Felner, Karl von: Brief an Arthur Roessler. Berlin, 17.8.1917
Berlin, den 17. August 1917.
Mein Lieber,
ich habe Dich in meinem vorgestri-
gen Briefe nach meinem Artikel über Strindberg zu fragen
vergessen. Du wolltest ihn doch für eine neue Zeitung ha-
ben. Erhieltst Du ihn überhaupt? Und ist etwas damit anzu-
fangen? Ich bitte Dich, mir das baldmöglichst zu beantwor-
ten. Ist der Aufsatz nicht zu gebrauchen, so schicke ihn
mir wieder; denn Du hast das einzige Exemplar dieser Fas-
sung; es ist mir also an seinem Schicksal sehr gelegen.
Noch etwas habe ich gefunden, was ich Dir gerne
zeigen und Dich fragen möchte, ob es in irgend einer Zeit-
schrift unterzubringen ist. Lies Dirs einmal durch. Im Un-
tertitel könnte eventuell, wenn es im Wege sein sollte,
wegbleiben "aus dem Märchenspiel" usw. usw.
Das Buch Felders habe ich gelesen. Es gefällt mir
deshalb nicht, weil es Deinen Stil nachahmt. Wovon Du sel-
ber vielleicht nichts merkst, oder es doch nicht als stö-
rend empfinden wirst. Ich halte auch diese Stilnachahmung
nicht glücklich gegenüber der Öffentlichkeit, die sofort
Sklaverei des Verfassers von seinem Objekte wittert. Stoff-
lich kann ich nicht urteilen, weil ich viel zu wenig von
Dir kenne. Jedenfalls aber ists erfreulich, dass jemand
so sehr mit dir mitgeht - derweilen ich immer allein zu
schleichen habe ...