Bettelheim, Helene: Brief an Maia von Kralik. o.O., 18.7.1934
18: VII.34.
Liebe Maia!
Wie ich soeben in einer alten Mappe jugendlicher Zeichnungen
von mir krame, fällt mir eine Erinnerung in die Hand, die
für Dich Werth haben dürfte. Es ist ein Bild der Akropolis, das
Dein Mann mir nach seiner griechischen Reise 1880 schenkte.
Der Vordergrund der klassischen Burg war aber sehr häßlich u. pro-
saisch, was unseren poetischen Sinn störte, - u. so malte ich
einen ideal griechischen darüber -, was uns rechten Spaß
machte -, da man damals, gottlob keine anderen Sorgen
hatte! -
Willst Du das Blatt nun als zweifache Erinnerung, an
den Geber u. meine munteren Correcturen einer Athener
Straße annehmen, von Deiner,
Dich herzlich grüßenden
Helene BH