. ~~~ ~~ r g r r g r r r r g r r r g yr ~ ~ ~~ ( ~ I ~ ~ . ~ I STEP 0 ~ Stadtentwicklung ien zooS l&apitel I Vorworte l&apitel II Aufgaben, Arbeitsweisen und Grundsätze l&apitel III Ausgangslage und Herausforderungen l&apitel IV Regionales räumliches Leitbild Handlungsfelder der Stadtentwicklung Region mit mehreren Zentren Regionale Kooperation -z' 1 Räumliches Leitbild der Stadtentwicklung Wiens Räumliches Wirtschaftsleitbild Leitbild grünräume der Stadtregion «='ig . 'Leitbild bauliche Entwicklung l&apitel V 13 Zielgebiete der Stadtentwicklung 13 Zielgebiete der Stadtentwicklung Herausforderungen und Entwicklungspotenziale CIcr Bahnhof Wien — Eurapo M rtte — Erd berg er M ars Uz-Donaustadt/Flug feld As pem Flondsdorf — Achse Brunner Strage Siemens-Aiissen Donaufeld Waterfront Rothneusredl Wrental Westgurtel Donaulcanal Prater — Messe — irrieau — Stadion Llcslrtgi glitte Inhalt I. Vorwoi'te 10 II. Aufgaben, Arbeitsweisen und Grundsätze 14 Aufgaben und Arbeitsweisen 16 ti Inhalte und Aufbau des STEP oS 'l6 tz Was sind die Ziele des STEP oS? 17 t3 Wie der neue STEP oS erarbeitet wurde 18 t4 Wie wird der STEP oS verwirklicht& Wie geht es weiter? 19 Grundsatze und Prinzipien z. i Lebensqualität 2. 2 Das Prinzip der Nachhaltigkeit 23 2. 3 Partizipation und demokratische Bestimmung 26 2. 4 Gender Mainstreaming 28 2. 5 Diversitat 29 III. Ausgangslage und Herausforderungen 30 Wien im internationalen, nationalen und regionalen Kontext 32 u Neue geopolitische Rahmenbedingungen 32 tz Der STEP oS im Lichte der europaischen und nationalen Raumordnungspolitik t3 Der regionale Bezugsraum für Wien 36 Demografischer und gesellschaftlicher Wandel 38 z. i Bevölkerungsentwicklung und Suburbanisierung 38 2. 2 Bevölkerungsstruktur 45 2. 3 Veränderung der Lebensstile 50 Stadtstruktur 52 3a Bauliche Entwicklung 52 3. 2 Stadtgestaltung 61 4. Infrastruktur 4. i Ivlobilität und Verkehrsinfrastruktur 4. 2 Technische Infrastruktur 74 S. Soziale Infrastruktur und Gesundheit 79 6. Räumliche Aspekte der Kultur IV. Handlungsfelder der Stadtentwicklung 86 Regionale Entwicklungskonzeptionen und Strategien 88 ta Entwürfe regionaler Kooperationen 88 i. z Stadtumlandregion 92 t3 Strategien Wiens in und mit der Region 95 2. Regionales raumliches Leitbild -Wien in CENTROPE 98 Wohnen 103 3. 1 Wohnungsangebot 103 3. 2 Wohnungsbedarf 104 3. 3 Anforderungen an den Wohnbau 107 3. 4 Wohngebiete in der Stadt 108 4. Wirtschaft und Arbeit 119 43 Wettbewerb der Grojtstadtreg ionen 119 4. 2 Wirtschaftlicher Strukturwandel 120 4. 3 Arbeitsmarkt 124 44 Wirtschafts räume Wiens 126 4. 5 Räumliches Wirtschaftsleitbild 137 5. Grunund Freiraum 149 Sn Die Bedeutung von Grünund Freiraum fur Wien 149 5. 2 Leitbild — Grünraume der Stadtregion 150 5. 3 Landschaftsraume der Stadtregion 157 5. 4 Grünund Freiräume im bebauten Stadtgebiet 166 6. Räumliche und zeitliche Prioritäten der Stadtentwicklung Wiens 1TI 63 Potenzialflachen und vorrangig zu entwickelnde Stadtteile 174 6. z Leitbild der baulichen Entwicklung Wiens potenzialflachen fur gröjtere Stadtentwicklungsprojekte Wiens 183 B. Architektur und Stadtgestaltung 190 9. Räumliches Leitbild der Stadtentwicklung Wiens 196 V. Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung 202 L Die Clttr 208 2. Bahnhof Wien — Erdberger Mais 210 3. Uz Donaustadt — Flug feld Aspern 216 4. Floridsdorf-Achse Brünner Strafte 219 5. Siemens-Aüissen 221 6 Donaufeld 7. Waterfront 8. Rothneusiedl (Entwicklungsoption) 227 9. Wiental 229 io. Westgurtel 231 n. Donaukanal rz PraterMesse — Krieau — Stadion 236 13. Liesing-Mitte 238 Quellenverzeichnis 242 Abbildt)ngsverzeichnis Abbildung 1 l/erhaltnis STEP zu anderen Programmen und Konzepten 17 Abbildung 2 Komponenten der Lebenszufriedenheit 23 Abbildung 3 Die Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung 23 Abbildung 4 Entwicklung der COz-Emissionen i987-i995-zoio; Trendszenano und Reduktion durch Klip-Majtnahmenprogramme 24 Abbildung 5 Beteiligung am STEP-Prozess -Veranstaltungen 27 Abbildung 6 Beteiligung am STEP-Prozess -Workshops 27 Abbildung 7 Lage Wiens in Europa 33 Abbildung 8 Verteilung der Wohnbevolkerung aus dem ehemaligen lugoslawien — ausg. Slowenien (Geburtsland), zoos 47 Abbildung 9 Verteilung der Wohnbevolkerung aus der Turkei (Geburtsland) nach Bezirken, zooi 47 Abbildung 10 Verteilung der Wohnbevolkerung aus den neuen EU-Mitgliedslandern (Geburtsland) nach Bezirken, zoos 47 Abbildung 11 Anteil der uberiS-jahngen Wohnbevolkerung mit abgeschlossener Hochschulund hochschulverwandter Ausbildung an der uberi5-iahngen WB in%, zoos 48 Abbildung 12 Anteil der u her i5 jahr igen Wohnbevoikerung (WB) mit abgeschlossener Fachschule und Lehre an der uber i5-jäh ngen WB in rk zooi 48 Abbildung 13 Einkommensniveau — Durchschnittlicher lahresbezug je Arbeitnehmerln in Euro (brutto), zooi 49 Abbildung 14 Polyzentnsche Stadtstruktur 54 Abbildung 15 Schutzzonen 62 Abbildung 16 Gestaltung des offentlichen Raums 63 Abbildung 17 Grundsatze der intelligenten Mobilitat 64 Abbildung 18 Angestrebter Modal Split 65 Abbildung 19 Verkehrsmittelwahi der Wienerlnnen 65 Abbildung 20 Verkehrsmittelwahl nach Geschlecht — alle Tage zoos 65 Abbildung21A Mogliche Verkehrsmittelnutzung 66 Abbildung21 8 Aktivitatenverteilung derWege inWieni993 und zooi 66 Abbildung 22 Anteil des Umweltverbundes an den gesamten Wegen 67 Abbildung 23 Radverkehran der Dauerzahlstelle Westbahnhof 73 Abbildung 24 Mobilitatsmanagement, MPl/-o3 73 Abbildung 25 Fernwarme netz Wien, Stand zoos 75 Abbildung 26 Das Wiener Kanalnetz 77 Abbildung 27 Stadt-Limland-Management (SUM) Stadtreg ion Wien 97 Abbildung 28 Anteil der Gemeindewohnungen in Wien zooi 103 Abbildung 29 Abbau der Substandardwohnungen bei Hauptwohnsitzwohnungen 103 Abbildung 30 Wohn fläche in m' pro Kopf in Wien i96i-sooi 104 Abbildung 31 Stadtebauliche Problemgebiete gerne(t Kntenen der Stadtplanung fur die Wohnbau forderung (u. a. Wohnung sau sstattung, Wohnung sdi chte, wohnungsgro(se, Baualter, Uberalterung der Wohnbevolkerung) 109 Abbildung 32 1/erteilung der prolekberten Buro-BGF nach Lagen im Stadtgebiet 126 Abbildung 33 Anteil der Verlagerung nach Branchengruppen 135 Abbildung 34 Ag rarstruktureller Entwicklungsplan Ag STEP 145 Abbildung 35 Flachennutzung 150 Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung Abbildung 36 Gestaltungsmoglichkeiten für Ackerrandstreifen 37 Majcnahmen zur qualitativen und quantitativen Verbesserung des Grunund Freiraumangebotes, Darstellung 6, und 7. Bezirk als Beispiel 168 38 Standortaufwertung durch Verkehrsinfrastruktur Phase i (bis zoi o) 39 Standortaufwertung durch Verkehrsinfrastruktur 173 Phase z (ab zo») 173 40 Fur die Stad tentwic klon g vorrangige Gebiete — Phase i (bis zoi0) 176 41 Fur die Stadtentwicklung vorrangige Gebiete — Phase z (ab zoii) 42 Schutzgebiete 43 Ei g nun gsstandorte gemaS Hochhauskonzept 44 Sichtachsen gema(( Hochhauskonzept zoos zoos 45 Bezirkssichtachsen 46 D Zielgebiete der Stadtentwicklung Tabellen Tabelle 1 Grundsatze nachhaltiger Entwicklung 25 Tabelle 2 Bevog&erungsentwicklung innerhalb der Ostreg ion 38 Tabelle 3 Bevolkerungsentwicklung ign-zoos nach Geschlecht 39 Tabelle 4 Pendlerlnnenverflechtungen in der Vienna Region 40 Tabelle 5 Charaktenstik der Bevolkerungsprognose-VariantenUnterschiede zum Basisszenano 41 Tabelle 6 Gesamtergebnis der Bevolkerungsvorausschatzung für Wien — Basisszenario und Varianten 41 Tabelle 7 Fahrgastentwicklung im offentlichen Verkehr, Wiener Stadtgrenze 67 Tabelle 8 Majtnahmen zur Abstimmung der regionalen Entwicklung von Wien, Niederosterreich, Burgenland 96 Tabelle 9 Wohnungen nach Bauperiode 103 Tabelle 10 Wohnungen nach Rechtsform 103 Tabelle 11 Anzahl und Grojte der Arbeitsstatten in Wien und den Bezirken im weiteren Wiener Umland 122 Tabelle 12 Arbeitsplatzentwicklung in der Ostregion 123 Tabelle 13 Flachen angebot nach Anbietern in ha 135 Tabelle 14 Bedarfszahlen zur Grun flach enversorg ung 166 Tabelle 15 Typen von Potenzialflachen und empfohlene Majsnahmen nach Zeitabschnitten 188 Kartenverzeichnis Karte Karten Karre Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte Karte 1 2 u. 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30-32 33 34 35 36A 368 37 38 39 Kooperationsraume fur Wien 36 Bevölkerungsentwicklung 1981-1991 (oben) und1991-2001 (unten) in Wien, NÖ und Bgld Bevblkerungsprog nase zooi bis zosi fur die Bezirke in Wien, NÖ und Bgld Varianten der Bevolkerungsentwicklung Wiens zooo-zozo, raumliche Verteilung der Zunahme der Gesamtbevolkerung Vananten der Bevölkerungsentwicklung Wiens zooo-zozo, raumliche Verteilung der Zunahme der Auslanderlnnen 42 Bevolkerungsentwicklung iggi-zooi, gesamt 43 Ausländische Wohnbevolkerung — Entwicklung 1991-zooi 43 lunge Menschen inWienzooi 44 Alte Menschen in Wien (u her Go l ahn ge Wohnbevölkerung) 44 Veranderung der über 6o jährigen Wohnbevolkerung iggi-zooi nach Bezirken 45 Veranderung der unter is-jahrigen Wohnbevölkerung iggi-zooi nach Bezirken 46 Entwicklung und Verteilung der Wohnbevolkerung nach Ausbildung und Wohnverhältnissen (soziookonomische Struktui) 1971-2001 49 Infrastrukturmajsnahmen Schiene/Wasser/Luft-Region 69 Infrastrukturmajsnahmen Straöe-Region 70 Ausbaumaönahmen im ÖVund im IV-Netz gemaö MPV os und Absichtserklärung von Bund und Land Wien (3 3. zooS), gegliedert nach Zeitabschnitten 71 Vienna Region und CENTROPE 88 Szenano polyzentri sehe Struktur der kunftigen Siedlungsentwicklung 89 Straöenprojekte (Auswahl) in derlordes+ Region 90 Schienenprolekte in derlordes Region 90 „Biospharenregion" mit dem Kerngebiet„Grune Mitte" 92 Mogliche Kooperationsfelder im Stadt-Umland-Bereich 93 BiOSPhärenparkWienerwald 94 Nauonalpark Donau-Auen 94 Regionales räumliches Leitbild 101 Stadtische Agglamerationen in EU-Europa 120 Konzentration der Finanzdienstleistungen in Wien und Wr. Umland (EU-Projekt COMET) 120 Arbeitslosenquote zoos Wiener Bbrogroöimmobiben 125 uberin ooo m*(1995-2002) 127 Raumliche Verteilung von Branchen-Clustern in Wien 131 Raumliches Wirtschahsleitbdd 147 Grunund Freiraume — Schutzgebiete 151 Grunund Freiraume — Grundlagen 152 LeitbildGrunraume der Stadtreg ion 153 Leitbild-Grunraume der stadtregion, dicht bebautes Stadtgebiet 155 Leitbild bauliche Entwicklung 181 Gesamtstadtische Gestaltungsaufgaben 193 Raumliches Leitbild der Stadtentwicklung Wiens 197 X Fotos 2 3 4 5 l l 2 2 3 3 4 4 5 b, Schemata der Anordnung und Nummerierung der Fotos Beispiel 158-2 entspncht Seite 158, Position z Burgstaller, Peter 61, 70, 143, 157, 160-1, IG1-2, 192-2 Gerlich, Wolfgang g 8, 136, 191-2 Keinrath, Kurt 10 Leistelle alltagsund frauengerechtes Planen und Wohnen 117-1 Lang, Mario alle sonstigen Fotos MA18 60-4, 68, 80, 110, 111, 112, 114, 116, 126, 129, 132, 133, 140, 159-1, 160-2, 3, 164, 195-1 MA19 195-2 MA 42 166, 167-1 media wien, MA 13 52, 55, 56, 57, 58, 59, 60-1, 2, 3, 115, 'I37, 138, 139, 158, 159-2, 161-1, 162, 163, 'I90-2, 191-1, 3, 4, 192-1, 3 Plansinn 167-2 Seidl, M. 12 Spiola, Petra 11 verein wiener jugenzentren IGB / I ~f STEP OS EP I. VORWORTE Wien — europäisch denl&enregional handeln — Wien entwicl&eln Mi T DEM 1. Mai 2004 ist Europa um ein gro(1esStückgröSergeworden, einerneueneuropaischen „Normalität" wieder näher gekommen. Ob dieeuropäische Integrationtatsachlich, wie es manche vermuten und auch hoffen, ein Ende der Nationalstaaten mit sich bringt, wird die Zukunft weisen. Was sich seit jahren nachweislich entwickelt, ist eine Stärkung der Regionen und der Stadtraume. Eine Konkurrenzder(europaischen) Städte und Stadtagglomerationen ist dabei unübersehbar geworden. Wir glauben in Zusammenarbeit mit dem Stadtumland sowie den benachbarten Regionen Tschechiens, der Slowakei und Ungarns eine gute Ausgangsposition zu besitzen. Auch mit den Kooperationsformen über die Planungsgemeinschaft Ost (PGO) in der Landerregion Wien, Niederosterreich und Burgenland sind gute Voraussetzungen dazu gegeben. Wien muss sich der guten Beziehungen mit den Nachbarstädten als Voraussetzung zur Nutzung der gemeinsamen Möglichkeitenbewusstseinunddiese weiter ausbauen. Ein wesentlicher Schritt dazu war und ist CENTROPE-Europareg ion Mitte. DerAufbau nachhaltiger Beziehungen in dieser Region im Herzen Europas ist für Wien Ausdruck der Überzeugung, dass Konkurrenz und Kooperation einander nicht ausschlie((en. Im Gegenteil: Gemeinsam sind wir im Wettbewerb stark. Wiesoll, wie kann nun dasWien von morgen aussehen? Für mich ist Wien eine Stadt der Zukunftschancenim Bereich der Forschung, Bildung, internationalisierung, eine Stadt der modernen Wirtschaft, eineWelt(haupt)stadtderKulturund Lebensqualität, und vor allem auch eine Wohlfuhlstadt für alle ihre Bewohnennnen und Bewohner. DasWienvonmorgen isteineStadtderintelligenten Mobilität und einer nachhaltigen Umwelt. Alle diese Zielvorstellungen wurden in langjährigen Nachdenkprozessen bereits formuliert: sei es im Strategieplan oder in den Wiener Visionen, die ja Grundlage für das Arbeitsprogramm dieser Stadtregierung sind. Und sie sind Zielvorstellungen fur den neuen Stadtentwicklungsplan (STEP oS). Vor diesem Hintergrund der Visionen und Leitbilder wird der STEP oS die zukunftsorientierte, raumlicheGesamtentwicklung Wiensfüreinenachste Entwicklungsphase strukturieren. Der Stadtentwicklungsplan benötigt für seine Umsetzung Partnerschaften und Akteursbeteiligung. Voraussetzung dafür war und ist ein transparenter und demokratischer Diskussionsprozess. Seit Februar zooS wurde der Stadtentwicklungsplan als Entwurf in den verschiedenen Gremien der Stadt diskutiert und nach einer Uberarbeitung auf Basis der eingelangten Stellungnahmen von der Stadtentwicklungskommissionbeschlossen. Die inhalte des Stadtentwicklungsplanes bildeten und bilden Grundlagen fur lokale, regionale und internationale Veranstaltungen, in denen die Entwicklung der Stadt vertieft und prazisiert wird. Der Beschluss im Gemeinderat im Mai zooS bedeutet daher nicht das Endeeinerbreiten Diskussion, sondernvielmehr den Auftrag zur Umsetzung und Fortschreibung in einem demokratischen, kooperativen Prozess. Der Stadtentwicklungsplan er fordert von allen Akteurlnnen vor allem eines: Denken und Handeln in europäischen Perspektiven. Wien lebt von seiner internationalitat, seiner integrativen Rolle in diesem neuen Europa. Dies muss die Basis für unser tagliches Handeln sein, ob in der Politik, der Verwaltung oder Wirtschaft. Nur so kann aus den besten Plänen lebenswerte Wirklichl&eit werden. Dr. Michael Höupl Bürgermeister der Stadt Wien 10 I. VORWORTE Sehr geehrte Damen und Herren! IM Mai 2004 RÜcKTE WIEN durch den Beitritt von zehn neuen Mitgliedsländern zur Europäischen Union verstarkt ins Zentrum Europas — für die Stadt Chance und Herausforderung zugleich. Die Kooperation innerhalb der Region stand schon zuvor auf einer ausgezeichneten Basis; mit der Erweiterung wurde diese Zusammenarbeit um eine Dimension reicher. Nun gilt es den Weg der Veränderung mit den Nachbarreg ionen Wiens gemeinsam zu beschreiten und eine noch engere Kooperation einzuleiten. CENTROPE, die neu entstehende grenzuberschreitende Europa Region Mitte, wird wesentlich dazu beitragen, den Standort Wien und sein regionales Umfeld im gesamteuropä ischen Kontext sichtbarzu machen. Dabei muss dieweitere Entwicklung der Stadt mit diesen neuen Rahmenbedingungen nicht nur Schritt halten, sondern es müssen Akzente gesetzt werden, die die Rolle Wiens — als Stadt mit hoher Lebensqualität, einem hohen sozialen Standard und besten Umweltnoten — aktiv definieren. Mit dem vorliegenden neuen Stadtentwicklungsplan soll diesen Ansprüchen Rechnung getragen werden. Die Erweiterung der EU und die daraus resultierenden Rahmenbedingungen -wie u. a. neue demografische Entwicklungen, wirtschaftliche Erfordernisse, die Anforderungen an den Ausbau der Verkehrsinfrastrukturbildeten den Ausgangspunkt für die Erarbeitung des STEP oS. Ziel war es, die Zukunft der Stadt sozialund umweltvertraglich zu gestalten, die Lebensqualität zu sichern und auszubauen und dabei gleichzeitig auch flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu können Der neue STEP oS unterscheidet sich allein in seinem Entstehungsprozess von vorangegangenen Stadtentwicklungsplänen. Nicht allein Fachexpertlnnen erarbeiteten die Grundlagen, sondern alle Wienerinnen und Wiener waren eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Der STEP oS basiert auf einem Dialog und Diskussionsprozess auf breitester Basis, in dem all jene Gruppen, die die Zukunft Wiens mitbestimmen — Bürgerinnen aus Wien und der Region, Verwaltung, Stadtpolitik, investoren, Bauträger, Interessenvertretungen u a. — vertreten waren. Daruberhinaus bestimmenerstmalsdie Prinzipien des Gender Mainstreaming den gesamten Prozess. Mit dem neuen STEP oS können wir die hohe Lebensqualitat in Wien weiter erhalten und ausbauen. Dreizehn Zielgebiete als „Hat Spots" zeigen, welche Schwerpunkte die Stadtentwicklung in den kommenden Jahren setzenwird-ohnedassdabei dieanderen Gebietezukurz kommenwerden. Planung und Entwicklung endet nicht bei administrativen Bezirksgrenzen, sondern definiert sich in übergreifenden Stadtreg ionen, die in einem inhaltlichen Konnex zueinander stehen und über ähnli ehe Strukturen und Charaktenstika verfügen. Mit der Beschreibung von Grenzen der Besiedlung wird — im Jahr, in dem wir das ioo-Jährige Jubilaum des Waldund Wiesengurtels feiernkönnen-einweitererwichtigerSchritt zur Erhaltung der wertvollen Naturräume in und um Wien gesetzt. In der Europareg ion CENTROPE sollen gemeinsame Potenziale genutzt und somit auch die wirtschaftliche Entwicklung forciert werden. DieArbeitam neuen Stadtentwicklungsplan war in allen Phasen des Entstehens äußerst intensiv. Mit dem STEP oS liegt nun ein Produkt vor, das entscheidende impulse furdieweitere positive Entwicklung Wiens setzen wird In diesem Sinne danke ich allen Mitwirkenden für ihren hohen Einsatz und ihre Bereitschaft, an der Gestaltung derZukunftderStadt aktiv und engagiert mitzuarbeiten. Dl Rudi Schicker Amtsführender Stadtrat fur Stadtentwicklung und Verkehr &I STEP OS srei 05 I . V 0 R wo ar E Der Stadtentwicl&lungsplan — eine Antwort auf neue Herausforderungen Die Neuaupcaoe oes Stadtentwicklungsplanes mit dem STEP oS erfolgt zum richtigen Zeitpunkt. Dieser reagiert nicht nur auf den gro8en und gerade fur Wien besonders relevanten Erweiterungssprung der Europaischen Union im Mai 2004, sondern gibt, aufbauend auf der strategischen Onentierung Wiens im neuen „Strategieplan Wien im erweiterten Europa", klare Antworten auf die raumliche Entwicklung Wiens in den nachsten fünf bis zehn Jahren Der STEP oS kann dabei auf eine lange Tradition einer gesamtstädtischen Wiener Planungsstrategie zuruckgreifen. Wenn man diese, beginnend mit der „neuen" Generation von Stadtentwicklungsplanen, dem STEP i984, zuruckverfolgt, lassen sich die bestimmenden Rahmenbedingungen und auch die jeweiligen Grundorientierungen deutlich ablesen. Der STEP1984 reagierte auf das damals aktuelle Entwicklungsszenario einer langsam schrumpfenden Stadt mit einer Strategie der Konsoldierung sowie Erhaltung der engen Verflechtung der urbanen stadtischen Nutzungen und legte so die breite Basis für das Wiener Erfolgsmodell dersanften Stadterneuerung. Der STEP1994 ist vor dem Hintergrund des Falls des Eisernen Vorhangs im Jahr i989 und des damit verbundenen dynamischen Entwicklungsschubs sowie der enormen Nachfrage nach neuen Wohnungen zu bewerten. Er postuliert die Parallelstrategie der inneren Stadtentwicklung bei gleichzeitiger maßvoller, qualitätsvoller Stadterweiterung Der STEP oS greift nun erstmals in gleichsam integrierender Weise, vor dem Hintergrund sich dynamisch entwickelnder regionaler Verflechtungen und der Chance auf eine grenzuberschreitende Europareg ion mit dem Kernraum Wien — Bratislava, die regionale Perspektive der Entwicklung Wiens auf. Gleichzeitig baut er konsequent auf den positiven Errungenschaften der bisherigen gesamtstadtischen Konzepte, wie etwa der nachhaltig angelegten Verkehrspolitik, dem hohen Standard der Lebensqualität, aber auch der Attraktivität Wiens als internationaler Wirtschaftsstandort, auf. Der STEP oS muss aberauch in einem Zusammenhang mit den seit dem letzten Stadtentwicklungsplan erfolgten Entwicklungen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene gesehen werden. Auf europäischer Ebene wird zunehmend die wichtige Rolle der Städte sowie der städtischen Ballungsraume erkannt, was auch sukzessive in die Europäischen Programme und in das1999 beschlossene „Europäische Raumentwicklungskonzept" eingeflossen ist. Imjahrzoozwurdeaufbauend daraufdas„üsterreichische Raumentwicklungskonzept" beschlossen, das auch die Bedeutung der regionalen Kooperation, insbesondere in der dynamischen „Region Wien" hervorstreicht. Diese Konzepte, die vielfältigen Aktivitäten auf regionaler Ebene, wie etwa das Projekt einer grenzuberschreitenden Europa region CENTROPE und naturlich die strategischen Konzepte der Stadt Wien, allen voran der Strategieplan Wien zoo4, bilden eine wesentliche Grundlage für den STEP oS. Das Motto „europäisch denken — regional handeln-Wien entwickeln" trifft nicht nur sehr gut die Grundorientierung des STEP oS, sondern ist auch eine trag fähige Perspektive für die Zukunft Wiens. Dr. Arnold Klotz Bereichsdirektor Stadtplanung 13 4 ~ ~ ~ ~ ~~ ~ ~ ~ ~ L STEP OS D. rizifiii!! snli 11. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE AUSBADEN UND ARBEITswEIEEN es i. Aufgaben und Arbeitsweisen !D was ist ein Stadtentwickiungsplan? Der Stadtentwicldungsplan (STEP) ist das Instrument einer generellen, vorausschauenden Stadtpianung und stadtentwicklung und legt in großen Eugen den werteren geordneten Ausbau der Stadt fest. Er zeichnet die Verteilung von Bauland und Grunland vor, weist Entwicklungsge biete aus und setzt drese mit der ubergeordneten Verl&ehrsinfrastruktur (U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und hochrangiges Eisenbahnund Straßennetz) In Beziehung. Daruber hinaus zeigt er auch die räumlich-funktionellen zusammenhan ge zwischen der Stadt und der Region auf. Inhalte und Aufbau des STEP oS WÄHREND DER STEp 94 durch die Notwendigkeit einer Neuorientierung innerhalb des Neuen Europa und der Vorsorge für eine erstmals wieder wachsende Stadt gekennzeichnet war, steht bei der Bearbeitung des STEP DS die Entwicklung und Festigung Wiens als Metropole im sudlichen Zentraleuropa im Vordergrund. Die Entwicklung Wiens wird durch die sich verstärkende wirtschaftliche und regionale Verflechtung sowie die europaund weltweiten Trends (Clobalisierung) beeinflusst. Diese betreffen nicht nur das wirtschaftliche Gefuge, sondern auch die Lebensverhältnisse aller Stadthewohnerlnnen. Sie verandern Arbeitsbedingungen, Freizeitverhalten, Mobilitat, Konsum und Kommunikation. Sie eröffnen groBe Chancen, erfordern aber auch aktives Mitwirken der Stadt. Viele raumwirksame Entwicklungen laufen dabei gleichzeitig, oft auch entgegengerichtet ab. Daruber hinaus wird zum ersten Mal deutlich, dass viele Anforderungen nicht mehr in den bestehenden Strukturen der baulichen Gründerzeit, aber auch nicht im Magstab der Stadt(grenzen) das Auslangen finden. Dies machtauch die funktionelle EinbeziehungderVerflechtungenmitderRegion bis über die Staatsgrenzen hinweg notwendig. s6 11. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE AUFGABEN UND ARBEITswEIsEN STEP OS Dieser Vielschichtigkeit wird insofern Rechnung getragen, als Strategien in und mit der Region erarbeitet werden, die in einem „Regionalen räumlichen Leitbild" munden. Auf Wiener Gebiet fasst ein „Räumliches Leitbild der Stadtentwicklung" (w Kap. IV. g) drei thematische Leitvorstellungen zusammen, die au fzeigen, wo qual i tätsvoll er Bestand zu bewahren und wo städtebauliche Entwicklung möglich und erwünscht ist: t Berücksichtigung wirtschaftlicher Erfordernisse (Räumliches Wirtschaftsleitbild) (w Kap. IV 4) w Sicherung und weiterer Ausbau der Lebensqualität in Wien (Grun, Wohnen, Mobilität, Freizeit, Kultur, sozialer Ausgleich .. . ). Vor allem dem Leitbild der „Grünräume der Stadtregion" mit seinen daraus abgeleiteten Grenzen der baulichen Entwicklung kommt dabei besondere Bedeutung zu. (w Kap. IV. S) IN kompakte stadtstrukturelle Entwicklung (Leitbild Bauliche Entwicklung, raumlich-zeitliche Prioritäten der Stadtentwicklung u. a. ). (w Kap IV. 6) Diese thematischen Leitbilder sind Grundbestandteile und Maßnahmenfelder einer Nachhaltigen Entwicklung (N Kap. II) und integrieren in ihren Vorschlägen die Grundsätze und Ausbauvorhaben, die im Masterplan Verkehr zoo3 (MPV o3) festgelegt wurden. (w Kap. Iliä. i) Unter Berucksichtigung der regionalen Entwicklungsperspektiven, der Anforderungen einer sozialund umweltverträglichen Zukunft der Stadt, sowie der Ausbauvorhaben im MPV o3 und der aktuellen Entscheidungen wie auch im Bewusstsein der eingeschrankten Ressourcen werden unterschiedliche raumliche und zeitliche Entwicklungsprioritäten dargestellt(w Kap. IVAS). Sie finden sich auch in den nach thematisch-inhaltlichen Schwerpunkten identifizierten Zielgebieten wieder. (w Kap V) Q T. a Was sind die Ziele des STEP oSi DiE wEsENTLlcHEN ZiELE, die dem STEP oS zugrunde liegen, können wie folgt zusamm enge fasst werden: Im Wettbewerb der Städte und Regionen durch attraktive Standorte, Infrastruktur und innovative Einrichtungen ein investitionsfreudiges Klima für die Wirtschaft schaffen (Headquarters, Handel, Gewerbe, KMUs, Dienstleister, Technologiecluster) sowie die Nahversorgung sichern. z. Die Vielfalt und Quaiitat des Lebensraumes in der Region Wien durch Sicherung und Ausbau des Grüngürtels rund um Wien und der Donaulandschaft als regionales Strukturprinzip gemeinsam mit Niederösterreich gewährleisten. 3. Die bauliche Entwicklung entlang leistungsfähigeröffentlicherVerkehrsmittel konzentrieren, mit der Ressource Boden sparsam umgehen, die vertikale Nutzungsmischung forcieren, die funktionelle und soziale Entmischung verhindern. 4. Den Anteil des Umweltverbundes (Rad, Fuß, öffentlicher Verkehr) an der gesamten Verkehrsleistung steigern, Anteil des motorisierten individualverkehrs(MIV) reduzieren; generell sollVerkehrsentstehung verringert werden. S. Die Lebensqualität in Wien soll durch gleiche Chancen aller Bewohnennnen und Bewohner unter Berucksichtigung unterschiedlicher Lebenszusammenhange, derHerkunft, dessozialen Hintergrundes und besonderer Bedurfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu sinnerfülltem Leben durch Zugang zu Einrichtungen des kulturellen Lebens, zu den Sozial-, Bildungs-, Gesundheitsund Betreuungseinrichtungen, zu Wohnraum ausreichender Größe und Qualität sowie zu Naturund Erholungsräumen gewährleistet werden. Abb i Verhöltnis STEP zu anderen Progrommen und Konzepten ' MPV oa Masterplan Verkehr D3 ' KliP Klimaschutzprogramm 'Iordes+ Gemeinsame Regionalentwicklungsstrategie ' Wien Bratislovo Györ "SunerNOW SCrategische Umweltpru fang Wien Nordost STEP OS D 11. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSATZE AUFGABEN UND ARBEITSWEISEN Dabeiwirdaufeinbereitsumfangreichvorhandenes, zurückgegriffen, wie beispielsweise aus dem IN Klimaschutzprogramm der Stadt Wien (KIIP Wien) t Stadtentwicklungsplan SA (STEP BA) ID Grungürtel Wien PS IN Masterplan Verkehr Wien oS (MPV oS) I» strategieplan zooA u. a. detailliertesZielsystem egieplaneso Die thematischen Strategiefelder und strategischen Projekte des wStratbilden dabei im Wesentlichen die Grundlage fur die Uberlegungen, in welchen generellen stadtentwicklungspolitischen Schwerpunktsetzungen und Prioritäten die Vorzuge der Stadt hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit, dem funktionellen Zusammenhang inder Region sowie hinsichtlich der Lebensqualität ausgebaut und erhalten werden sollen. Die konkreten Festlegungen bestehender Fachkonzepte (w Hochhauskonzept oz ... ), beschlossene städtebauliche Leitbilder sowie grö(tere Leitprojekte (z. B Westbahnhof, Aspanggrunde, Erdberger Mais, Flug feld Aspern . ) werden in die aufeinander abgestimmten Entwicklungsvorschläge integriert. Auch die Meinungen und Wünsche der Bewohnerlnnen Wiens sind fur die Stadtentwicklung wichtig. So wurden die im Rahmen der Gro(tstudie „Leben und Lebensqualitat in Wien zooz" erhobenen Einschätzungen der Lebensqualitat in der Stadt entsprechend berucksichtigt Der Stadtentwicklungsplan stellt eine Leitlinie für jene dar, die in der Verwaltung für die deta iii ierteren Planung en und die finanziellen Prioritäten im infrastrukturausbau verantwortlich sind. Er soll aber auch allen Bürgerinnen dieser Stadt sowie den regional und international agierenden lnvesto rinnen, Projektentwicklerlnnen und Gro(tunternehmen eine eindeutige Orientierung bieten, wo die Entwicklungsinteressen der Stadt liegen und in welchen Zeithorizonten und Prioritäten der Infrastrukturausbau vorgesehen ist. Schutzinteressen, die in Form von Ordnungsplanung zum Tragen kommen, stellen die andere Seite einer angestrebten höheren Planungssicherheit dar. D 1. 3 Wie der neue STEP oS erarbeitet wurde Viecc INNALTc Des STEP OS wurden durch Studien, Expertisen, Auswertungen und Berechnungen gewonnen, einige wurden in einem breiten (fachlichen) Diskussionsprozesserarbeitet Diewichtigsteninhalteentstanden aber immer im Dialog zwischen all jenen Gruppen, die die Zukunft Wiens mitbestimmen: den Burgerlnnen aus Wien und der Region, der Verwaltung, der Stadtpolitik, den Investorlnnen, Bauträgern, Interessenvertretungen und anderen. Darüber hinaus bestimmten die Prinzipien des Gender Mainstreaming den gesamten Prozess. (w Kap. II z) Die Bearbeitung startete im Fruhiahr zooz unter Federführung der MA i8Stadtentwicklung und Stadtplanung. Sie erfolgte durch ein magistratsweitzusammengesetztes Team, das durch ein externes fachliches Begleitteam und ein externes Öffentlichkeitsarbeitsteam unterstutzt wurde. Q 11. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE AUFGABEN UND ARBEITSWEISEN &! STEP 05 Wie wird der STEP oS verwirklicht? Wie geht es weiter? DER STEP OS wuRoe, nachdem er in der Offentlichkeit, in verschiedenen Gremien und in der Stadtentwicklungskommission diskutiert und durch Stellungnahmen aus Bezirken, Interessenvertretungen, politischen Parteien, NGOs und Bürgerinnen verändert wurde, dem Gemeinderat vorgelegt. Mit Beschluss im Gemeinderat ist der STEP oS nun als Grundlage und Leitlinie fur die raumwirksamen Handlungen der Fachabteilungen, der nachgelagerten Dienststellen und Unternehmungen der Stadt Wien zu verstehen. So sollen sich u. a Widmungsverfahren an den Vorgaben des STEP oS onentieren, Abweichungen erfordern eine substanzielle Begrundung. In analoger Weise gilt dies auch fur andere raumwirksame Majjnahmen, z. B. im Bereich Verkehrsinfrastruktur, Wohnbau, Bodenbeschaffung etc. Diese Funktion als räumliche Leitlinie des stadtischen Handelns ist vorwiegend nach innen (fur die städtischen Dienststellen nachgelagerten Einrichtungen und Unternehmungen der Stadt Wien) als bindend zu betrachten. Nach augen dient sie als Information und Orientierung für die gesamte Bevölkerung und die Wirtschaft. In der weiteren Umsetzung sollen darauf aufbauend Fachkonzepte, städtebauliche Leitbilder Zielgebietsprogramme, Masterplanesowiedierechtsverbindlichen Flachenwidmungsund Bebauungspläne erarbeitet werden und dadurch zu einer weiteren Konkretisierung des STEP oS beitragen. Die erarbeiteten Entwicklungsvorschläge im STEP OS sind somit auch Grundlage fur bezirksgrenzenuberschreitende Programme für Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung, die ein Bindeglied zwischen dem gesamtstadtischen Konzept STEP oS und der Detailplanung (Flächenwidmungsund Bebauungsplanungj darstellen sollen Die im Kapitel V beschriebenen Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung stellen eine Neuerung in der Prasentation der Anliegen der Stadtentwicklung dar: Hierwurdenbewusstspezielle Teile desStadtgebietes ausgewählt, in denen aufgrund ihrer Ausgangssituation oder der erwarteten Veränderungen in den nachsten jahren eine hohe Aufmerksamkeit der Stadt erforderlich sein wird. In diesem Ansatz ging es darum zu zeigen, dass es in einigen Teilen des Stadtgebietes entweder besondere Problemlagen zu bewältigen geben wird oder dass dort herausragende Entwickiungspotenziole und Chancen vorliegen, die im gesam an tgstadtischen Interesse genutzt werden sollen Bei der Auswahl dieser Zielgebiete ging es darum, für die gesamte Stadt typische und unterschiedliche Charaktere von Teilräumen und damit Problemlagen und Herausforderungen darzustellen. Die Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung bieten eine Orientierung für werdenn handlungs-und entwicklungsorientierte Programme, die majigeschneidertauf die jeweilige Herausforderung und Problemstellung erarbeitet und umgesetzt werden sollen. Wie sich zeigt, sind Chancen und Problemzonen nicht an Verwaltungsgrenzen innerhalb des Stadtgebietes ausgerichtet, sondern erfordern zu ihrer Bewaltigung auch die Einbeziehung der relevanten Akteurlnnen aller betroffenen Einrichtungen, der Bevölkerung, Wirtschaft und Verwaltungsteile. Es soll daher in Zukunft ein flexibler, den jeweiligen spezifischen Erfordernissen angepasster Rahmen fur die Entwicklung und Umsetzung von Programmen gefunden werden, der je Zielgebiet auf eigene, thematisch adäquate Weise ewendet kann. Die Erfahrung mit den EU-Zielgebietsprog rammen hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, Programme fur spezielle Teilräume und Zielsetzungen zu erstellen und ID Zum Verhältnis Flächenwidmungsund Bebauungsplan (j z, Abs. D Bo f. wien) „. .. hat der Magistrat uber das Verhaltnis des vorgelegten Entwurfes (zum Flachenwidmungsund Bebauungsplan; Anm. d. Red. ) zu Planungsvorstellungen zu berichten, welche in Beschlussen des Gemeinderates (wie des STEP; Anm. d. Red. ) dargelegt sind. " tN Zielgebiete bedeuten: w Thematische Ausrichtung (Probleme, Herausforderungen, Chancen) W Engagement seitens der betroffenen Bezirke und relevanter Akteurlnnen ist Voraussetzung fur den Programmstart N. Offenbart hinsichtlich Arbeitsweisen und Methoden w Mehrjahriges programm mit konkreten Maßnahmen/Prol ekten ~ Einbeziehung relevanter Akteurlnnen her Erarbeitung und Umsetzung ~ . Umsetzungsbegleitung — Monitoring w Dokumentanon Im Stadtentwicklungsbericht (siehe unten) w Lernerfahrungen — regelmaßiger Austausch zwischen Vertreterinnen der Zielgebiete, Verwaltung und beteiligten Fachleuten oder Expertlnnen w Die Finanzrerung der Programmerstellung erfolgt durch dre stadtplanung, jene der Detailplanung und der Maßnahmen durch die zuständigen Magistratsabterlungen, die Bezirke sowie nachgelagerte Dienststellen und Untemehmungen der Stadt Wten in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich. STER OS S& 11. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE AUFGABEN UND ARBEITSWEISEN eR Monitoring — stadtentwicklungsbericht j W Laufende Erfassung der Planumsetzung Darstellung der Übereinstimmung und der Abweichungen w Grunde fur Abweichungen W Darstellung neuer Entwicklungstendenzen und Anforderungen w Allenfalls Anpassung/Aktualisierung des STEP oS W Stand der Programmarbeit und der Umsetzungsergebnisse in den Zielgebieten ~ Erfahrungen mit der Programmumsetzung, Anforderungen zur Unterstutzung der zielgebietsprogramme umzusetzen, gleichzeitig wurdeaberauchklar, dassdieVorgabe einer fixen inhaltlichen Ausrichtung und Abwicklungsstruktur nicht immer passende Problemlösungenliefert. Aufdiesen Erfahrungenbasierend, sollinWienindennächstenJahren ein eigenstandiges Programmset aufgebautwerden, das auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgebiete ausgerichtet werden kann und soll. Grenzüberschreitende Planung Die positive Entwicklung der ökonomischen, funktionellen und räumlichen Verflechtungen in der „Vienna Region" ist fur die Attraktiwerung des Standortes Wien von größter Bedeutung. Eine funktionierende regionale und grenzuberschreitende internationale Kooperation wird in Zukunft einen entscheidenden Startvorteil im internationalen Standortwettbewerb darstellen. Aufbauend aufden in den bereits bestehenden Kooperationsstrukturen und den innerhalbder„Vienna Region" (PGO, Regionalmanagements, Stadt-UmlandManagements) erarbeiteten Grundlagen wurden erstmals gemeinsam mit dem Amt der Niederösterreichischen Landesregierung regionale Entwicklungsvorstellungen erarbeitet und in einem Regionalen raumlichen Leitbild zusammengefasst (w Kap. IKz). Monitoring und Evaluation Es ist vorgesehen, den STEP oS durch die Entwicklung eines geeigneten indikatorensets einer laufenden Kontrolle der Zielerreichung bzw. Abweichung (Monitoring) sowie desPlanungsergebnisseszuunterziehen(Evaluation). Über das Ergebnis soll dem Gemeinderat periodisch (Fünfjahresrythmus) Bericht gelegt werden (Stadtentwicklungsbericht). Als Grundlage für die laufende Beobachtung der Stadtentwicklung konnen die im STEP oS erarbeiteten Leitbilder dienen, die in kartografischer und textlicher FormdieZielvorstellungenderräumliehen EntwicklungWiensenthalten. Die darin zum Ausdruck gebrachten und teilweise sehr konkreten Zielformulierungen und Vorgaben für die Stadtentwicklung können quantitativ und qualitativ überpruft werden. Dies bezieht sich zum Beispiel darauf, wo in den nächsten Jahren gebaut wird, in welcher Dichte und in welcher Nutzungsmischung. In den entsprechenden Abschnitten des STEP oS sind planliche Darstellungen enthalten, die räumliche Auspragungen und teilweise auch zeitliche Prioritätensetzungen angeben, deren Umsetzung in den nächsten Jahren laufend beobachtet werden kann. Es wird bei der Darstellung und Berichterstattung uber die Stadtentwicklung auch zu berücksichtigen sein, ob sich in der Zwischenzeit die Rahmenbedingungen und Prämissen der Stadtentwicklung geändert haben, z. B. durch ein verändertes okonomisches oder demografisches Umfeld oder durch bedeutende neue Vorschläge und projekte. Die periodisch wiederkehrende Berichterstattung sollte dadurch auch den Zweck erfüllen, den in jeder Planung erforderlichen Anpassungsund Fortschreibungsprozess einzuleiten. Es ist in weiterer Folge notwendig und sinnvoll, auf der Basis des Stadtentwicklungsberichtes den STEP oS auf neuesten Stand zu bringen und fortzuschreiben. Ein besonderer Aspekt der laufenden Beobachtung wird auch die Erfassung der Umsetzungsaktivitäten sein, wobei die Erfolgskontrolle bei den Zielgebieten einen wesentlichen Bestandteil bilden werden. ii. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE AUFGABEN UND ARBEITSWEISEN Da dies-wie oben ausgeführt-durch ein neu zu entwickelndes, flexibles Programmset geschehen soll, ist es besonders wichtig, die dabei gemachten Erfahrungen zu sammeln, auszuwerten und zur Verbesserung der Umsetzungsaktivitäten zu verwenden. Dies gilt in analoger Weise für die Berichterstattung über alle UmsetzungsmaJSnahmen des STEP oS. Insgesamt soll durch die laufende Beobachtung, Reflexion und Berichterstattung ein Lernprozesseingeleitetwerden, deres erlaubtzu differenzieren, r ob und wo Abweichungen bei der Umsetzung gegenuber den Zielsetzungen des STEP oS erfolgt sind, tp ob diese Abweichungen aufgrund von zwischenzeitlich geänderten Zielsetzungen eingetreten sind (was zur Anpassung des STEP führen sollte), tp obdiesaufgrund veränderterRahmenbedingungendurch EinflüssevonauBen geschehen ist, tp oh die Umsetzungspraxis dieangestrebte Entwicklung nicht in dergewünschten Weise erreichen konnte — und warum. Das Resultat dieses Prozesses ist, dass im Zeitverlauf der nächsten Jahre eine Aktualisierung und eine kontinuierliche Verbesserung des STEP oS sowie der damit verbundenen Umsetzungsaktivitäten der Stadt Wien vorliegt. Dies ist notwendig, da ein so komplexer Vorgang wie die Entwicklung einer Metropole nicht uber einen Zeitraum von funf bis zehn Jahren festgeschrieben werden kann, sondern immer wieder auf neue Herausforderungen lungschancen ausgerichtet werden muss. und Entwicka &I STEP OS STER OS IN 11. AUSBADEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSATZE GRUNDSÄTZE UND PRINZIPIEN z. Grundsätze und Prinzipien DEM STEP 05 LIEGEN die Grundsätze und PrinziPien IN Lebensqualität lN Nachhaltigkeit SN Partizipation IN Gender Mainstreaming lN Diversitat zugrunde und stellen somit auch die Basis fur die Handlungsempfehlungen und Maßnahmen dar a. z Lebensqualität Die Faaoe PER Leeensquacität berührt alle Themen der Stadtentwicklung. Ziel des Stadtentwicklungsplans ist es, auch in Zukunft Rahmenbedingungen zu schaffen, um die hohen Standards der Lebensqualität fur alle Bewohnerlnnen der Stadt zu erhalten, zu stabilisieren bzw entsprechend den neuen Anforderungen und l/oraussetzungen weiterzuentwickeln und anzupassen. ii. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE GRUNDSÄTZE UND PRINZIPIEN STEP Os Uberblickubermoglirhe Einflussgroßen Alter RRERR5 Abb z Komponenten der Lebenszufriedenheit Quege Leben und Lebensquoiitot m Wien Bildung Geschlecht Familienstand Gesundheitszustand G Staatsbürgerschah «IRRI -111 amme ERSKIEN RARE Die Lebensqualität einer urbanen Gesellschaft kann gemessen werden an D. dervielfaltigkeitdesAngebotes und derwahlfreiheit, derausreichendenverfugbarkeit sowie der sozialen und räumlichen Zugänglichkeit zu Arbeit, Einkommen, Wohnen, Einrichtungen des öffentlichen und kulturellen Lebens, zu Sozial-, Gesundheitsund Betreuungseinrichtungen, zu Naturund Erholungsraumen t& der sozialen Sicherheit und Sicherheit von Personen und Eigentum sowie dersozialen Integration c der Moglichkeit der Partizipation tN der ökologischen und sozialen Vertraglichkeit und Ressourcenschonung sowie to der Chancengleichheit und dem Gender Mainstreaming Lebensqualitat fur alle Bevölkerungsschichten zu sichern bedeutet auch, sich zur sozialen und gesellschaftspolitischen Funktion der Stadt zu bekennen und diese weiterzuentwickeln z. z Das Prinzip der Nachhaltigkeit Der Begriff der„nachhaltigen Entwicklung" basiert auf einem Konzept das von den Vereinten Nationen im Brundtland-Report definiert und im Rahmen der UNCED-Konferenz in Rio 1992 als weltweites Leitbild beschlossen worden ist. Das Prinzip der Nachhaltig keit hat zum Ziel, eine den Bedurfnissen der heutigen Generationen entsprechende Entwicklung zu ermoglichen, ohne die EntwicklungschancenkünftigerGenerationenzuschmälern. Dieserfordertdieintegrative Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Anforderungen Die Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung sind: tN ökologische Nachhaltigkeit Hierbei geht es um die umweltschonende Nutzung der naturlichen Ressourcen, die Verbesserung der Umweltqualität, den Schutz der biologischen KN Nachhaltigkeit Der Begriff der Nachhaltigkeit gilt als Leitbild fur eine zukunftsfahige Enrwicklung der Menschheit: „Sie ist dann nachhaltig, wenn sie den Bedurfmssen der heutigen Ceneration entspricht, ohne die Moglichkeiten zukunftiger Ceneranonen zu gefahrden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen. " (Brundtland Report) Okologische ökonomische Soziale u gesellschaftliche Abb S Die Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung UNcED Konferenz der veremten Nationen fur Umwelt und Entwicklung a3 STEP 05 Is u. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSATZE GRUNDSÄTZE UND PRINZIPIEN Millionen Tonnen 10 9 ESMio I 3 ~ siadNerwatiung Abb 4 Entwicklung der COE-Emissionen 19877995zoIo: Trendszenorio und Reduktioh durch KJIPMoßnohmenprogrdmme Queue MA zz Vielfalt sowie um die Risikovermeidung für Mensch und Umwelt. 1R ökonomische Nachhaltigkeit DiesehatzumZiel, einzukunftsbeständigesWirtschaftsystem, die ökonomische Leistungsfahigkeitundinnovationskompetenzzuerhaltenbzw. zu erhöhen, vollbeschaftigung und soziale Sicherheit zu gewährleisten und den Ausgleich zwischen den Generationen sicherzustellen. z soziale und gesellschaftliche Nachhaltigkeit umfasst das Ziel der sozialen Gerechtigkeit, das Recht aufmenschenwurdiges Leben füralle sowie die Beteiligung aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen am politischen und gesellschaftlichen Leben. 9, 1 Mio I 99MIP I 73Mio i 75 MiO. t 2010TRERD 2010gliP 250NiP' Um nachhaltige Entwicklung durch Stadtentwicklung zu unterstützen, bedarfes d er Abstimmung derräumlichenAnspruchedieserdrei Dimensionen. Zur Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit hat die internationale Staatengemeinschaft1992 in Rio die Agenda En beschlossen. Neben Majgnahmen aufinternationalerundnationaler Ebenewird darin die Bedeutung des konkreten Handelns vor Ort betont. Die Städte und Gemeinden wurden ermuntert, inihrem Bereich„LokaleAgendazI Prozesse" (LA z1) zu initiieren, deren Ziel die Erarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen einer nachhaltigen kommunalen Entwicklung ist. Mit der Unterzeichnung der Charta von Aalborg 1994 hat sich die Stadt Wien ausdrücklich dazu verpflichtet, die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in sämtliche Politikfelder einzubeziehen und Prozesse der Lokalen Agenda 23 Zu initiieren und zu fördern. Die Lokale Agenda 21 verfolgt die gemeinsame Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien für die Stadt durch Politik, Verwaltung, Bürger und Bürgennnen, Betriebe und NGOs. Wien hat in den vergangenen jahren bereits eine Organisation zur Implementierung von Lokale-Agenda-21-Prozessen in der Stadt aufgebaut sowie bis zoo4 in sechs BezirkenLA ENProjekteinitiiertundunterstützt. Damit ist eine Basis für eine nachhaltige Stadtentwicklung auf lokaler Ebene geschaffen. (w Partizipation) Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit ist der Klimaschutz. Eine Reihe internationaler Richtlinien fordert die Reduktion der Emission von Luftschadstoffen. So hat sich üsterreich mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls verpflichtet, die Treibhausgasemissionen so weit zu reduzieren, dass sie zoio um i) N unter dem Wert von 199o liegen. Um dieses Ziel auch für Wien zu erreichen, wurde im November 1999 das Klimaschutzprogramm der StadtWien(KliPWien) beschlossen, daseine Reduktion der jährlichen COz-Emissionen auf einen Level von 14 N unter dem Wert von iggo vorsieht. Das KliPWien enthalt36Aktionsprogrammezur Verringerung der Lu ftschadstoffemissionen, darunterdasAktionsprogramm„NextSTEP". Es beinhaltet Majtnahmen im Bereich der Stadtplanung, bei denen es u. a. um die Schaffung von Strukturen geht, diegeeignetsind, Verkehrzuvermeiden. Zudemsind im Sinne des Klimaschutzes Ma(gnahmen zur Erhöhung der Gesamtenerg ieeffizienz in allen Planungsüberlegungen einzubeziehen (z. B. Förderung energiesparender Bau formen, Forcierung erneuerbarer Energieträger und Fernwärme usw. ). Die Stadtentwicklung Wiens richtet ihre Politik entsprechend dieser Vorgaben zum Klimaschutz aus und berücksichtigt diese in den Majtnahmenvorschlägen des STEP oS. EineweiterewichtigeMajtnahme imZusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung ist das Netzwerk Natur Das Netzwerk Natur leitet auf gesetzlicher Basis die notwendige Entwicklung des Naturschutzgesetzes zu einer partnerschaftlichen, schwerpunktmäBigen, flächendeckend wirksamen und umsetzungsorientierten Planung ein. Das Programm verknüpft lokale Bedürfnisse mit allgemeinen Naturschutzzielen und geht schrittweise entsprechend einer Prioritätenliste mit der Entwicklung von lokalen Zielen und Majtnahmen vor. Q II. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE GRUNDSÄTZE UND PRINZIPIEN STEP 05 ~ II Boden Wasser Luft LandschaR Fruchtbarkeit erhalten und sichern, Boden piieglich bewirtschaften, und Zersiedelung und Flachenversiegelung eindammen mit der Ressource Boden wirtschaftlich haushalten (Bodenpolitik) Quaiitat und Versorgung fur alle sichern, Niederschläge bewirtschaften, Lebensraum erhalten und gestalten Grundwasser vor Verunreinigung sichern, schutzen, Flieggewasser als schadstoilfreie Luft (gasformig, fest) mit entsprechender Temperatur und Feuchte freihalten naturliche Luftstrome und Durchluftungsschneisen landschaR als Erlebnisund Erholungsraum, Kulturund Begegnungsraum, Onentierung(shilfe) begreifen und entwickeln, landschaltsverbrauch minimieren, bestehende Identitaten und Landschaftscharaktenstika erhalten, landschaftliche und biologische Vielfalt (Lebensraum für Tier und Pflanzen) sichern und entwickeln, Beein trächtig Engen vermeiden bzw durch Pflege und Erhaltungsmallnahmen kompensieren, Biodiversitat erhalten To hege i Grundsätze nnchhnltiger Entwicklung ~ I I Wohnen Wirtschaft und Arbeit Mobilitat Ver-und Entsorgung Angebot zur Befriedigung der unterschied k ehen Bedurfnisse der Burgermnen und Burger schafen, ressourcen schonende kompakte Stadtentwicklung fördern, Wohnumfeld attraktivieren, okologisches Bauen, Energieverbrauch minimieren, Wohnen als kulturelle Ausdrucksform begreifen Beschaftigung erhalten und schaffen, Zugang für alle Frauen und Männer mit gezielten Mallnahmen ermoglichen, regionale Kreislaufwirtschaften aufbauen, regionale Kooperabonen ausbauen, Nahversorgung forcieren, Nutzungsmischung Wirtschaftskraft lokal verankern fordern, Erreichbarkeit von Standorten, Austausch von Gutem, Dienstleistungen und sozialen Kontakten sicherstellen und ausbauen, Stadt der kurzen Wege zur Vermeidung erzwungener Verkehrswege entwickeln, Umweltverbund forcieren, motorisierten Individualverkehr reduzieren, auf Larmreduzierung achten, breiten Zugang zur InformationsundTelekommunikationsinfrastruktur sichern umweltund klimagerechte sowie emeuerbare Energietrager foroeren, Energieverbrauch minimieren, Wirkungsgrade erhöhen, Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen vermeiden, bei Bauten auf Minimierung des Energieverbrauches achten, Versorgungssicherheit gewahrleisten, Stoffstrome beachten, Abfall vermeiden, wiederverwerten und energetisch nutzen Daseinsvorsorge, Ermoglichung der Erfullung der Grundbedurfnisse, soziale Absicherung der Daseinsvorsorge, Lebensqualitat erhohen Sicherung des Zugangs zur Versorgung mit Einnchtungen der Daseinsvorsorge ohne Beschrankungen aufgrund okonomischer bzw kultureller Unterschiede, Prozess des älterwerdens in Wurde begleiten, Vorsorge u soziale Absicherung gewährleisten Bildung und Wissenschaft Entwicklung von intellektuellen Ressourcen regionale Wissenszentren und Standortfaktor Wissen stärken, Kooperationen und Clusterbildungen für alle Bevölkerungsgruppen ermoglichen unterstutzen, Zugang zum Wissen Kultur und Kunst Identitat, gesellschaftliche Entwicklung Ressourcen fur Weiterentwicklung der Kunst bereitstellen, Vielfalt der unterschiedlichen stadtischen Lebens ermoghchen und fordern gesellschaftlichen Kulturen in der Stadt als Ausdruck Soziale Teilhabe — Diversität uneingeschrankte Teilnahme aller Bürgerinnen am gesellschaftlichen Leben ermogiichen Chancengleichheit anstreben, Klima der Olfenheit, Solidantat und Gerechtigkeit schaffen, Ausgrenzung und Stigmaosierung von Bevölkerungsgruppen vemngern bzw beseitigen, Vielfalt sichtbar und lebbar machen, Integration fordern, konfliktarmes Zusammenleben ermögfiichen Gender Mainstreaming Partizipation Differenzierte Wahrnehmung von Frauen und Mannern unterschiedlrcher Lebenssituationen und Lebensbedingungen geschlechtersensible Planungspnnzipien beachten, Chancengleichheit für Frauen und M armer bei Benutzung oüentlic her Raume sicherstellen, Zugang undTeilhabe am gesellschaftlichen und okonomrschen Leben sicherstellen MitgeStaltung der eigenen Lebensumwelt, Artikulation/Einfangen von verschiedenen Meinungen, Bedurfnissen Partizipation und Mitbestimmung in der Stadtverwaltung fur alle Bevölkerungsgruppen fordern, Interessenausgleich und Konsens schaffen, Erfahrungen und Kenntnisse der Betmllenen bei Gestaltung der Lebensumwelt einbeziehen, Identifikation der Menschen mit Planungsergebnissen bzw -prozessen anstreben Stadtbild und Identität Unverwechselbarkeit, kulturellen Bezugsrahmen schaffen, Formenvielfalt in der Stadt erhalten und entwickeln, gestaltensche Quaiitat und Asthetik weiterentwickeln 25 STEP OS D n. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSATZE GRUNDSATZE UND PRINZIPIEN D. Partizipation „Teilnahme und Teilhabe der Burgerlnnen an gesellschaftlichen und poliuschen Meinungsbildungsund Entscheidungsprozessen in einer demokratisch verfassten Gesellschaft". DWendelin Strubelt (Handwdrterbuch der Raumordnung) D Konfliktlösung durch Mediation am Beispiel des Flughafens Wien Der Flughafen Wien-Schwechat (Vienna international Airport) konnte in den letzten Jahren seine Position als West — Ostund auch als West — Fernost-Drehscheibe deutlich stärken. Auch fur die Zukunft werden positive Entwicltlungen erwartet. Die Stadt Wien ist nicht nur an einer nachhaltigen AbsiCherung der Leistungsfahigkeit und Effizienz des Flughafens interessiert, sondern auch an einer Reduzierungder BelastungenderBEwohnerlnnender Flughafenregion durch Flugla rm. Seit Ende zooo wirdinitiiert von der Flughafen Wien AG — im Rahmen eines breit angelegten Mediationaverfahrens (mit ca. So Verfahrensparteieni der Versuch unternommen, fur die bereits bestehenden und zul&unftigen Konflikte zukunftsorientierte konsensuals Losungen auszuarbeiten. Die gefundenen Lo sungen solen schließlich in einem Mediauonsvertrag verbindlich festgehalten werden. D Leben und Lebensqualitat in Wien— Partizipation Wie die Studie „Leben und Lebensqualitat m Wien" aus dem Jahr zooS zeigt, hat bemahe die Ha!fte aller Befragten bereits Erfahrungen in der Mitwirkung bei der Gestaltung des naheren Wohnumfeldes. Bei Großprojekten auf gesamtstadtischer Ebene wirkten bereits st % der Manner, aber nur zs % der Frauen mit. z. Z Partizipation und demokratische Mitbestimmung DIE BETEILIGUNG DER BÜGERINNEN und das Nutzen des gesamten kreativen Potenzials als Ergänzung zur repräsentativen Demokratie sind die Hauptziele der politischen Partizipation Im Bereich der Planung wird Partizipation als intensive ZusammenarbeitverschiedenerAkteurlnnenundBewohnerlnnenderStaverstandensowiealsein Instrument zu Erzielung des interessenausgleichs und Konsenses in einem Planungsprozess eingesetzt. In Wien wurden seit den igyoer jahren in verschiedenen Zusammenhängen der Stadtplanung und -entwicklung unterschiedliche Methoden der Parhzipation angewandt und umgesetzt. Diese reichen von der reinen Meinungsforschung oder Voll&sbefragung (z B Expo iqgS) bis zu Mediationsverfahren (z B. Flughafen Wien). Das Kyoto-Ziel, verbindliche EU-Richtlinien wie Strategische Umweltprüfung oder internationale Konventionen wie die Lokale Agenda rn geben nicht nur einen international anerkannten Rahmen vor, sondern sie bieten auch Ansatzpunkte für die kreative Ausgestaltung von Partizipation s prozessen und-verfahren auf der lokalen Ebene. Wesentlich fur Lokale Agenda zt-Prozesse ist, dass sie nicht von oben verordnet werden konnen, sondern ein Mall, an Selbstorganisation brauchen. So entstehen ihre Ergebnisse in einem Dialog zwischen interessierten Bezirks-und Gemeindeburgern, örtlichen Organisationen, Akteuren derPrivatwirtschaft und der Stadtverwaltung Die LA rn ersetzt keine bestehenden Programme und Konzepte, sondern erganzt diese auf einem gemeinsamen Weg der nachhaltigen Entwicklung bzw. trägt zu deren Umsetzung bei. Damit konnen auch die im STEP DS formulierten Ziele und Prinzipien der nachhaltigen Stadtentwicklung stärker bei den Akteuren in der Stadt und in den Bezirken verankert und bei der Umsetzung lokaler Projekte berücksichtigt werden. Gestaltung der partlzipationsprozesse Eine intensive Auseinandersetzung undEinbeziehung der Akteurlnnen in die projektplanung sind gerade im Vor feld grö(jerer projekte, planung svorhaben und investitionen wichtig. Wenn Beteiligung planungsbegleitendundkontinuierlich vorgesehen wird, steigt die Identifikation mit dem Ergebnis Die damit geschaffene Vertrauensbasis ist auch die wichtigste Voraussetzung für eine Kooperation bei der Umsetzung. Das Spektrum der Beteiligung reicht von Information uber Konsultation (Beteiligte als Ratgeberlnnen), Kooperation (Verfahren im Dialog wie z. B. SUP — Strategische Umweltprufungen oder Mediation) bis zur Koproduktion und Mitentscheidung Entscheidend ist, dass eine dem Vorhaben und dem TeilnehmerlnnenkreisadäquateFormgefundenundauchkommuniziertwird Die„Verzahnung" von Beteiligung, Planung und Umsetzung ist dabei der Kernpunkt verschiedener parallel laufender Beteiligungsaktivitaten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch eine periodisch durchgefuhrte interessenerkundung der Beteiligten. 11. AUFUABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSATZE GRUNDSÄTZE UND PRINZIPIEN STEP OS Prozess der Entscheidungsfindung Im Bemuhen um einen moglichst weit gehenden Konsens werden unüberbrückbare Interessendifferenzen mitunter so weit nivelliert, dass das ErgebnisseineKonturenverliert EffektiveBeteiligung an der Planung ermöglicht eine Annaherung von Positionen durch das Aushandeln konkreter Interessen, gibt aber gleichzeitig dem Dissens einen Raum. Dissens wird dann nicht als Misserfolg begri ffen, wenn es im Laufe des Prozesses gelungen ist, eine sachliche Ebene beizubehalten bzw. zu erreichen Wenn genugend fachliche und finanzielle Kapazitat zur Verfugung steht, wenn die Moglichkeit der Einflussnahme in einem festgelegten Zeitrahmen eingeraumt wird und wenn klar wird, wo Kompromisse möglich, a her auch die Unterschiede unü berwindbarsind, konkretisiert sich der wesentliche Entscheidungsspielraum für die Politik. Planung profitiert von der Verknüpfung mittelbarer und unmittelbarer Beteiligung Seit sich Bürgerlnneninitiativen in vielen Themenfeldern zu professionell agierenden lnteressenvertreschaftlicherr tungen und NCOs entwickelt haben (zggoer-Jahre), funktioniert die Einbindung verschiedener gesellInteressen in die Planung über die rituadieser„qualifizierten lisierte Auseinandersetzung zwischen Politik, Verwaltung und Offentlichkeit" im öffentlichen Rahmen Die Einbindung dieser qualifizierten organisierten Offentlichkeiterfährt ihre Ergänzung in Form von offenen Beteiligungsformen fur die unmittelbar betroffenen Burgerlnnen. Derzeit reprasentieren vielfach Männer die Mehrheit bei Beteiligungsverfahren. Um Frauen nicht systematisch von unmittelbarer Partizipation auszuschlieigen, müsseninnovativeWegegefundenwerden. Eine Verschrankung von mittelbarer und unmittelbarer Beteiligung von Männern und Frauen ist eine wichtigeVoraussetzung fürdie„Erdung" und dieverbreiterung sachlicher Interessen. Partizipation im Rahmen des STEP oS Die bisherigen Erfahrungen der Stadt mit Burgerbeteiligung und Partizipation der Akteurlnnen sind inelfaltigundinunterschiedlicherTiefeund Reifevorhanden. Diezentrale Frage fürden STEPoS istdaher, welche Formen der Partizipation für die verschiedenen Planungsebenen in Zukunft anzuwenden sind. Fachaaiorkshops ~ Frauen ~ Manner Alle Veranstaltungen Der Erfolg von Partizipation im Rahmen gegebener Moglichkeiten hängt wesentlich von der Malgstablichkeit ab: Je konkreter und kleinraumiger die Vorhaben sind, bei denen Partizipation realisiert wird, umso grolger ist die Moglichkeit, fur alle BeteiligtenbefriedigendeErgebnissezu erzielen. Jeabstrakter, strategischer, programmatischer und weiträumiger die Themen sind, umso schwieriger ist es, die Betroffenen zu interessieren und den Nutzen des Engagements sichtbar zu machen. Burgerinnen-bialoge in den Bezirken Abb S Beteiligung am STEP-PrazessVeranstaitungen 100 90 80 70 g 60 50 30 20 10 0 ) o v ~ Frauen ~ Manner o — o o — o D :R o Workshop U o o OU 5 t v S Als Empfehlung des STEP oS soll Partizipation nicht nur als programmatische Haltung der Stadt erklart, sondern es sollen auch die dafür notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Diese reichen von der Verfugbarkeit entsprechender magistratsinterner und -externer finanzieller und zeitlicher Ressourcen über die Optimierung und Modernisierung der Dezentralisierung bis hin zur offensiven Entwicklung einer lebendigen politischen Streitund Partizipationskultur. Q Abb 6 Beteiligung am STEP-ProzessFach-Workshops STEP 05 D. II. AUFGABEN, ARBEITSWEISEN UND GRUNDSÄTZE GRUNDSÄTZE UND PRINZIPIEN tp. Cender Mainstreaming — Pilotbezirk Mariahilf Zur Veranschaulichung von Gender Mainstreaming in der Planung ist zooz Mariahilf als Pilotbezirk ausgewahlt worden. Der Schwerpunkt des Projekts unter der Federfuhrung der Leitstelle Alltagsund Frauengerechtes Planen und Bauen liegt auf dem „lokal gebundenen Verkehr" . Ziel sind Verbesserungen für jene Personen, die ihre Alltagswege in besonderem Maße im Cratzl zurucklegen, die umwegempfindlich und auf Querungshijfen angewiesen sind: Kleinkinder, Mütter und Väter, die Betreuungsoder Versorgungsaufgaben nachkommen, (hoch)betagte Menschen, Personen Im Rollstuhl oder solche mit anderen vorübergehenden oder dauernden Bewegungsbzw. Sinnesbehinderungen. Die sieben beteiligten Magistratsabteilungen wurden zoos aufgefordert, Planungsund Baumaßnahmen im Bezirk unter dem Cesichtspunkt von Gender Mainstreamtng systematisch zu beurteilen, zu planen und umzusetzen. Dies erfolgt in Abstimmung mit der Leitstelle, die auch die Qualitätskontrolle übernehmen und den Transfer der Erfahrungen aus dem Pilotbezirk in den Planungsalltag sicherstellen soll. Ziel des Projektes „Pilotbezirk Mariahilf" ist es, Erfahrungen für eine künftig breitere Anwendung von Cender Mainstreaming im Planungsbereich zu gewinnen und pilothaft Mindeststandards für künftige Planungsprozesse zu entwickeln. Das Projekt lauft bis Ende Zoos. a. e Gender Mainstreaming GEN DER MAiNSTREAMiNG in der Stadtplanung bedeutet, die Sichtweisen von Frauen und Mannern und ganz generell unterschiedliche Lebenssituationen sowie, damit verbunden, auch die unterschiedlichen Anspruche von Beginn an in alle Entscheidungsprozesse und Projektplanungen mit einzubeziehen. Durch die engagierte Frauenpolitik in den vergangenen io-iS Jahren in Wien wurden die Anliegen von Frauen in der Planung thematisiert. In vielen Bereichen wurden Modellprojekte und Einzelmaänahmen zu Verbesserungen realisiert. Die unterschiedlichen geschlechtsspezi fischen Sichtweisen und Anliegen zu berücksichtigen ist aber nach wie vor noch kein selbstverständlicher Bestandteilder Planung. Traditionelle Rollenbilder sind noch immer präsent und spiegeln sich oftmals noch in den Entscheidungen in Politik und Verwaltung wider. Diskriminierungen zu beenden und Gleichstellung zwischen den Geschlechtern zu erreichen ist Aufgabe der Politik, die Strategie dafür das Gender Mainstreaming. Gender Mainstreaming erweitert die „Frauenfrage" zur „Geschlechterfrage" und behandelt die Gleichstellung der Geschlechter nicht als separates Thema, sondern als Grundprinzip jedes Handelns Gender Mainstreaming verfolgt demnach das Ziel, durch Einbindung der Chancengleichheit in samtlichen politischen Konzepten und Maßnahmen Ausgewogenheit und Gerechtigkeit fur Frauen und Männer zu erreichen, und soll nicht auf die Durchfuhrung von Sonderma(Snahmen fur Frauen beschränkt werden. Chancengleichheit betrifft nicht allein Frauen, sondern auch Männer und damit die Gesellschaft insgesamt, für die die Umsetzung der Forderung nach Chancengleichheit Zeichen für Fortschritt und Demokratie ist. In der Europäischen Verfassung zooä wurden Gender Mainstreaming und Nichtdiskriminierung folgenderma Jjen festgeschri eben. „Bei allen in diesem Teil (Interne Politikbereiche und Majlnahmen) genannten Majtnahmen wirkt die Union daraufhin, dass Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen beseitigt werden und die Gleichstellung von Männern und Frauen gefördert wird. " (Artikel iii-z) Im Artikel iii-S hei(jt es weiter, dass bei der Festlegung und Durchführung der Politik und der Ma(Snahmen in den in diesem Teil genannten Bereichen die Union darauf abzielt„, Diskriminierungen aus G runden des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen". Seit Jahren gibt es auf Wiener Ebene ein klares politisches Bekenntnis zur querschnittsorientierten Frauenund Gleichstellungssowie Antidiskriminierungspolitik InsbesondereberucksichtigtwirdderGender Aspektaufdem Gebiet der Planung und des Wohnbaus, im Gesundheitsund Jugendbereich und r in Ve d r e a n nt R w e o s r s tl o i r c t h s er U ei m ng w e e s l e t tz u . nd Kultur. Seit Oktober zoo4 wurde auf höchster Mag istratsebene ein eigener GendeEr erarbeitet im Auftrag des Mag istratsdirektors bis Februar zooS ein Konzept für die grundlegende Umsetzung von Gender Mainstreaming im gesamten Magistrat. Die bisher mit der Materie befassten Stellen, wie die Frauenabteilung oder die Leitstelle Alltagsund Frauengerechtes planen und Bauen der Stadtbaudirektion, werden ihn dabei unterstutzen. z Der STEP oS hat diese inhaltlichen Vorgaben zu einer wichtigen Querschnittsaufgabe gemacht. Gender Mainstreaming bedeutet, alle Handlungsfelder des STEP oS schon bei der Entwicklung der Majtnahmen verpflichtend auf die Gleichz MAST ES 11. AUFGABEN, ARBEITSIUEISEN UND GRUNDSÄTZE GRUNDSÄTZE UND PRINZIPIEN STEP 05 stellung von Frauen und Männern hin zu orientieren. Im Rahmen vonWorkshops, Arbeitskreisen, Planspielenund Expertisenwurde diese Aufgabenstellung aufgegriffen. Sie wird aufbauend auf bereits vorhandene Konzepte und Projekte weiterentwickelt und umgesetzt. wurdeausderÜberzeugung herauseingenchtet, dassdieZuwanderlnnen keine kleine „Randgruppe", sondern ein wesentlicher Teil der Wiener Bevölkerung sind. Die inhaltliche und politische Intention wird damit auch in der Organisation der Stadtverwaltung zum Ausdruck gebracht. Gewinne aus Gender Mainstreaming Planung profitiert von Gender Mainstreaming, indem sie die Lebensrealitatder Bürgerund Bürgerinnendifferenzierterwahrnimmt, systematisch mit einbezieht und so innovative Lösungen findet. Gelegentlich bedeutet dies das Llberdenken bisheriger Entscheidungsparameter; in der Umsetzung jedoch führt es zu mehr Zufriedenheit durch eine verbesserte Zielund Passgenauigkeit sowie Nachhaltigkeit. Auch in Hinblickaufdieweiteren drei Wiener PlanungsgrundsätzePartizipation, Nachhaltigkeitund Diversität — istGenderMainstreamingalsstrategiezur Erreichung von Chancengleichheit wesentlich. Q a. S Diversität MIGRATioN UND DAMIT verbunden die Integration der Migrantlnnen in die Gesellschaft gewinnen vordem Hintergrund der EU-Erweiterung, derzunehmenden Globalisierung und internationalisierung der Wirtschaft, der demografischen Entwicklung sowie aktueller sozialpolitischer Debatten mehr denn je an Bedeutung. Während die Zuwanderungspolitik(rechtliche Regulierung des Aufenthalts und der Arbeit) im Wesentlichen auf nationaler Ebene festgelegt wird, leistenund finanzieren dieStädte die unmittelbare Aufgabe der Integration. Aus dieser Disparität zwischen beschränkter legislativer Kompetenz und faktischer Verantwortung für diese Aufgabe ergibt sich für Städte die Notwendigkeit zu einer intensiveren Nutzung ihrer politischen Gestaltungsspielräume. In Wien werden die bisher vom Wiener integrationsfonds über mehrals einjahrzehntdurchgeführtenAktivitätenjetzt von einer neuen Abteilung „Integrationsund Diversitätsangelegenheiten der Stadt Wien — MAIZ" fortgesetzt. Diese neue Institution Diversitätspolitik und STEP oS Wien bekennt sich zu einer Politik des friedlichen und gleichberechtigten Miteinander und der Vielfalt verschiedener Kulturen, Religionen und Lebensweisen. Zuwanderung ist fur die europaischen Metropolen und damit auch für Wien Normalität und nicht Sonderfall. Eine offene und zukunftsorientierte Politik in diesem Bereich ist demnach unabdingbar. Diversitätspolitik als Weiterentwicklung der erfolgreichen Wiener Integrationspolititk sieht Zuwanderlnnen nicht mehr primar als eine Zielgruppe fur sozialpolitische MaiSnahmen, sondern als Burgerinnen und Bürger, die ebenso wie alle anderen Leistungen der Stadt nachfragen. Diversitatsmanagement wird in diesem Sinne als notwendiger Bestandteil von Qualitatsmanagement bei der Bereitstellung des Dienstleistungsangebotes der Stadt verstanden und gelebt. Der STEP oS greift das Konzept der Diversität als eine Querschnittsaufgabe auf, da Wien — wie auch andere europaische lvletropolen — heute vor der Aufgabe steht, auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren und im Bereich der Migrationsundlntegrationspolitikinnovativeundlangfristig wirksameAntworten zu finden. Die Sicherung der Lebensqualität in Wien beruht auf gleichen Chancen, gesellschaftlicher Durchlassigkeit und Zugänglichkeit für alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialer und ethnischer Herkunft. Q 19 ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~~~ ~ ~ ~ ~ E ~ ~~ STEP 05 D. III. AUEGANGELAGE UND HERAUEPDRDERUNGEN WIEN IM INTERNATIONALEN, NATIONALEN UND REGIONALEN KONTEXT Wien im internationalen, nationalen und regionalen l(ontext Neue geopolitische Rahmenbedingungen EiNE DER GRössTEN Herausforderungenderkommenden Jahre ist die politische, wirtschaftliche und soziale Einbindung der mittelund osteuropäischen Lander in die Europäische Union. Für Wien eröffnet die Integration der neuen Mitgliedsländer nicht nur neue Chancen, sie erfordert auch eine strateg ische IPOsitionierung der Stadt, die ihrer neuen geopolitischen Lage im Zentrum des neuen Binnenmarktes Rechnung trägt. Die erweiterte EU stellt ein wirtschaftliches Umfeld dar, das einerseits durch höheres Wachstum in den neuen Mitgliedsstaaten und damit verbundenen impulsen für Wien charakterisiert ist, andererseits aber auch verschärfte Wettbewerbsbedingungen aufweist. Wien kann unter diesen neuen Wettbewerbsbedingungen in Europa seine Entwicklungschancen am besten nutzen, wenn es sich auf die aus der Erweiterung erwachsenden Vorteile konzentriert. Bei einem insgesamt positiv und stabil verlau fenden integrationsprozess ist davon auszugehen, dass die neuen Mitg iiedsländer deutlich über dem EU-Durchschnitt liegende Wachstumsraten und Investitionen verzeichnen werden. In den Zentren und den an Clsterreich angrenzenden meist dynamischen Regionen konnen diese noch weiter übertroffen werden In einem derartigen Umfeld geht es fur Wien darum, den international agierenden Unternehmen beste Voraussetzungen zu bieten, um an die3a 111. AUEGANGELAGE UNG HERAUEPGRGERUNGEN WIEN IM INTERNATIONALEN, NATIONALEN UNO REGIONALEN KONTEXT &I STEP 05 semWachstumsmarkt„vorder Haustüre" erfolgreich teilnehmen zu können. Dazu isteserforderlich, die Rahmenbedingungen fur wirtschaftliche Nutzungen in der Stadtaufchancenreiche Bereiche auszurichten und sowohl die hochrangigen Verkehrsverbindungen als auch jene in die anderen Zentren der Region wesentlich zu verbessern. Die Möglichkeiten und Chancen der Stadtreg ion Wien-Bratislava sind unbestritten. Deshalb lautet der nahe liegende Gedanke fur die zukünftige Positionierung des Standorts Wien, die entsprechende „kritische Masse" für eine Zone weltwirtschaftlieitendeVernetzu cher lntegration durch interne und grenzüberschrzu substituieren Angesichts der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklungsdynamik ergeben sich aber nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Starkes Wachstum kann auch disperse 6iedlungsentwicklung, verstreute Betriebsansiedlungen und extrem gesteigertes Verkehrsaufkommen auslösen und vorhandene Naturräume beeinträchtigen. Dies wäre sowohl für die ßewohnerlnnenalsauch furdiezukünftigeWettbewerbsfähigkei problematisch, denn der „weiche" Standortfaktor Umwelt/Landschaft/Lebensqualität wird international zunehmend als wesentliche Voraussetzung für konkurrenzfähige urbane Standorte eingeschätzt. Es geht also auch um die Frage, wie das für die Zukunft erwartete/erhoffte ökonomische Wachstum im Raum so erfolgen und gesteuert werden kann, dass wertvolle Naturraumpotenziale erhalten werden können, und wie — etwa durch Naturraum-Management, abgestimmt mit Regionalentwicklung (Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft ... ) -Wachstum mit Nachhaltig keit verbunden werden kann. Wien hat als Hauptstadt Österreichs die Funktion des administrativen, kulturellen, politischen und okonomischen Zentrums inne. Die für das ganze Land wesentlichen Verwaltungs-und Kultureinrichtungen wirken nach innen und nach augen, bis in den internationalen Raum. Aufgrund der Gröge und Bedeutung der Stadt finden sich hier aber auch wichtigewirtschaftliche, universitäre und wissenschaftliche Einrichtungen, deren Ausstrahlungswirkungen deutlich ü her das Staatsgebiet hinausreichen. Dazu gehören insbesondere Headquarters von Wirtscha ftsunternehmen, die von Wien aus Te ilunternehmen und Märkte in lvlittelund Osteuropa steuern. k' No Mosknn ~ Eo Minsk ;l kslnun yn C MINE)E ~ koks/R ~ Sorin ~ROM NON Wien ist miti 6 Mio. Menschen nicht nurdiegrö(Ste Stadt üsterre ichs, sondern — in einem regionalen grenzuberschreitenden Zusammenhang gedachtauchdasZentrumdergrö(LtenstädtischenAgglomeration Mitteleuropas. Durch die Erweiterung der EU erfüllt Wien aufgrund seiner geografischen Lage und seiner Potenziale nicht nur innerhalb der Ostregion, sondern auch im regionalen grenzüberschreitenden Kontext eine wichtige Funktion für die kulturelle, soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklung und damit auch für die Lebensqualitäten der gesamten grenzuberschreitenden Region Dieser speziellen Stellung und Funktion Wiens innerhalb des sich neu formierenden grenzüberschreitenden Kooperationsraumes wird im Rahmen des STEP oS insofern Rechnung getragen, als hier dieWechselwirkungenund dieAnsatzpunktefurgemeinsame Strategien und Kooperationen aufgezeigt und im Sinne einer positiven Entwicklung der gesamten Region konzipiert werden. (w Kap. IKz) O o Abb z Lage Wieas in Europa 33 STER OS IR 34 iu. AUEGANGELAGE UNo HERAUEEGRGEAUNGEN WIEN IM INTERNATIONALEN, NATIONALEN UNO REGIONALEN KONTEXT Der STEP oS im Lichte der europäischen und nationalen Raumordnungspolitik Die STANooRTraeoiNGUNGENWiensinderraumordnungspolitisehen Landschaft der europäischen Städte und Regionen haben sich in den letzten iS Jahren dramatisch verändert. Österreichs Beitntt zur Europäischen Union, die Öffnung des Eisernen vorhanges Iggg zusammen mit den politischen und wirtschaftlichen Transformationen in vier Nachbarstaaten Österreichs sowie die Osterweiterung der Europaischen Union zoo4 haben Wien in eine neue europä ische Wachstumszone gerückt, in der auch die Hauptstädte Prag und Budapest als konkurrierende Metropolregionen auftreten. Bratislava als Sonderfall einer unmittelbar benachbarten Hauptstadt wird — im Interesse beider Städte — zum Partner in einer gemeinsamen Metropolregion werden. Diese weit reichenden Veränderungen der regionalen und überregionalen Ausgangslage für die weitere Entwicklung Wiens im Rahmen des erweiterten Europa geben noch mehr Anlass, der europäischen und nationalen Raumordnungspolitik verstärkte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dabei sind einerseits vorliegende Planungsund Forschungsergebnisse, andererseits regionalpolitische Dokumente der Europaischen Kommission von Bedeutung. Auf europaischer Ebene liegt seit iggg ein von der Europäischen Kommissio en n tw un ic d kl d u e n n gs M ko i n tg z l e i p e ( d E ss U ta R a E ten gemeinsam beschlossenes Europäisches RaumK)' vor. Dieser gemeinsame Re fe ren zrahmen dient als Checklist für räumliche Auswirkungen der Gemeinschaftspolitiken und als Einstieg in die planerische Behandlung funktionaler europäischer Gro träume (Beispiel Metropolenregion Wien-Bratislava). Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen das Leitbild der Entwicklung eines polyzentrischen und ausgewogeneren Städtesystems und die Stärkung der Partnerschaft zwischen städtischen und ländlichen Räumen. Im Einzelnen werden gefordert' Starkung mehrerer gröJgerer Zonen weltwirtschaftlicher Integration in der EU, die mit hochwertigen und globalen Funktionen und Dienstleistungen auszustatten sind, unter Einbindung der peripheren Gebiete durch transnationale Raumentwicklungskonzeptionen. z. Stärkung eines polyzentnschen und ausgewogeneren Systems von Metropolregionen, Stadtgruppen und Städtenetzen durch engere Zusammenarbeit der Strukturpolitik und der Politik der Transeuropäischen Netze (TEN) sowie durch Verbesserung der Verbindungen zwischen internationalen, und regionalen/lokalen Verkehrsnetzen. nationalen 3. Förderung integrierter Raumentwicklungsstrategien für Stadtesysteme in den einzelnen Mitgliedsstaaten sowie im Rahmen von transnationaler und grenzü berg reifen derZusammenarbeit unter Einbeziehung des entsprechenden ländlichen Raums und seiner Städte. 4. Stärkung der fachlichen Zusammenarbeit bei der Raumentwicklung in Netzwerken auf grenzübergrei fender und transnationaler Ebene. Von allen diesen Zielsetzungen ist die Metropole Wien mit ihrer neuen Standortsituation direkt angesprochen. Als umfassendste Anwendung und auch Weiterentwicklung des EUREK ist das European Spatial Planning Observation Network(ESPON)-Programm zu verstehen. Es hat die Aufgabe, mit der Analyse und Diagnose der wichtigsten räumlichen Entwicklungstrends, Probleme und Chancen aus europäischer Pere http://europa. eu int/comm/regional a http //europa. eu. int/comm/regional policy/sources/docoffic/offioal/reports/som de. htm policy/sources/docoffic/official/reports/coheter/coheter en. pdf 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN WIEN IM INTERNATIONALEN, NATIONALEN UND AEGIONALEN KONTEXT spektive, mit der Herstellung von gemeinsamen Kartengrundlagen, Indikatoren und Typolog ien sowie Bewertungsmeth oden die gemeinsamen Grundlagen fur europäisch orientierte Raumentwicklungspolitik zu schaffen. Die ersten Ergebnisseliegenbereitsvorunderlauben einevergleichende Beobachtung und Bewertung des Standortraumes Wien in Bezug auf eine Vielzahl politisch relevanter Kriterien. In einem Zwischenbericht zum Territorialen Zusammenhalt (Interim TerritorialCohes ion ReportPreliminary results of ESPON and EU Commission studiesz) werden diese ausfuhrlich dargestellt. In der dortigen DarstellungderAnalysedereuropaischen Stadtesystemewerden die Entwicklungschancen Wiens im transnationalen Zusammenhang direkt angesprochen: „Betrachtet man das zentraleuropäische urbane System im weiteren Ma ftstab, so lassen sich Wachstumspotenziale sowie die Herausforderungen der alten industrieregionen insbesondere in der zentralen transnationalen Makroregion der Beitrittsländer feststellen, die das transnationaleGebiet zwischen Warschau (im Osten), Posen (und möglicherweise Berlin im Westen), Krakau, Sachsen (Dresden), Prag, Bratislava, Wien und Budapest(im Suden) umfasst. Diese Makroregion bildet eine spezifische transnationale Einheit, die die meisten zentraleuropä ischen Wachstumspole und innovationspotenziale(Hauptstädte und deren Umgebung) sowie die wichtigsten alten industrieregionen in den Beitrittslandern und die im strukturellen Wandel befindlichen Regionen wie ländliche Gebiete einschlieft. Dieses, Dreieck' bildet in der Tat ein Ballungsgebiet gro((er Städte miteinem Entwicklungspotenzial, das innaherZukunftzu einer globalen integrationszone fuhren kann, die mit der europäischen Makroregion Nordwesteuropa vergleichbar ist. " In der zusammenfassenden Klassifikation von Z6 stadtischen Wachstumsräumen (Metropolitan Growth Areas — MEGAs) wird (au((erhalb des bisher dominierenden Wachstumskerns „Pentagon", die Eckpunkte London-Paris-MünchenMailand-Hamburg umfassend) Wien in die Reihe der Stadte mit hoher Wettbewerbsfähigkeit, starkem Humankapital und guter Erreichbarkeit als Wachstumsraum mit europaischer„Zugpferd"-Funktion („European Engine") identifiziert (zusammen mit Madrid, Rom, Kopenhagen, Berlin, Barcelona und Stockholm) Im jüngsten, fur die Regionalpolitik der Europäischen Union richtungweisenden Dokument, dem Dritten Kohäsionsbericht der Europäischen Kommissiong, wird eine Neuorientierung der gesamten europaischen Regionalpolitik deutlich. Eine territorial ausgeglichenere raumliche Entwicklung soll vor allem durch die Starkung der Wettbewerbsfahigkeit der Regionen verfolgt werden. Damit im Zusammenhang ist auch anzumerken, dass der neue europäische Verfassungsvertrag den räumlichen Zusammenhalt als(dem wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt) gleichwertiges Ziel anführt. Als zentraler Ansatzpunkt für die Stärkung der Wettbewerbsfahigkeit der Regionen wird den Städt r e e n z( k O ün R f O tig K)generell g rö(gere Bedeutung inder Regional politik der Europäischen Union beigemessen. Im Kohäsionsberichtwird Wien(zusammen mit Berlin und Munchen) alsWachstumspol der Erweiterung des bisherigen europäischen Kernraumes direkt angesprochen. Im jahr zooz wurde im Rahmen der Österreichischen Raumordnungskonfeein neues, . Österreichisches Raumentwicklungs konzept" (ÖRE K) beschlossen, das unter Berücksichtigung der Zielsetzungen des EUREK ebenfalls die Bedeutung der regionalen dynamischen Entwicklungsraum durch die EU-Erweiterung. Kooperation hervorstreicht, insbesondere im der „Region Wien" mit Blick auf die Chancen Q 3 http //europa. eu. int/comm/regional pohcy/sources/docoffic/offioal/reports/cohesioni/cohesioni en. htm &I STEP OS ~ ' ~ P 35 STER Os S6 III. AUEGANGSLAGE UND HERAUERDRDERUNGEN WIEN IM INTERNATIONALEN, NATIONALEN UND REGIONALEN KONTEXT Ko PEAATI NEA h IEN uh R am L RI I Uh. NNDRRL /' ', T ~ . ERDE uNat + . Dvä Kartei Kaaperatlansräume für Wien CENTROPE Region Iardes+ Region Vienna Region (r CO) Scadruaher Raum (SUM) l I/ P R *AM lk N ~~ ( Rf R Der regionale Bezugsraum für Wien CENTROPE IM VIERLÄNDEREcK ösTERRElcH — Tschechien — Slowakei — Ungarn ergibt sich mit der EU-Erweiterung nunmehr die Chance zum Ausbau und zur Verdichtung einer grenzüberschreitenden und multilateralen Europaregion CENTROPE4, die zugleich eine Modellregion fur das Funktionieren der EU-Erweiterung darstellen wird. Ziel dieser Initiative ist die Starkung des Wirtschaftsraumes zwischen den Städten Wien, Bratislava, Trnava, Györ, sopran, Brno, Eisenstadt und St. Pölten sowie der ihnen zugeordneten Teilräume. Dies soll durch Kooperation in den Bereichen Regionalund Standortentwicklung, infrastrukturplanung und-realisierung, Bildungsund Forschungspolitik sowie durch den Aufbau von Netzwerken in Kultur, Tourismus und Freizeitwirtschaft ermöglicht werden. (siehe auch strategische Projekte sTRAP zoo4) (N Kap. Iv I I Entwürfe regionaler Kooperatianen) Vienna Region — Strukturelle Entwicklung im österreichischen Bezugsraum von Wien Damit Wien innerhalb der neu entstehenden Wirtschaftsregion CENTROPE eineschlusselrollespielenkann, istauch eine gutfunktionierendeAbstimmung zwischen den innerosterreichischenAkteurlnnennotwendig. Diesbetrifftinbesonderem Malte die drei Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland, die unterdem Namen„Vienna Region" bereitsgemeinsambei derVermarktung des Standortraumes agieren. Darüber hinaus ist eine enge Koordination ~ Die Euruparegiau CENTROPE wurde entsprechend der Erklärung vau Kittsee abgegrenzt (Laud uud Stadt Wien, Niederösterreich, Burgenlaud, Land und Stadt Bratislava, Land uud Stadt Truava, Kamitat Cyör-Masau-saprau, KreiS Sudmahren, Stadt Brna, EiseuStadt, Cyar, Saprau, St Polten) 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN WIEN IM INTERNATIONALEN, NATIONAI. EN UND REGIONALEN KONTEXT STEP 05 bei der Verkehrsund Infrastrukturentwicklung vorzunehmen, denn sie ist die Voraussetzung dafur, dass die Standortund Siedlungsentwicklung in derOstregion Dsterreichs sowohl nachhaltig als auch okonomisch effektiv gestaltet werden kann. Ein substanzieller Faktor der Standortqualität in der Vienna Region ist das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher prosperität, Wettbewerbsfähigkeit sowie Lebensund Umweltqualität in einem attraktiven Natur-und Kulturraum. Neben der unmittelbar wirtschaftlich relevanten Standortqualität ist auch die Frage der Wohnsiedlungsentwicklung in der Region von Bedeutung. Sie bestimmt die räumliche Verteilung von Einwohnerlnnen und in weiterer Folge auch jene von Versorgungseinrichtungen. Indirekt kann durch diese Entwicklung auch die Standortqualität beeinflusst werden. Wenn mit einer ungeordneten Zersiedlung auch die Zunahme des Individualverkehrs einhergeht, kann dies in einer bereits intensiv vorbelasteten Region auch wirtschaftlich (negativ) relevant werden. Stadtnaher Raum — kleinräumige Planungsund Entwicklungsabstimmung Eine dritte Ebene der Kooperation und Abstimmung in der Region betrifft denunmittelbaren Nahbereichder Stadt. Hierbestehennichtnurgro(Segemeinsame Entwicklungspotenziale, die in koordinierter Weise besser genutzt werden können, hier ist auch die Konkurrenzsituation zwischen Wien und dem Umland am unmittelbarsten zu spüren Dies betrifft die konkrete Gestaltung der Siedlungsentwicklung und Verkehrsinfrastruktur, die Ansiedlung von Einkaufs-und Unterhaltungszentren und die Freihaltung vonwertvollen Naturraumen. In einer dynamischen Stadtregion, die in den nächsten jahrzehnten starke Einwohnerlnnen-, Arbeitsplatzund Flächenzuwachse aufweisen wird, kommt der Entwicklung der städtischen Randbereiche und der attraktiven Umlandbereiche eine besondere Bedeutung zu. Neben der Kooperation der betroffenen Bundesländer und Institutionen ist es dazu notwendig, die Regionen und Gemeinden Niederosterreichs und des Burgenlands partnerschaftlich einzubeziehen, um eine Informationsund Vertrauensbasis zu schaffen und gemeinsame Ma(Snahmen zu entwickeln. Deswegen ist das Management der Stadt-Umland-Beziehungen ein Schlüsselfaktor für die Steuerung der Entwicklung der gesamten Region. (w Kop. IKl. z stodtumlandregion) In diesem Sinne ist bei allen Ma(lnahmen in Wien auf die Umland-Verträglichkeit zu achten, umgekehrt ist für alle Mallnahmen im Umland zu fordern, dass auf die Wien-Verträglichkeit Rücksicht genommen wird. Bei grö(Seren VorhabenmüssendieentsprechendenAuswirkungen fürbeideseitenderstadtgrenze untersucht werden. (w Kap. IK S. 3 Strotegien Wiens in und mit der Region) Q tp Das Umland braucht seine Kernstadt— die Stadt Wien: w Diese ist der entscheidende Imagetrager der Region. W Die Kemstadt Wien hat das größte und differenzierteste Arbeitsplatzangebot. w Die Kernstadt bietet urbanes Ambiente und stellt der gesamten Region ein hochwertiges Handels, Dienstleistungs-, Kulturund Freizeitangebot zur Verfügung. w Nur durch die Kemstadt Wien wird den umliegenden Gemeinden Wachstum und Entwicklung ermo glicht. sp Die stadt wien braucht aber auch das Umland: w Etn gutes Versorgungsangebot in den Umlandzentren tragt dazu bei, die Verkehreund Umweltbelastung in der Kernstadt zu reduzieren, w Der Bau großflächiger Cewerbenutzungen und „sperriger" Infrastruktur (wie Cuterverkehrszentren und Lagerflächen u. a. ) kann im Umland zumeist besser realisiert werden. W Nicht a! Ie Frerzeitund Wohnbedurfnisse sind quantitativ und qualitativ in der Kemstadt erfüllbar. Ein beiderseitiges Arrangement und gemeinsame Organisation mussten für beide Seiten von Vorteil sein. Ster 05 e BI. