Emkes, Max: Brief an Viktor von Dubský. 19.3.1916
wenden? Nun ist mir das Recht zu einer Äußerung
gegeben.
Ich kann Ihnen, hochverehrter Herr Graf, nicht zum Aus-
druck bringen, wie schwer und schmerzlich ich den Verlust
unserer lieben Marie von Ebner-Eschenbach empfinde!
Seit 1898, wo ich ihr zuerst als 18 jähriger Jüngling schrieb,
hat sie meinen einfachen Lebensweg mit liebevoller Güte
und herzlichem Verstehen verfolgt. Sie nannte sich immer
meine alte Freundin. Und wirklich eine mütterliche Freun-
din, die in meinem Herzen immer einen der ersten Plätze
eingenommen hat und einnehmen wird, ist sie mir stets
gewesen. In ihren lieben, herzlichen Briefen, die ich wie ein
Heiligtum bewahre, offenbarte sich ihr großes Herz und ihr
vornehm mütterliches Gefühl. Nie habe ich auch nur einen
Augenblick, das Bewußtsein gehabt, daß die herrliche Frau mir
persönlich unbekannt sei.
Und was haben Sie und alle die Ihrigen, die um die Edle