[Mit blauem Stift]: Wahrend ich bei der
Armee Dankl weilte.
S.
Wien, den 6. März 1916.
IX. Harmoniegasse 4.
Hochgeehrter Herr!
Besten Dank für die Zusendung Ihrer Arbeit im "März"! Ich
habe die Blätter rekommandiert an Ihre Wiener Adresse gesendet,
richte aber diese Zeilen an Sie nach Tirol. Ihre Andeutung über
die bevorstehenden wichtigen Ereignisse stimmt mit Manchem, was
in den letzten Tagen in Wien zu hören war. Sie können sich den-
ken, dass ich diese Wendung innig herbeiwünsche.
Es ist mir sehr lieb, dass Sie Ihre Darstellung der Tätig-
keit Ährenthals in besseres Licht gerückt haben. Wir sind uns
in diesem Punkte nähergekommen, nachdem wir unsere verschiedenen
Auffassungen schriftlich und mündlich durchgesprochen haben. Ich
kann aber die Befürchtung nicht unterdrücken, dass die betreffen-
den Stellen Ihres Werkes auch fernerhin in dem Sinne ausgebeutet
werden, den Sie in Ihrem Aufsatze ablehnen. Das wird umso bedauer-
licher sein, als Ihr überaus instruktives Werk gewiss noch viel
benützt werden wird und Belehrung über die Balkanpolitik Oester-
reichs verbreitet. Vor einigen Tagen sprach ich mit Freiherrn von
Plener, der mich fragte, ob ich nichts Näheres über Sie wüsste.
Er liest jetzt Ihr Buch und hob anerkennend hervor, dass Sie die
übertriebene Wertung Andrássy´s auf das richtige Mass herabgesetzt
haben. Sie haben, so fügte er hinzu, festgestellt, was Wertheimer
zu sagen unterliess, dass Andrássy erst dem Drängen des Kaisers
gewichen ist, als er die Aktion zur Erwerbung Bosniens unternahm.
Armee Dankl weilte.
S.
Wien, den 6. März 1916.
IX. Harmoniegasse 4.
Hochgeehrter Herr!
Besten Dank für die Zusendung Ihrer Arbeit im "März"! Ich
habe die Blätter rekommandiert an Ihre Wiener Adresse gesendet,
richte aber diese Zeilen an Sie nach Tirol. Ihre Andeutung über
die bevorstehenden wichtigen Ereignisse stimmt mit Manchem, was
in den letzten Tagen in Wien zu hören war. Sie können sich den-
ken, dass ich diese Wendung innig herbeiwünsche.
Es ist mir sehr lieb, dass Sie Ihre Darstellung der Tätig-
keit Ährenthals in besseres Licht gerückt haben. Wir sind uns
in diesem Punkte nähergekommen, nachdem wir unsere verschiedenen
Auffassungen schriftlich und mündlich durchgesprochen haben. Ich
kann aber die Befürchtung nicht unterdrücken, dass die betreffen-
den Stellen Ihres Werkes auch fernerhin in dem Sinne ausgebeutet
werden, den Sie in Ihrem Aufsatze ablehnen. Das wird umso bedauer-
licher sein, als Ihr überaus instruktives Werk gewiss noch viel
benützt werden wird und Belehrung über die Balkanpolitik Oester-
reichs verbreitet. Vor einigen Tagen sprach ich mit Freiherrn von
Plener, der mich fragte, ob ich nichts Näheres über Sie wüsste.
Er liest jetzt Ihr Buch und hob anerkennend hervor, dass Sie die
übertriebene Wertung Andrássy´s auf das richtige Mass herabgesetzt
haben. Sie haben, so fügte er hinzu, festgestellt, was Wertheimer
zu sagen unterliess, dass Andrássy erst dem Drängen des Kaisers
gewichen ist, als er die Aktion zur Erwerbung Bosniens unternahm.