Felner, Karl von: Brief an Arthur Roessler. Berlin, 11.4.1916
KARL VON FELNER
BERLIN-WESTEND
LEISTIKOWSTRASSE 6.
den 11.April 1916.
M.L. ! Wortlos, die Adresse nicht von Deiner
Hand, kam gestern mein "Marienkind". Und ich hät-
te gerne Einiges von Dir gehört: wie Du Dich ins
neue Leben hineingefunden hast; ob Du auch für
menschlichere Dinge was übrig behältst? Schreibe
mir doch wieder! Ich kann Dir wenig berichten.
Außer dass ich einfach weiterarbeite, mich mit
meinen Nerven bös herumschlage, und auf das warte,
worauf wir alle warten. Und ich weiß nicht woran das
liegt: aber ich habe das sichere Gefühl, dass die
Dinge sich in nicht mehr langer Zeit plötzlich,
vielleicht über Nacht wenden werden, wie sie sich
vor zwei Jahren gewendet haben. Es wird mir drü-
ben viel zu viel geredet und geschrieen. Und end-
lich wird mit einem furchtbaren Krach zerreißen,