Franzos, Ottilie: Brief an Julius Pée. Wien, 21.1.1930
erreicht. Die holländischen Gesetze sind mir
ganz unverständlich. Wieso gilt für sie
unsere 30jährige Schutzfrist nicht? Nun
scheint er ja auch den, bisher in's Hollän=
dische nicht übersetzten, „Pojaz” heraus-
gebracht zu haben. Hat er auch bei einem
unübersetzten Buch das Recht? Leider sind
die hiesigen Verhältnisse durch Teuerung,
Mietensteigerung - für mich auch durch Arzt
und Apotheke - so, daß ich mir den „Moschko”
und „Pojaz” nicht kommen lassen kann.
Damit, lieber Herr Professor, ist
Ihr schöner Übersetzungsplan zu Wasser -
nicht wahr? Würde sich vielleicht eine
Möglichkeit für Französisch finden?
Jedenfalls seien Sie tausendmal
bedankt.
Daß Ihr Wunsch, die Universität Gent
flämisch zu sehen, in Erfüllung gegan-
gen ist, freut mich von Herzen. Ich
gratulire.
Mit allem Schönsten an Sie Alle
Ihre
dankbar ergebene
Ottilie Franzos