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN OEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL ~; ~ ' Veranderung der Wohnbevoil&erung inWien, N1ederosterre1chunddem Burgeniand 1981-1991 1n Prozent Q unter-1o Q -10 b1S unter-5 -5 b1s unter-z -z b1s unter o C+I Bez1rkshauptorte o b1s untere z b1s unters g 5 b1s unter 10 g 1o und mehr kemeAngaben a: ~ ~ ~ ~ ', ~ ~ ~ ' ~ ~ ~ ~ . ~ DIA. I I ~~I* V ö M I ~ '" ~ . ~ ~ Demografischer und g esel lscha ftlicher Wandel STAoytteoioNBN stNo oenzeiT mit tief greifenden ökonom1schen und gesellschaftlichen Veränderungen konfrontiert Daraus resultieren divergierende Problemlagen und entsprechendeAnforderungenan gesellschaftspolitische, aberauch umweltpolit1scheSchwerpunktsetzungen, dieAuswirkungenauf die ökonomische Standortentwicklung und auch auf die tebensquahtät haben. Städte sind der Motor regionaler Entwicklung, sie sind Zentren von Innovation und Fortschntt, sowohl im technischen als auch sozialen Sinne, und weisen ein hohes Qualif1kationsund Wirtschaftsniveau auf. a. s Bevölkerungsentwicklung und ekuburbanisierung IN oeR V1ENNA REG1oN, bestehend aus den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland, lebten im Jahr 20011t. Volkszählung 3, 373 496 Menschen bzw. 4z % der gesamten osterreich1SChen Bevolkerung. Der Frauenanteil betragt in Wien fast 53 4, in Niederösterreich und im Burgenland rd. 57 4. Die längerfristige Bevolkerungsentwicklung 1971-zoos der Vienna Region zeigt nicht nure1nen Ruckgang der Bevolkerungsanteile gegenüber den anderen österreichischen Bundesländern von 46 3% (1971) auf 42 4 (zoos), sondern auch eine deutliche Verschiebung innerhalb der Region. So hat Wien gegenuber 1971 uber 64. ooo E1nwohnerlnnen verloren, der Bevolkerungsanteil innerhalb der ostregion verringerte sich von fast 49 4 auf 46'% Im Gegensatz dazu ist der Bevolkerungsanteil Niederosterreichs von rd. 43 96 (3 973) auf fast 46 96 (zoos) angestiegen. E ~ ~ es ~ Veranderung der Wohnbevolkerung m Wien, N1ederosterre1ch und dem Burgenland 1991-2001 1n Prozent karten z und 3 Bevölkerungsentwicklung sg81-1991 (oben) und zggs-zoos (unten) m Wien, NO und Bgfd Quelle VZ1981, 1991, 2001 — statistikAustna ~ DIA l t Veränderung der Beyolkerun absoi„t 1971-2001 Bevolkerungsanteile innerhalb der Ostregion 1971 1981 1991 2001 ' Gesamt Fraueo Gesamt Frauen Ostreg1on Wien 72. 375 -64718 N1ederosterre1ch 131 643 surgenland l 5 450 -37. 545 100 -83 483 48, 9 44640 42, ii l 298 8, 2 100 100 100 100 47, 4 46, 9 ' 46, 0 46, 7 2, ' 44, 2 44, 9 45 8 45, 1 8, 4 8, 8, 2 8, 1 iHH Tabelle z Bevo1kerungsenovicklung innerhalb der ostregion Quelle stat1st1kAustr1a II dI MG VR Die Bevölkerungsentwicklung im unmittelbaren Umland Wiens lässt in den beiden Perioden igßz-1991 und1991-ZOO1 auf einen anhaltenden Suburban1s1erungstrend schlie(ten. Be1 geschlechtsspezi fischer Betrachtung zeigt die Bevolkerungsentwicklung in der Ostreg ion eine unterschiedliche Dyna38 AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN DEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL STEP OS mik Im Zeitraum lggi bis zooi stieg die Zahl der Manner um 84 4, die Zahl der Frauen hingegen nur um i I N. In Wien geht der Bevölkerungszuwachsausschlieölichaufdie Männerzurück, während die Zahl der Frauen ruckgängig ist. Grund dafür ist die Zuwanderung aus dem Ausland. Ostiegion Wien hliederhsteneith Burgenlznd fbP Ta belle 3 Bevozkerungsennvickfung Veränderung in %%d, 1981-2001 Gesamt, : klänner, ' . Frauen 4, 6 8, 4 1, 1 1, 2 6, 8 -3, 3 8, 3 10, 7 6, 0 2, 9 4, 5 1, 4 IBBI-zoos nach Geschlecht. Quelle statistikAustna ropäischeGro(tstadte-aufgrunddersignifikantenZuwanderung aus dem Ausland eine Bevölkerungszunahme von rd. 2 SB bis zum Jahr zo32 geschatzt Wien wird daher wie in den Neunzigerjahren, auch in den nachsten Jahrzehnten wachsen. In denniederösterreichischen undburgenländischen Bezirken der Stadtregion wird der Zuwachs aufgrund der Wanderung innerhalbdererweitertenStadtregionundderzusätzlichenZuwanderungvonweiterau(terhalbgelegenen Bezirkenmindestesdoppelt so hoch sein. Das starkste Bevolkerungswachstum wird für die NUTS III-Regionen Wiener Umland Süd und Wiener Umland Nord prag nostiziert. Daraus resultiert ein noch stärkerer Zuwachs bei den Haushalten und den dafur benotigten Wohnungen und Hausernund-inweiterer Folge-einmassiverFlächenverbrauch. Zuwächse werden auch weiterhin vor allem in jenen Teilen derStadtregionerwartet, dieanoderinder Nähegro8erverkehrsachsen liegen. Vor allem dort, wo Verkehrsachsen die ErreichbarDer Dekadenvergleichzeigt, dasssich dabei inräumlicherHinsicht die Suburbanisierung von den im Nahbereich gelegenen Gemeinden in immer weiter entfernte Bereiche des Wiener Umlands ausbreitet Sogar traditionelle Abwanderungsgebiete im nordlichenWeinviertel, nahedertschechischenundslowakischen Grenze, weisen mittlerweile wieder Einwohnerlnnenzuwächse auf. Die Gebiete im Norden und Osten zeigen erst in der letzten Dekade deutliche Zuwachse. Verbesserte Angebote im Bereich des öffentlichen Verkehrs (S-Bahn), der Straöenausbau (S S nach Krems), die günstige Verfügbarkeit von Boden und offensive Bodenund Wohnbaupolitik einiger Gemeinden bieten hier attraktiveVoraussetzungen füreineAnsiedlung. Beachtlich istauch die flächige Ausbreitung im südlichen Wiener Becken und im Tullner Feld, weit gehend auch in Gemeinden au äerhalb von S-BahnAchsen. Als besonders attraktiv gelten nach wie vor die Gemeinden sudlichund westlich derStadt, dochhaben sichhierin einerReihe von Gebieten bereits Sättigungseffekte eingestellt (Bezirk Mödling). Hohe Bodenpreise und die starke l/erkehrsbelastung tragen ebenfalls zu einer Dampfung der Entwicklung im sudlichen und westlichen Nahbereich Wiens bei. DieTendenzzurSuburbanisierungwird-soweitdiesausheutiger Sicht einschätzbar ist — längerfristig weiter anhalten. In der OROK-Bevolkerungsprognose zoo4 wird davon ausgegangen, dass Stadtreg ionen sich mehr und mehr als Wachstumspole der nationalen und international ausgerichteten Wirtschaft erweisen. Dies hat entsprechende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Bevölkerungsentwicklung der Stadtregionen. Allerdings werden nicht die Kernstädte als die Gewinner einer positiven Bevölkerungsentwickiung angesehen, sondern primär die Bezirke im Stadtumland. Für Wien wird in der Hauptvariante der OROK-Bevölkerungsprognose — abweichend von Prognoseergebnissen für viele euI ~ Qo ne Ci3 ~ ~ l/eranderung der Wohnbevolkerung m wien, iviederoste/reich und dem Burgenland 20oi-203i in Prozent Qo ~ g unter-io p -io bis unter -S -S bis unter-z -z bis unter o Oo Bezirkshauptorte o bis unter z Q zbisunters ~ s bis unter io ~ io und mehr kemeAngaben üo OR DIR I I ~~M ENH Kartea Bevölkerungs prognose zoos bis zozt für die Bezirke in Wien, NÖ und Bgld Quelle OROK-Prognosen zoos bis zog keit der Agglomerationsvorteile der Stadtregion ermöglichen, ist die Dynamik besonders ausgeprägt. Wie die Entwicklung der letzten Jahrzehnte gezeigt hat, ist allerdings besonders in den kleineren Gemeinden der Achsenzwischenräume ein besonders rasches Wachstum zu verzeichnen, da hier noch niedrigere Bodenpreise und eine leichtere Grundstücksverfügbarkeit gegeben sind. 39 STEP 05 D. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN OEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL Dies führt in weiterer Folge dazu, dass ein Grogteil der von hier zur Arbeit pendelnden (neuen) Einwohner mit dem Pkw fahren. Pendlerlnnen Mit zunehmender Suburbanisierung ist auch das Pendleraufkommen in der Vienna Region innerhalb der letzten Jahrzehnte kräftig angestiegen. Wien ist eindeutiges Einpendelzentrum in der Region. Im Jahr zoo! sind mehr als zog ooo Menschen nach Wien eingependeltS, das sind um z8% mehr als noch!081 (i6z. z7o Personen). Seit!08i ist auch die Zahl der Frauen, die täglich zur Arbeit pendeln, kontinuierlich und deutlich stärker als die der Männer angestiegen. Betrug der Anteil der Frauen an den gesamten Pendlerlnnen nach Wien 3!8%, erreichte erzooi bereits 371% Besonders dynamisch entwickelte sich in den!ggoer-Jahren allerdings auch die Zahl der Auspendlerlnnen aus Wien Wahrend im Jahr 798i 39. 487 Personen aus Wien in die Umlandreg ion zur Arbeitauspendelten, waren es imJahrzooa bereits 82 368 Personen. Dies bedeutet eine Steigerung von!32 % Die Zunahme der Arbeitsplätze in den Dienstleistungsbranchen hat u. a. dazu geführt, dass der Anteil der Pendlerinnen von Wien in die Umlandregionen von z8 z% im Jahr7983 auf33 S%(zooi) angestiegen ist. Der uberwiegende Teil der Auspendlerlnnen fährt nach Niederösterreich, hohe Steigerungsraten sind aber auch in das Burgenland (über3 ooo Personen) bzw in andere Bundesländer(Oü, Stmk) zu verzeichnen. (w Zur Arbeitsplatzentwicklung siehe Ka p I V 4) nach Wien aus Wien Pendlerlnnen 1991 gesamt Frauen (Tagesund Wochenpendlerlnnen) , 2018 ', '. , 1991-2001 in S gesamt ' Frauen gesamt Frauen 187991 63108 208 478 7/362 10, 9 22, 6 48126 14618 ' 82368 27. 598 ' 71, 2 88, 8 (HM Tauche 4 pendlerraaenverllecheuagen in der vieana Region Quelle s!aris! Ik Austria Ein wesentlicher Beitrag zur starken Verkehrsentwicklung in der Vienna Region besteht darin, dass die Pendlerbewegungen in beide Richtungen stark zunehmen und die dabei zurückgelegten Distanzen kontinuierlich steigen. Aufgrund der stark flächigen Ausbreitung der Siedlungsentwicklung (in den Achsenzwischenraumen) ist dann auch der Anteil des Pkw-Verkehrs bei den täglichen Fahrten extrem hoch Dies betrifft nicht nur die Arbeitswege, sondernauchalleanderen, wieetwa Einkaufen, Behördenwege und Freizeitverkehr, d. h. dass aufgrund des Ausbreitungsmusters der Bevölkerung der Individualverkehr in der Stadtregion deutlich überproportional steigt(wkapitelMabilität und Verkehrsinfrastruktur, III. 4 I). Wien wächst wieder Bei der Bevolkerungsentwicklung in Wien lassen sich in den Jahren seit!991 zWei Phasen unterscheiden: Einem für Wiener Verhältnisse enormen Bevölkerungswachstum Anfang der Iggoer-Jahre — in der I-lauptsache durch den Krieg in ExjugoslawienunddurchZuzug ausden Reformlandern verursacht-stand in der zweiten Halfte der aggoer Jahre ein leichter Rückgang der Bevölkerung gegenüber Der Ausländerzuzug stark eingeschränkt. wurde in dieser Zeit In Summe hat sich die Bevölkerungszahl Wiens jedoch zwischen den Volkszählungenigga und zooi um knapp I 9' aufi, SSo iz3 erhdht. Der Frauenanteil betragt 53% (818 770 Personen). Gewinner der vergangenen Entwicklung waren die Bezirke im Nordosten, insbesondere Jene nordlich der Donau (Donaustadt +28 o%, Floridsdor f+7P4%), aber auch 8rigittenau (+6 3%) und im Süden 5immering +i4 7%, Liesing +3, S %, Favoriten +z, o %. In allen ubrigen Bezirken waren dagegen Bevolkerungsverluste zu verzeichnen Die Verluste waren mit beinahe -io %p am stärksten in den Bezirken Währing, Wieden und Hietzing. Innerhalb Wiens zeigt sich auch eine Wanderung der Bevölkerung aus den dicht bebauten Gebieten in die neuen Stadteile und Siedlungen der Randbezirke. Vor allem die nördlichen und östlichen Bezirke, dort wo auch die Bautätigkeit am ausgeprägtesten war, werden für die Periode iggi-zooa die hochsten Bevölkerungszuwächse ausgewiesen, während in den inneren Bezirken die Bevölkerung stagniert oder abnimmt. Der Anteil der auslandischen Wohnbevölkerung ist in den iggoer-Jahren in Wien von 32, 8 auf!6 9: bzw. 248. 264 Personen (zooI) angestiegen. Ein Anteil von uber zo % an der gesamten Wohnbevolkerung wird in den Bezirken z, S, 7, iS, 16, i7 und 20 ausgewiesen, die genngsten Anteile (unter io%) werden in den Bezirken 23, zz, 23 und i3 verzeichnet. Der Anteil der Frauen an der ausländischen Wohnbevölkerung beträgt 47% Bevölkerungsprognosen und -szenarien für Wien Die Menge und Typologie der Wohnungsentwicklung, die raumliche Verteilung der baulichen Entwicklung innerhalb des Stadtgebietes, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis hin zu den Anforderungen an die soziale Infrastruktur bauen auf den (quantifizierten) PerspektivenderBevölkerungsentwicklungauf. Auf Basis der vorliegenden „Bevölkerungsvorausschätzung zooo bis zo3o nach Teilgebieten der Wiener Stadtregion" (MAIS, Wien zooz) wurdenverschiedeneVarianteneinermöglichen Bevölkerungsentwicklung erarbeitet. FureinevorausschauendeAbschatzungderkunftigen und lnfrastrukturerfordernisseder Stadtentwicklung Flachenisteserforderlich, verschiedene politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Bevölkerungsentwicklung anzunehmen und g Tagesund Wochenpendlerlnoen 40 HI. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFDRDERUNGEN DEMDGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL &I STEP OS die potenziellen Auswirkungen auf die Bevolkerungsentwicklung abzuschätzen. Es geht darum, die Bandbreite der zu erwartenden städtischen Entwicklung zu beurteilen und die Ma(tnahmen der Stadtentwicklung danach auszurichten Drei Varianten stellen die Bandbreite der Bevölkerungsentwicklung nach dem Stand der laufenden fachlichen Diskussionen dar. Die Annahmen des Basisszenarios wurden dabei lediglich hinsichtlich der Zuwanderung nach Wien bzw. der Abwanderung ins Umland verändert. Auswirkungen auf andere Parameter, wie naturliche Bevölkerungsentwicklung und Anderung der Bevölkerungsstruktur über die Zeit (Altersstruktur, Einbürgerungen etc. ), bleiben in den Varianten unberücksichtigt und wurden nur qualitativ argumentativ erfasst. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Einflussfaktoren in den Varianten, die im Vergleich zum Basisszenario verändert wurden: In Summe wird im Zeitraum zooo bis zozo mit einem Bevölkerungszuwachs im Ausma(S von etwa 72. 8oo bis 144. 8oo Personen gerechnet. Das entspricht in einemzeitraumvonzo)ahren etwa ssgbis99'. Damitwürdederhochste Einwohnerstand wiens seit1939 (1, 7 Mlo Einwohnerlnnen) erreicht. Betrachtet man die voraussichtliche Verteilung auf die Bezirke in Wien, so zeigen sich im Basisszenario wie auch bei den Varianten in erster Linie Zuwachse in den nordöstlichen und sudlichen Teilen der Stadt. Gunstige und stabde wirtschaftliche Entwicklung Hohe Investitionen in (attraktiven) Wohnbau Ausbau der Bildungsund Forschungseinnchtungen Offenheit gegenuber dem Zuzug aus demAusland Durch mtensive Bemuhungen der Stadtentwicklung gelingt es, Stadtfluchtzu stabilisieren bzw leicht zu vernngern Attraktive Rahmenbedingungen bewirken anhaltenden Zuzug in die Stadt aus Restosterreich StabderAuslanderlnnenzuzug mit einerleiCht steigenden Tendenz zur Zuwanderung aus dem Eu-Raum Wirtschaftbche Entwicklung— signifikante Schwachen in ' strategischen Feldern , Investitionen in (attraktiven) Wohnbau und Mittel fur Wohnbauforderung werden reduziert Ausbau von Kompetenz bddenden Bddungs-und Forschungseinrichtungen verlauft eher schleppend Zuzug aus dem Ausland verlauft wie im Basisszenano Die Bemuhungen der Stadtent: wicklung reichen geradeaus, den ' Abstrom inlandischer Wohnbevolkerung in die suburbanen Gebiete zu stabibsieren WirtschaRbche und baubche Entwicklung — Schwachenim eigenen Bereich, Entwicklung durch signgikantezuzuge aus demAusland beeinflusst Der phasenweise Zuzug lost Entwicklungsdynamik in Niednglohnsektoren bei bigigem Wohnraum und lokalen Dienstleistungen aus Abstrom inlandischer Wohnbevblkerung bleibt stabil Abgeschwachter Zuzug aus ubrigem Österreich(iohwegzuge) Auslanderlnnenzuzugsigngkanterhoh( zo k Zuzuge aus dem Ausland) Abgeschwachter zuzug in die Stadt . aus dem ubrigen Österreich (-Io k Zuzuge) Auslandertendenz — leicht steigende Tendenz zur Zuwanderung aus dem Eu-Raum Signifikante Schwachen in strategischen Feldern Investitionen in (attraktiven) Wohnbau, MittelfurWohnbauforderung werden reduziert Ausbau von Kompetenz bildenden Bildungsund Forschungseinnchtungen vedauR eher schleppend Zuzug aus dem Ausland Intensiviert sich und findet auch in den umlandregionen statt ( io % Zuzüge) , Abstmm inlandischer Zuzug ler wird stabdisiert Abgeschwachter Zuzug in die Stadt aus dem ubngen Österreich (-Ioh) Tabelle S Chorokteristik der Bevo1kerungsprognoseVarianten — unterschiede zum Basisszeflal la Inlanderlnnen „Ausland erlnnen' Bevolkerungszuwachs Gesamtbevölkerung Insgesamt zozo Basisszenano ~ 97700 ~ 10 100 ~ 107. 800 iß6 00 . 0 vanantei vanantez 62. 700 62. 700 :~ 10. 100 72. 800. ~ 82. 100 144 800 1, 681. 000 1, 753. 000 variante 3 ' ~ 62 700 ~ 46. 100 ~ 108 800 1 57. 000 Tabelle 6 Gesamtergebnis der Bevölkerungsvorousschätzung für WienBasisszenano und Vananten Quelle OIR, eigene Berechnungen, Basis „Bevolkerungsvorausschatzung zooo bis zo3o nach Teilgebieten der Wiener stadtreg ion" (MA iB, wien 2002) STEP OS S HI. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN OEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL Verdnderung insgesamt: Basisszenaria und Varianten 1+2+3 KarteS Varianten der Bevölkerungsentwicklung fung der Zunahme der Gesamtbevalkerung Quelle DIR, eigene Berechnungen DIR-ii I*M t G PH Wiens zoon-zozo, reumli ehe 1/er reiEntwicklung 2000-2020 a bsalut ~ Bastsszenana ~ Variante i ~ Vartante 2 ~ 1/anante3 In besonderem AusmaJ3 sind Einwohnerlnnenzuwächse wie bereits in der jüngeren Vergangenheit in der Donaustadt zu erwarten, spürbare Zuwächsewird esauch in den Bezirken 2, 10, 11, 12 und z3 geben In den übrigen Bezirkenwird dasAusmaJSderVeränderung deutlich geringer eingeschatzt, in den innenstadtbezirken wird wie bereits bisher eine Stagnation bzw. ein geringfugiger Rückgang der Bevölkerung angenommen Zu sehr ähnlichen quantitativen und qualitativen Ergebnissen kommt die ÖROK-Bevölkerungsprognose zoos-zo31 fur Wien insgesamt. In der Hauptvanante wird geschätzt, dass die Bevölkerung Wiens in den nächsten iS Jahren um Bg. 6oo Personen auf1, 640. 300 steigen wird. Für den gesamten Prognosezeitraum werden ein Qeburtendefizit sowie erhebliche Binnenwanderungsverlustevorallemin Richtung Niederösterreichund Nordburgenland angenommen. Die starke Zuwanderung aus dem Ausland und die inlandischeZuwanderung ausanderen Teilen Österreichs können diese verluste bis zum Jahr 2031 jedoch mehr als ausgleichen. a i/eranderung Ausländerinnen: Basisszenana und Varianten 1+2+3 Karre s Ddl-I t ti* d* t G IH Varianten der Bevölkerungsentwicklung Wiens zooo-zozo, raumhche I/erteilung der Zunahme der Ausland erlnnen Entwicklung zooo-2OZO absolut ~ Bastsszenana g l/anante i g Vanantez ~ Vanantez 4z AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN DEMDGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG 1991-2001 Veranderung der Wohnbevalkerung nach Zähigebleten in Prozent "Le ENTWICKLUNG DER AUSLÄNDER Veranderung desnuslanderanteils nach Zahlgebieten m Prozent 1991-2001 e, ~ &I STEP 05 Emwohner tg9i 2001 lreranderung 1, 539 848 i, 550. 123 +to zj5 Kartei Bevölkerungsentwicklung 1991-2001, gesamt Quelle StattsttkAustrta, VZ1 997, VZ2 001, M A 18, MA 66 Grundkarte MA zlB Bearbeitung MA78, PiautzW Zunohme g bis 30 ~ 3, 1 bis 10, 0 ~ 10, 1 blS i5, 0 ~ i5, 1 lll5 20, 0 ~ 20, i und daru her Abnohme bis3, 0 Q 3, 1 ljlsio, o 10, 1 bis 15, 0 15, 1 bt520, 0 ~~ zo, i und daruber Ausland er 19g7 2001 verartderung tg6 652 248 264 Mg 60(+26, 2 9:) Karte 8 Ausländische Wohnbevo1kerung — Entwicklung 1991-2001 Quege Statistiknustna, VZ7991, VZ2001, MA 18, MA 66 Grundkarte MANB Bearbeitung MAig, Plautzw IMP 4 11 S S 1 S Zunohme bis U, l ~ 13, 2 bl526, 2 g g 26, 3 ljl552, 4 ~ 52, 5 und daruber Abnahme bis 5, 0 ~ Q 5, 7 o lj f l t 5 e 2 re 0, 0 20, 1 und daruber ~ ~ Gewasser Zahigebi etc mit wemger als So Emwohnern bzw. GebtetemitgrVerkehrs flachen unbebautes Gebiet Landesgrenze Bezirksgrenze Zahlgebietsgrenze 43 STER 05 tv Karten jungeMenschen in Wien zoos Quelle StatistikAustria, I/Z2001, MA 18 EntwUrf PIGUtz W Grundkarte MA21B Bearbeitung MA t8, Hansely H -l jisNCE MENSCHEN IN WIEN Anteil der unter 15-ldhngen an der Wohnbevolkerung nach Zahigebieten in Prozent S, o ~~ 5, 0 ins 9, 9 Q 10, 0 bis 12, 4 g 12, 5 bis 14, 9 ~ 15, 0 llls i74 ~ 17, 5 bis t9, 9 ~ 20, 0 bis 24, 9 ~ 4=20, 0 Karteio AlteMenschen in Wien (über 60-jöhrige Wohnbevölkerung) Quelle StatistikAustrta, t/Zzoot, MA 18 Efltwulf Plautz W Grundkarte MA ztü Bearbettung MAi8, Hansely H -l ~ 5, 0 ~ 5, 0 bis 98 ~ to, o niste, 9 ~ 15, 0 llis 19, 9 IHI 20, 0 81524, 9 ~ 25, 0 blS 29, 9 =So, o ALTE MENSCHEN IN WIEN Antetl der uber 6o-laltngen an der Wohnbevolkerung nach Zahlgebieten m Prozent ~ ~ ~ Gewasser Zahlgebtete mit wemger als So Emwohnern bzw Gebiete mitgrofteren t/erkehrsfiachen unbebautesGebiet ' — Landesgrenze Bezirksgrenze Zahlgebietsgrenze 44 III. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN DEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL Durchschmtt fur Wien 14, 7 Prozent ~ "' / Is 0 12 2 4 4 4 Durchschmä fur Wten 21, 7 Prozent 4 4 H 24 ~ 4 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN DEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL STEP OS Bevölkerung sstruktur DIE STÄDTISCHEN GESELLSCHAFTEN Uilterliegen einem fortschreitenden demografischen Wandel, der sich im Bevolkerungswachstum durch Internationalisierung/Zuwanderung, im fortschreitenden Alterungsprozess und Aufbrechen tradierter Lebensformen niederschlägt. Daraus ergeben sich Anforderungen an das Wohnen und das Wohnumfeld(z. B. Zunahmedersinglehaushalte, betreutes Wohnen, der Wunsch nach verbesserter, durchgrü nter, lärmbelastungs frei er Wohnumgebung usw. ), die Arbeitsmarktsituation, die Versorgung sowie ausreichende (öffentliche/private) Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen und die Sicherung/Ausweitung/qualitativel/erbesserung derGesundheitsund Sozialeinrichtungen. Die bestehenden und zu erwartenden demografischenÄnderungenschlagensichnichtnurinhöheren Anteilen älterer Menschen, sondern auch in einer stärkeren Internationalisierung der Bevolkerung nieder. Aus den spezifischen Lebenszusammenhängen sowie dem ökonomischen und sozi okulturellen Hintergrund derjeweiligen Bevölkerungsgruppenresultieren auch spezi fische Anforderungen an Lebensbedingungen und damit auch Fragen der Lebensqualitat Der Anteil älterer Einwohnerlnnen steigt Bereits jetzt sind rund zz S aller Bewohner und Bewohnerinnen Wiens über 6o Jahre alt, der Anteil der Frauen dieserAltergruppe beträgtzSS; inmanchen Bezirken (7, . 7S. , 79 ) kommen dieAnteile bereits an die So % heran. Die Entwicklung dieser Altersgruppe zeigt jedoch bei geschlechtspezi fischer Betrachtung ein unterschiedliches Bild. Wahrend die Zahl der über 6o Jährigen Männer zwi sehen iggs und 2001 um über SEE zugenommen hat, ist die Zahl der Frauen über 6o Jahre um rund io ss zuruckgegangen Es kann davon ausgegangen werden, dass mit der Erhöhung der Lebenserwartung auch der Anteil älterer Menschen an der gesamten Stadtbevolkerung — wie in anderen Regionen Österreichs auch — weiter ansteigen wird. Mit dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, den Veränderungen der Familienverbande sowie den altersund gesundheitsbeding ten Mobilitatseinschränkungen ergeben sich für diese BevölkerungsgruppevorallemneueAnforderungen im Bereich der Kommunikationsund der FreizeitKarte n Veränderung der über Eo-jährigen Wahnbevölkerung in Wien 7997-2007 nach Bezirken m Prozent Quelle Statistiknustria CR DIR-Infnnnnennndinnnin GmbH strukturen sowie der Mobilität, aber auch an die Betreuungsin frastruktur. Themenwiealtersadäquates(betreutes)Wohnen, barrierefreier Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und Informationen werden in Zukunft ebenso von Bedeutung sein wie die der konfliktarmen Nutzung des öffentlichen Raumes, des Zusammenlebens der Generationen sowie das Umgehen mit zunehmender Beschleunigung von Entwicklungen und Prozessen. Kinder und Jugendliche Der Zugang zu Bildung, Arbeit und Wohnraum sowie das Bedürfnis nach einem breiten Spektrum an Freizeit-und Kulturaktivi täten und ausreichende Partizipationsmöglichkeiten bestimmen die Lebensqualitat von Kindern und Jugendlichen in einer Stadt. Jugendliche (junge Menschen unter 7S Jahren) sind innerhalb der Stadt nicht nur räumlich sehr unterschiedlich verteilt, sie stellen auch hinsichtlich ihrer Herkunft (z. B. inländische Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund) sowie ihres Aktivitätsspektrums(Mädchen, Buben, verschiedeneAItersgruppen) eine sehr heterogene Gruppe dar. Aus der Gro(kstudie „Leben in Wien II" geht hervor, dass es vor allem im unmittelbaren Wohnumfeld an ausreichend Beweg ungs-und Kommunikationsraum für Jugendliche mangelt. Die Zahl derjungen Menschen unterIS Jahren ist im Zeitraum 7997-zoos entgegen dem gesamtosterreichischen Trend (-o, z S) um 6, 9 % gestiegen. Der g unter-Io Q -Io bis unter-S Q -sbisunter-z Q -zbisuntero Q o bis unterz R z bis unrer S ~ s bis unter io ~ io und mehr Anten u her Go-J ah nger an der Wohnbevo7kerung zooi in Prozent H unter zo El zo bis unter So g mehralszo 45 STEP OS C» ui. AUEGANGELAGE UND HERAUEFDRDERUNGEN DEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL Karre u Veränderung der unter SS-jährigen Wohnbevälkerung in Wien I991-2007 nach Bezirken m Prozent Quelle StatIstIk Austria DIR-Informsoonso VR ensse GmbH g unter-Io p -Io bis unter-S -S bIS unter-z -z bis unter o p obIsunterz g zbIS unters ~ S bis unter Io ~ Io und meitr Anteil unter IS-iahnger an der Wahn bevaikerung zooI m Prozent El untat'10 H Io bIs unter IS H mehr als IS im Bundesländerverg leich uberdurchschnittlich hohe Anteil ausländischer Wohnbevolkerung kann hieralsGrundangefuhrtwerden. DieZuwächsebei den Madchenliegenmitzzahöheralsbeiden mit S, 4'% Buben Wenngleich die Ansprüche und Vorlieben der Jugendlichen sehr stark von aktuellen Trends und Moden beeinflusst sind, so sind dIe Aktitntätsfelder relativ stabil. Es sind dies im WesentlIchen Sport und Bewegung, Kontaktund KommunIkation sowie die Entwicklung eigener projekte (Kultur, Musik, politisches und soziales Engagement). Vor diesem Hintergrund gilt es unter Berücksichtigung des doch sehr unterschiedlichen Betätigungsspektrums sowie der unterschiedlichen Raumaneignung von Burschen und Madchen, von in-undausländischenmannlichen und weiblichenJugendlichenund Kindern Freiräume undMoghchkeItenzuschaffen, dieeineentsprechende flexible Aneignung von Raumen in der Stadt möglich machen bzw. zulassen. Darüber hinaus braucht es auch spezIell auf die Bedürfnisse und LebenssituationenderJugendlichenzugeschnIttenelnformationsund Anlaufstellen sowie dIe verstärkte Einbindung in partizipative Prozesse (vgl. auch die Kapitel Wohnen, IVB sowie Grünund Freiraum, IV. S). Internationalisierung/Zuwanderung SofernZuwanderung nichtaktivgefördertundgesteuert wird, ist diese von einer Reihe von kaum vorhersehbaren Faktoren, wie z. B. der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in den potenziellen Herkunftsund Aufnahmeländern, den politischen Rahmenbedingungen, den aktuellen Einwanderungsbestimmungen oder von regionalen Krisen, beeinflusst. Im STEP oS wIrd davon ausgegangen, dass es auch in Zukunft — wie für Gro(Sstadte typisch — zu einem weiteren Zuzug von Bevölkerung aus dem Ausland kommen wird. Die positive Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahrzehnte ist in Wien zu einem grojten Teil auf den Zuzug inund vor allem ausländischer Bevölkerung zurückzuführen. (w Kap. III. z t Bevölkerungsentwicklung und Suburbanisierung) Abgesehen von ökonomischen, sozialen sowie gesellschaftsund kulturpolitischen Fragestellungen, dIe mIt dem Miteinander von verschiedenen Kulturen in einer Stadt einhergehen, beruhrt dieser Aspekt auch Fragen der integratIon und, eng verbunden damit, auch die Frage nach dem Zugang zu Bildung und Qualifizierung, zu Arbeit, zu Wohnraum, zu Politik, zu (offentlicher) Infrastruktur wie Sozialund Gesundheitseinrichtungen, aber auch die Frage nach den Anforderungen, die sich aus dem sozialen und kulturellen Wertesystem und dem spezifischen Kommunikationsund FreizeItverhalten der zugewanderten Bevölkerungsgruppen ergeben. Im Jahr zoon lebten In Wien rund z8zooo Personen (rd 49 ao Frauen) mit auslandischer Staatsbürgerschaft. Der Anteil jener Personen, dIe nIcht in OsterreIch geboren wurden, beträgt rund z4 4. DiestarksteGruppederausländischen gerlnnen stellen die Zuwandererlnnen Staatsbüraus Serbien und Montenegro (ca. zcs oa), Aus Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien kommen ca. I 8 ao und Izl 4 aus der Turkei. Rund zo 4 kommen aus den neuen EU-Mitgliedstaaten, mehrals die I-lälftedavon aus Polen. BeiderGruppederturkischenZuwanderlnnenbetragt der Frauenanteil lediglich 4z%, bei der gröjjten Gruppe der Zuwanderlnnen nämlich jener aus Serbien und Montenegro, Kroatien, BosnIen und Herzegowina und Mazedonien rd 49 4. Der Anteil der Frauen bei den Zuwanderlnnen aus den alten und neuen EU-Mitgliedslandern (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien) liegt mit rd. So 4 über denWerten dertraditionellen Einwanderergruppen. Es kann davon ausgegangen werden, dass einer der Gründe für diese unterschiedlichen Strukturen im höheren Bildungsniveau und damit in der höheren Mobihtät der Frauen aus dem gesamten EU-Raum he g rund et h eg t. Innerhalb der Stadt zeigen sich nicht nur räumliche KonzentratIonen ausländischer Wohnbevölkezs6 HI. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN OEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL Hl STEP OS rung, es zelgen sich auch unterschiedliche räumliche Schwerpunkte nach der jeweiligen Herkunft(Geburtsland). Zu den Bezirken mit den höchsten Anist teilen auslandischer Wohnbevölkerung zählen die Bezirke I6, zo, S, 2 und IS. Während die Wohnbevölkerung aus den traditionellen Herkunftsländern in den Bezirken zo, z, l6, l6 bzw lo konzentriert (44 TN aller Zuwanderlnnen aus Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowlna, Mazedonien, Sl 4 aller Turklnnen), lebendieZuwanderlnnenausdenneuen EUMitgliedstaaten (So N) in den Bezirken 2, 21, 22 und lo. emdeDie planerischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Internationalisierung und Zuwanderung ergeben sich ln erster Linie aus b» der(spezifischen)quantitativenundqualitativen Nachfrage nach Wohnraum durch di e zuwa nd de Bevölkerung sowie t& densichherausbildendenräumlichenKonzentrationen innerhalb des Stadtgebietes. spezifisEs sind in erster Linie die personlichen Kontakte und Netzwerke und, damit verbunden, die chenn Sozialund Kommunikationsstrukturen, die im Falle von Zuwanderung eine wesentliche Rolle spielen. Diese Faktoren sind fur räumliche Konzentration ebenso verantwortl ich wie ökonomische Faktorenund stellendamitdie MöglichkeitdesZugangs zu leistbarem Wohnraum dar. Die Frage der raumlichen Konzentration bzw. Dekonzentration von ausländischer Wohnbevolkerung und die damit verbundenen Vorund Nachteile sind vordem Hintergrund der erwarteten und für das Wachstum der Stadt auch notwendigen Zuwanderung wichtige Themen. Europaweit wird seit langem intensiv uber diese Fragestellung diskutiert und ebenso unterschiedlich wie die Zusammensetzung der zugewanderten Bevolkerung sind auch die integrationspolitischen Ansatze und Traditionen sowie die Ausgestaltung der Politiken und die Umsetzungsmodelle. Im planerischen Kontext wird es in Zukunft wichtig sein, dieökonomischenund sozialen Möglichkeiten zu nutzen, die sich aus der Diversität der Bevolkerung und dem damit verbundenen spezi fischen Know-how ergeben-Voraussetzung dafür ist in erster Linie die Möglichkeit des bereits angesprochenen Zugangs zu Wohnraum, Bildung, Arbeit, zu sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie zu politischer Mitbestlmmung und Partizipation. (w Kap. II. z s Dlversitat) ~ 7, 0 bis I0, 6 ~ 4, 0 bis unter 7, o oä bis unter 4, o Anrelleln Prozent (Wien =loo%, l24 812 Personen) b, Abb 8 Verteilung der Wahnbevölkerung aus dem ehemaligen Iugaslauden — ausg Slawemen (Geburtsland), nach Bezirken, zool Quelle statlstikAustria, mhalthche Bearbeitung DIR, grafische Bearbeitung PlanSlnn ~ 7, 0 öls i5, 0 ~ e, o bis unter 70 Q o, z bis untere, 0 Anteile ln Prozent twlen =loo%, 47827 Personen) b, Abb g llerteilung der wahnbevölkerung aus der Türkei (Geburtsland), nach Bezirken, zool Que(ie statistik Austna, lnhaithche Bearbeitung DIR, grafische Bearbeitung: Planslnn ~ 7, 0 blS 9, I ~ 4, 0 blS unter 7o l, s bis unter 4, o Anteile m Prozent (Wien =100 rk 68 olo Personen) jj(k Abb lo Verteilung der Wahnbevölkerung (Geburtsland), nach Bezirken, zool aus den neuen Bu-Mitgüedsländem Quelle statistik Austna, mhaithche Bearbeitung DIR, grafische Bearbeitung Plansmn 47 STEP OS D III. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN OEIEOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL ~ 20, o bis untersz, o ~ io, o bis unter 20, 0 4, 9 bis unterio, o Abb n. Anteil derüber IS jöhrigen Wohnbevölkerung mit abgeschlossener Hochschuiund hochschulvenvondter Ausbildung an der uber is iahrigen WB m n, zooi Quelle statistik Austna, MA 66, iahoitiiche Bearbeitung DIR, grafische Bearbeitung piaasma ~ eo, o bis unter 4s, g ~ So, o bis unter 40, o IBB bis unterso, o Abb. u, Anteil ü beresjöhrigen wohnbevölkerung (wB) mit obgeschlossener Fochschule und Lehre an der uber IS-Jahngen WB m n, 2001 Quelle Statistik Austna; mhaltkche Bearbeitung DIR, grafische Bearbeitung Piansian Sozialstruktur der Bevölkerung Stadte der Größenordnung Wiens sind nicht nur Zentren von Innovation und Fortschritt, in manchen Bereichen wird hier auch soziale und raumliche Segregation sichtbar. Wien kann im Zusammenhang mit einer Politik des sozialen Ausgleichs auf eine lange Tradition zuruckblicken. Soweit es die Kompetenzen der Stadt unddieökonomischen Möglichkeitenerlauben, werden laufend Maßnahmen gesetzt, die auf einen Abbau sozialer Disparitäten und Desintegration abzielen. Das Bildungsniveau der Wiener Bevölkerung ist in den Iggoer-Jahren weiter angestiegen und lasst auf eine hohe fachliche Kompetenz sowohl im hoch qualifizierten alsauch im Facharbeiterbereichschließen Betrug der Anteil der Bevölkerung mit Hochschulabschluss im Jahrsggi für Gesamtwien noch 8%, ist er bis zooi auf fast 13 % angestiegen. Überdurchschnittlich stark hat sich das Bildungsniveau der Frauen erhöht. Der Zuwachs der hoch qualifizierten Bevölkerung betrug in diesen 1o Jahren Sö. 4, bei den Frauen rund 76 ap und liegt damit in allen Bezirken weit über den Zuwachsraten der Manner. Der Anstieg von hoch qualifizierten Personen ist in allen Bezirl&en zu beobachten, die Zuwachsraten liegen dabei vielfach uber 60 4 (z. 8. 1o. , ii. , IS. , i6, 20. , 21. , 22. , 23. ). In den genannten Bezirken ist allerdingsdasAusgangsniveaurelativniedrigundlagIBBI zwischen z, 8 4 (Simmering) und 7, 8 in Liesing. Fast 4o 9: der Wiener Bevölkerung haben Fachschulund Lehrabschluss, eine besonders starke Konzentration weisenhierdie Bezirke(jeweils über4o mdergesamten uber iS-jahngen Wohnbevölkerung) 10. , 11. , 12. , 21. , 22. und 23. auf. Der Anteil der Bevölkerung mit geringem Ausbildungsniveau liegt im Wiener Durchschnitt bei 33 4, uber diesem Durchschnitt liegen die Bezirke Is. , 20. , 2. , 10. , S. , 12. , 16. , 18, 11, und 3. Sie sind damit vielfach ident mit jenen Bezirken mit hohen Anteilen anauslandischerWohnbevölkerung bzw. auch anälteren Menschen mit niedrigem Einkommen. Im Jahrzoo1 lag derdurchschnittlicheAktivbezug in Wien bei rund z6. ooo Euro brutto pro Jahr, der durchschnittliche Pensionsbezug bei ca ig. zoo Euro. Nach Geschlecht und sozialrechtlicher Stellung ergibt sich folgendes Bild: Bei den Lehrlingen und Beamten erreichen die Frauen rd. Bz X des mannlichen Durch schnittsjahreseinkommens, Pensi onistinnen 7o %, Arbeiterinnen 7s 4, bei den Angestellten ist die Differenz am großten, hier liegen die Durchschnittsjahreseinkommen der Frauen bei nur 61 X. Die Einkommenssituation spiegelt die immer noch starke Konzentration von Frauen in bestimmen (Niednglohn-)Branchen, den hohen Anteil von Teilzeitbeschaftigung sowie die Unterreprasentation von Frauen in höheren Positionen wider. Das hochste Einkommensniveau wird für die Bezirke i. und 13. ausgewiesen, gefolgt von den Bezirken1g. , 4. und z3. Am unteren Ende liegen die BezirkeiS. , zo. , S. und16. es8 ul. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFDRDERUNGEN DEMDGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL STER OS Die Sozialstruktur und ihre spezifischen räumlichen Ausprägungen sind ein wichtiger Indikator für Entwicklungsund Gestaltungsnotwendigkeiten. Karte 28 zeigt, dass generell ein Anstieg des „Wohlstandsniveaus" im Zeitverlauf zu beobachten ist, allerdings lässt sich weiterhin ein sehr klares raumliches Muster von dynamischen und weniger dynamischen Räumen erkennen. Wenngleich Planung nur in einem sehr eingeschränkten Ausmaß über ein geeignetes Instrumentarium verfügt, hier gestaltend einzugreifen, so können doch Politikbereiche wie Beschäftigungsund Bildungspolitik, Wohnen und Sozialpolitik durch entsprechende abgestimmte Ma)aha hmen unterstutzt werden. ~ 120, 0 bis untel' 146, 0 ~ Ioo, o bis unter 120, 0 p Bo, o bis unter Ioo, o Index Wien =loo N Wien =26 ozs Euro Abb 1) Einkommensniveou — Durchschmttöcher)ahresbezuglenrbeltnehmerln Quelle Statist&8 Austna, inhaltliche Bearbeitung OIR grafische Bearbeitung m Euro (brutto), 2001 Planslnn Karte B ENTWICKLUNG UND VERTEILUNG DER WOHNBEVÖLKERUNG NACH AUSBILDUNG UND WOHNVERHÄLTNISSEN (SOZIOÖKONOMISCHE STRUKTUR) 1971-2001 b . &~~y Sozioö konomische Struktur zoos relative Dommanz der Crundschlchten Wiener Stadtgrenze Bezlrksgrenzen Wasserflachen unbebaute Flachen Q+/geest Datengrundiagen Volkszahiungen 1971, 1981, 1991, 2001, Hauserund Wohnungszahlungen 1971, 1981, 1991, 2001 der Statlstll&Austna klagistratsabteliungen 14, 18, 41, Wien Autoren )osefstembach, Andrea Masgen, Alexandra Kaiser relative Dom manz y der Oberschlchten Verönderungen 1971-2001 Vergleich zur Veranderung fur die Gesamtstadt unter dem Trend Im Trend u her dem Trend 49 STEP OS D. ni. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN OEMOGRAFISCHER UND GESELLSCHAFTLIGHER WANDEL Menschen mit Behinderung Menschen mit Behinderung werden sowohl in ihrem Bildungsund Arbeitsleben wie auch in ihrem Privatleben und in ihrer Mobilität mit einer Fulle von technischen, aber auch gesellschaftlichen Barrieren konfrontiert. Menschen mit Behinderung sind eine sehr vielfältige Gruppe, die vom neugeborenen Menschen bis zum hochbetag ten Menschen, von leicht behinderten, bis schwerstund mehrfach behinderten Menschen reicht. Dementsprechend unterschiedlich und spezifisch sind auch die Anforderungen und Bedurfnisse in Bezug auf Angebot und Zugänglichkeit zu Wohnen, Arbeit, Freizeit und KulturundzurTeilnahmeamöffentlichenLeben(Partizipation). EinklagbareGleichstellung und ökonomischeAbsicherung bestimmen die Lebensqualitätder Menschen mit Behinderung und ihrer Familien. Die wichtigsten Zielsetzungen im Zusammenhang mit den Anliegen der Menschen mit Behinderung sind Sensibilisierung der Gesellschaft, Antidiskriminierung, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung Im planerischen Zusammenhang ist vor allem die barrierefreie Gestaltung des privaten und offentlichen Raumes von Bedeutung IN Die geanderten Brwartungshaltungen von Frauen — und Euch von Mahnern — an Partner schaft/Ehe und die eigene ökonomische Existenzslcherung bestimmen ganz wesentlich die Lebensstile. U. a. fuhrt Ches zu mehr Singlehaushalten, zu einem hoheren Ausmaß von Allelnerzleherlnnen und Patchwarkfamflreu, die neue Aufgaben und deren Bewaltlgung im Alltag mit sich bringen. Flexlbüisrerung und zunehmende Mobüitatsansprüche innerhalb der Arbeitswelt schaffen neue Probleme DEI der verelnharkelr von Familie und Beruf. Speztell fur Frauen (mit geringerer Qualifikation) bedeutet, aufgrund bisheriger Rollenverteilung, die Bewaltlgung der alltäglichen Versorgungsarbeit oft eine organisatorische Herausforderung, und es wird dadurch auch schwieriger, stabile sazlale Netze zu knupfen. Letztere stellen gerade fur CIE Bewaltlgung des Alltags von Personen mit familiären Versorgungspflichten eine wesentliche Untersturzung dar. Veränderung der Lebensstile DIE ENTwlcKLUNG UNo Veränderung von Lebensstilen wirdvonmehreren Faktoren beeinflusst. Einerseits von den allgemeinen gesellschaftspolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen und andererseits von individuellen Faktoren. Die Veranderung der Lebensstile beeinflusst wiederum die okonomische und soziale Entwicklung urbaner Gesellschaften sowie das Verhaltnis der Geschlechter Die Anforderungen, die sich daraus ergeben, sind breit gestreut und schlie(Sen die Frage der Wohnund Standortqualitäten ebenso ein wie Fragen der Mobilitat, Fragen der Versorgung mit Gesundheits-, Sozialund Bildungseinrichtungen usw Gesellschaftspolitische und ökonomische Rahmenbedlngungen Die fortschreitende Internationalisierung und Flexibilisierung der Wirtschaft und damit auch der Arbeitswelt wird steigende Mobilitätsanforderungen und -bedürfnisse mit sich bringen. Die Arbeitswege werden länger, flexiblere Arbeitszeiten benotigen flexiblere Angebote auch im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Qualität und dieQuantitätdesAngebotesetwa im Bereichderprivatenundöffentlichenlnfrastruktur (z. B. Wohnen und Arbeiten, Kinderbetreuungseinrichtungen, Gesundheit, Versorgung älterer und hochbetagter Menschen, Verkehrsangebote, Geschäftszeiten usw). Schon jetzt zeigt sich, dass Frauen und Männer in unterschiedlichem Ausma(S von diesen Veränderungen betroffen sein konnen. Die Grunde dafür liegen in der unterschiedlichen Struktur der Arbeitsplätze, in (i unterschiedlichen Zeit-und Raummustern aufgrund von Versorgungspflichten und den Unterschieden im Einkommen usw Kap. Illagi Mabilität und Verkehrsinfrastruktur, Kap III S. Soziale Infrastruktur und Gesundheit) Auch die neuen Produktionsweisen sowie die sich verändernden Absatz-und Bezugsverflechtungen erfordern Anpassungen im Bereich Verkehrsorganisation und Logistik (w Kap. IIIHFI Mabilität und verkehrsinfrastruktur) Die zunehmende Internationalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist ein wichtiges Merkmal für den positiven Entwicklungsprozess einer Stadt Wien so 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSPDRDERUNGEN DEMDGRAPISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL STEP OS wird auch weiterhin das Zentrum internationaler Zuwanderung bleiben Durch eine aktive Gestaltung der Beziehungen sowohl zu den Bewohnerlnnen/Arbeitskräften als auch Unternehmen kann neues innovatives Potenzial für die Stadt genutzt werden. Offenheit und Durchlassigkeit derGesellschaftvorallem t i i n zi d p e a n tion B n ereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur Wohnenund Parsowie der laufende Diskurs sind Voraussetzungen für eine positive und sozial stabile Weiterentwicklung der stadtischen Gesellschaft. (w Kap. III. 2. 2 Bevölkerungsstruktur) In vielen europäischen Ländern haben die Liberalisierungsund Deregulierungstendenzen dazu geführt, dass nicht nur die offentlichen Steuerungsmöglichkeiten (Qualität und Quantität) im Bereich der technischen und sozialen Infrastruktur eingeschränkt wurden, sondern damit auch ein Abbau des Sozial systems einhergegangen ist. Solche Tendenzen bergen auch die Gefahr einer Segmentierung der stadtischen Gesellschaft in sich und machen einen kreativen Umgang mit dem vorhandenen Instrumentarium im Sinne einer sozial ausgewogenen Entwicklung notwendig. Für die Stadt Wien ist der soziale Ausgleich eine Grundbedingung für eine nachhaltige Entwicklung. Die Sicherung sozialer Ausgewogenheit ist demnach ein wichtiger Faktor fur Lebensqualität und Sicherheit. Aujierdem werden Knappheiten und Beschränkungen in Bezug auf Ressourcen, auf den öffentlichen Raum, auf Budget und Finanzen durch die öffentliche Hand in Zukunft die Handlungsspielraume pragen. Die Stadt hat nur eine eingeschrankte Instrumentenpalette zur Verfügung, um auf diese sich abzeichnenden ökonomischen und gesellschaftlichenVeränderungen zu reagierenbzw sieimSinneeinernachhaltigenundsozialenStadt zu gestalten. Umso wichtiger ist es, wie bisher die gesamte Bandbreite der Moglichkeiten im Sinne einer innovativen Strategie auszuschöpfen und auch entsprechende (budgetare) Prioritäten zu setzen. Veränderung individueller Faktoren Neben gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen bestimmen auch Alter sowie die unterschiedlichen Lebenszusammenhänge (Single, Familie, Integration im Arbeitsmarkt, Frauen, Männer .. . ) und der jeweilige soziokulturelle Hintergrund den Lebensstil und damit die Nachfrage nach infrastruktur. Im Wesentlichen sind das Faktoren wie ID. das (steigende) Bildungsniveau der Bevolkerung l die Veränderung der individuellen Werthaltungen s die Veränderungen im Geschlechterverhältnis und damit verbunden die neuen Rollenbilder von Mannern und Frauen w die Veränderung der persönlichen okonomischen Situation sowie IH die Veränderungen, die sich im Bereich der Arbeitswelt ergeben Die Aktionsradien der Menschen werden sich weiter vergrö(bern, die Form und die Intensitat des Zusammenlebens wird sich verändern. So wird etwa erwartet, dass sich in der Stadt die Zahl der allein lebenden Menschen weiter erhohen wird, die Zahl der sogenannten „Patchworkfamilien" wird zunehmen, mehr Mobilität und mehr Flexibilitat wird nicht nur neue Arbeitsort/Wohnortrelationen nach sich ziehen, sondern insgesamt auch individuelle neue Raumund Zeitstrukturen schaffen. Erst die Dichte einer Gro(istadt bietetdas Potenzial fü rein kreatives Miteinander von verschiedenen Lebensstilen und Kulturen und schafft damit nicht nur eine breite Palette von unterschiedlichen Möglichkeiten und Chancen, sondern auch eine Basis für Innovation und Fortschritt. Diese Entwicklung kann aber auch zu einem Auseinanderklaffen zwischen den jungen mobilen Personengruppen und jenen führen, die aufgrund ihres Alters, ihrer konkreten Lebenszusammenhänge oder ihrer Gesundheit die geforderte Mobilität und Flexibilität nicht aufbringen können. Ansatzpunkte für Majtnahmen Zur Sicherung und Verbesserung der Standortund damit der Lebensbedingungen und Lebensqualität aller Bewohner und Bewohnerinnen der Stadt bedarf es daher auch in Zukunft weiterer Anpassungen in Hinblick auf Umwelt-, Sozialund Stadtstrukturvertraglichkeit in folgenden Bereichen (beispielhaft): Nicht nur gesetzliche Regulative und Vorgaben (z. B Bauordnung, Flächenwidmungspläne, Verrechtlichung der SUP usw), auch die verstärkte Berücksichtigung von qualitativen Kn ten en etwa im BereichderWohnbauförderung, derWirtschafts-undArbeitsplatzforderung, der Qualifikation, der Betreuungs-, Sozialund Gesundheitseinrichtungen ermöglicht das Gegensteuern und damit die Vermeidung von Fehlentwicklungen. Standortpolitik in Bezug auf Arbeitsplatze, Kultur soziale und in frastrukturelle Einrichtungen unter rein ökonomischen Wettbewerbskriterien zu begreifen wäre in einer langfristigen Perspektivenichtausreichend. Daher giltesauchweiterhin, dieraumlicheundsozialeZuganglichkeitund Durchlassigkeitzu sichern, wie auch die Erhaltung ökologisch sensibler Räume (Stichworte. Konzentration/Dezentralisation, Stadt der kurzen Wege, Nahversorgung, Sicherung guter Luftqualität und geringer Lärmbelastung usw. ), um der Segmentierung und Ausgrenzung von bestimmten Bevölkerungsgruppen und der Beeinträchtigung der UmweltentgegenzuwirkenundeineOptimierungdervolkswirtschaftlichen Kosten zu erreichen. Die Entwicklung in anderen europäischen Ländern zeigt, mit weichen Problemen Städte im Falle von Budgetkürzungen konfrontiert sind. Um in Zukunft die öffentlichen Budgets bei der Finanzierung der technischen wie auch der sozialen Infrastruktur zu entlasten, werden die bewährten PPP-Modelle oder Modelle der privaten Finanzierung durch Unternehmen in das Instrumentarium moderner städtischer Entwicklungspolitik einzubeziehen sein. D 51 STEP Os D ul. AUEGANGELAGE UND HERAUEPDRDERUNGEN STADTSTRUKTUR Stadtstrul&tur Bauliche Entwicklung WIEN IST WIE DIE MEISTEN mitteleuropäischen Städte aufgrund der (bau-)geschichtlichen Entwicklung eine radialkonzentrisch aufgebaute Stadt. Sie hat eine annähernd kreisformigeGestaltangenommen, dienurdurchdietopografischenund naturräumlichen Gegebenheiten abgewandelt wurde. Die Hügelkette im Westen sowie die verzweigte Flusslandschaft der Donau schaffen bis heute eine unverwechselbare Kulisse. Die weitere Wiener Stadtreg ion ist geprägt im Westen durch die Aus la ufer der Alpen, die die Hugel des Wienerwal des bilden, und im Osten durch die Kleinen Karpaten. Durch diese Hugelketten bricht bei der Wiener Pforte die Donau, die bis zur Regulierung zwischeni8zo und i8z6 hier einen bis zu sechs l&ilometer breitenAugürtel bildete, diesenregelmä(Sig überflutete und dabei oft die Lage des Hauptstromes änderte. Im Mittelalter floss ein Donauarm direkt am Stadtzentrum entlang, wieder Name„Man a am Gestade" andeutet, bis heute blieb davon der Donaukanal übrig. Die Stadt selbst entwickelte sich auf den Donauterrassen uber dem Fluss, umschlossen von den Wienerwaldhügeln und im Süden von Laaerberg und Wienerberg. Die Wienerwaldbäche, die zur Donau flossen, bildeten radiale Achsen, entlang derer sich die Ausfallstra(ten und die Siedlungsentwicklung orientierten. Auf der anderen, nordöstlichen Seite des Augürtels beginnt das Marchfeld, und erst die Donauregulierung brachte eine gewisse Annäherung zwischen diesen beiden widersprüchlichen Landschaften und ihren Siedlungen, auch wenn der breite Strom und das lnundationsgebiet, spater die Donauinsel und die Neue Donau, immer noch eine starke Barriere erzeugten Die wichtigste und bis heute das Stadtbild prägende Bauperiode war die so genannte Gründerzeit(i848-IBIB), in der faste 4 52 iIi. AUSGANGSLAGE UND HERAUSPDRDERUNGEN STADTSTRUKTUR STEP OS des gesamten Gebäudebestandes abgebrochen und in der Regel durch dichtere Bebauung ersetzt wurden. Mit der Entfestigung und Erweiterung der Stadt iBSz, der Donauregulierungi87o-76, demAbbruch destinienwallsiBBSsowie mit den festen Brucken der Eisenbahn uber die Donau erfuhr die Stadt ihre grundlegende Gestalt, die bis heute weit gehend erhalten geblieben ist. In der Grunderzeit differenzierte sich auch das für Wien typische dichte Stra8enbahnnetz und das Geschäftsstra(tensystem (zu Fu8 erreichbare Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen) heraus, die bis heute wesentliche Qualitätsmerkmale der Stadt bilden. Gesamtstädtische planungskonzepte Gesamtstädtische Planungskonzepte wurden in der Vergangenheit nicht oft erstellt, wenngleich in vielen Beschlüssen von gesamtstädtischer Tragweite auch raumliche Ziele aufscheinen. IN SBBSWurdeein grobes, aberzusammengefasstes bild vom Wiener Gemeinderat verabschiedet raumlichesLeitDer so genannte „Vorläufige Bauzonenplan" wurde aus Anlass deränderung der Wiener Bauordnung (s883) und der Eingemeindung der Vororte um die Jahrhundertwende erstellt. Erzeigt im Wesentlichen eine einfache funktionelle Gliederung des Stadtkorpers nach Wohngebietenundnachindustnegebietenundbeinhalteteeine Staffelung der Gebaudehdhen, gleichmä5ig von innen nach au5enabnehmendn883wurdeein stadtebaulicherWettbewerb zur Erlangung von Entworfen eines„Generalregulierungsplanes" international ausgeschrieben. Der Generalregulierungsplan wurde Jedoch immer nur für kleine Stadtteile, nie für Wien in seiner Gesamtheit erstellt und beschlossen. IN TBOS Wurde durch die Festlegung des „Waldund Wiesengürtels" der Schutz gro8er Landschaftsteile in Form eines Grungürtels im Westen vorgenommen. l» sgös wurde das „Planungskonzept Wien" dem Wiener Gemeinderat vorgelegt, welches ein grobes „Gliederungsschema" des Stadtgebietes, einen Entwurf zum „Flächenwidmungsplan" und detaillierte Pläne zu verschiedenen Sachproblemen enthielt. Diese Leitbilder bildeten die allerdings unverbindliche Grundlage für die Erstellung einzelner„Flachenwidmungs-und Bebauungspläne". In den „Leitlinien fur die Stadtentwicklung" 1g72 und in der darauf folgenden „Wiener Stadtentwicklungsenquete" TB7z/78 entstand eine Reihe von Vorstellungen zur räumlichen Entwicklung, wenngleich nicht in Form eines Planes zu einem Leitbild zusammengefasst. Von den wenigen räumlichen Leitbildern fur die gesamtstädtische Entwicklung Wiens sollen zur Erklärung der derzeitigen Stadtgestaltdiestadtentwicklungspläneig84undigg4kurzumrissen werden: IN lvlit beiden Stadtentwicklungsplänen wird das Stadtmodell der Siedlungsachsenverfolgt. DasraumlicheLeitbildsiehtdieStadterweiterung im fu(tlaufigen Einzugsbereich entlang von leistungsfahigen ÖV-Linien (U-Bahn, S-Bahn und Stra(5enbahn) vor. Der STEP 84 griff damit das bereits igzo in Hamburg entwickelte, auf der Bandstadtidee basierende, sternförmige Entwicklungsmodell auf. Aufgrund der Probleme mit dem starken Anstieg des motorisierten individualverkehrs(MIV) und der fläehigen Stadterweiterung setzte in den Sechzigerund Siebzigerjahren eine Renaissance der Bandstadtidee ein. EN Um den kompakten Stadtkörper herum sollte der in Ansätzen bereits bestehende Grungurtel iggS (Teile des Wienerwaldes, Prater, Lobau ... ) durch Ankauf und Ausgestaltung sichergestellt werden; von ihm waren weit ins Stadtinnere reichende Grünkeile (Prater, Heuberggstattn, Donaufeld . . . ) und Grunverbindungen vorgesehen. Kaum eine andere Gro((stadt hat wie Wien einen nahezu fünfzigprozentigen Grünanteil am Stadtgebiet(gesichert durch den Grüngürteligg5; die Donauinsel mit 4o km Badestrand im zentralen Bereich ist z B. in S U-Bahn-Minuten vom Zentrum erreichbar). (w Kap. IV. S Grunund Freiraum) w DashierarchischabgestufteGeschäftstra(sen-undzentrensystem mit der City und den zS I-lauptgeschäftsund ca. Eoo Nebengeschäftsstra(ten, das sich in der Gründerzeit entwickelt hatte, wurde durch einen Ring von S-6 (neuen) Hauptzentren am Rand der dicht bebauten Stadt ergänzt. Unterstützt werden sollte diese Entwicklung durch den in den 7oer-Jahren begonnenen U-Bahn-Bau, der radial auf die City ausgerichtet war und an dessen Endpunkten durch das Umsteigen auf die regionalen und flächenbedienenden öffentlichen Verkehrslinien die nötige Passanten frequenz für den Handel zustande kommen sollte. Mit der Anlagerung von Dienstleistungen sollte die fur Stadtzentren typische Mischung von Büros, Fachgeschäften und öffentlichem Raum entstehen Dieses polyzentrische Modell sollte im Sinne der „Stadt der kurzen Wege" eine MIV-unabhängige, krisensicherere und nachhaltigere Stadtentwicklung ermog lichen. (w Kap IV 4 Wirtschaft und Arbeit) i» Das Modell der regionalen, polyzentrischen Siedlungsentwicklung wurde auch für die Lander Niederösterreich und Burgenland von der Planungsgemeinschaft OST (PGO) weiterverfolgt und mundete im Beschluss des Siedlungspolitischen Konzeptes Ostreg ion g4. (w Kap. IVn Regionale Entwickungskanzeptianen und Strategien) Dle Stadt heute .. . t» Bis heute besteht (unter den wechselhaften Vorzeichen der Bevölkerungsentwicklung) die Vorstellung einer kompakten Stadtentwicklung, dieentlang hochrangigeroffentlicherVerkehrsmittel geschehen soll. Allerdings ist die Stadt auch ringförmig weitergewachsen. Zur Realisierung des Grüngurtels 53 STER OS E HI. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN STADTSTRUKTUR Abb ie Pulyzentrische Studtstruktur j~;Fj~!glS muss daher das Umland in diese Uberlegung der bis in die Region reichenden Landschaftsräume einbezogen werden. Das Konzept der dezentralen Konzentration als Modell der Siedlungsentwicklung soll weiterhin verfolgt werden. Dieses muss auf die regionalen und uberregionalen Entwicklungsoptionen (Flughafen, thematische Produktionsspezialisierung der Region „Automotive Cluster", gemeinsame Landschaftsräumeetc. )ausgerichtetwerdenund auf die Wettbewerbsfähigkeit im Sinne bereitgehaltener Wirtschaftsstandorte, fur die eine uberregionale Nachfrage besteht, abgestimmt sein. Ausderjüngeren Geschichte istes erklärlich, dass diehöherrangigenVerkehrsverbindungenwieEisenbahn und Autobahnen bzw. Bundesstragen lange Zeit (Eiserner Vorhang im Osten) auf den Westenund Sudenausgerichtetwaren. DieseOrientierung spiegelte sich auch in den Nutzungsschwerpunkten der Stadt wider. Im Nordosten (nur durch 5 die Donau querende Brucken im motorisierten Individualverkehr mit dem alteren Stadtkörper verbunden) sollte durch die bewusste Lokalisierung der UND-City und in weiterer Folgeder Donau-CityeinneuerAnknüpfungspunkt für eine Stadtentwicklung jenseits der Donau initiiert werden. Im Südosten, wo aufgrund der vorherrschenden Westwetterlage die Hauptemittenten von Luftschadstoffenangesiedeltwurden(Kläranlage, Entsorgungsbetriebe Simmenng, Schlachthof, kalonsche Kraftwerke .. . ), sollte durch die bewusste Ausrichtung auf die Flughafenachse und durch standortverbessernde Projektentwicklung eine gezielte Aufwertung erfolgen. D. Durch die Ostöffnung und die EU-Erweiterung ist die geopolitische Situation grundlegend verändert, was eine Ausrichtung der Verkehrssysteme wie auch der baulichen Entwicklung nach sich zieht: Der Nordosten und der Sudosten werden durch den hochrangigen Infrastrukturausbau massiv aufgewertet(Uz Nord, Ui Süd, Stragennng Si, Flughafenschnellbahn ... ): Donau-City-Erweiterung, Kagran West, Floridsdorf Ost, Flugfeld Aspern, Brachmühle, Gewerbepark Stadlau und Kagran, Zentrum Kagran, Erdberger Mais-„maiswien", Eurogate . .. E r U Ja m hre d n ie za w hl i r r e ts ic c h haftliche Kompetenz und Weltoffenheit zu signalisieren, wurden in den199oeHochhausproiekte realisiert; die Standorteignung onentiert sich (mit wenigen Ausnahmen) zumeist an Stationen und Kreuzungspunkten des hochrangigen offentli ehen Verkehrs (U-Bahn, S-Bahn). D. Insgesamt besteht aber immer noch der Eindruck einer grunderzeitlich gepragten Stadt mit vielen integrierten modernen Elementen, wie beispielsweise dem „Hochhaushugel" um die Donauund Uno-City, dem Millenniums-Tower als Einzelelement, dem Wienerberg als Hochhaus-Cluster. .. Trotzdem ist Wien eine Stadt mit einem hohen Grünanteil. Die grojjen Parks, die Wälder rund um Wien, die landwirtschaftlich genutzten Gebiete Wiens und der Donauraum prägen bis zum heutigen Tag den Charakter der Stadt und ihre räumliche Entwicklung und sind vorwiegend das Resultat von historischen Entscheidungen: DieWiesenundWälderdesWienerwaldes begrenzen seit ihrer Erklarung zum Waldund Wiesengürtel 1905 bis heute wirksam die Siedlungstätigkeit. Im Suden ist der Grüngürtel schmäler und stärker unterbrochen. Roter Berg, Schönbrunn, Wienerberg, Laaerberg, Goldberg, Johannesberg sowie die landwirtschaftlich genutzten Flachen des Wiener BeckenssinddeutlichwahrnehmbareGrünraume, zwischen denen sich ln frastrukturlinien und Siedlungs- 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN STADTSTRUKTUR streifen entwickelt haben. Zentralfriedhof, Prater, Donauinsel, die rechtsufrigen Donauauen (Blaues Wasser) und Nationalpark Donau-Auen sind groSe — teilweise gestaltete — Grünräume. Im Nordosten dominiert die Ebene des Marchfeldes mit der weiten Agrarlandschaft. Im Norden prägen der Bisamberg, die Wienrieden und der Rendezvousberg den Stadtrand. Das zo km lange Band der Donau — erstmals s8Z6 begradigt und TBBo durch die Schaffung von Donauinsel und Neuer Donau wichtigstes Naherholungsgebiet der Stadtintegriert nicht nur die Donau und die Bezirke am anderen Donauufer ins Stadtgefüge, sondern erzeugte eine besondere Begunstigung der Standorte Donau-City und Handelskai. Dieehemaligen kaiserlichenParkanlagen(Schönbrunn, BurggartenundVolksgarten) bilden mit den groSen Parkanlagen, die nach der Schlei fung der Stadtbefestigung im Zuge der Ringstra f5enbebauung entstanden waren, einen grünen, repräsentativen Akzent um die City. Vergleichbare Akzente setzten auch der Donaupark raumdeponie) (entstanden aus der WIG 64 am Standort einer ehemaligen Abund die WIG Z4, am Standort Goldberg — Kurpark Oberlaa. Künftig sollen das Lange Feld und die Deponie Rautenweg in ähnlicher Weise als „neue Landschaften" fur die Bevolkerung von Floridsdorf und Donaustadt zur Verfügung stehen. Stadtstrukturen Ein urbaner Ballungsraum wie Wien kann als Patchwork unterschiedlicher Stadtstruktursysteme beschrieben werden, welche oft überextremunterschiedliche Systemeigenschaften, Stärken und Schwächen verfugen. Vor allem die unterschiedlichen historischen Epochen der Stadterweiterungen haben ihre Spuren in der Stadtstruktur deutlich hinterlassen, aber auch topografische und regionale Charakteristika bedingen neben den vorherrschenden Nutzungen unterschiedliche Stadttypologien. Diese Vielfalt wird in erster Linie uber die Charakteristika der jeweiligen Bebauung deutlich. Wenigerauffallig, aber dafur nachhaltiger und langfristiger manifestieren sich die unterschiedlichen Qualitaten in der Stadtstruktur. Beispielsweise istder Bereich zwischen Hohem Markt und Graben, trotz der groSteils spätgründerzeitlichen Bausubstanz weiterhin durch die StraSen-, Block-und Bau platzstruktur des Mittelalters geprägt und unterscheidet sich dadurch hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen deutlich von Stadtstrukturen, die in der Gründerzeit neu angelegt wurden und über ahnliche Bausubstanz verfugen. Die spezifischen Charakteristika, die Stärken und Schwächen unterschiedlicher Stadthereiche lassen sich demnach als Kombination der Qualitäten sowohl der Bausubstanz als auch der Stadtstruktur verstehen. Eine wesentliche Aufgabe einer effizienten Stadtentwicklungsplanung für die Zukunft wird es sein, die Starken, Schwächen und Entwicklungspotenziale der unterschiedlichen Stadtsysteme wahrzunehmen und im Sinne des instruments„stadtentwicklungsplan" deren jeweils spezifische Limnutzungs-undveränderungspotenziale, aber auch das Bewahrungsund Schutzinteresse zu berücksichtigen. Stadtkern Der Kern der Inneren Stadt ist bis heute von mittelalterlichen (teilweise sogar spätantiken)StraSenzügenund Bauplatzkonfigurationenstrukturiert, welche auch die vielfach deutlich jüngere Gebäudesubstanz prägen. Vor allem im Be6 Stddtkern FS STEP OS SS STEP OS D k Varstadt k Altar Ortskera In. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN STADTSTRUKTUR reich von Freyung und Naglergasse-Herrengasse sowie um den Stephansplatz(Blutgassenwertel, Weihburg viertel, Bäckerstraäe) und um die Ruprechtskirche stammt auch ein großer Teil des aktuellen Gebäudebestandes aus vorg rund erzeitl ich en Epochen (Mittelalters Barock sowie Klassizismus). Diese Ensembles sind gemeinsam mit den Reprasentationsund Sakralbauten, ebenso wie die gewachsene Stadtstruktur, in welche sie eingebettet sind, wesentliche Träger derweltweit bekannten Identität und Unverwechselbarl&eitWiens. Diese Struktur besitzt durch ihre Kleinteiligkeit und ihre Komplexitat, welche innerhalb einer schematischen Rasterstruktur Ausnahmen und Abweichungen zur Regel macht, einen gro)Len Erlebnisreichtum und eine besondere Aufenthaltsund Bewegungsqualität. Dadurch kommt vor allem dem vorgründerzeitlichen Teil der Innenstadt neben seiner Funktion als Tourismusmagnet und Freizeit/Gastronomiestandort auch eine grojte Bedeutung als Geschafts-, Bü round Repräsentationsstand wicklung — Die City) ort zu. (w Kap. VZielgebiete der Wiener StadtentVorstädte Die ehemaligen Vorstädte Heumuhlviertel, Spittelberg, Ulrichsberg, Florianiviertel, Servitenviertel, Karmeliterviertel etc. umspannen in engem Bogen die zer-Linie und die linke Donaukanalkante. Teilweise noch erhaltene biedermeierlicheBausubstanz mit meistdreigeschoäigen, geschlossenenGassenfronten ist kleinteilig durchmi seht mit grü nderzeitli ehen Gebäuden, barocken Vorstadthausern und Palais sowie Bauluckenverbauungen unterschiedlicher Epochen des zo. Jahrhunderts. Die Stra(tenstruktur ist in der Regel „grobmaschiger und orthogonaler" als im Stadtkern, die lang gestreckten Blocke sind zu den radialen Ausfallsstraäen meist quer gestellt. In Verbindung mit den schmalen Strajten, der kleinteiligen Parzellierung sowie der Ma)5stäblichkeit der biedermeierlichen Bausubstanz vermitteln diese Bereiche eine intime Urbanitat mit hoher Lebensqualitat. Dementsprechend zählen die Vorstadte vor allem für Freizeit und Gastronomieanbieter, kleine Buround Dienstleistungsunternehmen, aber auch als Wohngebiet und Geschäftsstandort zu den gefragtesten Adressen der Stadt. Alte Ortskerne Die ländlichen Dörfer am Stadtrand Wiens weisen ebenso wie die zuvor beschriebenen Stadtbereiche großteils vorgrunderzeitliche Strukturen auf, welche allerdings im Unterschied zu Stadtkern und Vorstädten dörflich und landwirtschaftlich geprägt sind. Trotz heute oftmals anderer Nutzung ist der landliche Charakter dieser Stadtteile weiterhin spurbar, wofür neben der erhaltenen Bausubstanz vor allem die „gewachsenen" Strukturen, die Kleinteiligkeit und die einheitlich geschlossenen stra(senfronten der niedrigen Bebauung verantwortlich sind. DiealtenOrtskerneerweiterndasvielseitigeSpektrumderWienerStadtstrukturen und -milieus um ein besonders reizvolles und für Groästädte untypisches und unerwartetes Element, wodurch sie wesentlichen Anteil an der Wiener Identität haben Darüber hinaus bilden sie aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung und ihrerjewei ligen Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeitdiewichtigsten identifikationszentren und Orientierungspunkte innerhalb des peripheren Stadtgefüges. Teilweise konnten die alten Ortskerne auch ihre Funktion als Zentrum der Versorgung gegen die wachsende Konkurrenz der verkehrstech- iii. AUSGANGSLAGE UND HERAUSPDRDERUNGEN STADTSTRUKTUR 4 STEP OS nisch bevorzugten Einkaufszentren behaupten. Als Freizeitund Gastronomiezentren bilden sie, ebenso wie fur den internationalen Städtetounsmus, einen der wichtigsten Anziehungspunkte neben dem historischen Stadtkern. Wesentlichen Anteil an der besonderen Ausstrahlung hat aber auch die weitere Existenz der landwirtschaftlichen Nutzung, welche dem zunehmenden Druck intensiver Wohnnutzung gegenübersteht. Dementsprechend wird auch dem Bestand und der Weiterentwicklung der alten Ortskerne gro(ge Aufmerksamkeit zu schenken sein. (w Kap. V Zielgebiete, Kap IV. S 3 Landscha Jtsrä urne der Stadtregi on) Gründerzeitliche Blockrandbebauung Wahrscheinlich das prägendste und identitätsbildende Element der Wiener Stadtgestalt sind die g ro(tflächigen Grund erzeitviertel, welche ohne 8ruchlinien altere Siedlungskerne (Vorstädte und alte Ortskerne) integrieren. Im Unterschied zu den strukturen der vorstädte und des stadtkernes folgen die straften und Baublöcke der Grunderzeiteinem strikt orthogonalen Raster wodurch eine hohe Ausnutzbarkeit, aber auch welseitige Nutzungsmöglichkeiten der Bauplätze gegeben sind. Die Kleinteiligkeit der Parzellenstruktur ermoglicht eine objektweise Austauschbarkeit, wodurch die schrittweise Erneuerung des Gebaudebestandes leicht moglich ist. Die Vorteile der gründerzeitlichen Bausubstanz liegen in der Grundrissstruktur, der Tragwerksstruktur, den Raumhöhen und den verwendeten Materialien, die höchstmögliche Flexibilität und Offenheit in der Nutzung bieten. Vor allem die Raumhohe der Erdgescho(tzone und Niveaugleichheit mit dem angrenzenden Stra(kenraum ermöglichen gro(ken Nutzungsspielraum für Handel, Handwerk, Gastronomie, Wohnen, Dienstleistung etc. Nachteile des grunderzeitlichen Gebäudebestandes sind die meist hohen Dichten und die damit oft verbundene schlechte Belichtung sowie der Mangel an (halb-)privaten Grunund Freiflächen. Die großzügig dimensionierten öffentlichen Straftenräume werden heute fast vollständig fur den motorisierten Individualverkehr genutzt, wodurch auch ein gro fies Defizit an nutzbaren öffentlichen Freiflächen und Aufenthaltsbereichen entstand. DerBestandanGebauden, aninnenhöfen, offentlichen RäumenundStra(genachsen prägt Wien sowohl in kultureller als auch in sozialer Hinsicht. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde an dieser Grundstruktur nichts Entscheidendes verändert, auch die Gemeindebauten des „Roten Wien" fugten sich meist in den gründerzeitlichen Raster ein. Der Wiederaufbau beschränkte sich weit gehend auf eine Wiederherstellung der Gründerzeitstrukturen im dicht bebauten Gebiet, wenn aucheherausökonomischenalsaus kulturellenMotiven-die breit angewandte Praxis, Gründerzeitfassaden abzuschlagen, um glatte Gebäudeoberflächen zu erreichen, ist ein deutliches Zeichen für die damals geringe Wertschatzung für diese Architektur. Auch wenn Wien die Stadtsanierungsstrategie anderer europaischer Stadte, die in flächenhaftem Abriss und Neubau bestand, nicht geteilt hat und hier die Idee der „sanften Stadterneuerung" vergleichsweise früh, Anfang dersgyoer-)ahre, entstanden war, so brauchte es doch einige Jahrzehnte, bis man sich ober die Qualität der Architektur und des Stadtebaus des ig. Jahrhunderts weit gehend einig war. (Siehe auch Kap. IV. 3 Wohnen, Kap. IK 4 Wirtschaft und Arbeit) Die g ründe rzeitlichen Gottageviertel und Sommerfrischenvillen folgen den Wienerwaldtälern des 13. , 14. , 16, 17. , 18. , 19. und z3. Bezirkes Westlich der Vorortelinie bilden sie einen breiten Siedlungssaum, dereng verzahnt mit den k Grunaerzettllche Blockrandbebauung k Grunderzeithches Cottagevicrtel STER 05 ~ 3 A/~ /g Gememdebau der Zwischenkriegszeit 6 GebaudederZwischenknegszeit, Zeilenbebauung k Zeilenund Plattenbauten x l x. A Grafssiedlungen der igzoer)ahre AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN S TA D T S T R U K T U R alten Weinhauerdorfern, spater eingelagerten Einfamilienhaussiedlungen und KleingartensowiedemunbebautenLandschaftsraum-dieTerrassenlandschaft des Wienerwaldes bis heute als bevorzugte Wohnstandorte prägt. Strukturen der aufgelockerten Stadt Der aufgelockerten Stadt fehlt das dreidimensionale Ordnungsmuster und damit die Dberschaubarkeit und Lesbarkeit dergrunderzeitlichen Stadt, sie ist vielmehr ein Patchworksystem aus individualisierter Architektur mit räumliche D r ie Spezialisierung und funktioneller Trennung, welche sich über die unterschiedlichen zeitlichen Entwicklungsschube in den Landschaftsraum eingelagert hat: Die Siedlungsanfange reichen in die zoer Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück und sind eng verbunden mit der damaligen sozialen, ideologischen und gesellschaftlichen Neuorientierung (Erwerbssiedlungen, Kleingartenanlagen„, wilde" Siedlungen, Gartenstadte„, Superblocks" etc ). „gegliederte Stadt" hatte ihren Beginn bereits in der Grund erzeit, als Funktionsbauten in Pavillonbauweise mit lockeren Bebauungsformen, grosszugig ausgestalteten Grünund Freiflächen (Pflegeheim Lainz, Baumgartner Höhe; Arsenal, Breitenseer Kasernen etc. ) und einer hohen gestalterischen Qualität eine in der Folge richtungsweisende städtebauliche Neukonzeption darstellten. Bereits inderZwischenkriegszeitwarderTypusder„Superblocks" (Karl-MarxHof, Hugo-Breitner-Hof, Friedrich-Engels-Hof, Sandleiten, George-WashingtonHof etc. ) entstanden, welcher ansatzweise noch die Systemeigenschaften der grunderzeitlichen Stadt(Blockrandbebauung, teilweise flexible ErdgeschoSnutzungen) — bei nun jedoch hohem Grünflächenanteil im Blockinnenbereich und ausreichender Besonnung der Wohnungen -aufweist. Der Typus der Gartenstadt (bzw. die Erwerbssiedlungen) aus den igzoerund sggoer-Jahren verfolgte eine neue Siedlungsform, welche der Bevölkerung leistbare, hochwertige und gesunde Wohnmoglichkeiten bieten sollte. Die Gartenstadtidee konnte sich zwar stadträumlich nur punktuell durchsetzen, doch verfugen die wenigen Beispiele in Wien (Siedlung Kriegerheimstätten, Siedlung Hermeswiese bzw. Siedlung „Lockerwiese", Freihofsiedlung etc ), ebenso wie der damals einsetzende, experimentelle Siedlungsbau (Werkbundsiedlung), uber einen nach wie vor international beachteten und beispielhaften, städtebaulichen Stellenwert. Die zwingende Behebung der quantitativen Wohnungsnot leitete schlie(Llieh Ende der igSoer-Jahre die erste, groge Stadterweiterungsphase nach dem Konzept der „gegliederten und aufgelockerten Stadt" (Roland Rainer) ein. Die vier-bissechsgescho(Sige, lockereZeilenbebauung mitgro(Szügigenundbegrünten Abstandsflachen und einer ausreichenden Belichtung der Wohnund Aufenthaltsräume war letztlich auch — ebenso wie der kommunale Wohnbau der Zwischenkriegszeit — die Antwort auf die untrag baren Wohnverhältnisse der Gründerzeit. Neue Bauweisen (Camp ussystem Platte nbauweise) ermöglichten senproduktion von leistbarem Wohnraum: Ab Ende der igöoer-Jahren die Masentstanden sodieCroäsiedlungen(Crofgfeldsiedlung, Mitterhofergasse, Rennbahnweg, Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost, Am Schöpfwerk, Wohnpark Alterlaa etc. ), welche über neue Bebauungsformen (Hochhäuser, Rasterbebauung, Mischformen aus Gescho(Swohnbau und verdichtetem Flachbau etc. ) der anhaltenden Nachfrage nach di fferenziertem Wohnraum entsprechen sollten Systemschwächen wie der Mangel an Arbeitsplätzen im Wohneinzugsbereich, fehlende InSB ul. AUSGANGELAGE UND HERAUSSOIIDE RUNGEN STADTSTRUKTU R &I STEP Os frastrukturangebote, geringe Netzdichten im öffentlichen Verkehr und damit der Zwang der Bevölkerung zur Automobilitat konnten jedoch erst uber eine er nachtragliche infrastrukturelle Verdichtung und den forcierten Ausbau öffentliCher VerkehrSmittel gemildert Werden (Ui, Urs, US etC. ). tess Mit der weit gehenden Abdeckung des quantitativen Wohnungsbedarfs in den IBZoer-Jahren wurde die Neubautatigkeit zugunsten der „sanften Stadterneuerung" zurückgenommen, der Verkehrswegeausbau wurde forciert und die zukür, ftige Stadtentwicklung sollte sich auf städtische Entwicklungsachsen nach dem J Hamburger Modell" mit guter in frastrukturausstattung im Einzugsbereich hochrangiger öffentlicher Verkehrslinien konzentrieren (STEP I989). Endeders98oer JahreerforderteeineneuerlicheZuwanderungswelleeinforc i Wohnbau p rog ramm der Stadt Wien. Der expe hm en teile Wo hn bau nach okologischen und umwelttechnischen Standards brachte differenzierte Wohnungstypen (split level, Maisonetten) mit ausreichenden Versorgungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen; Nahversorgung), neuen Organisationsformen (die autofreie Mustersiedlung, die frauengerechte Stadt etc ) hervor, welchebei hoher Versorgungsqualität — den immer individuelleren Ansprüchen der Bewohner an ihr Lebensumfeld entsprechen sollten. Die Sonderformen der stark durchgrunten, locker bebauten Einfamilienhaussiedlungen zeigen eine disperse Streuung, welche nach Verfugharkeit des Bodens („ wilde" Siedlungen, privater Kleinhausbau) entstanden sind Sie führen jedoch zu einer erheblichen Zersiedelung der Landschaft und hohem Flachenverbrauch Kleingartenanlagen, ursprünglich zur Selbstversorgung der Bevölkerung gedacht, erfuhren mit der Umnutzung zu ganzjährigem Wohnen einen hohen Bedeutungsgewinn als bevorzugte Wohnstandorte. Gemeinsam mit der Siedlungsform des Einfamilienhauses decken sie einen besonderen Bedarf der Bevolkerung nach dem Eigenheim im Grünen am Rande der Stadt ab. (w Kap. JV ) Wohnen) k Stadrertueiterung der 199oer-jahre k Einfamihenhausgehier k Klemgartensiedlung k Badereichsiedlung STEP OS tu ul. AUEGANGELAGE UND HEi&AUEPDRDERUNGEN STADTSTRURTUR 'D j+4&tm i, GPD Gewerbegebiet Burozentrum m Blackrandbebauung im Vergleich zu grunderzei tlicher Blackrandbebauung k HGChhauser mnerhalb der Blackstruktur h Wienerberg Flächen für betNiebliche Nutzung Mit einer gezielten Betriebsansiedlung im Einzug sbere ich der neu entstandenenWohnsiedlungenkonntederunmittelbareArbeitsplatzmangelgemildert werden. Auch hier sind zeitlich unterschiedliche Entwicklungsschube zu beobachten: In einer ersten Besiedelungswelle etwa ab Mitte der Boer-Jahre des vorigen Jahrhunderts setzte die betrieb li ehe Aufschließung des südlichen (Liesing, Erdberger Mais südlich Ostbahn) und des nordöstlichen Stadtgebietes (Floridsdorf, Stadlau), meist in Form von Neuanlagen innerhalb traditioneller industrieund Betriebsbaugebiete, später im Rahmen eines eigens geschaffenen Betriebsaufschliefgungsprogrammes der Stadt Wien, ein. Etwa ab den igBoerJahren entstanden planmä(kig aufgeschlossene und angelegte, dienstleistungsund produktionsorientierte Gewerbeparks in unmittelbaremVerbandmitdenneuerrichtetenWohnsiedlungen, welchediesteigende Nachfrage der Wirtschaft nach ausreichenden Flächen mit hoher Verkehrsgunst erfullen sollten. Neue, meist internationale Nachfragestrukturen und globale, strategische Portfolios fuhrten im letzten Dezennium zur forcierten und gegenwärtig noch anhaltenden Entwicklung des Büromarktes in Wien: Es entstanden moderne Business-und Bürozentrenmiteingelagerten, zentralen NutzungenundWohnbebauung, welche über eine breite Konzentration von komplementären und innovativen Nutzungen hoch qualifizierte Arbeitsplätze anbieten und nicht unwesentlich zur Entwicklung eines neuen Bebauungstypus — des Hochhauses bzw. Hochhausclusters — beigetragen haben Siedlungsmorphologisch lassen sich anhand internationaler Beispiele drei Ausprägungen dieses Typus feststellen: Das Einzelhachhaus im Park als punktueller Baukörper innerhalb einer weitläufigen Parkbzw. Frei fläche (Plaza). Von dieser Bebauungs form sind die PlanerderbetroffenenstadteaufgrundnegativerErfahrungen(isolierter stadtfremder Baukörper, die Freiflachen wurden kaum genutzt, Unterbrechung der urbanen Sequenzen und Raumerlebnisse etc ) bereits abgerückt. In Wien finden sich wenige Beispiele dafür-z B. Florido Tower in Floridsdorf. IN Das Hachhaus als Blackrandbebauung meist auf verfügbaren, grö(keren Blockflächen bzw. Baulücken. Dem Vorteil einer flachensparenden Bauweise mit hohen Nutzflachengewinnen stehen der Nachteil einer oft auffälligen Höhend i fferenz zu der angrenzenden Bebauung und teilweise stadtol&o log isehe Probleme(Beschattung, Windturbulenzen etc ) gegenüber. Im Hohenbild der Stadt sind sie als singuläre Merkpunkte unterschiedlich sichtbar Beispiele in Wien sind etwa der Millennium-Tower im zo. Bezirk oder das UniqaHochhaus am Donaul&anal w Hachhausgruppen bzw -cluster sind die für diesen Stadttypus in Wien häufigste Bebauungsform Aufgrund des hohen Flachenbedarfs sind Hochhausgruppen meist nur auf gro(kräumige Reserveflachen der Stadt beschränkt (Donau-City, Wienerberg-City, Bahnhofsareale etc. ), ihr Erscheinungsbild vermag den Hohenaufbau der Stadt merklich und einschneidend zu verändern (Skyline). In Zukunft werden viel mehr „Gebaude auf Zeit", namlich die neuen, rasch amortisierten, grofken Glas-, Stahl-, Aluminiumkonstruktionen spektakulare Einzelob)ekte („Landmarks") bilden oder aufgrund ihrer Grö(ke auch in der Stadtstruktur auffallen („large scale development"„, land-scaping"). (w Kap. IV, d Wirtschaft und Arbeit) Q Bo iii. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN STADTSTRUKTUR ~. a Stadtgestaltung AucN Die VorESTELLUNOEEE daruber, wie die Stadt aussehen soll (Idealund Leitbilder), beeinflussen die bauliche Entwicklung und Stadtgestalt(ung). Zentrale Kategorie im Hinblick auf die Stadtgestalt ist die architektonische und städtebauliche Qualität. In den vergangenen Jahren wurden viele Initiativen gestartet, um sicherzustellen, dass die Stadt als Kristallisationskern fur die identifizierung ihrer Bewohnerlnnen erhalten bleibt und auch weiterhin als Ganzes eine starke Identität besitzt. STEP OS Stadtpanorama von Suden V Stadtbi Jd — Silhouette An dem Bild, das man beim Betrachten Wiens aus gro((er Ferne wahrnimmt, der Stadtsilhouette oder dem Stadtpanorama, änderte sich in den vergangenen zehn Jahren einiges, allerdings konzentriert an wenigen Punkten Wenn man etwavon einemtopografischhochgelegenenAussichtspunkt(Kahlenberg, Leopoldsberg, Donauturm) über die Stadt blickt, ist vieles noch wie gewohnt, doch im Stadtgefüge gibt es einige Punkte, an denen Hochhausgruppen aus dem Umfeld herausragen. Das sind insbesondere der Wienerberg mit TwinTower unddenneuenWohnhochhausernundandererseitsdieHochhäuserentlangder Donau, beginnend mit Millennium-Tower und Florido-Tower und sich fortsetzend mit der Donau-City und dem Wohnpark Alte Donau Die Hochhauser an der Wagramer Straile, die Kennzeichnung der Ui-Achse, die Verklammerung des Stadtzentrums mit den Gebieten nordlich der Donau-diese Hochhaus-Cluster besitzen eine besonders deutliche Fernwirkung entlang der wichtigen Stadteinfahrten vom Süden, Norden und Osten, die die Stadt schon von Weitem spurbar macht. Von gro((er Bedeutung sind auch die Stadtpanoramen und -silhouetten von Türmen, hohen Bauten und Flussu fern aus gesehen. Auch hier rücken an mancher Stelle Hochhäuser ins Blickfeld, vor allem solche, die aufgrund ihrer geringeren Hdhe von Ferne kaum herausstechen, etwa die Bebauung entlang des Donaukanals, beginnend mit der Muthgasse, eine innerstädtische Verdichtung bildend rund um die Neubauten Media-Tower und Uniqa-Tower, und sich in einigen Jahren fortsetzend im Entwicklungsgebiet Erdberg. Ein wichtiges Bild aus der „zentrumsnahen Vogelperspektive" ist die Dachlandschaft, weit gehend bestimmt von der gründerzeitlichen Bebauung, der Wiener Topografie folgend und Areale zeigend, die man sonst, von den Stra((en aus, kaum jemals sehen kann Von hier oben sieht man auch die Resultate Sradrpanaroma von Norden STER OS D. iii. AusuANDSI ADE uND HERAUSEDRDERUNDEN STADTSTRUKTUR SCHUTZZONEN Abb iS Sehutzzunen Quelle. Fidchenwidmung 2004, MA zi eines relativ neuen Phanomens, des Dachausbaus, der als Wohn form immer beliebter wird. Dachausbauten sind Veränderungen in einer manchmal sehr sensiblen Zone des Stadtbildes, der Ebene uber den Gesimsen, weshalb die Gestaltung und Dimensionierung dieser Bauform von groJLer Bedeutung ist. Bewegungslinien EinweitererwesentlicherAspektderStadtgestalt sind die groJLen Bewegungslinien, von denen aus Teile der Stadt für Fahrende sichtbar werden. ParadigmatischdafürstehtOttoWagnersStadtbahntrasse entlang des Gurte ls, die durch ihr Au f und Ab zwischenWieneiwaldterrassenund Bachtälerneindeutliches Bild von der Wiener Topografie erzeugt. Auch das Erscheinungsbild des Wientals durch seine lineare Fuhrung ist Bestandteil dieser Bewegungslinien. Im Laufe der Zeit sind viele neue wichtige Verkehrsbänder dazugekommen, von denen aus die Stadt wahrgenommen wird. Dies beginnt bei den grollen Stadteinfahrten, geht über wichtige interne Verbindungen wie die Südosttangente und reicht bis zu den U-Bahn-Linien und Bahnstrecken. Gerade der Wechsel zwischen Dynamik und Verweilen, Fortbewegung und Ruhe trägt entscheidend zur Wahrnehmungsvielfalt und damit zu komplexen Stadtbilde bei. Deren gestalter ischeAusformung ist fur das Image einer Stadt bedeutend — der stadtebauliche MaJJstab, die architektonische Gestaltung und die Ausformungdesöffentlichen Raumessowiedieverträgliche Dimensionierung der Werbemittel. Dazu ist eine stand igeAuseinandersetzung mit dieser Thematik notwendig. Stadterneuerung — Schutzbestimmungen Um die Erhaltung des charaktenstischen Stadtbildes im Sinne des Ensembles mit seinen natürlichen Gegebenheiten, seiner historischen Struktur, seiner prägenden Bausubstanz und der Vielfalt der Funktionen zu sichern, braucht es Schutzinstrumente, die über den vom Bund verwalteten Denkmalschutz hinausgehen. Aus diesem Grunde führte man in Wien die so genannten „Schutzzonen" ein. Bis heutewurdenetwa22OSchutzzonenmit23. Soo Häusern festgelegt, das sind ungefahr neun Prozent der Bausubstanz Wiens. (w Kdp. IV. 6. 