ein Zwischenbericht erarbeitet. Im Bereich der Sammlungen konnten wieder mehrere(Teil-)Nachlässe übernommen bzw. geordnet und aufgestellt werden. Alle Nachlässe wurden auf der Ebene der Teileinheiten(Mappen) im Archivinformationssystem verzeichnet. Ebenso wurde eine Reihe von diversen Einzelakten, Urkunden, Dokumenten, Adressen, Handschriften und kartographische Unterlagen in den jeweiligen Bestand aufgenommen, mehrere Bestandsbeschreibungen nach dem Standard ISAD(International Standard of Archival Description) wurden erarbeitet. In der Fotosammlung wurde die Erschließung der Bestände mittels einer in den letzten Jahren entwickelten abteilungsübergreifenden Fotodatenbank weitergeführt,. Durch einige kleinere Übernahmen konnten die Bestände der Sammlung erweitert werden. Biographische und Topographische Sammlung mit ihren Teilsammelgebieten wurden weitergeführt. Für die Vertragssammlung der Stadt Wien waren 2133 Zugänge zu erfassen. Vorrangiges Ziel der Archivbibliothek im Jahr 2002 war – abgesehen von den Routineaufgaben – die retrospektive Aufnahme des Autoren- und Nominalkatalogs bis 1979 im System BIS, die sehr weit gediehen ist. Der Bibliothekszuwachs betrug 1269 Neuzugänge, gegliedert in 274 Tauschgaben, 573 Geschenke und 422 Ankäufe. Die politische Dokumentation konnte weiter ausgebaut, die Erschließung vorangetrieben werden. Die neue Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates INFODAT WIEN ist eines der strategischen Leitprojekte der Verwaltungsmodernisierung im Bereich„Workflow mit politischen Gremien“ und seit Juli 2001 im Internet abrufbar. Alle Vorgänge wie z. B. Anfragen und Antworten, Anträge, Gesetzesentwürfe, Mitteilungen, Budgetverhandlungen, Regierungserklärungen usw. können gezielt abgerufen werden. Als wesentliche Neuerung wurde 2002 die direkte Verlinkung der Informationsdatenbank mit den online verfügbaren Landesgesetzblättern durchgeführt. Eine weitere Neuerung war 2002 die Datensammlung Wiener Politikerinnen und Politiker. Alle Wiener Landtagspräsidentinnen und-präsidenten seit 1920 sowie alle Bezirksvorsteher/innen und deren Stellvertreter/innen seit 1945 werden hier erfasst; diese Dokumentation ist im Internet abrufbar. Einen Schwerpunkt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit bilden die Betreuung von BenützerInnen und die Anfragenbeantwortung, wobei das Archiv wieder intensiv mit den Themenbereichen Zwangsarbeit, Restitution und Entschädigung von NS-Opfern konfrontiert war. Durch die Übersiedlung der Archivbestände war der Benützerdienst zum Teil noch eingeschränkt, doch waren im Berichtsjahr 5.066 BenützerInnen zu verzeichnen, 1.301 Anfragen wurden telefonisch gestellt. An schriftlichen Anfragen waren 3.898 zu beantworten bzw. im Rahmen der Landeskoordinationstätigkeit für den Österreichischen Versöhnungsfonds zu bearbeiten. Durch das Meldereferat wurden 7.224 Anfragen erledigt. Diese neuerlichen markanten Zuwächse gegenüber den Vorjahren sind vor allem auf die Recherchen im Zusammenhang mit der Entschädigung von Opfern des Nationalsozialismus zurückzuführen, für die Bestätigungen bzw. Auskünfte aus Archivbeständen unverzichtbar sind. Im Rahmen der Amtshilfe waren 1.107 Aktenentlehnungen durchzuführen. Von zunehmender Bedeutung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist die Präsentation im Internet. Auf Wien-Online und im magistratsinternen Intranet wurden auf insgesamt 599 Seiten Informationen bereitgestellt und laufend aktualisiert, davon sind auf Wien-Online 287 Seiten(zum Teil auch in englischer und französischer Sprache) abrufbar. Im Berichtsjahr wurden 124.903 Besuche auf diesen Seiten gezählt. Im Foyer des Archivs konnten 2002 drei Kleinausstellungen präsentiert werden. Die Ausstellung„Vom Lichtspieltheater zum Kinocenter. Wiens Kinowelt gestern und heute“ beleuchtete einen interessanten Aspekt der Wiener Kulturgeschichte,„Bach – Dorf – Stadt – Bezirk. 1000 Jahre Liesing“ hatte die Siedlungsentwicklung im 23. Bezirk zum Thema – die Ausstellung wurde auch im Bezirk gezeigt –, „Wiener Theater und ihre Schauspieler“ beschäftigte sich vor allem mit der Wiener Theatergeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Für alle Ausstellungen wurden Begleitbroschüren aufgelegt, die an die Besucher gratis abgegeben werden. Im Rahmen der Herausgabe der beiden historischen Atlaswerke erschien die 8. Lieferung des Historischen Atlas von Wien(u.a. mit einem Schwerpunktthema Wohnen sowie Kartogrammen über die Sterblichkeit an epidemischen Krankheiten 1831-1873). Für den Österreichischen Städteatlas erschienen die Städtemappen Friesach, Hainburg, Leoben, Steyr und Tulln. In Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung, dem LudwigBoltzmann-Institut für sozialwissenschaftliche Regionalforschung und dem Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung wurde in Steyr ein Workshop zum Thema„Kartenbild und sozialer Raum: Städte im regionalen Vergleich“ veranstaltet. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurde auch die Verwaltung der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien zur Förderung der Wissenschaft abgewickelt. Im Jahr 2002 konnten von 262 eingereichten Projekten 141 in einer Gesamthöhe von 575.741 EURO gefördert werden. WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) Mit der räumlichen Erweiterung der Bibliothek, die durch die Übersiedlung des in unmittelbarer Nähe der Bibliothek untergebrachten Wiener Stadt- und Landesarchivs ermöglicht wurde, kann eine Reihe von Mängeln in der Struktur des bestehenden Benützungsbereiches beseitigt und das Serviceangebot der Bibliothek wesentlich erweitert werden. Ein Teil der 2001 zugesprochenen Räume wurde 2002 besiedelt, für die Übersiedlung mussten die Handschriften- und die Plakatsammlung für kurze Zeit geschlossen werden. Für den neuen Benützungsbereich, der 2003 adaptiert werden soll, erfolgten intensive Planungsarbeiten in Abstimmung zwischen der MA 23, dem planenden Architekten und der Bibliothek. Die Wirtschaftlichkeitsbesprechung für die Errichtung des bereits jahrelang verfolgten Projekts eines neuen Depots im Hof 6 des Rathauses konnte 2002 positiv abgeschlossen werden, auch die Finanzierung wurde weitgehend geklärt. Es besteht begründete Hoffnung, dass das Projekt in den Jahren 2003/2004 realisiert und damit die drückende Platznot in den Depots der MA 9 beseitigt werden kann. Die Restitutionskommission sprach sich 2002 in drei Fällen(Sammlung Josef Isidor Fleischner, Nachlass Charles Weinberger, Sammlung Siegfried Fuchs) für die Restitution der Bestände aus. Einige wenige Fälle wurden von der Restitutionskommission noch nicht entschieden. Das Ausstellungsjahr 2002 stand im Zeichen von 250 Jahren Tiergarten Schönbrunn sowie einer Reihe von Plakatausstellungen. Im Anschluss an die Ausstellung„Kulturalternativen. Tanz, Theater& Performance im Werkstätten und Kulturhaus(WUK)“ wurde mit einem Vortrag des in Wien lehrenden Wissenschaftshistorikers Mitchell Ash eine Ausstellung über„Tierschaustellungen in Wien“ eröffnet. Es war dies die letzte Ausstellung in den bestehenden Vitrinen, ab 2003 werden die Ausstellung der Bibliothek in einem neu geschaffenen Ausstellungsraum gezeigt. Im Anschluss daran konnte diese Ausstellung das ganze Jahr 2002 über im Eingangsbereich des Tiergartens Schönbrunn präsentiert werden. Eine Adaptierung der Schau als Wanderausstellung war 2002 in der Volkshochschule Simmering am Leberberg zu sehen. Im Juli wurde in der renommierten Galerie DNP Duo Dojima in Osaka eine neu konzipierte Plakatausstellung unter dem Titel„Plakate aus Wien“ mit einem Vortrag von Bernhard Denscher eröffnet, die in adaptierter Form im Jahr 2003 in Wien und weiteren europäischen Städten gezeigt werden wird. Die von der Bibliothek mitgetragene und mit Leihgaben bestückte Ausstellung über den Film„Der Dritte Mann“ wurde im Oktober im Historischen Museum eröffnet. Für das Internationale Filmfestival in Ankara, das 2002 einen Österreich-Schwerpunkt gestaltete, wurde eine Ausstellung mit österreichischen Filmplakaten zusammengestellt. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit nützte die Bibliothek den Lesesaal auch 2002 für Veranstaltungen und Buchpräsentationen. Zur aktuellen Ausstellung über das WerkstättenKulturzentrum WUK fand eine Diskussion zum Thema„Wieviel Tanz(Performance) braucht die Stadt?“ statt. Im April wurden das neu erworbene Manuskript„Mozarts Friseur“ von Wolf Wondratschek präsentiert, und das Buch von Evelyn Adunka: Der Raub der Bücher. Plünderung in der NS-Zeit und Restitution nach 1945 im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der auch die Autorin teilnahm, vorgestellt. Ebenfalls im April organisierte die Bibliothek die jährliche Tagung der österreichischen Literaturarchive, die diesmal im Rathaus stattfand. Zum 150. Geburtstag von Josef Schrammel fand am 24. Juni im Festsaal des Rathauses ein gemeinsam mit dem Österreichischen Volksliedwerk veranstalteter Festakt statt. Im Dezember präsentierte die Musiksammlung das im Antiquariatshandel aufgefundene Textbuch zu Franz Schuberts Oper„Sakontala“ und stellte eine geplante Vertonung des Textes vor, zu dem von Schuberts Hand nur vereinzelte Fragmente aber fast durchgehende Melodieskizzen erhalten sind. Gemeinsam mit dem Österreichischen Kulturservice wurde das Projekt„Bibliomania im Wiener Rathaus“ entwickelt, in dem als Kooperationsprojekt für Schulen Bestände der Handschriftensammlung für schulische Projekte aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Ein Schwerpunkt des Jahres 2002 war die Entwicklung eines Führungsprogrammes für genau definierte Zielgruppen; insbesondere in der Handschriftensammlung fanden zahlreiche Führungen statt. Die Benutzerzahl der Bibliothek sank, bedingt durch die notwendigen Schließtage, auf rund 12.000 Benützer. Die auf der Website der Bibliothek sowie in wien.at angebotenen Bibliothekskataloge wurden hingegen vom Publikum hervorragend akzeptiert. Ein Großteil der Buchbestellungen erfolgt bereits über die elektronische Reservierung, was sowohl für die Benützer als auch die Bibliothek Vorteile bringt. Rund 5.000 Seiten täglich, also 150.000 im Durchschnitt mit Spitzen bis zu 180.000 Seiten monatlich wurden von der Website der Bibliothek abgerufen, ein großer Teil davon geht auf die Benützung der Kataloge zurück. Für eine Reihe von Ausstellungen wurden als Leihgaben wertvolle Bücher, Handschriften und Plakate im Original zur Verfügung gestellt, es waren dies„Armut“(Historisches Museum der Stadt Wien), „Postscript“(Künstlerhaus Wien),„Feste feiern“(Stift Waldhausen),„Die Gesetze des Vaters“ (Stadtmuseum Graz),„G’schichten aus dem Wienerwald. Vom Urwald zum Kulturwald“(Kartause Mauerbach),„Der zauberhafte, aber schwierige Beruf des Opernschreibens. Das Musiktheater Ernst Kreneks“(Wiener Staatsoper),„Musik und Malerei – Kostbarkeiten aus dem Schaffen Johann Michael Haydns und Martin Johann Schmidts“(Erzabtei St. Peter, Salzburg),„250 Jahre Tiergarten Schönbrunn“(Naturhistorisches Museum),„Vom Schilling zum Euro“(Kunsthistorisches Museum, Wien),„Schwitters“(Kunstforum, Bank Austria, Wien),„1 Nervensommer“(Kunsthistorisches Museum, Palais Harrach),„Oskar Werner- welch einen sonderbaren Traum träumte ich?“ (Kunsthistorisches Museum, Österreichisches Theatermuseum),„Künstler-Reliquien und Devotionalien“(Kunsthistorisches Museum, Palais Harrach),„Drei Begräbnisse und ein Todesfall“ (Beethovenhaus Bonn), und„Franz Xaver Messerschmidt"(Österreichische Galerie, Wien). Vertreter der Bibliothek haben an folgenden wissenschaftlichen Tagungen im In- und Ausland zum Teil mit eigenen Beiträgen teilgenommen:„Arbeitstagung der österreichischen Literaturarchive,“ (Wien),„Internationale Nestroy-Gespräche- Aus der Vorstadt in die Welt oder:„Na, lasst man ein Jed’n sein Freud“,(Schwechat),„PISA und die Folgen. Tag der offenen Schulbibliothek“(Wien), „Towards an information society for all – new paths to knowledge“(Berlin),„CULTH2 – die Zukunft des digitalen kulturellen Erbes“(Wien),„Ephemeres Erinnern. Wiener Erinnerungsorte der anderen Art“(Wien), Tagung der„Arbeitsgemeinschaft Germanistischer Edition“(Aachen), Tagung der „Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten“(Marburg/Lahn),„MusikerGesamtausgaben und musikalische Denkmäler-Editionen in Österreich“(Wien), Jahreskonferenz der „International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centers“(Berkely), am Internationalen Szymanowski-Symposium(Wien), dem Internationalen Strauß-Festival(Bukarest), am„Deutschen Bibliothekartag“(Augsburg), der Tagung der„International Library Federation’s Organisation“ Glasgow) und am„Österreichischen Bibliothekartag“(Klagenfurt). In der Druckschriftensammlung wurde nach der vollständigen Übernahme des früheren Zettelkataloges in den EDV-Katalog die für eine klaglose Reservierung und Benützung notwendige Erfassung der Zeitschriftenbände im EDV-Katalog fortgesetzt, mit Ende des Jahres 2002 enthielt der Druckschriftenkatalog 410.000 Bücher und Zeitschriften. Die Buchnachlässe von Josefine Nast, Viktor Matejka und Bruno Simon wurden aufgearbeitet. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, aus Ankäufen und aus der Aufarbeitung der Nachlässe, der historischen Bibliothek der MA 66 und der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten betrug 11.751 Bände. Dies bedeutet einen Zuwachs von rund 2.000 Bänden gegenüber 2001, der durch die intensive Arbeit an den für die Bestandsentwicklung wichtigen Nachlässen zustande kam. Neben dem laufenden Ankauf aktueller Literatur konnten im Rahmen der retrospektiven Erwerbung 387 antiquarische Bände erworben werden, darunter ein 1545 erschienenes Gebetbuch von Friedrich Nausea, des ehemaligen Bischofs von Rom und großen Wiener Prediger der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts(„Christlich betbüchlein auff der... Frawen Anna Römischen ec. Königin und Erzherzogin zu Osterreich“), ein Fabelbuch des hellenistischen Autors Palaiphatos, das 1514 in Wien erschien und ein Zeugnis für den Humanismus in Wien darstellt(„Libellus Palaephati Graeci authoris quo aliquot veteres fabulae, unde tractae sint narratur, studiosis hominibus apprime utilis“), eine frühe Geschichte des osmanischen Reiches(Johannes Leunclavius: Historiae Musulmanae Turcorum. Frankfurt 1591), das Werk„Der Belgradische Friedens-Schluß zwischen Ihro Römisch-Kayserl. Majestät und der Ottomanischen Pforte“, ein für Wien wichtiges Werk über die Weinproduktion(Maupin: Die Kunst Wein zu machen oder Versuche über die Verbesserung aller sowohl guter, als schlechter Weine von ihrer Gärung an. Wien 1779). Von einem süddeutschen Sammler konnten über 100 Stück Wiener Theaterzettel und Programmbücher angekauft werden, auch der Nachlass von Pepi Treitl kam 2002 in die Bibliothek. 2002 konnte das Tagblattarchiv, das von der Wiener Arbeiterkammer nicht mehr weitergeführt werden konnte, übernommen werden, auch der Mitarbeiter, der das Archiv in der Wiener Arbeiterkammer betreute, wurde von der Kammer der Bibliothek zur Verfügung gestellt. Dieses Archiv, das eines der historisch bedeutendsten noch existierenden Zeitungsarchive darstellt und von einem engagierten Mitarbeiter zu einem hervorragenden Informationsmittel ausgebaut wurde, enthält auch mehrere handschriftliche Nachlässe, sowie zahlreiche wertvolle Plakate und Photos. Weitere bedeutende Zuwächse in der Druckschriftensammlung waren die Forschungsbibliothek der Historikerin Edith Rosenstrauch-Königsberg, die von der Gelehrten als Geschenk übergeben wurde und die Dokumentation des Schweizer Bachmann-Biographen Otto Bareiss-Ohloff. Für die Benützung wurden im Jahr 2002 etwa 17.000 Bände bereitgestellt. Die Handschriftensammlung konnte im Mai 2002 neue Büroräume beziehen, in die ein Zwischendepot für in Bearbeitung befindliche Bestände integriert ist. Auch ein provisorischer Leseraum für die Benützer der Sammlung musste eingerichtet werden, da der neue Leseraum im Benützungsbereich im 1. Stock des Rathauses erst nach der Renovierung Ende 2003 zur Verfügung stehen wird. Im Zuge der systematischen Ergänzung der Bestände wurden zahlreiche Einzelautographen erworben, u.a. von Ilse Aichinger, Peter Altenberg, Ludwig Anzengruber, Hermann Bahr, Charlotte Birch-Pfeiffer, Julius Bittner, Hedwig Bleibtreu, Felix Braun, Käthe Braun-Prager, Maria Cebotari, Wilhelm Theodor von Chézy, Franz Theodor Csokor, Ernst Decsey, Johann Ludwig Deinhardstein, Felix Dörmann, Käthe Dorsch, Marie von Ebner-Eschenbach, Anton von Eiselsberg, Ernst von Feuchtersleben, Wolfgang Georg Fischer, Alfred H. Fried, Hannes Gall, Josefine Gallmeyer, Friedrich von Gentz, Robert Hamerling, Joseph von Hammer-Purgstall, Theophil von Hansen, Eduard Hanslick, Karl von Hasenauer, Carry Hauser, Ludwig von Hevesi, Stella von Hohenfels-Berger, Clemens Holzmeister, Engelbert Humperdinck, Franz von Jauner, Stella Kadmon, Josef Kainz, Wilhelm Kienzl, Josef Kriehuber, Carl von La Roche, Heinrich Laube, Lotte Lehmann, Josef Lewinsky, Friederike Mayröcker, Karl Millöcker, Carl Moll, Hans Moser, Adolf Müller(Sohn), Johann Nestroy, Betty Paoli, Julius von Payer, Ferdinand Raimund, Karl Renner, Alexander Roda Roda, Ferdinand von Saar, Moritz Gottlieb Saphir, Ferdinand Schmutzer, Fritz Seelig, Johann Gabriel Seidl, Adolf von Sonnenthal, Curt Stenvert, Eduard Strauß, Bertha von Suttner, Hugo Thimig, Helene Thimig-Reinhardt, Viktor Oskar Tilgner, Johann Nepomuk Vogl, Felix von Weingartner, Adolf von Wilbrandt, Auguste WilbrandtBaudius, Wolf Wondratschek und Carl Michael Ziehrer. Zu diesen Einzelerwerbungen kamen eine Reihe von größeren Nachlässen und Sammlungen, unter denen vor allem die literarischen Archive des Dramatikers Wolfgang Bauer und der Erzählerin MarieThérèse Kerschbaumer sowie das Archiv des Wiener Volkstheaters der Jahre 1945 bis 1952 hervorzuheben sind. Weitere größere Bestände sind: Nachlass Lore Adler-Suschitzky, Teilnachlass Friedrich Austerlitz, Teilnachlass Wilhelm Börner, Sammlung Karl von Borkowski, Teilnachlass Günther Buxbaum, Teilnachlass Heinz Conrads, Splitternachlass Wilhelm Ellenbogen, Splitternachlass Anton Hueber, Nachlass Karl Liko, Teilnachlass Rudolf Neumayer, Sammlung Betty Paoli, Nachlass Albin Picha, Teilnachlass Lotte Pirker, Teilnachlass Emma und Robert Plank, Teilnachlass Alexander Roda Roda, Teilnachlass Franz Schmutz, Splitternachlass Franz Schuhmeier, Sammlung Curt Stenvert, Sammlung Neues Wiener Tagblatt, Teilnachlass Karl Vlach, Sammlung Wiener Städtische Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft, Sammlung Stefan Weber, Nachlass Sigrid Wiesmann, sowie die Teilnachlässe Fritz Brügel, Anna Boschek, Rudolf Jeremias Kreutz und Max Winter aus dem Tagblattarchiv. Über die Neuerwerbungen wird jeweils auf der Website der Bibliothek berichtet. 2002 wurde in der Handschriftensammlung mit der Übernahme des Zettelkataloges in den EDVKatalog begonnen, da der gescannte Zettelkatalog zwar ein wichtiges Hilfsmittel ist, aber keine differenzierte Datenbankabfrage ermöglicht. Rund 36.000 Katalogzettel wurden 2002 übernommen, 1.180 Autographen wurden neu katalogisiert. Das Verzeichnis der Nachlässe sowie das Verzeichnis der vorgeordneten Nachlässe wurden ebenfalls in den EDV-Katalog übernommen. Die literarischen Archive von Helmut Eisendle und Marie-Thérese Kerschbaumer wurden systematisch geordnet, die Ordnung der Briefe im Nachlass von Max Mell konnte abgeschlossen werden. Die wichtigsten Erwerbungen der Musiksammlung waren zwei Autographe von Franz Schubert: der mehrstimmige Gesang„Der Mondenschein“ D 875 und das Lied„Lebenstraum“ D 39. Darüber hinaus konnte eine Reihe weiterer wichtiger Manuskripte erworben werden, darunter zwei Stücke für Schrammelquartett, die abseits des gängigen Repertoires für diese Besetzung liegen(den„PralineeWalzer“ aus dem Ballett„Schlagobers“ und den„Tanz der Salome“ aus der gleichnamigen Oper von Richard Strauss), das Manuskript einer Bearbeitung der Schubertschen Ballade Erlkönig D 328 für Violoncello solo von Bernhard Cossmann, ein Notenautograph des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns, das auf einer Quelle von Christoph Willibald Gluck basiert, das Autograph des Liedes„Lieber Alles“ von Hugo Wolf nach einem Gedicht von Joseph von Eichendorff und Entwürfe zur Sonate für Violine solo op. 33 von Ernst Krenek. An größeren Beständen wurden ein Teilnachlass des Wienerlied- und Schlagerkomponisten Hans Weiner-Dillmann, der sämtliche im Eigenverlag erschienenen Werke enthält, sowie eine Sammlung von Wiener Gitarremusik der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, erworben. Im Jahr 2002 wurden 159 Musikhandschriften und 525 Musikdrucke inventarisiert. Die Plakatsammlung bezog im Mai 2003 provisorische Räume, da die bisher benützten Räume abgegeben werden mussten und die neuen Räume erst nach der Errichtung des Tiefenspeichers im Hof 6 des Rathauses zur Verfügung stehen werden. Der Neuzugang in der Plakatsammlung betrug rund 5.000 Plakate. Großes Augenmerk wurde wiederum auf die Erwerbung von Plakaten gelegt, die nicht von der GEWISTA affichiert werden. Vom Verband Design Austria erhielt die Sammlung rund 250 Plakate als Geschenk, weitere Plakatgeschenke kamen u.a. vom Ensembletheater Wien, vom Schauspielhaus, dem Filmhaus Stöbergasse, dem Filmladen, dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten und der Druckerei Schreier und Braune. Erworben wurden Plakate des Musikers und Graphikers Stefan Weber sowie der graphische Nachlass des Plakatgraphikers Franz Kralicek. 4.200 Plakate wurden signiert und in den EDV-Katalog aufgenommen. Retrospektiv wurden rund 4.800 Plakate für den EDV-Katalog erfasst, damit waren Ende des Jahres 2002 rund 67.500 Plakate im elektronischen Katalog verzeichnet. Die Zeitungsdokumentation wurde im Jahr 2002 um rund 6.000 Eintragungen erweitert. MUSEEN DER STADT WIEN Das Jahr 2002 stellte für die Museen der Stadt Wien wohl eine der entscheidensten Zäsuren in seiner einhundertfünfzehnjährigen Geschichte dar. Mit dem 1. Jänner 2002 trat das Wiener Museumsgesetz – Wr. MuG, LGBl. für Wien Nr. 95/2001 – mit dem die Museen der Stadt Wien als Anstalt öffentlichen Rechts eingerichtet und deren Organisation, Betrieb und Erhaltung geregelt werden, in Kraft. Die zentrale Gesetzesstelle lautet: „§ 3(1) Mit diesem Gesetz wird unter der Bezeichnung„Museen der Stadt Wien“ eine Anstalt öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit und Sitz in Wien eingerichtet. (2) Die Museen der Stadt Wien sind eine wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts, der unbewegliche und bewegliche Denkmale und Kulturgüter des Landes und der Stadt Wien zur Erfüllung ihres kulturpolitischen und wissenschaftlichen Auftrags als gemeinnützige öffentliche Aufgabe anvertraut sind und die mit In-Kraft-Treten dieses Gesetzes eigene Rechtspersönlichkeit erlangt.“ Die neue Rechtsform soll den Museen der Stadt Wien, die bis dahin als betrieblich geführte Magistratsabteilung 10 agierten, alle Möglichkeiten eröffnen, ihre nationale und internationale Anerkennung nicht nur zu behaupten, sondern noch weiter auszubauen. Im Kulturverständnis des 21. Jahrhunderts wird Museen ein wesentlich vertiefter und entscheidend verstärkter Stellenwert zukommen als bisher. Den Museen wird man die Verantwortung für Maßstab, Qualität und Authentizität der Kultur über alle Einzelereignisse hinaus zuordnen, von den Museen wird man den Entwurf eines Bildes der Entwicklungen der Kultur fordern. Unbestrittene Kompetenz wird die unabdingbare Grundlage der Anerkennung sein. Diesen Aufgaben werden, wollen und dürfen sich die Museen der Stadt Wien nicht entziehen, stellen sie doch eine Institution dar, die unverzichtbar ist, wenn Wien sich im europäischen Umfeld eine eigenständige Position erhalten möchte. Die neue Rechtsform wurde entwickelt, um den Museen der Stadt Wien ein Instrumentarium an die Hand zu geben, das es ihnen ermöglicht, jene Herausforderungen zu bestehen, die sich im Rahmen des New Public Management unausweichlich stellen würden. In allen Lebensbereichen fortschreitende Globalisierung, anwachsende Dynamik, voranschreitende technologische Entwicklungen, sich steigernde Individualisierung und damit verbundener Wertewandel sind dabei die bestimmenden Trends. Von Interesse ist, die Darstellung der Aufgaben der seinerzeitigen Magistratsabteilung 10 nach der Geschäftseinteilung des Magistrats der Stadt Wien mit den Aufgaben der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien zu vergleichen, wie sie im Wiener Museumsgesetz festgeschrieben sind: In der Geschäftseinteilung für den Magistrat der Stadt Wien vom 1. Juli 2001 war zentrale Aufgabe der Museen der Erwerb und die restauratorische Betreuung von Sammlungsobjekten zur Geschichte Wiens, insbesondere der Topografie, der Porträtkunde, der Volkskunde, der bildenden Kunst, der Archäologie, des Kunstgewerbes, der Mode, des Theaters und dergleichen, im Besonderen war damit verbunden die Führung von Museen(Gedenkstätten) der Stadt Wien, Errichtung der Museen (Gedenkstätten) der Stadt Wien, Grundverwaltung und Erhaltung des Historischen Museums der Stadt Wien, des Schubert-Museums, des Haydn-Wohnhauses und des zentralen Depots, Objektverwaltung und Erhaltung des Otto-Wagner-Pavillons am Karlsplatz, der Hermesvilla und der Kunsthalle Wien, wissenschaftliche Betreuung der Bezirksmuseen, archäologische Erforschung des Wiener Stadtgebietes u.a. Nach dem Wiener Museumsgesetz hat die Anstalt öffentlichen Rechts folgende Aufgaben: „§ 4(1) Die Museen der Stadt Wien sind 1. kulturelle Institutionen, die im Rahmen eines permanenten gesellschaftlichen Diskurses die ihnen anvertrauten Zeugnisse der Geschichte, Künste und Kultur sowie der sie erforschenden Wissenschaften sammeln, bewahren, wissenschaftlich aufarbeiten und dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen sollen; 2. ein Ort der lebendigen und zeitgemäßen Auseinandersetzung mit dem ihnen anvertrauten Sammlungsgut; 3. dazu bestimmt, das ihnen anvertraute Sammlungsgut zu mehren und zu bewahren und es derart der Öffentlichkeit zu präsentieren, dass durch die Aufbereitung Verständnis für Entwicklung und Zusammenhänge zwischen Gesellschafts-, Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsphänomenen geweckt wird; 4. dazu aufgerufen, das Kulturschaffen der Gegenwart, die aktuellen Entwicklungen und Veränderungen von Kunst und Kultur zu registrieren und deren Zeugnisse gezielt zu sammeln und das Sammlungsgut im Sinne des spezifisch kulturpolitischen Auftrags ständig zu ergänzen, wobei sie den Austausch mit Museen in Österreich und anderen Ländern im Ausstellungs- und Forschungsbereich pflegen; 5. umfassende Bildungseinrichtungen, die zeitgemäße und innovative Formen der Vermittlung besonders für Kinder, Jugendliche und Senioren entwickeln. (2) Zweck und Aufgabe der Museen der Stadt Wien im Rahmen ihrer Bedeutung und Ziele(Abs. 1) und ihres kulturpolitischen Auftrags ist insbesondere das Sammeln und Bewahren von Geschichts-, Kunst- und Kulturgut sowie der Ausbau, die Bewahrung, wissenschaftliche Bearbeitung und Erschließung, Präsentation und Verwaltung des den Museen der Stadt Wien auf Dauer oder bestimmte Zeit überlassenen oder von Ihnen erworbenen Sammlungsguts unter Beachtung der Grundsätze der Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.“ Damit wurde dem Selbstverständnis der Museen der Stadt Wien Rechnung getragen, wie es sich nach einer Entwicklung von annähernd eineinhalb Jahrzehnten manifestiert. Die Museen der Stadt Wien verstehen sich als Ort der Rückbesinnung auf die Vergangenheit im Wege der(kultur)historischen Erkenntnis. Sie sind kein Ort sentimentalpathetischer Betrachtung des Einst, sondern ein Ort des Verstehens und der Identifikation durch kritische Auseinandersetzung mit dem Gewesenen. Die Museen wollen Wien in seiner regionalen, seiner überregionalen, seiner österreichischen aber auch seiner europäischen Stellung definieren. Damit können die Museen das zeigen, woher diese Stadt kommt, wo sie steht und wohin sie gehen könnte. Die Vermittlung erfolgt nicht allein museums-spezifisch im traditionellen Sinn, sonder in hohem Maß gestützt durch didaktische und pädagogische Methoden der jeweiligen Gegenwart. Daher werden die Museen mit den ihnen eigenen Mitteln den Wissens- und Erfahrungsstand der Besucher bereichern, ihre historische Vorstellungskraft und das Finden kritischer und selbstständiger Urteile erleichtern. Andererseits werden die Museen den Besucher unterschiedlicher Überzeugungen und Erfahrungen, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft unterhalten, weil sie weder bloß„Weihestätte“, simple „Identifikationsfabrik“, noch allein„Ort der Problematisierung“, sondern„Ort des freien und neugierig-kritischen Erlebens von Kultur“ sind. Die wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien wird von einem Geschäftsführer, der die Funktion des Direktors und wissenschaftlich-künstlerischen Leiters wahrnimmt, gleitet. Er nimmt die Gesamtverantwortung für die Museen der Stadt Wien wahr und erstellt deren Leitlinien und die Ziele der Museumspolitik. Er repräsentiert die Anstalt„Museen der Stadt Wien“ nach außen und ist auch für deren Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit verantwortlich. Zur Unterstützung des Direktors ist ein„Chefkurator“, das Direktionsbüro, das Wissenschaftlichkünstlerische Gremium, die Stabsstelle„Öffentlichkeitsarbeit und Presse“, die Stabstelle„Bildung“ und die Stabsstelle„Wirtschaft, Finanzen und Controlling“ vorgesehen. Die Stabstelle„Wirtschaft, Finanzen und Controlling“ untersteht, wie auch der kaufmännische Bereich, einem kaufmännischen Leiter. Der kaufmännische Bereich gliedert sich in 1. Finanz- und Rechnungswesen 2. Personalwesen 3. zentrale Dienste 4. Marketing Im Einvernehmen mit dem kaufmännischen Leiter hat der Direktor der Museen der Stadt Wien in wirtschaftlichen, budgetären und sonstigen finanziellen Angelegenheiten von besonderer Bedeutung vorzugehen. Die finanzielle Ausstattung der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien wurde zukunftweisender konzipiert als bei anderen ausgegliederten österreichischen Museen. § 9 des Wiener Museumsgesetzes sieht folgendes vor: „(1) Die zur Besorgung der Aufgaben der Museen der Stadt Wien erforderlichen finanziellen Mittel werden aufgebracht durch: 1. die jährliche Abgeltung aus Mitteln der Stadt Wien gemäß Abs. 2 sowie einen Ersatz für pauschal angelastete Beiträge für Leistungen zentraler Dienststellen der Stadt Wien, zu den Kosten ihrer Organe und zum Aufwand für die Ruhe- und Versorgungsgenüsse nach der Pensionsordnung 1995, 2. sonstige Zuwendungen der Stadt Wien nach Maßgabe des jeweiligen Voranschlages sowie Zuwendungen anderer Gebietskörperschaften, 3. Zuwendungen im Rahmen der europäischen Integration, 4. Zuwendungen aufgrund von Sponsorenverträgen, 5. Kostenersätze für Leistungen der Museen der Stadt Wien und 6. sonstige Zuwendungen, Erträge und Einnahmen. (2) Die Stadt Wien leistet der Anstalt„Museen der Stadt Wien“ für die Aufwendungen, die ihr in Erfüllung ihrer musealen Aufgaben und ihres kulturpolitischen Auftrages als Museen der Stadt Wien entstehen, für das Jahr 2002 eine Abgeltung von 14,75 Millionen Euro. Dieser Betrag erhöht sich ab dem Jahre 2003 um jährlich 1,43%. Die Stadt Wien ist jedoch berechtigt, die Abgeltung zu kürzen oder teilweise zu sperren, wenn eine Verschlechterung der finanziellen Situation der Stadt Wien eintritt oder sonst die Einhaltung von mit dem Bund und den übrigen Gebietskörperschaften vereinbarten Stabilitätszielen gefährdet erscheint. Das Ausmaß der Kürzung oder Sperre darf jedoch, wenn sie für das laufende Jahr erfolgt, 2,5 vH, sonst 5 vH des für das vorangegangene Jahr geleisteten Betrages nicht überschreiten. (3) Die näheren Details zur Abwicklung der Leistungen der Stadt Wien gemäß Abs. 1 Z 1 sowie die der Stadt Wien zur Verfügung zu stellenden Informationen über die Gebarung der Anstalt„Museen der Stadt Wien“ sind in einem zwischen der Stadt Wien und der Anstalt„Museen der Stadt Wien“ abzuschließenden Übereinkommen zu regeln.“ Die Wiener Landesregierung hat als primär wirtschaftliches Aufsichtsorgan der Geschäftsführung der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien ein Kuratorium zu bestellen. Dieses setzt sich zusammen aus 1. zwei vom amtsführenden Stadtrat für Kultur und Wissenschaft nominierten Mitgliedern, 2. einem Mitglied der Finanzverwaltung der Stadt Wien, 3. je einem Mitglied des Betriebsrates und der Personalvertretung, 4. zwei Wissenschaftlern, die nicht Bedienstete der Anstalt sind, 5. einem Mitglied des rechtskundigen Dienstes der Stadt Wien. Für jedes Mitglied ist mindestens ein Ersatzmitglied zu bestellen. Eine wesentliche Aufgabe des Kuratoriums stellt der jährliche Bericht an den Wiener Landtag im Wege der Wiener Landesregierung und des für Kultur zuständigen Ausschusses über die Erreichung der im Gesetz vorgegebenen grundsätzlichen Ziele der Anstalt dar. Das Gesetz über die Zuweisung von Bediensteten der Gemeinde Wien an die Anstalt„Museen der Stadt Wien(Wiener Museen-Zuweisungsgesetz) garantiert im§ 1 die dienst- und besoldungsrechtliche Stellung der Bediensteten der ehemaligen Magistratsabteilung 10 durch folgende Bestimmung: „(2) Durch die Zuweisung gemäß Abs. 1 tritt in der dienst-, besoldungs- und pensionsrechtlichen Stellung der in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis Beschäftigten bzw. in der dienst- und besoldungsrechtlichen Stellung der in einem durch Vertrag begründeten Dienstverhältnis Beschäftigten keine Änderung ein. Auf diese sind daher nach wie vor die einschlägigen für Bedienstete der Gemeinde Wien geltenden dienstrechtlichen Bestimmungen, insbesondere die der Dienstordnung 1994, LGBl. für Wien Nr. 56, der Besoldungsordnung 1994, LGBl. für Wien 55, der Pensionsordnung 1995, LGBl. für Wien Nr. 67, des Ruhe- und Versorgungsgenusszulagegesetzes 1995, LGB1. für Wien Nr. 72, und des Unfallfürsorgegesetzes 1967, LGBl. für Wien Nr. 8/1969, für Beamte/Beamtinnen bzw. die der Vertragsbedienstetenordnung 1995, LGBl. für Wien Nr. 50, für Vertragsbedienstete, in der jeweiligen geltenden Fassung weiter anzuwenden.“ Da die Wahrnehmung sämtlicher Rechte und Pflichten als Dienstbehörde gegenüber den zugewiesenen Bediensteten dem Magistrat obliegt, wurde dementsprechend eine neue Magistratsabteilung 10 mit folgenden Aufgaben eingerichtet: Personalstelle Museen der Stadt Wien; Wahrnehmung der Aufgaben gemäß§ 3 Abs. 1 Wiener Museen-Zuweisungsgesetz, soweit keine andere Dienststelle zuständig ist. Nach Abschluss eines Kollektivvertrages zwischen der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien und der Gewerkschaft werden Neuaufnahmen im Personalbereich nach dem ASVG vorgenommen werden. Mit Zuversicht ist also festzustellen, dass die Errichtung der„Wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien“ einen entscheidenden Schritt in die Zukunft darstellt. Für das Museum gilt heute nicht mehr allein die Forderung nach dem Bildungsauftrag für die Bevölkerung„who get a taste when exposed to art“(Programmschrift des„British Museum“, 18. Jahrhundert); es gilt vielmehr die umfassende Forderung, kulturtheoretische und gesellschaftskritische Fragen zu stellen. Die immer noch gern geübte stumme, kontemplativ schweigende, dialogfrei empfindsame Betrachtung der Musealien muss einer bewussten Auseinandersetzung, wenn nötig einer Konfrontation, weichen. Auch die Museumsgemeinschaft folgt nur den allgemein anerkannten sozialen Voraussetzungen. Die Teilhabe an einem universalen Wissen, von dem man annimmt, dass es viele Menschen anspricht, die Projektion auf ein stillschweigendes wechselseitiges Einverständnis, gilt nicht mehr. Heute stiften große Erzählungen, wie die Kunst- und Kulturgeschichte, keine Gemeinsamkeiten mehr. Dies mag an der Skepsis gegenüber jeder großen Systematik liegen, aber auch an der mangelnden Geduld, sich diese anzueignen. Gemeinsamkeiten entwickeln sich heute aus der Durchdringung von privaten und öffentlichen Aspekten des Lebens, in dem Kreativität eine immer größere Rolle spielt. Erkennt und anerkennt das Museum, dass eine Logik der Praxis die Logik des Bewusstseins überlagert, vermag es seine durch nichts zu ersetzende Stärke zu bekunden. Die Sammlung der Museen sind ein unverzichtbares Archiv für die kulturellen Errungenschaften des Menschen. Danach richtet sich die Arbeit im Museum. Ausstellungen Historisches Museum Vom Pfennig zum Euro- Geld aus Wien(7. Februar 2002 – 24. März 2002) Vieles und Vielerlei wird beschworen, wenn wir heute von Europa sprechen, jener Möglichkeit menschlicher Existenz, die durchaus als nicht zu benennende Wirklichkeit erlebt, recht eigentlich aber als Idee bloß gedacht wird. Wie könnte es auch anders sein, bei dieser nicht zu bestreitenden Vielfalt, deren Gemeinsames man kaum glauben mag. Beruht diese doch aus so Verschiedenem wie dem Logos der Hellenen, der politischen Vernunft Roms, der Heilserwartung der Christen, der jüdischen Erinnerungskultur, Moses Maimonides und seinem Einfluss auf Thomas von Aquin und Albertus Magnus, der den Hellenismus und indisches Denken weiterführenden arabisch-islamischen Kultur, der osmanisch-türkischen Weltsicht, dem Gemeinschaftssinn und der tiefen Innerlichkeit slawischen Denkens. Und doch sprechen wir Europäer – und dieses tun wir in mehr als hundert Sprachen – von der Einheit in der Vielfalt. Aber wir sprechen nicht nur davon, wir setzen auch Zeichen dafür: Politisch wirksam in die Europäische Union als Prozess einer Einigungsbewegung, jedermann jederzeit betreffend, also tatsächlich betroffen machend ist die in zwölft europäischen Staaten mit dem 1. März 2002 allein gültige, gemeinsame Währung, der Euro. Das Historische Museum der Stadt Wien verfolgte den Weg des Geldes aus Wien vom Hochmittelalter bis zur Gegenwart, vom Wiener Pfennig über Gulden und Kreuzer, Krone und Heller, Schilling und Groschen, unterbrochen durch die Finsternis von Reichsmark und Pfennig bis zu Euro und Cent heute. Dieser Wiener Beitrag zu einem Kapitel in der Geschichte des Geldes wollte europäisch verstanden werden. Dem Glück auf der Spur – 250 Jahre Österreichische Zahlenlotto (11. April 2002 – 26. Mai 2002) Der Wunsch nach dem„corriger la fortune“, der Wille, das Geschick zu wenden, das Glück zu zwingen, ist menschlich wohl, allzumenschlich auch. Als Einzelner mit seinem Glück oder Unglück, mit seinem Geschick Teil sein zu müssen mit dem Geschick, mit Glück oder Unglück der Gesellschaft ist kein leichtes Los. Gefangen also im„Ernst des Lebens“ lässt ernsthaft zweifeln, einen sicheren Weg zu finden, die„Heiterkeit des Seins“ zu erfahren. Friedrich Nietzsche fand Sicherheit darin, das Ethos so sehr zu individualisieren, dass alles menschliche Sein„unschuldig“ wird,„jenseits von Gut und Böse“ zu stehen kommt. Der Existentialismus folgte ihm nach und zerstörte den Begriff von Ethik und Gesellschaft zugunsten verabsolutierter Freiheit. So weit, so gut, kann dazu der sagen, der, um mit Aristoteles zu sprechen, der Natur, dem Wesen, der Form des Menschen ganz entspricht: der Vernunft. Was bleibt aber jenen, die eben nicht so ganz entsprechen, die sich auf das radikale Experiment der ausschließlich eigenen Existenz nicht einlassen wollen, aber dennoch, wie alle anderen auch, nach Glückseligkeit, dem höchsten Gut des Menschen streben? Unter anderem bleibt ihnen das Spiel. Es bleibt ihnen auch jenes Spiel, das bei uns in Österreich ohne eigentliche Unterbrechung gespielt wird, nachdem am 21. Oktober 1752 die erste öffentliche Ziehung in Wien stattgefunden hatte: das Zahlenlotto, das„Lotto die Genua“. Der Spieler wählte aus der Zahlenreihe 1 – 90 eine oder höchstens fünf Zahlen aus, bei denen er unter Einsatz einer beliebig hohen Summe darauf wettet, dass die gewählte Zahl, oder wenn mehrere gewählt sind alle gewählten Zahlen, sich unter denjenigen fünf Zahlen befinden, die bei der nächsten Ziehung gezogen wurden. Das feststehende Zahlenverhältnis von 90 Losnummern zu 5 Gewinnnummern gründet sich auf die seit dem Mittelalter in Genua üblichen Wetten bei Auslosung der 5 Mitglieder des großen Rats aus einer Reihe von 90 Namen. Wie reizvoll es ist, dieses Glücksspiel und einige andere auch von ihren Ursprüngen an zu verfolgen, ihre zustimmende Aufnahme, aber ebenso erbitterte Ablehnung, ihre Erfolge, ihre gesellschaftliche, wirtschaftliche und künstlerische Wirksamkeit nachzuzeichnen, zeigt unsere Ausstellung. So entfaltet sich ein weites Panorama sehnsuchtsvoller, eigenwilliger, erstaunlicher, zuweilen grotesker, manchmal erschütternder Versuche, das Glück zu zwingen. Wie einsichtsvoll klingt da der Satz von Epiktet:„Das eine steht in unserer Macht, das andere nicht.“ Die Geburt der Moderne – von der Schule von Barbizon bis zum Konstruktivismus. Meisterwerke aus dem Nationalmuseum Belgrad (6 Juni 2002 – 1. September 2002) Will das Historische Museum der Stadt Wien seine Aufgabe erfüllen, darf zweierlei nicht außer Acht gelassen werden: Als Erstes muss der Auftrag ernst genommen werden, ein Geschichtsmuseum zu sein. Man darf nicht zögern, sich auf die geradezu unermessliche Weite dessen einzulassen, was Geschichte ist, Mensch-Sein eben und nicht historisierendes Scheinen. Schein und nicht Sein ist auch, sich im Platten des Alltags verlieren, den Zeitgeist für den Geist der Zeit nehmen, von Erkennen sprechen und recht eigentlich nichts verstanden haben. Als Zweites muss Wien ernst genommen werden. Zu wiederholen ist, was dazu wiederholt ausgeführt wurde: Selten nur ist eine Stadt ähnlich reich an Geschehen und Erleben, an Glanz, Leid und Elend wie Wien; die Stadt ist so Welterbe, geht in dieser Welt doch nichts verloren, was menschlicher Geist je ersonnen. Sich dessen bewusst zu sein und das Leben uneingeschränkt zu bejahen, ist die Haltung Wiens; sich eben nicht der gnostischen Verzweiflung des Geistes, seinen apokalyptischen Obsessionen und seinen Phantasien über Menschheitsdämmerungen im Sinne des Aufgangs wie des Untergangs hinzugeben. Die Arbeit nach beiden Aufträgen ausrichten und verstehen, dass Kultur, die sich selbst genügt, dekorierte Barbarei ist, und sich darauf einlassen, dass wo Kultur gebinnt, diese auch schon den Drang über sich hinaus hat, und wissen, dass dieses Wollen ihr Dauerversucher ist, leitete das Historische Museum der Stadt Wien auch in seinen internationalen Unternehmungen. „Die Geburt der Moderne. Von der Schule von Barbizon bis zum Konstruktivismus“ war ein weiteres Ergebnis einer seit vielen Jahren bestehenden Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum Belgrad. Im Suchen, Kultur und Kunst zu verstehe, lässt sich entscheidend Gemeinsames zwischen Belgrad und Wien feststellen, lässt sich Trennendes, von dem das vergangene Jahrhundert allzu oft sprach, als historisierender Schein entlarven. Denn was für Wien stets gegolten hat und was Karl Jaspers im November 1945 sehr treffend zu Europa schrieb, gilt für Belgrad auch: „Wir haben keineswegs alles verloren, wenn wir nicht, in Verzweiflung wütend, auch noch das vergeuden, was uns verlierbar sein kann: den Grund der Geschichte...“ Sowjetische Fotografie der 1920er bis 1930er Jahre. Vom Piktorialismus und Modernismus bis zum Sozialistischen Realismus (12. September 2002 – 20. Oktober 2002) Die sowjetischen Fotografen der 1920er- und 1930er-Jahre vermögen durch ihre große Meisterschaft zu bestechen. Die 280 gezeigten Fotografien, die zum Großteil aus dem Haus der Fotografie in Moskau stammen, zeichnen sich durch besondere Kreativität und höchste Professionalität aus. Diese Bilder gehören ganz unbestritten zu den Meisterwerden der Fotokunst. Dass sich die sowjetischen Künstler nach der Russischen Revolution aktiv am Aufbau einer neuen Gesellschaft beteiligen sollten, verlieh vor allem der Fotografie – dem neuen Medium – ungeheure Kraft und Dynamik. Alexander Rodtschenko, der als der innovativste unter den sowjetischen Avantgardekünstlern gilt, widmete sich ab 1927 ausschließlich der Fotografie. Er wollte sich mit dem Abbilden der Welt von allen Punkten aus befassen und so zur Fähigkeit erziehen, von allen Seiten zu sehen. Er und seine Zeitgenossen schufen große Sinnbilder des Lebens und der Gesellschaft in der Sowjetunion dieser Zeit: Mäher auf dem Feld mit Sensen in der Hand, kollektive Sportveranstaltungen und Demonstrationen auf dem Roten Platz, infrastrukturelle Anlagen, die innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft wurden, Architekturfotografien, aber auch Stilleben und fotografische Porträts. Das stalinistische System ersetzte Ästhetik durch Ideologie. Zu den„Feinden“ gehörten auch viele der Fotokünstler. Diese gingen sehr unterschiedlich mit der neuen Situation um: Viele wandten sich der Fotoreprotage zu und dokumentierten den„Aufbau des Sozialismus“. Andere arbeiteten im Geheimen, litten im Exil oder wurden eingesperrt. Alexander Rodtschenko gab das Fotografieren auf. Die Fotografie war von„der wichtigsten der Künste“ zu einem kleinen Rad in der ideologischen Maschinerie geworden. Diese Bilder erzählen sehr unterschiedliche Geschichten. Und auch wir sind gefordert,„unser optisches Erkennen zu revolutionieren, den Schleier von unseren Augen zu reißen, der vom Nebel aus wirkt.“(Alexander Rodtschenko, 1928). Armut (31. Oktober – 2. Februar 2003) Wenn Massimo Montanari, einer der ausgewiesensten Mediaevisten Italiens in seiner klugen Darstellung„Der Hunger und der Überfluss. Kulturgeschichte der Ernährung in Europa“ anmerkt:„Nur eine sehr reiche Gesellschaft kann es sich erlauben, die Armut zu schätzen“ spricht er jenes unentrinnbare Dilemma an, in das jeder gerät, der, so er nicht selbst als Armer betroffen ist, über Armut spricht. Einerseits ist offenkundig, dass Matthäus 19/21:„ Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gibt´s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben“ nach wie vor gründlich missverstanden wird, denn nichts ist an Armut zu schätzen, Armut hat keinerlei Reiz! Andererseits aber ist der Verweis auf die Gesellschaft, angenommen jedoch ohne Einschränkung, also allgemein und nicht bloß als reich verstanden, jener rationale Zugang, der über die betrachtende Untersuchung hinaus, eine Lösung bringen sollte. In diesem Spannungsfeld, hier emotional-empfindsamer Blick, da rational-kühler Bericht, steht auch unsere Ausstellung. Wie kaum jemals zuvor diskutiert das Museum mit„Armut“ ein Thema, das den Menschen unentrinnbar in seiner existentiellen Ausgesetztheit zeigt, wie kein anderes:„jeden treffen Zufall und Zeit“. An drei Orten und von sieben Gesichtspunkten aus, stellte sich die Ausstellung der Armut. Und es zeigte sich, von welchen Standorten auch immer der Blick auf die Armut fiel, dass nicht der Arme schuldig oder unschuldig ist, er ist arm. Schuldig ist allein die Gesellschaft, die Armut zulässt oder in Kauf nimmt: Denn über jedes materielle Gut hinaus, das sie dem Einzelnen vorenthält, beraubt sie schamlos den Menschen des nicht zu veräußernden, allein Entscheidenden seines Seins, sie beraubt ihn seiner Würde. Eine Reihe von Begleitveranstaltungen, darunter eine Podiumsdiskussion, Lesungen, Spezialführungen sowie die Musiktheaterproduktion„Bill oder die 7 Aspekte der Armut“ von Alexander Kukelka bildeten das Rahmenprogramm zu dieser Ausstellung. Historisches Museum – Atrium Friedrich Schiff – in Shanghai berühmt, in Wien vergessen (14. Februar 2002 – 31. März 2002) Zeitgenössische Kunst aus Aserbeidschan (17. April 2002 – 25. April 2002) Michael Zwetkoff. Neue Donau – Neue Welt. Fotografien aus dem Jahr 2001 (19. September 2002 – 20. Oktober 2002) Der Dritte Mann – Auf den Spuren eines Filmklassikers (24. Oktober 2002 – 23. Februar 2003) Besondere Bedeutung hatte die Ausstellung: Legenden aus dem Wiener Kunstbetrieb. Fotos von Didi Sattmann(16. Mai 2002 – 1. September 2002) Fotografen und die Fotografie nehmen im Historischen Museum der Stadt Wien einen entscheidenden Platz ein. Einerseits sind die Foto-Sammlungen des Hauses ungemein reich, vielfältig und kostbar, sie reichen bis in die Anfänge der Fotografie aus den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts zurück, andererseits ist das Lichtbild so sehr zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil unseres Lebens geworden, dass man geradezu versucht ist, ihm ein Konstitutives unserer Existenz in Kultur und Zivilisation zuzumessen. Beides wäre Grund genug, Foto-Ausstellungen zu zeigen, gäbe es da nicht noch ein Drittes: Vieldeutig ist die Fotografie: Sie ist jene bildnerische Technik, die sich allen einfachen und klaren Definitionen entzieht. Verstanden als Kunst, als Zeugnis, als Botschaft, als Industrieprodukt, als Liebhaberei kann sie alles oder keines ein. Aber eines kann man mit Sicherheit von der Fotografie sagen: Sie hat gründlich und nachhaltig den Unterschied zwischen Kunst und Leben aufgehoben. Ein Viertes aber war für diese Ausstellung entscheidend. Dieses ist die Persönlichkeit und die Arbeit von Didi Sattmann. Überzeugend bekennt er sich zu seinen„Legenden aus dem Wiener Kunstbetrieb“: „Die Aufnahmen folgten keinem konkreten Plan, und waren lange Zeit auch von keinerlei kommerziellen Absichten getragen. Allein die Freude an der Begegnung, die Such nach Antworten auf Fragen der Kunst und des Künstler-Seins waren Antrieb meines Tuns: Das Wesentliche an der fotografischen Arbeit ist für mich die Begegnung mit Menschen, deren Emotionen, Können und Wissen, die Begegnung mit Frauen und Männern. Obwohl dieses Medium geradezu prädestiniert zu sein scheint, lediglich äußere Erscheinungsformen zu dokumentieren, dient mir die Fotografie vor allem dazu, Inhalte in Erfahrung zu bringen, zu transportieren und in Frage zu stellen.“ Wiederholt habe ich darauf verwiesen, dass der Mensch im Mittelpunkt der Museumsarbeit steht, der Fotograf Didi Sattmann stellt ihn in den Brennpunkt. Hermesvilla Garten-Kunst. Bilder und Texte von Gärten und Parks (21. März 2002 – 22. September 2002) So selbstverständlich sind Gärten und Parks von herausragender Schönheit in Wien, dass es verwundern mag, gerade in dieser Stadt die Frage nach Gartenkunst zu stellen. Im Umkehrschluss jedoch, im Wissen also um diese erlesene Vielzahl von Orten der glückverheißenden Idylle, der Entspannung und Harmonie hier, sah das Museum die Herausforderung, in einer Ausstellung allen Wirklichkeiten, und nicht nur der scheinbar einen, botanischen, des Gartens nachzugehen. Mag der Garten heute, als vermenschlichte Form der freien Natur, die weder Wald noch Wiese ist, die Erweiterung des Hauses sein, so gilt er in seinem Ursprung als erste Wohnstätte des Menschen: „Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte“ lesen wir in Moses I, 2, 8. Das Paradies also, aus dem die Menschen vertrieben wurden, ist der Garten schlechthin und somit offenbar unauflöslich verbunden mit menschlichem Sehnen und Wollen. Wen wundert’s dass der Garten Metapher und Chiffre, Abbild und Zeichen, Wunschbild und Traumbild, Sinnbild vor allem für uns ist. Und diesen Verschlüsselungen des Paradiesischen, wie immer dieses auch gedeutet sein mag, ging unsere Ausstellung nun nach, spürte sie auf, legte sie dar und war überzeugt, sie in der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Kulturleistung Garten benennen zu können. Dichtung und Malerei aus dem Zeitraum zwischen 1600 und heute mit dem Garten als Thema entwarfen so Teile des Bildes vom Menschen, das zu zeichnen Aufgabe des Geschichtsmuseums ist. Am rechten Ort in der Hermesvilla, zeigten wir die Ausstellung: Als mediterrane Insel in der Wienerwaldlandschaft war der um die Villa angelegte Garten gedacht, ein Zeichen für die Sehnsucht der Kaiserin Elisabeth nach dem Süden wurde so gesetzt. Am rechten Ort also stellten wir die Frage nach dem Garten und stellten sie offenbar richtig: Denn als Antwort erfuhren wir, dass der Garten mehr ist als nützlich und schön, mehr, viel mehr als reine unschuldige Natur. Lust auf Kunst. Die Sammlung Jenö Eisenberger. Stimmungsimpressionismus, Jugendstil, Moderne (24. Oktober 2002 – 21. April 2003) Sammeln ist mehr als ein bloßes Wesensmerkmal des Museums: Sammeln, Sammlungen, das Gesammelte sind Bestimmendes, sind Konstitutives jener durch nichts zu ersetzenden Institution, die wir„Museum“ nennen. Aber auch ein weiteres Muss wohnt dem Museum inne: Das Zeigen, das Ausstellen, das Verlangen, andere, wenn möglich alle anderen, an dem teilhaben zu lassen, was an unerklärlicher Aussagekraft im Gesammelten ist. Immer wieder aber wird ein Museum über seine Sammlungen hinausgehen und anderes, auch andere Sammlungen zeigen, wenn dadurch sein eigenes Profil, sein nur es bestimmendes Eigenes, erweitert wird und an Tiefe gewinnt. Die Sammlung Jenö Eisenberger in der Hermesvilla zu zeigen, in jener faszinierenden Außenstelle des Historischen Museums der Stadt Wien, die das private Refugium der Kaiserin Elisabeth nun einmal ist, war so gesehen nicht zu begründen, weil selbstverständlich. Hier wurde erstmals eine der bedeutendsten österreichischen privaten Kunstsammlungen – und unser Land besitzt einige – in einer umfassenden Gesamtschau präsentiert.„Lust auf Kunst“ lässt erleben, welch ästhetischschöpferische Kraft in den vergangenen zwei Jahrhunderten in der bildenden Kunst, im Kunsthandwerk und in den Judaica Österreichs und Österreich-Ungarn war. Denn:„Der Sammler bewahrt das Ingenium des Schaffenden“ meinte Maurice Rheims 1959 zurecht. Aber nicht nur das ließ die Ausstellung erkennen. Sie machte uns auch mit Jenö Eisenberger selbst, mit einer der bemerkenswertesten Persönlichkeiten Wiens der Gegenwart bekannt. In Jenö Eisenbergers Biographie lebt das Tragische, das Komödiantische, das Große, das Kleine, das Leiden am abgrundtief Bösen, aber auch die Schönheit des berührend Guten des 20. Jahrhunderts. Dieses Leben und diese Sammlung sind getragen und geprägt von einer nimmermüden großen Liebe zu Österreich.„Vielleicht sind es die Menschen, die ich sehr gerne habe oder auch die Gegend. Es ist etwas, das ich mir selber nicht erklären kann“ sagt Jenö Eisenberger und benennt so den wohl überzeugendsten Grund, seine Sammlung im Historischen Museum der Stadt Wien zu zeigen. Die Kunst- und Prunkuhr der Wiener Weltausstellung 1873 mit astronomischen Indikationen, deren Uhrwerk Franz Zaji č ek herstellte, wurde ab 5. Oktober zur öffentlichen Restaurierung im Sonderausstellungsraum des Uhrenmuseums aufgestellt(Dauer bis 16. März 2003). Die Besucher bekamen somit die Gelegenheit, die schrittweise Restaurierung durch die beiden Uhrmachermeister Rupert Kerschbaum und Maria Goiser zum Zeitpunkt des Zerlegens des Uhrwerks in all seine Einzelheiten an zu verfolgen. Im Schauraum der Modesammlung war vom 23. Mai bis 1. September die Schau„way 2 walk – Schuhgeschichten von Gabriele Gmeiner“ zu besichtigen. In der Otto-Wagner-Haltestelle Karlsplatz wurde die Ausstellung„Dualismen – Eleonor und Ernst Friedrich“ vom 8. Mai bis 31. Oktober gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Verein zur Erforschung und Förderung der kurdischen Sprache, Kultur und Geschichte wurde in der Volkshalle des Wiener Rathauses die Ausstellung„Grenzenlos. Kurdische Kunst heute“ vom 12. März bis 1. April präsentiert. Aus Anlass des Wienerwald-Millenniums wurde mit dem Land Niederösterreich die Großausstellung „G’schichten aus dem Wienerwald – Vom Urwald zum Kulturwald“ vom 12. Mai bis 27. Oktober in der Klosterkirche und im Kaisertrakt der Kartause Mauerbach veranstaltet. Zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Gertrud Höchsmann wurde gemeinsam mit der Universität für angewandte Kunst Wien die Ausstellung„Wiener Couture. Gertrud Höchsmann 1902-1990“, die ab 7. November im Heiligenkreuzer Hof in Wien lief, zusammengestellt(Dauer bis 25. Jänner 2003). Der Städtischen Galerie Sofia wurde vom 5. Oktober bis 3. November anlässlich der Wien-Tage in Sofia die Ausstellung„Blickfänge einer Reise nach Wien. Fotografien 1860-1910 aus den Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien“ bereitgestellt. Vom Referat Bildung wurden zahlreiche Spezialführungen für alle Altersgruppen, Sonderveranstaltungen und Vermittlungsprogramme für Schüler/innen und Lehrlinge angeboten. Am internationalen Museumstag 12. Mai fanden u.a. die Kinderführungen„Zeitreise in das Barock“ mit Detektivspiel,„Zeitreise in das Biedermeier“ mit Anprobe zeittypischer Kleidungsstücke im Historischen Museum und Familienführungen„Kinder, wie die Zeit vergeht!“ im Uhrenmuseum statt. Im Zuge des Sommerferienspiels liefen Kinderprogramme in der Beethoven-Gedenkstätte „Pasqualatihaus“ und mit dem Titel„Die Rädlifuxer von Wien“ im Uhrenmuseum mit Zusammenbau eines Turmuhrwerks. Am Familiensonntag 15. September wurden in der Hermesvilla im Rahmen der „Garten-Kunst“-Ausstellung Kinderführungen mit Rätselbogen, Basteln, Malen und Tanzen unter dem Titel„Gartenzwerge im Schloss der Kaiserin“ abgehalten. Ein reichhaltiges Kinder- und Jugendprogramm begleitet die Ausstellung„Armut“, darunter„Der Bettler und sein Mantel“ zur Geschichte des Heiligen Martin von Tours mit„Straßenmusikanten“ und Bastelgelegenheit für Weihnachtskarten,„Sternschnuppen-Advent“ an den Adventsonntagen,„Wie süß ist der Nikolaus“ in Zusammenarbeit mit WienXtra und„Weihnachten in der Mülltonne“ mit anschließendem Theaterspiel und Gesang. An der österreichweiten„Langen Nacht der Museen“ am 5. Oktober beteiligten sich die Museen der Stadt Wien mit Spezialführungen im Historischen Museum, Familienführungen„Praterg`schichten am und um`s Feuer“ im Pratermuseum mit Feuer-Show der„Pyro-mantiker“, Familienführungen in der Mozart-Gedenkstätte„Figarohaus“ mit musikalischer Untermalung durch den Pianisten Jakob Lajta und dem„Tag 1“ der öffentlichen Restau-rierung der Kunst- und Prunkuhr von Franz Zaji č ek im Uhrenmuseum. Dem Umfang dieser Arbeiten und Tätigkeiten entsprachen auch die Neuerwerbungen(Ankäufe und Widmungen) der Museen der Stadt Wien. Denn unbestritten gilt, dass das Museum ein wichtiger Ort ästhetischer Topographie ist. Denn der tiefste Sinngehalt des Museums besteht darin, dass die ausgewählten und präsentierten Gegenstände mit evokativer Kraft den Menschen radikal, in seinen humanen Wurzeln eben, zu erfassen vermögen. Es sind jene Wurzeln von denen Friedrich Schiller in seinem einundzwanzigsten Brief„Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ spricht und ausführt, dass das Ästhetische, das unser Gemüt in Stimmung versetzt, im Hinblick auf eine bestimmte Erkenntnis und Gesinnung indifferent ist: „Durch die ästhetische Kultur bleibt also der persönliche Wert eines Menschen, oder seine Würde... noch völlig unbestimmt, und es ist weiter nichts erreicht, als dass es ihm nunmehr von Natur wegen möglich gemacht ist, aus sich selbst zu machen was wer will – dass ihm die Freiheit zu sein, was er sein soll, vollkommen zurückgegeben ist.“ Aber damit, dass Schiller den Menschen im ästhetischen Zustand als ein völlig Unbestimmtes erkennt, betont er die ästhetische Wirkungskraft jenseits des Intentionalen zur Wiederherstellung humaner Entscheidungsfreiheit. Damit gewinnt die Selbsttätigkeit der Vernunft ihr freies Feld. Diese Gestimmtheit nannte Sigmund Freud später Sublimierungsfähigkeit, schon Karl Marx hatte ihre Kraft erkannt: „Zwei Wege sind gangbar zur Vorbereitung grundlegender Veränderungen. Der eine Weg ist die Analyse der konkreten historischen Situation. Der andere Weg ist die visionäre Formung tiefster persönlicher Erfahrung.“ Diesen anderen Weg geht das Museum, ist das Museum doch der letzte Ort an dem Menschen erfahren können, dass es nicht nur werbendes und zerstreuendes, sondern auch sensibles, bildendes, zusammenfassendes Sehen gibt. Dieses hat Jürgen Habermas für eine Gesellschaft, die sich sinnvoll erfüllen will, gefordert, als er vom notwendigen Bekenntnis zur ganzheitlichen, zur kulturellen Vernunft sprach. Kulturelle Vernunft ist nicht die Vernunft des Homo faber, sondern des Homo sapiens, sie ist kognitiv und intensiv, historisch und antizipatorisch. Diese Vernunft leitet das Museum. Besucher vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2002 in den Museen der Stadt Wien Historisches Museum der Stadt Wien A-1040 Wien, Karlsplatz Schausammlung und Sonderausstellungen................................................................................................................................................66.897 Hermesvilla A-1130 Wien, Lainzer Tiergarten..............................................................................................................................................................35.183 Uhrenmuseum A-1010 Wien, Schulhof 2...........................................................................................................................................................................23.598 Otto-Wagner-Pavillon-Karlsplatz A-1010 Wien, Karlsplatz..............................................................................................................................................................................1.618 Modemuseum Hetzdendorf A-1120 Wien, Hetzendorfer Straße 79.............................................................................................................................................................371 Musikergedenkstätten Adalbert Stifter-Gedenkräume in der Schubert-Gedenkstätte„Geburtshaus“..................................................................359 Beethoven-Gedenkstätte„Eroicahaus“ A-1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92........................................................1.433 Beethoven-Gedenkstätte„Heiligenstädter-Testament“ A-1190 Wien, Probusgasse 6.................................................9.906 Beethoven-Gedenkstätte„Pasqualatihaus“ A-1010 Wien, Mölker Bastei 8................................................................10.470 Haydn-Gedenkstätte mit Brahms-Gedenkraum A-1060 Wien, Haydngasse 19.............................................................4.280 Mozart-Gedenkstätte„Figarohaus“ A-1010 Wien, Domgasse 5..................................................................................65.349 Schubert-Gedenkstätte„Geburtshaus“ A-1090 Wien, Nußdorfer Straße 54..................................................................9.592 Schubert-Gedenkstätte„Sterbewohnung“ A-1040 Wien, Kettenbrückengasse 6.........................................................1.614 Johann-Strauß-Gedenkstätte A-1020 Wien, Praterstraße 54.........................................................................................5.137.................108.140 Übertrag:....................................................................................................................................................................................................235.807 Übertrag:...................................................................................................................................................................................................235.807 Sonstige Außenstellen der Museen der Stadt Wien Neidhart-Fresken A-1010 Wien, Tuchlauben 19............................................................................................................2.327 Otto-Wagner-Hofpavillon Hietzing A-1130 Wien, Schönbrunner Schlossstrasse.............................................................926 Pratermuseum A-1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1..................................................................................................3.531 Römische Baureste Am Hof A-1010 Wien, Wien, Am Hof............................................................................................. 139 Römische Ruinen unter dem Hohen Markt A-1010 Wien, Hoher Markt 3.................................................................14.270 Virgilkapelle A-1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station) .........................................................................................1.783................22.976 Gesamtsumme:.......................................................................................................................................................................................258.783* * Abweichend von den Vorjahren werden ab 2002 virtuelle Besucher der Homepage sowie Besucher von Ausstellungen des Historischen Museums, die nicht in den Museen der Stadt Wien veranstaltet wurden, nicht mehr berücksichtigt. Außerdem wurde die kombinatorische Erfassung von Besuchern der Schausammlungen und Sonderausstellungen verändert. Nach der bisherigen Zählweise waren es im Jahr 2002 645.083 Besucher, darunter 257.063 virtuelle Besucher und 129.237 Besucher externer Ausstellungen. JÜDISCHES MUSEUM WIEN Zehn Ausstellungen, rund 70.000 Besucherinnen und Besucher, über siebzig Veranstaltungen, Publikumserfolge bei der„Langen Nacht der Musik“ und der„Langen Nacht der Museen“, erfolgreiche Auslandsausstellungen und die Jüdischen Kulturwochen sind die wichtigsten Aspekte des neunten Ausstellungsjahres, das das Jüdische Museum der Stadt Wien 2002 im Palais Eskeles absolvierte. Das Palais Eskeles wird durchschnittlich von knapp 5.000 Besuchern pro Monat besucht, in Spitzenmonaten während der touristischen Hauptsaison von bis zu 7.500 BesucherInnen. Besonders erfreulich ist der starke Zuspruch aus dem touristischen Bereich, der sich auch darin äußert, dass in den Sommermonaten rund 1.000 BesucherInnen vom Angebot des Kombi-Tickets für Museum Judenplatz, Palais Eskeles sowie den Besuch der Synagoge Gebrauch machten. Der Besuch der Synagoge gehört auch mittlerweile zum fixen Bestandteil der Vermittlungsangebote für Schulen, auf die noch weiter unten einzugehen sein wird. Insgesamt zeigt sich aber, dass die Organisation des Synagogenbesuchs im Rahmen eines Kombiangebots rund um das Jüdische Museum sehr gut von den Touristen angenommen wird. Dies gilt auch für den Judenplatz, der neben den Schulklassen fast ausschließlich vom touristischen Publikum wahrgenommen wird. Die rückläufigen Besucherzahlen beim inländischen Publikum sind letztlich darauf zurückzuführen, dass in den letzten beiden Jahren die interessierten Wienerinnen und Wiener bereits von der Besichtigungsmöglichkeit der Ausgrabung der mittelalterlichen Synagoge Gebrauch machten und, da keine Wechselausstellungen angeboten werden, ein mehrfacher Besuch – außer von Bildungsinstitutionen – kaum zu erwarten ist. Besonders erfreulich ist, dass die Ausstellungen, die schwierig zu vermittelnde Themen wie„jüdische Religion“(„Prinzessin Schabbat“) oder historische Themen aus dem Umfeld„Judenverfolgung“(„Eine Nacht und ein Tag“) aufarbeiten, von den LehrerInnen und den jungen BesucherInnen mit großem Interesse wahrgenommen werden. Die Ausstellung„Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht“ war erstmals in der Geschichte dieses Museums als Doppelausstellung organisiert, da gleichzeitig mit der Wiener Präsentation eine kleine Ausstellung im Leo Baeck-Institut in New York gezeigt wurde. Die Schau, die sich mit der Arbeit des Gedenkdienstes auseinander setzte, wurde während der Sommermonate auch von den ausländischen Besuchern mit größtem Interesse wahrgenommen. Erfreulich war auch das positive Publikumsecho auf die Architekturausstellung über Ernst Epstein, die in fast schon bewährter Tradition während der Sommermonate im zweiten Stock des Museums gezeigt wurde. Mit der Werkschau„About the Dignity of Man“, die einen Querschnitt aus dem Schaffen des Malers und Bildhauers Ernst Eisenmayer präsentierte, rief das Museum wieder einen durch die Vertreibung in Österreich weitgehend in Vergessenheit geratenen Künstler in Erinnerung. Der Installationskünstler Oz Almog gestaltete wieder eine Installation, die sich diesmal nicht mit Bildern aus der eigenen Werkstatt, sondern mit den sowjetischen Soldaten jüdischer Herkunft unter dem Titel„Dem Morgenrot entgegen – Helden der Sowjetunion“ auseinander setzte. Als Übernahme aus dem Jüdischen Museum Franken in Fürth wurde eine kleine Installation über die „Welt der Jüdischen Postkarten“ während der Sommermonate im Auditorium präsentiert. Und als Abschluss der großen Ausstellungen gelang es, Kostbarkeiten aus der Handschriftensammlung Stefan Zweig und Martin Bodmer nach einer Erstpräsentation im Museum Carolino Augusteum in Salzburg auch in Wien zu zeigen. Ergänzt wurde die Wiener Präsentation durch Pretiosen aus der Hebraica-Sammlung der Bibliotheca Bodmeriana. Diese Handschriften werden so schnell außerhalb der Schweiz nicht mehr zu sehen sein, da im Jahr 2003 die Schätze aus dem Privatbesitz Martin Bodmers ein eigenes Museum bekommen werden. Als besonders großer Erfolg erwies sich die Teilnahme an der vom ORF organisierten„Langen Nacht der Musik“ und der„Langen Nacht der Museen“. Speziell bei der„Langen Nacht der Musik“ wurde das Haus regelrecht gestürmt und fast 3.500 BesucherInnen wurden an dem einen Abend gezählt. Bei der „Langen Nacht der Museen“ machten ebenfalls fast 2.000 Besucher Gebrauch von der Gelegenheit, das Museum einmal komplett zu besichtigen. Zentraler Punkt der Kulturwochen, die vom Jüdischen Museum jedes Jahr im November in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung und der Israelitischen Kultusgemeinde organisiert werden, war die Ausstellung„Eine Nacht und ein Tag“, die sich mit den Ereignissen rund um den Novemberpogrom in Wien auseinander setzte. Rund um diese Ausstellung fanden auch wieder die Jüdischen Theatertage und einige interessante und sehr gut besuchte Konzerte und Lesungen statt. Unter den Veranstaltungen auch besonders beeindruckend, war die Signierstunde von Frederic Morton im Bookshop Singer, wo Morton sein Buch„Ewigkeitsgasse“ im Rahmen der Aktion„Eine Stadt – ein Buch“ mehr als eine Stunde lang signierte. Kommunikation& Vermittlung – eine Erfolgsbilanz Im Jahr 2002 wurden insgesamt 26.813 BesucherInnen durch das Vermittlungsteam des Jüdischen Museums betreut. An allen drei Standorten Museum Dorotheergasse, Museum Judenplatz und Stadttempel werden große und kleine MuseumsbesucherInnen intensiv betreut, denn jeder Besuchergruppe kann im Hinblick auf Interessen, Altersgruppe und Sprache ein speziell ausgearbeitetes Vermittlungsprogramm geboten werden. Das Haupthaus in der Dorotheergasse haben 539 Gruppen besucht, davon waren 496 Schulklassen und Studentengruppen, 43 Gruppen mit erwachsenen TeilnehmerInnen(Seniorenrunden, Kulturvereine, Touristen,...) und 23 englischsprachige Gruppen. Von 61.208 BesucherInnen im Museum Dorotheergasse wurden 10.780(das entspricht 17,6% der Gesamtbesucherzahl) im Rahmen unserer Vermittlungsprogramme betreut. Im Museum Judenplatz konnten wir 270 Gruppen begrüßen, davon 228 Schulklassen und Studentengruppen, 42 Gruppen mit erwachsenen TeilnehmerInnen(Seniorenrunden, Kulturvereine, Touristen,...) und 35 englischsprachige Gruppen. Von 17.089 BesucherInnen im Museum Judenplatz haben 5.400(das entspricht 31,6% der Gesamtbesucherzahl) Vermittlungsangebote in Anspruch genommen. Wiens älteste erhaltene Synagoge, Seitenstettengasse 4, haben insgesamt 10.633 Personen besucht. 2.613 BesucherInnen haben die zwischen Montag und Donnerstag regelmäßig stattfindenden Termine genutzt, um das Zentrum aktuellen jüdischen Lebens in Wien kennen zu lernen. Dabei war wie im letzten Jahr deutlich zu sehen, dass sich die Einführung der Kombikarte sehr bewährt hat, denn 50% der BesucherInnen im Stadttempel kaufen an den beiden Museumskassen ein Ticket, mit dem sie drei Standorte besuchen können. Besonders freuen wir uns über die 8.020 SchülerInnen und StudentInnen, die wir im vergangenen Jahr im Stadttempel betreuen durften. Das Interesse an Führungen in der Seitenstettengasse ist nach wie vor sehr hoch, wobei auch vermehrt Schulen aus den Bundesländern dieses Programm in ihre „Wienwochen“ einbauen. Etwa die Hälfte der Schulklassen kombiniert den Besuch in der Synagoge mit einem Vermittlungsangebot in den beiden Museen. Von den 10 Wechselausstellungen im Jahr 2002 waren folgende für Schulklassen besonders interessant: Displaced. Paul Celan in Wien 1947/48 14. November 2001 bis 24. Februar 2002 22 Schulklassen, ausschließlich SchülerInnen der Oberstufe, nur Schulklassen aus Wien Prinzessin Schabbat 15. Februar bis 26. März 2002 65 Schulklassen, von der Volksschule bis zur Maturaklasse, Wiener Schulen und Schulen aus dem Wiener Umland Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York 5. Juni bis 13. Oktober 2002 34 Schulklassen, Projekttage„Gedenkdienst“ eine nacht und ein tag. Eine Ausstellung zum 9./10. November 1938 in Wien 10. bis 28. November 2002/ verlängert bis 26. Jänner 2003 45 Schulklassen, Wiener Schulen, Wiener Umland und Klassen aus den Bundesländern Zeitzeugenprogramme Wir freuen uns, dass die Zeitzeugin Dagmar Ostermann im Museum Dorotheergasse zu Gast war. 150 SchülerInnen aus Graz, Bruck/Mur, Linz und Amstetten hatten die Gelegenheit, an Frau Ostermanns beeindruckender„Überlebens-Geschichte“ teilzuhaben. Einmal im Monat heißt es„ Museum unter der Lupe“, eine Veranstaltungsreihe, bei der die KuratorInnen des Jüdischen Museums die vielfältigen Aspekte speziell ausgewählter Objekte zeigen, die BesucherInnen während des normalen Museumsbetriebs nicht zu Gesicht bekommen. 130 BesucherInnen konnten Gegenstände berühren, sie genau betrachten und sogar an ihnen riechen. Damit wird der Museumsbesuch zu einem Erlebnis, das sämtliche Sinne des Menschen anspricht. Intensive Zusammenarbeit mit dem Ferienspiel und wienXtra Für die ganz jungen MuseumsbesucherInnen, ihre Eltern und Großeltern findet einmal im Monat ein familientag statt, der in Kooperation mit wienXtra organisiert wird. Wir feiern gemeinsam die jüdischen Feiertage oder entdecken mit den Kindern die eine oder andere Wechselausstellung. Einmal im Monat werden SPIEL; SPAß und SPANNUNG in der Dorotheergasse ganz groß geschrieben. Im Jahr 2002 konnten sich 364 Kinder mit ihren Eltern davon überzeugen. Die Hits im vergangenen Jahr waren das Pesachfest mit 73 BesucherInnen, knapp gefolgt von Purim (62 BesucherInnen) und einem„Objekttheater“(44 BesucherInnen), das zum jüdischen Neujahr im Herbst alle Feiertage in Form eines Theaterstücks für Kinder vorgestellt hat. Im Mai(51 BesucherInnen) konnte man erleben, dass man auch beim Nichtstun(im Rahmen der Ausstellung Prinzessin Schabbat) viel tun kann und es im Museum viel Spannendes zu entdecken gibt – für alle von 0 bis 99! Internet wird immer wichtiger Fast 3 Millionen Zugriffe auf die Seiten der Homepage des Museums Das Team Kommunikation und Vermittlung nutzt bereits seit geraumer Zeit das Internet für die intensive Informationsvermittlung und die Kommunikation mit den LehrerInnen. So werden Teile der Arbeitsmaterialien und allgemeine Schwerpunktinformationen(Jüdische Geschichte, Jüdische Religion etc.) auf die einzelnen Alters- und Zielgruppen abgestimmt auf der Homepage www.jmw.at angeboten. Auch im Rahmen der Ausstellung„Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York” kam das Internet intensiv zum Einsatz, da durch die Vernetzung der beiden Ausstellungen in Wien und in New York(Leo Baeck-Institut) ein intensiver Kommunikationsfluss über das Internet erfolgte. Dies erklärt auch die überproportional starken Zugriffe auf die Homepage des Museums aus den USA, die 2003 zweifellos zurückgehen werden. Hier einige ausgewählte Daten: Statistik- Zeitspanne 01.01.2002 00.00.00 – 31.12.2002 Hits Anzahl der erfolgreichen Hits auf die gesamte Site Mittlere Anzahl an Hits pro Tag Anzahl der Hits auf Homepage Seitenimpressionen Anzahl der Seitenimpressionen Mittlere Anzahl an Seitenimpressionen pro Tag Anzahl der Dokumentanzeigen Sitzungen Anzahl der Anwendersitzungen Mittlere Anzahl an Anwendersitzungen pro Tag Mittlere Länge einer Anwendersitzung Mittlere Besuchslänge Internationale Anwendersitzungen Anwendersitzungen mit unbekanntem Herkunftsland Anwendersitzungen aus Österreich 2,961,073 8,112 43,786 241,657 662 241,131 101,484 278 00:10:55 00:02:32 47.49% 34.39% 18.1% Übersicht über tägliche Aktivitäten Zeitspanne Hits Seitenimpres sionen Jan 270,434 20,333 Feb 257,999 19,901 Mär 282,727 20,549 Apr 285,570 19,958 Mai 247,920 16,960 Jun 283,868 19,956 Jul 254,627 18,807 Aug 110,487 16,745 Sep 138,777 17,740 Okt 276,548 21,341 Nov 307,186 27,324 Dez 244,930 22,043 Gesamt 2,961,073 241,657 Kbytes übertragen 1,284,890 K 1,223,486 K 1,156,269 K 1,228,236 K 1,098,313 K 1,229,859 K 1,117,467 K 655,174 K 766,330 K 1,269,412 K 1,552,666 K 1,202,327 K 13,784,429 K Sitzungen 9,343 9,586 9,945 10,552 7,092 7,074 7,334 7,157 8,180 9,046 9,370 6,805 101,484 Seiten 1 Jüdisches Museum Wien- Jewish Museum Vienna http://www.jmw.at/ 2 Herzlich willkommen! http://www.jmw.at/de/ 3 Welcome! http://www.jmw.at/en/ 4 Jewish Religion http://www.jmw.at/en/jewish_religion.html 5 InfoDesk http://www.jmw.at/de/infodesk.html 6 Bibliothek http://www.jmw.at/de/bibliothek.html 7 Museum http://www.jmw.at/de/museum.html 8 Judenplatz http://www.jmw.at/de/judenplatz.html 9 Ausstellungen 2002 http://www.jmw.at/de/ausstellungen_2002.html 10 Archiv http://www.jmw.at/de/archiv.html % von Gesamt 24.46% 4.43% 3.63% 2.59% 2.4% 2.2% 1.8% 1.78% 1.39% 1.26% Anzahl der Besuche 1 Besuch 2 Besuche 3 Besuche 4 Besuche 5 Besuche 6 Besuche 7 Besuche 8 Besuche 9 Besuche 10 oder mehr Besuche % von allen eindeutigen Besuchern 86.79% 6.5% 1.89% 1.06% 0.57% 0.36% 0.29% 0.18% 0.15% 2.15% Geographische Regionen 1 Nordamerika 2 Region Un-Specified 3 Western Europe 4 Eastern Europe Besuchersitzungen 35,827 34,908 26,438 1,100 Länder 1 USA 2 Österreich 3 Deutschland 4 Schweiz 5 Niederlande 6 Vereinigtes Königreich 7 Italien 8 Kanada 9 Frankreich 10 Israel 11 Australien 12 Japan 13 Ungarn 14 Belgien 15 Polen Organisation 1 Kommerziell 2 Netzwerk 3 Erziehung 4 Organisation 5 Militärische Organisation 6 Regierung 7 Arpanet 8 International Gesamt Sitzungen 35,284 18,375 5,047 784 711 683 505 500 488 475 439 423 277 255 242 % von Gesamt 27.39% 51.08% 19.99% 0.89% 0.11% 0.35% 0.14% 0.02% 100% Das Ausstellungsjahr 2002 Im Nacken das Sternemeer. Ludwig Meidner. Ein deutscher Expressionist. bis 20. Jänner 2002 Kurator: Tobias G. Natter Organisation und Koordination: Petra Springinsfeld Gestaltung: Blaich+ Delugan Unter dem Titel„Im Nacken das Sternemeer“ präsentierte das Jüdische Museum einen selektiven Querschnitt aus dem Schaffen von Ludwig Meidner. Der Maler und Grafiker Meidner(1884–1966) zählt zu den bedeutenden Vertretern des deutschen Expressionismus. In Österreich ist der Zeitgenosse Kokoschkas und Oppenheimers kaum bekannt. Hierzulande war es den Nationalsozialisten vorbehalten, Meidner im Rahmen der Gräuel- und Propagandaausstellung „Entartete Kunst" prominent zu präsentieren. Das"Selbstbildnis"(um 1912) war auch Teil der Ausstellung. Im Mittelpunkt der Retrospektive standen neben wichtigen Ölbildern aus seiner expressionistischen Phase zahlreiche grafische Arbeiten, u.a. Städteansichten und Innenansichten aus der Berliner Metropolis. Displaced. Paul Celan in Wien 1947/48 bis 24. Februar 2002 Kuratoren: Peter Goßens, Marcus G. Patka Architekt: Dimitris Manikas Auf der Flucht vor Pogromen gelangte Paul Celan im Dezember 1947 als„displaced person“ von Bukarest kommend nach Wien, wo er bis Juli 1948 blieb. In diesen Monaten fand er Anschluss an die Avantgarde-Galerie Agathon um Ludwig Rochowanski und die Zeitschrift„Plan“ von Otto Basil, wo er einige Gedichte veröffentlichte. Hier lernte Paul Celan zahlreiche Persönlichkeiten wie Ingeborg Bachmann oder Milo Dor kennen, die seinen weiteren Lebensweg prägen sollten. Celans Verhältnis zum Wiener Surrealismus wurde in der Ausstellung ebenso beleuchtet wie ein Zeit- und Sittenbild dieser Periode österreichischer Geschichte nachgezeichnet wurde: die Problematik des Kulturbetriebes unter dem Viermächtestatus, die Armut und der beginnende Wiederaufbau, die Situation der Juden in Wien angesichts eines neuen Antisemitismus auf der einen und der Gründung Israels auf der anderen Seite. Projekt – Mahnmal Riga Eine Dokumentation über das Projekt im Simon Wiesenthal-Gedenkraum des Museums Judenplatz bis 5. März 2002(Museum Judenplatz) Kurator: Gerhard Milchram Gestaltung: Christian Smeretschnic Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Baltikum im Jahre 1941 wurden in Riga ein Ghetto und in der Umgebung verschiedene Arbeitslager eingerichtet. Von den im Zeitraum Dezember 1941 bis Februar 1942 rund 4.000 österreichischen Juden- Männer, Frauen und Kinder-, die nach Riga deportiert wurden, kamen die meisten in das Ghetto oder mussten im Lager Salaspils Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen wurden im nahe gelegenen Bikernieki-Wald erschossen. Von den insgesamt 20.000 aus dem Deutschen Reich nach Riga deportierten Juden überlebten nur 800 Personen die Selektionen, das Ghetto und die verschiedenen Konzentrationslager, unter ihnen rund 100 Österreicher. Prinzessin Schabbat 15. Februar 2002 bis 26. Mai 2002 Kuratorin: Felicitas Heimann-Jelinek Architekt: Martin Kohlbauer Grafik: Maria-Anna Friedl Schabbat ist der in der breiten Öffentlichkeit wohl bekannteste Feiertag des Judentums: Der Schabbat ist der wöchentliche Festtag, an dem der Mensch in Analogie zum Ruhetag Gottes nach dem Schöpfungsakt keinerlei Arbeit verrichten soll. Das Jüdische Museum widmete nach Ausstellungen zu Pesach, Chanukka, Sukkot und Rosch ha-Schana dem Schabbat eine umfassende Präsentation, in deren Mittelpunkt sechs Ritualgegenstände von herausragender künstlerischer und historischer Bedeutung standen: Sechs Bsamim-Türme, die ursprünglich in Schwäbisch Gmünd in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hergestellt wurden und von denen es weltweit nur acht Stück gibt. Die ausgestellten stammten aus Sammlungen von höchstem Rang(Gross Family Collection, Tel Aviv; Mainfränkisches Museum Würzburg; The Jewish Museum London; Museé National du Moyen Age, Paris; Jüdisches Museum Frankfurt; Det Mosaiske Troessamfund Kopenhagen). Neben den Bsamim-Türmen waren natürlich auch all jene Ritualgegenstände zu sehen, die zu Schabbat, insbesondere zum Kiddusch und zur Hawdala, verwendet werden. Sie stammten aus dem eigenen Bestand des Museums, darunter ein großer Teil aus der Sammlung des alten Jüdischen Museums in Wien. Heinrich Heine hat dem Schabbat mit seinem Gedicht„Prinzessin Sabbath“ ein unvergleichliches Denkmal in der deutschsprachigen Literatur gesetzt. Diese Dichtung bildete den Rahmen der Ausstellung, in der man Liturgisches zum Schabbat zu hören, Kultisches zu sehen und Erklärendes zu lesen fand. Die Ausstellung war als Rundgang durch den Wochenzyklus angelegt, um das„ewig Zyklische“ anzudeuten, dem die Woche mit ihrem immer wiederkehrenden Schabbat folgt. Sie begann mit der Schöpfung, also den sechs Tagen des Werkens, um dann den Schabbat, den Tag der Betrachtung dieses Werkens, also der Ruhe, genauer zu beleuchten. „About the Dignity of Man“ Ernst Eisenmayer. Leben und Werk 12. März 2002 bis 16. Juni 2002 Kuratorin: Gabriele Kohlbauer-Fritz Architekten: Ganahl-Ifsitz-Larch ZT KEG Grafik: Renate Stockreiter Der Maler und Bildhauer Ernst Eisenmayer stand in den sechziger Jahren im Brennpunkt der Londoner Kunstszene. In Österreich hatte er erst 1967 eine große Ausstellung in der Wiener Secession. 1920 in Wien geboren, wurde Ernst Eisenmayer 1938 nach Dachau deportiert. Kurz vor Kriegsausbruch gelang ihm die Flucht nach England. Dort lernte er Oskar Kokoschka kennen, der seinen künstlerischen Werdegang förderte. Das Werk Ernst Eisenmayers steht in der Tradition der klassischen Moderne. Seine frühen Bilder sind geprägt vom Leben im Exil: Industrielandschaften aus dem London der vierziger und fünfziger Jahre, Straßenszenen, die Londoner Vorstädte sowie zahlreiche Porträts und Selbstporträts. Der Mensch und sein Schicksal stehen bei Ernst Eisenmayer im Mittelpunkt. Seine Bilder und Skulpturen sind bewusste Auseinandersetzung mit Themen wie Gewalt, Unterdrückung und Machtmissbrauch. Die Ausstellung im Jüdischen Museum zeigte eine breite Auswahl an Skulpturen, Ölbildern und Zeichnungen aus dem sehr vielschichtigen Werk des Künstlers. "Dem Morgenrot entgegen" – Helden der Sowjetunion Eine Kunstinstallation von Oz Almog 12. März 2002 bis 16. Juni 2002/ verlängert bis 26. Oktober 2002 Kurator: Oz Almog Architekt: Alexander Kubik Grafik: Brigitte Appl Im 2. Weltkrieg kämpften 1,5 Millionen Juden bei den Streitkräften der Sowjetunion und den Alliierten an der sowjetisch-deutschen Front, in Europa und auf dem afrikanischen Kontinent, zur See und in der Luft. Allein in den Reihen der Roten Armee kämpften 500.000 Juden, 200.000 von ihnen ließen ihr Leben auf dem Schlachtfeld. In den Gefechten gegen die Wehrmacht bewiesen Tausende sowjetische Soldaten jüdischer Herkunft ihren Mut. 160.000 wurden für ihre Taten mit Orden und Medaillen ausgezeichnet. Über 150 von ihnen erfuhren die höchste Auszeichnung – ihnen wurde der Goldene Stern und der Ehrentitel„Held der Sowjetunion“ verliehen, und drei von ihnen – D.A. Dragunski, M.J. Katukow und J.W. Smuschkewitsch – ist diese Ehre gleich zweimal zuteil geworden. In den Kriegsjahren und nach dem Krieg kursierte unter den Antisemiten in der Sowjetunion das Gerücht, die Juden hätten nicht an der Front gekämpft, sondern im Hinterland das Kriegsende abgewartet. Es wurde dafür sogar ein ironischer Begriff geprägt:„Die Taschkenter Front“. Die ca. 150 für diese Ausstellung ausgewählten Kurzbiografien bewiesen das Gegenteil. Der Künstler und Kurator Oz Almog gestaltete aus dem ihm zur Verfügung gestellten, spärlichen Material eine bizarre Installation voll Pathos, untermalt von dramatischer Beleuchtung und für Heldendenkmäler typischem Blumenschmuck. So entstand ein dem Geist der damaligen Zeit entsprechendes visuelles und akustisches Panorama, eine Art“Hall of Fame”. Museum Judenplatz: Ergebnisse des Judaica-Wettbewerbs der Akademie der bildenden Künste 20. März 2002 bis 26. Mai 2002 2001 schrieb das Jüdische Museum einen Wettbewerb für Judaica aus, um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema und der Herstellung von jüdischem Kultgerät in Österreich wiederzubeleben. Dabei gab es folgende Vorgaben für die zu erstellenden Objekte: Es sollten weniger Objekte für den synagogalen, sondern hauptsächlich für den häuslich-familiären Gebrauch entworfen werden- Chanukka-Leuchter, Besamim-Büchsen, Seder-Teller und als einziges Objekt für den synagogalen Gebrauch Tora-Mäntel. Um für die StudentInnen die Möglichkeit zu schaffen, sich intensiv mit den Funktionen, Materialien und der Entwicklungsgeschichte dieser Gegenstände auseinander zu setzen, gab das Jüdische Museum den jungen KünstlerInnen eine intensive Einführung in die Thematik. Die Jury des Wettbewerbs setzte sich aus Mitgliedern des Jüdischen Museums Wien und aus Mitgliedern der Akademie der bildenden Künste zusammen. Insgesamt beteiligten sich 21 StudentInnen, wobei der hohe Frauenanteil(15) auffällt. Die Arbeiten der PreisträgerInnen wurden im Simon Wiesenthal-Raum im Museum Judenplatz präsentiert, wobei der Gesamtsieger des Wettbewerbs, Conny Cossa, auch die Präsentation der anderen Siegerarbeiten gestaltete. Preisträger neben dem Sieger Cossa waren Elanit Leder in der Kategorie Chanukka-Leuchter, Margot Pernerstorfer und Janis Tillinger in der Kategorie Tora-Mantel sowie Judith Mues, Karin Altmann und Klaus Mayr in der Kategorie Besamim-Büchse. Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Wien in Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institute New York, dem Verein Gedenkdienst Wien und dem Österreichischen Nationalfonds Jüdisches Museum Wien, 5. Juni 2002 bis 13. Oktober 2002 Leo Baeck Institute New York, 23. Mai 2002 bis Ende September 2002 Kuratoren: Niko Wahl, Christian Prasser, Werner Hanak Architekt: Christian Prasser Grafik: Thomas Geisler Fotografien: Arno Gisinger Audioinstallation: Bernhard Gál „Vom Großvater vertrieben, vom Enkel erforscht? Zivildienst in New York" war als Dokumentation außergewöhnlicher Begegnungen konzipiert. Sie setzte sich anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins Gedenkdienst mit einer speziellen Facette dieses Projekts auseinander, die in Zusammenarbeit mit der am New Yorker Leo Baeck Institute beheimateten Austrian Heritage Collection abgewickelt wird: dem Zivildienst in New York. Vor zwei Jahren schlug eine kleine Gruppe von jungen Österreichern, die in New York ihren Zivildienst als Gedenkdienst geleistet hatten, dem Jüdischen Museum ein Ausstellungsprojekt vor, damit ihre Arbeit und die ihrer Nachfolger sowohl in Österreich als auch in New York publik gemacht und benützt wird. Es entstand ein Konzept, das in vielerlei Hinsicht bemerkenswert ist, denn zentrales Thema ist die Verständigung zwischen den Generationen angesichts der katastrophalen europäischen Geschichte des letzten Jahrhunderts. Im Rahmen der Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wie die junge Generation der 20- bis 30jährigen Österreicher mit den nach 1938 aus Österreich vertriebenen Juden kommuniziert und ob diese Kommunikation erfolgreich ist. So war die Ausstellung nicht nur ein Projekt über alte bzw. ehemalige jüdische Österreicher, sondern auch über ihre Gesprächspartner, die jungen nichtjüdischen Österreicher. Sie wurde vom Jüdischen Museum Wien in Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institute New York, dem Nationalfonds der Republik Österreich und dem Verein Gedenkdienst organisiert. Nahezu zeitgleich wurde in der Galerie des Leo Baeck-Institutes ein zweiter, kleinerer Ausstellungsteil präsentiert. ERNST EPSTEIN(1881 – 1938). Der Bauleiter des Looshauses als Architekt Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Albertina 30. Juni 2002 bis 29. September 2002/ verlängert bis 20. Oktober 2002 Kuratoren: Sabine Höller-Alber und Markus Kristan Gestaltung: August Sarnitz und Alexander Traugott Ernst Epstein, der heute einer interessierten Fachwelt zumeist nur als Bauleiter des Looshauses am Michaelerplatz ein Begriff ist, errichtete in Wien zwischen 1906 und 1938 rund 100 Bauten, von denen einige in der Nachfolge von Adolf Loos stehen. Zumeist errichtete er noble Wohn- und Geschäftshäuser sowie Villen und Industriebauten. Die beeindruckende Zahl von Bauwerken, die Zusammenarbeit mit Adolf Loos und die sich daraus in Epsteins architektonischem Werk ergebenden Folgewirkungen lenken die Aufmerksamkeit auf Leben und Werk Ernst Epsteins. Die Ausstellung im Jüdischen Museum gab erstmals einen Überblick über das Oeuvre Epsteins, was sich durch den Verlust sämtlicher Unterlagen aus dem Atelier Epsteins sowie den Umstand, dass Epstein selbst nie publiziert hatte, sehr schwierig gestaltete. Die Welt der Jüdischen Postkarten 30. Juni 2002 bis 29. September 2002 Kurator: Bernhard Purin Architekt: Martin Kohlbauer Grafik: Atelier A|H Haller In den Jahren um 1900 erlebte die Bildpostkarte einen rasanten Aufschwung als schnelles Kommunikationsmedium, aber auch als Objekt sammlerischer Begierde. Das Schreiben von Postkarten und ihr Tausch entwickelte sich zu einem weitverbreiteten"Steckenpferd". Neben allgemeinen Motiven, wie Ortsansichten, entstanden auf Grund der großen Nachfrage auch umfangreiche Serien mit speziellen Themen. Dazu zählten auch die Judaica-Postkarten, die sich in erster Linie an jüdische Adressaten wandten. Die Bandbreite der vorgestellten Postkarten- sie wurden von öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und Israel zur Verfügung gestellt- reicht von Synagogenansichten über Darstellungen jüdischer Bräuche und Portraits bedeutender Persönlichkeiten bis hin zu jüdischen Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg und zionistischen Motiven. Die in kleinen"Plastiskopen" vorgestellten Bildpostkarten gewähren nicht nur einen Einblick in einen wenig beleuchteten Bereich der Postkarten-Produktion um die Jahrhundertwende, sondern ermöglichen auch einen faszinierenden, teils realistischen, teils idealisierenden Einblick in eine versunkene Lebenswelt. Die vom Jüdischen Museum in Fürth übernommene Ausstellung wurde geringfügig adaptiert im Jüdischen Museum Wien gezeigt. Musik und Dichtung Kostbarkeiten der Handschriftensammlung Stefan Zweig und Martin Bodmer 23. Oktober 2002 bis 6. Jänner 2003 Kuratoren: Martin Bircher, Elisabeth Macheret-van Daele, Cologny-Genève; Erich Marx, Salzburg; Felicitas Heimann-Jelinek, Wien Projektkoordination: Marcus G. Patka Gestaltung und Grafik: Thomas Geisler mit cp-Architektur Als Abschluss des Ausstellungsjahres präsentierte das Jüdische Museum Wien kostbare Handschriften, die zum Teil aus der Sammlung Stefan Zweigs stammten und heute in der bedeutenden Privatsammlung der Fondation Martin Bodmer in Cologny-Genève aufbewahrt werden. Ehe diese Kostbarkeiten in das neue Museum der Fondation in die Schweiz zurückkehren, hatten Kulturinteressierte nach Salzburg auch in Wien die Gelegenheit, Autographen von über 50 Persönlichkeiten der europäischen Musik- und Geistesgeschichte zu sehen. Für die Wiener Präsentation wurden zusätzlich einige Porträts und herausragende Hebraica hinzugefügt. Unter den hebräischen Handschriften, die zuvor nicht im Salzburger Museum Carolino Augusteum gezeigt wurden, fand sich eine Auswahl außergewöhnlicher Hebraica, die selbst erfahrene Judaisten in Erstaunen versetzen: eine Terrakotta-Schale mit jüdisch-magischer Schutz-Inschrift in AramäischSyrisch, die um das Jahr 500 in Nippur angefertigt wurde, eine Pesach Haggada, die um 1470 von Joel ben Simeon für eine deutschsprachige Gemeinde in Italien geschrieben und reich illustriert wurde, sowie lateinische Handschriften auf Pergament mit Texten von Josephus Flavius aus dem 9. Jahrhundert und äußerst seltene Drucke des aus Cordoba stammenden Schriftgelehrten Moses Maimonides aus dem 16. und 17. Jahrhundert. eine nacht und ein tag. Eine Ausstellung zum 9./10. November 1938 in Wien 10. bis 28. November 2002/ verlängert bis 26. Jänner 2003 Kuratorin: Felicitas Heimann-Jelinek Architekt: Martin Kohlbauer Grafik: Maria-Anna Friedl Am 7. November 1938 beging der 17jährige Herschel Grynspan aus Verzweiflung darüber, dass seine Eltern von der Gestapo aus Deutschland ausgewiesen und an die polnische Grenze gestellt worden waren, ein Attentat auf den Dritten Sekretär an der Deutschen Gesandtschaft in Paris, Ernst vom Rath. Dieser erlag seinen Schusswunden am 9. November, was Hitler wenig später erfuhr. Goebbels nützte den Anlass, um bei einem Treffen der Alten Kämpfer in München am Abend desselben Tages “Sühne” zu fordern. Innerhalb weniger Stunden inszenierte er in Deutschland und Österreich den Novemberpogrom, der unter der Bezeichnung“Reichskristallnacht” in die Geschichte einging. Innerhalb von 24 Stunden wurden allein in Wien 42 Synagogen zerstört, 4.000 Geschäfte jüdischer Inhaber geplündert und gesperrt, tausende Wohnungen beschlagnahmt und 6.547 Juden inhaftiert, von denen 3.700 ins Konzentrationslager Dachau verschickt wurden. Nicht nur politisch, auch stadtgeschichtlich, geistesgeschichtlich und individualgeschichtlich markierten diese 24 Stunden den Anfang vom Ende des jüdischen Wien. Mit der Ausstellung“eine nacht und ein tag” präsentierte das Jüdische Museum das Protokoll dieser 24 Stunden in einer Installation, die auch die zerstörten materiellen Überreste Wiener jüdischen Kulturgutes beinhaltet. Die wichtigsten Auslandsausstellungen des Museums(Auswahl) Die 2001 sehr erfolgreich im Museum präsentierte Ausstellung„Reise an kein Ende der Welt“ mit herausragenden Judaica aus der Sammlung der Gross Family wurde von November 2001 bis Ende Februar 2002 im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main und von Anfang Mai bis Mitte November 2002 in New York im Jewish Seminary Museum gezeigt. Ein weiteres Highlight der Ausstellungen in Amerika war die Präsentation der Schau„Style and Humor – Lucie and Paul Peter Porges“ in New York, wo die Ausstellung beim Publikum ähnlich positive Reaktionen wie in Wien im Jahr 2000 erzielte. Paul Peter Porges machte sich als Karikaturist, der u.a. für den„New Yorker“ arbeitete, einen Namen und seine Frau war eine der wichtigen Modeschöpferinnen der Nachkriegszeit in Amerika. Die Egon Erwin Kisch-Ausstellung wurde auch 2002 zwei Mal im Ausland präsentiert. Nach einer Präsentation in Belgien wurde in Zusammenarbeit mit der Österreich-Bibliothek des Austrian Centers an der Hebrew University Jerusalem(Mount Scopus) und unter tatkräftiger Mithilfe der Österreichischen Botschaft in Tel Aviv von 29. April 2002 bis Ende Jänner 2003 die Egon Erwin KischAusstellung in Jerusalem gezeigt. Zur Eröffnung, die zufällig auf Kischs 117. Geburtstag fiel, sprachen neben Prof. Robert Wistrich auch der österreichische Botschafter Dr. Wolfgang Paul und sein tschechischer Amtskollege Dr. Daniel Kumermann sowie der Ausstellungskurator Dr. Marcus G. Patka. Die Österreichische Botschaft hatte zudem an die 50 Alt-Österreicher in Bussen aus Tel Aviv nach Jerusalem gebracht, für die die Ausstellung zu einer Reise in ihre Vergangenheit wurde. Als Ausstellungsraum diente der Lesesaal der Bloomfield Library, der täglich von tausenden Studenten frequentiert wird. Hologramm-Ausstellung in acht ungarischen Städten Das Jüdische Museum Wien organisierte von Jänner bis Juli 2002 eine Ausstellungstournee des zweiten Satzes der Hologramme, die im Mittelpunkt der ständigen historischen Ausstellung im Palais Eskeles stehen. Die Wanderausstellung„Jüdisches Wien – Eine holographische Annäherung" wurde in acht Städten Ungarns- Budapest, Debrecen, Keszthely, Pécs, Szombathely, Nagykanizsa, Zalaegerszeg und Szeged- in Galerien, Museen, Kulturhäusern bzw. einer Kirche und Synagoge gezeigt. Mehr als 8.000 Personen besuchten die Präsentationen und die ungarische Presse widmete der Ausstellungstournee großes Interesse, was sich in großen Berichten in Népszabadság, in regionalen Tageszeitungen und in Zeitschriften äußerte. Es gab auch mehrere Berichte in Radio und Fernsehen. Die Ausstellungstournee kam durch die Unterstützung der jüdischen Gemeinden Ungarns, unter Mithilfe der Bürgermeister der betroffenen Städte oder deren Stellvertreter als Repräsentanten ihrer Gemeinden, durch die Direktoren bzw. Kuratoren der Institutionen sowie durch die großzügige finanzielle Unterstützung seitens des Österreichischen Kulturforums in Budapest unter dessen Direktorin Frau Dr. Barbara Lee-Störck zustande. Als Rahmenprogramm der Ausstellungen gab es von ungarischer Seite Beiträge über die Technik der Holographie und über die Geschichte der Juden in Österreich. Darüber hinaus gab es zahlreiche organisierte Führungen von Schulklassen. Die ungarischen Institutionen begegneten uns überall mit großer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Nach der Tournee in Budapest wurden die Hologramme auch in St. Peterburg/Florida im HolocaustMuseum gezeigt, und zwar von Anfang Oktober 2002 bis Mitte Mai 2003. FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagament erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. Alle Beträge in EURO LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung LIKUS- Hauptkategorie 15: Intern. Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 16.806.221,97 6.231.122,99 2.506.686,88 1.004.055,42 5.777.359,00 15.247.504,43 19.271.469,22 54.937.858,51 7.032.538,55 11.691.669,45 1.279.092,51 147.593,08 548.287,10 18.245.633,96 160.727.093,07 LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen Archive: Amtsausstattung(Geräte, Möbel) Buchankäufe Buchankäufe für internationalen Tauschverkehr Druck von Publikationen Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse(Buchbinder) Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten) Verfilmungen, Restaurierungen Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten Verpackungs- und Restauriermaterial Transporte Mitgliedsbeiträge Museen: Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Einrichtungen für Historisches Museum, Hermesvilla und andere Außenstellen Betrieb Jüdisches Museum Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter, etc. Stadtarchäologie Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Abgeltung Energiekosten Projektförderungen wissenschaftliche Förderungen Akademie der bildenden Künste Wien Architekturzentrum Wien Arthur Schnitzler-Gesellschaft Club of Vienna Demokratiezentrum Demokratiezentrum Wien Europaforum Wien Evangelische Akademie Wien Fonds der Stadt Wien- Krebsforschung Pro Scientia- Österr. Studienförderungswerk Gedenkdienst Gesellschaft zur Förderung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde Institut Ethik und Wissenschaften im Dialog Institut für die Wissenschaft von Menschen Institut für Geschichte der Juden in Österreich Internationales Institut für den Frieden Intnationales Forschungszentrum Kulturwissenschaft Jewish Welcome Service Karl Popper Institut Ludwig Boltzmann-Institut für Rheumatologie und Balneologie Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft Österr. Akademie der Wissenschaften- Sonderprojekte Österr. Gesellschaft für Zeitgeschichte 15.653,73 26.279,93 726,72 6.878,09 2.428,33 4.942,00 7.020,00 22.448,60 5.495,40 1.468,80 481,52 8.945,88 20.355,72 23.780,59 17.618,00 2.225.499,53 265.429,74 194.789,21 3.544.000,00 1.524.048,95 107.730,96 102.000,00 89.500,00 72.500,00 50.871,00 1.524.500,00 27.615,68 260.000,00 72.650,00 50.000,00 50.000,00 38.000,00 109.009,25 6.200,00 20.000,00 145.000,00 57.000,00 581.400,00 18.000,00 95.000,00 34.000,00 123.470,98 18.168,00 110.000,00 1.163.000,00 154.186,00 20.000,00 Österr. Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum Österr.Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Österreichisch Akademischer Austauschdienst Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Akademie der Wissenschaften Jubiläumsfonds Österreichische Forschungsgemeinschaft Österreichische Liga für Menschenrechte Projektförderungen Projektgruppe"Wörterbuch der Fackel" Stiftung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Triton-Verein für Kultur und Wissenschaft TUW.Was Verein für Geschichte der Stadt Wien Verein zur Förderung des Führungsnachwuchses in Mittel- und Osteuropa Wiener Journal Wiener Kreis Wiener Volksliedwerk WissenschaftzentrumWien Druckkostenbeiträge: Böhlau Verlag Brandstätter Verlag Braumüller Verlag Cultural Research Czernin Verlag ED. Hölzel Gesellschaft Edition Atelier Edition Doppelpunkt Edition Praesens Edition Selene Edition Splitter Edition VaBene Eigenverlag Dialer Eigenverlag Ingeborg Tichy-Luger Facultas Verlag Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Österreich Holzhausen Verlag Löcker Verlag LW-Werbe- und Verlagsgesellschaft m.b.H. Mandelbaum Verlag Manz Verlag Molden Verlag NWV- Neuer Wissenschaftlicher Verlag Oldenbourg Verlag Österreichische Akademie der Wissenschaften Österreichische Entomologische Gesellschaft Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Österreichische Gesellschaft für Unternehmensgeschichte Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte Passagen Verlag Peter Lang Verlag Sonderzahl Verlag Springer Verlag Studien Verlag Südwind- Buchwelt 30.000,00 21.800,00 2.200,00 254.581,00 363.364,17 130.000,00 190.000,00 1.196.554,16 87.000,00 107.370,94 58.000,00 51.000,00 34.000,00 9.180,00 72.680,00 36.400,00 18.000,00 1.053.000,00 8.152,46 450,00 600,00 600,00 4.500,00 1.160,00 700,00 650,00 1.600,00 650,00 1.100,00 600,00 700,00 600,00 2.300,00 700,00 1.400,00 7.045,00 730,00 500,00 1.308,12 1.600,00 1.100,00 800,00 800,00 350,00 290,00 350,00 1.455,00 350,00 300,00 5.334,85 4.467,42 363,37 5.036,04 3.150,00 200,00 Triton Gehrmann-Wallner Verlags KEG Ueberreuter Verlag Universitätszentrum für Friedensforschung Verein für Kulturwissenschaft und Kulturanalyse Verlag für Geschichte und Politik Verlag Lafite- Österreichische MUSIKZEITedition Verlag Österreich Walter Zednicek Verlag Werner Eichbauer Verlag Wieser Verlag Wilhelm Braumüller Verlag Summe LIKUS Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe Altstadtsanierung Denkmäler, Denkmalbrunnen Sonstiges Summe LIKUS Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Aktivitäten in Fußgeherzonen Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Summe LIKUS Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur Druckkostenbeiträge: Album Verlag Arachne Verlag AWV Wien Verlag Böhlau Verlag Dachs Verlag Das Jüdische Echo Deuticke Verlag Dornbach Neuwaldegg Droschl Verlag Edition ch. Edition das Fröhliche Wohnzimmer Edition die Donau hinunter Edition Doppelpunkt Edition Korrespondenzen Edition Praesens Edition Selene Edition Splitter Edition Vabene Erhard Löcker Verlag Ernst Gustav Folio Verlag Gin Beans Club Herbstpresse Hermagoras Verlag Holzhausen Institut für den Donauraum und Mitteleuropa 1.476,73 950,00 300,00 500,00 2.576,73 363,37 500,00 1.000,00 1.150,00 1.090,00 1.100,00 16.806.221,97 5.380.769,93 651.577,61 198.775,45 6.231.122,99 944.483,80 203,08 545.000,00 690.000,00 327.000,00 2.506.686,88 4.500,00 2.000,00 1.500,00 1.400,00 5.000,00 3.600,00 7.600,00 1.100,00 7.500,00 1.100,00 1.700,00 2.900,00 4.980,00 2.000,00 4.200,00 7.400,00 1.500,00 6.600,00 11.000,00 2.970,00 2.100,00 500,00 1.500,00 1.000,00 3.600,00 1.400,00 Internationale Gesellschaft für Literatur Jung und Jung Verlag Literaturkreis Podium Mandelbaum Verlag Milena Verlag Österreichisches Literaturforum Otto Müller Verlag Passagen Verlag Paul Zsolnay Verlag Picus Verlag Promedia Verlag Residenz Verlag Ritter Verlag Sonderzahl Verlag Südwind Buchwelt Theodor Kramer Ges. Triton Verlag Verein Exil Verlag Kitab Verlag Sisyphus Vindobona Verlag Viza Wiener Journal Wieser Verlag Zeitschrift für internationale Literatur Buchankauf Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung Hauptverband des Österr. Buchhandels Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Literatur im März Kunstverein Wien- Tage der polnschen Literatur Literaturkreis Podium Milena Verlag Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N. Club Österreichischer Schriftstellerverband Projektförderungen Schule für Dichtung in Wien Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein eurozine Verein Sisyphus Verein Wespennest Internationale Albert Drach-Gesellschaft Dachs Verlag Summe LIKUS Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher und Zeitschriften 3. Plakate 4. CD-Roms Handschriftensammlung 2.000,00 7.000,00 2.000,00 3.000,00 8.000,00 2.200,00 1.500,00 8.300,00 5.500,00 11.600,00 4.000,00 12.900,00 3.000,00 2.500,00 2.000,00 5.000,00 9.000,00 3.600,00 2.000,00 6.000,00 2.750,00 2.100,00 2.200,00 4.500,00 700,00 72.360,42 31.900,00 25.400,00 20.340,00 6.540,00 51.000,00 254.000,00 29.000,00 3.600,00 4.360,00 7.300,00 6.500,00 6.540,00 73.000,00 87.000,00 27.900,00 23.255,00 32.700,00 2.900,00 10.000,00 23.800,00 660,00 1.004.055,42 53.000,00 83.370,00 10.860,00 6.500,00 176.350,00 Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Ankauf"Strauß-Meyszner" Sonstige Ausgaben Summe LIKUS Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen Aktionsradius Augarten Beitrag für Kongressförderung und-werbung Büro für Kulturvermittlung Forum Arabicum Gruppe Pazifik IG- Kultur Wien Institut für Kulturkonzepte Internationale Kultur- und Kommunikation Internationaler Frauenverband Israelitische Kultusgemeinde Kulturverein Simmering, Schloss Neugebäude Kulturverein Vorgarten Lanolin-Ver.z.Förd.v.Medienkunst Österreichischer Akademischer Austauschdienst Österreichisches College Österreichisches Volksbildungswerk Public Netbase Sommerhochschule der Universität Wien Syntharturalische Kunstvereinigung Verein"Dark Asylum TV" Verein"Ignorama" Verein"II=0" Verein"in the schmood" Verein"Machfeld, internat.Kunst&Kulturverein Verein"nebula8" Verein"Triton" Verein für neue Medien Verein Medienkunstarchiv Wien Verein Merlin Ensemble Wien Verein Miteinander Lernen Verein Projekt Forum 2004 Verein Public Netbase Verein Salto Verein Stadtforum Verein Stadtimpuls Verein Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung Verein Yedermann-Productions Verein Zitherklub Donau-Stadt Verein zur Förderung kultureller Partizipartion Verein zur Förderung künstlerischer und photografischer Projekte Wiener Conzer Verein Wiener Institut für Erwachsenenfragen Wiener Lehrer A-Capella-Chor Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise 179.150,00 43.500,00 11.000,00 5.117.629,00 96.000,00 5.777.359,00 29.000,00 489.000,00 22.000,00 2.000,00 1.000,00 29.070,00 26.190,00 15.000,00 2.000,00 33.000,00 58.000,00 3.500,00 5.000,00 8.800,00 3.000,00 72.600,00 218.000,00 4.800,00 11.900,00 3.000,00 1.200,00 6.000,00 7.000,00 5.000,00 3.000,00 15.000,00 15.000,00 3.000,00 2.500,00 1.500,00 56.500,00 72.000,00 1.000,00 218.000,00 436.000,00 54.500,00 3.900,00 1.400,00 65.400,00 1.000,00 4.000,00 2.900,00 3.200,00 13.086.644,43 88.000,00 8.000,00 49.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik Förderung Wiener Unterhaltungsmusik: Verband der Konzertlokalbesitzer Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: 1.Frauen-Kammerorchester von Österreich Amadeus Knabenchor Wien Arnold Schönberg-Center Austrian Music Office Chorvereinigung Jung Wien Ernst Krenek-Institut Fritz Kreisler Gesellschaft Gesellschaft der Musikfreunde Gustav Mahler-Jugendorchester Komponistenförderung Kulturverein Narrendattl Kulturverein Voice Mania Kunstverein OFF Kunstverein Wien, Musikprojekte Musikalische Jugend Österreichs Österreichisches Volksliedwerk Pfarre Alt Ottakring Planet music media Projektförderungen Schubert Gesellschaft Wien Lichtental Stadtinitiative Wien Verein der Freunde des Wiener Kammerorchesters Verein Ensemble 20. Jahrhundert Verein Ensemble Neue Streicher Verein Gamsfilm Verein Hot Club de Vienne Verein IG Jazz Wien Verein Jazz Fest Wien Verein Klangforum Wien Verein Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Verein MICA Verein Musica Juventutis Verein Orpheus Trust Verein Porgy& Bess Verein Vokalensemble Consort Polyhymnia Verein Wiener Akademie Verein Wiener Jeunesse Orchester Verein Wiener Kammeroper Verein Wiener Vokalensemble Verein Wien-Modern Vienna Art Orchestra Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Meisterkurse Wiener Musikgalerie Wiener Sinfonietta Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Baukosten: Gesellschaft der Musikfreunde Summe LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik 15.247.504,43 146.000,00 36.000,00 2.000,00 802.846,52 9.084,00 4.000,00 72.600,00 9.000,00 545.046,26 181.682,09 36.300,00 7.200,00 14.500,00 73.000,00 69.000,00 378.631,45 14.500,00 36.000,00 295.000,00 497.645,00 14.600,00 7.200,00 58.100,00 18.000,00 6.500,00 21.800,00 36.000,00 109.000,00 345.196,00 422.000,00 36.000,00 94.000,00 18.000,00 73.000,00 87.000,00 8.700,00 87.000,00 47.000,00 25.400,00 6.000,00 654.000,00 58.000,00 1.293.756,10 62.000,00 43.000,00 5.000,00 10.537.560,95 50.800,00 1.816.820,85 19.271.469,22 LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Förderungsbeiträge an Theater: Aktionsradius Augarten Ateliertheater Drachengasse 2 Theater Ensemble Theater European Group Theater Experiment am Liechtenwerd Gegenwartstanz Gesellschaft für Musiktheater Gloria Theater Gruppe 80 IG Freie Theaterarbeit IG Kabelwerk Institut Pitanga Inter Thalia Theater International Theatre Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Jura Soyfer Gesellschaft Kabarett Niedermair Kammeroper Kleine Komödie Komödie am Kai Kunst- und Kulturverein Narrndattl Lederers Theater am Schwedenplatz LINK Kosmos Frauenraum Pygmalion Theater Raimundtheater Schauspielhaus Tanzquartier Wien Theater an der Wien Theater Brett Theater Center Forum Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater in der Josefstadt Theater m.b.H. Theater Spielraum Theater zum Fürchten Theaterverein Wien Tribüne Unit f~Büro für Mode Verein Arbos Verein DV8-Film Verein Ecce Homo Verein Echoraum Verein Freie Bühne Wieden Verein Freunde und Förderer des Rabenhoftheaters Verein ImPuls Tanz Verein Klangtheater Verein L.E.O. Verein Metropol Verein Odeon Verein Wiener Tanzwochen Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit- K2 2.139,00 36.336,00 58.139,00 472.373,42 581.382,67 15.000,00 36.337,00 1.390,00 44.252,00 109.010,00 581.382,67 50.800,00 62.000,00 18.200,00 581.382,67 145.346,00 24.000,00 7.528,58 109.009,25 697.659,21 363.345,67 32.703,00 25.400,00 21.802,00 363.319,00 43.604,00 6.050.668,25 1.162.765,35 2.906.913,37 8.411.225,75 159.880,24 58.139,00 3.415.623,21 196.216,65 6.867.581,49 290.692,00 130.812,00 254.355,42 708.560,13 65.406,00 134.276,54 43.603,70 210.000,00 87.200,00 36.336,00 108.282,00 726.727,67 637.267,88 710,00 3.900,00 582.000,00 690.391,93 707.179,12 109.000,00 Volkstheater Volkstheater in den Bezirken Wiener Interkult Theater Wiener Tourneetheater Baukosten: Albertina Galerie in der Stadtinitiative Gloria Theater Gruppe 80 IG Freie Theaterarbeit Inter Thalia Theater Kabarett Stadnikow Kindertheaterhaus Kulturforum Sandleiten Kulturverein Antiochischer Gemeinde MA 24- Begutachtungskosten Muhabbet- Kulturverein Integration Dialog Neue Oper Wien Original Wiener Stegreifbühne Planet Music Media Projekttheater Rabenhoftheater Schauspielhaus Tanz Theater Performance Tanzquartier Tanztheater Homunculus Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater Heuschreck Theater Spielraum Theater Steppenwolf Theater zum Fürchten Theater/Josefstadt Theatergruppe Trittbrettl Theaterverein Wien Verein Alma Verein aus der Reihe tanzen Verein Chimera Verein Exil Verein zur Förderung des Sozialstaates Österreich Viennale Volkstheater Freie Gruppen 1. Wr. Lesetheater Affiche Aktionstheater Ensemble Almacen de paso Amal Theater amfimixis Amphibientheater Annemarie Papp Tanztheater ARGE Zimbabwe Artact Assitej Atti impuri Bernhard Ensemble Bilderwerfer Cache Cache 5.719.352,05 654.055,51 225.286,00 43.604,00 726.728,34 4.000,00 36.336,67 21.801,85 5.000,00 119.910,00 6.540,00 573.021,00 1.554,00 3.633,00 5.000,00 999,00 72.672,00 31.050,00 21.801,00 10.900,00 142.600,00 363.364,17 14.534,00 323.897,00 15.882,28 29.069,13 21.801,85 10.900,00 72.672,83 643,00 3.383,00 363.364,17 1.373,00 109.009,25 66.000,00 3.500,00 36.000,00 5.000,00 10.000,00 103.725,54 89.791,00 5.628.549,03 10.890,00 21.800,00 101.800,00 7.260,00 7.987,00 2.900,00 27.810,00 7.260,00 2.900,00 101.750,00 14.500,00 14.540,00 40.000,00 72.700,00 2.180,00 Cafe de Chinitas Carambolage Chroma Corpus Confronti Dance Web Dans.Kias Die Menschenbühne Dis.danse Döblinger Kulturgemeinde Dogan und Dogan Dokumenta Drama Wien Ecce homo Echoraum Einmaliges Gastspiel Ensemble 90 Ensemble Parnass Erinnerungstheater Wien Erstes Wr. Gemüseorchester Esther Muschol Evangelisches Bildungswerk Fadenschein Fotogalerie Wien Foxtrott und Moritz Gegenwartstanz Grünschnabel Halle 1030 HS Herzgasse IG Freie Theaterarbeit In Viso Inuit production Jüdisches Theater Austria Kabinett ad Co Kabinetttheater Kinder- und Jugendtheater Wien kis.production Krassnij Angel Company Kreativ am Werk Kroatischer Kulturhort Kulturevent Kulturverein Schikaneder Kunstvereinigung Akunst L.E.O. Lalish Theaterlabor Laroque Dance Company Last Exit t Loulou Omer(Verein New moon) Lusttheater Lux flux Märchenbühne Apfelbaum Maxx Miki Malör Modernes Tanztheater MOKI Musik-Ensemble-Theater Musikwerkstatt Wien Netzzeit Neue Oper Wien Neues Wiener Musiktheater New Media-X-Press nomad-theatre Opernwerkstatt Wien Ortszeit Österreichisches Theater Pete Belcher Kindertheater Pilottanzt 7.500,00 8.500,00 3.500,00 2.000,00 36.337,00 54.600,00 10.900,00 9.380,00 7.260,00 21.800,00 7.359,00 2.900,00 20.000,00 116.277,00 32.700,00 7.200,00 7.270,00 21.800,00 2.180,00 1.450,00 5.080,00 7.260,00 2.200,00 10.900,00 85.400,00 4.300,00 8.000,00 3.500,00 62.357,00 7.260,00 21.000,00 12.000,00 20.000,00 60.700,00 11.000,00 72.680,00 2.180,00 1.090,00 3.500,00 25.000,00 7.260,00 3.600,00 7.260,00 21.800,00 15.000,00 13.080,00 21.800,00 32.700,00 6.540,00 47.530,00 5.000,00 7.200,00 54.600,00 21.800,00 4.000,00 218.019,00 449.908,00 436.038,00 15.000,00 14.500,00 2.544,00 14.500,00 4.360,00 145.345,00 15.000,00 94.480,00 Pink Zebra-Theatre pro arte infirmis Projekttheater Puppentheater Lilarum Puppentheater tabula rasa Salto Sargfabrik Schmetterlinge Second nature Showinisten Sinnpause So ein Theater SOB 31 Sonnenschein ex infra Stadttheater Wien Superamas Szene Bunte Wähne Tanz Theater Performance Tanzatelier Wien Tanztheater Homunculus Tanztheater Wien T-cup Theater"Transformations" Theater am Strom Wien Theater Ceroit Theater des Augenblicks Theater des blauen Daches Theater enigma Theater Foxfire Theater Kinetis Theater ohne Boden Theater ohne Grenzen Theater Taktil Theater Wahlverwandte Theater Wozek Theater zum aufgebundenen Bären Theater.Punkt Theatercombinat Theatergruppe Herzblut Theatergruppe ISKRA Theatermanufaktur Theaterverein Damenbein Theaterverein Kaspar Theaterverein Piranha Theaterwerkstatt Theatro Piccolo Tiko Tiyatobrücke Toxic dreams Trittbrettl Two in one Ur-Theater Variable Kunst Verein"Im Tanz" Verein"issue" Verein Exil Verein Imeka Verein Impulsein Verein konnektiv Verein Kunstgriff Verein motor Verein Multikids Wien Verein Objecttheater Verein perform Verein Romanodrom Verein Theaterprojekt(PIPIFAX) 7.270,00 21.800,00 145.345,00 145.346,00 3.630,00 72.700,00 50.870,00 14.530,00 35.000,00 72.680,00 36.000,00 2.900,00 5.080,00 6.640,00 64.801,85 3.000,00 72.670,00 6.500,00 181.681,09 181.681,09 145.500,00 7.260,00 29.060,00 26.530,00 18.160,00 36.336,00 7.260,00 5.800,00 43.570,00 20.340,00 13.000,00 72.673,00 10.170,00 10.900,00 29.060,00 8.720,00 36.430,00 65.400,00 3.600,00 750,00 21.000,00 10.900,00 5.810,00 5.000,00 2.900,00 14.530,00 3.600,00 9.440,00 39.960,00 21.800,00 7.260,00 42.490,00 1.800,00 65.000,00 2.000,00 6.450,00 36.340,00 2.180,00 7.000,00 15.000,00 33.000,00 25.430,00 12.000,00 25.440,00 6.500,00 7.260,00 Verein zur Zeit Vis Plastica W.ORT W.U.T. Wiener Comedy Wiener Kindertheater Wiener Taschenoper Wiener Vorstadttheater Wienstation WUK Zoon Summe LIKUS Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst Fotogalerie Wien Gesellschaft bildende Künstler Österreichs- Künstlerhaus IG Bildende Kunst Kindermuseum Kunsthalle Wien Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Alte Schmiede Kunstverein Wien- Artothek Museum auf Abruf Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Springerin TANGENTE"Soho in Ottakring" Verein depot Verein für Foto- und Filmdokumentation Verein IG Galerie für zeitgenössische Kunst Wiener Secession Summe LIKUS Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Entuziasm KinobetriebsgesmbH Freiluftkino Filmarchiv Austria Jungfilmerförderung Kinoförderung Metrokino Österreichisches Filmmuseum Projektförderungen Stadtkino St. Balbach Wiener Filmfestwochen- Viennale Filmfonds Wien Summe LIKUS Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren Verein Kulturnetz WUK, Jahressubvention Summe LIKUS Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren 54.937.858,51 18.000,00 363.000,00 25.500,00 727.000,00 4.178.000,00 726.999,99 136.095,63 55.000,00 210.108,99 18.000,00 119.500,00 22.000,00 14.550,00 84.700,00 17.600,00 13.000,00 303.483,94 7.032.538,55 92.000,00 87.200,00 116.000,00 254.883,85 726.728,00 80.000,00 654.056,00 181.476,00 210.751,00 21.800,00 1.271.774,60 7.995.000,00 11.691.669,45 41.060,00 36.330,00 145.344,00 130.810,00 7.500,00 29.000,00 109.010,00 10.900,00 14.500,00 17.400,00 14.500,00 189.000,00 1.090.092,51 1.279.092,51 LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe LIKUS Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration Burgenländisch-kroatisches Zentrum Initiative Minderheiten Interkulturelle Aktivitäten kulturelle Betreuung von Gruppen Kulturverein Österreichische Roma Österr. Ost- und Südosteuropa-Institut UESCO- Arbeitsgemeinschaft Verein Exil Verein Hallamasch Summe LIKUS Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen AICE Intern. Jugendmusikfest Blasmusikfest Bundesländertag Kulturverein Alsergrund Lebendige Weihnacht Musiksommer-Klangbogen und Osterklang Verein Wiener Kulturservice Verein Wiener Stadtfeste Wiener Festwochen Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Summe LIKUS Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 71.500,00 14.595,00 61.498,08 147.593,08 22.000,00 32.734,00 291.680,00 32.793,10 95.000,00 2.180,00 21.000,00 14.600,00 36.300,00 548.287,10 61.770,00 265.537,39 44.723,61 21.800,00 52.418,66 4.961.232,64 1.613.336,00 806.700,00 10.367.115,66 51.000,00 18.245.633,96 FRAUENKULTURBERICHT 2002 Zusammengestellt und kommentiert von Karin Rick “Jede neue Idee ist eine Aggression. Und Aggression ist eine Eigenschaft, die in absolutem Widerspruch steht zum Bild des Weiblichen...“ Meret Oppenheim Künstlerinnen beginnen erst in den letzten Jahrzehnten in der öffentlichen Diskussion eine größere Rolle zu spielen, und, obwohl sich das Wissen um ihre kunstgeschichtliche Bedeutung und ihren künstlerischen Rang inzwischen vertieft hat, stoßen Forschungen zu diesem Thema immer noch auf unerschlossene Gebiete. Das Gleiche gilt für Erhebungen über die gesellschaftliche Realität von kunstschaffenden Frauen, ihre Präsenz auf dem Kunstmarkt und den Stand öffentlicher Förderungen. Der Frauenkulturbericht der Stadt Wien, der heuer zum zweiten Mal erscheint, füllt zumindest in letzterem Feld eine nicht unerhebliche Lücke. Trotz intensiver Nachforschungen konnte im deutschen Sprachraum nämlich kein ähnlicher Bericht ausfindig gemacht werden. Damit leistet die Stadt Wien Pionierarbeit. Zwei wesentliche Ziele werden bei der Erstellung des Berichtes verfolgt: Zahlen, Anteile, Prozente Das erste Ziel ist die quantifizierende Sichtbarmachung von Frauen am gesamtkulturellen Geschehen in Wien, und damit die zahlenmäßige Offenlegung der, mit ihrer Partizipation am kulturellen Leben verbundenen Förderungen. Daher wurden die Fördersummen, soweit dies möglich war, immer auch in ihrem Prozentanteil am Gesamtbudget genannt. Damit ist große Transparenz gegeben. So können Vergleiche zu anderen Jahren angestellt werden. Namen, Projekte, Institutionen Das zweite, qualitative Ziel ist es, die Namen und Projekte der Künstlerinnen in großer Zahl aufzulisten, um der Leugnung und Anonymisierung zu begegnen, die im Laufe der Jahrhunderte in Bezug auf künstlerische Aktivitäten von Frauen gang und gäbe war. Zu dieser Leugnung gehörten allerdings noch ganz andere disziplinierende Maßnahmen, die bei jenen Frauen greifen sollten, welche ihrer„natürlichen“ Aufgabe der Reproduktion nicht genügend Beachtung schenkten und eine künstlerische Existenz anstrebten. Zahllose Theorien sprachen der Frau über die Jahrhunderte ein unmittelbar schöpferisches Verhältnis zur Kunst ab und schlossen sie damit von Ausbildungsmöglichkeiten aus, um im gleichen Atemzug den Begriff des„weiblichen Dilettantismus“ zu schaffen. Denn die Kunst wäre nur„vom Mann für den Mann gemacht“. Der Frau jedoch wäre„jene Kraft versagt, die Talent genannt wird“. Statt dessen wäre die Frau bloß eine„Hohlform, in der„männliche“ Möglichkeiten als Verheißung ruhten.“(Karl Scheffler in seinem Essay„Die Frau und die Kunst, 1908). Der biologistische Gestus dieser Aussagen ist unübersehbar. Wenn es jedoch galt, eine Linie von Frauen, die sich auf der Ebene„hohe Kunst“ behaupten konnten, zu anderen, zeitgenössischen Künstlerinnen zu ziehen(wie dies bei männlichen Künstlern selbstverständlich war), so wurde auf die Biologie gern vergessen. Damit wurde ein historisches Vakuum hergestellt, vor dem sich jede Frau als Individuum und für ihr Geschlecht erneut rechtfertigen musste. Die Erhebungen des Frauenkulturberichtes sind ein wichtiger Schritt aus diesem Vakuum hinaus. GESCHLECHT und /oder QUALITÄT Gerne und schnell wird immer noch das„Qualitäts“-Argument gebraucht, wenn die Frage nach dem Frauenanteil in diesem oder jenem Projekt gestellt wird. Die erste Antwort ist zumeist:„Wir schauen nicht auf das Geschlecht, sondern auf die Qualität“. Wobei das Geschlecht„männlich“„Qualität“ automatisch mitzutransportieren scheint, das Geschlecht „weiblich“ jedoch zuerst einmal ein Zaudern verursacht und dann gegen„Qualität“ ausgespielt wird, sobald Frauen die Forderung nach gleicher Repräsentanz stellen. 2003, fast hundert Jahre nach oben zitierten Platituden über Frauen und Kunst, zu denen auch die Thesen Otto Weiningers, Frauen seien im Denken und Handeln ausschließlich triebbestimmt und zu Produktivität und Kreativität ungeeignet, gehören, gibt es immer noch Institutionen, die sich schwer tun, Frauen als Künstlerinnen in ihren Reihen zu akzeptieren. Die Zahl der von Selbstzweifel Rick, Frauenkulturbericht 2002 1 zerrissenen Künstlerinnen ist enorm hoch, der freie Kunstmarkt akzeptiert maximal 10% bildende Künstlerinnen, und in Österreich, so die Kunsttheoretikerin Sylvia Eiblmayr, gibt es pro Jahrzehnt bloß eine bildende Künstlerin, die auf die internationale Bühne gehypt wird. Dennoch hat gerade die Erstellung dieses Berichtes geholfen, aufzuzeigen, wie viele Frauen in Wien das kulturelle Feld mitbestimmen. Und dort, wo die Stadt selbst Einfluß nehmen kann, wie Besetzung von Beiräten und Gremien, Vergabe von Preisen, Stipendien und anderen Förderinstrumenten begabten Nachwuchses, ist das Geschlechterverhältnis bis auf einige Ausnahmen ausgewogen. Das Gleiche gilt für den Ankauf von Kunstwerken. Schaut man sich die Institutionen und ihre Jahresaktivitäten an, so lässt sich in kurzen Worten sagen: Je mehr Geld bei einem Kunstprojekt mit im Spiel ist, umso geringer wird der Frauenanteil. Eine beeindruckende Ausnahme bildet die Kunsthalle Wien, DER Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst, der vor allem von einem jungen Publikum angenommen wird, und, im Vergleich zu anderen, ähnlichen Institutionen Künstlerinnen in überdurchschnittlich hoher Zahl zeigt. Des weiteren gilt: Je traditioneller die Kunstsparte, desto mehr Männer. Musik ist eine wohlbehütete Männerbastion, die nur leicht durch Frauenmusikfestivals im Avantgardebereich und elektronischer Musik aufgeweicht wird. Die neuen Medien, die derzeit noch gering dotiert sind, weisen den höchsten Frauenanteil auf, weil dieses Experimentierfeld zum Glück noch nicht denselben marktwirtschaftlichen Gesetzen unterworfen ist, wie die Schlachtschiffe der großen Orchester und Festivals. Das Gleiche gilt für Institutionen, die Nachwuchs fördern, auch hier kann der Frauenanteil bis zu 50% gehen, wie am Beispiel des Schauspielhauses deutlich wird. THEATER Frauen in Führungspositionen Im Bereich Theater ist ein sehr hoher Anteil von Frauen in Führungspositionen zu verzeichnen, und dies sowohl bei der künstlerischen, als auch bei der kaufmännischen Leitung der jeweiligen Institution. Wobei an dieser Stelle betont werden muss, dass der Frauenkulturbericht Wert darauf legt, auch die kaufmännische Leitung zu würdigen, und nicht nur die in der Kunstszene so privilegierte künstlerische Leitung. Erstens, weil die kaufmännische Leitung betriebswirtschaftlich gesehen realiter eine Führungsposition ist, und zumeist Männern vorbehalten war, zweitens, weil volkswirtschaftlich und vom Standpunkt der Gleichbehandlung gesehen, die betroffene Frau mehr verdient, als in einer anderen Position. Aus diesen Überlegungen resultiert die folgende Aufstellung über Institutionen und freie Gruppen der Wiener Theaterszene: Das Gesamtbudget des Theaters betrug 2002€ 54,556.997,05 Davon entfielen für feste Häuser, die von Frauen künstlerisch und/oder kaufmännisch geleitet wurden: Person Emmy Werner Sigrid Gareis Ulrike Lintschinger Johanna Tomek Eva Langheiter Johanna Franz Susanne Moser Marianne Aly Helga Illich Ulrike Kaufmann Julia Schafranek Marilyn Close-Wallace Barbara Klein Bereich künst. künst./kfm künst./kfm künst./kfm Kfm Kfm künst./kfm Künst Künst künst./kfm künst./kfm Gül Gürses Anna Thier künst./kfm Künst Institution Volkstheater Tanzquartier Theater m.b.H Drachengasse Schauspielhaus Theater der Jugend Gruppe 80 Serapionstheater English Theatre International Theatre Kosmos Frauenraum Theater des Augenblicks Die Theater Subventionshöhe Baukosten 5.719.352,05 89.791,00 2.906.913,37 290.692,00 323.897,37 472.373,42 1.162.765,35 3.415.623,21 581.382,67 690.391,93 581.382,67 145.346,00 363.364,00 363.364,17 29.069,13 21.801,85 119.910,00 196.216,65 708.560,13 21.801,85 109.009,25 Isabella Gabor Nika Brettschneider Christl Bauer Doris Ringseis Traude Kossatz Nicole Metzger Summe Künst Künst Kfm künst./kfm Künst Künst Kammeroper Theater Brett Ensemble Theater Niedermair Lilarum Theater Spielraum 697.659,21 159.880,24 581.382,67 109.009,25 145.346,00 130.812,00 19.058.452,82 72.672,83 1.151.317,45 € 20,209.770,27 Zusätzlich der Förderung von Frauenprojekten im Bereich Freie Gruppen: Sprechtheater€ 568.772,Kindertheater€ 97.500.Tanztheater€ 600.000.Musiktheater€ 110.000.Summe freie Gruppen€ 1,394.272.Summe feste Häuser und freie Gruppen 21,604.042,27 Das heißt, Frauen mit ihren Projekten und Häusern werden von der Stadt Wien mit einem Anteil von 39,6% am gesamten Theaterbudget gefördert. Gesamttheaterbudget, Frauenanteil Häuser u.Projekte unter männl. Leitung 60,4% Häuser u.Projekte unter weibl. Leitung 39,6% FREIE GRUPPEN im Einzelnen: Tanztheater In diesem Segment sind traditionell viele Frauen im künstlerischen und organisatorischen Bereich tätig. So wird das Tanzquartier Wien, eine weltweit einzigartige Einrichtung, die sich der Tanz- und Bewegungskunst in Theorie und Praxis widmet, mit einer Betriebssubvention von 2,9 Mio Euro von zwei Frauen geführt: Sigrid Gareis hat die künstlerische Intendanz, Ulrike Lintschinger die Geschäftsführung. Derzeit arbeiten im Tanzquartier abgesehen von den Bereichen Technik und Publikumsdienst ausschließlich Frauen, darunter Milli Bitterli, Workshop Kuratorin, Ingrid Reisetbauer, Training, Martina Hochmuth, Theorie und Informationszentrum, Silke Bake, Dramaturgie, Eva Trotzmüller, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Barbara Lindner, Marketing. Angela Glechner, Produktionsleitung. Auch im Künstlerhaustheater, einer wichtigen Spielstätte für die heimische Tanzszene, ist mit Anna Thier eine Frau für diesen Bereich hauptverantwortlich und in dem von Gül Gürses geleiteten Theater des Augenblicks nimmt der Tanz einen wesentlichen Raum ein. Im Kosmos Frauenraum hat Sylvia Both den überaus erfolgreichen Tanz-pool etabliert. Waren es auf der künstlerischen Seite in den 80-er und frühen 90-er Jahren neben Liz King fast ausschließlich Männer, die Companies leiteten, hat sich das Bild seit Mitte der 90-er Jahre gewandelt, sind die wesentlichen neuen Vertreter der Wiener Tanzszene großteils weiblich: Saskia Hölbling, Christine Gaigg, Barbara Kraus, Akemi Takeya, Helene Weinzierl, Aurelia Straub, Rose Breuss, Sabina Holzer, Inge Kaindlsdorfer, Doris Ebner, Milli Bitterli um nur einige zu nennen. Folgende Produktionen wurden u.a. von der Stadt Wien gefördert: Takeya Akemi, Shadow Pieces Saskia Hölbling, other Features Loulan Omer, Khalon Barbara kraus, Wer will kann kommen Aurelia Straub, Drinnen und Draußen Milli Bitterli, Franz tanzt in Wien; Und er ein anderer aus untereinander Liz King, fake space; Hyde& Jekyll Aber auch im immer wichtiger werdenden Theorie- und Vermittlungsbereich arbeiten mit Sabine Sonnenschein(Labor für Performance), Astrid Bayer(„Werkschau“ des Vereins Carambolage als Diskussionsplattform zu Tanz- und Theater), Emma Wolf-Perez(Tanzaffiche), Sylvia Scheidl oder Anita Kaya(Flieger im WUK) überwiegend Frauen. Von den derzeit nicht ganz 1,4 Mio EUR, die derzeit für den Tanz im freien Bereich zur Verfügung stehen, gehen mehr als 600 000 EUR an von Frauen geleitete Gruppierungen, mit steigender Tendenz Tanztheater, Förderungen, Tanztheater, Projekte von Männern 57,1 Tanztheater, Projekte 42,9 Sprechtheater Im Sprechtheaterbereich ist heuer die Relation zwischen männlichen und weiblichen Theaterschaffenden weniger ausgewogen als 2001: Für Projekte von Frauen wurden 568.772 Euro von einem Gesamtbudget von 1,821.202 Euro ausgegeben. Sprechtheater, Förderungen n Sprechtheater, Projekte von Männern 68,8% Sprechtheater, Projekte von Frauen 31,2% Bemerkenswert sind vor allem die inhaltlichen, von der feministischen Perspektive geprägten Ansprüche, wie sie in den künstlerischen Arbeiten von Sigrid Reisenberger„double take: zwei Frauenleben“ oder Marie-Therese Escribano mit„Singelin mit Katze“ und nicht zuletzt an den sehr experimentellen Arbeiten von Miki Malör abzulesen sind. Sabine Mitterecker hat mit„Push up 1, 2, 3,“(34.430 Euro) eine von Medien und Publikum viel beachtete Arbeit abgeliefert. Die junge Regisseurin Dana Czapo, beachtenswerte Newcomerin auf der Szene, hat mit ihren unterschiedlichen Arbeiten(Artaud-Bearbeitung,„Salzwasser“, mit 10.900 Euro gefördert, etc.) ebenso wie die Gruppe Herzblut mit„Lisas Liebe“(3.600 Euro Förderung.) aufmerken lassen und den Focus auf die Qualität weiblichen Theaterschaffens gerichtet. Kindertheater Die Förderung der Projekte von Künstlerinnen beträgt 97.500 Euro aus einem Gesamtbudget von 688.920. Kindertheater, Förderungen, Frauenanteil Kindertheater, Projekte von Frauen 14,1% Kindertheater, Projekte von Männern 85,9% Die Gruppe Foxfire, getragen von Lilly Axter und Corinne Eckenstein, hat ihm Rahmen einer Jahressubvention der Kulturabteilung(3.600 Euro) ihre Vorstellungen zur Thematisierung der Equivalenz von Mann und Frau bereits in der Sozialisation junger Menschen durch ihre verschiedenen Produktionen(„Vom Verhüten und Verfärben“, Cyberflug...“ etc.) Rechnung tragen können. Auch an der sich neu in der Kinderkunst entwickelnden Sparte„Kindertanztheater“ haben Choreographinnen und Tänzerinnen einen beachtlichen Anteil; hier ist vor allem Aurelia Staub zu nennen, die mit ihrer Produktion„Die Prinzessin auf dem Kürbis“(2000 Euro Förderung) weibliches und männliches Rollenverhalten zur Diskussion stellt. Jurybesetzungen Die Jurys sind fast ausschließlich mit Frauen besetzt. Kindertheater: Christa Binder, Evelyn Fuchs, Gudrun Wienerberger, Cornelia Kilga, Margarethe Erber-Groiss, Lisa Tomaschek Jurybesetzung Kindertheater Männer 0,0% Frauen 100,0% Sprechtheater: Friedrun Huemer, Evelyn Itkin, Ditta Rudle, Marianne Vejtisek, Beate Scholz, Sabine Perthold, Barbara Freitag, ElisabethWäger Jurybesetzung Sprechtheater Männer 0,0% Frauen 100,0% Tanztheater: Marcile Dossenbach, Beate Mathois, Maud Paulissen-Kaspar, Edith Wolf-Perez, Peter Egger Jurybesetzung Tanztheater Männer 20,0% Frauen 80,0% Schauspielhaus: Das Schauspielhaus(künstlerische Leitung, Airan Berg und Barrie Kosky, kaufmännische Leitung, Susanne Moser, Gesamtbudget 1,526.129.-) soll hier besonders erwähnt werden, weil es durch seine Philosophie(Interkulturalität, Entwicklung neuer originärer Texte, Artist/ Writer in Residence Programme, speziell für das Haus kuratierte Cross Over Projekte) einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Künstlerinnen aufweisen kann. Artist in residence In jeder Saison wird eine ausländische Künstlerin oder ein Künstler nach Wien eingeladen, um hier vor Ort ein Projekt oder ein Stück mit einheimischen KünstlerInnen und Gästen zu entwickeln. 2002 war dies Gesine Danckwart mit dem Stück„Heißes Wasser für alle“. Das AutorInnen-Labor gibt AutorInnen die Möglichkeit, Texte die entweder noch nicht publiziert oder noch nicht aufgeführt wurden, in einer szenischen Lesung, die von RegisseurInnen und SchauspielerInnen gestaltet wird, zu präsentieren und in nachfolgender Diskussion mit Theaterfachleuten und Publikum auf ihre theatrale Qualität hin zu überprüfen(Stimmigkeit/Ausführung von Dialogen, Szenen, Situationen, Figuren, Story etc.). 2002 lag der Frauenanteil im AutorInnenlabor bei 50%. Vorgestellt wurden die junge deutsche Autorin Almut Tina Schmidt mit ihrem Theaterstück,„Vormittags in der Bar“, und Gabriele Kögl, österreichische Lyrikerin, Schriftstellerin und Drehbuchautorin mit dem Roman,„Das Mensch.“ Schauspielhaus, AutorInnenlabor Autoren 50,0% Autorinnen 50,0% Ferner wurde Macbeth in einer Fassung von Susanne Wolf aufgeführt. Susanne Wolf übernahm die Dramaturgie von insgesamt 6 Stücken. Schauspielhaus, Dramaturgie Männer 14,3% Frauen 85,7% Auch der Anteil der Regisseurinnen ist höher als in vergleichbaren Institutionen. Er beträgt 3 von 5, also 37,5%. Schauspielhaus, Regie Männer 62,5% Beim Bühnenbild beträgt der Frauenanteil 42,9%. Schauspielhaus, Bühnenbild Frauen 37,5% Männer 57,1% Frauen 42,9% Im Bereich Kostüme beträgt der Frauenanteil 40%: Schauspielhaus, Bühnenbild Männer 60,0% Frauen 40,0% Im Gegenzug dazu seien die Wiener Festwochen erwähnt, wo Autorinnen, Regisseurinnen u.a. in nicht sehr hoher Zahl vertreten sind, das Budget aber ein Zehnfaches beträgt. WIENER FESTWOCHEN: Das Direktorium der Wiener Festwochen setzt sich aus einem Intendanten, einem Musikdirektor, einem Geschäftsführer und einer Schauspieldirektorin(Marie Zimmermann) zusammen. Damit ist die künstlerische Leitung zu einem Drittel in weiblicher Hand. Die kaufmännische Leitung zu 100% in männlicher Hand. Die Wiener Festwochen verfügten über ein Budget von 10.367.115.- Euro. Der Frauenanteil bei RegisseurInnen und AutorInnen ist gegenüber dem Vorjahr nur leicht gestiegen, 2001 betrug er 0%, jetzt 11%(Regisseurinnen) respektive 17%(Autorinnen). Dies lag an Marie Zimmermanns Konzept der„Forum Festwochen“, die vorwiegend junge KünstlerInnen aus Europa einluden, womit Frauen stärker zum Zug kamen. Festwochen, Regie: Im Bereich Regie standen 30 Männer 4 Frauen gegenüber. Der Frauenanteil stieg gegenüber dem Vorjahr von 0 auf fast 12 Prozent. Darunter auch die estnische Regisseurin Merle Karusoo mit dem VAT Theater aus Talinn, und dem Stück Save your souls. Für Bühne(Maret Kukkur), Kostüme(Ene-Liis Semper) und Produktion(Märt Meos) dieses Stückes waren ebenfalls Frauen verantwortlich. Ferner Alize Zandwijk, die das Stück Portia Coughlan der irischen Autorin Maria Carr inszenierte. Portia Coughlan wurde 1996 im Abbey Theatre in Dublin uraufgeführt und welchselte bereits ein Monat später in das berühmte AutorInnentheater Royal Court in London. Festwochen, Regie Frauen 11,8% Männer 88,2% Festwochen, musikalische Leitung: Im Bereich Musiktheater konnten11 Dirigenten und 0 Dirigentinnen gezählt werden. Festwochen, DirigentInnen Frauen 0,0% Männer 100,0% Festwochen, Musik: Die Musik der bei den Wiener Festwochen aufgeführten Bühnen- und Orchesterwerke stammen zu 100% aus der Feder männlicher Komponisten. Festwochen, KomponistInnen Frauen 0,0% Männer 100,0% Festwochen, AutorInnen: Unter 35 aufgeführten AutorInnen befinden sich diesmal 6 Frauen(im Vorjahr 2 von 18), ein Drittel mehr also als im Jahr 2001. Festwochen, AutorInnen Frauen 17,1% Männer 82,9% Festwochen, Bühnenbild: Bühnenbild ist ein Bereich, in dem Frauen sichtlich mehr Chancen haben, die Gestaltung zu übernehmen. Ihr Anteil stieg von 20% im Vorjahr auf 31% im Jahr 2002. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, herauszustreichen, dass eine Frau, nämlich Petra Windisch auch diesmal wieder für die Produktionsleitung und Bühnenbild des opulenten Eröffnungsszenarios der Wiener Festwochen verantwortlich zeichnete. Festwochen, Bühnenbild Fraue n 31,0% Männer 69,0% Festwochen, Kostüme: Und in dem Bereich, der dem traditionellen Frauenbild entsprechend vorwiegend mit Frauen besetzt ist, erreichen wir auch erstmalig eine Umkehrung des Geschlechterverhältnisses, mehr Frauen als Männer, und eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr(67%): Festwochen, Kostüme Männer 27,8% Frauen 72,2% MUSIK Musik ist mehr als alle anderen Kunstsparten immer noch eine männerdominierte Hochburg. Jedoch konnten zumindest durch die Förderung des Jeunesse Orchesters und des Gustav Mahler Jugendorchesters zwei Klangkörper unterstützt werden, deren Ensemble zur Hälfte aus Musikerinnen besteht: Orchesterförderung: 1. Frauen Kammerorchester(€ 36.000.-), Jeunesse Orchester(€ 47.000.-55% Frauenanteil) und Gustav Mahler Jugendorchester(€ 182.000.-48% Frauenanteil. Frauen in Führungspositionen: Folgende Orchester und Ensembles werden von Frauen geleitet: Das Frauenkammerorchester(€ 36.000 Prof. Brigitte Ratz), das Jeunesse Orchester(€ 47.000 Dr. Renate Böck), das Franz Lehar Orchester(€ 7200 Prof. Vera Macku). Vereine: Kunstverein Wien(-€ 1.015.296 Prof. Dr. Christine Pelousek(bis zu Ihrem Tod im August 2002)), Österreichisches Volksliedwerk(€ 72.600 Mag. Maria Walcher), Ernst Krenek Institut(€ 72.600- Mag. Petra Preinfalk), Wiener Musik Galerie(€ 43.000 Prof. Ingrid Karl) oder Orpheus Trust (€ 73.000.- Dr. Primavera Gruber). Wettbewerbe: Der Belvedere Gesangswettbewerb(€ 25.400) wird von der Wiener Kammeroper und der Direktorin Isabella Gabor organisiert und findet jährlich statt. Kompositionsaufträge: Die Gesamtfördersumme für Kompositionsaufträge betrug 36 300 EUR. Davon wurden 1960 EURO Für Projekte von Frauen ausgegeben, das sind.5,4%. Elfie Aichinger€ 430 Silvia Sommer€ 1.100 Trotz Monika€ 430 Kompositionsaufträge Kompositionsaufträge an Frauen 5,4% Kompositionsaufträge an Männer 94,6% Förderungspreis der Stadt Wien 2002: Die beiden vergebenen Preise erhielten Frau Ming Wang und Johanna Doderer. Pro Person 4000 EUR. Klangbogen Das Festival-Management Wien konzipierte und veranstaltete auch 2002 wieder die beiden international bedeutenden Musikfestivals OsterKlang Wien& KlangBogen Wien. Der besondere Aspekt, der jedes Jahr berücksichtigt wird ist, herausragende Künstlerinnen für die Festivals zu engagieren bzw. interessante Projekte, die sich mit der„Frau in der Oper“ beschäftigen, auf den Spielplan zu setzen. Beispielhaft seien einige Projekte besonders hervorgehoben: Perséphone von Igor Strawinsky wurde wunderbar eindringlich von Andrea Eckert in Szene gesetzt. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Julia Jones. Star-Geigerin Viktoria Mullova bewies im Ronacher mit ihrem Programm ihre musikalische Vielseitigkeit. Die junge Regisseurin Mascha Pörzgen inszenierte 63: Dream Palace im Semper-Depot. Ein weiteres Erfolgsprojekt im Rahmen des OsterKlangs war„Himmel über Wien“, das musikalischvisuelle Projekt im Wiener Volksgarten, das von vielen Wienerinnen und Wienern besucht wurde. Konzipiert und organisiert wurde die Ton- und Lichtinszenierung von den Künstlerinnen Karin Schorm und Mia Zabelka, die bereits in den Jahren zuvor den„Engelspfad“ durchgeführt haben. Musikfestival Hear I Am im Kosmos Frauenraum: Erwähnenswert ist das Frauenmusikfestival„Hear I am“, das von Manuela Schreibmayr konzipiert und durchgeführt im Kosmos Frauenraum stattfand und internationale Künstlerinnen quer durch die Genres von elektronischer Musik über Jazz, freie Improvisation und Klassik bis zur Pop-Musik präsentierte und damit der Pluralität weiblichen Kunstschaffens eine Bühne bot. Unter anderem traten auf: Electric Indigo, Mia Zabelka, Jay Clayton und Annette Giesriegl, Mieko Shimizu, Ingeborg Freytag, Fanya de Stella, Monika Dörfler, Daniela Pramhaas, Christine Matzy, Miasma, das Collective Trio Sylvie Courvoisier, Susie Ibarra, Joelle Leandre. FILM UND VIDEO: Für die sogenannte„JungfilmerInnenförderung“ standen der Kulturabteilung ca. 243.800 Euro zur Verfügung, die auf insgesamt mehr als 80 Einzelproduktionen aufgeteilt wurden. Erfreulicherweise stammen nahezu die Hälfte der geförderten Film- und Videoprojekte von Künstlerinnen, nämlich 96.090 Euro für 37 Projekte.(Männer 47 Projekte, 147.676 Euro). Film Video, Förderungen, Frauenanteil Film Video, Projekte von Männern 34,9% Film Video, Projekte von Frauen 65,1% Aufgrund des engen Budgetrahmens mussten die einzelnen Fördersummen entsprechend niedrig gehalten werden. Dass es Barbara Gräftner mit ihrem Low-low-Budget-Film„Mein Russland“(mit 2.900 Euro gefördert) trotzdem gelang, national und international Preise einzusammeln, ist umso erfreulicher. Der 2002 begonnene Film von Ruth Mader„Struggle“(5.450 Euro Förderung) hat die besten Aussichten, ebenfalls ein Erfolg zu werden. Das Drehbuchforum Wien, das seit Jahren mit Engagement und großer fachlicher Kompetenz von der Medienwissenschaftlerin Dr. Sabine Perthold geleitet wird, bekommt für die Durchführung von Seminaren und anderen Veranstaltungen eine Jahresförderung von 25.435.- Euro. Filmfonds Wien Kulturell bedeutende sowie wettbewerbsfähige Filmprojekte werden durch den Filmfonds Wien gefördert. Mit finanziellen Zuschüssen, teils erfolgsbedingt rückzahlbar, teils nicht rückzahlbar, werden die Projekte finanziell unterstützt. Ferner will der Fonds dazu beitragen, dem heimischen Film eine höhere nationale wie internationale Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Neben nationalen Produktionen werden internationale Projekte gefördert, die Österreich als kompetenten Koproduktionspartner im europäischen Kontext ins Licht rücken. Gremien und MitarbeiterInnen des Filmfonds Wien Sowohl die Hauptjury als auch die Ersatzjury setzte sich zur Hälfte aus Frauen und zur Hälfte aus Männer zusammen. In der Hauptjury waren Ulrike Dohr, Dr. Andreas Ungerböck, Heidrun Podszus, Dr. Gottfried Schwarz, und in der Ersatzjury saßen Dr. Elisabeth Büttner, Björn Koll, Dr. Sabine Perthold, Jani Thiltges. Jurybesetzung Filmfonds Wien Männer 50,0% Frauen 50,0% Dem Kuratorium gehörten sieben Personen, darunter ab November 2002 zwei Frauen an, d.h. rund 29 % der Mitglieder sind weiblich. Die Kuratoriumsmitglieder waren Dr. Barbara Fränzen(ab November in Nachfolge von Mag. Andreas Gruber), Helmut Grasser, Hans Hurch, Mag. Michael Kreihsl, WolfRüdiger Philipp, Michael Stejskal, Mag. Kathrin Zechner. Bei Filmfonds Wien waren acht Stellen im Jahr 2002 mit folgenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt: Dr. Peter Zawrel(Geschäftsführung), Andrea Christa(stellvertretende Geschäftsführung), Mag. Petra Krassnigg(Verträge), Mag. Silke Schönfelder(Public Relations) und Sibylle Schwarzkogler (Teamassistenz) sowie Mag. Thomas Heskia(Controlling), Margarethe Binder(Controlling) und Alessandro Chia(seit März Controlling). Somit waren rund 63% der Stellen beim Filmfonds Wien mit Frauen besetzt. Vorrang dem Kreativen Ein Schwerpunkt der Förderung liegt auf dem wirtschaftlichen Aspekt. Die Filmprojekte sollen die Wiener bzw. österreichische Filminfrastruktur stärken, deren Vernetzung im Kunst- und Kulturbereich unterstützen und das österreichische Filmschaffen international konkurrenzfähig machen. Ein weiteres entscheidendes Kriterium für eine Förderung durch den Filmfonds ist die Schaffung von Filmen und Programmen, die sich mit sozialen und kulturellen Themen beschäftigen und zur Vielfalt der österreichischen bzw. europäischen Produktionslandschaft beitragen. Auf den verschiedenen Herstellungsstufen eines Films sind Mitarbeiterinnen tätig. Die Autorinnen, Regisseurinnen, Cutterinnen, Masken- und Kostümbildnerinnen arbeiten mit Erfolg auf dem künstlerischen sowie auf dem ökonomischen Gebiet der Filmbranche. „Im Spiegel von Maya Deren“ von Martina Kudlacek,„Blue Moon“ von Andrea Dusl,„Mein Russland“ von Barbara Gräftner und„Vollgas“ von Sabine Derflinger sind einige Beispiele des erfolgreichen österreichischen Films des Jahres 2002. Diese Produktionen zeigen Qualität und Engagement der Autorinnen und Regisseurinnen in der österreichischen Filmlandschaft. „Im Spiegel von Maya Deren“ war bei weltweiten internationalen Filmfestivals insgesamt 25 Mal vertreten.„Blue Moon“ konnte mit seiner Geschichte, einem Roadmovie durch den Osten Europas, das Interesse auf sich ziehen.„Mein Russland“ hat den Max-Ophüls-Preis 2002 in Saarbrücken gewonnen. Bei dem Filmfestival in Saarbrücken wurde auch„Vollgas“ mit dem Förderpreis der Jury ausgezeichnet, der an die Kostümbildnerin Monika Buttinger ging. In Produktion befanden sich 2002 u.a. der neue Film von Jessica Hausner„Hotel“, ein in internationaler Koproduktion mit Deutschland hergestellt Psychothriller. Der neue Film der Allegro Film „Twinni“ wird unter der Regie von Ulrike Schweiger produziert, die auch am Drehbuch der Komödie mitgeschrieben hat. Anteil der Frauen und Männer als AutorIn bei den vom Filmfonds Wien geförderten Projekten 2002 Frauen& Männer 7,2% Frauen 21,4% Männer 71,4% Der Anteil der Projekte, bei denen Autorinnen beteiligt waren, beträgt 28%. Von den insgesamt 70 vom Filmfonds Wien geförderten Filmprojekten waren Frauen bei 15 Projekten als Autorinnen tätig. Bei 5 Projekten arbeiteten Frauen in einem Team, in dem Autorin und Autor gemeinsam an einem Drehbuch arbeiteten. Anteil der Frauen und Männer als RegisseurIn bei vom Filmfonds Wien geförderten Projekten 2002 Frauen 12,9% N.N. 14,3% Männer 71,4% Frauen& Männer 1,4% Bei neun der insgesamt 70 Filme haben Frauen die Regie übernommen. Ein gemischtes Regie-Team gab es bei einem Projekt. Bei zehn Projekten konnte noch kein Regisseur(N.N.) benannt werden, da sich die Filme noch in einer frühen Phase der Projektentwicklung befanden. Die Wiener Filmfestival Viennale mit einem Gesamtbudget inklusive Baukosten von 648.771.- Euro wird von Eva Rotter als Geschäftsführerin geleitet. LITERATUR Verschiedene Projekte von und über Frauen wurden in der Höhe von 106 610 EUR gefördert. Diese enorm hohe Summe ergibt sich aus der Förderung der Veranstaltungsreihe„Literatur im März“ im Museumsquartier, die diesmal dem Thema„Frauen – was nun?“ gewidmet wurde und von Christa Gürtler, Alexandra Millner und Wolfgang Straub kuratiert wurde. Damit stand nach 20 Jahren – damals hatte Literatur im März das Motto„Frauen – Macht und Ohnmacht“- wieder das Thema„Frau“ im Mittelpunkt. Deshalb wurden die Veränderungen in diesen zwei Dekaden für die Situation der Frau ihre konstruierte Identität wie ihr Selbstverständnis – bei vielen Programmpunkten mitreflektiert. Das Eröffnungsreferat von Christina Thürmer–Rohr und die Wiedergabe einer der Diskussionsrunden findet sich an anderer Stelle dieses Frauenkunstberichtes. Alexandra Millner lässt die vier Tage der„Literatur im März“ Revue passieren: „Christina Thürmer-Rohr, eine Symbolfigur der deutschen Frauenbewegung und Frauenforschung, eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag über die jüngsten Entwicklungen der feministischen Kritik, in dem sie – gemäß ihrer berühmten Theorie von der Komplizenschaft der Frauen – mit Kritik an den eigenen Reihen nicht sparte. Ljudmila Ulitzkaja, eine wichtige Stimme der russischen Gegenwartsliteratur, war in letzter Sekunde die Ausreise aus Russland nicht möglich gewesen, doch ließ ihre ironiebegabte Übersetzerin, Ganna Maria Braungardt, ihre Texte für sich bzw. für sie sprechen. Beeindruckend war die Leseperformance von Christine Angot, die aus ihrem Buch„Quitter la ville“ las, einer Reflexion ihres Erfolgsromans„Inzest“, das die Probleme einer skandalisierten Autorin beschreibt. Den vergnüglichen Abschluss des Abends bildete der multimediale kabarettistische Auftritt der österreichischen Künstlerin Mara Mattuschka, die mit einem pataphysischen Vortrag, mit ironischen Chansons und Projektionen, alles, was zum Thema Frau je gesagt wurde, aufs Korn nahm. Der Internationale Frauentag am Freitag wurde mit einer Film- und Videoschau zum Thema „Körperbilder“ eingeleitet, die großen Zuspruch fand. Antje Rávic Strubel las aus ihrem Roman„Unter Schnee“, der lakonisch von den Begegnungen an einem Schiort handelt und um die lesbische Beziehung zweier junger Frauen kreist. Reges Interesse fand auch die Gesprächsrunde zur Bestandsaufnahme der Frauenbewegung, die ein breites Spektrum an Frauengenerationen und möglichen Frauenexistenzen heute versammelte(Moderation: Renata Schmidtkunz):„Bestritten“ wurde das Gespräch von Sonja Eismann, Redakteurin bei„nylon. KunstStoff zu Feminismus und Popkultur“, Ursula Kubes-Hofmann, Frauenforscherin und wissenschaftliche Leiterin des RosaMayreder-College, Ursula Pasterk, feministisch engagierte ehemalige Wiener Kulturstadträtin, Johanna Rachinger, Direktorin der Österreichischen Nationalbibliothek, und Eva Rossmann, Autorin und Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens. Klaus Theweleit, der mit dem Buch „Männerphantasien“ und zuletzt mit dem mehrbändigen Werk zum„Pocahontas-Komplex“ Furore machte, spannte die Situation der Frau heute in einen ausgesprochenen politischen Rahmen, indem er sich an den Veränderungen nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 orientierte. Olga Tokarczuk, eine der populärsten Autorinnen Polens, las aus ihrem jüngsten Roman„TaghausNachthaus“, in dem sie die Geschichten mehrerer Frauengenerationen verwebt. Für den vergnüglichen Ausklang sorgte die von Bettina Hering konzipierte und geleitete szenische Lesung von humorvollen Frauentexten aus der Zwischenkriegszeit. Am Samstag stand das Schicksal von Migrantinnen zur Diskussion: das doppelte Fremdsein in einer fremden Kultur, am Rande einer patriarchalen Gesellschaft. Barbara Frischmuth, die als Orientalistin und Autorin die Begegnung mit der islamischen Welt schon oft reflektiert hat, leitete mit der ägyptischen Expertin für Migrationsfragen, Mary Attia, einen Workshop über die Situation der Frauen in der arabischen Welt. Nach Filmen zum Thema„Die Fremde“ folgte eine Reihe von Lesungen von migrierten Frauen: die österreichische Autorin Sabine Scholl, die sich in dem Roman„Die geheimen Aufzeichnungen Marinas“ mit dem Mythos der Mexikanerin Malinche, der Geliebten des Eroberers Cortez, auseinandersetzte, die türkisch-deutsche Autorin Emine Sevgi Özdamar, die die weibliche türkische Fremdwahrnehmung Deutschlands äußerst humorvoll darstellte, Yoko Tawada, die in Hamburg lebende Autorin aus Japan, die das Thema der„Zwischenwelten“ im Leben von Frauen mit viel Ironie behandelte, Bernadine Evaristo, Shooting Star aus Großbritannien, die die Technik der Slampoetry auf ironische Verse über eine afrikanische Frau im antiken London anwandte. Den Höhepunkt des langen Lesenachmittags, der auch eine Autorinnengesprächsrunde zum Thema (Moderation: Isolde Charim) beinhaltete, war die Lesung der gefeierten und preisgekrönten algerischen Schriftstellerin Assia Djebar, die die alltägliche Gewalterfahrung von Frauen im Islam beklemmend darstellte. Um den BesucherInnen die Möglichkeit zu bieten, außerhalb der Lesungen miteinander und mit den AutorInnen ins Gespräch zu kommen, gab es als musikalischen Abschluss eine DJ-Line, die von Electric Indigo und Cassy, zwei jungen weiblichen DJs, programmiert wurde. Der Sonntag war den Geschlechterdifferenzen gewidmet: Es ging um die Beziehungen und Spannungen zwischen den Geschlechtern, die vom harmlosen Konflikt bis zur gewaltsamen Auseinandersetzung reichen. Nach betroffen machenden Filmszenen sorgte die Lesung der österreichischen Autorin Margit Schreiner aus ihrem vielbeachteten sarkastischen Roman„Haus, Frauen, Sex“, einen Monolog eines verlassenen Mannes, für erleichterndes Gelächter. Eine der wichtigsten Autorinnen der feministischen Literaturszene Deutschlands, Ursula Krechel, lotete in der Lesung aus„Der Übergriff“ alle Facetten von zwischengeschlechtlicher Gewalt aus. Die Lesung der jungen deutschen Krimiautorin Thea Dorn ließ an Sarkasmus ebenso wenig zu wünschen übrig, handelt ihr Krimi„Die Hirnkönigin“ doch von einer abgebrühten weiblichen Serienmörderin. Thomas Hettche, einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der jüngeren Generation, las aus seinem viel diskutierten jüngsten Roman„Der Fall Arbogast“, der, auf einem authentischen Fall beruhend, dem mysteriösen Mord an einer jungen Frau nachgeht. Den Abschluss bildete eine Diskussion, die den Mann aus der Sicht der Frau zum Thema hatte, und sowohl am Podium als auch im Publikum für Bewegung sorgte. Geladen waren die einschlägigen Expertinnen Birgit Buchinger und Edit Schlaffer sowie der Männerforscher Edgar Forster. Jury Besetzungen Im Rahmen der Literaturförderung waren 2002 mehrere Jurien tätig. Darunter die Jury für die Vergabe der Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien, von den zehn Mitgliedern waren acht Frauen, Inge Cevela, Mag. Karin Haller, Mag. Martina Moosleitner, Mag. Mirjam Morad, Dr. Kristina PfoserSchewig, Mag. Silke Rabus, Mag. Christine Trattner, Mag. Elisabeth Wildberger. Jurybesetzung Kinder- und Jugendbuchpreis Männer 20,0% Frauen 80,0% Die Jury, die die Vorschläge für die Vergabe der Preise der Stadt Wien für Literatur und für Publizistik erarbeitet, setzte sich aus sechs Personen, von denen drei Frauen waren: Univ. Prof. Dr. Konstanze Fliedl, Dr. Ina Pfoser-Schewig, Dr. Christiane Zintzen zusammen. Jurybesetzung Preis für Literatur und Publizistik Männer 50,0% Frauen 50,0% Der Jury für die Vergabe der Wiener Autorenstipendien, die aus vier Mitgliedern besteht, gehörten mit Sylvia Treudl und Liesl Ujvary zwei Frauen an. Jurybesetzung Wiener AutorInnenstipendium Männer 50,0% Frauen 50,0% Die zum Wiener Dramatikerstipendium gehörige Jury besteht aus fünf Personen, zwei von ihnen waren Frauen: Dr. Karin Kathrein, Dr. Christiane Zintzen. Jurybesetzung Wiener DramatikerInnenstipendium Männer 60,0% Frauen 40,0% Die Stadt Wien vergibt ferner Preise und Stipendien für literarisch Übersetzende, die von drei Jurymitgliedern vorgeschlagen werden. Jurybesetzung ÜbersetzerInnenpreis Männer 40,0% Frauen 60,0% Zwei dieser drei Mitglieder waren im Jahr 2002 Frauen Dr. Renate Lunzer und Dr. Elisabeth Markstein. Mit dem Preis, der mit 3 700 EUR dotiert ist, ausgezeichnet wurde Christine Okresek. Preise und Stipendien Ilse Kilic und Barbara Neuwirth erhielten das mit 1 095 EUR monatlich dotierte Wiener AutorInnenstipendium(insgesamt vier Stipendien, Frauenanteil also 50%). Von den drei DramatikerInnenstipendien die mit monatlich je 1 000 EUR dotiert sind, erhielten mit Susanne Freund und Christine Huber zwei Frauen diese im Jahre 2002 neu geschaffenen Stipendien. DramatikerInnenstipendium Männer 40,0% Frauen 60,0% Im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchpreise wurden Linda Wolfsgruber und Monika Pelz, Margit Böck, Beate Fierlinger, Assimina Gouma und Christine Holler ausgezeichnet, den Illustrationspreis erhielt Birgita Heiskel. Für diese Preise steht eine Gesamtsumme von 8 000 EUR zur Verfügung, davon gingen 4 700 EUR an Frauen. In die Ehrenliste trugen sich Bücher von Ingrid Mitterecker, Brigitta Höpler, Sibylle Vogel und Lene Mayer-Skumanz ein. Für Bücher von Frauen wurden Wiener Verlagen Druckkostenbeiträge(Gesamtsumme 204 000 EUR) in der Höhe von 84 450 EUR zur Verfügung gestellt, das sind 41,4% des Gesamtbudgets in diesem Bereich. Druckkostenbeiträge Druckkostenbeiträge, Projekte von Männern 58,6% Druckkostenbeiträge, Projekte von Frauen 41,4% BILDENDE KUNST Jurybesetzungen Die Jury für Kunstankäufe im Jahr 2002 bestand aus 7 Mitgliedern, davon 1 Frau: Dr. Monika Faber Jurybesetzung Kunstankäufe Frauen 12,5% Männer 87,5% Die Jury für die Galerien-Prämienaktion 2002 zählte 6 Mitglieder, davon 2 Frauen: Mag. Doris Krumpl, Dr. Maria Rennhofer Jurybesetzung Galerienprämienaktion Männer 66,7% Frauen 33,3% Die Jury für Preise der Stadt Wien bestand aus 6 Mitgliedern, davon 3 Frauen: Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer, Marianne Maderna, Mag. Eva Schlegel Jurybesetzung Preise der Stadt Wien Männer 50,0% Frauen 50,0% Zwei Förderpreise für bildende Kunst wurden an 2 Frauen vergeben: Lienbacher Ulrike und Deborah Sengl Vier Preise der Stadt Wien wurden an 2 Frauen und 2 Männer vergeben: Hildegard Jelinek-Absolon und Ilse Haider Kunstankäufe 2002 Aus einer Gesamtsumme von 494.024,69 wurden 174 Einzelankäufe getätigt. Dabei wurden 76 Kunstwerke von Frauen und 98 Kunstwerke von Männern erworben. Kunstankäufe, Frauenanteil Künstler 56,3% Künstlerinnen 43,7% Die Ankaufssummen betrugen EUR 190.488,79 für Frauen und EUR 303.535,90 für Männer Kunstankäufe, Fördersummen Künstler 61,4% Künstlerinnen 38,6% Museum auf Abruf Im Jahr 2002 wurden im„Museum auf Abruf“ drei Ausstellungen aus den Beständen der Kunstwerke der Stadt Wien gezeigt. Der Anteil von Frauen ist darin sehr gering und entspricht nicht der Ankaufsquote. Mitwirkende KünstlerInnen: schwarz/ weiss: 3 Frauen 16 Männer Der Blick auf Wien: 4 Frauen 33 Männer Kunst aus dem Burgenland: 10 Frauen 30 Männer Museum auf Abruf Ausstellungsanteil Künstlerinnen 17,7% Ausstellungsanteil Künstler 82,3% Kleinprojektförderung bildende Kunst Folgende von Frauen geführte, oder zu frauenspezifischen Projekten arbeitende Vereine wurden aus der Gesamtsumme von 122.000,-- EUR des Budgets der Kleinprojektförderung subventioniert: Künstlerinnenverein eigenart INTAKT(für 2 Ausstellungen) Alpha(Hildegard Burian-Institut) (Jahresförderung) Bildungsverein Webster University (für Ausstellung Christine Prantauer) Kunstverein Lady Chutney Verein Lufitkus für kulturelle Aktivitäten Kulturverein Freunde des Loquaiparks Westlicht – Verein zur Förderung der Fotografie (für 3 Ausstellungen) Kunsthalle Exnergasse (für 4 Ausstellungen) Mezzanin – Verein zur Förderung junger Künstler der bildenden Kunst Porton – Eine Initiative bildender Künstler Trabant – Verein zur Förderung kultureller Aktivitäten(für 2 Ausstellungen) Kforum – Verein für internationale Kunst- und Kulturvernetzung Verein Luftikus für kulturelle Aktivitäten Kunstverein Perron – No Frontiers Art Association Verein Variable Kunst 2 Pack – Verein zur Förderung bildender Kunst Leonarda- Verein zur Hebung des Architekturund Raumverständnisses Ausstellungsorganisation ARTeFIX – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur € 2.000,-€ 3.500,-€ 4.360,-€ 700,-€ 1.500,-€ 1.500,-€ 1.000,-€ 5.200,-€ 7.000,-€ 2.200,-€ 2.000,-€ 3.450,-€ 1.000,-€ 1.500,-€ 3.500,-€ 2.500,-€ 1.500,-€ 1.500,-€ 2.500,-€ 1.000,-- VEKKS – Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums Verein aRtmosphere Ad Oculos – Verein zur Förderung künstlerischer und fotografischer Projekte € 800,-€ 500,-€ 1.500,-€ 52.210,-Hervorzuheben ist dabei im Jahr 2002 die Jubiläumsausstellung 25 Jahre Intakt – Internationale Aktionsgemeinschaft Bildender Künstlerinnen mit dem Titel:„Im Naturzustand“, bei welcher 47 Künstlerinnen mitwirkten(€ 2.500,--). Bildende Kunst, Kleinprojektförderung Projekte von Männern 57,2% Projekte von Frauen 42,8% Stadtteilkultur Das Kunstfestival„SOHO in Ottakring“(gefördert mit 14.550,-- EUR), das 2002 zum dritten Mal für die Dauer von zwei Wochen im Wiener Brunnenmartktviertel stattfand, wurde wieder von der Künstlerin Ula Schneider kuratiert und organisiert. Kunsthalle Wien Das Budget der Kunsthalle Wien betrug für 2002 4,178.000 Euro. Und die Repräsentanz von Künstlerinnen in dieser Institution ist höher als das 30:70 Verhältnis im gesamtösterreichischen Schnitt. Sie ist daher nicht nur inhaltlich, sondern auch was das Geschlechterverhältnis betrifft beispielgebend für viele andere Kultur- und Kunstinstitutionen in Österreich. 6 Kuratoren standen 7 Kuratorinnen gegenüber, 3 Personalen von Künstlerinnen 4 Personalen von Künstlern. Kunsthalle Wien, Einzelausstellungen Einstelausstellungen von Künstlern 57,1% Einzelausstellungen von Künstlerinnen 42,9% Kunsthalle Wien, KuratorInnen Kuratoren 46,2% Kuratorinnen 53,8% Nur in den Gruppenausstellungen sind Frauen äußerst unterrepräsentiert. In der Ausstellung„Lieber Maler male mir“ war das Verhältnis Frauen:Männer 4:14. In der Ausstellung Tableaux Vivants 11:27. Kunsthalle Wien, Gruppenausstellungen, Tableaux Vivants, Lieber Maler male mir Künstlerinnen 26,8% Künstler 73,2% Die wohl eindrucksvollste Personale der Kunsthalle Wien galt der seit den 60er Jahren international renommierten, japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Ihre„polka dots“ und„infinity nets“, die ganze Räume überwachsen, eroberten schon vor 50 Jahren die New Yorker Kunstszene und begründeten ihren Ruhm als„polka dot princess“, die gemeinsam mit Künstlern der Po Art und Minimal Art ausstellte. In ihren Aktionen reagierte sie auf politisch virulente Themen der Zeit wie die Nixon-Affaire und den Vietnamkrieg und die zunehmende Kommerzialisierung des Kunstmarktes. Umso bestürzender ist es, dass sie erst im Jahre 2002 mit einer Einzelausstellung in Wien gewürdigt wurde, und dies auch ihre erste Personale in Mitteleuropa war. Weiters zeigte die Kunsthalle- project space eine Ausstellung der 1957 in Korea geborenen Künstlerin Kim Sooja mit dem Titel: A Laundry Woman.. Es handelte sich dabei um eine Kooperation der Kunsthalle Wien und des P.S.1 Contemporary Art Center- New York. In dieser Ausstellung gestaltete sie ihre„Bilder“(leuchtend rote, gelbe, blaue und grüne Laken, auf dünnen Seilen aufgehängt) als Rauminstallationen mit traditionellen koreanischen Tüchern und vermittelte damit sowohl ein Gefühl für die Nützlichkeit als auch für die Schönheit dieses Materials. An der Photo Wall fand die Ausstellung der österreichischen Künstlerin Sabine Jelinek statt. Mit ihren Doppelbelichtungen schafft Sabine Jelinek„Hyperrealitäten“, die der Realität des Traumes und Unbewussten nahe kommen. So entstehen ihre„emotionalen Stadtpläne“. Für die Ausstellung„Lieber Maler, male mir“, eine internationale Gruppenausstellung, die der figurativen Malerei der Nachkriegszeit nachspürte, gab es 3 Kuratorinnen. Unter den insgesamt 18 mitwirkenden Künstlern waren 4 Frauen und zwar Carole Benzaken, Elizabeth Peyton, Katrin Plavcak und Sophie von Hellermann. Jedoch wurden von den 23 Beiträgen des Ausstellungskataloges 19 von Frauen und 4 von Männern verfasst. NEUE MEDIEN Im Jahr 2002 standen 72.763,-- EUR zur Verfügung, um initiative Projekte, die sich künstlerisch mit den sog.„neuen Medien“ auseinandersetzen, zu fördern. Mit den erwähnten Mitteln konnten 2002 insgesamt 12 Projekte gefördert werden, davon 5 von Künstlerinnen, und zwar in der Höhe von EUR 33.000.-, was zu einem fast ausgewogenen Verhältnis führte. Neue Medien, Fördersummen Projekte von Männern 54,3% Projekte von Frauen 45,7% Hier die einzelnen Projekte: • • SAFE/SAVE http://www.kanonmedia.com Die aus dem Filmbereich kommenden KünstlerInnen benützen das Netz, um mittels eines interaktiven Spieles das Phänomen Borderlining zu schildern. Safe/Safe wird im Frühjahr 2003 präsentiert und online gestellt. EUR 15.000.Das Team: Alexandra Reill u.v.m. • Medienkunstarchiv Wien http://www.medienkunstarchiv.at Das Medienkunstarchiv Wien hat sich die Archivierung, Theoriebildung und Vermittlung der Medienkunst im Netz zur Aufgabe gemacht. Es soll als Plattform auch Theorien zur künstlerischen Arbeit mit neuen Medien öffentlich zugänglich machen. Team: Romana Scheffknecht, Rosa von Suess u.v.m. EUR 3.000.- • IP-III Netzinstallation auf Basis des Binärcodes Der Zahlencode des Computers, die Nullen und Einsen werden zu einem mathematisch und ästhetisch faszinierenden interaktivem Ganzen verwoben. Zur Zeit wird programmiert, das erste Online Feature ist für Februar geplant. Team: Annja Krautgassner u.v.a. EUR 5.000.• www.dieschudas.at Eine boshaft interaktive„Familienserie“ im Netz, die„liebe Familie“ im Jahr 2002, mit Collagierungen, angelehnt an Ponty Python´s Flying Circus. Team: Susanne Schuda u.a. EUR 7.000.• Save the Robots http://www.incognita.at Im Frühjahr soll die für„save the robots“ geschaffene Website präsentiert werden, bis Ende Jänner die Programmierung abgeschlossen sein. Die vielverwendeten Namen von Webbots(“bots“,„robots“,„spiders“ und„agents“) setzen Fantasien frei, Science Fiction Szenarien entstehen: In diesem Projekt werden die mythischen Sprachbilder übernommen und in reale Darstellungen übersetzt. Der Sourcecode und die Programmier- und Anwendehinweise dienen als Ausgangsmaterial für„kleine fleissige Roboter im Internet“... Team: Daniela Zobel u.a. EUR 3.000.WISSENSCHAFTS- UND FORSCHUNGSFÖRDERUNG Im Bereich der Wissenschaften hat es in den universitären und akademischen Leitungspositionen stärker als in anderen gesellschaftlichen Bereichen bis in die 70er Jahre eine starke und wenig hinterfragte Dominanz der Männer gegeben. Seit den 70er Jahren ist die Zahl der Studentinnen und Absolventinnen und seit den 80er Jahren auch die Zahl der Professorinnen kontinuierlich gewachsen. Die Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien bemühte und bemüht sich konsequent, Frauen bei ihrer wissenschaftlichen Karriere zu unterstützen, aber auch insbesondere Analysen und Forschungsprojekte, die sich mit Genderfragen beschäftigen, zu fördern. Viele außeruniversitäre Forschungsinstitutionen werden von hoch qualifizierten und engagierten Frauen geleitet. Viele innovative, interdisziplinäre und intermediale Projekte, die sich mit unterschiedlichen methodischen Zugängen, mit der Frage von Geschlecht und Identität unter einem deutlich frauenspezifischen Blickwinkel beschäftigen, werden von der Stadt Wien unterstützt. Die von der Kulturabteilung geförderte kritische Projektarbeit zur Repräsentation von Frauen im Wissenschafts- und Kulturbetrieb hat fraglos dazu beigetragen, dass das Problembewusstsein zu dieser Frage gewachsen, dass aber auch die Partizipation von Frauen am Wissenschaftsbetrieb im Allgemeinen größer geworden ist. Auch die Wiener Vorlesungen, das Dialogforum der Stadt Wien, setzen sich immer wieder gezielt mit Fragen der Repräsentation bzw. Diskriminierung von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kultur auseinander. Forschungsprojekte, die sich im Jahr 2002 innovativ mit Genderfragen auseinandergesetzt haben: Die Stadt Wien hat für die Unterstützung von Forschungsprojekten, Ausstellungen, Symposion und Workshops, die sich mit gender bezogenen Fragen auseinander setzen, stets sehr großes Interesse und Offenheit gezeigt. Aus diesem Grund werden viele Projekte in diesem Themenfeld beim Referat Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt eingereicht. Alle wissenschaftlichen Projekte, die in diesem Themenfeld platziert sind und im Jahr 2002 an die Kulturabteilung herangetragen wurden, wurden mit Förderungsbeträgen in der Höhe von 500 – 7.900 Euro – mit einem Gesamtbetrag in der Höhe von 60.000 Euro unterstützt. Es waren das die im folgenden angeführten Projekte: Culture2Culture Projekt: Datenbank/Videothek des weiblichen Animationsschaffens betreut von Mag. Waltraud Grausgruber, Mag. Birgitt Wagner und Antonia Cicero Frauenhetz – Verein für feministische Bildung, Beratung und Kultur Dr. Katharina Pewny und Frau Mag. Eveline Pammer Projekt: wissenschaftliche Veranstaltungen zu aktuellen Frauen-Themen Gesellschaft für Kulturanalytik Forschungsprojekt: Der Name: ein Verhältnis durchgeführt von Mag. Elke Krasny IG Autorinnen Autoren – Interessensgemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren Forschungsprojektes„Erstellung einer Biografie über Rosa Mayreder“ durchgeführt von Hilde Schmölzer Institut für Axiologische Forschungen Projekt: wissenschaftliche Recherche- und Redaktionsarbeiten im Rahmen der Herausgabe der Publikation„Freiheit und Anerkennung bei Simone de Beauvoir“ durchgeführt von Prof. Dr. Yvanka B. Raynova und Dr. Susanne Moser Milena Verlag Mag. Martina Kopf Projekt: wissenschaftliches Lektorat im Rahmen der Herausgabe der Publikation„Medeas Erbe. Kindsmord und Mutterideal“ von Gerlinde Mauerer Projekt: wissenschaftliche Recherchearbeiten im Rahmen der Herausgabe der Publikation „Gefährliche Freundinnen“ von Hélène de Monferrand NANAYA – Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kinder Mag. Edeltraud Voill Projekt: Aktivitäten im Jahr 2002 Österreichische Gesellschaft für Germanistik Forschungsprojekt: Die Furie und das Gesetz durchgeführt von Univ.-Prof. Dr. Juliane Vogel Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts Forschungsprojekt: Hofdamen und Amtsträgerinnen im Patronage- und Klientelsystem des Wiener Hofes(Schwerpunkt 17. Jahrhundert) durchgeführt von Dr. Beatrix Bastl pro arte – Gesellschaft für interdisziplinäre Erkundungen Forschungsprojekt: Elfriede Jelinek-Werkverzeichnis durchgeführt von Dr. Pia Janke Projekt Theater Studio Veranstaltungsreihe: Künstlerinnengespräche„Erinnern/Vergessen II. Wider die Abschaffung der Vergangenheit“ organisiert von Dr. Eva Brenner Verein„Aethiopisch-Österreichische Frauensolidarität“ Forschungsprojekt: Sozialanthropologische Fragebogenuntersuchungen zur gesellschaftlichen Integration äthiopischer Frauen in Wien durchgeführt von Mag. Jerusalem Negash Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Ringvorlesung:„eine von fünf“ – Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum Tagung: 30 Jahre Frauenhäuser in Europa organisiert von Mag. Maria Rösslhumer und Frau Daniela Almer Verein Feministische Forschungsgemeinschaft zu Philosophie& Politik Forschungsprojekt: Dialogfähigkeit und pluralistische Sichtweise. Über die Anwendbarkeit zweier Aspekte jüdischer Denktradition als gewaltfreier Umgang bezogen auf Globalisierungs- und Einwanderungsprozesse in Europa am Beispiel von Österreich und Deutschland durchgeführt von Dr. Gudrun Perko Verein für ägyptische Frauen und Familien Mag. Mary Attia Vortrag: Die ägyptische Revolution: 50 Jahre Präsident Nasser und die Palästina-Frage Verein für Arabische Frauen Aktivitäten im Jahr 2002 Organisiert von Marie Thérèse Kiriaky und Dipl.-Ing. Angel Grace Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung Forschungsprojekt: Medizin – Geschlecht – Krieg. Ärztinnen in der österreichischen Armee 1914 – 1918 durchgeführt von Mag. Angelika Stadler Verein für Interkulturelle Kommunikation und Entwicklung Forschungsprojekt: Asiatische Frauen in Wien: Endlich befreit? durchgeführt von Dr. Edith Binderhofer Verein Transkultur Ausstellung: Aller Anfang zum Thema Geburt organisiert von Dorothea Rüb und Frau Mag. Elisabeth Breuss Verein zur Förderung der Wissenschafts- und Technikforschung e.V. Konferenz: Envisioning Scientific Citizenship: Science, Governance, Public and Gender organisiert von Univ.-Prof. Dr. Ulrike Felt Verein zur Förderung von Frauenforschung in Kultur- und Kunstwissenschaft Publikation„räumen. Baupläne zwischen Architektur, Raum, Visualität, Geschlecht“ Herausgegeben von Doz. Dr. Irene Nierhaus und Felicitas Konecny Verein zur Förderung von L´Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft Univ.-Prof. Dr. Edith Saurer und Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle Projekt: wissenschaftliche Aktivitäten im Jahr 2002 Wissenschaftliche Vereinigung für sozialwissenschaftliche Forschung Projekt: Herausgabe der Publikation„Von Feuchtersleben zur Gegenwart. Beiträge zur Geschichte der Psychoanalyse, der Neurologie und der Psychiatrie“ von Elsa Pappenheim Stipendien und Förderpreise- Förderungsinstrumente für hoch begabte junge WissenschafterInnen: Gesamtvolumen:72.435,00 Euro Davon für Frauen:64.167,50 Euro In%: 88,59% Stipendien und Förderpreise Fördersummen für Männer 11,4% Fördersummen für Frauen 88,6% • 1 Stipendium am Bologna Center der Johns Hopkins University, dotiert mit 30.000 Euro, erging an Mag. Natalia Corrales Díez • 1 Doktorandenstipendium(betreut durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften), dotiert mit 21.900 Euro, erging an Mag. Heidi Niederkofler, für die Dissertation„Frauenorganisationen der politischen Parteien in der Ersten und Zweiten Republik“ • 1 Michael Mitterauer-Hauptpreis, dotiert mit 4.000 Euro, erging an Mag. Dr. Verena Pawlowsky, für ihre wissenschaftlichen Forschungen im Bereich der Sozial- und Kulturgeschichte, im besonderen für ihr Buch„Mutter ledig – Vater Staat. Das Gebär- und Findelhaus in Wien 17841910“ • 2 Michael Mitterauer-Förderungspreise, dotiert mit je 1.000 Euro, davon erging 1 Preis an Mag. Dr. Sigrid Wadauer, für ihre Dissertation„Die Tour des Autobiographen. Der Raum der Gesellenmobilität im 18. und 19. Jahrhundert“ • 2 Stipendien an der Webster University, dotiert mit insgesamt 14.535 Euro, davon erging 1 Stipendium an Alexandra DeBrito Wissenschaftsstipendien(für kleine wissenschaftliche Arbeiten im Ausmaß von 726 – 1.453 Euro) an junge AkademikerInnen: Gesamtvolumen: 61.498,08 Euro Davon Summe für Projekte von Frauen:41.745,76 Euro In Prozent: 59,6% Kleine Wissenschaftsstipendien Fördersummen für Männer 40,4% Fördersummen für Frauen 59,6% Die Projekte im Einzelnen: Mag. Sonja Berger, Gesundheitsförderung: auch eine Aufgabe von Staat und Stadt. Die wichtige Aufgabe der Medien für Prävention im Gesundheitsbereich Mag. Angela Bergermayer, Frantisek Václav Mares- Diachronische Morphologie des Ur- und Frühslawischen Mag. Dr. Susanne Blumesberger, Handbuch der Kinder- und Jugendschriftstellerinnen Österreichs. Teilbereich Wien Mag. Regine Brandner, Kutiyattam – altindisches Sanskrittheater: Eine kulturelle Reliquie oder ein formal hochmodernes theatersprachliches Kommunikationssystem? Mag. Andrea Brenner, Dokumentation von Materialien des Heinz von Foerster-Archivs: Vorlesungen und Seminare Mag. Anna Bürgler, Die malerische und plastische Ausstattung der Franzensburg in Laxenburg Mag. Monika De Frantz, Stadtkultur und urbane Veränderungsprozesse- Die politische Debatte um das Museumsquartier Wien Mag. Dr. Gabriele Dorffner, 90 Jahre Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde im Wiener Allgemeinen Krankenhaus Mag. Lidwina Dox, Die Gewebe der Sasak und die Technik Songket Mag. Katharina Durstberger, Die Berry-Phase als Konsequenz der Schrödinger Gleichung und die Interpretation der Quantenmechanik Mag. Evelyn Fink, Heinrich Schenker-Rezeption in Wien Dr. Roya Patricia Ghafele, Humane Sicherheit und Kultur der Gewalt in Großstädten: Eine Analyse anhand der Stadt Wien Mag. Irene Grillnberger, Recherche nach dem digitalisierten Bestand der Werke von Gustav Mahler Mag. Marion Großmann, Untersuchungen zum Jupiter- und Kaiserkult im Municipium Vindobonese Mag. Karin Harrasser, Innovation – Apokalypse – Prophezeiung. Technoavantgardistische Narrative als Erbschaft der Avantgarden Mag. Semirah Heilingsetzer, Die Galerie'Zum Roten Apfel'- Künstlerische Positionen der 60er Jahre Mag. Sonja Herzog-Gutsch, Die weibliche Reproduktionsspanne zwischen Natur und Kultur.- Geographische und zeitliche Variation des Menarche- und Menopausenalters Mag. Beatrix Hiesmayr, Was hat der Unterschied der Welt und Antiwelt mit Nicht-Lokalität zu tun? Mag. Elena Holzhausen, Der Laxenburger Park und die Franzensburg im Lichte des Auftraggebers und seiner Bibliothek Dr. Teresa Hrdlicka, Hugo Reichenberger(1873-1938) Mag. Dagmar Hutter, Darstellung der Institutionen des ökologischen Arbeitsmarktes als Orientierungshilfe für StudentInnen und AbsolventInnen umweltbezogener Studieninterviews Mag. Dr. Raphaela Kitzmantel, Soma Morgenstern. Leben und Schreiben im Schatten der Geschichte Dr. Alexandra Linzmeier, Grabplatten des 17. Jahrhunderts in und an Kirchen der Wiener Inneren Stadt Dr. Elisabeth Malleier, Der Bund für Männerrechte – Die Männerrechtlerbewegung in den Zwanziger- und Dreißigerjahren in Wien Dr. Lydia Marinelli, Vom Wandel der Traumdeutung Sigmund Freuds unter dem Eindruck ihrer Leser Mag. Charlotte Martinz-Turek, Vermittlung historischer Themen mit einem speziellen Fokus auf SchülerInnen anlässlich der Ausstellung’Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 – 1944’ Mag. Elisabeth Mayerhofer, Creative Industries- Mehr als eine politische Requisite? Mag. Eva Maria Mayr, Ludwig Wittgensteins künstlerische Arbeit Mag. Sabine Mayr, Die Familie Sternfeld – Die wissenschaftliche biographische Aufarbeitung einer Geschichte der Vertreibung Dr. Maria Mesner, Wachset und vermehret euch? Überlegungen zur Familienpolitik der Gegenwart Mag. Dr. Elisabeth Mixa, Wellness im Kontext des Fit& Fun Booms in Wien Dr. Anne Moser, Die Pragmatik der Bilder in der Gegenwart Dr. Waltraud Müllauer-Seichter, Historische Grün- und Erholungsgebiete in Metropolen. Ihr Anteil an der Identitätsbildung in der kollektiven Wahrnehmung von Großstadtbewohnern am Beispiel Madrid-Wien(Casa de Campo Prater) Mag. Dr. Verena Pawlowsky, Das Wiener Gebärhaus 1784-1908, Recherche im Rahmen des Ausstellungsprojekts'Aller Anfang' Wien 2002 D.I. Eva Maria Plunger, Naturnahme Gestaltung mit Stauden im öffentlichen Freiraum- Begleitmaßnahmen zu einer Staudenbeetgestaltung im Botanischen Garten der Universität Wien Mag. Dr. Andrea Pühringer, Italienische Händler, Künstler und Kunsthandwerker als Träger kultureller Transferleistungen im frühneuzeitlichen Wien des 17. Und 18. Jahrhunderts Mag. Dr. Gabriele Reiterer, Ambivalenz, Ideologie und Geschichtsschreibung. Studie zur Historiographie von Camillo Sittes Städtebau Mag. Anita Schaub, Schreibende Frauen. Porträts österreichischer Schriftstellerinnen Mag. Birgit C. Schlick-Steiner, Die Dynamik von Ameisengemeinschaften im Auwald: Monitoring über drei Jahrzehnte Dr. Christine Schmidjell, Ödön von Horváth und seine Arbeit für den Film 1933- 1937 in Wien Dr. Christa Schwab, Integration der Moslems in Wien Mag. Karina Schwann, Türkische Migrantenjugendliche in Wien- eine soziokulturelle Erfassung populärer Lebensinhalte der Zweiten und Dritten Generation Mag. Eva Schwarzmann, Vom Spektakelstück zum Themenpark Mag. Andrea Seelich, Die Architektonischen Strafvollzugsgegebenheiten Wiens Mag. Dr. Elana Shapira, Die Ausstatter: Hofschneider und Architekt. Moderne Architektur und Männermode in Wien am Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts Dr. Ulrike Spring, Die Städte Wien und Oslo als Zentren der Nation. Eine Analyse der diskursiven und visuellen Repräsentationen von Nation um 1900 Mag. Marion Stadlober-Degwerth, Ab der Norm- die Präparate und Objekte des pathologisch- anatomischen Bundesmuseums Wien Dr. Verena Traeger, Geburt und Mutterschaft im Kulturvergleich mit besonderer Berücksichtigung der Universalien in der Geburtshilfe Mag. Beate Ulrike Weisz, Analyse des Arbeitsmarktes für AbsolventInnen umweltrelevanter, universitärer Ausbildungsgänge Mag. Christine Wildpaner, Literaturstudium des österreichischen Urheberrechts im internationalen Vergleich Dipl.-Ing. Karin Zeitlhuber, Die Vorgärten des Stuwerviertels Förderungsmittel für Forschungsstipendien(Forschungsarbeiten zur Wiener Wissensbasis im Ausmaß von 3.680 Euro) an junge AkademikerInnen: Gesamtvolumen47.747,28 Euro Davon Summe für Projekte von Frauen21.987,28 Euro in Prozent 46,05% Förderungen zur Wiener Wissensbasis Projekte von Männern 54,0% Projekte von Frauen 46,0% Die Projekte im Einzelnen: Dipl.-Ing. Andrea Breitfuss, Wohnen als Aspekt sozialen Wandels Dr. Sabine Fuchs, Die Persönlichkeit der Stadt. Wien in kulturgeschichtlichen und kulturbeschreibenden Texten des 20. Jahrhunderts Mag. Gerlinde Klösel, Das enzyklopädische Verfahren als Erklärungsinstrument für die Begriffe Wirtschaft, Herrschaft, Gerechtigkeit und Natur Dr. Verena Koja-Perlhefter, Ästhetische Erziehung und Kunstvermittlung mit besonderer Berücksichtigung von Mädchen in Wien im 20. Jahrhundert Dr. Anna Schober, Vom Bubikopf zum Afrolook. Zur Geschichte der Selbstdarstellung im 20. Jahrhundert Mag. Ulrike Zumtobel-Ortbauer, Religion, Kultur, Wissenschaft und Sprache- Bausteine der Gesellschaft im Spiegel der Alltagskultur Wiens Publikationsförderungen Immer mehr Frauen nehmen an einer wissenschaftlichen Publikationstätigkeit teil. Derzeit liegt der Anteil von von Frauen in österreichischen Verlagen publizierten wissenschaftlichen Büchern bei etwa 20% der Neuerscheinungen. Die Förderung wissenschaftlicher Publikationen von Frauen durch die Kulturabteilung der Stadt Wien trägt dazu bei, dass dieser Anteil steigt(Ansuchen, die sich auf von Frauen herausgegebene Publikationen beziehen, wurden stärker berücksichtigt). Wissenschaftliche Buchpublikationen von Frauen bzw. Männern im Jahr 2002 in österreichischen Verlagen: Männer 81%Frauen 19% Wissenschaftliche Publikationen in österreichischen Verlagen Anteil Frauen 19,0% Anteil Männer 81,0% Die Stadt Wien hingegen fördert in höherem Ausmaße als der Markt es tut die wissenschaftlichen Publikationen von Frauen: Gesamtvolumen(Druckkosten und Ankauf):109.780,73 Davon Publ. v Frauen: 32.937,23 In%: 30% Förderung wissenschaftlicher Publikationen Projekte von Männern 70,0% Projekte von Frauen 30,0% wurden im Jahr 2002 folgende Publikationen unterstützt: Evelyn Adunka, Der Raub der Bücher. Plünderung in der NS-Zeit und Restitution nach 1945 U.a. Marlen Bidwell-Steiner, Streitpunkt Geschlecht. Historische Stationen der ´Querelle des Femmes´ in der Romania Isolde Charim, Der Althusser-Effekt. Entwurf einer Ideologietheorie Bettina Fraisl, Körper und Text.(De-) Konstruktionen von Weiblichkeit und Leiblichkeit bei Mela Hartwig Semirah Heilingsetzer, ,Die Galerie ‚Zum Roten Apfel’ – Künstlerische Positionen der 60er Jahre in Wien Monika Höglinger, Verschleierte Lebenswelten. Zur Bedeutung des Kopftuchs für muslimische Frauen in Wien Helga Kappus, Nützliche Nutzlosigkeit. Bildung als Risikokapital Luise Lipschitz und Bertha Blaschke, Architektur in Wien 1850-1930 Vera Mayer, Wohnpräferenzen von Jugendlichen in Wien. Ein Beitrag zur Kultur- und Sozialgeographie des Wohnens Eva Max und Gerlinde Haas, 210 Österreichische Komponistinnen Beatrix Müller-Kampel, Edith Rosenstrauch – Königsberg Biografie: Von der Metallschleiferin zur Germanistin Herlinde Pauer-Studer und Herta Nagl-Docekal, Freiheit, Gleichheit und Autonomie Projektzentrum Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Wien, Quo vadis Universität? Perspektiven aus der Sicht der Feministischen Theorie und Gender Studies Andrea Pühringer, Contributionale, Oeconomicum und Politicum. Die Finanzen der landesfürstlichen Städte NiederOberösterreichs in der Frühneuzeit Hilde Schmölzer, Rosa Mayreder. Ein Leben zwischen Utopie und Wirklichkeit Anna Schober, Blue Jeans. Vom Leben in Stoffen und Bildern Hilde Wondratsch, Sozialdemokratie – Frau – Familie. Wie es in Österreich begann Die Wiener Vorlesungen Die Wiener Vorlesungen, das Dialogforum der Stadt Wien, laden seit 1987 wichtige Persönlichkeiten des intellektuellen Lebens dazu ein, in den Festsälen des Rathauses ihre Analysen und Befunde zu den großen aktuellen Problemen der Welt vorzulegen. Sie sind mit einem Etat von 146.153.- Euro ausgestattet. Das Verhältnis Frauen:Männer unter den Vortragenden ist in den letzten 10 Jahren in etwa gleichgeblieben: Bei 43 Veranstaltungen wirkten 79 Wissenschaftler und 25 Wissenschaftlerinnen mit. Das sind um die 24% Prozent Frauen, wenn man alle Mitwirkenden zählt (d.h. Vortragende, ModeratorInnen und TeilnehmerInnen an Podiumsdiskussionen). Zählt man die Vortragenden allein, ist der Frauenanteil geringer: 22,1%. Vorträge wurden also von 15 Frauen und 53 Männern gehalten Wiener Vorlesungen, Mitwirkende Gesamt Frauen 24,0% Männer 76,0% Wenn man bedenkt, daß die Wiener Vorlesungen zum größten Teil ordentliche UniversitätsprofessorInnen als Vortragende einladen und der Anteil an Frauen in dieser Riege äußerst dünn gesät ist, so ist dieser Frauenanteil sogar höher als der in den Führungsetagen der heimischen Universitäten.(Beispielsweise besteht die Universitätsleitung der Universität Wien zu 80% aus Professoren und 20% aus Professorinnen, die allerdings bis auf einige Ausnahmen(Univ.Prof. Dr. Hilde Heider, Univ.Prof. Dr. Maria Breinbauer) nicht in der ersten Führungsriege(Dekan, Vizedekan, Studiendekan, Vizestudiendekan, Vorsitzender des Fakultätskremiums usf) vertreten sind, sondern es zumeist nur bis zur Dekanatsdirektorin schaffen. Oder die Zusammensetzung des akademischen Senates etwa: 16%F:84%M.) Wiener Vorlesungen, Vortragende Frauen 22,1% Männer 77,9% Bei den Moderationen ist der Anteil der Frauen um 10% höher, entspricht daher dem klassischen Rollenbild der Frau als Vermittlerin. Wiener Vorlesungen, Moderation Männer 66,7% Frauen 33,3% Ist die Moderation mit einer wissenschaftlichen Einleitung zum Vortrag gepaart, so wurden bis jetzt nur Männer dazu eingeladen: Wiener Vorlesungen, Moderation und Wissenschaftliche Einleitung Frauen 0,0% Männer 100,0% Zu den weiblichen Vortragenden gehörten Univ. Prof. Dr. Gundula Linck(Die daoistische Kunst der Lebenspflege), Dr. Maria Reissberger(Die Sprache der lebenden Bilder), Dr. Juliane Vogel(Bilder in Bewegung), Prof. Dr. Elisabeth Nemeth(Otto Neuraths Visualisierungsstrategien gesellschaftlicher Verhältnisse), Univ.Prof. Dr. Barbara Duden(Geburt als Zeichen der Zeit); Univ. Prof. Verena Kast (Altern in Würde), Prof. Dr. Konstanze Fliedl(Nietzsches Vogel), Univ. Prof. Dr. Diane Morgan (Nietzsche Symposion), Univ. Prof. Dr. Elisabeth Herz(Popper Kongress), Univ. Prof. Dr. Ute Gerhard (Ehe – Angebot und Nachfrage), Univ. Prof. Dr. Karin Hausen(Bedeutungswandel der Ehe), Univ. Prof. Erika Weinzierl(Die katholische Kirche und der Holocaust). Forschungsinstitutionen Prozentueller Anteil der durch Subventionen vergebenen Förderungsmittel an Institutionen, in denen Frauen bzw. Männer die Leitungsposition(Obmann/ Obfrau, Generalsekretärin/ Generalsekretär, etc. inne haben) Gesamtvolumen: 5,968.832,66 Volumina der Subventionen an Institutionen, die von Frauen geleitet werden: 3,225.665,68 Euro = 54,04% Volumina der Subventionen an Institutionen, die von Männern geleitet werden: 2,743.166,98 Euro = 45,96% Subventionen an Institutionen Institutionen, von Männern geleitet 46,0% Institutionen, von Frauen geleitet 54,0% Exemplarische Auflistung von von Frauen geleiteten wissenschaftlichen Institutionen, Gesellschaften und Vereinen, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien aus Wissenschaftsförderungsmittel unterstützt wurden: Asylkoordination Österreich, Verein von AusländerInnen- u. Flüchtlingshilfsorganisationen u. – betreuerInnen Mag. Anny Knapp, Obfrau ATTAC Austria – Netzwerk für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte Mag. Karin Küblböck, Obfrau Demokratiezentrum Wien Mag. Gertraud Diendorfer, Geschäftsführende Leiterin Ernst Krenek Institut Mag. Petra Preinfalk, Generalsekretärin Franz Schmidt Gesellschaft Dr. Carmen Ottner, Generalsekretärin Initiative Minderheiten Dr. Cornelia Kogoj, Generalsekretärin Institut für die Wissenschaften vom Menschen Dr. Anita Traninger, Geschäftsführerin IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst Dr. Helga Kaschl, Generalsekretärin Kulturni Centar – Österreichisch-Bosnisch-Herzegowinischer Kulturverein Christine von Kohl, Herausgeberin der Zeitschrift„Balkan“ Ludwig Boltzmann Gesellschaft Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin Österreichische Gesellschaft für Architektur Dipl.-Ing. Judith Eiblmayr, Obfrau Österreichische Gesellschaft für Literatur Prof. Marianne Gruber, Präsidentin Österreichische Liga für Menschenrechte Dr. Elisabeth Ebner, Generalsekretärin Sigmund Freud-Gesellschaft Mag. Inge Scholz-Strasser, Generalsekretärin Verein Exil Christa Stippinger, Obfrau Verein zur Förderung der christlichen Archäologie Österreichs Univ.-Prof. Dr. Renate Pillinger, Obfrau Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur Mag. Siglinde Bolbecher Wissenschaftszentrum Wien Mag. Andrea Holzmann-Jenkins, wissenschaftliche Leiterin WIENER STADT- UND LANDESARCHIV, HOCHSCHULJUBILÄUMSSTIFTUNG Im Rahmen des Wiener Stadt- und Landesarchivs werden die Sekretariatsarbeiten der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien zur Förderung der Wissenschaft abgewickelt. Im Berichtsjahr wurde 262 Anträge eingereicht, davon 81 von Wissenschaftlerinnen. 141 Projekten wurden vom Kuratorium Förderungen in der Höhe von insgesamt EUR 575.741,– zuerkannt. Darunter waren 48 Projekte von Wissenschaftlerinnen aus den Fachbereichen Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften(4), Naturwissenschaften(12), Geisteswissenschaften(19), Humanmedizin (6) und Ingenieurwissenschaften(3). Die Forscherinnen arbeiten an der Universität Wien(24), der Technischen Universität(4), der Universität für Bodenkultur(4), der Universität für Musik und darstellende Kunst(1) und der Universität für Veterinärmedizin(1). In 14 Fällen werden die Forschungsarbeiten außeruniversitär durchgeführt. Die Fördersumme betrug EUR 191.100,–. Hochschuljubiläumsstiftung Projekteinreichungen Eingereichte Projekte Frauen 30,9% Eingereichte Projekte Männer 69,1% Hochschuljubiläumsstiftung, geförderte Projekte Geförderte Projekte Männer 66,0% Geförderte Projekte Frauen 34,0% Hochschuljubiläumsstiftung, Fördersummen Fördersummen für Männer 66,8% Fördersummen für Frauen 33,2% Es wurde zwar nur etwas mehr als die Hälfte der von Frauen eingereichten Projekte gefördert, dafür waren die genehmigten Summen pro Projekt höher, so dass die Mittelvergabe bei ca. einem Drittel lag, was dem Anteil der Einreichungen entspricht. MUSEEN DER STADT WIEN In der seit dem 1. Jänner 2002 ausgegliederten wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechtes Museen der Stadt Wien sind vor allem im Bereich der Bediensteten des höheren Dienstes, des Verwaltungs- und Kanzleidienstes Frauen stärker besetzt als Männer. So stehen im A-Bereich dreizehn Kuratorinnen bzw. Restauratorinnen vier Kuratoren gegenüber. Entscheidende Positionen, wie die der stellvertretenden Direktorin, Frau Dr. Renata Kassal-Mikula, und der Chefkuratorin, Frau Dr. Regina Karner, werden von Frauen wahrgenommen. Weiters wurde die Stelle der kaufmännischen Leitung am 1. Juni 2002 mit Frau Dkfm. Angelika Ellen Röhr besetzt. Ebenso wird die Stabstelle Museumsdidaktik von einer Frau, Dr. Ursula Storch, geleitet. Die Abteilung für Gemälde – und Graphikrestaurierungen untersteht ebenfalls einer Chefrestauratorin, Frau Mag. Elisabeth Woelfl-Graff, genauso wie die Abteilung für Textilrestaurierung, Frau Andrea Hanzal. Im Verwaltungsbereich sind fünf Mitarbeiterinnen beschäftigt, wovon eine, Hertha Schuller-Hamdi, die Stellvertreterin des Leiters der Budget-, Personal- und Wirtschaftsangelegenheiten ist und zwei mit Aufgaben Öffentlichkeitsarbeit sowie dem Eventbereich, Helga Vanek und Jacqueline Rakuscha, betraut sind. Der Kanzleibereich setzt sich aus einer Kanzleileiterin, deren Stellvertreterin und zwei Mitarbeiterinnen zusammen. Im Bereich Werkstätten, in dem traditionsgemäß Männer dominieren, ist eine Uhrmachermeisterin, Maria Goiser tätig. Betreffend der Förderung zur Aus- und Weiterbildung von Frauen nahmen insgesamt zwölf Mitarbeiterinnen an Fach-, Persönlichkeits- und Coachingseminaren teil. Teilzeit und Gleitzeit machen es möglich, Familie/Privatleben und Berufstätigkeit besser zu vereinbaren. Teilzeitkräfte gibt es in den Restaurierabteilungen und der Verwaltung. Die Museen der Stadt verfügten im Jahr 2002 über ein Gesamtetat von EUR 12.252.000,--, davon war das Budget für Kunstankäufe in Höhe von EUR 265.000,-- dotiert, das sind 2,16% des Gesamtbetrages. Davon wurden keine Kunstwerke von Frauen angekauft. Eine rückläufige Tendenz, da im letzten Jahr 7% der angekauften Werke von Künstlerinnen waren. Museen der Stadt Wien, Kunstankäufe Kunstwerke von Frauen 0,0% Kunstwerke von Männern 100,0% Für Ausstellungen wurden insgesamt EUR 1.473.734,36 ausgegeben. Für die Ausstellungen"way 2 walk","Dualismen" und"Wiener Couture", die sich mit Frauen in verschiedenen künstlerischen Berufsbereichen beschäftigten, wurden insgesamt EUR 73.845,03 aufgewendet, das sind 5% des Gesamtbetrages. way 2 walk – Schuhgeschichten von Gabriele Gmeiner Dualismen – Eleonor und Ernst Friedrich Wiener Couture. Gertrud Höchsmann 1902 – 1990 Museen der Stadt Wien, Ausstellungen Frauenrelevante Themen 5,0% andere Themen 95,0% INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Im Bereich der interkulturellen Aktivitäten kann in den letzten Jahren eine steigende Tendenz an Aktivitäten zur Förderung frauenspezifischer, kultureller Ausdrucksformen wahrgenommen werden. Einerseits erhöht sich die Gründungsrate der Frauenvereine, andererseits ist die Anzahl der Frauen, die als Vereinsobfrau gewählt werden, ebenfalls im Steigen begriffen. Projekt Frauenraum – Verein für Frauenintegration (Obfrau Gül Sanli) - Jubiläumsveranstaltung„5 Jahre Frauenintegration€ 500,-Internationaler Frauenverband (Obfrau Dr. Ragaa El Terife) - Benefizabend€ 2.000,-Verein für ägyptische Frauen und Familien (Obfrau Mary Attia) - zwei Kulturveranstaltung€ 3.000,-Gesellschaft unabhängiger iranischer Frauen (Obfrau Bagheri Elahe) - Kulturpolitischer Abend€ 1.500,-Verein für arabische Frauen (Obfrau Marie-Theres Kiriaky) - als Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten im Jahr 2002€ 9.400,-Verein Miteinander Lernen (Obfrau Asiye Zeyrek-Üregen) - Theateraufführung„Das kleine Ich bin Ich“€ 1.500,-Verein Chiftetelli (Obfrau Mag. Barbara Hofbauer) - Orientalischer Abend€ 1.750,-- Workshop€ 3.200,-- Orientalisches Fest€ 2.400,-Ein weiterer Schwerpunkt sind Veranstaltungen, die sich auf spezielle Frauenthemen oder der Würdigung der Frau beziehen. Die Veranstalter dieser Aktivitäten müssen nicht immer Frauenvereine sein. Verein Muhabbet - Veranstaltung anlässlich des Tages der Frauen€ 1.000,-Wichtig zu erwähnen sind auch Vereine, wo die Hauptaktivitäten von Frauen geleistet werden: Verein IODO (Obfrau Mag. Ülkü Akbaba) - zwei Konzerte anläßl. der langen Nacht der Musik€ 3.320,-- als Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten€ 5.000,-- Wiener Krakauer Kultur Gesellschaft (Obfrau Zofia Beklen) - als Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten€ 20.000,-Jehuda Halevi Zentrum (Obfrau Rosa Gilkarov) - als Jahresförderung für diverse interkulturelle Aktivitäten€ 14.000,-Summe der Förderungen für Frauenprojekte Gesamtbudget 2002: Interkulturelle Aktivitäten Bezirksaktivitäten€ 218.070,-Gemeinderatssubventionen Interkulturelle Aktivitäten Frauenprojekte, von Frauen geleitete Institutionen 9,4% € 68.570,-€ 290.700,-€ 218.334,-€ 727.104,-Projekte und Institutionen allgemein 90,6% Preise der Stadt Wien Die Stadt Wien stiftet alljährlich zu vergebende Preise für hervorragende Leistungen in den Bereichen Musik, Literatur, Publizistik, bildende Kunst, Architektur, Wissenschaften und Volksbildung in der Höhe von je 8.000 Euro bis zu einem Gesamtbetrag in der Höhe von 96.000 Euro. Sie werden als Würdigung für das bisherige Lebenswerk verliehen, das geeignet ist, die Bedeutung Wiens und Österreichs als Pflegestätten der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung hervorzuheben. Diese Auszeichnungen werden auf Grund der Vorschläge ehrenamtlicher Fachjurys verliehen. Leider ist 2002 das Verhältnis Frauen: Männer heuer nicht so ausgewogen, wie im letzten Jahr, wo es bei 50% lag. 2002 wurden 10 Männer und drei Frauen ausgezeichnet: Frau Martha Eibl erhielt den Preis für medizinische Wissenschaften, Hildegard Jelinek-Absolon und Ilse Haider den Preis für bildende Kunst. Preise der Stadt Wien Frauen 23,1% Männer 76,9% Nestroy – der erste Wiener Theaterpreis Von 9 personenbezogenen(und zwei stückbezogenen) Preisen des Nestroypreises erhielten nur 3 Frauen Auszeichnungen: Beste Schauspielerin. Ulli Maier Beste Nebenrolle: Anna Franziska Srna Bester Nachwuchs: Johanna Wohalek Die anderen Preise(Lebenswerk, Spezialpreis der Jury, Beste Regie, Bestes Stück, Beste OffProduktion usf.) waren Männern vorbehalten. Nestroypreis Frauen 27,3% Männer 72,7% STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag 135 645 EUR vergeben. Davon entfielen 71 030 EUR auf weibliche Studierende, also 52,4%, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr(41,5%) entspricht. Studienbeihilfen Stipendien an Männer 47,6% Stipendien an Frauen 52,4% Am Ende dieses Berichtes nun der Eröffnungsvortrag der feministischen Theoretikerin Christina Thürmer-Rohr,„Immer wieder Anfangen – Entwicklungen und Perspektiven feministischer Kritik“, anlässlich der Veranstaltung,„Frauen – was nun?