Blittersdorff, Philipp: Brief an Gustav Gugitz. Feldspital, 23.11.1917
Daß Sie die Fortsetzung der "Denkwürdigkeiten" trotz allem Rummel so schön fördern,
freut mich sehr. Müller hat whrd. d. Krieges eine Menge aktueller Werke drucken lassen, die sich
wahrsch. gut rentieren. Diesen Schriftstellern wird er wohl Abrechnung u. Lohn nicht so vorenthalten,
wie uns "Altösterreichern".
Den Todesfallsakt (-auszug) der Gfin. Desfours-Katz kenne ich aus den Veröffentlichungen
des "Adler's". Interessant wäre der der gb. Köpp, aber wo finden?
In Bukarest ist eine öst.ung. Feldbuchhandlung in Flor, die täglich ihre 8-10.000 Lei rein abwirft.
Ich habe hier in Rimnik-Sarat eine Filiale errichtet, die auch nicht schlecht geht. Die Deutschen kaufen in
beiden besonders stark, da die Preise billiger sind, wie in d. deutschen Feldbuchhandlungen, merkw. Weise!
Daß ich Sie, verehrter Herr Gugitz, per Karte um gütige Abschrift der Schwiter´schen Notiz aus dem
freiherrl. Gothaer 1917 bat, werden Sie mir nicht übel nehmen, nicht wahr? Von dieser Familie existieren
tatsächlich nur mehr meine Frau u. deren Schwester
Schonen Sie Ihre Gesundheit, sie ist das höchste Gut, wie ich jetzt wieder an mir erfuhr und denken
Sie manchmal
Ihres verbannten, sehr ergebenen
Blittersdorff
Bitte mich auch Ihrer w. Familie in Erinnerung zu
bringen.
Adresse: bis Anfang Dez.: Feldp. 411, Qu.Abt. 16.