Berlin, 21. Oct. 1918
Meine Lieben,
Ich verstehe, dass Euch der Tod von
Tante Pauline trotz seiner Selbstverständ-
lichkeit im Innersten bewegt hat. Sie
war doch ein Erbteil Eurer lieben Mama,
Ihr habt die Pflicht, für sie zu sorgen
bis zur Aufopferung erfüllt und da
das Gute, das man Andern er-
weist, ein unzerreissbares Band ist,
das der Tod zerschneidet, werdet Ihr
den Verlust schmerzlich empfinden. Ich
kann jetzt Niemanden, der alt ist u.
die Augen schliessen darf, betrauern,
muss ihn vielmehr beneiden. Ist es nicht
schrecklich, dass der arme Papa 83 Jahre
alt werden musste, um das mitzu-
Meine Lieben,
Ich verstehe, dass Euch der Tod von
Tante Pauline trotz seiner Selbstverständ-
lichkeit im Innersten bewegt hat. Sie
war doch ein Erbteil Eurer lieben Mama,
Ihr habt die Pflicht, für sie zu sorgen
bis zur Aufopferung erfüllt und da
das Gute, das man Andern er-
weist, ein unzerreissbares Band ist,
das der Tod zerschneidet, werdet Ihr
den Verlust schmerzlich empfinden. Ich
kann jetzt Niemanden, der alt ist u.
die Augen schliessen darf, betrauern,
muss ihn vielmehr beneiden. Ist es nicht
schrecklich, dass der arme Papa 83 Jahre
alt werden musste, um das mitzu-
(linker Rand:)
Lebt wohl u. schreibt bald. In Treuen Eure Alice
Lebt wohl u. schreibt bald. In Treuen Eure Alice