2 Leitbild der baulichen Entwicklung Wiensj Nachdem es Schutzzonen bereits seit 2gzz gibt, begannmitdemletztenstadtentwicklungsplanigg4 eine Neuonentierung-eineneueoperativezugangsform wurde entwickelt. Mit dem „neuen Schutzzonenmodell für Wien" sollte u a. eine nachvollziehbare Ausweisung von Schutzzonen sowie eine Objektivierung der Bewertung und Beurteilung der Objekte innerhalb der Schutzzonen gewahrlei stet werden. Bis zum Jahr zoo4 wurden in etwa BS. ooo Objekte in Wien inventarisiert. Generelle informationen dazu können im Kulturgüterkataster über internetabgerufenwerden. Mithilfedieserlnformationen konnten bestehende Schutzzonenabgrenzungenabgeändert, ergänzt, reduziertundneueSchutzzonen ausgewiesen werden. In Teilberei ehen wird es auch in Zukunft notwendig sein, Nachjustierungen vorzunehmen. Diese Datenbank stellt auch eine wesentliche Unterstützung bei Entscheidungen in der Beurteilung von Bauverfahren dar. Weltkulturerbe Als weiteren Schritt in Richtung Erhaltung bestehender Strukturen kann man die Auszeichnung der historischen Wiener Innenstadt im Sinne der Weltkulturerbe-Konvention der UNESCO sehen, die 2003 abgeschlossen wurde. Dieser Schritt hatte keine unmittelbaren rechtlichen Folgen, die Stadt Wien reagierte jedoch mit einer bestandsorientierten Abänderung der Bebauungspläne im Weltkulturerbe, um so den Zielen der Konvention besser entsprechen zu können. Zwar ist der Schutz des kulturellen Erbes an erste Stelle zu sehen, die sinnvolle Einbindung in einen lebendigen Stadtorgan ismus hat aber 62 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN STADTSTRUKTUR Nt STEr OS ebenso ihren Stellenwert. Wien soll eine ausbalancierte Stadt bleibenModernität und Tradition sollen in keinem Widerspruch stehen. In einem von der StadtWien erstellten Managementplansindweitere Veranlassungen und Vorgangsweisen im Umgang mit dem Weltkulturerbe ausgewiesen. (m Kap. IV. ö. z Leitbild der baulichen Entwicklung Wiens) Öffentlicher Raum Straj(en und Platze erfullen eine wichtige integrative und kommunikative Aufgabe im städtischen Leben. Auch d er Stra ((enraum ist ei n wichti ger Lebensraum. In diesem Sinne wurde Mitte der zoer jahre die Kärntner Stra(te als erster Strajkenraum in eine FUI3gangerzone umgestaltet, damit wurde ein bislang den AutosvorbehaltenerStrajkenraumwiederzumtebensraum fur Menschen. Ausgehend von dieser damals heftig diskutierten Ivlajknahme, wurde der Bann gebrochen und dem Beispiel der Karntner Stral3e folgend entstanden immer mehr verkehrsfreie FU6gangerbereiche. IndenletztenzzjahrenwurdediesesThema inWien konsequentverfolgt. Daraus entstandenäzo realisierte Projekte mitca. S ioo. ooo m'Gesamtausma(3, A. SSo Baumpflanzungen, soS. ooo m' neuen Grünflächen sowie azo. ooo m'zusatzlichen Fu(Lgangerflächen Diese Veränderungen rücken den öffentlichen Raum immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und erfordern damit grundsätzliche stadtgestalterische Uberlegungen. Die Gestaltung freier Plätze erfordert eine Zusammen führung von Tradition und zeitgemä(ker Erneuerung. Dennoch bleiben auch Stadtmöblierung und Stadtdesign wesentliche Aspekte des öffentlichen Raumes. In Zukunft sollen durch innovatives Design ortsubliche Charakteristika hervorgehoben werden. Um urbane Identität zu garantieren, sollen„Orte der Begegnung" geschaffen werden und mithilfe zeitgemäjker Gestaltung Strafen, Plätze und Freiräume an die unterschiedlichen „sozialen" Bedürfnisseder Menschenangepasstwerden. (w Kap. IV. S Grünund Freiraum) Eine gestalterisch nicht unwesentliche Rolle im öffentlichen Raum spielt die a W we e s r t b a ung, die in verschiedenen Erscheinungsformen den Strajkenraum bzw. den öffentlichen Raum urbanisieren oder irritieren kann. Grundsatzlich besteht die stadtgestalterische Haltung darin, diese m bsgerecht in das Stadtbild einzufügen. Vorliegende Strategien eines sinnvollen Umgangs (Grö(ke, Ort) mit den verschieden Werbemitteln sollen in Zukunft den neuen Anforderungen entsprechend weiterentwickelt und nachjustiert werden. Grundsatzlich gilt bei Plakatwänden das Prinzip, die Gesamtzahl zu reduzieren und die vielen Werbeflachen durch hochwertigere Werbemittel zu ersetzen. O Aha. iö Gestaltung des öffentlichen Quelle ARTECArchitekten Raums STER 05 III. AUSGANGSEAGE UND HERAUSFORDERUNGEN INFRASTRUKTUR Nachhaltigkeit Eßektivitat Innovation Akzeptanz Kooperation Abb iz Grundsätza dbr Intelligenten Mubiiität Quelle Musrerplun l/erkebr wien 2003 D Masterplan Verkehr Wien zoos Mit dem Im November zoos vom Gemeinderat beschlossenen Masterplan Verkehr Wien zoos werden die prioritaten für die zukunftige wiener verkehrspolitik gesetzt. Der Masterplan geht „von emem umfassenden Mubilitatsverständnis aus, das auch die räumliche Anordnung von Nutzungen und die zeitliche Qrgantsatron von Aktivitäten mit ins Kalkul zreht", und ist damit eine wichtige Erganzung fur dIE Stadtentwicklungsplanung. D Klimaschutzprogramm — Klrp Wien — Verkehr Die Stadt Wien hat stch mit dem Klimaschutzprogramm zu emer SG-prozentigen Reduktion der Gesamtemission, bezogen auf das Jahr rggo, verpflichte&. In der Verursachergruppe Verkehr sollen die COEEmissionen bis zozo pro Kopf im Vergleich zu SOSZ um S N reduziert werden In frastrul&tur 4. T Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Leitbild Intelligente Mobllität MDBILITÄT IST DAS vERBINDENDE Element bei der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse wie Wohnen, Arbeiten, Erholen, soziale Kommunikation, kulturelle Entfaltung und damit auch die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung. Bessere Mobilitätschancensind abernichtausschließlichmiteiner Beschleunigung individueller Fortbewegung gleichzusetzen, vor allem dann nicht, wenn die Beschleunigung okologische, soziale und ökonomische Probleme nach sich zieht. Ebenso sind nicht jede Verkehrsart und nicht jedes Verkehrsmittel gleichermaßen geeignet für den Stadtverkehr. Neben den europäischen und nationalen Rahmenbedingungen (z. B Erweiterung der EU, Wegekostenrichtlinie, Verlanderung der Bundesstraßen B, internationaler Standortwettbewerb) bilden regionale und städtische Entwicklungen (z B anhaltende Suburbanisierung und Pendlerverkehr) neue I-lerausforderungen. Umweltpolitische und auch gesellschaftspolitischeVerpflichtungen wie das Klimaschutzprogramm oder die Berucksichtigung der Grundsätze des Gender Mainstreaming und die intensive Einbindung der Burgerlnnen in Planungsprozesse bilden das Spektrum, für welches es galt, neue umsetzbare strategien und Maßnahmen festzulegen. (w Kap. II. z Grundsätze und Prinzipien) Der Masterplan Verkehr (MPV o3) stützt sich auf ein Leitbild, welches die zahlreichen, den Zielen widersprechenden Trends und Konflikte zwischen Wirtschaftsund Raumordnungspolitik sowie Umweltund Verkehrspolitik wirksam bewältigen und damit Zielkonflikte auflosen soll. „Intelligente Mobilität „Gscheit unterwegs" IntelligenteMobilitätbasiertaufdemGrundsatzderEffektivität, d h. demzielgerichtetenund Kosten verursachergerechtberucksichtigenden Mitteleinsatzzur Erfüllung der Mobilitätsbedurfnisse. Intelligente Mobilität basiert auch auf den III. AUEGANGELAGE UNG FIERAUSFORoERUNGEN INFRAETRUKTUR STEP OS Grundsatzen Akzeptanz und Kooperation, d. h. die vorgesehenen Ma(tnahmen mussen vertrauensbildend kommuniziert und die Planungsqualität durch das Einbeziehen aller Partner gestärkt werden. Und schlie(tlich sind alle Ziele der Nachhaltigkeit, Effektivitat, Akzeptanz und Kooperation nur durch Innovationen bei Verfahren, Organisation, Betrieb, InfrastrukturundTechnikerreichbar Auch demSTEPosliegen diese Grundsatze und die daraus abgeleiteten Ziele sowie Handlungsschwerpunkte zugrunde. Aus dem Grundsatz der Nachhaltig keit leiten sich die Hauptziele Verkehrsvermeidung — durch eine mobilitätssparende Stadtund Raumentwicklungund Verkehrsverlagerung — vom motorisierten Individualverkehr hin zu den Verkehrsarten des Umweltverbundes (öffentlicher Verkehr, Radverkehr, Fu(ggängerlnnen) — ab. Bis 2020 soll der Anteil des motorisierten individualverkehrs(MIV) aufzS N aller Wege gesenkt werden, der Anteil des Radverkehrs möglichst rasch auf B N und der Anteil des öffentlichen Verkehrs (ÖV) von 34 N auf ao N gesteigert werden. Im stadtgrenzen überschreitendenVerkehr wirddieÄnderungderVerkehrsmittelaufteilungzwischen öffentlichemVerkehrundmotonsiertemlndividualverkehr von derzeit 36 zu 66 NP auf zukünftig ilS zu SS N angestrebt. Mobilität von Personen Etwa 76 N aller Wienerlnnen unternehmen mindestens einen Weg pro Tag, der im Schnitt S km lang ist; für alle Wege pro Tag sind sie etwas mehr als eine Stunde unterwegs. Die Verkehrsarten des Umweltverbundes (zu Fu(9, Fahrrad, ÖV) haben im dicht bebauten, gut durchmischten Stadtgebiet wesentlichhohereAnteileals in den Bezirken amStadtrand. Bei der Nutzung der Verkehrsarten des Umweltverbundes erreichen Frauen 73 N, Männer nur S6 N. Das Verkehrsverhalten der Frauen ist dadurch erheblich umweltfreundlicher als das der Männer. Die im Zuge der Bearbeitung des Masterplan Verkehr Wien zoo3 gemachten Untersuchungen zeigen, dass die Fahrleistung der Kfz in Wien (knapp go N davon verursacht der MIV) trendgema(6 bis 2020 Um rund zo N zunehmen wurde, wobei nur etwa +6 N durch den Bevölkerungszuwachsverursachtwären. Durch die Umsetzung der im Masterplan Verkehr formulierten Ma)gnahmen soll demgegenütier erreicht werden, dass die Kfz-Fahrleistung insgesamt nicht weiter ansteigt. Der Arbeitspendlerverkehr der erwerbstätigen Wienerlnnen umfasste im Jahr zooi etwa zz N aller Wege. MännerlegeneinenArbeitswegdeutlichhäufiger mitdem Pkwzuruck als Frauen. Umgekehrt nut100 90 Motorisierter Individualverkehr 80 60 e 50 30 20 0 1970 1990 2000 2010 2020 ihc Abb is Angestrebeer Modal Split Quelle M aster plan Verkehr Wien 2003 Frauen Manner Gesamtbevolkerung 55 mm 7 7 sl 1 55:::: I I l 1 ~ Pkw als Mitfahrerln ~ Pkw als Fahrerin ~ Motonsiertes Zweirad ~ Ofientlicheruerkehr thc Abb 39 Verkehrsmineluvahl derWienerfnnen 6ü%%d ~ weiblich gmannlich 50k 30k 20k zu Fug 2hc Abb 20 verkehrsminelwahl Rad M IV nach Geschlecht — alleTage200i Öphv 66 STEP OS D HI. AusGANGELAGE UNG HERAUEFOROERUNGEN INFRASTRUKTUR D Bewusstseinsbiidung — Chancen für Verhaitensänderungen Das Potenzial der Verlagerung vom Kfz auf den Umweltverbund und umgekehrt ist mit 18% bzw. 19 % etwa gleich groß. Dies zeigt, dass in der Veranderung des Verkehrsverhaltens der Wienerlnnen sowohl große Chancen als auch entsprechende Risken enthalten sind. Die Verbesserung des Informationsstandes über die verkehrspolitischen Ziele bet den Burgerlnnen, den Meinungsbildnerlnnen, den Politikerlnnen und der Verwaltung sowie deren Akzeptanz sollen zur Änderung des Verkehrsverhaltens fuhren. Es sind Maßnahmen tn den Bereichen Öffentiichkeitsarbeit (z. B. Verkehrssicherheitskampagnen, üffentlichkeitsarbeitsmodule fur die Bezirke, Sensibilisierung für Cehen und Radfahren), Information und Wissensmanagement sowie Mobilitatserziehung zu verfolgen. Mögliche yerkehrsmittelautzuag Umweltverbund mpt mindestens einer Kfz-Alternative Umweltverbuud Kfz-Altemabve ohne Kfz mit m&adestens einer UmweltverbuudAlternative Kfz ohne UmweltverbuudAlternative k Abb NA Quelle sacraidata, ErgebmsseeinerMobilitatsstudie 1m Rahmen der Erstellung des M aster pisas Verl&ehr Wien zoos ~ sonstiges ~ Freizeit ~ Versorgung ~ Ausbdduug ~ Arbeit Abb 218 Aktivitätenverteiluag der Wege in Wien 1993 Uhd 2001 Quelle Sooalaata, zooz zenFrauenbei ihrenArbeitswegenhäuffgeröffentlIcheverkehrsmittel. steigender Wohlstand und wirtschaftlicher Strukturwandel haben gemeinsam mit der zunehmenden Motorisierung ein dynamisches Wachstum der Arbeitswege über die Stadtgrenze hinaus zur Folge Von den Einpendlerlnnen nach Wien nutzen 65% den motorisierten individualverkehr und nur 35% die Verkehrsmittel des Umweltverbundes. Durch die Abstimmung von Raum ordnung und Verkehrs politik soll das Wachstum der Entfernung zwischen Wohnund Arbeitsort gebremst, der Anteil des Umweltverbundes bei den Arbeitswegen gesteigert, der Besetzungsgrad der Fahrzeuge im Arbeitspendlerverkehr erhöht sowie die Differenz der Arbeitswegedauer zwischen öffentlichem Verkehr und motorisiertem individualverkehr verringert werden. 9% aller Wege der Wiener Bevölkerung werden annähernd gleich von Frauen und Männern für Ausbildungszweckegenutzt. Zwei gegenläufige Trends bestimmen diesen Ausbildungsverkehr. der Geburtenrückgang und die Verlangerung der Ausbildungszeiten. Beides zusammen bewirkt aber eine konstant bleibende Anzahl der Personen in Ausbildung. Wesentlich ist es auch hier, die Verbesserung der Quaiitat des offentlichen Raums (Attraktivität für Fufsganger) und die verstärkte Nutzung der Verkehrsarten des Umweltverbundes zu forcieren. Für Freizeitaktivitäten legt die Wiener Bevölkerung 31 % aller Wege zurück. Eine Vielzahl von Veränderungen, wie z. B. flexible Arbeitszeiten, Verlängerung der Urlaubsdauer und hohere Lebenserwartung, haben sich in dieser Mobilitätsart niedergeschlagen. Auch hier gilt es, neben der Ausweitung des stadtm sehen Kulturund Freizeitangebots und der Ausgestaltung des öffenthchen Raums, die Freizeitwege auf die Verkehrsarten des Umweltverbundes zu verlagern. Ähnlich istes beimVersorgungsverkehr. Circaz6%derWegederWienersind dem Einkaufen und privaten Erledigungen zuzurechnen, wobei Frauen um ein Drittel mehr Wege im Versorgungsverkehr zurücklegen als Männer und in besonderem Ma(ie die Verkehrsarten des Umweltverbundes benutzen. Die Erhöhung und Ausweitung von Dienstleistungsangeboten an hochwertigen, sehr gut erreichbaren Standorten wird sich fortsetzen. Dazu zählen Uund S-Bahnstationen im dicht bebauten stadtgebiet und das hochrangige stra fsennetz in Stadtrandund Umlandgebieten. Die üffnungszeiten von Geschaften und öffentlichen Einrichtungen werden weiter flexibilisiert. Der Trend zur „zd-Stunden-Stadt" lasst sich auch in Wien bereits erkennen. Auch hier sollen die Weglängen reduziert werden und die Verlagerung dieses Verkehrs auf die Verkehrsarten des Umweltverbundes forciertwerden. Die flächendeckende Nahversorgung istder punktuellen Konzentration vorzuziehen. Für geschäftliche/dienstliche Erledigungen und für Begleitwege (Abholen und Bringen) werden jeweils 6% der Wege aufgewendet. Hier werden auch dIe unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen von Frauen und Männern deutlich. Die Frauen haben einen doppelt so hohen Anteil bei den Verkehrsarten des Umweltverbundes wie die Manner. Die Begleitwege betreffenzum gröjstenTeil das BringenundAbholenvon Kindern zum und vom Kindergarten, das Begleiten auf dem Schulweg und zu Freizeitaktivitäten. Aufgrund des Trends zu grö(Seren Entfernungen zwischen Wohn-, Schulstandort und Freizeitaktivitäten ist mit einem Wachstum der Kfz-Nutzung zu rechnen. Es sind auch in diesem Bereich Ma(snahmen vor allem zur Steigerung der Sicherheit und besseren Nutzbarkeit des öffentlichen Raums erforderlich. (D Kap. III. 2DemografischerundgesellschaftlicherWandel) 66 III. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN INFRASTRUKTUR &r STEP OS Der Städtetourismus ist ein wichtiger WirtschaftsfaktorfürWien. ErhatindenletztenJahrzehnten stetig zugenommen. Der Tourismusverkehrverursacht vor allem raumlich und zeitlich begrenzte Probleme. Sowohl im „normalen" Städtetourismus als auch im Kongresstourismus ist in Zukunft weiteres Wachstum zu erwarten. Besonders der organisierte„ßeniorentourismus" und ein eventorientierter Städtetourismus werden boomen. Den Zielsetzungen im Masterplan Verkehr 2003 folgend sollen im Tourismusverkehr eine Erhöhung des Anteils des öffentlichen Verkehrs am Urlauberreiseverkehr, moglichst hohe Verkehrsanteile des Umweltverbundes sowie eine Minimierung der negativen Folgewirkungen des Tounsmusverkehrs erreicht werden Zur Realisierung dieser Ziele werden Ma(ßnahmen verfolgt, die von verstarkten Informationen uber Angebote im OV über die Sicherung der bestehenden Ausund Einsteigstellen fur Busse in vertretbarer Entfernung zu den Sehenswurdig keiten der Stadt bis hin zur Schaffung von bewirtschafteten und gesicherten Busparkplätzen bzw. Busgaragen sowie zur verpflichtenden Vorschreibung der Errichtung von Busparkplatzen beim Neubau von Hotels reichen. (m Kap. IK 4 wirtschaft und Arbeit) Personenverkehr zwischen Wien und Wiener Umland Die Suburbanisierung hat in den letzten Jahrzehnten innerhalbderOstregionzu starksteigendemVerkehrsaufkommen geführt. Die Zahl der Tageseinpendlerlnnen nach Wien hat sich allein zwischen den Volkszählungsjahren iggi-zoot von 135. 097 auf zoB 478 erhöht. Deutlich angestiegen ist als Folge der dynamischen Arbeitsplatzentwicklung im Umland aber auch die Zahl der Auspendlerlnnen aus Wien (von 48226 auf Bz 368) Wahrend der Anteil des UmweltverbundesderWienerlnnenanallenWegenrund 6S ap beträgt, verhält es sich bei den Einpenderlnnen nach wien genau umgekehrt: 66 sß der wege nach Wien werden mit dem Pkw erledigt, nur35% im Umweltverbund. Noch ungünstiger ist das Verhältnis im ebenfalls steigenden Auspendelverkehr: Hier verwenden nur ig 56 die Verkehrsmittel des Umweltverbundes. (w Kop. III. 21 Bevö lkerungsentwicklung und Suburbanisierung, Kap. IV. 4. 2 Winschaftlicher Strukturwandel) Einechancezur BewältigungdieserVerkehrsstrome besteht in der Schaffung eines darauf ausgerichteten Angebotes im offentlichen Personennahverkehr. Eine Prognose fur den öffentlichen Verkehr in Wien (ÖIR, 2002, NetzanalyseWiener Linien) zeigt, Wienerlnnen Einpendlerlnnen ~ Umweltverbund ~ Motonsierter Individualverkehr Abb 22 Anteil des umweltverbundes on den gesamten wegen Quelle Socialdata ErgebmsseemerMobilitatsstudie im Rahmen der Erstellung Verkehr zoos Wien, 2002 des Masterplan Fahrten Öy [Fahrgäste/Werktag] 2000-2010 Außen NORI Außen Ost Außen Sud Außen West Außenkordone(bstregion) 53 200 44. 600 gl 200 46 200 225 200 61 000 56. 200 95 400 53 600 266 400 dass im Verkehr an der Stadtgrenze in allen Kordonen Fahrgastzunahmen im Ausmag von durchschnittlich18 4 invo Jahren zu erwarten sind. Die höchsten Zuwächse von z6% werden dabei fü r die Achse Ost (Marchegger Ast, S7, Ostbahn) prognostiziert-hierzutragendiesiedlungsentwicklung, der ÖPNV-Ausbau und die Passagiersowie die Beschaftigungsentwicklung am Flughafen bei. 26 16 ~ Tabelle 7 Fohrgostentwi tklung im ~entliehen Verkehr, Wiener Stadtgrenze Quelle OIR, Netzanalyse Wiener Lmien, zooz Mobilität von Gütern Ein gut funktionierender Güterverkehr ist eine wesentliche Voraussetzung für die Qualität Wiens als Wirtschaftsstandort. Zu einem gro(ßen Teil handelt es sich im Güterverkehr um 8 inne nverkehr in Wien, nur rund S 96 sind Ziel-, Quellund Durchgangsverkehr. Die Verkehrsleistung und das Verkehrsau fkommen im Binnengüterverkehr hat in den letzten Jahren abgenommen. Im Zielund Quellverkehr sowie im Durchgangsverkehr sind jedoch erhebliche Zunahmen des Verkehrsaufkomme zu verzeichnen. Dieses Wachstum begrundete sich aus der Ostöffnung, der Einbindung Österreichs in die EU und der fortschreitenden Integration in die Weltwirtschaft. In den nachsten zehn, fun fzehn Jahren wird mit der EU-Erweiterung eine Fortsetzung dieser Dynamik erwartet. 67 undd STER OS D» DerGüterverkehrverursachtaberauchProbleme; io % der gesamten Kfz-Fahrten sind fur zo bis 25 % der CO2-Emissionen und Zo % der Stickoxidemissionen verantwortlich. Der Lkw-Verkehr trägt wesentlich zur Lärmbelastung und uberproportional zur Stra(Senabnutzung bei. Die Stadt Wien steht daher in Hinblick auf die Steuerung und Entwicklung des Güterverkehrs vor mehreren Herausforderungen: Einerseits soll im Binnenverkehr ein möglichst störungs-undbehinderungsfreierAblaufermöglicht werden, andererseits ist selbst bei stagnierendem Verkehrsaufkommen eine wirkungsvolle Reduktion der Umweltbelastungen und die Entscharfung raumlicher und zeitlicher Problemschwerpunkte erforderlich. Die Entwicklung des Stra(Sennetzes soll einen Abbau des Staurisikos an besonders neuralg ischen Stra(Senabschnitten und die Entlastung der Wohnbevölkerung sowie sensibler Nutzungen ermoglichen, ohnejedoch den Anreizzur Kfz-Nutzung gleichzeitig stark zu erhohen. Zur Entwicklung des TEN-Knotens Region Wien mussen eine Reihe von Mal(nahmen gesetzt werden, um die Infrastruktur zu verbessern Dazu gehört der k Hafen Wien S ANEIIVlLD K ERREGER HandlungsschwerpAusbau von Bahnstrecken ebenso wie die Errichtung leistungsfähigerGüterterminals und diedaraufausgerichtete Ansiedlung entsprechender Dienstleistungsunternehmen Die Starkung der „Logistik-Kompetenz" des Standortes Wien ist ein unktderVerkehrss-und WirtschaftspolitikderStadt. Wenngleich der Donau als Verkehrsweg sowohl im Güterals auch im Personenverkehr nicht immer die entsprechende Bedeutung zuteil wird, werden hier HI. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN INFRASTRUKTUR vordem Hintergrund des vollzogenen bzw. des bevorstehenden EU-Beitritts der meisten Donauanrainerländer doch beträchtliche Entwicklungsund vor erhallem Verlagerungspotenziale geortet. Ziel der Stadt Wienistes, sowohlimTransitverkehralsauchimZielund QuellverkehrdenTransportanteilderWasserstra(Se Donau au f Kosten des Stralieng üterverkehrs zu öhen den Hafen Wien als multimodales Guterverkehrszen trum weiter auszubauen. Den Bereich der City-Logistik, der grundsätzlich privatwirtschaftlich funktionieren soll, will Wien stärken, Behinderungen des Lieferverkehrssollenverringert und Log istikstandorte stadtplan erisch gesichert werden Ausbau der grenzüberschreitenden und regionalen VerkehrsbeziehungenInfrastrtlkturausbaumajl'nahmen Wien liegtam Kreuzungspunktdergro(LeneuropaischenVerkehrswege, der„Donauachse" undder„Bernsteinstra(Se/Pontebbanat Mit der Erweiterung der EU in Richtung Ostund Südosteuropa hat sich die verkehrsgeografische PositionWiens deutlichverändert. Verkehrsnetz und Verkehrsnachfrage sind, trotz zunehmenderlntegrationzwischenÖsterreich, derSlowakischenRepublikund Ungarn, noch immerstarkauf ihre jeweiligen Zentren ausgerichtet. Bereits mit der Ostoffnung und den damitverbundenen intensiveren grenzüberschreitendenWirtschaftskontaktenisteszu einer Neuorientierung der Verkehrsnachfrage und damitauchderVerkehrsstromegekommen, aufdiedas bestehende In frastrukturnetz ausgerichtet werden muss. Dies bedeutet, dass das bestehende infrastrukturnetz in und um Wien in diesem neuen regionalen Kontextausgerichtet und geplantwerden muss(w Kap. IV 2 Regionales räumliches Leitbild Wien in CEN TROPE). Dies betrifft aber nicht nur die Infrastrukturelemente, sondern auch Vorhaben zur Attraktivierung der lntermodalität(Terminals und Bahnhofe) sowie Vorhaben zur Verbesserung des öffentlichen Nahund Regionalverkehrs. Ausbau der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs Vordiesem Hintergrund sind folgende infrastrukturelle Mafänahmen im öffentlichen Verkehr geplant: Weiterer Ausbau der Eisenbahnspange von der Ostbahn in Parndorf nach Petrzalka und zum Flughafen in Bratislava, Ausbau des Marchegger Astes 68 Iii. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN INFRASTRUKTUR STEP 05 derOstbahn, AnbindungWiensandenTranseuropäischen Korridor V mittels Ausbau der Bahnstrecke Ostbahn-Wampersdorf-Sopron, Ausbau der Nordbahn und der Pottendorfer Linie. Andererseits soll durch Anwendung aller betrieblichen Maänahmen die Möglichkeiten zur Fuhrung von Eisenbahn-Fernverkehrsverbindungen in die wichtigsten Zentren der Nachbarstaaten ausgeschöpft und optimiert werden (z. B. Reisezeitverkurzungen). Im Personenverkehr nimmt das Vorhaben des Bahnhofs Wien — Europa Mitte als übergeordneter Durchbindeund Umsteigeknoten einen wesentlich Stellenwert ein. Der Westbahnhof, als Fernund Nahverkehrsknoten unverzichtbar, soll attraktiver gestaltet werden. Fur den Güterverkehr ist die prioritäre Realisierung der Güterterminals Wien Inzersdorf und Wien-Hafen Freudenau/Albern von gro(1er Bedeutung. Die Sicherung der Erreichbarkeit innerhalb der Region erfolgt aber auch über MafSnahmen für den öffentlichen Nahund Regionalverkehr, indem wesentliche Anteile von der Strafe auf die Schiene verlagert werden. Zu diesem Zweck sollen das Konzept „S-Bahn plus" und die stadtgrenzenuberg reifenden schienengebundenen Projekte(z. B. Verlängerung der Stra(Senbahn nach Gre(S-Enzersdor fund Schwechat, Badner Bahn) mittel fristig umgesetzt werden. Dies hatauch einenbeträchtlichen Einflussaufdie Erreichung des erwünschten Modal-Split-Zieles für den auf Wien gerichteten Regionalverkehr. Dazu sollen auch der Ausbau der S-Bahnhöfe, der P c R-Anlagen in Kombination mit tangentialen Buslinien in der Region sowie der Ausbau bzw die Modernisierung Binnenschifffahrt von Bahnhöfen im Rahmen der Bahnhofsoffensive beitragen Zur Attraktivierung der sol die Optimierung der Schi fffahrtsrinne östlich von Wien — unter Berücksichtigung des Grundwasserspiegels des Nationalparks Donau-Auen-ma(tgeblichbeitragen. Die für die Region notwendige hochwertige Erreichbarkeit im Flug verkehr soll durch den Ausbau des Flughafens VIE, verbunden mit dem Ausbau des Bahnhofs Flughafen VIE und dem Ausbau A4-Ostautobahn hergestellt werden. Durch den Ausbau der Eisenbahnspange von der Osthahn in Parndorf nach Petrzalka und zum Flughafen in Bratislava(auch inVerbindung mitdemAusbaudes MarcheggerAstes der Ostbahn) soll die Erreichbarkeit zwischen Wien ~~~ „FE Ijjtaßnahmen Schiene/Wasser/Luft ~ 2 3 ~ 8 8 T H IP i8 ~ ~ INEMHM HLHWH IM H. PH» A~ 8 I 8 MWW l MH 88 M IWWW. PWWI» MM IHMWN EIMNNIEWEEO'8»WHIEE. OHWWIG ANI»h Sah»WH»OW»hh. Nh WINNIEWEEO I»I h»FMShHH NE NNWNPHWmm u»NMWMI I SHWPMAPPWH-»88»»NHNHWP h»8 IW»l»l. SOP» 8 ' 38 PHSh» TIE KPPMMHPWN»N 88 '. S; "I Region ""' l 19 2 — W h 33 "eo 3 Vl 18. ! 11 „" 27 Y . und Bratislava und deren Flughäfen verbessert werden; ebenso soll die Zusammenarbeit aufbetrieblicher und wirtschaftlicher Ebene zwischen den Flughäfen forciert werden. Ausbau der hochrangigen Stra jtenin frastruktur Parallel dazu sind auch Ausbauma(tnahmen im hochrangigen Stra(Sennetz erforderlich, die ebenso wie die ÖV-Infrastruktur in der Stadt durchzufuhren und auf den regionalen Kontext auszurichten sind. Der verbesserten Stra(tenanbindung in Richtung Osten (Ungarn, Slowakei) dienen die l/orhaß. ben des Ausbaus der A4-Ostautobahn zum Flughafen und der A6 Richtung Bratislava (Spange Kittsee), aber auch wichtige regionale Erschliejtungsspangen (z. BBa durch das Marchfeld). Die bedeutenden Wirtschaftsräume in Tschechien und Polen werden durch die AS-Nordautobahn angebunden. Karte 34 In frastrukturma/5nahmen Schiene/Wasser/Luft-Region Quelle Masterpian Verkehr Wieil 2003 STEP OS D III. AUSGANGS&ADE UND HERAUSFORDERUNGEN INFRASTRUKTUR Maßnahmen Straße Region „, 31 A 2 SW A4RW A ~ GNAAWWß 5 A 5 NW ARNA 88~ 8118 833 58 3. )WW)8WNW-Wd 8 1 3WWWWW 5 W 81~5W AWAN482-AS 8148WNNW45 3W AWAW4A5-A22 A 5 )N8W 5WWW 34 33' 2 & i 24 S1, 'j &N 48 ( ++! h)sß& 81 3' ' S1 3. 31 g' "J k Karte is Infrastrukturmapaahmeu straße Region Quelle M aster plan Verkehr Wien 2003 S dg Der Ausbau der Az-Südautobahn beseitigt einen wesentlichen Engpass der Erreichbarkeit aus dem Suden Die SI Wiener Au(kenring Schnellstra(ke wird als zentrales Element zur Durchl ei tung weiträumigerVerkehrsstr6me dienen. Damit wird zur Entlastung städtischer und regionaler Straiien von diesen Durchfahrten beigetragen, und Erreichbarkeitsverhältnisse in der Region (v. a. nördlich der Donau) werden verbessert. Die am 3. 3. 2005 zwischen dem Bundesminister fur Verkehr, Innovation und Technologie, dem Landeshauptmann von Wien und den zustandigen Direktoren der ASFINAG und der ÖBB getroffene „Absichtserklarung uber die Durchführung spezieller infrastrukturma(knahmen imRaumWien" siehtvordie Si in der auiien liegenden Trassenvariante (über die GemeindegebietevonCro(k-Enzersdorf Raasdorfund Aderklaa) zu fuhren. Die zeitgerechte Fertigstellung der B3d (nach Absichtserklarung: Az3) als Verbindung von der Sz zur S) ist-als Voraussetzung für die Ansiedlung von Wirtschaftsbetneben auf dem Flugfeld Aspern — von h6chster Bedeutung fürdieSTEP-konformeEntwicklung des Nordostraums von Wien bei dieser Trassenvariante der Si (w Kap. G Raumhche und zeitliche Prioritäten der Stadtentwicklung Wichs) LlmderüefahrunerwünschterSiedlungsentwicklung in Randbereichen des Stadtgebietes entgegenzuwirken, werden imzusammenwirkenmitden Nachbargemeinden und dem Land NÖ abgestimmte Ma((nahmen gesetzt werden. *' ''l; "ll' Iglt143SK42kd& 70 HI. AUSGRNGSLRGE UND HERAUSFORDERUNGEN I N F RAST Ru K Tu R A ASSNAHMEN IM ÖV UND IM GEGLIED Z E I TA E S C H N I TT E N -NETZ M SS MPV0 STEP 05 / I , O l /, Bestand im hachrangigen Verkehrsnetz Bahn U-Bahn Bundesstraßen A und S Hauptstraßen B Ausbaumaflnohmen im hochrangigen Schiene Stragenbahn U-Bahn/ Stat1an Verkehrsnetz Bahn 2005-2070 20n-2015 nach 2015 Tunnel Strafte 2005-2010 20TI — 2075 Bundcsstroften Aunds Hauptstragen B Tunnel Karte 16 Ausbouma finahmen im ÖV und im IV-Netz gemöft AIRV 05 und Absichtserklörung und Lond Wien Ei. S zooS), gegliedert abschnitten von Bund noch ZeitQueue M PV, MA 18, MA 14 Entwurf Fellr1er B Grundkar te MA 14, MA 41, MA 45 Bearbe1tur1g MA18, QblakS Stand Apr11 2005 Knoten Bestand Q O Ausbau Q G AnschlussBestand Q O Netten Ausbau Realisierung obhöngig von Gebietsentwickfung STEP OS D. 111. AUBGANGBLAGE UND HERAUBFDRDERUNGEN INFRASTRUKTUR s» Schadstoffimissionen Der Großteil der gasformigen Schadstoffimissionen und des Feinstaubes stammt aus Verbrennungsprozessen und korreliert mit dem Energieverbrauch. Dementsprechend stammen die Emissionen(Stickoxide, Klein staubund Kahlenwasserstoffe als Vorlaufersubstanzen fur die Ozonbildung) aus den Sektoren Kraft und Fernheizwerke, Industrie, Kleinverbraucher (Haushalte und Kleingewerhe) und dem motorisierten Verkehr. Aufgrund weitraumiger Schadstoffverfrachtungen und europaweit vorherrschender Hintergrundbelastung sind etwa zs % der Feinstaubbelastungen (PM io) und Ozon in Wien „importiert" — wie beiliegende Darstellung zeigt. Merkunlt der PMio. Belastung in Wien TMW ubnigg ps!m' iuri iggg bin Mziz znng Mogliches veikehisnahes immisginngmaximum (Sch atzung) LieglAB Rinnbnckstiaile Bnlgrzdpiatz Caudenzdpif lehn(berg 25S N Lobau ~ Q Beitrag Auliznd Bn tiis Gite iii ich Beitins Bziiuns!inum ~~ iuiutei Anieii Nur la N der Cesamtbelastung entstehen im Raum Wien. Der Beitrag mobiler Quellen (verkehrsbedingte Immissionen aus den Kraftfahrzeugsmotoren) und aus diffusen Quellen (Wiederaufwirbelung in den Straßenraumen) betragt in Wien uber So N; mindestens die Halfte dieser Emissionen sind dem Guterverkehr (schwere und leichte Lkw) zuzuordnen. Der hohe Anteil mobiler Quellen zeigt sich vor allem in den Sommermonaten, in denen heizungsbedingte Verursacher wegfallen. Unbestntten ist, dass och die Anstrengungen zur Luftreinhaltung auf eine Reduktion der verkehrsbedingten Emissionen konzentrieren müssen. Die großten Wirkungen hatten technologische Maßnahmen: w Treibstoffverbrauchsabsenkung der Fahrzeugflotten w Forderung energieeffizienter Fahrzeugsund Antriebskonzepte w Verscharfung der Emissionsstandards (KFZ-Gesetz) w Erneuerung der Fahrzeugflotte, Aus-dem-Verkehr-Ziehen hoch emittierender Fahrzeuge Aber auch die Planung kann Beitrage zur Sicherung gunstiger luftklimatischer Bedingungen hefern durch Benicksichtigung stadtklimatischer Phanomene, Erhaltung klimawirksamer Freiflachen in den peripheren Bereichen der Stadt (Crungurtel), die Freihaitung von Lufttransportbahnen zur Heranführung frischer, kuh lerer Luft, Bedachtnahme auf vorherrschende Windrichtungen und -star)ten beider Anordnung emittierender Betriebe, Anlagen, Hochleistungsstraßen etc. , durch Fdrderung von Frischlufttransportbahnen, Vermeidung bauhcher Bameren und von Wärmeenuss ionen, durch lineare Anordnung von Crunflachen, offenen Wasserflache, Alleenbis ins dichtverbauteStadtgebiet, die Reduzierung von Versiegelungsflachen, Fdrderung von begrunten Dachflachen, Reduktion der Abgabe von Strahlungswärme durch bessere Isolierung der Cebaude, Verwertung von Abwarme etc. Stadtverkehr in Wien Die Erhöhung der Verkehrssicherheit hat oberste Priorität bei der Festlegung der Ma(?nahmen im verkehrlichen Bereich. Mit der Reduzierung der Fahrleistung und der Verringerung des Geschwindigkeitsniveaus im Kfz Verkehr der Verwirklichung verkehrssicherheitstechnischer Mailnahmen sowie der Adaptierung rechtlicher Rahmenbedingungen und einer funktionierende Überwachung soll erreicht werden, dass es mittelbis langfristig keine Toten und wesentlich weniger Verletzte im Strajkenverkehr gibt Die Verkehrsentwicklung in Wien war in den letzten Jahrzehnten vom Anwachsen des motorisierten individualverkehrs(MIV) gepragt. Innerhalb des Gurtels haben die Querschnittsbelastungen zum Teil zwar abgenommen, auf den Stadtautobahnen und in den äu(?eren Bereichen der Stadt steigen sie aberweiterhin an. Wesentliche Eckpunkte bei der Entwicklung des hochrangigen Stra(?ennetzes sind die Verbesserung der Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandortes, die l/erkehrsentlastung von Siedlungsund Erholungsgebieten Wiens (z B Si Wiener Au f?enring Schnellstra(?e und in Weiterführung die SS und SSS), die Erhaltung sensibler städtischer Räume und die Neuerschlie(?Ung von Siedlungsgebieten (z. B. Erschlie(?Ung des Flugfeldes Aspern, des Südbahnviertels und des Westhahnhofes) Für die stadtverträg liehe Abwicklung des Verkehrs sind aber auch emissionsreduzierende larmmindernde Ma(?nahmen (z. B. Ru(?und NoxFilter für Pkwund Lkw, Lärmschutzwände, dieAusdehnungvonTempo-SD-Zonen) erforderlich. Die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs (üv) ist unterschiedlich zu bewerten. Im dicht bebauten Stadtgebiet steigen die Fahrgastzahlen, im Pendlerverkehr zwischen Wien und dem Umland werden jedoch nur SS gs der Arbeitswege mit offentlichen Verkehrsmitteln zuruckgelegt. Innerstadtisch ist die U-Bahn das mit Abstand beliebteste und — bei der Fahrgastentwicklung — erfolgreichste Verkehrsmittel. Wenn die U-Bahn-Abschnitte der dritten Ausbauphase (Ul Nord, Uz Aspern) zoog in Betrieb gehen, umfasst das Wiener U-Bahn-Netz rund TS km und rund ioo Stationen. Bei den folgenden Netzerweiterungen haben jene Streckenabschnitte Prioritat, die ein ausreichendes Potenzial zur weiteren Stadtentwicklung erkennen lassen oder wesentlich zur Modal-Split-Verbesserung beitragen. Das U-Bahn-Netz muss aber auch mit einem attraktiven, flächenerschli ei?enden offentlichen Verkehrsmittel kombiniert werden, dessen Angebot sowohl in infrastruktureller Hinsicht (d. h. Linienverlangerungen zur Beseitigung von Netzund Erschliei? ungsmang ein) als auch in betrieb) icher Hinsicht (d h Erhöhung der Reisegeschwindigkeit, Einsatz zeitgemäjker Betriebsmittel — Ultra Low Floor/ULFE) den Bedürfnissen der Fahrgäste entspncht. Dieser Ausbau erfolgt unter besonderer Berücksichtigung mobilitatseingeschrankter Personen. Radund Fufggängerlnnenverkehr Der Anteil der Rad fahrerinnen am Gesamtverkehrsau fkommen in Wien schwankt in den letzten Jahren zwischen S X und 4, S N Verkehrszählungen zeigen aber, dass sich das Fahrrad vom reinen Freizeitund Sportgerat hin zum Verkehrsmittel für denA)ltagentwickelthat Esistgeplant, denRadverkehrsanteilmöglichstraschin den nächsten Jahren auf g N zu erhöhen. Zu diesem Zweck wird das Wiener Radverkehrsnetz komplettiert, auf Basis qualitativ hochwertiger Standards ausgestattet und für sichere und bequeme Fahrradabstellplatze Vorsorge getroffen. 6 Zur Verringerung der Lärmbelastung in Stragen mit Schienenverkehr beschreiten die Wiener Lmien neue Wege Diese umfassen sowohl bauliche Magnahmen als auch den Einsatz neuer Fahrzeuge wie etwa den ULF. 7a 111. AUEGANGELAGE UND HERAUEFDRDERUNGEN INFRASTRUKTUR STEP 05 Aufgrund des relativ hohen Anteils an verletzten und getoteten Fu)ggängerlnnen kommt der Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fujggangerlnnen höchste Priontät zu. Neben der Verkehrssicherheit ist aber auch die persönliche Sicherheit (z. B Aspekte der Orientierung, Übersicht, Einsehbarkeit und ausreichende Beleuchtung) von grojger Bedeutung Die Schaffung eines durchgangigen, zusammenhängenden und qualitatsvollen Fu)kwegenetzes (Gehsteigmindesthreite von zm) unter Berücksichtigung der Gehokonomievon Fu)ggängerlnnen istsowohl im dicht bebauten als auch in locker bebauten Gebieten wesentlich. Für mobilitatseingeschrankte Personen sollen LichtsignalanlagenmitakustischenundtaktilenZusatzsignalen ausgestattet sowie taktile und akustische Leitund in format ionssysteme im Stra jgenraum eingerichtet werden. Das Strajgennetz dient aber nicht nur der Erfullung der verkehrlichen Funktionen, sondern ist auch öffentlicher Raum für Aufenthalt und Begegnung, prägt das Stadtbild und erfüllt umwelthygienische Aufgaben (Belichtung, Belüftung, Begrunung). Daher sollen durch dauernde und temporareautoverkehrsfreie Zonen sowie gro(gzügig dimensionierte GehsteigeerlebbareQualitätenim öffentlichen Stra)genraum geschaffen werden. Möglichkeiten fur Treffpunkte, 5itzgelegenheiten, aber auch kommerzielle Bereiche wie Schani garten führen zu einer positiven Belebung des Strajgenbildes. Speziell für Kinder sindnicht nuroptimale Spielplätze, sondern ist auch ein dichtes Angebot an sicheren und attraktiven Spielmöglichkeiten im öffen h t a l f i t c u h ng e g n Raum zu schaffen. (w Kop. IK S d Grunund Freirdume im bebouten Stodtgebiet) Ruhender Verkehr und Verkehrsjenkungsma fgnahmen Durch die imjahrtc)c)deingeführteParkraumbewirtsc und das Wiener Ga ragen programm konnte der Verkehr in den dicht bebauten Bezirken reduziert und die Parkraumsituation der Wohnbevölkerung verbessertwerden. Die Parkraumpolitiksoll auchweiterhin dazu beitragen, Gestaltungsund Nutzungsspielraume im öffentlichen Strajgenraum zu erhöhen. Um eine hohe Lebensqualität im dicht bebauten Stadtgebiet zu schaffen oder zu erhalten, wird grundsatzlich angestrebt, dass DauerparkplätzevonderStra)geinGaragen bzw. auf private Steil plätze verlagert werden. Versuche, die Wirksamkeit des Verkehrssystems durch betriebliche und organisatorische Ma(gnah2500 2250 vw 2000 e Iw 1750 e N 1500 m 1250 cesamtvergleich Radverkehrs-Oauerzählstelle Westbahnhof der durchschnittkchen taglichen verkehrsstarken an werktagen (Montag-Freitag) ~ 2002 ~ 2003 ~ 2004 Derlahreswert moz bezieht sich nur aurdie Monate luni bu Dezember und ist deshalb nicht ma den anderen la hreswerten verieichbar (siehe Tabelle) m Enrie der Radverkehrserhe. bung (Ende zootlwad derlahreswert zoos mithiiie der gewonne. nen Daten aufenen canzlahreswert hochgerechnet ~o 1000 g 750 500 250 lall Feb Mar Apr Mai lun Iui Aug Sep Okt Nov Dez IAHR I I . I I a. ' III I I I I men zu steigern, werden in Wien bereits seit Jahren unternommen (z. B. grafisches Baustelleninformationssystem, elektronisches Parkleitund informationssystem fur Parkhäuser und Garagen). Unter Federfuhrung der Stadt Wien soll im projekt VEMA (Verkehrsmanagement Wien) eine Organisationsstruktur aufgebaut werden, die einen systematischen informationsaustausch, die Zusammenfuhrung und Nutzung von Verkehrsdaten und eine strategischeVerkehrssteuerun gewährleistet. Wien soll in zehn Jahren über ein modernes, intermodales und regionales Verkehrsinformationssystem verfügen. Zu den Kerndienstleistungen gehoren die informationen über Produkte und Serviceleistungen im Verkehr(z. B. Mobilitats-Informationsgrundpaketfür Neuzugezogene), Öffentlichkeitsarbeit und Marketing (ÖV-Betriebsticket, Car-Sharing, Car-Pooling, Telearbeit)sowie Bewusstseinsbildung, vorallem auch in Schulen. Q Abb. 23. Rodverkehr oo der Dauerzählstelle Mrestboho hof Quelle Rodverkehrserhebung Abb zd Mobilitätsmooogement, MPV og Quelle Masterplan Verkehr Wien 2003 STEP OS D nl. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN INFRASTRUKTUR 4. a Technische Infrastruktur AN EINE wAcHsENDE sowie der Nachhaltigkeit verpflichtete Stadt werden hohe Erwartungen in Bezug auf die Entwicklung und Verbesserung der technischen infrastruktur gesetzt. Die schon frühzeitigeingeleitete UmweltpolitikderstadtWienbasiertnicht zuletzt auch auf der Entwicklung und dem effizienten Einsatz neuer innovativer Produkte und Verfahren im Bereich der Stadtund Umwelttechnologien. Diese reichen von Umweltschutzgro(ttechnologien im Bereich der Abfallwirtschaftwie Filteranlagen in Mullverbrennungsanlagen und Kraftwerken, Rauchgasreinigung, Entschwefelung usw bis hin zu Wasserversorgung und Abwasserbeseitigungstechnologien, Technologien im Bereich der Deponiesanierung sowie Verkehrstechnik und rationellem und umweltschonendem Energieeinsatz. Die Stadterweiterung und die Entwicklung neuer Stadtteile verlangt nicht nur nach einer Verbesserung und Ausweitung der verschiedenen Netze wie Energie, Wasser Abfall, Telekommunikation, sondern auch nach einer Optimierung unter Umweltund Kostengesichtspunkten. Vordem Hintergrund der im STEP oS ausgewiesenen vorrang igen Entwickl un gsbere i che (w Ko p. IV. 6. Räumliche und zeitliche Prioritäten der Stadtentwicklung Wiens) lassen sich folgende Grundaussagen treffen D Die zur Entwicklung vorgesehenen Gebiete sind zum uberwiegenden Teil an die Verund Entsorgungsnetze angeschlossen. IR Die Entwicklung erfolgt im Einklang und in Abstimmung mit den jeweiligen zuständigen Abteilungen, die für die technische und ökonomische Optimierung sorgen. IR Derzeit nicht angeschlossene Flächen werden nur dann in Angn ff genommen, wenn die längerfristige Nutzungsperspektive die Investitionen rechtfertigen und das Vorziehen dieser Standorte aus Gründen der übergeordneten Zielsetzungen der Stadtentwicklung erfolgt. ER DiesichereundbedarfsgerechteVersorgung istineinemsichöffnenden Elektrizitätsund Erdgasmarkt durch Diversifikation der Energietragerquellen weiterhin aufrechtzuerhalten c Eine effektive Diversifikation bei der Raumwärmeversorgung lasst sich am ehesten uber einen weiteren Ausbau der Fernwärme realisieren. In einem Fernwärmesystem mit zentralen Anlagen sind nicht nur alle denkbaren Energieträger einsetzbar sondern ein System dieser Art kann auch rasch auf andere Energieträger umgerüstet werden. Bei dezentralen Einzelanlagen benötigt eine Umstellung in der Regel jahrzehnte, bis die Anlagen entsprechend veraltet sind und die Bereitschaft besteht, diese gegen neue Systeme auszutauschen. ER Wiener Wassercharta Wien ist seit Dezember zook die erste und bis dahin eknzige Stadt der Welt, die das Tnnkwasser und die Quellschutzwalder unter Verfassungsschutz stellt. Mit der Wiener Wassercharta soll das Hochquellwasser als Lebensgrundlage fur nachfolgende Generationen geschutzt werden. Um dkes nachhaltig sicherzustellen, wird die Versorgung mit Trinkwasser vorrangig als Aufgabe der offentlichen Hand angesehen. Wasserversorgung wien wird zurzeit zu gs-gz ss mit Hochquellenwasser versorgt, welches aus dem Gebiet des Schneebergs, der Rax, der Schneealpe und des Hochschwabs kommt. Die von Wien genutzten Quellen liegen in Wasserschutzund -schongebieten, welche nahezu goo km' umfassen -3zo km' davon sind im Besitz der Stadt Wien und liegen auperhalb von Wien in anderen Bundeslandern. Die restlichen 3 — 5 / des Wasserbedarfes werden aus diversen anderen Wasserspendern gedeckt (GWW Lobau, GWW NuSdorf). Seit langerer Zeit ist kein Anstieg im Wasserverbrauch in Wien zu bemerken, es konnten vielmehr die 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFDRDERUNGEN INFRASTRUKTUR KS STER OS Verluste in den Verteilungsanlagen in den letzten zwei Jahrzehnten durch intensive Erneuerungsstra1 sz '/ tegien von ca. zo X auf nunmehr 8-io X gesenkt und so ein erheblicher Beitrag zu nachhaltiger Nutzung der Ressourcen geleistet werden. Energie — Strom, Gas Lsnci Fernwärme Die Schonung von Umwelt und Ressourcen entspricht dem Selbstverstandnis Wiens als Umweltmusterstadt. In diesem Zusammenhang setzt Wien auch auf modernste Kraftwerkstechnologie sowie auf den Bezug von mit Wasserkraft erzeugtem Stromä Etwa i3 ss des Bruttoenergieverbrauches werden durch die Nutzung der Wasserkraft aufgebracht. Kraft-Wärme-Kopplungen bei den kalorischen Kraftwerken und zwei Müllverbrennungsanlagen (eine dritte Anlage ist in Vorbereitung) versorgen überein Leitungsnetzvon ca. 98G km Länge(primär und sekundar) rd. z3S ooo Haushalte und rund S osoQroBkundlnnenmitRaumwärmeundwarmwasser. Eines der Ziele des Klimaschutzprogramms der Stadt Wien ist der konsequente Ausbau des Fernwärmenetzes. Die Voraussetzungen hiefür wurden bereits im Jahr iggS mit der Neufestlegung der Fernwärmeund Erdgasvorrang gebiete in Wien getroffen. Die unmittelbare Einschränkung einzelner lokaler Energieversorger durch Fernwärmeund Erdgasvorranggebiete ist durch die Öffnung der Energiemärkte nicht mehr möglich. Dieses Instrument ist daher dahingehend zu adaptieren, dass auch in liberalisierten Energiemarkten eine zweischienige Versorgung sichergestellt ist und Mehrfachstisteme vermieden werden. Das Fernwarmeapransportnetz beträgtderzeit rd. i. ooo km, mehr als 220. ooo Wohnungen und fast S. ooo Qroigkunden werden bereits mit Fernwärme versorgt. Im Bereich der Fernwarme-Nachrustung wurden bisher rd. I3o. ooo Wohnungen in Altbauten mit Fernwärmeleitungen vorinstalliert und davon fast Go. ooo Wohnungen angeschlossen Die Althaussanierung wird künftig vermehrt die nachträgliche Fernwärmeversorgung bestehender Altbauten erforderlich machen. Durch die nahezu ausschlieigliche Erzeugung von Fernwärme in Müllverbrennungsanlagen sowie durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungen wird ein Optimum von Umweltund Ressourcenschonungerzielt. ioFernwärmewerkestehen fürdie S d N, I P , ' Z Einspeisung von Hei Jgwasser in das Fernwärmeverbundnetz zur Ver fugung. Durch den laufenden Ausbau der Fernwarmeversorgung und eine Erhöhung des Erdgasanteiles wird derAnreilderleitungsgebundenen Energieträgeram Wiener Raumwarmemarkt zooS auf etwa 83% gestiegen sein. Das bedeutet eine Erhöhung des Fernwärmeanteils auf 32% und des Erdgasanteils auf AG Aa. Damit kann nicht nur die bestmögliche Ausnutzung der in den Kraft-Wärme-Kopplungen erzeugten Fernwarme erreicht, sondern auch in Stadterweiterungsflächen zumeist eine zweischienige Versorgung mit Strom und Erdgas bzw Fernwärme realisiert werden. Damit verbunden sind unter anderem der Neuanschluss von BS. ooo Wohnungen und die Vorbereitung von weiteren So. ooo Wohnungen fur einen nachträglichen Anschluss an Fernwärme bis zum Jahr zooS. Auch der Anteil an der Warmwasseraufbereitung in fernwärmeversorgten Wohnungen soll durch die Fernwärme Wien auf ZS% erhöht werden. Diessoll durch eineweitereVerdichtung derNetzanschlüsse — derzeit für rund Zo. ooo Wohnungen geplant — gewa hrl ei stet werden. Daraus resultieren Anforderungen an den Planungsbereich Einerseits mussen im Zuge von Flachenwidmungen fur die leitungsgebundenen Energ ietragerentspreche Einbautentrassen vorgesehenwerden. Weiters mussen die Netzbetreiberauch Abb zs Stand zooz Quelle Fernwarrne Cesehafrsb Wien, y Quelle 3 Fortschreibung 1998 des Energiekonzepts der Stadt Wien, 75 STEP OS EP iii. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFDRDERUNGEN INFRASTRUKTUR im Zuge der Bebauungsplanung fruhzeitig auf den zu erwartenden Bedarf an Versorgungsleitungenaufmerksamgemachtwerden, umkostenintensiveNachrüstungen von vornherein zu vermeiden. Andererseits müssen im Gebaudebestand die rechtlichen Rahmenbedingungen für den ungehinderten nachtraglichen Ausbau des Leitungsnetzes geschaffen werden (z. B Wegerecht für Fernwärme). Durch die effiziente Nutzung der Primärenergie und den Umstieg von Heizöl auf Erdgas war es möglich, die klimawirksamen COz-Emissionen um mehr als eine Mio. Tonnen pro Jahr zu senken. Durch entsprechende gesetzliche Regelungen ist der Niedrigenergiestandard zum De-facto-Standard im Wohnungsneubau geworden Das Bundes-ELWOG (Elektrizitatswirtschaftsorganisationsgesetz) sieht vor, dass bis zum Jahr zooy ein Ökostromanteil von mindestens 4% in Österreich erreicht werden muss. In Wien sind bereits zahlreiche Anlagen zur Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energietrager realisiert worden: S6 Fotovoltaikanlagen, eine Kleinwasserkraftanlage (Kühlwasser Auslaufturbinenanlage Kraftwerk Simmering), die Deponiegasverstromungsanlage Rautenweg und acht Windkraftanlagen. Weiters sind entlang der Wiener I-lochquellwasserleitungen zahlreiche Fotovoltaikanlagen und Trinkwasserkraftwerke im Einsatz. Durch die hohe Anzahl an Gebäuden hat die Stadt auch erhebliches Potenzial zur Nutzung der Sonnenenergie, da ohne zusätzliche Verbauung gro(Se Flächen zur Verfugung stehen. Dabei sind nicht nur die Dach flachen, sondern auch die Fassaden für Solarthermieund Fotovoltaikpaneele geeignet In Planung befindet sich weiters ein Biomassekraftwerk auf dem Gelände des Kraftwerks Simmering mit einer Nennleistung von 6z MW, das rund 4S. ooo Haushalte mit Strom und ucooo mit Fernwärme versorgen soll (inbetriebnahme zoo6). Weiters sind eine Biogasanlage (Inbetriebnahme zoo6), eine Kleinwasserkraftanlage in Nu(Sdorf (Inbetriebnahme zooS) und ein Windpark in Unterlaa (Inbetriebnahme zooS) in Vorbereitung Für ein Wiener Biomassekraftwerk bei gleichzeitiger Abwarmenutzung spricht, dass einerseits der Einsatz von erneuerbaren und COz-neutralen Energietragern wie Holz fur die Energieversorgung gesenkt wird und andererseits ein hoher Wirkungsgrad von fast Bo Prozent durch die gleichzeitige Nutzung der Abwärme fur die Fernwärmeheizung erreichbar wird. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz durch Reduzierung der COz-Emissionen und zur Erreichung des 4-Prozent-Ziels im ELWOG geleistet. Auch aufdem Gebiet der thermischenAnlagen geht die Entwicklung weiter. Derzeit sammelt die Stadt Wien mit einem Pilotprojekt in Hadersdorf Erfahrungen mit der Nutzung von Erdwärme: Die Sportmittelschule in Hadersdorf wird mit Wärme aus dem Lainzer Tunnelbeheizt. Theoretisch besteht ein hohes Potenzial an, Tunnelwärme" und damit eine gro(te Chance für den Klimaschutz. DerEinsatzvon ErdwarmeanlagenistauchbeimAusbauder Uzgeplant, wobei in energieautarken Stationen bis zu 6o Prozent der Energiekosten eingespart werden konnen. Bei den additiven Energieformen wie Sonnenund Windenergie ist festzuhalten, dass sie derzeit weder konventionelle Heizungen oder Warmwasseraufbereitungsanlagen noch das Beibehalten konventioneller Kraftwerke ersetzen konnen. Bei der zusatzlichen installation ergeben sich entsprechende Mehrkosten bei Errichtung und Betrieb Dennoch wird aus Gründen der Ressourcenschonung angestrebt, die Stromeinspeisung durch alternative Energiequellen nl. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFDfiDERUNGEN I N F R A S T fi U K T U li wie Deponiegasnutzung, FotovoltaikundWindenergieaufrund BQGWhbiszum Jahr zooS zu erhöhen. Diese werden allerdings in absehbarer Zukunft keinen bestimmenden Anteil an der Gesamtstromaufbringung erreichen können. Das Kanalnetz Das öffentliche Wiener Kanalnetz hat eine Gesamtlänge von rund z. 3oo Kilometern. Etwa TB Prozent sind begehbare Kanäle, der Rest Rohrkanäle. Das Stadtgebiet wird durch S Hauptsammelkanäle entwässert. Zusätzlich zum Wiener Stad tgebiet sind nochTeilgebi etc von angrenzenden Gemeinden in Niederosterreich an das Wiener Kanalsystem angeschlossen. Es handelt sich dabei um die Gemeinden Langenzersdorf, Gerasdorf, Hagenbrunn, Purkersdorf, Kaltenleutgeben, Mauerbach sowie Perchtoldsdorf. g8 z der Wiener Haushalte sind an das Kanalnetz angeschlossen, was einen Spitzenwert im internationalen Vergleich bedeutet. Das Wiener Abwasser stammt zu ca. So ss aus den Haushalten und zu So ss aus Gewerbe und industrie. Durch die Einbindung der Wienerwaldbäche ist die Abwassermenge witterungsbedingt starken Schwankungen unterworfen. Am tiefsten Punkt Wiens, nahe der Mündung des Donaukanals in die Donau, liegt die Hauptkläranlage der Stadt Wien. Mit dem Umweltschutzprojekt „Abwasserentsorgung und Gewässerschutz fur Wien" werden innovative und zukunftsweisende Maänahmen und Zielsetzungen fur den Gewässerschutz festgelegt. Es liegt damit eine ökonomisch und okologisch optimierte Gesamtlösung vor, welche die Zielsetzungen und Ma8nahmen bis zoiS berucksichtigt. Die neue ökologische und ökonomische Gewässerschutzstrategie besteht aus drei Ma)3nahmenstufen o Bauma8nahmen am Kanalnetz, an der Kläranlage und an den Gewassern zur raschen Sanierung und Wiederherstellung okologisch funktionsfähiger GewasserLebensraume (z. B. Revitalisierung und naturgerechter Rückbau von Wienfluss und Liesingbach, Wiederanpflanzung standorttypischer Vegetation zum verstärkten Rückhalt von Regenwasser im Einzugsgebiet der Flusse) tw ZuSatzliche gesetzliche Ma(Snahmen im Bereich derAbwasserentsorgung zur Lenkung und Forderung ökonomisch-ökologischer Zielsetzungen (Bauvorschriften, Grenzwerte, etc. ) IN Ma(snahmen „an der Quelle" anstelle der „End of Pipe"-Lösungen (z. B oberflächenentsiegelung, Dachflächenbegrunung, Versickerung unbelasteteroder schwach belasteter Abwasseram Entstehungsort, Herausnahme von Fremdwasser aus dem Kanalnetz etc. ) Aus ökologischer Sicht ist die Vermeidung von Mischwassereinleitungen in Liesing und Wienfluss wesentlich Dies kann durch neue, tief liegende Entlastungskanäle (wAbb. z6 Das wiener Kanalhetz) erreicht werden, die Regenwasser zwischenspeichern und zur Kläranlage ableiten. Abb zs Das Wiener Kanalnetz Queue MAso M lyhschsystem Trennsystem Schmutzwassersystem Teilmischsystem Abfallwirtschaft im Jahr zooo fielen in Wien rd. S, z Mio. Tonnen Abfälle an, davon waren o, 33 Mio. Tonnen gefährliche Abfälle Es dominieren fünf Abfallgruppen, wobei Abfalle mineralischen Ursprungs den grö(Sten Anteil ausmachen. Von den nicht gefahrlichen Abfällen wird rund ein Drittel einer stofflichen Verwertung zugeführt, die restlichen zwei Drittel werden thermisch behandelt oder deponiert. d STER OS STEP OS D nl. AusGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN INFRASTRUKTUR EN wien hat sich als erstes Bundesland dazu entschlossen, fur seinen Ab fallwirt schafts plan eine Suategische Umweltprufung durchzufuhren. Die Ergebnisse dieses Prozesses sind: w Abfallvermeidung intensivieren, zur Schonung wertvoller Ressourcen (bis zoio zoo. ooo Tonnen) durch Forderung effizienter Prolekte W Abfallvenvertung (Erfassung biogener Abfalle verstarken — Biogasanlage) w Abfallbehandlung und Beseitigung (thermisches Behandlungspotenzial durch dritte Müllverbrennungsanlage Pfaffenau anheben) Zurthermischen BehandlungderAbfällesteheninWiendieMüllverwertungsanlagen (MVA) Flotzersteig und Spittelau, die Massenabfalldeponie Rautenweg, die Entsorgungsbetriebe Simmering, die Ubernahmeund Aufbereitungsanlage fur Bioabfälle sowie die Kompostierungsanlagen Lobau, Freudenau und die l&ompostmieten beim SchafflerhofzurVerfügung. Über ganzWienverteiltgibt es ig Mistplatze und 33 Problemstoffsammelstellen (mindestens einer pro Bezirk). Vorliegende Prognosen gehen — unter der Annahme, dass die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin einen ahnlichen Verlauf nimmt wie seit Mitte der goer Jahre — von einer Verringerung des gesamten Abfallau fkommens aus. AufgrundderweiterenZunahmederEinpersonenhaushaltewirdallerdings mullmenge ansteigen. die HausDem Nachhaltigkeitsprinzip folgend und unter Berücksichtigung des Nationalen Umweltplans sowie internationaler Vereinbarungen (z. B. Kyoto-Protokoll) wurden im Wiener Abfallwirtschaftskonzept 2002 folgende Zielvorgaben und Anlagenbedarfe festgelegt: Wenngleich ein Rückgang derGesamtabfallmengenerwartetwird, wird festgehalten, dass fur manche Abfallarten bis zum Jahr zoio keine ausreichenden Behandlungskapazitäten in Wien vorhanden sind. Teilweise werden Kapazitäten au(3erhalb von Wien genutzt. In Wien selbst besteht ein offenes Behandlungspotenzial fur vergärbare Abfälle, die einer Behandlung in einer Biogasanlage zugeführt werden. Aufgrund des steigenden Hausmüllaufkommens werden die MVA Flätzersteig und Spittelau bis zoio durch eine weitere Abfallbehandlungsanlage für Hausmullmiteiner Kapaz(tätvonrd. 2So. oooergänztwerden mussen Die neue MVA Pfaffenau wird voraussichtlich frühestens im Jahr zoog in Betrieb gehen. Ohne Ma)tnahmen zur Reduzierung des abzulagernden Materials würde die Deponie Rautenweg-auch wenn alle baulichen Ma)lnahmen getroffen werden, um das Schuttvolumen optimal zu nutzen — im Jahr zoog an ihre Kapazitatsgrenze sto)len. Durch die Antragstellung und Genehmigung zur Fristverlängerung soll der Beschickungszeitraum fur weitere zo Jahre gesichert werden. P 18 111. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN SOZIALE INFRASTRUKTUR UND GESUNDHEIT Kl STEP OS Soziale In frastruktur und Gesundheit Dca Esorse Starsoaao an Lebensqualität, der immer mehr Bedeutung als „weicher" Standortfaktor für die Bewertung der Attraktiwtat einer Stadt gewinnt, basiert in Wien auf w den günstigen geografischen klimatischen und naturräumlichen Voraussetzungen (z. B. städtischer und überregionaler Naturraum, Luft, Wasser usw ), r& derAusrichtung der Stadtpolitikauf Nachhaltigkeit, Umweltorientierung und der Umsetzung der Prinzipien des Gender Mainstreaming und Diversitätsmanagement sowie auf o der traditionsreichen und umfassenden Kommunalisierung von sozialen und technischen Dienstleistungen (z. B. Wohnbau, Gesundheit, öffentlicher Verkehr Wasserver-und-entsorgung usw. ) DieQualitätder DaseinsvorsorgeleistungenWienswurdez. B. in der „Quality of Life"-Studie vom internationalen Consultingunternehmen Mercer bestatigt. Unter zig Städten hat Wien bei einem Vergleich von 39 Kriterien (u. a. Wasser-, Elektrizitätsund Verkehrsversorgung) hinter Zürich im Jahr zooS den z. Platz belegt. Unter den EU-(Haupt-)Städten nimmt Wien somit den ersten Platz ein. Die Sicherung der Lebensqualität in Wien beruht auf gleichen Chancen und der Zuganglichkeit zu den Daseinsvorsorgeleistungen, unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialer und ethnischer Herkunft. Dieses Grundprinzip gilt generell und im Besonderen fur die Bildungs-, Sozialund Gesundheitspolitik der Stadt Wien. Bildung Wien verfügt über ein breites Angebot an Bildungseinrichtungen, die nicht nur von lokaler und regionaler, sondern auch von nationaler und internationaler Bedeutung sind. DieAngebote reichen von der Grundausbildung und Fachausbildung bis hin zu universitarer und postuniversitärer Ausbildung Weiters wird ein breites Spektrum zur Weiterbildung durch au(3erschulische Bildungsmöglichkeiten wie Volkshochschulen usw angeboten. Die öffentlichen Bibliotheken und die Buchereien Wiens sowie diverse kulturelle Einrichtungen runden das Angebot ab. (Theater, Museen usw. ) 79 STER 05 t& nl. AUSGRNGELRGE UND HERAUEFDRDERUNGEN SOZIALE INFRASTRUKTUR UND GESUNDHEIT 6 HSAbsberggasse k BG, BRG und Wisku, RG Germgergasse SN Respect YourselfRespect Youth: die Tatigkeitsbereiche der Koordinationsstelle für M. A. ST. A Durch parttzipatorische, emanzipatorische, aktiv gestaltende, kommunale Kinderund Jugendpolittl& wird eine stadt tetlbezogene, ver netzen de, uber die bestehenden Grenzen hinausgehende Angebotspalette entwickelt. Die Ko ordination se teile fur „Mobile Jugendarber t, Aufsuchende Kinderund Jugendarbett, Streetwork und animative, freizeitpadagogische Beneuung — Parkbetreuung" — ein Referat der MA LS — sichert professionelle Kinderund Jugendarbeit im öffentlichen Raum Wiens. 2004 subventionierte dhe Stadt Wien, zo Projekte im Rahmen der Mobilen lugendarbeit, AufLlnter Bedachtnahme auf die Wettbewerbs fahigkeit Wiens und die kulturelle Weiterentwicklung der urbanen Gesellschaft wird es auch weiterhin notwendig sein, den Zugang zu diesen Einrichtungen für alle Bevölkerungsgruppen unter sozialen und raumlichen Gesichtspunkten sicherzustellen. Die vorliegenden Bevölkerungsprognosen gehen von einer besonders dynamischen Bevolkerungsentwicklung v. a. nördlich der Donau aus. Vordiesem Hintergrund wird hier spezielles Augenmerk auf die mittelfristige Vorbereitung der erforderlichen Schulkapazitäten gelegt werden müssen; dies betrifft insbesondere die Kapazitäten im Bereich der (berufsbildenden) mittleren und hoheren Schulen, die in den Kompetenzbereich des Bundes fallen Die Stadt Wien verwaltet überrloo Schulobjekte (Volksund Hauptschulen, polytechnische Schulen, sonderpädagogische Zentren, Schulen für Kinder mit Behinderungen und Berufsschulen) Viele wurden am Beginn des zo. Jahrhunderts errichtet. Als Folge der Stadterweiterung sowie der Forcierung des Wohnbaus wurden in den iggoer-Jahren im Rahmen des Schulbauprogramms zooo viele weitere Schulen gebaut. Ein Ziel dieses Programms war es von Beginn an, diearchitektonischeQualitatderSchulbautenunterBerücksichtigungderneuen padagogischen Ansatze auf hohem Niveau zu etablieren. In Fortsetzung des Schulbauprogramms werden derzeit eine Reihe älterer Schulen generalsaniert Vor allem die postsekundaren 8 ii dungseinnchtungen werden zunehmend als Standortfaktor gewertet. Neue 8ildungsangebote, v a. Fachhochschulen mit innovativen thematischen Schwerpunkten in Kombination mit Technologieund Forschungseinrichtungen, tragen insbesondere dann zur Wirtschaftskraft einer Stadt bei, wenn die gewählten Schwerpunkte und die entsprechenden Einrichtungen der Wirtschaft gut aufeinander abgestimmt und vernetzt werden. Als besonders erfolgreiches Beispiel in Wien gilt hierbei der BiotechnolgieCluster, der in sehr dynamischer Weise universitäre Forschung mit FoE der Unternehmen und mit der Förderung neuer Unternehmensgrundungen verbindet. (w Kap. IV. 4 Wirtschaft und Arbeit) Durch bildungspolitische Ma(inahmen sowie durch Frauenund Madchenförderung ist der Zugang zu Bildung in den letzten Jahrzehnten auch fur Mädchen aller sozialer Schichten und Kulturen durchlässiger geworden, wenngleich vielfach immer noch traditionelle Werthaltungen und Vorstellungen die Lebensund Berufswege von Madchen bestimmen. Um die Chancengleichheit zu gewahrleisten und solchen Tendenzen entgegenzuwirken, die diese Moglichkeitenwiedereinschränken, bedarfesdaherauchweiterhin innovativer Projekte zur Unterstützung und Heranfuhrung an hohere und breitere Bildung und Qualifizierung Kinderbetreuung — Raum für Jugendliche Die Verfugbarkeit von wohngebietsbezogenen Einrichtungen im Bereich der Kinderbetreuung ist ein wesentlicher Faktor für die Lebensqua(ität von Familien bzw. allein erziehenden Frauen/Mannern. Derzeit gibt es in Wien rd. ZS. ooo Platze für Kinder, etwa Jeweils zur Halfte in städtischen Kindertagesheimen und in privaten Einrichtungen. Für Beratung und Betreuung stehen auch die Einrichtungen des Amts fur Jugend und Familie, wie z. B. das Eltern-KindZentrum, zur Ver fugung. Einige Qualitäts kriterien einer kompakten Stadt, die das Alltagsleben v a. von Frauen (sie erledigen noch immer uber Bo ss des Haushaltes bzw. der VersorBo III. AUEGANGELAGE UND HERAUsFQRDERUNGEN SozIALE INFRASTRUKTUR UND CEEUNDNEIT STER OS gungsarbeit) bzw Männern mit Betreuungspflichten erleichtern sind zum Beispiel die Lage des Kindertagesheims, ein barrierefreier Zugang sowie die Kompetenz des Fachpersonals. Diese Merkmale werden sowohl in der Stadterweiterung als auch nach Möglichkeit in den dicht bebauten Stadtgebieten berücksichtigt. Die projektederinnerenstadteiweiterungkönnenzueinergleichmä(ligen Auslastung (Altersdurchmischung der Bevölkerung) der vorhandenen Kapazitaten beitragen. Die Möglichkeiten für Bewegung und Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche im unmittelbaren Wohnum feld werden als wichtiger Faktor für die Lebensqualität angesehe u n r . ne Die Verfügbarkeit und der Zugang zu entsprechenden Räumen sowie die Gestaltung sind dafür wichtige Voraussetzungen. (w Kap. IV J Wohnen, Kop. IV. S Grunund Freiraum) Interdisziplinarität im Bereich der Jugendarbeit und der Planung sowie gegenseitige Förderung offnete in der Vergangenheit schon den Weg zu neuen Lösungsansätzen und Realisierungen wie z. B. der Mehrfachnutzung von Freiraumen. Um die Spielra der Stadt zu erweitern, wurde das Projekt „einfach — mehrfach" als strategisches projekt installiert (w Strotegieplon). Mittels Mehrfach(vor allem stadteigener Potenziale wie Schulhöfe, Sommerbäder etc. ) und Zwischennutzungen (Bau lucken müssen nicht ausschlie JSl ich als parkplatze verwendet werden) kann auf konkrete Bedürfnisse und lokale Wünsche gut eingegangen werden In allen Bezirken laufen mittlerweile derartige Projekte. Eine in diesem Zusammenhang uber viele Jahre bewährte Ma(fnahme ist das Lobbying für die Interessen der Kinder und Jugendlichen durch das Landesjugendreferat und die von ihm geförderten Vereine (Jugendzentren, wienXtra, Rettet das Kind u. a. ) in Kooperation mit den Bezirken der Stadt Wien. Durch den Einsatz des zur Verfügung stehenden Instrumentariums wird versucht, denräumlichenund sozialen Benachteilungen der KinderundJugendlichenentgegenzuwirken. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen sowie die Verbesserung des sozialen Klimas, die Förderung von Eigeninitiative und Identifikation mit dem Stadtteil und das Erlernen partizipativerAbläufe. DieGeschlechtssensibilitätstelltdabeieinwichtigesArbeitsprinzipdar. Freizeitpädagog ische Angebote sind ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Gesundheitsund Betreuungsinfrastruktur Der Gesundheitszustand stellt neben dem Haushaltseinkommen den wichtigsten Indikator für die Lebenszufriedenheit der Wiener und Wienerinnen dar ( ~ . Abbz Lebenszufriedenheitsindex Kap II z. i). Entsprechend hoch werden daher die Erhaltung und der Ausbau des Gesundheitssystems sowie die Zuganglichkeit und Leistbarkeit desselben für alle Bevolkerungsgruppen eingeschätzt. WienkannhieraufeinemgutfunktionierendenGesundheitswesenundeiner reichen palette an gesundheitsfordernden Ma(jnahmen aufbauen. Seit vielen Jahren bietet die Stadt Wien unter anderem auch geschlechtsspezi fische Beratungszentren und verschiedene Gesundheitsbeau ftragte an, die gezielt auf Gesundheitsrisiken eingehen und somit praventiv beratend agieren. Der Bedarf an Krankenhäusern, (Fach-)Ärzten und Apotheken ist für Wien insgesamt abgedeckt, wobei es allerdings bei den Gro(feinrichtungen (Krankenhäuser) Ungleichgewichte in der raumlichen Verteilung gibt. In den letzten Jahren ist nicht nur die Zahl der Einwohnerlnnen in den einzelnen Bezirken unterschiedlich stark gewachsen, es verandert sich auch die Altersstruktur der suchenden Kinderund Jugendarbeit und von Streetwork. Die Finanzierung der „Parkbetreuung", die gegenwärtig von rg Vereinen an uber rzo Standorten durchgeführt wird, erfolgt aufgrund der Dezentralisierung aus Bezirksmitteln der Stadt Wien. Die Koordinationsstelle für M A, ST. A, fungiert als Schnittstelle zwischen den durchfuhrenden Vereinen und den subventionierenden Stellen. Die Leistungen der Koordinationsstelle umfassen sowohl Controlhng (Strategie, Qualität, Leistung und Finanz) als auch Support und Beratung fur die M. A. ST. A. -Projekte. Die Angebote orientieren sich an den jeweiligen Lebenssituationen und Bedurfnissen der Kinder und lugendlichen. Sie sind niederschwellig, stadtteilorientiert und reichen von Streetwork uber projektarbeit, freizeitpädagogische Angebote bis hin zu Einzelfallhilfe. Prävention, Partizrpation, Ceschlechtssensibilität sowie kritische Parteilichkeit fur Kinder und Jugendliche sind dabei grundlegende ArbeitsprinziP ion. Im Sinne des C ende r Mains treaming wird schon seit geraumer Zeit der geschlechtssensible und geschlechtsspezifische Arbeitsansatz angewandt. Deutlich sichtbar wird dies bei Projekten im offentlichen Raum wie z. B. der Parkbetreuung. Wesentliche Zielsetzungen dabei sind die Forderung der Entwicklung einer positiven Ceschlechterrollenidentitat, der Abbau von Rollenklischees und die Förderung von Chancengleichheit im öffentlichen Raum, der zumeist von Buben okkupiert ist. W be a partfajugend — Frei — Raum Kinder und Jugendliche sind als glerchberechtigte und aktive lnteressengruppen in die Planung und Cestaltung von Freiraum (Spielplatzen, Sportplätzen und Freiflachen) einzubeziehen. Sie haben als gleichberechtigte Bevölkerungsgruppe genauso ein Anrecht auf offentlichen Raum und dessen Nutzung wie die Envachsenen. Der Verein Wiener Jugendzentren ist in Sachen „Jugend — Frei — Raum" Lobbyist für Kinder und Jugendliche. Srce OS D. 111. AUSGRNGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN SOZIALE INFRASTRUKTUR UND GESUNDHEIT DF Cender Mainstreaming im Cesundheitsbereich Bereits ZLJBB hat das Buro der Wiener Frauengesundhertsbeauftragten mit allen relevanten Fachdienststellen des Magrstrates und dem Krankenanstaltenverbund das Wiener Frauengesundhertsprogramm erarbeitet. Ein Beirat — vom Burgermeister nominiertgarantiert die Kontinuität der umsetzung. Der jahrhche Frauengesundheitsbericht der Stadt Wien macht Differenzen zwischen Frauen und Männern deutlich und weist darauf hin, dass eine geschlechtergerechte Cesundheitsversorgung notwendrg ist. Diesem Faktum tragt die Stadt Wien Rechnung. Mit F. E. M. und M. E. N. stehen Cesundheitszentren als Ani aufstelle fur spezifische Fragen zur Cesundheit fur Frauen und Manner zur Verfügung. Bevolkerung (steigender Anteil alterer Menschen). Diesem Trend entsprechend werden Spitalskapazitäten vom Westen in den Nordosten der Stadt verlagert werden. Ein weiteres Zusammenwachsen dass sich die Austauschbeziehungen der Stadt mit der Umlandreg ion bedeutet, innerhalb der Region verstärken werden. Dies wird auch auf den Gesundheitsbere ich zutreffen. Wie in anderen Bereichen, wird daherauch hier eine intensivere VerwaltungsgrenzenuberschreitendeZusammenarbeit notwendig werden. Migrantlnnen zahlen zu jener Gruppe von Menschen mit besonders hohen gesundheitlichen Belastungen, aber auch Problemen beim Zugang zu den Gesundheitseinrichtungenund Sozialleistungen. Nach Herkunftdifferenziert, manifestieren sich die vergleichsweise grö(ften Defizite in Wien bei den Zuwanderlnnen aus dem ehemaligen jugoslawien und aus der Tü rkei. Die negativen Effekte auf das gesundheitliche Befinden resultieren aus einer Kombination sozioökonomischer Rahmenbedingungen, in erster Linie jedoch aus Arbeitslosigkeit und Armut, von denen Migrantlnnen uberdurchschnittl ich betroffen sind. (w Leben in Wien ll, Gesamtbericht, S. ZZ). Verständigungsschwierigkeiten und Informationsdefizite führen vielfach zu einer Verzogerung der inanspruchnahme von medizinischen Leistungen (Arztbesuchen) und therapeutischen Majtnahmen, was chronische Leiden oder Fehldiagnosen zur Folge haben kann. Am Beispiel der Situation von Migrantlnnen wird besonders deutlich, wie wichtig es ist, sozialpräventive Ma(fnahmen zu setzen und damit indirekt gesundheitspräventiv zu wirken. Im Sinne des Diversitätsanspruchs soll die soziale und räumliche Zugänglichkeit gewährleistet werden. Auf raumlicher Ebene kann die Gesundheitsplanung hierzu gemeinsam mit anderen kommunalen Einrichtungen in folgenden Bereichen einen Beitrag leisten: ED muttersprachliche Betreuung der Migrantlnnen im Gesundheitsbereich tD Dffnung der geriatrischen Tageszentren fur Menschen mit Migrationshinterg rund tD stärkere ()ffnung der Pensionisten-wohnformen für Menschen mit Migrationshintergrund t» Aufbau einer zielgruppenorientierten Versorgung im niedergelassenen Bereich (Arztpraxen) tD flexible Raume für integrative Gesundheitseinrichtungen in neu zu gestaltenden Stadtteilen vorsehen (z. B. Flug feld Aspern) Da das zielgruppenorientierte Diversitätskonzept als integnerter Teilbereich der Kommunal politik funktionieren soll, ist eine ressortü berg rei fende Zusammenarbeit nicht nur erwünscht, sondern für dessen Erfolg auch notwendig. Die Stadtplanung kann auch zur Gesundheitspravention wichtige Beiträge leisten, indem sie ein bewegungsfreundliches Umfeld wie z B. attraktive Fu(fund Radwege, benutzerfreundliche Anbindungen an Naherholungsräume-als Ausgleich zu vermehrt sitzenden Tätigkeiten und als Beitrag zu Fitness und ganzheitlichem Wohlbefinden und zur Gesundheitsvorsorge — schafft. Die Gesundheitsplanung hat den Anspruch, eine ausgewogene und flachendeckende medizinische und pflegensche Grundversorgung anzubieten. Wien wurde in drei EU-konforme Verwaltungseinheiten eingeteilt(NUTS ), in denen jeweilsallemedizinischenLeistungenangebotenwerdensollen. Angestrebtwird Sa nl. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN soziALE INFRASTRUKTUR UND GESUNDHEIT &I STEP OS ein durchmischtes Angebot an Gesundheitsund Sozialleistungen in einer kleinräumig dezentralen, aber miteinander vernetzten Verteilung. Spezialleistungen werden zukunftig nur an zentralen Standorten abgedeckt Wiens Bewohnerlnnen werden älter Die Lebenserwartung der Frauen ist im Durchschnitt nach wie vor höher, doch steigt im Vergleich zur Kriegsgeneration nunmehr auch die Lebenserwartung der Manner. Die Bevölkerung wird aber nicht nur älter aufgrund der Veränderungen in der Gesellschaft und der Familienstrukturen (steigende M obi lität derArbeitnehmerinnen, steigende Frauenerwerbsquote etc. ) werden auch immer weniger Pflegeleistungen von Familienangehörigen erbracht. Damitwird die Nachfrage nach Angeboten und Einrichtungen Betreuungsbereich in Zukunft weiter steigen im Pflegeund Die öffentliche Gesundheitsplanung reagiert da rauf einerseits mit Modernisierungen und Standardanhebungen in den bestehenden Einnchtungen, andererseits mit Neubau von LangzeitPflegeeinrichtungen Dem Wunsch der Menschen, so lange wie moglich in der eigenen Wohnung leben zu wollen, wird dadurch Rechnung getragen, dass sowohl die ambulante als auch die Betreuung zu Hause — durch mobile Dienste — weiter forciert und ausgebaut wird. Auch der Wiener Krankenanstaltenverbund setzt neue Schwerpunkte in seinem Angebot und gründete die neue Teilunternehmung „Pflegeheime der Stadt Wien". Im Bereich der geriatrischen Betreuung hat in den letzten Jahren ein Paradigmenwechsel stattgefunden, der im neuen, 5trategiekonzept fur die Betreuung alterer Menschen, Lebenswertes Alter in wien-aktivundsclbstbestimin" formuliertwurdeg. Imvordergrund dieser Konzepte steht der Mensch. Ziel ist es einerseits, den alternden Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichenundandererseits, demAnspruch einerkundenorientierten Angebotsplanung folgend, ortsnahe ganzheitliche Dienste anzubieten. I)m dem gerecht zu werden, werden Maftnahmen gesetzt, die es ermöglichen, mit entsprechender Betreuung so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben zu können. Vor diesem Hintergrund sind Magnahmen zur Rehabilitation auch in Zukunft intensiv zu fordern. Daruber hinaus geht die Entwicklung weg von einer Pflegekette (die letztlich immer bei der stationären Pflege endet) hin zum Pflegenetzwerk, innerhalb dessen die Auswahl aus einem -je nach individueller Lebenslagediversifizierten Angebot erfolgt. Durch ein interdisziplinares „Case Management" soll die Durchlässigkeit aller ambulanten, teilstationaren und stationaren Einrichtungen garantiert werden Eine zentrale Ansprechstelle soll die Orientierung der Kunden unterstützen. Neben den sozialen und unterstützenden Dienstleistungen kommt auch dem Wohnbau eine zentrale Rolle zu: Bei Neubauten eine barrierefreie Ausstattung mitzudenken und vorzusehen kommt nicht nur älteren, nicht mehr so mobilen Menschen zugute, sondern auch allen anderen Nutzerlnnengruppen Insbesondere in den neu zu errichtenden Stadtteilen bietet sich die Chance, Gesundheitsund Pflegeeinrichtungen unmittelbar mit neuen Wohnformen und entsprechender Infrastruktur kreativ zu kombinieren Dafur werden gezielt Vorhaltegebiete reserviertwerden Die Entwicklung spezieller Wohnformen(z. B. Mehrgenerationenwohnen, Hausund Wohngemeinschaften etc. ) soll die Wahlmöglichkeit je nach individuellen Anforderungen und Wünschen der Bewohnerlnnen ermoglichen. (w Kap. IV34 Themensiedlungen) Grundsätzlichermöglichtund fördertderbarrierefreie, öffentliche Raum der Stadt Selbstständigkeit und Selbstbestimmung aller Bevolkerungsgruppen. Dadurch sind auch Synergieeffekte fur verschiedene Nutzerlnnen der Stadt zu erreichen, die von einer Verminderung der Vereinsamungsgefahr bei älteren, allein stehenden Personen bis hin zu einem existenziellen Standard an Lebensqualität reicht Als städtebaulicheVoraussetzung für das altersgerechte Wohnen im Stadtteil, aber auch für Tages-und Pflegezentren sind eine durchmischte Infrastruktur (kurze Wege) sowie ein entsprechendes Dienstleistungsangebot in unmittelbarer Wohnumgebung notwendig. Dazu zählt auch der Zugang zu barrierefrei gestalteten öffentlichen Verkehrsmitteln. Soziale (öffentliche) Sicherungssysteme bedeuten Sicherheit auf individueller der Vermeidung schen Ebene und sind ein wesentliches Element in sozialer Isolation und Ausgrenzung von MenO B NUTs („Nomaoclatura das ooitüs carntorialas scacistiquas", auf Deutsch: systamauk dar Gabiotsamhaicao for dia stabstik). Wian wird m 3 NUTSRegionen unterteilt Region MICCE-Sudost: i. -n. God zo Bazirk; Ragian WESt: iz-ig Und zä. Bezirk, Region Ost N Und zz Bazirk B Gamamdaräclicha Gariatriakommission: Scratagiakoazapt for dia Betreuung altarar Menschen. Labooswartas Alter io Wian — aktiv Und salbstbastimmt SB WIEG zooa STEP OS D. iii. AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN RÄUMLICHE ASPEKTE DEA KULTUR 6. Räumliche Aspel&te der l(ultur Kutzua — VERsTANDEN ALs die Auseinandersetzung mit und die Gestaltung der naturlichen und sozialen Umwelten — durchdringt alle Lebensbereiche und ist somit ein wesentlicher Bestimmungsfaktor der Lebensqualitat. Die VerschiedenheitmachtdieQualitatdes Urbanenaus, Kulturunterstutztdiese Vielfalt. Wien genie(3t als Kulturstadt internationalen Ruf, der sich gleicherma)Senaufkünstlerische, kulturwissenschaftliche, alltagskulturelle sowie architektonische und stad tebau liehe Elemente bezieht. Es wird nicht nur ein breites Spektrum kultureller Aktivitäten(Musik Theater Dichtung, Film, Malerei Tanz .. ) geboten, durch gezielte Investitionen in die Errichtung und den Ausbau von Kulturbauten (z. B. Museumsquartier, Karlsplatz, Hauptbibliothek . . . ) wird zudem die Neupositionierung Wiens als internationale Kulturmetropole und damit eine innovative, dynamische Seite Wiens gestärkt. Wienbekenntsich auch zuseinerbesonderenVerantwortung für se in kulturelles Erbe im Bereich der Architektur und Stadtgestaltung (Stichwort Weltkulturerbe, Schutzzonen usw. ) und unterhältlaufendeinenaktiven, kreativenunddezidiertzeitgendssischen Dialog (m Kap. Iv. Ä wirtschaft und Arbeit) Karlsplatz Als Verkehrsknotenpunkt in innenstadtnähe war der Karlsplatz seitdem späten ig. )ahrhundert immer wieder Anlass und AusgangspunktfürstadtplanerischeÜberlegungen, dieeineumfassende Neuordnung zum Ziel hatten. Gleichzeitig gab es immer wieder „subversive" Aktionen, angefangen von der temporären Ausbreitung des Wiener Naschmarktes, über den Bau des ProvisonumsderWienersecessionbis hin zum Provisorium derersten Wiener l&unsthalle(„Container ). Der„Kunstplatz Karl splatz" definiert sich bereits über gro)Le Kulturinstitutionen: Kunsthalle Wien („Project Space"), Künstlerhaus, Wien Museum, Secession, Technische Universität, Musi 1&verein. Im unmittelbaren Umfeld befinden sich weiters die General i Foundat ion, die Akademie der bildenden Künste, das Semper-Depot, das Konzerthaus, das Schönberg Center, das Herbert von Karaian Centrum, die Evangelische Schule sowie das Theater an der Wien. Darüber hinaus bietet der Karlsplatz ein positives Potenzial, das in Zukunft stärker genutzt werden soll: Zentrumsnähe und vorteilhafte Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel sowie das Radwegenetz; Grunzone in einem extrem verkehrsreichen 84 nl. AUSGANGSLAGE UND HERAUSPDRDERUNGEN RÄUMLICHE ASPEKTE DER KULTUR 4 STEP OS Stadtgebiet; der Karlsplatz als attraktlver urbaner Knotenpunkt, an dem die Menschen sich gerne aufhalten. Diesen „Kunstplatz Karlsplatz" au«h durch Majtnahmen an der Oberfläche sichtbar zu machen war der Ausgangspunkt für einen Masterplan. Der Karlsplatz wird damit von einer Ueegend", wie Otto Wagner das genannt hat, zu einem urbanen Platz, der seine Kunsteinrichtungen sichtbar und erlebbar macht und der Kunst selbst auch Platz bietet. Kunst im öffentlichen Raum Mit Beginn zoo4 wurde der Fonds „Kunst im öffentlichen Raum" eingerichtet. Sein Ziel ist die Anhebung der Qualität von Kunst im öffentlichen Raum, ihre Förderung, Dokumentation und Vermittlung. Die Mittel für den Fonds kommen aus jenen Oeschäftsbereichen der Stadt Wien, die öffentliche Bauvorhaben realisieren(Wohnbaubzw Stadtentwicklung). EineJuryentscheidet uber eingereichte projekte, kann selbstständig projekte initiieren, Wettbewerbe ausschreiben oder auch inhaltliche oder geografische Schwerpunkte setzen. Kindermuseum auch ein eigenes Theaterhaus für Kinder im Museum squarti er errichtet. Bezirkskultur Auch der dezentralen Kulturarbelt wird in Wien ein hoher Stellenwert beigemessen. Die Förderung der Bezirkskultur spielt im Sinne einer sozialen und raumlichen Zugänglichkeit zum kulturellen Angebot der Stadt sowie im Sinne einer ausgewogenen nachhaltigen Entwicklung eine wichtige Rolle. Das Kulturressort legt diesbezuglich seinen Schwerpunkt auf die Förderung von Stadttellinitlativen und Netzwerken-zum Beispiel das Festival „Soho in Ottaknng" oder „Operation Figurini" als Nachfolgeprojekt nach dem erfolgreichen „Unternehmen Capricorn", Theater in den Au JSenbezirken u. a. D Creative lndustries Wissen und Kreativität sind als intellektuelles Kapital zu einerwichtigengesellschaftlichenürundlageWiensundzugleich auch zu einem zentralen Standortvorteil geworden. Der Ruf Wiens als Wissenschaftsstadt ist durch eine Reihe von Kompetenzfeldern festverankert. Besondere stärken Wiens liegen inder Medizin, der Psychotherapie, den Kunst-und Kulturwissenschaften sowie, nach gezielten Investitionen der Stadt, nun auch in den Bereichen Biotechnologie und „Creative Industries". Die„Creative Industries" als Wirtschaftszweig haben in den letzten fünf bis zehn Jahren in Personenzahlen stark zugenommen und auch in ihrer Qualität substanziell zugelegt. Schon heute sind in Wien in den Sparten Musik, Film, bildende Kunst, Mode, Design und Multimedia und anderen mehr als etwa lOO OOO Beschäftigte in rd. SB. ooo Kleinund KlelnStunternehmen tätig. (w Kop. IV. 4 Wirtschaft und Arbeit) Wien setzt in diesem Bereich — neben der Biotechnologie und derTelekommunikatlon-aufein weiteres Hoffnungsfeld, durchaus auch in einem standortpolitlschen sinn. Kunstschaffende werden in dem Sinn unterstützt, dass sie ihre Ideen auch umsetzen und verkaufen konnen. Damit wird dem Abwandern von Kreativen etwas Entscheidendes entgegengesetzt. Museen Im Unterschied zu anderen Städten werden in Wien Museen und Kultureinri chtungen neu eröffnet und nicht geschlossen. Das Museumsquartier, weltweit eines der grö JSten Museumsareale, wurde zool nach langer Planungsund Baugeschichte eroffnet. Weil Kinder nicht nur das Publikum von morgen, sondern Teil des heutigen Kulturpublikums sind, wurde neben dem ZOOM- ~ ~~ ~~ ~~ I STEP OS D IV. HANDLUNGSPELDEA DER STADTENTWIGKLUNG REGloNALE ENTwIGKLUNGEKDNEEPTIoNEN UND STEATEGIEN Vi NA RE ION N OPE Jlhlööö l uh HNHHIH Liö* J z Id, m ENGI 4IEIAIL Geör Karte iz Vienno Region Und CENTROPE CENTROPE Region /ordes+ Region Vienna Region (PCO) Stadtnaner Raum (SUM) I I I ILIN~ N ~~ ( R G HH Reg iona le Entwicl(lun und Strategien Entwürfe regionaler Kooperationen Europaregion CENTROPE MIT DER EU-EnweiTERUNG Wien die Chance und Herausforderung, reich-Tschechien — Slowakei — Ungarn ergibt sich nunmehr für im Vierlandereck Österals Zentrum einer grenzüberschreitendenundmultilateralen Europaregionzu fungieren und sich gemeinsam mit den regionalen Partnern im neuen Europa zu positionieren. Diese Europaregion, CENTROPE genannt, ist auf die Planung und Koordinierung von Ma(tnahmen zur Starkung desWirtschaftsraumesausgerichtet; Regional-und Standortentwicklung, Infrastrukturplanung und -realisierung, Bildungsund Forschungspolitik, Kultur, Tourismus und FreizeitwirtschaftsindhierdiewesentlichstenBereiche. Folgende Zielsetzungen wurden formuliert: (wkap. lll ti) tn Entwicklung des regionalen grenzuberschreitenden Bezugsraumesunterdenneuen politischen, wirtschaftlichenundtechnologischenVoraussetzungen-alsfunktionalerWirtschaftsraum im Nahbereich, der es Wien ermöglicht, mit den Stärken der CENTROPE-Partnerinnen eine im Vergleich zu anderen Stadten überdurchschnittliche Entwicklungsdynamik in der EU zu erreichen E» Nutzung der wirtschaftlichen und lagebedingten Vorteile Wiens g s konzeptionen imstadtenetzdieserRegion:Orö(teundSpezialisierungsoptionen, RollealsHauptstadtundeinwohner-undwirtschaRsstärksteStadt der Region, Bildungs-, Forschungsund Verwaltungszentren des Bundes, Finanzdienstleistungen, Headquarters, internationaler Flughafen mit Drehscheibenfunktion in Richtung Mittel-, Ost-und Südosteuropa, Standort-(agegunst in Mittelund Osteuropa E OPtimale Vernetzung und Erschlie(tung der Region CENTROPE im inneren und nach au(ten, Sicherung, Erschlie(tung und Entwicklung von internationalen der Hauptverkehrsachsen Top-Standorten in Wien entlang t Siedlungs-undWirtschaftsentwicklunginderWienumgebenden Region mit starker Ausrichtung auf die Erschlie(gbarkeit und Erschlie(tung mit hochrangigem ÖV zur Schaffung der Voraussetzungen fureinweiteresqualitativesWachsturn-IVAusbauma(gnahmen erfolgen in darauf abgestimmter Weise Szenarien für Siediungsentwickiung der Region und Verkehr in Im Rahmen der Studie Regionales Organisations modell Siedlungs-a Verkehrsentwicklung und Wirkungsbeziehungen (PGO zoo4) wurden fur den Kernraum der CENTROPE-Region (WienBratislava — Györ) zwei Entwicklungsperspektiven bearbeitet. 88 tv. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWICKLUNG REGIONALE ENTWICKLUNGEKONZEFTIONEN UND STRATEGIEN et STEF OS Siedlung und Verkehr Karte IB Szenario polyzentrische ~~ Struktur der künftigen 8zonario tsolyxontriaoho 8troktar Siedlungsentwicklung Queue. „Regfonales Organisatfonsmodeli Bustuess OlslHNs Siedlungso. VerkehrsentAtnssn PfoduklKHUvsnellung wlckiung und Wirkungsdsuou mk hnchstef Oyosmlk beziehungen", iordes+ TeilG e Regmnsts Zenheu prolekt, PGO zood, Wten und eodofttmfekhe ISLAUA BledlURQSDSQI8nkuflg EnlwlcklUngsnchlUng O aledtUugsoolasche ZNI8 ~ + u * Hom NRWUCR (S Wm. Slueuss Su NH, TENITINA) Flehe lsf o salm OR I HUIIII Ru ff 8 DiesebauenaufderVerteilungderChancen fürWirtschaftsstandorte auf, die aus der fur die nächsten Jahre geplanten Entwicklung derVerkehrsinfrastruktur resultieren. Fur die weitere Entwicklung wird das Szenario polyzentrische Struktur heran gezogen. Es geht von beobachteten Sied lungsmustern und Trends aus und setztSteuerungseingriffeund impulsespeziellim Bereich der infrastrukturentwicklung ein. Zu den wirtschaftsrelevanten infrastrukturellen Impulsen sindhierinsbesonderezunennen: derGüterterminal Sopran, derTechnologiepark Eisenstadt sowie mehrere Business-und lndustrieparks im Teilraum SopronEisenstadt-Wiener Neustadt, der Güterterminal Tulln/Judenau, mit dem Entwicklungsimpulse fur die Achse Korneuburg-Stockerau und den Niederösterreichischen Zentralraum gesetzt werden sollen, sowie die erganzende Ausstattung beider Teilraume mit Businessund industrieparks. In der längerfristigen Perspektive sollen der Norden und der Nordosten der Region durch AusbaumaJSnahmen im hochrangigen Straftennetz gestärkt werden, wobei die Siedlungs-und Wirtschaftsentwicklung in erster Linie auf die Schnittpunkte von Schiene und Straftefokussiertwerdensoll. Durchdenlangfristiggeplanten Guterterminal Wien Nordost erreichen dieAchsen Eibesbrunn-Wolkersdorf bzw. Gänserndorf ihre volle Standortgunst. Wenn es zur Herstellung einer hochrangigen Anbindung an Bratislava und Malacky kommt, kann für den Raum Gänserndorfeineverstarkte Dynamik erwartet werden. Der Standortbereich SüJSenbrunn — Gerasdorf — Eibesbrunn — Wolkersdorf wird durch die Nahe zum Guterterminal in langfnstiger Perspektive stark profitieren. Das Siedlungsszenario polyzentrische Struktur enthält aber auch MaJSnahmen zur Einschrankung der Entwicklung in der Südund Südostachse, um damit sicherzustellen, dass Entwicklungsstandorte in nördlichen und nordöstlichen Teilen der Region angenommen werden. Dies bedeutet, dass in der Süd-und Südostachse eine ReorganisationundAufwertung von Betriebsflächen an einigen wenigen Entwicklungsbrenn punktenetwa durch Businessparks und durch in dustri eparkangebote, v. a. im E i nzugsbereichhochrangigeröffentlicherVerkehrsmittel-angestrebt wird. Gleichzeitig sollen aberzumindestdieAltbeständeankleinen Baulandreserven abseits des ÖV rückgewidmet werden, um sukzessive eine Fokussierung auf gut erschlossene Standorte zu bewirken und weiters das Gesamtangebot an Betriebsflächen in Grenzen zu halten. Eine derartige Vorgang sweise entspricht etwa den Vorschlägen im Aktionsprog ramm der PGO für den Raum Simmering-Schwechat. 89 STEP 05 O IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTwlcKLUNG REGIDNALE ENTwlcKLUNGSKDNSEPTIGNEN UND STRATEGIEN * . dyr y M a I'dkkd n. )(kemnd MNISI~N' : Trsti K S5 sank d Ktd II Ta mdv/y at P M I y, äea' Mdd Pd k Py Suäkdvlkd d 1 TISLA G I ', S I I riß dlun . -:Euuk . L Sh» ' Karte ig Straßenprajekte (Auswahl) in der Jordes+ Region, Quelle „Regiana(es Orgamsa' tiansmadellgiedtungs-s Verkehrsentwicktung und Wirkungsbeziehungen", Jardes+Ter(pra)ekt, POO zooö, Wien d t dt NNS . 