Franzos, Ottilie: Brief an Julius Pée. Wien, 23.12.1923
2.
mich. Ich habe seinerzeit viele Kilo auf Cotta's Wunsch aus dem
Nachlaß K. E. F. nach Stuttgart geschickt. Wenn Sie übrigens
Gladstone über den „Kampf um's Recht” noch haben wollen.
Ich kann ihn jetzt schicken, ich habe 2 Ex. gefunden.
Nikolausbrief. Ganz richtig - 21/12 Leider wird der Brief wohl
kaum Weihnachten in Ihren Händen sein. Ich habe den ganzen
gestrigen Tag verloren, es flog mir auf der Straße irgendwas
Schweres in's Auge, ritzte das Lid innen blutig, so dß ich auch
heute noch behindert bin. Ganz richtig: Pojaz, auf der ersten
Silbe. - Heute erhielt ich Ihre Sendung, für die ich viel=vielmals
danke. Alles ist sehr willkommen. Vor Allem aber die Jacke
herrlich! Wie kunstvoll gearbeitet und und wie warm und
wie von einem Schneider angemessen. Zum Bilde, das
ich mir von Ihrer Herzallerliebsten mache, passt es auch
so gut, daß sie sorgsam Ersatzknöpfe und Wolle beilegt. Sa-
gen Sie ihr das Allerliebste von mir. - Daß Paul also erst
24 Jahre ist, hätte ich nicht gedacht. - Jung-Penninks sind
Dienstag nach Hause mit dem großen Umweg über die
Schweiz, Frankreich & Belgien. So stehen die Dinge, daß es
für sie, trotz der längeren Reise um einen vollen Tag,
billiger ist, als über das Deutsche Reich. - Ich werde nach
dem Fest sofort nachsehen, ob ich noch Pojaze habe und sie Ihnen
gerne schicken. Es knüpft sich aber die Bedingung daran,
daß Sie diese Exemplare von mir als Geschenk annehmen;
mir nur das Porto ersetzen. - Ja das Packet aus Kampen
kam mit dem Kinderzug, dadurch ist es schon in meinem
Besitz. - Daß Sie Jaeglé's entdeckt haben, ist höchst interessant.
In meinem Besitz ist nichts von Büchner. Was mein Mann
noch in Verwahrung hatte, habe ich nach seinem Heimgang
der Familie zurückgestellt. - Ein Verzeichniß der an
meinen Mann gerichteten Briefe!!! Lieber Herr Professor,
es wäre ausgezeichnet, wenn Sie mich dazu zwingen
könnten. Ich glaube aber nicht, daß ich es kann -
eine Riesenarbeit. - Ich kann nicht weiter schreiben -
auf morgen.