Brecher, Gustav: Brief an Ernst Krenek. o.O., 28.8.1930
Krisenstimmung und diese drückt
schlimm auf alles Geschehen in Politik,
Wirtschaft, Kunst - verwünschte
Tatsache, daß jedes Einzel-Leben und
= Schicksal heutzutage untrennbar
mit diesen Dingen verknüpft ist!
Ich möchte auch wie Sie noch ein paar
Wochen fernab von Allem in einem
Alpenwinkel leben dürfen, freilich
mit einigermaßen " geringerer Be=
rechtigung .. Aber diese herrlichen Spät=
sommer- Sonnentage zu unserem
winterlichen Tun hier - da seufzt man
schon ein bischen!
Für Fortgang und Abschluss des neuen
Werkes die allerherzlichsten Wünsche
Ihres schon höchst neugierigen
GustBrecher
Für Sie und Ihre Gattin auch von
meiner Frau herzlichste Grüße - sie
[seitlich links:]
musste soeben noch einmal zu ihrer Mutter für 14
Tage nach dem Süden reisen - (Pflicht nur problematisches
Vergnügen.)