Einberger, Maria: Brief an Ida Roessler. Telfs, 4.9.1928
Wanderzügen. Nun - hie u. da braucht Ander
das „zum Pinsel=Anfeuchten”
Ihr lieber Herr Gemahl wird - so fürchte ich -
wohl am Ende schon einen Berg von Arbeit
vorgefunden haben - hoffentlich wirft er sich
nicht gar zu heftig drauf - dass er nicht so
bald wieder um die gewonnene Ruhe u. Erholung
kommt. Tun Sie nur immer ein bisl bremsen!
Herrn Kranewitter haben wir bereits geschrieben;
auch der Rahmen um Ihr Blumenbild ist
schon gemacht; es wird bald kommen.
Jetzt wird es in der Großstadt viel Schönes
zu sehen u. zu hören geben - überall fängt
man die Darbietungen mit neuen Kräften
an; jedenfalls haben Sie daran jetzt manch
schönen Genuß. Wen man davon liest
wässert einem schon oft der Mund; hier
gibt's halt abends manchsmal „Katzen=
zirkus” - Andreas kann stundenlang mit
den herzigen Tierchen spielen u. lachen wie
ein Buab dabei,