Einberger, Maria: Brief an Arthur Rössler. Telfs, 24.10.1931
so viel Schönes gesehen hat u. er hegt die Absicht in
nicht zu ferner Zeit wieder eine Nordlandreise zu
machen u. dann die jetzt nicht gesehenen Städte u.
Stätten aufzusuchen. Das Erlebnis des Meeres hat
überaus mächtig auf Andreas gewirkt - ich glaube
es rauscht noch immer in seinen Ohren. Ebenso fühlte
er sich von den nordischen Menschen so angezogen
sind sie doch auch so herb - wenn auch in andrer Weise
wie wir „Bergln”. Vom lieben Aufenthalt im Khedenhause
u. von der so herzlichen Gastfreundschaft Dr Wassilys,
Ihres Freundes, kann er nicht genug erzählen; er dankt
Ihnen auch aufrichtig die Anregung u. Vermittlung
zu dieser Reise u. „den Kieler Wochen”.
Winterlang wird er davon zehren in der stillen
Werkstatt am Klosteracker; ich freue mich unendlich
über die schönen Tage u. Eindrücke die Andreas so
gegönnt waren. Er ist so froh u. frohlich u. zufrieden
u. gottlob, auch so gesund - nur sein Gehör lässt sehr
zu wünschen übrig; ich muss ihn Montag, wenn wir
wegen Einrichtung einer kl. Porträt Ausstellung in
Innsbruck sind, zum Ohrenarzt zerren; den wehen
Arm habe ich ihm vor der Reise auskuriert.
Wenn es nun noch eine Möglichkeit zu einer Ausstellung
in Wien für ihn gabe so würden wir das als grossen
Glücksfall betrachten - wie viel Sie dazu taten
[seitlich:] an Anregung u. Vermittlung wissen wir zu werten.
Sie werden viel zu tun u. zu besorgen u. zu kämpfen haben - wir hoffen Sie aber
mit Ihrer Fr Gemahlin gesund u. grüsse Sie Beide herzlich Ihr[e] alte Frau Maria