Grillparzer, Franz: Brief an Joseph Pollhammer. Wien, 12.3.1865

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Lieber fremd: Gleich nach Empfang Ihres Briefes ging ich in die Hofbibliothet um mich nach Weilen zu erkündigen. Ihm selbst traf ich nicht, was schon bei einem Beanten sin gutes Zeichen ist, ein Mitbrämter aber gab mir halb= pantrimische Auskunft. Weilen hat nicht den Typhus, er hat gar nichts- Er befindet sich sehr wohl. Ein Glück, daß Sie die Nahrscht nur ge­schrieben und nicht in die Gefühler Limas der in die Kreiser neue freie Presse haben unrücken. lassen, es könnte sonst leicht ein Jagurien progest daraus entstehen, da aber Ihr Herr Schriegevate mich 6 Jahrer auch der meinige wird, so hat mich dieser Mangel an Wahrheitsliebe sehr gekränkt. daß es Ihnen und Ihrer lieben Fran sehr gut geht, freut mich mehr als es noch überrascht hat, Hängt doch der Hauel noch voll Geigen in Zehn­Gulden Ankarten, die Frühlings Sonnenblicke und den Frühlings schnen nachahren. Diese Seelen­Witterung möge und wird anhalten, die klimatische könnte leicht besser seyn.