“ von Literatur im März. Daran schließt die gekürzte Wiedergabe der ebendort stattgefundenen Podiumsdiskussion Frauen in Bewegung. Karin Rick 2 Differenz der Geschlechter hat der Feminismus nicht erfunden, sondern er versucht, sie zu entschlüsseln. Und als solche zu entschlüsselnde Frage ist die These von der Geschlechterdifferenz bis heute ein Kernstück der Frauenforschung geblieben, auch wenn viele neue Gedanken Einzug hielten. Trotz der Allgegenwart und Offensichtlichkeit der Geschlechterdifferenz blieb die These nicht unwidersprochen. So entwickelten sich im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte gegen die Deutung der Gewalt als eindeutig geschlechtsspezifisches Problem, gegen die Aufteilung der Welt in gewaltagierende Männer und gewalterleidende Frauen empirische und theoretische Einwände. Diese Entwicklungen sollen i.f. exemplarisch in fünf inhaltlichen Stationen darstellt werden. Vermutlich gibt es keinen Konsens darüber, welches Gewicht der jeweilige Aspekt für den weiteren Diskurs hatte. Andere werden andere Schwerpunkte setzen 2 , und ich behaupte nicht, dass sie„den Feminismus“ repräsentieren, denn einen Feminismus gibt es nicht, gab es nicht und gibt es erst recht heute nicht mehr. Gewalt an Frauen, Gewalt mit Frauen, Gewalt von Frauen 1. Frauen als Opfer von Gewaltverhältnissen In den späten sechziger und den siebziger Jahren basierte die autonome feministische Bewegung auf der These einer radikalen Geschlechterdifferenz. Alle Frauen hatten demnach- jenseits der Biologie – etwas gemeinsam, nämlich eine Gewaltgeschichte, die sie als minderwertige Menschen definiert, in die öffentliche Randständigkeit gedrängt und alltäglichen Verletzungen ausgeliefert hat- eine Geschichte der Unterdrückung, die Frauen über die Klassen- und Kulturunterschiede hinweg verbinde. Der Feminismus der Anfangszeit sah Frauen als Einheit: einerseits als kollektiv Leidtragende des Geschlechterskandals, andererseits als„revolutionäres Subjekt“, dem ein gemeinsames Verändern der monogeschlechtlichen Welt zugesprochen und zugetraut wurde. Patriarchat galt als männliches Gewaltsystem ohne Frauen und gegen Frauen, als weltweites geschlechts-apartes Werk. Alles Unrecht der Vergangenheit mit seinen gegenwärtigen Folgen und alles gegenwärtige Unrecht mit seinen zukünftigen Folgen wurde damit auf gleiche Ursprünge zurückgeführt. Es fand den gleichen großen Überbegriff, die gleiche Erklärung in einer weltweit und prinzipiell gleich wirkenden männlichen Dominanz und Gewalt. Das waren universalistische Gesten, Weltaussagen, monokausal, generalistisch, übernational, klassen-, kultur- und epocheübergreifend 3 . Bewusst verallgemeinernd fasste der Begriff Patriarchtskritik das gesamte kulturelle Unrechtsspektrum zusammen- Kreuzzüge, Kolonialismus, Hexen- und Judenverfolgung, Gulag, Auschwitz und Hiroshima, Naturzerstörung, Vergewaltigung und alltägliche Gewalt: verschiedenste Untaten mit gleichen Ursachen und strukturell gleichen Tätern Männern. Frauen waren, wie es schien, an dieser wahnsinnigen Geschichte nicht verantwortlich beteiligt. Der große Singular die Frau strukturierte eine neue Unrechtsordnung und schaffte damit auch ein neues Unrechtsbewusstsein. Dieses dokumentierte sich darin, den Gegner, das Geschlecht der Männer, zur Verantwortung zu ziehen und die Selbstbestimmung der Frauen einzufordern. Die Entdeckung der Welt als Welt des Mannes war gleichbedeutend mit der Entdeckung des Opfers Frau. Machtferne war identisch mit Schuldferne, Machtlosigkeit identisch mit Schuldlosigkeit. Diese provokativen Thesen waren in ihrer Absolutheit bewusst abstrakt und vereinfachend. Wie jedes politische Anfangen enthielten sie mit ihrem veränderten Blick auf die Wirklichkeit einerseits die Chance, die Zwangsläufigkeit des Weiter-so zu unterbrechen, andererseits auch die Gefahr, neue Verfälschungen der Wirklichkeit zu schaffen 4 . Dennoch war die Anprangerung der historischen Geschlechterordnung als Gewaltakt ein Politikum sondergleichen. Sie war geeignet, einen fraglosen und ungerechten sozialen Konsens aufzustören. Sie deckte den flächendeckenden Skandal normaler Frauenverachtung auf. Sie zeigte den Riß zwischen den Geschlechtern. Sie lieferte plausible Erklärungen für die Gewaltgeschichte der eigenen Kultur, ebenso für die Gewalterfahrungen der persönlichen Alltage, für persönliches Leid und politisches Unbehagen. Sie erfand die Einheit der Betroffenen und setzte eine zeit lang völlig unbekannte Solidaritätsgefühle unter Frauen frei. Sie 2 Z.B. Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis: Gewalt. Heft 56/57, 2001 3 Karin Schrader-Klebert: Die kulturelle Revolution der Frau. In: Kursbuch Nr.17. Berlin 1969, S.1-46 4 Christina Thürmer-Rohr: Die Anstößigkeit der Freiheit des Anfangens. Feministische Kritik Feminismuskritik. In: Daniel Ganzfried/Sebastian Hefti(Hsg.): Hannah Arendt- Nach dem Totalitarismus. Hamburg 1997, S.135-146 3 machte viele Frauen zu öffentlichen Anklägerinnen. Sie verschaffte ihnen aber auch die Legitimation, sich ungehindert auf die Seite aller Geschädigten und Leidtragenden zu schlagen, sich vom Damoklesschwert eigener Kollaboration zu befreien und von eigenen politischen Schuldfragen zu entlasten. 2. Frauen als Mittäterinnen an Gewaltverhältnissen Seit den frühen achtziger Jahren wurden die verallgemeinernden und entlastenden Positionen dieser Anfangszeit in Frage gestellt durch die These von der Mittäterschaft der Frauen. Diese besagt, daß Frauen den angeklagten Gewaltverhältnissen nicht wie einer von außen kommenden Macht gegenüberstehen, sondern daß sie jene auch bedienen und an ihnen mitwirken. Die Handlungen von Frauen sind demnach nicht nur aufgezwungene und ihre Handlungsbegrenzungen nicht nur durch äußere Gewalt verhinderte Handlungen, sondern sind auch selbstgewählt, oft selbstgewollt, vor allem aber den patriachalen Verhältnissen nützlich. Frauen werden nicht nur verletzt und mißbraucht und werden nicht nur verstrickt in ein schädigendes System, sondern steigen auch eigentätig ein, gewinnen Privilegien, ernten fragwürdige Anerkennung. Sie profitieren von ihren Rollen, sofern sie sie erfüllen. Die Bereitschaft vieler Frauen zur magdseligen oder herrenhaften Unterstützung eines männlich beherrschten Tuns und Denkens sind gerade der Triumph, den dieses System feiern kann. Die Frage nach der Mitbeteiligung von Frauen an Kulturentwicklungen, von denen sie selbst gedemütigt und an denen sie selbst schuldig werden, ist in der Geschichte der Frauenbewegung seit weit mehr als 100 Jahren immer wieder aufgeworfen worden 5 , wenn auch nur zögernd und vorsichtig, in Nebensätzen oder zwischen den Zeilen. Den quälenden Verdacht der Komplizenschaft von Frauen offensiv als Mittäterschaft zu benennen, war der Versuch, das Problem mit einem zu definierenden Begriff aufzufinden, ihm einen Namen zu geben, um seine politische und persönliche Dimension begreifen und Wege der Analyse und Veränderung finden zu können 6 . Die Mittäterschaftsthese verstand sich als ein methodischer Versuch, den Funktionsweisen der patriarchalen Gesellschaft auf die Spur zu kommen. Mit ihrer Hilfe sollte der hartnäckige Erfolg organisierter Ungerechtigkeiten durchschaubar gemacht werden und Frauen sich herausgefordern lassen, die kollektive Unterstützungs- und Zuarbeit aufzudecken und die ritualisierte Zusammenarbeit der Geschlechter zu konterkarrieren. Das Konzept der Mittäterschaft wendete sich damit auch gegen eine General-Definition von Frauen als kollektive Opfer der Verhältnisse und damit gegen die Entlastung von eigenen Verantwortungen. „Es ist trügerisch, zu meinen, Frauen führten... ein unabhängiges Eigenleben parallel zu den patriarchalen Taten, sozusagen an einem anderen Ort... Vielmehr hat eine differenzierte geschlechtliche Interessensverquickung... die Mittäterschaft von Frauen hergestellt, damit sie Männer nicht verraten, bekämpfen oder in ihren Taten behindern... Wir sind zu Mittäterinnen geworden, wenn wir... komplementär zum ‚männlichen‘ ein ‚weibliches‘ Verhaltensrepertoire entwickelt und praktiziert haben, ein Gegengewicht; wenn Frauen sich dem Mann hinzuaddieren als das untergeordnete andere Geschlecht; wenn Frauen das männliche Individuum schützen und abschirmen, indem sie ihre Ressorts... so strukturieren, daß der Mann für seine Taten freigesetzt werden kann...,(wenn wir) so handeln und denken, wie es einer patriarchalen Logik entspricht und diese als menschliche Logik mißverstehen... So werden Frauen höchstens zu Konkurrentinnen von Männern; so sind sie im männlichen Bündnis aufgenommen, so droht von ihnen keine Gefahr. Sie gehören dazu“ 7 . Die Mittäterschaftsthese schützte Frauen nicht mehr durch eine Unrechtsdefinition, die sie in ein großes Opferkollektiv hatte verwandeln wollen. Frauen waren nicht mehr nur geprägt durch gemeinsame Leiderfahrungen, sondern ebenso durch ihre Gewohnheit, sich mit der Höherbewertung des Mannes abzufinden und sie selbst zu betreiben, gesellschaftliche Täter zu decken und sich mit der Permanenz struktureller Gewalt zu arrangieren. Frauen sind beteiligt, sofern sie die Verhältnisse 5 z.B. Hedwig Dohm: Der Frauen Natur und Recht. Zwei Abhandlungen über Eigenschaften und Stimmrecht der Frauen(Orig. Berlin 1876). Reprint Neunkirch 1986. Siehe dazu: Christina Thürmer-Rohr:„... Opfer auf dem Altar der Männeranbetung“. In: Gudrun Kohn-Waechter(Hsg.): Schrift der Flammen – Opfermythen und Weiblichkeitsentwürfe im 20. Jahrhundert. Berlin 1991, S.23-37 6 Christina Thürmer-Rohr/Carola Wildt u.a.: Mittäterschaft und Entdeckungslust. Berlin 1989, S.9 7 Christina Thürmer-Rohr: Von der Täuschung in die Ent-Täuschung. In: Vagabundinnen – Feministische Essays. Berlin 1987, S.41 f. 4 dulden, nicht eingreifen, sich verstecken, sich nicht zuständig sehen, sich arrangieren und so selbst zum unentbehrlichen ergänzenden oder verstärkenden Bestandteil des ganzen Ensembles werden. Die These war eine Provokation für alle, die dem Ideal einer„weiblichen“ Identität nachhingen, mit dem Frauen sich selbst gern als das„andere Geschlecht“ sahen, als unwesentliche Andere oder glücksversprechende Andere des Mannes, als das Andere der Männlichkeit, das Andere der patriarchalen Vernunft, im Besitz auch eines anderen Verhaltens, einer geschlechtsspezifisch anderen Moral, Sprache, Denkweise etc. Die Mittäterschaftsthese wollte jene Logiken freilegen, die eine Kollektivperson Frau als Objekt gesellschaftlicher Prägeverfahren und Gewalt produzieren will. Das Mißtrauen traf nicht nur die Männergesellschaft, sondern auch die Frau in der Männergesellschaft 8 , und damit veränderte sich die Sicht auf beide. Zurückgewiesen wurde damit ein weibliches Selbstbild, das erstrangig einen Außenfeind- Männer, Herrschende, Täter oder„das System“- für die erfahrenen und beobachteten Leiden verantwortlich macht, irritiert wurde auch die Dauer-Empörung der Betroffenen über selbsterfahrenenes Unrecht, sofern diese Empörung den Eigenanteil systematisch verdeckt. Die These von der Mittäterschaft vertrug sich nicht mehr reibungslos mit der feministischen Ausgangsthese von der Geschlechterdifferenz. Sie löste die eindeutige Unterscheidbarkeit zwischen Männern und Frauen, Tätern und Opfern auf, sie störte das kollektive Sich-Einrichten im angenehmen Wir der Heilgebliebenen, auch die Aussicht auf einen gemeinsamen oder gleichen Weg. Denn jeder Frau war jetzt die Entscheidungskompetenz zurückzugeben, mit der sie über den Grad ihrer Komplizenschaften wie ihrer Entstrickungen wohl oder übel selbst zu bestimmen hatte. Allerdings ging die Mittäterschaftsthese weiterhin von der Überzeugung aus, daß Frauen trotz aller ihrer Involviertheiten ein Potential mitbringen, das sie fähig machen könnte, sich aus den Umklammerungen zu lösen und der Gewalt zuwiderzuhandeln. Sie gestand Frauen eine größere Chance zur Veränderung zu. 3. Deutsche Frauen als Mittäterinnen und Täterinnen im Nationalsozialismus Nachdem die NS-Forschung nach 1945 die Rolle der Frauen ausnahmslos ausgeklammert und die Frauengeschichtsforschung in den siebziger Jahren erstrangig nach Widerstandskämpferinnen gesucht oder Frauen als Leidtragende und tapfere Überlebensarbeiterinnen dargestellt hatte 9 , kamen seit Mitte der achtziger Jahre Zweifel auf, ob deutsche Frauen- die Mütter meiner Generation- sich wirklich von ihrer Beteiligung freisprechen oder freisprechen lassen können: Zweifel an der„Gnade der weiblichen Geburt“ 10 . Historikerinnen begannen Zug um Zug nachzuweisen, daß deutsche Frauen nicht nur Opfer der NS-Politik waren, sondern auch andere zu Opfern gemacht haben 11 und- nicht nur in Ausnahmefällen- zu Täterinnen geworden sind. Der Streit um diese Frage, der als „Historikerinnenstreit“ in die Literatur einging 12 , geht in seinen Konsequenzen über die nationalsozialistische Ära weit hinaus 13 . Er betrifft grundsätzliche Fragen nach der Trennschärfe und Tragfähigkeit der Geschlechterdifferenz und damit auch nach der Geschlechtsspezifik der Gewalt. Es ist deswegen kein Zufall, daß die Frauen-Forschung zum Nationalsozialismus einen eminent wichtigen Einfluß auf beide, die Geschlechter- und die Gewaltfrage ausgeübt hat. 8 Christina Thürmer-Rohr: Mittäterschaft der Frau- Analyse zwischen Mitgefühl und Kälte. In: Mittäterschaft und Entdeckungslust. Berlin 1998, S.87 ff. 9 Siehe z.B. Annette Kuhn/Valentine Rothe(Hsg): Frauen im deutschen Faschismus, Bd.1 und 2. Düsseldorf 1982 10 Die Formulierung nimmt Bezug auf die viel kritisierten Satz des Bundeskanzlers Helmut Kohl, der im Hinblick auf die Geschichtsverantwortung von der„Gnade der späten Geburt“ gesprochen hatte. Karin WindausWalser: Gnade der weiblichen Geburt? – Zum Umgang der Frauenforschung mit Nationalsozialismus und Antisemitismus. In: Feministische Studien, 6.Jg., Nr.1, 1988, S.102-115 11 Claudia Koonz: Mütter im Vaterland – Frauen im Dritten Reich. Freiburgi.Br. 1991 12 Beginn der Debatte mit dem Streit zwischen Gisela Bock und Claudia Koonz: Gisela Bock: Die Frauen und der Nationalsozialismus – Bemerkungen zu einem Buch von Claudia Koonz. In: Geschichte und Gesellschaft, H.15, 1989, S.563-579; Claudia Koonz: Erwiderung auf Gisela Bocks Rezension von ‚Mothers in the Fatherland‘. In: Geschichte und Gesellschaft, H.18, 1992, S.400-404 13 Gudrun-Axeli Knapp: Traditionen – Brüche. Kritische Theorie in der feministischen Perspektive. In: Elvira Scheich(Hsg.): Vermittelte Weiblichkeit – Feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie. Hamburg 1996, S.140 5 Mittlerweile existiert ein ausführliches Wissen über die Rolle von Frauen als Vor- und Mitdenkerinnen der NS-Rassenideologie 14 , als Führerinnen der NS-Frauenorganisationen und des BDM 15 , als Autorinnen der Frauenpresse, als SS-Helferinnen im SS-Apparat, als Wehrmachtshelferinnen im weiblichen SS-Korps, als SS-Ehefrauen 16 , als Krankenpflegepersonal 17 , als Fürsorgerinnen und Pädagoginnen 18 , als Denunziantinnen 19 , als ganz normale Frauen und Mütter 20 . Die Ergebnisse zeigen, daß offenbar die Mehrheit der – nicht verfolgten – deutschen Frauen das Gewaltsystem billigte oder sich mehr oder weniger klaglos mit ihm abfand, und eine einflußreiche Minderheit aus allen sozialen Schichten sich aktiv an Rassenpolitik und Völkermord beteiligte. Dabei herrscht heute weitgehender Konsens darüber, daß die trennscharfe Zuordnung zu den Entweder-Oder-Kategorien Opfer oder Täterin den Realitäten kaum gerecht wird 21 , weil viele beides zugleich waren, daß weiterhin bei allen quantitativen und qualitativenUnterschieden zwischen den Taten der Männer und denen der Frauen die Überzeugungen„ganz normaler Frauen“ sich von denen vergleichbarer „normaler Männer“ nicht grundlegend unterschieden 22 . Als ein Ergebnis ihrer detaillierten historischen Forschungen nannte Gudrun Schwarz die SS und die NS-Gesellschaft ein Ensemble von Männern und Frauen 23 . Das ist eine folgenreiche Definition, denn sie bricht mit der alten Übereinkunft, daß es sich bei der SS um das Protobeispiel eines faschistischen Männerbundes und bei der NS-Gesellschaft um das Extrem männlicher Terrorherrschaft gehandelt habe, die sich gerade durch den Ausschluß der Frauen zu ihren einzigartigen Verbrechen fähig gemacht habe. Die Definition Ensemble von Männern und Frauen nimmt demgegenüber das Gesamtunternehmen, den Tatzusammenhang, das Gesamtgewebe des NS-Systems mitsamt seinen leisen oder stillen Akteurinnen in den Blick. Ganz normale Frauen werden damit zu Subjekten, die zum Gesamtwerk gehören und sich mit dem Hinweis auf Geschlechterdifferenz und Machtarmut vom ihm grundsätzlich nicht entlasten können. Die Gesamtgewalt braucht auch die, die Gewalt gegen Andere nur billigen, ohne sie selbst auszuführen. Die Asymmetrie der Geschlechter birgt dann für die Frauen keine moralische Absolution mehr und das Argument der Machtlosigkeit, wie es auch in den gängigen Verteidigungsreden vom„Rädchen im Getriebe“ hinlänglich wiederholt worden ist, wird damit zu nichts anderem als zu dem Versuch, sich aus den Verantwortung zu stehlen. 14 z.B. Leonie Wagner: Nationalsozialistische Frauenansichten – Vorstellungen von Weiblichkeit und Politik führender Frauen im Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 1996 15 z.B. Andrea Böltken: Führerinnen im Führerstatt. Pfaffenweiler 1995; Dagmat Reese: Weibliche Jugendliche in der Führung des Bundes Deutscher Mädel. In: Kirsten Heinsohn/Barbara Vogel/Ulrike Wwckel(Hsg.): Zwischen Karriere und Verfolgung. Frankfurt am Main 1997 16 Gudrun Schwarz: Verdrängte Täterinnen – Frauen im Apparat der SS. In: Theresa Wobbe(Hsg.): Nach Osten: Versteckte Spuren nationalsozialistischer Verbrechen. Frankfurt am Main 1992, S.197-227; Gudrun Schwarz: Die Frau an seiner Seite. Ehefrauen in der„SS-Sippengemeinschaft“. Hamburg 1997. Gudrun Schwarz: SSAufseherinmnen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. In: Dachauer Heft, H.10, 10.Jg.,1994, S.33-49. Gudrun Schwarz: Frauen in der SS: Sippenverband und Frauenkorps. In: Kirsten Heinsohn u.a., a.a.O., S.223244. 17 Jutta Dornheim/Ulrike Greb: Theoretische Ansätze zur Diskussion über die Beteiligung von Krankenpflegepersonal an den Patientenmorden im Nationalsozialismus. In: Ortrun Niethammer(Hsg.): Frauen und Nationalsozialismus. Osnabrück 1996, S.10-23 18 Helge Knüppel-Dähne/Emilija Mitrovic: Helfen und Dienen. Die Arbeit von Fürsorgerinnen im Hamburger öffentlichen Dienst während des Nationalsozialismus. In: Hans-Uwe Otto/Heinz Sünker(Hsg.): Soziale Arbeit und Faschismus. Frankfurt am Main 1989, S.175-197. Angelika Ebbinghaus(Hsg.): Opfer und Täterinnen Frankfurt am Main 1996 19 Katrin Dördelmann:„Aus einer gewissen Empörung hierüber habe ich Anzeige erstattet“ – Verhalten und Motive von Denunziantinnen. In: Kirsten Heinsohn u.a., a.a.O., S.189-205 20 Claudia Koonz: Mütter im Vaterland, a.a.O. Claudia Koonz: Reaktionen katholischer und protestantischer Frauen in Deutschland auf die nationalsozialistische Sterelisationspolitik. In: Leonore SiegeleWenschewitz/Gerda Stuchlik(Hsg.): Frauen und Fashismus in Europa. Pfaffenweiler 1990, S.114-136 21 Oina Eschenbach: Über die Notwendigkeit, den ‚Täterinnen‘-Begriff zu revidieren. In: Werkstatt Geschichte, H.12, 4.Jg., 1995, S.4. Annette Kuhn: Dimensionen der Täterschaft deutscher Frauen im NS-System. In: Annette Bertram(Hsg.): Dichotomie, Dominanz, Differenz. Frauen plazieren sich in Wissenschaft und Gesellschaft. Weinheim 1995, S.30 22 Gisela Bock: Ganz normale Frauen. Täter, Opfer, Mitläufer und Zuschauer im Nationalsozialismus. In: Kirsten Heinsohn/Barbara Vogel/Ulrike Wecke(Hsg.): Zwischen Karriere und Verfolgung. Frankfurt am Main/New York 1997 23 Gudrun Schwarz: Die Frau an seiner Seite, a.a.O., S.7 6 Der Beitrag der Frauen zur Gesamtleistung der Gewalt lag in der Art ihres Agierens, Mitagierens, Mitdenkens, im Umsetzen nationalsozialistischer Ideologie und rassistischer Prinzipien aus untergeordneter Position, mit weiblichen Mitteln, die dem Gesamtsystem entsprachen und dienten. Solange man den Nationalsozialismus als eine faschistische Diktatur bezeichnete, die über das Volk verhängt ist, konnte er auch zur Metapher der Diktatur von Männern über Frauen werden. In einer Diktatur ist alle Macht bei den Herrschenden und wird das ohnmächtige Volk- bzw. die ohnmächtige Frau- gewaltsam niedergehalten. Mit dem Begriff Ensemble aber wird der Nationalsozialismus nicht mehr nur als diktatorisches, sondern als totalitäres System verstanden, das die differenzierte Mitwirkung unterschiedlich positionierter Menschen braucht, die Komplizenschaft der Mehrheit. Das Ensemble der deutschen Volksgemeinschaft war ein mehrchöriges, mindestens„doppelchöriges“ Ensemble, in dem Männer und Frauen für das gemeinsame rassistische Ziel ihre ebenso unterschiedliche wie unentbehrliche Funktion wahrnahmen 24 . Die Geschlechterdifferenz dieses Systems kann die Frauen nicht von Gewalt entlasten, sie zeigt die eine und die andere Seite der gleichen Gewalt. 4. Westliche/weiße Frauen als Täterinnen in der westlichen Moderne Bis Ende der achtziger Jahre hatte sich die westliche feministische Bewegung trotz aller internen Meinungsverschiedenheiten als die wesentliche Antithese zur herrschenden Norm verstanden. Diese stolze Überzeugung geriet ins Wanken durch Impulse von"Außen", das kein Außen ist, sondern den Inländerinnen oft als Außen erscheint. Es war der Beginn einer zum Teil erzwungenen, zum Teil auch selbstgesuchten interkulturellen Öffnung, der Öffnung gegenüber den sogenannten Anderen. Migrantinnen aus nichteuropäischen Ländern bezeichneten den Mainstream-Feminismus als eine Variante eurozentrischen Denkens. Schwarze Frauen hielten nicht nur der weißen Gesellschaft, sondern auch dem Feminismus der weißen Gesellschaft 25 rassistische Tendenzen vor, jüdische Frauen klagten antisemitische Haltungen an – für viele der Angegriffenen ein Schock, eine unbeliebte, ziemlich ungelegen kommende, zugleich aber hochnotwendige Konfrontation 26 . Die"konkreten Anderen" hielten weißen deutschen Frauen einen Spiegel vor, in dem eigene rassistische Orientierungen und ein beschränkter Verantwortungsraum zu erkennen waren, außerdem die Eindimensionalität von Unrechtsvorstellungen, wie sie aus der Verabsolutierung einer Gewalt folgt, der Gewalt gegen Frauen. Die Neigung, Unrechtsbewußtsein erstrangig an selbsterfahrener Gewalt zu orientieren 27 und die selbsterfahrene Geschlechterhierarchie zum Modell von Herrschaft überhaupt zu erheben, wurde manchen schockartig als Ausdruck der Entlastungsinteressen und Ignoranz von Mitgliedern der Weißen und westlichen Welt vor Augen geführt: als Ausdruck eigener Gewalt. Diese Konfrontation beförderte Weiße Frauen auf die Seite derjeniger, von denen sie sich mehr oder weniger separiert gesehen und gehalten hatten: auf die Seite der Mehrheit in der eigenen Kultur. Der Zusammenbruch der sozialistischen Welt und die deutsche Vereinigung führten zu weiteren Zusammenstößen und Verstummungen. Unsere unter großen Anstrengungen gefundenen Erkenntnisse und Strategien trafen im Osten nicht auf die naiv erhoffte Gegenliebe, eher auf Ablehnung oder Reserve. Wir mußten einsehen, daß„unsere“ feministischen Errungenschaften in den großen Topf des Ost-West-Konflikts fielen, daß uns unser Sonderstatus als„Andere im eigenen Land“ nicht abgenommen wurde, jedenfalls keinesfalls in einer von uns gefertigten Definition. Die deutsche Mauer wurde- auch als jeweilige Mauer im Kopf- zum Symbol des eingeschränkten und ausgrenzenden Blicks. Das eigene Denk- und Kritikinstrumentarium versagte, griff nicht mehr, war zu 24 Christina Thürmer-Rohr: Die postmodern These vom Tod der Geschichte – Feminismus und der Holocaust. In: Ortun Niethammer(Hsg.): Frauen und Nationalsozialismus. Osnabrück 1996, S.24-41 25 z.B. Audre Lorde/Adrienne Rich: Macht und Sinnlichkeit – Ausgewählte Texte. Berlin 1991. Gloria I. Joseph (Hsg.): Schwarzer Feminismus – Theorie und Politik afro-amerikanischer Frauen. Berlin 1993. Frauen gegen Antisemitismus – Der Nationalsozialismus als Extremform des Patriarchats. Zur Leugnung der Täterschaft von Frauen und zur Tabuisierung des Antisemitismus. In: Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis, Heft 35, 1993, S. 77-89. Susanne Kappeler: Der Wille zur gewalt – Politik des persönlichen Verhaltens. München 1994. Brigitte Fuchs/Gabriele Habinger(Hsg.): Rassismen und Feminismen – Differenzen, Machtverhältnisse und Solidarität zwischen Frauen. Wien 1996. Bell hooks: Sehnsucht und Widerstand – Kultur, Ethnie, geschlecht. Berlin 1996. Olga Uremovic/Gundula Oerter(Hsg.): Frauen zwischen Grenzen – Rassismus uns Nationalismus in der feministischen Diskussion. Frankfurt am Main 1997 26 Olga Uremovic/Gundula Oerter(Hsg.): Frauen zwischen Grenzen, a.a.O., S.7 27 Christina Thürmer-Rohr: Wir und die Anderen – Überlegungen zum Unrechtsbewußtsein. Berlin 1994, S.135 ff. 7 abstrakt, zu dichotom, zu eng oder zu provinziell geworden, besser: es zeigte sich als das, was es war: als Stoff einer begrenzten Welt, Repertoire einer Käfigexistenz, deren InsassInnen meinen, hier sei die Welt versammelt, Stoff einer Kultur, die auf Kenntnis und Erkenntnis der Anderen nicht angewiesen zu sein meint, nicht auf Selbsterkenntnis über die Erkenntnis der Anderen und die Auswirkungen des eigenen Tuns auf Andere 28 . Die dramatischen Auseinandersetzungen machten den zerbrechenden oder bereits zerbrochenen Konsens unübersehbar. Er blieb nicht folgenlos. Die neunziger Jahre brachten ein weites Spektrum zwischen Verletzung, Rückzug, Dialogversuchen und neuen Arbeitsinhalten zutage. Zu den letzeren gehören z.B. die Geschichte der westlichen Hegemonie, die weitgehend aus dem"normal"feministischen Wissensrepertoire ausgespart geblieben oder wiederum nur geschlechtsspezifisch und opferorientiert gedeutet worden war, die Geschichte des europäischen Kolonialismus, des weißen Rassismus und modernen Antisemitismus. Was damals oft schmerzlich gelernt werden konnte, war die Kritik an einer Identitätspolitik, sofern sie die eigene Gruppe rehabilitieren will und den eigenen Maßstab zum Maßstab überhaupt macht. Identitätspolitik, die„die Frauen“ repräsentieren will, stülpt eine Perspektive allen anderen über, womit der westliche Feminismus eine eigennützige Veranstaltung von und für westliche Frauen würde. Er würde damit zugleich eine typische Veranstaltung der westlichen Moderne. Der Versuch, die Hälfte der Menschheit unter den verschiedensten Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Herkünften in einem allumfassenden androzentrischen System zusammenzuschmieden, wurde als Aneignungsakt vorgeführt, der einer Form von Kolonisierung gleichkommt. Feministische Kritik begann, sich mit diesen Definitionsgesten zu befassen, die sich zu universalen Ursachenanalysen hatte ermächtigen wollen und die ethnischen, rassistischen, ökonomischen Unterdrückungen durch die westliche Kultur zum nachgeordneten Faktor gemacht hatte. Solche Vereinnahmungsakte schließen diejenigen aus, die sich gegen die Eingemeindung in das vereinte Unterdrückungsobjekt die Frau aus den verschiedensten Gründen sperren, vor allem diejenigen, die darauf bestehen, daß ihre Lebens- und Unterdrückungserfahrungen mehr mit der Übermacht der westlichen und weißen Welt zu tun haben als mit männlicher Dominanz innerhalb der eigenen Kultur und Gesellschaft. Einfach waren solche Einsichten nicht. Wir hatten zuerst das verzweifelte Gefühl, daß alle unsere Erkenntnisse und Werte im Leeren verpuffen. Das Bewußtsein der Zugehörigkeit zur dominanten westlichen Kultur gab den Realitäten ein neues erschreckendes Gewicht- dem realen Haß der Betroffenen auf kulturelle Kolonisierungen durch den globalisierten Westen, dem Haß auf westliche Lebensformen und auf eine Freiheit, die sich oft in zynischer Selbstbehautung erschöpft, ebenso dem Weißwaschen der Gewaltförmigkeit, der Blindheit und Ignoranz gegenüber ihren Folgen, der selbstverständliche Gleichgültigkeit gegenüber Anderen. Das war eine Konfrontation nicht mehr mit männlicher Gewalt, sondern mit der Gewalt der Moderne: mit einer kulturellen Differenz, die mit der Veränderung der politischen Geografie an Drastik zunahm und für die alle, die von ihr profitieren gleichermaßen verantwortlich sind. Mit der Thematisierung des Rassismus im weitesten Sinne konnte die Frauenbewegung nicht mehr an der Hypothese festhalten, die Geschlechterdifferenz sei das konstituierende Element zwischenmenschlicher Gewalt. Wenn feministische Politik sich gegen alle Formen der Unterdrückung wenden will, dann muß sie auf dem komplexen Zusammenhang der verschiedenen und ineinander verwobenen Gewaltverhältnisse basieren 29 . Im Streit zwischen einheimischen, migrierten, weißen, schwarzen, christlichen, jüdischen, islamischen, nördlichen, südlichen, westlichen, östlichen Frauen machten sich zunächst alle zu Repräsentantinnen ihrer jeweiligen kulturellen Herkünfte bzw. wurden dazu gemacht: zu Repräsentantinnen historischen und gegenwärtigen Unrechts auf der Täter- oder der Opferseite des Weltgeschehens. Westliche Herkunft bedeutete Herrschaft, östliche Herkunft bedeutete Antifaschismus, lateinamerikanische Herkunft bedeutete Kolonisation, afrikanische Herkunft bedeutete Versklavung, jüdische Herkunft bedeutete Holocaust etc. etc. Mit dieser Grobheit politischer Begrifflichkeiten wurden Gräben vertieft, die solange vollkommen unüberwindlich erschienen, wie wir uns gegenseitig nur und ausschließlich als Stellvertreterinnen unrechtsausübender bzw. unrechterleidender Systeme, Kulturen, Geschichten wahrnahmen – eine Sackgasse, die in nichts anderem landen kann als in den endlosen 28 Christina Thürmer-Rohr: Kopfmauern – Wir im Westen, ihr im Osten. In: Verlorene Narrenfreiheit. Berlin 1997, S.91-110 29 Olga Uremovic/Gundula Oerter(Hsg.): Frauen zwischen Grenzen, a.a.O., S.13 8 Grabenkämpfen der Konkurrenz der Opfer 30 , eines heillosen Kampfes zwischen den Verkannten und den Verkennenden. 5. Die Gewalt des Klassifizierens – Geschlecht als totalitäres Konstrukt Außerhalb der feministischen Diskurse waren schon in den siebziger/achtziger Jahren in verschiedenen europäischen Ländern Denkrichtungen entstanden, die großenteils als Widerstandslinien gegen die politisch-moralischen Katastrophen und damit gegen das Versagen der Moderne entstanden waren, sog. postmoderne Ansätze. Zugrunde liegt ihnen – jedenfalls einigen- die Erschütterung über die ökonomische, politische, militärische, ideologische Gewalt der Moderne und der als modern gekennzeichneten Verbrechen des zwanzigsten Jahrhunderts, über die Utopien der Säuberung, über den gewalttätigen Bezug gegenüber den Anderen und dem Anderen überhaupt. Als eine Konsequenz aus dieser Geschichte stellten postmoderne Denkansätze die Erfindung trennscharfer Kategorien in Frage, mit denen Kulturen und Menschen definiert, einsortiert, aussortiert, eingeschlossen und ausgeschlossen werden. Das Klassifizieren selbst wurde als Gewaltakt diagnostiziert, als eine Gewalt, mit der das der jeweiligen Norm nicht zugehörige„Andere“ aussortiert wird – der Fremde gegenüber dem Einheimischen, der Ausländer gegenüber dem Staatsbürger, der Schwarze gegenüber dem Weißen, der Jude gegenüber dem„Arier“, die Frau gegenüber dem Mann etc. 31 Die Kritik an solchen Kategorien, die einerseits die Einheit der Zugehörigen konstruieren, andererseits deren Fundamentalunterschied zu allem Nichtzugehörigen behaupten, ist letztlich eine Kritik an allen Totalaussagen und totalitären Definitionen, die Menschengruppen zum Singular, zur Einheit machen wollen und damit die Pluralität der immer verschiedenen Menschen zerstören. Die postmoderne Kritik übte einen starken Einfluß auf das feministische Denken der neunziger Jahre aus. Sie brachte eine neue radikale Sicht auf Gewalt mit sich, Sie kennzeichnete die gewohnten Einteilungen mit den ihnen innewohnenden Identitätsvorstellungen, den Ordnungswahn von Unterscheidungen mit ihren qualifizierenden und hierarchisierenden Absichten als immer ausschließenden Gewaltakt. Sie bestritt damit auch jedes Recht auf definierende Zugriffe auf andere Menschen. Diese Positionen waren eine weitere folgenreiche Attacke auf die These von der Geschlechterdifferenz. Denn diese Differenz basiert ja gerade auf den trennscharfen Kategorien männlich – weiblich, Mann – Frau und schließt alle Unstimmigen aus, alle, die das„falsche Leben„ leben, der falschen Kategorie angehören, keine eindeutigen Identitäten oder nur Bindestrichidentitäten vorweisen können 32 . Die Kritik trifft auch das feministische Subjekt„die Frau“. Diese angebliche Einheit„Frau“ ist ein Ergebnis von Kategorisierungsverfahren, die selbst Ausdruck von Gewalt sind, einer gewaltsamen Einteilung der Vielheit der Menschen in zwei Geschlechter. Mit einer Kritik, die sich gegen alle Kategorisierungen von Menschen richtet, die deren Pluralität zerstören 33 , bleibt von der Zweigeschlechtlichkeit und vom sogenannten Weiblichen nicht viel mehr übrig als das einfältige Ergebnis eines einfältigen Herrschaftsaktes. In dieser Sicht sind„die Frau“ und„das Weibliche“ ein totalitärer Reflex auf eine totalitäre Geschlechterpolitik. Und das Totalitäre dieser Geschlechterordnung wird vom Feminismus in dem Moment übernommen, wo er mit der Besprechung und Hochjubelung von Weiblichkeit das Konstrukt wieder und wieder schafft und füllt. Die Kategorie „die Frau“ oder„die Weiblichkeit“ geben überhaupt nur solange einen Sinn, wie mit ihnen Gewalt aufgedeckt und boykottiert werden kann, statt wieder in ein essentielles Gut verwandelt zu werden. Geschlecht ist eine zu vervielfältigende, perspektivisch sogar eine aufzulösende Kategorie.„Das Subjekt des Feminismus dekonstruieren heißt nicht, den Gebrauch des Begriffs ‚Frauen‘ zensieren, sondern ihn in eine Zukunft vielfältiger Bedeutungen entlassen, ihn von den maternalen oder rassischen Ontologien befreien und ihm freies Spiel geben“ 34 . Feministischer Arbeit ginge es damit um 30 Siehe dazu: Jean-Michel Chaumont: Die Konkurrenz der Opfer. Genozid, Identität und Anerkennung. Lüneburg 2001 31 z.B. Zygmunt Bauman: Moderne und Ambivalenz – Das Ende der Eindeutigkeit. Hamburg 1992 32 z.B. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Afroamerikaner/innen, Afrodeutsche, Deutsch-Türken, jüdische Deutsche etc.etc. 33 Siehe dazu zur Orientierung: Hannah Arendt: Was ist Politik? München 1993. Hannah Arendt: Vita Activa. München 1992, S.164 ff. 34 Judith Butler: Kontingente Grundlagen: Der Feminismus und die Frage der Postmoderne. In: Seyla Benhabib/Judith Butler/Drucilla Cornell/Nancy Fraser: Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart. Frankfurt am Main 1993, S.50 9 die Dekonstruktion der erzwungenen oder eingebildeten Einheit Frau, allgemeiner um die Demontage gewaltsam über Menschen verhängter Konstrukte überhaupt, um eine Störpraxis, mit der die Pluralität auch für das zur Einheit gezwungene oder sich zwingen lassende Geschlecht„Frau“ eingefordert wird. Was hier zurückgewiesen und jedenfalls gedanklich aufgelöst wird, sind die männlichen Herrschaftsansprüche ebenso wie die Herrschaftsansprüche der westlichen Moderne, sind die Konstrukte der Zweigeschlechtlichkeit und Geschlechterdifferenz und alle auf biologischen Prämissen beruhenden Menschendefinitionen. Diese Kritik, als feministische Kritik vorgetragen, spricht nicht mehr aus der Position von Opfern. Sie denkt Frauen der westlichen Welt nicht mehr als Gewaltgeschädigte, sondern als Zeitgenossinnen, die in die Gewaltpraktiken der eigenen Kultur verstrickt sind, die Einfluß nehmen können auf die Fortsetzung wie auf die Eindämmung der Gewaltnormen, also selber handeln können und ihr Handeln selber verantworten müssen. Und sie tun es, indem sie die Pluralität der Menschen als einer Antithese zur Gewalt für sich selbst und für alle einzufordern haben. Differenz meint hier, zu respetieren, daß der/die Andere der/die Andere bleibt. Dieser Differenz muß die Politik Rechnung tragen, indem sie die Pluralität im Sinne eines gerechten Zusammenlebens der Verschiedenen organisiert. Angesichts dieser Denkgeschichte ergibt sich ein breites Spektrum neuer Fragen. Wenn Differenz und Pluralität zu Schlüsselbegriffen eines politischen und damit auch eines feministischen Denkens werden, dann geraten zum einen die Konsequenzen des historischen Geschlechterentwurfs als eines totalitären Konstrukts in den Mittelpunkt der Kritik. Mit dieser Kritik würde feminiustische Theorie zu einem Bestandteil der Totalitarismusforschung werden. Als die Kehrseite des gleichen Ansatzes taucht die Frage nach einem dialogischen Denken und Handeln auf, das ernst macht mit der Zurückweisung kategorisierenden Denkens und totalisierenden Deutens. Der Dialogismus verzichtet auf Kategorien, die Menschen vorab beurteilen und definieren und sieht in solchen Definitionen selbst Mittel der Gewalt. Gewalt, an der sich feministische Kritik entzündet hatte, bekommt damit neue theoretische und praktische Akzente. Wir bewegen uns auf unsicherem Terrain. Kooperationen und Brücken können erst entstehen, wenn wir die totalisierenden Sichten auf andere und auf uns selbst aufgeben und uns auch als Personen begegnen, denen zuzutrauen ist, selber zu handeln, das Politische zurückzufordern und der Gewalt in ihren unendlichen Gesichtern zu widersprechen – der Gewalt, die wir erfahren ebenso wie der Gewalt, an deren Funktionieren wir selbst beteiligt sind 35 . 35 Christina Thürmer-Rohr: Wir sind nicht Reisende ohne Gepäck. In: Ika Hügel/Chris Lange/May Ayim u.a. (Hsg.): Entfernte Verbindungen- Rassismus, Antisemitismus, Klassenunterdrückung. Berlin 1993, S.188-204 1 LITERATUR IM MÄRZ Thema: FRAUEN- WAS NUN? 7.-10.-März 2002 Eröffnungsvortrag CHRISTINA THÜRMER-ROHR IMMER WIEDER ANFANGEN – ENTWICKLUNGEN UND PERSPEKTIVEN FEMINISTISCHER KRITIK Ein Ausgangspunkt feministischer Bewegungen seit den siebziger Jahren war die Gewalt. In vielen Ländern der Welt haben seither Frauen entscheidenden Einfluss ausgeübt auf die Erweiterung des Gewaltbegriffs und auf die Skandalisierung des Gewaltproblems. Zugleich hat der feministische Diskurs die eigenen Positionen zur Gewalt immer wieder selbst in Frage gestellt, revidiert oder verworfen. Wenn wir den Gewaltbegriff von der körperlichen Bedrohung und Verletzung bis hin zu strukturellen Einschränkungen von Lebens- und Freiheitsrechten ausweitern und verschärfen, dann müssen wir unsere eigenen Analysen auch an dieser Definition messen und messen lassen. Das bedeutet, dass das„Geschlecht“ als Kriterium der Gewalt und die geschlechtsspezifische Opfer-TäterUnterscheidung sich relativieren. Die feministische Gewaltkritik hat somit eine dramatische Denkgeschichte durchlaufen, einen konfliktreichen Prozess der Veränderungshoffnung und Enttäuschung, der Deutung und Umdeutung, der Zuspitzung und Differenzierung. Erstens hat die Frauenbewegung die alltägliche Gewalt von Männern gegenüber Frauen aufgedeckt. Sie hat die im Privaten verborgene sexuelle und körperliche Gewalt als eine Gewalt gekennzeichnet, die die persönliche Integrität und die gesellschaftliche Teilhabe des ganzen Geschlechts der Frauen systematisch behindert und die Menschenrechte verletzt. Zweitens hat die Frauenbewegung auf einer Erweiterung des Gewaltbegriffs über dessen strafrechtliche Definition hinaus bestanden. Sie hat alle zielgerichteten psychischen Schädigungen und verbalen Verletzungen von Menschen durch Menschen und somit auch die immaterielle Seite der Gewalt als Gewalt gekennzeichnet 1 . Drittens hat die Frauenbewegung die Gewalt im männlichen Sozialcharakter aufgezeigt. Das Alltagsrepertoire der sog. Männlichkeit wurde entmythologisiert und als ein ständig wiederholter Macht- und Potenzbeweis gedeutet, als Geltungs- und Unsterblichkeitsfantasie, als ewiger Kampf gegen die eigene Mangelhaftigkeit, als heroische Selbstaufwertung mittels der Erniedrigung anderer. Viertens hat die Frauenbewegung Gewalt überhaupt als ein strukturell männliches patriarchales Phänomen deklariert. Sie hat Gewalt als„normal“ erscheinende kollektive Grundausstattung und gesellschaftliche Tat vorwiegend eines Geschlechts vorgeführt, die in ökonomischen, wissenschaftlichen, bürokratischen, militärischen Institutionen verankert ist. So war z.B. auch die Friedensbewegung Anfang der achtziger Jahre in West und Ost zu weiten Teilen ein Protest von Frauen gegen eine androzentrische und monogeschlechtliche Welt, die die Aufrüstungen der Staaten und die Verbreitung neuer Waffensysteme als Megamännlichkeitsmaschinen bis hin zu atomaren und chemischen Zerstörungsmitteln zu verantworten hat. Vor allem die Deutung der Gewalt überhaupt als Männlichkeits- oder Männertat statt als allgemeinmenschliche Herausforderung hatte sich auf eine feministische Theorie gestützt, die von der These der Geschlechterdifferenz ausging: von der Behauptung, dass Frauen und Männer essentiell verschieden sind oder faktisch verschieden gemacht worden sind, dass Frauen also als„Andere“ für den gewalttätigen Gang der Geschichte nicht, jedenfalls nicht in gleicher Weise wie Männer verantwortlich sind, dass Frauen eine andere Welt wollen und dass sie, wären sie gleichberechtigt am Lauf der Geschichte beteiligt, auch eine andere, nämlich gewaltfreiere Welt schaffen könnten. Die 1 Andrea Faulseit/ Karin Müller/ Constanze Ohms/ Stefanie Soine: Anregungen zur Entwicklung eines lesbischfeministischen Gewaltbegriffs als Grundlage für politisches Handeln. In Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis, H.56/57, 2001, S.13-30 LITERATUR IM MÄRZ 2002 Thema: Frauen – was nun? 7.-10. März 2002 Frauen in Bewegung: Bestandsaufnahme der Frauenbewegung Gekürzte Wiedergabe einer Gesprächsrunde vom 8. März 2002, die im Rahmen von„Literatur im März“ stattgefunden hat. Es diskutierten: Sonja Eismann, Ursula Kubes-Hofmann, Ursula Pasterk, Johanna Rachinger und Eva Grossmann. Moderation: Renata Schmidtkunz Renata Schmidtkunz: Schönen guten Abend. Ich freue mich, Sie hier begrüßen zu dürfen. Wir werden uns jetzt ungefähr eine Stunde mit dem Thema„Frauen in Bewegung, Bestandsaufnahme der Frauenbewegung“ beschäftigen. Eine Diskussion mit Frauen, die in den verschiedensten Bereichen des beruflichen Spektrums stehen, die auch zu sehr unterschiedlichen Zeiten geboren wurden und deshalb auch sehr unterschiedliche Biographien haben und auch unterschiedlich im Spektrum der Frauenbewegung sozialisiert wurden. Ich möchte Ihnen zunächst einmal das Podium vorstellen. 1973 geboren, ganz links von mir Sonja Eismann, sie ist Redakteurin bei „nylon. KunstStoff zu Feminismus und Popkultur“. Neben ihr, 1960 geboren, Johanna Rachinger, seit Juni vorigen Jahres Generaldirektorin der österreichischen Nationalbibliothek. Zu meiner Rechten, 1944 geboren, Ursula Pasterk, ehemalige Kulturstadträtin und auch eine Frau, die sehr früh schon Konzepte für Frauenveranstaltungen gemacht hat und im kulturellen Betrieb – auch als Journalistin- immer tätig war. Weiter geht’s mit Eva Rossmann, geboren 1962, Journalistin und Autorin. Sie war eine Mitinitiatorin des Frauenvolksbegehrens, das vor fünf Jahren stattgefunden hat. Und- 1953 geboren- Ursula Kubes-Hoffmann, sie ist wissenschaftliche Leiterin des RosaMayreder-Collage im Verband Wiener Volksbildung und Herausgeberin von „Forum für Feministische Gangarten“. Und zuletzt, 1964 geboren, Renata Schmidtkunz, das bin ich, ich bin Journalistin und Redakteurin in der Abteilung Religion im Fernsehen im ORF. Ich glaube, was die Frauen, die hier auf dem Podium sitzen, alle verbindet, ist, dass sie sich jenseits der Biologie dessen sehr wohl bewusst sind, dass sie Frauen sind in einem ganz spezifischen, gesellschaftlichen Kontext. Und ich habe deshalb die Geburtsdaten erwähnt, weil ich oder weil wir alle eigentlich der Meinung sind, dass das auch von Belang ist, in welcher Zeit man oder frau in dem Fall ein Bewusstsein bekommen hat für die eigene Rolle innerhalb einer Gesellschaft. 1981 war„Literatur im März“ dem Thema„Frauen - Macht und Ohnmacht“ gewidmet, damals konzipiert von Ursula Pasterk. 1991, 10 Jahre später, lautete der Titel„Entfesselung der Geschlechter, eine Lektüre zur Geschlechteridentität“. Das Konzept kam damals von Valie Export, die heute leider nicht hier sein kann. Jetzt ist die Frage, wie hat sich die Frauenbewegung entwickelt in diesen letzten 20 Jahren? Man könnte natürlich noch weiter zurückgehen, bis 1911 als die erste Frauen in Amerika den ersten Frauentag ausgerufen haben mit der Parole„Wir wollen Brot und Rosen, das auch“. Wir beschränken uns auf die letzten 20 Jahre, wie hat sich die Frauenbewegung entwickelt, wie haben Sie persönlich die letzten 20 Jahre erlebt? Ich würde da zunächst Frau Pasterk fragen, dass Sie uns vielleicht sagen, wie Sie die letzten 20 Jahre von diesem„Literatur im März“- Thema„Frauen- Macht und Ohnmacht“ bis heute erlebt haben? Ursula Pasterk: Vielleicht ist es ganz gut, kurz zu erzählen oder zurück zu blicken, was damals bei der ersten„Literatur im März“ los war. Diese Literaturwoche, die eine ganze Woche von den verschiedensten Seiten- literarisch, gesellschaftlich, politisch- die Situation der Frau und die Frage des Feminismus beleuchtet hat, war nämlich ein sensationeller Erfolg, nicht nur beim Publikum, sondern auch in den Medien. Über 17.000 BesucherInnen strömten damals ins Künstlerhaus, und wir haben wirklich so ziemlich alle Namen, die es damals gab, vereint gehabt: von Margarete Mitscherlich bis Alice Schwarzer, von Hilde Spiel bis Cheryl Benard und Edith Schlaffer, von Gabriele Wohmann bis Karin Struck, von Katja Berens und Erika Pluhar bis Erika Weinzierl. Und ich glaube, dass dieser Erfolg der Woche so nachhaltig war und dass die Stimmung bei den Lesungen so gut war, dass wir beschlossen haben, wir machen gleich das nächste Jahr noch eine Literatur zum Frauenthema, damals unter dem Titel „Beziehung – Trennungen“, weil wir ja spätestens in diesem Jahr 1981 alle gelernt haben, dass das Private auch das Politische ist und dass das, wie die Menschen zusammenleben in privaten Beziehungen oder wie sie ihre Arbeitsverhältnisse gestalten können, schlichtweg damit zusammenhängt wie die Rolle der Frauen in unser Gesellschaft aussieht. Und im Grunde war der Riesenerfolg dieser Literaturwoche eigentlich nichts anderes als ein sehr spätes Nachholen der Euphorie der Frauenbewegung der 70iger Jahre. Im Grunde ist in Österreich alles ein bisschen später gekommen. Die 68iger Revolte kam zu uns in den 70igern, und die 70iger- Euphorie des Feminismus und der Frauenbewegung, die haben wir hier Anfang der 80iger Jahre erlebt. Frauen forderten nun weltweit die Hälfte des Himmels und die Hälfte der Welt, alles schien uns plötzlich möglich, und alles war uns plötzlich wichtig. Frauengruppen, Frauenleben, Frauensprache, Frauenforschung, Frauengeschichte wurden entdeckt, und Frauenliteratur wurde geschrieben. Und kurze Zeit glaubte eine Frauenszene oder ein Teil dieser Frauenszene sogar, dass die Existenz von Frauenischen genüge und dass nun Schluss sei mit der Forderung nach weiblicher Integration und nach weiblicher Gleichberechtigung. Gegen diese Suche nach dem Heil im Eigenleben einer besseren, einer weiblichen Existenz, gegen die Flucht in die Kuscheligkeit des Frauenzusammenhanges wie die Alice Schwarzer das einmal genannt hat, böse, aber- wie ich finde- richtig, ist vor allen diese Alice Schwarzer sehr lautstark und sehr vehement aufgetreten. Schwarzer war es auch, die immer wieder wohl auf den wichtigsten und wesentlichsten Ansatz für jeden feministischen Diskurs verwiesen hat, und dieser Ansatz kommt von Simone Beauvoir, einprägsam dargelegt in ihrem Buch„Das andere Geschlecht“, das vor mehr als 50 Jahren erschienen ist und das in meinen Augen bis heute das zentrale theoretische Werk zum Thema Feminismus ist. Der entscheidende Satz in diesem Buch lautet: Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht. Und wenn ich jetzt die letzten 20 Jahre im Schnelllauf Revue passieren lasse, dann halten sich die guten und die schlechten Nachrichten für die Frauen gleichsam die Waage. Ich glaube, es ist unheimlich viel weiter gegangen für die Frauen was die Gleichberechtigung betrifft. Es ist sicher durch die Pille und die sexuelle Revolution in den 70igern und auch durch die Reproduktionsmedizin in den 90igern tendenziell einiges zumindest an biologisch bedingter Benachteiligung eingeebnet worden, und sicher kann man sagen, dass nicht nur für mich, sondern für alle Frauen die letzten zwei Jahrzehnte gemessen an den 2000 Jahre Zeitrechnung, die wir ja hinter uns haben, noch das Beste waren, was den Frauen in der bisherigen Geschichte passieren konnte. Aber wer die Machtfrage stellt, und darum kommen wir nicht herum, der wird auch am Beginn dieses neuen Jahrtausends zugeben müssen, unsere Welt ist eine Männerwelt und in aller Herren Länder sind die Rollen so wie am Theater nach wie vor ungleich verteilt: In Haupt- und Nebenrollen, in Protagonisten und Wurzen, wie man die unbedanktesten und die unbedeutendsten Schauspielaufgaben, die halt auch immer einer- oder in unserem Fall eine- erfüllen müssen, nennt. Im Theater sagt man Wurzen dazu, in der gesellschaftlichen Wirklichkeit, schaut es aber so aus, dass es fast nur weibliche Wurzen gibt und nicht wie am Theater weibliche und männliche Wurzen, dass also in der Wirklichkeit die Rollen der Wurzen fast ausschließlich von Frauen gespielt werden müssen. Ich habe immer wieder erlebt und immer wieder erleben müssen, dass die wahrscheinlich wichtigste Rolle im Leben jeder Frau, der schlichte Umstand ist, dass sie eine Frau ist. Und zwar unabhängig von Hautfarbe, unabhängig von Bildung und ganz unabhängig von Klassenzugehörigkeit. Und eigentlich ganz unabhängig davon, ob wir Frauen das nun goutieren wollen oder nicht. So wie der Umstand, dass er ein Mann ist, für jeden Mann in unserer Gesellschaft bis heute die wichtigste Rolle spielt. Er ist der eine, sie ist die andere. Wie das Simone Beauvoir in ihrem Buch„Das andere Geschlecht“ formuliert hat. Drei oder fast vier Frauengenerationen sind seither nachgerückt, der Pioniergeneration der Simone Beauvoir folgt eine Frauengeneration später, wie schon gesagt, die Euphorie der 70iger, und wieder eine Frauengeneration später wird über die gläserne Decke diskutiert, jene von amerikanischen Feministinnen entdeckte unsichtbare Wand, die verhindert, dass Frauen in ihrem Beruf ganz nach oben kommen können. In unserer derzeitigen politischen Realität gibt es unendlich vieles, das nach Vereinbarung schreit. Vor allem ist es die Ökonomie, die die Frauen immer noch links liegen lässt und wo die Frauen immer noch weit davon entfernt sind gleichberechtigt zu sein. Renata Schmidtkunz: Ja, dann würde ich weiter gehen in der Biographie mit dem anderen Ende des Spektrums, mit Frau Eismann. Sie sind 1973 geboren, das heißt, sie werden jetzt 30, sie sind 29. Wenn ich Sie jetzt frage, was Sie in den letzten 20 Jahren erlebt haben als Frau, dann geht das schon fast in die Kindertage zurück. Trotzdem was sind Ihre Erfahrungen gewesen? Sonja Eismann: Ich bin in den letzen 20 Jahren primär mal erwachsen geworden, was für mich auch heißt, dass ich feministisch sozialisiert worden bin. Das hat sicherlich so angefangen, dass die Nachwirkung der 70iger Jahre- feministischer Bewegung, ich bin ja zum Großteil in Deutschland aufgewachsen, dass die für mich sehr stark spürbar war. Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, wo Feminismus als Grunddiskurs schon immer präsent war, wo die gelebte Realität aber doch etwas anders ausgesehen hat, und da bin ich gleich auf die ersten Widersprüche gestoßen, und es war immer eine Geschichte der Widersprüchlichkeiten wie sich mir Feminismus präsentiert hat. Also in den 80iger Jahren war ja Feminismus in den Medien auch sehr stark präsent, einerseits doch als Identifikationsmodell für Frauen, aber ganz stark natürlich auch von den Medien gepuscht als Schreckgespenst. Ich kann mich noch gut an viele Cartoons erinnern, die so überzeichnete Figuren von Emanzen hatten, und das war auch ein beliebtes Schimpfwort während meiner Schulzeit, deswegen konnte man sich als Frau nicht so wirklich damit identifizieren. Und bei mir hat sich das aber dann geändert, als ich angefangen habe zu studieren, als ich mich auch mit den theoretischen Grundlagen von Feminismus jetzt abseits von persönlichen Befindlichkeiten beschäftigt habe. Ich hatte schon immer ein Gefühl, dass die Ausbeutung von weiblichen Körpern in der Werbung nicht o.k. ist oder auch, dass in Kinderbüchern mehr männliche Rollmodells präsentiert werden, obwohl ich natürlich mich auch irgendwie auf Figuren von Christine Nöstlinger und Astrid Lindgren beziehen konnte, das war sicher auch eine Errungenschaft, die es damals eben schon gab. Aber im Studium hat sich dann für mich erst der feministische Diskurs erschlossen, und für mich war sicher auch ein ganz wichtiger Schub die Verbindung von Feminismus und Popkultur. Ich war davon begeistert. Mir war es wichtig, dass meine eigene Lebensrealität eben auch in meinem feministischen Engagement gespiegelt wird, dass ich mich doch selber drin wieder finden kann. Und Anfang der 90iger Jahre ist ja dann aus Amerika so eine Bewegung der Riot Girl so langsam auch zu uns gekommen. Das waren junge Frauen, die Musik gemacht haben, recht wütende Texte gegen das Patriarchat verfasst haben. Das hat mich sehr begeistert, wenn auch das eine Weile gebraucht hat, bis zu mir vorzudringen, und mir war das dann ein starkes Anliegen auch popkulturelle Bereiche, die ja oft auch als trivial wahrgenommen werden, vom akademischen Diskurs, der sich ja hauptsächlich auch mit Feminismus beschäftigt, dass die eben auch untersucht werden, weil das ja die Lebensrealität von jungen Männern und Frauen ist, und wahrscheinlich nicht nur von jungen Menschen. Das war eben so mein Zugang zum Feminismus, und ich bin zwar erst später nach Österreich gekommen, aber für meine Kolleginnen von nylon war das auch ein ganz wichtiger Faktor, dass es ja in jener Jugend eigentlich immer schon ein Frauenministerium gab oder eben ein Staatsekretariat für Frauenfragen. Das hat natürlich unser Bewusstsein auch ganz entscheidend geprägt. Aber dazu gekommen ist eben noch, dass in den 90iger Jahren soziale Ausgaben von Seiten des Staates natürlich immer weiter beschnitten wurden, und deswegen kenne ich Frauenprojekte eigentlich auch nicht anders als in finanziellen Nöten. Wir haben vorhin eben informell noch darüber gesprochen, dass sich jetzt die Situation immer verschlimmert, aber für mich war es eigentlich von Anfang an schon immer so, dass man halt um Geld und die Existenzgrundlage kämpfen muss. Ich glaube, ein Faktor, der für die neue Frauenbewegung, wenn man das überhaupt so nennen will, wichtig ist, ist eben auch, dass sich die Lebensumstände geändert haben. Durch new economy und Neoliberalismus ist es auch immer ganz wichtig zu beachten, dass man ganz stark ums eigene finanzielle Überleben auch kämpfen muss und dass es dann eben auch die feministische Protestform beeinflusst. Renata Schmidtkunz: Vielen Dank. Wir machen weiter mit der Frau Ursula Kubes-Hofmann. Wie haben sie die letzen 20 Jahre erlebt? Ursula Kubes-Hofmann: Wie habe ich die letzten 20 Jahre erlebt? Wenn Sie mir gestatten, möchte ich fünf Jahre zuvor beginnen, weil das auch mein Beginn der Zugehörigkeit zur autonomen Frauenbewegung in Österreich war. Das war im Jahr 1976 und ich denke dadurch, dass ich eine andere politische Vorgeschichte hatte, nämlich im Zusammenhang mit der Anti-Psychiatrie-Bewegung, war es für mich von Anfang an sehr, sehr wichtig, alles, was mit Norm und Abweichung in der Gesellschaft verhandelt wird, hier auch im Zusammenhang mit Feminismus, den ich immer definiert habe im Kontext von Herrschaft und Machtverhältnissen und immer politisch verstanden habe und das auch bis heute tue, zu sehen habe, dass die Differenzen zwischen Frauen eine erhebliche Rolle spielen bei der politischen Ausgestaltung, bei ihren Forderungen bzw. bei institutionalisierten Prozessen. Ich habe auf der einen Seite immer versucht, die Theorie zu verbinden und auf der anderen Seite, das was ich kritisiere, auch umzusetzen, und insofern hatte ich eine sehr bewegte und eine sehr schöne Geschichte in den letzten 20 Jahren, weil ich die Gelegenheit hatte viele Dinge mit zu initiieren. 1974, also drei Jahre bevor die„Emma“ in Deutschland gegründet wurde, wurde die„Auf-Zeitung“ unter äußerst schwierigen Bedingungen gegründet. Sie ist bis heute noch die älteste feministische Zeitschrift, die noch immer viermal im Jahr erscheint. Ich hab die Gelegenheit gehabt, dort fünf Jahre mitzuarbeiten, das war zwischen 1977 und 1982. Ich bin dann ins Ausland gegangen, es gab so was wie eine Aufbruchstimmung, eine Euphorie, und es gab aber natürlich auch immer wieder diesen Zusammenhang zwischen Autonomie und Frauenzusammenhängen und institutionalisierte Politik. Es ist für eine politische und gesellschaftliche Kultur sehr wichtig, dass eine Verbindung zwischen Kunst und Politik da ist. Ein Feminismusbegriff, so wie ich in halt verstehe, nämlich politisch und im Kontext von Fragen der Macht und der Ausgestaltung kann nie unabhängig von der Geschichte gesehen werden. Selbstverständlich ist es so, dass das Patriarchat nicht abgeschafft wird, es ist in gewisser Weise zu Ende und schlägt natürlich fürchterlich zurück. Aber Tatsache ist ja bis heute, dass Männer erstens die Gebärfähigkeit und die Sexualität von Frauen kontrollieren, zweitens, dass Männer die Ressourcen kontrollieren, und das heißt, Frauen müssen ihr Wissen durch Männer erlangen. Das Dritte ist, dass Frauen von den Konzepten und dem intellektuellen Wert der Kultur ausgeschlossen sind. Das sind die drei Prinzipien, die sich seit der Entstehung des Patriarchats nicht geändert haben. Für die westlichen Wohlstandgesellschaften oder Nachkriegsgesellschaften hat die Frauenbewegung vieles bewirkt und vieles erreicht, nämlich dass man sich erstens mit Kindern nur mehr ein Drittel der Lebenszeit beschäftigt, und das halte ich für sehr entscheidend, weil sich eben die Lebenserwartung geändert hat. Zweitens können Frauen in den westlichen Wohlstandsgesellschaften alle Schulen besuchen. Und durch die autonome Frauenbewegung haben Frauen die Möglichkeit einander zu helfen, und das ist eine Vorbedingung für die Emanzipation. Ich glaube, dass dieser Aspekt ziemlich unterschätzt wurde, aber doch viele Effekte hinterlassen hat. Für mich ist es einfach so, dass jede Frauengeneration die erworbenen Rechte der vorhergehenden Generation eigentlich halten und sie weiter entwickeln muss. Weil wir heute auch den internationalen Frauentag haben, möchte ich daran erinnern, dass 70 Prozent der Frauen in der Welt von direkter Armut betroffen sind. Ich glaube, dass eine Frauenbewegung so politisch wie ich sie eben verstehe, immer auch an den Schwächsten anzusetzen hat. Im Grossen und Ganzen denke ich, hat sich doch eine ganze Menge verändert, ich habe also insofern eine sehr bewegte Zeit erlebt und habe seit Mitte der 90iger Jahre ein Konzept entwickelt, das eine Schnittstelle zwischen Universität und Erwachsenenbildung darstellt, weil natürlich die Universitätsgeschichte eben auch eine Rolle spielt, und die Standesdünkel und Statusgeschichte eine der erheblichen Ursachen war, warum die Bildungsreform in Österreich nicht gegriffen hat wie sie hätte greifen sollen. Renata Schmidtkunz: Danke Frau Kubes-Hoffmann. Wenn ich das richtig sehe, sind alle Frauen bis auf Frau Rachinger in einem politischen Bewusstsein von Feminismus sozialisiert. Sie sind jetzt, seit einem fast dreiviertel Jahr Generaldirektorin der österreichischen Nationalbibliothek, das ist ein sehr hoher Posten in Österreich, ein sehr renommierter Posten. Wie haben Sie diese Zeit erlebt? Ich nehme an, dass Ihre Sozialisation etwas anders war als die, die wir bisher gehört haben. Johanna Rachinger: Ich fühle mich wesentlich geprägt und auch beeinflusst durch die Frauenbewegung. Einfach weil sich durch die Frauenbewegung auch mein Blick auf die Ungleichheiten natürlich verschärft hat und somit in den letzten 20 Jahren auch der Blick auf gesellschaftliche, politische Strukturen auch verschärft hat. Ich meine so wie Frau Pasterk, dass die Frauenbewegung in den letzten 20, 30 Jahren sehr viel erreicht hat. Es hat vor allem in der Kreisky-Ära sehr viele Gesetze gegeben, die die rechtliche und auch die politische Position von Frauen sicher weitgehend verbessert haben. Es ist schon genannt worden die Reform des Familienrechts, wenn man sich vorstellt, bis Mitte der 70iger Jahre galt noch das Familienrecht von 1811. Damals wurde der Mann als Oberhaupt der Familie erst abgeschafft, dann wurde die partnerschaftliche Ehe gesetzt; das Namensänderungsgesetz, die Abtreibung ist entkriminalisiert worden, Vergewaltigung und Gewalt in der Ehe sind enttabuisiert worden, seit 1989 ist Vergewaltigung in der Ehe auch strafbar. Es ist mittlerweile auch strafbar Frauen am Arbeitsplatz sexuell zu belästigen, also ich denke, da hat sich doch sehr vieles getan, und ich denke, es ist auch der Frauenbewegung gelungen, dass sich das Bewusstsein vieler Frauen und doch auch einiger Männer ganz entscheidend verändert hat. Es ist diese längst überfällige Karrierefrau möglich geworden, die Frauenbewegung hat den Frauen oder den Politikerinnen auch die Quote beschert. Auf der anderen Seite darf man natürlich nicht übersehen, dass es immer noch sehr viele unterprivilegierte Frauen gibt, die beruflich an die Marginalität gedrängt sind, die an der Armutsgrenze leben. Ich denke, was wir noch nicht erreicht haben- und das ist doch etwas ganz Wesentliches – ist, dass viele Frauen immer noch in finanziellen Abhängigkeiten leben. Ich bin einfach der Meinung, dass die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen ein ganz wesentliches Element ist, denn nur wenn man finanziell unabhängig ist, dann kann man auch ein selbstbestimmtes Leben führen. Das ist eine wesentliche Forderung, die zu stellen ist und die einfach noch nicht erfüllt ist. Auch noch nicht erreicht ist, dass es immer noch nicht gleich viel Lohn für gleiche Arbeit für Frauen gibt. Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Was auch nicht erreicht ist, ist, dass Frauen zumindest in dem Ausmaß wie es ihnen von ihrer Zahl her zusteht, an wichtigen Macht- und Entscheidungspositionen mitbeteiligt sind, in Führungspositionen. Dort sind sie in der Relation so gut wie überhaupt nicht vertreten, auch das ist noch etwas, was erreicht werden muss. Wenn man mich jetzt persönlich anspricht, wie ich die letzten 20 Jahre erlebt habe, dann war das so, dass ich als junge Studentin vom Land nach Wien gekommen bin. Ich habe das alles sehr aufregend gefunden, ich war sehr neugierig aufs Lebens, ich wollte einfach Erfahrungen machen, und ich habe Germanistik und Theaterwissenschaft studiert auf der Theaterwissenschaft, sicher ein Institut, wo auch Frauen oder die Frauenbewegung stark verankert waren. Insofern hat mich die Frauenbewegung schon damals geprägt als es überhaupt nicht in meiner Lebensvorstellung gewesen wäre zu heiraten oder Kinder zu kriegen. Das war überhaupt kein Gedanke, und das war vielleicht eine Generation vorher schon noch ein wesentlicher Gedanke. Ich hab mir dann auch meinen ersten Beruf so gewählt, dass er eben auch mit Frauen zu tun hatte. Ich habe im Wiener Frauenverlag begonnen als Lektorin und habe mich da auch sehr viel für Frauenliteratur interessiert und mich mit diesem Thema beschäftigt, bin aber dann aus diesem Bereich weggekommen und habe dann in den letzten zehn Jahren einen ganz anderen beruflichen Weg eingeschlagen und bin auch recht individualistisch geworden und habe mich also sehr auf meinen Beruf konzentriert, das war die number one in meinem Leben und ist es im Moment auch noch. Und ich meine, dass wir aber bei all dieser Individualität, die heute sehr verbreitet zu beobachten ist, nicht vergessen dürfen, dass Individualität auch oft Egoismus bedeutet und dass wir über diesen Egoismus eben nicht vergessen, dass es viele Frauen gibt, die eben nicht diese Zugänge zur Bildung für sich so nutzen konnten wie es wir, die wir hier am Podium sitzen, auch tun konnten, die einfach in anderen Lebenssituationen leben, und da meine ich, dass diese Solidarität von uns allen gefordert ist, uns eben auch darüber Gedanken zu machen, wie es diesen Frauen geht. Ganz kurz möchte ich vielleicht noch einen Satz sagen: Wenn man auch sehr häufig sagt oder hört, dass die Frauenbewegung gescheitert sei, ich meine nicht, die ist genauso wenig gescheitert wie die Umweltbewegung gescheitert ist. Noch vor 30 Jahren hat man sich wahrscheinlich nichts gedacht, wenn man ein Papierl beim Autofenster hinaus geworfen hat, heute macht man das nicht mehr ohne schlechtes Gewissen. Die Frauenbewegung hat in jedem Fall etwas erreicht, und dass wir nicht alles erreicht haben, das wissen wir. Renata Schmidtkunz: Vielen Dank. Das mit dem Papierl und dem schlechten Gewissen weiß ich nicht so, weil ich weiß nicht, ob das von Bedeutung ist, wir unterdrücken die Frauen weiterhin, aber wir haben wenigstens ein schlechtes Gewissen dabei. Nein, aber ich habe sehr gut verstanden, was Sie gemeint haben. So last but not least Eva Rossmann. Eva Rossmann: Ich habe das sehr gut gefunden das Beispiel, wenn ich mir denke, so ist es heute. Man gibt nicht mehr zu, dass Frauen nur daheim sein sollen und die 3 Ks zu erfüllen haben: Kinder, Küche und Kirche. Das sagt niemand mehr, nicht einmal die ganz Reaktionären, aber tun tun es schon alle. Leider nicht einmal mit schlechtem Gewissen. 20 Jahre sind lang, ich werde es trotzdem versuchen kurz und einigermaßen auch persönlich zu machen. Ich gestehe, dass ich vor 20 Jahren keine Feministin war. Da war ich genau 20, und ich habe Jus studiert. Das hat sich einfach so ereignet, das war mir nicht ein Grundanliegen meines Leben, hat mich aber dann recht interessiert. Das einzige, ich war immer recht aufmüpfig und insofern hat mir die Johanna Dohnal unheimlich gut gefallen und das schon länger, schon seit meiner Mittelschulzeit. Weil mein Vater sie so gehasst hat. Und ich war wie sehr viele meiner Generation nicht rasend politisiert, wodurch auch? Und wenn man sich dann doch die Zeit im Bild angeschaut hat, hat er immer wieder gesagt:„Nein, das glaubst net, die schon wieder, was die schon wieder sagt“. Das war die erste Politikerin, der ich bewusst zugehört habe, weil sie meinen Vater so aufregt und an der muss was dran sein. Insofern war ich in gewisser Weise durchaus schon frauenbewegt und feministisch, aber dass ich auf die Idee gekommen wäre, mich zusammenzuschließen und jetzt wirklich zu kämpfen für das, was es auch bis jetzt zu kämpfen gilt, das war damals nicht so. Und ist bei mir so langsam gekommen wie ich als Journalistin begonnen habe zu arbeiten. Sozialthemen waren mir immer wichtig, und für mich war so einer der Zugänge auch zu Frauen immer der, wir müssen etwas tun, damit die Unterprivilegierten Chancen haben. Es hat länger gedauert bis ich drauf gekommen bin, dass die Benachteiligungen von Frauen unterschiedlich sind, aber wirklich mit dem Geschlecht zu tun haben und Frauen genau so treffen, die ohnehin privilegiert sind von der Ausbildung und auch von dem, was sie an Geld verdienen und an Eigenständigkeit haben. Und sehr schnell hat sich es dann ergeben, und bald war die Frauenbewegung eines meiner Themen. Ich war dann unheimlich schnell abgestempelt als eine Art von Emanze. Ich war zum Glück in Wien, das hat vieles leichter gemacht. Vieles, was ich jetzt formulieren würde, hätte ich damals nicht einmal noch zu denken gewagt oder ich war zu faul und habe es einfach nicht gedacht, sagen wir einmal so. Und der nächste Schub kam für mich wie ich weggegangen bin von der Zeitung und gefunden habe, ich will eigentlich Bücher schreiben, weil mir diese Politik schön langsam wirklich auf die Nerven geht. Nämlich in der Form der tagtäglichen Ausprägung einer Tageszeitung, eigentlich wollte ich ja mit einem Theaterstück anfangen. Dann hat sich es aber so ergeben, dass ich mir gedacht habe, eigentlich wären die Frauen im Parlament ein unglaubliches Thema, darüber schreibe ich ein Buch. Und damit war es für mich dann endgültig passiert, und ich war mitten drin in der Frauenbewegung und möchte auch nie mehr raus. Weil wennst recherchierst ein halbes Jahr, dann glaubst, das gibt’s alles nicht, was da auftaucht, und ich hab auch dann das Gefühl gehabt, ich hab eine gewisse Verantwortung, wenn ich ein Buch rausbringe und mich so einem Thema widme, muss ich auch öffentlich dazu Stellung beziehen, und muss ich auch schauen, was ist sonst noch los. Und der nächste große Faktor- damit verbindet sich dann wieder auch Persönliches und Politisches ganz stark- waren die Sparpakete, die es Mitte der 90iger noch unter der alten Regierung gegeben hat. Ich warne immer davor, jetzt so zu tun, als wäre irgendwie Rot-Schwarz wirklich die selige Vergangenheit und nur jetzt sei alles grauslich. Es war leider auch unter der alten Regierung schon vieles grauslich auch für Frauen, gerade auch sozial-politisch und hat den Weg aufbereitet für den Wahnsinn, den wir momentan haben. Damals kam dann die Idee, nicht von mir übrigens, ein Frauenvolksbegehren zu machen. Einfach weil wir gesagt haben, was da den Bach runter geht an sozialen Rechten für Frauen aus angeblichen ökonomischen Zwängen, das muss irgendwo aufgehalten werden, und wir müssen irgendwo laut wieder formulieren, was eh schon die letzten 30 Jahre oder teilweise 50 Jahre oder teilweise 100 Jahre formuliert worden ist. Mit dem amüsanten Ergebnis, dass viele gesagt haben, na ja, gell bei den Forderungen habts schon ein bissl überzogen, damit ihr halt ein bissl was kriegts, aber man muss da immer ein bissl so zu sagen mehr fordern, dass man ein bissl was kriegt, und ich habe wirklich immer, absolut ernsthaft gesagt, nein, das sind Mindestforderungen, das sind Forderungen, die werden 100 Jahre schon gestellt. Es ist nicht zu viel, sondern es ist eigentlich das Wenigste, und das ist sehr oft einfach nicht verstanden worden und als Gag verstanden worden. Ich glaube trotzdem, dass das Frauenvolksbegehren einen gewissen Schub einfach wieder gebracht hat. Einerseits innerhalb der vielen Äste der Frauenbewegung und andererseits auch bei Frauen, die bisher sich noch nicht getraut haben überhaupt zu sagen, he uns gibt’s auch und wir haben Forderungen zu stellen und die sind wahnsinnig dringend. Ich denke mir, dass 645.000 Unterschriften für ein Volksbegehren ein Riesenerfolg waren, und für ein definitiv feministisches Begehren war das ganz klasse. Und es zeigt auch, dass sich nicht nur rechtlich einiges getan hat in den letzten 20 Jahren, sondern schon auch bewusstseinsmäßig, aber solche Sachen können unglaublich zurückschlagen und die Rückschläge, sieht man jetzt natürlich unter BlauSchwarz auch ganz stark. Ich hab immer gesagt: Rot-Schwarz hat für die Frauen viel zu wenig getan, Blau-Schwarz arbeitet ganz gezielt gegen die Eigenständigkeit von Frauen. Renata Schmidtkunz: Eva Rossmann hat gerade gesagt, sie ist in der Frauenbewegung drinnen seit einigen Jahren und bleibt auch drinnen, aber was ist jetzt diese Frauenbewegung noch? Gibt es die noch in dieser Form? Soll es diese institutionalisierte Form der Frauenbewegung überhaupt noch geben? Aus meinem persönlichen Blickwinkel heraus muss ich sagen, es gibt auch so etwas wie eine gewisse Ermüdung sich institutionell zu organisieren. Ursula Kubes-Hofmann: Frauenbewegungen sind nie institutionalisiert gewesen, sondern Frauenpolitik. Und Frauenbewegungen sind die Vorraussetzung, dass institutionelle Prozesse überhaupt stattfinden können in Form von einem Druck, der von Außen kommt. Das ist einmal der eine Punkt, insofern gibt es internationale Frauenbewegungen nach wie vor und hat es auch immer gegeben. Das andere, was ich sagen wollte, ist, dass es immer um Macht und Herrschaftsverhältnisse und nicht darum geht, ob die Karrierefrau, die Superfrau Familie und Beruf unter einen Hut bringt. Das sind lauter mittelständische Parameter. Faktum ist, dass Frauen heute, seien sie nun Feministinnen oder nicht, mehrheitlich Parteien der Mitte wählen, das heißt, dass sie der populistischen Mitte anhängen. Ich denke auch Feministinnen sollten vielleicht darüber nachdenken. In Österreich gibt es 600.000 Stimmen von Frauen, die die FPÖ gewählt haben, von einer homogenen Masse von Frauen zu reden, das finde ich doch nun wirklich schon obsolet. Ursula Pasterk: Ich finde es trotzdem sehr erfreulich, dass die F nach wie vor eine reine Männerpartei ist. Bei den letzten Wahlen haben weniger als 40 Prozent der Frauen F gewählt, und wie wir wissen, sind mehr als 50 Prozent der Frauen in Österreich Wählerinnen. Ich glaube schon, dass man einen Unterschied machen soll und machen kann zwischen Frauenbewegung und Frauenpolitik, aber eines steht fest, dass auch die sogenannten vier Staatsekretärinnen überhaupt erst erfunden worden sind vom Herrn Kreisky als im öffentlichen Bewusstsein das Gefühl da war, wie ungleichwertig Frauen in der Politik behandelt werden. Mittlerweile ist es doch ganz eigenartig und fast schon lächerlich, dass ausgerechnet die Männerpartei FPÖ jetzt die erste Vizekanzlerin in diesem Land stellt, und man muss fragen, hat das was mit Feminismus, hat das was mit Frauen zu tun oder mit etwas anderem? Ich wage zu behaupten, es hat mit etwas anderem zu tun. Sonja Eismann: Ich finde es bezeichnend, dass gerade traditionelle Männerparteien wie die FPÖ dann eben eine Vizekanzlerin stellen, weil Frauen, die in diesem System groß werden, natürlich auch immer das System als solches anerkennen und daher keine Bedrohung für ein patriarchales System darstellen, und deswegen werden sie eben auch so weit vorgelassen. Und zur Frauenbewegung und zur Sichtbarkeit wollte ich nur noch anmerken, dass sich vieles in die Institutionen reinverlagert hat. Frauen sind dann so sehr mit dem Erhalt der Institutionen beschäftigt, dass sie weniger Möglichkeiten haben auf die Strasse zu gehen oder dass auch weniger das Bedürfnis danach da ist, weil man das Gefühl hat, man hat ohnehin schon so viel erreicht. Wenn man in den Institutionen drinnen ist, dann ist man auch wirtschaftlich von einer gesicherten Position abhängig und hat weniger Möglichkeiten radikal zu agieren. Johanna Rachinger: Ich habe schon den Eindruck, dass es um die Frauenbewegung ruhiger geworden ist. Dass es sie gibt, wissen wir, aber sie ist sicher im Moment nicht so stark wie sie eben noch in den 80iger Jahren war. Ich habe das Gefühl, dass es heute sehr viele Nutznießerinnen gibt, dessen was die Frauenbewegung erreicht hat, und dass man sich ein bisschen zurücklehnt und meint, es ist eh schon viel passiert und sich da vielleicht ein bisschen ausruht. Ich empfinde auch, dass jüngere Frauen heute eben individualistischer sind, dass man heute viele Lebensstile, viele Richtungen auch zulässt, man ist nicht mehr vielleicht nur feministisch oder empfindet das vielleicht auch manchmal als zu dogmatisch. Man ist vielleicht in der Früh ein bisschen grün-alternativ, zu Mittag macht man ein bisschen auf Karriere und am Abend geht man in die Frauengruppe. Und es gibt auch immer diese Begehrlichkeit der jungen Feministinnen, vielleicht auch gleich wieder einmal rauszugehen aus dieser feministischen Bewegung, was für Alt-Feministinnen nie möglich wäre. Es ist auch mehr Selbstbewusstsein da bei den jungen Frauen, sie haben mehr Selbstbewusstsein gegenüber ihren Partnern, gegenüber den Lehrern, gegenüber den Vätern. Aber ich meine auch, dass zu viel Selbstbewusstsein auch oft die Gefahr einer Fehleinschätzung birgt, weil es sich nicht auf dem Erreichten ausruhen lässt und weil ja die Gefahr noch überall lauert, dass uns da vieles wieder weggenommen wird. Vielleicht noch ganz kurz ein Satz zu Frauen in politischen Positionen oder überhaupt in Führungspositionen: da meine ich, dass man nicht einfach davon ausgehen kann, nur weil eine Frau in einer Führungsposition ist, dass sich da auch für die Frauen gleich was verändert, denn es heißt ja nicht, dass jede Frau auch frauenfreundlich gesinnt ist, es gibt auch frauenunfreundlich gesinnte Frauen. Ursula Pasterk: In einer Tageszeitung habe ich gestern eine Meldung gefunden mit dem lapidaren Titel: Männer erhalten doppelt so viel. Und dann steht über das Jahreseinkommen der Männer, aber nicht von jetzt bitte, sondern wohlgemerkt in der guten alten Zeit von Rot-Schwarz, nämlich im Jahr 2000, dass die Männer genau doppelt so viel erhalten wie die Frauen. Laut Lohnsteuerstatistik haben die 2,700.339 männlichen Arbeitnehmer zusammen brutto 56,7 Milliarden Euro verdient, die 1,617.615 Arbeitnehmerinnen nur 26,2 Milliarden Euro. Und ich glaube, was ich den Frauen nur raten kann, die in einer privilegierten Situation sind, ist, dass sie ihren eigenen Aufstieg, ihre eigenen Privilegien, ihre eigene Karriere nicht verwechseln mit der Verbesserung der Situation der Frauen im Allgemeinen. Es gibt sicherlich und das ist das für mich beruhigend- mittlerweile ein wesentlich aufgeklärteres Bewusstsein bei Frauen über ihre eigene Lage. Ich habe jetzt gerade wieder eine Untersuchung gelesen, wo zwei Drittel der Frauen finden, dass es keine Gleichberechtigung bei den Verdienstchancen gibt. Wo genau so zwei Drittel das Gefühl haben, dass sie von der offiziellen Politik nicht ausreichend vertreten werden. Nur noch ein Drittel der Frauen glaubt, dass ein Partner das wichtigste im Leben ist, der Rest denkt eher über Berufsmöglichkeiten, über geglückte Tätigkeit und auch über finanzielle Anerkennung für Qualitäten nach. Wie alt schaut im Vergleich dazu ein Frauen- und Sozialminister aus, der Familienpolitik mit Frauenpolitik verwechselt, und für den Frauen überhaupt nur noch in ihrer Rolle als Mütter interessant sind- siehe das Kindergeld. Ich sehe darin einen Backlash sondergleichen, aber mein Optimismus geht dahin, dass die Frauen sich auf Dauer das nicht gefallen lassen werden. KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2001 FRAUENKUNSTBERICHT DER STADT WIEN 2001 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2001 FRAUENKUNSTBERICHT DER STADT WIEN 2001 HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY  2002 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Walter Obermaier(MA 9) Dr. Günter Düriegl(Museen der Stadt Wien) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Film Fonds Wien) Dr. Karl Albrecht-Weinberger(Jüdisches Museum der Stadt Wien) Mag. Karin Rick(Frauenkunstbericht) Lektorat: Raoul Blahacek Koordination: Renate Kirsch Coverfoto: Lisa Holzer (siehe Frauenkunstbericht) Grafik: Mag. Anna-Maria Friedl Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.kultur.wien.at Druck: Agens Werk VORWORT KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik Theater Literatur Bildende Kunst Kunsthalle Wien Alltagskultur Altstadterhaltung und Denkmalpflege Bezirksmuseen Ehrungen Interkulturelle Aktivitäten Neue Medien Stipendien Film und Video Filmfonds Wien Wiener Festwochen Beratungsstelle für Kulturarbeit WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) MUSEEN DER STADT WIEN Jüdisches Museum der Stadt Wien FÖRDERUNGEN IN ZAHLEN FRAUENKUNSTBERICHT INHALT VORWORT „Feministische Forderungen sind tragbar“ Das Titelblatt verweist auf den Frauen-Kunst- und Kulturbericht und ist gleichzeitig ein deutliches Zeichen einer neuen Wiener Kulturpolitik, die ich mich bemühe, seit meiner Amtsübernahme am 27. April 2001 umzusetzen. Diese Kulturpolitik sollte gekennzeichnet sein durch einen Geist der Offenheit, der Erneuerung und des demokratischen Austausches. Kulturpolitik sollte aber auch nicht nur – wie in den vergangenen Jahren – dem möglichst harmonischen Ausgleich widersprechender Interessen dienen, sondern auch gestalten und Visionen vermitteln. Dementsprechend wurde bereits eine grundlegende Änderung der Wiener Theaterlandschaft angegangen. Auch eine personelle Neugestaltung, wo sie möglich und sinnvoll ist, was unter anderem zur Folge hat, dass der Frauenanteil in Leitungsfunktionen signifikant erhöht werden konnte. Und auch nach der Eröffnung des Museumsquartiers darf die kulturelle Gestaltung der Stadt nicht zu einem Stillstand kommen, deshalb wurde das Projekt„Kunstplatz Karlsplatz“ in Angriff genommen. Erneuerung, Öffnung und Chancengleichheit sind tragende Säulen einer zukunftsorientierten Kulturpolitik, die auch bedeuten, Chancengleichheit für Frauen im Kulturbetrieb zu schaffen, besonders innovative, junge Kunst zu fördern, die Kultur der unterschiedlichen Ethnien sichtbar machen und den öffentlichen Diskurs auch für kritische Themen zu ermöglichen. Damit soll in einem Klima des Kleinmuts und der Rückwärtsgewandtheit, wie sie von einer Kulturpolitik der Bundesregierung ausgehen, die sich nach wie vor leider in massiven Budgetkürzungen niederschlägt, ein bewusster Kontrapunkt gesetzt werden. Eine kulturpolitische Weichenstellung stellt der erstmals verfasste Frauen-Kunst- und Kulturbericht dar. Darin wird das Verhältnis der Geschlechter im Bereich Kunst, Kultur und Wissenschaft kritisch unter die Lupe genommen, indem die Lebenssituationen, Arbeitsbedingungen und Karrierechancen von Künstlerinnen untersucht wurden. Auf diesen Ergebnissen aufbauend sollen Maßnahmen gesetzt werden, um geschlechtsspezifische Defizite abzubauen und zu beseitigen. Wenn man bedenkt, dass die„Gorilla Girls“(amerikanische Künstlerinnen, mit Gorillamasken verkleidet) bereits Mitte der 80er Jahre mit ihren spektakulären Aktionen auf die Diskriminierung von Künstlerinnen in der Kunstszene aufmerksam gemacht haben, dann ist es höchst an der Zeit, dass sich die Kulturpolitik diesem wichtigen Thema zuwendet. Denn nach wie vor ist es eine der Hauptaufgaben einer offenen und modernen(Kultur-)Politik, Chancengleichheit herzustellen und Benachteiligungen auszugleichen. Diesem emanzipatorischen Anliegen entsprechend wurden im Jahr 2001 wichtige Funktionen im Theater-, Museums-, Wissenschafts- und Forschungsbereich mit Frauen besetzt: 72 Prozent aller neuen Positionen werden von Frauen ausgefüllt, darunter die kaufmännische Leitung im Tanzquartier, im Theater an der Jugend und im Schauspielhaus; in das Kuratorium des Historischen Museums wurden mehrheitlich Frauen entsandt. Ein wichtiger Grundstein kultureller Erneuerung der Stadt wurde mit dem Museums-quartier gesetzt, eines der größten und bedeutendsten Kulturviertel der Welt. Zahlreiche Institutionen der Stadt, wie das Tanzquartier, das Kindermuseum, das Architekturzentrum und die Kunsthalle, eröffnen unterschiedliche und lebendige Möglichkeiten, Kunst und Kultur zu erfahren. Als Kontrapunkt wird der Karlsplatz verstärkt ins Blickfeld gerückt, derzeit hauptsächlich als unübersichtlicher Verkehrsknotenpunkt wahrgenommen. Die Umgestaltung des Historischen Museums zu einem modernen, dem 21. Jahrhundert gerecht werdenden Stadtmuseum bedeutet für den gesamten Karlsplatz mit seinen verschiedenen kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen eine Jahrhundertchance, die sich eine verantwortungsvolle und visionäre Kulturpolitik nicht entgehen lassen darf. Wenn es gelingt, diese Institutionen zu einem homogenen Ensemble zusammenzuführen, dessen Zusammenspiel in einem intensiven Austausch untereinander sowie in einer konturierten Eigenständigkeit besteht, dann könnte mit dem„Kunstplatz Karlsplatz“ ein Magnetfeld für moderne Kunst entstehen. Ein erster Schritt in diese Richtung stellt der project space dar, ein luftig transparenter Pavillon für Experimente und Medienprojektionen. Bei den Angelegenheiten der Restitution arbeiten Historisches Museum, Archiv und Bibliothek der Stadt und des Landes Wien eng zusammen. Seit 1998 werden Kunst- und Kulturobjekte systematisch auf ihre Herkunft untersucht. Der im Jahr 2001 präsentierte Restitutionsbericht, erstmals einstimmig durch den Wiener Gemeinderat beschlossen, steht seit dem Frühjahr 2002 als Buch(sowie im Internet) auch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Unter den zahlreichen Objekten, die bereits restituiert wurden, befand sich der wertvolle Meiszner-Strauß-Nachlass, dessen Kauf die Stadt Ende des Jahres 2001 nach engagierten Verhandlungen mit den Erben erfolgreich abschließen konnte. In der Rückgabe von unrechtmäßigen und bedenklichen Erwerbungen an die Eigentümer oder deren Rechtsnachfolger zeigt sich der Umgang der Stadt mit der Vergangenheit – es ist ein kritischer, selbstreflexiver und differenzierter Umgang mit der eigenen Geschichte, der eigenen Kulturgeschichte. In die gleiche Richtung zielt die Plattform Dialog.Diskussion.Demokratie; sie soll in den nächsten Jahren mit Vorträgen und Kongressen sowie mit wissenschaftlichen und künstlerischen Projekten zu kontroversen Themen den kritischen Diskurs stärken. Denn Widersprüche können nicht einfach verwaltet werden, sie müssen politisch ausgetragen werden. Unter diesen Vorzeichen stellte es geradezu eine moralische Verpflichtung dar, die überarbeitete Wehrmachtsausstellung nach Wien zu holen. Bei der Darstellung der – umstrittenen – Rolle der Wehrmacht geht es nicht um eine Schwarz-Weiß-Malerei und auch nicht um ein pauschales Aburteilen. Es geht vielmehr darum, eine differenzierte Betrachtensweise und offene Auseinandersetzung zu ermöglichen! Verschiedene Vermittlungsangebote sollten dabei helfen, etwa ein Dialog zwischen den Generationen. Einen Markstein in der Geschichte des Stadt- und Landesarchivs bildet der Einzug in die neuen, modernen und großzügig ausgestatteten Räumlichkeiten im Gasometer„D“, der im Herbst erfolgreich abgeschlossen wurde. Die geräumige und„würdige“ Unterkunft ist auch Ausdruck der hohen Bedeutung, die dem„Gedächtnis der Stadt und der Stadtverwaltung“ beigemessen wird. Eine andere Form von Gedächtnis, ein architektonisches Gedächtnis, ist das Historische Zentrum Wiens. Im Vorjahr wurde es von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Diese angesehene Auszeichnung verpflichtet die Stadt, ihrem kulturellen Erbe auch weiterhin große Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Mit dem Antritt der neuen Stadtregierung am 27. April 2001 wurde der Bereich Wissenschaft dem Kulturressort zugeordnet. Das Ziel der Wissenschafts- und Forschungsförderung besteht darin, Wien – nicht zuletzt im Hinblick auf die internationale Städtekonkurrenz – als Wissenschafts- und Kulturreflexionsstadt zu positionieren. Im Jahr 2001 wurden zahlreiche Schritte gesetzt, um dieses Ziel zu erreichen; von der Planung und Durchführung von drei Wien-Akademien bis zur Veranstaltung von insgesamt 45 Wiener Vorlesungen, die ein breites Spektrum wissenschaftlicher und kultureller Reflexionsarbeit geleistet haben. Es wurden Grenzbereiche zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaftspolitik behandelt und unkonventionelle und kritische Sichtweisen eingebracht. Damit ist eine zentrale Aufgabe der Kultur- und Wissenschaftspolitik erfüllt, nämlich durch Organisation von Kommunikationsprozessen steuernd die Entwicklung der Gesellschaft mit zu gestalten. Die Kultur der Zuwanderer wird als Teil des Reichtums dieser Stadt begriffen. Die Förderung von interkulturellen Projekten zielt darauf ab, Ressentiments gegen das Fremde abzubauen, was in einer Zeit europaweit aufflackernder fremdenfeindlicher Tendenzen zunehmend wichtig wird. Als unverzichtbare Alternative zur sogenannten Hochkultur sichert Bezirkskultur die kulturelle Nahversorgung fernab der großen Häuser im Zentrum der Stadt. Diesem Gedanken Rechnung tragend wurde das Bezirksbudget aufgestockt, die Theatertournee in den Bezirken finanziell gerettet und die Bezirksmuseen als Orte regionaler Erinnerungskultur auf eine solide Basis gestellt. Die restriktive Kulturpolitik des Bundes hat dem Wiener Kultur- und Geistesleben großen Schaden zugefügt und dem Wiener Kulturbudget außergewöhnlich hohe Belastungen„zugemutet“. Vor allem kritische und unbequeme Initiativen waren und sind von den phantasielosen Sparmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht. Durch enorme Anstrengungen und besondere finanzielle Zuwendungen ist der Stadt die Rettung wichtiger Institutionen und Vereine gelungen – public netbase, Filmmuseum, Künstlerhaus, Rabenhof, kosmos.frauenraum und andere konnten so vor dem definitiven Ende vorerst bewahrt werden. Das Abschieben kulturpolitischer Verantwortung vom Bund zum Land Wien kann jedoch keinesfalls akzeptiert werden! Die Bundesregierung ist daran zu erinnern, dass sie ihre kulturpolitische Verantwortung in Zukunft wieder wahrzunehmen hat – insbesondere in der Bundeshauptstadt und in jenen Bereichen, aus denen sie sich verabschiedet hat. Von den Kürzungen im Theaterbereich etwa sind alle(!) Theaterhäuser betroffen; deren künstlerische Vielfalt wird dadurch stark eingeschränkt, à la longue ist auch der Spielbetrieb gefährdet. Kultur ist ein öffentliches Anliegen, so wie etwa Leistungen des Sozial- und Gesundheitsbereiches, der Straßenbau und Brückenbau. Diesem Bekenntnis trägt die Stadt Wien Rechnung: Mit 173.256.000 Euro für das Jahr 2002 verfügt Wien über das höchste Kulturbudget in seiner Geschichte. Das beweist auch den hohen Stellenwert, den die Stadt ihrer Kultur einräumt. Dass jeder Euro gut, verantwortungsvoll und nachhaltig angelegt wird, zeigt ein Blick auf einige exemplarisch herausgegriffene Vorhaben des kommenden Jahres, etwa die„Metamorphose“ des Historischen Museums, die in die nächste Runde geht, der Bau des Kindertheaters und die bereits beschlossene Kinoförderung, die sich in den nächsten drei Jahren zu Buche schlagen wird. Gefördert werden anspruchsvolle Programme sowie notwendige Investitionen; durch genaue Vergabekriterien sollen vor allem kleine und mittlere Kinos in den Genuss der Kinoförderung kommen. Politik heißt, Verantwortung übernehmen – Verantwortung für die Entfaltung und Entwicklung einer Stadt, eines Landes; Verantwortung für das Lebensgefühl und Wohlergehen der Bevölkerung; im Falle der Kulturpolitik auch Verantwortung für den Spielraum, der Kunstschaffenden zugestanden wird. Dass Wien den richtigen Weg eingeschlagen hat, belegt eine internationale Studie, die die Lebensbedingungen von mehr als 250 Städten weltweit untersucht. Wien nimmt in diesem Ranking den zweiten Platz ein, weit vor den Megacities Paris, London und New York! Politik und somit auch Kulturpolitik bedeutet aber nicht nur ein hohes Maß an Verantwortung, sondern bringt auch viele Chancen mit sich; Chancen, dort gestaltend und steuernd einzugreifen, wo es notwendig erscheint. Diese Chancen zu nützen, um die Position Wiens als europäische Kulturmetropole und als Plattform für eine zukunftsorientierte und weltoffene Kulturpolitik zu stärken, ist eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre. Dr. Andreas Mailath-Pokorny KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK 2001 wurden einige Musikerjubiläen gefeiert. Jahresregent war Josef Lanner(200. Geburtstag), dem zahlreiche Konzerte gewidmet waren, das gesamte Notenmaterial des Komponisten wurde vom Verein Corso aufgearbeitet. Das Österreichische Volksliedwerk veranstaltete im Juli ein großes Walzerfest. Einer der bedeutendsten Komponisten für die Musik des 20. Jhdt. war zweifellos Arnold Schönberg. Aus Anlass seines 50. Todestages bildeten seine Kompositionen einen Schwerpunk für viele zeitgenössische Ensembles. Das Schönberg Center veranstaltete zwischen 20.April und 13. Juli 2001 ein vielbeachtetes Festival. Neu etablierte sich ein internationales Akkordeonfestival und ein Kammermusikwettbewerb der Universität für Musik. In diesem Jahr fand auch wieder der Beethoven Klavierwettbewerb statt, bei dem ein Teilnehmer aus Österreich den 2. Platz belegte. 2001 wurde auch verstärkt das Wiener Lied in seinen verschiedensten Erscheinungsformen gefördert. Das Ensemble 20. Jahrhundert feierte sein 30-jähriges Bestandsjubiläum mit einer Serie von Konzerten. Auf das fast unermesslich breite Spektrum musikalischer Ausdrucksweisen und –formen wird bei den Förderungen großer Bedacht genommen. Neben den Wiener Symphonikern, die mit ihrem Zyklus „Die Große Symphonie“ im Musikverein und im Konzerthaus präsent sind, sind es u.a. auch das Wiener Kammerorchester und die Wiener Akademie, die sich enormer Beliebtheit beim Publikum erfreuen. Besonders großes Augenmerk wird der Nachwuchsförderung geschenkt. Spezielle Kinderprogramme finden überwältigenden Zuspruch. Die Musikalische Jugend Österreichs hat hier Pionierarbeit geleistet. Schon ab dem Alter von drei Jahren wird gezielte Aufbauarbeit betrieben. In drei verschiedenen Zyklen –„Triolino“ von 3 bis 5 Jahre,„Piccolo“ von 5 bis 9 Jahren und„Concertino“ von 9 bis 12 Jahren werden Kinder mit den verschiedensten Instrumenten, Komponisten und Musikrichtungen bekannt gemacht. Im Projekt„Musik zum Angreifen“ wird diese Form von Konzerten Volksschulen angeboten. Neben der Musikalischen Jugend, die zahlreichen jungen Künstlern Auftrittsmöglichkeiten bietet, sind es für den Orchesternachwuchs das Wiener Jeunesse Orchester und das Gustav Mahler Jugendorchester, die für viele junge Musiker als Sprungbrett in ein großes Orchester gedient haben. Eine große Zahl ausgebildeter junger Musiker nützt die Chance, sich vor Publikum zu präsentieren oder in den diversen Wettbewerben sich an anderen zu messen oder in diversen Meisterkursen bei großen Künstlerpersönlichkeiten den letzten künstlerischen Schliff zu holen. . Neben bekannten und renommierten Orchestern wird auch immer wieder neuen Ensembles eine Subvention gewährt. Absolventen der Universität für Musik und des Konservatoriums finden sich in verschiedensten Kammermusikformationen zusammen. Eine finanzielle Starthilfe kann den Beginn einer vielversprechenden Karriere bedeuten. 2001 begannen die Umbauarbeiten im Musikverein, in deren Folge neue Konzertsäle, Probenräume und Ausstellungsräume geschaffen werden. Ursprünglich war ein weiterer Probensaal geplant, der die selben Bühnendimensionen aufweisen soll, wie sie im Goldenen Saal zu finden sind. Durch die großzügige Unterstützung des amerikanischen Mäzens Alberto Vilar wird dieser ursprüngliche Probensaal zu einem richtigen Konzertsaal, einem kleineren Pendant des Großen Goldenen Saals, ausgebaut. OsterKlang Wien 2001 KlangBogen Wien 2001 Das Festival„OsterKlang Wien 2001“ fand im Jahr 2001 zum 5. Mal statt und stand unter dem Motto:„... wieder aufzublüh’n wirst du gesät...“. Zwischen 7. und 15. April wurden 14.652 Besucher bei 11 Veranstaltungen(davon 10 ausverkauft) an 7 Spielstätten gezählt. Eine Gesamtauslastung von 98,6% und ein damit verbundenes Einnahmenplus gegenüber dem Vorjahr, diese Bilanz kann das Festival-Management Wien unter der Intendanz von Roland Geyer ziehen. Ein weiteres Erfolgsprojekt war der„Engelspfad“, das musikalisch-architektonische Projekt in der Wiener Innenstadt, das nicht nur viele Wienerinnen und Wiener besuchten, sondern besonders bei Touristen Anklang fand. Knapp 30.000 Besucher bei 47 Veranstaltungen an 9 Spielstätten; Eine Gesamtauslastung von 99% und eine Steigerung der Kartenerlöse gegenüber dem Vorjahr um 15%, auch der„KlangBogen Wien 2001“ unter dem Motto„Die Welt will getäuscht werden“ kann mit einer Erfolgsbilanz aufwarten. Besondere Höhepunkte dieses Sommers waren die Opern„Luisa Miller“,„Jolanthe“ und„Der Leuchtturm“ sowie die Operette„Bezauberndes Fräulein“, dessen Publikumsansturm so groß war, dass eine Wiederaufnahme für 2002 vorgesehen wurde. Ebenso ständige und beliebte Fixpunkte des KlangBogen-Programms waren der große Operettenabend und die Kammermusik-Zyklen. Als musikalische Großereignisse sind das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert des„KlangBogen 2001“ mit Nikolaus Harnoncourt und Sir Simon Rattle am Dirigentenpult zu bezeichnen. Abschließend sei„Loriot“ besonders erwähnt, der„den Ring an einem Abend“ mit einer Starbesetzung zu bewältigen wusste. Das Erfolgskonzept des Festival-Management Wien setzt auch weiterhin auf die Auswahl selten gespielter Werke und besondere„Gustostückerln“ im Bereich Oper und Neue Musik. KammermusikKenner erwarten ebenso interessante Abende, wie Freunde der Operette auf schwungvolle Musikereignisse. Höhepunkt von„OsterKlang“ und„KlangBogen“ werden weiterhin die großen Konzerte im Musikvereinsaal sein. Klangbogen Wien OsterKlang Wien Intendanz: Dipl.Ing. Roland Geyer Rathausstraße 4 A-1010 Wien Tel: 4000/8400 Fax: 4000/99 8400 http://www.osterklang.at http://www.klangbogen.at Kartenverkauf Stadiongasse 9 A-1010 Wien Tel: 427 17 Fax: 4000 99 8410 http://www.osterklang.at, tickets@osterklang.at THEATER Im Kunst- und Kulturbericht der Stadt Wien des Jahres 2000 wurde die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers auf die zunehmende Bedeutung des Tanzes in der Theaterlandschaft gelenkt. Dieser Tatsache Rechnung tragend wurde im Museumsquartier Anfang Oktober 2001 das Tanzquartier Wien eröffnet, das mit seiner Veranstaltungshalle, den drei Tanzstudios und seinem Informationszentrum zu den drei wichtigsten und größten Tanzzentren weltweit gehört. Die aufgrund einer gewonnenen Ausschreibung eingesetzte Intendantin Sigrid Gareis hat seither ein anspruchsvolles und ambitioniertes Programm umgesetzt, das einen wichtigen Überblick über die Entwicklungen im internationalen zeitgenössischen Tanz bietet und auch zahlreiche heimische Künstler auf die internationale Bühne hebt. Aber auch außerhalb des Tanzquartiers gab der heimische Tanz kräftige Lebenszeichen von sich, wurden die großen Bühnen im WUK und im Odeon bespielt, gab es weiterhin Tanzschwerpunkte im Künstlerhaustheater und wird nun auch noch zusätzlich eine große Sporthalle im 3.Bezirk von vier heimischen Tanzcompanys bespielt. Der sanfte Erneuerungsprozess in der Wiener Theaterlandschaft war aber auch im Sprechtheater spürbar, wobei das Prinzip der Postenausschreibung bei der Besetzung der Wiener Bühnen durchwegs zur Anwendung kam. Ausgeschrieben wurden nicht nur das Schauspielhaus und das Rabenhoftheater, auch für die Freie Bühne Wieden, das Theater der Jugend und das Theater in der Josefstadt wurden die Schienen für die Zukunft gelegt. Für das Schauspielhaus wurde aus über 60 Bewerbungen das Duo Airan Berg und Barrie Kosky mit der Aufgabe betraut, die Nachfolge Hans Gratzers anzutreten. Und gleich die Eröffnungsproduktion von Euripides„Medea“ gestaltete sich zu einem fulminanten Erfolg mit einem wochenlang ausverkauften Haus. Die Nachfolge von Topsy Küppers in der Freien Bühne Wieden übernahm Gerald Szyszkowitz, der das Haus sicher genauso behutsam erneuern wird wie Thomas Birkmair das Theater der Jugend, das Reinhard Urbach 15 Jahre lang erfolgreich geleitet hat. Thomas Birkmair wird ab Herbst 2002 der neue Direktor des Theaters der Jugend sein. Größeres mediales Aufsehen haben die(Neu)Besetzungen des Rabenhoftheaters und des Theaters in der Josefstadt gebracht. So wurde ebenfalls nach einer Ausschreibung Karl Welunschek als sein eigener Nachfolger im Rabenhoftheater bestätigt. Das Haus hat sich mittlerweile wegen seines originären Spielplans ein Stammpublikum erarbeitet und erfreut sich vorwiegend bei jüngeren Theaterbesuchern regen Zuspruchs. Die am meisten diskutierte Neubesetzung eines Direktionspostens war naturgemäß die des Theaters in der Josefstadt. Mit Hans Gratzer konnte hierfür ein Mann gefunden werden, der nicht nur eine langjährige Erfahrung als Direktor des Schauspielhauses vorweisen kann, sondern auch genügend Bewusstsein für die langjährige Tradition dieses Hauses mit seinen wunderbaren Schauspielern hat, dem man aber durchaus zutrauen kann, dass er einen behutsamen Erneuerungsprozess eben auch unter Berücksichtigung dieser Tradition zustande bringen wird. Die Direktionsära Hans Gratzers beginnt im September 2003. Der sanfte Erneuerungsprozess in der Wiener Theaterlandschaft hat also schon längst begonnen und wird sicher weiterhin für Gesprächs- und Diskussionsstoff sorgen. LITERATUR Die Zahl von Literaturveranstaltungen ist in den letzten Jahren in einem ebenso erfreulichen Maß gestiegen wie das Interesse an ihnen. Veranstalter von Lesungen, Buchpräsentationen, Festivals, Symposien oder Tagungen verzeichnen einen noch immer wachsenden Publikumszuspruch und – allen Unkenrufen über die angebliche Leseunfreudigkeit zum Trotz – eine noch intensivere Beschäftigung mit dem Medium Buch. Die Stadt Wien unterstützt literarische Vereinigungen, Organisationen und Schriftstellerverbände, die derartige Veranstaltungen organisieren und durchführen. Allein das Literarische Quartier der Alten Schmiede in der Schönlaterngasse hat im Jahr 2001 zu mehr als 120 Terminen und zur Begegnung mit mehr als 300 Autorinnen und Autoren eingeladen und gilt im deutschsprachigen Raum – und nicht nur dort – als eine der ersten Adressen für Literaturenthusiasten. Der Kunstverein Wien zeichnet auch für die Durchführung von„Literatur im März“ verantwortlich, für die 2001 das Motto„Geld“ gewählt wurde. Magdalen Nabb, Barbara Vine, Christine Grän, Hans-Ulrich Treichel, Frèdèric Beigbeder, Douglas Coupland und Vladimir Sorokin waren nur einige der Gäste, die aus diesem Anlass nach Wien gekommen waren. Prominente Autorinnen und Autoren waren auch bei der„Literatur für junge LeserInnen“ im Palais Auersperg zu hören und zu erleben: Renate Welsh, Käthe Recheis, Lene Mayer-Skumanz, Friedl Hofbauer, Heinz Janisch, Martin Auer und Ulrich Plenzdorf seien stellvertretend hier genannt. Ein nicht minder großes Interesse beim Publikum und den Medien fanden die irischen Literaturtage, die unter dem Motto„Irland erzählt“ Anfang November in der Österreichischen Nationalbibliothek stattfanden. Das Irlandbild in Österreich ist von allerlei liebgewordenen Klischees geprägt, unter denen grüne Traumlandschaften und freundliche rothaarige Menschen, die Guinness oder Whisky trinken, Jigs tanzen und fabulierfreudigen Dichtern beim Erzählen zuhören, einen dominierenden Stellenwert einnehmen. An drei Tagen konnte man sich bei den Lesungen davon überzeugen, dass die zeitgenössische Literatur Irlands weit mehr zu bieten hat als die mechanische Wiederholung von Stereotypen. Díe Vielfältigkeit der Gegenwartsliteratur Irlands präsentierten Autorinnen und Autoren wie Deirdre Madden, Anne Devlin, Mary O’Malley, Dermot Bolger oder Roddy Doyle. Das Erich Fried-Symposium, das zwischen 22. und 25. November im Wiener Literaturhaus stattfand, stand unter dem Thema„All right, what’s left“, das dazu einlud, unter dem Leitmotiv Teilungen/Schnitte/Grenzüberschreitungen über Erich Fried und sein Werk im Kontext der politischen, intellektuellen und literarischen Positionen nach 1945 nachzudenken. Als Begleitbuch zum Symposium ist unter dem Titel„All right, what’s left“ eine Sammlung von Texten Erich Frieds und anderer AutorInnen sowie Essays und Stellungnahmen der Symposiumsteilnehmer erschienen. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Ödön von Horvath präsentierte das Österreichische Literaturarchiv mit finanzieller Unterstützung der Kulturabteilung im Camineum der Nationalbibliothek die Ausstellung„Geborgte Leben – Horvath und der Film“ über die die„Süddeutsche Zeitung“ schreibt:„Beklommen sieht man, wie rettungslos Ödön von Horvath in den Strom der Dummheit(die er stets für ein moralisches Phänomen ansah), aus dem er bruchstückhaft sein Werk gezogen hatte, zurücktauchen muss; und noch froh zu sein hat, wenn er es darf, denn oft durfte er nicht, und die Aussichten neigen immer dazu, sich auf komplexe und kräftezehrende Weise zu zerschlagen. Es nahm Horvaths letzte Jahre in Anspruch. Darin liegt, so traurig es stimmt, der Wert dieser Ausstellung: Sie erhellt, wie verzagt und in welcher Dunkelheit dieses Leben geendet hat“. 100 Jahre vor Horvath wurde Johann Nestroy geboren. Der 200. Geburtstag fand seinen Niederschlag nicht nur in den Spielplänen der Theater neben Ausstellungen und Symposien vor Ort konnte man unter der Adresse„www.nes-t-roy.com“ auch im Internet auf spielerische Art Begegnungen mit dem Geburtstagskind machen. Autorinnen und Autoren wie Ilse Aichinger, Barbara Frischmuth, Milo Dor, Franzobel, Alfred Kolleritsch und Wolfgang Bauer waren bei„Rund um die Burg“ zu Gast. Das erfolgreiche Festival feierte 2001 sein 10-jähriges Jubiläum. Dichtes Gedränge herrschte einmal mehr bei der Österreichischen Buchwoche im Wiener Rathaus, bei deren feierlichen Eröffnung Karl Markus Gauß der Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels verliehen wurde. Wien ist aber nicht nur ein Ort der Begegnung von und mit Autoren, Wien ist auch der Sitz einer Vielzahl von Verlagen, die Werke von Wiener Autorinnen und Autoren betreuen und mit großem Engagement bemüht sind, ihrer Produktion eine möglichst große Zahl von Lesern – und natürlich auch Käufern – zu verschaffen. Durch die Vergabe von Druckkostenbeiträgen und Tantiemengarantien und durch Buchankäufe fördert die Stadt Wien das Erscheinen zeitgenössischer österreichischer Literatur, der Ankauf von Abonnements hilft, die Existenz zahlreicher Literaturzeitschriften zu sichern. Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer fördert Wien u.a. durch Preise und Stipendien. 2002 werden dabei die neu geschaffenen Dramatikerstipendien zum ersten Mal vergeben. BILDENDE KUNST Auch im Jahr 2001 hat sich das„Museum auf Abruf“(Makartgasse 1), in dem das Kunstreferat seit 1998 Themenausstellungen ausschließlich aus dem Fundus der Sammlung der MA 7 organisiert, als erfolgreiche Galerie behaupten können. Das Grundkonzept des„Museums auf Abruf“ sieht vor, die Vielfalt der Positionen der Wiener Gegenwartskunst aufzuzeigen, wobei herkömmliche und„neue“ Medien Berücksichtigung finden. Entscheidend für die Aufnahme in eine Ausstellung des„Museums auf Abruf“ ist die Qualität eines Objektes und der gegebene thematische Bezug. 2001 wurden folgende Ausstellungen präsentiert: 17.11.2000 – 3.2.2001: Eigensinn und Eigensicht. Selbstporträts von Wiener Künstlern. 9.3. – 28.4.2001: Vom Selbstzweck der Farbe. Monochromie als Prinzip. – Diese Ausstellung wurde vom 4.10.2001 bis 4.1.2002 von der Oskar-Kokoschka-Galerie des Österreichischen Kulturinstitutes in Prag übernommen. 11.5. – 30.6.2001: Vom Blühen und Reifen. Erotisches aus Kunst und Natur. 13.7. – 20.10.2001: Bilder von Wienern. Eine fotografische Hommage zum Nestroy-Jahr. – Diese Ausstellung wurde wohl wegen ihrer ironisch-kritischen Einblicke in das Wiener Alltagsleben zum bisher größten Publikums- und Medienerfolg des„Museums auf Abruf“. Mehr als 5600 Besucher wurden gezählt! 16.11.2001 – 2.2.2002: * in Südtirol, lebt in Wien. Künstler aus Südtirol. Zu allen Ausstellungen wurden gut bebilderte Kataloge herausgegeben, und passend zu den Themen der Ausstellungen fanden im„Museum auf Abruf“ 14 musikalische und literarische Begleitveranstaltungen statt. Ebenso konnte zur bereits 1998 in Wien gezeigten Auswahl„Der ironische Blick“, die vom 8.3. bis 29.4.2001 auch vom Oberösterreichischen Landesmuseum in Linz übernommen wurde, ein Katalog erscheinen. Weiters wurde im Österreichischen Kulturforum in Warschau vom 3.12.2001 bis 31.1.2002 die Ausstellung„Wiener Bilder – Fotografien einer Stadt“ gezeigt. Für die Expositionen in Prag und Warschau erschienen die Katalogtexte auch in der jeweiligen Landessprache. In der„Alten Schmiede“(Schönlaterngasse 7A) wurde 2001 neun jungen Künstlern, oft zum ersten Mal, die Gelegenheit geboten ihre Arbeiten dem Publikum vorzustellen. Dazu erschienen die Informationsblätter Nr. 118- 126. Für den Ankauf von Kunstwerken(Bilder, Grafiken, Objekte, Fotos) standen im Jahr 2001 insgesamt EUR 466.443,-(ATS 6,418.400,-) zur Verfügung; es wurden 250 neue Inventarnummern vergeben. Da seit vielen Jahren den kleineren, gemeinnützigen Wiener Kunst- und Kulturvereinen ein wesentlicher Anteil am aktuellen Kunstgeschehen zukommt, wurden auch 2001 insgesamt 71 Ausstellungen, Projekte und sonstige Events von 48 Vereinen gefördert. Dafür konnte ein Rahmenbetrag von EUR 114.823 verwendet werden. Das Kunstreferat verfügt zwar über kein Budget für Druckkostenzuschüsse für Kunstbücher und Kataloge, es besteht jedoch die Möglichkeit, von Wiener Verlagen kleinere Kontingente bereits erschienener Kunstbücher anzukaufen. 2001 wurden solche Förderungsankäufe in der Höhe von EUR 10.838 getätigt. Für ihr besonders qualitätvolles Programm wurden in der Prämienaktion„Das engagierte Auge“ abermals 10 Wiener Kommerz- und Vereinsgalerien ausgezeichnet: je EUR 2.180 erhielten die Galerien Engholm, Atrium ed Arte, Feichtner& Mizrahi, Offspace; je EUR 1.453 die Galerien Mezzanin, Charim+Klocker, Raum aktueller Kunst, artlab, Krobath+Wimmer sowie V& V. In Zusammenarbeit mit der Firma Gewista organisierte das Kunstreferat auch 2001 die alljährliche Plakatwertungsaktion. Mit Preisen von je EUR 2.180 wurde das Plakat„Sie wünschen, wir spielen“ des Aktionstheaters sowie das Poster„Flying Home“ des„museum in progress“ ausgezeichnet. Folgende Vereine erhielten für ihre Jahresprogramme Subventionen der Kulturabteilung: Kunsthalle Wien, Gesellschaft bildender Künstler Österreichs – Künstlerhaus, Wiener Secession, Kunstverein Wien, Fotogalerie Wien(im WUK), IG Bildende Kunst, Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier. Für akute soziale Notfälle hat das Kunstreferat seit 1995 die Möglichkeit, einmalige finanzielle Aushilfen einzelnen Künstlern unbürokratisch zur Verfügung zu stellen. 2001 wurden dafür EUR 10.900 aufgewendet. Das sehr beengte Kellerdepot für die Kunstobjekte im Haus Friedrich-Schmidt-Platz 5 wurde durch zusätzliche Räumlichkeiten in der Rathausgasse 11 wesentlich entlastet. Neben den damit verbundenen Übersiedlungsarbeiten wurde der interne Betrieb(Inventarisierungen, Bilderentlehnungen, Betrieb des„Museums auf Abruf“, Restaurierungen) weitergeführt. Nur mit zusätzlichen, meist studentischen Hilfskräften, die mit freien Werk- oder Dienstverträgen verpflichtet wurden, ließ sich der interne Betrieb in der notwendigen Weise aufrecht erhalten. Auch die Arbeiten am Künstlerarchiv und der Katalogbibliothek wurden weitergeführt. Besonders das Archiv hat sich für wissenschaftliche Recherchen und Anfragen, die immer häufiger auch aus dem Ausland erfolgen, als weithin unentbehrlich erwiesen. KUNSTHALLE wien 2001 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Pressestimmen A mecca for new-media artists from all over the world, the Kunsthalle is also famously bold about making itself heard on social and political issues. The New York Times(USA), 11. März 2001 Die Kunsthalle, die unter Leitung von Gerald Matt weithin Beachtung findet, erhält den dritten Neubau, der sich indessen zwischen der Winterreithalle und dem dahinter ansteigenden Geländeprofil des Spittelbergs einklemmen lassen muss. Der Tagesspiegel(D), 24. Jänner 2001 Lichtspiele zaubern einen Hauch von Magie in die Kunsthalle, die zu den Glanzstücken des Wiener Museumsquartiers gehört. Süddeutsche Zeitung(D), 09. März 2001 ...ma un laboratorio in divenire che deve raccogliere la crème delle nuove tendenze. In gergo la Kunsthalle è già stata ribattezzata Raum für Möglichkeiten, spazio delle possibilità. E cioè dei fermenti culturali, da transformare in eventi. Sarà Gerald Matt, direttore dello spazio, a trovare l'equilibrio tra proposte interne ed estere. ARTE(I), Mai 2001 Die Kunsthalle, wichtiger Ausstellungsmacher für zeitgenössische Kunst, übersiedelt in das neu entstehende„Kunstviertel“ im Museumsquartier, wo in Zukunft viel vereint sein wird... Berliner Zeitung(D), 19. Februar 2001 „... ist die„Kunsthalle“, eine bewußt schlicht gehaltene„Kulturfabrik“ im Ziegelbauweise. Hier soll sich ab 11. Juni das ereignen, was im vergangenen Jahrzehnt den geschmähten„Container“ von Adolf Krischanitz am Karlsplatz zum vielbesuchten Experimentierzentrum der Zeitgenossen gemacht hat. Nach Abriss dieser„Erfolgsschachtel“ plant der Architekt am selben Ort eine kleinere Boxen-Version als zweites Standbein des„Kunsthallen“-Betriebes. Weltkunst(D), 1. Mai 2001 „By then, the Vienna Kunsthalle will surely have branded itself the most obstreperous tenant of this tradition-bound city’s new Museums Quarter. Not that this is the goal, demurs ist director, Gerald Matt, who much prefers to describe the intent of the place beningnly as a„vitamin injection“ for the city. Either way, this is a story about a feisty and exceptional young Kunsthalle, but also about the new economy of attention.“ „In a city with several surprisingly good contemporary art institutions(...), the new Kunsthalle bids to become the most conspicuous and important, not to mention most boisterous, among them.“ The New York Times(USA), 31. Mai 2001 Höhepunkt der Festlichkeiten ist in diesem Sommer aber die offizielle Einweihung des Gesamtkomplexes und speziell der neuen Kunsthalle mit der Ausstellung“Eine barocke Party”. Vogue(D), 1. Juni 2001 „Nachdem bereits eine Performance von Vanessa Beecroft als – wie die New York Times feststellte – „softcore peeping“ rezipiert wurde und einen ersten Besucherandrang in der neuen Kunsthalle auslöste, fand nun, zweieinhalb Wochen vor der Einweihung des Museumsquartiers, ihre offizielle Eröffnung statt. Man kann hinter dem Termin ein politisches Kalkül vermuten, zumindest der Effekt ist politisch. Die vorzeitige Eröffnung setzt ein Zeichen der Distanz gegen die drohende Vereinnahmung durch eine Politikerkaste, die, wenn sie freie Hand hätte, zeitgenössische Kunst am liebsten verböte. Mit der Eröffnungsausstellung„Eine barocke Party“ wurde ein Thema gewählt, das im Postmodernismus neu gärt und das vor der Folie der barocken Traditionen Wiens zur Ortsreflexion wird.“ Kunstforum International(D), August 2001 Auch die Kunsthalle Wien versteht es Besucher ins Museum zu locken. Aber eben nicht, indem sie auf Nummer sicher geht und Bekanntes präsentiert. Idee, Konzept, Gespür für Trends und eine entsprechende Präsentation zeichnen die Ausstellungen der Kunsthalle aus. Jazz Zeit(A), September 2001 „Before that, the Kunsthalle had been accommodated in two provisional locations and had managed the trick of bringing international contemporary art to the attention of a very wide audience. Where others still had do rely on Picasso or Warhol to boost their budget, Gerald Matt transferred the blockbuster effect to rising stars such as Pipilotti Rist, Tracey Moffat or Shirin Neshat. Naturally the critical(usually antipicture) commentators regularly turned up their noses at this kind of popularization, but in light of the dearth of truly high-quality curators in the art metropolis of Vienna, the Kunsthalle is still a bright spot.“ nu: The Nordic Art Review(N, S, SF), Oktober 2001 Die Kunsthalle Wien konnte 2001 ihr neues Haus im Museumsquartier unter großer Publikumsbeteiligung und medialer Resonanz eröffnen und den Bau des project space am Karlsplatz erfolgreich umsetzen. National wie international konnte sich die Kunsthalle Wien als eine der führenden Ausstellungsinstitutionen für zeitgenössische Kunst weiter etablieren. Die bedeutendste italienische Kunstzeitschrift„Arte“ hat die Kunsthalle Wien zu den top sechs Ausstellungsinstitutionen in Europa gekürt, neben der Tate Modern(London), Centre Georges Pompidou(Paris), Guggenheim Bilbao, Kiasma(Helsinki) und Van Gogh Museum(Amsterdam). • hohes Besucherniveau konnte weiter gesteigert werden auf knapp 200.000 Besucher. Die Kunsthalle Wien ist damit klar führend im Bereich zeitgenössische Kunst in Österreich. Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien und in Hinblick auf das Museumsquartier eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm stärker auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer„Informationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung hat auch beim Publikum großen Anklang gefunden. Obwohl 2001 keine Ausstellung zur klassischen Moderne gezeigt wurde, hat die Kunsthalle Wien mit 197.677 Besuchern das sensationelle Besucherniveau von 2000 nicht nur gehalten sondern nochmals weiter ausgebaut. Die Kunsthalle Wien ist damit eindeutig das führende Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst in Österreich. * Ort der Produktion, Ort geistiger Impulse Die Kunsthalle Wien hat sich zu einem der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens entwickelt und als innovative Produktionsstätte für Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Ein hoher Anteil des Programms sind Eigenproduktionen, hinzu kommen Kooperationen mit internationalen Partnern und Ausstellungsübernahmen. 2001 waren alle 8 Ausstellungen Eigenproduktionen der Kunsthalle Wien. * project space Als Stätte mit Laborcharakter für Installationen, temporäre Events und auch des theoretischen Diskurses wurde der„project space“ der Kunsthalle Wien etabliert. In temporär genutzten Räumen öffnet er ein Forum zu aktuellsten experimentellen heimischen und internationalen Kunstprojekten. Diese erfolgreiche Ausstellungsschiene wird im neuen Haus am Karlsplatz fortgesetzt. * Zukunft Karlsplatz Der Vorschlag der Kunsthalle Wien, die Kunsthalle am Karlsplatz 2001 mit einem Teilabriss zu einem Projektraum(„project space“) mit einer Ausstellungsfläche von ca. 200 m 2 zu verkleinern, ist auf großes Interesse gestoßen. Das Architekturbüro Krischanitz hat faszinierende Adaptionspläne erarbeitet, die die Atmosphäre des Karlsplatzes erhalten und den Platz auch visuell öffnen. Dank des Einsatzes des Wiener Bürgermeisters wurde der Umbau am Karlsplatz 2001 realisiert. Die Eröffnung fand im Jänner 2002 mit einer Präsentation des Architekturbüros Krischanitz statt. Im Februar 2002 wurde mit„Kim Sooja: A Laundry Woman“ die erste Ausstellung im neuen project space gezeigt. Der durchsichtige Glaskubus ist genau das, was der verkehrsumtoste Nicht-Ort zwischen Karlskirche, TU-Bibliothek und Stadtautobahn braucht: Eine preiswerte Architektur als Medium, ein Reagenzglas für künstlerische Interventionen, eine Ideen-Beschleunigungsmaschine für eine Szene, die sich in Marmorsälen und Stukkaturhallen nie richtig wohlfühlen wird. Die Hülle selbst ist in ihrer einfachen Machart schon klass genug, doch richtig spannend wird sie durch die jeweilige Befüllung, und das ist etwas, was ein Architekt bewusst zulassen muss. Die neue Kunsthalle Karlsplatz führt letztlich vor Augen, welches Potenzial an Quicklebendigkeit ein großes Museumsquartier in Wien gehabt hätte, und wieviele Möglichkeiten der kurzsichtige denkmalpflegerische Wahn in dieser Stadt verspielt hat. Der Standard(A), 26. Jänner 2002 * art at rail – Kunst im öffentlichen Raum Unter dem Titel„art at rail“ hat die Kunsthalle Wien mit den ÖBB eine Kooperation abgeschlossen, mit dem Ziel, neue Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion zwischen Kunst und Leben zu ermöglichen und Kunst auch in„kunstfremder“ Umgebung zu zeigen. Am Wiener Westbahnhof wurde eine Kunstfilmbox installiert, bei der die Passanten ähnlich einer Jukebox, Kunstvideos auswählen und betrachten können. 2001 wurden Videoarbeiten von Nam June Paik, Sunah Choi, Steina und Woody Vasulka präsentiert. * besucherfreundliche Angebote – keine Schließtage – Besucherforschung Die Kunsthalle Wien ist eines der wenigen Ausstellungshäuser in Wien, die täglich geöffnet haben; die Abendöffnung„art at night“ jeden Donnerstag bis 22 Uhr hat beim Publikum großen Anklang gefunden und ist mittlerweile ein wichtiger Fixpunkt. Durch laufende Besucherbefragungen in Zusammenarbeit mit einem Sozialforschungsinstitut soll der Kenntnisstand über die BesucherInnen weiter verbessert werden, damit entsprechende besucherorientierte Maßnahmen getroffen werden können und eine permanente Rückkoppelung mit dem Publikum etabliert werden kann. * Kommunikation Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch beachtliche internationale Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche Medienberichte in deutschen Medien(ARD, ZDF, FAZ, DIE ZEIT, SZ, SPIEGEL, FOCUS, BZ, ART, usw.), aber auch in Italien, der Schweiz, Großbritannien, in den USA, den Niederlanden, in Frankreich, Schweden, Finnland, Tschechien, in der Slowakei, in Slowenien, Spanien, im asiatischen Raum und in Südamerika usw. Die New York Times berichtete zweimal über die Eröffnung der neuen Kunsthalle Wien und die Architekturpräsentation des neuen Hauses mit einer Performance von Vanessa Beecroft fand weltweite Medienresonanz. • Der Neubau Museumsquartier: Die mit Klinkerziegeln verkleidete Kunsthalle weist auf das„Work in Progress“ eines Ausstellungsortes für Gegenwartskunst hin. Als Kunst-Fabrik steht der im Inneren mit brüniertem Edelstahl ergänzte, langgezogene Bau hinter der ehemaligen kaiserlichen Winterreithalle Fischer von Erlachs, die die Wiener Festwochen beherbergen wird. Neue Zürcher Zeitung(CH), 20. Jänner 2001 Wie auch immer: die ein Jahrzehnt währende Debatte darum ist geschlagen, gesiegt haben die Kleingeisterei der heutigen Regierungsparteien ÖVP und FPÖ sowie das Ästhetik-Diktat der „Kronenzeitung“, jenes berüchtigten Boulevardblatts, vor dem schon so mancher Politiker in die Knie gegangen ist. Stuttgarter Zeitung, 2. Februar 2001 „Der mehrtägige Eröffnungsakt am vergangenen Wochenende erwies sich denn auch als Farce:...“ Tagesanzeiger(CH), 4. Juli 2001 Bereits seit Dezember 1995 hat die Kunsthalle Wien in der provisorischen Kunsthalle Wien im Museumsquartier kontinuierlich Ausstellungsvorhaben durchgeführt. Damit sollte der Ort Museumsquartier als zukünftige Heimstätte der Kunsthalle Wien schon im Vorfeld im Bewusstsein verankert werden. Die Bespielung zweier Orte nebeneinander ermöglichte es, durch verschiedene Ausstellungen nicht nur für die BesucherInnen kontinuierliche Programme anzubieten, sondern machte die Kunsthalle Wien, sowohl programmatisch-inhaltlich wie auch organisatorisch-strukturell, für die Stadt Wien im Rahmen des Museumsquartierprojekts kalkulierbar. Im Februar 2001 hat die Kunsthalle das neue Haus im Museumsquartier übernommen. Unter dem Titel„Neubau“ bot die Kunsthalle Wien am 17. und 18. Februar bei zwei Tagen der offenen Tür allen Interessierten die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen ihres neuen Ausstellungshauses zu werfen, noch bevor das Haus eingerichtet wurde. Dieses Angebot wurde von über 15.000 Personen wahrgenommen. Bereits am 16. Februar hatte die Performance„VB45“ von Vanessa Beecroft nicht nur das Wiener Publikum sondern Medienleute aus aller Welt in die Kunsthalle gelockt und für das entsprechende internationale Medienecho gesorgt. Anfang Mai bezog die Kunsthalle mit einer Ausstellung des Turner Prize-Trägers Steve McQueen erstmals einen Teil ihres neuen Hauses und setzte ihre Ausstellungstätigkeit im Museumsquartier fort. Die große Eröffnung folgte am 11. Juni mit der Ausstellung„Eine barocke Party“. * Plattform der Nutzer(Museumsquartier) Um die gemeinsamen Interessen, Bedürfnisse und Forderungen zu koordinieren und diese gemeinsam auch öffentlich zu vertreten, entschlossen sich die Nutzer des Museumsquartiers eine Nutzerplattform zu gründen. Dabei treffen sich regelmäßig folgende Institutionen: - Architekturzentrum - Kinderkreativzentrum - Kunsthalle Wien - Wiener Festwochen - Public Netbase - Tanzzentrum - Zoom/Kindermuseum Das Programm- Im Zeichen eines erweiterten Kunstbegriffs Die Kunsthalle Wien konzentriert sich auf Präsentationen internationaler zeitgenössischer Kunst. Über themenspezifische Ausstellungen sollen die Entwicklungen und Zusammenhänge von der Moderne zum aktuellen Kunstgeschehen vermittelt werden. Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes kommt den gattungs- und grenzüberschreitenden Tendenzen im Bereich der Künste große Bedeutung zu. Programmatische Schwerpunkte bilden Schrift-Text-Bild, Fotografie, Video, Film und„experimentelle“ Architektur. Performances, Konzerte, Film- und Videozyklen sowie Symposien sind teils Ergänzungen, teils integrale Bestandteile des Ausstellungsprogramms. Eigene Programmschienen sind dem grenzüberschreitenden Werk österreichischer Künstler sowie der Exilkunst gewidmet. Mit ihrem Programm repräsentiert die Kunsthalle eine Haltung, die vom Kommunikationswillen geprägt ist, vom Wunsch, die zunehmende elektronische Vernetzung der Welt ästhetisch abzubilden und zu reflektieren, und von der Absicht, den Sensibilitäten und Lebenswelten der jüngeren Künstlergeneration und des jungen Publikums Rechnung zu tragen. Damit ist die Kunsthalle auch ein Ort möglicher Lebenswelten, ein Reflektor aktueller und zukünftiger Lebenshaltungen, eine Vermittlerin von Lebensgefühl und Atmosphäre. 1. Herstellen von Zusammenhängen: Die Konzeption der Ausstellungen nimmt einen wesentlichen Platz im Gesamtbild der Kunsthalle ein, sodass die BesucherInnen durch die Inszenierung von Themen imstande sind, Tradition, historische Avantgarde und zeitgenössische Lebenswelt in neuen, ungewohnten, bisher nicht wahrgenommenen Zusammenhängen zu sehen. Damit wird dem Auftrag nachgekommen, die Isoliertheit von Einzelwerken aufzuheben und diese in einen größeren Kontext einzubetten und so immer wieder der musealen Erstarrung zu entreißen. 2. Interdisziplinarität: Längst schon sind die Gattungen der sieben Artes Liberales nicht mehr als getrennte Genres zu sehen. Dichtung vermischt sich mit Video, Film mit Fotografie, Theater mit Malerei, Architektur mit Performance etc.; neue Medien(Videokunst) sind aufgetaucht und werden sich weiterhin entwickeln. Diesem Ineinandergreifen der Medien, Gattungen und Disziplinen soll im Programm der Kunsthalle Rechnung getragen werden. 3. Information: Augenmerk ist auch zu legen auf einen Miteinbezug von nicht nur restlos affirmierten Mainstream-Positionen: KünstlerInnen, die noch weniger bekannt sind, sollten die Möglichkeit haben, beispielsweise in thematischen Zusammenhängen ihre Position zu formulieren. Eine Kunsthalle kann nicht die Funktion von Galerien übernehmen, aber sehr wohl seismographisch Strömungen in der Gegenwartskunst reflektieren. 4. Programmatik: Die Kunsthalle Wien sieht ihre Aufgabe in folgenden Themenbereichen: 1.667grenzüberschreitende Themenausstellungen 1.668Vorstellung junger, internationaler KünstlerInnen 1.669Vorstellung österreichischer KünstlerInnen, deren Werk bislang nicht genug oder gar nicht gewürdigt wurde 1.670Exilierte, emigrierte KünstlerInnen 1.671KünstlerInnen aus den‘Peripherien’ bezogen auf die eurozentrische Kunstgeschichtsschreibung 1.672Schwerpunkte neue Medien, Video, Film, Fotografie 1.673kulturpolitische und kunsttheoretische Fragestellungen, die in Symposien und in der Schriftenreihe der Kunsthalle Wien behandelt werden und dazu dienen, die Kunsthalle in einen internationalen Diskurs einzubinden. Kunstvermittlung Einer der Schwerpunkte 2001 war der Aufbau einer eigenen Vermittlungsabteilung, deren Ziel es ist, die Vermittlungsarbeit bei einem breiten Publikum für zeitgenössische Kunst auszubauen, Hemmschwellen abzubauen und die BesucherInnen zu ermutigen, sich eigenständig mit zeitgenössischer Kunst auseinander zu setzen. 2001 wurde von der Kunsthalle Wien ein breites, auf das unterschiedliche Vorwissen, die jeweiligen Interessen und das Alter des Publikums abgestimmtes Spektrum an Programmen und Veranstaltungen angeboten. In allen Ausstellungen der Kunsthalle Wien wurden Überblicksführungen sowie thematische Ausstellungsrundgänge zu Fixterminen für EinzelbesucherInnen angeboten. Ein spezielles Angebot der Kunsthalle Wien sind die Dialogführungen. Geladene ExpertInnen unterschiedlichster Fachrichtungen vertiefen einen bestimmten Teilaspekt der jeweiligen Ausstellung. Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und KooperationspartnerInnen für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit im Jahr 2001. Sponsoren: Austrian Airlines, Ottakringer Brauerei, Wiener Städtische, Philipp Holzmann, Parcofrance, Zumtobel Staff, Hotel K& K, Varicon Förderer: British Council, Canadian Embassy, AFAA MedienpartnerInnen: Der Standard, Kurier, Radio Ö1, FM4, ORF-Kultur KooperationspartnerInnen: Burgtheater, ÖBB, Impuls Tanz, Viennale, Wien Modern Mit der Viennale wurde bereits zum zweiten Mal ein Eintrittskartensharing realisiert. Finanziert von einem Sponsor(Der Standard) war jedes Viennale-Ticket zugleich als Eintrittskarte für die Ausstellung „Televisions“ gültig. Ausstellungen 2001 KUNSTHALLE wien, karlsplatz Lebt und arbeitet in Wien 26 Positionen aktueller Kunst 13. Oktober 2000 – 4. März 2001, Eigenproduktion Aktuelle zeitgenössische Kunst in Wien aus der Sicht international renommierter Kuratoren und Kuratorinnen zeigte die letzte große Ausstellung im gelben”Kunstcontainer” am Karlsplatz, bevor die Kunsthalle Wien Mitte 2001 ihr neues Haus eröffnet hat. Paulo Herkenhoff(Museum of Modern Art, New York), Maaretta Jaukkuri(Kiasma, Helsinki) und Rosa Martínez(freie Kuratorin, Barcelona), haben 26 künstlerische Positionen ausgewählt, die für die Vielseitigkeit, Gegensätzlichkeit und Offenheit der Kunst in Wien stehen. Der Blick von außen suchte nach Scharfem und Unverbrauchtem, nach Kontroversiellem und Hintergründigem. Ohne die Absicht, bestimmte Merkmale einer Wiener Kreativität definieren zu wollen, präsentierte die Ausstellung Künstler und Künstlerinnen, die in einer bestimmten Beziehung zu Wien stehen. Sei es, weil sie in dieser Stadt geboren wurden, weil sie sich entschlossen haben, in dieser Stadt zu leben, oder weil sie die Stadt als Symptom bestimmter zeitgenössischer Probleme begreifen. Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen: Thomas Baumann, Wolfgang Capellari, Oliver Croy/ Ricarda Denzer, Julius Deutschbauer, Paul Divjak, Manfred Erjautz, gelatin, Siggi Hofer, Edgar Honetschläger, Anna Jermolaewa, Ruth Kaaserer, Komar& Melamid, Elke Krystufek, Guillermo Kuitca, Ulrike Lienbacher, Lomographische Gesellschaft, museum in progress, Florian Pumhösl, Werner Reiterer, Lois Renner, Bülent Sangar, Fridolin Schönwiese, Johannes Schweiger/Roland Rust, Christa Sommerer& Laurent Mignonneau, Erwin Wurm, Gregor Zivic. KuratorInnen: Paulo Herkenhoff, Maaretta Jaukkuri, Rosa Martínez Beratende Kuratorin: Sabine Schaschl Auch wenn sich die einzelnen Positionen auf den ersten Blick kaum miteinander vereinen lassen, so zeigt sich bei genauerer Betrachtung eine komplexe Einheit, die der Gestaltung der Ausstellung zugrunde liegt. Unabhängig von Ismen und Stilen existieren in den gezeigten Werken komplexe Strukturen für Spielräume und Taktiken, um sozialen und gesellschaftlichen Widrigkeiten zu begegnen. Kunstforum International(D), Jänner 2001 Geriet die Kunst der YBA-Generation dank des geschickten Marketings des Werbemoguls und Kunsthändlers Charles Saatchi zur fulminanten Auferstehung der britischen Kunst über dreißig Jahre nach den zuletzt international erfolgreichen Pop-Artisten, so lässt sich die Ausstellung in Wien als der Versuch einer jüngeren KünstlerInnengeneration deuten, endlich aus dem Schatten von Österreichs international am meisten rezipierten Kunstbeitrag nach 1945, dem Wiener Aktionismus, zu treten. Camera Austria(A), März 2001 BesucherInnen 2001: 42.387 KUNSTHALLE wien, museumsquartier Robert Smithson Filme, Texte, Zeichnungen 24. November 2000 – 25. Februar 2001, Eigenproduktion Der Künstler Robert Smithson(1938-1973) gilt als die Schlüsselfigur der amerikanischen Kunst zwischen Minimal Art, Land Art und der Konzeptkunst. Die Spiral Jetty im Salt Lake in Utah ist als Ikone der Land Art in die jüngste Geschichte der Kunst eingegangen. Seine Schriften haben zahlreiche KünstlerInnen und TheoretikerInnen seit den 60er Jahren maßgeblich beeinflusst. Smithson gab sich nicht damit zufrieden, autonome Kunstobjekte für Galerie, Museum oder idyllischen Park zu produzieren; er beschränkte sich auch nicht, wie andere KünstlerInnen der Land Art, auf Erdarbeiten in der freien Natur. Seine Reisen – nach New Jersey, in den Westen der USA, in das Ruhrgebiet oder nach Mexiko – prägten seine Arbeit. Im Wechsel zwischen Hier und Dort, zwischen Stadt und Natur, Museum und Landschaft entstand der spannungsreiche Gegensatz von Ort und Nicht-Ort, wie er sich in Texten, skulpturalen Mischformen, Landschaftsarbeiten, Zeichnungen und Filmen wiederfindet. Die Ausstellung in der Kunsthalle Wien war Anlaß, die längst überfällige Übersetzung der Smithsonschen Schriften ins Deutsche nachzuholen und sie im Rahmen der Ausstellung erstmals zu präsentieren. ROBERT SMITHSON: Gesammelte Schriften wurden mit dem Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, koproduziert. KuratorInnen: Eva Schmidt, Kai Vöckler Es ist das Verdienst dieser Ausstellung, daß die Texte im bemerkenswerten Katalog erstmals in deutscher Sprache vorliegen und in Auswahl von den Kuratoren im Raum als gleichwertige Werke präsentiert werden. Ein weiteres Verdienst der Schau liegt in dem behutsamen räumlichen Nebeneinander der verschiedenen Werke.„Spiral Jetty“ und die Diaschau„Hotel Palenque“ werden in zwei schlichten Holzboxen vorgeführt, wodurch die zentrale Bedeutung dieser Arbeiten in eine räumliche Achse übersetzt wurde. Frankfurter Allgemeine Zeitung(D), 19. Jänner 2001 BesucherInnen 2001: 4.533 KUNSTHALLE wien – Neues Haus im Museumsquartier Neubau 16. – 18. Februar 2001 Architektur-Preview der neuen Kunsthalle Wien mit einer Performance von Vanessa Beecroft – VB 45 16. Februar 2001, Eigenproduktion Erstmals war eine der aufsehenerregendsten Performances der in New York lebenden Künstlerin Vanessa Beecroft live in Österreich zu sehen. Noch bevor die Kunsthalle Wien ab 9. Mai 2001 ihre Ausstellungsaktivitäten im neuen Haus im Wiener MuseumsQuartier fortgesetzt hat, hat sie im Februar 2001 allen Interessierten ein Wochenende lang die Möglichkeit geboten, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen. Höhepunkt dieser dreitägigen Architekturpreview war die eigens für die neue, große Ausstellungshalle konzipierte Performance“VB 45” von Vanessa Beecroft, die am Freitag, den 16. Februar 2001 ab 18 Uhr zu sehen war. 45 nahezu unbekleidete weibliche Models wurden von der Künstlerin zu einem eindrucksvollen, präzise choreographierten Gruppenbild arrangiert, das sich während der etwa dreistündigen Performance allmählich verändert hat. Beecroft, 1969 in Genua(Italien) geboren, geht es in ihrer künstlerischen Arbeit um die Demonstration des Gegensatzes von normierten Schönheitsidealen und individueller körperlicher Disziplin. In ihren inszenierten, lebenden Skulpturen entpersonalisiert sie den weiblichen Körper zu einem visuellen Spektakel. Die streng arrangierten Situationen verfehlen ihre Wirkung auf das Publikum nicht. KuratorInnen: Doris Krystof, Gerald Matt Architektur-Preview mit einem Blick hinter die Kulissen der neuen Kunsthalle Wien 17. – 18. Februar 2001 Nach der Live-Performance am Freitag wurde Vanessa Beecrofts Arbeit am Samstag und Sonntag auf Video präsentiert. An diesen beiden Tagen bot die Kunsthalle Wien allen Interessierten die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen ihres neuen Ausstellungshauses zu werfen. Bei freiem Eintritt konnten nicht nur die beiden Ausstellungshallen, Auditorium, Shop und Foyer besichtigt werden, sondern auch das zukünftige Kunsthallenrestaurant in der ehemaligen Kaiserloge der Winterreithalle, sowie all jene Räume, die während des Ausstellungsbetriebs stets sorgfältig verschlossen bleiben, die beiden großen Depots im Untergeschoß, das Trockenlager, die Technikbereiche und die Anlieferungszonen. Neben Architekturführungen wurden Lichtführungen der Firma Zumtobel Staff angeboten. Es wurde eine glanzvolle Eröffnung der dreitägigen Architektur-Preview, wenn das Kunsthallen-Team auch zu ausgefeilten logistischen Maßnahmen greifen musste, um den Ansturm zu bewältigen. Neue Zeit Graz(A), 18. Februar 2001 BesucherInnen: 14.100 KUNSTHALLE wien – Neues Haus Steve McQueen 9. Mai – 19. August 2001, Halle 2, Eigenproduktion Mit seinen wuchtigen, meist tonlosen Filmprojektionen in Schwarz-Weiß ist der 1969 in London geborene Steve McQueen inzwischen so etwas wie der heimliche Star der internationalen Kunstszene geworden. Seine Arbeiten wurden bereits 1997 bei der documenta X sowie in zahlreichen bedeutenden Kunstinstitutionen gezeigt, 1999 wurde er mit dem Turner Prize ausgezeichnet. Die Kunsthalle Wien bezog mit der Ausstellung“Steve McQueen” erstmals einen Teil ihres neuen Hauses und setzte ihre Ausstellungstätigkeit im Museumsquartier fort. Steve McQueens kurze Kunstfilme sind auf klassische Weise modern. Sie bestechen durch eine emotionsgeladene Direktheit und zeichnen sich durch einen eindrucksvollen Minimalismus der filmischen Mittel aus. Dabei weisen die Arbeiten Steve McQueens, der am Goldsmith College sowie an der Filmschule der New Yorker Universität studierte, Bezüge zur Filmgeschichte ebenso wie zur Kunstgeschichte auf. Für die Ausstellung, die zum ersten Mal Arbeiten von Steve McQueen in Österreich vorgestellt hat, hat der Künstler neben einigen älteren Filmen auch seine neuesten Arbeiten gezeigt. KuratorInnen: Doris Krystof, Gerald Matt „In the heart of Europe‘s busiest gallery construction site – Vienna‘s Museumsquartier – a jewel lies hidden behind trucks, fences and piles of stones, sand and other construction material. The jewel is Steve McQueen‘s latest exhibition in the new Kunsthalle Vienna.” New York Arts Magazine(USA), 1. Juni 2001 „In any case, McQueen was the solitary high point in the Vienna summer of art.“ nu: The Nordic Art Review(N, S, SF), Oktober 2001 „Die Importe aus angloamerikanischem Raum sorgen in der Kunsthalle Wien immer wieder für angenehme Überraschungen. Klar im Konzept(ohne zu theoretisieren), emotional in der Ausstrahlung (ohne jedwede Anbiederung) steht hier aktuelle Medienkunst bereit, die einen unmittelbaren Zugang ermöglicht und vor allem den Jungen und jung Gebliebenen irgendwie aus der Seele spricht.“ „Mit diesem erfrischendem Anfang des Programms im Museumsquartier wird ein Zeichen gesetzt, das die Qualitätslatte hochlegt.“ Salzburger Nachrichten(A), 9. Mai 2001 BesucherInnen: 25.698 KUNSTHALLE wien – Neues Haus Gesamteröffnung der neuen Kunsthalle Wien am 11. Juni 2001 mit der Ausstellung Eine barocke Party Augenblicke des Welttheaters in der zeitgenössischen Kunst 12. Juni 2001 – 16. September 2001, Halle 1, Eigenproduktion Die Kunsthalle Wien zeigte in der ersten Ausstellung in ihrer neuen, großen Halle im Museumsquartier – einem Kulturviertel, das maßgeblich von der Barockarchitektur des J.B. Fischer von Erlach geprägt ist –, dass das 17. Jahrhundert nicht nur an historischen Fassaden zu finden ist, sondern auch in der zeitgenössischen Kunst eine besondere Rolle spielt. “Die Moderne und besonders die zeitgenössische Kunst knüpft eher an ästhetischen Konzepten des Barock an als an die Idee eines Gesamtkunstwerks aus dem 19. Jahrhundert”, so die AusstellungskuratorInnen Sabine Folie und Michael Glasmeier. Für die Ausstellung wurden zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen mit fertigen oder noch zu realisierenden Werken eingeladen, nicht um das Thema Barock zu illustrieren, sondern um Haltungen aufzuspüren, die einem barocken Kunstkonzept verwandt sind. Dinos and Jake Chapman, Wim Delvoye, Ulrike Grossarth, Yvonne Rainer, Sam Taylor-Wood und Paul Thek schlagen eine Brücke zwischen barocken Ideen und Konzepten und Positionen heutigen Kunstmachens. Gegensatzpaare wie sie für den Barock kennzeichend sind, lassen sich auch in der Ausstellung wiederfinden. Sie oszilliert zwischen Allegorie und Realismus, zwischen Fest und Vanitas, zwischen Erotik und Religion, zwischen heilig und profan, dargestellt durch theatralische, rhetorische und illusionistische Kunstgriffe. KuratorInnen: Sabine Folie, Michael Glasmeier „Die Ausstellung selbst, mit dem Untertitel„Augenblicke des Welttheaters in der zeitgenössischen Kunst“, ist wichtiger als jegliches Drumherum.“ Die Welt(D), 29. Juni 2001 „Das von Sabine Folie und Michael Glasmeier kuratierte Debüt„Eine barocke Party. Augenblicke des Welttheaters in der zeitgenössischen Kunst“ ist als Programm künftiger Initiativen vielversprechend.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung(D), 5. Juli 2001 BesucherInnen: 27.343 Flash Afrique 7. September – 11. November 2001, Halle 2, Eigenproduktion Übernahmestation: Forum NRW, Düsseldorf Die Ausstellung„Flash Afrique“ hat eine von vielen möglichen afrikanischen Geschichten anhand von einigen westafrikanischen fotografischen Positionen erzählt. Eine Geschichte, die von der Spannung zwischen inszenierter Selbststilisierung und entgrenztem Alltag handelt. Eine Geschichte, die zeigt, wie der Surrealismus in professionellen Fotostudios Westafrikas und auf den Straßen von Dakar und Abidjan Einzug hält. Zwei Magistralen sollen durch die Ausstellung gezogen werden: Die eine verläuft entlang der Studioarbeiten von Fotografen wie Seydou Keita(Mali) und Philip Kwame Apagya (Ghana) und bildet die Schnittstelle zwischen professionellem Gewerbe und phantasievoller künstlerischer Bilderfindung ab. Die andere verläuft direkt durch die Dunkelzonen der großen westafrikanischen Metropolen und zeigt mit den Arbeiten von Bouna Medoune Seye(Senegal) und Dorris Haron Kasco(Elfenbeinküste), wie Menschen den Kontakt zur Realität verlieren und als depravierte gesellschaftliche Randfiguren oder geistesabwesende Schatten die Trottoirs der Existenz bevölkern. Im Zusammenklang mit einem Musikprogramm, einer Filmretrospektive um den Regisseur Ousmane Sembene aus Senegal und einem Symposion wurde ein Dialogszenario eröffnet, das Materialien geliefert hat, um das komplexe Verhältnis Europas zu Afrika unter den Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts zu diskutieren.“Afrika”, sagt documenta-Chef Okwui Enwezor,“darf nicht länger ein ursprünglicher, psycho-sexueller Gegenstand der Tag- und Alpträume der Europäer sein.” KuratorInnen: Gerald Matt, Thomas Mießgang Am Ende steht ein unbefangener, die Intimität dennoch wahrender Blick auf einen Kontinent, der mehr als Mitleid verdient- nämlich Respekt. Die musikalische Ergänzung zur Ausstellung findet in der Szene Wien statt. Universum(A), September 2001 Umso frappanter, was die Kuratoren Thomas Mießgang und Kunsthalle-Direktor Gerald Matt aus dem chronisch unterbelichteten Kontinent herangeschafft haben: stilisierte Studioporträts von Seydou Keita, dem"Noir-Szenaristen" aus Mali, Bilder des Jugendporträtisten Malick Sidibé oder des sichtlich an amerikanischer Pop-Art orientierten Ghanaers Philip Kwame Apagya- stolze Afrikaner in überhöhten Posen der Selbstdarstellung. Profil(A), 3. September 2001 BesucherInnen: 25.177 Tele[visions] – Kunst sieht fern 12. Oktober – 6. Jänner 2002, Halle 1, Eigenproduktion TELE[VISIONS] zeigte, wie KünstlerInnen, ArchitektInnen und FilmemacherInnen unsere Erfahrung und Auffassung vom Fernsehen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihre Arbeit integriert und aufgenommen, kritisch hinterfragt und gelegentlich auch neu erfunden haben. In der Ausstellung sind zeitgenössische Kunst, aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Skulptur, Installation, Video, architektonische Entwürfe und Modelle, Filmausschnitte und Fernsehspots miteinander in Interaktion getreten. Dadurch wurde deutlich, wie intensiv KünstlerInnen mit verschiedenem sozialen und ideologischem Hintergrund seit Anfang der sechziger Jahre über Fernsehen nachgedacht haben. Die weitverbreitete Kultur des Fernsehens hat ein Sammelbecken an imaginären Erzählungen geschaffen, aus dem viele sich bedienen, um ihre Identität zu verändern oder zu”kartographieren”. Gleichermaßen verehrt wie dämonisiert, Katalysator von Absorption und Ablenkung, Apathie und Engagement, ist das Fernsehen eine kulturelle Kraft, die sich ständig weiterentwickelt. Nach mehr als 50 Jahren löst das Fernsehen immer noch Debatten aus, übernimmt die Rolle des ewigen Sündenbocks für die angebliche”Verdummung” der Gesellschaft oder dem Verfall der Moral. Fernsehen ist überall, es ist beinahe zur zweiten Natur für uns geworden, und doch wird es manchen kulturellen Kreisen immer suspekt bleiben. Materiell und doch nicht greifbar, trivial und brillant, ist das Fernsehen ein komplexes System mit Multiplikatoreffekt und häufig widersprüchlichen Wertesystemen. Beteiligte Künstler/innen(Auswahl): Vito Acconci, Dara Birnbaum, Klaus vom Bruch, Chris Burden, Sophie Calle, Vija Celmins, Mel Chin and the GALA Committee, Wolf Vostell, Jan Dibbets, Stan Douglas, Tracey Emin, General Idea, Richard Hamilton, David Hammons, Duane Hanson, Keith Haring, Christian Jankowski, Larry Johnson, Edward Kienholz, Martin Kippenberger, LOT/EKarchitecture, Allan McCollum, Antonio Muntadas, Nam June Paik, Daniel Pflumm, Sigmar Polke, Wolfgang Staehle, Günther Uecker, Bill Viola, Andrea Zittel, u.a. Kurator: Joshua Decter, New York Begleitprogramm: Justin Hoffmann, München "Und die Kunsthalle Wien ist allemal auf der Höhe der Ereignisse, wenn sie der Parallelität von Kunstwahrnehmung und TV-Konsum eine Schau widmet.'Televisions- Kunst sieht fern' heisst genau wie ihr Referenzobjekt..." Tagesanzeiger(CH), 19. November 2001 ...the curation is perfectly thoughtful and sensible. And it`s not so much about spectacle or entertainment as pain, weirdly enough, and other serious things. One of the questions here is: exactly where is the line between art and social comment? There is no clear answer, but'Tele(visions)' does at least serve to show how wide the line itself is, how an artist's entire output can live on it, as if on no-man's-land. Much of the work is about the extreme egocentricity of TV, of people on TV, of the makers of TV. What can all this mean? Practicism is an issue: art and TV parasitise each other. Art Monthly(GB), 1. Dezember 2001 Besucher 2001: 54.150 Robert Adrian X 30. November – 10. Februar 2002, Halle 2, Eigenproduktion ”Collagieren ist ein nichtlinearer Prozess. Wir bauen täglich etwas Neues und gewinnen nichts Neues dazu. Es ist eine neue Art des Denkens, das wir gelernt haben.” Robert Adrian X hat dieses Denken zu seiner künstlerischen Praxis gemacht. Der 1935 in Toronto/Kanada geborene Künstler, der seit 1972 in Wien lebt, setzt in seiner Arbeit unterschiedlichste vorhandene kulturelle Zeichen zusammen. Er artikuliert dabei die Zeichen zwischen den Zeilen, die er für sich wirken läßt. Zitate der klassischen Moderne, der Werbung und Medientechnologie oder Artefakte der Waffenindustrie werden in neue, oft fließend-räumliche Zusammenhänge gebracht, spielerisch, doppelbödig oder auch bedrohlich in ihrer Wirkung. Die Kunsthalle Wien zeigte die erste umfassende Retrospektive des Künstlers in Europa. Von analytischer Malerei der 70er Jahre über konzeptuelle Fotografie, Kleinplastik und Modellbau, Licht- und Soundinstallationen bis zu telekommunikativen Projekten im öffentlichen und medialen Raum reicht das Arbeitsfeld von Robert Adrian X. Kurator: Lucas Gehrmann "Robert Adrian X, 66, nimmt als Bürger und Künstler die verschiedensten Positionen ein. Die Kunsthalle Wien bezeugt sein weitreichendes Wirken im Rahmen einer ersten, umfassenden Retrospektive." Die Presse(A), 11. Dezember 2001 BesucherInnen 2001: 4.087 KUNSTHALLE wien, project space Akademiehof, Kupferstichkabinett, 1010 Wien, Makartgasse 3, Täglich 10 – 18 Uhr Als kleine, flexible und dynamische Eingreiftruppe nutzte der“project space" unterschiedlichste Locations, von der U-Bahnstation bis zum Schaufenster für schnelle, aktualitätsgebundene Präsentationen zwischen Installation und Performance. Günther Selichar – screens, cold 6. – 22. Juli 2001 Eigenproduktion Die Ausstellung zeigt erstmals in Österreich Günther Selichars international viel beachtete fotografische Arbeit“screens, cold". Diese 1997 begonnene Reihe besteht aus großformatigen Fotografien abgeschalteter Fernsehbildschirme. Die farblich voneinander deutlich differenzierten, doch in sich stets monochromen Bilder verweisen formal auf die mediale Repräsentation des als Alltagsgerät fungierenden“screen", aber auch zugleich auf Verbindungen zwischen Fotografie und Malerei im Bereich minimalistischer Ausdrucksformen. “Es gefällt mir, ein Paradox herzustellen zwischen massenmedialer Reflexion und originaler Anschauung... Es geht darum, dass das Gegenübersein zwischen Betrachter und Bildprodukt nach wie vor eine wichtige Bewegung ist."(Günther Selichar) Günther Selichar, geboren 1960 in Linz, Österreich, lebt in Wien. Studium der Kunstgeschichte und Klass. Archäologie in Salzburg und Chicago. Zahlreiche Einzelausstellungen, z.B. 1984: Museum moderner Kunst, Wien(A), Museum Rupertinum, Salzburg(A); 1990: Ricky Renier Gallery, Chicago (USA), 2001: Espai Lucas, Valencia(E); Beteiligung an internationalen Ausstellungen zur Fotografie Kurator: Lucas Gehrmann BesucherInnen: 202 KUNSTHALLE wien, art at rail Kunstfilmbox am Wiener Westbahnhof, 1070 Wien Besucher 2001: ca. 80.000 Die„Kunstfabrik“ im Museumsquartier ist das Nervenzentrum und die operative Schaltstelle der neuen Kunsthalle Wien. Aber die Idee des Containers, der wie Tentakel in den öffentlichen Raum hinausragenden Konzeptstränge, bleibt auch weiterhin ein wichtiger Teil des Selbstverständnisses. In Kooperation mit den ÖBB hat die Kunsthalle Wien am Wiener Westbahnhof eine Kunstfilmbox installiert. Ähnlich einer Jukebox können die Passanten auf Tastendruck einzelne Kunstvideos auswählen und gratis betrachten.“art at rail” öffnet damit einen neuen Raum für die Kunst und bietet den Reisenden eine anregende, informative Möglichkeit, die Wartezeit zu verkürzen. “art at rail” hat bisher u.a. Arbeiten von William Wegman, Pipilotti Rist, Gustav Deutsch und Georgie Hopton& Josephine Soughan präsentiert. Nam June Paik: Videos 1. Dezember 2000 bis 19. April 2001 Nam June Paiks Werk spiegelt die Entwicklung der Kunst der bewegten Bilder und des synthetischen Tons, des Zusammenspiels von Bild und Ton, beispielhaft wieder. Nam June Paik(geb. 1932 in Seoul) arbeitet auf den Gebieten Musik, Film, Video oder Synthesizer und strebt eine Verbindung von Avantgarde und Mainstream an. Er prägte einen neuen Künstlertypus zwischen E- und U-Kunst. Dies wird am Video„Lake Placid’80“, gedacht als Werbevideo für die Olympischen Winterspiele 1980, deutlich. Sein Studium verschlug Paik nach Deutschland, wo er schnell zum Studio für elektronische Musik in Köln und zu den Aktionen der Fluxus-Bewegung stieß: John Cage bearbeitete das Klavier. Nam June Paik außerdem auch den Fernseher. Ab 1964 erforschte er in New York Videotechnologie. Angefangen mit magnetischen Verformungen des TV-Bildes, die Paik"a real time video piano player" nannte. Bild und Ton verschmelzen spielerisch: improvisiert, experimentell, erfindungsreich wirken sie für heutige Augen gleichzeitig poetisch wie technisch unbeholfen. Die Kunsthalle präsentierte unter anderem jüngst restaurierte frühe Fernsehmanipulationen Nam June Paiks(in Zusammenarbeit mit Jud Yalkut) aus den Jahren 1965-68 sowie Paiks erste Videoperformance„Button Happening“(1965). Kuratorin: Gabriele Mackert Sunah Choi: Videos 20. April – 31. August 2001 Sunah Choi, 1968 in Pusan Korea geboren, verfolgt in ihren Videos strukturelle Untersuchungen und befragt Inhalte, Konstruktion und Aussagegehalt von Bildern durch konsequentes Vorgehen. In “Cheek to cheek” z.B. verschränkt sie die Ebenen von Bild und Ton und setzt sich mit dokumentarischen Kriegsaufnahmen auseinander. Zu sehen sind Kampfflieger beim Bombardement, sinkende Kriegsschiffe oder Panzer im Landkrieg. Über diese Bilder legt sich die swingende Melodie und der Text des Liedes, der den Betrachter wissen lässt:“Heaven, I'm in heaven and my heart beats so that I can't hardly speak...”. Die Montage von Bild und Ton greift immer stärker ineinander. Ein eher beschwingter Gang durch die Bilder entsteht, der schließlich in der Ästhetisierung von Krieg und Technik durch ein subversives Spiel mit Musik endet. Kuratorin: Gabriele Mackert Back to Utopia: Frühe Videoexperimente von Steina und Woody Vasulka 1. September – 12. Dezember 2001 Steina(geb. 1940 in Reykjavík) und ihr Mann Woody Vasulka(Bohuslav Peter Vasulka, geb. 1937 in Brno) gehören zur ersten Generation KünstlerInnen, die die neuen elektronischen Möglichkeiten der Videotechnik intensiv erprobten. Wie Nam June Paik kam Steina Vasulka von der Musik und interessierte sich für die technologischen Möglichkeiten der Bild- und Ton-Veränderungen. Ausgebildet sowohl als Ingenieur wie als Künstler bezog Woody Vasulka außerdem elektronische Klänge und stroboskopische Lichter ein. 1971 gründeten sie gemeinsam den legendären Experimental-Veranstaltungsort"The Kitchen" in New York. 1995 wurden sie mit dem renommierten Medienkunstpreis des Zentrums für Neue Kunst in Karlsruhe ausgezeichnet. In ihren frühen Videos experimentierten die Vasulkas mit dem Zusammenhang von künstlich erzeugtem Ton und Bild: die elektronische Welle in ihrer Verwandlung erzeugt Klänge, wie umgekehrt die visuelle Form einen akustischen Klang schaffen kann. In„Solo for 3“ choreographieren sie z.B. drei Kameraaufnahmen übereinander. 1969/70, d.h. parallel zu den Entwicklungen der Synthesizer von Nam June Paik und Shuya Abe oder Stephan Beck schufen die Vasulkas damit frühe Experimente einer Synästhesie von elektronischer Verschmelzung von Bild und Klang.„Telc“ ist ein Beispiel ihres Erfindungsreichtums im Feld der Wahrnehmungsveränderung: ein Rutt/EtraScanprozessor verfremdet Videoaufnahmen einer Autofahrt durch eine südböhmische Stadt. Landschaft und Bewohner werden zu abstrakten, plastischen Elementen mit Klang.„In Search of the Castle“ löst sich die vorbeiziehende Landschaft zunehmend in elektronische Bildgenerierungen auf. Programm: Gabriele Mackert, Kuratorin Kunsthalle Wien Begleit-und Sonderveranstaltungen Begleitprogramm zur Ausstellung„Lebt und arbeitet in Wien“ Kunsthalle-Lounge im Schikaneder mit Sleazy Listening und Workstation Wienfilm Jänner bis März jeden Samstag, 22.00 Uhr, Kunsthalle Wien im Schikaneder Sleazy Listening Die Lounge ist der Ort der zwanglosen Entgrenzung. Hier scheint wenig normiert, nichts verhaut und deshalb alles möglich: rauchen, trinken, quatschen, dösen- und Musik hören. Einen runden Winter lang wird die Schikaneder-Bar zum Zentrum der höheren Entspannung und tieferen Sehnsüchte. DJs, die man kennt, legen Platten auf, die man kaum kennt, und Elektroniker schultern ihre Laptops und generieren live die Lounge-Sounds der Gegenwart. Kuratiert von Sven Gächter Lineup Jänner bis März 2001, Samstags, jeweils 22 Uhr 6.1. 13.1. 20.1. 27.1. Electric Indigo: Beyond Techno – HipHop/Rhythm'n'Blues An acoustic evening with Louie Austen(live): Rat Pack Revisited Dzihan& Kamien: Oriental Moods Samir: Lounge Classics 3.2. 10.2. 17.2. 24.2. 3.3. Hergo/René Saffarnia: Electronic Roots Pascal Schaefer/Smoab:"Moi non plus" – Hommage à Serge Gainsbourg Lorenzo Al Dino: Beyond House – Salsoul& Funk Makossa: Meet Eddie Harris! Richard Dorfmeister: Sex& Sensibility gaechter: Prelude to Herbert Workstation Wienfilm 52 Filme aus der Versuchsstation Wien. Zusammengestellt von Alexander Dumreicher-Ivanceanu 6.1. 22 Uhr growing up Flora: Jessica Hausner, A 1996, 25 min, 35mm Betongräser: Antonin Svoboda, A 1995, 24 min, 35mm Speak Easy: Mirjam Unger, A 1997, 20 min, 16mm Gfrasta: Ruth Mader, A 1998, 11 min, 35mm 13.1. 22 Uhr, Landschaft der Erinnerung Domovina: Goran Rebi´c, A 1990, 10min, 16mm Germania: Kris Krikellis, A/D 1999, 22 min, 35mm Mécanomagie: Bady Minck, A/Lux 1996, 15 min, 35mm Die Frucht deines Leibes: Barbara Albert, A 1996, 27 min, 16mm 20.1. 22 Uhr, Doku-Fiktion Krieg in Wien: Michael Glawogger& Ulrich Seidl, A 1989, 84 min, 16 mm 27.1. 22 Uhr, Wahrnehmung und Raum Wieder Holung: Nana Swiczinsky, A 1997, 8 min, 35 mm Das Hinterzimmer: Regina Höllbacher, A 1995, 10 min, 16 mm Eine Seekrankheit auf festem Lande: Christian Frosch& Kristina Konrad, A/D 1996, 15 min, 16 mm Tür 14: Ricarda Denzer, A 2001, 13 min, DVD Ägypten: Kathrin Resetarits, A 1997, 10 min, 16 mm Cosmodrom: Fridolin Schönwiese, A 1995, 30 min, 16 mm 3.2. 22 Uhr, Die Kunst der Stunde ist Widerstand: ein Jahr danach Frühling in Wien: Franz Novotny& Hubsi Kramar, 2 min Widerstand: Nils Olger und acc, 10 min Parallelaktion: Dieter Auracher, 3 min Pinocchio: Martin Reinhart, 1 min Wie böse ist Österreich: Bernadette Huber, 2 min Hamburger Schauspielhaus: Janis Brandis, 6 min Fünf Filme gegen Schwarz-Blau: Thomas Horvath& Niki Griedl, 4 min Opernball 2000 – Chronik einer Amtshandlung: Schnittpunkt, 21 min LinksRechts: Dieter Auracher, 0,5 min Vier Spots: Get to Attack, 3 min Splitter: Splitter, 9 min Commercial Breakdown: Bauer/Trabichler, Handke, Maxl, Mayr, Shimanovich, Stockburger, 4 min elektroansprache zum nazionalfeiertag: bady minck& burghart schmidt, 5 min 10.2. 22 Uhr, Klangstakkato und Bilderflut Unterwerk: Dariusz Krzeczek, A 1999, 2 min notdef./version one: maia./notdef, A 2000, 4 min Instrument: Jürgen Moritz(Sound: Christian Fennesz), A 1997, 5 min Transistor: Michaela Schwentner(Sound: Radian), A 2000, 6 min The Plan: Timo Novotny(Sound: Sofa Surfers), A 1997, 5 min le matin: Paul Divjak(Sound: Bernhard Fleischmann), A 2000, 4 min comp.tot4/romutation: reMI(Renate Oblak/ Visuals, Michael Pinter/ Sound), A 1999, 16 min tageda: Dariusz Krzeczek(Sound: Monolake), A 1999, 2 min : n:ja(Sound: shabotinski), A 1999, 5 min r4: Michaela Schwentner(Sound: Radian),A 2000, 5 min Aus: Skot(Sound: Christian Fennesz), A 1998, 4 min Constructions: Timo Novotny(Sound: Sofa Surfers), A 2000, 4 min Cargo: Timo Novotny(Sound: Sofa Surfers),A 1999, 15 min 17.2. 22 Uhr, Österreich zuerst Kesseltreiben: Arnold Schicker, A 1987, 25 min, 16 mm Aufzeichnungen aus dem Tiefparterre: Rainer Frimmel& Peter Haindl, A 1993-99/2000, 90 min, Beta 24.2. 22 Uhr, Bild+ Ton, poetisch+ real Pre-Filme: Bild und Live-Musik von Wolfgang Capellari, ca 20 min L+ R: Edgar Honetschläger, A 2000, 79 min, 35 mm 3.3. 22 Uhr, lost and found Film/Spricht/Viele/Sprachen: Gustav Deutsch, A 1995, 1 min, 35 mm passage à l’acte: Martin Arnold, A 1993, 12 min, 16 mm Tito-Material: Elke Groen, A 1998, 6 min, 16 mm Organics: Dietmar Brehm, A 1999, 18 min, 16 mm Komakino: Hiebler/Ertl, A 1996, 5 min, 35 mm déjà vu: Lisl Ponger, 23 min, A 1999, 35 mm Happy-End: Peter Tscherkassky, A 1996, 11 min, 35 mm Sleazy Conclusion 9. März: Abschiedsveranstaltung vom gelben Container An evening with HERBERT(live). Featuring Matthew Herbert& Dani Siciliano ... Bevor unser liebster Container endgültig schließt,(Wohin entsorgt man einen Container eigentlich? In einem Container-Container?) feiert er sich zum Abschluss noch ordentlich selbst. Der Standard(A), 8. März 2001 Der erste experimentelle Container sollte der„Kunsthalle“ damals auf die kurze Zeit von vier Jahren einen preiswerten Unterschlupf bieten, so lange, bis die neuen Museumsquartier-Räumlichkeiten vollendet wären.(...) Das viel gehöhnte, freche Kunstquartier-Provisorium war ein voller Publikumserfolg. Die Kunsthalle war schick und jung und in, sie pulsierte gerade deshalb, weil sie nicht in Marmor versteinert und in Stuck erstickt, sondern billig, ersetzbar, reparabel war. Der Standard, 24. März 2001 LOMO in der Kunsthalle Wien Im Rahmen der Ausstellung“Lebt und arbeitet in Wien”. Donnerstag 25. Jänner, 19 Uhr: Die Wiener und die Tiere Donnerstag 1. März: Die WIENER und die WIENERINNEN und die WIENER Begleitveranstaltungen zur Ausstellung„Eine Barocke Party“: VORTRAGSREIHE„Eine barocke Party“ Di, 12. Juni, 17 Uhr Yvonne Rainer(Tänzerin, Choreographin, Filmemacherin, Künstlerin der Ausstellung) Out of a Corner of the Sixties Vortrag(engl.) mit Video- und Diavorführung Mi, 13. Juni, 17 Uhr Ann Wilson(Künstlerin, Gründungsmitglied von„Pyramid“, einer internationalen Gruppe von KünstlerInnen, Musikern und Schauspielern unter Führung von Paul Thek, Künstler der Ausstellung) Utopia has always been a popular destination only the view changes with time. Mozart, Thek and you. Vortrag(engl. mit Übersetzung) mit Dia- und Soundbeispielen Do, 14. Juni 17 Uhr 18.30 Uhr Peter Bexte(freiberuflicher Kunstwissenschaftler) KOT d’AZUR. Kunststücke des Wim Delvoye Vortrag mit Datenbeamer Christian Bertram(Regisseur und Autor) Torture. Eine barocke Lektüre der Welt Lesung Fr, 15. Juni, 17 Uhr Die Falte. Ein Element barocken Denkens? Walter Seitter(Philosoph) und Gottfried Hinker(Künstler) im Gespräch Moderation: Ralf Rother(Philosoph) Sa, 30. Juni, ab 22 Uhr Party Baroque Abschlußparty von Europride 2001 als gemeinsame Aktion der Regenbogenparade und der Kunsthalle Wien. So, 16. September, Finissage 17 Uhr Michael Glasmeier(Kunsthistoriker, Kurator der Ausstellung) Mörderische Kunst 19 Uhr Vortrag „zwei 2“ Eine Aktion von Nike Hinsberg, Ulrike Kampmann. Andreas Kempe, Anke Zeißig Leitung: Ulrike Grossarth(Künstlerin der Ausstellung) Begleitprogramm zur Ausstellung„FLASH AFRIQUE – Fotografie aus Westafrika“ Symposium: Mining Cultural Diversity? Konzept und Organsiation: Ina Ivanceanu& Michael Stadler(vidc/ kulturen in bewegung), in Kooperation mit der ÖEZA im Außenministerium und der Kunsthalle Wien Sa., 8. September, 16 Uhr Ästhetik und Kultur des Diversen: Panel: Philip Kwame Apagya(Photograph, Ghana), Simon Njami (Kurator, Paris), André Magnin (Künstlerischer Leiter der Pigozzi Collection, Paris), Ulrike Davis-Sulikowski(Kultur-Anthropologin, Wien), Tobias Wendl(Autor, München); Moderation: Georg Schöllhammer(Springerin, Wien) Ab 19 Uhr AfroLounge: DJ Prince Zeka Trinkskulpturen by Bambo Sane&Abdul Salam Barry, Werkstadt Graz Buffet by Sagya Do., 4. Oktober, 19 Uhr Von Timbuktu nach GoréeÊ: Spiegelungen vor/kolonialer Vergangenheit Panel: Dorris Haron Kasco(Fotograf, Côte d´Ivoire), Koyo Kouoh(Gorée Institut, Senegal), Lena Johansson(Swedish Development Co-Operation, Stockholm), Wolfgang Kos(Journalist, Wien), Thomas Mießgang(Kurator/Kunsthalle Wien) Moderation: Botschafter Georg Lennkh(ÖEZA im Außenministerium, Wien) Do., 18.Oktober, 19 Uhr Die andere Moderne: Über/Leben zwischen Digital Culture, Fashion und Trash Art Panel: Oumou Sy(Modeschöpferin, Dakar), Günther Stachel(ÖEZA im Außenministerium, Wien), Raphaël N'Diaye(Environment et développement du tiers-monde, Dakar), Thomas Mießgang (Kurator, Kunsthalle Wien); Moderation: Ines Mitterer(ORF, Wien) 22 Uhr AfroLounge: solo performance Lukas Ligeti: Electronic Drums Musikprogramm in der Szene Wien 16. Okt.Pee Froiss Hip Hop aus Senegal 18. Okt.Baaba Maal(Roots) 21. Okt.Ochester Baobab(Salsa, Mbala) Afro Lounge – Kunsthalle Wien DJ Line Up&Live Acts 15.9. Zipflo&Karim Africando, Mbalax live: Pate Beye& Mambiran Mboup 22.9. Zipflo&Lady Sheda Highlife, Afro Ragga live: Ester(voc) 29.9. Willy M.&Koffi Leon Soukous, Makossa live: Guy Ndongala(guit) 6.10. Abdul& Rebel Rai, Ragga, Reggea live: Buffolo Soldier(voc) 13.10. Willy M.&Lady Soul HipHop, Juju, Mapuka live: Topoke& Claude(voc) 18.10. Thursday Special live: Lukas Ligeti- Electronic Drums visuals by afromedia@rt – news(northeastwestsouth-afrika) catering by Sagya, produced by moving cultures/vidc& DJ Willy M. Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung„TelevisionsKunst sieht fern“ 20.10.2001, 16.00 WHY I STILL LOVE TELEVISION Vortrag von Joshua Decter, Kurator von„Televisions“ 21.10.2001, 15.00 FernsehFilm: Flimmern Super 8-Filme, Kurzfilme, Videos zum Thema Fernsehen u.a. mit Arbeiten von Sabine Bitter/Helmut Weber, Gustav Deutsch, Paul Divjak,*imo* collecting television, Kurt Kren, Lucas Lumma, Bjørn Melhus, Ralf Palandt, David Pfluger 25.10.2001, 19.00 CLUB 3: LOVE, LIES, TELEVISION. THE GREATEST SEX SCENES ON TV- WATCHED AND SELECTED BY WOMEN. MAKE YOUR CHOICE! Christina N., Sandra L., Bette D. 28.10.2001, 15.00 FernsehFilm: TV(on) Screen Stefanie Schulte Strathaus, Birgit Kohler(Freunde d. Dtsch. Kinemathek e.V./ Kino Arsenal) mit Arbeiten von Stan Brakhage, Cathy Joritz, Riki Kalbe, Maria Menken, Standish Lawder, Helen Lee, Matthias Müller 01.11.2001, 19.00 Club 3: Eine Jugend mit dem Fernseher. JugendTV revisited von Medienprominenten verschiedener Generationen, mit Barbara Stöckl, Mirjam Unger und Markus Wailand 02.11.2001, 22.30 Sonic Televisions Gallery in Kooperation mit Wien Modern lanolin lädt ein:< void_01> 03.11.2001, 14.00 Übertragung:---Schaltkreis--Künstler machen Fernsehen- eine Bestandsaufnahme Hans-Christian Dany/UTV, Karel Dudesek/Van Gogh TV, Maarten Ploeg/PARK4DTV, Ariane Müller/Lokal TV 04.11.2001, 15.00 FernsehFilm: tvrolle Beiträge für und über das Fernsehen von KünstlerInnen aus dem Umfeld der Angewandten 09.11.2001, 22.30 Sonic Televisions Gallery in Kooperation mit Wien Modern ROBERT JELINEK& TOM FLAIR(SABOTAGE COMMUNICATIONS) HEAT SEEKER 16.11.2001, 22.30, im Wiener Konzerthaus Neuer Saal, Sonic Televisions Gallery in Kooperation mit Wien Modern general magic and tina frank: fine tuning 18.11.2001, 14.00 Übertragung:---Widerstand--Ein anderes Fernsehen Linda Iannacone/Paper Tiger TV, Wolfgang Haberl/Wohnpark TV, Christian Schulte/dctp, Bolt, Olger, Egermann/Alphakanal 18.11.2001, 19.00 FernsehFilm: Making Media Change: Paper Tiger TV Linda Iannacone präsentiert Videos von Paper Tiger TV, New York 23.11.2001, 22.30 Sonic Televisions Gallery in Kooperation mit Wien Modern SKIZZE: 29 FOLGEN, EIN TRAUM 24.11.2001, 14.00 Übertragung:---Kondensator--Die Ästhetik des Fernsehens Joan Kristin Bleicher, Reinhard Braun, Susanne Lummerding, Rudolf Frieling 25.11.2001, 15.00 FernsehFilm: 2 x Harun Farocki Worte und Spiele, D 1998 Die führende Rolle, D 1994 01.12.2001, 14.00 Übertragung:---Relais--Migration und Fernsehen Manuela Bojadzijev/Kanak Attak, Marie Gillespie, Reyhan Güntürk/Zentrum für Türkeistudien, Cornelia Kogoj/Initiative Minderheiten 02.12.2001, 15.00 FernsehFilm: Die Fernsehgalerie Schum Vortrag von Ursula Wevers, Köln mit anschließender Vorführung der Filme„Land Art“ und„Identifications“ 07.12.2001, 19.00 Club 3: Galactic Friendship feiert seinen 10. Geburtstag Mit Bat'telh Schaukampf der Klingonen, Star Wars Laserschwert-Kampf, Tanz, Kostüme, Videomaterial und interaktiver Informations-/Diskussionsrunde 09.12.2001, 15.00 FernsehFilm: Spectres of the Spectrum Doku-Fiction von Craig Baldwin, USA 1999 13.12.2001, 19.00 Club 3: Leichte Fragen – richtige Antworten. Fernsehmusikquiz mit Justin Hoffmann und vielen schönen Preisen 16.12.2001, 15.00 FernsehFilm: TeleVisionen. Präsentation der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften: eine Art Fernsehabend, mit Sylvia Szely, Monika Bernold und Vrääth Öhner 20.12.2001, 19.00 Club 3: Do the Pong! Telespiele aus den 70er Jahren zum Ausprobieren, mit Bernhard Nemec ALLTAGSKULTUR Die Förderung der Alltagskultur dient der Verbesserung urbaner Infrastruktur. Alte Grätzl können dadurch neue Attraktivität erhalten. Darüber hinaus soll aber auch bei der Planung neuer Stadtteile für die Bevölkerung ein lokalorientiertes kulturelles Angebot geschaffen werden, das der Bildung sogenannter"Schlafstädte" entgegenwirkt. Neben der finanziellen Unterstützung steht vor allem eine umfassende Beratung und Hilfestellung für Kulturvereine bei der Durchführung von Veranstaltungen im Vordergrund. 2001 hat sich dadurch das Spektrum der Angebote wesentlich erweitert und in der Qualität verbessert. Neben multikulturellen und besonders innovativen Projekten wurden vor allem auf die Jugend bezogene Vorhaben gefördert. Der Verein"Kulturnetz", eine spezielle Serviceeinrichtung für die Bezirke nördlich der Donau, war 2001 besonders erfolgreich tätig und konnte weitere Aufbauarbeit im Bereich der Verbesserung der kulturellen Infrastruktur leisten. Die Bezirke verfügten in diesem Jahr wieder über eigene dezentrale Kulturbudgets, sodass sich das Budgetvolumen für basiskulturelle Aktivitäten nahezu verdoppelt hat. Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. So fanden im Jahre 2001 die Südtiroltage in Wien statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierten sich Blasmusikkapellen, Musikkapellen, Volksmusik- und Volkstanzgruppen an verschiedenen Wiener Plätzen. Beim„Treffpunkt Wien“ traten Volksmusikgruppen aus den Bundesländern gemeinsam mit Gruppen aus Wien auf und brachten authentische Volksmusik zu Gehör. Ein Höhepunkt im Jahr 2001 war das„22. Österreichische Blasmusikfest“, an dem Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol sowie aus Deutschland, Island, Kroatien, Slowakei und der Türkei teilgenommen haben. Bei der Veranstaltung„Faszination Blasmusik“ in der Kurhalle Oberlaa zeigten Blasorchester des Wiener Blasmusikverbandes ihr Können und präsentierten auch die Ergebnisse ihrer Nachwuchsarbeit. Die Wiener Stadthalle war im November Schauplatz für die„35. Wiener-Walzer-Konkurrenz“ und die „Austrian Open Vienna 2001“. Großen Publikumszuspruch fand das alljährlich durchgeführte„Internationale Adventsingen“ im Wiener Rathaus. Dabei traten Chöre aus Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, der Ukraine und den USA auf. WIENER ALTSTADTERHALTUNGSFONDS Die Förderungen des Wiener Altstadterhaltungsfonds haben sich im Jahr 2001 auf die stadtbildpflegende Wiederherstellung von historischer Bausubstanz an den unterschiedlichsten Gebäuden konzentriert. Aus dem Kulturförderungsbeitrag wurden 2001 54 Objekte mit Förderungen von 7.378.254,83 EUR bedacht. Neben den Kirchen im ersten Bezirk- wie Stephansdom, Peterskirche, Kirche Am Hof, Michaeler- und Minoritenkirche- wurde auch die Instandsetzung und Teilrückführung einer Passage zwischen Graben, Petersplatz und Goldschmiedgasse gefördert, die sich in einem ehemaligen Banken- und Börsengebäude von Heinrich Ferstel befindet und nach internationalen Vorbildern gestaltet wurde. Die Förderung der Instandsetzung der Dr. Karl Lueger-Gedächtniskirche auf dem Zentralfriedhof wurde fortgesetzt und durch eine Unterstützung der Instandsetzung der Torbauten des zweiten Tores des Zentralfriedhofs ergänzt. Ein Projekt der nächsten Jahre ist die Instandsetzung der links und rechts der Lueger-Kirche befindlichen Columbarien mit ihren Grüften, die das Bild der Gesamtanlage abrunden. Typische Einfriedungen, wie die Umrahmung des Denkmals in Hietzing Am Platz oder die Zaunanlage des Krankenhauses Lainz in der Hermesstraße ergänzen die Maßnahmen, die durch einen Beitrag (insgesamt 4.723.734,22 EUR) zur derzeit im Gang befindlichen Sanierung der Otto-Wagner-Kirche auf der Baumgartner Höhe finalisiert werden. DENKMALPFLEGE Das Stadtbild Wiens wird wesentlich durch ein Netzwerk von Denkmalobjekten wie Denkmäler, Brunnen, Bildstöcke, Grabmäler, Freiplastiken und Gedenktafeln geprägt, welches zur Auflockerung und Belebung des Häusermeeres beiträgt, aber auch als Orientierungshilfe dient und die Identifikation mit bestimmten Stadtteilen fördert. Für die überwiegende Mehrzahl dieser Kulturgüter hat die Stadt Wien seit langem die Verantwortung für deren Betreuung übernommen. Diese umfasst kontinuierlich vorgenommene Sicherheitskontrollen, Reinigungsarbeiten, Restaurierungen, schließt aber auch die nächtliche Anstrahlung herausragender Denkmalobjekte mit ein. Mit der Bereitschaft zur Betreuung ist auch die Bereitstellung der Mittel für die dabei anfallenden Kosten verbunden. Die Qualität der erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen wird durch die dem Bundesdenkmalamt eingeräumte Mitwirkung gewährleistet. Die restauratorischen Maßnahmen verursachen zwar im Einzelfall nicht immer hohe Kosten, in ihrer Gesamtheit wird aber doch ein hoher finanzieller Aufwand erforderlich. Als Beispiele für aufwendige Restaurierungen seien erwähnt: Republik-Denkmal 1, Dr.-Karl-Renner-Ring, EUR 13.081,11 Skulptur„Stage Set“ 3, Stadtpark, EUR 20.929,78 Denkmal für Joseph Haydn 6, Mariahilfer Straße, EUR 15.261,30 Drei barocke Skulpturen 6, Esterhazypark, EUR 25.944,20 St. Georgs-Kapelle 11, Kaiserebersdorfer Straße, EUR 21.511,16 Mariensäule 15, Henriettenplatz, EUR 28.705,77 Mariensäule 19, Mitterwurzergasse, EUR 17.296,13 BEZIRKSMUSEEN Bei der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen handelt es sich um keine magistratische Dienststelle, sondern um einen selbständigen Verein, dessen herausragendes, aber nicht selbstverständliches Merkmal die Ehrenamtlichkeit seiner Mitglieder ist. Mit großem Engagement und ebenso großem Erfolg bemühen sich die Ehrenamtlichen, materielle und geistige Güter vor dem Vergessen und Verschwinden zu bewahren. In diesem Bemühen um die Geschichte und Kultur Wiens in ihrer topografischen Vielfalt ergänzen einander die Bezirksmuseen und das Historische Museum der Stadt Wien, dem auch die Fachaufsicht obliegt, auf ideale Weise. Parallelen ergeben sich auch beim Sammeln, bei der Erhaltung des Sammelgutes, Sonderausstellungen Führungen und Publikationen. Die Bezirksmuseen erfüllen freilich keineswegs nur museale Aufgaben, sie fungieren auch als Orte der Begegnung, an denen Künstler verschiedener Sparten sehr oft zum erstenmal Gelegenheit erhalten, ihr Schaffen einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Als unpolitischem und gemeinnützigem Verein hat die Stadt Wien der Arbeitsgemeinschaft 2001 im Subventionsweg EUR 170.781,16 zur Aufrechterhaltung des Betriebes zur Verfügung gestellt. Weiters wurde die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft durch eine projektorientierte Förderung von EUR 87.207,40 gewürdigt. Die Projektförderung ermöglichte unter anderem dem Bezirksmuseum Neubau mit der Archivierung herausragender Objekte in digitalisierter Form zu beginnen. Das Bezirksmuseum Josefstadt wird die Ausstellung„Von der Schießstätte zum Grauen Haus – Mord und Totschlag in der Josefstadt“ durchführen. Die Ausstellung„Vergnügungsstätten in Hernals“ des Bezirksmuseums Hernals wird auch von einem Katalog begleitet sein. EHRUNGEN Auszeichnungen der Stadt Wien sind als sichtbares Zeichen der Würdigung von künstlerisch und wissenschaftlich hervorragend tätigen Personen zu verstehen. Darüber hinaus informieren Berichte der Medien, die aus diesen Anlässen entstehen, die Öffentlichkeit über das breite Spektrum kulturellen Schaffens in Wien. Die Preise der Stadt Wien tragen zur Motivation der Geehrten bei. Um größtmögliche Objektivität im Hinblick auf den Vergabemodus zu gewährleisten, erfolgen die jeweiligen Nominierungen ausschließlich durch unabhängige Jurys, deren Mitglieder ständig wechseln. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung junger KünstlerInnen und WissenschafterInnen. Als Beispiel dafür sei unter anderem die Vergabe des Ernst-Krenek-Preises oder der Förderungspreise der Stadt Wien hervorgehoben. 2001 wurden auch- wie alle drei Jahre- Preise aus der Dr.-KarlRenner-Stiftung der Stadt Wien verliehen. Im Zuge der Währungsumstellung wurden die mit den Preisen verbundenen Beträge auf jeweils 8.000,- Euro(Preise der Stadt Wien, Ernst-Krenek-Preis) bzw. 4.000,- Euro(Förderungspreise) erhöht. Die Würdigung der Leistungen verdienstvoller Persönlichkeiten ist auch posthum in Form von Widmungs- und Ehrengräbern, Kranzniederlegungen und Grabrestaurierungen möglich. INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Durch die Etablierung des Referates Interkulturelle und Internationale Aktivitäten ermöglicht die Kulturabteilung der Stadt Wien eine noch effizientere Zusammenarbeit mit den Vereinen und deren Aktivisten. Das Kulturangebot unserer Stadt konnte dadurch wesentlich erweitert und bereichert werden. Es sind in zahlreichen Kulturstätten verschiedenartige Kulturveranstaltungen, wie Konzerte(vokal und instrumental) - Kulturfestivals(über mehrere Tage) - Kulturabende - Theateraufführungen - Ausstellungen - Lesungen - Diskussionsabende - Vorträge - Gastspiele ausländischer SchauspielerInnen - Tanzauftritte - Kinderfeste - LehrerInnenfeste - Symposien - Workshops - Buchpräsentationen durchgeführt worden, die für das Zusammenleben von Bedeutung sind. So ist etwa das„Fest der Bevölkerung“ zu einem unverzichtbarem Teil des Kulturkalenders geworden. Sehr populär ist auch das internationale Tanzfestival „Esperantella“, diverse Straßenfeste begeistern und erfreuen gleichfalls das Publikum. Gefördert werden zudem auch Aktivitäten auf dem Gebiet der Literatur oder des Theaters, wie Schreibwerkstätten und Gastvorstellungen renommierter SchauspielerInnen aus verschiedenen Herkunftsländern. Im Bereich der Internationalen Aktivitäten wurden Konzerte in Krakau und Warschau organisiert, und im Rahmen des Kulturaustausches mit Brasilien österreichische KünstlerInnen zu einem Festival entsandt. Bei einem Besuch in Aserbaidschan wurden bereits die ersten Vorbereitungen für die bevorstehenden„Wien-Tage“ in Baku getroffen. NEUE MEDIEN In den letzten Jahren entwickelte sich in Wien im Bereich der„Neuen Medien“ eine sehr lebendige und vielfältige Szene. Es wurden nicht nur kleine verortete Initiativen gegründet, oder„nur“ virtuelle, sondern eine sehr spannende Mischung von Projekten mit reeller Präsentation und virtueller Partizipation öffnete sich jenen anderen Formen der Kunstproduktion und –reflexion. Die Kulturabteilung versucht dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, in dem sie sich über das Referat„Neue Medien“ bemüht, diese Vielfalt möglichst adäquat zu unterstützen. Das heißt: Wir versuchen trotz des knappen Budgets, intensiv auf die verschiedenen Bedürfnisse der KünstlerInnen dieses heterogenen Mediums einzugehen: individuelle Beratung mit gleichzeitiger Verknüpfung der verschiedenen Bereiche sind ein sehr wichtiger Bestandteil der Tätigkeit des Referates. 2001 ist es über die finanzielle Förderung hinaus gelungen, durch zusätzliche gezielte Vernetzungsarbeit einige erfolgreiche Akzente für eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Medium Internet setzen zu können. STIPENDIEN Im Rahmen des Stipendienwerkes der Stadt Wien wurden Studienbeihilfen und diverse Stipendien im Gesamtbetrag von 123 107,78 EUR vergeben. Davon entfielen 6 Arbeitsstipendien an Wiener Zivildiener ihm Rahmen ihres Gedenkdienstes, den sie an verschiedenen Holocaust-Gedekstätten leisteten. FILM UND VIDEO Auch wenn sich im abgelaufenen Jahr die wirtschaftliche Situation der Wiener Kinos aufgrund des starken Konkurrenzdruckes durch die Multiplex-Kinos weiter verschärft hat, konnte mit dem Einsatz der 1999 beschlossenen Kinoförderung mitgeholfen werden, dass vor allem Kinos mit anspruchsvollen Programmen„schwarze Zahlen“ geschrieben haben. Die Freilichtkinos, allen voran wieder das„Kino unter Sternen“ im Augarten, hatten – trotz des nicht immer besucherfreundlichen Wetters – eine Rekordzahl von Kinofans zu verzeichnen, ein Faktum, das anscheinend auch das Interesse privater Sponsoren geweckt hat, die sich sehr maßgeblich an den Kosten der Freilichtaufführungen beteiligt haben. Mit der„kleinen“ Filmförderung, die unter dem Schwerpunkt der Unterstützung und Förderung der Produktionen junger Talente in unterschiedlichen Genres(Kurzfilm, Experiment, Dokumentarfilm) läuft, konnte die Kulturabteilung zum Erfolg der österreichischen Filmszene einen wesentlichen Beitrag leisten. Die politisch engagierten Arbeiten„Null Defizit“(Ruth Mader) und „Heldenplatz“(Constantin Wulf u. a.) fanden nicht nur österreichweit große Beachtung; Virgil Widrichs originelle und eigenwillige Arbeit„Copy shop“ heimste eine Unzahl in- und ausländischer Festivalpreise ein und wurde letztendlich sogar für den Kurzfilm-Oskar nominiert.. Die insgesamt mit einem Minimalbudget ausgestattetet Filme„Mein Russland“(Barbara Gräftner) und„Richtung Zukunft durch die Nacht“(Jörg Kalt) bezauberten Publikum und Fachkritik. Neben der Unterstützung von Organisationen wie z. B. Sixpack, die sich mit dem Verleih und Vertrieb dieser Filme beschäftigen, konnten mit den Mitteln der MA 7 auch interessante Schwerpunktveranstaltungen wie z. B. das Frauentrickfilm-Festival„Tricky Women“, das StudentInnen-Filmfestival, die„British-Short-Film-Nights“ u. a. gefördert werden. Zusätzlich wurden auch die Wiener Programmkinos als Veranstalter von Symposien, Retrospektiven u. a., das österreichische Filmarchiv, das österreichische Filmmuseum und natürlich nicht zuletzt das größte heimische Filmfestival„Viennale“ mit entsprechenden Mitteln ausgestattet. FILMFONDS WIEN Gemeinsam mit den Filmschaffenden Österreichs kann der Filmfonds Wien auf ein überaus bedeutendes Filmjahr 2001 zurückblicken. Nicht nur durch eine rege Teilnahme an Festivals zeichnet sich der Österreichische Film im Jahr 2001 aus, sondern auch durch zahlreiche wichtige, internationale Filmpreise. Zum wahren Medienereignis wurden die Preisverleihungen in Cannes und Venedig: Den großen Preis der Jury beim Film Festival in Cannes erhielt die österreichisch-französische Koproduktion„Die Klavierspielerin“ von Michael Haneke. Die beiden Hauptdarsteller(Isabelle Huppert, Benoît Magimel) erhielten jeweils den Preis für die beste Darstellerin bzw. den besten Darsteller. Ulrich Seidls„Hundstage“ lief beim Film Festival in Venedig im Wettbewerb und wurde nach dessen Aufführung als durchaus umstrittener Beitrag angesehen. Die Juroren ehrten den Film mit dem großen Preis der Jury. Der Erfolg des in den Medien als„Glückssträhne“ benannten Filmjahrs ist das Ergebnis professionell geplanter und realisierter Projekte, herausragender Leistungen der Mitwirkenden, gezielter Verwertung der Filme auf nationaler wie internationaler Ebene und nicht zuletzt der konsequenten Förderung des österreichischen Filmschaffens. Kulturell bedeutende sowie wettbewerbsfähige Filmprojekte zu unterstützen und dem heimischen Film eine höhere Aufmerksamkeit, auch über die Grenzen Österreichs hinaus, zukommen zu lassen, ist das Ziel des Filmfonds Wien. Er ist ein gemeinnütziger Fonds der Stadt Wien mit eigener Rechtspersönlichkeit. Neben nationalen Produktionen werden internationale Projekte gefördert, die Österreich als kompetenten Koproduktionspartner im europäischen Kontext ins Licht rücken. In diesem Zusammenhang gilt es, den Medien- und Filmstandort Wien zu stärken und dessen filmspezifische Infrastruktur ausbauen zu helfen, um nationalen wie internationalen Filmschaffenden ideale Bedingungen auf allen Produktionsstufen bieten zu können, damit die umgesetzten Filmprojekte den qualitativen als auch quantitativen Ansprüchen des Publikums entsprechen. Der Filmfonds Wien gewährt Förderungen von Filmprojekten von der Projektentwicklung über die Produktion bis zur Verwertung, die sowohl auf Film Festivals wie durch einen Kinoeinsatz erfolgen kann. Die Fördermittel werden in Form von erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschüssen, nicht rückzahlbaren Zuschüssen oder Referenzmitteln gewährt. “WHO IS WHO?” BEIM FILMFONDS WIEN Kuratorium Das Kuratorium des Filmfonds Wien setzte sich 2001 aus folgenden Mitgliedern zusammen: OAR Wolf-Rüdiger Philipp(Vorsitzender) Hans Hurch Mag. Michael Kreihsl Univ.Prof. Dkfm. Peter A. Mayer Michael Stejskal Mag. Kathrin Zechner Mag. Andreas Gruber Jury Das Gremium des Filmfonds Wien, das die eingereichten Förderanträge beurteilt, tagte im Jahr 2001 fünf mal und ihm gehörten folgende Jurymitglieder an: Ulli Dohr Alexander Horwarth Heidrun Podszus Dr. Gottfried Schwarz Die Ersatzmitglieder der Jury waren: Dr. Elisabeth Büttner Björn Koll Dr. Sabine Perthold Dr. Andreas Ungerböck Filmfonds Wien intern Mit Beginn des Jahres konnte intern ein eigenständiger Controlling-Bereich seine Arbeit aufnehmen. Im Bereich Public Relations kam es zum Personalwechsel. Somit zählte das Personal des Fonds sieben MitarbeiterInnen: Dr. Peter Zawrel(Geschäftsführer) Andrea Christa(stellvertretende Geschäftsführerin) Mag. Petra Krassnigg(Verträge) Mag. Thomas Heskia(Controlling) Margarethe Binder(Controlling) Sibylle Schwarzkogler(Teamassistenz) Mag. Angelika Teuschl(Public Relations bis Juni 2001) Mag. Silke Schönfelder(Public Relations ab Juli 2001) FÖRDERTÄTIGKEIT DER GREMIEN In seiner Fördertätigkeit konnte der Filmfonds Wien durch seine drei Gremien(Kuratorium, Jury, Geschäftsführung) insgesamt 88 Förderzusagen aussprechen und damit ein Fördervolumen von 10.384.826 Euro in den Bereichen Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung zur Verfügung stellen. Kuratorium In ihrer letzten Sitzung im Jahr 2001 beschlossen die Kuratoren des„Wiener Film Fonds“ die Umbenennung der Förderinstitution in„Filmfonds Wien“. Damit ist der finale Schritt zur geplanten Neuorientierung im Bereich der Corporate Identity des Fonds gemacht. Das Kuratorium des Film Fonds Wien kam 2001 drei mal zusammen und sprach sich dabei u.a. für eine Änderung der Förderrichtlinien aus. Danach wird der Fonds zukünftig keine internationale Vertriebsförderung mehr gewähren, da diese als nicht EU-konform anzusehen ist. Ferner muss im Rahmen der Vertriebsförderung/Kinostart vom Antragsteller nicht länger ein Wiener Filmbrancheneffekt erbracht werden. Das Gremium sagte neben einer Mittelerhöhung insgesamt vier Förderungen von Maßnahmen nach §§ 2.2.,3.1. der Satzung zu, u.a. die Förderung der Jahrestätigkeit 2001 der Austrian Film Commission, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den österreichischen Film international bekannt zu machen und dessen Vertriebschancen, auch im Sinne der Filmschaffenden, zu erhöhen und damit sowohl wirtschaftliche wie kulturelle Erfolge zu erzielen. Die Diagonale, das Festival des österreichischen Films in Graz, und der in diesem Rahmen stattgefundene„Dok-Markt“, wurden gleichfalls durch eine Zusage finanzieller Mittel durch das Kuratorium unterstützt. Jury Insgesamt 56 Förderzusagen sprach die Jury während ihrer fünf Sitzungen in den Bereichen Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung aus. Geschäftsführung Die Geschäftsführung sagte 27 Projekten eine Förderung zu, bei denen es sich vorwiegend um Verwertungen für Kinostarts in Österreich sowie Festivalteilnahmen handelte. ÜBERSICHT DER FÖRDERUNGEN 2001 Im Jahr 2001 wurden 14 Förderungen für eine Projektentwicklung zugesagt, 41 Herstellungsanträge befürwortet, sowohl 14 Kinostarts als auch 14 Festivalteilnahmen finanziell unterstützt und vier Maßnahmen durch das Kuratorium bezuschusst. Projektentwicklungsförderungen Den 14 zugesagten Projektentwicklungen wurden insgesamt 311.523,73 Euro zur Verfügung gestellt. Dabei wurden 13 erfolgsbedingt rückzahlbare Darlehen gewährt. Zwei Projekte erhielten Referenzmittel aus erfolgsbedingten Rückzahlungen des Antragstellers(beide Allegro Film). Die Gesamtherstellungskosten der Projekte belaufen sich in der Summe auf 801.564,50 Euro. Der Film Fonds Wien beteiligt sich damit an durchschnittlich 38,9% der Gesamtherstellungskosten der Projektentwicklungen. Herstellungsförderungen Von den 41 Herstellungsförderungen erhielten zwei Projekte(Dor Film) Mittel aus der Referenzfilmförderung. Die Summe der Förderungen im Jahr 2001 für die Produktion beläuft sich auf 9.207.538,71 Euro. Die Gesamtherstellungskosten der insgesamt 37 verschiedenen Produktionen betragen insgesamt 45.418.134 Euro. Damit ist der Filmfonds Wien an durchschnittlich 20% der Gesamtherstellungskosten beteiligt. Geförderte Produktionen nach Gesamtherstellungskosten(in Euro) gruppiert 2,0- 3,0 Mio. 8% 3,0- 3,5 Mio. 11% < 0,5 Mio. 35% 1,0- 2,0 Mio. 32% 0,5- 1,0 Mio. 14% Dreizehn der geförderten Herstellungen haben ein Produktionsbudget von unter 500.000 Euro. Gemeinsam belaufen sich die Kosten der Projekte auf 2.945.454,10 Euro. Diese beinhalten eine Förderung vom Filmfonds Wien von insgesamt 840.095,49 Euro. Zwischen einer halben und einer Million Euro bewegen sich, vom Gesamtbudget aus betrachtet, fünf Projekte mit insgesamt 3.375.798,79 Euro. Die Förderung dieser Filme wurden mit 979.239,76 Euro befürwortet. Mit Fördermitteln im Wert von 3.898.857,87 Euro wurden die 12 Projekte ausgestattet, deren Gesamtherstellungskosten zwischen einer und zwei Millionen Euro liegen und damit insgesamt 18.772.136,86 Euro betragen. Das Budget dreier Filme(insgesamt 7.502.633,23 Euro) ist mit einer Summe zwischen zwei und drei Millionen Euro kalkuliert worden. Diese erhielten eine Förderung von 1.123.800,58 Euro. Weitere vier Vorhaben belaufen sich auf drei bis dreieinhalb Millionen Euro in der Projektkalkulation und wurden mit 2.365.545,01 Euro vom Filmfonds Wien gefördert. Ihre Gesamtherstellungskosten betragen zusammen 12.822.110,55 Euro. Ein wichtiges Förderkriterium aus wirtschaftlicher Sicht ist der sogenannte Wiener Filmbracheneffekt. Dieser berechnet sich aus allen Ausgaben, die der Wiener Filmwirtschaft indirekt oder direkt bei der Realisierung des Projektes zugute kommen. Die Frage stellt sich also nach den finanziellen Mitteln, die für die Nutzung der Wiener Filminfrastruktur investiert und die für die Beschäftigung künstlerisch, technisch und/ oder organisatorisch tätiger Filmschaffender aufgebracht wurden. Die von den Antragstellern erhaltene Fördersumme sollte zu mindestens 100% auch in Wien investiert werden. So flossen allein durch die Produktionsförderungen ca. 23,8 Millionen Euro in die Wiener Filmbranche. Das sind rund 260% der gewährten Fördermittel in diesem Bereich. Verwertungsförderungen Kinostart Der Kinostart von 14 österreichischen(Co-)Produktionen wurde im Jahr 2001 vom Filmfonds Wien finanziell unterstützt. Insgesamt flossen Mittel in der Höhe von 384.059,92 Euro in die Verwertungsförderung Kinostart. Die Gesamtherstellungskosten für die Kinostarts dieser Filme betragen 893.974,03 Euro, an denen der Filmfonds Wien zu 43% beteiligt ist. Verwertungsförderungen Festival Eine Förderung für die Teilnahme an nationalen, vor allem aber internationalen Festivals, erhielten 14 Filme. Vom Filmfonds Wien flossen 365.154,17 Euro in die Verwertungsförderung Festival. Die Gesamtkosten für die Teilnahme dieser Filme an Festivals betragen 788.092,33 Euro, an denen der Filmfonds Wien zu 46,3% beteiligt ist. Maßnahmen Der Filmfonds Wien sagte vier Maßnahmen im Sinne von§§ 2.2.,3.1. der Satzung mit einer Summe von 116.549,64 Euro zu. Der Antrag auf Mittelerhöhung zur Finanzierung der Veranstaltung„Reel Time“ des Vereins Freiluftkino wurde außerdem befürwortet. Koproduktionsanteil Bei den oben aufgeführten Förderungen(abzüglich der Maßnahmen und der Technikpräsentation) handelt es sich um 70 verschiedene Filmprojekte, von denen 27 Projekte internationale Koproduktionen waren. Schwerpunkt dabei bildeten die österreichischen Gemeinschaftsproduktionen mit Deutschland(12 Filmprojekte), gefolgt von österreichisch-deutsch-schweizerischen Projekten(4); zwei Filme wurden als Koproduktionen mit Frankreich und weitere zwei mit der Beteiligung von Frankreich und Deutschland eingereicht. Österreichische Filmschaffende gingen im einzelnen folgende Länder-Koproduktionen ein: D/ PL 4% D/L 4% F 7% D/F 7% D/CH 15% F/B SK/H 4% 4% CH 4% CH/I 4% RC 4% D Deutschland B Belgien SK Slowakei H Ungarn CH Schweiz PL Polen I Italien VRC China F Frankreich D L Luxemburg 43% Nach wie vor werden die meisten Koproduktionsprojekte in Zusammenarbeit mit Deutschland realisiert. Das Nachbarland ist an 20 der 27 Gemeinschaftsarbeiten beteiligt. Die Schweiz ist das zweithäufigste Co-Produzenten-Land mit sechs Beteiligungen. Somit dominieren nach wie vor die Koproduktionen mit den beiden deutschsprachigen Ländern. Frankreich folgt mit fünf Projekten. Mit je einer Beteiligung sind Italien, Luxemburg, Belgien, Polen, Ungarn, die Slowakei und China vertreten. Referenzmittel Aus erfolgsbedingten Rückzahlungen vorheriger Förderungen konnten die Produktionsfirmen Allegro Film und Dor Film für jeweils zwei Projekte gebundene Mittel erhalten. Die gewährten Referenzmittel des Filmfonds Wien beliefen sich daher auf 409.601 Euro. Mittelerhöhungen Neun Projekten, die bereits eine Förderzusage erhalten hatten, wurde während des Förderjahres 2001 auch eine Mittelerhöhung zugesagt. Diese betragen in Summe 734.809,63 Euro. Projektstatus Von den 88 ausgesprochenen Zusagen waren mit Stand vom 8. Januar 2002 insgesamt 61% der Projekte bereits unter Vertrag. Für 39% der Förderungen waren die Zusagen noch Aufrecht, jedoch gab es noch keine Verträge. Genre Unter den 71 verschiedenen geförderten Filmprojekten des Filmfonds Wien im Jahr 2001, waren 28 Projekte, die als Drama ausgewiesen waren. D.h. zwei Fünftel aller geförderten Projekte gehören diesem Genre an. Knapp ein Drittel der Filme waren Dokumentarfilme. Dritthäufigstes Genre war die Komödie mit 8,5% der Projekte. Welche Genres(inkl. einer Technikpräsentation und den vier Maßnahmen des Kuratoriums) im einzelnen gefördert wurden, spiegelt die folgende Grafik wieder, die gleichfalls die Quantität der Genres wiedergibt: Technikpräsentation Zeichentrick 1 1 Satire Psychothriller 2 2 Musikfilm Maßnahmen 1 5 Liebesfilm Kinderserie Komödie Experimentalfilm Essay Drama Dokumentarfilm Animationsfilm 1 1 2 2 1 6 28 23 0 5 10 15 20 25 30 KINOSTARTS 2001 DER VOM FILM FONDS WIEN GEFÖRDERTEN FILME Folgende österreichische Filme, die eine Förderung des Filmfonds Wien erhalten haben, starteten im Jahr 2001 in den nationalen Kinos: Projekttitel Produzent Wenn die Liebe flöten geht Extra Film Verleih Filmladen Kinostart 12.01.01 Besucherzahlen (Stand Dez01/ Jan02) 4.173 Gelbe Kirschen Aichholzer Film Filmladen 23.02.01 16.616 Gottesanbeterin, Die Allegro Film Filmladen 09.03.01 49.103 Schwimmer in der Wüste Epo Film Filmladen 30.03.01 2.757 Homemad(e) Ruth Beckermann Film Filmladen 14.09.01 1.741 Klavierspielerin, Die Wega Film Filmladen 16.11.01 82.699 Ene, meine, muh Terra Film Einhorn Film 24.05.01 5.934 Lovely Rita Coop 99/ Prisma Film Polyfilm 02.11.01 9.991 Normale Zeiten Lotus Film Polyfilm 08.03.01 3.045 Diese Besucherzahlen geben nur einen Teil der Gesamtbesucherzahlen wieder, wie allein beim Kinoeinsatz in Österreich erzielt wurden. Die Besucher, die sich auf Festivals und in der Verwertung im Ausland die Filme ansahen, sind dabei nicht erfasst. So betrug z.B. die europäische Gesamtzahl der Kinobesucher von„Die Klavierspielerin“ bis 09.11.01 schon 1.276.295. Zu diesem Zeitpunkt standen die Kinostarts in Österreich als auch in anderen Ländern noch aus. FESTIVALTEILNAHMEN DER VOM FILMFONDS WIEN GEFÖRDERTEN FILME An 86 internationalen Festivals haben 26 geförderte Filme im Jahr 2001 teilgenommen. Damit konnten insgesamt 130 österreichische Festivalteilnahmen von Filmen, an denen der Filmfonds Wien mit einer Förderung beteiligt ist, registriert werden. Projekt Elsewhere Fremde, Die Produzent Festival(s) Nikolaus Geyrhalter Film 14. Intern. Dokumentarfilm Festival Amsterdam Teamfilm Intern. Film Festival, Bermuda; 12. Intern. Filmfest Emden; Film Festival Newport Beach; 6. Intern. Film Festival Palm Beach; 12. Intern. Film Festival"Nortel Networks" Palm Springs; 5. Film Festival des Goethe Instituts für deutschsprachigen Film San Francisco; 27. Intern. Film Festival Seattle Geboren in Absurdistan Epo Film 24. Film Festival Göteborg; 19. Intern. Film Festival Minneapolis; 12. Intern. Film Festival"Nortel Networks" Palm Springs; 10. Festival"World Cinema" Philadelphia; 17. Intern. Film Festival San Diego; 27. Intern. Film Festival Seattle Gelbe Kirschen Aichholzer Film 4. Treffen von Kino und Geschichte Istanbul; 22. Film Festival Max Ophüls Preis Saarbrücken; 16. Intern. Film Festival Umea; 5. Film Festival"Schermi d'Amore" Verona Gottesanbeterin, Die Allegro Film Intern. Film Festival Bergen; 12. Intern. Filmfest Emden; 35. Intern. Filmtage Hof; Film Festival"MAX!" Hong Kong; 27."Festival de Cine Iberoamericano" Huelva; 36. Intern. Film Festival Karlovy Vary; Welt Film Festival Montreal; 12. Horror und Fantasy Film Festival San Sebastian Heimkehr der Jäger Wega Film 25. Intern. Film Festival Cleveland; 24. Film Festival Göteborg; 22. Film Festival Max Ophüls Preis Saarbrücken Heller als der Mond Virgil Widrich Film 12. Film Festival"Alpe Adria Cinema" Triest Homemad(e) Ruth Beckermann Film 31. Intern. Forum des Jungen Films Berlin; 7."Académie du Documentaire" Cannes; 18. Film Festival Jerusalem; Intern. Film Festival"Cinema du Réel" Paris Hundstage Allegro Film 3. Intern. Film Festival Bratislava; 39. Intern. Film Festival Gijon; 35. Intern. Filmtage Hof; 45."Regus Film Festival" London; 30 Intern. Film Festival"New Cinema and New Media" Montreal; 11. Intern. Film Festival Oslo; 25. Intern. Film Festival Sao Paulo; 42. Intern. Film Festival Thessaloniki; 26. Intern. Film Festival Toronto; 20. Intern. Film Festival Vancouver; 58. Mostra Intern. d'Arte Cinematografica Venedig Im Spiegel der Maya Deren Navigator Film 25. Film und Video Festival"Margaret Mead" New York Jedermanns Fest Wega Film Film Festival"MAX!" Hong Kong K.aF.ka- Fragment Johannes Hammel Film 2. Intern. Film Festival Jeonju; 30. Intern. Film Festival Rotterdam; 8. Intern. Film Festival"Faces of Love" Sochi Klavierspielerin, Die Komm, süßer Tod Lost and found Lovely Rita Mein Stern Nordrand Wega Film Dor Film Caspar Pfaundler Coop99/ Prisma Film Valeska Grisebach Lotus Film 8. Autorenfilm Festival"View into the world" Belgrad; 54. Intern. Film Festival Cannes; 17. Intern. Film Festival"Neighbours" Haifa; 36. