Fraungruber, Hans: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Wien, 13.11.1928
in Qualen, die nicht nachlassen wollen. Deshalb
fällt mir auch die Fahrt von Ober St. Veit bis zum
Stephansplatz schwer. Du wirst entgegnen, daß ich
ja 2mal im Monat in der Gr. Insel bin. Das kann
ich als Vorsitzender derselben nicht unterlassen,
obwohl ich auch dort mit Schmerzen sitze, aber mancherlei
Anregung und Zerstreuung bietet sie doch. In der
Anzengrube war ich seit vielen Monaten nicht.
Mich verdrießt es jedesmal, das Haus zu verlassen.
Der Erfolg meines Stückes regt mich nicht besonders
auf. Das Lokale und der Scherz wirkten vor allem,
dramatisch ist es nur bescheidene Leistung. Viel
ist übrigens aus dem lyrisch-epischen Stoff nicht zu
machen. Wie gern möchte ich Besseres können!
Und nun eine Frage, die uns am Herzen liegt:
Meine Frau fliegt lieber aus als ich, möchte aber
um alles den lieben Besuch nicht versäumen,
dürften wir diesen am nächsten Sonntag, 18. dM.,