Bahr, Hermann: Brief an Unbekannt. o.O., 6.5.1918
bisher gefehlt hat. Möge Gott der Allmächtige Ihnen
seinen Segen und die Kraft gewähren, der großen
Verantwortung, die Sie damit auf sich nehmen, in
jedem Augenblick bewußt zu bleiben! Was ich
armseliger Mensch vermag, um Ihnen dabei mit
Rat, Mitarbeit oder gelegentlich auch Warnung
zu helfen u. zu dienen, soll Ihnen jederzeit mit
Freuden dargebracht werden. Ich bin allerdings für
die nächsten Monate mit Arbeit überhäuft: ich stecke
tief im Entwurf eines neuen Romans, der versucht,
einmal das Eheproblem streng katholisch darzustellen;
eine kleine Schrift über Adalbert Stifter, Arbeiten
zu denen ich mich ganz vor Kurzem gerade dem "Gral"
verpflichtet habe, ferner fürs Hochland u. mein re-