551 c Fd N dd K F I L d kdny N55 H d Z N M H M kvld d ddTky N. M El. H Sbmn M tldm T vt St I * KI , st. p u d Madl g S dd Sdd vdvld j Kartezo Schi enen projekte in der Jordes+ Region Quelle „Regionales Orgamsatiansmadetl Siedtungss Verkehrsentwicktung und Wirt&ungsbeztehungen", J ardes+ Ted praj ekt, PCO 2004, Wien El Svh v Ml ky Mdd Hdd dL tns BRATISLAVA s Td v Sdr Slddk G I D I SINN El. Srvds. t dt El. dud k r n sdnvrb dn k S F. d Gdb d dn I. ' H ld M ' Syvd El. L*td y S*NN y Fut El vtv I Ikld 9o Siedlung und Verkehr I15I Straßen projekte (Auswahl ') ' enthält Änderungen für dia Bearbeitung das STEP'05 Bastand in Bau Autobahn i Schnaeslraßa zwsistrseg Rsalisisrung brs 2011 (in Ungarn Ns 2015) Autobahn/ Schnaestraßd znarstnturg Realisierung nach 2011 (in Ungarn nach 2015) Autobahn i Schnellstraße zwalstrslflg Ö Msrchbruckdn April 2005 Erstellung: W Ndugdbaudr Österreichisches ÖR Institut für Raumplanung Siedlung und Verkehr I51I Schienen projekte Bastsnd(Parscnanvarkshr) Raalisimung bis 2011 Realisierung nach 2011 Raaßslsrung nach 2021 Schnaebahn Konzept Bratislava Schnaebahnnng (Prc)aktidaa) El. Elsktnfizisrung Ndubau/Ausbau November 2003 Ersldsung W Ndugdbaudr Österreichisches Institut fur Raumplanung iy. HANDLUNGERELDER DER STADTENTWICKLUNG REGIONALE ENTWiCKLUNGEKONZEPTIONEN UND sTRATEGIEN Kl STER OS Derdurchdiestragenausbautenaufgewertetestandortraum zwischen Südund Sudostachse ist kaum mit hochrangigem ÖV erschlossen, deshalb ware bei der Lokalisierung gro(Sflachiger Betriebsgebiete auf die ÖV-Anbindung (für Beschäftigte und Güter) zu achten. Die Entstehung eines 5iedlungsbandes entlang der SE im Süden Wiens sollte in abgestimmter Weise verhindertwerden. Generell ist der Anschluss bestehender Betriebsgebiete südlich und ostlich von Wien an den ÖV anzustreben, und dafür geeignete Konzepte sind zu entwickeln (z. B Schnellbusse für den Raum Mödling — Schwechat). Nur unter der Bedingung einer Beschrankung der Dynamik im nahen sudlichen und südostlichen Umland ist eine ausgewogenere Dynamik in den Achsen im Norden und den anderen Teilräumen wahrscheinlich. Im nördlichen Wiener Umland werden durch die umfangreichen Ausbauma(inahmen im Stra(sennetz sehr gro(ie Baulandpotenziale eroffnet, z. T. auch weitab von öffentlichen Verkehrsmitteln und bestehenden Siedlungsstrukturen Eine Konzentration der künftigen betrieblichen Entwicklung auf wenige ausgewahlte Standortbereiche ist erforderlich, um konkurrenzfähigeGrö(ienordnungenbezüglichAusstattung und Einzugsbereich zu erreichen und, in weiterer Folge, Chancen für eine selbsttragende Entwicklung zu eröffnen. In diesem Zusammenhang ist die Anzahl möglicher Standorte zu beschranken. Damit positive Wirkungen nicht verpuffen, sollten nur einzelne regionale Achsen gestärkt werden und dort Schwerpunkte in Gemeinden geschaffen werden, die bereits über ein gewisses Potenzial an Unternehmen und Einwohnerlnnen verfugen. Kleinere Gemeinden könnten über die Errichtung von interkommunal en Wirtschaftsparks und Betriebsgebieten an der Entwicklung beteiligt werden. Dies eröffnet auch die Chance zu einer Optimierung bei der Standortwahl und zu einer höheren Ausstattungsqualität der Entwicklungsstandorte. Dieses Szenario einer auf attraktive Standorträume ausgenchteten polyzentrischen Entwicklung wird deshalb empfohlen, da eine weiter fortschreitende, kumulative Dynamik v. a. im sudlichen und südöstlichen Wiener Umland erhebliche verkehrliche und umweltmä(Sige (Uberlastungs-)Probleme zur Folge hätte. Weiters wurde auch das bestehende Ungleichgewicht in der Verteilung der Arbeitsplatze nordl ich und südlich der Donau weiter verstarkt statt verringert werden. Die Erhaltung und Entwicklung einer polyzentrischen Struktur bzw einer dezentralen Konzentration stehen im Einklang mit dem SiedlungspolitischenKonzeptderOstregionsowiedemNiederösterreichischen Landesentwicklungskonzept zooz. Unterstützt durch den gezielten Ausbau der Verkehrs-und Wirtschaftsinfrastruktur kann so eine ausgewogene räumliche Verteilung der Chancen gewährleistet werden. Biosphärenregion Lind Leitbild Grüne Mitte Ein weiteresmit dem Szenario polyzentrische Struktur kompatibles — Konzept für den angesprochenen Kernraum von CENTROPE zwischen Wien, Gyor und Bratislava ist auf die Bildung einer so genannten Biosphärenregion ausgerichtet. Es enthalt ein Leitbild fur die Grüne Mitte zwischen Wien und Bratislava, die als das Kerngebiet einer zukunftigen Biosphärenregion vorgesehen ist und aus mehreren vernetzten Biosphären parks, Nationalparks und weiteren wertvollen Landschaftsteilen aufgebaut werden könnte (w Karte in) In Hinblick auf die übergeordnete Fragestellung, wie sich die Region Wien — Bratislava — Györ als Wirtschaftsraum in einem künftigen vereinten Europa positionieren kann, ist die naturräumliche Quaiitat nicht nur als „weicher Standortfaktor", der eine hohe Lebensqualität in der Arbeitsumgebung signalisiert, zu sehen, sondern auch als mögliches wirtschaftliches Potenzial. Mit dem Konzept wird deshalb auch das mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung kompatible Entwicklungspotenzial der Region aufgezeigt. Die Region weist besondere Eignung und eine breite Wissensbasis für die Produktion von hochwertigen Agrarprodukten und Lebensmitteln sowie fur die Erzeugung und Verteilung von Alternativenergien(Windkraft, Biomasse, Biogasund-treibstoffe)auf. Hier können Forschungsund Entwicklungsaktivitäten sowie übergeordnete Vermarktungsund Forderungsinitiativen in den nächsten Jahren zum Entstehen eines Kompetenzfeldes von internationaler Bedeutung beitragen. lnahnlicherWeisegiltdies für den Bereich Verkehr: In einer Region mit sehr hoher und rasch weiterwachsender Verkehrsbelastung ist die forcierte Entwicklung von nachhaltiger Mobilität eine zentrale Herausforderung (z B moderne, flexible ÖV-Angebote, Verlagerung des Güterverkehrs terverteilung) auf Bahn und Schiff, moderne Logistik und GüEin Modellpro)ekt zur Entwicklung eines nationalparkkonformenVerkehrssystemsinder Region NeusiedlerSee — Fertöd wird entsprechende Impulse setzen. Das bei solchen Initiativen entstehende Know-how kann in weiterer Folge wirtschaftlich (international) genutzt werden Die Vernetzung und grenzüberschreitende Koordination der Entwicklung und Vermarktung der besonderen Biosphären kann schlie(ilich zu einem eigenenWirtschaftsimpulswerden, denn der Standortfaktor Umwelt, Landschaft und Freizeitwert wird in Zukunft noch grö(iere Bedeutung erlangen, als dies bereits Jetzt der Fall ist Q 91 STEP OS t» IV. HANDLUNGSPELDER DER STADTENTwicKLUNG REGIDNALE ENTwtcKLUNGEKDNZEPTIDNEN UND STRATEGIEN bär e// +Wer g S'e//edg+ +B ~4 ~agram Esaraoep Eiseeaeede Eratiaiaga ~ne +tb 20 tbgälschete ~M O~ Biosphärenregion und Leitbild Grüne Mitte Nationalpark ~ Naturpark ~ Naturschutz~ gebiet Labdschafts~ schutzgebiet UNESCO Welterbe ~ Grube Mitte Ima It g 3ORDES m T IP I kt Ls tb Ia G gs N tts" Bs st Nartm tD ks e füfilBCigäi St Ng smb 2003 k g glg m g m g. m g gt Ieleooe ~ ~~ Spor sisauaba &R 20 KM Kaite2i Biosphüreoregion mit dem KerngebietcrüneMitte Queue „Biospharenregioa uadteitbild GruneMitte", lordes+Teilprolekt, PGQ wien 2004 ä. a Stadt timlandregion Räumliche Leitbilder DAS LAND NIEDERÖETERREICH verfolgt gezielte Schwerpunktbildungen (Landesentwicklungskonzept 2003, Leitbild für die räumliche Entwicklung lgg8). Die Förderung der Viertelhauptstädte sowie die Entwicklung von eigenständigen Teilraumen (NO Zentral raum St. Polten/Krems, Wiener Neustadt) sollen einen Ausgleich zur Konzentration der Entwicklungsdynamik auf die Stadt Wien und deren direktes Umland schaffen. Das Siedlungspolitische Konzept Ostregion (POO igga) ergänzte diese Vorstellungen durch eine Strategie der dezentralen Konzentration im Umland von Wien. Dies bedeutet die Förderung vonschwerpunktortenalsWohn-und Dienstleistungsstandorte im weiteren Umland von Wien bei gleichzeitiger Begrenzung der Siedlungsentwicklung im stadtnahen Suburbanisierungsring. Dieses Konzept wurde allerdings bisher nicht aktiv umgesetzt. Die heutige Raumentwicklung im Umland findet kaum mehr in regionalen Zentren statt, sondern orientiert sich in ihrem Wachstum neben anderen Faktoren wie Bodenpreis und Bodenverfugbarkeit sehr stark auch an der Verkehrsinfrastruktur und denregionalenVerbindungslinien. lndiesemnetzartigenWachstum der Stadtregion entstehen Knotenpunkte mit höchster Erreichbarkeit. EskommtzurBildungvonregionalen Netzen, deren Verbindungskapazität größer ist als die Anbindung an die bisherigen Stadtzentren. Ehemalige Stadtränder auf der einen Seite ea IV. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTwicKLUNG REGIoNALE ENTwicKLUNGEKDNZEPTIDNEN UND STRATEGIEN STER os und die zunehmende Urbanisierung der stadtnahen Gebiete auf der anderen Seite führen zur Bildung einer„Zwischenstadt". (w Kap. iii z t Bevö1kerungsentwicklung und Suburbönisierung) Die Entwicklung lässt sich durch die Planung kaumaufhaltenoderrevidieren, sondernbestenfalls „zivilisieren". Dies erfordert aber ein anderes Planungsverständnis und neue Formen interkommunaler Kooperation. Dies wird derzeit-von Wien gemeinsam mit Niederosterreichmit dem organisatorischen Aufbau eines Stadt-Umland-Managements unterstützt (nähere Beschreibung siehe unten). Um die oben beschnebenen Tendenzen so zu gestalten, dass ihreraumlichenundverkehrlichenAuswirkungen möglichst geringe Belastungen für Mensch und Umwelt mit sich bringen, sollte eine Steuerung in der Region nach folgenden Planungsgrundsätzen erfolgen: w Siedlungsentwicklung nach dem Grundsatz der dezentralen Konzentration. tw Entwicklungszentren an den Schnittpunkten des hochrangigen Schienenund Stra(gennetzes, um eine nachhaltig verträglicheverkehrsentwicklung sicherzustellen. tp Konzentration von Betriebsgebieten an diesen Schnittpunkten, wobei durch gemischte NutzungenindiesenZentren(verschiedenste Formenvon Betrieben, Freizeiteinrichtungen, Wohnnutzung) eine möglichst gute ÖV-Auslastung gewährleistet wird — Schnellbahnstationen als integratives ElementeinesZentrums(Erarbeitungstädtebaulicher Konzepte zur Attraktivierung von ÖV-Stationen). IN Konzentration auf wenige Betriebsstandorte im Umland von Wienneben den Entwicklungszentren(Zentrale Orte) des Siedlungspolitischen Konzeptes Ostregion — erfordert die Beteiligung von mehreren Gebietskörperschaften an diesen Standorten (interkommunale Betriebsgebiete). Steuerungsinstrumente zur Forderung einer konzentrierten Entwicklung und zur Erschwerung der flachenhaften Zersiedelung sind auszuarbeiten. t» Potenziell MIV-induzierende Betriebesollennicht in dezentralen Lagen und ohne attraktiven ÖVAnschlusserrichtetwerden. Freihaltenhöherrangiger Stra(gentrassen von Bebauung mit Wohnund Gewerbenutzung zur Vermeidung neuer MIVVerkehrserreger IP Klare Abgrenzung der Siedlungen. KDDPERATIDNEN zwtscHEN WIEN UND NIEDERÖETERREIGH (LAND UND UMLANDGEMEINDEN) Q Kooperation be Betnebsgebietsentwicklung (insbes im Zusammenhang mit Cüterverteilzentren) Abstimmung von Einzelhandelsstandorten in Zusammenhang mit einem regionalen Q Einzelhandelskonzept EE5 Regionalbuskorndor Reyonalbuskorndorplusuerlangerung ~ des schienengebun denen OV Ernchtung Biospharenpark Wienerwald Konkretisierung und Umsetzung des LandschaftskonzeptesWien-Umland-Sud der planungsgemeinschaft Ost ~ Erstellung eines grenzubergreifenden Crunkonzeptes ausgehend vom Crungurtel Wien (sicherung der Landwirtschaft, Schaffung emes Landschaftsund Erholungsnetzes) tw SensibleAbstimmung regionaler Einkaufszentren aufdas lokalegiedlungsgefüge, die Kaufkraft und bestehende Wirtschaftsbetriebe (Schaffung integrierter Standorte). tw Kompaktesiedlungsformen, diedenAnspruchauf privat verfügbaren Freiraum im Wohnungsverband erfüllen (z B. verdichteter Flachbau statt offener Bebauung). tw Erhaltung von öffentlichen Grünund Freiräumen zwischen Zonen maigvoller Verdichtung. w Ausrichtung der weiteren Rahmenbedingungen auf die oben genannten Planungsgrundsätze, nämlich Wohnbauförderung, lnfrastrukturerschlie(gong, Bodenpolitik, Finanzausgleich Dadurch sollen diederzeitbewirktenkontraproduktiven Effekte vermieden werden. Karte zz Mögliche Kaaperatiansfatder im stadt-umland-Bereich Teilräumliche Leitbilder IN Biosphärenpark Wienerwald DerWienerwaldgiltmiteiner FlächevonsoSBZoha in Mitteleuropa hinsichtlich Ffächengrö(ge und Geschlossenheit als ein für tiefere Lagen herausragen93 STEP OS D IV. HANDLUNGSPELDEA DER STADTENTWIGKLUNG REGIONALE ENTWIGKLUNGSKONZEPTIONEN UND STRATEGIEN 8 los PHÄRENPARK WIE NE RWALD NIEDERÖSTERREIGH IEN r p Abgrenzung Bioapharenpark Wienerwald (enthelt Entwicklunga-, Kernund Puaerzonen) Stadtgrenze Wien Karte IS Eiosphärenpark Wieoerwold Que(le Regiona(analyse Wienerwaid, PGO zood Karte zd. National pork Donau-Auen Quei(e Nariona(park Donau-Auen desWaldgebiet DerWienerwald istTeil derstadtischen Agglomeration Wien und somit auch Teil des Grung urtels (w Kap. V Grünund Freiraum). tg8ywurdevon den Bundes(andern Wien und Niederösterreich die Wienerwalddeklaration verabschiedet, welche 2002 überarbeitet und erneuert wurde. Ziel dieser politischen Willenserklärung ist es, Schutzund Entwicklungszlele fur die Region so aufeinander abzustimmen, dass der Wienerwald als Natur-und Erholungsraumerhaltenbleibt, gleichzeitig abereine nachhaltigewirtschaftliche Entwicklung ermoglicht wird. Aufbauend auf der WienerNATIQNALPARK DQNAU-AUEN walddeklaration betreiben die beiden Lander nun gemeinsame Planungen, die zur Errichtung eines BiosphärenparksWienerwaldnach den internationalen Kritenen der UNESCO führen sollen. D» Nationalpark Donau-Auen im Oktober tgg6 wurde der Nationalpark DonauAuen von den Ländern Wien und Niederösterreich gemeinsam mit dem Bund gegrundet (Artikel ISa B-VG I/ereinbarung). Er schützt eine der letzten gro((en unverbauten Flussauen Mitteleuropas au feiner Gesamtfläche von 98oo ha. Davon sind 66% Auwald, zo% Gewässer und IS N Äcker, Wiesen und sonstige Flächen. Die Dynamik des fliegenden Stromes bewirkt eine enorme Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die fur die Besucher attraktiv erlebbar gemacht werden Der Nationalpark Donau-Auen erstreckt sich von Wien bis zur Marchmundung an der Staatsgrenze zur 6 iowa kei (8ratisiava). Bei einer (Enge von 88 Kilometern misst er an seiner breitesten Stelle kaum 4 Kilometer, denn die Auen finden sich nur unmittelbaran der Donau. im Norden des National parks liegt die weite Ebene des Marchfeldes. (m Süden wird die Grenze durch die Abbruchkante des Wiener Beckens gebildet. Vorallem für dieWiener Bevölkerung istdasGebietder Lobau eintraditioneller Naherhofungsraum. Durch den Nationalpark ziehen der Weitwanderweg oy und der Donauradweg, d er von Passau kommt und über Hainburg nach Ungarn fuhrt. (w Kap IV S Grunund Freiraum) Die Lobau ist seit tgoS Teil des Waldund Wiesengurtels Wien und wurde tgz6 der Wiener Bevölkerung als Erholungsgebiet zugänglich gemacht. Das Gebiet wurde I 8Z8 zum Naturschutzgebiet erklärt, nachdem erfolgreich die Durchquerung miteinerobenrdischen Sehne((straöeverh(ndertwordenwar Die UNESCO hat Igyy die Untere Lobau in die Liste der B iosphärenreservateaufgenommen, alseinederfünfinOsterreichexistierenden Biosphären. Der Nationalpark Donau-Auen gilt weltweit als einziger, der so weit in eine Stadt reicht. Er verzeichnet rund 6 So ooo Besucher Im Jahr. IP ( (p -. Wp ON)t M hll p S Mw /D Fl W Rl ht SM d i eh/ Weg%De Ea n E geh I MM '49K Snl( pwe FNM /D p EI M RKPI t i Wld g Pe S h M hthd IEI S t g/D u I Alt ~ g I — Nariona(park(lachen wege 94 Iv. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWICKLUNG REGIDNALE ENTwicKLUNGEKDNEEPTIDNEN UND STRATEGIEN STEP OS Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Gebietes und seiner Einrichtungen erfolgt durch die Nationalpark-Gesellschaft, wobei das Forstamt der Stadt Wien als eigenständiger Partner und als l/erwalter des stadtischen GrundtieSitZeS fungiert. Weitere Partnerdes Nationalparks Donau-Auen sind das Umweltministerium, die Bundesforste und das Land Niederösterreich. IN Bisamberg Ig/o wurden aus Anlass des Naturschutzjahres gro(te Teile des Gebiets Bisamberg von der Stadt Wien in NO angekauft, um diesen wertvollen Landschaftsraum lang fnstig zu sichern und den Bewohnerlnnen Wiens zur Erholung zur Verfügung zu stellen. Wien und Niederosterreich setzen hier ebenfalls gemeinsame Ma(snahmen: Ein Landschaftsrahmenplan schaffte die Voraussetzungen zur Unterschutzstellung des gesamten Bisamberges als „Landschaftsschutzgebiet" in Wien und in Niederosterreich. Zur Verbesserung der Voraussetzungen als Freizeitund Erholungsraum wurden ein Tourismuskonzept Bisamberg erstellt, Planungen zum Bisamberg Vorland durchgeführt, Projekte wie etwa das projekt „Dampfross und Drahtessel" entwickelt und Ma)Snahmen der Landschaftsgestaltung durchgefuhrt(z. B. wurden Ackerflächen in Wiesen umgewandelt, Wege in einfacherAusführung gebaut, Einzelbäume Alleen und Hecken gepflanzt sowie Rastund Spielplätze eingerichtet), aul3erdem wurden lnformationstafeln mit geschichtlichen und heimatkundlichen inhalten entwickelt und aufgestellt. (w Kap IV S Grünund Freiraum) Räumliche Leitbilder der kleinregionalen Entwicklungskonzepte „Region Korneuburg Stockerau", „Wien Nord — Marchfeld West" sowie „Wien DonaustadtMarchfeld Süd" Die Erarbeitung von Kleinregionalen Entwicklungskonzepten (KREKs) zielt auf die gemeindeübergreifende Abstimmung von Konzepten und Programmen ab. An der Erstellung der Kleinregionalen Entwicklungs konzepte sind je nach Themenschwerpunkt Raumplanerlnnen, Tourismusfachleuteoder Landwirtschaftsexpertlnnen beteiligt. Auf Basis eines Starken-Schwachen-Profils der Region — um die Chancen, aber auch die Risiken für die weitere Entwicklung zu erkennen-wird ein trag fahiges Leitbild für die beteiligten Gemeinden erarbeitet. Verkehr, Tourismus, Freizeit, Produktentwicklung, infrastruktur und die Entwicklung interkommunaler Standortkooperationen sind einige der Themenbereiche, in denen bereits Projekte zwischen den Wiener Bezirken und den angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden entwickelt wurden. IN Aktionsprogramm Raum Wien-Simmering — Schwechat IndiesemAktionsprogrammwurde im Rahmen der PGOunter Konzentration der Betriebsansiedlung aufhochwertigen Standorten eine interkommunale Masterplanung (insbesondere interg k e o f m üh m rt u t, nal es EntwicklungsgebietAilecgasseLiesing tal) durchin der auch die Grunund Erholungsnetze konzipiert und eine Neugliederung von Siedlungsbereichen geplant wurde. Q Strategien Wiens in und mit der Region Die Funktion der Großstadt in der Region: Wachstum und Spezialisierung WIEN vERFOLGT IM HINBLlcK auf die beschriebene Ausgangslage folgende Ziele für die Entwicklung der Stadt in der Region: IN Konzentrationderstadtischen Entwicklungsma)Snahmenauf Wirtschaftsberei ehe mit klaren Standortvorteilen in der Stadt Ip. Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Region CENTROPE (v. a. hochrangige Verbindungen zwischen den Zentren) IR Entwicklung der Knotenfunktionen (Güter, Personen, Dienstleistungen) zu hervorragend ausgestatteten Wirtscha ftsstandorten in der Stadt IN Kooperation mit den Nachbarreg ionen mit dem Ziel, die Entwicklungaufeinanderabzustimmen, denlnfrastrukturausbau voranzutreiben, die Siedlungs-undVerkehrsentwicklung umweltgerecht zu steuern und geeignete Verfahren zur Klarung von interessenkon flikten einzurichten Die Entwicklung der mit der (Umland-) Region intensiv verflochtenen Standorte in der Stadt Die mit der (Umland-)Region intensiv verflochtenen Standorte in der Stadt bieten die Möglichkeit IN des Ausbaus der Umsteigeknoten zu attraktiven Aufenthalts-, Arbeitsund Versorgungszentren — z B. Flug feld Aspern w der Entwicklung von Komplementärund Brückenfunktionen dieser Standorte im Nahbereich (Einkauf/Freizeit/Kultur) mit aktiven Ansätzen -z. B Bahnhof WienEuropa Mitte w derVernetzung und ErreichbarkeitvonkomplementarenWirtschaftsstandorten in der Region — z. B. Ailecgasse (Simmering — Schwechat) Ma fSnahmenvorschläge für einzelne Wlrtschaftsberelche im regionalen Kontext Die folgende Llbersicht zeigt verschiedene Ma(snahmen und Instrumente, die im Hinblick auf die oben dargestellten Uberlegungen zum Einsatz kommen können Dabei wird nach relevanten Wirtschaftsbereichen und nach Instrumenten unterschieden, die im Sinne obiger Strategien von Wien allein und oder nur in Abstimmung mit anderen Gebietskörperschaften (Bund, NÖ, Burgenland, Gemeinden) entwickelt und zum Einsatz gebracht werden können. Q 95 STEP Os D. Iv HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWIGKLUNG REGIONALE ENTWIGKLUNGEKONZEPTIONEN UND STRATEGIEN Einzelhandel Gewerbe, Industrie, Logistik Dienstleistungen und Büros Wien — Geschaftsstraßenbelebung und -forderung durch Weiterentwicklung von bestehenden Fordennstrumenten, z B zeitl Steuerbefrerung — Aufbau regional wirksamer Ernzelhandelsstandorte mit besonderer Standorteignung rn Wien — EKZ in dicht bebauten Gebieten in Geschaftsstraßen rntegneren oder zu neuen Zentren entwrckeln — aktive Entwicklungspohtik (Bereithaltungspolibk), aktive Bodenpolrtrk — Forderung von kleinen und mrttelgroßen Unternehmen (KMU), Bestandspllege — attraktrve Drstributionen durch Kombinationsmöglichkeiten — gemischt genutzte Standorte (z Bz DL und Lopstrk, Cewerbepark und Guter termrnal) — Ausbau der ZentrumsfunktronenEntwrcklung und Nutzung bestehender oder potenz reger Standortqualrtaten — ppp-projekte bei Flachenbereitstellung und projektentwrcklung — Konzentrabon auf bestimmte Stadtentwicklungsgebiete bzw auf wemge Top-Standorte, dre bererts gut erschlossen srnd (rnsbesondere attraktrver ÖV-An schluss) oder durch geplante Aus baum aßnahmen zu Top-Standorten werden — Standort-Marketing betreiben — Nutzung von Synergren mrt Wohnbzw Cewerbenutzung (attraktrve Mrschnutzungen, attraktrve ÖV-Anbindung) — Flachen fur die pnvate Nachfrage bereitstellen ln Kooperation mit den Bundesländern ((BÖ, Burgenland) bzw. dem Bund gemernsam regronales Ernzelhandelskonzept erarbeiten gemeinsame Beurteiiungsund Entscherdungsmoglrchkerten emheitlrchem Beurteiiungsrahmen gesetzliche Ziele, Planungszrele hinsichtlich Standortkntenen prazrsreren (Raumordnung, Crunraumplanung ) effektrve Beratung zur Starkung der Bezrrkshauptorte mrt konkretisieren/ In Kooperation mit dem Bund — rechtliche Bestimmungen (Gewerberecht, Mietrecht, Finanzausglerch, Wohnbauforderung) — Beteikgung bzw Förderung konzentrierter Standorte gesetzlrche Ziele, Planungszreie konkrebsreren (Raumordnung, Crünraumplanung ) Konzentration auf Standorte mit großem Entwicklungspotenzral Standortentwicklung und-vermarktung in intensiver Zusammenarbert von/mit lnstrtutionen der anderen tender (WWFF mit ECO Plus/Wr BAG) — Konzentration von Betnebsansred Großeinrichtungen grenzuberschreitend anlegen lungen, gemeinsame aktive Bodenpohtik zur Flächensicherung (insbesondere fur Logrstikstandorte — wegen hoher Anforderungen an die Standortergnung) finanzielle und organisatorische Anrerze zur Kooperation schaffen und anwenden attraktive Distnbutionen durch Kombrnationsmoglichkeiten gemischt genutzte Standorte (z B. Di. und Logistik) Stand ortentwicklung und-vermarktung in Zusammenarbeit der anderen tender (WWFF mit ECO Plus/ WiBAG) mrt Instrtutronen Konzentration von Betnebsansredlungen, Großeinnchtungen analog zum Gewerbebererch moglich Konzentration von Drenstlerstungsstandorten rn regionalen Zentren, Vermeidung von neuen Busrnessparks ohne hochrangigen OV-Anschluss Freizeitgroginvestitionen ; Analoge Maßnahmen rm Bereich Freizertgroßmvestrbonen wie z B Ernzelhandel (va Raumvertraglrchkeitsprufung, evt Regronalkonzept) UND Tabelle 8 Mnßnnhmen zur Abstimmung der regionnlen Entwicklung von Wien, Niederösterreich, dem Burgenlnnd sowie des Bundes Laufende Kooperation von Gebietsjcörperschaften Aus den oben beschriebenen Handlungsansätzen geht hervor, dass eine enge Abstimmung zwischen Wien und Niederösterreich im Interesse beider Länder notwendig ist. Weder die Siedlungs-noch dieVerkehrsentwicklung dervergangenen)ahrzehnte weist daraufhin, dass sich die z. T. erheblichen Überlastungsund Umweltprobleme von selbst lösen werden. Diese Kooperation muss auf der Basis einer freien Llbereinkunft erfolgen. Nur so kann ein gegenseitiger Nutzen aus der Kooperation gezogen werden Die dabei einsetzbaren rechtlich moglichen Kooperationsformen können sein: ein Verein, ein Gemeinde-Zweckverband, eineGmbH, eine privatrechtlichevertraglicheVereinbarung oder ein Artikel ssa Vertrag gemaß B VG zwischen Gebietskorperschaften'. Entscheidend fur die Wahl der Rechtsform ist die Funktionalitat und der dahinterstehendeZweck. Wichtig ist, dass beide Kooperationspartnerlnnen durch gemeinsame Aktivitäten zusätzlichen nachhaltigen und lang fristigen Nutzen ziehen. Vorteile bzw Gründe für grenzüberschreitende Kooperationen können u. a. sein: (Gemeinde-)übergreifende Entwicklung und Nutzung von (Wirtschafts-, Wahn-, Freizeit-)Standorten (z. B. das Pilotprojekt zum EntwicklungsgebietAilecgasse — Liesingtal im RahmendesAktionsprogrammssimmering-Schwechat)-Gleichzeitige Realisierung eines Grünund Freiraumkonzepts und sozialer infrastruktur o. gemeinsame, professionelle Standortvermarktung IN abgestimmte infrastrukturplanung, ÖVund IV-Erschließung IN Schaffung von interkommunalen Betriebs-und Entwicklungsgebieten an dafur besonders geeigneten Standorten Im Frnanzausglerchsgesetz (FAG zoos, BGBI tsö/zoos) wurde eine langjährige Forderung von Gememden, Raumplanern und Regronalentwrcklern umgesetzt: Ab t. t zoos rst es moglrch, freiwrlhg offenthch-rechtlrche Verernbarungen uber die Terlung von Kommunalsteuerertragen aus uberörtlichen Projekten (z B interkommunalen Betriebsgebreten) abzuschließen n6 IV. HANDLUNGSPELDER DER STADTENTWICKLUNG REGIONALE ENTWICKLUNGEKONEEPTIONEN UND STRATEGIEN STEP OS IN gemeinsame Aufschliegung (auch ÖV), Betrieb und Vermarktung zur Bündelung und Kostenteilung Stadt-Umland-Management Stadtregion Wien ~~ER Eine Voraussetzung fur das Gelingen von Kooperationen zwischen Gebietskörperschaften liegt in der starken projektund Umsetzungsorientierung auf der Basis laufender wechselseitiger und vollstandiger Information und eines l/ertrauensverhältnisses zwischen den Schlüsselakteurlnnen. Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für die Kooperation zwischen Wien, NÖ und den Umlandgemeinden: Stadt-Umland-Management (SUM) Derzeit wird die Einrichtung eines Stadt-UmlandManagements (SUM) für Wiener Stadtrandbezirke, Kleinregionen, NÖ Gemeinden und bestehende Organisationen (z. B. PGO, NÖ Regionalmanagements) vorbereitet, das die grenzüberschreitende Kooperation bei Standortfragen, in der Grünraumplanung und bei diversen infrastrukturellen projekten forcieren soll Ziele dieser Plattform sind der Ausgleich von Interessen, die Entwicklung gemeinsamer Projekte und die Suche nach gemeinsamen Losungen von Problemen. Wesentliche Organisationselemente(wAbb Stadt-Umland-/lilanagement-SU/iii) sind das Stadt-Umland-Management Nord und Süd sowie deren dazugehorige Stadt-Umland-Foren und ein u berg eordn etes Steuerung steam, das der PGO zug eordnet werden soll. Das gemeinsam mit NÖ einzurichtende StadtUmland-Management wird eine wichtige Kommunikations-und Diskussionsplattform sein. DasStadtUmland-Management wird als Schritt in Richtung Entwicklung eines Stadtregionsverbandes gesehen. Auf der Basis des S UM aufbauend wird es auch leichtersein, geeigneteAnreiz-undAusgleichsmechanismen sowie Ordnung s instrumente (Gesetze und Verordnungen) einzusetzen. weltplanung ist es vorteilhaft, eine sachlich fundierte Informationsbasiszu erstellen, dieallen Kooperationspartnerlnnen methodisch und inhaltl ich voll zurVerfugung steht und deshalb wechselseitig überprüfbar ist. Vorgeschlagen wird daher, regionale Wirkungsanalysen fur Großprojekte im Sinne der Verfahrensweisen von Raumverträglichkeitsprüfung (RVP) oder Strategischer Umweltprüfung (SUP) unter Beteiligung der Kooperationspartnerlnnen durchzuführen. Überregionale Kooperation Zur Unterstützung der bereits angelaufenen grenzuberschreitenden Planungsund Wirtschaftsaktivitäten in der Region CENTROPE wird nicht nur eine Weiterentwicklung von regelmä(Sigen informationsund Gesprächsplattformen mit entsprechenden Verwaltungsstellen aus dem Raum Bratislava, Györ und arno notwendig sein, sondern auch die Umsetzung gemeinsamer Projekte. Eine grenzüberschreitende Organisation ähnlich der Planungsgemeinschaft Ost soll dafür eine Plattform sein. D Abb z/ Stodt-UrolodMooogement (SUM) Stodtregioo u/ien Instrumente zum kooperativen Nutzenausgleich und zur Abstimmung bei der Planung und Errichtung von Grofgprojekten Als Grundlage fur den Abgleich von Vorund Nachteilen, dieausgrogeren Projekten(z. B. imZusammenhang mit der Errichtung von neuen Verkehrsinfrastrukturen im Bereich der Entwicklung von Einkaufszentren/Fachmarktzentren)entstehen, welcheeineerhebli ehe regionale Wirkung aufweisen, sowie bei der Um- STEP OS D IV. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTINIGKLUNG REGIONALES RÄUMLICHES LEITBILD — WIEN IN CENTROPE IA I ~ii' / „P'/' . . / /I/rs / p Reg icJnales räumliches Wien in CENTROPE Dic REGIOPIALEPI Wirtschaftsbeziehungen, Pendlerwege, Einkaufsund Tourismusbewegungen, werden sich in den nachsten Jahrzehnten eindeutig in Richtung Osten verlagern. Die in der Nachkriegszeit gewachsene und raumstrukturell pragende Westund Südorientierung wird abgelöst durch eineoffene, durchgängigeRegioninMitteleuropa, diewirtschaftliche und kulturelle Beziehungen in alle Richtungen unterhalt. Diejahrzehntelang dominierenden engen Grenzen im Umland Wiens werden in den nächsten Jahren so weit abgebaut, dass sie administrativen Grenzen im eigenen Land gleichen werden. In den unmittelbar angrenzenden Regionen der Nachbarstaaten entstehen dynamisch wachsende Wirtschaftsräume. Unterstützt durch das organisatorische, rechtliche und finanzielle Instrumentarium der EU werden die Nachbarregionen ein vergleichsweise höheres Wirtschaftswachstum aufweisen als die Ostreg ion Österreichs und andere„alte" EU-Regionen. DieChanLeitbild— ce Wiens und der Ostregion liegt in diesem Umfeld darin, sich aktiv an der Dynamik in den Nachbarreg ionen zu beteiligen und daraus wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. In diesem neuen Kooperationsraum mit den Regionen der Nachbarstaaten werden sowohl die Konkurrenz um Ansiedlungen von Wirtschaftsbetrieben als auch die Kooperation bei der Entwicklung der Gesamtregion zu einem global wettbewerbsfähigen Standort eine Rolle spielen: Co-opetition, die Gleichzeitigkeit von Konkurrenz und Kooperation, wird prägend für das Verhältnis der Teilreg ionen in CENTROPE der nächsten Jahre sein. Im Kern der Region CENTROPE ist als europäische Besonderheit die unmittelbare Nähe der beiden Hauptstadte Wien und Bratislava von zentraler Bedeutung: im (Nahe-)Verhältnis dieser beiden Hauptstädte wird sich entscheiden, ob das Modell der Co-opetition funktioniert und dazu führt, dass beide Seiten davon ihren Nutzen haben. g8 iV. HANDLUNGSPELDER DER STADTENTWICKLUNG REGIONALES RÄUMLICHES LEITBILD WIEN IN CENTROPE 4 STEP OS Die Erschlieitung dieses großen Entwicklungspotenzials auf engem Raum erfordert eine intensive Vernetzung der Standorte innerhalb der Region. Dazu ist es erforderlich, E» die Verkehrsinfrastlukturzu einem vollständigen und in gleicherQualitätoperierenden Netzauszubauen, vergleichbarmit jenem in anderen europäischen Groästadtregionen (einschlie(Slich der Flughäfen), E die Wirtschaftsstandorte auf international höchstem Qualitätsniveau zu entwickeln, zu betreiben und zu vermarkten, ip die Forschungsund Entwicklungspotenziale über die Grenzen hinweg zu vernetzen, E die Arbeitsmarkte beiderseits der Grenzen schrittweise, mit Augenmaä zu öffnen und die Vorteile aus unterschiedlichen Qualifikationen, Sprachund Marktzugängen sowie Lohnniveaus für das Wachstum der Gesamtreg ion zu nutzen. Der in den nächsten Jahren forcierte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der Abbau der Zollkontrollen werden die fur die Bevölkerung am unmittelbarsten spürbaren Veränderungen in der Region bringen. Die damit einhergehenden Beeinträchtigungen, vor allem die erwartete Zunahme des internationalen StraJLengüterverkehrs, stellen eine Herausforderung an dieVerkehrspolitikdar: Es isteinewesentlicheZielsetzung der Region, einen möglichst groJten Anteil der erwarteten Güterströme mit Bahn und Schiffzu transportieren. Zur ErreichungdiesesZieleswerden der Ausbau der Schieneninfrastruktur und der logistischen Dienstleistungen, aber auch verkehrslenkende MaJSnahmen in Abstimmung mit den Nachbarreg ionen notwendig sein. Auch für den weiter zunehmenden regionalen Personenverkehr besteht das Ziel, möglichst wele Bewohnerlnnen zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel anzuregen — dazu sind attraktive innerregionale Verbindungen, wie zwischen den Zentren Wien und Bratisla und die Anbindung falls von herausragender der Flughäfen der beiden Städte, ebenBedeutung. Die Vision eines S-BahnRinges, der die beiden Städte Wien und Bratislava nördlich und südlich der Donau schienenmä(Sig noch wesentlich intensiver und attraktiver miteinander verbinden würde, sowie die Bildung eines gemeinsamen Verkehrsverbundes zwischen Wien und Bratislava verdeutlichen diese Anliegen. Fur die Entwicklung der Wirtschaft, der Wissensproduktion und der Erschlie(Song der Märkte giltAhnliches: Eine eigenstandige Entwicklung der Regionsteile ist die Voraussetzung, die gezielte Bündelung und Vernetzung von Partnern ober die Grenzen hinweg schafft Wachstumspotenziale, die darüber hinausgehen. So wird es in der nachsten Zeit zwar einen Wettbewerb zwischen den Regionsteilen um die Ansiedlung internationaler Unternehmen geben, gleichzeitig macht es jedoch Sinn, die gesamte Region CENTROPE auf globaler Ebene zu positionieren und gemeinsam zu vermarkten. Eine der Besonderheiten dieser Region im internationalen MaJSstab liegt in ihrem Reichtum an Naturlandschaften und besonderen Biospharen Unter der Bezeichnung Grüne Mitte wird das Nationalpark-Herz der Region zwischen Wien und Bratislava verstanden. Die Idee einer Biospharenreg ion, in der die wertvollen Naturräume vom Wienerwald bis zu den Kleinen Karpaten und zur ungarischen Schüttinsel in der Donau gepflegt, stärker vernetzt und internationalbekannt gemacht werden, und in der das Prinzip der nachhaltigen Regionalentwicklung zu einem Leitmotiv für die gesamte Region werden kann, bildet eine Entwicklungsperspektive, die weit uber die nächsten Jahre hinausreicht. Ausgehend von ihrer wirtschaftlichen Basis sollen auf neuenQualifikationenberuhendeWertschöpfungskettenausnaturräumlichen Ressourcen und international konkurrenz jahigen End produkten gebildet werden, die zur zusätzlichen wirtschaftlichenProsperitatundhohemBeschaftigungs-und Einkommensniveau in einer„Biospharen Wachstums-Region" beitragen können. Es ist ein angenehmer Nebeneffekt, dass mit den in der Biosphärenregion versammelten Naturund Kulturgütern auch unter dem Titel „weiche Standortfaktoren" international im wirtschaftlichen Umfeld geworben werden kann. Ziel und Hoffnung der Entwicklungsarbeit für Wien und die Region CENTROPE istes, diesespannendeZukunftingrenzuberschreitender Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen produktiv zu gestalten. Dies erfordert den Aufbau schlagkräftiger Organisationsstrukturen über die staatlichen Grenzen hinweg, aber auch die intensive Kooperation der österreichischen Partner (Länder, Bund) als Voraussetzung fur den Schritt über die Grenzen. Cl 99 STER 05 D. IV. HANDLUNGSFELDER DER 5TADTENTWICKLUNG REGIONALES RÄUMLICHES LEITBILD — WIEN IN CENTROPE 100 Kack 25 Regionales räumliches Leitbild ID ID z C m ID C Ul n D e D rt Dl C ID O ID n IXI C ID C Q U Dl ID O. Q Q n ID C I C I I8 I5-n Ul ID O. O // // // // // II n ID IQ I IO / V Q Q I Ul I P Dl /I N ID Q. O Q Q 3 Q IO V 3 / / UU D !U IU Ul IU U CI. Q ~ IIII ~ U l OUOU+ ~ = ~~ ~ ~ O ~ I R It K IU CD IV. HANGLUNGEPELGER GER STAGTENTWICKLUNG WOHNEN NI STEP 05 Wohnen Wohnungsangebot AUFGRUND DER beschriebenen Bevolkerungsentwicklung (w Kap. Jll 21 Leben sq ua li tat) w u rd e d i e Wo h n ba utä t i g ke i t in Wien in der 2. Hälfte der iggoer-Jahre stark erhöht. Zwisc he nsgg4 und zooo war eine durchschnittliche Wohnbaurate von rundio. ooogefordertenundca. s. ooobis i.goo frei finanzierten Wohnungen pro Jahr gegeben, die Wohnbauleistung von 1989-1993 (6. ooo Wohnungen/Jahr) wurdedamitbeinaheverdoppelt. Danach wurde die Bau leistung jedoch wieder auf rund 6. ooo Wohnungen reduziert. Der Schwerpunkt der Wohnbautätigkeit lag im m. und 22. Bezirk (Nordosten) lzzw. 10. , 11. , 23. Bezirk (Süden), allerdings konnte in der 2. Hälfte der iggoer-Jahre durch die bereits ab i997 eingeleitete Forcierung der inneren Stadtentwicklung auch eine deutliche Steigerung derWohnbautatigkeit in den dichter bebauten Stadtvierteln wie im 2. , iS. , i6. , 37. und 20. Bezirk registriert werden. Der Wohnung s bestand erhöhte sich von iggo bis Ende2002uminsgesamt92%auf 929. 878 Wohnungen (Wohnungen mit Hauptwohnsitz und ohne Hauptwohnsitz). Wohnungsqualität DerAnteildersubstandardwohnungen ist in den letzten zo Jahren deutlich gesunken. Lag der Anteil der Wohnungen der Kategorien D (Wohnungen ohne WC oder überhaupt keine Wasserinstallation) i98i noch bei rund 19 %, so betrug er 3991 nur mehr rund Io 9: und nach der Gebäudeund Wohnung szä hlung zooi lag dieser Anteil zoos bei nur noch rund 8%. Kleinräumig betrachtet, erreicht der Anteil der Wohnungen mit schlechter Ausstattung allerdings in manchen Stadtgebieten noch immer mehr als das Doppelte des gesamtstadtischen Durchschnitts. Davon betroffen sind in der Hauptsache gründerzeitliche und vorgründerzeitliche Wohngebiete entlang des Gurtels, insbesondere in den Bezirken S. , so. , N, IS. , i6. , 17. sowie grojle Teile des Bezirks Brigittenau (zo) und zentrumsfernere Teile der Bezirke Landstra(le (3. ) und Leopoldstadt (z. ). Die im Jahr zoo3 durchgefuhrte Studie „Leben und Lebensqualitat in Wien" kam zu dem Ergebnis, dass die ZufriedenheitmitderWohnqualitätallgemeinhoch ist, aber nicht allein durch die Gröjle der Wohnung bestimmt wird, sondern in einem grollen Ausmajl auch von der Quaiitat des unmittelbaren Wohnumfeldes. Diese lässt sich festmachen etwa an der Verfügbarkeit von privatem und offentlichem Grun, geringer Belastung durch Lärm und Verkehr Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln sowie dem Vorhandensein von sozialen öffentlichen Einrichtungen und Kommunikationsund Begegnungsräumen Die Beurteilung des Wohnumfeldes kann allerdings nicht ausschliejllich nach objektiven Kriterien (z. B. m* Grunraum/ Einwohner) erfolgen, weil hierje nach personlichen Lebenssituationen (z B. Alter, Familienstand, Mobilitat, Einkommen usw. ) unterschiedliche Bedürfnisse bzw. präferenzen bestehen. O ~ Comoiudowohnungoo ~ Sonstige Wohnungen Abb 28 Anteil der Gemulnduwahuuugeu lo b, . Wien zoos, Quelle. statistisches Jahrbuch Cruodorzait(vor iyg) 249. 227 Zwischookriogszait (igig-1945) Wiederaufbau 0946-1960) 97 930 Nachkriagszoiz(ig6i-iggo) 203326 1981-2001 81301 nicht rokoostruiorbar Summe 770. 955 b, Tabelle g Wohnungen nach Bau periode Quelle srarisriscjtes/ahrbuch derstadtwien, HWZ 2001 ~ auseigontum Wohnuogsaigontum Haupzmioio SORStiga Bestand Tohelie io Wohnungen Que/le. HWZzooi 44 938 89 6TJ 586 721 49 619 770. 955 nach Ruchcsfarm Abbau der Substandardwohnungen 100% in Wien 80% 20% 0% 1961 1971 1981 1991 2001 Abh zg Abbau dar subszoudardwohuuogun bei Haupzwohusiczwohuuogeu Quelle Statistisches jahrbuch der Stadt Wien, HWZ zoos 103 STEP 05 S iv. HANDLDNGEPELDER DER STADTENTWIGKLUNG WOHNEN Wohnfläche in m* pro Kopf in Wien ig61-zooi 50 30 20 . 10 . 1961 1971 1951 1991 2001 Abb lo Wohn flache In m* pro Kopf in Wien 1961-zoos Quelle Statistisches jahrbuch derStadtWien, HWZzooi l&, Jugendgerechtes Planen und BauenQualitätssteigerung im Wohnbau" Freiraumesindineiner GroßstadtwieWien, voraflem in den lnnenstadtbereichen, besonders knapp. Hier konkurrieren die Bedürfnisse der Kinder und lugendlichen oftmals mit denen anderer Anspruchsgruppen. Verdrangungsprozesse finden nicht nur in öffentlichen Parks statt, sondern auch in großen Wohnhausanlagen in den Stadtrandbezirken. Selbst wenn kein Mangel an Freiflachen vorhanden ist, fuhrt das Fehlen von speziell gewidmetem Freiraum für lugendliche oft zum „Kampf" um Platz. lp. Kinderund jugendfreundliche stadtplanung und Wohnbau Kinder und Jugendliche brauchen fur ihre gesunde körperliche, geistige und soziale Entwicklung offentliche Freiraume, die Bewegung, Kommunikation, Spiel ermöglichen. Sie brauchen anregende Räume, die sie aktiv erschließen und gestalten konnen. Der öffentliche und halböffentliche Raum ermöglicht viele gesellschaftliche Erfahrungen und Lernchancen, die in privaten Raumen nicht möglich sind: Auseinandersetzung mit anderen Menschen, mit Unbekanntem und Neuem, mit der Natur, Gefordert sind eine kinderund jugendfreundhche Stadtplanung und ein entsprechender Wohnbau, die den Bedurfnissen der Kinder und Jugendlichen nach vielfältigen Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualitat und gefahrloser Erreichbarkeit gerecht werden. 3. 2 Wohnungs(zedarf Die Bnuticue ENTwicncuur Wiens wird in den nächsten Jahren erheblich von der Bevölkerungsund Wirtschaftsentwicklung abhängen. Geht man von einer durchschnittlichen Wohnungsbelegung von rund 1, 8-2, 2 Personen/Wohnung aus, so bedeutet dies eine zukünftige Wohnungsnachfrage aufgrund von Einwohnerlnnenzuwächsen von rund So. ooo Wohnungen im Basisszenario(Zeitraum zooo-zozo, Bandbreite rund+/ i6. Soo Wohnungen). Auf den betroffenen Zeitraum verteilt bedeutet das in der Ausgangsprognose eine Nachfrage nach rund z. goo Wohnungen/Jahr. (w Ka pitel II 2 1) Auch im Falleinergleichbleibenden Einwohnerlnnenzahlgibtes inWienaufgrund steigender qualitativer Anforderungen den Bedarf, kontinuierlich neue Wohnungen zu errichten und dabei auch bisher unbebaute Flachen in Anspruch zu nehmen. Ein weiterer, wesentlicher Teil des Wohnungsbedarfes entsteht aus baulichen oder Nutzungsveränderungen im Baubestand, wie beispielsweise aus dem Abbruch von zumeist älteren Gebauden und durch Wohnungszusammenlegungen (vorwiegend in Grunderzeitvierteln). Es wird geschätzt, dass allein aus dieser Komponente ein jährlicher Wohnbaubedarf von z. goo bis 3. ooo Wohnungen entsteht'. Zuletzt bewirkt auch die laufende Änderung der Wohnbedürfnisse bzw der Nachfragestrukturen einen ständigen Trend zur Ausweitung der Wohn flächen pro Einwohnerln. Bei generell steigenden Einkommen und Lebensstandards, aber auch durch die Veranderung der Haushaltsstruktur (Anteil der Singlehaushalte) entsteht eine lang fristige Tendenz zur Vergro)3erung der Wohn fläche pro Kopf. Auch länger in Wien lebende Zuwanderlnnen haben mit Verbesserung ihrer Einkommensverhältnisse einen Nachholbedarf bei der Flachenausstattung ihrer Wohnungen. Insgesamt ist diese Tendenz langfristig stabil(igz c 25 mt1901 33 mk zoos: 38 m* pro Einwohnerln), wobei in den letzten Jahren eine leichte Sattigung der Kurve zu beobachten ist. Veränderung der Nachfrage Neben der quantitativen Verfugbarkeit von Wohnraum, also dem Angebot an Wohnraum, bestimmen Leistbarkeit sowie qualitative Kriterien die Nachfrage. Unterschiedliche Bevolkerungsgruppen (Alter, Lebenssituation, Einkommen, Herkunft) haben unterschiedliches Wohnverhalten und fragen unterschiedliche Segmente am Wohnungsmarkt nach bzw. haben unterschiedliche Bedürfnisse, Anforderungen und auch (finanzielle) Moglichkeiten. Aus der s ich verändernden Bevolkerungsstrukturergeben sich für die Zukunft neue Anforderungen an den Wohnraum: t Steigende Nachfrage nach Kleinund Mittelwohnungen (Bo-Bo m*) Die Zahl der Einpersonenhaushalte hat schon in den letzten Dekaden zugenommen. Betrug der Anteil sgyt noch knapp über 35 N so erreichte er zool bereit 45 NP Eine weitere Steigerung der Nachfrage nach diesem Segment wird erwartet. c Erstversorgung mit Wohnraum für Junghaushalte Die(ßildungs)Zuwanderungausdem direktenstädtischen Umlandbzw den anderen Bundeslandern, aber auch aus dem Ausland ist ein wichtiger Einflussfaktor fur die positive Dynamik der Bevolkerungsentwicklung. Um MenschenausanderenösterreichischenRegionenbzw anderen Ländernden Einstieg in die Stadt zu erleichtern und sie in der Stadt zu halten, ist entspreInformation der MA So. 104 iv. HANDLUNOEPELDER DER STADTENTWICKLUNO WOHNEN STEP OS chender auch leistharer und in Hinblickaufsich ändernde Lebenszusammenhange flexibler Wohnraum notwendig. t Höhere Nachfrage im Bereich des geförderten Wohnungssektors Durch den geförderten Wohnbau ist der Zugang zu qualitativ hochwertigem Wohnraum für eine breite Bevölkerung sschicht möglich. Es wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage in diesem Angebotssegment weiter steigen wird, weshalb die Aufrechterhaltung der Wohnbauförderung von entscheidender Bedeutung ist Ein weiteres Ziel ist es generell, auch im Bereich des geforderten Wohnbaus fürniedrigere Einkommensgruppenhervorragendearchitektonische und funktionelle QuaiitatderWohnungen, Gebaude und Aujtenräume zu gewährleisten. IN Hohe qualitative Erwartungen an Wohnungsmerkmale Urbane Vielfalt als positiver Standortfaktor wird auch im Bereich Wohnen schlagend. Die Verfügbarkeit von Freiraum, Gemeinschaftseinrichtungen in und um das Haus, Zielgruppenorientierung der Anlage, ökologische Qualitatsmerkmale, flexibler, den aktuellen Lebenszusammenhängen entsprechend er Wohnraum (Studenten, Familien, Singles, ältere Menschen ... ), Arbeit und Wohnen, unterschiedliche Eigentumsformen, Nachbarschaft und soziale Kontakte, Mitbestimmung und Gestaltung gehören dabei zu den wichtigsten Kriterien. w Infrastruktur und Dienstleistungsangebote im Wohnbereich und im Wohnumfeld Die Nähe zum hochrangigen öffentlichen Verkehrsnetz sowie das Vorhandensein von (sozialen) Dienstleistungsangeboten wie Kinderund Altenbetreuungssowie Begegnungseinrichtungen werden auch in Zukunft noch stärker nachgefragt werden. Dementsprechend groöe Bedeutung kommtdiesem Bereich zu. IN Gefühl von Wohnen im Eigenheim Flair dörflicher Geborgenheit Wien hat in den letzten Jahrzehnten vor allem an das niederösterreichische Umland Bevölkerung verloren. Es wird davon ausgegangen, dass der Wunsch nach dem Eigenheim im Grünen einer der wichtigsten Beweggründe dafur ist. Grünund Freiräume im unmittelbaren Wohnumfeld, ausreichend Begegnungsund Kommunikationsräume für alle Altersgruppen sowie ausreichende Nahversorgung können stadtische Wohnstandorte deutlich verbessern. (w Kap. III. 2. 1 Bevölkerungsentwicklung und Suburbanisierung) Der künftige Bedarf an Wohnungsneubau ist daher in wesentlichen Bereichen nicht nur von der quantitativen Entwicklung der Wohnbevölkerung abhangig, sondern auch von den qualitativen Veranderungen der Wohnansprüche. bestimmt. Diese Veränderung der Anspruche um fasst den Wunsch nach weiterer Steigerung der Wohnfläche pro Einwohnerln, die Ausstattung von Wohnungen und Häusern ebenso wie die Anspruche an das Wohnum feld (privater und öffentlicherGrünraum, Kommunikations-und Begegnungsräume, Freizeiteinrichtungen, soziale Infrastruktur) und die Umweltsituation (Beund Entlastungseffekte, kleinräumige und teilräumige Umweltbilanz) sowie die Möglichkeit der Mitgestaltung. lo. Altersfreundliches Planen und Bauen Die Wohnqualitat bildet die Basis dafur, setnen Alltag selbststandkg und eigenverantwortlich gestalten zukönnen. Selbstbestimmtlebenheißtvor allem, die Wahl zu haben, tn welcher Wohnform man im Alter leben will. Um im Alter auch mit korperlichen Einschrankungen in der vertrauten Umgebung wohnen zu konnen, mussen einige Voraussetzungen in Bezug auf die Cestaltung der eigenen Wohnung und des Wohnumfelds erfullt sein. Wohnungsadaptionen kannen bei Bedarf im Nachhinein erfolgen, was aber teurer kommt, als von vornherein barriere frei zu planen. In Zukunft soll daher bei Umbauten und Neubautenverstärktauf Barrierefreiheit undseniorengerechte Ausstattung geachtet werden. DP Neue Wohnformen entwickeln Um dem Anspruch gesunden und selbstbestimmten Alterns gerecht zu werden, sollen die traditionellen Altenund Pflegeheime durch neue Wohnformen erganzt und abgelost werden. Zu entwickeln sind verschiedene Varianten, je nach Betreuungsbedarf von Wohnund Hausgemeinschaften mit zum Teil intergenerationellen Wohnmöglichkeiten, Cemeinschaftseinrichtungen bzw. Cemeinschaftsservices sowie unterschiedlichen Betreuungsmodellen. Die Wohnformen sollen ausreichend Raum fur die Trennung zwischen Wohnund Schlafbereich bzw. persönliche Freiraume zur selbstbestimmten Cestaltung bieten. Auch die Organtsationsformen sollen Spielraum fur Selbstverwaltung und Mitbestimmung geben. Nach außen stellt die Vernetzung mit dem Stadtteil eine wichtige Komponente fur die Mobilitat und Integration alterer Menschen dar. Zukünftige Wohnbauleistung der Stadt Aufgrundlage der ausgeführten Einschätzungen dargestellten Prognosen der Bevölkerungsentwicklung und der in Kapitel iii. z. 1 in den kommenden JahEOS STEF OS D Iv. HANDLUNDEFELDER DER STADTENTWICKLUNO WOHNEN ID Maßnahmen setzen Zur Entwicklung neuer Wohnformen 1st eine ressortubergreifende Pflegeorganisationen ungs-und Zusammenarbeit zwischen Betreuun Wohnbautragern anzustreben. Neben ca. uo Langzeiteinrichtungen bieten im Bereich des betreuten Wohnens tnsbesondere die bestehenden dezentralen Strukturen des Kuratomenderr riums Wtener Pensionisten-Wohnhauser Anknupfungspunkte, die es ermoglichen, zukunftig neue ForPflege und Betreuung zu entwickeln bzw. das bestehende Angebot auszubauen; D Kooperationsmodelle mit Wohnbauträgern (sentorengerechte Wohnbauprojekte mit angeschlossenen Dienstleistungen, wie hauswirtschaftliche Dienste, ambulante medkzinische Dienste, Kulturund Freizeitangebote) D betreute Wohngemeinschaften, z. B, fur leicht dernenziell erkrankte Bewohnerlnnen D Einrichtung von weiteren Schwer punktstationen fur Bewohnerlnnen mit Demenzoder Alzheimererk rank ren, wird für den STEP DS davon ausgegangen, dass eine geförderte Wohnbauleistung im Durchschnitt der nächsten Jahre von rund 6. ooo Wohnungen/ Jahr (in einer Bandbreite von S. ooo bis Z ooo) aus folgenden Gründen beibehalten werden sollz: D schaffung eines vielfältigen Angebotes zur Attraktivierung des wohnstandortes Wien (auch für Zuziehende). D Ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bewirktauch im Altbau -„leistbare" Preise. D Stadterneuerung, Stadterweiterung und innere Stadtentwicklung sollen parallel betrieben werden. Das Konzept der sanften Stadterneuerung soll daherauchinZukunftparallelzurnotwendigen Neubautätigkeiteinenwichtigen schwerpunkt der wohnbau politik darstellen. (D sTRAP) r Urbane Strukturen verlangen stadtstrukturell und wirtschaftlich sinnvolle Mischnutzungen. Daher ist bei Neubaugebieten auch ein Mindestanteil an Wohnungen (Wohnnutzung) von hoher Bedeutung. D Nicht zuletzt werden durch den Wohnungsbau Arbeitsplätze in Wien erhalten, die mittelfristig nichtgefährdetwerden sollen. Eine gewisse Schwankungsbreite und Reserven, die ü her diesen quantifizierten Bedarfhinausgehen, sind dabei in jedem Fall vorzusehen, um bei all fälligen Verzögerungen von Projekten einerseits oder bei einer kurzfnstig ansteigenden Nachfrage andererseits vorbereitet zu sein. Es ist hier allerdings daraufhinzuweisen, dass aufgrund der Sichtung von Projekten in Hinblick auf Bodenverfügbarkeit und infrastrukturelle Ausstattung sowie aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre die geplante Wohnbauleistung mittel fristig nur mit erheblichen Anstrengungen hinsichtlich der Bodenmobilisierung und der infrastrukturfinanzierung gewährleistet werden kann. Wie die Erfahrung zeigt, werden im Baubestand durch Baulückenverbauungen Verdichtungen, Erneuerungen von Baulichkeiten, die nicht die widmungsmaöige Ausnutzbarkeit ausweisen, und durch Dachbodenausbauten jährlich etwa i. ooo Wohnungen geschaffen. Die Untersuchung der Eignung und Verfügbarkeit der in Wien ausgewiesenen Wohnbaupotenzialflachen hat ergeben, dass bis zum Jahr zozo ausreichend Flächen innerhalb der Siedlungsgrenzen und des gegebenen stadtebaulichen Rahmens gewidmet werden konnen, um eine jährliche Wohnbauleistung von 6 ooo geförderten Wohneinheiten zu gewährleisten. Um zeitgemages und erschwingliches Wohnen in Wien auch weiterhin zu ermöglichen, muss auch in Zukunft das Wohnungsangebot durch geförderten Wohnungsneubau sichergestellt werden, da sonst der Bedarf an erschwinglichem Wohnraum nicht befriedigt werden kann. Auf Basis der derzeit vorhersehbaren Wohnungsnachfrage wurde festgelegt, dass in den nachsten fünf Jahren ca. zg. ooo Wohnungen gefördert werden sollen. Geförderte Wohnungen sollen verstärkt auch in den Gründerzeitvierteln errichtet werden. Dort sind zwar die Grundkosten höher, doch kann die vorhandene Infrastruktur genutzt und dadurch auch die soziale Durchmischung in den Grunderzeitvierteln gefordert werden. Q 106 z stadtentwicklungsbericht Information der MA so zooo, aktuelle politische Aussagen, iv. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTwicKLUNG WOHNEN &I STEP 0S 3. 3 Anforderungen an den Wohnbau DAS AusMAss UND DIE raumliche Verteilung der baulichen Entwicklung der Stadt sollen dabei mög liehst den Anforderungen der Bevolkerung (gut gelegene Wohnungen mit ÖV-Anbindung, hohe Wohnqualität) und denen der Wirtschaft (optimale Standorte) entsprechen und auf die infrastrukturellen Ausbauma(fnahmen (ÖV und IV gemäß MPV, Ausstattung mit leitungsgebundenen Energieträgern) abgestimmtwerden. Als Randbedingung giltes, durch geeignete Instrumente und Entwicklungsma(Snahmen der Stadt die Bodenverfügbarkeit in den angestrebten Standorten herzustellen sowie die Kosten für die Versorgung mit technischer und sozialer Infrastruktur möglichst gering zu halten. Grundsätzlich besteht das Ziel — in Übereinstimmung mit den Zielsetzungen der nachhaltigen Entwicklung — darin, fur die Siedlungsentwicklung bzw. neue Wohnbautätigkeit in Wien moglichst wenig neues Bauland in Anspruch zu nehmen, die vorhandenen (teilweise bereits erschlossenen und infrastrukturell ausgestatteten) Baulandreserven prioritar zu nutzen sowie mit der baulichen Entwicklung auch die Voraussetzungen für einen hohen Nutzungsgrad offentlicher Verkehrsmittel zu schaffen. Dazu ist es wesentlich, die mit hochrangigen öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossenen Standorte primar zu entwickeln und mit hoher Dichte im Nahbereich zu nutzen. Dies gilt sowohl für neue projekte als auch für hochwertige BrachflächenimdichtbebautenStadtgebiet. Diedurchhochrangigelnfrastrukturausbauten (ÖV und MIV) entstehenden neuen Gebiete mit hoher Erreichbarkeit und Standortgunst stellen daher das vorrangige Potenzial für die Entwicklung der Stadt in neuen projekten dar (w Kap. IV. 6. Räumliche und zeitliche Prioritäten der Stodtentwicklung Wiens), wobei die Priorität — im Sinne der Nachhaltig keitsstrategie — auf Gebieten mit ÖV Anbindung liegt. Für die bereits durch hohe Dichte gekennzeichneten Stadtteile (z. B. Cründerzeitviertel) ist hingegen eine weitere Nutzungsintensivierung nur in jenen Bereichen sinnvoll, wo noch genügend Flachenkapazitäten gegeben sind und eine ausreichende Versorgung mit Grunund Freiflächen hergestellt werden kann. Gemeinsam mit den gleichzeitig in den Grunderzeitvierteln bestehenden Trends zur Objektsanierung und Wohnungsvergro(ferung bedeutet diese Entwicklung jedoch auch, dass aus Gründen der Modernisierung und Anpassung an moderne Wohnstandards die Einwohnerlnnenzahl in den dicht bebauten Crü nderzeitvierteln abnehmen wird und fur die dort absiedelnde Bevolkerung neuer, attraktiver Wohnraum in anderen Stadtteilen geschaffen werden muss. Im Jahre tggä wurde in Wien der Qualitätswettbewerb um öffentliche Fordermittel eingeführt und es wurden neue Vergabeverfahren etabliert. In Wien werden also sämtliche Wohnbauvorhaben, die öffentliche Gelder beanspruchen wollen, nach qualitativen Kriterien im planenschen, ökologischen und in Hinblick auf die Kostenbelastung bewertet. Zwischen lggs und Dezember zoo4 wurden in den entsprechenden Gremien rund g. Soo Wohnungen im Zuge von 19 Bauträgerwettbewerben und s4s positiv bewertete projekte mit rund 44. SSo Wohneinheiten im Grundstücksbeirat begutachtet. Auch die Leitstelle alltagsund frauengerechtes Planen und Bauen (anfangs das Frauenbüro) wurde vom Wohn fonds Wien, vormals Wiener Bodenbereitstellungs-und Stadterneuerungsfonds (WBSF), von Beginn an in die vergabeverfahren eingebunden. Q cH wiener stadterneuetung Das Wiener Modell der Stadtemeuerung baut auf eine mehr als Io-jährige konnnuierliche Arbeit und Entwicklung auf und gilt international als beispielgebend. In der Anfangsphase der 7oer-Jahre des zo, Jahrhunderts stand die Sanierung der kulturhistorisch besonders wertvollen Teile des vorgrunderzeitlichen Wiens (Blutgassenviertel, Maria am Gestade, Spittelberg . . . ) im Vordergrund. Obwohl durch das 1974 beschlossene Stadterneuerungsgesetz (StEC 1974) die rechtliche Basis fur großflachige Neustrukturierungen, Abbruch und Eingriff in Eigentumsrechte gegeben war, setzte der Wiener Weg der Stadterneuerung (im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Stadten) von seinen Anfangen an auf bestandsnahe, kletnteilige Verbesserungen, bei großtmoglichem Erhalt der Bausubstanz. Das StEG 1974 setzte mit dem Untersuchungsgebiet 0ttakring auch den C rund stein fur die mittlerweile auf ganz Wien ausgedehnten C ehietsbetreuungen, welche etne Anlaufund Verbindungsstelle zu Politik und Verwaltung darstellen und neben technischen und rechtlichen Unterstützungen verstarkt auch soziale und kulturelle Aufgaben ubernehmen. Das großflachige Wohnhaussanierungsprogramm startete mit dem Wohnhaussanierungsgesetz (WSC) 1984, und der Crundung des Wiener Bodenbereitstellungsund Stadterneuerungsfonds WBSF im Jahr 1984. Im Sinne der „Sanften Stadterneuerung" werden seither v. a, bewohnte Häuser in Zusammenarbeit mit den Bewohnern und Eigentümern santert, Die Crundsatze dieser Sockelsanierung sind — unabhängig von der Eigentumerschaft des Objektes — die Beachtung sozialer Bedurfnisse, Sicherung der Rechte und Interessen der Bewohner und Mieter und Vorrang des Bestandschutzes vor Abbruch. 107 Srse OS D. Iv. HANDLUNGEEELDER DER STADTENTWIGKLUNG WOHNEN 3. 4 Wohngebiete in der Stadt Das STADTEEBIETvoN WIENistvonverschiedenenGebietstypengepragt. In Bezug auf Wohnbau weisen diese unterschiedliche Attraktivitäten auf, die Starken unterscheiden sich teilweise stark voneinander. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Gestaltungsmöglichkeiten für die künftige Entwicklung der einzelnen Gebiettypen. Besonders dringend zu erneuernde Baublocke werden im Rahmen einer Blocksanierung liegenschaftsüber greifend saniert, wobei neben der objektsanierung verstarkt auch stadtebauhche Strukturverbesserungen angestrebt werden (Abbruche bei zu dichter Bebauung Im Hof, oder Nachverdichtungen untergenutzter Liegenschaften, Verbesserungen im Wohnumfeld, wie Verkehrsberuhtgung oder Anlage von Grunflächen .. ). Ergänzt werden diese Instrumente durch dte Programme „Thewosan" zur thermischen Wohnhaussanierung und Kleinbaustellenfdrderung zur Luckenverbauung im dicht bebauten Stadtgebiet. Insgesamt wurden seit rsss in 4ooo bewilhgten Forderungsvorhaben rot. ooo Wohnungen (rund to. ooo pro jahr) mit finanzieller Vnterstutzung der Stadt Wien saniert. Dies entspricht einem Fünftel des Wiener Wohnungsbestandes und stellt mtt einem Investitionsvolumen von 4 Mrd. Euro bzw. Zuschüssen von s, t Mrd. Euro eines der weltweit grollten Stadtemeuerungsprogramme dar. Wohngebiete im dicht bebauten Gebiet, Gründerzeitviertei Die Funktionen der Gründerzeitviertel sind sehr vielfältig. Sie bieten neben dem Wohnen selbst auch die Ausstattung mit Dienstleistungen, Kleingewerbe, Handel/Nahversorgung und ein dichtes Netz von sozialen Einrichtungen Teilweise sind diese Stadtviertel auch in für den Tourismus relevant. Diese Vielfalt ist eine der wesentlichen Stärken dieser städtischen Teilgebiete-sie zu erhalten und modernen Anforderungen anzupassen ist daher ein vorrangiges Ziel der künftigen Stadtentwicklung. (w Kop IV 44 Wirtschaftsroume Wiens) Durch den (auch international) viel beachteten, erfolgreichen w Wiener Weg der „Sanften Stodterneuerung" konnten der Zustand der Bau substanz und die Wo hnungsausstattung (Anzahl der Kat. -D-Wohnungen) deutlich verbessertwerden, was zu einer sozial vertraglichen Aufwertung der Grunderzeitviertel fuhrte. Die Strategie der „Sanften Stadterneuerung" soll grundsätzlich fortgesetzt werden. Dabei ist allerdings verstärkt der Tatsache Rechnung zu tragen, dass innerstädti sehe Bereiche zunehmend (internationaler und regionaler/suburbaner) Konkurrenz zu anderen Standorten stehen. Dabei kannen sie ihrerseits spezi fische, andernorts nicht reproduzierbare Standortqualitäten und -potenziale für neue ökonomische Entwicklungen aufweisen und in diesem Wettbewerb nutzen. Dies ist besonders wichtig in Hinblick auf die Gefahr des Abwanderns der aktiveren und ökonomisch stärkeren Bevölkerungsschichten. Es ist notwendig, hier im Gegenzug auch eine Zuwanderung aktiver und jüngerer Bevölkerungsgruppen auszulosen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen Entwicklungsimpulse durch die Ansiedlung moderner Einrichtungen und Attraktivitätsverbesserungen im Bestand gesetzt werden. Wohnen in Grunderzeitvierteln soll als attraktiver, klar städtisch geprägter Wohnstil auch für jüngere Leute ermöglicht werden in den Grü nderzeitvierteln besteht ein Spannungsfeld zwischen Schutzund Erhaltungsinteresse von Gebäuden und Ensembles einerseits und ganzlich neuen Entwicklungsabsichten andererseits. In dieser historischen Bausubstanz besteht ein sehr großer Veranderungsspielraum Der gründerzeitliche Baubestand Wiens um fasst rund So. ooo Objekte, wovon etwa S. ooo in einer Schutzzone liegen. Au(ierhalb von 5chutzzonen konnen Objekte ohne spezi fische Genehmigung der Behörde abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden. Dennoch ist auch in diesen nicht geschützten Bereichen noch „erhaltenswerte" Bausubstanzaufgrund deridentitatsstiftenden Funktionbzw. dernutzungsmä(ligen Qualität der Bautypologie der Gründerzeit vorhanden. (w Kop. IV. 6 z Leitbild der baulichen Entwicklung Wiens) Die grunderzeitliche Stadt hat sich funktionell in vieler Hinsicht als beispielgebendes städtebauliches Modell erwiesen, welches krisensicher auch über gro(tegesellschaftüche, technische undwirtschaftlichei/eränderungenhinweg, Anpassungsfähigkeit und Offenheit für neue Nutzungen besitzt. EOS IV. HANDLUNGEEELDER DER STADTENTwicKLUNG WOHNEN STÄDTEBAULICHE PROBLEMGEBIETE 19TI Merkmalsuberlagerung und Punktebewertung ausgewahlter Zahigebiete STÄDTEBAULICHE PROBLEMGEBIETE 2001 Merkmaisuberlagerung und Punktebewertung ausgewahiter Zahlgebiete ": i . 2:iii Punktebewertung Pur die Klassen i bis 3 Jedes der sieben Merkmale wurden i bis S Punkte vergeben Die Bewertung wurde fur alle ausgewahlten Zahlgebiete summiert und dieser Wert gereiht. STER 06 Abb PA und gg Stödtebauliche Problemgebiete gemäß Kriteüen der Stodtpfanung für die Wohnbau förderung (u a Wohnurigsafiisstaltiing, Wohnungsdichte, Wahnungsgrofte, Bauaiter, Uberalterung der Wohnbevolkerung) Zahlgebiet mit weniger als 20 Einwohnern oder 0-6 Punkten Erneuerungsbedurftige Zahigebiete fr-22 Punkte) Stark erneuerungsbedurftigeZahigebiete f23-33 Purikte) 4 14 2 2 4 5 Merkmale AusstattungsdichteM angelha ft ausgestaäete Wohnungen pra Hektar 2 WohnungsausstattungAnteil mangelha ft ausgestatteter Wohnungen 3 WohnungsdichteAnzahi der Wohnungen pro Hektor a WohnungsgröfteDurchschmtthche Wohnnutzflache pro Wohnung m m' s Bauolter-Anteil der vaflgig ernchteten Gebe ude 6 NeuboutätigkeitAnteil der ig62 oder s pater ernchteten Gebaude Z Überolterung derWbhnbevölkerung -Anteil der Bewohner im Alter von 60 und mehr Jahren ~ ~ Gewasser Zahlgebi etc mit weniger als So Emwohnern bzw Gebiete mit grog eren Irerkehrsf)athen unbebautes Gebiet — . — Landesgrenze — — Bezirksgrenze Zahlgebietsgrenze 5 11 2 5 4 5 Quelle Leitner K i A MA 28 Stadtebauhche Problemgebiete ihm StatistikAustna VZzooi, GWZ zooi, MA i8 Grundkarte MAB8, MAia, AIA ci, Bearbeitung Hansely Bmder 8, PiautzW H -), 109 STEP OS D k Crunderzeirhche Biackrandbebauung IV. HANDLUNGEPELDEA DEA STADTENTwicKLUNG WOHNEN Es soll daher mit der Substanz der Grunderzeitbebauung in Wien pfleg lieh umgegangen werden. Vor allem ein verstärktes Bewusstmachen/Sichtbarmachen der Stärken der Gründerzeit könnte ein Weg sein, attraktive, neue Funktionen in den Baubestand zu integrieren. Stärken des Grunderzeitbestandes: E» weit gehend nutzungsneutrale konstruktive Primärstruktur, gro(Ses Nutzungsund Anpassungspotenziak Eignung für unterschiedliche Wohnformen, Büros, Ordinationen, Dienstleistungsbetriebe, Kleingewerbe etc. EN offentliche Nutzbarkeit der Erdgescho (5zonen, tagesbelichtete souterrains E teilweise groäeAusbau-und Gestaltungspotenziale in den Dachgescho(kbereichen, die auch durch gezielte Förderungen schwerpunktmägig entwickelt werden sollen Diesen potenzi ellen Stärken stehen auch gravierende Schwächen gegenüber, derentwegen die Gefahr einer Erosion der wirtschaftlichen und sozialen Substanz der Grü nderzeitviertel entsteht: c. hohe Dichten, die vor allem durch die schlechte Nutzbarkeit der Flachen in den Höfen verscharfter wirken r& geringer Anteil an zugänglichen und als Gliederung/Auflockerung erlebbaren Grünflächen EN teilweise ungünstige Belichtungsverhältnisse in den unteren Stockwerken ED nur (auf Dachgeschol3bereiche) eingeschrankte Möglichkeit, Terrassen, Loggien oder kleinere private Raume im Grünen zu schaffen (teilweise wurden neue Grünflächen in den Hofbereichen geschaffen, auch im Rahmen von Zubauten mit begrü nten Dächern, die als Terrassen genutzt werden) EH bei Umstrukturierungen im Vergleich zu Neubauten teilweise extrem hohe Abstimmungsund Verhandlungsaufwand durch die grofse Anzahl der einzubeziehenden vorhandenen ter l/ermieter etc ) E» Mangel an Pkw-Stellplätzen, Nutzer, Nachbarn oder Vertragspartner (Mieder u. a. dazu führt, dass Verbesserungen des öffentlichen Raumes in den Gründerzeitvierteln unterbleiben oder so beschnitten werden, dass der belebende und attraktivierende Effekt weit gehend ausbleibt ED Weitere, deutliche Reduktion von Substandardwohnungen kann nur durch die initiative der Hauseigentümer erfolgen bzw. sollte durch zusätzliche Anreize in der geforderten Wohnhaussanierung unterstützt werden Um im Wettbewerb der Wohnund Siedlungsräume bestehen zu können und nicht zu Stadtteilen mit hoher Konzentration von ökonomisch benachteiligter (wei fach ausländischer) Wohnbevölkerung zu werden sind substanzielle l/erbesserungen notwendig, die insgesamt einen modernen Wohnund Wohnumfeldstandard ergeben. Dazu gehören die Schaffung und Erhaltung von Grünflächen, bauliche Modernisierungen auf der Gebäudeebene, die Schaffung von neuen Kristallisationspunkten für die Ansiedlung von Betrieben und Dienstleistungen, attraktive Raumlichkeiten für kleine Betriebe/Geschäfte/Bürosetc iv HANDLVNDEEELDER DER sTADTENTLNIEKLUNE WOHNEN &S STER OS Ma fgnahmenbereiche/Empfehlungen Diese Modernisierungstrategie setzt in bestehenden, laufend bewohnten und genutzten Gebieten an und berucksichtigt die dort lebenden Bewohnerlnnen und die aktiven Betriebe. Gefordert ist auch „ein intelligenter Umgang mit dem baulichen Erbe der Grunderzeit. Im Dialog von neuerqualitätsvollerArchitektur mit historischer Bausubstanz sollen Lösungen für die Zukunft entwickelt werden" (w siehe auch STRAP). Auf diese Weise sollen die urbanen Qualitäten und damit die unterschiedlichenSozialstrukturenderGründerzeit-Stadt-wovorhanden-erhaltenwerden. Erneuerung soll daher nicht mit Verdrängung wesentlicher Teile der bestehenden Wohnbevölkerung gleichgesetzt werden, sondern die Stadtteile sollen wieder so attraktiv werden, dass frei werdende Wohnungen, I-laus-oder Betriebsflachen umgehend wieder neu besiedelt werden, neue Funktionen (wirtschaftlich, infrastrukturell) eingebracht werden, was insgesamt auch zu einer Verbesserung des Lebensumfelds fur alle Bewohnerlnnen beiträgt. Folgende Ma(gnahmen sind aufgrund der in den letzten drei jahrzehnten mit der Sanften Stadterneuerung in Wien gemachten Erfahrungen vorgesehen: ID. Schwerpunktprojekte mitAusstrahlungs-und impulswirkung im Nahbereich. b» Zur Qualitätssicherung sollen Regeln zur baulichen Weiterentwicklung des dicht bebauten Stadtgebietes entwickelt werden, die im Falle eines Neubaues bzw. der Sanierung zur Anwendung kommen sollen und eine adäquate Weiterentwicklung sicherstellen. ID. Ermoglichung und forcierte Förderung von nutzungsflexiblen Erdgescho fronenn im Falle von Gebaudesanierungen und Neubauten(z. ü. fürGeschäftsnutzung, Ateliers, Begegnungsund Kontaktraume, Vereinslokale . ). ID Auch im Falle von Sanierung/Dachgeschofgausbau sollte der Attraktivierung der Erdgeschol3zonen gegenüber zusatzlichen Pkw-Steil platzen (Kleingaragen) bzw. sonstigen Abstellräumen der Vorzug gegeben werden. c. Attraktivierung der Stra fgenräume hinsichtlich der Wohnnutzung (Orientierung der Wohnungen), Verkehrsberuhigung, Begrunung etc. b SchaffungzusätzlicherGrünräume, öffentlichoderhalböffentlich(Baulücken, Zusammenlegung von innenhofen, Dachgärten), durch entsprechende Bodenpolitik (Widmung und Ankauf von Flachen) und Ausbaumafgnahmen. ID Unterstützung der baublockweisen Verbesserung der Nutzbarkeitvon H ofen, Abstellflächen, leer stehenden Gebäudeteilen (z. B, für Projektgebiete durch Gebietsbetreuungen). k Anbau von Balkonen an gronderzeirlichewannhauser Erdgeschoözonen des cronderzerchescandes Grundlegende Inhalte sollten mit verbindlichen Gestaltungsund Entwicklungszielen festgeschrieben werden (z. B. Anderung der Ausweisung von Wohnzonen, qualitative Festlegungen -Anforderungsprofile — für Neuund Umbauten, Auflassen von Wohnzonen, z. B. teilweise im Gürtelbereich). Aufder Ebene der Flachenwidmungs-und Bebauungsplane sollen schlie(Llich die ma(kgeblichen rechtlichen Rahmensetzungen bzw. -bedingungen für die bauliche Entwicklung so ausgestaltet werden, dass sie für die erwünschten Entwicklungen genügend Freiraum lassen und andererseits den Charakter der Gründerzeitviertel pflegen und weiterentwickeln. Insgesamt soll mit diesen Mafgnahmen das Engagement der Stadt in den Gründerzeitvierteln und im dicht bebauten Stadtgebiet generell verstärkt werden. Neben den genannten Instrumenten sollen vor allem in den Gebieten STEA OS E 6 Per-Aibm-Hanssan-Siedlung West k Graßfeidsiediung IV. HANDLUNOEFELDEA DED. STADTENTwicKLUNO WOHNEN mit dringendem Erneuerungsbedarf der Ankauf von Althäusern, der Erwerb von Baurechten, die Übernahme von Baubetreuungsleistungen oder sonstige aktive Unterstützungsma(tnahmen forciert werden. Damit soll entweder eine sozial verträgliche Sanierung oder ein ebenso sozial vertraglich gestalteterAbbruchmitfolgendemNeubau-durch BauträgeroderdurchdieöffentlicheHand selbst — erreicht werden (D. sTRAP) Wohnen in den StadtervveiterungSgebieten hen Boer-Jahre der Boerbis früDer Wohnungsneubau in Wien nach sg4S bis Ende dersg6oer-Jahre war geprägt von der Notwendigkeit, möglichst rasch den quantitativen und auch qualitativen Wohnungsmangel zu überwinden. Für die Fortführung der Stadterweiterung wurden v. a. im Nordosten und Suden der Stadt Entwicklungsgebiete bzw. Entwicklungsachsen festgelegt. Die erste große Stadterweiterung wurde ab Ende dersgßoer-Jahre nach dem Konzept der „gegliederten und aufgelockerten Stadt" (R. Rainer) realisiert. Die zumeist vierbis sechsgescho(tige, lockereZeilenbebauungmitgro(Senbegrünten Hofflächenundeinerausreichenden Belichtung der Wohnund Aufenthaltsräume warahnlich wie der kommunale Wohnbau der Zwischenkriegszeit die Antwort auf die zumeist schlechten Wohnverhältnisse der Grunderzeit (v a. in den Arbeitermiethausvierteln) Neue Bauweisen in den ig6oer-Jahren ermöglichten die Massenproduktion von leistbarem Wohnraum. Die rasche Serienproduktion und die strenge Rationalisierung des Bauens bewirkten v a. in den 6oer Jahren Uniformität und Monotonie bei den Wohnhausanlagen dieser Zeit. Ab Ende der ig6oer Jahre bis Anfang der sg8oer Jahre entstanden zahlreiche Gro(iwohnanlagen (u. a. Gro(gfeldsiedlung, Rennbahnweg, Per-Albin-HanssonSiedlung Ost WohnparkAlterlaa), welche durch neue Bebauungsformen(l-lochhauser, Rasterbebauung, Mischformen aus Geschoßwohnbau und verdichtetem Flachbau etc ) der anhaltenden Nachfrage nach di fferenziertem Wohnraum entsprechen sollten. Systemschwächen wie der Mangel an Arbeitsplatzen im Wohneinzugsbereich, fehlende lnfrastrukturangebote, geringe Netzdichten im öffentlichen Verkehr und damit der Zwang der Bevölkerung zur Automobilität konnten erst uber eine nachträgliche, infrastrukturelle Verdichtung und den forcierten Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel (v. a. durch den U-Bahn-Bau) gemildert werden. Einige Gro(twohnanlagen (v. a. Großfeldsiedlung und Rennbahnweg) werden durch die Verlängerung der Ui nach Leopoldau erst in einigen Jahren an ein hochleistungsfähiges öffentliches Verkehrsmittel angebunden sein Mit der weit gehenden Abdeckung des quantitativen Wohnungsbedarfs bis Mitte deriggoer-Jahre wurde die forcierte Neubautätig keit zugunsten der„san ften Stadterneuerung" (ab sgy4) im dicht bebauten Stadtgebiet zurückgenommen. Die zukünftige Stadtentwicklung sollte sich auf städtische Entwicklungsachsen mit guter infrastrukturausstattung im Einzugsbereich hochrangiger öffentlicher Verkehrsmittel konzentrieren (STEP ig84). Ein wichtiger Schritt wurde ig84 gesetzt, als unter dem Programmtitel „Vollwertiges Wohnen" das Wiener Modell deklariert wurde. Durch das Wiener Modell wurden neue Mindeststandards für den Wohnungsneubau finiert. und die kommunale Infrastruktur de112 iV. HANDLUNGEPELDEE DER STADTENTWICKLUNO WOHNEN Stärken und Schwächen dieser Stadterweiterungsgebiete Die „durchgrünten und aufgelockerten Stadterweiterungsgebiete" bieten die Voraussetzungen für moderne und neue Bedarfsstrukturen des Wohnens, der wirtschaft sowie der Erholung. Sie erfüllen damit all jene Anspruche einer dynamischen, flexiblen und sich verandernden Lebensund Arbeitswelt, welche von der gründerzeitlichen Stadt v. a. aufgrund der mangelnden Flächenreservennurteilweiseangebotenwerdenkonnen DieStadterweiterungsgebietestehen damit nicht in Konkurrenz, sondern in einer dauerhaften und engen Austauschund Ergänzungsfunktion zur grunderzeitlichen Stadt. Die Stärken der Stadterweiterungsgebiete sind v. ac E zumeist hohe Flexibilitat hinsichtlich verfügbarer(groäer) Flächenreserven r vielfach hohe Wohnund Umweltqualität, engmaschige Durchdringung von I andschaftsund Siedlungsraum IP. gro)3e naturund landschaftsräumliche Potenziale mit ökologischer und stadtklimatischer Ausgleichsfunktion c» hochwertige Freizeit-, Erholungsund Sportmoglichkeiten ID vielfältige siedlungsmuster (Patchwork) und siedlungstypologien renzierte Lebensund Wohnansprüche der Bevölkerung für diffeDie Schwächen der Stadterweiterungsgebiete sind jedoch: rP groämaschige und dispers verteilte Bebauungsund Nutzungsstrukturen mit hohem Flächenverbrauch ID hohes verkehrsaufkommen im Miv, hoher Transportaufwand und zwang zur„Auto-Mobilität" bei geringerSystemeignung füreineengmaschigeNetzbildung bzw. Erschließung im öffentlichen Verkehr ID zumeist gennge städtebauliche bzw. urbane Dichten mit geringer Versorgungsdichte im wohnungsnahen Einzugsbereich ID groämaschige verteilung der (lokalen) zentrenstandorte mit geringer Komplementaritat und Verflechtungswirkung ID Mangel an qualifizierten Arbeitsplatzangeboten ID wenige traditionelle und übergeordnete identifikationsmerkmale Ma fSnahmen cp Nachverdichtung und Aufzonung von bestehenden Siedlungen Durch die Nachverdichtung bestehender Siedlungen bzw. durch den Sielungsneubau im Einzugsbereich hochrangiger offentlicher Verkehrsmittel sollen jene bauliche Dichten erzielt werden, welche eine optimale Ausstattung mit der technischen, sozialen und bildungsbezogenen Infrastruktur ermöglichen und eine ausreichende Versorgung mit Dienstleistungen und Nahversorgungseinrichtungen wirtschaftlich gewahrleisten. Die Arbeitsplatzversorgung soll dabei einen Wert von etwa 35 Arbeitsplätzen/zoo Einwohner nicht unterschreiten. In einem ersten Umsetzungsschritt sollten daher für einige ausgewahlte kommunale Wohnhausanlagen Potenziale der Nachverdichtung (zusätzlicheWohnungsanzahl durch Neubau etc. ) ermittelt werden und in der Folge in Form von Pilotprojekten Erfahrungen gewonnen werden. l& Maänahmen der Nachverdichtung bestehendersiedlungenkönnen durchAufstockungen (inkl. Dachgeschoäausbau), Zuhauten, Balkone(v a. FertigteilkonsSTEP OS STEP OS D iv. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWICKLUNG WOHNEN k Wienerfeldsiedlung ae sk Putzendupiergasse n JJI se lll ~~ Jä se~~~ III + ~~ lll ~ 5 truktionen) und Terrassen erfolgen. Vor allem zahlreiche (kommunale) Siedlungen der sgSoer-Jahre und der ersten Hälfte der sg6oer-Jahre mit geringer Bebauungsdichte und guter Crünflächenversorgung verfügen uber ausreichende Potenziale fur Verdichtungsmoglichkeiten. Da diese Siedlungen zumeist über vorwiegend kleine Wohnungen (die durchschnittliche Nutzflache im kommunalen Wohnungsbau der Soer-Jahre betrug ca. 55 m*) verfügen, sollten bei zukünftigen Nachverdichtungen größere Wohnungen für Familienerrichtetwerden AuchdieZusammenlegungvonbestehendenkleinenWohnungen ist aufgrund der Ziegelbauweise und der üblichen Wohnungsgrundrisse (z. B. Du p lex Wohnungen) mit relativ geringem Au fwa nd möglich Durch die Herstellung einesausgewogenenVerhältnissesvonunterschiedlichenWohnungsg ro (ten konnten auch Umzug e innerhalb der Wohnhausanlagen des Lebenszyklus der zukünftigen Bewohnerlnnen erfolgen. im Lau fe I Aufgrund der Kleinheit derWohnungen in den(kommunalen) Siedlungen der igSoer-und ig6oer-Jahre und der genngeren Betriebskosten (da Wohnfolgeeinrichtungen wie Dachschwimmbäder, Sauna und Solarien etc. nicht vorhanden sind) sind diese fur einkommensschwache Singles und kleine Jungfamilien leichter leistbar als Wohnungen der ig8oerund iggoer Jahre. Daher konnten im Zuge von Nachverdichtungsund Umbauma(tnahmen (wie z. B. ergänzende Neubauten mit kleinen Eigengärten, Loggien und Terrassen, Zusammenlegung kleiner Wohnungen, Li fteinbau) sowie durch Verbesserungen der Infrastruktur (üV, Nahversorgung, Dienstleistungen) in den durchgrunten Siedlungen der i95oerund ig6oer-Jahre eigenheimähnliche, kinderfreundliche und leistbare Angebote für eine jüngere, familienorientierte Mittelschicht geschaffen werden. Somit ist die ma8volle Nachverdichtung älterer Siedlungen nicht nur ein geeignetes Instrument zur Reduzierung der Suburbanisierung der Mittelschicht, sondern auch ein Mittel der altersmä8igen und sozialen Durchmischung (Realisierung der Konzepte des gemeinschaftlichen und betreuten Wohnens in bestehenden Siedlungen). D» Weitere Verbesserung der Infrastrukturund Versorgungseinrichtungen Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Nachjustierung der anfänglichen Fehlbestande an ausreichenden Infrastrukturund Versorgungseinnchtungen (Kindergarten, Schulen etc ); diese konnten in den letzten Jahrzehnten zwar weitgehend ausgeglichen werden, doch sind nach wie vor Angebotsmängel v. a. an wohnungsnahen Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche feststellbar. Hier sollen weitere Verbesserungen erfolgen. D» Thermisch-energetische Wohnhaussanierung Aus der Bauperiode von sg45 bis ig8o existieren in Wien rund Soo ooo Wohnungen (ein Drittel allerWohnungen) in Mehrwohnungsbauten. Fürvieledieser Wohnbauten mitWohnungen der Kategorien A und B laut Mietrechtsgesetz besteht gro8er baulicher Sanierungsbedarf. Dies betrifft insbesondere die schlecht wärmegedämmten Siedlungen und Groftwohnanlagen der ig6oerund sgyoer-)ahre, die zumeist in der damals üblichen Fertigteilbauweise errichtet wurden und daher für bestimmte Umbaumagnahmen (z. B. Zusammenlegung von Wohnungen bzw. wohnungsinterne Crundrissveränderungen) nur ein gennges Potenzial aufweisen. Die Erneuerungsma8nahmen konzentneren sich bei den Zeilenbzw. Plattenbauten der ig6oerund sg/oer-Jahre v. a. auf Verbesserungen der Bauphysik der Gebaudehüllen. 114 IV. HANDLUNDEFELDEA DEA STADTENTwIEKLUND WOHNEN Srsn OS Im Sinne des Klimaschutzprogramms der Stadt Wien werden in den letzten Jahren verstarkt auch jene Wohnbauten thermisch verbessert, die aufgrund der zeitgemaßen Wohnungsausstattung bisher nicht Gegenstand der geförderten Wohnhaussanierung waren. Zu diesem Zweck wurde eine eigene, primär aufWohnbauten der Nachkriegszeitzugeschnittene Forderung entwickelt. Bis Ende zoo3 konnten ca 41 Zoo Wohne inheiten zur Forderung empfohlen werden. Die dadurch erzielte Energ ieeinsparung beträgt rund lgs Gigawattstunden pro Jahr. Auf der Basis einer Evaluierung der Thermisch-energetischen Wohnhaussanierung (Thewosan) wurde ein verbessertes Förderungsmodell entwickelt, um ein besseres Anreizsystem für qualitativ hochwertigere Maßnahmen zu schaffen sowie den geförderten Dachgeschoßausbau in Zusammenhang mit Thewosan zu ermöglichen EH Brownfields „Brownfields" sind Realvermogen, die meistens durch aufgelassene oder untergenutzte Industrie-/Gewerbeflächen oder Bahnhofe in einer Stadt, aber auch im ländlichen Raum entstehen. Brownfields werden auf Deutsch als Brachflachen inder Stadt bezeichnet. Brownfields/Jndustriebrachen „Brownfield Development" spielt angesichts schrumpfender Grundstücksreserven und hoher Erschließungskosten auch am Stadtrand eine immer wichtigere Rolle. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Nutzung denkmalgeschutzter Industriebauten aus dem ia Jahrhundert zu. Die Nachnutzungen von Brownfi eids sind im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Wien sehr vielfaltig. Es sind dies die angestrebte Festsetzung eines geschützten Landschaftsteils, die Zwischen-oder Nachnutzung durch Projekte für Kinder und Jugendliche, aber auch die Nutzung fur Stadterweiterungsprojekte im Rahmen der „inneren Stadterweiterung". Fur größere Brachflachen sollten aktiv Nutzungsüberlegungen gemeinsam mit den Grundeigentümern/Investoren entwickelt werden, wobei auf innerstädtischen Brachflächen vorrangig gemischte Nachnutzungen angestrebt werden sollen Die Kabelund Drahtwerk AG (LL Bezirk) ist ein innerstädtisches Beispiel dafür. Nach der endgültigen schließung im Jahr Iggz wurde dieser standort in einem partizipativen Planungsprozess zu einem neuen Stadtteil entwickelt. Mit der zool eröffneten Gasometer-City kann Wien auf diesem Gebiet ein weltweit wohl einzigartiges Wohnungsprojekt vorweisen. Die Probleme bei der Nachnutzung von Brownfields liegen vor allem in der Beseitigung möglicher Kontaminationen des Bodens und in Schadstoffen als Folge industrieller/gewerblicher Vornutzungen sowie in den damit verbundenen Sanierungskosten, teitverzögerungen und Haftunsicherheiten im Umgang mit Verunreinigungen. Wohngebiete mit hohem Grünanteil Das „llauschen im Grünen" ist fur eine bestimmte Bevölkerungsgruppe die Erfüllung ersehnte r Wohnvorstel lungen In Wien gibt es derzeit etwa gio. ooo Wohnungen, 10% davon befinden sich in Gebäuden mit je i bis z Wohnungen: Z4 ooo davon sind Ein familienhäuser, iB. ooo sind Gebäude mit zwei Wohnungen. UnterßerücksichtigungderZweitwohnsitzederArbeitspendlerlnnnenwohnen in Wien fastzoo. ooo Menschen in Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern, Reihenhäusern, verdichtetem Flachbau oder Kleingartenhausern. In 36. ooo Kleingarten (Flächenausmaß i. z64 ha) haben 3. 6oo Personen ihren ständigen Wohnsitz. BeimZentralverband derKleingärtnerhabensichrund3. ooolnteressentlnnen vorangemeldet. Fast so ss der Befragten, die aus Wien weggezogen sind, begründeten ihren Wohnwechsel damit, Wohnen im Grunen innerhalb der Landesgrenzen Wiens k Aspaoggrvode r& „Leben in Wien II" — Ergebnis einer Croßstudie der Lebensqualität in Wien SS N der Wiener und Wienerlnnen leben gerne in Wien. Besonders erfreulich: Die allgemeine Zufriedenheit hat gegenüber Log S sogar noch zugenommen, insbesondere bei den unter 3o-jährigen. Dennoch mochten ca, 13 % der Bewohner in Zukunft einmal aus Wien wegziehen. Von diesen wollen 20 B ins Wiener Umland, die meisten dagegen weiter weg (To N), Familiare und berufliche Crunde sind dafür ausschlaggebend. Wer mit seiner Wohnsituation nicht zufrieden ist, neigt eher dazu wegzuziehen. In Wien sind derzeitzg N der Befragten mitihrer Wohnung zufrieden und auch dieser Wert hat gegenuber LSL)s (11 B) zugenommen Besonders positiv beurteilt werden die Nahe zu Kindergarten und Schule und der Ans chlu se an den o ffenti ich en Verkehr (über So B Note t+z). Andererseits fuhlen sich sehr viele Wienerlnnen in ihrer Wohnung von Verkehrslarm und -abgasen gestort. Auch die Quaiitat und Ausstattung der Wohnumgebung ist fur die Wohnzufriedenheit mit ausschlaggebend. Im Wiener Durchschnitt wunscht sich ca. ein Viertel der Befragten zusatzliche Grunflachen (EG s') und Lebensmittelgeschäfte (zs B), Tempo 3o-zonen (13 N) oder Wohne tragen (20 B). STEP OS rH iV. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTwIGKLUNG WOHNEN tet, dassio AderWienerBevolkerungmehrals50NderWohngebiete Wiens verbrauchen Bisweilen sind diese Gebiete aber nicht einmal entlang der Erschlie((ungswege zugänglich („ private property"), sondern liegen gleichsam als KorridorezwischendendichtbebautenWohngebietenundbedeutenden Erholungslandschaften D. Die Kosten für die Errichtung und Erhaltung der Infrastruktur (Wege, Stra(3en, Einbauten) stehen in ungünstigem Verhältofenheizungg 6 Kiemgarrenanlage niszurAnzahl der Nutzer Umso mehr istzu fordern, dassdiese Wege offentlich und nicht nur für Anrainer benutzbar bleiben. E Der Energieverbrauch frei stehender Häuser istdurch das E u in n z gunstige Verhaltnis von Rauminhalt und Aui3enwand relativ hoch. aus finanziellen Gründen nicht oder nicht rechtzeitig verwirkliE» Aus Kostengründen sind leitungsgebundene Energieträger chen zu konnen. nicht immer vorhanden. Die Bereitstellung von Raumwärme Die Angebote der Umlandgemeinden, mit denen Wienerlnnen zurVerlagerung des„Mittelpunktesder Lebensinteressen" bewegt werden, sind tatsachlich verlockend Das Wohnen „mit Garten" und H ei(3wasser erfolgt oft über elektn sehe Energie oder el mit fossilen Brennstoffen, was die Erreichung der Klimaschutzziele erschwert. Die bis zu 4o-prozentige odergar„amWasser"au((erhalbderpenpherieerfülltvieleGlücksFörderung solarer Energiesysteme ist aus diesem Blickwinklischees, deren unvorhergesehene Konsequenzen oft zu spat kel zu begrüßen. erkannt werden: Die „Auswanderinnen" mutieren zu ChauffeuE Telefonundstromleitungensindvielfachnichterdverlegt, sonren und Chauffeusen ihrer Söhne und Tochter, die sozialer Kontakte bedürfen; die zeitlichen und finanziellen Aufwendungen dern werden über Maste geführt, waswiederum zu einerVerdrahtung der Landschaft führt. für die erhöhten Tran g sp a o r( r m tle e i d s i t z u i n n g i e sc n he) werden unterschätzt; spätestens im Alter, wenn die eigene Mobilität abnimmt, wird die Nahversorgung oder Betreuung zum Problem, Die Verrichtungswege sind uberproportional lang; aufgrund der geringen Anzahl von Transportleistungen je Flacheneinheit ist ein gutes Angebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Tendenz zur Vereinsamung oft sogar verstarkt. nicht oder nur zu sehr hohen Kosten herstellbar. In EinfamiliAuch die Bürgermeisterlnnen der Umlandgemeinden sind vor enhausgebieten sind daher die höchsten Fahrleistungen im Fehleinschätzungen des„segensreichen" Finanzausgleichs nichtgefeit. Die hohen Erschlie(3ungskosten fürdie infrastrukturder neuen MIV und die h ochste Anzahl an Zweitund Drittautos feststellbar Siedlungen und deren Erhaltung stehen dazu oft im MissverhaltIn so einer Gegenuberstellung sollen aber auch die gunstigen nis. Dabei sind die Kosten, die der Allgemeinheit durch Landschaftsverbrauch (Zersiedelung), direkte und indirekte VerkehrsaufwenEinflusse auf Klima, Grundwasser, auf Tierund Pflanzenwelt und den Grünraum einer Agglomeration nicht au(3er Acht gelasdungen entstehen, noch nicht berucksichtigt. sen werden. Die gärtnerisch gestalteten Teile von Einfamilienjegrö(Lerdie Distanzenzwischen dem ständigen Wohnsitzund häusern, Reihenhäusern, Kleingärten etc. binden Staub, erzeuden funktionellen Bezugspunkten des sozialen Beziehungsfeldes gen Luftfeuchtigkeit und reduzieren die lokalen Temperaturen; (Arbeitsplatz, Schule, Kultur-und Frei zeiteinnchtungen, Gesundheitswesen, etc. ) sind, desto hoher werden die zeitlichen und finanziellen Aufwendungen, desto geringerdie Bereitschaft, diese zu überwinden. der geringe Versiegelungsgrad ermöglicht die Versickerung von NiederschlagenundtragtdamitzurGrundwasserneubildung bei; die Rasenund Wiesen flachen, Strauchgru ppen und Baume sind LebensraumefürTiere. Indirekt partizipiertauchdie Bevölkerung Deshalb muss das offensichtlich vorhandene Bedurfnis des Wohnens in Verbindung mit privat nutzbarem Grünraum innerin der Umgebung von diesen Grünräumen, die oft engagiert gestaltet sind. halb der stadtischen Agglomeration berucksichtigt werden. Das frei stehende Einfamilienhaus darf dafur jedoch nicht das Leitbild sein. ID Ein familienhauserverbrauchen gro(3e FlächenHSo. ooo MenUm dem Bedürfnis nach Wohnen in Verbindung mit privat oder im Hausverband nutzbarem Grü nraum nachzukommen, sollenals Alternative zum frei stehenden Einfamilienhaus — vielfältige Ideen zur Strukturveranderung im Wohnbau erarbeitet werden. schen wohnen in Gebäuden mit Garten auf einer Flache von 44Z0 ha. Die übrige Bevolkerung von Wien (etwa L350. 