Bahr, Hermann: Brief an Franz Karl Ginzkey. Salzburg, 6.9.1921
Salzburg 6. 9. 1921
Sehr verehrter lieber Franz Ginzkey!
Lassen Sie mich Ihnen zum Geburtstag von ganzem Herzen alles Beste Schönste Froheste
wünschen! An Jahren weit voran, kann ich freilich den „Fünfziger” nicht eben feierlich
nehmen und wenn Sie selber erst so weit sind wie ich jetzt, werden Sie sich lä=
chelnd dieses Tags erinnern, an dem man, wie Sie freilich jetzt noch nicht wissen,
dann aber einsehen werden, einfach den letzten entscheidenden Schritt aus der
Kindheit macht und endlich definitiv die längst verdiente Toga virilis um=
nimmt. Tragen Sie sie mit Stolz und Würde, freuen Sie sich der nun
errungenen Trockenheit hinter den Ohren und - über das andere wollen
wir in zehn Jahren reden!
Mir ist das Fest, das Sie begehen, nur eine willkommene Gelegenheit,
Ihnen einmal sagen zu können, daß mir den bewunderten Dichter nun