Hanak, Anton: Brief an Rita Passini. Wien, 10.8.1921
Hochgeehrte Freundin!
Ich bin so viel schuldig und bin darü=
ber unglücklich. Ihren letzten Brief
habe ich bis heute noch nicht beantwor=
tet und die von Ihnen gewünschten Sch
Schriftstücke wie Zeichnungen bis heute
noch nicht herausgesucht. Aber Sie beg=
greifen mich wen ich einfach anführe, die
Arbeit lasst mich nicht los. Ich nehme
mir so viel vor und neben mir steht
die unsichtbare Gestalt und lenkt und
leitet und drückt mir die Kehle zu wen
ich einmal freier athmen will, wen ich
einmal freier sprechen oder gar sin=
gen will. Alle Klänge müssen so zum
grossen Leid ersticken. Und wen ich
einmal mich so weit durchgerungen
dan klingt meine Sprache einem B
Brüllen gleich, dan wird sie unver=
ständlich. Also nochmals bitte ich,
nicht mich zu verstossen ~~ ich habe
den stärksten Willen und arbeite ~.
Viele herzlichsten Grüsse Ihnen wie Allen,
die Sie so treu umgeben. Grosses Kind!
AHanak
Wien, 10. August 1921.
Pavillon des Amateurs.