Iphigenia in Tauris : Ein Sing-spiel, Aufgeführt in Schönbrunn, bey Gelegenheit der feyerlich begangenen Höchsten Nahmens-fester [...]

. befunden, ln gegenwärtigem Spiele zu erfinden, daß die Göttin PallaS in Tauris angebettet, und ihr die Fremdlinge geopfert werden; daß Jphigenia die Ober l prieftertn ihres Tempels seye, daß Oresteö ihr Ebenbild geraubet, und nacher Athen, wovon diese Göttin eine besondere Beschützerin ist, gebracht, daß Jphigenia den barbarische« Thoas, welcher sie zwin­gen wollte, ihren Bruder zu schlachten, in der äusser- sien Verzweiflung, durch ein überirrdtsches Ctngeben, anstatt ihres Bruders ermorde, und das Volk, nach dessen gedämpfter ersten Wut. überrede, mit ihr und , mit dem sogenannten Pslladio, nacher Attica zu zier hen; Massen solchergestalten der Spruch des Orakels erfüllet, Orestes von denen Verfolgungen der Furien befreyet, und die verlorne Jphigenia wieder gefun­den, und erkennet wird.

Der geneigte Leser wird leichtlich erkennen, daß uns ter denen, in dieser Fabel persönlich erscheinenden Fu­rien, die Gewissens - bisse verstanden werden, so ge, memigltch denen Missethätern auf dem Fuß nach ei­len , und die Natur in das Herze eines Vatter - Mör­ders mit desto gräßlicheren Empfindungen zu erregen pfieget.

Die Vorstellung ist in .Tauris, der Haup-stadt in Thracien.

Erste