wie ers gerade brauchen kann. Was irgend deutsch ist, treibt heute Po-
litik mit Krampf und bringts über die Schusterbubenpolitik doch nicht
hinaus. Also lassts mich aus mit dem Dreckzeug, ich mach mein eigenes,
da brauche ich mir wenigstens nicht dreinreden zu lassen; denn das Bel-
len der Kritikusse geniert mich nicht. Solange ich noch ein Stückl
Brot, meine Schreibmaschine und etwas Papier habe, verlange ich mir
nichts anderes als mein Ruah! In dieser Ruhe scheinst Du mich aber
durchaus nicht stören zu wollen?! He!? Weil Du nicht schreibst. Ich
weiß überhaupt gar nicht, ob Du lebst?
Nach München komm ich selten, war erst zweimal da, obwol es
von hier aus gar nicht weit ist. Es ist halt das alte Minka, nur ein
Bissl röter als früher. Aber wenn das Bier wieder besser sein wird,
wirds wieder sein wie früher. Die Theater miserabel, die Kliquen dumm
und die Leut bsuffa.
Soll ich Dir von meinem Verleger Rezensionsexemplare meiner
beiden Bücher schicken lassen? Und für welche Zeitungen, soll ich
ihm sagen, dass Du schreibst? Kommst Du nicht doch wie der einmal wenn
schon nicht nach Berlin, so doch nach München? Ich bleibe vorläufig
über den Winter bis zum Herbst 1921 da, habe meine Berliner Wohnung
möbliert vermietet und will hier abwarten, bis es dort und im Allge-
meinen besser wird.
Und jetzt setz Dich hin und schreib mir! Und grüß mir Deine
Frau. Sie soll Dir jeden Tag einen Mordsrippenstoß geben, bis Du mir
geschrieben hast.
Servus!
Dein
KF
litik mit Krampf und bringts über die Schusterbubenpolitik doch nicht
hinaus. Also lassts mich aus mit dem Dreckzeug, ich mach mein eigenes,
da brauche ich mir wenigstens nicht dreinreden zu lassen; denn das Bel-
len der Kritikusse geniert mich nicht. Solange ich noch ein Stückl
Brot, meine Schreibmaschine und etwas Papier habe, verlange ich mir
nichts anderes als mein Ruah! In dieser Ruhe scheinst Du mich aber
durchaus nicht stören zu wollen?! He!? Weil Du nicht schreibst. Ich
weiß überhaupt gar nicht, ob Du lebst?
Nach München komm ich selten, war erst zweimal da, obwol es
von hier aus gar nicht weit ist. Es ist halt das alte Minka, nur ein
Bissl röter als früher. Aber wenn das Bier wieder besser sein wird,
wirds wieder sein wie früher. Die Theater miserabel, die Kliquen dumm
und die Leut bsuffa.
Soll ich Dir von meinem Verleger Rezensionsexemplare meiner
beiden Bücher schicken lassen? Und für welche Zeitungen, soll ich
ihm sagen, dass Du schreibst? Kommst Du nicht doch wie der einmal wenn
schon nicht nach Berlin, so doch nach München? Ich bleibe vorläufig
über den Winter bis zum Herbst 1921 da, habe meine Berliner Wohnung
möbliert vermietet und will hier abwarten, bis es dort und im Allge-
meinen besser wird.
Und jetzt setz Dich hin und schreib mir! Und grüß mir Deine
Frau. Sie soll Dir jeden Tag einen Mordsrippenstoß geben, bis Du mir
geschrieben hast.
Servus!
Dein
KF