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 45."Regus Film Festival" London; 50. Intern. Film Festival Melbourne; 30 Intern. Film Festival"New Cinema and New Media" Montreal; 23. Intern. Film Festival"Interfest" Moskau; 6. Intern. Film Festival Pusan; 49. Intern. Film Festival San Sebastian; 25. Intern. Filmfestival Sao Paulo; Film Festival"Golden Horse" Taipei; 5. Film Festival"Black Nights" Tallinn; 42. Intern. Film Festival Thessaloniki; 26. Intern. Film Festival Toronto; 20. Intern. Film Festival Vancouver; 17. Intern. Film Festival Warschau 2. Europäisches Kino Festival Lecce; 30. Intern. Film Festival Rotterdam; 22. Film Festival Max Ophüls Preis Saarbrücken 35. Intern. Filmtage Hof; 36. Intern. Film Festival Karlovy Vary 22. Intern. Filmkamera Festival"Manaki Brothers" Bitola; 3. Intern. Film Festival Bratislava; 9."Titanic Intern. Filmpresence Festival" Budapest; 54. Intern. Film Festival Cannes; 37. Intern. Film Festival Chicago; 46. Intern. Film Festival Cork; 39. Intern. Film Festival Gijon; 18. Film Festival Jerusalem; 36. Intern. Film Festival Karlovy Vary; 12. Intern. Film Festival Ljubljana; 45."Regus Film Festival" London; 50. Intern. Film Festival Mannheim/ Heidelberg; Film Festival Motovun; 19. Filmfest München; 6. Intern. Film Festival Pusan; 12. Intern. Film Festival Rio de Janeiro; 7. Film Festival Sarajevo; 2. Film Festival Seoul; 26. Intern. Film Festival Toronto; 17. Intern. Film Festival Warschau 5. Film Festival„Black Nights“ Tallinn 31. Intern. Forum des Jungen Films Berlin; 37. Intern. Film Festival Chicago; 12. Intern. Filmfest Emden; 28."Flanders Intern. Film Festival" Ghent; 21."Atlantic Film Festival" Halifax; 54. Intern. Film Festival Locarno; 45."Regus Film Festival" London; 26. Intern. Film Festival Toronto; 19. Intern. Film Festival des Jungen Kinos “Cinema Giovani" Turin 13. Film Festival"Premiers Plans" Angers Normale Zeiten Lotus Film Schwimmer in der Wüste Epo Film Spiegelgrund Tristan Sindelgruber Film Ternitz Tennessee Thalia Film Überfall, Der Allegro Film Wahlkämpfer(2000), Die Allegro Film Wanted With closed eyes MR Film Mansur Madavi 36. Intern. Film Festival Karlovy Vary 16. Intern. Dokumentarfilm Festival München; 8. Intern. Dokumentarfilm Festival Sheffield 31. Intern. Forum des Jungen Films Berlin; 32. Intern. Dokumentarfilm Festival"Vision du Réel" Nyon 30. Intern. Film Festival Rotterdam; 11. Film Kunst Fest Schwerin 29. Intern. Film Festival "Fest" Belgrad; 16. Intern. Film Festival Fort Lauderdale; 24. Film Festival Göteborg; Film Festival"MAX!" Hong Kong; 36. Intern. Film Festival Karlovy Vary; Intern. Festival Las Palmas; 48. Kroatische und Europäische Film Festival Pula; 22. Film Festival Max Ophüls Preis Saarbrücken; 14. Intern. Film Festival Singapore; Filmfest Stuttgart/ Ludwigsburg; 12. Film Festival"Alpe Adria Cinema" Triest; 17. Intern. Film Festival Troia 24. Film Festival Göteborg; 2. Intern. Filmtage der Menschenrechte Nürnberg; 3. Intern. Film Festival der Menschenrechte"One World" Prag; 12. Film Festival"Alpe Adria Cinema" Triest 17. Intern. Film Festival San Diego 11. Kinderfilm Festival"Ciné Junior 94" Arcueil; 18. Film Festival Jerusalem; 44. Intern. Film Festival San Francisco VERANSTALTUNGEN Diagonale: Ländertagung und Dok-Markt Während der Diagonale fanden die Ländertagung und der Dok-Markt statt, da denen sich der Filmfonds Wien beteiligte. Am 21. März 2001 stand die Ländertagungsförderung auf dem Programm, die sich mit den Schwerpunkten der EU-Förderprogramme und der Rolle des ORF in Bezug auf Film beschäftigte. Letzterer Diskussionspunkt machte die Zusammenarbeit zwischen Filmschaffenden und den ORF-Landesstudios direkt zum Thema und wurde an einigen Beispielen erläutert. Die Debatte wurde um Probleme der Nachwuchsförderung, Drehbuchentwicklung und –preise erweitert. Die Rolle des ORF als Arbeitgeber, Hersteller von Öffentlichkeit und als Ort für Aus- und Weiterbildung wurde diskutiert. In Bezug auf die EU-Programme, wurden vorerst selbige vorgestellt. Diskussionspunkte in diesem Zusammenhang waren die Wirtschaftlichkeit von Film und der sinnvolle Einsatz finanzieller Mittel der Länderförderstellen. Im Rahmen der Diagonale fand auch der Dok-Markt statt. Das Koproduktionstreffen für den kreativen Dokumentarfilm aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol. Die Veranstaltung wurde erstmals in Kooperation mit dem ORF durchgeführt. Ziel dieser Veranstaltung war es, ein Diskussionsforum für den Bereich des deutschsprachigen Dokumentarfilms zuschaffen und gleichzeitig Filmschaffenden die Möglichkeit zu geben, ihre derzeitigen Projekte den Produzenten, Verleihern, Fernsehanstalten und Förderern vorzustellen und Kontakte zu schließen, also die Vernetzung der Branche zu intensivieren. Reel Time Während der Veranstaltung am 30. Mai 2001, die auf Initiative des Filmfonds Wien hin stattfand und vom Verein Freiluftkino organisiert wurde, diskutierten ProduzentInnen, Marketingfachleute und RedakteurInnen der BBC gemeinsam mit führenden VertreterInnen des ORF und österreichischen Filmschaffenden Chancen, Publikumsrezeption, Strategien für Projektentwicklung und Marketing des österreichischen Dokumentarfilms im Fernsehen. Auf insgesamt vier Panels und einer abschließenden Gesprächsrunde fand die Debatte um dieses Genre statt. In der ersten Gesprächsrunde, die sich mit dem Thema„Slots/ Broadcasters“ befasste, gab es Erläuterungen zum Status Quo des Dokumentarfilmes, welche Bedingungen er im österreichischen Fernsehen vorfindet und welche Aufmerksamkeit ihm hier entgegengebracht wird, bevor von britischer Seite aufgezeigt wurde, dass Docu-Soap-Formate immer massiver ins Privatleben eindringen, während umgekehrt etwa recherchierte Berichte aus dem Ausland konstant abnehmen und hier die bisherige Tradition, dass Dokumentarfilme seit den 50er Jahren kontinuierlich vom Kino ins Fernsehen übertragen worden sind, gefährdet ist. In„Developement/ Projects“, dem zweiten Panal, wurde konkret die Entwicklung von Dokumentarfilmprojekten thematisiert und auf die Rolle der Fernsehanstalten dabei eingegangen, wobei verstärkt die Form der Zusammenarbeit zwischen unabhängigen Regisseuren/ Produzenten und den Verantwortlichen der TV-Sender im Mittelpunkt stand. Kritisiert wurde, dass das öffentlichrechtliche Fernsehen kein klares Bekenntnis zu soziokulturellem Engagement mehr abgebe. Ein Produzent müsse aufgrund der sich verändernden Rezipienten- und Marktnachfrage heutzutage auf die extrem flexibel gehaltene Fernsehlandschaft eingehen. Hier wurde der Autorenfilm in seiner Rolle herausgehoben, der nach Ansicht der österreichischen Filmschaffenden hierzulande eine eher geringe Präsenz hat. In der dritten Podiumsdiskussion, die sich mit dem Thema„Commissioning“ befasste, ging es vor allem darum, auf welche Weise Commissioning Editors ihre Kompetenzen ausüben und vor welche Probleme sie dabei gestellt werden. Es wurde erklärt, dass journalistische Zugänge gegenüber künstlerischen an Wert gewonnen hätten. Folglich werde das kreative Potenzial nicht ausgeschöpft. Auf Grund gesetzter Prioritäten gegenüber anderen Projekten, bliebe für die künstlerischen Ansätze einfach oft nicht genügend Budget. So müsse man sich beispielsweise bemühen, gerade durch den Blick auf den internationalen Markt, der bei Teilnahmen an Festivals möglich ist, Koproduktionspartner zu finden. Dass Natur das beliebteste Thema im Dokumentarfilm sei, darüber informierte ein Vortrag zu Beginn des vierten Panals„Marketing/ Audience“. Ebenso wurde die Publikumsstruktur zur Hauptsendezeit im Dokumentarfilmbereich analysiert. Mangelhafte Marketingmaßnahmen für den Dokumentarfilm im österreichischen Fernsehen wurden kritisiert. Ein entsprechendes Filmprodukt lasse sich aber nur erfolgsversprechend vermarkten, wenn die Kooperation zwischen Produzent und Fernsehsender sehr zeitig beginne. Das Resümee der Veranstaltung wurde schließlich in der Anschlussdiskussion gezogen:“A country without documentaries is like a family without a picture album.“ Die Schwierigkeit im österreichischen Dokumentarfilmbereich bestehe vor allem darin, dass der Anspruch und die Bereitschaft für qualitative Dokumentarfilme vorherrsche, doch zum einen die Mittel der Filmförderung rückläufig seien als auch der ORF noch nicht ausreichend Sendeplatz für dieses Format bereitstelle. Österreichisch-Schweizer Produzententreffen in Wien Zu einem Erfahrungsaustausch und zur Stärkung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Österreich, kamen im November 2001 Filmschaffende beider Länder in Wien zusammen. Während des knapp einwöchigen Besuchs der Schweizer ProduzentInnen fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, an denen sich auch der Filmfonds Wien inhaltlich wie finanziell beteiligte. Diskussionsrunden über Finanzierungs- und Koproduktionsmöglichkeiten ermöglichten es, die landesspezifischen Unterschiede herauszuarbeiten und über zukünftige Verbesserungen und Strategien zu sprechen. Österreichische ProduzentInnen beteiligten sich an diesen Gesprächsrunden. Die Gäste lernten ferner das„filmische Wien“ bei einer Besichtigung der Filmstadt, einer„DrittenMann-Führung“ durch Wiens Kanalsystem sowie während einer Locationtour, mit kompetenter Führung durch das Wiener Filmbüro und Location Austria, besser kennen. WIENER FESTWOCHEN 11. Mai – 18. Juni Mit den Wiener Festwochen 2001 hat das Direktorium Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers sein viertes und letztes gemeinsames Programm verantwortet. Die Begegnung mit unterschiedlichsten thematischen und ästhetischen Entwürfen hat sich zu einem spannenden Gesamtprogramm gefügt. Die Intention der Direktoren, in überzeugenden Produktionen verschiedenste künstlerische Positionen zu zeigen, wurde von Publikum und Medien mit größter Aufmerksamkeit und Interesse verfolgt. Wie selten zuvor begleitete die Aufführungen ein neugieriges und begeisterungsfähiges Publikum, das damit zur besonderen Atmosphäre der Wiener Festwochen 2001 beitrug. Eröffnung Wiener Festwochen 2001 50 Jahre Wiener Festwochen 200 Jahre Theater an der Wien Die traditionelle Eröffnung der Wiener Festwochen auf dem Rathausplatz fand bei freiem Eintritt am 11. Mai statt. Zwei große Jubiläen bestimmten das Programm des Eröffnungsfestes der Wiener Festwochen 2001: Die Wiener Festwochen, 1951 gegründet, blickten auf 50 Jahre FestivalGeschichte zurück. Das Theater an der Wien, das traditionsreiche Festspielhaus der Wiener Festwochen, feierte sein 200-jähriges Bestehen. Unter der musikalischen Leitung von Georges Prêtre wirkten die Wiener Symphoniker und der Arnold Schoenberg Chor mit. Als Solisten konnte man Silvana Dussmann, Roberto Saccà und Bo Skovhus sowie Otto Schenk erleben. Krönender Abschluss des Eröffnungsfestes war ein Feuerwerk über dem Wiener Rathaus. Insgesamt kamen 45.000 Menschen auf den Rathausplatz, die Live-Fernsehübertragung in ORF 2 sahen 387.000 Zuseher(6% Reichweite). Die ORF-Übertragung wurde übernommen von 3Sat und NHK/Japan. Buch"50 Jahre Wiener Festwochen – Ein Festival zwischen Repräsentation und Irritation" Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums haben die Wiener Festwochen gemeinsam mit dem ResidenzVerlag und dem ORF ein Buch herausgegeben, das sich bewusst von üblichen Festschriften unterscheidet. Namhafte Autoren aus Kunst, Literatur und dem Feuilleton wurden eingeladen, einen reflektierenden und analytischen Blick auf die Wiener Festwochen zu werfen. Die Beiträge von Karin Cerny, Klaus Dermutz, Wolfang Höbel, Wolfgang Kralicek, Monika Mertl, Helmut Ploebst, Helmut Schödel, Georg Schöllhammer, Franz Schuh, Armin Thurnher und Gernot Zimmermann versuchen das Wesen der Wiener Festwochen herauszuarbeiten. Breiter Raum im Buch ist den Gesprächen mit einigen Festwochen-Künstlern wie Luc Bondy, Nikolaus Harnoncourt, Olga Neuwirth- stellvertretend für viele andere- gewidmet. Darüber hinaus enthält das Buch persönliche Erinnerungen und Anmerkungen von vielen Künstlern an"ihre" Festwochen. Ein ausführlicher Chronikteil fasst Daten und Fakten von 50 Jahre Festwochen-Geschichte zusammen. Die Beiträge wurden auch ins Englische übersetzt. Der Chronikteil wird ab Herbst 2002 im Internet abrufbar sein. Das Musiktheaterprogramm von Klaus-Peter Kehr kreiste um das Thema Fremdheit und Xenophobie. Den Beginn machte die chinesische Oper„Mudan Ting“(Der Päonienpavillon) von Tang Xianzu in der Inszenierung von Chen Shi-Zheng. Die 21-stündige Aufführung in der traditionellen chinesischen Kunqu-Operntradition bot ein Eintauchen in eine vollkommen fremde Kultur, eine Konfrontation mit ungewohnten Seh- und Hörerlebnissen. Ein opulentes Fest als Gesamtkunstwerk. „Intolleranza“ von Luigi Nono und„SzenePenthesileaEinTraum“ von Christian Ofenbauer thematisierten das Fremd-Sein anhand gesellschaftspolitischer bzw. zwischenmenschlicher Verhaltensstrukturen. Der Existenzkampf des Individuums in einer ihm sozial wie kulturell fremden Welt war das Thema bei„Intolleranza“. Die Inszenierung von Günter Krämer stellte aktuelle Bezüge her, indem sie Fremdenhass, Neofaschismus, Abschiebepraktiken und Menschenhandel ins Zentrum des interpretatorischen Ansatzes stellte. Anhand von Kleists Trauerspiel"Penthesilea" thematisierte der österreichische Komponist Christian Ofenbauer in seiner Oper„SzenePenthesileaEinTraum(1999-2000)“, ein Auftragswerk von Wiener Festwochen und Volksoper Wien, das Aufeinanderprallen zweier Gesellschaftssysteme: Individuelle Gefühle, Emotion im Widerspruch zu gesellschaftlichen Normen. Musikalische Leitung: Ulf Schirmer, Regie: Lutz Graf. Der Doppelabend mit Arnold Schönbergs„Erwartung“ und Salvatore Sciarrinos„Lohengrin“ sowie „gute miene böses spiel“ von Karl-Wieland Kurz waren interessante künstlerische Variationen zum Thema Wahnsinn und Tod. Die beiden Einakter„Erwartung“ von Arnold Schönberg und„Lohengrin“ von Salvatore Sciarrino wurden dem Publikum in einer Inszenierung von Niels-Peter Rudolph und der musikalischen Leitung von Peter Burwik vorgestellt. Beide Werke zeigten das Irren des Menschen durch den dunklen Wald seiner verschütteten und verdrängten Emotionen auf. Vertieft wurde dieser Abend durch eine Liedermatinee mit Olaf Bär, die Schönberg und seinem Kreis gewidmet war. „gute miene böses spiel“, Karl-Wieland Kurz' zeitgenössische Auseinandersetzung um das barocke Spiel von Illusion und Wirklichkeit, von Leben und Tod wurde inszeniert von Peter Oskarson, musikalische Leitung: Alexander Winterson. Brian Michaels inszenierte Joseph Haydns Singspiel„Die Feuersbrunst“ als Zusammenspiel von Menschen und Puppen. Es dirigierte Martin Haselböck. Die Aufführung von Joseph Haydns fragmentarischer Puppenoper„Die Feuersbrunst“ präsentierte erstmals dieses Werk mit Originalinstrumenten in Österreich. Weiters wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Klangforum Wien(„gute miene böses spiel“), dem Ensemble 20. Jahrhundert(„Erwartung/ Lohengrin“) und der Wiener Akademie(„Feuersbrunst“) heimischen Ensembles die Möglichkeit einer internationalen Profilierung geboten. Den durch das Nazi-Regime vertriebenen Komponisten war ein Konzert mit Werken von Walter Jurmann gewidmet. Das Konzert fand im Rahmen des 30. Internationalen Musikfestes und in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen unter dem Titel„Veronika, der Lenz ist da“ statt. Walter Jurmann(1903-1971) emigrierte 1937 in die USA, wo es ihm gelang, sich als Chanson- und Filmmusikkomponist in Hollywood einen Namen zu machen. Mit„Le nozze di Figaro“ wurde der Mozart-Da Ponte-Zyklus unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti abgeschlossen. Nach einer Inszenierung von Giorgio Strehler setze Michael Heltau die Produktion der Mailänder Scala im Theater an der Wien neu in Szene. Das Schauspielprogramm von Luc Bondy wurde eröffnet mit„Now That Communism Is Dead My Life Feels Empty“ des New Yorker Avantgarde-Regisseurs Richard Foreman. Anhand der Geschichte von zwei ehemaligen Radikalen versuchte Foreman eine, wie er selbst schreibt,„theatrale Rückkehr des Verdrängten- eines bösen Traums aus der Vergangenheit, der die Kraft hat, die Zukunft auf den Kopf zu stellen.“ Die Europa-Premiere von„Now That Communism Is Dead My Life Feels Empty“ fand bei den Wiener Festwochen statt. Verbrechen und Schönheit, die Beiläufigkeit des Tötens, die Faszination und Erotik des Mörders sind die Themen von Bernard-Marie Koltès’ Stück„Roberto Zucco“. Regie führte Klaus Michael Grüber. Ein Mann tötete ohne jeglichen Grund und wurde für BernardMarie Koltès der Held„Roberto Zucco“, sein letztes und vollkommenstes Theaterstück. Der französische Dramatiker meinte dazu:„Er entspricht völlig dem Menschen unseres Jahrhunderts, vielleicht sogar auch dem Menschen der früheren Jahrhunderte. Er ist ein Modell für alle Mörder, die ohne Grund töten.“ Wie„Roberto Zucco“ handelt auch„Bash“ des jungen amerikanischen Autors Neil LaBute vom Töten. In dem aus drei Einaktern bestehenden Stück bilden Angst und Mord die subtile Textur eines glänzenden wie düsteren Amerika, in dem der Tod zum Nebenprodukt eines eigenen tödlich normalen Lebens wird. Peter Zadek inszenierte die deutschsprachige Erstaufführung. Auf Initiative der Wiener Festwochen schrieb die zeitgenössische Belgrader Dramatikerin Biljana Srbljanovic ein neues Stück.„Supermarket“ war als Soap-Opera konzipiert und handelt von der fatalen Verstrickung von Lüge und Wahrheit, vom verzweifelten und zum Scheitern verdammten Versuch eines Menschen, Identität zu konstruieren. Die Uraufführung dieser Gemeinschaftsproduktion von Wiener Festwochen und Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin fand bei den Wiener Festwochen statt. Regie führte Thomas Ostermeier. Nach„Dämonen“ beschäftigte sich Frank Castorf erneut mit einem Roman des großen russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewski:„Die Erniedrigten und die Beleidigten“. In diesem sozialkritischen Werk, in dem Dostojewski die Großstadtmisere seiner Zeit effektvoll ins Bild zu setzen wusste, wird Krankheit zur Metapher und konkrete Wirklichkeit für jene, die es sich nicht leisten können, am konsumorientierten Leben teilzuhaben. Peter Brook, einer der großen Theaterregisseure des 20. Jahrhunderts, war bei den Wiener Festwochen 2001 mit zwei Inszenierungen präsent. Gezeigt wurden seine jüngste Regiearbeit„The Tragedy of Hamlet“, seine erneute Auseinandersetzung mit Shakespeares großem Theaterstoff sowie seine Inszenierung von„Le Costume“ nach einer Erzählung des südafrikanischen Autors Can Themba. Wie eine Frau, die ihren Mann betrog, als Strafe mit einem Anzug leben muss, beschreibt„Le Costume“. Mothobi Mutloatse und Barney Simon bearbeiteten den Text für das Theater. Peter Brook inszenierte das bittere Stück, das im legendären Johannesburger Stadtteil Sophiatown spielt, wo neben Kriminellen, Drogen- und Vergnügungssüchtigen auch Künstler und Intellektuelle Unterschlupf vor dem Apartheid-Regime fanden. Die Beschäftigung mit Shakespeares„Hamlet“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Theaterschaffen von Peter Brook. Seine Inszenierung von„The Tragedy of Hamlet“ war eine weitere „recherche théâtrale“, eine erneute Befragung des großen Theaterstoffes, in der alle Kulturen und Kontinente vertreten sind. Das Verdrängen von gesellschaftlichen und sozialen Missständen durch den Konsum von Drogen bewog Einar Schleef zu einer eigenwilligen Bearbeitung von Brechts„Puntila und sein Knecht Matti“ mit dem Titel„Brecht Wuolijoki Puntila Schleef“. Eine One-Man-Show von und mit Einar Schleef war angekündigt. Aus Krankheitsgründen mussten alle Vorstellungen bei den Wiener Festwochen abgesagt werden. Am 21. Juli erlag der Künstler seinem Herzleiden. 1927 geschrieben, ist Arnold Schönbergs Theaterstück„Der biblische Weg“ eine Vorwegnahme zum Libretto der Oper„Moses und Aron“. Motiviert durch das Erstarken des Nationalsozialismus in Deutschland thematisiert Schönberg darin erstmals die Fragen der Gründung eines Judenstaates. Das Stück reagiert damit auf Xenophobie und Antisemitismus der Zeit und zeigt visionär einen möglichen Ausweg. Die Uraufführung von„Der biblische Weg“ fand bei den Wiener Festwochen 2001als szenische Lesung statt. Es inszenierte Hermann Beil unter Verwendung der Bühnenbildentwürfe von Arnold Schönberg. Im Mittelpunkt des Programms von Hortensia Völckers stand das Projekt„du bist die welt“ im Künstlerhaus Wien. Künstler, die heute das Reale in Erzählungen zu fassen versuchen, bedienen sich einer Vielzahl von Medien.„du bist die welt“ spiegelte diese Vielfalt in 24 Episoden über das Leben von heute wider. Auftragsproduktionen wurden vorgestellt, die die Vernetzung der verschiedenen Disziplinen betonten. Thematischer Schwerpunkt war die neue Aufmerksamkeit für das Reale, die viele künstlerische Positionen der letzten Jahre auszeichnet- ein Interesse für konkrete Lebensbedingungen, konkrete Orte und konkrete Biografien. Dieser aktuelle„Neorealismus“ verknüpft sich vor allem mit Momenten des gesellschaftlichen Übergangs, mit Migrationsbewegungen, neuen Klassengegensätzen und sogenannten Globalisierungsphänomenen.„du bist die welt“ versammelte Film, bildende Kunst, Theater, Performance, Musik, Vorträge und Diskussionen von Chantal Akerman, Omar Amiralay, Danielle Arbid, Ruben Arevshatyan, Thomas Arslan, Sandra Arzbächer, Aysun Bademsoy, Beatriz Catani, Fruit Chan, Jean-Pierre und Luc Dardenne, Ines Doujak, Sergej Dvortsevoj, Tim Etchells/Forced Entertainment, Christian Fennesz, Matteo Garrone, Goat Island, Thomas Heise, Heddy Honigmann, Christian Höller, Rupa Huq, Jia Zhangke, Bertha Jottar, Elias Khoury/Rabih Mroue, Hermann Kocyba, Harmony Korine, Dorit Margreiter, Eoin Moore, Rithy Panh, Jan Peters, Lisl Ponger, Florian Pumhösl, Walid Ra’ad, João Pedro Rodrigues, Klaus Ronneberger, Anri Sala, Andreas Siekmann, Haroutyun Simonian, Hito Steyerl, Alejandro Tantanian/Luis Cano, Milica Tomi ć, Jean-Marie Teno, Teresa Villaverde, Olivier Zabat und andere.„du bist die welt“ bespielte das gesamte Künstlerhaus. Der Schauplatz wurde von den französischen Architekten Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal gestaltet. Teil des Programms von„du bist die welt“ waren zwei Uraufführungen:„Instructions for Forgetting“, ein Solo von Tim Etchells, Leiter der britischen Gruppe Forced Entertainment und„It´s an Earthquake in my Heart“, eine Performance von Goat Island aus Chicago sowie „CUERPOS A banderados“ von Beatriz Catani, eine Theaterproduktion aus Buenos Aires, mit der die bei den Wiener Festwochen 2000 erfolgreich begonnene Präsentation von argentinischen Aufführungen fortgesetzt wurde. Ausgehend von Videomaterial, Briefen und anderen Fundstücken der Erinnerung erzählte Tim Etchells in„Instructions for Forgetting“ neue Geschichten, unterschiedliche Interpretationen von Wahrheit und Erfindung. „It´s an Earthquake in my Heart” ist ein Puzzle aus literarischen Texten, Dokumenten, Filmszenen und einem Bewegungsvokabular, das Tanz und Alltagsbewegung verbindet. „CUERPOS A banderados“ ist eine klaustrophobe und teilweise grotesk komische Geschichte über die Beziehung dreier Frauen, die aufgrund nicht real fassbarer Umweltkatastrophen in einer Kooperative eingeschlossen sind. In das subtile Geflecht aus Gewaltverhältnissen vergangener Diktaturzeiten und persönlich motivierter Erinnerung dringt immer wieder ein toter Männerkörper in die Gemeinschaft ein. Die Performance„The show must go on!“ von Jérôme Bel ist eine grandios choreographierte Chorus Line mit der Musik bekannter Popsongs. Während die Zuschauer in Erinnerungen schwelgten, bewegten sich auf der Bühne 21 Darsteller zu den Hits, deren Texte zugleich als Regieanweisung dienten. Mit„Shockheaded Peter“ nach Heinrich Hoffmanns Klassiker„Der Struwwelpeter“ zeigten die Wiener Festwochen eine schrille Junk-Oper für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahre. Die weltweit erfolgreiche Produktion der britischen Regisseure Phelim McDermott, Julian Crouch und der Kultband The Tiger Lillies gastierte drei Wochen lang im Ronacher. Es wurden 18 Vorstellungen gespielt. Insgesamt sahen 12.000 begeisterte Besucher die Show. Damit war"Shockheaded Peter" der absolute Publikumsrenner der Wiener Festwochen 2001. Zusätzlich spielte die Band"The Tiger Lillies" ein Konzert außerhalb des Programmes in den Sofiensälen. Viele Programmpunkte zeigten Mut zum Risiko. Die Wiener Festwochen hatten drei Auftragswerke vergeben:"SzenePenthesileaEinTraum 19992000", die Oper des jungen österreichischen Komponisten Christian Ofenbauer, wurde im Theater an der Wien unter der musikalischen Leitung von Ulf Schirmer und in der Regie von Lutz Graf uraufgeführt, die Belgrader Autorin Biljana Srbljanovic schrieb auf Initiative der Wiener Festwochen ihr neues Stück"Supermarket", inszeniert von Thomas Ostermeier, Tim Etchells zeigte sein Auftragswerk "Instructions for Forgetting" im Rahmen von"du bist die welt". Zwei wichtige Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts"Intolleranza" von Luigi Nono und"Erwartung" von Arnold Schönberg" sowie"Lohengrin" des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino gehörten zu den Höhepunkten des Musikprogrammes der Wiener Festwochen 2001. Mit der 21-stündigen Aufführung von Tang Xianzus chinesischer Oper„Mudan Ting“ wurden dem Publikum vollkommen ungewohnte Seh- und Hörwelten präsentiert. In neuem Gewande konnte man auch Haydns Singspiel "Die Feuersbrunst" sehen, das mit Puppen und einem Sängerensemble zur Aufführung gebracht wurde. Zwei subtile Regiearbeiten hatten das Töten und die Beiläufigkeit des Tötens zum Thema: Klaus Michael Grüber inszenierte Bernard-Marie Koltès' letztes Theaterstück"Roberto Zucco". Peter Zadek inszenierte die deutschsprachige Erstaufführung von"Bash" des jungen amerikanischen Autors Neil LaBute. Nach"Dämonen" bearbeitete Frank Castorf erneut einen Roman von Dostojewski: "Erniedrigte und Beleidigte". Das Theaterprogramm der Wiener Festwochen 2001 wurde zu einem großem Schauspielerfest. Große Schauspielkunst unter der Regie von Peter Zadek bis Klaus Michael Grüber und Peter Brook, von Richard Forman bis Frank Castorf und Thomas Ostermeier feierte einen neuen Höhepunkt bei den Wiener Festwochen. Das spartenübergreifende Projekt" du bist die welt" von Hortensia Völckers umfasste Film, Theater, Performance, Bildende Kunst, Vorträge, Diskussion, Musik. Thematischer Schwerpunkt war die neue Aufmerksamkeit der Künstler für das Reale, ein Interesse für konkrete Lebensbedingungen, Orte und Biographien. Die Künstler bedienen sich dabei einer Vielzahl von Medien."du bist die welt" spiegelte diese Vielfalt wider. Mit den Wiener Festwochen 2001 endete die Zeit des Dreierdirektoriums Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers. Die Wiener Festwochen kehrten zum Intendantenmodell zurück. Seit Juli 2001 leitet Luc Bondy als Intendant die Wiener Festwochen. An seiner Seite arbeiten Marie Zimmermann als Schauspieldirektorin und Hans Landesmann als Musikdirektor. Halle E+ G: Wiener Festwochen Rückkehr in das MuseumsQuartier Das Jahr 2001 markiert für die Wiener Festwochen einen entscheidenden Wendepunkt. Mit der Bespielung der Hallen E+ G im MuseumsQuartier sind die Wiener Festwochen wieder an ihre alte Spielstätte zurückgekehrt. Die ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen im Zentrum der Stadt dienten viele Jahre als Messe- und Ausstellungsareal. Die Wiener Festwochen haben 1985 als erste begonnen, den sogenannten Messepalast für kulturelle Zwecke zu nutzen. Von 1985 bis 1997 entwickelten sich vor allem die Hallen E(neobarocke Winterreithalle, unter Denkmalschutz) und G zu wichtigen Aufführungsorten von Festwochen-Veranstaltungen. Durch den Umbau zu einem der größten Kulturareale der Welt stand der ehemalige Messepalast in den letzten drei Jahren den Wiener Festwochen als Veranstaltungsort nicht zur Verfügung. Die Wiederbespielung, beginnend mit"Mudan Ting" am 10. Mai 2001, wurde ein großer Erfolg. Die Hallen E+ G erfreuten sich großer Akzeptanz bei den Künstlern und beim Publikum. Die Besucherzahl von rund 23.000 Besucher im MuseumsQuartier bedeutet, dass die Hallen E+ G Fassungsraum für beinahe die Hälfte des gesamten FestwochenPublikums boten. Lange Nacht der Museen Die Aktion„Lange Nacht der Museen“ wurde im Jahre 2000 auf Initiative des ORF nach dem Berliner Vorbild gegründet und war auf Anhieb ein großer Erfolg. Am 9. Juni 2001 veranstaltete der ORF in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen die zweite„Lange Nacht der Museen“, an der sich rund 200 Museen in allen österreichischen Landeshauptstädten beteiligten. Den Besuchern wurde ein eigenes Programm mit speziellen Führungen, Sonderausstellungen, Performances und Events sowie einem reichen Unterhaltungsprogramm geboten. Schönberg Festival Das im Rahmen der Wiener Festwochen vom Arnold Schönberg Center veranstaltete"Schönberg Festival" vom 20. April bis 13. Juli brachte einen großen Querschnitt des Œuvre Arnold Schönberg zur Aufführung. Weitere Kooperationspartner waren die Wiener Staatsoper, Wiener Konzerthaus, Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Orpheus Trust. Glanzvolle Höhepunkte waren die Uraufführung des Schauspiels"Der biblische Weg" in einer von Hermann Beil eingerichteten Szenischen Lesung, gefolgt von der gefeierten konzertanten Aufführung der Oper"Moses und Aron" mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Kent Nagano im Wiener Konzerthaus. Zur Eröffnung des"Schönberg Festival" am 20. April präsentierten die Junge Philharmonie Wien und der Cellist Thomas Carroll unter der Leitung von Arturo Tamayo die Suite für Streichorchester, das Monn-Cellokonzert und die Drei Stücke für Kammerensemble. Tags darauf dirigierte Maestro Zubin Mehta erstmals am Arnold Schönberg Center: Mitglieder der Wiener Philharmoniker interpretierten unter seiner Leitung die Kammersymphonie Nr. 1 op. 9. Am 17. Juni wurden das Hochschul-Symphonieorchester und der Dirigent Charles Bornstein, der Arnold Schoenberg Chor unter der Leitung von Erwin Ortner und der Solist Ernst Kovacic im Großen Saal des Wiener Musikvereines frenetisch gefeiert – auf dem Programm standen Schönbergs Chöre op. 50, die Uraufführung der Orchesterbearbeitung von Schönbergs Drei Klavierstücken op. 11 und das selten aufgeführte Violinkonzert op. 36. Die Neuinszenierung des Monodrams"Erwartung" in einer neuen Kammermusikfassung von Paul Méfano und Michel Decoust(Ensemble 20. Jahrhundert, Musikalische Leitung: Peter Burwik, Inszenierung: Niels-Peter Rudolph) bot in der Zusammenstellung mit Salvatore Sciarrinos"Lohengrin" Gelegenheit zu einer aktuellen Sichtweise auf Schönbergs Werk von 1909, dargeboten von der finnischen Sopranistin Raili Viljakainen. Bis zum Ende des"Schönberg Festival" zum Schönbergs 50. Todestag am 13. Juli standen u.a. die Wiederaufnahme der"Jakobsleiter" in der Wiener Staatsoper, ein Liederabend von Wolfgang Holzmair mit Lesung von Annemarie Düringer sowie ein Streichquartett-Workshop und Konzerte mit den vier Streichquartetten Schönbergs auf dem Programm. Bis zum 13. Juli 2001 war am Arnold Schönberg Center die Sonderausstellung"Arnold Schoenberg in America" zu sehen. 30. Internationales Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft Das 30. Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft im Rahmen der Wiener Festwochen 2001 dauerte vom 7. Mai bis zum 17. Juni und kann eine hervorragende Erfolgsbilanz vorweisen. Das rund 60 Veranstaltungen umfassende Programm unter dem Titel"Unterwegs" war ein großer künstlerischer Erfolg. Dem allgemeinen Trend eines steigenden Kartenverkaufes des Wiener Konzerthauses entsprechend, ist auch die Konzertauslastung des Musikfestes äußerst zufriedenstellend gewesen. Unter den zahlreichen Höhepunkten ist etwa das Oratorium von Georg Friedrich Händel„Israel in Egypt“ mit dem English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner, die konzertante Aufführung der Oper„Moses und Aron“ unter Kent Nagano, die außerordentlichen Konzerte der Wiener Philharmoniker unter Mariss Jansons und Nikolaus Harnoncourt, sowie die abschließende JurmannGala mit Max Raabe, Karlheinz Hackl und dem Palastorchester zu nennen. Neben den Klavierabenden von Maurizio Pollini, Rudolf Buchbinder und Oleg Maisenberg sind auch die Reihe der besonders gelungenen Liederabende von Silvia McNair, Thomas Hampson, David Daniels und Dietrich Henschel zu erwähnen. Für das Internationale Musikfest wurden 66.298 Karten aufgelegt, von denen 62.334 verkauft wurden. Das entspricht einer Gesamtauslastung von über 94% bei 35 ausverkauften Konzerten. Wiener Festwochen 2001 Beeindruckende Besucherstatistik Die Wiener Festwochen haben in diesem Jahr 66.519 Karten aufgelegt. Es gab 30 Produktionen mit 134 Vorstellungen. (2000: 37 Produktionen mit 120 Vorstellungen, 52.131 Karten) Von den 66.519 aufgelegten Karten bei den Wiener Festwochen 2001 wurden 57.531 verkauft. Die Gesamt-Besucherauslastung betrug 86,5 Prozent. (2000 wurden von 52.131 Karten 45.865 verkauft, Auslastung 87.98%) Die Einnahmen der Wiener Festwochen 2001 aus dem Kartenverkauf belaufen sich auf über 22 Millionen ATS. (2000 waren es 17,8 Millionen ATS.) Wiener Festwochen 2001 Am besten besuchte Produktionen The Tragedy of Hamlet The show must go on! Supermarket Die Feuersbrunst Le nozze di Figaro Le Costume Bash It's an Earthquake in my Heart Performance Milica Tomi ć Erwartung/Lohengrin Shockheaded Peter 100% 100% 100% 100% 100% 98% 96% 96% 96% 95% 95% du bist die welt Neben dem Theater- und Performanceprogramm weitere Veranstaltungen: 10 Lectures/Präsentationen mit 11 Vorstellungen 40 Filme mit 73 Vorführungen 1 Ausstellung mit 15 KünstlerInnenprojekten 2 Symposien jeweils 2 Tage 11 Künstlergespräche 14 Programme mit Videoarbeiten/Netzradio/Streaming Media 3 Einführungen zu Intolleranza, Erwartung/Lohengrin, SzenePenthesileaEinTraum Ausstellung"Erwartung"- Arbeiten von Günter Brus 30. Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft mit rund 60 Veranstaltungen und 62.334 verkauften Karten. Es wurden 66.298 Karten aufgelegt, von denen 62.334 verkauft wurden. Das entspricht einer Gesamtauslastung von über 94% bei 35 ausverkauften Konzerten. Wiener Festwochen 2001 Besucher insgesamt rund 180.000 Eröffnung Wiener Festwochen Festwochen-Besucher(verkaufte Karten) Einführungen (Intolleranza, Erwartung/Lohengrin, SzenePenthesileaEinTraum1999-2000) Ausstellung"Erwartung"- Arbeiten von Günter Brus Ausstellung du bist die welt Filmprogramm du bist die welt Künstlergespräche du bist die welt Symposien du bist die welt Programme mit Videoarbeiten, Netzradio und Streaming Media du bist die welt 45.000 57.531 500 250 ca. 5.500 ca. 5.500 ca. 1.500 ca. 1.000 ca. 1.500 Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft 62.334 Am Beginn der Wiener Festwochen 2001 standen mit der Eröffnung und der Liedermatinee Olaf Bär zwei Eigenproduktionen. Eine Eigenproduktion fand außer Programm statt: Die Tiger Lillies gaben in den Sofiensälen ein Konzert. Weitere Eigenproduktionen waren Der biblische Weg, Erwartung/Lohengrin und du bist die welt. Die Wiener Festwochen waren Koproduktionspartner bei: SzenePenthesileaEinTraum (1999-2000), Le nozze di Figaro, Erniedrigte und Beleidigte, The Tragedy of Hamlet, Now That Communism Is Dead My Life Feels Empty, Supermarket, Instructions for Forgetting, It's an Earthquake in my Heart, gute miene böses spiel, Die Feuersbrunst, Roberto Zucco, Bash, Lange Nacht der Museen und Projekte im Rahmen von du bist die welt. Gastspiele waren Intolleranza, Mudan Ting, The show must go on!, Le Costume, CUERPOS A banderados, Shockheaded Peter und Arbeiten im Rahmen von du bist die welt. Im Rahmen der Wiener Festwochen fanden 5 Uraufführungen statt: SzenePenthesileaEinTraum(1999-2000), Der biblische Weg, Supermarket, Instructions for Forgetting, It's an Earthquake in my Heart. Die Neuinszenierungen von Roberto Zucco, Erniedrigte und Beleidigte, Erwartung/Lohengrin, Die Feuersbrunst, Le nozze di Figaro wurden bei den Festwochen zum ersten Mal gezeigt. SzenePenthesileaEinTraum(1999-2000), Supermarket und Instructions for Forgetting waren Auftragswerke der Wiener Festwochen. Alle 3 ausverkauften Vorstellungen von Brecht Wuolijoki Puntila Schleef mussten leider wegen Erkrankung von Einar Schleef abgesagt werden. Wiener Festwochen 2001 im Internet Die Statistiken decken den Zeitraum vom 12.12.2000 bis 18.6.2001 ab. Gesamtanzahl der Zugriffe: 4,56 Mio "Page views": 756.000 Visitors: 51.928 Durchschnittliche Hits/Tag: 24.129 Transferierte Daten: 12,75 GB(Durchschnittliches transferiertes Datenvolumen: 70 MB) Besucher aus folgenden Länder: Österreich: 253.000(33%), USA: 143.000(19%), Deutschland: 43.000(6%), Japan: 16.000(2%), Schweiz: 9.000(1%), UK: 4.500(0,5%) Beliebteste Tage: 11. 5. 2001 33.528, 14. 5. 2001 13.899, 15. 5. 2001 11.589, 10. 5. 2001 11.200, 12. 5. 2001 11.200 Beliebteste Seiten: Homepage, Programm, Events, Contact, Vorverkauf Beliebteste Events: Shockheaded Peter, The Tragedy of Hamlet, du bist die Welt, Supermarket, Le nozze di Figaro, Le Costume Monatsübersicht: Hits Page views Daten transf. Dez: 228.781 44.765 550 MB Jan: 414.557 77.256 1041 MB Feb: 341.682 64.721 913 MB Mar: 494.011 84.600 1331 MB Apr: 618.106 99.732 1712 MB Mai: 1.730.813 271.662 5000 MB Jun: 732.545 113.290 2218 MB(bis inkl. 18 Juni) Kartenbestellungen über Internet: Bestellungen: 1551 Bestellungen(e-Mails) Karten bestellt: 6092(davon deutsch: 5980 und englisch: 112) Top Events: Shockheaded Peter(1253 Karten), The Tragedy of Hamlet (1213 Karten), Le Costume(597 Karten) 2000 wurden ca. 1.000 online-Bestellungen verzeichnet und ca. 3.000 Karten online verkauft. 1999 waren es 1.119 Karten und 344 Bestellungen. Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2001 Insgesamt waren rund 570 Journalisten akkreditiert(400 Inland, 170 Ausland). Medienberichte über die Wiener Festwochen 2001 konnten bisher ca. 3.000 gezählt werden. Berichte erschienen in American Theater Magazine, The New York Times, Miami Herold, Washington Times, Le Monde, Libération, Le Figaro, The Scotsman, The Independent, Financial Times, Dageans Nyheter, De Standaard, De Volkskrand, La Repubblica, Corriere della sera, Il Messaggero, Il Giornale, Weltwoche, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Die Welt, Spiegel, Focus, Opera Now, n-tv u.a. Berichte erschienen bzw. wurden gesendet in folgenden 32 Ländern: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Mazedonien, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Iran, Italien, Japan, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schottland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA. Das internationale Medieninteresse galt vor allem der Eröffnung der Wiener Festwochen 2001, der Uraufführung von "Supermarket","Le nozze di Figaro" und"du bist die welt". Darüber hinaus haben viele Medien die Wiener Festwochen erwähnt im Zusammenhang mit der Eröffnung des MuseumsQuartieres bzw. mit den Hallen E+G. Werbekampagne Wiener Festwochen 2001 Die Wiener Festwochen haben durch gewagte Inszenierungen, unangepasste Regisseure und Aktionen immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Das hat die Agentur Demner, Merlicek& Bergmann zum Inhalt der Festwochen-Kampagne 2001 gemacht: Unter dem Motto„Vom 11. Mai bis 18. Juni wird’s kritisch.“ waren auf Plakaten und Inseraten kritische Statements zu lesen, die im Laufe der Jahre zum Programm, zu Inszenierungen oder zu den Festwochen an sich abgegeben wurden. „Zu Kritik stehen und damit sogar für sich zu werben ist nicht nur mutig, es soll eine deutliche Stellungnahme dafür sein, dass Kunstund Kulturprojekte nicht jedem gefallen müssen und sie trotzdem – oder besser: deswegen – einen wichtigen Auftrag erfüllen.“ Die Werbekampagne der Wiener Festwochen 2001 rief wieder zahlreiche kontroversielle Reaktionen hervor, neben rund 50 Medienberichten über 500 Zuschriften, Anrufe und e-Mails. Sponsoring Wiener Festwochen 2001 Neben den Casinos Austria konnten die Wiener Festwochen 2001 die mobilkom austria als zweiten Hauptsponsor gewinnen. Mit neuen Services wie dem A1 Festwochen-Portal(Informationen, O-Töne und Ausschnitte unter 0664-68 40 80) und Kartenbestellung per A1 W@P konnten neue Impulse gesetzt werden. Die Einnahmen aus dem Sponsoring blieben mit rund 13 Mio ATS(rund 1 Mio Euro) auf konstant hohem Niveau, auch dank der übrigen Partner wie Wiener Stadtwerke, KURIER, Mercedes-Benz Wiesenthal& Co, Bank Austria, Austrian Airlines, Gösser, Wiener Linien, Diners Club, Österreichische Lotterien, Bankhaus Spängler& Co, profil, Römerquelle, Veltlinsky, ORF ON, L´Oréal. Wiener Festwochen 2001 Produktionen im Detail THEATER AN DER WIEN Intolleranza Gastspiel Bühnen der Stadt Köln 15. und 16. Mai 1.265 Besucher SzenePenthesileaEinTraum(1999-2000) Uraufführung Auftragswerk und Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Volksoper Wien 27., 29., 30., 31. Mai 1.780 Besucher Le nozze di Figaro Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Wiener Staatsoper Produktion der Mailänder Scala 18., 20., 23., 25., 27., 30. Juni 6.346 Besucher Liedermatinee Olaf Bär 13. Mai 180 Besucher MUSEUMSQUARTIER, HALLE E Mudan Ting(Der Päonienpavillon) Gastspiel Die 55 Szenen in chinesischer Sprache mit deutschen Übertiteln werden in drei Teilen gezeigt: Teil I (Szenen 1-10) und Teil II(Szenen 11-20) am 10. und 18. Mai, Teil III(Szenen 21-28) und Teil IV(Szenen 29-39) am 12. und 19. Mai, Teil V(Szenen 40-48) und Teil VI(Szenen 49-55) am 13. und 20. Mai. Alter chinesischer Operntradition entsprechend war dem Publikum gestattet, während der Aufführung den Zuschauerraum nach Belieben zu betreten und zu verlassen. Im Zuschauerraum wurden während der Vorstellung Tee serviert, im Foyer wurden in der Pause chinesische Speisen gereicht. 3.602 Besucher Erniedrigte und Beleidigte Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 28., 29., 30., 31. Mai, 1. Juni 3.311 Besucher Der biblische Weg Szenische Lesung/ Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Arnold Schönberg Center und Israelitische Kultusgemeinde 4. Juni 254 Besucher The Tragedy of Hamlet Gemeinschaftsproduktion C.I.C.T./Théâtre des Bouffes du Nord, Wiener Festwochen und Festival d’Automne à Paris 8., 9., 10., 12., 13., 14., 15., 16., 17. Juni 7.503 Besucher MUSEUMSQUARTIER, HALLE G Now That Communism Is Dead My Life Feels Empty Europa-Premiere Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Ontological-Hysteric Theatre 12., 13., 14., 15. Mai 1.220 Besucher Brecht Wuolijoki Puntila Schleef 21., 22., 23. Mai abgesagt The show must go on! Gastspiel 25., 26., 27., 28. Mai 1.316 Besucher Le Costume(Der Anzug) Gastpiel 31. Mai, 1., 2., 3., 4., 6., 7., 8., 9. Juni 3.913 Besucher Supermarket Uraufführung Auftragswerk und Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 15., 16., 17., 18. Juni 1667 Besucher KÜNSTLERHAUS WIEN du bist die welt 24 Episoden über das Leben von heute Ein Projekt der Wiener Festwochen in Kooperation mit dem k/haus Eröffnung: 31. Mai, 1. bis 24. Juni 2.089 Besucher DIETHEATER KÜNSTLERHAUS Instructions for Forgetting Uraufführung Auftragswerk Wiener Festwochen Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Forced Entertainment 31. Mai, 1., 2., 3. Juni 487 Besucher It´s an Earthquake in my Heart Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Goat Island, Chicago und Arnolfini Live, Bristol 7., 8., 9., 10. Juni 428 Besucher CUERPOS A banderados(Körper in Fahnen) Gastspiel 14., 15., 16., 17. Juni 264 Besucher RONACHER Shockheaded Peter Gastspiel 29., 30., 31. Mai, 1., 2., 4., 5., 6., 7., 8., 9., 11., 12., 13., 14., 15., 16. Juni 11.914 Besucher ODEON gute miene böses spiel Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Schwetzinger Festspiele 16., 18. und 19. Mai 512 Besucher Erwartung/ Lohengrin Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Finnische Nationaloper Helsinki und Helsinki Festival, in Zusammenarbeit mit dem Arnold Schönberg Center 30., 31. Mai, 1. Juni 786 Besucher Die Feuersbrunst Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Opernhaus Halle(Saale) und Goethe-Theater Bad Lauchstädt 10., 12., 13., 14., 15. Juni 1.480 Besucher AKADEMIETHEATER Roberto Zucco Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Burgtheater 19., 20., 21., 28. Mai, 3., 4., 9., 10., 15. und 16. Juni 3.223 Besucher Bash Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Hamburger Kammerspiele, Ruhrfestspiele Recklinghausen und Deutsches Theater Berlin 22., 23., 24., 25., 26., 27. Mai 3.091 Besucher Die Wiener Festwochen 2001 im Spiegel der KritikEine Auswahl Festival als politischer Kommentar Die Wiener Festwochen 2001:"Es geht um Humanismus, Offenheit und Xenophobie" Mit einem anspruchsvollen, um nicht zu sagen"schwierigen" politisch inspirierten Programm verabschiedet sich das Führungsteam Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers von den Festwochen. Nur Bondy bleibt ja- als Allein-Intendant- beim Festival. Bondy zur Politik: Im Programm sei Kritik an der Koalition und ihren"rechtesten Tendenzen" enthalten."Es geht um Humanismus und Offenheit, auch der Fremdenhass wird gezeigt".... Bondy, der nach seinem Erfolg mit"Die Möwe" 2001 nicht inszeniert, verzichtet auf garantierte Publikumshits. Klaus Michael Grüber wird"Roberto Zucco" inszenieren,"Eine Art Ballade von einem Mörder". Thematisch verwandt ist das gesellschaftskritische Stück"Bash" des US-Autors Neil LaBute (Regie: Peter Zadek). Diskussionen erwartet sich Bondy von Peter Brooks Arbeit"The Tragedy of Hamlet", einer radikal verdichteten Version.... Im Mittelpunkt des Programms von Hortensia Völckers steht"du bist die welt", ein Projekt im Künstlerhaus, das Film, Theater, Ausstellung und Diskussion umfasst. 24 Tage lang steht der "Neorealismus" im Mittelpunkt- mit Arbeiten, die sich mit konkreten Lebenssituationen und Biographien befassen. Thematisch wird es um die Migrationsbewegungen gehen, um die Klassengegensätze, um die Globalisierung. Völckers:"Das Künstlerhaus wird zum Ort, wo man täglich wieder hingeht. Man macht eigentlich gar nichts anderes mehr." "Unterhaltsam, konzeptionell und klug" soll die Performance"The show must go on!" von Jérôme Bel werden: 21 Darsteller bewegen sich als"Chorus Line" durch eine von großen Pophits definierte Handlung."Shockheaded Peter" wird eine auf"Struwwelpeter" basierende"Junk-Oper" für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren. Musikchef Klaus-Peter Kehr sieht sein Abschiedsprogramm als"Kaleidoskop modernen Musiktheaters". Spektakulär macht sich die auf drei Abende verteilte, 20 Stunden umfassende chinesische Oper"Mudan Ting" im Programm breit. Dazu kommt die"sehr politische" Nono-Oper "Intolleranza" oder das Haydn zugeschriebene, von Puppen und Darstellern getragene Singspiel"Die Feuersbrunst". Kehr:"Haydn könnte man als Avantgardisten seiner Zeit einordnen." Als Abschluss des Da Ponte-Zyklus inszeniert Michael Heltau"Le nozze di Figaro". Geschäftsführer Wolfgang Wais gibt bekannt: Das Budget beträgt 2001 180 Millionen Schilling, 40 bis 45 Millionen will man durch Einnahmen abdecken. Guido Tartarotti, Kurier, 14. Dezember 2000 Ohne Schlingensief Programm der Wiener Festwochen 2001 Bei einer Führung durch die neuen Spielstätten im Museumsquartier haben die Wiener Festwochen ihr Programm 2001 vorgestellt.... Luc Bondy kündigte die Uraufführung von Biljana Srbljanovics "Supermarket" an sowie eine Gemeinschaftsproduktion mit der Berliner Volksbühne. Frank Castorf wird Dostojewskis Roman"Die Erniedrigten und die Beleidigten" szenisch umsetzen. Hortensia Völckers, Bondys Kollegin im Programmdirektorium, ist für ein 24 Tage langes Projekt im Wiener Künstlerhaus verantwortlich:"du bist die welt- 24 Episoden über das Leben von heute". Die auch körperlich anspruchsvollste Musik-Produktion dürfte die chinesische Oper"Mudan Ting" aus dem 16. Jahrhundert sein. Nicht nur wird sie im originalgetreuen Bühnenbild gezeigt, sondern auch in OriginalLänge. Das wird sich im Mai über mehrere Tage hinziehen, in Chinesisch mit deutschen Übertiteln. Mit Schlingensief sei für die kommenden Festwochen nichts geplant, sagte Luc Bondy, das Theaterprogramm sei dafür insgesamt politischer als im vergangenen Jahr und trete mit"Vielfalt und Fremdheit" der von ihm abgelehnten Regierungskoalition entgegen. Eva Menasse, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Dezember 2000 Doppelpass Schlingensief, Luc Bondy und die Wiener Container-Aktion "Was ist mit dem Schlingensief?" Die Enttäuschung war dem Medienvertreter bei der morgendlichen Programmpressekonferenz der Wiener Festwochen anzumerken. Im Jahr 2001 kein sozialinterventionistisches Projekt, das die Kulturnation in Atem hält; das Aufmacherthema für den kommenden Tag in weite Ferne gerückt. Luc Bondy, der Schauspieldirektor der Wiener Festwochen, hatte sie alle betrogen um die Vorfreude auf kommende Lustbarkeiten des öffentlichen Ereiferns, um die auflagensteigernde Perspektive medialer Staatsoperetten. Eine Spielzeit der alten Meister steht bevor: mit Peter Brooks "Hamlet"-Inszenierung, Peter Zadeks "Bash" und drei Einaktern des amerikanischen Autors Neil LaBute. Klaus Michael Grüber wird "Roberto Zucco" inszenieren und Frank Castorf einmal mehr Dostojewski. Zudem kommen auch junge Meister wie Thomas Ostermeier mit"Supermarket" von Biljana Srbljanovic. Das Programm wird dominiert von erprobten Koproduktionsallianzen; es herrscht ein eher traditioneller Theaterbegriff. Ergänzt wird dieses Programm um eine interdisziplinäre Laboranordnung in den Ausstellungs-, Theater- und Kinoräumen des Wiener Künstlerhauses:"du bist die welt- 24 Episoden über das Leben von heute" an 24 Tagen. Einar Schleef trägt den"Puntila" vor- solistisch, ohne nackte Leiber. Auch hier also kein Wiener Skandal. Im Erscheinungsbild nutzen die Wiener Festwochen unbenommen eine progressistische Rhetorik. "Vom 11. Mai bis 18. Juni 2001 wird's kritisch" steht auf den Plakaten; also ein künstlerisches Reflexionssolo mit Ansage. Das erinnert ein wenig an die Informationsblätter, die die Festwochen im Sommer vor Schlingensiefs Asylanten-Container anbringen wollten: Hier beginnen die Reservate der Reflexion.... Uwe Mattheiss, Süddeutsche Zeitung, 15. Dezember 2000 Eröffnung Tausende feierten vor dem Rathaus Genau vier Minuten lang war es Freitag nacht in der Wiener Innenstadt taghell – ein buntes Lichtkonzert über dem Rathaus, gespielt von 200 Feuerwerkskörpern, die mit dem letzten Takt des Donauwalzers in den Himmel schossen: Der krönende Abschluss einer Nacht voller Spektakel!„Das vielleicht beste Event im Herzen Wiens, das es je gegeben hat!“, jubilierten die Fans, während rund 45.000 Menschen aus aller Welt den Klängen Beethoven´scher und Mozart´scher Komponierkunst lauschten, taktiert vom Meister-Dirigenten Georges Prêtre – Auszüge aus 50 Jahren Festwochen und 200 Jahren Theater an der Wien, die zwei großen Jubiläen des Abends! 12. Mai 2001, Neue Kronenzeitung Mudan Ting Zu spannend, zu schön Regisseur Chen Shi-Zheng zaubert das alte China in den Saal: Ein originalgetreu von chinesischen Handwerkern gebauter Pavillon aus der Ming-Zeit, ein Garten, Käfige mit Singvögeln, ein gemalter Prospekt mit Bergen im Hintergrund, ein Teich mit quakendenden Enten, Fischen, Wasserpflanzen. Eine Attraktion für sich sind die über 500 handbestickte Kostüme, die von den 21 Darstellern(in 160 Rollen) gezeigt werden. Das Orchester mit den alten Instrumenten sitzt sichtbar auf einer Tribüne. Sogar in den Übertiteln, die auch in chinesischer Schrift anzusehen sind, setzt sich der Zauber sich fort. Und es ist kein falscher Zauber, der da lebendig wird: Es ist erstaunlich, wie leicht die völlig anderen, das heißt nicht-westlichen Bewegungen der Schauspieler als Mittel und Spiegel emotionaler Befindlichkeiten zu dechiffrieren sind. Als hätte man sie schon immer gekannt, als gäbe es eine Ursprache der Körperzeichen. Die Geschichte handelt von dem Mädchen Du Liniang(verkörpert von Qian Yi), das durch die unerfüllte Liebe zu einem Unbekannten, den sie im Traum liebt, stirbt. Die Kraft der Liebe des jungen Mannes, der ihr Portrait beim Päonienpavillons an ihrem Grab findet, macht sie wieder lebendig. Das epische Drumherum bildet ein pralles, vitales Welttheater, das man mit Shakespeare oder Calderón vergleichen könnte: Vornehme Beamte, komische Dienerfiguren, taoistische Mönche, Banditen, barbarische Invasoren, konfuzianische Gelehrte, Prostituierte bevölkern die Szenerie – es gibt einen ständigen Wechsel der Orte und sozialen Ebenen, parodistische Einschübe, akrobatische Einlagen, lustig-vulgäre und gar nicht prüde Rüpelszenen. Das Publikum darf während der Aufführung den Zuschauerraum nach Belieben betreten oder verlassen. Doch die Mehrheit bleibt gebannt und staunend sitzen, um nichts zu versäumen: Zu schade, zu spannend! 12. Mai 2001, Salzburger Nachrichten Epos von der wiedergefundenen Zeit Manche Projekte sind für ein einziges Festival zu groß. Seit 1997 arbeitet der in den USA lebende chinesische Regisseur Chen Shi-Zheng an seiner Rekonstruktion von Mudan Ting("Der Pfingstrosenpavillon"), einer der berühmtesten chinesischen Opern, entstanden Ende des 16. Jahrhunderts während der Ming- Dynastie. Die mehrtägigen Aufführungen des monumentalen Werkes waren zu sehen oder sind geplant in New York, Paris, Caen, Berlin, Sydney und Hongkong. Die splendide Produktion war nun auch Attraktion der Wiener Festwochen an ihren Eröffnungstagen in der speziell dafür hergerichteten Theaterhalle im MuseumsQuartier. Die Bühne von Huang Haiwei entführte in eine traditionelle Szenerie: offene Pavillonarchitektur vor einem Landschaftsprospekt; sparsame Requisiten. Umsäumt wird die zentrale Spielfläche von einem Teich, in dem zwei Entenpärchen hausen. Ihr bisweilen lebhaftes Geschnatter und zahlreiche Singvögel(in seitlich aufgehängten Käfigen) tragen Erhebliches zum akustischen Eindruck bei. Das Auge kommt auch durch unzählige prächtige"historische" Kostüme reichlich auf seine Kosten. Der Textdichter Tang Xianzu entrollt ein immenses episches Panorama, das freilich auch geschickt auf einige wenige Hauptfiguren fokussiert ist. Es geht um ein Liebespaar und seine Eltern. Farbenreich wird politischer Hintergrund eingebracht. Alle gesellschaftlichen Schichten sind einbezogen; auch für Komik ist gesorgt. Wichtiger Bestandteil sind spielerisch-zirzensische Kampfbilder und akrobatische Übungen. Die 55 Szenen(manche nur 10 Minuten lang, einige viel ausgedehnter) bringen über 200"Arien", die oft nur aus wenigen Zeilen bestehen. Die imaginäre Liebesszene zwischen Liniang und Liu, mit der der erste der sechs je dreistündigen Opernabschnitte endet, erscheint als unendliche, nahezu einstündige Doppel-Arie. Der spezifische Gesangsstil erfordert vom westlichen Hörer Einfühlungsarbeit. Chen Shin-Zhengs Inszenierung breitete das Geschehen liebevoll und mit bald heftigem, bald gemächlichem Tempo aus. Entgegen chinesischer Tradition waren die meisten weiblichen Partien mit Frauen besetzt. Qian Li war eine filigran liebliche Liniang, Wen Yuhang mit schneidendem Timbre der profilierte Jüngling Liu, Wen Fulin der autoritative Du Bao, Lin Sen die derbdrastische, zur Gutmütigkeit sich wandelnde Nonne Schwester Stein- eine jener unvergesslichen Chargen, die in dem turbulenten Treiben allmählich die Kontur einer Hauptfigur annehmen. Ein Kosmos von Gestalten. Sie werden vertraut in den drei Tagen und 18 Stunden dieser wunderbaren transkulturellen Wiederbelebung. 15. Mai 2001, Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau Hasch mich, ich bin der Kommunismus Luc Bondy, Schauspielchef der Wiener Festwochen, hat am Vorabend der Wahlen in Italien die Europa-Premiere der neuesten Produktion des New Yorker Bühnen-Avantgardisten Richard Foreman an den Beginn seines Theaterprogrammes gesetzt:„Now That Communism Is Dead My Heart Feels Empty!“. Das„Ontological-Hysteric Theatre“[Foremans] kennt keine psychologisch definierten, fest umrissene Handlung. Es kennt Figuren im Kollektiv, aber keine Individuen. Sein Grundelement ist die Situation. Wie im Slapstick. Gern rennen die Schauspieler herum und kugeln sich am Boden. Dabei sprechen sie einen streng festgelegten Text, der freilich von allen Aufgaben eines dramatischen Dialogs entlastet ist. Der tote Kommunismus spuckt auf bekanntem Terrain: Wie stets sind Schnüre über die Bühne gespannt, beschriftete Plexiglasscheiben, in denen das Publikum sich gelegentlich spiegelt, begrenzen die Bühne, collagiertes Gerümpel formiert sich zum Bühnenbild. Vor diesem Hintergrund lässt Foreman seine beiden Starschauspieler ihr resigniert-heiteres Spiel mit dem europäischen Gespenst aufführen. Jay Smith ist Fred, ein Mann wie ein Baum, mit grotesk verstärkter Brust und Schärpe um den Bauch. Gedehnt näselnd, überaus manieriert undoutriert gibt er seinen Part mit dem Akzent eines Dandys, der auf britisch macht. Aber er hat lange Haare wie nur je ein Woodstock-Veteran. Das verbindet ihn mit dem Freddie von Tony Torn, einem fülligen, in die Jahre gekommenen Stirnbandträger, der sich an seine Gitarre klammert. Das Spiel dieses Duos irgandwo zwischen Laurel und Hardy und Wladimir und Estragon trägt das Stück: Sinnsuche als Slapstick. Als einzige Stimme aus dem Jenseits bleibt am Ende in der Welt des Individualismus und sexuellen Konsumismus die bescheidene Einsicht: etwas fehlt. Das Komikerduo trägt sie sehr witzig vor. Am Ende enthüllen sie in einer Glaskugel Babys, die sorgfältig geklont aussehen. Das ist wie ein Echo auf den Satz am Anfang: Wenn das die Zukunft ist, dann mag ich sie nicht. Ansonsten bleibt den Sinnsuchern in„Gods own country“ nur die alte Einsicht, das beim Warten auf den Messias nicht der Messias das Entscheidende ist, sondern das Warten.“ 14. Mai 2001, Lothar Müller, Frankfurter Allgemeine Zeitung Verzweifelt komisch: Richard Foremans Geschichtsgroteske Gott ist tot und also auf den Hund gekommen. Das eine ist Nietzsche, das andere- auf Englisch- ein Palindrom, wie der unübersetzte Grieche sagt: Aus"god" wurde sehr endgültig"dog". Eine ähnliche Diagnose trifft, zumindest im New Yorker East Village, auf den weiland Kommunismus zu. Dort hat Richard Foreman, der erst 63 Jahre alte Ahnherr des heutigen amerikanischen Experimentaltheaters, seit anno 1968 seine private Irrsinnsbühne. Naturgemäß heißt sie"Ontological Hysteric Theatre". Jetzt ist die Truppe zu Gast mit einer Europa- Premiere bei den Wiener Festwochen."Now That Communism Is Dead, My Life Feels Empty!" hat zwei Protagonisten, Fred und Freddie, sowie einen kleinen Haremschor: Man sieht den Nabel, nicht die Nase. Der kleine Freddy(Tony Torn) ist ein feister Alt-Rocker, der große Fred(Jay Smith) in etwa die Wiedergeburt Oscar Wildes als Rugby-Spieler. Der Snob kaut seine vermeintlich harmlosen Sätze, bis sie garantiert obszön klingen. Die Beiden liefern ein verzweifelt komisches Zustandsbild des Menschen nach dem Ende der Geschichte. Ihre Leere füllen Fred und Freddie unermüdlich mit Nonsens und Aberwitz, mit symbolischem Sex und Slapstick. In der virtuosen Praxis bedeutet das 75 Minuten ungetrübtes intellektuelles und sinnliches Vergnügen. Richard Foremans Produktion lebt von Rhythmus und Tempo, von der Kunst des doppelten Bodens und der Irreführung der Publikumserwartungen. Opas Avantgarde ist doch die beste. 15. Mai 2001, Ulrich Weinzierl, Die Welt Mörderlein, komm, tanz mit mir In der letzten Szene des Stücks fällt der vierfache Mörder und Vergewaltiger Roberto Zucco vom Dach des Gefängnisses mitten hinein in die Sonne, die"blendend hell wie der Glanz einer Atombombe" sein soll. So wird der Verbrecher vom Dramatiker am Ende versonnengöttlicht. Unter Schmock- Schauern. Im Wiener Akademietheater scheint die Sonne gestrichen. Man sieht nur eine Art glühbirnchenübersätes Riesenrad sich am Nachthimmel drehen wie in einem kosmisch-komischen Prater. Und der zarte junge Mann, der da überm putzigen Gefängnisdachfirst in den vielen Starkstromkabeln wie in luftig verknoteten Parzenstricken hängt als eine Mischung aus Luftgeist und Teufelsbraten, benötigt auch keine Sonne mehr. Denn von der ersten Szene an trug er sie sozusagen in sich: Es war die ganze Zeit ein ungeheures rotbäckchenglühendes Strahlen in ihm und um ihn. Und wenn er jetzt elastisch erhaben beide Arme hebt und abspringt, dann scheint er wie ein Schwimmer hineinzugleiten in einen schönen, wüsten Traum, der rückwärts läuft: Er landet nicht in der Sonne droben, sondern drunten auf dem Boden, über dem sich die Requisiten seiner Lebensszenen noch einmal vom Schnürboden geheimnisvoll herabsenken oder aus Versenkungen magisch auftauchen. Die Gitter des Gefängnisses, aus dem er gleich in der ersten Szene ausgebrochen war und durch die hindurch er damals gegangen war wie durch Luft. Das glühlämpchenumflorte Kinderschaukelpferd, bei dem er seine Mutter in einem langen, langen Kuss erwürgt hatte. Die Muttergottesstatue im Wohnzimmer der Familie, deren Tochter er vergewaltigte. Die zart in die Luft gehauchten Bäume des Parks, in dem er eine Dame als Geisel nahm und deren Sohn erschoss. Das albtraumhaft mit abblätternden Fassaden versehene Stundenhotel, vor dem er einen Polizisten mit einem Messer meuchelte. Die kalt gekachelte"Chicago"-Bar, durch deren Fenster er flog, bevor er sich mit dem Riesenneger prügelte und mit seinem Blut auch Gedichte von Victor Hugo und Dante ausspie. Die UBahnstation, wo er einmal eine Nacht plaudernd mit einem alten eleganten Herrn verbrachte und wo er die Dame vom Park zurückließ, die gerne von ihm weiter brutal behandelt worden wäre. Es sind Antonio Recalcatis luft- und farbendurchlässige feinporige Bilderhäute, die sich über die Szenen gelegt hatten wie trauliche Nachtluftspiegelungen. Vielleicht wird Roberto Zucco jetzt sterben. Vielleicht wird er weiterleben. Es ist gleich. Denn er ist durchs Leben und Sterben immer nur: getänzelt. So wie er jetzt auch durch den zauberisch bewegten Requisiten-Traum, der sein Leben war, swingend, twistend, trancekobolzend schwebt. Der Schauspieler August Diehl, durchaus eine PrimoBallerino-Begabung, die bisher in Inszenierungen von Zadek und Bondy im Feuer von Figuren immer ein bisschen wie verschmorte, entzündet jetzt, wo der Regisseur Klaus Michael Grüber ihn führt, in Roberto Zucco: ein Licht.... Klaus Michael Grüber, der Regisseur, der nichts nimmt, wie es ist, der größte Wanderer durch Ländereien, die sorglosere Leute voreilig"Niemandsländer" nennen, nimmt den Roberto Zucco nicht wie von dieser Welt. Er rettet nicht das Stück vor seinen Zumutungen. Er macht aus den Zumutungen des Stückes, die zum Teil die Zumutungen des Polizeiberichts sind, eine Mutprobe des Helden: Verbrechen nicht einfach zu begehen, sondern sie zuerst träumen, denken. So gibt Grüber dem Ungeheuren seinen Urgrund wieder: nicht in der Akte, sondern im Hirn des Mörders. Koltès nimmt den Zucco beim Heiligenschein. Grüber nimmt ihn beim Kopf. Kein großes Verbrecherspiel also. Ein Kinderhirnspiel. Mörderlein, komm tanz mit mir. Ein Blutmärchen zwischen Geisterstunde und Albtraumdämmerung. Ein Tanz bis ans Ende der Nacht nicht eines Messias, sondern eines kleinen Menschenmonsterprinzen, der von einem Planeten kommt, der nicht "Wirklichkeit" heißt, aber wirklicher ist als jede Erde. Denn dieser Planet besteht aus einem Kopf. Und der Kopf ist auch schauriger als jede Erde(vom Himmel und der Hölle ganz zu schweigen). Dieser Kopf will nichts als: Bewegung. Aber alles um ihn herum steht still. Darin liegt sein Verbrechen. Seine Lust. Sein Skandal.... So wird das Gewaltigste kindisch und das Kindischste gewaltig: im Kopf eines Kindes wie Zucco, das sich von der Welt nimmt, was es kriegen kann- im Traum. Und so sind dann auch Gefängnis, Tod, Sonne, Leben, Mord, Liebe und Hass: wundersame, schreckliche Kopfgeburten, Traumgespinste, Themen zum Tanzen im Rhythmus, den nur dieser Kopf hört. Aber wehe, wenn sie den Kopf verlassen! Dieses Wehe spürt man in jeder Szene, gerade weil jede Szene dieses Wehe nicht ausspricht. Es schwebt drüber. Es steht dafür. Traumhaft schön. Traumhaft schrecklich. 19. Mai 2001, Gerhard Stadelmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung Liebkosendes Mordinstrument Im Zentrum der Aufführung August Diehl. An deren Rändern einige der besten deutschsprachigen Schauspieler: Gertraud Jesserer, Urs Hefti, Martin Schwab, Anne Bennent, Branko Samarowski und der knarzig kauzige, faszinierende Ignaz Kirchner, der als Kommissar – wie in Träumen üblich – sich jedes laute Wort verbat. Das Theater von Klaus Michael Grüber: ein dem Tod benachbarter Ort, an dem das Falsche behauptet und zugleich enttarnt wird. An dem von der Liebe erzählt wird und zugleich der Schrei ertönt: Es gibt keine Liebe. Alptraum. Wachtraum. Lange wurde gejubelt im Akademietheater und endlich – seit Jahrzehnten zum ersten Mal – verbeugte sich für Sekunden Klaus Michael Grüber. Der Künstler, der die Nacht beschwört und mit Schatten spielt, um in Gleichnissen das Licht, den Tag und die Wahrheit zu finden. 19. Mai 2001, C. Bernd Sucher, Süddeutsche Zeitung Lieblingsmörder Der Mord, als eine schöne Kunst betrachtet, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der ganz taub ein leerer Wille steht. Töten, einer Sache oder Idee wegen, ist üblich und also vulgär. Von Kain über Othello bis zu Hitler haben sie alle ihre Gründe(und Abgründe) blutige Zweckschlächter sind sie, Alltagsterroristen. Bäh, sagt dazu Bernard-Marie Koltès und setzt dagegen seine Fantasie vom (realen) Verbrecher Roberto Zucco:"Dieser Mann tötet ohne jeden Grund. Und darum ist er für mich ein Held", erklärt Koltès. Zuccos Bahn sei"von unglaublicher Reinheit", denn er hat"keine abstoßenden Motive". Er knickt das Leben quasi im Vorüberflattern, als Schnörkelschluss einer Pirouette, so wie man beim Ballett-Entrechat die Füßchen in der Luft gegeneinanderklöppelt: Plauz, da liegt ein Toter! Koltès findet das"unglaublich schön" und sehr, sehr"rein". Das sind so Mythen der französischen Schule von de Sade über Rimbaud zu Genet. Prahlhänseleien der poètes maudits, denen bei uns die Boxringbelechzer der zwanziger Jahre entsprachen. Der Mensch als Tiertänzer. Roberto Zucco, nach einem Vatermord aus dem Gefängnis entwichen, bringt zu Hause seine Mutter um, stromert durch Metrostationen, Parks, Hotelabsteigen und Kneipen, begegnet also anderen, stänkert, greift an, ist freundlich, schüchtern, aggressiv und leer; weiß nicht, will nicht, will sofort, bringt um, schlägt tot, schießt nieder."Ich habe keine Feinde, und ich greife nicht an. Ich zerquetsche die anderen Tiere nicht aus Bosheit, sondern weil ich sie nicht gesehen habe und weil ich auf sie getreten bin." Menschen sind Läuse, soweit sie Opfer sind. Und mythische Heroen, wenn sie Killer sind. Na ja, Dichter. Solche Gesänge von einsamen Wölfen im Dschungel der City suggerieren strenge Schwarzweiß-Ästhetik, Kühle und Fremde, vielleicht gar Sozialelend. Bei Klaus Michael Grüber im Wiener Akademietheater jedoch glüht, glimmt und pulsiert alles. Still unter Lava, entladen über Asche. Nicht die Kälte des Nihilismus deckt Grüber auf, er entfacht die Feuer des Montmartre- Kitsches mit Huren, Negern und Apachentänzern in grün schimmernden Bars, die rote Lichter über Straßenmädchen und den Rauch ihrer Zigaretten gießen mit Metrostationen, wo das Licht aus schwachen Birnen funzelt. Wie Wachsfiguren die Wartenden, nur Zucco redet tänzelnd auf eine Dame ein, deren Sohn er vorhin im Park"zertreten", erschossen hat. Das Hotel: eine abgeblätterte Ziegelfassade, neben dem Eingang eine Vitrine mit Puffmutter in zärtlichem Rotgelb. Regen auf dem Pflaster: Killing me softly, Killing in the Rain. Lauter wunderschöne Zitate aus Farbfilmen und ParisPlakaten, wie sie vor 50 Jahren populär waren. Drum wehen auch häufig, sofern nicht Akkorde von EGitarren klagend schwirren, ganz fern Musetteklänge vorüber, und aus dem nachtdunklen Hintergrund (der ins Blutrote wechseln kann) blinkt dann ein glühbirnenpunktiertes Riesenrad, Moulin de la Galette. Wir sind im Märchenland. Im Traumland, wo die Archetypen nicht von C. G. Jung geliefert werden, sondern von der Kintopp-Industrie. Der Bildermacher ist Antonio Recalcati, ein Wundermann. Vom Schürboden, aus den Seitkulissen gleiten Metrotreppen, Hausfassaden, Bars und dunkle Parkbäume, lautlos und traumhaft sicher, oft wird das Bild zum Cinemascope-Schlitz verengt und verdoppelt sich im Breitfenster der Nuttenbar, aus dem das Licht auf die Bühne fließt: Night hawks beim Tanz. Der Lichtmagier André Diot gießt Leuchtschleier aus, schattiert und flankiert mit Grün, Blau und Rot, ohne die Lichtquellen preiszugeben. Heiligenscheine auf Madonnen glitzern durchs Dunkel, diffuse Fahlheit liegt überm Park, Suchscheinwerfer lassen Maschengitter glimmen- wir schweben zwischen Nacht und Tag. Hier harren die Unerlösten, wurschtelt keifend die Mutter, bis Roberto, ihr Sohn, sie zart im Tanz erwürgt. Hier verödet die Dame im Park, der Libgart Schwarz einen impertinenten Zynismus, eine hochnäsige Neugier ins Maul quengelt, und die Gefängniswärter führen Dialoge wie aus einem Laurel& Hardy-Film: Ignaz Kirchner und Branko Samarovski in grässlicher Komik und am Ende des Dramas als Verhördunkelmänner, explosiv gelangweilt Kanalratten der Justiz. Zwischen Ratten, Nachtfalken, Hyänen und Straßenkötern ein opalisierender Falter: Roberto Zucco. Ein Traumtänzer. August Diehl, jungenhaft schlaksig und schlenkrig(James Dean des neuen Jahrtausends), dribbelt und schnippt sich durchs unerklärte Leben, das ein Spiel scheint und er darin die Flipperkugel. So stößt und rempelt und eckt er an, und dann blitzt es kurz auf, und er knipst aus, was seinen Weg kreuzt, oder man schlägt ihn zu Klump, wonach er wachsweiß durch Blut ins kalkige Nichts glotzt und nicht begreift und weiter tänzelt und schnalzt, ein motorisch Getriebener im Samba- und Rapperrhythmus. Und dann stürzt er sich mit weit ausgebreiteten Armen, nackt bis auf den roten Slip, vom Dach"ins Freie", und zu einem melancholischen Song gleiten jetzt alle Bühnenstationen nochmals rasch aneinander vorbei aus den Höhen und den Seitkulissen, und langsam wird es hell im Zuschauerraum. Der Jubel erdet uns wieder. 23. Mai 2001 Michael Skasa, Die Zeit Echt ist nur, wenn es wehtut Der Theaterabend beginnt um sieben, und er endet eine halbe Stunde nach Mitternacht. Diejenigen, die durchgehalten haben, gehen aus ihm heraus wie aus einer langen Schlacht, müde, erschöpft, aber glücklich irgendwie. Kurz ist das Leben, und lang, lang die Kunst! Bei den Wiener Festwochen greift Castorf wieder, wie schon 1998 mit den„Dämonen“, auf einen Roman des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski zurück:„Erniedrigte und Beleidigte“, erschienen 1861. Der Schauplatz: Petersburg. Die Hauptfigur ist der Ich-Erzähler Iwan Petrowitsch, genannt Wanja, ein kranker, desillusionierter Schriftsteller, der sich der jungen Nelly annimmt, eines armen, frühreifen Waisenkindes, zu dem er eine verhaltene Zuneigung entwickelt. Als die Kleine stirbt, erfährt Wanja, dass sie die Tochter des Fürsten Pjotr Alexandrowitsch Walkowski war, der ihre Mutter einst um ihr Vermögen betrog. Wer Castorfs„Dämonen“ kennt, die mehr als fünfstündige Aufführung oder den dreistündigen Film, den er daraus gemacht, fühlt sich also gleich wie zuhause auf Bert Neumanns Bühne im neuen Wiener Museumsquartier. Da ist wieder dieser Wohn-Container, in dem die Figuren, ihren nunmehr viel handfesteren, weil materiell orientierten Gesprächen nachgehen. Neu ist die Videoleinwand auf dem dach des Containers. Auf ihr werden, wenn nicht gerade Werbeprogramm läuft, die Szenen aus dem Hausinneren übertragen. Es ist wie bei„Big Brother“, es gibt Close-ups und Sofagespräche. Im Einsetzen der Kamera ist Castorf inzwischen ein Meister: furios, wie er die Glücksbilder des Werbefernsehens ins Überlebensgroße steigert und mit dem Geschehen auf der Bühne überblendet, wie er mit Zooms auf Schauspielergesichter Intimität und Distanz zugleich herstellt. Auch Castorf Schauspieler beherrschen dieses Film-Video-Theater mit traumwandlerischer Sicherheit. Da ist zuerst und allen voran der immer bis an alle physischen Grenzen gehende Martin Wuttke. Auch Henry Hübchen ist natürlich gut dabei und kriegt auch wieder eine richtig gute Hübchen-Nummer(Ata-PutzAttacke). Hübchens Fürst ist der Beleidiger und Erniedriger, er kann es sich leisten:„Ich bin mit allem einverstanden, wenn es mir nur gut geht.“ Immer in ihrer Mitte: ein Musiker, der Sir Henry heißt und auf dem Keybord wehmütige, russiche Lieder spielt, wenn´s sein muss aber auch mal Lionel Ritchies„One more night“ oder Cindy Laupers „Time after time“, und dann singen alle und feiern ihre Party der Ernüchterung: Tristesse Royale. Wer nichts hat außer Erniedrigung, dem bleibt eben nur eins: die Erniedrigung zu genießen. 30. Mai 2001, Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung Das Näschen in der Grube In Wien, jener Stadt, die um das Leben immer am liebsten einen kleinen Bogen macht, nimmt sich Castorf eines Werkes an, das den rauen Atem einer Baustelle hat und dem er die Atmosphäre einer sehr lang gezogenen Ballade einhaucht. Einem Abbruchstück, keinen Aufbruchstück, nach dem Roman, den der große russische Erzähler Fjodor Dostojewski vor knapp 150 Jahren geschrieben hat, als zweiten Roman seiner Laufbahn. Ein großer Feuilleton-Wälzer von 450 Seiten über die Großstadtmisere jener Tage, konzipiert ganz nach dem Geschmack der Zeit. Castorf hat den Roman trotzdem zur Gänze inszeniert, wunderbar ungehobelt und mit dem richtigen Tonfall. Langsam, bedächtig entfaltet Castorf das Szenario, auch wenn in der Eislaufszene zu Beginn, nach einem Literaturgespräch und dem Auftritt des alten Smith, schon fast die gesamte Untergangskompanie versammelt ist, all die stolpernden Flittchen und liebenswerten Ganoven, die mafiösen Schleimbeutel und armen Würstchen, die ehrlich Sinnierenden und hintertückisch Sprechenden. Eine Clique, die in dem, was sie sagt und tut, eklig gegenwärtig, die fallsüchtig und geldbesessen, hysterisch und neurotisch ist. Henry Hübchen als lebensgeiler verruchter Fürst, ein Aristokrat der libidinösen Art, der mitleidig unter seinen großen Sonnenbrillen hervorguckt wird später, mitten hinein in die Rotkäppchen-Orgie in der Besenkammer, vom Gestank sprechen, der entstehen würde„wenn jeder von uns sein tiefstes Inneres offenbarte“. Selbst Natascha, Dostojewskis Herzensgute hinterlässt nicht wenige Geruchsmarken. Tritt die hochhackige Jeanette Spassova mit Riesentolle auf, dieses herrliche Plastikwesen mit tiefen Leidensgrund, verbreitet sie das Odeur amerikanischer Serienheldinnen. Überhaupt ist Russland das neue Amerika, richtet uns Castorf mehrmals aus, zeigt auf dem Bildschirm wieder einen neuen Werbespot und stellt die Musik dann noch einmal lauter. Aus den Boxen dröhnt Springsteens Born in the USA, während Hübchen auf dem Dach des Bungalows ein Tänzchen wagt und die kleine nuttige, aber dabei so selbstverlorene Nelly der Kathrin Angerer beim Anblick ihres Vaters alle Glieder von sich schmeißt. Vom Melodram, das in Dostojewskis Feuilletonroman noch allgegenwärtig ist und am Ende in geballter Ladung auf den Leser niedergeht, bleibt bei Castorf jedenfalls nur ein Rest. Das Leben ist an diesem Abend schon zur nächsten Baugrube weitergezogen. Wir aber durften unsere Näschen tief hineinstecken in das finstere Loch und waren überglücklich, als wir wieder zum Vorschein kamen. 30. Mai 2001, Stephan Hilpold, Frankfurter Rundschau Spiel ohne Grenzen Festival statt Ausstellung:"du bist die welt" verspricht eine neue Kunstpräsentation. Wer hat in einer Ausstellung schon einmal eine ausführliche Dokumentation komplett gesehen? Auf einem Monitor im dunklen Bankett, stehend an die Wand gelehnt? Respekt. Kunst kann Räume schaffen, die das Denken und die Phantasie erweitern, Das ist bekannt. Dass die Räume bei der Präsentation oft genug Probleme machen ,ist aber auch kein Geheimnis. Längst stellt sich die Frage, ob die klassische Ausstellung noch der passende Ort für die Kunst von heute ist. Ein neuer Versuch, die Begegnung der Kunst mit dem Publikum für beide Seiten angemessen zu gestalten, wird derzeit in Wien gewagt: Die Festwochen zeigen an Stelle der traditionellen Ausstellung ein Festival im Festival. Mit"du bist die welt" will Programmdirektorin Hortensia Völckers im vierten und letzten Jahr ihrer Intendanz noch einmal testen, ob Künstler unterschiedlicher Sparten mit ähnlichen Themen produktiv aufeinander reagieren, wenn sie eine gemeinsame Spielwiese erhalten. Mit dem Filmexperten Alexander Horwat, der Dramaturgin Katrin Klingan und den Kunstkritiker und Kuratoren Hedwig Saxenhuber und Georg Schöllhammer stellte sie ein Programm fast ausschließlich aus Neuproduktionen zusammen, die nur in Wien zu sehen sein werden. Der"Vorteilspass" für Dauereintritt, rundum weit geöffnete Türen und vor allem ständig wechselnde Aktionen sollen die Besucher nach Möglichkeit tagelang im Haus halten. Optimale Bedingungen für die Kunstrezeption sollen dafür geboten werden. Wer hier einen Dokumentarfilm- etwa die Uraufführung von Harun Farockis"Die Schöpfer der Einkaufswelten" sehen will, darf am adäquaten Ort, nämlich Kino, Platz nehmen. Und wer während der Vorführung eine Pause einlegen möchte, kann sich einem serbischen"Turbo-Folk"-Konzert oder einer Performance über"Die Kunst des Lebens" widmen. Die Ausstellungsarchitektur von Anne Lacaton und Jean Phillipe Vassal schafft eine Art Display für Kino, Performance, Kunst und Theater, theoretische Debatte, Künstlergespräch und gestreamte Musik aus dem Netz. Das Thema von"du bist die welt" ist aktuell: Wie leben Menschen an Orten die in Bewegung sind? In Ländern auf der Suche nach neuer nationaler Identität, in Städten, die neue Bevölkerungsgruppen aufnehmen sollen, in Übergangszonen innerhalb der Gesellschaft und zwischen Kulturen? Das Festival selbst versteht sich als Freiraum, nicht aber als Spaßzone, Eventkultur wie nebenan das demnächst an den Start gehende Museumsquartier will es nicht versammeln. Lieber schon eine neue Kultur der konzentrierten, kritischen Betrachtung. 6. Juni 2001, Maribel Königer, Focus Where did it all go wrong? Du bist die Welt" lautet die Aufmunterung der Gewinner an die Verlierer, der Wahlspruch der genützten Chance. Wenn solcherart die Globalisierung in die Gebiete der menschlichen Ressourcen vordringt, dann antwortet die Kunst mit einer kritischen Replik:"Du bist die Welt" heißt ein Nebenfestival zu den Wiener Festwochen, dessen Untertitel keineswegs eine Einschränkung bedeutet:"24 Episoden über das Leben von heute". Die Welt, auf diese Wiener Weise und aus Film, Theater, bildender Kunst und Musik zusammengesetzt, zerfällt am Ende wieder in ihre Episoden. Die Orte, an die sich der Blick der Kunst begibt, sind nur zufällige Klammern für ein Leben, in dem der Verlust der Unschuld von der Suche nach dem Paradies nicht zu unterscheiden ist. Im einzigen Film des früh verstorbenen Regisseurs Pjotr Luzik ziehen russische Kolchosbauern aus, um mit dem Pathos der gerechten Sache das ihnen geraubte Land zurückzuholen. Parteisekretäre, Korruptionisten und am Ende ein Ölmagnat fallen diesem Sturmlauf einer pastosen Zuversicht zum Opfer. Der Film, in leuchtendem Schwarzweiss, besticht durch die ironisch eingesetzte Ästhetik des russischen Revolutionsfilms. Den Globalisierungsverlierern schenkt die Kunst in ihre Stimme. Im Film "Rosetta" von Jean-Pierre und Luc Dardenne verfolgt die Kamera das Scheitern hautnah. Der Lebenskampf ist ein Kampf um das Recht auf Arbeit, der Film ein verdüstertes Sittenbild aus der belgischen Provinz. Ähnlich wie Laurent Cantets französisches Gegenstück"Ressources Humaines". Wenn die Welt abgebildet werden soll, kommen die Dokumentaristen zum Zug. Ihre ästhetische Handschrift prägt deshalb einen guten Teil des Filmprogramms. Kameras dringen vor in die exotischsten Gebiete verwackelter Normalität, leuchten in die Hölle des Banalen, auf das Elend und die Rudimente der Freude. Es sind eindringliche Episoden, aneinander gereiht, sich wiederholend wie das kurze Glück ballspielender Kinder in Albanien. In Anri Salas Video steht das Tor an einem Abhang, jeder gelungene Schuss aufs Tor zwingt einen der Spieler den Berg hinab, hinaus in eine "verschollene Landschaft". Metaphorische Beiträge wie dieser sind selten in einem Festival, das trotz den unterschiedlichsten künstlerischen Ansätzen ein erstaunlich bruchloses Bild präsentiert. Einzig die Performance-Gruppe Goat Island macht mit ihrem asketischen Stück"It's an Earthquake in My Heart" wirklich Ernst mit der Subjektivität. Kaum zu entschlüsselnde Zitate aus Tanz und Literatur schaffen einen hermetischen Kosmos, gegen den Harout Simonyans Beitrag aus Jerewan von geradezu generöser Eindeutigkeit ist. Ein nackter Mann müht sich vergebens, ein viel zu knapp geschneidertes Tutu anzuziehen."Ballett weckt bei mir kindliche Assoziationen, die vielleicht mit den Begräbnisfeierlichkeiten für Generalsekretäre zusammenhängen, während deren das Fernsehen endlos Aufführungen aus dem Bolschoi Theater übertragen hat", sagt Harout Simonyan. Du bist die Welt- wer sich ernsthaft darauf beruft, wird Recht behalten. Und so ist die Wiener Veranstaltungsreihe auch ein Ort flirrender Authentizität. Wahr oder gelogen? The Atlas Group aus Beirut, gegründet 1976, um die Zeitgeschichte Libanons zu erforschen, präsentiert die Notizbücher des Dr. Fadl Fakhouri Dokumente dessen, was zu Zeiten des Bürgerkriegs wirklich geschah. Historiker wetten bei Pferderennen nicht auf das Ergebnis, sondern auf missglückte Zielfotos. Der Abstand des siegreichen Pferdes zur Ziellinie wird zum Gegenstand einer Wette, die Dr. Fakhouris Notizbücher ebenso penibel dokumentieren wie jene 145 Autos, die zwischen 1985 und 1986 für Bombenanschläge verwendet wurden. Was wirklich geschieht auf den Kontinenten, dokumentiert"Du bist die Welt" mit jener Gewissenhaftigkeit, die die großen Themen stets im Blick hat. Die Globalisierung, den Nationalismus, den Turbokapitalismus und den Krieg. Von der filmischen Auseinandersetzung mit der kambodschanischen Pol-Pot- Vergangenheit(Rithy Pan) über Hongkongs architektonischen Ab- und Aufbruch(Gretchen So), von der serbischen Königin des Turbo- Folks, Dragana Mirkovic, die auf einem Video(Milica Tomic) unaufhörlich den Song"Sama"("Allein") singt, bis zu Ines Doujaks raumgreifender Installation zum österreichischen Alltagsrassismus- die Welt ist alles, was der Fall ist. Sie muss, das zeigt das Programm, mit dem Hortensia Völckers nach vier Jahren Arbeit die Wiener Festwochen verlässt, von dankenswerter Erzählbarkeit sein. Und so hebt der Performance- Künstler Tim Etchells auch am ersten Abend an, dieser Wiener Schöpfung seine Stimme zu leihen. Als eindrückliche Paraphrase auf alles, was noch kommen sollte. Etchells, Chef der Gruppe Forced Entertainment, trägt Geschichten vor, die ihm andere zugetragen haben, lässt Videos laufen über den Lauf der Welt. Videos von Bekannten, die nichts Besonderes zeigen sollen. Was daraus entsteht, ist "a map of particular moments in time", eine Welt-Karte der Augenblicke. Marys Blick aus dem Fenster, Lisas Filmaufnahmen, in denen sie als"Amateur-Glamour" posiert, boxende Kängurus, die Sprengung eines Wals an der kalifornischen Küste, die Hunderte Varianten einer Geschichte über den Fußballer Georgie Best. Der betrunkene Star, längst am Ende seines Reichtums und seines Ruhms, muss sich vom Zimmerkellner fragen lassen:"O George, where did it all go wrong?" Hunderte Male ist diese Geschichte erzählt und so in aller Welt verbreitet worden, ihr letzter Satz ist immer gleich. Es ist die gültige Theodizee dieser Zeit und eines Festivals namens"Du bist die Welt":"Where did it all go wrong?" 12. Juni 2001, Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Die Beratungsstelle für Kulturarbeit als Mediatorin zwischen öffentlicher Verwaltung und FörderwerberInnen versteht sich als symbolische Schnittstelle im kulturellen Feld. Aufgrund immer komplexer werdender Strukturen von Projekten (Multimedialität, Einbindung unterschiedlicher Kunst- und Präsentationsformen, elektronische Vermittlung und Gestaltung von Inhalten und die künstlerische, zum Teil kritische Auseinandersetzung damit) weitet sich die Beratung von KünstlerInnen zunehmend in Richtung längerfristiges Coaching aus. Die Initiativen der EU zur Förderung von Kultur haben längst den engen Rahmen des Kulturprogramms 2000 verlassen und bewegen sich im Sinne des Mainstreamings in viele Bereiche der Regionalförderung. Das bedeutet eine genaue Kenntnis der dazugehörigen Einreichmöglichkeiten und der, in verschiedenen Programmen verfügbaren Mittel. Die Beratungsstelle gibt projektangepasste Informationen darüber, denn folgende Programme sind für Kulturarbeit interessant: IST- Forschung, technologische Entwicklung(neue Medien) Kultur 2000 – gemeinsames, kulturelles Erbe, künstlerisches und literarisches Schaffen, Netzwerke Media Plus – audiovisueller Bereich Interreg III A – Integration grenznaher Gebiete, kulturelle Zusammenarbeit insbesondere im„small project fund“ Ziel 2 Gebiet für Wien. Kulturarbeit ist heute mehr denn je gezeichnet von einer Gratwanderung zwischen der Logik des Marktes(und der möglicher privater Sponsoren) einerseits und der Aufrechterhaltung eines künstlerischen Individualismus, der sich gegen jegliche Anpassung sperrt. Die Kulturberatungsstelle sieht es als ihre Aufgabe, diesen Individualismus zu fördern, die spezifischen Charakteristika eines Projektes in Teamarbeit mit seinen Trägern herauszufiltern um dessen Förderbarkeit zu steigern. In diesem Jahr wurden 571 Geschäftsfälle per e-Mail bearbeitet, ein Viertel davon betraf EU relevante Projekte, ein Sechstel Frauenkulturprojekte. Zudem wurden wöchentlich bis zu 15 einstündige Einzelberatungen und bis zu 50 Telephonberatungen durchgeführt. Die Anfragen kamen zu 16% aus dem Theaterbereich, zu 14% aus dem Feld der bildenden Kunst, zu 11% aus dem Musiksektor, zu 7% aus der Literatur. 12% waren Anfragen bezüglich EU und Städtevernetzung. 9,2% betrafen Ausbildung und kulturelles Management, 20,6% Vereinsförderung, allgemeine Kulturförderung und Stadtteilarbeit, 3% neue Medien, 3% Kinder- und Jugendprojekte und 4,2% Filmförderung. Adresse: Kulturabteilung der Stadt Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 5, 3.Stock, Zi 318. Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch von 10 Uhr bis 18 Uhr, und über telephonische Vereinbarung: 4000-81174 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Ein für die Entwicklung des Wiener Stadt- und Landesarchivs zentrales Projekt, die Errichtung eines Neubaus im Rahmen der Umgestaltung der vier Gasometer in Simmering, konnte im Jahr 2001 zum Abschluss gebracht werden. Damit wurde der drängenden Raumnot und den organisatorischen Problemen ein Ende bereitet, für Beschäftigte und die BenützerInnen des Archivs konnten adäquate, dem modernen Standard entsprechende Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Bei dem Archivneubau im östlichsten der vier Gasometer(„Gasometer D“) ist es gelungen, das Archiv in ein multifunktionales Bauwerk einzubeziehen. Durch die Lage unmittelbar an der Linie U 3 ist eine hervorragende Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz gegeben. Auch liegt das Archiv damit nur eine Station der Linie U 3 vom Zentralgebäude des Österreichischen Staatsarchivs entfernt. Mit voller Berechtigung ist von einem„Archivbau der besonderen Art“ zu sprechen- es handelt sich nämlich weder um einen Neubau, noch um die Adaptierung eines bestehenden Gebäudes für Archivzwecke, sondern um eine Kombination aus beidem. Sechs von 19 Geschoßen des Gasometers D mit einer Gesamtfläche von insgesamt etwa 16.000 Quadratmetern sind für die Nutzung durch das Wiener Stadt- und Landesarchiv eingerichtet. Damit kann der gesamte Archivbestand an einem Ort vereinigt werden, der auch ausreichend Platz für Zuwachs bietet. Die neuen Büroräumlichkeiten haben die Arbeitsmöglichkeiten für alle MitarbeiterInnen wesentlich verbessert. Mit dem großen Benützersaal, einem Vortragssaal sowie Ausstellungsflächen bieten sich auch exzellente Rahmenbedingungen für Benützerservice und Öffentlichkeitsarbeit. Am 26. September 2001 fand die feierliche Eröffnung des neuen Wiener Stadt- und Landesarchivs durch Herrn Bürgermeister Dr. Michael Häupl statt, an den beiden folgenden Tagen wurde in den neuen Räumlichkeiten in Zusammenarbeit mit dem Verband österreichischer Archivarinnen und Archivare der 29. Österreichische Archivtag abgehalten, bei dem in- und ausländische FachkollegInnen Gelegenheit hatten, den Neubau in Augenschein zu nehmen. Besonderes Interesse zeigten Medienvertreter an der neuen Heimstätte des Archivs. Bereits in den ersten Monaten nach der Übersiedlung erschienen Berichte in den Tageszeitungen über das„neue Archiv“ in Simmering. Auch das Medium Fernsehen interessierte sich für den Archivbau und filmte für diverse Fernsehdokumentationen(so etwa ein Filmteam des Fernsehsenders Arte-TV, das für das Jahr 2002 einen größeren Bericht über den Archivneubau vorbereitete). Die Übersiedlung der Büroräumlichkeiten in den Neubau erfolgte in der ersten Maihälfte, die der Archivalien lief Mitte Juni an. Dabei ergaben sich umfassende und zum Teil sehr zeitaufwendige Organisations- und Koordinationsaufgaben(Möblierung, Organisation der Infrastruktur, von Behindertenparkplätze und der Telekommunikation, Absiedlung und Abgabe von mehreren Büro- und Depoträumen, usw.). Die Übersiedlung wurde EDV-gestützt gesteuert, so dass der Ausfall der tatsächlichen Verfügbarkeit von Archivbeständen im Wesentlichen auf die unmittelbare Phase des Transports beschränkt bleiben konnte. Im Berichtsjahr fanden an 106 Arbeitstagen insgesamt 527 Transportfahrten statt. Mit dem Bezug der neuen Arbeitsplätze erfolgte auch eine größere Umstellung der EDV auf Office 2000. Die Zahl der PC-Arbeitsplätze in der Abteilung wurde vor allem durch vier neu geschaffene OPAC-Arbeitsplätze im Benützersaal erweitert. Gegen Jahresende wurde das Archiv von Herrn Magistratsdirektor-Stellvertreter Dr. Pillmeier mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe beauftragt, die Lösungsansätze für die Archivierung von elektronischen Aufzeichnungen entwickeln soll. Als Ausgangspunkt dafür konnte im Dezember ein Grundsatzpapier„Strategien zur Archivierung im Bereich des Magistrats der Stadt Wien" vorgelegt werden. Ein Schwerpunkt im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind die Betreuung von BenützerInnen und die Anfragenbeantwortung, wobei das Archiv wieder intensiv mit den Themenbereichen Zwangsarbeit, Restitution und Entschädigung von NS-Opfern konfrontiert war. Durch die Übersiedlung des Archivs war der Benützerdienst nur eingeschränkt möglich. So besuchten im Berichtsjahr lediglich 2.789 BenützerInnen das Archiv, 1173 Anfragen wurden telefonisch gestellt. An schriftlichen Anfragen waren 2700 zu beantworten bzw. im Rahmen der Landeskoordinationstätigkeit für den Österreichischen Versöhnungsfonds zu bearbeiten. Durch das Meldereferat wurden 6146 Anfragen bearbeitet. Die Steigerung auf das nahezu Doppelte im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf die Entschädigung von Opfern des Nationalsozialismus auf der Grundlage von Gesetzen, die 2001 in Kraft traten, zurückzuführen, für deren Vollziehung die erteilten Meldebestätigungen bzw. Auskünfte unverzichtbar sind. Vor allem betrifft dies das Entschädigungsfondsgesetz zur Rückerstattung entzogenen Vermögens, mit dessen Vollzug der Nationalfonds der Republik Österreich betraut ist, das Versöhnungsfondsgesetz zur Entschädigung von ehemaligen Zwangsarbeitern sowie die neuerliche Novellierung des ASVG, womit die Anspruchsberechtigung für die Anerkennung von Versicherungszeiten bis zum Geburtsjahrgang 1938 ausgedehnt wurde. Mit 3214 Meldebestätigungen (53% der Anfragen insgesamt) konnten Opfern des Nationalsozialismus unterstützt werden. Im Rahmen der Amtshilfe waren 1.707 Aktenentlehnungen durchzuführen. Bei der Betreuung der stadt- und landesarchivalischen Bestände stand die Transportvorbereitung und –durchführung im Mittelpunkt, wobei noch verschiedene Ordnungsarbeiten vorgenommen werden konnten. Im Bereich der Sammlungen konnten im Bereich wieder mehrere (Teil-)Nachlässe übernommen bzw. eingeschachtelt werden. Ebenso wurde eine Reihe von diversen Einzelakten, Urkunden, Dokumenten, Adressen, Handschriften usw. in den jeweiligen Bestand aufgenommen.1.785 Verträge und Schuldscheine wurden registriert. Der Bestand Hauptarchivakten – Persönlichkeiten wurde verfilmt, mehrere Bestandsbeschreibungen nach dem Standard ISAD(International Standard of Archival Description) erarbeitet. In der Fotosammlung wurde die Erschließung der Bestände mittels einer in den letzten Jahren entwickelten abteilungsübergreifenden Fotodatenbank weitergeführt, desgleichen eine Fotodokumentation der Übersiedlung des Archivs zusammengestellt, die ebenfalls über diese Datenbank abrufbar ist. Vorrangiges Ziel der Archivbibliothek im Jahr 2001 war- abgesehen von den Routineaufgaben- die retrospektive Aufnahme des Autoren- und Nominalkatalogs bis 1979 im BIS, die demnächst abgeschlossen werden wird. Der Bibliothekszuwachs betrug 1612 Neuzugänge, gegliedert in 270 Tauschgaben, 688 Geschenke und 644 Ankäufe. Im Jänner 2001 konnte die neue Informationsdatenbank des Wiener Landtags und Gemeinderats präsentiert werden. Seit Juli 2001 sind die Daten über den Web-Abfrageclient im Internet unter http://www.wien.gv.at/infodat/advgliwww/ abrufbar. Die laufenden Erfassungsarbeiten betrafen sowohl die derzeitige 17.(ab 2001), als auch die 16. Wahlperiode(1996 – 2001). Die Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates(INFODAT WIEN) ist eines der strategischen Leitprojekte der Verwaltungsmodernisierung im Bereich„Workflow mit politischen Gremien“. Die Archivwerkstätte konnte im Jahr 2001 auf einen modernen Stand der Technik gebracht werden. Herzstück der neuen Werkstatt ist der Nassbehandlungsraum, der es mit seiner Wasseraufbereitungs, Becken- und Abzugsanlage erlaubt, Nassbehandlungen von Papier in mittelgroßem Umfang durchzuführen. Alle Arbeitsplätze wurden neu eingerichtet, alte Maschinen und Geräte generalüberholt, so dass der normale Werkstattbetrieb in verbesserter Form wieder aufgenommen werden konnte. Eine Folge der Übersiedlung war, dass nur zwei Kleinausstellungen präsentiert werden konnten. Die Ausstellung„Gasometer in Wien – Industrie- und Technikdenkmale im Wandel der Zeit“ war zunächst noch vor den Räumlichkeiten des Archivs im Rathaus zu sehen, dann übersiedelte sie in den Archivneubau. Als zweite Kleinausstellung wurde„Aus den Jugendtagen des Wiener Walzers – Joseph Lanner und sein Umfeld“ präsentiert. Im Rahmen der Herausgabe der beiden Atlaswerke wurden mehrere Einzelkarten für den Historischen Atlas von Wien bearbeitet(u.a. Flächennutzung 1920, Baualter 1920, Wohnungsgrößen 1869-1934), für den Österreichischen Städteatlas die Stadtmappen Friesach, Hainburg, Leoben, Steyr und Tulln. In Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Archiv der Universität Wien wurde am 16. und 17. März 2001 die Tagung„Stadt und Prosopographie“ veranstaltet. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden auch die Sekretariatsarbeiten der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien abgewickelt. Im Jahr 2001 konnten von 263 eingereichten Projekten 139 in einer Gesamthöhe von 8,062 Millionen Schilling(Euro 585.900) gefördert werden. WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK (MA 9) Die Gedenktage für Joseph Lanner und Johann Nestroy, der eine Erfinder des Wiener Walzers, der zweite der Wiener Dramatiker schlechthin, prägten die Jahresarbeit der Bibliothek, zumal die beiden Künstler in den Sammlungen der Bibliothek hervorragend vertreten sind. Zu ihrem 200. Geburtstag gestaltete die Bibliothek zwei erfolgreiche Großausstellungen. In der Frage der Restitution von Beständen, die während des Nationalsozialismus erworben wurden, konnte die MA 9 ihre Arbeiten weitgehend abschließen. Die Sammlung Strauß-Meyszner, ein Teil des Nachlasses von Johann Strauß, der auf die Musik-, die Handschriften-, die Druckschriftensammlung sowie das Historische Museum aufgeteilt ist, wurde restituiert und konnte nach Verhandlungen mit dem von den Eigentümern beauftragten Auktionshaus Sotheby’s für die Stadt Wien neuerlich erworben werden. Grundlegende Änderungen brachte das Jahr 2001 für die Raumsituation der Bibliothek mit sich. Die MA 9 erhielt einen Teil der durch die Übersiedlung der MA 8 freigewordenen Räume, musste aber zugleich andere abgeben, sodass für einen erheblichen Teil der Bibliothek, nämlich den gesamten Benutzungsbereich, die Handschriftensammlung, die Plakatsammlung und die Dokumentation den veränderten Gegebenheiten angepasste Raumkonzepte sowie entsprechende Umzugsplanungen entwickelt werden mussten. Im Zuge der Umbauten wird auch ein Ausstellungsraum eingerichtet werden, der es der MA 9 ermöglichen wird, in dem von ihr betreuten sehr speziellen thematischen Segment der Wiener Geschichte und Kultur konkurrenzfähige Ausstellungen zu zeigen. Das von der Bibliothek erarbeitete Raumprogramm für die Errichtung eines neuen Depots im Hof 6 des Rathauses wurde definitiv genehmigt, auch die Vorplanung der Architekten konnte abgeschlossen werden. Im Jahr 2002 wird das Projekt in die Wirtschaftlichkeitsprüfung gehen. Die Leitbildentwicklung , aus der ein Zukunftsprogramm für die MA 9 entsteht, wurde weit vorangetrieben. Mehrere interne Arbeitsgruppen legten 2001 ihre Ergebnisse vor, die zu einem erheblichen Teil auch bereits umgesetzt wurden. Vertreter der Bibliothek haben an mehreren wissenschaftlichen Tagungen im In- und Ausland zum Teil mit eigenen Beiträgen teilgenommen, darunter„Jahrhundertwenden. Kulturelle Interferenzen Wien – St. Petersburg“(St. Petersburg),„Komponisten-Werkverzeichnisse: Probleme – Erfahrungen – Perspektiven“(Wien),„Regionale Literaturgeschichte(n)“(Linz),„Vom Umgang mit literarischen Quellen“(Bern),„Gedächtnis und Restitution“(Wien),„Internationale Nestroy-Gespräche“ (Schwechat),„Johann Nestroy. Tradizione e trasgressione“(Milano),„Nestroy und seine Zeit“(Graz), Frauen in der Stadt“(Friesach), und an der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik(Wien). Besucht und zum Teil mitgestaltet wurde auch eine Reihe bibliothekarisch orientierter Veranstaltungen, wie das„Arbeitstreffen der österreichischen Literaturarchive“(Graz), das „Arbeitstreffen der österreichischen Musikbibliotheken“(Wien), das„Arbeitstreffen der österreichischen Plakatsammlungen“(Wien), der"Deutsche Bibliothekartag“(Bielefeld), der „Österreichische Dokumentartag“(Graz), die„5th European Conference on Research and Advanced Technology for Digital Libraries“(Mainz), die Tagung der„International Library Federation’s Organisation“(Boston), die„Auslandskulturtagung“(Wien) und die„BIS-C Anwendertagung“, die 2001 im Wiener Rathaus stattfand. Das Ausstellungsjahr 2001 war besonders erfolgreich. Zum 200. Geburtstag von Joseph Lanner gestaltete die Musiksammlung im Österreichischen Museum für Volkskunde unter dem Titel„Flüchtige Lust. Joseph Lanner 1801-1843“ die erste wissenschaftlich fundierte Ausstellung über den oft als Erfinder des Wiener Walzers bezeichneten Komponisten. Der umfangreiche Katalog zu dieser Ausstellung ist ein Standardwerk zu Leben und Oeuvre Lanners. Für das Russische Kulturinstitut in Wien wurde eine Ausstellung über„Joseph Lanner und Russland“ zusammengestellt. Auch Johann Nestroys 200. Geburtstag fiel in das Jahr 2001 und bot der Bibliothek die Gelegenheit, erstmals den in 100jähriger Sammeltätigkeit zusammengetragenen Fundus an Manuskripten und Briefen Nestroys zu zeigen. Unter dem Titel„Die Welt steht auf kein Fall mehr lang“ wurde die Ausstellung im Historischen Museum der Stadt Wien gezeigt, der Katalog dazu ist ein vorzügliches Werk über Nestroy, seine Zeit und die Überlieferung seiner Werke. Die für den 100. Geburtstag im Jahr 2000 produzierte KrenekAusstellung wurde 2001 im Österreichischen Kulturinstitut in New York, der University of Western Ontario in London(Ontario, Kanada), an der Central Michigan University(Mount Pleasant, Michigan), dem Claremont College(Los Angeles), der University of San Diego(California), dem Österreichischen Kulturinstitut in Warschau, dem Staatstheater Kassel und schließlich am Ende des Jahres in der Aula der Musikuniversität Wien gezeigt. Auf dem Gang vor der Bibliothek schloss an die Ausstellung"Marco d’Aviano. Prediger und Diplomat“ die Schau„Zukunftsbilder. Utopische Visionen in Literatur und Film“ an, die von einer Diskussionsveranstaltung zum Thema„Utopien in Österreich“ begleitet wurde. Seit Herbst 2001 lief die Ausstellung„Kulturalternativen. Tanz, Theater& Performance im Werkstätten und Kulturhaus“. Für die Wiener Volkshochschulen wurde die 1999 gezeigte Ausstellung„Kulturelle Visitkarten. Die (Re-)Präsentation der Besatzungsmächte in Wien 1945 – 1955“ als Wanderausstellung neu konzipiert und 2001 in der Volkshochschule Simmering gezeigt. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit stellt die Bibliothek Kataloge und weitere Informationen im Internet über verschiedene Schienen zur Verfügung. Die wichtigsten Kataloge werden sowohl in WienOnline, als auch auf der Website der Bibliothek, über WAP und im Intranet angeboten. Im Internet neu angeboten wurde der gescannte Handschriftenkatalog. Mit Ende des Jahres 2000 enthielt die Website rund 3.200 Dokumente, darunter 19 virtuelle Ausstellungen. Ein im Jahr 2001 verstärkt eingesetztes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit sind Führungen für Personen, für die die Bestände der Bibliothek von unmittelbarer Bedeutung sind. Angesprochen wurden vor allem Lehrende und Studierende der Universität Wien, aber auch Teilnehmer von Tagungen und Symposien, die in Wien stattfanden. Ende des Jahres wurde ein neuer Folder produziert, der die für die Benützung wesentlichen Informationen über die Bibliothek enthält. Im Lesesaal der Bibliothek bzw. im Wappensaal des Rathauses fanden zwei Buchpräsentationen statt. Der Nestroyforscher Jürgen Hein stellte sein Buch„Theaterg’schichten“ vor, den ersten Schauspielführer, der alle Stücke Nestroys behandelt. Der bekannte Magier Magic Christian präsentierte im Wappensaal des Rathauses ein neues Buch über den Wiener Zauberer Leopold Ludwig Döbler. Bei der äußerst gelungenen Veranstaltung waren auch historische Zauberkunststücke und Projektionen zu sehen. Für eine Reihe von Ausstellungen wurden als Leihgaben wertvolle Bücher, Handschriften und Plakate im Original zur Verfügung gestellt, es waren dies„Die Kunst, als Mensch menschlich zu leben- Wiens Beitrag zum Welterbe – 2000 und mehr“(Historisches Museum der Stadt Wien),„Johann Nestroy. Weder Lorbeerbaum noch Bettelstab“(Österreichisches Theatermuseum, Wien),„Handgelenk und Kopfstation. Friederike Mayröcker. Zettel und Zeichnungen“(Stifter-Haus, Linz),„Moderne in dunkler Zeit- Widerstand, Verfolgung und Exil bildender Künstlerinnen und Künstler in der Steiermark 1933-1948“(Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum),„Sie werden lachen! Die Welt des Karl Farkas“(Jüdisches Museum Wien),„Der befreite Körper. Isadora& Elizabeth Duncan und Erika Giovanna Klien im Künstlerrefugium Klessheim 1925-1935“(Verein Archiv Kinderzeichnung, Romanischer Keller, Salzburg),„Ludwig Döbler. Genius des Biedermeier“ (Museum für Unterhaltungskunst, Wien),„Ödön von Horváth 1901-1938“(Literaturhaus Wien), „Gefesselt – entfesselt. Österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts“(Galeria Sztuki wspolczesne Zacheta, Warschau),„Displaced- Paul Celan in Wien 1947/1948“(Jüdisches Museum Wien),„Ödön von Horváth. Einem Schriftsteller auf der Spur“(Literaturhaus München),„Produkt Muttertag“ (Österreichisches Museum für Volkskunde),„Mode von Kopf bis Fuß“(Hermesvilla, Historisches Museum der Stadt Wien),„Preußen 1701 – eine europäische Geschichte“(Deutsches Historisches Museum Berlin),„Habsburgs Kinder“(Schlosshof) und„Der Eiserne Vorhang“(Heeresgeschichtliches Museum Wien). Die Leistungsfähigkeit des Bibliothekssystems BIS-C wurde durch konsequente Wartung und Pflege weiter verbessert. Auch die Datenqualität und Datensicherheit konnten weiter verbessert werden, auch wurden Vorarbeiten für die Integration der Kataloge der Dokumentation und der Musikhandschriften geleistet. Ein besonderer Akzent lag auf der Rationalisierung im Bereich der Pflege und der Verwendung von Normdaten. In der Druckschriftensammlung konnte die retrospektive EDV-Erfassung, also die Einarbeitung des im alphabetischen Zettelkatalog verzeichneten Buchbestandes in den EDV-Katalog 2001 abgeschlossen werden. Bis auf wenige Publikationsreihen ist damit der gesamte Druckschriftenbestand im EDV-Katalog verfügbar. Insgesamt wurden aus dem Altbestand rund 307.000 Titel erfasst, mit Ende des Jahres 2001 enthielt der Druckschriftenkatalog 410.000 Bücher und Zeitschriften. Die Buchnachlässe von Josefine Nast und Viktor Matejka wurden aufgearbeitet. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz, aus Ankäufen und aus der Aufarbeitung der Nachlässe von Josefine Nast und Viktor Matejka betrug 8.961 Bände. Neben dem laufenden Ankauf aktueller Literatur konnten rund 320 historische Werke erworben werden. Darunter befinden sich ein für Königin Anna, der Gemahlin des späteren Kaisers Ferdinand I. bestimmtes Gebetbuch von Friedrich Nausea(erschienen 1545), der später als Bischof von Wien eine bedeutende Rolle spielen sollte, der"Taschenkalender von Amors Schelmereyen", ein in Wien 1796 erschienener Kalender mit zahlreichen kolorierten Kupferstichen und die von der internationalen Föderation der Widerstandskämpfer herausgegebene Zeitschrift„Der Widerstandskämpfer“(19531974). Für die Benützung wurden im Jahr 2000 etwa 29.640 Bände bereitgestellt. Im Katalogzimmer der Druckschriftensammlung stehen den Lesern drei PCs mit Internetanschluss zur Verfügung. Sie zählen zu den am intensivsten benützten öffentlich zugänglichen Internet-PCs der Stadt Wien. In der Handschriftensammlung konnte durch die Zuteilung einer weiteren Mitarbeiterin die Erschließungstätigkeit intensiviert werden. Im Zuge der systematischen Ergänzung der Bestände, für die besonders die Internetkataloge der Antiquariate eine bedeutende Arbeitserleichterung darstellen, wurden im Bereich der Literatur Autographe u.a. von Hans Günter Adler, Peter Altenberg, Johann Baptist von Alxinger, Ludwig Anzengruber, H. C. Artmann, Christine Busta, Marie Ebner von Eschenbach, Karl Farkas, Franz Grillparzer, Leopold Kompert, Karl Kraus, Johann Nestroy, Helmut Qualtinger, Bertha von Suttner und Peter Turrini erworben. Weiters kamen Autographe von Künstlern und Architekten wie Franz von Bayros, Werner Berg, Peter Fendi, Joseph von Führich, Anton Hanak, Carl von Hasenauer, Maria Lassnig, Hermann Nitsch, Josef Maria Olbrich, Alfred Roller, Camillo Sitte, Victor Tilgner, Max Weiler und Otto Wagner, von den Schauspielern und Regisseuren Hedwig Bleibtreu, Alexander Girardi, Max Reinhardt, Otto Tressler, Alma Seidler, Adolf Sonnenthal und Hugo Thimig sowie von den Musikern Paul Badura-Skoda, Carl Goldmark, Ernst Krenek, Victor Léon, Heinrich Marschner, Johann Schrammel, Robert Stolz, Oscar Strauss, Eduard Strauß und Johann Strauß(Sohn) in die Sammlung. Zu diesen Einzelerwerbungen kamen folgende größere Nachlässe und Sammlungen: Sammlung Adolf Bäuerle, Literarisches Archiv von Wolfgang Bauer, Sammlung Wilhelm Theodor von Chézy, Sammlung Wilhelm Theodor und Wilhelmine von Chézy, Archiv der Gesellschaft Daedalus, Sammlung Johann Gunert, Sammlung HG Kestel, Nachlass von Emil Krischke, Nachlass von Louise Schönfeldt, Sammlung Karl Schreder, Sammlung Robert Steinbach, Sammlung Alexander Strakosch, Verlagsarchiv Strassegg-Kaiser, Nachlass von Siegfried Weyr, Sammlung Alfred Maria Willner, Sammlung Otto Zenker. Über die Neuerwerbungen wird jeweils auf der Website der Bibliothek berichtet. 2001 wurden in der Handschriftensammlung 1.640 Handschriften und Autographe katalogisiert. Drei bedeutende Ereignisse prägten die Aktivitäten der Musiksammlung. Die Vorbereitung der Ausstellung zum 200. Geburtstag von Joseph Lanner erforderte die gesamte Energie der Sammlungsmitarbeiter. Am 17. Juni 2001 konnte in einem Festakt in den Sträußelsälen des Theaters an der Josefstadt die Ausstellung eröffnet werden, 4649 Besucher kamen in das Österreichische Museum für Volkskunde, um die inhaltlich wie auch optisch äußerst gelungene Schau zu genießen. Zudem wurde ein unschätzbarer Verlust dadurch abgewendet, dass die Musikmanuskripte und Drucke aus der Sammlung Strauß-Meyszner nach der Restitution wieder erworben werden konnten. Die Krönung des Jahres bildete schließlich die Aufnahme der Schubert-Sammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, deren Kern die in der Musiksammlung aufbewahrten Musikmanuskripte und Drucke sind, in das Memory of the World Register der UNESCO. Neben der Sammlung Strauß-Meyszner kam eine Reihe weiterer qualitätvoller Musikmanuskripte in die Musiksammlung. Von Franz Schubert konnten die Autographe der Lieder"Nähe des Geliebten" D 162,"Sängers Morgenlied" D 163 sowie die Reinschrift des Liedes"Luisens Antwort" D 319 erworben werden. Die Bestände von Johann Strauß(Sohn) wurden um ein umfangreiches Konvolut von Skizzen und Entwürfen zur Operette"Der lustige Krieg" von Johann Strauß(Sohn) sowie ein Skizzenblatt der letzten unter einer Opuszahl erschienenen Komposition"Klänge aus der Raimundzeit" op. 479 erweitert. Neben Skizzenblättern zu Carl Goldmarks Oper"Die Königin von Saba" und der autographen Reinschrift seiner"Ungarischen Rhapsodie" konnten Musikmanuskripte von Gaetano Donizetti, Joseph Lanner, Franz Lehar, Wenzel Müller, Oscar Straus und Hugo Wolf sowie ein Teilnachlass der Volkssängerin Luise Montag erworben werden. Der bereits vorhandene Nachlass von Wilhelm Kienzl konnte durch einen weiteren Nachlassteil ergänzt werden. Von dem zeitgenössischen Komponisten Christian Ofenbauer wurde die autographe Reinschrift seiner im Rahmen der Wiener Festwochen 2001 im Theater an der Wien uraufgeführten Oper"Szene Penthesilea Ein Traum" und von Thomas Heinisch die autographe Reinschrift seiner"Musik des Unsichtbaren" für Oboe und kleines Orchester(1998) erworben. 2001 wurden in der Musiksammlung 190 Musikhandschriften und 368 Musikdrucke katalogisiert. Der Neuzugang in der Plakatsammlung betrug rund 3.400 Plakate. Großes Augenmerk wurde auf die Erwerbung von Plakaten gelegt, die nicht von der GEWISTA affichiert werden. Nach einer entsprechenden Vereinbarung mit der MA 7 kamen zahlreiche Plakate der mit Subventionen bedachten Kulturinitiativen in die Sammlung, des gleichen die Plakate der Wiener Symphoniker, der Wiener Parteien und der verschiedenen Magistratsabteilungen. 3.025 Plakate wurden signiert und in den EDV-Katalog aufgenommen, wobei die Plakate, die größer als 4 Bogen sind, auch mit einer digitalen Abbildung im Katalog vertreten sind. Retrospektiv wurden rund 5.800 Plakate für den EDV-Katalog erfasst, damit waren Ende des Jahres 2001 rund 60.000 Plakate im elektronischen Katalog verzeichnet. An den importierten Bestandslisten wurden, um sie an den Standard der Katalogisierung heranzuführen, rund 25.000 Korrekturen durchgeführt. Durch die Möglichkeit, Plakate in Farbkopie erstellen zu lassen und diese Kopien in wirklichkeitsnaher Form in Ausstellungen zu verwenden, ist die Entlehnung der wertvollen Originale nicht mehr zwingend notwendig und daher stark zurückgegangen. Der Zeitungsindex, ein von Studenten, wissenschaftlichen Lesern und Medienvertretern sehr geschätztes Auskunftsmittel wurde im Jahr 2001 um rund 6000 Eintragungen erweitert und von rund 1.100 Personen benützt. MUSEEN DER STADT WIEN Im Jahr 2001 stellten sich den Museen der Stadt Wien besondere Aufgaben: Die AUSGLIEDERUNG der MA 10 – Museen der Stadt Wien aus dem Magistrat und die Umwandlung in die„Wissenschaftliche Anstalt“ öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien“ war die entscheidende Herausforderung. I.) Ausgangssituation 1.) Selbstverständnis der MA 10 Die Museen der Stadt Wien verstehen sich als Ort der Rückbesinnung auf die Vergangenheit im Wege der(kultur)historischen Erkenntnis. Sie sind kein Ort sentimentalpathetischer Betrachtung des Einst, sondern ein Ort des Verstehens und der Identifikation durch kritische Auseinandersetzung mit dem Gewesenen. Die Museen wollen Wien in seiner regionalen, seiner überregionalen, seiner europäischen Stellung definieren. Damit können die Museen das zeigen, woher diese Stadt kommt, wo sie steht und wohin sie gehen könnte. Die Vermittlung erfolgt nicht allein museums-spezifisch im traditionellen Sinn, sondern in hohem Maße gestützt durch didaktische und pädagogische Methoden der jeweiligen Gegenwart. Daher werden die Museen mit den ihnen eigenen Mitteln den Wissens- und Erfahrungsstand der Besucher bereichern, ihre historische Vorstellungskraft und das Finden kritischer und selbstständiger Urteile erleichtern. Andererseits werden die Museen den Besucher unterschiedlicher Überzeugungen und Erfahrungen, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft unterhalten, weil sie weder bloß„Weihestätte“, simple„Identifikationsfabrik“, noch allein„Ort der Problematisierung“, sondern„Ort des freien und neugierig-kritischen Erlebens von Kultur“ sind. 2.) Aufgaben der MA 10 lt. Geschäftseinteilung des Magistrats der Stadt Wien: Erwerb und restauratorische Betreuung von Sammlungsobjekten zur Geschichte Wiens, insbesondere der Topografie, der Porträtkunde, der Volkskunde, der bildenden Kunst, der Archäologie, des Kunstgewerbes, der Mode, des Theaters und dergleichen. Führen von Museen(Gedenkstätten) der Stadt Wien. Errichten der Museen(Gedenkstätten) der Stadt Wien. Grundverwaltung und Erhaltung des Historischen Museums der Stadt Wien, des Schubert-Museums, des Haydn-Wohnhauses und des zentralen Depots. Objektverwaltung und Erhaltung des Otto-Wagner-Pavillons am Karlsplatz, der Hermesvilla und der Kunsthalle Wien. Wissenschaftliche Betreuung der Bezirksmuseen. Archäologische Erforschung des Wiener Stadtgebietes. Führungen durch die Museen der Stadt Wien. Erteilung von Reproduktionsgenehmigungen. Fachliche Aufsicht über die Bezirksmuseen. Erstattung von Fachgutachten, insbesondere im Bereich der bildenden Künste. II.) Umfang der geplanten Ausgliederung Die Ausgliederung umfasste die seinerzeitige Magistratsabteilung 10. Die Museen der Stadt Wien(MA 10) Historisches Museum der Stadt Wien Hermesvilla Uhrenmuseum Schauraum der Modesammlung Pratermuseum Römische Ruinen unter dem Hohen Markt Römische Baureste am Hof Archäologisches Grabungsfeld Michaelerplatz Virgilkapelle Neidhart-Fresken Otto Wagner-Haltestelle Karlsplatz Otto Wagner-Hofpavillon Hietzing Haydn-Gedenkstätte mit Brahms-Gedenkraum Mozart-Gedenkstätte„Figarohaus“ Beethoven-Gedenkstätte„Pasqualatihaus“ Beethoven-Gedenkstätte„Eroikahaus“ Beethoven-Gedenkstätte„Heiligenstädter Testament“ Schubert-Gedenkstätte„Geburtshaus“ mit Stifter Gedenkräumen Schubert-Gedenkstätte„Sterbewohnung“ Johann Strauß-Gedenkstätte III.) Faktoren(Megatrends) für eine Ausweitung der Selbständigkeit der Museen der Stadt Wien 1.) Zunehmende Globalisierung erfordert eine steigende Handlungsfreiheit von Unternehmen. Demzufolge werden auch die Museen der Stadt Wien auf dem Kunstmarkt rascher und flexibler agieren müssen. 2.) Auf Grund einer ständig zunehmenden Dynamik in den Bereichen Marketing, Qualitätsbewusststein und Individualisierung der Angebote werden sich die Museen der Stadt Wien in Zukunft vermehrt nationalen und internationalen Vergleichen stellen müssen. Um eine dementsprechende Vergleichbarkeit auch herstellen zu können, ist die Einführung betriebswirtschaftlicher Methoden(Kosten-Leistungs-Rechnung, Benchmarking) unbedingt erforderlich. 3.) Die rasch voranschreitenden technologischen Entwicklungen ermöglichen bereits derzeit die Vermarktung bzw. Überwachung des Kunstmarktes über Internet und Installierung virtueller Museen. Der rasante Anstieg und Ausbau entsprechender Technologien macht eine intensive Auseinandersetzung und Nutzung derselben unbedingt erforderlich. Ohne die Einzigartigkeit der Kunstschätze über die die Museen der Stadt Wien verfügen in Zweifel zu ziehen, wird sich der Museumsbesucher der Zukunft mit Sicherheit Informationen bereits im Vorfeld eines Besuches bzw. im Museum selbst gezielt abrufen. 4.) Neben den technologischen Entwicklungen verändern sich auch demografische Voraussetzungen. Unterschiedliche Alters- und Besuchergruppen fordern unterschiedliche Leistungen. Auch die Zuwanderungsbewegung prägt diese Stadt und erfordert ihren kulturellen Niederschlag im Bereich der Kulturpolitik der Stadt Wien. 5.) Steigende Individualisierung des Lebens sowie erhöhte Freizeitansprüche zeugen von einem Wertewandel der seinen Ausdruck in einer Erlebnisgesellschaft und in Erlebnismärkten findet. Die Museen sind aufgefordert, sich diesem Wertewandel zu stellen. 6.) Neben den bereits genannten Herausforderungen wird auch die ökologische Herausforderung zum Beispiel in der Wahl der Sachmittel zu berücksichtigen sein. Um den gegenwärtigen und zukünftigen Voraussetzungen gerecht werden zu können, müssen die Museen der Stadt Wien in die Lage versetzt werden, rascher und flexibler auf die Bedürfnisse der Kunden und Kundinnen somit der Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt sowie auf den Kunstmarkt zu reagieren. Eine derartige Flexibilisierung kann auf unterschiedliche Arten erreicht werden. Auf Grund der definierten Ziele und der für die Erreichung derselben notwendigen Rahmenbedingungen kristallisierten sich unterschiedliche Lösungsvarianten heraus. Auf Grund objektiver Bewertungskriterien ergab sich die Rechtsform der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechts als geeignete Rechtsform. IV.) Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts im Bezug auf die Museen der Stadt Wien(aus Sicht der Museumsleitung) Der Pluralismus des Humanen, der sich in der Arbeit des Museums vereinen lässt, erlaubt es, die Nüchternheit der Wissenschaft mit der Sinnlichkeit und Phantasie der Präsentation in ein kreatives Spannungsverhältnis zu bringen. Deshalb kommt es darauf an, solchen Entwicklungen durch geeignete politische und administrative Entscheidungen die Planungsperspektiven zu geben, den Fachleuten im Museum Freiräume zur schöpferischen Gestaltung zu schaffen, Neugier zu wecken, Die provokatorische Kraft von Geschichte, Kunst und Kultur zu nutzen, um geistige Auseinandersetzungen zu ermöglichen. V.) Aus dieser Herausforderung resultierende konkrete Ziele 1. Ausbau der Sammlung: Die Erweiterung des Sammlungsbestandes des Museums und seiner einzelnen Bereiche soll zielgerichtet auf der Grundlage eines definierten Sammlungsprofils erfolgen. Neben dem traditionellen Erwerb von Sammlungsgut(Musealien) wird dabei dem Sammeln von Informationen vermehrte Bedeutung zukommen. 2. Bewahrung : Der unter unterschiedlichsten Voraussetzungen gewachsene Sammlungsbestand muss gesichert und gepflegt werden. Diese Bewahrungsaufgabe hat kultur- und kunsthistorischen aber auch ökonomische Leitlinien zu folgen, wobei die jeweils neuesten technologischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse anzuwenden sind. 3. Erschließung als wissenschaftlicher Auftrag und Forschung: Der wissenschaftliche Auftrag des Museums hat eine eigenständige Forschung zum Ziel, die aus der Tradition des Hauses und seiner Sammlung heraus neue Perspektiven für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, die die mögliche Zukunft in sich birgt, entwickelt sowie die Einordnung der Sammlungsobjekte entsprechend ihrer kultur- und kunsthistorischen Bedeutung. Hiezu ist der Austausch von Wissenschaftlern, Restauratoren und Museologen auf nationaler und internationaler Ebene unerlässlich. 4. Erschließung als gesellschaftliche Aufgabe: Die Vermittlung der inhaltlichen Ansprüche erfolgt durch Erschließung des Sammlungsbestandes im Rahmen der permanenten Schausammlungen, der Studiensammlungen, der Außenstellen, in- und ausländischer Ausstellungen, wissenschaftlicher Forschungen und Publikationen, Seminaren, Symposien, Vorträgen und Führungen. Zur Erreichung dieser Aufgabe ist eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sowie ein Ausbau der Museumsdidaktik und Museumspädagogik erforderlich. 5. Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit: Die Museen werden den Besucher in Zukunft verstärkt, unter Anwendung modernster Medien, für einen Museumsbesuch begeistern müssen, da letztlich von der Wahrnehmung des Museums in der Öffentlichkeit nicht nur die Besucherzahl, sondern auch die Bereitschaft für Sponsoren, das Museum zu unterstützen, abhängt. 6. Museumspädagogik, Museumsdidaktik: Gerade im Computerzeitalter ist die museumspädagogische Erschließung und Betreuung der Bestände unabdingbar. Aufgabe der Museumsdidaktik ist es, in ständiger Bezugnahme auf die Aussagemöglichkeiten des Museums zu arbeiten und Lernen aus dem Faktischen des Museums zu ermöglichen, Lernen also nicht bloß(aus methodischen Gründen) ins Museum zu verlegen! VI.) Zur Zielerreichung notwendige Rahmenbedingungen Selbstverständnis und Auftrag(Zielsetzung) der Museen der Stadt Wien im 21. Jahrhundert konnten unter den geltenden Rahmenbedingungen weder bestätigt, noch erfüllt werden. Für die Museen der Stadt Wien sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die der Museumsleitung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größtmögliche Flexibilität einräumen, um die Aktivitäten des Museums in künstlerischer und wirtschaftlicher Hinsicht optimal zu gestalten. Diese Rahmenbedingungen können aber im Magistrat der Stadt Wien auch nicht im Hinblick auf die laufenden Diskussionen zu einer Einführung von New Public Management erfüllt werden. Somit war zur Erreichung der gesteckten Ziele aus Sicht der Museumsleitung eine Ausgliederung der Museen der Stadt Wien als beste Variante anzusehen. Ziele aus Sicht der Museumsleitung: 1. Organisatorische Selbstständigkeit der Museen muss gegeben sein, d.h. keine Genehmigungspflichten für den laufenden Museumsbetrieb(außerhalb der durch das Aufsichtsorgan zu genehmigenden Jahresplanung, Wirtschaftsplanung, Rechnungsabschluss, Haushalts-Plan). 2. Möglichkeit des raschen und flexiblen Agierens am Kunstmarkt muss gegeben sein(Befreiung aus der Bindung an das Haushaltsrecht und damit verbunden an die Einjährigkeit des Budgets). 3. Schaffung der Möglichkeit eines flexiblen – und kostengünstigen Personaleinsatzes(langfristig Befreiung aus den dienstrechtlichen Bindungen sowie Übernahme der Dienstaufsicht). 4. Möglichkeit der unbürokratischen Zusammenarbeit mit anderen Kulturabteilungen der Stadt Wien muss bestehen bleiben(keine zusätzlichen Genehmigungen und Leihgebühren). 5. Möglichkeit des Einkaufs von Magistrats-know-how(wie z.B. Buchhaltung, Personalverwaltung, rechtliche Gutachten, Infrastruktur, Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen) soll gegeben sein. 6. Errichtung eines Anreizsystems zur Erwirtschaftung zusätzlicher Einnahmen(Bonussystem für MitarbeiterInnen, Ausbau des Museumsshops, Errichtung eines Gastronomiebetriebes, Vermietung der Räumlichkeiten). 7. Möglichkeit der Implementierung eines aussagekräftigen Rechnungswesens als Steuerungsinstrument. 8. Steigerung der Attraktivität für Sponsoren(es muss sichergestellt sein, dass Sponsorengelder nicht in den allgemeinen Budgettopf des Magistrats fließen). 9. Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Ziele aus Sicht des Magistrats: 1. Steigerung der Effizienz und Effektivität auf Grund der durch eine Ausgliederung erhöhten Flexibilisierung in finanzieller und personeller Hinsicht. 2. Möglichkeit der Einsetzung eines professionellen Managements mit Entscheidungskompetenzen und Ergebnisverantwortung(persönliche Haftung). 3. Möglichkeit der Installierung eines kaufmännischen Leiters neben dem wissenschaftlichkünstlerischen Leiter, dem Direktor. 4. Erfüllung der Aufgaben mittels degressivem Mitteleinsatz durch zeitgemäßere und wirtschaftlichere Betriebsführung. 5. Es muss sichergestellt sein, dass die vorhandenen Bestände künftig nur mit Wissen und Willen des Rechtsträgers ohne Fremdeinwirkung verwaltet werden, um willkürliche Dispositionen zu verhindern und den internationalen Ruf der Wiener Museumsbestände zu halten. 6. Minimale steuerliche Zusatzbelastung. Ziele aus der Sicht der Besucher: 1. Vermeidung von Preissteigerungen durch zusätzliche Steuern. 2. Rasches und flexibles Reagieren auf Kundenwünsche muss möglich sein(Wegfall von Genehmigungen bei Änderungen der Öffnungszeiten(=Arbeitszeiten) und Eintrittspreise etc.) VII. Ausgliederung Die rechtlichen Grundlagen der Ausgliederung der Museen der Stadt Wien und zur Einrichtung einer Anstalt öffentlichen Rechts erfolgten durch das„Gesetz, mit dem die Museen der Stadt Wien als Anstalt öffentlichen Rechts eingerichtet und deren Organisation, Betrieb und Erhaltung geregelt werden(Wiener Museumsgesetz – Wr. Mu. G)“, Landesgesetzblatt für Wien, Jg. 2001, ausgegeben am 12. November 2001, 95. Stück, und das„Personalzuweisungsgesetz(Gesetz über die Zuweisung von Bediensteten der Gemeinde Wien an die Anstalt„Museen der Stadt Wien“(Wiener Museen – Zuweisungsgesetz)“, Landesgesetzblatt für Wien, Jg. 2001, ausgegeben am 4. Dezember 2001, 99. Stück. Auch für die Ausgliederung gilt: Dem Museum obliegt auch weiterhin die Verantwortung für Maßstäbe, Qualität und Authentizität der Kultur über alle Einzelereignisse hinaus. Es bleibt ihm ebenfalls die Verantwortung für den Entwurf eines Bildes von den Entwicklungen der Kultur. Dieser Verantwortung stellt sich die wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts Museen der Stadt Wien gerne. AUSSTELLUNGEN HISTORISCHES MUSEUM Franz Rosei. Skulpturen 1970-2000 1. Februar 2001 bis 18. März 2001 Die Ausstellung zeigte einen repräsentativen Querschnitt durch Franz Roseis(geb. 1947) bildhauerisches Werk in den Jahren 1970 – 2000. Über seine Arbeit(Steinskulpturen und Bronzeplastiken) merkte der Künstler an: „Das zentrale Thema ist nicht die menschliche Figur, wie ich oft höre, sondern die Sicht auf dieses Leben, die Welt, und der Wunsch, das Ergebnis dieser Betrachtung, Untersuchung in Form umzusetzen. Diese Sicht ist nicht heiter, auch nicht gelassen, da ist ein Sichaussetzen – Sichentziehen, ein Standhalten, ein Dulden und Ertragen, ohne Resignation. Zur Arbeit: Zuerst sind es die Bilder, die auftauchen – man findet was man sucht. Sie scheinen klar und überzeugend, aber dem ist nicht so. Schon nach kurzer Zeit, nach der Zerstörung des Blocks wird das Bild fragwürdig. Nun beginnt das Material, der Stein die Formvorstellung zu relativieren, das ist der eigentliche Beginn der Arbeit. Ein Vorwärtsgehen im Sinne des Bildes und ein Reagieren auf die Veränderungen, auch auf den Zufall. Ein Prüfen und Abwägen, ein höchst waches Planen einerseits, ein nahezu somnambuler Zustand andererseits. Denken, Schauen, Tieftauchen – Monate lang. Die Skulptur in ihren reichen gedanklichen und gefühlsmäßigen Verästelungen trägt man in sich, sie ist in Herz und Hirn tief, ja qualvoll eingesenkt. Irgendwann, ähnlich wie bei einem Schachspiel, sind die Möglichkeiten ausgedünnt, ist die Botschaft eingebracht. Nun beginnt das aufreibende Finish der Arbeit – die Trennlinie im Fluss der Gedanken muss gezogen werden. Jeder weitere Eingriff würde die Umarbeitung der ganzen Skulptur, vielleicht deren Zerstörung bedingen. So ist es für mich, so geschieht es.“ Die Kunst, als Mensch menschlich zu leben... Wiens Beitrag zum Welterbe – 2000 und mehr. 5. April 2001 bis 20. Mai 2001 Wenn es unbestritten allemal gute Gründe gibt, anzuhalten und Rechenschaft zu geben über sich uns sein Sein, heißt wohl sein Sosein aus und in der Geschichte, dann trifft das geradezu zwingend auf heute zu. Stehen wir doch am Beginn eines neuen Jahrhunderts und blicken auf jenes zurück, das Eric Hobsbawm sehr scharfsinnig, das„Zeitalter der Extreme“ genannt hat und dessen Bild mit tiefem Pessimismus Theodor W. Adorno und Max Horkheimer zeichneten: „Die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils“. Zu elementar waren im zwanzigsten Jahrhundert die Katastrophen dem Menschen geraten, als dass es ihm noch möglich gewesen wäre, sich aus seiner Verstrickung in die großen Verblendungszusammenhänge totalitären Denkens zu befreien. Schon Max Nordau hatte vor der„Entfesselung der Bestie im Menschen“ gewarnt. Aber nicht erst im zwanzigsten Jahrhundert hatte die Unheilsgeschichte des Menschen begonnen: Erkannten Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger den Sündenfall bei Platon und Sokrates, so beginnt für Adorno und Horkheimer das„Unheil“, wie Rüdiger Safranski ausführt,„als Odysseus sich an den Mastbaum binden lässt, um den Lockungen des Sirenengesangs widerstehen zu können. Das Selbst, das sich hier behaupten will, muss sich verhärten, fesseln, Gewalt gegen sich üben. Vor allem aber: es darf der Musik nicht nachgeben. Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, hatte Nietzsche gesagt, und Adorno/Horkheimer zeigen nun, wie das Leben dem Irrtum in dem Augenblick verfiel, als es sich für die Selbstbehauptung und gegen die Musik der Welt entschied“. Jedoch„die Musik der Welt“, die Naturgegebenheiten, die mit dem Tier gemeinsame Natur nicht hinzunehmen, sie zu den eigenen Gunsten zu wenden, sie zu überwinden, das„corriger la fortune“ zu wollen und zu tun, ist die unübertrefflich prägnante Formel für Kultur(Christoph Türcke), für Menschsein. Dieses Menschsein, diese„condito humana“ weiß aber, dass Kultur, die sich selbst genügt, dekorierte Barbarei ist, sie weiß, dass, wo Kultur beginnt, diese auch schon den Drang über sich hinaus hat und sie weiß, dass dieses Wollen ihr Dauerversucher ist. Diese gefährliche Spannung zwischen den Losungen „Was wir nicht machen können, macht Gott für uns“ und„Was kein Gott macht, machen wir selbst“ führte aber zu Leistungen in Wien, die Beitrag zum Welterbe sind. Selten nur ist eine Stadt ähnlich reich an Geschehen und Erleben, an Glanz, Leid und Elend wie Wien; die Stadt selbst ist Welterbe, geht in dieser Welt doch nichts verloren, was menschlicher Geist je ersonnen, manches davon findet sich in Wien. Sich dessen bewusst zu sein, ist die Haltung Wiens, sich eben nicht der gnostischen Verzweiflung des Geistes, seinen apokalyptischen Obsessionen und seinen Phantasien über Menschheitsdämmerungen im Sinne des Aufgangs wie des Untergangs hinzugeben. In Wien hat immer schon gegolten, was Karl Jaspers im November 1945 schrieb: „Wir haben keineswegs alles verloren, wenn wir nicht, in Verzweiflung wütend, auch noch das vergeuden, was uns unverlierbar sein kann: den Grund der Geschichte... Aufgeschlossen für den Menschen als Menschen dürfen wir uns vertiefen in diesem Grund, in die nächsten und fernsten Erinnerungen“. So fragte die Ausstellung quer durch die Zeiten, quer durch kulturelle und wissenschaftliche Leistungen, aber auch quer durch die Geschichte und damit durch das politische Geschehen. Kriterium der Auswahl der dafür gültigen Exponate war die„Rezeption“, die„Annahme“(Livius: suas res Romanus recipit) der angesprochenen Phänomene als Beitrag zum Welterbe, also: „Viennenses res Mundus Recipit“. Alles Leinwand. Franz Antel und der österreichische Film. 7. Juni 2001 bis 16. September 2001 In der Entwicklung des österreichischen Films ist Franz Antel, dessen Arbeit heute allgemeine Anerkennung findet, ein nicht wegzudenkender Teil. Antel, der in mehr als 100 Filmen entweder als Regisseur oder als Produzent und Produktionsleiter tätig war, kann mittlerweile auf 70 Jahre Filmschaffen zurückblicken. Zahlreiche seiner einst gescholtenen Unterhaltungsfilme gelten heute als ernsthaft gewürdigte Klassiker. Dazu zählen unter anderem Filme wie„Der alte Sünder“(1951) oder„Hallo, Dienstmann!“(1951, mit Paul Hörbiger und Hans Moser). Neben seiner Domäne, dem Lustspiel und von Kritikern oft als„leichte“ Themen abqualifizierten Inhalten, widmete sich Franz Antel auch ernsten Stoffen(„Spionage“, 1955). Mit seinem Werk„Der Bockerer I“ (1981), der heute den Rang eines Kultfilms einnimmt, leistete er einen entscheidenden Beitrag zum österreichischen Film. Die Ausstellung, die neben dem Filmschaffen Franz Antels auch weitere Vertreter des österreichischen Films dokumentierte, war multimedial gestaltet. Fotos, Drehbücher, Plakate, Kostümentwürfe, Filmrequisiten und Filmpreise wurden ebenso gezeigt wie Filmausschnitte aus Franz Antels Filmen. Meisterwerke des Impressionismus aus der National Gallery of Canada, Ottawa 12. Juni 2001 bis 16. September 2001 Das Historische Museum der Stadt Wien zeigte vier Spitzenwerke des Impressionismus, die noch nie außerhalb Canadas gezeigt worden waren: Alfred Sisley, Die Hügel bei Bougival, 1875 Camille Pissaro, Die alte Straße nach Ennery bei Pontoise, 1877 Claude Monet, Jean-Pierre Hoschede und Michel Monet am Ufer der Epte, 1887/90 Pierre Auguste Renoir, Claude und Renée, 1903 Diese Gemälde wurden als Ergebnis einer zwischen dem Historischen Museum der Stadt Wien und der National Gallery of Canada getroffenen Vereinbarung gezeigt: Als das Historische Museum der Stadt Wien sich bereit erklärte, Hauptleihgeber und damit erst Ermöglicher der ersten überhaupt in Canada gezeigten Gustav Klimt-Ausstellung„Gustav Klimt – Modernism in the Making“(15. Juni 2001 bis 16. September 2001) zu sein, verstand man sich darauf, eine, auf Spitzenwerke ausgerichtete„Gegenausstellung“ in Wien zu zeigen. Damit war ein neuer Weg gefunden, Leihgebung und Leihnehmung in solch reziproker Weise zu sehen, dass beide Partner aus ihrer Zusammenarbeit einen zutiefst künstlerischen Gewinn erzielen. Peter Sengl. Schrecklich – Schön. Arbeiten 1970- 2001 4. Oktober 2001 bis 18. November 2001 „Mir ist es nie darum gegangen, gesellschaftliche Probleme aufzuzeigen, ... Ich glaube auch nicht, dass Kunst wirklich etwas verändert. Ich habe in diesem Sinne also kein Anliegen. Ich habe meine Ansichten zu allen Dingen des Lebens“ lässt Peter Sengl im Gespräch mit Michi Knapp aufhorchen und verstört mit diesem Bekenntnis den Betrachter seiner in Kästen, in Särge, in beengte Zwangsvorstellungen gezwängten Bilder. Peter Sengl verstört, weil er um das Absurde im Leben weiß, das einer Welt angehört, die nicht allein Wirklichkeit ist. Und daher verschmelzen in seinem Werk oberflächliche Wirklichkeit und Phantasie zur eigentlichen Wirklichkeit, zum tatsächlich Seienden. Aber Peter Sengls Wirklichkeit ist weder im Realen noch im Surrealen greifbar, sie entzieht sich völlig den Normen und Kategorien der Tradition. Dieses nicht normative Werk, diese zugleich Bild und Bericht gewordene Malerei kontaminiert die Phantasie unausweichlich, sie ist absurdes Theater von jener absoluten Dramatik, die der Bühne nicht bedarf. Peter Sengl mutet zu und war daher im Historischen Museum der Stadt Wien zu zeigen. Im Geschichtsmuseum nämlich, das Geschichte, das den Menschen vielfach auch im Unzumutbaren seiner Existenz zeigt, ist die Präsentation von Kunst, nicht aber von Kunstgeschichte unerlässlich: Denn in ihrem ästhetischen Rang, noch mehr aber in ihrem letztlich Unerklärbaren des eigentlichen Schaffens, ist Kunst ein unverzichtbares Zeugnis selbstbestimmten menschlichen Seins im Lauf der Geschichte. Auch auf Peter Sengl trifft zu, was Wassily Kandinksy über den Künstler sagt:„Er sieht und zeigt.“ Nestroy. Die Welt steht auf kein Fall mehr lang 6. Dezember 2001 bis 27. Jänner 2002 Diese Ausstellung wurde gemeinsam mit der Wiener Stadt –und Landesbibliothek erarbeitet. Johann Nestroy (1801 – 1862) hatte seine Bühnenlaufbahn 1822 als Sänger an der Wiener Hofoper begonnen, wechselte in seinen Wanderjahren, die ihn über Amsterdam, Brünn, Graz und Pressburg ans Theater an der Wien und schließlich ans Carltheater führten, nach und nach ins Sprechfach und schließlich in die Darstellung komischer Rollen. Früh hatte er sich zudem erste schriftstellerische Lorbeeren verdient. Zwischen 1827 und 1862 schrieb er an die 80 Theaterstücke, von denen„Der böse Geist Lumpacivagabundus“(1833),„Zu ebener Erde und erster Stock“(1835),„Der Talisman“(1840),„Einen Jux will er sich machen“(1842),„Der Zerrissene“(1844), und„Freiheit in Krähwinkel“(1848) bis heute am bekanntesten gebliebenen sind. Nestroy wollte mit seinen Stücken nicht nur unterhalten. Worauf es ihm vor allem ankam(und was sein Werk bis heute lebendig erhält) war, der Umwelt einen satirischen Spiegel vorzuhalten, menschliche Verhaltensweisen und Schwächen, politische Mechanismen und gesellschaftliche Konventionen im Gewand der Posse durch Lachen zu entlarven. Und er benützte dafür virtuos die Möglichkeiten der Sprache durch den spielerischen und pointierten Umgang mit dem Wort. Nestroys Werk sollte daher nicht zuletzt über das Wort mit Zitaten, Lesungen und vielerlei Hinweisen dem Besucher nahe gebracht werden. Der Blick auf die Handschriften zu allen Stücken(soweit sie erhalten sind), sollte weniger die„Aura“ des Dichters vermitteln, als seine Arbeitsweise und die Fülle der Überlieferungsträger: Skizzen, Vorarbeiten, Reinschriften, Theaterhandschriften, Rollenhefte und Partituren. Diese in jeder Bedeutung des Wortes kostbaren Originale, die in dieser Fülle noch nie zu sehen waren und schon aus konservatorischen Rücksichten auf lange Sicht nicht mehr gezeigt werden können, bildeten das Herzstück der Schau. Darum herum vermittelten zeitgenössische Bilder und Dokumente ein Bild von Nestroys Leben und seiner theatralischen Wirksamkeit. Man bekam Einblick in die Entstehung eines Stückes, auch die Schaffensbedingungen lernte man näher kennen, vor allem auch den Umgang mit der Zensur, die peinlich darauf achtete, dass auf der Bühne kein politisch, religiös, sozial oder sittlich bedenkliches Wort fiel. Die Revolution des Jahres 1848 bereitete ihr ein – allerdings nur kurzfristiges – Ende. Selbstverständlich wurde auch der Rolle der Musik in Nestroys Possen gedacht und des Einzugs von Jacques Offenbachs Werk auf Nestroys Bühne, wodurch die neue Form der Operette wesentliche Impulse erhielt. Und nicht zuletzt konnte man Dinge aus Nestroys Alltag sehen: Möbel, Schlafrock, Schreibzeug, Taschenuhr, Lampe und Lorbeerkranz. HISTORISCHES MUSEUM – ATRIUM Reinhard Mandl. Wien-Fotografien aus dem Jahr 2000 28. September 2001 bis 11. November 2001 Im Jahr 2000 lag Wien im Spitzenfeld jener Weltstädte mit der höchsten Lebensqualität. Ein bemerkenswertes Jahr – in vielerlei Hinsicht. Anlass auch für ein besonderes Projekt: Reinhard Mandl hat den spannenden Versuch unternommen, Wien und seine Menschen im Jahr 2000 in 100 Schwarz-WeißFotografien festzuhalten. Die Fotosammlung des Historischen Museums der Stadt Wien ist um eine interessante Fotodokumentation reicher. Reinhard Mandl erläuterte seine Arbeit: „Von Jänner bis Dezember habe ich Wien fotografiert: Nicht die Sehenswürdigkeiten der Stadt, nicht das Sensationelle, sondern vor allem alltägliche Situationen im öffentlichen Raum. Von den vielen Gesichtern Wiens habe ich kleine Ausschnitte aus dem Fluss der Zeit herausgelöst, in der Absicht, ein paar flüchtige Momente des Großstadtlebens ins Trockene zu bringen, in bleibende Erinnerungen an das Jahr 2000 zu verwandeln. 7.200 Wien-Bilder sind im Rahmen dieses Projektes entstanden. Das Fotografieren selbst war reinstes Vergnügen, die eigentliche„Arbeit“ begann danach: beim Auswählen, Beschriften und Sortieren der Bilder, beim Recherchieren von Informationen für mein fotografisches Tagebuch. Obwohl das wichtigste Werkzeug eines Fotografen„Objektiv“ genannt wird, ist das Ergebnis meiner Arbeit, das 11 Ordner mit insgesamt mehr als 1000 Fotoblättern umfasst, subjektiv ausgefallen. Ein anderer Fotograf, eine andere Fotografin, hätte in der selben Stadt und im selben Jahr vermutlich andere Motive gesehen.“ HERMESVILLA Mode von Kopf bis Fuß 1750 – 2001 17. Mai 2001 bis 17. Februar 2002 Gute Gründe hatten wir, die Ausstellung„Mode. Von Kopf bis Fuß 1750-2001“ zu zeigen. Mit seiner Modesammlung besitzt das Historische Museum der Stadt Wien eine der umfangreichsten Kostümsammlungen Europas, ja der Welt. Unbestritten ist, dass es einem Geschichtsmuseum allemal zukommt, einen solche reichen Bestand des individuellen aber auch des kollektiven verhüllendenthüllenden äußeren Erscheinungsbildes des Menschen vorzustellen. Es ist auch, aber nicht nur Rechenschaft über unser Tun in einem der sensibelsten Sammlungsteile, es ist auch, aber nicht nur Darstellung kultur- und sozialgeschichtlicher Fragestellungen höchster Relevanz, es ist auch und vor allem unser Bekenntnis, dass nicht länger Gültigkeit hat, dass jeder Museumsmann ein Magier ist mit einem Instrument, dessen Anwendung nur er selbst versteht – und alle zusammen gleichen sie dem„Zug der Magier vor den Mauern von Persepolis“. Was aber hinter den Mauern ist, weiß niemand. Dem stellen wir die Überzeugung entgegen, dass das Museum mehr denn je gefordert ist, sich in Frage zu stellen, Selbstverständnis und Auftrag für die Zukunft fragend zu bestimmen. Dabei zeichnet sich deutlich ab, dass die Identität des Museums in einer zweifachen Aufgabe liegt, in der Bewahrung einerseits und im Experiment andererseits. Klassischer, guter, unverzichtbarer Tradition entspricht die Bewahrung als Erforschung, Erwerbung und Ausstellung, als Herausforderung gilt das Experiment. Dabei treten die aus dem Gestern stammenden Musealien mit dem Heute in Diskussion, um so die Grenzbereiche zwischen Vergangenheit, Gegenwart und möglicher Zukunft auszuloten und in der stets aktualisierten Rezeption erfahrbar zu machen. Dieses Spannungsfeld aus zeitlichem Ablauf einerseits und Präsentation originaler Zeugnisse der Zeit andererseits gibt dem Museum seine unverwechselbare Stellung und macht es zu einem unverzichtbaren Ort der Auseinandersetzung der sich ständig verändernden und weiter entwickelnden kulturellen Positionierung der Gesellschaft. Keine andere Sammlung unseres Hauses wäre besser geeignet als die Modesammlung des Historischen Museums der Stadt Wien, ein so definiertes Experiment zum Erfolg zu führen. Mode, das uns, weil alltäglich Betreffende, so scheinbar Vertraute, macht deutlich, dass von ein für allemal Gesichertem guten Gewissens wohl nie gesprochen werden kann. Und das war wohl entscheidender Grund„Mode. Von Kopf bis Fuß 1750-2001“ zu zeigen. OTTO-WAGNER-HALTESTELLE-KARLSPLATZ Blickfang Karlsplatz 9. August 2001 bis 31. Oktober 2001 Zwischen 1716 und 1739 erbaut, stand die Karlskirche anfangs allein auf weiter Flur. Der Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach plante die Kirche mit Blick in Richtung Hofburg, da sie angeblich als Endpunkt einer von Hofburg und Augustinerstraße ausgehenden„Via Triumphalis“ im Gespräch gewesen war. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts war das Areal des heutigen Karlsplatzes ein Erholungsraum mit Wiesen und Alleen, durch den Wienfluss von der Inneren Stadt getrennt. Der barocke Prunkbau der Karlskirche bildete mit der Fruhwirthschen Gewehrfabrik(1789) zur linken und dem Polytechnikum (Technische Universität, 1816-1818) zur rechten eine repräsentative Vorstadtfront. Die Bauten der Handelsakademie, des Künstlerhauses und des Musikvereines am linken Ufer der Wien entstanden erst mit dem Bau der Ringstraße ab den 1860er Jahren. Der Karlsplatz in seiner heutigen Form entstand im wesentlichen 1899 bis 1900 mit der WienflussEinwölbung und der Planung der Stadtbahn durch Otto Wagner. Dieser markante städtebauliche Eingriff ließ einen weitläufigen, von zahlreichen Verkehrsadern durchschnittenen Landschaftsraum entstehen, der von Monumentalbauten verschiedener Stilepochen umgeben war.„Der Karlsplatz ist kein Platz, sondern eine Gegend“, formulierte Otto Wagner die Schwierigkeit, aus der ehemaligen Uferlandschaft einen Platz zu gestalten. Der imperiale Prunkbau Karlskirche blieb das beherrschende Moment, wobei die Blickrichtung der Kirche die Platzgestaltung erschwerte. Den westlichen Abschluss stellt seit 1898 das Ausstellungsgebäude der Secession dar. Das Areal davor war bis 1916, also bis zur Verlegung an den heutigen Standort, von den Verkaufsständen des Wiener Naschmarktes geprägt. Zahlreiche Wettbewerbe wurden initiiert, um das Ostende des Platzes bestmöglich abzuschließen. Grundsätzliche Bedeutung hatten Otto Wagners Projekte von 1900/1910 im Zusammenhang mit der Errichtung eines Stadtmuseums. Verwirklicht wurde dieser Plan allerdings erst in den 1950er-Jarhen durch den Architekten Oswald Haerdtl. Über keinen anderen Platz haben sich die Stadtplaner Wiens so viele Gedanken gemacht. Bis heute reißen die Diskussionen über die Gestaltung des Karlsplatzes nicht ab. Vierzig ausgewählte Fotografien(1880-1960) aus den Sammlungen des Historischen Museum der Stadt Wien zeigten den vielschichtigen historischen Entwicklungsprozess eines der wichtigsten Plätze Wiens. UHRENMUSEUM Dem Glücklichen schlägt keine Stunde... oder wie die Vorstellung von der„Wiener Gemütlichkeit“ entstand. 8. November 2001 bis 13. Jänner 2002 Vor etwa eineinhalb Jahrzehnten schon sprachen wir davon, es zähle zu den Aufgaben der Museen der Stadt Wien, die Besucher auffordernd einzuladen, die Sammlungen in der Vielfalt ihrer wiederholt wechselnden Aussagemöglichkeiten zu begreifen. Selbstverständlich konnte und kann sich auch das Uhrenmuseum dieser Herausforderung nicht entziehen. Spricht schon die Fülle der Daten, die sich von den Exponaten gewinnen lassen, die eine fünfhundertjährige Entwicklung des Uhrmacherhandwerks aufzeigen, für sich, so kann es bei dieser Sammlung nicht allein um technische Details, um kunsthandwerkliches Geschick, um stilistischkünstlerischen Geschmack gehen. Wie kaum anderswo, und das ist ja wohl nur zu verständlich, sieht sich der Besucher hier mit dem Phänomen„Zeit“ konfrontiert, die Kant neben dem Raum als apriorische Anschauung definierte, die Erkenntnis erst möglich macht. Tagtäglich leben wir mit der Zeit und erleben sie als ein Grundlegendes unserer Existenz, ohne sie zu begreifen und ohne mit Sinnesorganen ausgestattet zu sein, sie recht eigentlich zu erfassen: Selbst wenn wir viel davon haben, verrinnt sie, bevor wir es bemerken. Dem besonderen Zugang Wiens zur Zeit ging die Ausstellung„Dem Glücklichen schlägt keine Stunde... oder wie die Vorstellung von der„Wiener Gemütlichkeit“ entstand“ nach: In acht Stationen entfaltete sich das Bild der„Wiener Gemütlichkeit“ als die erfolgreiche Ablehnung der„Zeitordnung“, mag sie„verordnet“ worden sein, von wem auch immer. Und damit bestätigt sich, was Ernst Marboe zu Wien schrieb: „Wien ist nicht bloß der Name einer Stadt. Wien ist nicht bloß Symbol europäischer Geschichte. Wien ist nicht bloß das Weltpodium der Musik. Jawohl, Wien ist schon alles das und es ist noch viel mehr. Wien, das ist die Lebenserfahrung von Generationen und Völkern, ist der Versuch eines Nebeneinander der Staaten. Wien ist das Gespräch zwischen Mensch, Kunst und Natur, ist das verbindende Heute zu dem Gestern und dem Morgen. Wien ist ein Vorschlag an die Welt, so zu sein und so zu leben... Als Wahlheimat der Künstler und der Geister, als gastliche phäakische Landschaft, wo die beschwerliche Irrfahrt zu Ende geht, wo das Verweilen in dieser Welt zum köstlichen Alltag wird.“ Wien und die„Wiener Gemütlichkeit“ könnte so das andere sein, dem heute nicht Platz gegeben wird, wie Jeremy Rifkin bemerkt:„Es ist ironisch, dass eine Kultur, die so sehr darum bemüht ist, Zeit einzusparen, so wenig Zeit hat.“ RATHAUS WIEN: VOLKSHALLE Günther Schneider-Siemssen. Die Bühne – mein Leben 9. Oktober 2001 bis 30. Oktober 2001 Wozu brauchen Sie Leinwand?, frage der Intendant des Salzburger Landestheaters im Jahr 1951 den jungen, aufstrebenden Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen. Ich habe Sie angestellt, weil Sie Fantasie haben. Fantasie! Wer Fantasie hat, braucht keine Leinwand! Auf Grund des Geldmangels der Nachkriegsjahre konnte also keine Leinwand angeschafft werden. Schneider-Siemssen stellte sich der neuen Herausforderung und arbeitete mit Projektionen. Er malte seine Bilder auf Glasscheiben und nutzte die enormen Möglichkeiten des Lichts. Sofort war er Ausstattungschef am Salzburger Landestheater. Günther Schneider-Siemssen wurde 1926 als Günther Schneider in Augsburg geboren. Der Vater hatte eine militärische Laufbahn für seinen Sohn geplant, doch die Mutter förderte seine erkennbaren Begabungen für Malerei, Musik und Theater bereits im Kindesalter. Er selbst meint, er hätte sein zeichnerisches Talent von seinem Vater geerbt, der Amateurmaler war. Doch weist er auch gerne auf seinen Großvater Siemssen mütterlicherseits hin, einen Fotografen in Augsburg. Nachdem er als junger Mann beschlossen hatte, einen Beruf am Theater zu ergreifen, nannte er sich daher Günther SchneiderSiemssen. 14-jährig wurde er von seiner Mutter dem Dirigenten Clemens Krauss in München vorgestellt, da er den Wunsch geäußert hatte, Dirigent werden zu wollen. Doch als er dem Maestro seine Zeichnungen zeigte, riet ihm dieser zum Bühnenbild: Wir brauchen Bühnenbildner, die die Musik visuell interpretieren können! Dieser Satz blieb dem jungen Schneider-Siemssen für immer im Gedächtnis und er gilt heute als jener Bühnenbildner, der die Musik sichtbar gemacht hat. Günther Schneider-Siemssen absolvierte die Akademie für angewandte Kunst bei Ludwig Sievert und die Akademie für bildende Kunst bei Erich Pretorius in München. Dem Studium war ein Praktikum an der Bayrischen Staatsoper angeschlossen. Erste selbstständige Einkünfte erwarb er sich als Deutschlands jüngster Allround-Impresario bei verschiedenen Kleinbühnen in München-Schwabing. Zusätzlich war er mehrere Jahre hindurch als Filmarchitekt in München und in Berlin tätig. Neben seiner erwähnten Stellung am Salzburger Landestheater wurde er auch ständiger Mitarbeiter des Salzburger Marionettentheaters, das für ihn nicht zuletzt immer wieder ein Labor zum Erproben neuer Möglichkeiten darstellte. Zwischen 1954 und 1962 arbeitete Schneider-Siemssen als Ausstattungsleiter in Bremen. Diese Zeit war durch eine intensive Zusammenarbeit mit dem Intendanten Albert Lippert und mit Paul Hindemith gekennzeichnet. Hier entwarf er seine ersten Inszenierungen zum Ring des Nibelungen, zu Parsifal, zu Fidelio und zur Harmonie der Welt. 1960 schließlich beauftragte Herbert von Karajan SchneiderSiemssen, die Bühnenbilder für Debussys Pelléas et Melisande zu entwerfen. Die Aufführung wurde zu einem Welterfolg und zur entscheidenden Wende in Schneider-Siemssens Karriere: Karajan machte ihn zu seinem persönlichen Berater in Fragen der Bühnenausstattung und 1964 wurde er Chefbühnenbildner an der Wiener Staatsoper, mit gleichzeitigen Verpflichtungen für das Burgtheater und die Volksoper. Seit 1965 wirkte Schneider-Siemssen bei den Salzburger Festspielen mit, ab 1967 auch bei den Salzburger Osterfestspielen. Seine Inszenierungen gelangten in allen wichtigen Opernhäusern der Welt zur Aufführung, von Stockholm bis Sofia, von New York bis Buenos Aires und Kapstadt. Schneider-Siemssens Werk ist eng verbunden mit bekannten Persönlichkeiten und Regisseuren des modernen Welttheaters, mit Herbert von Karajan, August Everding, Götz Friedrich und Otto Schenk, aber auch mit Peter Ustinov oder James Levine. Aufsehen erregte er mit dem Verfahren der Holografie und spektakulären öffentlichen Projektionen, mit denen er verblüffende Wirkungen erzielte. So gestaltete er mit diesen Mitteln die Opernbälle 1994 und 1995. Günther Schneider-Siemssen hat als einziger Bühnenbildner Richard Wagners Ring des Nibelungen nicht weniger als sieben Mal inszeniert, was ihn den verdienten Beinamen Der Herr der Ringe eingebracht hat. Mit seinem Konzept Die Bühne als kosmischer Raum gelang Schneider-Siemssen die Verbindung alter Theatermittel mit modernen Effekten und Möglichkeiten. Er malte gewissermaßen Bilder mit technischen Pinseln und erwarb so die Fähigkeit, das gemalte Licht praktisch zu übersetzen, für alle Räume des Theaters – also auch für den Kosmos. Die Ausstellung zeigte etwa 470 Objekte, darunter Bühnenbildmodelle, Bühnenfotos und handgemalte Projektionsglasplatten. Im Jahr 2001 wurden die Auslandskontakte der Museen der Stadt Wien auch durch Ausstellungen fortgesetzt: EUROPA Belgrad: National Museum Skizzen – Studien – Meisterblätter. Wiener Graphik aus fünf Jahrhunderten. 3. Mai 2001 bis 3. Juni 2001 Moskau: The Museum Moscow House of Photography Blickfänge einer Reise nach Wien. Fotografien 1806-1910 aus den Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien 30. Jänner 2001 bis 4. März 2001 ASIEN- JAPAN Tokyo: Fuchu Art Museum, Fuchu City, Tokyo WIEN. LEBEN UND KUNST: 1873- 1938 3. März 2001 bis 22. April 2001 Koriyama: City Museum of Art WIEN. LEBEN UND KUNST: 1873- 1938 29. April 2001 bis 10. Juni 2001 AMERIKA – CANADA Ottawa: National Gallery of Canada GUSTAV KLIMT. 1862 – 1910. MODERNISM IN THE MAKING 15. Juni 2001 bis 16. September 2001 PUBLIKATIONEN Die von den Museen der Stadt Wien zu den Ausstellungen herausgegebenen Ausstellungskataloge oder Ausstellungsbücher sind überzeugender Beleg der wissenschaftlichen Kompetenz des Institutes. LEIHGEBUNGEN Mit Leihgaben waren die Museen der Stadt Wien an 13 Ausstellungen im Inland, 13 Ausstellungen im europäischen Ausland und 2 Ausstellungen im außereuropäischen Ausland beteiligt. MUSEUMSDIDAKTIK Zum Lanner- und Nestroy-Jahr 2001 bot das Referat Museumsdidaktik Vermittlungsprogramme unter dem Titel„Alltag& Fest im Biedermeier“ an. Im Rahmen des Wiener Ferienspiels wurde zu Mitmachaktionen unter dem Titel„Walzer-Hits für Kids“ in das Geburtshaus Schuberts und zu Sonderführungen„Sonnenuhr und Co.“ im Uhrenmuseum eingeladen. Darüber hinaus wurden für das Historische Museum der Stadt Wien, die Römischen Ruinen unter dem Hohen Markt, Virgilkapelle, Neidhart-Fresken, das Uhrenmuseum und die Musikergedenkstätten Aktivprogramme ausgearbeitet und in dem neu aufgelegten Folder„Museum aktiv!“ angekündigt. Für Lehrerinnen und Lehrer sowie Studentinnen und Studenten der Pädagogischen Akademie fanden Informationsveranstaltungen statt. Für die ganze Familie gab es am 24. Dezember von 9.30 bis 14.30 Uhr ein stimmungsvolles Programm mit Erlebnisstationen wie„Engelwerkstätte“,„Engelsgeschichten“,„Wintermärchen“, der Foto-Ausstellung „Flügel-Knistern“, einer Christbaumschmuckausstellung, Kinderführungen und einem außergewöhnlichen Weihnachtskonzert der Musikgruppe„Sicut Erat“ mit Schalmei, Dudelsack und Maultrommel. SAMMELN Für folgende Sammlungen wurde Neues erworben: Architektur, Kunst: Graphik, Malerei und Plastik, Kunstgewerbe, Mode, Numismatik, Porträt, Theater, Topographie, Uhrenmuseum, Stadtvolkskunde, Zeitgeschichte Als Beispiele, die auch die erhebliche Bandbreite des Sammelns benennen, sollen genannt sein: Ölgemälde von Johann Mathias Ranftl, aus dem Jahre 1832: Carl, Mathias und Katherine Wisgrill. Ranftbecher von Anton Kothgasser, vermutlich aus dem Jahr 1828, mit der Ansicht der„Kettenbrücke in Wien“. Aquarell von Laurenz Jauscha, vermutlich aus dem Jahr 1795:„Ansicht von Rodaun“. Aquarell von Carl Schütz, aus dem Jahr 1781:„Schönbrunn von der Hauptstraße“. Bleistiftzeichnung von Rudolf Alt, vermutlich aus dem Jahr 1850:„Blick gegen das Lazanskyhaus und den Stephansdom“. Kutschenuhr von Albrecht Erb, zweite Hälfte 17. Jahrhundert. Kollektion von Hüten aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zwei Spätbiedermeierkleider. RÜCKSTELLUNG „Die Auseinandersetzung des offiziellen Österreich mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit hat erst relativ spät eingesetzt und war das Ergebnis eines langen Bewusstseinsbildungsprozesses. Die Stadt Wien stellte und stellt sich dieser Auseinandersetzung seit einigen Jahren intensiv und ernsthaft. Die Verantwortung gegenüber der eigenen Geschichte verjährt nicht und sie lässt sich auch nicht auf Dauer verdrängen.“(Michael Häupl und Andreas Mailath-Pokorny in: Die Restitution von Kunst- und Kulturgegenständen aus dem Besitz der Stadt Wien 1998-2001, Museen der Stadt Wien, Wiener Stadtund Landesbibliothek, Wien 2002) Aus der ehemaligen Sammlung Strauß-Simon wurden aufgrund des Beschlusses der Wiener Restitutionskommission vom 1. Februar 2001 am 10. April 2001 vom Historischen Museum der Stadt Wien an einen Bevollmächtigten der Erben Kunst- und Kulturgegenstände restituiert. Vgl.: Die Restitution von Kunst- und Kulturgegenständen..., S 89 ff. Aus der ehemaligen Sammlung von Dr. Hanns Fischl wurden aufgrund des Beschlusses der Wiener Restitutionskommission vom 13. September 2000 am 17. September 2001 vom Historischen Museum der Stadt Wien an die erbliche Tochter von Dr. Hanns Fischl Kunst- und Kulturgegenstände restituiert. Vgl. a.a.O. S 86 f. Aus der ehemaligen Sammlung von Dr. Friedrich Fischl wurden aufgrund des Beschlusses der Wiener Restitutionskommission vom 13. September 2000 am 17. September 2001 vom Historischen Museum der Stadt Wien an die erbliche Nichte von Dr. Friedrich Fischl Kunst- und Kulturgegenstände restituiert. Vgl. a.a.O. 88. Aus der ehemaligen Sammlung der Familie Erich Lederer wurde aufgrund des Beschlusses der Wiener Restitutionskommission vom 17. Februar 2000 am 30. November 2001 vom Historischen Museum der Stadt Wien an die Erben nach Erich Lederer restituiert: Aquarell von Franz Alt, Innenansicht des Stephansdomes, 1871. Historisches Museum der Stadt Wien, Inv.Nr. 95.822. Aus der ehemaligen Sammlung Strauß-Meyszner wurden augrund des Beschlusses der Wiener Restitutionskommission vom 15. März 2001 am 9. Mai 2001 vom Historischen Museum der Stadt Wien an die Erbengemeinschaft nach Alice Strauß-Meyszner Kunst- und Kulturgegenstände restituiert. Vgl. a.a.O. 95 ff. Geschichte der Sammlung Strauß-Meyszner Enteignung – Restitution – Neuerwerb Enteignung 1939 Die 1875 in Wien geborene Alice Meyszner war eine Stieftochter von Johann Strauß, die Tochter von Adele, Johann Strauß’ dritter Frau, aus deren erster Ehe. Adele Strauß vererbte ihren Besitz aus dem Johann Strauß-Nachlass ihrer Tochter Adele und zum Teil auch ihrem Enkel Hanns Epstein. Die Sammlung Strauß-Meyszner wurde auf Antrag der Zentralstelle für Denkmalschutz durch die MA 50 am 21. April 1939„sichergestellt“ und unter dem Druck einer Pressehetze des„Stürmer“ von Alice Meyszner am 19. Juni 1939 als„Geschenk“ in das Eigentum der Stadt Wien übertragen. Der„Stürmer“ verbreitete in einer dreiteiligen Artikelserie im Juni 1939 ungeheure Gemeinheiten über die „Nichtarierin“, verlangte die Herausgabe der Sammlung als„fällige Judenbuße“, propagierte die Errichtung eines Johann-Strauß-Museums und reklamierte Johann Strauß als Deutschen und Antisemiten. Zur gleichen Zeit ließ Propagandaminister Goebbels jene Eintragungen im Trauungsbuch des Dompfarramtes St. Stephan löschen, die die jüdische Abstammung des Walzerkönigs dokumentierten. In weiterer Folge wurde die Sammlung Meyszner auch durch die Gestapo beschlagnahmt und sukzessive den Städtischen Sammlungen(Stadtbibliothek und Museum) übergeben. Alice Meyszner überlebte die NS-Zeit dank ihres„arischen“ Mannes, Oberst Rudolf Ferdinand Edler von Meyszner, in Wien. Sie starb am 24. April 1945 eines natürlichen Todes und vermachte die Strauß-MeysznerSammlung testamentarisch ihrer Nichte, Frau Ada Crespo de la Serna, geb. Chavanne, der Gattin des ehemaligen argentinischen Gesandten in Wien, die in Lugano-Cassarate, Schweiz, ansässig war. Restitutionsverhandlungen nach 1945 Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek meldete 1946 die Sammlung Strauß-Meyszner gemäß der Vermögensentziehungs-Anmeldungs-Verordnung als entzogenes Vermögen an. Frau de la Serna forderte ab 1947 ihr Erbe ein und erreichte 1948 die Anerkennung der Rückstellungspflicht durch den Wiener Gemeinderat, die Sammlung blieb aber zunächst als Leihgabe bei der Stadt Wien. Ab 1951 verhandelte der mit der Vertretung bevollmächtigte New Yorker Kunsthändler Otto Kallir mit der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Nach langwierigen Verhandlungen, in denen Kallir als Kompensation für Ausfuhrbewilligungen die geschenksweise Überlassung großer Teile der Sammlung Strauß-Meyszner in Aussicht stellte, kam es Mitte Juli 1952 zu einer Einigung. Der Antrag der Wiener Stadt- und Landesbibliothek an den Gemeinderat vom 14. Juli 1952 bezieht sich ausdrücklich auf das schriftliche Anbot Otto Kallirs vom gleichen Tag. Diesem entsprechend erhielt Ada Crespo de la Serna keine Barbeträge. Über ihren Anteil heißt es in einem Aktenvermerk:„Frau Ada Crespo de la Serna... übernimmt... die in der Liste vom 12. Juli 1952 nominierten Objekte aus der Sammlung Strauß-Meyszner, für welche durch die Stadt Wien die Ausfuhrgenehmigung des Bundesdenkmalamtes erwirkt werden wird. Dafür geht die restliche Strauß-Meyszner-Sammlung ohne weitere Entschädigung an die Stadt Wien über.“ Die Partitur der„Fledermaus“, die an Ada Crespo de la Serna zurückgegeben wurde, konnte am 17. Mai 1962 von der Wiener Stadt- und Landesbibliothek in einem Münchner Antiquariat ersteigert werden. Rückstellung nach 1999 Die geschenksweise Überlassung von Objekten im Verlaufe von Rückstellungsverfahren, die oft mit der Erlaubnis zur Ausfuhr von tatsächlich zurückgestellten Objekten verknüpft war, wurde von der österreichischen Öffentlichkeit gegen Ende der 90er Jahre zunehmend kritisch beurteilt. Es wurde daher im Dezember 1998 im Österreichischen Parlament ein„Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen“ beschlossen, dem sich der Wiener Gemeinderat für den Bereich der Stadt Wien im April 1999 mit einem fast gleich lautenden Text anschloss. Die Prüfung der Inventare der Wiener Stadt- und Landesbibliothek und des Historischen Museums begann nach umfangreichen Vorarbeiten im Frühjahr 1999. Nach ausgedehnten Forschungen externer Historiker wurde der auf Grund des Gemeinderatsbeschlusses gebildeten Wiener Rückstellungskommission im September 2000 ein Bericht über die Erwerbung der Sammlung StraußMeyszner vorgelegt. Diese empfahl in ihrer Sitzung vom 15. März 2001, die Objekte der Sammlung Strauß-Meyszner an die rechtmäßigen Erben, die von der Wiener Stadt- und Landesbibliothek inzwischen ermittelt worden waren, zu restituieren. Im Rahmen eines formellen Akts wurde die Sammlung Strauß-Meyszner am 9. Mai 2001 an den Sprecher der Erbengemeinschaft übergeben. Neuerliche Erwerbung 2001/2002 Im Sommer 2001 äußerten Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny und Bürgermeister Dr. Michael Häupl die prinzipielle Absicht der Stadt Wien, diese einmalige und für die Kulturgeschichte der Stadt so bedeutende Sammlung wieder zu erwerben. Die Sammlung befand sich nach der Prüfung des Bestandes durch einen von den Erben beauftragten Rechtsanwalt, die im Juni 2001 abgeschlossen worden war, weiterhin im Tresorraum der Wiener Stadt – und Landesbibliothek bzw. im Historischen Museum der Stadt Wien und wurde auf Kosten der Stadt Wien versichert. Unmittelbar nachdem die Erben ihre Absicht geäußert hatten, die Sammlung in Wien zu belassen und das Londoner Auktionshaus Sotheby’s als Beauftragten für die Verhandlungen nominierten, begannen Anfang September 2001 intensive Verhandlungen über einen Rückkauf der Sammlung Strauß-Meyszner, die im November 2001 abgeschlossen wurden. Besucher vom 1. Jänner 2000 bis 31. Dezember 2001 in den Museen der Stadt Wien Historisches Museum der Stadt Wien A-1040 Wien, Karlsplatz Schausammlung 100.354 Sonderausstellungen Engelhauch und Sternenglanz (Besucheranteil v. 2.1.2001 bis 14.1.2001).............................................. 3.221 Franz Rosei. Skulpturen 1970-2000(1.2.2001 bis 18.3.2001).................................................................. 6.211 Die Kunst, als Mensch menschlich zu leben...(5.4.2001 bis 20.5.2001).................................................. 8.335 Alles Leinwand. Franz Antel und der österreichische Film(7.6.2001 bis 16.9.2001)................................ 13.364 Reinhard Mandl. Wien. Fotografien aus dem Jahr 2000(28.9.2001 bis 11.11.2001)............................... 6.114 Peter Sengl. Schrecklich – Schön. Arbeiten 1970-2001(4.10.2001 bis 18.11.2001)................................ 5.954 Nestroy. Die Welt steht auf kein Fall mehr lang (Besucheranteil v. 6.12.2001 bis 30.12.2001)................ 4.942............... 48.141............................. Hermesvilla A-1130 Wien, Lainzer Tiergarten Sonderausstellungen Hans Makart(1840-1884)- Malerfürst(Besucheranteil v. 1.1.2001 bis 16.4.2001).................................. 19.970 Oz Almog. Wiener en face. Portraits von Karrieren(Besucheranteil v. 1.1.2001 bis 16.4.2001).............. 9.176 Mode von Kopf bis Fuß 1750-2001 (Besucheranteil v. 17.5.2001 bis 30.12.2001)................................... 28.624......................................................... Uhrenmuseum A-1010 Wien, Schulhof 2 Schausammlung....................................................................................................................................................................... 27.338 Sonderausstellung Dem Glücklichen schlägt keine Stunde...(Besucheranteil v. 8.11.2001 bis 30.12.2001)....................................................... 3.342............................ Otto-Wagner-Pavillon-Karlsplatz A-1010 Wien, Karlsplatz Sonderausstellungen Blickfang Karlsplatz. Fotografien 1880-1960(9. August 2001 bis 31.10.2001)................................................................................................................ 148.495 57.770 30.680 1.785 Modemuseum Hetzendorf A-1120 Wien, Hetzendorfer Straße 79 Sonderausstellung Glamour. Wiener Damenmode der 30er Jahre(Besucheranteil v. 2.1.2001 bis 30.12.2001).......................................................................................... 988 Musikergedenkstätten Adalbert Stifter-Gedenkraum im Schubertmsueum„Geburtshaus“ ........................................................... 388 Beethoven-Gedenkstätte„Eroicahaus“ A-1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92..................................... 1.426 Beethoven-Gedenkstätte„Heiligenstädter-Testament“ A-1190 Wien, Probusgasse 6.............................. 10.576 Beethoven-Gedenkstätte„Pasqualatihaus“ A-1010 Wien, Mölker Bastei 8............................................... 10.413 Haydn-Wohnhaus A-1060 Wien, Haydngasse 19...................................................................................... 5.182 Mozart-Wohnung„Figarohaus“ A-1010 Wien, Domgasse 5 ...................................................................... 69.816 Schubertmuseum„Geburtshaus“ A-1090 Wien, Nußdorfer Straße 54...................................................... 11.008 Schubert-Sterbezimmer A-1040 Wien, Kettenbrückengasse 6.................................................................. 1.523 Strauß-Wohnung A-1020 Wien, Praterstraße 54 ....................................................................................... 6.078.......................................................... 116.410 Sonstige Außenstellen der Museen der Stadt Wien Hofpavillon Hietzing A-1130 Wien, Schönbrunner Schloßstraße............................................................... 889 Neidhart-Fresken A-1010 Wien, Tuchlauben 19 ........................................................................................ 2.297 Pratermuseum A-1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1............................................................................. 3.493 Römische Baureste Am Hof A-1010 Wien, Wien, Am Hof......................................................................... 119 Römische Ruinen unter dem Hohen Markt A-1010 Wien, Hoher Markt 3................................................. 12.803 Virgilkapelle A-1010 Wien, Stephansplatz (U-Bahn-Station)..................................................................... 2.722.......................................................... 22.323 Virtuelle Besucher auf der Homepage des Historischen Museums der Stadt Wien http:www.museum.vienna.at ............................................................................................................................................................................................ 129.739 The Museum Moscow House of Photography Sonderausstellung Blickfänge einer Reise nach Wien. Fotografien 1860-1910 aus den Sammlungen des Historischen Museums(30.1.2001 bis 4.3.2001)..................... Fuchu Art Museum Sonderausstellung WIEN. Leben und Kunst: 1873-1938(3.3.2001 bis 22.4.2001)........................................................................................................................................ Koriyama City Museum of Art Sonderausstellung WIEN. Leben und Kunst: 1873-1938(29.4.2001 bis 10.6.2001)...................................................................................................................................... National Museum Belgrad Sonderausstellung Skizzen – Studien – Meisterblätter. Wiener Graphik aus fünf Jahrhunderten(3.5.2001 bis 3.6.2001)............................................................................ 25.647 73.189 67.431 10.436 National Gallery of Canada Sonderausstellung Gustav Klimt. 1862-1910. Modernism in the making(15.6.2001 bis 16.9.2001).............................................................................................................. Rathaus Volkshalle Sonderausstellung Günther Schneider-Siemssen. Die Bühne – Mein Leben(9. Oktober 2001 bis 30. Oktober 2001)................................................................................. 123.714 4.636 Gesamtsumme: 813.243 Jüdisches Museum der Stadt Wien Das Jahr 2001 war geprägt von einer Reihe einschneidender Ereignisse, die auch den Museumsbetrieb maßgeblich beeinflussten: Die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich führten zu spürbaren Rückgängen bei den Besuchsprogrammen von Schulen, die wie bei fast allen Museen auch das Jüdische Museum Wien getroffen haben. Vor allem im Bereich der Allgemeinbildenden Höheren Schulen waren die Auswirkungen des so genannten Lehrerboykotts signifikant. Zum anderen brachte der Einbruch im internationalen Tourismus nach den Ereignissen des 11. September auch empfindliche Rückgänge für den Wien-Tourismus, die sich auch bei den Besucherzahlen des Museums im letzten Quartal 2001 in massiven Rückgängen bei den BesucherInnen aus dem Ausland äußerten. Insgesamt gesehen konnte das Museum im Haupthaus in der Dorotheergasse rund 54.000, das Museum Judenplatz etwas über 25.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen. Vor allem das ausländische Publikum nahm die mit der Eröffnung des Museums auf dem Judenplatz eingeführte Kombikarte, die zum Besuch der beiden Museen und der Synagoge berechtigt, sehr gut an. Die Besucherstruktur ist nach wie vor sehr international orientiert, was auch durch die heuer wieder durchgeführte Besucherbefragung belegt wird, auf deren Details später eingegangen werden soll. Dieser Umstand zeigt zum einen, dass das Museum international hohes Prestige genießt, was auch aus einem Bericht der renommierten amerikanischen Zeitschrift The New York Review of Books, die sich mit dem neuen Berliner Museum auseinander setzt und auf das Wiener Haus repliziert, hervorgeht: Those planning a visit to Central Europe to see an important institution dedicated to the history of the Jews might instead visit the far superior Jewish Museum Vienna. In the last several years … the Vienna museum has mounted a distinguished series of exhibitions and published an important series of scholarly catalogs … (aus: The New York Review of Books, 28. Februar, 2002) Insgesamt gesehen ist das Image des Hauses international sehr gut, allerdings zeigt sich in den Besucherzahlen auch die Abhängigkeit von touristischen Entwicklungen, speziell was Nordamerika und auch Israel angeht, denn ein Großteil der Rückgänge beim vollzahlenden Publikum geht zweifellos auf die touristischen Rückschläge zurück, da die Besucherzahlen bis zum Sommer leicht steigende Tendenz aufwiesen. Ein Museum – Zwei Orte Dies ist das Leitmotto des überarbeiteten Hausplakats und der allgemeinen Werbemittel für beide Häuser des Museums. Nach der allgemeinen Einführungsphase des Museums Judenplatz wurde die Vermarktung des Jüdischen Museums als Haus, das sich auf zwei Orte verteilt, neu definiert. Dies äußert sich in den Werbemitteln Hausplakat, Hausfolder und seit Jahreswechsel 2001/2002 auch in einem erstmals aufgelegten Informationsprospekt über das Vermittlungsangebot des Hauses mit dem Titel„Angebote für alle von 0 – 99“. Mit dieser Initiative soll verstärkt dem rückläufigen Trend auch im schulischen Bereich Rechnung getragen werden. Vermittlungsarbeit – ein Kernbereich der Museumsarbeit Seit der Gründung des Museums kommt der Vermittlungsarbeit des Museums ein zentraler Stellenwert zu: Freier Eintritt mit kostenloser Führung für Schulklassen stand am Anfang, in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre wurde die Abteilung Vermittlung und Kommunikation eingerichtet und Ende der neunziger Jahre lag ein umfassendes Paket an Arbeitsmaterialien für alle Alters- und Schulstufen vor. Kinderprogramme, spezielle Lehrerführungen und anderes mehr runden seit Jahren das Angebot ab, in dessen Mittelpunkt themenspezifische Dialogführungen zu allen ständigen und den meisten Wechselausstellungen stehen. Nur so kann der politische Auftrag des Museums „Gedenken – Erinnern – Aufklären“ umfassend erfüllt werden. Das Angebot wurde und wird gut angenommen, die bildungspolitischen Sparmaßnahmen auf Bundesebene zeigen jedoch Wirkung. Das Jüdische Museum Wien und sein Vermittlungsteam organisiert und betreut derzeit Führungen und museumspädagogische Programme an drei Standorten. Unter dem Motto„3x Jüdisches Wien“ hat sich im letzten Jahr einiges getan. Hauptschulen, allgemeinbildende und berufsbildende höhere Schulen haben den größten Anteil, die Anmeldungen aus dem Bereich der Volksschule haben aber 2001 deutlich zugenommen. In der Dorotheergasse wurden insgesamt 462 Gruppen betreut, 382 Schulklassen und Studentengruppen sowie 80 Gruppen mit erwachsenen TeilnehmerInnen(Senioren, Kulturvereine, Touristen,...). Gemessen an der GesamtbesucherInnenzahl im Jahr 2001 machen Schulklassen und Studentengruppen fast 10% aus. Im Museum Judenplatz waren es 331 Gruppen, 222 Schulklassen und Studentengruppen sowie 98 Gruppen mit erwachsenen TeilnehmerInnen, wobei wir viele Gäste aus dem englischsprachigen Ausland begrüßen durften. Fast ein Fünftel der GesamtbesucherInnen an diesem Museumsstandort sind Schulklassen und Studentengruppen. Die Führungen im Wiener Stadttempel, das aktuelle Zentrum jüdischen Glaubens in Wien, waren auch in diesem Jahr sehr gefragt. Von insgesamt 336 betreuten Gruppen haben 290 Schulklassen Wiens einzige erhaltene Synagoge kennen gelernt. Darunter waren relativ viele Gruppen aus den Bundesländern sowie aus dem Wiener Umland. Die 34 Gruppen mit erwachsenen Teilnehmern waren durchwegs österreichische bzw. Wiener Gäste. Zusätzlich kamen 2478 BesucherInnen im Rahmen der beiden zwischen Montag und Donnerstag durchgeführten„Touristenführungen“. An diesen Zahlen ist deutlich zu sehen, dass sich das Kombiticket gut bewährt hat, denn von den 2478 Besuchern, die in der Synagoge Eintritt bezahlt haben, sind etwa 80% Kombikartenbesitzer! Was den Besuch der Schulklassen im Museum betrifft, ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um etwa 15% zu verzeichnen. Der österreichweit durchgeführte Boykott von Schulen bzw. LehrerInnen, die außerschulische Aktivitäten nicht mehr durchführen(wollen), fällt hier leider negativ ins Gewicht. Auffällig ist, dass sich v.a. Wiener Schulen an diesem Boykott beteiligen, im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil an Schulklassen aus den Bundesländern und dem Wiener Umland leicht angestiegen. Für die jüngsten MuseumsbesucherInnen gab es im Jahr 2001 natürlich wieder zahlreiche Angebote im Rahmen der Familientage und des Ferienspiels in Zusammenarbeit mit WienXtra. Insgesamt haben 488 Kinder und deren Eltern bei unseren Aktivitäten mitgemacht. Die„Hits“ waren natürlich wieder die jüdischen Feiertage, vor allem Purim und Chanukka. Ab 2002 wird es auch einen verstärkten Auftritt der Vermittlungsabteilung auf der Website www.jmw.at geben. Neben den Programmen für alle Altersstufen werden dort auch die bislang in Druck vorliegenden didaktischen Broschüren Juden in Wien. Geschichte und Religion präsentiert. In Zukunft wird sich die Arbeit der Abteilung Kommunikation& Vermittlung wieder vermehrt der Kernthemen des Jüdischen Museums annehmen: Jüdische Feste und Feiertage, religiöse Regeln und Gesetze, sowie die Geschichte der Wiener Juden. Unser Haus bietet die Möglichkeit einer vertieften Auseinandersetzung mit allen Aspekten jüdischer Vergangenheit und Gegenwart, die gleichzeitig natürlich Wiener Gegenwart und Vergangenheit sind. Dieses Anliegen gilt nicht nur für die Betreuung von Schulklassen und Kindergruppen, sondern auch verstärkt im Bereich der Erwachsenenbildung. Im allgemeinen Museumsmarketing sieht sich das Haus aufgrund der massiven Tariferhöhungen im Postbereich und der ständig steigenden Versandkosten ab 2002 gezwungen, die Publikumsbetreuung auf eine neue Basis zu stellen. Der Print-Newsletter erschien das letzte Mal im November 2001 und wird durch eine massive Ausweitung des Informationsangebots im Internet ab Frühjahr 2002 einen, wie wir hoffen, guten Ersatz finden. Seit Jahreswende bemüht sich das Museum verstärkt um den Ausbau der Informationsvermittlung auf elektronischer Basis über Internet und E-Mail. Diese Maßnahmen resultieren einerseits aus dem Streben nach schlanken Kostenstrukturen, andererseits zeigt sich immer mehr, dass die neuen elektronischen Medien einen unerlässlichen Bestandteil der aktuellen Informationsvermittlung darstellen. „Objekt versus Computer“- Symposium zu einem unter Museumsfachleuten heiß diskutierten Thema Die Bezeichnung„neue Medien“ ist relativ, denn zu allen Zeiten war ein bestimmtes Medium neu und wurde deshalb vermehrt eingesetzt, ob es sich um Fotos, Tondokumente, Hologramme oder virtuelle Architektur handelt. So betrachtet ist das Neue an den neuen Medien vielleicht eher das Ungewohnte, Unbekannte, ein Terrain, das noch nicht ganz erkundet ist, das daher auch Unsicherheiten in Bezug auf seinen Einsatz und den Umgang damit mit sich bringt. Im Museum Judenplatz mussten zusätzliche und in diesem Fall neue Medien eingesetzt werden, um für den Besucher etwas sichtbar zu machen, das eigentlich nicht mehr vorhanden ist, die mittelalterliche jüdische Gemeinde im Wien des 13. und 14. Jahrhunderts. Abgesehen davon, dass diese Gemeinde zerstört und ihre Mitglieder vertrieben und ermordet wurden, ist an Objekten, die Ausstellungsmacher den Besucher präsentieren könnten, fast nichts mehr existent. Somit bildet die Technik eine Brücke zwischen dem Nicht-mehrvorhandenen und dem Besucher des Museums Judenplatz, auf der verschiedene Informationen und Inhalte transportiert werden. Bei einem Blick in das Gästebuch des Museums fallen die vielen positiven Bemerkungen der Besucher auf. Die Schulklasse aus Bruck an der Mur wird ebenso angesprochen wie der Tourist aus Brooklyn. Der Einsatz von Multimedia und Elektronik war daher Gegenstand eines Symposiums, das am 12. Juni 2001 von unserem Vermittlungsteam für das Fachpublikum organisiert wurde. Unter dem Titel „Objekt versus Computer“ diskutierten dabei Fachleute über die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes neuester Technologien im Museum. Eingeladen waren Medienfachleute wie Arno Gisinger und Niko Hofinger(weblab solutions, Innsbruck), Dieter Bogner und Christian Rapp(Bogner Cultural Consulting, Wien) sowie Markus Huber(Nofrontiere, Wien), die mit KulturvermittlerInnen(Beatrix Hain, Otmar Moritsch, Technisches Museum Wien, Andreas Hoffer, Sammlung Essl, Klosterneuburg) und Museumsfachleuten(Cilly Kugelmann, Jüdisches Museum Berlin, Bernhard Purin, Jüdisches Museum Franken, Johannes Reiss, Jüdisches Museum Eisenstadt, Felicitas Heimann-Jelinek, Jüdisches Museum Wien) der Frage nachgingen, ob es wirklich heißen muss:„Objekt versus Computer“. Dass die Verbindung eines traditionellen, mit historischer Bedeutung aufgeladenen musealen Objektes mit einer oder mehreren Computerstationen in einer Ausstellung ein kompliziertes Unterfangen ist, beweisen die zahlreichen und sehr eindrücklichen Hinweise der Vortragenden in Bezug auf die in Museen und Ausstellungen arbeitenden Teams, die aus Mediendramaturgen, Technikern und Ausstellungskuratoren bestehen, die völlig unterschiedliche Arbeitsweisen haben, und in Bezug auf das, was in einer Ausstellung oder einem Museum dargestellt werden kann oder dargestellt werden soll, gänzlich andere Sprachen sprechen. An der Verbesserung des wechselseitigen Verständnisses wird noch zu arbeiten sein. Aus technischen Museen sind viele Beispiele bekannt, wie neue Technologien, Computeranimationen und Touchscreens eingesetzt werden, um bestimmte technische oder naturwissenschaftliche Abläufe sinnfällig darzustellen. In Kunstausstellungen oder kulturhistorischen Museen scheint das nicht so einfach zu sein, was wohl auch mit der Definition Museum zu tun hat. Die Intention des Museums ist es, die Zeit aufzuheben, sich gegen das Verschwinden zu stellen, zu verlängern, was sonst zu Ende ginge. Wenn Medien in Museen nur dazu dienen, dann scheitern sie. Wenn sie bewusst Fragen stellen, wenn sie Sehgewohnheiten stören oder Fremdheitserfahrungen inszenieren, sind sie sinnvoll eingesetzt. So stellt sich natürlich auch die Frage, inwieweit es immer darum gehen muss, in einem Museum Dinge zu komplettieren oder wiederherzustellen. Ob nicht ein Museum per se, v.a. ein kulturhistorisches Museum, auch die Aufgabe hat, sich als Mangelinstitution zu definieren? Das Angebot an neuen Technologien ist riesig und mag deshalb auch verführen. Die Technik fordert den Ausstellungsmacher heraus, Dinge zu produzieren, die man ansonsten nicht hätte produzieren können. Dabei bleibt eine ganz wesentliche Frage offen, nämlich, ob nicht die Fülle an technischen Möglichkeiten dem Betrachter, dem Thema oder dem Objekt unrecht tut. Die so genannten neuen Medien sollten aber nicht nur die Ängste der KuratorInnen anregen, sondern auch ihre Phantasie. Medien, egal wie alt oder neu sie sein mögen, können sehr geschickt und raffiniert eingesetzt werden. Sie können einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn liefern und eine neue visuelle Qualität, die einen dazu bringt, die Dinge, nämlich die musealen Objekte, auf eine besondere Weise zu betrachten. Wir sind heute einer unüberschaubaren Menge an visuellen Eindrücken ausgesetzt und damit sind Museen als Medien der visuellen Präsentation im Besonderen konfrontiert. Mit dem verstärkten Einsatz neuer Medien ist es europaweit nicht zu höheren Besucherzahlen in Museen und Ausstellungen gekommen. Man weiß, dass die„Verweildauer“ der BesucherInnen an Touchscreens oder Computerstationen im Verhältnis zu der Fülle der darin untergebrachten Informationen erschreckend gering ist. Der Interaktivität via Bildschirm sind offenbar Grenzen gesetzt. Was also kann sie leisten? Abgesehen davon, dass sie sich nur dem Einzelbesucher eröffnet, sind ihre Strukturen sehr stark durch das dahinter stehende Computerprogramm vorgegeben. Die Rolle der Vermittlung im Museums- und Ausstellungsbereich wird durch den vermehrten Einsatz neuer Medien nicht beschnitten werden können. Seit den siebziger Jahren versucht man in diesem Bereich neue Wege zu gehen und partizipatorische besucherorientierte Ansätze zu erarbeiten, wie Inhalte, Objekte, Besucherinteresse und Erwartungen in der Vermittlung zusammengebracht werden können. Die Ausstellungsvermittler bilden eine weitere Brücke, nicht nur zwischen Objekt und Betrachter, sondern auch zwischen dem Besucher und der Technik, der der Besucher sonst allein gegenüberstünde und ihr deshalb bald den Rücken kehren müsste. Die personale Vermittlung hat außerdem einen entscheidenden Vorteil. Sie bietet die Möglichkeit einer wirklichen Interaktivität. Nur dass Besucher oder Benutzer und Maschine oder elektronisches Gerät einander die Bälle zuwerfen, ist noch keine wirkliche Interaktivität. In einem Gespräch allerdings können sich ganz überraschende und nicht vorstrukturierte Wendungen ergeben, die eine viel wahrhaftigere Interaktivität ermöglichen. Offenbar können die Besucher des Museums Judenplatz mit dem Gegensatz Objekt und Computer ganz gut umgehen. So unterschiedlich ihre Bedürfnisse und Interessen sind, so unterschiedlich sind ihre Wege durch das Museum, das sie mit oder ohne neue Medien als gelungene museale Einrichtung wahrnehmen können. Das am 12. Juni 2001 abgehaltene Symposium hat Teilnehmern und Veranstaltern deutlich gemacht, wie wichtig die Auseinandersetzung mit den neuen Technologien im Museums- und Ausstellungsbereich ist. Deutlich wurde auch, dass der sinnfällige Einsatz von Computern, Touchscreens, animierter Architektur und dergleichen im Zusammenhang mit musealen Objekten erst am Anfang steht. Museumsbesucher dürfen also gespannt sein! Das Jahrbuch des Jüdischen Museums behandelt jeweils historische und museologische Themen. Die nächste Ausgabe im Frühsommer 2002 wird sich des Themas„Neue Medien im Museum“ annehmen. Die Vorträge und Diskussionen des Symposiums werden dort nachzulesen sein, ergänzt durch Aufsätze zu Theorie und Praxis. Der Band wird bei folio erscheinen. Die Ausstellungen des Museums stießen national wie international auf sehr positives Publikumsecho. Im Museum Dorotheergasse konnte mit der Ausstellung über Karl Farkas, dessen Todestag sich 2001 zum 30. Mal jährte, ein absoluter Publikumserfolg gelandet werden, da es auch gelang, zahlreiches Publikum anzusprechen, das bisher noch nie im Museum war. Die Besucherzahlen von fast 30.000 zeigen auch in absoluten Zahlen den positiven Respons auf diese Ausstellung. International viel beachtet war die Ludwig Meidner-Retrospektive, die einem Künstler gewidmet war, der von den Nationalsozialisten als„entartet“ gebrandmarkt wurde. Der deutsche Expressionist Ludwig Meidner wurde vor allem mit seinen Stadtlandschaften und seinen Porträts an der Wende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts bekannt. Besonders spektakulär war die Ausstellung„Reise an kein Ende der Welt“, die die schönsten Exponate einer der wichtigsten und bedeutendsten Judaica-Sammlungen – die Gross Family Collection, Tel Aviv – nach Wien brachte. Diese von unserer Chefkuratorin Dr. Felicitas HeimannJelinek zusammengestellte Schau zeigte die Vielfalt der jüdischen Lebenswelten in der Diaspora, wobei auch sehr exotische Orte in aller Welt angesprochen wurden. Diese Schau wurde ab der Jahreswende 2001/2002 im Jüdischen Museum Frankfurt gezeigt, für 2002 sind Präsentationen in New York und Israel geplant. Die 2001 gezeigte Ausstellung zur Geschichte der jüdischen Jugendbewegungen wird derzeit in mehreren Stationen in Israel präsentiert. Die von Alisa Douer erarbeitete Dokumentation über die tragische Geschichte des Kladovo-Transports wird ebenfalls in mehreren ausländischen Destinationen gezeigt werden. Neben dem Kabarettisten Karl Farkas war auch einer weiteren bedeutenden literarischen Figur eine Ausstellung gewidmet: Paul Celan. Dem Lyriker, dessen„Todesfuge“ wie kaum ein zweites lyrisches Werk die Schoa thematisiert, war eine Dokumentation gewidmet, die sich mit den sechs Monaten seines Aufenthalts in Wien unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs auseinander setzte. Diese von Publikum und Presse gleichermaßen mit großem Interesse wahrgenommene Ausstellung wird in einer verkleinerten und adaptierten Form ebenfalls im Ausland gezeigt werden. Das Museum ist darüber hinaus auch mit seinem zweiten Satz an Hologrammen international immer wieder präsent, im Jahr 2001 wurde eine große Tournee durch Ungarn vorbereitet, die 2002 in acht Städten von Budapest bis Zalaegerszeg zu sehen sein wird. Auch die Egon Erwin Kisch-Ausstellung, die 1998 in der Dorotheergasse gezeigt wurde, tourt immer noch durch Europa und war 2001 unter anderem in Brüssel zu sehen. Erstmals wurde auch versucht, auf dem Judenplatz eine kleine Dokumentation zu zeigen. Nachdem rund ein Jahr lang die Vorstudien von Rachel Whiteread für das Mahnmal auf dem Judenplatz im so genannten Simon Wiesenthal-Raum zu sehen waren, präsentierte das Museum auf Wunsch des Bürgermeisters eine Dokumentation über ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus, das in Riga errichtet und 2001 enthüllt wurde. Im Zuge der Eröffnung dieser Schau zeichnete Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny die Initiatoren dieses Projekts, die zum Großteil aus Österreich stammen, mit dem Großen Goldenen Verdienstzeichen der Stadt Wien aus. Zufriedenes Publikum Nach einjähriger Pause organisierte das Museum wieder eine BesucherInnenbefragung, die auch erstmals auf dem Judenplatz durchgeführt wurde, um wieder Auskünfte über Besucherstruktur und zufriedenheit zu bekommen. Die Ergebnisse sind fast durch die Bank erfreulich und sollen hier im Überblick kurz dargestellt werden. Die ausgewählten Daten des Haupthauses(Palais Eskeles) ergeben folgendes Bild: Aus dem Ausland kamen 76,6% der BesucherInnen[Sommer 1998: 68%]. Die Länderverteilung weist für Deutschland 43,8%[40%], USA 19,2%[20%], Großbritannien 5,5%[5%], Schweiz 4,8% [2%], Israel 3,3%[3%], Italien 3,3%[4%], Australien 2,7%[unter 2%], Kanada 2,4%[unter 2%], Niederlande 2,2%[3%] aus. Die weitere Zusammensetzung des Publikums ist beachtlich international und reicht von Frankreich über Belgien bis hin zu Irland, Brasilien, Schweden, Spanien, Finnland, Polen, Portugal, Tschechien, Guatemala, Japan, dem Libanon, Norwegen, Ungarn, Argentinien, Dänemark, Indien, Luxemburg, Mexiko, Nicaragua, Russland, Slowakei, Taiwan und Uruguay. Aus Österreich kamen 23,4% der BesucherInnen[32%]. Von diesen waren 49,4%[60%] aus Wien. Von den BesucherInnen waren 58,7% weiblich[59%], 41,3% männlich[41%]. Unter den ÖsterreicherInnen betrug der Frauenanteil 62,9%[64%], bei den Ausländern lag der Frauenanteil bei 57,5%[56%]. Die Altersgruppe der über 50-jährigen war mit 39,2%[37%] am stärksten vertreten. Die anderen Altersgruppen verteilten sich wie folgt: unter 20 Jahre: 7,2%[6%] 20-30 Jahre: 23,7%[20%] 30-40 Jahre: 14,2%[18%] 40-50 Jahre: 15,7%[19%] Insgesamt ist erfreulicherweise eine geringfügige Verbesserung bei den jüngeren Altersgruppen feststellbar. Der Bildungsstand ist sehr hoch – mehr als 67% der BesucherInnen verfügen über einen Hochschulabschluss, weitere 22% zumindest über die Matura. Die allgemeine Bewertung des Museums zeigt wie auch bei den vergangenen Befragungen ein hohes Maß an Zufriedenheit: Um die 90% bewerten das Angebot des Museums mit„sehr gut“ oder„gut“, dies gilt auch für das seit zwei Jahren im Einsatz befindliche Audioguide-System, das erstmals auch abgefragt wurde. Die Wechselausstellungen„Reise an kein Ende der Welt“ und- trotz Sprachbarrieren-„Karl Farkas“ wurden sogar noch besser bewertet. Die Ausstellung zum KladovoTransport blieb im allgemeinen Schnitt. Die Akzeptanz insgesamt ist sogar gestiegen: Sahen 96,5% der inländischen BesucherInnen ihre Erwartungen erfüllt[Sommer 1998: 94%], so stieg beim internationalen Publikum die Zustimmung von 78 auf fast 91%. Museum Judenplatz – eine ähnliche Gesamtbewertung Bei der Zusammensetzung des Publikums hinsichtlich Herkunft, Alter, Geschlecht und Bildung gibt es kaum Abweichungen zum Haupthaus. Interessant ist die erste Auswertung der Publikumsreaktionen auf das neue Haus, das vor einem Jahr eröffnet wurde. Da die Zahl der ausgewerteten Fragebögen nicht so groß wie im Haupthaus war, wird nur auf signifikante Bewertungsunterschiede bei in- und ausländischen BesucherInnen hingewiesen. Der architektonische Gesamteindruck wird von fast 94% mit„sehr gut“ oder„gut“ bewertet, ebenso die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes gestaltete„Dokumentation über die Opfer der Schoa“, die Ausgrabung der mittelalterlichen Synagoge(Archäologischer Schauraum) und die Ausstellung der Objekte und die Modelle. Erfreulich war die hohe Akzeptanz des Einsatzes neuer Medien im Museum„Video mit der Rekonstruktion der Judenstadt und der Synagoge“ und der vier interaktiven Stationen mit Hintergrundinformationen: Das Video erhielt die besten Werte aller Museumsbereiche (Durchschnittsnote 1,3 nach einem Schulnotensystem), bei den interaktiven Stationen wurden die Inhalte durchgängig von rund 90% mit„gut“ oder„sehr gut“ bewertet, lediglich mit der Handhabung des Systems hatten offensichtlich einige BesucherInnen Probleme, da 21% die Benutzerfreundlichkeit als„weniger gut“ klassifizierten. Dies trübte jedoch in keiner Weise den guten Gesamteindruck, denn auf die Frage, ob die Erwartungen, die das Publikum vom Museum hatte, erfüllt wurden, antworteten von den inländischen BesucherInnen 96,7% mit ja und von den ausländischen BesucherInnen 90,3%. Judaica-Wettbewerb Um die jüdischen religiösen„Gebote mit Schönheit zu umgeben„ wird seit der Antike jüdisches Kultgerät aus mehr oder weniger wertvollen Materialien nach ästhetischen Kriterien gefertigt. Die verschiedenen Ritualgegenstände werden im synagogalen Bereich zum Schmuck der Tora, im häuslichen Bereich für die verschiedenen jahreszeitfestlichen sowie individual-lebenszyklischen Anlässe gebraucht. Insofern kann die Produktion von Judaica in Europa bis 1933/38 durchaus als wirtschaftlich nicht unwesentlicher Faktor angesehen werden. Aufgrund der historischen Situation ist die Herstellung von Judaica für den europäischen Markt heute hauptsächlich auf die USA und Israel beschränkt. Daher schrieb das Jüdische Museum im Jahr 2001 einen Wettbewerb für Judaica aus, um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema und Herstellung von jüdischem Kultgerät in Österreich wiederzubeleben. Thematisch wurde der Wettbewerb insofern eingeengt, als es Vorgaben bezüglich der zu erstellenden Objekte gab. So waren weniger Objekte für den synagogalen, sondern hauptsächlich für den häuslich-familiären Gebrauch zu entwerfen: Chanukka-Leuchter, BesamimBüchsen, Seder-Teller und als einziges Objekt für den synagogalen Gebrauch Tora-Mäntel. Um für die Studenten die Möglichkeit zu schaffen sich intensiv mit den Funktionen, Materialien und der Entwicklungsgeschichte dieser Gegenstände auseinander zu setzen, gab das Jüdische Museum den jungen KünstlerInnen eine intensive Einführung in die Thematik. Die Jury des Wettbewerbs setzte sich aus Mitgliedern des Jüdischen Museums Wien und aus Mitgliedern der Akademie der bildenden Künste zusammen. Insgesamt wurden Preisgelder im Wert von€ 7994(= ATS 110.000.-) an die jungen KünstlerInnen in den verschiedenen Kategorien vergeben. Insgesamt beteiligten sich 21 StudentInnen wobei der hohe Frauenanteil(15) auffällt. TeilnehmerInnen waren(in alphabetischer Reihenfolge): Karin Altmann, Eva Buchhammer, Malgorzata Bujnicka, Conny Cossa, Roberta Erkinger, Michael Herbst, Su Jang, Andrea Kalteis, Eva Lausegger, Elanit Leder, Klaus Mayr, Judith Mues, Margot Josefa Pernerstorfer und Janis Tillinger, Raimund Pleschberger, Nikola Sanjek, Nina Stalzer, Nora Stalzer, Barbara Slivova, Sandra Steiger, Julia Trenkwalder, Magdalena Vetter. Die Preisträger sind: Chanukka-Leuchter: Elanit Leder Tora-Mantel: Margot Pernerstorfer und Janis Tillinger Besamim-Büchse: Judith Mues, Karin Altmann, Klaus Mayr Gesamtkonzept: Conny Cossa Eine Wiederaufnahme der Tradition der Judaica-Herstellung in Europa, die hier und da durchaus zu gewärtigen ist, braucht insbesondere in Deutschland und Österreich viel Unterstützung, viel Verständnis und viel Eigeninitiative. Insofern sollte der 2001 vom Jüdischen Museum Wien und der Akademie der bildenden Künste Wien durchgeführte Judaica-Wettbewerb, dessen bemerkenswerte Ergebnisse ab Mitte März 2002 im Simon Wiesenthal-Raum im Museum Judenplatz in einer kleinen Ausstellung zu sehen sind, ein Signal für die Zukunft sein. Das Ausstellungsjahr 2001 bis 18. Februar 2001 Zwischen Ost und West. Galizische Juden und Wien Kuratorin: Gabriele Kohlbauer-Fritz Architektur: Christian Prasser Eine umfassende Schau über jene Juden, die aus den nordöstlichen Gebieten der k.u.k. Monarchie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in die Reichs- und Residenzhauptstadt Wien strömten, weil sie sich hier bessere Lebensbedingungen und größere Chancen versprachen als in ihrer alten Heimat. Galizien hieß diese Region, aus der auch der bedeutende altösterreichische Dichter Joseph Roth stammt, der seinen Landsleuten in seinem Werk„Juden auf Wanderschaft" ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Heute gehört der westliche Teil des einstigen Galiziens zu Polen, der östliche zur Ukraine. bis 25. März 2001 Die Welt der Ili Kronstein. Werke 1938 – 1943 Kuratoren: Werner Hanak, Elke Doppler Gestaltung: Christian Prasser, Thomas Geisler Von Ili Kronsteins Werk ging viel in den Jahren der Flucht verloren. Einen Nachlass von etwa 120 Zeichnungen und Pastellen rettete ihre Tochter Nora Kronstein von Liechtenstein über England nach Israel. 1997 schenkte Nora Kronstein zusammen mit ihrer Schwester Gerda Lerner den Nachlass dem Wiener Jüdischen Museum. Die Ausstellung zeigte eine Auswahl von ca. 70 Zeichnungen und Pastellen einer Frau, die in der Emigration die Initiative ergriff und sich in ihrer künstlerischen Arbeit eine Gegenwelt zu der bedrohlichen Realität schuf. Die Ausstellung entdeckte nicht nur das künstlerische, sondern auch das hervorragende pädagogische Werk Ili Kronsteins. Ihr Mal- und Zeichenkurs, den sie in der Tradition ihres Lehrers Johannes Itten gestaltete, wurde in einer AudioInstallation in die Ausstellung integriert. 