Der GÖTZE KULTUR.
Weinroter Samt wallt in der Marmorpforte,
in deren Rücken eine Welt sich dehnt.
Die Falten säumt mäanderstill die Borte;
wachsglattes Bildwerk, an die Wand gelehnt
und Bronze und Malerei und zart umflorte
Musik und Düfte, daß die Seele wähnt,
es sei genug, die Arme hier zu ringen,
um zu den letzten Zielen vorzudringen.
in deren Rücken eine Welt sich dehnt.
Die Falten säumt mäanderstill die Borte;
wachsglattes Bildwerk, an die Wand gelehnt
und Bronze und Malerei und zart umflorte
Musik und Düfte, daß die Seele wähnt,
es sei genug, die Arme hier zu ringen,
um zu den letzten Zielen vorzudringen.
Und er steht lächend vor des Vorhangs Bändern,
aus Spitzenkelchen fällt der Hände Pracht,
das schwarze Kleid erglänzt, scheint sich zu ändern
und zeitlos wird des Mandeläugigen Tracht;
kein scharfer Zug will ihm das Antlitz rändern
und auch das Mienenspiel verglimmt nun sacht.
Unsagbar zart greift seines Fingers Spitze
und öffnet weit der Samtwand schmale Ritze:
aus Spitzenkelchen fällt der Hände Pracht,
das schwarze Kleid erglänzt, scheint sich zu ändern
und zeitlos wird des Mandeläugigen Tracht;
kein scharfer Zug will ihm das Antlitz rändern
und auch das Mienenspiel verglimmt nun sacht.
Unsagbar zart greift seines Fingers Spitze
und öffnet weit der Samtwand schmale Ritze:
Da jagen glasig gelbe Wolkenfetzen
und Wüste und Geröll starrt blau von Waffen,
der Kampf klirrt toll, Blut, Mord, Entsetzen
versucht sich kreischend Vorrang zu erraffen.
Dämonen, aus der Erde quellend, hetzen
zu neuem Rasen, Schwefelschlünde klaffen,
der Donner schmettert, eisig weht ein Hauch
und diese Welt versinkt in Nacht und Rauch.
und Wüste und Geröll starrt blau von Waffen,
der Kampf klirrt toll, Blut, Mord, Entsetzen
versucht sich kreischend Vorrang zu erraffen.
Dämonen, aus der Erde quellend, hetzen
zu neuem Rasen, Schwefelschlünde klaffen,
der Donner schmettert, eisig weht ein Hauch
und diese Welt versinkt in Nacht und Rauch.
Und wieder steht er lächelnd vor der Schwelle:
ʺIch bin´s, der Schönheit und Besitz erfand,
entscheide dich jetzt Mensch; wie auf der Welle
siehst du im Tale Gischt, auf Kulmen Land.
Sehnst du dich nach der schattenlosen Helle?
Entscheide dich, sonst schließ´ ich diese Wand!
Dann werden draußen keine Lanzen blinken,
doch hier die Bilder von den Sockeln sinken!ʺ
ʺIch bin´s, der Schönheit und Besitz erfand,
entscheide dich jetzt Mensch; wie auf der Welle
siehst du im Tale Gischt, auf Kulmen Land.
Sehnst du dich nach der schattenlosen Helle?
Entscheide dich, sonst schließ´ ich diese Wand!
Dann werden draußen keine Lanzen blinken,
doch hier die Bilder von den Sockeln sinken!ʺ
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Egmont Colerus