000 EN Der Wohnungsaltbestand sollte in Form von LeichtbaukonstruktionenmitBalkonenundTerrassennachgerüstetwerden, Menschen) wohnen auf einer Fläche von 4 zgz ha. Das bedeuwobei larmgeschützte Innenhofe zu bevorzugen waren. Pi- iy. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTwicKLUNG WOHNEN STEP OS lotprojektefürjeweilstypischeGebaudeausdenverschiedenen Bauepochen sollen innerhalb kurzer Frist erarbeitet werden. Daraus entwickelte typengenehmigte Fertigteilelemente könnten in großeren Serien erzeugt und mit geringerem Aufwand bei den Genehmigungsver fahren errichtet werden. D Mehrgeschoßiger sozialer Wohnbau soll grundsatzlich nutzbare, lärmgeschützte Balkone, Terrassen, Gründacher, die im Wohnungsverband genutzt werden konnen, vorsehen. Die Verfügbarkeit derartiger Freiräume sollte ein bedeutsames Kriterium für die Wohnbauförderung darstellen. w DerAnteilanWohnformen, die Mietergärten oder DachgärtenzurVerfügung haben, soll erhöht werden. Solche Wohn formen konnen auch mit Wohnungen in zwei Ebenen gefunden werden, sodassstädtebauliche günstigere Dichten erzielbar sind. t& Verdichteter Flachbau mit kleinen lnnenhöfen soll auch in mehrgeschoßigen Varianten angeboten werden. t» Die Tradition von Reihenhausern, die auf schmalen Parzellen hohen Wohnwert mit Garten anbieten und Dichten von i o aufweisen, soll intensiv fortgesetzt bzw. weiterentwickelt werden. b» In der Baulandkategone Gartens iedlung und in Kleingartenanlagen fur ganzjahriges Wohnen sollte teilweise auch die gekuppelte Bauweise angestrebt werden. Dadurch könnte die Energieeffizienz verbessert werden und trotz Verringerung der jeweiligen Losgrößen die nutzbare Gartenfläche erhalten bleiben; damit ergibt sich eine erhöhte Dichte. Um der starken Nach frage nach dieser Wohn form gerecht zu werden, ist von derStadtplanungeineentsprechendeWidmungsvorsorgegetroffen worden Im Zuge des Programms der „Neuen Siedlerbewegung" werden seitens des Wohnfonds Wien ab dem jahr zooS regelmaßig Bauträgerwettbewerbe zu diesem Schwerpunktthema abgehalten. k Hausnebenraume in den Cibergeschoßen k FrauenrWerl&-Stadt Experimentalbauten im Wiener WohnbauThemensiediungen ErheblichenAnteilaneinerqualitativenWeiterentwicklungdesWienerWohnungsbaus haben Experimentalbauten, oft in Form so genannter Themensiedlungenmitseitensderstadtvorgegebenenschwerpunkten Beispielsweisewurdenbei derThemensiedlungOberlaaerstmals rundzsoWohnungenmitAbwasser aus benachbarten Heißwasserquellen beheizt, gleichzeitig wurden ein Brauchwassersystem und ein Regenwassersammler zur Bewasserung der Grü nanlagen errichtet. Die autofreie Mustersiedlung — Europas größtes autofreies Wohnprojektlenkte die üblichen Gelder für den Garagenbau in eine bemerkenswerte Infrastruktur (z. B begrünte Dachgärten, Fahrradwerkstätte, Veranstaltungsraume etc. ). Gleichzeitig wurde ein umfangreiches okologisches Konzept realisiert: Niedrigenergiestandard, Fotovoltaik-Tankstelle fur Elektroautos, Abwärmerückgewinnung aus Abwasser Solarenerg ie, Grauwasserrecycling mit Einspeisung in ein Brauchwassersystem, qualitatsvolle Grünflachengestaltung mit Feuchtbiotop und intensiver Begrunung, Verwendung von Recyclingmaterialien furdieAußenraumgestaltung. Eben falls enthalten sind Sonderwohn formen -Tagesmütterzentrale, Altenwohnungen-, dasAngebotunterschiedlicherWohnungsausstattungen, Bewohnermitbestimmung und Car-sharing. Mit der Wohnhausanlage Frauen-Werk-Stadt wurde im Zuge der Wiener Stadterweiterung das europaweit großte von Frauen nach Kriterien des frauk Sargfabnk tßk Compact-City STEP os D. iV HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWIGKLUNG WOHNEN engerechten Wohnund Städtebaus geplante Bauvorhaben realisiert. Auf einer Fläche von z, 3 ha entstanden zwischen tggz und 1997 auf Initiative des Frau enburos der Stadt Wien 357 Wohnungen in Geschoßbauweise, geplant von vier Architektinnen in Zusammenarbeit mit einer Landschaftsarchitektin Aufgrund der gro(ten Nachfrage und des gro(ten Erfolgs der Frauen-Werk-Stadt i wurde von der Leitstelle Alltagsund FrauengerechtesPlanenund BaueneinNachfolgeprojektinitiiert Die Wohnhausanlage Frauen-Werk-Stadt ii stellt eine konsequente Weiterentwicklung des Modellprojektesdarundwurdeunterdas Thema „Betreutes Wohnen sowie alltagsund frauengerechte Planung" gestellt. Das bisher radikalste Experiment im Rahmen des gefördertenWohnungsbausstelltdiesogenannteSargfabrim dichtbebauten 14. Bezirk dar. In einem umfassenden Partizipationsprozess wurde dieses projekt von einer privaten initiativgruppe geplantundumgesetztund wirdin Selbstverwaltung alsWohnheim betrieben. Auf dem ehemaligen Betriebsgelande wurde eine Wohnanlage geschaffen, die neben den Wohnungen (variable Wohnboxen) auch ein umfangreiches Freizeitangebot einschlie(tlich Restaurant, Sauna, l/eranstaltungsräumen und Kindergarten — für den Stadtteil darstellt. Mehrere Projekte beschäftigen sich mit der Integration von Migrantlnnen in die osterreichische Gesellschaft — so etwa das projekt Interkulturelles Wohnen mit seinen Gemeinschaftseinrichtungen, das zum Vorbild mehrerer ähnlicher Wohnungsbauten wurde. Schließlich spielt das Thema Wohnen und Arbeiten in der Städtebaudiskussion eine zunehmend wichtige Rolle Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet das Projekt Compact-City mit sg wohneinheiten von 3rD bis1os mk 22 Büios, 20 werkstätten sowie Ateliers, Geschäften und Lagerräumen — ein vielfältiger Nutzungsmix am Stadtrand soll damit ebenso ermoglicht werden wie Wohnen und Arbeiten im gleichen Gebäude. Das Projekt „Gemeinsam Leben — Kolpinghaus für betreutes Wohnen" hat zum Ziel, ein Dienstleistungsangebot im Bereich Wohnen füraltere Menschen(und deren Angehörige)zubieten. Dazu wird neben Wohnangeboten für selbststandiges und betreutes Wohnen ein Schwerpunkt bei der stationären Pflege liegen. Ergänzend dazu werden betreute Mutter-Kind Wohnungen errichtet, um eine gro(tere Bandbreite an Altersgruppen im Sinne eines Wohnens mit mehreren Generationen zu erhalten. Durch ein breites Spektrum an Wohnmoglichkeiten sollen das Bedürfnis älterer Menschen nach einem möglichst selbständigen Leben unter sicheren Rahmenbedingungen, nach bedarfsorientierter pflege und auch die Bedürfnisse jüngerer Mütter und pflegender Angehöriger abgedeckt werden. In den Jahren zooz/zoo3 wurde seitens des Wahn fonds Wien ein Wettbewerb mit dem Schwerpunktthema Passivhaus durchgeführt. Abgefragt wurden zum Thema Passivhausbauweise unter anderem das planensch-architektonische Grundkonzept zur Realisierung von Passivhausbauweise, die Darstellung und Erläuterung des konstruktiv-baulichen Grundkonzeptes und die Grundzuge der technischen Gebaudeausrüstung sowie Erlauterungenund Lösungsansatzefurspezifischbaulich-technischeAnsatze von Passivhausern. Weitere Schwerpunkte stellen Wohnkomfort und Wohnqualität dar. Auf insgesamt zwei Bauplätzen werden163 Wohnungen errichtet. In den Jahren zoo3/zoo4 wurde der Schwerpunkt Holzund Holzmischbauweise immehrgescho(tigenWohnbaumitderZielsetzung Energieeinsparung/Ökologie, Baukostenund Behaglichkeitausgeschrieben. Auf insgesamt3 Bau plätzen werden zS4Wohnungen errichtet, eine Wohneinheit ist It. Wettbewerb für eine SOS-Kinderdorf Wohngruppe vorzusehen. Zusammenfassende Einschätzung Diese genannten Pro)ekte verstehen sich bewusst als Experimente, sollen aber wie andere Experimentalbauten (z. B. Selbstbau projekte, Holzbausiedlungen) mittel fristig zur Durchsetzung neuer Standards im sozialen Wohnungsbau führen. Die Stadt Wien lässt daher auch Jeweils Evaluierungsstudien durchführen und sorgt für die Verbreitung der gewonnenen Erkenntnisse in der Fachöffentlichkeit. Gleichzeitig hofft man, das dadurch gewonnene Know-how auch international zu vermarkten und Wien zu einem Zentrum neuer Stadttechnologien zu machen. Ökologische wohnprojekte wie die Sun-City haben sich bewahrt, ebenso wie die generelle Einführung des Niedrigenerg iehausstandards im geförderten Wohnungsbau. Wohnbauvorhaben mit diesem Schwerpunkt sollten weiterhin verstärkt realisiert werden, wobei der Erfolg ökologisch orientierterWohnbauprojektevorallem dieaktive Mitwirkung der Bewohnerlnnenvoraussetzt. Bei den Integrationswohnprojekten ist (wie z. B. bei der interethni sehen Nachbarschaft im z3. Bezirk) der bestehende Nachfrageüberhang ein Zeichen für die Akzeptanz und Attraktivität derartiger Wohnformen. Im Optimal fall sollte integriertes Wohnen eigentlich keinen Modellcharakter haben, da die in diesem Zusammenhang formulierten Ziele des nachbarschaftlichen Zusammenlebens fur den normalen Wohnungsbau gelten sollten. Der Vorbildcharakterder realisierten innovativen Modellprojekte kann nicht hoch genug eingeschätzt werden Der Handlungsspielraum fur innovative Wohnprojekte steigt in dem Mage, wie wirtschaftlich gunstige Lösungen gefunden werden können. Q iV HANDLUNGSFELDER DER STADTENTWICKLUNG WIRTscHAFT UND AADEIT 4'' z STEP OS 4. Wirtscha ft und Arbeit 4. & Wettbewerb der Grogstadtregionen AUF EURQPÄlscHER EeENE formtsich eineMetropolenlandschaft, diesichvorallem überglobalewirtschaftlicheVerflechtungenmitintensivenAustauschbeziehungendefiniert Die zentrale wirtschaftspoliti sehe Herausforderung der kommenden Jahre wird es daher sein, die Qualität des Wirtschaftsstandortes Wien im immer schärfer werdenden globalen und europaischen Wettbewerb der Stadte zu erhalten und auszubauen. Grofsstädte und Metropolenund deren Umlandregionenwerden weiterhin die bevorzugten Wirtschaftsstandorte speziell auch für Unternehmenssitze bleiben, vorausgesetzt, sie entsprechen deren Anforderungsprofil. Die wachsenden internationalen Produktionsund Handelsverflechtungen (Clobalisierung) sowie die enormen Fortschritte im Bereich des Transportwesens und der Kommunikationstechnologie verändern die Wettbewerbsbedingungen der Regionen. Damit gekoppelt sind eine räumliche Spezialisierung, die Konzentration wichtiger Funktionen auf wenige Metropolregionen und die Herausbildung okonomischer Kerne, in denen sich vorzugsweise Unternehmensverwaltungen, Banken und hochrangige unternehmensbezogene Dienstleistungen versammeln (Central Business Districts, CBD). Städte werden in Zukunft neben den traditionellen Funktionen wie Handel und Finanzdienstleistungen zunehmend in Standortwettbewerb für folgende Bereiche treten: w hochrangig konzentrierte Unternehmenszentralen iN Schlüssel standorte für Finanzen und spezialisierte Dienstleistungen EN (hoch qualifizierte) Produktionsstandorte auch für Produktion von Innovation E Märkte fur Produkte und Innovation Die Stadtreg ion Wien liegt mit rund z 4 Mi o. Ei nwo hne rinnen etwa im mittleren bis unteren Bereich der Städte von europäischer Bedeutung. Deutlich gräSer als Wien sind beispielsweise die Verdichtungsräume von Berlin mit fast S Mio. Einwohnerlnnen und Rom mit fast4 Mio. Einwohnerlnnen, aber auch Budapest mit z Mio. Einwohnerlnnen nur im Stadtgebiet. STEP OS D IV. HANDLUNESFELDER DER STADTENTIUIEKLUND WIRTSCHAFT UND ARBEIT Bevölkerung SO 023-200 000 ~ 200 001-900 000 ~ SOO 001-1, 000 000 1, 000 001-2, 000 000 ~ ~ 2, 000 001-9, 000 000 5, 000 001-9, 318 821 Karte 2/ Konzentration der Finanzdienstleisrungen in Wien und Wr. Umland Quelle CÖAIET, EU-Pra/ekt Fun ftes Rahmen programm e ~ le ) ~ hai aehebn EN äämeedbweeblel eäeeä~öeä IMI eeh lhebelWHlgS lliäl lllöll leih Nlbllbe Öäälwl eeembbh ebdä~ EN all e NN NN h NN g EIN b N. N g NN EIN g INN b IHN IHN e HIN Q IHN h WIN E INN h IN. N g REN I NEN g uhu l uhu STÄDTlscHE AGGLOMERATIQNEN iN EU-Eunopn l' :o '1 '& ~ ' 4e ~ ~ e, ~ ~ ~ %e ~ ~ " J -i ~ ~ ~Oh ~ ~ ~ C i J Karte 261 S rödti sehe Agglomera zinnen Quelle Eurustdr, plaNet, censE Design DIR-informauansdienstecmhH in EU-E Drapa poe C'™ Celä T h D i llh Dalli hä Ca lhedl C NI abee Aä ELEREc. elblhb l tpö ab eheeäl d'i Neaeaeä INNNN tl . t Elw Behnäleeel»hehöm Ibeääaeöaedba I hhöeö lee icowN N phehl Aäeel Tlh Peb lel Inäl Cueleeöeä lheb eäb pedeä Ca IWI all, INI, Ell, Neä cö laban M Näöe IhEN Nhleeä Aäee dlee hehe Diibäeäeldlbe Däeltel ceeäea Phähä(ehLNEEN celeähr Ieöäe, BR lhebeeboö R Ih. hin Aber nicht nur die Gro(Se einer Stadt bzw. einerAgglomerationalleinistausschlaggebend fürihrewirtschaftlichen Wachstumspotenziale, die fehlende Grö(ke kann durch den Grad der wechselseitigen Verflechtung und Beziehung mit anderen Städten oder Regionensubstituiertwerden DielntensitätderVernetzung bezieht sich dabei sowohl auf die Verkehrsinfrastruktur als auch auf funktionale Beziehungen und Aufgabenteilungen Dynamisierungspotenziale, die an anderen Standorten vorhanden sind, konnen so wechselseitig fur die jeweils eigene Wachstumsdynamik und damit für das gesamte Netzwerk und den Standort Europa genutzt werden. Es i steine erklärte Politikopti on im Rahmen des Europäischen Raumentwicklungskonzepts (EUREK), innerhalb der Europäischen Union mehrere grö(kere „Zonen weltwirtschaftlicher Integration" im Rahmen eines polyzentri sehen und ausgewogenen Systems von Metropolenregionen, Stadtgruppenoderstädtenetzen zu schaffen. (w Kap III i z Der sTEP im Lichte der europäischen und nationalen Raum 0rdnungs politik, Ka p. IV 1. Regionale Enhuicklungskonzeptianen und Strategien) Die Region CENTROPE mit den „Twin-Cities" Wien und Bratislava soll durch intensiverewirtschaftliehe Verflechtung eine noch eindeutigere und kompetitiverfolgreiche Position unter den Regionen des sudlichen Zentraleuropas einnehmen. (w Kap. III. i. Wien im internationalen, nationalen und regionalen Kontext, Kap. IV. 1 L Entcvurfe regionaler Kaoperationen) Q 4. a Wirtscha ftlicher eltrukturwandei AUF WIEN ENTFALLEN Id. 27'N der gesamten osterreichischenWertschöpfung, rd. 23 NallerArbeitsstätten und rd. zs 66 aller Beschäftigten. Wien i st damit nicht nur das Wirtschaftsund Arbeitsplatzzentrum der Ostreg ion, sondern Gesamtösterreichs. Wien erreicht das höchste Wirtschaftsniveau im Vergleich zu den österreichischen Regionen und liegt damit auch im europäischen l/ergleich im Spitzenfeld. Wiener Wirtschaftsstruktur Der tertiare Sektor bestimmt mit einem Anteil von rd. 81 Ss der gesamten Bruttowertschöpfung die WirtschaftsstrukturWiens ineinemsehrhohenAusmafs. Der vergleichbare osterreichische Durchschnittswert liegt bei rd. 66 A Der Anteil des sekunda ren Sektors beträgt rd. 19 A (Osterreichdurchschnitt 32%). Innerhalb des sekun120 iV. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWIGKLUNG WIRTscHAFT UND ARBEIT STEP OS dären Sektors dominiert in Wien traditionellerweise die Konsumgüterindustrie, die über Jahre hinweg wenig exportorientiert und sehr stark auf den nationalen Markt ausgerichtet war. Erst seit Ende der iggoer-Jahre und nicht zuletzt als Folge der zunehmenden Liberalisierung, der Ostöffnung und des EU-Betritts hat eine deutliche Internationalisierung stattgefunden. Die Exporte der Wiener Unternehmen stiegen bis zooi auf rund n i Mrd. Euro (iS X der gesamten Exporte Osterreichs). Dies hat sich auch insgesamt in einer Dynamik — getragen von einigen Wachstumsbereichen des industriell-gewerblichen Bereiches — niedergeschlagen Zu den Wachstumsbranchen zählen in erster Linie technologieorientierte Branchen wie etwa die Elektronikindustrie, der Automobilund Fahrzeug bau, der Maschinenbau und die chemische Industrie. Die Entwicklung des Dienstleistungsbereiches wird durch mehrere Faktoren bestimmt. In den iggoer-Jahren ist nicht nur eine starke Ausweitung der Branchen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen und sehr hohem Frauenanteil (z. B. Einzelhandel, Tourismus) zu beobachten, sondern auch ein Aufbau von Know-how-intensiven Branchen im Technologiebereich sowie im Bereichderproduktionsnahen(Beratungs-)Dienstleistungen. Allerdingswirktder Ruckgang von Arbeitsplätzen im Bereich deröffentlichen Dienstleistungen eher dämpfend. Der Tourismus spielt für Wien eine zentrale Rolle. Im Jahr zoo4 wurden in Wien uber 8, 4 Mio. Nächtigungen (davon über Bz X Ausländeranteil) registriert, waseinemAnteilan dengesamtosterreichischen Nachtigungenvonmehr als z% entspricht. Ziel der Wiener Tourismuswirtschaft ist es, bis zum Jahr zoio io Millionen Nachtigungen zu erreichen und damit weiter an Marktanteilen zu gewinnen. Mit mehr als 8z% überwiegen eindeutig die Ausländernachtigungen, wobei Deutschland, Italien, USA und Gro(fbritannien die Liste der Hauptherkunftsländer anfuhren. Nicht nur die Nächtigungen haben sich in den letzten Jahren wieder sehr dynamisch entwickelt, es sind auch die Umsätze in der Hotellerieaufuberi i Mio. Euro im Jahrzood angestiegen. von der positiven Entwicklung profitieren nicht nur die Hotels und Gaststätten, sondern auch der Handel sowie die Kulturund Sporte innchtungen. Der jährliche Umsatz, den der Tourismus in Wien bewirkt, wird von den Wirtschaftsforschern auf z, S Mrd. Euro geschatzt, was einem Anteil am Bruttourbanprodukt von S X entspricht. ca. io Lg des gesamten wiener Nachtigungsaufkommens entfallen auf den Kongresstourismus. Jährlich werden in Wien bis zu sgo internationale und nationale Kongresse und Tagungen mit rd, z40. 000 Besuchern abgehalten. Die Tourismusbranche zählt in Wien zu den Branchen mit durchwegs positiver Beschäftigungsdynamik. Allein im Hotelund Gastgewerbe konnte die Zahl der unselbstständig Beschäftigten zwischen zooo und zooä um fast 8% ausgeweitet werden. Innerhalb Osterreichs gilt Wien auch als Zentrum von Forschung und Entwicklung. Als Universitätsstandort sowie Standort groffer nationaler und regionaler Forschungseinrichtungen sowie Standort von Unternehmenszentralen mit Fc E-Aktivitaten entfällt mehr als die Hai fte der gesamten osterreichweitgetätig ten öffentlichen und privaten Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf Wien. Für eine urbane Wirtschaft ist für eine positive Entwicklung Innovation unablässig Eswirddavonausgegangen, dasslnnovationdortentsteht, woLebensgefühl und Lebensstil optimal integriert sind. Für innovationsorientierte bzw. b Basis für die wirtschaftliche Wetthewerbsfählgkelt Wlens Die wirtschaftliche Wettbewerbs fahigkeit Wien s wird u, a. aus folgenden Grunden sehr positiv eingeschätzt: W voranschreitende Modernisierung der Wirtschaftsstruktur — in Wien sind viele Industrien ansässig, denen in Folge des EU-Beitritts der MOEL ein hoher Beschaftigungszuwachs prognostizlert wird w diversifizierte, industriell-gewerbliche Wtrtschaft, mit einer sich beschleunigenden strul&tureilen Veranderung hin zum tertlären Sektor, insbesondere zu den Wirtschaftsdienstleistungen W hohes Bildungsniveau der Bevölkerung sowie ein gut ausgestattetes dichtes Netzwerk von Bildungseinrichtungen w gut entwickelte Basis an wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen w attraktives Standortpotenzial als Folge der guten Verkehrsanbindung W gute regionale Verflechtung w Nähe zu neuen Markten STEP 05 EP Iv. HANDLUNGSPELDER DER STADTENTWICKLUNG WI RTEGNAPT UND ARBEIT kreativitätsorientierte Bereiche werden Standorte nachge fragt, die sowohl urbane Dichte und Vielfalt als auch genugend Grünund Freiraum bieten. Guter Anschluss ans öffentliche Verkehrsnetz ist ebenso wichtig wie ein Anschluss an das hochrangige Stra(gennetz. WenngleichderStrukturwandel insgesamtzueinerc(ualitativenAufwertung und Ausweitung der Wirtschaftsaktivitaten beigetragen hat, sind daraus allerdings auch beträchtliche Arbeitsmarktprobleme entstanden. Entwicklung der Arbeitsstätten (Betriebe) 1991-2001 Mehr als die Hälfte aller Arbeitsstätten der Ostregion entfallen auf Wien. Die EntwIcklung zwischen zggi und zool zeIgt jedoch, dass der Zuwachs in den Bezirken rund um Wien deutlich dynamischer verlaufen ist als jener in Wien selbst Dies betrifft sowohl gro(gere und gro(ge Betriebe mit mehr als So unselbstständig Beschäftigten als auch Kleinund Kleinsthetriebe. Anzohl und Gräfge der Arbeitsstätten Bezirken im weiteren Quege Arbertsstattenzahlund, Tabelle D in Wien und den Wiener Umlond StatIstIkaustna l. ' I ArbeItsstatten Insgesamt zoos davon Arbeitsstatten mIt unselbststandIg BesthaftIgten In % Ostrepon 0 j 166 846 30, 5 1-19 20-49 50 u mehr 62, 7 4, 4 2, 4 WIen 67691 32, 0 BezIrke Im weiteren Wiener Umland ' 31 495 31,7 ' BezIrke Im weIterun WIener Umland wIen-umgebung, Brutk/LEItha, Modhng, 60, 9 62, 0 Baden, Tugo 4, 4 4, 2 ' Korneuburg, MIstelbath, 2, 7 2, 1 canserndorf Die Stadt ist aktive Cestaltetin von Erwetbschancen von Frauen und Mannetn und damit in vielfältiger Weise Mitgestalterin von Chancengletchheit am Arbeitsmarkt, z. B. durch Schaffung von w Möglichkeiten der Veretnbarkeit von Familie und Beruf (soziale infrastruktur, Vetsotgungseintichtungen etc. ) W Etteichbarkeiten und Mobilität (Lage von Arbeitsplätzen, Betreuungseintichtungen, Vetsorgungseintichtungen, Vereinfachung von Wegeketten) w offentlichen Verkehrsmitteln (angepasst an flexible Arbeitszeiten, Sicherheit) W Zugangsmoglichkeiten zu Bildung und Qualtfikation (Ausund Fortbildung, Zugang zu informationsund Kommunikationstechnalogien) Den überwiegenden Anteil der Arbeitsstätten stellen die Kleinbetriebe: 73 92 aller Arbeitsstatten haben weniger als S Mitarbeiterinnen, 93% weisen unter zo Beschäftigte auf. DIe Kleinbetriebe unter zo BeschäftIgten sorgen für über 35 2 der Arbeitsplätze In WIen und ihre Zahl ist zwischenzggz und zooz um über so ooo angestIegen. Die mittleren Betriebe bis ag Beschaftigte haben ebenfalls um zo ooo Arbeitsplatze zugelegt, zusammen gibt es zoos also um/o. oooArbeitsplätze mehr in den Kleineren und Mittleren Unternehmen (KMUs). Demgegenüber hat die Beschaftigung in den grö(geren Betrieben und der Verwaltung insgesamt nur um 7. ooo zugenommen. Die Bedeutung der kleinen und mittleren Betriebe fur dieWirtschaftWiens istsomitstarkgewachsen. Besonders stark gestiegen ist in denzggoer-jahren der Anteil der Arbeitsstätten ohne unselbststandig Beschäftigte, deren Anteil in Wien bereits 3z z betragt. Diese Entwicklung ist eInerseits auf die sich intensIwerenden Outsourcing-Prozesse von Unternehmen und andererseItS auf die hohe Gründungsdynamik und damit steigende Zahl von Einpersonenunternehmen vor allem In den Bereichen EDV Beratungsdienste und personliche Dienstleistungen zuruckzuführen. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser Trend spezIell unter sich verschärfenden Konkurrenzbedingungen amArbeItsmarktweiteranhalten wird Es ist daher für den Erfolg der Wiener Wirtschaft wesentlich, diesem wichtigen Trend zur NeuorganisatIan der Wirtschaft in kleinere Unternehmenseinheiten Rechnung zu tragen und der Bestandspflege und der Entwicklung s förderung für kleIne Unternehmen ein besonderes Augenmerk zu widmen. Dies nIcht zuletzt deshalb, da diese Entwicklung im Umland von Wien noch intensiver stattfindet. 122 Iv. HANDLVNDEFELDER DER STADTENTWICKLVND WIRTSCHAFT UND ARBEIT STEP 05 Arbeitsplatzentwicklung in den 1ggoer-Jahren Die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort (Arbeitsplätze) ist in Wien im Zeitraum ig8i-1991 um 3, 2%P auf 842. 472 gestiegen, bis zoon allerdings wieder um 2% zurückgegangen. Ein deutlich gunstigerer Verlauf lässt sich im Bereich der Frauenarbeitsplätze beobachten In den iggoer-Jahren ist es hiervon einem relativ hohen Niveau auszu einer weiteren Steigerung von z, 2% gekommen. Die Grunde dafur liegen vor allem in der Ausweitung der Arbeitsplätze im tertiä ren Sektor, der traditionellerweise stark mit Frauen besetzt ist, sowie in einer starken Zunahme von Teilzeitarbeit. Auch hier ist der Anteil der Frauen überdurchschnittlich hoch. E Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort gesamt, :Frauen gesamt Frauen Wien 825 625 45, 7 3, 2 4, 2 Niederösterreich 595 960 43, 1 3, 2 5, 1 Burgenland 91 461 44, 9 -3, 8 2, 2 Österreich 3, 542. 766 43, 4 4, 5 6, 2 ii Beschafugte am Arbeitsort ohne genngrugig Beichaftigte, einrchl rarenzurlauberinnen ' 1991 — 2001 gesamt Frauen -2, 0 2, 2 71 14, 6 8, 0 13, 1 4, 0 9,9 Tabene u Arbeite platzentwicklung Quelle statistiknustria, in der Ostregion Volkszahlung Die Entwicklung der Arbeitsplätze innerhalb der Stadt verlief in den einzelnen Bezirken sehr unterschiedlich. Zwischen 1991-2OOI ging die Zahl der Arbeitsplatze vor allem in der Josefstadt (gesamt -224%, Frauen -16, 8%), in Hernals (gesamt -184%, Frauen -194%), in Margareten (gesamt -i5, 8%, Frauen -n, 8%) sowie in Wieden Währing, der inneren Stadt, Rudolfsheim-Fünfhaus und Penzing um mehr als10% zuruck, in Ottakring und Meidling waren es rd 7% (Frauen rd. -3 o), aber auch Mariahilf und Landstra(ge mussten mit -o4% und -z, z % leichte Beschäftigungsverluste hinnehmen. Im Vergleich zu den anderen Bezirken mit Beschäftigungsrückgängensindindenbeidenletztgenannten BezirkenallerdingsdieFrauenarbeitsplät um z4% bzw. 4, 7% ausgeweitet worden. In allen anderen Bezirken konnte die Zahl der Arbeitsplätze erhoht werden, die starksten Zunahmen konnen in Donaustadt (gesamt 317%, Frauen So 7%), in der Leopoldstadt (gesamt 84%, Frauen181%), ln BIIgittenau (gesamt 8 2%, Frauen 1s6%) beobachtet werden. Die Innere Stadt weist trotz Ruckgang der Arbeitsplätze die stärkste Arbeitsplatzkonzentration (fast tz % aller Arbeitsplatze) auf, gefolgt von Landstra(ge, Favoriten, Alsergrund sowie Liesing, Floridsdorf und Donaustadt. Strukturwandei der Wiener Wirtschaft und Anforderungen an die Stadtplanung Die Wiener Wirtschaftwar und istdurch einen erheblichen Strukturwandel gekennzeichnet, der sich einerseits im Rückgang des sekundären Sektors niederschlagt, aber andererseits auch zu einem /u pgrading" des Standortes Wien beigetragen hat. In einem durchschnittlichen Jahr werden in Wien etwa 65. ooo Arbeitsplätze in wachsenden Branchen/Betrieben geschaffen, fast ebenso viele gehen in schrumpfenden Branchen/Betrieben verloren. FP Wachstumsbranchen: ~ . Rechts-, steuerund untemehmensberatung w Erbringung von sonstigen unternehmensbezogenen Dienstleistungen w Datenverarbeitungsdienste w Sozialwesen w Hochschulen w FSE in Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaft, Medizin w vermittlung und t)berlassung von Arbeltskraften 123 STEP 05 IR IV. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTwIGKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT Diese Grundtendenz des Strukturwandels wird auch in den nachsten Jahren weiter bestehen und Veränderungen des Standortgefuges nach sich ziehen. ' Beispielhaft seien einige raumrelevanten Effekte erwähnt: e abnehmender FlachenbedarffürGüterproduzierendesGewerbe und Industrie(Zunahme der Brach flächen in grojken Gewerbeund lndustriegebieten mit hohem Umnutzungsdruck) IR Ruckzug der kleinen und mittleren Produktionsunternehmen aus dem dicht bebauten Gebiet IR gleichzeitig starker Trend zu mehr Beschäftigung und Flächenbedarf in KMUs allgemein, d. h. besonders stark wachsend im Dienstleistungsbereich, auch im dicht verbauten Gebiet CR höhererVernetzungsgradund, Justintime"-Zulieferungenkleinerer Produktionseinheiten w häufigere Zulieferund Transportfahrten mit kleineren Fahrzeugen; zeitliche Ausdehnung der Wirtschaftsbeziehungen IN Nähe zu Forschungsund Entwicklungsstandorten (Technologiecluster); entsprechendes Ambiente fur Creative lndustries n durch abnehmende Trennung von Wohnen und Arbeiten erhöhte Standortansprüche, die nahe der Wohnnutzung kommen;vor allem hinsichtlich Nahversorgung, Erreichbarkeit, attraktive/repräsentativeAdresse, Image des Standortes(Arbeiten als Form des Lebensstils) IR steigende Nachfrage nachkomfortabler Erreichbarkeitmitöffentlichen Verkehrsmitteln, Autoabstellplätze (Garagenstellplätze) am Zielund Quellort, vor allem im höheren Managementhereich; Erreichbarkeit des Flughafens mit öffentlichen Verkehrsmitteln ID Grö(kenan forderung an bauliche l&ubaturen der Büroimmobilien, die in der historisch gewachsenen Stadtstruktur schwer integnerbar ist; Stadtrandwanderung der Dienstleistungen mit Lagepraferenzen an U-Bahnen, Stadtautobahnen und Flughafen e» Ansprüche der Tourismuswirtschaft an die „Stadtkulisse": GefahrderVerdrängungderStadtbewohnerdurchtouristische Stadtnutzer e» Internationale/regionale Gro((konzerne in Dienstleistung, Handel und Produktion „machen sich ihre Standorte" selbst nach interner Betriebslogik und Grundstucksverfügbarkeit Als Ergebnis für die Stadtplanung ist festzuhalten, dass eine stärker kleinteilig strukturierte und noch mehr dienstleistungsorientierte stadtische Wirtschaft eine gröjkere Vielfalt von Gebäudeund Standorttypen nachfragen wird als bisher. Das Spektrum reicht von atelierund loftartigen Einheiten, Wirtschaftsgebäuden in gründerzeitlichen Gebieten, Erdgeschoäzonen in Geschäftsstra (Sen über klassische Betriebsgebiete bis zu kleinen und gro(ten Bürobauten in Stadtrandlagen, viel fach in Gemengelagen aus Produktion, Dienstleistung und oft im Nahbereich zu Wohnnutzungen. Dies wird in Zukunft von der Stadtplanung und der Wirtschaftsförderung verstärkt zu berücksichtigen sein. Damit verbunden ist einerseits die Chance, eine gute Durchmischung von Arbeiten und Wohnen in der Stadt zu erzielen(nach der Idee „Stadt der kurzen Wege" ), andererseits die Gefahr, kleinräumige Nutzungsund Nachbarschaftskonflikte hervorzurufen, wobei diesgegenüberfrüherenJahrenwenigerdurchAbgaseundLärmbedingte Konflikte, sondern v a. durch Liefer-und Besuche rverkehr hervorgerufene Konflikte sein werden. Es resultiert daraus die Anforderung, kleinräumig innovative Losungen zu erarbeiten und umzusetzen, die neue Entwicklungschancen bieten (z. B. Nutzungswandel von kleinen Einzelhandelsgeschäften zu Dienstleistungsbetrieben in Geschäftsstra(ten als Chance) und die gleichzeitig die damit verbundenen Verkehrsund Nachbarschaftsprobleme bewältigen. Dies erfordert eine gute Abstimmung von Wirtschaftsförderung, Projektentwicklung, Widmung und Verkehrsplanungaufder von Stadtteilen oder Teilgebieten von Bezirken Ebene Q 4. B Arbeitsmarkt GRosssTÄDTE ÜBERNEHMEN innerhalb einer Volkswirtschaftspezifische Funktionen. Sie sind nicht nurWirtschaftsund Arbeitszentren In dem sehr sensiblen städtischen Wirtschaftsund Sozialgefuge lassen sich oftmals auch kritische Entwicklungen einer Wirtschaft bzw. Gesellschaft (z. B. Strukturwandel, VeränderungderArbeitsmarktstrukturund Probleme am Arbeitsmarkt usw) schneller erkennen. Der Arbeitsmarkt in Wien lasst sich folgendermajken charaktensieren. n» Der Anteil der Besehe ftigten im tertiä ren Sektor liegt mit ober Bo i deutlich über dem österreichischen Durchschnittswert von rd. 68 X, bei deutlicher Dominanz der öffentlichen Dienstleistungen. Die Beschaftigtenentwicklung der letzten Jahrzehnte folgte im Wesentlichen der anderer vergleichbarer europäischer Städte, wenngleich sich in Wien vor allem Dienstleistungen in Niedriglohnbranchen (z. B. Einzelhandel, Tourismus) besonders dynamisch entwickelten. e» Der hohe Anteil des öffentlichen Sektors, aber auch der hohe Anteil wirtschaftsnaher Dienstleistungen sowie der hohe Anteil an Forschungsund Entwicklungsaktivitäten bringen mit sich, dass das Qualifikationsniveau der Beschaftigten in Wien deutlich höher ist als in den anderen Bundeslandern. Auch der Anteil der uber IS-jährigen Wohnbevolkerung mit Hochschulabschluss bzw. hochschulverwandter Ausbildung lag zoos in wien mit u. , 6 se betrachtlich uber dem osterreichDurchschnitt von B, o X. w während in Clsterreich gesamt und auch in den Bundesländern Burgenland und Niederösterreich die Zahl der unselbstständig Beschaftigtenkontinuierlich ansteigt, verläuft die Entwicklung in Wien eher undynamisch. Besonders betroffen ist der im Strukturwandei befindliche sekundäre Sektor. Der starke Ruckgang der Arbeitsplätze im sekundären Sektor, der sich seit den ig6oer-Jahren kontinuierlich fortsetzt, konnte durch die positive Entwicklung im Bereich der Dienstleistun1 Quelle: Wifo. Analyse der Wiener Wirtschaftsaktivitaten, 2002 yaak IV HANDLUNDEFELDER DER STRDTENTWIcKLUNC WIRTSCHAFT UND ARREIT Rl Sze. v OS Karte 28 Arbeitslasenguate D. 2ooz Quelle MA Ie, Bevalkerungsevrdenz fur WIen zoos, AMS (Arbertsmarktservite) wIen 2002, MA I 8 Grundkarte MAIS, MAEI, rtIA 2I BearbeItung MAIB, Piautz W AREEITSLOSENL2UOTE 2002 ArbeItslase in E der erwerbs fahIgen Bevalkerung (rS — 6o jahnge Frauen und IS — GS 3ahrrge Männer) pra Zahlgebret ~ '28 ~ 2, 8 bIssp 3, 8 BIS 4, 7 4, 8 bis 6, 4 5, 5 bis 6, 1 ~ 6, 2 tut 77 ~ =z8 ~ Ge a w nn asser zahlgebrete mIt wemger als SD Emwahnern bzw GebretemItgraßeren Verkehrsflathen unbebautes GebIet Landesgrenze Bezrrksgrenze Zahlgebretsgrenze O Ih F F L ~ gen nicht aufgefangen werden. Im Jahr zoos lag der Anteil des sekundären Sektor bei nur mehr 37 ss aller Arbeitsplätze, im Jahr Iggs bei 28%, 3BBI waren es noch 3G ss D. Rund 3o SE aller bewilligungspflichtig beschäftigten Ausländerinnen inüsterreich entfallenaufWien, das ergibteinenAnteil der Summe der Beschäftigten Wiens von g, z X he I steigenderTendenz. tw Wien iSt Innerhalb der OStregiOn daS eindeutige Einpendelzentrum. Aus den umliegenden Regionen Niederösterreichs und des Burgenlandes pendeln mehr als zoo. ooo Menschen in die Bundeshauptstadt. Die Entfernungen, die täglich zurückgelegt werden, steigen kontinuierlich an. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Attraktivität Wiens als Arbeitsplatzzentrum mit dem EU-Beitritt der Nachbarländer auch überdieGrenzen hinweg zunehmen wird. u» Die zunehmende Dienstleistungsorientierung sowie die Entwicklung hin zu wissensorientierter Stadtwirtschaft, aber auch die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt führen zuverstarkterSegmentierung derstadtischen/regionalen Arbeitsmärkte (Fachkrafte und Spezialisten, gering bzw. einschlägig qualifizierte Personen, Inländerlnnen alteingesessene und neu zugezogene Ausländerinnen, ältere Arbeitnehmerinnen — junge Arbeitnehmerinnen, Lehrlinge — Schulabgangerlnnen, MannerFrauen, atypische Beschäftigungsverhältnisse usw. ). t Im Jahresdurchschnittzooäwurde für Wien eineArbeitslosenquotevong, sx(üsterreich7o v)ausgewiesen, wobei dIeMannerarbeitslosigkeit mit einer Quote von Ito ss deutlich über Jener der Frauen (7 g ss) lag. Insgesamt waren in Wien im Jahr zooS 7B. B7z Personen als arbeitslos gemeldet, der Frauenanteil betrug fast Ao i, was im üsterreich-Vergleich relativ gering ist Innerhalb WIens zeigt sich eine starke Konzentration d eg e i r o a n rb a eitslosenPersonenvoralleminZahlbezirkenmithohem Auslanderlnnenantetl sowie einem im innerstädtischen Vergleich relativ hohen Anteil erwerbsfähiger Bevolkerung. t Im JahrzOOS kommt ca. ein Viertel der arbeitslosen Personen aus Produktionsberufen (bei den Männern mehr als ein Drittel), derüberwiegendeTeII(mehrals so%) hatlediglich Pflichtschulabschluss, derAnteil der Langzeitarbeitslosenundderrund sozial immobilen Personen ist ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Die Ausländerarbeitslosigkeit steigt. Ein besonderes Problem stellt auch die Eingliederung Jugendlicher bzw. alterer Arbeitnehmerinnen dar. Q STEP 05 D IV. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWIGKLUNG WIRTECHAPT UND ARBEIT l& Werden die traditionellen Zentren verschwinden? Für den vorhandenen Scadtraum braucht es eine neue Zeurreukouzeptiou. Sehr wahrscheinlich wird es nicht gelingen, alle 23 Ceschaftsstragen in der bestehenden Funktion zu erhalten. Fur eine spezialisierte und „abgespeckte" (lokalere) Versorgungsfuuktion werden sie aber weiterhin im Besonderen fur die iu Summe „immer alter werdende Wiener Bevölkerung", aber auch fur wieder bevorzugte innerstadtische Wohnlagen jungerer Bevolkerungsteile wichtig sein und so ihre spezialisierte Dberlebeusbasis finden. Eine wiederinscallieruug — „wze sie vor zo Jahren waren" — ist allerdings illusionär. Wirtschaftsräume Wiens Zentrenstruktur und Einzeihandei DIE Civv BIETET ALs HisvoaiscHEs Hauptzentrum Wiens ein über die lokale und regionale Bedeutung hinausreichendes Angebot an Dienstleistungen und Luxusgütern sowie Kultureinrichtungen an undwird ergänzt durch Handelsund Dienstleistungskonzentrationen entlang bedeutender radialer Geschäftsstraßen. Dieses in der Gründerzeit entstandene, radial abgestufteZentrensystem von D» city (innenstadt und Randbereiche) o. 23 Hauptund D» ca. ioo Nebengeschaftsstraßen (heute nur mehr Nahversorgung) wird von einen Ring der fünf/sechs Hauptzentren Favoriten, Simmering, Meidling, Floridsdorf, Kagran und Stadlau, die durch die w Stadtentwicklungspläne STEP 7984 und STEP 7994 gefördert wurden, flankiert (Planungsmodell „Stadt der kurzen Wege" ). Durch den U-Bahn-Ausbau (seit igz4) wurde eine polyzentri sehe Stadtstruktur von Hauptund 8ezi rkszentren deutli ch gestärkt. Die(vorlaufigen) End punkte sollten durch die umsteigebedingt erhöhte Kunden frequenz dieAngebote initiieren und die Nachfrage steigern. Den Wiener Geschäftsstraßen (23 Hauptgeschaftsstraßen) kommt durch ihre Sicherstellung der Nahversorgung und ihre Belebung desöffentlichen Raums entscheidende Bedeutung für die Lebensqualität und Charakteristik in den Wiener Bezirken zu. Diese dem Wesen nach eigentlichen Stadtzentren sind durch die besondere Nutzungsmischung von Güterangebot, öffentlichen und privaten Dienstleistungen („Buromantel") und Ambiente geprägt. k Emkaalssrrafle mir Bedearungsverlvsr Einzelhandel in den Stadtzentren Im Einzelhandel ist eine deutliche Ausdünnung des Angebotes zu bemerken. DieMietrechtsnovelleiggzdiedenVermieternmehrSpielraumbeiderPreisgestaltung verschaffte, fuhrte selbst in der City sowie in der Mariahilfer Straße (z. höchstrangigesZentrum)zurVerdrängungdertraditionellen Geschäftedurch internationale Firmen (Kettenbetriebe bzw. Filialisten). Die starke Konkurrenz durch Einkaufszentren und Fachmärkte beinhaltet die Gefahr, den Handel aus den Geschäftsstraßen sukzessive abzuziehen. Die traditionellen Einkaufsstraßen Wiens werden sich vermutlich nicht in der heutigen Form (Vielfalt an Fachgeschäften, Dienstleistungsdichte . . . ) weiter behaupten können und sich sehr unterschiedlich entwickeln. Die Funktionsan passung und Stabilisierung kann und soll u a durch die maßgeschneiderte Festlegung der Widmung „Geschäftsstraße" im Bebauungsplan und durch gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität erreicht werden (siehe unten, Erneuerung der Einkaufsstraßen). (w Kap. IV4. S, Rdumliches Wiitschaftsleitbild) ~ Haupizentrum ~ Ceschafrsstrage ~ m ubogesdicht bebautes Stadtgebiet Entwicklungsachse oder Sradteniwicklungszone Wohngebiet (augerhalbderoben genannten Kategorien) Abo, 32 verteilung der projektierten Lagen im Srodrgebier Quese RC, Bvramarkrsradie Büro-BGF noch Neue Bereiche von CityfunktionenBürokonzentrationen Wien war und ist vorrangig eine Verwaltungsund Dienstleistungsstadt und erfuhr seit den 79yoer-jahren einen massiven Strukturwandel zugunsten des Dienstleistungssektors. Angesichts der fortschreitendenTertiärisierungder W tor i f r ü ts r c d h ie a w ft irt i s s c t h d a i f e tl N ic a h c e h E fr n a t g w e ick n l a u c n h gd B e u rs r t o a ( d g t r u o n ß d ) R im eg m ion b s il o ie w n ief e ü i r n di w es ic ta h n ti d g er indikaortentwicklung in der Wirtschaftspolitik und Planung. Tae IV. HANDLUNCEFELDER DER STADTENTWIEKLUNc WIRTSCHAFT UND ARBEIT STEP 05 WIENER BÜROOROEEIMMOBILIEN uberio 000 nl'ab 7995 ~ %E '. . ~ tn Planung/Bau bis 15 000 ITI' ~ ~ 15 001 bis 75 ooo m' 75 ool bts zoo Ooo m* ~ ~ ferttg bis 15 000 In' 15 001 bis 25 000 171' 25. 00t bis 200 000 m' Geschd ftsstraßen Hau przen Iren gern sTEp 94 U-Bahn U-Bahn-Verlangerung Wiener Baublocke Gewasser Verkehrsband STEP-Achsen (schemattsch) Generell zeigt der stadtische Büroimmobilienmarkt in Wien eine hohe Dynamik, die zu drei Viertel auf innerstadtischen Verlagerungen beruht. In der raumlichen Verteilung der unternehmensnahen Dienstleister zeigt sich eine leichte Rücklaufigkeit in der Innenstadt (1. Bezirk), während an einigen wenigen Standorten (z B. Donau-City) in den Stadtteilen Au(3en-Ost (m, zz. Bezirk) starke Zuwachse zu beobachten sind. z Im gemischten städtischen Gefüge, wo aufgrund der Wohnzone ein Anteil der Büronutzung von über zo X oft nicht zulässig ist, sind räumliche Nachfragetrends schwer ablesbar. Hier finden sich kaum verwertbare Flächen grö(ter als Io. ooo m* für Büro konzentrationen. ist die Anbindung an die U-Bahn. Ein Standortfaktor au(terhalb des Gürtels Ausweichstandorte strukturinvestitionen, für Cityfunktionen bedurfen hoher offentlicher Inframit Ausnahme der beiden bestehenden City-Erweiterungszonen im z. und 5. Bezirk(Media-Tower, Uniqa, Wien Mitte) Als besonders begünstigt wird derzeit auch die Ostachse im Bereich des Erdberger Mais aufgrund seiner ausgezeichneten Lage zwischen Flughafen Wien-Schwechat und der City eingeschatzt Büroflächenentwicklung in der City Insgesamtstö(itdie Nachfrage seitensproduktionsnaher Diensteunddesöffentlichen Sektors nach City-Standorten an ihre quantitativen und qualitativen Grenzen, womit ihre City-Funktion limitiert ist. Was bleibt, ist ein spezielles Konsumsegment und die Nachfrage nach bestimmten Wohnungen, hauptsachlich in den oberen Gescho(Zen3. Die Anpassung der zunehmend leer stehenden alten Bürogebäudean die Nachfrage istaufgrund genereller Festsetzun~ karte 79 Wiener Bürogrofiimmobilienüberloooom*ob 7995 Quelle RC, Buromarktstudie Bearbeitung MA 18 IP Leerstandsrate Mit einem Anstieg der Leerstandsrate in den Jahren zoos bis EOOB von derzeit rund s, s R auf bis zu T N ist zu rechnen. Die Leerstandsrate in Wien liegt dann voraussichtlich aber noch immer unter den Werten der meisten mittelund westeuropaischen Großstadte und ist in diesem Ausmaß ein Indikator für ein qualitativ vielfältiges Büroflachenangebot eines „gesunden Buromarktes". a RC, Buramarktstudie, MAis S RC (zoos): Technoman Perspectives — ZEWISTA — Zentren und Wirtschaitsstandorte Wien 1E7 STER 05 D. iv. HAND LUNGSFELDER DER STADTENTWICKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT IN schutzinteressen Exphzite Ziele sind im Wesentlichen aus den bestehenden Rechtsgrundlagen abzuleiten, allen voran den Flächenwidmungsund Bebauungsplanen im Jahr 1972 wurde im Interesse der Bewahrung der fur das Stadtbrld bedeutsamen Bebauung und des erhaltungswurdigen Stadtbildes selbst die Altstadterhaltungsnovelle beschlossen, dre im Wesentlichen ern Abtragungsverbot, ein Verbot zur Anderung der außeren Gestaltung der Cebaude sowie ein Erhaltungsgebot fur die charakteristische und stilgerechteAusgestaltungunddieweitestgehendeAufrechterhaltungeiner vorhandenen WohnnutzungderCebaude in Schutzzonen umfasst. Aufgrund dieser Novelle zur Bauordnung erfolgte durch Cemeinderatsbeschluss von 1973 die Festsetzung einer Schutzzone fur den gesamten 1. Bezrrk. Ab 1991 kann in den Flachenwidmungsund Bebauungsplanen die Festlegung einer Wohnzone erfolgen, welche vor allem die Verdrangung der Wohnnutzung durch Buronutzungen im Cebaudebestand unterbrnden soll. Allerdings wird auch fallweise der Expansionsbedarf der Kleinund mittleren Unternehmen eingeschrankt, weshalb eine starker bestandsorientierte differenzierte Ausweisung der Wohnzone erfolgen sollte. IN Gründerzeit Unter Cründerzeit-Stadt wird das dicht bebaute Stadtgebtet (zu einem großen Teil aus der zweiten Halfte des 19. und aus dem fruhen zo. Jahrhundert, mit alteren und jungeren Elementen) zwischen der eigentlichen City und der Stadterweiterung des zo. Jahrhunderts verstanden Dreser großflachige, terls herausragende, teils „banale" grunderzeithche Bestand an Cebauden, offentlichen Raumen wie an der Wiener Stadtstruktur im Ganzen ist — bei aller Ambivalenz-ein pragendes Qualitätsmerkmal von Wien. Nicht nur das kulturelle Wien, auch das soziale, das urbane Wien ist eng mit den grunde rzeit lichen Raumfiguren, Baubeständen und Fassaden verbunden. gen, wieeinheitlicheFestsetzungen von Wohnzonen, die Koppelung von Schutzzone und Wohnzone, die Reduzierungen von Widmungsreserven und ähnlichen Beschrankungen (w Kop. IV. 6 z Leitbild der baulichen Entwicklung Wiens, UNESCO Kulturerbe), eindeutig reduziert Damit wird man dieser differenzierten Struktur und deren Erneuerungsanforderungen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht gerecht. Unternehmen mit starkem Kund enverkehr und Wunsch nach Ambiente suchen nach wie vor die innenstadtlage. DieCitybestehtaussehrunterschiedlichenbaulichenstrukturzonenundaus sehr unterschiedlichen Funktionszonen mit sehr stark differenzierten Standortqualitäten und Erreichbarkeitsverhältnissen. Die Restriktionen sollen gebietsweise differenziert angewendet werden, um ein vernünftiges Ma(5 an Spielräumen für Erneuerung s investitionen zuruckzugewinnen. Vor allem zur Erreichung durchmischter Strukturen in der City als Ganzes ist es notwendig, gebietsweise neue bauliche Möglichkeiten — sowohl für die Ausbildung öffentlicher Räume als auch für die Entwicklung von Serviceeinrichtungen für die Wohnbevölkerung — zu schaffen. Der stadtisch-funktionellen Wiederherstellung von hoher Wohnqualitat und auch Umfeldqualitat von Arbeitsstatten außerhalb der Top-Lagen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Schlussfolgerung Unter Nutzung der erwähnten Spielräume in Bezug auf die Adaptierung der bestehenden Bausubstanz werden fur die speziellen Segmente — spezialisierter Wohnungsmarkt, spezialisiertes, höchstrangiges Warenangebot, spezialisierte unternehmensnahe Dienstleistungen sowie niveauvolles Angebot im Bereich Hotellerie und Gastgewerbe wie auch Kulturangebote -weiterhin chancenreiche Entwicklungsmöglichkeiten gesehen. Fürdie Expansion von Cityfunktionen werden allerdings Alternativen in den „zweithesten Lagen" (Standorten) notwendig sein. Die Wirtschaft in der Gründerzeit-Stadt Der Ruckgang der Bevölkerungszahlund damit der Kaufkraft sowie der Rückzug von Gewerbe, Industrie und konsumorientierten Dienstleistungen führen zu einer weiteren wirtschaftlichen Funktionsschwachung der Gründerzeit-Stadt in nahezu allen Bereichen. Gleichzeitig bieten jene für die Gründerzeit-Stadt charakteristischen „weichen Standortfaktoren", wie „Urbanität", Stadtteilimage und innovative Milieus sowie Kooperationen und Netzwerke, neue Entwicklungspotenziale. Zukun ftsfahige Stadträume sollen auch durch si nnsti ften de, gemeinwesenorientierte Arbeitsforrnen unterstutzt werden. Hier bietet sich besonders die Chance, lokale oder solidansche Ökonomien zu fördern, die sich nach den örtlichen Bedürfnissen, produktionsund Vermarktungsmöglichkeiten richten und unabhängig vom globalen Markt funktionieren. Ziel lokaler Ökonomien ist es, Wirtschaft zu relokalisieren, Arbeitsplätze und damit Bewohnerlnnen, Kapital und Kaufkraft vor Ort zu halten Unter Berucksichtigung der grundsätzlichen Qualitaten der GründerzeitStadt fur die identitat und Gesamtentwicklung Wiens wird die Eignung dieses spezifischen Stadtraumes fur die Wirtschaftsfunktionen Handel, Buros, Gewerbe und industne folgendermajien eingeschatzt: saa iv. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWICKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT STEP OS Entwicklung der Einkaufsstragen In den letzten rund zehn Jahren verloren die Geschäftsstra(5en durch die verstärkte Abwanderung von Büround Dienstleistungsnutzungen bereits ma(igebliche zentrale Funktionen. Nur vier Zentren haben sich in den Jahren iggo bis sggg in Wien positiv entwickelt: die innere Mariahil fer Stra (te/Neubaugasse, die äußere Maria hilfer StraJte, Donauzentrum und Meidlinger Hauptstraße. Das bedeutet umgekehrt, dass alle anderen Geschaftsstrajien ihren Anteil an der realen Kaufkraft Qu d a e ir Wienerinnen und Wiener bestenfalls halten konnten, wenn nicht sogar leichte reale Einbu Jlen verzeichneten. Die Folgen der Gesamtentwicklung sind einerseits der Verlust der Versorg ungss ic her he it und der Le bensqua I ität un d andererseits die Abnahme der itatt und Attraktivität der Einkaufsstra(ten als öffentlicher Raum durch leer stehende Geschaftslokale Um den fortschreitendenQualitätsverlustderGeschäftsstra(ten aufzuhalten und damit die Lebensqualität zu sichern, wurde zooz von der Stadt Wien gemeinsam mit der Wirtschafts kammer Wien u. a. ein ressortü berg reifend es und interdiszi plinäres Management zur Koordination der Erneuerung der Geschäftsstra(len eingesetzt. Da es sich bei den Wiener Geschäftsstrajsen und Zentren um sehr spezifische Strukturen im Stadtgebiet handelt, müssen die Ma(inahmen zur Erhaltung und Stärkung der jeweiligen Zentrenfunktionen nahezu „individuell" konzipiert werden. In den letzen zehn Jahren wurde v. a. durch Majinahmen der Oberflächengestaltung (u. a. Neugestaltung der Mariahilfer Stra(ie, Neubaugasse, LandstraJier Hauptstrajie und der Simmeringer Hauptstra(le) und Verkehrsorganisation sowie durch hand elsbezogene Ma Jtnahmen (z. B. Einkau fsstragenförderung durch das WIFI-Marketingburo der Einkaufsstadt Wien) eine teilweise Stabilisierung der Attraktivität der Wiener Geschäftsstra Jien erreicht. Weiters wurde mit der Novelle rsgß des Wiener Stadtentwicklungs-, Stadtplanungsund Baugesetzbuches(BO f Wien) die Möglichkeit geschaffen, im Bebauungsplan die Widmung „Geschäftsstra(ten" auszuweisen, in der die Errichtung von Ei nkau fszentren unabhangig von einer individuellen EinkaufszentrenFestsetzung zulassig ist (diese erfordert eine Raumverträglichkeitsprufung). Damit ist eine Stärkung der gewachsenen Geschaftsstrajien durch „Frequenzbringer" bzw. „Magneten" (Einkaufszentren und Fachmarktzentren) beabsichtigt, derenAnteilau(SerhalbderGeschäftsstrajienbereitszg 4 der gesamtenVerkaufsfläche Wiens beträgt. Die folgenden, auch inder Karte„RäumlichesWirtschaftsleitbild" (w Kap. IV. 4. S) vorgeschlagenen Ma(inahmen zielen auf die Erhohung der Attraktivitat ab: Erhöhung der Aufenthaltsqualitat t Frequenzbnnger (u. a. integnerte EKz mittlerer Gröäe G s. ooo-io. ooo mä Kinocenter, Unterhaltung, Kultur) D» bessere Erreichbarkeit im IV/OV w Bewerbung/Marketingkonzepte. D. Lokale Ökonomie Lokale Ökonomie ist als Uberbegriff fur alle auf dte Entwicklung eines Ortes (einer Region) bezogenen wirtschaftlichen Aktivitaten zu verstehen und beinhaltet gemeinnutzige wie auch gewmnorientierte Wirtschaftsformen. Die Entwicklung der lokalen Ökonomie setzt an den Potenzialen vor Ort an und kann somit auch die breite Palette alternativer Mbghchl&etten berucksichtigen. D. Raumverträglichkeitsprüfung Vor Festsetzung von Einkaufszentren sind, wie auch bei Großbauvorhaben, bei der Prufung uber die Auswirkungen auf die Stadtstruktur, Stadtentwicklung und Vielfalt der stadtischen Nutzung sowie die Verkehrsverhaltnisse insbesondere zu untersuchen: w dhe Anbindung an offentliche Verkehrsmittel w die vorhandene Verkehrsfrequenz ~ . dte ortlichen Verkehrsverhältnisse (Ampelanlagen, Kreuzungen, Einbahnen, Parkverbote und derglerchen) W die Parl&moglichkeiten in der Umgebung des Einkaufszentrums ~ . die Auswirkungen auf den bestehenden Verkehr ~ . die Moglichkeit der Schaffung freiwtlhger Stellplatze auf dem Bauplatz des Einkaufszentrums oder in der Umgebung w die Zufahrtsmoglichkeiten für die Feuerwehr i und andere Etnsatzkrafte dte Kapazitat der Straßen, vorhandene me und dergleichen StaurauDaruber hinaus sind bei Einkaufszentren dre Wechselwirkungen zwischen dem geplanten Einkaufszentrum und der städtischen Zentrenstruktur (Ceschaftsstraßen) sowie der Nahversorgung zu prufen. Dabei gehtesinnerhalbdesGürtels hauptsächlichum eine Stabilisierung durch intensivere Themenspezialisierung und Ausrichtung auf die wieder starker von jüngeren Bevölkerungsteilen bevorzugten innerstadtischen Wohnlagen. k stabile wiener Eiokoufsstrolle STER OS D. Iv. HANDLUNCSFELDER DER STADTENTWICKLUNC WIRTSCHAFT UND ARBEIT Au fferhalb des Gürtels werden die o g. „Frequenzb ring er", kombiniert mit der Erhöhung der Aufenthaltsqualitat, nur fur die (aufgrund der Umsatzentwicklung) heute noch als Einkaufsstrajfen zu bezeichnenden wichtigsten BezirksHau ptgescha ftsstra(ten vorgeschlagen. Gerade d er Ante iz zum Verweilen und Bummeln ist ein Ansatzpunkt auch im Zusammenhang mit den Bedürfnissen der hier lebenden multi kulturellen Bevolkerung. Umgekehrt ist auch die fehlende Aufenthaltsqualität eine Erklärung fur die besonders auffällige „Ausdünnung" der Fachgeschafte vor allem an den zwar hervorragend erreichbaren, aber dennoch unattra kti v wirken den G urte I kreu zunge n (w Kap. V. Io Zieigehiete der Wiener StadtentwickIung — Westgüitel). Es besteht jedoch weiterhin koordinierter Handlungsbedarf in den dicht bebauten Bereichen der Bezirke aujjerhalb des Gürtels, wo im Zusammenhang mit okonomisch schwächerer Bevolkerung geringe Bereitschaft zu Investitionen in die Gebendeund Geschäftsstruktur besteht. Die zum Teil zu beobachtenden Initiativen lokaler Einkaufsstra jfenorganisationen bringen zwar kurzfristig positive (gern. Ergebnisse. Nachhaltige Erfolge sind jedoch nur durch gesamtheitliche, gesteuerte Erneuerungsprozesse erzielbar. Für die Entscheidung, entsprechende Mittel der Stadt und der interessenvertretung der Wirtschaft gezielt einzusetzen, sind objektive Bewertungskriterien für die Festsetzung von „Geschä ftsstra(Sen" BO f Wien) sowie andere Erneuerungsma jlnahmen in den ausgewählten Ei nkau fsstra jlen zu entwickeln. N otwendige Voraussetzungen für PPP-Modelle sind t» die Bereitschaft der Bezirke, im Rahmen ihrer dezentralen Budgetverantwortung Mittel für Erneuerungsma jf nahmen im öffentlichen Raum der Geschäftsstra(Sen zur Verfügung zu stellen, t die Bereitschaft der Wirtschaft, des Handels und der Liegenschaftseigentümer zu Initiativen und Investitionen im eigenen Bereich und zur aktiven Teilnahme an der Entwicklung von Erneuerungskonzepten. b» Raum fur Creative lndustrles Fur die gesamtgesellschaftliche Weiterentwicklung braucht eine Stadt lnnovationen und Zukunftsvisionen, d. h. geistig-schöpferische Leistungen, die von intellektuellen Eliten bzw. kreativen Mtlieus, wie der so genannten „creative class" erbracht werden. Dementsprechend ist es von enorm hoher Bedeutung, ein Angebot an Freiraumen (räumlich, rechtlich etc. ) zu erhalten und zu schaffen, in denen sich zukunftsweisende Potenziale entwickeln können. Büronutzungen im dicht bebauten (Gründerzeit-)Stadtgebiet Durch den internationalen Trend zur stadträumlichen Polansierung der Standortnach frage kommt es in der Gründerzeit-Stadt in Bereichen mit hoher Standortqualitat zu Umnutzungsund Aufwertungsdruck. In anderen Teilen wiederum besteht die Gefahr einer weiteren Abwertung als Wirtschaftsstandort, mit einer Entwicklung hin zur reinen Wohnstadt. In der Gründerzeit-Stadt existieren fur grojle Büroimmobilien und-standorte noch attraktive brachliegende Flächen (vor allem ehemalige Eisenbahnareale wie Aspang gründe, Westbahnhof, Bahnhof Wien-Europa Mitte, Nordwestbahnhof, Arsenal, Nordbahnhof), die teilweise noch Realisierungsrestriktionen unterliegen (Eigentumsverhältnisse). Aus Sicht der Stadtplanung handelt es sich dabei um entwicklungspolitisch wichtige, bereits gut erschlossene Standorte, was weitere intensive Bemühungen zur Mobilisierung dieses brachliegenden Flächenpotenzials notwendig macht. (w Kap Iv 4 s Räumlicheswirtschaftsleitbild) Auch in der mittleren Grö(fenordnung bestehen an einigen besonders verkehrsgunstigen Lagen noch Entwicklungspotenziale wie beispielsweise Brauerei Ottakring, Meidlinger Hauptstra (Se, Zentrum Floridsdorf, Bereich Muthgasse, Wiental und Westgurtel. Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) im dicht bebauten (Gründerzeit-)Stadtgebiet Insgesamt ist die Zahl der Betriebe in Wien gestiegen, in den dicht bebauten Gebieten allerdings deutlich geringer als aujjerhalb 130 IV. HANDLUNGBFELDER DER ST»DTENTWIGKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT Hl STEP 05 Im Einklang mit dem oben dargestellten generellen Strukturwandel stehen die im Folgenden dargestelltenWirtschaftszweigealsüeispielefüreinengenerellen Trend, der als Chance für die Entwicklung im dicht verbauten Stadtgebiet genutzt werden soll und der auch andere Branchen miteinschlie(gt. Die kleinräumige Vielfältigkeit der Wirtschaftsentwicklung zeigt in ihrer Verteilung einiger ausgewählter wirtschaftlicher Aktivitäten (nachbarschaftsabhängige Dichte der Betriebe) mogliche Perspektiven und Potenzlale auf: u Die Betriebe der Branche Wirtschaftsund Rechtsdienste konzentrieren sich in den inneren Bezirken, aber auch an Standorten im Westen und Sudwesten Wlens. Diese Branche wird allgemein als Wachstumsbranche eingeschätzt, daher scheint die zukunftige wirtschaftliche Nutzung innerstädtischerStandorteimAllgemeinennicht gefährdet und wird grundsätzlich als positiv angesehen. D. Der Gesundheitscluster (Branchen aus dem Bereich Gesundheit, Forschung, Pharmazie und Chemie) weist eine hohe Dichte in innerstädtischendlchtbebautenGebietenaufund prägtdie kleinräumige Nutzungsstruktur deutlich. Von den grofgen Spitälern an verschiedenen Standorten in Wien gehen dabei offensichtlich massive Impulse fur weitere Aktivitäten im Gesundheltsbereich aus. Die starke Konzentration dieser Branche auf die innerstädtlschen Bereiche lässt aber auch auf die unterschiedlichen Versorgungslntensltäten innerhalb des gesamten Stadtgebietes schi ie fgen. Bei dieser Branche handelt es sich um eineWachstumsbranche Es kann daher davon ausgegangen werden, dass im Falle einesstarken impulses(Gesundheitseinrichtung mit regionalem Schwerpunktcharakter) auch positive ökonomische Effekte für einzelne städtische Teilräume erzielt werden können t» Auch für die Betriebe im Bereich der Creative Industries4 zeigt sich eine hohe Dichte in innerstadtischen Gebieten, vor allem im I. Und z Wiener Bezirk. Damit ist kleinräumig durchaus ein neues Potenzial an wirtschaftlichen Aktivitaten erkennbar. WIRTSCHAFTEUND RECHTSDIENSTE Dichte hoch mrttel medrrg e 3'», . L fjece» GESUNDHEITSCLUSTER Drehte ' ~ CREATIVE INDUETRIEB Dichte C hoch miuel medrig Quellen Herold Unternehmensdaten, eigene Berechnungen Stand zooS Quellen Herold Unternehmensdaten, erg ene Berechnungen Sunid 2003 Quellen Herold Unrernehmensdoren, eigene Berechnungen Steno 2003 Zur Erhaltung bzw. Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Dynamikwirdesdahernotwendigsein, mit baulichen, verkehrlichen, organisatorischen ' Itk T. NL 4 Dazu zählen Branchen aus dem Bereich Musik, Architektur, Audivisuelles, Literatur, pnntmedien, bildende Kunst, Grafik, Mode, Design, Werbung, Kultureinnchtungen e T. 'I Karten So-Sz Räumliche Verteilung von Branchen-Ciustern in Wien Quelle Gifflnger „Klemraumige Wirtschaftsenttuicklung Im dreht genurzten stadtgeblet von wien" 131 STEP 05 D R I w k Donau-City IV. HANDLUNCSFELDER DER STADTENTWICKLUNC WIRTSCHAFT UND ARBEIT sowie imagebildenden Ma(knahmen diese Standorte zu unterstutzen (w Kap. IV. G. z Leitbild der baulichen Entwicklung Wiens). Nachdem fur diese speziellen Nutzungen eine starke Vernetzung wichtig ist, sollte als Entwicklungsimpuls die Aufschlie)kung und kostengunstige Versorgung mit leistungsfähigen Datenleitungen erfolgen. Die steigende Bedeutung der „weichen Standortfakto ren" bezieht sich nicht nur auf Lebensund Umweltqualitat „fur alle", sondern schlie(kt auch den Faktor „Lebensstil" in der Ausdifferenzierung und Entwicklung soziokultureller Milieus und neuer ökonomischer „Clusterbildungen" mit ein. Speziell gilt dies für „Creative Industries" — eine Clusterstrategie, die auch in einer Reihe europaischer Städte betrieben wird, und die sich stadträumlich beinahe immer auf die historischen Stadträume hoher Urbanität, Dichte und Vielfalt konzentriert. (Auch) Wien könnte im Bereich dieser Clusterbildung mittelund langerfristig gute Chancen haben — und es ist anzunehmen, dass dafur die GrunderzeitStadt die entscheidende Raum figur sein wird Der sozialräumliche Ansatz der Betrachtung von Wirtschaftsraumen geht über die (mögliche) Entwicklung von „Creative Industnes" weit hinaus. Er betrifft die Vielzahl von Start-ups ebenso wie Entwicklungen in der grojken und vielfältigen „Landschaft" der KMUs In diesem Sinne ist die Gründerzeit-Stadt nicht primar als „Problem gebiet" zu sehen, sondern wirtschaftspo litisch als ein Potenzialfeld, das spezifische (nicht reproduzierbare) Standortqualitaten und -potenziale fur neue ökonomische Entwicklungen aufweist (unique selling proposition) und flexibel der vorhandenen inhomogenen Nachfrage angepasst und angeboten werden muss (z. B Fördersystem). Grofäprojeicte in der Stadt — neue Stadtteile Gro(kprojekte werden in den meisten europäischen Städten als identitätsstiftendesZe, als AI&tivitäten zur Umnutzung von 6rownfi eids bzw. nicht mehr zeitgemääer Nutzungen sowiewirtschaftlicher impulssetzung forciert. Ihrwirklicher Beitrag zur Stadtentwicklung geht durchschnittlich nicht über S N hinaus, ist aber oft zur neuen imagebildung oder wirtschaftlichen Neuprofilierung wesentlich. So gibt es auch in Wien eine Reihe von Projekten, die durch internationale Wettbewerbe oder besondere Architektur einen europäischen Bekanntheitsgrad erreichen und damit zur Bewerbung des Wirtschaftstandortes positiv beitragen. Beispielhaft seien erwähnt: Westbahnhof Gasometer Erdberg, Bahnhof Wien — Europa Mitte, Aspanggründe, Nordbahnhof, Donau-City .. . Aufgrund ihrer Signalwirkung fur die Bevölkerung, aber auch für die investierenden Unternehmen und aufgrund ihrer Bedeutung fürdie Stadtentwicklung sind einige davon auch im Strategieplan zoon als strategische Projekte verankert. Wie für die Eignungsstandorte gemäii Wiener Hochhauskonzept gilt, dass diese ProlektezueinemhohenAnteil durchleistungsfahigeöffentlicheVerkehrsmittel erschlossen werden sollen. Im Sinne eines stadtischen Entwicklungsinteresses in diesem Bereich sollten Festlegungen fur diese Gebiete weniger thematischumfassend und inhaltlich detaillierterfolgen, sonderneineweitgehende Vereinfachung und Beschleunigung der Verfahren zur Gewinnung von gemeinsam entwickelten projektvorstellungen angestrebt werden. Was dann an wenigen, aberessenziellenVorgabengeregeltwird, mussallerdingsaujserStreit gestellt werden. Festzulegen sind damit auch der Zeitraum der Gultigkeit und eine Evaluierung der Ergebnisse. Iv. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWIGKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT STEP OS l«noten ter und Zugang zur Veranstaltungsballe Erdberg im Gasometer Gro(Seinrichtungen der Freizeit— Urban Entertainment Center (UEC) Im stadtplanerischen Zusammenhang sind diese Standorte bzw. Groi3einrichtungen der Freizeit sowohl unter dem Aspekt der Freizeitnutzung als auch als ökonomische Einheiten und damit vielfach auch als impulsgeber für Entwicklung zu sehen. Den Standorten und Einrichtungen gemeinsam sind hohe Besucherfrequenzen, entweder punktuell saisonal oder verteilt im Tagesverlauf. Unterschiedlich sind die spezifische Auspragung der jeweiligen „Anker" bzw die Intensität der angeschlossenen Angebotsbündel. Vielfach sind kontinuierliche Weiterentwicklungen, Ergänzungen etc. feststellbar. Sie folgen betriebsbzw. marktwirtschaftlichenKonzeptensowiederLogikder„trinityofsynergy" (Anker+ Handel+ Gastronomie). So werden z. B Stadien zu Arenen (Ganzjahresauslastung), kombiniert mit Shopping, Gastronomie und anderen Entertainmenteinrichtungen. Neben spezifisch ausgepragten „Ankern" fungieren auch U-Bahn-Knoten, Bahnknoten etc. als rein funktionale „Frequenzgenerierer". So gesehen erscheint es nur logisch, dass für Wien-Mitte, Sudbahnhof, Westbahnhof etc. zusätzlich Multifunktionskonzepte in unterschiedlicher Dimension angedacht werden, die ebenfalls der Logik der „trinity of synergy" folgen. Da in Wien aufgrund der urbanen Identität, der GroBe und Struktur des Marktes keine neuen groBräumigen Einrichtungen tragfähig und sinnvoll erscheinen, wird empfohlen, sich bei der Entwicklung von neuen projekten au fbereits bestehende IN U-Bahn-Knoten, b» Zonen für Komplementäreinrichtungen schon bestehender „Generierter" (Stadien etc. ) sowie r andere kleinteilige ErgänzungsmaBnahmen zu konzentrieren. W Croßbauvorhaben sind gern. $ Tb der Bauordnung fur Wien Bauvorhaben mit Raumen beziehungsweise Anlagen fur Veranstaltungen, wie Theater, Museen, Kongressund Kinozentren, Ausstellungsund Messezentren, weiters Versammlungsstatten und Sportanlagen, wenn fur diese Nutzungen nach dem Wiener Caragengesetz eine Verpflichtung zur Schaffung von mehr als 30 Pflichtstellplatzen besteht. Da gern. $36a des Wiener Caragengesetzes bei Bauten fur veranstaltungen, versammlungsraume, Sportanlangen und dergleichen je So Personen ein Stellplatz zu schaffen ist, gelten z. B. derartige Anlagen uber einer behordlich zugelassenen Besucherzahl ab L. Soo Personen als Croßbauvorhaben. Grojr flächige Wirtschaftsnutzungen Einkaufszentren (EKZ) und Fachmarktzentren (FMZ) Trotz der Trendumkehr in der Stadtentwicklung und im Wohnungsbau („innereStadtentwicklung" mitWohnbautenvorrangigaufbrachliegenden Flächen) 't33 STER 05 E» Iv. HANGLUNGEEELGER GER STAOTENTWIGKLUNG Wiarsciissr uuo Aassir tN Einkaufszentren sind gern. $ Zc der Bauordnung fü Wien Bauvorhaben mit Räumen, die uberwiegend fur das Ausstellen und den Verkauf von Waren beziehungsweise fur das Erbringen von Dienstleistungen bestimmt sind, soweit die Flache dheser Raume zusammen mehr als z. Soo m* beträgt. Zwei oder mehrere Bauvorhaben mit derartig genutzten Räumen gelten als einziges Einkaufszentrum, wenn sie funktional (z. a. durch gemeinsame Anlagen zum Einstellen von Kraftfahrzeugen, innere Erschließung, Verbindungen von Gebaudenl miteinander verbunden sind und die Fläche der Räume insgesamt mehr als z. soo m* betragt. wurden weiterhin einige gro(iflachige EKZ und Fachmarkte am Stadtrand (aber auch in den Stadtumlandgemeinden) gewidmet und realisiert. Der Trend zu immer g rögeren Einheiten hält ungebrochen an, ebenso der Verdrängungswettbewerb in einigen Branchen (Möbel, Baumärkte). Daraus ergeben sich folgende Auswirkungen: + Neue Verkaufseinrichtungen führen primär zu einer veränderten räumlichen Verteilung der Einzelhandelsumsätze, generieren aber kaum zusatzliche Konsumausgaben. IN Durch zunehmende Konkurrenz wird die Stellung des innerstadtischen Einzelhandels geschwächt. Zur Stabilisierung und Sicherung der innerstadtischen Versorgungsfunktion sind in der Folge umfangreiche(vielfach kostspielige) Ma(inahmen vonseiten der Unternehmen sowie der öffentlichen Hand und interessenvertretungen notwendig. r Gro(tflachigeVerkaufseinnchtungen zeichnen sich nicht nur durch weniger Beschäftigte pro m' und auch pro Umsatzeinheit aus (Selbstbedienung), Einkaufszentren verursachen häufig auch erhebliche Mobilitätskosten (Infrastruktur, Stau, Umweltbelastungen usw. ). Dazu kommt noch die regionale Stand ortkonkurrenz. Eine ungebremste Zunahme an Verkaufsflächen bzw. deren Konzentration an neuen Standorten führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu wirtschaftlichen Nachteilen für die gesamte Region, deren Vermeidung imlnteresseallerbeteiligten Korperschaftenliegt. Durch eine gezieltere koordinierte Standortpolitik soll dies in Zukunft vermieden werden. Ein wichtiger Schritt dazu soll die Entwicklung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Einzelhandelskonzeptes sein (w Kap. IK i. 3 Strategien Wiens in und mit der Region) Gewerbe und Industrie Wenn die strukturelle Breite der Stadtwirtschaft erhalten werden soll, muss auch in Zukunft auf die Industne gro fies Augenmerk gelegt werden, denn die Industne hat trotz massiver Tertiärisierung auch weiterhin eine wirtschaftstragende Rolle Dabei stellt sich vor allem die Frage der Kompatibilität des produzierenden Sektors mit der sich verändernden Struktur einer Stadtwirtschaft. Ziel ist, die bestehenden industnell-gewerblichen Standorte zu sichern sowie neue stadtkompatible Standorte zur Verfugung zu stellen. I Standortund Flächenanforderungen Die Verlagerung von Industrieund Gewerbebetrieben aus dem dicht bebauten Stadtgebiet und auch innerhalb dieser Stadtbereiche scheint aus heutiger Sicht im Wesentlichen abgeschlossen zu sein (nur Z geplante Verlagerungen sind derzeit bekannt). Es werden nur mehr vereinzelt gro(ie industrieflachen fur Neuansiedlungen oder Verlagerungen gesucht und vermittelt. Eine Abnahme des Flächenbedarfs für Gewerbe und Industrie ist mit der rückläufigen Entwicklung der Sachgütererzeugung und mit der positiven Entwicklung der unternehmensspezi fischen Dienstleistungen zu begründen (Erhebung zooo: Jährlich ca. to ha, zoo3: jährlich ca. lo ha bis maximal L4 ha gegenüber den ersten beiden Erhebungen tgg3: Jahrlich ca. ES ha und iggg Jährlich ca sy ha) Wiener Unternehmen aus dem sekundären Sektor bevorzugen für ihren neuen Standort Betriebsbaugebiete mit sehr guter infrastruktureller Anbindung (Logis- IV. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWIGKLUNG WIRTscHAFT UND ARDEIT STEP OS tik) und nahe liegenden Wohngebieten. Der administrative Geschäftsbereich eines Unternehmens, das Buro, soll — nach den Ergebnissen einer Befragung — bei einem Standortwechselmitubersiedeltundvonder Produktionnichtgetrenntwerden. S Die derzeit aktuellen Flächenangebote ubertreffen bei Weitem den erhobenen Bedarf aus Betriebsvergrößerungen und Arbeitsstättenverlagerungen Derzeit sind privim Wiener Stadtgebiet ca. zä8o ha Flächen als Gewerbeund Industrieflachen gewidmet (gebaut und unbebaut). Davon stehen 184 ha (davon rd. 4o ha WWFF) zur verfugung. Bis Ende zoos wird mit einer maximalen Nachfrage von 14 ha/Jahr gelmmobili r e ec n hn a e n t. g N e ac b h o z t o g oS ib so t l t lt e d n i — e auch unter der Annahme, d ass es kein zusatzli ches ates langfristig bereitzustellenden Flächenreserven des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) im Suden von Wien (z6, 8 ha) und insbesondere in den Bezirken zt und zz. (Bo, i ha) ausreichend sein. Insgesamt stehen damit lang fristig rund zgt ha als Betriebs flach enangebot zur Verfügung Anbieter Immobilienmarkt WWFF gesamt bis Ende zoos 144, 8 39, 6 184, 4 nach zoos 106, 9 106, 9 gesamt 144, 8 146, 5 291, 3 Ausstattungsansprüche von Industrien Statt einer „Flachenversorgung" muss eine Bereitstellung von geeigneten bzw. spezialisierten „Standorten" stattfinden, die gezielt ausgebaut und entsprechend beworben werden. Eine gestalterischeAufwertung und eine fallweise Durchmischung mit Einrichtungen, die zur Attraktivierung notwendig und „industriegebietskompatibel" sind, ist anzustreben Allerdings sollen zumindest für den STEP-oS-Zeithorizont auch im Sinne der KliP-Forderungen und des Nachhaltig keitsprinzi ps grögere Industriegebiete, die noch über eine Schleppgleisanlage verfugen, vorwiegend der traditionellen industriellen Nutzung vorbehalten bleiben (z Bx IG Liesing). (w Kap IV. 4. S Räumliches Wirtschaftsleitbild) Tourisimusstadt Wien Die Stadt Wien bietet ein breites touristisches Angebot im Bereich Kultur, Kunst, Freizeitund Sport sowie im Bereich der Hotellerie und Gastronomie. Sowohl was die traditionellen als auch die möglichen neuen touristischen Entwicklungspotenziale betrifft, so lassen sich innerhalb der Stadt hierzu einige räumliche Schwerpunkte festmachen Von den überg Mio. Nächtigungen entfallenmehrals 20% aufdeni Bezirk, gefolgt von Leopoldstadt und Landstra(ie (beide rd. g %) sowie Neubau und Mariahilf(ca. 9%). Wenngleich in den letzten Jahren zu den klassischen Sehenswurdigkeiten (z. B Schloss Schönbrunn, Hofburg usw) auch neue kulturelle und städtebaulich interessante Einrichtungen bzw. Stadtteile (z. B. Museumsquartier, Hundertwasserhaus usw. ) entstanden sind, konzentrieren sich die Wienbesucherinnen immer noch auf einzelne Highlights. So sind etwa Schloss und Tiergarten Schönbrunn mit insgesamt mehr als 3, 6 Mio. Besucherlnnen pro Jahr die Sehenswürdigkeit Nr i in Wien, die Hofburg erreicht im Vergleich dazu i S Mio. Besucherlnnen. (w Tourismusverkehr siehe Kap III 4) ~ Sachguterproduknon ~ Handel @ gauwesen ~ Spedition und Logistik Abb 33 Anteil der Verlagerung nach Bronchengruppen Quelle investkredit Tabelle U Flächenangebot nach Anbietern in ha CH Standortinformationssystem Die Einrichtung eines Standortinformationssystems beabsichtigt die Zielsetzung einer systematischen gegenseitigen Information uber verfügbare und geplante industriell-gewerbliche Baufiächen, um dre Beratung von Unternehmen weiter zu optimieren und Unternehmensanund Umsiedlungen in der Stadt zu fördern. Auch kunftig soll jedem Unternehmen eine seinen 8edurfnissen entsprechende Flache in Wien angeboten werden. Diesen industriell-gewerblichen Standorten (mit gg f. Schwerpunktsetzungen) in Wien wurde eine „primare Infrastrukturvorsorgung" zuteil werden, d. h. es werden Schwerpunkte der Infrastruktur hier aufgebaut, die deutliche Anreize zur Umbzw. Ansiedlung für spezifische Branchen setzen. tH Tourismuskonzept Wien aoro Gemeinsam mit Experten aus der Hotellerie, der Reiseburound Verkehrsbranche sowie Fachleuten aus Kultur, Wirtschaft und Stadtverwaltung wurde das Tourismuskonzept Wien zoro erarbeitet und im Oktober zool vorgelegt. Es enthalt Vorschlage und Maßnahmenorientierungen für jene Bereiche, in denen Entwicklungspotenzial für den Tourismus hegt, g WWFF 335 STER 05 D. IV. HANDLUNGSEELDER DER STADTENTWICKLUNG WIRTEGNAET UND ARBEIT IN aktivewirtschaftsstandort-Politik fur die Vienna Region von Bund, Wien, NÖ und dem Burgenland E VerStarkte Investitionen ins Kongressmarketing Neupositionierung Wiens als Messestadt(z. B. Messezentrum Wien) Um sicherzustellen, dasssich der Tourismus auch weiterhin als Wachstumsbranche etablieren kann, wurde im Tourismuskonzept Wien zoto neben der Weiterentwicklung des„klassischen"Angebotes(z. B. Wien Weltstadt der Musik und Kunst, Kaiserstadt Wien) auch eine deutliche qualitative Erweiterung des Angebotsspektrums festgeschrieben. Entwicklungsstrategien für den Tourismus w Verbesserung der Erreichbarkeit Die gute Erreichbarkeitwird auch fürdiezukünftige Positionierung der Stadt im internationalen Ranking der Tounsmusdesti nationen entscheidend sein. Aus Sicht der Tourismusbranche geht es hier um E» die rasche Ernchtung des Bahnhofs Wien— Europa Mitte e» die Verlängerung der Uz und die Neugestaltung des Bahnhofs Wien/Nord/Praterstern D» die Erhaltung von Austrian als Osterreichzentrierte Fluggesellschaft und die Ermöglichung der Verkehrsentwicklung im Billig flugsegment IN die Forcierung des Stra(tenausbaus nach Norden und Osten D» die Organisation des innerstadtischen Tounsmusverkehrs z. 8. Entwicklung eines Touristenbus-Konzeptes, Routeninformationen, Spezialtickets Verkehrsbetriebe usw. w Förderung des Geschäfts-, Kongressund Messetourismus DerGeschäfts-undKongresstourismussichertdie Grundauslastung der Tourismuswi rtschaftauch au(Serhalb der Hau ptsaisonen. Eine wesentlicheZunahme dieses Bereiches kann nur über eine Erhöhung der wirtschaftlichen Anziehungskraft der Stadt erreicht werden. Es geht dabei in erster Linie um w Neue Attraktionen und innovative städtebauliche Aktivitäten Erfolgreiche Tourismusmetropolen zeichnen sich nicht nur durch ihre traditionell-historischen Angebote, sondern auch durch ihr innovatives und kreatives Potenzial aus. Dies aufzugreifen bedeutet: IN moderne Architektur und Inszenierung bzw. Neunutzung vorhandener Bausubstanz als Erweiterung des touristi sehen Angebotsspektrums (z B. Museumsquartier, Donau-City ... ) ER neue bzw. revitalisierte Stadtviertel fur Gäste und Einwohnerlnnen attraktivieren (z. B. Spittelberg, MQ, Twin-Towers, Millenium-City ... ) e» Prater neu IN Ausbau der Musikkompetenz (z. B. Musicalstandort, Tanzfestival, Livemusik-Locations usw. ) e» Etablierung Wiens als Filmstandort D» Sport und Sportevents (z. B. Fu(tball-EM zoo8, Eishockey-WM, City Marathon usw. ) Auch in Bezug auf die gesellschaftlichen Trends Erholung und Entspannung kann Wien auf eine breite Angebotspalette verweisen. Die gro(Sen Grunbereiche der Stadt, wie Donauinsel, Prater, Neue und Alte Donau, Nationalpark Donau-Auen und Wienerwald, aber auch die Grünflachen in der Stadt, bieten Möglichkeiten fur Freizeitaktivitäten im Grünen (z. B. Spazieren, Wandern, Wassersport, Radfahren usw. ). Landwirtschaft Dasstadtgebietvonwienistzu fastiysslandwirtschaftlich genutzt. Hauptproduktionssparten sind der Gartenbau, der Weinbau und der Ackerbau. Neben der Funktion als Produzent vielfältiger, qualitativ hochwertiger Nahrungsund Genussmittel und als Nahversorger der Wiener Bevölkerung ist die Landwirtschaft durch die Pflege, Bewirtschaftung und Gestaltung der landwirtschaftlichen Kulturlandschaftauch furdiestadtischeGrunraum-und Freiraumplanung von zentraler Bedeutung (~ Kap. IVS. Grun-und Freiraum, Kap. IV 4 S Räumliches Wiitschaftsleitbild -AgSTEP) D 136 IV. HANDLUNDEPELDER DER STADTENTwicKLUNE WIRTEEHAPT UND ARBEIT STEP OS Räumliches Wirtschaftsleitbild Von oeM Hi NTERa Rubin der Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit(überregional und innerhalb der Region CENTROPE), der Berücksichtigung der Wiener Wirtschaftsstruktur und deren Potenziale sowie der Weiterentwicklung eines integnerten zentraleuropäischen Wirtschaftsraumes wurde ein raumliches Wirtschaftsleitbild erstellt, das sich aus vier Hauptkomponenten zusammensetzt, nämlich t dem Zentrensystem Wiens IN den Entwicklungsgebieten mit strategischer Bedeutung r den Maßnahmen zur Sicherung bestehender Betriebssubstanz und o. dem Agrarstrukturellen Entwicklungsplan für Wien Das Zentrensystem Wiens — STEP oS Die wichtigsten Wirtschafts funktionen einer Stadt übernehmen die Stadtzentren. Wenn diese innerhalb des (komplexen) Stadtsystems ihre Rolle nicht entsprechend ausuben können, sind damit schwer wiegende Wettbewerbsnachteile bei der integration ins internationale Standortgefüge verbunden Das betrifft insbesondere die City als höchstrangigen Business-Standort (CBD-Central Business District) Bis in die spaten iggoer-)ahre konnte die leitbildhafte Vorstellung der räumlich-hierarchischen Gliederung derZentrenversorgung im Stadtgebiet der weiteren Stadtentwicklung zugrundegelegtwerden(STEP-Zentrensg84, Fortschreibung STEPIgg4) Zentrenversorgung bedeutet begrifflich die KombinationvonAngebotvon Gütern, Dienstleistungen (Büros) und Wohnungen. Mit „Stadtzentrum" wird die Kleinräumigkeit dieser besonderen Nutzungsmischung an meist besonderen, identifikationsstiftenden Orten (Geschäftsstraßen) verbunden. DiesesBildlasstsichheutenichtmehraufrechterhalten: Schon langer war die Abwanderung auch der für die Geschäftstraßen typischen Guterversorgung in Form großflächiger Einzelhandelseinrichtungen an den Stadtrand zu beobachten, in jungster Zeit kommtesaberauchzuAuslagerungengroßvolumiger Burokomplexe an den Rand des dicht bebauten Stadtgebietes. Geänderte Gebäudeansprüche der fur die globale Netzwerkökonomie typischenTatigkeitsmusterund-zyklen sind dafürmeistdieGründe. Beispiele sind IZD-Tower, T-Mobile-Bürohaus etc. Fallweise treten diese Bürokonzentrationen und EKZ auch gekoppelt mit Großeinrichtungen für Freizeit/Unterhaltung auf. Die charakteristischen Elemente der bisherigen Stadtzentren spalteten sich aufgrund ihrer neuen Standortund Flächenansprüche in, Teilzentralitäten" vor allem im Nordosten und Sudosten der Stadt an meist außerhalb der bisherigen Zentren gelegenen Lagen ab Durch die Kombination entsprechender Elemente können sich wieder neue Zentren mit bestimmten Funktionen herausbilden. Diese Entwicklungstendenzen gilt es so lenkend zu gestalk Moderneaurogebaude TJJ' Hisronsche wiener city als hochstrangiger Busmess-standort (EU-Prolekt ZEWISTA) ten, dass „campusartige" Dienstleistungs-, Einzelhandelsund Wohnareale in den neuen Entwicklungsgebieten entstehen. Die Charakterisierung der neuen Zentrenstruktur erfolgt entsprechend den Kategorien der bisherigen Stadtentwicklungspläne (Bevölkerungseinzugsbereich, Verkaufsfläche und Umsatz im Einzelhandel, Amter, Behörden . . . ). Aufgrund der Entwicklung im Einzelhandel wird allerdings den Flachenzahlen und Umsätzen bei der Einstufung geringere Bedeutung beigemessen. (Die Darstellung der angestrebten Zentrenstruktur erfolgt in der Karte Räumliches Wirtscha ftsleitbild am Ende des Kapitels. ) w City: Schutzbestimmungen Ausweichstandorte Die City als hochstrangiges Zentrum für Wirtschaftsfunktionen (uberregionaler Einzugsbereich von über zso. ooo Einwohner) muss weiter in ihrer Funktion erhalten und gestärkt werden. 137 STEP os Iv. HANDLUNDEPELDER DER STADTENTWICKLUND WIRTEENAPT UND ARBEIT dazu auch eine dafur vertragliche Grö(Lenordnung wählt werden. der EKZ gek BnnnnnfwlenEuropa Mitte Bauliche sowie landschaftsund freiraumbezogene Schutzbestimmungen bezeichnen das öffentliche Interesse, in bestimmten Stadtgebieten keine den Schutzgegenstand oder die betreffende Nutzung gefahrdenden Aktivitaten oder Veranderungen zulassen zu wollen. (w l&ap. CT. Z Leitbild der baulichen Entwicklung Wiens) Im Fall der Wiener City kann damit eine Beschränkung der Entwicklungsmoglichkeiten einhergehen, vor allem dann, wenn es sich um grö(Sere Immobilien handelt. In diesem Zusammenhang wird als Ausweichstandort für bestimmte Cityfunktionen neben den beiden bestehenden City-Erweiterungsprojekten im 2. und 3 Bezirk (Media-Tower, Uniqa, Wien-Mitte) der Bereich Bahnhof Wien — Europa Mitte inklusive Aspang grunde und Erdberger Mais als besonders geeignet angesehen, da diese Gebiete dafur wichtige Standortvoraussetzungen wie Anbindung an die City als auch eine Verknüpfung mit der Flughafenschnellbahnverbindung erfullen. (w Entwicklungsgebiete von wirtschaftsstrategischer Bedeutung) w Hauptzentren wichtige Stadtzentren Gegenüber dem STEP g4 wird eine Neuordnung der Zentren vorgenommen. So werden jene Hauptzentren (GeschäftstraJSenbereiche mit regionaler Bedeutung und einem Einzugsbereich von übernoo. ooo Einwohnern), die in den goer-Jahren Bedeutungsverlusteverzeichneten, nun als Stadtteilzentrumbzw. Geschäftsstra(Sen mit lokaler Bedeutung (Ei nzugsbere ich»o. ooo EW) eingestuft (siehe unten). Die wichtige Funktion eines Hauptzentrums der Stadt sollen weiterhin als zweithöchstrangige Zentren nach der City die Innere MariahilferStra(Se sowie weiters die Landstra(Ler Hauptstrafje und die Zentren Donaustadt, Flondsdorf und Favoriten ubernehmen. Besonderes Augenmerk soll bei neu entstehenden EKZ (z. B. in den grö(Seren Bahnhofsprojekten) auf die Integration und Starkung der bestehenden Ilauptzentren/Geschäftsstra JSen im Nahbereich gelegt werden (z. B. Favoriten-, Mariahilfer Strafte) und w Stadtteilzentren: Anpassung der Funktionalität alter Zentren— Neue alte Einkaufsstrajäen Baugeschichtlich bedingt(wKap. IIJBStadtstruktur) istdie Bestandsdichte von Stadtteilzentren bildenden Geschäftstra(Len im Westen der Stadt sehr hoch. Aufgrund der dargestellten Entwicklungen werden zur Funktionserhaltung bzw. Funktionsanpassung Ma)LnahmenzurAttraktivierungvorgeschlagen. Neben der Erreichbarkeit im IV/ÖV, der Verbesserung der Aufenthaltsqualitat und Marketingaktiw täten soll vor allem durch Frequenzbringer (integnerte EKZ mittlerer Grö(Se, Kinocenter, Unterhaltung, Kultur Gastronomie) der Einzelhandel als Basi sei ement der Stadtteilzentren gefestigt werden. Wegen der Nähe zur Innenstadt als höchstrangigem Zentrum werden im Bereich innerhalb des Gürtels Ma)Lnahmen zum Funktionserhalt als ausreichend angesehen. Aufgrund der Randlage der Geschaftsstra(Sen au(Serhalb des Gürtels werden vorwiegend Ma ftnahmen zur Funktionsanpassung (Aufwertung) als geeigneter angesehen. w Neue Stadtteilzentren (»o. ooo EW) Chancen für neue Stadtteilzentrenbildungen liegen in der campusartigen, gro(Sformatigen Durchmischung der Funl&tionen vor allem im Flug feld Aspern, Bahnhof WienEuropa Mitte, Westbahnhof/Au (Sere Mariahilfer Stra)Se und im Bereich Millennium-City. Durch diese vorgeschlagene Neudefinition der Zentrenstruktur wird ein weniger hierarchisch gegliedertes, dafür aber ein dichteres polyzentrisches System vor allem im Osten und Nordosten der Stadt ermöglicht. Voraussetzung dafür ist aber in jedem Fall eine hochrangige Erschlie(äsung im offentlichen Verkehr. Erreichbarkeitssystem „City-System" der StadtzentrenDas ÖV-orientierte Erre i chbarke i tssystem der Stad tzentren ist als Folge des grunderzeitlichen Stra(Sen(-bahn-)systems und des in den Zoerjahren begonnenen U-Bahn-Liniennetzes hauptsächlich radial auf die City ausgerichtet. Die fur Cityfunktionen wichtigen hochrangigen offentlichen Verkehrslinien (U-Bahn, S-Bahn) verbinden aberbereitsjetztdiewichtigerenZentrenund bestehenden Bürokonzentrationen außerhalb bestehender und geplanter Stadtzentren mit der Wiener Innenstadt und sind au fgrund ihrer geplanten Netzerganzungen und -erweiterungen Grundlage für die verbesserte Verbindung untereinander(„CitySystem" ). In vielen mitteleuropäische Stadtregionen ist der Trend der Hierarchieverflachung und der Ausbildung thematisch spezialisierter Zentrenentwicklung zu beobachten. Diese Entwicklung bedingt)edoch eine starkere Verbindung der gleichrangigen Zent138 Iv. HANDLUNGBPELDER DER STADTENTWIGKLUNG WIRTBGHAPT UND ARBEIT Kl STEP OS ren untereinander (geringere Ausrichtung auf das ehemalige Hau ptzentrum/City). In diesem Sinn soll auch der Ausbau der ÖVTangentiallinien entsprechend den Projekten im MPV oS stattfinden Entwicklungsgebiete von wirtschaftsstrategischer Bedeutung Die Entwicklung von gröjieren Büro-und Gewerbe-Projekten ist ein Schwerpunkt zur Entwicklung und Positionierung dergesamten Stadt als Standort in einer sich neu formierenden Region (CENTPROPE). Mit diesen Projekten soll die Möglichkeit gewahrt und die Chance genutzt werden, ober Flächenangebot, Erreichbarkeit und informationszugang an den Aktivitäten der überregionalen Wirtschaft(globale Netzwerkökonomie) teilzunehmen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist in jedem Fall: IR das Angebot an der entsprechenden Nachfrage auszurichten (Erreichbarkeit, Fläche, Gebäudegröjten .. . ) IR und diese Projekte funktionell ins standortgefüge der stadt zu integrieren. Diese Entwicklungsgebiete sind gekennzeichnet durch die Ausrichtung auf die überregionalen/regionalen Verflechtungen und zielen auch aufdas Interesse pnvater(Mit-)Entwicklerin PPPModellen ab. Sie stellen wichtige Signale an die Wirtschaft dar. Die im Folgenden beschriebenen Entwicklungsgebiete wurden nach den Gesichtspunkten ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für die Stadtwirtschaft, dem Bedarf an diesen Funktionen sowie der Erschliejtung mit höchstrang iger Verkehrs infrastruktur und der Bodenverfügbarkeit/Mobilisierbarkeit ausgewählt und vorgeschlagen (w Karte: Raumlicheswirtschajtsleitbild) w Bahnhof Wien Europa Mitte — AspangErdberger Mais Diese Zone eignet sich besonders für: Unternehmenszentralen, Headquarters IR Produktion sowie Forschung r Entwicklung ER alle dienstleistungsorientierten wirtschaftsfunktionen Sie umfasst mit Sicherheit die für die Nachfrage attraktivsten Standorte für City-Erweiterungsfunktionen (wZentren, Kap. Iv. wirtschaft Und Arbeit). Die schwerpunktsetzung in Richtung „Life Science" und „Creative lndustries" hat hier ihren adäquaten Standortgefunden. (w Kap. KEZielgebietederwienerStadtentwicklung) w Flugfeld Aspern E Produktion und Verteilung D. Produktion und Verkauf IR Produktive Entwicklung, Forschung ER spezialisierte Produktion c Entwicklung 6 Flug feld Aspern Das FlugfeldAspernhathinsichtlich derCENTROPE-Region ein hohes Standortpotenzial. Miteinerzusatzlichnotwendigen, nach Ostenorientierten Einbindung indasSchienensystemkönnte hier — anknupfend an den bestehenden Strukturen im Bereich des automotiven Clusters — eine weitere wirtschaftliche Verknüpfung mit dem Raum nördlich von Bratislava erfolgen. Die Weiterentwicklung des Standorts sollte dann in komplementäre Einrichtungen bezüglich der Wissensbasis dieses Sektors gehen(Forschung BEntwicklung), wobei eine funktionelle Abstimmung mit den Entwicklungen am Standort Siemensstra (te zweckmaßig erscheint. Das Angebot einer Schnellzugsverbindung im Personenverkehr zwischen Wien und Bratislava mit einem Halt am Flug feld gibt dem Standort echte Chancen, Fr E-, aber auch höherrangige fachspezifische Ausbildung stark zu entwickeln. Vom Bahnhof Bratislava ist die dortige Technische Universität inio Minuten erreichbar. Die (mittel fristige) Realisierung der Verbindung Uz-US bindet den Standort sowohl an das City-Netz(und die damit erreichbaren Forschungsund Entscheidungszentralen) als auch an die Flughafenverbindung am Umsteigeknoten St. Matz/Aspangbahnhof(SZ) an. Mit der Uz-Verlängerung erfolgt ein erster Schritt zur Einbindung des Standorts in das „City-System" auch mit einer hochrangigen Erreichbarkeit des Messestandorts. Siemensstra (te und Flug feld Aspern können so im Nordosten der Stadtzu einemtonangebenden, intelligenten, wissensbasierten Standort im automotiven Bereich in einer diesbezuglich vernetzten CENTROPE-Region werden. Stadtstrukturell können sie ein nachhaltig ausgleichendes Element zu den dynamischen Entwicklungen der Ostachse sudlich der Donau darstellen (w Ka p. K s zielgebi etc der wiener stad ten twicklvng) 139 STcn OS D. IV. HANDLUNGEEELDER DER STADTENTwicKLUNG WI RTEC HALT UND ARBEIT Dieser Standort hat die Chance, im Rahmen des automotiven Bereichs zu einem spezialisierten Standort für innovative Verkehrs-undVerkehrsinformationstechnologien entwickeltzu werden Eben deshalb kann dasAngebotverstarkterVernetzungsoptionen mit dem Standort Flug feld Aspern Sinn machen. (w Kap. K S, Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung) w Simmeringer Haide — Freudenauer Alberner Hafen Schwerpunkt IR Produktion und Verteilung Hafenb, Siemens-Aiissen w Siemens-Allissen IR Produktion und Verteilung LR ProduktionundVerkauf o produktive Entwicklung, Forschung schrankt) e Entwicklung (eingeUnter Berücksichtigung der bis ca. zoo6/zoog vorgesehenen infrastrukturellen MaSnahmen erfährt dieser Standort eine Aufwertung. Zusätzlich zu den bereits genannten Eignung en treten hier auch Standortfaktoren auf, die eine Erfolg versprechende Ansiedlung bzw Beibehaltung von IR Datenmanipulation und -verwaltung IN spezialisierter Produktion IR. produktiver Entwicklung, Forschung beinhaltet (Back office) o Entwicklung (optimal) Der Standort hat durch die Firma Siemens und den europaweit einzigartigen Klima-Windkanal bereitsein entsprechendes Image, das durch die vorgesehene i ntens Bin erung d er Aktivitäten der Firma Siemens auf diesem Standort und die Ansiedlungsintentionen der ARC systems research GmbH noch eine Aufwertung erfährt Insgesamtwesentlich ist, dassdieAttraktitntatdiesesStandortbereiches für künftige Entwicklungen sehr hoch einzuschätzen ist. Mit der Realisierung der geplanten Stra(Senverbindungen und der tangentialen Straftenbahnlinienund einerVerknüpfung mit der verlängerten Ui wird die Erreichbarkeit des City-Systems und der komplementaren „Forschungsstandorte" in der DonauCity und der Dr. -Bohr-Gasse um eine wesentliche Qualitätsstufe erhöht. Insbesondere wird damit auf den hohen denkontakten von ARC positiv reagiert. Bedarf an KunEinschlie(Llich der Hafenstandorte bildet das Gebiet den östlichen Knoten der Logistikachse im Süden Wiens. Logistik umfasst dabei alle diejenigen guternahen Bereiche, die unter Nutzung sämtlicher intermodalen Möglichkeiten sammeln, manipulieren, organisieren und verteilen. Die Standortgunst wird hier durch die Möglichkeit des trimodalenGüterumschlags(Schiene-Stra(Le-Wasserstra(Le) sowie durch die neue Si mit der geplanten Donauquerung (nach Norden und Westen) markant erhöht. Die Donau weist noch erhebliche Transportpotenziale auf Speziell in Richtung neue Mitgliedstaaten könnte der stark zunehmende Guterverkehr wesentlich intensiver als bisher genutzt werdenund damitdazubeitragen, dieerwarteten Güterverkehrszunahmenweitgehend von der Stra(Leauf Bahnund Schiffzuverlagern. Um dies attraktiv zu gestalten, ist auch hinsichtlich des unmittelbaren Hafenumfeldes für die Nutzung Logistik, Dienstleistungen und Produktion eine entsprechende Flachenvorsorge zu treffen. (w Kap. III. 4 i ilnabilität und verkehrsinfrastruktur) w Inzersdor f Rothneusiedl IN Produktion und Verteilung (optional) Der Stand orthereich inzersdorf/Metzgerwerk hat die Voraussetzungen für einen funktionierenden Logistikstandort mit Erweiterungspotenzialen. Der Standort stellt den westlichen Knoten einer potenziellen Logistikachse im Süden Wiens dar Die Si verteilt an ihren Einfullknoten spezifische, hochrangige Standortqualität. Weitere Voraussetzungen sind die Realisierung der Verbi ndungsspange Sn/AES und der Ausbau der Pottendorfer Linie. Die Entwicklung in Rothneusiedl selbst ist an die derzeit optionale U1 Verlängerung gebunden (w Kap 6 Räumliche und zeitliche Prioritäten) Diese Verlängerung würde einen Standort ermoglichen, der neben Produktion und Verteilung auch fur Produktion und Verkauf sowie fur spezialisierte Produktion geeignet ist. Nahezu ähnliche Standortfaktoren gelten aucll fur investitionen im stationaren Event/Entertainmentbereich. (w Kap. K S Zieigebi etc der Wiener Stad tentwicklung) 140 iv. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTIUICKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT STEP OS Supportma(tnahmen der Stadt für strategische Die Förderung von Klein-und Mittelbetri eben bedient sich unEntwicklungsgebiete terschiedlicher Förderschienen (z. B. Arbeitsorganisation, AusIn den o g. Gebieten signalisiert die Stadt unterstützendes Entwicklungsinteres i s n e frast i r n uk F tu o r rm (wi v e on Vorleistungen bei der hochranund Weiterbildung, administrative Erleichterungen, Bereitstellung von Risikokapital). Zur höheren„Treffgenauigkeit" soll auch gigen Verkehrs U-Bahn, Hochleistungsstra ftenring), aber auch durch städtebauli ehe I eithilder Masterpläne und ein Raumbezug in die Forderkriterien aufgenommen werden. Mögliche Ma(Snahmen auf der Ebene der Flachenwidmungsähnliche Planungs-/Organisationsleistungen. und Bebauungsplanung sind die verstarkteAusweisung von geWichtiger Aspekt dabei ist, dass Trans portund Verkehrspolimischtem Baugebiet und eine Rücknahme der Wohnzonenfesttik (gesicherter Ausbau bzw. Fertigstellung) immer mehr Standlegungen, die eher in Konflikt zumoglicher Büronutzung als zur ortpolitik werden muss, um positive wirtschaftliche Effekte zu (nicht vorhandenen) gewerblichen Nutzung stehen. generieren. Einerseits kommt den übergeordneten Straftennetzenin Bezugaufdie ProduktionundaufdiedamitimZusammenSicherung von Produktionsstandorten hang stehenden Güterverteilund Logistikzentren an wichtiGro(SflächigeGewerbe-und industriegebietesindals Basisder gen Knotenpunkten der Verkehrssysteme besondere Bedeutung Stadtwirtschaft ebenfalls in ihrem Bestand zu sichern und in zu („Gütersystem"), andererseits auch den hochrangigen öffentgewissem Umfang vorzuhalten. Durch immer weniger umweltlichen Verkehrslinien wie Uund S-Bahnen im Zusammenhang belastendeProduktionstechnikeninindustriegebietenwird fallmit der Flughafenerreichbarkeit und den höchstrangigen Zentweise auch eine Durchmischung mit anderen Nutzungen ermögren („ City-System" ). licht. Sicherung der bestehenden Wirtschaftsbasis Auch wenn es heute schon absehbar ist, dass in Bezug auf die Typologie von Betriebsstandorten die „klassischen" Betriebe keine Sicherung von Standorträumen für KMUs im dicht umfangreichen Flächen in industriegebieten der Stadte mehr bebauten Stadtgebiet Wichtiger als die Entwicklung von gro(ten Büroimmobiliennachfragen werden, mussaus Flexibilitätsüberlegungen ein Mindestma(( an Industrieund Gewerbegebieten weiter der Profür die es au((erhalb, aber auch an spezifischen Standorten in duktion bzw den produktionsnahen Wirtschaftstatigkeiten zur derGrunderzeit-Stadteinzumindestmittelfristigausreichendes Verfügung stehen. Allerdings wird die Nachfrage nach IndusEntwicklungspotenzial gibtist die Unterstützung der viel faltitrieflächen in der Ausstattung qualifizierten Bü roflächen immer gen und häufig kleinteilig strukturierten „Stadtwirtschaft", die ähnlicher. D. h. flexible Nutzungsmöglichkeiten der Flachen sind eng mit der weiteren Entwicklung der Gründerzeit-Stadt verebenso notwendig wie eine AÄsthetisierung" des Umfeldes knupft ist. Die Wachstumsbranchen der Wirtschafts-und RechtsZudembedarfesauchanProduktionsstandortenentsprechendienste, des Gesundh ei tsclusters und der Creative i ndustn es weisen nur geringe Konflikte mit der Wohnnutzung auf sodass hier durchaus Erweiterungs-und Entwicklungspotenzial in den dicht der infrastruktur wie Einkaufen, Fitness etc. , was gegen eine hundertprozentige industrieflächenwidmung spricht. Produktionsformen der Zukunft sind entweder verbauten(Gründerzeit-)Gebieten existiert. Bei bestehenden Betriebsgebieten soll die Nutzung durch Beit Büros, die in Bürohäusern bzw. gekoppelt mit Labors oder behaltung der Widmung und durch eine entsprechende Absianderen technischen Service flächen, Zwischenlagern, Montasmää(tig cherung im Umfeld (z B Verkehrserschlie((ung, Abstände zu anderen Nutzungen) gesichert werden. Besonders bei beabsichtigter Umwidmung soll auf den Erhalt ausreichender Entwicklungsmöglichkeiten/Weiterbestand der produzierenden und verarbeitenden Betriebe in den Baublöcken des dicht bebauten Stadtgebiets Bedacht genommen werden. Die Erhaltung der kleinräumigen Mindestversorgungsqualität an Gutem und Dienstleistungen, Service etc darf sich nicht ge etc, untergebracht sind, oder widmtp TerminalgebäudederLogistik, inFormvonvollautomatischen Lagerhallen(mitvollkommen anderen Standortvoraussetzungen). Es sollen daher bestehende gro(sflächige Industrieund Betriebsbaugebieteaufgrundihrer Erreichbarkeitinnerhalbdes„Guterverkehrssystems", ihres derzeitigen Gewerbebestands und nuranmarktwirtschaftlichen Kalkülen orientieren, sondern folgt ihrer verhältnismä((ig geringeren stadträumlichen Attraktivider i/orstellung der moglichst „kompletten Ausstattung" kleinetät weiterhin dieser Nutzung vorbehalten bleiben. Allerdings solrer Stadteinheiten. Damit wird ein nicht unbedeutender Beilen auch die zur ihrer Attraktivierung notwendigen Einrichtuntrag zur Lebensqualität in der Stadt geleistet, insbesondere gen — soweit diese „industriegebietskompatibel" sind — auch vor dem Hintergrund einer in der Tendenz immer älter werdenden Stadtbevölkerung und der damit verbundenen notung ermög licht werden (Nahversorgung, Grünflächen. . . ). Um den Weiterbestand als Industrieund Gewerbegebiets nicht wendigen Versorgungsdichte. zu gefährden, wird darauf zu achten sein, dadurch keine Boden141 STER OS IH Iv. HANDLUNCSFELDER DER STADTENTWICKLUNC WIRTSCHAFT UND ARBEIT preissteigerungen auszulösen (die höherwertigen Nutzungen entsprechen). Solche Erganzungen werden beispielsweise für das IG Liesing vorgeschlagen, welches an den Randbereichen zur Liesing und zur U6 Sud durch gemischte Nutzungen ein „Upgrading" erfahren soll (w Kap v 13zielgebietederwienerstodtentwicklung) Lim all diesen Herausforderungen und veränderten Nutzungsanforderunß. gen in Zukunft adäquat begegnen zu können, soll eine vertiefte Analyse der Entwicklungstendenzen und ein darauf aufbauendes Ma(tnahmenpaket in Form eines Betriebsund in dustrieflachenkonzeptes erarbeitet werden. Dabei sollen die relevanten Akteure (z. Kammern und interessenvertretungen, Fonds) in intensiver Weise beteiligt werden. D Landwirtschaftlich genutzte Flächen A. Vorranggebiet Landwirtschaft Kategorie i Croßflachige, zusammenhangende, ubeiwiegend agrarisch genutzte Flächen, die vorrangig der landwirtschaftlichen Produktion dienen. Kategorie z Croßflachige, zusammenhangende, überwiegend agrarisch genutzte Flachen, die vorrangig der landwirtschaftlichen Produktion dienen, bei denen eine Umnutzung absehbar ist bzw, zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine endgultige Abwägung der zukunftigen Nutzung vorgenommen werden kann. Kategorie 3 Kleinraumige, agrarisch genutzte Flachen mit besonderer örtlicher Bedeutung. B. Weitere landwirtschaftliche Flächen Alle anderen Flachen, die landwirtschaftlich (weinbaulich, gartenbaulich, ackerbaulich etc. ) genutzt werden. Neue Mischungsformen An attraktiven Standorten mit hochrang i gern üVAnschluss(U-Bahn, S-Bahn; siehe „City-System" ) sollen die entstehenden „Lagen" mit teilraumlichen Bezügen und spezifischen Schwerpunktsetzungen — ähnlich campusartig gemischter Produktions-, Dienstleistungs-, Einzelhandelsund Wohnareale entwickelt werden. Diese Form gro(oma(tstäblicher Mischung wird fur das Gebiet Siemens-Allissen und das Flug feld Aspern vorgeschlagen und soll im besonderen Fall des Flug feldes Aspern auch zur Bildung eines neuen Stadtteilzentrums führen. Neben den erwahnten Gebieten von wirtschaftsstrategischer Bedeutung übernehmen auch Güterverteilzentren wichtige fur die Produktion ergänzende Funktion Sie sollen aufgewertet und ausgebaut werden, wie etwa die bestehenden Häfen Freudenau und Albern ebenso wie der Nahbereich des geplanten GVZs Su)tenbrunn. Ag rarstrtlkttlreller Erltwicklungsplan Sicherung der Landwirtschaft in Wien ftlr Wien (Ag STEP) Als eigener auch von der Flächen inanspruchnahmevon anderen Wirtschaftsbereichen differenzierter Bereich, wurde die Landwirtschaft schon vor Erstellung des STEP oS im Rahmen des Agrarstrukturellen Entwicklungsplans bearbeitet. Die dabei erzielten Ergebnisse zur langfnstigen Sicherung der Landwirtschaft in Wien werden in den STEP oS übernommen und mit den anderen Entwicklungszielsetzungen abgestimmt. Entwicklungsziele Lang fnstige Leitziele fur die Wiener Landwirtschaft sind — in Ubereinstimmung mit den lang fristigen Zielen der Grunraum planung (w Kap. IV S Grünund Freiraum) — die Erhaltung (Sicherung) der Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genutzten Flächen und der weitere Ausbau einer umweltschonenden Produktion. Dazu wurde gemeinsam mit der Wiener Landwirtschaftskammerder„Ag rarstrukturelle Entwicklungsplan für Wien (Ag STEP)". Sein Inhalt ist: EH Abgrenzung jener Gebiete, die langfristig der Landwirtschaft vorbehalten sein sollen und r& VorschlägevonMa(fnahmen, diezueinerlangfristigenSicherung und Erhaltung der Bewirtschaftung dieser abgegrenzten Gebiete beitragen sollen CH Evaluierung der Cebietsabgrenzung Ab dem Zeitpunkt der Beschlussfassung des STEP DS soll eine Evaluierung der Cebietsabgrenzung frühestens in funf Jahren und spatestens zwei Jahre vor Erstellung des nachsten Stadtentwicklungsplans (nach zoos) durchgeführt werden. 142 Iv. HANDLUNCSFELDER DER sTADTENTWICKLUNC WIRTSCHAFT UND ARBEIT STER OS Das Gesamtausma(3 der als „Vorrang gebiet Landwirtschaft" ausgewiesenen Flachenbeträgtrd. 48zZha, das sind 6g@derderzeitigen gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Wiens. Es handelt sich dabei nicht um eine parzellenscharfe Abgrenzung, sondernumeineannatürlichen, städtebaulichenund infrastrukturellen Gegebenheiten orientierte grobe Abgrenzung von Gebieten. Die Gebiete der Kategorie i und 3 sollen langfristig der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten bleiben. Einige zur dauerhaften Bewirtschaftung der ausgewiesenen landwirtschaftlichen Vorrangflachen schwerpunktartig enthaltenen Vorschläge und Empfehlungen für die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe Wiens werden hierauszugsweise wiedergegeben. w Schwerpunkt Stadtplanung Die vielfaltige und ausgedehnte landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft der Stadt Wien ist unverwechselbares Markenzeichen und Pradikat der Stadt. Im Ranking der Städte sind es auch die unbebauten und identitatsstiftenden Teile der WienerStadt Land WirtschaftmitihrertypischenPflanzen-undTierwelt, die zum positiven Gesamtbild beitragen. Die Leistungen der Landwirtschaft werden von der Stadt Wien geschätzt und anerkannt: Nahversorgung, Flächensicherung, Verbesserung des Stadtklimas, Landschaftsbild, Kulturträger(Brauchtum, Ortskernerhaltung), Naherholung, Beitrag zur okolog ischen Nachhaltigkeit, Sicherung der Bewirtschaftung etc. Llm diese Qualitaten zu erhalten, istdieStadtWienbemüht, die landwirtschaftlich genutzten Gebiete in der Stadt zu berücksichtigen und zu sichern. Dies spiegelt sich nicht nur in allen ubergeordneten Planungen (STEP 84, STEP g4, Grüngurtel Wien gS) wider, sondern wird nun auch durch die beabsichtigte Berücksichtigung der wesentlichen raumrelevanten Inhalte des AgSTEP im STEP oS deutlich unterstnchen. Llber die Grundstücksicherung hinausgehend, müssen die Nutzungsansprüche der Landwirtschaft allerdings in Abstimmung mit anderen vom Gemeinderat beschlossenen Konzepten (z. B. Klimaschutzprogramm, MasterplanVerkehrzoo3)oderkonkurrenzierenden Anforderungen abgewogen werden. Ma(snahmen: IN Flächenwidmungs-und Bebauungsbestimmungen unter Berücksichtigung der grundsätzlichen Erhaltung und Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe in der Stadt sowie der Berucksichtigung aller anderen positiven Auswirkungen des Grünund Frei flächensystems der Stadt w Mitwirkung am Offenhalten des Feldwegenetzes — soweit es im Ein flussbereich der Wiener Stadtplanung liegt — mit eindeutiger Pnoritat der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, aber auch mit Nutzungsmöglichkeiten für Erholungssuchende und in Abstimmung mit den örtlichen Gegebenheiten IN Mitwirkung an der Sicherung der Zufahrtsmöglichkeit zu den landwirtschaftlich genutzten Flächenmit landwirtschaftlichen Maschinen und Geraten, soweit es im Einflussbereich der Wiener Stadtplanung liegt w Abdeckung von im offentlichen Interesse verursachten Verlustf lachen durch Widmung von Flächen vorzugsweise in Vorranggebieten der Kategorie Sund Mitwirkung bei derwidmungskonformen Absicherung von Flächen für die Entwicklung von landwirtschaftlichen Spezialkulturen (Gartenbau) ID Mitwirkung bei der Sicherstellung der langfristigen Bewirtschaftung von Flachen, deren landwirtschaftliche Nutzung auch im Interesse der Stadt liegt, etwa durch Mitwirkung bei der Konzeption eines Grundstückpools-vorzugsweise chen in Vorranggebieten der Kategorien I und 3 für FläD k Bisambera 143 STEP OS D T44 IV. IAANDLUNGEFELDER DER STADTENTWIGKLUNG WI RTEG HALT UND ARBEIT Abb )4 Agrarstruktureller Entwicklungsplan AESTEP Digitale Grundlage DIA &4, MA 4I Plandarstellung MA z&B Bearbeitung Arbe&tskre&s Agrarstrukturelier Entwicklungspian (wiener Landw&rtschaftsl&ammer, wiener Umweltanwaltschaft, M ag&stratsob te& lungen IB/z&B/zz/ag/88 — Leitung, Ludwig-Boltzmann-Institut fur Biologischen Landbau) Stand Februarzooa O ~ Vorranggebiet Landwirtschaft — Kategone I (grofl flach&g zusammenhangende, uberw&egend agransch genutzte Flachen, die varrangig der landwirtschafthchen Produktion dienen) Vorranggebiet Landwirtschaft — Kategorie z (gro(L flachig zusammenhangende, uberw&egend agransch genutzte Flachen, die vorrangig der landwirtscha föichen Produl&tion dienen, bei denen eine Umnutzung absehbar ist bzw zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine endgultigeAbwagung der zukun frigen Nutzung vargenommen werden kann) Vorranggeb&et (kiemraumige, Bedeutung) LandwirtschaftKategone) agransch genutzte Flachen mit besonderer orthcher GRUNDLAGEN $8 Grü ngü rtel Wien Iggs Grungurtel Pro)ektgeb&et (Abgrenzung ist noch im Detaii zu klaren) Realnutzung il&IA at (Stand zoos) Nutzung Nd generolisiert dorgestellt Acker W&ese Weingarten Gartnere& Wald M Un produktive Flache Schottergewmnung Wosserflache Landesgrenze Blockkarte IV. HANDLUNGFFELDER DER STADTENTWICKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT 4 C3 f;— ~ ( P I STEP OS I R, o. O cC Z 5 V z D Y V UJ Ul D Pf b * / i A r' e~ 'i' P P /p Pa PF Y k ~M, . B ~ JP T45 STEP 05 D IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTBIICKLUNG WIRTSCHAFT UND ARBEIT 146 Karte33 Räumliches Wirtscho ftsleitbild 'IEP, IU A 3 / IOP . a C C58 S r n I: IAI C C e OI m IA Pt Ot' C OO n'3 C ttl g g SEE C5'f a C OI IO OO C 8 R 2 ICC Cn' C OL OO g f Ii C OO IA OO IO OP III IO C o C IA n IA P R 8 S OI m m n Q' OI i a OO C C CC IC O S K 4O V I' R' Ki R. g CCC C IO Iv. HANDLUNGEFELDER DER. STADTENTWIGKLUNG GRÜN UND FREIRAUM STER OS Grunund Freiraum S. s Die Bedeutung von Grünund Freiraum für Wien GRÜNRÄUME BESTIMMEN DIE umweltrelevanten Faktoren der Lebensqualitat der Menschen durch eine Vielzahl von Funktionen: IN verbesserung des Bioklimas: Filterung der Luftschadstoffe, Staubbindung Temperaturausgleich, ErhöhungderLuftfeuchtigkeit, Luftaustausch ID. Aufwertung des menschlichen Lebensraumes: Erholungsund Freizeitraum, Raum für soziale Kontakte, Erlebnisraum als Kontrast und Ergänzung zur gebauten Umwelt, Vermittlung ökologischer Zusammenhänge E Grundlage des Lebensraumes für Tiere und Pflanzen, Beitrag zur Grundwasserbildung e» BeitragzurVersorgungssicherheitmitNahrungsmitteln(Produktionsfunktion) D» Beitrag zurOrientierbarkeit im Stadtgefüge, Stadtgliederung IN Ausdruck der kulturellen Entwicklung einer Gesellschaft D. Standortqualitätssicherung als Wettbewerbsvorteil Wien wird zu Recht als grüne Stadt bezeichnet. Diese Aussage wird auch von der Flächenstatistik eindeutig bestatigt Das Wiener Stadtgebiet umfasst 414go ha E davon landschaftliches Grun (Grungürtel als sww oder L gewidmet) iS. 7og ha D. öffentlicheGartenanlagenderstadtbzw des Bundes(Epkbzw. Spk gewidmet) 2. 217 ha c» Gewasser i. gzS ha Den Wienerinnen und Wienern und ihren Gasten stehen somit 198SI ha Freiund Erholungsraumedas sind 48 4 des Stadtgebiets — zur Verfugung. Daruber hinaus gibt es wohnungsbezogenesGrunundgro(SeprivateGartenanlagen. Dasbedeutet, dass verhaltnismä)Sig grolle Teile des Stadtgebietes unversiegelt und vegetationsbedeckt bzw. Gewässerflächen sind. Allerdings sind diese Grunräume ungleichmä(Sig über das Stadtgebiet verteilt. Gro(te Grunanlagen sind in Cottagegebieten-also inWohngebietenmitgeringerDichte anteil aufdem eigenen Grundstück-gelegen; undhohemGrüninvergleichswei249 STEP Os D IV. HANDLUNEEPELDER DER STADTENTWIEKLUNE GRÜNUND FREIRAUM Abb 35 Flöchennutzung 1494 ~ Wiese Wald ~ Landwirtschaft ~ Parkund Sportanlagen Wasserflachen Wohnen mit crun aaa Wohnmischgebiete, Industneund Sonderflachen ~ Verkehrsflachen se dicht bebauten Stadtgehieten mit geringen Wohnungsgrößen, geringem Grünanteii am Bauplatz und einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen fehlen meist große Parks. Q S. z Leitbild — Grünräume der eatadtregion WIEN LIEGT AM SCHNITTPUNKT zweier europaischerGroßlandschaften, die in starkem Kontrast zueinander stehen: dem Alpenraum und der Pannonischen Tiefebene. Am Ostrand des Alpenraums hat sich der westliche Teil des Stadtgebiets entwickelt. Die Schotterterrassen des Wiener Beckens pragen den südlichen Stadtteil, der Donaudurchbruch der Wiener Pforte, die Donau und die Ebene des Marchfelds die nordöstlichen Stadtgebiete In diese Croßlandschaft eingebettet — zwischen dem Wienerwald und den Karpaten — liegen die Hauptstädte derbeiden DonauländerÖsterreichund Slowakei -Wien und Bratislava. Sie sind durch die Donau, den Nationalpark, dieweitläufigeKulturlandschaft des Marchfelds und eine gemeinsame Geschichte miteinander verbunden. In einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Entwicklung stellt die Sicherung und Weiterentwicklung dieserLandschaftsraumederGrun-und Freiräume einen integralen Bestandteil derwirtschaftlichen Standortentwicklung dar und ist somit Basis fur die langfristige Sicherung der Lebensqualität. DasLeitbild„GrünraumederStadtregion" bautauf diesen Grundsätzen auf und definiert zunächst jene Linie, die die Grenze der ubergeordneten Landschaftsräume gegenüber der bebauba ren Stadt darstellt. Außerhalb dieser Linie darf keine Bebauung und Besiedlung stattfinden (Siedlungsgrenze). Damit soll die Cleichrangigkeit für die Landschaftsräume Bisamberg, Kulturlandschaft Marchfeld, Donauraum-National park Donau-Auen, die Terrassenlandschaftim SüdenvonWienmitdemLandschaftsraum Wienerwald dokumentiert werden. Der Landschaftsraum Wienerwald ist durch den „Waldund Wiesengurtel-Beschluss" seit igoS gesichertebenso durch eine Schutzgebietskategorie der Wiener Bauordnung (Sww), die einem Bauverbot gleichkommt, und durch das Naturschutzgesetz. Diese Festlegung soll fur eine noch zu bestimmende Frist, zumindestaberbiszum PlanungshorizontdesSTEPoS, verbindlich sein (Plangewährleistungsfrist). Daruber hinaus werden in der Karte 36 A jene Grünflächen (größer gleich i ha) dargestellt, die bereits durch Widmung gesichert sind. Das betrifft Parkanlagen, Stadtgarten, historischeGartenanlangen (inkl. Gebäude), Friedhöfe, Sportanlagen, wichtige stadtgiiedernde Grünzüge u. a. Dieses Leitbildwurdeaufgrundlagedes„Grüngürtel tggS — aktualisierter Stand" erstellt und durch die gewidmeten Grünflächen im dicht bebauten Gebiet erganzt Jene Flächen — darunter auch derzeit genutzte und/odergewidmeteGrünflachen-, fürdie eine Nutzungsanderung in Diskussion ist oder die wesentliche Potenzial flachen darstellen, werden schraffiert gekennzeichnet. Inder Karte368-„Leitbild-GrünraumederStadtreg ion, dicht bebautes Stadtgebiet" werden für das dicht bebaute Stadtgebiet alle bestehenden/gewidmeten, offentli ehen Grünund Freiräume durch eine Punktsig natur gekennzeichnet. Alle Landschaftsräume der Stadtregion sowie alle weiteren Grünund Freiräumeim Stadtgebietgrößerodergleichshasind zusätzlich in ihrem Flächenausmaß aus der Karte 36 A „Leitbild — Grünraume der Stadtregion" flachig dargestellt. Q 150 ILL HANDLUNGSPELDER DER STADTENTwicKLUNG GRÜNUND FREIRAUM GRÜNUND FREIRÄUME SCHUTZGEEIETE STEP OS Ei Schutzgebiete gemäü Wr. Naturschutzgesetz Naturschutzgebiete La mzer Tiergarten Lobau Landschaftsschutzgebiete Prater Hietzmg Hernals Oobimg Obere Lobe u Uesing geschützte Landscha ftstei le Endiichergasse Wienerberg Blaues Wasser Mauerbach Ex-lege-Schutzgebiete (Swwund SPK-Flachen Per I 3 7985) Karte se Grünund Freiräume Schutzgebiete Quelle MAzz Grundkarte NO Regionales Raumordnungsprogramm, MA Ie, MA ai, MA es Bearbeitung MA i8, 3edersky B, Fellner B Stand ianner2005 151 STET OS e GRÜNUND FREIRÄUME GRUNDLAGEN IV. HANOLUNDEFELDER DER STADTENTWICKLUNO GRÜNUND FREIRAUM N aturröum liehe 8chutzgebi etc p//ä Swwund SwwL-Gebiete gemaß Flachenwidmungsund Bebauungsplan IWiener Bauardnung) Schutzgebiete gerne ß WIener Naturschu tzgesetz Grüngürtel Wien Tggs gemaß Gerne)nderatsbeschiuss Grüngürtel Wien Iggs und Schutzgebiete (Noturschutzgesetz) Nationalpark gemaß lreremborung zw Bund und Landem NIederosterreIch und Wien zur ErrIchtung und Erhaltung des NatIarlal parks Donau-Auen— Anteil auf wiener StadtgebIet Biosphörenpork Wienerwald Anten aufwIenerstadtgebiet eingereichte NATURA-zooo-Gebiete gemag Fauna-Flora-Habitat-RIchthnie und Vogelschutznchthme 15k Agrarstruktureffer Entwicklungsplon gg groß flockige, zusammenhangende uberwIegend agransch genutzte Flachen, dIe vorrangIg der landwIrtscha ftiIChen Prod ukuon dIenen kleInraumige, agranSCh genutzte Flachen von besonderer arthcher Bedeutung sonstIge Grunund FreIraume KarteSS Grünund Freiräume — Grundlagen Quelle MAIS, AIAD, MA22 Grundkarte NQ Regionales Raumardnungspragramm, MA Ie, MA ak MA aS BearbeItung MAIS, Jedelskv 8, Fehner B Stand AprII 2OOS KarteSGA Leitbild Grünräume der Stodtregion KarteSG B Leitbild — Grün räume der Stad tregi on, dicht beboutes Stad tgebiet l 0 r v E i l '~ t i 00 L E t ~ 0 I I b b , l, , ~'V4 " I b ~ I vvvv !'I b g C' IO C C Vl OIE Q ~ Il t 00 CI CL C O B a D R — C IO Eb B Etl a ~ t 00 S Ot k w Cl IEI ga Etl ~ Ctb' IO C 2 FOO C C C a ttl D 1 Cl tb' E ~ C . ~ C C C IO 00 tl EO III 00 l7I H C Oll e. 4 ~ . , k. ' ~ ' O O ~ 'LO ~ O ~ O+ ~ , O O ~ O ~ . O ~ ~ ' ~ +I ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ O ~" O, ~ 'O+ ~ "' ~ ~ ~ ~ ~ O' ~ O ~ ~ O ~ ~ ~ ~ ~ O ~ ~ ~ I ~ O ~ ~ ~ ~ ~ . ~ ~ ~ ~ ~ '"'„' ~ ~ ~ ~ Ä&' 'AO ~ 7i: ~ ~ OO ~ % . ~ ~ O ~ ~ . 4' ~ ~ P m — B n I K Q aa IO. 'II a a I OO oo n IO B il OII OO S I r O e a =IO I Wl n gl IO I IOI a o g a IO a a B OO OI Ol I IO OCI OR Ol n $a 3 Iv. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWIGKLUNG GRÜNUND FREIRAUM STEP OS 5T3 Landschaftsräaume der Stadtregion Die LANDSCHAFTRÄUME DER Stadtregion weisen eine groäe Diversität auf und prägen in ihrer unterschiedlichen Charakteristik die „Wiener Landschaften". Sie sind vielfältig in ihrer geografischen und klimatischen Ausprägung, unterschiedlich in ihrem Landschaftsbild, in ihrer Problemlage und ihren Potenzialen. Dementsprechend sind unterschiedliche Entwicklungsziele und Perspektiven zu formulieren und in vielen Fällen gemeinsam mit der Region umzusetzen Wienerwald Die HügellandschaftdesWienerwaldesbildetden nordostlichstenAuslauferderAlpenundisteinesder größten geschlossenen Laubwaldgebiete Mitteleuropas. Der Wienerwald ist damit das wichtigste Fri schi uftreservoir für die Großstadt und angesichts der in Wien vorherrschenden Windrichtung und -starke für die Durchlüftung der Stadt mit Frischluft und damit für die gute Wiener Luft hauptverantwortlich. Er ist aber auch traditionsreicher Lebensund Wirtschaftsraum und ist ein weit über die Grenzen Osterreichs und Wiens hinaus bekanntes und beliebtes Erholungsgebiet für die Bevölkerung und die Wienbesucherlnnen. Im Westen hat Wien eine grune Stadteinfahrt. Diese Qualität ist bei weiteren Entwicklungen aufrechtzuerhalten. Für die Wienerwaldlandschaft typisch ist die Abfolge von Wald und offenen Flachen, die auch landwirtschaftlich genutzt werden, wobei der Weinbau auf Wiener Gebiet ein besonderes Charakteristikum darstellt Bäche und Flüsse haben die Topografie des Wienerwaldesgeformt. Die Bebauung folgtdertypischen Morphologie des Geländes. Die zunächst in den Talräumen, dann auch auf den Hügeln einzeln angeordneten Hauser steigen die Hange an, dann breitet sich die Bebauung flächig aus und wird sukzessive auch hoher und dichter. Oftmals schieben sich die Häuser wie eine Barriere zwischen die dicht bebaute Stadt und den Erholungsraum. In Richtung Stadtzentrum werden sie zu geschlossenen Siedlungsflachen: Wohnbau, Gewerbe, Verwaltung und soziale Infrastruktur sind kleinteilig vermischt. Der ubergeordneten Bedeutung Rechnung tragend, wurde der Wienerwald durch vielfältige Verordnungen unter Schutz gestellt, z. B. igoS fur den b Widnenvdld STEP 05 D. iv. HANDLUNDEPELDER DER STADTENTWICKLUND GRÜNUND FREiRAUM EN UNESCO-Biosphärenpark Ein Biosphärenpark ermoglicht eine Zonierung in Kern-, Pflegeund Entwicklungszonen und stellt die Ziele „Erhaltung von Kulturlandschaften" und „Schutz typischer Naturlandschaften" auf eine gleichwertige Ebene. Daruber hinaus bietet der Biospharenpark bei adaquater Umsetzung die Moglichkert einer Harmonisierung von Nutzungsinteressen. Ziel des ProgrammS ist die Entwicklung von Strategren zur n ach ha lugen Nutzung der Lebensräume und die Erhaltung der natürlichen Vielfalt in weiträumigen Kulturund Naturlandschaften von nationaler Bedeutung. Pur Konzeption und Planung der Umsetzungsprojekte mussen alle beteiligten Gemeinden undinteressiertenorganisatronenemgebundenwerden. Wiener Anteil durch die Ausweisung als „Wald und Wiesengurtel" Au(terdem wurden Ma(Snahmen zur Verbesserung der Landschaftsstruktur und der Erholungseignung gesetzt („ Verein NÖ-Wien, Gemeinsame Erholungsraume"). Im Jahr Tggy wurde von den NO Wienerwaldgemeinden und den Wiener Wienerwaldbezirken die „Wienerwalddeklaration" verabschiedet, mit der die nachhaltige Bewahrung und Entwicklung der naturräumlichen und okologische Qualität vereinbart wurde. Auf der „Wienerwalddeklaration" aufbauend wurde 2002 die Empfehlung zur Festlegung eines Biosphärenparks ausgesprochen Aufgrund der besonderen strukturellen Bedingungen wird derzeit untersucht, ob die Entwicklungszone des Biosphärenparks Wienerwald auch das bebaute Gebiet umfassen soll Damit bliebe der hohe Grunflachenanteil mit unterschiedlichen Lebensräumen als Grundlage fur eine hohe Lebensqualität erhalten. Die Einreichung des Antrags auf internationale Anerkennung durch die UNESCO wird fur das Jahr zoos angestrebt (w Kap. IV. i. z Regionale Entwicklungskonzeptionen — Stadtumlandregionen) Und Strotegien k Sudiiches Wieher Becken k Goidberg Terrassenlandschaft im Süden Wiens Die weite Ebene des sudlichen Wiener Beckens wird von zahlreichen WestOst verlaufendenden Wienerwaldbachen durchzogen und im Norden durch die Platten-und Terrassenlandschaftdes HöhenzugsWienerberg -Laaerberg -Goldberg begrenzt. Auf Wiener Gebiet gibt es noch gro(3flachig landwirtschaftliche Nutzung im Talraum der Liesing (Rothneusiedl, Oberlaa, Unterlaa) sowie im Bereich des daran in Richtung Norden ansteigenden Goldbergs. Die baulichen Strukturen bilden hier eine klare Kante Der östliche Rand dieses Landschaftsraumes wird begrenzt durch die Anlage des Wiener Zentral friedhofs sowie das Gartnereigebiet in der Simmeringer Haide Im Ubngen wird dieser Teil des Stadtraumes durch den unzusammenhängenden „Kranz der Garten" gepragt, das sind zum gro(gten Teil)ene Grunräume, die bereits igoS Bestand des Waldund Wiesengürtels waren Wienerberg, Heuberggstätten, Laaer Berg, Löwy-Grube. Nahezu die gesamte Flache dieser Landschaftsteile sind nach Baustoffgewinnung und Deponie als Landschaftsraum sekundär wieder hergestellt worden (Kuppe Laaerbergigso, wIGya, wienerbergwestGolfgelande, wienerbergosttggs). Die stark ansteigende Terrassenlandschaft ist dicht bebaut, hohe Gebaude bilden eine kurze, markante Skyline. Dieser Landschaftsraum eignete sich aufgrund seiner topografischen Bedingungen und der infrastrukturellen Anbindung auch fur die Ansiedlung von gro (Sflachigen Industrieund Gewerbebetrieben. Die hier erfolgte Siedlungsund Wirtschaftsentwicklung und die daraus resultierende Zerschneidung der Landschaft durch Strafen und Bahnlinien sind u. a. auch Grunde dafur, dass eine zusammenhangende Siedlungsgrenze gegenüber dem Landschaftraum (wie im Leitbild etwa für den Landschaftsraum March feld beschrieben wird) hier nicht mehr durchgangig umgesetzt werden kann. Im Zusammenhang mit der Errichtung der Sl wird durch die bepflanzten Lärmschutzdamme, Grunbrücken etc. die Grünstruktur des nördlichen Wiener Beckens ergänzt. Die derzeit noch vorhandenen gro(gflächig zusammenhangenden Landschaftsteile sind gemeinsam mit dem Land Niederösterreich als landschaftsräumliches Grundgerust zu sichern und miteinander zu vernetzen. Die Erhal158 iv. HANDLUNEEPELDER DER STADTENTWICKLUND GRÜNUND FREIRAUM STEP OS tung dieser „Gro(llandschaften" bietet die Möglichkeit, einen räumlich wirksamen Grungü rtel im Suden von Wien zu entwickeln. In der Region Wien Umland — Sud sind noch weit gehend intakte gro(lf)achige Landschaftsteile vorhanden, wie z. B. die landwirtschaftlich genutzten Flächen der so genannten „Tand elbreite" zwischen Achau und Leopoldsdorf und die durch Gewasser Waldstucke und kleinteilige Landschaftsensembles reich gegliederte Kulturlandschaft im Bereich zwischen Laxenburg und Himberg. Mit dem Konzept der Verbindung dieser Landschaftsräume, vor allem entlang der Bachund Flussläufe, ist, ausgehend vom Landschaftsschutzgebiet und Biosphärenpark Wienerwald, eineVerknüpfung mit dem Donauraum und dem Nationalpark DonauAuen möglich Das sudliche Wiener Becken bietet attraktive Voraussetzungen fur die Naherholung, vor allem zum Reiten und Radfahren Erste Ma(lnahmen fur anzulegende Wegenetze wurden vom „Verein NÖ-Wien, Gemeinsame Erholungsräume" in itiiert und mussen weiter fortgesetzt werden. Donauraum w Nationalpark Donau-Auen Die Donau-Auen ostlich von Wien sind die letzten gro(ten naturnahen Flussauen Mitteleuropas. Die Dynamik des fliegenden Stromes ist hier trotz der Regulierungsma(lnahmen im Ig jahrhundert noch wirksam. Der Fluss formt und verändert die Landschaft innerhalb des Regulierungsprofils in einem stetigen Prozess von Abtragung und Anlandung, von Zerstorung und Neubeginn Das damit verbundene Nebeneinander unterschiedlicher Sukzessionsstadien, von kahlen Schotterbänken bis zu verlandenden Tümpeln und üppigem Auwald ist Grundlage fur eine hohe Biodiversitat, aber auch fur eine abwechslungsreiche und vielseitige Erholungsund Erlebnislandschaft. Der Gro(steil der Aulandschaft ostlich von Wien ist heute durch den landerübergreifenden Nationalpark Donau-Auen geschützt. Dieser ist auch Teil des eingereichten „Natura-zooo"-Gebietes auf Wiener Stadtgebiet Dennoch ergeben sich zur Sicherung und weiteren Verbesserung der Naturlandschaft auch fur die Zukunft wichtige Handlungsnotwendigkeiten. Vor allem die wasserbaulichen Projekte zur Verhinderung der weiteren Sohleeintiefung und zur Gewasservernetzung sind wesentliche Grundlagen zur Erhaltung einer dynamischen Aulandschaft. Auch die Schi fffahrt hat sich an nationalparkverträglichen Rahmenbedingungen zu onentieren. Die erforderliche Fahrwassertiefe ist daher durch den zurückhaltenden Einsatz von Buhnen und Leitwerken zu stabilisieren. Gerade diese Landschaftselemente, die sich ohne Zutun des Menschen verändern, haben furdenArtenschutzeinebesondere Bedeutung undzahlenheute zu den seltensten und gefahrdetsten Lebensraumen Naturnahe Llferstrukturen, Sandund Kiesstrände üben aber auch auf den Menschen eine besondere Anziehungskraft aus und zählen daher zu den wertvollsten Erholungsraumen. Trotz des Konflikts mit den Naturschutzzielen dürfen dennoch keine gro(Lflächigen Aussperrungen und Verbotszonen den Wert der Landschaft für erholungssuchende Spazierganger, Naturbeobachter, Badende und Bootsfahrereinschränken. DieAntwortaufderartigeNutzungskonfliktemusseinerseits in derteilweisen Einschränkung der Erreichbarkeit und andererseits in der Ausweitung des lp. Natura-zoon-Cebiete Als Mitglied der Europaischen Union hat Osterreich die beiden EU-Naturschutz-Richtlinren (dte Vogelschutz-Richtlinie ZL)/qos/EWC und CIE Fauna-FloraHabitat-Richtlinie Sz/As/EWC) umzusetzen. Ziel der Vugelschutzund der Fauna-Flora-HabitatRichtlinie ist die Sicherung der Artenvrelfalt durch die Erhaltung narurlic her Lebensräume sowie wild lebender Arten. Zu diesem Zweck soll ein Europaweires okulogisches Netzwerk besonderer Schutzgebiete mir dem Namen "Natura zooo" geschaffen werden. Daruber hinaus sehen die Richtlinien ein strenges Schutzsystem fur Arten von europaischer Bedeutung vor, die in den Anhangen zu den luchtlimen aufgelistet srnd. Wien hat auf der Crundlage zweier Beschlusse der WIEner Lande stegi er ung folgende Ii Gebiete an die Eurupatsche Kommission, sowohl nach der VugelschutzRichrlinre als auch nach der Fauna-Flora-HabitatRichthnie gemeldet; W den Nationalpark Donau-Auen (Wiener Teü) w das Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten W das Landschaftsschutzgebiet Liesing (Teile A, B und C) w die unter Landschaftsschutz stehenden Bereiche des Bisamberges k Nuriuuuipark Duuuu-Aueu 159 STEP OS D b, Donoustrom k Donauinsel 160 IV. HANDLUNEEPELDER DER STADTENTwicKLUNE GRÜNUND FREIRAUM Angebots, also in der weiteren Vergrö(Serung und Vermehrung naturnaher Uferzonen durch Gewässervernetzung und Rückbau gefunden werden. Deshalb sollen auch die noch au(Serhalb des Nationalparks liegenden Teile der Donau-Auen unterhalb Wiens in das MaJSnahmenprogramm einbezogen werden. w Donaustrom und Neue Donau Der Grungürtel rund um Wien wird verbunden durch das Band der Donau. Auf 21 km Lange durchflie(3t die Donau das Stadtgebiet etwa in der geografischen Mitte Wiens. Sie ist Kernstück des gesamten städtischen Donauraums, bestehend aus Alter Donau, Neuer Donau, Donauinsel, Prater und Donaukanal DiesesinddiewichtigstenFreizeit-und ErholungsgebietederWienerlnnenund sind gleichzeitig auch attraktive Angebote fur den Tourismus. Die Wasserfronten sind entlang Donaustrom, Neuer Donau und Donaukanal (seit der entscheidenden Verbesserung der Wasserqualität) darüber hinaus auch gefragte Standorte fur Headquarters der Wirtschaftsunternehmen, fur hochwertige Wohnungen, gewerbliche Freizeithetriebe und Unterhaltungsindustrie. (w Kap. v. z. zielgebiete der stadtentivicklung waterfront) „wien an die Donau" war uber Jahrzehnte ein Leitbild für die Stadtentwicklung. Die Hochwasserschutzma(Lnahmen mit der grünen Donauinsel haben die Angste vor der Nähe zum Strom abgebaut. Die Investitionen in die technischen Ma(tnahmen und die Gestaltung des Donauraums haben sich vielfach rentiert, wie die dramatischen Hochwasserereignisse der letzten Jahre gezeigt haben Die Flüsse und ihre begleitenden Landschaften sind vor allem als reichhaltige Okosysteme zu begrei fen, die sensibel auf Beeinträchtigungen reagieren. Durch SiedlungstatigkeitundwirtschaftlicheAktivitätenbestehtdieGefahrder räumlichen Einschrankung und Belastung der Flusslandschaften Durch vorsorgliche Einrichtung entsprechend breiter Schutzgehiete in den Flächenwidmungsund Bebauungsplänen muss den Gewassern daher ausreichend Raum, auch fur Retention und Grundwasserdotation, gegeben werden. Wasserflachen und Ufer müssen fur alle Menschen zugänglich erhalten werden, die offentliche Verfugbarkeit hat daher Vorrang vor privaten Interessen. Uferwege sollen für Radfahrerlnnen, Fu(tgeherlnnen, Skaterlnnen durchgehend frei gehalten werden Das Risiko von Verunreinigung ist zu vermindern und die Ufer sind nach okologischen Gesichtspunkten zu gestalten. Wasseranschlagslinien sind daher möglichst flach und lang auszubilden. Die Gestaltung des Raumes ist nach einem partizipatorischen und interdisziplinär erarbeiteten Gesamtkonzept entstanden, das vielen Anforderungen gerecht werden musste. Heute liegt die Stromlandschaft nicht nur im geografischen Zentrum der Stadt, vielmehr wird der Donaubereich auch von vielen Bevolkerungsgruppen als emotionaler Mittelpunkt erlebt. Die Stromlandschaft ist durch zwei Flüsse und die dazwischen liegende Donauinsel als freie Waldund Wiesenlandschaft charakterisiert. Von erhohten Ausblicksorten werden die Unterschiede in der Wasserqualität durch ihre Farbe und die Unterschiede in der Ufergestaltung erkennbar Die Erfahrungen des Wasserbaus aus den letzten Jahrzehnten sind hier so deutlich ablesbar. Die städtebauliche Einbettung und Funktion dieser Stromlandschaft sollen weiterhinbeibehaltenbleiben. DerDonaubereichsollalszentralesFreizeit-und Erholungsgebiet von regionaler Bedeutung und internationaler Reputation erhalten bleiben und das Wien des a. Jahrhunderts repräsentieren. iV. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTPNEKLUNG GRÜN. UND FREIRAUM M. Donaukanal Der Donaukanal soll als iz km langer, eigenstandiger Landschaftsraum erleb ba r bleiben. (w Kap. v. z zielgebi etc der stad ten twicklung waterfront) w Alte Donau Der nordostliche Hauptarm der ehemals unregulierten Donau ist heute ein Grundwassersee, der primär vom Wasserangebot der Neuen Donau abhangig ist. Seit der Fertigstellung des Kraftwerks Freudenau „trocknet" die Alte Donau, das traditionelle Badeparadies der Wienerinnen und Wiener wie die Strandbäder an der Arbeiterstrandbadstra(Se und das Gänsehaufel, nicht mehr aus. Der Höhenunterschied zwischen dem Gelande und dem Wasserspiegel ist viel geringer als an der Neuen Donau, die Böschungen sind flacherkein Hochwasser ist zu befurchten. Alter Baumbestand prägt ihre südlichen und östlichen Ufer. Im Gegensatz zum „Wildbadestrand" an der Neuen Donau dominieren hier die entgeltpflichtigen, gepflegten BadeanlagenmitKabinen, dievon Baumgruppen und Schi lfbeständen umgeben sind. Nur kurze Abschnitte (insgesamt etwa 30% der gesamten Uferlänge) sind frei zuganglich. Schwimmen ist durch Bojen begrenzt, Ruderund Segelbootverleihe, Rudersportvereine beanspruchen gro(Se Teile der Wasserflachen. Die Alte Donau soll als Erholungsraum verstanden werden, wo Ruhe und Beschaulichkeit dominieren. Die Wege liegen hinter den einzelnen Bäderund Sportanlagen. Einzelne Gastronomiebetriebe bilden, direkt am Ufer gelegen, die Moglichkeitzuentspannter, stillerAtmosphärealsGegensatzzur„Copa Cagrana" an der Neuen Donau Dieses uber Jahrzehnteentstandene Mosaik soll wegen seiner Identität und der Viel falt unterschiedlicher Angebote für alle Altersgruppen gepflegt und in seiner Struktur erhalten bleiben. Die Freizeitbetriebe sollen sich im Nahbereich der Stationen leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsmittel konzentrieren, dazwischen liegende gro(SeGrünraumewiez. B. WIG 6ä, Rehlacke, Kaiserwasser u. a. sollen erhalten bleiben. Geplante Umgestaltungsma(Snahmen im Bereich an der Oberen Alten Donau umfassen die Ufergestaltung, einen Promenadenweg, Stra(Senunterbrechungen und-ausgestaltung u A. In Flondsdorf, Mühlschuttel, an der Wagramer Straäe und in Kaisermuhlen sind mehrgescho(Sige Bebauungen und Wohnhochhäuser bis an die Ufer geruckt, vom Drygalskiweg bis zum Seestern lassen Ein familienhauser und Kleingärten nur wenig Platz fur die Promenade An der Unteren Alten Donau. w Donauraum/Prater Der Prater ist ein parkartig gestalteter Grunraum, dessen Landschaftsstruktur die Merkmale von Donauauen aufweist. Die Wege, Rondeaus (Platze), mehrreihigen Alleen weisen auf das ehemalige Gestaltungskonzept als kaiserliches Jagdrevier hin. Die Regulierungsma(Snahmen des ig Jahrhunderts haben jedoch die Au vom fliegenden Wasser getrennt, damit die Dynamik mancher Lebensräume reduziert und die Grundwasserdotation nahezu unterbrochen. Erst durch die Errichtung des Kraftwerks Freudenau sind die Chancen zur Wiederherstellung und Verbindung der Augewässer wieder gestiegen. Nur noch etwa So % des gesamten Praterareals sind heute frei zugänglich. Gro(te 6portanlagen pragen zwar den grünen Charakter des Praters, reduzieren aber die Verfügbarkeit fur die Bevolkerung erheblich. Im oberen Prater ist der Zugang aus den Wohngebieten des z. Bezirks zu den Waldund Wiesenflächen Alte Donau und Doaaumsei Praterauen As STEP os STEP OS E» 6 rylarcli feld iv. HANDLUNDEFELDER DER sTADTENTINICKLUND GRUNUND FREIRAUM häufig nur durch schmale Wege moglich, die zwischen den einzelnen Sportanlagen, dem Messegelände u. a durch führen. Auch im unteren Prater bilden Kleingartenanlagen Barrieren fur die Erholungssuchen den. Die Kombination von Vergnügungseinrichtungendes„Wursteipraters", verschiedenerSportarten, Bader, VeranstaltungsstättenmitoffenenGrünräumen ineinemAreal von ca. Soo Hektar ergibt die spezifische identitat des Wiener Praters Urwaldähnliche Augebiete mit gro(Sen Silberpappeln stehen in spannungsreichem Kontrast zu den künstlich angelegten Kastanienalleen Die Hauptallee ist (gemeinsam mit den Asphaltwegen auf der Donauinsel) Wien s bedeutsam ster Fitness parcours (logger, Skater, Radler, Reiter). Sie ist in großen Abschnitten vom Autoverkehr befreit. DieursprunglicheKonzeptioneinerAchsevomAugarten/Heinestra(se über den Praterstern bis zum Lusthaus am Mautnerwasser, einem ehemaligen Seitenarm der Donau, ist heute kaum mehr ablesbar. Marchfeld Das Marchfeld besitzt auch heute noch aufgrund seiner Weite und Offenheit ( der weite Horizont ) einen eigenen Reiz und unverwechselbaren Charakter Mit dem Marchfeld assoziiert man die Kornkammer Österreichs; auch wenn heute der Gemüseanbau dank der Ernteverträge mit der Nahrungsmittelindustne in den stadtnahen Bereichen dominiert. Der Anbau von „Energiepflanzen" wird zunehmend ein wichtiger Produktionszweig, die Bereitstellung von Flächen fur Windparks zur Nebenerwerbsquelle. Die Vorteile der Stadtnähe werden immer mehr von Landwirtlnnen erkannt, die Bioprodukte erzeugen und ab Hof oder uber Direktzustellungen vermarkten In immer gro(Ser werdenden Teilen der Donaustadt ersetzen Glashäuser den Feldgemusebau. Einige bauerliche Betriebe, auch Gro(Sgrundbesitzer wie die Theresianische Akademie und das Schottenstift, haben ihre Unternehmensziele auf Schotterabbau und Flachenverpachtung für Badehutten an den so entstandenen Teichen abgeändert. Diese Teiche bereichern aber auch die Landschaftsstruktureinige von ihnen sind sekundäre Naturschutzgebiete Es gibt hier auch gro(Sflachige „Brownfields": das rd zoo Hektar grolle Flugfeld Aspern, der aufgelassene Verschiebebahnhof Breitenlee — die gröpte Trockenbrache wiens, das Gelande des Konsum im Hausfeld. (M Kap. vzielgebiete derWie»erStadtgei»etc) EinigederSchotterteichewurdenmitAushubverfulltund sindheute grolleDeponieberge. Siesollenaufgeforstetwerdenund sodenheute geringen Waldanteil, der sich auf einige Windschutzstreifen und Remisen beschrankt, erhohen Die alten Orte lassen zum Teil noch bäuerliche Strukturen erkennen (Sü((enbrunn, Breitenlee, Aspern, E(Sling, auch Gro(S-Enzersdorf). Ausgehend von diesen Ansiedlungen, zum Teil aber auch mitten in den Feldf luren, haben sich SiedlungsstreifenundkleineWohnquartiereentwickelt. EinStadtrandodereine Stadtkante ist nicht erkennbar. Aus einer ersten im Rahmen der PGO durchgefuhrten Studie über Entwicklungsszenarienwurdeabgeleitet, dass neben derdominierendenlandwirtschaftlichen Nutzung der Tounsmus als Erganzung der regionalen Wirtschaft gefördertwerden soll. Dazu bedarfes nicht nur einerVerbesserung der touristischen Infrastrukturen und des Marketings, sondern auch einer behutsamen Attraktivierung der Landschaft fur Erholungsund Freizeitaktivitäten. Diese haben den typischen Charakter des Marchfelds als offene, weite Ebene zu betonen iV. HANDLUNEEPELDER DER STADTENTwicKLUNB GRÜNUND FREIRAUM STEP OS und auf die Anforderungen der Landwirtschaft Rucksicht zu nehmen. (N. Kap. IK es. RäumlichesWirtschaftsleitbild-AgSTEP) Ausgehend von Naturund Kulturschatzen des March felds sind Moglichkeiten fur die Nutzung als Naherholungsgebiet fur die Region zwischen Wien und Bratislava zu entwickeln. Region Bisamberg Der Bisamberg ist als nordöstlichster Teil des Wienerwaldes im Charakter der Landschaft schon deutlich durch die trockenheitverträglichen Flaumeichenbestände, die Orchideen, Trockenrasen und Weingarten geprägt. Gemeinsam mit dem Leopoldsberg, mit dem er auch geologisch verwandt ist, bildet er die Wiener Pforte und ist die einzige Erhebung im Nordosten Wiens. Seine Ausläufer reichen bis nach Strebersdorf und Großjedlersdorf. In Stammersdorf ist ein Großteil der insgesamt etwa go Weinbaubetriebe angesiedelt, in denen Eigenbauwein ausgeschenkt wird. In den zum Teil mächtigen Ldssüberlagerungen entstanden durch seltene, aber heftige Niederschläge die charakteristischen Grabenerosionen, in deren Steilböschungen Keller gegraben wurden DiedarausentstandenenKellergassensindeintypischesMerkmaldieser Landschaft. Der Wiener Anteil am Bisamberg ist Ex-lege-Landschaftsschutzgebiet und als „Natura-zooo"-Gebiet nominiert. Die Schanzen aus der Zeit der Preußenkriege i866 sind wertvolle Biotope und denkmalgeschützte Zeitzeugen. Zur Sicherung des von Bebauung bedrohten Nordabhangs des Bisamberges hat der „Verein NO-Wien, Gemeinsame Erholungsräume" diese Flächen aufgekauft, im Bereich des Senders auf der Elisabethhöhe der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen und als Erholung sgebiet ausgestaltet. Seit dieser Zeit hat der Bisamberg als Erholungsgebiet an identitat gewonnen. Die Rundwanderwege wurden neu angelegt und bieten schone Ausblicke auf die Stadt Wien und die Thermenlinie. Die starke Zunahme der Wohnbevölkerung in Floridsdorf hat den Bezirk und die umliegenden Gemeinden in Niederösterreich veranlasst, in einem Tourismuskonzept die Erreichbarkeit des Bisambergs zu verbessern und Themenwegezu Natur und Kultur für Fußgangerlnnen und Radfahrerlnnen anzulegen. Entlang von Ackerrandstreifendie gleichzeitig die Biodiversität in dieser Kulturlandschaft fordern-sollen diese Fußund Radwege sowie auch Naherholungseinnchtungenangebotenwerden. DieseWegesollenmitdenSpazierwegenentlang dem March feldkanal zu einem gemeinsamen Netz verknüpft werden. Auch der Rendezvousberg, ostlichster Teil der Hügelkette des Bisambergs, hat hohes Erholungspotenzial, nicht zuletzt wegen seiner Ausblicke auf die Stadt und das östliche Marchfeld. Derzeit ist er allerdings durch wilde Deponien, industrielle Rohstoffgewinnung (Spielsand) trotz wildnisartiger Ruderalvegetation unwegsam und unattraktiv. In Abstimmung mit den Entwicklungen entlang der Brü nner Straße sind hier sensible Lösungen zu finden. (w Kap. K d Zielgebiete der Wiener Stad teatwicklung — FlaridsdarfAchse Brünner Straße) Von besonderer Bedeutung sind die „Vorfelder" dieser Hügelkette. Sie ermöglichen das Erleben des Bergs, der eigentlich nur eine geringe Höhnentwicklung hat, und liefernmitihremfruchtbaren BodendieGrundlagefurertragreiche Landwirtschaft als wirtschaftliche Voraussetzung für die Betriebe in den alten Ortskernen Strebersdorf, Stammersdorf, Großjedlersdorf, Langenzersdorf („Bisamberg Vorland"). k Blsamberg ~ cw ~ 06 ~ O Das Baumkarree, Ausslchtspunkrln Richtung suderl DreAiieeWresen weg oder ~ Scnarrerweg uncer Nussbaumen begleiten die sairenstlaße bis lal' iotair Der Grunzugbunce Ceiderzum Blumenpfiuckerl, grunetlmmerzum Verweaerl Beerenhecken zum Nascherl Trockenmauern, Fluss schatter und Srroh, umgeben uan Acker e ~ a I Dle Ubergangszoneprruac benutzte vorberelche erwelrem das spektrum des Crrrnzuges Das Ba umkarreean der Bushairesteue ~ e Dos umfeld — Landwirtschaft $ Abb SS Gestaltungsmöglichkeiten fd r Ackerrandgtreifea Quelle Landscha fts planung Saltenstraße i A MA gg, Buro stadt landysibylla Zech 163 STEP OS D k Marchfeldkanai iV. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWIGKLUNG GRÜNUND FREIRAUM zipi D er e tt r , Marchfeldkanal, ursprünglich als verrohrte Bewässerungsleitung konkonnte zum frei flie(Lenden Bach entwickelt werden, dessen Llferbegleitweg eine stark frequentierte Radroute darstellt Von besonderer Bedeutung für die Biodiversität ist neben der „naturnahen" Lifergestaltung auch der geplante zweite Schönungsteich südlich der ehemaligen panzerkaserne beim Stammersdor Zentral friedhof Von dort soll eine weitere Gewässerverbindung als charakteristisches Element des Grünzuges Richtung Süden bis zur Alten Donau geführt werden Handltsngsfelder Im Folgenden werden die zu S Themenberei ehen zusammengefassten Handlungs felder beschrieben, die fü ralle vorher bezeichneten Landschaftsraume von grundsatzlicher Bedeutung sind. w Rücksichtnahme auf typische Ausprägungen der Kulturlandschaft: D» identitatsstiftende Nutzungen fördern und typische Gestaltungselemente in neue Konzepte integrieren (z. B. Weinrieden, Gehölzstreifen, Wiesenzungen) EN Struktur der alten Ortskerne bei der Siedlungsentwicklung berücksichtigen, alte Ortskerne als Betriebsstandorte der Landwirtschaft funktionsfahig erhalten, Konflikte mit anderen Nutzungen (z B. Wohnen) vermeiden EN Blickachsen zu signifikanten architektonischen zeichen freihalten EN multifunktionelle Freizeit-, Erholungsund Veranstaltungseinrichtungen in den Landschaftsräumen weiterentwickeln, ohne deren Charakteristika zu beeinträchtigen sowiedie Verfugbarkeitwiez. B. freieZuganglichkeit zu reduzieren w Beibehaltung/Verbesserung der Verzahnung zwischen bebauten Flächen und Grünräumen e» Siedlungsrander als markante Übergänge zur offenen Landschaft eindeutig definieren: entweder als klare Grenzlinie oder in Form einer Verschrankung von Stadt und Land (m Gesaintstäd tische Gestaltungsaufgaben) EN Ränder von alten ortskernen durch Bepflanzungselemente definieren E» Gelandeverhältnisse (Täler, Kuppen, Flusse und Bäche) und Höhenentwicklung berucksichtigen EN Aufenthaltsqualität der Naherholungsraume durch Lärmschutzma(snahmen sowie benutzer freundliche Ausstattungselemente verbessern E» Barrierewirkung von Kleingartenanlagen und Einfamilienhausgebieten aufbrechen EN Grünräume zwischen den gro(ten Wohnhausanlagen sichern w Verbesserung der Erreichbarkeit und des Aufenthaltskomforts der Landschaftsräume EN neue Tendenzen bei der Freizeitgestaltung auf Tragfähigkeit der Landschaft prüfen Linien des öffentlichen Verkehrs zu den Erholungsgebieten naher heranführen (z. B. Wienerwaldbus) e» Heran fuhren des städtischen Radwegenetzes an die Erholungsräume, Verknupfung mit ausgewiesenen Mountainbikestrecken iV. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWICKLUNG GRÜNUND FREIRAUM «I STEP 05 iN Vervollstandigung und weitere Attraktivierung des Wegesystems (z. B. Leitsystem, Rundwanderwege, Themenwanderwege) t» Fu(Sgänger haben Vorrang vor Kraftfahrzeugen, daher entsprechende Einrichtungen schaffen (gezielte Parkplatzangebote an Ausgangspunkten für Wanderund Spazierwege zulassen bzw. anlegen) c. Nutzungskonflikte zwischen Naturraum und Erholungsuchenden durch LenkungsmaBnahmen und Angebotsbundelung entscharfen w bestehende Aussichtsplätze freihalten, neue Angebote schaffen w Ausstattung der Landschaftsräume mitAufenthaltseinrichtungen und Rastplatzen sowie gastronomischen Angeboten w Wiesen und Ufer für informelle, selbst organisierte Freizeitnutzungen zur Verfügung stellen und infrastrukturell Vorkehrungen treffen (Bänke, Tische, Sanitareinrichtungen, Müllcontainer, Zugange zum Wasser, Erste-Hilfe-Einrichtungen) LN Erreichbarkeit durch Schaffung von Zugangsund Verbindungswegen verbessern r kulturelle Aktivitäten und Gewohnheiten ethnischer Gruppierungen ermöglichen w Den Gewässern Raum geben r Herstellen von Gewässerverbindungen r& Verbesserung der Erlebbarkeit der Gewasser und der Vielfalt ihrer Lebensräume durch Erhöhung des Anteils an sonnenbeschienenen Ufern iN Platz fur kleinräumige Retentionsräume, Ausuferungen schaffen r& Flie(Sgewässer als begleitende Elemente verstehen, daher Fu(Sund Radwege entlang von Bachen anlegen i& Erhöhung der Biodiversität und der Grundwasserdotation durch Aufbrechen harter Regulierung (z. B Liesing, Petersbach), verrohrte Bäche „ausgraben" rN Erhaltung der Auengewasser l» Ufer von kunstlichen Badeseen grundsätzlich offentlich zuganglich halten, ansonsten Einhaltung der „Drittellösung" (je ein Drittel der Uferlänge für Badenutzung, naturli ehe Sukzessionsabfolgen und Bebauung hinter einer frei zu haltenden Uferzone) o wo Freilegungen von Flüssen, Bächen nicht mehr möglich sind, Merkzeichen schaffen (eventuell auch als kunstlerische Interventionen) iN Gewasser systematisch von ihrer schmutzfracht befreien, Mischkanalsystem auflassen w Berücksichtigung der Ziele des „Netzwerk Natur" G» Unterschiede in der standorttypischen Vegetation und topologischen Ausformungen erhalten und erlebbar machen, z. B. Parapluiekiefer, schroffe Felsabbruche im Kalk-Wienerwald, Eiche und Buche im weichen Flysch-Wienerwald, Erhaltung standortgerechter Ufervegetation und Ufergehölze, Vielfältigkeit der Waldränder erhalten iN verbesserung der Lebensraumstrukturen fur Tiere (Amphibien, Reptilien und Fische) iN Trittsteinbiotope und ükokorridore schaffen und im Sinne einer Biotopvernetzung verbinden G» Minimierung von Versiegelung und dadurch Hitzeabstrahlung vermeiden ED Ackerrandstreifen insbesondere entlang der Fu(Sund Radwege herstellen iD. Lebensräume spezifischer Tierund Pflanzenarten erhalten und erweitern w Querungsmöglichkeiten von Stra(ten auch für Kleintiere und Wild ermöglichen (Grunbrücken, Tunnels) lP. starkung der selbstreinigungskraft stehender und flie(sender Gewasser durch pflanzentechnische richt, Makrophytenbestände) Ma(tnahmen (RöhQ 165 STEP 05 D. IV. IEANDLUNEEFELDER DER STADTENTLvicKLUNE GRÜN UND FREIRAUM k innenhofbereich — aoublock Piaaquadrar Wohnungsbezogene Grunflachen Wohngebietsbezogene Spielund Freiflachen Freiflachen, urbane Park Stadneilbezogene Grunflachen Sportflachen 3, 5 3, 0-5, 0 g, o 3, 5 Tabeüe io Bedarfszahlen zur Grünflächenversorgung Quelle STEPPE Grünund Freiräume im bebauten Eatadtge biet Die GRünncäCFIEIE OCSbebautenStadtgebietsumfassensowohlFlächen, welche durch den Grung ü rtelbeschluss i995 festgesetzt wurden, als auch die Grünflachen des „dicht bebauten Stadtgebietes" entsprechend dem STEP 94 Diese beinhalten folgende Nutzungsformen:wichtigestadtteilgliederndeGrunzüge, historische Parkanlagen inklusive Gebaude, Parks (Stadtteilparks und wohngebietsbezogene Beserlparks), wohnungsbezogener (halboffentlicher /privater) Grünund Freiflachen, Sportund Spielflachen, gro(Ser Grünanlagen von Krankenhäusern und Pflegeeinnchtungen („ Gesunde Gärten" ), Plätze, Fu(3gangerzonen, Stra(tenräume (breite Alleen), Gewässer, Friedhofe und kleinraumig agrarisch genutzter Flachen Als Erganzung zu den Grünräumen können die „urbanen Freiraume", die Plätze und Fu(ggängerzonen, aber auch der öffentliche Stra(tenraum gesehen werden, auch wenn Letzterer heute fast ausschf ie(3f ich Funktionen fur den motorisierten Verkehr erfüllt. Im Unterschied zu den Landschaftsraumen der Stadtregion sind die Grünbereiche innerhalb des bebauten Stadtgebietes in der Regel nicht „landschaftlich geprägt", werden also nicht als Bestandteil der regionalen Gro(S(andschaftsräume erlebt. Aber auch diese Grünund Freiräume müssen vielfältige Funktionen erfüllen: (w Karte 36 B Leitbild — Grunraume der Stadtregion, dicht bebautes Gebiet) w Naherholungsfunktion IN Aufenthalt und Bewegung in frischer Luft EN mit der vielfalt an Nutzungen (meditatives Naturerleben, frische Luft, Sonne genie(ten, Bewegung bis Sportnutzung, aktive Gartenpflege) kennen und verstehen lernen naturlicher Ablaufe: Jahreszeiten, verschiedene Witterungszustande, Wachsen und Vergehen tN für verschiedene Ethnien, Frauen und Männer verschiedene Altersund Benutzergruppen — Kleinkinder in Begleitung von Erwachsenen, Kinder und Jugendliche mit selbst bestimmten Nutzungsmustern, Erwachsene in ihren verschiedenen Lebenssituationen (im Arbeitsprozess, in Ausbildung, ohne Arbeit und Wohnsitz, im Ruhestand — „Die Stadt wird älter" ), mobilitätsbehinderte und sinnesbehinderte Personen, Erwachsene mit einem neuen Körperbewusstsein (Fitness und Sport im Stadtraum ausüben zur Gesundheitsvorsorge) i Soziale Funktion Menschen unterschiedlicher Ethnien, Mannern und Frauen sollen folgende Moglichkeiten offen stehen: Kommunikation, soziales Lernen, verstehen lernen und zulassen unterschiedlicher Verhaltensmuster, Konditionierungen aufbrechen, Fähigkeiten entfalten, den Erfordernissen des sozialen Lernens (Konfliktbearbeitung) Raum geben w Kulturelle Funktion Darstellung der Gartenkunst, ihrer Beziehung zur Baukunst, Verständnis fur den „Baustoff" Pflanze erwecken, Raum geben für die Ausprägung ethnischer Besonderheiten in der Gestaltung ssprache, gestalterisch gefasstes Wasser in der Stadt, Fnedhofskultur und Trauerarbeit der verschiedenen Religionsbekenntnisse 366 iV HANDLUNDEFELDER DER STADTENTWICKLUNE GRÜNUND FREIRAUM Nl STEP 05 ~ Ökologische Funktion Lebensraum geben im und oberhalb des Bodens, Biodiversitat, Bereitstellung unterschiedlicher Qualitäten und Rahmenbedingungen, Lärmreduktion (zumindest im subjektiven Empfinden), Dotation des Grundwassers w Klima funktion Temperaturreduktion durch Assimilation und Verdunstungskälte, Beschattung, ingangsetzen von Durchlu ftungsprozessen, Staubfilterung und Staubbindung w Orientierungsfunktion Beitrag zur Stadtgliederung und Prägung, Aufwertung des Stadtraums durch Gestaltqualitat, Verstärkung und Erlebbarkeit der Stadtmorpholog ie, Kontrast zu artifiziellen Räumen, Erkennbarkeit und identi fizierbarkeit des Erscheinungsbildes k Aedreaspark NahezudieHälftederWienerBevölkerung lebtinStadtgebieten, diemindestens Soo m von den landschaftlich geprägten Grunräumen der Stadtregion beziehungsweise den gro(ich Grünanlagen des bebauten Stadtgebietes, wie z B. Augarten, Belvedere, Schweizergarten, Schonbrunn, Türkenschanzpark, Kongresspark usw. , entfernt sind. Es ist daher erforderlich, die Erreichbarkeit dieser übergeordneten Freiräume zu verbessern und zu attraktivieren bzw. diese Mangelsituation bei der Ausstattung mit Grünflächen, vor allen in den Gebieten mit hohem Versiegelungsgrad, zu beheben. Der Schwerpunkt der Ma(inahmen liegt hier bei einer Ausnutzung aller Möglichkeiten zur Ne uschaff ung von ausreichenden Grünflächen, wobei auch das Spektrum von innovativen, intelligenten Lösungen fur alternative Angebote erweitert werden sollte (Mehrfachnutzung, qualitätsvolle Indoornutzung, pnvate Grünräume im unmittelbaren Wohnungsverband, Dachgärten etc ). Als Beispiel fur eine planensche und gestalterische Vorgangsweise werden in der w Abbildung Bz, hlofinohmen zur qualitativen und quantitativen Verbesserung des Grunund Freiraumongebotes" Potenziale in zwei dicht bebauten, innerstadtischen Bezirken (6. und Z Bezirk) dargestellt. Eine vergleichbare Fortschreibung furweitere innerstädtische Bezirke istanzustreben. Aufbauend auf dem Bestand an offentlichen Parkanlagen, urbanen Platzen und Stra((enmitAufenthaltsqualität(breiteGehsteige, Baumpflanzungen, Sitzgelegenheiten) können folgende Potenziale zur Verbesserung des Nutzungsangebotes festgestellt werden: w Neugestaltung von gewidmeten Parkanlagen, Vergrö(äderung von Parkanlagen um die in der Widmung vorgesehenen Erweiterungsflachen EN Realisierung von gewidmeten Durchgängen, Realisierung von Stadtteilplatzen durch Bevorrangung der langsamen Verkehrsteilnehmerlnnen und Verringerung der Parkplatzflachen an der Oberflache IN Nutzung des stra((enraums als Aufenthaltsraum und Bewegungsraum w Raum geben fur Angebote der Mehrfachnutzung und temporäre Nutzung von Baulücken etc. k Drasciiepork SP Soziale Funktion der Grünund Freiräume im bebauten Stadtgebieten Bereits durch die raumliche und gestaltensche Konzeption einer Parkanlage werden die Nutzungsmoglichkeiten und Nutzerlnnen vordefiniert, lautet die grundlegende Annahme. Ceschlechtssensible Parkgestaltung bedeutet deshalb, dte Organisation und Ausstattung der Freiflachen so vorzunehmen, dass Madchen die gleichen Chancen und Entfaltungsmoglichkeiten bekommen wie Buben. Ziel der Lettstelle Alltagsund Frauengerechtes Planen und Bauen ist es, dte Prasenz von Mädchen im offentlichen Raum zu starken, ihre Raumaneignung zu unterstutzen und ein ausgewogenes Verhaltnts von weiblichen und mannlichen Parkbesuchenden zu erreichen. Parks und Platze werden vernetzt durch ein Radwege netz und das System des „Grunen Weges", welche in beiden Bezirken Angebote der Erholung, Treffpunkte und Bewegungsräume verbinden. Dadurch wird sowohl innerhalb des Bezir- STee OS D IV. HANDLUNGEEELDER DER STADTENTWIGKLUNG GRÜN. UND FREIRAUM MASSNAHMEN ZUR QUALITATIVEN UND QUANTITATIVEN VERBESSERUNG DES GRÜNUND FREIRAUMANGEBOTES am EE O sät BS Abb SZ Maftnahmen zur quafitotiven und quontitativen Verbesserung des Grünund Freiraumongebotes, Darstellung 6. und T. Bezirk als Beispiel Quelle MA IB — ergene Bearbeitung, Schwarz und Schwarz, dps architekten I A MA Ig Grundkarte MAIS BearbeItung MA IB, Glotter K, ledeisky B, Fellner B, MA NA Stand Aprri zoos a ffenthche Part&anlagen urbane Platze/Raume bebaute Flacheri mki zu erhaltender bzw besser auszugestaltendergrunerlnnenhofe ~ Erweiterung/ Mehrfachnutzung bzw Verbesserung des Nutzungsangebates/ Durchweg ung/ „Wasser m der Stadt" 'igifi gewrdmete Parkerweiterungen zrD „Gruner Weg" (g/( straftenraum mit hoherAufenthaitsquahtat Rod wege /V' Hau ptnetz Bestand vorrang rg zu schiregende tucken bestehende Parallelrauten Planungsgebret6 u Z Bezrrk E68 IV. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWIGKLUNG GRÜNUND FREIRAUM STEP OS keseineattraktiveDurchwegung angeboten, alsauchdieWegevernetzung nach augen verbessert. Dieses System bestehender und potenzieller Angebote zur Grunund Freiflächennutzung wird in entscheidendem Mage von dem privaten Grünund Freiflächenangebot der innenhöfe ergänzt. Diese sind im Cs. und z Bezirk noch in einem hohen Mage vorhanden und qualitativ mit historischen Ensembles bzw. historischen Elementen ausgestattet. Die Verantwortung für die Erhaltung und Verbesserung der versorgung mit offentlichen und privaten Grünund Frei flächen muss von allen verantwortlichen Akteuren gleicherma(len wahrgenommen werden. Handlungsfelder ~ . Rücksichtnahme auf typische Ausprägungen der Stadtlandscha ft r» Inszenierung der Morphologie der Stadt z. B Strudelhofstiege, Belvedere, Mölkerbastei; Erhaltung der entsprechenden Merkmale: Stiegen, Abbrüche, Nachvollziehbarkeit der Stadtlandschaft (bestehende Stra(ienzuge über ehemaligen Bachlaufen) r Erhaltung des charakteristischen Stadthildes: Plätze, Straäenensembles, Vorund Rucksprünge der Hausfronten c» Erhaltung der gartenhistorisch originaltypischen Elemente anhand von Parkpflegewerken, behutsame Ergänzungen und Funktionsanpassungen mit den Mitteln zeitgenössischer Gartengestaltung IN Förderung von zeitgenössischer Gartengestaltung, Entwicklung von identitäten durch künstlerische interventionen, Auswahl spezifischer Pflanzen t kleinräumig agrarisch genutzte Flächen in ihrer Besonderheit wahren, keinesfalls flächenmääig verringern, Anknüpfungspunkte fur „lineare Erholungsnutzung" lN Mehr Raum fur Madchen Beispiele geschlechtsspezifische Parkgestaltung Der Einsiedierplatz und der St. -johann-Park wurden geschiechtssensibel gestaltet. Ein partizipativer Prozess durch Befragungen(Parkbetreuung, Cebietsbetreuung, aktive Mutter, die Bezirksvertretung, der Jugendkontaktbeamte der Polizei sowie Lehrerinnen der nahe gelegenen Schule) und die gemeinsame Diskussion moglicher Losungsansatze smd Merkmale dieser innovativen Methode. rP Donaukanal-OdeongasseParkplanung mit Mädchenbeteiligung Die Idee bei diesem Projekte war es, Madchen direkt an der Parkgestaltung zu beteiligen. Sie artikulierten ihre Wunsche und Bedurfnisse und konnten unter professioneller Anleitung ihre Anliegen zu Planungsvorschlagen verdichten. Diese waren: w ein Ruckzugsraum & ein Kommunikationsraum w ein Raum fur Spiel und Sport, der nicht von Burschen vereinnahmt wird w Beibehaltung der kleinteiligen Verzahnung zwischen bebauten Flächen und Grünräumen rN netZartige Verbindung der punktuellen Grünund Freiräume untereinander und zur umgebenden Landschaft (Grünverbindung) c» Möglichkeit für„Grunewege" für Freizeitaktivitäten, wiewandern, Laufen, Gehen und Radfahren, auf vom motorisierten Verkehr getrennten Trassen (Gesundheitsvorsorge, Mnl-Reduktion) r» Stärkung der positiven Klimafunktion stabile Grundstrukturen für die Freiräume entwickeln, die Veränderungen aufgrund von aktuellen Nutzungsansprüchen ermöglichen GN Sportanlagen als „grüne Zimmer" ausbilden durch vertikale Begrünung der Ball fanggitter, Alleen c Anteil an privaten oder im Hausverband nutzbaren Grünund Freiräumen vergrbäern Hofzusammenlegung (Partizipation bei der Umgestaltung), Dachgärten, Loggien und Balkone, auch nachträgliche Realisierung w Verbesserung der Erreichbarkeit und des Aufenthaltskomforts der Grünund Freiräume t zur Flächenvergröäerung Einbeziehung der an Parkanlage angrenzenden Straäen, Sperre oder zumindest Reduktion der dem MIV zur Verfügung stehenden Flachen; Schaffung von Bewegungsraum ren etc. ) (Skaten, Laufen, Radfahk Mehr Raum furMadcnen rR Öffentliche Beleuchtung mit Cenderperspektiven Frauen werden — neben Kindern, Jugendlichen und 'alteren Menschen — haufiger als Manner Opfer von Kriminaldelikten. Nach dem Prinzip „Sehen und gesehen werden" bemüht sich die MA 33, den persönlichen Schutz und das Sicherheitsgefuhl durch die Verminderung von Angstraumen zu erhöhen und Chancengleichheit in der Mobilitat zu erreichen. 169 STER OS D iy. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTINICKLUNG OILÜNUND FREIRAUM D» Verbesserung der barnerefreien Zuganglichkeit, Möglichkeit für qualitatsvolle und gefahrenreduzierte „Entrees" DWegverbindungen durch Baublöcke und Kleingartenanlagen offen halten bzw. widmungsmägig vorsehen und kurzfristig realisieren, um Zufu(sgehen und Radfahren konkurrenzfähiger gegenuber dem MIV zu gestalten EN mehr Zugangsmoglichkeiten zu gro(5en ummauerten Gartenanlagen, Attraktivierung der Zugänge durch begleitende Alleen, breitere Gehsteige; Verbesserung der Querungsmoglichkeiten und Abbau von Barneren D punktuelle Verbesserung der Beleuchtung zur Verlangerung der Nutzungsdauer und zum Abbau von Angstraumen EN Ma(tnahmen zur Reduktion der Verkehrsimmissionen in Freiräumen an stark frequentierten Stra (ten D. Berucksichtigung unterschiedlicher Nutzungsmuster (Geschlecht, Alter etc. ) und Angebotserweiterungen zeitpädagog ischen Kriterien nach freiD» qualitativ hochwertige Gestaltung von Freiraumen, besonders in Gebieten mit einkommensschwacher Bevolkerungsstruktur als Signal der Wertschätzung, was nachweislich zu weniger„Vandalismus" führt ER Reduktionder„selbstverstandlichen" Inanspruchnahmeder Grünflächen durch Baulichkeiten (Gasreglerstationen, Limspannwerke, Tiefgaragen, Gartenstützpunkte), stattdessen widmungsmä(alge Vorkehrung und Realisierung dieser Einnchtungen im bebauten Gebiet r& in Abhängigkeit von der Parkgrö(te Bereitstellung von infrastruktur frrinkwasser, Sanitäreinheiten, Radstander) und gastronomischen Einrichtungen EN Aufstellung von Müllsammelbehältern keinesfalls zulasten von Grünund Freiflächen D unter dem Titel der Mehrfachnutzung externe Nutzungsansprüche von Schulen, Kindertagesheimen und Horten zulassen, diese Qualitätsverbesserung baugebieten Platz greifen soll im Rege)fall nur in Altr& „Spielzonen" vor Schulen, Kindertagesheimen, religiosen Einrichtungen, Bädern, Sportanlagen vorsehen DA räumliche Rahmenbedingungen zur Ausübung von Trendsportarten schaffen D. vermeidung der Kommerzialisierung des öffentlichen Freiraumes, Vermeidung von Bodenverdichtungen, Kompensationen fur die inanspruchnahme der Flächen fordern lR Gewahrleistung einer ganzjahrigen Nutzung (strandbäder, Sportanlagen) D» gewahrleisten einer informellen Nutzung; in nutzungsoffenen Stadtraumen soll sportliche Betätigung am „Wegrand" ermöglicht werden (z. B. Skaten), Raum fur „Stadtwandern" als Synonym fur langsame „Sportarten", Synergieeffekte mit Tourismus E Anlage von Spielflächen mit hohem Spielwert, Wasserspielplätze, Gewahrleistung von Sonnenschutz w Vorkehrung fur gemeinsam nutzbare Kabanen in grö (keren Flussbädern D Friedhofe als nutzbare Grunräume der Stadt gestalten, unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der alteren Bevölkerung (Orientierung, Lesbarkeit, Barrierefreiheit, Zugänglichkeit sowie die Schaffung von Sanitargruppen, Sitzgelegenheiten, Schattenbereichen usw. ) l& Versiegelungsgrad im Wurzelraum der Alleen reduzieren, Ausbau unterirdischer Bewässerungsanlagen mit Grundwasserspeisung, Aufenthaltsqualität durch Sitzgelegenheiten verbessern, Nebenfahrbahnen vom ruhenden Verkehr befreien iD. Baumreihen und Alleen entsprechend der widmungsgemäj(en Festlegungen realisieren, Erstellung eines Ausbaukonzepts EN Alleeneu pflanzungen bzw. Bepflanzungskonzepte zur Aufwertung vorhandener, unattraktiver Straftenräume(z. B. Linke und Rechte Wienzeile, Obere Donaustraj(e, Taborstrage, ÄU(Sere Mariahilfer Straj(e, Prager Strajte, innere Brunner Stra(Se, Floridsdorfer Hau ptstra (te, Leopoldauer Stra ((e, Donaufelder Stra(Se, Gurtel u va. ) w den Gewässern Raum geben Wasser als Gestaltungselement und Lebensraum in die Grunund Freiraume einbnngen D. bei Grünraumen uberverrohrten Wienerwaldbächen zumindest Zitate zum Gewasser herstellen D» Ressourcen schonende Bewässerung (Nutzbrunnen) D befestigte Flachen durch Ausführung von versickerungsfähigen Wegebelägen, unter Berucksichtigung von Trendsportarten, ersetzen EF Niederschlagswässer der befestigten Wegeflächen zur Versickerung in den angrenzenden Grunflachen bnngen i Berücksichtigung D Biotopvernetzung: der Ziele des „Netzwerks Natur" Lebensraumerweiterung, Vergrö(terung der Artenviel falt und Artenzahl, Vervollständigung der Nahrungskette Verwilderungsareale zulassen als Lebensraum für initialvegetation und anregender Spielort D. mittelfristige Bilanzierung der Grünentwicklung i& Fortführung der Zeitreihe in der Grünraumerhebung Biotopmonitoring Wien D. Aufzeigen der Zustandsentwicklung der Stadtbäume (Kronenzustandsentwicklung) auf öffentlichen und privaten Flächen im gesamten Stadtgebiet D» periodische Bilanzierung von Grüngewinn und Grünverlust im dicht verbauten Stadtgebiet und an den Stadtrandern Cl 170 Iv. HANDLUNGERELDER DER STADTENTWICKLUNG RÄUNLIGHE UND zEITLIcHE PRIORITÄTEN DER STADTENTIUIGKLUNG WIENE STER OS 6. Räumliche und zeitliche Prioritäten der Stadtentwicl&lung Wiens Grundsätze und Ziele uungsstruk D tu IE rs BAULlcHE ENTwicKLUNG WIENE soll sich in den nächsten Jahren an den Prinzipien der nachhaltigen Stadtentwicklungorientieren. Dabei gehtesdarum, diegegebeneBebaweiterzuentwickeln, dass dabei iD. ein möglichst geringer Verbrauch an Flachen c» eine gute Zuordnung zu schon bebauten Gebieten und zu den Linien des offentlichen Verkehrs sowie CH eine ausgewogene Ausstattung mit Infrastruktur, Versorgungseinrichtungen und Arbeitsplatzen entsteht, die es den Bewohnerlnnen erlaubt, ihre täglichen Wege mit geringem Aufwand und möglichst auch ohne Pkw bewältigen zu können. Durch eine derartig ausgerichtete Stadtstruktur wird gewährleistet, dass iN geringer Ressourcenverbrauch (Boden, Energie) iN hohe versorgungsqualität (öffentliche iN zukunftssicherheit (LJmweltqualität, struktur) und private Dienste) Energiepreise, Altersfür die Einwohnerlnnen und die in der Stadt openerenden Betriebe gegeben ist. In baulicher Hinsicht bedeutet nachhaltige Stadtentwicklung, das Prinzip der kompakten Stadtentwicklung anzustreben. Die Philosophie des STEP oS geht von der Erfahrung aus, dass ausgepragt unterschiedliche Typen der baulichen Nachfrageexistieren (und darüber hinaus Restnktionen gegenuber Entwicklungsmajlnahmen), die den gleichzeitigen Einsatz von verschiedenen Entwicklungsansätzen erfordern. Es wird in den nächsten Jahren erforderlich sein, parallel lN dieinnerestadterneuerung fortzuführen(unddabeiauchneue Akzente zu setzen und kleinere Baulucken zu schliejSen), iN Projekte der „inneren Stadterweiterung" durch die Nutzung von bisher brachliegenden, hervorragend gelegenen Standorten innerhalb des bereits bebauten Gebietes zu betreiben (z. B. projekt Bahnhof WienEuropa Mitte), iN Projekteder„äußeren Stadterweiterung" dorteinzusetzen, wo sie in Hinblick auf das Ziel, eine ausgewogene Stadtstruktur zu erreichen, sinnvoll und aufgrund der Standortbedingungen günstig und realisierbar sind (z B. Flug feld Aspern). t Bei allen Stadterweiterungsvorhaben gilt das Prinzip der Nutzung der„Brownfields" vor„Greenfields". D h. , dass Flächen, die bereits einer baulichen Nutzung unterzogen waren, jedoch aufgegebenwordenwaren, odereiner Nutzungsanderung unterzogen werden sollen, vorrangig vor jenen Flächen erschlossen werden sollen, die derzeit unversiegelt sind und landwirtschaftlich genutzt werden oder eine Grünlandwidmung aufweisen. STEP OS IH Iv. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWICKLUNG RÄUMLICHE UND ZEITLICHE PRIORITÄTEN DER STADTENTWICKLUNG WIENE Das Beispiel FlugfeldAspernweistdaraufhin, dassderzeiteine gesamtstadtisch unausgewogene Struktur nördlich der Donau besteht, wo seit Jahrzehnten eine intensive Wohnbauentwicklung stattfindet, demgegenüber aber eine nur vergleichsweise gennge Ausstattung mit Arbeitsstätten und zentralen Einrichtungen gegeben ist. Im Sinne des Prinzips der ausgewogenen Stadtstruktur soll hier ei ne Verbesserung der Situation angestrebt werden. Während die Entwicklung und Pflege der traditionellen Bausubstanz und des gründerzeitlichen Erbes der Stadt kleinteilige Majinahmenbenötigen, erfordertdiegrofsraumigei/eränderung der Stadtstruktur signifikante Investitionen in lnfrastrukturprojekte desVerkehrs(ÖV und MIV). Bisher in erheblichem Ma(Se auf den lndividualverkehr angewiesene Stadtteile werden so mit ÖV-Angeboten an die ubngen Stadtteile angeschlossen und werden damit selbst zu attraktiven Standorten für eine ausgewogene, durchmischte Entwicklung Die durch Infrastrukturprojekte entstehenden, attraktiven neuen Stand ortberei ehe dienen vorwiegend dazu, die sie umgebenden, bisher in geringerer Dichte und Qualität erschlossenen Stadtteileandenallgemeinenstandard(hochrangigeOV-Anbindung, Anschluss an das nationale/internationale Strajiennetz, Zentrenstruktur) heranzufuhren Eine gewisse Anzahl von gröiieren und kleineren Wohnbauund Wirtschaftsstandorten sollen in den nachsten Jahren entwickelt und bebaut werden. Mit den dort umzusetzen den Schwerpunktproiekten werden grofse Teile der Entwicklungsvolumen, die aus den Bedarfen des Wohnens und der Wi rtschaft entstehen, abgedeckt werden. Sie sind weit gehend in den für die dichte Bebauung vorgesehenen Zonen der Stadt gelegen und tragen durch ihre Lokalisierung und Dichte dazu bei, dass neue, attraktive Stadtteile mit einer hohen Anzahl von Einwohnerlnnen und Arbeitsplätzen in optimaler Ausrichtung auf den offentlichen Verkehr entstehen Mit dieser l/erbesserung der Stadtstruktur wird ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung geleistet. Bereiche künftig stark verbesserter Anbindung an ÖV und IV Innerhalb des Stadtgebietes werden in den nächsten Jahren durch den geplanten infrastrukturausbau Bereiche verbesserter Erreichbarkeit (gute Anbindung durch ÖV und IV) und dadurch deutlich höherer Standortgunst entstehen. In Teilen dieser aufgewerteten Bereiche — den vorrangig zu entwickelnden Stadtteilen (siehe unten) — wird dies auch aktiv seitens der Stadt unterstützt, in anderen sind hingegen restriktive Maiinahmen zur Begrenzung der 5iedlungsentwicklung erforderlich (Schutz durch rechtlich abgesicherte Freihaltezonen, Grüngürtel). Besonders starke Verbesserungen der Verkehrserschlieitung werden in solchen Gebieten erzielt werden, die bisher bezuglich einer hochrangigenAnbindung stark benachteiligt waren, (z. B. in Teilen des 22. Bezirkes) (siehe nach folgende Abbildungen). Gebiete mit hohem Entwicklungsinteresse der Stadt Wien sind Phase I (bis zoto): E Kagran/Brachmuhle — Ui/Umfahrung Sujienbrunn IN Donaustadt/Messe — Uz DDonaustadthrücke/Mühlgrund — Uz c stadlau-Aspernstra (se — Uz/Az3 (verlängerung Hausfeld) IN Eurogate(Teil i: Rennweg-Schlachthausgasse) — SZ Phase II (ab zon, bis etwa zozo): p. Eurogate Peil z) Uz süd/Anbindung AZ3 E Bhf. Wien — Europa Mitte/Arsenal — Uz Süd/Az3 E Flug feld Aspern/General Motors — Uz/Si, B3d/AZ3 E Rothneusiedl — Ui/Si Optional: IH Rendezvousberg — U6/AS Bereiche verbesserter Anbindung c» Süjienbrunn — 51/Sz nur im MIV Ebenfalls mit hoher prioritat versehen sind die bereits jetzt gut erschlossenen und teilweise bereits in Entwicklung stehenden Bereiche: D. Westbahnhof IN Nordbahnhof IH Gasometervorfeld — Mehrwert Simmering St. Marx Einen Sonderfall stelltdas projekt BahnhofWien-Europa Mitte dar, das einen international attraktiven neuen Bahnhof für Wien schafft, mit direkter West-Ost-Durchfahrtsmoglichkeit, die zusammen mit dem Lainzer Tunnel eine erhebliche Zeitersparnis auf der West-Ost-Route bewirkt. Gleichzeitig entsteht auf den frei werdenden Bahnflachen ein eigener Stadtteil mit zentralen Einrichtungen, Büros, Wohnungen und Parks Teile dieses neuen Stadtteils werden durch die Uz Süd direkt erschlossen werden. Nach Realisierung der auiien liegenden Trassenvariante der Si(uberdieGemeindegebietevonGro(S-Enzersdorf Raasdorfund Aderklaa) gema(S der am 3. 3. 2005 zwischen dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, dem Landeshauptmann von Wien und den zustandigen Direktoren der Asfinag und der ÖBB getroffenen „Absichtserklarung uber die Durchführung spezieller in frastrukturmajinahmen im Raum Wien" wird es im Zusammenwirken mit den Nachbargemeinden und dem Land NÖ notwendig sein, abgestimmte Majinahmen zum Schutz der hier noch offenen March feldlandschaft und zur Vermeidung von Siedlungsentwicklung im Grenzbereich Wien-NÖ zu setzen. Neben der Schutzfunktion für die Landschaft geht es hier auch darum, Entwicklung spotenzial auf die durch hochrangige ÖV-Angebote erschlossenen Si edlungszonen in Wien zu fokussieren und nicht in periphere Lagen am Stadtrand zu verlagern. 172 IV HANDLUNGEFELDEE DER STADTENTWICKLUNG RÄUMLICHE UND ZEITLICHE PRIORITÄTEN DER STADTENTWICKLUNG WIENE STEr OS STANDORTAUFWERTUNG DURCH VERKEHRSINFRASTRUKTUR — P~ASE l (Bis 2010) / I M (Jun ÄE IÄJ I JI IÄJJÄE TÄJÄ I / t O ~ r ~z l Abb 38. Standortaufwertung durch lß Verkehrsin frastruktur -Phase I (bis Zolo) Quelle Stadt Wien, MA Entwurf O)R Stand Marz2005 Stand orte u fwertung bis zozo durch Straßenausbau oder-neubau Neubau U-Bahn Neubau Straßenbahn z 'E * t: Aloftnohmen bis zoto Straßenausbau oder-neubau LAsfinag-Netz/Hauptstraßen 8) Neu bau U-8a hn Neubau Straßenbahn IV-Bestand' ÖV-Bestond' ~ ~ Asfinag-Netz ~ Hatlptstruße B s-Bahn U-Bahn Anschiusssteilen n Knntett O r Öh putettztuillucttert unterschteaitcher Nutzung STANDORTAUFWERTUNG DURCH VERKEHRSINFRASTRUKTUR PHASE 2 (AB 2011) / Jsatut Ntwu Itl alunt N)ow E IB . 