Hanak, Anton: Brief an Hermann Ubell. Wien, 1.11.1918
Lieber Herr Doktor Ubell!
Von mir kann ich nur berichten dass
ich wieder fanatisch an der Arbeit stehe
und von meiner Krankheit soweit herge=
stellt bin dass ich arbeiten kann. Alles
will ich einholen und fertig bringen n
nichts versäumen. Gegenwärtig habe
ich den Eindruck dass ich mich nicht l
länger mehr verkriechen darf, dass ich
wieder in das Leben treten muss. Es wird
wieder nur Wunden geben und das E
Ende wird sein dass ich wieder wie ein
Löwe in eine Höhle flüchten muss. Aber
niemand soll mir den Vorwurf machen
können dass ich zur Zeit nicht dem Ru=
fe gefolgt bin. Sie lieber Doktor wissen
es selbst genau so wir wir Alle die wir
selbstlos aufbauen helfen wollen. Viel=
leicht stellt dieser innere Kampf uns
in die vordersten Reihen und ich füh=
le dass wir Alle das gleiche Ziel haben:
Die Freude am Schönen.
Herzlichst grüsst
Ihr ergebener
Ant Hanak
Wien, 1. December 1918
Pavillon des Amateurs.