Franzos, Ottilie: Brief an Julius Pée. Wien, 4.1.1929
auch von dieser Jugendlektüre weiß ich nichts
mehr. Daß er von deutscher Abstammung war, be-
kundete schon sein Name.
Be[re]nds Buch würde mich wohl interessiren wie
alles, vorzüglich Auto=, Biographische.
Maurois' Disraëli ist mir auch hier empfohlen worden.
Englisch lese ich.
Über das Ende von Schnitzlers Tochter habe ich
nichts weiter gehört. Er hat sie sehr geliebt.
Und nun ist das „nächste Jahr” da. Wann kommen
Sie Beide? Alt? - lieber Herr Professor - und ich mit
meinen 72!
Vielen Dank für die Weihnachtswünsche, die ich
herzlich in's neue Jahr erwidere.
Die geliebten Buben sind am 24. Dezember zu
ihrer Mama nach Rom gefahren. Nun bin ich sehr besorgt, ob sie
heute Abend, wie geplant, durch alle Unwetter glücklich
zurückkommen. Für die Marken vielen Dank. Ich
werde sie Rudolf überreichen. Am 21/12 Nachmittag habe
ich noch bei den geliebten Buben um ein lichter-
glänzendes Bäumchen, Weihnacht gefeiert, bevor
sie nächsten Tags fort sind.
Ich werde mich stets mit der Nachricht freuen,
daß Sie Diest den Rücken gekehrt haben und,
mit dem jungen Paar vereint, in Gent leben.
Mögen Ihnen auch Enkel beschert sein - nur
ein 2., ein drittes Geschlecht aus seinem Blut