Grillparzer, Franz: Brief an Emilie von Binzer. Wien, 29.3.1862

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I.N. 6851 N. 122

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Il J: 1025 Wien 29 März 861 rfen, aus Gnädige Frau. bei der Möglichkeit Sie nicht zu Hause zu treffen, wie es zu meinem großen Verdruße gestern mit mir, der Fall war, schreibe ich diese Zeilen. Es ist in unserer radikalen und impoetischen Zeit nicht leicht über Zedlitz zu sprechen, und ich möchte ihn durch eine Grabschrift nicht aus der Ruhe der Grabes heraus ziehen auf den Kampfplatz der Journale Ich habe, trot Familien- Verwirkungen und verlosen Unwohlseyn mehrere Gedanken ergriffen wieder auf gegeben und bin endlich bei folgenden zwei stehen, ge­blieben, die ich hiemit Ihrer Auswohl oder Verwerfung unterziehe: Er hat fürbstreich gekampft Östreich besungen und rucht in östreichischen Erde. Aber sein Name geht weit über solche Gränze der Er war ein Soldet und ein Dichter treu seinem Vater. lande und den Erinnerungen einer schonere Zeit, deren Vorzüge er bewahrt in einen verworrene. (Er hat für Östreich gedrunpft, gelebt und gehangen. doch hin Name geht weit über beleichs Gragen. so hat er es denn eändert,

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