7. März – 6. Mai 2001 Sei stark und mutig! Jüdische Jugendbewegungen. Kuratorin: Naomi Lassar Koordination: Gerhard Milchram Architektur: Bernhard Denkinger Die am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entstandenen jüdischen Jugendbewegungen waren Teil eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens. Ursprünglich waren Gruppen wie die Wandervögel oder die Pfadfinder zivilisationskritische Reaktionen auf Modernisierung und Urbanisierung. Mit der Zivilisationskritik war im Allgemeinen eine Romantisierung der Natur und einer„natürlichen“ Lebensweise verbunden, die nicht selten zu einem Abgleiten in einen deutschnationalen„Blut- und Bodenmythos“ führte. Jüdische Jugendbewegungen konnten daher nur Teile dieser ideologischen Elemente aufgreifen und in die Praxis umsetzen. Wie das jüdische Leben in der Diaspora insgesamt, waren auch die jüdischen Jugendbewegungen politisch heterogen. Obwohl zumeist von einen zionistischen Grundkonsens auszugehen ist, waren die ideologischen Unterschiede enorm. Vordenker wie Siegfried Bernfeld und Martin Buber auf der einen und Josef Trumpeldor und Zeev Jabotinsky auf der anderen Seite vertraten ein breites ideologisches Spektrum. Unterschiede betrafen vor allem den Stellenwert des Nationalen, Sozialen und Religiösen als auch die Beziehungen zur nicht-jüdischen Umwelt in der Diaspora. Die Ausstellung spürte diesen Phänomenen der Jugendkultur nach und demonstrierte ihre historischen Aspekte. 30. März – 1. Juli 2001 Lily Brett/ David Rankin Auschwitz Poems. Eine Installation im alten Stiegenhaus Konzept und Gestaltung: Werner Hanak und Thomas Exner 4. April – 1. Juli 2001 Sie werden lachen! Die Welt des Karl Farkas Kuratoren: Marcus G. Patka und Alfred Stalzer Gestaltung: Alexander Kubik Die Auftritte von Karl Farkas(1893- 1971) in ORF und Kabarett Simpl der 50er und 60er Jahre sind heute legendär. Schon in den 20er Jahren war der vielseitig Kreative als Conferencier, Autor, Schauspieler, Regisseur und Direktor an großen Wiener Bühnen wie Stadttheater und Ronacher tätig sowie in vielen kleinen Kabaretts. Er prägte den Stil der Wiener Revue und schuf mit seinem kongenialen Partner Fritz Grünbaum die Doppelconference. Außerdem arbeitete Karl Farkas für Radio, Film und Fernsehen, an seiner Seite wurden Schauspieler wie Hans Moser oder Fritz Muliar zu Stars. Die Ausstellung präsentierte einen Querschnitt durch sein bekanntes wie sein in Vergessenheit geratenes Oeuvre. Zahlreiche Fotos und Karikaturen sowie Ausschnitte aus Filmen, Radio- und Fernsehproduktionen sowie Zeichnungen für Kostüme und Bühnendekoration ließen eine untergegangene Theaterwelt wiedererstehen. Weitere Schwerpunkte der Schau waren Farkas’ Exilzeit an der Seite von Robert Stolz, sein Mitwirken am Österreich-Bild der Nachkriegszeit und die tragischen Aspekte seines Privatlebens. Neben Farkas wurden in der Ausstellung auch eine Reihe seiner kongenialen Bühnenpartner wie Fritz Grünbaum, Armin Berg, Oskar Karlweis, Hans Unterkircher, aber auch Heinz Conrads, Maxi Böhm und Ossy Kollmann gewürdigt. 22. Mai – September 2001 Reise an kein Ende der Welt. Judaica aus der Gross Family Collection, Tel Aviv Kuratorin: Felicitas Heimann-Jelinek Assistenz: Nina Krick Architektur: Martin Kohlbauer Die Schau mit dem Titel"Reise an kein Ende der Welt. Judaica aus der Gross Family Collection, Tel Aviv" versammelte Judaica-Objekte aus Gemeinden aus(beinahe) der ganzen jüdischen Welt unterschiedlichster Entstehungszeit und setzte diese durch Gegenwartsfotografien von den Herkunftsorten in ihren jeweiligen lokalen Kontext. Der Judaica-Sammler William L. Gross war beim Aufbau seiner Sammlung bemüht, diese als eine global-jüdische anzulegen, um die prinzipielle Einheit jüdischer Religion und Tradition gerade durch die Vielfalt zu demonstrieren. Insofern handelt es sich um eine idealtypische Sammlung für die Ausstellung"Reise an kein Ende der Welt", die 33 Orte jüdischen Lebens von Frankfurt bis nach Cochin, von Wien bis nach Aleppo und von Wilna bis nach Djerba zeigte. Die Orte wurden repräsentiert durch jeweils einige wenige Judaica-Objekte und hebräische Handschriften, die wohl typisch für den kulturellen Kontext ihrer Entstehungsumgebung, doch auch immer typisch für ihren traditionell jüdischen Kontext sind. So stand mit den rund 130 ausgewählten Objekten die Schnittstelle zwischen jüdischer Kultur und Umgebungskultur im Vordergrund. Jedem Ort war ein einschlägiges literarhistorisches Reisezeugnis beigegeben. Diese Zeugnisse reichten vom Mittelalter bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, denn so ortsungebunden jüdische Tradition ist, so unabhängig ist sie auch von der Zeit. Da die"Reise an kein Ende der Welt" nicht in der geschichtlichen Vergangenheit erstarren sollte, bildete die Basis jedes Ortes ein gegenwärtiges Foto jüdischen Lebens an diesem Ort. Damit wurde eine Brücke geschlagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Nicht-mehr-Vorhandenem und Noch- oder Wieder-Vorhandenem. Weiters sollte durch diesen Brückenschlag verdeutlicht werden, dass die Judaica-Objekte nicht Relikte eines vergangenen jüdisch-religiösen Kultes sind, sondern selbstverständliche Bestandteile auch heutigen jüdischen Lebens. 7. Juli – 4. November 2001 Kladovo. Eine Flucht nach Palästina. Kuratorin: Alisa Douer Organisation: Reinhard Geir Architektur: Peter Karlhuber Eine Dokumentation über die Folgen der antijüdischen Politik des Nationalsozialismus, die in der Schoa gipfelte.„Kladovo – Eine Flucht nach Palästina" zeigte das Schicksal einer Gruppe jüdischer Flüchtlinge, die unter besonders dramatischen Umständen stattfand: Im Dezember 1939 verließ ein Schiff mit über 1000 Flüchtlingen an Bord den Hafen von Bratislava. Zum Großteil waren sie per Bahn aus Wien gekommen. Nach zweiwöchiger Odyssee auf der Donau erreichte die Gruppe den serbischen Ort Kladovo. Alle Bemühungen um eine Weiterreise scheiterten zunächst am strengen Winter, der den Fluss zufrieren ließ, dann aber an finanziellen, organisatorischen und vor allem behördlichen Schwierigkeiten. Nur etwa 200 Jugendlichen gelang wenige Tage vor dem Nazi-Überfall auf Jugoslawien im April 1941 doch noch die Flucht nach Palästina. Die anderen wurden fast ausnahmslos von – mehrheitlich in Österreich rekrutierten – Wehrmachtseinheiten ermordet. Ehud Nahir zählte zu den Überlebenden. Er stellte hunderte Fotos, die den Weg in die Lager von Kladovo und Šabac dokumentieren, zu dem Album zusammen, das den Ausgangspunkt für die Ausstellung bildete. Hinzu kamen Originaldokumente und ein Film von Alisa Douer, in dem der Lebensweg von Überlebenden des Kladovo-Transportes nachgezeichnet wurde. 30. September- 28. Oktober 2001 im Auditorium des Museums WALLS OF PARADIX Eine Kunstinstallation zum Thema Sukkot von Rivka Potchebutzky Das Laubhüttenfest(Sukkot) 2001 wurde vom Jüdischen Museum Wien mit der Rauminstallation „Walls of Paradix“ der israelischen Künstlerin Rivka Potchebutzky gewürdigt. 5. Oktober 2001 – 20. Jänner 2002 Im Nacken das Sternemeer. Ludwig Meidner. Ein deutscher Expressionist. Kurator: Tobias G. Natter Organisation und Koordination: Petra Springinsfeld Gestaltung: Blaich+ Delugan Unter dem Titel"Im Nacken das Sternemeer" präsentierte das Jüdische Museum einen selektiven Querschnitt aus dem Schaffen von Ludwig Meidner. Der Maler und Grafiker Meidner(1884 – 1966) zählt zu den bedeutenden Vertretern des deutschen Expressionismus. In Österreich ist der Zeitgenosse Kokoschkas und Oppenheimers kaum bekannt. Hierzulande war es den Nationalsozialisten vorbehalten, Meidner im Rahmen der Gräuel- und Propagandaausstellung „Entartete Kunst" prominent zu präsentieren. Das"Selbstbildnis"(um 1912) war auch Teil der Ausstellung. Der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Schlesien fühlte bereits in jungen Jahren die Berufung zur Malerei in sich. Erstmals der Öffentlichkeit präsentierte sich Meidner in der Berliner Galerie"Der Sturm" von Herwarth Walden, wo er 1912 ausstellte. Die von Futurismus und Kubismus geprägten Arbeiten aus seiner expressionistischen Zeit zwischen 1912 und 1916 gelten als seine wichtigsten. Gemeinsam mit Jakob Steinhardt und Richard Janthur gründete Meidner 1912 die Künstlergruppe"Die Pathetiker". Damals erregte Meidner das Interesse der"Brücke"-Maler. Mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Otto Mueller entstand ein reger Kontakt. Den Italiener Amedeo Modigliani hatte Meidner schon 1906/07 in Paris während eines Studienaufenthalts kennen gelernt. Diese Eindrücke aus Paris und seine ersten Jahre in Berlin finden in den Bildern seiner expressionistischen Zeit ihren Niederschlag: Bilder apokalyptischer Landschaften und zerstörter Städte spiegeln die düstere Vorahnung einer untergehenden Gesellschaft wider."Im Nacken das Sternemeer" verarbeitet diesen Weltsinn und die explosive Stimmung auch literarisch. 1922 brach Meidner mit seinen bisherigen politischen Idealen, suchte Trost in der Bibel. Naturalistische Darstellungen treten immer stärker in den Vordergrund, begleitet von einer Rückkehr zum Glauben, die eine Hinwendung zu Themen jüdischer und christlicher Mystik mit sich bringt. Die Nazis zwangen den Künstler in die Emigration. 1939 flüchtete er mit seiner Familie; nach bitteren Jahren des Exils in England kehrte Meidner in seine"Heimat" Deutschland zurück, wo er 1966 in Darmstadt starb. Im Mittelpunkt der Retrospektive standen neben wichtigen Ölbildern aus seiner expressionistischen Phase zahlreiche grafische Arbeiten, u.a. Städteansichten und Innenansichten aus der Berliner Metropolis, daneben weitere Arbeiten aus der Periode der Hinwendung zu religiösen Themen sowie ein repräsentativer Querschnitt aus seinem"neuen" Schaffen. 8. November 2001 – 5. März 2002(Museum Judenplatz) Projekt – Mahnmal- Riga Kurator: Gerhard Milchram Gestaltung: Christian Smeretschnic Eine Dokumentation über das Projekt im Simon Wiesenthal-Gedenkraum des Museums Judenplatz. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Baltikum im Jahre 1941 wurden in Riga ein Ghetto und in der Umgebung verschiedene Arbeitslager eingerichtet. Von den im Zeitraum Dezember 1941 bis Februar 1942 rund 4000 österreichischen Juden- Männer, Frauen und Kinder-, die nach Riga deportiert wurden, kamen die meisten in das Ghetto oder mussten im Lager Salaspils Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen wurden im nahe gelegenen Bikernieki-Wald erschossen. Von den insgesamt 20.000 aus dem Deutschen Reich nach Riga deportierten Juden überlebten nur 800 Personen die Selektionen, das Ghetto und die verschiedenen Konzentrationslager, unter ihnen rund 100 Österreicher. Auf Initiative von Ing. Erich Herzl wurde 1993 der Verein„Initiative Riga“ gegründet. Die Mitglieder des Vereines waren wie Herzl Hinterbliebene oder Freunde von nach Riga Deportierten, die sich das Ziel setzten, für die Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes in Riga ein würdiges Mahnmal zu errichten. Schließlich gelang es dem Verein mit organisatorischer Hilfe des Österreichischen Schwarzen Kreuzes die nötige Unterstützung für die Errichtung des Mahnmals zu erreichen: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, 16 deutsche Städte, aus denen Juden nach Riga deportiert wurden, und auch die Stadt Wien trugen zur Errichtung der Gedenkstätte im BikerniekiWald in Riga bei, die nach den Plänen des lettischen Architekten Sergej Rysh verwirklicht wurde. Anliegen von Rysh war es, für jedes Opfer der zehntausenden österreichischen, deutschen und tschechischen Juden, für die russischen Kriegsgefangenen, die ermordeten Antifaschisten und die Euthanasieopfer ein namenloses Grabmahl zu schaffen. Steine wurden auf die Anlage gesetzt, die erkennen lassen, dass der gesamte Ort ein einziger Hinrichtungsplatz war. Die Steine stehen dicht beieinander, so wie die Menschen bei ihrer Ermordung. Im Zentrum der Anlage, steht eine Art Kapelle mit einem Gedenkstein, die einen Ort für das Gedenken an die Toten bildet. Am 30. November wurde die gesamte Anlage eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben. 14. November 2001 – 24. Februar 2002 Displaced. Paul Celan in Wien 1947/48 Kuratoren: Peter Goßens, Marcus G. Patka Architektur: Dimitris Manikas Auf der Flucht vor Pogromen gelangte Paul Celan im Dezember 1947 als„displaced person“ von Bukarest kommend nach Wien, wo er bis Juli 1948 blieb. In diesen Monaten fand er Anschluss an die Avantgarde-Galerie Agathon um Ludwig Rochowanski und die Zeitschrift„Plan“ von Otto Basil, wo er einige Gedichte veröffentlichte. Hier lernte Paul Celan zahlreiche Persönlichkeiten wie Ingeborg Bachmann oder Milo Dor kennen, die seinen weiteren Lebensweg prägen sollten. Celans Verhältnis zum Wiener Surrealismus wurde in der Ausstellung ebenso beleuchtet wie ein Zeit- und Sittenbild dieser Periode österreichischer Geschichte nachgezeichnet wurde: die Problematik des Kulturbetriebes unter dem Viermächtestatus, die Armut und der beginnende Wiederaufbau, die Situation der Juden in Wien angesichts eines neuen Antisemitismus auf der einen und der Gründung Israels auf der anderen Seite. Auslandsausstellungen des Museums(Auswahl) Sei stark und mutig! Jüdische Jugendbewegungen. ( I had a dream... Austrian Zionist Youth Movements.) “Kiriat Moriah”, Jerusalem: 1. Juli – 6. November 2001 Clubhouse of Israel Scouts Movement, Tel Aviv/Jaffo: 13. November – 22. Dezember 2001 Compilationsausstellung von Heute in Wien. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Harry Weber Und Zwischen Ost und West – Galizische Juden in Wien Bracs: 28. September – 5. Oktober 2001 Zagreb: Oktober – November 2001 Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter. Brüssel, Königliche Bibliothek: 19. April – 31. Mai 2001 Antwerpen, Zentrum für Weltkultur: 9. Dez. 2001 – 20. Jänner 2002 Wiener Einstellungen. Fotografien von Lisl Ponger Budapest, Bálint Jüdische Gemeinde: 4. März –1. April 2001 Ludwig Hirschfeld-Mack. Bauhäusler und Visionär Jüdisches Museum Frankfurt am Main: 13. Dezember 2000 – 22. April 2001 Brennende Synagogen Varosi Hangverseny es Kiallitoterem: 5. – 30. Juni 2001 Jüdische Gemeinde Keszthely: 12. – 26. August 2001 Synagoge Nagykanizsa: September 2001 Reise an kein Ende der Welt Jüdisches Museum Frankfurt am Main: 22. November 2001 – 24. Februar 2002 LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen Amtsausstattung(Geräte) Buchankäufe Buchankäufe für internationalen Tauschverkehr Druck von Publikationen Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse(Buchbinder) Externe wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten) Verfilmungen, Restaurierungen Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten(Spezialmaterial, Übersiedlung) Mitgliedsbeiträge Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Baumaßnahmen, Betriebskosten: Errichtung des Holocaust-Mahnmals auf dem Judenplatz/Rate 2001 Errichtung Museumsquartier, einschließlich Vorplatz/Rate 2001 Museumsquartier-Marketing/Anteil Stadt Wien Bauliche Investitionen Historisches Museum, Hermesvilla und andere Außenstellen Betrieb Jüdisches Museum Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter, etc. Zuführung in Sonderrücklagen Stadtarchäologie Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Abgeltung Energiekosten Projektförderungen Neue Wiener Gruppe Institut für den Donauraum Sigmund Freud-Gesellschaft Summe LIKUS Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe Altstadtsanierung Denkmäler, Denkmalbrunnen Sonstiges Summe LIKUS Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Aktivitäten in Fußgeherzonen Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Summe LIKUS Hauptkategorie 3: Alltagskultur 23.051,82 33.160,03 3.487,86 11.016,77 2.884,68 5.060,28 8.720,74 12.529,67 9.875,51 4.344,24 661,69 16.119,49 17.645,69 2.255.837,66 415.280,28 1.452.435,84 4.091.480,56 436.037,01 639.693,12 4.704.236,96 2.370.938,17 59.083,01 123.695,97 101.714,97 114.919,45 87.207,39 17.441,48 29.069,14 65.405,55 17.410.035,03 7.183.056,77 631.317,17 129.917,98 7.944.291,92 941.689,14 153,49 545.046,26 690.391,92 327.027,75 2.504.308,56 LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur Druckkostenbeiträge: Album Verlag Böhlau Verlag Buchmarketing Czernin Verlag Dachs Verlag Das Jüdische Echo Deuticke Verlag Drachengasse Droschl Verlag Edition ch. Edition das Fröhliche Wohnzimmer Edition Doppelpunkt Edition Korrespondenzen Edition Praesens Edition Selene Edition Splitter Edition Vabene Ephelant Verlag Gesellschaft für Theaterethnologie Gin Beans Club Herbstpresse Illustrierte Neue Welt Institut für Geschichte der Juden in Österreich Jung und Jung Verlag Kolik Kultur Agentur Sonnenwind Kulturverein Die Brücke International Literaturkreis Podium Literaturzeitschrift Der Pudel Mandelbaum Verlag Milena Verlag NÖ-Rundschau Ohrbuchverlag Österreichisches Literaturforum Otto Müller Verlag Passagen Verlag Paul Zsolnay Verlag Picus Verlag Residenz Verlag Ritter Verlag Studien Verlag Theodor Kramer Ges. Triton Verlag Uhudla Verlag Verein Exil Verlag Kitab Verlag Octopus Verlag Sisyphus Verlag Turia& Kant Vindobona Verlag Viza Edition Artelier Wieser Verlag Buchankauf Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing 4.360,37 4.360,37 1.453,46 8.212,03 6.540,56 7.267,28 4.360,37 2.180,19 7.267,28 1.889,49 2.761,57 8.357,38 2.906,91 3.633,64 5.886,50 1.453,46 3.997,01 2.906,91 1.090,09 726,73 1.453,46 726,73 1.453,46 9.447,47 1.453,46 2.180,19 1.816,82 4.360,37 726,73 4.360,37 8.720,74 726,73 1.453,46 3.633,64 3.633,64 10.900,93 4.723,73 4.723,73 5.450,46 2.180,19 2.906,91 5.087,10 5.450,46 726,73 8.720,74 2.180,19 2.180,19 6.177,19 1.453,46 1.453,46 2.688,89 3.633,64 5.087,10 72.395,70 31.976,05 Das freie Radio in Wien Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Gesellschaft für Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung Gruppe Wespennest Hauptverband d.Österr. Buchhandels Kulturverein Schäfergasse Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Literatur im März Kunstverein Wien- Tage der irischen Literatur Literaturkreis Podium Milena Verlag Multi Art Österreichische Gesellschaft für Literatur Österreichischer P.E.N. Club Österreichischer Schriftstellerverband Phalanx Web Management& Consulting Projektförderungen Projektgruppe Wörterbuch der Fackel Schule für Dichtung in Wien Theater ohne Grenzen Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein eurozine Verein Sisyphus Verein Wespennest Summe LIKUS Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher 3. CD-Roms Handschriftensammlung Musiksammlung Auswärtige Buchbinder Mikrofilme Leitbild-Entwicklung Ausstellungen inkl. Kataloge Sonstige Ausgaben Summe LIKUS Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen Aktionsradius Augarten Beitrag für Kongressförderung und-werbung Culture Meeting Point Europäisches Forum Alpbach IG- Kultur Wien Institut für Kulturkonzepte Internationaler Frauenverband Internationales Auschwitzkomitee Israelitische Kultusgemeinde Kulturverein Campus Kulturverein Pars Kulturverein Vorgarten Kuratorium"Rettet den Wald" 3.633,64 71.219,38 25.435,49 20.348,40 6.759,57 6.540,56 1.453,46 50.870,98 254.354,92 29.069,13 3.633,64 4.360,37 7.267,28 7.267,28 6.540,56 6.540,56 72.672,83 72.672,83 87.207,40 87.207,40 36.336,42 27.902,73 23.255,31 32.702,78 2.906,91 28.342,41 1.284.357,96 27.242,00 61.696,00 5.421,00 243.253,00 314.953,00 40.076,00 8.980,00 3.997,00 54.735,00 29.539,00 789.892,00 36.336,42 646.788,22 10.174,20 3.052,26 29.069,13 26.162,22 2.180,19 2.616,22 32.702,78 5.450,46 1.816,82 2.180,19 3.633,64 Österreichischer Akademischer Austauschdienst Public Netbase Sommerhochschule der Universität Wien Verein Echo Verein Exil Verein Jewish Welcome Service Verein Kulturschmiede Verein Ultra Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kinder- und Jugendbuchpreis Dr. Karl-Renner-Preis Förderungspreise Summe LIKUS Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik Förderung Wiener Unterhaltungsmusik: Verband der Konzertlokalbesitzer Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: 1.Frauen-Kammerorchester von Österreich Arnold Schönberg-Center Ernst Krenek-Institut Fritz Kreisler Gesellschaft Gesellschaft der Musikfreunde Gustav Mahler-Jugendorchester Komponistenförderung Kulturverein Narrendattl Kulturverein Voice Mania Kunstverein OFF Kunstverein Wien, Kinderklang Kunstverein Wien, Musikprojekte Kunstverein Wien, Orgelkonzerte Musikalische Jugend Österreichs Österreichisches Volksliedwerk Planet music media Projektförderungen Schubert Gesellschaft Wien Lichtental Universität für Musik und darstellende Kunst Verein der Freunde des Wiener Kammerorchesters Verein Ensemble 20. Jahrhundert Verein Hot Club de Vienne Verein IG Jazz Wien Verein Jazz Fest Wien Verein Klangforum Wien Verein Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Verein MICA Verein Musica Juventutis Verein Musikalische Jugend Österreich Verein Orpheus Trust Verein Porgy& Bess Verein Wiener Akademie Verein Wiener Jeunesse Orchester Verein Wiener Kammeroper Verein Wien-Modern Verein zur Erhaltung der St. Johannes Nepomukkapelle 8.720,74 72.672,83 4.651,06 5.450,46 18.168,21 72.672,83 1.090,09 6.903,92 13.173.424,42 87.207,40 7.994,01 43.603,70 48.690,80 14.353.413,22 138.078,39 36.336,42 738.071,95 72.672,83 3.633,64 784.666,61 181.682,09 36.336,42 18.168,21 14.534,57 109.009,25 89.387,59 69.039,19 29.069,13 219.471,96 97.111,32 291.418,07 478.913,98 14.534,57 21.801,85 72.672,84 54.504,63 21.801,85 116.276,53 345.195,96 348.829,60 36.336,42 94.474,68 18.168,21 167.147,52 43.603,70 87.207,40 50.870,98 54.504,62 26.435,49 654.055,51 5.813,83 Verein zur Förderung innovativer Kunst und Kultur Vienna Art Orchestra Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Meisterkurse Wiener Musikgalerie Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Baukosten: Gesellschaft der Musikfreunde Summe LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Förderungsbeiträge an Theater: Ateliertheater Drachengasse 2 Theater Ensemble Theater Erstes Wiener Lesetheater Experiment am Liechtenwerd Faust Wien AufführungsgmbH Gesellschaft für Musiktheater Gruppe 80 IG Freie Theaterarbeit Inter Thalia Theater Interkult Theater International Theatre Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Kabarett Niedermair Kammeroper Kleine Komödie Komödie am Kai Kulturverein Offerte Lederers Theater am Schwedenplatz LINK Kosmos Frauenraum Neue Volkskomödie Point of Music Pygmalion Theater Raimundtheater Schauspielhaus Schönbrunner Schloss Marionettentheater Szene Wien Tanztheater Melange Theater an der Wien Auersperg 15 Theater Gloria Theater Theater Center Forum Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater des Kindes Theater in der Josefstadt Theater m.b.H. Theater Spielraum Theater zum Fürchten Theater Brett Theatergruppe T-Cup Theatermanufaktur Stodola Theaterverein Wien 54.504,63 36.336,42 1.053.756,10 61.771,91 43.603,70 10.537.560,95 50.870,98 1.816.820,85 19.297.063,35 1.944,73 58.138,27 472.373,42 581.382,67 7.267,28 36.336,42 1.017.419,68 47.237,34 690.391,92 50.870,98 581.382,67 225.285,79 145.345,67 18.168,21 109.009,25 697.659,21 290.691,33 32.702,78 36.336,42 21.801,85 436.037,01 25.435,49 18.168,21 43.603,70 6.363.233,36 1.199.101,77 11.801,86 36.336,42 3.633,64 8.098.660,64 181.682,09 58.138,27 58.138,27 3.415.623,21 196.216,65 10.900,93 7.739.656,84 254.354,92 130.811,10 181.682,09 159.880,24 32.702,78 18.168,21 853.905,80 Tribüne Unit f~Büro für Mode Verein Alma Verein Arbos Verein Camera Magenta Verein Freie Bühne Wieden Verein Freunde und Förderer des Rabenhoftheaters Verein ImPuls Tanz Verein Macht des Staunens Verein Metropol Verein Odeon Verein Stadtkultur 2010 Verein Wiener Tanzwochen Verein zur Vertretung künstlerischer Positionen und Projekte Volkstheater Volkstheater in den Bezirken Wiencom Werbeberatungsgesellschaft Wiener Interkult Theater Wiener Tourneetheater Wiener Volksbildungswerk Baukosten: Auersperg 15 Theater Beinhardt Ensemble Beinhardt Ensemble Bezirksmuseum Donaustadt Cross Cultural Communication Das Studio Die Kulisse Drachengasse 2 Theater Einmaliges Gastspiel Galerie in der Stadtinitiative Gloria Theater Gruppe 80 Inter Thalia Theater Inter Thalia Theater Kabarett Stadnikow Kabinett ad Co Kabinett ad Co Kleine Komödie BetriebsgesmbH Komödie am Kai Kosmos Frauenraum Kulisse Kulturverein Atti Impuri Kulturverein C7 Kunstverein Lady Chutney Verein Odeon Österreichischer Komponistenbund Puppentheater Lilarum Schauspielhaus Schönbrunner Schloss Marionettentheater Stadtinitiative Wien Stadtinitiative Wien Tanzatelier Wien Tanzatelier Wien Tanzquartier Wien Tanzquartier Wien Tanztheater Performance 65.405,55 126.276,53 25.435,49 8.720,74 3.633,64 130.811,10 654.055,51 654.055,51 43.603,70 581.382,67 690.391,92 10.900,93 726.728,34 7.267,28 5.719.352,05 654.055,51 3.633,64 10.900,93 43.603,70 21.801,85 7.412,63 5.087,10 12.645,07 145.345,67 6.758,57 5.087,10 14.930,63 7.267,28 3.778,99 218,02 72.672,83 18.894,94 58.138,27 52.324,44 10.174,20 1.816,82 10.726,51 83.573,76 8.357,38 105.375,61 25.435,49 3.633,64 2.906,91 4.433,04 21.801,85 2.180,19 35.609,69 7.267,28 41.186,53 44.112,41 5.087,10 98.035,65 28.124,39 1.980.334,73 323.897,37 21.801,85 Tanzwerkstatt Wien Auersperg 15 Theater Theater des Augenblicks Theater im Ohrensessel Theater in der Josefstadt Theater ohne Grenzen Theater zum Fürchten Theatermanufaktur Stodola Theaterverein Globus Theaterverein Wien Theaterverein zum aufgebundenen Bären Verein Artact Verein Exil Verein Vita Volkstheater Wiener Kammeroper Wiener Volksbildungswerk WUK Freie Gruppen Erstes Wiener Lesetheater Adivision Affiche Akemi Takeya Aktionstheater Ensemble amfimixis Ampe Geusau Arche Artact Artelier Intermedia Artificial horizon Assitej Kulturverein Atti impuri Auf Grund Bernhard Ensemble Best before Bilderwerfer Broadway Piano Bar Büro für Kulturvermittlung Carambolage Carinth- Bergmann Ensemble Carpa Theater Chanson 2001 ChoreographInnen Kooperation Chris Haring Chroma Clini Clowns Commedia 2000 CSD Wien D.E.A.F. Dance Web Dans.Kias Die Menschenbühne Die Mischpoche Divina Komödie Dokumenta Dramatic services Dynamo Echo 18.168,21 21.801,85 21.801,85 3.633,64 290.691,34 29.115,79 14.534,57 2.180,19 3.633,64 109.009,25 2.200,97 6.540,56 2.180,19 21.801,85 210.751,22 290.691,34 18.168,21 17.005,44 5.594.354,77 14.534,57 12.354,38 21.801,85 27.615,68 101.741,97 2.180,19 14.534,57 2.906,91 101.741,97 14.534,57 15.988,02 14.534,57 5.813,83 2.180,19 10.900,93 3.807,84 109.009,25 10.900,93 5.450,46 6.540,56 21.801,85 2.906,91 5.450,46 12.354,38 36.336,42 3.633,64 3.633,64 18.168,21 87.207,40 10.900,93 36.336,42 50.870,98 10.900,93 9.447,47 3.633,64 14.534,57 25.435,49 3.633,64 2.180,19 Echoraum EigenArt Elternverein Brigittenauer Gymnasium Ensemble 20. Jhdt. Ensemble 90 Ensemble adhoc Ensemble Parnass Erinnerungstheater Wien European Group Theatre Extended movement Foxtrott und Moritz Grünschnabel Hauptschule Herzgasse IG Freie Theaterarbeit IG Freies Theaterhaus für Kinder Institut für Sportwissenschaft K.U.SCH. Kabinett ad Co Kabinetttheater Kaleidoskop Kindertheater Amal kis.production Kroatischer Kulturhort Kulturverein Energie Kulturverein KAOS Kulturverein Labalábá Kunstverein"Term" Kunstverein Lady Chutney Kurd. Kulturverein Jarestan L.E.O. Lalish Theaterlabor Laroque Dance Company Larry Fanclub Le theatre de funambule Lebendes Theater Lux flux Märchenbühne Apfelbaum Maschek Modernes Tanztheater MOKI Moop MRT-Art-Project Mumbling Fish Musikwerkstatt Wien Netzzeit Neu Wien Neue Oper Wien New Media-X-Press nomad-theatre Offenes Theater international Österreichischer Tanzrat Österreichisches Theater Pilottanzt Pink Zebra-Theatre Pleasure Tone Pogmahon.Company Projekttheater Projekttheater Vorarlberg 116.276,53 1.453,46 2.906,91 10.174,20 3.633,64 10.900,93 7.267,28 8.720,74 6.540,56 2.906,91 581,38 4.360,37 3.633,64 57.411,54 1.162,77 2.906,91 7.267,28 14.534,57 39.970,06 2.906,91 2.906,91 47.237,34 6.540,56 3.633,64 3.633,64 2.906,91 2.180,19 6.540,56 2.180,19 7.267,28 6.540,56 2.180,19 4.360,37 726,73 36.336,42 14.534,57 44.330,43 2.180,19 87.207,40 21.801,85 43.603,70 1.453,46 8.720,74 218.018,50 327.027,75 1.453,46 436.037,01 14.534,57 30.159,23 10.900,93 2.180,19 145.345,67 94.474,68 10.900,93 16.714,75 25.435,49 101.741,97 4.360,37 Puppentheater Lilarum Rabenhof.Theater Repräsent Salto Sargfabrik Schmetterlinge Schönbrunner Schloß-Marionettentheater Second nature Theater der Showinisten Sinnpause Kunst- und Kulturverein Skorbut Sonnenschein ex infra St. Balbach Art Produktion Stadttheater Wien Szene Bunte Wähne T Junction Tanzatelier Wien Tanzparent Tanztheater Homunculus Tanztheater Luz Tanztheater Wien Tanzverein Erdberg T-cup Teatro Caprile Teatro Caprile Th.z.aufgebundenen Bären Theater am Ort Theater am Strom Wien Theater des Augenblicks Theater enigma Theater Foxfire Theater Fremdkörper Theater im Ohrensessel Theater ohne Boden Theater ohne Grenzen Theater Schauwerk Theater Trekjop Theater Unser Theater wozek Theater Yby Theater.Punkt Theatercombinat Theaterverein Barfuss Theaterverein Forum K Theaterverein Globus Theaterverein Knoten Theaterverein Melodrom Theaterverein Wien Theaterwerkstatt Theatre de l'instant Theatro Piccolo Tiko Theater in Koffer TOC Theater Totales Theater Toxic Dreams Tripoint Trittbrettl Verein"Im Tanz" 145.345,67 36.336,42 7.267,28 72.672,83 50.870,98 27.615,68 10.000,00 58.138,27 72.672,83 39.970,06 14.534,57 8.720,74 1.090,09 43.603,70 65.405,55 27.615,68 181.682,09 8.720,74 181.682,09 21.801,85 159.880,24 8.720,74 21.801,85 2.906,91 23.255,31 66.859,01 8.720,74 13.081,11 36.336,42 15.988,02 31.685,36 2.180,19 9.447,47 5.813,83 72.672,83 7.267,28 2.906,91 2.180,19 7.267,28 2.180,19 15.988,02 36.336,42 2.906,91 32.702,78 2.906,91 7.267,28 21.801,85 12.354,38 2.906,91 5.087,10 7.267,28 3.633,64 12.354,38 43.603,70 41.423,52 3.633,64 21.801,85 2.609,91 Verein Ariadne Verein Atelier Grauenfruppe Verein Delphin Verein der Phantasten Verein für emanzipatorische Erziehung sogx.net - Verein für Multimediaprojekte Verein Irrwisch Verein Kunstgriff Verein Lichtblick Verein Multikids Wien Verein Nova Verein PartnerInnen Verein Perform Verein Romanodrom Verein Tanz Theater Performance Verein Tanzdirection Verein Via Verein Wiener Frauenheim Verein zur Förderung unnutzer Praktiken- Miki Malör Verein zur Zeit 4er Allianz Vis Plastica Vladimir und Estragon Volksschule Gumpendorferstraße W.U.T. Wiener Cammer Theater Wiener Comedy Wiener Kinderoper Wiener Kindertheater Wiener Taschenoper Wiener Theaterey Wiener Vorstadttheater Wienstation WUK Zoon Summe LIKUS Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst IG Bildende Kunst Fotogalerie Wien Gesellschaft bildende Künstler Österreichs- Künstlerhaus Kindermuseum Kunsthalle Wien Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Alte Schmiede Kunstverein Wien- Artothek Museum auf Abruf Österreichische Gesellschaft für Architektur Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Verein Architekturzentrum Wien Verein Basis Wien Verein Blumberg Verein Wien Heldenplatz Wiener Secession Summe LIKUS Hauptkategorie 9: Bildende Kunst 54.786.334,80 18.168,21 14.534,57 138.078,38 1.264.507,32 6.322.536,57 733.995,63 54.504,63 9.447,47 181.643,67 10.900,93 17.441,48 116.276,53 472.373,42 29.069,13 14.534,57 7.848,67 287.057,69 9.692.918,87 10.900,91 2.906,91 1.453,46 5.087,10 363,36 10.900,93 10.174,20 3.633,64 2.180,19 25.435,49 3.633,64 1.816,82 23.982,04 6.540,56 3.633,64 363,36 123.543,82 1.090,09 58.138,27 28.342,41 65.405,55 36.336,42 3.633,64 1.453,46 134.444,74 3.633,64 7.267,28 3.633,64 29.069,13 109.009,25 2.180,19 10.900,93 14.534,57 21.801,85 10.900,93 LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften ARGE Österreichische Drehbuchautoren Diagonale Forum Österreich Freiluftkino Filmarchiv Austria Institut Pitanga Jungfilmerförderung Kinoförderung Öst.Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Kultur Österreichisches Filmarchiv- Austria Österreichisches Filmmuseum Sixpack Film Stadtkino St. Balbach Verein zur Förderung und Vermittlung von Wissenschaft und Kultur Wiener Filmfestwochen- Viennale Filmfonds Wien Summe LIKUS Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren Verein Kulturnetz WUK, Jahressubvention Summe LIKUS Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe LIKUS Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration kulturelle Betreuung von Gruppen Kulturverein Österreichische Roma Österr. Ost- und Südosteuropa-Institut UESCO- Arbeitsgemeinschaft Burgenländisch-kroatisches Zentrum Initiative Minderheiten Verein Hallamasch Interkulturelle Aktivitäten Summe LIKUS Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen Wiener Festwochen Musiksommer-Klangbogen und Osterklang 25.435,49 14.534,57 94.474,68 196.216,65 21.801,85 362.647,44 726.728,34 26.525,58 87.207,40 174.414,80 43.603,70 210.751,22 7.267,28 47.237,34 1.316.177,70 7.994.011,76 11.349.035,80 188.949,37 1.090.092,51 1.279.041,88 77.323,90 14.534,57 43.603,70 135.462,17 19.663,02 94.474,68 2.180,19 11.075,12 21.801,85 14.534,57 50.870,98 1.261.564,06 1.476.164,47 12.223.570,71 5.282.523,81 Blasmusikfest Bundesländertag Lebendige Weihnacht Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Verein Wiener Stadtfeste Kulturverein Alsergrund Verein Wiener Kulturservice AICE Intern. Jugendmusikfest Summe LIKUS Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 244.848,47 55.986,98 52.639,73 50.870,98 661.322,79 21.801,85 1.322.645,58 61.771,91 19.977.982,81 FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagament erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. Alle Beträge in EURO LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung LIKUS- Hauptkategorie 15: Intern. Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 17.410.035,03 7.944.291,92 2.504.308,56 1.284.357,96 789.892,00 14.353.413,22 19.297.063,35 54.786.334,80 9.692.918,87 11.349.035,80 1.279.041,88 135.462,17 1.476.164,47 19.977.982,81 161.980.302,84 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 2000 HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR UND WISSENSCHAFT DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR DR. ANDREAS MAILATH-POKORNY ª 2001 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Walter Obermaier(MA 9) Dr. Günter Düriegl(MA 10) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Wiener Filmfonds) Dr. Karl Albrecht-Weinberger(Jüdisches Museum der Stadt Wien) Cover: Mahnmal- Museum Judenplatz Grafik: Mag. Anna-Maria Friedl Druck: A. Holzhausens Nachf., A-1140 Wien Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.wien.gv.at/ma07/ VORWORT KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik Theater Literatur Bildende Kunst Kunsthalle Wien Alltagskultur Altstadterhaltung und Denkmalpflege Bezirksmuseen Ehrungen Interkulturelle Aktivitäten Stipendien Film und Video Wiener Filmfinanzierungsfonds Wiener Festwochen Beratungsstelle für Kulturarbeit WIENER STADTUND LANDESARCHIV(MA 8) WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) MUSEEN DER STADT WIEN(MA 10) Jüdisches Museum der Stadt Wien INHALT VORWORT Der Kunst- und Kulturbericht für das Jahr 2000 gilt einem Zeitraum, der noch die vergangene Legislaturperiode umfasst. Das Wiener Kulturleben hat in dieser Zeit eine gute Entwicklung genommen, zu der sicherlich auch eine gute Zusammenarbeit in der Stadtregierung wesentlich beigetragen hat. Meinem Vorgänger ist jedenfalls für seine Amtsführung zu danken, in der für Wien wichtige Akzente gesetzt wurden. Im Rückblick auf das Jahr 2000 tritt ein Ereignis besonders hervor, das in seiner Bedeutung für die Auseinandersetzung Wiens mit seiner Vergangenheit, aber auch für die Zukunft der Stadt nicht hoch genug eingeschätzt werden kann: die Enthüllung des Mahnmals auf dem Judenplatz und – damit verbunden – die Fertigstellung des gesamten Projekts Judenplatz, mit dem Wien einen weltweit einzigartigen Ort des Gedenkens und Erinnerns, aber auch einer perspektivischen Zukunftsbetrachtung gewonnen hat. Dass sich der Judenplatz heute so beeindruckend präsentiert, mit dem Mahnmal, den Ausgrabungen, dem musealen Bereich und den Gedenkstätten, ist das Ergebnis eines langen Denk- und Diskussionsprozesses, der sich für die Stadt in mehr als einer Hinsicht gelohnt hat. Zunächst einmal für das Projekt selbst, das erst über diese Phase gemeinsamer Überlegungen zu seiner heutigen visionären Bedeutung und Komplexität gefunden hat, aber auch generell für die Stadt, für ihre Diskussionskultur, für ihre Orientierung in einem gemeinsamen Europa, das der Menschenwürde, der Achtung voreinander verpflichtet ist. Geht man heute über den Platz, so spürt man die Spiritualität, die vom Mahnmal, die von der gesamten Gestaltung ausgeht, spürt man, wie er einlädt, mitten im Herzen Wiens eine neue Hoffnung des„Nie mehr wieder“ zu artikulieren. Mit diesem Platz, mit diesem Mahnmal wollte und will die Stadt ein Zeichen setzen, dass in dieser Gesellschaft kein Platz für Vorurteile, für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, für Menschenverachtung und auch für Gleichgültigkeit sein darf. Zugleich zeigt die geglückte Lösung am Judenplatz, dass Politik gestalten kann und gestalten muss, dass substantielle politische Überlegungen auch zu guten Ergebnissen führen. Der ursprüngliche, der erstrebte und oft in Frage gestellte Anspruch des Mahnmals, des gesamten Platzes, über die künstlerische Annäherung das Unbegreifliche des Geschehenen erfassen zu können, hat sich erfüllt. Damit ist der Platz des Gedenkens auch zu einem Platz der Zukunft geworden. Diesem Zeichen, diesem Symbol müssen aber auch konkrete Taten in anderen Bereichen zur Seite gestellt werden. Dazu zählt ganz wesentlich die Rückgabe von unrechtmäßigen und bedenklichen Erwerbungen aus den Sammlungen der Stadt Wien, die im Jahr 2000 entschlossen vorangetrieben wurde. Mit dem Gemeinderatsbeschluss vom April 1999 hat sich die Stadt Wien verpflichtet, jene Kunstund Kulturgegenstände aus den Museen, Bibliotheken, Archiven und sonstigen Sammlungen der Stadt an die ursprünglichen Eigentümer und deren Rechtsnachfolger zurückzugeben, die aufgrund der historischen Ereignisse von 1938 bis 1945 oder auch in den Nachkriegsjahren unter nicht rechtmäßigen Bedingungen erworben wurden. Es ist dies in jedem Fall eine große Verpflichtung, wobei ausschließlich den Empfehlungen einer unabhängigen Kommission Folge geleistet wird. Heute, etwas mehr als zwei Jahre nach dem Beschluss des Gemeinderates, laufen im Historischen Museum der Stadt Wien die Prüfungen von rund 100 Sammlungen, eine ganze Reihe von teilweise bedeutenden Kunstgegenständen ist bereits restituiert worden. Gleiches gilt für die Stadt- und Landesbibliothek, die die Recherchen über die Erwerbungen dieser Ära bereits abgeschlossen hat. Erst dieser Umgang mit unserer Kulturgeschichte, auf dem Fundament der Wahrheit und Klarheit, berechtigt uns, mit der Rückholung verlorener Kulturgüter an die große Vergangenheit der Stadt, aber auch an die im Exil fortgeschriebene Kulturgeschichte anzuknüpfen: so wie mit der Heimholung des Schaffens von Arnold Schönberg, von Alexander Zemlinsky, von Ernst Krenek, Friedrich Kiesler, Max Reinhardt oder anderen Künstlern. Damit wurde ein Neubeginn im Umgang mit der Vergangenheit gesetzt, zumindest der Versuch gemacht, eine Schuld an den vertrieben gewesenen Künstlern abzutragen, und der Jugend eine Perspektive gegeben, sich mit ihren verloren geglaubten kulturellen Wurzeln auseinander zu setzen. Es ist schön, dass diese Auseinandersetzung auch mit heute noch lebenden Künstlern geführt werden kann. Jakov Lind und Frederic Morton etwa kommen immer wieder nach Wien, weil sie hier wieder künstlerische und menschliche Anknüpfungspunkte gefunden haben, der vielfach Oscar-gekrönte Produzent Eric Pleskow hat soeben für eine weitere Periode die Präsidentschaft der„Viennale“ übernommen, eine ganze Reihe weiterer exilierter Wissenschaftler und Künstler wurden mit Auszeichnungen der Stadt geehrt und damit wieder in Kontakt zu Wien gebracht. Die Beschäftigung mit dieser Zeit, mit den Menschen, die sie geprägt haben, mit ihrer Kunst ist auch unter dem Aspekt der Notwendigkeit der generellen Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur zu sehen. Kunst und Kultur geben erst einer Gesellschaft das geistige und moralische Rüstzeug, um sich in Zeiten der Versuchung zu bewähren. Die Kunst dient damit einem Ziel, wie wir es in der Zukunft eines geeinten Europas sehen. Und gerade Wien, das immer schon ein Schmelztiegel und ein europäisches Zentrum der unterschiedlichsten Kulturen war, sollte zu diesem Ziel beitragen: durch ein vorurteilsfreies Zusammenleben und ein gewaltloses Miteinander der verschiedensten ethnischen, religiösen und kulturellen Gruppen – und mit dem Einsatz des unglaublichen Potentials an Kreativität, die ein solches Aufeinandertreffen verschiedenartiger Menschen mit sich bringt. Wien könnte damit an die große Ära der Jahrhundertwende um 1900 und jener der Zwischenkriegszeit anschließen – an jene kulturelle und wissenschaftliche Rolle der Stadt, die uns heute auch Verpflichtung sein muss. Dazu bedarf es Mut und visionärer Kraft, um Wien in Zeiten des europäischen Zusammenwachsens als Stadt der internationalen Begegnung zu konzipieren – im Zeichen jenes freien Friedens-Europas, an das die Gründerväter der europäischen Integration geglaubt haben- ein Anliegen, zu dem gerade eine lebendige, offene Kulturszene ihren Beitrag leisten kann. Dr. Andreas Mailath-Pokorny KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK 2000 wurden zahlreiche Musikerjubiläen gefeiert. Jahresregent war der Barockkomponist J.S.Bach. Neben Aufführungen seiner großen Passionen und Oratorien versuchte man auch in zahlreichen Symposien und Forschungsarbeiten sich diesem genialen Musiker und seinem einzigartigen Werk weiter zu nähern. Einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts war zweifellos Ernst Krenek. Aus Anlass seines 100. Geburtstages bildeten seine Kompositionen einen Schwerpunk für viele zeitgenössische Ensembles, von denen hier u.a. das Klangforum Wien, das Ensemble des 20.Jhdt., das Ensemble Kontrapunkte und das Ensemble Wiener Collage erwähnt seien. Eine Ausstellung über den Komponisten wurde in Zusammenarbeit zwischen der Kulturabteilung und der Magistratsabteilung 9 gestaltet. Nach der Premiere in der Wiener Staatsoper präsentiert sich diese Ausstellung auch in Berlin, Köln und Prag. Federführend beim Symposion zum Thema"Karl V" war das Krenek Institut Wien. Robert Stolz, einer der letzten bedeutenden Operettenkomponisten, wurde vor 120 Jahren geboren. Neben einem Festkonzert im Rahmen des Klangbogens unter der Mitwirkung von Marcel Prawy, hat auch das Johann Strauss Orchester eine Hommage an diesen Komponisten gebracht. Gedacht wurde auch an weitere Meister dieses Genres. Die Operettenklasse des Konservatoriums der Stadt Wien spielte Jacques Offenbachs(120.Todestag) ersten großen Erfolg"Orpheus in der Unterwelt". Zum 130. Geburtstag von Oscar Straus fand unter der Teilnahme der Enkelin des Komponisten ein Konzert statt. Die Israelitische Kultusgemeinde gedachte des bedeutenden Kantors Salomon Sulzer(110. Todestag) in einem Konzert unter der Mitwirkung des derzeitigen Oberkantors der Gemeinde und der Wiener Sängerknaben. Auch 2000 war die Stadt Wien bemüht, eine große Anzahl musikalischer Formationen und die damit verbundene Bandbreite der Programmgestaltung, die vom Barock bis zur zeitgenössischen Moderne reicht, zu unterstützen. Stellvertretend seien hier die großen Veranstalter – Gesellschaft der Musikfreunde, Wiener Konzerthausgesellschaft und Musikalische Jugend Österreichs- genannt. Ob im kleinen Kammerkonzert oder im internationalen Festival, die Künstler finden interessante und innovative Aufgabengebiete. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Förderung des jungen Publikums und des musikalischen Nachwuchses, dem auch die Möglichkeit geboten wird, an Wettbewerben teilzunehmen und sich einem internationalen Vergleich zu stellen. Im Jahr 2000 fand neben dem Fritz Kreisler Violinwettbewerb auch der Belvedere Gesangswettbewerb statt. Die Generalsanierung des Wiener Konzerthauses wurde 2000 abgeschlossen. OsterKlang Wien 2000 14. bis 24. April 2000 Unter dem Motto„...die Zeit ist ohne End´...“ präsentierte das Festival OsterKlang Wien, das 2000 bereits zum vierten Mal stattfand, ein vielfältiges Programm. Die 15 Veranstaltungen(davon elf ausverkauft) an sieben Spielstätten wurden von 14.400 Menschen besucht, was einer Gesamtauslastung von 98,3 Prozent entspricht. Weiters konnte ein Einnahmenplus gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Wie schon in den vergangenen Jahren eröffneten die Wiener Philharmoniker das Festival im Wiener Musikverein: Unter Nikolaus Harnoncourt und mit Kurt Streit als Johannes spielten sie Franz Schmidts Oratorium Das Buch mit Sieben Siegeln, bereits zur Eröffnung einer der absoluten Höhepunkte von OsterKlang Wien 2000. Zwei außergewöhnliche zeitgenössische Werke prägten die folgenden Festivaltage: Am Palmsonntag wurde Hans-Jürgen von Boses Oratorium„... die Zeit ist ohne End´...“ durch das Münchener Kammerorchester u.a. mit Brigitte Fassbaender und Juliane Banse wenige Wochen nach der Uraufführung erstmals auch in Österreich zu Gehör gebracht. Der Festival-Beitrag zum Krenek-Jahr, die Aufführung von Kreneks A-cappella-Werk Lamentatio Jeremiae Prophetae, lag in den Händen von Marcus Creed und seinem RIAS-Kammerchor Berlin. Helmuth Rilling brachte mit seiner Internationalen Bachakademie Stuttgart Mozarts Requiem in einer neuen Fassung von Robert Levin zu Gehör, Martin Haselböck und seiner Wiener Akademie gelang mit Joseph Eyblers Auferstehungsmesse eine veritable Entdeckung. OsterKlang Wien 2000 bot damit ausländischen Kulturgästen auch zur Osterzeit ein hochkarätiges barockes und klassisches Musikangebot. Als weiterer Höhepunkt von OsterKlang Wien 2000 kann das zweitägige Gastspiel des London Philharmonic Orchestra unter Sir Roger Norrington und unter Bobby McFerrin im Wiener Konzerthaus bezeichnet werden. Das„Stimmwunder“ erhielt Ovationen für seine A Cappella-Improvisationen. Nach Ben Hur(1998) zeigte OsterKlang Wien im Jahr 2000 ein weiteres Meisterwerk der Stummfilmgeschichte: Carl Dreyers Stummfilm Die Passion der Jeanne d´Arc kam mit der Musik von Richard Einhorn zwei Mal im Odeon und damit erstmals in Österreich zur Aufführung. Die Stimmen der heiligen Jungfrau wurden von Anonymous 4 dargestellt, es spielte das Wiener KammerOrchester unter der Leitung von Marin Alsop. Ein zwar teures, aber einzigartiges Projekt, das nur beim Wiener OsterKlang zu sehen war. Am Ostersonntag gestaltete Kathleen Battle gemeinsam mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und den Wiener Sängerknaben das Oster.Nachtkonzert im Stephansdom und feierte damit den dritten Höhepunkt von OsterKlang Wien 2000. Das Abschlusskonzert im Musikverein stand ganz im Zeichen des Jahresregenten J.S. Bach. Il Giardino Armonico spielten mit den Geschwistern Labèque Bachs Konzerte für zwei, drei und vier Cembali auf speziell dafür rekonstruierten Silbermann-Klavieren. Das Konzert wurde vom ORF/Fernsehen aufgezeichnet und wurde somit auch zum kommerziellen Erfolg von OsterKlang Wien 2000. Nach den ersten beiden Jahren ebenfalls wieder sehr erfolgreich war das musikalisch-architektonische Projekt im Rahmen des Festivals, der Engelspfad: rund 10.000 Besucher„erwanderten“ sich so auf ungewöhnliche Weise ein Stück österliche Wiener Innenstadt. Veranstaltung/Preiskategorie Ort A B C DEF GH Wiener Philharmoniker 14.4., 15.4. Musikverein 1.200 1.050 900 760 620 500 380 200 Münchener Kammerorchester 16.4. Konzerthaus 600 510 420 330 240 150 RIAS-Kammerchor 17.4. Odeon 350 250 150 Bachakademie Stuttgart 18.4. Musikverein 680 600 520 450 350 280 200 150 London Philharmonic/McFerrin 19.4. Konzerthaus 820 720 620 520 420 330 240 150 London Philharmonic/Norrington 20.4. Konzerthaus 820 720 620 520 420 330 240 150 Parsifal 20.4., 22.4. Staatsoper 1.750 1.300 970 500 350 Voices of Light 21.4., 23.4. Odeon 450 350 250 Wiener Akademie 22.4. Hofburgkap. 450 250 Wiener Symphoniker 23.4. Musikverein 450 410 350 300 210 Kathleen Battle 23.4. Stephansdom 950 850 750 650 500 350 200 Il Giardino Armonico 24.4. Musikverein 680 600 520 450 350 280 200 150 OsterKlang Wien Intendanz: Rathausstraße 4 A-1010 Wien Tel: 4000/8400 Fax: 4000/99 8400 http://www.osterklang.at Kartenverkauf Stadiongasse 9 A-1010 Wien Tel: 427 17 Fax: 4000 99 8410 http://www.osterklang.at, tickets@osterklang.at KlangBogen Wien 2000 9. Juli bis 26. August 2000 Unter dem Motto„Zeitlos ist der Liebe Kraft“ präsentierte Wiens Sommermusikfestival ein anspruchsvolles, international anerkanntes Programm in den Bereichen Oper, Operette, Konzert und Kammermusik.- Über 28.000 Besucher bei 54 Veranstaltungen an sieben Spielstätten, eine Gesamtauslastung von rund 97 Prozent und eine sehr zufriedenstellende Steigerung der Kartenerlöse gegenüber dem Vorjahr waren dabei das Ergebnis der Festival-Bilanz. Wie schon in den vorangegangenen Jahren, war auch 2000 das Theater an der Wien wieder der zentrale Spielort, an dem nicht nur die fünf Vorstellungen von Jules Massenets lyrischer Oper Werther und die drei Aufführungen von Astor Piazzollas Tango Operita María de Buenos Aires zu erleben waren. Auch die sechsteilige Orchesterkonzertserie, bei der Stars wie Thomas Hampson, Johan Botha, Marc Minkowski, Rudolf Buchbinder, Vladimir Fedosejew, Michael Heltau und Marcel Prawy für künstlerische Höhepunkte sorgten, fand in diesem Theater statt. Insgesamt zählte man fast 15.000 Besucher im„KlangBogenFestspielhaus“, also etwa 50 Prozent des Festspielpublikums, womit das Festival seinem Kulturauftrag, der klassischen Bespielung des Theaters an der Wien, gerecht wurde. Insbesondere auch weil sämtliche Projekte große Wertschätzung von Publikum und Medien erfuhren. Mit dem Etablissement Ronacher wurde ein neuer Spielort für den KlangBogen erschlossen, der im Rahmen von KlangBogen Wien 2001 erneut für eine Operetten-Aufführungsserie genutzt wird. Bei einer Auslastung von 90 Prozent wurden die acht Vorstellungen der Strauß-Operette Wiener Blut nicht nur vom Publikum begeistert aufgenommen, sondern schlugen sich auch finanziell sehr positiv zu Buche. Den fünf Aufführungen von Massenets Werther im Theater an der Wien(Regie: Guy Joosten, Dirigent: Bertrand de Billy, in den Hauptrollen: Jennifer Larmore und Marcello Giordani) wurde von Presse und Publikum gleichermaßen große Anerkennung gezollt(Auslastung: 93%). Im Jahr 2001 wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bertrand de Billy und seinem Radio Symphonieorchester Wien mit einer Neuinszenierung von Verdis Luisa Miller fortgesetzt. María de Buenos Aires von Astor Piazzolla,(eine Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen), war restlos ausverkauft. Gidon Kremer sorgte mit seiner Kremer ATA Musica für die musikalische Umsetzung, Philippe Arlauds Inszenierung betonte den poetischen Charakter des Stücks. Kultstatus erlangt hat mittlerweile das Semper-Depot für Freunde des Modernen Musiktheaters: 2000 sorgten Wolfgang Rihms Kammeroper Jakob Lenz in einer Koproduktion mit der Neuen Oper Wien und Mihai Maniutius Jeanne d´Arc für ein stets ausverkauftes Haus. Letzteres Projekt betonte auch die Funktion Wiens als kulturelle Drehscheibe in Richtung Osteuropa. Jeanne d´Arc war ein Gastspiel der Koproduktion SMART(Select Managemet Art)- Nationaltheater Bukarest. Abgerundet wurde das Programm durch die drei Kammermusikserien im Palais Palffy, im Schubert Geburtshaus und im Palais Lobkowitz, bei denen u.a. die 32 Klaviersonaten von Beethoven, Das Wohltemperierte Klavier und die Violoncello-Suiten von J. S. Bach zur Aufführung kamen. Alle Konzerte waren ausverkauft.- Mit der Bespielung historischer Orte kommt das KlangBogen-Festival auch dem kulturtouristischen Aspekt erfolgreich nach. Veranstaltung/Preiskat egorie Ort A Werther Theater an der Wien 950 14., 18., 21., 25., 28.7. María de Buenos Aires Theater an der Wien 850 9., 10., 11.8. Wiener Blut Ronacher 800 12., 15., 20., 22., 27., 29.7., 1., 3.8. Jakob Lenz 31.7., 5., 8., 15., 18.8. Semper-Depot 350 Jeanne d´Arc 22., 23.8. Semper-Depot 350 Eröffnungskonzert 9.7. Theater an der Wien 950 Verdi Marathon 26.7. Theater an der Wien 950 Beethoven Academie 2.8., 4.8. Theater an der Wien 700 B 850 750 700 850 850 600 CDEF G 700 550 300 150 650 500 300 150 500 400 250 150 700 550 300 150 700 550 300 150 500 400 250 150 H Puschkin Gala 16.8. Theater an der Wien 700 600 500 400 250 150 Für Stolz& Bernstein 25.8. Theater an der Wien 700 600 500 400 250 150 WDR-Sinfonieorchester Köln 26.8. Musikverein 700 630 570 500 440 380 280 150 Wiener Philharmoniker 7.9. Musikverein 1.200 1.050 900 760 620 500 380 200 Beethoven Klaviersonaten 13.7.- Palais Palffy 350 250 24.8. Schubert& Brahms 10.7.-20.8. Schubert 350 250 Geburtshaus Bach On Air 17.7.-14.8. Palais Lobkowitz 350 250 KlangBogen Wien Intendanz: Rathausstraße 4 A-1010 Wien Tel: 4000/8400 Fax: 4000/99 8400 http://www.klangbogen.at Kartenverkauf Stadiongasse 9 A-1010 Wien Tel: 427 17 Fax: 4000 99 8410 http://www.klangbogen.at, tickets@klangbogen.at THEATER In den Kunstund Kulturberichten der letzten Jahre wurde der geschätzte Leser über die auf fünf Jahre angelegte Modernisierung und Adaptierung der Wiener Theaterlandschaft informiert. Die Abschnitte finanzielle Sanierung, Mehrjahresförderungen und Theaterkampagne wurden in den Jahren 1997 bis 1999 in Angriff genommen und erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2000 wurde mit dem„Nestroy“ ein im deutschsprachigen Raum einzigartiger Theaterpreis ins Leben gerufen, der darüber hinaus dem Steuerzahler keinen Schilling kostet, sondern zur Gänze durch einen namhaften Sponsor zur Verfügung gestellt wird, um das weltweite Ansehen des Wiener Theaters noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. Zu diesem Zwecke wurde aus allen noch lebenden Kainzmedaillen- und Nestroyringpreisträgern eine dem Oscar nachempfundene Jury gebildet, die aus einer durch anerkannte Theaterkritiker zusammengestellten Nominierungsliste die besten Produktionen, Regisseure, Schauspieler und Schauspielerinnen und Bühnenbildner zu wählen hatte. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die beste OffProduktion, das Stück des Jahres sowie die erfolgreichsten Nachwuchsschauspieler. Das Besondere an diesem Preis ist die Tatsache, dass hier nicht nur die in Wien erarbeiteten Produktionen Berücksichtigung fanden, sondern Inszenierungen aus dem gesamten deutschen Sprachraum in die Auswahl kamen. Am 21.Oktober 2000 fand dann im Theater an der Wien die Preisübergabe, die auch im Fernsehen übertragen wurde, statt. Star des Abends war neben Luc Bondy, der für die„Möwe“ sowohl als Regisseur als auch für die beste Produktion ausgezeichnet wurde, Otto Schenk, der den„Nestroy“ für sein Lebenswerk erhielt und in seiner Dankesrede nochmals die Unsterblichkeit des Theaters heraufbeschwor. Der„Nestroy“ soll in Hinkunft jährlich vergeben werden. Darüber hinaus hat Wien auch im Jahr 2000 wieder einmal bewiesen, dass es anders ist. Während in ganz Europa Theater unter dem Rückgang der öffentlichen Mittel stöhnen und zum Teil auch geschlossen werden mussten, ist es in Wien nicht nur gelungen, die Finanzprobleme des Theaters in der Josefstadt langfristig zu lösen, es wurde zudem noch mit dem Bau des Tanzhauses im Museumsquartier und mit der Planung eines Kindertheaterhauses begonnen. Einer internationalen Entwicklung folgend, hat sich der zeitgenössische Tanz auch in Wien zu einer der interessantesten darstellerischen Ausdrucksformen entwickelt. Maßgebend beigetragen zu diesem gestiegenen Interesse am zeitgenössischen Tanz haben neben den Internationalen Sommertanzwochen die zahlreichen freien Tanzgruppen Wiens, die alle nur möglichen Theaterräume Wiens, aber auch theaterfremde Lokalitäten bespielt haben. Um diesem zukunftsweisenden Genre auch einen entsprechenden Aufführungsort zu bieten, wird im Museumsquartier ein Tanzhaus errichtet, dessen Eröffnung für Oktober 2001 geplant ist. Aber das ist dann schon eine andere Geschichte, die dem geneigten Leser im kommenden Kulturbericht erzählt werden wird. LITERATUR Einmal im Jahr verwandelt sich das Wiener Rathaus zu einem Mekka für Bücherfreunde. Rund 100.000 Wienerinnen und Wiener informierten sich im Jahr 2000 während der Österreichischen Buchwoche über aktuelle Neuerscheinungen, waren Gäste bei den Lesungen, Vorträgen und Buchpräsentationen oder stürmten die„Bücherinsel“: Österreichische Verlage und Buchhandlungen stellten die Messekollektionen der vergangenen Jahre, Lese- und Besprechungsexemplare zur Verfügung, die gegen eine Spende erworben werden konnten. Der Erlös dieser Aktion kam der Stiftung„Kindertraum“ zugute. Besonders positiv fiel den Besuchern das neue, platzsparende Standbausystem auf, das eine noch bessere Präsentation der Bücher ermöglicht. 90 Verlage und 15 Buchhandlungen waren diesmal im Rathaus vertreten. Über großes Publikums- und Medieninteresse konnten sich aber auch zahlreiche andere von der Stadt Wien geförderte Veranstaltungen freuen. So etwa die Veranstaltungsreihe„Literatur im März“, die dem Thema„Transzendenz“ gewidmet war. Es ging dabei um„alle Formen von Grenzerfahrungen und ­ überschreitungen, um Bewusstseinserweiterungen im nicht religiösen Sinn: im Rausch, im Traum, in der Ekstase, in der Askese; um das Übersinnliche und Unheimliche, um Traumwelten und virtuelle Wirklichkeiten“. Eröffnet wurde das Festival von Christoph Ransmayr, zu den weiteren Gästen zählten die amerikanische Bestsellerautorin Donna W. Cross, der Albaner Ismail Kadare, Tahar Ben Jelloun, führender Autor des arabischen Raums, die Büchner-Preisträger Arnold Stadler und Peter Rühmkorf und Rock´n Roll-Star Nik Cohn, aus Österreich kamen u.a. Wolf Haas, Robert Schindel, Wolfgang Bauer und Ferdinand Schmatz. Zu Publikumsmagneten entwickelten sich einmal mehr das Literaturfestival„Rund um die Burg“ und die vom Internationalen Institut für Jugendliteratur und Leseforschung organisierte Woche„Literatur für junge LeserInnen“ im Palais Auersperg. „Spuren im weichen Sand“ nannte sich eine mehrtägige Veranstaltungsreihe im Schauspielhaus, die der niederländischen Gegenwartsliteratur gewidmet war. Die niederländische Literatur ist keine Unbekannte mehr in Europa. Mit der Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse 1993 erlebte sie ihren großen Durchbruch, über 100 Titel wurden damals ins Deutsche übertragen. Ihr Erfolg beruht auf ihrer Vielseitigkeit, der Kraft der Erzählung, der Vermischung von Alltäglichem und Fantastischem, Ironie und fließenden Übergängen zwischen literarischer Sprache und Umgangsprache. Mit Connie Palmen, Margriet de Moor, Harry Mulisch und Leon de Winter lasen einige der im Ausland wohl bekanntesten Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Niederlande, eindrucksvoll vertreten war aber auch die jüngere Generation. Der in Wien lebende Schriftsteller Peter Rosei hat im Rahmen des Projektes„Autorenlabor“ des Literarischen Quartiers der Alten Schmiede das Modell einer mit neun Radiosendungen verbundenen Reihe von neun Publikumsveranstaltungen entwickelt, für dessen Verwirklichung der Zeitraum zwischen November 2000 und August 2001 vorgesehen ist. Eingeladen sind Gäste,„die einerseits in ästhetisch­ theoretischer Hinsicht, andererseits auf konkrete und lebenspraktische Weise mit Phänomenen einer Wissens- und Bewusstseinsänderung durch Reisen und Ortsveränderung befasst sind und sich mit diesem Phänomen auf verschiedenen Ebenen auseinandersetzen“. Neben einer Reihe kleinerer aber deshalb nicht unwichtiger Veranstaltungen konnte eine dem Leben und Werk des großen österreichischen Dichters Ernst Jandl gewidmete Ausstellung im Literaturhaus, die Plakataktion„Zeit für ein Gedicht“, das vom Verein Eurozine organisierte„14. Europäische Kulturzeitschriftentreffen“, die Bibliothekslesungen an der Universität Wien und das von der Gesellschaft für Masse- und Machtforschung betreute Canetti-Symposion unterstützt werden. Durch die Vergabe von Druckkostenbeiträgen und Tantiemengarantien sowie durch Buchankäufe fördert die Stadt Wien das Erscheinen zeitgenössischer österreichischer Literatur, der Ankauf von Abonnements hilft, die Existenz zahlreicher Literaturzeitschriften zu sichern. Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer fördert Wien u.a. durch Preise und Stipendien. Eine substantielle Erhöhung des Literaturbudgets wird 2001 eine verstärkte Förderung verschiedenster Aktivitäten ermöglichen. Die Zahl der Canetti- und Wiener Autorenstipendien erhöht sich von je drei auf vier. BILDENDE KUNST Das seit 1998 vom Kunstreferat geführte„Museum auf Abruf“(Makartgasse 1) hat sich zum vielbeachteten Treffpunkt für Freunde zeitgenössischer Kunst entwickelt. Der Erfolg der Ausstellungen dieser Galerie bei Publikum und Presse erklärt sich wohl aus dem Konzept, nur abgegrenzte Themenausstellungen mit jeweils 30 bis 40 Künstlern zu zeigen, deren Arbeiten ausschließlich aus dem durch die Förderungsankäufe der Kulturabteilung entstandenen Fundus entnommen werden. Dabei kommt es nicht darauf an, mit anderen Wiener Ausstellungsinstitutionen hinsichtlich avantgardistischer Positionen in Konkurrenz zu treten, sondern bei Beachtung qualitativer Kriterien die Vielfalt und Lebendigkeit des Wiener Kunstschaffens und zugleich die Effizienz der Förderungsankäufe zu dokumentieren. Im Jahr 2000 wurden folgende Ausstellungen gezeigt: 3.3.-20.4.:!Strenge Kammer? – Geometrische Abstraktion in der Wiener Kunst 10.5.-21.6.: West-östlicher Divan – Wiener Künstler aus dem Orient 12.7.-30.9.: Wiener Bilder – Fotografien aus einer Stadt 17.11.-3.2.2001: Eigensinn und Eigensicht – Selbstporträts von Wiener Künstlern Zu allen Ausstellungen erschienen sorgfältig edierte Kataloge mit Texten von Wolfgang Hilger und Berthold Ecker. Zusätzlich wurden, passend zum Thema der Ausstellungen, zwölf musikalische oder literarische Begleitveranstaltungen organisiert. Die Förderungsgalerie„Alte Schmiede“(Schönlaterngasse 7A) ermöglichte es nach Vorschlägen des Kunstreferates acht jüngeren Künstlern, meist Absolventen von Wiener Kunstuniversitäten, ihre Werke zu präsentieren. Auch dazu erschienen entsprechende Informationsblätter. Wie bereits 1999 wurde neuerdings von der Oskar-Kokoschka-Galerie des Österreichischen Kulturinstituts in Prag eine Ausstellung des„Museums auf Abruf“ übernommen, und zwar„!Strenge Kammer?“(6.10.2000-5.1.2001). Im Jahr 2000 konnten für Bildankäufe von Einzelkünstlern und aus Wiener Galerien insgesamt S 6,400.000,-- verwendet werden. 270 Kunstobjekte(Bilder, Plastiken, Objekte, Fotos) wurden erworben, darunter 32 Werke Padhi Friebergers, die bei einer künftigen gemeinsamen Ausstellung mit dem Museum für angewandte Kunst gezeigt werden sollen. Durch die Prämienaktion„Das engagierte Auge“ konnten nach Befragung einer Fachjury zehn Wiener Kommerz- und Vereinsgalerien abermals insgesamt S 240.000,-- zuerkannt werden: Je S 30.000,-- an die Galerien Contact, Gabriel, Faber und T 19; je S 20.000,-- an Meyer& Kainer, Lindner, Lang, Knoll, Hohenlohe& Kalb sowie nächst St. Stephan. Die Zahl der gemeinnützigen Wiener Kunst- und Kulturvereine, die Produzentengalerien betreiben sowie im Ausstellungs- und Eventgeschehen höchst aktiv sind, hat neuerdings erheblich zugenommen. Mit S 1,700.000,-- wurden 80 Projekte von 58 Vereinen mitfinanziert. Für Förderungsankäufe von Kunstbüchern aus Wiener Verlagen standen S 150.000,- zur Verfügung. Für die alljährliche Plakatwertungsaktion der Firma Gewista stellte die Kulturabteilung auch im Jahr 2000 zwei Preise zu je S 30.000,-- zur Verfügung, womit ein Kulturplakat(„Literatur im März“) und ein Poster von Otto Mittmannsgruber und Martin Strauß ausgezeichnet wurden. Mit Subventionen für den Jahresbetrieb 2000 wurden von der Kulturabteilung unterstützt: Kunsthalle Wien (eigener Bericht), Kunstverein Wien, Wiener Secession, Gesellschaft bildender Künstler Österreichs (Künstlerhaus), Interaktives Kindermuseum, Fotogalerie Wien(im WUK). – Größere, von Vereinen getragene Projekte wurden aus dem Kulturförderungsbeitrag(ehem. Kulturschilling) mitfinanziert: Wien Heldenplatz- Mythen und Massen, Wiener Domerhaltungsverein(Ausstellung der Sammlung Eisenberger), Vektor K.(Cultural Sidewalk), Die Kleine Galerie – Gesellschaft für Kunst und Volksbildung(Plastikenausstellung in Lainz). Im internen Betrieb des Kunstreferates wurden die laufenden Ordnungsarbeiten und EDV-Erfassungen für Depot und Archiv sowie die Standortkontrollen entlehnter Kunstobjekte weitergeführt. Für Restaurierungsarbeiten, die sich meist aus der Ausstellungstätigkeit des„Museums auf Abruf“ ergaben, waren S 223.150,-- notwendig. Für wissenschaftliche Recherchen, etwa für das Allgemeine Künstlerlexikon des Saur-Verlages, stehen die laufend wachsende Katalogbibliothek und die Künstlerdokumentationen(Archiv) zur Verfügung. KUNSTHALLE wien 2000 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. A mecca for new-media artists from all over the world, the Kunsthalle is also famously bold about making itself heard on social and political issues. The New York Times, 11. März 2001 ... L‘idea di Matt ha dato frutti interessanti che, data la diversa provenienza degli artisti invitati, vanno ben oltre il contesto cittadino e certificano per così dire l‘internazionalità anche artistica di Vienna. ... Kunsthalle una sorta di spaccato della capitale austriaca sospeso fra il drammatico, il kitsch e l‘esotico. Il Giornale dell’arte, November 2000 Mit der Ausstellung“Lebt und arbeitet” bleibt die Kunsthalle Wien ihrem Ruf treu, der coolste Kunstort der Stadt zu sein. Falter(A), 18. Oktober 2000 Die Kunsthalle wurde zu einem Kultur- und Kommunikationszentrum, wie es in Wien kein zweites gibt. (...) Sie hat, zumal mit ihrer aktuellen Programmausrichtung, massiven Anteil daran, dass es heute in Wien ein großes Publikum für zeitgenössische Kunst gibt. Die Presse(A), 13. Oktober 2000 Die Kunsthalle Wien konnte sich 2000 als führende Ausstellungsinstitution für zeitgenössische Kunst in Wien weiter etablieren. Das hohe Besucherniveau von 1999 konnte gehalten werden. Weiter über 160.000 Besucher im Jahr(führend im Bereich zeitgenössische Kunst in Wien) Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien und in Hinblick auf das zukünftige Museumsquartier eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewu2t wurde deshalb das Programm stärker auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer„Informationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung hat auch beim Publikum großen Anklang gefunden. Obwohl 2000 keine Ausstellung zur klassischen Moderne gezeigt wurde, hat die Kunsthalle Wien mit über 160.000 Besuchern das sensationelle Besucherniveau von 1999 gehalten. Die Kunsthalle Wien ist damit eindeutig das führende Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst in Österreich. Ort der Produktion, Ort geistiger Impulse Die Kunsthalle Wien hat sich zu einem der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens entwickelt und als innovative Produktionsstätte für Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Einen hohen Anteil des Programms sind Eigenproduktionen, hinzu kommen Kooperationen mit internationalen Partnern und Ausstellungsübernahmen. Im Jahr 2000 waren von acht Ausstellungen sieben Eigenproduktionen der Kunsthalle Wien und eine Koproduktion mit der Serpentine Gallery. project space Als Stätte mit Laborcharakter, für Installationen, temporäre Events und auch des theoretischen Diskurses wurde der„project space“ der Kunsthalle Wien etabliert. In temporär genutzten Räumen öffnet er ein Forum zu aktuellsten experimentellen heimischen und internationalen Kunstprojekten. Diese erfolgreiche Ausstellungsschiene wird im neuen Haus am Kalrsplatz fortgesetzt. Zukunft Karlsplatz Der Vorschlag der Kunsthalle Wien die Kunsthalle am Karlsplatz 2001 mit einem Teilabriss zu einem Projektraum(„project space“) mit einer Ausstellungsfläche von ca. 200 m 2 zu verkleinern, ist auf großes Interesse gestoßen. Das Architekturbüro Krischanitz hat faszinierende Adaptionspläne erarbeitet, die die derzeitige Atmosphäre erhalten und den Platz auch visuell öffnen. Dank des Einsatzes des Wiener Bürgermeisters wird der Umbau am Karlsplatz 2001 realisiert. Die Eröffnung ist für Jänner 2002 mit der Ausstellung Kim Soo Ja geplant. Der erste experimentelle Container sollte der„Kunsthalle“ damals auf die kurze Zeit von vier Jahren einen preiswerten Unterschlupf bieten, so lange, bis die neuen Museumsquartier-Räumlichkeiten vollendet wären.(...) Das viel gehöhnte, freche Kunstquartier-Provisorium war ein voller Publikumserfolg. Die Kunsthalle war schick und jung und in, sie pulsierte gerade deshalb, weil sie nicht in Marmor versteinert und in Stuck erstickt, sondern billig, ersetzbar, reparabel war. Der Standard, 24. März 2001 art at rail – Kunst im öffentlichen Raum Unter dem Titel„art at rail“ hat die Kunsthalle Wien mit den ÖBB eine Kooperation abgeschlossen, mit dem Ziel, neue Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion zwischen Kunst und Leben zu ermöglichen und Kunst auch in„kunstfremder“ Umgebung zu zeigen. Am Wiener Westbahnhof wurde eine Kunstfilmbox installiert, bei der die Passanten ähnlich einer Jukebox, Kunstvideos auswählen und betrachten können. Im Jahr 2000 wurden, kuratiert von Gabriele Mackert, Videoarbeiten von Pipilotti Rist, Gustav Deutsch, Georgie Hopton& Josephine Soughan und NamJune Paik gezeigt. Besucherfreundliche Angebote – keine Schließtage – Besucherforschung Die Kunsthalle Wien ist eines der wenigen Ausstellungshäuser in Wien, die täglich geöffnet haben; Die Abendöffnung„art at night“ jeden Donnerstag bis 22 Uhr und anschließender DJ-Line im KunsthallenCafe, hat beim Publikum großen Anklang gefunden und ist mittlerweile ein wichtiger Fixpunkt. Durch laufende Besucherbefragungen in Zusammenarbeit mit einem Sozialforschungsinstitut soll der Kenntnisstand über die Besucher weiter verbessert werden, damit entsprechende besucher-orientierte Maßnahmen getroffen werden können und eine permanente Rückkoppelung mit dem Publikum etabliert werden kann. Kommunikation Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch beachtliche internationale Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche Medienberichte in deutschen Medien(ARD, ZDF, FAZ; DIE ZEIT, SZ, SPIEGEL, FOCUS, BZ, ART, usw.), aber auch in der Schweiz, Großbritannien, in den USA, den Niederlanden, in Frankreich, Schweden, Finnland, Tschechien, in der Slowakei, in Slowenien, Spanien, im asiatischen Raum und in Südamerika usw. Beispielsweise erschien in der FAZ eine Sonderseite über die Ausstellung„Beckett/Nauman“ und das auflagenstärkste deutschsprachige Kunstmagazin ART widmete„Shirin Neshat“ eine achtseitige Coverstory. Kunst und Politik In Zeiten politischer Verwerfungen kommt der Kunst und ihren Institutionen besondere Bedeutung zu. Die Kunst wird in den kommenden Jahren ein Barometer sein, das die politische Temperatur in Österreich misst. Und in dieser Rolle ein unentbehrliches Instrument zur Beurteilung der gesellschaftlichen Standards und der Qualität der öffentlichen Debatte. In Bezugnahme auf den Slogan„Die Kunst der Stunde ist Widerstand“ hat die Kunsthalle Wien im Jahr 2000 Projekten von„MEZ: Wortlauf“ – einer Art Jahres-Kalender zur österreichischer Kulturpolitik – bis zu„bady mincks elektrozelle“ eine Plattform gegeben. Rise of Haider‘s Party Brings Out Large Protest in Vienna. „The Pages of history have turned back to our darkest chapter,“ said Gerald Matt, the director of the Kunsthalle Wien gallery. The New York Times,(USA), 20. Februar 2000 Der Neubau Museumsquartier Lichtspiele zaubern einen Hauch von Magie in die Kunsthalle, die zu den Glanzstücken des Wiener Museumsquartiers gehört. Süddeutsche Zeitung(D), 09. März 2001 Die Kunsthalle, die unter Leitung von Gerald Matt weithin Beachtung findet, erhält den dritten Neubau, der sich indessen zwischen der Winterreithalle und dem dahinter ansteigenden Geländeprofil des Spittelbergs einklemmen lassen muss. Der Tagesspiegel(D), 24. Jänner 2001 Bereits seit Dezember 1995 führt die Kunsthalle Wien in der provisorischen Kunsthalle Wien im Museumsquartier kontinuierlich Ausstellungsvorhaben durch. Damit soll der Ort Museumsquartier als zukünftige Heimstätte der Kunsthalle Wien schon jetzt im Bewusstsein verankert werden. Die Bespielung zweier Orte nebeneinander ermöglicht es, durch verschiedene Ausstellungen nicht nur für die Besucher kontinuierliche Programme anzubieten, sondern macht die Kunsthalle Wien sowohl programmatisch-inhaltlich wie auch organisatorisch-strukturell für die Stadt Wien im Rahmen des Museumsquartierprojekts kalkulierbar. Die Gleichenfeier für das Museumsquartier am 1. Oktober 1999 war der Startschuss für die Intensivphase der begleitenden Planung und Betreuung des Bauvorhabens der neuen Kunsthalle. Der Neubau konnte zügig und schneller wie erwartet vorangetrieben werden und die Kunsthalle Wien wird die neuen Hallen planmäßig im Jahr 2001 beziehen können. Plattform der Nutzer(Museumsquartier) Um die gemeinsamen Interessen, Bedürfnisse und Forderungen zu koordinieren und diese gemeinsam auch öffentlich zu vertreten, entschlossen sich die Nutzer des Museumsquartiers eine Nutzerplattform zu gründen. Dabei treffen sich regelmäßig folgende Institutionen: - Architekturzentrum - Kinderkreativzentrum - Kunsthalle Wien - Leopold Museum - Museum Moderner Kunst - Public Netbase - Tanzzentrum - Wiener Festwochen - Zoom/Kindermuseum Das Programm- Im Zeichen eines erweiterten Kunstbegriffs Die Kunsthalle Wien konzentriert sich auf Präsentationen internationaler zeitgenössischer Kunst. Über themenspezifische Ausstellungen sollen die Entwicklungen und Zusammenhänge von der Moderne zum aktuellen Kunstgeschehen vermittelt werden. Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes kommt den gattungs- und grenzüberschreitenden Tendenzen im Bereich der Künste große Bedeutung zu. Programmatische Schwerpunkte bilden Schrift-Text-Bild, Fotografie, Video, Film und„experimentelle“ Architektur. Performances, Konzerte, Film- und Videozyklen sowie Symposien sind teils Ergänzungen, teils integrale Bestandteile des Ausstellungsprogramms. Eigene Programmschienen sind dem grenzüberschreitenden Werk österreichischer Künstler sowie der Exilkunst gewidmet. Mit ihrem Programm repräsentiert die Kunsthalle eine Haltung, die vom Kommunikationswillen geprägt ist, vom Wunsch, die zunehmende elektronische Vernetzung der Welt ästhetisch abzubilden und zu reflektieren, und von der Absicht, den Sensibilitäten und Lebenswelten der jüngeren Künstlergeneration und des jungen Publikums Rechnung zu tragen. Damit ist die Kunsthalle auch ein Ort möglicher Lebenswelten, ein Reflektor aktueller und zukünftiger Lebenshaltungen, eine Vermittlerin von Lebensgefühl und Atmosphäre. 1. Herstellen von Zusammenhängen: Die Konzeption der Ausstellungen nimmt einen wesentlichen Platz im Gesamtbild der Kunsthalle ein, sodass die BesucherInnen durch die Inszenierung von Themen imstande sind, Tradition, historische Avantgarde und zeitgenössische Lebenswelt in neuen, ungewohnten, bisher nicht wahrgenommenen Zusammenhängen zu sehen. Damit wird dem Auftrag nachgekommen, die Isoliertheit von Einzelwerken aufzuheben und diese in einen größeren Kontext einzubetten und so immer wieder der musealen Erstarrung zu entreißen. 2. Interdisziplinarität: Längst schon sind die Gattungen der sieben Artes Liberales nicht mehr als getrennte Genres zu sehen. Dichtung vermischt sich mit Video, Film mit Fotografie, Theater mit Malerei, Architektur mit Performance etc.; neue Medien(Videokunst) sind aufgetaucht und werden sich weiterhin entwickeln. Diesem Ineinandergreifen der Medien, Gattungen und Disziplinen soll im Programm der Kunsthalle Rechnung getragen werden. 3. Information: Augenmerk ist auch zu legen auf einen Miteinbezug von nicht nur restlos affirmierten Mainstream-Positionen: KünstlerInnen, die noch weniger bekannt sind, sollten die Möglichkeit haben, beispielsweise in thematischen Zusammenhängen ihre Position zu formulieren. Eine Kunsthalle kann nicht die Funktion von Galerien übernehmen, aber sehr wohl seismographisch Strömungen in der Gegenwartskunst reflektieren. 4. Programmatik: Die Kunsthalle Wien sieht ihre Aufgabe in folgenden Themenbereichen: a) Grenzüberschreitende Themenausstellungen b) Vorstellung junger, internationaler Künstler c) Vorstellung österreichischer KünstlerInnen, deren Werk bislang nicht genug oder gar nicht gewürdigt wurde d) Exilierte, emigrierte KünstlerInnen e) KünstlerInnen aus den‘Peripherien’ bezogen auf die eurozentrische Kunstgeschichtsschreibung f) Schwerpunkte neue Medien, Video, Film, Fotografie g) kulturpolitische und kunsttheoretische Fragestellungen, die in Symposien und in der Schriftenreihe der Kunsthalle Wien behandelt werden und dazu dienen, die Kunsthalle in einen internationalen Diskurs einzubinden. Kunstvermittlung Im Jahr 2000 wurden zu jeder Ausstellung der Kunsthalle Wien den BesucherInnen personale und mediale Vermittlung geboten, mit der Intention, sie ihrem Vorwissen, Alter und Interessen entsprechend zu betreuen. Um neue Zielgruppen für Fragen zeitgenössischer Kunst, und damit für einen Besuch der Kunsthalle Wien gewinnen zu können, wurden spezielle Vermittlungsprogramme ausgearbeitet. EinzelbesucherInnen konnten sich im Rahmen von Überblicksführungen, thematischen Rundgängen, Ausstellungsgesprächen, Kunstauskunft und Diskussionsveranstaltungen informieren. Bei allen Ausstellungen in der Kunsthalle Wien am Karlsplatz wurden spezielle„Informationsräume“ eingerichtet. Die Gäste erhielten einerseits die Möglichkeit kurz in Katalogen, Zeitschriften und Büchern zu blättern, andererseits sich gezielt Informationen zu in den Ausstellung präsentierten künstlerischen Positionen und den vertretenen KünstlerInnen zu holen. Von der Welt der Mythen und Märchen des Nordens angezogen, begleitet"von Trollen, Feen und Wassergeistern“ besuchten zahlreiche Kinder mit ihren Eltern anlässlich des gleichnamigen Ferienspiels die Ausstellung„Norden. Zeitgenössische Kunst aus Nordeuropa“. Der Schwerpunkt der personalen Vermittlungsarbeit bei der Ausstellung Shirin Neshat lag in der Gewinnung neuer BesucherInnengruppen im jugendlichen Alter. Aufgrund der Themen die die Ausstellung vorgab, bestand im Besonderen bei Shirin Neshat die Möglichkeit Interesse für bildende Kunst bei Kindern und Jugendlichen zu wecken, die ansonsten eine Kunstinstitution nicht als einen Ort kennen an dem Themen behandelt werden die sie betreffen. Die Angebote setzten im Alltag der Jugendlichen an und verhandelten Fragen kultureller Identität, Religion und Geschlecht. Ausgangspunkt waren die Arbeiten von Shirin Neshat. Ausstellungen 2000 KUNSTHALLE wien, karlsplatz Get Together. Kunst als Teamwork 8. Oktober 1999 – 9. Jänner 2000, Eigenproduktion Die Ausstellung hat künstlerische Gemeinschaftsarbeiten der 90er Jahre – eine spannende und zukunftsweisende Form derzeitiger Kunstentwicklung – gezeigt. Multiple Autorenschaften und Kollektive haben eine lange Geschichte: Von den hierarchischen Ateliermodellen der Renaissance- und Barockzeit über die gemischte Gesellschaft auf dem Monte Veritá in Ascona bis hin zur Corporate Identity von Andy Warhols New Yorker Factory und zu den rebellischen Kommunen und WGs der Studentenbewegungen. Heute wird Kunst als Teamwork als temporäres und experimentelles Zusammenwirken von gleichwertigen Talenten praktiziert, die weder einer bestimmten künstlerischen Form noch allgemeinen Programmatik verpflichtet sind. „Get Together“ stand für einen Blickwinkel, der neue Strukturen des ästhetischen Zusammenspiels erprobt: Grenzen zwischen Künstlerindividualitäten werden immer fließender, so ergibt sich als eine wichtige Eigenschaft für Teamworks in der Kunst die Durchlässigkeit, ja eine offene Werkarchitektur, die intensive Austauschprozesse jenseits eigener Grenzen erlaubt. Kunst als Teamwork ist Handeln als Manifest. Die Ausstellung wurde von einem KuratorenInnenteam bestehend aus Marion Piffer-Damiani in Zusammenarbeit mit Paolo Bianchi, Wolfgang Fetz und Gerald Matt zusammengestellt. „Man kann sich spielerisch treiben lassen durch diese kraftvollen, witzigen, absurden und eigenwilligen Gemeinschaftsarbeiten.(....) Der ausgezeichnete Katalog zu get together steht nahezu in Konkurrenz zur Ausstellung, die zuweilen ein Nach-Lesen erfordert. Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Die Arbeit macht diesmal allerdings sehr viel Freude.“ Der Standard, 8.10.1999 975 Besucher(ab 1.1.00) Samuel Beckett Bruce Nauman 4. Februar – 30. April 2000 Erstmals wurde in einer Ausstellung der Versuch unternommen, die offenen und verborgenen Beziehungen und geistigen Verwandtschaften zwischen den Werken des Schriftstellers Samuel Beckett und des Künstlers Bruce Nauman zu recherchieren und aufzuzeigen. Samuel Beckett gilt in der Literatur als einer der wichtigsten Vertreter der Moderne. Er hat mit seinem schriftstellerischen Werk Grenzen gesprengt und in seinen Theaterarbeiten(„Warten auf Godot“) neue Darstellungsformen jenseits der Sprache entwickelt. Nach wie vor rüttelt er damit an unseren Konventionen des Verstehens. Bruce Nauman, der als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler der Gegenwart gehandelt wird, fordert mit seinen Zeichnungen, Skulpturen und Videoinstallationen unsere Denk- und Wahrnehmungsgewohnheiten heraus. In seinen Installationen bezieht er die Betrachter als bewegliche Zentren radikal mit ein. Beide Künstler haben auf die Kunstentwicklung des zu Ende gehenden Jahrhunderts entscheidenden Einfluss ausgeübt, bzw. üben sie ihn nach wie vor aus. Kompromiss- und illusionslos stellen sie sich der Frage nach dem Menschsein in der heutigen Zeit. Es ist daher nicht verwunderlich, dass in ihren Werken ähnliche Denkansätze und Fragestellungen auftauchen. Kuratoren: Christine Hoffmann, Michael Glasmeier 21.775 Besucher The rare show that makes you want to be an art historian, wading through the archives. Artforum International(USA), Art – Best of 2000 A special Issue, Dezember 2000 Vermutlich die Ausstellung des Jahres in der Kunsthalle. Format(A), 3. April 2000 So fordert die in Europa einzigartige Ausstellung den Besucher(bis 30. April) auf, geistige Berührungspunkte zwischen den„Transkriptionen des Unmöglichen“ zu erkunden- dankenswert in einer Stadt, in der es progressive Kunst nicht erst seit dem politischen Erstarken des Jörg Haider schwer hat. Westdeutsche Allgemeine Zeitung(D), 18. März 2000 Samuel Beckett und Bruce Nauman“, dieser Künstler-Paarung widmet sich eine sehenswerte Ausstellung in der Kunsthalle Wien(....) Eine Sensation muss genannt werden, dass in Wien erstmals eine Auswahl von Becketts Notizbüchern und Skizzen gezeigt wird. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. März 2000 Norden. Zeitgenössische Kunst aus Nordeuropa 26. Mai – 17. September 2000 Wenn vom Norden Europas die Rede ist, prägen oft stereotype Vorstellungen von unberührter Natur, klarem Licht, kühlem Meer, Melancholie und mythischen Gestalten das Bild. Auch in der Kunst Skandinaviens wurden Natur und Mythen nationalromantisch überhöht, bis die nordische Avantgarde der 60er und 70er Jahre mit Fluxus, Pop Art und Konzeptkunst einiges durcheinanderwirbelte. Am Beginn des 21. Jahrhunderts steht die Kunst aus dem ehemals ,peripheren‘ Norden – Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden, so verschieden diese Länder kulturell, sprachlich und politisch auch sind – mehr denn je zur Diskussion. Anhand von ca. 30 zeitgenössischen künstlerischen Positionen sowie exemplarischen Vorläufern aus den 60er und 70er Jahren bot die Ausstellung einen Einblick in das aktuelle Kunstschaffen des Nordens. Den ausgewählten Werken gemeinsam ist eine eigene erzählerische Qualität. Sagas und Naturmythen fließen ebenso ein wie akribische Untersuchungen des Verhältnisses der Protagonisten zu anderen oder zur Natur. Dabei werden Unbewusstes und Unheimliches, persönliche Dramen oder aber sozial­ utopische Visionen zutage gefördert. Ein spezielles Musik- und Filmprogramm ergänzte die Ausstellung. Kuratorinnen: Sabine Folie, Brigitte Kölle 15.307 Besucher Die Kunsthalle Wien will beweisen, dass aufregend Neues vor allem aus Nordeuropa kommt. Fest steht: Skandinavische Künstler haben ein Händchen für ungewöhnliche Videos! Der Spiegel(D), 05. Juni 2000 So sehenswert wie die Schau selbst ist übrigens der„genordete“ Ausstellungsparcours von Berger& Parkkinnen(Nordische Botschaften Berlin). Die Welt(D), 30. Mai 2000 Lebt und arbeitet in Wien 26 Positionen aktueller Kunst 13. Oktober 2000 bis 4. März 2001 Als letzte große Ausstellung im gelben‘Kunstcontainer‘ am Karlsplatz, bevor die Kunsthalle Wien im Mai 2001 das neue Haus im Museumsquartier eröffnet, zeigte„Lebt und arbeitet in Wien“ über 25 zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen, die entweder in Wien leben oder in ihren Arbeiten den Kontext Wien thematisieren. Ein Team internationaler Kuratoren und Kuratorinnen(Paulo Herkenhoff, Maaretta Jaukkuri und Rosa Martínez) hat sich auf die Situation‘Kunst in Wien‘ eingelassen und vor Ort gefragt, wie sich das zusammensetzt, was man als aktuelles geistig-kulturelles Klima in dieser Stadt vorfindet. Der Blick von außen richtete sich auf künstlerische Strömungen, Positionen und Entwürfe und sucht nach Scharfem und Unverbrauchtem, nach Kontroversiellem und Hintergründigem. Die teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen wurden eingeladen, für die Ausstellung neue Arbeiten zu produzieren. Immer wieder tauchte dabei Wien als innerer oder äußerer Bezugspunkt auf und„Lebt und arbeitet in Wien“ wurde zur Plattform für das bewegliche Gefüge einer Szene zwischen Bestands- und Momentaufnahme. Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen: Thomas Baumann, Wolfgang Capellari, Ricarda Denzer/Oliver Croy, Julius Deutschbauer, Paul Divjak, Manfred Erjautz, Gelatin, Siggi Hofer, Edgar Honetschläger, Anna Jermolaewa, Ruth Kaaserer, Komar& Melamid, Guilolermo Kuitca, Elke Krystufek, Ulrike Lienbacher, Lomographische Gesellschaft, museum in progress, Florian Pumhösl, Werner Reiterer, Lois Renner, Bulent Sangar, Fridolin Schönwiese, Johannes Schweiger/Roland Rust, Christa Sommerer& Laurent Mignonneau, Erwin Wurm, Gregor Zivic KuratorInnen: Paulo Herkenhoff, Maaretta Jaukkuri, Rosa Martínez Beratende Kuratorin: Sabine Schaschl 44.823 Besucher(bis 31.12.00) Auch wenn sich die einzelnen Positionen auf den ersten Blick kaum miteinander vereinen lassen, so zeigt sich bei genauerer Betrachtung eine komplexe Einheit, die der Gestaltung der Ausstellung zugrunde liegt. Unabhängig von Ismen und Stilen existieren in den gezeigten Werken komplexe Strukturen für Spielräume und Taktiken, um sozialen und gesellschaftlichen Widrigkeiten zu begegnen. Kunstforum International(D), Jänner 2001 Das darin die Chance liegt, mit einer Ausstellung das Klima einer Region zu spiegeln, beweist die vom Kuratorenteam Paulo Herkenhoff(Kurator am MOMA in New York), Maaretta Jaukkuri(Chefkuratorin Museum für zeitgenössische Kunst in Helsinki) und Rosa Martinez(unter anderem designierte Direktorin der Barcelona Triennale) organisierte Show„Lebt und arbeitet in Wien“ in der Kunsthalle Wien. Kunst-Bulletin(CH), Dezember 2000 KUNSTHALLE wien museumsquartier Cai Guo-Qiang – I am the Y2K Bug 4. November 1999 – 27. Februar 2000 Eigenproduktion Schießpulver, Feuer, Wasser, Holz und Erde sind die Ingredienzien, mit denen der chinesische Künstler Cai Guo-Qiang sein Wissen um chinesische Medizin, Taoismus, Chaostheorie und Physik zu großräumigen Installationen verarbeitet. Cai gehört zu einer Generation chinesischer Künstler, die sich in ihrer Arbeit stark auf die Kultur und Geschichte ihres Landes berufen. Dennoch ist das Werk des in New York lebenden Künstlers nie folkloristisch oder exotisch. Es steht zwischen alt und neu, zwischen Ost und West, zwischen traditioneller Lebensform und modernen Technologien, zwischen lokalem und globalem Kontext. Cai Guo-Qiang ist vor allem durch seine mittels Schießpulver und Feuer hergestellten Bilder sowie durch seine spektakulären pyrotechnischen Installationen und„Feuerlinien“ bekannt geworden. Für Wien hat Cai zwei neue, jeweils raumgreifende Installationen realisiert, die im Kontext seines Œuvres zu sehen waren. Zudem wurde auch eine seiner spektakulären pyrotechnischen Installationen im Außenraum realisiert. Hoch über den Baukränen des Museumsquartiers hat Cai mit seiner Feuerlinie“Dragon Sight Sees Vienna, Project for Extraterrestrials No. 32“ einen Drachen in den Wiener Himmel gezeichnet und den zukünftigen Standort der Kunsthalle markiert. „El chino Cai'reinventa' la pólvora. Otro de los grandes atractivos de la temporada artística vienesa es el chino Cai Guo-qiang, que el sábado elevó un efíemero dragón de humo por encima de las antiguas caballerizas imperiales de Viena. El artista, ganador del primer premio de la Bienal de Venecia, epone estos días su primera muestra monográfíca en Europa invitado por el Kunsthalle de Viena.“ El País(Spanien), 08.11.99 3.124 Besucher(ab.1.1.00) Shirin Neshat 31. März – 4. Juni 2000, KUNSTHALLE wien, museumsquartier Mit 16 ging Shirin Neshat für das Studium nach Kalifornien. Als sie 1990 in den Iran zurückkehrte fand sie ein völlig verändertes Land vor. Die heute in New York lebende iranische Künstlerin beschäftigt sich mit kultureller Identität, Religion und Geschlecht. In ihren Foto- und Videoarbeiten erforscht Neshat Fundamentalismus wie Feminismus. Sie verwendet starke Symbole und vermeidet gleichzeitig eindeutige Lesarten. Klischeevorstellungen der islamischen Welt – Frauen in Tschador z.B. – benutzt sie offensiv, fotografische Bilder konfrontiert sie mit Text: persische Lyrik, deren Schrift ihrerseits Bild ist. Neshats Arbeiten reflektieren so indirekt die kulturelle, soziale und politische Situation des Irans der Ajatollahs auf vielfältige und symbolisch rätselhafte Weise. Neshat, die zuletzt auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet wurde, befragt durch ihre kritische und emotionale Kraft auch westliche Sozial- und Kulturnormen und eröffnet so einen Dialog der Kulturen. Nicht einfache Antworten und Forderungen sind ihr Thema, vielmehr lotet sie mit ihren Filmen ambivalente Atmosphären und Gefühle aus. Die Ausstellung präsentierte erstmals einen Überblick über das Werk der 1957 geborenen Künstlerin. Kurator: Gerald Matt Die Ausstellung war eine Kooperation mit der Serpentine Gallery, London und ist dort von 28. Juli bis 3. September 2000 gezeigt worden 11.795 Besucher Dass hier zum ersten Mal die drei großen Videoinstallationen der letzten Jahre-„Turbulent“(1998), „Rapture“(1999) und„Fervor“(2000)- gemeinsam zu sehen sind, ist ein Ereignis. Der Tagesspiegel(D), 23. April 2000 "Fervor", der jüngste Geniestreich, hat jetzt parallel bei der New Yorker Whitney-Biennale und in der Wiener Kunsthalle Premiere. Mit drei Video-Räumen, mit zugehörigen Standfotos und einigen früheren Foto-Bearbeitungen gibt das Haus bis zum 4. Juni einen ersten Neshat-Überblick.(...) In Wien dominiert die stimmige Videotrilogie aus"Turbulent","Rapture"(Verzückung) und eben"Fervor". Der Spiegel(D), 03. April 2000 Aufbruch in die islamische Moderne Im Spannungsfeld zwischen ihrer Heimat Iran und ihrem Lebensmittelpunkt New York entwirft Shirin Neshat, 42, Visionen des kulturellen Übergangs: In ihren Videos und Fotografien trifft islamische Tradition auf die Moderne. ART(D), April 2000 Die Inszenierung des Gleichgewichts der Gegensätze gelingt Neshat, seit sie nach der ersten Präsentation ihrer Arbeiten 1993 schnell zu einer der meistbeachteten Künstlerinnen der zeitgenössischen Szene aufstieg. Nun widmet die Kunsthalle Wien der Nomadin zwischen den Welten eine große Ausstellung. Vogue(D), April 2000 Lisette Model Fotografien 1934 – 1960 28. Juni bis 15. Oktober 2000 Mit dieser Ausstellung setzte die Kunsthalle Wien ihre Reihe der Präsentation bedeutender exilierter österreichischer Künstler und Künstlerinnen fort. Die Wienerin Lisette Model(1901–1983) gilt als eine der Schlüsselfiguren der modernen, künstlerischen Fotographie. Ihre Arbeiten haben mehrere Generationen von Fotographinnen und Fotographen beeinflusst, von Larry Fink über Diane Arbus bis Nan Goldin. Model liefert ergreifende Dokumente des urbanen Lebens, der Underdogs der Gesellschaft genauso wie von der maroden Bourgeoisie. Weniger bekannt sind ihre Aufnahmen bedeutender JazzmusikerInnen, die in der Ausstellung ebenfalls präsentiert werden. Beeindruckend ist ihre Fähigkeit, rasch und sicher Ausschnitte aus schwer überschaubaren Situationen zu wählen, zwischenmenschliche Konstellationen in visuelle Kompositionen zu verwandeln und aus Einzelbildern wiederum größere Zusammenhänge herzustellen. Die Ausstellung war die erste große Präsentation des Werkes von Lisette Model in Österreich. Kuratorin: Monika Faber In einem eigenen, als Jazz-Club der fünfziger Jahre eingerichteten Raum in der Ausstellung organisiert der Wiener Club Porgy& Bess jeweils an zwei Tagen pro Woche ein Programm orientiert an den Festivals der 50er Jahre, die Lisette Model in ihren Fotoarbeiten festhielt. Die Ausstellung wird von Jänner bis März 2001 im Fotomuseum Winterthur(CH) gezeigt. 16.985 Besucher Among the merits of the exhibition is ist focus on rarely shown images of legendary jazz musicians such as Billie Holiday, Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, and Miles Davis. For the show, the museum set up a jazz club with performances, creating the sounds and an idea of the environment in which Model did some of her best work. ARTnews(USA), Oktober 2000 Kurz vor dem 100. Geburtstag der großen Fotografin feiert Wien Lisette Model mit einer Retrospektive in der Kunsthalle und forscht nach verborgenen Schätzen im Vermächtnis der österreichischen Fotolegende. Foto Magazin(D), Juli 2000 Robert Smithson Filme, Texte, Zeichnungen 24. November 2000 – 25. Februar 2001 Eigenproduktion Der amerikanische Künstler Robert Smithson(1938-1973) kann als die Schlüsselfigur der Land Art und als Teil der Konzeptkunst begriffen werden. Er hat ein künstlerisches Werk hervorgebracht, dessen anhaltende Wirkung sich nicht zuletzt der Tatsache verdankt, dass hier, wie in kaum einem anderen, Objekte(in Form von Installationen, Skulpturen, Landschaftsarbeiten, Zeichnungen, Fotos, Filmen) und Schriften(in einer Mischung aus kunsttheoretischen Reflexionen, Reiseberichten, Gesprächen) eine Einheit bilden. Smithson wollte sich nicht, wie andere Künstler der Land Art, auf Erdarbeiten beschränken. Abgesehen von der Tatsache, dass seine Landschaftsarbeiten nur schwer zugänglich sind oder nur für einen kurzen Zeitraum existierten, waren Medien wie Film, Video, Texte und Fotos wesentlicher Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit. Smithsons Arbeiten lassen sich als Geflechte heterogener Informationen begreifen, die die Abschließung des Werks durch unabschließbare Ketten von Verweisen in Frage stellen. Diese Strategie sollte in der Ausstellung transparent werden. Es wurden ausschließlich Reproduktionen oder für ein Reproduktionsmedium konzipierte Arbeiten gezeigt: Filme, Fotos, Diavorträge, Fototextarbeiten, Filmentwürfe. Kontext und Produktionsmethode wurden durch dokumentarisches Material verdeutlicht. Die Ausstellung war Anlass, die längst überfällige Übersetzung der Smithsonschen Schriften ins Deutsche nachzuholen und sie im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Wien erstmals zu präsentieren. Die Schriften werden mit dem Verlag Walther König koproduziert. Kuratoren: Eva Schmidt, Kai Vöckler 2.982 Besucher(bis 31.12.00) Mit einer Ironie, die Smithson durchaus würdig ist, haben die Veranstalter die Baustelle des Museumsquartiers als„Ortsselektion“ – wie er es nennen würde – in die Ausstellung einbezogen. Die Kuratoren Eva Schmidt und Kai Vöckler zeigen in der relativ kleinen Schau hauptsächlich dokumentarisches Material der weit gestreuten künstlerischen Aktivitäten Robert Smithsons. Camera Austria, Nr. 73 Ein weiteres Verdienst der Schau liegt in dem behutsamen räumlichen Nebeneinander der verschiedenen Werke.„Spiral Jetty“ und die Diaschau„Hotel Palenque“ werden in zwei schlichten Holzboxen vorgeführt, wodurch die zentrale Bedeutung dieser Arbeiten in eine räumliche Achse übersetzt wurde. Frankfurter Allgemeine Zeitung(D), 19. Jänner 2001 KUNSTHALLE wien, project space Mit project space bietet die Kunsthalle Wien in temporär genützten Räumen ein lebendiges Forum für Performances, Installationen und Kunst-Events zu aktuellsten künstlerischen Einzelprojekten. Nach der Übersiedlung der Kunsthalle ins Museumsquartier im Jahr 2001 wird die Halle am Karlsplatz zum project space mit einer Ausstellungsfläche von ca. 200 m 2 umgebaut. Kuratoren: Lucas Gehrmann, Gerald Matt Matthew Barney 25. und 30.1.2000 Filmcasino Die KUNSTHALLE wien präsentierte in Zusammenarbeit mit Filmcasinoals Premiere im deutschsprachigen Raum Matthew Barney’s Film, Cremaster 2. Cremaster 2 bezieht sich auf die Geschichte von Gary Gilmore(gespielt von Matthew Barney), der 1977 in den USA für einen Raubmord hingerichtet wurde. Gilmore wurde zum Antihelden, als er für seine Tat die höchstmögliche Bestrafung forderte. Der Schriftsteller Norman Mailer, der in Cremaster 2 den Entfesselungskünstler Harry Houdini spielt, hat Gilmore‘s Geschichte in seinem Buch The Executioner‘s Song festgehalten. Ich bin Milica Tomic 6.- 16.4.2000 Besucherforum Wiener Linien U-Bahnstation U2/U3 Volkstheater, Aufgang Burggasse Video-, Dia- und Soundinstallation„Portrait meiner Mutter„, 1999, 63 min. Videoprojektion„Ich heiße Milica Tomic„, 1998, Ton, F, 10 min. Die Belgrader Künstlerin Milica Tomic behandelt in ihren Video-Arbeiten die Themen Identität, Nationalität und politischen Terror sowie die Verschränkung des Persönlichen mit dem Politischen. So ist etwa das Video„Portrait meiner Mutter„ während der NATO-Bombardements 1999 in Belgrad entstanden. In ihren Inszenierungen, die von der Rekonstruktion von Erinnerung bzw. Geschichte handeln, bezieht sie nicht einen„objektiven„ Standpunkt von außen, sondern macht sich zu einem Teil des Szenarios. Fritz Grohs 4. – 24. 5. und 21. 9. – 8. 10. 2000 Fahneninstallation Karlsplatz An den Fahnenstangen vor der Kunsthalle Wien am Karlsplatz werden während den Ausstellungsumbauzeiten täglich wechselnde Hauptwörter aus jeweils fünf Buchstaben zu lesen sein. Daraus bildet sich ein"Sprachraum" aus insgesamt 300 Wörtern, die die Gegenwart kommentieren. Fritz Grohs ist im September 2000 in Berlin verstorben. Chalmers- Food Chain 11.5.- 28.5.2000 Container Karlsplatz 12. – 21. Mai 2000 U-Bahnstation U2/U3 Volkstheater, Aufgang Burggasse „Fressen und gefressen werden„ so könnte man das Thema der Fotoserie„Food Chain„ umreißen. Die US-amerikanische Künstlerin Catherine Chalmers beschäftigt sich mit Kleintieren und ihren spezifischen ökologischen Systemen, aber auch mit der Überwindung von Grenzen, die zu jenen vom Menschen meist nicht geachteten Tieren bestehen. So züchtet sie zuhause Gottesanbeterinnen, Frösche, Mäuse und Schlangen, um sie zu beobachten und zu fotografieren. Decodierung- Recodierung 21.9.- 1.10.2000 Karlsplatz Die Dose, die Flaschen, die Briefmarken, Marilyns Lippen, die Schuhe, die Geldscheine, die Kühe, die Kissen. Mit seinen Arbeiten hat Andy Warhol tausendfach übercodierte Zeichen geschaffen, die jeder zu kennen glaubt. Doch kennen wir ihren Sinn? Ausgehend von persönlichen Erfahrungen im künstlerischen Umgang mit Codierungs- bzw. Überschreibungsanwendungen als Schriftsteller sowie als bildender Künstler lädt Toni Kleinlercher gemeinsam mit der Kunsthalle Wien Schriftsteller, Theoretiker, Wissenschaftler, Komponisten und Künstler ein, ihre Codierungsanwendungen mittels eines jeweils dreißigminütigen Statements(sei es ein lautpoetischer Vortrag, eine Performance mit Musikversatzstücken, eine spieltheoretische Abhandlung mit Bildentwürfen, ein mathematisches Referat etc.) zur Schau zu stellen. An zehn Abenden lässt sich so vor der Kunsthalle Wien am Karlsplatz eine Serie unterschiedlichster Versuche der Abbildung von Wirklichkeiten verfolgen. Bady Minck Elektrozelle 26. 10.- 7.12.2000 Karlsplatz Seit 2. Februar 2000 versorgt das elektrofrühstück der Künstlerin und Filmemacherin Bady Minck zehntausende hungrige und regierungskritische Konsumenten mit Informationen zur politischen Lage in Österreich. was als schneller, heftiger newsletter im Kampf gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ begonnen hat, ist zu einem Länder übergreifenden Projekt an der Schnittstelle von Kunst und Politik geworden. Jeden Donnerstag serviert die elektrozelle geistige und reale Nahrung für Bauch und Hirn: vor den Vorträgen von Doron Rabinovici, Isolde Charim, Marie Ringler und Marc Ries gibt es Kostproben aus den Frühstücksmenus der jeweiligen Großeltern. Liesl Ponger 26.10.- 31.12.2000 TU-Schaufenster Das Auge, der Blick: Lisl Ponger hat in einem Akt eines politisch motivierten Dérive die von den Massen durchfluteten Straßen begangen. Sie hat die Zeichen und Bewegungen gelesen und fotographisch dokumentiert, die Routen des Aufbegehrens markiert, die Glücksmomente im Angesicht des Erschreckens festgehalten. „Österreich 2000“ ist die Versteinerung eines Momentes des Umbruchs, einer sekundenkurzen Aufwallung des Prinzips Hoffnung, einer Bündelung von Kräften, die vor allem gegen den bleiernen Selbstgenuss jahrzehntelanger fauler Kompromisse aufbegehrten. Ein kleines Flackern nur – schon erloschen. Und trotzdem: die Bilder vom Widerständigen werden im Widerständigen der Bilder transzendiert. Im Karneval der Masken, die in der Verschleierung zu enthüllen suchen, blitzt ein Moment der Wahrheit auf. Widerstandsfilme 17.6.2000 Freiluftkino Karlsplatz Begleit- und Sonderveranstaltungen Beckett/ Nauman Politische Diskussion 20.2.2000 „Rückkehr bei Nacht...Licht angemacht“(Samual Beckett) Schwarz-Blaue Regierung. Kunst. Was nun? Diskussion mit: Friedrich Achleitner(Schriftsteller und Architekt), Christian Mayer(Galerist) Marie Ringler(gettoattack), Gerhard Ruiss(IG Autoren/innen), Armin Thurnher(Chefredakteur Falter) Sabine B. Vogel(Kunstkritikerin) Moderation: Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Buchpräsentation Max Hollein: Kunst und Markt 16.3.2000 Podiumsdiskussion “Damned to sell. Kunst und Markt am Anfang des 21. Jahrhunderts” Wie definiert sich die Positionierung von zeitgenössischer Kunst am aktuellen Kunstmarkt? Welchen Einfluss hat die Berühmtheit von Künstlern – wie etwa bei Beckett und Nauman – auf deren Marktpräsenz? Wohin bewegt sich der zeitgenössische Kunstmarkt? Gibt es noch die klaren Definitionen und Unterschiede zwischen einzelnen Marktteilnehmern – Künstler, Sammler, Galerist, Auktionshaus, Kunstinstitution – oder befinden wir uns in einer Phase der Neudefinition dieser Rollen? Podiumsdiskussion mit Max Hollein(Solomon R. Guggenheim Museum New York), n.n.(Sotheby’s New York, Contemporary Art Department) und Iwan Wirth(Galerie Hauser& Wirth, Zürich) Moderation: Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Kooperation mit Bayrischen Rundfunk: Beckett/ Naumann 24. 03.2000 24. März, szenische Lesung in der Ausstellung “...the whole thing’s coming out of the dark” Samuel Beckett- words/ sounds& moving images part two Wichtige Texte(Molloy, Company, l’Image) von Beckett über Bewegungsvorgänge inszeniert in englischer Originalsprache, mit den Schauspielern Barry McGovern und Natasha Parry, dem BeckettForscher und Autor Raymond Federman sowie dem Musiker Uwe Dierksen vom Ensemble Modern. Symposium Beckett/Nauman 23.3. und 25.3. 2000 in der Ausstellungshalle 23.03.: Einführung: Christine Hoffmann(Ausstellungskuratorin), Georg Schöllhammer(Wien), Vortrag, Raymond Federman(San Diego, USA) „The Imaginary Museum of Samuel Beckett“, Einführung und Übersetzung: Gaby Hartel 25.03.: Juliane Rebentisch(Berlin) „Kunst und Situation. Über den Begriff der Theatralität".“ Einführung: Christine Hoffmann, James Knowlson(Reading, GB) „Beckett and the Old Masters“, Einführung und Übersetzung: Gaby Hartel Diskussion Beckett/Nauman 25.3.2000 „Beckett und das Theater“ Diskussion mit Luc Bondy, Gert Voss, Ignatz Kirchner, James Knowlson, Raymond Federman Übersetzungen: Gaby Hartel Moderation: Gerald Matt Boykott und Normalisierung Kunst – Politik – Strategien 18.4.2000 Diskussion mit: Johanna Kandl(Künstlerin), Hans Knoll(Kulturbeauftragter bildende Kunst österreichische Beteiligung Expo 2000, Hannover und Galerist in Wien und Budapest) Gerald Matt(Direktor Kunsthalle Wien), Marie Ringler(Public Netbase), Dieter Schrage(MMK) Moderation:Joachim Riedl, Format Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Burgtheater Wien: Beckett/Nauman 12. und 13. April, 20 Uhr, Akademietheater Das letzte Band von Samuel Beckett 28. April, 20.30 Uhr, Akademietheater Kill Your Idols 30. April, 20 Uhr, in der Ausstellung Stirrings Still Prosastück gesprochen und gesungen von Graham F. Valentine Diskussion: Milica Tomic und Thomas Mießgang 7.4.2000 Milica Tomic und©p.RT/ Jovan Trkulja, Vladimir Radisic im Gespräch mit Thomas Mießgang Milica Tomic lebt und arbeitet in Belgrad. Die Kunsthalle Wien zeigt zwei multimediale Installationen der 1960 geborenen Künstlerin, Schauspielerin und Autorin im project space in der U-Bahnstation Volkstheater.©p.RT ist eine junge serbische Künstlergruppe aus Novisad. Kurierpreisverleihung Shirin Neshat- Konzert Susan Deyhim im Radiokulturhaus Freitag, 19. Mai 2000, 19.30 Uhr Sussan Deyhim ist Sängerin in Turbulent und Komponistin der Musik von Rapture. Die iranische Künstlerin begann ihre Karriere als Ballett-Tänzerin und ging 1976 zum Studium nach Brüssel. Die Sängerin, Tänzerin und Komponistin, über die die New York Times schreibt:”... thrilling voice that sounds in the ear long after you’ve left the show” lebt seit 1980 in New York. In Gemeinschaftsprojekten hat sie u.a. auch mit namhaften Musikern wie Arto Lindsay, Richard Horowitz, Christian Marclay, Branford Marsalis oder Elliot Sharp zusammengearbeitet. Norden- Artic Ambient 22./ 23. Juli Musikprogramm im Rahmen der Ausstellung„NORDEN. Zeitgenössische Kunst aus Nordeuropa“ Fast unbemerkt vom Rest der Welt hat sich in den skandinavischen Ländern in den letzten Jahren eine experimentelle Musikszene ausgefaltet, die, abseits von folkloristischen Klischees, eine Click- und Cut­ Ästhetik am digitalen Nervenstrang der Gegenwartskunst favorisiert. Improvisation wird zur KamikazeAttacke, Techno zu einer subjektiven Klangdeutung, die der Musiker Helge Sten als ´arctic ambient` bezeichnet. Norden- Filmretrospektive im Filmcasino 29. Juni – 6. Juli 2000 Begleitend zur Ausstellung findet im Filmcasino Wien eine von Alexander Horwath zusammengestellte Filmreihe statt. In einem konzentrierten Blick auf das Kino der skandinavischen Länder werden historische Höhepunkte wie auch das gegenwärtige nordische Filmschaffen gezeigt. Die vier zentralen Filmemacher dieser Filmreihe heißen Carl Theodor Dreyer und Ingmar Bergman, Aki Kaurismäki und Lars von Trier: Sie sind mit mehr als einem Werk vertreten. Zu Wort und“zum Bild” sollen aber auch jene Regisseure kommen, die zwar der Filmgeschichtsschreibung, aber kaum mehr dem heutigen Publikum vertraut sind – Künstler wie Mauritz Stiller, Victor Sjöström, Benjamin Christensen oder Alf Sjöberg. Lange Nacht der Museen 17.06.2001, Ausstellungs-Abendöffnung bis 01 Uhr 20 Uhr: Ausstellungsgespräch mit Sabine Folie(Ausstellungskuratorin) Geister, Wälder, Kommunen, Kleinbusse und andere(nordische) Mythen 21 – 24 Uhr: Kunstauskunft in der Ausstellung(Führungen nach Bedarf) 22 – 24 Uhr im Garten des Kunsthallen-Cafes Open-Air-Kino: Die Kunst der Stunde ist Widerstand 24 Uhr Midnight-Special: Tex Rubinowitz präsentiert finnischen Tango dazu: FM4-DJ-Line im Kunsthallen-Cafe Ballroom Eröffnungsabend Lisette Model Vortrag Ann Thomas, Kuratorin National Gallery Canada 29.6. in der Ausstellung Jazzclub Porgy& Bess 27.06- 12.10 In einem eigenen, als Jazz-Club eingerichteten Raum in der Ausstellung organisiert der Club Porgy& Bess jeweils an mindestens zwei Tagen pro Woche ein Programm im Stile der Festivals der 50er Jahre, die Lisette Model in ihren Fotoarbeiten festhielt. Ab Dienstag, 26.Juni, dem Tag der Ausstellungseröffnung, finden im klassischen Ambiente jeden Mittwoch Jamsessions statt, die berühmten Jazzclubs gewidmet sind und die von profunden Kennern des Standard-Materials geleitet werden. Zusätzlich wird pro Woche ein Jazzkonzert angeboten von Ludwig Bekic bis zu Fritz Pauer: Tag der offenen Baustelle 16.7. Kooperationen mit Hewlett Packard Industriellenvereinigung Magistrat der Stadt Wien- MAG 11 Lebt und arbeitet in Wien Lomografische Gesellschaft- Die Wiener und der Sex Für die Ausstellung"Lebt und arbeitet in Wien" porträtiert die Lomographische Gesellschaft die Stadt Wien und lädt zum Mitmachen ein. Jeden Monat findet im Rahmen der Ausstellung eine eigene Lomo-Vernissage zu einem bestimmten Thema statt. Erwünscht sind Beiträge in jeder Form: Bild, Animation, Film, Text, Ton und Musik. Art at breakfast 5.11. und 3.12.2000 Jeden ersten Sonntag im Monat findet um 11.30 Uhr ein Gespräch zur Ausstellung„Lebt und arbeitet in Wien“ im Café der Kunsthalle Wien statt. Im Rahmen von Diskussionsrunden werden ausstellungsspezifische Themen in einem kultur- und gesellschaftspolitischen Kontext von je drei geladenen Gästen(KünstlerInnen, GaleristInnen, KunsttheoretikerInnen, KunstkritikerInnen, VertreterInnen von Kunstinstitutionen) verhandelt. Die Gespräche werden von jeweils einem/r VertreterIn des Vermittlungsteams der Kunsthalle Wien moderiert. Die fünf Fragen entlang derer die Diskussionen stattfinden werden sind: Was heißt hier leben?(5. November) Was heißt hier arbeiten?(3. Dezember) Was heißt hier Wien?(7. Jänner) Was heißt hier ausstellen?(4. Februar) Was heißt hier Kunstvermittlung?(4. März) Art at bookstore art at bookstore ist eine Kooperation der Kunsthalle Wien und Amadeus zur Förderung von Kommunikation und Interaktion zwischen Kunst und Leben. 15. Februar 2001 Wolfgang Capellari Präsentation der CD"la musique du film" 1. März 2001 Lesen und Handarbeiten mit Agnes Husslein und Franz Morak Julius Deutschbauer Kunsthalle Lounge im Schikaneder Sleazy Listening Die Lounge ist der Ort der zwanglosen Entgrenzung. Hier scheint wenig verhaut, nichts normiert und deshalb alles möglich: rauchen, trinken, quatschen, dösen- und Musik hören. Einen runden Winter lang wird die Schikaneder-Bar zum Zentrum der höheren Entspannung und tieferen Sehnsüchte. DJs, die man kennt, legen Platten auf, die man kaum kennt, und Elektroniker schultern ihre Laptops und generieren live die Lounge-Sounds der Gegenwart. 14.10. 2000 bis Ende März 2001, Schikaneder Wien, ab 22 Uhr. Eintritt frei. Tag der offenen Tür 26.10.2000 Sonderveranstaltungen Otto Mittmannsgruber/ Martin Strauß WORTLAUF/ 52 ZITATE Urban Loritz-Platz, 1070 Wien Wie in Österreich politische Diskussionen geführt werden, welche(Sprach)Kultur in der österreichischen Politik vorherrscht und ob bzw. wie sich der politische Diskurs innerhalb eines Jahres verändert, lässt sich seit Anfang Juni auf zwei großen Plakatwänden in Wien mitverfolgen. Jede Woche ein Zitat... Im Rahmen des Projektes Wortlauf/ 52 Zitate wird auf zwei großen Plakatwänden am Urban Loritz-Platz in Wien für jede Woche des Jahres ein Ausspruch eines/r österreichischen Politikers/in, der in der jeweiligen Woche gefallen ist und in diversen Medien – Tageszeitungen, Magazinen, Fernsehen – bereits veröffentlicht wurde, affichiert. Bei der Auswahl der Zitate berücksichtigen die beiden Künstler Otto Mittmannsgruber und Martin Strauß zugespitzte oder kontroversielle Wortmeldungen. Bis zum Ende des Jahres 2000 entsteht so ein aus 52 Teilen bestehendes Plakat, das einen knappen, chronologisch geordneten Abriss der politischen Debatte dieses Jahres bietet,„ein pointiertes Derivat des politischen Diskurses dieses Landes“. Ihr Hauptaugenmerk legen die beiden Künstler neben der Rücksicht auf den politisch-sachlichen Gehalt vor allem auf Kriterien wie Stil, Tonart, Wortwahl usw. Konzept: Otto Mittmannsgruber/Martin Strauß für MEZ–Stadtkommunikation Literatur im März: Transzendenz 9. – 13. März 2000, Kunsthalle Wien, Museumsquartier, Halle A1 und A2 Lesung, Vortrag, Film, Musik, Performance Grenzerfahrungen und –überschreitungen. Spiritualität, Rausch, Riten, Mythen und Wunder. Nach 2000 Jahren Christentum stellt sich die Frage nach der Spiritualität: Hat die Mystik des Abendlandes ihre Anziehungskraft eingebüßt? Was macht die Kraft der spirituellen Traditionen des Fernen Ostens und anderer Kulturkreise aus? Es geht um das Übersinnliche und Unheimliche; um Traumwelten und virtuelle Wirklichkeiten, um Surreales, Phantasie und Horror. Christoph Ransmayr, Sudhir Kakar, Marie Darrieussecq, György Dalos, Arnold Stadler, Ferdinand Schmatz, Peter Rühmkorf, László Krasznahorkai, Dietmar Kamper, Ludger Lütkehaus, Peter Strasser, Josef Dvorak, Wolf Haas, Rui Zink, Wolfgang Bauer, Nik Cohn, Roger Boylan, Harry Rowohlt, Robert Schindel, Florian Lipus, Donna Cross, Ismail Kadaré, Tahar Ben Jelloun, Gernot Candolini, Andreas Obrecht. ALLTAGSKULTUR In Wien ist es in den letzten Jahren gelungen, die urbanen Qualitäten der Stadt, vor allem auch im Hinblick auf einen Abbau des Gegensatzes zwischen Zentrum und Peripherie, zu verstärken. Die kulturelle Infrastruktur in den Bezirken hat sich gefestigt, auch außerhalb der traditionsreichen Kulturinstitutionen entfaltet sich ein buntes und vielschichtiges Kulturleben. Die unterschiedlichen Aktivitäten der zahlreichen Kulturvereine, Arbeitsgemeinschaften und Verbände reichen vom Grätzlfest über Ausstellungen bis hin zu Lesungen und Vorträgen. Im Bereich der Bezirksaktivitäten wurden 2000 neue Akzente und Schwerpunkte – vor allem auch durch die Förderung von kulturellen Vorhaben aus den dezentralen Bezirksbudgets- gesetzt."Grätzl"-typische Veranstaltungen und die Förderungen von Aktivitäten junger, künstlerisch tätiger Personen standen dabei im Vordergrund. 2000 wurden außerdem zahlreiche Projekte für Schüler und Jugendliche unterstützt. Der Verein Kulturnetz bietet ein breitgefächertes und bereits seit langem bewährtes Service- und Beratungsangebot für Kulturinitiativen in den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Die Pflege der Tradition, wie sie von Volksmusikgruppen, Blasmusikkapellen, Chören und Brauchtumsgruppen repräsentiert wird, zählt ebenso zur Alltagskultur. Als Beispiel dafür wären die Südtiroltage zu nennen. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierten sich Blasmusikkapellen, Volksmusik- und Volkstanzgruppen auf verschiedenen Wiener Plätzen. Bei der Veranstaltungsreihe„Treffpunkt Wien“ traten Volksmusikgruppen aus den Bundesländern gemeinsam mit Gruppen aus Wien auf und brachten authentische Volksmusik zu Gehör. Einen Höhepunkt im Jahr 2000 stellte das„21. Österreichische Blasmusikfest“ dar, bei dem 34 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern, Deutschland, Lettland, Tschechien und Ungarn teilgenommen haben. Bei der Veranstaltung„Faszination Blasmusik“ in der Kurhalle Oberlaa zeigten elf Blasmusikkapellen des Wiener Blasmusikverbandes ihr Können und präsentierten die Ergebnisse ihrer Jugend- und Nachwuchsarbeit. Großen Publikumszuspruch fand das„Internationale Adventsingen“ im Wiener Rathaus. Dabei traten Chöre aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine und den USA auf. WIENER ALTSTADTERHALTUNGSFONDS Der seit 1972 bestehende Wiener Altstadterhaltungsfonds hat auch im Jahr 2000 die Instandsetzung bedeutender Bauwerke, aber auch die Wiederherstellung von Bürgerhäusern und stadtbildprägender Einzelheiten gefördert. Dabei wurden für 89 Objekte ATS 126,1 Millionen zur Verfügung gestellt. Im Zentrum konnte die Erhaltung einer alten Konditorwerkstatt, der ein Kaffeehaus angeschlossen ist, unterstützt werden, und sowohl Ringstraßenbauten wie das Haus Parkring 10 oder Innenstadtpalais wie das Palais Neupauer-Breuner in der Singerstraße 16 oder das Palais Esterhazy in der Wallnerstraße 4 gefördert werden. Neben den zahlreichen Kirchen wie der Malteserkirche in der Kärntner Straße, der Minoritenkirche, der Peterskirche und- mit einer Sondersubvention von ATS 6,3 Mio- der Stephansdom, wurde auch das Ambiente des Alten Rathauses in der Wipplingerstraße mit Förderung wiederhergestellt. Auf der Förderungsliste befinden sich auch Portale wie ein Klosterportal aus Stein in der Habsburgergasse und Geschäftsportale aus Holz in der Zirkusgasse im 2. Bezirk und in der Auenbruggergasse im 3. Bezirk. Schließlich werden die Förderungen an den Denkmälern der Zwischenkriegsgemeindebauten fortgesetzt, um auch hier die von den Architekten seinerzeit durchgeplanten Einzelheiten bis hin zu den Beleuchtungskörpern einer stilgemäßen Instandsetzung zuführen zu können. Die monumentale Figurengruppe auf dem Haus Taborstraße 20 wurde bereits restauriert; die Steinfassade des Hauses zur Taborstraße ist eines der zukünftigen Projekte, deren Genehmigung für 2001 erwirkt werden soll. Weitergeführt sollen auch die Arbeiten am St. Marxer Friedhof werden, die eine genaue Katalogisierung und Restaurierung der hier befindlichen Grabdenkmäler von hoher denkmalpflegerischer Bedeutung zum Inhalt haben. DENKMALPFLEGE Über die eigentlichen Denkmäler hinaus, die bestimmten Personen oder Ereignissen gewidmet sind, befindet sich auch die überwiegende Anzahl jener Objekte, die als Denkmalbrunnen, Bildstöcke, Grabmäler, Sakral- und Profanplastiken oder Gedenktafeln im Stadtbild in Erscheinung treten, in Obhut der Stadt Wien. Damit ist auch die Verpflichtung zur Bereitstellung der für die Bewahrung und Erhaltung notwendigen Mittel verbunden, die für Restaurierungen, Reinigungsarbeiten, Sicherheitskontrollen, aber auch für die Anstrahlung herausragender Denkmalobjekte verwendet werden. Stellvertretend für die Vielzahl der durchgeführten Arbeiten seien erwähnt: die Restaurierung der Mariensäule Am Hof durch Stein- und Metallrestauratoren, die einen Kostenaufwand von ATS 1,447.162,- verursachten, bauliche Sanierungsmaßnahmen am Denkmal für Joseph Haydn(ATS 244.967), die Restaurierung von zwei Löwen und zwei Sphingen an der Schönbrunner Schlossbrücke(ATS 340.868,--) sowie die Restaurierung der zwei Obelisken(einer mit dem Vermerk„Kyselak“) im Schwarzenbergpark(ATS 448.800,--) BEZIRKSMUSEEN 2001 ist von der UNO zum Internationalen Jahr der Ehrenamtlichen ausgerufen worden. Aus diesem Anlass soll wieder einmal daran erinnert werden, dass die Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen als gemeinnütziger Verein agiert, der vom Idealismus seiner ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitglieder getragen wird. Die dabei erbrachten Leistungen können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Hinausgehend über den in den Satzungen des Vereins festgelegten Zweck, die Entwicklung der Wiener Gemeindebezirke kulturhistorisch darzustellen und Kenntnisse darüber zu verbreiten, haben sich die Bezirksmuseen als lokale Kulturzentren etabliert und wichtige Aufgaben im dezentralen Kulturgeschehen übernommen. Neben der„normalen“ Museumsarbeit des Sammelns materieller Güter und historischer Daten, dem Archivieren und Forschen werden regelmäßig Ausstellungen und diese begleitende Führungen veranstaltet. Diese Tätigkeiten werden von der Herausgabe von Periodika, Katalogen und Büchern begleitet. Kulturschaffende erhalten vielfach zum ersten Mal Gelegenheit sich in Konzerten, Lesungen, Vorträgen und Kunstausstellungen zu präsentieren. Wie das Historische Museum der Stadt Wien, das die fachliche Aufsicht über die Bezirksmuseen innehat, werden auch diese häufig als Leihgeber und Ratgeber herangezogen. Trotz der Ehrenamtlichkeit kann die Aufrechterhaltung des Betriebes ohne Bereitstellung materieller Mittel nicht bewerkstelligt werden. Es hat daher die Stadt Wien 2000 im Subventionsweg ATS 2.350.000,-- beigetragen. Für die Durchführung besonderer Projekte wurden ATS 1.100.000,-- bereit gestellt. Im Rahmen der Projektförderung konnte vom Bezirksmuseum Alsergrund eine Gedenkstätte für Arthur Schnitzler eingerichtet werden. Das Bezirksmuseum Penzing wurde in die Lage versetzt, in einem neu adaptierten Raum die Entwicklung der Wienflusslandschaft von den geologischen Ursprüngen bis zur Einbindung in die Großstadt nachzuzeichnen. EHRUNGEN Ehrungen der Stadt Wien verstehen sich als Würdigung herausragender Leistungen und als Motivation und Herausforderung für Künstler und Wissenschafter, ihre Arbeit, mit der sie in den verschiedensten Bereichen zum internationalen Ruf Wiens beitragen konnten, engagiert fortzusetzen. Die Reihe der Empfänger von Auszeichnungen wie der diversen Preise der Stadt Wien wurde auch 2000 durch hochqualifizierte Persönlichkeiten bereichert. Mit diesen Ehrungsformen werden sowohl die Arbeiten junger, förderungswürdiger Künstler, Wissenschafter und Volksbildner als auch das Gesamtwerk bereits international anerkannter Kulturschaffender gewürdigt. Die Josef-Kainz-Medaille und der Johann-Nestroy­ Ring der Stadt Wien wurden durch einen neuen Theaterpreis, den„Nestroy“, ersetzt. Bedeutende Persönlichkeiten ehrt Wien auch über ihr Ableben hinaus mit Widmungs- und Ehrengräbern sowie durch Grabrestaurierungen und Kranzniederlegungen. INTERKULTURELLE AKTIVITÄTEN Das Jahr 2000 war für das neu gegründete Referat„Interkulturelle und Internationale Aktivitäten“ ein großer Erfolg. In diesem Jahr ist es gelungen, das zur Verfügung stehende Jahresbudget aufzustocken, dadurch war es möglich, über 100 Vereine mit mehr als 150 Projekten zu unterstützen. Erstmals konnten Jahresförderungen vergeben werden. Diese Art der Förderung ist sowohl für die Vereine als auch für unser Referat aus zeitökonomischen Gründen von Bedeutung, da diese Vereine nicht mehr für jedes Projekt einen gesonderten Antrag stellen müssen, sondern in einem Jahresantrag ihre Aktivitäten vorstellen und eine Förderung beantragen können. Die einzelnen Mitglieder der Vereine kommen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kontinenten. So unterschiedlich wie ihre Kulturen sind, sind auch die Veranstaltungen und ihre Inhalte. Folgende Arten von Veranstaltungen sind im Jahr 2000 gefördert worden: Konzerte(vokal und instrumental), Kulturfestivals(über mehrere Tage), Kulturabende, Schüleraustausch, Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen, Straßenfeste, Diskussionsabende, Vorträge, Gastspiele ausländischer Schauspieler, Tanzauftritte, Kinderfeste, Lehrerfeste, Symposien, Workshops, Buchpräsentationen Das Referat interkulturelle Aktivitäten hat die Vereine nicht nur finanziell gefördert, sondern auch ideell – etwa durch Besuche oder Beratungsgespräche – unterstützt. Sehr wichtig war auch die Kooperation mit den anderen Referaten. Im allgemeinen waren die Veranstaltungen sehr gut besucht. Je nach Art der Veranstaltung konnten zwischen 100 und 5000 Besucher gezählt werden. Das Installieren des Referates Interkulturelle Aktivitäten bedeutet ein Bekenntnis zur Vielfalt der Kulturen in Österreich. Die Zukunft Europas wird auf kultureller, ethnischer und religiöser Vielfalt basieren. In diesem Sinne war es ein wichtiger Start für unsere Abteilung ins neue Jahrtausend. STIPENDIEN Die Stipendien der Stadt Wien verteilen sich auf die verschiedensten Bereiche des kulturellen und öffentlichen Lebens. Unter anderem entfielen ATS 380.000,-auf 19 Arbeitsstipendien für Literatur, bildende Kunst und Komposition. Erstmals konnten auch zusätzlich sieben Arbeitsstipendien an Wiener Zivildiener im Rahmen ihres Gedenkdienstes vergeben werden. Studierende und angehende Wissenschaftler erhielten nach ausführlichen Informationsgesprächen Studienbeihilfen und Wissenschaftsstipendien. FILM UND VIDEO Die im Jahr 1999 beschlossene Förderung der Wiener Kinos wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die vielfältige urbane Kinolandschaft zu bewahren und die kleineren bzw. die um besondere künstlerische Qualität bemühten Kinos konkurrenzfähig im Wettbewerb mit den Multiplex-Zentren zu halten. Die Stadt Wien stellt dafür, zunächst ab 1999, für drei Jahre zehn Millionen Schilling jährlich zur Verfügung. Die Förderungsmassnahmen – Investitionsförderungen, Prämien und Preise – werden in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Wirtschaftszweig getroffen. Im Jahr 2000 wurden die Wiener Kinopreise an das Künstlerhauskino und das Votiv-Kino vergeben. Außerdem wurden mit einem Gesamtbetrag von insgesamt 1,9 Mio S drei an unterschiedlichen Orten stattfindende Freilichtkino-Aufführungen von der Stadt Wien unterstützt. Der über Jahre von der Kulturabteilung verfolgte Schwerpunkt der Beobachtung und Förderung junger Talente der Filmakademie und ähnlicher Institutionen hat sich unleugbar bewährt. Die zum Teil sehr anspruchsvollen Abschluss- und Diplomarbeiten der Studenten können in den meisten Fällen nur durch zusätzliche Mittel der öffentlichen Hand realisiert werden. Die aus dem Budget der Kulturabteilung geförderten„Fingerübungen“ von Wolfgang Murnberger, Virgil Vidrich, Florian Flicker, Miriam Unger – um nur einige zu nennen- haben im vergangenen Jahr zur Produktion von zum Teil ausgezeichneten Spielfilmen geführt. Um diese junge Film- und Video- Szene auch entsprechend zu promoten, hat sich dankenswerter weise in den letzten Jahren eine sehr effiziente Infrastruktur entwickelt. Besonders engagiert ist hier Sixpack, ein Verein, der sich vorwiegend um die Beschickung von Festivals kümmert, aber auch Verleiheraufgaben übernimmt. Die Ausweitung der Leistungen des Filmarchivs, das nunmehr auch einen filmischen Sommerschwerpunkt(Freilichtkino) etabliert hat, erleichtert allen Interessierten den Zugriff auf Filmdokumente jeglicher Art. Verschiedene Festivals, als deren wichtigstes die Viennale zu nennen ist, boten, über das Jahr verteilt, dem Wiener Publikum zusätzlich interessantes und künstlerisch wertvolles Filmprogramm. WIENER FILMFONDS VOM WIENER FILM FINANZIERUNGSFONDS ZUM WIENER FILM FONDS Die in enger Zusammenarbeit der Geschäftsgruppen Kultur und Wirtschaft 1999 in Gang gesetzte Reform des Wiener Film Fonds konnte im vergangenen Jahr zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden: Die Satzung des Wiener Film Fonds wurde am 5. Jänner 2000 von der Fondsbehörde genehmigt, die neue Geschäftsordnung und moderne, EU-konforme Förderungsrichtlinien vom Kuratorium beschlossen – die Basis, auf der der Fonds aufbaut. Das neu bestellte Kuratorium nahm die Arbeit auf, das mit fachlicher Kompetenz die schon bisher erfolgreiche Arbeit des WFF ausbauen und den Fonds zu einer Plattform aller Angelegenheiten von Film und Kino in der Bundeshauptstadt machen wird. Eine unabhängige Jury hat 2000 in fünf Sitzungen ein beachtliches Ergebnis zustandegebracht. Intern war ein Büroumzug zu bewältigen – aus den Räumen des Österreichischen Filminstitutes in die freigewordenen der Viennale-, die Ausarbeitung neuer„kundenfreundlicher“ Antragsformulare und neuer Förderungsverträge. Mit der internationalen Veranstaltung„Sources“ konnte ein neuerlicher Impuls im Bereich der Drehbuch-Entwicklung gegeben werden. Aufgaben, die von allen, die daran beteiligt waren, sehr gut erfüllt worden sind. Für das Jahr 2001 steht die Ausarbeitung eines neuen Erscheinungsbild des Wiener Film Fonds im Vordergrund als auch, den neuen elektronischen Anforderungen gerecht zu werden und die Website lebendig zu machen. GRUNDSÄTZLICHE AUSRICHTUNG UND ZIELSETZUNGEN Der Wiener Film Fonds(WFF) ist ein gemeinnütziger Fonds mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sein Zweck ist die internationale Aufwertung des Film- und Medienstandortes Wien und die Förderung von wettbewerbsfähigen programmfüllenden Filmen, die zur Auswertung im Kino, Fernsehen oder in sonstigen audiovisuellen Medien bestimmt sind. Im Sinne der Erhaltung der kulturellen Vielfalt in Europa soll die Bedeutung des Standortes Wien als Drehscheibe des Filmschaffens durch den Ausbau der filmspezifischen Infrastruktur gestärkt und im europäischen Kontext gesichert werden. Die Anhebung der Marktanteile des österreichischen Filmes soll langfristig angestrebt werden. Kriterien für Förderungen: Maßgebliches Kriterium für die Förderung von Projekten durch den WFF ist die jeweilige Bedeutung für die kulturelle Entwicklung und filmwirtschaftliche Wertschöpfung am Standort Wien. Maßgebliches Kriterium für das kulturelle Interesse Wiens ist, inwieweit ein audiovisuelles Vorhaben imstande ist, einen originären kreativen Programminhalt herzustellen, der einen regionalspezifischen Beitrag zur kulturellen Vielfalt Europas und darüber hinaus schafft. Maßgebliches Kriterium für das filmwirtschaftliche Interesse Wiens ist der Wiener Filmbranchen-Effekt. Dieser ergibt sich aus allen voraussichtlichen Ausgaben, die der Wiener Filmwirtschaft bei der Durchführung eines Vorhabens direkt oder indirekt zugute kommen. Im Regelfall muss ein Vorhaben einen Wiener Filmbranchen-Effekt in der Mindesthöhe der beantragten Fördermittel erzielen. Nur in dem Fall, dass es sich um eine finanzielle Gemeinschaftsproduktion(Kofinanzierung) außerhalb der Europäischen Gemeinschaft handelt, ist ein Wiener Filmbranchen-Effekt von mindestens 150 Prozent zu gewährleisten. Unter kulturellen und wirtschaftlichen Aspekten wird die Förderungspolitik des Wiener Film Fonds vor allem in den Bereichen der Projektentwicklung und des Marketings Schwerpunkt setzen. Gerade in der gegenwärtigen Situation ist das Zusammenwirken aller kreativen Kräfte in den Bereichen der Stoffentwicklung, der Finanzierung, der Herstellung und der zielgruppenorientierten Verwertung notwendig, um die heimische Filmwirtschaft in einem internationalen, europäischen Umfeld wettbewerbsfähig zu erhalten. NEUE FÖRDERUNGSRICHTLINIEN FÜR PROGRAMMFÜLLENDE FILME Die neuen Förderungsrichtlinien des Wiener Film Fonds wurden in der Sitzung des Kuratoriums am 8. Februar 2000 beschlossen und am 23. Mai 2000 verbessert. Die Richtlinien im Überblick: Gefördert wird in den Sparten„Projektentwicklung“(einschließlich Drehbucherstellung),„Herstellung“ und „Verwertung“. In der Sparte Projektentwicklung einschließlich Drehbucherstellung werden die Fördermittel in Form eines erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschusses zur Verfügung gestellt, der höchstens die Hälfte der gesamten Projektentwicklungskosten abdecken und einen Höchstbetrag von EURO 50.000,--(ÖS. 688.045,--) nicht übersteigen darf. In der Sparte Herstellungsförderung werden die Fördermittel in Form eines erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschusses zur Verfügung gestellt und zwar für programmfüllende Filme, d.h. Kinofilme mit einer Vorführdauer von mindestens 59 Minuten(Kinder- und Dokumentarfilme) oder 70 Minuten(alle sonstigen) und Fernsehfilme, wenn die Vorführdauer den internationalen Standards oder vorhandenen Fernsehformaten entspricht. Vorhaben, für die beim WFF weniger als 30 Prozent der vom WFF anerkannten Gesamtherstellungskosten beantragt werden, werden vorrangig gefördert. Es gibt keine Höchstgrenze der Fördermittel, jedoch erfolgt die Förderung grundsätzlich subsidiär. Bei der erfolgsabhängigen Filmförderung(Referenzfilmförderung) besteht eine Option auf die Inanspruchnahme von bereits an den WFF zurückgezahlten Fördermitteln, soweit diese einen Betrag von EURO 5.000,--(ÖS. 86.801,50,--) übersteigen, in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Diese Option ist auf einen Zeitraum von achtzehn Monaten nach der zuletzt erfolgten Rückzahlung befristet. Darüber hinaus kann eine Herstellungsförderung in der maximalen Höhe des dreifachen Betrages der erfolgten Rückzahlungen, höchstens jedoch EURO 350.000,--(ÖS. 4,816.105,--) beantragt werden, die in Form eines erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschusses vergeben wird. Hierfür ist keine Juryentscheidung notwendig. In der Sparte Verwertungsförderung werden die Fördermittel für Verleihmaßnahmen(Kinostartförderung) bis zu einer Höhe von EURO 35.000,--(ÖS. 481.610,--) als nicht rückzahlbarer Zuschuss vergeben, darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschuss zu beantragen, wenn die Erbringung eines Eigenanteiles in wenigstens gleicher Höhe gewährleistet ist. Vertriebsmaßnahmen werden durch einen erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschuss bis zu einer Höhe von EURO 35.000,--(ÖS. 481.610,--) gefördert, wenn mindestens 25% der Vertriebs- oder Verleihvorkosten vom österreichischen Produzenten und/oder ausländischen Vertrieb oder Verleih selbst getragen werden und einschließlich der Mittel des WFF höchstens 50% der Vorkosten durch österreichische Förderungsmittel abgedeckt werden. Die Teilnahme eines Filmes an höchstens drei internationalen Filmfestivals, Filmmessen und Wettbewerben wird durch einen nicht rückzahlbaren Zuschuss bis zu einer Höhe von EURO 20.000,-­ (ÖS. 275.206,--) für jedes einzelne Vorhaben gefördert. DIE JURY Eine Jury beurteilt die zur Förderung eingereichten Projekte in mindestens fünf Sitzungen pro Jahr, sie besteht aus vier Mitgliedern sowie vier Ersatzmitgliedern, die auf Vorschlag der Geschäftsführung vom amtsführenden Stadtrat für Kultur auf die Dauer von drei Jahren bestellt werden. In einer Pressekonferenz am 9. März 2000 wurden die Jurymitglieder von Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Mitglieder der Jury sind derzeit: Ulli Dohr Alexander Horwath Heidrun Podszus Dr. Gottfried Schwarz Die Ersatzmitglieder der Jury sind derzeit: Dr. Elisabeth Büttner Björn Koll Dr. Sabine Perthold Dr. Andreas Ungerböck. FÖRDERTÄTIGKEIT 2000 Dank der markanten Anhebung des Budgets durch die Stadt Wien konnte der neu konstituierte Wiener Film Fonds seit Jänner 2000 insgesamt 70 Förderungen in einer Gesamthöhe von rund 104,7 Millionen Schilling zuerkennen, davon 20 Projektentwicklungsförderungen mit einem Gesamtbetrag von rund 5,7 Millionen Schilling für fünfzehn Kinospielfilme(darunter ein Kinderfilm) und fünf Dokumentarfilme; 13 Kinostartförderungen mit einem Gesamtbetrag von 4,3 Millionen Schilling für zwölf Kinospielfilme(darunter ein Kinderfilm) und einen Dokumentarfilm; 12 Festivalteilnahmeförderungen mit einem Gesamtbetrag von 2,6 Millionen Schilling für sieben Kinospielfilme und fünf Dokumentarfilme; 25 Herstellungsförderungen mit einem Gesamtbetrag von 92,1 Millionen Schilling (beantragt waren 50 Projekte mit insgesamt rund 198 Millionen Antragssumme), davon - fünf Herstellungsförderungen in Gesamthöhe von 23,1 Millionen Schilling für Projekte mit Gesamtherstellungskosten zwischen zehn und zwanzig Millionen Schilling, das sind vier Kinospielfilme und ein Dokumentarfilm, womit im Falle der Realisierung der Projekte ein Produktionsvolumen von insgesamt rund 78 Millionen in Bewegung gesetzt und ein Wiener Filmbrancheneffekt von 41 Millionen ausgelöst werden kann. - neun Herstellungsförderungen in Gesamthöhe von rund 61,2 Millionen Schilling für Projekte mit Gesamtherstellungskosten über 20 Millionen Schilling, das sind acht Kinospielfilme(davon vier internationale Koproduktionen und ein international koproduzierter Kinderfilm) und eine internationale Fernsehkoproduktion, ..womit im Falle der Realisierung der Projekte ein Produktionsvolumen von insgesamt rund 510 Millionen in Bewegung gesetzt und ein Wiener Filmbrancheneffekt von rund 61 Millionen ausgelöst werden kann; - elf Herstellungsförderungen in Gesamthöhe von rund 7,8 Millionen Schilling für Projekte mit Gesamtherstellungskosten unter zehn Millionen Schilling, das sind ausnahmslos Dokumentarfilme(davon vier internationale Koproduktionen), ..womit im Falle der Realisierung der Projekte ein Produktionsvolumen von insgesamt 34 Millionen in Bewegung gesetzt und ein Wiener Filmbrancheneffekt von rund 20 Millionen ausgelöst werden kann. PROJEKTENTWICKLUNGSFÖRDERUNGEN Titel Regie Produzent WFF Fördersumme (B 17)- Weg in den Süden Reinhard Jud Fischer Film 150.000 Biedermeier Franz Novotny Novotny& Novotny150.000 Film Böse Zellen Barbara Albert COOP 99 315.000 The Bridgeman Cara Togay Wega Film 210.000 Global Nomads 1. Im Jahr der Schlange Ebba Sinzinger,Wild Art Film Vincentinus Lucassen 464500 Die Glückskeksmacher Timor Sharif Alexander Schukoff 100.000 Graffiti Lurkers Gabriele Neudecker Lotus Film 309.714 Hurensohn Michael Sturminger Josef Aichholzer Film 350.000 Küss mich, Prinzessin Michael Grimm Josef Aichholzer Film 230.000 Die letzte Ölung Klaus Hundsbichler,Conceptional Stefan Weber Continuity Film 309.000 Leo Bakthiar Khudojnazarov Prisma Film 350.000 Orient Express Goran Rebic Lotus Film 448.856 Soap- eine Tragikomödie Clemens Schönborn Fischer Film 150.000 TE wie Tod Mansur Madavi Nanook Film 119.000 Verlorene Eltern- Verlorene Kinder Käthe Kratz Extrafilm 300.000 Verschwörungen Christian Frosch Prisma Film 500.000 Villa Henriette Pro-Kids 205.863 Welcome Home Andreas Gruber Wega Film 350.000 Workingman's Death Michael Glawogger Lotus Film 296.076 Wunder der Liebe Wega Film 350.000 Zwischensumme Projektentwicklungsförderungen 20 5.658.009 HERSTELLUNGSFÖRDERUNGEN Titel Regie Produzent WFF Fördersumme All the Queen's Men Stefan Ruzowitzky Dor Film 12.000.000 Am anderen Ende der Brücke Tian Zhuangzhuang SK Film 2.000.000 Auf allen Meeren Johannes Navigator Film 840.000 Holzhausen Blue Moon Andrea Dusl Lotus Film 5.449.163 Ein Sommer mit den Burggespenstern Bernd Neuburger Extrafilm 3.500.000 Eine kleine Sehnsucht Douglas Wolfspergerepo-film 250.000 Entschleiert- Frauen in Wien und Istanbul Petrus van der Let, Georg Weiss Film 266.387 Andrea Simon, Christian Schüller Film ist. Gustav Deutsch Loop TV Video1.725.500 Film The Fourth Man Robert Dornhelm Terra Film 8.000.000 I am from Nowhere Georg Misch Navigator Film 1.115.850 Die Klavierspielerin Michael Haneke Wega Film 10.743.135 Küss mich Prinzessin Michael Grimm Josef Aichholzer6.301.149 Film Das Neubacher Projekt Marcus John Carney Extrafilm 500.000 No pasaran- Sie kommen nicht durch Martin Krenn Framework 1.500.000 Nogo Hiebler& Ertl Dor Film 8.403.790 Return, the Gita und CurtPaul Rosdy Film 330.110 Silberpfeil Kaufman Valentin Hitz Lotus Film 6.637.600 Soap Clemens Schönborn Fischer Film 5.069.168 Das Tattoo- tödliche Zeichen Curt Faudon epo-film 1.800.000 Wackelatlas, der Emily Artmann, kurtmayerfilm Katharina Copony 285.000 Weg in den Süden Reinhard Jud Fischer Film 2.600.000 Wenn die Liebe flöten geht Nadja Seelich, Extrafilm 491.000 Bernd Neuburger Willkommen Ottakring Christina Zurbrügg,G.A.M.S. Film 450.000 Michael Hudecek YU Franz Novotny Novotny&8.108.971 Novotny Film Zur Lage Barbara Albert,Lotus Film 3.736.200 Michael Glawogger, Ulrich Seidl, Michael Sturminger Zwischensumme Herstellungsförderungen 25 92.103.023 VERWERTUNG FESTIVALTEILNAHMEN Titel Heimkehr der Jäger Heller als der Mond Jago Die Kunst der Stunde ist Widerstand Regie Antragsteller WFF Fördersum me Michael Kreihsl Wega Film 513.500 Virgil Widrich Virgil Widrich400.000 Film Stephanus Domanig Stephanus 275.000 Domanig Kollektiv Die 140.000 Kunst.... L&R Nordrand Retrospektive R. Beckermann Spiegelgrund Überfall, der Zero Crossing With closed eyes Die Wahlkämpfer Zwischensumme Verwertungsförderungen Festival VERWERTUNG KINOSTART Titel Bockerer III Fremde, die Heimkehr der Jäger Heller als der Mond Kaliber Deluxe Komm, süsser Tod Luna Papa Professor Niedlich Sunshine- Ein Hauch von Sonnenschein Ternitz Tennessee Der Überfall Wanted Wenn die Liebe flöten geht Zwischensumme Verwertungsförderungen Kinostart GESAMTZUSAGEN 2000 Kunst.... Edgar Honetschläger Fischer Film 150.000 Barbara Albert Lotus Film 295.112 Ruth Beckermann Ruth 160.000 Beckermann Film Angelika Schuster,Sindelgruber Film 82.880 Tristan Sindelgruber Florian Flicker Johannes Holzhausen Mansur Madavi Helmut Grasser Allegro Film 389.550 Navigator Film 35.000 Top Film Allegro Film 12 100.000 42.863 2.583.905 Regie Franz Antel Götz Spielmann Michael Kreihsl Virgil Widrich Thomas Roth Wolfgang Murnberger Bakhtiar Khudojnazarov Lukas Stepanik István Szabó Antragsteller WFF Fördersum me epo-film 300.000 Teamfilm 306.728 Filmladen 345.000 Virgil Widrich150.000 Film Dor Film 500.000 Filmladen 480.000 Filmladen 350.000 SK Film Dor Film 150.000 300.000 Mirjam Unger Polyfilm Florian Flicker Filmladen Harald Sicheritz Filmladen Nadja Seelich, BerndFilmladen Neuburger 13 300.000 480.000 500.000 180.000 4.341.728 70 104.686.665 HERSTELLUNGSFÖRDERUNGEN 2000 ALL THE QUEEN‘S MEN Genre: Drama Produktion: Dor Film/ Danny Krausz, Kurt Stocker Koproduktion: Streamline Filmproduktion GmbH/ Marco Weber(D) Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernseh-Abkommen), ÖFI(Referenzfilmförderung) Buch: David Schneider Regie: Stefan Ruzowitzky Kamera. Wedigo von Schultzendorff Ton: Heinz Ebner Kostüme: Nicole Fischnaller Ausstattung: Florian Lehner Schnitt: Britta Nahler Darsteller: Matt Le Blanc, James Cosmo, David Birkin, David Birkin, Eddy Izzard, Nicolette Krebitz Englisch, Super 35 mm, 100 Minuten Eine Spezialeinheit der Alliierten springt über dem zerbombten Berlin ab, um aus einer Geheimfabrik, in der nur Frauen arbeiten, ein„Enigma“(eine hochspezialisierte Codiermaschine) zu stehlen. „Crossdressing im Nazideutschland Ende des zweiten Weltkrieges – ein Minenfeld, in dem die Fettnäpfchen dichtgedrängt stehen“(Stefan Ruzowitzky). AM ANDEREN ENDE DER BRÜCKE Genre: Drama Produzent: SK Film/ Josef Koschier Koproduzent: Beijing Forbidden City Co.(China) Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernseh-Abkommen), ÖFI Buch: F. Wang Zhebin Regie: Tian Zhuangzhuang Kamera: Zhang Li Kostüme Barbara Langbei Ausstattung: Gerhard Janda, Wang Tong Darsteller: Franka Potente, Erwin Steinhauer, Ma Jingwu, Siqin Gaowa 1931 verlässt Gerti Wagner Wien, um mit ihrer großen Liebe in China zu leben. Trotz härtester Bedingungen bleibt sie bei ihrer neuen Familie. AUF ALLEN MEEREN Genre: Dokumentarfilm Produzent: Navigator Film/ Johannes Rosenberger Koproduzent: Dschoint Ventschr AG/ Werner Schweizer(CH), Peter Stockhaus Filmproduktion/ Peter Stockhaus(D), Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernsehabkommen), Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Buch und Regie: Johannes Holzhausen, Constantin Wulff Regie: Johannes Holzhausen Kamera: Joeg Burger Ton: Sergei Moshkov Schnitt. Michael Palm Deutsch, Super 16, 90 Minuten Auf allen Meeren verfolgt das Schicksal des russischen Flugzeugträgers„Kiev“ und seiner ehemaligen Besatzung. Die letzte Reise der„Kiev“ verwandelt das größte sowjetische Kriegsschiff ein letztes Mal zu einer weit gefächerten Projektionsfläche, der privaten Katastrophen, des politischen Stolzes und der Ehre, des Ehekrieges, der Familientradition, der Mystik und der unerfüllbaren Liebe. BLUE MOON Genre: Road-Movie Produzent: Lotus Film/ Erich Lackner Förderungen: WFF, ÖFI(Referenzmittel) Buch und Regie: Andrea Dusl Kamera: Wolfgang Thaler Schnitt: Mona Willi Kostüm: Silvie Pernegger Darsteller: Josef Hader Deutsch, Englisch, 35mm, 90 Minuten Der Möchtegern-Hemingway Johnny Pichler träumt von Abenteuern und einer amour fou. Er begegnet ihr in Bratislava und sie heißt Shirley, aber vielleicht ist Shirley auch Jana. Ein Road-Movie zwischen Wien und Odessa, sentimental, humorvoll, überraschend. EIN SOMMER MIT DEN BURGGESPENSTERN Genre: Kinderfilm Produzent: Extrafilm/ Bernd Neuburger, Lukas Stepanik Koproduzent: Productions La Fête/ Rock Demers(Canada) Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernsehabkommen), ÖFI, Land Salzburg Buch: Nadja Seelich Regie: Bernd Neuburger Darsteller: Karl Merkatz Auf der mittelalterlichen Burg Finsterstein wird- sehr zum Missfallen der dort hausenden Gespenster – ein Film gedreht. Die neunjährige Caroline, Tochter des kanadischen Regisseurs, und Jakob, ein Bub aus dem Dorf, vermitteln zwischen den Menschen und den Gespenstern, wobei ihre Freundschaft fast einer heimtückischen Intrige zum Opfer fällt... EINE KLEINE SEHNSUCHT Genre: Dokumentarfilm Produzent: epo-film/ Dieter Pochlatko Koproduzent: Douglas Wolfsberger(D) Österreichische Förderung: WFF; Bundeskanzleramt Buch und Regie: Douglas Wolfsperger Kamera: Helmut Wimmer Ton: Josef Knauer Schnitt: Gaby Kröber Deutsch, Farbe/SW(Archiv), Digi Beta(FAZ 35 mm), 80 Minuten Den älteren Menschen, die sich tagein tagaus im Wiener Bellaria-Kino treffen, folgt der deutsche Dokumentarfilmer Douglas Wolfsperger in ihre Lebens(t)räume und in ihren Alltag zwischen naher Vergangenheit und ferner Gegenwart. ENTSCHLEIERT – FRAUEN IN WIEN UND ISTANBUL Genre: Fernsehdokumentation Produzent: George Weiss Film/ George Weiss Koproduzent: ORF Österreichische Förderung: WFF, Wiener Integrationsfonds, Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien Bundesministerium für Bildung, Buch: Petrus van der Let, Andrea Simon Regie: Petrus van der Let, Christian Schüller, Andrea Simon Deutsch, Englisch, Türkisch, Beta SP, 40 Minuten, 30 Minuten Türkinnen in ihrem Heimatland und in der zweiten Generation in Österreich stellen Fragen nach ihrer Identität in verschiedenen Welten. FILM IST. Produzent: Loop TV Video/ Manfred Neuwirth Buch und Regie: Gustav Deutsch Österreichische Förderung: WFF, Land Niederösterreich, Bundeskanzleramt Deutsch, 35 mm, 80 Minuten Ein Kompilationsfilm, der der Phänomenologie des Medium Film gewidmet ist. Die sechs Kapitel beziehen sich auf eine Geburtsstätte des Films- dem Jahrmarkt, dem Varietee. THE FOURTH MAN Genre: Romantischer Thriller Produzent: Terra Film/ Norbert Blecha Koproduzent: Apollo Media(D), Three Island(UK) Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernsehabkommen), ÖFI, Buch Derek Lister Regie: Robert Dornhelm Darsteller: Vincent D’Onofrio, Katja Flint Orson Welles dreht Der dritte Mann in Wien, als er erfährt, dass seine Frau gerade die Scheidung eingereicht hat. Die Alimenteforderung zwingt ihn, sich am Schwarzmarkt zu versuchen, mit wenig Erfolg. I AM FROM NOWWHERE Genre: Fernsehdokumentarfilm Produzent: Navigator Film/ Johannes Holzhausen Koproduzent: Hanfgarn und Ufer Filmproduktion Berlin(D)/ Gunter Hanfgarn, World Wide Pictures Ltd.(GB) Regie: Georg Misch Buch: Georg Misch, Silvia Beck Kamera: Silvia Beck Schnitt: Monika Willi Miková ist ein winziges Dorf in der Slowakei, wo die Einwohner noch ihr Wasser aus dem Brunnen holen und jedes durchfahrende Auto eine kleine Sensation ist. Miková ist aber auch die Heimat eines gewissen Andrijuka Warhola. Es scheint ein sehr langer Weg von Miková nach Manhattan zu sein, von byzantinischen Ikonen zu Pop-Art und von Andrijuka Warhola zu Andy Warhol. DIE KLAVIERSPIELERIN Genre: Literaturverfilmung Produzent: Wega Film/ Veit Heiduschka Koproduzent: mk2 productions(F)/ Marin Karmitz Österreichische Förderung: WFF; ÖFI, ORF Buch und Regie: Michael Haneke Kamera: Christian Berger Schnitt: Mona Willi Ton: Guillaume Sciama Ausstattung: Christoph Kanter Kostüm: Annette Beaufays Französisch, deutsche Synchronisation, 35 mm, 1:1,85, ca. 140 Minuten, Darsteller: Isabelle Huppert, Annie Girardot, Benoît Magimel, Anna Sigalevitsch, Susanne Lothar, Die lang erwartete Verfilmung des verstörenden Romans von Elfriede Jelinek mit dem französischen Filmstar Isabelle Huppert in der Hauptrolle der Klavierlehrerin Erika Kohut. KÜSS MICH PRINZESSIN Genre: Liebesgeschichte Produzent: Josef Aichholzer Film/ Josef Aichholzer Österreichische Förderung: WFF; ÖFI(Referenzmittel) Buch: Manfred Rebhandl Regie: Michael Grimm Darsteller: Tony Wegas, Doris Schretzmayer Pulp Fiction aus der Wiener Vorstadt. Das Märchen von der kurzen Liebe zwischen Susi und dem kleinen Gauner Horst im Sommer 1997 vor dem Hintergrund des wirklichen Märchens von Prinzessin Dianas kurzem Glück und tragischem Ende. Susi träumt von der wahren Liebe und braucht 6.000 öS. für den Flug zu Dianas Begräbnis, aber ihre Tochter braucht eine neue Brille und Horst eine gute Idee, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen... DAS NEUBACHER PROJEKT Genre: Dokumentarfilm Produzent: Extrafilm/ Bernd Neuburger, Lukas Stepanik Österreichische Förderung: WFF; Bundeskanzleramt Buch und Regie: Marcus John Carney DVC(Faz 35 mm), ca. 80 Minuten Als eine„Zeitreise in die Gegenwart“ beleuchtet der Großneffe des ersten Nazi-Oberbürgermeisters von Wien und späteren Sonderbeauftragten des 3. Reiches am Balkan anhand seiner Familie Fragen des österreichischen Selbstverständnisses und Verantwortungsbewusstseins. Eine aktuelle Diagnose des „Morbus Austriacus“(Friedrich Heer). NO PASARAN – SIE KOMMEN NICHT DURCH(Arbeitstitel) Genre: Dokumentarfilm Produzent: Framework/ Gabriele Kranzelbinder, Gilbert Petutschnig Buch: Martin Krenn, Nina Maron Regie: Martin Krenn Ein stilistisch ungewöhnlicher Dokumentarfilm mit Trickfilmsequenzen(von Paul Braunsteiner) über das Leben des Spanienkämpfers und WUK-Aktivisten Harry Spiegel(1910 – 2000) und seiner WegbegleiterInnen. Ein Film über die Philosophie des österreichischen Widerstandes von den 30er Jahren bis heute. NOGO Genre: Drama Produzent: Dor Film/ Danny Krausz, Kurt Stocker Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernsehabkommen), ÖFI Buch und Regie: Sabine Hiebler, Gerhard Ertl Kamera: Helmut Wimmer Darsteller: Oliver Korittke, Meret Becker, Jürgen Vogel, Jasmin Tabatabai, Moritz Bleibtreu, Muriel Baumeister Nogo ist ein Tankstellen-Triptychon. Für drei Paare wird eine Tankstelle am Ende der Welt zur fixen Idee. Sie sind nicht leicht von ihren Zielen abzubringen – und außerdem: Nogo – wer steht ist nicht zu bremsen. THE RETURN Genre: Dokumentarfilm Produzent: Paul Rosdy Filmproduktion/ Paul Rosdy Österreichische Förderung: WFF, Bundeskanzleramt Koproduzent: Gita und Curt Kaufman Buch und Regie: Gita and Curt Kaufman Englisch, Deutsch, Videoproduktion, 2x 60 Minuten The Return erzählt die Geschichte von Gita Kaufmans Rückkehr nach Wien, von wo sie 1940 vertrieben wurde. Der Film ist eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen und gesellschaftlichen Situation in Österreich – kein übliches Portrait eines Holocaust-Opfers, sondern das Porträt Österreichs aus der Sicht einer„Zeitzeugin“. SILBERPFEIL Produzent: Lotus Film/ Erich Lackner Österreichische Förderung: WFF, ÖFI(Referenzfilmförderung) Buch und Regie: Valentin Hitz Darsteller: Johannes Silberschneider, Sophie Rois Österreich Mitte der Siebziger Jahre. Sebastian wird durch eine unaufschiebbare Operation abrupt aus seiner Ferienstimmung gerissen. Statt badend am Strand verbringt er die heißen Sommerwochen im Krankenhaus und rekonvaleszent im Bett. SOAP Genre: Tragikomödie Produzent: Fischer Film/ Markus Fischer Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernsehabkommen), ÖFI Buch und Regie: Clemens Schönborn Kamera: Frank Griebe Darsteller: Sophie Rois, Ingrid van Bergen, Joachim Tomaschewsky Deutsch, 35 mm, 90 Minuten Henry fristet ein Schattendasein als unbeachteter Nebendarsteller in einer Daily Soap. Phyllis(Sophie Rois) ist sein ebenso erfolgloser wie leidenschaftlicher Fan. Als sie ihn zum Mittelpunkt ihres ereignislosen Lebens macht, fallen seine Kollegen mysteriösen Unfällen zum Opfer und Harry wird zum Star der Soap. Fiktion und Wirklichkeit geraten außer Kontrolle, bis Phyllis’ Mutter(Ingrid van Bergen) das Kommando übernimmt. DAS TATTOO – TÖDLICHE ZEICHEN Genre: Thriller Produzent: epo-film/ Dieter Pochlatko Koproduzent: ORF, SAT.1 Österreichische Förderung: WFF Buch: Benedikt Röskau Regie: Curt Faudon Kamera: Hans Selikovsky Ton: Herbert Koller Schnitt: Daniela Padalewski-Junek Darsteller: Tobias Moretti, Katja Weitzenböck, Benjamin Sadler U-Bahn-Bauarbeiten am Franziskanerplatz. In bisher unbekannten Katakomben entdecken zwei Taucher eine geheimnisvoll tätowierte Leiche. Die Analyse der Tattoos führt sie zum legendären Schatz der Katharer. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn skrupellose Beamte und Kunsthändler sind zu allem bereit, um den Schatz selbst zu heben... DER WACKELATLAS Genre: Dokumentarfilm Produzent: kurtmayerfilm/ Kurt Mayer Österreichische Förderung: WFF, ORF, Land Salzburg, Land Niederösterreich Regie: Emily Artmann und Katharina Copony Aufzeichnungen von Gesprächen mit dem jüngst verstorbenen österreichischen Dichter H.C. Artmann, geführt von seiner Tochter und seiner Nichte. WEG IN DEN SÜDEN Genre: Dokumentarfilm Produzent: Fischer Film/Markus Fischer Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernsehabkommen), ÖFI Buch und Regie: Reinhard Jud Ein filmischer Essay entlang der alten B 17 von Wien nach Triest. Auf der Basis ausführlicher Recherchen zur Geschichte und Soziologie der Industrie-, Kultur- und Reiselandschaften entlang dieses Nebenstranges mitteleuropäischer Vergangenheit stellt R. Jud die Menschen der Gegenwart, die Jugendlichen mit ihrem Alltag, ihrer Musik und ihrer Zukunft in den Mittelpunkt eines dokumentarischen Road-Movies. WENN DIE LIEBE FLÖTEN GEHT Genre: Dokumentarfilm Produzent: Extrafilm/ Bernd Neuburger, Lukas Stepanik Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernseh-Abkommen), Bundeskanzleramt Kamera: Bernd Neuburger Schnitt: Eliska Stibrova Ton: Joe Knauer, Alexander Zittner, Bruce Hopes, Vincent Lucassen Buch und Regie: Nadja Seelich, Bernd Neuburger Deutsch, 16 mm, 90 Minuten Nadja Seelich auf den Spuren verlorener Liebe. WILLKOMMEN OTTAKRING Genre: Dokumentarfilm Produzent: G.A.M.S. Film/ Michael Hudecek Österreichische Förderung: WFF, ORF Buch und Regie: Christina Zurbrügg und Michael Hudecek Impressionistische Schnappschüsse der in Ottakring lebenden Schweizerischen Musikerin Christine Zurbrügg, von Michael Hudecek(Cutter von„Wiener Brut“,„Der Kopf des Mohren“,„The Rounder Girls“ u.v.a.) zu einem genre-brechenden Porträt des„Melting Pot Ottakring“ zusammengefügt. YU Genre: Drama Produzent: Novotny und Novotny Film/ Franz Novotny, Karin Novotny Österreichische Förderung: WFF, ORF Buch: Franz Novotny, Michael Grimm Regie: Franz Novotny Kamera: Anreas Hutter Schnitt: Cordula werner Ton: Otto Tonmeister Deutsch, Cinemascope, 100 Minuten Tom, der smarte Kellner, Alex, der Schnorrer und„Literat“ und Chris der Werbe-Yuppie: Die verführerische„Yugo – Autostopperin“ Sonja verwandelt ihre feuchtfröhliche Spritztour im„geborgten“ Porsche von Chris‘ Chef nach Triest zu einer Höllenfahrt in ein undurchschaubares Jugoslawien. Zwischen marodierenden Kombattanten, Schiebern und Gaunern, wird ihnen die Chance gegeben, erwachsen zu werden. ZUR LAGE Genre: Essayfilm Produzent: Lotus Film/ Erich Lackner Österreichische Förderung: WFF, ORF(Film/Fernseh-Abkommen), ÖFI Buch und Regie: Michael Glawogger, Ulrich Seidl, Michael Sturminger, Barbara Albert Kamera: Ulrich Seidl Michael Glawogger, Eva Testor Schnitt. Karina Ressler Ton: Ekkehart baumung, Elisabeth Reeh Deutsch, 35 mm, 105 Minuten Vier Zustandsberichte über die Befindlichkeiten der österreichischen Nation, vier Befunde über die Schräglagen von„Betroffenen“, vier Fragen über uns und die Anderen von M. Glawogger(„Autostopper“), U. Seidl(„Rassismusspirale“), M. Sturminger(„Die Familie Österreicher“) und B. Albert(„Der lange Schlaf“).„Ein Widerstandsfilm, aber einer gegen uns selbst.“(U. Seidl). PROJEKTENTWICKLUNGSFÖRDERUNGEN (B 17) – WEG IN DEN SÜDEN Produzent: Fischer Film Höhe der Förderung: 150.000 öS. siehe Herstellungsförderung Förderung BIEDERMEIER Genre: Literaturverfilmung Produzent: Novotny und Novotny Film/ Franz Novotny, Karin Novotny Buch: Franz Novotny, Ernst Molden Regie: Franz Novotny Die Verfilmung des erfolgreichen Romans von Ernst Molden. Inspektor Sieber erlegt den Mädchenschänder Fürst Kaunitz. Es wetterleuchtet die Revolution. BÖSE ZELLEN Genre: Drama Produzent: Coop 99/ Barbara Albert, Martin Gschlacht, Jessica Hausner, Antonin Svoboda Buch und Regie: Barbara Albert Tote wollen nicht tot sein, Lebende nicht leben, Talkshows, Kaufhäuser und Gewinnspiele lassen die Einsamkeit kurz vergessen. Eine Katastrophe verlangt den Neubeginn. Schuld schreit nach Erlösung... THE BRIDGEMAN Genre: Historisches Drama Produzent: Wega Film/ Veit Heiduschka Buch und Regie: Geza Beremenyi, Cara Togay Regie: Cara Togay Biographie des ungarischen Freiheitshelden und Sozialreformers István Széchenyi. GLOBAL NOMADS 1. IM JAHR DER SCHLANGE Genre: Dokudrama Produzent: WILDart Film/ Vincentius Lucassen Buch und Regie: Ebba Sinzinger, Vincentius Lucassen Spurensuche in Phnom Penh und im asiatischen Wien. DIE GLÜCKSKEKSMACHER Genre: Mehrteiler Produzent: Alexander Schukoff Filmproduktion Buch: Sharif Timor Fünf Personen gründen eine Film- und Videoproduktion und managen verschiedene Aufträge. GRAFFITI LURKERS Genre: Jugendfilm Produzent: Lotus Film/ Erich Lackner Buch und Regie: Gabriele Neudecker Der Film erzählt die Geschichte des 15-jährigen Hokam und dessen Versuch, seinen Platz in der Gruppe der„Graffiti Lurkers“ sowie im eigenen Leben zu finden. Eine Bestandsaufnahme jugendlicher Subkultur in unserer Zeit. HURENSOHN Genre: Produzent: Aichholzer Film/ Josef Aichholzer Buch und Regie: Michael Sturminger Die Geschichte des„Hurensohns“ Ozren in einer poetisch realistischen Weise erzählt. KÜSS MICH, PRINZESSIN Produzent: Aichholzer Film/ Josef Aichholzer siehe Herstellungsförderung LEO Genre: Tragikomödie Produzent: Prisma Film/ Michael Seeber, Heinz Stussak Buch: Gennady Ostrovsky Regie: Bakhtiar Khudojnazarov Ein tragikomisches Märchen um die Frage nach Identität, Herkunft und Heimat: Leo ist nicht der Sohn des Jazzpianisten Joseph Vinitskij, den er 25 Jahre lang für seinen Vater gehalten hat. Sein Vater ist der eben verstorbene Schah eines exotischen zentralasiatischen Reiches in Pamir, dessen Erbe Leo nun antreten soll. DIE LETZTE ÖLUNG Genre: Musikfilm mit Rahmenhandlung Produzent: Conceptional Continuity Filmproduktion/ Klaus Hundsbichler Buch: Klaus Hundsbichler, Stefan Weber Ein Streifzug durch drei Jahrzehnte Wiener Rock- und Subkultur mit der legendären Wiener Gruppe Drahdiwaberl. ORIENT EXPRESS Produzent: Lotus Film/ Erich Lackner Buch und Regie: Goran Rebic Darsteller: Eva Mattes Ein Hotelschiff auf der Fahrt von Regensburg zum Schwarzen Meer. Für den Kapitän wird es die letzte Reise sein. Seine Tochter Eva wird sich selbst finden. Menschen aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Geschichten – die Donau führt sie zusammen und wieder auseinander. SOAP – EINE TRAGIKÖMÖDIE Genre: Tragikomödie Produzent: Fischer Film/ Markus Fischer siehe Herstellungsförderung TE WIE TOD Genre: Produzent: Mansur Madavi Buch und Regie: Mansur Madavi Robert Mayerhofer, ein alleinstehender, zurückgezogener älterer Herr, bekommt von seinem nach Kanada emigrierten Sohn, einen Fernsehapparat mit Satellitenanschluss. Sein Leben wird durch das Geschehen im Fernseher gespiegelt. Dieser nimmt ihn so sehr in Bann, dass er – unbemerkt von seinen Nachbarn – schließlich vor dem Apparat stirbt. VERLORENE ELTERN – VERLORENE KINDER Genre: Dokumentarfilm Produzent: Extrafilm/ Bernd Neuburger, Lukas Stepanik Buch und Regie: Käthe Kratz Kinder auf der Flucht. Damals, 1938/39, aus Wien und Österreich mit dem„Kindertransport“ nach England, heute auf der Flucht in Wien und Österreich gestrandet. Elternlose Kinder im Kampf ums Überleben. VERSCHWÖRUNGEN Genre: Psychothriller Produzent: Prisma Film Buch und Regie: Christian Frosch In Neustadt, einer jener riesigen Hochhauskomplexe, in die sich die zivilisierte Menschheit nach einer globalen Katastrophe zurückgezogen hat, wird Johanna immer tiefer in rätselhafte Ereignisse verstrickt. Als sie zu Überzeugung gelangt, dass eine umfassende Verschwörung im Gange ist, beschließt sie, Widerstand zu leisten. VILLA HENRIETTE Genre: Kinderfilm Produzent: ProKids Filmproduktion/ Yvonne Bernard-Russo, Katja Dor-Helmer Buch: Milan Dor Ein Familienfilm nach einem Roman von Christine Nöstlinger. Nicht nur, dass das elfjährige Mariechen sich plötzlich für einen ihrer beiden Schulfreunde entscheiden muss, hat sie auch noch alle Hände voll zu tun, ihr Zuhause zu retten, nachdem ihre Großmutter einem windigen Gauner aufgesessen ist. WELCOME HOME Genre: Produzent: Buch: Schwarze Komödie Wega Film/ Veit Heiduschka Andreas Gruber Die Geschichte zweier mit Vorurteilen behafteten österreichischer Polizisten, die einen Afrikaner bei der Abschiebung nach Ghana begleiten und dort durch widrige Umstände die Situation eines Ausländers ohne Pass und Geld erleben. WORKINGMAN'S DEATH Genre: Dokumentarischer Essayfilm Produzent: Lotus Film/ Erich Lackner Buch und Regie: Michael Glawogger In veralteten Minen, riesigen Fabriken, vorsintflutlichen Werften und bei größenwahnsinnigen Bauprojekten verdingt sich der Mensch noch als Arbeiter im klassischen Sinn. Workingman’s Death erzählt von diesen letzten Bastionen der körperlichen Arbeit, über die Gewalt, die diese Form der Arbeit dem Menschen antut und über das, was er verliert, wenn es diese Arbeit nicht mehr gibt. WUNDER DER LIEBE Genre: Drama Produzent: Wega Film/ Veit Heiduschka Buch: Carl Szokoll Im brennenden Europa des Zweiten Weltkriegs findet Judith ihren totgeglaubten Geliebten wieder. GEFÖRDERTE FILME IM ÖSTERREICHISCHEN KINO 13 vom WFF geförderte Filme hatten im Jahr 2000 ihren österreichischen Kinostart: Kinostart 17. März Filmtitel Der Bockerer III 04. Februar Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein 11. Februar Ceija Stojka 10. März Kaliber Deluxe 10. März Professor Niedlich 12. Mai Die Fremde 12. Mai L&R 08. Heller als der Mond September 08. Luna Papa September 29. Überfall, der September 17. November Heimkehr der Jäger 15. Komm, süsser Tod Dezember 15. Ternitz, Tennessee Dezember Verleih Buena Vista Filmverlag Top Film Polyfilm Filmladen Einhorn Film Filmladen Polyfilm Widrich Film Filmladen Filmladen Filmladen Filmladen Polyfilm Besucherzahlen 35.000 14.862 3.340 5.603 1.493 2.683 539 1959 21.813 100.156 4.084 189.147 6.434 GEFÖRDERTE FILME IM ÖSTERREICHISCHEN FERNSEHEN 20 vom WFF geförderte Filme wurden im Jahr 2000 im österreichischen Fernsehen gezeigt Kinostart Filmtitel ORF 1/ ORF 2 Zuseherzahlen 19. Jänner Eine fast perfekte Hochzeit ORF 2 1.096.000 19. Februar Hinterholz 8 ORF 1 1.171.000 14. April Blutrausch ORF 1 130.000 14. April Helden in Tirol ORF 1 397.000 28. April Schwarzfahrer ORF 2 358.000 29. April Fröhlich geschieden ORF 2 684.000 04. Mai The Rounder Girls ORF 1 57.000 17. Mai Drei Herren ORF 2 894.000 20. Mai Clarissa ORF 2 539.000 09. Juli Suzie Washington ORF 2 23. Juli Die Schuld der Liebe ORF 2 06. August Höhenangst ORF 2 14. August Before Sunrise ORF 2 15. August Die Knickerbockerbande- ORF 2 das sprechende Grab 20. August Beastie Girl ORF 2 09. November Megacities ORF 1 16. November Untersuchung an Mädeln ORF 1 23. November Models ORF 1 05. Dezember Das Tattoo- Tödliche ORF 1 Zeichen 14. Dezember Freispiel ORF 1 152.000 35.000 67.000 31.000 43.000 17.000 47.000 120.000 101.000 681.000 344.000 PREISE 2000 Nordrand von Barbara Albert(Produktion: Lotus Film) Max Ophüls Preis: der Drehbuchpreis in Höhe von 25.000 D-Mark, der Förderungspreis der Jury sowie der Femina-Film-Preis für die herausragende Kamera von Christine Maier; Geldpreis der Diagonale in Höhe von 160.000 ÖS. sowie der von Kodak zur Verfügung gestellte Sachpreis(ex aequo mit Goran Rebic’ Dokumentarfilm The Punishment); John Tempelton Filmpreis 2000 der Konferenz Europäischer Kirchen(vergeben auf der Berlinale 2001) Spezialpreis der Jury des Festival del Cinema Europeo im italienischen Corato, Nina Proll und Edita Malovcic wurden als beste Darstellerinnen ausgezeichnet Virgil Widrichs Komödie Heller als der Mond wurde beim Festival Premiers Plan von Angers, dem europäischen Nachwuchswettbewerb in Frankreich, zweifach prämiert: mit dem Sachpreis„Prix Laser Video Titres“ für die Produktion und dem„Prix Jean Carment“ für den besten Nachwuchsdarsteller an Lars Rudolph in der Rolle des rumänischen Lebenskünstlers Knarek. Bakhtiar Khudojnazarovs Luna Papa(Produktion: Prisma Film) errang beim Festival des Trois Continent in Nantes den Grand Prix du Jeune Public, beim Internationalen Film Festival von Brüssel eine lobende Erwähnung der FIPRESCI-Jury und beim Russischen Festival von Sotschi den Hauptpreis, die Goldene Rose. Als erfolgreichster österreichischer Film des Jahres 1999 wurde Wanted von Harald Sicheritz (Produktion: MR Film) mit der Romy 2000 der österreichischen Tageszeitung Kurier ausgezeichnet. Auch eine Oscar Nominierung gab es, den Oscar für die Original-Musik erhielt John Coriogliano„ The red Violin“(Produktion: Dor Film) Roland Düringer, Josef Hader und Joachim Bißmeier wurden für ihre schauspielerischen Leistungen in Florian Flickers„ Der Überfall“(Produktion Allegro Film) beim 53. Filmfestival von Locarno mit dem Bronzenen Leoparden ausgezeichnet. Beim Filmfestival Max-Ophüls Preis in Saarbrücken(Jänner 2001) erhielt Florian Flicker den Filmpreis des saarländischen Ministerpräsidenten. MASSNAHMEN ZUR HEBUNG DER BEDEUTUNG DES MEDIENSTANDORTES WIEN UND ZUR PROMOTION DES ÖSTERREICHISCHEN FILMS In der Präambel der Satzung des Wiener Film Fonds ist verankert, dass„dessen vorrangiger Zweck(....) die Stärkung und der Ausbau des Film- und Medienstandortes und die damit verbundene Förderung von Kultur, Wirtschaft und Beschäftigung“ ist. In§ 2 der Satzung wird der Zweck des Fonds auch dahingehend erläutert, dass im Sinne der Erhaltung der kulturellen Vielfalt in Europa die Bedeutung des Standorts Wien als Drehscheibe des Filmschaffens durch den Ausbau der filmspezifischen Infrastruktur gestärkt und im europäischen Kontext gesichert werden soll. Der Fonds ist daher bestrebt, eine Plattform bestehender inländischer Institutionen der Filmbranche zu bilden, um den österreichischen Film im In- und Ausland geschlossen zu präsentieren. Um dieses Ziel zu erreichen wurden im Jahr 2000 die folgenden Maßnahmen initiiert und/oder finanziell mitgetragen: Förderung der Jahrestätigkeit 2000 der AFC „Die Aktivitäten der Austrian Film Commission, des Vereins zur Förderung des österreichischen Films zielen darauf ab, die weltweite Wahrnehmung des österreichischen Films zu erhöhen und damit – im Interesse der Rechteinhaber und der Filmschaffenden seine Vertriebschancen auf dem internationalen Markt zu unterstützen“(Austrian Film Commission Tätigkeitsbericht 1999). Im Rahmen ihrer Tätigkeit vertritt die AFC den österreichischen Film auf allen namhaften Festivals und erstellt jährlich den Austrian Film Katalog sowie viermal jährlich die Austrian Film News bzw. die Austrian Film News International. Der Geschäftsführer des WFF ist seit Dezember 2000 Vorstandsmitglied der AFC. Tagung –„Landes- und Kommunalförderungen zwischen Kunst und Wirtschaft“ In Zusammenarbeit mit der Diagonale- Forum österreichischer Film ist es 2000 erstmals gelungen, eine österreichweite Tagung zum Thema Filmförderungen abzuhalten. Am 28. März 2000 diskutierten in Graz die Vertreter der österreichischen Förderstellen verschiedene Aspekte der Filmförderung, wie die unterschiedlichen Zuständigkeiten; mit welcher Absicht ist man tätig; was will man fördern und was sind die Ziele? Um den Blick über die Grenzen Österreichs zu wahren, wurde Klaus Schaefer vom Film-/Fernsehfonds Bayern eingeladen, der über die Aufgaben und Zielsetzungen des Bayerischen Film-/Fernsehfonds berichtete. Für 2001 ist eine Fortsetzung der Veranstaltung geplant, an der unter anderem auch Vertreter des ORF teilnehmen werden. Location Austria Film Production Guide, ein Handbuch über den Filmstandort Österreich bildet eine fundierte Informationsunterlage für Filmschaffende im In- und Ausland. Insbesondere internationale Produktionsfirmen, die Informationen über das Land und die filmspezifischen Rahmenbedingungen benötigen, werden dieses Handbuch benutzen. Neben allgemeinen Informationen über Österreich umfasst der Production Guide die Themenbereiche„Am Drehort, Hochqualifizierte Mitarbeiter, Rechtliche Rahmenbedingungen, Finanzielle Aspekte, technische und kreative Infrastruktur“ – somit alle Adressen, Daten und Kontakte, die nötig sind, um eine Produktion in Österreich abwickeln zu können. Durch seine gezielte Verteilung im Ausland dient der Guide der internationalen Bewerbung des Filmstandortes Österreich und speziell der Bundeshauptstadt Wien. Der Guide ist ein Gemeinschaftsprojekt der Location Austria, des Österreichischen Filminstituts, des Fachverbands der Audiovisions- und Filmindustrie und des Wiener Film Fonds. Sources II Vom 18. bis 26. November 2000 fand auf Initiative und mit Unterstützung des WFF in Wien im Filmhaus die Veranstaltung„Sources 2“ statt.„Sources“, eine Maßnahme des MEDIA-Programmes der Europäischen Union mit Sitz in den Niederlanden, führt in den Mitgliedsstaaten„Script Development Workshops“ auf einem außergewöhnlich hohen Niveau durch, im Jahr 2000 in Schweden und erstmals in Österreich. Der Schwerpunkt des Workshops in Wien war dem Thema Literaturadaption gewidmet. Die 20 Teilnehmer des Seminars kamen aus Deutschland, Finnland, Schweden, Wales und Österreich. Die Dozenten waren Gareth Jones und Fiona Howe(England), Gaby Prekop(script consultant und script editor mehrerer István Szabó-Filme, Ungarn) sowie David Wingate(script consultant script editor, Schweden). Eine Woche lang bearbeiteten die Drehbuchautoren mit ihren Tutoren die Bücher, im Rahmenprogramm gab es folgende Vorträge: „.... I preferred the Movie…„ Vortrag von Corinne Jacker, mit anschließender Diskussion zum Themenschwerpunkt des Worksshops Literaturadaption im Film, moderiert von Dick Ross, Autor und seit 1970 Consultant an amerikanischen und europäischen Filmakademien und –hochschulen. Corinne Jacker hat unzählige Theaterstücke und TV-Drehbücher geschrieben, die auch realisiert wurden. Sie lehrt an amerikanischen Filmhochschulen. Die Sources of Inspiration Lecture wurde von Jasmin Dizdar gehalten. Der Autor und Regisseur bosnischer Herkunft, der seit 1989 in London lebt, berichtete über seine Arbeit zur Komödie Beautiful People, die vor dem Vortrag gezeigt wurde. Der Film gewann internationale Auszeichnungen und lief 1999 in der Reihe„Un certain Regard“ in Cannes. Julian Friedmann gab eine komplexe Einführung zum Thema„How to pitch Successfully“, im Anschluß „pitchten“ zwei Workshopteilnehmer ihre Drehbücher. Mit der Durchführung der Veranstaltung war das Drehbuchforum Wien, Dr. Sabine Perthold betraut, das Österreichische Filminstitut unterstützte die Veranstaltung. Reel Time Die bereits 1999 begonnene erfolgreiche WFF Veranstaltungsreihe Reel Time soll auch in Zukunft fortgesetzt werden. Unter dem Titel Reel Time- Documentary wird im Jahr 2001 der Schwerpunkt auf den Dokumentarfilmbereich gesetzt. In Zusammenarbeit mit Institutionen in England sollen Herstellungsweise und Publikumsrezensionen von Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen erörtert werden. Die Veranstaltung wird in beiden Ländern durchgeführt: in England werden die Erfolge des österreichischen Kinodokumentarfilms vorgestellt, in Österreich dagegen Beispiele von qualitätsvollen und quotenstarken britischen TV-Documentaries. Mit der Durchführung der Veranstaltungsreihe wurde der Verein Freiluftkino(Ralph Wieser) beauftragt. Zukunft.Film/ Image und Marketing des österreichischen Films. Der Erfolg eines Filmes hängt nicht nur von der Qualität des Produktes, sondern auch von seiner Bewerbung, seinem Image und den gezielten Marketingstrategien ab. Wie jeder Wirtschaftszweig braucht auch die österreichische Filmbranche publikumsorientierte Werbung, Marketing und Imagepflege, um sich am nationalen und internationalen Markt behaupten zu können. Die Projektgruppe„zukunft.film“ am ICCM(International Center for Culture and Management) in Salzburg arbeitet an einem Projekt zur Imageförderung des österreichischen Films. Basis der Tätigkeit ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter dem österreichischen Kinopublikum über seine Einstellung zum nationalen Film: das allgemeine Interesse an österreichischen Filmen, die spontane Bekanntheit der Filme und der Filmschaffenden, sowie das Image des österreichischen Films wurden dabei erhoben. Das Ergebnis soll nicht nur zur Förderung des Images des österreichischen Films beitragen sondern auch Aufschluss über die Mankos im Marketingbereich geben und Werbemaßnahmen zielorientiert aufdecken(siehe dazu„Sehen und Gesehen werden – Filmmarketing in kleinen europäischen Filmländern“, herausgegeben von Lucie Bader, Barbara Haberl, Isabella Urban und Christine Weingartner). Wiener Festwochen 2000 12. Mai bis 18. Juni WIENER FESTWOCHEN Mit den Festwochen 2000 hat das Direktorium Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers sein drittes gemeinsames Programm verantwortet. Die Zusammenarbeit hat sich künstlerisch wie auch organisatorisch bewährt- vieles ist durch die Kenntnis und Erfahrung des gemeinsamen Arbeitsprozesses spannender geworden. Die Basis des Arbeitens bestand auch im konstruktiven und kritischen Austausch sehr unterschiedlicher ästhetischer Vorstellungen und Positionen. Daher haben sich auch 2000 sehr feine Linien zwischen den einzelnen Produktionen der verschiedenen Bereiche skizzieren lassen. Thematische, ästhetische und geographische Schwerpunkte der einzelnen Bereiche ergänzten sich zu einem spannenden, oszillierenden Gesamtprogramm, das von Publikum und Presse mit größter Aufmerksamkeit und Interesse verfolgt wurde. Die Eröffnung„Wien, offene Stadt. 2000 Musiker grüßen die Welt“ und Christoph Schlingensiefs Container-Projekt„Bitte liebt Österreich!- Erste europäische Koalitionswoche“, die zwei Eigenproduktionen der Wiener Festwochen 2000 setzten zu Beginn und am Ende des Festivals starke Akzente und nahmen- wiewohl ästhetisch, inhaltlich und in der Wahl der Mittel höchst unterschiedlich ­ Bezug zur aktuellen politischen Situation in Österreich. Die Wiener Festwochen 2000 begannen mit einem fulminanten Eröffnungswochenende auf dem Rathausplatz. Das Eröffnungskonzert mit 2000 Mitwirkenden unter der Leitung von Zubin Mehta begeisterte die 40.000 Besucher auf dem Rathausplatz wie die Millionen Zuseher der Live-Übertragung von ORF2 und 20 weiteren Fernsehstationen. 26.000 Menschen nützten die Gelegenheit, erstmals open air und bei freiem Eintritt die Eröffnung und Modeschau des Life Ball miterleben zu können. Kontrapunktisch dazu beendete das Container-Projekt von Christoph Schlingensief die diesjährigen Festwochen. Schlingensiefs Kunst versteht sich als Performance, die den Umgang mit Öffentlichkeit und Medien zu ihren wesentlichen Bestandteilen macht. In Anlehnung an das Fernseh-Event„Big Brother“ inszenierte Schlingensief sein Projekt„Bitte liebt Österreich!- Erste europäische Koalitionswoche“. Eine Gruppe von„Asylbewerbern“ lebte sieben Tage in Containern auf dem Herbert-von-Karajan Platz neben der Staatsoper, wobei ihr fiktiver„Alltag“ über Kameras nach außen und im Internet übertragen wurde. Die Vorurteile Europas gegenüber Österreich, die politische Entwicklung in Österreich, die Orwellsche Welt von„Big Brother“ wurden zu Bestandteilen eines provokanten Kunstprojekts, das die Grenze zwischen Kunst und Realität neu problematisiert und die Frage der politischen Verantwortung der Kunst neu aufwirft. Das von den Themen Liebe und Gewalt bestimmte Musiktheaterprogramm der Wiener Festwochen fand ein neugieriges und begeisterungsfähiges Publikum. Bei der Presse hingegen stieß das Programm auf geteilte Zustimmung. Bei„Macbeth“ und„Genoveva" wurde die musikalische Interpretation kritisiert, die szenische Interpretation durch Luc Bondy bzw. Achim Freyer aber als ungewöhnlich spannend hervorgehoben. Für viele Musikkritiker zählte Peter Steins„Schönberg Kabarett“ mit Maddalena Crippa als Pierrot lunaire und Interpretin der Brettl-Liedern zu den Höhepunkten des Musikprogramms. Peter Sellars aktuelle Adaption von Strawinskys„Die Geschichte vom Soldaten“ wurde mit großem Interesse aufgenommen und vom Publikum gefeiert. Der Monteverdi-Schwerpunkt der Wiener Festwochen 2000 mit „L’Incoronazione di Poppea“ und„Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ konfrontierte das Publikum mit zwei konträren Auseinandersetzungen mit Monteverdis Musik: Während in der Interpretation des Barockspezialisten Marc Minkowski Monteverdis Musik in historischer Aufführungspraxis gespielt wurde, wurde in Romeo Castelluccis fulminant-rätselhafter Inszenierung Monteverdis Musik mit moderner Komposition von Scott Gibbons konfrontiert. Die berührend zarte Regieführung von Klaus Michael Grüber bei„Poppea“ gab der Kritik einige Rätsel auf. Das junge weitgehend unbekannte Sängerensemble begeisterte das Publikum. Leander Haußmanns Neuinszenierung von J.M. Barries Theaterstück„Peter Pan“ in der Übersetzung von Erich Kästner hatte in Wien Premiere. Das Publikum konnte der Inszenierung als„Popmärchen für Erwachsene“ nicht ganz folgen, wobei anwesende Kinder sehr wohl fasziniert und begeistert reagierten. Die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Hauptwerken russischer Literatur und Dramatik bildete den Mittelpunkt des Theaterprogramms der Wiener Festwochen. Erfreulicherweise zeigte sich, dass fremdsprachiges Theater dank der Übertitelung in deutscher Sprache und der neu geschaffenen Möglichkeit, die Stücktexte vorab im Internet zu lesen, kein Hindernis für den Zugang darstellte. Zu einem bejubelten Höhepunkt der Wiener Festwochen wurde„Die Möwe“ in der Inszenierung von Luc Bondy mit einem grandiosen Ensemble. Überraschungen und weitere Höhepunkte brachten mehrere kleine, fremdsprachige Produktionen wie„Mantel No 2737,5“ der russischen Off-Gruppe„Schule der russischen Anmaßung“, geleitet von Zhak,„Nachtasyl“ in der Regie von Alize Zandwijk mit dem Rotterdamer RO-Theater,„Usporavanja“ und„Nesigurna Prica“ vom Zagreber Teatar& TD, inszeniert von Bobo Jelcic und Nataša Rajkovic. Diese Künstler waren dem Publikum bislang unbekannt und wurden ­ bis auf Alize Zandwijk- erstmals außerhalb ihres Landes vorgestellt und von Publikum und Presse als Entdeckungen gefeiert. Im Gegensatz zur Aufführung von„Ein Monat auf dem Lande“ in der Inszenierung des jungen französischen Regisseurs Yves Beaunesne, die teilweise von der Kritik abgelehnt wurde, gab es für Krystian Lupas Inszenierung von Dostojewskis monumentalem Werk„Die Brüder Karamasow“ und dem Ensemble des Krakauer Stary Theater ausschließlich hymnische Zustimmung. Neue Präsentationsformen und eine erfolgreiche Bespielung von neuen Spielstätten wurden dem Festwochen-Publikum mit„Hotel Europa“ im Kabelwerk und„Highway 101" in den Emballagenhallen zugänglich gemacht. Die Idee und Konzeption des internationalen Projekts„Hotel Europa“, an dem zehn Regisseure und Choreographen aus Mittel- und Osteuropa teilnahmen, stieß auf enormes mediales Interesse, wobei die Realisierung einzelner Aufführungen innerhalb des Projektes seitens der Presse kritisch wahrgenommen wurde. Beim Publikum war dieses im wahrsten Sinn des Wortes grenzüberschreitende Projekt ein großer Erfolg und alle Vorstellungen ausverkauft. Die Emballagenhallen waren für mehrere Monate der spektakuläre Ort eines work in progress von Meg Stuart und ihrer Gruppe Damaged Goods, wo sie als„Artist in Residence“ der Wiener Festwochen ihr neuestes Projekt mit dem Titel„Highway 101“ erarbeiteten. Martin Kušejs erfolgreiche Inszenierung von„Geschichten aus dem Wiener Wald“ erfüllte beim Publikum und bei der Presse alle in sie gesetzten Erwartungen. Auf die mit großer Spannung erwartete Inszenierung Edith Clevers von Hofmannsthals„Elektra“ reagierten Publikum und Presse weitgehend enttäuscht. Der Regiewettbewerb ging ohne Preisträger zu Ende. Wiewohl die Jury die Auswahl der Teilnehmer als sehr gut befand, und die einzelnen Beiträge als außerordentlich spannend und interessant beschrieb, konnte keine der im Wettbewerb gezeigten Arbeiten restlos überzeugen. Das Theater/Performanceprogramm von Hortensia Völckers zeigte im Blauen Salon der Sofiensäle eine Reihe von Vorstellungen, die sich mit Konzepten auseinandersetzten, die die Kategorien zwischen Theater und Performance, ästhetischer Fiktion und realer Begebenheit aufbrechen. Der 29jährige Regisseur und Autor Richard Maxwell, in New York als Erneuerer und Visionär des Off-Broadway gefeiert, verblüffte auch das Festwochen-Publikum mit seinem unterkühlten Inszenierungsstil. Das Presseecho zu seinen hier gezeigten Stücken„House“ und„Showy Lady Slipper“ war ebenfalls sehr positiv. Die britische Performancegruppe Forced Entertainment erfüllte voll und ganz die in sie gesetzten Erwartungen. Nach dem erfolgreichen Gastspiel von 1999 mit„Quizoola!“ waren die beiden Vorstellungen von„Dirty Work“ und die 24-Stunden-Performance„Who Can Sing a Song to Unfrighten Me“ bald ausverkauft. Publikum und Presse zeigten sich von den Aufführungen restlos begeistert. Federico León und Cristian Drut zählen zu den Shooting Stars der argentinischen Theaterszene. Vier ihrer besten Arbeiten, die in Buenos Aires Kultstatus erlangten, waren bei den Wiener Festwochen zu sehen. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Presse- und Publikumsreaktionen waren durchwegs positiv und zustimmend. Das Festival„tanz2000.at- ReMembering the Body”, eine Kooperation von Wiener Festwochen und ImPuls-Tanz, fand vom 13. Juli bis 13. August statt. Einige Programmpunkte des Festivals begannen bereits im Zeitraum der Wiener Festwochen: die Ausstellungen"STRESS" und"Merce Cunningham" sowie Meg Stuarts work in progress„Highway 101“. Insgesamt haben die Wiener Festwochen in diesem Jahr 52.131 Karten aufgelegt. Insgesamt gab es 37 Produktionen mit 120 Vorstellungen. Hinzu kommen die Festwochenkonzerte im Musikverein mit 66 Konzerten und 72.000 verkauften Karten. Weiters die Festwochen-Ausstellung„STRESS“ in der MAK-Ausstellungshalle und die Ausstellung„Merce Cunningham“ im MMK 20er Haus. 1999: 27 Produktionen mit 128 Vorstellungen, 56.559 Karten 1998: 24 Produktionen mit 111 Vorstellungen, 62.585 Karten 1997: 24 Produktionen mit 165 Vorstellungen, 77.668 Karten Von den 52.131 aufgelegten Karten bei den Wiener Festwochen 2000 wurden 45.865 verkauft. Die Gesamt-Besucherauslastung beträgt 87,98 Prozent. 1999: 87,53%, 1998: 83,67%, 1997: 90,79%, 1996: 82,53%, 1995: 83% 1999 wurden von 56.559 Karten 49.505 verkauft. 1998 wurden von 62.585 Karten 52.365 verkauft. 1997 wurden von 77.668 Karten 70.517 verkauft. 1996 wurden von 77.847 Karten 64.250 verkauft. 1995 waren es 51.687 von 62.288. Die Einnahmen der Wiener Festwochen 2000 aus dem Kartenverkauf belaufen sich auf 17,8 Millionen. (1999 20,1 Millionen, 1998 19,8 Millionen, 1997 27,2 Millionen, 1996 18,6 Millionen) Wiener Festwochen 2000 Am besten besuchte Produktionen Die Möwe Hotel Europa Who Can Sing a Song to Unfrighten Me 100% Dirty Work Cachetazo de Campo/ Señora, esposa, niña, y joven desde lejos Mil quinientos metros sobre el nivel de Jack/ Museo Miguel Angel Boezzio Museo Aeronáutico Don Giovanni Elektra 99% Macbeth Showy Lady Slipper Peter Pan Geschichten aus dem Wiener Wald Lesung Andrea Jonasson L’Incoronazione di Poppea Schönberg Kabarett 100% 100% 100% 100% 100% 100% 98% 91% 90% 90% 89% 88% 88% Wiener Festwochen 2000 Besucher insgesamt 227.832 Eröffnung Wiener Festwochen Eröffnung Life Ball Festwochen-Besucher(verkaufte Karten) Publikumsgespräche(Genoveva, Hotel Europa, Theaterszene Buenos Aires, Krystian Lupa) Container-Projekt von Christoph Schlingensief Festwochenkonzerte(Musikverein) STRESS(MAK-Ausstellungshalle) Merce Cunningham(MMK 20er Haus) 40.000 26.000 45.865 300 15.000 74.355 23.312 3.000 Die Wiener Festwochen waren bei 18 von insgesamt 37 Produktionen Koproduktionspartner: Eröffnung Life Ball, Macbeth, Genoveva, L’Incoronazione di Poppea, Il Combattimento di Tancredi e Clorinda, Don Giovanni, Die Möwe, Peter Pan, Elektra, Bracia Karamazow, Hotel Europa, Regiewettbewerb mit 6 Produktionen, Highway 101. Je eine Eigenproduktion stand am Beginn und am Ende des Programms: die Eröffnung mit dem Titel „Wien, offene Stadt. 2000 Musiker grüßen die Welt“ sowie das Container-Projekt von Christoph Schlingensief„Bitte liebt Österreich!- Erste europäische Koalitionswoche“. Insgesamt wurden 16 Gastspiele gezeigt: Schönberg Kabarett, The Story of a Soldier, Geschichten aus dem Wiener Wald, Un mois à la campagne, Mantel Nº 2737,5, Nachtasiel, Usporavanja, Nesigurna Prica, Who Can Sing a Song to Unfrighten Me, House, Showy Lady Slipper, Dirty Work, Cachetazo de Campo, Señora, esposa, niña, y joven desde lejos, Mil quinientos metros sobre el nivel de Jack, Museo Miguel Angel Boezzio Museo Aeronáutico. Die Lesung von Andrea Jonasson war eine Benefizveranstaltung zugunsten von „Menschen für Menschen, Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe“. Im Rahmen der Wiener Festwochen fanden 3 Uraufführungen statt: Hotel Europa, Highway 101, Container-Projekt von Christoph Schlingensief Die Neuinszenierungen von„Die Möwe“,„Peter Pan“ und den sechs Produktionen des Regiewettbewerbs wurden bei den Wiener Festwochen zum ersten Mal gezeigt. Produktionen der Wiener Festwochen 2000 wurden anschließend gezeigt: Die Möwe Akademietheater Saison 2000/2001, Berliner Theatertreffen 2001, Tschechow-Festival in Moskau 2001, Edinburgh Festival 2001 Macbeth Opéra de Bordeaux Hotel Europa Biennale Bonn, Festival d’Avignon, Stockholm, Bologna Peter Pan Schauspielhaus Bochum, Theaterformen Hannover Il Combattimento Holland Festival Amsterdam, La Biennale di Venezia Venedig Medeeää Schauspielhaus Hamburg Nach die Rassen Thalia Theater Hamburg Zementgarten Kabelwerk Wien Wiener Festwochen 2000 im Internet Januar bis Juni 2000 Gesamtanzahl der Zugriffe ca. 590.000 Das bedeutet gegenüber 1999 eine Steigerung um ca. 300%. Gesamtanzahl der Zugriffe: ca. 590.000(Januar bis Juni) Im Vergleich mit 1999 bedeutet das eine Steigerung um ca. 300%. Januar: 56.019(305% höher als 1999) Februar: 56.808(285% höher als 1999) März: 71.625(251% höher als 1999) April: 89.929(242% höher als 1999) Mai: 235.407(416% höher als 1999) Juni: 83.634(331% höher als 1999) Ca. 40% aller Zugriffe wurden im Mai, während der Wiener Festwochen erzielt. Die meisten Hits wurden im April und im Mai erzielt. Juni ist ungefähr so hoch wie April. Dieser Trend ist identisch zu 1999. Die beliebtesten Seiten waren: Hauptseite, Programmseite, Suche, Karten, News. Das beliebteste Event war„Die Möwe“. Am meisten wird die Seite der Wiener Festwochen dienstags und mittwochs besucht, am häufigsten in der Zeit zwischen 11.00- 12.00 und 14.00- 15.00 Uhr. 43% der Besucher kommen aus Österreich, gefolgt von den USA mit ca. 19%, Deutschland mit 11%, Japan 2,5%, Schweiz 1,8%, England 0,9%. Im Vergleich mit 1999 ist die Reihenfolge sehr ähnlich, aber das Interesse des Inlandes hat sich deutlich erhöht. 2000 wurden ca. 1.000 online-Bestellungen verzeichnet und ca. 3.000 Karten online verkauft. 1999 waren es 1.119 Karten und 344 Bestellungen. Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 2000 Insgesamt waren rund 600 Journalisten akkreditiert(370 Inland, 230 Ausland). Medienberichte erschienen in New York Times, Theater, Le Monde, Libération, Nouvel Observateur, Le Figaro, De Standaard, De Volkskrand, Independent, The Scotsman, The Herald, Scotland on Sunday, Daily Mail, Daily Telegraph, Hürriyet, La Nación, Hoy, La Prensa, La Vanguardia, El Pais, Corriere della sera, Il Messaggero, Weltwoche, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Spiegel, Focus u.a. Es gab ca. 3.000 Berichte in den verschiedenen Medien(Print und Audiovision) über die Wiener Festwochen 2000, davon in österreichischen Medien 2.100, in ausländischen Medien 900. Berichte erschienen bzw. wurden gesendet u.a. in folgenden Ländern: Argentinien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Mazedonien, Mexiko, Niederlande, Iran, Italien, Japan, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, Rußland, Schottland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Venezuela, USA. Das internationale Medieninteresse galt vor allem der Eröffnung der Wiener Festwochen 2000, der Neuinszenierung von„Die Möwe“ und dem Container-Projekt von Christoph Schlingensief. Wien vereint Klassik und Moderne Das wichtigste Theater- und Musikfestival der Kaiserstadt, die Wiener Festwochen, sind mit zwei Festveranstaltungen eröffnet worden: die erste stand ganz im Zeichen der klassischen Musik unter der Leitung des berühmten Dirigenten Zubin Mehta; und die zweite war ein Mode-Event ersten Ranges. Eine gute Methode, um diese Stadt als Metropole, in der sämtliche Formen der Kunst zu Hause sind, zu präsentieren und gleichzeitig das Schreckgespenst eines international isolierten Österreichs zu vertreiben. Eine logische Maßnahme, wenn man bedenkt, dass Wiens Kommunalregierung sozialdemokratisch ist. Eine Partei, die wieder zu ihrer früheren Kraft zurückfinden muss, um der Stärke der Freiheitlichen Partei des umstrittenen Jörg Haider, die Österreich gemeinsam mit den Konservativen regiert, entgegenwirken zu können. Vor diesem Hintergrund, fand am Freitag abend die Eröffnung der Wiener Festwochen statt, bei der der ganze musikalische Reichtum dieser Stadt zur Schau gestellt wurde. Tausende von Menschen hatten sich auf dem Rathausplatz versammelt, einem wunderschönen Platz umgeben von zahlreichen Statuen von Wienern, die zu Weltruf gelangt sind, darunter auch Johann Strauß. Auf der riesigen Freiluftbühne waren unter anderem die Wiener Philharmoniker, der Arnold Schoenberg-Chor, die Wiener Symphoniker und die Wiener Sängerknaben, alle unter der Leitung von Zubin Mehta, zu sehen. Rund 500 Personen wollten auf der Bühne eine Botschaft überbringen: 2000 Musiker grüßen die Welt. Und um auf diese Zahl zu kommen, gab es drei Live-Schaltungen zu anderen Plätzen in der Stadt, an denen verschiedene Musiker und Sänger an der Festveranstaltung mitwirkten, bei der Melodien von Arnold Schönberg, Gustav Mahler und Wolfgang Amadeus Mozart und auch Wienerlieder interpretiert wurden. Als Hintergrundkulisse diente das Rathaus selbst. Ein prächtiger Bau im neugotischen Stil aus dem Jahr 1872, mit einem 100 m hohen zentralen Turm, der von einem der Wahrzeichen der Stadt gekrönt wird: eine Statue, die einen Ritter mit einer Standarte darstellt. Dieses Bild war bei der im ganzen Land ausgestrahlten TV-Übertragung zwischen den einzelnen Darbietungen zu sehen und diente als Untermalung von Zitaten von Bertolt Brecht oder Thomas Bernhard. Eine weitere Möglichkeit, um auf andere Weise dieselbe politisch korrekte Botschaft auszudrücken: wir sind weltoffen! Eine wichtige Überlegung für eine Stadt, die vom Tourismus abhängig ist und die, seitdem Haider zu einem der(traurigerweise) berühmtesten Österreicher geworden ist, bereits einige potentielle Gäste abgeschreckt hat. Wie erwartet, stellte den Höhepunkt der Eröffnung ein wahrer"Hit" der klassischen Musik dar: der Donauwalzer von Johann Strauß, die berühmtesten neuneinhalb Minuten in der Geschichte des Walzers. Mit dieser großartigen Darbietung begannen die Festwochen, die bis 18. Juni andauern werden, und in deren Rahmen 40 Theaterstücke, Tanzaufführungen, Opern und andere Produktionen gezeigt werden, die von Klassik pur bis hin zur Avantgarde reichen. In diesem beeindruckenden Rahmen, für den die ganze Stadt als Kulisse dient, werden auch vier Theaterstücke der argentinischen Avantgarde gezeigt:"Cachetazo de campo","1500 metros sobre el nivel de Jack" und "Museo Miguel Angel Boezzio" von Federico León und"Señora, esposa, niña y joven desde lejos" von Marcelo Bertuccio in einer Inszenierung von Cristian Drut. Aber davor gibt es noch viele Premieren, Festveranstaltungen und Diskussionen- drei Zutaten, auf die kein internationales Festival verzichten kann.... Und noch einmal der gleiche Schauplatz: das Rathaus, im Hintergrund das Burgtheater, Getränkestände und der wachsame Blick von Johann Strauß in Stein. Aber bei dieser Gelegenheit ohne Walzer, Herren mit Krawatten oder Opernsänger, die ihren Hals gegen den kalten Wind schützen, der hier ständig durch die Stadt weht. Seit 1992 findet in Österreich der sogenannte Life Ball statt, ein Fest, mit dem Mittel für AIDS-Kranke gesammelt werden sollen. Heuer findet dieses großartige Mode-Event zum ersten Mal im Freien statt und setzt damit einen Kontrapunkt zur ersten Eröffnungsveranstaltung. Und zum ersten Mal findet der Ball während der Wiener Festwochen statt. Am 13. Mai fand der Life Ball statt, dessen Zeremonienmeister eine als Frau kostümierter Schauspieler des klassisch-traditionellen Burgtheaters war. Neben ihm der Bürgermeister der Stadt(der Sozialdemokrat Michael Häupl), der am Vorabend einen hocheleganten Empfang im Rathaus gegeben hatte. Aber bei dieser zweiten Eröffnung teilte der Politiker die Bühne mit Schauspielern und Modellen in schrillen, glitzernden Kostümen und Künstlern, die für die Verwendung von Kondomen eintraten. Ein argentinischer Tourist fragte den Autor dieser Zeilen:"Können Sie sich De la Rúa oder Olivera inmitten eines solchen Spektakels vorstellen?" Auf gar keinen Fall!"Wir sind gegen jegliche Form von sexueller, rassistischer oder religiöser Diskriminierung," heißt es auf der Einladung zu diesem Fest in einem Ton, der im krassen Gegensatz zu jeder Art von faschistischem Diskurs steht. Nach den Reden begann eine Modeschau von AvantgardeDesignern, die von mehreren DJs musikalisch unterlegt wurde. Der Life Ball an seinem Höhepunkt! Mit diesen beiden Eröffnungsveranstaltungen begannen die Wiener Festwochen. Und weil Wien eine Stadt ist, die man nicht so schnell vergißt, hat es den Anschein, dass die Organisatoren zwei Eröffnungen brauchten, um alle zufrieden zu stellen, damit dieses Kulturereignis, das zu den bedeutendsten Europas zählt, mit vielen Besuchern rechnen kann. Und seit gestern sind nun ausschließlich die Künstler am Wort! Alejandro Cruz Cachetatzos, La Nación, Argentinien, 15. Mai 2000 Im Kampf mit den politischen Stürmen in Österreich Vielleicht spielte sich das spannendste Drama der diesjährigen Festwochen abseits der Bühne noch vor dem Beginn des Festivals ab. Mit den von der Europäischen Union verhängten diplomatischen Sanktionen und dem internationalen Aufschrei gegen die Einbeziehung von Jörg Haiders ausländerfeindlicher Rechtsaußenpartei FPÖ in Österreichs Regierungskoalition schien es, als ob sich die von der Stadt Wien subventionierten Festwochen in einer Krise befänden. Aus Sorge über einen möglichen Boykott durch die zahlreichen internationalen Künstler und Künstlerinnen, die ihre Teilnahme zugesagt hatten, veröffentlichten die drei Programmdirektoren der Festwochen einen offenen Brief, in dem sie die Einbeziehung„einer populistischen Rechtspartei und ihrer unmenschlichen fremdenfeindlichen Ideologie“ in die österreichische Bundesregierung verurteilten und„Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Intoleranz und Diskriminierung“ zurückwiesen. Dabei führten sie das Programm der Festwochen, welches vor dem Regierungsantritt geplant und angekündigt worden war, zum Beweis eines„Bekenntnisses zu Offenheit und Pluralität“ an. Obwohl eingestanden wurde, dass die vehementen internationalen Reaktionen als„Warnung“ vor einer Bedrohung der Demokratie in Österreich„hilfreich“ gewesen seien, erklärte das Schreiben doch, dass„wir den Boykott nicht für eine wirksame Lösung halten – der beste Widerstand liegt im gemeinsamen kreativen Ausdruck, nicht in der Isolierung“. Weiters rief der Brief die Künstler auf, weiter nach Wien zu kommen:„Durch ihre Gegenwart und Arbeit erreichen wir mehr als durch Abhandlungen und Boykotterklärungen.“ Die Künstler reagierten auf diese Geste und sahen großteils davon ab, die Festwochen wie ursprünglich beabsichtigt zu meiden – mit dem Ergebnis, dass das Wiener Festival plangemäß verlief. Mehrere prominente Persönlichkeiten nutzten die Gelegenheit, um ihre politische Meinung kundzutun. Zubin Mehta, der das Großkonzert zur Festwocheneröffnung dirigierte, meint, dass er als Inder stolz sei, in Wien zu sein und Stücke von Robert Stolz, Arnold Schönberg und Gustav Mahler aufzuführen – alles Komponisten, deren Werke von den Nazis verboten worden waren. Andere Musiker und Musikerinnen erklärten, sie spielten für die 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung, die Haider nicht gewählt hatten. Die Schauspieler Klaus Maria Brandauer und Michel Piccoli traten bei einer Versammlung zur Unterstützung der Position der Festwochen in Erscheinung. Etwa 150.000 Personen nahmen an einem von führenden österreichischen Autoren und Intellektuellen unterstützten Protestmarsch teil. Obwohl die Festwochen offiziell von einem aus drei Personen bestehenden Programmdirektorium geleitet werden, ist doch der 52-jährige, in Paris ansässige Luc Bondy – der in der Schweiz geborene Spross einer österreichisch-ungarischen jüdischen Familie – als ihre treibende Kraft zu sehen. Bondy, der Opern, Filme und Theateraufführungen in ganz Europa inszeniert hat und sich der Wiener Kultur eng verbunden fühlt, ist eine beeindruckende Persönlichkeit der Festwochen, denen er sich seit drei Jahren widmet. In der nächsten Saison wird er seine Arbeit fortsetzen – er hat bereits wichtige Künstler aufgefordert, über Fremdenfeindlichkeit, das Thema der Wiener Festwochen 2001, zu schreiben. Neben seiner Tätigkeit als Festivaldirektor inszenierte Bondy dieses Jahr zwei künstlerische Höhepunkte: Tschechows„Möwe“ und Verdis„Macbeth“. Außerdem engagierte er sich intensiv in der politischen Diskussion, nahm an Meetings teil, hielt Reden und gab Pressekonferenzen, wobei er eine energische, ja sogar kontroversielle Haltung in der Haider-Frage einnahm. Tatsächlich attackierte ein Vertreter Haiders Luc Bondy im Fernsehen und forderte ihn auf, Kunst zu machen und den Mund zu halten. Aber Bondy wollte nicht schweigen. Ein wortmächtiger Redner mit einer nur scheinbar einfachen Art, der eine profunde Bildung zugrunde liegt, beschrieb Bondy Haiders Anhänger als Yuppies und Technokraten, „die von den Sozialisten genug hatten, die seit dreißig Jahren auf ihren Posten“ säßen und„ihre Versprechen nicht gehalten“ hätten. Er betonte, dass 70 Prozent der Österreicher Haider nicht gewählt hätten und kritisierte Israel wegen der Rückberufung seines Botschafters:„Als hundertprozentiger österreichisch-ungarischer Jude meine ich, dass das nicht die richtige Einstellung ist. Ich hoffe, bald nach Israel zu kommen und mit den Israelis darüber sprechen zu können. Die richtige Haltung besteht darin, hier zu bleiben und zu kämpfen, um zu zeigen, wer man ist.