H. J. N. 4789 Wien an 10 Jäner 850. Verehrter Herr! Bevor ich noch Zeit finden konnte Ihren ersten Brief zu beantworten in dem Sie mir die Auffindung einer bisher unbekannten Messe Mozarts ankündigten und mir zugleich Ihren Aussatz an dem Kaiser mittheilten am denselben zu veranlassen eine Gesammtausgabe von Mozarts Werken unter seinem Schutze ans Licht treten zu lassen erhielt ich Ihr zweites Schreiben mit der Nachricht, daß jene vorausgesetzte Unterschaft sich nicht bestättigt und Sie dennach den Gedanken eines Anbringens an den Kaiser aufgegeben hätten. Wenn ersteres mir leid that, so konnte ich letzterem meine Beistimmung nicht versagen. Ohnehin hätte ich wenig von einem solchen Schritte erwartet. Die Zeiten sind so trüb. Auslagen anderer Art so drengend und das Militärwese stellt sich gebietherisch so sehr voran, daß ich eine werkthätige Unterstützung von Seite der Staatsgewalt in dieser Augenblicke wohl kaum erwartet hätte, und vonn rechten Moment hängt doch so vieles, ja das meiste in unserer prosaischen Welt ab. Was Ihren Aussalz selbst betrifft, den Sie in der in meinen Händen befindlichen Abschrift mir wohl zum Andenken überlassen so wissen Sie, was die Form betrifft, wohl selbst hinreichend wie gut Sie schreiben, als daß hierüber nur ein Wort zu sagen wäre; der Sache mich aber hat es mir weh gethan, daß Sie zwischen Mozart und Beethoven nicht einen Platz für Heiden offen gelassen. Haiden ist den besten Musikere .