Felner, Karl von: Brief an Arthur Roessler. Berlin, 8.11.1917
Karl von Felner
Berlin - Westend
Leistikowstr. 6
den 8. November 1917.
Mein Lieber,
hier hast Du schnell etwas fürs "Do-
nauland", aber es müsste noch vor Weihnachten hinein, weils eine
um diese Zeit besonders aktuelle Sache ist, über die jetzt in al-
len Blättern gesprochen wird, - aber ich glaube, nirgends so gründlich
wie ich es hier tue. Wüsste ich endlich die Adresse der Redaktion,
so würde ichs direkt senden und Dich nicht bemühen. Teile sie mir
doch bitte mit! Dieses Mal musst Du schon noch einmal für mich re-
den, aber sag dem Redakteur, dass dafür auch in Österreich "Interes-
se ist". (Der Strindbergartikel, für den sich in Öst. niemand in-
teressiert, erscheint jetzt im "Merker"; der nimmt so ziemlich al-
les von mir, ist aber eben bloß der "Merker"!). Über mein Gedicht
"Rose und Nachtigal" habe ich nichts mehr gehört. Ist es tatsäch-
lich vom "D" angenommen? Und wann solls erscheinen?
Sollte Dir eine Annahme dieses Märchenaufsatzes als
unwahrscheinlich von vorneherein erscheinen, oder der Redakteur
ablehen, schicke ihn mir bitte sogleich zurück, damit ichs noch
schnell wo anders versuchen kann. - Mit meinen Märchen habe nir-
gends Glück. Ich glaube, wenn Du sie kenntest, würdest Du meine
tiefe Verstimmung darüber verstehen!.
Also so viel für heute in aller Eile.
Herzlichst Dein
KF