Berlin-Dahlem, den 3ten April 1927,
Miquelstraße 86.
Lieber und verehrter Herr Ginzkey!
Von einer längeren Auslandsreise heimge-
kehrt finde ich Ihr so liebenswürdiges Schreiben
und dazu die reizende Ausgabe Ihrer Gedichte,
die Sie mir mit herzlichen Worten zueignen.
Als ein alter Verehrer Ihrer Lyrik begegne
ich in den beiden Bänden vielen lieben alten
Bekannten, freue mich aber aufrichtig dieses
Besitzes, der ja wohl Ihr Schaffen auf lyrischem
Gebiet vollständig zusammenfaßt. Daß Sie
sich dabei im Hinblick auf meine Epigramme
so bescheiden äußern, kann ich wahrhaftig nicht
als berechtigt gelten lassen. Aber wir wollen
uns darüber nicht in die Haare kommen, sondern
als Zweie, die einander schätzen, freundschaftlich
zusammenstehen.
Es hat mir außerordentlich leid getan,
daß ich Sie bei Ihrem jüngsten flüchtigen Aufenthalt
in Berlin weder hören noch sehen konnte. Sollte
ich nach Salzburg kommen, so werde ich gewiß
nicht verfehlen, Sie heimzusuchen. Vielleicht habe
ich aber auch die Freude, Sie einmal im Sommer
am Karersee begrüßen zu dürfen; mein dortiges
Häuschen ist mir nach 3 ½ jähriger Enteignung
wiedergegeben. Herzlich und treulich Ihr
Ludwig Fulda.
Miquelstraße 86.
Lieber und verehrter Herr Ginzkey!
Von einer längeren Auslandsreise heimge-
kehrt finde ich Ihr so liebenswürdiges Schreiben
und dazu die reizende Ausgabe Ihrer Gedichte,
die Sie mir mit herzlichen Worten zueignen.
Als ein alter Verehrer Ihrer Lyrik begegne
ich in den beiden Bänden vielen lieben alten
Bekannten, freue mich aber aufrichtig dieses
Besitzes, der ja wohl Ihr Schaffen auf lyrischem
Gebiet vollständig zusammenfaßt. Daß Sie
sich dabei im Hinblick auf meine Epigramme
so bescheiden äußern, kann ich wahrhaftig nicht
als berechtigt gelten lassen. Aber wir wollen
uns darüber nicht in die Haare kommen, sondern
als Zweie, die einander schätzen, freundschaftlich
zusammenstehen.
Es hat mir außerordentlich leid getan,
daß ich Sie bei Ihrem jüngsten flüchtigen Aufenthalt
in Berlin weder hören noch sehen konnte. Sollte
ich nach Salzburg kommen, so werde ich gewiß
nicht verfehlen, Sie heimzusuchen. Vielleicht habe
ich aber auch die Freude, Sie einmal im Sommer
am Karersee begrüßen zu dürfen; mein dortiges
Häuschen ist mir nach 3 ½ jähriger Enteignung
wiedergegeben. Herzlich und treulich Ihr
Ludwig Fulda.