Fraungruber, Hans: Postkarte an Max von Millenkovich-Morold. Wien, 29.7.1926
Liebwerter Freund! Wir freuen uns über
die „zufriedene” Karte aus dem schönen Tauplitz,
in das schon Rosegger verliebt war.
Die Wetternachrichten locken mich gar nicht
fort, dazu fordert mein körperlicher Zustand
mehr Bequemlichkeit, als auf Reisen gut möglich
ist; so warte ich noch immer geduldig im
Grün unseres Heimes. Vielleicht kann ich
Mitte oder Ende August abdampfen.
Meine Frau ist gottlob munter wie ein Fink,
die Kinder sind auch wohl, nachdem Richard eine
ganz unbegreifliche Vergiftung glücklich über=
wunden hat.
Schade, daß Du nicht bemerkt hast, wielange die
Residenz unterm Sturzhahn geplant ist. Vermut=
lich je nach dem Wetter. Hoffentlich ist es galant
gegen die verehrte Frau Hofrat.
Und nun alles Höfliche und Herzliche von uns
nach Tauplitz, bitte: auch an die liebe Familie Peer.
In Treuen Dein
Hans Fraungruber
Wien, 29.VII.26.
[mit anderer Hand:] Alles Gute u. Schöne
Mizzi F.