Glücksmann, Heinrich: Brief an Hermann Graedener. Wien, 29.9.1918
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WIEN, am 29. Sept. 1918
Hochverehrter Herr Professor!
Frau Johann Strauss hat mir heute nachm. das Schreckliche
mitgeteilt und war Zeuge meiner tiefen Erschüttertheit. Mit
noch zitternder Hand schreibe ich diese Zeilen, um Sie doch meines
innigen Mitempfindens zu versichern. Gegenüber solcher Tücke
des Schicksals wäre jeder Versuch, zu trösten, Blasphemie. Die Sie
lieben und verehren, können nur wünschen, daß Sie in der Flucht
zu Ihrer Kunst Lösung und Erlösung von dem Furchtbaren finden
mögen.
Mit hochachtungsvoll herzlichem Gruße
Ihr altergebener
Heinr. Glücksmann