“ Auch meinte er, die von der Europäischen Union verhängten Sanktionen könnten sich als zweischneidiges Schwert erweisen:„Sie stärken eher Nationalismus und Selbstrechtfertigung. Die Österreicher fühlen sich verfolgt. Andererseits könnten die Sanktionen die Österreicher zwingen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.“... Bondys Auswahl von Werken für die Wiener Festwochen spiegelt den traditionellen humanistischen, internationalen Ethos des Festivals wider. Seine eigenen Produktionen, die vor ausverkauftem Haus gezeigt wurden, verkörpern diese Sensibilität.„In ‚Macbeth’ geht es um Menschen, die liebesunfähig sind“, meint er.„Es geht um Grausamkeit und Gewalt. In der ‚Möwe’ wiederum geht es um das Showbusiness, um Eitelkeit, Narzissmus, Selbstbezogenheit. Es ist ein Stück über die Täuschung. ‚Die Möwe’ kann überall spielen, es ist kein spezifisch russisches Werk.“ Dementsprechend kümmert sich Bondy in seiner Inszenierung von„Die Möwe“ nicht um Zeitpunkt, Ort, gesellschaftliche Schicht und Lebensweise des russischen Landadels. Die berühmte Schauspielerin Arkadina und ihre Familie sind durchschnittliche Mittelklassetypen. In seiner Interpretation ist ihr scheinbarer Glamour bloß ein oberflächlicher Firnis aus Selbstbezogenheit und Eitelkeit. Und mit ihren flammendroten Haaren und wenig schmeichelhaften modernen Kleidern vermittelt Arkadina einen Eindruck von schlechtem Geschmack und einer gewissen Vulgarität. Die Verführungsszene zwischen ihr und dem Schriftsteller Trigorin nimmt die farcenhaften Elemente des Stücks auf. Dank einem originellen Regieeinfall endet sie mit dem Paar auf dem Boden, wobei Arkadinas Hände wie die eines Ringkämpfers um den Hals ihres Liebhabers verkrampft sind. Sogar das Sommerhaus, in dem sich die Handlung entwickelt, ist einfach, beinahe schäbig. In einem Verweis auf die Gegenwart steht ein Kühlschrank deutlich sichtbar vor einer Wand. Nur ein abgenutztes Klavier und ein über ein Sofa geworfener Pelz erinnern noch an das alte Russland. Auch Luc Bondys Version von Verdis„Macbeth“ zeichnet sich durch eine Mischung von Moderne und Vergangenheit aus.(„Diese Mischung“, meint der Regisseur,„ist mein persönlicher Zugang – für mich ist historische Rekonstruktion eine Art Science Fiction.“) Die in groteske Miniröcke gekleideten Hexen werden wie eine Gruppe von Background-Sängerinnen ebenso geistvoll wie schockierend präsentiert. Das Bühnenbild, eine riesige Hintergrundfläche aus einfachen roten Backsteinen um eine schwarze Grube, schafft eine bedrohliche, alptraumhafte Atmosphäre. In einer großartigen, schrecklichen Szene füllt sich die Grube mit Macbeths aufeinanderliegenden Opfern, ein Bild, das an den Holocaust erinnert. In diese Grube steigt Macduff und umarmt seinen toten Sohn, umringt von einem einfach gekleideten Trauerchor – der bewegendste Augenblick dieser schottischen Opernproduktion, in der das Theaterelement die gesanglichen Leistungen überstrahlt. Ein weiteres und ganz anderes Sprechstück war die Sophokles-Adaptierung der„Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal, inszeniert von der gefeierten deutschen Schauspielerin Edith Clever, die daneben auch die Klytämnestra darstellte. Edith Clever ist der Mittelpunkt dieser Aufführung. Bei ihrem Auftritt in einem langen, üppigen, altmodischen Pelzmantel dominiert diese charismatische, intensive Darstellerin klassischer Rollen die Bühne. Mit jedem Gesichtsausdruck, jeder Handbewegung vermittelt sie Grandezza und erfüllt den ungeheuren, hohen Raum mit ihrer Interpretation der zum Untergang verurteilten Königin. Neben mehreren anderen Produktionen aus Osteuropa und Russland ist die bemerkenswerte Avantgardearbeit„Hotel Europa“ zu nennen. Dieses intelligente Multimediastück wurde von einer jungen, internationalen Darsteller- und Regietruppe um den Makedonier Goran Stefanovski erarbeitet und aufgeführt. Die Zuschauer werden in zahlreiche kleine„Hotelzimmer“ in einer umgestalteten Fabrikhalle geführt, um Dramen aus 10 verschiedenen Ländern mitzuverfolgen, Dramen um Liebe, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, Aggression, Isolation. Diese düsteren, bitteren, sogar morbiden Dramolette kommen ganz oder fast ohne Dialog aus.(Die Darsteller sprechen die wenigen Zeilen immer in ihrer jeweiligen Muttersprache.) Mit ihren manchmal geheimnisvollen Handlungsverläufen und der intensiven und beeindruckenden Darstellung zollen diese innovativen und bewegenden Stimmungsstücke den Idealen der Wiener Festwochen – Vielfalt und Experimentierwillen – Tribut. Die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Bekräftigung der Position der österreichischen Hauptstadt als Kulturmetropole ins Leben gerufenen Wiener Festwochen scheinen die politischen Stürme überstanden zu haben, ohne Schaden an ihrer Seele zu erleiden. Sollte das Publikum durch die eindeutige Anti-Haider­ Position der Festwochen abgeschreckt oder verstört worden sein, so war dies jedenfalls nicht aus seiner ruhigen, ungebrochenen Konzentration oder aus dem herzlichen Applaus abzulesen, mit der es auf die Aufführungen reagierte. Margaret Croyden, New York Times, 9. Juli 2000 Wiener Festwochen 2000 Produktionen im Detail Theater an der Wien Macbeth Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Scottish Opera, Glasgow, Edinburgh International Festival und Opéra de Bordeaux 17., 19., 21. Mai 2.938 Besucher Genoveva Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Oper Leipzig 25., 27., 29. Mai 2.236 Besucher L’Incoronazione di Poppea Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Festival International d’art lyrique d’Aix-en-Provence 9., 11., 13., 15. Juni 3.576 Besucher Lesung Andrea Jonasson Benefizvorstellung 14. Juni 872 Besucher Don Giovanni Wiederaufnahme Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Staatsoper 25., 28. und 30. Juni 3.165 Besucher Akademietheater Die Möwe Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Burgtheater 14., 15., 18., 19., 22., 23., 27., 28., 31. Mai, 1., 4., 5., 10., 11., 12. Juni 6.195 Besucher Ronacher Peter Pan Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Schauspielhaus Bochum 19., 20.21., 22., 23., 24. Mai 3.891 Besucher Schönberg Kabarett Gastspiel 30., 31. Mai, 1. Juni 1.583 Besucher Un mois à la campagne(Ein Monat auf dem Lande) Gastspiel 7., 9., 10. Juni 1.474 Besucher Bracia Karamazow(Die Brüder Karamasow) Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Stary Teatr, Krakau, Odéon-Théâtre de l’Europe, Paris und deSingel, Antwerpen Teil I 14., 17., 18. Juni, Teil II 15., 17., 18. Juni 2.208 Besucher Odeon Elektra Wiederaufnahme Gastspiel Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 18., 19. und 20. Mai 834 Besucher Burgtheater Geschichten aus dem Wiener Wald Gastspiel Thalia Theater, Hamburg 15. 16., 17., 18. Juni 4.693 Besucher Sofiensäle, Großer Saal Il Combattimento di Tancredi e Clorinda Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, kunstenFESTIVALdesArts, Brüssel, Societàs Raffaello Sanzio, Cesena, Holland Festival, Amsterdam, Biennale di Venezia und Le Maillon- Théâtre de Strasbourg 16., 17., 18., 19. 20. Mai 1.520 Besucher Mantel Nº 2737,5 Gastspiel„Schule der russischen Anmaßung“ 25., 26., 27., 28. Mai 1.396 Besucher Who Can Sing a Song to Unfrighten Me 24-Stunden-Performance 2. Juni, um 24.00 Uhr bis 3. Juni, 24.00 Uhr 351 Besucher Nachtasiel(Nachtasyl) Gastspiel RO-Theater Rotterdam 9., 10., 11., 12. Juni 1.043 Besucher The Story of a Soldier(Die Geschichte vom Soldaten) Gastspiel 16., 17., 18. Juni 1.475 Besucher Sofiensäle, Blauer Salon House Gastspiel 13., 15., 16., 17. Mai 849 Besucher Showy Lady Slipper Gastspiel 18., 19., 20. Mai 736 Besucher Dirty Work Gastspiel 29. und 30. Mai 536 Besucher Cachetazo de campo(Des Landes Ohrfeige) Gastspiel Señora, esposa, niña, y joven desde lejos (Señora, Ehefrau, Mädchen- und junger Mann aus der Ferne) Gastspiel 4., 5., 6., 7., 8. Juni 275 Besucher Mil quinientos metros sobre el nivel de Jack (1500 Meter über Jacks Niveau) Gastspiel Museo Miguel Angel Boezzio- Museo Aeronáutico (Museum Miguel Angel Boezzio- Museum für Luftfahrt) Gastspiel 9., 10., 11., 12., 13. Juni 270 Besucher Usporavanja(Verlangsamungen)/Nesigurna Prica(Eine unsichere Geschichte) 15., 17., 18. Juni 269 Besucher Kabelwerk Hotel Europa Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Festival d'Avignon, Bologna 2000, Rotterdam 2001 23., 24., 25., 26., 27., 28. Mai 1.550 Besucher dietheater Künstlerhaus RadioKulturhaus Regiewettbewerb Neuinszenierung 14., 15., 16., 17. Juni 1.166 Besucher Emballagenhallen Highway 101 Uraufführung Work-in-Progress-Showings 3., 4., 16., 17. Juni Vorstellungen 14., 15., 16., 18., 19. Juli 764 Besucher MAK- Ausstellungshalle STRESS 17. Mai- 27. August 2000, Eröffnung: 16. Mai Ausstellung in Kooperation Wiener Festwochen, MAK-Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien und tanz2000.at 23.312 Besucher MMKSLW 20er Haus Merce Cunningham 5. Mai- 11. Juni 2000, Eröffnung: 4. Mai Ausstellung Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien mit Unterstützung Wiener Festwochen und tanz2000.at 3.000 Besucher ReMembering the Body Körper-Bilder in Bewegung Der Text-Bild-Band„ReMembering the Body- Körper-Bilder in Bewegung“, herausgegeben von Gabriele Brandstetter und Hortensia Völckers im Auftrag von tanz2000.at., gestaltet von Bruce Mau Design, wurde im Rahmen der Ausstellung„STRESS“ in der MAK-Ausstellungshalle am 16. Mai präsentiert. Rathausplatz Eröffnung Wiener Festwochen 12. Mai 40.000 Besucher Life Ball 13. Mai 26.000 Besucher Anläßlich der Jahrtausendwende wurden die Wiener Festwochen und der Life Ball erstmals im Rahmen einer gemeinsamen, zweitägigen Veranstaltung am Rathausplatz eröffnet. Ein Höhepunkt im Jahresprogramm von Wien 2000 und eine Fortführung der wiederholt erfolgreichen Zusammenarbeit von Wiener Festwochen und Life Ball. Das Eröffnungsfest der Wiener Festwochen fand bei freiem Eintritt am 12. Mai statt. Unter dem Titel „Wien, offene Stadt. 2000 Musiker grüßen die Welt“ sangen und musizierten 2000 Menschen auf dem Rathausplatz. Unter der Leitung von Zubin Mehta wirkten mit: Marjana Lipovšek, Margarita De Arellano, Fritz Muliar, Güher& Süher Pekinel, Maria Eskin, Charles Spencer, Wiener Philharmoniker, Philharmonia-Schrammeln, Wiener Singverein, Arnold Schoenberg Chor, Wiener Sängerknaben, Wiener Kinderchöre, Großorchester des Wiener Blasmusikverbandes. Mit André Heller als Sprecher. Auf dem Rathausplatz verfolgten insgesamt 40.000 Besucher das Eröffnungsfest, ORF 2 übertrug live, angeschlossen waren weitere 20 Fernsehstationen. Der Life Ball 2000 wurde am 13. Mai wieder im Wiener Rathaus veranstaltet. Die offizielle Balleröffnung mit der anschließenden, bereits zur Tradition gewordenen Modeschau fand erstmals open air auf dem Rathausplatz statt. Dadurch konnten neben den 3.500 Gästen mit Karten für den Life Ball weitere 22.500 WienerInnen sowie BesucherInnen der Stadt dieses Ereignis der Superlative miterleben. Die Fassade des Wiener Rathauses bot unter Einbezug der Festwochen-Bühne die perfekte Kulisse für ein einzigartiges Defilee atemberaubender Kreationen, ähnlich der weltbekannten Haute Couture-Show auf der Spanischen Treppe in Rom. Die beiden Eröffnungen von Wiener Festwochen und Life Ball ergänzten sich zu einer einmaligen, spektakulären Millenniums-Veranstaltung. Das Eröffnungsfest der Wiener Festwochen entsprach dem traditionellen, imperialen, historischen und klassischen Wien-Bild. Das moderne, zeitgeistige, junge, gegenwärtige Wien wiederum fand seine fulminante Entsprechung im Life Ball-Eröffnungsevent. Der Andrang war rekordverdächtig, die Stimmung wunderbar: Vierzigtausend standen vor der riesigen, blau ausgeleuchteten"Muschel" aus Stahlgerüsten, in der Philharmoniker, Schoenberg Chor, die Geschwister Labèque mit Mozarts Es-Dur-Konzert für zwei Klaviere, Fritz Muliar mit einem hinreißend vorgetragenen"Fiakerlied" u.a. das Publikum begeisterten. Und dann der Höhepunkt: Mehta, Philharmoniker, Schoenberg Chor und zwei Sängerstars, Marjana Lipovsek und Margarita De Arellano, machten den 5. Satz von Mahlers"Auferstehungssymphonie" zum berührenden Ereignis. Karlheinz Roschitz, Neue Kronenzeitung, 14. Mai 2000 Wien war eine offene Stadt... ... ein besonders klug und unterschwellig zusammengestelltes Programm, das auch die Handschrift von André Heller zeigte, vor allem den klaren Willen zur multikulturellen, weltoffenen Haltung dieser Stadt.... Alle, alle Interpreten waren voll Qualität, das kleine Mäderl mit der Geige, die beiden türkischen Pianistinnen, die unvergleichliche Marjana Lipovšek, der Arnold Schoenberg Chor, Fritz Muliar und Philharmoniker und Singverein unter Mehta- das macht uns so rasch keine Stadt nach. Nicht so entschieden wie an Donnerstagabenden, aber unangreifbar waren die Botschaften, die Wien an diesem Freitag in die laue Nachtluft sandte. Auch bei Festwochen wollen wir zeigen, dass Kultur niemals Grenzen akzeptieren kann. Franz Endler, Kurier, 14. Mai 2000 Wien, ganz europäisch Mit einer eindrucksvollen Eröffnungsfeier unter dem Motto"Wien, offene Stadt" haben am Freitagabend die Wiener Festwochen begonnen. Salzburger Nachrichten, 15. Mai 2000 Wie ein vorweggenommener Sommernachtstraum schien die Eröffnungsfeier im idyllischen Park zwischen den beiden fantastisch illuminierten Märchenschlössern Rathaus und Burgtheater. Disney könnte es nicht besser. Motto des von befürchteten Misslichkeiten freien und politischer Korrektheit zart durchwehten Festes unter klarem Mondscheinhimmel:„Wien offene Stadt. 2000 Musiker grüßen die Welt“. In der nächsten Nacht bekundete das Festwochen-Österreich seine EU-Tauglichkeit- gleichfalls sehr dezent trotzig-, indem es einen„Life-Ball“ feierte, der sich zum freilich vornehm domestizierten Mix aus Love-Parade und Christopher-Street-Day-Party für zahlendes Publikum auswuchs.... Austria ganz grell, ganz minderheitennah und so traumhaft volkstümlich wie touristenfreundlich. Reinhard Wengierek, Die Welt, Berlin, 16. Mai 2000 Herbert-von-Karajan-Platz neben der Staatsoper, Wien 1 „Bitte liebt Österreich!- Erste europäische Koalitionswoche“ 11.- 17. Juni 15.000 Besucher „Politische Querelen um die neue österreichische Regierung, der Boykott durch die Europäische Union, die ressentimentbeladene Beziehung zwischen Österreich und seinen ausländischen Mitbürgern, sowie Orwellsche Big Brother-Welt, der sich Menschen freiwillig unterwerfen: All das spielt hier mit und Europa schaut zu. Die erste Weltausstellung der Freiheit.“(Zitat Christoph Schlingensief) Das Projekt von Christoph Schlingensief wurde vor allem zu einem gewaltigen internationalen Medienereignis, das in der Bevölkerung, Politik und Medienwelt zu heftigen Kontroversen geführt hat. Ganz Österreich sitzt im Container Der Theatermacher Christoph Schlingensief, 39, über seine Aktion"Bitte liebt Österreich" neben der Wiener Staatsoper, bei der er Asylbewerber in Containern unterbringt und das Projekt via Internet überträgt. SPIEGEL: Herr Schlingensief, Sie veranstalten ab Pfingstsonntag als Anti-Haider-Aktion- eine Art"Big Brother" mit Asylbewerbern. Hat sich ihr Polit-Zynismus angesichts der Realität nicht überholt? Schlingensief: Ganz im Gegenteil. Ich nehme Haider beim Wort und spiele ihn durch. Damit habe ich genug zu tun. Ausserdem beziehe ich mich auf mein altes Projekt"Hotel Pora", bei dem Zuschauer andere Menschen beobachten konnten, die im Theater wohnten. Die Vortäuschung von Transparenz, die "Big Brother" betreibt, erzeugt nichts Authentisches. Die Täuschung von"Big Brother" ist es doch, zu behaupten, man könnte wirklich etwas sehen. Wir hingegen erheben erst gar nicht den Anspruch des Authentischen. SPIEGEL: Österreicher können per TED-Telefon abstimmen, welche Container-Bewohner abgeschoben werden. Fürchten Sie nicht, dass Sie mit Ihrer Provokation die Anti-Haider-Fraktion sprengen? Schlingensief: Ich bin geheilt von der Idee, dass man sich Minderheiten voranstellen muss. Was ich hier mache, ist eine Weltausstellung der Freiheit, und die definiert sich durch die Unfreiheit des Betrachters. SPIEGEL: Glauben Sie, das merkt jemand? Schlingensief: Das denke ich doch. Wir produzieren ja jetzt die schmutzigen Bilder, die Österreich in Europa nicht mehr haben will. Im Übrigen hat ja die EU ganz Österreich in den Container gesetzt. Ich bin schon von einer FPÖ-Dame darauf hingewiesen worden, dass auch ich in Wien ein Ausländer bin und ausgewiesen werden könnte. Der Spiegel, 13. Juni 2000 Schlingensiefs Wiener Hetz Echt waren die Widerständler, wenngleich nicht klar war, von welcher Position aus sie sprachen. Der Schriftsteller Doron Rabinovici, die Philosophin Isolde Charim und der Politologe Sebastian Reinfeldt (allesamt Repräsentanten der zivilgesellschaftlichen Opposition gegen die Schüssel-Haider-Regierung), die Christoph Schlingensief sich zur Eröffnung seiner Wiener Asylanten-Aktion nach dem Big Brother Container-Verfahren im Rahmen der Wiener Festwochen geladen hatte, standen hoch oben am Dach des Containers. Aber sprachen sie von oben oder vielmehr von außen, oder waren sie schon Teil der Schlingensiefschen Inszenierung? Dabei sind Eindeutigkeiten doch angeblich das Geschäft des Christoph Schlingensief, den sie abwechselnd Provokateur, Politclown oder Provo-Regisseur heißen, der schon routinemäßig als skandalumwittert beworben wird. Bitte liebt Österreich- erste europäische Koalitionswoche hat er sein Projekt genannt. Auch Sonntag Abend lief alles strikt nach dem Drehbuch aus dem ABC des Aufregers. Gleissendes Kameralicht, Medieninteresse aus Tout Europe, man steht sich die Beine in den Bauch vor dem Container, den die Herrschaften von den Festwochen nach einigem Hin und Her jetzt doch auf dem kleinen Platz vor der Oper bauen durften. Der Container, ein Verhau aus Holzplanken, zwischen den einzelnen Brettern bleibt ein Spalt, so dünn, dass man gerade nicht durchsehen kann. Die Fenster mit reflektierender Folie verklebt, dazwischen Blumenkisten mit Vergissmeinnicht. An den Wänden Plakate mit bösen Haider-Zitaten. Und um alles herum ein Zaun, der mehr ist als Begrenzung, eher eine Grenze des Experiments. Dahinter stehen Security-Leute mit Rottweilern, die deshalb so beängstigend wirken, weil von ihnen nicht anzunehmen ist, dass sie im Ernstfall eine Rolle spielen. Und dann, plötzlich: Das Blasmusikorchester der Wiener Linien, sozusagen die Tschinterassa-Kombo der Straßenbahner, spielt die österreichische Bundeshymne und Christoph Schlingensief ist mit rotem Megaphon am Dach des Containers zu sehen. Schon fährt ein roter Autobus der städtischen Verkehrsbetriebe vor, beklebt mit den berüchtigten Seiten des Boulevardblattes KronenZeitung. In dem Bus befinden sich ein Dutzend"Asylbewerber", die in den kommenden sieben Tagen nach Big Brother Vorbild in dem Container leben und vom Publikum nach und nach herausgewählt werden sollen, um dann der Abschiebung in das Land ihrer Herkunft zugeführt zu werden. Zwei Tretgitter der Wiener Polizei bilden eine Schleuse vom Bus in den Container und ein bisschen gehen die Akteure wie Starlets in Cannes, die in ein Hotel stürmen, ein bisschen aber auch wie dressierte Großkatzen, die in die Manege getrieben werden. Ein Eindruck, der durch den fröhlichen Marsch noch verstärkt wird, den die Straßenbahnerkapelle anstimmt, wann immer einer sein Quartier bezieht. Sie hören auf den Namen Gong Xiaowei, Beqiri oder Leila al-Hashimi und über sie weiß man nicht viel, außer, dass sie natürlich keine Asylanten, sondern Schauspieler sind. Sie tragen bunte Perücken, die Straßenbahner blasen und es ist eine große Hetz, wie man in Wien zu sagen pflegt.... Und dann steht Christoph Schlingensief plötzlich wieder am Dach des Containers, wünscht allen im Namen Europas alles Gute und enthüllt das Transparent des Tages."Ausländer raus" steht drauf, und wie es da so hängt, weithin sichtbar, zwischen den beiden FPÖ-Fahnen, da halten die paar Hundert, die gekommen waren, den Atem an. Dies ist die ultimative Provokation, irgendwie kriecht die Erwartung hoch, der angekündigte, kalkulierte Skandal könne vielleicht doch noch übertroffen werden."Das ist die Wahrheit, das ist die FPÖ, das ist die Kronen-Zeitung, das ist Österreich: Ausländer Raus", ruft Schlingensief noch. Mehr zu sagen erübrigt sich, das Soll ist erfüllt. Es ist ein Moment seltsamer Entspannung. Angesichts der zugespitzten Lage, des Umstandes, dass mit der Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen etwas mit einem Schlag zersprungen ist im Land, hatten nicht wenige befürchtet, das Schlingensiefsche Polittheater würde die Situation nicht dramatisieren, sondern banalisieren. Es ist nicht so gekommen und folglich hob rund um den Container große Freude an. Wie sich die Bewohner einrichteten- es konnte über Monitore verfolgt werden- interessierte da kaum noch. Da tanzten ein paar Gestalten mit bunten Haaren, Paulus Manker kramte im Kühlschrank und Schlingensief huschte durchs Bild. Wer in den kommenden Tagen zugucken will: unter www.ausländer-raus.at ist man im Internet dabei. Der Rest ist ein programmierter Skandal, der kurioserweise durch die Terminwahl wohl noch einen Tag Urlaub machte. Doch nun, nach Pfingsten, werden sie mit unerbittlicher Selbstverständlichkeit einsetzen: die Kampagne des Boulevard, der Geschrei der FPÖ-Politiker, die Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft, die Anträge auf Einstweilige Verfügung. Da wird lautstark der Missbrauch von Steuergeldern beklagt und der Ruf nach Zensur laut werden. Die städtischen Kulturpolitiker, wahrscheinlich überwiegend Gegner der Regierung, mit Sicherheit aber Feiglinge gegenüber der sich am Boulevard materialisierenden Vox Populi, werden lavieren, dass es eine Freud ist. Und man könnte gar glauben, dass Österreich bleibt wie es immer schon war, und dass weder Christoph Schlingensief und noch nicht einmal Jörg Haider daran irgendetwas zu ändern vermögen. Robert Misik, Frankfurter Rundschau, 13. Juni 2000 "Ausländer Raus!" Christoph Schlingensief macht aus"Big Brother" Ernst-- und viele fragen sich, ob das Kunst oder Wirklichkeit ist: Das ist also der neueste Schrei: Menschen im Container. Da lachen die Ravioli, die schon seit Jahrzehnten in Dosen leben, nicht zu reden von den Würschtln, besonders den Deutschländern. Es war der österreichische Kabarettist Josef Hader, der angesichts solcher Verhältnisse über die Bedeutung der Gefäße für unser Leben philosophierte. Er sah die Würschtln in Dosen verschwinden, abgeschoben in Kühlschränke, verschrumpeln und erst im Kochtopf wieder aufblühen. Ob wir nicht alle Würschtl seien, fragte Hader damals, als ob er uns einen Hinweis für unser Leben geben wollte. Das war im letzten Jahrhundert, als man noch ziemlich dosenfeindlich dachte. Von wegen, die in Dosen sieht man nicht und alles müsse in den Topf, wo's kocht. Seit sich Zlatko und Sabrina, John und Andrea für die"Big-Brother"-Show eindosen ließen, ist alles anders. Erst der Container brachte sie zum Singen, sie wurden Stars, von Menschenmengen umjubelt. Als sie den Container betraten, fühlten sie sich aus keinem Paradies vertrieben, und als sie ihn wieder verließen, aus keiner Hölle entlassen. Sie sind die Töchter und Söhne der Ravioli, des Großen Bruders Containerbrut, der allerletzte Schrei. Die"Big-Brother"-Container haben sich gerade geleert, da trat Christoph Schlingensief auf, ein Mann der Finale, ein als Unterhaltungsclown missverstandener Spielverderber. Er hat den"Letzten Neuen deutschen Film" gedreht und mit seinem"Talk 2000" alle Talkshows ad absurdum geführt. Mit großem Ernst spielt er unsere Spiele zu Ende. Sein neuestes Endspiel heißt: "Bitte liebt Österreich". Es findet im Container statt. Schlingensiefs Überlegungen waren nüchtern und sachlich. Wenn ein so unattraktives Transportgerät, das bisher auch als Notbehausung diente, in das Zentrum des öffentlichen Interesses rückt, muss man die Container als Bauwerk 2000 neben den Bauten im Zentrum der Stadt stellen. Christoph Schlingensief errichtete im Auftrag der Wiener Festwochen neben der Wiener Staatsoper, gleich beim Hotel Sacher, eine kleine Container-City, in der seit Sonntag keine exhibitionistischen Würschtl wohnen, sondern die Originalbesetzung haust: Asylanten. Einerseits sind sie Schauspieler der Wiener Festwochen, andererseits haben einige von ihnen tatsächlich Asylanträge laufen. Schlingensief brachte die Container auf den neuesten Stand der Videoüberwachung und lässt Tag und Nacht ins Internet übertragen. In den letzten Tagen gab es stündlich zwischen 50 000 und 70 000 Zugriffe auf diese Übertragung und neulich vier Hacker-Übergriffe. Christoph Schlingensief stellt die RTL2-Show auf die Beine: Wenn täglich zwei der zwölf Ausländer rausgewählt werden, würde das Abschiebung bedeuten. Schwer lastet der Zynismus der Dosenmafia von RTL2 auf den Szenen. "Ausländer raus!" steht über Schlingensiefs Containerstadt bei der Staatsoper, was in Wien zu großer Aufregung führt.... Die so genannte Provokation der Schlingensief-Aktion besteht darin, dass man angesichts der Verhältnisse nicht mehr weiß, ob es sich um Kunst oder Wirklichkeit handelt, so nahe kommt sie der Lage, jedenfalls nach Ansicht des Auslands. Und dazu kommt die Peinlichkeit, dass sie dort stattfindet, wo alle Ausländer vorbeidefilieren, sprich: alle Touristen, an der Oper und am"Sacher". Als ich Schlingensief anrief, sagte er, französische Geschäftsleute hätten sich in der österreichischen Botschaft in Paris über fremdenfeindliche Aktionen beschwert. Ein jüdisches Ehepaar habe die Stadt früher, als geplant, verlassen. Schlingensief ist weit davon entfernt, darüber zu feixen, weil es erschreckend ist, dass Leute offenbar Gründe sehen, die Aktion für Wiener Realität zu halten. Den RTL2­ Container hat Verona Feldbusch besucht. Christoph Schlingensiefs Container-City besuchten oder werden besuchen: Paulus Manker, Sepp Bierbichler, Elfriede Jelinek und Daniel Cohn-Bendit. Schlingensief hat etwas angezettelt, was nichts mit den Kasperliaden zu tun hat, die man ihm gern unterstellt. Aus Spiel wird Ernst. Morgen mehr aus Wien. Helmut Schödel, Süddeutsche Zeitung, 15. Juni 2000 Musikverein Festwochenkonzerte 2000 Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 7. Mai- 18. Juni 74.355 Besucher Im Zeichen des Millenniums die Innovationskraft der Gesellschaft der Musikfreunde auf besondere Weise hörbar machen: Für die Festwochenkonzerte 2000 wurden bei vier der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit neue Werke in Auftrag gegeben: bei Friedrich Cerha, Helmut Eder, Krzysztof Penderecki und Wolfgang Rihm. Innovation und Tradition stehen nicht im Widerspruch zueinander: Aufführung sämtlicher Beethoven-Symphonien und Klavierkonzerte durch Daniel Barenboim und die Berliner Staatskapelle. Beethovens Neunte Symphonie stand auch auf dem Programm des Eröffnungskonzertes, kombiniert mit einem Werk des zu Ende gehenden Jahrhunderts, Pierre Boulez'"Rituel". Unter der Leitung von Sir Simon Rattle spielten die Wiener Philharmoniker, die auch unter Zubin Mehta, Mariss Jansons und Sir André Previn auftraten. Weitere Interpreten: Wiener Symphoniker unter Georges Prêtre und Vladimir Fedosejev, Sächsische Staatskapelle unter Giuseppe Sinopoli, Zürcher Opernorchester unter Franz Welser-Möst, Pittsburgh Symphony Orchestra unter Mariss Jansons, Philadelphia Orchestra unter Wolfgang Sawallisch, New York Philharmonic Orchestra unter Kurt Masur, Cecilia Bartoli, Sylvia McNair, Thomas Quasthoff, Nicolai Gedda, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, Till Fellner und Maurizio Pollini. Theater an der Wien Macbeth Fernab jedweder Schauerromantik, in der das Sujet ob seiner Hexenszenen gerne verstanden wurde, ist „Macbeth“ ein zutiefst existenzielles Werk in der unmittelbaren Nähe der Psychoanalyse, ein infernalischer Alptraum von Macht und Begierde, Mord und Wahnsinn. Der Tod ist allgegenwärtig in diesem packenden Diskurs über die Sinnlosigkeit des Machthungers.„Macbeth“, der weder mit der Florentiner Urfassung von 1847 noch in der Pariser Version von 1864 reüssieren konnte, überzeugt heute durch seine dramatische Stimmigkeit, durch die Ungebrochenheit der Charakterzeichnung und durch den magischen Realismus, den Verdi und Librettist Piave aus dem Drama Shakespeares destillieren. Mit„Macbeth“ inszenierte Luc Bondy nach längerer Zeit wieder eine Oper(zuletzt 1996 Verdis„Don Carlos“ am Pariser Théâtre Musical du Châtelet). Die bejubelte Premiere dieser Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Scottish Opera, Glasgow, Edinburgh International Festival und Opéra de Bordeaux fand am 29. August 1999 beim Edinburgh Festival statt. Hymnische Pressestimmen folgten: Neben der Regie wurden die musikalische Leitung von Richard Armstrong und die Sängerleistungen- allen voran Kathleen Broderick als Lady Macbeth- besonders gewürdigt:„Ein außergewöhnliches Ergebnis“(The Guardian),„A world-class festival production, a complete knock-out, deeply thought-through, meticulously prepared, dazzlingly executed.“ (The Times),„Verdi-Triumph in Schottland“(Der Standard). Bondy motiviert die Sänger zu schauspielerischen Glanzleistungen. Beeindruckend ist vor allem die Lady Macbeth der kanadischen Sopranistin Kathleen Broderick, durchtrieben, hoch erotisch, frenetisch und ergreifend in ihrem Wahn. Richard Armstrong untermalt das Bühnengeschehen mit einer ebenso subtilen wie zügigen Orchesterführung, sodass selbst die Tam-ta-ti-tam-Passagen ihre Schwerfälligkeit verlieren. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. September 1999) Bondy findet für die schicksalhafte Verklammerung von Macbeth und seiner Lady wunderbare PhantasieBilder. Und zu der auftrumpfenden Musik, nicht gegen sie, hat Bondy poetisch und kraftvoll von einem Unglückspaar erzählt, das die Macht der Liebe nur als Liebe der Macht kennt. Der Spiegel, 30. August 1999 Die Vorstellungen in italienischer Sprache waren bei den Wiener Festwochen am 17., 19., 21. Mai 2000 im Theater an der Wien. Genoveva Mit„Genoveva“, inspiriert durch das gleichnamige Drama von Hebbel, hoffte Robert Schumann, im Genre Oper„Zukunftsmusik“ zu komponieren, von der er sich breite Wirkung in der Öffentlichkeit versprach. Er operiert in dieser selten aufgeführten, romantischen Oper mit musikpsychologischen Subebenen, mit sich ständig verwandelnden Motiven, die ein feinverästeltes Netz ausbilden, über dem in einem Drahtseilakt zwischen Teufelsbeschwörung und Geistererscheinung der Mythos der Unschuld neu ersteht. Die Figur der verstoßenen, treu liebenden, in Reinheit und Gottvertrauen aber unangreifbaren Gattin steht im Mittelpunkt des Geschehens. Achim Freyer eröffnete in seiner Inszenierung unzählige Blickwinkel, aus denen heraus die Handlung von Schumanns einziger vollendeter Oper gesehen und interpretiert werden kann. Er ließ die Reise ins Ich, die Schumann mit seiner romantischen Oper unternimmt, auf der Bühne erscheinen. Er verweigerte sich aller Aktualisierung, Neu-, Um- und überhaupt Deutung. Er zeigte, dass Schumann die Libretto-Konstellation nur als Vorwand benützte, um in Melodien und Orchester von den unterdrückten Sehnsüchten eines ganzen Jahrhunderts, einer repressiven Gesellschaft erzählen zu können. „Genoveva entsteht in ihrer undramatischen Anlage, in ihrer ausgeklügelten Einfachheit, leisen Rhetorik und skrupulösen Poesie wie neu: Aus Farbe und Licht. Statt einer Handlung sehen wir tönende Farbkalender. Die Farben sind Darsteller, die Darsteller sind Farben. Und beide korrespondieren mit dem Klang. So wie Schumann seine Themen nicht Personen zuordnet, sondern seelischen Zuständen, so verklammern auch die Farben ein inneres Geschehen: die Bühne als Klangraum.“(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Oktober 1999) Die ganze Bühne wird zum Gefäß für Schumanns Musik, die das Innenleben der Figuren zur Darstellung bringt. Sie dringt tief in ihre Psyche ein, setzt nicht äußere Handlung in Szene, sondern seelische Vorgänge. Die Bedrängtheit des modernen Subjekts klingt auch aus Schumanns Musik. Der tiefen Sehnsucht nach der Überwindung innerer Zerrissenheit durch wiedergewonnene göttliche Gnade verleiht Schumann in seiner„Genoveva“ Ausdruck.„Musik wie eine süchtig machende Light-Droge, wie ein diskret eingesetztes Aphrodisiakum, wie eine subkutane Verführung, der das Opfer, schon lang bevor es sich ihr bewusst wird, heillos verfällt.“(Süddeutsche Zeitung, 18. Oktober 1999) Genoveva“, eine Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Oper Leipzig, hatte am 16. Oktober 1999 in Leipzig Premiere, am 25. Mai 2000 fand die Festwochen-Premiere im Theater an der Wien statt. Weitere Vorstellungen folgten am 27. und 29. Mai. L’Incoronazione di Poppea Mit seinem letzten Bühnenwerk„Krönung der Poppea“ sprengt Claudio Monteverdi den traditionellen Rahmen der mythologisch-heroischen Oper. Mit dem dramaturgischen Skalpell legt er die Psyche der in ihren Leidenschaften und Ohnmachten verstrickten Protagonisten bloß, entlarvt das triebhafte Intrigantenspiel der feudalen Gesellschaft und entmachtet die antiken Bühnengötter, indem er ihre Machtlosigkeit gegenüber der realpolitischen Willkür der Tyrannei offenbart. Klaus Michael Grüber und dem Dirigenten Marc Minkowski gelang eine Aufführung von Monteverdis Spiel um Liebe und Macht von bestechender Geschlossenheit, szenischer und musikalischer Dichte.„Über Grübers‘Poppea’ und Aillauds szenischen und bildnerischen Imaginationen breitet sich oft etwas Traumhaftes, Verlorenes, Sehnsüchtiges aus. Wenn Nerone und Poppea aus der roten, dunklen Palastwand hervortreten, wirken sie traumverloren: aufgelöst für den Augenblick in einer tristannahen Liebesnacht. Wie Grüber danach die brillante Mireille Delunsch(als Poppea) in einen wilden Sprungtanz ausbrechen lässt,‘verrückt’ vor Freude und Triumph, dass die Liebe sie nunmehr zur Kaiserin machen wird, das zeigt, wie sensibel und reaktionsgenau die Ambivalenz aller Gefühle in dieser Aufführung erfasst und dargestellt sind. Grüber und Ellen Hammer verstehen es, in Korrespondenz mit der Musik, eine feine, differenzierte gestische Sprache zu entwickeln, die von allen Sängern sensibel und präzis umgesetzt wird. Dabei ergeben sich durchaus unterschiedliche Belichtungen: die Besetzung der NeronePartie mit einer Sängerin(Anne-Sofie von Otter) läßt die femininen Züge eines diktatorischen Herrschers markanter hervortreten: Dieser Kaiser ordnet wirklich die Machtausübung dem Genussstreben unter. Durch alle Szenen zieht sich subtil und oft kaum merklich eine traumatische Obsession: der Traum, aus dem alles geboren wird, Gutes und Böses, Freude und Leid, Leben und Tod. Die Aufführung gewinnt gerade in ihrer traumhaften Ferne eine bedrängende Nähe. Das macht ihre Qualität auch aus. Eine andere Qualität liegt in der dichten Interaktion von Bühne und Musik. Marc Minkowskis Darstellung mit seinem Orchester, den Musiciens du Louvre-Grenoble kennzeichnen ein genaues Aushören der Musik, feinste Stufungen des Klanges, der Dynamik, vor allem eine ungemein deutliche Artikulation von Wort und Musik. Man vernimmt blutvolle Opernmusik, die das Geschehen auf der Szene trägt, aus Sängern Menschen hervorzaubert.“(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Juli 1999) Die Premiere dieser Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Festival International d’art lyrique d’Aix-en-Provence fand am 8. Juli 1999 in Aix-en-Provence statt. Premiere im Theater an der Wien war am 9. Juni, Folgevorstellungen am 11., 13., 15. Juni, in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Nach„L’Orfeo“ und„Il Ritorno d’Ulisse“ bei den Wiener Festwochen 1998 wurde mit„L’Incoronazione di Poppea“ und„Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ der Monteverdi-Zyklus der Wiener Festwochen im Jahr 2000 fortgesetzt bzw. abgeschlossen. Lesung Andrea Jonasson 1997 begann Andrea Jonassons Engagement bei Menschen für Menschen, Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe. Sie besuchte Projekte der Hilfsorganisation in Äthiopien und setzt sich seither im Rahmen verschiedener Benefizprojekte für sie ein. Im Rahmen einer Benefizvorstellung zugunsten von Menschen für Menschen las Andrea Jonasson am 14. Juni im Theater an der Wien Liebesgedichte von Pablo Neruda. Sie wurde begleitet von Quintetto Accento und Norina Angelini sowie den Tango-Tänzern Anita Fiferna& Hernán Toledo. Don Giovanni Wiederaufnahme Nach der Aufführungsserie von„Così fan tutte“ wurde mit„Don Giovanni“ der Mozart-Da Ponte-Zyklus von Wiener Festwochen und Staatsoper im Theater an der Wien fortgesetzt. Die Premiere von„Don Giovanni“ unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti, in der Inszenierung von Roberto de Simone fand am 20. Juni 1999 statt. Nach der Wiederaufnahme von„Don Giovanni“ bei den Wiener Festwochen 2000 wird der Zyklus 2001 mit„Le nozze di Figaro“ weitergeführt und 2002 abgeschlossen mit einer gemeinsamen Präsentation aller drei Opern im Theater an der Wien. Premiere Wiederaufnahme„Don Giovanni“: 25. Juni, Folgevorstellungen: 28. und 30. Juni, in italienischer Sprache. Akademietheater Die Möwe Neuinszenierung Mit der Neuinszenierung von Tschechows melancholischer und bitterer Komödie„Die Möwe“, in der Neuübersetzung von Ilma Rakusa, eröffnete Luc Bondy im Akademietheater das Schauspielprogramm der Wiener Festwochen 2000. Gilles Aillaud entwarf das Bühnenbild, Marianne Glittenberg die Kostüme. In dieser Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Burgtheater spielten Jutta Lampe, August Diehl, Martin Schwab, Gert Voss, Johanna Wokalek, Ignaz Kirchner, Philipp Brammer, Urs Hefti, Gertraud Jesserer, Maria Hengge, Benjamin Cabuk. Vorstellungen am 14. 15., 18., 19., 22., 23., 27., 28., 31. Mai, 1., 4., 5., 10., 11., 12. Juni. Die von der Presse mit Hymnen gefeierte und vom Publikum stürmisch bejubelte Aufführung war ab Herbst 2000 im Repertoire des Akademietheaters zu sehen. Sie wurde zum Berliner Theatertreffen 2001 eingeladen, weiters im Juni 2001 zum Tschechow-Festival in Moskau und im August 2001 zum Edinburgh Festival. Luc Bondy wurde für seine Inszenierung mit dem Nestroy-Preis 2000 für Beste Regie ausgezeichnet. 1999 inszenierte der Schauspieldirektor der Wiener Festwochen als Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E.„En attendant Godot“, Premiere bei den Wiener Festwochen war am 25. Mai 1999. Für die Wiener Festwochen 1998 inszenierte er als Gemeinschaftsproduktion mit dem Theater in der Josefstadt„Figaro läßt sich scheiden“ von Ödön von Horváth. 1998 wurde bei den Wiener Festwochen auch seine Inszenierung von Jean Racines„Phèdre“ in der französischen Originalfassung gezeigt, eine Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E. ebenso wie Luc Bondys Inszenierung von August Strindbergs„Jouer avec le feu“, die davor, bei den Wiener Festwochen 1997 zu sehen war. Festwochen-Sensation:"Möwe" Die am Freitag eröffneten Wiener Festwochen haben ihre erste Sensation. Bereits die erste große Premiere, Anton Tschechows tieftraurige, aber auch sehr komische Komödie"Die Möwe" geriet in der Inszenierung von Luc Bondy zu einem Bühnen-Wunderwerk, wie man es nur selten erlebt. Bereits die Besetzung ist ein Erlebnis... subtilste Schauspielkunst... Traumtheater der wahrhaftigsten Art Traumtheater, das zum Einfachsten, Schönsten, Wahrhaftigsten zählt, das man auf der Bühne erleben kann. All die überreizten Anstrengungen, am Theater zu interessieren, werden von einer so kunstvollen, so phantasiereichen, scheinbar so unspektakulären Inszenierung in den staubigen Fundus gefegt. Sie ist großes Theater, gibt sich aber beiläufig, als erzählte sie von nebensächlichen Dingen. Dabei zerstören vor unseren Augen zwei alternde Monster zwei junge Menschen, dabei liegt der Eiseshauch des Egoismus über der Szene, glimmt still in einem Winkel die Glut der Verzweiflung über ein liebeleeres, unerfülltes, vergeudetes Leben. Jeder verfehlt jeden. Bondy entwirft mit seinen Schauspielern eine sensationelle, fein gesponnene Gesamtkomposition aus Gesagtem und Ungesagtem, Reaktionen, unbewussten Gesten, Bewegungen. Jede Figur ist ein Kosmos für sich, keine möchte man aus den Augen lassen. Geradezu aufregend fügt sich aus einer Fülle von so selbstverständlichen wie überraschenden Details ein Bild, dessen Schattierungen und Nuancen man zu studieren nicht satt wird.... Jutta Lampe gestaltet die Arkadina mörderisch selbstbezogen, mit dem Mut zum Seelenlosen und allem Zauber einer Schmierenkomödiantin.... Fern von jedem Virtuosentum, das ihn manchmal gefährdete, geht da ein großer Schauspieler- Gert Voss ­ grandios unspektakulär durch das Geschehen.... Zwei junge Schauspieler katapultieren sich mit ihren Gestaltungen in die Elite. Johanna Wokaleks Nina ist von bezaubernd kraftvoller Mädchenhaftigkeit, zuerst hingerissen verliebt in Trigorin, dann mit ihrer ganzen Leidensfähigkeit. August Diehl ist eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre.... Doch alle, alle sind an diesem Traumtheater beteiligt. Karin Kathrein, Kurier, 16. Mai 2000 Wunderflugbahn einer"Möwe" Vom Jubel umtost, landete Regisseur Luc Bondy mit Anton Tschechows Komödie"Die Möwe" einen ersten, großen Festwochenerfolg. Seine hauchfeine Erkundungsarbeit im Land der Seelen zeitigt herrliche Schauspielkunst. Seelennacht unter dem Sonnensegel. Mit der ersten, umjubelten Großproduktion der Wiener Festwochen nähert sich Schauspieldirektor Luc Bondy im Akademietheater behutsam Anton Tschechows genialer Doppelbegabung an: der als Arzt wie auch jener als mitleidloser Poet. Ronald Pohl über die abgestufte Kunst der feinen Nuancen- und ein konkurrenzloses Ensemble. Der Standard, 16. Mai 2000 Tropfen gegen Traurigkeit Die Wiener Festwochen begannen spektakulär: Luc Bondys Inszenierung der"Möwe" wartet mit fulminanten Darstellern auf.... Dies ist das sichtbar gemachte Programm Luc Bondys: Bei aller Nüchternheit setzt er auf Poesie, und umgekehrt. Bondys Regie nimmt Tschechows Figuren ernst. Die Träume haben viel Platz. Die Begeisterung darf sich ausleben. Mit äußerster Behutsamkeit läßt Bondy jeder Figur ihren Raum... Psychologische Genauigkeit macht die Qualität dieser Aufführung aus. Alfred Pfoser, Salzburger Nachrichten, 16. Mai 2000 Festwochen- Bondy inszeniert die"Möwe": Sensation nach Vorschrift... Wolfgang Kralicek, Falter, 17. Mai 2000 Genug für Jahrzehnte Luc Bondy inszeniert Tschechows"Möwe", und es bleiben keine Fragen, denn das ist das Beste, nichts weiter.... Das reicht für ein paar Jahrzehnte Theaterzukunft. Heinz Sichrovsky, News, 18. Mai 2000 Das Spiel mit dem Liebesfeuer Die Geschichte ist so mies und hinterhältig, banal und absehbar wie das Leben, nur konzentrierter; und Luc Bondy...treibt die feinpsychologischen Sadismen erbarmungslos an die sichtbare Oberfläche.... "Die Möwe" gibt Luc Bondy, dem Spezialisten in Fragen erotischer Verquickungen eine weitere Gelegenheit, uns die Illusion zu nehmen, dass die Farbe der Liebe ein romantisches Rosarot sei.... Weshalb wohl folgen wir dieser Versammlung, deren Mitglieder sich alle- wenn auch in unterschiedlichem Maß- als ziemlich unausstehliche Egozentriker profilieren, drei Stunden lang gebannt? Sie sind uns enger verwandt, als wir möchten.- Unmöglich, diese Inszenierung zu beschreiben; wer sie sehen kann, hat Glück. Barbara Villiger Heilig, Neue Zürcher Zeitung, 16. Mai 2000 Rosa weht die Fahne der Utopie Eine zärtliche Aufführung, bemerkenswert leise und schlicht; altmodisch vielleicht auf den ersten Blick. Hätte Konstantin Trepljow, der verbissene Theaterverbesserer, sie gesehen, ihm wäre wahrscheinlich bewusst geworden, worauf es wirklich ankommt auf der Bühne: nämlich nicht auf neue Formen und Effekte und den Hass auf alles Alte, sondern ganz einfach und schlicht auf die Wahrhaftigkeit, mit der man uns im Theater vom Leben erzählt, von Menschen, von glücklichen, verzweifelten, lächerlichen Menschen- in der Hoffnung, dass wir für uns selbst etwas darin erkennen.... Luc Bondy:"Tschechow inszeniert man nicht... man bringt irgendwie die Menschen zusammen(und aneinander), man schildert immer wieder, dass die seelischen Dinge ungreifbar sind." Das hat er gemacht: Menschen aneinander gebracht und ihnen gelauscht, ihnen ins Herz gehört und hinter ihre Worte geblickt. Luc Bondy erklärt nichts, stellt nichts aus. Er macht sich nicht lustig über seine Tschechow-Menschen, führt niemanden vor und macht niemandem Vorwürfe. Er zeigt einfach, was ist. Daraus entsteht die Ehrlichkeit dieser Aufführung und auch ihre Traurigkeit- eine Traurigkeit, die nie in Schwermut absackt, weil Bondy gelingt, was Tschechow stets eingefordert hat: den komödiantischen Zug seiner Stücke aufschimmern zu lassen, die tragische Lächerlichkeit all dieser Lebenspfuscher wahrzunehmen, den Witz ihrer Verzweiflung. Bondy und seinem hinreißendem Ensemble gelingt das so gut, dass man sich hier mit niemandem auf der Bühne identifizieren möchte, weil man bei jedem die Schwächen erkennt, die Fehler und Peinlichkeiten... Bis in die Nebenrollen ist diese"Möwe" herausragend besetzt, und es ist eine Freude und ein Genuss, diesen Schauspielern zuzusehen und zu vergessen, dass sie Schauspieler sind. Wir sehen hier Menschen beim Menschlichsein zu. So wahr kann Theater sein. Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung, 16. Mai 2000 Das Drama vom versäumten Leben Durchdacht komponierte Bilder einer Gesellschaft: Luc Bondys grandiose Inszenierung von Tschechows „Die Möwe“ für die Wiener Festwochen Peter Iden, Frankfurter Rundschau, 16. Mai 2000 Nur einem gelingt die Tat Wiener Festwochen: Zur Eröffnung läßt Luc Bondy„Die Möwe“ schweben Luc Bondy entfesselt betörendes Ensemblespiel, eine ergreifend komische todernste Seelenzerpflückung. Strahlendes Theater, überrumpelnd gegenwärtig. Reinhard Wengierek, Die Welt, Berlin, 16. Mai 2000 Ins Herz getroffen Luc Bondy eröffnete die Wiener Festwochen mit einer grandiosen Inszenierung von Tschechows„Die Möwe“. Endlich wieder großartiges Theater. Theater, bei dem die Schauspieler triumphieren und die Sinne der Zuschauer zum Leben erweckt werden. Nach einer ziemlich trübseligen Theatersaison ist es nun Regisseur und Festwochenchef Luc Bondy mit seiner Inszenierung von Tschechows„Die Möwe“ bei den Wiener Festwochen endlich gelungen, wieder Magie und Leidenschaft, großartige Charaktere und bannende Bilder auf die Bühne zu bringen. Die Aufführung.... führte mit Jutta Lampe, Gert Voss, Johanna Wokalek, August Diehl, Gertraud Jesserer, Ignaz Kirchner und einem glänzenden Ensemble die Creme der deutschsprachigen Schauspielkunst vor. Bondy hat wieder einmal das, was er am besten und wie kein Zweiter kann, zum Ausgangspunkt und Ziel seiner Arbeit gemacht. Er zeigt die Menschen mit ihrer Sehnsucht nach Liebe, mit ihrer Sucht nach Anerkennung als Getriebene.... Zusammen mit dem... ausnahmslos glänzenden Ensemble im Bühnenbild von Gilles Aillaud und in den wunderbaren Kostümen von Marianne Glittenberg erinnert diese Inszenierung an die besten der Aufführungen, die in den 70er- und 80er-Jahren den legendären Ruf der Berliner Schaubühne begründeten. Am Ende gabs Beifall, Blumen, Bravorufe, Blitzlichtgewitter und nicht enden wollenden Applaus. Irmgard Seegers, Hamburger Abendblatt, 16. Mai 2000 Kunst taugt nicht als Lebenskitt Das Ereignis der Saison: Luc Bondy brachte in Wien Tschechows„Möwe“ heraus In der Erwartung, bei der Premiere der„Möwe“ würde sich das bemerkenswerteste Bühnenereignis dieser Spielzeit vollziehen, war Publikum aus allen Regionen des deutschsprachigen Theaters angereist- und erfuhr Bestätigung. Wer einen guten Tschechow sehen will, muss, wie auch in den Jahren zuvor, nach Wien fahren. Traurig für München, Felix Austria, wenigstens was das Theater angeht. Sabine Dultz, Münchner Merkur, 16. Mai 2000 Wo Tschechow wohnt Luc Bondy schießt den Vogel der Saison ab-„Die Möwe“. Ein Triumph im Akademietheater für das Ensemble um Jutta Lampe und Gert Voss. Tschechow, die Wahrheitsdroge. Jeder hat seinen Moment; bei den Temperamentvolleren sind es- für Bondy ungewohnt- Exzesse, Ausbrüche. Denn auf der Bühne stehen sie im doppelten Sinn: Auf Trepljows Experimentierbühne, die aufgebaut bleibt nach dem ersten Akt und die halbe Breite im Akademietheater einnimmt. Darüber schwebt, bläht sich ein roter Vorhang, ein Segel. Wie auf einem Floß Schiffbrüchiger. Mag sein, dass Bondy Trepljows Anfängertheater auf die Schippe nimmt oder gar denunziert, mit Zirkustricks und Nina, als weißes Gespenst verkleidet. Doch gibt die Ignoranz der Arkadina den Jungen Recht- und wiederum auch nicht. Denn es existiert kein altes oder neues, sondern nur gutes und schlechtes Theater. Und großartiges, wie diese Wiener„Möwe“. Rüdiger Schaper, Der Tagesspiegel, Berlin, 16. Mai 2000 Schöne„Mouette“ Tchekhovien par excellence René Solis, Liberation, 16. Mai 2000 Verzweifelt an der Hoffnung Luc Bondys eindringliches Feingemälde der"Möwe" Luc Bondy hat, in seiner Inszenierung für die Wiener Festwochen, das Genervte auf die Bühne verlegt, hat eine Partitur feiner Seelenschwankungen erarbeitet; er führt die Menschen auf schmalstem Grat und an den Rändern ihrer Reizbarkeit oder in den Tälern der stillen Selbstaufgabe.... Luc Bondy ist ein überwältigend eindringliches Feingemälde toter Seelen voller Leben gelungen. Michael Skasa, Die Zeit, 18. Mai 2000 Mit kaltem Blick oder Der Regisseur als Intrigant Wegen seiner virtuosen Sicherheit hat man Luc Bondy gelegentlich"Glätte" vorgeworfen. Tatsächlich ist das Material seiner Aufführungen oft eine Art schützende, hermetische Unangreifbarkeit- die in den gelungenen Arbeiten durch den Mut und die Kraft der Schauspieler durchbrochen und vor Indifferenz bewahrt wird. So auch jetzt in Wien: Mit welcher Genauigkeit, Radikalität und Musikalität das Ensemble aus Jutta Lampe(Arkadina), Gert Voss(Trigorin), Ignaz Kirchner(Dr. Dorn), Maria Hengge(Mascha), Johanna Wokalek(Nina), August Diehl und alle anderen die Figuren sämtlichen Samowardünsten entreißen und sie in reale Biografien überführen, ist schlicht überwältigend. Keine"Schlechten", keine "Guten" sind hier zu sehen, sondern schlicht die Überforderung der Menschen durch das Leben. Thomas Wördehoff, Die Weltwoche, 18. Mai 2000 Ronacher Peter Pan Neuinszenierung Leander Haußmann inszenierte J. M. Barries„Peter Pan“ in der Übersetzung von Erich Kästner mit der Musik von„Element of Crime" als Popmärchen. Für den Intendanten des Schauspielhauses Bochum ging damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die Premiere dieser Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Schauspielhaus Bochum fand in Wien statt: 19. Mai, Folgevorstellungen 20. bis 24. Mai. Publikum und Presse reagierten zurückhaltend bis ablehnend. Schönberg Kabarett Peter Stein hat unter dem Titel„Schönberg Kabarett“ ein Programm mit Schönbergs„Pierrot lunaire“ und den selten aufgeführten„Brettl-Liedern“ szenisch gestaltet. Maddalena Crippa als„Pierrot lunaire“ und als Sprechsängerin der„Brettl-Lieder“ wurde begleitet vom Über-Brettl Ensemble unter der Leitung von Alessandro Nidi. Die Erstaufführung dieser Produktion fand 1998 im Teatro Massimo in Palermo statt. Maddalena Crippa begeisterte das Publikum und auch die Pressestimmen waren großteils euphorisch. Das„Schönberg Kabarett“ gastierte im Ronacher am 30., 31. Mai und 1. Juni. Un mois à la campagne(Ein Monat auf dem Lande) Der junge französische Regisseur Yves Beaunesne inszenierte die Komödie Turgenjews aus dem Jahr 1855 als„Geschichte einer Flucht, der schwindelerregenden Flucht jener, die sich verliebt haben. Diese Flucht vergiftet bis zu den Bäumen, den Mauern, niemand wird sich darin wiedererkennen, man verliert in ihr die Kontrolle über seine Worte und Gesten. Es gibt einen kurzen Aufenthalt in der Leere, man findet sich vor einem Abgrund wieder. Und dann, eines Tages, lernt man mit dem Leben schlau umzugehen respektive dem Leben böse zu sein. Es wird aber immer dieses ungestillte Bedürfnis geben, sich hörund bemerkbar zu machen. Vielleicht verliebt man sich nur, um endlich sprechen zu können.“ Vom 7. bis 10. Juni fanden die Vorstellungen im Ronacher statt, in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Die Aufführung konnte das Wiener Publikum nicht überzeugen, die Kritiker urteilten eher negativ. Bracia Karamazow(Die Brüder Karamasow) Dostojewskis letzter Roman hat alle Ingredienzen eines Krimis und ist zugleich auch philosophischer Essay über das Thema, das sein literarisches Schaffen durchzieht: der Kampf zwischen Nihilismus und Metaphysik. Was bedeutet der Tod, das Leben? Worin besteht der Unterschied zwischen dem Wunsch zu töten und der Tat selbst? Was bedeutet Schuld? Drei Brüder kehren als Erwachsene in ihr Elternhaus zurück und treten dort ihrem Vater gegenüber, dem sie nichts als Hass und Verachtung entgegenbringen. Jeder von ihnen wünscht aus tiefstem Herzen seinen Tod. Als er eines Tages ermordet wird, fällt der Verdacht auf die Brüder Karamasow. Die Wiederaufnahme von Krystian Lupas antinaturalistischer, bilderreicher Bearbeitung von Dostojewskis Roman in zwei Teilen hatte am 18./19. Dezember 1999 am Stary Theater in Krakau Premiere. Weitere Aufführungsorte dieser Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Stary Teatr, Krakau, OdéonThéâtre de l’Europe, Paris und deSingel, Antwerpen waren Paris(Premiere 20. Jänner 2000), Antwerpen (Premiere: 4. Februar) und Wien, wo Teil I am 14. Juni, Teil II am 15. Juni Premiere hatte. Folgevorstellungen von Teil I waren am 17. und 18. Juni, von Teil II am 17. und 18. Juni. Die Vorstellungen in polnischer Sprache(mit deutschen Übertiteln) und die Überlänge stellten für das Publikum eine große Herausforderung dar. Es wurde restlos entschädigt durch eine intensive Inszenierung sowie beeindruckende Schauspielkunst des Ensembles des Stary Theaters. Auch die Presse würdigte entsprechend die Qualitäten der Aufführung und der Schauspieler. Odeon Elektra Wiederaufnahme Edith Clever hat Hugo von Hofmannsthals selten gespieltes Stück für die Bühne wiederentdeckt. Neben der Inszenierung hat sie auch das Bühnenbild entworfen und spielte die Klytämnestra. Die Wiener Festwochen zeigten diese Schaubühne-Produktion als Wiederaufnahme, Premiere:18. Mai, weitere Vorstellungen am 19. und 20. Mai. Edith Clever geht das Wagnis ein,„Elektra“ für die Sprechbühne wiederzugewinnen... Sie schafft das Unwahrscheinliche... Man erlebt, wieviel Macht und Poesie und Wahnsinn dieser Text entfaltet. (Süddeutsche Zeitung, 28. Jänner 1999) Bewunderung für die kühne, durch das hohe Maß an Mut zur großen Gebärde, an Intensität, Konzentration und theatralischem Vermögen der Regisseurin und aller beteiligten Schauspieler im gegenwärtigen deutschen Theater vergleichslose Einlassung auf den schwierigen Stoff eines mehr und mehr ins Zwielicht der Epoche geratenen Dichters. (Frankfurter Rundschau, 28. Jänner 1999) Die Aufnahme in Wien war leider weder beim Publikum noch bei den Journalisten so zustimmend und positiv. Burgtheater Geschichten aus dem Wiener Wald Horváths Stück ist eine unheimliche Komödie. Eine Vivisektion der Seelen- und keineswegs nur des „goldenen Wiener Herzens“-, bei der die Bestialität im Biedersinn, das Schauerliche im Banalen und der Egoismus im vermeintlich großen Gefühl zu Tage tritt. Die Gestalten aus dem 8. Bezirk sind ein gut ausbalancierter Mikrokosmos zwischen Trauer und Ulk, Tragik und Terror, Gemütlichkeit, Gefühl und Gemeinheit. „Alle meine Stücke sind Tragödien. Sie wirken nur komisch, weil sie wahr sind.“ Kušejs Inszenierung setzt auf die Schauspieler, die wiederum auf Horváths Figuren setzen. Man schaut jeder und jedem gespannt zu, hört auf die Sätze, die man schon so oft gehört hat- wie neu. Kušej und die Darsteller vertrauen dem Stück. Sie erzählen(s)eine Geschichte.(Theater heute) Mit seiner Regiearbeit von„Geschichten aus dem Wiener Wald“ inszenierte Martin Kušej zum ersten Mal am Thalia Theater und eröffnete damit die Spielzeit 1998/99. Die erfolgreiche Aufführung wurde zum Berliner Theatertreffen 1999 eingeladen und war auch bei den Wiener Festwochen 2000 ein großer Erfolg, zu sehen im Burgtheater vom 15. bis 18. Juni. Sofiensäle, Großer Saal Il Combattimento di Tancredi e Clorinda „Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ von Claudio Monteverdi ist die Geschichte einer Liebe, die des um sie wütenden Krieges nicht achtet, einer Liebe, die sich erst im Tode zu erkennen gibt. Romeo Castellucci und sein Ensemble Societàs Raffaello Sanzio setzten sich anhand der Madrigale von Monteverdi, musikalische Leitung Roberto Gini, erstmals mit Musiktheater auseinander. Die Premiere dieser internationalen Gemeinschaftsproduktion(Wiener Festwochen, kunstenFESTIVALdesArts, Brüssel, Societàs Raffaello Sanzio, Cesena, Holland Festival, Amsterdam, Biennale di Venezia und Le Maillon- Théâtre de Strasbourg) in italienischer Sprache fand am 5. Mai in Brüssel statt(bis 10. Mai), anschließend wurde sie mit großem Erfolg in Wien gezeigt(16.- 20. Mai, Sofiensäle, Großer Saal), weitere Stationen waren Amsterdam(4.- 7. Juni), Venedig(15- 17. Juni) und Straßburg. Romeo Castellucci inszenierte für die Wiener Festwochen davor„Amleto“(1992) und„Giulio Cesare“(1997). Mantel Nº 2737,5 Die Wörter, Sätze und Halbsätze aus Nikolai Gogols Erzählung„Der Mantel“ sind zu einem feinen Textgewebe versponnen, dessen Konsistenz das Schweigen, das Dazwischen ist. Sie bilden den Grundstock für eine Partitur, die durch eindrucksvolle Bilder und Toncollagen ergänzt wird. Im eher konservativ geprägten Theaterleben des heutigen Russland gilt die„Schule der russischen Anmaßung“ als Randphänomen. Seitens des Staates werden ihr weder Subventionen noch eine geeignete Spielstätte zur Verfügung gestellt. Sie entstand im Jahr 1988, als sich eine Gruppe junger Künstler verschiedenster Bereiche zusammenschloss, um ein„konzeptualistisches Theater“ zu gründen und neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten zu entwickeln. Im Sommer 1989 verwirklichte sie ihr erstes Projekt mit dem Titel„Schkolarusskowosamoswanstwa“ oder „RUSSIANIMPOSTUREMASTERCLASS“(Schule der russischen Anmaßung), der dann auch zum Namen der Gruppe wurde. Unter der künstlerischen Leitung von ZHAK(Vadim Zhakevitch), der selbst aus dem Bereich der bildenden Kunst kommt, führt RIM nicht nur Stücke auf, sondern arbeitet auch in anderen künstlerischen Bereichen wie Performance, Malerei, Literatur. Das Gastspiel der„Schule der russischen Anmaßung“ bei den Wiener Festwochen fand vom 25.- 28. Mai statt, Vorstellungen in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Forced Entertainment begeisterte bei den Wiener Festwochen 1999 im Rahmen von „Wahlverwandtschaften“ das Publikum mit ihrem 5stündigen Frage-Antwort-Spiel"QUIZOOLA"."Who Can Sing a Song to Unfrighten Me" und"Dirty Work", zwei ihrer neuesten Arbeiten, die rund um das Spiel von Realität und Fiktion kreisen, wurden bei den Wiener Festwochen 2000 gezeigt. Who Can Sing a Song to Unfrighten Me Die 24-Stunden-Performance„Who Can Sing a Song to Unfrighten Me“(in englischer Sprache) begann am 2. Juni, um 24.00 Uhr und dauerte bis 3. Juni, 24.00 Uhr. Während dieser 24 Stunden konnten die Zuschauer kommen und gehen. „Wer kann ein Lied singen, das mir die Angst nimmt?“, fragte der 5jährige Sohn von Tim Etchells, dem Regisseur und Leiter von Forced Entertainment, während einer nächtlichen Autofahrt. Die Frage wurde zum Titel und roten Faden eines 24stündigen Performanceprojekts, in dem 13 Schauspieler von Mitternacht bis Mitternacht in Geschichten, Märchen und Träumen persönliche und kollektive, reale und imaginierte Ängste auftreten lassen. Immer wieder von neuem wurde ein Faden aufgegriffen, weitergesponnen und nie zu Ende erzählt. Ein harter Kern von Zuschauern schaffte es, 24 Stunden lang dem Theatermarathon beizuwohnen. Nachtasiel(Nachtasyl) Das Nachtasyl- die Welt der Underdogs, der Gescheiterten, Arbeits- und Obdachlosen.„Ehemalige Menschen“, so nannte sie der Autor, der für sich selbst den Künstlernamen„Gorki“, der„Verbitterte“, wählte. Seine„Szenen aus der Tiefe“- geschrieben 1902- ergeben kein Stück mit konkreter Handlung ­ er schuf eine Ansammlung von Porträts als„Symphonie von Stimmen zu Menschen, die in der Realität beobachtet werden“, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat. Jeder der Asylbewohner bewahrt bei Gorki in der Tristesse eines ausweglosen Alltags seine unverwechselbare Persönlichkeit und klammert sich mit dem Rest des verbliebenen Lebenswillens an die Hoffnung auf ein Entrinnen aus dem erniedrigenden Dasein. Die junge holländische Regisseurin Alize Zandwijk vermeidet in ihrer Inszenierung jegliche Sozialromantik und erzählt ihre eigene Adaption, die kommentarlos zeigt, wie jeder auf seine Art und Weise zu überleben sucht. In eindringlichen Bildern beschreibt sie jene, die am Tiefpunkt ihrer Existenz angelangt sind. Das RO Theater Rotterdam gastierte mit„Nachtasiel“(in holländischer Sprache mit deutschen Übertiteln) vom 9. bis 12. Juni bei den Wiener Festwochen. Die Aufführung konnte restlos überzeugen. Der Publikumsbesuch war infolge eines verlängerten Wochenendes enttäuschend. The Story of a Soldier(Die Geschichte vom Soldaten) Mit seiner Interpretation und Aktualisierung von Strawinskys„Die Geschichte vom Soldaten“ führte Peter Sellars seine Auseinandersetzung mit bekannten musikdramatischen Werken außerhalb eines etablierten Opernbetriebes fort. Er konfrontierte Strawinskys Werk mit der heutigen Wirklichkeit und begab sich auf die Suche nach den essentiellen Dingen des Lebens, die er oft im gesellschaftlichen Abseits, im Verborgenen ortet. Gloria Enedina Alvarez hat die Originaltexte von C. F. Ramuz neu bearbeitet. Der bekannte Künstler Gronk, Muralist, Performance Künstler, Bühnenbildner, Maler und Designer, hat das Bühnenbild gestaltet. Grant Gershon leitete das finnische Ensemble„Avanti“. Die Vorstellungen in englischer und spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln waren vom 16. bis 18. Juni. Publikum und Presse reagierten weitgehend zustimmend. Die Wiener Festwochen präsentierten zuletzt 1998 in den Sofiensälen die Uraufführung von„Peony Pavilion“ in der Inszenierung von Peter Sellars, mit der Musik von Tan Dun. Sofiensäle, Blauer Salon House Richard Maxwell, Autor und Regisseur, lebt und arbeitet in New York. Mit seiner Inszenierung„House“ erwarb er sich den Ruf eines„Visionärs und Erneuerers“ des New Yorker Off-Broadway. Vor einer schäbigen, weißen Souterrainwand mit kleinem Fenster und Münztelefon, die von Neonlicht an der Decke grell beleuchtet wird und dem New Yorker Probenraum exakt nachgebildet ist, entfaltet er eine Geschichte, eine griechische Tragödie. In diesem abgewohnten Raum ist jedoch alles auf ein Minimum reduziert: das Bühnenbild, die Handlung, die Charaktere, das Spiel, die Sprache. Die Darsteller agieren wie Kunstfiguren, die Menschen imitieren, sie verweigern jede große Geste. Die alltagssprachlichen Dialoge sind phrasenhaft und reduziert, inhaltsleer. Die Vorstellungen in englischer Sprache waren am 13., 15. bis 17. Mai. Showy Lady Slipper Nach„House“ und„Cowboys and Indians“ feierte der 29jährige Richard Maxwell im Herbst 1999 mit seiner neuen Produktion„Showy Lady Slipper“ einen fulminanten Erfolg in New York. Sein unterkühlter Inszenierungsstil ist inzwischen sein Markenzeichen geworden. "Showy Lady Slipper" zeigt drei Frauen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Die Pausen, die ihre banalen Gespräche unterbrechen, unterstreichen die Brüche in der Persönlichkeit der Charaktere: die Leere ihres Lebens erfährt in ihren freudlosen Dialogen ihre Bestätigung. Die Vorstellungen in englischer Sprache waren vom 18. bis 20. Mai. Auch das Publikum in Wien zeigte sich von Richard Maxwells Inszenierungsstil begeistert. Ebenso positiv reagierten die Journalisten. Dirty Work "Wenn man lange genug seine Augen schließt, sieht man in der Dunkelheit plötzlich einen kleinen weißen Punkt und wenn man lange genug darauf starrt, erkennt man, dass es sich um einen Fernseher handelt. In diesem Dunkel kann man alle möglichen Shows, Filme und Geschichten sehen... man braucht ein bisschen Übung darin, aber es funktioniert... so konnte ich überleben...“ Dies sind die Worte eines Alkatrazinsassen auf Tonband, die Tim Etchells bei einer Führung durch das ehemalige Gefängnis hörte. Daraufhin beschäftigte sich Forced Entertainment über ein Jahr lang mit der Idee, eine Performance zu erarbeiten, die nie wirklich stattfindet. Das eigentliche, aber nicht präsente Bühnengeschehen wird von den Darstellern erzählt. Es ist eine Chronik des 20. Jahrhunderts im Zeitraffer. Der Zuschauer wird Zeuge seiner eigenen Vorstellungswelt: eine Bühne, auf der nichts geschieht, auf der die hypnotische Kraft der Erzählung einen teilnehmen lässt an einer großen Show über ein Stück Weltgeschichte. Die Vorstellungen in englischer Sprache waren am 29. und 30. Mai. Auch diese Produktion von Forced Entertainment konnte das Publikum und die Presse restlos überzeugen. Buenos Aires erlebt in letzter Zeit eine erstaunliche Entwicklung im Theater: in Hinterhöfen, Garagen oder Wohnungen mit maximal 70 Sitzplätzen entstehen Arbeiten junger Regisseure, die innerhalb kürzester Zeit Kultstatus erreichen. Federico León, 27 Jahre, Autor, Regisseur, Schauspieler, und Cristian Drut, Regisseur, 26 Jahre, zählen zu ihren Shooting Stars. Cachetazo de campo(Des Landes Ohrfeige) Ein intimer Raum mit zwei ständig weinenden Frauen, der den Zuschauer fast vergessen lässt, dass es sich um einen Bühnenraum handelt. Die Irritation ist kennzeichnend für Federico Leóns Theater. Der ländliche Raum wurde in der argentinischen Kultur im Gegensatz zur Dekadenz der Städte bis zum „irdischen Paradies“ hochstilisiert. In„Des Landes Ohrfeige“ befinden sich Mutter und Tochter eingeschlossen an diesem„Ort der Erholung“ und verstricken sich immer tiefer in Diskussionen um ihre gescheiterte Beziehung. Vorstellungen in spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln vom 4. bis 8. Juni."Cachetazo de Campo" wurde in Kombination mit„Señora, esposa, niña, y joven desde lejos“ gezeigt. Señora, esposa, niña, y joven desde lejos (Señora, Ehefrau, Mädchen- und junger Mann aus der Ferne) In der Auseinandersetzung aus heutiger Sicht, im Nachdenken über die argentinische Geschichte zur Zeit der Militärjunta ab 1976 und über die Rolle der eigenen Zeugenschaft liegt die Besonderheit dieses Stückes. Marcelo Bertuccio erzählt von der Unmöglichkeit, eine aktive Erinnerung zu entwickeln und eine Identität zu konstruieren, in der sich die Vergangenheit in der Zukunft artikulieren kann. „Señora, Ehefrau, Mädchen- und junger Mann aus der Ferne“ ist die Geschichte dreier Frauen aus verschiedenen Generationen, die auf unterschiedliche Weise mit der Figur des„Verschwundenen“ in Beziehung stehen. Die Figuren der Gegenwart leben um die abwesende Figur herum. Auf der Suche nach dem Vater surft das Mädchen durch die virtuellen Welten von heute. In Druts konzentrierter Inszenierung folgen die Körpersprache und Artikulation der Darsteller minutiös dem Text. Drut braucht weder Bühnenbild noch Kostüme, sondern legt sein Hauptaugenmerk ganz auf die Personenregie. Vorstellungen in spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln vom 4. bis 8. Juni. „Señora, esposa, niña, y joven desde lejos“ wurde in Kombination mit"Cachetazo de Campo" gezeigt. Mil quinientos metros sobre el nivel de Jack (1500 Meter über Jacks Niveau) Eine Badewanne als einziger Aufenthaltsort und Refugium. Darsteller, die in Taucheranzügen zwischen Badewanne und Fernseher ihre Geschichte erzählen. Ein Badezimmer als Schauplatz, der Leóns eigenem Badezimmer, das zugleich auch Probenraum war, nachgebildet ist. Eine 80jährige Schauspielerin, die über eine Stunde im Wasser liegt. Das ist die Welt, in der Federico León sein Theater stattfinden lässt. León steht für ein intimes Theater, in dem der Besucher mehr„Zeuge“ als Zuschauer ist. In dieser Aufführung erzeugt der Eindruck des„Unkontrollierbaren“ eine besondere Spannung beim Zuschauer. Das Wasser der Badewanne, das den gesamten Bühnenraum überschwemmt, wirkt wie eine Drohung. Es scheint, den gesamten Theaterraum zu überfluten. Vorstellungen in spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln vom 9. bis 13. Juni. "Mil quinientos metros sobre el nivel de Jack" wurde in Kombination mit"Museo Miguel Angel Boezzio Museo Aeronáutico“ gezeigt. Museo Miguel Angel Boezzio- Museo Aeronáutico (Museum Miguel Angel Boezzio- Museum für Luftfahrt) Federico Leóns Arbeit ist Teil eines experimentellen Theaterprojekts in Buenos Aires: Regisseure entwickelten ihre Arbeiten anhand von Recherchen und Erfahrungen, die sie in Museen gesammelt hatten. In seiner Auseinandersetzung mit dem Luftfahrtmuseum beschäftigte er sich besonders mit der Dokumentation des Falklandkrieges. Er beschloss mit einem ex-vivo- einem ehemaligen Kriegsteilnehmer- Miguel Angel Boezzio zusammenzuarbeiten. León entwickelte aus dieser Begegnung eine Inszenierung über ein Leben wie aus einem Museum für ex­ vivos, ehemalige Überlebende: Boezzio präsentiert dem Publikum Dokumente, Diplome, Fotografien, Papiere, die sein Leben und seine Erzählungen bezeugen sollen: Diplome von Karateturnieren oder Fußballmatches aus der Nervenheilanstalt Borda, in der er viele Jahre verbrachte. Vorstellungen in spanischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung: 9. bis 13. Juni "Museo Miguel Angel Boezzio- Museo Aeronáutico" wurde in Kombination mit"Mil quinientos metros sobre el nivel de Jack" gezeigt. Der bei den Wiener Festwochen 2000 begonnene Schwerpunkt"Argentinisches Theater" war so erfolgreich, dass er 2001 fortgesetzt wurde. Usporavanja(Verlangsamungen)/Nesigurna Prica(Eine unsichere Geschichte) Schauspieler sitzen auf der Bühne, reden über ihren Alltag, ihren Beruf. Sie denken darüber nach, wie eine Geschichte über einen Nachmittag in einer kroatischen Familie anfangen, wir er erzählt werden könnte. Mit einer Positionierung, ja sogar einem tatsächlichen Aufzeichnen der Situation auf einer Tafel, mit der Rollenverteilung und der Festlegung der Aufführungsdauer auf eine Stunde, beginnen sie eine theatralische Rekonstruktion. Die Schauspieler werden zum grundlegenden Bestandteil der Aufführung, bilden ihr Fundament und ihre Basis. Gleichzeitig befinden sie sich in einer paradoxen Darstellungssituation: Sie spielen sich selbst, stellen aber zugleich eine Kunstfigur mit ihrem eigenen Namen dar. Fiktion und Authentizität lagern in mehreren Schichten übereinander, die Grenzen werden zunehmend schwer fassbar. „Usporavanja“ und„Nesigurna Prica“ sind Teile einer Trilogie über den kroatischen Alltag. Der Zuschauer wird mit Alltagsmustern, seinen Smalltalks und zwischenmenschlichen Spannungen und Automatismen konfrontiert. Bobo Jelcic gilt als einer der herausragendsten Regisseure des jungen kroatischen Theaters. Ein interessiertes Publikum verfolgte gespannt und begeistert die Vorstellungen am 15., 17., 18. Juni. Kabelwerk Hotel Europa Uraufführung Ein altes Hotel aus der Jahrhundertwende, das bessere Zeiten gesehen hat. Jetzt bevölkert von Menschen, von Geschichten. Erfunden von zehn jungen europäischen Künstlern aus den Bereichen Theater, Tanz und bildende Kunst. Jeder von ihnen bespielt ein Zimmer dieses Hotels, basierend auf einer übergeordneten Handlung, die der mazedonische Dramatiker Goran Stefanovski konzipiert hat. Das Publikum wird in kleinen Gruppen durch das Hotel geführt und dabei Zeuge dieser verschiedenen Geschichten, Erzählungen, Kommentare. Hotel Europa: ein zwielichtiges und tragikomisches Hotel, das die Themen Einsamkeit, Migration, Heimatlosigkeit, Mobilität, Aggression und Liebe beherbergt. Die künstlerischen Leiter waren Veisturs Kairiss(Lettland), Piotr Cieplak(Polen), Oskaris Korsunovas (Litauen), Nedyalko Delchev(Bulgarien), Matjaz Faric(Slowenien), Dritëro Kasapi(Mazedonien), Ivan Popovski(Rußland) und die Gruppe SKART(Serbien). Die Uraufführung dieser internationalen Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Festival d'Avignon, Bologna 2000, Rotterdam 2001 fand an einem ungewöhnlichen Ort in Wien statt: Kabelwerk, vom 23. bis 28. Mai. Die Meinung der Journalisten und Zuseher war geteilt und schwankte zwischen Zustimmung und Ratlosigkeit. dietheater Künstlerhaus RadioKulturhaus Regiewettbewerb Neuinszenierung Der Regiewettbewerb der Wiener Festwochen wurde nach zwei Jahren zum zweiten Mal abgehalten. Die Recherche konzentrierte sich im wesentlichen auf Ausbildungsstätten in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die sechs ausgewählten TeilnehmerInnen erarbeiteten je eine neue Inszenierung für den Wettbewerb. Vorgabe war eine Aufführung von höchstens einer Stunde Dauer mit mindestens drei Schauspielern. Die TeilnehmerInnen waren Katja Gaub, Anja Gronau, Tina Lanik, Samuel Schwarz, Branko Šimic, Nora Somaini. Die Vorstellungen fanden am 14., 15., 16., 17. Juni statt. Der Regiewettbewerb 2000 endete ohne SiegerIn. Die Jury mit international anerkannten Theaterfachleuten unter dem Vorsitz von Ivan Nagel entschied, keinen Wettbewerbsieger zu küren, da keine der gezeigten Arbeiten den Erwartungen und Qualitätskriterien entsprach. Emballagenhallen Highway 101 Uraufführung Meg Stuart schloß mit„Highway 101“ die dreijährige Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen ab. Als„Artist in Residence“ erarbeitete sie während eines mehrmonatigen Aufenthaltes gemeinsam mit ihrer Kompanie Damaged Goods und in Zusammenarbeit mit Künstlern aus verschiedenen Bereichen und Wissenschaftlern von Mai bis Juli ihr neues Projekt in Wien. Eine Auswahl in Wien lebender Künstler wurde eingeladen, mit der Kerngruppe von„Highway 101“ in Dialog zu treten und den Arbeitsprozess kritisch und aktiv zu begleiten. Auch für den Besucher stand das Prozesshafte im Vordergrund. Er begab sich auf den Highway und nahm an einem Experiment teil. Anstelle einer sonst üblichen Aufführungssituation beizuwohnen, wurde er durch eine Serie von individuellen Einzelpräsentationen in verschiedenen Räumen geführt. Voraussetzung für diese von Meg Stuart gewählte Form sind Räumlichkeiten, die im Kontext möglichst neutral und nicht bereits als Theater, Tanzstudio oder Galerie konnotiert sind. Mit den Emballagenhallen, ehemaligen Lagerräumen im 20. Wiener Gemeindebezirk, wurde das dafür geeignete Areal gefunden. Work-in-Progress-Showings von„Highway 101“ fanden am 3., 4., 16. und 17. Juni statt. Die Vorstellungen von„Highway 101“ als Ergebnis des zweieinhalbmonatigen Wien-Aufenthaltes waren vom 14. bis 19. Juli zu sehen. BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Die Beratungsstelle für Kulturarbeit als Mediatorin zwischen öffentlicher Verwaltung und FörderwerberInnen versteht sich als symbolische Schnittstelle im kulturellen Feld. Aufgrund immer komplexer werdender Strukturen von Projekten(Multimedialität, Einbindung unterschiedlicher Kunstund Präsentationsformen, elektronische Vermittlung und Gestaltung von Inhalten und die künstlerische, zum Teil kritische Auseinandersetzung damit) weitet sich die Beratung von KünstlerInnen zunehmend in Richtung längerfristiges Coaching aus. Die Initiativen der EU zur Förderung von Kultur haben längst den engen Rahmen des Kulturprogrammes 2000 verlassen und bewegen sich im Sinne des Mainstreamings in viele Bereiche der Regionalförderung. Das bedeutet eine genaue Kenntnis der dazugehörigen Einreichmöglichkeiten und der, in verschiedenen Programmen verfügbaren Mittel. Die Beratungsstelle gibt projektangepasste Informationen darüber, wobei folgende Programme für die Kulturarbeit von Interesse sind: IST- Forschung, technologische Entwicklung(neue Medien) Kultur 2000 – gemeinsames, kulturelles Erbe, künstlerisches und literarisches Schaffen, Netzwerke Media Plus – audiovisueller Bereich Interreg III A – Integration grenznaher Gebiete, kulturelle Zusammenarbeit insbesondere im„small projekt funds“. Kulturarbeit ist heute mehr denn je gezeichnet von einer Gratwanderung zwischen der Logik des Marktes (und der möglicher privater Sponsoren) einerseits und der Aufrechterhaltung eines künstlerischen Individualismus, der sich gegen jegliche Anpassung sperrt. Die Kulturberatungsstelle sieht es als ihre Aufgabe, diesen Individualismus zu fördern, die spezifischen Charakteristika eines Projektes in Teamarbeit mit seinen Trägern herauszufiltern um dessen Förderbarkeit zu steigern. Adresse: Kulturabteilung der Stadt Wien, Friedrich-Schmidt-Platz. 5, 3.Stock, Zi 318. Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch von 9 Uhr bis 18 Uhr, und über telephonische Vereinbarung: 4000-81174 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Archivbau und Übersiedlungsvorbereitung Das Jahr 2000 wurde für das Wiener Stadt- und Landesarchiv vom Fortschreiten des Archivneubaus in dem von Professor Wilhelm Holzbauer gestalteten„Gasometer D“ in Simmering beherrscht. Am 29. Mai fand die Rohbaugleichenfeier mit Herrn amtsführenden Stadtrat Dr. Marboe und den Vorstandsdirektoren der GESIBA statt. Von Seiten des Archivs war nicht nur ein enger Kontakt mit der Bauleitung zu halten, es galt, die Detailplanung der Regalanlagen und der Möblierung vorzubereiten, vor allem aber standen die logistische wie auch die praktische Vorbereitung der Übersiedlung im Vordergrund. Diesbezüglich waren neben Einschachtelungsarbeiten noch verschiedentlich Neuordnungen und Bestandserschließungen erforderlich. Im Rahmen des Internationalen Archivkongresses in Sevilla konnte der Archivbau in einer vielbeachteten Präsentation vorgestellt werden. Wiener Archivgesetz In Österreich hat im internationalen Vergleich erst sehr spät, im Jahr 1997, eine Archivgesetzgebung eingesetzt. Am 17. Oktober 2000 konnte nun als drittes einschlägiges Gesetz in Österreich das Wiener Archivgesetz verabschiedet werden(LGBl.f.Wien, 55/2000). Dieses umschreibt nicht nur das Archivgut des Landes und der Stadt Wien sowie die Aufgaben des Wiener Stadt- und Landesarchivs, die insbesondere die Übernahme, Aufbewahrung und Erschließung von Archivgut umfassen, es regelt auch den Zugang zu Archivgut und dessen Benützung. Österreichischer Versöhnungsfonds und Restitution„arisierter“ Vermögen Im Zusammenhang mit der Begründung des„Versöhnungsfonds“ zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter waren zahlreiche Erhebungen durchzuführen, wozu auch eine Studie zur Tätigkeit von Zwangsarbeitern bei der Stadt Wien erarbeitet und eine Datenbank der zwangsverpflichteten Personen angelegt wurde. Im Herbst 2000 begannen die Verhandlungen über Rückgabe oder Entschädigung von „arisiertem“ Vermögen. Es konnte dabei die Arbeit des mit der Restitutionsfrage befassten Regierungsbeauftragten, Sonderbotschafter Dr. Ernst Sucharipa, in zahlreichen Fällen unterstützt werden. Archiv- und Bibliotheksbestände Die Übernahme von Archiv- und Registraturgut(Geschäftsgruppen, Magistratische Dienststellen, Handelsgericht) war durch die bevorstehende Übersiedlung und die damit verbundenen Arbeiten stark eingeschränkt. Im Bereich der Sammlungen konnten einige Nachlässe übernommen werden. Wichtig waren konzeptionelle Arbeiten am Projekt einer ADV-Fotodatenbank der Stadt Wien sowie an den Überlegungen zur Langzeitarchivierung elektronisch gespeicherter Unterlagen. In der Archivbibliothek wird seit 1999 der Katalog auf EDV-Basis geführt, mit der Erfassung der Altbestände wurde begonnen. Der Gesamtbestand beläuft sich derzeit auf 97.570 Bände. Mit Hilfe der ADV wird die im Archiv durchgeführte laufende Indizierung der Sitzungsprotokolle von Landtag und Gemeinderat aktuell(online) geführt, die Umstellung auf eine Datenbank konnte weitestgehend abgeschlossen werden. Öffentlichkeitsarbeit Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kommt dem Bereich der Beratung und Auskunftserteilung, der einen wesentlichen Aspekt in der Tätigkeit der wissenschaftlichen Mitarbeiter ausmacht, besondere Bedeutung zu. So waren es 7.755 Personen, die im Jahr 2000 persönlich oder telefonisch an das Archiv mit Fragen herantraten. Dazu kamen 3.140 Auskünfte aus den historischen Meldebeständen, davon mehr als ein Drittel im Zusammenhang mit Nachweisungen von Zwangsarbeit während der NS-Zeit und Restitutionsfragen. Von den 2.388 schriftlichen Anfragen stand gleichfalls ein knappes Drittel mit dem Thema Zwangsarbeit oder Restitution in Verbindung. Durch die Tätigkeit von mehreren Historikerkommissionen, die derzeit die NS-Ära in Wien aufarbeiten, war auch die Inanspruchnahme der Archivbestände besonders hoch. An traditionellen Kleinausstellungen im Rathaus zu Themen aus der Wiener Geschichte, zu denen auch wieder Broschüren aufgelegt werden konnten, wurden die Präsentationen„Der Wiener Donaukanal ­ Metamorphosen einer Stadtlandschaft“(diese Ausstellung wurde auch in einer Bankfiliale gezeigt), „Schwimmen- Zur Geschichte einer Sportart in Wien“ und„Musik in Wien- Orchester, Vereine, Institutionen“ gestaltet. Die Ausstellung über„Eduard Sueß und die Entwicklung Wiens zur modernen Großstadt“ wurde in der Niederösterreichischen Landesbibliothek in St. Pölten und in der Bibliothek der Geologischen Bundesanstalt in Wien gezeigt. Laufend wurden Führungen durch die archiveigenen Kleinausstellungen für diverse Besuchergruppen(Schüler, Volkshochschulen, Vereine) angeboten. Auch veranstaltete das Archiv wieder Archivpräsentationen für einzelne, insbesondere universitäre Gruppen. Wissenschaftliche Aktivitäten Im Jahr 2000 erschien die 7. Lieferung des Historischen Atlas von Wien mit insgesamt neun Karten, davon drei zum Thema Bevölkerungswachstum innerhalb der heutigen Stadt- und Bezirksgrenzen 1783 ­ 1939. Gleichzeitig erschien auch ein Kommentarband von Andreas Weigl,„Demographischer Wandel und Modernisierung in Wien“. Es konnte auch die 6. Lieferung des Österreichischen Städteatlas mit den Stadtmappen Bad Aussee, Baden, Feldkirch, Laa a.d. Thaya und Schwaz herausgebracht werden. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien und dem Archiv Verlag wurde die Herausgabe der Faksimile-Reihe"Wien Edition" weitergeführt. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden auch die Sekretariatsangelegenheiten der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien abgewickelt. 2000 konnten 125 von 229 eingereichten Projekten mit insgesamt 7,9 Millionen Schilling gefördert werden. WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) Die Arbeitsschwerpunkte des Jahres 2000 galten der besseren Erschließung der Bibliotheksbestände mittels EDV, der Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit und der Verbesserung der Raumsituation der Bibliothek. Zwei weitere Sammlungen, die Plakatsammlung und die Handschriftensammlung, katalogisieren nun ihre Bestände im Bibliothekssystem BIS-C 2000, wobei der Plakatkatalog durch den Import von früher verwendeten Bestandslisten bereits über 50.000 Katalogisate enthält. Eine weltweite Innovation gelang der Bibliothek mit der Präsentation des ersten Bibliothekszuganges über WAP. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit setzte die MA 9 neue Akzente mit der Ernst-Krenek-Ausstellung, die 2000 in acht europäischen Städten gezeigt wurde sowie mit einer Reihe von Veranstaltungen in der Bibliothek. Die Erarbeitung eines Leitbilds, die im Jahr 2000 in die Wege geleitet wurde und noch das ganze Jahr 2001 beanspruchen dürfte, wird eine klare Ausrichtung der Bibliothek in einer durch EDV und Internet vollkommen veränderten Umgebung ermöglichen. Die drückende Raumnot in allen Sammlungen der Bibliothek konnte auch im Jahr 2000 nicht gelindert werden, es wurden jedoch erhebliche Fortschritte bei der Realisierung einer zukunftsträchtigen Lösung erzielt. Das von der Bibliothek erarbeitete Raumprogramm für die Errichtung eines neuen Depots im Hof 6 des Rathauses wurde in einer Raumprogrammvorbesprechung genehmigt, auch ein Teil der Finanzierung konnte geklärt werden. Die Analyse der Erwerbungen in den Jahren des Nationalsozialismus zwischen 1938 bis 1945 konnte abgeschlossen werden. Der umfangreichste und schwierigste Fall, die Erwerbung der Sammlung StraußMeyszner wurde der vom Gemeinderat eingerichteten Rückstellungskommission übergeben. Vertreter der Bibliothek haben an mehreren Tagungen im In- und Ausland teilgenommen, darunter am Arbeitstreffen der österreichischen Literaturarchive(Klagenfurt), am Arbeitstreffen der österreichischen Musikbibliotheken(Wien), an den Arbeitstreffen der österreichischen Plakatsammlungen(Wien), an dem Symposion„Jahrhundertwenden. Kulturelle Interferenzen Wien – St. Petersburg“(St. Petersburg), an den Nestroy-Tagen(Schwechat), am Österreichischen Bibliothekartag(Wien) und am"Deutschen Bibliothekartag“(Leipzig). Ausstellungen und Veranstaltungen zählen zu den Mitteln der Bestandserschließung und der Öffentlichkeitsarbeit, die von der Bibliothek in Zukunft mehr gepflegt und ausgeweitet werden sollen. Die zum 100. Geburtstag von Ernst Krenek, dessen Nachlass in der Bibliothek verwahrt wird, organisierte Ausstellung wurde im Jahr 2000 in zahlreichen Städten gezeigt(Innsbruck, Villach, Szombathely, Dresden, Berlin, Köln, Prag und London) und kann insgesamt als ein Erfolg in dem Bemühen gesehen werden, den internationalen Bekanntheitsgrad eines bedeutenden Wiener Emigranten zu erhöhen sowie für die Ausstellungen der Bibliothek über die traditionellen Ausstellungsflächen im Rathaus hinaus neue Möglichkeiten zu erschließen. Im Zusammenarbeit mit dem Verein Symposion wurde auch eine Hommage an Ernst Krenek organisiert, die im April 2000 im„Odeon“ mit großem Erfolg gezeigt wurde. Auf dem Gang vor der Bibliothek schloss an die Ausstellung"Kulturelle Visitkarten. Die(Re)Präsentation der Besatzungsmächte in Wien 1945- 1955" eine Schau über den wortgewaltigen Barockprediger Marco d’Aviano an. Zur Eröffnung am 15. Juni 2000 stellte der Wiener Barockforscher Franz Eybl im Zusammenspiel mit einer Lesung aus authentischen Predigten das Phänomen der barocken Rhetorik eindrucksvoll vor. Im Lesesaal der Bibliothek fanden zwei Buchpräsentationen statt. Vizebürgermeister Bernhard Görg stellte das Werk„Kaiser Friedrich II zwischen Tradition und Moderne“ vor, für das ein Mitarbeiter der Bibliothek als Mitherausgeber verantwortlich zeichnete, Stadtrat Peter Marboe präsentierte die deutsche Ausgabe des neuen Romans von Pavel Kohout,„Die lange Welle hinterm Kiel“. Für eine Reihe von Ausstellungen wurden als Leihgaben wertvolle Bücher, Handschriften und Plakate im Original zur Verfügung gestellt. Im Inland waren dies die Ausstellungen„Von Samoa zum Isonzo- die Fotografin und Reisejournalistin Alice Schalek“(Jüdisches Museum der Stadt Wien),„Die Suche nach dem verlorenen Paradies“(Niederösterreichische Landesausstellung 2000 im Stift Melk),„Zeit- Mythos, Phantom, Realität“(Oberösterreichische Landesausstellung 2000, Linz),„2000: Zeiten/Übergänge“ (Österreichisches Museum für Volkskunde),„An der schönen blauen Donau. Brigittenauer Unterhaltungslokale in der Strauß-Ära“(Bezirksmuseum Brigittenau),„Engelhauch und Sternenglanz“ (Historisches Museum der Stadt Wien),„Handgelenk und Kopfstation. Friederike Mayröcker ­ Zeichnungen und Zettel“(Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz),„Joseph Haydn und Admiral Nelson“(Haydn Zentrum Eisenstadt, Burgenländisches Landesmuseum),„Bruno Kreisky. Seine Zeit und mehr“(Salzburg, Steyr, Linz),„Kronprinz Rudolf-‘Ich bin andere Bahnen gegangen...’“ (Kaiserappartements der Wiener Hofburg), Exil in Österreich(Österreichische Exilbibliothek, Wien), „Nichts tun. Vom flanieren, pausieren, blaumachen und müßiggehen“(Österreichisches Museum für Volkskunde),„Mozart in Wien“(Münze Österreich),„Hans Makart- Malerfürst“(Historisches Museum der Stadt Wien),„Zwischen Ost und West. Galizische Juden und Wien“(Jüdisches Museum der Stadt Wien),„Nestroy. Weder Lorbeerbaum noch Bettelstab“(Österreichisches Theatermuseum) und die Schubert-Ausstellung im neu eröffneten Haus der Musik in Wien. Ins Ausland gingen Leihgaben für die Ausstellungen„Von Samoa zum Isonzo- die Fotografin und Reisejournalistin Alice Schalek“(Hamburg),„Mythos Großstadt“(Prag, Montreal, Los Angeles, Paris), „Hundert Jahre Kino“(München),„Preußen 1701- eine europäische Geschichte“(Orangerie im Schloss Charlottenburg, Berlin) und„Bruno Kreisky. Seine Zeit und mehr“(München). Für zahlreiche weitere Ausstellungen, die keine Originale zeigen konnten, wurden Kopien aus den Sammlungsbeständen zur Verfügung gestellt, etwa für eine Strauß-Ausstellung in Segovia. Die Leistungsfähigkeit des Bibliothekssystems BIS-C konnte durch konsequente Wartung und Pflege ständig verbessert werden. Im Februar wurde das Programm für die Plakatsammlung angepasst und die bisher geführten Zugangslisten importiert, so dass die Plakatsammlung nun über einen modernen Katalog verfügt, der auch – als einziger Plakatkatalog Österreichs – im Internet angeboten werden kann. Beim Österreichischen Bibliothekartag im Herbst 2000 wurde der Katalog vorgestellt und bei einem Arbeitstreffen der Plakatsammlungen auch Unterstützung für andere Plakatsammlungen bei der EDV­ Umstellung angeboten. Im Herbst 2000 wurde BIS-C 2000 auch für die Handschriftensammlung angepasst, in der es seit Dezember 2000 verwendet wird. Ebenfalls im Herbst 2000 wurde die Gedenktageliste von der bisher verwendeten Access-Datenbank auf BIS-C 2000 umgestellt, was die Pflege und Verwendung der Daten beträchtlich erleichtert und verbessert. Die Homepage der Bibliothek hat eine stetig steigende Anzahl an Zugriffen zu verzeichnen, wobei rund 50% aus Österreich, der Rest aus dem Ausland kommt. Mit Ende des Jahres 2000 enthielt die Homepage rund 3.000 Dokumente, 19 virtuelle Ausstellungen wurden auf der Homepage gezeigt. Die Aufnahme des neuen Plakatkataloges in die über Internet angebotenen Kataloge hat das Angebot enorm bereichert. Im Mai 2000 stellte die MA 9 eine WAP-Homepage und den weltweit ersten Zugang zu einem Bibliothekskatalog über WAP vor. Unter der Adresse wap.wstlb.at ist es auch über das Handy möglich, in den Bibliothekskatalogen zu recherchieren und Bücher für die Benützung zu bestellen. In der Druckschriftensammlung machten die Vereinfachung der Benützung und die Erschließung der Bestände mittels EDV weitere Fortschritte. Die Reservierung von Büchern für die Benützung wird inzwischen im Regelfall per E-mail durchgeführt, da ein Großteil der Bestände im EDV-Katalog verfügbar ist. Die retrospektive EDV-Erfassung, also die Einarbeitung des im alphabetischen Zettelkatalog verzeichneten Buchbestandes in den EDV-Katalog, wurde bis zum Buchstaben T weitergeführt. Ende des Jahres 2000 waren 254.000 Titel dieses Bestandes online abrufbar. Der edv-erfasste Titelbestand des Druckschriftenkataloges umfasste Ende des Jahres insgesamt rund 365.000 Titeldatensätze mit 385.000 Bänden. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz und aus Ankäufen betrug 8760 Bände. Unter den aus dem Antiquariat erworbenen Bänden stechen einige besonders wertvolle und für die Stadt Wien bedeutende Erwerbungen aus dem 16. Jahrhundert hervor. Genannt seien die erste Einzelausgabe der„Aureola“ des Hieronymus aus der Feder des mit Ulrich von Hutten befreundeten Wiener Humanisten Andreas Misbeck(Sophronius Eusebius Hieronymus: Aureola ad vitam non iucunde spectatissima. Wien 1511, Signatur A 245399), die in Wien bei Singriener gedruckte Poetik des faszinierenden Schweizer Reformators Joachim Vadian, der in Wien bei Conrad Celtis studiert und an der hiesigen Universität den Lehrstuhl für Poetik inne hatte(Joachim Vadianus: De poetica carminis ratione liber. Wien 1518, Signatur A 249160) sowie eine bedeutende antireformatorische Schrift des Wiener Bischofs Johannes Faber, dessen Werke in der Bibliothek insgesamt gut vertreten sind(Johannes Faber: Malleus Joannis Fabri in haerisim Lutheranam. Köln 1524, Signatur B 245402). Für die Benützung wurden im Jahr 2000 etwa 24.000 Bände bereitgestellt. Im Katalogzimmer der Druckschriftensammlung stehen den Lesern drei PCs mit Internetanschluss zur Verfügung. Sie zählen zu den am intensivsten benützten öffentlich zugänglichen Internet-PCs der Stadt Wien. In der Handschriftensammlung wurde die Stelle des Leiters nach einer öffentlichen Ausschreibung aus dem Personalstand der Sammlung neu besetzt, ein Mitarbeiter kam vom Österreichischen Literaturarchiv neu hinzu. Die traditionelle Katalogisierung wurde mit der Inventarnummer 225.000 abgeschlossen, seit Dezember 2000 erfolgt auch die Erschließung der Handschriften mit der in der gesamten Bibliothek verwendeten Bibliothekssoftware BIS-C 2000 und nach dem für den deutschen Sprachraum neu erarbeiteten Regelwerk RNA(Regeln für Nachlässe und Autographen). Die Revisionsarbeiten an der Autographensammlung konnten im Jahr 2000 abgeschlossen werden. Die Sammlung konnte wieder eine Reihe hervorragender Bestände erwerben. Wertvolle Ergänzungen bildeten das Briefarchiv des Theateragenten und Schauspielers Franz Thomé, die Nachlässe der Schauspieler Otto Tressler und Fritz Imhoff, sowie das literarische Archiv des Autors Helmut Eisendle. Der Nachlass von Hans Weigel konnte vollständig in die Sammlung gebracht werden. Wichtige Einzelautographen wurden im Autographenhandel sowie bei Auktionen erworben. Aus dem Bereich der Literatur kamen Briefe von Peter Altenberg, Hermann Bahr, Eduard Bauernfeld, Franz Grillparzer, Karl Kraus, Nikolaus Lenau, Ferdinand von Saar und Anton Wildgans in die Sammlung, weiters Autographen der Maler Alfred Kubin, Rudolf Hausner und Ernst Huber, der Schauspieler Alexander Girardi und Josef Kainz sowie der Musiker Johann Strauß(Sohn), Ernst Krenek, Carl Millöcker und Karl Goldmark. Auch in der Musiksammlung wurde die Stelle des Leiters nach einer Ausschreibung neu besetzt. Ab Herbst 2000 stand die Arbeit in der Musiksammlung im Zeichen der für das Jahr 2001 geplanten Ausstellung über Joseph Lanner. Die bedeutendsten Erwerbungen des Jahres waren der Nachlass von Josef Schrammel, dem Gründer des Schrammelquartetts, und die Übernahme der„Schubertiana“ des Wiener Schubertbunds als Dauerleihgabe. Dazu kamen Notenhandschriften von Franz Lehár, Carl Millöcker und Eduard Strauß. 46 Musikhandschriften und 349 Musikdrucke wurden inventarisiert. Der Neuzugang in der Plakatsammlung betrug rund 6.800 Plakate, die nun auch alle im Plakatkatalog verzeichnet sind. Mit dem Import der bisherigen Bestandslisten, die als eigene Listen auch die Bestände „Kriegswirtschaft 1914-1918“ und„Wirtschaftswerbung“ enthielten, waren im Plakatkatalog Ende des Jahrs 2000 rund 52.000 Plakate im EDV-Katalog verzeichnet. Die Plakatsammlung hat damit ihre führende Stellung in der Plakatkatalogisierung ausgebaut und ist auch bei den Arbeitstreffen der österreichischen Plakatsammlungen aktiv beteiligt. Der Kontakt zur Wiener Plakatierungsfirma Gewista, von der die Sammlung den Löwenanteil Ihrer Neuzugänge erhält, wurde intensiviert und eine Zusammenarbeit in den Bereichen Archivierung und EDV vereinbart. Der Zeitungsindex, ein von Studenten, wissenschaftlichen Lesern und Medienvertretern sehr geschätztes Auskunftsmittel wurde im Jahr 2000 um rund 4000 Eintragungen erweitert und von rund 1.100 Personen benützt. HISTORISCHES MUSEUM DER STADT WIEN(MA 10) Vom 17. zum 18. Juni 2000 fand erstmals die„Lange Nacht der Museen“ in Österreich statt, Museen in Wien, Graz, Linz und Innsbruck beteiligten sich daran, auch die Museen der Stadt Wien sagten zu dem Motto„100 Museen, 100 Events – ein Ticket“ gerne ja. Im Historischen Museum der Stadt Wien, im Uhrenmuseum, in der Mozart-Gedenkstätte Figarohaus, in der Haydn-Gedenkstätte mit Brahms-Gedenkraum, in der Schubert-Gedenkstätte Geburtshaus mit Stifter Gedenkräumen, in der Beethoven-Gedenkstätte Heiligenstädter Testament und im Pratermuseum boten wir Sonderprogramme(Musik, Tanz, Lesungen, Shows etc.) bis in die Nacht hinein an, um durch solche„Erlebnisse“, die im allgemeinen mit dem„Museum“ nicht verbunden werden, uns grell und laut, also gar nicht„museal“ in die Erinnerung der Wiener und möglicher Wien-Besucher zu rufen. Damit bekannten wir uns zur„Erlebniswelt Museum“, zeigten aber unmissverständlich, dass deren eigentliches Erlebnis das unverzichtbare Original mit seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit ist und betonten, dass die Museumsarbeit mitten in der Gesellschaft steht und der Gesellschaft wegen erfolgt. In dieser einen Nacht konzentrierten wir die Möglichkeiten zur Darstellung jener Aufgaben, die unsere Arbeit bestimmen. Diese Arbeit wird in Zukunft noch ausgreifender erfolgen können, da es gelang entscheidende Um- und Zubauten durchzuführen. Das Uhrenmuseum erfuhr mit der Fassadenrestaurierung auch eine Neugestaltung des Erdgeschosses, ein zusätzlicher Ausstellungsraum für besondere Präsentationen, für Ausstellungen, Lesungen und Vorträge konnte gewonnen werden. Entscheidendes erfolgte im Historischen Museum der Stadt Wien. Der Architekt Dimitris Manikas ergänzte in Stahl-Glas-Bauweise das im Gebäudegeviert des Museums fehlende zweite Geschoß des Bürotraktes, hob den innen liegenden Museumsgarten zur Gewinnung untergeschossiger Depoträume aus und spannte ein von Wolfdietrich Ziesel entworfenes Glasdach über den so entstandenen Innenraum: Ein Atrium ist entstanden, das seinesgleichen nicht kennt. Diese Um- und Erweiterungsbauten sind Herausforderungen für unsere Arbeit ab nun. AUSSTELLUNGEN Träume 1900 – 2000. Kunst, Wissenschaft und das Unbewußte (23. März bis 11. Juni 2000) Anlässlich der im Jahr 1900 in Wien und Leipzig erschienenen„Traumdeutung“ Sigmund Freuds zeigte das Historische Museum der Stadt Wien die Ausstellung„Träume 1900 – 2000. Kunst, Wissenschaft und das Unbewußte“, zusammengestellt von der Binghamton University im Staat New York, USA. Zweifelsohne ist„Die Traumdeutung“ als eine der Grundlagen der modernen Psychologie anzusehen. Freuds Sichtweise der Träume als potentieller Zugang zum Unbewussten wurde das gesamte 20. Jahrhundert hindurch von bildenden Künstlern reflektiert. Aber auch Freud-Kritiker wie Carl Gustav Jung und Jacques Lacan beeinflussten die moderne Kunst durch ihre Theorien über den Traum und das Unbewusste. Ein Querschnitt von Kunstwerken, denen das Motiv des Traums zugrunde liegt, wurde so in Form einer internationalen Ausstellung präsentiert. Die meisten der rund 80 gezeigten Objekte(Gemälde, Graphiken, Skulpturen, Installationen) waren Leihgaben aus amerikanischen Sammlungen, darunter Arbeiten von Salvador Dali, Max Ernst, René Magritte, Man Ray, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Hans Bellmer, Jackson Pollock, Jasper Johns, Arnulf Rainer, Birgit Jürgenssen, John Baldessari und Francesco Clemente. Da Traumsequenzen vielfach Eingang in den Film, die Kunstform des 20. Jahrhunderts schlechthin, gefunden haben, waren auch einschlägige Filmausschnitte in der Ausstellung zu sehen, etwa Szenen aus Georges Méliès’„Le voyage dans la lune“(1903), Charlie Chaplins„The Gold Rush“(1925), Luis Bunuels und Salvador Dalis„Un Chien Andalou“(1928), Alfred Hitchcocks„Spellbound“(1945), Federico Fellinis„8 ½“(1963) und Andrej Tarkovskys„Nostalghia“(1983). Nach der Equitable Gallery in New York war das Historische Museum der Stadt Wien der zweite Ort, an dem diese Ausstellung gezeigt wurde. Als weitere Stationen waren das Binghamton University Art Museum(Binghamton, New York) und schließlich die Passage de Retz in Paris(Frankreich) vorgesehen. Die deutsche Fassung des begleitenden Katalogbuchs erschien im Prestel Verlag, München. Im Rahmen dieser Ausstellung veranstaltete die Wiener Sigmund Freud-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien am 6. Mai 2000 ein Symposium mit Vorträgen internationaler Kapazitäten zum Thema„Traumdeutung“ in der Aula des Alten AKH. Blickfänge einer Reise nach Wien. Fotografien 1860 – 1910 aus den Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien (22. Juni bis 29. Oktober 2000) Das 19. Jahrhundert ist eine Zeit der Bewegung. Gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche, kulturelle sowie technische und wirtschaftliche Veränderungen prägen diesen Zeitabschnitt. Eine der wichtigsten Innovationen der Zeit ist die Eisenbahn. Am 4. Oktober 1883 startet der erste Orient­ Express in Paris, um via Wien und Bukarest bis Varna zu fahren. Reisen wird Mode. Dass es auch bildet, vermag ein bürgerliches Bedürfnis zu stillen. Neben den Sommerfrischen wird der Städtetourismus gesellschaftliches Muss. In Wien bedingen die neuen großen Kopfbahnhöfe, die Endstationen der Fernlinien, neue Schwerpunktbildungen außerhalb des Zentrums. Gutbürgerliche Hotels etablieren sich in der Nähe der Bahnhöfe. Für eine Verbesserung des städtischen Nahverkehrs sorgt die 1865 neu angelegte Pferdetramway. 1883/84 sind die ersten Dampftramways im Einsatz. Und nach wie vor bedient man sich der Lohnkutschen:„Fiaker“ und„Einspänner“. „Wenn jemand eine Reise thut...“ Unsere Reise führt uns ins Wien der Zeit zwischen 1860 und 1910. In eine Stadt, die als„Reichshaupt­ und Residenzstadt“ inmitten eines Reiches von 54 Millionen Einwohnern eine Zeit wirtschaftlicher und kultureller Blüte sowie eine völlige Veränderung ihres Stadtbildes erlebt. Wien ist eine Reise wert. Die Zentren des gesellschaftlichen Lebens sind die Theater, die Oper, Parks, Soireen und Bälle, Salons und Kaffeehäuser, die Promenade am Ring, der Prater und die Hauptallee bis zum Lusthaus. Ein Höhepunkt an Attraktionen stellt die fünfte Weltausstellung 1873 im Wiener Prater dar. Auch in der Entwicklung der Fotografie spielt Wien eine wesentliche Rolle. Bereits in der zweiten Hälfte der 60er-Jahre gibt es rund 150 Fotoateliers in Wien. Die neue Zeit will sich im neuen Medium darstellen. Spezialisten für Porträt, Architektur und städtisches Leben üben sich in ihren Metiers, bieten ihre Werke auch den reisenden Gästen als Erinnerung an. Das Historische Museum der Stadt Wien besitzt eine reiche Sammlung von etwa 250.000 Fotografien, die zum Großteil zwischen 1860 und 1940 aufgenommen worden sind. Zeitgenössische Fotografen wie August Groll, Michael Mayer, Josef Mutterer, Bruno Reiffenstein, Carl Schuster und August Stauda sind vertreten. Sie gewähren uns Einblicke in wissenschaftliche, gesellschaftliche und ästhetische Strömungen im Wien der Ringstraßenzeit. Unsere Blickfänge sind„Erinnerungs-Fotos“ einer 10-tägigen Reise nach Wien vor etwa 100 Jahren. Reisehandbücher der Zeit – allen voran Meyers Reisebücher. Führer durch die Kaiserstadt, Hildburghausen 1873 ff. – boten eine gute Grundlage für die Zusammenstellung der Besichtigungsroute: Stadtspaziergänge, Kaffeehausbesuche, ein Ausflug mit der Zahnradbahn auf den Kahlenberg, zur Weltausstellung, in den Wurstelprater, ins„Venedig in Wien“, Museumsbesuche usw. Ganz im Sinn bürgerlicher Bildungsbeflissenheit sollte keine Sehenswürdigkeit der Zeit versäumt werden. Rund 300 fotografische Arbeiten(u.a. Daguerreotypien, Stereoskopien, Glasplatten) sind ganz besondere BLICKFÄNGE einer Reise in die Vergangenheit dieser Stadt. Engelhauch und Sternenglanz. Advent- und Weihnachtskalendarium aus Wien (16. November 2000 bis 14. Jänner 2001) Weihnachten in Wien seinerzeit und heute: das sind Bilder von den ersten Christbäumen, die vorerst zum Nikolausfest auf den Tisch gestellt wurden; vom großen Wiener Christkindlmarkt, der an mehr als einem halben Dutzend Plätzen bzw. Straßen in Szene gegangen ist; das sind Ausstellungsstücke, die die wechselnden Vorlieben für den Christbaumschmuck vor Augen führen; das sind Erzählungen über Geschenke in früherer Zeit, über Bräuche und familiäre Gewohnheiten; oder Berichte, die Einblicke in das Weihnachtsfest der wohlhabenden wie auch der ärmsten Bevölkerung gewähren. Diese Ausstellung entstand auf Anregung der Wienerin Elfriede Kreuzberger, die eine besonders umfangreiche Sammlung von Christbaumschmuck besitzt. So waren auch über 1000 Stück aus ihrem Besitz zu bewundern, die aus verschiedenen Materialen bestehen; der Großteil der seltenen Objekte stammt aus dem Zeitraum von 1880 bis 1930. Die meisten wurden in den Zentren der Christbaumschmuckerzeugung wie Lauscha in Thüringen und Gablonz in Nordböhmen erzeugt. In beiden Orten hatte sich der Christbaumschmuck als Randprodukt des Glasgewerbes entwickelt. Die Vorliebe der Ringstraßenzeit für Pracht und Fülle führte zu einem„Boom“ des Christbaumschmuckes, der in Wien aus diesen Zentren eingeführt und hier vertrieben wurde. Diese Stücke aus Glas sind von großer Schönheit, spezielle Versilberungstechniken brachten ab 1870 einen besonderen Schimmer. Ende des neunzehnten Jahrhunderts war durch die sogenannten„Formkugeln“ – das erhitzte Glasrohr wurde in eine Gips- oder Biskuitporzellanform eingelegt und dann Luft in die Form geblasen – der Weg für eine enorme Formenvielfalt gegeben. Aus dem dünnwandigen Glas wurden dann Häuschen, Trompeten, Waldvögelein, Früchte, Glocken und vieles mehr hergestellt. Die Formen wurden auch bemalt, meist mit Anilinfarben, denen als Klebemittel Gelatine zugesetzt wurde. Besondere Effekte wurden noch erzielt, indem Stücke mit einer reinen Gelatinelösung bestrichen und mit Glasstaub bestreut oder mit winzigen kleinen Glasperlen –„venezianischem Tau“ – verziert wurden. Doch auch Schmuck aus der Hausindustrie aus Sachsen und Thüringen, der aus Watte, Papiermache und Papierkrepp erzeugt wurde, war zu sehen. Die Bereitwilligkeit und freundliche Unterstützung anderer Leihgeber hat dazu beigetragen, dass eine große Vielfalt des Baumbehangs – bis zur köstlich gestalteten Windbäckerei aus den fünfziger Jahren der Café-Konditorei Heiner – zu sehen war. Aber auch Adventkalender oder Glückwunschkarten, Kochbücher und vieles mehr kamen aus privaten wie auch aus öffentlichen Sammlungen. Am Beginn der Ausstellung stand ein„Christbaum 2000“, den Kinder aus dem 2. Wiener Gemeindebezirk für die Ausstellung mit selbst erdachtem und gemachtem Schmuck behängt hatten. Jedes Stück war individuell, und doch folgte es – trotz Ankündigungen von Pokèmon& Co. – dem weihnachtlichen Formenschatz wie Engeln, Sternen und phantasievollen Gebilden. Die Freude an einem besonderen Gaben– und Lichterbaum ist auch heute bei den Kindern ungebrochen, obwohl manche Zeitgenossen Unbehagen an Weihnachten finden und die Flucht in eine Art„Anti-Weihnachten“ antreten. Der„Kindertraum“ vom Wunderbaum hat eine lange Geschichte, die kleinräumig sehr unterschiedlich ist. Auch Wien weist eine lokalhistorisch spezifische Entwicklung auf, wurde doch in der Residenzstadt sehr unterschiedlich gefeiert. So gab es z.B. Ende des 18. Jahrhunderts ein Lichterbäumchen, das der heilige Nikolaus als Maskengestalt zu den bürgerlichen Kindern brachte. Zur Biedermeierzeit wurde in adeligen und reichen Haushalten zu Weihnachten ein Christbaum aufgestellt, zu dem große Gesellschaften geladen wurden. Am Ende dieses biedermeierlichen Events wurde dann der Baum noch am selben Weihnachtsabend mit all seinen Gaben und Bonbons abgeräumt. Zur gleichen Zeit„legte“ das Christkind den ärmeren Kindern ähnlich dem Nikolausbrauch zwischen den Fenstern eine Kleinigkeit ein. Dieses komplexe Geschehen der unterschiedlichsten Beschertermine im Advent bis zu Neujahr handelte die Ausstellung in verschiedenen aufgesplitterten Themenbereichen ab. Termine mit Lichtern und grünen Zweigen bestimmten wiederum den ganzen Dezember bis Januar und fanden ihren Höhepunkt im weihnachtlichen Lichterbaum. In Form eines Kalendariums wurden – meist abgestimmt auf den jeweiligen Tagesheiligen – die Themen wie Adventkalender, Weihnachtsgrün, Christbaumschmuck und vieles mehr aufgegriffen. Auch gab es Tipps für alte Bräuche und Anregungen aus historischen Kochbüchern. Das Historische Museum der Stadt Wien zeigt Ausstellungen aber auch außerhalb des Hauptgebäudes auf dem Karlsplatz. Hermesvilla Klaus Pinter. Wiener Mischung. Installationen mit Objekten aus dem Depot des Historischen Museums der Stadt Wien (1. Juni bis 10. September 2000) Mit Klaus Pinters„Wiener Mischung“ öffnete das Historische Museum der Stadt Wien die Hermesvilla für ein außergewöhnliches Kunstereignis: Kaiserin Elisabeths Privatvilla wurde Auftrittsort von 250 Objekten aus dem Museumsdepot und Schauplatz einer raumzeitlichen Intervention im Zeichen einer Zusammenkunft der Gegensätzlichkeiten. Pinters künstlerische Methode basiert auf den Prinzipien des Konterkarierens und des Konflikts. Indem er unverträgliche Elemente in unmittelbare Nachbarschaft rückt, schafft er formale Spannungsfelder, die den Betrachter vielschichtigen Irritationen aussetzen und seinen Wahrnehmungsgewohnheiten entreißen. In der„Wiener Mischung“ traten Karl von Hasenauers 1886 fertig gestellte Architektur und der Depotbestand des Historischen Museums in einen vielstimmigen Dialog mit Pinters Einbauten. Pinter befreite die Hermesvilla von nachträglichen, ausstellungsbedingten Tür- und Fensterverschließungen, wodurch die ursprüngliche Einheit von Villa und Gartenanlage wieder hervortrat. Durch seine unverwechselbare Vorgangsweise wurde das Interieur zugleich betont und verfremdet. Ein monumentales Makart-Gemälde wurde nur in Fragmenten sichtbar gemacht, ein pompöses Deckenornament anhand einer Spiegelkonstruktion in die Raummitte projiziert, sodass es in unmittelbare Beziehung zu den im Garten angesiedelten Skulpturen treten konnte. Aus dem Depot wählte Pinter 250 Objekte und Plastiken, wobei das Schwergewicht auf 200 Portraitbüsten lag, die dann die Villa bevölkerten. Sie traten nicht als einzelne, herausgestellte Objekte in Erscheinung, sondern als formal geballte Masse, die mit zeitgenössischen Artefakten Pinters kollidierten. Als Sockel fungierten rostige Baustahlgitter, die den Blick auf ornamentale„Eingeweide“ aus Leuchtschläuchen und Flacheisen freigaben. Diese Ornamente kehrten hinter und über den Büstenanordnungen als dreidimensionale Zeichnungen aus unterschiedlichsten, einander nicht gewogenen Materialien wieder: Lichterbandreliefs, transluzide und bemalte Platten aus Plexiglas, Flügelkonstruktionen aus Blechgitter. Quader aus gebündeltem und gepresstem Altpapier und Fixierbänder aus der Produktpalette der Verpackungsindustrie agierten als gleichberechtigte bildnerische Bauteile. Jedes einzelne Element wurde dabei aus seinem Zusammenhang gelöst und in neue, überraschende Relationen gesetzt. In ähnlicher Weise prallten widersprüchliche Formensprachen und Ornamente aufeinander, die verschiedenen Epochen angehörten und auf unterschiedlichste Ordnungssysteme verwiesen. Durch diesen Eingriff wurde das gesamte räumliche Umfeld in einen Schwingungszustand versetzt. Der Betrachter geriet unversehens in den Sog eines Zeitkonglomerats, in dem nicht nur Geschichte sinnlich erfassbar wurde, sondern Zeit- und Raumerfahrungen generell in Frage gestellt wurden. Von gängigen Ausstellungsbegriffen grenzen sich Pinters Installationen deutlich ab. Die Hermesvilla wurde für vier Monate zu einem ganz besonderen Aufenthaltsort. An die Stelle des passiven Betrachters trat der aktive Teilnehmer, der sich Pinters Spannungsfeldern bewusst aussetzte und die frei gesetzten Kräfte auf sich wirken ließ. Wie in allen Werken Pinters blieb der Titel vieldeutig und offen: Die„Wiener Mischung“ verwies zugleich auf eine Wirklichkeit und eine Möglichkeit, einer linearen Interpretation entzog sie sich. Klaus Pinter wurde 1940 in Schärding/OÖ. geboren. Er war Gründungsmitglied der international bekannten Künstler-Architektengruppe„Haus-Rucker-Co.“, und leitete 1977 die Eröffnungsausstellung des Pariser Centre Pompidou. Seit 1987 löste er in zunehmendem Maß die Grenzen zwischen Malerei, Plastik und Architektur auf und bezieht historische Räume und Skulpturen in seine Arbeiten mit ein. Klaus Pinter hatte seine wechselnden Wohnsitze in Wien, Düsseldorf, New York, Belgrad und Bonn. Derzeit lebt er in Frankreich in St. Trojan, Ile d’ Oléron und in Paris. Hans Makart(1840 – 1884) – Malerfürst (14. Oktober 2000 bis 4. März 2001) Eine Makart-Ausstellung in der Hermesvilla zu veranstalten, heißt, sich des idealen Ortes bedienen zu können. Als privates Refugium von Kaiser Franz Joseph I. für Kaiserin Elisabeth errichtet, kamen jene drei Künstler zum Zuge, die der Kaiser am meisten schätzte: Karl von Hasenauer als Architekt, Viktor Tilgner als Bildhauer – und Hans Makart als Maler, der die Entwürfe für das Schlafzimmer der Kaiserin schuf. Dieser Raum ist ein Hauptdenkmal der Ausstattungskunst der Makartzeit. Um diesen Kern von Makarts Beziehung zur Hermesvilla wird in thematisch gebündelten Schwerpunkten und unter Verfolgung eines lockeren chronologischen Ablaufes eine Werkauswahl der wichtigsten Themen gezeigt. Diese Bilder sollen illustrieren, wie es Makart gelang, zum namengebenden Idol einer Epoche zu werden. Über ein Jahrzehnt hielt Makart das Publikum in Atem. Die glühende Sinnlichkeit seiner Farben, seine Selbstdarstellung als Malerfürst, sein beherrschender Einfluss auf Wohnstil und Mode blieben ohne Beispiel. Makart arrangierte in seinem Atelier prunkvolle Feste in historischen Kostümen. Dieses Atelier wurde eine Hauptattraktion, in der Besucher aus aller Welt aus- und eingingen. Sogar Kaiserin Elisabeth suchte den Maler in seinem Atelier auf. In Salzburg in bescheidenen Verhältnissen geboren führte Makarts Weg nach München zum berühmten Historienmaler Karl von Piloty. Sein Einfluss hinterließ nur anfänglich Spuren in Makarts Werk. Als sein Stern als eigenständiger Maler aufging und er erste Triumphe feierte, wurde der Wiener Hof auf ihn aufmerksam und Kaiser Franz Joseph I. ließ das junge Genie nach Wien holen. Sein Gemälde„Die scheintote Julia Capulet“ wurde für die Kaiserlichen Sammlungen erworben. Makart erhielt ein Staatsatelier auf der Wieden, in dem vorher der Bildhauer Fernkorn an den Reiterdenkmälern von Prinz Eugen und Erzherzog Karl gearbeitet hatte, zur Verfügung gestellt, das er sofort mit eigenen Malereien ausstattete. Die Wiener Gesellschaft, die in die neuen Wohnpaläste an der Ringstraße zog, stellte sich ein und beauftragte Makart mit der Ausstattung ihrer herrschaftlichen Wohnungen. Keines dieser Ensembles hat sich am originalen Ort erhalten. Längst in alle Winde zerstreut, zeigt die Ausstellung dennoch einige dieser wichtigen Ausstattungsbilder. Als Ausstattungskünstler bewährte sich Makart auch bei zwei Wiener Theaterbauten, die an der Ringstraße errichtet wurden, dem Wiener Stadttheater(Ronacher) und der Komischen Oper (Ringtheater). Für sie schuf Makart die Vorhänge. Auch sie gingen zugrunde, doch ihre Entwürfe sind erhalten. Sein Interesse am zeitgenössischen Musiktheater stellte er durch eine Reihe von Bildern, in denen er Szenen aus Richard Wagners"Ring des Nibelungen" malte, unter Beweis. 1876 sah Makart sogar die Uraufführung des„Rings“ in Bayreuth. Zu Wiens größter Heroine, der Burgschauspielerin Charlotte Wolter pflegte Makart freundschaftlichen Kontakt und malte sie monumental in ihrer berühmten Rolle der römischen Kaiserin"Messalina". Eine der Höhepunkte der Wiener Weltausstellung 1873 war die Präsentation des Monumentalgemäldes „Venedig huldigt Caterina Cornaro“. Das Bild befindet sich als Dauerleihgabe der Österreichischen Galerie im 1. Stock der Hermesvilla. In einer theatralischen Inszenierung hing es im Künstlerhaus am Karlsplatz. Das Publikum war von solchen großen Inszenierungen fasziniert und verlangte nach immer neuen„Sensationsgemälden“. Makart aber auch andere Maler der Epoche befriedigten diese Bedürfnisse. Die Bilder reisten durch ganz Europa, manche kamen bis nach Amerika. Kunst und Kommerz gingen hier eine enge Beziehung ein. Im Winter 1875/76 weilte Makart mit adeligen Freunden und Künstlerkollegen in Ägypten. Seit Napoleons„Ägyptomanie“ wurde der Besuch des Nils geradezu ein„Muss“ für die Künstler. Die Orientmalerei brachte den Hauch von Exotik nach Europa und auch Makart stellte sich diesem beliebten Themenkreis, nicht zuletzt weil dieser beste Kunstmarktpreise erzielte. Unentwegt aber porträtierte Makart Wiens schönste Frauen aus Adel und Großbürgertum. Maler und Objekt gingen hier eine unvergleichliche Symbiose ein. Die Damen präsentierten sich in ihrer blühenden Schönheit, der Maler bettete sie kongenial in Farbe und Dekor. Gustav Klimt hat auf Makarts Vorbild aufgebaut. Eine Auswahl von Damenporträts wird im Salon von Kaiserin Elisabeth, der größten Schönheit der Monarchie, zu sehen sein. Wenn Makart auch nicht die Kaiserin malte, so porträtierte er 1881, im Jahr ihrer Hochzeit mit Kronprinz Rudolf, Kronprinzessin Stephanie von Belgien als Festgeschenk der Künstlergenossen. Makarts allergrößter Auftraggeber wurde 1879 die Stadt Wien, für die er mit Festwägen und in historischen Kostümen der Renaissance- und Rubenszeit alte Gewerbe und neue technische Errungenschaften als Triumph des Bürgertums zu einem lebendigen Prunkbild arrangierte. Anlass zu diesem prächtigen Festzug über die neueröffnete Ringstraße, war die silberne Hochzeit von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth. Ob adelige Jägerfreunde des Kaisers, Künstlerkollegen, die Zuckerbäcker Demel oder Gerstner, Meister, Gesellen oder Lehrlinge der Genossenschaften der Müller oder Bäcker, der Fleischhauer oder Fleischselcher, der Goldschmiede oder Schmiede, der Hafner oder Glaser, alle waren kostümiert. Feinster Samt, in Wiens elegantesten Schneidersalons zugeschnitten, vermischte sich mit einfachen Theaterstoffen zu einem glänzenden Ensemble. Der 27. April 1879 war der äußere Höhepunkt im Leben des Malers. Trotz seiner großen öffentlichen Erfolge legte Makart zeitlebens seine extreme Schüchternheit und die damit verbundene sprichwörtliche Schweigsamkeit nicht ab. Wenn Makart von der Malerei ausruhte, spielte er gerne Schach. Während seiner ersten Ehe mit der bereits 1873 verstorbenen Amalie wurden die Kinder Hans und Grete geboren, die bei Makarts Tod unmündig waren. Aus diesem Grund musste sein gesamter Besitz 1885 versteigert werden, um auch die Existenz von Mutter und Schwester, die den Haushalt geführt hatten, zu sichern. Der Kaiser hatte Makart nach Wien geholt, um die Neubauten der Ringstraße mit seiner Malerei auszustatten. Der frühe Tod des Künstlers mit nur 44 Jahren, 1884, hat dies weitgehend vereitelt. Dennoch: Die nächste Generation mit Gustav Klimt an der Spitze baute auf Makarts Stil auf. Um 1900 war Makarts Stellung als Vorläufer der Wiener Secession festgeschrieben. Oz Almog. Wiener en face – Portraits von Karrieren (19. Oktober 2000 bis 16. April 2001) Wien gilt häufig als eine Metropole der Erinnerung, als eine Pforte zu vielen Vergangenheiten, vielschichtigen und übereinandergeschichteten Zeitebenen. Sie alle haben in der Stadt ihre Spuren hinterlassen, haben ihr ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Doch die Stadtlandschaft kann nicht notwendigerweise konkrete Aussagen treffen über die Menschen, die sich in ihr aufgehalten haben oder aufhalten. Sie haben die urbane Kulisse gestaltet und aufgebaut, doch an ihrer Hinterlassenschaft lässt sich nur schwer ablesen, wer sie waren, was sie bewegte und wie sie sich zu erkennen gaben. Die Stadt aus Stein und Glas verrät höchstens, wie sich ihre Bewohner sehen wollen oder sehen – doch das sind in der Regel verzerrte Bilder. Eine Stadt ist immer mehr als die Summe ihrer Bewohner: Sie besteht aus Atmosphäre, aus Aura, aus Geschichten und Geschichte. All das wird aber getragen und bestimmt von den Menschen, die sie beherbergt. Doch ausgesprochen diese Gestalter bleiben zumeist ausgeschlossen aus den grandiosen Stadtansichten, bleiben gesichtslos, reduziert zu bloßen Statisten. Wiener en face Portraits von Karrieren soll die Wiener – besser die Menschen, die in Wien leben und gelebt haben und es zu dem gemacht haben, was es heute ist – wieder ins Angesicht zurückrufen. Die Ausstellung bestand aus einem Puzzle von xyz Einzelbildern. Gesichter aus allen Epochen und sozialen Schichten, jeden Geschlechts und jeden Bekenntnisses, Schuldige und Unschuldige, Helden und Schurken, jeder und jeder auf seine Art mitverantwortlich für das kollektive Bewusstsein. All diese Gesichter traten dem Besucher in identisch gemalten Porträts gegenüber. Sie wurden wertungsfrei präsentiert; nur die Gesichter sprachen für sich selbst. Lässt sich an ihnen aber das Wesen einer Stadt ablesen, ihr Charakter, so wie immer versucht wurde, vom Antlitz eines Menschen eine Charaktermaske abzuleiten, die unmissverständlich die Persönlichkeit versinnbildlicht. Im Unterschied zur architektonischen Topographie eines Ortes – der ja viel vom kollektiven Unterbewusstsein verrät – ist eine physiognomische Stadtlandschaft jedoch ein wild zerklüftetes Territorium, das nicht so ohne weiteres einer Seelandschaft zugeordnet werden kann. Jedes einzelne Gesicht steht für sich alleine und repräsentiert dennoch ein Kollektiv. Es stellt durchaus ein neues kognitives Experiment dar, herausfinden zu wollen, ob aus der Gesundheit der Gesichter jener Personen und Biographien die der Künstler für symptomatisch für das Wesen der Stadt hält, eine wiedererkennbare Ansicht entstehen kann; ob sich die einzelnen Gesichter zu einem Stadtgesicht vereinen werden, die Vielfalt zur Einheit verschmilzt. Die Arbeit des Künstlers an diesem Ausstellungsprojekt entspricht der Arbeit in einem optischen Labor. Indem er Gesicht um Gesicht hinzufügt füllt er ja nicht bloß eine Portraitgalerie mit willkürlichen Konterfeis, sondern arbeitet viel mehr an einem Mosaik des Stadtgesichts, das von einzelnen Gesichtern verkörpert wird. Dieser Widerspruch kennzeichnet jede selbstbewusste Gesellschaft: Dass der Einzelne nicht im Kollektiv auf- und verloren geht und zugleich das Kollektiv die Einzelnen in sich aufnimmt und verschlingt. Natürlich ist in diesem Zusammenhang die Auswahl von zentraler, wenn auch nicht von wesentlicher Bedeutung. Bei einer nahezu unbestimmbaren Millionenzahl von Möglichkeiten gibt es keine empirische Technik, mithilfe derer ein exakt repräsentatives Sample ermittelt werden könnte(vergleichbar der Methode in der modernen Meinungsforschung, wo sich mittels statistischer Eckdaten ein stellvertretender Querschnitt ermitteln lässt). Es kann nur eine subjektive Auswahl in Betracht kommen, die gekennzeichnet ist von der Signifikanz einer Persönlichkeit in den Augen des Künstlers. Wer repräsentiert für ihn die Klischees, die von dieser Stadt ausgehen, wer versinnbildlicht für ihn die Stimmungslagen, die ihn in Wien umfangen und wer die Eindrücke, die er von der Stadt erhält? Welche Gesichter und welche Biographien will er haftbar und verantwortlich machen für das historische Konstrukt der Stadt und für ihre emotionale Ausstrahlung? Seine Auswahl ist zugleich Verteilung und Ehrung. Wen er für wesentlich hält der muss in seinen Augen auch zum Wesen der Stadt entscheidend beigetragen haben. Wobei es hierbei nicht auf die spezifische Rolle der Einzelnen in den Chroniken oder im populären Gesprächshaushalt ankommt, sondern auf die subjektive Wahrnehmung. Hierbei erweist es sich als Vorteil, dass der israelisch­ österreichische Maler Oz Almog Innen- und Außenansicht vereint. Er kennt beides: Die Nähe und die Distanz zu der Stadt und seine Entscheidung für ein Gesicht fällt in dieser Pendelbewegung zwischen hier und dort. Oz malt seine Portraits emotionslos, mit mechanischer Präzision, er wertet nicht in seiner Darstellung (was stets eine große Versuchung für jeden Portraitisten ist), sondern fühlt sich der Erscheinung ihres Anblicks verpflichtet. Wie dann Gesicht und Lebenslauf zusammenpassen, eröffnet eine zusätzliche Ebene dieses Projekts. Beides, Biographie und Bild, müssen in dieser subjektiven Projektion des Begriffes Wien auf die Gesichter der Stadt, so objektiv wie irgend möglich gestaltet werden. Wiener en face – Portraits von Karrieren war ein Überblick: ein großes historisches Panorama der Stadtphysiognomie. Sich darin wiederzuerkennen waren die Besucher eingeladen. Die OTTO-WAGNER-HALTESTELLE-KARLSPLATZ ist ein weiterer Ausstellungsort. Coole Kids fotografiert in Wien von Didi Sattmann (14. April 2000 bis 31. Oktober 2000) Das Historische Museum präsentierte erstmals eine Fotoserie aus einer richtungsweisenden und innovativen Schiene seines musealen Sammelns. Das Besondere dabei ist, dass hier Dokumente zur Zeitgeschichte Wiens vom Museum selbst produziert werden. Dazu wurde der Fotograf Didi Sattmann beauftragt, die Metamorphosen dieser Stadt punktuell(z.B.: Donauplatte, Café Europe, Jugendkultur,...) zu dokumentieren. Die vorliegenden Bilder, 1995 – 1997 in Wien entstanden, beschäftigen sich mit neuen Erscheinungsformen der Jugendbewegung, die zugleich als Ausdruck einer allgemeinen„Globalisierung“ der Jugendkultur verstanden werden können. Denn jede dieser Bewegungen wird getragen von einer – weltweit gleichen – Musikrichtung(z.B.: Punk, HipHop), einem global gleichen signifikanten Lebensgefühl(z.B.:„No future“), und jede dieser Kulturen ist in allen Großstädten der Erde an einem für sie typischen Outfit als solche erkenntlich. Vom künstlerischen Anspruch her möchte der Autor diese Bilder nicht mit seinen Schwarzweiß-Porträts oder mit seinen konzeptuellen Arbeiten verglichen wissen, denn die Schwierigkeiten bei dieser Arbeit waren gänzlich andere:„Nur durch eine offene, bejahende Haltung war es möglich, die Schranken der Ablehnung und des Misstrauens zu überwinden und den Zugang zur Welt der Jugendlichen zu finden. Das Gefühl des Vertrauens musste erarbeitet werden, dann erst erschloss sich das jugendliche Antlitz in seiner Offenheit, Vielfalt und Tiefe. Erst dann waren die legendären Raves im Gasometer, oder die Veranstaltungen des Radiosenders FM-4 ein wunderbarer Background für bewegte, bunte Bilder. Erst dann taten sich die Vitalität und der Reichtum der unterschiedlichen Kulturen und Stämme(‚ tribes’) auf. Die Begegnungen mit den Sprühern vom Donaukanal, den ‚Irokesen’ in der Arena, den DJ’s im Flex waren auch Einblicke in eine unbekannte, exotische, neue Welt inmitten Wiens.“ Gerade hier liegt, in der Auswahl von frohen, bunten Bildern – wie so oft bei„dokumentarischen“ Fotos – eine verborgene Ambivalenz zu Grunde. – Gerade durch das Vertrauen, das bei den fotografischen Begegnungen aufgebaut wurde, musste der Fotograf auch in Abgründe blicken:„Ich war auch konfrontiert mit dem Gefühl der Ohnmacht, mit Depressionen, Bulimie, Einsamkeit und Drogen. Ich glaube in diesem Zusammenhang auch, dass die oft gestellte Frage, ob die Graffitis der Sprüher Kunst(oder bloß Sachbeschädigung) seien, am eigentlichen Problem vorbeigeht, weil ich meine, dass Graffitis, genauso wie extreme Piercings oder eine rosarote Irokesenfrisur in erster Linie Aufschreie sein könnten, die sagen sollen: ‚Seht mich doch endlich an, ich bin auch hier!’ Ich spürte hier bei den jungen Leuten vor allem positive Signale auf dem unsicheren Grat zwischen Rebellion und Anpassung, auf der Suche nach Identität, nach Spiritualität und nach sinnvollen Ritualen am Weg zum Erwachsenen, fühlte ihre Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung und Zugehörigkeit. Ich verspürte auch manchen stummen Aufschrei und selten den lauten Protest, wie damals bei den 68ern. All das ist mir noch immer sehr nahe, ich konnte mich sehr gut in diese jungen Menschen hineinversetzen, ich fühlte mit ihnen, ich mochte sie. Und darum hänge ich auch so an diesen Fotos und darum ist für mich auch die Frage, ob diese Bilder ‚Kunst’ seien, bedeutungslos.“ Im Modemuseum Hetzendorf richteten wir die Sonderausstellung Glamour. Wiener Damenmode der 30er Jahre(18. Mai 2000 bis 30. Dezember 2001) ein. Die Damenmode der 30er Jahre gehört zu einer der elegantesten und schillerndsten Modeepochen des 20. Jahrhunderts. Fast zeitgleich mit dem Beginn des neuen Jahrzehnts verschwand der jugendlich – maskuline Stil aus der Mode. Die knabenhaft schlanke, flachbusige und schmalhüftige Silhouette machte einer weicheren, die weiblichen Formen betonenderen Platz. Unterstrichen wurde diese noch durch feminine Schnitte und fließende, anschmiegsame Stoffe. Dass die Kleider den Körper bis zur Hüfte fast wie eine zweite Haut umspannten, war nur durch den von Madeleine Vionnet erfundenen Schrägschnitt möglich. 1933/34 änderte sich die Silhouette leicht, indem die Schultern stärker betont wurden. 1938 erhielt sie eine männlich fast militärische Note durch die extreme Verbreitung der Schultern und der gleichzeitigen Kürzung des Rockes auf Kniehöhe. Das schlichte Prinzesskleid in vielen Variationen war das Kleid der 30er Jahre. Es war meist hochgeschlossen oder hatte einen kleinen V-Ausschnitt, ein enganliegendes Oberteil mit einem schmalen, die Hüften umspannenden, glockig ausschwingenden wadenlangen Rock. Es wurde sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag getragen. Das Kostüm feierte wahre Triumphe und wurde zur Kleidung für viele Anlässe. Die praktische RockBlusen Kombination war aus dem Alltag der Frauen nicht mehr wegzudenken. Ebenso der Pullover, damals noch als„Jumper“ bezeichnet. Im Gegensatz zur eher biederen, manchmal sogar antiquiert aussehenden Tagesmode, war Eleganz und Raffinesse bei der Abendmode großgeschrieben. Die fließende körpermodellierende Linie war auch hier vorherrschend. Schleppen verlängerten die schlanke Gestalt, tiefe Rückendekolletes ließen viel nackte Haut sehen und spüren. Die Mäntel waren zumeist körpernah geschnitten. Dem Pelz kam ein besonderes Augenmerk zu. Sämtliche Arten von Fellen wurde verarbeitet und sogar im Sommer wurde zu Seiden- und Organdikleidern Pelz getragen. Ein„must“ waren zwei komplette über die Schulter geworfene Silberfüchse. Unerlässlich blieben für eine Dame weiterhin die Accessoires, wobei die Kopfbedeckungen und die Handschuhe in jenen Jahren besonders phantasiereich gestaltet waren. Handtaschen und Schuhe kombinierte man gerne in Reptil-, Glatt- bzw. Rauhleder. Die Frisuren wurden gelockter, weiblicher, Blondinen waren bevorzugt. Der Modeschmuck war der Klip. Man trug ihn nicht nur am Ohr, sondern auch am Dekolleté, auf den Trägern der Abendkleider, auf Hüten, Handschuhen, Handtaschen und Schuhen. Die Salzburger Festspiele, das Urlaubmachen in Tirol und im Salzkammergut löste einen wahren „Trachtenboom“ aus. Es war chic geworden, im Salondirndl und Salonsteirer zu promenieren. Versuche, die lange Hose auch in der Tages- und Abendmode zu etablieren, waren vereinzelt und gelangen nicht. Die Hose, zwar schon beliebtes Diskussionsthema, war einfach noch nicht gesellschaftsfähig. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stoppte die modische Entwicklung, die Alltagskleidung wurde streng, einfach und praktisch. Präsentiert werden in dieser kleinen Schau Originalkleider aus der Modesammlung des Historischen Museums der Stadt Wien. Der Bogen spannt sich vom Tageskleid über das Nachmittagskleid bis zum eleganten Abendkleid. Ein Damenskianzug und ein Badekostüm stehen nicht nur für die zunehmende Verbreitung des Sports, sondern auch für die, für das damalige Österreich so wichtigen Exportartikel der Textil- und Modebranche. Selbstverständlich runden Accessoires, Modeschmuck, Modefotos und Modegrafik die Ausstellung ab. Im UHRENMUSEUM zeigten wir: Uhrensammlerin aus Leidenschaft: Marie Ebner-Eschenbach (13. September bis 31. Dezember 2000) Zur Dichterin Marie Ebner-Eschenbach fallen auf Anhieb die„Schloß- und Dorfgeschichten“ ein, die Hundegeschichte„Krambambuli“ oder sogar die Novelle„Lotti, die Uhrmacherin“. Nur wenige Eingeweihte wissen, dass Marie Ebner-Eschenbach eine leidenschaftliche Uhrensammlerin war, die ihre Sammlung vor allem auf Taschenuhren des 18. und 19. Jahrhunderts ausrichtete. Kleine, besonders flach ausgeführte Taschenuhren, die mit kostbaren Materialien wie Perlen, Diamanten und Miniaturmalereien verziert sind und Gehäuse aus Gold, Silber, Email besitzen, sowie faszinierend kleine Werke hatten es der Dichterin besonders angetan. Darunter Kuriosa wie Zeitmesser in Form von Obst (Birnen, Äpfel) oder Musikinstrumenten(Leiern, Mandolinen). Sie sammelte jedoch nicht nur, sondern pflegte die Uhren auch selber und reparierte diese. Nach Marie Ebner-Eschenbachs Tod(1916) kam ihre Uhrensammlung durch die Hilfe großzügiger Financiers aus dem Kreis der Industrie an das gerade in Gründung befindliche Uhrenmuseum der Stadt Wien. Anlässlich des 170. Geburtstages von Marie Ebner-Eschenbach, geb. Dubsky(13.9.1830), zeigte das Uhrenmuseum nun in einem Raum verdichtet eine Präsentation zur„Uhrensammlerin Marie EbnerEschenbach“, ihre umfassende Sammlung und ihre Beziehungen zur Uhrmacher-Genossenschaft, deren Ehrenmitglied sie im Jahr 1900 wurde. Mit der DOMKIRCHE ST. STEPHAN gemeinsam veranstalteten wir im WESTWERK The Vienna Pillows von Bernd Fasching (22. September 2000 bis 17. Dezember 2000) Eine für Zentraleuropa wichtige Kathedrale mutierte zum Ausstellungsort. Um an die„vienna pillows“ zu gelangen war vom Besucher ein Meer von Glasscherben zu durchqueren. Wie die Gaza Power Station ist auch der Dom als Ort der Kommunikation – wenn auch schon vor Jahrhunderten – konzipiert. Bernd Fasching, schafft es mittels einiger Arbeiten, die noch vor Ort gemacht werden, die Seelenwelt der Rezipienten wachzurütteln. Betroffenheit ist die logische Konsequenz bei seiner höheren Kommunikation zwischen den mythologisch-historisch und ideellen Welten. Westwerk: ein Begriff mit zwei Bedeutungen Das Zentrum der Ausstellung konzentrierte sich auf das Westwerk, das ist sowohl das Riesentor als auch die Räumlichkeiten im Westwerk. Heute existiert neben dem kunsthistorischen Begriff auch ein zweiter, ebenso bedeutsamer: Das vom Westen aus der abendländischen Kultur ausgehende„Werk“ mit all seinem zerstörerischem Potential. Den kulturellen Verwüstungen, Kolonialisierung und anderen Dingen wie der nachkolonialen Aufteilungsversuche der Erde. Fasching sieht in der Beziehung zwischen der dritten und der„ersten“ Welt primär die kulturellen Missstände, als große Mängel in der Kommunikation,„....Es kommen nicht nur die Rohstoffe zurück, sondern es kommen auch geistige Inhalte mit den Rohstoffen zurück....“ so der Künstler. Fasching nimmt den Begriff des Märtyrers im Westwerk auf und visualisiert ebendiesen mittels zweier„Märtyrer“. Es handelt sich dabei um seine 1994 entstandene Serie, welche Unfallopfer aus Tschernobyl zeigt und womit er eine der wesentlichsten Fehlplanungen unseres Jahrhunderts und deren Folgen anklagt. Ocean of cristals, das Kristallmeer “Scherben bringen Glück”. Bei der jüdischen Hochzeit wird ein Glas genommen und der Bräutigam tritt darauf. Darin liegt wohl der Ursprung dieses alten aber populären Sprichwortes. Demnach ist es besonders gut nachvollziehbar welche Provokation allein das Wort„Reichskristallnacht“ darstellen wollte. Eine letztendlich märchenhafte Traumsphäre ummantelt akustisch einer der größten Katastrophen unserer Zivilisation. Das Projekt führte den Besucher in weitgehend unbegehbare Räumlichkeiten des Doms. Der Eingang trug den Titel„Ocean of cristals: das Kristallmeer“. Bernd Fasching schaffte mit dem„Ocean of cristals“ eine audiovisuelle und vor allem begehbare Installation:„....man tritt auf etwas was aus Zerstörung hervorgegangen ist....“ so der Künstler. Zerbrochenes Glas bildet Bernd Faschings Kristallmeer. In der sogenannten Reichskristallnacht wurde dies zum Symbol für den Beginn einer – wie schon eingangs erwähnt – größten Katastrophen unserer Zivilisation. Pillow, quo vadis? Es handelt sich hierbei um jene Pölster, über die angesichts der Freudschen Leistungen eigentlich nur hier in Wien berichtet werden kann, da sie uns mit dem Großteil unseres Lebens konfrontieren nämlich der“Traumwelt”. Eigentlich sind diese ja durch Gewalteinwirkung zustande gekommen. Ihre Gestalt erinnerte erst auf den dritten Blick an Benzintanks. Es erschienen dunkle Pölster, eigentlich fast völlig ident mit einem Kopfpolster, dessen Besitzer das Bett vor drei Sekunden verlassen haben könnte. Inhaltlicher Hauptgedanke war die Dokumentation der Authentizität, der Vollzug der Veränderung. Ebendieser geht zwangsläufig mit einem Maß an Zerstörung einher und ebendiese mit einem bestimmten Maß an Gewalt. Der eigentliche künstlerische Prozess liegt jedoch, ähnlich wie bei einem klassischen Tafelbild, in der Schaffung von etwas Neuen, welches ohne die Zerstörung gar nicht möglich wäre. Trotz atemberaubender und sich nie wiederholender Formerfindung scheint der Inhalt einer besonderen Welt zu entstammen. Es ist die Welt der nackten Angst, welche einen aus dem Bett treibt, nachdem man Opfer eines Alptraums geworden ist. Bernd Fasching hat sich jedoch nicht mit Phänomenen der Traumdeutung eingelassen. Zu diesem Zweck hätte er normale Kissen aufhängen und bearbeiten können. Seine„Pillows“ waren aus dem Werkstoff Metall. Als fundamentales Element unseres Planeten, verkörpert es mehr als andere eine spezielle Macht. Einst galt jener der es verarbeiten konnte als Magier. Bernd Fasching verwendet es als Dokumentationsmaterial, denn es ist von der Materialität an sich, dafür prädestiniert Übertragung von Energie zu dokumentieren. Traum, Alptraum, Realität: Letztere holt den kritischen Betrachter beim Anblick der Pillows schnell ein. Unmissverständlich bereiteten die Vienna Pillows von Bernd Fasching ein Klima, welches die Tragik des menschlichen Seins zu einem wesentlichen Stimmungsträger des gesamten Bildinhalts werden lässt. Man tritt auf etwas, dass aus Zerstörung hervorgegangen ist. Fasching ist einer der wenigen Künstler der Gegenwart, die den politischen Diskurs nicht scheuen. Vielmehr ist seine Arbeit eine direkte Stellungnahme zu historischen Katastrophen(wie die sogenannte Reichskristallnacht) oder tagespolitischen Versäumnissen(wie etwa der Gaza Streifen als brach liegendes also nur potentiell-kulturelles Kraftfeld). In seiner Tätigkeit, seinem Kunstwollen hat Fasching aber niemals etwas Belehrendes sondern es ist ihm gegeben die Welt als moderner Schamane zu begreifen, dessen Werkzeug unsere kulturelle Identität wie natürlich auch seine künstlerischen Mittel sind. Im PALAIS KINSKY bei den Wiener Kunstauktionen waren wir zu Gast mit Gustav Klimt. Ausgewählte Zeichnungen aus dem Historischen Museum der Stadt Wien (14. November 2000 bis 12. Jänner 2001) Das Historische Museum der Stadt Wien besitzt insgesamt rund 400 Zeichnungen von Gustav Klimt. Aus konservatorischen Gründen können diese überaus empfindlichen Arbeiten auf Papier nicht permanent ausgestellt werden. Die Präsentation bei den Wiener Kunstauktionen war dementsprechend willkommener Anlass, eine Auswahl der 12 besten und bekanntesten Arbeiten aus dieser Sammlung zu zeigen. Der zeitliche Schwerpunkt der getroffenen Auswahl lag in den Gründungsjahren der Secession. Beginnend mit den Reinzeichnungen für das Vorlagenwerk„Allegorien, Neue Folge“ des Wiener Verlags Gerlach und Schenk, spannte sich der Bogen der Exponate von frühen akademischen Porträts, über Detailstudien zu Klimts Deckengemälden für die Universität Wien, bis hin zu einer Entwurfszeichnung für den„Beethovenfries“. Neben einer ersten Ideenskizze für das Gebäude der Secession war auch die Reinzeichnung für Gustav Klimts skandalumwittertes Plakat der ersten Secessionsausstellung 1898, mit dem er einen Grundstein der österreichischen Plakatkunst legte, in der Ausstellung vertreten. Ein Malkittel Klimts(Modesammlung des Historischen Museums der Stadt Wien) und ein Kasten für seine Malutensilien(Privatbesitz) ergänzten die Schau. Im RATHAUS gestalteten wir eine Präsentation einiger Relikte des Eisernen Vorhangs (30. März bis 12. Dezember 2000) und wiederholten die Schau Coole Kids fotografiert in Wien von Didi Sattmann (8. November 2000 bis 11. Februar 2001). Das Historische Museum der Stadt Wien folgte auch 2000 seiner Tradition, nicht nur in Wien Sonderausstellungen zu zeigen: Die vier Jahreszeiten. Mensch und Natur im Jahreskreislauf. Kunst und Kulturhandwerk 1800 – 1950 (2. April bis 29. Oktober 2000) zeigten wir auf Schloß Albeck in Kärnten, Otto Wagner. Wien. Architektur 1900(20. Oktober bis 3. Dezember 2000) im Internationalen Kulturzentrum Krakau. PUBLIKATIONEN Zu den Ausstellungen der Museen der Stadt Wien werden Kataloge und Begleitbücher publiziert. LEIHGEBUNGEN Mit Leihgaben waren die Museen der Stadt Wien an 26 Ausstellungen im Inland, 21 Ausstellungen im europäischen Ausland und 4 Ausstellungen im außereuropäischen Ausland beteiligt. MUSEUMSDIDAKTIK Das Referat Museumsdidaktik entwickelte für das Jahr mit der magischen Zahl 2000 ein spezielles Programm mit dem Schwerpunkt„Mythen, Legenden und Sagen aus Wien“. Dieses Programm umfasste Lesungen, Konzerte, Rauminstallationen sowie Führungen und wurde dem Publikum im Rahmen von Familiensonntagen und Sonderveranstaltungen für Kindergärten, Schulen und Horte im Historischen Museum, in der Haydn-Gedenkstätte und Virgilkapelle angeboten. Dazu wurden auch Informationsveranstaltungen für Lehrer mit dem Pädagogischen Institut der Erzdiözese Wien abgehalten. Als Beitrag zum Ferienspiel gab es Musik-, Tanz- und Malworkshops sowie Kinderführungen in der Haydn-Gedenkstätte und im Uhrenmuseum. SAMMELN Die zielgerichtete, auf der Grundlage eines definierten Sammlungsprofils erfolgende Erweiterung des Sammlungsbestandes(vgl. Kunst- und Kulturbericht der Stadt Wien 1999, S. 51) konnte auch 2000 erfolgreich fortgeführt werden: Unter den zahlreichen Ankäufen sind besonders ein„Nachtglas“ von Anton Kothgasser, um 1825, die Saloneinrichtung Hans Makarts, um 1880, das Ölgemälde„Wiener Vorstadtgarten“ von Emil Barbarini, 1885, der Webteppich„Blumenvase mit Ballon über Wien“ nach einem Entwurf von Albert Paris Gütersloh, 1937, die Fotomontagen„Die Winterreise dahinterweise“ von Gerhard Rühm, 1989/90, das Acrylgemälde„Oh Wildnis“ von Xenia Hausner, 1999, hervorzuheben. RÜCKSTELLUNG Der Wiener Gemeinderat hat am 29. April 1999 die Rahmenbedingungen für die Restitution von NaziRaubkunst einschließlich der Einrichtung einer Restitutionskommission beschlossen, und diese wurde am 14. Juni 1999 konstituiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Historische Museum der Stadt Wien bereits begonnen, die Provenienz seiner mehr als 18.000 Erwerbungen(einschließlich Uhrenmuseum) aus der NS-Zeit zu überprüfen und war auf 110„Bestandsgruppen“ unterschiedlichen Umfangs gestoßen, von denen es notwendig schien, sie einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Seither wurden vom Historischen Museum unter Verpflichtung auf externe Mitarbeiter sowie in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt in in- und ausländischen Archiven insbesondere über diese 110 Bestandsgruppen sowie deren ehemalige Besitzer oder Erben umfangreiche Recherchen betrieben. Bis dato konnten 67 dieser Fälle als„unbedenklich“ erkannt werden, 26 Fälle müssen noch einer weiteren Prüfung unterzogen werden, in 17 Fällen wurden vom Restitutionsbeauftragten des Historischen Museums Berichte mit ausführlichen Dokumentationen erarbeitet und dem amtsführenden Stadtrat für Kultur sowie durch diesen der Wiener Rückstellungskommission vorgelegt. Von den erwähnten 17 Fällen wurde in 7 Fällen nach Vorliegen einer entsprechenden Empfehlung der Restitutionskommission, aufgrund einer Weisung des amtsführenden Stadtrates für Kultur Kunstobjekte an die ehemaligen Besitzer oder deren Erben restituiert bzw. deren Restitution in die Wege geleitet. In einem der 17 Fälle konnte eine einvernehmliche Lösung erzielt werden, obwohl es sich nicht um einen Anspruch handelte, dessen Prüfung nach den Bestimmungen des GRA-Beschlusses vom 29. April 1999 erfolgte. Drei Fälle wurden wegen noch auszuweitenden Nachforschungen über die Erben vertagt. Sechs Fälle liegen der Kommission bereits vor; müssen aber noch beraten werden. Abgesehen von den oben beschriebenen Fällen, gelten die Recherchen des Historischen Museums noch zahlreichen anderen Erwerbungen, die über die Vugesta, das Dorotheum, einzelne Kunsthändler und einen ehemaligen Restaurator des Museums erfolgten. Aus diesen Objektgruppen konnten zwei Fälle geklärt werden. Unter den etwa 700 Objekten(Inventarnummern ohne Subnummern), die in den Inventarbüchern des Historischen Museums aus der NS-Zeit als Ankäufe bei Dorotheumsauktionen vermerkt sind, könnten sich auch„arisierte“ Kunstgegenstände befinden, aber es gibt keine Belege(weder museumsinterne noch externe), um solche Vermutungen zu verifizieren oder zu falsifizieren. Abgesehen davon, dass das Historische Museum dem Gemeinderatsbeschluss entsprechend agiert, überaus umfangreiches in- und ausländisches Archivmaterial durchforstete und bis dato sehr ausführliche und aufschlussreiche Berichte erarbeitete, wurden bislang etwa 100 Anfragen nach geraubten Kunstsammlungen, die zumeist seitens des Bundesdenkmalamtes an das Historische Museum weitergeleitet worden waren, überprüft, recherchiert und beantwortet. Das Historische Museum der Stadt Wien hat im Gegensatz zu den Einrichtungen des Bundes nicht nur die Provenienz von Objekten aus so bekannten Sammlungen wie der Sammlung Rothschild untersucht, sondern auch das Schicksal von unbekannten Menschen und deren Objekten erforscht. Deshalb konnten auch das International Steering Committee für jüdische NS-Verfolgte in und aus Österreich sowie der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus dem Historischen Museum trotz guter Zusammenarbeit bei der äußerst schwierigen und zeitraubenden Suche nach Erben auf bislang vier Kontinenten nur wenig helfen. Die Restitution von in der NS-Zeit geraubtem Kunst- und Kulturgut, das sich in den Sammlungen der Museen der Stadt Wien befindet, wird in absehbarer Zeit, dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 entsprechend, abgeschlossen sein. Besucher vom 1. Jänner 2000 bis 31. Dezember 2000 in den Museen der Stadt Wien Historisches Museum der Stadt Wien A-1040 Wien, Karlsplatz Schausammlung Das ungebaute Wien(Besucheranteil v. 1.1.2000 bis 20.2.2000) Träume 1900 – 2000. Kunst, Wissenschaft und das Unbewusste(23.3.2000 bis 11.6.2000) Blickfänge einer Reise nach Wien. Fotografien 1860 – 1910 aus den Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien (22.6.2000 bis 29.10.2000) Engelhauch und Sternenglanz. Advent- und Weihnachtskalendarium aus Wien(Besucheranteil v. 16.11.2000 bis 31.12.2000) 82.961 15.053 17.522 27.890 17.113 Hermesvilla A-1130 Wien, Lainzer Tiergarten Blickwechsel und Einblick. Künstlerinnen in Österreich (Besucheranteil v. 1.1.2000 bis 24.4.2000) Klaus Pinter. Wiener Mischung. Installationen mit Objekten aus dem Depot des Historischen Museums der Stadt Wien (1.6.2000 bis 10.9.2000) Hans Makart(1840-1884) – Malerfürst (Besucheranteil v. 14.10.2000 bis 31.12.2000) Oz Almog. Wiener en face – Portraits von Karrieren (Besucheranteil v. 19.10.2000 bis 31.12.2000) 6.302 4.443 15.662 5.470 Otto-Wagner-Haltestelle Karlsplatz A-1010 Wien, Karlsplatz Coole Kids fotografiert in Wien von Didi Sattmann (14.4.2000 bis 31.10.2000) 1.960 Modemuseum Hetzendorf A-1120 Wien, Hetzendorfer Straße 79 Glamour. Wiener Damenmode der 30er Jahre (Besucheranteil v. 18.5.2001 bis 31.12.2000) 1.135 Uhrenmuseum A-1010 Wien, Schulhof 2 Schausammlung Uhrensammlerin aus Leidenschaft: Marie Ebner-Eschenbach (13.9.2000 bis 31.12.2000) 22.840 7.344 Musikergedenkstätten Adalbert Stifter-Gedenkraum im Schubertmuseum„Geburtshaus“ Beethoven-Gedenkstätte„Eroicahaus“, A-1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92 Beethoven-Gedenkstätte„Heiligenstädter Testament“, A-1190 Wien, Probusgasse 6 Beethoven-Gedenkstätte„Pasqualatihaus“, A-1010 Wien, Mölker Bastei 8 Haydn-Wohnhaus, A-1060 Wien, Haydngasse 19 Mozart-Gedenkstätte„Figarohaus“, A-1010 Wien, Domgasse 5 Schubertmuseum„Geburtshaus“, A-1090 Wien, Nußdorfer Straße 54 Schubert-Sterbezimmer, A-1040 Wien, Kettenbrückengasse 6 428 1.904 11.739 11.249 7.162 73.055 10.604 1.752 Strauß-Wohnung, A-1020 Wien, Praterstraße 54 Sonstige Außenstellen der Museen der Stadt Wien Hofpavillon Hietzing, A-1130 Wien, Schönbrunner Schloßstraße Neidhart-Fresken, A-1010 Wien, Tuchlauben 19 Pratermuseum, A-1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 Römische Baureste Am Hof, A-1010 Wien, Am Hof Römische Ruinen unter dem Hohen Markt, A-1010 Wien, Hoher Markt 13 Virgilkapelle, A-1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station) Virtuelle Besucher auf der Homepage des Historischen Museums der Stadt Wien http:www.museum.vienna.at St. Stephan A-1010 Wien The Vienna Pillows von Bernd Fasching(22.9.2000 bis 17.12.2000) Palais Kinsky, Wiener Kunst Auktionen A-1010 Wien, Freyung 4 Gustav Klimt. Ausgewählte Zeichnungen aus dem Historischen Museum der Stadt Wien(Besucheranteil v. 14.11.2000 bis 31.12.2000) Rathaus A-1082 Wien Präsentation einiger Relikte des Eisernen Vorhangs (30.3.2000 bis 12.12.2000) Coole Kids fotografiert in Wien von Didi Sattmann (Besucheranteil v. 8.11.2000 bis 31.12.2000) Schloß Albeck A-9571 Sirnitz(Gurktal) Die vier Jahreszeiten. Mensch und Natur im Jahreskreislauf. Kunst und Kunsthandwerk 1800 – 1950 (2.4.2000 bis 29.10.2000) Krakau, Internationales Kulturzentrum Otto Wagner. Wien. Architektur 1900(20.10.2000 bis 3.12.200) Akademie der bildenden Künste, Wien A-1010 Wien, Schillerplatz 3 Sonderausstellung Max Weiler. Der große Entwurf in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien (Besucheranteil v. 1.1.2000 bis 23.1.2000) Hongkong Museum of History Star House, Salisbury Road, Kowloon, Hong Kong Sonderausstellung Johann Strauss. Thunder and Lightning (Besucheranteil v. 1.1.2000 bis 13.2.2000) Gesamtsumme: 7.950 1.253 2.480 4.503 163 12.767 4.307 59.815 22.834 2.832 2.493 438 18.931 22.982 11.314 26.038 544.688 JÜDISCHES MUSEUM DER STADT WIEN Das Jahr 2000 war für das Jüdische Museum Wien in zweierlei Hinsicht besonders bedeutsam: Zum einen feierte das Museum sein 10-jähriges Bestandsjubiläum, zum anderen eröffnete mit dem Museum auf dem Judenplatz ab 26. Oktober die neue Außenstelle des Jüdischen Museums. Insgesamt besuchten knapp 70.000 Menschen das Jüdische Museum, rund 15.000 davon auch das neue Haus auf dem Judenplatz. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die Vermittlungsangebote des Hauses immer stärker von den Schulen wahrgenommen werden und immer mehr junge Menschen auf diesem Weg das Thema Judentum in Wien und Österreich in ihren Bewusstseinshorizont rücken. Außerdem konnten wir bei fast 100 Veranstaltungen zusätzlich neue Publikumsschichten erschließen. Insgesamt präsentierte das Museum im Jahr 2000 acht Ausstellungen, von denen die Präsentationen des Oeuvres von Chaim Soutine und die Ausstellung über Lucie und Paul Peter Porges mit jeweils fast 20.000 Besuchern zu den erfolgreichsten Ausstellungen zählten. Eine besondere Ehre stellte die Präsentation der schönsten Stücke der Judaica-Sammlung des Ehepaars Eisenberger dar. Mit dieser Ausstellung würdigte das Museum das bedeutende Sammlerehepaar, das dem Museum immer wieder mit wertvollen Leihgaben für Ausstellungen hilfreich zur Seite steht. Erster Höhepunkt des abgelaufenen Ausstellungsjahrs war die Präsentation des in Österreich weitgehend unbekannten französischen Expressionisten Chaim Soutine. Diese Ausstellung war die Jubiläumsausstellung anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums des Museums und wurde vom“Gründungsvater” des Museums, Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk, am 7. März eröffnet. Zilk erinnerte an die schwierige Gründung des Museums und zeigte sich besonders erfreut, dass in diesem ersten Jahrzehnt des Bestehens mehr als eine halbe Million Menschen das Jüdische Museum in Wien besucht haben, wobei zu beachten ist, dass in den ersten vier Jahren das Museum nur als Provisorium in der Seitenstettengasse untergebracht war und einen sehr geringen Besucherzustrom verzeichnen konnte, und das Museum erst seit dem Einzug ins Palais Eskeles im November 1993 über ein ständig bespielbares eigenes Haus verfügt, das im Jahr 1995 nochmals für Museumszwecke adaptiert wurde. In der Erfolgsbilanz des Museums scheinen mittlerweile mehr als 70 Ausstellungen auf, zu denen noch mehrere Auslandspräsentationen hinzukommen. Im Rahmen der Soutine-Ausstellung wurden auch zahlreiche Aktivitäten für das Publikum gesetzt: Unter anderem fand während des Osterwochenendes in Zusammenarbeit mit dem Kunstforum der Bank Austria unter dem Ehrenschutz des französischen Botschafters, der auch den Ehrenschutz über die Ausstellung übernommen hatte, ein dreitägiges Spezialprogramm rund um die Uhr statt, die sogenannten“Französischen Nächte”, bei denen mit Lesungen und Musikdarbietungen die Ausstellung besucht werden konnte. Im Rahmen des Programms traten u.a. Mercedes Echerer und Frank Hoffmann auf, sie lasen Werke von Baudelaire bzw. Jacques Prévert. Als große Sommerausstellungen zeigte das Museum eine Werkschau des Bauhaus-Künstlers Ludwig Hirschfeld-Mack, die in Zusammenarbeit mit dem Museum in Bozen und dem Frankfurter Jüdischen Museum erarbeitet wurde, und die beim Publikum besonders beliebte Ausstellung über das in Wien geborene Künstlerehepaar Lucie und Paul Peter Porges mit dem Titel“Style and Humor”. Die Designerin und der Grafiker und Karikaturist kamen persönlich zur Eröffnung der Ausstellung nach Wien und eroberten das Publikum im Sturm. Im Herbst zeigten wir eine Schau mit Abel Panns Bibelillustrationen und präsentierten eine große Themenausstellung über Galizien mit dem Titel“Zwischen Ost und West. Galizische Juden und Wien”. Abschließender Höhepunkt des Jubiläumsjahrs im Palais Eskeles war das Symposium zum Thema “Ghetto im urbanen Raum”, das Wissenschaftler aus ganz Europa und aus Israel nach Wien brachte. Im Rahmen der Fachdiskussionen kam das Spezialistenpublikum voll auf seine Rechnung. Die Referate werden als fünfter Band des Museumsjahrbuchs im Frühjahr 2001 publiziert. Unbestrittener Höhepunkt des Jubiläumsjahrs des Museums war jedoch die Eröffnung des Museums auf dem Judenplatz. Mehr als 200 Journalisten und zwei Dutzend Kamerateams aus aller Welt waren zur Enthüllung des Schoa-Mahnmals durch Bundespräsident Dr. Thomas Klestil, Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe, IKG-Präsident Dr. Ariel Muzicant, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Rachel Whiteread und Dipl.-Ing. Simon Wiesenthal nach Wien gekommen. Am 26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, wollten fast 4.000 Wienerinnen und Wiener das neue Museum besichtigen. Der Ansturm war so groß, dass das Jüdische Museum Freikarten für spätere Tage verteilen musste, da nicht alle an diesem Tag in das Museum eingelassen werden konnten. Mittlerweile hat sich der Besucheransturm normalisiert und das Museum kann einen kontinuierlichen Besucherandrang gut bewältigen. Im Museum Judenplatz wird modernste Multimedia-Technik zur Vermittlung der Inhalte eingesetzt. Der Dokumentationsraum zur Schoa mit der Datenbank der 65.000 österreichischen jüdischen Opfer wird vom Publikum mit großem Interesse wahrgenommen, und zahlreiche Besucher aus dem Ausland machen sich auf Spurensuche nach dem Schicksal ihrer Vorfahren. Gerade in der Zeit nach der Eröffnung kam es zu erschütternden Szenen. DER JUDENPLATZ ALS ORT DER ERINNERUNG Mit der Verwirklichung der Idee Simon Wiesenthals, ein Mahnmal für die österreichischen Opfer der Schoa zu errichten, ist es gelungen, einen in Europa einzigartigen Ort der Erinnerung auf dem Judenplatz zu schaffen: Er vereint Rachel Whitereads Mahnmal mit den Ausgrabungen der mittelalterlichen Synagoge und einem Museum zum mittelalterlichen Judentum zu einer Einheit des Gedenkens. Das Mahnmal von Rachel Whiteread ist eine Stahlbetonkonstruktion mit einer Grundfläche von 10 x 7 Metern und einer Höhe von 3,8 Metern. Die Außenflächen des Kubus sind durchmodelliert als nach außen gewendete Bibliothekswände. Auf Bodenfriesen, die rund um das Mahnmal eingelassen sind, sind die Namen jener Orte festgehalten, an denen österreichische Juden während der NS-Herrschaft zu Tode kamen. Das Mahnmal steht in engem Konnex mit dem Informationsbereich zur Schoa, der im Erdgeschoß des Misrachi-Hauses(Judenplatz 8) untergebracht ist und vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes inhaltlich gestaltet wurde. Hier werden Namen und Daten der 65.000 Juden und eine Dokumentation der Umstände, die zu ihrer Verfolgung und Ermordung geführt haben, mit multimedialen Mitteln präsentiert. Der Künstlerin selbst ist ein eigener Raum- ebenfalls im Erdgeschoß des Hauses ­ gewidmet, der die künstlerische Genese des Mahnmalprojekts anhand von Skizzen, Modellen und Vorstudien dokumentiert. Bereits bei den grundsätzlichen Überlegungen rund um die Errichtung des Mahnmals war die Bewahrung der Ausgrabungen der mittelalterlichen Synagoge ein fixer Bestandteil der Planungen. Mit der Integration dieser archäologischen Funde in ein eigenes Museum, das im Kellergeschoß des Misrachi-Hauses (Judenplatz 8) eingerichtet wurde, besteht nunmehr die Gelegenheit, sich im Rahmen einer permanenten Ausstellung mit dem jüdischen Leben im mittelalterlichen Wien auseinander zu setzen. EIN NEUES MUSEUM Kernbereich des Museums Judenplatz Wien, das als Außenstelle vom Jüdischen Museum der Stadt Wien betrieben wird, sind die drei Schauräume zum mittelalterlichen Judentum in Wien und die Ausgrabungen der mittelalterlichen Synagoge. Inhalt des musealen Bereichs ist die Darstellung der religiösen, kulturellen und sozialen Lebensumstände der Wiener Juden im Mittelalter bis zu deren Vertreibung und Vernichtung 1420/21, der sogenannten“Wiener Gesera”. Der erste Raum vermittelt dem Besucher in multimedialer Darstellung einen Eindruck des Lebens im mittelalterlichen jüdischen Viertel und der hier gelegenen Synagoge. Bei einem virtuellen Rundgang werden die Lebensbedingungen erklärt- man sieht unter anderem ein Spital, das Haus eines Bankiers und eine Schule. Der zweite Ausstellungsraum zeigt ein Modell der mittelalterlichen Stadt, in dem das jüdische Viertel besonders hervorgehoben ist. Hier erhält der Besucher auch die erforderlichen ergänzenden Informationen zur Wiener Stadtgeschichte. Im größten Raum wird in multimedialer Form Kultur-, Geistes- und Sozialgeschichte der Wiener Juden im Mittelalter vermittelt. Diese Darstellung wird ergänzt von der Präsentation der archäologischen Funde, die bei der Ausgrabung der Synagoge geborgen wurden. Für diese Aufbereitung wurde das international renommierte Team von Multimedia­ Spezialisten von“Nofrontiere” engagiert, das mit den Museumsfachleuten und Historikern das Visualisierungskonzept erarbeitete. Ehe der Besucher von diesem Raum über einen unterirdischen Gang in die Synagoge gelangt, wird er außerdem die Möglichkeit haben, ein dreidimensionales Schnittmodell der Synagoge zu sehen. Die wissenschaftlichen Rekonstruktionsarbeiten zur mittelalterlichen Synagoge wurden von der EU im Rahmen des“Raphael”-Projekts gefördert. Die mittelalterliche Synagoge(Archäologischer Schauraum) Die spätmittelalterliche Synagoge wurde etwa Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. In den folgenden eineinhalb Jahrhunderten wurde sie mehrmals durch den Anbau und Umbau von Räumen vergrößert, bis sie zuletzt eine Grundfläche von ca. 480 m 2 umfasste. Sie war somit eine der größten mittelalterlichen Synagogen. Nach dem Pogrom der Jahre 1420/21 wurde die Synagoge systematisch geschleift, sodass zumeist nur Fundamente und Fußböden erhalten blieben, die zwischen 1995 und 1998 von der Stadtarchäologie Wien unter der Leitung von Dozent Ortolf Harl freigelegt wurden. Im archäologischen Schauraum werden vor allem Baureste der damals aus drei Räumen bestehenden Synagoge vor der letzten großen Erweiterung gezeigt. Zu sehen sind zwei Räume mit insgesamt rund 220 m 2 Fläche. Es sind dies der Hauptraum, die sogenannte“Männerschul”(Lehr- und Betraum der Männer) sowie ein angebauter kleinerer Raum, der vielleicht von den Frauen benutzt wurde. Für die Ausstellung wurde das Fußbodenniveau in beiden Räumen abgesenkt. Das bedeutet, dass man das aus Bruchsteinen bestehende Fundamentmauerwerk nun wie eine aufgehende Mauer betrachten kann. In der Mitte des Hauptraums befindet sich das Fundament der sechseckigen Bima(das erhöhte Podium, auf dem aus der Tora vorgelesen wurde). Erhalten sind darauf noch einige Bodenfliesen aus Keramik. Diese Außenstelle, das“Museum Judenplatz Wien” im Misrachi-Haus(1., Judenplatz 8), ist sowohl unabhängig vom Jüdischen Museum in der Dorotheergasse 11 als auch im Rahmen eines Kombiangebotes(eine Karte für zwei Museen) zu besichtigen. Die Öffnungszeiten des Museums auf dem Judenplatz orientieren sich an denen des Jüdischen Museums, die jüdischen Feiertage werden jedoch stärker berücksichtigt: Es ist Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr geöffnet. Schließtage sind alle Samstage sowie Rosch ha-Schana und Jom Kippur, an den übrigen jüdischen Feiertagen ist freier Eintritt und am Vorabend schließt das Museum um 15 Uhr. Schulklassen in Begleitung eines Lehrers haben so wie im Haupthaus freien Eintritt mit kostenloser Führung (Voranmeldung erforderlich!). Mit der Eröffnung des Museums auf dem Judenplatz hat das Museum auch ein neues Kombiticket aufgelegt, das den Besuch der Synagoge in der Seitenstettengasse mit einschließt. Auf diese Weise hat der Besucher die Möglichkeit, sich über Geschichte und Gegenwart des jüdischen Wiens umfassend zu informieren. JAHRESCHRONIK 2000 Wechselausstellungen 24. November 1999 – 20. Februar 2000 Eden – Zion – Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum Kurator: Werner Hanak Gestaltung: Christian Prasser Die Zukunft ist die schönste Spielwiese für kreative Menschen. Solange etwas noch Zukunft ist, ist noch nichts festgelegt. Grenzenlos lässt es sich hoffen, prophezeien, wünschen oder planen. Soweit der Mensch zurückdenken kann, hat er sich mit dem Morgen beschäftigt. Unter dem Titel“Eden – Zion – Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum” zeigt das Jüdische Museum eine Schau, die sich mit den Plänen der Menschheit beschäftigt. KURIER, 28. NOVEMBER 2000 Noch bevor der Besucher hier im ersten Stock ankommt, wird er bereits im Erdgeschoß das“Zugpferd” der Schau bestaunt haben: das Mosaik der Synagoge von Sepphoris aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. Es ist nur im Rahmen dieser Ausstellung in Europa zu sehen und wird nach deren Ende wieder an seinem Fundort in Sepphoris/ Zippori, sechs Kilometer nördlich von Nazareth eingelegt. Wie bei anderen Mosaiken spätantiker Synagogen, sind auch bei diesem 1993 entdeckten Exemplar entgegen dem ursprünglichen Bildverbot figürliche Darstellungen zu sehen. Unter dem von den Archäologen gewählten Titel“Versprechen und Erlösung” lässt es sich auch als Bildprogramm zur Ausstellung lesen. DIE PRESSE, 25. NOVEMBER 1999 9. Februar – 30. April 2000 ...möcht` ich ein Österreicher sein. Judaica aus der Sammlung Eisenberger Kuratorin: Felicitas Heimann-Jelinek Gestaltung: Martin Kohlbauer Koordination: Marcus G. Patka “All meine Liebe und all meine Hochachtung für das jüdische Leben kommen in meiner Sammlung zum Ausdruck”, sagt Jenö Eisenberger, aus dessen Judaica-Sammlung derzeit herausragende Objekte in einer Schau des Jüdischen Museums Wien zu sehen sind. Sie ist die bedeutendste Privatsammlung von Judaica aus dem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie, das Ehepaar Jenö und Vera Eisenberger hat sie neben einer beachtlichen Sammlung von Bildern der österreichischen klassischen Moderne und des Stimmungsimpressionismus sowie von Kunsthandwerk zusammengetragen. DIE FURCHE, 24. FEBRUAR 2000 Jedes Stück hat eine Geschichte, eine Geschichte der Entstehung, der Vertreibung, eine Geschichte des Überlebens. Diese Geschichten sammelt Eisenberger gleich mit und kann sie erzählen. Der prunkvollste Tora-Aufsatz etwa stammt aus dem Budapester Raum und wurde vom größten Textilfabrikanten der Monarchie für die dortige Synagoge gestiftet. Am Tag der Befreiung des KZ Buchenwald ist der Stifter verhungert. KURIER, 10. FEBRUAR 2000 “Wir sammeln Österreich” ist die Maxime, nach der das Ehepaar Eisenberger seine Kunstsammlung zusammengestellt hat. Der Antrieb dazu war die Liebe zu ihrer Wahlheimat mit einem starken Rückgriff auf die Zeit der k. u. k. Monarchie. Die Eisenbergers waren dabei immer bestrebt, auch außerhalb des Sammler-Mainstreams tätig zu werden bzw. unerschlossene Felder zu entdecken. So entstand nicht nur eine beachtliche Sammlung bildender Kunst, sondern auch von Kunsthandwerk und Gebrauchsgegenständen aus Silber wie Samowaren oder Schnupftabak- und Zuckerdosen. DIE GEMEINDE, FEBRUAR 2000 8. März – 4. Juni 2000 Chaim Soutine. Ein französischer Expressionist Kurator: Tobias G. Natter Gestaltung: Dimitris Manikas Eine Entdeckung bietet das Wiener Jüdische Museum. Denn bekannt ist der in Litauen gebürtige, 1913 nach Paris übersiedelte Chaim Soutine(1893 – 1943) hier kaum geworden. Noch nie hat es in Österreich eine Ausstellung über den“französischen Expressionisten”, wie ihn Ausstellungskuratoren nennen, gegeben. Rund vierzig Gemälde hat Kurator Tobias Natter aus ganz Europa, Israel und Amerika als Leihgaben gewonnen. Sie zeigen einen sowohl in der Form als auch in den drastischen Farbgegensätzen fast gewalttätigen Expressionisten, dessen expulsiver Strichgestus geradezu eine Verbindung zum amerikanischen abstrakten Expressionismus schafft. SALZBURGER NACHRICHTEN, 24. MÄRZ 2000 (...) Daneben gilt es noch ein paar ideologische Gebirge abzutragen. So haben einige französische Betrachtungen Soutine zum Vorläufer Kokoschkas gemacht, mit dem er bei näherer Betrachtung doch auffallend wenig zu tun hat. Sind Kokoschkas Porträts tiefgründige Erkundungen der Persönlichkeit, so bleiben Soutines Porträtarbeiten eher virtuose Gesten des Augenblicks. Nun kann Soutine, der “expressionist with a difference”, auch in Wien ganz für sich betrachtet werden. Seine künstlerische Weiterentwicklung blieb ihm während des Zweiten Weltkrieges verwehrt. 1943 starb der Verfolgte an den physischen und psychischen Zumutungen des Lebens in der Illegalität. SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, 17. MÄRZ 2000 On show at the Jewish Museum Vienna are 40 major works illustrating all periods of the artist’s life. Among the most impressive are Soutine’s animal still lives. Pictures include those from a series painted in the mid-1920s of slaughtered cattle, skinned, bisected, covered in blood and seemingly still twitching. In these images, Soutine breaks down the barrier between life and death, between food and dead meat, thus dealing with the reality of eating and being eaten as part of existence. Thick nervous strokes of paint create a gripping, emotional intensity. THE WALL STREET JOURNAL EUROPE, 12./13. MAI 2000 31. Mai – 17. September 2000 Style and Humor. Lucie& Paul Peter Porges Kurator: Werner Hanak Gestaltung: Büro Exner Paul Peter und Lucie Porges: zwei Lebensläufe, die praktisch gleichzeitig in Wien begannen(sie 1926 geboren, er 1927), über Zwangsemigration und Irrpfade zueinander fanden und seit fast 50 Jahren in New York einander ergänzen; zwei Karrieren – Zeichner und Modedesignerin –, die Bekanntheit und viel Anerkennung brachten und nun zu den Wurzeln zurückführten, zu einer Ausstellung im Jüdischen Museum in Wien, die das gemeinsame Motto präzise formuliert:“Style and Humor”. DER STANDARD ALBUM, 3. JUNI 2000 “Style and Humor” betitelt sich die Ausstellung über das Künstlerehepaar Lucie und Paul Peter Porges, und wenn man die beiden trifft, kriegt man schnell spitz, wer im Hause Porges wofür zuständig ist: Lucie zückt die Bürste, um das Haar ihres Gatten für die Fotosession in Ordnung zu bringen, und P.P.P., wie er seit Kindertagen genannt wird, beginnt sofort mit dem Schmähführen. In Momenten wie diesen ahnt man, dass eine bald ein halbes Jahrhundert währende Ehe – die Porges feiern nächstes Jahr ihre goldene Hochzeit – wohl einiger intrikater Mechanismen bedarf, um die vorhandenen Gegensätze in Balance zu halten und fruchtbar werden zu lassen. FALTER, 2. JUNI 2000 Das Jüdische Museum Wien zeigt ab dieser Woche die Ausstellung“Style and Humor”, die dem Werk und Leben von Lucie und Paul Peter Porges, beide im Abstand von drei Monaten 1926 und 1927 im selben Wiener Spital geboren, gewidmet ist: Lucie war von 1951 bis 1994 Zeichnerin und Entwerferin beim New Yorker Modehaus Trigère, Paul Peter hat in seiner Laufbahn als freier Cartoonist für so verschiedene Zeitschriften wie das amerikanische Nonsensmagazin“Mad” und den hoch elitären“New Yorker” gearbeitet. Nun wird das Lebenswerk der Porges erstmals gemeinsam präsentiert – ihre ungezwungenen Konfektionsstücke, die ausgehend vom“Pariser Chic” der fünfziger Jahre, zum Inbegriff der New Yorker 5th-Avenue-Eleganz wurden, und seine smarten, bösen oder intellektuellen Cartoons, die ebenso ein Stück Nachkriegsamerika illustrieren. PROFIL, 29. MAI 2000 Two who fled Austria in terror return in triumph. What really gets you is the red sweater with three white Ps across the breast, the same hand-knit sweater a 12-year old boy named Paul Peter Porges wore as he boarded a Kindertransport from Vienna to France on a wet, nasty night in March 1939, one step ahead of the Nazis. That this particular sweater has survived and is part of a retrospective honouring his life and work, along with that of his wife Lucie, who also barely got out of Vienna alive, perhaps symbolizes what makes this exhibition compelling: the everyday details of life. THE NEW YORK TIMES, 13. JULI 2000 14. Juni – 22. Oktober 2000 Ludwig Hirschfeld-Mack. Bauhäusler und Visionär Kurator: Peter Stasny Koordination: Reinhard Geir Architektur: Blaich+ Delugan In Zusammenarbeit mit MUSEION – Museum für Moderne Kunst Bozen und dem Jüdischen Museum der Stadt Frankfurt am Main Das Wiener Jüdische Museum erinnert unter dem Titel“Bauhäusler und Visionär” an diesen Avantgardisten der bewegten Farbe. Attraktion der Schau ist die Rekonstruktion der“Farbenlichtspiele”, wobei ein 1922/23 entworfener, mechanisch bedienbarer Lichtspielkasten Schablonen in einfachen geometrischen Formen wie Rechteck, Kreis oder Quadrat vor einer Leinwand rotieren lässt. Dank sechs eigens konstruierter Scheinwerfer werden magisch wirkende Farbbewegungen hervorgerufen, die der vor der Leinwand sitzende Betrachter auf sich wirken lässt. Die Rekonstruktion erwies sich als schwierig, da es über die Bedienung der Apparatur nur Skizzen im Berliner Bauhaus gibt. SALZBURGER NACHRICHTEN, 6. JULI 2000 Die Vielfalt des Bauhauses. Grafik, Malerei, Kinderspielzeug, Licht-Experimente, Farbentheorie, Musikinstrumente – Bau, Pädagogik – der“Bauhäusler und Visionär” Ludwig Hirschfeld-Mack(1893 – 1965) machte alles zum Gesamtkunstwerk. NEUE KRONEN ZEITUNG, 14. JUNI 2000 Hirschfeld-Macks Arbeit illustriert auf besonders deutliche Weise die Ideale der Bauhaus-Bewegung, deren systematisierter formaler Reduktionismus auch die Sehnsucht nach einer Welt ausdrückte, in der gleichberechtigte, einfache Elemente die Disharmonien der Realität kompensieren. Waren diese Formen auch noch mit Bewegung und Musik angereichert, so spielten die Bauhäusler damit auf eine kosmische Dimension an, die im besonderen Wassily Kandinsky in seiner Malerei verfolgt hatte, und der gerade subtile szenische Stücke wie die aus Licht projizierten, tanzenden Elementarfarbformen HirschfeldMacks eine – in der Ausstellung hoffentlich nacherlebbare – ganzheitliche Wirkung gaben, die gerade aus der Kenntnis heutiger Lichtkünstler wie dem französischen Architekten Jean Nouvel eine gewisse Aktualität hat. PARNASS. ÖSTERREICHISCHE KUNST- UND KULTURZEITSCHRIFT, MAI 2000 27. September – 3. Dezember 2000 “... und Rachel war schön.” Abel Panns Bilder zur Bibel Kurator: Oz Almog Koordination: Gerhard Milchram Gestaltung: Oliver Kaufmann Abel Panns Kunst sei repräsentativ für jene jüdische Mentalität,“die im Volk wurzelt”, nicht aber für den “Geist des Großstadtjudentums” schrieb der Wiener Publizist Felix Salten 1925 anlässlich einer Ausstellung der Werke Panns in der Wiener Secession. Der Maler wurde 1883 in Lettland als Sohn eines Rabbiners geboren, ging als Zwanzigjähriger nach Paris, um Malerei zu studieren, und ließ sich nach dem Ersten Weltkrieg in Jerusalem nieder, wo er 1963 starb. Die Neigung des Malers zum Volkstümlich-Erdigen inspirierte nicht nur gesellschaftskritische Karikaturen, auch seine tiefempfundenen und authentisch-schmucklosen Bibelillustrationen sind in diesem Geist geschaffen. DIE PRESSE, 29. SEPTEMBER 2000 Die Lolitas der Bibel. Von den schwarzen Locken, den schrägen Augen und den Lippen wie Rosenblättern schwärmen Kenner von Abel Panns biblischen Frauenporträts. Kein jüdischer Künstler hat Frauen so auffallend zum Zentrum seiner Malerei gemacht wie Abel Pann(1883 – 1963), ein Wegbereiter der zionistisch-israelischen Kunst. BLICK(ZÜRICH), 3. OKTOBER 2000 27. September – 29. Oktober 2000 Ein Toravorhang für Rosch ha-Schana Kuratorin: Felicitas Heiman-Jelinek Gestaltung: Martin Kohlbauer So lautete der Titel einer Installation, die zu diesem Hohen Feiertag präsentiert wurde. Im Mittelpunkt stand ein vom Museum neuerworbener Parochet, der ursprünglich aus dem Leopoldstädter Tempel stammte. Die von Martin Kohlbauer entworfene Vitrine verdeutlicht eindrücklich die gewaltige Größe, die allein der Aron des Leopoldstädter Tempels gehabt hatte. 7. November 2000 – 18. Februar 2001 Zwischen Ost und West. Galizische Juden und Wien Kuratorin: Gabriele Kohlbauer-Fritz Architektur: Christian Prasser Das Signet der Schau – im ersten Raum auch medial ins Monumentale kopiert – ist Samuel Hirszenbergs 1905 entstandenes Bild“Schwarze Standarte” des Jüdischen Museums in New York. Der architektonische Gestalter Christian Prasser hat es, wie auch andere Gemälde und Fotos, in schwarzen Holzschreinkuben und einer Installation mit Spiegeln besonders hervorgehoben, denn es zeigt den Exodus eines Volkes stellvertretend für die Geschichte der galizischen Juden. WIENER ZEITUNG, 4. JÄNNER 2001 Endlich angekommen, erwartete die“Ostjuden” in Wien ein seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmender Antisemitismus. Das und die unverhohlene Arroganz der Wiener, auch der assimilierten Judenschaft, gegenüber dem ärmlichen Erscheinungsbild der Provinzler waren entscheidende Faktoren für das Verhältnis zwischen Ost und West. In Wien wurde das durch die jüdischen Einwanderer aus Galizien scheinbar so rein verkörperte Stereotyp vom Ostjuden einerseits für allgemein antijüdische Propaganda missbraucht. Es muss nicht extra darauf hingewiesen werden, dass Adolf Hitler in seinen Wiener Jahren durch dieses Klima stark beeinflusst wurde. Andererseits stilisierten assimilierte Wiener Juden das Ostjudentum zum Ideal wahrer jüdischer Identität und Authentizität. PARNASS. ÖSTERREICHISCHE KUNST- UND KULTURZEITSCHRIFT, NOVEMBER 2000 13. Dezember 2000 – 25. März 2001 Die Welt der Ili Kronstein. Werke 1938 – 1943 Kuratoren: Werner Hanak, Elke Doppler Gestaltung: Christian Prasser, Thomas Geisler Nora Kronstein und die US-Historikerin Gerda Lerner, Töchter der“vergessenen” Wiener Künstlerin Ilona Kronstein(1897 – 1948), haben Wiens Jüdischem Museum den künstlerischen Nachlass ihrer Mutter geschenkt. Das Museum zeigt ihn jetzt.(...) 1938 mitten in Ili Kronsteins Entwicklung zur eigenständigen Künstlerin muss die Familie nach Gestapo-Verhören flüchten. In Vaduz trifft die Zeichnerin und Malerin eine ungewöhnliche Entscheidung: Sie verlässt die Familie, um in einem südfranzösischen Dorf nahe bei Nizza ganz ihrer Kunst zu leben. Dort findet sie über den Kubismus zu Abstraktion und Farbe – und erkrankt 1940 überraschend an multipler Sklerose. Ili Kronstein zeichnet und malt, solange es ihre Lähmung zulässt. Bis sie 1948 in Zürich stirbt. NEUE KRONEN ZEITUNG, 9. JÄNNER 2001 “Die Welt der Ili Kronstein” gibt es im Jüdischen Museum zu entdecken. Zu sehen sind 70 Zeichnungen und Pastelle sowie eine Audioinstallation zum pädagogischen Werk der Künstlerin. Sie dokumentieren viereinhalb Lebensjahre einer Künstlerin, die das Schicksal vieler österreichischer Kulturschaffender jüdischer Herkunft teilt – durch die nationalsozialistische Verfolgung in Vergessenheit geraten zu sein. WIENER ZEITUNG, 4. JÄNNER 2001 Wo es so viel Geschichtsverdrängung aufzuarbeiten gibt wie hierzulande, ist es eine noble Aufgabe, ein Leben wie dasjenige Ili Kronsteins der Vergessenheit zu entreißen. Sie fand spät zur Kunst und hinterließ ein schmales Werk, das offenbar nur zum Teil gerettet werden konnte. Fortschreitende multiple Sklerose setzte ihrer Arbeit schon Jahre vor ihrem Tod – 1948 in Zürich – ein Ende. DER STANDARD, 27. DEZEMBER 2000 Die wichtigsten Auslandsausstellungen des Jüdischen Museums der auch..?? Oz Almogs bunter Index Judaeorum- eine Chronik kultureller Obsession. Eine Kunstinstallation von Oz Almog Beit Hatefutsot/ Tel Aviv 16. Mai – 20. August 2000 Städtische Galerie am Markt Schwäbisch Hall 1. September – 12. November 2000 Wiener Einstellungen. Fotografien von Lisl Ponger Konzept und Idee: Felicitas Heimann-Jelinek/ Lisl Ponger Bálint, Jüdische Gemeinde Budapest 4. März – 1. April 2001 Ludwig Hirschfeld-Mack. Bauhäusler und Visionär MUSEION – Museum für Moderne Kunst Bozen 17. März – 28. Mai 2000 Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main 20. Dezember 2000- 22. April 2001 Außenveranstaltungen des Museums “Geraubte und enteignete Kunstobjekte”. Wiedererwerbungen des Jüdischen Museums In Zusammenarbeit mit den Wiener Kunst Auktionen im Palais Kinsky 19. September – 3. November 2000 Podiumsdiskussion am 21. September 2000 “Zur Problematik geraubter und enteigneter Kunstobjekte” Dr. Eva Klimek(Kulturredaktion des ORF), Dr. Karl Albrecht-Weinberger(Direktor des Jüdischen Museums der Stadt Wien), Hofrat Mag. Felix Schödl(Vorstand des Büros für Erkennungsdienst, Kriminaltechnik und Fahndung der Bundespolizeidirektion Wien), Dr. Herbert Giese(Kunsthändler) und Dr. Ernst Ploil(Rechtsanwalt, Experte der Wiener Kunst Auktionen), Diskussionsleitung: Otto Hans Ressler Begleitveranstaltungen zu Ausstellungen Begleitveranstaltung zur Ausstellung“Eden – Zion – Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum” 26. Jänner 2000 Jüdische Kunst in der Spätantike Anlässlich der Präsentation des Synagogenmosaiks von Sepphoris fand ein Vortragsnachmittag zu folgenden Themen statt: Univ. Prof. Dr. Kurt Schubert: Jüdische Kunst als Ausdruck jüdischer Frömmigkeit in der talmudischen Periode Dr. Zeev Weiss: Das Mosaik der Synagoge von Sepphoris und seine Bedeutung für das Verständnis der frühen jüdischen Kunst Univ. Prof. Dr. Günther Stemberger: Die Bedeutung des Tierkreises in der spätantiken Synagoge Veranstaltungen in Auswahl 2000 7. Februar 2000 Musikvortrag des israelischen Komponisten Max Stern In Zusammenarbeit mit der B´nai B´rith Zwi Perez Chajes Loge 12. März 2000 Tag der offenen Tür anlässlich“10 Jahre Jüdisches Museum Wien” 15. März 2000 Vortrag von Yoram Kaniuk: “A Jewish Renaissance or a Renaissance of Judaism in Israel?” In Zusammenarbeit mit“Or Chadasch” 30. März 2000 Buchpräsentation mit einleitenden Worten von Univ. Prof. Dr. Kurt Schubert: Renate Meissner: Die südjemenitischen Juden 2. April 2000 Konzert des Kantoralensembles Wien unter der Leitung von Rami Langer: Salomon Sulzer: Der große kantorale Prophet 13. April 2000 Vortrag György Dalos: Das andere Anderssein – Jüdische Literatur in Ungarn 31. Mai und 5. Juni 2000 Konzerte des Timna Brauer& Elias Meiri Ensembles: Jüdischkeit – Tradition im Wandel 7. Juni 2000 Konzert im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen: Das Amber Trio spielte Werke von Yechezkel Braun. 15. Juni 2000 “Gedichte vieler Jahre”: Elfriede Gerstl las aus ihrem Werk. 17. Juni 2000 Gastspiel des Jüdischen Theaters Austria im Rahmen des Projektes“Die lange Nacht der Museen”: Inszenierte Lesung mit anschließender Publikumsdiskussion Arthur Miller: Zwischenfall in Vichy 20. Juni 2000 Buchpräsentation gemeinsam mit dem Mandelbaumverlag: Gerhard Milchram: Heilige Gemeinde Neunkirchen. Eine jüdische Heimatgeschichte 27. Juni 2000 Tanz im Exil – Wera Goldmann Im Rahmen des Festivals“Jüdische Kultur in Wien” – ein Sonderprojekt von TANZ2000.AT in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Alte Schmiede 14. Dezember 2000 “Braune Flecken” in Österreichs Wissenschaftsgeschichte: Historiker Es sprachen und diskutierten: emer. Univ. Prof. Dr. Erika Weinzierl, a.o. Univ. Prof. Mag. DDr. Oliver Rathkolb und a.o. Univ. Prof. Dr. Gernot Heiß Familientage und Kinderprogramme Februar 2000 Zur Ausstellung“Eden – Zion – Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum”: Recycling-Mosaik aus der Zukunft. Kinder enträtselten das Mosaik von Sepphoris und bastelten ein eigenes Mosaik für die Zukunft. Februar 2000 Zur Ausstellung“...möcht‘ ich ein Österreicher sein”: Entdecken und Sammeln. Durch eine Rätselrallye lernten Kinder die Ausstellung kennen, brachten ihre eigenen Sammlungen mit und gestalteten damit eine eigene Ausstellung. 18. April 2000 Zur Ausstellung“Chaim Soutine. Ein französischer Expressionist”: Malen wie Chaim Soutine im kiddies-atelier 23. Juni 2000 Timna Brauer& Elias Meiri Ensemble: Der kleine Mozart. Eine musikalische Reise für Kinder und Eltern 22. Oktober 2000 Zur Ausstellung“Ludwig Hirschfeld-Mack. Bauhäusler und Visionär”: Drachenfest im Jüdischen Museum Kinderprogramme zu den jüdischen Feiertagen 19. März 2000 Wir feiern Purim! 20. April 2000 Wir feiern Pesach! 24. Dezember 2000 Wir feiern Chanukka! LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen Amtsausstattung(Geräte) Buchankäufe(669 Bände Fachliteratur) Buchankäufe für internationalen Tauschverkehr(Zuwachs 229 Bände) Druck von Publikationen Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse(Buchbinder) Werkverträge für wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten) Verfilmungen, Restaurierungen Übersetzungen Veranstaltungen Sonstige Kosten(Spezialmaterial) Mitgliedsbeiträge Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit Erwerb von Sammelstücken Baumaßnahmen, Betriebskosten: Errichtung des Holocaust-Mahnmals auf dem Judenplatz/Rate 2000 Errichtung Museumsquartier, einschließlich Vorplatz/Rate 2000 Bauliche Investitionen Museumsquartier, Historisches Museum, Hermesvilla, Virgilkapelle und andere Außenstellen Betrieb Jüdisches Museum Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter, etc. Zuführung in Sonderrücklagen Kindermuseum, Einrichtung Stadtarchäologie Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Abgeltung Energiekosten Projektförderungen Bezirksmuseum Hietzing Summe LIKUS Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe Altstadtsanierung Denkmäler, Denkmalbrunnen Sonstiges Summe LIKUS Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur Aktivitäten in den Bezirken Aktivitäten in Fußgeherzonen Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Wr. Volksbildungswerk, Projekte Summe LIKUS Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asset Marketing, Zeit für ein Gedicht 544.358,62 472.577,67 67.193,30 63.664,80 11.133,20 69.189,90 221.000,00 340.044,45 29.553,30 65.738,00 45.870,46 45.229,45 243.050,00 25.348.092,38 6.630.819,00 72.406.457,32 165.880.000,00 35.338.125,54 64.020.700,30 38.061.289,10 32.802.971,80 10.000.000,00 1.794.620,85 1.400.000,00 1.204.785,11 1.100.000,00 2.300.000,00 460.506.464,55 95.902.254,88 8.547.589,84 2.168.114,09 106.617.958,81 12.999.782,00 1.235,00 7.500.000,00 9.500.000,00 4.500.000,00 34.501.017,00 440.000,00 Buchankauf Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur Ges. f. Masse und Macht-Forschung Grazer Autorenversammlung Gruppe Wespennest Hauptverband d.Österr. Buchhandels Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Tage der NL Literatur Kunstverein Wien- Literatur im März Literarischer Verein Salon Literaturförderung 2000 Literaturkreis Podium Milena Verlag Multi Art Österr. Exilbibliothek- Jakov Lind Österr. Exilbibliothek im Literaturhaus Österr. Ges. für Literatur Österr. P.E.N. Club Österr. Schriftstellerverband Schule für Dichtung in Wien Thomas Bernhard Privatstiftung Übersetzergemeinschaft Verein eurozine Verein Sisyphus Druckkostenbeiträge: Album Verlag Bibliothek der Provinz Bildbuch Multimedia Verlag Dachs Verlag Das Jüdische Echo Deuticke Verlag Ed. Königstein Edition die Donau hinunter Editition Doppelpunkt Edition Kunstmarke Edition Selene Edition Splitter Edition Vabene Edition Wespennest Edition das Fröhliche Wohnzimmer Ephelant Verlag Institut für d. Donauraum u ME Institut für Geschichte der Juden in Österreich Kolik, Zeitschrift für Literatur Kunstvereinigung Akunst Literaturverlag Drosche Löcker Verlag Mandelbaum Verlag Milena Verlag Molden Verlag NÖ-Rundschau Österreichisches Literatenforum Passagen Verlag Paul Zsolnay Verlag Picus Verlag Promedia Druck- und VerlagsgesmbH Residenz Verlag 998.581,72 250.000,00 350.000,00 280.000,00 93.000,00 234.000,00 700.000,00 400.000,00 3.500.000,00 20.000,00 1.000.000,00 50.000,00 60.000,00 100.000,00 300.000,00 209.000,00 100.000,00 90.000,00 90.000,00 1.200.000,00 371.251,00 320.000,00 250.000,00 40.000,00 45.000,00 30.000,00 50.000,00 70.000,00 50.000,00 50.000,00 35.000,00 30.000,00 40.000,00 15.000,00 60.000,00 60.000,00 60.000,00 100.000,00 20.000,00 30.000,00 30.000,00 25.000,00 20.000,00 10.000,00 100.000,00 60.000,00 30.000,00 30.000,00 30.000,00 10.000,00 10.000,00 100.000,00 155.000,00 130.000,00 45.000,00 145.000,00 Südwind – Buchwelt Theodor Kramer Ges. Triton Verlag Verein zur Förderung des Wissenschatstransfer zwischen den Universitäten Verein Exil Verlag Blattwerk Verlag Holzhausen Verlag Sisyphus Verlag Styria VIZA Wieser Verlag Summe LIKUS Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher 3. CD-Roms Handschriftensammlung Musiksammlung auswärtige Buchbinder Mikrofilme Geräte-Ankauf Internet-Arbeiten Ausstellungen inkl. Kataloge Sonstige Ausgaben Summe LIKUS Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen Elternverein d. Lehranstalt Mater Salva Europäisches Forum Alpbach Huge Breitner Gesellschaft IG- Kultur Wien IG Kultur Österreich Initiative für regionale Kulturentwicklung Institut Pitanga Internationales Auschwitzkomitee Israelitische Kultusgemeinde Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung Kammer der Architekten und Ingenieur Konsulenten für Wien, NÖ, Bgld Verein Kärntner Singgemeinschaft in Wien Kunst- und Sozialverein Wochenklausur Kunstverein Wien, Prager Kulturtage Kuratorium"Rettet den Wald" Louis Braille Haus Österreichischer Akademischer Austauschdienst Pfarre Jedlesee Public Netbase Sommerhochschule der Universität Wien Springerin Unit f~Büro für Mode Verein Arbos Verein Arbos- Zusatz Verein Dans Kias Verein Ecce Homo 50.000,00 60.000,00 115.000,00 10.000,00 60.000,00 90.000,00 60.000,00 55.000,00 20.000,00 15.000,00 90.000,00 13.745.832,72 340.790,00 1.283.855,00 87.231,00 4.134.972,00 1.573.702,00 550.564,00 251.543,00 160.841,00 37.584,00 342.524,00 107.669,00 8.871.275,00 2.000,00 42.000,00 70.000,00 200.000,00 120.000,00 50.000,00 250.000,00 36.000,00 850.000,00 250.000,00 300.000,00 25.000,00 250.000,00 580.000,00 80.000,00 94.000,00 120.000,00 25.000,00 1.000.000,00 64.000,00 300.000,00 137.603,00 300.000,00 480.000,00 20.000,00 600.000,00 Verein eurozine Verein Exil Verein für Kulturwissenschaft Verein Jewish Welcome Service Verein Merlin Ensemble Wien Verein Schola Cantorum Verein Stadtforum Verein Stadtimpulse Verein Wien-Heldenplatz Verein Wiener Lehrer a cappella chor Verein zur Verbreitung zeitgenössischer österreichischer Bigbandmusik Verein zur Förderung Kultureller Partizipartion Vienna Flautists Wiener Salon Theater Mitgliedsbeitrag an Verein Österreichische Tourismuswerbung Beitrag für Kongressförderung und-werbung Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kleinkinder-, Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Summe LIKUS Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik Förderung Wiener Unterhaltungsmusik: Verband der Konzertlokalbesitzer Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: 1.Frauen-Kammerorchester Arnold Schönberg-Stiftung, Stiftungsbeitrag Chorvereinigung St. Augustin Ernst Krenek-Verein Gesellschaft der Musikfreunde Gustav Mahler-Jugendorchester Internationale Musikzentrum IMZ Klangforum Wien Komponistenförderung Kunstverein Wien, Kinderklang Kunstverein Wien, Musikprojekte Kunstverein Wien, Orgelkonzerte Musikalische Jugend Österreichs Österreichisches Volksliedwerk Pfarre Donaufeld Planet music media Projektförderungen Verein der Freunde der Wiener Hofmusikkapelle Verein der Freunde des Wiener Kammerorchesters Verein Ensemble 20. Jahrhundert Verein Hot Club de Vienna Verein IG Jazz Wien Verein Internationales Orchesterinstitut Attergau Verein Jazz Fest Wien Verein Klangforum Wien Verein Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer Verein MICA Verein Musica Juventutis 200.000,00 250.000,00 300.000,00 1.000.000,00 20.000,00 30.000,00 6.500.000,00 10.000.000,00 500.000,00 50.000,00 80.000,00 1.000.000,00 40.000,00 90.000,00 12.896.974,00 8.900.000,00 166.848.337,54 1.200.000,00 110.000,00 520.000,00 216.780.914,54 1.900.000,00 500.000,00 10.471.513,17 40.000,00 1.450.000,00 7.500.000,00 2.500.000,00 1.000.000,00 1.000.000,00 300.000,00 1.230.000,00 1.250.000,00 400.000,00 3.020.000,00 580.000,00 150.000,00 4.020.000,00 6.387.061,47 400.000,00 800.000,00 250.000,00 300.000,00 1.600.000,00 150.000,00 4.750.000,00 3.700.000,00 500.000,00 1.300.000,00 250.000,00 Verein Musikalische Jugend Österreich Verein Orpheus Trust Verein österreichische Kammersymphoniker Verein Porgy& Bess Verein Wiener Akademie Verein Wiener Jeunesse Orchester Verein Wiener Kammeroper Verein Wien-Modern Verein zur Förderung digitaler Tonkunst Vienna Art Orchestra Wiener Hofburgkapelle Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Meisterkurse Wiener Musikgalerie Wiener Symphoniker Wiener Volksliedwerk Summe LIKUS Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Förderungsbeiträge an Theater: Ateliertheater Drachengasse 2 Theater Ensemble Theater, Experiment am Liechtenwerd Faust Wien AufführungsgmbH Gesellschaft für Musiktheater Gruppe 80 IG Freie Theaterarbeit Inter Thalia Theater Interkult Theater International Theatre Kabarett Niedermair Kammeroper Kleine Komödie Komödie am Kai Lederers Theater am Schwedenplatz LINK Kosmos Frauenraum Neues Wiener Musiktheater Pygmalion Theater Raimundtheater Schauspielhaus Tanzquartier Wien Tanztheater Homunculus Theater an der Wien Theater beim Auersperg Theater Bühne 21 Theater Center Forum Theater der Jugend Theater des Augenblicks Theater in der Josefstadt Theater m.b.H. Theater Spielraum Theater zum Fürchten Theaterbrett Theatercombinat 2.300.000,00 600.000,00 150.000,00 1.200.000,00 1.700.000,00 650.000,00 350.000,00 9.000.000,00 100.000,00 700.000,00 100.000,00 17.800.000,00 950.000,00 600.000,00 155.200.000,00 780.000,00 249.878.574,64 26.760,00 800.000,00 6.500.000,00 8.000.000,00 500.000,00 21.000.000,00 650.000,00 8.400.000,00 700.000,00 8.000.000,00 3.100.000,00 2.000.000,00 1.500.000,00 9.300.000,00 3.000.000,00 450.000,00 300.000,00 2.000.000,00 800.000,00 600.000,00 95.950.000,00 16.000.000,00 500.000,00 80.000,00 121.550.000,00 2.500.000,00 800.000,00 800.000,00 45.600.000,00 2.700.000,00 92.750.000,00 3.500.000,00 1.800.000,00 2.500.000,00 2.200.000,00 420.000,00 Theaterverein Wien Theaterverein Wien-Kinderklang Tribüne Unit f~Büro für Mode Verein Alma Verein Arbos Verein for art, Brasil 2000 Verein Freie Bühne Wieden Verein Metropol Verein Odeon Verein T-Junction Verein Via Lana Verein Wiener Theaterpreis Ausfallshaftung Verein zur Förderung des künstlerischen Ausdruckstanzes Volkstheater Baukosten ASIFA Austria Asyl in Not Beinhardt Ensemble Circus Althof Jacobi Die Tribüne Drachengasse 2 Ensemble Theater Filmschule Wien Inter Thalia Jugendstiltheater Kabarett Stadnikow Komödie am Kai Kulturverein Spektakel Kurdische Kulturvereinigung Jarestan Lalish Theaterlabor Link Kosmos FrauenRaum Märchenbühne der Apfelbaum Marionettentheater Max Böhm-Gesellschaft Mechitaristen Congretation Medienkunstarchiv Odeon Österreichisches Filmmuseum Sargfabrik Schauspielhaus Schikanederkino Stadtinitiative Wien Szene Bunte Wähne Tanzatelier Prantl Theater am Alsergrund Theater Bühne 21 Theater Center Forum Theater des Augenblicks Theater in der Josefstadt Theater ohne Grenzen Theater Spielraum Theater Trittbettl Theater- und Puppenverein Le Petit Theatercombinat Theaterm.b.H. Theatermanufaktur Stodola 9.750.000,00 650.000,00 900.000,00 1.600.000,00 300.000,00 300.000,00 600.000,00 2.000.000,00 8.000.000,00 9.500.000,00 2.000.000,00 400.000,00 1.000.000,00 6.600.000,00 76.400.000,00 200.000,00 70.000,00 108.000,00 110.000,00 174.552,00 112.492,00 1.181.000,00 300.000,00 942.500,00 600.000,00 300.000,00 315.919,00 300.000,00 205.000,00 400.000,00 1.500.000,00 20.000,00 1.487.000,00 50.000,00 200.000,00 150.000,00 600.000,00 500.000,00 175.000,00 530.000,00 300.000,00 430.000,00 350.000,00 1.000.000,00 100.000,00 3.500.000,00 1.800.000,00 300.000,00 4.750.000,00 430.000,00 1.000.000,00 40.000,00 1.403.525,00 495.000,00 300.000,00 78.680,00 Theaterprojekt Pipifax Theaterverein Wien- Tanzzentrum im Muqua Theaterverein Wien Unif F~ Büro für Mode Verein d. Freunde unnützer Praktiken Verein Echoraum Verein Exil Verein Porgy und Bess Verein Via Volkstheater Wiener Filmfestwochen – Viennale Wiener Kammeroper Wiener Volksbildungswerk WUK Freie Gruppen 1. Wr. Lesetheater A.K.K.T. ACT 1 Affiche Aktionstheater Ensemble Am Donnerstag Amal Theater amfimixis Artact Artificial horizon Assitej Bernhard Ensemble BFI Bilderwerfer Broadway Piano Bar c.p.arts Cache Cache Carambolage Carinth- Bergmann Ensemble Chanson 2001 Chroma Clini Clowns Commedia 2000 Corona Shakespeare Company Culture meeting point Cybernatic Big Bang Dance Web Dans.Kias Das Loch Das Wr. Kindertheater Die Menschenbühne Die Wibschen Döblinger Kulturgemeinde Drama Wien Dramatic services Echoraum EigenArt Einmaliges Gastspiel Ensemble 90 Ensemble Parnass Erinnerungstheater Eu+A189ropean Art Projects 330.000,00 2.400.000,00 519.332,00 400.000,00 80.000,00 500.000,00 52.000,00 2.000.000,00 300.000,00 4.500.000,00 1.500.000,00 2.000.000,00 760.000,00 350.000,00 75.000.000,00 200.000 50.000 100.000 300.000 1.400.000 110.000 40.000 80.000 1.400.000 100.000 200.000 150.000 10.000 1.500.000 150.000 150.000 150.000 90.000 100.000 25.000 30.000 50.000 100.000 15.000 60.000 400.000 500.000 530.000 200.000 400.000 40.000 240.000 70.000 350.000 350.000 1.600.000 20.000 800.000 40.000 100.000 30.000 40.000 ETK Donadria Evang. Bildungswerk Extendend Movement Fadenschein Forum K Foxtrott und Moritz Freies Theaterhaus für Kinder Gang Art Gegenwartstanz Grünschnabel Gruppe Dokumenta Haga Susa Hauptschule Herzgasse Helios Theater Ich bin okay IG Freie Theaterarbeit In Viso Internationales Theaterseminar Wien Inuit production Jovita Dermota Kabinett ad Co Kabinetttheater Kaleidoskop Kinderchor St.Thekla Kinetis kis.production Kreativ am Werk Kroatischer Kulturhort Kulisse Kulturverein Energie Kulturverein Kaos Kunst und. Kurd. Kulturverein Jarestan L.E.O. Lalish Theaterlabor Last Exit t Le theatre de funambule Lebendes Theater Lusttheater Lux flux Mammut Theaterproduktionen Märchenbühne der Apfelbaum Marisa Growald Messing Network Modernes Tanztheater MOKI Moop Musikwerkstatt Wien Musique comedie Netzzeit Neue Oper Wien Neue Volksbühne New Media-X-Press Novi Sad ÖKS Österreichischer Tanzrat Österreichisches Theater Performing Arts Studios Vienna 30.000 10.000 20.000 180.000 250.000 80.000 15.000 310.000 500.000 50.000 100.000 250.000 40.000 30.000 40.000 790.000 140.000 20.000 300.000 40.000 50.000 480.000 49.499 20.000 60.000 500.000 10.000 90.000 50.000 30.000 50.000 120.000 70.000 100.000 70.000 180.000 10.000 92.000 770.000 200.000 130.000 450.000 40.000 160.000 1.200.000 300.000 450.000 3.000.000 10.000 4.500.000 6.000.000 30.000 215.000 10.000 30.000 21.501 2.000.000 200.000 Pilottanzt Pleasure Tone Podroom(Verein Union B) Projekttheater Proscenion Public Art Projects Puppentheater Lilarum Rote Nasen Sabotagen Salto Sargfabrik Schaulust GE. Wien Second nature SHIFZ Short message Showinisten Sinnpause Skorbut SOB 31 Sparverein Die Unzertrennlichen Stadttheater Wien Superamas Szene Bunte Wähne Tanzatelier Wien Tanztheater Homunculus Tanztheater Luz Tanztheater Wien Teatro Caprile Tempel Produktion Th.a.Alsergrund Theater al dente(Verein Konnectiv) Theater Ceroit Theater des Augenblicks Theater des Wandels Theater Foxfire Theater Fremdkörper Theater Gondal(Divina Komödie) Theater im Ohrensessel Theater Kontrapunkte Theater Mowetz Theater ohne Grenzen Theater Tanto Theater zum aufgebundenen Bären Theater.Punkt Theatergruppe Gohar Morad Theatergruppe ISKRA Theaterverein Caracho Theaterverein Fürst Theaterverein Glück gehabt Theaterwerkstatt Theatre de l'instant Theatro Piccolo TOC Theater Toxic Dreams Trans Wien Tripoint(Trans Wien) Trittbrettl V.z.F.künstlerischer Fotografie 1.300.000 15.000 20.000 1.400.000 400.000 30.000 2.000.000 50.000 200.000 910.000 700.000 100.000 700.000 30.000 340.000 1.000.000 850.000 100.000 20.000 25.000 850.000 100.000 620.000 2.500.000 2.500.000 300.000 2.200.000 40.000 400.000 40.000 30.000 200.000 530.000 10.000 880.000 20.000 20.000 150.000 30.000 60.000 1.000.000 300.000 500.000 750.000 100.000 30.000 15.000 50.000 100.000 40.000 70.000 220.000 30.000 500.000 200.000 100.000 300.000 10.000 V.z.F.unnützer Praktiken Verein"Im Tanz" Verein Clever Gretel Verein für emanzipatorische Erziehung Verein Globus Verein Imeka Verein Issue Verein Kunstgriff Verein Kunstwerk Verein Motor Verein Multikids Wien Verein Narrenschiff Verein Neu Wien Verein New moon Verein perform Verein Sources Verein Städtetheater Verein Tasc Verein Traumtänzer Verein Vergiftungszentrale Verein Via Verein zur Zeit VIE Dramastudio Vienna kreativ Viererallianz(ISKRA) Vindobona Vis Plastica Vladimir und Estragon W.U.T. Wiener Gehörlosen Sportclub 1901 Wiener Taschenoper Wiener Vorstadttheater Willy Pevny- Echoraum Zeit-ton Zoon Summe LIKUS Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst Dr. Ernst-Koref-Stiftung, Mitgliedsbeitrag Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: Architekturzentrum, Einrichtung Berufsverband bild. Künstler Österreichs Depot- Verein zur Förderung der Diskurskultur Die Kleine Galerie Fotogalerie Wien Galerie Krinzinger Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste IG bildende Kunst Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier Kunsthalle Wien Kunsthalle Wien, Einrichtung Künstlerhaus Kunstverein art phalanx 704.776.760,00 460.000 320.000 90.000 7.000 70.000 500.000 50.000 250.000 250.000 200.000 350.000 250.000 20.000 100.000 500.000 200.000 50.000 15.000 500.000 20.000 1.700.000 480.000 80.000 30.000 800.000 50.000 400.000 100.000 1.850.000 20.000 1.500.000 150.000 30.000 60.000 350.000 5.000,00 11.000.000,00 250.000,00 390.000,00 150.000,00 200.000,00 150.000,00 200.000,00 150.000,00 3.400.000,00 55.000.000,00 15.000.000,00 2.200.000,00 150.000,00 Kunstverein Wien Kunstverein Wien- Alte Schmiede Kunstverein Wien- Artothek Museum auf Abruf Österr. Kiesler-Privatstiftung Prämien für Kleingalerien Projektförderungen Triton, Verein für Kultur und Wissenschaft Vektor K- Verein für Kunst und Kultur Verein Architekturzentrum Wien Verein Blumberg Wiener Domerhaltungsverein Wiener Secession Summe LIKUS Hauptkategorie 9: Bildende Kunst 10.000.000,00 130.000,00 750.000,00 1.998.657,08 750.000,00 240.000,00 1.700.000,00 250.000,00 180.000,00 2.000.000,00 50.000,00 100.000,00 2.800.000,00 109.193.657,08 LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Asifa Austria Diagonale Forum Österreich Filmarchiv Austria Institut Pitanga Jungfilmerförderung Kinoförderung Österreichisches Filmarchiv- Austria Österreichisches Filmmuseum Schikaneder Kino Sixpack Film Start Produktion Verein Cultur2Cultur Verein zur Förderung der Film- und Fernsehkultur in Österreich Wiener Filmfestwochen Wiener Filmfonds Summe LIKUS Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video 94.000,00 200.000,00 1.494.000,00 690.000,00 5.000.000,00 10.000.000,00 600.000,00 2.400.000,00 94.000,00 595.000,00 710.000,00 94.000,00 100.000,00 17.500.000,00 110.000.000,00 149.571.