Däubler, Theodor: Brief an Felix Braun. Capri, 5.9.1926
Capri, (Napoli) Villa Oliveto
Lieber Felix Braun, Sie sind, wo
ich das erste Kriegstrommeln vernommen habe!
Ich liebe Levanto und den mir schicksals-
schweren Monte Capenardo.- Lieber Felix
Braun, ich danke Ihnen herzlichst für
Ihre freundlichen Worte. Ich fühle wohl
wie echt, wie innig sie gemeint sind! Möge
etwas von dem, was man mir gewünscht hat,
in Erfüllung gehen, denn ich sehne mich nach
Hellas, nach drei Jahren endlich wieder ein-
mal nach Schaffen. Doch leider sieht es
noch trüber, trüber al[s] je aus. Aber lassen
wir das; es schafft bloss Grimm. Ich hoffe,
Sie bleiben noch lange in Italien, denn
wir sind nie bei Mutter Sonne zu Haus.
Im November gehts wieder ab über Wien
nordwärts. Herzlichste Grüsse. Auf Wiederseh[en]
denn,
Ihr sehr ergb.
Däubler