't t lgks u , r E / A '", LTHF I/I, ' /Ä 'i r . . j'=" ' vi@ . . r' Jt; " Legende gilt fur beide Karten Abb 39 Stondortoufwertung durch verkehrsinfrastruktur Phase z (ab ton) Quelle Stadt Wien, MAIS, Entwurf ÖIR, Stünd Marz2005 Standortau fwertung ab zon durch Straßenausbau oder-neubau Neubau U-Bahn Neubau U-Bahn optional Neubau Straßenbahn Mognohmen ob zon Straßenausbau oder-neubau (Asfinag-Netz/Hauptstraßen 8) )( Tanne)cm-/ausfahrt Neubau U-Bahn Neubau Straßenbahn Reahsierung abhangig von Gebtetsentwicklung BahnhofWien — Europo Mitte Maftnohmen bis zoto Straßenausbau oder-neubau (Asfinag-Netz/Hauptstraßen 8) Neubau U-Bahn Neubau Straßenbahn Z73 STER OS Z» Iv. HANDLUNGEEELDER DER sTADTENTWICKLUNG RAUMLICHE UND ZEITLICHE PRIORITATEN DER STADTENTWiCKLUNG WIENE Konflikt Standortgunst — Siedlungsdruck In einer Reihe von Bereichen, die in Zukunft wesentlich verbesserte Stand ortgunstinsbesondere im M IV-aufweisen werden, ist jedoch aufgrund der peripheren Lage und der schlechten ÖV-Erschlieitbarkeit sowie des Ziels, Grü nrä urne für verschiedene Nutzungen zu erhalten, keine Siedlungsentwicklung vorgesehen. Der allenfalls entstehende Entwicklungsdruck soll daher mit entsprechenden Zielvorgaben und Schutzinstrumenten in andere Standorte gelenkt werden Dies gilt in besonderer Weise fur die durch die geplante bzw teilweise bereits in Bau befindliche Si im Süden der Stadt. Auch für den weiteren verlauf der sz nordlich der Donau wird es notwendig sein, Teile der prinzipiell nun besser erschlossenen Flachen unter signifikante, rechtlich eindeutige Schutzkategorien zu stellen und damit Klarheit bezüglich der in diesen Zonen ausgeschlossenen baulichen Entwicklung herzustellen. Es ist daher erforderlich, bei der Ausweisung von Bauland die Grenzen der kompakten Stadtentwicklung zu beachten und die i bereits bestehenden Widmung srestriktionen länger fristig abzusichern (vgl. Leitbild Grunrdume der Stadtregian, Kapitel IV S i, Und Leitbild der baulichen Entwicklung). Q 6. T Potenziafflächen und vorrangig zu entwickelnde Stadtteile AUF Basis oER oeEN dargestellten Grundlagen(lnfrastrukturplanungen) und Zielsetzungen (kompakte Stadt, Nachhaltige Stadtentwicklung) können im Folgenden die raumlichen und zeitlichen Prioritaten der baulichen Entwicklung Wiens in den nachsten Jahren formuliert werden. Die hier dargestellten Überlegungen gehen davon aus, dass mit der Nutzung der vorhandenen stadtischen Potenzialflächen und der vorrangig zu entwickelndenStadtteiledieinAbschnittlVSdargestellteZielgro(Se von rund G. ooo Wohnungen pro Jahr erreicht werden kann und auch dem Flachenbedarf für Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen entsprochen werden kann. Die Potenzialflächen stellen bereits jetzt als Bauland gewidmete unbebaute Flächen dar, die mit unterschiedlicher infrastruktureller Ausstattung, Verfugbarkeit und Umfeldentwicklung zum Teil sehr verschiedeneVerwertungsperspektiven aufweisen. Die Analyse und Bewertung der Potenzial flachen erfolgte mit einer eigens erstellten Datenbank, die Informationen der Infrastrukturkommission (ISK) und der Kommission zur Optimierung des Grundstücksmanagements (KOG) mit den Angaben des Masterplans zooS zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verknu pft. Bereiche mit besonders groiten und fur die Entwicklung aus gesamtstadti scher Sicht bedeutenden Potenzial flächen wurden in den beiden folgenden Karten (w Abb. 4o und 47) zu den vorrangigen Bereichen der Stadtentwicklung zusammengefasst. Zonenbesondersintensiverbaulicher in oranger Farbe hervorgehoben Entwicklung werden dabei und dabei die Phasen des in frastrukturausbaues als majSgeblicher Parameter für die zeitliche Staffelung verwendet. Mit dieser Darstellung wird klar ersichtlich, dass nur die Bereiche, die den oben ausgefuhrten Anforderungen hinsichtlich der Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Ausstattung mit sonstiger Infrastruktur und der Beachtung von wesentlichen Frei haltezonen (Grü ngürtel) entsprechen, in frage kommen. Es sind dies in Phase T (bis zoto): EN der von der Uz im z. Bezirk erschlossene Bereich, einschlie(Slieh der bereits mit der Uz hervorragend angebundenen Zonen; dazu geboren u. a. Nordbahnhof, Nordwestbahnhof, Praterstern, Messe, Donaustadthrücke z derbereitsjetztmitderUSguterschlossene, abernochgroJLe Potenziale aufweisende Bereich Erdberger Mais, einschlie(5lieh der Zonen Baumgasse/Schlachthof, Postgarage/Erdberger Lande, sudliches Gasometervorfeld („ Mehrwert Simmering") und Simmering z die von der Uz im 22. Bezirk neu angebundenen Bereiche im Ausbauabschnitt zwischen den Stationen Seestern und Aspernstra)te, d. h. vor allem das stadtische Teilgebiet StadlauMühlgrund Ddie von der Verlängerung der Uz im Norden gut angebundenen Bereiche zwischen Zentrum Kagran und Gro(SfeldsiedlungB rac hm ü h l e In Phase z (ab zoo) verlagert sich die Hauptaktivität der städtischen Entwicklung sukzessive in folgende Bereiche: EN Der Bereich Hausfeld-Flugfeld Aspern, der mit der Verlangerung der Uz und der Anbindung an Si/BSd die Chance zur Schaffung eines neuen, funktionell voll ausgestatteten Stadtteils nördlich der Donau bietet. Für die in der au (ten liegenden Variante zu realisierende Sz ist die fristgerechte Fertigstellung der BSd/AZS als Entwicklungsvoraussetzung essenziell. Flankierend ist es auch erforderlich, eine strikte Begrenzung der Sied lungsentwicklung im Einzugsbere ich der Si am Stadtrand (gemeinsam mit NÖ) vorzusehen, um die Verlagerung von Entwicklungspotenzial dorthin zu vermeiden. IN Der Bau des Bahnhofs WienEuropa Mitte und die Entwicklung eines neuen Stadtteils auf dem Gelände des alten Sud-/ Ost-Bahnhofes, die Verlängerung der Uz im Sudabschnitt und die dadurch verbessert angebundenen Bereiche zwischen Aspanggrunden und dem geplanten Bahnhof Wien — Europa Mitte/Arsenal mit dem Projektgebiet Eurogate werden gemeinsam zur Entstehung eines neuen Schwerpunktes im Stadtgefüge beitragen. 174 IV. HANDLUNGEEELDER DER STADTENTwIGKLUNG RAUMLIGHE UND zEITLIcHE PRIDRITKTEN DER STADTENTwicKLUNG WIENE 4 STEP Os k wien setzt bei der stndtentwicklung Guf den uffentlithen verkehr Überdiegenannten Bereichehinaus sind alsweiterewesentliche Optionen der Stadtentwicklung die Verlängerung der UI nach Suden bis zur Si, mit der Schaffung eines Entwicklungsschwerpunktes im Bereich Rothneusiedl zu nennen, wobei hier anzumerken ist, dass die innerstädtisch gelegenen Bereiche vorrangig ausgebaut werden sollten und daher erst bei daruber hinaus reichendem Bedarf dieser neue Schwerpunkt gesetztwerden soll. Der zwischen den Zentren Floridsdorf und Kagran gelegene Bereich des Donau felds, der im Zuge des Ausbaues mit hochwertigen Straäenbahnverbindungen in tangentialer Richtung besser erschlossen wird, kann bei einer entsprechenden Verfügbarkeit, Entwicklungsplanung und gro fker Nach frage nach Wohnraum ebenfalls zu einem Entwicklungsschwerpunkt ausgebaut werden. Der als Option ebenfalls mögliche Bereich Rendezvousberg, der einen Ausbau der U6 bis Stammersdorf voraussetzen würde, kann hingegen aus Sicht der gesamtstädti sehen Prioritätensetzung derzeit nicht als vorrangig eingestuft werden. Die gesamte Entwicklungsachse vom Zentrum Floridsdorfbis in die angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden, v. a. im Bereich des Knotens AS Si, ware aufgrund des hier zu erwartenden Druckes in einem gemeinsam erstellten regionalen Entwicklung skonzept zwischen Wien und den Nachbargemeinden in Hinblick auf die Siedlungsentwicklung zu ordnen. Für den gesamten Bereich ist auch ein zwischen Wien und NO abgestimmtes Einzelhandelskonzept zu erstellen und umzusetzen. Die Typisierung der Potenzial flachen nach Nutzungsarten wird im folgenden Kn pitel IVZ Paten zinl flächen fü r grö ßerestndtentwicklungsprojekte, ausführlich dargestellt. Q T75 STEP QS D IV. HANDLUNGBPELDER DER STADTENTWIGKLUNG RÄUMLIcHE UND zEITLIcHE PRIoRITÄTEN DER STADTENTWIGKLUNG WIENB FÜR DIE STADTENTWICKLUNG VORRANGIGE GEBIETE — PHASE 1 (BIS 2010) gguant Abb 40 Für die Stad tentwicklung vonangige Gebiete — Phase I (bis zola) Quelle StadtWten, MAI8, Entwurf OIR, Stand Aiorz 2005 Vorrangige Gebiete el Bts polo pnontarzu entwlckelndestadttelie Moßnohmen bis zozo Straßenausbau oder -neubau (Asflnag-Netz/Hauptstraßen B) Neubau U-Bahn Neubau Straßenbahn 'A &C . 'V, '7 y, f lih FÜR DIE STADTENTWICKLUNG VORRANGIGE GEBIETE — PHASE 2 (AB 2011) ae a s(C, . aüe. e . tr, J' Ji/ zt il " Legende gut fur beide Karten 126 :aale+ oo II/-Bestand Asfihaa-Netz ~ ~ Hauptstraße B Ahschlusssteueh a Kftalell ötABestand' D cz s-Bahn U-Bahn O 1 Patehzlalflacheh traterschreal eher Nutzuaa Aa lnae Nt twa l as lau Nntvt Abb 4I Fürdiestodtentwicklung vorrongige Gebiete — Phase z (ab ton) Quelle StadtWien, MAIS, Entwurf OIR, Stand Marz200S Vorrongige Gebiete Ab zon pnOntar zu entwlCklendeStadttelle ' ~, P e ~ Optlanal Zu entWICkelnde Stadtteile Maßnahmen ab ton Straßenausbau oder-neubau (Asflnag-Netz/Hauptstraßen B) )( Tunnelem-/ausfahrt Neubau U-Bahn Neubau Straßenbahn Reahslerung abhanglg von Gebletsentwlcklung BahnhofWlen Europa Mitte Moßnohmen bis zolo Straßenausbau oder -neubau (rIsflnag-Netz/Hauptstraßen B) Neubau U-Bahn on Neubau Straßenbahn iV. HANDLUNCSPELDER DER STADTENTWICKLUNC RÄUMLICHE UND ZEITLICHE PRIORITÄTEN DER STADTENTWICKLUNC WIENS STEP OS 6. a Leitbild der baulichen Entwicklung Wiens DIE ÄUSSERE BEGRENzUNG DER kunftigen Siedlungsentwicklung Wiens erfolgt IN einerseits durch die inAbschnitt IV s. z dargestellten undbegründeten Schutzund Freihaltekategorien (Grüngürtel Wien, Nationalpark etc. ) und c andererseits durch die Zielsetzung einer kompakten Stadtentwicklung mit entsprechender Ausrichtung auf ÖV-Linien sowie IN durch die Anforderung, den Ausbau der technischen und sozialen Infrastruktur moglichst kostensparend durchzufuhren und bestehende Kapazitäten optimal zu nutzen. Aus diesen Zielen und Anforderungen resultiert das Bestreben, die bauliche Entwicklung nach außen zu begrenzen und innerhalb des Siedlungsgebietes in der Form von Verdichtungen und Achsenbildungen um die hochrangigen ÖVErschließungen so zu gliedern, dass einer möglichst großen Zahl von Bewohnerlnnen und Arbeitnehmerinnen die Chance zur Nutzung des Wiener ÖV-Angebotes gegeben wird. Die Begrenzung der baulichen Entwicklung Wiens wird in Abschnitt IV. S. Z definiert und in der Karte „Grünraume der Stadtregion" kartografisch dargestellt. Die Darstellung zeigt die Abgrenzung der bebaubaren Gebiete gegenü her den übergeordneten Grünrä urnen und regional bedeutenden Landschaftsraumen sowie gegenüber den Grunund Freiräumen im bebauten Stadtgebiet Die Karte baut auf den relevanten Grundlagen auf(regionales Grünsystem Wien-Brati s lava, übe rreg i onale Grü nraumvernetzung) und zeigt an, wo bei kü n ftigen Siedlungserweiterungen keinesfalls gebaut werden sollte. Hier soll keine weitere Siedlungstätigkeitdurch Widmungen ermöglichtwerden-betrifft Kleingarten (Ekl), Kleingarten für ganzjähriges Wohnen (Eklw), Gartensiedlungsgebiet(GS), Wohngebiet(W), Gemischtesüaugebiet(GB), lndustriegebiet(IG), Sondergebiet (SO). Diese Begrenzung der künftigen baulichen Entwicklung Wiens wird in der Karte Leitbild der baulichen Entwicklung (siehe unten) als Grundlage ubernommen. Die Karte Leitbild der baulichen Entwicklung enthält die Darstellung des in Wien angestrebten Dichtemodells für die bauliche Entwicklung. Abgestimmt auf die vorgesehene Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und unter Berucksichtigung und Weiterentwicklung der im STEP B4 getroffenen Festlegungen wird im Leitbild der baulichen Entwicklung eine Umfassung des dicht bebauten Stadtgebietes dargestellt, in dem eine Behauung mit einer Dichte von mindestens NGFZ z, o' vorgesehen ist, im Wesentlichen eine geschlossene Bauweise von zumindest B bis 4 Geschoßen. In zentralen, mit ÖV hochrangig erschlossenen Bereichen des dicht bebauten Gebietes sollen daruber hinaus Bebauungsdichten von NGFZ B, o angestrebt werden Innerhalb des dicht zu bebauenden Gebiets sind punktuell auch wesentlich höhere Bebauungsdichten moglich und sinnvoll, Unterschreitungen der Mindestdichte werden jedoch als nicht zielkonform betrachtet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass bestehende Widmungen mit geringerer Dichte sofort abzuandern sind, sondern dass dies ein längerfristiges Entwicklungsziel der Stadt darstellt, das in kontinuierlicher Abstimmung mit der kleinraumigen Entwicklung im Umfeld umgesetzt werden soll. Nettobauland Bsp . 4oo m' GeschoKfläche Bsp:ioo m'x 4 Die Nettogeschoßflächenzohl NGFZ gibt das irerhaltnis der Geschoß flache GF zum Nettobnulond N BL an NGFZ =GF/NBL hier NGFZ=uoo/uoo =i Die Nettogeschogflächenzahl (NGFZ) in einem Gebiet kennzeichnet die erzielbare Geschogfläche. Genauer beschreibt sie das Verhaltnis zwischen der erzielbaren Geschogfläche und den für Bauzwecke gewidmeten Grundstücksflächen (Nettobauland); NGFZ i, o bedeutet daher ein Verhaltms von m, NGFZ z, o bedeutet, dass die Geschogfläche doppelt so grog ist wie die Flache des Nettobaulandes. STER OS ZR IV. HANDLUNGERELDER DER STADTENTWIGKLUNG RÄUMLIcHE UND zEITLIcHE PRIoRITÄTEN DER STADTENTWIGKLUNG WIENE ZN Wiener Stadtentwicklungs-, Stadtplauungsuud Baugesetzbuch, Bauorduung für WienBO für Wien, Stand vom zk. Februar 2003 Schutzzoneu $ h (k) In den Flachenwidmungsund Bebauungsplänen können die wegen ihres örtlichen Stadtbildes in ihrem außeren Erscheinungsbild erhaltungswürdkgen Gebiete als kn sich geschlossenes Canzes (Schutzzonen) ausgewiesen werden. (ka) Bei der Festsetzung von Schutzzonen sind die pragende Bauund Raurnstruktur und Cke Bausubstanz sowie auch andere besondere gestaltende und pragende Elemente, wie die naturiichen Cegebenheiten oder Cärten und Cartenanlagen, zu berucksichtigen. (3) Fur Schurzzonen konneu im Bebauungsplan über die Festsetzung gemaß f s Abs. G hinaus die erforderlichen Bestimmungen uber die Anordnung einzelner Baukorper (Brunnen, Säulen, Bildstocke, Schuppen und dergleichen), die Anordnung und Ausgestaltung von Hofen und dke Ausgestaltung und Ausstattung der öffentlichen Bereiche (verkehrsflächen, Beleuchtungskörper und dergleichen) festgesetzt werden, Als zweite Kategorie werden im Leitbild der baulichen Entwicklung Siedlungsachsen/Siedlungsschwerpunkte dargestellt Diese Gebiete liegen generell im Anschluss an das dicht bebaute Stadtgebiet und/oder weisen eine Erschlie(fung mithochrangigenöffentlichenVerkehrsmittelnsowiedie sonstigen Voraussetzungen fur eine dichte Bebauung auf Es ist daher moglich und sinnvoll, in diesen Gebieten Wohn-und Arbeitsbevölkerung zu konzentrieren In Hinblicl& auf das Modell der kompakten, ÖV onentierten Stadt wird deshalb in den Siedlungsachsen/Siedlungsschwerpunkten eine Nettogescho(3flächendichte von mindestens I, o vorgesehen, wobei in den zentralen, ÖV-nahen Bereichen durchaus hohere Dichten bis etwa NGFZ z, o realisiert werden sollen. In diesen beiden Dichtezonen des Stadtgebietes können auch Hochhausbereicheausgewiesenwerden, wenndieimHochhauskonzept definiertenstandörtlichen Eignungsvoraussetzungen gegeben sind. Fur diese Bereiche sollen stadtebauliche Leitbilder für die nähere Gestaltung und Definition von möglichen Hochhausnutzungen erstellt werden (siehe Abschnitt IV 8, unten). Als dritte Kategorie wird das übrige bebaubare Stadtgebiet dargestellt, in dem aufgrund der Lage und der bestehenden Bebauungsstrukturen niedrigere Dichten sinnvoll sind. Dieses Gebiet liegt au(kerhalb der für eine dichte Bebauung vorgesehenen Zonen und weist neben einzelnen Bebauungskernen überwiegend aufgelockerte Bebauung und in den Ubergängen zu den Landschaftsräumen auchsehrhoheGrunanteile mit Einfamilienhausern, Gartensiedlungen und Kleingartenanlagen auf. Während im Verband bestehender Verdichtungskerne (z B. alte Dorfkerne), bei entsprechenden Lageund infrastrukturvoraussetzungen dieAusweisung einzelner Flächen mit höherer Dichte(bis etwa NGFZ i o) sinnvollist, sollte in den charakteristischen Gartensiedlungen und Kleingartenanlagen die bauliche Verdichtung vermieden werden (und NGFZ o, S nicht uberschreiten). Im Leitbild der baulichen Entwicklung werden auch besonders bedeutende Flachen des Stadtgebietes dargestellt, in denen bereits näher definierte Entwicklungsinteressen seitens der Stadt bestehen und wo zum Teil bereits seit einigerZeitgezielte Entwicklungsma(Snahmen gesetztwerden Aufdiesen potenzialflächen soll schwerpunktmä ffig die kunftige bauliche Entwicklung Wiens stattfinden (kleinere Flachen wurden nicht dargestellt). Diese Potenzialflächen sind für Neubebauungen vorgesehen (für Wohnen, öffentliche Einrichtungen und wirtschaftliche Nutzungen mitentsprechenden Freiraumanteilen) und zum Teil bereitsjetzt als Bauland gewidmet. Die Baureife und dieVerfügbarkeitdieser Flächen weisen deutliche Unterschiede auf(was im anschlie(Senden Kapitel IVZ näher beschrieben wird); es wird jedoch angestrebt, die Entwicklung der Flächen im Einklang mit den oben ausgeführten zeitlichen und räumlichen Prioritäten durchzufuhren. Schutzbestimmungen für den Baubestand Wichs Die Karte „Schutzund Fördergebiete" stellt erganzend wesentliche, fur die weitere bauliche Entwicklung Wiens relevante Bestimmungen zusammen, wie sie aus dem STEP oS und aus bereits vorher festgelegten Programmen und Teilkonzepten resultieren. z Hochhaokkonzept Wien, 2002 iv. HANDLUNGEFELDER DER STAOTENTWICKLUNG RÄUMLIcHE UND zEITLIcHE PRIQRITÄTEN DER STADTENTWIGKLUNG WIENE STEP 05 Neben den bereits oben beschriebenen Grenzen (Grenze der baulichen Entwicklung, Grenze des dicht bebauten Gebietes) werden folgende Schutzinteressen bzw. Gebiete mit spezifischen Restriktionen dargestellt: c Denkmalschutz (dzt. ca. Z. Soo Objekte in Wien) c Schutzzone gemäß Bauordnung für Wien (dzt. ca. i4. ooo Objekte in Wien) D. UNEscoweltkulturerbe (schönbrunn, Innere stadt) Diese so dargestellten Bereiche unterliegen daher den jeweiligen Beschränkungen bei der baulichen Entwicklung (zB. Rucksichtnahme auf den historischen Baubestand in der Innenstadt in Hinblick auf Bauklassen, Bautypologie, Nutzungsmix, erhöhte Aufmerksamkeit und intensivere Auseinandersetzung bei Neubauten in historischen Bereichen). Q SCHUTzGEBiETE GRUNDLAGEN D. UNESCO — Übereinkommen zum Schutz das Kulturund Naturerbes der Welt Artikel t Im Sinne dieses Übereinkommens gelten als „Kulturerbe" Denkmäler: Werke der Archttektur, Croßplastik und Monumentalmalerei, Objekte oder Überreste archaologischer Art, Inschriften, Höhlen und Verbindungen solcher Erscheinungsformen, die aus geschichtlichen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Crunden von außergewohnlichem universellem Wert sind; Ensembles: Gruppen einzelner oder miteinander verbundener Gebäude, die wegen ihrer Architektur, ihrer Ceschlossenhett oder ihrer Stellung in der Landschaft aus geschichtlichen, kunstlerischen oder wissenschaftlichen Crunden von außergewdhnlichem universellem Wert sind; Statten: Werke von Menschenhand oder gemeinsame Werke von Natur und Mensch sowie Gebiete einschließlich archäologischer Statten, die aus geschichtlichen, asthetischen, ethnologischen oder anthropologischen Crunden von außergewöhnlichem universellem Wert sind. Me T Abb 42 Schutzgebiate Quelle MA is, AIA zi Stand Apni zooS — Grundlagen Artikel 4 Jeder Vertragsstaat erkennt an, dass es in erster Linie seine eigene Aufgabe ist, Erfassung, Schutz und Erhaltung m Bestand und Wertigkeit des In seinem Hoheitsgebiet befrndlichen, in den Artikeln t und z bezeichneten Kulturund Naturerbes sowie seine Weitergabe an künftige Generationen sicherzustellen, Er wird hierfür alles in seinen Kraften Stehende tun, unter vollem Einsatz seiner eigenen Hilfsmittel und gegebenenfalls unter Nutzung jeder ihm erreichbaren internationalen Unterstutzung und Zusammenarbeit, insbesondere auf finanziellem, kunstlerischem, wissenschaftlichem und technischem Cebiet. Schatzintarassen UNESCO-Waltkulturarba CI Kernzone Pu fferzone Scharzzonen gemag Baaordnang Wien T79 STER 05 IR IV. HANDLUNGSEELDER DER STADTENTWICKLUNG RÄUMLICHE UND ZEITLICHE PRIORITÄTEN DER STADTENTWICKLUNG WIENS 180 Kartegt Leitbild — bauliche Entwicklung O n 3 3 n 3 c $ II i-0 ~ e. jg hl C 00 HNI lh N ~ ~ hl 00 3h h0 iV. HANDLUNGFFELDER DER STADTENTWIGKLUNG POTENZIALFLÄCHEN FUR GRÖSSERE STADTENTWICKLUNGSPROIEKTE WIE NS STEP OS HEINZ JELIHEE HOF Potenzial flächen für grö$ere Stadtentwicl&lung sprojel&te Wiens DAs LEITBILD DER BAULlcHEN ENTwicKLUNG und die Darstellung der räumlichen und zeitlichen Prioritäten bei der Entwicklung von Teilgebieten der Stadt geben ein grobes Bild derräumlichenundzeitlichenAbläufederstadtentwicklung. insbesondere in Hinblick auf die mittelbis längerfristige Perspektive des STEP oS bedarfes in der Umsetzung einer Detaillierung und laufenden Anpassung an die Rahmenbedingungen und die Abläufe der infrastrukturentwicklung. Der folgende Abschnitt fasst die Ergebnisse der laufenden Bewertung der in Wien ausgewiesenen Potenzial flachen fur die bauliche Entwicklung zusammen. Berücksichtigt werden dabei die Eignung des Gebietes für verschiedene Nutzungen (Wohnen, wirtschaftliche Funktionen) aufgrund der Gröfäe, des Zuschnitts, des Umfelds, der infrastrukturellen Voraussetzungen und der Verfugbarkeit bzw. des Bodenpreises sowie der qualitativen Einschätzungen und Informationen derbeteiligten Dienststellen DaskontinuierlicheUpdatederinformationenundderen Berücksichtigung istalswesentlichesElementdesUmsetzungsprozesses für den STEP oS zu sehen Typen von Potenzialflächen für grö fgere Stadtentwickltängsprojekte Auf kleinräumig unterschiedliche Standortqualitäten unddiesen entsprechend spezi fische N ach fragearten nach Bauformen und Nutzungen wird bei dieser Bewertung differenziert eingegangen. Zeitliche Prioritäten werden daher innerhalb der verschiedenen Typen von Potenzial flächen formuliert, d. h es werden die jeweils günstigsten dieser Flächen identifiziert. Welche dies sind, hängt u. a. mit dem realisierbaren Ausbau der ubergeordneten Verkehrsnetze eng zusammen. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Typen von Potenzial flächen' für Stadtentwicklungsprolekte genauer beschrieben Dabei werden der jeweils spezifische Beitrag zur Erfüllung von Entwicklungszielen, aber auch die jeweils gegebenen oder erwarteten Hindernisse bei der Umsetzung angeführt. Typ A = kleinere innerstädtische Baulandpotenziale Diese Art der Stadterweiterung ist oft wenig augenscheinlich, macht aber dennoch einen wesentlichen Anteil der errichteten Die hier ausgewiesenen ausgewiesen. Putenzialflächen sind nicht alle bereits als Bauland 183 STER OS D IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTWIGKLUNG PDTENZIALFLÄGNEN FÜR GRÖSSERE STADTENTWIGKLUNGSFRDIEKTE WI ENG Wohneinheiten und Buroflächen aus und kann in mehrfacher Hinsicht als sehr vorteilhaft bewertet werden. Bei einseitig betrieblich genutzten Flächen sollte eine gemischte Struktur mit einerhohenArbeitsplatzdichteangestrebtwerden WiedieStadterneuerung kann sie zur Aufwertung erneuerungsbedürftiger Stadtteile beitragen und den tendenziellen Bevolkerungsverlust im dicht bebauten Gebiet (in Zusammenhang mit der steigenden Wohnfläche pro Einwohner) ausgleichen, was auch in Hinblick auf die Erhaltung der traditionellen Zentren (Mantelbevölkerung für Geschäftsstra(ien) von Bedeutung ist. Aufgrund der meist hohen Dichte und Nutzungsmischung in der Umgebung sind die räumlichen Wirkungen im Allgemeinen günstig (im Durchschnitt kurze Wege, geringer Autoverkehrsanteil). Die vorhandene Infrastruktur ist oft ausreichend oder kann relativ kostengünstig ergänzt werden. Aufgrund der maitvollen Gro(ie der Einzelprojekte ist auch kaum mit verkehrlichen Uberlastungsproblemen oder Anrainerwiderständen zu rechnen. Zu beachten ist allerdings die im dicht bebauten Gebiet oft mangelhafte Grünraumversorgung, welche durch Bebauung von Brachflächen oder intensivere Inanspruchnahme bestehender Parkanlagen nochverscharftwerden kann Auchkann dieWohnqualität der Neubebauungen unter zu hohen Dichten oder immissionen z. B. von angrenzenden Hauptstra)3en leiden. Beispiele für Bereiche mit zahlreichen kleineren Potenzialflächen für die innere Stadterweiterung sind D Favoriten West (Tarbukund Heller-Areale etc. ) D Favoriten ost(Ankerbrot-Areal, Preyersches Kinderspital) D Breitensee bis oberbaumgarten D Umfeld Hochstädtplatz (Linzer/Hütteldorfer stra(se) D Wilhelmskaserne Auch zusammenhangende Flächen von mittlerer Gröjte, die mittel fristig zur Umnutzung anstehen, können dieser Kategorie zugerechnet werden (z. B. Erdberger Lände, Siemens-Areal und Postgarage). Projekte dieser Grö(ienordnung sind auch schon imstande, Einrichtungen mitzu finanzieren, welche nicht nur dem eigenen Projekt zugute kommen, sondern dem ganzen Stadtviertel. Typ B = grofSe Flächen der inneren Stadterweiterung Diese Flächen verbinden me ist zentrale Lage mit-zumindest mittelfnstig — optimaler Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz und — bei den dichten stadtischen Gebieten — einem hohen Ma(L an Urbanität aufgrund des Standortes. Im Sinne einerkostengünstigen(lnfrastrukturbereitstellung) und Ressourcen schonenden Planung (Flächenverbrauch) genie(ien diese Flachen grundsatzlich hohe Priorität Dennoch konnen im Einzelfall erhebliche Vorleistungen notwendig sein (z. B für Dekontaminierung, übergeordnete Verkehrslösungen), welehe — neben der Frage der Bodenpreise und -verfügbarkeit — die Realisierung der geplanten Nutzung erschweren. Der Hauptteil der Projekte befindet sich auf Flächen, die aufgrund der technischen Weiterentwicklung im Eisenbahnwesen bzw. der verbesserten Logistik oder veränderten Organisation eingespart werden können, wie beispielsweise die Standorte: D Nordbahn te h n o n f(75 ha): Entlang der Lassallestra(rewurde bereits ein Teil des Gebiets zur Bebauung freigegeben. Ein städtebauliches Leitbild wurde bereits1994 fertig gestellt, in dem im Wesentlichen ein grunderzeitliches Blockmuster beibehalten wurde D west bahnhof (so ha): Der Masterpl an, der aufgrund eines europawe i Wettbewerbs (zooS) entwickelt wurde, sieht eine städtebauliche Entwicklung in S Phasen vor: Phase1Umbau der Bahnhofshalle und Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, Phase z — Blockrandbebauung entlang der Felberstra(ie, Phase S-weitere Bebauung mitgemischter Nutzung bis zum Bereichjohnstra(ie/SchlossalleenordlichundsudlichderGleisanlagen. D. Aspanggründe — „Eurogate" (zz ha/is ha): Befindet sich am Landstrager Gürtel. Die Anbindung an die S7 stellt eine spannende Schnittstelle zwischen lokalen und globalen Nachfragekategonen dar. Ein auf dem stadtebaulichen Konzept von Norman Foster aufbauender Strukturplan Aspanggrunde wurde bereits vom Gemeinderat beschlossen. D SüdbahnviertelBahnhof WienEuropa Mitte(SS ha) Ein Letter oflntent wurde von BMVIT Stadt Wien und OBB unterzeichnet, und nach einer Reihe von Entwürfen wurde ein städtebaulicher Masterplan vom Gemeinderat beschlossen. Baumgasse/Schlachthof„, Karree St Marx". Weiters zahlen dazu folgende Standorte, für die noch keine konkreten baulichen Regulative entwickelt wurden: D Nordwestbahnhof D Arsenal (Panzerwerkstätten, ARG Areal) Fur die genannten Standorte sind als Funktionen Dienstleistungen (inkl. Unternehmenszentralen, Büros), Handel/Nahversorgung, teilweise auch Forschung und Bildung vorgesehen. Allerdings übersteigt das Flächenangebot insgesamt die Nachfrage nach derartigen Funktionen bei Weitem, weshalb in den betreffenden Entwicklungsgebieten auch erheblicheWohnungsanteile vorgesehen sind (meist zwischen So % und 7o S: der Bruttogeschojifläche). Im Wesentlichen werden in diesen Gebieten Bebauungsprinzipien wie Kleinstrukturiertheit, kurze Wege, Nutzungsvielfalt angewendet werden, wobei in einzelnen Fallen höhere Bauten bzw höhere bis hohe Dichten Schwerpunkte setzen konnen (z. B. Eurogate) Ein massives Problem fü r die Realisierung dieser Projekte, i n sbesondere jener, die auf Flachen geplant sind, die sich derzeit 184 IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTWICKLUNG POTENZIALFLÄCHEN FÜR GRÖSSERE STADTENTWICKLUNGSPROFEKTE WIENS STEP OS noch im Besitz der Ö8 8 befinden, stellt die Bodenverfügbarkeit bzw. der Preis dieser Flächen dar. Da hohe Bodenpreise die Verwertbarkeit erschweren, können auch günstig gelegene Flächen, die keine gro)gen Vorleistungen bei der übergeordneten infrastruktur erfordern, mitunter längere Zeit hindurch nicht bebaut werden. Weiters tendieren die Projektentwickler-auf der Suche nach zahlungskräftigen Endnutzungen — einerseits zu hohen Dichten, was die Wohnqualität des Projekts, aber auch der Umgebung beeintrachtigen kann, und andererseits zu geringen Wohnungsanteilen, was im Interesse der funktionellen Durchmischung und einesauchau)gerhalbderArbeitszeitbelebten Stadtteils nachteilig ist. Aus diesen Grunden ist es bei gro)gen Entwicklungsgebieten besonders wichtig, schon im Vorfeld der Flächenwidmung ein Maximum der kunftigen Dichte und Nutzungsverteilung im Rahmen von städtebaulichen Leithildern oder auch Verträgen verbindlich festzulegen und eine angemessene Beteiligung der Proiektentwickler an der Realisierung der erforderlichen infrastruktur sicherzustellen. Typ C = Bürokonzentrationen Stadtzentren aujgerhalb der Seit einigen jahren sind neue Stadtteile am Rande des dicht bebauten Gebiets im Entstehen, die als Fortsetzung des konzentrischen Wachstums der Stadt aufgefasst werden können. Sie haben teilweise den Charakter und die besondere Attraktivität von Edge-Cities (Stadtteile am Rand der Bebauung zu offenen Bereichen), liegen aber noch immer relativ zentral. Die meisten befinden sich an Schnittpunkten radialer ÖV-Linien mit einer tangentialen leistungsfahigen StraJgenverbindung, die vorherrschende Nutzung sind Buros und Dienstleistungen. Beispiele für derartige Entwicklungen sind (Nennung im Uhrzeigersinn): Bereich IN Muthgasse D. Millennium-City EP Donau-City m Donaustadtbrücke G TownTown I& Gasometer IP Porr-Gründe IN Wienerberg IN Philadelphiabrucke D. Hadikgasse ÖV-Anbindung U4. U6/S-Bahn Ui Uzin Bau U3 U3 U6 U4 MIV-Anbindung B227/814 8227/814 A22/B8 A22/814 Az3 A22/8228 (A23) 817/B226 B12/B22S B1 Diese Art der Standortentwicklung entspricht offensichtlich einem wichtigen Segment der Nachfrage nach Buroflachen, das in innerstädtischen Lagen nicht abgedeckt werden kann. Die Grunde dafursindu. a. Schutzbestimmungenundbeengteraumliehe Verhältnisse in der Innenstadt, hoher Bodenpreis, geringe MIV-Erreichbarkeit. Die Vorteile einer derartigen Form der Zentrumserweiterung kommen v a. dann zum Tragen, wenn die Bedeutung des MIV Anschlusses durch hochrangige ÖV-Erschlie)gung relativiert wird, wie dies auch in vielen Fällen gelungen ist (z. B. MIV-Anteil im Zielund Quellverkehr der Millennium-City. rund ZO N; DonauCity, Andromeda-Tower: 35 N)2. Zusätzlich zu den meist bestehenden radialen Verbindungen ist in diesem Fall auch ein Ausbau der Tangentiallinien empfehlenswert, um einerseits den MIVorientierten Einzug sbereich abzudecken und andererseits durch die direkte Verbindung der Burokonzentrationen untereinander deren Attraktivität gegenüber peripheren Standorten zu erhohen. Entsprechende projekte sind bereits im MpV enthalten, insbesondere zur „Nachrustung" der mit ÖV bisher schlecht erschlossenen Bürokonzentrationen im io. Bezirk (Porr-Grunde, Wienerberg) Im Zentrengefüge der Stadt bilden diese Standorte neue Konzentrationen mit Teilzentralitat, haben aber zumeist nicht das Potenzial, zu einem vollstandigen, multifunktionalen Zentrum zu werden Die Grunde dafür sind einerseits die relativ isolierte Lage(geringe Mantelbevölkerung im unmittelbaren Umfeld, Barrieren), andererseits die raumliche Nähe zu bestehenden Hauptzentren. Einen Sonderfall stellt das Areal„Erdberger Mais" (zöo ha) dar, da es aufgrund seiner Grö)ge sowie der Nähe zu gro)geh Flächen der inneren Stadterweiterung (Aspanggrunde, Bahnhof Wien) das Potenzial besitzt, langfristig zu einer Bürokonzentration im Rang der City aufzusteigen („znd CBD"). Andererseits ist in diesem gro Jgen Gebiet-wie auch bei den inneren Stadterwe iterungsflächen-einhöhererWohnungsanteilanzustreben, dawederdie Büroflächennachfrage ausreicht, um ein derart umfangreiches Flachenangebot auszulasten, noch monofunktionelle Strukturen in diesem MaJöstab wünschenswert sind. Die Gebiete Erdberger Mais und insbesondere Mehrwert Simmering (Areal sudlich der Gasometer) wurden im Strategieplan als Prototypen eines städtebaulichen Konzepts und damit als strategisches projekt aufgenommen. Geplant sind standortgemä)ge hochwertige Nutzungen und attraktive Bedingungen für Arbeiten und Wohnen. Strukturkonzeptewurdenbereits inderStadtentwicklungskommission und dem Gemeinderat beschlossen. Typ D = Stadterweiterung in den Siedlungsachsen Der Schwerpunkt der äujgeren Stadterweiterung soll — wie auch schon im STEP B4 vorgesehen — innerhalb der dicht zu bebauenden Bereiche entlang hochrang iger ÖV-Linien liegen. Von den 1994 ausgewiesenen Stadterweiterungsflächen wurden allerdings viele1gg6 aufgrund rucklaufiger Nachfrage (gebremste Zuwanderung) zurückgestellt oder wegen Verzögerungen bei Grunderwerb oder In frastrukturausbau erst teilweise realisiert 2 Untersuchung MA18, zooo „Orogprolekte mit erheblichen Besucherströmen", SOAEF i A. d 1BS STEP OS D IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTWICKLUNG POTENEIALFLÄCNEN FÜR GRÖSSERE STADTENTWICKLUNGSPROiEKTE WlENS Da der Wohnungsbedarf durch innere Stadterweiterung allein nicht abgedeckt werden kann, sind diese Gebiete weiterhin vordringlich zu entwickeln — v. a. dann, wenn sie bereits über einen hochrangigen OV-Anschluss verfügen. Beispiele sind: Bereich D» In der Wiesen E Kagran West EP Erzherzog-Karl-Str. IN Heeresspital IN Floridsdorf Ost E Berresgasse ÖV-Anbindung MIV-Anbindung U6 B 224 Ui B3/B8 U2 (in Bau) B3 Linie in/33 (ev. U6) BT Li iii e 16/26 B3 Liilie 26 Ebenfalls in den Siedlungsachsen liegen Projekte kleineren Umfangs, aber besonderer Bedeutung, da sie einen Ausbau bestehender Stadtzentren darstellenundnebenWohnnutzung auch einen gröjteren Buroflächenanteil enthalten können. Beispiele dafür sind: Bereich E Brauerei Liesing E Kagraner Platz IN Waagner-Biro w Mühlgrund ÖV-Anbindung S-Bahn Ui (in Bau) Uz(in Bau) Uz (in Bau) MIV-Anbindung B13 88 B3 83b Typ E = Zentren mit regionaler Bedeutung Zentren mit regionaler Bedeutung übernehmen die Funktion von Arbeitsplatzschwerpunkten fur die umgebende Region in und aujserhalb der Stadt. Sie weisen grojte Flachenreserven und gute Verkehrsanbindungen ins Stadtzentrum (City) ebenso wie ins Wiener Umland auf und erfullen wesentliche Zentrenfunktionen. Die Bebauung erfolgt teilweise in hoher Verdichtung, vor allem um die Haltestellen/Endpunkte der U-Bahnen. An den Schnittpunkten hochrangiger MIVund OV Verbindungen können dabei auch neueVersorgungszentren entstehen Beispiele ID FlugfeldAspern, strategischesProjektdesStrategieplans: Nutzungsmix aus attraktivem Wohnen und vielfältigen Wirtschaftszonen mit hohem Arbeitsplatzanteil, Masterplan wird erarbeitet w Rothneusiedk optionaler Entwicklungsschwerpunkt an der Ui/Si — nach Auffüllung derstadtnäheren Entwicklungsstandorte Das hier teilweise bestehende Konfliktpotenzial mit angrenzender Wohnbevölkerung im locker bebauten Gebiet und gegenuber vorgesehenen Grunkeilen/Schutzgebieten soll durch entsprechende Kommunikations-undAbstimmungsprozessebewalti werden. Typ F = Wohnen mit hohem Freizeitwert/Grünanteil An den Stadträndern sollen — in adäquatem Umfang -Wohnformen für Bewohnerlnnen mit starker Nachfrage nach dffentlichenFreiflachenundOutdoor-Freizeitaktivitatenangebotenwerden. Ziel ist es, die Abwanderung von Wienern und Wienerinnen in die Wiener Umlandreg ion zu reduzieren. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, eine moderate Bebauungsdichte, aber dennoch rg eine gute Ausstattung mit sozialer Infrastruktur und Nahversosicherzustellen. Dies kann nur gelingen, wenn eineGeschojtflachendichte von etwa o, y brutto (o, g netto) überschritten wird (z B verdichteter Flachbau). Auszuschliejten ist daher die Neuwidmung von gro(3flächigen Gebieten für frei stehende Einfamilienhäuser. FurderartigeAngebote kommen v. a. Standorte mit bestehender Freizeitqualität bzw einer Konzentration an Freizeiteinrichtungen in frage, z. B. E Sü(tenbrunn (Anknupfungspunkte: alter Ortskern, Schloss, Golfplatz, Reitställe, Badeteiche) IN strebersdorf(Anknüpfungspunkte: alter ortskern, Heurigenlokale, Ausflugsgebiet Bisamberg, Sporteinrichtungen z. T. auf Gemeindegebiet von Langenzersdorf) Bei einer Realisierung zusätzlicher Ma(Snahmen im Grüngürtel haben noch weitere Standorte das Potenzial fur derartige Entwicklungen, die auch das image des weiteren Umfelds oder ganzer Bezirke positiv beeinflussen könnte, z B. E Aspern Süd (Lobauvorland) D» Bereich Gerasdorfer Strajte (nördlicher Randbereich Allissen und OMV-Areal) im Fall einer Realisierung des Projektes „Gewässervernetzun g" (Sc hä nun gstei che) Typ G = Gewerbeparks Die Nachfrage nach Flachen fur gewerbliche Nutzungen ist in den letzten jahren stark zurückgegangen, sodass das Angebotanüetriebsgebietenredimensioniertwerdenkann. DabeisollenaberjeneFlächenderWirtschafterhaltenbleiben, die fürdiese Nutzung am besten geeignet sind. Bei dieser Entscheidung ist Klarheit über die wichtigsten Standortfakto ren erforderlich; ein moderater Bodenpreis, gute Mll/-Erreichbarkeit, geringe Sensibilitat der Umgebung gegenüber Emissionen und einfache Erweiterungsmöglichkeiten zählen zu den Standardanforderungen. Die Bereitstellung eines Schi enenanschlusses wird zwarseitens der Planung unterstützt, von den Betrieben aber nur mehr selten nachgefragt. Meist sind groJte zusammenhangende Betriebsgebiete eher geeignet, die genannten Kriterien zu erfullen. Wenngleich reine Gewerbegebiete zunehmend auf Standorten au(terhalb der Kernstadt entstehen, sind für Kombinationen von Industrieund Dienstleistungsbetrieben auch zentralere 186 IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTWICKLUNG POTENZIALFLÄCNEN FÜIL GRÖSSERE STADTENTWICKLUNGSFROIEKTE WIENS STER OS Bereiche weiterhin attraktiv. In diesem Sinne bemuht sich Wien um dieAnsiedlung von spezialisierten industriebetrieben va. in Hochtechnologiebereichen. Entsprechende Ansatze sind raumlich verortet in: IN siemensstralte (z. B. windkanal auf dem ehern. sGP-Gelände) IN Gaswerk Leopoldau (vgl. Leitbildkarte wirtschaft: beide geboren zum Gebiet, klemens-Allisseo") c» Ailecgasse(potenziell interkommunalesBetriebs-undWohngebiet mit der Stadtgemeinde Schwechat) Typ H = Bereiche mit mehrfachen Entwicklungsoptionen (Umnutzung ehern. Gewerbegebiete) Vor dem Hintergrund der o. g. notwendigen Redimensionierung des Angebotes an Betriebsgebieten stehen auch ehemalige Gewerbe flachen zur Umnutzung an, die sich grundsätzlich für Wohnbau eignen, aber nicht innerhalb der durch hochrangigen üV definierten Siedlungsachsen oder Stadtzentren liegen. Hier bestehen oft mehrere Nutzungsoptionen, wobei die Eignungen weniger spezialisiert ausgeprägt sind. Beispiele sind IN Konsum Hausfeld Carlbergergasse w Randzonen Atzgersdorf E Leopoldauer Stralte Hier hangt die kunftig sinnvollste Nutzung nicht so sehr von zusätzlichen infrastruktureinrichtungen im Umfeld ab, sondern eher von der lang fristig absehbaren Nutzung der unmittelbarangrenzenden Flächen Auch wenn funktionale Durchmischung auf Stadtteilebene ein wichtiges Ziel darstellt, sollten gewerbliche Enklaven im Wohngebiet ebenso vermieden werden wie isolierte Wohnlagen im Gewerbegebiet. Zeitliche Prioritäten bei Stadtentwickltlngsprojekten Entsprechend der eingangs erwähnten Kurzformei sowie den obigen Erläuterungen zu einzelnen Typen von Baulandpotenzialen kann man folgern, dass innere Stadtentwicklung (also Stadterneuerung und Umnutzung von innerstädtischen Brachflächen) sowohl vom Aufwand als auch von den räumlichen Wirkungen her die günstigste Form darstellt und daher grundsätzlich Priorität haben soll. Andererseits entspricht die Vielfalt der oben angegebenen Typen auch einer Vielfalt der Nachfrage, die Beachtung verlangt — insbesondere vor dem Hintergrund eines reichhaltigen und billigen, aber teilweise raumstrukturell ungünstiger gelegenen Flächenangebotes im Wiener Umland. Nicht zuletzt wurde auch auf die Beschränkungen der realen Nutzungsmöglichkeit innerstädti scher Bau land potenziale durch mangelndeGrundstücksverfügbarkeitunderheblichelnfrastrukturVorleistungen hingewiesen. Ein unbedingter Vorrang der inneren Stadtentwicklung ist daher, selbst wenn er wünschenswert ist, nicht ausreichend umsetzbar. Daher ist von einer Gleichzeitigkeit aller Typen von Stadtentwicklung auszugehen, die auch ihre Berechtigung hat. Allerdings sollen innerhalb jeder Kategorie die relativ am günstigsten gelegenen Standorte zuerst entwickelt werden. Welche dies sind, hängt wesentlich mit der Mag lichkeit zur rechtzeitigen Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur zusammen, i nsbesondere mit dem Ausbau der Verkehrsnetze. Im Folgenden werden daher die Zusammenhängezwischen den bestehenden Baulandpotenzialen und den im MPV-oj dargestellten Ma(Snahmen erläutert Dabei kann man z Qualitätsstufen unterscheiden. oDie generelleVoraussetzung fü reine bauliche Entwicklung bildet die grundlegende Erschliellbarkeit eines Gebietes (entsprechendeAufnahmefähigkeitdesstra)SennetzesundGrundversorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Diese ist fürAnbietermarkte (geförderter Wohnbau) ausreichend. IN Für einen Nachfragemarkt hingegen (kommerzielle Nutzungen wie Büros oder Einkaufszentren) ist die relative Standortgunst im Vergleich zu konkurrierenden Flachenangeboten ausschlaggebend. Für die Ansiedlung hochwertiger NutzungenistdaherbesondereQualitäthei derVerkehrserschlieI3ung erforderlich (z. B. U-Bahn-Station oder Anschluss an das hochrang ige Stra(Sennetz). Die im Folgenden angefuhrten Maltnahmen sind daher verschieden zu bewerten, je nachdem, ob sie eine unbedingte Voraussetzung jeder baulichen Nutzung sind (z. B. Eurogate — Niveaufreimachung der AS Landstra(ter Gurtel) oder „nur" die Voraussetzung fur eine hochwertige Nutzung bzw. einen dennoch niedrigen Autoverkehrsanteil darstellen (z. B EurogateUz-Verlangerung). Realisierungshorizonte aufBasis MPV 03 lw ~ 082010 BestehendeAnbindung zon-is ab zo16 nicht festgelegt EmpfOhlene Maßnahmen Bereich Nordbahnhof Westbahnhof Aspanggrunde Sudbahnviertel (Nordteil) Sudbahnviertel(sudteil) Schlachthofst Marx Bereich Muthgasse Migenmum-City Donau-City Donaustadtbrücke Gasometer Porr-Grunde Wienerberg Philadelphiabrucke Hadikgasse TownTown — Kapsch Öv Ut U3/6 SZ — ÖV U6/S-Bahn Ui U3 U6 U4 U3 MIV (88/Bit) 8224 8221 — ÖV Intervagverdichtung SZ S-Bahn-Hst Landstraßer Gt Verlangerung -"' UZ' . . Lmie D $88:= i — . neue Buslinie durch Areal M IV, Öv 8227/814 Bzzz/814 702/Bß Azz/814 Azz/Bzzß (/03) 817/8226 80/Bzzs Bi A23 M IV Unterfuhrung Nordbahnstr, 8»4 (Tunnel Felberstr) Anschluss Weschelstr evt Anschluss an Az) (AS Simmenng) MIV Bereich Brauerei Liesmg Kagraner Platz Waagner-Biro Muhlgrund ÖV S-Bahn (S80) M IV Bt) Bß 133(A23) 83b Öv Intervallverdichtung S-Bahn Zubnngerzu Uz M IV Umbau Breitenfurter Straße Unterfuhrung Stadlauer Straße Bereich In der Wiesen Kagran West Erzherzog-Karl-Str Heeresspital Flondsdorf Ost Berresgasse Sudlich GM Aspem Bereich Flugfeld Aspern Rothneusiedl ÖV U6 Ui (H) Linie 26 — — MIV Bz24 83/88 83 87 83 — 83 M IV Bi6 ÖV MIV 8224 — ErtuchtigungAltmannsdorferstrage (IRI/Bßd ß , l U6-Verlängerung Nord '. , , eht ' ' ~ ;, äeg(„, " iglßllegßl : ", i' AN(-. "i5 iii'arlill'", :-'' " , ii, ' ', -, :-:' : , :; :i ', ', , ' ';: ::, ''!"" ' , 'Ö)~1 a, , U~, ÖV MIV ßgli . . . '(, a Bereich Sußenbrunn Strebersdorf Aspmn Sucl Gerasdorfer Straße Rendezvousberg Bereich Ailecgasse Siemensstiaße Gaswerke Leopoldau Bereich Brachmuhle Konsum Hausfeld Carlbergergasse Randzonen Atzgersdorf Leopoldauer Str ÖV M IV S-Bahn 88 — 83 87 Öv . MIV Si/Sz 8229 ÖV (zs) S-Bahn S-Bahn, Bus MIV 88/Bzzp Biz 83 ÖV Intervallverdichtung S-Bahn Geanderte Busfuhrung Zubrmger zu Uz -Aspernstr Zubnngerzu Ui — Leopoldau U6 -Verlangerung MIV ', 5I -:Notdpst Ö~ ÖV MIV Intervagverdichtung 67 660-I-laltestege L(ne 8f Bzlz ÖV MIV 'i:b"XI'"iii; ggß IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTWICKLUNG POTENZIALFLÄCNEN FÜR GRÖSSERE STADTENTWICKLUNGSPROIEKTE WIENS STEP OS Unter Zugrundelegung dieser Abhangigkeiten sowie der erzielbaren Realisierungshorizonte für die einzelnen Maßnahmen (und deren investitionsbedarf) ist es moglich, zeitliche Prioritäten für die Entwicklung der einzelnen Standortbereiche anzugeben. Wesentlich dabei ist nicht, bei der Entwicklung von Baulandpotenzialen eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten, sondern den Zusammenhang zwischen verschiedenen Maßnahmen zu beachten. Denn nur dann, wenn bei einem bestimmten Entwicklungsgebiet alle notwendigen Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind bzw. gleichwertige Alternativen zur Verfügung stehen, kann dieses erfolgreich entwickelt werden (d. h. Grundstücksverfugbarkeit plus üV-Ausbau plus Mli/-Ausbau mussen gesichert sein). Den Ausgangspunkt fur eine Einschatzung der Realisierungshorizonte der ubergeordneten Verkehrsinfrastruktur bildet der 2003 beschlossene Master Plan Verkehr (MPV). Insgesamt ist dabei ein Zeithorizont bis etwa zozo für die Realisierung der dargestellten infrastrukturausbauten vorgesehen. Allerdings ändert sich laufend der Wissensstand über auftretendeVerfahrenswiderstandeunddementsprechenVerschiebungen in den Realisierungshorizonten. Darüber hinaus ist es möglich und sinnvoll, bei erkennbaren Ungleichzeitigkeiten in der Schaffung der 3 oben genannten Schlusselvoraussetzungen eine bewussteAnpassung derPrioritätensetzungauchbeimAusbau der Verkehrsprojekte vorzunehmen. Problematisch kann die Entwicklung immer dann sein, wenn hochrangiger ()Vund MIV Ausbau für dasselbe Gebiet zwar vorgesehen sind, aber nur mit erheblichem Zeitabstand realisiert werden können. Denn in diesem Fall entstehen Anreize zu einer Art der kurzfristigen Nutzung, welchesichvonderlängerfristigoptimalenunterscheiden und diese letztlich verhindern können. Diese Gefahr besteht insbesondere bei den beiden strategisch wichtigsten Entwicklungsgebieten des Typs E (Periphere Zentren mit regionaler Bedeutung). In beiden Fällen ist längerfristig sowohl die Erschließung durch verlangerte U-Bahn-Linien vorgesehen wie die direkte Anbindung an den hochrangigen kunftigen Umfahrungsring von Wien. Nur dadurch sind diel/oraussetzungen fur eine intensive Nutzung und eine entsprechende regional wirksame Zentrenbildung gegeben. Im Fall desFlugfeldesAspernwurdedieseVoraussetzung durch die Aufnahme einer weiteren Verlangerung der Uz (uber die früher vorgesehene EndstelleAspern hinaus) in die 4 Ausbauphase der U-Bahn erzielt sowie durch die endgultige Entscheidung für eine Si in der außen liegenden l/anante in Verbindung mit der B3d/Az3. Damit wären die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Standorte in hervorragender Lagegunst in ausreichender Menge auch nördlich der Donau geschaffen und entwickeltwerden können. Dies entspricht dem Ziel der Stadtentwicklung, nördlich der Donau ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Einwohnerlnnen und Arbeitsplatzen herzustellen. Allerdings bedarfes noch erheblicher Anstrengungen, um die verschiedenen mit diesem Entwicklungsgebiet in engem Zusammenhang stehenden Projekte (inkl 83d/Az3) auch in den vorgesehenen Trassenlagen und Zeiträumen tatsächlich realisieren zu können. Im Fall von Rothneusiedl ist diese zeitliche Ubereinstimmung von U-Bahnund Straßenausbau nicht mehr erzielbar, da die Sudum fahrung (S1) bereits in Bau ist. Dadurch entsteht kurzfristig ein massiver Anreiz für MIV-orientierte Nutzungen, welche — sofern sie realisiert werden — fur die spater moglichen intensiveren Bebauungen keinen Platz mehr lassen und somit die Sinnhaftigkeitder Ui Verlangerung infragestellen würden. Hier ist es daher erforderlich, von einer kurzfristigen Verwertung abzusehen, damit nicht ungeordnete und mit dem hochrangigen üV später nicht mehr erschließbare Bebauungsstrukturen entstehen. Ziel der Stadtentwicklung ist es daher, in den durch hochrangige straßenzüge (z. B. s1) neu erschlossenen Gebieten am stadtrand bauliche Entwicklungen nur dann vorzusehen, wenn diese Gebieteauchmithochrangigenöffentlichenl/erkehrsmittelnerschl ossen werden können/sollen (z. B. Flug feld Aspern: Uz und S1) und wenn sie nicht durch übergeordnete Schutzinteressen Grungürtel Wien) freigehalten werden sollen. (z. B. 4 Ta belle iS Typen von potenzialflßchen Qvepe MAi8 Und empfohlene Moßoohmea nach Zeitabschniäea 189 STEP 05 D. IV. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWICKLUNG ARGHiTEKTUR UND STADTGEETALTUNG 8. Architel(tur und Stadtgestaltung DiE STADTGESTALTUNG EEFASST sich mit der SteueDie Stadtteilbilder, welche das Gesamtbild Wiens am werung und Planung dessen, was die Stadtgestalt und das Stadtsentlichsten beeinflussen, lassen sich nach ihrer Funktion im bild ausmacht Den Unterschied zwischen den beiden Begriffen Stadtgefuge, aber auch nach ihrer punktförmigen, linearen oder kann man damit charakterisieren, dass die Stadtgestalt etwas flachenhaften Gestalt gliedern. auf das Ganze der Stadt Bezogenes ist, ein imaginäres Konstrukt im Kopf, das mit einer bestimmten Stadt verbunden ist, währendder BegriffstadtbildmeisteheraufkleinereRaume, aufVierStadtknotenpunkte Stadtknoten punkte sind Verknupfungspunkte der Stadtstruktel und Stadtteile angewendet wird In diesem Sinne setzt sich tur, wie z. B Praterstern, Schwarzenbergplatz oder Sudtiroler die Stadtgestalt aus den vielen Stadthildern zusammen, die in Platz. Sie fungieren immer als Verbindungselement und Angelallen Teilen der Stadt zu finden sind -wichtig ist allerdings, dass punkt zweier oder mehrerer Stadtteile und sind zugleich Tor beide nicht rein visuellen Charakter besitzen, sondern sich aus einer Fulle sinnlicher und atmosphärischer, funktionaler und und Eingangsbereich nach jeder Richtung. So erschliefsen sich vom Praterstern u. a. grüner Prater, Leopoldstadt, Innere Stadt sozialer Eigenschaften zusammensetzen. Gesamtstädtische Gestaltungsaufgaben Das Bild, welches sich Menschen von einer Stadt machen, besteht sowohl aus den realen Stadtbildern, den Erfahrungen aus dem alltäglichen Leben und den imaginaren Konstrukten aus Stadtansichten, Stimmungsbildern und Erwartungen. Dieses „Bild im Kopf" (image) umfasst dem gemä(S Motive und Elemente, welche über das bauliche Erscheinungsbild hinausgehen, ebenso, wie Ansichten einzelner Stadträume (Stra fsen, Platze, Parks .. ), Panoramen (Silhouetten, Ansichten von erhöhten Punkten) und Stadtansichten (Stadtränder, Stadtkanten). 190 iV. HANDLUNGEPELDER DER STADTENTWICKLUNG ARCHITEKTUR UND STADTGEETALTUNG STEP OS und Donauraum. Der Schwarzenbergplatz ist als Schnittpunkt von Rennweg, PrinzEugen-Stra(te und Ringstra(Se Verknüpfungspunkt zwischen dem Stadtzentrum und dem Bereich Südbahnhof/Arsenal sowie dem gesamten Osten Wiens bis über die Stadtgrenze hinaus. DieStadtknotenpunkteunterscheiden sich durch die bauliche, dreidimensionale Fassung und durch ihre Funktion in der Stadtstruktur von den Knotenpunkten der Autobahnen, welche rein verkehrstechnische Bedeutung haben und meist nicht in die Stadtstruktur eingebunden sind. Aufgrund ihrerdominanten Stellung im Stadtge füge, ihrer Funktion als Eingangsbereich zu Stadtteilen und ihrerdamitverbundenen hohen Personenfrequenz pragendieseOrte inbesonderemAusma(Sdas Bild der Gesamtstadt. Stadttore Stadttore sind die Bereiche, durch welche man die Stadt oder Stadtteile betritt. Dazu zählen die Bahnhofsvorplatze der alsZielortgenutztenStationenwieWienMitte (Flughafen), Südbahnhof, WestbahnhofundFranzjosefs-Bahnhof Bahnhöfe, welchevorwiegend als Umsteigknoten fungieren wie z. B. Wien-Nord haben keine übergeordnete Bedeutung als Stadttor, weil durch sie nicht der eigentliche Stadtraum betreten oder in Form einer Taxifahrt erlebt wird. Stadtteile nördlich der Donau. Im Unterschiedzu den Bahnhofsvorbereichenwerden diese ausschlie(tlich aus der Perspektive der Bewegung und damit als (unterschiedlich langer) Streckenabschnitt mit Raumabfolgen und sich andernden Blickbeziehungen erlebt. Allen Stadttoren gemeinsam ist ihre Bedeutung fur das Stadtbild als erster Eindruck der Stadt, als Eingangsbereich und Tor zur Stadt. Bewegungslinien Von gesamtstädtischer Bedeutung für das Stadtbild sind auch die wichtigsten Bewegungslinien, dieVerkehrsbänder, von welchen aus täglich eine gro(se Zahl an Menschen die Stadt erleben. Dazu zahlen neben stadtischen Boulevards, wie Ringstra(te und Gürtel, den wichtigsten Fu)Sgängerzonen und Einkaufsstra(sen, auch die bisher von der Stadtgestaltung wenig beachteten Zonen entlang von Autobahnen undTrassen des öffentlichen Verkehrs. Entscheidend für die Bedeutung des Stadtbildes ist nicht die hierarchische Kategorie imi/erkehrsnetz, sondern die Perund Buslinien — ab ca. iS. ooo Personen /Tag; MIV. ab ca. ES. ooo Pkw/Tag; Fußgänger: Kärntner Stra(te, Graben, Kohlmarkt, Naglergasse, Freyung, Rotenturmstra(Se, Meidlinger Hauptstra(Se, Favoritenstra(Se, Innere Mariahilfer Stra(te, Prater-Hauptallee; Radfahrer: Hauptradrouten decken sich mit MIV, ÖV und Fu(Sgängerbewegungslinien). Stadtkanten und -ränder Die innerstädtischen Stadtränder gegen die Frei flächen von Donau und Donaukanal stellen wichtige Zäsuren und Gliederungselementedar, die, ähnlichwie die Wienerbergbzw. Laaerbergkante, als Rand des dicht bebauten Stadtgebietes, eine Ansicht der Stadt bzw. von Stadtteilen ermöglichen und daher Schauseiten und Fassade der Stadt sind. Stadttore stellen auch die Einfahrtsbereiche in die Stadt, wie Westeinfahrt /Auhofund Hütteldorf/Hacking dar, ebenso die Einfahrtsbereiche in Stadtteile, wie Reichsbrücke/Mexikoplatzstadteinwärts und Reichsbrucke/Donau-City für die sonen frequenz der Verkehrsfläche. Hierbei ist je nach Nutzung durch Fu(tgänger, Radfahrer, Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel und Autofahrer eine unterschiedlicheVerkehrsbelastung als„Grenzwert" fur die gesamtstadtische Bedeutung anzunehmen, da Wahrnehmungsintensität und Sensibilität mit zunehmender Geschwindigkeitabnehmen.(Berücksichtigt wurden Bewegungslinien ab folgender Personenfrequenz: OV: S-Bahn und U-Bahngesamtes Netz, soweit nicht unterirdisch bzw, uberbaut, Stra)tenbahn Ahnlich einer Gebäudefassade bestimmtauch dasAU)SerederStadtwesentlich das Bild und den Eindruck des Ganzen, wodurch der Gestaltung des Stadtrandes eine erhöhte Bedeutung zukommt. Geschlossene urbane Kanten bzw. durch ihre bauliche Höhenentwicklung markante Schauseiten signalisieren Be191 STER OS G IV. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTLUIGKLUNG ARGNITEKTUR UND STADTGESTALTUNG deutung und Zentralität Sie sind daher ineinerderstadtstrukturentsprechenden Lage zu gestalten. „Potemkin' sehe Stadtränder", welche nicht ihre tatsachli ehe Bedeutung abbilden, sind zu vermeiden. Identifikationsbereiche Aufgrund ihrer historischen, kulturellen, politischen oder gesellschaftlichen Bedeutung bestimmen einige wenige Stadtteile und Kulturlandschaftsteile in besonderer Form das Bild und die Identitat Wiens. Dazu zählen neben historischkünstlenschen Fixpunkten wie Schönbrunn auch die darüber hinaus politisch und gesellschaftlich dominierende lnnek, 'L gen zur funktionellen Verknüpfung und Struktur des Wegenetzes, zur räumlichen Ästhetik und damit zum Erholungswert enthalten. Die Eingriffe sollen moglichst zuruckhaltend erfolgen, sodass die Qualität der „offenen Landschaft" im Unterschied zu den gestalteten Parklandschaften im innerstädtischen Bereich spurbar Ist. re Stadt, unverkennbar wienerische Milieus wie Westgürtel, Prater, Zentralfnedhof und die „Heurigendörfer", die alten Ortskerne, aberauch Donau-Cityund Donauinsel als die stärksten Symbole des „modernen Wien". Landschaftsräume Auch die unbebauten Bereiche der Stadtlandschaft stellen eine I-lerausforderung für die Gestaltung dar, da diese sowohl die Kulisse für den bebauten Bereich bilden und Teil der Stadtpanoramen sind, alsauchneben der Produktionsfunktion groäe Bedeutung als Erholungsraum besitzen. Zudem sind die Kultursowie die Naturlandschaft wesentliche Trager der örtlichen und kulturellen ldentitat. Es sind daher Leitbilder der Landschaftsgestaltung zu entwickeln, welche alle Funktionen berücksichtigen und je nach drtlicher Prioritat Aspekte der Bewirtschaftung, derClkologieunddesArtenschutzes, der„Denkmalpflege von Kulturlandschaften" sowie der Gestaltung von Erholungsräumen berücksichtigen Da vor allem die grojie landschaftliche Diversitat Wiens Lebensqualität beeinflusst, sind Gestaltungsrichtlinien zu formulieren, welche die örtliche Charaktenstik und Unverwechselbarkeit betonen und die Zugehörigkeit zur jeweiligen Grof5landschafterlebbarmachen Diedominantesten Landschaftsstrukturen Wiens sind Wienerwald, Weinviertel/Bisamberg, Donauraum und der Höhenzug Wienerberg -Goidberg. Die Leitbild er sollen neben dem charakteristischen regionalen Bild auch AussaHandlungsempfehlung Fur die in der Karte „Gesamtstädtische Gestaltungsaufgaben" dargestellten Bereiche und Strukturen sind fachübergreifende Gestaltungskonzepte zu erstellen. Diese haben der gesamtstäd tischen Bedeutung Rechnung zu tragen und können daher auch als langfristige Zieldefinition formuliert werden. Künftige Planungen und Instrumente, wie z. B. Flachenwidmungsund Bebauungsplan, Verkehrsplanungen, technische Infrastrukturen etc. , haben diese Ziele zu berücksichtigen. Dadurch kann auch bei größeren und daher nur langfristig zu realisierenden Gestaltungsaufgaben eine kontinuierlicheVerwirklichung bzw. keine weitere Entfernung von den eigentlichen Gestaltungszielen garantiert werden. Darüber hinaus geben diese Konzepte auch kleinerenundnachgeordneten Planungen gestalterische Richtlinien als Vorleistungen, welche in deren Rahmen nicht mitbehandelt werden könnten. 192 II II I E E V i 'C h l i4 i& /o=e I &93 STEP OS D Iv. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWICKLUNG ARcHITEKTUR UND STADTGEETALTUNG Schnellverbindungen mit Stationspunkten Ui rtve rdik/F U2 U3 Ue UE Ui-I/erlangerung Uz-Erweiterung Schnellbahn lvord EIGNUNGssTANDORTE GEMÄss HOGHHAUSKONZEPT 2002 Legende Wasser flachen ~ Ausschlusszonen ' ~ Srationsbereiche(dargesrellr sind nur SratiOnen mir lnrervallerr von iS ruinuren, Stand janner 2002J Standorte mit ausreichender OI/Erschließung, Jedoch aus der Lage rm Sradrgefuge zurzert bedrngt geeignet Zorren fur stadrebauhche Lerchdder Abb es D. Eignungsstandorte gemß H ß ochhauskonzept 2002, Quelle Hochhauskonzept2002 Maiänahmen zur weiterführenden Förderung der Gestaltungsqualität in Wien In diesem Kontext der Vielfalt, sowohl in den GrdJSenordnungen als auch in den Gestalten, geht es in der Architektur und Stadtgestaltung um eine Förderung der Qualität. Ein Element der Qualitätsforderung in der Stadtgestaltung ist unter anderem diearchitektonischeBegutachtung von Neubau-und Umbauprojekten im Rahmen der Baugenehmigungsverfahren. Als zentrales Instrument, um architektonische und stadtplanensche Qualität zu sichern, wird der Wettbewerb angesehen. Möglichst viele Gestaltungsaufgaben sollten auf Basis eines Architekturwettbewerbes gelöst und vergeben werden, da nur durch die Quaiitat des Auswahl prozesses auch eine im Schnitt hohe Qualität der Realisierungen gesichert werden kann. Aus diesem Grund wurde 2003 ein Wettbewerbsleitfaden — „Grundlagen für die Durchführung von Wettbewerben" veröffentlicht, welcher fur Vorhaben der Stadt Wien verbindlich ist und von Bauwerbern für die Planung ihresVergabeverfahrens herangezogen werden soll. Aufgabe ist es nun, unter den Gesichtpunkten der Vergabekultur, diese innerhalb der Stadt Wien auf hohem Niveau umzusetzen sowie auch private Bauträger bei der Durchführung von Verfahren zu unterstützen. Für viel Diskussion sorgen seit ihrer verstarkten Präsenz Ende der Boer-Jahre Hochhäuser im Stadtgebiet, die vorallem der Repräsentation großer Unternehmen dienen, in Wien aber auch furs Wohnen genützt werden. Eine Stadt wie Wien kann in ihrer Dynamik eine solche Bauform nicht ausschließen, muss aber bei der Situierung von hohen Gebauden neben den stadtstrukturellen Komponenten besonders sorg faltig mit deren Einfluss auf historisches Umfeld und Blickbeziehungen umgehen. Das Konzept „Hochhäuser in Wien — Städtebauliche Leitlinien", welches im Jahr 2002 beschlossen wurde, beinhaltet vor allem Aussagen zu potenziellen Eignungsstandorten in Wien. Esstellteinegrobe Richtlinie im weiteren Umgang mitkünftigen Hochha usstandorten dar und wurde durch die Festlegung von wesentlichen Si chtachsen im Jahrzoog ergänzt. Anhand des im Rahmen der Hochhauskonzepterstellung wieder initiierten und nunmehr fertig gestellten digitalen 3-D-Modells der Wiener Gebaudesubstanz können kunftig die stadtgestalteri sehen 194 iv. HANDLUNGEFELDER DER STADTENTWICKLUNG ARCHITEKTUR UND sTADTGEETALTUNG STCD OS A hä s n p g e ig k k te eiti ü t berpruft und beurteilt werden. Die Entscheidung, inwieweit ein potenzieller Hochhausstandort zur Umsetzung gelangen soll, ist immer in Abzum bestehenden Stadtbild zu sehen, dieses ist und soll nicht per se verordenbar sein. Das Stadthild wird stark durch okonomische und eigentumsrechtliche Faktoren beeinflusst und die damit verbundenen Auswirkungen sind entsprechend dem Anlassfall immer neu zu bewerten. Das Bild einer Stadt ist und soll bis zu einem gewissen Grad gegenüber Veränderungen offen und flexibel sein Wie erwähnt, ist die gründerzeitliche Bausubstanz in ihrer Qualität bestimmend furdieWienerStadtgestaltundLebensqualität. indenvergangenenJahren wurde eine Reihe von Studien in Auftrag gegeben. Ziel war es, ausgehend von den Besonderheiten dieser Areale den Bestand in Zukunft noch besser zu schutzen, sodass seine Vorteile erhalten bleiben, wahrend Nachteile weit gehend behoben werden k6nnen. Bisherige Strategien haben nur zu Verbesserungen in Teilsegmenten der Orunderzeit geführt. Im Sinne eines ganzheitlichen Umgangs mit dem „Stadtsystem Qrunderzeit" ist fur eine kunftige Weiterentwicklung sowohl ein Änderungsbedarf bei bestehenden Regelwerken als auch im Bereich der F6rderinstrumente notwendig. Im Zusammenhang mit der Unterschutzstellung der Wiener Innenstadt als Weltkulturerbe sind Dachausbauten als Qestaltveränderung in der Stadt ins Blickfeld geraten, eine Bauform, die seit den Boer-Jahren in immer gröJSerer Zahl realisiert wird. Um eine einheitliche und adäquate Behandlung der vielen Einzelprojekte zu erreichen, die in Summe von groJSer Bedeutung fürs Stadtbild sind, ist es notwendig, eine einheitliche Strategie für den Umgang mit Dachgeschojtausbauten zu verfolgen. Dachausbau soll unter der Prämisse von entsprechender architektonischer Quaiitat erfolgen. Nicht nur an fur die Stadt bedeutsamen zentralen Orten muss mit höchstem Qualitätsanspruch sensibel auf das Umfeld reagiert werden, auch in stadtgestalterischen Randlagen ist Architekturqualität gefordert. Das vorliegende Strategiepapier soll unter hohem Qualitätsbewusstsein neuen architektonischen Entwicklungen gegenüber offen stehen und wird in Zukunft noch weiter zu verfeinern sein. Und schliejJlich wird derzeit der Qualitätsverbesserung der öffentlichen Räume besonderes Augenmerk geschenkt, wie das „So-Orte-Programm" zeigt, dessen Ziel es ist, innerhalb von S-Z Jahren, beginnend mit dem Jahr zooi, eine Reihe von Freiraumgestaltungen zu realisieren, die u. a. speziell mit Burgerbeteiligung durchgeführt werden Parallel läuft die Initiative „Neuinterpretation des öffentlichen Raumes", in deren Rahmen langfristige Entwicklungspläne für den Aujkenraum in den Wiener Bezirken erarbeitet werden. Q I ' lk, Abb 44 Sichtachsen gemäß Hochhouskonzept zooz Quelle Hochhauskonzeptzooz 'rsm' eh, Abb 4S aezirkssichtachsen gemäß Hochhauskonzept Z004 A Grunderzeitliche aausubstanz üll %r:Jjfä äftr k Ai ' " g g II II g . Dachgeschogausbau t95 STEP OS D. iy. HANDLUNCEPELDER DER STADTENTWICKLUNC RÄUMLICHES LEITBILD DER STADTENTWICKLUNC WIENE g. Räumliches Leitbild der Stadtentwicl&lung Wiens WIEN WIRD IN DEN NÄcHsTEN Jahren und Jahrzehnten seine traditionelle Südund Westorientierung zugunsten einer Stadtentwicklung verändern, die in alle Richtungen wesentliche Entwicklungsimpulse aufweist. Die im Leitbild der regionalen Entwicklung gezeigte neue Orientierung Wiens auf ein modernes, wirtschaftlich und politisch integriertes Mitteleuropa wird sich in den nächsten Jahren zunehmend in der inneren Stadtstruktur widerspiegeln Die wesentlichsten Veränderungen entstehen durch eine massiv ergänzte und erneuerte Verkehrs infrastruktur, die einerseits weit nach augen, in das Wiener Umland, ausgreift (Si, Azz) und andererseits im Inneren neue Standorte schafft. Als Beispiel sei die Heranführung der Westbahn durch den Lainzer Tunnel an den neuen Bahnhof Wien — Europa Mitte genannt, womit erstmals eine hochrangige und zentrale Anbindung Wiens in alle Richtungen möglich wird und gleichzeitig ein neuer Stadtteil „Sudbahnviertel" in höchst attral&tiver Lage mitten in der Stadt geschaffen werden kann. Durch den Ausbau des U-Bahn-Netzes und moderner neuer Stra(3enbahnlinien werden Stadtteile verkehrlich hervorragend an die übrigen Stadtteile angeschlossen und ermoglichen so die Entwicklung von Wirtschaftsstandorten, neuen Burokonzentrationen und moderner, durchmischter Wohnviertel. Dies ist vor allem für die nordöstlichen Stadtteile von gro((er Bedeutung, da es ein wesentliches Ziel der Stadtentwicklung in den nachsten Jahren sein wird, in den zuletzt rasch an Einwohnerlnnen gewachsenen Bereichen nordlich der Donau durch die Schaffung attraktiver Standorte Arbeitsplätze zu schaffen. InnerstädtischliegendieSchwerpunkteaufdemweiterenAusbau und der optimalen Nutzung vorhandener Flachen und Standorte. Im Besonderen gilt das in den nächsten Jahren für den Bereich Erdberger MaisSimmering, wo noch erhebliche Entwicklungspotenziale bestehen, sowie den Bereich Donaukanal — PratersternMessegelände, wo durch die Uz-Verlängerung eine erhöhte Standortqualitat entstehen wird. Nördlich der Donau wird die Verlangerung der Ui den Bereich zwischen dem zentrum KagranundderGro(sfeldsiedlung wesentlichattraktivierenundneue Nutzungen anziehen. Ähnliches gilt für die Verlangerung der Uz nach Stadlau-Aspern, womit dieser Stadtteil erstmals in hervorragender Qualität an die südlichen Stadtgebiete angeschlossen werden kann. In einer zweiten Phase, in den Jahren nach zoIo, wird sich die Entwicklungsaktivitatsukzessive inneueGebieteverlagern, die bis dahinmitden neuen infrastrukturen engeschlossenwerden Dies gilt insbesondere für den Bereich Flug feld Aspern, wo durch die weitere Verlangerung der Uz und die Schlie(äsung des Regionenrings für Wien mit der SI erstmals nördlich der Donau eine Standortqualität geschaffen wird, wie sie dem bisher bevorzugten Sudosten der Stadt vorbehalten war Diese Chance soll dazu genutztwerden, hiereinenneuen, vollwertigen Stadtteil für Wohnen und Arbeit entstehen zu lassen, der langerfristig wieder ein Stück dazu beitragt, die innerstädtische Balance zwischen den nordlich und sudlich der Donau gelegenen Gebieten auszugleichen. Es wird ein wesentliches Ziel sein, diesen Bereich baulich kompakt, in Anschluss an bestehendes Siedlungsgebiet und mit hochrangiger OV-Erschlie(äsung zu entwickeln und ein Ausufern des städtischen Gebietes ü her die Stadtgrenze hinaus zu vermeiden — nicht zuletzt, um die geplante Schlie(äsung des Grüngürtels im Nordosten Wiens realisieren zu können In dieser zweiten Phase wird auch die Entwicklung und Nutzung des Gebietes um den Bahnhof Wien — Europa Mitte spruchreif werden, wo durch den Bahnhof mit S-Bahn-Knoten und die Verlangerung der Uz vom Karlsplatz nach Süden ein durchgrunter Stadtteil in hervorragender, dann zentraler Lage wachsen kann. Gemeinsam mit den Entwicklungen zwischen LandstraJ(e, Erdberger Mais und Eurogate soll hier zukünftig ein moderner lnnenstadtbere ich entstehen, der im europaischen Vergleich attraktiv und dynamisch wachsen kann. Wie diese Beispiele zeigen, soll Wien in den nächsten Jahren den Weg einer kompakten baulichen Entwicklung weiterverfolgen, der gemeinsam mit dem massiven Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel die Voraussetzungen dafür schafft, IN das weitere Wachstum des MIV zu bremsen, D» wertvolle Flächen an den Stadtrandern fur Erholung und Natur freizuhalten, I& flächenund energiesparende Bauweisen in den neuen Stadtteilen zu realisieren und somit insgesamt durch geeignete Stadtplanungsma(snahmen die Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu legen. Erst das Konzept der nachhaltigen Stadtentwicklung ermoglichteineauchlangfristig(energie-)krisensichere Entfaltung der Stadt und ihrer Wirtschaft, sie ist die Voraussetzung für hohe Lebensqualität durch geringere Schadstoffe und durch die Erhaltung von wertvollen Grunräumen in und um Wien. Das Räumliche Leitbild zeigt, dass sich die bauliche Entwicklung Wiens auch in Zukunft weit gehend auf Achsenräume konzentrieren soll, die mit hochrangigen öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen werden und die eine Voraussetzung dafur bilden, dass auch die Bewohnerlnnen des Wiener Umlandes die Chance haben, Arbeitplätze und zentrale Einrichtungen Wiens ohne Pkw zu erreichen. Die Schlie(kung und Verzahnung des Grungürtels um Wien soll schlie((lieh — in enger Abstimmung mit dem Land Niederosterreich und den Umlandgemeinden — die Anforderungen einer mitteleuropäischen Gro(kstadt erfüllen, die von hervorragenden Naturräumen durchzogen und umgeben ist, einer Gro(tstadt, die diese Vision als Teil ihrer Identität sieht und entwickelt. D 196 Karresv Rüurnliches Leitbild der Stad ten twickl und Wiens 3 3 3 V 2 2 3 3 C ( 2 2 Q 3 3 3 V a / 4 e II n I 2: B S ~ II Cc 5I::X: ~ O ~ RR Ã IR IO 4I IV. HANDLUNGSFELDER DER STADTENTWICKLUNG RÄUMLICHES LEITEILD DER STADTENTWICKLUNG WIENS STEP 05 199 ~~ ( ~ " ~ ~ ~ ~ ~ ~ STEP OS V. ZIELDEBIETE DER WIENER STADTENTWICKLUND )L 1% Tt 'LD pääTE T derr AufmZielgebiete der Wiener DIE IM FoLGENDEN BEscHRIEBENEN Zielgebieteder Wiener Stadtentwicklung stellen eine Neuerung in der Präsentation der Anliegen und der Arbeitsweisen der Stadtentwicklung dar: Hier wurden bewusst spezielle Teile des Stadtgebietes ausgewa hit, in denen au fg rund ihrer Ausgangssituation oder der erwarteten Veränderungen in den nächsten jahren eine hohe erksamkeit Stadt erforderlich sein wird Sei es, dass besondere Problemlagen zu bewältigen sein werden, sei es, dass dort herausragende Entwicklungspotenziale und Chancen liegen, die im gesamtstadtischen Interesse genutzt werden sollen. Die programmorientierte(und Verwaltungsgrenzenuberschreitende)Arbeit in den Zielgebieten dient dazu, alle flachendeckend eingesetzten Entwicklungsmafsnahmen der Stadt inhaltlich zu ergänzen und koordinierend zu vertiefen. Nicht nur die Zielgebi etc, auch die anderenTeilederStadtwerdenwiebishermithoherAufmerksamkeit fur ihre Entwicklungsanliegen betreut werden. FürdieZielgebietederWienerStadtentwicklungsollenhandlungsund entwicklungsorientierte Programme — ma(SgeStadtentwicl(lung schneidert auf die jeweilige Herausforderung oder Problemstellung — erarbeitet und umgesetzt werden. Bezirke, relevante Akteurlnnen aller betroffenen Einrichtungen, vertreterinnen der Bevölkerung und der Wirtschaft werden hierzu eingeladen. FuralleZielgebietewerdenintegrativePlanungsschrittesowie die Berucksichtigung der Prinzipien der Nachhaltigkeit, der Diversitatspolitik und des Gender Mainstreaming vorgesehen. Partizipative Planungsver fahren werden mit je nach Grö(Se und Struktur der Zielgebiete unterschiedlich geeigneten Formen angewandt. Soweit in den Zielgebieten städtebauliche Ma(Snahmen gesetzt werden, sollen dabei auch entsprechend den Zielen des KliP Wien klimaschutzund energierelevante Innovationen angewendet werden (z. B. Forcierung von Fernwärme, Alternativenergien, erhöhte energetische Standards, Passivhä user auch im Bereich der wirtschaftlichen Nutzungen„, Klima-Mustergebiete" als Pilotprojekte . . . ). Die Qualitätssicherung der städtebaulichen Entwicklung und der Landschaftsraumgestaltung sollte auch weiterhin verstärkt durch Wettbewerbsverfahren erfolgen. Boa V. ZIELOESIETE PER WIENER STAOTENTWICKLVNO STEP OS In den Zielgebietsprogrammen sollen auf thematisch adaquate Weise die Entwicklungsziele und -maJSnahmen für etwa S bis io Jahre festgehalten werden. AufgrundderErfahrungenmitstädtischenund EU-geförderten Programmen ist es sinnvoll, die programme auf die jeweiligen Aufgabenstellungen methodisch und inhaltlich passend auszurichten. Dabei soll es aber fur alle Programme vergleichbare Mindestinhalte geben, die auch die Voraussetzungen für die begleitende Beobachtung der Umsetzung (Monitoringj bilden. Zu diesen inhalten gehören: c» die Festlegung des Zielgebietes IN eine Analyse der wichtigsten Probleme, Herausforderungen und Chancen fur die Entwicklung des Gebietes IN die möglichst konkrete Formulierung von Zielsetzungen, auf die das Programm ausgerichtet ist IN Ma(Snahmen, die zur Erreichung der genannten ziele beitragen sollen möglichst mit quantitativen Angaben IN der Zeitraum, in dem das Programm umgesetzt werden soll IN Realisierungsschritte, zeitplan und zustandigkeit für die Maßnahmen Die Zielgebietsprogramme sollen mit intensiver Beteiligung der Bezirksvertretung en erstellt und auf städtischer Ebene politisch beschlossen werden, wobei die Stadtentwicklungskommissian als vorbereitend es Organ fungiert. Damit die Umsetzung der Zielgebietsprogramme zügig erfolgen kann, soll eine Begleitgruppe das Umsetzungsmonitoring durchführen. Hier sollen die beteiligten Bezirke-als für die Umsetzung wesentlich verantwortliche Stellen — und allenfalls relevante Aktivgruppen des Zielgebietes vertreten sein. Da die Majtnahmen für die Zielgebiete nicht ober einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren festgeschrieben, sondern immer wieder auf neue Herausforderungen und Entwicklungschancen ausgerichtet werden sollen, ist es sinnvoll, nach etwa S Jahren eine Evaluierung der Fortschritte durchzuführen und die Zielgebietsprogramme nachzujustieren. Um die Erfahrungen mit diesem neu zu entwickelnden, flexiblen Programmset für Wien laufend zu sammeln, auszuwerten und zur Verbesserung der Umsetzungsaktivitaten zu verwenden, soll ein Austauschund Lernprozess eingeleitet werden, der es den Teilnehmerlnnen an der Programmarbeit und-umsetzung erlaubt, durch Beobachtung, Reflexion und Berichterstattung, die Programme selbst und die angewendeten Umsetzungsver fahren zu verbessern und die dabei gemachten Erfahrungen zwischen den Zielgeiiieten auszutauschen. C» Der Zielgebietsansatz: W Zielgebiete stnd auf besttmmte Themen/Herausforderungen/Chancen ausgerichtete, zusammenhangende Teile des Wiener Stadtgebietes. w Sie sind nicht exakt abgegrenzt, sondern beziehen wichtige Auswirkungen und Beziehungen zu außerhalb gelegenen Funktionen oder Stadtteilen mtt etn. W Engagement seitens der betroffenen Bezirke und relevanter Akteurlnnen ist Voraussetzung fur Programmstart in einem Zielgebiet. w Zielgebietsprogramme sind offen hinsichtlich Arbeitsweisen, Methoden, w Erstellt werden in der Regel mehrjährige programme (S — to Jahre) mit konkreten Maßnahmen/Projekten. ~ Bei Erarbeitung und Umsetzung werden relevante Akteurlnnen einbezogen. ~ Vmsetzungsbeglettung — Monitoring w Dokumentation im Stadtentwicklungsbencht (Funfjahresrhythmus siehe unten). w Lernprozesse werden ermoglicht durch regelmaSigen Austausch zwischen Verwaltung, Al&teurlnnen und beteiligten Fachexpertlnnen aus verschiedenen Zielgebieten. w Die steuerung und LZualitätssicherung der parallel laufenden Programmerstellungsprozesse erfolgen in einem gemeinsamen ProgrammManagement. w Die Finanzierung der Programmerstellung erfolgt durch die Stadtplanung, jene der Detailplanung und der Maßnahmen durch die zuständigen Magistratsabteilungen, duch die Beztrke sowie nachgelagerte Dienststellen und Unternehmungen der Stadt Wien in ihrem jeweiligen Wtrkungsbereich. Vorgeschlagene Zlelgeblete Die Auswahl und vorlaufige raumliche Beschreibung der Zielgebiete erfolgtenachthematisch-inhaltlichenundräumlichenSchwerpunksetzungen. Esging bei der Auswahl darum, jene Gebiete zu erfassen, IN VOn denen wesentliche Impulse fur die Stadt zu erwarten sind c in denen Auswirkungen der dort stattfindenden Entwicklungsprojekte auf die Umgebung und Bevölkerung besonders intensiv sein werden rp in denen aufgrund drängender Problemlagen intensive und gebundelte Entwicklungsaktiwtaten erforderlich sein werden Die genaue Bestimmung der Zielgebiete, Bearbeitungsinhalte und der zeitlichen Ab folge der Bearbeitung wird in den nächsten Jahren aufgrund der Aktiao3 STEP OS D V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNG Sp Umsetzungsmonitoring a Begleitgruppe zur Erfassung der Programmumsetzung aus Vertreterinnen der Verwaltung, der bete ihg ten Bezirke und Akteurlnnen w regelmaßige Benchterstattung über projektentwicklung und -umsetzung w Hinweise zur Unterstutzung der Maßnahmenumsetzung W Beobachtung neuer Entwicklungstendenzen und Anforderungen, Anpassung der Programme D. Austauschund Lernprozess w Erfahrungen mit Programmumsetzung, Anforderungen zur Unterstutzung der projektentwicklung und -umsetzung sollen regelmaßig zwischen an der Umsetzung Beteiligten (Verwaltung und Externe) ausgetauscht werden. ~ . Das Programm-Management sorgt fur die Auswertung der Erfahrungsergebnisse und entwickelt daraus Verbesserungsvorschlage für die Programmgestaltung und -umsetzung. vitäten der Verwaltung und des Interesses von Bezirken und Bewohnerlnnen festgelegt werden Es ist dabei davon auszugehen, dass die Programmarbeit furdieZielgebietezeitlichgestaffeltdurchgefuhrtwird, wasesauchermoglicht, fachliche Expertise und Betreuungskapazität in einer überschaubaren Anzahl von Programmen zu bündeln. Mit der Bearbeitung der Zielgebiete in der vorliegenden Form wird ein Weg beschritten, die strukturellen und landschaftlichen Besonderheiten und CharakteristikaeinzelnerStadtteileüberdieadministrativen(Bezirks-)Grenzenhinweg zu erfassen und Ansatzpunkte fur entsprechende Entwicklungsschritte aufzuzeigen. Die folgenden Zielgebiete sind jene Gebiete, in denen nicht nur die Vielfalt der urbanen Struktur am deutlichsten zum Ausdruck kommt, sie sind auch jene, deren positive ökonomische undsoziale Entwicklung fürdie gesamte Stadt von entscheidender Bedeutung ist. Folgende Zielgebiete wurden ausgewählt: Die historische City, deren Funktion als zentraler Wirtschaftsund Wohnstandort auch unter den baulichen Schutzbestimmungen sicherzustellen ist Hier wurden als zentrale Herausforderungen die Tourismusentwicklung, die Sicherung der Zentren funktion sowie die Berucksichtigung der Anforderungen aus dem Status des Weltkulturerbes versus zeitgemä(fe Architektur formuliert. z Das Gebiet Bahnhof Wien — Europa Mitte — Erdberger Mais ist das gröjite und das wichtigste Entwicklungsgebiet im dicht bebauten Stadtgebiet. Die Neunutzung des Bahnhofareals sowie die grojjen Flächenreserven bieten gro (se stadtentwicklungsstrategische Entwicklungspotenziale (w sTRAp) Der grojfe Entwicklungsbereich Uz-Donaustadt/Flugfeld Aspern, der mit seinen Potenzialen zu einem Zentrum mit regionaler Verflechtung ausgebaut werden soll 4 Der Teilraum Floridsdorf — Achse Brünner Strajle, der, ausgehend vom gründerzeitlichenZentrum Floridsdorf vorallemvondenauseinanderfallenden Handelsfunktionen sowie der Siedlungsentwicklung entlang der strukturbildenden ÖV-Linie deutlich geprägt ist. Der Bereich Siemens-Allissen, wodurch Nutzung der Kompetenzen von Leitbetrieben neue Impulse für eine urbane Gebietsentwicklung zu erwarten sind. 6 Das Donaufeld, mit dem Ziel, einen lebendigen Stadtteil mit hoher Lebensqualitat zu schaffen, wobei hier die Durchmischung mit Arbeitsplätzen, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie der Schutz des von einer Bebauung freizuhaltenden, wichtigen Grünkeils im Vordergrund stehen. Das Zielgebiet Waterfront (Stadt am Wasser), um hier auf Möglichkeiten hinzuweisen, die diese besonderen Lagen vor allem in Hinblick auf die bauliche Entwicklung (Büros, Wohnungen), aber auch auf die Lebensqualität bieten 8 Der Bereich Rothneusjedl (Entwicklungsoption), der aufgrund der Nahe zu hochrangiger lnfrastrukturAnsätze und Möglichkeiten fureine Entwicklung bietet. 9 Das Wiental, westliches, Tor zu Wien". Diese wichtige innerstädtische Grünverbindung vom Wienerwald bis zum Donaukanal ist gekennzeichnet durch das Nebeneinander von geschützten Landschaftsteilen, historischer Kultur und einer zu inszenierenden Flusslandschaft. 204 V. Zl E LEE RIETE DER WIENER STADTENTWICKLUN C To Das Zielgebiet Westgürtel, bei dem die wesentliche Aufgabe darin besteht, durch Ma(snahmen der Stadterneuerung, der Stabilisierung der angrenzenden Geschäftsstra(ten, Imageau fwertung und Verbesserung der angrenzenden Gründerzeitviertel, Verkehrsorganisation, Diversitätskonzepten eineVerbesserung der Lebensqualität für alle Bewohnerlnnen herbeizufuhren. Td Der Bereich des Donaukanals, wo die okolog ische Bedeutung der Uferebenso hervorgehoben werden soll wie die Attraktwierung des Raums für Freizeit und Wohnen sowie die Moglichkeit, Unternehmensstandorte durch Flagshiparchitektur (am Wasser) zu inszenieren. ta Der Teilraum PraterMesse Krieau -Stadion, der in einen der bedeutendsten Landschaftsräume der Stadt eingebettet ist und bei dem die zukünftige Herausforderung darin besteht, die Synergien zwischen bestehenden und neu zu errichtenden Einrichtungen zu nutzen sowie die Integration von Erholung, Kultur und Unterhaltung herzustellen. 13 Das Zielgebiet Liesing-Mitte, das von hochrangigen üV-Linien (S-Bahn, U6) erschlossen wird, und wo es einerseits gilt, bestehende Wohnbaureserven zu entwickeln und andererseits Gewerbeund gro(tflächige industriegebiete den Anforderungen umzustrul&turieren. an moderne Produktionsstandorte anzupassen und a 4 STEP Os 205 STce OS D V. ZIELGEBIETE DER WIENER STADTENTINICKLUNG zo6 Abb 46 13 Zielgebiete der StadtentIuicklung V. ZIELE EBIETE DER WIENER STADTENTINICKLUNÖ STEP OS "' E KAI , I ;/' ICE PJ C CIO C» C DD IJ LJ c LIJ Cl N» » ESS ÖJ L» Cl Öl C) 4J v+ Vl » U CD ÖJ Ö I Qß O ÖJ E» I CIJ CV A» :Nl ÖJ N o D /1 ICT I 207 Stet' Os D. V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTINIGKLUNG O yQ~ O O Grenzriberschreitende Kooperation Ausbau des hochrangigen Verkehrs Verbesserung der Verkehrsorganisauon Bgrokonzmitratien forschung c Emuricklung, Technologie, industrielh produkuon Logistik Vielfältige kleinraumige Nutzung durch Gewerbe und Diensäeistungen Tourismus Rekaumwsorgung Umweltreleeaiite Aspekm (z. g. lärm) Soziale Infrastruktur lcesundheitsund Betreuungseinnchtungen) Spezilika in Demografie und Sozialstruktur Die city Allgemeine Beschreibung DIE CITY IET DAE HlsToRlscHE und kulturelle Zentrum Wiens sowie das administrativ-politische Zentrum Osterreichs I I % der Gesamtbevölkerung, zo% aller Arbeitsplatze der Stadt entfallen auf die City; es dominiert der tertia re Sektor ein Drittel der Dienstleistungsarbeitsplatze sind in der öffentlichen Verwaltung, IA % im Kreditund Versicherungswesen, 13 % der Arbeitsplatze im BereichVerkehrund Nachrichtenübermittlung. Die City ist auch einer der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte Wiens. Deutlich ablesbare, aufeinander folgende Bauund Entwicklungsperioden kennzeichnen die bauliche Entwicklung der Wiener Innenstadt, das hochrangige öffentliche Verkehrsnetz ist auf die City ausgerichtet, Stadtrandgebiete und Umlandregion Wiens sind daher gut an das Zentrum angebunden. Zahlreiche Fu(kgängerzonen und eine gro(te Anzahl an Durchgangen bilden ein gutes fu(äläufiges Netz. Historische Grünflächen (Stadtpark, Burggarten, Volksgarten, Rathauspark) pragendasGesamtbildderCityundsindauch furdie ß@ Konzentnerte Bebauung c Stadtbild/Nochhauskonzept on/oft Spezifische Wohnformen Erholung der Bewohnerlnnen und Besucherlnnen von Bedeutung. Der gesamte i. Wiener Gemeindebezirk ist in die Weltkulturliste der UNESCO aufgenommen worden. Herausforderungen Die Wohnbevölkerung ist aufgrund der mangelnden familienfreundlichen Wohnsituation rücklaufig, dadurch besteht die Gefahr der Überalterung. Durch die Absiedlung wichtiger offentlicher Einrichtungen (Gerichte, Finanzamt) sowie dem Bedeutungsverlust als Bürostandort, u. a begründet durch die geringen Expansionsmoglichkeiten, kommt es zu einer Schwächung der wirtschaftlichen Zentrenfunktion der City und damit zu einem Rückgang der Arbeitsplätze Fur die vermehrt leer stehenden Gebaude gibt es Schwierigkeiten bei der Nachnutzung. Durch restriktive rechtliche Rahmenbedingungen(z. B. Denkmalschutz, Weltkulturerbe) wird der Handlungsspielraum für investoren eingeschränkt, daher reduziert sich die Bautatigkeit fast ausschlie(glich auf Sanierungen sowieZu-und Umbauten, im Bereich derWohnnutzung aufWohao8 V. ZI ELDER IETE DER WIENER STRDTENTWIGKLUNG Ni STEP OS nungszusammenlegungen und Dachgescho(tausbauten. Abbrüche und Neubauten gibt es nur sehr wenige. IndenletztenjahrensteigtdieCiuaütätderwohnungen-Wohnungsgrö(Se und Standard — der hochwertige Wohnungsmarkt wird forciert. Obwohl die bestehenden Tiefgaragen nicht immerausgelastet sind, besteht aufgrund der weiterhin grojten Attraktivitat der City als Berufs-, Einkaufsund Wohnstandort ein (scheinbares) Parkplatzdefizit. Die im Verkehrskonzept für die Wiener City aufgestellte Forderung, Crief )Garagenstandorte ausschlie(Slieh im au(Seren Cityrandbereich zu situieren, konnte nur teilweise realisiert werden. Entwicjclungsziele — Strateglen — Ma fsnahmen Strategien Ip Erhaltung der City als überregionales Zentrum von nationaler und internationaler Bedeutung c funktionelle Ergänzung und Starkung der Wechselwirkungen der City mit ihren (traditionellen) Cityerweiterungsgebieten Wien-Mitte und linkes Donaukanalufer c» Erhaltung der historisch wertvollen Altstadt e» Forcierung des Tourismus w Aufrechterhaltung der Multifunktionalität der Wiener City unter Berücksichtigung der Balance zwischen den Anforderungen des kulturellen Erbes einerseits und den funktionellen und wirtschaftlichen Erfordernissen andererseits c Belebung der Innenstadt durch Vielfalt IN Attraktivierung der City als Wohnstandort c Förderung der Durchmischung mit wohnverträglichen Arbeitsstätten t Erarbeitung von zeitgemäjten Entwicklungsspielraumen fur die historische Bausubstanz EN SOrgfältiger Umgang mit der stadtbildprägenden Dachlandschaft IN Reduzierung des Iv bei gleichzeitiger Forcierung des Ov IN Alltagstauglichkeit für die ansässige Bevolkerung aufrechterhalten (Versorgung mit Dienstleistungen und Waren) E Erhaltung und Neuschaffung von nicht kommerzialisierten „Nischen" (Naherholung, Alternativkultur .. ) Schutzkategorien) für investoren. Erarbeitung zielkonformer Projekte unter Vermeidung von Privatisierungstendenzen bezüglich des öffentlichen Raumes IN Sicherungderbestehendenlnfrastruktureinrichtungendurch entsprechende widmungsma(sige Festsetzungen E» Schaffung rechtlicherVoraussetzungen bau von Dachgescho(Swohnungen, fürdenmajtvollenAusFörderung eines maltvollen Dachbodenausbaues c» Überprufung der Standortvarianten und bedarfsorientierte Realisierung von Tiefgaragen in Verbindung mit der Reduktion von Steil platzen an der Oberflache (MPV oS) w weitere Verkehrsberuhigung im Stadtzentrum c Erhaltung der kleinräumigen, fu(Slaufigen Vernetzung Ip. Erhaltung und Pflege der historischen Parkanlagen als Beitrag zur Stadtbildpflege und zur Erholung c» Förderung und Sicherung von bestehenden lnfrastruktureinrichtungen wie Bildung, Freizeit, Kultur, Gesundheitseinrichtungen z Sicherung von Hofgrünflachen, um das Kleinklima zu verbessern IN bewussterAusbau der„planierqualität" (Barrierefreiheit, Gehsteigbreiten ... ) auch auf der Ringstra(te und am Kai I» vermeidung der Kommerzialisierung des offentlichen Freiraums, Vermeidung von Bodenverdichtungen, Kompensationen fur die lnanspruchnahme der Flachen fordern IN Integration der Gewässer (wienfluss, Donaukanal) Cl Majtnahmen D. differenzierte Festsetzung der wohnzone im Flachenwidmungsund Bebauungsplan zur Sicherung von vorhandenem und Schaffung von neuem Wohnraum D» Festsetzung von Gemischtem Baugebiet für den gesamten i. WienerGemeindebezirkunddifferenzierteWohnzonenalsVoraussetzung für eine Durchmischung der Nutzungen mit Arbeitsstätten wie Büround Geschaftshauser Ip. Optimierung der Baugenehmigungsverfahren durch Zusammenfuhrung der verschiedenen Rechtsmaterien (diverse 209 STEP DS D V. ZIELGEEIETE DER WlENER STADTENTWICKLUNG Wichtiges Stadtzentrum r~cr Grenzuberschrertende Kooperation Q Qa 6 BusleudeshochrangigenVerkehre Verbesserung der Verkehrsorganisation Bürokonzentration Pmschung E Entwicklung, Technologie, industritele produktion togrstrk Vwlfeltige kleinäumige Nutzung durch Gewerbe und Dienstlwstungen Tounsmus Qf lbdraunwersorgung umwehreleuanteßspekte(z. g lärm) Infrastruktur(cesundheitsund Bereuungswnri tungen) Spezrfika rn Demografie und Sozralstruktur 4i Rül den QPon/orf Konzentrierte Bebauung Stadtbild/Nochhauskonzept SpeziTischeWohnformen Bahnhof Wien — Erdberger Mais Allgemeine Beschreibung Das Geerct eesTBNT Aus unterschiedlichen „Entwicklungszonen", es umfasst den Bahnhof Wien — Europa Mitte und das angrenzende Südbahnviertel, das Planungsgebiet Arsenal, die Aspanggründe, Neu Erdberg und Simmenng (Erdberger Mais). Dieses Areal wurde auch als eines der strategischen Projekte in den Strategieplan aufgenommen. Insbesondere kann man unterscheiden. IN beim sudbahnvrertel (Bahnhof wien) zwischen dem Nordteil und den Flächen des dzt. Frachtenbahnhofs (bis zur Gudrunstralke) tn beim Arsenal zwischen dem Bereich an der Kelsenstrajse (dzt Panzerwerkstätten) und dem Sudteil (dzt. Bundesversuchsanstalten) tn beidenAspanggrundenzwischendemnördlichenTeil, benachbart zum Wohngebiet, sowie dem sudlichen Teil, angrenzend zum tandstrajter Gürtel b» beim Erdberger Mais zwischen Flächen im Anschluss an bestehendes Wohngebiet(Karree St. Marx und entlang Schlachthausbahn) und dem weit gehend betrieblich genutzten Mittelter I mit der Hochlage der Azg — Südosttangente teil an der A4 bzw. OstHerausforderungen insgesamt besteht hierein enormes Entwicklung spotenzial, dessen Obergrenzen in (nachstehend beschriebenen) einzelnen Planungsverfahren ausgelotet wurden, das aber innerhalb des STEPPlanungshorizonts keinesfalls zur Ganze konsumiert werden kann. l/ielmehr ist damit zu rechnen, dass sowohl die Nachfrage nach diesen Standorten als auch die Finanzierbarkeit der Infrastruktur mittelfristig nureine Realisierung von Teilbereichen erlaubt. InAbhängigkeit vom Ausbau der Infrastruktur werden diese Teilbereichesinnvollerweise inunterschiedlichen Phasenzuentwickeln sein Entwicklungszone Bahnhof WienEuropa Mitte Auf dem Areal des heutigen Süd-/Ostbahnhofs wird ein neuer Bahnhof errichtet. Ziel ist die Realisierung eines Durchgangsbahnhofs sowie eine bessere Anknupfung an den städtischen Nahverkehr. Daruber hinaus soll auf dem Gelände des heutigen 210 V. ZIELE EEIETE DER WIENER STADTENTWIGKLUNG /, 35 t" eae Nl STEP 05 3.3. MDENDKN Iskssshuks Ry Skkös DS RENösks Iu NENN Euukksw N EDNN EGPNNN Vs 4 ~ D Frachtenbahnhofs ein attraktiver neuer Stadtteil entwickelt werden, der auch zur Beseitigung der massiven Barriere, die derzeit durch das Bahnareal gegeben ist, beitragt. Die in Zukunft nicht mehr von den üBB benötigten Flachen im Frachtenbahnhof sollen dadurch einer hoherwertigen Nutzung zugefuhrt werden. Daraus sind Mehreinnahmen erzielbar die fur die izealisierung des Bahnhofs benutzt werden konnen Die erforderlichen Umwidmungen werden auf Basis des Masterplans erfolgen. Entwicklungsziele StrategienMa f5nahmen Ausgehend von den Zielen des Masterplans, der die primaren Strukturen in Form von Bau feldern, Freiräumen, Erschliejsung, sozialer Infrastruktur, räumlich gestalteten Auspragungen sowie die stadtebaulichen Kennziffern festlegt, kann mit folgender Entwicklung gerechnet werden. Entsprechend seiner Bedeutung alsVisitenkarte der Stadt soll ein freigestellter Bahnhof, der visuell in den Entwurf zum M aster plan D noör summe Buro, Handel, Wohnen Buro, Handel, Wohnen Wohnen, Buro, Handel, DL, Cewerbe Buro, Wohnen Buro, Handel, DL 970 3 240 150 340 5. 