Blümelhuber, Michael: Brief an Franz Keim. Steyr, 18.2.1916
Lieber Freund!
In aufrichtiger herzlicher Verehrung
deiner Person und deiner Werke, schicke
ich dir heute mein eben im Erscheinen
begriffenes Buch über meine
Kriegseindrücke.
Das Stückwerk, das ich dir früher
schickte, bedurfte erst noch des Lesens mit
eigenen Augen und des innerlichsten
Erlebens. Es waren nur Anfänge.
Nun wird dir auch der Heilsgedanke
klarer entgegentreten, der mir zwar
von Anfang an vorschwebte, der aber
wirklich noch der Reifung bedurfte,
draußen wo die Menschheit ans
Gigantische und Höllische grenzt. Nicht
die Hölle des Aberglaubens uralter
Mönchsphantasie, mit der du mich geneckt
hast, sondern eine wirkliche, die der
"Teufel in Menschenhaut" zustandegebracht
hat. Ich danke dir´s tausendmal,