Bolin, Wilhelm: Brief an Margarete Jodl. Helsingfors, 14.5.1914
ich um eine Woche zu kurz in meinen Reiseberechnungen
und würde länger von daheim fortbleiben müssen, was
ich heuer gern vermiede.
Also Hauptsache: einen Junitag zw. 16 & 21
sicher feststellen und mir offen halten. Dann kann
ich mit Wien, wo der Aufenthalt meinem Herzen
sehr, sehr schwer fallen wird, möglichst bald fertig
sein und das Erforderliche nach Bedarf erledigt
haben. Im Zusammenhang hiemit sei auch gesagt,
weshalb ich an Börner gedacht. Allerdings wäre
es richtiger gewesen, vorher Ihre Einwilligung
dafür einzuholen. Ehrlich gestanden, glaubte ich,
die Angelegenheit sei ihm nicht unbekannt, nament=
lich da Sie nun allein sind und vielleicht
auf eine Hilfskraft bedacht waren, die Ihnen,
bei etwaiger Abhaltung, von grossem Nutzen
sein kann. Da Sie überdies bei der etwaigen
Verwendung der Zinsen eigens an Ihn gedacht
haben, fügte es sich recht praktisch, wenn er
dem Geschäftlichen nicht fremd wäre. Ich kann
mir nicht denken, dass wir uns in der Sache eine
Ungelegenheit bereitet hätten?