Berg, Alban: Postkarte an Erich Kleiber. Wien, 3.11.1934
3. 11. 34 Mein lieber Freund, dank für Deinen sehr sehr
lieben Brief, der mich direkt gerührt hat: Eine solche
Freundsbereitschaft (die ich in diesem Fall aber doch gar
nicht annehmen könnte!) ist eines der wenig schönen
Dinge dieses Lebens u. tut doppelt wohl in Zeiten
wo's einem - auch gesundheitlich schlecht geht. Mein Herzerl
macht Mandeln u. ich bedarf großer Schonung und Ruh
Dies auch der Grund, warum ich Dir nur diese kurze
Karte schreibe. Sobald ich wohler bin, schreibe ich
Dir viel ausführlicher. Bis dahin sei innigst gegrüß[t]
von Deinem alten Berg.
Es wird Dich übrigens interessieren, daß Talich am 9.
Jänner die Sonate aufführt in Prag und am
8. März in Wien. Vielleicht könnte man ihn ver
anlassen, auf letzteres Verzicht zu leisten! Jedenfall[s]