Bettelheim, Anton: Brief an Marie Renard. Wien, 21.11.1917
gieren muß. Bei der letzten Unterredung, die ich im Mai
1915 mit der Unvergeßbaren, von ihr berufen hatte, gab
sie mir die Tagebuch-Auszüge. Zugleich sagte sie mir, sie
wünsche, daß keiner ihrer Briefe jemals veröffentlicht
werden sollte. Daraufhin setzte ich ihr auseinander,
wie das nur zu Unzukömmlichkeiten führen müsse.
Es würden einseitig an sie gerichtete Briefe in
Fülle gedruckt werden, darunter viele von A bis
Z, wie seinerzeit die Briefe der Francois. Weiters
bestände ein großer Unterschied zwischen Geschäfts=, Privat=
und Familien=Briefen die vertraulich gehalten seien
und ganz literarischen Briefwechseln, wie z.b. der
Correspondenz mit Rodenberg, Heyse etc. Die Ant-
wort war, daß Ihre Tante mir vollkommen beistimmte
mit der Erklärung: ich hätte Recht, sie wird ihren
Angehörigen, insbesonders Ihnen sagen, daß Sie sich