Eulenberg, Herbert: Brief an Oskar Maurus Fontana. Düsseldorf, 26.12.1933
der deutschen Bühne hinaussegle, wo mir nicht der ge=
ringste günstige Fahrwind mehr zuweht und keine
Küste mich lockt und einladet. Dabei möchte ich mich am
liebsten gleich heute wieder hinsetzen und ein neues
Lustspiel schaffen und mir allen Kummer und Ärger
damit von der Seele spülen. - Ach, guter Mohr, wie
herrlich wäre es, wenn sich eine Reise nach Wien im
Januar oder auch erst im Frühjahr ermöglichen ließe
und ich die Stadt der Phäaken endlich einmal wiedersä=
he! Für den Februar hat mich der edle Meister Gerhart
gebeten nach Rapallo zu kommen. Ich weiß aber noch
nicht, ob es uns gelingen wird, für diese Reise flott
zu werden. Hätten Sie nicht auch einmal Lust mit
der Mohrin dort an der Riviera aufzutauchen? Wer=
fel ist dann gewöhnlich an dem blauen Meer vorhand=
den und Fritz von Unruh und manche andere Merkwür=
digkeit. - Auf ein gutes Jahr 1934! Was werden Sie
zu „Riemenschneider” sagen? Ihnen und der Mohrin
sende ich die allerschönsten Wünsche zum neuen Jahr und
die herzlichsten Grüße getreu bis an den Tod
Ihr Herbert Eulenberg.