Berg, Alban: Brief an Erich Kleiber. Wien, 16.12.1930
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    Aber damals hatte mich tatsäch=
    lich eine jener alljährlichen kleinen
    Grippen heimgesucht gehabt, wegen der
    mich meine Frau die Reise nicht
    riskieren ließ. Deine liebe Gattin
    wird das verstehn ... u. auch, daß ich
    - wenn auch schweren Herzens, meiner
    Frau gehorchte und zuhaus - im
    Bett blieb! -
    Aber nun, da ich hörte, wie schön
    Du die Arie gemacht hast, tut
    es mir erst doppelt leid, nicht da=
    bei gewesen zu sein. Das muß ja
    - nach alldem, was ich las u. was
    man mir erzählte - herrlich geklun=
    gen haben! Dank Dir, mein