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren Verein Kulturnetz WUK, Jahressubvention Summe LIKUS Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren 2.600.000,00 15.000.000,00 17.600.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Webster University Wissenschafts- und Habilitationsstipendien Summe LIKUS Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung 1.239.000,00 200.000,00 600.000,00 2.039.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration kulturelle Betreuung von Gruppen 432.385,50 Kulturverein Österreichische Roma Österr. Ost- und Südosteuropa-Institut UESCO- Arbeitsgemeinschaft Burgenländisch-kroatisches Zentrum Initiative Minderheiten Verein Hallamasch Verein Jugend für geeinte Welt Verein Mauthausen Auslandsaktivitäten Summe LIKUS Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen Wiener Festwochen Verein zur Förderung des künstlerischen Ausdruckstanzes Musiksommer-Klangbogen und Osterklang Blasmusikfest Bundesländertag Lebendige Weihnacht und Weihnachtsbaum Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Verein Wiener Stadtfeste Kulturverein Alsergrund Verein Wiener Kulturservice AICE Intern. Jugendmusikfest Summe LIKUS Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 1.210.000,00 30.000,00 290.000,00 300.000,00 200.000,00 700.000,00 30.000,00 500.000,00 3.675.000,00 7.367.385,50 170.000.000,00 3.340.000,00 65.948.822,18 3.025.902,40 720.727,50 554.576,31 1.900.000,00 10.100.000,00 300.000,00 20.200.000,00 850.000,00 276.940.028,39 FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagament erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung LIKUS- Hauptkategorie 15: Intern. Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 460.506.464,55 106.617.958,81 34.501.017,00 13.745.832,72 8.871.275,00 216.780.914,54 249.878.574,64 704.776.760,00 109.193.657,08 149.571.000,00 17.600.000,00 2.039.000,00 7.367.385,50 276.940.028,39 2.358.389.868,23 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 1999 HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR DR. PETER MARBOE © 2000 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Walter Obermaier(MA 9) Dr. Günter Düriegl(MA 10) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Dr. Peter Zawrel(Wiener Filmfonds) Dr. Karl Albrecht-Weinberger(Jüdisches Museum der Stadt Wien) Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at http://www.wien.gv.at/ma07/ VORWORT KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik Theater Literatur Bildende Kunst Kunsthalle Wien Alltagskultur Altstadterhaltung und Denkmalpflege Bezirksmuseen Ehrungen Interkulturelle Maßnahmen Stipendien Film und Video Wiener Filmfinanzierungsfonds Wiener Festwochen Beratungsstelle für Kulturarbeit WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) MUSEEN DER STADT WIEN(MA 10) Jüdisches Museum der Stadt Wien FÖRDERUNGEN INHALT . Stadtrat Dr. Peter Marboe VORWORT Der Kunst- und Kulturbericht gibt Auskunft über die Ausgaben der Stadt Wien im kulturellen Bereich, über den Einsatz von rund zwei Milliarden Schilling Steuermitteln für Kunst und Kultur. Damit stellt sich auch die Frage der Legitimation. Was kann und will die Kulturpolitik mit dieser doch erheblichen Summe bewirken? Trägt sie dazu bei, das Leben der Menschen in dieser Stadt schöner, sinnvoller, erfüllter zu gestalten? Ist der finanzielle Aufwand dafür in Zeiten schwieriger Budgets gerechtfertigt? Gibt es das Einverständnis der Bürger, der Steuerzahler, mit der Kulturpolitik, mit den Maßnahmen, die hier gesetzt werden? Wir sind in Wien in der glücklichen Lage, eine weitgehende Zustimmung der Bevölkerung mit dem kulturpolitischen Engagement der Stadt voraussetzen zu können, ohne die von der Identifikation der Stadt als Kulturmetropole getragen wird. Diese Zustimmung schlägt sich auch in den politischen Gremien der Stadt nieder, die generell Maßnahmen, Reformen, Verbesserungen im kulturellen Bereich positiv und zustimmend gegenüber stehen. Grundlage dafür ist das Bewusstsein, dass Kultur immer mehr als sinnstiftendes Element im weitesten Sinn begriffen wird. Kultur bringt die Menschen zusammen, schafft Kontakte und Kommunikation, trägt durch Erleben letztlich dazu bei, dem Leben mehr Sinn zu geben. Für die immer differenziertere, von Parti­ kularinteressen bestimmte Gesellschaft stellt die Kultur einen Integrationsfaktor dar, für die mündigen BürgerInnen ein wesentliches Mittel der Artikulation. Kunst und Kultur können schließlich auch jenes Bewusstsein für Identität und Gemeinschaft schaffen, das auch dialogfähig ist, Partnerschaften eingehen kann, Respekt vor dem anderen zeigt. „Kultur ist die Substanz, um die es in der Politik geht“ hat Richard von Weizsäcker gesagt und damit der Kultur einen umfassenden Stellenwert eingeräumt. Die ethische Dimension, die Weizsäcker damit anspricht, braucht eine kulturpolitische Programmatik. Eine Pro­ grammatik, die im Sinne humaner, demokra­ tischer Politik Rahmenbedingungen für die freie Entwicklung der Künste setzt, die den Künstlern die bestmögliche Entfaltung ihrer Kreativität ermöglicht, die auch Unkonventionelles und Neues nicht nur zulässt, sondern bewusst fördert. Dabei ist aber auch der Dialog mit dem Publi­ kum zu suchen und seine Position im Verstehen, im Wahrnehmen und in der Kon­ frontation mit der Kunst aufzuwerten. Wenn Max Reinhardt vom Ensemble auf der Bühne im Miteinander mit dem Ensemble im Publikum gesprochen hat, so hat das nicht nur für das Theater seine Gültigkeit, sondern auch für alle anderen kulturellen Bereiche. Für dieses Miteinander hat die Kulturpolitik einzutreten, indem sie Barrieren zwischen Publikum und Künstlern abträgt, indem sie allen kulturellen Sparten und für die darin tätigen Künstler ge­ rechte Chancen eröffnet und damit auch die notwendigen Voraussetzungen für künstlerische Arbeit schafft. Die Wiener Kulturpolitik hat in den vergangenen Jahren erfolgreich versucht, das Kulturleben der Stadt in diesem Sinn weiterzuentwickeln. So wurde mit der Einrichtung des „Theaterdienstags“ ein weiterer Schritt der Theater hin zum Publikum ermöglicht. Mit den im Bau befindlichen Zentren für Kinderkreativität oder Tanz im Museumsquartier werden Defizite ausgeglichen, die die Stadt bisher in diesem Bereichen hatte. Ob Film, Jazz oder Alltagskultur: entscheidende Weichenstellungen schaffen neue Optionen für die Zukunft. Einige Beispiele: Neben den großen Institu­ tionen der bildenden Künste entstehen im Museumsquartier unter anderem ein Kinderkreativ- und ein Tanzzentrum. Die Kultur für die nachkommende Generation zugänglich zu machen, das Publikum, die Rezipienten der Kultur schon in jungen Jahren zu gewinnen, war von Anfang an ein erklärtes Ziel der Kulturpolitik dieser Regierung. Dazu gehören die Vernetzung der entsprechenden Angebote, die Qualitätssicherung in der Kinderkultur, das Eingehen auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, aber auch die Früherkennung großer Talente. Das nun in Bau befindlichen Kinderquartier wird dann ein umfassendes Angebot zur künstlerischen Auseinandersetzung und Betätigung bieten: mit dem Kindermuseum„Zoom“, das in erweiterter Form permanente und Wechselausstellungen zeigen wird, mit dem Theater für Kinder, mit einer Probebühne, mit Workshops und einer Infostelle für Kinderkultur. Auch das neue Zuhause für den Tanz im Museumsquartier nimmt bereits konkrete Formen an. Auf rund 1200 Quadratmetern ist ein neues Tanzzentrum im Entstehen, das mit drei Studios, einer entsprechenden Infrastruktur und einer Tanzhalle für rund 300 Besucher sowie der Möglichkeit der Bespielung der großen . Veranstaltungshalle für 1000 Besucher dem Tanz neue Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Insgesamt präsentiert sich das Museums­ quartier derzeit als größte Kulturbaustelle Europas. Die Mischung aus großen und kleineren Institutionen, die im Quartier ihren Platz finden werden, verspricht einen Standort vielfältigen kulturellen Lebens, wie ihn Wien in dieser Form noch nie hatte und der auch inter­ national kein Beispiel haben dürfte. Weitere große Bauprojekte im Kulturbereich, die derzeit durchgeführt werden, sind die bereits weit gediehene Sanierung des Wiener Konzert­ hauses und der Neubau für das Wiener Stadt­ und Landearchiv in einem der Simmeringer Gasometer. Das Archiv kann damit seine Platzprobleme in einem architektonisch weg­ weisenden Gesamtprojekt lösen, das die wert­ vollen Industriebauten der Jahrhundertwende einer neuen Bestimmung zuführt. Vor der Fertigstellung im Herbst dieses Jahres steht schließlich das Projekt Judenplatz mit dem Mahnmal von Rachel Whiteread und dem gesamten musealen Bereich von den mittel­ alterlichen Ausgrabungen bis zum Informa­ tionsraum über die Shoa im renovierten Misrachi-Haus. In Angriff genommen wurde 1999 auch die wichtige Frage der Restitution von Kulturgütern. Es wurde für die betreffenden Abteilungen, vor allem das Historische Museum der Stadt Wien, die Stadt- und Landesbibliothek und das Stadt­ und Landesarchiv, eine unabhängige Kommission eingerichtet, die die Aufgabe hat, ungeklärte Provenienzfragen von Kunstwerken zu klären, die in der Zeit des Nationalsozialismus und danach vor allem von jüdischen Besitzern„erworben“ wurden. Die Kommission gibt nach Klärung der Sachlage ihr Sachurteil an die zuständigen Politiker weiter, die entsprechend dieser Empfehlung die notwendigen Schritte einleiten. Bereits abgeschlossen sind die Reformen im Film- und Kinobereich. So wurden die Budgetmittel für die Filmfinanzierung von 50 auf 110 Millionen Schilling aufgestockt und zugleich die gesamte Struktur der Filmfinanzierung reformiert und in Richtung Eigenständigkeit ausgerichtet. Damit wurden seitens der Stadt die Voraussetzungen geschaffen, Wien längerfristig wieder zu einem attraktiven Produktionsstandort für den Film zu machen. Das Festival„Viennale“ hat – mit der Präsi­ dentschaft des vielfach„Oscar“-gekrönten aus Wien gebürtigen Produzenten Eric Pleskow noch an Attraktivität und internationaler Akzeptanz gewonnen. Um die urbane Kino­ landschaft in Wien konkurrenzfähig gegenüber den Multiplex-Centers zu halten, wurde eine mit zehn Millionen Schilling jährlich dotierte Kinoförderung ins Leben gerufen, die den innerstädtischen kleineren Kinos helfen soll, programmatisch und infrastrukturell für das Publikum noch attraktiver zu werden und damit ihr Publikum zu halten. Um die genannten Schritte zu setzen – wie generell für das gesamte Spektrum der kultur­ politischen Arbeit – bedurfte es der engagierten und kenntnisreichen Mitarbeit der politischen Gremien, vor allem der Mitglieder der Stadtregierung und des Kulturausschusses wie der zuständigen Beamtenschaft. Ihnen allen ist ebenso zu danken, wie den Steuerzahlern, die letztlich alle kulturpolitischen Initiativen er­ möglichen. Der Dank für all das, was in Wien kulturell geschieht, gilt aber vor allem den Künstlern und den in der Kulturvermittlung Tätigen. Sie alle leisten ihren Beitrag dazu, dass die Stadt sich bewegt, dass sie sich weiterentwickelt, dass sie als Kulturmetropole auch heute bestehen kann. Dafür gilt ihnen unser Dank und die Versicherung, dass die Wiener Kulturpolitik auch in Zukunft alles tun wird, um die bestmöglichen Voraussetzungen für die Kreativen der Stadt zu schaffen. . KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK 1999 stand im Zeichen zahlreicher Jubiläen. Jahresregenten waren Johann Strauß Sohn (100. Todestag) und Johann Strauß Vater(150. Todestag). In unterschiedlichsten Veran­ staltungen, Ausstellungen und Symposien wurde versucht, Unbekanntes und Neues auf­ zuzeigen. Konzerte mit dem Johann Strauß Orchester unter der Leitung von Alfred Eschwé brachten einen Querschnitt des Schaffens dieser bedeutenden Musiker. Aus Anlass des 100. Todestages veranstaltete die Johann Strauß Gesellschaft erstmals einen OperettenGesangswettbewerb. In einem Festkonzert im Juni im Schlosstheater von Laxenburg wurde der Preisträger von einer namhaften Jury(KS Christa Ludwig, KS Sona Ghazarian, KS Heinz Zednik und KS Thomas Moser) ermittelt. Die Kulturabteilung der Stadt Wien stellte den mit ATS 50.000,-- dotierten ersten Preis zur Ver­ fügung. Ein mehrtägiges Symposion im September stellte die Operette in den Mittelpunkt. Tagungsort war das Radio Kulturhaus, namhafte Fachleute aus dem In- und Ausland, Künstler und Regisseure, Direktoren und Intendanten referierten. In zahlreichen Konzerten wurde auch des 150. Geburtstages von Frederik Chopin gedacht. Um den Ruf Wiens als Musikstadt auch heute noch gerecht werden zu können, ist es vor­ rangige Notwendigkeit, großes Augenmerk auf die Nachwuchsförderung zu legen. Um schon den Kindern im Vorschulalter Musik näher zu bringen, veranstaltet der Kunstverein Wien neben der Kindermusikwoche in den Se­ mesterferien auch sonntägliche Kinderkonzerte, die sich großen Zuspruchs erfreuen. Kurz vor dem Beginn der Sommerferien bietet das Festival Kinderklang, das in Zusammenarbeit mit der Musikalische Jugend Österreichs durchgeführt wird, ein abwechslungsreiches Programm. Junge Künstler brauchen die Möglichkeit, Er­ fahrungen zu sammeln und in der Praxis ihr Können zu erweitern. Der Verein Musica Juventutis, das Wiener Jeunesse Orchester und das Gustav Mahler Jugendorchester nehmen sich mit enormen Erfolg dieser Aufgabe an. Eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und sich an anderen Musikern zu messen, ist für junge Künstler von besonderer Wichtigkeit und Bedeutung. Wettbewerbe bieten dazu die ideale Möglichkeit. Der Belvedere Hans Gabor Gesangswettbewerb, durchgeführt von der Wiener Kammeroper, bietet neben dem Gewinn eines Preisgeldes die Möglichkeit eines Engagement an eines der führenden Opernhäuser, deren Direktoren als Juroren tätig sind. Renommierte internationale Künstler verleihen Sängern mit abgeschlossener Ausbildung beim Wiener Musikseminar und bei den Wiener Meisterkursen den letzten Schliff. Für Instrumentalisten bietet Wien als Austragungsort des Fritz Kreisler Violinwettbewerbes und des Beethoven Klavierwettbewerbes große Chancen. Das Orchester der Stadt Wien, die Wiener Symphoniker, sind nicht nur in Wien(Zyklus im Musikverein) oder bei den Bregenzer Fest­ spielen unverzichtbarer Teil des Musiklebens, sie tragen den Ruf Wiens als Stadt der Musik durch ihre Tourneen in die ganze Welt. Auch 1999 war die Stadt Wien bemüht, zum einen die drei großen Veranstalter- die Ge­ sellschaft der Musikfreunde, die Konzerthaus­ gesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs- zu unterstützen, gefördert wurden darüber hinaus auch verschiedene Ensembles wie das Clemencic Consort oder das Klangforum Wien. Vielfältig ist das Angebot diverser Festivals über das Jahr verteilt. Das Frühlingsfest, alternierend von der Gesellschaft der Musikfreunde und der Wiener Konzerthausgesellschaft durchgeführt, konnte auch 1999 wieder steigende Besucherzahlen registrieren. Das Jazzfest ist ein Fixpunkt für alle Jazzliebhaber, und im Herbst stehen das Jeunesse Festival und das Festival"Wien Modern" im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Musikfreunde. . Kompositionsaufträge erweitern das Repertoire und sichern die Einkommenssituation zahlreicher Wiener Komponisten. Die Generalsanierung des Wiener Konzert­ hauses wurde 1999 fortgesetzt. . OsterKlang Wien ´99 27. März bis 6. April 1999 Als mittlerweile fixer Bestandteil des Wiener Kulturlebens wurde OsterKlang Wien auch 1999 enthusiastisch vom Publikum aufgenommen. Alle Aufführungen waren ausverkauft. Wie schon in den beiden Vorjahren wurde das Festival mit einem Konzert der Wiener Philharmoniker- diesmal unter Sir Roger Norrington- im Wiener Musikverein eröffnet. Gespielt wurde J.S. Bachs Messe in h-Moll. Auch im zweiten Jahr der Zusammenarbeit verlief das Gastspiel des London Philharmonic Orchestra sehr erfolgreich: am ersten Abend gestalteten Felicity Lott und Kurt Masur Richard Strauss´„Vier letzte Lieder” sowie Anton Bruckners„Romantische”. Tags darauf war Jazzpianist Chick Corea mit einem Konzert von Mozart und Eigenkompositionen im Musikverein zu erleben. Auch eine Uraufführung eines eigenen Werkes brachte Chick Corea nach Wien:„Easter Offering”. Johannes Prinz präsentierte mit dem Wiener Kammerchor„Via Crucis”, einen Kreuzweg in Licht und Ton. Martin Haselböck entdeckte mit seiner Wiener Akademie wieder einmal eine barocke Rarität: das Passionsoratorium„Il Fonte della Salute” von Johann Joseph Fux kam nach zwei Jahrhunderten erstmals wieder in der Hofburgkapelle zur Aufführung. Einen ganz besonderen Erfolg bei Publikum und Medien konnte OsterKlang Wien ´99 mit Jules Massenets szenischem Oratorium„Marie Magdeleine" verbuchen. Erwin Piplits inszenierte die österreichische Erstaufführung des Werkes im Wiener Odeon, Bertrand de Billy dirigierte das RSO-Wien. In den Hauptrollen waren u.a. Ana María Martinez und Jeffrey Francis zu hören. Das Oster.Nachtkonzert im Wiener Stephansdom unter der Leitung von Johannes Ebenbauer war mit zwei Kantaten und dem„Alla breve” für Orgel ganz dem Schaffen J.S. Bachs gewidmet. Am Ostermontag gaben Martha Argerich und Alexandre Rabinovitch einen Abend mit Werken für zwei Klaviere, darunter Olivier Messiaens „Visions de l´Amen”. Damit wurde der dreijährige Messiaen-Zyklus im Rahmen von OsterKlang vorerst abgeschlossen. Das glanzvolle Finale des Festivals bildete die semikonzertante Aufführung von Henrik Ibsens „Peer Gynt” im Wiener Konzerthaus. Klaus Maria Brandauer verkörperte die Titelrolle; die Deutsche Kammerphilharmonie unter Thomas Hengelbrock konzertierte Griegs Schauspielmusik auf höchstem Niveau. Das Interesse an Engelspfad II, welcher wieder Klanginstallationen an sieben Engelsstatuen der Wiener Innenstadt zeigte, sprengte alle organisatorischen Grenzen. Teilweise folgten über 400 Personen den musikalischen Führungen durch den ersten Bezirk. Eine Ausweitung ist mit Engelspfad 2000 bereits geplant. Kartenpreise OsterKlang Wien ´99 Veranstaltung/Preiskategorie A B CDE F GH Wiener Philharmoniker 27., 28.3. Musikverein 950 850 750 660 580 480 380 200 London Philharmonic 29., 30.3. Musikverein 780 690 600 510 420 330 240 150 Via Crucis 31.3.Odeon 350 250 150 Parsifal 1., 3.4. Staatsoper- 1600 1200 900 450 300 Il fonte della salute 1.4. Hofburgkap. 400 250 Marie Magdeleine 2., 3., 5.4. Odeon 550 480 380 250 Wiener Symphoniker 4.4. Musikverein 450 410 350 300 210 Oster.Nachtkonzert 4.4. Stephansdom 550 450 350 150 M. Argerich, A. Rabinovich 5.4. Musikverein 600 510 420 330 240 150 Peer Gynt 6.4. Konzerthaus 680 600 520 450 350 280 200 150 Auslastung: 100% . Gesamtbesucherzahl(inkl.„Parsifal” an der Wiener Staatsoper und„Frühling in Wien”): 18.000 OsterKlang Wien Intendanz: Rathausstraße 4 A-1010 Wien Tel: 4000/8400 Fax: 4000/99-8400 email: info@osterklang.at Kartenverkauf: Stadiongasse 9 A-1010 Wien Tel: 427-17 Fax: 4000/99-8410 email: tickets@osterklang.at KlangBogen Wien ´99 27. Juni bis 4. September 1999 Mit KlangBogen Wien ´99 wurde im Sommer ein anspruchsvolles und erfolgreiches Programm in den Bereichen Oper, Operette, Konzert und Kammermusik geboten. Sowohl die Eröffnung mit den Wiener Symphonikern unter Georges Prêtre als auch das Abschlusskonzert der Tschechischen Philharmonie unter Vladimir Ashkenazy im Wiener Musikverein wurde vom Publikum „gestürmt". Auch heuer war das Theater an der Wien wieder der zentrale Spielort, an dem die zehn Vorstellungen von Johann Strauß´ Operette „Wiener Blut”, fünf Vorstellungen von Louis Spohrs Oper„Faust” sowie die vierteilige Sonderkonzertserie mit Stars wie Nicolai Gedda, Gidon Kremer, Michael Heltau und Johan Botha stattfanden. Das Konzert mit Nicolai Gedda war dem Jahresregenten Johann Strauß gewidmet;„Ein Fest für vier Sträusse” huldigte auch Richard Strauss, Johann Strauß Vater und Oscar Straus. Mit„Goethe- zu Gast in Österreich” unternahm Michael Heltau eine musikalisch­ literarische Entdeckungsreise im Goethe-Jahr. Gidon Kremer hingegen begeisterte mit einem Tangoprogramm. In Fortführung dieser Pro­ grammlinie übernimmt der Stargeiger im Rahmen von KlangBogen Wien 2000 die musikalische Leitung der Tango-Operita„María de Buenos Aires” von Astor Piazzolla. Louis Spohr komponierte sein Werk 1813 während seiner Tätigkeit als Kapellmeister des Theaters an der Wien für eben dieses Theater. Torsten Fischers moderne Sichtweise des „Faust” unterstrich die Dramatik des Werkes in bester Weise, ohne die Logik von Musik und Handlung zu verletzen. So wurden die Haupt­ darsteller Regina Schörg, Mary Mills, Mel Ulrich und Gidon Saks nicht nur zu gesanglichen, . sondern auch zu schauspielerischen Höchstleistungen animiert. Ralf Weikert sorgte mit dem RSO-Wien für einen packenden musikalischen Ablauf. Die Reaktionen von Publikum und Medien bewiesen jedenfalls, dass im sommerlichen Wien großes Interesse an derartigen„Ausgrabungen” zu Unrecht ver­ gessener Werke besteht. Die zweite große Neuproduktion im Theater an der Wien war„Wiener Blut” in der Inszenierung von Werner Schneyder. Auch wenn die Wiener Medien die szenische Umsetzung kritisierten, so bestätigt eine Aus­ lastung von über 96% das rege Publikumsin­ teresse, das vor allem auf die sehr guten sängerischen Leistungen der Protagonisten zurückzuführen war. Edith Lienbacher und Birgid Steinberger glänzten in den weiblichen Hauptrollen, Michael Hofstetter konnte das Orchester des Theaters an der Wien im unge­ wohnten Genre zu einer sehr ansprechenden Leistung motivieren. Mit besonderem Enthusiasmus wurde die dritte szenische Produktion aufgenommen- eine Zusammenarbeit mit der freien Operngruppe NetzZeit. Michael Scheidl zeichnete für die szenische Erstaufführung von Ernst Kreneks Oper„Der Glockenturm” verantwortlich; Andrew Murphy gestaltete den Part des besessenen Glockengießers Bannadonna. Gespielt wurde im Semper-Depot, dem nun schon traditionellen Veranstaltungsort für Moderne Oper im Rahmen von KlangBogen. Mit einer Auslastung von „110%” konnte das Wiener Sommerfestival eindrucksvoll darlegen, dass es in Wien sehr wohl Publikum für die zeitgenössische Oper gibt. Auch ein reichhaltiges Kammermusikprogramm wurde geboten: Der Streichquartettzyklus im Palais Palffy, bei dem sämtliche Streichquartette von W. A. Mozart zur Auffüh­ rung kamen, war ebenso wie die Johann StraußSerenaden im Palmenhaus im Burggarten und die Kleine Schubertiade Wien im Schubert Geburtshaus innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Mit dem Open Air am Josefsplatz,„La Valse- À la Russe”, musiziert vom TschaijkowskijSymphonieorchester Moskau unter Vladimir Fedosejew, wurde die Open Air-Serie der vorangegangenen Jahre weitergeführt. Im Rahmen der fünf Orchesterkonzerte im Großen Redoutensaal der Wiener Hofburg sorgten Publikumslieblinge wie Derek Lee Ragin, James Galway, Sarah Chang und Olaf Bär für künstlerisch bemerkenswerte Aufführungen. Kartenpreise KlangBogen Wien ´99 Veranstaltung/Preiskategorie ABCDEF G Eröffnungsmatinée 27.6. Musikverein 450 410 350 300 210 Wiener Blut 10.7.-4.8. Theater/Wien 700 600 500 400 250 150 Faust 31.7.-14.8.Theater/Wien 800 680 550 400 250 150 Die Lustige Witwe 6.-22.8 Staatsoper 1000 800 650 500 400 250 150 Der Glockenturm 18.8.-1.9. Semper-Depot 300 Johann Strauß-Konzert 4.7. Theater/Wien 700 600 500 400 250 150 KREMERATA Theater/Wien 550 450 380 300 220 150 Open Air 1.8. Josefsplatz 450 250 Goethe 3.8. Theater/Wien 550 450 380 300 200 150 Vier Sträusse 11.8 Theater/Wien 550 450 380 300 200 150 Orchesterkonzerte 25.7.-27.8. Redoutensaal 600 450 350 200 Orchesterkonzerte 3., 4.9. Musikverein 680 600 520 450 350 280 200 Strauß Serenaden 1.-29.7. Palmenhaus 250 Mozart 4 Strings 6.7.-17.8. Palais Palffy 250 Schubertiade 24.8.-2.9. Geburtshaus 250 Auslastung: 98% Gesamtbesucherzahl(inkl. Stehplätze beim Open Air am Josefsplatz): 33.000 KlangBogen Wien Intendanz: Rathausstraße 4 A-1010 Wien Tel: 4000/8400 Fax: 4000/99-8400 email: info@klangbogen.at Kartenverkauf: Stadiongasse 9 A-1010 Wien Tel: 427-17 Fax: 4000/99-8410 email: tickets@klangbogen.at H 150 . Theater Im letzten Kunstund Kulturbericht der Stadt Wien aus dem Jahr 1998 wurde ausführlich der „2. Akt einer gelungenen(kulturpolitischen) Inszenierung“, nämlich die 3-Jahresverein­ barungen für die Wiener Theater(und andere kulturelle Institutionen) beschrieben. Im gleichen Artikel wurde auf das gesamte Maß­ nahmenpaket verwiesen, welches aus damaliger Sicht lediglich 4 Akte umfasste, logischerweise – dem klassischen Drama zufolge – aber einen 5. Akt beinhalten sollte, und in seiner Gesamtheit eine neue Theaterstruktur für Wien darstellt: 1. Akt: Finanzielle Sanierung der Bühnen(be­ gonnen 1997) 2. Akt: 3-Jahresvereinbarungen(1998) 3. Akt Theaterkampagne(1999) 4. Akt: Theaterpreis(2000) 5. Akt: Neuordnung der Theaterförderung und der Bühnenlandschaft(2001) Der diesjährige Beitrag bezieht sich auf das Jahr 1999, und folglich soll hier auf die Theaterkampagne näher eingegangen werden. Als der amtsführende Stadtrat für Kultur, Dr. Peter Marboe, im Jahr 1996 sein Amt antrat, hat ihn eine Zahl besonders verstört, nämlich die ominösen 5 Prozent der Wienerinnen und Wiener, die in verschiedenen Untersuchungen angibt, öfter als einmal im Jahr ins Theater zu gehen. Diesen Prozentsatz anzuheben, war und ist ihm daher ein ganz persönliches Anliegen. Und so ist es nicht zufällig, dass – wieder in Analogie zum klassischen Drama – der 3. Akt, der Höhepunkt also, in einer für den kulturellen Bereich einmaligen, von der Stadt finanzierten Werbekampagne für die Wiener Theater bestand. Im Jahr 1998 wurde eine Reihe von Werbe­ agenturen eingeladen, sich Gedanken zum Thema Theater und dem damit verbundenen Umfeld zu machen und eine Kampagne für diese zu entwickeln. Von einer Jury, der auch von den Theatern nominierte Vertreter angehört haben, wurde schließlich die Kampagne der Agentur AHA auserkoren, die sich im wesentlichen auf Plakate beschränkt hat und als zentrale Botschaft – in der ersten und zweiten Plakatwelle – die Einführung des Theaterdienstages(„Wer zu zweit kommt, zahlt nur einmal“) bewarb. Die dritte Plakatwelle sollte Vorurteilen, warum die Menschen möglicherweise nicht ins Theater gehen, ent­ gegentreten. Neben dem Theaterdienstag, der zum ersten Mal am 9. März 1999 in allen Wiener Theatern – mit Ausnahme von Burg und Akademie – mit großem Erfolg durchgeführt werden konnte, wurden eine zentrale Theaterhotline und Vorverkaufsstellen einge­ richtet. Bis zum heutigen Tag(Ende März 2000) wurden in dieser Aktion rund 35.000 Karten umgesetzt, eine Verschiebung von Theaterbesuchen von einem anderen Wochentag auf den Dienstag blieb ebenso aus wie befürchtete Einnahmenverluste bei den Bühnen. Es bleibt zu hoffen, dass Sie schon heute den Kulturberichten der Jahre 2000 und 2001 mit Interesse entgegenblicken, in denen dann die beiden letzten Akte beschrieben werden. Bis dahin ein Tipp: Gehen Sie ins Theater oder, wie Farkas schon sagte:„Schaun Sie sich das an!“ – an einem Dienstag oder wann auch immer.... . LITERATUR „ Wer Geld verdienen will, wird nicht Verleger. Bücher zu machen und zu verkaufen ist einer der umständlichsten Wege, ein Vermögen in den Sand zu setzen“, schreibt Ulrich Greiner unter dem vielsagenden Titel„Die Buchmacher. Von der Mühe, mit Literatur Geld zu verdienen“ in der„Zeit“. Um das Erscheinen anspruchsvoller, experimenteller, innovativer und/oder junger Literatur dennoch zu ermög­ lichen und die Sorgenfalten der Verleger in härter werdenden Zeiten etwas zu glätten, vergibt die Stadt Wien Druckkostenbeiträge und Tantiemengarantien. Buchankäufe, die dann an Schulen, in- und ausländische Universitäten und Institutionen weitergegeben werden, sollen den „Kampf um jeden Regalmeter im Buchhandel“ und dem„fürchterlich schnellen Ex und Hopp der Titel“(abermals Greiner) entgegenwirken. Literaturzeitschriften fördert Wien durch Ankauf einer Vielzahl von Abonnements, die einem breiteren Interessentenkreis kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Stipendien- wie das Elias Canetti-Stipendium, das mit monatlich S 20.000,-- dotiert ist, oder das Wiener Autorenstipendium, das pro Monat S 15.000,-- beträgt – sollen in Wien lebenden und arbeitenden Autorinnen und Autoren die Verwirklichung größerer literarischer Vorhaben ermöglichen. Pro Jahr werden je drei dieser Stipendien vergeben. Mit Preisen und Stipendien zeichnet Wien auch herausragende Arbeiten literarischer Übersetzerinnen und Übersetzer aus. Die Literaturförderung unterstützt aber auch die Tätigkeit literarischer Vereinigungen, Organisationen oder Schriftstellerverbände wie etwa die Grazer Autorenversammlung, den Österreichischen P.E.N.-Club, die Öster­ reichische Gesellschaft für Literatur, den Lite­ raturkreis Podium oder die Schule für Dichtung. Gefördert werden nicht nur die Jahresaktivitäten dieser Verbände, sondern auch Einzelveranstaltungen wie beispielsweise das AutorInnenlabor des Literarischen Quartiers Alte Schmiede, das Symposium„Filosofia y literatura“ des Österreichischen LateinamerikaInstitutes oder das Canetti-Symposion, das dem Thema„Kommunismus& Faschismus. Die Eingeweide des 20. Jahrhunderts“ gewidmet war. Monika Maron, Friederike Mayröcker, Batya Gur, Lars Gustafsson, Peter von Matt, Andrzej Szczypiorski und Jurij Mamlejew waren nur einige der prominenten Gäste der Veranstal­ tungsreihe„Literatur im März“, die sich dem Motto„Abschiede“ verschrieben hatte. Es galt Abschied zu nehmen vom Jahrtausend, von politischen Systemen, Utopien und Werten, von gewohnten Sichtweisen und Kulturtechniken. Im Bereich des Privaten wurde der Abschied von Menschen, Lebensabschnitten oder heimatlichen Bindungen thematisiert. „Literatur für junge Leser“ versteht sich verstärkt auch als Serviceeinrichtung für Erwachsene, die sich über Kinder- und Jugendliteratur informieren wollen. Die Erwartungen des Nachwuchses selbst erfüllten sich bei Animation und Spiel, bei den Workshops und Filmvorführungen, beim Kindertheater, den mehr als 3000 ausgestellten Büchern und bei den Autorenlesungen, für die u.a. Christine Nöstlinger, Renate Welsh, Monika Pelz, Friedl Hofbauer, Martin Auer, Heinz Janisch und Stefan Slupetzky gewonnen werden konnten. Zu einem großen Erfolg bei Publikum und Medien wurde auch die vom Kunstverein Wien im Schauspielhaus veranstaltete Lesungsreihe „Sprachinseln. Keltische Literaturen der Gegenwart“, die Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus der Bretagne, aus Irland, Schottland und Wales ermöglichte. Über einen Publikumserfolg konnte sich einmal mehr auch das Literaturfestival„Rund um die Burg“ freuen, zu dessen Eröffnung diesmal Claus Peymann und Hermann Beil als Lesende auftraten. Das Literaturhaus war Schauplatz des Sympo­ siums„Altes Land, neues Land. Verfolgung, Exil, biografisches Schreiben“. Im Kontext von mehr als fünf Jahrzehnten Forschung und Literatur über Nationalsozialismus, Schoa und Exil wurde dabei ein Dialog darüber geführt, warum uns Geschichte„angeht“; ein Gespräch über die künstlerischen und wissenschaftlichen Formen persönlicher wie öffentlicher Erinnerung; über den Umgang mit der Historie aus der Perspektive des„Anderen“; über Repräsentation durch(autobiografisches) Schreiben und Sprechen; über den genealogischen Diskurs in der Nachgeschichte des Nationalsozialismus. Neben einer Reihe kleinerer aber deshalb nicht unwichtiger Veranstaltungen konnte eine dem Leben und Werk von Mimi Grossberg(1905 – 1997) gewidmete Ausstellung im Literaturhaus, die Plakataktion„Zeit für ein Gedicht“, die Bibliothekslesungen an der Universität Wien oder der u.a. vom Cafe Stein und dem Literaturverlag Droschl organisierte„poetry slam“ unterstützt werden. Letzterer setzte sich das ebenso schöne wie erstrebenswerte Ziel,„das kreative Potential von schreibenden Mitmenschen aufzuzeigen, ihnen die Möglichkeit zu bieten sich an ein größeres . öffentliches Publikum zu wenden und eine neue Sprache für ein neues Jahrtausend zu finden“. . BILDENDE KUNST Die positive Resonanz, die das 1998 ver­ suchsweise initiierte„Museum auf Abruf“ (Makartgasse 1) erzielen konnte, fand mit der nunmehr längerfristigen Anmietung dieser Galerieräume eine erfreuliche Fortsetzung. Seit der Ende der 60er Jahre erfolgten Schließung des internen Ausstellungsraumes der MA 7 (Friedrich-Schmidt-Platz 5) verfügt das Kunstreferat erstmals wieder über eigene Präsentationsräume und somit über die Gele­ genheit, aus dem vorhandenen Fundus und aus den Neuankäufen themenbezogene Aus­ stellungen zusammenzustellen, wobei im„Mu­ seum auf Abruf“ ausschließlich Objekte aus dem Besitz der Sammlung der MA 7 gezeigt werden sollen. „Das Ding mit dem Foto – Fotografie und Ob­ jektkunst(10.4.-3.7.),„Traumbilder – An den Grenzen der Wirklichkeit“(15.7.-30.10.) und„1 von 9 – Kunst aus Oberösterreich“(16.11.1999­ 30.1.2000): alle drei Ausstellungen wurden von Publikum und Fachpresse positiv aufgenommen, die Eröffnungen und die fallweisen Begleitveranstaltungen(Lesungen, Konzerte) erwiesen sich als hochrangige Treffpunkte der Wiener Kunstszene. Erstmals konnten zu allen Ausstellungen des„Museums auf Abruf“ auch Kataloge herausgegeben werden. In der Förderungsgalerie„Alte Schmiede“ (Schönlaterngasse 7A) wurden in Zusammen­ arbeit mit dem Kunstverein Wien auch 1999 nach Vorschlägen des Kunstreferates acht Präsentationen jüngerer Künstler, meist von Absolventen der Wiener Kunstakademien, ge­ zeigt. Informationsblätter zu Leben und Werk der Aussteller sind jeweils dazu erschienen. Die in den letzten Jahren bei zahlreichen Auslandsausstellungen gezeigte Auswahl aus den Graphikbeständen(„Zu Papier gebracht“) wurde im Rahmen des Kykladen-Festivals vom 1.-22.8.1999 in Hermoupolis auf Siros ausgestellt. Dazu erschien ein Ausstellungs­ katalog mit Texten in Griechisch, Englisch und Deutsch. Von der Oskar-Kokoschka-Galerie des Österreichischen Kulturinstituts in Prag wurde die zuvor in Wien gezeigte Ausstellung„Das Ding mit dem Foto“ vom 8.10.-9.12. übernommen. Für Bildankäufe, die auch in Abstimmung mit den Ausstellungsvorhaben des„Museums auf Abruf“ erfolgten, standen 1999 insgesamt S 6,843.400,-- zur Verfügung, womit insgesamt 275 Kunstwerke erworben wurden. Eine Teilsumme von S 1,879.800,-- wurde für Ankäufe aus Wiener Galerien aufgewendet, um den Wiener Kunsthandel im Bereich der Gegen­ wartskunst zu fördern und gezielt Lücken in der Sammlung der Kulturabteilung zu schließen. Seit 1995 hat auch das Kunstreferat die Mög­ lichkeit, in schwerwiegenden und begründeten Notfällen„einmalige soziale Beihilfen“ anzu­ weisen. Insgesamt wurden 1999 S 112.680,-­ dafür aufgewendet. Ins fast Unübersehbare hat sich zuletzt die Zahl der kleinen gemeinnützigen Kunst- und Kulturvereine vermehrt, die einen Hauptteil des innovativen Wiener Ausstellungsgeschehens und der Eventkultur bestreiten. Auch wenn hier die Grenzen der Finanzierbarkeit erreicht sind, so konnten mit den 1999 zur Verfügung stehenden S 1,790.000,-- insgesamt 82 ProjektAnträge von 57 Vereinen positiv erledigt werden. Aus einschlägigen Wiener Verlagen konnten Kunstbücher im Wert von S 144.495,-­ angekauft werden. In Zusammenarbeit mit dem Kunstreferat wurden folgende Aktivitäten organisiert bzw. finanziert: Für die jährliche Plakatwertungsaktion mit der Firma Gewista wurden zwei Preise(je S 30.000,--) zur Verfügung gestellt, einer für das beste Kulturplakat, der andere für die Anwen­ dung des Plakates als neues Kunstmedium. Die Juroren der Prämienaktion„Das engagierte Auge“ konnten für Wiener Kommerz- und Vereinsgalerien insgesamt S 240.000,-­ zuerkennen, und zwar S 30.000,-- an die Ga­ lerien Steinek, Insam, Winter und König sowie je S 20.000,-- an Chobot, Sehsaal, Hofmann& Senn, Mezzanin, Krobath& Wimmer und Ariadne. Mit Jahressubventionen förderte das Kunst­ referat die Veranstaltungen folgender Vereine: Kunstverein Wien, Wiener Secession, Gesell­ schaft bildender Künstler Österreichs (Künstlerhaus), Interaktives Kindermuseum, Berufsverband bildender Künstler Österreichs (für die Galerie„station3“), Fotogalerie Wien (WUK). – Über die Aktivitäten der Kunsthalle Wien wird eigens berichtet. Auch einzelne, von Vereinen getragene Groß­ projekte wurden unterstützt: Sigmund Freud Gesellschaft, Museum in progress, Allgemeine Kulturinitiative, Kulturverein Alsergrund, Inter­ essensgemeinschaft Kaufleute Freihausviertel. . Die internen Ordnungsarbeiten in Depot und Archiv, die Fotodokumentation der Neuankäufe, die immer zahlreicher werdenden und arbeitsintensiven Entlehnungen sowie deren laufende Kontrollen, vor allem jedoch die um­ fangreichen Arbeiten für das„Museum auf Abruf“ können nur unter Beiziehung von Hilfskräften erfolgen, die durch befristete Werkverträge verpflichtet werden. Für Restaurierungsarbeiten, die sich meist aus der Ausstellungstätigkeit ergeben, wurden 1999 S 208.160,-­ aufgewendet. Katalogbibliothek und Archiv des Kunstreferates wurden weiter ergänzt und stehen für wissenschaftliche Recherchen zur Verfügung, etwa bei der Bearbeitung des neuen„Allge­ meinen Künstlerlexikons“(Saur-Verlag). Die EDV-Erfassung der Kunstsammlung ist groß­ teils abgeschlossen, mit der zusätzlichen Ein­ gabe des vorhandenen Bildmaterials wurde begonnen. . KUNSTHALLE WIEN KUNSTHALLE wien 1999 Kunsthalle Wien- die Ausstellungsinstitution der Stadt Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. „Ein ganz normaler Sonntag in Wien „...Es ist Sonntag, 24. Oktober, vormittags.(...) Ob der Taxifahrer in Wien, der uns zum Karlsplatz fährt, zur Kunsthalle, womöglich friert(...). Auch er, signalisiert der Grantler, habe Haider gewählt.„27 Prozent“ (...) Nun fröstelt’s auch uns. Haider-Land nimmt überhand. Drinnen dann, wo vor Tagen„Get Together“ eröffnet wurde, ist’s dagegen warm. Nicht nur dank der Heizung. Die Kunst ist’s.(...) Lebende Bilder voller Energie, kollektiver Energie, voller Würde.(...) Keine Frage: Wir hätten den Taxifahrer mitnehmen sollen. Maschine aus, und rein in die Kunsthalle. Aber vermutlich hätte er’s auf dem ersten Rundgang noch nicht begriffen,(...) wären er und sein großes Vorbild Haider mit Zwangsjacken für das Kunsthallen-Team und für uns aufgetaucht. Eine Schande für unser Land oder so ähnlich, würden sie tönen, die rechten Mannsbilder, die endlich in Österreich aufräumen wollen.(...) Hoffen wir – für Österreich, eigentlich für alle –, dass nicht mehr als ein Rohrkrepierer dabei herauskommt. Schon wegen der Freiheit der Kunst...“ Karlheinz Schmid in einem Artikel über die Ausstellung„Get Together“ der Kunsthalle Wien, „Kunstzeitung“(D), Nov. 1999 Die Kunsthalle Wien konnte sich 1999 als führende Ausstellungsinstitution für zeitgenössische Kunst in Wien weiter etablieren. * erfolgreiche Verdichtung des Programms auf zeitgenössische Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes – neuer Besucherrekord(führend im Bereich zeitgenössische Kunst in Wien mit über 160.000 Besucher, 28 Prozent Steigerung) Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien und in Hinblick auf das zukünftige Museumsquartier eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm stärker auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer„Informationsgalerie“. Diese klare programmatische Ausrichtung hat auch beim Publikum großen Anklang gefunden. Obwohl 1999 keine Ausstellung zur klassischen Moderne gezeigt wurde, hat die Kunsthalle Wien mit über 160.000 Besuchern einen sensationellen neuen Besucherrekord erzielt. Im Vergleich mit 1998 haben sich die Besucherzahlen damit um 28 Prozent gesteigert. Die Kunsthalle Wien ist damit eindeutig das führende Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst in Österreich. Mit über 82.000 Besuchern war die Andy Warhol-Show die weitaus erfolgreichste Ausstellung in der Geschichte der Kunsthalle. Sie konnte fast doppelt so viele Besucher verzeichnen wie die GiacomettiAusstellung 1996. Insgesamt haben sich die Besucherzahlen in beiden Häusern(Karlsplatz und Museumsquartier) wesentlich erhöht und die Kunsthalle Wien im Museumsquartier hat sich als Ausstellungsort etabliert. * Ort der Produktion, Ort geistiger Impulse Die Kunsthalle Wien hat sich zu einem der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens entwickelt und als innovative Produktionsstätte für Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Einen hohen Anteil des Programms sind Eigenproduktionen, hinzu kommen Kooperationen mit internationalen Partnern und Ausstellungsübernahmen. 1999 waren von 8 Ausstellungen 7 Eigenproduktionen der Kunsthalle Wien und eine Koproduktion mit anderen Häusern.(Solomon R. Guggenheim Museum, New York und Kunstmuseum Wolfsburg) * project space . Als Stätte mit Laborcharakter, für Installationen, temporäre Events und auch des theoretischen Diskurses wurde der„project space“ der Kunsthalle Wien etabliert. In temporär genutzten Räumen öffnet er ein Forum zu aktuellsten experimentellen heimischen und internationalen Kunstprojekten. 1999 wurden insgesamt 6 Projekte im„project space“ realisiert, u.a. eine multimediale„Hommage à Hedy Lamarr“ der beiden österreichischen Künstler Richard Brehm und Theo Ligthart. Auf außergewöhnliches Medieninteresse stieß das Projekt„New Vienna“ des amerikanischen Fotografen Spencer Tunick. Über 400 Personen zogen sich an einem Oktobersonntag morgens um 6 Uhr vor dem Museumsquartier nackt aus, um an diesem Kunstprojekt teilzunehmen. Von der Kathmandu Post(Nepal) bis zur Montevideo Times(Uruguay) wurde weltweit über dieses Projekt berichtet. * Zukunft Karlsplatz Der Vorschlag der Kunsthalle Wien die Kunsthalle am Karlsplatz 2001 mit einem Teilabriss zu einem Projektraum(„project space“) mit einer Ausstellungsfläche von ca. 200 m 2 zu verkleinern, ist auf großes Interesse gestoßen. Das Architekturbüro Krischanitz hat faszinierende Adaptionspläne erarbeitet, die die derzeitige Atmosphäre erhalten und den Platz auch visuell öffnen. * art at rail – Kunst im öffentlichen Raum Unter dem Titel„art at rail“ hat die Kunsthalle Wien mit den ÖBB eine Kooperation abgeschlossen, mit dem Ziel, neue Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion zwischen Kunst und Leben zu ermöglichen und Kunst auch in„kunstfremder“ Umgebung zu zeigen. Am Wiener Westbahnhof wurde eine Kunstfilmbox installiert, bei der die Passanten ähnlich einer Jukebox, Kunstvideos auswählen und betrachten können. * besucherfreundliche Angebote – keine Schließtage – Besucherforschung Die Kunsthalle Wien ist eines der wenigen Ausstellungshäuser in Wien, die täglich geöffnet haben; die Abendöffnung„art at night“ jeden Donnerstag bis 22 Uhr und anschließender DJ-Line im KunsthallenCafe hat beim Publikum großen Anklang gefunden und ist mittlerweile ein wichtiger Fixpunkt. Wie flexibel und schnell die Kunsthalle auf die Bedürfnisse der Besucher reagieren kann, zeigt das Beispiel der Andy Warhol-Ausstellung: aufgrund des großen Besucherinteresses wurden die Öffnungszeiten innerhalb einer Woche umgestellt und die Ausstellung auch freitags und samstags bis 22 Uhr geöffnet. Durch laufende Besucherbefragungen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien soll der Kenntnisstand über die Besucher weiter verbessert werden, damit entsprechende besucherorientierte Maßnahmen getroffen werden können und eine permanente Rückkoppelung mit dem Publikum etabliert werden kann. * Kommunikation Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch beachtliche internationale Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche Medienberichte in deutschen Medien(ARD, ZDF, FAZ; DIE ZEIT, SZ, SPIEGEL, FOCUS, BZ, ART, usw.), aber auch in der Schweiz, Großbritannien, in den USA, den Niederlanden, in Frankreich, Schweden, Finnland, Tschechien, in der Slowakei, in Slowenien, Spanien, im asiatischen Raum und in Südamerika usw. So haben etwa über 1,3 Mio Zuseher des ARDKulturweltspiegels den Feuerdrachen des chinesischen Künstlers Cai Guo-Qiang in den Wiener Himmel aufsteigen sehen. * Der Neubau Museumsquartier: Bereits seit Dezember 1995 führt die Kunsthalle Wien in der provisorischen Kunsthalle Wien im Museumsquartier kontinuierlich Ausstellungsvorhaben durch. Damit soll der Ort Museumsquartier als zukünftige Heimstätte der Kunsthalle Wien schon jetzt im Bewusstsein verankert werden. Die Bespielung zweier Orte nebeneinander ermöglicht es, durch verschiedene Ausstellungen nicht nur für die Besucher kontinuierliche Programme anzubieten, sondern macht die Kunsthalle Wien sowohl programmatisch-inhaltlich wie auch organisatorisch-strukturell für die Stadt Wien im Rahmen des Museumsquartierprojekts kalkulierbar. . Die Gleichenfeier für das Museumsquartier am 1. Oktober 1999 war der Startschuss für die Intensivphase der begleitenden Planung und Betreuung des Bauvorhabens der neuen Kunsthalle. Der Neubau konnte zügig und schneller wie erwartet vorangetrieben werden und die Kunsthalle Wien wird die neuen Hallen planmäßig im Jahr 2001 beziehen können. Verschiedenste künstlerische Projekte(„Hommage à Hedy Lamarr“; Spencer Tunick; Feuerlinie von Cai Guo-Qiang) wurden auch dazu genutzt, auf den zukünftigen Standort der Kunsthalle aufmerksam zu machen und das Museumsquartier in internationalen Medien zu kommunizieren. * Plattform der Nutzer(Museumsquartier) Um die gemeinsamen Interessen, Bedürfnisse und Forderungen zu koordinieren und diese gemeinsam auch öffentlich zu vertreten, entschlossen sich die Nutzer des Museumsquartiers eine Nutzerplattform zu gründen. Dabei treffen sich regelmäßig folgende Institutionen: - Architekturzentrum - Kinderkreativzentrum - Kunsthalle Wien - Leopold Museum - Museum Moderner Kunst - Public Netbase - Tanzzentrum - Wiener Festwochen - Zoom/Kindermuseum Das Programm- Im Zeichen eines erweiterten Kunstbegriffs Die Kunsthalle Wien konzentriert sich auf Präsentationen internationaler zeitgenössischer Kunst. Über themenspezifische Ausstellungen sollen die Entwicklungen und Zusammenhänge von der Moderne zum aktuellen Kunstgeschehen vermittelt werden. Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes kommt den gattungs- und grenzüberschreitenden Tendenzen im Bereich der Künste große Bedeutung zu. Programmatische Schwerpunkte bilden Schrift-Text-Bild, Fotografie, Video, Film und„experimentelle“ Architektur. Performances, Konzerte, Film- und Videozyklen sowie Symposien sind teils Ergänzungen, teils integrale Bestandteile des Ausstellungsprogramms. Eigene Programmschienen sind dem grenzüberschreitenden Werk österreichischer Künstler sowie der Exilkunst gewidmet. Mit ihrem Programm repräsentiert die Kunsthalle eine Haltung, die vom Kommunikationswillen geprägt ist, vom Wunsch, die zunehmende elektronische Vernetzung der Welt ästhetisch abzubilden und zu reflektieren, und von der Absicht, den Sensibilitäten und Lebenswelten der jüngeren Künstlergeneration und des jungen Publikums Rechnung zu tragen. Damit ist die Kunsthalle auch ein Ort möglicher Lebenswelten, ein Reflektor aktueller und zukünftiger Lebenshaltungen, eine Vermittlerin von Lebensgefühl und Atmosphäre. 1. Herstellen von Zusammenhängen: Die Konzeption der Ausstellungen nimmt einen wesentlichen Platz im Gesamtbild der Kunsthalle ein, sodass die BesucherInnen durch die Inszenierung von Themen imstande sind, Tradition, historische Avantgarde und zeitgenössische Lebenswelt in neuen, ungewohnten, bisher nicht wahrgenommenen Zusammenhängen zu sehen. Damit wird dem Auftrag nachgekommen, die Isoliertheit von Einzelwerken aufzuheben und diese in einen größeren Kontext einzubetten und so immer wieder der musealen Erstarrung zu entreißen. 2. Interdisziplinarität: Längst schon sind die Gattungen der sieben Artes Liberales nicht mehr als getrennte Genres zu sehen. Dichtung vermischt sich mit Video, Film mit Fotografie, Theater mit Malerei, Architektur mit Performance etc.; neue Medien(Videokunst) sind aufgetaucht und werden sich weiterhin entwickeln. Diesem Ineinandergreifen der Medien, Gattungen und Disziplinen soll im Programm der Kunsthalle Rechnung getragen werden. 3. Information: Augenmerk ist auch zu legen auf einen Miteinbezug von nicht nur restlos affirmierten Mainstream-Positionen: KünstlerInnen, die noch weniger bekannt sind, sollten die Möglichkeit haben, . beispielsweise in thematischen Zusammenhängen ihre Position zu formulieren. Eine Kunsthalle kann nicht die Funktion von Galerien übernehmen, aber sehr wohl seismographisch Strömungen in der Gegenwartskunst reflektieren. 4. Programmatik: Die Kunsthalle Wien sieht ihre Aufgabe in folgenden Themenbereichen: a) grenzüberschreitende Themenausstellungen b) Vorstellung junger, internationaler Künstler c) Vorstellung österreichischer KünstlerInnen, deren Werk bislang nicht genug oder gar nicht gewürdigt wurde d) Exilierte, emigrierte KünstlerInnen e) Künstler aus den‘Peripherien’ bezogen auf die eurozentrische Kunstgeschichtsschreibung f) Schwerpunkte neue Medien, Video, Film, Fotografie g) kulturpolitische und kunsttheoretische Fragestellungen, die in Symposien und in der Schriftenreihe der Kunsthalle Wien behandelt werden und dazu dienen, die Kunsthalle in einen internationalen Diskurs einzubinden. Kunstvermittlung „Zeugnis für Kunstvermittlung – Jugendliche aus Klagenfurt konzentrierten sich bei Wien-Woche auf Museen und testeten sie.(...) Noten stellten die Kids der HBLA Klagenfurt für zwei Bereiche aus. In die allgemeine Beurteilung flossen Bewertungen für Orientierungshilfen, museumsinterne Infrastruktur (Shop, Cafe), Freundlichkeit des Personals und Drucksorten ein. Dabei ergab sich auf der von 1 bis 5 reichenden Skala: 1. Kunsthalle im Museumsquartier(Cai Guo-Qiang) 1,50; 2. Kunsthalle(Get Together) 1,66;(...) Extra benotet wurden Vermittlung bzw. Führung: 1. Belvedere 1,08; 2. Kunsthalle(Get Together) 1,42; 3. Kunsthalle im Museumsquartier(Cai Guo-Qiang) 1,48“ Kurier, 14. Februar 2000 Ziel der Vermittlungsarbeit der Kunsthalle Wien ist es, bei einem breiten Publikum Verständnis für zeitgenössische Kunst zu fördern, Hemmschwellen abzubauen und die Besucher/innen zu ermutigen, sich eigenständig mit zeitgenössischer Kunst auseinander zusetzen. 1999 wurde von der Kunsthalle Wien ein breites, auf das unterschiedliche Vorwissen, die jeweiligen Interessen und das Alter des Publikums abgestimmtes Spektrum an Programmen und Veranstaltungen angeboten. In allen Ausstellungen der Kunsthalle Wien – im Museumsquartier wie auch in der Halle am Karlsplatz – wurden Überblicksführungen sowie thematische Ausstellungsrundgänge zu Fixterminen für Einzelbesucher/innen angeboten. Ein spezielles Angebot der Kunsthalle Wien sind die Dialogführungen. Geladene Experten unterschiedlichster Fachrichtungen vertiefen einen bestimmten Teilaspekt der jeweiligen Ausstellung. So führte beispielsweise der Kulturtheoretiker Marc Ries durch die Ausstellung Andy Warhol A Factory und bei Get Together die Philosophin und Bildhauerin Elisabeth von Samsonow. Ein Schwerpunkt der Vermittlungsarbeit im Jahr 1999 lag in der Betreuung von Schulklassen. Für Schulgruppen wurden für jede Ausstellung spezielle, auf die verschiedenen Schulstufen und Schultypen abgestimmte Programme angeboten, die bei Lehrerführungen vorgestellt wurden. Für die Ausstellung Andy Warhol: A Factory wurde vom Vermittlungsteam der Kunsthalle ein umfangreiches Vermittlungspaket erstellt. Für alle Schulstufen wurden dem Alter entsprechende Schüleraktionen in Kleingruppen durchgeführt und Unterrichtsmaterialien für die Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuches in der Schule entwickelt. Spezielle Angebote gab es auch für Kinder. Beispielsweise führte eine Marionette mit dem Aussehen von Andy Warhol jeden Sonntag Vormittag durch die Ausstellung. Das zur Ausstellung Cai Guo-Qiang – I am the Y2K Bug veranstaltete Ferienspiel„Chaos im Drachenland“ fand so großen Anklang, dass es um 3 Tage verlängert werden musste. Sponsoring – Partnerschaften – Kooperationen Die Kunsthalle Wien dankt ihren Sponsoren und Förderern, Medien- und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit 1999: . Sponsoren: Austrian Airlines, Arac Autovermietung, Castillo Comida Y Ron, Iberia, Kurier, One(Connect Austria), Ottakringer Brauerei, Philipp Holzmann Österreich, Porsche Wien Liesing, Vöslauer, Wiener Städtische Versicherung Förderer: BKA Kunst, The British Council, Pro Helvetia Kulturstiftung Medienpartner: Der Standard, Kurier, news, Ö1, profil Kooperationspartner: Alte Schmiede; Amadeus; Club Havanna; MDI-SPIDI; ÖBB; ÖKS; Wiener Trabrennverein Ausstellungen 1999 KUNSTHALLE wien, karlsplatz Louise Bourgeois. Jenny Holzer. Helmut Lang 9. Oktober 98 – 10. Jänner 1999 Eigenproduktion Der Designer/Künstler Helmut Lang, die Bildhauerin Louise Bourgeois und die Videokünstlerin Jenny Holzer haben für die Kunsthalle Wien ein gemeinsames Projekt realisiert. Dabei ging es nicht darum, drei solitäre Werk(gruppen) zu schaffen, die die KünstlerInnen repräsentieren, sondern einen Umgang mit dem Innen- und Außenraum der Kunsthalle zu schaffen, der das Werk der KünstlerInnen reflektiert, aber die jeweiligen Disziplinen ineinander greifen lässt: Mode/Design/Architektur/Gestaltung(Lang), Installation/Bildhauerei(Bourgeois) und Video/Kunst/Text/Sprache(Holzer). “Endlich wieder eine Ausstellung, die den White Cube der Wiener Kunsthalle als Raumangebot belässt und großzügig für Installationen von Künstlern nützt!” Salzburger Nachrichten, 22.10.1998 14.915 Besucher Andy Warhol: A Factory 5. Februar – 2. Mai 1999 Die Ausstellung wurde von The Solomon R. Guggenheim Museum, New York in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Wolfsburg organisiert. Die Präsentation in Wien war eine Gemeinschaftsproduktion mit der Kunsthalle Wien. Weitere Stationen: Palais des Beaux-Arts, Brüssel(31. Mai – 19. September 1999), Guggenheim Museum Bilbao(19. Oktober 1999 – 13. Januar 2000), Fundação de Serralves in Porto(11. Februar – 14. Mai 2000). Zum Abschluss wird sie im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, präsentiert. Andy Warhol nannte seine drei Ateliers, die er ab 1963 nacheinander betrieb,„Factory“. Die Factories waren Atelier, Filmstudio, Probenraum und Treffpunkt der New Yorker Szene. Sie waren kreative Mikrokosmen, in denen Warhol und seine jeweiligen Mitarbeiter ein breites Spektrum von Werken schufen: Gemälde, Objekte, Zeichnungen, Drucke, Fotografien, Filme sowie Arbeiten im Bereich der Mode, der Videokunst, des Fernsehens und der Musik. Mit rund 600 Exponaten umschloss die Ausstellung eine noch nie gezeigte Vielfalt von Arbeiten und Archivmaterialien. Warhols berühmteste Werkgruppen bildeten den Ausgangspunkt für eine Untersuchung seiner künstlerischen Tätigkeiten. Im großen Kino der Ausstellung wurden die Filme der Silver-Factory präsentiert und erstmals waren auf Monitoren seine Fernsehshows„Warhol TV“ zu sehen. Begleitet wurde die Schau durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. „...Und so harrt Wien einer Ausstellung, die leicht zum einschlägigen Ereignis des Frühjahrs werden könnte.“ News, 04.02.1999 82.079 Besucher Rodney Graham – Cinema Music Video 28. Mai – 12. September 1999 . Eigenproduktion Ein auf einer Insel Gestrandeter wird beim Versuch, eine Kokosnuss vom Baum zu schütteln, von dieser getroffen und verfällt daraufhin in Bewusstlosigkeit. Als er aufwacht, wiederholt sich das Schauspiel. Die Handlung wird zum Endlos-Loop, der die Robinson Crusoe-ähnliche Geschichte zu einem Spiegel des modernen Lebens werden lässt.„Vexation Island“ lautet der Titel dieses Films, mit dem Rodney Graham bei der Biennale in Venedig für Aufsehen sorgte. Auf poetische und zugleich spielerische Weise zeigt der 1949 in Kanada geborene Künstler, wie Bilder und Dinge ihre Bedeutung ändern, wie sich Wirklichkeit konstituiert und wie die Betrachter selbst an diesem Prozess beteiligt sind. Viele seiner Figuren bewegen sich, Sisyphus gleich, in unendlichen Zyklen von sich wiederholenden Tätigkeiten. Sie sind„neurotische Helden“ im Sinne Freuds und sie stehen in einem Spannungsverhältnis zur Natur, in deren unbekannter Ordnung sie ihre Position nicht bestimmen können. Es ist aber nicht nur das Tragische, sondern zugleich auch das Komische, das in diesem menschlichen Spiel zwischen Wille und Unbeständigkeit zum Ausdruck kommt. In seinem gesamten Werk bedient sich Graham nicht nur unterschiedlicher Medien wie Film, Photographie, Text, Musik, Objekte und Installationen, er verknüpft auch philosophische, psychologische, soziale, historische, naturwissenschaftliche oder künstlerische Quellen und Erkenntnisse zu einem neuen Bedeutungsnetz. Als Retrospektive konzipiert, bot die von Loretta Yarlow, Direktorin der Art Gallery of York University Toronto, in Zusammenarbeit mit den Kuratoren der Kunsthalle Wien vorbereitete Ausstellung einen umfassenden Überblick über Rodney Grahams Werk seit den siebziger Jahren, ergänzt durch neue, speziell für Wien angefertigte Arbeiten. „Rodney Graham é exposto em Viena.(...) O Kunsthalle de Viena vai se transformar em parque diversões conceituais e usina de investigações sensoriais. Rodney Graham inaugura hoje a exposição “Cinema Music Video”, nesse centro austríaco de difusão da arte contemporânea.“ Folha De S. Paulo(Brasilien), 28.05. 1999 9.506 Besucher Get Together. Kunst als Teamwork 8. Oktober 1999 – 9. Jänner 2000, Eigenproduktion Die Ausstellung hat künstlerische Gemeinschaftsarbeiten der 90er Jahre – eine spannende und zukunftsweisende Form derzeitiger Kunstentwicklung – gezeigt. Multiple Autorenschaften und Kollektive haben eine lange Geschichte: Von den hierarchischen Ateliermodellen der Renaissance- und Barockzeit über die gemischte Gesellschaft auf dem Monte Veritá in Ascona bis hin zur Corporate Identity von Andy Warhols New Yorker Factory und zu den rebellischen Kommunen und WGs der Studentenbewegungen. Heute wird Kunst als Teamwork als temporäres und experimentelles Zusammenwirken von gleichwertigen Talenten praktiziert, die weder einer bestimmten künstlerischen Form noch allgemeinen Programmatik verpflichtet sind. „Get Together“ stand für einen Blickwinkel, der neue Strukturen des ästhetischen Zusammenspiels erprobt: Grenzen zwischen Künstlerindividualitäten werden immer fließender, so ergibt sich als eine wichtige Eigenschaft für Teamworks in der Kunst die Durchlässigkeit, ja eine offene Werkarchitektur, die intensive Austauschprozesse jenseits eigener Grenzen erlaubt. Kunst als Teamwork ist Handeln als Manifest. Die Ausstellung wurde von einem Kuratorenteam bestehend aus Marion Piffer-Damiani in Zusammenarbeit mit Paolo Bianchi, Wolfgang Fetz und Gerald Matt zusammengestellt. „Man kann sich spielerisch treiben lassen durch diese kraftvollen, witzigen, absurden und eigenwilligen Gemeinschaftsarbeiten.(....) Der ausgezeichnete Katalog zu get together steht nahezu in Konkurrenz zur Ausstellung, die zuweilen ein Nach-Lesen erfordert. Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Die Arbeit macht diesmal allerdings sehr viel Freude.“ Der Standard, 8.10.1999 10.270 Besucher . KUNSTHALLE wien museumsquartier Die Wiener Gruppe 13. November 1998 – 21. Februar 1999 Eigenproduktion, Übernahmestation: Bregenzer Kunstverein Rückblickend betrachtet ist es keine Frage mehr, dass die"Wiener Gruppe" einen der wesentlichsten österreichischen Beiträge zur internationalen Kunst nach 1945 geleistet hat. Nicht zuletzt der radikal intermediale, gattungsübergreifende Ansatz der künstlerischen Produktion der Gruppe nimmt eine Reihe von späteren Tendenzen – vor allem der 60er Jahre, wie Happening, Conceptual Art etc. – vorweg. Die Ausstellung in der Kunsthalle im Museumsquartier hat sich im wesentlichen auf die Jahre 1953 bis 1964 konzentriert, allerdings auch Werke aus dem Zeitraum bis Anfang der 70er Jahre miteinbezogen. Anhand von dokumentarischem Material sowie Originalwerken(visuelle Arbeiten, Objekte etc.) hat die Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt der künstlerischen Aktivitäten von Achleitner, Artmann, Bayer, Rühm und Wiener gezeigt. Das Spektrum umfasste u.a. die als Gemeinschaftsarbeiten entstandenen"poetischen Acte" der frühen fünfziger Jahre, die"literarischen Cabarets"(1958/59), weiters die Bereiche Theater, Hörspiel und Musik. „Österreich erinnert sich seiner Avantgarde: die“Wiener Gruppe”.(...) Und eben wurde von der städtischen“Kunsthalle Wien” im Museumsquartier Österreichs erste einschlägige Ausstellung eröffnet – mit zahlreichen Originalexponaten, mit Manuskripten, Fotos, visuellen Arbeiten, mit Ton- und Filmdokumenten. Kurator Wolfgang Fetz hat in Luigi Blaus architektonisch uneitler Präsentation eine sachlich informative Schau arrangiert.(...) Dass die Ausstellung einen Akzent auf die Produktion jenseits von Papier und Schreibmaschine legt, auch und gerade die multimedialen Aktivitäten vorführt, ist nicht das geringste Verdienst.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung(D), 2.12. 1998 7.480 Besucher Cuba – Landkarten der Sehnsucht 19. März – 30. Mai 1999 Eigenproduktion Übernahmestationen: Nikolaj Contemporary Art Center, Kopenhagen; Kunstraum Innsbruck Den Hintergrund der Ausstellung bildete Kubas vielseitige Geschichte, seine Symbiose afrikanischer, europäischer und asiatischer Kultur, sein von Hassliebe gezeichnetes Verhältnis zum„amerikanischen Traum“, seine Isolation durch das Embargo Amerikas und durch seine Insellage. Gezeigt wurden repräsentative Werke und Werkreihen von Künstlern, die in Kuba leben oder die ihr Land verlassen haben bzw. die mit einem starken Bezug zur kubanischen Kultur außerhalb Kubas geboren wurden. So entstanden vieldeutige Blicke von Kuba und auf Kuba aus inneren und äußeren Perspektiven. Dieser Blick von und auf Kuba zeigte sich auch als ein Blick zwischen wechselnden Realitäten: Eduardo Aparicio z. B. versammelte in einer Fotoserie Bilder von Havanna und Miami, die den beiden Städten nur schwer eindeutig zuzuordnen sind und damit auf Verwandtschaften zwischen zwei Kulturen hinweisen, die durch die Entwicklungen der letzten vierzig Jahre auseinandergerissen wurden. KCHO verwendet in seinen Installationen Autoreifen und Boote, Metaphern für Mobilität und deren Grenzen. Programmatisch für die Ausstellung war die Installation„Los mapas del deseo“ von Carlos Garaicoa, in der Glaube und Verlangen nach Eroberung mit biographischen Hinweisen zusammenfallen. In der von Eugenio Valdés Figueroa(Havanna) und Gerald Matt(Wien) kuratierten Ausstellung waren folgende KünstlerInnen vertreten: Eduardo Aparicio, Tania Bruguera, Carlos Garaicoa, Abigaíl González, Félix González-Torres, Kcho, Ana Mendieta, Marta María Pérez Bravo, Manuel Piña und Ernesto Pujol. „In ihrer Auswahl von Künstlern aus Kuba und aus der kubanischen Diaspora gelang den Kuratoren Eugenio Valdés Figueroa aus Havanna und Gerald Matt die Kartographie einer Gratwanderung zwischen Fernweh und Heimweh.(...) Für uns Europäer bieten die„Landkarten der Sehnsucht“ einen willkommenen Reiseführer durch die vielen mentalen Landschaften Kubas.(...) Die Wiener Ausstellung übernimmt dabei die Rolle einer prophetischen Chronistin. Sie zeichnet eine Entwicklung nach, für die Kuba selbst Metapher ist.“ Art(D), Mai 1999 . 10.228 Besucher Inge Morath – Das Leben als Fotografin 18. Juni – 10. Oktober 1999 Eigenproduktion; Übernahmestation: Stadtmuseum Graz Inge Morath fotografiert das,„was sie sieht, ein Auge auf das Motiv gerichtet, eines auf die eigene Seele“. Die Ergebnisse sind dokumentarisch-poetische Studien von Menschen, Orten, fremden Kulturen und geographischen Landschaften. Seit 1955 ist Inge Morath Mitglied der berühmten„Magnum“-Agentur in Paris und New York. Ihre Kollegen waren u.a. Robert Capa, Ernst Haas, Eve Arnold und Henri CartierBresson, dessen Philosophie vom„rechten Augenblick“ sie sich in ihrer Arbeit zu eigen gemacht hat. Marilyn Monroe, Henry Moore, Jean Cocteau, Alberto Giacometti oder Louise Bourgeois haben sich von ihr fotografieren lassen. Inge Morath hat Fotoreisen nach Europa, Afrika, in den Orient, innerhalb der USA und in die UDSSR, nach China, Japan, Thailand und Kambodscha unternommen und Bildreportagen in der Art von quasi ethnographischen Studien gemacht. Ihre Fotografien sind in Life, Paris-Match, Holiday und zahlreichen anderen Magazinen erschienen und sie sind u.a. in den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art und des Boston Museum of Art zu finden. Im Rahmen ihres Fotografieschwerpunktes würdigte die Kunsthalle Wien das Lebenswerk dieser in den sechziger Jahren von Österreich nach Amerika emigrierten Fotografin mit einer von Sabine Folie zusammengestellten Retrospektive. „Von Freitag an widmet ihr die Kunsthalle Wien eine Ausstellung(bis 10. Oktober) mit Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten. Alle wurden ohne Blitz und Teleobjektiv geschossen – ob Morath nun kambodschanische Landschaften, ein Lama am New Yorker Times Square oder die Diva Monroe vor der Kamera hatte.“ Der Spiegel(D), 14.6. 1999 26.839 Besucher Cai Guo-Qiang – I am the Y2K Bug 4. November 1999 – 27. Februar 2000 Eigenproduktion Schießpulver, Feuer, Wasser, Holz und Erde sind die Ingredienzien, mit denen der chinesische Künstler Cai Guo-Qiang sein Wissen um chinesische Medizin, Taoismus, Chaostheorie und Physik zu großräumigen Installationen verarbeitet. Cai gehört zu einer Generation chinesischer Künstler, die sich in ihrer Arbeit stark auf die Kultur und Geschichte ihres Landes berufen. Dennoch ist das Werk des in New York lebenden Künstlers nie folkloristisch oder exotisch. Es steht zwischen alt und neu, zwischen Ost und West, zwischen traditioneller Lebensform und modernen Technologien, zwischen lokalem und globalem Kontext. Cai Guo-Qiang ist vor allem durch seine mittels Schießpulver und Feuer hergestellten Bilder sowie durch seine spektakulären pyrotechnischen Installationen und„Feuerlinien“ bekannt geworden. Für Wien hat Cai zwei neue, jeweils raumgreifende Installationen realisiert, die im Kontext seines Œuvres zu sehen waren. Zudem wurde auch eine seiner spektakulären pyrotechnischen Installationen im Außenraum realisiert. Hoch über den Baukränen des Museumsquartiers hat Cai mit seiner Feuerlinie“Dragon Sight Sees Vienna, Project for Extraterrestrials No. 32“ einen Drachen in den Wiener Himmel gezeichnet und den zukünftigen Standort der Kunsthalle markiert. „El chino Cai'reinventa' la pólvora. Otro de los grandes atractivos de la temporada artística vienesa es el chino Cai Guo-qiang, que el sábado elevó un efíemero dragón de humo por encima de las antiguas caballerizas imperiales de Viena. El artista, ganador del primer premio de la Bienal de Venecia, epone estos días su primera muestra monográfíca en Europa invitado por el Kunsthalle de Viena.“ El País(Spanien), 08.11.99 4.627 Besucher(bis 31.12.99) . KUNSTHALLE wien, project space In temporär genützten Räumen öffnet der„project space“ der Kunsthalle Wien mit Performances, Installationen und Kunst-Events ein lebendiges Forum zu aktuellsten künstlerischen Einzelprojekten. „Kaum mehr ein Museum, das seine Ausstellungen nicht bis ins World Wide Web hineinträgt. Das ist mal mehr, mal weniger sinnvoll. Sehr sinnvoll ist es bei der kleinen, aber feinen Ausstellung“Hommage à Hedy Lamarr”. Nach nur zehn Tagen Ausstellungsdauer in der Wiener Kunsthalle erinnert die leicht navigierbare Website www.hedylamarr.at noch immer an die Österreicherin Hedwig Kiesler, die ab 1937 unter dem Namen Hedy Lamarr in Hollywood Karriere machte.“ DieTageszeitung taz(D), 24.06. 1999 Heidemarie Seblatnig: The alternative Tokyo Trilogy Chonin no Mama, Elton, Johnnie Walker 25. Februar – 28. Februar 1999, Kunsthalle Wien, museumsquartier Ausgehend von Erzählungen des Kunstpromotors Johnnie Walker, einer illustren Persönlichkeit in der Kunstwelt Tokios, produzierte die österreichische Medienkünstlerin Heidemarie Seblatnig einen dreiteiligen Videozyklus, der sich mit Personen aus dem alten und neuen Tokio beschäftigt. Hinterfragt wird die Strukturierung der Tokioter Kunstszene und Gesellschaft bis in die intimsten Abläufe hinein. Theo Ligthart, Richard Brem: Hommage à Hedy Lamarr 9. – 20. Juni 1999, Kunsthalle Wien, museumsquartier Der österreichischen Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr, die nach ihrer Emigration in die U.S.A. in den dreißiger Jahren zum Weltstar arrivierte, war dieses von Theo Ligthart und Richard Brem konzipierte multimediale Portrait anlässlich ihres 85sten Geburtstags gewidmet. Die Installation reflektierte informativ das Leben und Wirken dieser vielseitigen Persönlichkeit, die als„die schönste Frau der Welt“ auch als Bildmotiv für Andy Warhol diente. Neben biografischen Videofilmen, Diaprojektionen, Fotografien und Requisiten des Hollywood-Stars hat die Installation eines Torpedos sowie eines automatischen Klaviers auch auf die Erfinderin verwiesen, die gemeinsam mit George Antheil im Zweiten Weltkrieg für die US-Navy eine Funkvorrichtung entwickelte, welche heute eine der Grundlagen für Mobiltelefone bildet. Ingeborg Strobl, Curd Duca: Wölfe am Meer Live-Konzert und Audio-CD Donnerstag, 23. September 1999, Kunsthalle Wien, museumsquartier Die Künstlerin Ingeborg Strobl(Konzept und Regie) und der Musiker Curd Duca(Produktion) verwebten ‘sounds und tracks’ mit Stücken von Künstlerfreunden. Man konnte das„Meer“ rauschen hören, einen Mann, der über„Tiefseefische“ sang,„Liebende Arme“ und„Fremde Stimmen“. Es heulten„Wölfe“, „Frösche“ quakten, Leoparden„schnurrten“, dazu waren„Tonleitervögel“,„Omen“,„Close“ und andere Stücke zu hören. Mitwirkende: Ona B., Curd Duca, Norbert Gmeindl und Andreas Karner. Spencer Tunick – New Vienna 10. Oktober 1999, 6.20 Uhr, vor dem Museumsquartier Der New Yorker Künstler Spencer Tunick schafft mittels großer Gruppen nackter Menschen temporäre ortsbezogene Installationen im öffentlichen Raum. Die Körper formt er zu Landschaften auf Straßen und Plätzen, sogenannten„Nudescapes“. Resultate seiner Arbeiten sind Foto- und Videodokumentationen. Was in Amerika immer wieder kriminalisiert wird – Spencer Tunick wurde bereits fünfmal verhaftet – war in Wien vor dem hochkarätigen historischen Umfeld zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum und dem Fischer von Erlach-Trakt des Museumsquartiers legal möglich. Auf Einladung der Kunsthalle Wien hat Spencer Tunick am 10. Oktober 1999 um 6.30 Uhr in der Früh mehrere hundert nackte Menschen auf der Straße vor dem Museumsquartier, dem zukünftigen Standort der Kunsthalle Wien, fotografiert; jeder Teilnehmer erhielt als Dankeschön einen Originalabzug der limitierten Auflage der fotografischen Dokumentation. . Judith Baum – This other Being Oder: Worüber Männer untereinander nicht reden 26. November bis 5. Dezember 1999 in der U-Bahn-Station U2/U3 Volkstheater/ Aufgang Museumsquartier Zehn fast nie direkt gestellte Fragen richtete die österreichische Künstlerin Judith Baum 1998/99 an hundert Männer aus der New Yorker Kunstszene – Fragen wie:„Was ist Ihre faszinierendste erotische Phantasie?“ oder„Wodurch und wie haben Sie bemerkt, dass auch Ihr Vater ein sexuelles Wesen ist?“ Männer reden untereinander gemeinhin nicht über ihren Bezug zur Sexualität, und nur selten mit ihnen nahestehenden Frauen. Wenn aber eine Frau als neutrale Person und auf„fremdem Boden“(USA) um ein umfrageähnliches Interview ersucht, das dokumentiert wird und sich als Kunstprojekt ausweist, vermag sich auch dieses Bild zu ändern. Judith Baum hat die tausend Antworten u.a. von Brooks Adams, Dan Cameron, Joshua Decter, Paul McCarthy, Mike Kelley, Dennis Oppenheim, David Ross, Andres Serrano und Spooky auf Video aufgezeichnet und zu einer Ausstellung verarbeitet. Matthias Herrmann – Textpieces 3. bis 19. Dezember 1999 Container vor der Kunsthalle Wien, karlsplatz In seiner Serie„Text Pieces“ präsentiert sich der 1963 geborene Fotokünstler Matthias Herrmann in verschiedenen Rollen und Inszenierungen. Was sich zunächst als eine Reihe erotischer Selbstdarstellungen bzw. als Auseinandersetzung mit der eigenen männlichen Sexualität zeigt, erweist sich zugleich als ironischer Umgang mit den sexuellen Rollenbildern bzw. Rollenklischees unserer Gesellschaft. In seinen großformatigen Farbfotografien schlüpft er immer wieder in neue Rollen, die er mit gefundenen Textzitaten aus unterschiedlichsten Medien, wie Mode- und Lifestylemagazinen oder Texten zur Kunst, Kultur und Sexualität konfrontiert. Sonderveranstaltungen Gerhard Rühm: Wiener Literarisches Porträt 14. und 15. Jänner 1999, Kunsthalle Wien, museumsquartier Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Alten Schmiede Literatur im März: Abschiede 4. – 7. März 1999, Kunsthalle Wien, museumsquartier Ein Jahr vor der Jahrtausendwende widmete sich das Festival„Literatur im März„ mit Lesungen, Vorträgen, Gesprächen, Dramoletten, Konzerten und Filmvorführungen einer unserer zentralen Erfahrungen: Abschied nehmen zu müssen ist Bestandteil jeder individuellen Lebensgeschichte; Abschied genommen wird jedoch auch von politischen Systemen, Wertvorstellungen und gewohnten Weisen, die Welt zu sehen. Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Alten Schmiede Buchpräsentation Paul Albert Leitner: Kunst und Leben. Ein Roman 24. Juni 1999, Kunsthalle Wien, museumsquartier Inge Morath – Pferdefotografien 5. September – 10. Oktober 1999, Neue Tribüne Krieau Wien Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Wiener Trabrennverein anlässlich der großen MorathRetrospektive Katalogpräsentation Heinz Reisinger 28. Oktober 1999, Kunsthalle Wien, museumsquartier Begleitprogramme Zu jeder Ausstellung fanden unterschiedlichste Begleitveranstaltungen(Vorträge, Diskussionen, Ausstellungsgespräche usw.) und Kunstaktionen statt. So wurde z.B. anlässlich der Ausstellung„Andy . Warhol – A Factory“ an die Halle am Karlsplatz ein eigenes Kino angebaut, in dem Warhol’s Filme präsentiert wurden und regelmäßig Vorträge stattfanden. Von 27. auf 28. März wurde – erstmals in Wien – die Ausstellung 24 Stunden geöffnet. Unter dem Motto „Andy Warhol Superstar“ übertrugen Ö1 und FM4 6 Stunden Radioprogramm live aus der Ausstellung. Im Kino wurden Warhol-Filme wie„Empire“(über 8 h) in voller Länge gezeigt. Im Rahmen der Cuba-Ausstellung gaben„Marc Ribot Y Los Cubanos Postizos“ ein großes Konzert im Palais Eschenbach. Anlässlich der ersten großen Einzelausstellung des chinesischen Künstlers Cai Guo-Qiang wurde auch eine seiner spektakulären pyrotechnischen Installationen im Außenraum realisiert. Hoch über den Baukränen des Museumsquartiers hat Cai mit seiner Feuerlinie“Dragon Sight Sees Vienna, Project for Extraterrestrials No. 32“ einen Drachen in den Wiener Himmel gezeichnet. . ALLTAGSKULTUR Die Förderung der Alltagskultur hat auf die in den letzten Jahren immer rascher erfolgende Veränderung dieses Bereiches flexibel reagiert. Initiativen in neuen Stadtentwicklungsgebieten müssen ebenso wie Grätzlzentren oder traditionelle Kulturvereine verstärkt betreut und unterstützt werden. Dazu zählt neben der finanziellen Hilfe vor allem auch die umfassende Beratung über weitere Förderungsmöglichkeiten und Aspekte der Verwirklichung der Zielsetzungen der ehrenamtlich und engagiert tätigen Mitarbeiter der verschiedensten Vereinigungen. 1999 wurden neben zahlreichen Projekten von Schülern und Jugendlichen besonders intensiv multikulturelle Aktivitäten gegen Fremden­ feindlichkeit und Ausländerhass unterstützt. Ein weiterer Förderungsschwerpunkt galt der Kulturarbeit in den Stadterweiterungsgebieten. Der Verein"Kulturnetz" hat sein Pilotprojekt, das ein breitgefächertes Service- und Bera­ tungsangebot für Kulturinitiativen in den Be­ zirken Floridsdorf und Donaustadt bietet, er­ folgreich weitergeführt. Neben der Übernahme der Agenden des dezentralen Kulturbudgets des 22. Bezirkes hat der Verein seine Aktivi täten auch auf die Leopoldstadt und auf Brigittenau ausgedehnt. Die daraus resultierenden Erfolge ­ eine stark vermehrte Anzahl von Veranstaltungen oder die kulturelle Nutzung neuer Orte und Plätze- übertreffen die Erwartungen bei weitem. Im Sinne der Dezentralisierung wurde die Be­ völkerung verstärkt in die Planung von kulturellen Vorhaben eingebunden. Zur Alltagskultur zählen auch Initiativen und Aktivitäten zur Pflege tradierten Brauchtums, wie etwa die Auftritte von Blasmusikkapellen, Chören und Volkstanzgruppen. So fanden im April 1999 die Südtiroltage in Wien statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierten sich Blasmusikkapellen, Volks­ musik- und Volkstanzgruppen auf verschiedenen Wiener Plätzen. Ein Höhepunkt im Jahr 1999 war sicherlich das „20. Österreichische Blasmusikfest“. An dieser Jubiläumsveranstaltung haben 40 Musikkapellen aus dem gesamten Bundesgebiet und allen Nachbarländern Österreichs teilgenommen. Bei der Veranstaltung„Faszination Blasmusik“ in der Kurhalle Oberlaa zeigten 10 Blasmusik­ kapellen des Wiener Blasmusikverbandes ihr Können und präsentierten speziell die Ergeb­ nisse ihrer Jugend- und Nachwuchsarbeit. WIENER ALTSTADTERHALTUNGSFONDS Das Förderungsinstrument des Wiener Alt­ stadterhaltungsfonds wurde auch im 27. Jahr seines Bestehens im Sinne der Erhaltung des gewachsenen Stadtbildes für eine große Anzahl von Maßnahmen eingesetzt. Besonders hohe Ausführungsqualität und materialgerechte, der Entstehungszeit der Bauten entsprechende Technologien wurden durch Zuschüsse finanzierbar gemacht. Die aus einem Zuschlag zur Rundfunk- und Fernsehgebühr, dem Kulturförderungsbeitrag, aufgebrachten Mittel stellen eine Landesabgabe dar, die insbesondere für Zwecke der Altstadterhaltung zu verwenden sind. 1999 wurden für 89 Objekte Förderungen in der Höhe von ATS 122.900.000,-- genehmigt. Der Bogen der Förderungen reichte von teilweise prominenten Häusern in der Innenstadt, bis zu verschiedenen Kirchen, deren Instandsetzung . einen Zeitraum von mehreren Jahren beansprucht. Als Beispiele sind die Kirche der Malteser in der Kärntner Straße, die Minoritenund die Michaelerkirche, die Kirche St. Peter mit ihrem wertvollen Kuppelfresko oder die Votivkirche zu nennen. Nicht unterwähnt bleiben sollen auch die jährlichen Beiträge für die Instandhaltungsarbeiten am Stephansdom. Neben Bürgerhäusern in den Innen- und Außenbezirken wurden auch ländliche Objekte in den dörflichen Gebieten gefördert. Genannt seien hier das Haus Sieveringer Straße 281 oder der Pfarrhof im Kahlenbergerdorf. Be­ sondere Blickpunkte im Stadtbild, wie etwa die Figurengruppe auf der Börse für landwirt­ schaftliche Produkte in der Taborstraße 10 sind weitere Objekte einer Unterstützung. Als zukünftige Projekte geplant sind die In­ standsetzung der Otto-Wagner-Kirche am Steinhof, die Förderung der bereits durchge­ führten Sanierungen am Palais Esterhazy in der Wallnerstraße und des Palais Kinsky auf der Freyung sowie die Sanierung des Kursalons im Stadtpark und des Palais Schwarzenberg. Wiederherstellung der Alt-Lerchenfelder Kirche noch in Angriff zu nehmen ist, während die Fassadensanierung der Pfarrkirche Lichtental bereits begonnen wurde. Gleichfalls in Planung sind weitere Wiederher­ stellungen an den Inneneinrichtungen von Kaffeehäusern. Nach dem Cafe Dommayer in Hietzing oder dem Cafe Fleischmarkt werden die Bemühungen nun dem Cafe Sperl, dem Cafe Schmid-Hansl oder dem Cafe Tirolerhof gelten. Fortgesetzt werden die Arbeiten an ver­ schiedenen Kirchen, wobei die notwendige Schließlich werden die Förderungen an den Denkmälern der Zwischenkriegsgemeindebauten fortgesetzt, um auch hier die von den Architekten seinerzeit bis hin zu den Beleuch­ tungskörpern durchgeplanten Einzelheiten einer stilgemäßen Instandsetzung zuführen zu können. DENKMALPFLEGE Durch Denkmalobjekte wie Denkmäler, Denk­ malbrunnen, Bildstöcke, Grabmäler, Frei­ plastiken und Gedenktafeln werden im über­ lieferten Stadtbild markante Akzente gesetzt. Die Mehrzahl dieser Denkmalobjekte befindet sich in Obhut der Stadt Wien, die auch die Mittel zu ihrer Erhaltung aufbringt. Da der Denkmälerbestand vielfältigen und schädigenden Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, sind kontinuierliche Betreuungsmaßnahmen unumgänglich. Laufend werden Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt. Dabei festgestellte Mängel ziehen nicht selten auf­ wendige Restaurierungen nach sich. Reini­ gungen bei natürlicher Verschmutzung oder nach mutwilligen Beschmierungen sind im Einzelfall nicht immer sehr kostspielig, schlagen in ihrer Gesamtheit aber doch zu Buche. . An aufwendigen Restaurierungen des Jahres 1999 wäre die im Einvernehmen mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführte Probe- bzw. Teilrestaurierung der Pestsäule am Graben mit Kosten von S 600.000,-- zu erwähnen. Für die Restaurierung der zwei Obelisken in Wien 17, Schwarzenberg-Park, waren S 544.000,-­ erforderlich. An der Aufstellung eines von der Stadt Moskau geschenkten Denkmals für Alexander Puschkin vor dem Kurpark Oberlaa beteiligte sich die Stadt Wien mit S 230.000,--. Die schwierige aber mustergültige Restaurierung der gusseisernen Christusstatue vor der Rodauner Pfarrkirche kostete S 200.000,--. Über die direkte Pflege des Denkmälerb­ estandes hinaus ist das Referat Denkmalpflege auch mit der nächtlichen Anstrahlung herausragender Denkmäler und Gebäude be­ fasst BEZIRKSMUSEEN Die Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirks­ museen arbeitet als Verein, der statutengemäß die musealen Bestrebungen des Historischen Museums der Stadt Wien von der Seite der Bezirke zu ergänzen trachtet. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die in der Regel aus dem jeweiligen Bezirk stammen, sind mit großen Engagement bemüht, materielle und geistige Güter vor dem Vergessen und Ver­ schwinden zu bewahren. Durch Dauer- und Sonderausstellungen, Führungen, Vorträge, Lesungen, musikalische Darbietungen, Lehrwanderungen und sonstige Veranstaltungen wird versucht, die aus den gesammelten Objekten gewonnenen Kenntnisse der Bevölkerung nahe zu bringen. Die Stadt Wien trug 1999 mit einem Betrag von S 2,350.000,-- zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes bei. Für die Durchführung besonderer Projekte wurden S 1,100.000,-- zur Verfügung gestellt. Die Projektförderung machte dem Bezirks­ museum Hernals eine Ausstellung über Eduard Engelmann jun., den Schöpfer der ersten Freiluftkunsteisbahn, möglich. Das Be­ zirksmuseum Margareten hat seine neuen Räumlichkeiten mit der geförderten Ausstellung „Vom Biedermeier zur Neuzeit“ wieder eröffnet. Ohne Mittel aus der Projektförderung wäre vom Bezirksmuseum Josefstadt an die Durchführung der Ausstellung„300 Jahre Josefstadt“ nicht zu denken gewesen. . . EHRUNGEN Als sichtbares Zeichen der Anerkennung ihres Schaffens verleiht die Stadt Wien heraus­ ragenden Künstlern und Wissenschaftern ver­ schiedenste Auszeichnungen. Medienberichte über diese Würdigungen informieren eine breitere Öffentlichkeit über das vielfältige Spektrum kulturellen Schaffens in der Bun­ deshauptstadt. Ehrungen wie die Preise der Stadt Wien, die Josef-Kainz-Medaille oder der Johann-Nestroy­ Ring wirken animierend und ermutigend und tragen zur weiteren Motivation der Geehrten bei. Die Vergabe dieser Auszeichnungen erfolgt nach strengen Kriterien und mit größtmöglicher Objektivität durch unabhängige Jurys, für die immer wieder neue Mitglieder nominiert werden. Für das Jahr 2000 ist eine Neustrukturierung der Vergabe der Kainz-Medaille geplant. Die Förderung junger Künstler und Wissen­ schafter ist ein besonderes Anliegen der Stadt Wien. Die Verleihung von Förderungspreisen ist Ausdruck dieses Engagement. Die Würdigung der Leistungen verdienstvoller Persönlichkeiten ist auch posthum in Form von Widmungs- und Ehrengräbern, Kranz­ niederlegungen und Grabrestaurierungen möglich. INTERKULTURELLE MASSNAHMEN Wien ist eine der wichtigsten gewachsenen Kulturhauptstädte Europas. Durch seine geo­ graphische Lage, seine spezifische Geschichte war Wien der Brückenkopf zwischen Mittel- und Osteuropa, Schmelztiegel der Kulturen, in dem das Miteinander verschiedener Kulturen Realität geworden ist. Dieser Prozess setzt sich in der jüngsten Ver­ gangenheit fort. So wird Österreich nach dem 2. Weltkrieg für viele Flüchtlinge zur neuen Heimat. Diese Menschen haben das Land mitaufgebaut und sie sind mittlerweile ein Teil dieser Gesellschaft geworden. In einer immer stärker vernetzten mobilen Welt, in der sich auch die nationalen und ethnischen Grenzen immer mehr verschieben, müssen neue Formen des internationalen Zusammenlebens gefunden werden Die Arbeiten dieser Kulturschaffenden stellen einen wichtiger Beitrag zur kulturellen Vielfalt der heimischen Kulturszene dar. Eine neue Kulturszene entstand. Es gilt einen interkulturellen Ansatz zu finden, der das Miteinander, die gegenseitige Be­ fruchtung und Ergänzung, die Begegnung und den Dialog der Kulturen in den Mittelpunkt stellt. Vor diesem gedanklichen Hintergrund wurde im März 1998 ein Referat für„Interkulturelle und internationale Aktivitäten“ ins Leben gerufen. Diese Stelle versteht sich primär als Serviceeinrichtung, an die sich alle Kultur­ schaffenden wenden können, die im interkultu­ rellen Bereich tätig sind. Die weiten Arbeitsschwerpunkte liegen in folgenden Bereichen: ?? Wien als Kulturmetropole im Ausland besser zu positionieren, ?? die kulturellen Aktivitäten in erster Linie der Nachbar- und Herkunftsländer der Migrant/innen in Wien zu präsentieren, ?? Förderung von Kulturaktivitäten von und für Migrant/innen und ?? die Förderung des Zusammenlebens von verschiedenen Bevölkerungs­ gruppen mit Hilfe von kulturellen Akti­ vitäten Darüber hinaus ist das Referat eine Verbin­ dungsstelle zwischen den Kulturschaffenden, der verschiedenen Fachreferaten der Kultur­ abteilung(Magistratsabteilung 7) und den übrigen Dienststellen der Stadt Wien. Weiters informiert das Referat über die Förderungs­ möglichkeiten diverser Landes- und Bundes­ einrichtungen. In diesem Zusammenhang wurden rund 350 Vereine und einzelne Personen beraten, 87 Vereine und Projekte sind mit einem finanziellen Beitrag gefördert worden. . STIPENDIEN Die Stipendien der Stadt Wien verteilen sich auf die verschiedensten Bereiche des kulturellen Lebens. Unter anderem entfielen S 440.000,-- auf 22 Arbeitsstipendien für Lite­ ratur, bildende Kunst und Komposition. Die Studienbeihilfen und Wissenschaftsstipendien wurden nach ausführlichen Informationsge­ sprächen mit Studierenden und angehenden Wissenschaftlern vergeben. FILM UND VIDEO Im Zeitalter der Multiplexkinos ist eine gezielte Förderung heimischen Film­ schaffens unumgänglich geworden, um eine vielfältige und individuell unter­ schiedliche Filmsprache am Leben zu er­ halten. Darum ist die Stadt Wien auch bemüht, das Medium in möglichst umfas­ sender Weise zu unterstützen. Eine der neueren Maßnahmen, die die Stadt Wien gesetzt hat, sind Prämien für Kinos, deren Programm entsprechend niveau- und ge­ haltvoll gestaltet ist, vor allem aber öster­ reichische bzw. kinderfreundliche Produk­ tionen enthält. Darüber hinaus sind auch Investitionsförderungen möglich. Einen wesentlichen Teil der Unter­ stützungen, die die Stadt Wien gewährt, stellen Produktionsförderungen dar: Mit der Jungfilmerförderung versucht die Kulturabteilung vor allem noch jungen, unbekannten FilmemacherInnen zu helfen, ihre Erstlingsprojekte zu realisieren. Die jungen Künstler sind zumeist Abgänger oder noch Studierende der Wiener Filmakademie und haben ohne öffentliche Unterstützung kaum die Möglichkeit, vor allem nicht die finanziellen Mittel, ihre in den meisten Fällen phantasievollen Vorhaben in die Tat umzusetzen. Um so erfreulicher ist es, dass gerade in jüngster Zeit mehrere der in dieser Weise unterstützten Filmemacher auch international reüssieren: Goran Rebic konnte schon mit seinem „Jugofilm“ einen großen Erfolg für sich verbuchen, mit seinem neuen Film„The Punishment“ gewann er jetzt auch den Hauptpreis der„Diagonale“. Barbara Albert gelang mit„Nordrand“ nicht nur bei der Viennale ein großer Publikumserfolg, der Film und seine Hauptdarstellerin wurden auch bei den großen internationalen Festivals von Venedig und Berlin mehrfach ausgezeichnet. Katrin Resetarits, deren letzter Film„Fremde“ bei der„Diagonale“ große Beachtung fand, ist ebenfalls eine junge Filmemacherin, von der in den nächsten Jahren noch viel zu erwarten ist. Größere heimische Produktionen werden traditionell vom Wiener Filmfond unter­ stützt, der 1999 umstrukturiert wurde und mit Peter Zawrel einen neuen Ge­ schäftsführer hat. Die Wiener Filmförderung erschöpft sich jedoch nicht allein in der Unterstützung von Filmproduktionen, wesentlich ist auch die Ermöglichung von Symposien, Retro­ spektiven und Filmfestivals. Wesentliche Partner der Kulturabteilung in diesem Be­ reich sind die Wiener Programmkinos, das österreichische Filmmuseum, das österreichische Filmarchiv und der Ver­ anstalter des größten heimischen Film­ festivals, der„Viennale“. . WIENER FILMFONDS WIENER FILMFINANZIERUNGSFONDS FÖRDERUNGSTÄTIGKEIT 1999 konnten aufgrund der Dotierung durch die Stadt Wien in Höhe von 77 Millionen Schilling, vorhandener Restmittel des Vorjahres und von Rückflüssen erfolgsbedingt rückzahlbarer Darlehen Förderungen in Höhe von 90.032.977 Schilling in der Regel in Form von bedingt rückzahlbaren Darlehen vergeben werden. Drehbuchförderung Titel Donuts in Demel Elvira Grup – Die Harpune Kottan, der Film: das Ende des Gutgehens Soliman Tot lebt sich's länger Antragsteller Ivo Schneider Alois Hawlik Helmut Zenker Felix Mitterer Niki List Höhe der Förderung 15.000 100.000 150.000 150.000 150.000 Projektentwicklungsförderung Titel Auf dem berstenden Stern Beware of Pity Ende der Vorstellung Follow me Tigermilch Tijuana 24 YU Antragsteller Novotny und Novotny Film Wega Film Aichholzer Film Allegro Film Novotny und Novotny Film Wega Film Novotny und Novotny Film Höhe der Förderung 238.750 350.000 180.000 250.000 99.100 50.000 162.150 Herstellungsförderung Titel Anderswo – Fernab des Millenniums Die Blutgräfin Der Bockerer III Ene, Mene Muh Feuerteufel – Flammen des Todes Die Fremde Gebürtig Gelbe Kirschen Heimkehr der Jäger Heller als der Mond Komm, süßer Tod Lovely Rita Luna Papa Professor Niedlich Semi Precious Lady Ternitz, Tennessee Der Überfall . Antragsteller Geyrhalter Film Regie Nikolaus Geyrhalter Höhe der Förderung 3.325.000 Wega Film Epo Film Terra Film Epo Film Ulrike Ottinger Franz Antel Houchang Allahyari Curt Faudon 4.800.000 8.000.000 4.500.000 2.000.000 Teamfilm Cult Film Aichholzer Film Wega Film Extra Film Dor Film Prisma Film Prisma Film SK Film Star Film Thalia Film Allegro Film Götz Spielmann Lukas Stepanik, Robert Schindel Leopold Lummerstorfer Michael Kreihsl Virgil Widrich Wolfgang Murnberger Jessica Hausner Bakthiar Khudojnazarov Lukas Stepanik Reinhard Schwabenitzky Mirjam Unger Florian Flicker 5.291.517 8.000.000 3.440.000 5.911.460 1.800.000 7.000.000 1.500.000 1.700.000 1.000.000 8.000.000 1.750.000 4.000.000 The Venice Project Terra Film Robert Dornhelm 2.200.000 Herstellungsförderung – Aufstockungen von Herstellungsförderungen der Vorjahre Titel Antragsteller Regie Höhe der Förderung Alma – A Show biz ans Ende Nanook Film Paulus Manker 700.000 Frankreich wir kommen! Lotus Film Michael Glawogger 500.000 Hundstage Allegro Film Ulrich Seidl 1.000.000 Jedermanns Fest Wega Film Fritz Lehner 4.000.000 Kaliber Deluxe Dor Film Thomas Roth 2.700.000 Der Umweg Lotus Film Frouke Fokkema 300.000 Verwertungsförderung(Kinostart und Festivalteilnahme) Titel Antragsteller Abschied ein Leben lang Extra Film Ceija Stojka Polyfilm Die drei Posträuber Wega Film Ein Spezialist Lotus Film Eine fast perfekte Hochzeit Star Film Frankreich wir kommen! Lotus Film Geboren in Absurdistan Epo Film Kubanisch rauchen Filmhaus Wien Luna Papa Prisma Film Nordrand Lotus Film The Rounder Girls Filmladen Untersuchung an Mädeln Dor Film Wanted MR Film Höhe der Förderung 150.000 100.000 500.000 500.000 500.000 300.000 400.000 200.000 220.000 350.000 300.000 400.000 500.000 Strukturförderung Titel Location Austria Antragsteller Austrian Business Agency Höhe der Förderung 300.000 Fußnote: Höhe der Förderung in Österreichischen Schillingen GEFÖRDERTE FILME IM ÖSTERERREICHISCHEN KINO 12 Filme, deren Herstellung und/oder Verwertung vom Wiener Filmfinanzierungsfonds gefördert wurden, hatten 1999 ihren Kinostart in Österreich: SPIELFILME EINE FAST PERFEKTE HOCHZEIT Regie: Reinhard Schwabenitzky Darsteller: Elfi Eschke, Andreas Vitasek, Alexander Goebel Produktion: Star Film Kinostart: 19. Februar Besucherzahlen: 79.309 UNTERSUCHUNG AN MÄDELN Regie: Peter Payer nach Motiven des gleichnamigen Romans von Albert Drach Darsteller: Anna Thalbach, Elke Winkens, Max Tidof Produktion: Dor Film Kinostart: 19. März Besucherzahlen: 8.841 . KUBANISCH RAUCHEN Regie: Stephan Wagner Darsteller: Simon Licht, Thomas Morris, Seymour Cassel Produktion: Blow-up Film Kinostart: 8. Oktober Besucherzahlen: 2.407 WANTED Regie: Harald Sicheritz Darsteller: Alfred Dorfer, Roland Düringer, Bibiane Zeller Produktion: MR Film Kinostart: 8. Oktober Besucherzahlen: 181.471 GEBOREN IN ABSURDISTAN Regie: Houchang Allahyari Darsteller: Julia Stemberger, Karl Markovics, Ahmet Ugurlu, Meltem Cumbul Produktion: Epo Film Kinostart: 12. November Besucherzahlen: 17.054 NORDRAND Regie: Barbara Albert Darsteller: Nina Proll, Edita Malovcic, Michael Tanczos Produktion: Lotus Film Kinostart: 3. Dezember Besucherzahlen: 19.333 DOKUMENTARFILME MEGACITIES Regie: Michael Glawogger Produktion: Lotus Film Kinostart: 15. Jänner Besucherzahlen: 21.516 MODELS Regie: Ulrich Seidl Produktion: MR Film Kinostart: 26. Februar 1999 Besucherzahlen: 12.983 EIN SPEZIALIST Regie: Eyal Sivan und Rony Brauman Produktion: Lotus Film Kinostart: 11. Juni Besucherzahlen: 3.465 FRANKREICH WIR KOMMEN! Regie: Michael Glawogger Produktion: Lotus Film Kinostart: 11. Juni Besucherzahlen: 4.387 THE ROUNDER GIRLS Regie: Sabine Derflinger, Bernhard Pötscher . Produktion: Bernhard Pötscher, Sabine Derflinger, Edelweiß Film Kinostart: 24. September Besucherzahlen: 1.409 ABSCHIED EIN LEBEN LANG Regie: Käthe Kratz Produktion: Extra Film Kinostart: 5. November Besucherzahlen: 539 GEFÖRDERTE FILME IM ÖSTERREICHISCHEN FERNSEHEN 18 Filme, deren Herstellung und/oder Verwertung vom Wiener Filmfinanzierungsfonds gefördert wurde, wurden 1999 im österreichischen Fernsehen gezeigt: Film Black Flamingos Verlassen sie bitte Ihren Mann Freispiel Ein fast perfekter Seitensprung Der Unfisch Das Siegel Alma- A Show biz ans Ende(1. Teil) Alma- A Show biz ans Ende(2. Teil) Alma- A Show biz ans Ende(3. Teil) Joint Venture Ein Rucksack voller Lügen Funny Games Der Kopf des Mohren Stille Wasser Jugofilm Ich gelobe Der Bockerer II – Österreich ist frei Feuerteufel- Flammen des Todes Katharina die Große Ein fast perfekter Seitensprung Sendeplatz ORF 1, Sonntag, 21.02., 21.30 Uhr ORF 1, Sonntag, 28.02., 21.30 Uhr ORF 1, Sonntag, 14.03., 21.35 Uhr ORF 2, Sonntag, 28.03., 21.35 Uhr ORF 2, Samstag, 24.04., 20.15 Uhr ORF 2, Sonntag, 11.07., 21.55 Uhr ORF 1, Donnerstag, 08.07., 23.30 Uhr ORF 2, Sonntag, 11.07., 23.30 Uhr ORF 2, Donnerstag, 15.07., 23.45 Uhr ORF 2, Montag, 19.07., 0.20 Uhr ORF 1, Samstag, 24.07., 05.55 Uhr ORF 2, Sonntag, 01.08., 23.14 Uhr ORF 2, Sonntag, 08.08., 23.05 Uhr ORF 2, Sonntag, 22.08., 23.13.Uhr ORF 2, Sonntag, 29.08., 22.56 Uhr ORF 2, Montag, 25.10., 00.15 Uhr ORF 2, Dienstag, 26.10., 9.50 Uhr ORF 1, Freitag, 29.10., 20.15 Uhr ORF 1, Mittwoch, 08.12., 23.53 Uhr ORF 1, Donnerstag, 23.12., 21.51 Uhr Zuseher* 735.000 671.000 584.000 719.000 385.000 274.000 47.000 48.000 26.000 21.000 3.000 69.000 40.000 44.000 27.000 30.000 201.000 470.000 86.000 514.000 Fußnote Zuseherzahlen in Tausenden, Angaben nach www.mediaresearch.orf.at . INTERNATIONALE ERFOLGE GEFÖRDERTER FILME Der Dokumentarfilm MEGACITIES von Michael Glawogger(Lotus Film) ist der erste österreichische Film, der beim Sundance Film Festival(USA) gezeigt wird. Der TV-Zweiteiler OPERNBALL(Satel Film) nach einem Buch von Josef Haslinger wurde beim 39. TV­ Festival in Monte Carlo zweifach ausgezeichnet: mit der„Goldene Nymphe“ als bester Film in der Kategorie Miniserie und der„Silbernen Nymphe“ für Regisseur Urs Egger. KRAMBAMBULI, Xaver Schwarzenbergers Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Marie von EbnerEschenbach(Buch: Felix Mitterer, Produktion: Satel Film) erhielt auf der 35. Verleihung der AdolfGrimme Preise 1999 des Fernsehpreises des Deutschen Volkshochschulverbandes den Adolf-Grimme Preis in Gold in der Kategorie Fiktion und Unterhaltung. Der Preis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für Fernsehleistungen in Deutschland. Bei der 19. Verleihung der Annual Genie Awards in Toronto wurden acht von insgesamt neunzehn Preisen an die internationale Koproduktion DIE ROTE VIOLINE vergeben: darunter den Preis für den besten Film, für die beste Regie(Francois Girard) und für das bestes Drehbuch(Don Mc Kellar und Francois Girard). Für die Dreharbeiten in Österreich verantwortlich zeichnete die Dor Film. Die Jury der Internationalen Filmfestspiele von Venedig wählte Nina Proll, Hauptdarstellerin in Barbara Alberts ersten abendfüllendem Spielfilm NORDRAND zur besten Nachwuchsdarstellerin des Jahres und verlieh ihr den Marcello-Mastroianni Preis. Die Viennale zeichnete das erfolgreiche Spielfilmdebüt gleich doppelt aus: neben dem mit 100.000 Schilling und dem Sachpreis im Wert von 140.000 Schilling dotierten Wiener Filmpreis fiel auch die Entscheidung der FIPRESCI-Jury, der Vereinigung der internationalen Filmkritiker auf NORDRAND. Darüber hinaus kürte das Internationale Festival von Stockholm NORDRAND zum Best First Feature Film. Ebenfalls bei den Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt wurden THE VENICE PROJECT(Regie: Robert Dornhelm, Produktion: Terra Film) und LUNA PAPA(Regie: Bakthiar Khudojnazarov, Produktion: Prisma Film). Im Dezember verlieh die Europäische Filmakademie den Europäischen Filmpreis 1999. Drei Preise wurden an die internationale Koproduktion SUNSHINE(Dor Film) vergeben, und zwar für folgende Leistungen: Ralph Fiennes(europäischer Schauspieler 1999), István Szabó und Israel Horovitz (europäischer Drehbuchpreis 1999) sowie Lajos Koltai(europäischer Kamerapreis 1999). . REFORM: VOM WIENER FILMFINANZIERUNGSFONDS ZUM WIENER FILM FONDS Die vom Wiener Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe in Gang gesetzte, von Bürgermeister Dr. Michael Häupl gestützte und der Stadträtin für Wirtschaft und Finanzen, Mag. Brigitte Ederer finanziell abgesicherte Reform des Wiener Filmfinanzierungsfonds, hat 1999 die Grundlage dafür geliefert, dass der zukünftige„Wiener Film Fonds“ in die Lage versetzt wird, mit einem bis 2002 gesicherten, jährlichen Budget von 110 Millionen Schilling(7.994.000 Euro) als der größte österreichische Regionalfonds einen wesentlichen Impuls zur Aufwertung des Film- und Medienstandortes Wien geben zu können. Damit wird der Wiener Film Fonds einen unverzichtbaren Beitrag zur Absicherung und zum Ausbau der kreativen österreichischen Filmwirtschaft leisten, die sich gerade jetzt auf einem Weg des Erfolges befindet, und weitere Investitionen verlangt und rechtfertigt. Die wesentlichen Bausteine der Reform sind: EIN NEUES LEITBILD Zweck des Fonds ist die internationale Aufwertung des Film- und Medienstandorts Wien und die Finanzierung und Förderung von konkurrenzfähigen und programmfüllenden Filmen. Finanziert werden Filme, die zur Auswertung im Kino, Fernsehen oder in sonstigen audiovisuellen Medien bestimmt sind. Im Sinne der Erhaltung der kulturellen Vielfalt in Europa soll die Bedeutung des Standorts Wien als Drehscheibe des Filmschaffens durch den Ausbau der filmspezifischen Infrastruktur gestärkt und im europäischen Kontext gesichert werden. Die Anhebung der Marktanteile des österreichischen Films soll langfristig angestrebt werden. Maßgebliches Kriterium für die Finanzierung von Projekten ist die jeweilige Bedeutung für die kulturelle und filmwirtschaftliche Wertschöpfung am Standort Wien. Der Fonds ist bestrebt, eine Plattform bestehender inländischer Institutionen der Filmbranche zu bilden, um den österreichischen Film im In- und Ausland geschlossen zu präsentieren. DIE FONDSORGANE Die Fondsorgane sind der Geschäftsführer, das Kuratorium und die unabhängige Expertenjury. Mit Wirkung vom 1. November wurde Dr. Peter Zawrel zum neuen Geschäftsführer des Wiener Film Fonds bestellt. Am 9. November fand die konstituierende Sitzung des neuen Kuratoriums statt, dessen Mitglieder gemäß der Satzung von Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe bestellt wurden. Die neuen Kuratoriumsmitglieder des Wiener Film Fonds sind: Mag. Andreas Gruber, Hans Hurch, Mag. Michael Kreihsl, Peter A. Mayer, OAR Wolf-Rüdiger Philipp, Michael Stejskal und Mag. Kathrin Zechner. Dem Kuratorium obliegt die Kontrolle der Aufgaben des Fonds und der Geschäftsführung, es beschließt die Förderungsrichtlinien, die Geschäftsordnung und Änderungen der Satzung und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der Förderpolitik des Wiener Film Fonds. Es wird den Geschäftsführer dabei unterstützen, die schon bisher erfolgreiche Tätigkeit des Fonds weiter auszubauen und den Wiener Film Fonds zu einer Plattform aller Angelegenheiten von Film und Kino in der Bundeshauptstadt zu machen. Am 16. Dezember 1999 wurde mit Beschluss der Wiener Landesregierung die Satzung des Wiener Film Fonds genehmigt. NEUE FÖRDERUNGSRICHTLINIEN Unter kulturellen und wirtschaftlichen Aspekten wird die Förderungspolitik des Wiener Film Fonds vor allem in den Bereichen der Projektentwicklung und des Marketings Schwerpunkte setzen. Gerade in der gegenwärtigen Situation ist das Zusammenwirken aller kreativen Kräfte in den Bereichen der Stoffentwicklung, der Finanzierung, der Herstellung und der zielgruppenorientierten Verwertung notwendig, um die heimische Filmwirtschaft in einem internationalen, europäischen Umfeld wettbewerbsfähig zu erhalten. Im März 2000 wird die Reform mit der Ausarbeitung der neuen Förderungsrichtlinien und der Bestellung einer Jury, die über die eingereichten Projekte entscheidet, abgeschlossen. . WIENER FESTWOCHEN Wiener Festwochen 1999 7. Mai bis 20. Juni Ein kurzes Resümee der drei Programmdirektoren Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers zu ihrem zweiten gemeinsamen Programm: Es gab viele Theateraufführungen dieses Jahr, bei jeder hatten wir es mit einer Art Risiko zu tun: Wer ahnte, dass Zadeks weiblicher Hamlet so enthusiastische Reaktionen verursachen würde, alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Die spröd-poetische und aggressive Neudeutung von Castorfs„Dämonen“ wurde vom Publikum akzeptiert, es wurde heiß diskutiert- das ist ja der Sinn einer solchen Veranstaltung- und war sehr gut besucht. Während die Werkstätte„Lot phantasie“ den Rahmen einer Werkstatt nicht sprengte, ist es erstaunlich wie sehr die fremdsprachige Aufführung von„En attendant Godot“ vom selben Regisseur umjubelt und gestürmt wurde. Die Ostermeier-Retrospektive hat das Festwochen-Publikum sehr genossen, der in Deutschland so kontroversiell aufgenommene, seltsame„Blaue Vogel“ wurde vom Wiener Publikum gefeiert, „Shoppen& Ficken“ wie auch„Messer in Hennen“ waren ausverkauft. Bestens besucht und heiß diskutiert wurde Zadeks Inszenierung von„Gesäubert“,„Kohelet II“ fand wieder sein begeistertes Publikum. Die Arbeiten der Regiewettbewerbsgewinner Jan Bosse und Ute Rauwald„Dr. Jekyll& Mr. Hyde“ und„killed by P.“ wurden ihrer Relation entsprechend gesehen und bewertet, es sind frühe Nachwuchsarbeiten, die sich die Wiener Festwochen zur Pflicht machen. Das Musiktheaterprogramm war in diesem Jahr nicht nur an- sondern vor allem aufregend. Die bekannten Stücke„Die Fledermaus“ und„Don Giovanni“ wurden mit mehr oder weniger Glück neu interpretiert. Beide erwiesen sich als Publikumsrenner. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern hat das Publikum auf Wolfgang Staribachers„König des Glücks“ enthusiastisch reagiert und das „Glück“, das wir ihm bereiten wollten, in vollen Zügen genossen.„Curlew River“ ist bei Publikum und Presse sehr gut angekommen. Olga Neuwirths„Bählamms Fest“ zeigt, welch intensive Gegenwart das Musiktheater haben kann. Auch hier haben die Wiener Festwochen ihre Bedeutung für das Wiener Kulturleben bewiesen. Das Erarbeiten von neuen Präsentationsformen, dem Publikum Positionen zeitgenössischer Künstler der unterschiedlichsten Sparten zu zeigen, hat sich als sehr positiv erwiesen. Ein völlig neues FestwochenPublikum wurde angesprochen und gewonnen, die„Wahlverwandtschaften“ wie auch Meg Stuarts „appetite“ waren bestens besucht. Das konzeptionelle Ineinandergreifen der Produktionen der Choreographen Jérôme Bel, Benoît Lachambre und Xavier Le Roy mit Ulrike Grossarths Aktion„Subject of Study“ und Ausstellung„rot/grün, grau“ sowie den„Wahlverwandtschaften“ wurde von Publikum wie Presse einhellig begrüßt. Diese experimentelle Vorgehensweise wird fortgesetzt, genauso wie die Zusammenarbeit mit William Forsythes„Ballett Frankfurt“ und Meg Stuarts„Damaged Goods“. Insgesamt haben die Wiener Festwochen 1999 56.559 Karten aufgelegt(ohne Insektarium). Insgesamt gab es 27 Produktionen/Projekte mit 128 Vorstellungen(mit 5 x Insektarium). Dazu kommt das Musikfest im Konzerthaus mit 51 Konzerten und 53.054 verkauften Karten, weiters die Festwochen-Ausstellung„Rodney Graham“ in der Kunsthalle Wien und die Ausstellung„rot/grün, grau“ in der MAK-Galerie 1998: 24 Produktionen mit 111 Vorstellungen, 62.585 Karten 1997: 24 Produktionen mit 165 Vorstellungen, 77.668 Karten Von den 56.559 aufgelegten Karten bei den Wiener Festwochen 1999 wurden 49.505 verkauft. Die Gesamt-Besucherauslastung beträgt 87,53 Prozent. 1998: 83,67%, 1997: 90,79%, 1996: 82,53%, 1995: 83%, 1994: 81,4%, 1993: 84,8% 1998 wurden von 62.585 Karten 52.365 verkauft. 1997 wurden von 77.668 Karten 70.517 verkauft. 1996 wurden von 77.847 Karten 64.250 verkauft. 1995 waren es 51.687 von 62.288. Die Einnahmen der Wiener Festwochen 1999 aus dem Kartenverkauf belaufen sich auf 20,1 Millionen. (1998 19,8 Millionen, 1997 27,2 Millionen, 1996 18,6 Millionen) . Wiener Festwochen 1999 Am besten besuchte Produktionen Hamlet 100% Shoppen& Ficken 100% Messer in Hennen 100% Don Giovanni 100% Die Fledermaus 99% Curlew River 99% Bählamms Fest 96% En attendant Godot 96% Gesäubert 94% The last performance/ délire défait/ Self Unfinished 94% appetite 92% Dämonen 92% Wahlverwandtschaften 91% Wiener Festwochen 1999 Besucher insgesamt 150.865 Eröffnung Festwochen-Besucher (Theater, Tanz, Musiktheater) Musikfest(Konzerthaus) rot/grün, grau(MAK-Galerie) Rodney Graham(Kunsthalle) 35.000 52.555 53.054 750 9.506 Die Wiener Festwochen waren bei 14 von insgesamt 27 Produktionen Koproduktionspartner: „Die Fledermaus“,„König des Glücks“,„Bählamms Fest“,„Don Giovanni“,„appetite“,„Dämonen“, „Hamlet“,„Gesäubert“,„En attendant Godot“,„Lot phantasie“,„Dr. Jekyll& Mr. Hyde“,„killed by P.“, „Kohelet“,„Insektarium“. 2 Eigenproduktionen standen auf dem Programm- Eröffnung„Ein Fest für drei Sträusse“ und „Wahlverwandtschaften“- insgesamt wurden 11 Gastspiele gezeigt:„Curlew River“,„ALIE/N A(C)TION“, „The last performance“,„Jérôme Bel“,„délire défait“,„Self Unfinished“,„Product of Circumstances“, „Subject of Study“,„Der Blaue Vogel“,„Shoppen& Ficken“,„Messer in Hennen“. Im Rahmen der Wiener Festwochen fanden 6 Uraufführungen statt:„König des Glücks“,„Bählamms Fest“,„Lot phantasie“,„Dr. Jekyll& Mr. Hyde“,„killed by P.“,„Insektarium“. Die Neuinszenierungen von„Die Fledermaus“,„Don Giovanni“,„Dämonen“,„Hamlet“ wurden bei den Wiener Festwochen zum ersten Mal gezeigt. Die Wiener Festwochen haben 2 Auftragswerke vergeben:„Bählamms Fest“ und„Kohelet“. Viele Produktionen der Wiener Festwochen 1999 wurden anschließend bei Festivals und Theatern in folgenden Städten gezeigt: Die Fledermaus: Zürich Jänner 2000 König des Glücks: München Juli 1999(Rom und Recklinghausen im Gespräch) Don Giovanni: Ravenna Juli 1999, Tokio Jänner 2000 Hamlet: Zürich Juli 1999, Berlin September, Oktober, November 1999, Hamburg Jänner 2000, Hannover Juni 2000, Edinburgh August 2000, Paris November 2000, Einladung zum Berliner Theatertreffen 2000, Übernahme in den Spielplan des Deutschen Schauspielhauses Hamburg ab Saison 2000/2001. En attendant Godot: 1999: Berlin, Tübingen, Luxemburg Juni, Frankfurt Juli, Basel August, Lausanne September, Paris September und Oktober, Frankfurt, Toulouse November, Lyon/Villeurbanne November und Dezember, Amiens, Brest Dezember 2000: Evreux März und April, Caen April, Le Mans April, Chateauvallon April, Liège April, Nantes Mai, La Rochelle Mai, Rennes Mai, Me Petit Quevilly Mai, Israel Juni, Bern Juni . Dämonen: Berlin Mai, Juni 1999, Hamburg Juni 1999, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin Spielplan 1999/2000, Einladung zum Berliner Theatertreffen 2000. Lot phantasie: Lausanne Februar 2000, Zürich Mai 2000 killed by P.: Kampnagel Hamburg Oktober 1999 appetite: Berlin, Edinburgh, Bern August 1999, Rotterdam September 1999, Douai Oktober 1999, London, Tongeren, Rouen, Brüssel, Graz, Brügge November 1999 Wiener Festwochen im Internet Von 1. Jänner bis 31. August 1999 betrug die Gesamtanzahl der erfolgreichen Seitenzugriffe 1.465.224. Insgesamt wurden 217.338 Besucher verzeichnet(insgesamt 99% mehr als 1998). Jänner: 18.375(48% mehr Zugriffe als 1998) Februar: 19.949(71% mehr Zugriffe als 1998) März: 28.499(87% mehr Zugriffe als 1998) April: 37.211(97% mehr Zugriffe als 1998) Mai: 56.553(134% mehr Zugriffe als 1998) Juni: 25.245(109% mehr Zugriffe als 1998) Juli: 17.494(113% mehr Zugriffe als 1998) August: 14.012(111% mehr Zugriffe als 1998) Am meisten wurde aus Österreich zugegriffen: 52.509, 27.82%, USA 29.253, 17,6%, Deutschland 23.165 Zugriffe, 12,93%. Länder mit über 1000 Zugriffen waren Finnland, Belgien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Kanada, Israel, Australien, Ungarn, Spanien, USA, Brasilien, Slowenien, Russland, Polen, Griechenland, Slowakei. Am meisten wurde die Einstiegsseite der Wiener Festwochen besucht. Beliebteste Produktionen im Internet waren"Die Fledermaus","ALIE/N A(C)TION","Don Giovanni","Hamlet" und Eröffnung. Es gab 345 Einzelbestellungen(22% mehr als im Vorjahr, 242 Bestellungen) und insgesamt wurden 1.149 Karten verkauft(38% mehr als im Vorjahr, 831 Karten). Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 1999: Durch Pressekonferenzen in Deutschland, Paris, Prag, Warschau und Krakau im Vorfeld gab es eine umfangreiche Vorberichterstattung zu den Wiener Festwochen 1999. Insgesamt waren rund 500 Journalisten akkreditiert(322 Inland, 162 Ausland). Medienberichte in New York Times, Le Monde, Libération, Nouvelle Observateur, Le Figaro, El Pais, Corriere della sera, La Repubblica, Kommersant Daily Moskau, Weltwoche, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Spiegel, Focus u.a. sind erschienen. Insgesamt berichteten 621 verschiedene Medien(Print und Audiovision) in insgesamt 2.762 Berichten über die Wiener Festwochen 1999. In den 504 österreichischen Medien gab es insgesamt 2.059 Berichte, in den 117 ausländischen Medien 703 Berichte. Berichte erschienen bzw. wurden gesendet in folgenden 27 Ländern: Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Niederlande, Iran, Italien, Japan, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, Rußland, Schweden, Schweiz, Slowenien, Slowakei, Südafrika, Tschechische Republik, United Kingdom, Ungarn, USA. Große ausländische Tageszeitungen widmeten den Wiener Festwochen 1999 breiten Raum: Der hundertste Todestag von Strauss prägt das Programm der Wiener Festwochen Große Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt und Riccardo Muti, die Sopranistin Agnes Baltsa, die Choreographen William Forsythe und Jéróme Bel sowie die Regisseure Frank Castorf und Peter Zadek wirken bei den diesjährigen Wiener Festwochen mit, die bis Juni dauern. Die Eröffnung fand vergangenen Donnerstag mit einem Johann Strauß und Richard Strauss gewidmeten Konzert mit Agnes Baltsa statt. Dieses Jahr verschwimmen in Wien die Grenzen zwischen den künstlerischen Genres. Klassiker werden in die heutige Zeit verlegt und verschiedene Stilrichtungen und Epochen gemischt. Edson Cordeiro, ein Popstar, der in seinem Heimatland Brasilien in drei Monaten über 100.000 Platten verkaufen konnte, ist der Hauptdarsteller in"Der König des Glücks", des jungen Österreichers Wolfgang Staribacher, eine Bearbeitung von Mozarts"Il re pastore". Mit seiner Mozart-Band will Staribacher beweisen, dass die Mozartsymphonien ebenso groovy und funky sind, wie ein Rock and Roll-Musical. Dieses Spiel aus Improvisationen und Arien vereint die Klänge von Geige, Viola und Fagott sowie Bass, Akkordeon, Schlagzeug und Perkussion. . "Bählamms Fest" von Olga Neuwirth erlebt in Wien seine Weltpremiere. Das Libretto stammt von der österreichischen Schriftstellterin Elfriede Jelinek. Weiters steht eine Neuinszenierung von Mozarts"Don Giovanni" unter Riccardo Muti auf dem Programm. Mit einer einzigen Ausnahme handelt es sich bei sämtlichen Opernaufführungen um Gemeinschaftsproduktionen der Wiener Festwochen mit verschiedenen Opernhäusern. Nur"Curlew River" von Benjamin Britten ist ein französisches Gastspiel unter dem Taktstock von David Stern, inszeniert von Yoshi Oida. Dieses Werk gilt als erster Versuch der europäischen Musikkultur, sich den Theatertraditionen des fernen Orients anzunähern. Aus Berlin bringt der radikale Frank Castor eine erschütternde Aufführung von"Die Dämonen" von Dostojewski, in der er sich mit dem Fanatismus, der Religion und deren Widersprüchlichkeiten auseinandersetzt. Da in diesem Werk die Tragödie des Totalitarismus das Hauptthema darstellt, scheint es in diesen Tagen des Krieges in Europa am geeignetsten, wie Luc Bondy, einer der künstlerischen Leiter der Festwochen meinte. Als Regisseur bringt Bondy"Warten auf Godot" von Beckett in französischer Sprache mit Untertiteln in Deutsch, eine Methode, nach der bei internationalen Festspielen eine zunehmende Nachfrage vorhanden ist. Das Festwochenprogramm wird außerdem mit Aufführungen des zeitgenössischen Tanzes in Choreographien von William Forsythe, Benôit Lachambre, Xavier Le Reoy y Jerôme Bel, abgerundet. Julieta Rudich, El Pais, 11. Mai 1999 Wien, von Hamlet bis Lot Peter Zadek und Luc Bondy begeistern beim österreichischen Festival „Für mich das Stück schlechthin“, so hat Mallarmé„Hamlet“ auf den Punkt gebracht, diese Tragödie des „zartbesaiteten Prinzen“, dessen Monolog jeder kennt.„Hamlet“, 1600 in London uraufgeführt, wurde zum ersten Mal im Jahr 1777 von einer Frau verkörpert, als Sarah Siddons seiner tiefen Schwermut ihre Kunst lieh. Andere Darstellerinnen folgten, bis hin zu Sarah Bernhardt. In der Verfilmung wurde sie unsterblich, mit dem Zögern, den Zweifeln, den schweifenden Gedanken, Träumen und rachedurstigen Ausbrüchen des Königssohnes, dessen Vater von seinem Onkel, der der Liebhaber seiner Mutter ist, umgebracht wurde. Der Regisseur Andrzej Wajda hat 1989 im Stary-Theater die Tragödie ebenfalls mit einer Frau in der Titelrolle besetzt, einer Schauspielerin, die weder einen Mann imitieren wollte, noch sich mit dem Waisen von Helsingör identifizieren. Frauen als Hamlet. Peter Zadek hat Hamlet bereits 1977 in Bochum inszeniert. Als Shakespearianer in der Tiefe seiner Seele wird er rückfällig. Die Titelrolle bietet er eben jener Angela Winkler an, die seine Vision vom„Kirschgarten“ lichtvoll umsetzte, und die ergriffene Begeisterung aller ist ihm gewiß. Die Idee dazu kam spontan. Erst dann wurde ihm klar, dass es sich um eine Frau handelt. Nicht männlich, nicht Weibchen, nicht knabenhaft... einfach nur sie selbst, die Schauspielerin, an der Gruber so viel liegt, sie gehört zu den wenigen, deren Präsenz den ganzen Zuschauerraum zu erfüllen vermag, sobald sie vorne auf der Bühne steht- natürlich, geschmeidig, stark und verletzlich zugleich. Angela Winkler hat die gleichen langen brünetten Haare, ungekünstelt, wie man sie 1976 in Volker Schlöndorffs„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ kennen lernte. Das Gesicht ist unberührt, verrät kein Alter. Hochgewachsen, in enganliegender schwarzer Hose und Tunika, mit einem groben anthrazitgrauen Pullover und einer Lederweste, verwandelt sich Winkler im dritten Aufzug in den Regisseur für die Truppe der Wanderschauspieler, die den König, der sein Amt usurpiert hat und seine treulose Gemahlin im Kreise ihres Hofes aufdecken sollen, mit Horatio, dem Freund, der eingeweiht wurde. Man muß die unglaubliche Angela gesehen haben, wie sie die Stühle anordnet, voller Anspannung und doch gefaßt, und dann ruhig die allgemeingültige Rede übers Theater hält:„...dessen Zweck sowohl anfangs als jetzt war und ist, der Natur gleichsam den Spiegel vorzuhalten: Der Tugend ihre eignen Züge, der Hoffart ihr eignes Bild und dem Jahrhundert und Körper der Zeit den Abdruck seiner Gestalt zu zeigen.“ Im Jahr 1999. Zadek hat immer gesagt, dass er gerne mit dem Chaos arbeitet- und hier ist es ein Anblick, nachdem alles aus den Fugen geraten ist, den er dem hell erleuchteten Zuschauerraum bietet. Das Bühnenbild beschränkt sich auf einen Metallcontainer, ein postmoderner Quader, der dazu da ist, etwas aufzunehmen, der also für den Transport, die Emigration, als Hülle dient, er ist hier gestrandet, in seiner massiven Konkretheit ist er wie das lächerliche Ergebnis der„Übergriffe der Tyrannen, der aus Stolz zugefügten Schmach, der Angst, wenn die Liebe verhöhnt wird, des Gesetzes, das zu spät kommt, dem Hochmut der Mächtigen, und der Kränkungen, die die Tugend von den Bösen hinnehmen muß“. Wir schreiben das Jahr 1999, und vom Wahnsinn, vom Schrecken ist nicht viel geblieben. Es ist schlimmer, und man kann es nicht ändern- ein Container erinnert an die Mauern von Helsingör. Diese öde Behausung, die für den„Tumult des Lebens“ steht, wird sich später drehen. Die Totengräber als Müllabfuhrmänner graben aus einem Haufen Getränkedosen und Abfällen das Grab einer Ophelia aus, die von Annett Renneberg gut getroffen wird- Hamlets graziles Ebenbild, hier mit blauen Schuhen und . Handschuhen, im weißen Kleid und 50-Jahre Jäckchen. Opfer einer unmöglichen Liebe, durchscheinend. Mit ihr wie auch mit seiner Mutter(einer großartigen Eva Mattes), die er in einem wackeligen Bett umschlungen hält, stößt Winkler-Hamlet in höchste Sphären vor, ohne sich jemals in Szene zu setzen. Ein Sieg des klaren Verstandes. Man müßte all die großen deutschen Schauspieler nennen, die in diesem Protokoll nach dem Verrat und dem Schrecken versammelt sind- Otto Sander, der bei Wim Wenders der Engel war, spielt den Claudius, Hermann Lause- in seinen Lumpen hat er etwas von einem Brahmanen- gibt einen eigentümlichen Geist, einen wenig phantomhaften Vater. Hier schlummert der Wahnsinn, bricht aber nicht aus, der klare Kopf trägt den Sieg davon, während die Erotik ihren Platz hat, ohne aufdringlich zu sein. Das Dilemma zwischen Handeln und Ohnmacht bricht hervor wie ein Teufel aus seiner Schachtel, mit Zäsuren, in denen der Container der inszenierten Realität als Kulisse dient. Zadek gibt Hamlet so, wie man`etwas aufzulösen gibt’. Er fordert auf, die inneren Bewegungen wahrzunehmen, macht sie sichtbar, in meisterhafter Nüchternheit. Der gleiche Regisseur inszeniert in Wien auch das Stück von Sarah Kane„Gesäubert“- eine makabre Ode an die Liebe vor dem Hintergrund exhibitionistisch gezeigter Gewalt und vollendeter Grausamkeit. Sarah Kane hat sich vor kurzem das Leben genommen, und ihrem Werk wird somit bei diesen Festwochen die Ehre erwiesen. Luc Bondy, der Festwochendirektor, stellt sich mit„Warten auf Godot“ ein, sowie mit dem letzten Stück von Botho Strauß, das wunderbar ist; und im Moment besonders wichtig in dieser Stadt, in der der wenig überzeugende Claus Peymann(außerhalb des Festwochenprogramms) Peter Handkes pro-serbisches Stück inszeniert. Die Abstammung, nach Botho Strauß. In einem Buswartehäuschen, bei dem lange kein Bus vorbeikommt, eine junge Frau mit Rucksack in einem ausgebleichten rosa Gewand, bei jeder Bewegung stößt sie an herumliegende Getränkedosen. Sie heißt Abbia und presst sich an die Glasscheibe des Wartehäuschens, um einer Art Metallrohr, einem sie verfolgenden Mikrophon auszuweichen, das an einem Faden baumelt und aus dem eine Stimme kommt, die sie befragt- ein inquisitorischer Fremdkörper. Der Eintritt ins Theaterleben für die lebhafte Katharina Schubert, eine der beiden Schauspielschülerinnen, die Luc Bondy(in Bestform) in dieser„Lotphantasie“ eingesetzt hat; ein sehr schöner Text von Botho Strauß nach der Genesis(Kapitel 19 und 20). Bald erhellt sich die Wüstenlandschaft am Toten Meer. Eine mineralische Pracht unter fleckigem Himmel. Am Rande einer Wölbung des von Gilles Aillaud geschaffenen Salzreliefs erscheint Zibbia, die Schwester von Abbia, und reicht ihrem bereits betagten Vater eine Schale Wein, die blau ist wie die Karaffe. Die Szene scheint direkt dem prachtvollen Gemälde von Altdorfer(im Wiener Museum) entstiegen, auf dem man Lot, der der Bestrafung von Sodom entronnen ist, sieht, wie er sich von seiner Älteren und dann von seiner rundlichen Jüngeren berauschen lässt(ehe er im Schlaf missbraucht wird). Der Schauspieler Hans Diehl mit dem passenden biblischen Antlitz verkörpert diesen Vater, der im Begriffe ist, das Fleisch von seinem Fleisch zu begatten. Marianne Hamre Scheicher, von langer, schwereloser Gestalt ist Zibbia, jene, die als erste lügt:„Sieh, Vater, der Fremdling ist in den Körper deiner Tochter eingedrungen. Er hat sie geschwängert.“ Die beiden stellen sich dumm. Der auftauchende Outsider trägt einen Daunenanorak. Die Federn schweben einen Moment in der Luft. Alles hier ist zart, verhalten, in der Entblößung voll Scham. Botho Strauß hat mit dieser sehr alten Inzestgeschichte ein starkes Stück geschrieben, und er geht noch weiter- zu Geschichten von der Abstammung. Bondy begleitet ihn- klar, eindringlich, persönlich, und man bleibt wie traumverloren zurück. Die Wiener Festwochen. Die 1951 gegründeten Wiener Festwochen haben in der zweiten Saison unter der kollegialen Leitung von Luc Bondy(Schauspiel), Klaus-Peter Kehr(Musiktheater) und Hortensia Völkers(Tanz und Spezialprojekte) neue Impulse erfahren. Mit einem Budget, das doppelt so hoch ist wie jenes von Avignon, präsentieren die Wiener Festwochen(die noch bis 20. Juni dauern) innerhalb von sechs Wochen elf Theaterproduktionen, viele davon besonders bemerkenswert. Man muß sich noch bis zum Festival d’Automne 2000 gedulden, um Peter Zadeks„Hamlet“-Inszenierung und Bondys„Warten auf Godot“ im Oktober 2000 im Odeon sehen zu können. Man kann nur hoffen, dass„Gesäubert“, das Stück der zu früh verstorbenen Sarah Kane, ebenfalls gezeigt wird, aber wann? Gleichfalls in Wien präsentiert wurde ein junger Londoner Autor Mark Ravenhill„Shoppen und Ficken“, während der weniger junge, aber immer noch sehr leidenschaftliche Botho Strauß mit„Lot phantasien“(die französische Übersetzung dieses Stücks wird demnächst bei den Editions de l’Arche erscheinen) auf dem Programm stand. Mathilde La Bardonnie, Libération, 12./13. Juni 1999 Wiener Festwochen „Hamlet“ mit Angela Winkler in der Inszenierung von Peter Zadek „En attendant Godot“ mit Gérard Dessarthe in der Inszenierung von Luc Bondy . Bei diesen letzten Festwochen des Jahrhunderts, so scheint es, wollen uns zwei Beispiele großen Theaters mit Überlegungen zu einer Kunstsparte konfrontieren, die sich in unserem zwanzigsten Jahrhundert gleich der Malerei neu erschaffen hat, um zu überleben und andere Ausdrucksformen zu finden. Regisseure und Theoretiker haben das Antlitz der Klassiker verändert, während das Schreiben selbst sich umgestaltete. In Wien sehen wir nun eine ungewöhnliche Version von Shakespeares repräsentativstem Text sowie ein Eintauchen in die Tradition für jenes Werk Becketts, das vor fünfzig Jahren jedes Schema umzustoßen schien. Der von Peter Zadek für die Schaubühne in Szene gesetzte„Hamlet“ wiederholt nicht die Experimente der politischen Version des Jahres 1977; nunmehr siebzig, beschränkt sich der große Regisseur darauf, die Titelrolle mit einer Frau zu besetzen. Aber die außerordentliche Angela Winkler sucht nicht die Virtuosität, mit der Sarah Bernhardt diese Rolle vor genau hundert Jahren ausstattete: ohne Schminke oder Verkleidung, mit ihrem langen, offenen Haar und einem schwarzen Sweater zu Jerseyhosen ist diese fünfzigjährige Schauspielerin der jungenhafteste Hamlet, den ich je gesehen habe, und um ihn verändert sich alles. Im kargen Bühnenbild von Wilfried Minks ist vor dem Zuschauerraum, halb beleuchtet, nur ein Metallcontainer zu sehen, ähnlich jenen Gisbert Jackels in seiner Bozener„Medea“. Dieser wird in alle Richtungen gedreht, um den jeweiligen Anforderungen der einzelnen Szenen zu entsprechen; beleuchtet verwandelt er sich, gibt sein Inneres- ein Bett- dem Blick preis und wird für das Begräbnis Ophelias als Böschung verwendet. So konzentriert sich die ganze Aufmerksamkeit auf diesen verwirrten, aber entschlossenen Jüngling, der tief erschüttert ist von den Anklagen des Geistes seines Vaters und völlig alleine in einer Familie, in der sich alles um Macht dreht, allen voran der gleichgültige Stiefvater des Otto Sanders- sehr Georg VI., auch in weißer Uniform unter den vielen Regenmänteln im Stil der sechziger Jahre, während jemand„Singing in the Rain“ pfeift und der Plattenspieler den alten Gassenhauer Amapola erklingen lässt. In der grauen Chronik des bürgerlichen Privatlebens in einem Königshaus ist der Erbe jeder Vorspiegelung unfähig, auch wenn ihn das Theater begeistert, und lebt in höchstem Maße die Konfrontation mit einer Welt, die es mit jugendlichem Zorn zu attackieren gilt: erregt und aggressiv mit Ophelia(Annett Renneberg im weißen Hosenanzug), die er eben erst geküsst hat, und gewalttätig mit der Mutter(die glänzende Eva Mattes), die er in einer von hilflosem Hass erfüllten Szene vom Bett zerrt und, quer über den Boden kollernd, zu prügeln beginnt. Die drei großen Monologe spricht er an der Rampe, mit Aufrichtigkeit und in einem Guss, aber sein Wunsch nach Auflehnung sieht keine passiv konsumierte Tragödie vor; er ist mehr besorgt um den geliebten Gegner Laertes als um sich selbst in dieser sensiblen und begeisternden Aufführung, die kinogleich der Aktion zuneigt. Zu den großen Darstellern zählen hier auch Hermann Lause in drei Rollen und Ulrich Wildgruber, großartiger Schmierenkomödiant und in der Vergangenheit Zadeks Hamlet, bevor der Regisseur erkannte, dass eine Frau imstande sein könnte, in die Figur einzudringen und sie uns wie niemand sonst in unserer Zeit zu enthüllen. Von einem erfolgreich kalkulierten Risiko geht auch Festwochendirektor Luc Bondy aus, wenn er uns „En attendant Godot“ nicht als auf dem Meer des Absorden schwimmende Provokation, sondern als Geschichte erzählt, die mit ihrer analogen, zentrifugalen Sprache fast an Tschechow gemahnt. Ebenso wie Tschechows Werke belegt dieses Stück über das Warten, dass es eben nicht so ist, als ob hier nichts geschähe. Im Gegenteil, mit erstklassigen Charakterdarstellern wie Roger Jendly, Serge Merlin, François Cattot und dem großen Gérard Dessarthe in der fast stummen Rolle des Lucky entwickelt sich das minimalistische Drama der Details mit einem Naturalismus, der auf das komische des Tragischen und umgekehrt setzt und so die Aufführung mit Spannung erfüllt. Diese vermittelt uns auch das Bühnenbild von Gilles Aillaud, der die Straße, auf der die beiden Vagabunden den utopischen Godot erwarten, erweitert und sie in großen Eisplatten gerade zum Zuschauerraum abfallen läßt. Diese Platten sind ebenso realistisch wie die stanislawskihaften Geräusche, die an unser Ohr dringen, aber auch als malerische Abstraktionen denkbar, in denen die beiden männlichen Paare sich gegenseitig und dabei auch das Theater imitieren, wie im Tanz des weißen Lucky(choreographiert von Lucinda Childs), bevor sein Redeschwall- eine Quelle historisch bedeutsamer Studien- von Dessarthe leise, fast geflüstert, wie ein bloßes Gewirr von Worten hingeworfen wird. Die Aufführung des Théâtre Vidy-Lausanne, ein Zielpunkt in Bondys Karriere, ist im übrigen eine Anthologie von Zitaten; in Wien erlaubt sich der Regisseur überdies einen Hinweis auf die „Zauberflöte“: in Erinnerung bleiben Bilder wie die beiden auf dem Boden ausgestreckten Vagabunden, neben den chaplinesken Schuhen Estragons, wie sie Woyzeck gleich die Stimmen aus dem Untergrund belauschen, oder der Fall aller vier Figuren mit einer langen, langen Pause der Bewegungslosigkeit, die uns das Gefühl einer anderen Zeit vermittelt in dieser großen Komödie, die wie die Klassiker es vermag, uns glauben zu lassen, wir sähen sie zum ersten Male. . Franco Quadri, La Repubblica, 16. Juni 1999 Wiener Festwochen 1999 Produktionen im Detail Wiener Festwochen 1999 Musiktheater Die Fledermaus Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Opernhaus Zürich Theater an der Wien, 8., 10., 12., 14., 16. Mai 5.032 Besucher Bählamms Fest Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Opéra National du Rhin, Strasbourg/Mulhouse/Colmar Sofiensäle, 19., 20., 21., 23., 24., 25. Juni 1.862 Besucher König des Glücks Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Mozartband Sofiensäle, 9. bis 20. Mai 3.698 Besucher Curlew River Gastspiel Festival Aix-en-Provence Theater Akzent, 12. bis 15. Mai 1.426 Besucher Don Giovanni Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Staatsoper Theater an der Wien, 20., 23., 25., 27., 30. Juni 5.290 Besucher Wiener Festwochen 1999 Tanz/Performance/Wahlverwandtschaften/Aktion und Ausstellung A L I E/N A(C)TION Gastspiel Ballett Frankfurt Theater an der Wien, 19., 20., 21. Mai 2.468 Besucher The last performance(25. Mai) /Jérôme Bel(26. Mai) Gastspiel Jérôme Bel délire défait Gastspiel Benoît Lachambre Self Unfinished Gastspiel Xavier Le Roy Sofiensäle, 25. Mai 198 Besucher Sofiensäle, 26. Mai 182 Besucher Subject of Study Aktion von Ulrike Grossarth MAK-Galerie, 1. und 2. Juni 200 Besucher Product of Circumstances Lecture-Performance Xavier Le Roy . Siemens Forum Wien, 22. Mai 117 Besucher Wahlverwandtschaften Eigenproduktion Sofiensäle, 28., 29. Mai 1.874 Besucher appetite Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Damaged Goods, Brüssel u.a. Sofiensäle, 4., 5., 6. Juni 1.148 Besucher Wiener Festwochen 1999 Theater Hamlet Neuinszenierung Volkstheater, 19., 21., 24. bis 29. Mai 7.912 Besucher Gesäubert Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Hamburger Kammerspiele Theater in der Josefstadt, 7., 9., 10., 12., 14. Juni 2.579 Besucher Dämonen Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin Burgtheater, 9. bis 12. Mai 4.748 Besucher Messer in Hennen Gastspiel Baracke-Produktion Rabenhof, 4. bis 6. Juni 756 Besucher Shoppen& Ficken Gastspiel Baracke-Produktion dietheater Künstlerhaus, 26. bis 30. Mai 930 Besucher Der Blaue Vogel Gastspiel Deutsches Theater, Berlin Theater an der Wien, 31. Mai, 1. bis 3. Juni 2.632 Besucher En attendant Godot Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E. und Weimar 1999­ Kulturstadt Europas GmbH Theater an der Wien, 25. bis 28. Mai 2.102 Besucher Dr. Jekyll& Mr. Hyde Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und das Schauspielhaus das Schauspielhaus, 24. bis 30. Mai, 1. bis 6. Juni 1.521 Besucher killed by P. Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Kampnagel Hamburg und das Schauspielhaus das Schauspielhaus, 17. bis 26. Juni . 1.269 Besucher Theaterlabor Luc Bondy: Lot phantasie Uraufführung Produktion Wiener Festwochen, Theater in der Josefstadt und Max-Reinhardt-Seminar Rabenhof, 28. bis 31. Mai, 1., 8. bis 14., 18. bis 20. Juni 1.057 Besucher Kohelet II Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Akko Theater Center Israel und Kunstfest Weimar Rosenhügel Studios, Halle 1, 25. bis 27., 30., 31. Mai und 1. Juni 704 Besucher Insektarium Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Volkstheater Volkstheater, 13., 17., 20., 24., 26. Juni 2.250 Besucher Eröffnung: Ein Fest für drei Sträusse Das Eröffnungsfest auf dem Wiener Rathausplatz am 7. Mai, Beginn 21.20 Uhr, war Johann Strauß Vater(150. Todestag, 1804-1849), Johann Strauß Sohn(100. Todestag, 1825-1899) und Richard Strauss (50. Todestag, 1864-1949) gewidmet. Auf dem Programm standen von Johann Strauß Sohn u.a. die Ouverture zu„Die Fledermaus“, der Lagunenwalzer aus der Operette„Eine Nacht in Venedig“„Ach, wie so herrlich zu schau’n“, das Lied des Barinkay aus„Der Zigeunerbaron“, der Walzer„An der schönen blauen Donau“, von Johann Strauß Vater u.a. der Radetzky-Marsch und der Furioso-Galopp, von Richard Strauss u.a. die Walzerfolge aus der Oper„Der Rosenkavalier“ und die Szene des Komponisten aus dem Vorspiel der Oper„Ariadne auf Naxos“. Die Interpreten waren Ildikó Raimondi, Roberto Saccà, Paul-Armin Edelmann, Erwin Steinhauer und Agnes Baltsa als Stargast der Eröffnung der Wiener Festwochen 1999. Es spielten die Wiener Symphoniker. Es tanzte das Wiener Staatsopernballett. ORF 2 übertrug live. 35.000 Besucher auf dem Rathausplatz haben dem Eröffnungsfest begeistert mitverfolgt. Das 29. Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft im Rahmen der Wiener Festwochen kann eine hervorragende Erfolgsbilanz vorweisen. Für das Musikfest wurden 55.200 Karten aufgelegt, von denen 53.054 verkauft wurden. Das entspricht einer Gesamtauslastung von über 96%. Die 51 Konzerte unter dem Motto"Apokalypse" waren durchwegs sowohl große künstlerische Erfolge wie auch außerordentlich gut besucht. Unter den zahlreichen Höhepunkten ist etwa die Aufführung der 8. Bruckner durch das Concertgebouw-Orchester unter Riccardo Chailly, das"Buch mit den sieben Siegeln" mit den Wiener Symphonikern unter Leopold Hager und Schumanns"Faust-Szenen" unter Nikolaus Harnoncourt zu nennen, dem außerdem mit den Wiener Philharmonikern eine atemberaubende Interpretation der 7. Bruckner gelang. Die weiteren Konzerte der Wiener Philharmoniker unter Barenboim, Norrington und Ozawa waren ebenso großer Erfolg beschieden wie der konzertanten Aufführung von Richard Strauss"Daphne". Neben den Klavierabenden von Mauricio Pollini und Rudolf Buchbinder sind auch die Reihe der besonders gelungenen Liederabende von Thomas Quasthoff, Ian Bostridge, Silvia McNair, Barbara Bonney und Christopher Maltman zu erwähnen. Rodney Graham„Music Film Video Photo“: Eine Ausstellung der Kunsthalle Wien im Rahmen der Wiener Festwochen war in der Kunsthalle Wien vom 28. Mai bis zum 12. September 1999 zu besuchen. Die Eröffnung fand am 27. Mai, um 19.00 Uhr statt. Die Ausstellung zählte insgesamt 9.506 Besucher. Als Retrospektive konzipiert, konnte die von Loretta Yarlow in Zusammenarbeit mit den Kuratoren der Kunsthalle Wien vorbereitete Ausstellung einen umfassenden Überblick über Rodney Grahams Werk seit den siebziger Jahren bieten. Zusätzlich hat der Künstler speziell für Wien neue Arbeiten angefertigt. Die Fledermaus Neuinszenierung Der Beitrag der Wiener Festwochen 1999 zum Strauß-Jahr war die„Fledermaus“, die in der musikalischen Interpretation von Nikolaus Harnoncourt zu einem großen Eröffnungsereignis wurde. Es wurde ein Starensemble, angeführt von Agnes Baltsa als Prinz Orlofsky, aufgeboten, um das wohl berühmteste Bühnenwerk des Walzerkönigs und die meistgespielte Operette der Welt für die Wiener . Festwochen im Theater an der Wien umzusetzen. Regie führte Jürgen Flimm. Es spielten die Wiener Symphoniker, es sang der Arnold Schoenberg Chor. Der ORF übertrug die Premiere am 8. Mai live im Fernsehen und auf den Rathausplatz. Die Übertragung bei strömendem Regen ließ den Besuch auf dem Rathausplatz dementsprechend enttäuschend ausfallen. Bählamms Fest Uraufführung Mit der Uraufführung ihrer beiden Mini-Opern„Körperliche Veränderungen/Der Wald“(Text: Elfriede Jelinek) bei den Wiener Festwochen 1991 erwarb sich die 1968 in Graz geborene Olga Neuwirth den Ruf einer unberechenbaren Querdenkerin, die auf witzige und unbequeme Weise das Hörbild der musikalischen Moderne konsequent hinterfragt. Zwischen den beiden Mini-Opern und„Bählamms Fest“ liegen für Olga Neuwirth Jahre der intensiven Suche nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.„Die Anwendbarkeit aller Ausdrucksmöglichkeiten der Technik ist eine Herausforderung. Ich bin nicht interessiert an dem allerorts gepriesenen Pluralismus, der in seinem Kern intolerant ist. Die Fusion, die ich mir vorstelle, ist keine glatte Oberfläche, denn die Elemente, die hier fusioniert werden, sind heterogen. Ich erzeuge daher eine Pseudooberfläche, eine Quasikontinuität, die in sich die Frage nach der wahren Beschaffenheit von wirklicher Homogenität birgt.“ Beachtete und vieldiskutierte Orchesterwerke, solistische und kammermusikalische Kompositionen und die Erprobung von Live-Elektronik bilden die„Fundstücke“ dieser Suche, hörbar gewordene Momente eines unausgesetzten inneren Monologs. Auch„Bählamms Fest“ nach dem surrealistischen Stück„Das Fest des Lamms"(„Baa-Lamb’s Holiday") von Leonora Carrington ist ein solcher Moment, eine phantastische Reise durch das Leben der hochbetagten Mrs. Carnis. Traum und Wirklichkeit verschränken sich, scheinbare Identität und wahres Sein werden transparent und reflektieren sich wechselseitig, Realität und archaische Symbolik durchdringen einander, bis sie zum Alptraum verschmelzen, der Wirklichkeit wird. Mit„Bählamms Fest“ stellte sich Olga Neuwirth inhaltlich wie kompositorisch erneut ihrem zentralen Problem„der Künstlichkeit, der Scheinwelten, die Dich des realen Ortes, an dem Du Dich befindest, berauben und Dich mittels Simulation Situationen, die Deinem realen Leben fremd sind, aussetzen(das Spiel mit dem Schein hat den Menschen in allen Jahrhunderten fasziniert), sodass Du nicht mehr weißt, WO Du wirklich bist, WAS Du wirklich bist...“. „Bählamms Fest“, ein Auftragswerk an die österreichische Komponistin Olga Neuwirth mit dem Libretto von Elfriede Jelinek nach dem Stück von Leonora Carrington ist von der internationalen Musikwelt mit größtem Interesse verfolgt worden. Unter der musikalischen Leitung von Johannes Kalitzke spielte das Klangforum Wien. Regie führte Nick Broadhurst. Mit seiner musikalischen Dramaturgie, etwa mit der Verbindung unterschiedlicher Klangräume, weist das Stück von Olga Neuwirth Ansatzpunkte auf, die mit Gewinn weiterverfolgt werden können. Vor allem aber ist es mit blitzender Phantasie erdacht, bietet es einen spannenden, nicht zuletzt auch unterhaltsamen Abend.... Unter der Leitung von Johannes Kalitzke leistet das Klangforum Wien einen wie gewohnt erstklassigen Beitrag.... Und das Ensemble mit Ute Trekel Burckhardt(Mrs. Carnis), Christine Whittlesey(Theodora), Isolde Siebert(Elizabeth), Walter Raffeiner(Philip), dem Countertenor Andrew Watts(Jeremy) und dem wunderbar hündischen Graham F. Valentine(Henry) in den tragenden Partien bewährt sich vorzüglich. Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, 21. Juni 1999 Nicht oft passiert es, dass man bei einer Musiktheater-Uraufführung schon nach kurzer Zeit den Eindruck bekommt: Hier ist etwas ganz Neues, Eigenes gelungen; eine unverwechselbare(Klang-) Sphäre; eine spezifisch intonierte Welt. Von Olga Neuwirths Bählamm-Ton könnte man bald ähnlich sprechen wie vom Freischütz-, Rosenkavalier- oder Lulu-Tonfall. Dabei erledigt sich auch die Befürchtung, Postmoderne sei nichts als Eklektizismus, Resteverwertung, Traditionsstückelung.(Souverän entzieht sich diese Oper eigentlich aller Postmoderne-Diskussionen). Es erledigt sich auch die Frage, wie denn überhaupt noch zu komponieren sei. Die durchdringende Begabung der 29jährigen Österreicherin Olga Neuwirth macht sie gegenstandslos, indem sie sie(für sich) klar beantwortet. Nicholas Broadhursts Inszenierung setzte auf die Drastik grotesk-schwarzen englischen Humors, ohne die Elemente der Verstörung und der kindlichen Alpträume zu vernachlässigen. Von betont pappiger Kulissenhaftigkeit das Bühnenbild von Brothers Quai: ein schemenhafter Tannenwald, der Balkon eines Herrenhauses, darunter sich öffnend die Kaverne des Kinderzimmers mit einem riesengroßen Steckenpferd. Als Ehemann Philip bot Walter Raffeiner, beinahe nur Sprechgesang einsetzend, eine vehement karikaturistische Leistung. Mit der empfindsamen Grazilität ihrer hochgewachsen-schlaksigen Jungmädchen-Aura und einer tragenden, hellen Sopranstimme erfüllte Christine Whittlesey die Theodora­ . Rolle; als geisterhaft-untote Nebenbuhlerin Elisabeth prägnant war Isolde Siebert. Stimmlich und pantomimisch agil der Hund Henry von Graham F. Valentine. Das Klangforum Wien spielte unter der Leitung von Johannes Kalitzke, dem eine optimale Auffächerung und sprachmächtige Darstellung der ungewöhnlichen Partitur zu danken war. Das Auftragswerk der Wiener Festwochen(und ihr eindeutiger musikalischer Höhepunkt) wurde gemeinsam mit der französischen Opéra du Rhin(Strasbourg, Colmar, Mulhouse) produziert. Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau, 22. Juni 1999 Von Bestien und Bürgern handelt denn auch die jüngste Musiktheater-Uraufführung:"Bählamms Fest" von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth bei den Wiener Festwochen in den allein schon genügend morbidezza verströmenden Sofiensälen. Elfriede Jelinek hat sich nicht nur in Österreich verhasst gemacht mit ihrem bösen Blick und den Attacken gegen Doppelmoral und eine patriarchale Gesellschaft mit immer noch manch faschistischem Bodensatz. Aber auch Olga Neuwirth bevorzugt die schrägen Tonlagen, hat Vorlieben für Vampiröses wie unheimliche Tiefseepflanzen und das Blaulichtmilieu sinistrer Großstadtkrimis:"Nova Mob".... Aber auch sonst hat Olga Neuwirths Partitur erhebliche Qualitäten in der Evozierung von Geisterwelten, mit Flageoletts und anderen Instrumentalverfremdungen, aber auch Elektronik. Ob mitunter arg obligates Wolfsgeheul oder Menschenstimmen: Was live und real, was synthetisch entstand, war nicht immer unterscheidbar, addierte sich suggestiv zum- obschon letztlich sogar eher sanften- Horrorhörstück, phasenweise leicht selbstverliebt dekorativ. Gleichwohl kennt ihre Musik auch drastischere Wirkungen, heuchlerische Triumph-Trompeten für den Werwolf oder zynische Wiedergänger-Walzer für den Reigen der Lämmer. Das Anderthalbstundenstück jedenfalls verlor nicht an Spannung, wurde zudem musikalisch glorios durch das Klangforum unter Johannes Kalitzke realisiert. Nicht minder fabelhaft waren die Vokalleistungen, vor allem Christine Whittleseys Theodora und Andrew Watts' Jeremy. Gerhard R. Koch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Juni 1999 König des Glücks Uraufführung In der Medienresonanz umstritten, aber vom Publikum begeistert aufgenommen, war die heutige Bearbeitung von„König des Glücks".„König des Glücks“ ist eine Adaption von Mozarts früher Oper„Il re pastore“: Wolfgang Staribacher(kompositorische Bearbeitung und musikalische Leitung) hat zusammen mit Claudia Weinzierl(Gesamtkonzeption und Libretto), Friedhelm Kändler(Texte) und Brian Michaels (Regie) ein Abenteuerspiel zwischen Traum und prallem Leben, himmelstürmender Gedankeneskapaden, kindlicher Hingabe und lustvollen Mozart-Rhythmen, ein Vexierspiel der Gefühle, einen mozartesquen Reigen um Liebe, Verführung und fleischlicher Lust, entwickelt. Die dem jungen Mozart angemessene Bearbeitung, frech gewandet in Musik und Text, hat die Mozartband und ein internationales Sängerensemble umgesetzt. Curlew River Yoshi Oida, seit vielen Jahren in Europa lebender japanischer Schauspieler, Regisseur und Autor, bekannt durch seine Darstellungen in zahlreichen Inszenierungen von Peter Brook, ist mit einem jungen Sängerensemble und jungen Musikern der Académie européenne de musique d’Aix-en-Provence unter der musikalischen Leitung von David Stern eine wunderbare, vielbeachtete Umsetzung dieses selten aufgeführten Werkes von Benjamin Britten gelungen. Publikum und Presse reagierten uneingeschränkt zustimmend. Don Giovanni Neuinszenierung Nach der erfolgreichen Aufführungsserie von„Così fan tutte“ wurde mit„Don Giovanni“ der Mozart-Da Ponte-Zyklus von Wiener Festwochen und Staatsoper mit dem bewährten Team, musikalische Leitung Riccardo Muti, Inszenierung Roberto de Simone, am idealen Aufführungsort, dem Theater an der Wien, fortgesetzt.„Don Giovanni“ wurde vor allem wegen der hohen musikalischen Qualität des Ensembles unter der Leitung von Riccardo Muti zu einem glanzvollen Abschlußereignis des Musikprogrammes der Wiener Festwochen 1999. Wiener Festwochen 1999 Tanz/Performance/Wahlverwandtschaften/Aktion und Ausstellung A L I E/N A(C)TION . Nach dem Gastspiel des Ballett Frankfurt 1998 mit verschiedenen Choreographien von William Forsythe wurde mit„A L I E/N A(C)TION“ die Zusammenarbeit der Wiener Festwochen mit dem Choreographen fortgesetzt. Die Arbeit zählte zu den Höhepunkten im Bereich Tanz. Besonders erfreulich war die begeisterte Publikumsreaktion bei den Performances der Choreographen Jérôme Bel, Xavier Le Roy und Benoît Lachambre, die für neue und radikale Wege innerhalb des Tanzes stehen. Die Arbeiten der drei jungen Choreographen standen im Mittelpunkt von zwei Abenden in den Sofiensälen: The last performance/Jérôme Bel Jérôme Bels Choreographien kennzeichnet eine konsequente Reduktion von Material und Mittel.„The last performance“, Bels neueste Arbeit ist ein Verwirrspiel rund um die Konstruktion von Wirklichkeiten und Identitäten, worin Fragen nach dem Verhältnis von Realität und Performance aufgeworfen werden. Sein zweiter Beitrag„Jérôme Bel“(1995), radikales Körpertheater auf der Suche nach neuen Körperbildern, verweigert Rollen und zeigt Bewegungsabläufe, funktional und alltäglich. délire défait Benoît Lachambre, bekannt für seine unkonventionelle, emotionalen und ästhetischen Irritationen verpflichtete Bilder- und Körpersprache, über seine neueste Choreographie:„Wenn ich„délire défait“ beschreiben sollte, würde ich es als Tanz zum Lesen oder als Performance-Installation definieren. Durch die Darlegung von Fakten und Visionen scheint es, ein Portrait anzubieten.“ Self Unfinished Bestimmendes Element der Arbeiten des Choreographen und Molekularbiologen Xavier Le Roy ist die Fragmentierung des Körpers als organisch-biologisches System in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen.„Self Unfinished“ ist ein Zusammenspiel von abstrakten Körpervorstellungen und grotesk-komischen Körperbildern, das der Frage nach der menschlichen Figur und ihrer Repräsentation nachgeht. Product of Circumstances Zusätzlich zu seiner Performance„Self Unfinished“ gab Xavier Le Roy eine Lecture-Performance mit dem Titel„Product of Circumstances“ im Siemens Forum Wien. Wahlverwandtschaften Das Projekt„Wahlverwandtschaften“, das kontroversielle Diskussionen bei Publikum und Medien auslöste, zeigte, dass interdisziplinäre Experimente, die sich mit neuen Tendenzen innerhalb der zeitgenössischen Kunst auseinandersetzen, im Rahmen der Festwochen sinnvoll und notwendig sind. „Wahlverwandtschaften“ inszenierte das Modell eines anderen Schauplatzes: zeitgenössische Kunst im theatralen Raum. An zwei Abenden verwandelten mehr als 20 Künstler/Ensembles aus den Bereichen Theater, Tanz, bildende Kunst, Musik, Performance und Film die Sofiensäle in den Ort eines Ereignisses, das weder ein Theaterstück noch eine Performance war. Es war vielmehr eine Inszenierung neuer Spielformen der Live Art, ob„on time“ oder als Installation, ob ortsgebunden oder durch das Gebäude streifend, ob Textinszenierung oder flüchtig erscheinende Video-Projektion. Theater und Kunst begegneten sich dabei als Zusammenspiel von visuellen, körperlichen und räumlichen Phänomenen, als ein vielsprachiges Szenario in einem theatralen Ereignisraum. Die einzelnen künstlerischen Projekte wurden in spezifischen Räumen präsentiert; in ihrer Einzigartigkeit und doch verbunden durch ein eigens entwickeltes System von Verbindungswegen, eine Art Dramaturgie der Orte. Sie waren als kaleidoskopische Szenarien zu verstehen, die nach allen Seiten hin offene Räume für die Auseinandersetzung mit künstlerischen und außerkünstlerischen Diskursen schufen: Die „Vorstellung“ also kein geschlossenes Zusammenspiel, sondern eine Inszenierung von „Wahlverwandtschaften“. Die teilnehmenden KünstlerInnen und Gruppen waren Jérôme Bel, Theatergroep Hollandia, Tony Oursler, Gabriel Orozco/Richard Dorfmeister/Rupert Huber, Lux Flux und Saira Blanche Theatre, Jennifer Lacey/Peter Kogler/Franz Pomassl, Uri Tzaig, Eija-Liisa Ahtila, Kutlug Ataman, Sabotage Communications, Heinrich Lüber, Franz Pomassl, Andreas Pawlik, Sharon Lockhart, Christine Meisner/Paul Zoller, Forced Entertainment, Radian/Hecker/Grübl, Uli Aigner, Gelatin, Maurizio Cattelan. . Das Projekt"Wahlverwandtschaften" wagt die Vernetzung von Theater, Tanz und bildender Kunst. Wer nächste Woche in Wien wirklich aufregendes Theater erleben will, braucht die Kondition eines Marathonläufers. Acht Stunden dauert nämlich das Projekt"Wahlverwandtschaften", das im Rahmen der Festwochen an zwei Abenden Begriffe auf den Kopf stellt, Perspektiven verrückt und Grenzen verschiebt. Eine neue Annäherung von Theater, Tanz, Performance, Film, Musik und Bildender Kunst peilt dieses Experiment an, in das über 20 junge internationale Künstler und Gruppen eingebunden sind. Vom Keller bis zum Dachgeschoß verwandeln sie die Wiener Sofiensäle mit Performances, Installationen, Videoprojektionen und Klanginszenierungen in einen theatralen Ereignisraum. Der Besucher flaniert durch die Orte der Aktionen und schafft sich gewissermaßen seine eigene Aufführung. Der Titel des aufsehenerregenden Projekts, das Hortensia Völckers, die für Tanz zuständige Programmdirektorin der Wiener Festwochen, zusammen mit Dorothea von Hantelmann, Katrin Klingan, Wolfgang Kos und Krassimira Kruschkova erarbeitete, bezieht sich auf Untersuchungen des schwedischen Chemikers Torbern Bergman, der 1775 bestimmte Reaktionen chemischer Stoffe aufeinander als"Wahlverwandtschaften" beschrieben hatte. "Wir wollen keine Vermischung der Sparten", betont Hortensia Völckers."Die Arbeiten stehen jeweils für sich, der Besucher soll sie miteinander vernetzen." Größte Sorgfalt wurde deshalb darauf verwendet, ein nach allen Seiten offenes System von Verbindungswegen zu entwickeln, das die Einzigartigkeit der einzelnen Beiträge nicht antastet und gleichzeitig ihre wahlverwandtschaftliche Nähe hervorhebt. Diese zeigt sich am deutlichsten, so Völckers, in"performativen Inszenierungsformen", wie sie in der gegenwärtigen Kunst vorherrschen. Weder auf der Bühne noch im Ausstellungsraum geht es Künstlern derzeit vorrangig um repräsentative Darbietung, sondern um Ereignishaftigkeit, um"Performanz"- eine Mischung aus Theater und Performance. Der Körper steht im Mittelpunkt aller Aktionen und mit ihm die Frage, wie er in einer immer virtuelleren Welt vor dem Verschwinden bewahrt werden kann. In der Performance"Shirtologie" des französischen Choreographen Jérôme Bel zum Beispiel zieht ein Tänzer T-Shirt nach T- Shirt vom Fußballtrikot bis zum Techno-Sweater aus- das Rollenspiel der Mode macht ihn zum austauschbaren Kleiderständer und seinen Körper zur Werbefläche. Mehrfach fanden sich Künstler zu Kooperationen zusammen, so die beiden Österreicherinnen Uli Aigner und Elke Krystufek für einen Videofilm über die Art, wie man den Tag üblicherweise nicht beginnt. Oder der mit computergenerierten Motiven von Ameisen und Rohrsystemen bekannt gewordene Wiener Künstler Peter Kogler, der die Bewegungen der US- Tänzerin Jennifer Lacey in Bilder übersetzt. Der Künstler und Musiker Franz Pomassl komponiert einen Sound dazu, der den Körper in Vibration versetzt ­ Klangfrequenzen an der Grenze des Hörbaren. Und schließlich gibt es noch den orientalischen Salon der Gruppe Lux Flux& Saira Blanche, in dem der Besucher Teil einer Performance wird- mit etwas Glück sogar der des geplanten Abendessens. Eva Karcher, Focus, 22. Mai 1999 Die"Wahlverwandtschaften" bildeten den Höhepunkt, vielleicht sogar eine Art Zusammenfassung dessen, was Hortensia Völckers, die Direktorin für Tanz und mehr, während der Wiener Festwochen angeboten hat..."Was geschieht, wenn die Bewegung selbst, die permanente Veränderung von Formen, thematisch wird und auf ein Bewußtsein trifft, das auf Fixieren und Kontrollieren von Illusionen, auf Feststellen von Dauerhaftem angelegt ist?" Was also passiert, wenn die Last der Darstellung aufgehoben wird, wenn statt Erzählung Bewegung stattfindet, wenn statt eines reservierten Platzes ein ganzes Haus selbstgewählt wahrgenommen werden will? Die Antwort gibt das Publikum, das aufgerufen ist, sich selbst zu definieren. Dieser schwierige Weg zu einem veränderten Anspruch an das Theater, das haben die"Wahlverwandtschaften" gezeigt, ist noch längst nicht ausformuliert, aber tastend zu beschreiten. Sabine B. Vogel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Juni 1999 Mit den"Wahlverwandtschaften" als experimentellem Spitzenprojekt der Wiener Festwochen, mit den drei Avantgardisten der Körper-Transformation und- nicht zuletzt- mit den beiden Tanz-Revolutionären William Forsythe und Meg Stuart als Basis hat Hortensia Völckers aktuelle Tendenzen in der Kunstentwicklung gezeigt: die Verbindung von Kunst mit Theorie und verschiedenen künstlerischen Strategien, deren Kontextbildung im"Dialog" miteinander und die notwendige Expansion des Theaterraum. Helmut Ploebst, Frankfurter Rundschau, 4. Juni 1999 appetite Für diese abendfüllende Arbeit mit ihrer Gruppe Damaged Goods kooperierte Meg Stuart mit der bildenden Künstlerin Ann Hamilton. Das Ergebnis war eine geglückte Symbiose zwischen Tanz und bildender Kunst, ein Strom aus Bildern und Bewegungen, der viele Interpretationen zulässt. Die . Introvertiertheit früherer Arbeiten von Damaged Goods ist einer mehr extrovertierten, spielerischen Haltung- auch gegenüber dem Publikum- gewichen. Stuart und Hamilton arbeiteten mit der Spannung zwischen Individuum und Gruppe, zwischen Intimität und Rivalität, zwischen dem Näherkommen und dem Wegstoßen- mit dem Erzeugen von Spannung zwischen Nähe und Distanz. Aktion Subject of Study/ Ausstellung rot/grün, grau Die Wiener Festwochen zeigten in Kooperation mit dem MAK, Wien und dem Bayerischen Staatsschauspiel/Marstall in der MAK-Galerie die Aktion„Subject of Study“ und die Ausstellung „rot/grün, grau“ von Ulrike Grossarth. Die in Berlin lebende Künstlerin hat sich in bildnerischen und plastischen Werken, in Tänzen und Solostücken, in Videofilmen und Zeichnungen, in Performances und Seminaren wiederholt grundlegende Fragen nach dem Körper und dem Raum, nach dem Verhältnis von materiellem Umfeld und dem handelnden Menschen gestellt. Im Rahmen dieser gelungenen Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst spürte Ulrike Grossarth in ihrer Aktion„Subject of Study“ und in der Ausstellung„rot/grün, grau“ grundlegenden Fragen nach Körper und Raum, nach dem Verhältnis von materiellem Umfeld und dem handelnden Menschen nach. Wiener Festwochen 1999 Theater Hamlet Neuinszenierung Das Stück der Fragen? Hamlet stellt alle Fragen, die Menschen in ihrem Leben stellen: über den Tod und die Mutterliebe, über die Nachwelt und die Rechtfertigung des Mordens. Heute, in einer Welt, in der uns Wissenschaft und Politik weismachen wollen, dass alle Fragen beantwortbar sind, sagt uns unser Instinkt, dass das alles nicht stimmt. Die besessene Sucht nach Wahrheit, aber auch die Akzeptanz einer weitgehend unerklärlichen Welt, machen Hamlet immer wieder zu einem aufregenden Erlebnis. Es ist Shakespeares offenstes Stück: Vor 400 Jahren geschrieben, wurde es so oft verschieden interpretiert wie es inszeniert wurde- entsprechend dem Darsteller des Hamlet, seinem Regisseur, seiner Gesellschaft. Wie wird dieser Hamlet 2000? Wie wird er die Welt befragen, kurz vor dem Millennium? Peter Zadek Peter Zadeks„Hamlet“-Inszenierung mit Angela Winkler in der Titelrolle wurde zum großen Triumph, zum „Jahrhundert-Hamlet“. Publikum und Presse reagierten euphorisch in Wien, anschließend bei den Zürcher Festspielen, an der Schaubühne in Berlin, im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, beim Festival Theaterformen im Rahmen der EXPO 2000 Hannover. Die Inszenierung wurde zum Berliner Theatertreffen 2000 eingeladen, aus dispositionellen Gründen konnte sie aber leider nicht gezeigt werden. Weitere Gastspiele finden beim Edinburgh Festival und beim Festival d’Automne in Paris statt. Ab der Saison 2000/2001 wird die Produktion in den Spielplan des Deutschen Schauspielhauses Hamburg übernommen. Wir wollen jubeln! Zum einen und vor allem, weil die Schauspielerin Angela Winkler in Wien den Hamlet unseres Jahrhunderts entdeckt! Zum anderen, weil Regisseur Peter Zadek den integralen Text präsentiert - vorsichtig modernisiert von Elisabeth Plessen-, so dass wir endlich einmal Shakespeares längstes Drama beinahe komplett sehen.... Angela Winkler enthüllt, dass einem wie Hamlet- der die Mechanismen der Gesellschaft erlebt und durchschaut hat, zu sensibel ist mitzutun und zu feige, sich aus dem Leben zu stehlen- keine andere Wahl bleibt als Täuschung. Der weiß das Paradies verloren und ahnt, dass er es nie wiederfinden wird. Ein Verlorener, der an den Taten der Eltern zugrunde geht, weil sie ihm die Gegenwart raubten und eine Zukunft missgönnen. Angela Winkler vermag ohne Angestrengtheit, mit den winzigsten Zeichen ihres fragilen Körpers, mit einem Blick, schwarz und leblos, mit ihrer Stimme, krächzend oder grabesdunkel, das ganze Elend dieses ausgehenden Jahrhunderts zu offenbaren. Die Sehnsucht nach Schlaf und Traum entspringt einem Wunsch nur: endlich zu enden, auszulöschen. Jubel! C. Bernd Sucher, Süddeutsche Zeitung, 25. Mai 1999 Nach seiner legendären„Hamlet“-Inszenierung von 1977 setzte sich Peter Zadek erneut mit Shakespeares Stück des Fragens auseinander. Angela Winkler ist Hamlet. Im hochkarätig besetzten Ensemble spielten weiters Uwe Bohm, Eva Mattes, Klaus Pohl, Otto Sander und Ulrich Wildgruber. . Die mit Spannung erwartete Inszenierung Peter Zadeks von„Hamlet“ hat vor allem durch die außergewöhnliche Interpretation des Hamlet durch die Schauspielerin Angela Winkler alle Erwartungen übertroffen und neue Maßstäbe innerhalb der Shakespeare-Interpretationen gesetzt.„Hamlet“ war nach Wien in Zürich, Berlin, Hamburg und Hannover zu sehen, weitere Städte wie Edinburgh und Paris sind fix. Großes, heiter epochales Theater. Der Rest ist nicht Schweigen. Der Rest ist Glück. Gerhard Stadelmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Mai 1999 Angela Winkler, obwohl als erste verwundet, stirbt so schnell nicht. Sie hat sie alle geschafft. Triumph! Wie aus dem Nichts ist dieser Hamlet aufgetaucht, ein unzeitgemäßer Held, der die moderne Welt aus den Fugen reißt. Das Land aber, aus dem Angela Winkler kommt, dort will man leben. Roland Koberg, Berliner Zeitung, 26. Mai 1999 Doch das Ereignis der Aufführung, ihr eigentlicher Anlass ist Angela Winkler... Der Rest ist Jubel. Hendrik Brandt, Hannoversche Allgemeine, 26. Mai 1999 Gesäubert Sarah Kane, 1971-1999, war eine der erfolgreichsten Dramatikerinnen aus der Werkstatt der sogenannten jungen englischen Wilden.„Gesäubert“ ist der zweite Teil ihrer Trilogie über Liebe und Gewalt, die sie mit„Zerbombt“ begonnen hat. Sarah Kane ist eine Autorin, bei der es lohnt, genau, ganz genau, hinzuhören- und Aufgabe des Theaters ist es, den Subtext, die Assoziationsenergien dieser knappen, lakonischen Bilder aufzuspüren. ... Kanes"Gesäubert" ist ein Totentanz, ein makabrer Reigen vergeblicher physischer und psychischer Erregungen, ein archaisches Ritual von Lust und Gewalt. Ein unaufhörliches Aneinander-Vorbei, ein Hilfesuchen und Weh-tun-Müssen. Wenn dieser Text verstört, verwirrt, nicht loslässt, dann nicht wegen seiner plakativen Greueleffekte, sondern wegen dieser fast schmerzhaften Verknäuelung der Realitäts­ und Identitätsebenen. Wer ist hier Freund oder Feind? Täter oder Opfer? Er selbst oder schon der andere? Lebendig oder verkrüppelt? Sind glücksfähig nur die Toten, die Wiedergänger, die Schlafwandler? Ist das die Wirklichkeit noch, die wir kennen, oder schon der Alptraum, vor dem wir uns fürchten? Die Zeit, 16. Dezember 1998 „Gesäubert“ wurde im Mai 1998 in London am Royal Court Theatre uraufgeführt. Die Premiere der deutschsprachigen Erstaufführung als Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Hamburger Kammerspiele, in der Inszenierung von Peter Zadek fand am 12. Dezember 1998 in Hamburg statt. Bei den Wiener Festwochen war diese Aufführung mit imposantem Schauspieleraufgebot, darunter Susanne Lothar, Ulrich Mühe und Uwe Bohm, im Theater in der Josefstadt zu sehen. Die Aufnahme in Wien bei Publikum und Presse war höchst kontroversiell. Dämonen Neuinszenierung Wie kein zweites Buch Dostojewskis ist„Dämonen“ ein Roman der Stimmen: eine ganze Stadt spricht und entfaltet ihre Tragödie in Monologen und Dialogen, die wie Kraftfelder die Handlung vorantreiben. Und es entsteht wie nebenbei ein Handbuch vom Missbrauch und der Perversion der Macht.„Die Dämonen“ ist einer der düstersten Romane Dostojewskis und doch funkelt er vor humoristischen und satirischen Einlagen und witzigen Dialogen. Frank Castorf inszenierte„Dämonen“ in der Fassung der Volksbühne auf der Grundlage der Neuübersetzung von Swetlana Geier unter dem Titel“Böse Geister” und der Dramatisierung von Albert Camus unter dem Titel“Die Besessenen”, neu übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. Im Bühnenbild von Bert Neumann spielten u.a. Sophie Rois und Martin Wuttke. Castorf bezieht alle Konflikte resolut auf die Gegenwart einer narzistischen Gesellschaft, spielt diesmal brillant auf dem dekonstruktivistischen Klavier. Alle Mittel sind ihm recht, Salonkomödie, tragische Farce, Stummfilm-Stilisierung, ironisch gebrochenes Pathos. Die Szenefolge in sich ist episch, doch innerhalb der einzelnen Bilder gibt es immer wieder dramatische, hochexplosive Verknotungen. In dem präzis geführten Ensemble gibt es keine Schwachstelle, in der Wiener Premiere beeindrucken außer Martin Wuttke Henry Hübchen als Hauslehrer, Sophie Rois als Lisa, die Stawrogin selbstdestruktiv liebt, Silvia Rieger als Stawrogina, die manierierte, unduldsame Dame der Gesellschaft, Kathrin Angerer als Dascha Schatowa, ihre Pflegetochter. Trotz mangelnder Textverständlichkeit harrte das faszinierte . Premierenpublikum volle viereinhalb Stunden aus. Der deutsche Regisseur, der so gern auf die Theatertraditionen einschlägt, bis sie in Trümmern liegen, hat die schweren Dostojewskij-Brocken beeindruckend zusammengefügt. Paul Kruntorad, Frankfurter Rundschau, 11. Mai 1999 Großer Erfolg dagegen für den Berliner Regisseur Frank Castorf am Wiener Burgtheater: Seine Inszenierung der"Dämonen" nach Dostojewskijs Roman war die erste Schauspielpremiere der Festwochen, und der als"Stückzertrümmerer" bekannte Castorf erhielt für seine konzentrierte und oft überraschend texttreue Umsetzung anhaltenden Beifall und Bravo-Rufe. Frankfurter Neue Presse, 12. Mai 1999 Thomas Ostermeier(geboren 1968), Regisseur und seit Beginn der Spielzeit 1999/2000 Leiter der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, wurde mit drei Inszenierungen bei den Wiener Festwochen 1999 erstmals in Österreich vorgestellt. Gezeigt wurden Arbeiten, die gleichermaßen seine künstlerische Entwicklung der letzten Jahre dokumentieren. Messer in Hennen Thomas Ostermeier inszenierte die Deutsche Erstaufführung des Debütstückes des jungen Schotten David Harrower, Premiere am 2. März 1997 in der Baracke am Deutschen Theater. Die Inszenierung wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis 1997 ausgezeichnet.„Messer in Hennen“ wurde in der Fassung der Baracke„bestes ausländisches Stück 1997“(Theater heute). Es folgte eine Einladung zum Berliner Theatertreffen 1998. Shoppen& Ficken Die Deutsche Erstaufführung des ersten Stückes des jungen Londoner Dramatikers Mark Ravenhill in der Regie von Thomas Ostermeier hatte am 17. Jänner 1998 in der Baracke am Deutschen Theater Premiere und wurde in der Kritikerumfrage 1998 von„Theater heute“ zum besten ausländischen Theaterstück gewählt. Einladung zum Berliner Theatertreffen 1998. Der Blaue Vogel Thomas Ostermeier inszenierte das Meisterwerk des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck mit einem Spielensemble von 16 Schauspielern, die 80 Figuren spielen. Besonders freute der Erfolg von„Der Blaue Vogel“, der einmal mehr zeigte, wie theaterfreudig und unkonventionell das Wiener Publikum auf eigenwillige Deutungen literarischer Texte reagiert. Thomas Ostermeier durfte seine thematische Vielfalt mit drei seiner repräsentativen Arbeiten vorführen: dem High-Energie-Brit-Tschechow"Shoppen& Ficken", dem archaischen Emanzipationsstück"Messer in Hennen" und dem je nach Ansicht etwas versponnenen oder gar vermessenen"Blauen Vogel". Wobei interessant zu bemerken war, dass zwar die alpenländische Kritik mit dem verquasten altersmilden Maeterlinck auch ihre Probleme hatte, trotzdem aber die Bewertung weitaus wohlwollender als bei der Premiere ausfiel. Ostermeier steht hier erstens nicht unter so hohem Beweiszwang und Leistungsdruck, und zweitens zeigt auch diese Arbeit alle Stärken des Ostermeierschen Theaters: seine Suche nach dem richtigen Energielevel, sein Wille zur Form, bei gleichzeitigem Wunsch, Geschichten von heute zu erzählen. Und, keinesfalls zu vergessen, sein hervorragendes Ensemble. Karin Cerny, Berliner Zeitung, 24. Juni 1999 En attendant Godot Beckett ist der Autor unseres Jahrhunderts, der sich am eindringlichsten mit der Zeit als ontologisches Phänomen, mit der Frage von Vergänglichkeit oder Stillstand auseinandergesetzt hat. Luc Bondy Mit„Warten auf Godot“ inszenierte Luc Bondy erstmalig ein Beckett-Stück. In der französischen Originalfassung spielten Roger Jendly(Estragon), Serge Merlin(Vladimir), Gérard Desarthe(Lucky) und François Chattot(Pozzo). Für das Bühnenbild zeichnete Gilles Aillaud verantwortlich, für die Kostüme Marianne Glittenberg.„En attendant Godot" wurde zu einem bejubelten Höhepunkt der Wiener Festwochen 1999. Die Erfolgsproduktion wurde inzwischen in vielen europäischen Städten gezeigt und befindet sich immer noch auf Tournee. So gastiert sie im Juni 2000 in Israel. . Der 1998 von Luc Bondy initiierte Regiewettbewerb der Wiener Festwochen, der international zu einem großen Erfolg wurde und große Beachtung wie Anerkennung fand, wird als Biennale weitergeführt. Aus dem ersten Regiewettbewerb sind zwei Preisträger hervorgegangen: Ute Rauwald mit ihrer Produktion„Sechs häßliche Töchter Inc.“ und Jan Bosse mit der Uraufführung von Marius von Mayenburgs„Psychopathen“. Für die Wiener Festwochen 1999 wurden Ute Rauwald und Jan Bosse eingeladen, Neuinszenierungen zu erarbeiten. Dr. Jekyll& Mr. Hyde Uraufführung Jan Bosse hat sich nach eingehender Überlegung dazu entschlossen, Robert Louis Stevensons Erzählung„Dr. Jekyll& Mr. Hyde“ in der Textfassung von Robert Woelfl zu inszenieren. killed by P. Uraufführung Ute Rauwald erarbeitete für die Wiener Festwochen 1999 Heinrich von Kleists„Penthesilea".Die junge Regisseurin ist in mehrfacher Hinsicht ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von Regie und Autorenschaft. Zu ihrer Arbeitsweise gehört die Entwicklung des Textes aus der Probensituation, aus der Eigenheit und biographischen Erzählweise der Schauspieler. Die literarische Vorlage wird zum Material, aus dem durch die Probenarbeit eine neue Erzählung, ein vielstimmiger Text, ein Sub- und Metatext entsteht, der sich wieder auf den Ausgangspunkt bezieht. Die Preisträger des letztjährigen Regiewettbewerbes stellten ihr Talent erneut unter Beweis, wiewohl ihre Inszenierungen teilweise Presse und Publikum polarisierten. Beide sind bereits als feste Regisseure am Hamburger Schauspielhaus ab Herbst 2000 engagiert. Theaterlabor Luc Bondy: Lot phantasie Uraufführung Wenn uns die Zukunft des Theaters ein wirkliches Anliegen ist, müssen wir Orte für Experimente schaffen, Theaterlabore für junge, unbekannte und noch unerprobte Talente. Was im Theater von morgen passiert, ob es uns noch berührt, hängt wesentlich davon ab. Auch für mich ist diese Begegnung ein neuer Schritt in meiner Theaterarbeit, eine Herausforderung. Luc Bondy Nachdem Luc Bondy 1998 den Regiewettbewerb initiiert hat, setzte der Schauspieldirektor der Wiener Festwochen sein Engagement für junge Talente fort. Botho Strauß hat sich bereit erklärt, sein neuestes Stück mit dem Titel„Lot phantasie“ für das Theaterlabor von Luc Bondy zur Verfügung zu stellen. Das Stück handelt von der Furcht vor Unfruchtbarkeit, von Lots Töchtern und dem Inzest, den sie mit ihrem Vater begehen, um ihr Geschlecht fortzusetzen. Die Uraufführung als eine Produktion Wiener Festwochen, Theater in der Josefstadt und Max-Reinhardt­ Seminar inszenierte Luc Bondy mit Schauspielschülerinnen des Max-Reinhardt-Seminars und dem Schauspieler Hans Diehl. Die Aufführung fand große Aufmerksamkeit und Anerkennung. Kohelet II David Maayan ist ein radikaler Theatermacher. Er stürzt sein Publikum in ein reales und emotionales Labyrinth von Impressionen, Sprache und Musik. Er träumt den Traum vom Frieden. Der Davidstern über dem Geschehen gibt die Orientierung: Israel. Bei den Wiener Festwochen 1998 fand die Uraufführung des Auftragswerkes statt:„Kohelet“, 1. Teil,„Man muss glücklich sein“. Mit„Kohelet II“,„Zeit/Verlust Zeit/Zeugen Chaval al hasman“, als Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Akko Theater Center Israel und Kunstfest Weimar setzte David Maayan seine Theater-Rebellion fort. Insektarium Uraufführung Gert Jonke, dem Volkstheater Wien besonders verbundener Autor, hat das Auftragsstück„Insektarium“ rechtzeitig für eine Uraufführung zu den Wiener Festwochen 1999 fertiggestellt. Die Uraufführung von Gert Jonkes„Insektarium“, in der Inszenierung von Michael Kreihsl wurde sowohl bei der Presse als auch beim Publikum euphorisch aufgenommen- ein großer Erfolg für den österreichischen Dichter. Die Fledermaus Neuinszenierung Der Beitrag der Wiener Festwochen 1999 zum Strauß-Jahr war die„Fledermaus“, die in der musikalischen Interpretation von Nikolaus Harnoncourt zu einem großen Eröffnungsereignis wurde. Es wurde ein Starensemble, angeführt von Agnes Baltsa als Prinz Orlofsky, aufgeboten, um das wohl berühmteste Bühnenwerk des Walzerkönigs und die meistgespielte Operette der Welt für die Wiener Festwochen im Theater an der Wien umzusetzen. Regie führte Jürgen Flimm. Es spielten die Wiener Symphoniker, es sang der Arnold Schoenberg Chor. Der ORF übertrug die Premiere am 8. Mai live im Fernsehen und auf den Rathausplatz. Die Übertragung bei strömendem Regen ließ den Besuch auf dem Rathausplatz dementsprechend enttäuschend ausfallen. . Bählamms Fest Uraufführung Mit der Uraufführung ihrer beiden Mini-Opern„Körperliche Veränderungen/Der Wald“(Text: Elfriede Jelinek) bei den Wiener Festwochen 1991 erwarb sich die 1968 in Graz geborene Olga Neuwirth den Ruf einer unberechenbaren Querdenkerin, die auf witzige und unbequeme Weise das Hörbild der musikalischen Moderne konsequent hinterfragt. Zwischen den beiden Mini-Opern und„Bählamms Fest“ liegen für Olga Neuwirth Jahre der intensiven Suche nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.„Die Anwendbarkeit aller Ausdrucksmöglichkeiten der Technik ist eine Herausforderung. Ich bin nicht interessiert an dem allerorts gepriesenen Pluralismus, der in seinem Kern intolerant ist. Die Fusion, die ich mir vorstelle, ist keine glatte Oberfläche, denn die Elemente, die hier fusioniert werden, sind heterogen. Ich erzeuge daher eine Pseudooberfläche, eine Quasikontinuität, die in sich die Frage nach der wahren Beschaffenheit von wirklicher Homogenität birgt.“ Beachtete und vieldiskutierte Orchesterwerke, solistische und kammermusikalische Kompositionen und die Erprobung von Live-Elektronik bilden die„Fundstücke“ dieser Suche, hörbar gewordene Momente eines unausgesetzten inneren Monologs. Auch„Bählamms Fest“ nach dem surrealistischen Stück„Das Fest des Lamms"(„Baa-Lamb’s Holiday") von Leonora Carrington ist ein solcher Moment, eine phantastische Reise durch das Leben der hochbetagten Mrs. Carnis. Traum und Wirklichkeit verschränken sich, scheinbare Identität und wahres Sein werden transparent und reflektieren sich wechselseitig, Realität und archaische Symbolik durchdringen einander, bis sie zum Alptraum verschmelzen, der Wirklichkeit wird. Mit„Bählamms Fest“ stellt sich Olga Neuwirth inhaltlich wie kompositorisch erneut ihrem zentralen Problem„der Künst-lichkeit, der Scheinwelten, die Dich des re-alen Ortes, an dem Du Dich befindest, berauben und Dich mittels Simula-tion Situatio-nen, die Deinem realen Leben fremd sind, aussetzen(das Spiel mit dem Schein hat den Menschen in allen Jahrhunderten fasziniert), sodaß Du nicht mehr weißt, WO Du wirklich bist, WAS Du wirklich bist...“. „Bählamms Fest“, ein Auftragswerk an die österreichische Komponistin Olga Neuwirth mit dem Libretto von Elfriede Jelinek nach dem Stück von Leonora Carrington ist von der internationalen Musikwelt mit größtem Interesse verfolgt worden. Unter der musikalischen Leitung von Johannes Kalitzke spielte das Klangforum Wien. Regie führte Nick Broadhurst. Mit seiner musikalischen Dramaturgie, etwa mit der Verbindung unterschiedlicher Klangräume, weist das Stück von Olga Neuwirth Ansatzpunkte auf, die mit Gewinn weiterverfolgt werden können. Vor allem aber ist es mit blitzender Phantasie erdacht, bietet es einen spannenden, nicht zuletzt auch unterhaltsamen Abend.... Unter der Leitung von Johannes Kalitzke leistet das Klangforum Wien einen wie gewohnt erstklassigen Beitrag.... Und das Ensemble mit Ute Trekel Burckhardt(Mrs. Carnis), Christine Whittlesey(Theodora), Isolde Siebert(Elizabeth), Walter Raffeiner(Philip), dem Countertenor Andrew Watts(Jeremy) und dem wunderbar hündischen Graham F. Valentine(Henry) in den tragenden Partien bewährt sich vorzüglich. Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, 21. Juni 1999 Nicht oft passiert es, daß man bei einer Musiktheater-Uraufführung schon nach kurzer Zeit den Eindruck bekommt: Hier ist etwas ganz Neues, Eigenes gelungen; eine unverwechselbare(Klang-) Sphäre; eine spezifisch intonierte Welt. Von Olga Neuwirths Bählamm-Ton könnte man bald ähnlich sprechen wie vom Freischütz-, Rosenkavalier- oder Lulu-Tonfall. Dabei erledigt sich auch die Befürchtung, Postmoderne sei nichts als Eklektizismus, Resteverwertung, Traditionsstückelung.(Souverän entzieht sich diese Oper eigentlich aller Postmoderne-Diskussionen). Es erledigt sich auch die Frage, wie denn überhaupt noch zu komponieren sei. Die durchdringende Begabung der 29jährigen Österreicherin Olga Neuwirth macht sie gegenstandslos, indem sie sie(für sich) klar beantwortet. Nicholas Broadhursts Inszenierung setzte auf die Drastik grotesk-schwarzen englischen Humors, ohne die Elemente der Verstörung und der kindlichen Alpträume zu vernachläßigen. Von betont pappiger Kulissenhaftigkeit das Bühnenbild von Brothers Quai: ein schemenhafter Tannenwald, der Balkon eines Herrenhauses, darunter sich öffnend die Kaverne des Kinderzimmers mit einem riesengroßen Steckenpferd. Als Ehemann Philip bot Walter Raffeiner, beinahe nur Sprechgesang einsetzend, eine vehement karikaturistische Leistung. Mit der empfindsamen Grazilität ihrer hochgewachsen-schlaksigen Jungmädchen-Aura und einer tragenden, hellen Sopranstimme erfüllte Christine Whittlesey die TheodoraRolle; als geisterhaft-untote Nebenbuhlerin Elisabeth prägnant war Isolde Siebert. Stimmlich und pantomimisch agil der Hund Henry von Graham F. Valentine. Das Klangforum Wien spielte unter der Leitung von Johannes Kalitzke, dem eine optimale Auffächerung und sprachmächtige Darstellung der ungewöhnlichen Partitur zu danken war. Das Auftragswerk der Wiener Festwochen(und ihr eindeutiger . musikalischer Höhepunkt) wurde gemeinsam mit der französischen Opéra du Rhin(Strasbourg, Colmar, Mulhouse) produziert. Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau, 22. Juni 1999 Von Bestien und Bürgern handelt denn auch die jüngste Musiktheater-Uraufführung:"Bählamms Fest" von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth bei den Wiener Festwochen in den allein schon genügend morbidezza verströmenden Sofiensälen. Elfriede Jelinek hat sich nicht nur in Österreich verhaßt gemacht mit ihrem bösen Blick und den Attacken gegen Doppelmoral und eine patriarchale Gesellschaft mit immer noch manch faschistischem Bodensatz. Aber auch Olga Neuwirth bevorzugt die schrägen Tonlagen, hat Vorlieben für Vampiröses wie unheimliche Tiefseepflanzen und das Blaulichtmilieu sinistrer Großstadtkrimis:"Nova Mob".... Aber auch sonst hat Olga Neuwirths Partitur erhebliche Qualitäten in der Evozierung von Geisterwelten, mit Flageoletts und anderen Instrumentalverfremdungen, aber auch Elektronik. Ob mitunter arg obligates Wolfsgeheul oder Menschenstimmen: Was live und real, was synthetisch entstand, war nicht immer unterscheidbar, addierte sich suggestiv zum- obschon letztlich sogar eher sanften- Horrorhörstück, phasenweise leicht selbstverliebt dekorativ. Gleichwohl kennt ihre Musik auch drastischere Wirkungen, heuchlerische Triumph-Trompeten für den Werwolf oder zynische Wiedergänger-Walzer für den Reigen der Lämmer. Das Anderthalbstundenstück jedenfalls verlor nicht an Spannung, wurde zudem musikalisch glorios durch das Klangforum unter Johannes Kalitzke realisiert. Nicht minder fabelhaft waren die Vokalleistungen, vor allem Christine Whittleseys Theodora und Andrew Watts' Jeremy. Gerhard R. Koch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Juni 1999 König des Glücks Uraufführung In der Medienresonanz umstritten, aber vom Publikum begeistert aufgenommen, war die heutige Bearbeitung von„König des Glücks".„König des Glücks“ ist eine Adaption von Mozarts früher Oper„Il re pastore“: Wolfgang Staribacher(kompositorische Bearbeitung und musikalische Leitung) hat zusammen mit Claudia Weinzierl(Gesamtkonzeption und Libretto), Friedhelm Kändler(Texte) und Brian Michaels (Regie) ein Abenteuerspiel zwischen Traum und prallem Leben, himmelstürmender Gedankeneskapaden, kindlicher Hingabe und lustvollen Mozart-Rhythmen, ein Vexierspiel der Gefühle, einen mozartesquen Reigen um Liebe, Verführung und fleischlicher Lust, entwickelt. Die dem jungen Mozart angemessene Bearbeitung, frech gewandet in Musik und Text, hat die Mozartband und ein internationales Sängerensemble umgesetzt. Curlew River Yoshi Oida, seit vielen Jahren in Europa lebender japanischer Schauspieler, Regisseur und Autor, bekannt durch seine Darstellungen in zahlreichen Inszenierungen von Peter Brook, ist mit einem jungen Sängerensemble und jungen Musikern der Académie européenne de musique d’Aix-en-Provence unter der musikalischen Leitung von David Stern eine wunderbare, vielbeachtete Umsetzung dieses selten aufgeführten Werkes von Benjamin Britten gelungen. Publikum und Presse reagierten uneingeschränkt zustimmend. Don Giovanni Neuinszenierung Nach der erfolgreichen Aufführungsserie von„Così fan tutte“ wurde mit„Don Giovanni“ der Mozart-Da Ponte-Zyklus von Wiener Festwochen und Staatsoper mit dem bewährten Team, musikalische Leitung Riccardo Muti, Inszenierung Roberto de Simone, am idealen Aufführungsort, dem Theater an der Wien, fortgesetzt.„Don Giovanni“ wurde vor allem wegen der hohen musikalischen Qualität des Ensembles unter der Leitung von Riccardo Muti zu einem glanzvollen Abschlußereignis des Musikprogrammes der Wiener Festwochen 1999. Wiener Festwochen 1999 Tanz/Performance/Wahlverwandtschaften/Aktion und Ausstellung A L I E/N A(C)TION Nach dem Gastspiel des Ballett Frankfurt 1998 mit verschiedenen Choreographien von William Forsythe wurde mit„A L I E/N A(C)TION“ die Zusammenarbeit der Wiener Festwochen mit dem Choreographen fortgesetzt. Die Arbeit zählte zu den Höhepunkten im Bereich Tanz. Besonders erfreulich war die begeisterte Publikumsreaktion bei den Performances der Choreographen Jérôme Bel, Xavier Le Roy und Benoît Lachambre, die für neue und radikale Wege innerhalb des Tanzes . stehen. Die Arbeiten der drei jungen Choreographen standen im Mittelpunkt von zwei Abenden in den Sofiensälen: The last performance/Jérôme Bel Jérôme Bels Choreographien kennzeichnet eine konsequente Reduktion von Material und Mittel.„The last performance“, Bels neueste Arbeit ist ein Verwirrspiel rund um die Konstruktion von Wirklichkeiten und Identitäten, worin Fragen nach dem Verhältnis von Realität und Performance aufgeworfen werden. Sein zweiter Beitrag„Jérôme Bel“(1995), radikales Körpertheater auf der Suche nach neuen Körperbildern, verweigert Rollen und zeigt Bewegungsabläufe, funktional und alltäglich. délire défait Benoît Lachambre, bekannt für seine unkonventionelle, emotionalen und ästhetischen Irritationen verpflichtete Bilder- und Körpersprache, über seine neueste Choreographie:„Wenn ich„délire défait“ beschreiben sollte, würde ich es als Tanz zum Lesen oder als Performance-Installation definieren. Durch die Darlegung von Fakten und Visionen scheint es, ein Portrait anzubieten.“ Self Unfinished Bestimmendes Element der Arbeiten des Choreographen und Molekularbiologen Xavier Le Roy ist die Fragmentierung des Körpers als organisch-biologisches System in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen.„Self Unfinished“ ist ein Zusammenspiel von abstrakten Körpervorstellungen und grotesk-komischen Körperbildern, das der Frage nach der menschlichen Figur und ihrer Repräsentation nachgeht. Product of Circumstances Zusätzlich zu seiner Performance„Self Unfinished“ gab Xavier Le Roy eine Lecture-Performance mit dem Titel„Product of Circumstances“ im Siemens Forum Wien. Wahlverwandtschaften Das Projekt„Wahlverwandtschaften“, das kontroversielle Diskussionen bei Publikum und Medien auslöste, zeigte, daß interdisziplinäre Experimente, die sich mit neuen Tendenzen innerhalb der zeitgenössischen Kunst auseinandersetzen, im Rahmen der Festwochen sinnvoll und notwendig sind. „Wahlverwandtschaften“ inszenierte das Modell eines anderen Schauplatzes: zeitgenössische Kunst im theatralen Raum. An zwei Abenden verwandelten mehr als 20 Künstler/Ensembles aus den Bereichen Theater, Tanz, bildende Kunst, Musik, Performance und Film die Sofiensäle in den Ort eines Ereignisses, das weder ein Theaterstück noch eine Performance war. Es war vielmehr eine Inszenierung neuer Spielformen der Live Art, ob„on time“ oder als Installation, ob ortsgebunden oder durch das Gebäude streifend, ob Textinszenierung oder flüchtig erscheinende Video-Projektion. Theater und Kunst begegneten sich dabei als Zusammenspiel von visuellen, körperlichen und räumlichen Phänomenen, als ein vielsprachiges Szenario in einem theatralen Ereignisraum. Die einzelnen künstlerischen Projekte wurden in spezifischen Räumen präsentiert; in ihrer Einzigartigkeit und doch verbunden durch ein eigens entwickeltes System von Verbindungswegen, eine Art Dramaturgie der Orte. Sie waren als kaleidoskopische Szenarien zu verstehen, die nach allen Seiten hin offene Räume für die Auseinandersetzung mit künstlerischen und außerkünstlerischen Diskursen schufen: Die „Vorstellung“ also kein geschlossenes Zusammenspiel, sondern eine Inszenierung von „Wahlverwandtschaften“. Die teilnehmenden KünstlerInnen und Gruppen waren Jérôme Bel, Theatergroep Hollandia, Tony Oursler, Gabriel Orozco/Richard Dorfmeister/Rupert Huber, Lux Flux und Saira Blanche Theatre, Jennifer Lacey/Peter Kogler/Franz Pomassl, Uri Tzaig, Eija-Liisa Ahtila, Kutlug Ataman, Sabotage Communications, Heinrich Lüber, Franz Pomassl, Andreas Pawlik, Sharon Lockhart, Christine Meisner/Paul Zoller, Forced Entertainment, Radian/Hecker/Grübl, Uli Aigner, Gelatin, Maurizio Cattelan. Das Projekt"Wahlverwandtschaften" wagt die Vernetzung von Theater, Tanz und bildender Kunst. Wer nächste Woche in Wien wirklich aufregendes Theater erleben will, braucht die Kondition eines Marathonläufers. Acht Stunden dauert nämlich das Projekt"Wahlverwandtschaften", das im Rahmen der Festwochen an zwei Abenden Begriffe auf den Kopf stellt, Perspektiven verrückt und Grenzen verschiebt. Eine neue Annäherung von Theater, Tanz, Performance, Film, Musik und Bildender Kunst peilt dieses Experiment an, in das über 20 junge internationale Künstler und Gruppen eingebunden sind. Vom Keller bis zum Dachgeschoß verwandeln sie die Wiener Sofiensäle mit Performances, Installationen, Videoprojektionen und Klanginszenierungen in einen theatralen Ereignisraum. Der Besucher flaniert durch die Orte der Aktionen und schafft sich gewissermaßen seine eigene Aufführung. Der Titel des aufsehenerregenden Projekts, das Hortensia Völckers, die für Tanz zuständige Programmdirektorin der Wiener Festwochen, zusammen mit Dorothea von Hantelmann, Katrin Klingan, . Wolfgang Kos und Krassimira Kruschkova erarbeitete, bezieht sich auf Untersuchungen des schwedischen Chemikers Torbern Bergman, der 1775 bestimmte Reaktionen chemischer Stoffe aufeinander als"Wahlverwandtschaften" beschrieben hatte. "Wir wollen keine Vermischung der Sparten", betont Hortensia Völckers."Die Arbeiten stehen jeweils für sich, der Besucher soll sie miteinander vernetzen." Größte Sorgfalt wurde deshalb darauf verwendet, ein nach allen Seiten offenes System von Verbindungswegen zu entwickeln, das die Einzigartigkeit der einzelnen Beiträge nicht antastet und gleichzeitig ihre wahlverwandtschaftliche Nähe hervorhebt. Diese zeigt sich am deutlichsten, so Völckers, in"performativen Inszenierungsformen", wie sie in der gegenwärtigen Kunst vorherrschen. Weder auf der Bühne noch im Ausstellungsraum geht es Künstlern derzeit vorrangig um repräsentative Darbietung, sondern um Ereignishaftigkeit, um"Performanz"- eine Mischung aus Theater und Performance. Der Körper steht im Mittelpunkt aller Aktionen und mit ihm die Frage, wie er in einer immer virtuelleren Welt vor dem Verschwinden bewahrt werden kann. In der Performance"Shirtologie" des französischen Choreographen Jérôme Bel zum Beispiel zieht ein Tänzer T-Shirt nach T- Shirt vom Fußballtrikot bis zum Techno-Sweater aus- das Rollenspiel der Mode macht ihn zum austauschbaren Kleiderständer und seinen Körper zur Werbefläche. Mehrfach fanden sich Künstler zu Kooperationen zusammen, so die beiden Österreicherinnen Uli Aigner und Elke Krystufek für einen Videofilm über die Art, wie man den Tag üblicherweise nicht beginnt. Oder der mit computergenerierten Motiven von Ameisen und Rohrsystemen bekannt gewordene Wiener Künstler Peter Kogler, der die Bewegungen der US- Tänzerin Jennifer Lacey in Bilder übersetzt. Der Künstler und Musiker Franz Pomassl komponiert einen Sound dazu, der den Körper in Vibration versetzt ­ Klangfrequenzen an der Grenze des Hörbaren. Und schließlich gibt es noch den orientalischen Salon der Gruppe Lux Flux& Saira Blanche, in dem der Besucher Teil einer Performance wird- mit etwas Glück sogar der des geplanten Abendessens. Eva Karcher, Focus, 22. Mai 1999 Die"Wahlverwandtschaften" bildeten den Höhepunkt, vielleicht sogar eine Art Zusammenfassung dessen, was Hortensia Völckers, die Direktorin für Tanz und mehr, während der Wiener Festwochen angeboten hat..."Was geschieht, wenn die Bewegung selbst, die permanente Veränderung von Formen, thematisch wird und auf ein Bewußtsein trifft, das auf Fixieren und Kontrollieren von Illusionen, auf Feststellen von Dauerhaftem angelegt ist?" Was also passiert, wenn die Last der Darstellung aufgehoben wird, wenn statt Erzählung Bewegung stattfindet, wenn statt eines reservierten Platzes ein ganzes Haus selbstgewählt wahrgenommen werden will? Die Antwort gibt das Publikum, das aufgerufen ist, sich selbst zu definieren. Dieser schwierige Weg zu einem veränderten Anspruch an das Theater, das haben die"Wahlverwandtschaften" gezeigt, ist noch längst nicht ausformuliert, aber tastend zu beschreiten. Sabine B. Vogel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Juni 1999 Mit den"Wahlverwandtschaften" als experimentellem Spitzenprojekt der Wiener Festwochen, mit den drei Avantgardisten der Körper-Transformation und- nicht zuletzt- mit den beiden Tanz-Revolutionären William Forsythe und Meg Stuart als Basis hat Hortensia Völckers aktuelle Tendenzen in der Kunstentwicklung gezeigt: die Verbindung von Kunst mit Theorie und verschiedenen künstlerischen Strategien, deren Kontextbildung im"Dialog" miteinander und die notwendige Expansion des Theaterraum. Helmut Ploebst, Frankfurter Rundschau, 4. Juni 1999 appetite Für diese abendfüllende Arbeit mit ihrer Gruppe Damaged Goods kooperierte Meg Stuart mit der bildenden Künstlerin Ann Hamilton. Das Ergebnis war eine geglückte Symbiose zwischen Tanz und bildender Kunst, ein Strom aus Bildern und Bewegungen, der viele Interpretationen zuläßt. Die Introvertiertheit früherer Arbeiten von Damaged Goods ist nun einer mehr extrovertierten, spielerischen Haltung- auch gegenüber dem Publikum- gewichen. Stuart und Hamilton arbeiten mit der Spannung zwischen Individuum und Gruppe, zwischen Intimität und Rivalität, zwischen dem Näherkommen und dem Wegstoßen- mit dem Erzeugen von Spannung zwischen Nähe und Distanz. Aktion Subject of Study/ Ausstellung rot/grün, grau Die Wiener Festwochen zeigten in Kooperation mit dem MAK, Wien und dem Bayerischen Staatsschauspiel/Marstall in der MAK-Galerie die Aktion„Subject of Study“ und die Ausstellung „rot/grün, grau“ von Ulrike Grossarth. Die in Berlin lebende Künstlerin hat sich in bildnerischen und plastischen Werken, in Tänzen und Solostücken, in Videofilmen und Zeichnungen, in Performances und . Seminaren wiederholt grundlegende Fragen nach dem Körper und dem Raum, nach dem Verhältnis von materiellem Umfeld und dem handelnden Menschen gestellt. Im Rahmen dieser gelungenen Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst spürte Ulrike Grossarth in ihrer Aktion„Subject of Circumstances“ und in der Ausstellung„rot/grün, grau“ grundlegenden Fragen nach Körper und Raum, nach dem Verhältnis von materiellem Umfeld und dem handelnden Menschen nach. Wiener Festwochen 1999 Theater Hamlet Neuinszenierung Das Stück der Fragen? Hamlet stellt alle Fragen, die Menschen in ihrem Leben stellen: über den Tod und die Mutterliebe, über die Nachwelt und die Rechtfertigung des Mordens. Heute, in einer Welt, in der uns Wissenschaft und Politik weismachen wollen, daß alle Fragen beantwortbar sind, sagt uns unser Instinkt, daß das alles nicht stimmt. Die besessene Sucht nach Wahrheit, aber auch die Akzeptanz einer weitgehend unerklärlichen Welt, machen Hamlet immer wieder zu einem aufregenden Erlebnis. Es ist Shakespeares offenstes Stück: Vor 400 Jahren geschrieben, wurde es so oft verschieden interpretiert wie es inszeniert wurde- entsprechend dem Darsteller des Hamlet, seinem Regisseur, seiner Gesellschaft. Wie wird dieser Hamlet 2000? Wie wird er die Welt befragen, kurz vor dem Millennium? Peter Zadek Peter Zadeks„Hamlet“-Inszenierung mit Angela Winkler in der Titelrolle wurde zum großen Triumph, zum „Jahrhundert-Hamlet“. Publikum und Presse reagierten euphorisch in Wien, anschließend bei den Zürcher Festspielen, an der Schaubühne in Berlin, im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, beim Festival Theaterformen im Rahmen der EXPO 2000 Hannover. Die Inszenierung wurde zum Berliner Theatertreffen 2000 eingeladen, aus dispositionellen Gründen konnte sie aber leider nicht gezeigt werden. Weitere Gastspiele finden beim Edinburgh Festival und beim Festival d’Automne in Paris statt. Ab der Saison 2000/2001 wird die Produktion in den Spielplan des Deutschen Schauspielhauses Hamburg übernommen. Wir wollen jubeln! Zum einen und vor allem, weil die Schauspielerin Angela Winkler in Wien den Hamlet unseres Jahrhunderts entdeckt! Zum anderen, weil Regisseur Peter Zadek den integralen Text präsentiert - vorsichtig modernisiert von Elisabeth Plessen-, so daß wir endlich einmal Shakespeares längstes Drama beinahe komplett sehen.... Angela Winkler enthüllt, daß einem wie Hamlet- der die Mechanismen der Gesellschaft erlebt und durchschaut hat, zu sensibel ist mitzutun und zu feige, sich aus dem Leben zu stehlen- keine andere Wahl bleibt als Täuschung. Der weiß das Paradies verloren und ahnt, daß er es nie wiederfinden wird. Ein Verlorener, der an den Taten der Eltern zugrunde geht, weil sie ihm die Gegenwart raubten und eine Zukunft mißgönnen. Angela Winkler vermag ohne Angestrengtheit, mit den winzigsten Zeichen ihres fragilen Körpers, mit einem Blick, schwarz und leblos, mit ihrer Stimme, krächzend oder grabesdunkel, das ganze Elend dieses ausgehenden Jahrhunderts zu offenbaren. Die Sehnsucht nach Schlaf und Traum entspringt einem Wunsch nur: endlich zu enden, auszulöschen. Jubel! C. Bernd Sucher, Süddeutsche Zeitung, 25. Mai 1999 Nach seiner legendären„Hamlet“-Inszenierung von 1977 setzte sich Peter Zadek erneut mit Shakespeares Stück des Fragens auseinander. Angela Winkler ist Hamlet. Im hochkarätig besetzten Ensemble spielten weiters Uwe Bohm, Eva Mattes, Klaus Pohl, Otto Sander und Ulrich Wildgruber. Die mit Spannung erwartete Inszenierung Peter Zadeks von„Hamlet“ hat vor allem durch die außergewöhnliche Interpretation des Hamlet durch die Schauspielerin Angela Winkler alle Erwartungen übertroffen und neue Maßstäbe innerhalb der Shakespeare-Interpretationen gesetzt.„Hamlet“ war nach Wien in Zürich, Berlin, Hamburg und Hannover zu sehen, weitere Städte wie Edinburgh und Paris sind fix. Großes, heiter epochales Theater. Der Rest ist nicht Schweigen. Der Rest ist Glück. Gerhard Stadelmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Mai 1999 Angela Winkler, obwohl als erste verwundet, stirbt so schnell nicht. Sie hat sie alle geschafft. Triumph! Wie aus dem Nichts ist dieser Hamlet aufgetaucht, ein unzeitgemäßer Held, der die moderne Welt aus den Fugen reißt. Das Land aber, aus dem Angela Winkler kommt, dort will man leben. Roland Koberg, Berliner Zeitung, 26. Mai 1999 . Doch das Ereignis der Aufführung, ihr eigentlicher Anlaß ist Angela Winkler... Der Rest ist Jubel. Hendrik Brandt, Hannoversche Allgemeine, 26. Mai 1999 Gesäubert Sarah Kane, 1971-1999, war eine der erfolgreichsten Dramatikerinnen aus der Werkstatt der sogenannten jungen englischen Wilden.„Gesäubert“ ist der zweite Teil ihrer Trilogie über Liebe und Gewalt, die sie mit„Zerbombt“ begonnen hat. Sarah Kane ist eine Autorin, bei der es lohnt, genau, ganz genau, hinzuhören- und Aufgabe des Theaters ist es, den Subtext, die Assoziationsenergien dieser knappen, lakonischen Bilder aufzuspüren. ... Kanes"Gesäubert" ist ein Totentanz, ein makabrer Reigen vergeblicher physischer und psychischer Erregungen, ein archaisches Ritual von Lust und Gewalt. Ein unaufhörliches Aneinander-Vorbei, ein Hilfesuchen und Weh-tun-Müssen. Wenn dieser Text verstört, verwirrt, nicht losläßt, dann nicht wegen seiner plakativen Greueleffekte, sondern wegen dieser fast schmerzhaften Verknäuelung der Realitäts­ und Identitätsebenen. Wer ist hier Freund oder Feind? Täter oder Opfer? Er selbst oder schon der andere? Lebendig oder verkrüppelt? Sind glücksfähig nur die Toten, die Wiedergänger, die Schlafwandler? Ist das die Wirklichkeit noch, die wir kennen, oder schon der Alptraum, vor dem wir uns fürchten? Die Zeit, 16. Dezember 1998 „Gesäubert“ wurde im Mai 1998 in London am Royal Court Theatre uraufgeführt. Die Premiere der deutschsprachigen Erstaufführung als Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Hamburger Kammerspiele, in der Inszenierung von Peter Zadek fand am 12. Dezember 1998 in Hamburg statt. Bei den Wiener Festwochen war diese Aufführung mit imposantem Schauspieleraufgebot, darunter Susanne Lothar, Ulrich Mühe und Uwe Bohm, im Theater in der Josefstadt zu sehen. Die Aufnahme in Wien bei Publikum und Presse war höchst kontroversiell. Dämonen Neuinszenierung Wie kein zweites Buch Dostojewskis ist„Dämonen“ ein Roman der Stimmen: eine ganze Stadt spricht und entfaltet ihre Tragödie in Monologen und Dialogen, die wie Kraftfelder die Handlung vorantreiben. Und es entsteht wie nebenbei ein Handbuch vom Mißbrauch und der Perversion der Macht.