Bodingbauer, Karl: Brief an Arthur Roessler. Schwaz, 21.11.1927
Daß, jetzt kommt die Wirklichkeit „mein
Beinkopf (Silber), sich noch nicht in Geld
verwandelt hat, ist mir unbe=
greiflich, aber noch erträglich x
Sollten Sie, bezhgw. auch Ihre Frau an dieser
Arbeit Gefallen finden, dann können
Sie's ruhig als vortrabendes Christkindl
annehmen x
Mit der Bitte: mir 300 Schilling aus Ihrer
Kasse als Vorauszahlung auf die
kommende Sendung, zu überweisen.
Ich brauche viel Geld, da ich auch nicht gera=
de überviel Schulden habe, aber immerhin,
vor meiner Abreise von Schwaz, dies
zu bereinigen habe. Wenn das von
Ihnen mir auf der letzten Karte ange=
kündigte Stipendium, noch rechtzei=
tig hier ankäme, Herr Rößler, Sie hät=
ten etwas für mich getan, für das
ich weiß, was ich zu danken habe,
bezhw. wie ich zu danken habe x
Je rascher die Geldfrage gelöst ist, umso
ehr kann ich in Wien-Berlin sein.
Auch von Prof. H.-r. hab ich die S. 500'-
noch immer nicht erhalten x
Bitte trachten Sie lieber Herr Rössler,
daß unser langersehntes Wiedersehn
möglich wird, und bis dorthin bin
ich mit herzlichen Grüße Ihr samt Ihrer
Frau, ergebener
K. Bodingbauer x
[seitlich links:]
Diese Dame, ist ein wunderliches Ding, gewiß, denn
bei Hanak und Kunstgwb. Schule züchtet man gerne Solches.