Bolin, Wilhelm: Postkarte an Margarete Jodl. o.O., 23.4.1921
Hf. 9 Fabriksg. Samst. 23. April 1921.
Den Augenbl. Br. v. 18 Dss. erhalten.
Nix einstweilen von Abschnitzeln her=
senden. Alles behalten u. nach Bedarf
verwenden. Reichsmark hier sehr nie=
drig. Ärgerlich, dass man der Fressgier
des „Leviathan“ wehrlos preisgegen
ist. All das haben wir der Napoleonspie-
lerei derer zu danken, die dachten,
weil sie die Macht dazu hatten es
auch leisten zu können. - Aller von
Ihnen gewünschter „Feuerzauber“ soll
pünktl. vollzogen werden. Mein hier
geltendes Testament ohne jegliche
Erwähnung dessen, was ich für Wien
bestimmt habe. Geht keinen was an.
Der von Dr. Adler befürchtete Einspruch
unmöglich. So albern das hier geltende
Erbrecht, kann man sich durch recht=
zeitige Verfügungen davor schützen, was
von mir aus geschehen. Dank für Nach-
richt vom Namensvetter. Hoffentl. seine
Reisen allerseits günstig & von Erfolg.
Möge die Stiftung als solche vor aller
Willkür gesichert sein.
Besten Gruss
Ihr W. Bn.