Goblot, Germaine: Brief an Karl Kraus. Strassburg, 26.12.1929
davon! Vielleicht wird in der nächsten Fackel etwas
darüber sein.
Ich weiß nicht, ob Frau Kann die Zeitschrift und das
Buch erhalten hat, die ich ihr sandte. Es hat mir leid
getan, daß in derselben Zeit, wo ich das (wirklich schöne)
Buch von Colette ihr so empfahl, diese arme Colette
sich in Berlin preisgab, wo sie vom P.E.N. Club emp=
fangen wurde! Es ist ja nichts neues, alles ist ihr
gut, nur um Geld zu haben. Und doch ist diese Frau
der einzige Schriftsteller, den wir noch haben.
Lassen Sie mir bitte wie gewöhnlich durch den Verlag
antworten. Wenn ich noch etwas zu fragen habe,
schreibe ich dem Verlag selbst. Diesmal wollte ich
aber zum Neujahr meine Wünsche Ihnen senden.
Ich wünsche Ihnen Kraft und Freude und der Fackel
allen Erfolg nach dem sie strebt und den sie
verdient. Ich habe auch negative Wünsche, oder vielmehr
offensive: Ihren Gegnern die aufrichtigsten Neujahr=
verwünschungen!
Mit den besten Grüßen,
Germaine Goblot