Hanak, Anton: Brief an Helene Koenig. Winkelsdorf, Landhaus Primavesi, 8.9.1918
Du öffnest mir die Thore und führst mich
heim, Du verbindest mich mit der Gnade d
der Ewigkeit. Du hast mich erwartet und u
umschliesst mich nun da ich zu Dir gefunden.
Golden strahlt Dein Antlitz, Du bist in das gr
grosse Glück gehüllt, Deine Hände regen si
sich zum göttlichen Umarmen. Goldenes A
Antlitz! Wie hoch stehst Du über All den ir=
dischen Reichthümern, wie ragst Du empor
über das göttliche Irren. Du bist hoch ge=
stiegen da Du den Weg selbst gewählt, D
Du hast nur geahnt und nicht erkannt. Du
bist nahe zur Sonne getreten, hast Feuer ge-
fangen, Du brennest und weichest nicht. Du
hast mich hier erwartet, hast mir von Ferne
geschienen, Du hattest geahnt dass ich nicht
erschrecke ~ Deine Gluthen nicht fürchte.
Verbrennen soll ich
, es war immer mein
Wunsch , es war mein Befehl an die Gewal=
ten, weder umkehren will ich, noch gera=
de fortirren. Immer aufwärts nur, dorthin
wo die Sonnen herrschen. Jetzt da ich vor D
Dich getreten
~ , will ich nichts als tief
in Deine Welt sehen ~ , in Deinen Gluthen
den verborgenen Schatz suchen. Du ragst ü
über alles und empfängst aus Gottes Hand
Du bist jenen gleich die Welten offenbaren.
Zu Dir treibt mich die Pflicht die tief in m
meinem Herzen lebt, die ungesehen auf d
dieser Welt zur Vollkommenheit strebt
~.
Öffne die Thore goldenes Bild!
A~H
Winkelsdorf 8. September 1918
Landhaus Primavesi.