Gögl, Zeno: Brief an Dominik Artaria. Graz, 4.5.1919
Zeno Gögl
Graz, II., Alberstraße 19, P. r.
am 4. Mai 1919.
Mein lieber Freund Dominik !
Ich habe mit meinen Verwandten Rücksprache genommen und bin ich
nun beauftragt Dich zu bitten, den Verkauf der 2 Kremser Schmidt'
schen Bilder nicht unter K 17.000,-- Netto gütigst vorzunehmen und
wenn der Verkauf zustande kommen sollte, bitte ich den Betrag bei
der allgemeinen Verkehrsbank in Wien, I. Wipplingerstrasse Nr. 28
für Rechnung deren Filiale in Graz zugunsten des Kontos der Frau Marie
Moritsch von Morenau, Oberstenswitwe in Graz, Wormgasse Nr. 8 bei
der Verkehrsbankfiliale Graz gütigst erlegen zu lassen.
Gestern ließ ich Dir die illustrierte Chronik von Krems, beti=
telt: „Aus Alt-Krems“ per Postpaket zugehen, in welcher auf Tafel
XIV die Reproduktion des einen Bildes „Johannes der Täufer mit
seinen Eltern“ und auf Seite 49 eine kleine Beschreibung zu finden
ist. Nach Gebrauch bitte ich um Rücksendung des Buches.
Meine Verwandten hoffen zuversichtlich, daß sich für die beiden
Prachtbilder aus der besten Schmidtschen Zeit zu dem billigen Preise
K 17.000,-- Netto bald ein Käufer finden werde. Sollte dieses nicht
der Fall sein, so müsste ich sie bei meiner nächsten Wiener Fahrt,
die zweifellos Anfang Juni sein wird, wieder herunter bringen.
Es ist immer eine missliche Sache für Verwandte so einen Auftrag
ausführen zu müssen und bitte ich Dich, lieber Freunf, um Deine
liebenswürdige Unterstützung.
Mit recht freundschaftsvollenGrüssen, verbleibe ich wie immer
Dein dankbar ergebener alter Freund Zeno Gögl