160 SudtirolerPlatzhineinragtundjeeinenattraktivenVorplatz im Norden und Süden hat, errichtet werden. Nördlich des Bahnhofs ist ein urbanes und dicht bebautes Stadtviertel geplant, in dem in erster Linie Buros sowie Handelsund Dienstleistungseinrichtungen, aber auch ein Hotel und Wohnungen inuntergeordnetem Ausmajs Platz finden sollen. Unmittelbar südlich des Bahnhofs soll ein Viertel mit ausgewogener Nutzungsmischung entstehen, das auch eine Verbindung zum anschliejsenden Bereich desöo. Bezirks herstellt. Stadtebauliche Akzente sollen die Bedeutung der Viertel beiderseits des Bahnhofs betonen. B B30 4 420 1 600 2 850 20. 490 STEP Os D V. ZIELGEBIETE DER WIENER STADTENTIVICKLUNG Auf dem Areal des heutigen Frachtenbahnhofs sieht der Masterplan die Entwicklung eines attraktiven Wohnviertels vor, das umeinenzentralenParkgruppiertist. DerParksollabernichtnur der Grünflachenversorgung der neuen Wohnungen dienen, sondern auch an die bestehenden Strukturen der Umgebung angebunden werden. Für die Sicherstellung der sozialen Infrastruktur sind entsprechende Flachenvorsorgen zu treffen Entlang der Ostbahn soll ein gewerblicher Nutzung vorbehaltener Bebauungsstreif das Wohngebiet von der Bahntrasse abschirmen. Hau ptträger des öffentlichen Personennahverkehrs im Bereich des Bahnhofssind imWesentlichen die 5-Bahn-Linien, dieaufder Schnellbahnstammstreckeverkehren, sowiedie U-Bahn-Linie Ui. Die Anbindung des neuen Stadtteils auf dem Areal des Frachtenbahnhofes an den hoherrangigen offentlichen Verkehr soll durch die geplante Verlangerung der Uz in Richtung Süden erfolgen sowie durch eine Verlängerung der Straßenbahnlinie D. Das Konzept für die Anbindung des motorisierten lndividualverkehrs berücksichtigt die aus den vorgeschlagenen Nutzungen abgeleiteten Prognosen betreffend Verkehrserzeugung und -verteilung. Wichtig ist eine optimale Verknüpfung der Verkehrsangebote, wobei einerseits möglichst kurze und barrierefreie Fußwege angestrebt werden und andererseits das Radwege netz e in schi i eßlieh erforderli eher Erganzungen in das Konzept einbezogen wird. Maltnahmen D» Einleitung der Umsetzungsschritte gemäß dem beschlossenen Masterplan IN Errichtung einer kreuzungsfreien fußlaufigen Verbindung mit dem städtischen Umfeld, die übersichtliche Anordnung der Verkehrsbänder und Haltebereiche der öffentlichen Verkehrstrager, attraktive, kurze und barrierefreie Verbindungen zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern E Entwicklung von wirksamen Losungen fur den ruhenden Verkehr E Projekt „RUMBA", das für Großbaustellen mit Anbindung an den Schienenverkehr eine umweltfreundliche Baustellenabwicklung zum Ziel hat und eine Reduktion des Lkw-Schwerverkehrsdurchverstärkten EinsatzderBahnalsTransportmittel vorsieht Entwicklungszone Arsenal Dieser Bereich ist gekennzeichnet durch großflächige Eigentumsstrukturen mit fehlender interner Erschließung, insbesondere der Sudteil ist in immissionsbelasteter und eher isolierter Lage. Seine Aufwertung hangt von einer direkten Anbindung an eine Uz-Verlängerung ab. Entwlcklungszlele — Strateglen Mallnahmen Aufbauend auf einem Wettbewerbsverfahren wurde ein städtebauliches Leitbild „Strukturplan Arsenal" erstellt, in dem die wesentlichsten Flächennutzungen, die Nutzungsmengen und das Erschließungssystem in groben Zügen angerissen wurden. Der Entwicklungshorizont dieses Leitbildes liegt bei 2025. Die fehlende Verkehrsinfrastruktur sowie die nicht geklärten Absiedlungserfordernisse fur derzeit bestehende Einrichtungen z. B. des Bundesheeres bzw. von Arsenal Research erlauben nur eine schrittweise Umsetzung des stad tebauli ehen Leitbildes Arsenal. In der Endausbau phase könnten marc S. ooo Wohneinheiten furca. 1o. ooo Einwohnerlnnen und/oderIo. oooArbeitsplätze erreicht werden. Das Ergebnis dieses Leitbildes lässt Gestaltungsspielräume offen. Unabhangig von der schrittweisen Realisierung sind jedoch konzeptionelle Grundsätze einzuhalten Die Einbindung in das bestehende Ensemble ist dringend erforderlich, die Nutzungsverteilung hat Bedacht auf die Umfeldbedingungen, insbesondere auf die Lärmsituation zu nehmen. Der ÖV-Erschließung sowie der primär fußläufigen inneren Erschließung ist Prioritat einzuraumen und die Grunraumvernetzung mit dem Umfeld, hier vor allem Belvedere, Schweizer Garten bis Laaer Berg, muss gewährleistet werden. Ma fänahmen Unabhängig von den zeitlichen Entwicklungshorizonten ist dieser Standort durch Forcierung folgender Maßnahmen vorzubereiten: Ip Stärkung und Ausbau des Museumsstandortes (Heeresgeschichtliches Museum) IN Attraktivierung des Kinderfreibades Schweizer Garten IN Stärkung und Attraktivierung einer „Kulturmeile" entlang der Arsenalstraße (zoer-Haus) Schaffung eines internen Erschließungssystems mit Pnoritat ÖV-Sekundärnetz und Verortung stadtteilverbindender Erschließungstrassen in den Randlagen IN Widmungsmaßige Freihaltung der Verkehrstrassen, insbesondere der Uz, sowie ubergeordneter Grunund Frei flächen EN In der Folge soll durch restriktive Anwendung der Widmungsinstrumente die Schaffung neuer Büroflächen auf einen längeren Zeitraum verteilt und zunächst auf Schwerpunkte mit vorhandener Infrastruktur konzentriert werden. Es ist dabei eine Nutzungsmischung von Burostandorten mit Forschungsn Entwicklungsund Dienstleistungsunternehmen anzustreben. Mittelfristig sollen die Gewerbestandorte erhalten bleiben, aber auch neue Gewerbehöfe und Gewerbegebiete entwickelt werden. Entwioklungszone Aspanggründe Für diese ca 22 ha große Entwicklungszone wurde bereits ein StrukturplanAspanggründeerstelltundvonderStadtentwicklungskommission und dem Wiener Gemeinderat einstimmig beschlossen. Der Entwicklungshorizont liegt bei zoi6. Allerdings bestehen auch hier noch Restriktionen, die eine reibungslose Umsetzung 212 V. ZI ELDER IETE DER WIENER STRDTENTWICKLVND Kl STEP OS dergeplantenstädtebaulichenzieleschwierig machen. Dassindvor allem Absiedlungserfordernisse für vorhandene universitäre Einnchtungen sowie der ungeklärte ÖV-Erschlie(tungslevel (S-BahnStation A. -Blamauer Gasse). Im Hinblick darauf wurde im Strukturplan mit einem unteren Limit (SSo. ooo m* Bruttogescho(3fläche (BGF) und einem oberen Limit (4So ooo m' BGF) gerechnet. In Abhängigkeitvonderreellerreichbaren Erschlie(Sungsqualitätkann eine stadtebauliche Entwicklung innerhalb dieser Limits stattfinden. Für einen ersten Entwicklungsschritt wird eine Konkretisierung der städtebaulichen Planung im Ausma(S von zoo. ooo m' BGF im unmittelbaren Einzugsbereich der zukunftigen S&Station St. Marx empfohlen. Mit derschrittweisen Umsetzung des StrukturplansAspanggrü nde wurden entsprechend der definierten Limits in der Endausbauphaseca. z6oo-zoooWohneinheiten fürca 4 ooobisSooo Einwohnerlnnen und ca. 34oo-8 Soo Arbeitsplätze geschaffen. Der Strukturplan Aspanggründe lässt Gestaltungsspielräume offen. Unabhängig von der schrittweisen Realisierung sind jedoch konzeptionelle Grundsätze einzuhalten: Die integration derneuenstadtebaulichen Strukturhat unter Bedachtnahmeaufdiegegebenen Bebauungssituationen im Umfeld und deren Bewohnerlnnen zu erfolgen. Die Geschichte des Ortes ist unter dem Aspekt der Vergangenheitsbewältigung (Verladestation der Wiener judentransporte) zu berucksichtigen. Derüv-Erschlie(Song sowie der primär fugläufigen inneren Erschlie(äsung ist Prioritat einzuraumen, die Nutzungsverteilung hat Bedacht auf die Llmfeldbedingungen, insbesondere auf die Lärmsituation zu nehmen, die Grünraumvernetzung des zentralen Grunraumes „grüne Linse" mit dem Umfeld muss gewahrleistet werden Ma f5nahmen ID widmungsmä(alge Frei haltung der Verkehrstrassen, insbesondere der Uz, sowie übergeordneter Grun-und Freiflächen IN schrittweise Verortung attraktiver Wohnbereiche im Norden sowie in den zu den Grünraum orientierten Lagen IN schrittweise schaffung von Buronutzungen an den immissionsbelasteten Randbereichen (Bzz), A. -Blamauer-Gasse IN verortung von Mischnutzung (uberwiegend Einzelhandel/ Dienstleistungen) im Bereich Schnellbahnstationen St. Marx bzw. A. -Blamauer-Gasse IN verortung eines zentralen Grünraumes( grüne Linse) innerhalb der Aspanggründe. Widmungsmäjtigeverortung und Freihaltung der Grunund Frei flächen, insbesondere einer Neudefinition des Platzes der Opfer der Deportation t VerortungeinesSchulbauplatzesund einesKindertagesheims im Nahbereich eines ÖV-Anschlusses STEP OS D. V. ZI ELDER IETE DER WIENER STADTENTWIGKLUNG Entwicklungszone Erdberger Mais DieStadtentwicklungszone„Neu Erdberg-Simmering" istdas Kernstück der nach Südosten gerichteten stadtebaulichen Entwicklungsachse Wiens zwischen City und dem internationalen Flughafen Wien-Schwechat(iz. ooo Einwohnerlnnen, 4S oooArbeitsplätze). Langfristig soll hier ein multi funktionaler Stadtteil mit einem modernen städtischen Erscheinungsbild und innovativem Standortimage entstehen (Urbanität, Innovativität und Internationalität). Dies soll durch eine standortadäquate Nutzungsverdichtung erreicht werden, die die Wirtschaftsund Wohnfunktion forciert, die Qualität der Nutzungsmischung entscheidend verbessert (Internationalität und innovationsniveau) und dennoch ein urbanes Umfeld mit hoher Lebensqualität sicherstellt. Neben der City soll hier ein zweiter „Central Business Distnct" (CBD) entstehen. (w Kap. Wirtschaft, Entwicklungsgebiete von wirtschaftsstrategischer Bedeutung) Wesentliche Teile des etwa zso Hektar grogen Gebietes sollen demnach kurzbis mittelfristig eine nachhaltige Verbesserung der Nutzungsmischung sowie eine deutliche Nutzungsverdichtung erfahren Ausschlaggebend dafür sind: E» eine hochwertige, leistungsfähigeverkehrsinfrastruktur EN gut erSChlossene, verfügbare Flächen mit hohem Entwicklungspotenzial IN attraktive impulsprojekte(Gasometer T Mobile, office campus Gasometer, Adler c Ameise) in unmittelbarer Nähe IN Anbindung an Naherholungsräume (Prater) Die Verkehrsgunst beruht auf der guten Erschlie(Sung durch öffentlichen Verkehr (U-Bahn-Linie US, Flughafenschnellbahn SZ Stra(tenbahnund Buslinien) und durch direkte Anschlüsse an die Stadtautobahnen A4 (Richtung Flughafen, Bratislava) und AES. Aufgrund der festgestellten Schwächen (geringer Bevolkerungsanteil, hohes Niveau der Arbeitslosigkeit, hoher Migrantlnnenantei, niedriges Bil dungsund Einkommensniveau, schlechte Umweltsituation) wurden die westlichen Teile des Erdberger Mais als URBAN-II-Fördergebiet der EU ausgewiesen (URBAN II Wien Erdberg) Entwicklungsziele/Strategien Der Erdberger Mais stellt aufgrund der hervorragenden Lage und einer bereits voll angelaufenen Entwicklungsdynamik eine Stadtentwicklungszone erster Priorität dar. In einem lang fristig zu betrachtenden Endausbau wird mit einem zusätzlichen Potenzial von ca. Tz OOO Einwohnerlnnen und rund 46. ooo Beschäftigten gerechnet. Aufgrund der Entwicklungspotenziale (Zuwachs von rund 48 6oo Fahrgästen pro Werktag (Quellund Zielfahrten) im Untersuchungsgebiet) ist die Notwendigkeit einer radialen und tangentialen Busverbindung gegeben. EN Zur Herausbildung urbaner Strukturen wird vorgeschlagen, neben imageverbesserndenWirtschafts-undTechnologiesegmenten Wohn funktion und multi funktional en Nutzung smix durch Ansiedlungen aus dem Kultur-, Freizeit, Sozialund V ts e c i h w af a t l l t i u c n h g e s Z b u e s r a e m ic m hz e u n s h tä a r l ken. Damitsolldersozialeundwirdes Stadtteils und seines Umfelds verbessert werden. w Sicherung undAusgestaltungdernotwendigen Grün-und Freiflachen mithilfe des Modells der Mehrwertabschöpfung („ Mehrwert Simmering"). IN Zur Sicherung eines standortverträglichen Nutzungsmix für Wohnen und Arbeiten (Stadt der kurzen Wege), zur Sicherung der sozialen infrastruktur sowie für die soziale Sicherheit in der Stadtentwicklungszone soll in gut geeigneten Randlagen (St. Marx, sudliches Gasometervorfeld — „Mehrwert Simmering") auch Wohnen verortet werden. IN In weniger attraktiven Bereichen, wie im immissionsbereich der Azs und in grö(terer Entfernung von Stationen der öffentlichen Massenverkehrsmittel, sollen — jedenfalls mittelfristig — die Gewerbestand orte erhalten bleiben, aber auch neue Gewerbehöfe und Gewerbegebiete entwickelt werden. ip Kommerzielle Infrastruktur(versorgung) wird in den Entwicklungsschwerpunkten nahe der U-Bahn-Stationen konzentriert. t Kulturhistorisch erhaltenswerte, identitätsstiftende industriegebäude sollen durch lnfrastruktureinrichtungen aller Art genutzt werden. Ma f5nahmen IN Ausarbeitung eigenstandiger Leitbilder für Teilgebiete. I& Fürden stadtteil geeignete, forschungsorientiertewirtschaftliche Entwicklungsfelder (Biotechnologie, Informationsund Kommunikationstechnologien etc. ) sollen zur Nutzungsverdichtung und Verbesserung des Images der Stadtentwicklungszone forciert werden. IN Zielgerichteter Einsatz der gegebenen URBAN-II-Fördermittel der EU für die benutzerorientierte Ausgestaltung des öffentlichen Raums sowie für Forschungs-, Bildungsund Kultureinrichtungen. V. ZIELE EEIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNE lN verbesserung der flächendeckenden Erschliefsung desoffentlichen Verkehrs durch Attraktivierung und Verdichtung des sekundären Netzes sowie Taktverdichtung der Schnellbahnverbindungen(TaktverdichtungderSyaufmindIS-Min. -Takt2007, Taktverdichtung der 58o auf mind. IS-Min. -Takt zooz). E Ergänzungen des Stra(?ennetzes zur besseren Aufschlie8ung von gro8flachigen Blockstrukturen bzw. des Hauptstra(?ennetzes (Hauptstrafse Bzza, Ausbau der Bazi/AES) sollen überma8ige Verkehrsbelastungen in den Schwerpunkten der eingeleiteten Entwicklungen schrittweise vermeiden. t Barrierefreier, alltagstauglicher, generationen-undnutzerlnnengerechter Ausbau der Grünund Frei flächen. iN Ausbau eines Fu8-und Radwegenetzes in KorrelationzurGrunund Freiflachenstruktur o. Durch restriktive Anwendung der Widmungsinstrumente soll die Schaffung neuer Büroflächen auf einen längeren Zeitraum verteilt und vorrangig auf Schwerpunkte dener Infrastruktur konzentnert werden. mit vorhanb» Nutzungsmischung von Burostandorten mitForschungs-, Entwicklungsund Dienstleistungsunternehmen iN Reduktion des hohen Versiegelungsgrades sowie Erhohung des Begrünung santeils im Sinne einer Verbesserung klimatischen und ökolog ischen Verhältnisse. der stadtD» ErhaltungderArenaalstraditionelleEinrichtungderAlternativkulturszene. s» Nachhaltige Neunutzung der Rinderhalle als Zentrum (Medien, Bildung, Forschung, Freizeit) für die umliegenden Buround Wohnviertel. Ep Verortung von Schulstandorten im Teilgebiet Mehrwert Simmering sowie im nordlichen Gasometerum feld. 4 CI STEP OS STEP OS CP V. ZIELUEUIETE UER WIENER STAU TENTIUIEKLUNO B I Wichtiges Stadtzentrum uhr~Se r 0~ Ausbau des hochrangigen verkehrs Verbesswung der Verkehrsorganisation Bürokonzentration Forschung o Entwicklung, Technologie, industdelk Produktion Logistik liiegältige kleinräumige Nutzung durch Gewerbe und Dienstleistungen TUUOIOIUI Ot O FISNUnnnlsmgUng ulrlrmltrelnume Aspektt (Z. B. Iann) Soziah Infrasuuktur (Gesundheitsund Beueuungseimichtungen) Spangen in Demografie und Sozialstmktur on/oif Konzenuierte Bebauung Stadtbild/Hochhauskonzept Spizlllsche Wohnfonnwl Uz Donaustadt — Flug feld Aspern Allgemeine Beschreibung Das Gneiev Uz Domausraov — Flugfeld Aspern besteht aus intensiv genutzten und dicht bebauten alten Ortskernen, Teilen mit gründerzeitlichen Strukturen und neueren Siedlungen der Stadterweiterung der letzten Jahrzehnte. Dazu kommen industriell-gewerbliche Bereiche, überwiegend in Bahnnähe und mit langer Tradition sowie relativ neue Gründungen wie das Opel Austria Werk in Aspern. In reumli eher Durchmischung kommen dann noch ältere und neue Einfamilienhaussiedlungen dazu, die bereits im Übergang zum Stadtrand, zur Lobau oder zu ländlich-bäuerlich geprägten Bereichen lokalisiert sind. Ein Charakteristikum besteht auch darin, dass es zwar mehrere kleine Zentren gibt, aber keine einheitliche und starke Zentrenstruktur. Die Nähe zu hochrang igen Naturräumen (wie der Lobau) und die Weite der angrenzenden Landschaft haben in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem enormen Zustrom an Bewohnerlnnen in dieses Gebiet gefuhrt. Die Ausstattung mit Arbeitsplatzen ist quantitativ und qualitativunzureichendundkonntebishermitderrasanten Einwohnerlnnenentwicklung der letzten Jahrzehnte kaum mithalten. Für zahlreiche Teil flachen im ostlichen 22. Bezirk ergeben sich neue Nutzungsmöglichkeiten. Dies betrifftv a. folgende Bereiche c Stadlau und Muhlgrund tr UzStationsumfeld Aspern und sudlich Opel Austna tr Fiausfeld tr Flu gfeld DieseobenangegebenenFlachenliegenalleimnäheren Einzugsbereich der verlängerten U 1, unterscheiden sich Jedoch wesentlichvoneinanderhinsichtlichihrerGro(te, standortqualitätundihres Realisierungshorizonts. tr Die stadtnäher gelegenen Flächen brauchen zu ihrer Realisierung au(Ser der U-Bahn keine weiteren gro(Sen infrastrukturma(Snahmenundkönnen(aufgrund desBaufortschritts der U-Bahn) auch früher bebaut werden. V. ZIELDEEIETE DER WIENER. STADTENTINIEKLUND STER OS IN Die weiter stadtauswärts gelegenen Flächen Hausfeld und Flug feld gehören zu den grölten Flächenreserven der Stadt, fur ihre Entwicklung ist allerdings ein Ausbau des hochrang igen Strailennetzes(BSd/AzS, Si) erforderlich; aufgrund derspateren Realisierung dieses Teils der U-Bahn-Verlängerung kann der Schwerpunkt der baulichen Entwicklung erst im Zusammenhang mit der z. MPV-Phase (ab zon) stattfinden. Hinsichtlich der Standortqualität ist in beiden Kategorien je ein Teilbereichhervorzuheben: diejeweils fürZentrenfunktionen vorgesehenen Bereiche Stadlau/Mühlgrund einerseits und das Flugfeld andererseits Beide werden nicht nur an der U-Bahn, sondern auch an Stationen der Bahnlinie Richtung Bratislava liegen sowie auf kurzestem Weg an das hochrangige StraSennetz angebunden sein(Knoten Kaisermühlen, Knoten S1/AES). Das dargestellte Zielgebiet hat daher an seinen jeweiligen Enden das hochwertigste Entwicklungspotenzial. Allgemeine Entwicklungsziele Der Stadtentwicklungsbereich Stadlau Aspern soll zu einem eigenstandigen Stadtteil Wiens entwickelt werden. Bestehende Siedlungskerne und neue Kristallisationspunkte bieten l/oraussetzungen zur Entwicklung attraktiver, gutausgestatteterVersorgungszentren(Stadtteilzentren) Essollsichergestelltwerden, dass dieAusbaumal3nahmen derinfrastruktur und desVerkehrssowohl den neuen als auch den bestehenden Siedlungsteilen zugute kommen und dass ein moglichst hohes stadtisches Niveau der Versorgung und Erschließung erreichtwird. Die Entwicklung derZielgebiete soll -anknupfend an die alten Ortskerne und örtliche Gegebenheiten — Eigenständigkeit und lokale Identität sichern. Durch eine Reihe von gro(leren Leitprojekten soll in den nachsten Jahren eine signifikante Wohnungs-, Einwohnerlnnenund Arbeitsplatzzunahme realisiert werden können. Diese Zunahme, die damit verbundene dichte Anordnung und die vorgesehene Zentren-undArbeitsplatzschaffungsollenden Bezirk Donaustadt in seiner Gesamtheit deutlich aufwerten und besser ausstatten. Entwicklungszone Stadlau Mühlgrund Dieser Stadtteil soll durch verbesserte Erreichbarkeit im offentlichenVerkehr erweiterte Einkaufsmoglichkeiten, neueVerwaltungsund Buroplatze sowie durch zusätzliche Einrichtungen der Bildung und Kultur in seiner lokalen Zentrumsfunktion gestärkt werden. Im Kernbereich sollen vorhandene MöglichkeitenderNutzungsintensivierung undeinermajlvollenverdichtung bei Wahrung erhaltenswerten Bestandes aufgegriffen werden. Die stark verbesserte OV-Erreichbarkeit in den Einzugsbereichen der Llz soll zu einem Anknüpfungspunkt für die Bildung von Dienstleistungs-undArbeitsplatzfunktionenausgebautwerden. Ergänzende Wohnbebauungen sind von den Erholungsarealen am Muhlwasser klar abzugrenzen. Ein besonderer Wert der gewachsenen Stadtstruktur liegt in der hier wei fach noch gegebenen Mischung von Wohnen, Arbeit und Freizeit. Es gilt Strategien zu entwickeln, um diese Vielfalt an Funktionen in den bestehenden, dicht bebauten Siedlungsteilen zu erhalten und zu modernisieren. Entwicklungszone Aspernstrage Im Bereich der Uz-Stationen Donauspital und Aspernstra(le wird die bereits in den letzten Jahren eingeleitete Stadtentwicklung durch weitere Wohngebiete und vor allem auch durch Einkaufsund Arbeitsstatten sowie Bildungseinrichtungen ergänzt. Diese Entwicklungszone wird sich somit zu einem lokalen Zentrum entwickeln und bis zur Fertigstellung der Uz-Verlängerung ins Flug feld Aspern die vorläufige Endstelle der hochrangigen öffentlichen Verkehrsmittel darstellen. Lang fristig wird sie auch einen Hauptzielpunkt fur die Bewohnerlnnen des Umfeldes sowie des Siedlungsgebietes südlich von Aspern und teilweise auch von ESling bilden. Entwicklungszone Hausfeld Quadenstrage Ausgehend von der Verlangerung der Uz von der AspernstraI3e bis zurstation Hausfeldstrajle(verknüpfung S-Bahn) wird eine wesentliche Verbesserung der Erreichbarkeit der Bereiche Hausfeldstraile West und Nordost sowie der bestehenden Siedlungen im Bereich QuadenstraSe erreicht. Der in zukunft hervorragend erschlossene Bereich um die Station Hausfeldstraöe(BSd/ A23, Sso, Uz) sollte zur Entwicklung eines lokalen Zentrums mit Verbesserung der Versorgung der bestehenden und der neu hinzukommendenWohnsiedlungen genutztwerden. Insgesamtsoll durch diese Erganzung der bestehenden Ansiedlungen eine insgesamt bessere Versorgung mit öffentlichen und privaten Dienstleistungen erreicht werden und dadurch der Stadtteil deutlich aufgewertetwerden. Entwicklungszone Flug feld Aspern Auf dem mehr als zoo ha großen Areal des ehemaligen FlugfeldsAspern soll ein zukunftsweisender, ei genstandiger, dicht bebauter, urbaner Stadtteil vornehmlich im Stationsum feld der Uz entstehen Dieser soll mit seinen ca 6. Soo bis B. Soo Wohneinheiten und 16. ooo bis zs. ooo Arbeitsplatzen nicht nur dem Bedarf eines Bezirkszentrums im Osten der Donaustadt nachkommen, sondern darüber hinaus auch als regional orientiertes Zentrum dienen und sich auch international als eine der Drehscheiben innerhalb der CENTROPE-Region positionieren. Voraussetzung für diese regional bedeutende Funktion ist die Realisierung einer hochrangigen Verkehrserschliejlung, bestehend aus Uz einerseits und Bzd/AES sowie Si andererseits. Der Standort soll nichtzuletzt durch die Entwicklung zu einem Büround Dienstleistungszentrum sowie durch die Vorsorge fürhochrangige Bildungs-und Kultureinrichtungenvon gesamt217 STER 05 D V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNG stadtischer Bedeutung zu einer Säule der Stadtekooperation mit Bratislava ausgebaut werden. Auch die für die Wohnbauentwicklung erforderlichen Sozialund Freizeiteinrichtungen werden neue urbane Funktionen in diesen Teil Wiens bringen, der in dieser Hinsicht derzeit noch stark unterversorgt ist. Das Flugfeld soll eine Vielzahl von Nutzungen aufnehmen, die in ihrem Zusammenwirken wesentliche Merkmale urbaner Qualität darstellen sollen: c hoch entwickelte wirtschaftszone für wissenschaft, Produktion und Gewerbe IN urbaner Wohnbau mit moderner infrastruktureller Ausstattung c Buround Dienstleistungszentrum c Wissenszentrum mit hochrangigen gen, technischen Ausbildungsstatten Ausbildungseinrichtunund Studentinnen-Siedlungen I kulturelle Einrichtungen von gesamtstädtischer Bedeutung sowie kleinraumige Stadtteilkultur IN grojszugige Freiräume und direkte Anbindung nete Grunraumstrukturen an ubergeordE Einrichtungen fur Sport und Wellness Der Masterplan soll umsetzungsorientierte Handlungsstrategien fur die Entwicklung des Standortes Flug feld festlegen und eine Grundlage für die erforderlichen Flächenwidmungsund Bebauungsplane darstellen. Schon in einer sehr fruhen Phase — im Vorfeld der Erstellung des Masterplans — wurde die ansassige Bevölkerung in den Planungsprozess mit einbezogen. Zwei Ziele wurden damit verfolgt zum einen, die ansässige Bevolkerung, die unmittelbar von einer Entwicklung des Flug feldes betroffen ist, über die Entwicklungsabsichten und den derzeitigen Stand der Planungen zu informieren, und zum anderen Ideen, Wünsche und Erwartungen zur geplanten Entwicklung zu sammeln („Ideensammlung mit Bürgerinnen") Um eine unerwunschte Ausbreitung von Siedlungsflachen in den peripheren Lagen an und au(Lerhalb der Stadtgrenze Wiens zu vermeiden, wird es wichtig sein, als flankierende Ma(Lnahme für die augen an der Stadtgrenze realisierte Trassenvariante der si, ein mit NCI und den Nachbargemeinden abgestimmtes Konzept der Verkehrsund Siedlungsentwicklung zu erarbeiten. U Im Zusammenhang mit der Entwicklung am Flugfeld Aspern soll auch die unmittelbare Anbindung von E(Sling und Neue(Sling ans hochrang ige öffentliche Verkehrsnetz sowie die Einbettun in bestehende Wegerelationen, die Bedachtnahme auf bereits existierenden infrastrukturellen Bedarf durch Vorsorge fur entsprechende Einrichtungen erfolgen. Die bestehenden Ansiedlungen sollen vor unzumutbaren Beeinträchtigungen durch Verkehr oder Lärm bestmöglich geschützt werden Ma fSnahmen 1 Erarbeitung eines Masterplans als Grundlage fur die Flachenwidmungsplanung und für weitere Entwicklungsschritte. c Eine der ersten Umsetzungsma(Snahmen nach Erstellung des Masterplans soll die Ausgestaltung der übergeordneten und verbindenden Grunund Freiraume sein. c Erste Betriebsansiedlungen können schon vor Fertigstellung der U-Bahn und vor Besiedelung erster Wohnbauetappen stattfinden. (q I Ein Teil projekt bildet der von WWFF und BIG geplante HighTech-Park am Flug feld Aspern, der innovative, anspruchsvolle Produktions-, Forschungsund Entwicklungssowie Bildungseinheiten ansiedeln soll Als Themenschwerpunkt werden erneuerbare Energien sowie Elemente des Automotive Cluster anvisiert. (w Kap Iv a. s Raumliches wiitschaftsleithild, Entwicklvngsgebiete von wirtschaftsstrategischer Bedeutung) 218 V. ZIELGEBIETE DER, WIENER STADTENTWICKLUNG STEP Os I I I I Q 00 0 u 0 0 0 0 0 GP LP 0 0 0 0 Lp a ED u 0 0 0 O O : S ~ IQ hodnangigen Verkehre der taukehmorganisation Büiokonzentration Forschung c Entwicklung, Technologie, industrielle produktion 6, logistik kkinraumige Eumung duidi und flfensämstungen En Tnuntmus Ot y ~~' ' ' Aspekte(EB. lärm) ~tektur(~ ~inoenogiafmumlsoziahtmktur on/olf Konzentneite Bebauung stadtbiid/Fiochhauskonzept SpeziTische Wohnfoimen 4. Floridsdorf — Achse Brünner Strafe Allgemeine Beschreibung DIE AcHsE 8RÜNNER STRAssE verläuft vom wichtigen Stadtzentrum Floridsdorf bis über den nördlichen Stadtrand von Wien hinaus. Als historische Ausfallstra(ke in die neuen MitgliedsstaatenTschechienund Polen umfasst sie heute die historisch gewachsenen Siedlungsbereiche Spitz — innere Brünner Stra fäe, die Betriebsflächen im Bereich SCN — Floridsdorfer Hochbahn — üBB Zentralwerkstätte — Elin-Areal sowie die Stadterweiterungsgebietedergoer JahrezwischenJedlersdorfund Stammersdorf. Im Charakter einer Freilandstra(ke verläuft die Brünner Stra(te schliefklich zwischen Bisamberg und Rendezvousberg und bildet au(kerhalb der Landesgrenze die Verbindung zum Umland mit den Siedlungskörpern(Wohngebietesowie Handels-und Betriebsareale) Gerasdorf-Wolkersdorf im sudlichen Weinviertel. Floridsdorf ubernimmt für das nordli ehe Umland Wiens Funktionen im Bereich Bildung (z. B. Schulstandort Franklinstrafäe), Gesundheit (z. B. Floridsdorfer Krankenhaus) und Arbeit (Betriebe). Die Brünner Strafe ist damit die wichtigste Verbindung zwischen dem nördlichen Wiener Umland und der Stadt. EntlangderürünnerStra(kesind Gewerbe-und Handelsbetriebenangesiedelt, die überwiegendmitdemPkwerreichbarsind. Eine Reihe ehemaliger Betriebsareale(Elin, Lokomotivfabrik, üBB Zentralwerkstätte u. a. ) stehen fur eine Umnutzung zur Disposition. ehern. Die Brünner Stra(ke quert zum einen die übergeordnete Grünverbindung des March feldkanals, zum anderen passiert sie an der Stadtgrenze die für die Stadt und Region bedeutenden Landschaftsräume Bisamberg und Rendezvousberg. Mit der Realisierung des Stadterweiterungsgebietes Brunner Stra(ke(nördlich und sudl ich des March feldkanals) in den goerJahren wurden die gro(geh Flachenreserven entlang dieser Siedlungsachse konsumiert. Ausständig ist nur eine Arrondierung des bestehenden Si edlungsgebietes auf kleineren Teil flächen, z. B. im Bereich H eeressp i tal, be im Orastei g, beim Landesbahnhof Stammersdorf und nördlich der Marinonigasse. Auf diesen 219 STER OS D. V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTINICKLUNG Flächen istvorwiegendWohnbaumittlerer mit privatem Grunraum vorgesehen. Dichte inVerbindung Herausforderungen — Problemlagen EK. entStandener Bedeutungsverlustdes(grunderzeitlichen)Zentrums Flondsdorf im Spannungsfeld der Fachmarktzentrenße und Einkaufszentrenentwicklung entlang der Brünner StraIN hohe Verkehrsbelastung einerseits durch Pendlerverkehr (Wohnstandorte im Umland und Ziele in Wien) und durch den Ausbau der internationalen Verkehrsverbindung in Niederösterreich(AS, Nordostumfahrung, Bzo8), sowiedurch Entwicklungsaktivitäten im Umland EN teilweise Verdrängung der Wohnbevölkerung entlang der Achse durch hohe Verkehrsbelastung, in Teillgebieten gennge Altersmischung EN teilweise schlechte Bausubstanz entlang der Brünner Straße, Leerstände EN beschränkte Verfügbarkeit von Flächen IN in Teilgebieten nichtstandortadäquate siedlungs Kleingartengebiete in zentraler Lage). formen (z. B. ehemals Standort von traditionsreichen Betrieben, jedoch Fehlen von Leitbetrieben mangelnde Grünversorgung mit Ausnahmen überregionaler Landschaftsräume (Bisamberg, Marchfeldkanal) D» kulturelle Defizite in weiten Teilbereichen E& differenzierte und den heutigen Erfordernissen angepasste Flächenanspruche an den historisch gewachsenen Straßenraum oft nicht zu vereinbaren (eigener Gleiskorper, Radweg, breitere Gehsteige u. A. ) Entwicklungsziele Ziele — Strategien Ma fSnahmen EN FunktionsergänzungdesaltenZentrumsmitderEKZ-undFMZEntwicklung entlang der Brünner Straße ße l& HebungdesEntwicklungspotenzialsentlangderBrunnerstraE» Aufbau von Kooperationsstrukturen mit dem Umland (sUM) zur Abstimmung von einander erganzenden Funktionen in den Bereichen Wohnen Arbeiten Bildung — Erholung D» Erhaltung von historischer Bausubstanz (Gründerzeitviertel, alte Ortskerne) EN Attraktivierung des Straßenraums in Abstimmung mit dem Umgebungsbereich EN Einbettung in den Landschaftsraum Bisamberg — Umland (Grungürtel). Entwicklung des Erholungsraums Rendezvousberg EN Verbesserung des Modal-Splits in Richtung üv/nicht motorisierter IV EN altersmaßige Durchmischung monostrukturierter Teilgebiete Strategie n w Förderung prägnanter Bau formen. Vermeidung von „Hintaussituationen" zum Straßenraum E Erweiterung und Verdichtung des Siedlungsraums in Abhängigkeit vom Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes EN Steigerung der betrieblichen Angebotsviei falt Ansiedlung von Leitbetrieben D» schaffung von attraktiven siedlungsraumen innerhalb eines abgestimmten Zentrengefüges. Stärkung des wichtigen Stadtzentrums und der lokalen Zentren DFörderung des Landschaftsbezuges zu Bisamberg — Rendezvousberg l& Förderung des „Umweltverbundes" Maßnahmen StabilisierungderbestehendenKooperationsstrukturen-Entwicldung und Umsetzung gemeinsamer Aktivitäten E Junge Wohnformen" im Zentrum Floridsdorf„, Altenwohnen" in Stadterweiterungsgebieten E Blocksanierungsprojekte, stadtebauliche und architektonischeWettbewerbe für sensible Bereiche(z. B. Heeresspital, Rendezvousberg) EN Förderungen für Geschäftsgründungen Attraktivierung der Erdgeschoßzonen — eventuell in TeilbereichenAusweisungalsGeschäftsstraße(Zentrum Floridsdorf) D. Uni-Erweiterung am Elin-Areal D» Schließung von Baumreihen, Vernetzung mit angrenzenden Grünflächen, Wegeverbindungen Maßvoller Straßenausbau (mitEinplanungausreichenderGrünelemente) in den Freilandbereichen nordlich von Stammersdorf. Erstellung und Umsetzung von Grunraumkonzepten E» Querschnittsverbesserungen für Fußgänger im Bereich der Einkaufsstraßen und im Bereich der Wohngebiete. Förderung von Kultureinrichtungen in Teilgebieten (z. B Bahnhof Stammersdorf) EN Beschleunigungs-undAttraktivierungsmaßnahmenderstraßenbahnlinien (ganztägige Bevorrangung vordem IV, Haltestellenbereiche u. Ä. ) als Sofortmaßnahme. Schaffung von attraktiven Busverbindungen in das Umland Ruckbaumaßnahmen der inneren Brunner Straße V . erbesserung des Angebotes für Fußganger und Radfahrer E» Umsetzung der im MPV oS vorgesehenen Park-and-Ride-Anlagen EN Neuschaffung und verbesserung von Gesundheitseinrichtungen; derzeit in Diskussion sind die Standorte Heeresspital und OBB-Werkstätte D» altersmäßige Durchmischung anstreben durch gezielte Besiedlungspolitik EN auch„altengerechte" Maßnahmensetzen(sicheresGehenuber 6o, Gender Mainstreaming, Kulturangebot fur Seniorlnnen, integrative Stadtteilplanung, mobile Dienste) Cl V. ZIELGEEIETE DEN WIE NEE STADTENTWICKLVNG STED OS NP' / ll CD IN A4 5 fr nu +;" Wichtiges Stadtzentrum Stadtteilzentrum/Ceschaftsstrage rrenzuberschreitende Kooperation Ausbau des hochrangigen Verkehre f~h O Verbesserung der Verkehrsorganisauon Bgrokonzentration ' Forschung D Enhmcklung, Technologie, industrie ' l d le ie preduktion Logistik Vielfaltige kleinraumige Nutzung durch Cewerhe und Dienstleistungen Tounsmus 07 y Frohen Nersorgung w nettrieeantenspekte(z. g. lärm) smiale Infraeuktur(desundheitsund Betreuungseinric ngen) Spezifika in Demografie und Sozia(struktur Kultur Konzentnerte Bebauung Stadtbild/Nochhauskonzept oo/oft Spezifische Wohnlormen Siemens-Allissen Allgemeine Beschreibung Das Geeiez Lieot ösrucu oeaSiedlungsachseBrünner Straße und umfasst das Betriebsareal der Firma Siemens und das Gelande der ehemaligen SGP-Werke (heute Austrian industries, Klimawindkanal u. a. ) im Nahbereich der S-Bahn-Station Siemensstraße. N6rdlich der Nordbahntrasse schließen daran die Flächen des Gaswerks Leopoldau sowie die neu zu erschließenden BetnebsgebieteAllissenan. Insgesamtkonnten diese Bereicheeine Betriebsund Technolog iezone mit einer Ausdehnung von mehr als täo ha bilden Die Teilregion ist im Schienenverkehr gut mit dem nördlichen und südlichen Wiener Umland verbunden (SBahn Richtung Gänserndorf und Wolkersdorf, auch Eilzugshalt der Nordbahn), die Straßenverbindungen ins Umland sind-trotz direkter Lage an der B229 — wenig leistungsfähig. Es istgrundsätzlich ausreichend Entwicklungsspielraum durch locker bebaute Betriebsflächen bzw. brachliegende Gebiete vorhanden. Der Teilbereich hat das Image eines historisch gewachsenen Betriebsbaugebiets im Bezirk. Leitbetriebe und identitatsstiften lndustriearchitektur sind vorhanden. Es besteht räumliche Nähe zum Grunkeil RendezvousbergAlte Donau; vorhandene Grünstrukturen, z. B. Betriebssportanlagen, k6nnen ergänzt, attraktiviert und vernetzt werden. Herausforderungen In Teilbereichen gibt es Konfliktpotenzial zwischenbetrieblicher und Wohnnutzung. Teilweise sind Altlasten vorhanden (Gaswerk), s/erkehrsflächen und technische infrastruktureinrichtungen (Kanal, Wasser, Telefon und IT-Leitungen) entsprechen oft nichtdenheutigen Erfordernissen. EssindkaumöffentlicheWege und Stralgen vorhanden (Durchgängigkeit fehlt). Entwicklungsziele — Strategien Ma fänahmen Zur Entwicklung der „Betriebszone Siemens-Allissen" sind Maßnahmen der offentlichen Hand (Infrastruktur) und der vor Ort tätigen Akteure (Ausbau der Betriebsflächen) erforderlich. aas STEP OS LP V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTWIcKLUNG Nur bei einem konzertierten Vorgehen ist eine entsprechende Positionierung des Standorts im regionalen Wettbewerb der Regionen (Marchfeld, Industneviertel Sudraum Wien) moglich. (w Kap. Wirtschaft, Entwicklungsgebiete von wirtschaftsstrategischer Bedeutung) Ziele rp Ausstattung der Betriebszone als „kompletten" Stadtteil, um damiteineüberdieArbeitszeitenhinausgehendeNutzungdes Gebietes sicherzustellen Einbettung des Technologiestandortes in den Siedlungskörper r& Bildung eines Technologieund Betriebsclusters, Positionierung im regionalen Firmennetzwerk-„Standortidentitat" (Siemens) Strategien tp Förderung der „weichen Standortvorteile" (Bildungs-, Kultureinrichtungen u. a. ) rP Schaffung von Grun-, Freiflächenund Erholungsangeboten. iN Modernisierung der infrastruktursysteme und Anpassung an die Erfordernisse der Betriebssparten iN Nutzung der Kompetenz der Leitbetriebe zur Positionierung des Standorts Maiänahmen iN Kooperation in der Standortentwicklung (z. B. durch Werbung u. A. ) cp untervorrangiger sicherung betrieblicher Nutzung(Konzentration Siemens, Pauker-Grunde, Techbase, Gaswerk) standortverträgliche Einbindung neuer Wohnnutzung w Ansiedlung von Bildungseinrichtungen und (Betriebs-)Kindergarten (z. B. Fachhochschule) p» Verdichtung der Betriebsflachen, Schaffung attraktiver Gebaudestrukturen tp Nutzung, Ergänzung und Attraktivierung vorhandener Freizeitstrukturen z. B Betriebssportflächen c Förderung der Zugänglichkeit für umgebende Siedlungsflachen durch Öffnung für Vereinssport bzw. in Teilbereichen fur die Öffentlichkeit c» Nutzung von bestehenden Hallen (z. B historische Werkshalle der Firma Pauker) fur Kulturveranstaltungen. Kooperation mit Museen und technischen Sammlungen LN Realisierung des Grünkeils (Gewässervernetzung) vousberg — Alte Donau RendeziN Errichtung eineszusatzlichen südlichenAusgangsderS-BahnHaltestelle Siemensstra(3e n Errichtung der neuen Stra(tenbahnlinie im Bereich Siemensstra(te (Linie zg) Q V. ZIELDEEIETE DER WIENER STADTENTwicKLUND STEP OS B I . ' I L /f t l / / Wichtiges Stadtzentrum Stadttedzentrum/Geschaftsstrage Grenzuberschreitende Kooperation Ausbau des hochran gigs nr/erkehrs 'ut rbesserungderverkehrsorganisation 8 Eurokonzentration Sorschuner Entwicklung Technologie, industnelie Produkt/on Log/st/k vielläldge kleinäumige Nutzung durch Gewerbe und Dienstlwatungen Touiismos Ot O fimlaunwmrmgung Umumltieleuante Aspekte (z. 8. lärm) Soziale Infrastruktur (Gesundheitsund Betreuungseinrichtungenl Spezifika in Demograiie und Sozia/struktur Kultur on/oft' Konzentnwte Bebauung Stadtbild/Hochhauskonzept Spezifische Wohnformen 6. Donau feld Allgemeine Beschreibung DAB GA. 70 HA GRossE ENTwicKLUNGEGEEIET Donaufeld liegt zwischen den zwei wichtigen Stadtzentren Floridsdorf und Kagran und umfasst die gro(gteils erwerbsgartnerisch genutzten Flächen zwischen Fultonstra(SE, Donaufelder Stra(ge, Dückegasse (Bä) und Oberer Alter Donau. Im Westen grenzt es direkt an das Muhlschuttel mit seinen vielen infrastruktureinnchtungen (Schulmeile Franklinstra(ge, Hallenbad, Krankenhaus Floridsdorf). Tgg4 wurde auf Basis des Leitprogramms Donaufeld — Kagran ein Expertenlnnenver fahren fü reine kunftige Entwicklung durchgeführt. Dabei wurde vorwiegend Wohnbebauung in mittlerer Dichte vorgeschlagen. Im März Tgg6 wurde dieses Stadterweiterungsgebiet zusammen mit IS anderen peripher gelegenen— seitens der Stadt Wien und des Wahn fonds Wien (ehern. WBSF) zurückgestelltunddieRealisierung nichtweiterbetrieben Daher entstanden bis jetzt nur in den Randbe reichen vereinzelte (Wahn-) projekte(z. B. Auto freies Wohnen, projekte an der Floridusgasse). Aufgrund der Grundstucksstruktur und Eigentumsverhältnisse sowie wegen der hohen infrastruktur kosten für das Gebiet ist der mögliche Realisierungshorizontauchweiterhin nichtabschätzba r. Herausforderungen D Grundstücksverfügbarkeit ist zum gro(ten Teil nicht gegeben, kleinteilige Parzellenstruktur, erwerbsgärtnensche Nutzung stehen neuen Entwicklungen entgegen. Auf Stadt Wien-FlachenzurAusgestaltungderGrünzonen an der Alten Donau zum Teil langfristige Pachtvertrage. D» Geplanter Grunzug gro(gteils noch im Privatbesitz (erwerbsgartnerisch genutzt), derzeit keine Nord-Süd-Durchgängigkeit. g Bestehende infrastruktureinrichtungen im Gebiet und in den angrenzenden Bereichen sind ausgelastet. Bei weiterer Entwicklung ist die Errichtung entsprechender infrastruktureinrichtungen erforderlich 223 STER 05 D V. ZIELDEBIETE DER WIENER STADTENTINICKLUND ID Die Erschließung mit OV ist derzeit nur uber die Linie z6 in der Donaufelder Straße gegeben. Die interne Erschließung für den MIV und die technische infrastruktur (Kanal, Wasser, Fernwarme) muss erst errichtet werden. Entwicklungsziele Strategien — Ma fSnahmen Ziel ist es hier, einen lebendigen Stadtteil mit hoher Lebensqualität zu schaffen. Einige Voraussetzungen dafür sind bereits gegeben. Das Zielgebiet liegt relativ zentral und die ubergeordneteverkehrsinfrastrukturistgrundsätzlichvorhanden(BS, Straßenbahnlinie z6 mit kunftig kürzerer Anbindung an die verlangerte UI). Weiters ist mittelfristig (MPV-Phase bis zoso) die Errichtung einer zusätzlichen, schnellen Tangentiallinie zwischen Floridsdorf (U6, S-Bahn) und dem Donauzentrum (Ui) vorgesehen (Linie i6). Auch die Nähe zu Gesundheitsund Bildungseinrichtungen (Muhlschüttel: Krankenhaus Floridsdorf, Geriatriezentrum, Kirche, Kulturinitiative, Hallenbad, Schulen (AHS, BHS, SozAk, Berufsschule); Kagran:Ärztezentrum, lnternationaleschule, Gartenbauschule, Eishalle) bietetVorteile, ebenso wie die Lage an der Alten Donau mit ihren Uferbereichen und Sporteinrichtungen. Eine zusatzliche Aufwertung wäre durch die Ausgestaltung von gewidmeten und im Besitz der Stadt Wien befindlichen Epk-Flächen (entlang der Straße „An der Oberen Alten Donau" ) sowie durch die Realisierung des durch das Gebiet fuhrenden Grünkeils Donaufeld („Rendezvousberg-Alte Donau" ) mit einem Bachlauf gegeben MafSnahmen D Errichtung der straßenbahnlinie i6 (Donaufeldtangente), unabhängig von einer Bebauung des Gebietes(d. h eventuellauch vorher) D schaffung eines entsprechenden verkehrsnetzes mit Bevorrangung der Umweltverbundverkehre D EvaluierungdesdurchgefuhrtenExpertenverfahrens(hinsichtlich Nutzungsmischung und Strukturierung des Gebiets) D RealisierungdesProjekts„Gewässervernetzung", d. h desNordSüd-Grünzugs breites Spektrum an Wohnungen anbieten (sozialer Wohnbau, Generationenwohnen), einegute infrastrukturelleVersorgung sicherstellen, Geschäfte in Erdgeschoßzonen D widmungsmaßigevorsorge für gewünschte Nutzungen treffen D bestehende Kultureinrichtungen wickeln der Umgebung weiterentO HEINZ JELINEK HOF V. ZIELOEBIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNO Szcn 05 BlewTlgtc Bmnkus. , z. , 11. Blumdew HMausfonkm ~ Domukalul, Dmau. ~ Nordbahnbot Dona ~ Okohg~hche g . C. K * e8 e r, 'o o O O O O Q m Qp C~ on/elf Wichtiges Stadtzentrum Stadttelizentrum/Geschaftsstrage Grenzuberschreltende Kooperation Ausbau dmhochrangignverkehre Verbesserung der Verkehrsorganisation Burokonzentratlon Forschung c Entwicklung, Technologie lndustneile Produktion log lstlk Vielfaltige kielnraumlge Nutzung durch Gewerbe und Dienstleistungen Tourismus Fmi urmrersorgung u weluelmanteAspekte(z. 8. lärm) Seziale Infrastruktur (Gesundheitsund Beueuungseinrichtungen) Spezlflka In Demografla und Sozlalstruktur Konzentnerte Bebauung Stadtbild/H och h aus konzept Spezlf Ische Wohnformen Waterfront Allgemeine Beschreibung DER RauM zwi sems m Donaukanal, Donau, Neuer und Alter Donau stellt den dynamischsten Teil des Wiener Donauraumes dar. Die für die Bebauung immer besonders attraktiven Lagen am Wasser werden durch die Schnittpunkte mit der prägenden städtebaulichen Achse wagramer stra((e/Ul im besonderen Ma(ge verstärkt. Die Uferbereiche sind daher ausgestattet mit bzw. begrenzt von signifikanten Raumfiguren bzw. Raumtypen mit hohem Wiedererkennungswert. Sichtbarstes Zeichen sind die Donau-City und der Bereich Wagramer Stra(ge. In der Vergangenheit hat hier basierend auf planungsinputs wie „Wien an die Donau"„, Wien neu", Twin-City sowie Erholungsansprüchen eine differenzierte Entwicklung stattgefunden. So ist)eweils eine sehr unterschiedliche städtebauliche Situation und Ausprägung der „Waterfront-Entwicklung" entlang der UTAchse zu erkennen, der für den differenzierten ortqualitaten fur Wien typisch ist. Umgang mit StandD. Donaukanal Abschnitt Nu((dorf bis City: mogliche imageaufwertung der Betriebsstandorte durch Signa larchitektur und „Inszenierung der Stadt am Wasser" mäB(ge Höhenentwicklung gegenuberder City; besondere Herausforderung an die Architekturqualität im städtebaulichhistorischen Kontext Abschnitt City-Erdberg: Beibehaltung der einheitlichen grunderzeitlichen Bebauungskante Dw rechtes Donauufer. ruhige Bebauungskante, punktuell durchbrochen durch einzelne Hochhäuser Dw linkes Donauufer. zukünftiger Standort der hochsten Hochhausprojekte (ca. zoo m) in Wien, Inszenierung der DonauCity und der UND-City h» rechtes Ufer der Alten Donau: mä(gige Höhenentwicklung von gruppierten Wohnhochhausern linkes Ufer der Alten Donau: entsprechend der landschaftlichen Qualitäten Badehütten, Kleingärtenundnaturnahe Ufergestaltung Vor allem durch den Bau der Donauinsel wurde ein neues Verhältnis der Stadt zum Strom eingeleitet. Entstanden ist dadurch einneueszukunftsgerichteteslmagevonWienundeinqualitätsvolles Nebeneinander von „weicher" Infrastruktur und hervorragenden Erschlie(gungskomponenten. 225 STEI Os E V ZIELGEBIETE DER WIENER STRDTENTIVIGKLUNG Durch die Uz Verlängerung werden Donauufer — PraterDonauinsel etc. miteinander verknupft und lassen ebenso wie die Planungen fur den Nordbahnhof den Raum starker ins Blickfeld imagetragender Vorhaben sowohl für Büro-alsauchWohnstandorte rucken Auch das gro(Se innerstadtische Entwicklungsgebietauf dem Gelände des ehemaligen Nordbahnhofs kann von der Lage derbedeutenden Stadtachse Ui/Lassallestra(te einerseits, der Lage zwischen City und Donau-City andererseits sowie von der besonderen Nähe zum Donauufer profitieren Herausforderungen IN stärkung der direkten Beziehung der (Ufer-)Bebauung zum Wasser IN Weiterentwicklung undVerstarkung dereingeleiteten lmageeffekte zur Nutzung positiver wirtschaftlicher Entwicklung GN Fortsetzung einer positiven und attraktiven Beziehung der Stadt zu den Wasser fronten (0ffnen der Stadt zu den U ferräumen, Grunverbindungen, frei zugängliche Uferbereiche) Entwicklungsziele Z» gezielte Entwicklung von Büround Wohnstandorten EN Adaptierung des Zugangs zum Ufer im Bereich Donau-City als Folge der baulichen Verdichtung und Nutzungserweiterung IN optimale Erreichbarkeit, Erhöhung der Attraktivitat des rechten Donauufers und Vernetzung mit dem l-linterland, bessere Zugänglichkeit der Uferabschnitte IN Alte Donau: Beibehaltung des Nebeneinander von kompakter Stadt und Naturraum als besondere Qualität D» EntwicklungzumStandortfürspezifischeTourismussegmente mit den Schwerpunkten Fitness, Wellness, Kongress, Unterhaltung, Kultur IN Berucksichtigung bzw. Sicherstellung der ökologischen Bedeutung der Ufer Strategien und Ma fänahmen IN tOuriStiSCheVermarktung der Donauinsel im Zusammenhang mit längeren Wien-Aufenthalten IN Donau Neuordnung der Länderechte nach wei5er und schwarzer Schi fffahrt D» Attraktivierung der Uferstandorte fur die wei(se schifffahrt, bere ich sweise Attraktiv ierung des rechten Donauu fers durch die punktuelle Ansiedlung von Gastronomie u A. w Ermöglichung von Signalarchitekturan besonders bevorzugten Punkten (Donau-City, Donaustadthrücke, Donaukanal) EN Donaukanal City-Terminal der Twin-City-Line Wien-Bratislava I Anbindungdesangrenzendensiedlungsgebietesdurchtiefins Hinterland reichende „Brückenschlage" IN PPP-Modelle zur Finanzierung von Attraktivierungsmal3nahmen D» Neunutzung von Brachflachen lo. sicherstellung der notwendigen Infrastruktur (Beleuchtung, Sanitaranlagen etc. ) im Bereich der Freiraumanlagen IN sensible Gestaltung der grünen Ufer und Sicherstellung von Ruckzugsgebieten fur Fauna und Flora Q 226 V. ZIELDEBIETE DER WIENER STADTENTWIEKLUND STEP OS 'dem. , begnnum 'k, Guz ntwkkiung oe Wichtiges Stadtzentrum S Stadtteilzentrum/Geschaftsstrake Ausbau des hochrangigen Veikehrs Verbesserung der Verkehrsorganisation burokonzentration Forschung r Entwicklung Technologie, industnelle Produktion megältige kleinräumige Nutzung durch Gewerbe und Dienstlwstungen Tounsmus Qg Fwdraumversorgung umweltrelevante Aspekte(z. g arm) Soziale tnfiastmktur(cesundheitsuml getiewngswnri tungen) Spezifika in Demografie und Sozialstruktur g ei Kultur Konzentnerte Eebauung n Stadtbdd/Nochhauskonzept f ti Spezifische Wohnformen o%lf 8. Rothneusiedl (Entwicl(lungsoption) Allgemeine Beschreibung Das Ziacoaeiar imkcuoiaRTdasca. ioshagro(SeGebiet zwischen ÖBB-Pottendorfer Linie — Rosiwalgasse — Himbergerstra(ke-Stadtgrenze bzw Si und bezieht das relevante Umfeld ein. Es wurde im STEP g4 als potenzielles Stadterweiterungsgebiet ausgewiesen, dessen Bedeutung in der Zwischenzeit allerdings zurückgesetzt wurde. Wichtige infrastrukturelle Ma(knahmen sind in Bau bzw. in Planung: si, Ausbau Pottendorfer Linie(in Planung), Guterverteilzentrum lnzersdorf/M etzgerwerke (in Planung), Ul-Verlängerung (MPV), Verbindungsspange St-Azg(in Planung) Das Zielgebiet ist derzeit ein zusammenhängendes, landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Herausforderungen Durch den Ausbau der geplanten Stralkenund Schieneninfrastruktur, am Schnittpunkt (regional) bedeutsamer Verkehrswege gelegen, ist eine Entwicklungsdynamik zu erwarten, die nicht kompatibelmitden prioritärenräumlichenZielenderstadtentwicklung ist. Aus den breit gestreuten Grundbesitzverhältnissen (Stadt Wien, ÖBB, Stiftung und Private) ergibt sich für eine zielführende Planung die Notwendigkeit grundstückspolitischer Ma(Snahmen. Es besteht — ausgelöst durch den Infrastrukturausbau — die latente Gefahr der Versiegelung von landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie von Bodenspekulation im Bereich der Landwirtschaft. Entwicklungsziele — Strategien — Ma fänahmen Als Ergebnis einer Studie wurde die Errichtung eines „Businessparks mit Schwerpunkt betrieblicher Nutzung im Zusammenhang mit dem Güterverteilzentrum (GVZ Inzersdorf-Metzgerwerke) empfohlen. aa7 STEP OS D Durch die Errichtung eines stadtteilbestimmenden Parks (mind. io ha) soll eine attraktive „Adresse" fur Ansiedlungen aus der Technologiebranche geschaffen werden. Auch Sportanlagen fur publikumsträchtige Sportarten sind denkbar. Die Errichtung eines Einkaufszentrums/Fachmarktzentrums wird als vertretbar angesehen. Malhnahmen iN Aufbau einerOrganisationsstrukturzur Umsetzung derraumplanerischen Zielsetzungen rN Erstellung eines für den gesamten Bereich gültigen und wirksamen Masterplans alsGrundvoraussetzung fureine stadtverträgliche Umsetzung der Entwicklungsvorstellungen rN verknüpfung ubergeordneter Grünraumkonzepte aufwiener Gebiet (Wienerberg, Heuberggstätten, Rothneusiedl) mit jenen auf niederösterreichischem Gebiet rN Verlangerung der Ui und damit verbunden die notwendige Errichtung von Wohneinheiten (Errichtung einer Park-andRide-Anlage sowie Verknupfung von Ui und Si) G Die Errichtung der Spange von der Si zur Aas ist unbedingt erforderlich, unabhangig von jeder (baulichen) Entwicklung in diesem Gebiet. a V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNG aas V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTWICRLUNG STEP OS O Wichtiges Stadtzentrum l I/ Stadiceilzeniium/Geschafissliage 6 e O Grenzuberschienende Kooperaaon Ausbau des hochiangigen Verkehis erbessemng der Verkehrsorganisation Buiokonzencranon Forschung e Fncwicklung, Technologie, induscneile Produktion Loglscik G BQ Vieifälcige kleinraumige Nutzung durch Gewerbe und Dienslleiscungen S Toielsml5 Fiairaummsorgung UmwekmlmranteAspekce (z. g. Iarm) ( Soziale Infrastruktur (Gesundheicsund Beireuungseinnchcungen) spezmika in Demografie und sozialsirukcur II on zof Konzeninerie Bebauung S~hauskonzept Spezifische Wohnformen g. Wiental Allgemeine Beschreibung DAs W I e N TAL IST NlcHT Nu R das „grüne Tor" der Stadteinfahrt aus dem Westen, sondern zählt neben Donaukanal, Donau und Gürtel zu den wichtigsten Strukturelementen Wiens. DarüberhinaushatdasWientalauch als Frischluftschneisegroike Bedeutung für das Stadtklima. Auf dem I4, 6 km langen wiener Abschnittrund die Halfte des gesamten Flusslaufesdurch fli eßt die Wien fast alle die Stadt prägenden Stadtstrukturtypen und -milieus: Vom historischen Stadtzentrum, dem Ringstrafkenbereich ausgehend, reihen sich dievorstädtedesüiedermeiersunddesGrojgbürgertumsderjahrhundertwende, die Arbeiterquartiere und Gewerbegebiete der Gründerzeit, die imperiale Kulisseschönbrunns und diegewachsenen Ortskerne von Penzing und Hietzing, die gründerzeitli ehen Villenviertel Unter St Veits und Ober Baumgartens, Büroagglomerationen und Fachmarktzentren, Lagerund Gewerbeflachen entlang der Westhahn, groikeGemeindebauten an der Linzer StraJge, Gartenstadtanlagen, Wohnhausanlagen der Igyoer-IggoerJahre in Hacking, die alten Ortskerne von Ober St. Veit, Hütteldorf und Weidlingau, Ein familienhausund Klein gartengebi etc, dasGewerbegebietAuhofund derGrüngurteldesWienerWaldes aneinander. Weiters findet sich ein groiker Teil der bedeutenden Kulturdenkmälerund-institutionen derstadtentlang desWienflusses: Urania, Hochschule für angewandte Kunst/MAK, Stadtpark, Konzerthaus, Schwarzenbergplatz/Palais Schwarzenberg und Schlosspark Belvedere, Musikverein, Karlski rehe, Technische Universität, Sezession, Akademie der bildenden Kunste, Naschmarkt, Theater an der Wien, Otto-Wagner-Miethäuser Linke Wienzeile SB u. 4o (Majolikahaus), Wientalbrücke der Stadtbahn, Schönbrunn, Technisches Museum, Kloster Mariabrunn, Lainzer Tiergarten . .. Die Strukturli nie des Wientals wird durch die einheitliche und qualitatsvolle Formensprache Otto Wagners gestalterisch betont, funktionell durch die U4 und die Verkehrsund Stadtknoten punkte Wien-Mitte, Schwarzenbergplatz, Karlsplatz, Gaudenzaa9 STER OS V. ZIELDEEIETE DER WIENER STADTENTIVICKLUNE dorfer Knoten, Kennedyb rucke und Bahnhof Hüttel dorf noch verstärkt. Auch die Beweg ungs linien der stark frequentierten Wientalbegleitstra feen machen die Raumabfolgen des Wientals zu einem der wesentlichsten Elemente des Wiener Stadthilds. Entlang der Achse Wienerwald-Donauraum verbindet das Wiental auch die großen innerstädtischen Grünbereiche Stadtpark, Belvedere, Schönbrunn/Auer-Welsbach-Park mit den Landschaftsräumen der Region und ist somit ein wichtiger Bestandteil des Wiener Grünund Freiraumnetzes Herausforderungen Die topografischen Besonderheiten (Talenge zwischen Lainzer Tiergarten und Westhahn) und die damit verbundenen verkehrlichen Ausbaumöglichkeiten schränken eine weitere bauliche Entwicklung des Gebietes Auhof (im Sinne einer „Tor-Wirkung") ein. Diese kann daher nur innerhalb der derzeit festgelegten Widmungsbegrenzungen bzw. deren Volumen erfolgen. Aufgrund der fehlenden Erschlieöung und Aufenthaltsqualität, sowie der Dominanz des Verkehrs kann das Potenzial des innerstädtischenWientalsalsErholungs-und Erlebnisraumderzeit allerdings nicht genutzt werden. Entwicklungsziele — Strategien — MalLnahmen EN Erhaltung des Talcharakters, keI ne weiteren Eindeckungen und Einengungen ders Flussprofils und Talraumes E» an ausgewahlten Stellen Erlebbarkeitder Flusslandschaftauch in bebautem Gebiet o. Gestaltung des Vorlandes von Schönbrunn zu einem attraktiven Rahmen für das Schloss entsprechend den Wettbewerbsergebnissen D» weitere Konzentration der Nutzungen Büro, DL und Fachmarktzentrum (ohne zentrenaffines Angebot) im Abschnitt Ober Baumgarten/Ober St. Veit unter Einhaltung der Gestaltungsvorgaben (geschlossene Bebauung, dem Flusslauf folgende Baulinie, einheitliche Gebäudehohe Bauklasse III-IV, „Schauseite" zum WIental gerichtet) D» großzügige landschaftsraumhche Verknüpfung der Grünverbindung Wiental mit dem Grüngürtel Wienerwald im Bereich Hütteldorf-Weidlingau; barrierefreie Anbindung an das Wegenetz des Wienerwaldes, besonders entlang der Zuflüsse der Wienerwaldbäche (Rosenbach, Halterbach, Mauerbach, Rotwasser, Grünauerbach, Kolbetergaben .. . ), Fußund Radwege entlang der Hochleistungsstrecke zwischen Wolf in der Au und Wurzbachtal w Attraktivierung des aufjeren Wientals als Erholungsraum und Ausgangspunkt in den Wienerwald u. a. durch Verbesserung der Querungsmöglichkeit der Rückhaltebecken D N'jjP 230 V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTWIGKLUNG mt STEP Os Wichtiges Stadtzentrum @ njrb Qm Q O m om ~ m crenzuberschreitende Kooperation Ausbau des hochrangigen Verkehrs besserung der Verkehrsorganisation Burokonzentration Forschung e Entwicklung, Technologie industrielle Produktion Logistik Vkdfaäige kleinigumige Nutzung durch 6 Cmmrbe und Dienstlentungen Tourismus i . Av tudumuumrsrngrmg S ~ Aspekm (z. B. ullill) Soukde lnfraeuktur(gesundhetsO und Bbsuungseinmhtungen) SpeuTika in Demogralie und Sozialstruktur on/off konzentnerte Bebauung Stadtbild/Hochauskonzept Spezifische Wohnformen io. Westgurtel Allgemeine Beschreibung DER GüRTEL isT Die wichtigste tangentiale Strukturlinie im dicht bebauten Kernbereich Wiens. Er zählt zu den meistbefahrenen Verkehrsadern Wiens, ist ein verbindendes Element in seiner Langsrichtung (verbindet t4 Bezirke miteinander) und weist starke Barrierewirkung in seiner Querrichtung (Barriere und Grenze zwischen den Innenund Au(kenbezirken) auf. StädtebaulichgliedertsichderGürtel in drei klarunterscheidbare Abschnitte unterschiedlichen Charakters, den Westgürtel, den Südgürtel und den dazwischen liegenden Abschnitt zwischen Gaudenzdorfer Knoten und Eichenstrajge. Der Gürtelzone zugerechnet werden auch noch die jeweils westlich und östlich angrenzenden Bereiche. Der Westgürtel ist gepragt durch die von Otto Wagner konzipierte Stadtbahntrasse (heute U6), die zwischen Heiligenstadt und dem Wiental uberwiegend in Hochlage geführt wird und den Gürtel damit klar gliedert. Der öffentliche Strajtenraum wird durch eine geschlossene, raumbildende, stra(kenbegleitende, überwiegend gründerzeitliche Bebauung begrenzt. Im Bereich des Westbahnhofs öffnet sich der Raum und bietet Platz füreinenbedeutenden innerstädtischenKreuzungspunktmitder Inneren und Aulkeren Mariahilfer Stralge. In diesem Bereich quert der Gürtel die höchstrang ige Einkaufsstra fke Wiens (nach der City) und erfährt eine städtebauliche inszenierung durch die Neubebauung des Westhahnhofareals. Im Rahmen der Umsetzung des URBAN-Programms „Wien Gürtel Plus" wurden Entwicklungsimpulse gesetzt, die bereits jetzt eine merkbare Belebung des bis dahin unattraktiven StralSenra ums im Umfeld der Stadthahnbögen mit sich gebracht und damit auch eine Anziehungskraft für potenzielle Investoren erreicht haben (z B. Impulszentrum IPTWO, Skyline etc. ). Auch mit der Umgestaltung des Urban-Loritz-Platzes und mit der Realisierung des projekts einer neuen Hauptbibliothek wurde viel dazu beigetragen, den Gürtel von seinem Image nur eine Stadt-Autobahn, ein abgewohnter, ungeliebter Rotlichtbereich in Wien zu sein, zu befreien. 231 STER OS D V. ZIELGEBIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNG Gerne Außerdem konnte durch die Neugestaltung des Margaretengürtels, die Sanierung von indebauten sowie die MaänahmenderWienerverkehrspolitikeinepositiveWirgerzieltwerden. Gegen nationale und internationale Trends ist das Verkehrsaufkommen am Gürtel in den letzten Jahren eher gesunken als gestiegen, vor allem der Ausbau des U-Bahn-Netzes mit Park c Ride und die Parkraumbewirtschaftung beginnen zu greifen Erfahrungen mit dem strategischen Gürtelmanagement Im Mai zooi erteilte die Wiener Stadtregierung den Auftrag, ein strategisches Handlungskonzept fur den Gürtel zu erstellen, das geeignet ist, die positiven Entwicklungsimpulse fortzusetzen und den ganzen Gurtelbereich zu erfassen. Die Programmziele sollen vordem Hintergrund folgenderstrategischer Grundsätze in sieben bis acht Jahren erreicht werden: IN partnerschaftliches Prinzip EN integrativ und kommunikativ IN vernetzungsfähig und interaktiv IN Entwicklung von Eigendynamik E Herstellung von Kontinuität D» Erzeugung von Synergien Eine entsprechende Programmorganisation, bestehend aus öffentlichen und privaten Akteuren, wurde eingerichtet. Herausforderung Über Jahrzehnte entwickelte sich der Westgurtel zunehmend zum Verkehrsraum, zur Sammelund Verteilerschiene des individualverkehrs und wurde immer mehr zu einer Trennlinie zwischen inneren und äußeren Bezirken. Es sind jene bekannten negativen Effekte ablesbar, die einen Verlust an Lebensqualität kennzeichnen E Verödung des stadtischen Lebensraums EN uberalterter, schlechter Wohnungsbestand D. negatives Image Dies hat auch Auswirkungen auf die Sozial struktur zur Folge, die im Nahbereich zunehmend Schwacheindikatoren wie ein im stadtischen Vergleich hohes Niveau der Arbeitslosigkeit, ein niedriges Bildungsniveau etc. zeigt. Der Migrantlnnenanteil an der Wohnbevölkerung ist überdurchschnittlich grof4, es gibt Segregationstendenzenund Mängel an adäquaten interkulturellen Weiterbildungseinrichtungen. Die ökonomische Schwäche des Teilraumes resultiert aus: EN der Abwanderung von Betrieben und Absiedlung hoherwertiger Nutzungen EN der unterdurchschnittlichen Erneuerungsdynamik und genngen investitionsbereitschaft IN den Erweiterungsproblemenundhohen standortkosten(führt zu hohen Leerstandsraten in einigen Geschäftsstraßen) Ddem Kaufkraftabfluss durch Abwanderung von Bevolkerung mit höherem Einkommen D. Verkehrsorganisatorischen Problemen wie fehlende Stellplatze und Schwierigkeiten im Zulieferverkehr Entwicklungsziele — Strategien — Ma fsnahmen Das partizi pative Verfahren „Ziel gebiet Gürtel" wurde in itiiert, um den imagemä(tigen Aufwertungsprozess am Gürtel weiter fortzuführen und die bereits gesetzten positiven Entwicklungsimpulse auch furdie angrenzenden Gründerzeitviertel zu verstarken. Gemeinsam mit der ansassigen Bevölkerung soll das Zielgebiet Gurtel Schritt für Schritt attraktiver und zu einem lebendigen, pulsierenden Teil der Stadt gemacht werden. In Anlehnung an den im „Zielgebiet Gurtel" formulierten Ziell&atalog geht es dabei um: I& dieVerbesserungdeslmagesderGürtelzonedurch Hebungder Wohnqualität und Reduktion der Larmbelastung und Verbesserung der Luftqualität E» die Verbesserung der Versorgung mit Grünund Frei flächen lo. die Hebung und Entwicklung der Standortpotenziale ID. die Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen E die Hebung der Gestaltungsund Nutzungsqualität Die Programmziele sollen — angesichts der Eigengesetzlichkeit städtebaulicher Entwicklungsprozesse in sieben bis acht Jahren erreichbar sein. Besondere lmpulsewerdenvondennach einemWettbewerbsverfahren ausgearbeiteten Ausbauvorhaben im Bereich deswestbahnhofgelandes und dem Geschäfts-und Burohausprojekt„Skyline" am Doblinger Gürtel erwartet. Ma fsnahmen w Nutzung von leer stehenden Betriebsstatten und Lokal i täten fur alternative kulturelle und soziale Nutzungen sowie fur Nischenbetriebe (leistbare Mieten) ID bewusstesArbeitenmitdemhohenAnteil an Bevolkerung mit Migrationshintergrund (Diversitätspolitik) EN sanfte Stadterneuerung unter der Berücksichtigung möglicher Verdrängungsbzw. Segregationstendenzen w Schaffen von Rahmenbedingungen furalternativeZwischennutzungen E farcierte Förderungen von Klein-, Mittelund Nischenbetrieben, NutzenderwirtschaftlichenAktiwtätenderzuwanderlnnen — „Ethno-Economy" IN Belebung der Erdgeschollzonen IN zusätzliche Bepflanzungsmaänahmen IN Reduzierung der Fahrspuren zugunsten breiterer Gehsteige 232 V. ZIELCEDIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNC und Baumpflanzungen bzw. fur zusätzliche Ladezonen und Kurzparkmoglichkeiten l& Erhöhung der Verkehrssicherheit durch temporeduzierende Ma(tnahmen (z. B. auch durch Pilotpro) ekte wie Zebrastrei fen in Querrichtung u. A. ) rN Ausbau und Optimierung des Gürtelradwegs rN Aufwertung der Eingänge zu den Geschäftsstra(ten durch gestalterische Ma(tnahmen rN Weitere Verwertung der leer stehenden bzw. untergenutzten Gürtelbögen t Einleitung eines intensiven ideenfindungsprozesses (ähnlich Millenniumworkshop bei den KDAG) für den Gaudenzdorfer Knoten mit anschlie (Sendern offenem stadtebaulichem Wettbewerb, um dieser enorm wichtigen und interessanten Schnittstelle zwischen Gurtel und Wiental gerecht zu werden Q STEP Os :L a33 STER 05 V. ZIELGEEIETE DER WIENER STADTENTWIGKLUNG I e o ~ C' o Wjp e O &( 4' T I p L Wichtiges Stadtzentrum scadcceilzeniium/Geschafcssciage Grenzuberschreicende Kooperation Ausbau des hochrangigen Veikehis Verbewemng der Verkehrsorganisacion Buiokonzenciacion Forschung c Entwicklung, Technologe industrielle produknon Logistik ltwlfäldge Ideinraumige Nutzung durch Gewerbe und Diensdwscungen I Teimsmus Fleiraumiwrsorgung mmwÄeleuante Aspekte (z B lärm) Soziale infrastruktur (Gesundheicsund Bezieuungseinnchzungenl Spezifika in Demogiafie und Soziafsiiukcui gelter Konzentrierte Bebauung . Badtbild/Nxhhauskonzept on/off Spezdische Wohnformen Donaul&anal Allgemeine Beschreibung DER DQNAUKANAL soLL ALBT/ km langer, eigenständiger Landschaftsraum erlebbar bleiben. In den letzten Jahren sind entlang des Donaukanalseine ReihestädtebaulicherAkzente mit projekten wie Media-Tower, Uniqa-Gebäude, Kaipalast, etc gesetzt worden, die der Wiener Stad tlandschaft ein modernes Erscheinungsbild geben Das hohe Potenzial des Donaukanals als Freizeitund Erholungsraum wird aber nur zum Teil ausgeschöpft. Mit der Summer Stage, demFlexunddeminBaubefindlichenProjektfüreine Überbauung der Stadtbahnbogen (Zaha-Hadid-Projekt) sowie der Sanierung der Urania sind erste Schritte gesetzt worden, die bereits eine spurbare Belebung gebracht haben. gerechte Erreichbarkeit sowie die Herstellung sanitärer Einnchtungen als „in frastruktureller Beitrag" der Stadtverwaltung neben Kanalisation, Beleuchtung, Grünflächen sowie Fu(Sund Radwegen besonders wichtig sind. In der weiteren Gestaltung sollen folgende Grundsätze gelten: tw Die U ferb reite soll nicht weiter verringert werden. zw Schaffung differenzierter Angebote je nach Stadtteilund Benutzerlnnenstruktur (in Abfolge unterschiedlicher Erlebnisräume), entsprechend den Uferabschnitten soll der Donaukanal unterschiedlichausgestaltetwerden, wobei künstlerische Interventionen zu bestimmten Inhalten und Gestaltungskonzepte einzelner Bereiche inkludiert sein sollen. Entwicklungsziele Der Donaukanal soll verstärktals Freizeit-und Naherholungsgebiet entwickelt werden, wobei eine verbesserte behindertenMa fänahmen Die Qualität durch: als Naherholungsraum soll gesteigert werden V. ZIELGEBIETE DER WIENER STADTENTINICKLUNG D» Verbesserung der Erreichbarkeit aus den angrenzenden Stadtteilen (Barrieren wie Stiegen durch Aufzüge und Rampen ergänzen) tp Schaffung von Querungsmoglichkeiten der stark frequenti erten Stra5en durch Unterführung oder Ampel anlagen sowie von direkten Zugängen von den Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel wie z. B. Zugänge zum Vorkai von der Ucl. und der kunftigen Uz tN Erkennbarmachung (Abgänge durch einheitliches Gestaltungskonzept), z. B. durch farbige Lichtelemente, neueVerwaltungsbauten direkt mit dem Vorkai verbinden w Nutzung der Lagerräume in den Hochkaimauern für Sanitareinrichtungen und gastronomische Zwecke lN Reduktion der Angstraume durch bessere Beleuchtung EN Beleuchtung einzelner Uferabschnitte mit unterschiedlicher Lichtintensität, um differenzierte Landschaftswertigkeiten zu erzeugen Anderung von Nutzungen, die zu den Qualitäten eines Flussraumes keinen Bezug haben (z. B KFZ-Reparaturwerkstätten, Baumarkte und Werkstätten durch Wohnbauten, Büros, Bildungsinstitutionen oder soziale Einrichtungen ersetzen) Aufder Basis einer„infrastrukturellenGrundversorgung" werE den in Zukunft weitere Projekte zu entwickeln sein, wobei ein zentraler Bereich zwischen Salztorbrucke und Augartenbrucke E erst nach ALTschluss der Arbeiten für den U-Bahn-Bau neu gestaltet werden kann. Mit der Vergabe von Ländenrechten für neue Sportund Freizeitprojekte sollen in Zukunft private lnvestoren und Betreiber das Angebot für die Bevölkerung ausweiten. So soll die Strandbadidee mit moderner und zeitgemaöer Ausstattung am Donaukanal wiederbelebt werden. Bestehende Einrichtungen wie das Schützenhaus oder die Kaiserbadschleuse sollen durch private Betreihe rund lnvesto ren zeitgemä5en Nutzung en zugeführtwerden. Auch die Nutzung des Donaukanals als Wasserstra5e soll näher gepruft werden, wobei die Einrichtung einer Schnellverbindung Wien-Bratislava (Twin-City-tine), mit der eine Verbindung von Stadtzentrum zu Stadtzentrumrealisiertwerdenkönnte, dergrund steht. imVora NE STEP Os a35 STER OS I& V ZIELCEEIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNC I'/SB 'iioTS Wichtiges Stadtzentrum Siadiceilzencium/Ceschafissiiage CrenZuberSChreitende KOOPerauOn I s, 'h Ausbau des hochrangigen Vedmhrs Ibesserung der Verkehisorganisadon Burokonzencracion Forschung c Entwicklung, Technologie, industnelle produkuon r O O O O O O O O O O O O O c Logisilk Vleahige kleinlgumige Nutzung durch Gewerbe und Dienstlwstungen Tmulslnus ~g U ehiefemnteAspekte(z. 8. lärm) Soziate infrastruktur (Gesundheics und Becreuungseinnchiungen) Spezifika in Demogiafie und Sozialscrukcur !";jl i@ 04/off Kultur Konzencneice Bebauung Sladlbikl/Nochhaskonzefu Spezifische Wohnformen i~. Prater — Messe — l(rieau — Stadion Allgemeine Beschreibung DIE5Es IN DEN STRATEGIEPLAN als strategisches ProjektaufgenommeneEntwicklungsgebietliegtnahezuzurGanzeim zl. -km-umkreis der City. Die zentrale Lage und die unmittelbare Nachbarschaft zu den Groiterholungsräumen Prater, rechtes Donauufer, Donau und Donauinsel zeichnen diesen Teilraum aus. Vorhandene „Marken" wie Riesenrad, Ernst-Ha ppel-stadion, Dusika-Stadion und die MesseWienNeu sind identitatsstiftende Einrichtungen, deren Bekanntheit weit über die Grenzen Wiens reicht. Darüber hinaus verfügt das Gebiet uber Anschlusse an das hochwertige MIV-System und wird in Zukunft über eine hervorragende ÖPNV-Erschlie(Song (Uz) und -verknupfung samt Feinvernetzung verfugen. Die zur Disposition stehenden Entwicklungsflächen gruppieren sich im Wesentlichen um die vier zukünftigen Uzstationen und ergeben ein Grundstücksflächenpotenzial von rund 300. ooo mh das zu zwei Drittel im Besitz der Stadt Wien liegt. Herausforderungen Ein besonderes Charakteristikum dieses Teilraums ist das Nebeneinandervon EinrichtungenmitspezifischerAusrichtung, eine nutzungsma((igel/erzahnung sowie Synergien auch nebeneinander liegender Bereiche sind mit wenigen Ausnahmen kaum gegeben. Durch die punktuelle bzw. saisonale Bespielung einzelner Veranstaltungsorte sowie die daran anschlie(Senden und damit inVerbindung stehenden gro(Sflächigen Folgeeinrichtungen, wie Parkplätze, die nur temporär genutzt werden, entstehen uber weite Teile tote Bereiche. Die Gro(gveranstaltungsstätten bilden massive Barrieren. Der raumli ehe Zusammenhang zwischen den Funktionsberei ehen ist auf wenigeVerbindungen reduziert. Das Entwicklungsgebiet grenzt an unterschiedlichste Bereiche wie Wohngebiete und das Landschaftsschutzgebiet Gruner Prater. DurchVeranstaltungenkanneszuLiberlagerungenuntera36 V. ZIELGEBIETE DER WIENER STARTE NTIVICKLUNG Kl STER 05 schiedlicher Bedurfnisse kommen. Beeintrachtigungen sollen hier möglichst minimiert werden. Die besondere Herausforderung liegt darin, ubergeordnete Konzepte wie Wien an die Donau, Hochhauskonzept, Praterkonzept etc. im Zuge der Erneuerungsund Umstrukturierungsprozesse zu konkretisieren und so zu lenken, dass Synergien zwischen den bestehenden Einrichtungen gefördert, Folgewirkungenmöglichstminimiertundbestehende„Marken" bzw. spezifische Nutzungstypologien als Ansatzpunkte für die zukünftige Entwicklungen aufgegriffen werden. Entwicklungsziele — Strategien — Ma ftnahmen Ziele LN Weiterentwicklung einer Entertainmentzone durch Upgrading und Ergänzung bestehender Einrichtungen LN Entwicklung von komplementaren Bereichen vornehmlich im Bereich der künftigen U-Bahn-Stationen. t» Ausnutzung von Synergien LN Der herausragende Standort erfordert herausragende bauliche Ausformungen unter Berücksichtigung der funktionalen Anforderungen. Strategien LN Mit der Entwicklung des Bereiches Prater — Messe — Sudkrieau zur Tourismusdestination soll die Chance genutzt werden, junges, touristisches Publikum anzuziehen. Durch die vielfältigen Möglichkeiten im Umfeld soll es zu einer Verlängerung der Verweildauer animiert werden. IN Mehrfachnutzung bestehenderEinrichtungenundlnfrastrukturen ermoglichen, forcieren LN Überwinden der „Auslastungstaler" vorhandener Infrastruktur durch Angebote spezifischer Nutzungen w Einbeziehung des Donauufers in den Erholungsraum r Entwicklung von erganzenden Dienstleistungsfunktionen (z. B. Büro, Hotel, Einkaufsstandorte mit spezifischer Prägung) Majtnahmen LN Ausarbeitung und Anwendung von Gestaltungsund Pflegema$nahmen für den grünen Prater r Berücksichtigung bzw. Konkretisierung übergeordneter Konzepte D in Teilbereichen Hochhäuser als Landmarks ermöglichen LN Attraktivierung des rechten Donauufers und Herstellung des Bezugs zum Donauufer durch ein System von Brücken LN Ganzjahresbetrieb ausweiten LN gemeinsames Marketing und Management D. Abbau von Barrieren zur Optimierung des Besucherflusses o. gemeinsamesVerkehrsmanagementmitdemZielderoptimalen ErschliefSung sowie der Konfliktreduktion D» gezielte Attraktivierung der Einzeleinrichtungen c» Neuentwicklung einer Entertainmentzone im Bereich Messe Sud tN Neugestaltung des gesamten Pratersterns LN Neugestaltung der Eingangsbereiche zum Wurstelprater LN Einrichtung von Entwicklungsgesellschaften LN Durchführung diverser Gutachterverfahren Q a37 STER 05 D V. ZIELEEEIETE DER WIENER STADTENTWICKLUNE u:I RD I/ qer' On 'u ,; -'/ dzo e 0 CP Wichtiges Stadtzentrum Q, ' '' ~rage ;@~~P crenzuberschreitende Kooperation Ausbau des hochrangigen Verkehrs Iaibesaerung der Verkehrsorganisation "'B' 8 8 Burokonzentration :Fäikdhimgegntuikklung gluäughagd produkt ion Logistik Tehnologie, ge@ldge Nekiiäumige Nutzung dumh cmuerbe und oienstleutungen Tourismus QP 'ikehatuaenoigung (iiideekmkuantenspekte(z. k. lärm) O ~s '"'" Spezifika In Demografie und Sozialstruktur Konzentnerte Bebauung o%fr Stadtbild/Hochhauskonzept m~h, W nie~~ iZ. Liesing-Mitte Allgemeine Beschreibung DER BERElcH LIEEINC-MITTE liegtzwischen dersudbahn und der Altmannsdorfer Stra(ke, einer stark frequentierten Haupteinfallsstra(ke Der Teilbereich „In der Wiesen" wurde bereits im STEPigg4 als Stadterweiterungsgeh i et vorgeschlagen und bietet noch ca. 6o ha unbebaute und vorwiegend gartnensch genutzte Flächenreserven für eine Siedlungstatigkeit in hochwertiger Lage entlang der U-Bahn-Linie U6 Nach der Durch fuhrung eines Wettbewerbs wurde igg4 ein Leitbild fur das gesamte Gebiet erstellt und dieses Leitbild fur das Teilgebiet„ln der Wiesen Nord" in einen neuen Flächenwidmungs-und üebauungsplanumgesetzt. Hierwurden bereits ca. T Soo Wohneinheiten errichtet, in Randbereichen sind noch einige Wohnbauten in Planung oder vor der Fertigstellung. Für die anderen Teilberei ehe war eine Realisierung aufgrund der gegebenen Rahmenbedingungen(Grundstucksverfügbarkeit, fehlendelnfrastruktur)bishernichtabzusehen. Hiersindvoreiner entsprechenden Widmung noch weitere Planungsschritte erforderlich. Sudlich davon liegt das gro(kflachige industriegebiet Liesing, das an seinen Randbereichen einerseits an die U-Bahn-Linie U6 grenzt, andererseits auch bis zum Liesingbach reicht. Das Industriegebiet Liesing ist ein traditionsreiches Industriegebiet, das auch weiterhin als solches erhalten werden soll. Dabei gilt es einerseits, die Betriebe in ihrem Bestand zu sichern und ihnen wirtschaftliche Erweiterung zu ermöglichen und andererseits auf neue Rahmenbedingungen und Entwicklungen derart einzugehen, dass Nutzungskonflikte möglichst vermieden werden. In Teilbereichen gibt es eine gute k/erkehrsanbindung In verschiedenen Betriebsgebieten des Bereichs „LiesingMitte" in weniger günstigen Lagen gibt es zunehmend instabile Nutzungsverhältnisse, Brachflächen und Bestrebungen zur Umnutzung in Richtung gemischtes Baugebiet oder Wohngebiet. a38 V. ZI ELBE BIETE DER WIENER STADTENTWICKLUND STEP OS Entwicklungszone Nln der Wiesen" Herausforderungen Problemlagen Dieses weit gehend unbebaute Gebiet im Suden von Wien ist im öffentlichen Verkehr durch die U-Bahn-Linie U6 sehr gut angebunden, für den motonsierten Individualverkehr gibt es im übergeordneten Verkehrsnetz jedoch bereits im Bestand hohe Belastungen. Die Grundstucksverfugbarkeit ist zum grojien Teil nicht gegeben, es uberwiegen private Eigentümer und erwerbsgärtnerische Nutzung. Bei weiterer Entwicklung ist die Ernchtung entsprechender Infrastruktureinrichtungen erforderlich. Entwicklungsziele — Strategien Ma f5nahmen Entwicklungsziele p» Bei einerschrittweisen Besiedelung desGesamtgebietes könnten ca. S. zoo Wohneinheiten mit ca. 8. 8oo Einwohnern und ca. goo Arbeitsplätzen entstehen. IN Um eine Entwicklung des Gebietes zu ermöglichen, soll die hohe Lagegunstan der U-Bahn durch Ma8nahmen zurVerlagerung des Verkehrs auf öffentliehe Verkehrsmittel werden. unterstutzt IN Langfristig soll ein Wohnstandort mit qualitativ hochwertigen und auch ökologisch innovativen Wohn formen entstehen, der sowohl eine urbane Wohnsituation als auch den Zugang zur Natur zulasst, also dorfliche und städtische Lebensqualitaten vereint. Damit soll der Abwanderungstendenz ins Umland von Wien entgegengewirkt werden. z» Aufgrund der Nähe zur U-Bahn sollen Nutzungsformen bzw. Wohnformen (z. B. autofreie Siedlungen) angestrebt werden, diedenmotorisiertenlndividualverkehrmöglichstgering halten. Da die Verkehrssituation im Umfeld z. B. durch den Pendlerverkehr stark belastet ist, sollten auch gesamtstädtische Maßnahmen zur Verschiebung der Verkehrsmittelwahl zugunsten des öffentlichen Verkehrs gesetzt werden. IN Es sollen qualitätsvolle Wohnungen entstehen, die ein breites Spektrum für unterschiedliche Lebensstile abdecken. IN Im Suden des Stadterweiterungsgebietes soll zusatzlich zum „KaufparkAlterlaa" und „In der Wiesen Nord" nördlich des Gebietes ein eigenständiges Zentrum für die Nahversorgung etabliert werden. b. Flächen fur die wirtschaft sollen in verträglichem Ausmaß gesichert und entwickelt werden. rN Es soll ein Stadtteil mit attraktiven Fußund Radwegverbindungen vor allem unter Einbeziehung der Haltestellen fur den ÖV entstehen. t Die Uberwindung von Barrieren (U-Bahn-Damm) innerhalb des Gebietes soll vor allem für Fußgänger und Radfahrer gewahrleistet werden. I& Für die Bevölkerung sollen in jeder Entwicklungsstufe ausreichend und frühzeitig hochwertige Grun-und Freiräume geschaffen werden. Ebenso soll für Flächen zur Sportausübung vorgesorgt werden. t DerZugangzu übergeordnetenGrünraumenwiezumLiesingbachtal und zum Schlosspark soll gesichert werden. IN Die bestehende Gärtnereitradition soll in die Planungen zur schrittweisen Entwicklung des Gebietes einbezogen werden. Ma f5nahmen tN weiterfuhrende Untersuchungen sollen die für eine Entwicklung des Teilgebietes „In der Wiesen" und Umgebung relevanten Rahmenbedingungen zusammenstellen und analysieren. DasdaraufaufbauendestrategischeStadtteilkonzeptsoll Vorschlage zu Schwerpunkten, Dimensionen und Etappen einer künftigen Entwicklung in diesem Raum und deren Umsetzung machen I Die Eigentumsstruktur und die zeitlich unterschiedlicheVerfugbarkeit erfordern teil flächenbezogene Umsetzungsstrategien. Dabei ist latenter Grundstucksspekulation möglichst entgegenzuwirken. IN Fur die einzelnen Teilbereiche sollen vor einer Umwidmung Wettbewerbe oder Expertenverfahren durchgeführt werden. IPGrünraumplaner sollen in die Planung der Entwicklungsprojekte einbezogen werden. EineGrundstrukturvon Grün-und Freiraumenmitverbindenden Elementen soll definiert werden t Attraktive Fuji-und Radwege sollen alsVerbindungen zu den übergeordneten Grunräumen geschaffen werden. IN Teilflächenbezogene Umsetzungsstrategien sollen entwickelt werden. DFür die Realisierung der ausgewiesenen Ziele in Bezug auf Wohnraum und Arbeitsplätze mussen auch die erforderlichen infrastruktureinrichtungen bereitgestellt werden. Entwicklungszone Industriegebiet Betriebsge biete Herausforderungen — Problemlagen LiesingIm lndustriegebiet Liesing gibt es im Randbereich an der U6 Entwicklungen zur Umnutzung in Richtung Buros. Durch Umstrukturierungen kann es im industriegebiet zu Konflikten z. B. zwischen Produktionsbetrieben und neuer Büronutzung kommen. In einigen Randbereichen istauch die Einbettung in die umgebenden Nutzungsstrukturen problematisch. In Betriebsgebieten geringerer Lagegunst bestehen Erschlieiiungsprobleme (Anbindung an das hochrangige Strajiennetz nichtentsprechend, Zufahrt überdenOrtskern oderdurchWohngebiet), es gibt instabile Nutzungsverhältnisse, und es entstehen Industnebrachen. Hier besteht die Herausforderung vor allem darin, Umnutzungsabsichten nach geeigneten, transparenten und konsistenten Kriterien zu prufen und für allfällige Umnutzungen klare Rahmenbedingungen vorzugeben. 239 STER OS E V. ZIELDE BIETE DER WIENER STADTENTINICKLUND Entwickiungsziele — Strateg ien — Ma fsna hmen Entwicklung sziele Die Sicherung von bestehenden Betriebsund industriegebieten mit gunstigen Standortverhältnissen ist vorrangig, wobei eine klare Abgrenzung von Nutzungsstrukturen (Arbeiten -Versorgung -Wohnen) erfolgen soll (w Kap. Wirtschaft). Bei der Bewertung von Umnutzungsbestrebungen sollen klare Kriterien angewendet und die erforderlichen Rahmenbedingungen festgelegt werden. Bei der Entwicklung dieser Flächen sollen innovative Nutzungsmischungen (Campustyp) ermöglicht werden, um Synergien zu nutzen. Dabei sollen auch Bedurfnisse der Beschaftigten in Hinblick auf Nahversorgung, Kinderbetreuung (Betriebskindergärten) u Ä. berucksichtigt werden tN Es soll eine standortadäquate Nutzungs-, Dichtenund Höhenentwicklung mit sensibler Einbindung in das Umfeld (Hohenentwicklung, Larmschutz) angestrebt werden Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Llbergangsund Randbereiche gelegt werden Insgesamt soll dadurch eine Verbesserung des Erscheinungsbildes erreicht werden. D» Die Sicherung von Grünverbindungen und Erholungsflächen soll auch in Hinblick auf die im Gebiet Beschaftigten erfolgen IN DieökologischeVerträglichkeitderFlachennutzungenundder Gestaltung der Gebaude soll durch entsprechende Planungsverfahren gesichert werden. D» Die Betriebsund Industriegebiete sollen nutzungsadäquat erschlossen werden und die attraktive Gestaltung des öffentlichen Raums (z. B. sichere und attraktive Wege für die Beschäftigten zu den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs) Anreize zur üV-Benutzung geben. Maiä nahmen E Die Erstellung eines Betriebsflächenkonzepts fur das Gebiet soll in Abstimmung mit der Wir tschafts kamm er Wien und dem Wiener Wirtschaftsforderungsfonds erfolgen. D Bei Umnutzungsvorhaben chungen durchzuführen. sind entsprechende Voruntersua a/o V. ZIELEEBIETE DER WIENER STADTENTINICKLUNG STEP OS 241 Stee OS O. QUELLEMVERZEICHNls Quellenverzeichnis Studien und Analysen w Akademie der Wissenschaften (z004) COMET — Competitweness of Metropolitan Regions. Finanziert im Rahmen des Funften Rahmenprogramms der Europäischen Union Wien W Blaas W. , Oppalzer G, Puchinger K, Rosenberger M. , zuckerstätter R. (zoo3): Buromarkt und Stadtentwicklung Stadtstrukturelle Wirkungen der Wiener Wirtschaftsentwicklung Studie i A. MAiE, Wien (Hrsg. ). Werkstattbericht Nr S4 W Deutsches Institut für Urbanistik Zukunft der Arbeit in der Stadt; i A. 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Raumordnung und Regionalpolitik, Abt. Cesamtverkehrsangelegenheiten) » Planungsgemeinschaft Ost »Regionalmanagements »Wirtschaftskammer Wien » Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien » Landwirtschaftskammer fur Wien 243 Inhalt der CD-ROM Auf dieser CD-ROM finden Sie in digitaler Form die Beschluss fassung des STEP oS, in y Dokumente gegliedert. Diese einzelnen Dokumente im PDF-Format entsprechen den jeweiligen Kapiteln des STEP oS. Zusätzlich bietet die CD-ROM die Möglichkeit, den gesamten Text des STEP oS mittels Volltextsuche nach Stichwörtern zu durchsuchen. In der Rubrik „FAQs" werden häufig gestellte Fragen zum STEP oS beantwortet. 244 ~ ~ ~~~ ~~ ~~ ~~ ~~ ~ ~ ~ ' ~ ~ ~~ ~ ~ ~ ~ ' ' ' ~ ~ ~~~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ' ' ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~~ ~ ~