Dix, Anna: Brief an Marie von Ebner-Eschenbach. Zittau, 27.9.1914
An die Leser
Dem Geist der Zeit folgend, werden neben den "Deutschen
Liedern" erscheinen:
"Heroldsrufe"
Flugblätter zur Pflege deutschen Geistes
Der Geist von 1813 und 1870 ist erwacht!
Ein tiefer heiliger Ernst mahnt die Dichter und Dichterinnen
an ihre Pflicht: mitzukämpfen für die höchsten Güter unseres
Volkes mit flammenden Worten des Liedes. Wie einst Ernst
Moritz Arndt machtvoll seine Stimme erhob gegen Tücke und
Niedertracht, Friedrich Rückert gewappneten Kriegern gleich
seine "Geharnischten Sonette" in Reih' und Glied stellte, Fried=
rich Körner neben das Schwert die Leier setzte, so sollen auch
die "Heroldsrufe" siegen helfen in dem gewaltigen Ringen, in
dem eine Welt von Feinden neidisch gegen uns aufgestanden
ist. Auch die "Deutschen Lieder" nehmen fernerhin die Form von
Flugblättern an.
Der Herausgeber bittet die verehrlichen Abonnenten, die
bisher treu zu ihm standen, um rege Förderung durch Weiter=
empfehlung. Von dem tatkräftigen Eintreten für die Verbreitung
der "Heroldsrufe", die in ihrer Gesamtheit ein literarisches Do=
kument von bleibendem Wert, einen Hort der Begeisterung für
vaterländisches Fühlen und Denken in Deutschlands ernstester
und größter Zeit darstellen sollen, wird es abhängen, die
"Heroldsrufe" in schneller Folge erscheinen zu lassen.
Möge die hiermit an alle Vaterlandsfreunde ergehende Bitte
um Unterstützung und Verbreitung der "Heroldsrufe" überall in
deutschen Häusern, in Vereinen und Schulen Zustimmung finden!
Frankfurt a. M.=Eschersheim,
im August 1914
Der Herausgeber