„Die Dämonen“ ist einer der düstersten Romane Dostojewskis und doch funkelt er vor humoristischen und satirischen Einlagen und witzigen Dialogen. Frank Castorf inszenierte„Dämonen“ in der Fassung der Volksbühne auf der Grundlage der Neuübersetzung von Swetlana Geier unter dem Titel“Böse Geister” und der Dramatisierung von Albert Camus unter dem Titel“Die Besessenen”, neu übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. Im Bühnenbild von Bert Neumann spielten u.a. Sophie Rois und Martin Wuttke. Castorf bezieht alle Konflikte resolut auf die Gegenwart einer narzistischen Gesellschaft, spielt diesmal brillant auf dem dekonstruktivistischen Klavier. Alle Mittel sind ihm recht, Salonkomödie, tragische Farce, Stummfilm-Stilisierung, ironisch gebrochenes Pathos. Die Szenefolge in sich ist episch, doch innerhalb der einzelnen Bilder gibt es immer wieder dramatische, hochexplosive Verknotungen. In dem präzis geführten Ensemble gibt es keine Schwachstelle, in der Wiener Premiere beeindrucken außer Martin Wuttke Henry Hübchen als Hauslehrer, Sophie Rois als Lisa, die Stawrogin selbstdestruktiv liebt, Silvia Rieger als Stawrogina, die manierierte, unduldsame Dame der Gesellschaft, Kathrin Angerer als Dascha Schatowa, ihre Pflegetochter. Trotz mangelnder Textverständlichkeit harrte das faszinierte Premierenpublikum volle viereinhalb Stunden aus. Der deutsche Regisseur, der so gern auf die Theatertraditionen einschlägt, bis sie in Trümmern liegen, hat die schweren Dostojewskij-Brocken beeindruckend zusammengefügt. Paul Kruntorad, Frankfurter Rundschau, 11. Mai 1999 Großer Erfolg dagegen für den Berliner Regisseur Frank Castorf am Wiener Burgtheater: Seine Inszenierung der"Dämonen" nach Dostojewskijs Roman war die erste Schauspielpremiere der Festwochen, und der als"Stückzertrümmerer" bekannte Castorf erhielt für seine konzentrierte und oft überraschend texttreue Umsetzung anhaltenden Beifall und Bravo-Rufe. Frankfurter Neue Presse, 12. Mai 1999 . Thomas Ostermeier(geboren 1968), Regisseur und seit Beginn der Spielzeit 1999/2000 Leiter der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, wurde mit drei Inszenierungen bei den Wiener Festwochen 1999 erstmals in Österreich vorgestellt. Gezeigt wurden Arbeiten, die gleichermaßen seine künstlerische Entwicklung der letzten Jahre dokumentieren. Messer in Hennen Thomas Ostermeier inszenierte die Deutsche Erstaufführung des Debütstückes des jungen Schotten David Harrower, Premiere am 2. März 1997 in der Baracke am Deutschen Theater. Die Inszenierung wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis 1997 ausgezeichnet.„Messer in Hennen“ wurde in der Fassung der Baracke„bestes ausländisches Stück 1997“(Theater heute). Es folgte eine Einladung zum Berliner Theatertreffen 1998. Shoppen& Ficken Die Deutsche Erstaufführung des ersten Stückes des jungen Londoner Dramatikers Mark Ravenhill in der Regie von Thomas Ostermeier hatte am 17. Jänner 1998 in der Baracke am Deutschen Theater Premiere und wurde in der Kritikerumfrage 1998 von„Theater heute“ zum besten ausländischen Theaterstück gewählt. Einladung zum Berliner Theatertreffen 1998. Der Blaue Vogel Thomas Ostermeier inszenierte das Meisterwerk des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck mit einem Spielensemble von 16 Schauspielern, die 80 Figuren spielen. Besonders freute der Erfolg von„Der Blaue Vogel“, der einmal mehr zeigte, wie theaterfreudig und unkonventionell das Wiener Publikum auf eigenwillige Deutungen literarischer Texte reagiert. Thomas Ostermeier durfte seine thematische Vielfalt mit drei seiner repräsentativen Arbeiten vorführen: dem High-Energie-Brit-Tschechow"Shoppen& Ficken", dem archaischen Emanzipationsstück"Messer in Hennen" und dem je nach Ansicht etwas versponnenen oder gar vermessenen"Blauen Vogel". Wobei interessant zu bemerken war, daß zwar die alpenländische Kritik mit dem verquasten altersmilden Maeterlinck auch ihre Probleme hatte, trotzdem aber die Bewertung weitaus wohlwollender als bei der Premiere ausfiel. Ostermeier steht hier erstens nicht unter so hohem Beweiszwang und Leistungsdruck, und zweitens zeigt auch diese Arbeit alle Stärken des Ostermeierschen Theaters: seine Suche nach dem richtigen Energielevel, sein Wille zur Form, bei gleichzeitigem Wunsch, Geschichten von heute zu erzählen. Und, keinesfalls zu vergessen, sein hervorragendes Ensemble. Karin Cerny, Berliner Zeitung, 24. Juni 1999 En attendant Godot Beckett ist der Autor unseres Jahrhunderts, der sich am eindringlichsten mit der Zeit als ontologisches Phänomen, mit der Frage von Vergänglichkeit oder Stillstand auseinandergesetzt hat. Luc Bondy Mit„Warten auf Godot“ inszenierte Luc Bondy erstmalig ein Beckett-Stück. In der französischen Originalfassung spielten Roger Jendly(Estragon), Serge Merlin(Vladimir), Gérard Desarthe(Lucky) und François Chattot(Pozzo). Für das Bühnenbild zeichnete Gilles Aillaud verantwortlich, für die Kostüme Marianne Glittenberg.„En attendant Godot" wurde zu einem bejubelten Höhepunkt der Wiener Festwochen 1999. Die Erfolgsproduktion wurde inzwischen in vielen europäischen Städten gezeigt und befindet sich immer noch auf Tournee. So gastiert sie im Juni 2000 in Israel. Der 1998 von Luc Bondy initiierte Regiewettbewerb der Wiener Festwochen, der international zu einem großen Erfolg wurde und große Beachtung wie Anerkennung fand, wird als Biennale weitergeführt. Aus dem ersten Regiewettbewerb sind zwei Preisträger hervorgegangen: Ute Rauwald mit ihrer Produktion„Sechs häßliche Töchter Inc.“ und Jan Bosse mit der Uraufführung von Marius von Mayenburgs„Psychopathen“. Für die Wiener Festwochen 1999 wurden Ute Rauwald und Jan Bosse eingeladen, Neuinszenierungen zu erarbeiten. Dr. Jekyll& Mr. Hyde Uraufführung Jan Bosse hat sich nach eingehender Überlegung dazu entschlossen, Robert Louis Stevensons Erzählung„Dr. Jekyll& Mr. Hyde“ in der Textfassung von Robert Woelfl zu inszenieren. killed by P. Uraufführung Die junge Regisseurin Ute Rauwald ist in mehrfacher Hinsicht ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von Regie und Autorenschaft. Zu ihrer Arbeitsweise gehört die Entwicklung des Textes aus der Probensituation, aus der Eigenheit und biographischen Erzählweise der Schauspieler. Die . literarische Vorlage wird zum Material, aus dem durch die Probenarbeit eine neue Erzählung, ein vielstimmiger Text, ein Sub- und Metatext entsteht, der sich wieder auf den Ausgangspunkt bezieht. Ute Rauwald erarbeitete für die Wiener Festwochen 1999 Heinrich von Kleists„Penthesilea". Die Preisträger des letztjährigen Regiewettbewerbes stellten ihr Talent erneut unter Beweis, wiewohl ihre Inszenierungen teilweise Presse und Publikum polarisierten. Beide sind bereits als feste Regisseure am Hamburger Schauspielhaus ab Herbst 2000 engagiert. Theaterlabor Luc Bondy: Lot phantasie Uraufführung Wenn uns die Zukunft des Theaters ein wirkliches Anliegen ist, müssen wir Orte für Experimente schaffen, Theaterlabore für junge, unbekannte und noch unerprobte Talente. Was im Theater von morgen passiert, ob es uns noch berührt, hängt wesentlich davon ab. Auch für mich ist diese Begegnung ein neuer Schritt in meiner Theaterarbeit, eine Herausforderung. Luc Bondy Nachdem Luc Bondy 1998 den Regiewettbewerb initiiert hat, setzte der Schauspieldirektor der Wiener Festwochen sein Engagement für junge Talente fort. Botho Strauß hat sich bereit erklärt, sein neuestes Stück mit dem Titel„Lot phantasie“ für das Theaterlabor von Luc Bondy zur Verfügung zu stellen. Das Stück handelt von der Furcht vor Unfruchtbarkeit, von Lots Töchtern und dem Inzest, den sie mit ihrem Vater begehen, um ihr Geschlecht fortzusetzen. Die Uraufführung als eine Produktion Wiener Festwochen, Theater in der Josefstadt und Max-Reinhardt­ Seminar inszenierte Luc Bondy mit Schauspielschülerinnen des Max-Reinhardt-Seminars und dem Schauspieler Hans Diehl. Die Aufführung fand große Aufmerksamkeit und Anerkennung. Kohelet II David Maayan ist ein radikaler Theatermacher. Er stürzt sein Publikum in ein reales und emotionales Labyrinth von Impressionen, Sprache und Musik. Er träumt den Traum vom Frieden. Der Davidstern über dem Geschehen gibt die Orientierung: Israel. Bei den Wiener Festwochen 1998 fand die Uraufführung des Auftragswerkes statt:„Kohelet“, 1. Teil,„Man muß glücklich sein“. Mit„Kohelet II“,„Zeit/Verlust Zeit/Zeugen Chaval al hasman“, als Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Akko Theater Center Israel und Kunstfest Weimar setzte David Maayan seine Theater-Rebellion fort. Insektarium Uraufführung Gert Jonke, dem Volkstheater Wien besonders verbundener Autor, hat das Auftragsstück„Insektarium“ rechtzeitig für eine Uraufführung zu den Wiener Festwochen 1999 fertiggestellt. Die Uraufführung von Gert Jonkes„Insektarium“, in der Inszenierung von Michael Kreihsl wurde sowohl bei der Presse als auch beim Publikum euphorisch aufgenommen- ein großer Erfolg für den österreichischen Dichter. . BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Kulturschaffende, die sich vor der Einreichung ihrer Projekte beraten lassen wollen, können sich an die Beratungsstelle für Kulturarbeit wenden. Insbesondere jene, die noch nie zuvor mit der Kulturverwaltung zu tun hatten, werden dieses Angebot zu schätzen wissen. Die Beratung kann sich auf die redaktionelle Gestaltung und Präsentation des Inhaltes, auf den Finanzplan, auf die Fördermöglichkeiten beziehen, aber auch auf die situative Ein­ schätzung des Projektes im Gesamtkontext des Wiener Kulturgeschehens. Ferner auf die Möglichkeit der Vernetzung mit anderen ähn­ lichen Initiativen. Die Beratungsstelle für Kulturarbeit unterhält außerdem Kontakte zu europäischen Institu­ tionen wie EU und Europarat und ist in Beiräten für EU-Regionalförderungen wie URBAN und Ziel 2 vertreten. Dies in Hinblick auf neue Entwicklungen der Stadtteilkulturarbeit und der Erschließung neuer kultureller Aktionsräume zur Hebung städtischer Infrastruktur mit EUGeldern. Durch die Homepage der Kulturabteilung der Stadt Wien ist die Beratungsstelle auch im Internet präsent und damit einem noch größeren BenützerInnenkreis zugänglich. Via e-mail können viele Anfragen schneller erledigt werden. Eine vermehrte Anzahl von Kulturschaffenden benützt dieses Medium zur Informationsbeschaffung. Die Professionalisierung der freien Kulturszene durch Grund- und Aufbauseminare des Institutes für Kulturkonzepte wurde weiter ausgebaut und fand heuer ihren Schwerpunkt in der Hilfe beim Strukturaufbau neuer Initiativen oder der Strukturverbesserung existierender Vereine. Die Beratungsstelle arbeitet unkonventionell und unbürokratisch. Sie befindet sich im Gebäude der Kulturabteilung der Stadt Wien, Friedrich Schmidtplatz 5, 3.Stock, Zimmer 318. Sie ist Montag und Mittwoch von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und kann über telefonische Vereinbarung(4000-81174) auch an anderen Wochentagen in Anspruch genommen werden. . WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Am 17. Dezember 1998 wurde im Wiener Gemeinderat der Beschluss über die Integ­ rierung eines Archivgebäudes in den von Professor Wilhelm Holzbauer gestalteten „Gasometer D“ in Simmering gefasst. Am 29. März 1999 erfolgte der Baubeginn. Das Hauptgewicht der Tätigkeit im Archiv lag daher in den umfangreichen und auch konzeptionell aufwändigen Vorbereitungen für die Über­ siedlung der an zahlreichen Standorten gela­ gerten Archivbestände. Es erwiesen sich auch verschiedene Anschaffungen(Transportwagen, reine Werkbank) in diesem Zusammenhang als erforderlich. Da dem Archiv für diese Arbeiten zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt wurde, konnten dabei auch neue Verzeichnisse erstellt werden. Neuübernahmen wurden angesichts dieser Aufgabe hingegen eingeschränkt. Im Rahmen der zentralen Sammlungen konnten der Nachlass KlausGeyling sowie ein Teilnachlass Van der Nüll ­ Brecher erworben, geordnet und aufgestellt werden. Die wohl bedeutendste Rechts­ handschrift in den Beständen des Archivs, das so genannte„Eisenbuch“, wurde im Rahmen eines umfangreichen Inventarhefts erschlossen. Im Auftrag der Magistratsdirektion wurden Forschungsarbeiten über den Einsatz von Zwangsarbeitern im Bereich der Stadt Wien aufgenommen. Im Bereich der Archivbibliothek wird seit 1999 der Katalog auf EDV-Basis geführt, eine Auf­ arbeitung des Altbestandes ist geplant und wird ab 2000 in Angriff genommen werden. Der Gesamtbestand beläuft sich derzeit auf 95.919 Bände. Mit Hilfe der ADV kann auch die im Archiv durchgeführte laufende Indizierung der Sitzungsprotokolle von Landtag und Gemeinderat aktuell(online) gehalten werden, an der Umstellung auf eine Datenbank wird konzeptionell gearbeitet. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kommt dem Bereich der Beratung und Auskunftserteilung, der einen wesentlichen Aspekt in der Tätigkeit der wissenschaftlichen Mitarbeiter ausmacht, besondere Bedeutung zu. So waren es 9.714 Personen, die 1999 persönlich, telefonisch oder schriftlich mit Anfragen an das Archiv herantraten. Dazu kamen 4.825 Auskünfte, die aus den historischen Meldebeständen in amtlichen, pensionsrechtlichen Angelegenheiten und zu wissenschaftlichen Zwecken, für den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und für ehemalige Zwangsarbeiter, zu geben waren. Durch die Tätigkeit von mehreren Historikerkommissionen, die derzeit die NS-Ära in Wien aufarbeiten, war die Inanspruchnahme der Archivbestände besonders hoch. Zur Verbesserung des allgemeinen Zugangs konnten im Benützerraum zwei PCs aufgestellt werden, die den direkten Zugang zu ausgewählten Datenbeständen ermöglichen. An traditionellen Kleinausstellungen zu Themen aus der Wiener Geschichte, zu denen auch wieder Broschüren aufgelegt werden konnten, wurden die Präsentationen„Wien und die Musikerdynastie Strauß“,„Eduard Sueß und die Entwicklung Wiens zur modernen Großstadt“ sowie„Archive der Arbeiterbewegung“ im Rathaus gezeigt. Die Ausstellung über die Musikerdynastie Strauß konnte im Escorial in Spanien präsentiert werden, jene über Eduard Sueß wurde im Dezember in der Aula der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gezeigt. Die schon 1996/97 gestaltete Ausstellung„Anton Bruckner in Wien“ war im Herbst 1999 im Anton Bruckner Centrum in Ansfelden zu sehen. Durch Mitarbeit und mit Leihgaben war das Archiv an etlichen Expositionen beteiligt, von denen„Carl König“ (Jüdisches Museum),„Mythos Großstadt“ (Kunstforum Wien in mehreren internationalen Städten),„Das ungebaute Wien 1800-2000“ sowie„Johann Strauß- Donner Blitz“(beide: Historisches Museum der Stadt Wien) besonders hervorzuheben sind. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien und dem Archiv Verlag wurde die Herausgabe der Faksimile-Reihe "Wien Edition" weitergeführt. Fortgesetzt wurden auch die Arbeiten am Österreichischen Städteatlas und am Historischen Atlas von Wien, dessen 6. Lieferung im Frühjahr 1999 erscheinen konnte, die insbesondere Karten über Flächennutzung, Hauserträge und Baualter einzelner Bezirke enthält. Im Rahmen des Österreichischen Städteatlas wurden Mappen und Kommentare für Bad Aussee, Baden, Feldkirch, Laa/Thaya und Schwaz bearbeitet. Im November 1999 wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband österreichischer Archivare die Arbeitstagung der österreichischen Archiv­ restauratoren organisiert. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden auch die Sekretariatsangelegenheiten der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien abgewickelt. 1999 konnten 120 von 245 einge­ . reichten Projekten mit insgesamt 7,838.661,- Schilling gefördert werden. . WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) Im Jahr 1999 wurde die Zusammenarbeit der Wiener Stadt- und Landesbibliothek mit anderen Bibliotheken erheblich verstärkt, einerseits mit den übrigen Landesbibliotheken Österreichs, andererseits auch mit anderen Bibliotheken im Magistrat. Die 1999 neu eingeführte Client/Server-Version des Biblio­ theksinformationssystems BIS-C brachte wesentliche Verbesserungen in der gleichzei­ tigen Verwaltung und Nutzung von mehreren Datenpools. Die Wiener Stadt- und Landes­ bibliothek konnte das System deshalb auch anderen Magistratsabteilungen, die Bibliotheken betreiben, anbieten. Nach intensiven Vorbereitungen konnte es im Februar in der Magistratsabteilung 8 und im Juni in der Magistratsabteilung 18 in Betrieb genommen werden. Das Bibliothekssystem wird zentral auf einem Server der Wiener Stadt- und Landesbibliothek betrieben, auch der Support, für den in Wien-Intern auch eine eigene Homepage eingerichtet wurde, erfolgt durch die Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Die Vorbereitungen für die Umstellung von Kata­ logen der einzelnen Sammlungen der Wiener Stadt- und Landesbibliothek konnten ebenfalls weitergeführt werden. Abstimmungen mit anderen ähnlichen Sammlungen, wie sie etwa die Handschriftensammlung in der Arbeits­ gruppe der österreichischen Literaturarchive vornimmt, sind dabei unerlässlich. Der gemeinsame Internet-Katalog der öster­ reichischen Landesbibliotheken unter der Internetadresse www.landesbibliotheken.at wurde von den Benützern gut angenommen. Es ist dies nach wie vor der einzige österreichische Internet-Katalog, über den historische Bestände mehrerer Bibliotheken recherchiert werden können. Ein wichtiges Arbeitsfeld war die Analyse der Erwerbungen in den Jahren des Nationalso­ zialismus zwischen 1938 bis 1945. Auf Grund eines Auftrages von Stadtrat Dr. Peter Marboe wurden alle Erwerbungen aus diesen Jahren durch eine Historikerin eingehend durchleuchtet: Die Erwerbungen der Musiksammlung und der Handschriftensammlung wurden vollständig durchgearbeitet, die Erwerbungen der Druckschriftensammlung werden im Jahr 2000 abgeschlossen sein. Es ist abzusehen, dass mehrere Erwerbungen der durch Beschluss des Gemeinderates eingerichteten Rückstellungskommission vorgelegt werden müssen. . Die drückende Raumnot in allen Sammlungen der Bibliothek konnte auch 1999 nicht gelindert werden. Der im Juli neu ernannte Direktor der Bibliothek sieht es als Schwerpunkt seiner Tätigkeit, das weitgehend akzeptierte Projekt für ein neues Bücher-, Handschriften- und Plakatdepot in die Realität umzusetzen. Vertreter der Bibliothek haben an mehreren Tagungen im In- und Ausland teilgenommen, darunter am Arbeitstreffen der österreichischen Literaturarchive(Linz), dem Symposion "Actualité de Karl Kraus“(Paris) und am "Deutschen Bibliothekarstag“(Freiburg). Die Gestaltung von Ausstellungen, in denen die Bestände der Bibliothek einem größeren Publikum vorgestellt werden, erfordert große Anstrengungen und ist ein wichtiges Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Es war deshalb ein bedeutender Schritt, Aus­ stellungen, die aktuell nicht mehr gezeigt werden, auf der Homepage der Bibliothek als virtuelle Ausstellungen dem Publikum weiter zugänglich zu machen. Derzeit werden 17 Ausstellungen auf der Homepage angeboten. Die Umsetzung erfolgte auf der Basis der Kataloge zu den Ausstellungen, die nun voll­ ständig mit allen Abbildungen und Texten im Internet zugänglich sind. Zu Beginn des Schwerpunktjahres für den Walzerkönig Johann Strauß zeigte die Musik­ sammlung im Bibliotheksgang die Ausstellung "Wiener Strauß-Karikaturen im 19. Jahr­ hundert", die auch nach Ausstellungsende noch auf der Homepage der Bibliothek besucht werden kann. Im Mai folgte die Eröffnung der großen Strauß-Ausstellung"Unter Donner und Blitz" im Historischen Museum der Stadt Wien, die maßgeblich aus Beständen der Bibliothek und von Mitarbeitern der Musiksammlung gestaltet wurde. Die Ausstellung wurde von Oktober bis No­ vember 1999 in Peking und von Dezember 1999 bis Februar 2000 in Hongkong gezeigt. Als Rahmenprogramm zu den Festwochen wurden im Theater an der Wien Plakate zur "Fledermaus" gezeigt. Im Bibliotheksgang wurde die Strauß-Ausstellung im Oktober durch die Ausstellung"Kulturelle Visitkarten. Die(Re)­ Präsentation der Besatzungsmächte in Wien 1945- 1955" abgelöst, die von der Plakatsammlung gestaltet wurde. Auch diese Ausstellung wurde für die Homepage der Bibliothek aufbereitet. Eine Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen unter der Leitung von Peter Huemer zum Thema"Kultur und Kalter Krieg im Nachkriegswien", die am 30. November 1999 im Rathaus stattfand, bildete das Rahmenprogramm zu dieser Ausstellung. Zu den"Ernst-Krenek-Tagen" im Jänner 1999 zeigte die Musiksammlung anlässlich der Ver­ anstaltungen in den Räumen der Sammlung eine Krenek-Ausstellung. Die Ausstellung"Karl Emil Franzos. Der Dichter Galiziens", die von der Handschriftensammlung 1998 gestaltet worden war, wurde 1999 in der Ukraine in Czernowitz, Ternopil, Ivano-Frankivsk und Lemberg gezeigt. Für eine Reihe von Ausstellungen im In- und Ausland wurden wieder Leihgaben aus den Beständen der Bibliothek zur Verfügung gestellt. 1999 waren dies die Ausstellungen"Wiener Blut. Johann Strauß und die Goldene Ära der Wiener Operette"(Österreichisches Theatermuseum),"Karl Kraus. Was wir um­ bringen"(Jüdisches Museum Wien),"Alice Schalek. Von Samoa zum Isonzo"(Jüdisches Museum Wien),"Karl Kraus"(Deutsches Lite­ raturarchiv Marbach),"Karl Kraus"(Literaturhaus Berlin),"mit mir. Ernst von Schuch. Ein Grazer Generalmusikdirektor in Dresden" (Stadtmuseum Graz),"Stefan Zweig. Ecrivain aux mille facettes"(Louveciennes),„Goethe in Österreich. Was ich dort gelebt genossen" (Österreichische Nationalbibliothek),"Alles Walzer"(Schloss Schlosshof) und"Mythos Großstadt"(Getty Museum, wird gezeigt in Prag, Montreal, Los Angeles, Paris und Wien). Die Bibliothek hat eine eigene Homepage gestaltet, auf der Ende 1999 rund 2.700 Dokumente angeboten wurden (www.stadtbibliothek.wien.at), die in WienOnline angebotenen allgemeinen Informationen zur Bibliothek werden weiter gepflegt. Neben detaillierten Informationen über die Bibliothek und die Benützung sind alle EDV­ Kataloge zugänglich, sowie das Nachlassver­ zeichnis und die schon erwähnten virtuellen Ausstellungen. In der Druckschriftensammlung machten die Vereinfachung der Benützung und die Er­ schließung der Bestände mittels EDV weitere Fortschritte. Als Standardkatalog für die Be­ nützer wird der Internet-Katalog der MA 9 an­ geboten, so dass die Recherche zu Hause sich nicht von der Recherche in der Bibliothek unterscheidet. Der Internet-Katalog ist über die Homepage der Bibliothek und über die Seiten . der Bibliothek in Wien-Online zugänglich. In die Homepage wurde auch ein Katalog der Zeitungen und Zeitschriften auf Mikrofilm integriert, ein Katalog der insgesamt vor­ handenen Zeitschriften soll folgen. Die retrospektive EDV-Erfassung, also die Einarbeitung des im alphabetischen Zettel­ katalog verzeichneten Buchbestandes in den EDV-Katalog, wurde bis zum Buchstaben S weitergeführt. Ende des Jahres waren bereits 200.000 Titel dieses Bestandes online abrufbar. Der Datenbestand des Druckschriftenkataloges insgesamt umfasste Ende des Jahres rund 295.000 Titeldatensätze. Der Zuwachs aus Pflichtexemplaren nach dem Mediengesetz und aus Ankäufen betrug 1999 8.650 Bände. Unter den aus dem Antiquariat erworbenen Bänden seien der berühmte und äußerst seltene"Theuerdank" von Kaiser Maximilian I. aus dem Jahr 1519 hervorgehoben, sowie zwei Werke des Wiener Humanisten Lazius"Fragmentum Vaticinii cuiusdam(ut coniicitur) Methodii, Episcopi ecclesiae Paterenis,& Martyris Christi", 1547, und "Fragmenta quaedam caroli magni", 1560. Im Katalogzimmer der Druckschriftensammlung stehen den Lesern drei PCs mit Internet­ anschluss zur Verfügung. Sie zählen zu den am intensivsten benützten öffentlich zugänglichen Internet-PCs der Stadt Wien. Für die Benützung im Lesesaal wurden 1999 etwa 17.000 Bände bereitgestellt, die rund 77.000 mal benützt wurden. Die Handschriftensammlung konnte 1999 wieder eine Reihe hervorragender Bestände erwerben. Als Ergänzung der umfangreichen Materialien zu Karl Kraus, die bereits in der Sammlung verwahrt werden, kam der Nachlass des Kritikers und Krausforschers Edwin Hartl in die Sammlung. Von einem wichtigen Text von Kraus selbst, der Satire über Franz Werfel "Literatur oder man wird doch da sehn", konnte das gesamte Umbruchexemplar mit eigenhändigen Korrekturen von Karl Kraus er­ worben werden. Weitere umfangreiche Neu­ erwerbungen aus dem 20. Jahrhundert waren die Familienarchive Leischung und Brabbée, die der Sammlung auf Grund von testamentarischen Verfügungen übergeben wurden und die Sammlung Rudolf Weys, die als der be­ deutendste Handschriftenbestand zum Wiener Kabarett bezeichnet werden kann. Dazu kam ein umfangreiches Konvolut von Manuskripten und Briefen zum Wiener Aktionismus. Der Autographenbestand aus dem 19. Jahr­ hundert konnte um einen weiteren Nachlassteil des für die Theatergeschichte Wiens im 19. Jahrhundert wichtigen Theateragenten Karl Albert Sachse ergänzt werden, umfangreiche Nachlassteile der ebenfalls als Agenten tätigen Theaterleute Gustav Lewy und Ignaz Wild konnten neu erworben werden. Wichtige Einzelautographen wurden bei Auk­ tionen und im Autographenhandel gekauft, darunter ein Gedichtmanuskript von Franz Schubert, Aphorismen und ein Blatt aus„Prinz Friedrich“ von Johann Nestroy, Autographen von Peter Altenberg, Marie Ebner-Eschenbach, Franz Grillparzer, Ernst Krenek, Nikolaus Lenau, Ferdinand Raimund, Franz Werfel und Hugo Wolf. In London konnten bei einer Auktion 70 Briefe von Johann Strauß an seine dritte Frau Adele erworben werden. Im Zuge der Neuaufstellung der NachlassStücke in säurefreie Autographenmappen und Cahiers wurden 1999 449 Mappen revidiert, die Autographen in neue Mappen gelegt und beschriftet. Damit sind seit 1991 insgesamt 43.953 Mappen erneuert worden. Aneinander gelegt würde dies eine Wegstrecke von 13 km, aufeinander gelegt eine Höhe von 66 m be­ deuten. Der Abschluss der Revisions- und Umschichtungsarbeiten wird im Jahr 2000 er­ folgen. Die Musiksammlung konnte bedeutende Handschriften von Franz Schubert(Klavier­ sonate e-moll, zwei Lieder, Opernfragmente) erwerben, dazu kamen autographe Partituren von Carl Millöcker, ein weiterer Nachlassteil der Musikerdynastie Pfleger, das Verlagsarchiv Bosworth und die Operettensammlung Schulz. Neben den bereits genannten Ausstellungen wurden in der Musiksammlung zahlreiche weitere Aktivitäten zum Strauß-Jahr gesetzt. Neben der Unterstützung zahlreicher Strauß­ Ausstellungen anderer Institutionen wurden Fernsehproduktionen und Journalisten mit Material beliefert. Strauß-Präsentationen des Wiener Tourismusverbandes in Zusammenarbeit mit der Musiksammlung fanden in Hamburg, Berlin, Peking, Madrid, Segovia, München, Frankfurt und Amsterdam statt. Das Wiener Institut für Strauß-Forschung, das mit der Musiksammlung der Bibliothek eng verbunden ist, veranstaltete im Oktober 1999 den internationalen Kongress"Johann Strauß. Musik-Umfeld-Interpretation". Das vom Institut neu in Angriff genommene Werkverzeichnis von Josef Strauß, das sogenannte"Allianz­ Verzeichnis" wurde im September in einer Pressekonferenz unter Beteiligung von Stadtrat Dr. Peter Marboe der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen der Ernst-Krenek-Tage"Im Atem der Zeit" fanden neben der Ausstellung auch ein Gesprächskonzert und ein Round-TableGespräch in der Musiksammlung statt. Im Juni organisierte die Musiksammlung ein For­ schungsgespräch mit rund 10 in- und auslän­ dischen Experten über Franz Schubert. Der Neuzugang in der Plakatsammlung betrug 1999 3.988 Plakate in insgesamt 10.526 Bogen. Die neu erworbenen Plakate werden seit 1.1.1996 in einem detaillierten Protokoll EDV­ unterstützt einzeln erfasst. Fortgesetzt werden konnte die Mikroverfilmung der Plakate, es wurden rund 4.000 Plakate in 18.700 Teilen verfilmt. Die fertigen Filme wurden geschnitten, in Filmkarten montiert und signiert. Zum Nachweis der Plakate dient eine einfache Computerdatei, in der die wichtigsten Daten zu jedem Plakat verzeichnet werden. Diese Datei wurde für den Import in das EDV-gestützte Bibliotheksinformationssystem vorbereitet, in Abstimmung mit anderen Plakatsammlungen wurde für die EDV-Katalogisierung der Plakate ein Kategorienschema erarbeitet. Im Gegensatz zur Katalogisierung von Druck­ werken ist bei Plakaten die Standardisierung von Titelaufnahmen und die Schaffung von einheitlichen Regelwerken noch nicht sehr weit gediehen. Die Erschließung der Sammlung Kriegswirtschaft(1914- 1918) konnte abge­ schlossen werden. Das 1931 vorläufig abgeschlossene General­ register zu"Paimann's Filmlisten" wurde auf der Homepage der Bibliothek zugänglich gemacht. Der Zeitungsindex, ein von Studenten, wissenschaftlichen Lesern und Medienvertretern sehr geschätztes Auskunftsmittel wurde im Jahr 1999 um rund 4.000 Eintragungen erweitert. Der gescannte Katalog des Zeitungsindex’ mit rund 300.000 Eintragungen wurde mit einer OCRProzedur von Bilddateien in computerlesbare Dateien umgewandelt, diese Dateien werden derzeit korrigiert. Mit den dazu eingesetzten und verfügbaren Ressourcen wird diese Korrektur aber zu lange dauern, so dass nach einer schnelleren Lösung gesucht werden muss. . MUSEEN DER STADT WIEN(MA 10) Mehr denn je ist das„MUSEUM“ gefordert, sich in Frage zu stellen, Selbstverständnis und Auftrag für die Zukunft fragend zu bestimmen: ICOM(International Council of Museums) definiert„das Museum“(ICOM-Statutes 1987): „Das Museum ist eine permanente Institution ohne Gewinn bringende Ziele im Dienste der Gesellschaft, der Öffentlichkeit zugänglich und mit der Erforschung, dem Erwerb, der Bewah­ rung und der Weitergabe der materiellen Zeugnisse des Menschen sowie ihrer Ausstel­ lung für Zwecke des Studiums und der Erzie­ hung und Erbauung beauftragt.“ Diese aus dem 20. Jahrhundert stammende Definition(man beachte den Begriff„materielles Zeugnis des Menschen“ für Musealie und das Pathos in der Formulierung„Erbauung“) lässt sich für das 21. Jahrhundert erweitern: 1) Die Identität des„Museums“ liegt in seiner zweifachen Aufgabe von„Bewahrung“(ident mit ICOM: Erforschung, Erwerb, Bewahrung, Ausstellung) und„Experiment“. Das„Experiment“ findet sich bei ICOM nicht, es ist in etwa wie folgt zu denken: Die seit der Gründung der Museen gewach­ senen, einzigartigen Sammlungen treten mit der Gegenwart in Diskussion(Auseinandersetzung), um so immer erneut die Grenzbereiche zwischen Vergangenheit, Gegenwart und möglicher Zukunft auszuloten und in der stets aktualisierten Rezeption erfahrbar zu machen. Dieses Spannungsfeld gibt den Museen ihre unverwechselbare Stellung und macht sie zu einem lebendigen Ort der Auseinandersetzung der sich ständig verändernden und weiter entwickelnden kulturellen Positionierungen und den sich wandelnden Bedürfnissen und Anforderungen der Gesellschaft. 2) Die Integration der beiden polaren Aufgaben des Museums unter eine einheitliche Museumspolitik spiegelt sich in einer diffe­ renzierten Gesamtstruktur, die einerseits die klassischen, auf Permanenz angelegten Ziele des Sammelns, Bewahrens, Er­ schließens und Vermittelns, andererseits temporär wechselnde Aufgaben, wie sie die intensive Auseinandersetzung mit dem „Zeitgeist“(Geist der Zeit) hervorbringt, erfüllen können muss. . Der Bipolarität von„Bewahrung“ und„Experi­ ment“ muss in der täglichen Arbeit(Ausbau der Sammlung, Bewahrung, Erschließung als wissenschaftlicher Auftrag und Forschung, Er­ schließung als gesellschaftliche Aufgabe) ent­ sprochen werden. a) Ausbau der Sammlung: Die Erweiterung des Sammlungsbestandes des Museums und seiner einzelnen Bereiche soll zielgerichtet auf der Grundlage eines definierten Sammlungsprofils erfolgen. Das Sammlungsprofil ist das Ergebnis einer sorgfältigen Analyse des Istbestandes und der sich daraus ergebenden Desiderata im Hinblick auf eine gegenwarts- und zukunftsorientierte Sammlungspolitik. Diese Offenheit gewährleistet eine aktive und flexible Auseinandersetzung des historisch gewachsenen Bestandes mit den Bedürfnissen der zeitgenössischen Gesellschaft. Neben dem traditionellen Erwerb von Samm­ lungsgut(Musealien) wird dabei dem Sammeln von Informationen vermehrte Bedeutung zukommen. b) Bewahrung: Der unter unterschiedlichsten Voraussetzungen gewachsene Sammlungsbestand muss gesichert und gepflegt werden. Diese Bewah­ rungsaufgabe hat kultur- und kunsthistorischen aber auch ökonomischen Leitlinien zu folgen, wobei die jeweils neuesten technologischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse anzuwenden sind. Gleichzeitig ist es das erklärte Ziel, dass die dafür notwendigen Entscheidungen sich an langfristigen gesellschaftlichen Entwicklungen orientieren und keineswegs nur modischen und kurzfristigen materiellen Überlegungen folgen. c) Erschließung als wissenschaftlicher Auftrag und Forschung: Der wissenschaftliche Auftrag des Museums hat eine eigenständige Forschung zum Ziel, die aus der Tradition des Hauses und seiner Sammlung heraus neue Perspektiven für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, die die mögliche Zukunft in sich birgt, entwickelt. Grundlage für die Erarbeitung stets neuer, fachspezifischer und fachübergreifender Problemstellungen und Zielvorgaben bildet die Einordnung der Sammlungsobjekte ent­ sprechend ihrer kultur- und kunsthistorischen Bedeutung. Damit in Zusammenhang steht aber auch der internationale Austausch von Forschungser­ gebnissen sowie Kooperationen in Form eines wissenschaftlich-museologischen Diskurses mit entsprechenden Institutionen(Museen, Universitäten und verwandte Forschungsein­ richtungen) im In- und Ausland. Unerlässlich ist somit auch der Austausch von Wissen­ schaftlern, Restauratoren und Museologen auf nationaler und internationaler Ebene. d) Erschließung als gesellschaftliche Aufgabe: Die Vermittlung der inhaltlichen Ansprüche erfolgt durch Erschließung des Sammlungsbe­ standes im Rahmen der permanenten Schau­ sammlungen, der Studiensammlungen, der Außenstellen, in- und ausländischer Ausstel­ lungen, wissenschaftlicher Forschungen und Publikationen.(Der Einsatz stets aktualisierter elektronischer Medien ist dabei unabdingbar.) Seminare, Symposien, Vorträge und Führungen sind weitere Notwendigkeiten. Eine besondere Verpflichtung ist darin zu sehen, die Vermittlung insbesondere auf Kinder, Jugendliche und Senioren auszurichten. So ist dementsprechend Zusammenarbeit mit Schulen aller Bildungsstufen, außerschulischen Jugendbetreuungseinrichtungen, mit Volksbildungsanstalten, Volkshochschulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung unabdingbar. Aber: Auch und erst recht im 21. Jahrhundert, bei einer zu erwartenden Steigerung an Virtu­ alisierung in geometrischer Progression, wird das reale Objekt die durch nichts ersetzbare Stärke des Museums bleiben. Sammeln und Darstellen werden dement­ sprechend neu zu definieren sein, der Muse­ umsdidaktik wird mehr Gewicht und Raum zu geben sein, hat sie doch den vermeintlichen Widerspruch zwischen Museum und überin­ formierter Welt aufzulösen. Sinn wird das Museum machen in einer Welt der schnellen Bilder, des On-line-Mix, der Er­ eignissehnsucht, im Alltag, wenn es Stellung bezieht, provoziert und interpretiert, aber nicht die Medienevents kopiert, dem„homo eventicus“ nach dem Munde redet. . Andererseits wird das Museum den Besucher unterschiedlicher Überzeugungen und Erfah­ rungen, unterschiedlichen Alters und unter­ schiedlicher Herkunft unterhalten, weil es weder bloß„Weihestätte“, simple„Identifika­ tionsfabrik“, noch allein„Ort der Problemati­ sierung“, sondern„Ort des freien und neugierig­ kritischen Erlebens von Kultur“, ist. AUSSTELLUNGEN Samurai und Bushido. Der Spiegel Japans. Nagoya und die Einheit des Reiches 1550- 1867(4. Februar bis 5. April 1999) Mag Europa schon lange von Japan gewusst haben, Marco Polos Bericht von„Zipangu“ ist nicht die erste Kunde vom„Land der auf­ gehenden Sonne“, so trat das auf göttlichen Ursprung sich berufende Kaiserreich Nippon denn doch erst nach dem Gewaltakt von Matthew Perry als gestaltende Kraft in den Gesichtskreis der westlichen Welt. Und so er­ staunlich selbstbewusst geschah die Aufgabe der eigenen Isolation, dass Japan heute, nach nicht ganz einhundertfünfzig Jahren, nicht nur als„westlicher Staat“ im Fernen Osten gilt, sondern in vorderster Reihe der Wirtschafts­ mächte der Welt steht. Es wäre aber nicht Japan, zeigte es sich nicht gleichzeitig als das am tiefsten in der ostasiatischen Mentalität ruhende Land der westlichen Welt. „Samurai und Bushido. Der Spiegel Japans. Nagoya und die Einheit des Reiches“ entwarf ein kulturgeschichtliches Bild vom Werden Japans und seiner Gesellschaft, von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Beginn der MeijiZeit 1867. Die Kriegerfürsten Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu waren zu ihren Erfolgen stets von Nagoya aus aufgebrochen. Das Nagoya City Museum besitzt neben jenen Sammlungen, die sich auf diesen entscheidenden Abschnitt der japanischen Ge­ schichte beziehen, auch solche, die die an­ schließende zweihundertvierundsechzigjährige Friedensperiode des Tokugawa-Shogunats bekunden. Die gute Tradition der freund­ schaftlichen Zusammenarbeit zwischen diesem Institut und dem Historischen Museum der Stadt Wien(siehe: Kunst- und Kulturbericht 1997) machte es möglich, dass erstmals in Europa Geschichte, Kultur und Kunst zu einem Bild jener Epoche Japans vereinigt wurden, ohne deren Kenntnis Japan heute nicht zu verstehen ist. Die Ausstellung beeindruckte, denn im Samurai und seiner Lebenshaltung des Bushido spiegelt sich Japan nicht allein für uns, sondern auch für die Japaner heute. Johann Strauß. Unter Donner und Blitz(6. Mai bis 26. September 1999) Das Historische Museum zeigte gemeinsam mit der Musiksammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek eine umfassende Schau zu Leben und Werk von Johann Strauß-Sohn. Man trug nahezu alle bedeutenden erhaltenen Originale zusammen- Partituren, Bilder, Gegenständliches, Dokumente...-, vermittelte das Riesenoeuvre von 550 Einzeltiteln, zeigte Wien in vielen Dezennien des 19. Jahrhunderts und die parallele Musikentwicklung in anderen Metropolen, sowie aus all dem nicht nur ein manchmal faszinierendes, manchmal auch verblüffendes Einzel-Genieleben, sondern auch dessen Zweit-Bereiche, die im Fall von Strauß besonders wirkungsvoll geworden sind: Familie, Tanz- und Operetten-Entwicklung, die„Firma Strauß“ als konzentrisch-wachsender Unterhaltungs-Konzern, die„Erfindung und Codifizierung“ eines bis für unsere Zeit verpflichtenden Musik-Entertainments. Die Ausstellung vermittelte zudem(erstmals und voraussichtlich auch letztmals) die Gele­ genheit, alle Strauß-Werke im Notenbild zu sehen, die wichtigsten Kompositionen im Ori­ ginal anzuschauen, die Kostüme der Zeit kennen zu lernen. Strauß selbst als für den heutigen Betrachter fast verstörenden Zeichner vorgeführt zu bekommen sowie alle erhaltenen Strauß-Photographien in Folge betrachten zu können. Der Ausstellung angeschlossen war ein Musik­ pavillon; er war ein Ort zum Begegnen, zum Hören, zum Konzertieren, ein Ort für Strauß­ Musik und die Musik seiner Zeit. Ein dritter Bereich führte die Besucher der Schau in ein Ausstellungs-Neues: Ein zeitlich überdimensionierter Video-Clip- er dauerte vierzig Minuten!- verschränkte alle Exponate im elektronischen Medium zu einer virtuellen Strauß-Realität ungewohnter Art. In der Architektur von Boris Podrecca wurden schlaglichtartig Strauß und das Strauß-Umfeld in neuer Innenarchitektur, Anordnung und Farbe, aber auch in oft überraschenden Blickwinkeln dargeboten. . Nach dem Ende der Ausstellung in Wien wurde die Schau in Peking, in der„Verbotenen Stadt“ vom 26. Oktober bis zum 14. November 1999 und anschließend in Hong Kong, im„Hong Kong Museum of History“ vom 17. Dezember 1999 bis 13. Februar 2000 gezeigt. In Peking galt: Musik ist wohl jene einzige Möglichkeit des Menschen, sich ohne Bild und Sprache mit­ zuteilen und verstanden zu werden, woher immer aus Raum und Zeit man auch kommen mag. Flüchtig und zeitlos ist Musik, gerade darum aber gültig und wahr. Darin lag der tiefe Sinn, dass die Stadt Wien die Ausstellung seines Historischen Museums „Johann Strauß. Unter Donner und Blitz“ in Peking, in der Verbotenen Stadt zeigte. Wo und wann immer von Wien gesprochen wird, wird an Musik gedacht, wann und wo immer an Musik gedacht wird, wird auch von Johann Strauß gesprochen. Als Johann Strauß mit seinem Schaffen alles aufhob, was es bis dahin an Unterscheidungen zwischen so genannter"ernster“ und so ge­ nannter„Unterhaltungsmusik“ gegeben hatte, war Wien glänzende Kaisermetropole eines der bemerkenswertesten europäischen Reiche, war die Verbotene Stadt in Peking, geheimnisumwittertes Zentrum einer der ältesten Kulturen der Menschheit. Am Ende des 20. Jahrhunderts nun, das ein neues Jahrhundert einleitete, ist Wien keine Kaisermetropole mehr, sind die Geheimnisse der Verbotenen Stadt nicht länger verschlüsselt, sondern für jedermann lesbar. Johann Strauß aber, seine Musik eben, wiewohl aus dieser Zeit kommend, ist gültig und wird es auch bleiben, denn mit Arthur Schopenhauer lässt sich sagen: „Wenn das Weltall endet, bleibt die Musik.“ Für Hong Kong war anzumerken: In the Hong Kong Museum of History the Historical Museum of the City of Vienna is now showing the exhibition„Johann Strauß. Thunder and Lightning“, which produced in cooperation with the Music Collection of the Vienna City and Provincial Library, was on display during the summer months in Vienna, the city where the probably best known of composers was born, and from October 26 th to November 14 th in Beijing, in the„Forbidden City“. Johann Strauß and the waltz, the waltz and the dream-world of the Viennese operetta, that catchphrase of„Happy the man who can forget“, became leitmotifs for that withdrawal from the world, that retreat into make-believe, accompanied by an effusive wealth of forms with a profoundly sentimental content, which characterised the brilliantly theatrical but fun­ damentally disappearing world of Vienna one hundred years ago. But through Strauß, his contemporaries and his family, light music grew into a major industry; hundreds of compositions appeared which are even today among the most regularly played music world-wide. Johann Strauß anticipated the essential nature of music of our century, which is now approaching its end. Accordingly, Johann Strauß is not a personality of the past, but also an artist of the present and, quite certainly of the future as well. Similarly, he is not just an Austrian or even just a native of Vienna, he is in fact a musician for all those to whom humanity is inconceivable without music, and it is absolutely impossible to think of mankind without music. As Emile Cioran once said:"All true music originates from tears, because it springs form a longing for paradise“. And we all long for paradise. The place where we are now showing our exhibition is itself a step to paradise. Having been a European outpost in China for more than 150 years, it is now, after the reunification with the mainland the gate to the dream-world of Chinese life and culture. I would like to express my sincere thanks to everyone who has allowed the king of waltz, Johann Strauß, to enter one of the oldest cultural traditions in the world. Chagall, Kandinsky und... Das Russische Experiment. Zeichnungen und Aquarelle aus dem Puschkin-Museum(7. Oktober bis 21. November 1999) Seit nun bereits mehr als einem Jahrzehnt be­ steht eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen dem Historischen Museum der Stadt Wien und dem Puschkin-Museum für bildende Künste in Moskau. Als vierte Ausstellung der gemeinsamen Arbeit an der Institution „Museum“ war„Chagall, Kandinsky, und... Das russische Experiment. Zeichnungen und . Aquarelle aus dem Puschkin-Museum“ zu sehen. In der radikalen Abkehr von der Tradition be­ stimmte sich die Kunst im 20. Jahrhundert, im Jahrhundert der permanenten Revolution, im Jahrhundert der Umwertung aller Werte. Jahrhunderte lang war die Tradition das Kultu­ relle gut gewesen, das jede Generation der nächsten überlassen, ja zu bewahren fordernd angeboten hatte. Die von den Vorfahren über­ nommenen Werke, Formen und Institutionen wurden zum großen Strom, der den Künstler trug, umschloss, aber auch gefährlich ein­ schloss. Zur Bedrohung wurde diese Gefahr, als die Berufung auf die Tradition Leitmotiv jener Entfernung von der Wirklichkeit, jenem Rückzug in den Schein wurde, der, begleitet von einem überschwänglichen Formenreichtum zutiefst sentimentalen Inhalts, die theatralisch leuchtende, im Grunde jedoch absterbende Welt am Beginn unseres Jahrhunderts war. Gegen dieses Sterben an der Tradition lehnte sich die Kunst auf: „Freunde sind wir auf der Erde alle,/und es stirbt womit wir uns verbinden“ befand Franz Werfel, „Auf einem Sessel will ich sitzen können“, war der zornige Ruf des Architekten Adolf Loos gegen die Scheinwirklichkeit der Zeit, deren unehrliches Sein er im„Verbrechen“, im „Charakterfehler“ des Ornaments erkannte.„Ein heulendes Auto ist schöner als die Nike von Samothrake“ urteilte Tommaso Marinetti,„Die neue Kunst schafft sich neben der wirklichen Welt eine neue, die äußerlich nichts mit der Wirklichkeit gemein hat. Sie ist dem Gesetz des Universums unterworfen“ erklärte Wassily Kandinsky zum Programm. Diesem revolutionären Programm folgte das„Russische Experiment“, das diese Ausstellung des Puschkin-Museums nachzeichnete. Tommaso Marinetti verlangte die Zerstörung der Bibliotheken und Museen, Georg Kaiser ließ in seinem Drama„Die Koralle“ einen Museumsdirektor ein Museum fordern, das nichts zeigt als weiße Wände, keine Bilder, denn jede vergangene Kunst bedrücke und lähme. Gerne begegnete das Museum diesem revolu­ tionären Ansatz revolutionär und zeigte„Das Russische Experiment“. Boris Podrecca. Poetik der Unterschiede (14. Oktober bis 21. November 1999) Stimmt man der These zu, das weit Aus­ greifende, das Umfassende, das Umspannende des Österreichischen lässt sich im bloß Nationalen nicht fassen, denn Österreich ist weder Topos noch Typos sondern Idee allein im Sinne Platons, dann ist Boris Podrecca der Architekt dieses Denkens heute. Seine Heimat ist das weitere, das größere Österreich, das Boris Podrecca mit seiner Architektur, die ein Erräumen zu aller erst und dann erst ein Bauen ist, gewinnen will, wie er selbst sagt: „Architektur ist zugleich Ethnologie. Sie erklärt, hinterfragt und verdichtet Orte. In diesem Europa der Zukunft habe ich schon gelebt. Mostar, Triest, Wien- es sind Inseln in diesem europäischen Archipel, untereinander ver­ schieden, aber von einem gemeinsamen Meer umspült, relativiert von lokaler und globaler Neugierde, dadurch offen für neue Relationen.“ Bauen ist Podrecca Gestalt werdende theore­ tische Wissenschaft als Wechselspiel- die Betonung liegt auf Spiel- zwischen zitathaftem Rückgriff und riskantem Vorgriff, um Raum zu gewinnen. Denn dieser ist ihm Architektur, Wirklichkeit also, nicht Wahrheit, denn schon ist der Abschied von der neuzeitlichen Aufklärung, ihrer Fortschrittskonzeption und ihrem emanzipativen Anspruch vollzogen und die Vielfalt der Lebensformen, der Sprachspiele wie Wittgenstein sie nennt, an­ erkannt. In der Wirklichkeit des Erräumens schreibt Boris Podrecca die humane Dimension seiner Architektur fest und bekennt sich dazu:„Es gilt, wiederum zu einer guten Schreibweise und nicht zu einem guten Stil zu finden.“ Das ungebaute Wien 1800- 2000. Projekte für die Metropole(10. Dezember 1999 bis 20. Februar 2000) Immer gibt es gute Gründe, anzuhalten und Rechenschaft zu geben über sich und sein Sein, einzuhalten und rückzublicken, der Ver­ gangenheit also abzugewinnen, was das Heute ist. Solche Haltung ist dem Geschichtsmuseum so sehr eigen, dass sie im allgemeinen wohl nicht betont werden muss, im besonderen aber, in jenem Fall eben, der zur bestimmenden Frage wird, den Grund gerne nennt. Und Städte sind nun ein besonderer Fall menschlicher Siedlungen: Funktionale Ge­ sichtspunkte und ästhetische Wertmassstäbe, . zweckmäßige räumliche Ordnung und archi­ tektonische Gestaltung sind Voraussetzungen des Zusammenlebens in der Stadt. Und Wien ist nicht anders. Anders vielleicht als erwartet war wohl der Zeitraum, den zu überblicken gewählt wurde: Die letzten zweihundert Jahre wurden nach jenen städtebaulichen und baukünstlerischen Projekten befragt, die, wären sie verwirklicht, gestaltet, gebaut und errichtet worden, ein Wien hätten erstehen lassen, von dem dann mit Fug und Recht zu sagen wäre: Und Wien ist doch anders. Dieser gewählte Zeitraum ist bemerkenswert: Um 1800 brach Wien aus der aus dem Mittel­ alter stammenden, erstorben versteinerten Enge aus, am Ende des 20. Jahrhunderts bestimmte die Stadt sich aus der kulturellen Verpflichtung zur neugierigen Aufmerksamkeit gegenüber der Welt. Das„ungebaute Wien“ in den zwei Jahrhun­ derten zwischen den beiden großen Revolu­ tionen, der Französischen Revolution 1789 und dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989 verkörpert vieles von europäischer geistiger Sehnsucht. Das Historische Museum der Stadt Wien zeigt Ausstellungen aber auch außerhalb des Hauptgebäudes auf dem Karlsplatz. Hermesvilla Die bis zum 16. Februar 1999 gezeigte Aus­ stellung Kaiserin Elisabeth. Keine Thränen wird man weinen wurde in Teilen verändert als Kaiserin Elisabeth. In einem Wald von Träumen(18. März bis 3. Oktober 1999) fortgesetzt. Wie sah sich Elisabeth? Wie wollte sie gesehen werden? Das erschließt sich aus ihren Aussagen, ergibt vor allem aber eine behutsame Analyse der von ihr verfassten Gedichte. Diese wurden interpretiert und inszeniert. Damit eröffneten sich neue Perspektiven, die dazu einladen, das eigene Bild von Elisabeth zu überprüfen, es bestätigt zu finden oder es zu korrigieren. Blickwechsel und Einblick. Künstlerinnen in Österreich. Aus der Sammlung des His­ torischen Museums der Stadt Wien(18. November 1999 bis 24. April 2000) „Nichts muss den Frauen so angelegen sein, als gegen die Abstraktion zu kämpfen, in die sie beständig durch das männliche Denken verwandelt werden. Gegen das Weib als Idol müssen sie kämpfen, wenn sie als reelle Personen ihr Recht in der Welt erobern wollen. Das bedeutet, aus der Passivität hervorzutreten und das Schweigen zu brechen...“ forderte Rosa Mayreder 1905 in ihrem Essayband„Zur Kritik der Weiblichkeit“. Wie sehr österreichische Künstlerinnen ihr Schweigen bereits gebrochen hatten, oder nach Rosa Mayreders Aufruf zu brechen bereit waren, zeigte„Blickwechsel und Einblick ­ Künstlerinnen in Österreich. Aus der Sammlung des Historischen Museums der Stadt Wien“: Gemälde, Skulpturen, Grafiken und kunstgewerbliche Arbeiten spannten über den Zeitraum von zwei Jahrhunderten einen weiten stilistischen Bogen vom Frühklassizismus der europaweit tätigen Angelika Kauffmann über die neu empfundene Landschaftskunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts, vertreten durch Tina Blau, Marie Egner und Olga Wisinger Florian, bis zur Abstraktion des 20. Jahrhunderts, der sich in Österreich vor allem die Künstlerinnen des Kinetismus verschrieben hatten. Wichtige Werke bildhauerischen Schaffens von Frauen sind die Skulpturen von Teresa Feodorowna Ries, Ilse TwardowskiConrat und Hilde Uray, zahlreiche Arbeiten von Künstlerinnen der Wiener Werkstätte, zu den bekanntesten zählen Vally Wieselthier und Susi Singer-Schinnerl, verdeutlichen deren innovative und originelle Position im Bereich des Kunstgewerbes. Verglichen mit anderen Phänomenen öster­ reichischer Kunst ist das weibliche Kunstschaffen recht wenig erforscht und bekannt. Mangelnde Ausbildungsmöglichkeiten, be­ schränkte Ausstellungs- und damit Verkaufs­ gelegenheiten, aber auch das Verbot der Mit­ gliedschaft bei den großen Künstlerver­ einigungen haben es Frauen nicht nur schwer gemacht, sich als Künstlerinnen zu etablieren, sondern auch dazu beigetragen, dass viele von ihnen in Vergessenheit gerieten. Diesem Vergessen entgegenzuwirken, öster­ reichische Künstlerinnen von erstaunlich über­ zeugender Schaffenskraft in einer Ausstellung zu entdecken und wieder zu entdecken war das . Thema von„Blickwechsel und Einblick. Künstlerinnen in Österreich. Aus der Sammlung des Historischen Museums der Stadt Wien.“ Damit wurde ein allzu sehr im Schatten stehender Bereich österreichischer Kunst recht deutlich erhellt. Denn es darf nicht mehr gelten, was Gustav Mahler 1901 an Alma Mahler schrieb:„... Abtun musst Du(wie Du geschrieben) alle Oberfläche, alle Convention, alle Eitelkeit und Verblendung (in Bezug auf Individualität und Arbeiten)- Du musst Dich mir bedingungslos zu Eigen geben ­ die Gestaltung Deines zukünftigen Lebens in allen Einzelheiten innerlich von meinen Bedürfnissen abhängig machen und nichts dafür wünschen, als meine Liebe!“ Die Otto-Wagner-Haltestelle-Karlsplatz ist ein weiterer Ausstellungsort. Reichweite. Neue Arbeiten von Helga Pasch(1. April bis 27. Juni 1999) Die Ausstellung war vor allem den neuesten Bildern und Objekten der Wiener Künstlerin Helga Pasch gewidmet. Ihre abstrakten Ölbilder sind von starker Far­ bigkeit geprägt- vor allem die Palette der Rot­ und dunklen Blautöne wird mit großer Sponta­ nität und Dynamik auf die Wirkung ihrer viel­ fältigen Nuancen und Kontraste hin untersucht. Ebenfalls zu sehen waren in dieser Ausstellung Helga Paschs„weitergezeichnete Photographien“: Photographisch festgehaltene Motive, zumeist ausschnitthafte Details oder Strukturen, werden auf dem Papier, auf dem sie montiert sind, quasi(photo)realistisch an einzelnen Stellen weitergezeichnet, so dass Photographie und Zeichnung fast unmerklich ineinander übergehen, die Grenzen zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Techniken gleichsam aufgehoben werden. Füllhalter, Feen und Farbenkönig. Fotos aus Wien von Trude Lukacsek(1. Juli bis 31. Oktober 1999) Die Fotografin Trude Lukacsek stellte in ihrer Ausstellung rund 150„Wien Bilder“ vor, eine kleine Auswahl aus ihrem in 25 Jahren ent­ standenen umfangreichen„Archiv“. Auf ihren Streifzügen durch die Stadt„sammelt“ sie Schriftzüge und Schriftbilder, Hinweis- und Reklameschilder, Auslagengestaltungen und Geschäftseinrichtungen, einfache und anonyme Architekturen, Figuren und Objekte, Ornamente und Dekordetails, schlicht Zeichen, die der Vergänglichkeit preisgegeben sind, um die sie oftmals rechtzeitig vor deren endgültigem Verschwinden festhält. Ihr Interesse gilt dabei nicht so sehr der Totalaufnahme, die als nostalgisches Bewahren missverstanden werden könnte, sondern dem Fragment, dem Ausschnitt, der Sequenz, die dadurch eine selbstständige, mitunter für den urbanen Raum bizarre Erzählung liefern. Dem allerdings widmet sie sich mit„purem Vergnügen an Farbe und Form“. Neben den genannten Alltagsspuren zumeist der Vorstädte, haben die Vergnügungsparks wie der„Prater“ und der„Böhmische Prater“, alte städtische Schwimmbäder, Cafés und Ge­ schäftslokale die Aufmerksamkeit Trude Lukacseks auf sich gezogen. Auch hier geht es nicht um die Kuriosität im Detail, sondern immer darum, aus der Fülle von visuellen Konstellationen ein Konzentrat, die„Essenz des Wunderbaren“(Trude Lukacsek), zu gewinnen. Die gezeigten Farbfotografien waren als einzelne Aussagen, in ihrer dichten Zusammenstellung und Hängung jedoch auch als„Bildgeschichten“ und Text der Stadt lesbar. Das Historische Museum der Stadt Wien folgte auch 1999 seiner Tradition, nicht nur in Wien Sonderausstellungen zu zeigen(vgl. auch: Johann Strauß. Unter Donner und Blitz): In der Akademie der Bildenden Künste, Wien konnte durch die entscheidende finan­ zielle Unterstützung des Historischen Museums die Ausstellung Max Weiler. Der große Entwurf(16. Oktober 1999 bis 23. Jänner 2000) gezeigt werden. Zu dieser Ausstellung meinte Edelbert Köb: „Das umfangreiche Auftragswerk Weilers, meist unter widrigsten Umständen geschaffen, ist auch dem interessierten Publikum mit Aus­ nahme der Bahnhofsfresken in Innsbruck hauptsächlich durch die Skandale bekannt, die es ausgelöst hat.“ Im Palais Palffy zeigten wir Chinesische Malerei(25. März bis 18. April 1999) Alles Walzer. 200 Jahre Ballkultur(27. März bis 1. November 1999) zeigten wir in Schloßhof. . Nicht zum ersten Mal zeigte das Historische Museum der Stadt Wien in Zusammenarbeit mit dem Marchfelder Schlösserverein eine Ausstellung. 1999 luden wir zu einer Schau ein, die zwar auf Vergangenes zurückblickte, deren Botschaft aber allgemeine Gültigkeit hat und, so meinten wir, auch in Zukunft unbestritten sein soll:„Alles Walzer“. Wien und der Walzer sind eine geradezu un­ trennbare Einheit, so sehr zusammengehörig, dass man das eine ohne das andere gar nicht mehr denkt, dass man viel mehr überzeugt ist, in dieser Stadt löse sich alles auf in Walzerse­ ligkeit. Aus Wien stammt die heimliche Hymne Öster­ reichs, der Walzer„An der schönen blauen Donau“. Zu den Klängen dieser wohl bekann­ testen Komposition von Johann Strauß Sohn schwebt Wien und mit ihm Österreich jedes Mal im Tanzschritt in das neue Jahr. Und stets wiederkehrend, in Kreisbahnen sich wieder­ holend auch, bewegen sich die Walzertänzer selbst. Die Paare drehen sich um die eigene Achse und beschreiben gleichzeitig eine weit ausholende Kreisbahn, durchlaufen wie Planeten den Ballsaal, vollziehen ein Gleiten und Schweben, dessen Anfang und Ende die Musik nur bestimmt. Dieses tänzerisch Heitere, dieses musikalisch Unbeschwerte, das Inhalt und Aussage unserer Ausstellung war, ist auch ein Teil dessen, was Wien ist: Nicht sprachliche Unsicherheit, sondern Einladung an alle und alles zur Teilnahme ist dieses„Alles Walzer!“ Grazie und Expression. Österreichische Künstlerinnen. Gemälde und Skulpturen 1780- 1980(28. März bis 31. Oktober 1999) zeigten wir auf Schloß Albeck in Kärnten. LEIHGEBUNGEN An folgenden Ausstellungen und Veranstal­ tungen im In- und Ausland waren die Museen der Stadt Wien mit Leihgaben beteiligt: „Gustav Klimt and the Origins of the Viennese Secession“ in der Fondazione Antonio Mazotta, Mailand „Enthüllt- Ein Jahrhundert Akte österreichischer Künstlerinnen“ in der Stadtgalerie, Klagenfurt „Vorderösterreich- nur die Schwanzfeder des Kaiseradlers?“ im Städtischen Museum„Zehntscheuer“, Rottenburg am Neckar „Johann Strauß“ im Bezirksmuseum Donaustadt, Wien „Arnold Schönbergs Wiener Kreis“ im Arnold Schönberg Center, Wien „Kaiserliche Geschenke“ im Schloß Kornberg, Steiermark „Künstliche Versuchung. Nylon- Perlon Dederon“ im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn „The Perfect Movement“ im Österreichischen Kulturinstitut, London „Der Traum vom Weltreich- Österreichs un­ vollendeter Escorial“ im Stiftsmuseum, Klosterneuburg „... in einem Badeort nahe einer großen Stadt ­ Walzerseligkeit und Alltagsleben“ im Frauenbad, Baden „Karl Kraus“ im Schiller-Nationalmuseum, Marbach am Neckar „Auf den Spuren von Johann Strauß in der Josefstadt“ im Bezirksmuseum Josefstadt, Wien „Wiener Blut- Johann Strauß und die goldene Ära Operette“ im Österreichischen Theatermuseum, Wien „Eröffnungspräsentation der Schausammlung des Technischen Museums“ im Technischen Museum, Wien „Zeit/Los- zur Kunstgeschichte der Zeit“ in der Kunsthalle, Krems „Kara Mustafa Pascha“ im Türk ve Islam Eserleri Müzesi, Istambul „Fellner und Helmer. Die Architekten der Illu­ sion. Europäischer Theaterbau(1870-1914)“ im Stadtmuseum, Graz „Amt macht Stadt. Erich Leischner und das Wiener Stadtbauamt“ im Architektur Zentrum, Wien . „Goethe und Österreich“ in der Österreichischen Nationalbibliothek/ Goethe-Verein, Wien „Eine Welt für sich. Ein Projekt rund ums Frei­ haus.“ im IG Kaufleute Freihausviertel, Wien „haltbar bis... immer schneller- design auf zeit“ in der Kunsthalle, Krems „2000: Zeiten/Übergänge“ im Österreichischen Museum für Volkskunde MUSEUMSDIDAKTIK 1999 hielten die Kuratorinnen und Kuratoren 990 Führungen. Im Rahmen der Programme„MUSEUM AKTIV!“ wurden 132 Workshops(Schwerpunkt:„Johann Strauß& Co“) für Schulen durchgeführt. An den Freizeitprogrammen(Familiensonntag, Ferienspiel) nahmen insgesamt 1511 Kinder und Erwachsene, an zwei Lehrerinformations­ veranstaltungen 65 Personen teil. Die museumsdidaktischen Aktivitäten um­ fassten vielfältige Programme im Historischen Museum und den Musikergedenkstätten. Familienführungen unter dem Titel„Sagenreisen durch das Alte Wien“ brachten den Teilnehmern sagenhafte Berichte von Lindwürmern, alten Häusern und ihren Namen und von allerlei Merkwürdigkeiten ergänzt mit originalen Objekten des Historischen Museums näher. Als gemeinsame Veranstaltung mit dem Pädagogischen Institut der Erzdiözese Wien wurden Informationsnachmittage„Lebendiges Museum“ für Lehrerinnen und Lehrer abgehalten. Das Uhrenmuseum beteiligte sich am Wiener Ferienspiel mit Spezialführungen„Sonnenuhr und Räderwerk“ verbunden mit dem Basteln von Sonnenuhren. Anlässlich des Strauß-Jahres wurden die Mitmachprogramme„Auf Spurensuche“(Museumsdetektivspiel),„Mode und Kleidung“(authentisch nachgeschneiderte Kleider zum Angreifen und Anziehen) und„Ein Himmel voller Geigen“(Musikprogramm mit jungen Künstlern) in der Johann-Strauß­ Gedenkstätte, Praterstraße 54, angeboten. In Zusammenarbeit mit dem Verein wienXtra des Wiener Landesjungendreferates wurde die Familienmatinee„Ein Haydn- Spaß“ im HaydnWohnhaus, Haydngasse 19, mit Führungen, Tanz und Konzert des Musikensembles„Die Tanzgeiger“ veranstaltet. SAMMELN Im Sinne der einleitend festgestellten Über­ legungen zum„Ausbau der Sammlung“ gelang es auch 1999, in diesem Arbeitsbereich dem geradezu unbegrenzt Ausgefächerten der Auf­ gabenstellung in den Museen der Stadt Wien zu entsprechen. RÜCKSTELLUNG Auch die Museen der Stadt Wien überprüfen ihre Sammlungen nach geraubten Kunst- und Kulturgegenständen, der Beschluss des Wiener Gemeinderates vom 29. April 1999 regelt deren Rückgabe: Ab März 1938 wurde der Besitz von Juden und anderer als„staatsfeindlich“ eingestufter Per­ sonen und Institutionen beschlagnahmt, d. h. den Besitzern entschädigungslos entzogen, oder unter Berufung auf ein Ausfuhrverbotsgesetz aus dem Jahre 1918 in der Fassung aus 1923„sichergestellt“, wodurch das Eigen­ tumsrecht zwar formell, in der Praxis aber nur in den seltensten Fällen gewahrt wurde. Die meisten beschlagnahmten oder„sicherge­ stellten“ Kunstobjekte wurden in das vom Kunsthistorischen Museum verwaltete Zentral­ depot der Neuen Burg eingeliefert, und, falls Hitler sie nicht für sein in Linz geplantes Kunstmuseum beanspruchte(die für das Kunstmuseum Linz ausgewählten Gegenstände wurden zunächst ins Stift Kremsmünster, von dort in das Salzbergwerk Altaussee, nach Kriegsende von amerikanischen Truppen zum Central Art Collecting Point in München, später nach Salzburg und von dort wieder an die ursprünglichen Herkunftsorte rückgeführt), zum kleineren Teil gratis, in der Regel zu einem Schätzpreis, den Wünschen der Museen entsprechend direkt an diese abgegeben oder versteigert. Die Gestapo betrieb für die von ihr beschlagnahmten Kunstwerke eine eigene Verwertungsgesellschaft(„Vugesta“), die mit dem Dorotheum zusammenarbeitete. Das Historische Museum der Stadt Wien(ab 5.12.1939 Abt. III/4, ab 15.11.1941 Abt. D6), damals(bis zur Trennung Mitte Oktober 1939 gemeinsam mit der Wiener Stadtbibliothek) „Städtische Sammlungen“ genannt, ergänzte auf Ersuchen der Zentralstelle für Denkmalschutz die„Liste national wertvoller Kunstgegenstände in österr. Privatbesitz“, wurde durch die Sicherstellungsbescheide, wie sie von Wiener Magistratsabteilungen sowie Bezirks­ hauptmannschaften ergingen, laufend über die sichergestellten Kunstwerke unterrichtet und . beteiligte sich mit dem ihm zugehörigen Uhrenmuseum ähnlich wie 19 andere öffentliche Sammlungen an der Erwerbung„arisierten“ Kunst- und Kulturgutes. Die im Archiv des Bundesdenkmalamtes und in Akten des Historischen Museums vorliegende Korrespondenz enthält die Wunschlisten aller Interessenten, lässt aber die Frage unbeantwortet, wer die gewünschten Exponate nun tatsächlich erwarb. Auch sind im Bundes­ denkmalamt mehr Zuweisungen als Nachweise tatsächlich erfolgter Auslieferungen dokumentiert. Auch die handschriftlichen Vermerke über die mehr als 18.000(!) vom Historischen Museum in der NS-Zeit erworbenen Objekte(einschließlich Uhrenmuseum und gesondert geführte Römische Abteilung) in den Inventarbüchern enthalten in der Rubrik„Art der Erwerbung“ in den seltensten Fällen aufschlussreiche Hinweise. Das Dorotheum war der wichtigste Umschlag­ platz für die von der Gestapo beschlagnahmten Kunstgegenstände aus jüdischem Besitz, und die Erwerbungen des Historischen Museums auf dem Sektor Gemälde, kunstgewerbliche Gegenstände und Möbel aus Wohnungsinventarversteigerungen auf Doro­ theumsauktionen stiegen nach dem März 1938 erheblich an. Bei den etwa 700 Objekten(Inventarnummern ohne Subnummern), die in den Inventarbüchern des Historischen Museums aus der NS-Zeit als Ankäufe bei Dorotheumsauktionen vermerkt sind, findet man aber keinen Namen und nur in sieben Fällen Adressen von Woh­ nungsversteigerungen. Diese enthalten Haus-, nicht aber Wohnungsnummern. Da im Doro­ theum keine diesbezüglich aufschlussreichen Akten mehr vorhanden sind, wurde versucht, mit Hilfe von Adress- sowie Telefonverzeichnissen und Unterlagen anderer Archive sämtliche Bewohner der betreffenden Häuser festzustellen und durch deren Überprüfung weiterzukommen. Dadurch gelang es bisher in einem der sieben Fälle herauszufinden, dass es sich tatsächlich um einen Fall von„Arisierung“ handelte und wer das betroffene Opfer war. In den Jahren 1938 bis 1955 wurden 29 Rück­ stellungsanträge an das Historische Museum herangetragen. Zumeist waren es schon damals nicht mehr die Besitzer, sondern Rechtsvertreter von deren Erben, die sich an das Historische Museum wandten: 20 Antragsteller erhielten ihre Objekte zurück, fünf Rückstellungsanträge wurden abgelehnt, die übrigen vier Fälle durch Verkauf an die Stadt Wien geregelt. Entsprechend den vom Wiener Gemeinderat am 29. April 1999 festgelegten Rahmenbedingungen für die Restitution von Raubkunst recherchiert eine Gruppe von vier Wissenschaftlern in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt über das Schicksal der mehr als 18.000 vom Historischen Museum in der NS-Zeit erworbenen Objekte, um folgende Kategorien von Kunstgegenständen zum Zwecke neuerlicher Überprüfung zu dokumentieren: 1. Jene Schenkungen und Widmungen, die durch die österreichische Restitutionspraxis der Nachkriegsjahre zustande kamen 2. Jene Objekte, die in den Nachkriegsjahren Gegenstand von Rückstellungsverfahren waren 3. Nicht unter die Punkte 1 und 2 fallende Ob­ jekte, die zwischen März 1938 und Mai 1945 vom Historischen Museum erworben wurden, ohne dass die ehemaligen Besitzer diese freiwillig abgetreten hatten und/oder dafür entsprechend bezahlt worden waren. Bisher konzentrierten sich die Recherchen auf die Durchsicht der, soweit vorhanden, Akten des Historischen Museums aus den Jahren 1938 bis 1978, auf die Durchsicht der erwähnten handschriftlichen Eintragungen zu den mehr als 18.000 in der NS-Zeit erworbenen Objekte in den Inventarbüchern von Historischem Museum und Uhrenmuseum(Katalog, Chronik, Auslaufbücher, Liste von Kriegsverlusten etc.) sowie auf das Bearbeiten von Beständen in der Arbeiterkammer-Dokumentation, im Bundesdenkmalamt, im Bundesmobiliendepot, im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, im Dorotheum, in der Finanzlandesdirektion Wien, im ehemaligen Globusarchiv, im Matrikelamt der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in ebenfalls mit Provenienzforschung beschäftigten Museen, beim Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, im Öster­ reichischen Staatsarchiv, in der Öster­ reichischen Nationalbibliothek, im Wiener Landesgericht und Bezirksgerichten, im Wiener Stadt- und Landesarchiv sowie in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Gegenwärtig und zukünftig werden die Recherchen einerseits mit Hilfe von in der Vergangenheit aus Gründen ihres großen Umfangs oder bisheriger Sperre noch nicht . zugänglichen Beständen der angeführten Archive, insbesondere im Bundesdenkmalamt sowie im Österreichischen Staatsarchiv, und andererseits mit Suchaktionen in deutschen sowie amerikanischen Archiven fortgesetzt, da beispielsweise die National Archives in College Park, MD, Österreich-Bestände aus den Jahren 1945 bis 1952 mit den Bezeichnungen„Looted Works of Art“,„Looted Art“,„Restitution, Claims, Assets“,„Restitution Program in Austria“, „Claims-Restitution“ und„Restitution“ zur Einsicht freigegeben haben. Die ebenfalls aufgrund des Wiener Gemeinde­ rats-Beschlusses vom 29. April 1999 einge­ richtete Restitutions-Kommission kam seit ihrer am 14. Juni 1999 erfolgten Konstituierung am 24. Juni 1999, 19. Oktober 1999 sowie am 17. Februar 2000 zusammen und gab auf Basis der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse Empfehlungen ab, denen zu Folge der amtsführende Stadtrat für Kultur die Restitution folgender Kunstobjekte an die Erben durchführen ließ: Aus den ehemaligen Sammlungen von Alphons und Louis Nathaniel Rothschild (inklusive Uhrenmuseum) Inv. Nr. 78.587(Alphons Rothschild 420) Franz Poledne, Elisabethbrücke in Wien 1897, Aquarell Inv. Nr. 78.588(AR 515) Josef Kriehuber, Bauer, Aqua­ rell Inv. Nr. 78.590(AR 1993) Defilierung auf dem Glacis, Kolorierte Kreidelithographie von Josef Trentsensky Inv. Nr. 78.761(AR 1029) Wigand-Kassette 1813 Inv. Nr. 78.589(AR 1415) Wiener Theater Almanach 1815 U. I. Nr. 50(AR 584) Boule-Uhr, als Bekrönung Kronos, 18. Jht. U. I. Nr. 56(AR 584) Boule-Uhr, Schildpatt und Bronze, Ziffernblatt Bronze U. I. Nr. 142(AR 790) Tischuhr von den Belle, Meissner Marmor Frauenfigur mit Rosenkranz und Tauben U. I. Nr. 143(Louis Nathaniel Rothschild 465) Uhr mit Porzellanfiguren U. I. Nr. 1969(„Sammlung Rothschild“) Repetieruhr U. I. Nr. 2534(LR 413) Uhr in Vasenform LR 943 Vitrine Aus der ehemaligen Sammlung von Ferdinand Bloch-Bauer Inv. Nr. 69.632/1,2 Porzellan-Schale mit Unter­ tasse, kobaltblauer Fond, Randporte in Relief-Gold-Dekor, Jahres­ stempel 1796 Aus der ehemaligen Sammlung von Serena und Erich Lederer Inv. Nr. 95.822 Innenansicht des Stephans­ domes, Aquarell von Franz Alt, 1871 . Besucher vom 1. Jänner 1999 bis 31. Dezember 1999 in den Museen der Stadt Wien Historisches Museum der Stadt Wien A-1040 Wien, Karlsplatz Schausammlung.......................................................................................................................................................... 56.152 Sonderausstellungen Arik Brauer(Besucheranteil v. 2.1.1999 bis 17.1.1999)......................................................................... 7.701 Samurai und Bushido- Der Spiegel Japans(3.2.1999 bis 5.4.1999)...................................................... 18.761 Johann Strauß. Unter Donner und Blitz(5.5.1999 bis 26.9.1999)........................................................... 33.710 Chagall, Kandinsky und Co. Das Russische Experiment(6.10.1999 bis 21.11.1999).............................. 10.725 Boris Podrecca. Poetik der Unterschiede(13.10.1999 bis 28.11.1999).................................................. 8.629 Das ungebaute Wien 1800-2000.(Besucheranteil v. 9.12.1999 bis 31.12.1999)...................................... 4.909................ 56.152.......................... Hermesvilla A-1130 Wien, Lainzer Tiergarten Sonderausstellungen Kaiserin Elisabeth. Keine Thränen wird man weinen(Besucheranteil v. 1.1.1999 bis 16.2.1999)............... 5.417 Kaiserin Elisabeth. In einem Wald von Träumen(18.3.1999 bis 3.10.1999)............................................. 17.831 Blickwechsel und Einblick. Künstlerinnen in Österreich(Besucheranteil v. 18.11.1999 bis 31.12.1999)..... 1.532...................................................... Uhrenmuseum A-1010 Wien, Schulhof 2 Schausammlung.......................................................................................................................................................... 27.108 Sonderausstellungen 8. Juli 1842/11. August 1999„Die totale Sonnenfinsternis(4.7.1999 bis 29.8.1999)................................. 5.681 Die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999(Besucheranteil v. 16.11.1999 bis 31.12.1999)...................... 2.515................ 27.108.......................... Otto-Wagner-Pavillon-Karlsplatz A-1010 Wien, Karlsplatz Sonderausstellungen Reichweite. Neue Arbeiten von Helga Pasch(1.4.1999 bis 27.6.1999)................................................... Füllhalter, Feen und Farbenkönig. Fotos aus Wien von Trude Lukacsek(1.7.1999 bis 31.10.1999)........... 269 925...................................................... 140.587 24.780 35.304 1.194 Übertrag:........................................................................................................................................................................................................... 201.865 Übertrag:........................................................................................................................................................................................................... 201.865 Modemuseum Hetzendorf A-1120 Wien, Hetzendorfer Straße 79 Sonderausstellung Benjamin, ich hab’ nichts anzuzieh’n.(Besucheranteil 1.1.1999 bis 31.12.1999)...................................................................................................... . 992 Musikergedenkstätten Adalbert Stifter-Gedenkraum im Schubertmsueum„Geburtshaus“......................................................... 463 Beethoven-Gedenkstätte„Eroicahaus“ A-1190 Wien, Döblinger Hauptstraße 92..................................... 1.498 Beethoven-Gedenkstätte„Heiligenstädter-Testament“ A-1190 Wien, Probusgasse 6............................... 11.094 Beethoven-Gedenkstätte„Pasqualatihaus“ A-1010 Wien, Mölker Bastei 8............................................. 12.188 Haydn-Wohnhaus A-1060 Wien, Haydngasse 19................................................................................. 5.669 Mozart-Wohnung„Figarohaus“ A-1010 Wien, Domgasse 5................................................................... 74.267 Schubertmuseum„Geburtshaus“ A-1090 Wien, Nußdorfer Straße 54.................................................... 9.839 Schubert-Sterbezimmer A-1040 Wien, Kettenbrückengasse 6.............................................................. 1.688 Strauß-Wohnung A-1020 Wien, Praterstraße 54................................................................................. 21.063....................................................... 137.769 Sonstige Außenstellen der Museen der Stadt Wien Hofpavillon Hietzing A-1130 Wien, Schönbrunner Schloßstraße............................................................ 1.124 Neidhart-Fresken A-1010 Wien, Tuchlauben 19................................................................................... 1.999 Pratermuseum A-1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1......................................................................... 5.605 Römische Baureste Am Hof A-1010 Wien, Wien, Am Hof.................................................................... 159 Römische Ruinen unter dem Hohen Markt A-1010 Wien, Hoher Markt 3................................................ 14.551 Virgilkapelle A-1010 Wien, Stephansplatz(U-Bahn-Station).................................................................. 6.373...................................................... 29.811 Virtuelle Besucher auf der Homepage des Historischen Museums der Stadt Wien http:www.museum.vienna.at(Homepage ab Mai 1999)........................................................................................................................................... 13.116 Übertrag:........................................................................................................................................................................................................... 383.553 . Übertrag:........................................................................................................................................................................................................... 383.553 Palais Palffy A-1010 Wien, Josefsplatz Sonderausstellung Chinesische Malerei(25.3.1999 bis 18.4.199)....................................................................................................................................................... 398 Marchfelder Schlösserverein A-2294 Schloß Hof 1 Sonderausstellung Alles Walzer. 200 Jahre Ballkultur(27.3.1999 bis 1.11.1999).................................................................................................................................. 39.655 Schloß Albeck A-9571 Sirnitz(Gurktal) Sonderausstellung Grazie und Expression. Österreichische Künstlerinnen- Gemälde und Skulpturen von 1780- 1980 aus dem Historischen Museum der Stadt Wien(28.3.1999 bis 31.10.1999)...................................................................................... 18.849 Akademie der Bildenden Künste, Wien A-1010 Wien, Schillerplatz 3 Sonderausstellung Max Weiler. Der große Entwurf in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien(Besucheranteil v. 16.10.1999 bis 31.12.1999)........ 41.928 Royal Exhibition Hall of Beijing Working Peopole’s Cultural Palace Sonderausstellung Johann Strauss. Thunder and Lightning(26.10.1999 bis 21.11.1999)....................................................................................................................... 45.125 Hongkong Museum of History Star House, Salisbury Road, Kowloon, Hong Kong Sonderausstellung Johann Strauss. Thunder and Lightning(Besucheranteil v. 17.12.1999 bis 31.12.1999)............................................................................................. 15.324 Gesamtsumme: 544.832 . Kulturbericht 1999 JÜDISCHES MUSEUM DER STADT WIEN Zehn Ausstellungen, mehr als 80 Veranstaltungen und eine Reihe von Neuerungen prägten das Arbeitsjahr 1999 im Jüdischen Museum Wien. Die seit Anfang 1999 im Museum angestellten beiden Museumspädagoginnen haben nicht nur für alle Altersstufen(Volksschule, Mittelstufe und Oberstufe) Arbeitsmaterialien für Pädagogen und Schüler erarbeitet, sie bieten den Schulen auch für jede Sonderausstellung eigene pädagogische Begleitprogramme an. Ab 2000 gibt es auch eine eigene Kinderzeitung des Museums. Die Arbeit beginnt bereits Früchte zu tragen: Im letzten Quartal des Jahres 1999 konnten wir mehr Schulklassen in unserem Haus begrüßen, als im gesamten ersten Halbjahr. Im Ausstellungsgeschehen war die große Karl Kraus-Ausstellung mit fast 30.000 Besuchern der absolute Publikumshit. Einem seiner Feindbilder schlechthin, der Kriegsberichterstatterin und Fotografin Alice Schalek, widmete das Museum zu Jahresende eine kleine Schau. Anlässlich der Karl Kraus­ Ausstellung organisierte das Jüdische Museum Wien eine Marathonlesung aus dem monumentalen Werk des genialen Satirikers, die vom Abend des 18. September bis zum späten Nachmittag des 19. September dauerte. Schon ein kurzer Auszug aus der Liste der Lesenden liest sich wie ein„Who is who“ der österreichischen Kultur- und Medienszene: Hermann Beil, Vera Borek, Oscar Bronner, Mercedes Echerer, Hubert Gaisbauer, Frank Hoffmann, Konrad Holzer, Marika Lichter, Hans Marte, Horst Friedrich Mayer, Franz Morak, Joachim Riedl, Günther Nenning, Hermann Schmid, Michael Schrott, Angelica Schütz etc. Alle hatten sich spontan bereit erklärt, an dieser Benefizveranstaltung für die Kosovo-Hilfe von„Nachbar in Not“ teilzunehmen. Der Radiosender Ö1 übertrug zwei Stunden live aus dem zum Bersten gefüllten Auditorium des Museums. In den frühen Morgenstunden wurde für das nach wie vor zahlreiche Publikum die siebenstündige Aufzeichnung der Hans Hollmann-Inszenierung der„Letzten Tagen der Menschheit“ eingespielt. Insgesamt haben an die 1.000 Besucher diesem Spektakel beigewohnt. Sehr erfolgreich war auch die in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Amsterdam vom Jüdischen Museum Wien erstellte Ausstellung„Zu Gast bei Beer-Hofmann“, die sich mit dem Beitrag jüdischer Kulturschaffender zum Wien der Jahrhundertwende auseinander setzte. Die Ausstellung wurde zunächst als Beitrag anlässlich von Österreichs EU-Präsidentschaft 1998 in Amsterdam präsentiert, ehe sie im Frühjahr in Wien im Palais Eskeles gezeigt wurde. Auf der Architektur- und Design-Schiene konnte das Museum mit zwei kleinen, aber feinen, parallel laufenden Ausstellungen über einen Zeitgenossen Otto Wagners, Carl König, und über die israelische Design-Schule Bezalel beim Publikum punkten. ”Er ist ein unbequemer Zeitgenosse, der sich sein Leben lang treu geblieben ist in seinem Kampf gegen den Ungeist von Intoleranz, altem und neuem Faschismus und Inhumanität”, würdigte Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe Georg Chaimowicz im Rahmen einer Feier, zu der das Jüdische Museum Wien aus Anlass des 70. Geburtstags des Wiener Künstlers(geb. am 3. Juni 1929) geladen hatte. Er überreichte Chaimowicz das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für sein künstlerisches Lebenswerk. In seinem Schaffen sind Ausgrenzung, Vertreibung, Exil und der Antisemitismus die zentralen Themen: Darstellungen von marschierenden Veteranen, von Stahlhelmen, neonazistischen Schlägern und voreingenommenen Richtern stehen aufs höchste reduzierten Arbeiten gegenüber, die in seinen Serien der”weißen Bilder” ihren Höhepunkt finden. Das Jüdische Museum widmete dem Künstler zum 70er unter dem Titel "Chaimowicz. Wege im Weg zum Bildlosen" von 21. April bis 6. Juni 1999 eine umfassende Retrospektive. Eine ungewöhnliche Kunstinstallation zeigte das Museum im Herbst mit„der auch..?? Oz Almogs bunter Index Judaeorum- eine Chronik kultureller Obsession.“ Diese Kunstinstallation von Oz Almog sorgte immer wieder für Diskussionen und wird im Jahr 2000 in Israel und anschließend in Deutschland präsentiert. Und als Abschluss des Ausstellungsjahres konnte das Museum im Rahmen der Ausstellung„Eden – Zion – Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum“ eine archäologische Sensation aus Israel nach Wien bringen: das spätantike Fußboden-Mosaik aus der Synagoge von Sepphoris/heute Zippori, das auch Gegenstand eines Symposiums im Museum im Jänner 2000 war. . Neues Audio-Guide-System Seit September 1999 haben die Besucherinnen und Besucher des Jüdischen Museums Wien die Möglichkeit, mittels eines Audio-Guides mehr Informationen zur permanenten Sammlung des Museums zu bekommen. Sie können sich einen individuellen Museumsrundgang zusammenstellen und nach ihrem Interesse Wissenswertes zu einzelnen Bereichen oder Objekten abrufen. Das Team für Kommunikation und Vermittlung, Michaela Feurstein und Hannah Helsch, hat gemeinsam mit der Texterin Natalie Lettner die Struktur erarbeitet und die Texte verfasst. Für die Durchführung des Projekts war Kurator Werner Hanak verantwortlich. Die Audio-Guides sind im Jüdischen Museum in neun Sprachen verfügbar. Neben Deutsch und Englisch gibt es sie auf Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Ungarisch, Tschechisch und Hebräisch. Zusätzlich gibt es nun auch Informationsfolder zum ständigen Ausstellungsangebot des Museums in eben diesen Sprachen(ausgenommen Russisch), womit das Jüdische Museum Wien das"meistsprachige” Wiener Museum ist. Die Audio-Guides des Typs”My Guide” werden von der Firma Espro in Israel hergestellt. Projekt Judenplatz Mit Jahresende 1999 sollte das Jüdische Museum eine Erweiterung erfahren, die Eröffnung des Museums auf dem Judenplatz, das die Geschichte des mittelalterlichen Judentums in Wien dem Publikum erschließen und auch die Ausgrabungen der mittelalterlichen Synagoge präsentieren wird. Massive bautechnische Probleme, die aus dem schlechten Bauzustand des Misrachi-Hauses resultieren (hier wird das Museum untergebracht sein), führten zu einer Verschiebung des Eröffnungstermins und damit auch zu einer Verschiebung der Enthüllung des Mahnmals von Rachel Whiteread für die Opfer der Schoa auf Spätherbst 2000. Das Jüdische Museum der Stadt Wien 1999 – 2000- Jahreschronik Wechselausstellungen 16. September 1998- 24. Jänner 1999 Der schejne Jid. Das Bild des"jüdischen Körpers" in Mythos und Ritual. Kuratoren: Sander Gilman, Gabriele Kohlbauer-Fritz, Rhoda Rosen Gestaltung: Mathis Esterházy Ein Ziel der Ausstellung ist es, die Inszenierung des jüdischen Körpers in der Moderne geschichtlich zu verorten, die historischen Parameter für die Gemeinplätze über den jüdischen Körper und die damit verbundenen rituellen Praktiken zu verdeutlichen und zu veranschaulichen, welche Auswirkungen Bestrebungen hatten und haben, die"Andersartigkeit" der Juden darzustellen. Es sind der Blick und das Sehen selbst, die der Darstellung des jüdischen Körpers zugrunde liegen. Die Ausstellung will dazu beitragen, vor allem antisemitische Stereotypen zu entkräften. Kirche Intern, November 1998 Nicht erst seit der Aufklärung hat das Judentum in den Augen seiner Gegner mit dem Skandal einer Physiognomie zu leben. Krummnasig also sind die Stereotypen, die die Wiener Ausstellung auf transparente Folien druckt. Durch sie hindurch und doch von ihnen verstellt, schimmern die Bilder des authentischen jüdischen Lebens, eine äußerst sinnreiche Konstruktion. Erst der Blick erzeugt, was er sehen will. Neue Züricher Zeitung, Feuilleton 16. Oktober 1998 Die aktuelle Schau des Museums widmet sich einem heiklen und riskanten Thema: nämlich stereotypen Darstellungen des jüdischen Körpers in Mythos und Ritual. Dabei sind sowohl antisemitische Verzerrungen als auch philosemitische Klischees in der Konzeption integriert. Einen Teil bilden Objekte, die 1911 Gegenstand einer Schau über jüdische Rituale im Dresdner Hygienemuseum waren. Jetzt werden sie kombiniert mit unkonventionellen Exponaten wie Gemälden von Dürer bis Liebermann, der . Barbiepuppe oder Marilyn Monroe wieder gezeigt. Allerdings unterscheidet sich die Präsentation heute von der damaligen, die Gegenstände werden nicht wie wissenschaftliche Erkenntnisse vorgeführt, sondern ihre Wahrnehmung durch den Besucher ist selbst Teil der kritischen Untersuchung. Falter, September 1998, Nr. 40 21. Oktober 1998- 10. Jänner 1999 E. M. Lilien. Jugendstil- Erotik- Zionismus. Kuratoren: Oz Almog/ Gerhard Milchram Gestaltung: Oliver Kaufmann Die Lilien-Schau ist dessen Papierarbeiten vorbehalten, die vorwiegend im Stile des damals neuen (europäischen) Zeitgeistes gehalten sind: flächig-ornamentaler Jugendstil. Die Erotik verbindet Jugendstil und Zionismus- Im Ausstellungstitel. Erotik zweierlei: Lilien huldigt der von den Zionisten propagierten Körperkultur und stellt die Sehnsucht der Juden nach einem eigenen Staat dar wie die Sehnsucht einer Person nach ihrem/ihrer Geliebten. Der Standard, 21. Oktober 1998 Das Jüdische Museum widmet dem Zeichner, Buchillustrator und Fotografen Lilien eine Werkschau, die unter dem Titel"E. M. Lilien- Jugendstil. Erotik. Zionismus" sein Leben und Schaffen dokumentiert ­ ausgespart hat man bei der gut gegliederten Ausstellung nur den fotografischen Bereich. Dafür ist eine Filmsequenz über den Istanbul-Besuch des österreichischen Kaiserpaares Karl und Zita zu sehen, die unter Liliens Regie entstand. Kurier, 21. Oktober 1998 An der Konzeption dieses Querschnitts fasziniert das künstlerische Spektrum Liliens, das von den Kuratoren in sehr umsichtiger Weise präsentiert wird. Hier wird auch deutlich, wie sehr es Ziel der Veranstalter ist, nicht nur den Künstler und sein Werk zu zeigen, sondern beides in den Kontext der jüdischen Kultur und der zionistischen Bewegung zu stellen. Aus dem Antiquariat, 4- 1999 20. Jänner- 7. März 1999 Buch der Erinnerung. Das Wiener Memorbuch der Fürther Klaus-Synagoge. Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Franken- Fürth& Schnaittach. Gastkurator: Bernhard Purin Gestaltung: Martin Kohlbauer Mit den Eintragungen in dieses Buch wurde 1633 begonnen. Nach der Vertreibung der Juden aus Wien durch Kaiser Leopold 1670 gelangte die Handschrift mit einer der vertriebenen Familien, den Fränkels, nach Fürth in Bayern. Dort wurden die Einträge bis 1932 weitergeführt. Nach der Zerstörung der Synagoge am 9. November 1938 galt das Memorbuch als verschollen. Der Standard, 20. Jänner 1999 Die inhaltlichen Bezüge zur Geschichte des Wiener Judentums werden durch die Präsentation des Originals und wechselnder Wandprojektionen der Buchseiten innerhalb der Dauerausstellung des Museums hergestellt. Der imaginäre Gedächtnisraum des Bandes verknüpft sich so sinnvoll mit den bestehenden Lichtinstallationen. Kurier, 20. Jänner 1999 Die Wiener Präsentation in einer Vitrine mit permanenten Diaprojektionen aus dem Inhalt ist zugleich ein Test für Fürth. Hier(im Jüdischen Museum Franken) soll es nämlich als zentrales Objekt in ähnlicher Form vorgestellt werden. Fürther Nachrichten, 22. Jänner 1999 10. Februar- 11. April 1999 Zu Gast bei Beer-Hofmann. Eine Ausstellung über das jüdische Wien der Jahrhundertwende Kuratorin: Felicitas Heimann-Jelinek . Assistenz und Organisation: Natalie David Gestaltung: Martin Kohlbauer Wien zur Jahrhundertwende, Fin de siècle, ein äußerst strapaziertes Thema. Doch wenn es so originell interpretiert wird wie zurzeit im Wiener Jüdischen Museum, ergeben sich noch immer ungewohnte Perspektiven.[...] Fiktiv besuchen in einer Konzeption von Felicitas Heimann-Jelinek fünfzig prominente Personen den Gastgeber, jeder hat ein Gastgeschenk mitzubringen. Diese Geschenke sind die Exponate der Ausstellung, die Martin Kohlbauer wie eine Inszenierung gestaltet hat. Salzburger Nachrichten, 12. Februar 1999 Den Ausstellungsgestaltern ist es nicht darum gegangen, die jüdischen Künstler des Exportschlagers Wien um 1900 aufzulisten, sondern darum, die jüdische Welt der Jahrhundertwende als essentiellen Bestandteil der Wiener Moderne oder Wiener Moderne als solchen der jüdischen Welt der Jahrhundertwende zu verstehen. Neue Zeit, Graz 10. Februar 1999 Der besondere Zugang- die Fiktion eines künstlerischen Abendessens im stilvollen Heim des Schriftstellers Beer-Hofmann- will nicht zuletzt jeglichen Blick zurück als Konstrukt begreifen lassen: Immer nur aus Scherben setzen wir uns das Bild der Vergangenheit zusammen, und zuweilen gibt man dem gut Erfundenen gern den Vorzug vor echten Fundstücken. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Februar 1999 Als hölzernes Modell krönt die von Josef Hofmann erbaute Villa eine Ausstellung des Wiener Jüdischen Museums, die die Konstruiertheit aller Historie nicht bemänteln will. Nicht was tatsächlich war, soll gezeigt werden, sondern was gewesen sein könnte. Im subtilen Spiel"Zu Gast bei Beer-Hofmann" bringen illustre Besucher Präsente zu imaginären Anlässen. Neue Zürcher Zeitung, 31. März 1999 16. März- 2. Mai 1999 Wiener Einstellungen. Fotografien von Lisl Ponger. Konzept und Idee: Felicitas Heimann-Jelinek /Lisl Ponger Gestaltung: Tim Sharp Organisation und Recherche: Gabriele Kohlbauer-Fritz/ Gerhard Milchram/ Sabine Frank /Werner Hanak/ Irma Wulz Auf den ersten Blick ist alles stinknormal. Wien. Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen sich die Stadt so zeigt, wie sie in weiten Teilen ist: nachkriegsgrau, leblos, unmodern, spröde. Wer will, kann in den hundert"Wiener Einstellungen" der Fotografin Lisl Ponger aber mehr als das so Abgebildete sehen. Wer will, kann diese vordergründige Gegenwart durchdringen und eine in Spurenelementen vorhandene Vergangenheit finden. Format, 15. März 1999 "Wiener Einstellungen" ist der vieldeutige Titel einer Ausstellung mit Fotografien von Lisl Ponger, die durchs heutige Wien gezogen ist und fotografiert hat, was nicht mehr da ist.[...] Die Spannung dieser Schau entsteht im Kopf des Besuchers in einer Vielfalt von jeweils sehr persönlichen Assoziationen. Neue Zeit, Graz, 16. März 1999 21. April- 6. Juni 1999 Chaimowicz. Wege im Weg zum Bildlosen. Kurator: Reinhard Geir Architektur: Martin Kohlbauer Georg Chaimowicz arbeitet in Serien. Bis zu 8000 Bilder hat er in produktiven Jahren geschaffen, immer das Ziel vor Augen, irgendeinmal die absolute Leere zu erreichen. Sein Werk verläuft dabei in wellenförmigen Bewegungen. Einmal sind die Bilder vollgeräumt, dicker Farbauftrag, oft direkt aus der Tube in Kombination mit allen möglichen Materialien lassen die Bilder wie Skulpturen erscheinen. Ist das Thema ausgereizt, beginnt Georg Chaimowicz seine Bilder zu entrümpeln und malt Weiß auf Weiß. Ein Raum ist gänzlich diesen weißen Bildern gewidmet. Die Kraft der Leere wird hier spürbar.[...] . Georg Chaimowicz ist in Österreich ein eher unbekannter Künstler. Sehr zu unrecht, wie diese Schau zeigt, denn seit den 60er Jahren gehört er zur europäischen Avantgarde. Kurier, 21. April 1999 Unter seinen Zeitgenossen und Jahrgangsgleichen nimmt Georg Chaimowicz eine Sonderrolle ein. Das hat allgemeine- politische- und persönliche Gründe. Allesamt hängen sie mit einer widerständigen Auseinandersetzung mit dem"Gedankengut" jener zusammen, für die der Künstler den Sammelbegriff "Marschierer" gefunden hat. Es sind jene, die Friedrich Heer seinerzeit als"unter uns" registriert hatte. Chaimowicz fand für sie eigene Chiffren. Die Presse, 26. April 1999 Siebzig ist er geworden, und kaum einer, der abends Innenstadtlokale aufsucht, kann von sich behaupten, noch nie auf Georg Chaimowicz oder zumindest eines seiner Plakate ohne Zahl gestoßen zu sein. Chaimowicz ist rastlos, manche nennen das unbequem. Ein Unmüder ist das, der nicht aufhört, seine Geschichte zu erzählen, die Geschichte seines Volkes, die Geschichte aller, die die Erfahrung von Ausgrenzung, Flucht und Exil machen mussten oder müssen. Der Standard, 23. April 1999 23. Juni- 1. November 1999 "Was wir umbringen" Die Fackel von Karl Kraus. Ausstellungskuratoren: Heinz Lunzer/ Victoria Lunzer-Talos/ Marcus Patka Ausstellungsgestaltung: Dimitris Manikas Eine Ausstellung, die vor ihm(Kraus) Gnade gefunden hätte, müsste einem Marsmuseum zugedacht sein. Museumsgänger dieser Welt vermöchten dieser Schau nicht standzuhalten. Ein lauer Kompromiss also, eine täppische Annäherung? Nein. Geschickt haben die Kuratoren die Positionen des Karl Kraus ­ und er bezog sein Leben lang manisch Position- in Felder gegliedert, behutsam kommentiert. Die Presse, 23. Juni 1999 Mit Akribie wurde für die Ausstellung zusammengetragen, was über den und von dem seinerzeit umstrittensten, aber auch bewundertsten und verachteten Wiener Publizisten Karl Kraus noch vorhanden war, was die Nazizeit überlebt hatte und was an Dokumentationen noch rekonstruiert werden konnte. Zahlreiche der ausgestellten Originalhandschriften, Dokumente und persönlichen Erinnerungsstücke, etwa 1000, allerdings teils sehr kleine Exponate, können durch großzügige Leihgaben aus dem In- und Ausland erstmals gezeigt werden. Eine faszinierende Schau. Frankfurter Rundschau, 8. September 1999 Das Wiener Jüdische Museum präsentiert Karl Kraus unter dem"Fackel" Schlagwort"Was wir umbringen". Die Drohung des blutrot gefärbten Blattes war von Anfang an Programm. Niemandem wollte der schmale Fabrikantensohn mit seiner Arbeit etwas bringen, sondern umgebracht werden sollte, was im Wien der Jahrhundertwende an Skandalen blühte. Der blutrünstigen bürgerlichen Journaille, der verlogenen Sexualmoral und den Auswüchsen eines überholten Rechtssystems galt der lebenslange Zorn von Karl Kraus. Neue Zürcher Zeitung, 31. Juli 1999 2. Juli- 5. September 1999 Ewiger Inhalt in neuer Form. Judaica aus der Kunstschule Bezalel Austellungskuratoren: Muli Ben Sasson/ Gabriele Kohlbauer-Fritz Ausstellungsgestaltung: Mathis Esterházy Bis zum 5. September veranschaulicht eine kleine, aber sehr feine Schau anhand von Ritualgegenständen für die Synagoge und den Gebrauch zu Hause, welchen hohen Stand das israelische Design in jüngster Zeit erreicht hat. Dargestellt wird dies am Beispiel des religiösen Schaffens in der Kunstschule Bezalel, das sich bezüglich des Umgangs mit Materialien und entsprechenden ästhetischen Lösungen in qualitativer Hinsicht mit dem besten Design aus Italien oder Skandinavien vergleichen lässt. Jüdische Rundschau, Basel 19. August 1999 . 4. Juli- 12. September 1999 Carl König 1841- 1915. Ein neubarocker Großstadtarchitekt in Wien zur Zeit Otto Wagners. Ausstellungskurator: Markus Kristan Austellungsgestalter: Markus Pölzl Das Jüdische Museum Wien zeigt nun erstmals eine Werkdokumentation des historistischen Architekten. Begleitet wird die in ihrem Umfang leider eher bescheidene Schau von einer ersten monographischen Studie zu Leben, Position und Werk Königs. Die seit langem fällige Hervorhebung von Königs Position und Werk erfüllt ein Desideratum zur Betrachtung des Architekturgeschehens der Wiener Jahrhundertwende und ermöglicht damit- unter anderem- einen differenzierten Blick auf die Entwicklung der österreichischen Moderne. Die Presse, 28. August 1999 Wieder einmal präsentiert das Jüdische Museum bis 12. September einen Architekten der Jahrhundertwende, der für Wien sehr wichtige Beiträge leistete- nicht nur als"neubarocker" Meister der Wiener Ringstraßenzeit, sondern auch als Lehrer an der Technik- u. a. von Größen wie Josef Frank, Clemens Holzmeister, Friedrich Kiesler oder Oskar Strnad. Wiener Zeitung, 31. August 1999 22. September- 31. Oktober 1999 der auch..?? Oz Almogs bunter Index Judaeorum- eine Chronik kultureller Obsession. Eine Kunstinstallation von Oz Almog Architektur: Alexander Kubik Dieser"Index Judaeorum" versteht sich allerdings nicht als ehrfurchtheischende Ahnengalerie oder Hall of Fame der zwölf Stämme im Jahr 5760 nach Erschaffung der Welt. Almog lockt vielmehr in ein Anschauungslabyrinth, in dem rassistische Vorurteile durchkreuzt werden. Beabsichtigt ist, die verblüffte Frage zu provozieren:"Was der auch?" Format, 20. September 1999 "Wie hätten Sie Ihren Jud gerne: roh, medium oder gut durch?" So sind die Arbeiten des austroisraelischen Malers und Konzeptkünstlers Oz Almog in der Regel: konfrontativ, drastisch und auf Schockwirkung angelegt. Profil, 20. September 1999 Geschickt spielt der Titel der"Chronik einer kulturellen Obsession" mit Klischeevorstellungen und der Reaktion des Betrachters:"der auch..?"[...] Ihren Zweck erfüllt die Galerie, die keine sein will, jedenfalls: Die Stereotype zerbröseln, der Humbug sozusagen arischer Gesichtskontrolle wird ad absurdum geführt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Oktober 1999 9. November 1999- 30. Jänner 2000 Von Samoa zum Isonzo. Die Fotografin und Reisejournalistin Alice Schalek Ausstellungskuratoren: Elke Krasny, Christian Rapp, Nadia Rapp-Wimberger Ausstellungskoordination: Marcus Patka Ausstellungsarchitektur: Oliver Kaufmann Als"die Schalek" ist sie in die Literaturgeschichte eingegangen. In einem wenig schmeichelhaften Porträt, das Karl Kraus in seinem Dramenmonster"Die letzten Tage der Menschheit" von ihr zeichnete, geistert die Journalistin und Fotografin als Hyäne der Schlachtfelder durch die Kriegsschauplätze. In einer ihr gewidmeten Sonderschau versucht das Wiener Jüdische Museum, dieser auf jeden Fall singulären Frauenerscheinung mit ihrem fotografischen Werk Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Kurier, 9. November 1999 Ziel der Schau, in der erstmals eine Auswahl der 6.000 Schwarzweißfotos präsentiert wird, die die Weltreisende zwischen 1903 und 1935 als Feuilletonredakteurin der"Neuen Freien Presse" gemacht hat, ist es, das Bild der"Berufstouristin" jenseits der Verdammung durch Kraus zu erweitern und ihre historische Dokumentationsfotografie der Öffentlichkeit vorzustellen. Format, 8. November 1999 . 24. November 1999- 20. Februar 2000 Eden- Zion- Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum Kurator: Werner Hanak Gestaltung: Christian Prasser Mit der Vertreibung aus dem Paradies, mit dem Beginn der Zukunft, dargestellt in der Rauminstallation des amerikanischen Künstlers George Segal("The Expulsion", 1986/87), taucht der Besucher gleichsam in die Ausstellung ein. Hinter Adam und Eva liegt der Garten Eden. Vor ihnen liegen fruchtlose Bäume, Dornen, Disteln, mit Mühen geerntetes Kraut und unter Schmerzen geborene Kinder. Der Besucher wird zum Mit-Flüchtling, zum Vertriebenen- und erschrickt vor seinem Ebenbild in einem riesigen Spiegel. Ängste, Hoffnungen, Visionen, Gedanken über Zeit und Vergänglichkeit begleiten den Vertriebenen auf seiner Flucht durch Zeit und Raum. Der Ausstellungskurator hat die Schau über jüdische Zukunftsentwürfe, die nicht nur auf den politischen Zionismus und den religiösen Messianismus beschränkt sind, in thematische Bereiche gegliedert: Kreislauf des Jahres, Leben und Tod, die Wanderung zwischen dem Nicht-Ort Utopia und dem Gegenpol Makom, dem sicheren Ort, die Propheten, Messias und Messianismus. Salzburger Nachrichten, 27. November 1999 Aktivitäten außerhalb des Jüdischen Museums 7. Dezember 1998- 1. Februar 1999 Theresienstadt Kleinausstellung in der Wiener Kammeroper zur Aufführung von Brundibar 28. September- 23. Oktober 1999 Heute in Wien. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Harry Weber Perplex. Das Magazin für Jugendliche, Graz Auslandsaktivitäten des Jüdischen Museums Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter. Frankfurt, Hessischer Rundfunk 10. März- 10. April 1999 E. M. Lilien- Jugendstil, Erotik, Zionismus Braunschweigisches Landesmuseum 21. März- 23. Mai 1999 Veranstaltungen 1999(eine Auswahl) 17. März 1999 Präsentation der didaktischen Arbeitsmaterialien von Michaela Feurstein und Hannah Helsch Juden in Wien. Geschichte und Religion. Bd. 1- 3 in Anwesenheit von Stadtschulratspräsident Kurt Scholz. 8. April 1999 Siegfried Tisch; Librettist Nachlasspräsentation und Gespräch mit Ilse Tysh 23. Juni 1999 Verabschiedung der österreichischen Mannschaft des Sportclubs Maccabi, die an der Europäischen MACCABIADE in Glasgow teilnahm. 18./19. September 1999 Karl Kraus-Marathonlesung zugunsten von"Nachbar in Not". Es lasen: . Hermann Beil, Frank Hoffmann, Felicitas Heimann-Jelinek, Konrad Holzer, Dagmar Schwarz, Franz Morak, Helmut Schüller, Joachim Riedl, Angelica Schütz, Heide Schmidt, Oscar Bronner, Hermann Beil, Christian Cap, Barbara Stang, Konstantin Kaiser, Karin Bredel, Gerhard Scheit, Josef Grüner, Michael Schrott, Clemens Jabloner, Hans Marte, Wolfgang Müller-Funk, Daniel Kehlmann, Heinrich Neisser, Vera Borek, Horst Friedrich Mayer, Hubert Gaisbauer, Kurt Scholz, Mercedes Echerer, Marika Lichter, Michaela Willig, Günther Nenning, Erika Weinzierl und Christoph Wagner-Trenkwitz. In der Nacht war der ORF-Film"Die letzten Tage der Menschheit" zu sehen. Hörfunk-Intendant Manfred Jochum präsentierte die Neuauflage der ORF-Edition"Die letzten Tage der Menschheit". 23. September 1999 Einstmals verstummte Stimmen singen wieder. Die Odyssee des musik-ethnographischen Kabinetts des Instituts für jüdische Kultur in Kiew. Vortrag von Prof. Israel Adler, Hebräische Universität Jerusalem 30. September und 7. November 1999 Franz Schubert- Salomon Sulzer. Eine musikalische Freundschaft Kantoralensemble Wien. Dirigent: Rami Langer. 7. und 18. Oktober 1999 Thomas Maurer: Soldatenleben im Frieden Eine dramatisierte Lesung zeitloser Satiren von Alfred Polgar und Egon Friedell 12.- 17. Oktober 1999 Jiddische Theaterwoche im Theater im Rabenhof In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung 11. November 1999 Buchpräsentation: Robert S. Wistrich; Die Juden Wiens im Zeitalter Kaiser Franz Josephs. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsreferat der MA 18 und dem Böhlau-Verlag im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen. 29. November 1999 Vortrag und Buchpräsentation Arno Lustiger: Rotbuch: Stalin und die Juden. Im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen 13. Dezember 1999 Heinrich Heine, seine Zeit und sein Werk. Eine Lesung mit Leon Askin Familientage und Kinderprogramme Zu Ausstellungen: "Zu Gast bei Beer-Hofmann" 30. März 1999 Rätselrallye und Geschenkebörse im Kinderatelier "Georg Chaimowicz. Wege im Weg zum Bildlosen." Mit dem Künstler selbst Wege im Weg zum Bildlosen entdecken. 25. April 1999 6. Juli 1999 Zu den Feiertagen: Wir feiern Purim 7. März 1999 . Wir feiern Chanukka 5. Dezember 1999 Wir feiern Tu-Bischwat 7. und 14. Februar 1999 Wir feiern Pesach 1. April 1999 Familientage und Kinderprogramme: Creative Shirts – unbedruckte T-Shirts warten auf kreative Gestaltung Kinderprogramm im Rahmen des Wiener Sommerferienspiels der MA 13/Landesjugendreferat Wien 8. und 29. Juli sowie 26. August 1999 Megariesen-Museumsfahne bemalen Kinderprogramm im Rahmen des Wiener Sommerferienspiels der MA 13/Landesjugendreferat Wien 3. und 24. August 1999 Riesiges Museums-Memory Familientag des Jüdischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendreferat Wien. 10. Oktober 1999 Recycling-Mosaik aus der Zukunft Zum Mosaik aus Sepphoris in der Ausstellung“Eden – Zion – Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum“ Familientag des Jüdischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendreferat Wien. 28. November 1999 Publikationen Jüdisches Museum Zu Gast bei Beer-Hofmann. Eine Ausstellung über das jüdische Wien der Jahrhundertwende/ Visiting Beer-Hofmann. An Exhibition on Jewish Vienna at the Turn of the Century. Ausstellungskatalog hrsg. von Felicitas Heimann-Jelinek im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien und des Joods Historisch Museum Amsterdam. Wien: Holzhausens Nfg. 1998 ISBN 3-901398-09-0; ATS 290.-; Euro 21,10.­ Michaela Feurstein/ Hannah Helsch Juden in Wien. Geschichte und Religion. Materialien für den Unterricht, Teil 1: Volksschule. Wien: Eigenverlag 1998 ISBN 3-9500951-0-1; ATS 50.-; Euro 3,63.­ Michaela Feurstein/ Hannah Helsch Juden in Wien. Geschichte und Religion. Materialien für den Unterricht, Teil 2: Unter- und Mittelstufe. Wien: Eigenverlag 1998 ISBN 3-9500951-1-X; ATS 80.-; Euro 5,81.­ Michaela Feurstein/ Hannah Helsch Juden in Wien. Geschichte und Religion. Materialien für den Unterricht, Teil 3: Oberstufe. Wien: Eigenverlag 1998 ISBN 3-9500951-2-8; ATS 50.-; Euro 3,63.­ Buch der Erinnerung. Das Wiener Memorbuch der Fürther Klaus-Synagoge Ausstellungskatalog hrsg. von Bernhard Purin zur gleichnamigen Ausstellung des Jüdischen Museums Franken im Jüdischen Museum der Stadt Wien. Fürth: Eigenverlag 1999 ISBN 3-9805388-6-9; ATS 131.-; Euro 9,52.Chaimowicz. Wege im Weg zum Bildlosen. . Hrsg. von Reinhard Geir im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien. Wien: Mandelbaum 1999; ISBN 3-85476-022-1; ATS 348.-; Euro 25,29.­ "Was wir umbringen" "Die Fackel" von Karl Kraus Hrsg. von Heinz Lunzer, Victoria Lunzer-Talos und Marcus G. Patka im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien. Wien: Mandelbaum 1999 ISBN 3-85476-024-8; ATS 348.-; Euro 25,29.­ Markus Kristan Carl König 1841- 1915. Ein neubarocker Großstadtarchitekt in Wien Wiener Persönlichkeiten Bd. 1 hrsg. vom Jüdischen Museum der Stadt Wien. Wien: Holzhausen 1999; ISBN 3-85493-015-1; ATS 320.-; Euro 23,26.­ der auch..?? Oz Almogs bunter index Judaeorum. Chronik einer kulturellen Obsession. Ausstellungskatalog hrsg. von Oz Almog in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum der Stadt Wien. Wien: Remaprint 1999 ISBN 3-901398-10-4; ATS 198.-; Euro 14,39.­ Von Samoa zum Isonzo. Die Fotografin und Reisejournalistin Alice Schalek Hrsg. von Elke Krasny, Christian Rapp, Nadia Rapp-Wimberger und Marcus G. Patka im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien; Wien: Mandelbaum 1999; ISBN 3-85476-030-2; ATS 258.-; Euro 18,75.­ Eden- Zion- Utopia. Zur Geschichte der Zukunft im Judentum. Hrsg. von Werner Hanak im Auftrag des Jüdischen Museums der Stadt Wien. Wien: Picus 1999; ISBN 3-85452-434-X; ATS 398.-; Euro 28,92.­ . LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen Amtsausstattung(Regale, Geräte) Buchankäufe(539 Bände Fachliteratur) Buchankäufe für internationalen Tauschverkehr(Zuwachs 319 Bände) Druck von Publikationen Archivalienankäufe Bibliothekserfordernisse(Buchbinder) Werkverträge für wissenschaftliche Mitarbeiter Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten) Verfilmungen, Restaurierungen Sonstige Kosten(Übersetzungen, Spezialmaterial) Mitgliedsbeiträge Ausstellungen Johann-Strauß-Kampagne Erwerb von Sammelstücken Baumaßnahmen, Betriebskosten: Errichtung des Holocaust-Mahnmals auf dem Judenplatz/Rate 99 Kapitaltransferzahlungen für den Archivausbau im Gasometer D in Simmering Bauliche Investitionen Museumsquartier, Historisches Museum, Hermesvilla, Virgilkapelle und andere Außenstellen Betrieb Jüdisches Museum Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter, etc. Stadtarchäologie Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie Bezirksmuseen ARGE Bezirksmuseen Abgeltung Energiekosten Projektförderungen Summe LIKUS Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe Denkmäler, Denkmalbrunnen Altstadtsanierung Sonstiges Summe LIKUS Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen Wr. Volksbildungswerk, Projekte Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung Aktivitäten in den Bezirken Aktivitäten in Fußgeherzonen Summe LIKUS Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Verein Frauenforschung Dokumentationsstelle für neue österr. Literatur Verein Sisyphus 350.692,32 431.559,70 79.567,53 162.405,90 84.426,00 117.062,76 276.000,00 242.022,12 73.402,40 150.432,23 244.460,00 50.901.022,10 20.392.719,71 15.844.011,01 39.601.322,12 180.000.000,00 179.013.146,51 60.430.369,04 28.199.161,00 1.695.160,94 354.610,00 1.545.000,00 947.763,99 1.097.156,00 402.233.473,38 8.402.987,72 124.661.135,65 2.238.420,66 135.302.544,03 7.500.000,00 4.500.000,00 9.500.000,00 12.943.000,00 1.630,00 34.444.630,00 10.000,00 950.000,00 40.000,00 P.E.N.Club Österr.Ges.f.Literatur Kunstverein Wien- Autorinnenlabor Österr.Schriftstellerverband Literaturkreis Podium Verein Schule f. Dichtung in Wien Grazer Autorenversammlung Internat. Drach Gesellschaft Hauptverband d.österr.Buchhandels Milena Verlag Kunstverein Wien Verein Gruppe Wespennest Ges. f. Masse u. Machtforschung, Canetti-Symposion Übersetzergem. Interessengem. von Übersetzerinnen u. Übersetzer Projektgruppe Wörterbuch"Die Fackel" Multi Art Asset Marketing GmbH Österr. Lateinamerika Institut Verlag Droschl Forum Zivilcourage Thomas Bernhard Stiftung Verein Eurozine Verein Salon Verein Literatur und Medien Club der Universität Wien Verein Literaturzeitschrift Autorenverlage AG Literatur Verein Viza Pro Arte Verlag Paul Zsolnay Buchankauf Druckkostenbeiträge: Böhlau Verlag Dachs Verlag Edition Atelier im Wr. Journal Edition das fröhliche Wohnzimmer Jaschke Gerhard Verlag Droschl Milena Verlag Zsolnay Paul Verlag Blattwerk Ernst Gustav Mandelbaum Verlag Picus Verlag Styria Medien AG Verein Exil Löcker Verlag Edition Selene Edition Splitter Residenz Verlag Edition CH Bischöfliches Ordinariat Graz Edition Gegensätze Edition Va Bene Verein Wespennest Passagen Verlag Buchkultur Verlag 220.000,00 290.000,00 700.000,00 90.000,00 50.000,00 1.240.000,00 290.000,00 12.000,00 90.000,00 60.000,00 3.900.000,00 139.000,00 350.000,00 320.000,00 1.200.000,00 100.000,00 440.000,00 90.000,00 75.000,00 10.000,00 353.000,00 70.000,00 50.000,00 60.000,00 80.000,00 14.000,00 20.000,00 15.000,00 60.000,00 40.000,00 1.797.068,02 60.000,00 75.000,00 30.000,00 10.000,00 60.000,00 60.000,00 105.000,00 90.000,00 45.000,00 20.000,00 60.000,00 30.000,00 20.000,00 40.000,00 20.000,00 55.000,00 45.000,00 100.000,00 10.000,00 25.000,00 15.000,00 30.000,00 50.000,00 40.000,00 20.000,00 Swan Books Science Press Verlag Sonderzahl Verlag Deuticke Franz Verlag Aspoeck Dr. Ruth Das jüdische Echo Theodor Kramer-Gesellschaft Picus Verlag Verein Exil Publication, Verlag für Lit. Kunst Summe LIKUS Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Antiquarische Bücher 2. Neue Bücher 3. CD-Roms Handschriftensammlung Musiksammlung auswärtige Buchbinder Mikrofilme Klavier-Ankauf Geräte-Ankauf Internet-Arbeiten Scannen von Katalogen Ausstellungen inkl. Kataloge Sonstige Ausgaben Summe LIKUS Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen Verein Betrifft Neudeggergasse Verein Jewish Welcome Service Internationale Modetage Europäisches Forum Alpbach Sommerhochschule der Universität Wien Kultur-Agentur Sonnenwind Österr. Akad. Austauschdienst Int. Auschwitzkomitee Israelitische Kultusgemeinde Verein zur Förderung von Kunst Verein Raumgrenzen Verein Wien Heldenplatz Veranstaltungszentrum Akzent Public Netbase The thing vienna"Net art forum" Österr. Blindenverband Verein Exil Pfarre Jedlesee Verein Wiener Graffiti union Pfarre Lichtental Preise der Stadt Wien: Würdigungspreise Kleinkinder-, Kinder- und Jugendbuchpreis Förderungspreise Mitgliedsbeitrag an Verein Österreichische Tourismuswerbung 25.423,75 40.000,00 30.000,00 40.000,00 30.000,00 80.000,00 29.000,00 50.000,00 20.000,00 40.500,00 14.724.991,77 576.857,00 1.146.324,00 69.295,00 4.630.303,00 5.056.711,00 643.109,00 187.208,00 546.000,00 200.342,00 152.304,00 60.000,00 316.318,00 265.898,00 13.850.669,00 770.000,00 1.250.000,00 300.000,00 42.000,00 64.000,00 300.000,00 100.000,00 36.000,00 450.000,00 95.000,00 30.000,00 500.000,00 95.000,00 1.000.000,00 138.000,00 90.000,00 250.000,00 15.000,00 100.000,00 200.000,00 1.200.000,00 110.000,00 640.000,00 12.865.068,00 Beitrag für Kongreßförderung und-werbung Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe) Summe LIKUS Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik Förderung Wiener Unterhaltungsmusik: Verband der Konzertlokalbesitzer Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: Kulturverein Reigen-live Verein IG Jazz Wien Wiener Symphoniker Gesellschaft der Musikfreunde Wr. Konzerthausgesellschaft Wr. Meisterkurse Projektförderungen Verein Musikalische Jugend Österreich Verein Wiener Jeunesse Orchester 1.Frauen-Kammerorchester Kunstverein Wien, Musikprojekte Wiener Kammeroper Gustav Mahler-Jugendorchester Verein Klangforum Wien Verein Wiener Akademie Verein Ensemble 20. Jhdt. Verein Musica Juventutis Verein Wien-Modern Verein d. Freunde d. Wr. Kammerorchesters Verein Orpheus Trust Arnold Schönberg-Stiftung, Stiftungsbeitrag Verein MICA Vienna Art Orchestra Verein Hot Club de Vienna VÖM Internationale Musikzentrum IMZ Verein internationaler Friedenskolleg Wiener Musikgalerie IODO Kunst- und Kulturverein Verein Freunde der chinesischen Musik Arnold Schönberg Chor Amadeus Knabenchor Wien Verein zur Verbreitung zeitnössischer österr.Bigband Pfarre St. Martin Aspern Verein Connectin the parts Verein WERKS Kunstverein Wien, Kinderklang Musikal. Jugend Öster. Kunstverein Wien, Orgelkonzerte Verein Porgy& Bess Verein Klub d. Wr. Kaffeehausbesitzer Verein Jazz Fest Wien Ernst Krenek-Verein Kunstverein O.F.F Komponistenförderung Baukostenbeiträge: Wiener Konzerthausgesellschaft Summe LIKUS Hauptkategorie 7: Musik 7.900.000,00 179.126.185,95 207.666.253,95 2.000.000,00 100.000,00 1.600.000,00 154.000.000,00 11.100.000,00 14.500.000,00 850.000,00 4.586.624,23 2.500.000,00 650.000,00 500.000,00 950.000,00 9.850.000,00 2.500.000,00 3.900.000,00 700.000,00 350.000,00 250.000,00 9.000.000,00 830.000,00 590.000,00 10.422.527,28 1.700.000,00 500.000,00 300.000,00 3.970.000,00 90.000,00 180.000,00 1.000.000,00 500.000,00 300.000,00 81.000,00 40.000,00 80.000,00 95.000,00 220.000,00 100.000,00 1.250.000,00 3.300.000,00 400.000,00 1.200.000,00 500.000,00 4.500.000,00 1.700.000,00 1.200.000,00 300.000,00 102.890.000,00 358.125.151,51 LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag Förderungsbeiträge an Theater: Theater in der Josefstadt Volkstheater Kammeroper Theater an der Wien Raimundtheater Schauspielhaus Gruppe 80 Inter Thalia Theater Drachengasse 2 Theater Theater m.b.H. Theater beim Auersperg Ensemble Theater Theater Brett Kleine Komödie International Theatre Freie Bühne Wieden Theater Spielraum Theater zum Fürchten Tribüne Ateliertheater Experiment am Liechtenwerd Theater Center Forum Lederer's Theater am Schwedenplatz Treubergs Gratisbühne Verein Odeon Komödie am Kai Theater der Jugend Orig. Wr. Stegreifbühne, Tschauner Interkult Theater Theaterverein Wien Kabarett Stadnikov Theater Bühne 21 Pygmalion Theater Faust Wien GesmbH Verein Triton Verein Alma Gruppe Domino Verein Macht des Staunens Verein für integrative Lebensgestaltung- Sargfabrik Verein Arbos Schönbrunner Schloß-Marionettentheater Kabarett Niedermair IG Freie Theaterarbeit Verein T-Junction Wr. Tourneetheater- Österr.Länderbühne Gesellschaft für Musiktheater Verein Metropol IMZ Wien Theater des Augenblicks Verein Hallamasch Verein Ecce Homo WUK Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung 26.760,00 80.340.000,00 74.200.000,00 9.050.000,00 121.550.000,00 95.950.000,00 16.000.000,00 8.000.000,00 8.000.000,00 6.500.000,00 3.500.000,00 2.500.000,00 8.000.000,00 2.200.000,00 3.000.000,00 2.000.000,00 1.500.000,00 1.800.000,00 2.400.000,00 900.000,00 800.000,00 500.000,00 800.000,00 100.000,00 100.000,00 9.500.000,00 450.000,00 49.300.000,00 463.649,00 3.100.000,00 10.950.000,00 200.000,00 800.000,00 700.000,00 10.000.000,00 180.000,00 500.000,00 400.000,00 600.000,00 700.000,00 300.000,00 2.000.000,00 1.500.000,00 700.000,00 2.000.000,00 300.000,00 650.000,00 8.000.000,00 839.000,00 2.700.000,00 600.000,00 600.000,00 800.000,00 350.000,00 Döblinger Kulturgemeinde Verein Stadttheater Wien Verein Wiener Jugendkreis Dance Web Verein Echoraum IG- Kabelwerk IG Modedesign Österreich Link Frauenraum Aktionstheater Ensemble Theater die Showinisten Lederers Theater am Schwedenplatz Fritz Kreisler Gesellschaft Ensemble Parnass Saxopop Kindertheater Theatergruppe Firlefanz Theatercombinat Beinhardt Ensemble Theater zum Fürchten Baukostenbeiträge: Verein Birdland Verein Metropol Theater in der Josefstadt Galerie in der Stadtinitiative Theatergruppe 80 Verein Via Spektakel Theater beim Auersperg Verein Exil Verein zur Förderung indischer Tanzkunst Verein Zone Theater Rampenlicht Kunstverein Wien Kosmos Frauenraum Windbacher Theater Aera Schauspielhaus Theater des Augenblicks Theatergruppe Trittbrettl Theater zum Fürchten Verein Artact Freie Bühne Wieden Verein Salto Ensemble Theater Miles Smiles Theater Brett Verein Wiener Filmfestwochen WUK Volkstheater Österreichisches Theater Verein Porgy& Bess Ateliertheater Szene Bunte Wähne Theater die Tribüne Österreichische Gesellschaft für Musik Verein Cache Cache Pilot Tanzt Theater Center Forum 100.000,00 600.000,00 240.000,00 500.000,00 800.000,00 1.000.000,00 80.000,00 1.460.000,00 600.000,00 1.000.000,00 200.000,00 230.000,00 150.000,00 50.000,00 50.000,00 420.000,00 300.000,00 100.000,00 10.000.000,00 1.500.000,00 12.000.000,00 1.400.000,00 610.000,00 470.000,00 159.000,00 250.000,00 24.000,00 400.000,00 200.000,00 300.000,00 25.000,00 2.200.000,00 600.000,00 50.000,00 906.195,00 1.037.904,00 50.000,00 800.000,00 250.000,00 79.074,00 200.000,00 800.000,00 60.000,00 78.781,00 800.000,00 370.000,00 3.800.000,00 200.000,00 1.500.000,00 1.300.000,00 100.000,00 58.474,00 100.000,00 280.000,00 100.000,00 1.800.000,00 Volkstheater Drachengasse 2 Theater IG Kabelwerk Interkult Theater Schönbrunner Schloß Marionettentheater Theater im Ohrensessel Tanztheater per Form Verein Odeon Inter Thalia Theaterverein Wien Verein Echoraum Theatercombinat Österr. Theatergemeinde Verein T-Junction Papas Tapas Verein Trans Wien Freie Gruppen GRUPPE 1. Wr. Lesetheater 2 poor enterprise Affiche Aktionstheater Ensemble Amal Theater amfimixis Arge Experimentierwerkstatt Arge Rollier- Traindl Artact Assitej Atti impuri Bilderwerfer Bildungszentrum Jesuiten Broadway Piano Bar Carambolage Chris Haring Christophe Dumalin Chroma Clini Clowns Comedie vienne francaise Cybernatic Big Bang Dance Web Dans.Kias Das offene Theater Der Vorhang Der Würfel Die Menschenbühne Dokumenta Drama Wien Dynamo Echoraum Einmaliges Gastspiel Emel Hackermüller Emina Petzer Figurentheater Forumtheater Fulltime F.A.M.E. Gang Art Gegenwartstanz Ges. f. subventionierte Kunst Gesellschaft für Theaterethnologie Granular und Synthesis Haga Susa 2.000.000,00 100.000,00 2.500.000,00 300.000,00 300.000,00 50.000,00 60.000,00 2.000.000,00 160.000,00 600.000,00 200.000,00 495.000,00 100.000,00 265.000,00 1.111.572,00 900.000,00 72.500.000,00 Gesamtförderung 200.000 200.000 300.000 600.000 40.000 80.000 20.000 400.000 1.400.000 200.000 250.000 1.500.000 70.000 150.000 90.000 250.000 60.000 50.000 50.000 20.000 400.000 100.000 150.000 50.000 80.000 20.000 30.000 100.000 1.300.000 30.000 1.600.000 540.000 30.000 34.000 120.000 20.000 20.000 350.000 200.000 200.000 30.000 350.000 330.000 Helios Theater Ich bin okay IG Freie Theaterarbeit In Viso Interkult Theater Internationale Kinder- und Jugendtheater Isabell Gregor Jugendstiltheater Kabinett ad Co Kabinetttheater kis.production Konglomerat Kontaktiertheater Kontext Kroatischer Kulturhort Kulturverein Kaos Kurd. Kulturverein Jarestan LIFT Lusttheater Lux flux Märchenbühne Apfelbaum Messing Network Modernes Tanztheater MOKI Musikforum Ammersfeld MusikTheater-Verein K&K Musikwerkstatt Wien Netzzeit Neue Oper Wien Neues Wiener Musiktheater New Media-X-Press Nkona OHO Österreichischer Tanzrat Österreichisches Theater Oya Performing Arts Studios Vienna Pilottanzt Projekttheater Puppentheater Lilarum Puppentheater tabula rasa Rainbow artists S.L.I.P. Sabina Holzer Sabotagen Salto Schaulust GE. Wien Second nature Showinisten Sinnpause SOB 31 Sol y Luna Sparverein Die Unzertrennlichen Spielplatz Stadttheater Wien Station 3 Stefanie Wilhelm Szene Bunte Wähne Tanzatelier Sebastian Prantl Tanztheater Homunculus Tanztheater Luz Tanztheater Wien Tanztheaterverein Tanzparent Tasc TDM Musical Production Telos 30.000 40.000 500.000 70.000 390.000 50.000 80.000 2.000.000 110.000 400.000 300.000 20.000 20.000 80.000 50.000 50.000 80.000 230.000 200.000 250.000 562.000 50.000 1.200.000 250.000 100.000 700.000 3.000.000 4.500.000 6.000.000 100.000 200.000 30.000 40.000 30.000 2.000.000 200.000 100.000 1.200.000 1.400.000 2.000.000 20.000 50.000 15.000 60.000 100.000 700.000 300.000 500.000 270.000 200.000 20.000 30.000 100.000 100.000 300.000 5.000 80.000 1.500.000 2.500.000 2.800.000 200.000 2.500.000 40.000 50.000 50.000 400.000 Theater Bagatelle Theater Bizarr Theater des Augenblicks Theater Foxfire Theater Freistil Theater für Menschen Theater im Bahnhof Theater im Ohrensessel Theater in Haft Theater ohne Grenzen Theater Tanto Theater Transit Theater Yby Theater zum aufgebundenen Bären Theatergruppe Gohar Morad Theatergruppe ISKRA Theaterverein Forum K Theaterverein Fürst Theaterverein Lilith Theaterverein Vergiftungszentrale Theaterverein Wien Theaterwerkstatt Theatre de l'instant Theatro Piccolo Toc-Theater Totales Theater Toxic Dreams Trans Wien Trittbrettl V.E.K.K.S. V.z.F. künstlerischer Fotografie V.z.F. unnützer Praktiken Verein"Clever Gretel" Verein"Im Tanz" Verein"Issue" Verein"Ja ja ja" Verein"Perform" Verein Apeiron Verein Ariadne Verein Atelier Verein Imeka Verein Irrwisch Verein Konnectiv Verein kurdisches empirisches Theater Verein Maer Verein Ohrenblick Verein Romanodrom Verein Städtetheater Verein Theaterprojekt(PIPIFAX) Verein Via Verein zur Zeit Verein Zwischenräume VIE Dramastudio Vis Plastica Vladimir und Estragon W.U.T. Wiener Schulmuseum Wiener Taschenoper Wild mind company WUK Summe LIKUS Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst Dr. Ernst-Koref-Stiftung, Mitgliedsbeitrag 695.279.409,00 5.000,00 30.000 80.000 550.000 800.000 100.000 40.000 30.000 40.000 150.000 1.000.000 80.000 600.000 30.000 900.000 316.000 320.000 1.200.000 400.000 300.000 400.000 220.000 40.000 30.000 220.000 120.000 600.000 430.000 10.000 300.000 50.000 10.000 500.000 150.000 270.000 70.000 118.000 500.000 60.000 500.000 30.000 250.000 100.000 60.000 90.000 10.000 30.000 120.000 50.000 20.000 1.700.000 150.000 320.000 470.000 300.000 150.000 1.700.000 100.000 1.500.000 50.000 100.000 Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: Kunstverein Wien Projektförderungen Prämien für Kleingalerien Kunsthalle Wien Berufsverband bildender Künstler Österreichs(BVÖ) Interaktives Kindermuseum im Museumsquartier Vereinigung bildender Künstler WienerSecession Fotogalerie Wien Gesellschaft bildender Künstler Österreichs, Künstlerhaus Architektur Zentrum Wien Sigmund-Freud-Gesellschaft Kunstverein Museum in Progress Initiative für Kommunikation in Kunsträumen WUK Ausstellung"Leo Glückselig" Allgemeine Kultur-Initiative IG Kaufleute Freihausviertel Museum auf Abruf Summe LIKUS Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Wr. Filmfestwochen Österr. Filmarchiv- Austria Österr. Filmmuseum, Betrieb Österr. Filmmuseum, Retrospektiven Österr.Filmmuseum, Entschuldung Verein Sixpack Film Wr. Filmfonds Wr. Filmfonds, Sonderdotierung Jungfilmerförderung Freiluftkino Luna Film Diagonale Forum Österreich Wiener Kinoförderung ARGE Österreichische Drehbuchautoren Stadtkino Summe LIKUS Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren Verein Kulturnetz WUK, Jahressubvention Aktionsradius Augarten Summe LIKUS Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen Stipendien Webster University Wisseschafts- und Habilitationsstipendien Summe LIKUS Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung 10.880.000,00 1.760.000,00 240.000,00 55.000.000,00 250.000,00 3.400.000,00 2.800.000,00 200.000,00 2.300.000,00 1.500.000,00 150.000,00 100.000,00 50.000,00 100.000,00 200.000,00 200.000,00 1.603.415,15 80.738.415,15 17.500.000,00 1.500.000,00 1.200.000,00 2.000.000,00 1.000.000,00 545.000,00 50.000.000,00 27.000.000,00 4.995.500,00 1.900.000,00 250.000,00 200.000,00 10.000.000,00 350.000,00 400.000,00 118.840.500,00 2.400.000,00 15.000.000,00 500.000,00 17.900.000,00 1.059.000,00 200.000,00 680.000,00 1.939.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration kulturelle Betreuung von Gruppen Kulturverein Österreichische Roma Österr. Ost- und Südosteuropa-Institut UESCO- Arbeitsgemeinschaft Österreichisch-Tschechische Gesellschaft Burgenländisch-Kroatisches Zentrum Summe LIKUS Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen Wiener Festwochen Verein z.Förderung d. künstlerischen Ausdruckstanzes Musiksommer-Klangbogen und Osterklang Blasmusikfest Bundesländertag Lebendige Weihnacht und Weihnachtsbaum Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH Verein Wiener Stadtfeste Kulturverein Alsergrund Verein Wiener Kulturservice AICE Intern. Jugendmusikfest Summe LIKUS Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 626.714,40 1.300.000,00 20.000,00 290.000,00 790.092,00 300.000,00 3.326.806,40 141.392.800,00 11.000.000,00 72.191.557,75 3.693.321,57 910.452,60 432.443,02 700.000,00 10.100.000,00 900.000,00 20.200.000,00 850.000,00 262.370.574,94 FÖRDERUNGEN Seit 1998 werden die Förderungen nach dem vom Institut für Kulturmanagament erarbeiteten System LIKUS angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung LIKUS- Hauptkategorie 15: Intern. Kulturaustausch, Integration LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen 402.233.473,38 135.302.544,03 34.444.630,00 14.724.991,77 13.850.669,00 207.666.253,95 358.125.151,51 695.279.409,00 80.738.415,15 118.840.500,00 17.900.000,00 1.939.000,00 3.326.806,40 262.370.574,94 2.346.742.419,13 KUNST- UND KULTURBERICHT DER STADT WIEN 1998 HERAUSGEGEBEN VON DER GESCHÄFTSGRUPPE KULTUR DES MAGISTRATS DER STADT WIEN AMTSFÜHRENDER STADTRAT FÜR KULTUR DR. PETER MARBOE © 1999 Magistrat der Stadt Wien Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Bernhard Denscher(MA 7) Dr. Ferdinand Opll(MA 8) Dr. Walter Obermaier(MA 9) Dr. Günter Düriegl(MA 10) Wolfgang Wais(Wiener Festwochen) Dr. Gerald Matt(Kunsthalle Wien) Wolfgang Ainberger(Wiener Filmfinanzierungsfonds) Dr. Karl Albrecht-Weinberger(Jüdisches Museum der Stadt Wien) Bezugsadresse: MA 7- Kulturabteilung Friedrich Schmidt-Platz 5 A- 1082 Wien e-mail: post@m07.magwien.gv.at Seite 1 INHALT VORWORT KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) Musik Theater Literatur Bildende Kunst Kunsthalle Wien Alltagskultur Altstadterhaltung und Denkmalpflege Bezirksmuseen Ehrungen Stipendien Film und Video Wiener Filmfinanzierungsfonds Wiener Festwochen Beratungsstelle für Kulturarbeit WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) MUSEEN DER STADT WIEN(MA 10) Jüdisches Museum der Stadt Wien FÖRDERUNGEN Seite 2 VORWORT Dr. Peter Marboe Der Kunst- und Kulturbericht der Stadt Wien gibt alljährlich einen Überblick über die Verwendung des städtischen Kulturbudgets. Budgetzahlen, so der allgemeine Konsens, spiegeln immer den politischen Willen wider. Natürlich gilt das auch für das Kulturbudget, das kulturpolitische Ansätze und Prioritäten zum Ausdruck bringt, aber auch Mechanismen der Förderung transparent macht, aufzeigt, wo gewohnte Ansätze fortgeschrieben, ausgeweitet oder auch eingeschränkt werden und andererseits Neuland beschritten wird. Wien ist ja- sicherlich unbestritten- eine der Kulturmetropolen Europas, eine Stadt, in deren kulturellen Ausdrucksformen sich vielfältige traditionelle Elemente mit neuen und neuesten Entwürfen und Utopien des kulturellen Feldes mischen. Die Stadt ist daher bemüht, die Entwicklung der breit gefächerten kulturellen Szene sensibel zu verfolgen, dem Bewährten seinen Platz zu sichern und zugleich Raum für die Förderung des Neuen, des Innovativen zu gewinnen. Eines ist dabei stets zu bedenken: Kulturpolitik kann sich immer nur bemühen, der Kultur die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen. Es waren, sind und werden immer die Künstler bleiben, die jenen urbanen und heute auch weit gehend global vernetzten Kosmos schaffen, der Wien als Kulturstadt kennzeichnet. Positive Bilanz des Kulturjahres 1998 Im Rahmen ihrer Möglichkeiten hat die Stadt 1998 dazu beigetragen, Wiens Rolle als Begegnungs- und Schnittpunkt künstlerischer und geistiger Strömungen in Europa weiter zu akzentuieren, und jene Grundlagen auszubauen, die die Künstler für ihre Arbeit brauchen. Größte Bedeutung in diesem Sinn hat die Eröffnung des Arnold-Schönberg-Centers im März 1998. Mit dem Center wurde nicht nur ein würdiges Zuhause für den Nachlass des großen Komponisten geschaffen, sondern auch ein Ort der Kommunikation für die Musik der Moderne. Das Schönberg-Center dient sowohl der Erhaltung, Pflege und Aufarbeitung des Nachlasses von Schönberg, wie auch der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit seinem Werk, und weiters der Pflege seiner Musik und generell der Musik des 20. Jahrhunderts. Bereits im ersten Jahr seines Bestehens hat sich das Schönberg-Center als lebendiges Kulturzentrum etabliert und ist damit den gestellten Erwartungen mehr als gerecht geworden. Mit der endgültig fixierten Realisierung des Mahnmals auf dem Judenplatz und der Gestaltung des gesamten Platzes erhält Wien eine Stätte würdigen Gedenkens, die- über die Erinnerung hinaus- für ein glaubhaftes „Nie mehr wieder“ in einer an Humanität und Toleranz ausgerichteten Gesellschaft steht. Die 3-Jahres-Vereinbarungen mit Theatern und anderen Kulturinstitutionen, die 1998 erstmals paktiert wurden, leiten ein neues Zeitalter in der Partnerschaft zwischen Künstlern und der Kulturverwaltung ein. Sie befreien die Kulturschaffenden aus der Rolle des Bittstellers und ermöglichen ihnen über die budgetäre Planbarkeit ein wesentliches Mehr an künstlerischer Freiheit. Weitere Schwerpunkte der kulturpolitischen Arbeit waren die Sicherung der kulturellen Kleinstruktur, also der Kinos, der Jazzklubs, der Bezirkskulturvereine, der Bezirksmuseen durch verschiedene Fördermaßnahmen, die teilweise bereits gegriffen haben: wie etwa die Aktion „Jazz in action“ oder die Einführung von dezentralen Bezirkskulturbudgets in der Gesamthöhe von öS 12 Millionen, über die die Bezirke erstmals autonom verfügen können. Die Renovierung und der weitere Ausbau des Konzerthauses wurden 1998 begonnen, die entscheidenden Planungsschritte für den Umbau des Historischen Museums und die Errichtung des Landesarchivs in einem der Erdberger Gasometer als wesentlicher Kulturneubau in die Wege geleitet. Im Zeichen des internationalen Kulturaustausches fanden Wien-Präsentationen in Prag und Moskau statt, in Wien signalisierte unter anderem das Festival „Hallamasch“ das Nahverhältnis von Kultur und multikulturellem Zusammenleben. Im Bereich der bildenden Kunst wurde der Ausstellungsbereich „Museum auf Abruf“ als wichtiger Schritt gesetzt, um die Ankäufe der Stadt Wien der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Schließlich wurden auch die Planungen für das Tanzhaus und das Kinderkreativzentrum im Museumquartier weitergeführt und vorbereitende Studien für die Sicherung des Filmstandortes Wien erstellt. Die endgültige Fixierung zukunftsweisender Lösungen in diesen Bereichen ist für das laufende Jahr 1999 zu erwarten. Kulturpolitik im Zeichen Europas Wien stand 1998 für ein halbes Jahr im Zeichen des EU-Vorsitzes von Österreich: aus diesem Anlass gewann die Frage nach dem Stellenwert der Kultur für die Integration des Kontinents zusätzliche Bedeutung. Dieser für unsere Zukunft so wichtige Prozess ist unmittelbar verknüpft mit der Rolle, die die Städte dabei spielen. Bei einem Treffen europäischer Kulturstadträte, zu dem Wien eingeladen hatte, konnte Übereinstimmung dahingehend erzielt werden, dass es gerade die Städte sind, in denen die für das kommende Jahrtausend wesentlichen kulturellen Szenerien ihren Nährboden haben und dass die Städte damit auch alle Möglichkeiten nutzen sollten, im Sinne eines gemeinsamen Europas zusammenzuarbeiten. Kultur ist immer auch Dialog. Sie baut Brücken zwischen den Menschen und Nationen, sie überwindet räumliche und geistige Distanzen. Für die Städte in Europa bedeutet das die Notwendigkeit der Annäherung, Seite 3 des Ausbaues der kulturellen Kommunikation, wobei immer auch die Reziprozität zwischen Ländern und Städten unterschiedlichen Wohlstandes gewahrt bleiben muss, um ein Europa der zwei Geschwindigkeiten, ein Europa, das an den EU-Grenzen endet, zu vermeiden. Jede europäische Stadt hat ihre eigene Geschichte, ihre Tradition, ihr besonderes Profil und ihre Möglichkeiten für die Zukunft. Wenn man bedenkt, dass 80 Prozent der Europäer in Städten leben, an jenen Orten, die unsere Zivilisation, ja die Geschichte der gesamten Welt wesentlich mitgeprägt haben, so kann man das Potenzial ermessen, das diese Städte- jede für sich und in ihrer Gesamtheit- für die gesamteuropäische Gesellschaft haben. Sie sind uns Mittler und Vermittler eines neuen europäischen Bewusstseins, das aus der Vergangenheit und den Ideen der heutigen Generation schöpft. Und in diesem Sinn sollte sich die europäische Kulturpolitik und die Kulturpolitik der Städte auch an dem Ziel ausrichten, bei aller Individualität und sogar Rivalität immer dem Gedanken der Zusammenarbeit, der Gemeinsamkeit, der Idee Europa verpflichtet zu bleiben. Die Kulturpoltitk Wiens wird sich auch in Zukunft an diesen Kriterien orientieren und damit die Position der Stadt als kulturelles Zentrum im größeren geistigen Raum Europa festigen und ausbauen. Seite 4 KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN(MA 7) MUSIK Das Jahr 1998 stand im Zeichen zahlreicher Jubiläen. Eine der ältesten musikalischen Einrichtungen Europas, die Wiener Hofmusikkapelle, feierte ihren 500. Geburtstag. Mit einem Konzert im Redoutensaal und einem Festkonzert im Musikverein unter der Leitung von Riccardo Muti, wurde dieses Jubiläum gebührend gefeiert. Ebenfalls ihren 500. Geburtstag feierten die Wiener Sängerknaben mit der Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ im Musikverein. Ein mehrtägiges Symposion stellte das Thema „400 Jahre Oper“ in den Mittelpunkt. Tagungsort war das Institut für Theaterwissenschaft der Universität Wien, wo namhafte Fachleute aus dem In-und Ausland referierten. Unter dem Titel „Seele Europas“ feierte man im Wiener Stephansdom die österreichische Übernahme der EU-Präsidentschaft. Vertreter aller Religionen brachten literarische und musikalische Beiträge zu Gehör. In zahlreichen Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Workshops wurde der 50. Geburtstag des Staates Israel gefeiert. In vielen Konzerten gedachte man auch populärer Operettenkomponisten.(50. Todestag von Franz Lehar; 155. Geburtstag von C.M Ziehrer; 100. Todestag von Carl Zeller). Abseits aktueller Jubiläen war die Stadt Wien auch 1998 bemüht, die drei großen Veranstalter- die Gesellschaft der Musikfreunde, die Konzerthausgesellschaft und die Musikalische Jugend Österreichs finanziell zu unterstützen, gefördert wurden darüber hinaus aber auch zahlreiche bedeutende und für das Musikleben unserer Stadt wichtige Ensembles. Um den Ruf Wiens als Musikstadt auch in Zukunft gerecht werden zu können, ist es unabdingbar, großes Augenmerk auf die Nachwuchsförderung zu legen. Um schon den Kindern im Vorschulalter Musik näher zu bringen, bietet der Kunstverein Wien neben der Kindermusikwoche in den Semesterferien sonntägliche Kinderkonzerte an. Kurz vor Beginn der Sommerferien bietet das Festival Kinderklang, das in Zusammenarbeit mit der Musikalische Jugend Österreichs durchgeführt wird, ein abwechslungsreiches Programm. Junge Künstler wiederum brauchen die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und in der Praxis ihr Können zu erweitern. Der Verein Musica Juventutis, das Wiener Jeunesse Orchester und das Gustav Mahler Jugendorchester nehmen sich mit großem Erfolg dieser Aufgabe an. Eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und sich an anderen Musikern zu messen, ist für junge Künstler besonders wichtig. Dazu bieten diverse Wettbewerbe- wie der Belvedere Hans Gabor Wettbewerb die Möglichkeit. Renommierte internationale Künstler verleihen Sängern mit abgeschlossener Ausbildung beim Wiener Musikseminar und bei den Wiener Meisterkursen den letzten Schliff. Für Instrumentalisten eröffnet Wien als Austragungsort des Fritz Kreisler Violinwettbewerbes und des Beethoven Klavierwettbewerbes große Chancen. Das Orchester der Stadt Wien, die Wiener Symphoniker, sind nicht nur in Wien oder bei den Bregenzer Festspielen unverzichtbarer Teil des Musiklebens, sie tragen den Ruf Wiens als Stadt der Musik durch ihre Tourneen in die ganze Welt. Die Bandbreite der geförderten Ensembles reicht vom Clemencic Consort, das sich der Pflege der Barockmusik angenommen hat, über Formationen zwischen Trio und kleinem Kammerorchester bis hin zum Klangforum Wien, das sich der zeitgenössischen Musik widmet. Vielfälltig ist das Angebot diverser Festivals über das Jahr verteilt. Das Frühlingsfest, alternierend von der Gesellschaft der Musikfreunde und der Wiener Konzerthausgesellschaft durchgeführt, konnte auch 1998 wieder steigende Besucherzahlen registrieren. Das Jazzfest ist, neben Aktivitäten des „Porgy& Bess“, und dem „Jazzland“, ein Fixpunkt für alle Jazzliebhaber. Im Herbst stehen das Jeunesse Festival und das Festival „Wien Modern“ im Mittelpunkt musikalischer Aktivitäten. Kompositionsaufträge erweitern das Repertoire und sichern die Einkommenssituation zahlreicher Wiener Komponisten. Die Generalsanierung des Wiener Konzerthauses wurde 1998 begonnen. THEATER Für die Wiener Theater konnte 1998 ein wesentlicher Schritt eines Gesamtpaketes realisiert werden: 3Jahres-Vereinbarungen! Mit dieser Einführung wurde erreicht, dass Theaterdirektoren sich nicht mehr als Bittsteller fühlen, die gegen Jahresende zittern müssen, wieviel ihrem Theater im nächsten Jahr zugestanden wird, sondern Partner sind, die- wie es dem Bühnenbetrieb entspricht- längerfristig planen und Verträge eingehen können, ohne „mit einem Fuß im Kriminal“ zu stehen. Die 3-Jahres-Vereinbarungen stellen den 2. Akt einer gelungenen(kulturpolitischen) Inszenierung dar: 1. Akt: Finanzielle Sanierung der Bühnen(begonnen 1997) 2. Akt: 3-Jahresvereinbarungen(1998) 3. Akt: Theaterkampagne(1999) 4. Akt: Theaterpreis(2000) Seite 5 Dieses Paket steht im erfreulichen Gegensatz zu anderen Ländern Europas, in denen Subventionen gekürzt, ja Theater geschlossen werden, stellt ein deutliches Bekenntnis der Politik zur Förderung der darstellenden Kunst dar, das in der Aussage der Stadtregierung gipfelt: In Wien werden keine Theater geschlossen! In der Zwischenzeit wurden solche mittelfristigen Vereinbarungen mit 35 Theatern, Veranstaltungsstätten und auch Freien Gruppen getroffen, weitere sind in Vorbereitung.(Dazu kamen 10 Vereinbarungen mit Kulturinstitutionen aus anderen Bereichen!) Ein Schritt, den man durchaus revolutionär bezeichnen kann, durchbricht er doch die Kameralistik, an der bislang alle Versuche gescheitert sind. Ein Schritt, der von allen Beteiligten überaus positiv aufgenommen worden ist, wie auch die anderen Maßnahmen, die zusätzlich den Theatern zugute kommen, wie die Theaterkampagne mit der Einführung des Theaterdienstages(„Wer zu zweit kommt, zahlt nur einmal!“), wie die Installierung eines großen Wiener Theaterpreises, der die bestehenden Preise zusammenführen und eine große Öffentlichkeitswirkung entfalten soll. Wenn das alles einmal umgesetzt sein wird, gibt es hervorragende Rahmenbedingungen für die Theater. Und nur die kann die Kulturpolitik bereitstellen. Gutes Theater machen müssen sie schon selber. Und das tun sie ja auch. LITERATUR „Die Literatur boomt. Lesungen und literarische Salons sind gut gefüllt und ziehen junges Publikum an“, konstatierte die Hamburger Wochenzeitschrift „Die Zeit“ Anfang des Jahres. Dass dieser erfreuliche Befund auch hier zu Lande Geltung hat, beweisen Veranstaltungen wie „Literatur im März“, „Rund um die Burg“ oder „Europa erfahren“, die sich über mangelnden Publikumszuspruch wahrlich nicht zu beklagen hatten. Mit einem „fulminanten Programm“(„Die Presse“) widmete sich „Literatur im März“ dem Thema „Lügen wie gedruckt“. Im Mittelpunkt stand dabei die Lüge als ästhetisches, moralisches und gesellschaftliches Phänomen. Dass dieses Thema neben ernsten Aspekten auch einen beträchtlichen Unterhaltungswert besitzt, wurde besonders bei den Lesungen von Robert Gernhardt, Josef von Westphalen oder bei einer szenischen Lesung aus den Dramoletten von Antonio Fian deutlich. Den Eröffnungsvortrag hielt Peter Sloterdijk, zum vielfältigen Phänomen der Lüge in der Literatur äußerten sich so prominente Autoren wie David Lodge, John Banville, Louis Begley, Antonia S. Byatt, Alexander Tisma, Nigel Barley und Werner Kofler. Ein attraktives und abwechslungsreiches Programm bot einmal mehr das Literaturfestival „Rund um die Burg“: „Werner Schneyder, Milo Dor, Anna Mitgutsch und Barbara Frischmuth füllten lesend spielend das Zelt. Auch zum Umfallen war kein Platz mehr als Kurt Ostbahn, unterstützt von Texter Günter Brödl, unvergleichlich den Wiener Blues sang“(„Kurier“). Dass es auch innerhalb Europas noch möglich ist, von einander überhaupt zu erfahren und einander reisend kennen zu lernen, belegten neun prominente Schriftsteller im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europa erfahren“ im Radio-KulturHaus. Die Teilnehmerliste reichte von Doris Lessing über Cees Noteboom bis Dacia Maraini. Große Beachtung beim Publikum und bei den Medien fanden auch die Aktivitäten der Schule für Dichtung in Wien, das AutorInnenlabor des Literarischen Quartiers der Alten Schmiede, das Canetti-Symposion, das sich mit dem Thema „Masse und Macht im Globalen Dorf“ beschäftigte, die Kinderliteraturwoche im Palais Auersperg oder die Veranstaltungsreihe „Linie leicht“, bei der sich zwischen 25. und 29. März österreichische Autorinnen und Autoren während der Leipziger Buchmesse präsentierten. Der Verein Wespennest organisierte mit großem Erfolg die Reihe „Wien-Moskau-Wien“, die exemplarische Einblicke in die gegenwärtige Kulturszene der russischen Hauptstadt ermöglichte und bei der gleichzeitig Wiener Kulturschaffende sich in Moskau einem russischen Publikum vorstellen konnten. Unter dem Titel „Der literarische Einfall“ dokumentierte eine Ausstellung im Wiener Museumsquartier den Entstehungsprozess literarischer Texte deutschsprachiger Autoren des 19. und des 20. Jahrhunderts. Gezeigt wurden Typoskripte, Handschriften, Baupläne, Skizzen, Grafiken und Materialcollagen von Autoren wie Johann Nestroy, Franz Grillparzer, Ödön von Horvath, Ingeborg Bachmann oder Ernst Jandl. Ziel all dieser von der Stadt Wien geförderten Veranstaltungen ist es, vermehrte Kenntnisse über die zeitgenössische Literatur und ihre Themen zu gewinnen und ihr neue Leserschichten zuzuführen. Die Literaturförderung unterstützt literarische Vereinigungen, Organisationen und Schriftstellerverbände, die derartige Veranstaltungen konzipieren, organisieren und durchführen. Wien ist aber nicht nur ein Ort der Begegnung mit und von Autoren, hier arbeitet auch eine große Zahl von Verlagen, die Werke von Wiener Autorinnen und Autoren betreuen und intensive Anstrengungen unternehmen, um ihnen eine große Zahl von Lesern zu verschaffen. Durch die Vergabe von Druckkostenbeiträgen und Tantiemengarantien sowie durch Buchankäufe fördert die Stadt Wien das Erscheinen zeitgenössischer österreichischer Literatur, der Ankauf von Abonnements hilft, die Existenz zahlreicher Literaturzeitschriften zu sichern. Autorinnen und Autoren, literarische Übersetzerinnen und Übersetzer fördert die Stadt Wien unter anderem durch Preise und Stipendien. Das höchstdotierte Stipendium- monatlich S 20.000,—- trägt den Namen Seite 6 Elias Canettis. Das Wiener Autorenstipendium- pro Jahr werden gleichfalls drei Stipendien vergeben- ist mit monatlich S 15.000,— dotiert und soll Wiener Schriftstellerinnen und Schriftstellern ebenfalls die Verwirklichung größerer literarischer Vorhaben ermöglichen. Die Dotation dieser beiden Stipendien wurde 1998 deutlich angehoben. BILDENDE KUNST Aufgabenbereich und Förderungstätigkeit haben im Bereich der bildenden Kunst im Jahr 1998 neuerdings erfreuliche Erweiterungen erfahren. Besonders die Ausstellungsaktivitäten in Wien und im Ausland haben sich positiv entwickelt. Die aus den eigenen Grafikbeständen zusammengestellte Ausstellung „Zu Papier gebracht“, die einen repräsentativen Querschnitt österreichischer Zeichnungen und Aquarelle seit 1955 wiedergibt, konnte im Rahmen der Wien-Wochen in Prag, in der dortigen Galerie Ambit(9.5.-5.7.), gezeigt werden. Ergänzend wurden in der Oskar-Kokoschka-Galerie des Österreichischen Kulturinstitutes in Prag Kleinplastiken und Bildhauerzeichnungen aus dem Fundus der Kulturabteilung ausgestellt. Bei den Wien-Tagen in Moskau wurde in der dortigen Kleinen Manege gleichfalls „Zu Papier gebracht“ gezeigt(10.-27.9.). Zuletzt wurde diese wichtige Dokumentation österreichischer Kunst der letzten Jahrzehnte noch in der Akademie der bildenden Künste in Riga präsentiert(20.11.-15.12.). Für Prag, Moskau und Riga sind jeweils Katalogbroschüren in den einzelnen Landessprachen erschienen. Unter dem Motto „Museum auf Abruf“, das bereits 1991 für eine Retrospektive gewählt worden war, stellte das Kunstreferat vom 9.7. bis 21.8. erstmals in der Galerie „Makartgasse 1“ eine Auswahl von Ankäufen vor. Das Thema „Der ironische Blick“ sollte die Tendenz aufzeigen, wonach auch Humor, Ironie und die damit verbundene Irritation als wesentliche Motive der neueren bildenden Kunst erkannt werden können. In der Makartgasse(„Museum auf Abruf“) sollen ab 1999 regelmäßig Themenausstellungen aus den Ankäufen und Beständen des Kunstreferates stattfinden. Einen größeren Rückblick, gleichsam eine Bilanz der qualitativ hervorragenden, im letzten Jahrzehnt getätigten Ankäufe, bot die Ausstellung „Des Eisbergs Spitze“, die in der Kunsthalle im Museumsquartier vom 25.9. bis 18.10. gezeigt werden konnte. An etwa 100 Beispielen wurde demonstriert, dass in der Sammlung des Kunstreferates ein hochrangiges, fast unbekanntes „Museum auf Abruf“ existiert. Ein repräsentativer Katalog dokumentiert diese Schau, die von der Presse höchst positiv beurteilt wurde. Die genannten Aktivitäten sind nur dadurch möglich, dass mittlerweile eine breit gestreute Sammlung von Kunstwerken zur Verfügung steht, die bei steter Beachtung qualitativer Kriterien im Rahmen der Förderungsankäufe auf etwa 15.000 Objekte angewachsen ist. 1998 standen für Ankäufe insgesamt S 6,513.000,— zur Verfügung, womit 218 Objekte(Bilder, Plastiken, Fotos usw.) erworben wurden. In dieser Summe sind 1,454.450,— enthalten, die für Ankäufe in Wiener Galerien aufgewendet wurden, um den Wiener Kunsthandel zu fördern. Dabei konnten durch gezielte Ankäufe Lücken der Sammlung geschlossen werden. Mit Hilfe von Werkverträgen wurden 1998 die fotografische Dokumentation der Neuankäufe, die laufenden Arbeiten im Depot, die EDV-Erfassung der Bestände und die Kontrolle entlehnter Bilder weitergeführt. Außerdem wurde ein neues EDV-Programm zur digitalen Bilderfassung installiert. Archiv und Katalogbibliothek des Kunstreferates wurden laufend ergänzt und stehen für wissenschaftliche Recherchen stets zur Verfügung. Im Rahmen der „Kleinprojektförderungen“ wurden 1998 an 51 gemeinnützige Wiener Kunst- und Kulturvereine S 1,827.000,— für insgesamt 76 Projekte zur Verfügung gestellt. Den unterstützten Vereine kommt ein wesentlichen Anteil am innovativen Kunstgeschehen in Wien zu. Durch Jahressubventionen konnten folgende Institutionen ihre Programme realisieren: Kunstverein Wien, Architektur Zentrum Wien, Wiener Secession, Künstlerhaus, Fotogalerie Wien(im WUK), Berufsverband bildender Künstler Österreichs(für die Galerie „station3“) sowie das Interaktive Kindermuseum. Bei der Durchführung einzelner Großprojekte wurden folgende Vereine unterstützt: Sigmund-FreudGesellschaft, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Cameleon Press, Kunstverein Art Phalanx. Auch die Teilnahme Wiener Galerien an der Kunstmesse FIAC in Paris wurde gefördert. Für die gemeinsam mit der GEWISTA durchgeführte Plakatwertungsaktion wurden zwei Preise der Kulturabteilung, jeweils S 30.000,—, zur Verfügung gestellt. Auch 1998 wurde die Prämienaktion „Das engagierte Auge“ für Wiener Kommerz- und Kleingalerien mit S 250.000,— dotiert und damit wieder das hervorragende Programm von 10 Galerien gewürdigt. Für den Förderungsankauf von Kunstbüchern aus Wiener Verlagen wurden S 197.332,— aufgewendet. In der vom Wiener Kunstverein betreuten Förderungsgalerie „Alte Schmiede“ wurden auf Vorschlag des Kunstreferates acht Ausstellungen gezeigt, meist jüngere Künstler, über die jeweils Informationsblätter erschienen sind. Diese werden seit 1987 aufgelegt, zur Ausstellung „Kurt Heinzelmaier“ erschien im Oktober 1998 das 100. Sammelblatt. In der U-Bahnstation Schottentor gestaltete Karin Plavcak das großformatige Jahresbild. Die Materialkosten von S 30.000,— wurden bereitgestellt. Seite 7 Auch 1998 gab es wieder die Möglichkeit, Künstler in schwierigen Notsituationen- über die bestehenden allgemeinen sozialen Einrichtungen hinausgehend- unbürokratisch durch eine „einmalige soziale Beihilfe“ zu unterstützen. Dafür wurden S 200.000,— aufgewendet. KUNSTHALLE wien „...in Sachen moderner Kunst möchte ich mit meinen Kollegen aus Deutschland und Österreich über eine Intensivierung der Zusammenarbeit sprechen. Wien ist da besonders aktiv mit seinen flexiblen Präsentationsstätten wie der Kunsthalle.“ Italiens Kulturministerin Giovanna Melandri(Der Standard 20/21. März 1999) Die Kunsthalle Wien konnte sich 1998 als Ausstellungsinstitution für zeitgenössische Kunst weiter profilieren. * erfolgreiche Verdichtung des Programms auf zeitgenössische Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes – neuer Besucherrekord Die Kunsthalle Wien hat sich die Aufgabe gestellt, in einer kulturellen Landschaft zwischen Museen, Galerien und Kunsträumen in Wien und in Hinblick auf das zukünftige Museumsquartier eine unverwechselbare und zeitgemäße Position zu formulieren. Bewusst wurde deshalb das Programm stärker auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes verdichtet. Mit dem Programmauftrag, den sich die Kunsthalle Wien gegeben hat, soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen thematischen Ausstellungen und dem Erfüllen der Funktion einer Art programmatischer „Informationsgalerie“. Diese klarere programmatische Ausrichtung hat auch beim Publikum großen Anklang gefunden. Obwohl 1998 keine Ausstellung zur klassischen Moderne gezeigt wurde, hat die Kunsthalle Wien mit ¸ber 130.000 Besuchern einen neuen Besucherrekord erzielt. Mit 27.000 Besuchern war Nan Goldin die erfolgreichste Ausstellung, insgesamt haben sich die Besucherzahlen in beiden Häusern(Karlsplatz und Museumsquartier) wesentlich erhöht und die Kunsthalle Wien im Museumsquartier hat sich als Ausstellungsort etabliert. * Ort der Produktion, Ort geistiger Impulse In sechs Jahren hat sich die Kunsthalle Wien zu einem der beliebtesten Ausstellungsorte Wiens entwikkelt und als innovative Produktionsstätte für Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst auch international etabliert. Einen hohen Anteil des Programms sind Eigenproduktionen, hinzu kommen Kooperationen mit internationalen Partnern und Ausstellungsübernahmen. Von 11 Ausstellungen waren 8 Ausstellungen Eigenproduktionen der Kunsthalle Wien, 2 Koproduktionen mit anderen Häusern und 1 Übernahme vom Whitney Museum, New York. 5 Ausstellungen der Kunsthalle Wien wurden von anderen Ausstellungshäusern(in Österreich, der Schweiz, in Frankreich, Italien, und Tschechien) übernommen. Bei fast gleich bleibendem Budget konnte im Vergleich zu den Vorjahren die Zahl der Ausstellungsproduktionen wesentlich erhöht werden(1995 z.B. wurden 5 Ausstellungen gezeigt: 3 Eigenproduktionen, eine Koproduktion und eine Übernahme). * Neubau Museumsquartier konnte zügig und schneller wie erwartet vorangetrieben werden und die Kunsthalle Wien wird ihren Neubau planmäßig im Jahr 2001 beziehen können. Der Spatenstich am 8. Dezember 1997 bedeutete den Startschuss für den Bau des Museumsquartiers und damit auch für den Bau der neuen Kunsthalle Wien. Ein wichtiger Aufgabenschwerpunkt in den nächsten Jahren liegt somit in der begleitenden Planung und Betreuung des Bauvorhabens der neuen Kunsthalle im Museumsquartier sowie in der Kommunikation dieses neuen, endgültigen Standortes. Bereits seit Dezember 1995 führt die Kunsthalle Wien in der provisorischen Kunsthalle Wien im Museumsquartier kontinuierlich Ausstellungsvorhaben durch. Damit soll der Ort Museumsquartier als zukünftige Heimstätte der Kunsthalle Wien schon jetzt im Bewusstsein verankert werden. Die Bespielung zweier Orte nebeneinander ermöglicht es, durch verschiedene Ausstellungen nicht nur für die Besucher kontinuierliche Programme anzubieten, sondern macht die Kunsthalle Wien sowohl programmatisch-inhaltlich wie auch organisatorisch-strukturell für die Stadt Wien im Rahmen des Museumsquartierprojekts kalkulierbar. * besucherfreundliche Angebote- keine Schließtage – Abendöffnung Die Kunsthalle Wien ist eines der wenigen Ausstellungshäuser in Wien, die täglich geöffnet haben; zusätzlich wurde mit großem Erfolg unter dem Motto „art at night“ jeden Donnerstag eine Abendöffnung bis 22 Uhr eingeführt. Durch laufende Besucherbefragungen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien soll der Kenntnisstand über die Besucher weiter verbessert werden, damit entsprechende besucherorientierte und Seite 8 serviceorientierte Maßnahmen getroffen werden können und eine permanente Rückkoppelung mit dem Publikum etabliert werden kann. * Kommunikation- zeitgenössische Kunst als öffentliches Thema Mit ihrem Programm ist es der Kunsthalle Wien gelungen, national in allen wichtigen Medien laufend präsent zu sein(ORF, Kunstzeitungen, Tagespresse), sowie auch beachtliche international Medienresonanz zu erreichen; zahlreiche Medienberichte in deutschen Medien(ARD, ZDF, FAZ; DIE ZEIT, SZ, SPIEGEL, FOCUS, BZ, ART, usw.), aber auch in der Schweiz, Großbritannien, in den USA, den Niederlanden, in Frankreich, Schweden, Finnland, Tschechien, in der Slowakei, in Slowenien usw. Das Programm- Im Zeichen eines erweiterten Kunstbegriffs Die Kunsthalle Wien konzentriert sich auf Präsentationen internationaler zeitgenössischer Kunst. Über themenspezifische Ausstellungen sollen die Entwicklungen und Zusammenhänge von der Moderne zum aktuellen Kunstgeschehen vermittelt werden. Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes kommt den gattungsund grenzüberschreitenden Tendenzen im Bereich der Künste große Bedeutung zu. Programmatische Schwerpunkte bilden Schrift-Text-Bild, Fotografie, Video, Film und „experimentelle“ Architektur. Performances, Konzerte, Film- und Videozyklen sowie Symposien sind teils Ergänzungen, teils integrale Bestandteile des Ausstellungsprogramms. Eigene Programmschienen sind dem grenzüberschreitenden Werk österreichischer Künstler sowie der Exilkunst gewidmet. Mit ihrem Programm repräsentiert die Kunsthalle eine Haltung, die vom Kommunikationswillen geprägt ist, vom Wunsch, die zunehmende elektronische Vernetzung der Welt ästhetisch abzubilden und zu reflektieren, und von der Absicht, den Sensibilitäten und Lebenswelten der jüngeren Künstlergeneration und des jungen Publikums Rechnung zu tragen. Damit ist die Kunsthalle auch ein Ort möglicher Lebenswelten, ein Reflektor aktueller und zukünftiger Lebenshaltungen, eine Vermittlerin von Lebensgefühl und Atmosphäre. 1. Herstellen von Zusammenhängen: Die Konzeption der Ausstellungen nimmt einen wesentlichen Platz im Gesamtbild der Kunsthalle ein, so dass die BesucherInnen durch die Inszenierung von Themen im Stande sind Tradition, historische Avantgarde und zeitgenössische Lebenswelt in neuen, ungewohnten, bisher nicht wahrgenommenen Zusammenhängen zu sehen. Damit wird dem Auftrag nachgekommen, die Isoliertheit von Einzelwerken aufzuheben und in einen größeren Kontext einzubetten und so immer wieder der musealen Erstarrung zu entreissen. 2. Interdisziplinarität: Längst schon sind die Gattungen der sieben Artes Liberales nicht mehr als getrennte Genres zu sehen. Dichtung vermischt sich mit Video, Film mit Fotografie, Theater mit Malerei, Architektur mit Performance etc.; neue Medien(Videokunst) sind aufgetaucht und werden sich weiterhin entwicken. Diesem Ineinandergreifen der Medien, Gattungen und Disziplinen soll im Programm der Kunsthalle Rechnung getragen werden. 3. Information: Augenmerk ist auch zu legen auf einen Miteinbezug von nicht nur restlos affirmierten mainstream-Positionen: KünstlerInnen, die noch weniger bekannt sind, sollten die Möglichkeit haben, beispielsweise in thematischen Zusammenhängen ihre Position zu formulieren. Eine Kunsthalle kann nicht die Funktion von Galerien übernehmen, aber sehr wohl seismographisch Strömungen in der Gegenwartskunst reflektieren. 4. Programmatik: Die Kunsthalle Wien sieht ihre Aufgabe in folgenden Themenbereichen: a) grenzüberschreitende Themenausstellungen b)Vorstellung junger, internationaler Künstler c) Vorstellung österreichischer KünstlerInnen, deren Werk bislang nicht genug oder gar nicht gewürdigt wurde d) Exilierte, emigrierte KünstlerInnen e) Künstler aus den ‘Peripherien’ bezogen auf die eurozentrische Kunstgeschichtsschreibung f) Schwerpunkte neue Medien, Video, Film, Fotografie g) kulturpolitische und kunsttheoretische Fragestellungen, die in Symposien und in der Schriftenreihe der Kunsthalle Wien behandelt werden und dazu dienen, die Kunsthalle in einen internatio nalen Diskurs einzubinden. Ausstellungen 1998 KUNSTHALLE wien am karlsplatz • Alpenblick – Die zeitgenössische Kunst und das Alpine 31. 10. 97 – 1. 2. 98 Eigenproduktion Das Echo der Alpen klingt lange nach. Seite 9 An paradigmatischen Positionen wird in der anthologischen Ausstellung herausgearbeitet, wie sich – beginnend mit den 60er Jahren, mit Fokus auf der aktuellen Situation – Künstler mit dem „Alpinen“ beschäftigt haben, einem aus vielen Gründen abgedroschenen und entleerten Komplex. Die Blick- und Bildkonventionen, die sich im Laufe einer mehr als 200-jährigen Geschichte der ästhetischen Eroberung und Domestizierung des Gebirges herausgebildet haben, sind tief in uns eingeschrieben und verstellen den Blick. Unter den Bedingungen von Breitentourismus und massenhafter Bildkommunikation führte dies zu einem Paradox: Einerseits ist das Sujet des Alpinen mit Bedeutung überladen und reicht bei vielen Menschen in eine emotionale und sentimentale Resonanzzone, sind wir(Künstler, Ausstellungsmacher, Publikum) doch längst Routiniers der touristischen Bildempfindung. Interessanterweise kam aber gerade an diesem Punkt der Redundanz, auch der Kritik an überkommenen Bildreglements neues Leben in das miefige Thema: Nach dem postmodernen Turn sind es nun gerade die abgegriffenen Bilder und Blickschemata, bis hin zu den „normalen“ Standardbildern der Sphären Tourismus oder Werbung, die als spannend empfunden und neu kodiert werden – bis hin zu einem Dialog mit dem kulturellen Archiv des Alpinen, z.B. einer Benützung der Alpen als produktive ästhetische Müllhalde, aber auch als Ort von Geschichte. „Herausgekommen ist dabei eine der gewitztesten Ausstellungen der jüngsten Zeit“, Der Tagesspiegel (Berlin), 21.1. 1998 21.399 Besucher • Nan Goldin – I’ll Be Your mirror 27. 2. 98 – 3. 5. 98 – Produktion des Whitney Museum of American Art in New York. Die US-amerikanische Photographin Nan Goldin prägte mit ihren direkten wie persönlichen Darstellungen realer Situationen des subkulturellen Lebens in Amerika die Ästhetik der künstlerischen Photographie der Achtzigerjahre entscheidend mit. Die Kunsthalle Wien zeigt die große Retrospektive des Werks von Nan Goldin, die vom Whitney Museum of American Art in New York zusammengestellt wurde. Neben jüngeren und aktuellsten Arbeiten werden auch Beispiele ihrer früheren Schwarz-Weiß-Portraits, Landschaften und Interieurs der Siebzigerjahre gezeigt. „Nan Goldin est entrée dans ma vie comme un miracle, comme seuls les miracles venus de mon pays peuvent entrer dans une vie.“ Beaux Arts(F), März 1998 26.769 Besucher • CROSSINGS – Kunst zum Hören und Sehen 29. 5. 98 – 13. 9.98 Eigenproduktion, Übernahmestation Galerie Rudolphinum in Prag „CROSSINGS“ handelt von der Begegnung von Musik und bildender Kunst. Einer Begegnung, die im 20. Jahrhundert in vielen Facetten und Formen zum Ausdruck kam, bisher aber kaum als besonderes und eigenständiges Phänomen Beachtung fand. Die Kunst für Augen und Ohren hat mittlerweile eine eigene Tradition entwickelt und besitzt als gleichsam „doppelsinnliches“ Phänomen eine besondere Faszination. Diese zeigt sich gerade in der gegenwärtigen Kunst, in der aus spezifischen und individuellen künstlerischen Positionen Werke für das Hören und Sehen auftauchen. Ihre Ausgangspositionen und Intentionen sind sehr unterschiedlich, oft weit voneinander entfernt und doch verbindet sie die Faszination einer Übertragung von einem Sinn zum anderen- Hören mit den Augen, Sehen mit den Ohren. „Sie präsentiert auf gelungene Weise Arbeiten von mehr als vierzig Künstlerinnen und Künstlern, darunter bekannte wie Artschwager, Beuys, Cage, Gerz, Hill, Kelley, Nauman, Paik, Pistoletto und Weiner.“(Neue Zürcher Zeitung, 24.8.98) 19.013 Besucher • Louise Bourgeois. Jenny Holzer. Helmut Lang 9. 10. 98 –10. 1. 99 Eigenproduktion Der Designer/Künstler Helmut Lang, die Bildhauerin Louise Bourgeois und die Videokünstlerin Jenny Holzer werden für die Kunsthalle Wien ein gemeinsames Projekt realisieren. Es wird dabei nicht darum gehen, drei solitäre Werk(gruppen) zu schaffen, die die KünstlerInnen repräsentieren, sondern einen Umgang mit dem Innen- und Außenraum der Kunsthalle zu schaffen, der das Werk der KünstlerInnen reflektiert, aber die jeweiligen Disziplinen ineinander greifen lässt: Mode/Design/Architektur/Gestaltung(Lang), Installation/Bildhauerei(Bourgeois) und Video/Kunst/Text/Sprache(Holzer). „Endlich wieder eine Ausstellung, die den White Cube der Wiener Kunsthalle als Raumangebot belässt und großzügig für Installationen von Künstlern nützt!“(Salzburger Nachrichten, 22.10.98 13.441 Besucher Seite 10 KUNSTHALLE wien im museumsquartier Cremaster 1 – Matthew Barney Hallen F+F1 28. 11.97 –8. 2. 98 Eigenproduktion Weitergabe an: Museum für Gegenwartskunst Basel(28.3. – 28.6. 1998) Matthew Barney schlägt in der Werkgruppe „Cremaster 1“ die Brücke zwischen Tanz, Film und bildender Kunst. Der 1967 geborene US-Amerikaner ist innerhalb weniger Jahre kometenhaft zum Teilnehmer der documenta IX und der Whitney-Biennale aufgestiegen. 1996 erhielt er den Hugo Boss Preis des Guggenheim Museums. Neben dem Film wurden in der Ausstellung die auf mehreren künstlerisch-medialen Ebenen vollzogene Vorbereitungsarbeiten für den Film CREMASTER 1 gezeigt und damit die inhaltliche Komplexität des Werkes übergreifend dokumentiert. „Eine sensationelle Schau“, KURIER 25.11. 1997 15.751 Besucher Übersee Flucht und Emigration österreichischer Fotografen 1920-1940 Halle A2 16. 1. – 15. 3. 98 Eigenproduktion Übernahme Japan in Verhandlung Ein bislang noch unerforschtes Kapitel zum Thema „Exilphotographie“ in der österreichischen Geschichte der Photographie soll nun mit dieser Ausstellung geschlossen werden. Anhand von 180- 200 Bildbeispielen aus den verschiedensten Bereichen der Photographie soll eine möglichst zusammenhängende Darstellung von Photographen und Photographinnen österreichischer Herkunft gegeben werden, die in der Emigration das Bild der amerikanischen Photographie vielfach mitgeprägt haben. Ein zweisprachiger Ausstellungskatalog, dem ein lexikalischer Teil angeschlossen ist sowie eine VideoDokumentation mit Interviews von Überlebenden, ergänzen die ausschließlich diesem Thema gewidmete Ausstellung. „Die Kunsthalle Wien zeigt im Museumsquartier die erste Ausstellung über die Arbeit österreichischer Fotografen, die ins Exil flüchten mussten.“(Der Standard(A), 16.1.98) 11.010 Besucher Tracey Moffatt – An Australian View Halle A1+A2 10. 4. – 7. 6.98 Eigenproduktion, Übernahme Magazin 4, Bregenz und in der Galerie Museum, Bozen Der Katalog zur Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der Kunsthalle Wien und dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart. Tracey Moffatt ist 1960 in Brisbane geboren, sie lebt in Sydney. Ihre Arbeiten sind in den Bereichen Film und Fotografie angesiedelt. Ihre Fotografie ist stilistisch, dramaturgisch und choreografisch von Film und Video geprägt, mit manchen ikonographischen Entlehnungen aus der Kunstgeschichte. Trotzdem sind die Bildfolgen rätselhafte Geschichten, in sich geschlossene, nicht Stils eines und desselben Films. Moffatts Fotografien sind inszeniert, narrativ, völlig undokumentarisch. Die Themen kreisen um das Andere, das Fremde, die Außenseiter, die Ränder, soziale, geschlechtsspezifische und rassische Differenzen, kurz um das komplexe Geflecht von menschlichen Beziehungen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der ProtagonistInnen scheinen sich im Moment der Aufnahme zu verdichten. Dabei ergibt sich im Kontext der Gegenwart der jeweils Anderen im Bild ein seltsames, oft beunruhigendes Stilleben von atmosphärischer Fremdheit und widersprüchlichen Gefühlsregungen. Moffatt ist in der diesjährigen Biennale vertreten. Das Dia Center for the Arts in New York zeigt zurzeit ihre Arbeiten. „...heute lebt sie in Sydney und gilt als international erfolgreichste Künstlerin ihres Landes. Jetzt widmen die Wiener Kunsthalle und der Württembergische Kunstverein Stuttgart der Künstlerin die ersten Einzelausstellungen im deutschsprachigen Raum.(“ Art- Das Kunstmagazin(D), April 1998 8.513 Besucher Pipilotti Rist Remake of the Weekend Halle A1+ A2 26. 6. – 30. 8. 98 Koproduktion der Kunsthalle Wien mit der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof- Museum für Gegenwart Berlin; Kunsthalle Zürich, Musee Moderne de la Ville de Paris Seite 11 P. Rist wird in der Kunsthalle in Wien eine neue Arbeit zeigen, in der durch Projektionen an Wände und Spiegel die Interaktion zwischen geistigen, virtuellen und realen Räumen vorgeführt wird. Die Rückbindung von essenziellen Elementen wie Meer, Himmel, Emotionen, Sexualität in die Abläufe des Alltags soll metaphorisch thematisiert werden. Unter anderem wird auch die in der Biennale Venedig gezeigte Videoinstallation Ever is Over All zu sehen sein: Auf der linken Projektionsfläche ist eine junge Frau zu sehen, die in einem luftigen Kleid einen Gehsteig abschreitet. In ihren Händen hält sie eine große Blume(Knifophia). Mit dieser schlägt sie wie selbverständlich die Fenster der parkierten Autos ein. Eine sie überholende Polizistin grüßt sie freundlich und lächelt ihr zu. „Europas beste Ausstellungen in den nächsten Monaten...Wien: In der Kunsthalle ist die derzeit populärste europäische Video-Künstlerin Pipilotti Rist mit ihrer Show „Remake of the Weekend“ bis 30.8. zu sehen.“ (Abendzeitung(D), 3.7.98 12.668 Besucher Komar& Melamid – Schön–Häßlich Halle A1 18. 9.–1. 11. 98 Eigenproduktion Vor vier Jahren starteten Vitaly Komar und Alexander Melamid, ihr erstes gemeinsames Projekt „Peoples’s Choice“; „die Kunst gehört nicht nur dem Volk, sie kommt aus dem Volk“- sofern ein bisschen nachgeholfen wird. Die beiden beauftragen ein demoskoposches Institut, um die meistgeliebten und die meistgehassten Bilder der Österreicher zu erfragen. Sie selbst, bekannt geworden als gewitzte Meister aller Stile, gedachten, die Datenberge in adäquate Gemälde umzusetzen. Ausgangspunkt des Projektes ist eine im jeweiligen Land von einem professionellen Meinungsforschungsinstitut durchgeführte Umfrage nach einem standardisierten Fragenkatalog, bei dem die Meinung der Menschen darüber erfragt wird, was sie für ein „gutes“ bzw. für ein „schlechtes“ Kunstwerk halten. Die so gesammelten Daten werden sodann von den Künstlern jeweils in ein Bild verarbeitet und zusammen mit den Daten der Meinungsumfrage in einer Installation präsentiert. Bisher wurde das Projekt in mehreren Ländern(USA, Frankreich, Russland, Deutschland) durchgeführt. In allen Ländern hat es größte Aufmerksamkeit erregt und wurde meist zu grundsätzlichen kulturpolitischen Diskussionen benutzt. Das Projekt wird im Rahmen der EU-Präsidentschaft durchgeführt. „Österreich hat gewählt! Das „schönste Bild des Landes“ haben die beiden US-Russen Vitaly Komar& Alexander Melamid nach einer Karmasin-Meinungsumfrage gemalt. Die Weltstars(„New York Times“) „demokratisieren“ Kunst augenzwinkernd, kommen jetzt nach Wien.“(News(A), 17.9.98) 5.225 Besucher Die Wiener Gruppe Halle A1+A2 13. 11. 98- 21. 2. 99 Eigenproduktion, Weitergabe an: Bregenzer Kunstverein, Kunsthaus Graz Rückblickend betrachtet ist es keine Frage mehr, dass die „Wiener Gruppe“ einen der wesentlichsten österreichischen Beiträge zur internationalen Kunst nach 1945 geleistet hat. Nicht zuletzt der radikal intermediale, gattungsübergreifende Ansatz der künstlerischen Produktion der Gruppe(der im Übrigen der Ausstellungsprogrammatik der Kunsthalle Wien entgegenkommt) nimmt eine Reihe von späteren Tendenzen vor allem der 60er Jahre. Happening, Conceptual Art etc.- vorweg. Die Ausstellung in der Kunsthalle im Museumsquartier zeigte einen repräsentativen Querschnitt der künstlerischen Aktivitäten von Achleitner, Artmann, Bayer, Rühm und Wiener. Das Spektrum umfasst u.a. die als Gemeinschaftsarbeiten entstandenen „poetischen Acte“ der frühen Fünfzigerjahre, die „literarischen Cabarets“(1958/59), weiters die Bereiche Theater, Hörspiel, Musik; auf den(kultur)politischen Kontext der Fünfzigerjahre wird ebenso Bezug genommen wie beispielsweise auf für die Gruppe bezeichnende Themen wie „Sprachkritik“ oder „methodischer Inventionismus“. „Österreich erinnert sich seiner Avantgarde: die ‘Wiener Gruppe’....Kurator Wolfgang Fetz hat in Luigi Blaus architektonisch uneitler Präsentation eine sachlich informative Schau arrangiert. Der Besucher sieht eine Retrospektive und betritt zugleich ein höchst lebendiges Archiv jüngerer ästhetischer Vergangenheit...“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung(D), 2.12.98) 3.624 Besucher OUTSIDE ART – Kunst im öffentlichen Raum Die Projektreihe Outside Art begleitet ab 1998 den Neubau und Umzug der Kunsthalle Wien vom Karlsplatz ins Museumsquartier. Pro Jahr werden zwei Projekte realisiert und mit Katalogen dokumentiert: 170 Eröffungsbesucher Seite 12 19. 6. – 17. 9. 1998 Richard Hoeck& John Miller White Studies vor der KUNSTHALLE wien am karlsplatz Mit ihrer Installation, bestehend aus einem „shack“ mit SAT-TV und Musik von Dave Loggins sowie einem aufgebockten US-Autowrack, verweisen die Künstler auf ihr analytisches Interesse an Alltagskultur und nichtakademischen Forschungsfeldern, wie z.B. die Lebenswelt des „kleinen weißen Mannes“ eines ist. 10. und 17. September 1998, jeweils 20 Uhr ELLEN CANTOR „Within Heaven and Hell“- Videozyklus KUNSTHALLE wien im museumsquartier, Halle N Videoreihe aus insgesamt 5 Videos von Ellen Cantor, je ca. 15 min., Within Heaven and Hell(1996, 15 min.) Ode to Life(1997), Remember Me(1998) Club Vanessa(1996), Madame Bovary’s Revenge(1995) 230 Besucher Sonderveranstaltungen Der literarische Einfall – Über das Entstehen von Texten Halle A1 31. 1. – 20. 3. 98 Eine Ausstellung des Österr. Literaturarchivs in Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Landesbibliothek und der Kunsthalle Wien 7.328 Besucher Literatur im März Kunsthalle Wien, Museumsquartier 26. 3.- 29. 3. 1998 Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Alten Schmiede 2.500 Besucher Buchausstellung: Brandstätter Verlag 11.9.- 13.9.1998 997 Besucher Kunsthalle Wien, Museumsquartier Des Eisbergs Spitze 25.9.-18.10.98 Ausstellung der MA 7 2.593 Besucher Halle A2 Seite 13 ALLTAGSKULTUR Die Förderung der Alltagskultur dient der Verbesserung urbaner Infrastruktur. Alte Grätzl können dadurch neue Attraktivität erhalten. Darüber hinaus soll aber auch bei der Planung neuer Stadtteile für die Bevölkerung ein lokalorientiertes kulturelles Angebot geschaffen werden, das der Bildung so genannter „Schlafstädte“ entgegenwirkt. Neben der finanziellen Unterstützung steht vor allem eine umfassende Beratung und Hilfestellung für Kulturvereine bei der Durchführung von Veranstaltungen im Vordergrund. 1998 hat sich dadurch das Spektrum der Angebote wesentlich erweitert und in der Qualität verbessert. Neben multikulturellen und besonders innovativen Projekten wurden vor allem auf die Jugend bezogene Vorhaben gefördert. Der Verein „Kulturnetz“, eine spezielle Serviceeinrichtung für die Bezirke nördlich der Donau, war 1998 besonders erfolgreich tätig und konnte weitere Aufbauarbeit im Bereich der Verbesserung der kulturellen Infrastruktur leisten. Die Bezirke verfügten in diesem Jahr erstmals über eigene dezentrale Kulturbudgets, sodass sich das Budgetvolumen für basiskulturelle Aktivitäten nahezu verdoppelt hat. Die Pflege der Tradition, wie sie von Volksmusikgruppen, Blasmusikkapellen, Chören und Brauchtumsgruppen repräsentiert wird, zählt ebenso zur Alltagskultur. Als Beispiel dafür wären die Südtiroltage zu nennen, in deren Rahmen sich Blasmusikkapellen, Volksmusik- und Volkstanzgruppen auf verschiedenen Wiener Plätzen präsentieren konnten. Einen Höhepunkt im Jahr 1998 stellte das „19. Österreichische Blasmusikfest“ unter dem Motto „Auftakt zur EU-Ratspräsidentschaft“ dar, bei dem 45 Musikkapellen aus allen österreichischen Bundesländern sowie aus den Ländern der EU-Beitrittskandidaten Estland, Polen, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern teilgenommen haben. Bei der Veranstaltung „Faszination der Blasmusik“ in der Kurhalle Oberlaa zeigten zwölf Blasmusikkapellen und Gruppen des Wiener Blasmusikverbandes ihr Können und präsentierten ihre Jugend- bzw. Nachwuchsarbeit. Im November fand die 32. Wiener Walzer-Konkurrenz „International Austrian Open 1998“ in der Wiener Stadthalle statt. Großen Publikumszuspruch fand auch wieder das alljährlich durchgeführte „Internationale Adventsingen“ im Wiener Rathaus. Dabei traten Chöre aus Deutschland, Spanien, Belgien, der Schweiz, den USA, der Ukraine, der Tschechischen Republik, Ungarn, Italien, Rumänien, Großbritannien, Polen, Finnland, den Niederlanden, Frankreich und aus Österreich auf. ALTSTADT Die Möglichkeit, stilgemäße Wiederherstellungen und historisch materialgerechte Instandsetzungen an Häusern in Schutzzonen oder unter Denkmalschutz durchzuführen, wurde 1998 in erhöhtem Ausmaß genutzt, wobei mit Hilfe der Mittel des Wiener Altstadterhaltungsfonds wichtige Akzente gesetzt werden konnten. Die Maßnahmen werden durch Subventionen unterstützt, die aus einem Zuschlag zur Rundfunk- und Fernsehgebühr, dem so genannte Kulturschilling, aufgebracht werden. Es handelt sich dabei um eine Landesabgabe, die widmungsgemäß überwiegend für Zwecke der Altstadterhaltung zu verwenden ist. Von den bereits mit insgesamt mehr als S 1.800 Mio. geförderten 3500 Objekten wurden 1998 83 Gebäude mit einer Gesamtsumme von S 105,7 Mio. bedacht. Der Beirat für den Wiener Altstadterhaltungsfonds begutachtete und der Gemeinderat genehmigte Förderungen nicht nur für die Wiederherstellung eines kleinen Restes der Stadtmauer im Bereich Am Gestade, sondern auch für die Pflege des Stadtbildes im Bereich des Schottenhofs, für die Kirche St. Stephan, die Michaelerkirche und die Votivkirche. Typische Elemente des Stadtbildes wie die Altstadtkandelaber auf dem Heldenplatz oder die historische Einfriedung des Rathausparks wurden ebenso berücksichtigt wie die Wiederherstellung der Beschichtung des Riesenrades, das neben seiner Bedeutung als Wiener Wahrzeichen auch ein Industriedenkmal darstellt. Bedeutende Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit, wie der Rabenhof oder der Sandleitenhof bekamen ihr ursprüngliches Aussehen zurück, ohne dabei auf zeitgemäßen Wohnstandard verzichten zu müssen. Ein weiteres Beispiel für revitalisierte alte Bausubstanz stellt das Schloss Hetzendorf dar, in dem unter Beibehaltung des zeitgemäßen Schulbetriebs der Modeschule die originale Substanz erhalten und instandgesetzt wird. Schließlich darf die Pfarrkirche auf dem Kahlenberg nicht unerwähnt bleiben, die zur Erinnerung des Entsatzes bei der zweiten Türkenbelagerung erbaut wurde. Als weitere Projekte können nicht nur die hochbedürftigen Baudenkmäler der Erzdiözese, z. B. die Lichtentaler Pfarrkirche oder das Innere von St. Peter, sondern auch einer der ersten Stahlbeton-Skelettbauten in Europa, die Tribüne 1 des Wiener Trabrennvereins, genannt werden, deren Renovierung in der nächsten Zeit ansteht bzw. schon durchgeführt wurde. Die Instandsetzung eines weiteren, prominenten Bauwerks, Seite 14 nämlich des Palais Schwarzenberg, wird eine zusätzliche Maßnahme zur Erhaltung des Stadtbildes am Ausgang des Schwarzenbergplatzes darstellen. Denkmalpflege Denkmäler, Sakral- und Profanplastiken und Bildstöcke setzen Akzente im öffentlichen Raum, der durch sie belebt und geprägt wird. Die überwiegende Anzahl diverser freiplastischer Objekte befindet sich in Obhut der Stadt Wien, die auch die Kosten für ihre Erhaltung trägt. Gleiches gilt auch für Gedenktafeln, die meist an Privathäusern angebracht sind. Die laufende Betreuung reicht von der Anstrahlung besonders wertvoller und stadtbildprägender Objekte über notwendige Reinigungen bis hin zu grundlegenden Renovierungen. Hauptprojekt des Jahres 1998 war die Restaurierung des Deutschmeisterdenkmals, für das S 1,500.000,— aufgewendet wurden. Die Sanierung des Denkmals für Bürgermeister Andreas Zelinka im Stadtpark kostete S 300.000,— Die Restaurierung der Mariensäule am Jodok-Fink-Platz konnte 1998 mit Hilfe eines Beitrages in der Höhe von S 300.000,— abgeschlossen werden. Im Zuge der Generalsanierung des Platzes in Wien 13, Am Platz, wurde auch die Mariensäule um S 420.000,— restauriert. Wiener Bezirksmuseen Unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen haben sich die 23 Bezirksmuseen und 8 Sondermuseen- wie z.B. das Rauchfangkehrermuseum oder das Phonomuseum- versammelt. Basis für alle diese Einrichtungen ist der Idealismus ihrer Mitarbeiter, deren Tätigkeit ehrenamtlich ist. Die Wiener Bezirksmuseen leisten einen wichtigen Beitrag, ein Heimatgefühl, das sich auf den Wohnbezirk bezieht, zu pflegen und zu intensivieren. Dabei beschäftigen sie sich nicht nur mit der Vergangenheit, sondern sie sehen sich auch als Orte der Begegnung, die vielen Künstlern Gelegenheit bieten, ihr Schaffen einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen zu können. Zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs leistet die Stadt Wien ihren Beitrag in Form einer Subvention, die 1998 S 2,350.000,— betrug. Außerdem wurden S 1,100.000,— zur Durchführung besonderer Projekte zur Verfügung gestellt. Die Projektförderung ermöglichte dem Bezirksmuseum Josefstadt die Ausstellung „Neudeggergasse 12 - Die Synagoge in der Josefstadt“. Das Bezirksmuseum Donaustadt konnte eine Esslinger Schulfahne restaurieren lassen. EHRUNGEN Auszeichnungen der Stadt Wien sind als sichtbares Zeichen der Würdigung von künstlerisch und wissenschaftlich hervorragend tätigen Personen zu verstehen. Darüber hinaus informieren Berichte der Medien, die aus diesen Anlässen entstehen, die Öffentlichkeit über das breite Spektrum kulturellen Schaffens in Wien. Die Preise der Stadt Wien, die Josef-Kainz-Medaille oder der Johann-Nestroy-Ring tragen zur Motivation der Geehrten bei. Um größtmögliche Objektivität im Hinblick auf den Vergabemodus zu gewährleisten, erfolgen die jeweiligen Nominierungen ausschließlich durch unabhängige Jurys, deren Mitglieder ständig wechseln. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung junger Künstler und Wissenschafter. Als Beispiel dafür sei unter anderem die Vergabe des Ernst-Krenek-Preises oder der Förderungspreise der Stadt Wien hervorgehoben. 1998 wurden auch- wie alle drei Jahre- Preise aus der Dr.-Karl-Renner-Stiftung der Stadt Wien verliehen. Die Würdigung der Leistungen verdienstvoller Persönlichkeiten ist auch posthum in Form von Widmungsund Ehrengräbern, Kranzniederlegungen und Grabrestaurierungen möglich. STIPENDIEN Die Stipendien der Stadt Wien verteilen sich auf die verschiedensten Bereiche des kulturellen Lebens. Unter anderem entfielen öS 360.000,— auf 18 Arbeitsstipendien für Literatur, bildende Kunst und Komposition. Die Studienbeihilfen und Wissenschaftsstipendien wurden nach ausführlichen Informationsgesprächen mit Studierenden und angehenden Wissenschaftlern vergeben. FILM UND VIDEO Die Film- und Videoförderung der Stadt Wien ist bestrebt, zeitgenössisches Filmschaffen nicht nur durch die Subventionierung einzelner Filmvorhaben, sondern auch durch die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die Künstler und Produzenten zu unterstützen. Vor allem im Umkreis der jungen unabhängigen Film- und Videokünstler, die in vielen Fällen gerade erst von der Filmakademie abgegangen sind, haben sich in den letzten Jahren Vereinigungen und Institutionen entwickelt, die sich konzentriert um für das heutige Filmgeschäft wesentliche Aufgabenstellungen wie die Organisation des Filmvertriebs oder die Beschickung von Festivals, aber auch um Weiterbildungsmöglichkeiten kümmern. Seite 15 Da viele Produktionen vor allem im Kurzfilm- und Experimentalfilmbereich in erster Linie nur bei speziellen Festivals oder in diversen Nebenschienen bei den großen Filmfestspielen Gelegenheit bekommen, ein breites Publikum zu finden, haben sich Organisationen wie etwa „Sixpack-Film“ oder „Navigator-Film“ entwikkelt, die durch ihr know how Wesentliches zur Bekanntmachung des jungen österreichischen Filmschaffens beitragen. Eine wichtige Rolle kommt auch dem Drehbuchforum zu, das nicht nur den Thomas Pluch Drehbuchwettbewerb organisiert, sondern zahlreiche Workshops, Seminare und Lectures veranstaltet und so für interessierte Filmautoren eine wesentliche Weiterbildungsmöglichkeit darstellt. Neben diesen jüngeren Organisationen werden aber auch traditionsreiche Institutionen wie das Österreichische Filmarchiv oder das Österreichische Filmmuseum in Form von Betriebssubventionen unterstützt. Die Viennale ist nun schon mehrere Jahre hindurch nicht nur zur Zeit des herbstlichen Filmfestivals präsent, sondern zeigt auch während des Jahres oft in Zusammenarbeit mit der einen oder anderen der oben erwähnten Organisationen Retrospektiven oder thematisch zusammengestellte Filmschauen. Der Schwerpunkt der Filmförderung liegt aber nach wie vor in der Unterstützung ausgewählter Filmprojekte durch den Wiener Filmfinanzierungsfond DER WIENER FILMFINANZIERUNGSFONDS(WFF) ALS IMPULSGEBER FÜR DIE WIENER FILMWIRTSCHAFT „Aus Gleichgültigkeit und Unwissenheit wird die Filmkunst mancherorts als minderwertig verachtet. Diese edle, empfindliche Gattung droht im Mediendschungel zu ersticken. Dabei braucht sie, um zu überleben, Zuwendung, Respekt und Liebe. Nur so kann die Übermacht der elektronischen Medien wie die Mauer überwunden werden.... Jedes Volk, jeder Mensch hat ein Recht auf Träume und Fantasien, sonst geht die Kultur insgesamt zu Grunde. Jeder Staat hat die Pflicht, dafür zu sorgen, dass Träume und Fantasie sich frei und ungehindert entfalten können. Eine Gesellschaft, die lebendig bleiben will, muss die Welt der Bilder und der Vorstellungskraft am Leben erhalten. Eine Gesellschaft ohne Träume ist eine Gesellschaft ohne Zukunft. Ich wünsche uns allen,... dass die Aufgeschlossenheit und Begeisterung für unsere Filmkunst stetig wächst.„ (Jack Lang, ehemaliger Französischer Kulturminister anlässlich der Eröffnung der Berliner Filmfestspiele 1997) SECHS JAHRE WFF(1992 – 1998) Im Mai 1992 wurde der WFF als größter regionaler Fonds Österreichs in Leben gerufen. Seine Aufgabenstellung ist analog ähnlicher Einrichtungen in Europa, die Stärkung und der Ausbau des Produktionsstandortes Wien für Film und TV. Künstlerisch und/oder wirtschaftlich erfolgversprechenden Projekten soll dadurch die Realisierung ermöglicht werden. Die Fördersumme richtet sich nach der Höhe der Wienausgaben und der Mitteln, die Wiener Filmschaffenden und Filmdienstleistungsbetrieben zugute kommen. Bevorzugt werden Projekte, die Wien als erkennbaren Ort der Handlung haben, was bei internationaler Verwertung im Kino und im TV eine hervorragende Fremdenverkehrswerbung darstellt. Internationale Koproduktionen mit einem hohen Mittelfluss aus dem Ausland werden bevorzugt. WFF Finanzierungszusagen können für Kino- und TV Spielprojekte, Kinoverwertungen und Festivalbeteiligungen, Drehbücher, Projektentwicklungen und strukturstärkende Maßnahmen gegeben werden. Im Kernbereich der Produktionsfinanzierung hat der WFF bisher 90 Projekte mitfinanziert, die durchschnittliche WFF Beteiligung beträgt dabei rund 4. Mio. ATS. WFF HIGHLIGHTS 1992 – 1997 Die Filme von Michael Haneke, darunter 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls , Das Schloß und Funny Games, die auf zahlreichen Festivals gezeigt wurden. Funny Games ist 1997 nach 35 Jahren der erste österreichische Film, der am Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Cannes teilnimmt und er bekam dafür lobende Kritiken: „Im Grunde gab es nur vier, möglicherweise fünf Filme im Wettbewerb, die im Kino ihr Eintrittsgeld wert wären, einer davon war Michael Hanekes Funny Games „(Philip French in „The Observer„ vom 25.5.1997). Funny Games erhielt den „Fipresci-Preis„ der internationalen Kritiker-Vereinigung beim 24 th Flanders International Film Festival in Ghent, den „Silver Hugo for best director„(Chicago, 33 rd International Film Festival) sowie den „Special Jury Prize„ und den „Critic‘s Prize„(São Paulo International Film Festival). Funny Games wurde bereits in über 50 Länder verkauft. Before Sunrise war der Eröffnungsfilm des Sundance Film Festival in Utah(USA) 1995, Richard Linklater erhielt den „Silberner Bären„ für die beste Regie auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin 1995. In über 60 Ländern konnten Verkäufe erzielt werden. Kommissar Rex, erfolgreichste TV Serie in deutscher Sprache, konnte mit einer WFF Beteiligung von 10 Mio. ATS von Köln nach Wien geholt werden, was einen enormen Wien Werbeeffekt zur Folge hatte. Die Serie mit dem Hunde wurde bis dato in 22 Ländern ausgestrahlt. Seite 16 Hasenjagd – Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen ( Regie: Andreas Gruber) wurde mit Preisen überhäuft: „Kulturpreis für Filmkunst des Landes Oberösterreich„, „Spezialpreis der Jury„(San Sebastián International Film Festival), „Prix de l’OCIC„(Preis der katholischen Filmkritik in D’Amiens, Film Festival International Du Film), „Publikumspreis der Diagonale Salzburg„, „Nominierung zum deutschen Bundesfilmpreis 1995„, das „österreichische Goldene Ticket„, „Sonderpreis der Katholischen Filmkommission„, „Deutscher Kritikerpreis„, „erster Preis„ des Filmfestivals Schwerin, „Hauptpreis des Festivals Figueira da Foz„, „Preis der Deutschen Filmkritik als bester deutschsprachiger Film„ sowie den „Preis der Österreichischen Film Tage Wels„. Radetzkymarsch , Axel Cortis dreiteilige TV Serie erhielt den „Adolf Grimme Preis„, den renommiertesten Fernsehpreis Deutschlands und die „Goldene Nymphe„ in vier Hauptkategorien beim Monte Carlo International Television Festival und den „Fernsehpreis der österreichischen Volksbildung„, Radetzkymarsch wurde bereits in 12 Ländern ausgestrahlt. Der TV-Zweiteiler Opernball nach dem Roman von Joseph Haslinger unter der Regie von Urs Egger, hatte Höchsteinschaltziffern in Deutschland und Österreich. Die drei Musketiere (Regie: Stephen Herek) fanden internationale Verbreitung. Emigration, N.Y. , Regie: Egon Humer mit folgenden Preisauszeichnungen: „Publikumspreis„ der Diagonale Salzburg 1995, „Film des Monats„, August 1996, den „Kritikerpreis 1996„ und „Dokumentarfilm des Jahres„ der Zeitschrift epd Film, „Lobende Erwähnung„ des Prix Europa 1996 Die Knickerbockerbande/ Das sprechende Grab , (Regie: Marijan D. Vajda) die WFF Finanzierung für den Kinofilm gab den Ausschlag für die gleichnamige TV-Serie, Festivalliste: Giffoni Film Festival(Wettbewerb), „Jan Zonder Award„ Antwerpen, „Action and Adventure Film Festival„(Wettbewerb), Prag, International Film Festival „Golden Golem„ „Films for young People), Erster Preis der Publikumsjury: Rio de Janeiro, Festival Cineduc. Die Arbeiten von Harald Sicheritz( Freispiel und Hinterholz 8 mit Besucherrekordzahlen) und Reinhard Schwabenitzky: Verlassen sie(bitte) ihren Mann , Ein fast perfekter Seitensprung , Eine fast perfekte Scheidung und Eine fast perfekte Hochzeit mit Rekordzahlen bei den österreichischen Kinobesuchern und höchsten TVEinschaltquoten. Der Unfisch , Regie: Robert Dornhelm, Festivalliste: Internationale Filmfestspiele Berlin(Internationales Forum des jungen Films), Montréal World Film Festival, São Paulo, International Film Festival, Valladolid International Film Festival, Fort Lauderdale International Film Festival, 4 th European Film Festival Osaka, Washington AFI – European Union Film Showcase, Film Festival Max Ophüls Preis, Palm Springs, San Francisco, „Berlin and Beyond„ – Festival Portland, Oporto: „Fantasport„, Int. Festival of Fantasy Films, Brüssel, 16 th Int. Festival of Fantasy, Thriller& Science Fiction Films, Schwerin, 8. Film Kunst Fest, Österreichischer Beitrag für die Nominierung zum Auslandsoscar FINANZIERUNGSZUSAGEN 1998 1998 vergab der WFF bedingte und unbedingte Zusagen für 22 Produktionen, 14 Verwertungen, sechs Drehbücher, vier Projektentwicklungen und zwei Treatments. Produktionsfinanzierungen im Detail Spielfilme (darunter fünf Erstlingsfilme) Alma- A Show biz ans Ende Theaterverfilmung über das Leben Alma Mahler Werfels. P: Nanook Film; R: Paulus Manker; D: Susi Nocoletti, Johann Wohalek, Paulus Manker Der Baldower Thriller: nach einem Überfall können die Täter fliehen, doch in ihrem Versteck treffen sie auf einen jungen Mann, der zu ihrem Gegenspieler wird. P: Dor Film; R: Thomas Roth; D: Marek Haloff, Jürgen Hentsch, Dieter Pfaff, Herbert Fritsch Seite 17 Die Schwarze Maske Kriminalkomödie um eine Frau mit Doppelleben. P: Allegro Film; R: Peter Patzak; D: Christiane Hörbiger, Harald Juhnke, Udo Samel Eine fast perfekte Hochzeit Verwechslungskomödie: Henny und Sigi wollen endlich heiraten, zuvor erleben sie jedoch einige Turbulenzen. P: Star Film; R: Reinhard Schwabenitzky; D: Elfie Eschke, Andreas Vitasek, Alexander Goebel, Hildegard Knef Geboren in Absurdistan Verwechslungskomödie um zwei Neugeborene in einem Wiener Spital. P: epo-film; R: Houchang Allahyari; D: Karl Markowics, Julia Stemberger Hundstage (Ulrich Seidls erster Spielfilm) Sieben Geschichten an einem Wochenende, zur Zeit der „Hundstage„, der heißesten Zeit des Jahres. P: Allegro Film; R: Ulrich Seidl; D: Maria Hofstätter, Hilde Berger, Alfred Mrwa Kubanisch Rauchen (Stephan Wagners erster Spielfilm) Gangsterfilm mit kriminellen und amourösen Verwicklungen. P: Filmhaus Sunrise; R: Stephan Wagner; D: Simon Licht, Thomas Morris, Seymour Cassel, Leon Askin Mörderische Abfahrt – Skitour in den Tod (erster Spielfilm) Thriller in den Tiroler Alpen. P: epo-film; R: Curt Faudon; D: Rupert Frazer, Thomas Heinze, Francois-Eric Gendron Nordrand (Barbara Albert erster Spielfilm) Fünf junge Menschen treffen in Wien aufeinander, um für kurze Zeit ihr Leben zu teilen. P: Lotus Film; R: Barbara Albert; D: Nina Proll, Edita Malovcic, Michael Tanczos Taste of Sunshine Geschichte der jüdischen Familie Sonnenschein in Budapest von 1840 bis 1956. P: Dor Film; R: István Szabó; D: Ralph Fiennes, Jennifer Ehle, Rachel Weisz Der Umweg Durch die Bekanntschaft mit Thomas Bernhard erfährt eine jungen Frau ihre Bestimmung zur Schriftstellerin. P: Lotus Film; R: Frouke Fokkema; D: Armin Müller Stahl, Thekla Reuten Untersuchung an Mädeln (Peter Payers erster Spielfilm) Verfilmung des gleichnamigen Romans von Albert Drach. P: Dor Film; R: Peter Payer; D: Anna Thalbach, Elke Winkens, Max Tidof, Otto Sander Wanted Satirische Komödie über einen Arzt, dessen Seele sich im „Wilden Westen„ befindet. P: MR Film; R: Harald Sicheritz; D: Alfred Dorfer, Roland Düringer Besonderer Wert wurde 1998 der immer stärker werdenden österreichischen Dokumentarfilmszene gewidmet. 26 Japanese Letters 26 Kapitel zum Thema „Fremd/Anders/Verschieden Sein„ am Beispiel Japans. P: Fischer-Film; R: Edgar Honetschläger 50 x 2000 Gesprächsserie über Themen aus Kunst, Politik, Philosophie und Wissenschaft zum Anlass der Jahrtausendwende P: DORO-Film; R: Rudi Dolezal, Hannes Rossacher, Lukas Sturm, Prof. von Barloewen, Konzept: André Heller Daydream Nation Über den Umgang mit dem Müll und die Zukunft der Arbeit. P: Prisma Film; R: Ebba Sinzinger Seite 18 Die Synagoge – Verlorene Nachbarschaft Dokumentation anhand der Veranstaltung „Verlorene Nachbarschaft„, bei der eine Synagoge in Wien Josefstadt für kurze Zeit virtuell wieder errichtet wurde. P: Extra Film; R: Käthe Kratz Frankreich wir kommen! Dokumentation über die Teilnahme der österreichischen Nationalmannschaft an der Fußball-WM Endrunde 1998 in Frankreich. P: Lotus Film; R: Michael Glawogger Imax: Die weissen Pferde Imax-Dokumentation über die Spanische Hofreitschule in Wien und Piber. P: MR- Film; R: Kurt J. Mrkwicka Lauf um dein Leben Lebensstationen des gebürtigen Wiener Schriftstellers Fred Wander. P: Grey Panther; R: Edgar Hagen Steinweisser Mann Porträt des heute 87 jährigen Künstlers Richard Erdoes, der in den 50er Jahren als „Steinweisser Mann„ zum Chronisten des indianischen Lebens und Widerstandes in den USA wurde. P: Fischer Film; R: Martina Theininger Schwimmer in der Wüste Laszlo Almasys(„Der englische Patient„) Reisen und Entdeckungen als Ausgangspunkt einer gegenwärtigen Reise. P: epo-film; R: Kurt Mayer „WFF FILME„ IM ÖSTERREICHISCHEN KINO 1998 Hinterholz 8 Besucher: 605.699 P: Dor Film; R: Harald Sicheritz; D: Roland Düringer, Nina Proll, Wolfgang Böck Mit über 600.000 Zuschauern nimmt Hinterholz 8 Platz 1 des österreichischen Films in den 90er Jahren ein und Platz 2 (nach dem amerikanischen Publikumshit Titanic) in der österreichischen Kinobesucherstatistik für 1998. Eine fast perfekte Scheidung Besucher: 156.594 P: Star Film; R: Reinhard Schwabenitzky; D: Elfie Eschke, Andreas Vitasek, Alexander Goebel, Hans Clarin Comedian Harmonists Besucher: 110.353 P: Dor Film; R: Joseph Vilsmaier; D: Ben Becker, Ulrich Noethen, Max Tidof, Heino Ferch, Meret Becker Drei Herren Besucher: 99.398 P: Allegro Film; R: Nikolaus Leytner; D: Karl Merkatz, Karl Markovics, Ottfried Fischer Black Flamingos Besucher: 22.738 P: Terra Film; R: Houchang Allahyari; D: Sandra Cervik, Harald Posch, Marianne Mendt, Dolores Schmidinger Über 1.070.000 Besucher der österreichischen Kinos sahen 1998 einen Film, der vom WFF mitfinanziert wurde(Produktions- und Verwertungsfinanzierung). Seite 19 „WFF FILME IM ÖSTERREICHISCHEN FERNSEHEN 1998 Eine fast perfekte Scheidung Ausstrahlung ORF 1: 20.12.1998, Zuschauer: 1.175.000 P: Star Film; R: Reinhard Schwabenitzky; D: Elfi Eschke, Andreas Vitasek, Alexander Goebel Krambambuli Ausstrahlung ORF 2: 21.12.1998, Zuschauer: 989.000 P: Satel Film; R: Xaver Schwarzenberger; D: Tobis Moretti, Gabriel Barylli Ein fast perfekter Seitensprung Ausstrahlung ORF 2: 5.4.1998, Zuschauer: 923.000 P: epo-film; R: Reinhard Schwabenitzky; D: Elfi Eschke, Andreas Vitasek, Alexander Goebel Clarissa Ausstrahlung ORF 2: 24.10.1998, Zuschauer: 809.000 P: SK Film; R: Jacques Deray; D: Maruschka Detmers, Claude Rich, Tobias Moretti Opernball Ausstrahlung ORF 1(1. und 2.Teil): 15.3.1998, Zuschauer: 718.000 P: Satel Film; R: Urs Egger; D: Heiner Lauterbach, Franka Potente Mörderische Abfahrt – Skitour in den Tod Ausstrahlung ORF 1: 4.12.1998, Zuschauer: 564.000 P: epo-film; R: Curt Faudon; D: Rupert Frazer, Thomas Heinze, Francois-Eric Gendron PREISE VON „WFF FILMEN„ 1998 Die internationale Koproduktion Comedian Harmonists unter der Regie von Joseph Vilsmaier erhielt beim deutschen Bundesfilmpreis 1998 das „Filmband in Gold„ für den besten Film, zwei „Filmbänder in Gold„ für den besten Hauptdarsteller und die beste Nebendarstellerin sowie die Preise für das beste Design und den besten Schnitt. Weitere Preise: „Bayrischer Filmpreis„, „UFA Filmpreis 1998„(für den umsatz- und besucherstärksten deutsch/österreichischen Film 1998), „Preis der Arthur-Brauner-Stiftung„ für Regisseur Joseph Vilsmaier sowie der „Gilde-Preis in Gold„ des Filmkunst- und Programmkinoverbandes Deutschlands. Dreifach ausgezeichnet wurde Michael Haneke: bei den 10. Baden Badener Tagen des Fernsehspiels erhielt Haneke den „Sonderpreis 1998„ für die herausragende Drehbuchadaption und die Regie des Romans von Franz Kafka Das Schloss, ebenfalls für Das Schloß erhielt er den „Fernsehpreis der österreichischen Volksbildung„. Die Akademie der Künste in Berlin verlieh Michael Haneke den „Konrad-Wolf-Preis 1998„ für seine herausragenden künstlerischen Leistungen. Zweifach ausgezeichnet wurde auch Michael Hanekes Funny Games , mit dem „Special Jury Prize„ und dem „Critic´s Prize„ auf dem 18 th Oporto International Film Festival „Fantasporto„. Robert Dornhelms Der Unfisch bekam zwei Publikumspreise: beim 8. Film Kunst Fest in Schwerin und beim Puchon International Fantastic Film Festival. Ebenfalls den Publikumspreis, den „Goldenen Biber„ erhielt Drei Herren von Nikolaus Leytner bei den 20. Biberacher Filmfestspielen. Den „Österreichischen Filmpreis 1998„ erhielt Eine fast perfekte Scheidung von Reinhard Schwabenitzky. Beim Bayerischen Fernseh-Preis bekamen Franka Potente und Heiner Lauterbauch u.a. für ihre Darstellungen in Opernball (Regie: Urs Egger) je einen „Sonderpreis„. AUSBLICK 1999 1999 wird der WFF einer Reform unterzogen, deren Ziel darin liegt, die Förderpolitik noch effizienter mit vermehrten Mitteln voranzutreiben. Produktionshighlights 1999 Jedermanns Fest (Aufstieg und Fall des Modeschöpfers Jan Jedermann), Regie: Fritz Lehner, mit Klaus Maria Brandauer und Juliette Greco. Nach Aufstockung der Produktionsmittel wird die teuerste österreichische Nachkriegsproduktion 1999 fertig gestellt werden. The Fourth Man , Regie: Robert Dornhelm. Diese österreichisch/kanadisch/englische Koproduktion befasst sich mit den Turbulenzen und Intrigen rund um Carol Reeds legendären Wien-Film The Third Man. Für die Rolle von Orson Welles ist Oliver Platt vorgesehen. Mondvater, d er bedeutende georgische Regisseur Bakhtiar Khoudoinazarov, der mit seinen früheren Werken auf internationalen Festivals ausgezeichnet wurde, erzählt in dieser internationalen Koproduktion die Geschichte einer jungen Frau, die durch ihre Heimat reist, um den Vater ihres Kindes zu finden. Heimkehr der Jäger, d er österreichische Regisseur Michael Kreihsl, mit seiner letzten Arbeit Charms Zwischenfälle international erfolgreich, erzählt die Geschichte eines Mannes, der die Umweltzustände nicht mehr erträgt und dagegen rebelliert. In der Hauptrolle: Ulrich Tukor. Seite 20 WIENER FESTWOCHEN Wiener Festwochen 1998 – 8. Mai bis 17. Juni Die Wiener Festwochen 1998 waren Leonie Rysanek gewidmet. Am 9. September 1997 wurde die Kammersängerin und weltberühmte Sopranistin zur Präsidentin des Vereins Wiener Festwochen gewählt. Ihr unerwarteter Tod am 7. März ließ sie die ersten von ihr vorbereiteten und mitgetragenen Festwochen nicht mehr erleben. Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers Ein kurzes Resümee der drei Programmdirektoren: Wir meinen, dass sich die Form unserer Zusammenarbeit für das diesjährige Festwochen-Programm als sehr glückhaft erwiesen hat. Das Monster(wie uns Luc Bondy taufte) mit den drei Köpfen- aber mit nur einem Herzen und einem Bauch- hat die unterschiedlichsten Ideen ausgespuckt und überzeugende Produktionen in die Welt gesetzt. Freudig überrascht waren wir von der größtenteils enthusiastischen Zustimmung, die unser Musiktheater erfahren hat. Hat sie uns doch gezeigt, dass sowohl eine heutige Auseinandersetzung mit traditionellen Werken(Monteverdis „Ritorno“ und „Orfeo“) als auch neueste Werke(Tan Duns „Peony Pavilion“ und Salvatore Sciarrinos „Tödliche Blume“) unser Publikum erreicht haben. Im vierhundertsten Jahr ihres Bestehens kann die Oper, wie im Jahr ihrer Geburt, Menschen in ihren Bann ziehen. Nach dieser glücklichen Erfahrung müssen wir uns um ihre Zukunft keine Sorgen machen. Der Auftakt der dreijährigen Festwochen-Zusammenarbeit mit William Forsythe und Meg Stuart waren Höhepunkte, Boris Charmatz eine Entdeckung für Wien und bemerkenswert die Aufnahme dieser anspruchsvollen Formen aus dem Tanz- und Crossover-Bereich von Seiten des Publikums. Das Theorie-Event „BodyCurrency“ erwies sich als sinnvoll und notwendig, um die zeitgenössischen Konzepte zu Körper, Raum und Wahrnehmung, die sich nicht mehr in eine Sparte einordnen lassen, gemeinsam mit Theoretikern und Performern zu reflektieren. Die eigens für Wien in Koproduktion mit dem Theater in der Josefstadt geschaffenen Produktionen „Figaro lässt sich scheiden“ und die Uraufführung „Die Ähnlichen“ erlangten eine enorm hohe internationale Anerkennung und Medienresonanz. Das Festwochen-Auftragswerk „Kohelet“ wurde begeistert, aber auch kritisch aufgenommen. Marthalers „Kasimir und Karoline“ wurde zum erwarteten Erfolg, „La Vie Parisienne/ Pariser Leben“ war dem Anspruch der Inszenierung gemäß, einerseits bejubelt, andererseits umstritten. Das öftere Spielen von Eigenproduktionen erwies sich als erfolgreich und bestätigte die Strategie „weniger Produktionen, mehr Vorstellungen“. Die fremdsprachigen Gastspiele „Questa sera si recita a soggetto“ und „Les Précieuses Ridicules“ hatten es mit je sechs Vorstellungen schwerer. „Phèdre“ hingegen war nahezu ausverkauft. Wir wollen zukünftig auf keinen Fall auf fremdsprachige Produktionen verzichten, nur die Anzahl der Vorstellungen muss jeweils neu überdacht werden. Besonders erfolgreich war der „Regiewettbewerb“, eine Festwochen-Innovation, mit der auch ein neues Publikum gewonnen wurde und die 2000 fortgesetzt wird. Die Sofiensäle als neuer Ort wurden von den Künstlern wie auch vom Publikum gleichermaßen gut angenommen. Trotzdem spüren wir, dass die Wiener Festwochen neben dem Festspielhaus Theater an der Wien auch eine eigene zentrale Spielstätte brauchen und freuen uns auf die Rückkehr ins Museumsquartier im Jahr 2001. Insgesamt haben die Wiener Festwochen 1998 62.585 Karten aufgelegt. Insgesamt gab es 24 Produktionen/Projekte mit 111 Vorstellungen(ohne Bibapoh): 1 Eigenproduktion Eröffnung Rathausplatz „Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding...“ 13 Gemeinschaftsproduktionen L’Orfeo, Il Ritorno d’Ulisse, Die tödliche Blume, Beuys, Peony Pavilion, La Vie Parisienne/ Pariser Leben, Così fan tutte, Figaro lässt sich scheiden, Phèdre, Questa sera si recita a soggetto, Die Ähnlichen, The Snakesong Trilogy, Kohelet 6 Gastspiele Kasimir und Karoline, Les Précieuses Ridicules, Ballett Frankfurt/Choreographien Forsythe, Splayed Mind Out, a.m./p.m. COMFORT BY DESIGN, herses(une lente introduction) Weitere 4 Produktionen/Projekte Italienisches Konzert, Liederabend Olaf Bär, Regiewettbewerb, BodyCurrency-Theorie-Event Weiters: Festwochen-Ausstellung „Crossings- Kunst zum Hören und Sehen“ in der Kunsthalle Wien Festwochen-Konzerte im Musikverein Die 1997 bereits erfolgreich eingeführte Strategie, weniger Produktionen, dafür mehr Vorstellungen anzubieten, wurde 1998 beibehalten. Seite 21 Selbst für die programmierten Publikumshits gab es ein ausreichendes Kartenangebot. 1997: 24 Produktionen mit 165 Vorstellungen, 77.668 aufgelegte Karten 1996: 33 Produktionen mit 179 Vorstellungen, 77.847 aufgelegte Karten Von den 62.585 aufgelegten Karten bei den Wiener Festwochen 1998 wurden 52.365 verkauft. Die Gesamt-Besucherauslastung betrug 83,67 Prozent. 1997: 90,79%, 1996: 82,53%, 1995: 83%, 1994: 81,4%, 1993: 84,8%, 1992: 76,8% 1997 wurden von 77.668 Karten 70.517 verkauft. 1996 wurden von 77.847 Karten 64.250 verkauft. 1995 waren es 51.687 von 62.288. Die Einnahmen der Wiener Festwochen 1998 aus dem Kartenverkauf belaufen sich auf 19,8 Millionen. 1997 27,2 Millionen, 1996 18,6 Millionen Am besten besuchte Produktionen Kasimir und Karoline 100% herses(une lente introduction) 100% Splayed Mind Out 99% Phèdre 98% Cosi fan tutte 96% Peony Pavilion 95% L’Orfeo 95% Figaro lässt sich scheiden 94% Il Ritorno d’Ulisse 94% Wiener Festwochen 1998 Besucher insgesamt 165.146 Eröffnung 35.000 Festwochen-Karten (Musiktheater, Tanz, Theater) 52.365 Festwochen-Konzerte(Musikverein) 57.781 Festwochen-Ausstellung „Crossings“ (Kunsthalle Wien) 20.000 Die Wiener Festwochen waren bei 13 von insgesamt 24 Produktionen Koproduktionspartner. Im Rahmen der Wiener Festwochen 1998 fanden 4 Uraufführungen statt: „Peony Pavilion“, „Die Ähnlichen“, „Kohelet“, „Bibapoh“. Die Neuinszenierungen von „Figaro lässt sich scheiden“, „La Vie Parisienne/Pariser Leben“ und „L’Orfeo“ wurden bei den Wiener Festwochen zum ersten Mal gezeigt. Die Wiener Festwochen haben 2 Auftragswerke vergeben: „Beuys“ und „Kohelet“. Die internationalen Projekte („L’Orfeo“, „Peony Pavilion“, „La Vie Parisienne/Pariser Leben“, „IL Ritorno d’Ulisse“, „Die tödliche Blume“, „The Snakesong Trilogy“, „Questa sera si recita a soggetto“, „Phèdre“, „Kohelet“, „BodyCurrency“, „Regiewettbewerb“) und die beiden Gemeinschaftsproduktionen mit dem Theater in der Josefstadt („Figaro lässt sich scheiden“ und „Die Ähnlichen“) wurden zu großen künstlerischen Erfolgen und erregten im In- und Ausland großes Aufsehen. Viele Gemeinschaftsproduktionen der Wiener Festwochen wurden anschließend bei verschiedenen Festivals bzw. Theatern im Ausland gezeigt: z.B. „Die Ähnlichen“(Edinburgh Festival), „Peony Pavilion“(Barbican Centre London, Rom, Bobigny Paris, Cal Performances Berkeley Los Angeles), „Phèdre“(Weimar, Stockholm, Recklinghausen, Hamburg, München, Zürich, Edinburgh, Paris), „Il Ritorno d’Ulisse“(Berlin Hebbel-Theater, Holland Festival Amsterdam, Zürcher Spektakel), „L’Orfeo“(Bayerische Staatsoper München), „La Vie Parisienne/Pariser Leben“(Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin), „Kohelet“(Kunstfest Weimar), „Figaro lässt sich scheiden“ wurde zum Berliner Theatertreffen 1999 eingeladen. Wiener Festwochen im Internet: Insgesamt 521.972 Zugriffe Innerhalb von sechs Monaten(seit Dezember 1997) wurde insgesamt 521.972 mal auf die Wiener Festwochen im Internet zugegriffen. Am häufigsten wurde die Homepage(Einstiegsseite) besucht: 15.282 Zugriffe. Die im Internet beliebtesten Stücke waren: „Questa sera si recita a soggetto“(1.458 Zugriffe) und „Figaro lässt sich scheiden“(1.223 Zugriffe). Der Kartenverkauf via Internet setzt sich, dem allgemeinen Trend nach, stark fort. Es wurden 831 Karten in 242 Bestellungen angefordert. Etwa 30% der Anfragen stammen aus Österreich, weitere 11,5% aus Deutschland und 2,1% aus der Schweiz. Das bedeutet, das immerhin deutlich mehr als die Hälfte der Internet-Benutzer potenzielle Nutzer der englischen Seiten sind. Ein außergewöhnlich großes, internationales Medienecho begleitete die diesjährigen Wiener Festwochen. Berichte u.a. New York Times, Los Angeles Times, The World and I/Washington, Le Monde, Libération, Corriere della sera, La Republica, L’Unità, L’Espresso, Il Manifesto, The Independent, El Pais, Neue Zürcher Seite 22 Zeitung, Weltwoche, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Spiegel, Focus, 3sat, arte, ZDF aspekte. Insgesamt waren rund 500 Journalisten akkreditiert, davon 330 aus dem Inland und 160 aus dem Ausland. Medienberichte in Zeitungen, Radio und Fernsehen über die Wiener Festwochen 1998 konnten insgesamt ca. 3.000 gezählt werden. Wiener Festwochen 1998 Produktionen im Detail Eröffnung auf dem Rathausplatz: 35.000 Besucher Das Programm der Eröffnung war dem Andenken an die Festwochen-Präsidentin und große Künstlerin Leonie Rysanek gewidmet. So erinnerte der Titel „Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding...“ an ihre Glanzpartie, die Marschallin in Richard Strauss’ Oper „Der Rosenkavalier“. Die Wiener Sängerknaben, die anlässlich ihres 500-Jahr-Jubiläums mitwirkten, der Pianist Rudolf Buchbinder, der Chorus Viennensis und die Wiener Symphoniker unter der musikalischen Leitung ihres Chefdirigenten Vladimir Fedosejev begeisterten mehr als 35.000 Besucher mit ihrer Darbietung. ORF 2 übertrug live. Musiktheater „L’Orfeo“ Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Bayerische Staatsoper München Theater an der Wien, 8., 10., 12., 14. Juni 3.427 Besucher(94,98 Prozent) „Il Ritorno d’Ulisse“ Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Handspring Puppet Company, Johannesburg, La Monnaie/De Munt, Brüssel und kunstenFESTIVALdesArts, Brüssel Sofiensäle, 28., 29., 30., 31. Mai, 1. Juni 2.049 Besucher(93,65 Prozent) „Peony Pavilion“ Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen(Ausführender Produzent), MC 93 Bobigny, Paris, Barbican Centre, London und Cal Performances of the University of California at Berkeley Sofiensäle, 12., 13., 14., 16., 17., 18. Mai 2.616 Besucher(94,78 Prozent) „Die tödliche Blume“ Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Schwetzinger Festspiele Odeon, 29., 30., 31. Mai 629 Besucher(80,03 Prozent) „Beuys“ Auftragswerk Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Deutsche Oper am Rhein Odeon, 5., 6., 7. Juni 653 Besucher(77,74 Prozent) „La Vie Parisienne/Pariser Leben“ Neuinszenierung Eine Produktion der Wiener Festwochen und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin in Koproduktion mit dem Burgtheater Burgtheater, 21., 22., 23., 24., 25. Mai 4.567 Besucher(77,59 Prozent) Liederabend Olaf Bär Theater an der Wien, 9. Juni 489 Besucher(68,01 Prozent) Italienisches Konzert Theater an der Wien, 13. Juni 578 Besucher(80,61 Prozent) Seite 23 „Così fan tutte“ Wiederaufnahme Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Wiener Staatsoper Theater an der Wien, 24., 25., 27., 29. Juni 4.053 Besucher(95,86 Prozent) Tanz Choreographien von William Forsythe Gastspiel Ballett Frankfurt Theater an der Wien, 17., 18., 19., 20. Mai 3.285 Besucher(74,86 Prozent) „Splayed Mind Out“ Gastspiel Damaged Goods, Brüssel Sofiensäle, 5., 6., 7. Juni 1.285 Besucher(98,85 Prozent) „a.m./p.m. COMFORT BY DESIGN Gastspiel NEUER TANZ, Düsseldorf Sofiensäle, 10., 11., 12. Juni 588 Besucher(67,43 Prozent) „herses(une lente introduction)“ Gastspiel Produktion Edna, Lyon Sofiensäle/Blauer Salon, 1. und 2. Juni 270 Besucher(100 Prozent) „BodyCurrency“ Theorie-Event Sofiensäle/Blauer Salon, 6. und 7. Juni 137 Besucher(85,63 Prozent) „BodyCheck“ Gastspiel Sofiensäle, 15., 16., 17. Juni Alle Vorstellungen abgesagt. Theater „Figaro lässt sich scheiden“ Neuinszenierung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Theater in der Josefstadt Theater an der Wien, 10., 11., 12., 13., 14., 23., 24., 25., 26., 27. Mai 10.596 Besucher(94,35 Prozent) „Kasimir und Karoline“ Gastspiel Deutsches Schauspielhaus, Hamburg Volkstheater, 27., 28., 30., 31. Mai 3.750 Besucher(100 Prozent) „Questa sera si recita a soggetto“ Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Teatro di Roma und Expo ’98 Ronacher, 23., 24., 25., 26., 27., 28. Mai 2.073 Besucher(58,56 Prozent) „Les Précieuses Ridicules“ Gastspiel Deschamps& Deschamps und Théâtre de Bretagne, Rennes Ronacher, 3., 4., 5., 6., 7., 8. Juni 2.367 Besucher(48,17 Prozent) „Die Ähnlichen“ Uraufführung Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Theater in der Josefstadt Theater in der Josefstadt, 6., 7., 8., 9., 10., 11., 12., 13., 14., 19. Juni 3.812 Besucher(99,17 Prozent)(Anteil Wiener Festwochen) Seite 24 „Phèdre“ Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Théâtre Vidy-Lausanne E.T.E., KUNSTFEST Weimar, Ruhrfestspiele Recklinghausen und Theater der Nationen im Rahmen der Zürcher Festspiele Odeon, 16., 17., 18., 19., 20., 21. Mai 1.650 Besucher(98,21 Prozent) „The Snakesong Trilogy“ Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Needcompany, Kaaitheater, Brüssel und Hebbel-Theater, Berlin Sofiensäle, 20., 21., 22., 23., 24. Mai 1.351 Besucher(61,83 Prozent) „Kohelet“ Uraufführung, Auftragswerk Wiener Festwochen Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Akko Theater Center Israel und KUNSTFEST Weimar Rosenhügel Studios, Halle 6, 10., 11., 14., 15., 17. Juni 932 Besucher(90,49 Prozent) Regiewettbewerb dietheater Künstlerhaus und Sofiensäle/Blauer Salon, 10., 11., 12., 13. Juni 1.174 Besucher(70,89 Prozent) Im Musiktheater-Programm, verantwortet von Klaus-Peter Kehr, wurde der Bogen von der Frühgeschichte der Oper bis zum zeitgenössischen Musiktheater gespannt. Die Programmierung überzeugte restlos, fand viel Anerkennung und Zuspruch sowohl in den Medien als auch beim Publikum. Klaus-Peter Kehrs Vorstellung von der Lebendigkeit und Aktualität der Kunstform Musiktheater fand eine eindrucksvolle Bestätigung. „Grenzüberschreitungen- Neue Formen des Musiktheaters bei den Wiener Festwochen: ... Ihr Profil gewinnen die Wiener Festwochen und ihr von Klaus-Peter Kehr geleiteter Bereich des Musiktheaters aber gerade nicht durch solche Anlässe(gemeint sind repräsentative Opernabende mit Starbesetzung), sondern durch den Versuch, mit Hilfe von Produktionen, die im Alltag des Kulturbetriebes kaum entstehen könnten, die Definition dessen, was musikalisches Theater ist, neu zu umschreiben.... Das Festival als Moment der kreativen Befragung: mit dieser konsequent verfolgten Zielsetzung heben sich die Wiener Festwochen wohltuend vom courant normal des überreichen Angebots ab“.(Neue Zürcher Zeitung, Peter Hagmann, 6. Juni 1998) Im Zentrum der Auseinandersetzung standen zwei Monteverdi-Opern „L’Orfeo“ und „Il Ritorno d’Ulisse“ in der Interpretation zweier Künstler, die beide aus dem Bereich der bildenden Kunst kommen: Achim Freyer und William Kentridge. Ihre beiden Konzepte waren absolut neu und ungewöhnlich. Beiden Inszenierungen ist es gelungen, die Geschichten von Orpheus und Eurydike bzw. Odysseus und Penelope als ausgesprochen gegenwärtig wirken zu lassen. William Kentridge arbeitete auch in seiner ersten Opernregie mit der Handspring Puppet Company zusammen. Die Sänger, die die Puppen gemeinsam mit den Puppenspielern führten, schienen ihnen regelrecht Leben einzuhauchen, die Musik kam dadurch zu elementarer Wirkung. Die Einblendung des Textes und ein Videofilm im Hintergrund mit animierten Kohlezeichnungen von Kentridge eröffneten eine Fülle frappanter Perspektiven. In beiden Produktionen wurden die Instrumentalisten nicht in einen Orchestergraben verbannt, sondern waren aktiv am Geschehen auf der Bühne beteiligt. Die musikalische Bearbeitung und Umsetzung wurde besonders positiv beurteilt. In Freyers Inszenierung wurde jede Erinnerung an jenes höfische Ambiente, dem die Oper entstammt, ausgespart. „Die Geschichte wird voll und ganz in direkter Rede erzählt, in unverstelltem Gefühl und appellativem Ausdruck. Wunderbar poetisch, dieser Abend; er zeigt, welchen Reichtum das musikalische Theater jenseits der Opernkiste aus dem 19. Jahrhundert zu entfalten vermag.“(Neue Zürcher Zeitung, 13./14. Juni 1998) Beide Produktionen wurden vom Publikum begeistert aufgenommen und mit stürmischen Ovationen gefeiert. Das Presseecho war ebenfalls- fast einhellig- sehr positiv bis euphorisch. Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Chor und dem Balthasar-Neumann-Ensemble beeindruckten nicht nur in der „L’Orfeo“-Neuproduktion, sondern bezauberten das Publikum auch mit einem wunderbaren „Italienischen Konzert“. Olaf Bär präsentierte in einem wunderbaren Liederabend, am Klavier begleitet von Helmut Deutsch, Heinrich-Heine-Vertonungen. Die Rezitation von Heine-Texten durch Andrea Eckert sorgte für eine zusätzliche Dimension. Bei den Wiener Festwochen fand die Uraufführung von „Peony Pavilion“ in einer Inszenierung von Peter Sellars und mit Neukompositionen von Tan Dun statt. Die Adaptierung und Neuschöpfung des 400 Jahre alten Meisterwerks der chinesischen Kun-Oper wurde mit einem Ensemble von chinesischen und amerikanischen Sängern und Schauspielern grandios umgesetzt. „Es ist wieder Frühling in Wien, und die Liebe liegt in der Luft. Aber diesmal ist es nicht die heroische Liebe von Beethovens Leonore oder die kapriziöse Liebe der Operettenheldinnen, auch nicht die sinnliche Seite 25 Erotik von Strauss’ „Rosenkavalier“, die schimmernde Sinnlichkeit von Klimts Akten oder die gewalttätige Sexualität, die Egon Schiele Liebende verkörpern. Und ganz sicher ist es auch nicht Sigmund Freuds LiebesKonzept, um das es hier geht. Wien lernte Bridal Du an einem Dienstagabend in den Sofiensälen kennen(die Sofiensäle sind ein sympathisch vergammelter Rahmen, der schon alle möglichen Arten von Liebesszenen erlebt hat- als Aufnahmeort von Strauss’ und Wagners Musik, als Clubbing-Hochburg und nun eben als provisorisches Theater).... „Peony Pavilion“... ein unwiderstehlicher Liebesbrief.“(Los Angeles Times, Mark Swed, 15. Mai 1998) Im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters wurde vor allem die Aufführung der Oper „Die tödliche Blume“ von Salvatore Sciarrino rundum zu einem großer Erfolg. Die Kritik und das Publikum waren begeistert: „Ist in der 400-jährigen Geschichte der Oper über Liebe, Eifersucht und Mord nicht längst alles gesagt? Man fragt sich das immer wieder. Und staunt umso mehr, wenn ein Komponist plötzlich alle Register der Überraschungskunst zieht.“(Neue Kronen Zeitung, 31. Mai 1998). „Der Sog der Aufführung geht aber auch von der Szene aus. Birgit Angele(Bühne) und Peter Oskarson(Regie) deuten die Aktionen bloß an, vertrauen in ihrer Hermetik auf die Imagination von Licht und Klängen, die vom Klangforum Wien unter Pascal Rophé mit hochsensibler Kompetenz realisiert werden.“(Der Standard, 2. Juni 1998) Franz Hummels Oper „Beuys“ hinterließ einen zwiespältigen Eindruck trotz der wunderbaren Raumgestaltung von Jannis Kounellis und der peniblen Erarbeitung des Werkes durch Wen-Pin Chien und dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein. Kritisiert wurde vor allem die szenische Umsetzung durch Hermann Schneider. Trotz Einwände des Autors Franzobel hinsichtlich der Regie wurde die Uraufführung von „Bibapoh“ von Presse und Publikum als gelungener Riesenspaß bejubelt. Hortensia Völckers, als Programmdirektorin für den Bereich Tanz und Sonderprojekte verantwortlich, wollte mit ihrem Programm „Tanz als Bewegungsforschungsprojekt“ vorstellen. Dabei sollte vor allem einer der interessantesten Aspekte des zeitgenössischen Tanzes, die Betonung des Entstehungsprozesses gegenüber dem Resultat, hervorgehoben werden. Das Programmangebot beinhaltete das zeitgenössische Ballett ebenso wie den Gegenwartstanz und die spartenübergreifende Theaterperformance. In der Süddeutschen Zeitung vom 25. Mai 1998 konstatiert Eva-Elisabeth Fischer: “Hortensia Völckers in Wien gelang es nicht nur, die Choreographen William Forsythe und Meg Stuart als permanente Gäste an die Festwochen zu binden, sondern sie strebt an, Künstler aus verschiedenen Bereichen zum gemeinsamen Arbeiten zu animieren. Dies müsste doch das Wichtigste sein: Kunst zu zeigen, die, egal in welcher Ausdrucksform, etwas zu sagen hat, die auch schwierig und unbequem sein darf.“ Zum programmierten Erfolg wurde das Gastspiel des Ballett Frankfurt mit den choreographischen Werken von William Forsythe im Theater an der Wien. Infolge einer Verletzung einer Tänzerin musste das Programm kurzfristig umgestellt werden. Gezeigt wurde „Hypothetical Stream 2“, „Firstext“, „Of Any If And“. Es spricht für die Qualität des Ensembles, dass trotz plötzlicher Programmabänderung das Gastspiel zu einem großen Erfolg bei Presse und Publikum wurde. „Splayed Mind Out“, eine Arbeit von Meg Stuart gemeinsam mit dem Videokünstler Gary Hill, der selbst auf der Bühne stand und die exzellente Video- und Toninstallation konzipiert hat, ist ein absolutes Spitzenwerk der Tanzperformance. Die Qualität dieser Arbeit beeindruckte Presse und Publikum. William Forsythe, der radikale Erneuerer und Reformer des klassischen Balletts, und Meg Stuart, die heute neben Pina Bausch und Anne Teresa de Keersmaeker zu den bedeutendsten Choreographinnen zählt, sind den Wiener Festwochen für insgesamt drei Jahre verpflichtet. Das bietet die Möglichkeit, Bandbreite und Entwicklung von zwei Protagonisten des Gegenwartstanzes bis ins Jahr 2000 zu verfolgen. In „a.m./p.m. COMFORT BY DESIGN“, eine Arbeit des bildenden Künstlers und Choreographen VA Wölfl, kreuzten sich die Sparten: Die Bühne wurde zum Klangkörper, das Tanzensemble brachte seine Stimme zum Einsatz. Das Publikum und die Presse zeigten sich von VA Wölfls Versuch, Tanz auch akustisch wahrnehmbar zu machen, sehr beeindruckt. Obwohl „herses(une lente introduction)“ erst das vierte Werk des jungen französischen Choreographen Boris Charmatz ist, steht dieser bereits an der Spitze der Tanzgarde seines Landes und ist ein shooting star der internationalen Choreographen-Szene. „Tanzend spürt er philosophischen Problemen nach: dem nackten Körper im Raum, der Partnerschaft der Tänzer, der Gruppe, einer tänzerischen Antwort auf die Musik usw. Eindrucksvoll.... Sehenswert. Man sollte Charmatz auch mit seinen nächsten Arbeiten einladen!“(Neue Kronen Zeitung, 3. Juni 1998) Zeitgenössische Konzepte zu Körper, Bewegung, Raum und Wahrnehmung untersuchten und diskutierten KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen im Rahmen von „BodyCurrency“, einem Theorie-Event mit internationaler Beteiligung. Libération(Herve Gauville) widmete eine halbe Seite dem Theorie Event „BodyCurrency“ und berichtete unter dem Titel „Vienne fait valser le corps“: “ Parallel zu Stücken, Theateraufführungen und Opern gibt es ein Symposion zum Thema Körper, der diskutiert, präsentiert und dargestellt wird.“(Libération, 13./14. Juni 1998) „Le Monde“(Brigitte Salino) widmete am 29. Mai eine ganze Seite dem Theater-Programm der Wiener Festwochen, begleitet von Interviews mit Theaterdirektor Luc Bondy und Regisseur Peter Stein- und titelte: Die vier Meisterstücke der Wiener Festwochen. Christoph Marthaler, Luca Ronconi, Luc Bondy und Peter Stein Seite 26 bilden ein außergewöhnliches Quartett bei diesen Wiener Festwochen, eines der besten Festspiele Europas. Luc Bondy hat in seiner ersten Saison als Schauspieldirektor der Wiener Festwochen, verantwortlich für das Theater-Programm, bei der Eröffnungspremiere selbst Regie geführt. Ödön von Horváths „Figaro lässt sich scheiden“ mit Traumbesetzung, es spielten u.a. Gert Voss, Helmuth Lohner, Gertraud Jesserer, Anne Tismer, Erni Mangold, Paulus Manker, wurde zu einem großen Erfolg. Die Aufführung wurde vom Publikum gestürmt und enthusiastisch gefeiert. Das Presseecho im In- und Ausland war überwältigend. „Letzte Ausfahrt Revolution. Ausweg aus der bösen Zeit in die Kunst der schönen Kindheit: Luc Bondy rehabilitiert bei den Wiener Festwochen Horváths ‘Figaro lässt sich scheiden’ triumphal.... Die Emigration ist zu Ende. Das Kinderland ist wieder erreicht: durch den letzten Ausgang, den die Revolution gelassen hat- die Kunst, den Traum, die Musik. Das Spiel kann jetzt anders weitergehen. Wer liebt, muss vergeben, sonst kann er nicht leben. Und wer in der Gegenwart lebt, benötigt, um zu überleben, eine vergangene Kunst, um sich zu vergegenwärtigen. Die schönste dieser Künste ist das Theater. Wenn man sie so kann wie Luc Bondy.“(Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gerhard Stadelmaier, 12. Mai 1998) „Luc Bondy lädt uns ins Kino dieses Lebens ein. Die Bühne ist eine Leinwand, auf der die Orte der Handlung nacheinander vorbeiziehen... Dieses quasi unendliche Dekor(von Erich Wonder) ist ein ewiger Ort der Illusion, den die Schauspieler bewohnen. Luc Bondy weiß seine Protagonisten auszuwählen, das hat er mehrfach bewiesen. Hier gleicht seine Besetzung einem Kunstwerk. Kein falscher Ton. Große Schauspieler auch in kleinen Rollen. Ein zentrales anthologisches Quartett: Helmuth Lohner(Almaviva), Gertraud Jesserer (seine Frau), Anne Tismer(Suzanne) und Gert Voss(Figaro) spielen, wie man es sich erträumt, wenn man sich ein Theater vorstellt, in dem alles in den Dienst der Kunst gestellt wird. Sie sind im Wien 1998 die Emigranten unserer Tage.“(Le Monde, 29. Mai 1998) „Figaro lässt sich scheiden“ bildete gemeinsam mit „Kasimir und Karoline“ in der Inszenierung von Christoph Marthaler einen Horváth-Schwerpunkt bei den Wiener Festwochen 1998. Erwartungsgemäß waren alle Vorstellungen dieser erfolgreichen Aufführung(„Inszenierung des Jahres 1997“, „Regisseur des Jahres 1997“, Josef Bierbichler als Kasimir „Schauspieler des Jahres 1997“) ausverkauft. Publikum und Presse waren begeistert. In Kooperation mit den Ausbildungsstätten für Regie im deutschen Sprachraum wurden 1997 mehr als 40 Produktionen begutachtet. Jan Bosse, Oliver Haffner, Matthias von Hartz, Ute Rauwald, Erich Sidler und Sandra Strunz wurden ausgewählt, je eine neue Inszenierung für den Regiewettbewerb bei den Wiener Festwochen zu erarbeiten. Die Themen- und Stückwahl war freigestellt. Als Rahmen jedoch wurde eine Aufführungsdauer von einer Stunde und ein Minimum von drei Darstellern vorgegeben. Die Aufführungen fanden vom 10. bis 13. Juni im dietheater Künstlerhaus und in den Sofiensälen/Blauer Salon statt. Die Jury unter dem Vorsitz des Festwochen-Schauspieldirektors Luc Bondy, der Frank Baumbauer(Schauspielhaus Hamburg), Hermann Beil(Burgtheater Wien), Sybille Canonica(Münchner Kammerspiele), Hans Gratzer (Schauspielhaus Wien), Jens Hillje(Deutsches Theater Berlin, Baracke), Marie Zimmermann(Festival Theaterformen Hannover) angehörten, fällte ein salomonisches Urteil. Bei der Preisvergabe am Sonntag, 14. Juni, wurden zwei Sieger präsentiert: Ute Rauwald und Jan Bosse. Luc Bondy argumentierte die Jury-Entscheidung: „Wir hatten es mit zwei Tendenzen zu tun. Zum einen mit Arbeiten an und um einen Text, zum anderen gab es auch eine freiere Art von Regie. Stellvertretend für die erste Richtung steht Jan Bosses Inszenierung ‘Psychopathen’. Ute Rauwalds ‘Sechs hässliche Töchter’ steht für eine freiere Arbeit.“ Die beiden Gewinner werden 1999 bei den Wiener Festwochen inszenieren. Darüber hinaus war der Regiewettbewerb insgesamt ein großer Erfolg beim zahlreich erschienenen, vor allem jugendlichen Publikum wie durch die vielen anwesenden Theatermacher aus dem In- und Ausland. Besonders erfreulich auch die schauspielerischen Leistungen von einigen Darstellern. Die von Luc Bondy initiierte Festwochen-Innovation Regiewettbewerb wird 2000 fortgesetzt. Im Theater-Programm zeigten die Wiener Festwochen 1998 vor allem auch international gefeierte Regisseure, die dem Wiener Publikum bislang noch wenig bekannt sind: Luca Ronconi führte bei der Gemeinschaftsproduktion der Wiener Festwochen „Questa sera si recita a soggetto“ (von Luigi Pirandello) Regie. Er zählt neben dem kürzlich verstorbenen Giorgio Strehler zu den bedeutendsten Regisseuren Italiens. Mit dem Gastspiel „Les Précieuses Ridicules“ (von Molière) war erstmals in Österreich eine Arbeit der beiden gefeierten französischen Künstler Jérôme Deschamps und Macha Makeieff mit ihrer eigenen Kompanie Deschamps& Deschamps zu sehen. Trotz fulminanter Kritiken war das Publikumsinteresse bei diesen beiden fremdsprachigen Produktionen enttäuschend. Im Gegensatz dazu wurden die Vorstellungen von „Die Ähnlichen“, eine Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen und Theater in der Josefstadt, gestürmt. Den Wiener Festwochen ist es gelungen, Peter Stein für die Uraufführung des neuen Stückes von Botho Strauß zu gewinnen. Es war dies die erste Regiearbeit des Regisseurs in Wien. „In seinem neuen, als bestechender Bilderbogen aufgeführten Stück widmet sich Botho Strauß virtuos der Profillosigkeit moderner Menschen.... Zum Theaterereignis aber macht die Wiener Uraufführung nicht zuletzt das Bühnenbild von Ferdinand Wögerbauer, der einen bestechend wandlungsfähigen Raum aus Lichtquadern vor zumeist schwarzem Hintergrund geschaffen hat: Darin gelingen Stein und seinen Schauspielern Bilder, die selbst in der an BlickSeite 27 fängen nicht armen Geschichte der Strauß-Inszenierungen ihresgleichen sucht.“(Der Spiegel, 8. Juni 1998) Mit „The Snakesong Trilogy“ zeigte Jan Lauwers auf Einladung von Hortensia Völckers sein Opus magnum und meisterhaftes Theaterexperiment, die Neufassung seiner letzten drei Arbeiten „Le Voyeur“, „Le Pouvoir“ und „Le Désir“. Die großartige Aufführung faszinierte das Publikum und die Presse gleichermaßen. „Die Illusion Theater... Kein anderer Theaterkünstler beherrscht dieses emotionale Kommunikation mit dem Publikum, aus der es kein Entrinnen gibt, besser als der Brüsseler Szenograph; und bei fast keinem anderen kann man besser erfahren, was schauspielerische Präsenz wirklich bedeutet. Dabei sind seine Inszenierungen hochkomplexe, abstrakte, intellektuelle Konstruktionen bar jeder naturalistischen Einfühlungsdramaturgie... Vier Stunden, in denen sich dem Publikum eine unvergleichliche(Musik-) Theaterwelt eröffnet... ein die sinnliche Aufmerksamkeit total fesselndes Bild, bei dessen Wahrnehmung man jede kritische Zuschauerdistanz verlieren kann.“(Neue Zürcher Zeitung, 28. Mai 1998) „Liebe. Sex. Tod. Theater. ‘Snakesong Trilogy’ als Festwochenereignis.“(Profil, 25. Mai 1998) Alle Vorstellungen des geplanten Gastspiels von „BodyCheck“ mussten abgesagt werden, nachdem der Künstler Stefan Pucher beschlossen hatte, seine Arbeit in dieser Spielzeit nicht zu zeigen. „Kohelet“, ein Projekt in zwei Teilen des israelischen Theatermachers David Maayan, war ein Auftragswerk der Wiener Festwochen und entstand als Gemeinschaftsproduktion Wiener Festwochen, Akko Theater Center Israel und Kunstfest Weimar. Die Uraufführung fand bei den Wiener Festwochen 1998 statt. „Immer wieder geht es, multimediale Gestaltungsmittel und Musikeinsatz nützend, um Alltagsbewältigung, Gewalt von außen, aber auch im Inneren- und die Hoffnung auf Frieden.... Die angebotenen(Theater-) Bilder wirken noch lange nach.“(Wiener Zeitung, 13. Juni 1998). „Kohelet, Teil II“ wird bei den Wiener Festwochen 1999 zu sehen sein. Wiener Festwochen1998 Publikumsbefragung Die Wiener Festwochen haben 1998 beim Integral Markt- und Meinungsforschungsinstitut eine Publikumsbefragung in Auftrag gegeben. Insgesamt wurden 518 persönliche Interviews mit Besuchern von Festwochen-Veranstaltungen im Zeitraum Mai/Juni geführt. Es wurden 53% Männer und 47% Frauen befragt, wobei 61% der Befragten nicht älter als 45 Jahre und 39% älter als 45 Jahre waren. Die Untersuchung ergab bezüglich des Bildungsniveaus der Interviewten eine starke Konzentration auf Universitäts- und Akademieabsolventen(53%), ohne Matura waren 11%, mit Matura 34% der Besucher. Betreff Herkunft der Besucher kamen 74% aus Wien, 12% aus den Bundesländern und 14% aus dem Ausland, wobei der Großteil der ausländischen Gäste aus Deutschland und Italien angereist waren. Aus den österreichischen Bundesländern waren hauptsächlich Gäste aus Niederösterreich und Oberösterreich vertreten. Zirka die Hälfte der nicht aus Wien kommenden Besucher sind auf Grund der Wiener Festwochen angereist. Gut mehr als die Hälfte(56%) der in Wien ansässigen Besucher der Wiener Festwochen wohnen innerhalb des Gürtels, in den Bezirken 1 bis 9. Am wenigsten Besucher kamen aus dem 11., dem 21. und dem 22. Wiener Gemeindebezirk. Mehr als zwei Drittel der Interviewten besuchen die Wiener Festwochen jedes Jahr, ein Fünftel war 1998 zum ersten Mal dabei. Durchschnittlich haben die Gäste zwischen drei und vier Veranstaltungen besucht. Fast die Hälfte der Befragten erfuhr von den Wiener Festwochen über den zugesandten Programmfolder und ein Viertel wurde von Freunden, Bekannten oder Verwandten darüber informiert. Weitere 25% aller Besucher der Wiener Festwochen wurde auf Grund von Programmteilen in Zeitungen und Zeitschriften oder Inseraten in Tageszeitungen und Zeitschriften auf die jeweilige Vorstellung aufmerksam. Jeweils 7% wurden nach Durchsicht von anderen Programmankündigungen(z.B. Spielpläne) und durch Informationen aus Fernsehen und Radio zu einem Besuch der Wiener Festwochen motiviert. Jeder vierte Besucher kaufte seine Eintrittskarte telefonisch oder mit Kreditkarte(25%). Weitere 19% bezogen ihre Karten direkt an der Abendkassa. Der Anteil der Presse-/ andere Freikarten liegt bei 3%. 15% haben ihre Karte von Freunden/Verwandten geschenkt bekommen. Und bereits 2% der Befragten gaben an, ihre Eintrittskarte über das Internet bezogen zu haben. Die Befragten beurteilten die Wiener Festwochen insgesamt positiv: 22% mit „Sehr gut“, 60% mit „Gut“ und 18% mit „Schlecht“. Im Wesentlichen kann man sagen, dass die Besucher mit den Veranstaltungen zufrieden waren. Am besten wurde die rechtzeitige Programminformation und die künstlerische Qualität beurteilt(77%). 75% der Befragten waren sehr zufrieden mit der großen Programmvielfalt, mit dem gut funktionierenden Kartenverkauf und mit der übersichtlichen Programminformation. Die Medienpräsenz wurde von 65% als gut bewertet, wobei nur 52% die Auffälligkeit der Werbung sehr positiv beurteilten. 61% der Interviewten waren mit dem Preis/Leistungsverhältnis der Wiener Festwochen zufrieden. Mehr als die Hälfte der nicht aus Wien stammenden Besucher sind zwischen vier und sechs Nächten in Wien geblieben. Wobei ein Drittel der Befragten bei Freunden gewohnt hat. 9% der Festwochen-Besucher haben in Hotels bzw. Pensionen übernachtet, wo sie durchschnittlich öS 1.000,- pro Nacht ausgegeben haben. Seite 28 BERATUNGSSTELLE FÜR KULTURARBEIT Die Beratungsstelle für Kulturarbeit ist eine Servicestelle, an die sich all jene Kulturschaffenden wenden können, die noch nie zuvor mit der Kulturverwaltung zu tun hatten und deshalb über die nötigen Schritte zur Einreichung von Projekten nicht genug Bescheid wissen. Also KleinveranstalterInnen, NewcomerInnen in der Kulturszene, die Anregungen zur Belebung des Wiener Kulturlebens haben. Durch gezielte Beratung soll eine effiziente Durchführung von Projekten gewährleistet werden. Schwerpunkte: l Information über Förderungsmöglichkeiten l die Unterstützung von Stadtteilarbeit im Hinblick auf Dezentralisierung von Kultur l die Betreuung neuer Vereine l die Unterstützung bei der Vernetzung von Kulturprojekten Zur Verbesserung des Know-Hows der Freien Gruppen und Kulturschaffenden in den Bereichen Organisation, PR-Arbeit, Marketing hat die Kulturberatungsstelle gemeinsam mit dem Institut für Kulturkonzepte Seminare in kulturellem Management initiiert. Das Grundkonzept der Seminarreihe begründet sich in der Vermittlung wesentlicher Inhalte zur effizienten und erfolgreichen Durchführung von freien Kulturprojekten. Einige Gruppen und Vereine entsendeten unterschiedliche Teammitglieder zu den Seminaren, um das erworbene Wissen innerhalb des Teams weiterzugeben. Diese Möglichkeit zur Professionalisierung der freien Kulturszene existiert nun im dritten Jahr und wurde bis jetzt insgesamt von 450 Kulturschaffenden in Anspruch genommen. Die Nachfrage ist weiterhin groß. Zu Beginn galt das Angebot vor allem Vereinen aus der freien Tanz- und Theaterszene, doch nun gibt es auch Seminare für bildende Künsterlnnen, die ebenfalls einen regen Zuspruch finden. Die Beratungsstelle für Kulturarbeit unterhält ebenfalls Kontakte zu europäischen Institutionen wie EU und Europarat. Dies vorwiegend im Förderungsbereich und im Hinblick auf neueste Forschungen zu Quartierkultur und der Erschließung neuer urbaner kultureller Orte. Die Beratungsstelle arbeitet unkonventionell und unbürokratisch. Sie befindet sich im Gebäude der Kulturabteilung der Stadt Wien, 1080 Wien, Friedrich Schmidt-Platz 5, 3. Stock, Zimmer 318. Sie ist Montag und Mittwoch von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und kann über telefonische Vereinbarung(4000-81174) auch an anderen Wochentagen in Anspruch genommen werden. Seite 29 WIENER STADT- UND LANDESARCHIV(MA 8) Das Wiener Stadt- und Landesarchiv erfüllt die zentrale Aufgabe, das Schriftgut der Stadt- und Landesverwaltung sowie der Bundesverwaltung unterer und mittlerer Instanz auf dem Gebiet des Landes Wien in seinen unterschiedlichsten Formen auf seine rechtliche, historische oder sozialwissenschaftliche Relevanz hin zu überprüfen, gegebenenfalls in Verwahrung zu nehmen und wissenschaftlich zu erschließen. Bei der Bewertung dieses Materials ist die Bedeutung für die politische Entscheidungsfindung und die Verwaltung ebenso zu berücksichtigen wie jene für die wissenschaftliche Forschung, aber auch für viele Bürger, die in Verfolgung privater rechtlicher Anliegen, heimatkundlicher oder familiengeschichtlicher Interessen die Bestände des Archivs in Anspruch nehmen. Dabei erweist es sich als wichtig, über die amtlichen Unterlagen hinaus durch gezielte Sammeltätigkeit das Spektrum der Dokumentation des Geschehens in Wien möglichst breit zu gestalten. So konnten auch 1998 zahlreiche wertvolle historische Dokumente erworben werden, unter denen ein Konvolut zum Leben des Architekten Friedrich von Schmidt hervorzuheben ist. Die Archivbibliothek, die mit dem Bibliotheksprogramm DABIS ausgestattet wurde, erfuhr wichtige Ergänzungen auf dem Gebiet der allgemeinen und vergleichenden Stadtgeschichte. Angesichts der Raumprobleme des Archivs war im November 1997 auf Antrag des Gemeinderats eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die Lösungsmöglichkeiten erörtern sollte. Die Diskussion konzentrierte sich auf den von Professor Wilhelm Holzbauer gestalteten „Gasometer D“ in Simmering, in den ein Archivgebäude integriert werden soll. Nachdem die Frage der Finanzierung gelöst werden konnte, wurde das Projekt am 17. Dezember 1998 durch den Gemeinderat genehmigt. Im Jahr 2001 soll das Gebäude bezugsfertig sein. In der Öffentlichkeitsarbeit kommt dem Bereich der Beratung und Auskunftserteilung, der einen wesentlichen Aspekt der Tätigkeit der wissenschaftlichen Mitarbeiter ausmacht, eine besondere Bedeutung zu. So waren es 8.813 Personen, die 1998 persönlich, telefonisch oder schriftlich mit Anfragen an das Archiv herantraten. Dazu kamen 6.513 Auskünfte, die aus den historischen Meldebeständen- in pensionsrechtlichen Angelegenheiten und zu wissenschaftlichen Zwecken, insbesondere aber für den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus(2.651 Anfragen)- zu geben waren. Im Interesse der Rationalisierung der aufwändigen Erhebungsarbeiten und auch um den Benützern mehr Service im Sinne eines rascheren Zugriffs auf einzelne Bestände bieten zu können, wurde, wenn auch in bescheidenem Maß, die Herstellung von Arbeits- und Sicherheitsfilmen weitergeführt. Die Anschaffung eines leistungsstarken Scanners bildet die Voraussetzung für die Herstellung von archivalienschonenden Reproduktionen und für die künftige Digitalisierung von Beständen. Mit Hilfe der ADV kann auch die im Archiv durchgeführte Indizierung der Sitzungsprotokolle von Landtag und Gemeinderat aktuell(online) gehalten werden. Die Erschließung der Funktionsperiode 1991-1996 wurde abgeschlossen, die Drucklegung des Registers ist erfolgt. An traditionellen Kleinausstellungen zu Themen aus der Wiener Geschichte, zu denen auch wieder Broschüren aufgelegt werden konnten, wurden die Präsentationen „Hunde in Wien- Geschichte des Tieres in der Großstadt“, „Engarde, Parade, Touché- Die Entwicklung des Wiener Fechtsports“ und „Das europäische Städtenetz. Der Österreichische Städteatlas als Beitrag zu einem europäischen Projekt“ im Rathaus gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien und dem Archiv Verlag wurde die Herausgabe der Faksimile-Reihe „Wien Edition“ weitergeführt. Fortgesetzt wurden auch die Arbeiten am Österreichischen Städteatlas und am Historischen Atlas von Wien, dessen 6. Lieferung im Frühjahr 1999 erscheinen wird. Eine eigene Mappe „Wiener Straßenbahnnetz 1865-1945“ wurde für die Wiener Linien zusammengestellt. Im Rahmen des Österreichischen Städteatlas wurden die Mappen für Bad Aussee, Baden, Feldkirch, Laa/Thaya und Schwaz vorbereitet. Die Vorarbeiten für die 6. Lieferung des Historischen Atlas von Wien wurden fortgesetzt, wobei insbesondere die Digitalisierung der Grundkarten einen wesentlichen Schwerpunkt bildete. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv wurden auch die Sekretariatsangelegenheiten der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien abgewickelt. 1998 konnten 138 von 289 eingereichten Projekten mit insgesamt 8,174.044,- Schilling gefördert werden. Seite 30 WIENER STADT- UND LANDESBIBLIOTHEK(MA 9) Das Jahr 1998 stand ganz im Zeichen der Weiterführung jener Maßnahmen, die der Bedeutung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, der drittgrößten geisteswissenschaftlichen Bibliothek Wiens, auch in der Zeit des sprunghaft zunehmenden Einsatzes elektronischer Medien gerecht werden. Ohne das Schlagwort von der „virtuellen Bibliothek“ modisch in den Vordergrund zu stellen, wurden gezielt Schritte unternommen, den schon bisher eingeschlagenen Weg des Ersetzens der traditionellen Katalogisierungsmethoden durch das EDV-Bibliothekssystem weiter zu verfolgen. Auch das weltweit rapid bedeutender werdende Medium Internet galt es zu berücksichtigen, um den zahlreichen inländischen, vor allem aber auch den ausländischen Benutzern der Bibliothek auf diesem Wege wertvolle Informationen über die hier vorhandenen Spezialbestände zukommen zu lassen und somit Basisrecherchen vom PC aus zu ermöglichen. Die wichtigsten Vorhaben des Jahres 1998, waren dabei der Einsatz eines völlig erneuerten und optimale Suchmöglichkeiten bietenden Internet-Kataloges, die Entwicklung einer Buchreservierung per e-mail, die Integration der digitalisierten Zettelkataloge in die Internet-Kataloge der Bibliothek, die Gestaltung einer neuen Homepage und der Versuch, an einem Pionierprojekt zur Digitalisierung von Beständen der Bibliothek- der Sammlung der Flugschriften zur Revolution 1848- die Probleme und Möglichkeiten dieser Verfahren zu analysieren. Dass dies personal- und kostenintensiv und daher nur etappenweise möglich ist, sei als Selbstverständlichkeit doch angemerkt. Seit 1991 wird der Katalog der Druckschriftensammlung auf EDV-Basis geführt. Alle seit diesem Jahr neu erworbenen Druckwerke finden sich ausschließlich im EDV-Katalog. Der Buchaltbestand, der zur Gänze über die traditionellen Kataloge recherchiert werden kann, wird stufenweise ebenfalls in das EDV-System aufgenommen. Derzeit ist die beim Buchstaben A beginnende Retroerfassung bereits beim Buchstaben N angelangt und insgesamt sind im EDV-Katalog etwa 250.000 Titel abfragbar. Der Katalog bietet, verglichen mit anderen ähnlichen Katalogen in den deutschsprachigen Ländern, hervorragende Suchmöglichkeiten und kann als Vorzeigeprodukt der österreichischen Softwareentwicklung bezeichnet werden. Die technischen Vorbereitungen für eine Buchreservierung per e-mail, die von diesem Katalog aus eine äußerst bequeme Bestellmöglichkeit über Internet bietet, wurden abgeschlossen. Sie wird ab Jänner 1999 über den InternetDienst Wien-Intern und nach einer Umstellungsphase auch über Wien-Online zugänglich sein. Für die Homepage der Bibliothek wurde ein Internet-Informationssystem entwickelt, in dem neben den üblichen Informationen auch die digitalisierten Ausstellungskataloge der Bibliothek und biografische Informationen über bedeutende Wienerinnen und Wiener der Vergangenheit angeboten werden und der Zutritt zum EDV-Katalog eröffnet wird. Auch diese Homepage befindet sich in der Testphase in Wien-intern. Die Konversion und Integration neuer Dokumente für das Internet-Informationssystem wurde in einem hohen Ausmaß automatisiert. Bei all diesen Schritten wurde und wird darauf geachtet, die Benützung der Bibliothek in allen Bereichen sowohl vor Ort als auch über das Internet immer effizienter, zugleich aber auch möglichst einfach zu gestalten. Im Katalogzimmer der Druckschriftensammlung stehen den Lesern auch drei PCs mit Internetanschluss zur Verfügung, die zu den am meisten benützten öffentlich zugänglichen Internet-PCs der Stadt Wien zählen. Einen großen Schritt vorwärts bedeutet auch die unter der Ägide der Wiener Stadt- und Landesbibliothek vorbereitete Schaffung eines elektronischen Bibliotheksverbundes der Landesbibliotheken, wodurch in einem einzigen EDV-Katalog die Bestände der Wiener Stadt- und Landesbibliothek sowie der Niederösterreichischen, der Steiermärkischen und der Südtiroler Landesbibliothek gemeinsam abgefragt werden können. Er wurde unter der Internetadresse www.landesbibliotheken.at im Februar 1999 der Öffentlichkeit vorgestellt. Da in allen Landesbibliotheken Aktivitäten zur retrospektiven EDV-Erfassung ihrer Bestände gesetzt werden, ist dies der einzige österreichische Internetkatalog, über den historische Bestände mehrerer Bibliotheken recherchiert werden können. Die große Sammlung von Flugschriften zur Revolution 1848 wurde katalogisiert und neu geordnet, um den zahlreichen Projekten zum 150. Jahrestag der Revolution optimale Arbeitsbedingungen bieten zu können. Der Katalog ist seit Ende des Jahres im Internet verfügbar, es ist geplant, im Rahmen eines Pionierprojektes alle Flugschriften zu digitalisieren und ebenfalls über Internet zugänglich zu machen. Berücksichtigt werden dabei internationale Standards für die Digitalisierung von Bibliotheksbeständen, deren Entwicklung jetzt zu einem gewissen Abschluss gelangt ist. Eine Zusammenarbeit mit der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main soll zu einem integrierten Informationssystem über die Revolutionen im Jahr 1848 in Europa führen. Weiters hat die Bibliothek Kontakt mit mehreren Magistratsabteilungen aufgenommen und ihnen angeboten, die Software BIS-C ebenfalls zu verwenden, damit kostengünstig eine spätere Migration von Daten vereinfacht wird. So kann auch ein zentraler Nachweis über die Buchbestände im Magistratsbereich geführt werden. 1998 wurde eine diesbezügliche Vereinbarung mit der MA 18 getroffen.- Die in der Bibliothek vorhandenen Zeitungen in Mikroform wurden, soweit als möglich, weiter komplettiert. Ist der steigende Einsatz elektronischer Möglichkeiten eine neue Herausforderung der letzten Jahre, die in Zukunft noch verstärkte Anstrengungen seitens der Bibliothek verlangen wird, so darf darüber nicht die Seite 31 grundlegende Aufgabe vergessen werden: Der gezielte Ausbau der Sammelbestände sowie ihre Erschließung und Bewahrung. Gerade hier muss aber darauf hingewiesen werden, dass sich die bereits früher beklagte drückende Platznot, unter der die Bibliothek in allen ihren Sammelbereichen seit Jahren leidet, dramatisch verschärft hat. Die Depots der Druckschriften- und Handschriftensammlung entsprechen weitgehend nicht nur nicht den heutigen sicherheitsmäßigen und konservatorischen Standards, sondern sie sind auch übervoll. Wenn nicht umgehend durch die Schaffung eines großzügigen und zweckmäßigen modernen Depots der Wachsraum für die nächsten Dezennien gesichert wird, kann die Sammel- und Servicetätigkeit der Bibliothek in ihrem bisherigen Umfang nicht mehr geleistet werden. Die Tradition, ausgewählte wichtige Bibliotheksbestände in thematisch orientierten Ausstellungen einer breiteren interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren, wurde auch 1998 weitergeführt. Viel besucht wurde die gemeinsam mit der Transmedialen Gesellschaft daedalus in der Volkshalle des Rathauses veranstaltete Ausstellung „Aus dem entschwundenen lieben alten Wien. Der Wasserfarbenmaler Karl Blaschke“. In kolorierten Zeitungsillustrationen wurden Wiener Häuser noch einmal lebendig, die in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts und um die Jahrhundertwende der Spitzhacke zum Opfer gefallen waren. Außerdem beteiligte sich die Bibliothek mit Autographen von Johann Nestroy, Franz Grillparzer und Friederike Mayröcker wie auch mit Katalogbeiträgen an der Ausstellung „Der literarische Einfall“, die in Wien und Bregenz gezeigt wurde. Darüber hinaus wurden- einer bereits jahrzehntelangen guten Tradition folgend- am Bibliotheksgang zwei Ausstellungen gezeigt, die sich trotz der etwas verborgenen Lage auch außerhalb des engeren Kreises der Bibliotheksbesucher regen Zuspruchs erfreuten. In der ersten Hälfte des Jahres wurde unter dem Titel „Die Auswahl ist riesengroß!“ eine Auswahl aus dem so vielfältigen Sammlungsgut zur Werbung präsentiert. Anschließend ist mit „Karl Emil Franzos(1848- 1904). Der Dichter Galiziens“ ein wichtiger, heute zu Unrecht etwas vergessener Schriftsteller des ausgehenden 19.Jahrhunderts, dessen Nachlass die Bibliothek verwahrt, wieder ins Blickfeld gerückt worden.- Zur Präsentation der Bibliothek und ihrer Kapazität nach außen zählt auch die Tatsache, dass Mitarbeiter aus allen Sammlungen an Symposien und Kongressen im In- und Ausland teilgenommen haben. Die Bibliothek war weiters mit wertvollen Leihgaben bei zahlreichen Ausstellungen anderer Veranstalter im In- und Ausland beteiligt, von denen nur einige beispielhaft hervorgehoben seien: In Wien konnten zwei Ausstellungen zur Revolution des Jahres 1848 ebenso mit hervorragenden Exponaten unterstützt werden wie die Ausstellungen „Bruno Kreisky und seine Zeit“, „150 Jahre ,Die Presse’“ und eine Schau über Giacomo Meyerbeer und seine Oper „Der Prophet“. Auch die Oberösterreichische Landesausstellung(„Land der Hämmer- Heimat Eisenwurzen“), das Niederösterreichische Landesmuseum(„Über die Berge“) und ferner eine Ausstellung zum 100.Geburtstag des Komponisten Hanns Eisler in Berlin wurden mit Leihgaben aus der Bibliothek bestückt. An eigenen Publikationen erschienen 1998 die Kataloge zu den von der Bibliothek veranstalteten Ausstellungen. Auch die Arbeiten am „Strauß-Elementar-Verzeichnis“ wurden fortgesetzt. Vor allem aber wurde ein weiterer Band in der Reihe „Publikationen aus der Wiener Stadtbibliothek“ druckreif vorbereitet, der 1999 erscheinen wird: es handelt sich dabei um ein beschreibendes Verzeichnis jener(zumeist) mittelalterlichen Handschriften, die 1780 durch Verkauf von der Wiener Stadtbibliothek in die kaiserliche Hofbibliothek (heute: Österreichische Nationalbibliothek) kamen, wo sie seither aufbewahrt werden. Beim Buchankauf in der Druckschriftensammlung lag das Schwergewicht 1998 auf der aktuellen Literatur aus der österreichischen und internationalen Buchproduktion entsprechend den Sammelbestimmungen der Bibliothek(Viennensia, Austriaca, Juridica, Varia). Unter den dabei erworbenen Büchern ist besonders die 20-bändige Brockhaus-Enzyklopädie in der Gestaltung von André Heller hervorzuheben. Aber auch aus dem Antiquariat wurden wertvolle Bände zur Ergänzung der Hauptsammelgebiete der Bibliothek erworben, darunter ein seltener Reprint des Buches der Chroniken und Geschichten von Hartmann Schedel, ein Abraham a Sancta Clara zugeschriebenes Werk von 1713 und ein reich illustriertes Werk über die Zäumung von Pferden des Gundagger Liechtenstein(1625). Ein von Studenten, wissenschaftlichen Lesern und Medienvertretern sehr häufig herangezogenes Auskunftsmittel ist der Zeitungsindex, welcher Wiener Ereignisse, die in den Tageszeitungen seit 1900 aufscheinen, verzettelt. Im Jahr 1998 wurde der Index um 4000 Karteikarten erweitert. Dieser Spezialkatalog mit rund 300.000 Eintragungen wurde ebenfalls bereits eingescannt und mit einer OCR-Prozedur von Bilddateien in computerlesbare Dateien umgewandelt. Im kommenden Jahr werden sie korrigiert und sollen als Bestandteil eines integrierenden EDV-Informationsangebotes der Bibliothek sukzessive der Öffentlichkeit über Internet zur Verfügung gestellt werden. Für die Handschriftensammlung war 1998 ein besonders wichtiges Jahr was die Qualität, aber auch die Quantität der Erwerbungen betraf. Mit den letzten großen noch in Privatbesitz befindlichen Teilnachlässen von Max Reinhardt und Karl Kraus wurde ein für die Stadt Wien besonders wertvolles Kulturgut gesichert, das nach provisorischer Aufarbeitung bereits 1999 für die wissenschaftliche Öffentlichkeit bereitgestellt werden kann. Der Nachlass des bedeutenden Theaterregisseurs Reinhardt stammt größtenteils aus dem ehemaligen Besitz seiner Gattin Helene Thimig-Reinhardt und enthält zahlreiche Manuskripte und Briefe Reinhardts zum Theater sowie Korrespondenzen bedeutender Persönlichkeiten aus dem Theaterleben. Seite 32 Der etwa 2000 Blatt umfassende Bestand an Autographen von und die Materialien zu Karl Kraus(darunter die Manuskripte seiner Bearbeitung von Offenbachs „Perichole“ und Shakespeares „Macbeth“, Artikel und Korrekturfahnen für die „Fackel“, aber auch zahlreiche zeitgenössische Fotografien von Kraus und seinem Umkreis) ist der größte geschlossene Bestand, der jemals für das Karl-Kraus-Archiv der Bibliothek erworben werden konnte. Außerdem konnte eine wichtige Ergänzung zum Nachlass von Felix Braun(Briefe, autographe Vorlesungen, Gedichte und Erzählungen sowie das Typoskript des Romans „Agnes Altkircher“) und der letzte Teil(vor allem Korrespondenzen und werkbezogene Materialien) des Nachlasses von Max Mell angekauft werden, womit dieser nunmehr geschlossen in der Sammlung aufbewahrt wird. Von Interesse ist auch der literarische Nachlass der Schriftstellerin Joe Lederer mit Werkmanuskripten und Korrespondenzen, die durch persönliche Dokumente(darunter auch solche aus der Emigration) ergänzt werden.- Es wurden auch zahlreiche Einzelautographen gekauft, die bereits vorhandene Bestände ergänzen. Unter ihnen sind eine autographe Novelle von Franz Werfel und ein Postkartenalbum von Peter Altenberg besonders herausragend; darüber hinaus spannt sich der Bogen von Franz Grillparzer, Ferdinand Kürnberger, Nikolaus Lenau und Marie von EbnerEschenbach bis zu Ilse Aichinger, Friedrich Achleitner, Joe Berger und Günther Brus.- Erwähnenswert ist auch eine umfassende Dokumentation zu Leben und Werk Heimito von Doderers(Sammlung Herbert Ketzler). Im Zuge der Neuaufstellung der Nachlass-Stücke in säurefreie Autographenmappen und Cahiers wurden 1998 4081 Mappen revidiert, die Autographen in neue Mappen gelegt und diese neu beschriftet. Damit ist die Neuaufstellung der großformatigen Nachlass-Stücke(Lyrik, Prosa, dramatische Werke, Tagebücher, Dokumente etc.) zur Gänze abgeschlossen; bei den kleinformatigen Autographen wurden die Buchstaben N- Z bearbeitet. Seit Juni 1991 sind auf diese Weise insgesamt 39.562 Mappen erneuert und deren Inhalt einer Revision unterzogen worden. Die Musiksammlung war auch 1998 erfolgreich bestrebt, ihrem Ruf als die größte und bedeutendste Schubert- und Straußsammlung gerecht zu werden und ihre Bestände durch Ankäufe wertvoller Autographen zu vermehren. So konnte in London Schuberts Fantasie für Klavier zu vier Händen D. 1 ersteigert werden und im deutschen Antiquariatshandel zwei Skizzenblätter zu den Strauß-Operetten „Die Göttin der Vernunft“ und „Jabuka“. Außerdem wurde eine Ballett-Polka von Carl Millöcker nach Motiven aus seiner Operette „Die Musik des Teufels“ angekauft. Eine bedeutende Erweiterung erfuhr die Sammlung von Musikdrucken durch die Bestände der Alt-Wiener Musikverlage Bösendorfer, Kratochwill und Bosworth mit etwa 130 Erstdrucken von Klavierausgaben und über 600 Verlagsabschriften von Partituren, Stimmenmaterial und Druckvorlagen, unter denen diejenigen zu Werken von Karl Komzak besonders hervorzuheben sind. Aus einem Nachlassteil des Librettisten Victor Léon sind vor allem die Neutextierungen zu Operetten von Johann Strauß und Emmerich Kalman eine wichtige musikhistorische Quelle zur Erforschung der Wiener Operette. Der Neuzugang in der Plakatsammlung betrug 1998 9054 Plakate in insgesamt 17.148 Bogen. Die bereits seit September 1996 angewandte Methode, die Neuzugänge sofort in Form von Mikrodiapositiven in Farbe zu verfilmen, in Filmkarten zu montieren und zu signieren, konnte auch 1998 so konsequent weitergeführt werden, dass es in diesem Bereich der Sammlung praktisch keine Rückstände gibt. Zum Nachweis der Plakate dient eine einfache Computerdatei, in der jedes einzelne Plakat mit allen wichtigen Angaben verzeichnet ist. Die ebenfalls in einer solchen Datei erschlossenen Plakate aus dem Bereich der Kriegswirtschaft(1914- 1918) wurden ergänzt, so dass hier etwa 1.800 Objekte abrufbar sind.- Zu dem fundamentalen Werk „Paimann’s Filmlisten“, das seit 1915 erschienen ist und zur Erschließung der Filmplakate und Filmprogramme unverzichtbar ist, wird seit Jahren ein Generalregister erstellt, das nun bis zum Jahr 1931 gediehen ist. Seite 33 MUSEEN DER STADT WIEN(MA 10) Für das Museum heute gilt nicht mehr allein die Forderung, dargelegt in der Programmschrift des im 18. Jahrhundert gegründeten „British Museum“, nach dem Bildungsauftrag für die Bevölkerung „who get a taste when exposed to art“, es gilt vielmehr die umfassende Forderung, kulturtheoretische und gesellschaftskritische Fragen zu stellen. Die immer noch gerne geübte stumme, kontemplativ schweigende, dialogfreie empfindsame Betrachtung der Musealien muss einer bewussten Auseinandersetzung, ja wenn nötig, einer Konfrontation weichen. Denn auch die Museumsgemeinschaft folgt nur den anerkannten sozialen Voraussetzungen sonst: Die Teilhabe an einem universalen Wissen, von dem man annimmt, dass es auch alle anderen leitet, die Projektion auf ein stillschweigendes wechselseitiges Einverständnis also, gilt nicht mehr. Heute stiften große Erzählungen, wie die Kunst- oder Kulturgeschichte keine Gemeinsamkeiten mehr, was sowohl an der Skepsis gegenüber jeder großen Systematik liegen mag wie an der mangelnden Geduld, sie sich anzueignen. Gemeinsamkeiten entwickeln sich heute aus der Durchdringung von privaten und öffentlichen Aspekten des Lebens, in dem Kreativität eine immer größere Rolle spielt. Erkennt und anerkennt das Museum, dass eine Logik der Praxis die Logik des Bewusstseins überlagert, vermag es seine durch nichts zu ersetzende Stärke einzusetzen: Die Sammlungen des Museums sind das unverzichtbare Archiv für die kulturellen Errungenschaften des Menschen. Danach richtet sich die Arbeit im Museum. AUSSTELLUNGEN Einem „zeitgemäss Unzeitgemässen“ war die Ausstellung „PETER PONGRATZ, soulpainting 1962- 1997“ (26. Februar bis 29. April 1998) gewidmet. „Ich glaube auch nicht so recht an etwas wirklich Endgültiges, an das Ein-für-allemal-Fixierte“ bekennt Peter Pongratz im Gespräch mit Gerhard Roth. Dieses Bekenntnis des Malers, das auch seine Grenzgänge als Musiker, Autor, Bühnenbildner und Wissenschaftler erklärt, war entscheidender Grund, „soulpainting 1962- 1997“ im Historischen Museum der Stadt Wien zu zeigen. Im Geschichtsmuseum nämlich, das Geschichte und nicht Historie zum Thema hat, ist die Präsentation von Kunst, nicht aber von Kunstgeschichte, unerlässlich: Denn in ihrem ästhetischen Rang, noch mehr aber in ihrem letztlich Unerklärbaren des eigentlichen Schaffens ist Kunst ein unverzichtbares Zeugnis geschichtlicher Abläufe, die ohne den Menschen und der aus ihm selbst hervorgebrachten Welt des Geistes nicht stattfänden. Erkennbar wird dieses im Werk von Peter Pongratz, einem der bemerkenswertesten Künstler seiner Generation: Hier spiegeln sich die wichtigsten Regungen und Bewegungen der österreichischen Kunst seit den Sechzigerjahren, hier leuchtet auf, was Otto Wagner 1886 einmahnte, dass Leben nämlich ohne Kunst und ohne Liebe nicht möglich sei. Peter Pongratz liebt kompromisslos: sein „Kleines weinendes Mädchen“ macht fassungslos; Kunst ist ihm unverzichtbar: „Und die Bilder, ohne die ich nicht leben kann...“ Einer „Zeitung in Österreich“ galt die Ausstellung „Ein Stück Österreich. 150 Jahre die Presse“ (16. Mai bis 30. August 1998): Heute noch lebt die von August Zang gegründete und am 3. Juli 1848 erstmals erschienene Zeitung „Die Presse“. Dieses aus dem Aufbruch der Revolution entstandene Journal erlebte, erlitt, verfolgte und bezeugte 150 Jahre bemerkenswertester österreichischer Geschichte. Der Berichtszeitraum spannt sich vom „österreichischen Jahrhundert“, dem neunzehnten eben, bis zum Ende des zwanzigsten, bis in unsere Zeit also, da nichts mehr gesichert, aber alles möglich ist, sogar die kurzsichtige Politik des Tages allein, wie Gunter Hofmann erst jüngst einmahnte: „Aber wer und was hält die Gesellschaft unter schwierigeren Bedingungen zusammen? Die Mediendemokratie mit ihrer Anfälligkeit für Launen? Populismus? Im Zweifel auch Demagogie?“ Gegen solch gesellschaftliches Handeln, das, wie Robespierre es weitsichtig definiert hatte, den „Despotismus der Freiheit gegen die Tyrannei“ setzt, schrieb „Die Presse“ stets an. Dafür standen, neben vielen anderen, Journalisten wie Theodor Herzl, Daniel Spitzer, Ludwig Speidel, Eduard Hanslick, Ernst Molden, Fritz Molden, Milan Dubrovic, Otto Schulmeister, Hans Mauthe, Thomas Chorherr, aber auch Gerd Bacher. Bewusst oder unbewusst, sind sie jenen verbunden gewesen, die, als sie in der ersten Stunde die Freiheit der Presse wahrnahmen, die böse Drohung hörten: „Schiesst sie todt die Hunde, es sind Journalisten“. Von Anfang an war also klar, welch politisches, welch moralisches Instrument Zeitungen sind. Moralisch sind sie es im Verständnis des Vergil, der „mos“, das Recht, das Gesetz, als einen Prozess sah, im Gegensatz zur unabänderlich festgeschriebenen „lex“. Vor allem eine österreichische Zeitung weiß mit diesem moralischen Anspruch umzugehen, der kein moralisierender ist, findet sich darin doch viel Österreichisches, das Claudio Magris so treffend beobachtete: „Austriazität, das ist die Kunst der Flucht, das Vagabundentum, die Liebe zur Rast, während man auf eine Heimat wartet, die- wie Schuberts Wanderer sagt- immer gesucht, geahnt und nie gekannt werden wird. Seite 34 Diese unbekannte Heimat, in der man wie mit einem Schuldenkonto lebt, ist Österreich und zugleich das Leben selbst, das liebenswerte und- am Rande des Nichts- leichte Leben“. Wird solches Wissen zum Wollen, dann sichert es Unabhängigkeit, „Die Presse“ versteht sich als „Unabhängige Tageszeitung für Österreich“. Einem Großen der österreichischen Politik wandte sich „Bruno Kreisky. Seine Zeit und mehr“ (18. September bis 15. November 1998) zu: Gerne wird das Museum als Ort des Festgeschriebenen, des unverrückbar Zugeordneten, des „Musealisierten“ eben, gesehen. Dies ist Fehlsicht und unentschuldbar insoferne, als „Musealisierung“, Sammeln, Bewahren, vor allem Darstellen, eine unverzichtbare Strategie der Vergegenwärtigung von Vergangenem bedeutet, eine fern von Pietätsgetue, institutionelle Schöpfung von Zeiterfahrung für die Lebenden, weil Vergangenheit als solche nur bestimmt werden kann, soweit sie gegenwärtig ist. Sonst wäre es ja fraglich, warum wir uns auf die Vergangenheit einlassen müssten, wenn sie doch tatsächlich vergangen wäre- oder uns um die Zukunft zu bekümmern hätten, wenn sie doch nur ein vages Irgendwann jenseits unserer Zeiterfahrung sein wird. Nicht zuletzt daher findet das Geschichtsmuseum Legitimation, jene Berechtigung seines Tuns, die vor allem dann geprüft wird, wenn „Zeitgeschichte“ das Thema ist. Darauf ließ sich das Historische Museum der Stadt Wien mit „Bruno Kreisky. Seine Zeit und mehr“ aus gutem Grund ein. 1983, vor fünfzehn Jahren also, trat Kreisky von seinem Amt als Bundeskanzler zurück, 1970 hatte er die entscheidende politische Verantwortung in Österreich übernommen und von da an die politischen Verhältnisse in Österreich so sehr beeinflusst, dass zurecht von der „Ära Kreisky“ gesprochen wird. Bruno Kreisky und sein politisches Handeln hat Thomas Chorherr recht trefflich beschrieben, als er über „Zwischen den Zeiten“, den ersten Band der Memoiren des Politikers urteilte: „Da gibt es Bezügliches und Rückbezügliches, da wird vom Hundertsten ins Tausendste fabuliert, da wird leichtfüßig durch die Epochen getänzelt, doch der Faden wird behalten...“ Der Faden den Bruno Kreisky behielt, den er nicht aus der Hand gab, war sein aus persönlicher Erfahrung und aus historischem Wissen gewonnenes unbestechliches Vertrauen in die Kraft des Humanen. So ist auch seine ärgerliche Zurechtweisung zu verstehen, die nicht von ungefähr fiel: „Lernen Sie Geschichte, Herr Redakteur.“ „1848 „das tolle Jahr“. Chronologie einer Revolution“ (24. September bis 29. November 1998) war der entscheidende Beitrag des Museums zum „Sturmjahr“ in Wien: Schon allein deswegen, weil vor 1848 die Bewohner Wiens für knappe acht Monate eine bestimmende Rolle im Leben des habsburgischen Gesamtstaates eingenommen hatten und die Führung der Stadt im revolutionären Aufbruch dieses Jahres gegen das herrschende politische System anerkannt und unbestritten war, wird die Darstellung dieser Revolution für das Historische Museum der Stadt Wien eine stets anzunehmende Herausforderung sein. Diesem guten Grund, das „Sturmjahr“ als einen historischen Eckpunkt in der Geschichte der Stadt zu sehen, ist die Tatsache zur Seite zu stellen, dass die Revolution von 1848 die Grundlagen jener janusköpfigen bürgerlichen Gesellschaftsordnung schuf, die einerseits den Kampf um Liberalität, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und nationalen Ausgleich führt, andererseits aber jene bis dahin unvorstellbaren Katastrophen auch ermöglichte, die Kennzeichen unseres Jahrhunderts sind. Denn in der auf 1848 folgenden Reaktion konnten die erträumten, erkämpften und geforderten politischen, sozialen und nationalen Änderungen zwar vorübergehend angehalten und auf einige Zeit sogar widerrufen, aber nicht aus dem Gedächtnis gelöscht werden. Zurecht war der am 23. November 1848 hingerichtete Revolutionär Hermann Jelinek überzeugt: „Ideen können nicht erschossen werden...“ Mit der Werkschau eines Künstlers begannen und endeten die Ausstellungen im Haupthaus auf dem Karlsplatz: „Arik Brauer 70“ (10. Dezember 1998 bis 17. Jänner 1999) galt jenem Künstler, der einmal treffend anmerkte: „Was in der Malerei erfunden wird, muss im Leben Verwendung finden.“ „Im Laufe seines Lebens muss sich der Maler mit einem Wall von Kunst und Poesie umgeben, einer bunten Mauer, die ihn vor Unkunst und Langeweile schützt“, ließ Arik Brauer 1976 aufhorchen und schrieb so schon damals fest, dass das Museum, neben anderem auch Ort aufregenden künstlerisch-poetisierten Daseins, die rechte Wahl für die Darstellung seines Werkes ist. So war auch dies guter Grund für das Historische Museum der Stadt Wien, mit „Arik Brauer 70“ den Mitbegründer der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ in einer groß angelegten Ausstellung zu würdigen, die die Erstaunen machende Vielfalt seines künstlerischen Schaffens zeigte: Gemälde, Graphiken, Kleinplastiken, Modelle seiner architektonischen Arbeiten sind Werke eines feinfühligen Künstlers, dessen friedvoll-sensibles Wollen im „Zeitalter der Extreme“, wie Eric Hobsbawm unser Jahrhundert nennt, Bestand hat. Auch darum war Arik Brauer im Museum zu zeigen. Seite 35 Arik Brauer, der lyrische Maler innerer Traumwelten, der Meister glühender Farben, der Kenner des Phantasus des Pieter Bruegel und des Hieronymus Bosch, der um die märchenhafte Motivwelt persischer und indischer Miniaturen Wissende, der von den Rätseln der Bibel Ergriffene, lebt in Wien und in Ein-Hod. So gründet sich seine Vision des Humanen auf jene Traditionen, denen auch unser Haus, das Geschichtsmuseum in Wien, folgt. Der Logos der Hellenen, die politische Vernunft Roms, die jüdische Erinnerungskultur, die Heilserwartung der Christen, Moses Maimonides und sein Einfluss auf Thomas von Aquin und Albertus Magnus, der arabischislamischen Einfluss in den Naturwissenschaften, der Mathematik, der Astronomie und Philosophie, der osmanisch-türkische Einfluss in Europa, der Gemeinschaftssinn und die Intuition der Slawen ist jene, bis heute reichende Vergangenheit, in der, wie Arik Brauer überzeugt ist, „das Zeichnen, Malen und Bildhauern in höherem Maße als jedwede andere künstlerische Entfaltung, immer ein Versuch(war), uns selbst und unsere Umgebung zu begreifen“. Das Historische Museum der Stadt Wien zeigt Ausstellungen aber auch außerhalb des Hauptgebäudes auf dem Karlsplatz. In der Hermesvilla war „Kaiserin Elisabeth. Keine Thränen wird man weinen...“(2. April 1998 bis 16. Februar 1999) zu sehen: In Kaiserin Elisabeths „Schloß der Träume“, in ihrem bevorzugten Wiener Wohnsitz, in der in den Jahren 1882 bis 1886 nach Plänen des Architekten Carl von Hasenauer im Lainzer Tiergarten errichteten Hermesvilla, wollte das Historische Museum der Stadt Wien in all den Bildern, Abbildern, Selbstbildern, Wunschbildern und Trugbildern, die wir kennen, den Menschen Elisabeth, die Frau finden, die so erschütternd meinte: „Keine Thränen wird man weinen...“, auch wenn sie ein andermal an anderer Stelle schrieb: Ja, ein Schiff will ich mir bauen! Schönres sollt ihr nimmer schauen Auf dem hohen, weiten Meer; „Freiheit“ wird vom Maste wehen „Freiheit“ wird am Buge stehen, Freiheitstrunken fährt’s einher. Elisabeths Wirken war politisch weitgehend unbedeutend, gesellschaftlich alles andere als prägend und dennoch zählt sie zu jenen großen Persönlichkeiten, deren Schicksal fesselt, steht sie doch in vielem für das, was wir selbst in der Begegnung mit unserem eigenen Ich erleben. Auch sie wollte anders gesehen werden als man sie sah, als sie selbst sich sah. Als Titania, als Königin der Feen floh sie in den Sommernachtstraum der Illusionen, und deren hatte sich nicht wenige. Als Penthesilea, als Königin der Amazonen begegnete sie Achill, dem „geliebten Feind“, wer auch immer das für die wagemutige Reiterin Elisabeth sein mochte. Als „Dame in Schwarz“ wurde sie zum Idealfall eines Modells für die zeitgenössische Kunst, zu deren Leitmotiv auch die leidend-ätherische Frau zählte. Mit diesem Bild aber verstellte sie gründlich den Blick auf sich, deren Suche nach Avalon, nach der „Insel der Seligen“, im wohl sinnlosesten Attentat, von dem wir wissen, abbrach. Elisabeth hätte zugeeignet sein können, was Heinrich Heine dichtete: „Dein ganzes Leben war nur ein Traum, Und diese Stunde ein Traum im Traum.“ Die Otto-Wagner-Haltestelle-Karlsplatz ist ein weiterer Ausstellungsort. Zwei Ausstellungen zeigten wir: „Theater. Die Insel in der Komödie. Direktion Leon Epp“ (3. April bis 28. Juni 1998): Gerne und immer wieder nimmt das Historische Museum der Stadt Wien zum Theater Stellung, denn: Von Wien zu sprechen und dabei nicht ans Theater in Wien zu denken, ist schwer vorstellbar, zu vieles ist doch Bühne und lustvoll erlebter dramatischer Augenblick in unserer Stadt. Erst recht meinen wir, vom Theater sprechen zu sollen, wenn komödiantische Freude und tragischer Ernst sich programmatisch in einem solchen „Prinzip“ finden, wie Leon Epp es für das Theater „Die Insel“ formulierte: „Alle künstlerischen Planungen müssen begründet und begrenzt sein von unserem Wissen, welches uns verbietet, irgendwelche Konzessionen dem Verlangen der Tagesereignisse oder der geschäftlichen Habgier zu bereiten.[...] Nur dann wird es uns gelingen, den Platz im Theaterleben Wiens einzunehmen, den wir erstreben, und beizutragen am Wiederaufbau eines neuen österreichischen Theaters.“ Gut kommt es uns an, dass nach solchem Grundsatz ein Weg aus der nahezu endgültigen Katastrophe der abendländischen Kultur in unserem Jahrhundert gesehen wurde. Denn das Theater ist Bühne wie die Welt Seite 36 auch. „Theodor Allesch-Alescha(1848- 1991). Ein Wiener Maler auf Reisen“ (9. Juli bis 31. Oktober 1998): Der bislang wenig bekannte Maler Theodor Allesch(Künstlername Alescha) wäre im April 1998 hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmete ihm das Historische Museum der Stadt Wien im Otto Wagner-Pavillon am Karlsplatz eine kleine Ausstellung seiner Werke. Unter dem Titel „Ein Wiener Maler auf Reisen“ wurden Ölbilder und Pastelle Allesch-Aleschas gezeigt, die auf seinen zahlreichen Aufenthalten in Österreich, in der Schweiz, in Italien, Frankreich, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten entstanden sind. Nach dem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien hatte er bereits 1917 seine Liebe zum Reisen entdeckt, die ihn in den folgenden zwei Jahrzehnten durch weite Teile Europas und nach Russland führte. Während er aus politischen Gründen angetretenen Emigration verbrachte er mehrere Jahre in den USA, bis er 1947 auf Betreiben von Kulturstadtrat Viktor Matejka nach Wien zurückkehrte. Allesch-Aleschas künstlerisches Interesse galt speziell der Wiedergabe der Landschaft, die er in seinen Pastellen und Ölgemälden dynamisch-rhythmisiert in kraftvollen Farben festhielt. Der unverwechselbare Stil seiner Ölbilder, der oftmals durch koloristische Übersteigerungen und eine deutliche Dramatisierung des Dargestellten gekennzeichnet ist, hat zu seiner Einordnung als „magischer Realist“ geführt. Seine Wiener Künstlerfreunde Carry Hauser, Georg Merkel und Albert Paris Gütersloh schätzten seine Arbeit und hatten ihm schon in seiner Frühzeit die Teilnahme an Ausstellungen ermöglicht. Sein Dasein als Reisender allerdings zog eine eher auf die eigene Person und Arbeit konzentrierte Lebensweise nach sich, deren eindrucksvolle Zeugnisse zu Aleschas Lebzeiten zuletzt 1984 in einer Präsentation seines Werks in der Österreichischen Galerie zu sehen waren. Eine gründliche Aufarbeitung seines umfangreichen Nachlasses steht noch aus. Gemeinsam mit der Kulturabteilung der Stadt Wien veranstaltete das Historische Museum der Stadt Wien in der Volkshalle des Wiener Rathauses aus Anlass der 50. Wiederkehr der Gründung des Staates Israel die Ausstellung: „Jerusalem. Gesehen, empfunden, fotografiert von Harry Weber“ (3. Juli bis 26. Juli 1998): „Die Jebusiter aber sagten zu David: Du kommst hier nicht herein... Dennoch eroberte David die Burg Zion; sie wurde die Stadt Davids... Und David begann ringsum zu bauen, und zwar von Millo an bis zur Burg.“ Mit diesem Bericht aus dem zweiten Buch Samuel beginnt die erregende Geschichte jener Stadt Yerushalayim, Al-Quds, Jersualem, die Harry Weber in einem nicht enden wollenden Versuch sie ganz zu sehen, seit fünfzig Jahren photographiert. In seiner leidenschaftlichen Hinwendung zu dieser Stadt: „für mich geht in Jerusalem die Sonne nicht im Osten auf, sondern in meinem Herzen“, sind es deren Bewohner, Einwohner, Besucher und Fremde, die er sieht und porträtiert, sind es nicht die Sehenswürdigkeiten, nicht die Bauwerke, Denkmäler und Erinnerungsstätten, die ihm der „Topos Jerusalem“ sind. Selbstverständlich weiß Harry Weber, dass Jerusalem die Stadt Davids, Salomons und Hesekiahs, Herodes des Großen und der Makkabäer, der Stadt Jesajas und Jeremias, die Stadt Jesu, die Stadt Konstantin des Großen, Gottfrieds von Bouillon, des Staufers Friedrich II., die Stadt Saladins und Suleymans des Prächtigen, die Mandatsstadt Großbritanniens, die Hauptstadt Israels seit 1948 ist. Vor allem aber weiß Harry Weber, dass Jerusalem die heilige Stadt der Juden, der Christen und der Muslime ist, heilige Stadt und heilige Stätte der drei großen monotheistischen Religionen der Welt also. Bekennende und Nicht-Bekennende dieser Religionen trifft er in dieser Stadt, spürt sie auf, konterfeit sie, hält sie in entscheidenden Augenblicken fest und sieht und empfindet so sein Jerusalem, von dem Teddy Kollek überzeugt ist, dass es in den Herzen unzähliger Menschen auf der ganzen Welt einen besonderen Platz einnimmt. Das Historische Museum der Stadt Wien folgte auch 1998 seiner Tradition, nicht nur in Wien Sonderausstellungen zu zeigen: „Boris Podrecca, Poetik der Unterschiede“ zeigten wir in Prag, auf dem Hradschin (11. Mai bis 16. August 1998) und in Bratislava, in der Slovenska Narodna Galeria (23. September bis 1. November 1998): Stimmt man der These zu, das weit Ausgreifende, das Umfassende, das Umspannende des Österreichischen lässt sich im bloß Nationalen nicht fassen, denn Österreich ist weder Topos noch Typos sondern Idee allein im Sinne Platons, dann ist Boris Podrecca der Architekt dieses Denkens heute. Seine Heimat ist das weitere, das größere Österreich, das Elias Canetti mit Europa gleichsetzte, das Boris Podrecca mit seiner Architektur, die ein Erräumen zu allererst und dann erst ein Bauen ist, gewinnen will, wie er selbst sagt: „Architektur ist zugleich Ethnologie. Sie erklärt, hinterfragt und verdichtet Orte. In diesem Europa der Zukunft habe ich schon gelebt. Mostar, Triest, Wien- es sind Inseln in diesem europäischen Archipel, untereinander verschieden, aber von einem gemeinsamen Meer umspült, relativiert von lokaler und globaler Neugierde, dadurch offen für neue Relationen.“ Bauen ist Podrecca Gestalt werdende theoretische Wissenschaft als Wechselspiel- die Betonung liegt Seite 37 auf Spiel- zwischen zitathaftem Rückgriff und riskantem Vorgriff, um Raum zu gewinnen. Denn dieser ist ihm Architektur, Wirklichkeit also, nicht Wahrheit, denn schon ist der Abschied von der neuzeitlichen Aufklärung, ihrer Fortschrittskonzeption und ihrem emanzipativen Anspruch vollzogen und die Vielfalt der Lebensformen, der „Sprachspiele“ wie Wittgenstein sie nennt, anerkannt. In der Wirklichkeit des Erräumens schreibt Boris Podrecca die humane Dimension seiner Architektur fest und bekennt sich dazu: „Es gilt, wiederum zu einer guten Schreibweise und nicht zu einem guten Stil zu finden.“ In Moskau nützten wir unsere traditionell guten Beziehungen zum Pushkin Museum der Schönen Künste und zeigten hier: „100 Zeichnungen österreichischer Künstler vom 16. bis zum 20. Jahrhundert“: In dieser Ausstellung sprachen wir von der Graphiksammlung unseres Hauses, einer Sammlung eines zu Papier gebrachten Schatzes. Von der Renaissance, da Aquarell und Zeichnung zu selbstständiger künstlerischer Ausdrucksform wurden, spannte sich der Bogen bis zum Ende unseres Jahrhunderts, da neben poetisch-lyrischen Stellungnahmen zur Wirklichkeit, Naives und Banales aber auch Bedrängendes und Bedrohendes vorgetragen wird. In Washington zeigten wird in der österreichischen Botschaft: „Egon Schiele: Aus den Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien.“ (18. November bis 1. Dezember 1998) Egon Schiele in einer Ausstellung zu zeigen, ist allemal richtig; diesen Künstler, der so recht eigentlich das so unbegreiflich lebensfrohe und gleichzeitig todesnahe junge Wien vom Beginn des 20. Jahrhunderts war, der amerikanischen Öffentlichkeit in einer knappen, aber wohl durchdachten Auswahl von Porträts, von Menschenbildern also, darzubieten, lässt vieles von dem erahnen, was Wien auch heute, kurz vor einer Jahrhundertwende, die ein neues Jahrtausend einleitet, noch ist. Serge Sabarsky, der unvergesslich große Kenner Schieles hat im Jahre 1990 zur Einzigartigkeit dieses Künstlers festgestellt: „Mehr als irgendein anderer Künstler des frühen zwanzigsten Jahrhunderts wird Egon Schiele mit Vorliebe mystifiziert. Biographen und Kunsthistoriker berichten oft von Schieles „tieftragischem, neurotischem“ Leben; sie sehen ihn als sexbesessenen Psychopathen oder als versponnenen Revolutionär und allenfalls als Störenfried. Biographen berühmter Persönlichkeiten sind umso erfolgreicher, je skandalöser oder komplizierter die Dargestellten präsentiert werden... Es liegt wohl in der Natur der Kunstgeschichte, Werke exzessiv zu interpretieren. Die Freude des Betrachters am Selbstentdecken wird jedoch häufig durch überflüssige Erläuterungen und Deutungen zu sehr beeinflusst wenn nicht überhaupt zerstört. Und es gibt kaum einen Künstler, dessen Werk der Analyse weniger bedarf als das Oeuvre von Schiele. Seine Darstellungsweise kann bei einer ersten Begegnung überwältigen, ja sogar schockieren. Seine Aussage jedoch ist unbestreitbar spontan und ehrlich.“ Mit untrüglicher Sicherheit hat Serge Sabarsky so die Kraft von Schieles Kunst verstanden. Diese findet sich schon in der Wahl des Gegenstandes, vor allem aber in dessen geradezu gewalttätiger zeichnerischer und malerischer Lösung. Schieles extreme Visierung der Modelle in Unter- und Aufsicht, sein gewollter Verzicht auf Raum und Zeit, sein den Betrachter verunsichernder radikaler Umgang mit der Perspektive, seine erregend aufregende, treffliche, Farbwahl waren seine Antwort auf die Welt. Als „Seher“, „Selbstseher“, als „Hineinseher“, wie er sich in seinen poetischen Schriften nannte, blickte er die Welt an und wollte das verborgene innere Leben verstehen, und nur was er hier sah, im Bilde festhalten. Das Leben aber war für Egon Schiele wie für den wahlverwandten Dichter-Visionär Georg Trakl nur Leben zum Tod. Und davon sprach er als Künstler ohne Scheu und Scham, furchtlos und schamlos also. Wo aber nichts verschwiegen wird, verliert der Mensch zwar einerseits Schutz und Geborgenheit, wird jedoch andererseits frei für jede Wahl und kann sogar Shakespeare folgen: „Begegnen wir der Zeit wie sie uns sucht“. In Mailand wurde im Österreichischen Kulturinstitut „Die Wiener Ringstraße- Ein Collier für die Kaiserstadt“ (3. Dezember 1998 bis 22. Jänner 1999) gezeigt. Der architekturbewussten Mailänder Öffentlichkeit wurde durch die Präsentation frühester Originalfotos aus dem 19. Jahrhundert ein überzeugendes Bild der stadtplanerischen Leistung Wiens geboten. Seite 38 LEIHGEBUNGEN An folgenden Ausstellungen und Veranstaltungen im In- und Ausland waren die Museen der Stadt Wien mit Leihgaben beteiligt: „Der literarische Einfall“ in der Kunsthalle Wien im Museumsquartier „1848, l´Europe des images“ im Palais Bourbon, Paris, in Prangins und in Nürnberg „Dagobert Peche“ im Österreichischen Museum für angewandte Kunst, Wien „1848. Von Katzen- und anderen Revolutionsmusiken“ im Gebäude der Musikfreunde, Wien „Die fatale Revolution“ im Jüdischen Museum der Stadt Wien „Austria im Rosennetz- Wunderkammer Österreich“ im Palais des Beaux-Arts, Brüssel „Über die Berge“ in der Shedhalle, St. Pölten „Mitten im Ort... Kirche und Spannberg 1198- 1998“ in der Pfarre Spannberg „Des Kaisers Reiterei- Elisabeth und die kaiserliche Reitkunst“ in Schloßhof „Hundert Jahre Wiener Secession“ in der Secession, Wien „500 Jahre Hofmusikkapelle in Wien“ in der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien „Aufmüpfig- Angepasst. Frauenleben in Österreich“ im Schloß Kirchstetten, Laa an der Thaya „Land der Hämmer- Heimat Eisenwurzen“ im Innerberger Stadl, Weyer „Ritterburg und Fürstenschloߓ in der Stadt und Diözese Passau „Die Frauen der Habsburger“ im Mitsukoshi-Museum, Tokyo und im Landesmuseum, Okayama „Ironimus- Zeichnungen aus fünf Jahrzehnten“ in der Albertina, Wien „Der Kaiser in seiner Stadt- Maximilian I. und der Reichstag zu Freiburg 1498- 1998“ im Augustinermuseum, Freiburg „Mit Sack und Pack“ im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien „ständig- notwendig: Dinge zum Tragen. Form- Funktion- Zeichen“ im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien Seite 39 „1848 Aufbruch zur Freiheit“ in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt „Barocke Altarmodelle“ in der Österreichischen Galerie, Wien „work& culture- Arbeit und Freizeit“ im Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz „Kronprinz Rudolf“ in der Münze Österreich, Wien „L´Expressionisme en Autriche 1905- 1925“ im Musée d´Ixelles, Brüssel „Ideal und Wirklichkeit- Das Bild des Körpers in der Kunst des 20. Jahrhunderts von Bonnard bis Warhol“ im Landesmuseum Rupertinum, Salzburg „Fontane und die bildende Kunst“ in der Alten Nationalgalerie, Berlin „Schloß und Park in alten Ansichten“ im Kultur- und Museumsverein, Laxenburg „Giacomo Casanova“ im Museo di Ca´Rezzonico, Venedig „Carl Moll“ in der Österreichischen Galerie, Wien „Der schejne Jid. Das Bild des jüdischen Körpers in Mythos und Ritual“ im Jüdischen Museum der Stadt Wien „100 Jahre Weihetag der Pfarre zum Hl. Laurentius und 100 Jahre Pfarre“ in der Pfarre Breitensee, Wien „Juden in Wien um 1900. Zu Gast bei Richard Beer-Hofmann“ im Joods historisch museum, Amsterdam „Heiliger Frühling“ in der Graphischen Sammlung Albertina, Wien „Karl Emil Franzos“ in der Wiener Stadt- und Landesbibilothek Präsentation des Domes zu St. Stephan in der Leipziger Messe „Enthüllt- Aktkunst von Frauen“ im Frauenbad, Baden „Wiener Werkstätte“ im Museum Het Palais, Den Haag „Fontane und die bildende Kunst“ in der Neuen Pinakothek, München „s´müsst dem Himmel Höllenangst werden“ im Literaturhaus, Wien Seite 40 „Robert Blum und die Revolution 1848“ im Bezirksmuseum Brigittenau MUSEUMSDIDAKTIK hat in den Museen der Stadt Wien eine gute und überzeugende Tradition. 1998 hielten die Kuratorinnen und Kuratoren 150 Führungen. Die museumsdidaktischen Aktivitäten des Referates Museumsdidaktik umfassten Spezialführungen mit „Mitmach-Programmen“, Familienkonzerte, Lesungen, Spielprogramme sowie auf die jeweiligen Ausstellungsthemen bezogene Vorführungen. In der Ausstellung „Papierspiel& Bilderbogen aus Tokio und Wien 1780 1880“ im Historischen Museum, die am 15. Februar endete, führten japanische Holzschnittmeister die Technik des japanischen Holzschnitts vor. In der Ausstellung „Kaiserin Elisabeth- ´Keine Thränen wird man weinen...´“ in der Hermesvilla wurden an den monatlichen Familiensonntagen sowie im Rahmen der Ferienspiele unter dem Titel „Kaiserin Sisi und ihr Zauberschloss“ unterschiedliche Programme, unter anderem griechischer Reigentanz und Modeschauen angeboten. Bei den Führungen durch die Hermesvilla begegneten die Kinder „Sisis“ im originalgetreuen Kostümen. Anschließend konnten sie sich selbstständig mit dem Museumsdetektivbogen auf Spurensuche durch die Ausstellung begeben. Bei der Erlebnisstation „Musik, die Sisi gerne hörte“ im ehemaligen Speisesalon der kaiserlichen Familie wurde Hackbrett und Knöpferlziehharmonika gespielt. Die typischen Sisi-Frisuren wurden im kaiserlichen Salon geflochten. Im Rahmen des Theaterworkshops konnten Kinder Szenen aus dem Lieblingsstück der Kaiserin, Shakepeares „Sommernachtstraum“, in einem Schattentheater nachspielen. Für Lehrerinnen und Lehrer sowie Studierende der Pädagogischen Akademien fanden ganztägige Informationsveranstaltungen in der Schausammlung des Historischen Museums statt. SAMMELN einer der sensibelsten Arbeitsbereiche im Museum zeigt das geradezu unbegrenzt Ausgefächerte der Aufgabenstellung in den Museen der Stadt Wien. Zu den wertvollsten Ankäufen, die aus dem Kunsthandel erworben werden konnten, zählen das Ölgemälde „Die Wasserkunstbastei in Wien“ von Johann Matthias Ranftl, 1830/40, sowie 420 Aquarelle und Zeichnungen aus dem Nachlass dieses Künstlers, • das Aquarell „Der Ostbahnhof in Wien“ von Rudolf von Alt, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, • das Manuskript zur Publikation „Moderne Architektur“ von Otto Wagner, 1895, und • ein Deckelpokal, Silber vergoldet, aus Wien um 1590(Meisterzeichen CH). Im Dorotheum konnten das Ölgemälde „Jesus vor dem Hohen Priester und Pilatus, im Hintergrund die Stadt Jerusalem“ eines Wiener Malers des 17. Jahrhunderts, • eine „Freundschaftstasse“ von Leopold Parmann, 1796, und • ein Dekorteller von Josef Nigg, 1825, ersteigert werden. Aus Künstler- bzw. Künstlerfamilienbesitz wurden • das Acrylbild „Märchenbuch“ von Peter Pongratz, 1995, • 32 Monotypien von Theobald Schmögner, 1950/60, sowie • 20 Objekte(Vasen, Rauchutensilien, Buchstützen, Körbchen, etc.) von Carl Auböck aus den Jahren 1920 bis 1950 erworben. Von privaten Sammlern gelangten das Ölgemälde „Die k.u.k. Porzellanmanufaktur in der Wiener Prozellangasse“, um 1800(Künstler unbekannt), und Objekte des 18. und 19. Jahrhunderts(Barockgitter, Hauszeichen und Glasmalerei) aus dem Nachlass der Firma Geyling in den Besitz des Historischen Museums. Bedeutende Zuwächse für die Sammlung des Uhrenmuseums bildeten sowohl der Ankauf einer Reiseuhr mit Lederetui der Firma Breguet, Paris, um 1815, aus dem Besitz des Herzogs von Reichstadt, und einer skelettierten Stutzuhr, signiert am Ziffernring und im Werk „Franz Denk in Wien“, 1. Drittel 19. Jahrhundert, als auch drei mechanische Armbanduhren „Time Dimension“ nach dem Entwurf des in Brasilien lebenden österreichischen Designers Hans Donner, 1998, die die Aschaffenburger Manufaktur Bernhard Lederer herstellte und dem Museum widmete. Seite 41 JÜDISCHES MUSEUM DER STADT WIEN Mit Jahresbeginn 1998 trat Dr. Karl Albrecht-Weinberger die Nachfolge von Prof. Dr. Julius Schoeps als künstlerischer Direktor des Museums an. Dr. Karl Albrecht-Weinberger gehört dem Arbeitsteam des Museums seit den ersten Anfängen an. In seiner Funktion als Projektkoordinator des Museums war er schon bisher für die Umsetzung des Museumskonzepts mitverantwortlich. Geboren am 9. Jänner 1953 in Wien, studierte Dr. Albrecht-Weinberger nach der Reifeprüfung Geschichte und Germanistik an der Universität Wien. 1980 Promotion zum Doktor der Philosophie, in der Folge Mitarbeit bei zahlreichen Ausstellungen zur österreichischen Geschichte. Ab März 1981 war Dr. Karl Albrecht-Weinberger ständiger wissenschaftlicher Mitarbeiter des Historischen Museums der Stadt Wien, im August 1991 wurde er vom damaligen Bürgermeister Dr.Helmut Zilk in das Direktorium des Jüdischen Museums der Stadt Wien berufen, wo er ab 1992 als Projektkoordinator angestellt war. Im Jahre 1998 konnte das Jüdische Museum bei acht Sonderausstellungen rund 60.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen, wobei die Egon Erwin Kisch-Ausstellung und die Ausstellung ”Der schejne Jid” besonders erfolgreich waren. Das Veranstaltungsangebot wurde weiter ausgebaut. Unter den mehr als 70 Veranstaltungen waren vor allem die Begleitveranstaltungen zu Ausstellungen sehr gut besucht. Besonders hervorzuheben sind unter anderem die Serie von Begleitveranstaltungen zur Ausstellung ”Der schejne Jid”, die große Gedenkveranstaltung anlässlich des 90. Geburtstags von Friedrich Torberg sowie die Gedenkveranstaltung anlässlich des 60. Jahrestages des Protests von Mexiko gegen die Annexion Österreichs durch das nationalsozialistische Deutschland im Jahre 1938. Diese Ausstellungen und Veranstaltungen waren begleitet von einer Vertiefung der Strukturarbeiten im Museum, als deren Ergbenis die Eröffnung des Archivs und die Einrichtung einer eigenen museumspädagogischen Abteilung im Museum zu Buche schlagen. Die Eröffnung des Archivs war auch begleitet von einer eigenen Ausstellung mit dem Titel. „Papier ist doch weiߓ. Damit hat unser Kurator Werner Hanak dem Publikum einen Einblick in die reichen Bestände an Archivalien, Dokumenten und Fotos gegeben. Das Archiv ist seit Mai 1998 für wissenschaftliche Zwecke dem Publikum zugänglich. Hand in Hand mit diesen Arbeiten ist auch die Inventarisierung der Museumsbestände zügig vorangegangen. Seit Anfang 1999 verfügt das Museum über zwei Museumspädagoginnen, die bereits 1998 begonnen haben, Arbeitsmaterialien für Pädagogen und Schüler zu erarbeiten. Diese Unterlagen liegen nunmehr in gedruckter Form vor und sind bereits von den Lehrerinnen und Lehrern mit großer Begeisterung aufgenommen worden. Mit der Anstellung der beiden Museumspädagoginnen ist das Museum nunmehr auch in der Lage, für jede Sonderausstellung eigene pädagogische Begleitprogramme den Schulen anzubieten. Zusätzlich zu diesem Angebot bietet das Museum seit geraumer Zeit zu Themen wie jüdische Feiertage und dergleichen auch spezielle Kinderaktivitäten an: Diese werden meist in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendreferat der Stadt Wien durchgeführt und sind mittlerweile fixer Bestandteil des Wiener Ferienspiels und ähnlicher Aktivitäten geworden. Der Schwerpunkt der Jugendarbeit soll auch neue Publikumsschichten erschließen. Internationale Aktivitäten Das Museum konnte 1998 seine Auslandsaktivitäten besonders intensivieren: So ist es in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum in Amsterdam gelungen, eine große Ausstellung zum jüdischen Wien der Jahrhundertwende mit dem Titel ”Zu Gast bei Beer-Hofmann” zu organisieren. Diese Ausstellung kam im Rahmen der EU-Präsidentschaft Österreichs zustande und wurde nach einer Idee von Chefkuratorin Felicitas Heimann-Jelinek zunächst für Amsterdam entwickelt und danach von Februar bis April 1999 im Palais Eskeles gezeigt. Bei der Erstpräsentation in Amsterdam, die vom Außenamt und der Stadt Wien unterstützt wurde, sahen rund 25.000 Besucher diese Ausstellung. Dank der Unterstützung des österreichischen Kulturinstituts in Budapest war es möglich, die Hologramm-Ausstellung zur Geschichte des jüdischen Wiens- dies ist die ständige historische Ausstellung des Museums- im Jüdischen Museum in Budapest zu präsentieren. Auch hier war das Publikumsecho gewaltig: Die Organisatoren in Budapest berichten von fast 50.000 Besuchern. Auf besonders großes Interesse bei ausländischen Partnern stieß die Egon Erwin Kisch-Ausstellung, die wir in einer verkleinerten Form der Wiener Präsentation mittlerweile in mehreren deutschen Städten- unter anderem in Hamburg, Hannover und Frankfurt zeigen konnten. Die sehr kurzfristig von Direktor Dr. AlbrechtWeinberger initiierte Moses Ephraim Lilien-Ausstellung fand international wie auch bei maßgeblichen Vertretern der jüdischen Gemeinde Wiens großen Anklang und wurde 1999 im Städtischen Museum Braunschweig - hier ist Lilien begraben- präsentiert. Mit all diesen Aktivitäten ist es dem Museum erstmals gelungen, auf einer breiten Basis internationale Kooperationen und Präsentationen in großem Stil zustande zu bringen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass das Jüdische Museum selbst ebenfalls Nutznießer einer Kooperation war, die mit dem Astrup Farnley-Museum in Oslo, dem Madrider Museum Reina Sofia und dem Sprengel-Museum Hannover bei der umfangreichen Retrospektive zu Ronald B. Kitaj zustande gekommen war. Diese Retrospektive war im Sommer 1998 im Palais Eskeles zu sehen. Seite 42 Projekt Judenplatz Mit Jahresende 1999 wird das Jüdische Museum eine Erweiterung erfahren, die bereits 1998 intensiver Vorarbeiten bedurften: Im Dezember wird das Mahnmal von Rachel Whiteread für die Opfer der Schoa auf dem Judenplatz enthüllt werden. Damit verbunden ist die Erschließung der Ausgrabung der mittelalterlichen Synagoge auf dem Judenplatz und des damit angeschlossenen Museums zur Geschichte des mittelalterlichen Judentums im Misrachi-Haus auf dem Judenplatz. Damit wird ein Projekt, das in den letzten Jahren oft sehr kontroversiell diskutiert wurde, erfolgreich abgeschlossen sein und das Museum um eine Attraktion reicher. Das Jüdische Museum der Stadt Wien 1998- 1999 Chronik Wechselausstellungen 30. Jänner- 22. März 1998 Papier ist doch weiß? Eine Spurensuche im Archiv des Jüdischen Museums Wien. Kurator: Werner Hanak Gestaltung: Markus Pölzl Mit der Ausstellung „Papier ist doch weiß?“, zeigte das Jüdische Museum Wien erstmals eine Auswahl aus dem reichen Bestand seiner Archive: Kunstwerke, illustrierte Handschriften, Landkarten, Dokumente, Reportage- und Familienfotos- sollten jedem Besucher die Möglichkeit einer sehr persönlichen Spurensuche geben. Im Zentrum der Ausstellung stand die Geschichte des ersten Jüdischen Museums in Wien, das vor mehr als 100 Jahren als weltweit Erstes seiner Art gegründet wurde. Hier wurde am 1. November 1895 der Grundstock für das Archiv des heutigen Museums angelegt. 13. März- 3. Mai 1998 1848. Die fatale Revolution. Kuratoren: Reinhard Geir/ Gerhard Milchram Wissenschaftliche Beratung: Siegfried Mattl Gestaltung: Alexander Kubik In dieser kleinen Schau präsentierte das Museum das widerspruchsvolle Bild der Revolution von 1848 aus der Perspektive jüdischer Revolutionäre. Unter ihnen finden sich Aufklärer wie der Prediger Isak Noah Mannheimer, Wissenschaftler wie der Arzt und Kommandant des Mediziner Korps der Akademischen Legion Adolf Fischhof, der später maßgeblich an der Ausarbeitung der „Kremsierer Verfassung“ von 1849 beteiligt sein sollte. 3. April- 14. Juni 1998 Bamot, über die Erstellung, Zerschlagung und Restaurierung von Höhenheiligtümern. Israel 1948- 1998. Kuratoren: Oz Almog/ Felicitas Heimann-Jelinek Gestaltung: Martin Kohlbauer Im Rahmen der Feiern zum 50 Jahr Jubiläum des Staates Israel setzte das Jüdische Museum eine Ausstellung an, die eine Positions- und Identitätsfindung „anhand künstlerisch verarbeiteter“ Reflexionen und Reaktionen versucht: 40 zeitgenössische Künstler präsentierten ihren Zugang zu Israels alter und neuer Geschichte. 15. Mai- 9. August 1998 Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter. Kurator: Marcus Patka Gestaltung: Oliver Kaufmann Am 31. März jährte sich der Todestag Kischs zum fünfzigsten Mal. Kisch kann als eine der schillernsten Figuren des Journalismus angesehen werden. In der Zeit des Kalten Krieges im Westen weit gehend totgeschwiegen, im Osten hochgelobt, nahm das Jüdische Museum der Stadt Wien diesen Jahrestag zum Anlass, Kischs Leben und Werk im Rahmen einer Ausstellung bis zum 9. August 1998 zu würdigen. Bei dieser Dokumentation wurden zahlreiche Autographen, Objekte und Dokumente, die bisher in osteuropäischen Archiven kaum zugänglich waren, zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. Seite 43 25. Juni- 30. August 1998 R. B. Kitaj. Ein Amerikaner in Europa. Eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Astrup Fearnley Museum Oslo, dem Reina Sofia Museum Madrid und dem Sprengel Museum Hannover. Gastkurator: Marco Livingstone Koordination: Werner Hanak Gestaltung: Thomas Exner Der 1932 in Cleveland(Ohio) geborene R.B. Kitaj ist ein Hauptvertreter jener Künstlergruppe, die in den 60-Jahren unter dem Namen „The School of London“ berühmt wurde. Heute gilt Kitaj als führende Persönlichkeit der figurativen Malerei. Er lebte und arbeitete mehr als 40 Jahre in Europa, vor allem in London, ehe er vor kurzem nach Amerika zurückkehrte, um sich in Los Angeles niederzulassen. Das Jüdische Museum Wien nahm diese Rückkehr zum Anlass, eine Retrospektive seiner europäischen Jahre zu zeigen. Diese Werkschau umfasste mehr als 40 Gemälde und eine Auswahl aus Kitajs grafischem Werk aus allen Schaffensperioden. Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Astrup Fearnley Museum Oslo, dem Reina Sofia Museum Madrid und dem Sprengel Museum Hannover. Wien war die dritte Station nach Oslo und Madrid. 16. September 1998- 24. Jänner 1999 Der schejne Jid. Das Bild des „jüdischen Körpers“ in Mythos und Ritual. Kuratoren: Sander Gilman, Gabriele Kohlbauer-Fritz, Rhoda Rosen Gestaltung: Mathis Esterházy In dieser Schau setzte sich das Jüdische Museum mit Bedeutung und Inhalt jüdischer Riten und ihrer Interpretation auseinander. Dabei wurden Geburt und Beschneidung, Hochzeit und rituelle Reinheit der Frau, Schabbat und Speisegesetze sowie Krankheits- und Begräbnisriten in verschiedenen Darstellungen im jüdischen und christlichen Kontext vorgestellt. Außerdem wurden Mythen über die vermeintliche Gesundheit oder Krankheit des „jüdischen Körpers“ hinterfragt. 21. Oktober 1998- 10. Jänner 1999 E. M. Lilien. Jugendstil- Erotik- Zionismus. Kuratoren: Oz Almog/ Gerhard Milchram Gestaltung: Oliver Kaufmann E.M. Liliens Arbeiten sind bekannter als er selbst. Seine Zeichnungen, Buchillustrationen, Ex Libris und Lithografien sind begehrte Sammlerobjekte und spätestens seit der Renaissance des Jugendstils auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Ephraim Moses Lilien(1874-1925) wird gern als ”Gründer der jüdischen Kunst” bezeichnet, da er einer der ersten Künstler war, der an der Seite der Zionisten arbeitete und ihren Zielen visuellen Ausdruck verlieh. Mit dieser Ausstellung bot das Jüdische Museum erstmals die Gelegenheit, im Rahmen der Werksauswahl das Schaffen jenes Mannes kennen zu lernen, von dem sich prominente Persönlichkeiten wie Stefan Zweig, Maxim Gorki oder Martin Buber ihre „Ex Libris“ gestalten ließen. Aktivitäten außerhalb des Jüdischen Museums Brennende Synagogen- zum Gedenken an den Pogrom vom 9. November 1938 Eine Ausstellung des Jüdischen Museums in den Räumen der ESRA, Wien 10. November 1998- 31. Jänner 1999 Kurator: Marcus Patka Heute in Wien. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Harry Weber Perplex. Das Magazin für Jugendliche, Graz 28. September- 23. Oktober 1998 Auslandsaktivitäten des Jüdischen Museums Heute in Wien. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Harry Weber Los Angeles 22. März- 31. Oktober 1998 Toronto 30. April- 14. Juni 1998 Wiens jüdische Geschichte in Hologrammen Beer Sheva, Israel Jänner und Februar 1998 Jüdisches Museum Budapest 24. März- 31. August 1998 Seite 44 Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter. Hamburg, Gruner& Jahr(Stern) 9. Juni- 21.Juni 1998 Hannover, DAG- Bildungshaus 1. November 1998- 18. Jänner 1999 Frankfurt, Hessischer Rundfunk 10. März- 10. April 1999 Zu Gast bei Beer-Hofmann. Eine Ausstellung über das jüdische Wien der Jahrhundertwende Joods Historisch Museum Amsterdam 15. Oktober 1998- 17. Jänner 1999 Wiener Einstellungen. Fotografien von Lisl Ponger Berlin 10. November- 22. Dezember 1998 E. M. Lilien- Jugendstil, Erotik, Zionismus Braunschweigisches Landesmuseum 21. März- 23. Mai 1999 Veranstaltungen 1998(eine Auswahl) 12. Jänner Vortrag: Max Liebermann der Realist 15., 22., 29. März und 5. April Konzertzyklus: Musik und Gesellschaft 18. März Gedenkveranstaltung: 60. Jahrestag von Mexikos Protest gegen den „Anschluss“. 31. März Buchpräsentation: Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden 11. Mai Lesung Chaim Potok: Novembernächte 11. Juni Lesung Meir Shalev: Judits Liebe 18. Juni Lesung in Memoriam Mimi Grossberg 25. Juni Konzert: E. Goldmann, Klavier und Y. Gutmann, Viola 5. Juli Gedenkveranstaltung: 100. Geburtstag von Hanns Eisler 16. September Gedenkveranstaltung: 90. Geburtstag von Friedrich Torberg 14. Oktober Diskussionsabend zur Ausstellung „Der schejne Jid“ Der Jüdische Witz- Der Judenwitz 14.- 16. Oktober Symposium(Museum als Co-Veranstalter) Die „Wiener Schule“, der Ständestaat und der Nationalsozialismus 17.- 18. Oktober Symposium(veranstaltet gemeinsam mit dem Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung) Jüdisches Leben, jüdische Gemeinden im heutigen Europa Seite 45 22. Oktober Buchpräsentation Brigitte Dallinger: Verloschene Sterne 25. November Diskussionsabend zur Ausstellung „Der schejne Jid“: Das Bild der Frau im Judentum 3. Dezember Diskussionsabend zur Ausstellung „Der schejne Jid“: Wissenschaft und Religion- ein Widerspruch? Förderungen Für 1998 werden die Förderungen erstmals nach dem vom Institut für Kulturmanagement erarbeiteten System LIKUS(= Länderinitiativen Kulturstatistik) angegeben. Damit ist eine bessere Vergleichbarkeit mit den Kulturstatistiken des Bundes und der meisten anderen Bundesländer gegeben. LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen.......................... 243.965.187,35 LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe.................................................................. 137.911.314,17 LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur............................................................................. 34.503.365,00 LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur................................................................................... 13.579.056,60 LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen..................................................................... 25.861.808,00 LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen............................................................ 203.443.498,13 LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik...................................................................................... 375.215.430,00 LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst.................................................................. 629.163.760,00 LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst........................................................................ 86.107.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video................................................................... 99.620.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen...................................................................... keine Förderung LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren............................................................. 17.400.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung............................................................... 2,029.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung................................................................... keine Förderung LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration........................... 2.030.563,90 LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen........................................................... 244.923.161,20 Summe............................................................................................................................. 2.115,753.144,35 LIKUS- Hauptkategorie 1: Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen Ankauf von Archivbaulichkeiten.............................................................................................. 100.000.000,00 Amtsausstattung(Regale, Geräte).............................................................................................. 1.344.936,00 BUCH- UND ARCHIVALENANKÄUFE, DRUCKKOSTEN Buchankäufe(829 Bände Fachliteratur)......................................................................................... 462.327,00 Buchankäufe für internationalen Tauschverkehr(Zuwachs 296 Bände)............................................ 77.526,00 Druck von Publikationen................................................................................................................. 123.960,00 Archivalienankäufe........................................................................................................................ 149.849,00 Bibliothekserfordernisse(Buchbinder)............................................................................................... 97.841,00 Werkverträge für wissenschaftliche und kartographische Mitarbeiter............................................. 190.110,00 Herstellung von Druckvorlagen(Atlanten)...................................................................................... 281.891,00 Verfilmungen, grafische Arbeiten..................................................................................................... 91.707,00 Sonstige Kosten(Reparaturen, Spezialmaterial)............................................................................. 120.581,00 Ausstellungen........................................................................................................................... 24.592.330,61 Erwerb von Sammelstücken....................................................................................................... 5.744.258,71 Baumaßnahmen, Betriebskosten:.................................................................................................................... Errichtung des Holocaust-Mahnmals auf dem Judenplatz/Rate 98........................................... 8.682.306,88 Bauliche Investitionen Museumsquartier, Historisches Museum, Hermesvilla, Virgilkapelle und andere Außenstellen............................................................... 110.831.447,11 Betrieb Jüdisches Museum...................................................................................................... 59.614.532,05 Energieaufwand, Instandhaltung, Mietzinse, Verbrauchsgüter, etc.......................................... 27.948.723,49 Stadtarchäologie....................................................................................................................... 1.445.916,19 Bezirksmuseen.................................................................................................................................................. ARGE Bezirksmuseen.................................................................................................................. 1.400.000,00 Abgeltung Energiekosten.............................................................................................................. 949.666,31 Seite 46 Projektförderungen..................................................................................................................... 1.060.214,00 Bezirksmuseum Margareten.......................................................................................................... 100.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 1:............................................................................................ 243.965.187,35 Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen............................................................................................ LIKUS- Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe a) Kirchen, Kapellen................................................................................................................... 15.350.000,00 b) Denkmäler, Denkmalbrunnen................................................................................................ 10.506.252,06 c) Altstadtsanierung................................................................................................................... 91.580.103,03 d) Zuführung an Haushaltsrücklage............................................................................................ 15.502.642,25 e) Sonstiges................................................................................................................................. 4.972.316,83 zu a) Kirchen, Kapellen St. Michael Mariazell.............................................................................................. 14.000.000,00 Stefanskirche............................................................................................................... 300.000,00 Karlskirche................................................................................................................... 300.000,00 St. Anna Kapella Fontanella........................................................................................ 750.000,00 zu b) Denkmäler, Denkmalbrunnen........................................................................... 6.190.895,24 Instandhaltung............................................................................................................. 215.633,04 Reinigung................................................................................................................ 4.099.723,78 Anleuchtungsanlagen........................................................................................... 10.506.252,06 Summe LIKUS Hauptkategorie 2: Baukulturelles Erbe.............................................................. 137.911.314,17 LIKUS- Hauptkategorie 3: Alltagskultur Wr. Volksbildungswerk, Bezirksfestwochen................................................................................... 7.500.000,00 Wr. Volksbildungswerk, Projekte................................................................................................... 4.500.000,00 Wr. Volksbildungswerk, Jahresförderung...................................................................................... 9.500.000,00 Aktivitäten in den Bezirken........................................................................................................ 13.000.000,00 Aktivitäten in Fußgeherzonen............................................................................................................ 3.365,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 3: Alltagskultur.......................................................................... 34.503.365,00 LIKUS- Hauptkategorie 4: Literatur Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Verein Sisyphus................................................................................................................................ 40.000,00 P.E.N.Club........................................................................................................................................ 90.000,00 Österr.Ges.f.Literatur...................................................................................................................... 100.000,00 Kunstverein Wien- Autorinnenlabor............................................................................................... 700.000,00 Kunstverein Wien Autoren in Wiener Verlagen............................................................................... 162.000,00 Österr.Schriftstellerverband.............................................................................................................. 90.000,00 Literaturkreis Podium........................................................................................................................ 50.000,00 Verein Schule f. Dichtung in Wien............................................................................................... 1.200.000,00 Grazer Autorenversammlung........................................................................................................ 280.000,00 Internat. Drach Ges......................................................................................................................... 12.000,00 Hauptverband d.österr.Buchhandels.............................................................................................. 90.000,00 Milena Verlag.................................................................................................................................. 60.000,00 Bibliotheks-u.Medienzentrum f.Kinder-u.Jugendlit............................................................................ 50.000,00 Kunstverein Wien „Literatur im März“........................................................................................... 3.500.000,00 Verein Gruppe Wespennest.......................................................................................................... 909.000,00 Ges. f. Masse u. Machtfor., Canetti-Symp..................................................................................... 350.000,00 Kunstverein Wien „Tage d. europ.Literatur“.................................................................................... 400.000,00 Übersetzergem. Interessengem. von Übersetzerinnen u. Übersetzer............................................ 315.000,00 Projektgruppe Wörterbuch „Die Fackel“...................................................................................... 1.200.000,00 Multi Art......................................................................................................................................... 100.000,00 Asset Marketing GmbH................................................................................................................. 440.000,00 Verlag Holzhausen........................................................................................................................ 150.000,00 Buchankauf............................................................................................................................... 1.791.056,60 Druckkostenbeiträge: Edition Splitter.................................................................................................................................. 30.000,00 Verlag Blattwerk............................................................................................................................... 65.000,00 Paul Zsolnay Verlag......................................................................................................................... 30.000,00 Picus Verlag.................................................................................................................................. 100.000,00 Seite 47 Edition d. fröhliche Wohnzimmer..................................................................................................... 10.000,00 Edition Freibord............................................................................................................................... 10.000,00 Ritter Verlag..................................................................................................................................... 60.000,00 Verlag Styria.................................................................................................................................... 60.000,00 Amalthea Verlag........................................................................................................................... 150.000,00 Literaturverlag Droschl.................................................................................................................... 40.000,00 Orpheus Trust.................................................................................................................................. 50.000,00 Milena Verlag.................................................................................................................................. 95.000,00 Böhlau Verlag................................................................................................................................. 80.000,00 Wilhelm Braumüller Verlag............................................................................................................... 25.000,00 Sonderzahl Verlag........................................................................................................................... 40.000,00 Edition Vabene............................................................................................................................... 25.000,00 Odeon............................................................................................................................................ 30.000,00 Edition Selene................................................................................................................................. 40.000,00 WUV-Universitätsverlag.................................................................................................................... 30.000,00 Wieser Verlag.................................................................................................................................. 50.000,00 Passagen Verlag............................................................................................................................. 20.000,00 Mandelbaum Verlag...................................................................................................................... 30.000,00 College Verlag................................................................................................................................ 20.000,00 Edition die Donau hinunter.............................................................................................................. 20.000,00 Verlag Turia und Kant...................................................................................................................... 50.000,00 Verein Wespennest.......................................................................................................................... 50.000,00 Autorenverlag Sisyphus................................................................................................................... 25.000,00 Springer Verlag................................................................................................................................ 30.000,00 Theodor Kramer Ges....................................................................................................................... 30.000,00 Verein Exil........................................................................................................................................ 40.000,00 Sonderzahl Verlag........................................................................................................................... 30.000,00 Verlag Buchkultur............................................................................................................................ 20.000,00 Album Verlag.................................................................................................................................. 30.000,00 Böhlau Verlag................................................................................................................................. 35.000,00 Edit. Atelier im Wr. Journal............................................................................................................... 20.000,00 Löcker Verlag.................................................................................................................................. 30.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 4: Literatur................................................................................ 13.579.056,60 LIKUS- Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen Druckschriftensammlung 1. Neuerwerbungen................................................................................................................... 1.188.838,00 2. Antiquarische Druckschriften..................................................................................................... 241.278,00 Handschriftensammlung......................................................................................................... 21.134.779,00 Musiksammlung......................................................................................................................... 2.099.221,00 Mikrofilme und-fiches................................................................................................................... 297.628,00 Ausgaben für auswärtige Buchbinder-Arbeiten............................................................................. 691.031,00 Ausstellungen inklusive Katalogherstellung.................................................................................... 209.033,00 Sonstige Ausgaben(EDV, Publikationen, etc.)............................................................................... 318.534,00 Scannen von Katalogen................................................................................................................. 87.413,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 5: Bibliothekswesen.................................................................. 25.861.808,00 LIKUS- Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen Verein Betrifft Neudeggergasse.................................................................................................. 1.500.000,00 Institut für die Wissenschaft von Menschen................................................................................... 500.000,00 Veranstaltung gem. BM für Inneres............................................................................................... 500.000,00 Verein Jewish Welcome Service................................................................................................. 1.000.000,00 Institut für die Wissenschaft von Menschen................................................................................... 100.000,00 Verein Via Lana, Internationale Modetage................................................................................ 1.150.000,00 IG Kultur........................................................................................................................................ 120.000,00 Verein Springerin........................................................................................................................... 500.000,00 Verein zur Förderung von Kultur, Forschung und Wissenschaft....................................................... 100.000,00 Verein der Freunde des Schloss Stixenstein................................................................................... 300.000,00 Euroäisches Forum Alpbach........................................................................................................... 42.000,00 Sommerhochschule der Universität Wien........................................................................................ 58.000,00 Seite 48 Öst. Ges.f. christliche Kunst............................................................................................................ 300.000,00 Kultur-Agentur Sonnenwind........................................................................................................... 150.000,00 Inst.f.d.Donauraum u. Mitteleuropa............................................................................................... 700.000,00 Österr. Akad. Austauschdienst....................................................................................................... 100.000,00 Int. Auschwitzkomitee...................................................................................................................... 36.000,00 Verein „Cameleon Press“............................................................................................................... 100.000,00 Club der Univ. Wien......................................................................................................................... 60.000,00 Verein Stadtimpuls..................................................................................................................... 4.000.000,00 Verein Club d. Univ. Wien.............................................................................................................. 158.000,00 Verein Stadtforum...................................................................................................................... 2.000.000,00 Israelitische Kultusgemeinde......................................................................................................... 100.000,00 Preise der Stadt Wien Dr. Karl Renner Preise..................................................................................................................... 600.000,00 Würdigungspreise...................................................................................................................... 1.200.000,00 Kleinkinder-, Kinder- und Jugendbuchpreis................................................................................... 110.000,00 Förderungspreise.......................................................................................................................... 669.700,00 Krenek Preis................................................................................................................................... 100.000,00 Mitgliedsbeitrag an Verein Österreichische Tourismuswerbung................................................ 13.190.000,00 Beitrag für Kongreßförderung und-werbung.............................................................................. 7.900.000,00 Wiener Tourismusverband(inklusive Ortstaxe)......................................................................... 166.099.798,13 Summe LIKUS Hauptkategorie 6: Sonstige Förderungen........................................................ 203.443.498,13 LIKUS- Hauptkategorie 7: Musik Förderung Wiener Unterhaltungsmusik: Verband der Konzertlokalbesitzer............................................................................................... 2.070.000,00 Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: Verein vienna classic u. modern e.V............................................................................................... 60.000,00 Kulturverein Reigen-live................................................................................................................. 120.000,00 Verein IG Jazz Wien.................................................................................................................... 1.600.000,00 Wiener Symphoniker............................................................................................................... 154.000.000,00 Ges. d. Musikfreunde................................................................................................................. 7.500.000,00 Wr. Konzerthausgesellschaft..................................................................................................... 14.500.000,00 Wr. Meisterkurse.......................................................................................................................... 1.000.000,00 Projektförderungen..................................................................................................................... 4.397.198,00 Verein Musikalische Jugend Österreich...................................................................................... 1.600.000,00 Verein Wiener Jeunesse Orchester................................................................................................ 700.000,00 1.Frauen-Kammerorchester....................................................................................................... 1.500.000,00 Kunstverein Wien, Musikprojekte.................................................................................................... 950.000,00 Wiener Kammeroper, Mozart in Schönbrunn............................................................................ 28.500.000,00 Gustav Mahler-Jugendorchester................................................................................................ 2.500.000,00 Verein Klangforum Wien............................................................................................................. 3.700.000,00 Verein Ensemble „die Reihe“......................................................................................................... 100.000,00 Verein Projekt Uraufführungen......................................................................................................... 80.000,00 Verein Wiener Akademie............................................................................................................... 700.000,00 Verein Ensemble 20. Jhdt............................................................................................................. 250.000,00 Verein Musica Juventutis............................................................................................................... 250.000,00 Verein Wien-Modern.................................................................................................................. 9.000.000,00 Verein Wiener Musikseminar.......................................................................................................... 100.000,00 Verein d. Freunde d. Wr. Kammerorchesters.............................................................................. 1.000.000,00 Österr. Interpretengesellschaft...................................................................................................... 100.000,00 Verein Orpheus Trust...................................................................................................................... 190.000,00 Verein Öst. Kammersymphoniker.................................................................................................... 60.000,00 Verein f. integrative Lebensgestaltung............................................................................................ 50.000,00 Mozartgemeinde Wien, „Flötenuhr“................................................................................................ 50.000,00 Fritz Kreisler Gesellschaft(Vorbereitungsarbeiten).......................................................................... 130.000,00 Arnold Schönberg-Stiftung, Stiftungsbeitr.................................................................................. 10.322.400,00 A. Schönberg-Center, Start-up Kosten..................................................................................... 17.250.000,00 Verein Orpheus Trust...................................................................................................................... 170.000,00 Verein MICA............................................................................................................................... 1.300.000,00 Seite 49 Vienna Art Orchestra..................................................................................................................... 500.000,00 Musikal.Jugend Österr. Jeunesse-Triale.......................................................................................... 600.000,00 Verein Hot Club de Vienna............................................................................................................ 300.000,00 VÖM.......................................................................................................................................... 3.990.000,00 Kunstverein Wien, Kinderklang.................................................................................................... 1.250.000,00 Musikal. Jugend Öster................................................................................................................... 200.000,00 Wr. Kammeroper, Belvedere-Wettbewerb..................................................................................... 330.000,00 Kunstverein Wien, Orgelkonzerte................................................................................................... 400.000,00 Verein Porgy& Bess.................................................................................................................... 1.200.000,00 Verein Klub d. Wr. Kaffeehausbesitzer............................................................................................ 500.000,00 Verein Jazz Fest Wien................................................................................................................. 4.500.000,00 Musikal.Jugend Österr. „Musik z. Angreifen“................................................................................... 900.000,00 Musikal.Jugend.Österr. Jeunesse-Festival................................................................................... 2.000.000,00 Ernst Krenek-Verein..................................................................................................................... 1.000.000,00 V.d.Freunde d. Wr. Hofmusikkapelle.............................................................................................. 690.000,00 Wr. Konzerthausges.................................................................................................................... 3.195.486,00 Kunstverein O.F.F........................................................................................................................... 300.000,00 Verein Domkirche St. Stephan....................................................................................................... 135.346,00 Verein Univ. Sängerschaft Waltharia................................................................................................ 30.000,00 Komponistenförderung................................................................................................................. 285.000,00 Baukostenbeiträge:.......................................................................................................................................... Wiener Konzerthausgesellschaft............................................................................................... 87.110.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 7: Musik.................................................................................. 375.215.430,00 LIKUS- Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst Theatererhalterverband Österr. Bundesländer und Städte, Mitgliedsbeitrag................................... 26.760,00 Förderungsbeiträge an Theater: Theater in der Josefstadt.......................................................................................................... 73.000.000,00 Theater in der Josefstadt............................................................................................................ 5.000.000,00 Volkstheater............................................................................................................................. 72.000.000,00 Kammeroper............................................................................................................................. 8.800.000,00 Theater an der Wien.............................................................................................................. 121.550.000,00 Raimundtheater....................................................................................................................... 95.950.000,00 Schauspielhaus........................................................................................................................ 16.000.000,00 Gruppe 80................................................................................................................................. 8.000.000,00 Inter Thalia Theater..................................................................................................................... 8.000.000,00 Drachengasse 2 Theater........................................................................................................... 6.500.000,00 Theater m.b.H............................................................................................................................ 3.500.000,00 Theater beim Auersperg............................................................................................................ 1.300.000,00 Ensemble Theater+A48............................................................................................................. 8.000.000,00 Theaterbrett............................................................................................................................... 2.200.000,00 Kleine Komödie......................................................................................................................... 3.000.000,00 International Theatre.................................................................................................................. 1.800.000,00 Freie Bühne Wieden................................................................................................................... 1.500.000,00 Theater Spielraum......................................................................................................................... 600.000,00 Theater zum Fürchten................................................................................................................ 2.400.000,00 Tribüne.......................................................................................................................................... 400.000,00 Ateliertheater................................................................................................................................ 650.000,00 Experiment am Liechtenwerd....................................................................................................... 450.000,00 Theater Center Forum................................................................................................................... 600.000,00 Lederer’s Theater am Schwedenplatz........................................................................................... 200.000,00 Treubergs Gratisbühne.................................................................................................................. 100.000,00 Verein Odeon............................................................................................................................ 9.500.000,00 Komödie am Kai........................................................................................................................... 300.000,00 Theater der Jugend................................................................................................................. 43.000.000,00 Orig. Wr. Stegreifbühne, Tschauner................................................................................................ 600.000,00 Interkult Theater.......................................................................................................................... 3.100.000,00 Theaterverein Wien.................................................................................................................... 9.750.000,00 Kabarett Niedermair.................................................................................................................. 1.500.000,00 IG Freie Theaterarbeit................................................................................................................... 600.000,00 Verein T-Junction........................................................................................................................... 800.000,00 Seite 50 Wr. Tourneetheater- Österr.Länderbühne...................................................................................... 300.000,00 Jugendstiltheater....................................................................................................................... 2.400.000,00 Gesellschaft für Musiktheater........................................................................................................ 650.000,00 Verein Metropol......................................................................................................................... 8.000.000,00 IMZ Wien Woche Moskau........................................................................................................... 2.000.000,00 IMZ Wien Woche Prag................................................................................................................... 900.000,00 Theater des Augenblicks............................................................................................................ 2.700.000,00 Verein Hallamasch........................................................................................................................ 600.000,00 Theaterwerbekampagne........................................................................................................... 1.562.000,00 Verein Ecce Homo........................................................................................................................ 300.000,00 Verein z.Förd.d.künstl.Ausdruckstanzes.......................................................................................... 500.000,00 WUK, Meeting Trans europe halles.................................................................................................. 85.000,00 Tanzverein Zirkus f.e.aufgebundenen Bären.................................................................................. 300.000,00 Verein Alma.................................................................................................................................. 500.000,00 Jüd. Inst. F. Erwachsenenbildung.................................................................................................. 150.000,00 Wr. Vorstadttheater........................................................................................................................ 150.000,00 Vienna Acts................................................................................................................................... 500.000,00 Baukostenbeiträge: KV Donaustadt-Adapt.Orpheum................................................................................................ 1.000.000,00 Verein Wr. Kammeroper................................................................................................................ 210.000,00 Theaterverein Wien....................................................................................................................... 767.000,00 WUK........................................................................................................................................... 1.500.000,00 Schauspielhaus............................................................................................................................... 94.000,00 Theaterstudio Spielraum................................................................................................................. 19.200,00 Stadtinitiative Wien........................................................................................................................ 500.000,00 Verein Kroatischer Kongreß in Österr................................................................................................ 50.000,00 Theater m.b.H............................................................................................................................... 300.000,00 Luna Filmverleih- u. Prot.gesmbH.................................................................................................. 800.000,00 Luna Filmverleih- u. Prot.gesmbH.................................................................................................... 36.690,00 Luna Filmverleih- u. Prot.gesmbH.................................................................................................... 71.355,00 Verein Metropol......................................................................................................................... 1.500.000,00 Windbacher.................................................................................................................................. 200.000,00 Verein Exil........................................................................................................................................ 50.000,00 Jüdische Filmwoche....................................................................................................................... 65.000,00 Ateliertheater.................................................................................................................................. 70.000,00 Schikaneder Kino.......................................................................................................................... 679.225,00 Filmcasino...................................................................................................................................... 25.030,00 Theater in der Josefstadt............................................................................................................ 4.000.000,00 Verein f. Filmausbildung in Österr................................................................................................... 350.000,00 Filmhaus Stöbergasse................................................................................................................... 800.000,00 Filmmuseum.............................................................................................................................. 1.000.000,00 Volkstheater............................................................................................................................... 4.000.000,00 Theater ohne Grenzen.................................................................................................................. 120.520,00 Inter Thalia.................................................................................................................................... 486.000,00 Kunstverein Wien........................................................................................................................... 500.000,00 Ateliertheater.................................................................................................................................. 50.000,00 Verein Via...................................................................................................................................... 500.000,00 Verein Echoraum.......................................................................................................................... 650.000,00 Kurdische Kulturvereinigung............................................................................................................ 61.980,00 Theatercenter Forum.................................................................................................................... 270.000,00 Filmcasino.................................................................................................................................... 900.000,00 Theater beim Auersperg............................................................................................................... 174.000,00 Kabarett Stadnikow....................................................................................................................... 300.000,00 Theater beim Auersperg............................................................................................................ 1.200.000,00 Theater die Tribüne....................................................................................................................... 300.000,00 Theater Spielraum......................................................................................................................... 400.000,00 Pygmalion Theater........................................................................................................................ 400.000,00 Seite 51 Freie Gruppen......................................................................................................................... 72.490.000,00 Interdisziplinäre Projekte Artact........................................................................................................................... 300.000,00 Best before.................................................................................................................. 100.000,00 Chroma........................................................................................................................ 10.000,00 Daedalus................................................................................................................. 1.000.000,00 Echoraum................................................................................................................ 1.350.000,00 Echoraum..................................................................................................................... 20.000,00 Gang Art..................................................................................................................... 350.000,00 Gang Art..................................................................................................................... 200.000,00 Kunstverein Virtureal.................................................................................................... 350.000,00 Messing Network......................................................................................................... 100.000,00 New Media-X-Press..................................................................................................... 200.000,00 Sabotagen................................................................................................................. 100.000,00 Tripoint........................................................................................................................ 100.000,00 Triton............................................................................................................................. 20.000,00 V.z.F.künstlerischer Fotografie........................................................................................ 50.000,00 Verein Tasc.................................................................................................................. 350.000,00 Verein zur Zeit.............................................................................................................. 200.000,00 Kindertheater Amal Theater................................................................................................................ 40.000,00 Assitej.......................................................................................................................... 250.000,00 Clini Clowns.................................................................................................................. 50.000,00 Comicompany& Co................................................................................................. 340.000,00 Ensemble Parnass....................................................................................................... 100.000,00 Fetzentheater.............................................................................................................. 150.000,00 Freunde d.Wr.Kinder-& Jugendorchesters.................................................................. 100.000,00 Haga Susa.................................................................................................................. 200.000,00 Ich bin okay.................................................................................................................. 40.000,00 IG Freie Theaterarbeit................................................................................................... 70.000,00 IG Freie Theaterarbeit................................................................................................. 500.000,00 IG Freie Theaterarbeit................................................................................................... 20.000,00 In Viso........................................................................................................................... 15.000,00 Interkult Theater........................................................................................................... 350.000,00 Interkulttheater.............................................................................................................. 30.000,00 Interkulttheater.............................................................................................................. 15.000,00 Kabinetttheater........................................................................................................... 120.000,00 Kammeroper.............................................................................................................. 700.000,00 Kiku............................................................................................................................... 20.000,00 Kontaktiertheater........................................................................................................... 10.000,00 Krassnij Angel Company............................................................................................. 100.000,00 Krassnij Angel Company............................................................................................. 300.000,00 Kroatischer Kulturhort..................................................................................................... 50.000,00 Kurd. Kulturverein Jarestan............................................................................................ 30.000,00 MA 0............................................................................................................................. 40.000,00 Märchenbühne Apfelbaum........................................................................................ 100.000,00 Märchenbühne Apfelbaum........................................................................................ 160.000,00 Märchenbühne Apfelbaum.......................................................................................... 40.000,00 Marko Simsa................................................................................................................. 70.000,00 Marko Simsa............................................................................................................... 170.000,00 MOKI........................................................................................................................... 120.000,00 National Union of Nigerian Students.............................................................................. 10.000,00 Puppentheater Lilarum............................................................................................ 1.200.000,00 Saxopop..................................................................................................................... 200.000,00 Sol y Luna.................................................................................................................... 200.000,00 Stadtinitiative Wien...................................................................................................... 300.000,00 Szene Bunte Wähne...................................................................................................... 50.000,00 Szene Bunte Wähne.................................................................................................... 400.000,00 Telos............................................................................................................................ 400.000,00 Seite 52 Theater Foxfire.............................................................................................................. 900.000,00 Theater für Menschen..................................................................................................... 80.000,00 Theatergruppe Gohar Morad........................................................................................ 13.000,00 Theatergruppe Gohar Morad........................................................................................ 60.000,00 Theaterwerkstatt............................................................................................................. 40.000,00 Theatro Piccolo.............................................................................................................. 70.000,00 Theatro Piccolo............................................................................................................ 120.000,00 Trittbrettl.......................................................................................................................... 70.000,00 Verein für Chinesische Sprache und Kultu...................................................................... 10.000,00 Verein Globus................................................................................................................ 40.000,00 Verein Kokaboora, Sibylle Starkbaum............................................................................. 10.000,00 Verein Theaterprojekt(PIPIFAX)........................................................................................ 40.000,00 Verein Theaterprojekt(PIPIFAX)...................................................................................... 130.000,00 Vorstadttheater.............................................................................................................. 80.000,00 ZOOM- Kindermuseum............................................................................................... 120.000,00 ....................................................................................................................................................... Multikulturelle Projekte..................................................................................................................... African Cultural Promotion.............................................................................................. 30.000,00 Dialog Ouvert................................................................................................................. 50.000,00 Iranische Kulturgemeinde in Österreich.......................................................................... 19.000,00 Kroatischer Kulturverein.................................................................................................. 10.000,00 Kulturni Centar............................................................................................................... 15.000,00 PAI.................................................................................................................................. 10.000,00 Soltanpour..................................................................................................................... 25.000,00 Theaterverein Piranha................................................................................................... 100.000,00 Trans Cultural Media...................................................................................................... 15.000,00 V.z.F. des Gedankengutes Atatürks................................................................................. 10.000,00 Verein Exil....................................................................................................................... 40.000,00 Verein Exil....................................................................................................................... 60.000,00 Verein Exil....................................................................................................................... 15.000,00 Verein kurdisches empirisches Theater........................................................................... 50.000,00 Verein Romanodrom..................................................................................................... 50.000,00 ....................................................................................................................................................... Musiktheater................................................................................................................................... Adivision........................................................................................................................ 100.000,00 Artact........................................................................................................................... 100.000,00 Beinhardt-Ensemble.................................................................................................. 1.000.000,00 Cafe de Chinitas.......................................................................................................... 120.000,00 Chroma......................................................................................................................... 90.000,00 Corona Shakespeare Company.................................................................................... 20.000,00 Dance Web................................................................................................................. 400.000,00 DIAN Film und Theater.................................................................................................... 20.000,00 Gruppe Domino.......................................................................................................... 350.000,00 Jesuiten Österreich...................................................................................................... 250.000,00 Kiskililla Theater............................................................................................................. 800.000,00 Krassnij Angel Company.............................................................................................. 370.000,00 Kulturverein Multi Kult.................................................................................................... 200.000,00 Kulturverein Schikaneder.............................................................................................. 100.000,00 Kunstverein Trelon........................................................................................................... 10.000,00 Moop............................................................................................................................ 500.000,00 MusikTheater-Verein K&K................................................................................................ 30.000,00 Musikwerkstatt Wien................................................................................................... 2.000.000,00 Netzzeit...................................................................................................................... 2.000.000,00 Neue Oper Wien....................................................................................................... 5.500.000,00 Pons Artis...................................................................................................................... 100.000,00 Pro Arte........................................................................................................................ 100.000,00 Toxic Dreams............................................................................................................... 100.000,00 Triton............................................................................................................................ 120.000,00 Verein Ensemble 90......................................................................................................... 5.000,00 Verein Sources............................................................................................................... 50.000,00 Vladimir und Estragon.................................................................................................... 50.000,00 Seite 53 Wiener Operntheater................................................................................................ 2.000.000,00 Wiener Taschenoper................................................................................................ 1.000.000,00 Zoon........................................................................................................................... 400.000,00 Tanztheater Affiche........................................................................................................................ 250.000,00 Artact....................................................................................................................... 1.500.000,00 Atti impuri...................................................................................................................... 40.000,00 Bilderwerfer.............................................................................................................. 1.500.000,00 Carambolage.............................................................................................................. 50.000,00 Carambolage............................................................................................................ 300.000,00 D.O.C.H......................................................................................................................... 50.000,00 Dans.Kias.................................................................................................................... 270.000,00 Independance company.............................................................................................. 5.000,00 Kontext.......................................................................................................................... 70.000,00 Lux flux........................................................................................................................ 150.000,00 Lux flux........................................................................................................................ 100.000,00 Modernes Tanztheater............................................................................................. 1.200.000,00 Oya............................................................................................................................ 100.000,00 Pilottanzt.................................................................................................................. 1.100.000,00 Pilottanzt..................................................................................................................... 100.000,00 Salto........................................................................................................................... 700.000,00 Salto............................................................................................................................. 15.000,00 Second nature............................................................................................................ 300.000,00 Sonnenschein production............................................................................................. 30.000,00 T Junction................................................................................................................... 100.000,00 Tanzatelier Sebastian Prantl...................................................................................... 2.200.000,00 Tanztheater Homunculus......................................................................................... 2.800.000,00 Tanztheater Wien..................................................................................................... 2.500.000,00 Theater aller Art............................................................................................................. 25.000,00 Theaterverein Wien..................................................................................................... 250.000,00 Theaterverein Wien..................................................................................................... 100.000,00 Verein „Im Tanz“............................................................................................................. 20.000,00 Verein „Im Tanz“........................................................................................................... 300.000,00 Verein für experimentellen Tanz..................................................................................... 50.000,00 Verein Imeka............................................................................................................... 120.000,00 Verein zur Zeit................................................................................................................ 30.000,00 Wild mind company..................................................................................................... 80.000,00 WUK............................................................................................................................ 100.000,00 Sprechtheater 1. Wr. Lesetheater....................................................................................................... 200.000,00 Aktionstheater Ensemble............................................................................................ 600.000,00 Arbos.......................................................................................................................... 300.000,00 Art Event........................................................................................................................ 50.000,00 AsoA Theater................................................................................................................. 50.000,00 Beinhardt-Ensemble................................................................................................. 2.200.000,00 Bernhard Ensemble...................................................................................................... 50.000,00 Blue Danube................................................................................................................. 20.000,00 Bühne 21.................................................................................................................... 500.000,00 Carinth- Bergmann Ensemble.................................................................................... 200.000,00 Corona Shakespeare Company................................................................................. 100.000,00 Der Würfel..................................................................................................................... 20.000,00 Dialog Ouvert............................................................................................................. 100.000,00 Die Fremden................................................................................................................. 40.000,00 Die Wibschen.............................................................................................................. 100.000,00 Die Wieber.................................................................................................................. 150.000,00 Drama Wien............................................................................................................. 1.300.000,00 Echoraum................................................................................................................... 250.000,00 Einmaliges Gastspiel..................................................................................................... 40.000,00 Einmaliges Gastspiel................................................................................................... 400.000,00 Seite 54 Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österr. Literatur................................ 60.000,00 Forschungs- und Dokumentationsstelle für neuere österr. Literatur.............................. 300.000,00 Foxtrott und Moritz......................................................................................................... 30.000,00 Grazer Autorenversammlung........................................................................................ 20.000,00 Habsburg recycling...................................................................................................... 50.000,00 Häferl............................................................................................................................ 50.000,00 Hallwaxx Com............................................................................................................... 30.000,00 Helios 18....................................................................................................................... 60.000,00 IG Freie Theaterarbeit................................................................................................... 90.000,00 Institut Pitanga............................................................................................................... 20.000,00 Kabinetttheater........................................................................................................... 400.000,00 Kulturagentur Sonnenwind............................................................................................ 10.000,00 Kulturverein Globokal.................................................................................................... 10.000,00 Kulturverein Globokal.................................................................................................... 30.000,00 Kulturverein Little Joe..................................................................................................... 30.000,00 Kulturverein Vorstadt.................................................................................................... 150.000,00 Kurd. Kulturverein Jarestan............................................................................................ 20.000,00 Lusttheater.................................................................................................................... 50.000,00 Mammut Theaterproduktionen..................................................................................... 20.000,00 Marktschorgast Tiefengrün............................................................................................ 60.000,00 Messing Network........................................................................................................... 60.000,00 Messing Network......................................................................................................... 400.000,00 Musta Madonna........................................................................................................... 60.000,00 Neu Wien...................................................................................................................... 70.000,00 Österreichisches Theater.......................................................................................... 1.500.000,00 Otto Pilminger Institut.................................................................................................... 10.000,00 Pink Zebra-Theatre......................................................................................................... 60.000,00 Plansinn......................................................................................................................... 30.000,00 Pleasure Tone................................................................................................................ 10.000,00 Pro Arte....................................................................................................................... 500.000,00 Projekttheater.............................................................................................................. 100.000,00 Projekttheater.............................................................................................................. 800.000,00 Proscenion.................................................................................................................. 650.000,00 Romanisches Cafe....................................................................................................... 40.000,00 Schaulust GE. Wien..................................................................................................... 300.000,00 Showinisten................................................................................................................. 600.000,00 Sinnpause................................................................................................................... 270.000,00 Sol y Luna.................................................................................................................... 150.000,00 Splitterart....................................................................................................................... 50.000,00 Stadttheater Wien....................................................................................................... 600.000,00 Stadttheater Wien....................................................................................................... 300.000,00 TDM Musical Production.............................................................................................. 250.000,00 TDM Musical Production................................................................................................ 20.000,00 Theater am Sofa......................................................................................................... 150.000,00 Theater am Sofa......................................................................................................... 150.000,00 Theater Ceroit............................................................................................................. 150.000,00 Theater Ceroit............................................................................................................. 200.000,00 Theater Fremdkörper..................................................................................................... 30.000,00 Theater memory......................................................................................................... 100.000,00 Theater ohne Grenzen................................................................................................ 800.000,00 Theater Punkt................................................................................................................ 50.000,00 Theater Steppenwolf..................................................................................................... 35.000,00 Theater Transit............................................................................................................. 400.000,00 Theater U.R.B................................................................................................................. 30.000,00 Theater U.R.B................................................................................................................. 40.000,00 Theater Vitriol................................................................................................................. 80.000,00 Theaterbrücke............................................................................................................... 40.000,00 Theatergruppe Gohar Morad....................................................................................... 30.000,00 Theaterverein Chaos..................................................................................................... 40.000,00 Theaterverein Dramatic Services.................................................................................. 50.000,00 Theaterverein Medusa................................................................................................ 280.000,00 Seite 55 Theaterverein Melodrom............................................................................................. 150.000,00 Theaterverein Wien........................................................................................................ 50.000,00 Theatre de l’instant......................................................................................................... 30.000,00 Theatroskop................................................................................................................... 70.000,00 Theatroskop................................................................................................................... 50.000,00 Toxic Dreams............................................................................................................... 250.000,00 Toxic Dreams............................................................................................................... 450.000,00 Verein Ariadne............................................................................................................... 50.000,00 Verein darstellender Künstler.......................................................................................... 40.000,00 Verein der Freunde unnützer Praktiker........................................................................... 150.000,00 Verein der Freunde unnützer Praktiker........................................................................... 300.000,00 Verein Ensemble 90....................................................................................................... 10.000,00 Verein Globus................................................................................................................ 30.000,00 Verein Kunstwerk............................................................................................................ 70.000,00 Verein Kunstwerk.......................................................................................................... 400.000,00 Verein kurdisches empirisches Theater........................................................................... 20.000,00 Verein Ohrenblick........................................................................................................... 10.000,00 Verein Romanodrom..................................................................................................... 20.000,00 Verein Städtetheater...................................................................................................... 15.000,00 Verein Via.................................................................................................................. 1.700.000,00 Verein zur Zeit................................................................................................................. 90.000,00 Vis plastica................................................................................................................... 300.000,00 Vladimir und Estragon.................................................................................................... 20.000,00 W.U.T.......................................................................................................................... 2.000.000,00 Willy Pevny...................................................................................................................... 30.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 8: Darstellende Kunst.............................................................. 629.163.760,00 LIKUS- Hauptkategorie 9: Bildende Kunst Int. Koref-Stiftung, Mitgliedsbeitrag..................................................................................................... 5.000,00 Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften: Kunstverein Wien....................................................................................................................... 10.400.000,00 Projektförderungen...................................................................................................................... 1.827.000,00 Prämien für Kleingalerien............................................................................................................... 240.000,00 Verein Kunsthalle Wien.............................................................................................................. 53.900.000,00 Kunsthalle Wien „Die Wiener Gruppe“.......................................................................................... 1.900.000,00 Kunsthalle Wien- Nachtragssubv................................................................................................ 1.100.000,00 BVÖ bild. Künstler Österr................................................................................................................. 300.000,00 Verein interakt. Kindermuseum....................................................................................................... 800.000,00 Vereinigung bild. Künstler-Wr.Secession....................................................................................... 3.300.000,00 Kunstverein Wien, Artothek............................................................................................................. 750.000,00 Alte Schmiede............................................................................................................................... 130.000,00 Verein Interakt. Kindermuseum.................................................................................................... 3.400.000,00 Kunstverein Art Phalaux.................................................................................................................. 150.000,00 Fotogalerie Wien............................................................................................................................ 200.000,00 Ges. bild. Künstler Österr.............................................................................................................. 1.500.000,00 Architektur Zentrum Wien............................................................................................................ 2.500.000,00 Verein Sigmund-Freud-Gesellschaft............................................................................................... 300.000,00 Dok.Archiv d. österr. Widerstandes................................................................................................. 300.000,00 Verein d. Freunde u. Absolv.d. T........................................................................................................ 80.000,00 Verein u. Kunstverein Museum in Progress................................................................................... 2.500.000,00 Friedrich-Kiesler Preis...................................................................................................................... 375.000,00 Verband Österreichische Galerien................................................................................................. 150.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 9: Bildende Kunst 86.107.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Seite 56 LIKUS- Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video Förderungsbeiträge an Vereine und Gesellschaften Wr. Filmfestwochen.................................................................................................................. 17.500.000,00 Österr. Filmarchiv- Austria............................................................................................................. 600.000,00 Österr. Filmmuseum, Betrieb........................................................................................................ 900.000,00 Österr. Filmmuseum, Retrospektiven.......................................................................................... 1.000.000,00 Österr.Filmmuseum, Entschuldung................................................................................................ 500.000,00 Verein Medienwerkstatt................................................................................................................. 400.000,00 Verein Sixpack Film........................................................................................................................ 500.000,00 Inst. f. neue Kulturtechnologien.................................................................................................. 1.000.000,00 Film- und Videovorführung............................................................................................................ 973.000,00 Wr. Filmfinanzierungsfonds....................................................................................................... 55.000.000,00 Wr. Filmfinanzierungsfonds, Sonderdotierung............................................................................. 9.000.000,00 Projekt IMAX-Die weißen Pferde................................................................................................. 6.000.000,00 Jungfilmerförderung.................................................................................................................. 4.797.000,00 Freiluftkino, Open Air Kino im Augarten......................................................................................... 700.000,00 Filmarchiv Austria.......................................................................................................................... 500.000,00 Luna Film...................................................................................................................................... 250.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 10: Film, Kino, Video................................................................. 99.620.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 11: Hörfunk, Fernsehen................................................................. keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren Verein Kulturnetz......................................................................................................................... 2.400.000,00 WUK, Projekte................................................................................................................................ 500.000,00 WUK, Jahressubvention............................................................................................................ 14.500.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 12: Kulturinitiativen, Zentren...................................................... 17.400.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung Div. Studienförderungen............................................................................................................. 1.079.000,00 Stipendien Webster University........................................................................................................ 200.000,00 Wisseschafts- und Habilitationsstipendien..................................................................................... 750.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 13: Ausbildung, Weiterbildung.................................................... 2.029.000,00 LIKUS- Hauptkategorie 14: Erwachsenenbildung keine Förderungen LIKUS- Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration kulturelle Betreuung von Gruppen................................................................................................. 365.563,90 Kulturv. Österr. Roma..................................................................................................................... 425.000,00 Österr. Ost- und Südosteuropa-Institut............................................................................................. 20.000,00 Isrealitische Kultusgemeinde......................................................................................................... 450.000,00 UESCO- Arbeitsgemeinschaft....................................................................................................... 270.000,00 Verein Projekt Integrationshaus...................................................................................................... 500.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 15: Internationaler Kulturaustausch, Integration.......................... 2.030.563,90 LIKUS- Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen Verein Wiener Festwochen..................................................................................................... 131.220.000,00 Verein z.Förderung d. künstlerischen Ausdruckstanzes.............................................................. 10.000.000,00 Verein Int. Sommertanzwochen................................................................................................. 3.000.000,00 Musiksommer-Klangbogen und Osterklang............................................................................. 63.365.982,99 Blasmusikfest.............................................................................................................................. 3.195.308,64 Bundesländertag.......................................................................................................................... 713.005,50 Lebendige Weihnacht und Weihnachtsbaum.............................................................................. 678.864,07 Wiener Prater Veranstaltungs GesmbH........................................................................................ 1.300.000,00 Verein Wiener Stadtfeste........................................................................................................... 10.100.000,00 Kulturverein Alsergrund................................................................................................................... 300.000,00 Verein Wiener Kulturservice....................................................................................................... 20.200.000,00 AICE Intern. Jugendmusikfest......................................................................................................... 850.000,00 Summe LIKUS Hauptkategorie 16: Großveranstaltungen........................................................ 244.923.161,20 Seite 57